Mal
Einzelnummer 10 Pfeniige
Bezugspreis:
Bei wöchentlich 7 mallgem Erſcheinen vom 1. April
bis 30. April 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 225 Reichsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reſchsmark frei Haus. Poſbezugspreis
im April ohne Beſtellgeld monatlich 2.75 Reichsmark.
Verantwortlichkeſt für Aufnahme von Anzelgen an
beſimmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
erſcheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nſcht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſiellungen durch
Fernruf obne Verbindlichkeit für uns. Poſiſcheckonto
Franffurt a. M. 13041.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Pöchentliche illuſirierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 111
Gomstag, den 21. April 1928.
191. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Reflamezeile (92 mm
breit) 2 Reichsmark.Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Rellame=
zeile 300 Reichsmark. Alſe Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 420 Martl. — Mi Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fälli jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und National
Geſpannte Lage im Ruhrbergbau.
Der Schiedsſpruch ſieht eine 8½ige Lohnerhöhung vor. — Die Gewerkſchaften
drohen mit dem Streik. — Der Zechenverband befürchtet 50ſigen Verluſt des
Auslandsabſatzes an die Engländer.
Laſten auf ein geſundes Maß herunterdrückt, wodurch der Bar=
Die Ruhr=Nachverhandlungen verdienſt des Bergmannes ſich erhöhen würde, ohne daß dadurch
die Leiſtungsfähigkeit der ſozialen Einrichtungen, die auch einen
Abbruch der Verhandlungen. — Gegenſätze
innerhalb des Reichskabinetts. — Die
Ver=
antwortung des Reichsarbeitsminiſters.
Am Freitag haben im Reichsarbeitsminiſterium die letzten
Einigungsverſuche zwiſchen den Vertretern der
Ruhr=
gewerkſchaften und des Zechenverbandes ſtattgefunden. Die
Sitzung begann um 11 Uhr, und die Parteien ließen zunächſt
noch einmal ihren Standpunkt darlegen. Von den
Gewerk=
ſchaften wurde betont, daß der Schiedsſpruch mit ſeiner
8prozentigen Lohnerhöhung und den verſchiedenen
Arbeitszeit=
veränderungen unbefriedigend ſei und daß man am
1. Mai auch dann in den Streik treten werde, wenn
der Schiedsſpruch für verbindlich erklärt
wer=
den ſollte. Von den Unternehmern dagegen wurde
die Verbindlichkeitserklärung abgelehnt. Man
wies an Hand des Schmalenbach=Gutachtens und eines weiteren
umfangreichen Materials nach, daß jede noch ſo geringe
Er=
höhungder Laſten zu einer Verſchärfung der Kriſe
führen müſſe und damit zu einer Verminderung der
Konkurrenzfähigkeit der deutſchen Kohle. Ein
Streik werde die gleichen Folgen auslöſen wie eine
Verbindlich=
keitserklärung. In beiden Fällen ſei mit einem 50
prozen=
tigen Verluſtdes Abſatzes nach den beſtrittenen Gebieten
an die Engländer zu rechnen, was für 50= bis 80 000
Arbeiter die Entlaſſung zur Folge haben werde.
In den Mittagsſtunden ging der Vorſitzende Dr. Mewes zu
den letzten Verhandlungen mit den Parteien über und verſuchte
noch einmal, die Parteien zu bewegen, ſich auf die vom Schlichter
vorgeſchlagene Formel zu einigen, fand aber kein
Entgegen=
kommen. Die Beſprechungen zogen ſich bis in die ſpäten
Abendſtunden hin, worauf ſie ſchließlich abgebrochen wurden.
Der Vorſitzende Dr. Mewes, dem als Beiſitzer Oberregierungsrat
Claſſen zugeteilt war, begab ſich darauf zum
Reichsarbeitsmini=
ſter, um dieſem Vortrag über den Verlauf der Beſprechungen zu
geben.
Nachzutragen iſt noch, daß man ſich bei den Verhandlungen
auch darüber ſtritt, ob die Förder= und Abſatzziffern des
Vor=
jahres den Tatſachen entſprechen oder nicht. Die Gewerkſchaften
wollen herausgefunden haben, daß 118 Millionen Tonnen
geför=
dert, aber 124 Millionen Tonnen abgeſetzt wurden. Sie rechnen
heraus, daß unter Zugrundelegung eines Durchſchnittserlöſes von
15 M. pro Tonne der Ruhrbergbau 90 Millionen Mark mehr
ver=
einnahmt habe. Bei einer ermittelten Lohnſumme von 935
Mil=
lionen Mark würden 8 Prozent 74,8 Millionen Mark ausmachen,
ſo daß nach gewerkſchaftlicher Auffaſſung die Gelder für die
Lohn=
erhöhung vorhanden ſeien. Demgegenüber hören wir, daß die
vom preußiſchen Handelsminiſterium herausgegebenen Ziffern
über den Abſatz durchaus nicht hieb= und ſtichfeſt ſind.
Außer=
dem dürfte dieſer Irrtum in der Berechnung des
Ab=
ſatzes noch dadurch zuſtande gekommen ſein, daß zahlreiche
Zechen Kohlen zur Kokserzeugung weiterverkaufen, der Koks
aber nachher wieder auf Kohle zurückgerechnet wird, ſo daß
da=
durch eine doppelte Rechnung entſtanden ſein mag. Es iſt in den
Verhandlungen auch noch darauf hingewieſen worden, daß, falls
erhebliche Mengen Kohlen nicht erfaßt worden ſein ſollten, auch
an dieſer Förderung die gleichen Koſten kleben, die ja nach dem
Schmalenbach=Gutachten ſo erheblich ſind, daß ein
Durchſchnitts=
verluſt von 27 Pfg. pro Tonne herauskommt. Man hat
ſchließ=
lich den Streit um dieſe Differenz anſcheinend abgeſetzt und ſich
dem eigentlichen Kernproblem, der Lohn= und
Arbeits=
zeitfrage, zugewendet.
Der Reichsarbeitsminiſter, der dieſe Verhandlungen über den
Ruhrbergbau mit einiger Sorge betrachtet und bereits vor einigen
Tagen mit dem Reichskabinett Fühlung geſucht hat, hat im Laufe
des Freitag, während man ſich in ſeinem Miniſterium zum letzten
Male zu einigen verſuchte, erneut probiert, im Kabinett
zu=
gunſten einer Verbindlichkeitserklärung des Schiedsſpruches eine
Mehrheit zuſtande zu bringen, mindeſtens aber ſich eine
Rücken=
deckung zu ſchaffen. Er iſt dabei aber auf den energiſchen
Widerſtand des Vertreters des Reichswirtſchaftsminiſters,
Miniſterialdirektor Trendelenburg, geſtoßen —
Reichswirtſchafts=
miniſter Curtius befindet ſich aus geſundheitlichen Gründen
zur=
zeit in Karlsbad —, ſo daß er mit leeren Händen wieder die
Kabinettsſitzung verlaſſen mußte. Das
Reichswirtſchaftsminiſte=
rium muß natürlich dafür ſorgen, daß der Bergbau durch den
Kohlenexport mit rund einer halben Milliarde in der
Außen=
handelsbilanz auftaucht und nicht durch eine Ueberſpitzung der
Lohn= und Sozialpolitik, die letzten Endes auf die Arbeiter ſelbſt
ausſchlägt, zugrunde gerichtet wird. Bei einer
Verbindlichkeits=
erklärung des Schiedsſpruches muß allerdings mit einem Verluſt
der Hälfte des Auslandsabſatzes gerechnet werden, während die
ſchon beſtehende Paſſivität unſerer Außenhandelsbilanz um
wei=
tere 250 Millionen Mark ſteigen wird. Die Entſcheidung liegt
alſo nunmehr beim Reichsarbeitsminiſter, dem man nachfühlen
kann, wenn er aus rein ſozialen Erwägungen der
Bergarbeiter=
ſchaft eine 8prozenrige Lohnerhöhung gewähren will. Dem ſteht
aber immer gegenüber, daß dieſe Erhöhung ein
enor=
mes Arbeiterheer im Laufe der nächſten Zeit
brotlos machen kann. Die Lage iſt außerordentlich ernſt.
Sie könnte allerdings gemildert werden, wenn der Arbeitsminiſter
etwa den alten Tarifvertrag verlängerte, dafür aber die ſozialen
Rationaliſierungsprozeß durchmachen könnten, in Mitleidenſchaft
gezogen würden.
Das gefährdete Arbeitsſchutzgeſetz.
* Berlin, 20. April. (Priv.=Tel.)
Durch den vorzeitigen Abſchied des Reichstages iſt das
Schickſal des Arbeitsſchutzgeſetzes wieder in Frage
geſtellt worden. Es handelt ſich hier bekanntlich um einen
Ge=
ſetzentwurf, der in ſieben Teile zerfällt und alle Beſtimmungen,
die ſich auf den Arbeiterſchutz beziehen, zuſammenzuziehen
ver=
ſucht, gleichzeitig aber auch die Arbeitszeit grundſätzlich und
end=
gültig auf den Achtſtundentag feſtlegen will. Dieſes
Geſetzes=
werk, das wohl als eine der bedeutſamſten ſozialpolitiſchen
Vor=
logen der Bürgerblockregierung anzuſprechen iſt, iſt im Oktober
1926 nach langwierigen Vorarbeiten an die Parlamente
gegan=
gen. Bevor ſich Reichsrat und Reichstag mit ihm ernſthaft
be=
faßteu, wurde noch ein Gutachten durch den Reichswirtſchaftsrat
eingeholt, der ſehr eingehende Unterſuchungen über die
Zweck=
mäßigkeit und die Auswirkungen des Geſetzeswerkes anſtellte.
Ein Jahr ſpäter konnte dann der Reichsrat, an die Vorlage
herangehen, ſo daß jetzt der Reichstag im Begriffe war, in die
Einzelleſungen und Kommiſſionsberatungen einzutreten. Durch
ſeine Auflöſung ſind aber alle Berechnungen wieder umgeſtürzt
worden. Man weiß auch nicht, wie der neue Reichstag ausſehen
wird, und welches Geſicht die Länderparlamente bekommen
wer=
den. Infolgedeſſen kennt auch kein Menſch die Koalitionen und
deren Regierungen. Die Möglichkeit iſt nicht von der Hand zu
weiſen, daß ſowohl im Reichsrat als auch im Reichstag zu dem
vorliegenden Geſetzentwurf dann Anträge geſtellt werden, durch
welche die bisherigen Arbeiten hinfällig werden, ſo daß dann die
kommende Reichsregierung den Entwurf zurückziehen müßte,
um einen neuen vorzulegen. Man wird alſo gut tun, mit einer
Verabſchiedung des Arbeitsſchutzgeſetzes im Herbſt und Winter
noch nicht zu rechnen.
Die Denkſchrift der Reichsbahn.
Berlin, 20. April.
Die Hauptverwaltung der Deutſchen Reichsbahn hat die
Denkſchrift, die die Tariferhöhung begründet, abgeſchloſſen, aber
noch nicht dem Reichskabinett zugeleitet. Es iſt damit zu
rech=
uen, daß dies in den letzten Tagen dieſer Woche, ſpäteſtens am
Anfong nächſter Woche, geſchieht. Die Denkſchrift iſt umfangreich
und faßt alle bisherigen Begründungen noch einmal zuſammen.
Nach dem Inhalt der Denkſchrift zu ſchließen, dürfte kaum die
Hoffnung beſtehen, daß zwecks Vermehrung der Einnahmen aus
der Perſonenbeförderung die Umſtellung auf das
Zweiklaſſen=
ſyſtem ſchneller als bisher gefördert wird. Die Umſtellung dürfte
vielmehr auch noch zunächſt erhebliche Unkoſten bei ungewiſſen
ſpäteren Mehreinnahmen verurſachen.
Reichsverkehrsminiſter Koch wird nunmehr die Tariſwünſche
der Eiſenbahn nachprüfen und wahrſcheinlich auch dem
Reichs=
kabinett Vortrag halten. In ſeiner Hand liegt es, zu entſcheiden,
ob den Wünſchen der Reichsbahn nachgegeben werden ſoll oder
nicht. Im Durchſchnitt ſordert die Reichsbahn eine Erhöhung
der Tarife um 5 Prozent, tvoraus ſie eine Mehreinnahme von
250 Millionen erwartet. Bisher hat ſie aber damit nirgends
Ge=
genliebe gefunden, vielmehr iſt ſie im Reichstag wie bei der
Wirt=
ſchaft auf ſcharfen Widerſpruch geſtoßen. Wir können uns nicht
gut vorſtellen, daß Miniſter Koch der Reichsbahn freie Hand
geben wird, zumal da die Tariferhöhungen im einzelnen ein
ganz verſchiedenes Bild darbieten und dort, wo erhebliche
Mehr=
einnahmen winken, bis zu 10 Prozent hinaufgehen. Schon mit
Rückſicht auf die Geſamtwirtſchaft wwird Herr Koch ſich nicht dazu
entſchließen dürfen, vor dem Kabinett für eine Tariferhöhung
einzutreten, weil dann ſofort die Wirtſchaft verſuchen wird, die
ihr aufgebürdeten Laſten von 250 Millionen von ihren Schultern
abzuwälzen.
Verhaftung eines öſierreichiſchen
Lokomotiv=
führers auf dem Brenner.
Innsbruck, 20. April.
In der Station Brenner wurde der öſterreichiſche
Loko=
motivführer Faſching während eines kurzen Dienſtaufenthaltes
von den Italienern verhaftet und nach Verona übergeführt.
Nach einer Mitteilung des italieniſchen Bahnhofskommandanten
ſoll die Verhaftung erfolgt ſein, weil Faſching angeblich einen
italieniſchen Soldaten zur Deſertion aufgefordert habe. Die
Bahndirektion Innsbruck leitete ſofort eine Unterſuchung ein,
die ergab, daß Faſching vollſtändig unſchuldig iſt und das Opfer
eines italieniſchen Fasciſtenſpitzels wurde. Der Vorfall hat in
Tiroler Eiſenbahnerkreiſen große Empörung hervorgerufen. Die
Tiroler Landesregierung hat ſofort bei der Bundesregierung in
Wien Schritte unternommen, bamit dieſe einſchreite.
Steuerreform.
Von
Miniſterialdirektor a. D. Dr. Meidenbauer.
Wir bringen die nachſtehenden Ausführungen, die
unſer Steuerproblem einmal grundſätzlich aufrollen,
ſehr gern zur Kenntnis unſerer Leſer, ohne die
Auf=
faſſung des Verfaſſers allerdings in allen Punkten
zu teilen.
Die Schriftl.
Es iſt bei uns üblich, daß von links der Vorwurf der „
Rück=
ſtändigkeit” immer dann erhoben wird, wenn von rechts einmal
etwas wirklich Förderliches und Sachgemäßes vorgeſchlagen wird.
Die Parteien, die früher bekanntlich allein den „Fortſchritt”
ver=
traten, empfinden es immer als Rückſchritt, wenn einer kommt
und „Halt!” ruft, weil die Karre ihm allzu raſch in den Abgrund
zu raſen ſcheint. Eine ſolche Kritik als „rückſtändig und von
geradezu rührender Unbekümmertheit” hat auch der
Oberregie=
rungsrat Franz v. Lilienthal wegen ſeines Buches „Steuerreform
als wirtſchaftliche Nothilfe” — Berlin, 1928 (Verlag Otto
Lieb=
mann) erfahren. Er hat es gewagt, ſich für weitgehende
Ein=
ſchränkungen, zum Teil auch Aufhebung der direkten Steuern auf
Einkommen, Lohn, Vermögen, Körperſchaftsgewinn und
Erb=
ſchaft auszuſprechen und ihren Erſatz durch Erhöhung der mit
Rückſicht auf den Export beſonders auszubauenden
Reichsumſatz=
ſteuer gefordert. Er hat ausgezeichnet begründete Vorſchläge für
das Problem des Finanzausgleichs gemacht, das mit den jetzt
noch im Vordergrund ſtehenden direkten Steuern wohl unlösbar
iſt. Lilienthals Erwägungen laufen daher darauf hinaus, den
Bedarf der Gemeinden auf Zuſchläge zur Umſatzſteuer, die
not=
falls als Kleinhandelsſteuer ausgeſtaltet werden könnte, zu
ver=
weiſen. Die Einzelvorſchläge werden im ganzen getragen von
einer beſonders ſcharf herausgearbeiteten Theorie der Ab= und
Ueberwälzung der Steuerlaſten, die zwar von der bei uns
offi=
ziell noch vertretenen Richtung erheblich abweicht, mir aber die
Kenntnis des wirtſchaftlichen Lebens für ſich zu haben ſcheint.
Es iſt jedoch nicht ſo ſehr das eigentlich Steuerliche im
tech=
niſchen Sinne, das das Buch Lilienthals anziehend macht; auch
nicht die auf der Gegenſeite ſtark anſtößige Bemerkung, daß es
aus privatwirtſchaftlichen Anſchauungen erwachſen ſei, ſondern
es iſt die grundſätzliche Ablehnung der geſamten
kapitalfeind=
lichen Einſtellung unſeres Staates als Steuergläubiger, wie ſie
ſich gleich nach dem Zuſammenbruch unter dem Einfluß
wirtſchafts=
gegneriſcher Ideen entwickelt hatte und die trotz mancher
Beſſe=
rungen im einzelnen noch in den Hauptzügen fortbeſteht.
Folgen wir dem Verfaſſer in einigen wenigen Punkten.
Die unſer Steuerſyſtem immer noch beherrſchende Auffaſſung
meint die Lage der kapitalloſen Arbeit dadurch am beſten zu
fördern, daß ſie das Kapital bekämpft, wo und wie ſie kann,
gleichzeitig aber die ſtädtiſchen und induſtriellen Arbeiterſchichten
weiteſtgehend entlaſtet. Darum eine übermäßig hohe
Einkommen=
ſteuer, die aber das dieſer Steuer immer angedichtete Ideal der
Verteilung nach der Leiſtungsfähigkeit nie auch nur annähernd
erreicht. Sie kann es nicht, denn die wirtſchaftlichen und
juriſti=
ſchen Grundbegriffe ſind zu unklar, als daß ſie durch noch ſo gut
arbeitende Behörden und einen noch ſo vielgeſtaltigen Rechtszug
in ihren Grundſätzen klargeſtellt werden könnte. So herrſcht
ge=
rade auf dem Gebiet dieſer Steuer allgemeine Rechtsunſicherheit
und das deutliche Gefühl, daß ſie wie eine Beſtrafung der
Tüch=
tigkeit gegenüber dem Mittelſtande und den zu ihm gehörigen
geiſtigen Arbeitern aller Beruſe wirkt. Nimmt man die ſtarke
Progreſſion hinzu, ſo wird deutlich, daß der heutige
radikal=
demokratiſche Staat in der Tat ſchon hier alles tut, um das
Prinzip der Leiſtungsvergütung, ohne das wirtſchaftliches
Arbei=
ten undenkbar iſt, überall da von Staatswegen aufzuheben, wo
es ſich trotz aller Widrigkeit mit Mühe einmal ans Licht wagt.
Die Körperſchaftsſteuer ſrirkt ähnlich durch die ſchematiſche
Negelung der Abſchreibungen; ein Unternehmen will über die
anerkannten Sätze hinaus abſchreiben. Die Steuerbehörde ſetzt
die Mehrabſchreibungen dem Reingewinn hinzu und belegt ſie
mit einer Sonderſtrafe von 20 Prozent. Andererſeits wird das
Lohnkonto unter dem Druck der organiſierten Maſſen durch
Schiedsſpruch einſeitig feſtgeſetzt. Ergebnis: Beſchäftigung zu hoch
bezahlter Leute an zu hoch zu Buch ſtehenden Maſchinen. Weitere
Folgen: Angriff des Kapitals und der Reſerven, Einſtellung des
Betriebes. Dann Entrüſtung, Schrei nach Sozialiſierung. Das
Körperſchaftsſteuergeſetz geht bewußt darüber hinweg, daß nach
den Grundſätzen der doppelten Buchführung eine ſtarke
Abſchrei=
bung des einen Jahres dem einen der folgenden zugute kommen
muß. Es wird bewußt überſehen, daß freie
Arbeitsmöglichkeit nur da iſt, wo eigenes
Kapi=
tal iſt. Wo fremdes Kapital iſt, beſteht Sklavenarbeit. Wo
wenig oder gar kein Kapital iſt, lauert die Arbeitsloſigkeit.
Die Ausführungen über die Vermögens= und
Erbſchafts=
ſteuer können hier des Raumes wegen auch nicht andeutungsweiſe
wiedergegeben werden. Doch ſei noch Stellung genommen zu der
grundſätzlichen Auffaſſung Lilienthals über die Abwälzung der
Abgaben. Er räumt mit dem Märchen von dem unſozialen Druck
der indirekten Laſten gründlich auf. Schon Bismarck, deſſen
groß=
artige Finanzpläne uns Nachfahren mit Bewunderung und dem
Schmerz darüber erfüllen, daß widerſtrebender Parteigeiſt ſie
nicht reifen ließ, vertrat in immer neuen Wendungen die Lehre,
daß ſich indirekte Laſten „von ſelbſt verteilen, wenn ſie eine Zeit
lang beſtanden haben und ſich waſſergleich in das richtige Nivean
ſetzen” (Rede vom 12. Juni 1882). Nach dem Kriege iſt dieſe
Erſcheinung immer augenfälliger geworden. Kaum ein
gewerb=
liches Unternehmen kann die wahllos aufgebürdeten Laſten ohne
Abwälzung tragen. Die Steuer iſt ein Unkoſtenfaktor des
Indu=
ſtriellen und des Händlers. Noch beſſer freilich wälzt die
Induſtrie=
arbeiterſchaft ihre Steuer weiter. Das Steuerabzug vom Lohn,
die Verſicherungen — wer trägt ſie? Das Unternehmen, dem die
zuſammengeſchloſſene Arbeiter= und Angeſtelltenſchaft Lohn und
Gehalt vorſchreibt! Nur die Geiſtesarbeiter, Beamten, freien
Be=
rufe, höheren kaufmänniſchen Angeſtellten können nicht abwälzen.
Sie tragen nicht nur ihre eigene Einkommens= und
Vermögens=
ſteuer, ſondern auch die Abwälzungen der anderen günſtiger
ge=
ſtellten Volksſchichten. Sie können ſich nicht organiſieren. In der
Seite 2.
Nummer 141
Samstag, den 21. April 1928
Vom Tage.
Der Beginn des Prozeſſes gegen die 22
elſäfſi=
ſchen Autonomiſten, die der Verſchwörung gegen die
Staats=
ſicherheit beſchuldigt werden, iſt endgültig auf den 1. Mai feſtgeſetzt
worden. Die Verhandlungen dürften etwa 14 Tage in Anſpruch
nehmen.
Miniſterpräſident Poincaré wird ſich am 5. Mai
wie=
derum nach Straßburg begeben, um dort die
Generalver=
ſammlung der Geſellſchaft der Freunde der Univerſität Paris, deren
Vorſitzender er iſt, zu präſidieren.
Der franzöſiſche Abgeordnete Doriot iſt, nach
Schluß einer Wahlverſammlung, in der er geſprochei hatte,
ver=
haftet worden.
Eine amtliche Mitteilung beſagt, daß der franzöſiſche
Außenminiſter Briand infolge ſeiner
Grippeerkran=
kung noch immer das Bett hüten müſſe und aus dieſem Grunde am
kommenden Sonntag nicht zu der angeſagten Wahlverſammlung nach
Nantes fahren könne.
Wie aus New York berichtet wird, wurde dort eine neue
Gold=
ſendung von 12 Millionen Dollar, die für die Bank von
Frankreich beſtimmt iſt, an Bord des Dampfers „Pacis”
ver=
laden. Die geſamte Goldausfuhr für die Bank von Frankreich ſeit
Dezember 1927 beläuft ſich nunmehr auf 119 Millionen Dollar.
In Tientſin iſt eine Vereinbarung über eine
ge=
meinſame chineſiſch=britiſche Verwaltung der
bri=
tiſchen Konzeſſionszone getroffen worden, derzufolge
künf=
tig der Gemeinderat aus fünf chineſiſchen und fünf britiſchen
Mit=
gliedern beſtehen werde.
Miniſterpräſident Tanaka hat vom Mikado Vollmacht zur
Auflöſung des japaniſchen Parlaments erhalten.
Im Kronrat erklärte Tanaka, daß die Mißtrauensanträge der
Oppo=
ſition in einem ſolch ernſten Augenblick die Regierung veranlaßten, alle
Verhandlungen mit der Oppoſition über eine Zuſammenarbeit zunächſt
abzubrechen.
eine ſtarke Außenſchuld beſitze, und zwar als Gegenſtück zu der
rieſigen Verſchuldung, die der Krieg für Frankreich und England
zur Folge gehabt habe. Wenn der Dawesplan einmal revidiert
werde, ſo ſei es klar, daß die Hauptgläubiger Deutſchlands ihre
Poſitionen nicht verſchlechtert ſehen möchten. Heute könne
Frank=
reich aus den Daweseinkünften England und Amerika voll
be=
zahlen und es verbleibe ihm ein Ueberſchuß, der nach Erlöſchen
der deutſchen Reparationsſchuld 50 Milliarden Franken betragen
würde. Frankreich werde auf alle Fälle auf dieſen Ueberſchuß
nicht verzichten wollen. In England und noch mehr Italien
beſtehe die Tendenz, die Schulden an Amerika nur im
Verhält=
nis der Daweseinkünfte zu bezahlen. Letzten Endes werde ſomit
die Herabſetzung der Geſamtſchuld von 132 Milliarden, ſeien zwei
wenn Amerika ſich bereit erkläre, ſeine Forderungen an ſeine
früheren Alliierten zu reduzieren. Seydoux behauptet dann, daß
nach der Anſicht verſchiedener Sachverſtändiger des Dawesplanes
Deutſchland bedeutend mehr Bargelder transferieren könne als
bisher. Die Anleihen, die es in den Vereinigten Staaten erhalten
habe, hätten ihm geſtattet, ſich bedeutend zu bereichern. Es ſei
in dieſer Beziehung bezeichnend, daß die letzten Transferierungen
zur Hauptſache aus ausländiſchen Deviſen beſtanden hätten.
Der Krieg in China.
Chineſiſcher Proteſi gegen die militäriſche
Intervention Japans.
Schanghai, 20. April.
Wie gemeldet wird, hat die nationaliſtiſche Regierung bei
dem japaniſchen Generalkonſul wegen Entſendung von
japa=
niſchen Truppen Einſpruch erhoben. Die japaniſche Regierung
begründet in einer amtlichen Erklärung die Entſendung von
Truppen nach China und ſagt dabei, ſie habe, als ſie letztes Jahr
ihre Kräfte aus Schantung zurückzog, der chineſiſchen Regierung
mitgeteilt, daß ſie zum Schutze des Lebens und der Güter ihrer
Staatsangehörigen dieſe Truppen von neuem entſenden würde,
wenn Friede und Ordnung noch einmal bedroht würden. Die
Erklärung betont, daß die gegenwärtige Expedition weder eine
feindliche Maßnahme gegen China, noch eine Einmiſchung
zu=
gunſten einer oder der anderen Partei bedeute.
Habas meldet aus Schanghai, die Abſendung japaniſcher
Truppen nach Tſingtau und nach der Schantung=Provinz habe
in nationaliſtiſchen Kreiſen Erregung hervorgerufen. Man
glaube, daß die Folge davon eine Boykottierung Japans ſein
werde, und daß die Fremdenfeindlichkeit im allgemeinen wieder
aufleben werde. Man betrachtet dieſe Entſendung japaniſcher
Truppen als einen Verſuch Tokios, wieder auf die Bucht von
Kiautſchou Hand zu legen, die Japan während der
Waſhing=
tener Konferenz hat aufgeben müſſen.
Die Friedenspaktkontroverſe.
Frankreichs Gegenſpiel gegen Waſhington.
Am Donnerstag iſt die neue franzöſiſche Note zur
Außer=
geſetzerklärung des Krieges im franzöfiſchen Miniſterrat unter
Vorſitz Poincarés beſprochen worden und alsdann den
diploma=
tiſchen Vertretern Frankreichs in Waſhington, Berlin, London.
Rom und Tokio zur Weitergabe an die entſprechenden
Regie=
rungen übermittelt worden. Faſt ſchien es ſo, als ob ſich die
Angelegenheit noch weiter verzögern würde infolge der — wie es
ſcheint — etwas diplomatiſch verkleiſterten Grippeerkrankung des
franzöſiſchen Außenminiſters, denn ganz offenſichtlich ſteht Herr
Poincaré mit Herrn Briand wieder einmal auf dem bekannten
geſpannten Fuße. Der Miniſterpräſident hat jedoch dann nach
der Miniſterkonferenz Briand perſönlich aufgeſucht, und man hat
ſich bei dieſer Gelegenheit im letzten Augenblick, eben um des
guten Eindrucks willen, entſchloſſen, die franzöſiſche Parallelnote
unverzüglich abzuſenden. Von einem weiteren Begleitbriefe iſt
jedoch Abſtand genommen worden. Vielmehr ſollen die
franzö=
ſiſchen Botſchafter bei Ueberreichung der Note mündlich
erläu=
ternde Erklärungen zu derſelben abgeben.
Im weſentlichen iſt ja der Inhalt der Note bekannt. Sie iſt
ſo angelegt, daß ſie ſich dem Gedankengang der letzten
amerika=
niſchen Note anſchmiegt, ohne die vier franzöſiſchen
Vor=
behalte aufzugeben. Letzten Endes beharrt alſo
Ame=
rika auf dem Standpunkt einer Ausdehnung
des Paktes auf alle Mächte, wie darauf, daß der
Ver=
trag erſt dann in Kraft treten könne, wenn eine gewwiſſe Anzahl
von Staaten ſich zum Beitritt bereit gefunden haben. Das
fran=
zöſiſche Gegenſpiel bemüht ſich jedenfalls, wenn auch in etwas
verſchleierter Form, wie bisher auch weiterhin der
Bedingungs=
loſigkeit auszuweichen, mit der der amerikaniſche Vorſchlag jede
Kriegsentfachung verurteilt. Andererſeits aber wünſcht Pavis
überhaupt nur unter der Vorausſetzung mit im Spiel zu ſein,
ſofern die ſeinem Konzern angehörenden mittel= und
ſüdeuropäi=
ſchen Vaſallen, mit denen es militäriſche Verträge abgeſchloſſen
hat, ebenfalls in den Pakt einbezogen werden. Dieſes Gegenſpiel
gegen Waſhington ergibt ſich aus der Stellungnahme des „
Ma=
tin”, deſſen Außenpolitiker über die Abſichten des Quai d’Orſay
ſtets ausgezeichnet unterrichtet iſt.
Es beſteht ja längſt kein Zweifel mehr darüber, daß die
Wen=
dung, die die Dinge durch die Haltung Kelloggs genommen haben,
zu einer empfindlichen Niederlage Frankreichs geführt haben,
Man hat in Waſhington ſofort den Pferdefuß erhannt, nämlich
die Abſicht, ein Mäntelchen über jene Machtpolitik zu breiten, von
der bisher immer wieder die Abſicht Frankreichs auf lange Sicht
hinaus diktiert wurde; dieſe Politik geht eben fortgeſetzt darauf
aus, für alle Zeiten die Aufrechterhaltung der durch den
Welt=
krieg errungenen Vormachtſtellung auf dem europäiſchen
Konti=
nent, mit dem Hauptziel einer Verewigung der Niederhaltung
Deutſchlands, ſicherzuſtellen. Die urſprüngliche Anregung
Briands, einen ewigen Frieden zwiſchen Paris und Waſhington
vertraglich zu ſanktionieren, war ein wohlüberlegter Schritt im
Sinne jener Abſichten, der glücklicherweiſe durch den
diploma=
tiſchen Scharfſinn Kelloggs zuſchanden geworden iſt.
Die Niederlage der Nordchineſen.
EP. London, 20. April.
Uebereinſtimmende Berichte aus China beſagen, daß die
Süd=
chineſen erhebliche Fortſchritte gemacht haben und die
nordchine=
ſiſchen Truppen ſtarke Rückſchläge erlitten. Die „Chicago
Tri=
bune” meldet, daß die ſüdchineſiſche Armee ſich in der Richrung
nach Norden bewegt, auf die Hauptſtadt der Provinz Schantung,
Tſinanfu. Die nördlichen Streitkräfte ſeien in Unordnung
ge=
raten; ſieben Diviſionen ſeien vollkommen geſchlagen, während
andere Truppenteile ſich den Gegnern ergeben hätten. Die
Ver=
ſuche Sun Tſchuan=ſangs, eine Gegenoffenſive auszuführen,
ſcheiterten an den Erfolgen des Generals Feng. General Sun
Tſchuan=fang ſoll 20 000 Mann verloren haben, während General
Feng die Stadt Tſining beſetzte. Infolgedeſſen ſind die Truppen
des Generals Tſchang Tſchung=tſchang bis nach Yenchohpfu
zurück=
gegangen. Nach Meldungen aus Schanghai beſtätigt ſich die
Nachricht von einem großen Siege der Südchineſen an der
Eiſen=
bahnlinie Tientſin=Nanking. Die Einnahme von Tſinanfu ſteht
unmittelbar bevor. Die Nationaliſten hätten die Parole
ausge=
geben, vor den japaniſchen Truppen in Tſinanfu einzuziehen. In
den wationaliſtiſchen Kreiſen hat die Entſendung japaniſcher
Truppen nach Tſingtau und in die Provinz Schantung große
Erregung hervorgerufen, da man in dieſer Maßnahme einen
Ver=
ſuch ſieht, ſich der Bucht von Kiautſchau zu bemächtigen, die die
Japaner auf der Waſhingtoner Konferenz aufgeben mußten. Man
rechnet mit der Ausrufung des Boykotts gegen Japan.
Demokratie gilt aber der Nichtorganiſierte nichts. Dieſe Zuſtände
bedürfen keines Beweiſes. Unſere Steuergeſetzgebung zertritt den
gebildeten Mittelſtand, weil er ſich nicht wehren kann.
Doch genug: Wir haben wohl bürgerliche Regierungen, aber
wir haben eine ganz kurzſichtige, nur auf Teilung ausgehende
Steuergeſetzgebung. Vielleicht, daß ſie zeitweiſe und in der Not
ſo gemacht werden mußte. Dann aber hätte ſie lange geändert
werden müſſen. Statt Kapitalbildung, Ausfuhr zu fördern,
Mittelſtand und Landwirtſchaft auch auf dem Steuergebiet zu
ſchützen, entlaſtet der Staatsbau ſchließlich die ſtädtiſchen und
induſtriellen Maſſen. Er ſieht darin ſein nächſtes Ziel, weil er
durch die Verfaſſung gezwungen iſt, ſich ganz nahe Ziele zu
ſtecken. Fernziele auch nur aufs Korn zu nehmen, verbietet der
raſche Wechſel der jeweils formell Verantwortlichen. Darum
kuriert der Staat Symptome. Seine jeweiligen Regierungen
er=
leben den Tod des gerade behandelten Patienten
verfaſſungs=
mäßig ja doch nicht. So geht die Ueberfremdung des Reiches
mit geborgtem Auslandsgeld, ſo geht der Verfall der
Landwirt=
ſchaft und des Mittelſtandes ſeinen Weg weiter. Und doch ſind
die Finanzen des Reichs, der Länder und der Kommunen durch
einſeitige Beeinfluſſung der Verteilung des Sozialprodukts nicht
zu halten. Nach den letzten amtlichen Verlautbarungen muß
an=
genommen werden, daß man ſchon jetzt zuviel verteilt hat, und
daß die den Dingen innewohnende Vernunft ſchon ſehr bald die
Umkehr erzwingen wird. Dann wird man gern zu der Arbeit
F. v. Lilienthals greifen und zu der Auffaſſung kommen, daß ſie
nicht ganz ſo „rückſtändig” iſt, wie ſie von der Linken heute noch
hingeſtellt wird.
Ein italieniſch=amerikaniſcher
Schiedsgerichtsvertrag.
Unterzeichnung in Waſhington. / Beiderſeitige
Vorbehalte.
EP. Waſhington, 20. April.
Staatsſekretär Kellogg und der italieniſche Botſchafter de
Martino haben geſtern im Staatsdepartement den
ivalieniſch=
amerikaniſchen Schiedsgerichtsvertrag nach dem Muſter des
fran=
zöſiſch=amerikaniſchen unterzeichnet.
Der geſtern m Waſhington unterzeichnete
Schiedsgerichts=
vertrag zwiſchen Italien und den Vereinigten Staaten erneuert
einen ähnlichen Vertrag, der zwiſchen beiden Ländern bereits
beſtand und 1924 verfallen war. Der heutige Vertrag
hat ewige Dauer, wenn er nicht mit einem Jahre
Voranzeige von einem der
Vertragſchließen=
den gekündigt wird. Im Vergleich zum früheren Vertrag
ſind die folgenden drei Fragen ausgeſchloſſen: Diejenigen
Fragen, die mit den Verpflichtungen gegenüber dem
Völkerbund in Verbindung ſtehen, die die Monroe=
Doktrin berührenden Fragen und diejenigen Fragen, die
dritte Staaten intereſſieren. Zur Vermeidung des
Krieges wird ein beſonderes Verfahren verfolgt, d. h.
Konflikts=
fälle müſſen von den Vertragspartnern einer Schiedskommiſſion
von fünf Mitgliedern unterbreitet werden, die ſich aus zwei
Amerikanern, zwei Italienern und einem Neutralen, die als
Schiedsrichter auftreten, zuſammenſetzt. Die Kommiſſion hat eine
Löſung zu ſuchen, die den Krieg vermeidet und die
Konflikts=
urſache ausſchaltet. — Die Blätter erwarten von dem neuen
Schiedsgerichtsvertrag mit den Vereinigten Staaten eine
Feſti=
gung der Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern.
Gendoux über die Reviſion des Oawesplanes.
EP. Paris, 20. April.
Im „Petit Pariſien” veröffentlicht der frühere
Sachverſtän=
dige im Quai d’Orſay, Jacques Seydoux, einen Artikel über die
Frage der Reviſion des Dawesplanes, der gegen die Reviſion
gerichtet iſt. Seydoux möchte zunächſt feſtgeſtellt wiſſen, daß
Poin=
caré ſich keineswegs mit der Herabſetzung der Geſamtſchuld von
132 Milliarden einverſtanden erklärt habe. Er habe lediglich von
der Mobilmachung der Eiſenbahn= und Induſtrieobligationen
ge=
ſprochen, was eine normale, im Dawesplan ſelbſt vorgeſehene
Operation ſei. Er zweifelt auch, ob es möglich wäre, für eine
Anleihe zu nur 5 Prozent genügend Zeichner zu finden. Die
Ausgabe einer großen Anleihe und die Reviſion des Planes, d. h.
die Herabſetzung der Geſamtſchuld von 132 Milliarden, ſeien zwar
ganz verſchiedene Dinge. Es frage ſich, ob der Augenblick
ge=
kommen ſei, um die Reparationsſchuld zu reduzieren. Zunächſt
müſſe geſagt werden, daß es notwendig ſei, wenn Deutſchland
*Forſchungsergebniſſe
der inneren Medizin.
Wiesbadener Kongreſſe im April 1928. — Stoffwechſel in der
Krebszelle. — Frühſymptome der Lungentuberkuloſe. —
Geſchwulſt der Inſeldrüſe. — Leberdiät.
Die großen Entdeckungen und Fortſchritte auf dem Gebiete
der Heilkunde ſind ebenſowenig wie die auf techniſchem Gebiete
plötzlich und unerwartet aufgetaucht, ſondern ſie ſind in den
meiſten Fällen Ergebniſſe langjähriger und mühſamer Kleinarbeit
tüchtiger und erfahrener Männer, aus denen der eine oder andere
mit genialem Blick eine neue grundlegende Idee entwickelte.
Wiſſenſchaftliche Kongreſſe ſind auch nicht, wie man vielleicht
glau=
ben könnte, dazu da, um bisher unbekannte Ergebniſſe der
For=
ſchung zu veröffentlichen, ſondern ſind Sammelpunkte der
Gelehr=
ten, um die bisherigen Ergebniſſe zu beſprechen und gemeinſam
neue Richtlinien zur Weiterarbeit aufzuſtellen.
Von dieſem Geſichtspunkt aus müſſen wir auch die
wiſſen=
ſchaftlichen Tagungen, die zurzeit in Wiesbaden ſtattfinden,
be=
trachten. Im Mittelpunkt dieſer Tagungen ſteht der 40.
Kon=
greßder Deutſchen Geſellſchaft fürinnere
Medi=
z in vom 16. bis 19. April, dem die Sitzung des Deutſchen
Zentral=
komitees zur Erforſchung und Bekämpfung der Krebskrankheiten
vorausging und an den ſich die Verhandlungen der Deutſchen
pathologiſchen Geſellſchaft anſchließen. Als Hauptreferat des
Kon=
greſſes für innere Medizin ſtanden die modernſten Probleme der
Krebsforſchung, Krebs und Stoffwechſel, zur Diskuſſion,
und die Mitarbeit aller drei Forſchergruppen machen die
Verhand=
lungen ganz beſonders intereſſant. Es iſt bemerkenswert, daß von
Krebserregern ſo gut wie überhaupt nicht mehr die Rede iſt. Man
darf wohl heute ſagen, daß die Theorie von der paraſitären
Krebs=
entſtehung überwunden iſt und daß Bazillen oder ſonſtige
Klein=
lebeweſen bei der Krebsbildung höchſtens als unſpezifiſcher Reiz
mitwirken können. Nach den grundlegenden Unterſuchungen von
Prof. Warburg=Berlin und ſeinen Mitarbeitern beruht das
Weſen der Krebskrankheit auf einer Aenderung im Stoffwechſel
der Zellen. In der Zelle ſpielen ſich zwei wichtige
Stoffwechſel=
vorgänge ab: ein Atmungsvorgang, bei dem Sauerſtoff verbraucht
wird, und ein Gärungsvorgang, bei dem Zucker in Milchſäure
umgewandelt wird. Bei der geſunden Körperzelle ſteht die
Zell=
atmung beherrſchend im Vordergrund der Stoffwechſelvorgänge,
bei der krankhaft wuchernden Krebszelle überwiegt der
Gärungs=
vorgang. Auch in jugendlichen, wachſenden, ſowie embryonalen
Zellen werden ähnliche Vorgänge beobachtet. Die Bösartigkeit der
Krebszelle iſt aber dadurch gekennzeichnet, daß die Zellatmung
durch die Zellgärung erſtickt wird. In ſeinem Referat betonte
Warburg, daß der Stoffwechſel in der Krebszelle der Art nach
nicht anders ſei als in der geſunden Zelle, daß aber in der
Stärke der Gärungsvorgänge ein grundlegender Unterſchied
be=
ſtehe. Die Erforſchung dieſer Stoffwechſelvorgänge war nur
mög=
lich durch ein von dem Amerikaner Carrel und anderen zuerſt
angegebenes und durch die deutſche Aerztin Fräulein Roda
Erd=
mann weiter ausgebautes Verfahren der Gewebezüchtung. Dieſe
Methode geſtattet, lebendes Gewebe, Bindegewebe, Organgewebe
aus dem lebenden Körper herauszunehmen und in einer
beſon=
deren Nährflüſſigkeit weiter zu züchten. Auf dieſe Weiſe gelingt
es auch, Krebsgewebe außerhalb des Körpers lebendig zu erhalten
und das Wachstum direkt zu beobachten. Der Krebsſtoffwechſel
iſt aber nicht nur an dieſen kunſtvollen Präparaten ſtudiert,
ſon=
dern auch am lebenden Tier und am Menſchen nachgeprüft und
beſtätigt worden. Dadurch entfallen die Bedenken, die man
zu=
nächſt gegen die unter künſtlich nachgeahmten Bedingungen
be=
obachteten Lebensvorgänge hatte. Weitere Referate zu dem
glei=
chen Thema erſtatteten Prof. Grafe=Würzburg und Prof.
Sachs=Heidelberg. Der Einfluß des Krebſes auf den
Geſamt=
ſtoffwechſel, die Frage der Krebsauszehrung und die Wirkung
der Ernährung auf die Krebsbildung wurde in zahlreichen
Vor=
trägen maßgebender Kliniker und Krebsforſcher beſprochen.
Fried=
rich Müller=München, Lubarſch=Berlin, Blumental=
Berlin, Vollhard=Frankfurt und andere. Fräulein Roda
Erdmann berichtete über experimental erzeugte Geſchwülſte an
Ratten durch Aenderung der Ernährung. Es wurde u. a.
feſt=
geſtellt, daß einſeitige Vitamin= oder Rohkoſternährung das
Zell=
wachstum begünſtige, damit aber zugleich den Boden, für eine
Krebsbildung bereiten könne. Praktiſche Verfahren zur
Behand=
lung der Krebskrankheit können aus dieſen theoretiſchen
Erkennt=
niſſen nur mit größter Vorſicht gezogen werden und eignen ſich
noch nicht zur Beſprechung in der Oeffentlichkeit. Auch in dieſer
Beziehung will der Kongreß nur Anregungen zu weiterer Arbeit
geben. Als wichtigſtes Geſamtergebnis der Krebsdiskuſſion dürfte
die allgemeine Anerkennung der oben ſkizzierten Warburgſchen
Lehre über den Stoffwechſel in der Krebszelle anzuſehen ſein.
Einen bedeutenden Fortſchritt hat die innere Medizin in
ihrem Forſchungskampf gegen eine andere ſchwere Plage des
Menſchengeſchlechts, die Lungentuberkuloſe, erzielt. Schon
vor einigen Jahren hat der Leipziger Kliniker und Röntgenologe
Prof. Aßmann auf gewiſſe Früherſcheinungen der Tuberkuloſe
in den unterhalb des Schlüſſelbeins gelegenen Partien der
Lun=
gen hingeſieſen. In ſeinem Kongreß=Vortrag berichtet Prof.
Aßmann über ſeine weiteren Unterſuchungen an einer großen
Anzahl von Kranken und ſtellt feſt, daß die Lungentuberkuloſe nur
in einer geringen Anzahl von Fällen in den oberen Lungenſpitzen
beginnt. Meiſt iſt ſchon dorher eine akute Erkrankung in tieferen
Lungenpartien vorangegangen, die kliniſch den Charakter einer
vorübergehenden grippeartigen Krankheit zeigt, aber bisher meiſt
nicht als tuberkulös erkannt wurde. Bei der
Röntgendurchleuch=
tung zeigt ſich aber ſchon auch nach Abklingen der akuten
Erkran=
kung eine charakteriſtiſche Lungenverdichtung. Durch dieſe
Röntgen=
befunde iſt man auf ein häufiges Frühſymptom der Lungentuben
kuloſe aufmerkſam geworden, und es hat ſich bei der weiteren
Beobachtung gezeigt, daß auch bei der erſten akuten Erkrankung
vorübergehend Tuberkelbazillen nachgewieſen werden können. Is
der Ausſprache beſtätigten namhafte Kliniker — d. Romberge
München, Naegeli=Zürich u. a. — die Beobachtungen
Aß=
manns und wieſen darauf hin, daß dadurch die bisherigen
An=
ſchaungen über den Beginn der Lungentuberkuloſe eine bedeut
ſame Erweiterung erfahren haben, und daß man durch Beachtung
des Frühſymptoms und ausgiebige Verwendung der
Röntgen=
unterſuchungen bei gefährdeten und belaſteten Perſonen viel
früher als bisher und unter günſtigeren Ausſichten eine
gründ=
liche Heilbehandlung vornehmen könne. Als Heilverfahren kommt
heute neben der Heilſtättenbehandlung vor allem auch in friſchen
Fällen die Anlegung des Pneumothorax in Anwendung. Der
künſtliche Pneumothorax beſteht in Einblaſung von Luft in den
Bruſtfellraum. Dadurch wird die Lunge nach Bedarf ruhig geſtellt,
und dieſe Ruhigſtellung begünſtigt die Ausheilung des
Krank=
heitsprozeſſes. Die Frühdiagnoſe ermöglicht es dem Arzt, die
Lufteinblaſung zu einem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem der
Prozeß örtlich begrenzt iſt und keine Bruſtfellverwachſungen
be=
ſtehen, die das Eindringen von Luft erſchweren.
Mit einer gewiſſen Spannung erwartete man den Vortrag
eines amerikaniſchen Forſchers, des Prof. Wilder von der
be=
rühmten Maye=Klinik in Rocheſter. Dieſe amerikaniſche
Klinik wird wegen der hervorragenden Leiſtungen auf dem
Ge=
biete der Chirurgie von Kranken aus allen Teilen der Union
auſ=
geſucht. Neben der operativen Tätigkeit wird dort aber auch eine
bedeutende Forſcherarbeit auf allen anderen Gebieten der
Medi=
zin geleiſtet und die ärztliche Arbeitsleiſtung iſt dort in ganz
er=
ſtaunlicher Weiſe durchgeführt. Prof. Wilder berichtete in
aus=
gezeichnetem Deutſch über ein ganz neuartiges, bisher nicht
be=
kanntes Krankheitsbild. Es handelt ſich um eine Krankheit, deren
Symptome ein Gegenſtück zur Zuckerkrankheit bilden. Durch
bös=
artige Wucherungen von Zellen der Langerhansſchen Inſeln in
der Bauchſpeicheldrüſe war bei einem vierzigjährigen Manne eine
Ueberproduktion an Inſulin, dem Sekret der Inſeldrüſe,
entſtan=
den. Die bedrohlichen Krankheitserſcheinungen konnten längere
Zeit durch Einſpritzungen von Traubenzuckerlöſung und
Ernäh=
rung mit Zucker ausgeglichen werden. Nach dem Tode des
Kran=
ken wurde die Wucherung der krebſig entarteten Inſelzellen
nach=
gewieſen. Es iſt hierbei beſonders intereſſant feſtzuſtellen, daß
auch eine bösartig entartete Zelle ihre Funktion beibehalten kann.
Nachdem durch die Beobachtungen der Amerikaner das Krank=
5
Nummer 111
Samstag den 21 April 1928
Geite 3
Am Porabend der franzöſiſchen Wahlen.
Franzöſiſche Wahlſorgen.
Nur die Stichwahlen bringen die Entſcheidung.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 20. April.
Es gibt in Paris nicht weniger als 855 Kandidaten für 50
Wahlbezirke. Das bedeutet: im Durchſchnitt 16 Kandidaten für
jeden Bezirk. Zwiſchen dieſen Kandidaten gibt es mannigfache
Kategorien. Da ſind einmal die Kandidaten der großen Parteien,
zum anderen Kandidaten, die in den Wahlen ein Glücksſpiel
ſehen und die ſchon um des Ruhmes willen, Kandidaten zu ſein,
kandidieren, und endlich gibt es ſolche, die ihre Aufgabe nur
darin ſehen, ſoviel Stimmen wie nur irgend möglich vor dem
Kandidaten einer beſtimmten Partei zu erhaſchen und dann bei
den Stichwahlen den Kandidaten jener Partei zu unterſtützen,
der ſie in Wirklichkeit dienen. Denn letzten Endes geht alles auf
die Stichwahlen hinaus. Bei einer ſo ſtarken Zerſplitterung der
Kräfte kann dies auch nicht anders ſein. In der Provinz ſteht
es nicht viel beſſer, wenn auch die Zahl der Kandidaten nicht ſo
erſchreckend hoch iſt — immerhin gibt es 3740 Kandidaten für 612
Wahlbezirke, was ungefähr ſechs Kandidaten pro Wahlbezirk
be=
deutet —, aber dennoch gilt auch für die Provinz die bittere
Wahrheit: nur die Stichwahlen werden die
Ent=
ſcheidung bringen. Eine vollkommene Konfuſion iſt die
Folge dieſes in den Wahlbeſtimmungen wurzelnden Zuſtandes;
denn die kleinen Kombinationen und Wahlpakteleien bei den
Stichwahlen werden alles entſcheiden, und die großen Richtungen
kommen nicht zum Durchbruch
Die vielbeklagte unpolitiſche Einſtellung ſcheint übrigens nicht
ein Privileg der Wähler zu ſein, die ſelbſt auf die ſchärfſten
Lock=
mittel nicht mehr reagieren und an den bunteſten und grellſten
Plakaten gleichgültig vorübergehen; ſie trifft auch nicht mehr
aus=
ſchließlich auf die Kandidaten der Union mationale zu, ſie umfaßt
immer weitere Kreiſe. Und wenn man gewiſſe Aeußerungen von
außerhalb der Regierung ſtehenden führenden Parteimännern
be=
denkt, ſo fragt man ſich, ob in Frankreich nicht ſehr viel von dem,
was man vor noch nicht ſo langer Zeit „Politik” nannte, veraltet
iſt. Ueberall wünſcht man nur ſachliche Arbeit, und in
vertrau=
lichen Geſprächen kann man ſehr wegwerfende Urteile über
Fra=
gen und Prinzipien hören, die jahrzehntelang den Stoff zu den
heftigſten Debatten im Lande und in der Kammer abgaben und
noch heute die Grunddogmen von großen Parteien ſind . .
Man darf ſich aber auch in dieſem Sinne keinen Täuſchungen
hingeben. Es gibt wohl wenig Länder, wo man ſo empfindlich
alle politiſchen Stimmungen der Welt in ſich aufnimmt wie in
Frankreich, nirgendswo bringen die Wahlen ſo große
Ueber=
raſchungen, und nirgends bleiben die Dinge doch ſo ſehr beim
alten.
Die Wahlausſichten des autonomiſtiſchen
Gedankens im Elſaß
* Straßburg, 20. April. (Priv.=Tel.)
„Wenn jemals ein autonomiſtiſcher Abgeordneter nach Paris
ginge, ſo würde kein franzöſiſcher Deputierter neben einem
ſol=
chen in der Kammer ſitzen wollen.‟ Der franzöſiſche Präfekt von
Lothringen, Manceron, war es, der dieſes Wort ausſprach, und
er fügte hinzu: „Ich halte daran, dies zu ſagen, obſchon es
eigentlich nicht notwendig iſt.” — Die Auffaſſung, die aus
die=
ſen Worten ſpricht, iſt typiſch dafür, wie die franzöſiſchen
Be=
hörden in Elſaß=Lothringen ihre nationale Pflicht ſehen. Denn
mit ſolchen „Feſtſtellungen” hat es natürlich für gewöhnlich nicht
ſein Bewenden, vielmehr ziehen die Behörden in Flſaß=
Lothrin=
gen, wenn ſie gute franzöſiſche Nationaliſten ſind — und nur
ſolche werden in die „befreiten” Provinzen entſandt — aus
die=
ſer Sachlage auch die Schlußfolgerungen und ſuchen auf
Pa=
riſer Geheiß alles das mit jedem Mittel zu unterdrücken, dem
auch nur ein Hauch von Autonomismus anhaftet.
So ſteht denn der Kampf gegen den
autonomiſti=
ſchen Gedanken im Mittelpunkt des Wahlkampfes in
Elſaß=Lothringen. Er bleibt dabei vielfach unausgeſprochen
und hält ſich im Hintergrund des elſäſſiſchen Wahlgeplänkels;
man iſt vorſichtig geworden und übt Zurückhaltung, denn man
weiß alle Daten der im Verlauf des letzten halben Jahres
durch=
geführten franzöſiſchen Bedrückungsmaßnahmen aufzuzählen,
beginnend mit dem Beſchluß des Miniſterrats über das Verbot
der „Volksſtimme” der „Zukunft” und, der „Wahrheit” über die
zahlreichen Verhaftungen, Hausſuchungen und Einkerkerungen,
und bis zum Verbot des „Neuen Elſaß”, des Erſatzblattes für
die ſämtlichen inzwiſchen verbotenen Preſſeorgane der
Heimat=
rechtler. Die eigentliche autonomiſtiſche Bewegung iſt damit
praktiſch lahmgelegt, die autonomiſtiſche Idee an ſich zwar
aus=
geſchaltet, aber genau ſo, wie ſie im Hintergrund einer jeden
Wahlverſammlung ſteht und bei der Aufſtellung eines jeden
Wahlaufrufs die größte Rolle ſpielt, genau ſo ſind nicht nur
ſämtliche Maßnahmen der offiziellen franzöſiſchen Verwaltung
auf die Bekämpfung des Autonomismus eingeſtellt, ſondern
auch die offiziell geduldeten Wahlmachenſchaften der nationalen
franzöſiſchen Parteien allein gegen ihn gerichtet.
Dabei iſt es von ſämtlichen größeren politiſchen Parteien
in Elſaß=Lothringen nur eine einzige, die offen den
autonomiſti=
ſchen Gedanken vertritt. Das ſind die Kommuniſten, die
es ſich nicht haben nehmen laſſen, mit dem Kampfruf für den
Autonomismus in die Wahlen einzutreten. Dieſe
Par=
tet hat mit ihrer Forderung der Volksabſtimmung
geradezu die Wiederaufrollung der elſaß=
loth=
ringiſchen Frage als internationales Problem
in ihr Programm aufgenommen. Die größte elſäſſiſche Partei,
das ehemalige Zentrum, die „Elſäſſiſche Volkspartei”, hat unter
dem Geſichtspunkt der Heimatbewegung inzwiſchen notgedrungen
eine Wandlung durchgemacht. Zu deutſcher Zeit der
Sammel=
punkt aller autonomiſtiſchen und partikulariſtiſchen Tendenzen
im Elſaß, iſt dieſe Partei jetzt „national zuverläſſig” geworden.
Obwohl das offizielle Frankreich im Verlauf des Kampfes gegen
den elſäſſiſchen Autonomismus dieſe klerikale Partei ſtets
ge=
ſchont hat, ergab ſich für ſie doch die Notwendigkeit, ſich eher
als andere Parteien mit den neuen Verhältniſſen abzufinden,
ja, Erklärungen über Erklärungen der Löhalität und treuen
Er=
gebenheit loszulaſſen, wenn ſie nicht in Frankreich „erledigt”
ſein wollte. Dieſe Notwendigkeit ergab ſich um ſo gebieteriſcher,
als die Autonomiſten=Affären notgedrungen auch weit bis in
die Reihen dieſer Partei hinüberſpielten, und als ſie von ihren
Gegnern immer wieder in Paris angeſchwärzt und ihre
natio=
nale Zuverläfſigkeit angezweifelt wurde. Schließlich hatte dieſe
Partei auch noch einen rechten, nationaliſtiſchen Flügel, der
offenſichtlich nach Frankreich tendierte und die „autonomiſtiſche
Gefahr” wütend bekämpfte. — Teils aus wahltaktiſchen, teils
aus nationalpolitiſchen Rückſichten hat ſich die Elſäſſiſche
Volks=
partei im Unterelſaß mit den Demokraten als „Union Nationale‟
verbunden. Das Wahlmanifeſt der beiden Parteien verweiſt
auf die Notwendigkeit, das finanzielle Sanierungswerk zu Ende
zu führen, tritt außenpolitiſch für eine Politik der Verſöhnung
ein, für eine durchgreifende Verwaltungsreform auf dem
Ge=
biete der Innenpolitik, und deutet den autonomiſtiſchen
Gedan=
ken nur in einem Satze an, indem es für einen geſunden Regio=,
nalismus eintritt.
Eine ebenſo elaſtiſche Parteipolitik wie die elſäſſiſche Volks=
Partei hat auch die ſozialiſtiſche Partei im Elſaß bewieſen. Zu
deutſcher Zeit eiferte ſie dem Zentrum in den autonomiſtiſchen
Beſtrebungen nach. Jetzt verſucht ſie dieſes bei jeder
Gelegen=
heit bei den Franzoſen als verdächtig anzuſchwärzen und
ge=
bärdet ſich ſelbſt als Frankreich treu ergeben.
Nach außen hin entſteht damit der Eindruck, daß der
auto=
nomiſtiſche Gedanke, wie erwähnt, programmatiſch nur
von den Kommuniſten vertreten wird. In Wahrheit ſind
natür=
lich die Grundforderungen der Heimatrechtler im ganzen
elſäſſi=
ſchen Volk tief verankert, und aus dem ganzen Volk kommen
ſtarke Antriebe zur Selbſtbehauptung von Volkstum und Sprache.
Man hat es nur in Paris und bei den franzöſiſchen
Provinzial=
behörden durch die unverhüllten Gewaltmaßnahmen ſo zu mahen
verſtanden, daß die meiſten Parteien, um nicht national anrüchig
zu werden, ſich gegenüber dem Autonomismus paſſiv verhalten.
Alle Gegenſätze im Lande wurden geſchickt ausgenutzt, eine
Par=
tei gegen die andere ausgeſpielt, der innere Zwiſt wurde geſchürt
und ſchließlich von Paris aus immer wieder mit ſolcher
Ein=
dringlichkeit die Parole vom vorbehaltloſen Franzoſentum
aus=
gegeben, begleitet durch die mannigfachen
Einſchüchterungsmaß=
nahmen, daß der Kommunismus, ſchließlich offiziell als der
alleinige Vertreter des Heimatrechtsgedanken daſtand. Ja, ſelbſt
die Vertretung dieſes Gedankens durch die Kommuniſten ſcheint
man gefördert zu haben, um auf dieſe Weiſe die Idee ſelbſt zu
diskreditieren.
Es ſteht aber noch keineswegs feſt, ob Frankreich nicht noch
verſchiedene Ueberraſchungen im Elſaß erlebt. Den
Autono=
miſtenprozeß hat man wohlweislich auf einen Termin nach den
Wahlen verlegt. Schon heute aber iſt bekannt, daß die Anklage
völlig zuſammengebrochen iſt. Was man in Poris unter dem
Schlagwort Autonomismus bekämpft, das iſt für die Elſäſſer
eine Zuſammenfaſſung ihrer national= und kulturpolitiſchen
Grundrechte, die ſie nie aufgeben werden, ganz gleich wie die
Wahlen ausfallen werden. Auch das taktiſche Aufrollen der
blau=weiß=roten Fahne ändert nichts an dieſer Tatſache. Das
wiſſen auch die Franzoſen.
Der Sinn des Autonomiſien=Prozeſſes.
* Straßburg, 20. April. (Priv.=Tel.)
Die elſäſſiſche Preſſe nimmt weiter ausführlich zu dem
Ab=
ſchluß der Unterſuchung gegen die elſäſſiſchen Autonomiſten
Stel=
lung. Faſt ausnahmslos wird von den Blättern jetzt nur noch
in ſehr ironiſcher Weiſe von dem „Komplott” der Autonomiſten
geſprochen, nachdem die Anklageſchrift erwieſen hat, daß faſt
alle Beſchuldigungen, die gegen die
Autonomi=
ſten vom Staatsanwalt erhoben wurden, in nichts
zer=
fallen ſind. Der Anklagevertreter, ſo heißt es, werde jetzt kaum
noch ſeine alte Behauptung aufrecht erhalten können, daß die
Verhafteten die Regierung hätten ſtürzen wollen. Die von der
Polizei veröffentlichte angebliche Miniſterliſte des autonomiſtiſchen
Kabinetts hätte ſich als Fälſchung erwieſen; gefälſcht ſei
gleich=
falls der Brief geweſen, worin den Autonomiſten die Abſicht
un=
terſchoben wurde, eine ſizilianiſche Veſper zu veranſtalten. Von
den angeblichen Waffendepots, die in der Anklage gleichfalls eine
große Rolle geſpielt hätten, ſei keine Spur entdeckt worden. Von
einem Komplott könne demnach gar keine Rede mehr ſein. Wenn
zwei oder mehrere Perſonen ſich zuſammenſchlöſſen, um durch
parlamentariſche Mittel ihre Abſichten zu verwirklichen, ſo könne
dann noch nicht von einer Verſchwörung die Rede ſein. Beſitze
denn das Elſaß nicht mehr das Recht, frei Kritik an Mißſtänden
zu üben, weil dies im Ausland einen ſchlechten Eindruck erwecken
könnte? Das ſcheine aber der uneingeſtandene Sinn des ganzen
Prozeſſes zu ſein.
Die polniſch=litauiſche Ausſprache.
Fortſetzung der Königsberger Verhandlungen
in Berlin.
Berlin, 20. April.
Die polniſchen Delegierten zu den litauiſch=polniſchen
Ver=
handlungen, der Leiter der Oſtabteilung im polniſchen
Außen=
miniſterium, Holowko, und der Leiter der Völkerbundsabteilung
im polniſchen Außenminiſterium, Tarnowſki, ſind heute morgen
mit dem Warſchauer Zuge in Berlin eingetroffen. Der dritte
polniſche Delegierte, der Chef des politiſchen Sekretariates im
polniſchen Außenminiſterium, Miniſterialrat Szumlakowſki, iſt
ebenfalls heute mittag aus Rom kommend in Berlin eingetroffen.
Die polniſchen Delegierten ſtatteten einen Beſuch in der litauiſchen
Geſandtſchaft ab, den die litauiſchen Delegierten um 15½ Uhr
im Hotel „Eſplanade” erwiderten. Um 17 Uhr begann die erſte
Sitzung in den Räumen der litauiſchen Geſandtſchaft.
Zaleſki über ſeine Rom=Reiſe.
Paris, 20. April.
Kurz vor ſeiner Abreiſe von Rom nach Warſchau äußerte
ſich Zaleſki über die Angriffe verſchiedener Blätter im
Zuſammen=
hang mit ſeiner Romreiſe. Er erklärte, daß die aufrichtige und
ernſtliche Freundſchaft zwiſchen den Ländern durch ſeine
Ver=
handlungen mit Muſſolini nicht gelitten hätten. Polen wiſſe die
franzöſiſche Freundſchaft zu ſchätzen und habe ſchon oft
Gelegen=
heit zu gemeinſamem Vorgehen mit Frankreich gehabt. Polen
wie Frankreich ſeien an der Auftechterhaltung der gegenwärtigen
Grenzen intereſſiert. Zaleſki hält eine ſolche Außenpolitik für
die nächſten 25 Jahre für die einzig richtige. Seine Romreiſe
hätte nur den Zweck gehabt, durch ſeine perſönliche
Fühlung=
nahme die Beziehungen zwiſchen Italien und Polen noch
freund=
ſchaftlicher zu geſtalten. Er ſei betroffen geweſen über die
Be=
fürchtungen verſchiedener franzöſiſcher Blätter, die ſie über ſeine
Romreiſe zum Ausdruck gebracht hätten.
heitsbild einmal bekannt geworden iſt, dürften ähnliche Fälle, die
bisher nicht geklärt werden konnten, eine neue Beurteilung
er=
fahren. Prof. Snapper=Amſterdam konnte in der Diskuſſion
über einen ähnlichen Fall berichten. Die weiteren Vorträge über
Inſulin, an denen auch der Entdecker eines künſtlich hergeſtellten
neuen Heilmittels gegen die Zuckerkrankheit, Synthalin, Prof.
Frank=Breslau teilnahm, bezogen ſich auf die
Verwendungs=
möglichkeiten dieſer neuen Heilmittel.
Das große Aufſehen, das die Entdeckung zweier Amerikaner,
Maynard und Murphy, hervorgerufen hat, kam in dem Referat
Seyderhelm=Frankfurt über Leberdiät bei bösartiger
Blutarmut (perniziöſer Anämie) zum Ausdruck. Referent ſtellte
feſt, daß die perniziöſe Blutarmut vermutlich durch ein bisher
un=
bekanntes Gift hervorgerufen wird, das das blutbildende
Knochen=
mark ſchädigt und zur Bildung minderwertiger, bald zerfallender
roter Blutkörperchen führt. Durch Ernährung mit Leber wird
dieſe Giftwirkung ausgeglichen und das Blut erlangt, ſolange
dieſe Leberdiät eingehalten wird, normale Zuſammenſetzung.
Zu=
gleich verſchwinden die lebensbedrohenden
Krankheitserſcheinun=
gen. In der Ausſprache beſtätigten die bedeutender Kliniker die
bisher unerreichten Heilerfolge mit Leberdiät. Rückhaltlos wurde
anerkannt, daß aber das Weſen des Heilvorgangs noch nicht
ge=
klärt ſei. Schilling=Berlin und Roſental=Berlin gaben
wichtige Unterſuchungen bekannt, die geeignet ſind, die biologiſche
Wirkung der Leber bei der Blutbildung in einem neuen Licht
erſcheinen zu laſſen. Außerdem wurden eine Reihe von
Leber=
extrakten bekannt gegeben, die gut wirken und die den Erſatz der
vielen Patienten unangenemen Lebernahrung durch beſſer
ſchmeckende Präparate in kleinen Doſen ermöglichen.
Der Kongreß war außerordentlich gut beſucht und hat gezeigt,
daß wiederum auf vielen Gebieten der Heilkunde erhebliche
Fort=
ſchritte erzielt ſind und manche aufgenommene Beobachtungen und
Heilverfahren allgemeine Anerkennung gefunden haben.
Dr. Georg Kaufmann.
*Die Münnerſtädter „Kilianslegende‟
in München.
In der Aelteren Pinakothek ſind zurzeit, drei Flügeltafeln
vom ehemaligen Hochaltar in Münnerſtädt ausgeſtellt, die vor
kurzem durch Prof. H. Braune=Breslau als Frühwerke des
M. Grünewald veröffentlicht wurden. Die Bilder erfuhren eine
durchgreifende Reinigung im Reſtaurierungsatelier und kommen
nächſtens zur großen Dürerausſtellung nach Nürnberg. Hiermit
iſt den Kunſthiſtorikern erwünſchte Gelegenheit geboten, die
Be=
hauptungen H. Braunes, eines Gelehrten von Ruf und bekannt
durch die Entdeckung von M. Grünewalds „Verſpottung Chriſti”
in der Münchener Univerſität, ernſthaft nachzuprüfen. In einem
80. Geburtstag des großen Pſhchologen Stumpf.
Geheimrat Prof. Dr. Carl Stumpf
begeht am 21. April das Feſt ſeines 80. Geburtstages. Er wurde
1870 Dozent in Göttingen, 1873 ordentlicher Profeſſor in
Würz=
burg, 1879 in Prag, 1884 in Halle, 1889 in München und lehrte
von 1894 bis 1921 in Berlin. Seine 1883 erſchienene
Tonpſycho=
logie, ſeine erkenntnistheoretiſchen Werke und ſeine 1919
ver=
öffentlichten Spinoza=Studien ſichern ihm einen unvergänglichen
Platz in der deutſchen Geiſteswiſſenſchaft.
längeren Aufſatz der „M. N. N.” wies Dr. E. Büchner,
Konſer=
vator der Bayeriſchen Staatsgalerien, an Hand von archivaliſchen
und ſtilkritiſchen Unterſuchungen überzeugend nach, daß die
frühere Zuweiſung des Altars an den großen Nürnberger
Bild=
ſchnitzer Veit Stoß zu Recht beſteht. Abgeſehen von der uns
im Münnerſtädter Kirchenarchiv, überkommenen Quittungsnote
des Künſtlers, herrſcht zwiſchen den Bildtafeln und den Stoßſchen
Kupferſtichen engſte Verwandtſchaft. — Das Hauptſtück des
Altars, das Gottesgericht mit ſeiner derb=realiſtiſchen Darſtellung,
wie die Mörder des heiligen Kilian ſich ſelbſt zerfleiſchen, iſt ein
wichtiges Dokument ſpätgotiſcher Malerei, hat aber gleich den
übrigen Tafeln, anſcheinend unter der Einwirkung des Sonnen=
A. G.
lichtes, in der Farbengebung gelitten.
*Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Freitag, den 20. April 1928.
Letztes Gaſtſpiel Konrad Dreher mit Enſemble.
Der alte Feinſchmecker.
Ein Münchener Schwank in vier Aufzügen von Ludwig Thoma.
„Der alte Feinſchmecker” iſt ein echter Thoma. Ein Schwank
von köſtlichem Humor, der, obſohl mit ſatiriſchem Einſchlag, nie
und niemand verletzt, der aber ganz ausgezeichnete Typen= und
Milieuſchilderungen gibt. So meiſterhaft, wie nur Thoma es
fertig gebracht hat. Ein echter Thoma und ein ebenſo echter
charakteriſtiſcher Münchener Schwank. Freilich, die FFr Preiß’n
kommen ſchlecht weg dabei, wie das bei Thoma und bei allen
echten Münchnern üblich iſt, aber auch das iſt mit köſtlichem
Humor gewürzt. —
Der alte Feinſchmecker iſt der 50jährige verwitwete Privatier,
ehemalige Schweinemetzger Kiermeier, dem ein „Spezi” das
Töchterchen ſeines Freundes, eine kleine bildhübſche Berlinerin,
in Penſion gibt. Sie iſt ſo entzückend, daß der alte Feinſchmecker
ſeinen Preußenhaß vergißt und bald Feuer und Flamme iſt. Er
glaubt ſich auch wiedergeliebt, und aus all dem ergibt ſich wieder
köſtliche Situations= und Verwechſlungskomik. Aus dem tränen=
und kopfwehgewürzten Liebesſchmerz tröſtet die erwachende
Sehn=
ſucht nach Leber=Nockerln den alten Feinſchmecker in die
Wirk=
lichkeit zurück.
Der Blaſius Kiermeier, ſein Freund, Xaver Feſtl, und des
erſteren Schweſter und Hauskreuz gehören zu den köſtlichſten
Typenzeichnungen, die Thoma ſchuf. Sie fanden in Konrad
Dreher, Joſef Berger und Franziska Liebing
wunder=
volle Verkörperung. Was dieſe drei Rollen an naivem,
urwüch=
ſigem Humor im Text entbalten, wurde durch das Spiel nicht
nur reſtlos erſchöpft, ſondern erhielt noch Lichter aufgeſetzt durch
Maske und Eigengabe, daß ein gar koſtbarer Humor herauskam,
der nicht zu übertreffen iſt. Die übrigen Darſteller, von denen
noch Marie Brand als Köchin Lieſi, Elfriede Ferra als
ent=
zückendes Julchen Poppendieck, Hermann Neſſelträger als
gut charakteriſierter Berliner, der ſich von jeder Uebertreibung
fernhielt, und Albert Martens als Rochus Hingerl zu nennen
ſind, fügten ſich in ſtraffem Zuſammenſpiel dem Enſemble ſehr
gut ein. — Franz Loskarns Negie ſorgte ſicher führend für
flottes Spiel. Von biederber Natürlichkeit war beſonders die
fidele Schlußſzene des dritten Aktes mit feuchter
Maßkrugverbrü=
derung in einem idylliſchen Münchener Gartenlokal.
Das faſt austerkaufte Haus bereitete den Gäſten mehr als
herzliche Sympathiekundgebungen. — Konrad Dreher darf
wieder=
kommen.
**
Seite 4
Samstag, den 21. April 1928
Nummer 141
Schluß der allgemeinen Etat=Oebatte
im Heſſiſchen Landtag.
Beginn der Einzelberatung.
Präſident Delp eröffnet um 10 Uhr 15 Mi. die Sitzung.
Nach Beantwortung zweier Kleiner Anfragen ſetzt das Haus die
Generalausſprache über den heſſiſchen Staatsvoranſchlag fort.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) vertritt den Standpunkt, daß das
heſſiſche Parlauent ſehr wohl berechtigt ſei, ſich über Fragen der
Außen=
politik zu unterhalten angeſichts der wenige Kilometer vor Darmſtadt
verlaufenden franzöſiſchen Beſatzungsgrenze. Er ſpricht die Hoffnung
aus, daß die Erwartungen der Linken bezüglich der Räumung des
be=
ſetzten Gebietes ſich erfüllen möchten. Ueber die Erzbergerſche
Finanz=
reform ſei man vielfach auch in Zentrums= und demokratiſchen Kreiſen
geteilter Meinung. Die Zentraliſierung der Finanzpolitik habe
keines=
wegs verbilligend gewirkt. Daß der endgülrige Finanzausgleich und
die Neuregelung des Steuerverteilungsſchlüſſels noch nicht erfolgt ſei,
ſei dem häufigen Wechſel im Reichsfinanzminiſterium zuzuſchreiben,
Redner vertritt bezüglich der Hefrag dieſelbe Anſicht, wie ſie geſtern der
Abg. Kindt geäußert hat. Wenn die Forderung auf Demokratiſierung
der Verwaltung ſich durchſetzen ſollte, wären der Korruption Tür und
Tor geöffnet. Redner verſucht ſodann, die Haltung ſeiner Partei im
Reichstag und in der Reichsregierung zu rechtfertigen. Zum Schluß
kommt Redner auch auf die heſſiſche Regierungsbildung zu ſprechen,
wobei er die bereits bekannte Auffaſſung ſeiner Partei vertritt.
Redner beklagt ſich darüber, daß das „Darmſtädte: Tagblatt”
Infor=
mationen gehabt habe, die er ſelbſt offenbar nicht hatte.
Finanzminiſter Kirnberger gibt die Erklärung ab, daß die
Gerüchte, der Hefrag=Vertrag mit Frankfurt ſei anſtatt vor dem Gericht
bei einem Notar abgeſchloſſen worden, was mehr als 22 000 Mark Koſten
verurſacht habe, nicht ſtimmten. Der Vertrag ſei vor einem in Heſſen
nicht unbekannten Frankfurter Notar abgeſchloſſen worden, was
keines=
wegs höhere Koſten verurſacht habe, als wenn man den Vertrag vor
dem Gericht abgeſchloſſen hätte.
Abg. Eberle (Dem.) ſetzt ſich mit den Angriffen der
Deutſch=
nationalen auseinander, wobei er feſtſtellt, daß es doch auffallend ſei,
daß man heute die Tätigkei, des früheren Finanzminiſters Henrich doch
immerhin anerkenne, während mit früher immer von Mißwirtſchaft
und von Bettelgängen nach Berlin geſprohen habe. Man könne nicht
einfach, wie es vielfach geſchehen ſei, die Defizite der Länder
mitein=
ander vergleichen, da man dafüir eben nicht den für alle paſſenden
Maß=
ſtab habe. Dieſe Betrachtungsweiſe gebe ein ganz falſches Bild.
Red=
ner bezweifelt, ob die von dem Landbund auf die neugebildete
Bauern=
partei geſetzten Hoffnungen bei den kommenden Reichstagswahlen in
Erfüllung gehen
Abg. Prof. Axt (V.R.P.) vertritt die Auffaſſung, daß die
Auf=
blähung des Verwaltungsapparates noch eine Folgeerſcheinung der
In=
flatuonszeiten ſei, zum mindeſten aber dadurch begunſtigt wurde. Heſſen
hätte die Vereinfachung des Staatsweſens etappenweiſe vornehmen
ſollen und bereits vor dem Eingreifen des Reichsſparkommiſſars
ener=
giſchere Sparmaßnahmen ergreifen müſſen. Der übermäßig hobe
Zins=
fuß ſei letzten Endes das Grundübel der Notlage der Landwirtſchaft.
Den beſten Weg, die Kaufkraft zu ſtärken und die Wirtſchaft zu beleben,
erblickt Redner in einer gerechten Aufwertung. Ueber die in Heſſen
mögliche und anzuſtrebende Aufwertung habe bereits in der geſtrigen
Sitzung Präſident Beſt berichtet. Die Forderungen der
Volfsrechts=
partei ſeien in Anträgen niedergelegt.
Die Generaldebatte iſt damit beendet. Nach einer Reihe perſönlicher
Bemerkungen wird über die Vorbemerkungen zum Etat in erſter Leſung
abgeſtimmt. Das Haus beſchließt gemäß den Ausſchußanträgen.
Zu dem Kapitel „Forſt= und Kameralgüter” ſprechen die
Abgeord=
neten Angermeier (Komm.), Spärh (Zentr.), Anthes (Soz.)
und Glaſer (Lbd.).
Herr Landesforſtmeiſter Heſſe nimmt zu den Anregungen und
Wünſchen der genannten Abgeordneten Stellung. Er ſtellt feſt, daß
Heſſen das einzige Land iſt, das eine ſtaatliche Verſorgung ſeiner
Forſt=
arbeiter kenne. Er kündigt eine reichsgeſetzliche Regelung der
Hinter=
bliebenenfürſorge an. Die Arbeitszeit könne wicht wie auf anderen
Gebieten für die Forſtarbeiter ſchematiſch geregelt werden. Daher
beſtünde auch eine beſondere Lohnverrechnung. Die für den Wegebau
aufgowandten Mittel ſtellten eine gute Kapitalanlage dar. Die freudig
begrüßten Mehreinnahmen von Holz ſeien eine Folge der guten
Kon=
funktur und der Raſſenholzverwertung. An eine Aufgabe der
Regie=
jagden ſei nicht gedacht und könne wicht gedacht werden.
Die Abſtimmung über das Kapitel „Forſt= und Kameralgüter” wird
ausgeſetzt. Schluß der Sitzung gegen 2 Uhr. Nächſte Sitzung
Diens=
tag, den 24. April, vormittags 10 Uhr.
Schulſireit in Braunſchweig.
Berlin, 20. April.
Am 6. Januar 1928 wurde der Erlaß des früheren
braun=
ſchweigiſchen Miniſters Marquardt, der den Charakter der
braunſchweigiſchen Schulen als evangeliſch=lutheriſche
Be=
kenntnisſchule wieder hergeſtellt hatte (vom 19. September 1925),
von Miniſter Sievers, dem Vertreter der jetzigen ſozialiſtiſchen
Regierung, wieder aufgehoben. Er betonte, daß die
braun=
ſchweigiſchen Schulen keine Bekenntnisſchulen ſeien, vielmehr
den Charakter von Gemeinſchaftsſchulen trügen. Im Januar
traten darauf der Elternbund und das Konſiſtorium mit der
Bitte an den Reichsminiſter des Innern heran, einzuſchreiten.
Nach eingehender Prüfung der ganzen Sachlage hat, wie die
Blätter berichten, der Reichsminiſter des Innern den
Stand=
punkt eingenommen, daß die Schulen in Braunſchweig nach dem
Braunſchweiger Landesgeſetz evangeliſch=lutheriſche Schulen
ſeien, und daß nach Artikel 174 der Reichsverfaſſung dieſer
Cha=
rakter der Volksſchulen vor Erlaß eines Reichsſchulgeſetzes nicht
abgeändert werden dürfe. Der Reichsminiſter des Innern
ver=
tritt die Auffaſſung, daß der Erlaß vom 6. Januar 1928 im
Widerſpruch mit Artikel 174 der Reichsverfaſſung ſtehe. Er hält
die Anrufung des Reichsgerichts für erforderlich, um die
Klä=
rung dieſer Frage herbeizuführen. Dem braunſchweigiſchen
Miniſterium iſt mitgeteilt worden, daß der Reichsminiſter des
Innern die Eutſcheidung des Reichsgerichts anrufen werde, falls
die Regierung in Braunſchweig nicht bis zum 1. Mai bereits
eine Erklärung abgeben ſellte, daß ſie einen Ausgleich der
gegen=
ſätzlichen Auffaſſung für möglich hält.
Vermutlich wird dem Reichsminiſter von der Linken dieſes
Vorgehen im Wahlkampf ſtark angekreidet werden. Es ſcheint
uns aber, daß der Reichsminiſter gar nicht anders handeln
konnte, nachdem der Streit einmal vor ihn gebracht worden
war. Durch die Beſtimmungen der Verfaſſung, daß Reichsrecht
Landesrecht bricht, war er gezwungen, an das Reichsgericht zu
gehen, falls die braunſchweigiſche Regierung ſich nicht zu einer
Nachprüfung ihrer Entſcheidung entſchließen konnte.
Miniſter Krohne Kandidat der OVP.
* Berlin, 20. April. (Priv.=Tel.)
Die Deutſche Volkspartei hat auf den dritten Platz ihrer
Liſte in Pommern nach den Kandidaten Dr. Mittelmann und
Frau Dr. Matz den früheren Reichsverkehrsminiſter geſetzt, der
bekanntlich im Januar vorigen Jahres von ſeinem Amt
zurück=
treten mußte, um einem Deutſchnationalen Platz zu machen. Die
Volkspartei hat bei den letzten Wahlen in Pommern gerade einen
Kandidaten durchbekommen und brauchte noch einen Zuſchuß
an Stimmen aus Mecklenburg, um 60 000 Stimmen zu erreichen.
Sie hat aber inzwiſchen ihre Organiſationen ausgebaut und
rechnet mit einem größeren Stimmengewinn. Da Frau Dr. Matz
an führender Stelle der Reichsliſte als Vertreterin der Frauen
ſteht, liegt es keineswegs außerhalb des Bereiches der
Möglich=
keit, daß Dr. Krohne gewählt wird. Sein Eintritt in den
Reichs=
tag wäre gerade wegen ſeiner beſonderen Fachkenntniſſe auf dem
Gebiete des Verkehrsweſens ein Gewinn.
wohnt Darmſtadt,
Sprechſt. tägl. 8-12, Mont.
u. Donn. a. 3—6 Uhr.
Urin bringen
5745a)
Heilmagnetopath
Eliſabeth Fiſcher
Hornberger
Paul Wagner
Waldſtraße 49
Verlobte
Darmſtadt
Heinheimerſtr. 20 Beſſungerſtr. 41
Bſſe
Ihre heute nachmittag 3½ Uhr in der
Stadt-
kapelle stattfindende Trauung beehren sich
anzuzeigen
Elma Grauer
Wilhelm Ritserk
Darmstadt
Kiesstr. 67
(10794)
Neuwied a. Rh.
Kastellstr. 25
Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Mittag 12 Uhr
meinen lieben, guten Mann, unſeren Schwager und Onkel
Heiin erutg Aachſter
Eiſenbahn=Oberinſpektor i. R., Rechnungsrat
nach kurzem, ſchweren Krankſein, im Alter von nahezu 77 Jahren,
zu ſich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer:
Babette Nüchter, geb. Dieter.
Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 86, Paſſau, den 19. April 1928.
Die Feuerbeſtattung findet Montag, den 23. April, nachmittags
3 Uhr, auf dem Waldfrie hof ſtatt.
( 10778
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme beim Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter ſagen wir
unſern herzlichen Dank. Ganz beſonders danken
wir auch Herrn Pfarrer Beringer für ſeine
tröſtenden Worte beim Beerdigungsgottesdienſt
und dem Geſangverein „Tiederkranz”, für
ſeinen erhebenden Geſang.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fritz Hauck.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir
hiermit die tie ſchmerzliche Mittei ung, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben. guten Mann,
unſeren treuſorgenden Vater, Schwiegervater und
Groß=
vater, Bruder, Schwager und Onkel
Heiet Soh Arn
Landwirt und Gaſtwirt
nach ganz kurzem Krankenlager heute Nacht 3 Uhr im
Alter von 52 Jahren zu ſich zu rufen.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Peter Höhl XVl. Wwe.
Philipp Höhl IV. und Familie
Ernſt Lindner und Frau.
Griesheim, den 20. April 1928.
(7052
Am 19. April 1928 verſchied nach kurzer
Krankheit
Frau Bertha Pfeffer
die in größter Pflichttreue nahezu 45 Jahre
in meinem Haushalte tätig war.
Ich bewahre ihr herzliche Dankbarkeit
auch über das Grab hinaus.
Baronin Ooris Hehl.
Darmſtadt, den 20. April 1928.
Heilshof.
Die Beſtattung auf dem Waldfriedhof findet am Montag,
den 23. April, nachmittags 3½ Uhr ſtatt. (*10905
Die Beerdigung findet Sonniag Nachmittag 3 Uhr
vom Trauerhauſe, Ofungſtädterſtr. 53 aus ſtatt.
Schaafheim, den 20. April 1928.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Anteilnahme an dem uns ſo ſchwer
be=
troffenen Verluſte unſerer lieben Tochter
und Schweſter
Martha
ſowie für die reichen Blumen= und
Kranzſpenden ſagen wir auf dieſem
Wege Allen herzlichen Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Kleeberger für
die troſtreichen Worte am Grabe, ſowie
den Herren Aerzten und Schweſtern des
Städt. Krankenhauſes für ihre
liebe=
volle Pfilege.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Götz.
Darmſiadt, den 21. April 1928.
Nieder=Ramſtädterſtr. 20.
Herzliche Bitte.
Für eine gebildete, ſchwerkranke Witwe
nit 4 unmündigen Kindern biite ich
warm=
herzige Men chen um gütige Unterſtützung zur
Pflege und Schaffung einer Exiſienz.
Berlin N. W. 6, Philippsſtr. 5, I.
7071)
Pflug, Vormund
Todes=Anzeige.
Am Donnerstag nachmittag verſchied nach
kurzem, ſchwerem Leiden meine liebe Frau, unſere
gute Mutter, unſere liebe Tochter, Schweſter,
Schwägerin und Schwiegertochter
Frad Malte Meit
geb. Drach
im Alter von 27 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hans Melk und Kinder
Karl Drach und Familie.
Darmſtadt, den 19. April 1928.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 21. April,
nachmittags 4 Uhr, auf dem alten Friedhof an der
(7067
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme beim
Heim=
gange unſerer teueren (
Ent=
ſchlafenen, ſowie für die
zahl=
reichen Kranzſpenden ſagen wir
unſeren aufrichtigen Dank. Ganz
beſonderen Dank Herrn Pfarrer
Marx für ſeine troſtreichen
Worte am Grabe.
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Georg Schäfer
Wagenaufſeher i. W.
Blumenthalſtr. 34. (*10774
Dr. B. Dorr-Asa
Kinderärztin
nimmtam MMontag den 23. April,
ihre ärztl. Tätigkeit wieder auf.
Sprechstunde:
Rheinstraße 7
Montag bis Freitag von 3—4½ Uhr.
Telefon 3448
(*10810
BESEITIGUNG
1OMARR.GARANTIE.
EACN WEBER
FRANKFURTm.
ANDNEG G GRRTENHAD
TEl C9801 18 465 6e
* 10599d=
Ab beute!
Künstl Zähne von 3 Mark an
auch auf Tei zahlung
Frau Josegh, Dentistin
9. Joseph, Bentist
Darkt 4, am Pischhaus Fertig
Alle
Arten Flechten
ſowie andere Leiden
heilt Natur= und
Kräuterheilk.
Dies=
bezügl. Aufrag unt.
J 135 Geſchſt. (*10851
RhhthmiſcheShmnaſti
für Damen u. Herren erteilt bei mäß, Honorar
Wally Martin
Darmſtadt
(10822)
Hügelſtr. 37
Warne jeden
meiner Frau etwas zu borgen,
da ich für nichts aufkomme. (*104
Guſtav Fiſcher, Mollerſtr. 2
Emaille=Lack alle Farben empf. Drog. Secher
Nachf. Ludwigshöhſtraße 1.
(B 5085
Für Kräuter-Kuren
alle erforderlie
Tees bei Brogen
uisenslr. 4 -Ferur.62 Liebig
V.658.
Sterbekaſſen=Verein
„Ruhe‟
48. Hauptverſammlung
Samstag, den 28. April 1928, abds.
8 Uhr, in der Stadt Koburg, Waldſtr. 2.
Die geprüfte Rechnung liegt bei dem
Rechner bis 26. April zur Einſicht der
Mitglieder offen. Die verehrl.
Mit=
glieder werden dringend gebeten,
zahl=
reich zu erſcheinen.
(210775
Der Vorſtand.
Bibliſcher Vortrag
von Prediger N. Rudnitzky
im Verſammlungsſaale der Gemeinde gläubig getaufter
Chriſten (Baptiſten) Mauerſtraße 17.
Sonntag vormitt. 10 Uhr und nachm. 4 Uhr:
„Auferſtehungsgewißheit und der
Herrlichkeitsleib der Auferſtandenen”
Jedermann, ſauch jüdiſche Mitbürger) freundlichſt
eingeladen.
(* 10783
Wer krumm mit Hühneraugen
geht,
Muß „Lebewohlek sich
kaufen,
Nur wer gesund auf Füßen steht,
Kann immer aufrecht laufen!
Gemeint ist natürlich das berühmte, von vie en Aerzten
empfohlene Hühneraugen -Lebewohl mit druckmilderndem
Filzring für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die
Eußsohle Blechdose (8 Pflaster) 75 Pfg., Lebewohl-Fußbad
gegen empfindl che Füße und Fußschweiß. Schachtel (2 Bäder)
50 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben!
Gg Liebig & Co., Dogerie, Luisenstr. 4, Palais-Drogerie
Paul Pohl, Ecke Saalbau- un /Elisabethenstr., Fr. Schaefer,
Ludwigsplatz 7, Engel-Drog. H. Schaub, Karlstr. 18, Gebr:
(1I. Dr. 3844
Vierheller, Drogerie, Schustergasse 14.
Nummer 111
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 21. April.
— Ernannt wurde: Am 14. April: die Kanzleigehilfin Emma Caſt
zu Offenbach a. M. zur Kanzliſtin, mit Wirkung vom 16. April 1928.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Am 1. Mai 1928 tritt der Förſter
Philipp Wade 1. zu Nieder=Roden auf Grund des 8 1 des Geſetzes
über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzwv. 19.
Dezem=
ber 1923 in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung
des Perſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung des heſſiſchen
Per=
ſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925 in den Ruheſtand.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehreu an
der Volksſchule in Alsheim, Kreis Worms; Dienſtwohnung iſt
vor=
handen und frei.
— Jubiläum. Heute ſind 25 Jahre verfloſſen, daß Herr
Oberſtadt=
ſekretär Ludwig Merkel, zurzeit am Städtiſchen Wohlfahrtsamt
tätig, in den Dienſt der Stadt eingetreten iſt. Herr Merkel beſitzt nicht
nur das Vertrauen ſeiner Behörde, ſondern iſt auh in weiten Kreiſen
der Bevölkerung wegen ſeines Entgegenkommens und ſeiner
Hilfsbereit=
ſchaft geſchätzt und beliebt.
Im Schloßmuſeum finden Führungen täglich vorm. 11 und 11½
Uhr, nachm. 3½ und 4 Uhr ſtatt. Samstag geſchloſſen.
— Heſſiſches Landestheater. In der heutigen „Candida”=
Auf=
führung, die im Großen Haus ſtattfindet, ſpielt Hans Schalla
vom Stadttheater in Altona als Gaſt auf Anſtellung den Marchbanks
In der „Schinderhannes”=Aufführung am Dienstag, den
21. April, gaſtiert als Bückler Walter Kuliſch, der neulich bereits mit
beſonderem Erfolg dieſe Rolle geſpielt hat.
Die Aufführung von „Cavalleria ruſticana” und „
Ba=
jazzo” in der heute Richard Dresdner vom Stadttheater in
Kre=
feld gaſtiert, beginnt um 15 Uhr.
Die Bühnenbilder zu Strindbergs „Traumſpiel”, das Ende
nächſter Woche im Großen Haus zum erſten Male geſpielt wird,
ſtam=
men von Lothar Schenck von Trapp.
Morgen Sonntag wird im Kleinen Haus das Märchen „Humſti=
Vumſti” wiederholt. Die Aufführung beginnt um 14 Uhr 30.
Die letzte Vorführung des erfolgreichen Films „Die Jungfern
reiſeder Cap Arcona” morgen Sonntag beginnt um 11 Uhr.
Mittwoch, den 25. April, wird zum letzten Male in dieſer
Spiel=
zeit Aubers „Stumme von Portici” gegeben.
— Manda von Kreibig hat für ihren am Montag, den B. April,
abends 8 Uhr, im Kleinen Haus ſtattfindenden letzten Tanzabend ein
auserleſenes künſtleviſches Progranmn zuſammengeſtellt. Den Beginn
machen vier Tänze heiteren Charakters, die bereits bei dem letzten
Abend der Künſtlerin vom Pnblikum mit großer Begeiſterung
auf=
genommen wurden. Es folgt als ganz neue Darbietung ein
Illuſions=
tanz nach Ideen von Profeſſor Oscar Schlammer (Bauhaus Deſſau),
ein Tanz (Fandango) nach Manuel de Falla, zwei Stücke aus der
Puvazetiiſuite von Caſella und als Abſchluß ein Epilog. Die Tänze
werden von den Herren Hans A. Hayn und Karl Dictrich am Flüigel
begleitet.
Darmſtädter Hütte. Wie wvir erfahren, ſind die
Schneeverhält=
niſſe im Gebiet der Darmſtädter Hütte für Ski und Rodel ausgezeichnet.
Die Schneedecke beträgt zirka 70 Zentimeter. Sonntagskarte iſt bis
Achern erhältlich.
— Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. Am Samstag abend (21. April)
um 8 Uhr wird das Hornquartett Pfarrer Kalbhenns und ſeiner
vier Söhne in der Johanneskirche der Gemeinde eine
Feier=
ſtunde bereiten. Oſter= und Pfingſtweiſen werden in Bachſchen Sätzen
erklingen. Dazwiſchen werden verbindende Bibel= oder Liederworte
geſprochen werden. Die Geſangbücher ſind mitzubringen. Jedermann
iſt herzlich zu dieſer Feier eingeladen. Programme ſind am Eingang
für 20 Pfg. zu haben. Am Schluß der Feier werden an die
Konfir=
manden des Nordbezirks die Konfirmandenſcheine ausgeteilt werden.
— Markusgemeinde. Unſer Gemeindeverein veranſtaltet Montag,
den 23. Abril, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, wieder
einen Vortragsabend. Pfarrer Vogel wird ſprechen über „Unerhörte
Gebete” und damit ein beſonders ſchwieriges Gebiet aus der Welt
des Gebets behandeln. Es wird gebeten, Geſangöücher mitzubringen.
An dieſen religiöſen Vortragsabenden ſollen die Zuhörer zugleich mit
weniger bekannten aber wertvollen Liedern des Gefangbuches vertraut
gemacht werden.
— Der diesjährige Muttertag findet im ganzen Deutſchen Reiche
am 13. Mai ſtatt. Für Darmſtadt iſt eine Verlegung auf 10. Juni in
Ausſicht genommen. Eine Kommiſſion aus prominenten
Perſönlich=
keiten wird am kommenden Diensrag zuſammentreten. An dem
Mutter=
tag werden ſich alle Vereine und Korporationen beteiligen.
— Mozart=Verein. In dem Konzert am 25. April ſingt die
„Japaniſche Nachtigall” Hatſue Yuaſa aus Tokio in deutſcher
Sprache Mozart und Reger; um aber auch einen Einblick zu bieten
in das Lied ihrer Heimat, wird ſie Lieder von Koſaku Yamada
und Hindemar Konoge in ihrer Mutterſprache zum Vortrag
bringen. Die aſiatiſche Künſtlerin wird begleitet von dem Pianiſten
Walther Karl Meißner aus Berlin. Stimmen aus aller
Welt vereinigen ſich in dem Lob hoher Künſtlerſchaft dieſer jungen
Sängerin. „Sie iſt mit ihrer lieben Stimme ein Stückchen
Kirſchblüten=
feſt, und bei der Eroberung des deutſchen Liedes iſt ihr ein voller Sieg
ſicher.” Zu dieſen Darbietungen geſellt ſich ein Chorprogramm, von
Kapellmeiſter Rehbock vorbereitet, unserſtützt durch die Mitwirkung
der Sängerin Helene Kühling, des Drummquartetts, eines
Hörner=Trios und des Pianiſten F. Fiſcher, ſo daß der Mozart=Verein
mit einem vielverſpreihenden Konzert ſein 84. Vereinsjahr beſchließen
kann. — Karten für Mitglieder bei O. Titze, Eliſabethenſtr.
Kunſtverein. Die derzeitige Ausſtellung der Freien Vereinigung
der Graphiker zu Berlin in der Kunſthalle am Rheintor erfreut ſich)
lebhaften Intereſſes. Nachzutragen wäre noch, daß auch Prof. Maz
Liebermann mit 5 handſignierten Blättern vertreten iſt. Von den
ausgeſtellten Arbeiten ſind für die Weihnachtsverloſung des
Kunſtver=
eins die folgenden in je einem Exemplau erworben worden: E.
Con=
ſentius: Eisbären, E. Fähndrich; Alter Rocke, G. Auguſtin
Rothenburg, Prof. E. Orlik: Friedrich Kraus, Prof. Schmoll
von Eiſenwerth: Litauerin, und E. Halleur: Schneeballen.
Von der letztgenanuten Künſtlerin ſind außerdem 4 farbige Handdrucke
in Privatbeſitz übergegangen. Da gerade eben die Möglichkeit gegeben
iſt, zu verhältnismäßig kleinen Preiſen gute Arbeiten zu erwerben,
kann der Beſuch der Schan nur empfohlen werde
Darmſtüdter Juriſtiſche Geſellfchaft. An 10. Vortragsabend,
Freitag, den 27. April 1928, abe
Uht, im Saale des Hotels
„Trauße” ſpricht Herr Regierungsrat Dr. Kreßs vom hieſigen
Miniſte=
rium des Innern über „Verkehrsrecht, Verkehrswirtſchaft und Verkehrs
politik”
Das Aſta=Nielfen=Gaſtſpiel abſoldiert heutte Sat
g im Orpheum
ſeine dritt= und letzte Aufführung von Alexander Dumas Schauſpiel
in 5 Aufzügen „Die Kameliendam=
Haſtſpiel, das in
künſtleri=
ſcher Beziehung einen großen Erfolg darſrellt, wurde von ſeiten des
Publikums und der Preſſe mit einmütigem und beaihtenswertem
Enthu=
ſiasmus aufgenommen. Eine weitere Verlängerung oder Wiederholung
iſt nicht möglich, es empfiehlt ſich daher, die heutige letzte
Auf=
führung nicht zu verſänmen. Kartenverkauf wie vekannt. (Siehe
Anzeige.
— Schiedsſpruch für die kaufmänniſchen und techniſchen Anſtellten.
Vom Zentralverband der Angeſtellten wird mitgeteilt: Nachdem die
Verhandlungen über den Neuabſehluß des Manteltarifs ſowie des
Ge=
haltsabkommens ergebnislos verlaufen ſind, hatten die beteiligten
An=
geſtelltenorganiſationen den Schlichtungsausſchuß angerufen. Die
Vei=
handlungen fanden geſtern mir folgendem Ergebnis ſtatt: Für die
An=
geſtellten der unteren Gruppen 8 und für die oberen Gruppen 7
Pr=
zent. Erklärungsfrift bis kommenden Mittwoch.
— Zur Warnung. In der letzten Zeit mehren ſich die Fälle, daß
Fuhrwerke zum Be= und Entladen, entgegen der Polizeiverordnung
vom 25. März 1913 und Nachtragsverordnung vom 26. Januar 1920 auf
den Fußſteigen aufgeſtellt werden. Insbeſondere nehmen ſich u. a.
Fuhr=
leute das Recht, in Straßen, in denen die Straßenbahn verkehrt, ihre
Fuhrwerke auf die Fußſteige zu ſtellen, um möglichſt bequem und
un=
geſtört das Auf= bziv. Abladen von Frachrgütern vornehmen zu können.
Es werden hierdurch nicht nur die Fußſteige beſchädigt, ſondern die
Fußgänger werden dadurch auch vielfach auf die Fahrbahn gedrängt
und ſomit den Gefahren des geſamten vollenden Straßenverkehrs aus=
/geſetzt. Desgleichen wird immer wieder von anderen Perſonen in
der Benützung ihrer Handwagen, gegen die vorgenannte Verordnung
verſtoßen, indem ſie ebenfalls die Fußſteige zum bequemeren Faüren
benutzen. Die Polizeibeamten ſind angewieſen, auf die widerrechtliche
Benutzung der Fußſteige beſonders zu achten und gegen
Zuwiderhan=
delnde Anzeige zu erbeben.
Samstag, den 21. April 1928
Zu Ehren Juſtus von Liebigs.
Darmſtadt iſt eine Stadt der Erinnerungsſtätten. Aus den
vergangenen Jahrhunderten bis in unſere Tage — überall ſtoßen
wir auf Zeichen, daß da und da ein großer Mann, eine
bedeu=
tende Frau lebte und arbeitete, die zu Darmſtadt in irgend einer
näheren Beziehung ſtand, von dieſer Stadt einer vornehmen
Lebenskultur irgendwie beeindruckt wurde.
Und ſo iſt man nun in dieſem Jahre mit Eifer und Energie
daran gegangen, Darmſtadts größtem Sohne, dem Chemiker
Fuſtus von Liebig, eine Erinnerungsſtätte zu weihen, wie
ſie ſchöner nicht gedacht werden kann. Sein Geburtshaus in der
Großen Kaplaneigaſſe wurde nach langen Jahren eines
unwür=
digen Bauzuſtandes wiederhergeſtellt und wird am 7. Juli in
einer ſchlichten Feier ſeiner Beſtimmung übergeben werden,
Schlicht und einfach wie der Mann war, ſo ſoll auch die Feier der
Uebergabe ſein. Zwar wird die Verſammlung, die zu Ehren des
großen Toten anweſend iſt, weltumſpannend ſein. Haben doch
faſt alle Kulturſtaaten der Erde, bzw. deren führende
Fachvereini=
gungen, ihr. lebhaftes Intcreſſe an dieſer Feierlichkeit bezeigt.
Verbunden iſt dieſer Akt mit einer Liebig=Wöhler=Feier in der
Otto=Berndt=Halle.
Darmſtadt wird an dieſen Tagen Mittelpunkt eines
Welt=
intereſſes ſein. Es ehrt ſich ſelbſt, indem es ſeinem Juſtus von
Liebig, dem treuen Sohn ſeiner Vaterſtadt, eine
Erinnerungs=
ſtätte errichtet.
Der Menſch in geſunden und franken Tagen.
Zur Eröffnung der Ausſtellung am Samstag vormittag 11 Uhr.
Eigentlich ſollte uns nichis näher liegen, als unſer eigener
Kör=
per. Niht nur, weil Krankheiten, die ihn befallen, außerordentlich
ſtörend, oft ſchmerzhaft und gefährlich ſind, weil ſie uns wirtſchaftlich
ſchaden, nein, auch weil unſer Körper an ſich ja die Grundlage
unſeres ganzen Daſeins iſt, und weil wir im Tiefſten
ver=
pflichtet ſind, dieſen Körper nicht nur kräftig zu erhalten, ſondern ihn
in ſeiner Leiſtungsfähigkeit möglichſt noch zu ſteigern.
Merkwürdigerweiſe aber diſſen nur ſehr wenige Menſchen über
ſich ſelbſt, d. h. über ihren Körper, Beſcheid, und ſo kommt es auch,
daß nur ſehr wenige Menſchen Sinn für Pflege und
Ent=
wicklung dieſes Körpers haben. An dieſer Unkenntnis
ſchei=
tern auch ſehr viele ſozialhygieniſchen Maßnahmen und Beſtrebungen,
ſcheitert vieles in der öffentlichen Geſundheitspflege.
Deshalb hat die Ausſtellung „Der Menſch in geſunden
und kranken Tagen”, die hier vom 21. April bis 6. Mai
ſtatt=
findet, es ſich zur Aufgabe gemacht, die Menſchen zunächſt einmal über
den Körper in geſunden Tagen zu unterruhten. Erſt wenn alle die
normale Tätigkeit und den nornalen Bau des Menſchenkörpers
be=
griffen haben, können ſie Krankheitsvorgänge in ihm verſtehen und mit
Erfolg und Ueberlegung ſolchen Krankheitszuſtänden vorbeugen
reſpef=
tive bekämpfen.
Das Beſondere der Ausſtellung beſteht niht darin, daß nicht tote
Buchweisheit gebracht wird, ſondern daß der Körper anſchaulich,
in voller Tätigkeit und Bewegung vorgeführt wird. Im
Spiel geradezu lernt der Beſucher alles, was für ihn wiſſenswert und
wichtig iſt
Außerdem ſind die dargeſtellten Dinge zum Teil von hohem
Schön=
heitswert. Wir erinnern nur an den durchſi tigen Menſchen, jene
Sammlung ſpundervoller, durchſcheinende Präparate. Mit immer
neuer Begeiſterung ſtrömen allerorten die Menſchen m „Den Menſchen”,
und nachdom ſie den geſunden Menſchen ſchätzen und lieben gelernt
haben, ſtudieren ſie mit Eifer die Feinde der Geſundheit, und
anſchlie=
ßend die Mittel und Wege, geſund zu bleiben oder wieder zu werden.
Es iſt wohl ſelbſwverſtändlich, daß auch in dieſen Abteilungen von der
bewährter Unterühtsmethode nicht abgegangen wird, daß alles in
lebendiger, anſchaulicher Weiſe dargeboten wird. Doch
das wird ia der Beſucher ſelbft ſehen und braucht hier nicht näher
er=
örtert zu werden. Es iſt nur zu wünſchen, daß möglichſt jeder ſich
Ausſtelluny „Der Meuſch in geſunden und kranken Tagen” anſieht.
bei Ludwig Saeng
Mldases Kirenstrasse 20, nte=
Heſſiſches Rotes Kreuz. Zur Ausſtellung „Der Menſch” die
in der Zeit vom 21. April bis 6. Mai d. J. in dem Ausſtellungsgebäude
der Künſtlerkolonie ſtattfindet, können unſere Mitglieder (ſowohl des
Heſſ. Landesvereins vom Roten Kreuz als auch des Alice=Frauen=
Vereins) auf den Geſchäftsſtellen Paradeplatz 4 und Dieburger Straf
Eintrittskarten zum ermäßigten Preiſe von 30 Pfg. beziehen.
— Der Mittelrheiniſche Architekten= und Ingenieur=Verein
ſchäftſtelle Liebigſtraße 25, Telephon 4277) macht die Heſſiſche
Fach=
genoſſenſchaft auf zwei äußerſt lohnende Studienfahrten aufmerkſam.
1. Studienreiſenach Holland und England. Die Deutſche
Gartenſtadt=Geſellſchaft, Berlin W. 35, Flottwellſtr. 2 (Telephon Lützow
6923), veranſtaltet in der Zeit vom 30. Mai bis etwa 10. Juni eine
Studienreiſe nach Holland, England und Belgien. Die Koſten betragen
bis Antwerpen 400,— RM., einſchl. 2. Kl. Eiſenbahn, 1. Kl. Schiff,
Autofahrten, Hotels, Verpflegung und Trinkgelder, aber ausſchließlich
der Getränke. Die Teilnahme von Damen iſt erwünſcht. Baldige
An=
meldung erbeten. Bei der Aumeldung ſind 50,— RM. auf das
Poſt=
ſcheckkonto Berlin 29 182 einzuzahlen. — 2. Ingenieur= und
Tech=
nikerfahrt durch Oeſterreich. Das Deutſche Verkehrsbüro
in Wien, I. Burgring 1, veranſtaltet am 27. Auguſt 1928 gemeinſam
mit der Deutſch=Oeſterreichiſchen Reiſe=Vereinigung „Nord=Süid”, in
Graz, Radetzkyſtraße z eine Ingenieur= und Technikerfahrt nach
Oeſterreich von 14= bzw. 18 rägiger Dauer, bei welcher die wichtigſten
öſterreichiſchen Induſtriewerke, die neueſten Waſſerkraft= und
Elektrizi=
tätsanlagen unter fachmänniſcher Führung beſichtigt und die ſchönſten
Punkte Oeſterreichs beſucht werden. 1. Route: Linz, Wien, Graz,
Leoben, Klagenfurt, Villach, Bad=Gaſtein, Salzbuug. — 2. Route
außer=
dem Innsbruck, Bregenz. Die Reiſekoſten (Fahrtkoſten, Unterkunft,
Verpflegung einſchl. Trinkgeld, Rundfahrten uſw.) betragen, Route 1:
(14 tägig) Endpunkt Salzburg Mk. 250,—; Route 2: (18 tägig) Endpunkt
Bregenz Mk. 330,—. Anfragen und Anmeldungen ſind zu richten an:
Deutſches Verkehrsbüro, Wien I, Burgring 1. Die Reiſerouten können
auch auf dem Verkehrsbüro in Darmſtadt, Ernſt=Ludwigs=Platz,
ei=
geſehen werden.
— Gemeinverſtändliche Darſtellung des Kriegsſchädenſchlußgeſetzes.
Eine vom Bund der Auslandsdeutſchen herausgegebene
gemeinderſtänd=
liche Darſtellung des Kriegsſchädenſchlußgeſetzes, welihe die erſte
Aus=
führungsbeſtimmung des Präſidenten des Reichsentſchädigungsamtes
zum Kriegsſchädenſchlußgeſetz mit enthalten wird und in einem Anhang
den Wortlaut des Geſetzes und der Härtefondsrüchtlinien widergibt,
ſoll dem Aufklärungsbedürfnis der Geſchädigten Rechnung tragen. Die
Schrift, welche etwa 72 Seiten umfaßt, kann von dem Bund der
Aus=
landsdeutſchen, Berlin C 2, Kloſterſtraße 75, bezogen werden. Auch
etwaige Anfragen Geſchädigter wegen ihrer Vertretung durch die
Rechts=
ſchutzabteilung des Bundes ſind an die gleiche Stelle zu vichten.
Polizeiberſcht. Warnung vor einem Betrüger. In
verſchiedenen Städten tritt zurzeir ein Betrüger mit Erfolg auf, der ſich
als Kriminalbe mter ausgibt und bei ſeinen Opfern ein
Familienmrit=
ied eines Gelddiebſtahls bezichtigt. Eu nimmt dann ſofort eine
Durch=
ſuihung nach Geld vor. Das vorgefundene Geld beſchlagnahmt er und
verſchſuinder damit. Als Legitimation bedient er ſich eines Ausweiſes,
den er abe= bei Verlangen niecht aus der Hand gißt. Nach den
Ermit=
telungen handelt es ſich um den aus dem Krankenhaus in Elberfeld
entwichenen Unterſuchungsgefangenen Emil Hilpert, geboren am 2.
De=
zember 1891 zu Weida. Hilpert iſt 1,72 Meter groß, hat dunkle Haare,
hehe Stirn, braune Augen, dunkle Augenbrauen, geradlinige Naſe,
ge=
ſunde Zähne und friſche Geſicltsfarbe. Es wird um ſofortige
fern=
mnündliche Benachrichtigung der Kriminal=Abteilung gebeten, wenn
Hil=
bſtähle. In einem Hauſe in
pert auch hier auftreten ſollte.
der Waldſtraße wurde in ein Manſardenzimmer eingebrochen und außer
verſchiedenen Damenkleidern ein vergoldete. Damenarmbanduhr
ſtohlen. Im Schlachthof wurde ein Herrenfahrrad, Marke „Miele”,
ent=
wendet. — Tödlicher Treppenabſturz. Geſtern ahend ſtürzte
in dem Hauſe Obergaſſe 36 ein 51jähriger lediger Transportarbeiter
beim Nachhauſegehen rüchwärts die nach ſeinem Zimmen" führende
Treppe herab. Durch den Srurz erlitt er derart ſchwere Verletzungen.
daß er alscald verſtarb. — Lehensmüde. In ſelbſtmörderiſcher
Abſichr ſprang geſtern nachmittag ein 17jähriges Mädchen am ſudbiche
Ufer in den Woog. Durch einen vorübergehenden Spaziergänger wurde
das Mädchen wieder aus dem Waſſer gezogen.
Seite 5
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, den 22. April, 19 Uhr, Ende 22 Uhr.
Sonntagsfremden=
miete weiß (13), grün (9). „Egmont”, Schauſpiel von
Goethe. Preiſe: 1.20 bis 12 M.
Montag, den 23. April: Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 24. April, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. A 17.
„Schinderhannes”, Schauſpiel von Zuckmeyer.
Preiſe: 1 bis 10 M.
Mittwoch, den 25. April, 19½ Uhr, Ende gegen 21½ Uhr. B 18.
„Die Stumme von Portici” Oper von Auber.
Preiſe: 1 bis 10 M.
Donnerstag, den 26. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. D 18. „
Dia=
mileh” Oper von Bizet. Hierauf: „Barabau” Ballett
von Rieti. Hierauf: „Gianni Schicchi”, Oper von
Puccini. Preiſe: 1 bis 10 M.
Freitag, den 27. April: Keine Vorſtellung.
Samstag, den 28. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. I. 17. Zum
erſten Male: Ein Traumſpiel von Strindberg.
Preiſe: 1 bis 10 M.
Sonntag, den 29. April, 19 Uhr, Ende 22½ Uhr.
Sonntags=
fremdenmiete weiß (14). „Die Zauberflöte‟, Oper
von Mozart. Preiſe: 0.70 bis 7 M.
Kleines Haus.
Sonntag, den 22. April, 11 Uhr: Film „Die
Jungfern=
reiſeder Cap Arcona”, Preiſe: 0.80 bis 2 M.
14½ Uhr: Das Märchen „Humſti=Bumſtit. Preiſe:
0.40 bis 2 M.
19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete TV (10). „Der
Barbier von Sevilla”, Oper von Roſſini. Preiſe:
1.50 bis 7.50 M.
Montag, den 23. April, 20 Uhr: Tanzabend Manda von
Kreibig. Preiſe: 1, 2 und 3 M.
Dienstag, den 24. April: Keine Vorſtellung.
Mittwoch, den 25. April: Keine Vorſtellung.
Donnerstag, den 26. April, 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. G 15
(Darmſt. Volksbühne), Gruppe I und II. „Candida”,
Schauſpiel von Shaw. Preiſe: 1 bis 5 M.
Freitag, den 27. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. „Der
Bar=
bier von Sevilla”, Komiſche Oper von Roſſini.
Preiſe: 1.20 bis 6 M.
Samstag, den 28. April, 20 Uhr: Letzter
Kammermuſik=
abend des Drumm=Quartetts. Preiſe: 1, 2 und
3 Mark.
Sonntag, den 29. April, 14½ Uhr, Ende 16½ Uhr: Das Märchen
„Humſti=Bumſti”. Preiſe: 0.40 bis 2 M.
20 Uhr, Ende 22 Uhr. G 15 (Darmſt. Volksbühne), Gruppe
II und IV. „Das Spiel von Liebe und Tod”,
Schaufpiel von Rolland. Preiſe: 1 bis 5 M.
— Die Morgenfeier der Volkshochſchule am Sonntag, den 22. April,
beginnt um 11½ Uhr im Feſtſaal des Realgymnaſiums, Kirchſtraße 22.
Die Vortragskünſtlerin Frau Meerwarth=Sebold wird
Ge=
dichte verſchiedener Literatur=Epochen zum Vortrag bringen, und die
beſtens bekannte Konzertſängenin Frau Horn=Stoll wird unter
anderem Lieder des Darmſtädter Komponiſten „Arnold Mendelsſohm
— Am Montag, den 23. April, beginnt unſer neuer
Arbeits=
brin
abſchnitt. Neben anderen Kurſen wird die Vorleſung über „Baukunſt
und Stilarten”, die Verſtändnis vermitteln ſoll für die Schönheiten der
verſchiedenen Bauperioden, durch die Kunſthiſtovikerin Frl. M.
Frö=
lich fortgeſetzt. Es werden behandelt die Gotik in Frankreich und
Deutſchland (mit Lichtbildern). Ammeldungen umgehend an die
Ge=
ſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17.
— Schazfenſterdekoration. Es wird uns geſchrieben: Durch
beſon=
deres Rundſchreiben ging den Darmſtädter Geſchäftsleuten geſtern die
Mitteilung zu, daß am Sonntag, den 6. Mai d. J., der Blumentag des
Heſſiſchen Fechtvereins „Waiſenſchutz” verbunden mit großer
rdekoration” in Darmſtadt ſtattfindet. Der
„Schau
Veranſtaltung iſt für Unterſtützung Darmſtädter Halb=
Reinerlö=
waiſenkinde: beſtimmt. Wir bitten nochmals auf dieſem Wege
ſämt=
liche Ladanbeſitzer, der guten Sache näher zu treten, damit der
Erfolg ein guter iſt. In den Städten Mainz und Offenbach war der
Erfolg ein glänzender. Sollte ein Geſchäftsinhaber mit Rundſchreiben
rergeſſen worden ſein, ſo iſt unſer Mitglied Herr Koch
Zigarren=
geſchäft, Markt 3, gerna bereit, Auskunft zu erteilen. Weitere
Mittei=
lungen über den Blumentag erfolgen durih Anzeigen in dieſer Zeitung.
Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe Darmſtadt. Die
Jahresverſammlung findet Dienstag, den 24. April, nachmittags 4 Uhr,
im Gemeindeſaal der Pauluskirche ſtatt. Sie bringt außer Jahres= und
Kaſſenbericht einen Vortrag von Frau Käthe Deinhard: „Caroline von
Heſſen, die große Landgräfin”, ein Lebens= und Charakterbild. Der
Name der Rednerin und das Thema des Vortrags verſprochen eine
genußreiche Stunde. Gäſte ſind willkommen. Tee und Gebäch in der
Teepaufe (50 Pr
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritif.
Bibliſcher Vortrag. Herr Prediger N. Rudnitzky, in
vielen chriſtlichen Kreiſen durch ſeine tiefe Schriftauslegung und den
Vortrag über ſeine Paläſtinareiſe bekannt, ſpricht am Sonntag, den
22. April, im Verſammlungsſaale Mauerſtraße 17 über „
Auferſtehungs=
gewißheit und der Herrlichkeitsleib der Auferſtandenen”. (Näheres ſiehe
Anzeige.)
Sängerluſt 1849. Unſer Konzert am 29. April,
nachmit=
tags 4 Uhr, in der Otto=Berndt=Halle (Alexanderſtraße 22) dürfte die
Oeffentlichkeit beſonders intereſſieren. Neben den Uraufführungen von
Hermann Heiß enthält die Vortragsfolge außer Chören von Knörzer,
Schubert und Hegar Chöre von Ludwig Thuille und Armin Knab als
Erſtaufführungen. Armin Knab, der in Rothenburg o. d. Tauber lebt,
iſt ein Reformator der Chormuſik, der den polyphonen Stil in
origi=
neller Weiſe anwendet. Sein Chor Geſellenliebe”, ein Jugendwerk,
wandelt noch in den hergebrachten Bahnen; dagegen wendet er in dem
Chor „Die ſtille Stadt” ſeine originelle Methode an, die ſich aus ſeinem
Schaffen und Streben herauskriſtalliſiert hat. In einem dreiſtimmigen
Chorſatz führt er jede Stimme linear melodiſch durch, ſo daß nur
Zu=
fallsharmonien entſtehen. Es iſt ein Kabinettſtückchen von tiefgehender
Wirkung. Wir bringen hier zum erſtenmal Chöre des anerkannten
Meiſters zur Aufführung.
Deutſhorden Kommende Darmſtadt. Am
Mon=
tag, den 23. Aprik 1928, abends 8 Uhr 15 Min., Meiſterſchaftskapitel im
Reſtaurant Sitte Ka=lſtraße 15. Die Meiſter werden gebeten, zu diefem
Kaditel pünktlich; zu erſcheinen.
Tageskalender für Samstag, den 21. April 1928.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 15 Uhr, Ende
Uhr, Samstagsfremdenmiete: „Fidelio” — Anfang 194 Uhr,
Ende 22½ Uhr, HI 11: „Nathan der Weiſe” — Kleines Haus, Anfang
20 Uhr: Letzter Kammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts
Orpheum abends 20 Uhr: Gaſtſpiel Aſta Nielſen, „Die
Kamelien=
dame‟. — Konzerte: Schloßtaffee, Kaffee Rheingold, Hotel
Schmitz, Taunusburg, Weinhaus Maxim, Darmſtädter Hof,
Franrfur=
ter Hof, Bismarckeck, Kaffee Haſſia, Waldſchlößchen, Stadt Nürnberg,
Kaffee Egenrieder, Reichshof. — Ausſtellung Der Menſch”
von 11—21 Uhr, auf der Mathildenhöhe. — Kinovorſtelungen:
Helia, Union=Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Die Entwöhnung Ihres Kindes macht selbst in
heißen Monaten keine Schwierigkeit, wenn Sie ihm
eine leichtverdauliche, seinem Magen zuträgliche
Kost geben, nämlich
A
A Ge
K IMDERMEHL
Seite 6
Samstag, den 21. Aprll 4928
Nummer 144
Heift Jugendherbergen ſchaffen!
Der Wandertvieb iſt wieder in ſtarkem Maße evwacht und erfüllt die
geſamte deutſche Jugend. Die ſozialen Verhältwiſſe in der Großſtadt, die
Induſtrialiſierung und Mechaniſierung der Wirtſchaft fordern für den
arbeitenden Menſchen mehr denn fe einen Ausgleich. Je vielgeſtaltiger
und umfaſſender wir dieſen Ausgleich ſchaffen, um ſo eher werden wir
den Menſchen heraus aus der entnervenden Großſtadt zum Jungbrunen
Natur bringen. Es iſt eine bekannte Tatſache, daß das Wandern den
Menſchen anregt und vertieft und geſundheitlich fördernd und erzieheriſch
auf ihn wirkt.
Hier mitzuhelfen iſt Aufgabe aller. Die gewaltige Entwicklung des
Herbergswerkes zeigt die Notwendigkeit der Schaffung von guten
Jugend=
herbergen.
Was kaunft du aber für das Jugendherbergswerk tun?
Zur Mitarbeit am Herbergswerk iſt jeder willkommen. Viel
Klein=
arbeit iſt nötig, ehe eine Jugendherberge entſteht. Die Mitgliedſchaft im
Verbande für Deutſche Jugendherbeugen fördert unſere Beſtpebungen.
Die Jugendheubergen ſtehen allen Jungwanderern jeden
Standes ohne Frage nach religiöſem oder politiſchem Bebenntnis bis zu
20 Jahren offen, ſoweit ſie im Beſitz des Bleibenausweiſes ſind, der nur
50 Pfg. für das Jahr koſtet. Bei Jugendgruppen, die unter
ver=
antwörtlicher Führung wandern, bedarf der Führer nur des
Führeraus=
weiſes, der für eine Jahresgebühr von 25 Pfg. durch die dem Verband
für Deutſche Jugendherbergen angeſchloſſenen Vereine ausgeſtellt wird.
Die Uebernachtungsgebühr beträgt fe nach Anſpruch 2—50 Pfg. Aber
auch der Wanderer über 20 Jahre iſt in den Jugendherbergen
willkom=
men, wenn er die Mitgliedskarte des Herbergsverbandes beſitzt. Die
Jugend hat jedoch ſtets den Vorzug. Nikotin und Alkohol ſind
in den Jugendhebergen verboten nur der Ofen
darf rauchen! Der geringe Jahresbeitrag von 3 Mark ermöglicht
wohl jedem die Mitgliedſchaft, zumal dafür auch noch die monatlich
er=
ſcheinende Zeitſchrift geliefert wird. Wie oft gibts du im Monat 25 Pfg.
unnütz aus!
Werdet deshalb Mitglieder des Verbandes fü
Deutſche Jugendherbergen und vevanlaßt eure Vereine, ſichl
ihm als körperſchaftliches Mitglied anzuſchließen. Ihr helft damit
am Jugendherbergswerk zur Geſundung der deutſchen
Jugend!
—Achtung! Brfefſendungen nach dem Ausland richtig freimachen!
Trotz wiederholter Hinteiſe werden immer noch in großer Zahl
Brief=
ſendungen nach dem Ausland von den Abſendern unzureichend
frei=
gentacht. Volle Freimachung der Sendung liegt im eigenen Vorteil
der Abſender, da ſie den Empfängern auf dieſe Weiſe die Bezahlung
von Nachgebühren ſparen, die in der Regel in doppelter Höhe des
Fehl=
betrages bei der Aushändigung der Sendung erhoben werden.
Außer=
dem laufen die Abſender nicht Gefahr, daß die Annahme der
Sen=
dungen von den Empfängern wegen der Belaſtung mit Nachgebühren
verweigert wird und daß die Nachgebühren dann von ihnen eingezogen
werden. Als Gebührenſätze kommen in Betracht: 1. Nach Freie
Stadt Danzig, Litauen und Memelgebiet,
Luxem=
burg ſowie Oeſterreich die Inlandſätze. — 2. Nach der
Tſchechoſlowakei: Briefe bis 20 Gr. 20 Pf.; jede weiteren 20
20 Pf., jede weiteren 20 Gr. 10 Pf.; Poſtkarten 10 Pf.; Druckſachen:
die Inlandsſätze; Geſchäftspapiere: die Inlandsſätze, mindeſtens 20 Pf.;
Warenproben: die Inlandsſätze. — Nach demübrigen Ausland
(auch PolniſchOberſchleſien und die an Polen
außer=
dem abgetretenen preußiſchen Gebiete): Briefe bis 20
Gr. 25 Pf., jede weiteren 29 Gr. 15 Pf.: Poſtkarten 15 Pf.;
Druck=
ſachen je 50 Gr. 5 Pf.; Geſchäftspapiere je 50 Gr. 5 Pf., mindeſtens
25 Pf.; Warenproben je 50 Gr. 5 Pf., mindeſtens 10 Pf. — 5.
Eil=
zuſtellgebühr nach den Ländern zu 2 bis 4: 50 Pf.
Fernſprechverkehr mit der Tſchechoſlowakei. Darmſtadt iſt neuer=
Lings mit folgenden Orten in der Tſchechoflowakei zum
Fernſprechver=
kehr zugelaſſen worden: Aſch, Außig, Braunau, Bad Budweis,
Boden=
bach, Brünn, Brüx, Eger, Frauzensbad, Freiwaldau, Fviedland i. B.
Gablonz a. d. Neiße, Graslitz, Iglau, Karlsbad, Komotau, Leitmeritz,
Loboſitz, Marienbad, Olmütz, Pilſen, Prag, Reichenberg. Saaz,
St. Joachimsthal, Tetſchen, Trautssiau und Tropsan. Die Gebühr
be=
trägt für die Geſprächseiheit (3 Minuten) je mach der Entfernung
zwi=
ſchen 2,50 und 4,50 RM.
Heſſiſcher Siraßenbericht
für die Woche vom 22. bis 28. Aprfl 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt—Dieburg—Babenhauſen—Aſchaffenburg bei Bahnhof
Ba=
benhauſen bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Beſondere
Umleitungs=
ſtraße, auf der Wagen bis 5,5 Tonnen 20 Kilometer, Wagen über 5,5
Ton=
nen 12 Kilometer fahren dürfen.
Bensheim—Worms iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Bürrſtadt—Worms, Km. 40,7—41,539 vom 12. bis 26. 4.
Um=
leitung: Hofheim- Bobſtadt;
2. Lorſch-Bürſtadt, Km. 28,7—35,6 vom 20. 4. bis 25. 5. geſperrt.
Umleitung: Klein=Hauſen-Jägersburg—Biblis-Bobſtadt.
Darmſtadt—Mörfelden—Framkfurt a. M. (zwv. Mörfeſden und
Frank=
furt a. M., Km. 9,8—12,2) vom 16. bis 30. 4. geſperit. Umleitung
Langen bzw. Neu=Iſenburg.
Bensheim—Reichelsheim—Michelſtadt (Ortsdurchfahrt Lindenfels,
Km. 34,0 bis 35,6) vom 15. bis 9. 4. geſperrt. Umleitung: Fürth i. O.
Mainz—Worms iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Mainzerſtraße in Nierſtein vom 16. bis 25. 4. Umleitung über
Breitgaſſe, Langgaſſe, Bleichweg, Rheinallee.
2. Zwiſchen Guntersblum umd der Abzweigung nach Alsheim, Km. 29,0
bis 32,0, vom 10. 4. bis auf weiteres. Umleitung: Guntersblum—
Alsheim.
Moinz—Alzeh-Landesgrenze (Km. 8,60—11,20 zwiſchen Klein=
Winternheim und Nieder=Olm) vom 10. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Klein=Winternheim—Ober=Olm—Eſſenheim-Nieder=Olm.
Mainz—Bingen, Km. 18,4—22,4 (Abzweigung nach Gau=Algesheim
—Gaulsheim), vom 23. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Gau=
Algesheim—Ockenheim—Gaulsheim.
Gießen—Marburg (zwi’ſchen Lollar und Sichertshauſen) vom 12. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Odenhauſen—Frohnhauſen——
Vellnhauſen.
Frankfurt a. M.—Gießen iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Zwiſchen Landesgrenze und Vilbel vom 16. 4. bis auf weiteres.
Umleitung: Bad=Homburg—Friedberg.
2. Kloppenheim—Vilbel, Km. 47,053—48,300, vom 11. 4. bis auf
wei=
teres. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Bad=Homburg—
Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Ober=Erlenbach.
3. Ober=Wöllſtadt—Friedberg, Km. 37,36—37,52, vom 16. 4. bis 1. 5.
geſperrt. Umleitung für dem Durchgangsverbehr: Bab=Homburg—
Friedberg. Fürr den lokalen Verkehr: Bruchenbrücken.
4. Nieder=Mörlen-Nieder=Weiſel vom 16. 4. bis auf weiteres.
Um=
leitung: Steinfurth, Rockenberg, Griedel, Butzboch.
Gießen—Grünberg—Alsfeld (zw. Gießen umd Reiskirchen, Km. 5
bis 7), vom 16. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Lauterbach-Fulda (zwiſchen Laudenhauſen und Müs) vom 23. 4.
bis auf weiteves geſperrt. Umleitung: Solzſchlirf—Großen=Lüder.
Lautzerbach-Herbſtein (zwiſchen Lauterbach und Blitzenrod) vom
18. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Friſchborm bzw. Rudlos—
Angersbach.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Offenbach-Bürgel—Rumpenheim (von Staudenſtraße bis
Gemar=
kungsgrenze) vom 28. 2. bis 8. 5. geſperrt. Umleitung: Ueber
Villen=
kolonie Waldheim bzw. Mühlheim a. M.
Langen-Mörfelden (Ortsdurchfahrt Langen, Bahnſtraße, vom
22. 3. bis auf weiteres für Laſtwagen über 5 Tonnen geſperrt.
Um=
leitung: Egelsbach.
Ortsdurchfahrt Ueberau (im Zuge der Straße Reinheim—Ueberau—
Einmündung in die Straße Reinheim-Lengfeld) vom 2. bis 30. 4.
ge=
ſperrt. Umleitung: Reinheim-Lengfeld.
Fränkiſch=Crumbach. Gemäß Polizeiverordnungg vom B. 2. 1928
dürfen in den Ortsſtraßem der Gemeinde Fränkiſch=Crumbach
Kraftfahr=
zeuge bis zu 5,5 To. Höchſtgewicht nur 25 Km., über 5,5 To.
Höchſt=
jewicht nur mit einer ſolchen von 15 Km. fahren. Die
Dammſtädter=
ſtraße und die Allee ſind für Kraſtfahrzeuge über 5,5 To. verboten.
Ortsdurchfahrt Nack im Zuge der Straßen Erbes=Büdesheim—
Nack—Nieder=Wieſen und Wendelsheim-Nack-Bechenheim vom 13. 2.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Für den Verkehr Erbes—
Büdes=
heim—Nieder=Wieſen über Wendelsheim und für den Verkehr
Wendels=
heim-Bechenheim über Nieder=Wieſen.
Wöllſtein—Frei=Laubersheim (Ortsdurchfahrt Wöllſtein) vom 20. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung von der Alzeyerſtraße über
Sie=
fersheim—Wonsheim—Neu=Bamberg und Volxheim-—Hackenheim.
Wegen Vornahme von Sprengarbeiten für die Zerkleinerung der
Betontrümmer bei Marienborn und Ebersheim werden folgende
Straßen geſperrt:
1. Die Gauſtraße an der Abzweigung der Militärſtraße nach dem
Keſſel=
tal vom 19. 3. bis 30. 4.
2. die Verbindungsſtraße Ebersheim—Gauſtraße vom 19. 3. bis 30. 4.
Die Sperrung erfolgt während jeder Sprengung durch Arbeiter mit
roten Flaggen auf kurze Zeit; dieſen iſt unbedingt Folge zu leiſten.
Geuſingen—Kreuznach (Km. 8,2—13,2) vom 23. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleivung: Genſingen, Nahebrüche, Lamgenlonsheim bzw.
Boſenheim, Hackenheim.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodheim—
Köppern und Rodheim—Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Erlenbach reſp. Kloppenheim—Petterweil oden
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. in Richtung Nieder=Wöllſtadt vom
22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung erfolgt über Ortsſtraßen.
Ortsdurchfahrt Großen=Buſeck (Zeilgaſſe) vom 16. Februar bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung über die Kaiſerſtraße in Großen=Buſeck.
Gonterskirchen-Laubach—Schotten (Ortsdurchfahrt Einartshauſen)
vom 1. März bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Laubach oder Ulfa=
Eichelsdorf.
Ortsdurchfahrt Holzhauſen v. d. H. in Richtung Friederichsdorf
und Rodheim vom 22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Ober=Erlenbach.
Ober=Nosbach — Nieder=Rosvach einſchließlich Ortsdurchfahrt
Nieder=Roshach vom 29. März bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Nieder=Wöllſtadt—Rodheim v. d. H.
Lich-Laubach—Schotten (Ortsdurchfahrt Lich) vom 16. 4. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung erfolgt innerhalb der Stadt Lich.
Nonnenroth—Grünberg (Ortsdurchfahrt Röthges) vom 2. 4. bis auf
veiteres geſperrt. Umleitung über die Ortsſtraßen (mit
Richtungs=
ſchild)
Oſſenheim—Niede=Florſtadt, Km. 5,2—8,0, vonr 19. 4. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken—Aſſenheim-Bönſtadt.
4 Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Wegen fahrläſſiger Körperverletzung hat ſich der
Kraftwagen=
führer einer hieſigen Firma zu verantworten. Er wird beſchuldigt,
am 23. November 1927 gegen Abend in der Nähe des Cafés Henn in
der Gemarkung Eberſtadt einen Handkarren fahrenden Hausburſchen
mit dem Auto angefahren zu haben, infolgedeſſen dieſer außer einer
Beinverletzung eine Gehirnerſchütterung erlitt. Der Angeklagte war
an dem genannten Tage von ſeinem Prinzipal nach Eberſtadt mit Auto
beordert worden, um einen Angeſtellten der Firma um 5 Uhr dort
abzu=
holen, der dort einem Begräbniſſe beigewohnt hatte. Der Verletzte fuhr
von Eberſtadt nach Darmſtadt mit einem unbeleuchteten leeren
Hand=
karren; er will einen Schlag gegen das Knie erhalten haben und dana
bewußtlos geworden ſein. Der Angeklagte beſtreiter entſchieden, mit
dem Auto jemand an= oder überfahren zu haben; er iſt ſeit 9 Jahren
bei der Firma und wird als durchaus zuverläſſig und vorſichtig im
Fahren bezeichnet. Der Wagen des Angeklagten trägt die Nummer
V S1508. Verſchiedene Zeugen, die den Unfall am Café Henn beobachtet
haben, bekunden, daß der Wagen, der den Handkarren anfuhr, die
nämliche Nummer trug. Im Gegenſatz hierzu bekunden andere Zeugen.
daß die Beerdigung erſt um 5 Uhr beendigt war und die Abfahrt erſt
kurz nach 5½ Uhr von Eberſtadt erfolgte. Ein Unglüksfall iſt dem
Wagen während dieſer Zeit bis zu der um 36 Uhr erfolgten Ankunft
in Darmſtadt nicht paſſiert. — Der Staatsanwalt erachtet, daß der
An=
geklagte nach Ausſage der Entlaſtungszeugen als Täter nicht in Betracht
kommen kann. Es wird mangels Beweiſes die Freiſprechung beantragt.
Die Verteidigung beantragt die Freifprechung, weil die Unſchuld des
Angeklagten nachgewieſen ſei. Das Urteil ſpricht frei. Der
Alibibeweis iſt gelungen.
2. Ein Reiſender hat im Jahre 1927 für die Deutſche
Kinderwohl=
fahrt E. V., in Köln, unter Verkauf von Bildern, Gelder geſammelt
und eine Einzeichnungsliſte vorgewieſen, die fälſchlicherweiſe Namen von
Spendern enthielt. Die Sammlung geſchah zudem ohne behördliche
Erlaubnis. Urteil: 3 Monate Gefängnis.
Heinrich Grimm
Kalbs= und Schweinemetzgerei
Fleiſch= und Wurftwarenfabrik
empfiehlt:
Schweinebraten . . per Pfund 96
. . . per Pfund 1.20
Koteletts
Bauchlappen . . . . . per Pfund 80 5
Lendchen, Schnitzel
Dörrfleiſch, Kaſſeler Rippenſpeer
Maſtkalbfleiſch alle Stücke
einf. Leber=n. Blutwurſt per Pfd. 60 3
Ia Hausm. Wurſt . per P und 80 J
Fleiſchwurſt n. Schwartenmagen
per Pfund X 1.—
ff. Aufſchnitt per Pfund von ℳ 1.— an
Bei größerem Bezug Preisermäßigung. (7058
ettfederhE
Reinigang
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Betten und Polſtermöbel
Jahob Heymann Teleph. 970
Tapeziermeiſter, Beſſungerſtr. 55. (B.1160
Vorbereiteng
für Bauhandwerker und
Maschinen-
bauer zur Meisterprütune,Bauschule,
Maschinenbauschule usw.
Kurse und Einzelstunden
Programme durch 6880a
Architekt Schaefer und
Diplomingenieur O. Btahl
Darmstadt, Weiterstädter-Straße 1
Gebildete
Dane
Wtwe, 7000 ℳ Eink.,
eign. Haus, Wohn is
k. verlegt wv., möchte
liebenswert, alleinſt
Herrn als
Lebensge=
fährt. (Ehe) kennen
lernen Vermittlung
verbeten. Diskretion
Ehrenſache. Gutſit
Herren, höh Beamte
oder drgl. kelieben
aus ührl. Zuſchr. unt
J68 Geſchſt zu richt.
Accumulatoren=
Reparaturen
und
Donges 8 Wieſt.
980a)
Maſſives
Nußb. Bett
nuit Capok=Matratz
polierter Kleiderſchr
Nachttiſch, wß. Bett
mit Roßh armatratz
F derzeug,Nachttiſch
Steh=Wäſchemangel.,
kl. Kaſſa=Schrank und
Fahrrad bill. z. verk.
Heinrichſtr. 2. (*10883
1 Militärkaſtenwag,
1 Paar ſilber=platt.
Kummetgeſchirre
preiswert abzugeben
Wilhelmſtr. 31. (6921a
Motorrad
2 Gang: Getriebe, m.
Licht, Hupe, Sozius
u. Fußraſter für 185
Mark zu verk. (7061
Otto Darmſtädter
Heinheimerſtr. 86.
Motorrad
mit Beiwagen
(Horex) gut erhalten,
günſtig zu verkaufen
Näheres unter
Telephon 1407. (7078a
Achtung.
Gelegen=
heitstänfe!
1 Damenrad, neu, mit
Garantie, 68 —, 1
Da=
menrad, WKC, faſt
teu, 48.—, zu verk.
Eidenmüller,
Kah=
lertſtraße 13 (*10874
Mabecb=
Motorrad
600 ccm m. Zündlicht
in erſtkl Zuſt ſehr
preisw zu verk. (7060
Otto Tarmſtädter
Heinheimerſtr. 86.
Sehr gutes
Kuhgeſchirr
zu verkaufen —10812
Kropp, Traiſa
Ludwigſtraße 45.
Einige
Baräder
27er Modelle, neu,
rit voller Garantie,
zu bedeutend
herab=
geſetztem Preis, auch
auf bequeme Teil
zahlung, abzugeben
Eliſabethenſtr. 49
Werkſtätte. (6863a
Reizendes Spiegel
Vertiko
Mitte Vitrine, billig
zu verkaufen (*10798
Ryönring 14, p. k
Faſt neue Eredenz,
Fabr. Trier) z. halb
Preis z. verk.
Hügel=
ſtr. 6, pt. (*10541ds
D.Ra
2 Zyl., 3 PS., in gut.
Zuſtand, für 250 ℳ
zu verkaufen. (70:
Otto Darmſtädter
Heinheimerſtr. 86.
Taxameter-
wagen
zu de kaufen. Angeb
unter J 130 an die
Geſchäftsſt. (*10831
Franndsische Gastronomische Ausstellung
Frankfurt a. M. Internationale Messe
15. bis 25. April 1928.
Weinbau, Ackerbau, Lebensmittel.
Pariser Restaurant Potin im Betrieb.
Umfassende Zusammenstellung der in aller
Welt berühmten französischen Landesprodukte,
darunter vor allem Weine, Liköre, Delikatessen,
Lebensmittel, Garten-u. Ackerbau-Erzeugnisse.
Um zahlreichen Besuch bittet ergebenst
Die Leitung der französischen Ausstellung.
Jung. Ehep.,
kinder=
los, ſucht 2—3
beſchla-
nahmefreie leere Zim.
od Manſ. Angeb. m.
Preis unt. J 106 an
die Geſchſt. (*10772
Mo orrad
Klotz 250 ccm, ſehr
gut erh., zu verkauf.
Adam Rettig, Sattler,
Gadernheim i. Odtp
(7072)
Es ſind laufend
leere Kiſten
z. Tagespreis abzug
Leonhard Tletz A.=G.
Marktt 7. 79.4
2 ſehr gute
Küchen=
ſchränke z. verk.
Hü=
gelſtr. 6pt. 10543ds
Banktruhe, (maſſiv
eiche u große
Bieder=
mneier=Kom. zu verk.
zügelſtraße 6, pt.
(*10542ds
MFaßanzug, schl. k1
Fir, 20.+ neue
M br Damen-Halb-
H½ schuhe, Gr. 37/38
10 + zu verk. (70 0
Hölgesstr. 1, III. links.
Gute /n 2
Violin=
für 30 bezw. 15 Mk.
zu verkaufen.
Die=
burgerſtraß 64, I.
*10876)
Nähmaſchine
verſenkbar, wie neu,
ſehr billig evtl. Teil=
1081
zahlung)-
Moll, Grafenſtr. 4
4 Räder und Teile
zum Handwagen
ab=
zugeben (*1070
Saalbauſtr. 26, II.
Infolge Todesfall
zwei guterhaltene
Strickmaſchinen
Nr. 5 u. Nr. billig
zu verkaufen. /*10823
Zu efrrag. im
Schul=
haus zu Eich bei
Pfungſtadt
1 großer, echter
Perſer=Teppich u.
3 Perſer=Brücken
äußerſt preiswert von
rivat an Privat zu
verkaufen.
Angeb. unter T 12.
ai d. Geſchſt. /*10811
Sitnosm
Zweiſitzer
elettr. Licht, Anlaſſer
Ballonreifen.
Rm. 1000.—. (6922=
Hüller & Ober
Rheinſtraße. 39.
Grude.
faſt neu, für 30 M.
zu verkf. (*1076980
Am Erlenberg 28,
Leichtmotorrad
billig zu verkaufen.
Näheres Zimmer,
Schwanenſtraße 15.
*10765.
Sprechapparat mi
Schr ink, 17 Platten
/. Geige mit
Zu=
behör billig zu verk.
Lauteſchlägerſtr. 44
10820
2 Stock.
Guterhaltener weißer
o Kinderwagen .
(Brennabor) zu verk
Anzuſeh. Weinberg.
ſtr. 11, II. r. (*10774
Heute Bamstag
Hilfn
Hahalt
aut Schul-Ranzen
Schul-Taschen
Schul-Mappen
alle, Bchul-Artikel
Wunt Bolt Bauz
Schfllerpiatz 2
Gut erhaltener
Kinderwagen
billig zu verkaufen
Fuhrmannſtraße 14
Stock.
10830
9.Rad
Zyl., 3 PS.
zuver=
läſſige Maſchine, ſehr
gut erhalten,
1 Kinderſportwag.
preiswert zu verkf
Wingertsber ſtr. 11,
am Woog. 1. Stock.
(*10889)
3umieten geſachtt
Kl. I. Part.=Raum
geſ. Wagner, (*10779
Alexanderſtr. 11, III.
Kl. Laden m. hellem
Nebenr. i. beſt. Lage
von ſol. Firma geſ.
Off. m. Ang. d. Miete
u. Lage unt. J 101 an
die Gſchſt. (*10764sgo
Geb. uh. Herr ſucht
einf möbl. Zim zu
mäß. Pr. in kl. Hausl.
Ang. unt. J 121 an
die Geſchſt. (10806
1 leeres Zimmer ür
ält Frau tagsüb.
aus=
värts, mögl. Beſſung.,
Ofen notfalls vorh.,
geſ. Ang. unt. I 51
an d. Gſchſt. (10622ds
funges, kinderloſes
Shepaar, tagsiber
nicht zn Hauſe, ſucht
möbl. vder unmöbl.
Zimmer im Oſtvierte
zum 1. Mai. Angeb.
m. Preis erbeten u.
J 102 Geſch t. (*10766
Möbl. Zimmer
geſucht. Ang. u. J 134
an die Gſchſt. (*10844
Möbl. oder unmöbl.
Zimmer m Kochgel.
auch Manſ., de gl.
1 Zimmer zum
Ein=
ſtellen vou Möbeln
ſofort geſucht. (‟ 10763
An ebote unt J 100
an die G ſchäftsſt.
Einfaches, ſauberes
gon wennmög=
Zimſhet, lich mit
Penſion. Nähe der
Ludwigſtr. geſucht.
Ang. unt 126 an
die Geſchſt (*1081½
Gui möbl. Zimmer
(2 Betten) m. elektr.
Licht, von 2 Herren
in der Nähe d.
Hoch=
ſchule gel. Angeb u.
J 156 Geſchſt /*10904
Suche ſof. zu mieten
bis 2 ſchön möbl.
Fimm in beſter, ruh
Lage. Angeb unte
J 125 Geſchſt. / 10815
Mannheimer
MaizHarkt
am 29. u. 30. Aprll u. 1. Maf 1928
Hauptmarkt für Pferde
und Mast-Vieh
mit Prämiierung und Preisverteilung
Gleichzeitig
Ausstellung von Geräten und
Maschinen für die Landwirtschaft
und das Metzgergewerbe.
Maimarktlofterie
mit wertvollen Geld- Sach- und
Tiergewinnen.
Programm und Auskuntt durch die
Direktion
des städt. Schlacht- und
Wiehhofes Mannheim.
II Nhm 6099
Zu den billigſten Preiſen
werden
Autoreifen u. Schlänche
unter Garantie für
Haltbar=
keit repariert
Vulkaniſier= inſtalt
Heidelbergerſtraße 65
Fernruf 3704 (1673a
Elegante
um mieten geſucht. Angebote mit Preis
an Meißner Roßdörferſtr 31. (*10837
Biel mehr Umſatz erzielen Sie
im induſtriereichen Nordbahern
wenn Sie in der
Nürnberger Bürger=Zeitung
(Gegr. 1902.
1377a
inſerieren.
Die Nürnberger Bürger=Zeitung iſt Offizielles
Organ der Wirtſchaftspartei des deutſchen
Mittel=
ſtandes, Landesverband Bayern und des Grund=
und Hausbeſitzervereins Nürnberg.
Nitteilungsblatt des Landesverbandes Bayeriſcher
Lebensmittelhändler E V., Ortsgruppe Nürnberg
Daz bewährte Anzeigenblatt von hervorragender Werbelraft.
Probenummern koſtenl os durch den
Nummer 141
Samstag, den 21. April 1928.
Seite 7
Aus Heſſen.
An. Arheilgen, 18. April. Konfirmandenabend. Da das
burch Mitglieder des Jünglingsvereins aufgeführte „Gudrun=Spiel”, ſo
großen Beifall fand und einen tiefen Eindruck hinterließ, ſoll dasſelbe auch
bei dem nächſten Sonntag für die weiblichen Konfiumanden geplanten
Konfirmandenabend nochmals zur Aufführung kommen. Im ganzen
wurden in dieſem Jahre 180 Kinder konfirmiert, und Auar 89 Knaben
und 91 Mädchen. — Die von der Heag von der Station Kranichſtein nach
dem Kabinettsgut Kranichſtein neu errichtete 6000=Volt=
Hochſpannungs=
freileitung wurde in Betrieb genommen. — Das Schulhaus in der
Mühlſtraße wird mit einem Neuverputz und Anſtrich verſehen.
Ma. Weiterſtadt, 20. April. Auf der Straße nach Darmſtadt ereis
nete ſich ein Unglücksfall dadurch, daß eim Motorradfahrer vor ein,
von einer Dame geſteuertes Perſonenauto fuhr und mit dieſem
zuſam=
menſtieß. Der Motorradfahrer erlitt einen Armbruch und das Motorrad
wurde erheblich beſchädigt.
J. Griesheim, 19. April. Am Sonntag, 22. April, nachm. 3 Uhr,
findet eine Uebung der beiden Züge der Freſſilligen Feuerwehr im
Schulhofe und nach der Uebung die Generalverſammlung der Wehr
im Feſtſaal „Zum grünen Laub” ſtatt. — Nachdem die Heag ihren
Licht=
ſtrompreis ab 1. April d. J. auf 40 Pfg. pro Kilowattſtunde herabgeſetzt
hat, iſt die Allg. Gas= u. Elektrizitäts=Geſellſchaft in Bremen dieſer
Herabſetzung für die hieſige Gemeinde mit Wirkung vom gleichen
Zeit=
punkt ab ebenfalls gefolgt. — Die hieſige Gewerbe= und Handwverker=
Vereinigung hält am Samstag, den 21. April, abends 8½ Uhr im
„Kaiſerſaal” hier eine Monatsverſammlung ab. Gleichzeitig macht die
Vereinigung ihre Mitglieder und die ihr angeſchloſſenen
Innungsmit=
glieder auf die am Sonntag, B. April, nachm 2 Uhr, im „Adlerſaal”
in Groß=Gerau ſtattfindende Vollverſammlung des Bezirksverbandes, in
der Herr Bäckermeiſter Hourtz aus Bochum, Mitglied des Preußiſchen
Landtags, ſprechen wird, aufmerkſam.
F. Eberſtadt, 20. Abril. Gemeinderatsſitzung. Geſtern
abend fand im Rathausſaale unter der Leitung des Bürgermeiſters
Dr. Uecker eine Gemeinderatsſitzung ſtatt, in der in vierſtündiger
Be=
ratung eine reichhaltige Tagesordnung erledigt wurde. Zunächſt ſtimmte
der Gemeinderat den Vorſchlägen des Bauausſchuſſes zu, welche die
Ver=
gebung gemeindlicher Lieferungen von Kies, Steingeröll und
Mate=
vialien ſowvie derſchiedene Arten von Fuhrleiſtungen für das Rj. 193
betrafen. Gegem die von Paul Daßler geplante Erweiterung der
Tank=
anlage vor ſeinem Anweſein findet man nichts zu erinnern. Das
Bau=
geſuch des Konrad Waßmann findet Genehmigung, ebenſo dasjenige
des Konditors Theodor Volkmann, der einen Umbau ſeines Hauſe3
plgait, und dasienige des Johannes Becker (Wohnhausneubau im
hin=
teren Steckenborn). Die mit den Geſuchew vorgelegten Baupläne
wur=
den wicht beanſtandet. Der von der Verwaltung vorgelegte Entwurf
einer den Verkehr in den Durchgangsſtraßen regelnden
Polizeiverord=
nung wird gutgeheißen und ſoll deren behöndliche Genehmigung alsbald
erwirkt werden. Friedrich Roßmann plant einen Umbaur ſeines
An=
ſüeſens in der Frankenſteinerſtraße. Der Bauplan wird genehmigt. Eine
Verfügung des Kreisamts erteilt Weiſung über die Verteilung der der
Gemeinde für das Ri. 1928 zur Verfürgung geſtellten Baudarlehen. Die
Verwaltung wird ermächtigt, das weitere hierwegen zu veranlaſſen.
Auf Anregumg des Bürgermeiſters beſchließt das Plenum, daß von der
Gemeinde darauf hingewirkt wird, die Fürſorgeverbände zur Tragung
* Koſten für die Grabſtätten verſtorbener Pfleglinge der Provinzial=
Pflegeanſtalt heranzuziehen. Den beiden ſtaatlichen Förſtern Kirſchner
und Pfänder wird für beſondere Dienſtleiſtungen im Intereſſe der
Ge=
meinde anläßlich der Holzhquerei eine Entſchädigung von je 25 Mark
gewährt. Entſprechend dem Vorſchlage des Finanzausſchuſſes wird
be=
ſchloſſenr, die Tanzſteuer, die ſeither mit einem Satze von 50 Pfg. für je
10 Qugdratmeter benutzte Fläche und fe drei angefangene Stunden
er=
hoben wurde, auf 10 Pfg. herabzuſetzen, was dem in der Verordnung
über die Erhebung einer Vergnügungsſteuer vom 12. Juni 1927 (RGB
Nr. 35) vorgeſchriebenen Mindeſtſatze dieſer Steuer entſpricht. Zu einer
Vorrangs=Einräumung für die Hypothekenforderumgen der Heſſiſchen
Landesbank von 3200 und 4800 Mk. gegenüber der Hypothekforderung
der Gemeinde von 340 Mk. (Bauplatzkoſten) für Georg Reiß 2. und
des=
gleichen für Georg Schuchmann, ſowvie für die Uebernahme der
Bürg=
u Zwiſchenkredit von 8000 Mk. für
ſchaft ſeitens der Gemeinde für
das Bauvorhaben des Lehrers Oſtheimer in der Villenkolonie, wird
Zu=
en wird die Bürafchaftsübernahme der
Ge=
ſtimmung erteilt. Da
meinde für einen Reſtkaufſchuldöetrag von 1200 Mk. für die Eberſtädter
Wohnungsbaugeſellſchaft abgelehnt. Dem Geſuch des Theodor Thill, das
der Gemeinde den Ankauf eines Grundſtückteils von ſeinem Anweſen
auf dem Marktplatz anbietet, will der Gemeinderat nicht nähertreten.
ſch ausgedehnter Debatte beſchließt der Gemeinderat auf den Antrag
r Verwaltung, die Bedinguggen zur Abgaße von Gemeindegelände in
der Villenkolonie dahin zu ergänzen, daß künſtig verlangt wird, bei
ung von Villen nur Eberſtädter
Vergebung, der Arbeiten
hrerſeits verpflichtet ſwerdem ſollen
Unternehmer zu berückſich
ur beſchäftigen. Der Vertrag zwiſchen
dabei nur einheimiſche
A=
ſung im Steckenborn betreffend, wird
Gemeinde und Fiskus, die
geänderten Faffung genehmigt. Der
v vorliege
unter Bereiligung der Gemeinde
Gründung
Bürgermeiſter wird die erforderli hen
einde
ſtim
dem Marktplatz ſoll eine Bedürfnis=
Schritte
Krodit hierfüir foll im Voranſchlag 1928
anſtalt
fſtellung einer Litfaßſäule an der neuen
vorgeſſehen, we
rſtraße wird der Firma Franz Sinon über=
Anlage in de
ihrung des Kanaliſationsorofektes
erforder=
tragen.
Ausfühvung dem Dr.=Ing. Heyd=Darm=
Bebauun
ein Kredit von 3200 Mk. bereit geſtellt
wer=
tadt
Vertragsentwurf finder Zuſtimmung. Ein An=
3 Gemeinderates Gärtner auf Beſeitigung der Freitreppen in der
Heidelbergerſtraße, wird genehmigt, und die Verſvaltung beauftragt
die erforderlichen Schritte einzuleiten. In geheimer Sitzung; Stun
dungsgeſuche und Wohlfahrtsſachen. — Verbeſſerung des
Stra=
ßenbildes. Das Straßenbild der Neuen Darmſtädterſtr. hat ſich
nachdem geſtern der alte Lokomotioſchupßen auf dem Gelände der Hea
zum Abbruch gekommen iſt — weſentlich verbeſſert. Die auf Be
ſeitigung des Schuppens gerichteten regen Beſtrebungen der Gemeinde in
letzter Zeit ſind alſo von Erfolg begleitet geiveſen. Mit dem Schuppen
fiel der letzte Reſt, der noch an die alte Damofſtraßenbahn erinnerte.
Untegricht. Der hieſige Stenograbhen=
Stenogra
nimmt mit Schulbeginn am Montag (23. April)
verein „Gabels
ſeinen Unterricht in den Räumen der Eleonorenfchule wieder auf.
Aa. Eberſtadt, 20. April. Soldatenkameradſihaft. Die
erſte Quartalsverſammlung der Soldatenkamerasſchaft findet am
Sam=
tag abend (21. April) im Gaſthaus „Zur Poſt” ſtatt.
42. Pfungſtadt, 20. April. Junglandbund. Der
Junglaud=
bund Pfungſtadt hält am Samstag abend (21. April) in ſeinem
Vereins=
lokal „Zum Gambrinus” ſeine diesjährige Generalverſammlung ab.
Außerdem hält der Verein der Hundefreunde am Samstag abend in
ſſeinem Vereinslokal eine wichtige Verſammlung ab. — Auch der zweite
Gaswerbevortrag der Direktion der Städtiſchen Betriebs=A.=G
Daumſtadt war bis auf den letzten Platz beſucht. — Lehrer Eidenmüller
hielt Ende der Woche einen Einführungsvortrag zu dem Oratorium „Die
Schöpfung” von Haydn, das am 29. April unter Mitwirkung von 100
Perſonen in der hieſigen Kirche aufgeführt ſverden ſoll. — Berufs
jubiläum. Der Schreiner Georg Kramer, Bergſtraße zvohnhaft,
konnte am Freitag auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma
Export=
brauerei Juſtus Hildebrand zurückblicken.
4a. Hahn b. Pfungſtadt, 20. April. Zuſammenſtoß dreier
Nadfahrer. Auf der Landſtraße zwiſchen Hahn und Gernsheim
fuhren in der Dumkelheit drei Nadfahrer, die aus Hamm bzw. Worms
waren, aufeinander. Sie wurden alle drei durch Herunterfallem von den
Rädern verletzt und mußten von einem Privatauto zu einem
Geuns=
heimer Arzt gebracht werden.
— Traiſa, 20. April. Die Jugendgemeinde veranſtaltet am
Sonntag nachmittag einen Jugendgottesdienſt, verbunden mit der
Auf=
nahme der Neukoufirmierten.
G. Ober=Ramſtadt, 19. April. Brennholzverſteigerung.
Die einzige diesjährige Brennholzverſteigerung aus dem
Gemeinde=
wald findet am Dienstag, den 24. ds. Mts., vormittags 8,30 Uhr
be=
ginnend, im Saalbau „Eliſenbad” (Suppes) ſtatt. — Wie die
Bürger=
meiſterei bekannt gibt, iſt unter dem Pferdebeſtand des Landw. G.
Spengler, Schachenmühlen, die anſteckende Blutarmut der Pferde
feſt=
geſtellt worden. — Die Jahl der Erwverbsloſen iſt in den letzten Tagen
etwas zurückgegangen. In Unterſtützung ſtehen gegenwärtig noch 110,
in Kriſenfürſorge 20 Perſonen. — Der Unterricht in den hieſigen
Schulen wird am Montag, den 23. April, wieder aufgenommen. An
dieſem Tage findet auch die Aufnahme der ABC=Schützen und der
Fort=
bildungsſchulpflichtigen ſtatt. — Zur erſten diesjährigen Feuerſvehr
übung, bei welcher auch die Einteilung der neu zugehenden Mannſchafter
ſtattfindet, ſind die Mannſchaften der Freiw, und Pflichtfeuerſvehr auf
Sonntag, den 22. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr an das Rathaus
be=
rufen worden.
Zur Einweihung des Lehrlingsheims
für Krüppel in Nieder=Ramſiadt
Seite 7, in unſerer Nummer 110, wird uns mitgeteilt, daß als Vertreter
der Heſſiſchen Regierung außer dem Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft
vom Miniſterium des Innern geſandt arem: Miniſterialrat Dr.
Schrohe, Regierungsrat Dr. Krebs und Frau Regierungsrat Keller.
Herr Miniſterialrat i. N. Dr. Groos hat nicht als Vertreter des
Mini=
ſteriums des Inmem, Abteilung für öffentliche Geſundheitspflege,
ge=
ſprochen, ſondern als Mitglied des Verwaltungsrats der Nieder=
Ram=
ſtädter Anſtalten. Die Grüße und Wünſche des Miniſteriums des
In=
nern waven inbegriffen in der Begrüßung durch den Herrn Miniſter
für Arbeit umd Wirtſchaft, der im Namen der Heſſiſchen Regierung
ge=
ſprochen hat.
f. Roßderf, 20. April. Lehrerſtellen. Die beiden hieſigen
Lehrerſtellen wurden den Lehrern Alt zu Eicheſſachſen und Merz zu
Fränkiſch=Crumbach übertragen. — Brenholzverſteigerung
Die letzte Brennholzverſteigerung im Gemeindewald findet am nächſten
Montag und Dienstag, jedesmal um 9 Uhr vormittags beginnend, im
Gaſthaus des Philipp Barth 3. ſtatt. Es gelangen die Nummern von
2138 bis 3701 zur Verſteigerung. Auswartige Steigerer ſind zugelaſſen.
— Neuaufnahme von Schulkindern. Die Bürgermeiſterei
hat bekanntgegeben, daß die Aufnahme der ſchulpflichtigen Kinder am
nächſten Montag, vormittags 9 Uhr, in der Schule Erbacherſtraße
ſtatt=
findet; Impfſcheine ſind mitzubringen. In Betracht kommen alle
Kin=
der, die bis 30. September 1928 das ſechſte Lebensjahr zurückgelegt
haben. — Ortsbauplan. Die vom Gemeinderat beſchloſſene
Ab=
änderung der Fluchtlinie in der Trgiſgergaſſe hat miniſterielle
Geneh=
migung gefunden. Laut Bekanntmachung der Bürgermeiſterei liegt der
Plan eine Woche lang zur Einſicht bei der Bürgermeiſterei offen.
Gewerbeſcheiwe. Am nächſten Montag ſind die Gewerbeſcheine
für 1928 gegen Zahlung einer Gebühr von 2 Mark jie Schein bei der
Untererhebſtelle erhältlich.
— Groß=Zimmern, 20. April. Am Sonntag, den 22. April d. J.
kaun die Firma Georg Reitzel 9., Baugeſchäft, Groß=Zimmern, auf
ein 20jähriges Beſtehen zurückblicken. Bei dieſer Gelegenheit ſei noch
bemerkt, daß Heinrich Pullmann als Maurerpolier 20 Jahre, Johannes
Eckardt als Zimmerpolier 10 Jahre bei obengenannter Firma ſind.
— Habitzheim, 2. April. Am nächſten Sonntag, den 22. April,
abends 8 Uhr, findet im „Deutſchem Haus” (L. Kopp) eine öffentliche
Verſanmbug des Jungdeutſchen Ordens ſtatt. Als Redner iſt Bruder
von Hollander aus Arolſen gewonnen; er wird über das Thema „
Jung=
deutſcher Orden und die Parteien” ſprechen.
r. Babenhauſen, 20. April. Die 67jährige, in letzter Zeit ſtark zu
Schwermant neigende Frau Groß aus dem nahen Sichenhofen, wird
ſeit drei Tagen vermißt. Alle Nachforſchungen nach der Fehlenden
ſind bis jetzt ergebnislos verlaufen.
— Reichelsheim i. Odw., W. April. Der Deutſche Turnverein
unter=
nimmt am kommenden Sonntag, dem 22. ds. Mts., eine Wanderung nach
Lichtenberg, welche mit einem Waldlauf verbunden iſt. Der Abmarſch
erfolgt 12 Uhr vom Vereinslokal mit Muſik. An der Maul=Feier in
Mickelſtadt, am 29. April, beteiligt ſich der Turnverein mit zwei Riegen;
Abfahrt der Kraftwagen vormittags 8 Uhr. Dos diesjährige
Gau=
ſchwimmfeſt findet am 19. Auguſt dahfer ſtatt und ſind bereits jetzt ſchon
die Vorbereitungen dazu getroffen.
Pfarrer Heamann-Buch
272 Seiten, 150 Abb. — Sie erhalten
Expl. umsonst und portofrei von
L. Heumann & Co., Nürnberg M 406
Pfarrer Heumann s
Heilmittel
stets auch vorrätig im Alleindepot
Löwen-Apotheke Darmstadt
Ballonplatz 11.
(TV 1.
Al. Höchſt i. Odw., 19. April. Kirchenkonzert. Das weithin
bekannte Hornquintett von Pfarrer Kalbhenn und ſeinen 4 Söhnen aus
Großen=Buſeck, gab in unſerer Kirche einen Konzertabend, deſſen
Rein=
ertrag hälftig dem Krüppelheim in Nieder=Ramſtadt und ortskirchlichen
Zwecken zufließt. Zum Vortrag kamen der Zeit des Kirchenjahres
ent=
ſprechend, Oſter=, Himmelfahrts= und Pfingſt=Choräle nach den Sätzen
von J. S. Bach, Nikolgi und Bortniansky, die von einer großen
Zu=
hörerzahl mit größter Andacht dankbar aufgenommen wurden. Ein
ſehr harmoniſches, gefühlvolles Zuſammenſpiel, auch ſchwierige
Par=
tien klangrein zu Gehör bringend, zeugte von hohem Können des
Quintetts und war abgeſehen von dem guten Zweck des Konzertes ein
voller Kunſtgenuß. Gemeinſamer Geſang von Kirchenliedern fügte
ſich gut in die Vortragsfolge des Programms ein. —
Odenwald=
klub. Die Jugendgruppe des Odenwaldklubs Höchſt führt anſtatt der
vorgeſehenen Wanderung nach Hetzbach—Eberbach am Sonntag, den 22.
April, eine Tour nach der Bergſtraße gemeinſam mit der hieſigen
Ortsgruppe aus. — Fremdenverkehr. Der Verkehrs=Ausſchuß
des Odenwaldklubs hält am kommenden Freitag, abends 8,30 Uhr, im
Gaſthaus „Zur Poſt” eine Beſprechung über die Ergreifung
erforder=
licher Maßnahmen zur Förderung des hieſigen Fremdenverkehrs ab.
In Anbetracht der nicht zu unterſchätzenden Bedeutung eines regen
Kur=
betriebes und Fremdenverkehrs für alle Berufskreiſe wird ſtärkſte
Be=
teiligung aller Intereſſenten, insbeſondere der Gaſtwirte und
Geſchäfts=
inhaber, an der Beſprechung erwartet.
P. König, 19. April. Der Bezirk Mümlingtal des
Oden=
waldklmbs hielt geſtern in Erboch eine Gauberſammlung ab. Der
Vorſitzende, Herr Rektor Schäfer=König, begrüßte die Vertreter der
Orisgruppen und gedachte in ehrenden Worten des ſo plötzlich
verſtor=
benen, verdienſtvollen Führers der Erbacher Ortsgruppe, Herrn Sommer.
Die Amweſenden erhoben ſich von ihren Sitzen. Danach trat man in
die Tagesordnung ein. Die gemeinſame Sonmvendfeier wurde
Kirch=
brombach übertragen. Verſchiedene Gründe zwangen dazu, als Tag den
30. Juni zu beſtimmen. Mit dem geſvünſchten Redner ſoll ſich der
Vor=
ſitzende alsbald in Verbindung ſetzen. Wegen der Zugderbindung wurde
König als Sammelplatz gewählt, um von dort durch die Steinert nach
der Feuerſtelle zu wandern. In Kirchbrombach wverden die Ortsgruppen
ngeh dem Feuer noch einige Stunden gemütlichen Zuſammenſeins
ver=
bringen. Für entſtehende Unkoſten garantierem die Ortsgruppen. — Es
ſoll die Möglichkei geſchaffen werden, unſer ſchönes Tag der Länge nach
zu durchwandern, ohne die Landſtraße benutzen zur nwiſſen. Dieſer
„Randweg” wird nicht durch Farbzeichen kenntlich gemacht, ſondern kleine
Täfelchen mit entſprechender Aufſchrift werdem den Wanderer führen.
Zunächſt ſvird die Weſtſeite des Tales in Angriff genommen. — Es
er=
folgte nun eine eingehende und lange Ausſprache über den Stand der
Angelegenheit betreffend Errichtung eines Ehrenmals auf denr
Lärm=
fiuer. Der Hauptausſchuß ſoll ernent erſucht werden, für dieſen ruhigen,
inmitten großer Wälder gelegenen Platz einzutreten. Die „Dorflinde‟
wird weiteres berichten. Vergeſſen möge ma nicht, daß der „hintere
Odenwald” auch zum Geſamtklub gehört und bis jetzt noch kein Mal,
Turm oder Stein, errichtet von der Geſamtheit, aufweiſenv kann.
Zum Schriftführer des Bezirks wurde Herr Delta=König gewählt.
Hiermit war die Tagesordnung erſchöpft und Herr Schäfer ſchloß die
Verſammlung.
L. Michelſtadt, 19. April. Familienabend. Der Evangeliſche
Kirchengeſangverein Michelſtadt wird, wie alljährlich, ſo auch in dieſem
Jahre, und zwar am Samstag, 21. April, und Sonntag, 22. April, im
Saale des „Schmerkers Garten” einen Familienabend veranſtalten. Das
Programm des Abends wird von den Mitgliedern des Vereins
beſtrit=
ten werden und ſieht neben Geſangsuorträgen des Chors die
Wieder=
gabe des Singſpiels „Aennehen von Tharan” vor.
b. Erbach i. O., 20. April. Durnverein 1860. Die geſtrige
Verſammlung ließ in bezug auf Beſuckerzahl zu wünſchen übrig. Der
Vorſitzende, Herr Hübner, gab zunächſt Bericht über die von dem
ſtädtiſchen Amt ür Leibesübungen bis jetzt ergangenen Beſchlüſſe
bezüg=
lich der Sportplatzeinweihung. Das Verhältnis der Spielabteilung zum
Verein löſte eine lebhafte Ausſprache aus. Allgemein wird bedauerk,
daß durch die immer noch andauerndem Aubeiten an demr Gelände des
Sport= und Erholungsbarks jedes Training unmöglich gemacht wird
Dieſes Uebel wiud ſich öhne Zweiſel bei den Veranſtaltungen anläßlich
der Einweihung, die im Juni (2) ſtattfinden ſoll, bemerkbar machen.
Zum Notbehelf ſoll für die Folge an den verſchiedenen Wochentager
in dem Saal des Café Glenz Turnſtunde abgehalten werden. D
Anteilſcheine, die anläßlich der Erſverbung des Platzes ausgegeber
den, werden in beſtimmtemr Prozentſatz jährlich ausgeloſt.
ſammlung nimmt dieſelbe vor. Die Urkundsperſonen verk
endes Reſultat: Es komien zur Ausloſung auf nachſtehende
ein Antcilſchein mit 10—40 RM. 38, 12, 14, 1. 39, 4. 69
letzte Nummer erhält die ausgeſetzte Prämie mit 10 MON.
Der größte Teil der Beſitzer der ausgeloſten Anteilſcheine
ugititige finanzielle Lage des Brrtm mi ſchentt den Betigg.
Aaſſe, was mit damfbarem Beifall aufgenomen wird. Nach
Beſpre=
chung einiger interner Fragen wird die Vevſammlung geſchloſſen. —
Odenwaldklub. Die diesjährige vierte Wanderung findet am
kom=
nnendem Sonmtag, den 22. April ds. Js., ſtatt. Sie führt von Erbach
nach Unter=Moſſau—Hiltersklingen-Lindelbrunnen-(Gras=Ellenbach)-
Güttersbach nach Erbach zurück. Abmarſch 8 Uhr an der Fachſchule.
N. Aus dem Odenwald, 18. April. Frühblühende Kinder
Floras am Waldrande. An ſonnigen Waldrändern grüßen den
Wanderer jetzt ſchon im ſchönſten Blütenſchmuck viele Kinder Floras:
blühende Erd= und Heideibeeren ſowie Ginſter, Hundsveilchen u. a.
Fvühlingsblumen konnten wir zum Beweiſe deſſen der Schriftleitung
überſenden. Alles ein Beleg dafür, daß Mutter Natur in dieſem
Früh=
jahr dank der günſtigen Witterung trotz vereinzelter Schneeſchauer
ver=
hältnismäßig ſehr früh zu neuem Leben erwacht. Auch der grüne Teppich
der Fluren iſt ſchon von dem hochgewachſenen Rapsgoldgelb geſtickt,
worin ſich die weißen Kirſchbäume wunderbar abheben.
— Hirſchhorn, 2. April. Waſſerſtand des Neckars am
19. April 1,51 Meter, am 20. April 1,38 Meter.
Bn. Hirſchhorn a. N., 19. April. Stärkung der Fiſcherei.
Durch Vermittlung des Deutſchen Fiſchereivereins wurden zum Beſatz
der hieſigen Flußwäſſer eine größere Menge Aalbrut zugewieſen. Für
das hieſige Neckargebiet ſind 40 000 Stück Jungaale angekommen, die
den langen Transport aus England gut überſtanden haben und gefund
und friſch eingeſetzt werden konnten. Die Neubeſetzung unſerer
Ge=
wäſſer erweiſt ſich als dringende Notwendigkeit, da das Aufſteigen der
Jungbrut vom Rhein und Main her durch Schleuſen= und
Wehr=
anlagen immer mehr beeinträchtigt und erſchwert wird. — Auf dem
hieſigen Rathauſe liegt der Voranſchlag der Gemeinde für
das Rechnungsjahr 1928 in der Zeit vom Mittwoch, den 18. ds. Mts.,
bis Dienstag, den 24. ds. Mts., zur Einſicht offen. Innerhalb dieſer
Zeit können die Bürger den Voranſchlag einſehen und etwaige
Einwen=
dungen dagegen vorbringen. Die vorgeſehene Einnahme für Waldſtreu
ſoll nicht unter die Ortsbürger verteilt werden, ſondern in die
Ge=
meindekaſſe fließen.
H. Aus dem Weſchnitztal, 19. April. Bannerweihe. Am
näch=
ſten Sonntag findet in Reiſen eine große Kundgebung mit Bannerweihe
der „Hakenkreuzleute”, die daſelbſt ſtark vertreten ſind, ſtatt. Man
er=
wartet eine rege Beteiligung von auswärts und ſpricht von 1000
Mit=
gliedern. Die Kundgebung beginnt mittags um 2 Uhr. — Laſtauto
derbrannt. Auf der Straße nach Mitlechtern geriet das Laſtauto
der Syenitwerke Erlenbach in Brand und verbrannte vollſtändig bis auf.
die Eiſenteile.
1. Von der Bergſtraße, 19. April. Der Hebammenverein für den
Kreis Heppenheim hielt geſtern in Weinheim ſeine
Frühjahrsberſamm=
lung in der Bahnhofswirtſchaft Menges ab. Dabei wurden die beiden
Hebammen Frau Kohl aus Oberabtſteinach und Frau Jäger aus Fürth
i. O. anläßlich ihres 40jährigen Dienſtjubiläums durch eine Ehrengabe
ausgezeichnet. Neben Wirtſchafts= und Standesfragen wurde in der
Verſammlung das Thema „Die Hinzuziehung des Arztes durch die
Hebammen” eingehend beſprochen.
Ay. Bensheim (Bergſtr.), 19. April. Der neue Direktor an
der Bensheimer Aufbauſchule. Unter dieſem Kennwort
konnten wir kürzlich melden, daß der Direktor der Heppenheimer
Ober=
realſchule, Dr. Beißinger, auf den bakant gewordenen Direktorpoſten
an der Bensheimer Aufbauſchule berufen wurde. Den Bemühungen
von Bürgermeiſter Dr. Schiffers=Heppenheim ebenſo wie denen des
Lehrerkollegiums der Heppenheimer Oberrealſchule iſt es jedoch
gelun=
gen, Dr. Beißinger zum Verbleib in Heppenheim, ſomit zur
Nichtan=
nahme des Bensheimer Direktorpoſtens, zu bewegen. Ein Beweis für
die Wertſchätzung, die ſich Dr. Beißinger in Heppenheim erworben hat.
Statt ſeiner wurde jetzt Studienrat Prof. Jakob Como, bisher am
Gymnaſium zu Bingen, zum Direktor der Bensheimer Aufbauſchule
berufen. Der Neuernannte iſt Neuphilologe und ſteht im 50.
Lebens=
jahre. — Um die Fortexiſtenz der Arbeitsämter
Bens=
heim und Heppenheim. Sicherem Vernehmen nach iſt die Frage
des Fortbeſtandes der beiden Arbeitsämter Bensheim und Heppenheim
in negativem Sinne entſchieden worden. Auf Grund der
Ver=
fügung des zuſtändigen Landesarbeitsamtes werden nämlich die Bezirke
der Aemter Bensheim und Heppenheim demjenigen des Arbeitsamtes
Weinheim angegliedert. In Bensheim und Heppenheim bleiben
jedoch Weinheim unterſtellte Dienſtſtellen beſtehen. Längere Zeit
hin=
durch war allerdings an der Bergſtraße die Auffaſſung verbreitet, die
Arbeitsämter Bensheim und Heppenheim würden dem Arbeitsamt
Darmſtadt angegliedert werden. Wenn jetzt die Entſcheidung — unter
Ueberſpringung der Landesgrenze — zugunſten des badiſchen Weinheim
gefallen iſt, ſo kommt darin gewiß die eine Tatſache zum Ausdruck, daß
die vor den Toren Mannheims und Weinheims liegenden ſüdheſſiſchen
Randgebiete wirtſchaftlich=induſtriell — nicht kulturell — mit dem
nord=
badiſchen Wirtſchaftsgebiete heute in einer engeren Kommunikation
mit=
einander ſtehen. Die endgſtltige Entſcheidung über die hier
bevor=
ſtehenden Veränderungen ſteht bei dem Reichsarbeitsamt Berlin.
Bg. Scheuerberg, 18 April. Unglücksfall. Beim
Bremholz=
ſchneiden mit einer Kreisſäge kam der Landwirt B. Bitſch von hier mit
der rechten Hand der Säge zu nahe, ſo daß demſelben drei Finger faſt
vollſtändig abgeſchnitten wurden. Der vierte Finger iſt verletzt. Nach
Anlegen eines Verbandes durch einen ſchnell herbeigerufenen Arzt ſurde
der Verletzte in das ſtädtiſche Krankenhaus nach Heppenheim überführt.
D. Biblis, 20. April. Konzerr des Geſangvereins „
Lie=
derkrang‟ Am kommenden Sonntag, den 22. April, findet im
Saale „Zur Krone” ein großes Konzert des Geſangvereins „
Lieder=
kranz” ſtatt und iſt der Zuſpruch, nach den bereits verkauften Karten
zu urteilen, ſehr groß. Es iſt deshalb ratzſam für alle Beſucher, ſich
rechtzeitig einen Platz zu ſichern, zumal das Konzert nicht, wie zuerſt
feſtgelegt war, um 8 Uhr beginnt, fondern bereits um 7¾4 Uhr, und
zwar wegen der Abreiſe der auswärtigen beteiligten Künſtler. Der
Verein hat keine Mühe geſcheut, dieſes Konzert zu einer muſikaliſchen
Feierſtunde werden zu laſſen, und werden ſich nur erſtklaſſige Künſtler
aus Darmſtadt, Alzey uſw. beteiligen. Die Abendkaſſe wird bereits
ſchon vor 7 Uhr geöffnet, damit jedermann Gelegenheit hat, ſich einen
guten Platz zu ſichern.
—Gernsheim, 20. April. Waſſerſtand des Rheins am
19. April 0,62 Meter, am 20. Aprile0,65 Meter.
O. Nauheim bei Groß=Gerau, 19. April. Beginn des
Nau=
heimer Spargelmarktes. Der von der Gemüſe= und
Obſt=
großmarkt=Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftung veuanſtaltete, ſeit
Jahren weithin bekannte Nauheimer Spargelmarkt iſt am Mittvoch
wieder eröffnet worden. Am erſten Maukttag waren die Zufuhren noch
nicht außerordentlich ſtark. Auch war die Zahl der Intereſſenten noch
nicht beſonders groß. Der Markt findet von jetzt ab täglich in der
Ver=
ſteigerungshalle in der Aliceſtraße ſtatt und dürfte ſich in Kürze
zahl=
reicher Beſchickung erfreuen. Die Spargelpreiſe ſind noch
verhältnis=
mäßig hoch.
Ma. Offenbach, 2. April. Dem hieſigen Chirurgen Dr. Königer
wurde die Leitung in dem neu errichteten Krankenhmife zu Schotten
üibertragen.
Rheinheſſen.
Al. Oppenheim a. Rh., 20. April. Der Kampf gegen die
Frühjahrsfröſte im Weinbau. Im Nachgang zu unſerer
Meldung über die Froſtbekämpfung in der hieſigen Gemarkung teilen
wir berichtigend mit, daß für 400 Klafter Weinbergsfläche fünf
Rauch=
entwicklungsrohre nötig ſind (nicht je Klafter fünf Rohre) und daß ſich
der Preis auf 1,10 Mk. je Rohr ſtellt.
Ad. Oppenheim, 18. April. Probealarm. Die Nachtübung ber
Freiwilligen Sanitätskolonne verlief in befriedigender Weiſe. Kurz nach
Mitternacht erſcholl das Alarmſignal uind ſchon 10 Minuten ſpäter
konnten 2 Sanitäter mit der Bahre nach der Unfallſtelle abrücken. Im
Zeitraum von 25 Minuten hatte ſich die ganze Mannſchaft der Kolonne
eingefunden.
f. Nieder=Olm, 18 April. Tödlicher Unglücksfall. Als der
Fuhrmann Bertz aus Sörgenloch, der die Milch der Sörgemlocher
Land=
wirte regelmäßig nach hier zur Bahn brachte, mit ſeinem leeren Wagen
auf dem Bahnſteig entlang führ, kam plötzlich ein Laſtkraftwagen über
den Bahnübergang, das Pferd ſcheute, ſo daß der Wagen mit der einen
Seite in die Schienen gelangte und umkippte. Der Fuhrmann fiel
herab und wurde von einem Rad am Leib überfahren. Er erlitt ſtarke
Quetſchungen und eine Kopfverletzung. Inzſiſchen iſt er ſeinen
Ver=
letzungen erlegen.
Oberheſſen.
Bad=Nauheim, 19. April. Ein neuer Leiter des
Bad=
uheimer ſtaatlichen Kurorcheſters. Heinz
Bon=
utz. der erſte Kapellmeiſter der Meininger Landeskapelle, iſt für
Kurzeit 1928 als erſter Kapellmeiſter des ſtaatlichen Kurorcheſters in
d Nauheim mit der Dienſtbezeichnung „Generalmuſikdirektor”,
ver=
htet worden. Bongautz, der in Krefeld und Köln ſeine muſikaliſche
Zbildung erhielt, wirkte zunächſt in Düren und München=Gladbach
Divigent und Operndirekto= und übernahm 1925 neben Oskar Fried
Leitung des Berliner Sinfonieorcheſters. Im Jahre 1926 wurde er
ur thüringiſ hen Staatsminiſterium zum Leiter der Meininger
Staats=
elle ernannt. Der künſtleriſche Ruf, de= dem erſt 34jährigen
Diri=
iten vorangeht, berechtigt zu den Frwartung, daß der rühmlich
be=
nten Tradition des Bad=Nauheimer Muſiklebens eine würdige
Fort=
uig geittt i
Seite 8
Samstag, den 21. April 1928
Nummer 111
AOfene Stellen
Männlich
Wir ſuchen für ſofort
zum tageweiſ. Führ,
unſerer Bücher einen
bilanzſicheren /10853
Schrlftl. Helmarbeit
Vitalis=Verlag,
Mün=
chen N 1. (IV.5285
Zuverläſſ., tüchtiger
Bewerbungsſchreib.
unter J 136 Geſchſt.
Tucht. Klavierspieler
für Sonntags geſucht.
Ang. m. Preisang. u.
J150 Geſchſt. (*10884
Wir ſuchen mehrere
Reiſe=Vertreter
für Perſonen= und
Laſtwagen. (7081a
3. Donges & Wieſt
Zuverläſſ. Chauffeur
zum Tankſtellen und
Garagendienſt geſ.
Große Tankſtelle u.
große Garage Grafen=
0818
ſtraße 6.
20 Mk.
Tagesverdienſt
u. mehr durch Ver
trieb m. neueſten
Patentartikels. (
Ge=
brauchsart. f.
Laden=
geſchäfte) uſw. Nur
Poſtkarte an d. Pötters,
Duſſeldorf. 93, (IV. 7031
Jüngerer
Mann
mit guter Handſchrift
als Lagerverwalter
geſucht. (7038
Donges &Wiest.
14—16jähr., kräftige
Lanfburſche (Radf.
ſof, geſ. Näh. Geſchſt
1078
Japezier=Lehrlin
(7047a
geſucht.
Leonharb Menger,
D., Bismarckſtr. 58
ca 20-25 Jahre, im
Packen bewand., per
ſof. geſucht. Nur
Be=
werber, welche ähnl.
Poſten ſchon bekleid.,
wollen ſich Montag.
22. April, vormittags
melden. Zeugn.
un=
bedingt erforderlich,
Georg Engelhard
Bismarckſtr. 54
Fabrikgebäude, 1. St.
(*10832)
Weiblich
Mei Re
I. Arbeiterin
ſof. geſucht.
Ununter=
brochene. langjährige
Tätigkeit erforderlich.
H. Dehn, Kaſinoſtr. 12111,
Damenmaßſchneiderei.
Süchtige Friſeuſe
gegen höchſtes Gehalt
ſofort od. 1. Mai geſ.
Ang. u. J 105 Gſchſt.
(Eu0r7tsom)
Braves williges
Alleinmädchen
jedoch mit nur guten
Empf., von kinderloſ.
Ehepaar in
ange=
nehme Dauerſtellung
geſ. Alfred=Meſſel=
(6981a
Weg 34.
Hct. Frſelſe
für 1. Mai geſucht.
Ph. Jayme
Mauerſtr. 4. (*10731
Gewiſſenh. Mädchen
geſucht f. herrſchaftl.
kinderl. Haushalt b.
nach dem Spülen.
Angeb. unt. J 118 a.
die Geſchſt. (*10801
Angeſehene
Verſicherungs=Geſellſchaft
mit allen Branchen
W hat ihre
Agentur mit Inkaſſo
zu vergeben. Es kommen
nur Herren in Frage, die in
der Tage ſind, die Sache zu
übernehmen und den Beſtand
A zu vergrößern. (*10761
Angebote unter 1 O9 an die Geſchäftsſt.
Glänzende Exiſtenz
für Herrn oder Dame
bietet ſich durch Uebernahme eines
General=Vertriebes
für den Bezirk Darmſtadt mit nur Verſand
eines konkurrenzl., kosm. pharm. Artikels,
welcher von Autoritäten und Privat glänz.
begutachtet u. wofür größte Erfolge
nach=
weisbar ſind. Bewerber mit kleinem
Ka=
pital für Lager belieben ihre Adreſſe
ein=
zureichen an Verſandhaus „Biktoria”
München, Roſenthal 2.
(I. Mch. 6989
Größeres rheiniſches Werk
ſucht zum baldigen Eintritt
für ſeine Patent=Abteilun
einen jüngeren
Oiplom=Ingenient
Bewerber mit Kenntniſſen der engl.
u. franz. Sprache werden bevorzugt.
Offerten mit Lebenslauf,
Zeugnis=
abſchriften, Lichtbild, ſowie
An=
gabe von Gehaltsanſprüchen und
Referenzen erbeten unter J 120
an die Geſchäftsſt. ds. Bl. (7045a
segenspen
Onne 1m
Ause.
Wenn aus schwarzen Wolken
plötz-
lich die goldene Sonne bricht, welche
Freude! — Die Sonne bewirkt das
Wachstum. Sie wärmt und verklärt.
Trachten wir nicht alle nach einer
sonnigen Wohnung? — Weshalb? —
Um die Sonne sorgsam
auszusper-
ren, damit die Wände ja nicht
ver-
schiessen. — Wäre es nicht klüger,
die Wände richtig zu kleiden, mit
einem Wandkleid, das die Sonne
erträgt, nein, das sogar am grellen
Lichte gewinnt wie Linnen an der
Sonnenbleiche? — Es gibt solche
Wandkleider. Sie heissen Salubra
und Tekko und
beste-
hen aus Olfarbe und
lubra und Tekko
blei-
selben, selbst unter der
Sonne der Sahara. Die
lichtecht, waschbar
zäher Papiermasse. Sa- Der=Nk.Z0.000 spendende Sonne im
Mähltenert
ben neben den Bildern Wenn Sie nüchstens Räume heute noch Proben und
gleich wie hinter den- mit Salubra oder Tekko aus- Was andere Leute von
zustatten gedenken,
versäu-
der schönsten Raumpartie
dem Preisgericht
einzusen-
den. Es werden 400 einfache
und Prunkräume prämiiert
mit M. 4000.-, 3000.-, 2000.-,
1200.-, 800.- u. s. w
ge-
mäss den
Wettbewerbsbe-
dingungen, kostenlos von
C. A. Stützer Nachf.
Darmstadt, Schützenstraße 5.
reiche ursprüngliche Farbenpracht
von Salubra u. Tekkowird Ihre Räume
bleibend verklären, wie am ersten
Tage. Flecken können Sie mit Bürste
und Seifenwasser wegwaschen.
Salub-
ra und Tekko adeln Ihre Möbel u.
Bilder, wie die Goldfassung den
Edel-
stein. Und ist es draussen finster
und kalt, so strahlt von Ihren
Wän-
den ein Sonnenschein aus den edeln,
reinen Farben von Salubra und
Tekko. Sehen Sie sich diese
stim-
mungsvollen Muster vorerst
unver-
bindlich bei uns an. Einen Tag
früher Tekko oder Salubra an
der Wand, heisst
ei-
nen Tag mehr segen-
Hause. Verlangen Sie
men Sie nicht, ein Lichtbild Salubra und Tekko
halten”, kostenlos von
C
lichrecht, waschbar
(V 111
R
T 7040
General-Vertreter
der bei Lebensmittelgeſchäften uſw. gut
ein=
geführt iſt. Off. u. F. M. 16076 an Ala-
Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M.
Auf 1. Mai zuverläſſ.
Mädchen
geſucht, das ſelbſtänd.
kochen kann u. etwas
Hausarb. übernimmt.
Vorzſt. 5—7 Uhr
nach=
mittags. Am
Erlen=
berg 17, 1. Tr. (6876a
Aelteres, im Kochen
und Haushalt erfahr,
Mädchen
zum 1. Mai geſucht.
Beſte Empfehlungen
u. Zeugn. erwünſcht.
Näh. Geſchſt. (*10804
Ehrl. Mädchen
mit guten
Empfeh=
lungen über Mittag
geſucht. Vorzuſtellen
ab 9 Uhr
10792
Martinſtraße Nr. 47
Tauffrau
geſucht 2mal
wö=
chentl.
Frankfurter=
ſtraß e76, II. (*10824
Wir geben hierdurch bekannt, daß nach
er-
folgter Einrichtung die Serienfabrikation
unseres neuen Achtzvlinder-Wagens mit 5 Wagen
täglich beginnt. Unrere Belegschaft so1 bi=
Juni ds. Js. von 250 auf 600 Mann erhöht
werden. Guten Facharbeitern,
Breher, Fräger,
Bchleifer, Bohrer
bieten wir Accordverdienste bis RM. 1.30.
angelernten Maschinenarbeitern bis RM. 1.10.
Bei Bewährung übernehmen wir
Wohnungsbe-
schaffung sowie Umzugsvergütung.
Melden wollen sich besonders Leute, die gute
Dauerstellung suchen.
Lehrlinge werden nocn angenommen. —
Röhr-Aute A.-G.
Ober-Ramstadt (Hessen)
Einfaches, gebildetes
Frl., nicht unter 18
Jahren, evgl., kann
das Kochen u. Haus=
haltführen erlernen.
Fam.=Anſchl., Dienſt=
mädchen vorhanden.
Angeb., evtl. m. Licht=
bild, dem Rückporto
beizufügen iſt, an
Frau Dr. Wirth,
Wörrſtadt (Rh.=Heſſ.),
7039) Frl.0d.Schweſter
mit flott. Handſchrift
und Kenntnis im
Maſchſchr., die ſich z.
Hilfeleiſtung i. ärztl.
Sprechz. eign., halb=
tags geſ. Angb. unt.
J113 a. Gſchſt. (*10793 Geſucht zum 1.
i
Mia
Faen
mit guten Zeugniſſ.,
n. unt. 20 Jahr., tags=
über für alle Arbeit.
Vorzuſtellen zwiſchen!
3 und 5 Uhr. Fran
Geheimerat Stamm,
Bismarckſtraße 45, I.
(*108621 Tücht. Mädchen
nicht unt. 18 J, tags=
über ob, bis nach. d.
Spülen ſofort geſ
Pallaswieſenſtr. 38, p
10860) Pertekte Ste
mit mehrjäht
Fabrikbüro g
schr. Bewer
erheten unte. notypistin
riger Tätigkeit Von) burg, Köchin., 1 Haus=
bg. mit Lebenslaut
rJ114 an die Ge- schättsstelle ds. Blattes. (7036
Unabhäng Wäscherih u. Servierfrl, für hier
und Putzerin
täglich 8 Stunden für dauernd gesucht. Eliſabethenſtraße 5. Leibbinden- und Korsettfabrik
Gündner-Lang
Eschollbrückerstr. 28/30
Oienorypinin
mögl. mit franz. und engl. Sprachkennt=
niſſen per ſofort geſucht. Ausführliche der Rheinpfalz ge=
Offerten an Rud. Weber &Cp,
Schreibwarenfabrik, Nieder=Kainsbach
im Odenwald.
(7044a
Saub. Lauffrau
3mal in der Woche 2
Std. vorm. geucht
Wenckſtraße 51, part.
O.7063)
Ehrl., fleiß., älteres
Mädchen
mit gut. Zeugniſſen
geſucht. Kemmerzehl,
Schreinermeiſter,
Freneſtr 2, I. (*10855
Euche Hzusmädch. d.
näh., büg, u. ſerv, k.,
mehr. tücht, Allein=u.
Tagesmdch Karolina
Beck, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Karlſtraße 25. (*10894
Tüchtiges, ordentl
Mädchen
das kochen kann, zum
1. Mai geſ. Feitler,
Ernſt=Ludwigſtr., Ecke
Schuchardſtr (*10893
Suche gute bürgerl
Köchin nach Aſchaffen=
Fesucht. Handge- mädch., Alleinmädch.,
die koch, könn., mehr.
jüing. M ädch.,
Hotel=
u. Beiköch., Zimmer=,
Haus= u. Küchenmdch.
Stell. ſuchen:
Büfett=
u. auswärts. Minna
Dingeldein,
gewerbs=
inäßig. Stellenbüro,
210897
Tel, 3365.
Köchin
die gut bürgerl. koch.,
backen und einmachen
kann und ganz
ſelb=
ſtändig iſt (
Anfangs=
gehalt 70 ℳ), ſowie
tüch tiges 1.
Zimmir=
mädchen (50 ℳ Geh.
in Herrſchaftshaush
ſucht. Weit. Dienſtm.
ſow. Waſchfr. u.
Gärt=
ner vorh. Ang, J 14(
Geſchäftsſt (*10877
Alleinmädchen
perf. im Kochen u. Haush.
zu 2 Perſ. bei hoh.
Lohn geſucht.
Lauf=
frau vorhanden.
An=
gebote unter U 137
Geſchäftsſt. (*10854
Weiblich
Suche für meine
Tochter, 17 Jahre alt,
Stellung als (6921a
Haustochter
zur weiteren
Aus=
bildung im Haushalt.
Taſchengeld und
Fa=
milien=Anſchluß er
wünſcht.
Frau Johann Kehl,
Nierſtein a. Rhein,
Große Fiſchergaſſe 11.
Junge
unabhäng. Frau
ſucht Laufſtelle b. n.
dem Spülen *10807
Darmſtr. 25, part.
Fleiß. ehrl. Mädchen
vom Lande, 21 J.
mit Zeugniſſen, ſucht
Stellung in guter
Famil. Ang. u. J 103
a. d. Geſchſt. (*10766
Unabhäng. jg. Frau
ſch. in Stellg. geweſ.
(Büfett), ſ. Stellg. in
Betrieb, Zimmer od.
Büfett. Ang. u T153
in d. Geſchſt. (*10895
Suche für 16 jährig.
Mädchen Lehrſtelle.
Angebote unter T 140
Geſchäftsſt. (*10858
Männlich
Schriftſetzer
in all. Satzart bew,
mit Lehrber,, ſucht
am liebſt. als Berechn.
Stell. inDarmſt. Ang u.
F 104 Gſchſt, (*10770
Sung Kaufmann
mit beſt. Zeugn. und
höh. Schulb. ſucht St.
Ang. unt. J 128 an
10827
die Geſchſt.
Anſtänd, led. Mann.
26 Jahre alt,
Führer=
ſchein 2 u. 3b, ſucht
Stellung, auch zur
Aushilfe. Gefl. Ang
erbet. unt. J 131 an
die Geſchſt. 108.3sg
Junger, fleißiger
Burſche
vom Lande ſucht
Stellung als
Lauf=
burſche geg. geringe
Vergüt. Ang. unter
J 148 Geſchſt. ( 10881
Behlniene
geſucht für meinen
Sohn von 18 Jahren,
der ſchon über 3 Jahre
praktiſch gearbeitet
hat, am liebſten in ein
Ladengeſchäft oder
en gros. Fleißig und
willig. Zeugniſſe
vor=
handen. Angeb. unt
J145 an die Geſchſt.
(*10872)
Schwache
Merven
eind die Orundursachen
ler meisten
Krankhel-
ten, Blutarmut,
Herz-
klopfen, nervöse
Kopf-
schmerzen,
Schlaflosig-
kelt, Schwächezustänc.
aller Art Unlust zur
Arbelt, Zittern,
Appe-
dtlosigkelt, nervöse
Magenbeschwerden
sollen nur durch
Doppolherz
lem von der
Wissen=
schakt anerkannt.
Ner-
venkräftigungsmittel
benandelt werden.
Allein echt mit der
Herzschwester.
Orisinaltlasche
Gü. 2— 3.00 uad4 5.—
Za habett in zllen Apod
Beten uad. Dtogerien,
Bestimmt bei: Engel-
Drogerie H. Schaub,
Schwanen-Drogerie
W. Walter,Gardisten
straße 17. (IV 104
A
Bürovonstefen
27 Jahre alt, an planmäßiges,
zielbewußtes Arbeiten gewöhnt,
in ungekündigt. Stellung, wünſcht
ſich per 1. Juni zu verändern.
Eilangebote mit Gehaltsangabe
unter 1 123 an die Geſchäfts=
(* 10809
ſtelle.
Ue
jünger. Kaufmann
bewandert in Korreſpondenz, Buchhaltung
Maſchinenſchreiben, Stenographie 170Silb.)
u. ſämtl. Kontorarb., ſucht per 1. Mai, evtl.
früher, Stellg. Angeb u. J138 Geſch. /10856
Wohnungstauſch
Euche ſchöne 3
Zim=
mer Wohng", biete
ſchöne 4 Zim.=Wohn.
(Südoſt). Angeb. unt.
J 110 Gſchſt. 10788
Wohnungstauſch.
Suche 3 Zim.=Wohn.
mit Küche, el. Licht
u. Zubeh. (
Martins=
gegen eine ſolche in
Heppenheim a. d. B.,
5 Min. v. Bahnhof.
Angeb. u. T 139 an
die Geſchſt. (10861
Leeres Zimmer zu
verm. Angeb. unter
107 an die Geſch. erbeten. (*1077
Stiftſtrage 19, part.
2 Büro=Räume,
ſeit=
her als Aſthma =
In=
halatorium mit
ſe=
parat. Eingang von
Straße vermietet, ab
1. Mai zu ver
mieten. *10459ms
Ue
4—5 Räume, für
Engrosgeſchäft, leich
ten Fabrikbetrieb,
Werkſtätte mit evtl.
Wohngelegenheit z
vermieten. (5421a
Verkftäten
Werkſtatt zu verm
Tannenſtr. 8, I. lks.
(B7057)
Schneider=Werkſtätt
m. Inventar, helles
Manſardenz. el. L
z. verm. N.=
Ramſtäd=
terſtr. 16. Vdh. II., I.
*10685)
Kiesſtr. 10, I., möbl.
Zim. zu vm. (*10572ds
Vornehm möbl.
Zimmer
ſofort beziehb.
Hügel=
ſtr. 15, Laden. (6980
Mathildenſtr. 53,pt.
gut möbl. Wohn= u.
Schlafzimm. m. zwe
Betten zum 1. Mai,
evtl. früher, zu
ver=
mieten. ( 10693fs
Wihelminenpl.g
in beſter Lage, ſehr
freundl, gut inöbl.
Zim zu verm. /e10813
Im Geiſenſee 11
möbliertes Wohn= u.
Schlafzimmer mnit
Klavierbenutzung zu
vermieten. (6709 Eliſabethenſtr. 251
II., g. möbl. Zim. m
viertel erwünſch.) — Penſion zu vermiet
(*10345ms) Wienerſtr. 59, part
möbl. Zim. m. elektr.
Licht zu vm. 110834 Taunusſtraße 45, I.
möbliert. Zimmer zu
vermieten. ( 10897 Mollerſtr. 46, part.
Ccke Rhönring, be
Thomas, ſchön möbl
Zimmer mit Kaffee,
Bedienung u. Bett=
wäſche z. Pr. 29 Mk.
monatl. ſof. zu ver=
mieten.
(*10903 Freneſtraße 1, I.,
möbl. Wohn u. Schlaf=
zim. (2 Betten), evtl.
einzeln, zu permiet.
(7086a) Martinsſtr. 97, pt.,
gut möbl. Zimm. m.
fſelektr. Licht per 1
Mai zu verm /10850 „iedeſelſtr. 74, III.
möbl. Zimm. z. vm.
(110822) Wienerſtr. 52, möbl.
Zim. z. verm. (*10692 Hoffmannſtr. 4, gut
möbliert, Wohn= und
Schlafzimmer. 1090 Luiſenſtr. 32, Vordh,
2. St., Flörsheimer,
möbl. Zim. ſof. z. vm
10864 Pallaswieſenſtr. 41, 1II.
möbl. Z. z. d. *10868 Rhönring 133, pt., frol.
möbl. Z. z. v. (*10871 Jaunusſit. A.N.
möbl. Zim. zu verm
elektr. Licht. (*10814 Medeſelſt. K.P.
ruhig gel. möbl. Zim=
mer mit el. Licht an
geb, ruh. Herrn zu
vermieten. (*1079. Ballonplatz 3, Vdhs.,
mbl. Z. mit 2 Bett.,
evt. auch 1 Bett zu
vm., ſep. Eg. (*10805 Darmſtraße 10,I.
möbl. Zim. z. verm. Neckarſtr. 4, Garths.
k8.
St. (Häusge)
rdl. mbl. Zim., el.
„ per 1. Mai z. v.
Schöner, gr., neuhergerichteter
Taden
ab 1. V. zu verm. Derſelbe befindet ſich
inmitt, eines Verkehrsreichen groß. Ortes
in der Nähe Darmſtadts (Bahnſtation),
Dazu gehören 2 Wohnzimmer Lebensm=
Geſchäft komimt nicht in Frage. Der Laden
eingnet ſich ſehr gut als Möbel=,
Schuh=
vder Kleidergeſchäft. Angeb. unter J 142
an de Geſchäftsſtelle
(7064
V0 Dutd=Raune
mit Zentra l eizung in beſter Verkehrslage
jetzt oder ſpäter zu vermieten Angebote
unter I 154 an die Geſchäftsſtelle, (7084
Taunusſtr. 12, II. r.
freundl. möbl. ſonn.
Zimmer mit el. Licht
zu verm. (*10760
Eliſabethenſtraße 62,
Vdhs. 1. St., möbl.
Zim. mit Schreibt.
p. 1. 5. z. vm. (* 10775
Möbl. Zimmer z. vm.
Näh. Kaſinoſtr. 30) pt.
(*10852)
Wenckſtraße 9, III.,
möbl., ſep. Zimmer
an berufstät. Herrn
zu verm
(*10847
Zutenbergſtr 13,III.,
möbl.
Balkonzimmer=
elektr. Licht, zu ver,
mieten
(*10846
Pankratiusſtr. 67,
III. I., freundl möbl.
Zim. z. verm. (*10829
Tannenſtr. 8, I. I.,
1 leer. Zim. z. verm.
(B7056
Bervinu=ſtr. 49, Hth.
1. St., möbl. Z. m el.
Licht zu vm. (*1083.
Kaupſtraße 50, I.
mbl. Zimmer z. vm.
(jo78lsgo)
MPenſionenß
Restaurant
Frz. Kratsch
Magdalenenſtr., Ecke
Lauteſchlägerſtraße,
empfiehlt bürgerlich.
Mittag=u. Abendtiſch
80 Z. Separ. Zimm.
m. Klav. frei. (*10651f
Gut, kräft.
Mittags=
u. Abendtiſch 80 Pf.,
Nähe Kapellplatz.
Näh. Geſchſt. (*10868
Lehrersfam. nimmt
1—2 höhere Schüler
in liebev. Verpfleg,
Beaufſichtig. d.
Haus=
aufg, w. a. übernom,
Angeb. unt. J 35 a.
(*10577
d. Gſchſt.
Aünterrichtß
Klavier=
Lehrerin
m. allererſt. Referenz.
erteilt Unterricht.
Anfänger bevorzugt.
Ang. unt. J 122 an
die Geſchſt. (*10808
Klavler=Unterricht
ert. konſ. geb. Klav.=
Lehrerin. Hr. mäßig,
Saalbauſtr. 42, II. (6532a
Privatfachſchule
für
Stenographie
Maſchinenſchreiben.
Gründl. Ausbildung
für Anfänger u.
Fort=
geſchrittene.
M. Naumann
Waldſtu. 4/41054 7mss
Ehep. wünſcht Einz=
Tanzunterricht
modern. Haupttänze
abends zw. 6—9 Uhr.
Preisangeb. u. J117
a. d. Geſchſt. (*10799
äufe K
Sehr guterhaltenes
Chaiſelongue
180 zu 80 cm nur aus
ſ. gut. Hauſe zu kauf.
geſucht. Schriftl.
An=
gebote an Menges,
Gervinu ſtr. 68/10888
Siermarkt
Junge prima
Fahr= und
Nah=
rungskuh m. Kall
zu verk. Zeiterſtadi
Liebfrauenſt. 11. 70094
Sonnenvögel
(Chineſiſche Nachtigallen)
hochfeine Sänger, das
ganze Jahr ſingend;
prachtvoll in Farbe,
Männchen Stück 4,50
ℳ, 3 St. 12 ℳK,
aus=
geſuchte
Doppelüber=
ſchläger Stück 5,50.6;
3 St. 15ℳ, Weibchen
St. 2ℳ, 3 St. 5.R
Alexander=
Papa=
geien, ſprechen
ler=
nend, ſchöne Vögel,
Stück 8.ℳ, m.
Draht=
käfig 7.50 ℳ mehr.
Verpackung für 1-3
Vögel 1,20 ℳ, Porto
2,20,. Preis iſten üb.
Papageien, Affen,
Käfige umſonſt.
Gustav Müifer
Hamburg 19
Vogel Großhandlung.
(IV. 7032,
Kanarien=6. u. Zucht=
W=
zu verkauf. Trulfel,
Bismarckſtr. 28. (6 1362
Minorka= druterer
aus ſtets höchſtpräm.
Zucht laufend
abzu=
geben. Möſer,
Ruths=
ſtraße 24. *10848
Kanarienvogel
entflogen.
Ab zugeben: Kolzſtr.
Nr. 7 (Ladenſ. (7087
Nummer 114
Samstag den 21 April 1928
Seite 9.
Die Erſatzteile
für die ,Bremen”unterwegs.
Weitere Verzögerung des Starts
nach New York.
EP. Ottawa, 19: April.
Nachdem die nötigen Erſatzteile, u. a. der
Propeller des Junkersflugzeugs „B 13” mit der
Eiſenbahn nach der Marray=Bucht befördert
worden ſind, von wo ſie nach Greenly Island
zur Ausbeſſerung der „Bremen” weitergehen,
pechnet man damit, daß der Start der „Bremen”
in Bälde erfolgen kann, jedoch auf keinen Fall
vor Sonntag. Major Fitzmaurice, der die
Ent=
ſendung der Erſatzteile für die „Bremen”
über=
wacht, befindet ſich noch immer in Murray Bay.
Preſſeberichte kündigen an, daß die
Flugbedin=
gungen ungünſtig ſeien, ſo daß Major
Fitz=
maurice wahrſcheinlich früheſtens am Samstag
nach Greenly Jsland werde zurchkehren können.
Die Ankunft der drei Atlantikflieger in New
York därfte ſich dann bis in die zweite Hälfte
der nächſten Woche verzögern.
Starker Siurm
an der amerikaniſchen Nordoſiküſie
New York, 20. April.
Der an der ganzen Nordoſtküſte herrſchende
ſtarke Strm, der, wie gemeldet, den
Flugver=
kehr zwiſchen Greenly Jsland und der
Außen=
welt erneut beeinträchtigt hat, hat an der ganzen
Nordoſtküſte der Vereinigten Staaten
beträcht=
lichen Schaden angerichtet. So iſt u. a. eine
ganze Reihe von Waldbränden zu verzeichnen,
unter denen einer bei New Jerſey in
Pennſyl=
banien einige tauſend Acres Wald vernichtet
und zahlreiche Häuſer zerſtört hat. Die
Bevöl=
kerung der in den Waldbezirk eingebetteten
Siedlungen mußte ihre Wohnſtätten im Stich
laſſen und flüchten.
Eintreffen der „Bremen”
in New York nächſie Woche?
New York, 19. April.
In hieſigen Fliegerkreiſen wwird die Meinung
geäußert, daß, falls die Erſatzteile für die „
Bre=
men” noch heute in der Murray=Bucht
eintref=
fen, die „Bremen” für Montag in New York
erwartet werden könnte. Das hieſige Büro des
Norddeutſchen Lloyd erhielt einen Funkſpruch
von Freiherrn von Hünefeld, in dem er mitteilt,
er beabſichtige auf alle Fälle mit der „Bremen”
nach New York zu fliegen. Die „Bremen” werde
dank der Mithilfe von Cuiſinier und ſeiner
Ge=
ſellſchaft Transcontinental Airways bald
ſtart=
bereit ſein. Er und ſeine Kameraden hofften,
Montag oder Dienstag in New York
einzutref=
fen. Er werde noch die Startzeit telegraphiſch
mitteilen. Möglicherweiſe würde eine
Zwiſchen=
kandung vorgenommen werden. Es wird
ver=
mutet, daß eine Zwiſchenlandung in Lake
Sainte Agnes oder Murray Bay zwecks
Brenn=
ſtoffergänzung erfolgen wird.
Flugpläne der deutſchen
Ozean=
flieger.
EP. London, 20. April.
Ein Flugzeug, das von dem Begleiter des
Ozeanfliegers Byrd, Balchen, und von dem
Flieger Bennet geſteuert wird, iſt heute, um
7 Uhr vormittags amerikaniſche Zeit, von
De=
troit nach Murray=Bucht aufgeſtiegen, um dort
den Major Fitzmaurice und einen Mechaniker
der Junkerswerke mit Reſervematerial für die
Amerikas Luftpolizei in Bereitſchaft.
Zwei Flugzeuge der amerikaniſchen Luftpolizei im Inſpektionsdienſt.
Im Kreiſe: Ein Offizier der amerikaniſchen Luftpolizei.
Seit Eintreffen der deutſchen Flieger jenſeits des Ozeans befindet ſich auch die amerikaniſche
Luft=
polizei in erhöhter Bereitſchaft.
„Bremen” an Bord zu nehmen und nach
Greenly Island weiterzufliegen.
Die kanadiſche Preſſe verbreitet Gerüchte, daß
die deutſchen Flieger die Abſicht haben, mit der
„Bremen” von Amerika nach Deutſchland
zu=
rückzufliegen. Dieſe Meldung ſtammt von einem
kanadiſchen Zeitungskorreſpondenten, der in
einem Flugzeug angeblich Greenly Island
be=
ſucht und Hauptmann Köhl geſprochen hat.
In ähnlichem Sinne äußerte ſich auch Major
Fitzmaurice, der hinzufügte, daß in dem
Reiſe=
programm der Ozeanflieger auch ein
Ueberland=
flug über die Vereinigten Staaten und Kanada
vorgeſehen ſei. — Nach den Angaben des
Kor=
reſpondenten wird die Reparatur der „Bremen”
ſechs Tage, vom Eintpeffen der Reſerveteile an
gerechnet, dauern. — Fitzmaurice gedachte
wäh=
rend ſeines Aufenthalts in Murray=Bucht der
Flieger, die ihr Leben bei dem Verſuch
einge=
büßt haben, den Atlantiſchen Ozean von Oſten
nach Weſten zu überfliegen. Er berichtete auch,
daß Baron von Hünefeld nach der Landung
zweimal im Eiſe einbrach, daß ſich aber ſeine
Rettung, wenn auch unter großen
Schwierig=
keiten, bewerkſtelligen ließ.
Das Mißgeſchick bei der Landung
der „Bremen”.
Der Spezialkorreſpondent der „New York
Times” in der Murray Bay veröffentlicht in
ſei=
nem Blatte auf Grund weiterer Unterhaltungen
mit Fitzmaurice noch folgende neue Tatſachen:
Das Aufſetzen der „Bremen” bei der Landung
in Greenly Island war infolge des Einbruchs
des Eiſes ſo hart, daß Köhl und Fitzmaurice
gegen das Inſtrumentenbrett geſchleudert
wur=
den, während der hinten ſitzende v. Hünefeld
nach vorn rückte. Fitzwauvice fand ihn, den Kopf
nach unten und mit den Füßen in der Luft, wie
er verſuchte, die Oeffnung hinter ſich zu
er=
reichen. Als Fitzmaurice ihm dann
hinausge=
holfen hatte, trat von Hümnefeld einen Schritt
rückwärts und fiel in das eiskalte Waſſer,
Fitz=
maurice zog ihn raſch wieder heraus, aber da
Hünefeld Gummiſtiefel trug, rutſchte er ſofort
wieder aus und fiel, den Kopf voran, nochmals
ins Waſſer; nochmals holte ihn Fitzmaurice
heraus. Da es bitter kalt war, froren die
Klei=
der von Hünefelds ſofort auf dem Körper feſt,
und er wurde ſchnellſtens zum Auftauen in den
Leuchtturm gebracht.
Vor der 3. Etappe des deutſchen
Ozeanfluges.
„uen
Mfe
Von Grernly Jsland nach New York.
Unſere Karte zeigt das Gebiet der dritten Etappe
des deutſchen Ozeanfluges. Die erſte führte von
Berlin nach Irland, die zweite von Irland nach
Greenly Island und die dritte ſoll die tapferen
Flieger nach New York bringen. Die genaue
Flug=
route von Greenly Island nach Ncw York ſteht noch
nicht feſt.
New York rüſtet ſich.
Die Vorbereitungen für den
Empfang.
New York, 20. April.
Hier wird jetzt angenommen, daß die „
Bre=
men” am Mittwoch in Mitchellfield eintreffen
werde. Der ſtädtiſche Empfangsausſchuß, der
mit einem außerordentlichen Andrang nicht nur
der Menſchenmenge, ſondern auch von
Flug=
zeugen rechnet, erſuchte Hoover, beſondere
luft=
polizeiliche Vorſchriften zu erlaſſen, ſo daß nur
eine Militäreskorte von Flugzeugen, ferner
Preſſe=, Film= und offizielle Flugzeuge die
Er=
laubnis erhalten werden, ſich der „Bremen”
während ihres Fluges nach Mitchellfield auf
eine halbe Meile zu nähern.
Die Empfangsfeierlichkeiten
in Waſhington.
Waſhington, 20. April.
Wie die „Aſſociated Preß” erfährt, ſind außer
den bereits gemeldeten Programmpunkten
fol=
gende Feierlichkeiten für die Ankunft der „
Bve=
men”=Flieger vorgeſehen: Entgegenflug eines
Geſchwaders von Armeeflugzeugen, Empfang
auf dem Flugplatz Bollingfield durch
Staats=
ſekretär Kellogg und andere Mitglieder des
Ka=
binetts, durch den deutſchen Botſchafter und den
iriſchen Geſandten. Sodann finden Bankette
in der deutſchen Botſchaft und in der iriſchen
Geſandtſchaft ſtatt. Außerdem iſt ein Beſuch des
Grabes des unbekannten Soldaten vorgeſehen
und offizielle Begrüßungen in beiden Häuſern
des Parlaments geplant.
Einladung Fords
an die „Bremen”=Flieger.
Edſel Ford richtete an die „Bremen”=Flieger
durch den hieſigen Fordvertreter die Einladung
zum Beſuch der gegenwärtig in Detroit
veran=
ſtalteten Flugſchau. Er bot den Fliegern für die
Dauer ihres Aufenthalts ſein Heim in
Dearn=
born an, erbot ſich, die Flieger mit einem Ford=
Flugzeug von New York nach Detroit zu
beför=
dern und ſtellte ihnen ferner Lincoln=
Automo=
bile mit Chauffeuren für die ganze Dauer ihres
Aufenthalts in Amerika zur Verfügung.
Ein Lob auf die „Bremen”.
Lehren aus dem Ozeanflug.
Murray Bay (Quebec), 19. April.
Im Verlaufe eines Preſſeinterviews ſagte
Major Fitzmaurice, die „Bremen” ſei das beſte
Flugzeug, das er je kennen gelernt habe. Er
erklärte: Der Motor funktionierte die ganze Zeit
vorzüglich. Das Flugzeug ſchwebte durch jede
Sturmboe wie ein großer Vogel. Ich habe
nie=
mals eine Maſchine gekannt, die der Kontrolle
des Flugzeugführers ſo gut gehorchte und die
alle Arten bon atmoſphäriſchen Veränderungen
mit ſo geringen Störungen überſtand. Auf die
Frage, ob es richtig ſei, daß Baron v. Hünefeld
bereit geweſen ſei, im Falle einer Kataſtrophe
ſeinen Rebolver zu gebrauchen, erwiderte der
Major, ihm ſei nichts derartiges bekannt. U. a.
erklärte der iriſche Flieger noch, daß, wenn an
der Küſte von Neufundland nicht dichter Nebel
aufgetreten wäre, die „Bremen” leicht. New
York erreicht hätte, da die Flieger in der Nacht
ſich nach den Landlichtern hätten richten können.
Als einen Fehler bezeichnete es Fitzmaurice, daß
man keine Funkvorrichtung mitgenommen habe.
In anderem Falle hätten ſich die Flieger nach
Erreichung der Küſte von Neufundland mit den
Küſtenſtationen in Verbindung ſetzen können.
Zum Schluß erklärte Fitzmaurice, daß die Oſt=
Weſt=Flüge in Zukunft ſo angetreten werden
müßten, daß die Flugzeuge die amerikaniſche
Küſte bei Tagesanbruch erreichten, da die
Orien=
tierung während der Nachtzeit doppelt ſo
ſchwie=
rig ſei, wie bei Tage.
Wünschelrute!
m
Ende April beabſichtige ich zwecks Waſſerverſorgung für
Fabriken und Gemeinden, ſowie Aufſuchen von Bodenſchätzen
und Mineralwaſſer eine Reiſe durch Süddeutſchland zu machen.
Otko Edler von Graeve, dernrode Harz
Metallwünschelrufenforscher
Anfragen bis 23. 4. Würzburg, Hotel National.
(7074
Anfragen bis 26, 4. Frankfurt a, M., Hotel Continental.
5mmobilien
3X5 Zimmerhaus,
mit reichl. Zubehör,
Ein ahrt u. Garten
Heinrichſtraße, Nähe
Karlſtr., bei 10 bis
15 000 Mk. Anzahlg.
unter günſtigen
Be=
dingungen zu verk.
Eignet, ſich auch für
jed. Geſchäftsbetrieb
Angeb. u 108 an
die Geſchſt. (*10777
Etagen= oder
Einfam.=Haus
im Südoſtviertel, bei
höh. Anzahlung zu
kaufen geſucht.
An=
gebote unter J 152
a. d Geſchäftsſt
Suche in Darmſtadt
Haus
mit Metzgerei oder
Haus, wo ſich ſolche
leicht einrichten läßt
Nur gute La ekommt
in Frage. Angebote
unter J 116 an die
Geſchäftsſt. 7037
Schönes Einfamn.=baus ſof. beziehbar, an
nett. Platze unweit Darmſtadt’s. 8 Zim., Bad
uſw. Pr. 20Mille, Anzahl. M. 3000.—, z. verk.
Julius Wolf (R. D.M.) Immob.= u. Hypoth.=Makler,
Mannheim O 7. 22, Fernſpr. 29826, (II M4 hm. 7043
AuS
nahe Zentrum der Stadt, in
ange=
nehmer Lage, geeignet für Rechts=
A anwälte. Arzte u: dergl m., mit
bezieh=
barer 6=Zim=Wohng. alsbald zu verkt.
Preis Mk. 38 000.— bei ent prechend
Anzahlung. Verkaufsverhandlungen
Rid leitet der Alleinbeauttragte
Feroinand Braun, Jmmobilienverwertg.
Karlſtr. 06 (10757ls) Fernruf 517
Friseur-Geschäft
Wegen Uebern ein. Stadt=Geſch. verk. ich
mein glänz. gehend. Dam. u. Herr.=Geſch.,
groß. Verk., gute Kundſch., Nähe Darmſtadt,
wie es geht und ſteht, an tücht. Fachmann,
der über 2000 ℳ verfügt. Derſelbe kann
ſich erſt einarbeiten. Angebote unt. J 111
*10790
an die Geſchäfts elle ds. Bl.
Geschäftshaus
in einem gr. Vorort Darmſtadts krantheitsh
zu verkaufen. Dasſelbe beſteht aus gutgeb.
Wohnhaus, Stallg., inehr Nebenräumen u
gr. Garten an der Hauptſtr. mitten im Ort,
26 m Flont, der ſich auch für jedes Geſchäft
als Bauplatz eignet. Näh. Geſch. (10817sg
Stets am billigsten
kaufen Sie bei
Ludwig
D. Rellolc sralei5
Große Posten
nur allererstes Fabrikat, größtenteils
zur Hälfte des regulären Wertes.
Besichtigen Sie bitte meine Spezialfenster.
Mengenabgabe vorbehalten. (7066
Zirka 12proz.
Kapitalsanlage
Anweſen f. Schreiner,
Schloſſer oder fonſt.
Handwerker m. leer
Wohnung, 800 qm
groß, zu 14000 Mk.
zu verk. Angeb. unt.
109 Gſchſt. (E10785
Bäckereiauweſen mit
Wirtſchaft oder mit
Kolonialwarengeſch.
ſof. zu kf. geſ. Gefl
Ang. erb. u. J 86 an
die Geſchſt. (*10714fs
Posten Damen-Strümpfe
Ein
garantiert Bemberg-Adler-Seide
Ausnahmepreis nur
Geschäftshaus
D. Relllela
Ludwigstraße 15
Darmstadt
Das Haus der Vertrauens-Oualitäten.
In Darmſtadt zu
kaufen geſucht
beſſ. Haus
mit bald freiwerdend.
5- od. 6 Zim.=Wohn.
bei 8—10 000 M.
An=
zahl. Ausf. Angeb
nur durch den
Egen=
tümer unt. J 129 an
dieGeſchſt. erb. 10830
Exiſtenz
bietetſi. Ihnendurch
Ankauf eines
Hauſes
Kolonialw.• Geſch.
ehb.
und tauſchl
3Zimmer=Wohn.
bei nur 7—8000 Anz.
durch
Alb. Mittelstädt
Eliſabethenſtraße
Ferr
Friſeur=Geſchäft
4000 ℳ,
Lebensmit=
tel=Geſchäft 3 00 ℳ,
Zigarren=Geſchäft
6000 ℳ Wi tſchaften
4—600 .ſ abzugeben
Dingeldein
Landwehrſtraße 3
Tel, 2067, (*10767
Bergſtraße!
Einfamil.=
Haus
an Schnellzugſtat.,
6 Zim. u. Lubeh",
Vor= u. Rück jart.,
per ſof. beziehb.!
Preis 22 500 M .
Anz. 10 000 Mk., zu
verk. durch (II.7041
Wolff. Moog & Co.
Immobilien
Bensheima. d. B.
Bauplatz
398 qm Nähe F
ſanerie, zu verkaufen.
Angeb. u. J 149 an
die Geſchſt. (*108968g
WGeldverkelrK
Darlehen
an Beamte u. kaufm.
Feſtbeſoldete zu 99
in 12 Monatsraten.
Hypothekenz. d günſt
Beding. Strenaſte
Distret. Max Weber
Vertretg
Viktoria=
ſtraße 45, pt. 6333a
oppiche
Läufer-D:Pan- U. Stepodecken
ohne Anzahlung
n 10 Monatsraten jefern
Agay & Glück
Franksurk a. M.-A, 371
Größtes Teppichversandhaus
Deutschlands.
Schreiben Sie sofort!
Darlehen
400 Mk.
von Beainten
(Nähe. Darmſt
auf kurze Zeit
gegen Sicherheit
u. gute Verzinſg
Off. unter
F. D. B. 8423 an
Rudolf
Frankfurt
Moſſe,
a. M.
(1.7042)
Von relbſta. 150 Mk
geſ. Sehr gute Velg
Ang. unt. T 119 ar
die G
Kff
Hohe
zu leihen
Sicherh. Gefl. Ang u
T141 Geſchſt. (*1085.
6800 —7000 Mk.
1 Hypothek v.
J 144 a.
die Geſchſt 10467
300 Mk. Darleb.
geſ., itl Vergütung
10.K. Angeb. unter
J143 Gſchſt (*10865sg
Alle
Fahrrad=
Reparaturen
ver icheln, emaillieren
ſchnell u. billia bei
Donges & Wiest
Grafenſtr. 43/45.
(69407)
Taperier-,Polſter-
U. Bekeralionsarb.
verd. veoll, gut und
bill. ausgef. (*10836sm
Peter Brunken
Eliſabethenſtraße 42.
Beſchä igte, eche
Teppiche
Brücken,
glims u.
alte and. Arten werd.
kunſtovll ausgebeſſ.
Angeb. unt. J 44 a.
2 Gſchſt
210745
Tätige Beteiligung
ſuchter ah ener, arbeitsfreudiger Kaufmann
hier oder außerhalb. init R:7. 101060 —
oder Stellung als Geſchäftsfähver
mit Intereſſeneinlage. Gefl Angebote
unter I 112 an die Geſchäftsſtelle, (10791
Geite 10
Samstag, den 21. Aprit 1928
Nummer 114
Reich und Ausland.
„Jla 1928‟, Berlin.
Juternationale Luftfahrt=Ausſtellung.
Nach dem bisher vorliegenden Meldeergebnis
ſcheint die Ausſtellung des Reichsverbands der
Deut=
ſchen Luftfahrt=Induſtrie, die in der Zeit vom 7. bis
28. Oktober 1928 in den Hallen des Ausſtellungs=,
Meſſe= und Fremdenverkehrs=Amtes der Stadt Berlin
am Kaiſerdamm ſtattfindet, recht umfangveich zu
wer=
den. Außer deutſchen Flugzeugen wird man am
Kai=
ſerdamm die führenden Flugzeug= und Motortypen
des Auslandes ſtudieren können. Von feſtgemeldeten
Ausſtellern ſeien erwähnt: Farman=Frankreich, Avia=
Prag, Armſtrong/Siddeley=England. Ebenſo werden
die einſchlägigen Induſtrien und Zubehör=Induſtrien
des Auslandes auf der Ausſtellung vertreten ſein.
Gemeldet haben Belgien, Bolivien, Dänemark,
Eng=
land, Frankreich, Griechenland, Italien, Mexiko,
Rußland, Oeſterreich, Schweden, Schweiz,
Tſchechoflo=
wakei, Türkei, Ungarn und USA. Durch die bereits
vorliegenden Anmeldungen können die beiden großen
Autohallen voll beſetzt werden. Mit Rüchſicht auf die
zahlreichen noch ſchwebenden
Beteiligungsberhand=
lungen mit Firmen des In= und Auslandes iſt in
Ausſicht genommen, auch die zurzeit im Bau
befind=
liche neue Funkhalle in das Ausſtellungsgebiet
hinein=
zubeziehen. Auch das die Hallen umgebende
Freige=
lände wird voll belegt werden. In den Vereinigten
Staaten beabſichtigt man, den nordamerikaniſchen
Be=
ſuchern der „Ila 1928” in möglichſt großem Umfange
Erleichterungen zuteil werden zu laſſen. So hat ſich
bereits jetzt ein Komitee gebildet, das
Gemeinſchafts=
reiſen zur „Ila 1928” veranſtalten will. Wie wir
er=
fahren, hat ſich bereits eine größere Reiſegeſellſchaft
zuſammengeſchloſſen, um mit dem Dampfer „
Colum=
bus” einige Wochen vor Eröffnung der „Ila” in
Bremen eintreffend, Flüge durch Deutſchland mit
eigens für dieſen Zweck bereitgeſtellten Flugzeugen zu
veranſtälten.
Zur Bluttat bei der J.=G. Farbeninduſtrie
Ludwigshafen.
Mannheim. Wie gemeldet, rächte ſich im
Ludwigshafener Anilinwerk der J.=G.
Favbenindu=
ſtrie am Mittwoch ein wegen tätlichen Angriffs auf
ſeinen Meiſter entlaſſener Arbeiter dadurch, daß er
vier Werkangeſtellte durch Revolverſchüſſe ſchwer
ver=
letzte. Inzwiſchen ſind zwei der Schwerverletzten im
Krankenhaus Ludwigshafen verſchieden, ein dritter
ſchwebt noch in Lebensgefahr.
Tödlicher Betriebsunfall in der J.=G. Farben=
Induſtrie.
Ludwigshafen. An einem zum Zwecke der
Ueberholung geöffneten Rührbehälter im Werk
Op=
pau löſte der ledige Schloſſer Eugen Blatz aus
Frie=
ſenheim vorzeitig die Verſchraubung des Rührers
mit der Welle. Der Rührer fiel infolgedeſſen
herun=
ter und verletzte Blatz ſo ſchwer, daß er bereits auf
dem Wege zur Ambulanz ſtarb.
Aerztekongreß in Baden=Baden.
Baden=Baden. Geſtern vormittag iſt hier
der 3. Allgemeine ärztliche Kongreß für
Pſycho=
therapie zu ſeinen wiſſenſchaftlichen Beratungen, die
ſich bis Sonntag hinziehen werden,
zuſammenge=
treten. Ueber 500 Aerzte aus allen Teilen
Deutſch=
lands weilen aus dieſem Anlaß in Baden=Baden.
Eröffnet wurde die Sitzung durch den
Voxſitzen=
den, Geheimrat Sommer=Gießen, der betonte, daß die
Gventual= und Charakterpſychologie im Vordergrund
der Beratungen ſtehe.
14 Jahre Zuchthaus wegen Tötung eines
Förſters.
Bayreuth. Donnerstag abend wurde das
Urteil im Förſtermordprozeß gegen den
Porzellan=
arbeiter Hirſchmann auf Sofienthal bei Weidenberg
verkündet. Es lautet auf 14 Jahre Zuchthaus und
10 Jahre Ehrverluſt wegen Totſchlags. Der
Staats=
anwalt hatte die Todesſtrafe beantragt. Es handelt
ſich um die Ermordung des Förſters Popp bei
Un=
terſteinach im Fichtelgebirge, die lange Jahre in
Dunkel gehüllt blieb.
Ein Mord?
Saarbrücken. Donnerstag morgen wurde
an der Dillinger Hütte, in der Nähe der Hochöfen,
die Leiche des 62 Jahre alten Hilfshüttenmeiſters
Barth aus Pachten unter einem Kohlenhaufen
aufge=
funden. Barth wurde ſeit Mitwwoch vermißt. Nach
den Feſtſtellungen liegt zweifellos ein Mord vor, doch
muß das Ergebnis der Obduktion abgewartet werden.
Die Leiche iſt beſchlagnahmt worden.
Zur Taine=Kundertjahrfeier.
Hippolyte Taine,
der große franzöſiſche Gelehrte, wurde vor hundert
Jahren, am 21. April 1828, geboren. Er hat das
franzöſiſche Geiſtesleben in der zweiten Hälfte des
vorigen Jahrhunderts entſcheidend beeinflußt. Ihm
ſſt zu verdanken, daß die naturwiſſenſchaftliche
Be=
trachtungsweiſe der Dinge auch in den
Geiſteswiſ=
ſenſchaften, inſonderheit in der Philoſophie und
Ge=
ſchichte, zur Geltung kam. Seine Philoſophie der
Kunſt iſt ein unſterbliches Werk. Um ſo amüfanter
iſt es, daß er 1851 gerade in der philoſophiſchen
Prü=
fung durchfiel. Seine „Origines” ſtellen die beſten
ſranzöſiſchen Geſchichtsſtudien ſeiner Zeit dar. 1878
burde Taine Mitglied der Akademie. Am 5. März
1893 iſt er geſtorben.
Neues Erdbeben in Bulgarien.
Der Hauptplatz von Sofia mit der Kathedrale.
Bulgarien iſt erneut von einem ſchweren Erdbeben heimgeſucht worden. Mit paniſchem Schrecken
flüchtete die Bevölkerung aus den vielfach beſchädigten Häuſern. Der Mittelpunkt des Bebens
liegt etwa 150 Kilometer ſüdöſtlich von Sofia. Der Schaden iſt noch nicht zu überſehen, doch
über=
trifſt er denjenigen der Vorwoche.
Ein 15jähriger reiſt in 44 Tagen
um die Welt.
Der däniſche Pfadfinder Palle Huld nach ſeiner
Ankunft in Berlin.
Der 15jährige Palle Huld ging im Auftrag der
Kopenhagener Zeitung „Politiken” auf eine Reiſe um
die Welt und hat den bisherigen Rekord um einen
Tag verbeſſert. Mit Ausnahme des Flugzeuges durfte
der mutige Knabe alle Verkehrsmittel — Eiſenbahn,
Schiff, Auto, Schlitten uſw. — benutzen. Am 44. Tag
ſeiner Reiſe, die ihn über den Atlantic, Kanada, den
Stillen Ozean, Japan, Sibirien, Rußland und Polen
geführt hat, traf er in Berlin, zehn Stunden ſpäter
in Kopenhagen ein. Er war ſparſam. Von den
tau=
ſend Dollars, die er für die Reiſe mitbekommen hatte,
hat er noch etwas übrig behalten.
Der Aktendiebſtahl im Amtsgericht Werder.
Das Verſchwinden alter Aufwertungs= und Straf.
akten aus dem Amtsgericht Werder an der Havel
hatte im vorigen Jahre, wie berichtet, großes
Auf=
ſehen erregt. Als Täter waren der 23jährige
Juſtiz=
anwärter a. D. Walter Beck und der 32jährige
Kanzleiangeſtellte Kurt Fuhrmann ermittelt worden,
die ſich jetzt vor dem Potsdamer Schöffengericht zu
verantworten hatten. Nach dem Antrage des
Staats=
anwalts wurde Beck zu insgeſamt 1 Jahr 5 Monaten
Zuchthaus und 3000 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Fuhrmann erhielt zwei Monate Gefängnis, bei einer
Bewährungsfriſt von drei Jahren.
Haltloſe Vorwürfe gegen den
Straßenbahn=
führer Redlich.
Berlin. Der Straßenbahnführer Redlich, der
am Donnerstag vormittag noch einmal vernommen
werden ſollte, aber nicht in ſeiner Wohnung
ange=
troffen wurde, hat ſich am Donnerstag nachmittag bei
der Kriminalpolizei zu der Vernehmung eingefunden
und iſt nochmals verhört worden. Entgegen einer
anonymen Behauptung, daß Redlich in der Nacht vor
dem Unglückstage als Kraftwagenführer tätig
ge=
weſen und das Unglück auf Uebevmüdung
zurückzu=
führen ſei, iſt feſtgeſtellt worden, daß Redlich das
letztemal im Jahre 1927, während ſeines Urlanbs,
bei einem Moabiter Kraftwagenbeſitzer ein paar Tage
aushilfsweiſe als Chauffeur gefahren iſt. Es beſteht
die Vermutung, daß die unwahre Behauptung einen
Racheakt darſtellt.
Amtliche Unterſuchung des oberſchleſiſchen
Grubenunglücks.
Berlin. Am 17. d. M., 18.45 Uhr, iſt in
Ober=
ſchleſien, in der Umgegend der Stadt Beuthen, eine
erdbebenartige Erſchütterung ſwahrgenommen worden.
Ungefähr zur gleichen Zeit ſind auf der Karſten=
Zen=
trumsgrube unter Tage Grubenbaue zu Bruche
ge=
gangen. Vier Bergleute wurden verſchüttet. Nach
anſtrengenden Rettungsarbeiten gelang, es nur, ſie
als Leichen zu bergen. Wie der Amtliche Preußiſche
Preſſedienſt mitteilt, hat die Bergbehörde die
Un=
terſuchung aufgenommen. Es ſteht noch nicht feſt, ob
die Erſchütterung über Tage eine Folge des
Zuſam=
menbruchs unter Tage iſt, oder ob beide Ereigniſſe
auf ein tektoniſches Beben zurückzuführen ſind. Der
Unfallausſchuß der Grubenſicherheitskommiſſion
Bres=
lau wird in der nächſten Woche auf der Unfallgrube
zuſammentreten. Auch der beſondere Ausſchuß zur
Erforſchung der Gebirgsſchläge im oberſchleſiſchen
Steinkohlenbergbau wird ſich mit dem Unglück
be=
ſchäftigen.
Das Erdbeben in Bulgarien.
Sofia. Die letzten Meldungen, die im Laufe
der Nacht über die Erdbebenkataſtrophe in Bulgarien
eingelaufen ſind, beſagen; daß das Erdbeben
bedeu=
tend größer iſt, als man urſprünglich annahm. Man
ſpricht von dem größten Erdbeben, das ſich in den
letzten Jahrzehnten überhaupt abgeſpielt hat. Bis
zum Abend wurde die Zahl der durch das Erdbeben
zerſtörten Häuſer mit 2136 angegeben, wovon 1036
vollſtändig zerſtört ſind, die übrigen ſind ſchwer
be=
ſchädigt. Die Zahl der Toten hat ſich auf 30 erhöht.
60 Perſonen ſind ſchwer und über 100 leicht verletzt.
Aus fünf Dörfern der Umgebung von Philippopel
werden 25 Tote und viele Verletzte gemeldet. Die
Erdſtöße dauern noch an und werden ſogar in Sofia
verſpürt. Die internationalen Züge, die durch
Bul=
garien verkehren, ſind eingeſtellt. Südlich und öſtlich
von Philippopel ruht jeder Bahnverkehr, da die
große Maritzaflußbrücke unbefahrbar iſt. König
Boris reiſt nach Philippopel. Aus dem ganzen
Erd=
bebengebiet werden ſchreckliche Verwüſtungen berichtet.
Die Häuſer an den Abhängen der Stadt Philippopel
ſtürzten bei den Erdſtößen aufeinander. Die
Bevöl=
kerung kampiert im Freien und leidet unter der
zu=
nehmenden Kälte und unter Mangel an
Lebensmit=
teln. Zwei Ortſchaften in der Umgegend von
Phi=
lippopel ſind gänzlich zerſtört.
Erdſtöße auch in der Türkei und in Kleinaſien.
Angora. Mittwoch abend 9 Uhr wurde im
Adrianopel ein heftiges Erdbeben verſpürt, das fünf
Sekunden dauerte. Zehn Minuten ſpäter folgten vier
ſchwache Erdſtöße in kurzen Abſtänden voneinander.
Sie wurden auch in Stambul und Oſtthrazien
wahr=
genommen. In Smyrna ereigneten ſich zwanzig
Se=
kunden lange Erdſtöße, mit einer kurzen
Zwiſchen=
pauſe. Am Donnerstag wurden an den Dardanellen
um 1 Uhr und um 3 Uhr nachmittags neue ſchwache
Erdſtöße verſpürt.
Zahlreiche Todesopfer der Ueberſchwemmung
im Altaigebiet.
Kowno. Wie aus Moskau gemeldet wird,
nimmt die Ueberſchwemmung im Altaigebiet immer
größeren Umfang an. Bei Semſplatinſk am Irtyſch
ſteht ein Gebiet von ſechs Quadvatkilometern unter
Waſſer. Zahlreiche Häuſer ſind von den
Waſſer=
maſſen weggeſpült worden, wobei auch viele
Men=
ſchenleben vernichtet wurden.
Geſchützexploſion in Thorn.
Warſchau. Auf dem Polygon bei Thorn
explodierte während artilleriſtiſcher Uebungen ein
Geſchütz. Zvei Soldaten wurden getötet, zuvei
an=
dere verwundet, einer davon ſchwer.
Großfeuer in Mailand.
Mailand. Auf dem hieſigen Obſt= und
Ge=
müſemarkt brach ein Brand aus, durch den für
zwei=
einhalb Millionen Lire Schaden angerichtet wurde.
Sabotageakt gegen eine Eiſenbahn in Tirol.
Bozen. Im Grödner Thal iſt ein Sabotageakt
auf die Eiſenbahnlinie Klauſen-Plan entdeckt
wor=
den. Nur der Geiſtesgegenwart des Lokomotivführers
iſt es ze verdanken, daß der Zug nicht tief ins Tal
geſtürzt iſt. Gerade an der Stelle, wo die
Bahn=
böſchung ſenkrecht ins Tal abfällt, hatten Unbekannte
ſchwere Felsblöcke und einige Balken auf die Strecke
gewälzt, die den Zug unbedingt zum Entgleiſen und
zum Abſturz gebracht hätten. Der Maſchinenführer
konnte jedoch, als er das Hindernis ſah, den Zug
noch zum Stehen bringen und ſo zahlreichen
Men=
ſchen das Leben retten.
Ein ſpaniſches Verkehrsflugzeug verunglückt.
Madrid. Ein Verkehrsflugzeug der Linie
Bar=
celona-Madrid wurde bei Terne durch eine Böe zu
Boden gedrückt. Die ſieben Fluggäſte ſowie der
Führer und ſein Begleiter wurden verletzt. — Nach
Blättermeldungen iſt der Unfall des Flugzeuges der
Linie Madrid-Barcelona darauf zurückzuführen, daß
das Flugzeug in dem Augenblick von einem heftigen
Windſtoß ergriffen wurde, als es verſuchte, wegen
Motordefekts auf freiem Felde zu landen. Der Stoß Ozeandampfer „Montroſe” nach dem
Zuſam=
gegen den Boden war ſo heftig, daß die Paſſagiere
aus ihren Sitzen geſchleudert wurden. Das Flugzeug Der Dampfer „Montroſe” der Canadian Pazifie
iſt vollſtändig zerſtört. Landleute, die Zeuge des Linie ſtieß am 9. April im Nordatlantic, etwua 13/0
Unglücks waren, eilten ſofort herbei und ſorgten
für die Ueberführung der Verletzten in das Kranken= einem Eisberg zuſammen. Nur die Geiſtesgegenwark
haus von Minueſa. Nach den letzten Meldungen ſind
die einzigen Unverletzten ein Deutſcher namens hindern. Auch ſo haben zwei Mann der Beſatzung
Schiller, der Bordfunker und ein aus Chaux=de= ihr Leben verloren und wurden zwei von den zwe‟
Fonds ſtammender Schlveizer namens Samuel Ditis= hundert Paſſagieren ſchwer verletzt. — Unſer Bild
heim. Sehr ſchwver verletzt ſind der deutſche Pilot zeigt den im Sandon Dock zu Liverpool in Reba=
Kuſtler und ein Spanier namens Farres aus Bar= ratur befindlichen Ozeandampfer mit dem
zertrüm=
gelona.
DemGedächtnis des Fliegerbeiden
Manfred v. Richthofen.
Rittmeiſter Manfred Freiherr von Richthofen
iſt vor zehn Jahren, am 21. April 1918, kurz vor
Vollendung ſeines 26. Lebensjahres bei einer
Not=
landung im Somme=Gebiet gefallen. In den zwei
Jahren ſeiner Tätigkeit als Kampfflieger hat er
80 feindliche Flugzeuge abgeſchoſſen. Er war Ritter
des Ordens pour le Merite, des Roten Adlerordens
mit den Schwertern und Beſitzer des Eiſernen
Kreuzes 1. Klaſſe.
Fünfzig durch Giftgas getötete deutſche Soldaten
aufgefunden.
Das „Journal” veröffentlicht eine Meldung aus
Chevregny, derzufolge man beim Säubern eines
Kellers den Eingang zu einem Unterſtand entdeckte,
in dem man die Leichen von etwa 50 deutſchen
Sol=
daten vorfand, die, zum Teil am Tiſch ſitzend, zum
Teil auf Feldbetten liegend, vermutlich durch ein=
Bombe mit Giftgas ums Leben gekommen waren.
Ihre Waffen hingen noch an der Mauer.
Keine harten Gegenſtände aus dem Zug werfen!
Zahlreiche Unfälle hat die Reichsbahn dadurch zu
verzeichnen, daß Reiſende trotz aller Warnungen
Flaſchen und andere harte Gegenſtände aus dem
Fen=
ſter des fahrenden Zuges werfen. So warf auf der
Strecke Erfurt—Eiſenach aus einem Eilzug em
Rei=
ſender eine leere Flaſche. Dieſe traf mit voller Wucht
den linken Arm des Heizers einer
Schnellzugsloko=
motibe, die in entgegengeſetzter Richtung fuhr. Dabet
wurde dem Heizer der Ellbogen zerſchmettert und die
Sehne des Armes zerſchnitten. Reiſende ſollen
dar=
aus die Lehre ziehen, keine feſten Gegenſtände aus
dem fahrenden Zug zu werfen, da dadurch
unüber=
ſehbarer Schaden angerichtet werden kann. Der
Ur=
heber wird außerdem noch ſtrafrechtlich verfolgt.
Expeditionen.
Nach einer Meldung aus Peking iſt von dort aus
eine aus 36 Perſonen beſtehende Expedition unter
Führung des Naturforſchers Andrews aufgebrochen,
um in der Wüſte, 300 Kilometer nordweſtlich von
Kalgan, Nachforſchungen nach den Spuren der erſten
Menſchen anzuſtellen. Andrews glaubt, daß dort
be=
reits vor zwei Millionen Jahren die erſten Menſchen
der Erde lebten. Die Expedition führt 125 Kamele
mit. Andrews iſt ſeinerzeit durch die Entdeckung des
Skeletts Balchitheriums, des größten vorzeitigen
Sauriers, hervorgetreten.
Demnächſt wird im Auftrag der amerikaniſchen
Regierung eine Expedition ſich nach Neu=Guinea
be=
geben, um dort nach Zuckerrohrarten zu ſuchen, die
nicht den in den Vereinigten Staaten in den letzten
Jahren verheerend aufgetretenen
Zuckerrohrkrankhei=
ten unterliegen. Die amerikaniſchen
Zuckerrohr=
arten ſtammen aus Neu=Guinea, und es ſollen dorr
wild mehrere hundert Arten Zuckerrohr vorkommen,
von denen man annimmt, daß ſie der Krankheit nicht
unterliegen.
Schiff ſiößt auf Eisberg!
menſtoß.
Kilometer von der Kanadiſchen Küſte entfernt, mit
des Kapitäns konnte eine größere Kataſtrophe
ver=
merten Vorderteil.
Nummer 111
Samstag den 21 April 1928
Seite 11
Sport, Spiel und Zurnen.
Handball.
Sportverein Darmſtadt 1898 in Halle.
Die Vorrunde um die Deutſche Meiſterſchaft ſieht den Süddeutſchen
Meiſter, den Sporwerein Darmſtadt 1898, im Kampfe mit dem Meiſter
von Mitteldeutſchland, dem Polizeiſportverein Halle. Beide
Landes=
meiſter haben gemein, daß ſie ſchon ſeit etlichen Jahren Meiſter ihres
Heimatverbandes ſind. Während nämlich die Darmſtädter in dieſem
Jahre zum 4. Male Süddeutſchlands höchſten Titel erworben haben,
ſind die Hallenſer Poliziſten ſogar ſchon ſeit dem Spieljahr 1922/B
un=
unterbrochen Meiſter von Mitteldeutſchland. Trotzdem iſt über das
Stärkeverhältmis der beiden Manmſchaften wenig bebannt. Die drei
Be=
gegnungen von Halle mit der Liggmannſchaft der 9er können heute
wohl kaum mehr als Vergleichsmaßſtab herangezogen werden, da dieſe
Spiele zeitlich zu weit zurückliegen. Bekanntlich haben die Darmſtädter
im Spieljahre 1925/26 in Halle die Vorrunde mit 6:3 verloren,
nach=
dem ſie ſchon einmal mit 6:5 (ebenfalls in Halle) einige Monade vorher
in einem Privatſpiel unterlegen waren. Halle war bisher einmal in
Darurſtadt, und zwar im Sommer 1926 zu einem Privatſpiel, in welchem
ſich die Darmſtädter in einem außerordentlich aufregenden Kampf mit
einem 9:7=Sieg revanchierten. Wir wiſſen nun nur, daß die Darmſtädter
ſeit dieſer Zeit mit ihrem Können weſentliche Fortſchritte gemacht haben.
Ob ud inwieweit dies bei dem Mitteldeutſchen Meiſter der Fall iſt,
iſt uns aus eigener Anſchauung nicht bekannt, wenn man auch ohne
weiteres unterſtellen kann, daß von der Steigerung der
Handballſpiel=
ſtärke gerade in Mitteldeutſchland hauptſächlich der Verbandsmeiſter
broftiert hat.
So dürfte immerhin ſoviel feſtſtehen, daß die Darmſtädter in Halle
zumindeſt auf einen völlig gleichwertigen Gegner treffen, der unter
Be=
rüchſichtigung aller Vorteile, die die gaſtgebende Manſchaft nu einmal
hat, die größeven Siegeschancen an ſich zuzuſchreiben ſind. Jedoch ſollte
gerade dieſer Umſtand in erſter Linie geeignet ſein, die Darmſtädter
Mannſchaft zur Hergabe des letzten Könnens und gur vollſten
Aufopſe=
rung zu veranlaſſen. Auch im Spiel Süddeutſchland—Bvandenburg hat
im Ernſt wiemand an einen derartig imponierenden Sieg geglaubt, wie
er dann doch Wirllichkeit geworden iſt. Wir erinnenn die Darmſtädter
Stürmer an die Glanzform jenes Tages, an dem ſie dem Berliner
Tor=
wächter 13 mal das Nachſehen gaben. Was damals möglich war, ſollte
es in Halle völlig unmöglich ſein? Und daß die Darmſtädter
Hinter=
mannſchaft ebenfalls eine ſtarke Gegenwehr bilden kann, hat ſie ſchon in
vielen ſchwenen Spielen gezeigt, ſo daß es mit Beiſpielen nicht belegt
zu werden bnaucht. Wenn alſo auch den Darwſtädtern ein ſchwerer
Kampf bevorſteht, ſo gehen ſie keineswegs ausſichtslos in den Kampf.
Begeiſtewumg und Aufopferung hat ſchon manchen nicht erwarteten Sieg
zuſtande gebracht; deſſen ſollen und müſſen ſich die Lilienträger bewußt
ſein, wenn ſie am morgigen Nachmittag 4 Uhr den Kampf mit dem
Polizeiſportverein Halle aufnehmen.
Die Anhänger der Sportvereinsmannſchaft dürfte vielleicht noch
in=
tereſſieren, daß die Darmſtädter am Samstag mittag 12.33 Uhr nach
Halle abfahren. Das Reſultat wird auf dem Sportplatz am
Böllenfall=
tor in der Zeit zwiſchen 5 und 6. Uhr eintreffen und dort bekannt
ge=
geben werden. Für alle Wißbegierigen wird die Zeit des Wartens
da=
durch abgekürzt ſein, daß um ½4 Uhr die Liggerſatzmannſchaft (Fußball)
in einem Privatſpiel gegen Germania Eberſtadt, um 5 Uhr die
Hand=
ballreſerven gegen die 1. Mannſchaft des Poſtſportvereins Frankfurt am
Main, die am letzten Sonntag durch die ganz knappe Niederlage (1:3)
gegen die Heſſ. Poliziſten zu impomieren verſtand, antreten.
Fußball.
V. f. R., e. V., Darmſtadt.
Kommenden Sonntag trifft ſich der A=Meiſter nachmittags 4.30 Uhr
auf der Rennbahn (Heidelbergerſtraße) mit der Ligamannſchaft des FC.
Union zu einem Freundſchaftsſpiel. Die 2. Mannſchaft trägt ihr letztes
Verbandsſpiel gegen Germania Eberſtadt aus. Das Spiel findet
vor=
mittags 10 Uhr auf dem Exerzierplatz ſtatt. Anſchließend empfängt die
3. Mannſchaft die gleiche des Fußballvereins Sprendlingen, während
die Schülermannſchaft das Pribatrückſpiel gegen Sportw. 98 auf dem
Exert um 1½ Uhr austrägt.
Pol. Sp.V.—Eintracht.
Nach langer Ruhepauſe eröffnet wieder der Heſſ. Polizeiſportverein
e V. mit ſeiner Fußballmannſchaft die Privatſpielſerje. Zu einem
Pri=
batſpiel am Samstag abend auf dem Platz an dem Finanzamt wurde
die als anſtändig und fair beſtens bekannte Mannſchaft des F.C.
Ein=
tracht Darmſtadt verpflichtet. Die Poliziſten ſind, bedingt durch die
Um=
organſation der Polizei, gezwungen, eine neue Mannſchaft auf den
Plan zu bringen, um für das nächſte Verbandsjahr eine eingeſpielte
Mannſchaft zu beſitzen. Das Spiel verſpricht auf Gpund der
anſtän=
digen Spielweiſe beider Mannſchaften eine ſportliche Delikateſſe zu
wer=
den, und iſt der Beſuch jedermann zu empfehlen.
In glänzender Form iſt der Allenſteiner Hirſchfeld, der beim
D. S. B.=Kurſus in Ettlingen beim Training die Kugel 15,39 Meter, alſo
weit über deutſchen und nahe an Weltrekord ſtieß.
Zur Waldaufmeiſterſchaft der Deutſchen Turnerſchaft, die am 22. 4.
in Erfurt zur Durchführung kommt, meldeten 68 Einzelläufer und
13 Mannſchaften.
Aut der enſſchenf Turmprſchaft
Turnen.
Odenwald=Turngau.
Alfred Maul=Feier.
Nachdem bereits durch den Vorſtand und Hauptausſchuß der D.T.,
durch Abordnungen der babiſchen und Karlsruher Turnvereine und durch
viele Vertreter der Behörden eine Gedenkfeier, für Alfred Maul im
Karlsruhe, an der Stätte ſeines Wirkens, ſtattgefunden hat, veranſtaltet
auch der Odenwaldturngau am 29. April zur Erinnerung an den vor
100 Jahren geborenen großen Turnführer und Erzieher in ſeiner
Ge=
burtsſtadt in Michelſtadt i. O. eine Alfred Maul=Feier. Einfach, ſchliht
und doch würdig will der Odenwaldturngau einen großen, verdienten
Durnführer ehnen. Von ſämtlichen Vereinen des Odenwaldgaues
wer=
den Fahnenabordnungen erſcheinen, um am Sonntagmorgen an einer in
der Kirche von Michelſtadt ſtattfindenden Feierſtunde teilzunehmen.
Hierauf wird ſich ein großer Zug von Turnern durch die Straßen der
Stadt nach dem Geburtshauſe Alfred Mauls bewegen, wo von
berufe=
nem Munde die Verdienſte des ausgezeichmeten TurnMethodikers und
=Technikers gewürdigt werden ſollen. Anſchließend werden am
Nach=
mittag auf dem ſchönen Michelſtädter Stadion ſportliche Kämpfe aller
Art für Unterhaltung und Abwechſlung ſorgen.
Handball.
Tv. Walldorf 1. — Tgd., Beſſungen 1.
Nach einer Reihe auswärtiger Spiele hat die Tgd. Beſſungen wieder
einen bekamten Gegner nach hier verpflichtet. Die Gäſte aus dem Ried
verfügen über eine gut eingeſpielte Elf, wobei ſich der Sturm beſonders
auszeichnet. Das Spiel beginnt um 1½4 Uhr auf dem Sportplatze an
der Heidelberger Straße. Mit den volkstümlichen Eintrittspreifen iſt
jedem Gelegenheit geboten, ein ſchönes Handballſpiel zu ſehen.
Unmittelbar vorher ſtehen ſich die 2. Mannſchaften beider Vereine
gegenüber. In dieſem Spiele iſt der Ausgang offen, da dies das erſte
iſt, welches von den beiden Vereinen ausgetragen wird. Beſſungen ſpielt
in folgender Aufſtellung:
Henß
Heck
Schmidt
Bauer
Müller
Sieß
Geher Seifert
Hofmam
Cloos N. Scherer.
Turwerein Zwingenberg-Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt.
Die 2. Mannſchaft der Tgf. 1875 hat ſich am kommenden Sonntag,
nachmittags 133 Uhr, nach Zwingenberg gegen die dortige 1.
Mann=
ſchaft zu einem Freundſchaftsſpiel verbflichtet. Das Spiel der 1.
Mann=
ſchaft gegen Nauheim fällt aus und ſt dies auf den 6. Mai verlegt.
„Field Handball” und „Le Jeu de Ballon z la Main”,
ſind die offiziellen Bezeichnungen für das Handballſpiel in England
und Frankreich. Unter dieſen Namen ſind die deutſchen Handballregeln
in engliſcher und franzöſiſcher Sprache erſchienen.
Dieſe für den internationalen
Handballſpiel=
betrieb maßgebenden Regeln, erhalten damit
internatio=
nales Kleid. In den engliſch und franzöſiſch ſprechenden Ländern
wer=
den die Regeln der Werbung für das Handballſpiel dienen, ſo daß zu
hoffen iſt, daß dieſes Spiel nunmehr auch in dieſen Ländern ſeinen
Siegeszug antritt.
Bekanntlich verwaltet den Handball in der Welt die
Inter=
national Amateur Athletie Federation. In dem von der FAA.F.
dafür eingeſetzten Handball=Komitee ſind, neben dem erſten
Vorſitzenden der DSB., R.A. Lang als Präſident, der Spielwart der
DSB., Burmeiſter=Hamburg, als ehrenamtlicher Sekretär,= und
Vertreter von Auſtralien, Frankreich, Frland, Schweden, Nordamerika
und Oeſterreich vertreten. — Die fremdſprachlichen Regeln können zum
Preiſe von je 1,20 R. M., einſchließlich Verſandſpeſen von der
Deut=
ſchen Sportbehörde für Leichtathletik, München 38, Romanſtraße 67,
(Poſtſcheckkonto Nr. 31 690) bezogen werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 21. April. 13: Kaſſel: Hauskapelle. O 15: Aus dem
deutſchen Liederkranz. Chor des Kindergärtnerinnen=Seminars.
Chor=
leiterin: Studienrätin Cäcilie Geis. o 16 30: Rundfunkorch.: Neue
Tanzmuſik. 0 17.45: Aus dem Roman „Maler Nolten” von Eduard
Mörike. — 18.15: Vereinsnachrichten; Mitteilungen. o 18.30:
Briefkaſten. 0 18 45: Dr. Köhner: Die Entwicklung des Arbeits=
Mie Si uet De
Edm. Evsler. O 23: Stadthalle Mainz: Konzert.
Stuttgart.
Samstag, 21. April. 12.30: Schallplatten. 14: Jugendſtunde.
0 15: Aus beliebten Opern. Leitung: Carl Struve. Mitw.: Herm.
Lingor, M. v. Wiſtinghauſen, Männerſertett des Württ.
Landes=
theaters, Rundfunkorch. O 18 15: Freiburg i. Br.: Stadtarchiprat
Dr. Friedr. Hefele: Das Alemannenland. o 18.45: Dr. Karl
Loewenberg, Stuttgart: Hippolyte Taine zu ſeinem 100.
Todes=
tag,) 19.15: Oberregierungsrat Dr. Kümmerlen, Stuttgart:
Aus der Spruchpraris der Militärverſorgung 8 19.45:
Landes=
arbeitsamt Südweſtdeutſchland über die Arbeitslage. 0 20.15:
Bruder Straubinger. Operette in drei Akten von M. Weſt und J.
fräulein von Himmliſch: Bruder Straubiger; Okuli, das wilde
Mädchen; Schwudler, Schaubudenbeſitzer: Liduſchka, ſeine Frauz
Bonifaz, Deſerteur; Ruckmich, Ratsherr; Wimmerer, Schreiber;
Bierſchopf, Amtsdiener. Ort der Handlung: Am Rhein, im 18.
Jahrhundert. O 21.15: Kammermuſikvereinigung des Philharm. Orch.
Frank: Sonate im A=dur für Violine und Klavier. — Saint=
Saens: Sonate für Violoncell und Klavier. O 22.45: Nachrichten,
Berlin.
Sonnabend, 21. April. 15.30: Dr. med. Mosbacher: Seele
und Körper im Frühling. Eine ärztl. Plauderei. o 16: Rittm. a. D.
Bolle, Leiter der Deutſchen Verkehrsfliegerſchule: Zum Gedächtnis
Manfred Frhr. von Richthofens (geſt. 21. 4 18). o 16.30:
17
Aufführung. Hinter den Kuliſſen der Opernpremiere. o 19257
Prof Deſſoir: Carl Stumpf zum 80. Geburtstag. 1955:
Regierungspräſident a. D. Dr. Junghann: Ziele der
Minderheiten=
politik. O 20.30: Heiteres Wochenende. Mitw.: L. M. Lommel,
Funkorch. Dir: Seidler=Winkler. Boieldieu: Ouv. Kalif von Bagdad,
— Moſzkowſky: Boabdil, Scherzo=Valſe. — Jones: Potp. aus
Die Geiſha. — Waldteufel: Dolores=Walzer — Anſchl.:
Tages=
nachrichten. 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Hoffmann.
Ziderfaunde. Boſtelandes Seite ud eine Maftade gechant.
O 15: Graef: Sprechtechnik. O 15.35: Wetter und Börſe. 0 167
Prof. Dr. Lampe: Bericht über Oſtertagungen des Zentralinſttuts:
6 16.30: Geh. Rat Falkenberg: Die Baamten des Völkerbundes:
o 17: Hamburg: Dvorak=Nachmittag. O 18: Prof. Cunow:
Geld=
mächte der Fuggerzeit. 18.30: Spaniſch für Anf. o 18.553
Dr. Dietrich: Prof. Dr. Stumpf zum 80. Geburtstag. o 19.23
A Ebel: Bachpaſſionen. 2 20.30: Berlim: Heiteres Wochenende,
Mitw.: L. M. Lommel, Berliner Funkorch. Dir.: Seidler=Winkler.
Anſchl.: Preſſenachr. T 2230: Tanzmuſik
Miche
Das isländiſche Hochdruckgebiet hat ſich weiter oſtwärts nach
Stan=
dinavien hin ausgebreitet, und ſeine Kaltluſtmaſſen füllen das mit dem
Kerngebiet über Dänemark liegende Tief weiter auf. Somit dürfte
auch der Störungseinfluß weiter abnehmen und die Wetterlage einer
Beruhigung entgegengehen. Wenn auch tagsüber eine langſame
Ep=
wärmung einſetzt, ſo gehen doch nachts die Temperaturen bis m
Ge=
frierpunktsnähe und ſtellenweiſe ſogar etwas darunter zuräck.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 22. April 1928.
Zeitweiſe bewölkt, vorwiegend trocken und weitere Erwärmung
wahrſcheinlich.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in & Wind: Se
ſchlag
in mm Schnes
decke
in em Gießen: Miee 1,8 Aachen: R. 1,0 Hamburg: 1. 1,0 Berlin: 3 W. 1,0 München: heiter 3 wsW. 0,1 Königsberg: wolkig Windſtille Breslau: heiter 5 WSV. gef.
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg: Nebel NW. (Taunus)Waſſerkuppe: Nebel Nw. 30 Feldberg: wolkig Sw. (Schwarzw.)
Zugſpitze: Nebel NW 245 Kahler Aſten: wolkig *5 nnt 30 Fichtelberg: Schnee Sw. Schneekoppe: heiter WSV. 20
Beranwornich fr Polin und Wirtſchaft: Rudelf Maupei für Feuſleion, Reich md
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. 8. Que tſch: für den Schlußdſenſf: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble: Hruck
und Verlag: C. C. Wiitlch — ſcmtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
Mus der amerikaniſchen Automobil=Indaſtrie
Rund 12 Jahre ſind es her, ſeit Mr. Naſh begann.
in eigner Fabrik Automobile herzuſfellen. Und wenn er
heute von der Höhe ſeines Induſirie=Magnatentums die
P aſen ſeines eigenen Werdegangs überblickt, kann er
über die Reſultate ſeiner Erfolgsarbeit zutrieden ſein.
Mr. Naſh, ein echt amerikaniſcher Selfmademan, zählt
heute zu den markanteſſen Führern, der amerlkaniſchen
Automobil=Induſtrie.
Vom eintachen ungelernten Arbeiter brachte er es in
kurzer Zeſt zum Werfmeiſter, und vorwärts getrieben
von ſeinem ruheloſen Schöptergeiſt, zum
Generaldirek=
tor eines führen en Automobil=Konzerns, um bald darauf
Präſdent der General=Motors=Companc zu werden.
Von ſeher gingen ſeine konſtruktiven Veſtrebungen
dahin, ein erſtklalſiges Automobil zu bauen, das
voll=
kommen bis zur kleinſten Schraube die allerletzten
Er=
rungenſchaften der Automobil=Konſtruktion aufweiſt, aus
edelſiem Material gebaut, aber trotzdem billiger ſein
ſollie als jeder gleichwertige Wagen der Welt.
Im Jahre 1916 verw rilichte Mr. Nalh dieſes Ideal
in ſeinem eigenen Unternehmen, und ſeine großen
Er=
fahrungen, die er als Teiter des größten Automobil=
Konzerns der Welt geſammelt hatte, unterſtätzten ihn
bei der Löſung ſeiner Aufgabe.
Bereits die erſien Naſh=Wagen, die die Fabrik
ver=
ließen, brachten ſchon damals einen Umſchwung in der
Automobll=Konſtruktion init ſich, deren Fußtapfen bald
alle führenden Ingenieure folgten, die zuerſi die Technit
von Mr. Nalh abgelehnt hatten. Heute bauen 43000
be=
währte Arbeſter und Ingenieure in fünf Fabriken mit
einer Geſamtfläche von 3840000 gm tagein, tagaus
nur Naſh=Wagen.
Jede Fabrik ſitellt in ſpezialiſierter Arbeit nur ein
Mo=
dell her und ſchafft durch ſeine Konzentration
Präziſons=
wagen, deren Aberlegenheit wir alle kennen Tauende
von Spezialmaſchinen, teilwei e ür den eigenen Bettieb
konſitru eri, ſind notwendig, um die ſändig wachſende
Zahl der Aufträge aus aller Welt auszuführen. Und
Naih hat neulich bereits Schritte unternommen, um
größere Flächen für ſeine Werie zu ſchaffen, bei denen
ländig neue vollkommenere Maſchinen hinzukommen.
Eine der 5 Fabriken, das
Hauptwerk in Kenoſha, und
der Schöpfer der Naſh=
Ampmoble, Mr. Naſh.
Mit ſeinen großen Beſtänden an Arbeitsträften,
Ma=
ſchinen und Kapital iſt Naſh heute eines der
beſfausge=
rüſtſeten und eintlußreſchſten Unternehmen der ganzen
Automobil=Induſtrie, das trotz der rieſigen Ausdehnung
finanziell vollſtändig unabhängig geblieben iſt.
Der letzte Jahresbericht weiſt allein ein Aktſo von
86500000 Dollar auf.
Die Firma hat weder Bank= noch Hgpoihekenſchulden,
und arbeitet nur mit eigenem Kapital.
Mit anderen Worten, es gibt keine andere Geſellſchaft
in der Induſtrie, die ſich in einer ſo glänzenden
pekuni=
ären Lage beſindet. Ein Rieſenunternehmen — groß
an der Zahl der darin ſchaffenden Köpfe und Hände —
groß in inveſiertem Kapital — und groß in der
Aus=
dehnung der Fabrikanlagen — und groß in der Qualität
ſeiner Erzeugniſſe.
25 herrliche Modelle in den Stärken 12/55 PS,
14/70 PS und 18/80 PS werden von Mr. Naſh gebaut.
Alle ſind 6=39l.=Wagen mit dem weltberühmten,
ge=
räuſchloſen Raſh=Motor — alle haben die ſiebenmal
gelagerie Kurbelwelſe — alle die ſicheren Bremſen —
die leich e Steurung — überlegenen Anzugsmomente —
alle die herrliche Polſerung und die ralſige
Linienfüh=
rung, einer prächtiger als der andere. 220 000 Naſh=
Wagen verließen im vorigen Jahre das Werk, um in
103 verſchiedenen Ländern zufriedene Kunden zu ſchaffen.
Bei ſeinen effekiven Vorzügen, die der Nalh zu ſeinen
niedrigen Preiſen bietet (ſchon von 5950.— RM. an
er=
hält man einen 12155 6=39l.=Naſh), nimmt es nicht
wunder, daß er auch in Deutſchland lebhattes
Käufer=
intereſſe gewonnen hat. Nicht nur ſeine ſchnittige
Linien=
führung, die in verſchiedenen Schönheitskonkurenzen
des Vorſahres erſte Prelſe errang, ſondern auch ſeine
Qualität und ſeine abgelegten Proben der Leiſtungs
ähi=
keit zeigen ſeine Aberlegenheit. So gewann Naſh den:
1. Preis der Mitteldeutſchen Zuverläſſigkeitsfahrt 1926
1. Preis auf der Mansfelder Gebirgsprüfungsfahrt 1926
1. Preis auf d. Weſideutſchen Gebirgsprüfungsjahrt 1927
und fährt ſtrafpunkttrei auf der Weſifalen=Lippe=
Dauerprüfungsfahrt 1927
(Bln 675
und ſo geht die Liſie ſeiner Erfolge weiter, die ihn
zum Idealwagen unſrer Zeit prägen. E. 5.
Börſe und Geidimarki.
Es war nicht ſchwer vorauszuſehen, daß die ſprunghafte
Hauſſe=
bewegung einer größeren Anzahl der in Berlin gehandelten Aktien auf
die Dauer nicht in dieſem Tempo weitergehen konnte, ſo daß wir bereits
in der vergangenen Woche unſerer Börſenüiberſicht den Hinweis auf die
Möglichkeit ſcharfer Reaktionen anfügten. Diefe Mahnung hat ſich
in=
zwiſchen nur als zu berechtigt heumisgeſtellt, ſtanden doch die erſten Tage
der laufenden Woche im Zeichen außerordentlich ſchaufeu, in dieſer
Stärke natürlich ebenfalls übertriebener Kursſenkungen. Die führenden
Terminwerte gaben, ſoweit ſie vorher von der Spekulation beſonders
ſtark in die Höhe getrieben waren, täglich über 10 Prozent nach. Auf
dieſe Weiſe iſt nunmehr eine ſtarke Unſicherheit und Nervoſität in das
Börſengeſehäft getragen worden; vor allem aber das Publikum zu einer
tveitgehenden Neſerve veranlaßt, weil es den Ueberblick über die
Si=
tuation infolge der ſcharfen täglichen Schwankungen verloren hat.
Im=
merhin iſt trotzdem kein direkter Peſſimismus an der Börſe
aufgekom=
men. Der Stoß konnte im Gegenteil von den Banken raſch abgefangen
zuerden, ſo daß jetzt ſchon wieder allmählich Beſſerungen eintreten und
die Spekulation damit beginnt, beſtimmten Sonderpapieren von neuem
Aufmerbſamkeit zuzuwenden. Dieſe Zuverſicht wird durch Hoffnungen
auf günſtige Ergebniſſe des deutſchen Außenhandels im März und die
am Geldmarkt nricht umbefriedigende Lage genährt. Regere Beachtung
finden neuerdings vor allem wieder Polyphon=Akrien, derem Einführung
an der Londoner Börſe beabſichtigt ſein ſoll, ferner Deutſch=Atlantiſche
Telegraphen, Tvansradio und Zellſtoff=Aktien. Vor kurzem wurde
ge=
meldet, daß die deutſchen Sulfitzellſtoff verkaufendem Unternelmungen
ein Preiskartell gegründet haben, das mehr als 2 Firmen vereinigt
u. a. Zellſtoff Waldhof, Zellſwoffverein, Aſchaffemburger Zellſtoff,
Feld=
mrüihle Papier und Koholyth. Außenſeiter ſeien nicht vorhanden. Die
Gerüchte über bevorſtehende Transaktionen bei der Rheiniſchem
Braun=
kohlem A.=G. ſvollen nicht verſtummen und geben dem Geſchäft in dieſem
Papier immer wieder Anregungen. Die Befeſtigungen ſind um ſo
be=
merkensiverter, als die übrigen Montanaktien uter dem Eindruck der
Lohnbewegung im Ruhrbergbau und des nunmehr veröffentlichten
Schmalenbach=Gutachtens vernachläſſigt bleiben und eher realiſiert
wer=
den. Die Aktien der J. G. Farbeninduſtrie A.=G. werden von der
Speku=
lation ebenfalls wieder gefragt. In der nächſten Woche findet die A.N.=
Sitzung der Farbengruppe ſtatt, von der man ſchon heute weiß, daß ſie
außerordentlich erfreuliche Mitteilungen über die wveitere Entwicklung
des Unternehmens im vergangenen Jahre bringen werde. Im Anſchluß
daran dürfte wohl auch die offizielle Börſeneinführung der Farbenbonds
in Angriff genommen werden. Der Elektrizitätswarkt empfängt vor
allem aus dem Intereſſe des Auslandes für dieſe Aktiengruppe
An=
regungen. Weniger Freude haben die Aktionäre der Berlin=Karlsruher
Induftriewerke an ihrem Wertpapierbeſitz. Eie am Mittwoch
abgehal=
tene A. R.=Sitzung fand hinter verſchloſſenem Türen ſtatt, ſo daß niemand
weiß, ob eigentlich noch mit einer Kapitalzuſammenlegug, wie vor
Mo=
naten von der Verwaltung angekündigt, oder nicht zu rechnen iſt.
So=
weit ſich in Erfahrung bringen ließ, ſind die entſcheidenden
Beſprechun=
gen bis Anfang Mai vertagt worden. Die Verſchiebung der
Bilanz=
ſitzung gibt auch inſofern zu Bedenken Anlaß, als ſie ſehr wohl auf
einem Scheitern oder ſchwierigen Verlauf der Verhandlungen mit der
General Motors Company beruhen kann. Vielleicht iſt man aber auch
nur über den Verkaufspreis der Wittenauer Anlage nicht einig
gewor=
den und will bis zum 8. Mai eine neue Fühlungnahme der
amerika=
niſchen Unterhänöler mit ihrem Stammhaus ermöglichen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. April.
Die Börſe hatte erneut einen Stinrmungsurmſchwung nach unten
zu verzeichnen. Man befürchtet eine Diskonterhöhung in New York,
nachdem bereits einige andere Bundesreſerbebanken ihre Raten
herauf=
gefetzt haben. Vor allem aber drückt ſich eine gewiſſe nervöſe
Stim=
mung in den Verhältniſſen des Lohnkonfliktes im Nuhrrevier aus, wo
bereits von Arbeitnehmerſeite für die Ablehnung auch des
Schlichtungs=
ſpruches propagiert wird, und auf der anderen Seite Stimmen laut
warden, daß der untragbare Lohnſpruch zur Stillegung Veranlaſſug
gebe, daß mindeſtens aber die Werke im Grenzgebiet aufgegeben
wer=
den müßten, was volksrirtſchaftlich ſehr ernſte Folgen haben muß.
Dazu kommmt, daß das Publikum wieder faſt vollkommen ſich vom
Börſen=
geſchäft fernhält, was eine Kursabſchwächung erfahrungsgemäß immer
begünſtigt. Das Börſengeſchäft wickelte ſich in kleinſtem Rahmen ab.
Zu Beginn lagen einige Elektrowerte nennenswert ſchwach. Die
Farben=
aktie eröffncte 1 Prozent niedrigec, in Verbindung dait Rheinſtahl
minus 34 Prozent. Auch die übrigen Werte leicht abgeſchwächt. Am
Anleihemarkt ſetzten bosniſihe Renten ihre Aufpärtsbewegung fort. Im
Verlaufe entwickelte ſich lebhaftes Geſchäft in Neubeſitzanleihe, die von
17,10 auf 17,55 anzogen. Der Börſenverlauf liegt zunächſt
außerordent=
lich ruhig, jedoch zu den ermäßigten Kurſen ſehr widerſtandsfähig, um
ſpäterhin von den anfänglichen Kursrüickgängen teilweiſe wieder
zurück=
zugewinnen. Beſonders einige Spezialwerte konnten ſich gut erholen.
Das Geſchäft an der Abendbörſe war außergewöhnlich klein, ſo daß
nur einige wenige Werte zur Erſtnotiz gelangten. Trotzdem war
feſt=
zu ſtellen, daß das am Mittag nachbörslich ermäßigte Kursniveau ſich gut
behaupten konnte. Der Verlauf brachte ſogar auf Interventionen am
Farbenmarkt leichte Kurserhöhungen, ſo daß man allgemein etwas
feſter ſchloß. Etwas lebhafter lagen Ablöſungscente, die gegen Mittag
gut gehalten waren. Von ausländiſchen Kunſtſeidewerten Enca feſt
A
und 76 Dollar.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 20. April.
Die Börſe neigte bei Beginn des Verkehrs zur Schwäche, ohne daß
eine ausgeſprochene Verſtimmung herrſchte. Man glaubte aber, die
Diskonterhöhungen in Chicago und Boſton als Vorläufer einer New
Yorker Diskönterhöhung anſehen zu ſollen, und wau gleichzeitig durch
die allmählich nachlaſſende Flüſſigkeit am hieſigen Geldmarkt verſtimmt.
Einen ung’inſtigen Einfluß übte außerdem die rückläufige Bewvegung
der Montanaktien aus. Karſtadt wurden vorbörslich mit 233 nach 241
an der geſtrigen Nahbörſe gehandelt, da die Spekulation, durch die
Bilanzziffern nicht ganz befriedigt wurde, erholten ſich jedoch raſch
wie=
der auf 238 Prozent. Aus Süddeutſchland und dem Rheinlande liefen
Verkauforders für Montanerte ein, während die Kundſchaft im Reich
ſonſt größere Zurüickhaltung zeigte. Ausnahmen machten von der
ſchwvächeren Geſamttendenz nur Kunſtſeideverte, in denen man
Lon=
doner Anſchaffungen beobachtet habem wollte, und die Neubeſitzanleihe
des Reiches mit 17,2 nach 16,9. Bei der leichten Erhöhung der Tages
geldſätze handelte es ſüch weniger um ein Nachlaſſen des Angebots, als
vielmehr um den Beginn von Ultimovorbereitungen Infolgedeſſen
waren Gelder für erſte Firmen mit 4,5—5 Prozent nicht mehr ſo billig
wie in den letzten Tagen. Offiziell ſtellte ſich Tagesgeld auf 5—7
Pvo=
zent und Monatsgeld auf 7½—8½ Prozent. Warenwechſel wit
Bank=
giro zirka 6½8 Prozent. Im Deviſenderkehr ermäßigte ſich das
eng=
liſche Pfund gegen New York auf 4,8816, London-Mailand angeboten
92,60, London—Amſterdam ſchwächer 12,11½. Dollar gegen Mark 4,1815.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde die Tendenz zeitweiſe etwas
ſchlechter, doch gab das Kursniveau infolge neu einſetzender leichter
Ab=
gabe der Börſe bald weiter nach. Deutſch=Atlanten zogen noch um
1 Prozent an.
Im weiteren Verlauf ging von einer Befeſtigung der Farbenaktie
auf Grund weitgeſpannter Ausſchlußerwartungen (268 nach 270) eine
allgemeine Erholung aus, die wegen des geringen Geſchäfts meiſtens
gerade ausreichte, um die Anfangsverluſte wieder auszugleichen.
Privatdiskont lange Sicht 658, kurze Sicht 6¾ Prozent. An der
Nachbörſe ſtagnierte das Geſchäft, da die Erhöhung der
Privatdiskont=
notierungen der Spekulation jede Unternehmungsluſt nahm.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſſ
Baſalt".
Bergmann
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. H
Braunke
Bremer W
Danatbank
Deutſche Ban
Diskontoge
Dresdner Bat
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ....
Elektr. Lieferung ...!
J. G. Farben ..
Gelſenk. Berg.
G. f, elektr. Unte
Han. Maſch.-C
Hanſa Dam!
Hapag
Harpner
Hemoor Zement
Lindes Eismaſch. . ..
19. Loewe & Co. .. 195.— 195.75 230 5 230.5 178.— 178. 240.— 242.5 159.— 159. — Lingel Schuh". 81.25 60.- 150.— 150.— Mannesmann Röhren 153,5 153.— 152.75 152.25 Niederlauſitzer Kohle 1565 159.— 45.— 45.5 Nordd. Loyd. 152.25 153.— 133.— 132.5 Orenſtein. 132.— 130.5 67.— 67.— Polyphon
Rütgerswerk 395.— 397.5 127.5 129 — 102. 103.75 169.25 168.— Sachſenwerk 126.— 125.5 265.— 257.25 Siemens Glas 126.- 145.— 138.5 138.5 Ver. Glanzſtoff.. 752. 760.— 80.25 278.— Ver. Stahlwerke. 96.75 97.- 63 5 62.5 Volkſtedter Porzellan 56.25 56.5 225.75 223.— Wanderer Werke.. 190.— 187.— 154.— 153.75 Wiſſner Metall. 145 5 146.— 258.5 166.75 170.5 Wittener Gußſtahl 61.25 60.—
Oeviſenmarkt.
Helſingfors
Wien
Prag —.
Budapeſt
Sofia".
Holland
Eslo ..
Kopenhagen".
Stockholm
London".
Buenos Air
Nei=York
Belgien
20, 4.
Geld
22.03
16.44
20.52
70.03
81.53
1.992
0.503
7.372/ 7.3.58
17.93
5.544
2. 134
Brie
R.GI
16.48
80.68
70.17
81.69
1.996
0.505
7.372
17.97
5.556
2.138
1.177 14.185
4.321/ 4.329
Produktenberichte.
Wormſer Produktenbörſe vom 20. April. Bei feſter Tendenz
tiotierten heute: Weizen 25,5—27,75, Roggen 28,5, Gerſte ohne
An=
gebot, Ausſtich ohne Angebot, Futtergerſte 25,5—26, Hafer 27,5—28,5,
Weizenmehl (Baſis Null) 39,25—39,75, Roggenmehl (60proz) 41,
Wei=
zenfuttermehl 17—23,5, Roggenfuttermehl und Nachmehl 18,5—24,5,
Roggenkleie 17, grobe Weizenſchale 16—16,5, feine Weizenkleie 15 bis
15,5, getrocknete Biertreber 18,75—19, Malzkeime 18,25—18,75,
Mais=
ſchrot 27, Trockenſchnitzel 14,5, Hen 8,75—10, Stroh 2—4,5, Kartoffel
6,5—7,40.
Frankfurter Produktenbericht vom 20. April. Bei feſter Tendenz
notierten je 100 Kilogramm: Weizen T 27,50, Roggen 29,50, Hafer inl.
27,50—28,25, Mais für Futterzwecke 24,25—24,50, Mais für andere
Zwecke 25,25—25,75, Weizenmehl ſüdd. 38,50—39,50, Roggenmehl 39
bis 40,50, Weizenkleie 15,25—15,50, Roggenkleie 16,25—16,50.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Neue Erweiterung des Internationalen Giroverkehrs der
Reichs=
bank. Der zwiſchen der Reichsbank einerſeits, der Bank von Danzig
und der Schweizeriſchen Nationalbank andererſeits beſtehende
Girover=
kehr hat eine weſentliche Erweiterung erfahren. Es ſind nämlich von
jetzt an nicht nur Ueberweiſungen an Kontoinhaber der Notenbanken,
ſondern auch Ueberweiſungen an Poſtſcheckkontoinhaber und
Ueberwei=
ſungen zur Auszahlung an Perſonen oder Firmen in Danzig und der
Schweiz geſtattet, die weder ein Girokonto bei der betreffenden
Noten=
bank, noch ein Poſtſcheckkonto beſitzen. Damit ſind im Verkehr mit
Danzig und der Schweiz dieſelben Ueberneiſungsmöglichkeiten gegeben,
wie ſie ſchon ſeit längerer Zeit im Giroverkehr nach Holland beſtehen,
Die deutſchen Sparkaſſen im Monat Februar 1928. Die
Sparein=
lagen bei den Sparkaſſen des Deutſchen Reichs ſind nach den
Ermitt=
lungen des Statiſtiſchen Reichsamtes im Monat Februar 1928 bei
542,21 Mill. RM. Einzahlungen und 309,52 Mill. RM. Auszahlungen
von 5 094,06 Mill. RM. Ende Januar 1928 auf 5 326,78 Mill. RM.
Ende des Berichtsmonats geſtiegen. — Im Scheck=, Giro=, Kontokorrent=
und Depoſitenverkehr haben ſich die Einlagen von 1 218,28 Mill. RM.
Ende Januar 1928 auf 1291,45 Mill. RM. am Ende des
Berichts=
monats erhöht.
7proz. Deutſche Kommunal=Gold=Schatzanweiſungen des Deutſchen
Sparkaſſen= und Giroverbandes. Im Anzeigenteil der geſtrigen
Aus=
gabe wird die Zeichnungsaufforderung auf 50 000 000 RM. Tproz.
Deutſche Kommunal=Gold=Schatzanweiſungen von 1928 des Deutſchen
Sparkaſſen= und Giroverbandes mit ſeiner Bankanſtalt, der Deutſchen
Girozentrale — Deutſchen Kommunalbank — rückzahlbar am 1. April
1931 zum Nennwert — veröffentlicht. Die Schatzanweiſungen ſind auf
Feingoldbaſis geſtellt und in Stüche zu 500, 1000, 2000, 5000 und 10000
Reichsmark eingeteilt. Die Erklärung der Reuhsmündelſicherheit iſt für
die Schatzanweiſungen beantragt worden. Die Verzinſung erfolgt mit
7 Prozent jährlich, in halbjährlichen Raten am 1. April und 1. Oktober.
Der erſte Zinsſchein iſr am 1. Oktober 1928 fällig. Die Zulaſſung der
Schatzawweiſungen an der Berlinev Börſe wird beantragt werden. Die
Zeichnung findet ſtatt in der Zeit vom 20. bis 26. April d. J. Der
Zeichmungspreis beträgt 96½ Prozent, zuzüglich 7 Prozent Stückzinſen
vom 1. April bis zum Zahlungstage. Die Bezahlung hat nach Wahl
der Zeichner in der Zeit vom 1. bis 5. Mai zu erfolgen. Die Börſen=
Umſatzſteuer geht zu Laſten der Zeichner. Zeichnungen auf Sperrſtücke
(6 Monate) werden vorzugsweiſe berückſichtigt. Zeichnungsſtellen ſind
die Mitglieder des unter Führung der Preußiſchen Staatsbank (
See=
handlung), Berlin, ſtehenden Konſortiums und deren Zweiganſtalten,
ſowie ſämtliche Girozentralen und die dem Deutſchen Sparkaſſen= und
Giroderbande angeſchloſſenen Landesbanken.
Mafſenkündigungen in der Rheinſchiffahrt. Mit Rückſicht auf die
Ende dieſes Monats ablaufenden Lohn= und Arbeitszeitabmachungen
iſt den ſämtlichen Arbeitnehmern in der Rheinſchiffahrt mit der tariflich
vorgeſehenen Kündigungsfriſt zum Ende des laufenden Monats, die
Kündigung ausgeſprochen worden. Die Arbeitgeber erklären, die
Kün=
digung nicht zum Zwecke der Entlaſſung vorgemommen zu haben,
ſon=
dern um die Möglichkeit zu gewinnen, falls die noch andauernden
Tarifverhandlungen nicht zu einem Ergebnis führen, mit den
Arbeit=
nehmern Einzelverträge abzuſchließen.
Hilfsaktion für die Mannheimer Gewerbebank. Die badiſchen
ge=
werblichen Kreditgenoſſenſchaften haben ſich in Karlsruhe zu einer
Be=
ſprechuug über die Verhältniſſe der Mannheier Gewerbebank
zu=
ſammengefunden und ihre grundſätzliche Bereitwilligkeit zu einer
Hilfs=
aktion zum Ausdruck gebracht. Vorausſetzung dafür iſt, daß die für die
Sanierung nötigen Maßnahmen von ſeiten der Mitglieder beſchloſſen
und durchgeführt werden. In dieſem Falle ſind die Genoſſenſchaften
überzeitgt, daß für die Gläubiger Verluſte nicht entſtehen.
Bayeriſche Motorenwerke, München. Die ordentliche
Generalver=
ſammlung beſchloß die beantragte Verkeilung einer Dividende von 14
Prozent und wählte die ausſcheidenden Aufſichtsratsmitglieder wieder.
Der Vorſitzende, Direktor der Deutſchen Bank Dr. v. Stauß=Berlin,
be=
merkte, daß im Laufe des Geſchäftsjahres die Entwickelung noch
günſti=
ger als im Vorjahre geweſen ſei.
Die Notlage der Grubeninduſtrie in England. In der geſtern dem
Premierminiſter übergebenen Denkſchrift über die Lage im
Gruben=
gebiet von Südwales, die von einer Sonderkommiſſion aus Vertretern.
der Grubenbeſitzer wie Abgeordneten aller Parteien ausgearbeitet
wurde, heißt es, wenn die Belaſtung der Induſtrie nicht erleichtert
werde, dann ſtehe eine Kataſtrophe bevor, und die Zahl der
Arbeits=
loſen in Südſvales werde ſich um Zehntauſende vermehren.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 20. April ſtellten ſich für je
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt.
Elektrolytkupfer=
notiz) auf 134.75 RM. — Die Notierungen der Kommifſion des
Ber=
liner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich aber Lager in
Deutſchland, für prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Original Hüttenaluminium, 98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder
Drahtbarren auf 210 RM., desgl. in Walz= oder Drahtbarren, 99proz.
214 RM., Reinnickel, 98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 89 bis
94 RM., Feinſilber (1 Kilogramm fein) 79—80 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
20. April ſtellten ſich für Kupfer: Januar 123½ (123½), Februar
und März 123½ (123¾), April 1221 (123½), Mai 122¾ (123), Juni
und Juli 123 (123½), Auguſt bis November 123½ (123½), Dezember
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden Fre
ſtaat von 1927
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ..
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927
Otſche. Anl. Ausle
ſungsſch. *
Ablöſungsanlei
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub
Dtſche. Schusge
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 2
30 Berlin v. 2
Darmſtdt. v. 2
Dresden v. 20
7% Frtf. a. M.v.
70 Heidelb. v. 2
8% Ludwahf. v. 26
8% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 2:
80 Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
89 Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 2
7. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom.Anleihev. 26
80 Berl. Hyp.=Bk
Lig.=
Pfandbriefe
7%0 Frkf. Hyp. Bk.
7½%, „Lig.=Pf
871.
80.4
81.25
88
51.85
17.5
7.45
95.75
95.2
87.5
85.75
103
95
95
93
88.75
92.5
93
96.5
92.5
78.1
Frkf. Pfbrfbank
4½% Gotha Gr
Cred. Lig.=Pfb.
4½% Hamb. Hhp.
Bk. Lig.=Pfdbr.
% Heſſ. Landesb=
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d
Rheinprovinz
Landeskr. Ka
Mein. Hyp.B
Naſſ. Landesb
80 Pfälz. Hyp.B
Eig
Pfanddrief
8%0 Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.
1 0 Preuß. Ctr.
Lig. Pfandbr.
0 Preuß. Ctr.
Stadtſchaft.
% Rhein. Hyp.=B!
„ Lig
Pfandbriefe.
8% Rhein.= Weſtf.=
Bd.=Credit
„ L.=Pf
Südd. Bod.
ed.=Bank
„Lig.=
Pfdbr. ...
8% Württ. Hhp.=T
98
89.5
88.5
78.1
79.5
98
91.75
89
95
100
100
96
92
98.5
92
101.25
89.5
96.5
93
76.24
97.2
O
92
98.5
93
77.75
96
89.5
75‟g
95.25
92
87.75
95
Dt. Komm. Sam.
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I. / 51.5
Dt. Komm. Sam.=Ablöf.=Anl.
* Ausloſ. Ser,III 68
Meientee
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Borkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk
Vorkr.=Pfdbriefe
bgl. Kom.=Obl.
S.1-16
Kom.=Obl.
18.1
7.4
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr. 14
Nordd. Grunder
Vorkr.=Pfdbriefe 14.1
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe/ 13.5
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred.
anſtalt Vorkr.=Pfl 141/,
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26/ 96
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26 94.5
Klöckn=Werke
Berlin v. 26.. . . / 94
109 Kom. Elektr.=
Mark.
. .... . 102
Maintrw v. 26
26 Mitteld.
Stahl=
werke von 27.../ 90.5
3½ Neckarſulm v. 26/ 86.5
8% Salzmann & Co.
Kafſel v. 26...
7½ Ver. Stahltv.
mit Opt. v. 26/ 90.75
%o Ver. Stahlw
ohne Opt.v. 26 88.75
II. Auf Sachwerte
aut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl. . ..."
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe. .
21.6
9.25
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ..."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe
50 Südd. Feſtw.
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914
50 Bosn. L.=Inv.
Anl. v. 1914 ...
4u0 Bosn. v. 0
5‟ Bulg. Tab. v02
1,6‟ Griech. v. 90
21 O Griech. Mon.
5% Mex inn. (abg.)
9.4
8.65
N5
49
47
18
57.5
47.5
äuß. „
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913.
49 Schweiz. Bds.
Bahnen v. 1912
40 Türk. Admin..
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
Ungarn von
1913 CC. C.,=St.)
dito vor
1914 CC. C.,St.)
*2o dito Goldr.
(C. C.=St.)
6 dito von
1910 (C. C.=St.)
% dito Kron. (abg.)
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (aba.
4% Kopenh. v. 01
181
89.5
12.5
21
27.5
26
26
2
58.25
92
½ Liſſab. v. 1886/ 13.25
2o Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn
von 1883,
490 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig..
4% Lemberg=Czer
ſteuerfrei
Ptg?o Oſt. Sübl
(Lombard.) .
20 Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883
4%0 Rudolfb. i. S.
i. G.
4½% Anatolier I.
TV. 1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. 155
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bayr. Hyp.= und
Wechſelbank . . . . 158
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk.
Comi. u. Privatb. /173.5
Darmſt. u. Nt.=Bk. /241
Deutſche Bank
Eff.=u.
Wechſel=
bank
Vereinsbank ..
Diskont.=Geſellſch. 1151.9
Dresdener Bank 153.5
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk. 1151
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B. /133
Mein. Hyp.=Bank/135
Metallbank. . . . . . 132.5
Mitteld. Crebitbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt. .
Pſälz. Hyp.=Ban
Pr. Bod.=Creditbk. /133
„ Hhp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant. . . 210.5
Rhein. Creditbank /125.25
Hyp.=Bank.
12.1
2I.
11:
17‟
15.25
4.3
22.5
2.5
136.5
140.25
254
163
.... . 123.75
104
112.,5
147
211.5
160
37.75
151
149
193
Südd. Bod.Cr.Bk.
Disc.=Geſ... 135.5
Wiener Bankverein/ 16.75
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= un
Kraftwagen.
Dt. Eiſenb.=Geſ.
%o Dt. Reichsbhn
Vorzge.
Hapag.
Nordd. Llohzt
..
Schantung=Eiſenb
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin.
Adler E Oppenh..
Adlerw (v. Kleyer)
60 AEG. V
AEG. &
Bad.M
url.
Bamag
guin
Baſt Nürn
Beck E
Bergm. El. Werte
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn
Buderus Eiſen ...
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerte.
Heidelberg".
Karlſtadt
Lothr. (Karlsr
Chem. WerkeAlbert.
Brockhues..!
Fabrik Milch
Daimler=Benz..."
Dt. Atl.=-Zelegr.
Eiſenh. Berlin
Erdöl
Gold=- u. Si
ſcheide=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen
Dürrwerke Ruting.
198.5
207.5
160.5
98
154
153
40
48.75
240
93.5
80.25
74
184
141
24.5
230
63
183.5
63.5
51.
124.25
97.75
152
180
85
87.5
103.5
87.5
133.5
188
259.5
128
61.5
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſf. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk".
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnere
Faber, Joh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
7. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas
.
Naſc
Prokorny EWittek.
Geiling E Cie.
Gelſenk. Bergwerk);
Geſ. f. elektr. Un
ternehmungen
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrankf
Haid & Neu"
Hammerſen (Osn
Hanfw. Füſſen
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Hehligenſtaedt
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer ....!.
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil.
Holzverk.=Induſtrie
Iiſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Afchersleben",
Salzdetfurth.
Weſteregeln..
Kammgarnſpinn. .
275
24
224
170
91
52
2o1
61
66
103
52
268.5
150
109.5
82
79
1381
106
132
198.5
133.25
42-
172
70
180
115
24
90
121
81.5
166
72
131
99.2.
183
239
196
221
Karſtadt, R.
239
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl. . . . 105
Klöcknerwerke
1124
Knorr, Heilbronn
Konſervfabr. Braun/ 70.25
Lraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer ECo. /183
Lech, Augsburg
Lingel, Schuhw
Löhnberger. Mühlel 38
Löwenbr. Münck
Ludwigshaf. Walz 129.5
Lüdenſcheid Metall
Mainkr.=W. Höchſt/119.75
Mainz. Akt.=Br.. . 27
Mannesm. Röhren/152.75
Mansfeld. Bergb. 124.25
Mars=Werke.
1217
Metallgeſ. Frankft. /178
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm.
Motorenfabr. Deutz
Oberurſel
Münch. Lichtſpielt
Neckarſ. Fahrzeug
Neckarw. Eßl
Nicolay. Hofbr. ..
Oberbedarf ..
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen
Peters Union Frrf.
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau".
Porzellan Weſſel
Reiniger. Gebb. E
Schall
Rh. Braunkohlen..
Elektr. Stamm
Stahlwerke
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan
Rütgerswerke 1104
SalzwerkHeilbronn/196.5
Schneider & Hana:
Schnellpr. Frankth 71.5
Schöfferhof=Bind.. 1358
Schramm Lackfbr. 123
Schriftg. Stempel. 128
Schuckert Elektr. . .1190
38.5
72
73
120.25
58
50
13
14
44
102.5
45
101.5
281.5
158.5
161
49.5
Schuhfbr. Berneis
Weſſel..
Schuhfabr. Herz
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen
Seilindſtr. Wolff.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens &. Halske
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff, Ver.,.
Tellus Be
Thür. Li
Tucher,
Unterfr. Krs.=Ele
tr.=Ver
Veithwerke.
Ver f. Chem
deutſch. Olfal
Faßfabr. Caſſel
Gummifabrik.
Berlin=Frank
Königs= und
Laurahütte
Pinſelfabriken
Stahlwerke
Ultramarin
Zellſt., Berlin
Vatländ. Maſch.
Voigt &. Haeffne
Voltohm. Seil
Wahß & Freytag.
Wegelin Rußfabrit
Werger Brauerei.
Zellſt. Aſchaffenbg.
Memel ....
Waldho ... "
Zuckerf. Rheingau
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung
Frkft. Allg. Verſ.=G
Frankona Rück= u.
Mitv.
Mannh. Verſich.
Darmſtädter Werte
Bahnbedar
Dampfk. Rodberg.
Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt
Gebr. Roeder ... . 1134.W
84.2
17.25
295.25
106
144
308.75
111
108
55
115
98.75
73.5
94.5
87.5
156
153
71
180.5
81
142
141
170
194
46
AAfé
198.5
204
458
Nummer 111
Samstag, den 21. Aprll 1928
Geite 13
123½ (1B½), Tendenz: ſtetig. — Für Blei: Januar und Februar
41¾ (42), März 42 (42), April 41 (40½). Mai 41 (41½), Juni 41 (41½),
Juli bis September 41½ (41½), Oktober und November 41½ (41½),
Dezember 4134 (42). Tendenz: befeſtigt. — Für Zink: Januar und
Februar 51 (51½), März 51 (51½), April und Mai 51 (52), Juni 51½4
(51½), Juli bis Oktober 51 (51½), November und Dezember 51 (51½).
Tendenz: feſter. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 20. April
ſtell=
ten ſich für Kupfer: (Tendenz: träge) Standard per Kaſſe 61½ bis
6114/, drei Monate 61½—61½/, Settl. Preis 61¾, Elektrolyt 66½ bis
67, beſt ſelcted 64½—65½, Elektrowirebars 67;, Zinn: (Tendenz: feſt)
Standard per Kaſſe B4½—B4¾, drei Monate B4½—34½, Settl.
Preis 23438, Banka (inoff.) 242½, Straits (inoff.) B9½; Blei: (
Ten=
denz: feſt) ausländ, prompt und entf. Sichten 201tſyo, Settl. Preis 20¾;
Zink: (Tendenz: feſt) gewöhnl. prompt B1)y, entf. Sichten 2514/u,
Settl. Preis 26; Queckſilber (inoff.) 22½4—2½; Wolframerz (inoff.)
15½.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 20. April (Priv.=Tel.).
Weizen: Die Termine erlitten heute empfindliche Rückgänge auf
die ſchwachen Liverpooler Kabel und Meldungen, daß in Argentinien
ein Exportüberſchuß von 80 Mill. Buſhels vorhanden ſei.
Mais: Auch Mais mußte nachgeben auf die Schwäche in Buenos
Aires, und größere Esprrte Argentiniens verſtimmten.
Roggen: Hier kam es ebenfalls zu einem ſtarken Rükgang der
Ter=
mine, weil die Lokofirmen Abgaben vornahmen und Meldungen
ein=
trafen, daß deutſche Firmen verſchiedene der letzten Aufträge inhibiert
hätten.
Hafer: Hafer war heute ſchwach veranlagt im Zuſammenhang mit
der Meldung eines argentiniſchen Exportüberſchuſſes von 22½ Mill.
Buſhels u id Liquidationen der Kommiſſionäre.
* New York, 20. April (Priv.=Tel.).
Baumwolle: Anfangs gaben die Termine leicht nach auf günſtige
Wetterberichte. Im Verlauf kam es zu einer vorübergehenden
Er=
holung wegen der Meldungen über das Auftreten des
Baumwoll=
kapſelkäfers. Der Schluß war ſchwächer auf Liquidationen.
Kaffee: Die Preiſe gaben leicht nach auf Liquidationen und
Ver=
käufe europäiſcher Firmen. Später ſetzten teilweiſe Deckungen ein.
Zucker: Der Markt eröffnete unregelmäßig. Im Verlaufe ſetzten
dann Deckungen ein. Sräter wurde die Haltung wieder ſchwächer auf
kubaniſche Abgaben,
Anleihe der Stadt Nürnberg. Der Stadtrat in Nürnberg hat in
hauſes und Wöchnerinnenheimes dienen ſell.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. April:
Getreide. Weizen: März 154½, Mat 155½, Juli 151½: Mais:
März 104½, Mai 1088, Juli 1087; Hafer: März 6238, Mai 56½,
Juli 48: Roggen: März 127½, Mai 123½, Juli 116½.
Schmalz: März 12,10, Mai 12,37½, Juli 12,70.
Fleiſch. Rippen: Mai 11,65, Juli 11,95, September 12,40;
Speck, loko 11.62½; leichte Schweine 9,75—10,40, ſchwere Schweine
9,50—10,20; Schweinezufuhren: Chicago 20 000, im Weſten 75 000.
Baumwolle: Mai 19,78—19,79, Juli 19,64—19,65.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 20. April:
Getreide. Weizen, Hartwinter 173,5; Mais, neu ank. Ernte
118½; Mehl, ſpring wheat clears 700—7,25; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Konnnent 8—10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, lolo 12,75; Talg, extra 8½,
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 229: Loko: 14;
April 13,90, Mai 13,95, Juni 14,11, Juli 14,26, Auguſt 1432,
Sep=
tember 14,43, Oktober 1429, November —, Dezember 13,60,
Januar 1929: 13,42.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Infolge des verhältnismäßig geringen Angebots von
Privatdis=
konten wurde am Berliner offenen Geldmarkt der Privatdiskontſatz
erhöht, und zwar für kurze Sicht von bisher 5½ auf 534, und für
längere Sicht von 6½ auf Gſo Prozent.
Die Verhandlungen zwiſchen den Vertragsfirmen der Deutſchen
Schrottvereinigung und der Zentralſtelle Deutſcher Schrotthändler e. V.
haben geſtern zu einer grundſätzlichen Verſtändigung über die
Rege=
lung der Schrottlieferung an die Werke der Deutſchen
Schrottvereini=
gung geführt.
Die Verhandlungen im Neichsarbeitsminiſterium über den
Schiedsſpruch im Ruhrbergbau haben geſtern um 11 Uhr begonnen. Sie
werden vorausſichtlich von langer Dauer ſein.
Die Deutſche Golddiskontbank hat den im vorigen Jahr mit einem
amerikaniſchen Bankenkonſortium vereinbarten Bereitſchaftskredit, der
vereinbarungsgemäß am 1. Juli 1928 abläuft, verlängert. Eine
In=
anſpruchnahme des Kredits hat bisher nicht ſtattgefunden und ſteht
auch nicht in Ansſicht.
Die Zeichnungen auf die ſeit 13. April aufgelegte Anleihe der
Stadt Berlin verliefen ſo günſtig, daß bereits ſeit Tagen mit einem
Erfolg der Emiſſion gerechnet werden konnte. Die Preußiſche
Staats=
bank (Seehandlung) gibt bekannt, daß die Zeichnungsliſten auf die
25 Millionen RM. Hprozentigen Goldſchatzanweiſungen infolge
Ueber=
zeichnung am 19. April, vormittags, geſchloſſen worden ſind.
Die deutſch=litauiſchen Wirtſchaftsverhandlungen, die geſtern mit
einer formalen Begrüßungsſitzung, bei der die gegenſeitigen Entwürfe
ausgetauſcht wurden, begonnen haben, wurden heute fortgeſetzt.
Zur=
zeit iſt man mit der Prüfung der Entwürfe beſchäftigt.
Der Wert des Danziger Außenhandels hat ſich im Februar bei der
Einfuhr geſteigert, wihrend die Ausfuhr einen weiteren Rückgang
auf=
weiſt. Die Einfuhr ſtieg, von 42,6 Mill. Gulden im Januar auf
46,8 Mill. Gulden im Februar; die Ausfuhr ging von 32,6 Mill. auf
28,1 Mill. Gulden zurück.
Wie wir erfahren, wird ſich der öſterreichiſche Nationalrat in der
nächſten Woche mnit dem kürzlich abgeſchloſſenen Handelsvertrag mit
Ungarn befaſſen. Der neue Vertrag wird aller Vorausſicht nach noch
in der erſten Hälfte des Monats Juni in Kraft geſetzt werden, ſo daß
die erhöhten öſterreichiſchen Getreide= und Mehlzölle noch vor dem
Beginn der neuen Importkampagne ins Leben treten werden.
In Brüſſeler Börſenkreiſen rechnet man mit einer geringen
Herab=
ſetzung des Diskonts der Nationalbank, der zurzeit 4½ Prozent
be=
trägt. Eine Entſcheidung wird jedoch erſt für die nächſten Tage
en=
wartet.
Der Leiter der Ueberſeeabteilung, Douglas Harking, unternimmt
gegenwärtig eine Reiſe durch die verſchiedenen Teile Englands, um mit
den engliſchen und ſchottiſchen Handelskammern einen Plan für die
Steigerung der britiſchen Ausfuhr zu erörtern.
Der Bankdiskont der Reſervenbanken von Boſton und von Chicago
iſt von 4 auf 4½ Prozent erhöht worden. Die Behörden der New
Yorker Effektenbörſe haben beſchloſſen am Samstag nicht zu arbeiten
und die Börſe zu ſchließen, um den Baaken die Möglichkeit zu geben,
die Rückſtände aufzuarbeiten.
Café Rheingeld
Samstag, den 21. April
Großes Blütenfest
Dazu:
( 10835
Die beliebte Kapelle Gebr. Ratze!
Hetel „Prinz Cart
ernpflehlt seinen bekannt vorzüglichen
Mittagstisch
Schöne Verelnssälchen zum Abhalten
von Hochzelten und Gesellschaften
Sonntag Abend Unterhaltungs-Muslk
EEI
Uhr
Heute Samstag zum letzten Male!
V
Der Gensalianserſoln der Anierspiellol.
SOMeloLnA
eltberühmte Filmdarstellerin persönlich in:
Die Kameliendame
Schauspiel in 5 Aufzügen von A. Dumas Sohn (7os6
M. Schnellbacher
FBeachten Sie die Sonntagsanzeige an dieser Stelle!"
Hocel Schmils
Ia Biere (5870a) Prima Küche
Täglich
Unterhaltungsmusik
Zur Reichskrone
Mühlstraße 5
Telefon 3796
Samstag und Sonntag
Konzert
Ausschank: Union-Märzen-Bier
M Kast
(10787) Es ladet ein
Neſtaurant
Darmſtädter Ho
Samstag und Sonntag
Gro ße
Unterhaltungskonzerte
Abteilung von der Kapelle Weber
Ausſchank des 470/ Frühlingsgold, hell
Gute bürgerliche Küche
Höflichſt empflehlt ſich
G g. Hart I. (1ong7!
Eliſabethenſtraße 2 Telephon 309
Gut bürgerliches Speiſelokal
Morgen Sonntag
Spez.=Ausſchank: Pfungſtädter Biere.
Neuer Pächter: Mermann Rehm,
langjähriger Küchenchef.
7062
Hordsee-Holel
Reſtaurant Reichshof
Rheinſtr. 35 Inh. Oto Jenichen Rheinſtr. 35
Maibock
ist da
(10902
aus der Thomasbrauerei München
D
HONZERT
R
Sams ag und Sonntag ab 8 Uhr ( 10866
KONZERT
Weinklause
Zum Tropfstein
Ecke Kasino- u. Friedrichstraße
Angenehmer Aufenthalt!
Rheinische Bedienung (6955a
Gaſthaus „Zur Stadt Rlrnberg”
Obergaſſe 38
(10
Freitag und Samstag
Metzelſuppe d
Samstag und Sonntag Stimmungsmuſik
Es ladet ein
J. Berlieb.
Schweizerhaus Eherstadt
Angenehmer Familien-Aufenthalt
Sonntag, von 4 Uhr ab
Künstler-Konzert
Bes W. Plank
6687a)
Morgen Sonntag, vormittags 11 Uhr
Leßte Wiederholung des ſchönen Reiſefilms
Bie hensternreise
der Cap Areona
Intereſſante Aufnahmen von Land und Leuten Spanſens,
Portugals und S damerikas. Packende Bilder der
ſturmbewegten See bei Windſtärke 11.
Kammer-Orchester-Begleitung.
Einheitspreis auf allen Plätzen 1.— M., Kinder 50 Pfg.
Sprechapparate
in beſt. Qualität, zu
ſtaunend vill. Preis!
kaufen Sie nur 22512
beim Fachmann
AAusikhaus Bund
Schuchardſtr. 9.
Teilzahlg. gern geſtattet.
Reparatpromptu, bill.
Auto= u.
Motor=
rad Reparaturen
gut u. billtg (195a
Konrad Hirsch
Ober=Ramſtadt
Aliceſtr. 13. Tel. 67
Heſiſches Landestheater
Großes Haus
Samstags=Fremdenmiete (9. Vorſtellung)
Samstag, den 21. April 1928
Anfang 15.00 Uhr Ende 17.45 Uhr
Cavalleria rusticana
Melodrama in einem Aufzug
von Pietro Maseagnt
Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander
Mitwirkende: (.7058
Martha Liebel, Roſe Merker, Käthe Walter;
Richard Dresdner grefeld a. G.,
Hans Komregg
Der Bajazzo (Pagliaccl)
Drama in zwei Aufzügen und einem
Prolog von Leoncavallo
Muſikaliſche Leitung: Berthold Goldſchmidt
Mitwirkende:
Paula Kapper, Richard Dresdner a. G.,
Herber: Grohm, Joſef Herrmann, Hans
Komregg, Ludwig Wenzel
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Bohne
Preiſe der Plätze: 0.70—7 Mark
Miete H (11. Vorſtellung)
(Bühnenvolksbund)
Anfang 20,00 Uhr Ende nach 22.00 Uhr
Candida
Ein Myſterium in drei Akten
von Bernard Shaw
Mitwirkende:
Charlotte Jaeke=Joſt, Martha Ziegler, Carl
Ebert, Werner Fink, Rudolf Klix, Karl
Paryla
Preiſe der Plätze: 0.30—9 Mark
Wennen
zu Frankturt n. M.
Sonntag, den 22. April,
nachm. 3 Uhr
Verlosungsrennen. Jede fürden
22. April gelöste Eintrittskarte
nimmt an der Verlosung ohne
weiteres teil. Gewinn entweder
der Sioger des Verlosungsrennens
oder 1500 RM. in bar. (1V.6681
Renn-Klub, Frankfurt a. M.
Dormſtädter
Zurnerſchaft
Hamstag, den 28. April,
in der Turnhalle am Woogsplatz
Tagesordnung:
1. Jahresbericht; 2. Abrechnung; 3.
Vor=
anſchlag 1928/29: 4. Jahnfeier; 5.
Satzungs=
anderung: 8. Neuwahl des Vorſtandes
7. Verſch edenes.
Anträge ſind bis zum 24. April an den
Vorſitzenden zu richten.
(6914
BorKafg StrandHotel)
T76419
Pension von 9,00 Mk. pro Tag au.
Prospekte in der Geschätisstelle ds. Bl.
TI.6042
Bad Schwalbach
Ftaßl und Mootbad
Blutarmut Frauenleiden Herzkrankheiten
Eröffnung am 1. Mai
Zur Traube Eberſtadt
Telefon 39 Endſtation der Eleßtriſchen
Mittagstiſch von 12—3 Uhr
Reichhaltige Abendkarte
Im Ausſchank: Bock=Ale
, 0.30
Spezial Dunkel 2/,0 0.25
Märzenbier 20.22
Rhein=,Moſel= u. Pfälzer Weine • Holide preiſe
Baumgärtner (7082a
langf. Küchenmſtr. des Hotel Traube, Darmſtadt
Waschbütten
jiefert u. repariert Gg. Heim, Darmstadt,
Arheilgerstr. 63, Telekon 2069 (6915a
Kleines Haus
Außer Miete
Samstag, den 21. April 1928
Anfang 20.00 Uhr Ende gegen 22.00 Uhr
Letzter Kammermuſikabend
Schnurrbuſch=Quartetts
(Brahms=Zyklus)
Konzertmeiſter P. Schnurrbuſch
Kammermuſiker K. Jäger, W. Horn,
K. Klammer
Mitwirkende: Karl Steinmar (Violg
Paul Tilling (Cello)
Vortrags fol ge:
1. Streichquintett op. 111, G-Dur
2. Streichſextett op. 18, B.Dur
Preiſe der Plätze: 1, 2, 3 Mark
a) Hente Samstag u.
Achtung: morgen Sonntag Achtung!
Ausnahmepreis:
Rippchen mit Kraut
. .0.70 Mk.
Bratwurſt ..
0.50 Mk.
Schnitzel ......"
0.80 Mk.
Koteletts.
. .0.60 Mk.
Hausmacher Wurſt mit Brot 0.40 Mk.
An beiden Tagen Konzert
wozu freundlichſt einladet.
(7088
Franz Buttler
Landwehrſtr. 62
Telephon 3187
Beginn der
Spargel=Saiſon
Seeheim
Hotel Hufnagel.
Hatsue kuasa aus Tokio singt im Konzert des Mozartvereins am 25. April
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 12. April: Lang, Anton, Bauamtmann i. R., 65
J., Speſſartring 16. — Am 13. April: Braun, Ludwig Friedrich,
Amts=
gehilfe, 58 J., Wingertsbergſtr. 9. — Am 12. April: Pfeifer, Margarete,
geb. Franz, 74 J., Witwe des Rentners, Hochſtr. 18; Buchhammer,
Ludwig, Lackierermeiſter, 70 J., ledig, Magdalenenſtr. 9. — Am 13.
April: Berz, Ottilie, geb. Waldhauer, 75 J., Witwe des Weißbinders,
Gräfenhauſen, hier, Grafenſtr. 9. — Am 12. April: Biallowons, Emil,
Hermann, Student, 28 J., ledig, im Duisbung, Scheffelſtr. 14, hier
Gvafenſtr. 9. — Am 13. April: Fuchs, Martha Emilie Mavie, geb. Götz,
28 J., Ehefrau des Hilfsarbeiters, Schützenſtr. 17: Lambert, Cornelie
Auguſta, geb. Tillmanns, 52 J., Witwe des Kaufmanns, Beckſtr. 91;
Jäger, Johann Jakob, Metzger und Wirt, 61 J., ledig, Unter=Moſſau,
Kr. Erbach, Gardiſtenſtr. 23. — Am 14. April: Hauck, Marie, geb.
Roth, 69 J., Witve des Bürgermeiſters, in Schafheim, Kr. Dieburg,
hier, Grafenſtr. 9; Horn, Marie, geb. Röhrig, 52 J., Ehefrau des
Kauf=
manns, Neuyſtadt i. O., hier, Erbacherſtr. B. — Am 15. April: Stauder,
Roſa, 6 Monate, Bauſchheim, hier, Heinheimerſtr. 21; Schäfer,
Eliſa=
bethe, geb. Büüdinger, 66 J., Ehefraut des Wagenaufſehers,
Blumenthal=
ſtraße 34; Mylius, Karl, Tapezier, 73 J., ledig, Pallaswieſenſtr. 60. —
Am 14. April: Fückel, Marie, geb. Roth, 77 J., Witwe des Werkführers,
Emilsſtr. 1; Schnabel, Ida Lina, geb. Krietzſch, 63 J., Witwe des
Schveiners, Rhönring 133. — Am 16. April: Feldermann, Frieda,
Dienſt=
mädchen, 62 J., ledig, Erbacherſtr. 25. — Am 17. April: Coelſch,
Joſe=
phine, geb. Gerard, 70 J., Ehefrau des Taglöhners, Große
Kaplanei=
gaſſe 36. — Am 16. April: Weicker, Eliſabeth, Näherin, ledig, 73 J.,
Roßdörferſtr. 28. — Am 17. April: Gehrhardt, Adam Helmut, 1 Mon.,
Erbacherſtr. 17. — Am 18. April: Büittel, Karl Friedrich, Rechmungsrat
i. R., 72 J., Soderſtr. 5. — Am 17. April: Axt, Johann Philipp 1.,
Taglöhner, 80 J., Ernſthofen, hier, Grafenſtr. 9. — Am 18. April: Wirtz,
Eliſabethe Roſalie Franziska, ohne Beruf, ledig, 43 J., Hoffwannſtr. 44.
— Am 17. April: Kreuter, Wilhelm, Hauſierer, 65 J., ladig, Große
Bachgaſſe 19. — Am 18. April: Biſſantz, Elſa, 1 J., Heidelbergerſtr. 8;
Brückner, Georg Hermann Wilhelm, 31 J., Kaufmann, Sonderſtr. 18.
Am 19. April: Strecker, Rudolph, Architekt, 62 J., Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße 65; Nüchter, Hans Georg, Eiſenbahn=Oberinſpektor i. R., 76 J.,
Heidelbergerſtraße 96; Vogel, Georg Nikolaus, 7 Mon., Groß=Umſtadt,
hier, Heinheimerſtraße 21: Dingeldein, Sebaſtian Erich, Monteur,
29 Jahre, Hof Hayna (Kreis Groß=Gerau), hier, Grafenſtraße 9; Melk,
Marie, Karoline Eliſabetha, geb. Drach, 27 J., Kranichſteinerſtraße 1;
Pfeffer, Bertha, geb. Triller, 78 J., Heinrichsſtraße 74. Am 20. April;
Höhl, Peter 16., Landwirt, 57 J., Griesheim, hier, Grafenſtraße 9.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Miſericordias Domini (22. April 1928).
Stadtkirche. Samstag, 21. April, abends 8½ Uhr: Andacht.
Sonntag, 22. April, vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Kleberger. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
— Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Freitag, N7. Aril, abends 8 Uhr: „Die Allmacht Gottes und die
eher=
ven Naturgeſetze‟. Paſtor Flemming aus Hamburg. Samstag,
28. April, abends 8 Uhr: „Ehe und Kinderglück”. Paſtor Flemming
aus Hamburg.
Zu dieſen öffentlichen Vorträgen über brennende Fragen der
Gegenwart, die täglich bis zum 6. Mai ſtattfinden, laden ſämtliche
Kinhenvorſtände der evangeliſchen Gemeinden in Darmſtadt und
Beſ=
ſungen und der Heſſiſche Landesverein für Innere Miſſion herzlich ein.
Geſangbuch mitbringen.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Wagner.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kleberger. — Vorm.
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger. — Abends 6 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. — Samstag, 2. April,
wachm. 4½ Uhr: „Der Chrift und die Not”. Paſtor Flemming aus
Hamburg.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Zimmermann.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdiemſt. Pfarrer Zimmermann.
Konfirmandenfaal im Schloß. Sonntag, 22. April, abends 8 Uhr:
Chriſtlicher Jugendverein. — Montag, 23. April, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung), Poſaunenchor.
Dienstag, 24. April, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloß=
gemeide. Filmaufführung: Frühlingsbilder. — Mittwoch, 25. und
Samstag, 28. April, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 22. April, vorm. 9 Uhr:
Chriſtenlehre" für die Reformationsgemeinde (Oſt). Pfarrer
Lauten=
ſchläger; 11½ Uhr: Chriſtenlehre für die Reformationsgemeinde (Weſt).
Samstag, den 21. April 1928
Pfarrer Wagner. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeide (ältere Abteilung). — Montag, 23. April, abends 8 Uhr:
Vor=
tragsabend der Markusgemeinde (Gemeindeverein): „Unerhörte Gebete‟.
Pfarrer Vogel. Geſangbuch mitbringen. — Jugendbuch der
Lukas=
gemeinde. — Dienstag, 24. April, abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadt=
kirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (füngere Abteilung). —
Mädchenvereimigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mittwoch, 25. April, nachm. 3 Uhr: Dankesgroſchengemeinde der
Epilep=
tiſchen=Anſtalt zu Nieder=Ramſtadt. — Jungſchar der Stadtgemeinde,
Gruppe 2. — Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und
Schloß=
kirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). —
Don=
nerstag, 26. April, abends 9 Uhr: Mädchenvereinigung der
Stadtge=
meinde: Lichtbilderabend. — Jugendbund der Lukasgemeinde (
Sing=
kreis). — Freitag, R7. April, abends 8 Uhr: Mütterabend der
Stadt=
gemeinde. Jugendbund der Kaplaneigemeinde. — Jugendbund der
Markusgeweinde (füngere Abteilung). — Samstag, B. April, nachm.
3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2, Sportplatz am alten
Arheilger Weg.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, B. April, nachm. 4 Uhr:
Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 1.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation Heidelbergerſtr. 21,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Evang Wohlfahrtsdienſt: „Gemeindehans, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
8—12 und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Bergér. —
Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde (Weſt), 1.
Ab=
teilung, im Gemeindehaus. Pfarrer D. Waitz; für die Martinsgemeinde
(Oſt), 1. Abteilung, in der Kirche. Pfarrer Beringer. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz. Im Anſchluß daran Einweiſung
des Gemeidediakons W. Uſchmner in ſeinen Dienſt durch den Direktor
des Brüderhauſes Hephata, Pfarrer Happich. — Vorm. 11 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt für die Martinsgeweinde (Oſt). Pfarrer Köhler. —
Mitt=
woch, 25. April, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Bibelſtude.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Bergér.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, B. April, abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereimigung Weſt; im Martinsſtift:
Mädchenvereinigug Oſt. — Dienstag, 24. April, abends 8 Uhr, im
Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im Martinsſtift: Kirchenchor. —
Donnerstag, 26. April, abends 8 Uhr, im Gemeindeheus:
Mädchenver=
einigung Weſt; im Martinsſtift: Mädchenvereinigug Oſt; Mauerſtr. 5:
Poſaunenchor. — Freitag, 27. April, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Jugendvereinigug (ältere Abteilung); im Martinsſtift: Mütterabend Oſt.
Johanneskirche. Samstag, abends 8 Uhr: Kirchenmuſikaliſche
Abend=
feier in der Kirche (Hornquartett). Somtag, vorm. 10 Uhr:
Heupt=
gottesdienſt. Pfarrer Marx. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt.
Beſſunger=Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre
für die Konfirmanden, 1. Abteilung. Pfarvaſſ. Lic. zur Nieden. —
Vorm. 10 Uhr: Hauwptgottesdienſt. Pfarraſſ. Lic. zur Nieden. — Vorm.
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſ. Lic. zur Nieden. — Abends
8½ Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, abends 8½ Uhr:
Begrüßungs=
abend der veukonfirmierten Mädchen in der Mädchewereinigung.
Dienstag, abends 8½ Uhr: Kirchenchor. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Kirchenchor.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Dr. Wendel. — Vorm. 11¾ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Dr. Wendel. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, abends
8 Uhr: Jugendbumd. — Dienstag, abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Sams=
tag, abends 8 Uhr: Turnen.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. —
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Ev. Sonntagsverein. Nachm.
4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 26. April, abends 8 Uhr:
Betſtunde.
Stadtmifſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
— Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde.
Prediger Semmel. — Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. —
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8½ Uhr:
Blau=
kreuz=Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Gem. Chor. Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger
Semmel. — Vom N. April bis 6. Mai: Beteiligung an der
Volks=
miſſion. Paſtor Flemming.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2½ Uhr:
Jugendbundſtunde für junge Männer. M. Gaiſer: „Der Einmarſch
in dunkles Gebiet‟ Nachm. 4½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für
Mäd=
chen. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Mädchenkreis. (Miſſionarin Elevnore
Nummer 111
Schröder.) — Mittwoch, abends 8¼ Uhr: Freundeskreis für junge
Manner. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Män=
ner. — Vom N7. April bis 6. Mai: Volksmiſſion.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag, 22. April, abends 8 Uhr:
Licht=
bildevvortrag über die Gärten Darmſtadts. Herr Dr. Avemarie. —
Montag, B3. April, abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde (J.=C.).
Dienstag, 24. April, abends 8 Uhr: Poſaumenſtunde. — Mittwoch, 25.
April, nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde. (Turnen und Sport.)
Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde. — Donnerstag, 26. April, abends
8 Uhr: Heiwabend. — Freitag, 27. April, abends 8 Uhr: Turnen und
Körperſchule (Ludwigsoberrealſchule). — Samstag, 28. April, nachm.
3 Uhr: Jungſcharſtunde. (Schnitzeliagd.) Treffen 15 Uhr am
Böllen=
falltor.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft. Eliſabethenſtr. 44. Sonntag, 22. April,
vormittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Pvodigt; anſchließend Feier des hl. Abendmahls. Prediger Rieker aus
Fellbach wird die Gottesdienſte leiten. — Montag: Männliche
Jugend=
abteilung. — Dienstag: Singſtunde für Gemiſchten Chor. —
Mitt=
woch: Frauenmiſſionsverein. — Donnerstag: Bibelſtunde. — Freitag:
Mädchengruppe, geleitet von einer Schweſter aus Jugenheim. —
Sonn=
tag, 29. April, abends 8 Uhr, iſt Gliederaufnahme. — Weiterſtadt:
Am Mittwoch, 25. April, im Saal „Zum Schwanen”: Predigt.
Jedermann iſt herzlich eingeladen. Prediger Sauer.
Die Chriftengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtr.) Sonntag, 22. April, vorm. 10 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung mit Predigt. — Freitag, 27. April, fimdet ein öffentlicher
Vor=
trag ſtatt.
Chriftliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40) Sonntag, den
22. April, vormittags 9½ Uhr: Andacht. Nachmittags 3½ Uhr:
Jugend=
bund. Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 22. April, vorm. 10 Uhr und nachm. 4 Uhr: Bibliſcher
Vortrag „Auferſtehungsgewißheit und der Herrlichkeitsleib der
Auf=
erſtandenen”. (Prediger N. Rudnitzky.) Um 11 Uhr: Sonntagsſchule.
— Mittwoch, den 25. April, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Philipper 2)
(Prediger N. Rudnitzky). — Jedermann iſt freundlichſt eingeladen
Chriſtl. Verſammlung, Zimmerſtr. 4: Sontag, vorm. 11 Uhr:
Kinderſchule; nachm 4½ Uhr: Wortverkündigung; Mittwoch, abends
8½ Uhr: Gebetſtunde; Freitag, abends 8½ Uhr: Wortbetrachtung. —
Jeder herzlich eingeladen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 23. April, abends 8½ Uhr,
im Feierabend, Stiftsſtr. 51: Bibelſwmde.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 22. April, vorm. halb 10
Uhr: Hauptgottesdienſt; nachm. 2 Uhr: Jugendgottesdienſt. —
Diens=
tag: C. J. G. Mädchenabend. — Mittwoch: C. J. G. Jungenabend.
Donnerstag: Frauenabend.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 22. April, vorm.
9½ Uhr: Hauptgottesdienſt. Gottesdienſt zum Schulbeginn. Vorm.
10½ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. —
Diens=
tag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor. — Donnerstag:
Jung=
mädchenwerein.
Evang. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 22. April (
Miſeri=
cordias Domini): Vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 10,30 Uhr:
Chriſtenlehre. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag:
Kirchen=
chor. — Mittwoch: Jugnmädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 22. April,
vor=
mittags 834 Uhr: Chriſtenlehre der Knaben. Vormittags 9½ Uhr:
Gottesdienſt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr:
Kirchenmuſika=
liſche Abendfeier (Orgel, Violine, Flöte, Geſang). — Montag, 8 Uhr:
Mädchenvereinigung. Mittwoch, 8 Uhr: Kirchengeſangverein.
Donners=
tag, 8 Uhr: Wartburgverein. Freitag, 8 Uhr: Poſaunenchor.
In der Provinzial=Pflege=Anſtalt: Gottesdienſt 1½ Uhr.
Katholiſcher Gottesdienſt.
Sonntag, den 22. April 1928.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmitrags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an
Beichtgelegen=
heit. An Sonn= und Feiertagen: Vormitrags von 6 Uhr an
Gelegen=
heit zur hl. Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe
Austeilung der hl. Kommunion. 9½ Uhr Hochamt und Predigt.
Vor=
her Austeilung der hl. Komunion. Nachmittags 2 Uhr: Chriſtenlehre;
2½ Uhr: Andacht. — Werktagsmeſſe: L/. Studen vor Schulbeginn.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen: 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. — Während der Schulzeit:
Dienstags und Freitags ½/, Stunden vor Schulbeginn hl. Meſſe mit
Austeilung der hl. Kommunion in der hl. Meſſe. Vorher
Beicht=
gelegenheit.
Schürzen-Tage
DÜRE RHAUS
Elisabelhenstr. 25½
Heilung
ohneOperation,ohneBerufsſtörung
wurde durch un ere Behandlungsart ſogar
in ſchwerſten Fällen in erſtaunlichem Maße
erzielt und uns in Hunderten von Atteſten
beſtätigt
Sprechſtunde unſeres Vertrauensarztes in:
Weinheim: Dienstag, 24. April, vormitt.
8½—1 Uhr, Gaſihaus Karlsberg.
Bensheim: Dienstag, 24. April, nachmitt.
2½—6 Uhr, Bahnhofs=Hotel.
Darmſtadt: Mittwoch,25 Apr., vorm. 9-1Uhr
und nachm 2—6½ Uhr, Hotel Prinz Heinrich.
Mainz: Donnerstag, 26. April, vorm.9-1 Uhr
und nachm. 2—6½ Uhr, Bahnhofs=Hotel.
„Hermes” Aerztliches Inſtitut für
ortho=
pädiſche Bruchbehandlung G. m b. H.
Hamburg, Esplanade 6.
Aelteſtes und größtes ärztliches Inſtitut
7027
dieſer Art.
Damen=Sohlen
Herren=Sohlen
beſtes Kernleder, Handarbeit
Krepp=Sohlen und Fleck
gut und billig
Schuhmacherei
H. Häpnen
10 Mathildenplatz 10
und
12 Kariſtraße 12 (69
Schwere Geißlämmer
ganz und geteilt, Pfund 60—70 5
Prachtvolle junge Tauben
von 70 5 an
Junge Hahnen, Hüyner, Poularden emp
L. Schröder
Riesſtraße 15 (*10849) Telephon 1969
Brenn=
Tannäpfel
liefert zentnerweiſe
frei Haus
Ludwig Hinkel
Samenhandlung
Schloß gartenſtr. 49
Fernruf 2815.
6949a
Email=
Schilder
Tür= n.
Firmen=
ſchilder liefert
ſchnell und billigſt
Ernſt Crämer
am Marktplatz,
Telefon 4409. (7 192
Bücher. Noten.
Zeitſchriften
derden gut u. preis
wert gebunden
Zorn, Alexander
1459
ſtraße 4. I
Fäſſer,
Waſch=
bütten
werden billigſt
ange=
fertigt, ſow. repariert.
Jakob Heß,
Küfer=
me ſter,
Pankratus=
ſtr. 30½. Poſtk. gen
(7029a
Achtung
Hausbeſitzer und
Mieter! Uebernehme
Weißbinder=
arbeiten .
aller Art.
Koſtenvoranſchlag
unverbindlich. (*10796
Jak. Knieß,
Soderſtraße Nr. 4
1 Wanderer=
Motorrad
PS., Rm. 2
1 Zündapp=
Sportmodell
ſehr preiswert. 6923
Müller 2 Ober
Rheinſtr. 39.
Sün din
Maln!
7054.
Kanzen .. 2.25, 3.50, 4.00, 4.50
Kanzen Leder . . . . von 6.50 an
Griffelkasten
Schreib-Etuis
Schwammdosen o, 15. 25 9
Tafeln, Zählmaschinen
Büchermappen Led, v.2.50 an
Musikmappen Led. v. 700an
Schreib-und Lesespiele
Rucksäcke
mit Lederriemen von 60 ₰ an
O. Sann &. Tölnn
Saatkartoffeln
in verſchiedenen Sorten, frühe und ſpät
empfiehlt
Kartoffel=Crößmann
Grafenſtraße 16 *10898) Telefon 2598
Fahrrad=Decken
und Luftſchläuche
prima
aufen Sie billig e
B. Orio
Karlſtraße 1: (2048a
FRAMKFURT AM MAIN
WEISSFRAUENSTR.
AM SCHAUSPIELHAUS
BEOUEME TEILZAHLUNG
Reformhaus (5440a
Braunwarth
Ernst-Ludwigstr
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen de
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Damenſchirm. 1 ſchwarze
Aktentaſche 1 violettblauer Damenſchirm
(in einer Autodroſchke), 6 Taſchentücher
mit farbigem Rand. 1 langer go dener
Filigranohrring. 1 hellgraues
Ledermäpp=
chen. 1 ſchwarzſeidener Schal mit grauem
Roſenmuſter. 1 Paar gelbe
Damenhand=
ſchuhe. 1 goldener Ring mit Monogramm
J. H. 1 ovale goldene Broſche mit ſchw
Stein. 7 Schlüſſel am Ring. 1 Taſchen
meſſer mit dunkiem Stiel. 1 Damenſchirm
mit gelbem geraden Knauf — Im Landes=
Theater im Monat Februar
liegengeblie=
ben: 1 dunkelgraues Täſchchen mit
Taſchen=
tuch. 1 weißer Kamm. 1 weißer Kragen
ſchoner. 1 Haarſpange 11 Taſchentücher
20 Paar Handſchuhe. 5 einzelne
Hand=
ſchuhe. 1 braunes Portemonnaie mit über
7 Mk. 1 ſchwarzes Opernglas. 1 kleines
gehäkeltes farbiges Täſchchen. 1 runder
Manſchettenknopf mit ſchwarzem Feld. Ein
Brillenklappfutteral. 2
Doublékettenarm=
bänder, 1 ſilberne Krawattennadel,
Mono=
gramm W. V. 1 ſilbeine vergold.
Buſen=
nadel mit grünem Steinchen —
Zuge=
laufen: 1 gelber Boxer. 2 Kätzchen (
grau=
getigert u. braunſchwarz), 1ſtarker grauer
Wolfshund.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſic
inſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
1. April bis einſchließlich 28 April die
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr. 9,
Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße 101
Letzte
Am Montag, den 23. und
Diens=
tag, den 24. April 1928, vormittags
9 Uhr, werden im Gaſthaus Bartl
dahier aus verſchiedenen Abteilungen
des Roßdörfer Gemeindewaldes
ver=
teigert:
230 rm Kiefern=Scheiter
18 „ Fichten=
52 „ Buchen=Knüppel
8 Eichen=
470 Kiefern=
66 „ Fichten=
22
=Stöcke
1900 Stück Buchen=Wellen
3300 „ Kiefern=
Auswärtige Steigerer ſind zugelaſſen
Noßdorf, den 19. Aprik 1928. (707
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Lyrenz.
Bekanntmachung.
In der
Zwangsverſteigerungs=
ſache gegen den Landwirt Georg
Ruths III., Darmſtadt, Eckhardtſtr. 33,
fällt der Verſteigerungstermin vom 24.
April 1928 aus.
(7075
Darmſtadt, den 18. April 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Nutz= und
Brennholz=Verſteigerung
Montag, den 30. April, Dienstag,
den 1., und Donnerstag, den 3. Mai
1928, von vormittags /,10 Uhr ab,
wer=
den aus dem Zeilharder Gemeindewald,
Diſtrikt Mark, das Stammholz am 1. und
2. Tag bei Gaſtwirt Heberer an der
Station Meſſel, das Brennholz an Ort
und Stelle verſteigert.
Stammholz.
3 Eichen=Stämme mit 2.57 Feſtm Inhalt
1 Kiefern=
„ 0.86
3 Lärchen=
„ 1.72
687 Fichten=
„218,27
356 „=Derbſtangen , 25,23
Brennholz.
3 Rm. Buchen=Scheiter, 20 Rm. Eichen=
Scheiter, 16 Rm. Kiefern=Scheiter, 2 Rm.
Fichten=Scheiter, 37 Rm. Fichten=Knüppel,
74. Rm. Buchen=Knüppelreiſig, 10 Rm.
Eichen=Knüppelreiſig, 16 Rm. Fichten=
Knüppelreiſig, 20 Rm. Fichten=Stöcke.
Kaufliebhaber werden erſucht, das
Stammholz vor der Verſteigerung
ein=
zuſehen. Nähere Auskunft erteilt Herr
Förſter May, Markhaus.
Zeilhard, den 20. April 1928.
Bürgermeiſterei Zeilhard.
(70N7a
Kühn.
Prankfart a. M.
Vierde-Märkle
25. Hpril, 21. Mai, 18. Juni, 16. Jaulit.
20. Hug., 1. Oklober, 10. Dezember
Durchschnittl. Auftrieb 1000 Pferge
aller Rassen, auch Schlachtpferde,
größte Auswahl u. beste
Gelegen-
heit f. Kauf od. Tausch. Ein Besuch
dieser Märkte ist zu empfehlen
Der Handel Sonntags verbote
g. B. M. W.
ink
on 8—11 Uhr und mit Zündlicht, wie
nachmitt. ah 4 Uhr neu, ſehr billig ab=
Nummer 111
Samstag, den 21 April 1928
Seite 15
„orAsse
Von Carl Martin.
Auf der kahlen Höhe des Karlſteins ſtand Profeſſor
Gous=
zaat und ſchaute verſonnen auf das altersgraue Gemäuer, das
unmittelbar vor ihm aufragte. Er war ein Mann von mittleren
Jahren. Sein Aeußeres ließ unſchwer den Gelehrten erkennen;
ganz leicht hervorſtehende Backenknochen ſowie die etwas ſchief
ſtehenden Augen wieſen hinſichtlich ſeiner Abkunft auf einen
ge=
wiſſen Einſchlag der mongoliſchen Raſſe hin.
Viel war über den vor ihm liegenden Steinkoloß geredet und
geſchrieben worden, doch alle Forſchung hatte bisher keine
Klar=
heit über Herkunft, Sinn und Zweck dieſes merkwürdigen
Gebil=
des ſchaffen können. War dieſer ungeheuere granitne Würfel von
faſt zehn Meter Kantenlänge ein Denkmal oder war er ein
ſym=
boliſches Zeichen der alten Wiſſenſchaft? Niemand wußte es, nur
die mündliche Ueberlieferung, die Sage, erzählte, daß es das Grab
eines Lebendigbegrabenen ſei. War in dieſer Sage, wie ſo oft,
vielleicht doch ein wahrer Kern?
Der ewig forſchende, nach Erkenntnis ſuchende Geiſt der
Men=
ſchen würde gewiß ſchon längſt die gewaltigen Quadern geſprengt
haben, hätten nicht die faſt magiſch wirkenden Zeichen auf der
Südſeite eine zurückhaltende Wirkung ausgeübt. Dort ſtand in
großen eckigen Ziffern 2057—2557. Alle Wahrſcheinlich eit ſprach
dafür, daß es ſich um Jahreszahlen handelte. Die erſtere mochte
die Zeit der Errichtung des Males angeben; aber was hatte die
zweite zu bedeuten?
Das Jahr 2557 neigte ſich gerade jetzt ſeinem Ende zu, würde
in den wenigen noch fehlenden Tagen etwas Beſonderes an
die=
ſem Platze geſchehen?
Was bedeutete der Zeitraum von fünfhundert Jahren, den
beide Zahlen einſchloſſen?
Der einſame Beſucher hatte langſam den Kubus umſchritten
und war eben im Begriff, ſich abzuwenden, als er plötzlich wie
erſtarrt ſtehen blieb. Er ſah, und wollte doch ſeinen Augen nicht
trauen, wie ſich ein mittleres Felsſtück in dem Denkmal langſam
und ſtetig nach innen ſchob. Einen Augenblick ſpäter erſchien in
der entſtandenen dunklen Oeffnung eine gebückte Geſtalt in
alt=
modiſcher Tracht und trat ins Freie. Sie blinzelte eine kleine
Weile in den hellen Tag und bewegte dann lebhaft Rumpf und
Glieder.
Der Gelehrte wich unwillkürlich einige Schritte zurück, da
be=
merkte ihn auch ſchon die Geſtalt. Sie ſchritt auf ihn zu, grüßte
ſich verneigend und fragte mit etwas heiſerer Stimme:
„Bitte, ſagen Sie mir, in welchem Jahre leben wir?”
„Wir ſchreiben das Jahr 2557, wie es dort oben eingemeißelt
iſt” war die erſtaunte Antwort, und der Gelehrte fügte hinzu:
„Wie kommen Sie in jenes Bauwerk, und warum ſprechen Sie
eine altdeutſche Sprache? Wäre ich nicht zufällig ſelbſt
Sprach=
forſcher, ich würde keines Ihrer Worte verſtehen.”
„So ſtimmt auch das Letzte,” entgegnete der Fremde mit
leuchtenden Augen; „ich ruhte fünfhundert Jahre in dieſem
Ge=
bäude in hypnotiſchem Schlafe, ſcheintot, aber nicht tot. Heute
bin ich erwacht. Es war ein wiſſenſchaftlicher Verſuch, dank
genau=
eſter Berechnung iſt er, wie Sie ſehen, vollkommen gelungen."
„Aber wie iſt ſo etwas möglich?” fragte erſtaunt der Gelehrte.
„Geſtatten Sie zunächſt die Gegenfrage: iſt der Wiſſenſchaft
von heute das Verfahren nicht bekannt?”
„Nicht, daß ich wüßte; allerdings ſind durch die langjährigen
Kriege zwiſchen den Erdteilen in Europa unermeßliche Schätze
alter Kultur verloren gegangen.”
„So laſſen Sie ſich kurz erzählen! Die Geſetze der Hypnoſe
waren der Wiſſenſchaft auf das genaueſte bekannt. Es gehörte ſo=
zuſagen zur Abgangsprüfung der Schule, die dieſe Wiſſenſchaft
lehrte, daß der Schüler ſich auf einige Tage oder Wochen lebendig
begraben ließ. Die Erfolge ſtellten die bis dahin bekannten der
indiſchen Fakire vollkommen in den Schatten.
Der Wetteifer, die Zeit der künſtlichen Lebensunterbindung
durch geſteigerte Willenskonzentration immer länger auszudehnen,
brachte jedoch die Erkenntnis, daß einige Vorausſetzungen zu
ihrer glücklichen Durchführung gegeben ſein müſſen. So findet
zum Beiſpiel trotz der vollkommenen Körperſtarre eine wenn auch
äußerſt geringe Atmung durch die Haut ſtatt, ferner muß bei
längerer Dauer des Schlafes der noch winzigere Verluſt an
Wärme durch Zufuhr von Nahrung erſetzt werden. Das konnte
natürlich nicht auf gewöhnliche Weiſe geſchehen, da ja ebenſo wie
das Herz ſämtliche Organe in vollkommener Ruhe verharren. Da
gelang es der Wiſſenſchaft, ein Nährgas zu finden, das vollſtändig
ſelbſttätig durch die Haut in den Körper eindringt und von dieſem
als Wärmebildner unmittelbar verbraucht wird.
Mit dieſer Entdeckung war es möglich, den hypnotiſchen
Schlaf unter günſtigen Bedingungen unbegrenzt auszudehnen.
Verſuche, die ſich auf ein und zwei Jahre erſtreckten,
beſtätig=
ten dies.
Zum Schutz
von Anstechtung und
bei Erkältungsgeſahn
Vieltausendfach von den Arzten
anerkanntes Schutz= und
Desin=
fcktionsmittel für Mund u. Rachen.
Bei einer wiſſenſchaftlichen Tagung tauchte dann der Gedanke
auf, den Scheintot auf 500 Jahre zu verlängern. Ich glaube, es
war ein Amerikaner, der ihn als erſter ausſprach. Obwohl
an=
fangs verlacht, befaßte ſich doch bald darauf ein kleinerer Kreis
mit dem Problem und beſchleß nach eingehender Prüfung, einen
Verſuch zu wagen.
Da alle Beteiligten ſich zur Verfügung ſtellten, mußte das
Los entſcheiden. Es traf den Jüngſten des erlauchten Kreiſes,
mich, Profeſſor Dugelow.‟ Der Fremde verneigte ſich bei dieſen
Worten leicht vor dem Gelehrten, ſchwieg einen Augenblick
nach=
denklich und fuhr dann fort:
„Wegen der zu erwartenden Schwierigkeiten mit den
beftehen=
den Geſetzen mußte über den Verſuch das ſtrengſte Stillſchweigen
gewahrt werden und die Vorarbeit unauffällig geſchehen. Das
war nicht ganz einfach, da die Vorbereitungen außerordentlich
langwierig und umfangreich waren. Doch was ſoll ich Ihnen die
Einzelheiten erzählen; vielleicht folgen Sie mir in meine
bis=
herige Wohnung, wo Sie ſich durch den Augenſchein ſogleich ſelbſt
überzeugen können.”
War in Profeſſer Gouszaat auch noch ein inneres Grauen
vor ſeinem Gegenüber, ſo war er doch viel zu ſehr Wiſſenſchaftler
und daneben auch von Neugierde erfüllt, um es nicht zu
über=
winden. Därum folgte er dem Voranſchreitenden ohne Zögern
durch die dunkle Oeffnung in das Innere des ſonderbaren Hauſes.
Dugelow ſetzte dort ſeine Erklärungen fort:
„Sie werden ſofort bemerken, daß das Innere nicht nur einen
einfachen Schlafraum darſtellt, ſondern daneben ein
phyſikaliſch=
chemiſches Laboratorium allermodernſter Art — wenigſtens”
fügte er mit leiſem Lächeln hinzu, „nach dem Stande vor
fünf=
hundert Jahren.
Benutzen wir den Reſt der noch vorhandenen, nun nicht mehr
erforderlichen Energie dazu, um Licht zu machen.”
Er taſtete mit der Hand die eine Wand ab, dann flammte
in der Mitte des ſehr hohen Raumes eine gläſerne Kugel auf,
die das ganze Gemach mit naturgetreuem Sonnenlichte erfüllte.
„Hier links ſehen Sie das wichtigſte Inſtrument des
Labora=
toriums, die fünfhundert Jahre gehende Uhr. Der große
Glas=
zylinder, der ſie einſchließt, iſ: vollkommen luftleer. Sie hat eine
magnetiſche Selbſtkorektion und wird elektriſch angetrieben unter
Ausnutzung erdelektriſcher Ströme. Die Apparatur hierzu
befin=
det ſich in einem zehn Meter tiefen Schacht unter der Uhr. Die
Herſtellung koſtete faſt drei Jahre. Die größte Sorgfalt war nötig,
um zu erreichen, daß die Abnutzung des Getriebes infolge der
un=
vermeidlichen Reibung das zuläſſige Maß nicht überſchritt. Sie
betätigt an jenem Metallkeſſel dort alle vierundzwanzig Stunden
ein Ventil, durch welches jedesmal zwei Kubikzentimeter Nährgas
mit Sauerſtoff vermiſcht in den Raum gelaſſen werden. Dort in
der Ecke die Einrichtung zur Normalhaltung des Luftdrucks und
Regelung der Raumtemperatur, die, wie die Thermometer zeigen,
in der ganzen Zeit den vorgeſchriebenen Werk von 35 Grad
Cel=
ſius weder unter= noch überſchritten hat.
Hier ſehen Sie mein Lager; ſeine kunſtgerechte Herrichtung
machte die weitaus größten Schwierigkeiten. Bei der vorgeſehenen
langen Ruhezeit mußte darauf Rückſicht genommen werden, daß
das Gewicht des Körpers vollkommen gleichmäßig auf die geſamte
Auflagefläche verteilt wurde, damit keine Quetſchungen
entſtan=
den. Die Verteilung wurde ſo durchgeführt, daß auf jedes
Qua=
dratzentimeter Körperfläche der gerade noch zuläſſige Druck von
zwanzig Gramm wirkte. Und hier” damit wies Dugelow auf
eine flache Schachtel, die halbgeöffnet auf einem kleinen Tiſch lag,
„ſind ſogar noch die Tabletten, deren Einnahme nötig war, um
die chemiſchen Vorgänge in den Verdauungsorganen zum
Still=
ſtand zu bringen ſowie die dort vorhandenen Bakterien
abzu=
töten.
Die Uhr war ſo eingeſtellt, daß ſie nach genau fünfhundert
Jahren drei Glockenſchläge ertönen ließ. In der Erwartung dieſer
Glockentöne begann die Selbſtverſenkung, wie ſie heute das
Er=
wachen brachten.”
„Aber”, warf Profeſſor Gouszaat, der aus dem Staunen nicht
herauskam, ein, „auf welche Weiſe konnten Sie ſich aus dem
Ge=
fängnis befreien, denn ſoviel ich begreife und ſehe, iſt doch alles
nach außen hin luftdicht abgeſchloſſen.”
„Nichts einfacher als das” entgegnete Dugelow. „Sehen
Sie hier dieſe hydrauliſche Vorrichtung, mit ihrer Hilfe ließ ſich
der Verſchlußſtein mühelos herausziehen. Er war ſehr genau
eingepaßt, die ſchmalen Verſchlußſpalten ſind mit unzerſtörbarem,
elaſtiſchem Quarz verkittet. Dieſer ſchließt zwar luftdicht ab, geht
aber dennoch keine zu feſte Verbindung mit dem Geſtein ein.”
„Wirklich erſtaunlich,” äußerte Gouszaat, „ich muß ſagen, daß
ich vor der alten Wiſſenſchaft die größte Hochachtung habe, obwohl
wir heute in manchen Dingen wohl erheblich weiter ſind als vor
fünfhundert Jahren.”
„Dieſe Ihre heutigen Einrichtungen kennen zu lernen und
mit den Augen einer vergangenen Welt betrachten zu können, war
der Zweck unſeres Verſuches. Vielleicht bietet ſich Gelegenheit zu
wertvoller Zuſammenarbeit zwiſchen alter und neuer Zeit.”
(Fortſetzung folgt.)
Jugendlich. Kosha-
Mantel mit farbig
ge-
stepptem Unterkrog.,
Taschen u. Stulpen in
kleidsamerGürtelform
Fescher Kasha-
Mantel, reine Wolle.
ganz gefüttert, mit
ge-
schmackvoll.
Taschen-
partle, reich. Steppere
Reizender Kasha-
Mantel in reinwoll
Qualität, m. bes. kleid-
Somer Rückenpartie u.
farbigem Tuch-Besatz
Flotter kar. Mantel
aus mod. Fresko-Stoff,
beliebte Herrenform.
mit Pückenfolten und
aufgesetzten Taschen
Eleg. Kasha-Mantel.
lo reine Wolle, ganz
aufDamasse gefüftert.
m. hübsch. Seitenpart.
u. apart. Unterkrogen
(7055
[ ← ][ ]Geite. 16
Samstag, den 21. April 1928
UHEiM
EFELD
Reitttt
LBENFEID
AHEyDT
BARNER
DÜREN
WAUEN
Kane
GHEMNTZ
Hentranon
AUGSBURG
FASNrarI0
ESCHNENLER.
MATEN
HANAU
BITTBURS
FABAIKATION
FRANKENMAL
Ste Taer de.3
demeinsafen
Einkaufes
für über 40 führende Häuser gewährleistet
Größte Auswahl
Beste Oualitäten
Niedrigste Preise
TRALSUNG
BERUN.
Rngne
Af
Arrrgen
Arrke
REMSCHEID
Kaff.
Nummer 111
Eisenwerk Siegen
Harlenborn b. Slegen
2R
liefert
ostfach 29
aus
Wellblech
Lager-Schuppen
Vertr.: Og. Friedr. Rettig, Schlosserei Darmstadt
Telephon 3394.
1V3002
Sandbergstraße 69.
Barsnttbtt äbenparge kHafd-bel
Abgabe vorm. ab 6 Uhr bis nacht
(5744a
Hotel Schmitz, Rheinstraße 50
Vorsicht!
Motorradfahren
Bevor Sie ſich zum Kauf entſchließen, beſichtigen
Sie die zwei bekannten Weltmarken
F. H., 350 ccm und 500 ccm
Ariel, 500 ccm
(2791a
Modell 28
Vertr.: Jos. Kempa, Karlstr. 30
Wander-
Ausrüstung und Bekleidung,
Windjacken, Rucksäcke,Zelte,
Feldtlaschen, Aluminium-
Artikel.
(5605a
Sport-Adelmann, Darmstadt
Für nur 14 Pfennige
waschen und plätten wir
jeden Stärke-Kragen
Kragenwäscherei Reingold
Elisabethenstr. 28. Kranichsteiverstr. 28.
Marktvassage.
191a
Die Möbelpreise Sleigen, besonders Qualitäts-Möhel!
Ich baue jedoch mein Fabrik-Ausstellungsraum um, löse mein Zweiglager
Kranichsteinerstraße 37
auf und gewähre auf alle greifbaren und sofort lieferbaren
Aualitäts-Höpel
wie!
(6267a
kompl. Schlaf-, Speise- und Herrenzimmer
bei Zahlungen innerhalb 3 Monaten
20% Barzahlungs-Rabatt
Beeilen Sie sich, diesen außergewöhnlichen Vorteil wahr zu nehmen.
Möbelfabrik Karl Klenk
Darmstadt
Nachf. Paul Lambeck Landwehrstr. 31
Korbmöbel=
Reparaturer
ſowie Flechten von
Stühlen werden
prompt und billigſt
ausgeführt.
Ludwig Netz
Größt, Korbmöbel= u.
Korbwaren=
Spezial=
haus (5353e
Karlſtraße 20.
— Fernruf 1045.
Naßbilder
in einer Stunde
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Blddkr. 0, Zd. 1912.
Parkett=
Reinigung
abziehen, abreiben.
bel & Lotz
Eliſabethierſtr
Zelep vu 61
Friſch eingetroffen!
la Großer zarter Kopfſalat . . Stück 0.25
la Prachtv. ſchöner Spinat . . Pfund 0.20
Ia Mainzer Radieschen . . . Bündel 0.14
empfiehlt
Frau Barbara Stilling Wtw.
( 10880
Hochſtraße 4.
Enpfelle meine Quglſitätzweine
1924er Weißwein Rlesling . .per Fl. 1.50
1934er Rotwein Spätleſe . .per Fl. 2.00
1921er Beißwein, garantiert Naturwein
per Fl. 3.00
Weingut Karl Mäller, Ober=Ingelheim a. R.
Verhaufsſtelle: Stilling
Hochſtraße 4 (10879) Telephon 421.
Großer Preisabſchlag!
Ia friſche hausm. Leber= u. Blutwurſt
per Pfund 0.70
Fleiſchwurſt und Schwartenmagen
per Pfund 1.00
ff. Bratwurſt grobgehackt per Pfund 1.30
Ia geräucherte heſſ. Blut= und
Leber=
per Pfund 1.20
wurſt
ff. Preßkopf, geräuchert per Pfund 1.40
Dörrf eiſch, mager, Pfd. 1.25, ¼ Pfd. 0.33
Sch ukenſpeck, um Roheſſen, p. Pfd. 1.40
Schweinebraten m. Beil., auch gerollt, Pfd. 0.30
Koteletts, geſchnitten per Pfund 1.10