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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Einzelnummer 10 Pfennige
Dei wöchentlich 2maligem Erſcheinen vom 1. April
bis 30. April 2.18 Reſchsmark und 22 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 103
Freitag, den 13. April 1928.
191. Jahrgang
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27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
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(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtiſcher Beitreibung fäſſi ſeder
Nabat weg. Bankionio Deuſche Bont und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Bomben=Attentat auf den italieniſchen König
Die Höllenmaſchine im Sockel einer Straßenlateine. — Der König unverlekzt.
16 Perſonen tot, 40 mehr oder weniger ſchwer verletzt. — 100000 Lire
Belohnung für die Ergreifung der Täter.
daten ſind umgekommen. Die Bombe hat beſonders hart eine
Ber Manänder Somben=Anſchlag. Schule mitgenommen, die unter der Leitung von einigen
Schwe=
ſtern Spalier ſtand. Eine Schweſter wurde getötet, eine andere
ſchwer verletzt. Die Zahl der Opfer des Bombenattentats iſt
Eröffnung der Mailänder Meſſe
auf 16 geſtiegen; weitere vier Schwerverletzte dürften kaum die
Nacht überleben. Der König hat die Verletzten nachmittags im
durch den König.
Spital beſucht.
EP. Mailand, 12. April.
Von den Behörden wird folgende amtliche Mitteilung
ge=
macht: Donnerstag morgen 10 Uhr, unmittelbar vor der
Eröff=
nung der Internationalen Meſſeausſtellung von Mailand, iſt vor
ihrem Eingang auf dem Piazzale Giulio Ceſare eine
Höllen=
maſchine explodiert, die in dem Sockel einer Straßenlaterne
verſteckt worden war. Die Splitter haben 14 Perſonen getötet
und etwa 40 mehr oder weniger ſchwer verletzt. Trotz dieſem
be=
dauerlichen Vorfall hat der König die offizielle Eröffnung der
Meſſeausſtellung vorgenommen, indem er programmäßig einige
Pavillons beſichtigte und durch das ganze Meſſe=Arcal fuhr. Der
Königsbeſuch in Mailand wird weiter programmäßig abgewickelt,
mit Ausnahme des Beſuches der Scala=Vorſtellung. Die Polizei
hat eifrige Nachforſchungen zur Ermittelung der Urheber des
Attentats eingeleitet. Einige Inſpektoren der Generaldirektion
der Sicherheitspplizei von Rom ſind, nach Mailand unterwegs.
Vorläufig dürfen keine weiteren Einzelheiten über den Vorfall
veröffentlicht und ins Ausland gemeldet werden.
* Heute vormittag 10 Uhr, unmittelbar vor der
Eröff=
nung der Internationalen Meſſeausſtellung in
Mailand, iſt vor der Ankunft des italieniſchen Königs eine
Höllenmaſchine explodiert, die in dem Sockel einer
Straßenlaterne verſteckt war. 14 Perſonen wurden
ge=
tötet und etwa 40 mehr oder weniger ſchwer
ver=
letzt. Trotzdem hat der König die offizielle Einweihung der
Ausſtellung vorgenommen, in dem er programmgemäß einige
Pabillons beſichtigte. Der Königsbeſuch in Mailand wird
pro=
grammgemäß weitergeführt, mit Ausnahme der Galavorſtellung.
Die Polizei hat umfangreiche Nachforſchungen nach dem Urheber
des Attentates eingeleitet und einige Inſpektoren der
General=
direktion der Sicherheitspolizei in Rom nach Mailand entſandt.
Die Exploſion der Höllenmaſchine erfolgte kurz bevor das Auto
des Königs auf dem Piazzale Giulio Ceſare einbog. Die Bombe
ſcheint mit einem Uhrwerk verſehen geweſen zu ſein, und war
offenbar auf die Minute eingeſtellt geweſen, in der der König
ſeinen Beſuch angeſagt hatte. Der König hatte ſich jedoch etwas
verſpätet. Nur dieſem Umſtand hat er es wohl zu verdanken, daß
er unverſehrt geblieben iſt.
Die offiziöſe Meldung über das Attentat zeigt deutliche
Spuren einer ſehr ſcharfen amtlichen Zenſur. Vor allem wird
nichts über das Ergebnis der Ermittlungen nach dem
Urheber des Attentats und, was noch wichtiger iſt, über
die Gründe des Attentates geſagt. Die Tatſache, daß
die italieniſche Regierung ſofort die Grenze für weitere
Nachrichten geſperrt hat, zeigt, daß man dem
Attentats=
verſuch in Rom und Mailand größte Bedeutung beilegt. Man
muß wohl annehmen, daß die Bombe gegen den König gerichtet
war, der einige Augenblicke ſpäter die Ausſtellung eingeweiht hat.
Entweder handelte es ſich um eine Demonſtration oder aber das
Attentat hängt mit Gerüchten zuſammen, die heute vormittag
ſchon verbreitet waren, wonach es auch auf Muſſolini beabſichtigt
geweſen ſein ſollte. Muſſolini iſt aber bereits geſtern
abend nach Rom abgefahren, ohne die offizielle
Einweihung der Ausſtellung abzuwarten. Es
könnte aber immerhin möglich ſein, daß der Urheber des
Atten=
tates es wirklich auf den Duce abgeſehen hatte.
Die Opfer des Attentats.
Ueber das Attentat werden noch weitere Einzelheiten
be=
kannt: Der König befand ſich in Begleitung des
Unterrichts=
miniſters Fedele, des Volkswirtſchaftsminiſters Belluzzo,
zahl=
reicher Vertreter von Kammer und Senat, mehrerer Generäle,
des Platzkommandanten Cattaneo, des Präfekten Pericoli, des
Polizeidirektors und des Bürgermeiſters Belloni ſowie der
Ver=
treter der fasciſtiſchen Behörden mit dem Mailänder
Partei=
ſekretär, an deren Spitze ſich Arnoldo Muſſolini, der Bruder des
Regierungschefs, befand. — Die Bombe war ſo gelegt, daß ſie
in der Richtung nach der Straße hin explodieren mußte und das
Automobil des Königs hätte treffen müſſen, wenn es ſich gerade
an dieſer Stelle befunden hätte. Die vor der Muſtermeſſe auf
die Ankunft des Königs wartenden Perſönlichkeiten hörten zwei
ſchußartige Exploſionen und ſahen eine kleine Rauchwolke
auf=
ſteigen. Sofort ſtob die längs des Platzes verſammelte Menge
auseinander. Beſonders viele Opfer befinden ſich unter den
Angehörigen der fasciſtiſchen Jugendbünde, Knaben ſowohl wie
Mädchen, die längs der Straße Spalier gebildet hatten. Auch
einige Frauen, Soldaten und ein Poliziſt gehören zu den Opfern.
Das Verbrechen wird im Volk mit großer Entrüſtung
aufgenom=
wen, weil ſo viele Unbeteiligte und hauptſächlich unſchuldige
Kinder ihm zum Opfer gefallen ſind. Auch fünf bis ſechs Sol=
EEinzelheiten des Anſchlages.
Wie immer bei einem Königsbeſuch waren ſchon mehrere
Tage vorher umfaſſende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen
wor=
den. Der übliche Wachdienſt durch Polizei und Detektive wurde
außerdem durch fliegende Miliz und berittene Stadtpoliziſten
ergänzt. Auch auf den Dächern der Häuſer, beim Eingang zur
Muſtermeſſe, hatten Wachtpoſten Aufſtellung genommen. In der
vorigen Nacht wurde die Muſtermeſſe ſtreng beobachtet, doch
konnte man etwas Verdächtiges nicht bemerken. Sofort nach
dem Attentat wurden die umliegenden Häuſer nach verdächtigen
Bewohnern abgeſucht. Von der Gerichtsbehörde iſt eine ſtrenge
Unterſuchung ſogleich eingeleitet worden. Bisher konnte aber
nichts darüber ermittelt werden, wann die Höllenmaſchine im den
Sockel der Laternenantenne gelegt wurde. Die Verbrecher
hat=
ten die Exploſion auf die Minute berechnet, aber nicht überlegt,
daß die königlichen Autos zur Irreführung von etwaigen
Atten=
tätern im letzten Augenblick links ſtatt rechts fahren, da ſie ſich
nicht an die üblichen Verkehrsvorſchriften zu halten brauchen.
In der Tat iſt der König auch diesmal links gefahren, während
die Exploſion auf der rechten Straßenſeite erfolgte. Sie hat ſich
genau um 10 Uhr 10 Minuten ereignet, während die königlichen
Autos den Platz etſt um 10 Uhr 17 Minuten paſſierten, da ſie
durch die Kundgebungen der Volksmaſſen aufgehalten wurden.
Von der heftigen Exploſion wurde der gußeiſerne Sockel der
Laternenantenne in Stücke geriſſen, wobei viele eiſerne Gußteile
ebenſo mörderiſche Geſchofſe bildeten wie die Splitter der Bombe.
Ein Manifeſi des Bürgermeiſters von Mailand
EP. Mailand, 12. April.
Der Bürgermeiſter von Mailand, Belloni, hat folgendes
Manifeſt an die Bevölkerung erlaſſen: Ein ſchreckliches Verbrechen
hat die hehre Stunde verdunkeln wollen, in der Ihr alle um die
Majeſtät des Königs geſchart ſei und ihm den Geiſt der Arbeit
zugewendet habt, um das Feſt des Sieges und der Arbeit zu
begehen. Unterdrückt allen Schmerz und alles Bedauern über
jene, die die tolle Geſte blindlings getroffen hat. Erhebt Eure
Herzen und nehmt im Namen des Duce, der heute mehr als je
in Eurer Mitte iſt, den Weg zu dem unſer harrenden Ziele
wie=
der auf.
Als die auf dem Wege vom Bahnhof, bis zur Meſſe hinter
dem Truppenkordon ſpalierbildende zahlreiche Menge den König
unverſehrt nach dem Königspalsſt zurückkehren ſah, bereitete ſie
ihm eine jubelnde Ovation. Für heute abend ½7 Uhr iſt auf dem
Domplatz eine große Kundgebung für den König angeſagt. Der
Führer der fasciſtiſchen Verbände von Mailand, Giampaoli, hat
ein Manifeſt erlaſſen, das überall angeſchlagen worden iſt, in
dem er die Bevölkerung zur Ruhe ermahnt und zum Beſuche der
Kundgebung auf dem Domplatz auffordert.
Sobald die Kunde von dem mißglückten Bombenattentat in
der Stadt bekannt wurde, bildeten, ſich auf den Hauptplätzen
Volksanſammlungen, die mit fieberhafter Spannung auf die
Ausgaben der Zeitungen warteten. Die Mittagsausgabe des
Corriere della Sera” brachte noch keine Silbe von der Exploſion.
Trotz des Fehlens der Zeitungen ging die Nachricht von dem
Ereignis in den mannigfachſten Faſſungen von Mund zu Mund.
Die Telephonverbindungen nach dem Ausland waren ſofort nach
dem Vorfall für mehrere Stunden geſperrt worden, und erſt nach
2 Uhr, nach der Ausgabe der amtlichen Mitteilung, durften
Mel=
dungen ins Ausland gegeben werden.
Geplantes Attentat auf Muſſolini.
Im Zuſammenhang mit dem mißglückten Attentat auf den
italieniſchen König kommt gleichzeitig mit der offiziöſen Meldung
aus Mailand aus der Schweiz von der italieniſchen Grenze die
Meldung von einem Attentatsverſuch auf
Muſ=
ſolini. Vorläufig liegen aber darüber nur Berichte vor, daß
kurz vor dem Eintreffen des Zuges mit dem italieniſchen
Miniſter=
präſidenten auf der Eiſenbahnlinie von Mailand nach Rom eine
ſchwere Exploſivbombe gefunden worden ſei. Der Fundort wird
in der Meldung nicht näher bezeichnet. Offenbar handelt es ſich
um die Umgebung von Mailand. In einem Bericht aus Como,
da offizielle Meldungen aus Rom noch nichts beſtätigen, heißt es
weiter, daß ein in einem Verſteck liegender Mann die Bombe
durch einen Draht habe zur Exploſion bringen wollen. Es ſoll
gelungen ſein, den Mann zu verhaften. Ueber dieſen angeblichen
Attentatsverſuch auf Muſſolini liegen nähere Meldungen aus
Italien nicht vor. Dieſe Darſtellung wird aber jetzt vom „
Cor=
riere della Sera” beſtätigt. Der Podeſta von Mailand hat auf die
Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 000 Lire ausgeſetzt.
Der Wahlkampf in Frankreich
Von unſerem A=Korreſpondenten.
z. Zt. Toulon, Mitte April.
Der franzöſiſche Wahlkampf wird von Tag zu Tag heftiger.
Nur noch eine kurze Zeitſpanne iſt es bis zum Wahltag, und ſo
werden begreiflicherweiſe die Parteien allmählich nervös und
un=
geduldig. Die Zahl der Kandidaten ſteigt wie das Thermometer
im Frühling. Für die 612 Mandate gibt es mittlerweile weit über
3000 Bewerber. Dabei haben ſich die Parteiunterſchiede immer
mehr verwiſcht, und es geht mehr um Perſonen als um
Prin=
zipien. Das war allerdings in Frankreich ſchon von jeher der
Fall, aber doch nicht ſo ſtark ausgeprägt wie diesmal. Man hat
oft geſagt, die Wahlergebniſſe in Frankreich ſeien unberechenbar,
und zwar viel unberechenbarer als in allen anderen Ländern.
Das mag früher zutreffend geweſen ſein, als mehrere ungefähr
gleichſtarke Richtungen, im offenen Kampf gegeneinanderſtanden.
Heute kann man davon kaum ſprechen, denn — das hört man
überall und von allen Seiten — die Union nationale, das einzig
wirklich bedeutſame Programm in dieſem Wahlkampf, ſteht und
fällt nicht allein und nicht ausſchließlich mit den
Wahlergebniſ=
ſen. Sie beruht auf der Zuſammenarbeit von einem halben
Dutzend führender Perſönlichkeiten, und dieſe Zuſammenarbeit
zwiſchen Politikern verſchiedenſter Richtungen und recht
verſchie=
denen Temperaments hat ſich in der Vergangenheit peſentlich
reibungsloſer, als man von vornherein angenommen hatte,
ab=
geſpielt. Heute kann man wohl — wenn nicht alle Anzeichen
trü=
gen und wenn die Situation ſich nicht unverhofft irgendwie von
Grund aus ändert — ſagen, daß der Wahlkampf mehr um die
Zuſammenſetzung der Union nationale geht, als um die
Union nationale ſelbſt. Außerordentlich ſtark und mehr, wie man
erwartet hatte, iſt diesmal die Perſönlichkeit Poincarés in den
Vordergrund getreten. Er wird mit jedem Tage größer und
un=
nahbarer — unnahbar wenigſtens für ſeine eigenen
Parteigenoſ=
ſen — und drückt immer mehr der ganzen Politik ſeinen Stempel
auf. Uim ihn ſtreiten ſich heute Frankreichs Parteien, wie einſt die
ſieben Städte der griechiſchen Welt um Homer. Er ſchwebt über
allen Parteien, und nicht mit Unrecht, wenn auch etwas boshaft,
hat man feſtgeſtellt, daß es heute Poincarismus in allen
Farben gibt.
Mit ſeinen zwei großen Reden in Bordeaur und Carcaſſonne
hat er die Verbindung mit der Linken verſtärkt, vielleicht
aller=
dings etwas allzuſehr auf Koſten ſeiner eigenen Partei. Man
hatte ſich in letzter Zeit in Frankreich irrtümlicherweiſe daran
ge=
wöhnt, Poincaré einfach mit der Rechten zu identifizieren, und
dieſer Irrtum hat ſich jetzt herausgeſtellt. Bitter enttäuſcht ſind
die Katholiken, und wenn auch augenblicklich kein Wort mehr
gegen Poincaré geſagt werden darf, ſo verrät doch eine Karikatur
des „Echo de Paris”, die den Miniſterpräſidenten am Ende ſeiner
immer mehr nach Süden und nach links (!) führenden Tournee
ſchließlich bei den Menſchenfreſſern angelangt und ihnen eine Rede
haltend darſtellt, die wahren Gefühle. Inwieweit ſich allerdings
Poincaré wirklich nach links gewandt hat, das ſteht noch
keines=
wegs feſt, denn in Wahlzeiten iſt ja alles relativ. Erſt der
Zu=
ſammentritt der neuen Kammer dürfte in dieſer Beziehung
kon=
krete Aufſchlüſſe ergeben. Jedenfalls aber wünſchen ſehr
ernſt=
hafte Politiker innerhalb der Union nationale den Eintritt der
Sozialiſten in das zukünftige Kabinett, und daß ſo etwas
mög=
lich iſt, zeigt ja das belgiſche Beiſpiel. Insbeſondere Franklin
Bouillon macht für dieſen Gedanken ſeit langem Propaganda,
aber gerade er wird trotz ſeiner in Wirklichkeit ziemlich gemäßigten
innerpolitiſchen Auffaſſung von den Linksparteien für den
ſchlimmſten und gefährlichſten aller Reaktionäre gehalten. In den
Neihen der Sozialiſten andererſeits gibt es gewiß einzelne
Poli=
tiker, die es gern ſehen würden, wenn ihnen vielleicht einige
Miniſterportefeuilles Gelegenheit zu einer aktiven politiſchen
Arbeit geben würden. Das Gros der Partei aber iſt, wenigſtens
vorläufig, jeder Zuſammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien
und insbeſondere mit der Union nationale feindlich geſinnt.
Aller=
dings konnten die belgiſchen Sozialiſten, die im weſentlichen ja
von denſelben Gefühlen beſeelt waren, ſeinerzeit Vandervelde
nicht verhindern, mit den bürgerlichen Parteien zuſammenzugehen,
aber daraus folgt ja noch nicht, daß die Partei ſich in dieſer
Koalition nun ſehr wohl gefühlt hätte. Für die franzöſiſchen
Sozialiſten gibt es eigentlich nur einen Fall, in dem ſie in die
Regierungskoalition eintreten würden, wenn ſie nämlich zu der
Ueberzeugung kämen, daß ſie außerhalb der Union nationale
zur völligen Bedeutungsloſigkeit verurteilt wären. Bei einem
Teil der bürgerlichen Linken ſcheinen derartige Erwägungen ſchon
ſeit langem angeſtellt zu ſein. Hier iſt man über die Entwicklung
der Dinge ſehr viel weniger begeiſtert, als dies nach außen hin
den Anſchein hat. Aber man tröſtet ſich damit, daß ihr Weizen
blühen wird, wie auch immer die Wahlen ausfallen mögen. Siegt
die Union nationale, ſo gehört man eben dazu. Erleidet ſie eine
Niederlage — was eine ſchwer vorſtellbare konfuſe Lage ſchaffen
würde —, dann hat man erſt recht Anlaß zur Befriedigung, denn
dann iſt man dieſe ſo „heiß geliebte” Koalition los.
Die Bedeutung der jetzigen franzöſiſchen Wahlen für die
Außenpolitik wird vielfach beträchtlich überſchätzt. Man iſt
hier im allgemeinen davon überzeugt, daß nach den franzöſiſchen
und deutſchen Wahlen die deutſch=franzöſiſche Annäherung in
einem ſchnelleren Tempo fortſchreiten wird und daß eine
weit=
gehende Regelung der internationalen finanziellen Bindungen
— verſucht werden wird. Die Zuſammenſetzung der
franzöſi=
ſchen Regierung wwird an dieſer Entwicklung weniger ändern, als
man dies im allgemeinen annimmt. Das kann man nach den
Neden von Bordeaux und Carcaſſonne mit noch größerem Recht
ſagen als bisher: Briand hat in St. Nazaire einen
Gegenkandi=
daten, nicht aber die Briandſche Außenpolitik! Sie iſt bis zu
einem geſiſſen Grade zwangsläufig geworden. In der
franzöſi=
ſchen Innenpolitik können jedoch die jetzigen Wahlen einen
Wendepunkt bedeuten. Denn die Union nationale mit ihren
Methoden und Ideen iſt etwas grundſätzlich Neues. Sie ſteht
inihrer Ideenwelt unter dem Einflußder neuen
politiſchen Methoden anderer lateiniſcher
Völ=
ker, auch wenn ſie ſich von ihnen äußerlich ſehr
weſentlich unterſcheidet. Verſtändlich alſo der Haß, mit
dem ſie alle im alten Sinne links orientierten Politiker verfolgen,
Geite 2
Nummer 403
Steuerfragen
im beſſiſchen Finanzausſchuß.
Richtlinien über Hilfsmaßnahmen des Reiches
für Umſchuldungskredite. — Eine Erklärung
der beſſiſchen Regierung.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtages beriet in ſeiner
Don=
nerstag=Sitzung zunächſt über einen Antrag betr. Aenderung des
Veranlagungsſyſtems für die Einkommenſteuer der
Landwirtſchaft. Der Antrag würnſcht, daß bei dem geltenden
Ver=
anlagungsſyſtem für die Einkommenſteuer der Landwirtſchaft eine
Aen=
derung vorgenommen wird, und zwar dahin, daß die Veranlagung der
Landwirtſchaft zur Einkommenſteuer nach dreijährigem Durchſchnitt
durchzuführen iſt, wie es ſrüher auch der Fall war. Dieſer Antrag, der
als ein Erſuchen an die Regierung aufzufaſſen iſt, bei der Reichsvegierung
in der Richtung vorſtellig zu werden, wird angenommen.
Alsdann tritt der Ausſchuß in die Beratung der Regierungsvorlage,
Gewerbeſteuergeſetz, ein. Nach lebhafte Debatte über die
Frage, ob man ſich damit bereits heute oder in der nächſten Woche
be=
faſſen ſoll, ſtimmte die Mehrheit dafür, daß zwei Leſungen über das
Geſetz ſtattfinden ſollen und daß man heute in die erſte Leſung eintritt.
Dem Artikel 1 wird zugeſtimmt. Beim Artikel 2, der die Befreiung von
der Gewerbeſteuer behandelt, entſpinnt ſich eine längere Debatte über
die Freilaſſung der öffentlichen Sparkaſſen. Zwiſchen Banken und
Spar=
kaſſen iſt ſchon längere Zeit ein größerer Streit deshalb entſtanden, weil
die Sparkaſſen Kontokorrentverkehr betreiben, während ihr Prinzip iſt,
ſich auf längere Kredite und Hypothekarkredite einzuſtellen. Eine Reihe
von Anträgen, ſo vor allem auch von dem deutſchvolksparteilichen Abg.
Haury, die in Vorbereitung ſind, wurde angemeldet. Ueber den Artikel 2
ſindet keine Abſtimmung ſtatt.
Zum Artikel 3 beabſichtigt der Abg. Haury einige Anträge zu
ſtellen. Beim Artikel. Awird die Frage angeregt, ob der Konziſſionswert
der Apotheken zu beſteuern ſei oder nicht. Auch hier kam man noch zu
keinem Beſchluß. Zur Beratung ſtanden dann weiter noch die Artikel 5
und 6, zu denen keine weſentlichen Beſchlüſſe gefaßt wurden.
Das Reich hat bekanntlich einen größeren Betrag zur Verfügung
ge=
ſtellt, um die kurzfriſtigen Kredite in langfriſtige umzuwandeln. Dazu
hat die Regierung Richtlinien herausgegeben und den Finanzausſchuß
erſucht, ſein Einverſtändnis dahin zu geben, daß die Regierung bei den
Verhandlungen im Reichsrat über die Richtlinien folgende Erklärung
abgibt:
1. Wenn das Reich ſich zu einem Drittel an einer bei den
Kredit=
inſtituten zu bildenden Treuhandſtelle beteiligt und entſprechend dieſer
Beteiligung ſich verpflichtet, die Treuhandſtelle zur Erfüllung der
vor=
liegenden Aufgabben leiſtungsfähig zu ephalten, wird ſeitens des Landes
Heſſen dahin Vorſorge getroffen werden, daß die reſtlichen zwei Drittel
der Beteiligung an der Treuhandſtelle und an den Leiſtungen für die
Treuhandſtelle von den in den Richtlinien vorgeſehenen Stellen (
Land=
gemeindeverbände oder Gemeinden) übernommen werden. Die heſſiſche
vorlegen.
2. Als Kreditinſtitut zur Gevährung von Umſchuldungskrediten in
Heſſen wird die Heſſiſche Landesbank in Darmſtadt und gegebenenfalls
andere heſſiſche öffentliche Kreditinſtitute benannt.
3. Der genaue Betrag, der für den heſſiſchen Bedarf in Betracht
kommt, kann erſt nach entſprechenden Ermittelungen genannt werden. klärte bei ſeiner Vernehmung, er ſei nicht davon unterrichtet
ge=
die unter der Führung der Landesbankzentrale aufzunehmenden
Aus=
landsanleihe zu beſchaffen iſt.
Der Ausſchuß erklärte ſein Einverſtändnis dazu.
Der Geſetzgebungs=Ausſchuß des Heſſiſchen
Landtages,
der am Donnerstag nachmittag tagte, ſtellte zunächſt die
Regierungsvor=
lage „Erlaß eines Geſetzes zur Ergänzung des Geſetzes über die Wahlen
für Gemeinden und Gemeindeverbände” zurück. Sodann wurden eine
Reihe von Anträgen durch die Regierungsanwwort für erledigt erklärt.
Der Regierung als Material übenwieſen wurde der Antrag der Abg.
Hammann und Genoſſen betreffend Lehrpläne für den
Freidenkerunter=
richt und der Antrag der gleichen Abgeordneten betreffend Klaſſenſtärke
an den Volksſchulen und Lehrmittel. Ueber den kommuniſtiſchen Antrag
auf Einſetzung von Schülerräten wurde zur Tagesordyung übergegangen, ſlawen von den Rechten eines jeden Volkes auf Selbſtbeſtim=
Der 3. Ausſchuß des Heſſiſchen Landtages,
der eingeſetzt wurde zur Prüfung der Mitgliedſchaft ſowie für Anträge
und Geſuche, für die die anderen Ausſchüſſe nicht zuſtändig ſind, erklärte
heute die Eingabe des Oberbürgermeiſters der Stadt Darmſtadt betreffend
die Oberpoſtdirektion Darmſtadt durch die Regierungsantwort für
er=
ledigt. Das gleiche Schickſal erlitt der Antrag der Abg. Weckler und
Heinſtadt betreffend Verkauf der Obſternte an den Provinzialſtraßen, nem Familienpaß über die italieniſche Grenze nach Welsberg be=
Die Regierung ſoll jedoch erſucht werden, auf die Provinzialverwaltung gleiten wollte, wurde er in Innichen von italieniſchen
Grenz=
einzuwirken, daß eine allzufrühe Obſternte unterbleibt. — Ein Antrag,
der die Befreiung der Bauernfuhrwerke von der Beleuchtungspflicht mair ſoll in Oſttirol als Geiſel für ſeinen deſertierten Bruder
wünſcht, wird gegen drei Stimmen abgelehnt. Anahme ſindet ein
An=
trag Dr. Keller, wonach die Direktoven der höheren Schulen vor der
Drucklegung ihrer Jahresberichte die Genehmigung der Gemeinden
ein=
holen müſſen. Der kommuniſtiſche Antrag betreffend Entlaſſung weib= Bürgſchaftsſumme von 2000 Lire erfolglos geblieben.
Freitag, den 13. Aprit 1978
Vom Tage.
Das Flugzeug „Bremen” wurde geſtern abend 8 Uhr mit 160
Kiſo=
ueter Geſchwindigkeit 1500 Kilometer weſtlich der iriſchen Küſte geſichtet.
Nach Moskauer Meldungen ſoll ſich der Beginn des
Pro=
ziſſes gegen die verhafteten deutſchen Ingenieure
im Donezgebiet verzögert haben.
Wie Havas aus Colmar berichtet, iſt Baron Klaus Zorn
v. Bulach von der Straßburger Staatsapwaltſchaft
aufgefor=
dert worden, am 30. April ſeine 13monatige
Gefäng=
nisſtrafe anzutreten.
Wie verlautet, wurde der franzöſiſche Geſandte in
Wien, Graf Chambrun, zum Nachfolger des
franzöſi=
ſchen Botſchafters in Konſtantinopel, Daeſchner,
er=
nannt.
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain begab ſich mit
ſeiner Familie am geſtrigen Donnerstag zu einem privaten Beſuch nach
Holland.
Die geplante italieniſche „Siegesfeier” in Bozen ſoll
nunmehr doch am 24. Mai ſtattfinden.
Der König von Aegypten wird im Laufe dieſes Sommers
die Vereinigten Staaten beſuchen.
Nach einer Londoner Meldung hat der japaniſche
Botſchaf=
ter in Moskau Auftrag erhalten, wegen der Verletzung
des ruſſiſch=japaniſchen Freundſchaftsvertrages
durch die Sowjets im Zuſammenhang mit den letzten
Kommu=
niſtenverhaftungen in Japan, zu proteſtieren.
Der deutſche Botſchafter in Waſhington
demen=
tiert die aus New York verbreiteten Meldungen, wonach ein
offiziel=
ler Proteſt beim Staatsdepartement gegen die Aufführung
des Cavell=Films in Amerika beabſichtigt ſei. Der
Botſchaf=
ter geht dabei offenbar von der Ueberzeugung aus, daß das
Staats=
departement keine Machtmittel beſitzt, um den Film zu verbieten.
Da=
gegen beabſichtigt der frühere Botſchafter in Berlin, Gerard, die
Ge=
richte anzurufen, um eine Verfügung gegen die Aufführung des Films
zu erlangen.
licher verheirateter Beamter wird abgelehnt. Eine Reihe weiterer
An=
träge und Eingaben wurde durch die Regierungsanwort für erledigt
erklärt, bzw. feſtgeſtellt, daß die Regierung im Sinne der Anträge bereits
tätig ſei.
Einberufung des Heſſiſchen Landtags.
Der Heſſiſche Landtag iſt auf Dienstag, den 17. April,
vor=
mittags 10 Uhr, einberufen worden mit der Dagesordnung:
Generaldebatte üüber die Regierungsvorlage, den
Staatsvoran=
ſchlag der Einnahmen und Ausgaben, im Rechnungsjahre 1928.
(Druckſ. Nr. 65 und 166.)
Der Moabiter Ueberfall.
Berlin, 12. April.
Die polizeilichen Nachforſchungen nach den Kommuniſten, die
Negierung wird einen dahingehenden Geſetzentwurf dem Landtag den Schriftſteller Braun im Kriminalgericht Mogbit auf
ver=
zwegene Art und Weiſe befreit haben, ſind inzwiſchen
ergebnis=
los geblieben, wie auch die Fahndung nach dem entflohenen
Ge=
fangenen bisher noch keinerlei Erfolge zeitigte. Karl Philipp,
der als einziger der Befreier feſtgenommen werden konnte, er=
Schätzungsweiſe wird er auf 4 Millionen Mark angenommen, der durch weſen, um weſſen Befreiung es ſich überhaupt handelte. Auch
ſeine Helfer will der Feſtgenommene nicht bei Namen kennen.
Die Unterſuchung der Kleider hatte das überraſchende Ergebnis,
daß eine Piſtole ohne jede Munition gefunden wurde. Auch bei
einer genauen Durchſuchung wurden keine Patronen gefunden.
Muſſolini und das Minoritäten=Problem.
EP. London, 12. April.
„Evening Standard” erinnert daran, daß am 12. April 1918
die berühmte Konferenz in Rom ſtattgefunden hat, auf der die
unterdrückten Nationen der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie
ihre Rechte auf nationale Unabhängigkeit proklamierten und auf
der Beneſch eine führende Rolle ſpielte. Man müſſe ſich fragen,
ſo fügt „Evening Standard” hinzu, was heute Muſſolini mit
Bezug auf das Minoritätenproblem der Südtiroler und
Jugo=
mung denkt.
Von den JItalienern als Geiſelzurückgehalten.
Innsbruck, 12. April.
Als vor einigen Tagen der Poſtmeiſter Girſtmair aus Matrei
in Oſttirol ſeine bei ihm auf Beſuch weilende Schwefter mit
ſei=
beamten verhaftet und gefeſſelt nach Welsberg gebracht.
Girſt=
zurückbehalten werden. Ein Schritt des Tiroler
Landtagsabgeord=
neten Obwexer für ſeine Freilaſſung iſt trotz Angebot einer
Tagung der Opiumkommiſſion
K0
des terbundes.
EP. Genf, 12. April.
Die Opiumkonferenz des Völkerbundes hat heute unter ihrem
neuen Präſidenten Carriere=Schwveiz ihre Arbeiten
aufgenom=
men, die vorausſichtlich zwei Wochen dautern dürften. Aus dem
Bericht über den Stand der Arbeiten, den die Kommiſſion
ent=
gegennahm, geht hervor, daß die Genfer Opiumkonvention von
1925 bisher von 14 Staaten ratifiziert worden iſt, daß aber noch
vier weitere Mitgliedsſtaaten des Völkerbundes die Ratifikation
vornehmen müſſen, bevor die Konvention in Kraft treten kann.
Der ſchweizeriſche Delegierte teilte mit, daß die Ratifikation der
Konvention durch die Schweiz demächſt zu erwarten ſei und
daß die Schweiz beabſichtige, für ihre in China befindlichem
Staatsangehörigen eine Konſulargerichtsbarkeit für den Handel
mit Rauſchgiften auszuarbeiten, zu der alle in China
exterri=
toriale Rechte genießende Staaten inbezug auf den Opiumhandel
aufgefordert ſind.
Die Kommiſſion beſchäftigte ſich mit den bisher zur Kontrolle
des Opiumhandels durchgeführten Maßnahmen, wobei angeregt
wurde, mit der Weltpoſt=Union zum Zwecke der Unterbindung
der unerlaubten Ausfuhr von Opium auf dem Poſtwege in
Ver=
bindung zu treten. Da die Mitteilungen über Beſchlagnahmungen
der Opiumbeſtände durch die Pekinger Regierung infolge techniſcher
Schwierigkeiten lückenhaft eingehen, hat der japaniſche Delegierte
Sato den chineſiſchen Vertreter Chao darum, bei ſeiner Regierung
anzuregen, daß der japaniſche diplomatiſche Vertreter in Peking
jeweils ſo ſchnell wie möglich, um die Kontrolle zu erleichtern,
über die erfolgten Beſchlagnahmngen beſonders unterrichtet
würde. Deutſchland iſt in der Kommiſſion durch Profeſſor Dr=
Amſelmine vertreten.
Deutſche Induſirieführer in Rom.
* Berlin, 12. April. (Priv.=Tel.)
Die deutſch=engliſche Induſtriellenausſprache in Romſey hatte
ſo gute Früchte gezeitigt, daß man ſich damals entſchloß, dieſe
Zuſammenkünfte zu wiederholen und auszudehnen. Sie hatten
und haben auch heute noch den Zweck, Probleme in den
Mittel=
punkt von Unterhaltungen zu rücken, die im Vordergrund
inter=
nationaler Debatten ſtehen. Den Beſprechungen von Romſey
ſind ſehr bald Zuſammenkünfte zwiſchen Vertretern der deutſchen
Induſtrie= und ausländiſchen Wirtſchaftskreiſe gefolgt. Jetzt iſt
wieder eine Konferenz fällig, die in der zweiten Hälfte des
Monats in Rom ſtattfinden wird. Auch hier werden Deutſchland,
Italien, England, Frankreich, Spanien, Dänemark, Belgien und
Schweden vertreten ſein. Vom Reichsverband der deutſchen
In=
druſtrie erſcheint Geheimrat Kaſtel und Dr. Herle. Den
Gegen=
ſtand der Ausſprache werden die Doppelbeſteuerungen,
Zoll=
probleme und Ein= und Ausfuhrbeſchränkungen bilden.
Wahlbewegung in Elſaß=Lothringen.
Dr. Ricklin kandidiert im Kreiſe Altürch.
Der Führer der elſaß=lothringiſchen Autonomiebewegung, Dr.
Rick=
lin=Damnerkirch, hat der Preſſe mitgeteilt, daß er im Kreiſe Altkirch
ſeine Kandidatur zu den bevorſtehenden Kammerwahlen aufgeſtellt habe.
Einen eigentlichen Wahlkampf wird Dr. Ricklin nicht führen können,
da er ja zurzeit wegen „Komplotts gegen die Sicherheit des Staates”,
in Unterſuchungshaft iſt. Doch bedeuten ſein Name und ſeine
lang=
jährige politiſche Tätigkeit vor und während dem Kriege und erſt recht
in der Nachkriegszeit ein Programm, das dem „Löwen des Sundgau”
auch ohne Wahlhilfe ſtarke Anhängerſchaft ſichern dürfte. Als
Gegen=
kandidaten im Kreiſe Altkirch ſind der Radikal=Sozialiſt Higelin,
der Kommuniſt Beth und der antiautonomiſtiſche Demokrat Centlivre
vermutlih weniger gefährliche Gegner als der offizielle katholiſche
Kan=
didar Silbermann, der der letzten Kammer angehört hat. Silbermann
wird nämlich von den franzöſiſchen Blättern ſelbſt als verkappter
Autonomiſt und als Gegner des derzeitigen franzöſiſchen Regimes
bekämpft.
Eine heimatrechtliche Kandidatur im Kreiſe Weißenburg.
Gegen den offiziellen Kandidaten der „Elſäſſiſchen Volkspartei”
(kath.), den Präſidenten des „Katholikenbundes” Weydmann, tritt
im Kreiſe Weißenburg (Unterelfaß) der zum hematrechtlichen Flügel
der gleichen Partei gehörende Generalrat Herber auf.
Herber, der den Aufruf des autonomiſtiſchen „Heimatbundes”
mit=
unterzeichnet hatte, ſeine Unterſchrift nachträglich aber mit Berufung
auf die ihm nahegelegten Intereſſen der Partei zurückgezogen hatte,
iſt in der Oeffentlichkeit auch durch ſein inzwiſchen vergriffenes „
El=
ſäſſiſches Luſt= und Leidbuch” bekannt geworden, das ſchwere
Anklagen gegen die franzöſiſche Nachkriegspolitik im Elſaß erhebt.
Es iſt bedeutſam, daß die Leitung der „Elſäſſiſchen Volksparte‟”
den Diſziplinbruch Herbers nicht zu rügen gewagt hat.
* Im Kampfe für die neue Form.
Zu Peter Behrens 60. Geburtstag am 14. April.
Von Frank Lyskirchen.
Heute vor ſechzig Jahren wurde Peter Behrens in Hamburg
geboren. Er war achtzehnjährig, als Alfred Lichtwark, der geniale
Ausdeuter und Entdecker einer echten, erdgewachſenen Kunſt in
unſerer größten Hanſaſtadt, zum Leiter der Kunſthalle in
Ham=
burg berufen wurde und ſeine Wirkſamkeit begann. Lichtwarkſche
Gedanken ſind es, die Peter Behrens in künſtleriſche Tat
um=
geſetzt hat: die kunſtfremd gewordene moderne Stadt aus der
Sackgaſſe der ſeichten und ideenarmen Nachahmung überlieferter
Stile hinauszuführen zu der eigenen, notwendigen, nur heute
möglichen Kunſtſprache, wie ſie der heiße Atem der neuen Zeit
erheiſcht. Und eine innere Notwendigkeit hat Peter Behrens von
der Graphik und Malerei, mit der er begann, über das
Kunſtge=
wverbe zur Baukunſt geführt, die ihm einige ihrer gewaltigſten
neuen Schöpfungen zu verdanken hat. Die Kunſtbewegung der
letzten zwanzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts iſt erfüllt
von einem ſozuſagen negativen Beſtreben der Künſtler; wer es
ernſt mit ſeinem Werke nahm, mußte zunächſt eine laſtende Fülle
von Ererbtem ausſchalten; er mußte eine neue Sprache erlernen,
mußte ſich üben, mit anderen Augen zu ſehen, mußte mit Gewalt
ſeine Seele von gewohnten und daher leicht fahrbaren Geleiſen
abziehen und ſie hinlenken auf ein Zukunftsland, das unwegſam
noch und ſchwer zu beſchreiten, Schritt für Schritt gewonnen werden
wollte. In Bezug auf die Baukunſt dieſer reinigenden Abſicht
bewußt zum erſten Ausdruck verholfen zu haben, dies Verdienſt
gebührt in Deutſchland dem in Sachen der Kunſt ungewöhnlich
begabten Großherzog Ernſt Ludwig von Heſſen. Die „Ausſtellung
der Künſtlerkolonie in Darmſtadt” im Jahre 1901 verſuchte, eine
ganze Siedlung von Häuſern nach neuzeitlichen Geſichtspunkten
unter Berückſichtigung der landſchaftlichen Umgebung aufzurichten
und auszugeſtalten und dabei jedem Hauſe den Wert des ganz
Perſönlichen zu geben. Gewiß mutet uns heute bei dieſem
Ver=
ſuche vieles ſpieleriſch und eigenförmig an und erſcheint uns
ledig=
lich auf die Abſicht des Gegenſatzes zur alten Kunſt aufgebaut.
Aber es iſt eben das äußere Zeichen der Ueberwindung des
Negativen, die Ueberwindung des alten bequemen Weges, die ſich
hort in teilweiſe bizarren Seitenpfaden ankündigte. Die Künſtler,
die dem Großherzog halfen, ſeine Gedanken zu verkörpern, hießen
Olbrich, Ciſſarz, Albin Müller, Chriſtianſen, Hüber und Peter
Behrens. Letzterer nicht nur als Bqumeiſter eines eigenen
verhalten=
kühlen Landhquſes und zahlreicher kunſtgewerblicher Leiſtungen
bedeutend, ſondern auch als feinſinniger Geſtalter von Feſten, als
Meiſter künſtleriſcher Darbietungen; wie z. B. die unvergleichliche
Aufführung von Richard Dehmels „Lebensmeſſe” in einem
Feſt=
ſpiel auf der Schloßterraſſe in Varmſtadt ſeiner Phantaſie
ent=
ſprang, eine Tat, die gründlich brach mit den leckeren, hübſchen
Künſtlerfeſten der Münchener und Düſſeldorfer.
Wenige Jahre ſpäter finden wir Peter Behrens als Leiter
der Düſſeldorfer Kunſtgewerbeſchule, auch hier als Anreger und
Lehrer bedeutſam. Entſcheidend für ſeine Lebensaufgabe wurde
aber erſt das Jahr 1907, als er nämlich von der Allgemeinen
Elektrizitätsgeſellſchaft in Berlin berufen wurde, als künſtleriſcher
Beirat in ihren Vorſtand einzutreten und nicht nur ihre
Erzeug=
niſſe, ſondern auch ihre Fabriken, die Wohnungen ihrer Arbeiter
und jeden ihrer Verkaufsräume nach neuen Ideen einzurichten.
Seitdem ſind durch dieſe glückliche Verbindung großzügiger
Orga=
niſation und großzügigen Künſtlertums Werke geſchaffen worden,
die bis zum Augenblick vielleicht die ſtärkſten und reinſten Zeugen
eines europäiſchen Baugedankens ſind. Aus ihnen ſpricht die
Fähigkeit der Umwertung und Neugeſtaltung veränderter oder
gänzlich neuer Lebensgedanken der Zeit. Mit den einfachen
Mitteln elementarer Tektonik entſtanden Baugebilde von
wahr=
haft klaſſiſcher Gebärde. Die A.E.G. hat ſich in ihnen Denkmäler
geſetzt, an denen keiner mehr empfindungslos vorübergehen kann.
Ihr Tun ward vorbildlich für die geſamte Induſtrie, und wenn
wir jetzt allenthalben Fabrikanlagen finden, die ihre Umgebung
nicht mehr zerſtören, ſondern ſich im Gegenteil notwendig und
ſchön in ſie einpaſſen, ſo iſt das letzten Endes eine Wirkung der
bahnbrechenden Arbeit Peter Behrens. In dem wuchtigen Hauſe
der Turbinenfabrik, in der ſelbſtverſtändlich einfachen
Hoch=
ſpannungsfabrik, und beſonders in der ſogenannten
Montage=
halle, alle in Berlin gelegen, hat Peter Behrens
Meiſterſchöpfun=
gen hingeſetzt; aus der rhythmiſchen Idee der Arbeit ſind dieſe
kühlen, gradlinigen Beuwerke entſtanden, die auf jedes
ange=
klebte Zierrat verzichten und nur aus der Notwendigkeit des
Maßes heraus edel, würdig und erhaben wirken. Dabei
ge=
ſtaltete er an der äußeren Form jeder neuen Erfindung der
A. E. G. und durchtränkte ſo auch unſer tägliches Leben, mehr als
wir es ahnen, mit ſeinem Kunſtempfinden.
Kurz vor dem Weltkriege wurde ihm eine Aufgabe nationaler
Art zu Teil, die er als Meiſter löſte, der Bau des kaiſerlich
deut=
ſchen Geſandtſchaftspalaſtes in Petersburg. „Hohe reife Kultur,
ein Anknüpfen und Weiterbilden der klaſſiziſtiſchen Kunſt der
alt=
berliner Baumeiſter Schinkel und Langhans. Dem eigentlichen
Bau=
körper waren 14 doriſche Säulen vorgelegt, die alle drei Stochwerke
üüberſchritten. Das Innere des Baues practiſch, prächtig, feſtlich
wor=
nehm.”
er Künſtler war jetzt ſo reif, daß er nicht mehr im
Gegenſatz zum Vergangenen zu ſtehen brauchte, ſondern es
be=
greifend und durchdringend, an es anknüpfend, ganz Neues ſchuf,
ein Werk, würdig, den deutſchen Namen jahrhundertlang zu
ver=
treten. Als das Botſchafterhaus 1913 eingeweiht wurde, ahnte
niemand, daß es ein Jahr ſpäter der heulenden mongoliſchen
Wut der Petersburger Stadthefe zum Opfer fallen würde, bei
Ausbruch des Krieges.
Als Peter Behrens um die Jahrhundertwende in
Darm=
ſtadt weilte, erſchien von ihm eine kleine Schrift „Feſte des
Lebens und der Kunſt‟. Der Sechzigjährige hat unſerer Arbeit
und unſerem Alltag Feſtlichkeit gegeben. Wie er ſelbſt es einmal
ausſprach: „Die neue Zeit, die manchen Stimmungsreiz
träume=
riſcher Behaglichkeit verweht hat, ſtellt neue Aufgaben an die
Kunſt, die zu einer einheitlichen, großen Erfüllung gelangen,
wenn wir die rhythmiſche Schönheit unſerer Zeit erkennen!“
Guſtav Schröer: Der Schulze von Wolfenhagen. Die
Ge=
ſchiclte eines Dorfes. 14.—16. Tauſend. 332 Seiten. Geheftet 4 Mk.
In Leinenband 6 Mk. — Die Flucht aus dem Alltag. Ein
Buch der Erinnerung. 12.—14. Tauſend. 316 Seiten. Geheftet 4 Mk.
In Leinenband 6 Mk. — Gottwert Ingram und ſein Werk.
Roman. 8.—10. Tauſend. 318 Seiten. Geheftet 4 Mk. In
Leinen=
band 6 Mk. Verlag von Quelle u. Meher in Leipzig.
Schröer hat ſich mit ſeinen kerndeutſchen, lebenswahren Romanen
eine ſehr beachtliche Leſergemeinde geworben, die noch ſtändig ſtark im
Wachſen begriffen iſt. So erſcheinen jetzt gleichzeitig drei ſeiner Romane
in neuer Auflage, die, untereinander grundverſchieden, doch alle
getra=
gen ſind von echter Liebe zur deutſchen Heimat und ihrem kraftvollen,
einfachen Bauerngeſchlecht. So wird in dem Schulzen von Wolfenhagen
eine tatkräftige, willensſtarke Figur gezeichnet. In raſtloſem Bemühen
gelingt es ihm, dem Niedergang eines Dorfes, deſſen Einwohnerſchaft
dem Trunke ergeben iſt, aufzuhalten und den ſchon zerrütteten Familien,
deren Zerfall uns der Dichter miterleben läßt, einen neuen Weg zum
Auſſtieg zu zeigen. — Zielbewußt und zäh feſthaltend am einmal
gefaß=
ten Plan iſt auch die Geſtalt des Titelhelden in „Gottwert Ingram und
ſein Werk”. Sich ſelbſt bringt er zum Opfer, aber ſein Werk, der Bau
einer Talſperre und damit die Bewahrumg ſeines Heimatdorfes vor den
regelmäßig wiederkehrenden Hochwaſſerverwüſtungen, wird durchgeführt.
Mit bewundernswerter ethiſcher Kraft hat der Künſtler die Geſtalten
dieſes Romanes und ihre Kämpfe gegen ſich und die Natur geſtaltet,
und dabei doch mit einer ſchlichten, einfachen Sprache, die von Anfang
an gefangen nimmt. — Während hier die unbändige Natur in ihrer
furchtbarſten Urkraft geſchildert wird, finden wir in der „Flucht aus
dem Alltag” ein Buch des Friedens, eine Erholmng von den
Aufregun=
gen und Aergerlichkeiten des Lebens. In dieſen Tagebuchblättern ſteht
ein gut Teil Selbſtbekenntnis aus des Dichters Leben, und ſo wird dieſe
ſchöne, nachdenkliche und tiefinnerliche Buch auch zu dem perſönlichſten,
das vielleicht am ſtärkſten im Leſer nachklingt und nachwirkt. Die auch
äußerlich gut ausgeſtatteten Romane Schröers ſind rechte Geſchenkwerke
für den
en Menſchen der Großſtadt.
Nummer 103
Freitag den 13. Aprit 1928
Seite 3
Der Beginn des Wahlkampfes.
zu ſchlagen ſei lächerlich, wenn nichts dahinterſtehe. Gegewüber
Die Sulanz deutſcher Ponitik, der Kriticam Dawesplan verwahrte ſich der Redner gegen
allerlei unklares Gerede. Es gebe kein dümmeres Schlagwort als
das der Internationale. Locarno ſei die Sicherheit vor Angriffen
Dr. Streſemann ſpricht in Kaſſel.
am Rhein geweſen. Die Politik der Volksgemeinſchaft nach außen
Kaſſel, 12. April.
Vor ungefähr 4000 Perſonen, unter denen ſich die Spitzen
der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden befanden, eröffnete in der
Kaſſeler Stadthalle Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann am
Donnerstag abend den Wahlkampf mit einer Rede anläßlich des
Heſſen=Naſſauiſchen Landesparteitags der Deutſchen Volkspartei.
Nach herzlichen Begrüßungsworten des Vorſitzenden der Kaſſeler
Partei, Oberſtudiendirektor Dr. Becker, ergriff Dr. Streſemann,
ſtürmiſch begrüßt, das Wort zu einer etwa einſtündigen Rede.
Der Miniſter ging zunächſt auf die wirtſchaftlichen
Verhältniſſe ein, ſtreifte dann das Scheitern des
Schulgeſetzes und ſetzte ſich darauf mit den einzelnen
Par=
teien kurz auseinander. Bezüglich der Wirtſchaftspolitik
rechtfer=
tigte Dr. Streſemann die abgeſchloſſenen Handelsverträge,
für die er die volle Verantwortung übernimmt. Er verwahrte ſich
gegen den Vorwurf, die Landwirtſchaft dabei nicht genügend
be=
achtet zu haben. Die Beſchlüſſe über ſämtliche Handelsverträge
ſeien im Kabinett einſtimimig gefaßt worden. Man könne nicht
einerſeits die Grenzen ſperren und andererſeits niedrige Zölle
für Ausfuhrprodukte verlangen. Ein einzelner Stand, wie die
Landwirtſchaft ſtehe nicht allein im Staate da. Auch in der
deut=
ſchen Induſtrie ſtänden wir nicht mehr auf eigenem Grund und
Boden. Wir hätten ſie mit amerikaniſchem Gelde finanziert und
müßten dieſe Summen verzinſen und amortiſieren.. Das
Haupt=
ſtreben müſſe jetzt ſein, einen Ueberſchuß der Ausfuhr über die
Einfuhr zu erreichen.
Zur Sozialpolitik bemerkte der Redner, daß hier
Gren=
zen in bezug auf die Verteuerung der Produktion gezogen ſeien.
Dr. Streſemann legte dann ſeine Stellung zur deutſchen
Landwirtſchaft dar. Es gebe keine Partei in Deutſchland,
die bewußt landwirtſchaftsfeindlich ſei. Jede ſei an der
Erhal=
tung des Bauernſtandes intereſſiert, auch an der Erhaltung des
Großgrundbeſitzes. Der Landbund treibe eine verkehrte Politik,
indem er ſich parteipolitiſch feſtlege. Der Miniſter fordert noch
ſtraffere Organiſation der Landwirtſchaft nach ausländiſchem
Muſter. — Das Schulgeſetz ſei an der Frage der
Simultan=
ſchule geſcheitert. Der letzte Kompromißvorſchlag der Deutſchen
Volkspartei haben denſelben Wortlaut gehabt, den der
Reichs=
ſchulgeſetzentwurf des Kabinetts Fehrenbach ſeinerzeit gezeigt
habe. Dr. Streſemann legte dann ein Bekenntnis zur
Duldſam=
keit gegenüber jedem Glauben ab. Er wandte ſich in ſcharfen
Ausdrücken gegen einen Kulturkampf, der der Deutſchen
Volks=
partei ſo oft nachgeſagt werde. Das hiſtoriſch Entwickelte gelte
es zu achten, ſowohl in bezug auf die Konfeſſions= wie die
Simul=
tanſchule.
Ueber den Wahlkampf wolle er ſich nicht äußern. Nicht der
Wahlausfall an ſich entſcheide, ſondern die Perſönlichkeit der
kommenden Führer. Seine Partei ſei den Weg von der
Oppo=
ſition zur Regierung bewußt gegangen, obwohl dadurch ein
Ver=
luſt an Mandaten eingetreten ſei. Man könne aber Politik nicht
auf Popularitätshaſcherei gründen. Der Redner kam dann auf
die Fortſchritte inder Zeitdes Wiederaufbaues
zu ſprechen. Das Deutſchland von 1928 könne nach zehnjähriger
ſchwerer Arbeit nicht ohne Genugtuung auf das Werk
zurück=
blicken. Wir arbeiten, ſo fuhr Dr. Streſemann fort, bewußt am
republikaniſchen Deutſchland. Es gebe heute keinen Streit mehr
über die Staatsſorm, deren Ideen ſo gefeſtigt ſeien, daß man
auch durch die Friderieus=Marke keinen Nervenſchock mehr zu
be=
kommen brauche. Ueberhaupt ſolle man vor dem, was geweſen ſei,
Achtung bezeugen. Dr. Streſemann kam dann auf
die Außenpolitik
zu ſprechen. Für ihn als Außenminiſter ſei natürlich in erſter
Linie die Goldwährung des Schweigens geboten, aber er wolle
ſeinen Kritikern gegenüber nur ſagen, daß man ihm einmal einen
neuen Weg zeigen ſolle, der Erfolg verſpreche. Es ſei ein alter
Hang des Deutſchen, erſtens die Ueberſchätzung der eigenen
Situ=
ation, zweitens die Verwechſlung von Sein und Schein. Nach
außen ſeien wir heute noch ein ſchwacher und ohnmächtiger Staat.
Danach müßten wir unſere Politik einrichten. Erreichen konnten
wir in den letzten Jahren nur dann etwas, wenn wir einig waren.
Man ſolle nicht immer mit der Parole „rechts gehen, links gehen”
kommen. Es ſei natürlich auch falſch, der einen Hälfte des Volkes
das nationale Gefühl abzuſprechen. Es könne nur eine
ein=
zige wahre Politik für Deutſchland geben, nämlich
die, die den Frieden erhalten ſolle. Mit der Fauſt auf den Tiſch
ſei das Richtige für Deutſchland. National ſei nur der, der die
Hand mit ans Werk lege. Wir hätten nichts von träumender
Reſignation an frühere Zeiten zu erwarten, ſondern wüßten alle
Dienſt am Volk und am Staat leiſten, ſchaffende Männer und
ſchaffende Polititer werden. Stürmiſcher Beifall ſchloß ſich an die Berſchiebung des Mdstduer Prözeſſetz
Rede. Nach dem Abſingen des Deutſchlandliedes und unter dem
Eindruck der Rede des Außenminiſters fand eine Diskuſſion
nicht ſtatt.
Die Wahlvorbereitungen
des Zentrums.
Die Tagung des Reichspartei=Ausſchuſſes.
Die Wahlkampf=Parole.
geſchickt dazu benutzt, um gleichzeitig die Parole für den
Wahl=
kampf herauszugeben und die Richtlinien feſtzulegen, nach denen
es den Kampf zu führen gedenkt. Es iſt kein Zufall, daß dafür
als Wortführer nicht der Reichskanzler Marx beſtimmt wurde,
ſondern der Prälat Dr. Kaas, einer der beſten Redner, auf die
ſich das Zentrum ſtützen kann. Herr Dr. Marx mit ſeiner
trocke=
nen Tonart iſt für ſolche Zwecke nicht zu gebrauchen, gerade
wenn man nichts ſagen will, während Herr Kaas auch da noch
Formulierungen findet, die faſt wie ein Programm klingen.
Immerhin hat Herr Marx den Grundton in ſeiner einleitenden
Rede ſchon angegeben, als er feſtſtellte, daß das Zentrum
ohne jede Bindung nach rechts oder links in den
Wahlkampf gehe und auchkünftig mit allen
Par=
teien zuſammenarbeiten wolle, die für das
Wohl des Staates und des Volkes einzutreten
bereit ſeien.
Herr Kaas hat dann über eine Stunde geſprochen und
be=
geiſterte Loblieder auf das Zentrum geſungen, das bisher als
einzige Partei ſeit der Revolution die Bürde der
Verantwor=
tung getragen habe. Mit einer leichten Bosheit an die
ſozial=
demokratiſche und demokratiſche Adreſſe fügte er hinzu: „Wir
ſchwenken die Fahne der Republik nicht ſo demonſtrativ wie
an=
dere es für nötig halten; tatſächlich aber ſteht die Republik bei
uns tiefer in der Schuld als bei vielen derjenigen, die meinen,
ihre einzigen Vertreter zu ſein.”
ſKaas aufbringen, um das Zuſammengehen mit den
Deutſch=
nationalen zu rechtfertigen, faſt iſt man verſucht, zu ſagen, zu
entſchuldigen. Er ſtützte ſich beſonders darauf, daß die
Deutſch=
nationalen auch auf die außenpolitiſche Linie eingeſchwenkt ſeien,
wie 1922 ſchon die Deutſche Volkspartei auf die außenpolitiſche
Linie, die das Zentrum von Anfang an durch Erzberger und
Wirth vertreten habe. Das iſt eine bewußte Umdeutung. Es hat
gar keinen Zweck, ſich darüber zu ſtreiten. Natürlich weiß auch
Herr Kaas ganz genau, daß die Außenpolitik, die ſeit 1923
ge=
macht wird, etwas ganz anderes war, als die bedingungsloſe
Er=
füllungspolitik, wie ſie demals noch Dr. Wirth propagierte. Er
weiß auch, daß die Deutſchnationalen lediglich die Konſequenzen
aus einer gegebenen Lage zogen, die ſie nicht mehr ändern
konnten.
Innenpolitiſch hat Herr Kaas die Linke ſehr viel freundlicher
behandelt als die Rechte. Schon Herr Marx hatte vorher
aus=
geſprochen, daß die Schuld am Zuſammengehen des Zentrums
mit den Deutſchnationalen bei den Sozialdemokraten liege.
Auf=
fallend iſt die Schärfe, mit der Dr. Kags gegen die
Wirtſchafts=
partei aurannte. Noch auffallender beinahe die aggreſſive
Ten=
denz gegen die Deutſche Volkspartei, an deren
koalitionswidri=
gem Verhalten das Schulgeſetz geſcheitert ſei. Bei gutem Willen
und ehrlichem Reſpekt vor fremder Gewiſſensauffaſſung hätte es
gelingen müſſen, ein Schulgeſetz zuſtande zu bringen.
Merk=
würdig genug, daß Herr Prälat Kaas dieſen ehrlichen Reſpekt
von der Volkspartei verlangt ohne aber Gleiches mit Gleichem
zu vergelten. Es ſteht doch ſchließlich feſt, daß die
volkspartei=
lichen Miniſter ſchon bei der Einbringung des Schulgeſetz=
Ent=
wurfes ihre Vorbeholte gemacht haben, die zu überwinden nur
durch ein Entgegenkommen des Zentrums und der
Deutſch=
nationalen möglich war. Wenn beide Parteien das von
vorn=
herein nicht wollten, dann war eben die Koalition ſchon im
vorigen Herbſt geſcheitert. Für die Zukunft legt Herr Kaas das
Die Huldigung am Albrecht=Hürer=Oenkmal.
Auf dem ruhigen, in ſich geſchloſſenen Albrecht=Dürer=Platz
in Nürnberg ſteht, den Blick auf die herrliche Sebalduskirche
ge=
richtet, das Denkmal Albrecht Dürers, zu dem man vor 100
Jah=
ren den Grundſtein legte. Jetzt weht aus hohen Opferſchalen der
Rauch, die Figur ſelbſt ſteht hell vom Scheinwerferlicht übergoſſen,
während die abgeblendete Straßenbeleuchtung die alten hohen
Häuſer mit den ſpitzen Giebeln und roten Dächern und die
krum=
men, winkligen Seitengaſſen in ein geheimnisvolles blaugraues
Licht taucht.
Nach Beendigung der Gedenkfeier im großen Rathausſaale
zieht der Fackelzug der Deutſchen Künſtlerſchaft vom Rathaushof
zum Dürer=Platz. Unter dem Geläut der Kirchenglocken harren
dort ſchon und in den dezent geſchmückten und illuminierten
Seitenſtraßen Tauſende ſeiner Ankunft. Auf der Spitze der
ſchlauken Sebaldustürme leuchten ab und zu, dem Elmsfeuer
gleich, Blinkfeuer in die laue Frühlingsnacht. Ein Bild voll
be=
jaubernder Romantik, als viele Hundert Fackeln ſich durch die
engen Gaſſen winden und bald das ſtolze Denkmal mit ihrem
Lichterglanz umgeben. Ein Männerchor des Fränkiſchen
Sänger=
undes unter Leitung des Muſikdirektors Fritz Binder=Nürnberg
äßt Beethovens „Gottes Macht und Vorſehung” ertönen. Von
er gegenüberliegenden Seite des Platzes antwortet ein gemiſchter
Thor des Arbeiter=Sängerbundes unter Leitung des Chormeiſters
traus=Nürnberg mit dem Feſtlied von H. Schütz. Dann ſpricht
Profeſſor Rudolf Schieſtl die Huldigungsworte im Namen der
deutſchen Künſtlerſchaft. Die Deutſche Künſtlerſchaft feiere in
dürers Werk den Sieg der Unſterblichkeit großer Kunſt über die
Fergänglichkeit des Menſchen. Albrecht Dürer, dem Symbol
deut=
her Kunſt, dem aufrechten deutſchen Meiſter, huldigen die
deut=
hen Künſtler wie vor hundert Jahren an dieſer Stelle mit dem
illen Gelöbnis, aus den Niederungen des Lebens in die klare
uft ſeiner lauteren Geſinnung hinaufzuwandern.
Kraftvoll ertönt der Chor aus den Meiſterſingern: „Wach auf
nahet ſich gen Tag” und das „Ehrt Eure deutſchen Meiſter!”
bt dieſer ſtillen Feierſtunde, welche ſich vorteilhaft von den ſonſt
plichen lärmenden Kundgebungen der Oeffentlichkeit abhob, den
eihevollen Ausklang.
Während der Zug der 250 Fackeln unter Vorantritt der
läſer ſich zum Platz vor dem Dürer=Haus am Tiergärtuertor
wegt, ſtrebt die zu vielen Tauſenden verſammelte. Nürnberger
evölkerung zu den weiten Ringanlagen im Weſten der
Stadt=
auern. Hell und klar flammen aus dem Dunkel der Nacht über
n Giebeln der Dürer=Stadt, einem Märchenbilde gleich, die
Scheinwerfer auf, die die hohe tauſendjährige Kaiſerburg zum
erſten Male im Dürer=Jahre in ein magiſches weißes Licht hüllen.
*
Zur 400. Wiederkehr des Todesjahres Albrecht Dürers wurde eine
Gedenkmünze geſchaffen. Die künſtleriſche Arbeit ſtammt
von dem Münchener Bildhauer Karl Roth. Die Gedenkmünze läßt
Albrecht Dürer mit ſeinen eigenen Werken zum Beſchauer ſprechen,
indem ſie auf der Vorderſeite das bekannte Selbſtportrait, gemalt im
Jahre 1500, und auf der Rückſeite die gewaltige Geſtalt des
Apoſtel=
fürſten Paulus, gemalt um das Jahr 1526, zeigt. Dieſe Paulusgeſtalt
iſt dem Bilde „Paulus und Markus”, das zuſammen mit dem Bilde
„Petrus und Johannes” das letzte große Werk des Meiſters iſt,
ent=
nommen. Den Schöpfer der Gedenkmünze leitete der Gedanke, dem
großen Meiſter in keiner Weiſe beſſer huldigen zu können als dadurch,
daß er durch Dürers Selbſtportrait und eine charakteriſtiſche Geſtalt
aus einem ſeiner Werke die Gedanken des Beſchauers auf die Perſon
Albrecht Dürers ebenſo wie auf ſein Schaffen hinlenkke.
Die Gedenkmünzen wurden im Bayer, Hauptmünzamt in Größe
eines Fünfmarkſtückes aus Feinſilber (25 Gr.) geprägt und tragen die
Randſtempelung ,Baher. Hauptmünzamt Feinſilber‟. Der Preis
be=
trägt einſchl. eines Kartonetuis RM. 6.— je Stück und Porto (
Ein=
ſchreibebriefporto innerhalb Deutſchland 60 Pfg.).
Des ferneren wurden auch Gedenkmünzen aus Dikatengold im
Gewichr von 17 Gr. geprägt. Die bildliche Darſtellung und Größe iſt
wie bei den Silberſtücken. Die Randſchrift lautet: „Baher.
Hauptmünz=
amt ( 985r‟. Der Preis der Goldmünzen beträgt einſchließlich eines
Samtetuis RM. 86.— je Stück, zuzüglich Porto.
Die Zuſendung von Gedenkmünzen erfolgt gegen Nahnahme oder
Voreinſendung des Gegenwertes auf Poſtſcheckkonto Nr. 2227 der Firma
Müller u. Sohn, Abteilung Denkmünzenverlag, Müachen 2 C 2,
Windenmacherſtraße 4.
Eröffnung der Dürerausſiellung in Nürnberg.
Nürnberg. Am Mittwoch vormittag fand im Germaniſchen
Muſeum die Eröffnung der großen Dürer=Ausſtellung ſtatt. Anweſend
waren u. a. Reichsminiſter v. Keudell, der preußiſche Kultusminiſter
Becker, der baheriſche Kultusminiſter Goldenberg, Reichstagspräſident
Loebe, der baheriſche Landtagspräſident Königsbauer.
Oberbürger=
meiſter Dr. Luppe hieß die Gäſte willkommen. Er feierte Dürer als
den deutſcheſten aller deutſchen Künſtler, der zugleich jedoch auch der
gauzen Welt gehöre, da echte Kunſt die Grenzen von Ländern und
Völ=
kern nicht kenne. Kultusminiſter Goldenberg bezeichnete Dürer als die
größte Perſönlichkeit deutſcher Kunſt und zugleich als Weltbürger in
des Wortes edelſter Bedeutung. Reichsminiſter v. Keudell daukte
namets der Reichsregierung für die Begrüßung und ferner allen deuen
die mitgewirkt haben zur Veranſtaltung der Feier. Der Miniſter h.
handelte dann die Frage, was Dürer heute dem deutſchen Menſchen
Er ſchloß mit dem Wunſche, daß dieſer große deutſche Künſtler ſtändig
in uns lebendig ſei. Der italieniſche Botſchafter Graf Aldrovandi
Marescotti behandelte die Zuſammenhäuge der Kunſt Dürers mit der
italieniſchen Kunſt und betonte, daß Dürer ſtets rein deutſch geblieben
ſei. Der ungariſche Geſandte Koloman v. Kanya wies auf die tauſend=
Zentrum barauf feſt, daß ein Verzicht auf ſein
ſchul=
politiſches Programm außer Diskuſſion ſtehe,
obinder einen oder anderen Koalition. Dadurch
werden die Ausſichten einer künftigen
Regie=
rungsb ildung ſicher nicht erleichtert. Wenn das
Zentrum auf ſeinem Schulprogramm beharrt, dann iſt jede
Regierungsgemeinſchaft mit den Sozialdemokraten
ausgeſchloſ=
ſen. Der einzige Bundesgenoſſe wären die Deutſchnationalen,
aber gerade mit denen möchte das Zentrum nicht weiter
zu=
ſammengehen. Wie man aus dieſem Zirkel herauskommen ſoll,
wird das Rätſel ſein, das nach der Reichstagswahl vom 20. Mai
gelöſt werden muß und von deſſen Löſung die Möglichkeiten der
Regierungsbildung abhängen.
Das vorweggenommene Urteil.
* Berlin, 12. April. (Priv.=Tel.)
Das vereinigte Plenum des Zentralkomitees und
der Zentralkommiſſion der ruſſiſchen
kommuni=
ſtiſchen Partei hat ſich auf Grund eines Vortrages Rykows
mit der Schachty=Affäre befaßt und ſeine Anſchauung in einer
Entſchließung niedergelegt. Darin wird behauptet, daß
es ſich in Schachty um eine gegenrevolutionäre
Organiſation handelt, die mit neuen Methoden
den Kampfgegendenproletariſchen Staat führe
Das Zeutrum hot die Aufſtellung ſeiner Reichswahlliſte ſehr uſw. Ueber die Beteiligung der deutſchen Ingenieure iſt kein
Wort geſagt; vielleicht weil Tſchitſcherin noch darum kämpft,
be=
ſonders aus außenpolitiſchen Gründen eine Verurteilung der
deutſchen Verhafteten zu vermeiden. Ob er damit Erfolg hat,
müſſen wir abwarten. Wie die Verhältniſſe in Rußland gelagert
ſind, bedeutet dieſe Entſchließung eine Anweiſung
andas Gericht, das nicht verſäumen wird, dieſem Wink
nach=
zukommen und, ſoweit es Ruſſen ſind, zu Verurteilungen zu
ge=
langen. Vorläufig liegt gegen die Deutſchen noch keine offizielle
Anklageſchrift vor.
Legationsrat Dr. Schliep hat die jetzt in Moskau befindlichen
deutſchen Ingenieure erneut beſucht und ſich über ihre
Verpfle=
gung und Behandlung orientiert. Der deutſche Botſchafter Graf
Brockdorff=Rantzau wird die Verhafteten in den nächſten Tagen
ebenfalls ſelbſt beſuchen. Wenn auch in Berlin eine amtliche
Mitteilung über die Verſchiebung des Prozeſſes bis zum Mai,
nach den ruſſiſchen Oſterfeiertagen, nicht vorliegt, ſo darf man doch
wohl annehmen, daß dieſe Meldungen zutreffen. Man iſt hier
der Anſicht, daß die Ruſſen mit Rückſicht auf ihr Oſterfeſt ein
Zu=
ſammenfallen des Prozeſſes mit ihren Feiertagen nicht wünſchen,
Deutſchlands Verhandlungen mit Polen.
Berlin, 12. April.
Die angekündigte Beſprechung zwiſchen den beiden Delega=
Einen großen Teil dialektiſcher Gewandtheit mußte Dr. tionsführern der deutſch=polniſchen
Handelsvertragsverhandlun=
gen, Reichsinnenminiſter a. D. Hermes und dem polniſchen
Miniſter Twardowſki, findet heute in Wien ſtatt. Es handelt
ſich dabei aber keineswegs ſchon um die Wiederaufnahme der
materiellen Verhandlungen, ſondern noch immer um die
Fort=
ſetzung jener Bemühungen, zunächſt einmal eine Baſis für die
Wiederaufnahme der Verhandlungen zu finden. Die Wahl
Wiens als Beſprechungsort hat ihren Grund darin, daß der
pol=
niſche Bevollmächtigte ſeinen Wohnſitz daſelbſt hat, während Dr.
Hermes zufällig zu einem Beſuch in der öſterreichiſchen
Haupt=
ſtadt weilte.
Amerikas Antikriegspakt. — Ein amerikaniicher
Schriit in Berlin.
* Berlin, 12. April. (Priv.=Tel.)
Die auerikaniſche Regierung bereitet nach Meldungen aus
New York einen großen diplomatiſchen Schritt vor, der zeitlich
gleichlaufend in Berlin, Nom, London, und Tokio erfolgen ſoll
und der das Ziel verfolgt, die franzöſiſch=amerikaniſchen
Verhand=
lungen über den Antikriegspakt auf dieſe Staaten zu erſtrecken.
Dieſer Note ſoll der bisherige, amerikaniſch=franzöſiſche
Schrift=
wechſel beigelegt werden. In diplomatiſchen Kreiſen Berlins
ſprach man davon, daß dieſer Schritt in Berlin bereits am
Mitt=
woch erfolgen ſollte. Da der Außenminiſter aber zurzeit in Kaſſel
iſt, wird Herr Shurman wahrſcheinlich erſt am Freitag oder
Samstag im Auswärtigen Amt erwartet. Daß die deutſche
Regie=
rung grundſätzlich der amerikaniſchen Anregung zuſtimmt, ergibt
ſich aus unſerer außenpolitiſchen Linie. Selbſtverſtändlich werden
die Noten erſt geprüft, ehe eine endgültige Antwort der
Reichs=
regierung erfolgt, die nur in zuſtimmendem Sinn gehalten und
die der Anfang von weiteren Verhandlungen ſein wird.
jährigen deutſch=ungariſchen Kulturbeziehungen hin, die zu feſtigen das
aufrichtige Beſtreben aller maßgebenden ungariſchen Kreiſe ſei. Der
öſterreichiſche Geſandte Dr. Frank überbrachte die Grüße des
öſter=
reichiſchen Brudervolkes. Er bezeichnete Dürer als den idealſten Typ
des deutſchen Mannes. Als Vertreter Frankreichs überbrachte Graf
dOrmeſſon die Grüße der franzöſiſchen Regierung.
Die Ausſtellung enthält nicht nur die bedeutendſten Werke Dürers,
die aus allen Teilen der Welt vereinigt wurden, ſondern auch die Werke
ſeines Lehrers Wohlgemut, der Schüler Dürers, wie Schäufelein, Haus
v. Culmbach und anderer. Andere Ausſtellungsräume zeigen graphiſche
kleinen Arbeiten
Werke Dürers, Stiche und Holzſchnitte ſowie
Dürers, wie beiſpielsweiſe das berühmte Gebetsbuch Kaiſer
Maxi=
milians.
Eröffnung der Ausſiellung: „Deutſche Kunſt
der Gegenwart” in Nürnberg.
In der Städtiſchen Norishalle wurde am Donnerstag
vor=
mittag die Ausſtellung „Deutſche Kunſt der Gegenwart 1928‟
eröffnet, die einen Ueberblick über das Schaffen und Streben
der deutſchen Künſtler in der jetzigen Zeit geben ſoll.
Oberbürger=
meiſter Dr. Luppe begrüßte die Erſchienenen, und führte u. a.
aus: In der Ausſtellung ſeien alle deutſchen Kunſtzentren
ein=
ſchließlich der öſterreichiſchen und der Tiroler durch ihre beſten
Kräfte vertreten. Als äußeres Zeichen des Dankes und der
An=
erkennung für die deutſche Künſtlerſchaft habe die Stadt
Nürn=
berg 20 ſilberne Medaillen zur Verfügung geſtellt, die eine Jury
anerkannter Meiſter unter die ausſtellenden Künſtler verteilen
wird. Hierauf würdigte der bayeriſche Kultusminiſter Dr.
Gold=
berger die Verdienſte des Hauptkonſervators des Germaniſchen
Muſeums, Profeſſor Dr. Schulz, um die Gewinnung und
Aus=
wahl von Vertretern der deutſchen, öſterreichiſchen und Tiroler
Künſtlerſchaft. Oberbürgermeiſter Dr. Luppe erklärte ſodann die
Ausſtellung für eröffnet, und es folgte ein Rundgang durch
die Säle.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Kein Verkauf von Dürers „Roſenkranzfeſt”.
„Narodny Politica” teilt mit, daß das tſchechiſche
Unterrichts=
miniſterium die Bewilligung zur Ausfuhr des Dürerbildes
„Roſenkranzfeſt” nicht erteilen wird. Mit Rückſicht auf die
ſchwie=
rige finanzielle Lage des Strahover=Kloſters werde der Staat
ſelbſt das Bild ankaufen, damit es der tſchechiſchen Nation
erhal=
ten bleibe. — Im „Prager Tageblatt” teilt ein Kunſthiſtoriker mit,
daß das Bild „Roſenkranzfeſt” wegen ſeines ſchlechten
Erhal=
tungszuſtandes im 18. Jahrhundert auf einen Gulden geſchätzt
ſvorden ſei.
Seite 4
Freitag, den 13. April 1928
Nummer 103
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Für die anläßlich ihrer Vermäblung
überſandten Geſchenke, Blumen und .
Glückwünſche danken herzlichſt, auch im
Namen der Eltern
Peter Rasbach und Frau
Maria, geb. Krummeck.
(*9968
Die Eheleute Friedrich Schneider und
Frau Kätchen, geb. Dornbach,
Hoch=
ſtraße 4 II., begehen am 14. April das
Feſt der
(210004
Silbernen Hochzeit.
Turngemeinde Weiterſtadt.
Unſer Ehren= und Gründungsmit glieb
Ad. Hamm, Bäckermeiſter, feiert am
13. April ſeinen 54. Geburtstag.
Wir gratulieren recht herzlich mit einem
dreifachen Gut Heil! (6624
Todesanzeige.
Allen Verwandten, Freunden
und Bekannten, hiermit die
trau=
rige Nachricht, daß meine liebe, gute
Frau, unſere Schweſter,
Schwä=
gerin und Tante
Maria Barbara
Schuchmann
geb. Ackermann
heute nacht im Alter von 68 Jahren
ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Adam Schuchmann II.
Schreinermeiſter,
Frankenhauſen, den 12. April 1928.
Die Beerdigung findet am
Sonn=
tag, den 15. April, nachmittags
2 Uhr ſtatt.
(6659
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden meines
guten Mannes und Vaters, für die
Kranzſpenden von allen Seiten, für
die Ehrung und Kranzniederlegung
der Beamten von Groß=Rohrheim
und Darmſtadt=Nordbahnhof, für die
troſtreichen Worte von Herrn Pfarrer
Körbel am Grabe ſagen wir Allen
unſern innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Wilhelmine Stay
und Kinder.
Groß=Rohrheim, Burggrabenſtr. 3.
6625
Bei der Unmöglichkeit, allen
den=
jenigen perſönlich zu antworten, die
an unſerem großen Verluſte
teilge=
nommen, und die das Andenken an
unſerem lieben Dahingeſchiedenen
ge=
ehrt haben, ſei an dieſer Stelle
herz=
lichſter Dank zum Ausdruck gebracht.
Dank dem Herrn Pfarrer Beringer
für die am Grabe geſprochenen
ſchönen, erhebenden Worte, und
be=
ſonderen Dank ſeinem Che , Herrn
Schaberger, der uns ſoviel Güte hat
zuteil werden laſſen.
Dank auch dem geſamten Perſonal
der Firma J. Scheid und allen den
Perſonen, die uns in den traurigen
Stunden Beiſtand geleiſtet haben.
Aurelie Seibel
Lily Seibel.
Darmſtadt, den 13. April 1928. (6648
Anlage u. Unterhaltung
von Begräbniſſen
in ſeder Ausführung aus großen, eigenen
Beſtänden. * Fachgemäß, gut, billig.
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BenUtze n
Statt beſonderer Anzeige.
Gott in ſeinem unerforſchlichen Ratſchluſſe
nahm uns heute Nacht 11½½ Uhr unſere
innigſtgeliebte Mutter, Schwägerin, Tante
und Kuſine
Frau Wwe.
geb. Karoline Dern.
Sie ſiarb nach glücklich überſtandener
Ope=
ration infolge eines Rückfalles im hieſigen
Alice=Hoſpital im Alter von 66 Jahren.
Um ein frommes Gebet für die liebe
Verſtorbene bitten
Die trauernden Hinterbliebenen:
Alice Briſchkofskh
Theodor Briſchkofsky
Dr. med. Fritz Briſchkofsky.
Darmſiadt, Saalbauſtr. 8, Köln. Erfelden,
Pfungſtadt, den 10. April 1928.
Die Beerdigung findet ſtatt am Samstag, 14. April,
vormittags 11½ Uhr, von der Leichenhalle des alten
Friedhofes an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus.
A2
Todes=Anzeige.
Heute früh 12 Uhr 5 Minuten verſchied
nach kurzem, ſchwerem Leiden im 74.
Lebens=
jahre mein innigſigeliebter, herzensguter Gatte,
unſer lieber Vater, Schwiegervater, Bruder,
Schwager und Onkel
Chriſtian Wörighoffer
Eiſenbahn=Oberſekretär i. R.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Sofie Wörißhoffer, geb. Holl.
Darmſtadt, den 12. April 1928.
Kittlerſtraße 36.
Die Beerdigung findet am Samsiag, den 14. April
1928, nachmittags 2½ Uhr, auf dem alten Friedhof an
der Nieder=Ramſtädterſtraße ſiati.
*9918
Anzeige.
Todes=
Nach kurzem, ſchweren Leiden verſchied
heute unſer lieber Bruder, Schwager undOnkel
Georg Heß
im 31. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Chriftian Heß
Familie Ludwig Heß
Familie M. Pahl.
Darmſtadt, 12. April 1928.
Mählſiraße 39.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 14. April,
3 Uhr nachmittags, auf dem Waldfriedhof ſtatt. (6680
Bamenbart entternt.
Peter-Orth, Martinstr. 78
Gr. Kinderbett mit
Matr., ſchöner
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35 Mk. zu verk., auch
einzeln. Viktoriaſtr
Nr. 67, II. 410000
UNSeVo
Nachruf.
Am 10. April verſchied nach längerer
Krank=
heitsdauer unſer kaufmänniſcher Angeſiellter
Herr
Kart Batter.
Wir verlieren in dem Verſtorbenen einen
pflichttreuen Beamten, deſſen Fleiß und
Streb=
ſamkeit ihn ſchon in jungen Jahren als äußerſi
befähigten Menſchen in ſeinem Beruf
aus=
zeichneten.
Sein Andenken wird bei uns ſtets in
Ehren bleiben.
Wacker & Ooerr Söhne
G. m. b. H.
Nieder=Ramſtadt, den 12. April 1928. 9325
Nachruf.
Nach Gottes Ratſchluß entſchlief am 10. April
zu Waſchenbach unſer lieber Kollege
Karl Walter.
Obwohl erſt 20 jährig, hat derſelbe ſich infolge
ſeines muſtergiltigen Verhaltens und vorbildlicher
Auffaſſung ſeines Berufes unſere volle Hochachtung
erworben und wir beklagen den Verluſt eines treuen
Freundes.
Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken
bewahren.
Das kaufmänniſche und techniſche Perſonal
der Firma Wacker & Doerr Söhne
G. m. b. H.
Vieder=Namſiadi, den 12. April 1928.
Todes=Anzeige.
Heute verſchied ſanft unſer lieber Onkel
Ladwig Buchhammer.
Die trauernden Hinterbliedenen.
Darmſtadt, den 12. April 1928.
Die Einäſcherung findet Samstag Vormitag 11 Uhr
ſtatt.
(*10005
Dankſagung.
Für die überaus vielen Beweiſe liebevoller
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten und
unvergeßlichen Vaters
Herrn Jean Mehring
ſagen wir unſeren herzl. Dank. Beſonderen Dank ſagen
wir Herrn Pfarrer Wagner für die troſtreichen Worte
am Grabe, ſowie den Herren Aerzten und
Pflegeper=
ſonal des Städt. Krankenhauſes für die liebevolle Pflege.
Gleichzeitig danken wir dem Verein ehem Gardedragoner,
ſowie dem Heſſ. Reiterverein und allen Verwandten,
Freunden und Bekannten für die unſerem lieben
Ent=
ſchlafenen erwieſene letzte Ehre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 12. April 1928.
Eſchollbrückerſtr. 3.
6626
Ich danke Allen, insbeſondere den guten Freunden
und getreuen Nachbarn der Familie, für die herzliche
Anteilnahme bei dem Tode meiner lieben Tante
Elifabetk Zibold
ſowie für alle Liebesbeweiſe, die der Entſchlafenen im
Leben zuteil geworden als Dank für die Liebe, die
ſie im Stillen ſo reichlich ausgeſät.
Friederike Eliſabeth Markendorf.
Fränk.=Crumbach i. O., den 12. April 1928. (6673
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Nummer 103
Freitag, den 13. April 1928
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 13. April.
Ehrung für treue Dienſie.
Das Heſſiſche Rote Kreuz (Heſſiſcher Landesverein vom
Roten Kreuz und Alice=Frauen=Verein) hatte für Donnerstag nachmittag
16 Uhr in das Eleonorenhaus, Schollweg 2, zu einer Ehrung die
Haus=
angeſtellten Darmſtadts und der näheren Umgebung, die über 20 Jahre
in Dienſten ſtehen, ſowie deren Herrſchaften eingeladen. Der
geſchäfts=
führende Vorſitzende, Herr Geh. Reg.=Rat von Hahn, hielt an die
Er=
ſchienenen eine Anſprache, in der er nach Begrüßung derſelben betonte,
daß dieſe einfache Feier der Ueberreichung der Ehrengaben an ſolche
Hausangeſtellte dienen ſoll, die mehr als 20 Jahre im Dienſte derſelben
Familie in Heſſen geſtanden haben. Das Heſſiſche Note Kreuz verleiht
ſolche Ehrengaben in dieſem Jahre zum vierten Male. Es will damit
einen Teil ſeines ſozialen Programms erfüllen und die vorbildliche
Treue von Hausangeſtellten belohnen, die in redlicher Pflichterfüllung
eine ſo lange Reihe von Jahren zu ihrer Dienſtherrſchaft geſtanden
haben. Es hofft, daß die Tatſache einer ſolchen Anerkennung den
Aus=
gezeichneten ſelbſt eine Genugtuung bereiten und auch auf andere
Haus=
angeſtellte aneifernd wirken wird. Die Ehrengaben beſtehem in ſilbernen
Broſchen bzw. Nadeln, welche die Inſchrift tragen: „Für Treue Dank”,
und die in das Eigentum der Beliehenen übergehen. Außerdem wird
jedem Ausgezeichneten eine Uukunde übergeben, welche die Tatſache der
Auszeichnung bezeugt. Ausgezeichnet wurden in dieſem Jahre durch
Beſchluß der Abteilung 1 des Heſſiſchen Roten Kreuzes folgende
Per=
ſonen in Darmſtadt und deſſen näherer Umgebung:
1. Agathe Brafer, bei Frau Marie Wiſſell; 2. Eliſabeth Haeling, bei
Baronin L. Schenck v. d. Capellen; 3. Karoline Hagen, bei Oberſt a. D.
von Schauroth; 4. Katharine Rinſinger, bei Miniſter von Brentano
Witwe; 5. Wilhelmine Strauß, bei Rentmer Phil. Hildebrand; 6.
Gret=
chen Vierheller, bei Kaufmann Guſtav Paul; ſämtlich in Darmſtadt;
7. Eliſabeth Rullwann, bei Divektor Erb=Arheilgen, und 8. Math. Weil,
bei Dr. med. Kurz=Gräfenhauſen.
In ganz Heſſen wurden in den letzten drei Jahren 291, in dieſem
Jahre 56 Ehrengaben bewilligt. Namens des Heſſiſchen Roten Kreuzes
wurden die Ausgezeichneten auf das Herzlich)ſte beglüchwünſcht. Danach
üüberreichte die Voxſitzende des Alice=Frauen=Vereins, Ihre Kgl. Hoheit
Großherzogin Eleonore, den Jubilaven die Auszeichnung mit dazu
ge=
hörigem Diplom. Die eindrucksvolle Feier war damit beendet.
— Ernannt wurden: am 8. März: der Senatspräſident bei dem
Oberlandesgericht Darmſtadt Dr. Ernſt Jungk zum
Landgerichts=
präſidenten bei dem Landgericht der Provinz Rheinheſſen, der
Land=
gerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Richard
Hartner zum Senatspräſidenten beim Oberlandesgericht in
Darm=
ſtadt, beide mit Wirkung vom 1. April 1928 ab.
— In den Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes über die
Alters=
grenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezbr. 1925 (Reg.=Bl.
S. 509, 511 und 249) am 1. Juni 1928: Generalſtaatsanwalt beim
Ober=
landesgericht zu Darmſtadt Jakob Hofmann.
— Jubiläum. Am 13. April ſind es 60 Jahre, daß Fräulein
Mar=
garethe Beck aus Kirch=Brombach bei der Firma Georg Schneider,
Kohlenhandlung, eingetreten iſt, und zwar damals bei dem Großvater
des jetzigen Inhabers, dem Gründer der Firma.
— Hefſiſches Landestheater. „Hokuspokus” von Curt Goetz
wird wegen des außerordentlich großen Erfolges der beiden Gaſtſpiele
noch ein letztes Mal am Sonntag, den 15. April, im Kleinen Haus
wie=
derholt. Der Ververkauf zu dieſer letzten Wiederholung hat begonnen.
Die erſte Wiederholung von „Violanta” und „Gianni
Schicchi”, die neulich wegen Erkrankung des Herrn Poerner nicht
ſtattfinden konnte, iſt auf Dienstag, den 17. April, angeſetzt.
Die Oper „Diamileh” von Bizet wird, neu inſzeniert, mit der
Erſtaufführung des Balletts „Barabau” von Rieti am 20. April im
Großen Haus herauskommen.
Im Kleinen Haus wird heute „Frau Warrens Gewerbe‟
von Shaw geſpielt. Es wirken mit die Damen Hoffart und Meißner
und die Herren Klix, Klupp, Maletzki und Weſtermann. Regie: Robert
Klupp. Die Vorſtellung, die der Miete F (Darmſtädter Volksbühne,
Gruppe I und II) zugeteilt iſt, beginnt um 20 Uhr.
Im Großen Haus wird heute Verdis „Maskenball” gegeben.
Beginn der Vorſtellung 19 Uhr 30 Min.
Konrad Dreher, der bekannte Münchener Komiker, der voriges
Jahr ſein 50jähriges Bühnenjubiläum beging, gibt mit eigenem
En=
ſemble am Donnerstag, den 19., und Freitag, den 20. April, zwei
Gaſt=
ſpiele im Kleinen Haus des Landestheaters. Näheres wird noch bekannt
gegeben.
In der letzten Aufführung von Lortzings „Zar und
Zimmer=
mann” die Samstag, den 14. April, als Volksvorſtellung gegeben wird,
ſingt Lucia Delſarta vom Stadttheater in Freiburg i. B. die Marie.
Sinfoniekonzerte. Das ſiebente Sinfoniekonzert am
kommenden Montag bringt zwei Erſtaufführungen: das Romantiſche
Klavierkonzert von Joſef Marx, geſpielt von Walter Gieſeking,
und die Suite aus „Die Liebe zu den drei Orangen” von Serge
Pro=
kofieff.
In 15 Tagen von Hamburg nach Braſilien führt uns der neue
Hamburger Kultur=Reiſe=Film „Die Jungfernreife der „Cap
Arcona”, der am Montag, den 16. April, im Kleinen Haus
des Heſſiſchen Landesthecters ſeine Darmſtädter Erſtaufführung erlebt.
— Hans Reimann=Matinee. Nach mehrjähriger erfolgreicher
Ab=
weſenheit von Darmſtadt beſteigt der Herausgeber des „Stachelſchweins”
kommenden Sonntag die Tribüne des Kleinen Hauſes, um ſeine neueſten
humoriſtiſchen Errungenſchaften vorzuführen. Wie man früher
Krank=
heiten beſprach, ſo hat Hans Reimann Grammophon=Platten beſprochen,
die er in ſeiner einmaligen Matinee der Elite Darmſtadts enthüllen
wird.
Promenadekonzert. Das Stadtorcheſter konzertiert am 13. April
zwiſchen 5 und 6 Uhr nachmittags unter Leitung ſeines Kapellmeiſters
W. Schlupp auf dem Theaterplatz nach folgendem Programm:
1. „Frei weg”, Marſch von Latann; 2. Ouvertüre zur Oper „Rienzi
von Rich.Wagner; 3. „Roſen aus dem Süden”, Walzer von Strauß;
4. Cſardas aus dem „Geiſt des Wojewoden” von Großmann; 5. Fantaſie
aus der Oper „Tiefland” von E. d’Albert; 6, Seminola von Warren.
— Liebertafel E. V. 1842. Unſer Konzert am 4. Mai d. J., abends
8 Uhr, im Großen Haus bringt eine Muſik für 8 Inſtrumente —
Streich=
quartett, Flöte, Oboe, engl. Horn und Fagott — von Hans Betz als
Urauführung. Hans Betz iſt Schüler von Dr. Bodo Wolf, Lehrer an
der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt hier, und lebt in Mainz.
Jo=
hannes Willy aus Frankfurt a. M., einer der beſten Konzertſänger
der Gegemwart, ſingt Lieder von Rudi Stephan und Joſef Haas als
Erſtaufführungen. Außerdem vier Lieder von Franz Schubert. Die
Gelegenheit, Johannes Willy einmal als Liederſänger zu hören,
wer=
den ſich viele nicht entgehen laſſen, denn ſeine geſanglichen Leiſtungen
bei den Mitwirkungen in den Konzerten des Muſik= und Mozart=
Ver=
ems vor zwei Jahren waren derart, daß man von ihm als Liederſänger
nur ganz Erſtklaſſiges erwarten darf. Herr Kapellmeiſter Fritz Bohne
dom Heſſiſchen Landestheater begleitet am Flügel.
— Die Hauptverſammlung des Heſſiſchen Philologenvereins findet
dieſes Jahr vom 19. bis 21. April in Worms ſtatt. Der erſte Tag iſt
wieder durch Sitzungen der einzelnen Fachgruppen ausgefüllt, die über
die berſchiedenſten wiſſenſchaftlichen und erzieheriſchen Fragen beraten.
Als Redner für die öffentliche Feſwerſammlung am zweiten Tag iſt
der bekannte Pädagoge Univerſitätsprofeſſor Dr. Hermann Nohl aus
Gottingen gewonnen, der über den Bildungswert fremder Kulturen
ſprechen wird.
Ausflugsſonderzug nach Berlin und Potsbam. Wegen
ungenü=
gender Beteiligung kann der für den 14.—17. April d. J. vorgeſehene
Verwaltungsſonderzug nach Berlin und Potsdam nicht gefahren
wer=
den. Für die bereits gelöſten Karten und Gutſcheine wird das
Fahr=
geld zurückerſtattet. Bei genügender Beteiligung wird der Zug zu
einem ſpäteren Zeitpunkt verkehren.
— Naturſeltenheit. Im Schaufenſter des Pelghauſes A.
Zimmer=
mann, Rheinſtraße 23, iſt zurzeit ein von Herrn Präparator Ernſt Achen,
Caſinoſtraße 26, ausgeſtopftes Kalb zu ſehen. Dasſelbe hat 8 Beine,
2 Schwänze, 1 Kopf und 4 Ohren. Dieſe äußerſt intereſſante
Miß=
geſtaltung kam in Viernheim zur Welt.
Streſemann kommt nach Darmſtadt.
Der Deutſchen Volkspartei in Heſſen iſt es gelungen, den
Parteiführer, Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann, für
einen Vortrag in Darmſtadt zu gewinnen. Sie eröffnet ihren
Wahlkampf mit einer großen Streſemann=Verſammlung am
Samstag, den 28. April, in der Darmſtädter Feſthalle. Der
Be=
ginn des Kartenverkaufs und die Verkaufsſtellen werden noch
bekannt gegeben.
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen, vom 16. April an im Leſeſaake zur Anſicht
aufgeſtellt:
Bibliographie, Schleſiſche, 1. Geſchichte. Breslau 1927;
Brentano: Eine Geſchichte der wirtſchaftlichen Entwicklung
Eng=
lands. 3, 1. Jena 1928; Dimier et Réau: Hiſtoire de la Peinture
Francaiſe. 3. Paris et Bruxelles 1927: Eccleſia Orans. 14:
Win=
terſig, A. Die Väterleſungen des Breviers. Freiburg i. B. 1928;
Enzyklopädie der Rechts= und Staatswiſſenſchaft. Abt.
Rechts=
wiſſenſchaft. XXlla: Mannheim, H., Preßrecht. Berlin 1927;
For=
ſchungen, Betriebs= und Finanzwirtſchaftliche. II. Serie 24—29
Berlin 1926—27; Handbuch der Experimentalphyſik. 6. Leipzig
1928; Heim, K.: Glaube und Leben. Berlin 1926; Hyan Hans:
Der Kriminalhund und ſeine Leiſtungen. Augsburg; Klaſſiker,
Oſt=
wald’s, der exakten Wiſſenſchaften. 224: Jacobi, C. G. J.: Theorie der
Elliptiſchen Funktionen. 225: Gauß, C. F.: Anziehung eines
Ellipti=
ſchen Ninges. Leipzig 1927; Lehrs, M.: Der deutſche, niederländiſche
und franzöſiſche Kupferſtich im 15. Jahrhundert. Text 6. Wien 1327;
Lichnowſky: Auf dem Wege zum Abgrund. 1, 2. Dresden 1927;
Liefmann, R.: Die Unternehmungen und ihre Zuſammenſchlüſſe.
4. Aufl. 1. Stuttgart 1927; 2. 7. Aufl. 1928; Proceedings of the
Rohal Society of London. Series A. Vol. 116. London 1927;
Roſen=
thal: Heimatgeſchichte der badiſchen Juden. Bühl 1927; Soehring,
O.: Völkerbund und internationale wiſſenſchaftliche Beziehungen.
Leip=
zig 1927; Studien zur Geſchichte und Kultur des Altertums. 14.
Paderborn 1926—1927; Volkslieder, landſchaftliche. 10—12.
Mün=
ſter, Frankfurt, Altona 1927—28; Wegweiſer, pädagogiſcher, 11
Hillgruber, A.: Wie iſt Bildung möglich? Berlin 1927;
Wilder=
muth: Briefwechſel zwiſchen Kerner und O. Wildermuth. Heilbronn
1927.
Zeitſchriften.
Annales des Sciences naturelles. X. Série. Botanique. 8. 9.
Paris 1926—27; Annales des Sciences naturelles. X. Série.
Zoo=
logie. 9. 10. Paris 1926—27: Archiv des öffentlichen Rechts. 52.
N. F. 13. Tübingen 1927; Bericht Zoologiſcher. 12. Jena 1927;
Berichte über die geſamte Biologie. Abt. A. Berichte über die
wiſſen=
ſchaftliche Biologie. 5. Berlin 1928; Centralblatt für
Minera=
logie, Geologie und Paläontologie. 1927. Abt. B. Stgt. 1927;
Er=
ziehung, die neue. 9. 1927; Berlin; Jahrbuch, neues, für
Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 1927. B. 2. Stuttg. 1927;
Jahrbücher der Philoſophie. 3. Berlin 1927; Jahrbücher,
neue, für Wiſſenſchaft und Jugendbildung. 3. 1927 Leipzig und Berlin;
Journal für praktiſche Chemie. 224. 225. N. F. 116, 117. Leipzig
1927; The Journal of Immunology. 13. 14. Baltimore 1927;
Mannus, 18. 19. Leivzig 1926, 1927; Monatshefte für Rhein.
Kirchengeſchichte, 21. Eſſen 1927; Monatsſchrift für Geburtshilfe
und Gynäkologie. 76. 77. Berlin 1927; Schiffahrt=Jahrbuch.
1928. Hamburg; Teuthoniſta. 1—3. 1924/25—1926/27. Bonn und
Leipzig; Thürmer der. 29. 1926/27. II. Stuttgart;
Wochen=
ſchrift, Dermatologiſche. 85. 1927. 2. Leipzig und Hamburg. 1927;
Zeitſchrift für die geſamte Anatomie I. Abt. Zeitſchrift für
Ana=
tomie und Entwicklungsgeſchichte, 24. München und Berlin 1927;
Zeit=
ſchrift für Phyſik. 45. Berlin 1927; Beitſchrift, Hoppe=Seylers,
für phyſiologiſche Chemie. 171. 172. Berlin und Leipzig 1927.
Vom 30. April an verleihbar. Vormerkungen werden im Leſeſaal
entgegengenommen.
Des großen Erfolges wegen
noch einma
RALSLOTAS
Klelnes Haus
6678
Sonntag, 15. April 1928, 20 Uhr
— Zum Gaſtſpiel Aſta Nielſen am 15. April im Orpheum den
nachfolgenden Kritikauszug des Hamburger, Anzeigers: Aſta
Nielſen, der große (und nur zugunſten minderer Modegrößen in den
letzten Jahren ſeltener ſtrahlende) Stern des Films iſt auf der
Sprech=
bühne von ganz gleicher Leuchtkraft. Dies Ergebnis vorweggenommen,
ſei nebenbei gefolgert: wie wenig wirkliche Menſchendarſteller müſſen
ſich unter den ausſchließlichen Kinogrößen befinden, daß ſie die Plaſtik
der körperlichen Atmoſphäre und des Wortes nicht wagen dürfen, um
letztlich Echtes zu geben! — Aber Aſta Nielſen iſt es zuzutrauen, daß
ſie alle Geſtalten verlebendigt, welche die Erfüllungen großer
Tragö=
dinnen waren. Ihre Kunſt iſt ſo ſelbſtverſtändlich und offenbar, daß
man nicht viel Worte darüber machen kann. Jeder kennt ihre Geſtalt
und ihre Geſte aus zahlreichen Filmen, die meiſt nur durch ſie Wert
hatten. Es iſt vertraut und bekannt, wie weiſe ſie mit der Sprache der
langen Glieder umgeht, wie ſparſam ſie die oft tief ergreifenden Ausdrücke
der Augen und des Mundes anwendet: alles war ſchon im Bilde
un=
bedingt echt, an ſeiner Stelle unfehlbar in der Nuance und
unübertreff=
lich im Maß und Tempo. Von der Schauſpielerin Nielſen iſt nur noch
das eine neu zu ſagen: daß das Urbild des Films genau ſo ſpricht und
figürlich ſich gibt, wie es für ſie möglich und richtig iſt. Darin iſt jedes
Lob enthalten: das der großen Lebenswahrheit, das der künſtleriſchen
Echtheit. Man hört nicht, daß ſie rauh und leiſe ein fremdartiges
Deutſch fpricht; man erkennt ſie auch nicht erſt in den ſtummen Szenen,
wenn ſie wie ein körperliches Filmbild wirken könnte, ſondern es paßt
alles unerhört natürlich in das Menſchenbild hinein, das ſie ſouverän
ſchafft: ohne jede Zierlichkeit, aber hoch, adlig und ze=brechlich zugleich
als tief weiblicher Menſch in der Kataſtrophe des einzigen und letzten
Liebeserlebniſſes.
Aa. Die Marienhöhe im Blütenſchmuck. Seit Mitte der Woche ſteht
wieder die Marienhöhe im ſchönſten Blütenſchmuck. Sehr zahlreich
ſind ſelbſt nach den Oſterfeiertagen, am Dienstag, Mittwoch und
Donnerstag, die Beſucher dieſes ſchönen Fleckchens Erde geweſen. Bei
klarem Himmel, beſonders nach den vorübergehenden Regenfällen, iſt
die Sicht nach der vorderen Bergſtraße und der Rheinebene äußerſt
günſtig. Bis zum Sonntag werden die Obſtbäume auf der
Marien=
höhe in der üprigſten Vollblüte ſtehen. Verſäume niemand die
Ge=
legenheit, ſich die Baumblüte auf der Marienhöhe anzuſehen, um ſich
an ihrer Pracht und Schönheit Herz und Sinn erfreuen zu können.
Aa. Erweiterung des Wirtſchaftsbetriebes im Hauptbahnhof. Der
Wirtſchaftsbetrieb im Hauptbahnhof Darmſtadt hat in der letzten Zeit
eine namhafte Erweiterung erfahrer In der Vorhalle iſt gleich hinter
der Brunnenſäule neben dem Zugang zum Warteſaal 4. Klaſſe ein
abgeſchloſſener Büfettraum geſchaffen worden, der nicht nur werktags,
ſondern in erſter Linie Sonntags den Bedürfniſſen des eiligen
Publi=
kums dient. Außerdem iſt auf dem großen Querbahnſteig vor der
Treppe zum Bahnſteig 6 im Vordergrunde der „Erfriſchungshalle” ein
bgeſchloſſener Vorraum eingerichtet worden, der reiche Sitzgelegenheit
in luftiger Höhe bietet.
p. Reichskommiſſariat für Reparationslieferungen. Die Erledigung
der verbleibenden Reſtaufgaben des am 31. März 1928 aufgelöſten
Kommiſſariats regelt der Reichsfinanzminiſter.
Seite 5
Am die Reichsbahndirektion Mainz.
Die Heſſiſche Regierung gegen die Frankfurter
Pläne.
Amtlich wird mitgeteilt:
Es iſt erinnerlich, daß von Frankfurter Seite in einer Denkſchrift
unter Hervorhebung des Gedankens der wirtſchaftlichen Verflochtenheit
des Rhein=Main=Gebietes die Frage der Abgrenzung der
Reichsbahn=
direktionsbezirke angeſchnitten wurde. Es war dabei u. a. darauf
hin=
gewieſen worden, daß der derzeitige Zuſtand für Frankfurt durchaus
läſtig und unangenehm ſei, zumal die Reichsbahndirektion Mainz häufig
ihre Abſichten, die den Frankfurter Intereſſen nicht entſprächen,
durch=
geſetzt habe, und daß der Einfluß der rheiniſchen Direktion für
Frank=
furt ſtörend hervortrete. Die Ausführungen der Denkſchrift kommen
zu dem Schluß, daß der Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.
entſprechend vergrößert werden müſſe.
Die Vereinfachung der Verhältniſſe im Rhein=Main=Gebiet muß
jedem verſtändigen Beurteiler am Herzen liegen. Bedauerlich iſt aber
die Feſtſtellung, wie einfeitig auch im vorliegenden Falle von Frankfurt
die rein Frankfurter Intereſſen propagiert werden, und wie wenig auf
die übrigen Intereſſenten im Rhein=Main=Gebiet Rückſicht genommen
wird. Ein ſolches Verfahren mußte, da die Frankfurter Anſichten
wich=
tige Belange der heſſiſchen Provinzen Starkenburg und insbeſondere
Rheinheſſen und damit des heſſiſchen beſetzten Gebietes gefährden, die
verantwortlichen heſſiſchen Stellen auf den Plan führen. Die heſſiſche
Regierung ſah ſich gezwungen, bei dem Reichsverkehrsminiſterium gegen
die Beſtrebungen Frankfurts Stellung zu nehmen und mit ſtarkem
Nach=
druck zu fordern, daß die Intereſſen der Stadt Frankfurt nicht den
heſſiſchen Intereſſen vorangeſtellt werden. Es wurde dabei betont, daß
eine Veränderung der derzeitigen Direktionsbezirksgrenzen nach den
beſtehenden Verträgen nicht ohne heſſiſche Zuſtimmung möglich ſein
werde.
— Orpheum — Volksvorſtellung. Der luſtige Operettenſchwank
„Am Rüdesheimer Schloß ſteht eine Linde” geht heute
in einer Volksvorſtellung bei Preiſen von 60 Pfg. bis 2 Mk. in
Szene. Karten: Verkehrsbureau, de Waal und Zeitungskiosk. (Siehe
Anzeige.)
Poſtausgabeſtellen. Es wird beabſichtigt, bei den hieſigen
Poſt=
ämtern 2 (Poſtſtraße), 3 (Hermannſtraße) und 4 (Stiftſtraße)
Ausgabe=
ſtellen einzurichten, um Firmen uſw., die am Ende der Zuſtellbezirke
wohnen, Gelegenheit zu geben, ihre Briefſendungen der 1. Zuſtellung
weſentlich früher — um 8.00 Uhr — in Empfang zu nehmen, als es im
Wege der Zuſtellung möglich iſt. Die Abholung bei den Ausgabeſtellen
erſtreckt ſich nur auf gewöhnliche Briefſendungen und Zeitungen,
die für die erſte Werktagszuſtellung vorliegen. An Sonn= und
Feier=
tagen werden die Briefſchaften entweder zugeſtellt oder hei denjenigen
Firmen, die dies beantragt haben, für den nächſten Tag zurückgehalten.
Von der Niederlegung einer förmlichen Abholungserklärung wird
ab=
geſehen werden, um das Verfahren möglichſt einfach zu geſtalten. Das
Poſtamt begnügt ſich vielmehr mit einem ſchriftlichen Antrag. Die
Aus=
gabe erfolgt allgemein am Briefſchalter. Die Sendungen werden
ab=
gebunden ausgegeben. Als Aufſchrift für die Bunde werden Papptafeln
mit Anſchrift der Abholer und Abdruck des Dienſtſtempels und Nummer
des Zuſtellbezirks verwendet. Für jeden Abholer ſind zwei Tafeln
vor=
handen. Die Ausgabe der Bunde geſchieht nur gegen Rückgabe der
Tafel vom Tage vorher. Die Einrichtung ſetzt die Empfänger
weſent=
lich früher in den Beſitz der Morgenpoſt und entlaſtet zugleich den
Zu=
ſtelldienſt. Anträge zur Teilnahme an dem Verfahren ſind ſchriftlich an
das Poſtamt 1 hier (Rheinſtraße) zu richten.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg—Amerika=Linie. Nach
New York, Halifax: „Deutſchland” ab Hamburg am 19. 4., ab
Cuxhaven am 20. 4., „Cleveland” ab Hamburg am 25. 4., ab Cuxhaven
am 26. 4., „Hamburg” ab Hamburg am 3. 5., ab Cuxhaven am 4. 5.,
„Weſtphalia” ab Hamburg am 5. 5. (direkt), „Albert Ballin” ab
Kam=
burg am 10. 5., ab Cuxhaven am 11. 5., „Reliance” ab Hamburg am
14. 5., ab Cuxhaven am 15. 5. — Nach Kanada: „Brant Coun=h”
am 21. 4., „Hada County” am 28. 4., „Hagen” am 8. 5., „Tananger
am 16. 5. — Nach Philadelphia, Baltimore, Norfolk
„Nordvard” am 20. 4., „Lübeck” am 4. 5., „Harburg” am 18. 5. — Nach
der Weſtküſte Südamerikas: „Los Angeles” am 5. 5., „
Heidel=
berg” am 26. 5. — Nach Weſtindien, Weſtküſte
Zentral=
amerikas: „Orinoco” am 21. 4., „Aragonia” am 28. 4., „Teutonia”
am 5. 5., „Minna Horn” am 12. 5., „Kiel” am 19. 5., „Amaſſia” am
26. 5. — Nach Portorico, San Domingo, Haiti,
San=
tiago de Cuba und Jamaica: „Troja” am 17. 4., „Frida Horn”
am 1. 5., „Grunewald” am 15. 5., „Thereſe Horn” am 29. 5. — Nach
Kuba: „Cuba” am 26. 5., „Danzig” am 26. 6. — Nach Mexiko;
„Rio Panuco” am 17. 4., „Nordſchleswig” am 28. 4., „Artemiſia am
10. 5., „Rio Bravo” am 22. 5. — Nachder Oſrküſte
Südameri=
kas: „Holm” am 18. 4., „Schwarzwald” am 25. 4., „Kyphiſſia” am
28. 4. — Nach der Weſtküſte Südamerikas: „Poſeidon” am
18. 4., „Nitokris” am 21. 4., „Ludwigshafen” am 28. 4., „Nhodopis” am
5. 5., „Spreewald” am 9. 5., „Sachſen” am 19. 5. — Nach
Nieder=
ländiſch=Indien: „Tronus” am 25. 4., „Rendsburg; am 9. 5. —
NachAuſtralien: „Aller” am 28. 4., „Freiburg” am 9. 5. — Nach
Südafrika: „Gera” am 21. 4., „Hanau” am 19. 5. — Nach
Oſt=
aſien: „Albert Vögler” am 21. 4., „Hindenburg” am 28. 4., „IIſis”
am 5. 5., „Rhein” am 12. 5. — Nach Afrika: „Toledo” am 21. 4.,
„Njaſſa” am 19. 5. — Hamburg—Rhein=Linie: wöchentlich ein
Dampfer. — Mitgeteilt durch die Vertretung der Hamburg—Ame=;ka=
Linie, Darmſtadt, Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luiſenplatz.
Telephon 1308/09.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Hlerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachien.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Der Deutſche Oſtbund E. V., Ortsgruppe Darmſtadt, hält
am Sonntag, den 15. April, im Grünen Zimmer der Gaſtſtätte
Fürſten=
ſaal (Grafenſtraße) ſeine Aprilverſammlung ab. Die Tagesordnung
ſieht u. a. ein Referat über das im März vom Reichstag angenommene
Schlußentſchädigungsgeſetz, ſowie Vorführung einer Lichtbilderſerie
Gen Oſten wollen wir reiten”, Bilder aus dem entriſſenen Oſten” vor.
Der Eintritt iſt frei. Grenz= und Auslandsgeſchädigte ſowie Freunde
des deutſchen Oſtens ſind herzlich willkommen.
— Kriegsbeſchädigte, Kriegerhinterbliebene vom Haſſiabund, Bezirk
Darmſtadt. Am kommenden Sonntag, den 15. April, hält der
Bezirks=
obmann der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen vom
Haſſia=
bund des Bezirks Darmſtadt einen ſehr wichtigen Vortrag über das
R. V. G Reichsinvalidenverſicherung und
Unfall=
verſicherung, wozu alle Kameraden und Gäſte willkommen ſind.
Der Vortrag beginnt morgens halb 10 Uhr im Mathildenhöhſaal hier,
Dieburger Straße.
— Verein der Hundefreunde von Darmſtadt und
Umgegend. Freitag, den 13. April, Mitgliederverſammlung im
Vereinslokal, Brauerei „Zum goldenen Anker” Große Ochſengaſſe.
— „Die Weltanſchauung der Freireligiöſen” lautet
das Thema eines Vortrags des Mainzer Predigers Dr. Pick am
Sonntag, 15. April, abends 8 Uhr, in der Aula des Realgymnaſiums.
„Religion haben, heißt das vergängliche Leben mit ſeinem ganzen
Wert=
gehalt verankern in einem Unvergänglichen, das als höchſter,
umfaſſen=
der Sinn alles Daſeins uns umfängt. Wir fordern den neuen
Men=
ſchen, der in lebendiger Gemeinſchaft mit Gleichgeſinnten durch
Wahr=
haftigkeit, Selbſtverantwortung, Weltbejahung und ſoziale Tat den Weg
zum Ewigen findet”, ſchreibt der ausgezeichnete Redner in der von ihm
redigierten „Freien Religien”. Zu dem Vortrag iſt jedermann frdl.
eingeladen. (Siehe Anzeige.)
Aas den Porieien.
— Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt.
Heute Freitag treffen ſich die Parteifreunde ab 8 Uhr im Gaſthaus Sitte
beim Stammtiſch. Um zahlreiches Erſcheinen wird gebeten.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Wir
erinnern nochmals unſere Freundinnen an unſere geſellige
Zuſammen=
kunft auf dem Heiligen Kreuz am Samstag, 14. April, nachmittags um
4 Uhr. Gäſte w
fen.
Seite 6
Freitag, den 13. April 1928
Förderung des Wohnungsbaues durch
verbilligte Baudarlehenim Jahre 1928
(Schluß.)
12. Streitigkeiten über die Verpflichtung zur Rückzahlung des
Bau=
darlehens werden unter Ausſchluß des ordentlichen Rechtsweges von
einem Schiedsgericht entſchieden. Hierzu ernennt jede Partei einen
Vertreter, die zuſammen einen Obmann wählen. Kommt eine Einigung
über die Perſon des Obmanns nicht zuſtande, ſp wird der Obmann
vom Präſidenten des zuſtändigen Landgerichts beſtimmt. Das
Schieds=
gericht entſcheidet durch Stimmenmehrheit.
13. Der Darlehensnehmer oder ſein Rechtsnachfolger kann das
Baudarlehen während der erſten fünf Jahre vom 1. April 1929 an nur
mit Zuſtimmung des Gläubigers kündigen.
14. Zur Sicherung des Baudarlehens und der Rückzahlungspflicht
gemäß Ziffer 11 iſt an dem Baugrundſtück eine Hypothek im Sinne des
Reichsgeſetzes vom B. Juli 1923 (Reichgeſetzbl. I S. 407) zu beſtellen.
Die Eintragung hat in Goldmark gleich ½/. Kilogramm Feingold, zu
erfolgen (Verordnung vom 17. April 1924, Reichsgeſetzbl. I S. 415).
Dieſer Hypothek dürfen Hypotheken nur bis zu 40 Prozent der
Ge=
ſamtherſtellungskoſten vorgehen, ſo daß die Baudarlehenshypothek noch
innerhalb von 75 vom Hundert der geſamten Herſtellungskoſten zu liegen
kommt. In Fällen, bei denen das Baudarlehen die Beleihungsgrenze
von 75 vom Hundert überſteigt, iſt der Mehrbetrag durch
Bürgſchafts=
übernahme oder Ausbietungsgarantie der Gemeinde ſicherzuſtellen.
Von einer Eintragung dieſer dinglichen Sicherung kann abgeſehen
werden, wenn dem Grundſtücke die Eigenſchaft als „Reichsheimſtätte‟
(Geſetz vom 10. Mai 1920, Reichsgeſetzbl. S. 962,
Ausführungsbeſtim=
mungen vom 26. Januar 1927, Reg.=Bl. S. 43) verliehen iſt.
Die Eintragung einer Eigentümergrundſchuld für die von dem
Bauherrn aus eigenen Mitteln zur Errichtung des Neubaues
aufge=
wendeten Beträge im Range vor der Baudarlehenshypothek iſt nicht
zu=
läſſig.
Der Darlehensnehmer iſt verpflichtet, auf Verlangen des Gläubigers
die Hypothek und die dieſer Hypothek im Range vorgehenden oder
gleichgeſtellten Hypotheken, ſoweit ſie ſich mit dem Eigentum in einer
Perſon vereinigen, löſchen und zur Sicherung dieſes Anſpruches auf
Löſchung eine Vormerkung in das Grundbuch eintragen zu laſſen.
15. Soweit nicht eine Gemeinde oder ein Gemeindeverband
Dar=
lehensempfänger iſt, iſt der Gemeinde an dem Baugrundſtück für die
Zeit bis zur völligen Tilgung des Baudarlehens vertraglich ein
An=
ſpruch auf Uebertragung des Eigentums an dem geſamten Anweſen
(Ankaufsrecht), außerdem ein dingliches Vorkaufsrecht einzuräumen.
Das Ankaufsrecht kann ausgeübt werden:
a) wenn das Anweſen an andere als Ehegatten oder Verwandte in
gerader Linie veräußert, vererbt oder ſonſt zur Benutzugg
über=
laſſen wird;
b) wenn ein Grundſtückseigentümer ſeine Zahlungen einſtellt oder
das Zwangsverfahren eingeleitet wird;
c) wenn das Haus länger als ſechs Monate nicht bewohnt wird;
4) wenn die Verpflichtungen unter Ziffer 10 4—1 nicht erfüllt werden.
Das Ankaufsrecht erliſcht nicht durch Nichtausübung, kann jedoch im
einzelnen Falle nur ausgeübt werden innerhalb dreier Monate,
nach=
dem die Gemeinde von einem Falle, der ſie zu freier Ausübung
berech=
tigt, Kenntnis erhalten hat.
Die Ausübung des Ankaufsrechts erfolgt unter entſprechender
An=
wendung des 8 505 des Bürgerlichen Geſetzbuches. Der Ankaufspreis
iſt zu ermitteln aus dem Unterſchied zwiſchen den Herſtellungskoſten
einſchließlich der Leiſtungen für dauernde Verbeſſerungen des Anweſens
und den Beträgen für Abnutzung und allgemeine ſowie beſondere
Wert=
minderungen.
Auf das Vorkaufsrecht finden die 88 1094—1104 des Bürgerlichen i. O. mit Bearbeitung von Steuerſachen. Eines Tages — im Auguſt
Geſetzbuches Anwendung. Die Gemeinde kann das ihr zuſtehende An= 1927 — erſchien er bei einem Buchdruckereibeſitzer in Waldmichelbach
und Vorkaufsrecht mit Genehmigung des Kreisamts auf einen Dritten und beſtellte zu Steuerzwecken Formulare. Er gab an, beim Finanzamt
übertragen.
III. Verfahren.
mit den hierfür vorgeſchriebenen Fragebogen in den Städten mit Monate Gefängnis unter Anrechnung der ſeit 5. d. M. verbüßten Unter=
Städteordnung, in deren Bezirk der Wohnungsbau errichtet werden ſuchungshaft.
ſoll, bei dem Oberbürgermeiſter bzw. Bürgermeiſter, in allen übrigen
Gemeinden durch Vermittlung der Bürgermeiſtereien bei dem zuſtän= Maier von Heilbronn zu verantworten.
digen Kreisamt einzureichen.
Die Oberbürgermeiſter bzw. Bürgermeiſter haben über dieſe An= Wimpfen im Tal ereigret. Angeklagter fuhr abends 7 Uhr aus
geſchäft=
träge nach Maßgabe, der vorſtehenden Richtlinien ſelbſtändig zu ent= lichem Intereſſe von Heilbronn mit dem dem Geſchäft gehörigen
Brenna=
ſcheiden und am Ende jedes Kalendervierteljahres eine Ueberſicht über borwagen nach Wimpfen am Berg, wie er angibt, mit höchſtens 20 Klm.
vorzulegen.
dem Grade der Dringlichkeit und im Benehmen mit dem zuſtändigen geplatzt iſt. Maier führt dieſen Defekt darauf zurück, daß er plötzlich
Hochbauamte nach der wirtſchaftlichen, techniſchen und finanziellen Seite nach links abgebogen ſei. Es iſt aber ſehr wohl möglich, daß das
zu prüfen. Die Prüfungen ſind auf dem vorgeſchriebenen Fragebogen Platzen des Reifens auf ſcharfes Bremſen zurückzuführen iſt. Der
An=
zu beſcheinigen. Danach ſind die Anträge unter Anſchluß einer auch, geklagte bezeichnet ſeine Bremſen als gut, er laſſe ſie zweimal
wöchent=
die benachbarten Baugrundſtücke umfaſſenden Lageplanfkizze im Maß= lich nachſehen. — Als Sachverſtändiger wird, der leitende Arzt des
Koſtenberechnung nach dem Kubikmeter umbauten Raum in RM., einer eingeliefert wurde. Feſtgeſtellt wurden ſchwere Hautabſchürfungen am
Beſcheinigung des Geldgebers über die Sicherſtellung des erſten Hypo= Knie, als ſchwerſte Verletzung eine Zerreißung der linken Lunge. Ein
thekdarlehens und des verbilligten Baudarlehens gemäß Ziffer 44 operativer Eingriff erſchien bei der Schwere der Verletzung und dem
Abſatz 2b, und, wenn erforderlich, eines Erbbauvertrages dem Miniſter Alter der Verletzten nicht angezeigt. Frau von Langen ſtarb in der
für Arbeit und Wirtſchaft vorzulegen. Ein Baudarlehensbeſcheid wird Nacht vom 12.,/13. Dezember im Krankenhauſe. Der weitere
Sachver=
nicht erteilt. Der Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft ſetzt alsdann im ſtändige erachtet, daß die Verletzte von dem Kotflügel erfaßt wurde,
Darlehens.
ſprechend, in Teilbeträgen. Vorausſetzung der Auszahlung iſt, daß die geweſen. Beizufügen iſt, daß die Geſchwindigkeit in der Nacht größer
Gemeinde die Bürgſchaft der zu gewährenden Darlehen übernimmt erſcheint als am Tage.
oder daß eine Hypothek nach Maßgabe der Beſtimmungen der
Kredit=
anſtalt beſtellt wird. Nach Fertigſtellung des Rohbuues erfolgen Teil= ſängnis. Der Verteidiger vermißt, daß die Beweisaufnahme eine
reſt=
zahlungen erſt auf Grund einer Nachweiſung, daß der Rohbau gegen loſe Klärung der Tatumſtände gebracht habe; man ſei doch in vielem
Brandſchaden verſichert iſt. Die letzte Rate wird erſt ausgezahlt, wenn auf Schlußfolgerungen angewieſen. Man könne nicht ſagen, daß der
die Schauſeiten der Neubauten, durch Verputz, Beſtich oder Ausfugen Angeklagte mit übermäßiger Geſchwindigkeit gefahren ſei. — Das
Ur=
ordnungsmäßig hergeſtellt ſind.
Nach Fertigſtellung des Baues werden die geſamten Herſtellungs= der Schuld könne nicht beſtehen. Der Angeklagte ſei mit erheblicher
koſten behördlich feſtgeſtellt. Die Feſtſtellung erfolgt im Bezirk der Geſchwindigkeit gefahren, was die vorgefundene Schleifſpur erweiſe.
Städte mit Städteordnung durch die Oberbürgermeiſter bzw.
Bürger=
mit dem zuſtändigen Hochbauamte.
Die Geſamtherſtellungskoſten umfaſſen die Grunderwerbskoſten, 8 Uhr. — Nachm. 5 Uhr. — Sabbatausgang 8 Uhr 05 Min.
die eigentlichen Baukoſten und die Nebenkoſten (darunter Aufwand für
Straßenherſtellung, Licht= und Waſſerzuführung, Kanaliſation,
Aulie=
gerleiſtungen, Gerichtsgebühren, Vermeſſungskoſten, Hypothekbeſchaf= 30 Minuten,
fungskoſten). Bei Feſtlegung der geſamten Herſtellungskoſtei kann gur
der Bauaufwand anerkannt werden, der zur planmäßigen Herſtellung
des Baues erforderlich war. Die Feſtſtellung der geſamten
Herſtellungs=
koſten erfolgt durch einen ſchriftlichen Beſcheid. Gegen dieſen Beſcheid
iſt binnen zwei Wochen nach Zuſtellung Beſchwerde an den Miniſter
für Arbeit und Wirtſchaft zuläſſig.
IV. Darlehen für Inſtandſetzung unbrauchbar gewordeuer
Altwohnungen.
17. Baudarlehen können auf Antrag auch gewährt werden zur
In=
ſtandſetzung von Altwohnungen, die durch Einwirkung grober
Bau=
ſchäden, insbeſondere Dachſchäden, unbenutzbar geworden ſind, wenn
durch dieſe Inſtandſetzung Wohnungen für den örtlichen
Wohnungs=
markt gewonnen werden und der Hauseigentümer die
Inſtandſetzungs=
koſten aus eigenen Mitteln nachweislich nicht beſtreiten kann.
Dieſe Baudarlehen werden dem Hauseigentümer bis zum
Höchſt=
betrag von 2000 RM. gegeben und ſind vom Tage der Auszahlung an
mit den für die Baudarlehen jeweils feſtgeſetzten Sätzen zu verzinſen
und zu tilgen. Die Gemeinden haben die ſachgemäße Verwendung der
Darlehen und die rechtzeitige Fertigſtellung der Altwohnungen zu
über=
wachen.
Auf das Verfahren finden die Vorſchriften der Ziffer 16 ſinngemäß
Anwendung.
Darmſtadt, den 31. März 1928.
gAARUS
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der Großen Welt
die reich illustr. Zeitschrift für
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Soeben erschienen!
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Krausenstrasse 35-36.
(1391a
Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Der Reiſende Willy Schunk von Broich ſteht unter der
Anklage des Betrugs und der Urkundenfälſchung.
Von Beruf Schriftſetzer, beſchäftigte ſich der Angeklagte in Fürth
in Fürth angeſtellt zu ſein und ſolle den Leuten in ſteuerlichen Dingen
zur Seite zu ſtehen. In Zahlung gab er einen gefälſchten Wechſel. An=
16. Anträge auf Gewährung von verbilligten Baudarlehen ſind geklagter will in Not gehandelt haben. Das Urteil erkennt auf drei
2. Wegen fahrläſſiger Tötung hat ſich der Pferdehändler Wilhelm
Der bedauerliche Unglücksfall hat ſich am 7. Dezember 1927 in
die bewilligten Baudarlehen dem Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft Geſchwindigkeit; die verſtorbene Frau von Langen ſei in den Wagen
geradezu hineingelaufen, während Angeklagter im gleichen Moment ein
Die Kreisämter haben die bei ihnen eingehenden Anträge nach Fuhrwerk gekreuzt hatte. Feſtgeſtellt iſt, daß der linke Hinterradreifen
ſtab 1:500, eines Bauentwurfs im Maßſtab 1:100, einer überſchlägigen Krankenhauſes Neckarſulm gehört, wo Frau von Langen noch am Abend
Einvernehmen mit der in II Ziffer 6 genannten Kreditanſtalt die Höhe Die gefundene Bremsſpur läßt auf eine Geſchwindigkeit von 40 Klm.
des Baudarlehens endgültig feſt und veranlaßt die Auszahlung des ſchließen. Dieſe iſt innerhalb geſchloſſener Ortſchaft und dazu abends
bei abgeblendeten Autolichtern anzuläſſig. Ein Ausweichen des Autos
Die Auszahlung erfelgt nach Baubeginn, dem Baufortſchritt ent= oder Zurückhalten der Geſchwindigkeit ſei für den Lenker möglich
Der Strafantrag des Staatsanwalts geht auf drei Monate
Ge=
teil erkennt auf zwei Monate Gefängnis. Ein Zweifel an
meiſter, in allen übrigen Fällen durch die Kreisämter im Benehmen Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 14. April: Vorabend 6 Uhr 40 Min. — Morgens
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 15 Min. — Abends 6 Uhr
Freitag, den 20. April: 1. Tag Rauſch Chaudeſch Jjar.
Nummer 103
„Ein neuartiger Opel=Rennwagen”.
Zu der unter dieſer Ueberſchrift gebrachten Meldung über
Verſuchs=
fahrtem eines pulvergetriebenen Rennwagens auf der Opelrennbahn
er=
fahren wir auf unſere Anfrage offiziell ſeitens der Opel=Werke:
Alle Angaben der geſtrigen Meldung ſind zutreffend. Wir hatten
den Wunſch, unſere Verſuche in abſoluter Geheimhaltung durchzuführen,
und ſind erfreut, daß uns das ein ganzes Jahr lang vollkommen
gelun=
gen iſt. Durch die Verlegung der Verſuche auf die jedermann
zugäng=
liche Opelbahn war die Oeffentlichkeit nicht mehr auszuſchalten, und wir
wäven auch von uns aus in einigen Tagen mit den Verſuchsergebniſſen
herausgekommen. Es handelt ſich nicht um einen Gebläſemotor oder
eine Turbine, ſondern um ein Raketenaggregat, das nach den Ideen
des als phantaſtiſchen Weltraumfliegers verſchrienen Privatforſchers
Max Valier geſchaffen durde. Unſere langwierige und mühevolle
Arbeit hat zu dem erwarteten Erfolg geführt, ſo daß es uns heute ſchon
möglich iſt, alle bisher erreichten Geſchwindigkeiten zu überbieten.
Noch im Laufe dieſes Monates werdem wir, lediglich um den
Fach=
kreiſen die Richtigkeit des neuen Antriebsprinzips zu beweiſen, eines
unſerer Fahrzeuge in Berlin mit der auf der Avusbahn möglichen
Ge=
ſchwindigkeit (zirka 150 Km.) vorführen und darauf mit einem zunächſt
auf Schienen laufenden Wagen den von England gehaltenen
Geſchwin=
digkeitsweltrekord zu brechen verſuchen. Die Neichsbahnverwaltung hat
ſich bereits vor mehreren Wochen bereit erklärt, us eine geeignete
Strecke zur Verfügung zu ſtellen.
Wir ſind uns darüber klar, daß das Opel=Sander=Aggvegat (Ing.
Sander iſt der Konſtrukteur des Raketenmotors) zwar für die
Be=
wegungsverhältmiſſe auf der Erdoberfläche gewaltige und bisher für
un=
möglich gehaltene Leiſtungen vollbringt, daß es aber in ſeiner jetzigen
Geſtalt doch nur eine Vorſtufe auf dem Wege zum Raketenflugzeug und
ſpäteren Weltraumſchiff im Sinne des Volierſchen Projektes bildet.
Nichtsdeſtowemiger ſind wir ſchon heute in der Lage, mit
unbemann=
ten Maſchinen dieſes Typs in die höheren Schichten der Erdatmoſphäre
vorzudringen und ſind überzeugt, daß es noch in dieſem Jahre gelingen
wird, auch in den leeren Weltraum vorzuſtoßen. Ueber dieſen Teil
un=
ſerer Fonſchugsarbeit, der auch für die Meteorologie von größtem
Intereſſe iſt, kann aus begreiflichen Gründen Näheres noch nicht gefagt
werden.
Wir erwarten, daß die maßgebenden Kreiſe der Regierung von ſich
aus unſere weiteren Arbeiten nicht nur ideell, ſondern auch materiell
durch Bewilligung eines geringfügigen Teils der für Luftfahrt= und
Höhenforſchung bereitgeſtellten Mittel unterſtützt, demn wir ſelbſt ſind
an dem Geſamtproblem lediglich wiſſenſchaftlich intereſſiert. Wir haben
nur aus Gründen des Anſehens Deutſchlands geglaubt, einem überall
abgewieſenen deutſchen Erfinder durch Bereitſtellung von Mitteln und
Einſatz unferer praktiſchen Erfahrungen fördern zu follen.
Briefkaſien.
Nr. 100. Zur freiwilligen Fortſetzung der Berſicherung (
Weiter=
verſicherung) iſt berechtigt, wer aus einem verſicherungspflichtigen
Ver=
hältnis ausſcheidet und für den wenigſtens eine gültige Marke
verwen=
det iſt. Die Urſache des Ausſcheidens iſt unerheblich. Die Wahl der
Lohnklaſſe ſteht völlig frei. Es kann auch zu jeder Zeit ein Wechſel in
der gewählten Lohnklaſſe vorgenommen werden.
Bk. Ja; unſeres Wiſſens nur in Bayern nicht.
J. Sch. Die angefragten Perſonen ſind, ſoweit wir wiſen, in der
10. und 11. Gruppe eingeſtuft.
W., hier. Das können wir nicht ſagen.
Geſchäftliches.
Bingen a. Rh. Das Rheiniſche Technikum Bingen iſt eine höhere
techniſche Lehranſtalt, die ſich ausſchließlich der Ausbildung funger Leute
im Maſchinenbau und in der Elektrotechnik wiömet, und hat
Spezial=
kurſe im Eiſemhoch= und Brückenbau.
Die Anſtalt beſitzt große Laboratorien für Maſchinenbau wie für
Elektrotechnik und eine bedeutende Modellſammlung; ſie konnte im
ver=
gangenen Jahre auf ein 30jähriges Beſtehen zurüchblicken.
Das Sommer=Semeſter beginnt am 17. April.
Wildbad im Schwarzwald.
Die Badeſaiſon 1928 verſpricht eine gute zu werden. Schon jetzt
werden täglich 200 Bäder abgegeben. Die Zahl der Badegäſte wächſt von
Tag zu Tag. Die ermäßigten Bäderpreiſe gelten noch bis 15. Mai.
Kur=
taxe wird erſt vom 1. Mai ab erhoben. — Das ſchöne Oſtewwetter
brachte einen für die frühe Jahreszeit gewaltigen Verkehr. Mäit der
Eiſenbahn mit Kraftwagen, Motorrädern, Fahrrädern und zu Fuß
ſtrömten Tauſende nach Wildbad, um ſich in der reimen Schwarzwaldluft
zu erholen. Die Drahtſeilbahn auf den Sommerberg, deren bisherige
Wagen mit einem Faſſungsrqum von je 56 Perſonen demnächſt durch
ſolche bequemſter und neueſter Konſtruktion für 75 Perſonen erſetzt
werden, beförderte an den beiden Oſterfeiertagen vund 4000 Pevſonen.
Die Hotels waren gut beſetzt, z. T. überfüllt.
Das Nordfeebab Borkum, die „grüne Inſel”, heißt mit Necht die
Perle der Nordſee. Es iſt auf dem Land= und Seewege zu erreichen
und hat Flugverbindung. Borkum beſitzt einen ſchönen Strand mit
einer 4 Kilometer langen Promenade, welche durch die neue
Bürger=
meiſter=Kieviet=Promenade bedeutend verbreitert und verſchönert worden
iſt. Die ſchönſten Dünenpartien mit großen Tälern, die prächtigſten
Spazierwege hat Borkum aufzuweiſen
Die Kurmittel ſind: Warme und kalte Seebäder, Licht und Luftbad,
elektriſche Bäder, Inhalatorium und dergleichen. Für Unterbringung
der Gäſte iſt durch eine Anzahl beſter Hotels und Penſionen geſorgt. Als
ganz beſonders empfehlenswert wird uns das Nordfee=Hotel, das ruhige,
vornehme Familienhaus, welches direkt am Strande und der
Kur=
promenade liegt, genannt. Die Küche iſt weithin als ganz vorzüglich
bekannt, ſo daß wir Erholungsſuchenden einen Aufenthalt dortſelbſt nur
empfehlen können.
Tageskalender für Freitag, den 13. April 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr,
G 14: „Ein Maskenball”. — Kleines Haus, Anf. 20 Uhr, Ende nach
22 Uhr, F 10 Gruppe I und II: „Frau Warrens Gewerbe‟. —
Or=
pheum, abends 20 Uhr: „Am Rüdesheimer Schloß ſteht eine Linde‟.
— Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz,
Taunusburg, Weinhaus Maxim, Kaffee Haſſia. — Loge, Sandſtr. 10,
abends 20 Uhr, Neugeiſt, Vortrag Dr. B. Günther über: Pflanzen und
ihre Kräfte. — Kinovorſtellungen: Helia, Union=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Pheater.
Teſergatloltebke
Spitzenleiltung
der deutichen
Eigapetteninduft.
TOr TA1
Zu haben inallen guten
Spesial-
geſchäften ganz Deutſchlg
L.BIn.9
MAMOLIAeG
GEaR.1894
HEIMBECK
[ ← ][ ][ → ]Nummer 103
Freitag, den 13. April 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
O. Erzhaufen, 12. April. Sterbefall. Geſtern wurde mit
gro=
ßem Trauergefolge die ſterbliche Hülle des am zweiten Oſterfeiertag
morgen an einem Schlaganfall ſo plötzlich verſtorbenen Joh. Joſt zu
Grabe geleitet. Der Verſtorbene, ein allſeits geachteter und beliebter
Ortsbürger, war lange Jahre in Frankfurt bei der Firma „Kula” tätig.
Vertreter der Beamten= und Arbeiterſchaft der Großfirma waren
an=
weſend und legten Kränze nieder. Der Geſangverein Sängerbund‟”
trug zwei erhebende Grablieder vor, die Turn= und Sportgemeinde
widmete einen ehrenvollen Nachruf durch ihren erſten Vorſitzenden. Die
tief zu Herzen gehende Grabrede hielt Herr Pfarrer Schilling.
An. Arheilgen, 12. April. Das Konzert des Geſangvereins
„Liederzweig” erfreute ſich eines recht guten Beſuchs. Beſonderen
Vei=
fall erntete Herr Kammervirtuoſe Lindner vom Staatstheater in
Wies=
baden. Er zeigte ſich als Meiſter auf ſeinem Inſtrumente und ließ ſich
der Künſtler zu einer Zugabe herbei, die endloſen Applaus hervorrief.
Ebenſo ſei unſeres einheimiſchen Bariton, Herrn Leber, gedacht, der ein
immer gern gehörter Konzertſänger iſt. Die Klavierbegleitung durch
Fräulein Hofmann paßte ſich entſprechend an. Die Kunſtgeſänge und
Volkslieder des Chors wurden mit Geſchmack und wirkungsvoll zum
Vortrage gebracht und nuß dem Dirigenten, Herun Muſikdirektor
Her=
ber, volles Lob geſpendet werden. — Die hieſige Bürgermeiſterei gibt
bekannt, daß die Tauben auf die Dauer von dierzehn Tagen
ein=
geſperrt zu halten ſind. Im Uebertretungsfalle werden dieſelben
ab=
geſchoſſen. — An dem Abſchiede der jungen Auswanderer nach
Nordamerika beteiligte ſich die ganze Gemeinde. Mit Muſik wurden
dieſelben zur Bahn gebracht und eine dichte Menſchenmenge bildete
Spalier, um ihnen die letzten Grüße zuzurufen. Möge ihnen im
Aus=
lande recht viel Glück beſchieden ſein! — Der evangeliſche
Jünglings=
verein veranſtaltet nächſten Sonntag abend im Gemeindehauſe einen
Konfirmandenabend, zu dem beſonders die diesjährigen
Kon=
firmanden nebſt ihren Eltern auf das herzlichſte eingeladen ſind. Neben
Darbietungen des Poſaunenchors wird auch ein ſehr wertvolles Spiel
„Gudrun” zur Aufführung gelangen.
J. Griesheim, 12. April. Das Konzert des Philharmoniſchen
Orcheſters erfreute ſich eines überaus zahlreichen Beſuchs. Die
Veran=
ſtaltung war tatſächlich ein erwähnenswertes Ereignis. Das durch
Mit=
glieder des Stadtorcheſters Darmſtadt verſtärkte Orchſter zeigte ſich ſeiner
Aufgabe voll und ganz gewachſen. Zur Erhöhung der Anziehungskraft
des Konzertes hat die Mitwirkung der hieſigen Geſangvereine „
Froh=
ſinn”, „Germania” und „Laſſallia”, die ſich ihrer Aufgabe in
vorzüg=
licher Weiſe entledigten, weſentlich beigetragen. Von den
Geſangs=
vorträgen verdient der von der Sängervereinigung „Germania” zu
Gehör gebrachte Chor „In Epiphania Domini” von Neumann, ein
Werk, das erſtmals hier in lateiniſcher Sprache geſungen wurde,
beſon=
ders hervorgehoben zu werden. Die geſamten Darbietungen, bei denen
der Poſaunenvirtuoſe Pohl aus Darmſtadt nicht vergeſſen werden darf,
wurden mit größtem Beifall aufgenommen.
Aa. Wolfskehlen, 11. Axril. Konfirmation. Die
Konfir=
mation der diesjährigen Konfirmanden und Konfirmandinnen fand am
Oſtermontag im überfüllten Gotteshaus ſtatt. Insgeſamt wurden 16
Mädchen und 15 Knaben konfirmiert. Die gottesdienſtliche Handlung
nahm Pfarrer Wilhelm Koch vor. Die Beteiligung am Abendmahl war
ſehr zahlreich. Sehr feierlich wirkte der Chor der Chorſchule Laſſet
die Kindlein zu mir kommen”, der mit Orgelbegleitung geſungen
wurde. Lehrer der dieſes Jahr aus der Schule entlaſſenen Kinder war
Otto Roth. Die 1. Klaſſe der Volksſchule Wolfskehlen ſingt übrigens
am Samstag mittag in der „Stunde der Jugend” am Frankfurter
Rundfunkſender, was für die kleine Landſchule Wolfskehlens eine große
Auszeichnung iſt.
Aa. Eberſtadt, 12. April. Der Geſangverein „Germanit” Eberſtadt
nimmt am kommenden Sonntag an dem Kritikſingen teil, das anläßlich
des 70jährigen Beſtehens des Geſangvereins „Harmonie” in Pfungſtadt
abgehalten wird. — Wohltätigkeitsveranſtaltung.
Zu=
gunſten der katholiſchen Schweſternſtation Eberſtadt findet am Sonntag,
den 29. April, im Schwanenſaal eine Theateraufführung ſtatt. Zur
Aufführung gelangt u. a. das Schauſpiel in drei Aufzügen „Agnes von
Rom”. — Kommunion. Die diesjährige Erſtkommunion findet
am kommenden Sonntag (Weißer Sonntag) in der hieſigen katholiſchen
Kirche ſtatt. Zur Erſtkommunion gehen neun Kinder aus Eberſtadt,
zwei aus Pfungſtadt und eines aus Hahn bei Pfungſtadt.
Aa. Pfungſtadt, 12. April. Gemarkungsrundgang. Mitte
der Woche fand hier ein Gemarkungsrundgang ſeitens des
Gemeinde=
rates und des Feld= und Wieſenausſchuſſes ſtatt. Der Rundgang
er=
ſtreckte ſich in der Hauptſache auf den ſüdweſtlichen Gemarkungsteil. —
Stiftungsfeſt. Der Nadfahrerverein 1898 kann in dieſem Jahre
auf ein 30jähriges Beſtehen zurückblicken. Das Jubiläum ſoll am 28.,
29. und 30. Juli in Geſtalt einer größeren feſtlichen Veranſtaltung
ab=
gehalten werden.
— Nieder=Ramſtadt, 10. April. Der Geſangverein „Harmonie‟
bringt am Sonntag, den 22. April, als Abſchluß ſeiner
Winterveran=
ſtaltungen das Singſpiel: „Lindenwirtin, du junge” von H. Glückſtein
und H. Bernhardt. Die Einſtudierung dieſes „Pfälzer Herbſtſpiels”
wurde mit großer Sorgfalt durchgeführt, und die einzelnen Rollen ſind
wie immer durch die beſten Kräfte beſetzt.
G. Ober=Namſtadt, 12. April. Vom Arbeitsmarkt. In
Arbeitsloſenunterſtützung ſtehen gegenwärtig 110 männliche und 21
weibliche, in Kriſenfürſorge: 17 männliche und 4 weibliche Perſonen. —
Anszahlung der Klein= und Sozialrentnerunterſtützungen: Die Bezüge
der Klein= und Sozialrentner für Monat April wenden am Montag, den
16. d. M., vormittags von 8—12 Uhr, bei der Gemeindekaſſe ausgezahlt.
(I. Mch. 717)
I. Roßdorf, 12. April. Bekämpfung der Schnakenplage.
In einer öffentlichen Bekanntmachung fordert die Bürgermeiſterei alle
Grundſtückseigentümer, Mieter und Pächter i der Gemeinde auf, die
auf den Grundſtücken befindlichen Jauchen= und Abortgrubem in dem
Monaten April bis September einſchließlich mindeſtens einmal monatlich
mit einem zur Vernichtung der Schnakenbrut geeigneten Mittel (Sapro,
Petroleum oder dergl.) zu übergießen. Bei Unterlaſſung erfolgt
Be=
ſtrafung und polizeiliche Durchführung der Maßregeln auf Koſten der
Säumigen. — Ortsbauplan. Zurzeit liegt der Ortsbauplan über
die Erweiterung beiderſeits der verlängerten Wingertſtraße gemäß Art.
7 der A.B.O. auf die Dauer von 14 Tagen zur Einſicht auf der
Bürger=
meiſterei offen. Innerhalb der vorbeſtimmten Friſt können
Eimwendun=
gen vorgebracht werden.
— Reichelsheim i. O., 12. April. Wenn die Zeitungen der
ehema=
ligen Gegner Deutſchlands über einen deutſchen Kriegsfilm ſchreiben,
daß er der beſte Kriegsfilm der Welt ſei, ſo iſt damit wohl die
Gewähr gegeben, daß ſich ein ſolcher Film vollkommen frei von
partei=
politiſchen Tendenzen hält und nur eine ſtreng wahrheitsgetreue
Schil=
derung der Kriegsereigniſſe gibt. Das Lob, der beſte Kriegsfilm zu ſein,
hat der hiſtoriſche Film der Ufa „Der Weltkrieg” erhalten ,der in
Deutſchland und im Auslande das größte Aufſehen machte und die
ſtärkſte Anerkennung gefunden hat, der von Samstag, den 21., bis
Mittwoch, den 25. April, in dem hieſigen Lichtſpieltheater zur
Erſtauf=
führung gelangt.
N. Frohnhofen b. Reichelsheim i. O., 12. April. Tragiſcher
Tod. Nachdem er noch den Vormittagsgottesdienſt beſucht hatte, ſetzte
der betagte Witwer und Auszügler, Landwirt Pfeifer von hier, am
Nachmittag des zweiten Oſterfeiertages im nahen Walde ſeinem Leben
ein Ziel durch Erhängen. Der auf ſolch tragiſche Weiſe Geendete war
als ſehr frommer, tiefreligiöſer Mann bekannt und geachtet. Er war
mit einem ſo guten Gedächtwis begabt, daß er beiſpielsweiſe gehörte
Predigten wortgetreu zu wiederholen imſtande war. Heute wurde ſeine
Leiche unter großer Beteiligung von nah und fern zur letzten Ruhe
auf dem ſogenannten Limberg=Friedhof gebettet.
m. Vom unteren Mümlingtal, 12. April. Die kürzlich erſchienene
Notiz vom Verkauf der Burg Breuberg durch ihre Beſitzer, die
Fürſt=
lichen Häuſer zu Erbach=Schönberg und zu Löwenſtein=Wertheim=
Roſen=
berg, wurde mehrfach angezweifelt. Nach ganz beſtimmten
Inſorma=
tionen beſtehe jedoch die Abſicht einer katholiſchen Ordensgemeinſchaft,
die Burg käuflich zu evwerben.
Ai. Vielbrunn, 12. April. Kraftpoſt Main—Mümling.
Oſterverkehr. Mit Befriedigung kann feſtgeſtellt werden, daß
dieſe Verkehrslinie ſich immer ergiebiger geſtaltet und ſogar in den
verkehrsarmen Wintermonaten Ueberſchüſſe erzielte Beſonders freudig
wurde es begrüßt, daß die Betriebsleitung in Anbetracht des enormen
Fremdenzuſtroms an Oſtern nach unſerem Höhenluftkurort während der
Feiertage zwei Wagen laufen ließ, wodurch ſich der Verkehr glatt
ab=
wickelte und Hunderte von Perſonen befördert wurden. Auch kann nicht
unerwähnt bleiben, daß die Wagen tadellos funktionierten und das, oft
gerade an verkehrsreichen Tagen übliche, defizitgebärende Verſagen
der=
ſelben infolge ſtörriſcher Motore bald im Reich der Sage liegt. Im
Hin=
blick auf den nunmehr einſetzenden Fremdenverkehr läßt die Poſtbehörde
ſtatt ſeither täglich zwei ab 15. Mai drei Hin= und Rückfahrten zwiſchen
hier und König ausführen. Im Juli und Auguſt werden dieſe Fahrten
bis Miltenberg ausgedehnt mit Eiſenbahnanſchlüſſen von und nach
Aſchaffenburg, Amorbach und Wertheim.
I.. Michelſtadt, 12. April. Vom Odenwaldklub. Die
Orts=
gruppe Michelſtadt des Odenwaldklubs unternimmt am kommenden
Sonntag, den 15. April, ihre vierte Wanderung, die die Teilnehmer
über den Katzenbuckel nach der Wolsſchlucht und Eberbach a. N. bringen
wird. Die Abfahrt erfolgt vormittags 8 Uhr ab Michelſtadt. —
Be=
zirkstag des Bezirks Darmſtadt
Gabelsberger=
ſcher Stenographen in Michelſtadt. Am 5. und 6. Mai
d. J. hält der Bezirk Darmſtadt Gabelsbergerſcher Stenograpben ſeine
23. Tagung in Michelſtadt ab. Der Stenographenkranz Gabelsberger
Michelſtadt rüſtet bereits eifrig zu dieſer Veranſtaltung, die eine
macht=
volle Kundgebung für den Gedanken der Kurzſchrift im hinteren
Odeu=
wald werden ſoll. — Evang. Kirchengeſangverein. Am
Samstag, den 21. April, und Sonntag, den 22. April, wird der Evang.
Kirchengeſangverein Michelſtadt ebenſo wie im Vorjahre, einen
Famihien=
abend im Saale des „Schmerkers Garten” veranſtalten. Hierbei wird
neben den Gefangsvorträgen des Chors durch Mitglieder des Vereins
das Singſpiel „Aenachen von Tharau” zur Aufführung gelangen. Der
Verein hat die Aufführung des Singſpiels auch für Sonntag mittag
vorgeſehen, um hierdurch den auswärtigen Vereinen und Filialgemeinden
des Kirchſpiels Michelſtadt Gelegenheit zum Beſuche der Veranſtaltung
zu geben. — Am Samstag, den 14. April, findet in der Zeit von
vor=
mittags 7½—10 Uhr die Auszahlung der Renten an die Klein= und
Sozialrentner und der Zuſatzrente an die Kriegsbeſchädigten und
Kriegs=
hinterbliebenen auf der Stadtkaſſe ſtatt.
Az. Neuſtadt i. Odw., 12. April. Verkehrsverein=Fahr
plan der Strecke Aſchaffenburg—Höchſt i. Odw. In
Aſchaffenburg tagte am 23. März eine kleine Verſammlung von
bahe=
riſchen und heſſiſchen Intereſſenten zwecks Ausſprache und Feſtlegung
der beſonderen Wünſche für den neuen Fahrplan. Man einigte ſich auf
zweckmäßiges gemeinſames Vorgehen bei den maßgebenden Stellen. Das
Ergebnis dieſer gemeinſamen Beſprechung wird den intereſſierten
Ver=
tretern im genauen Wortlaut mitgeteilt. Sobald dies geſchehen iſt,
können entſprechende Mitteilungen an die Preſſe erfolgen.
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kommen nach scharfer Prüfung aller Angebote immer wieder auf den
WWanderers-Wagen zu. Dieses Fahrzeug leistet, wie die Erfahrung lehrt,
ganz Außerordentliches. Selbsk nach einigen hunderktausend Kilometern
stärkster Beanspruchung ist der •Wanderers noch kaum nennenswert
abge-
nützt, sodaß sich Reparaturen auf ein Mindestmaß beschränken. Die
Uberle-
genheit des •Wanderers wird noch größer, wenn man die Geschmeidiskeit
seines Motors, seine weiche Federung und behagliche Innenausstaktung,
seine künstlerische Durchbildung in Form und Farbe und seinen äußerſt
ge-
ringen Brennstoſtverbrauch in Betracht zieht, Es ist daher nur folgerichtig,
daß der kritische, wählerische und anspruchsvolle Käufer dem -Wanderers-
Wagen den Vorzug gibt.
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II Dr. 1592
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Fernruf 2496
Seite 8
Freitag, den 13. April 1928
Nummer 103
Debch 1 D. 1. IIeit Die H plelt
liche Generalverſammlung des Verkehrsvereins Erbach findet am
Sams=
tag, den 14. April d. J., abends 8,30 Uhr, im Gaſthaus „Zum Hirſch”
ſtatt. Es ſind jetzt gerade 5 Jahre her, daß derſelbe durch eine Anzahl
Erbacher Geſchäftsleute und Beamte gegründet wurde. Anträge zur
Sitzung müſſen ſpäteſtens bis Domerstag, den 12. April, abends 8 Uhr,
bei dem Vorſitzenden ſchriftlich eingereicht werden.
m. Beerfelden, 12. April, Poſtneubau. Die Oberpoſtdirektion
Frankfurt a. M. nahm die Oeffnung der Submiſſionsangebote für den
Frage, für deſſen Ausführung 13 Angebote vorlagen, dieſelben bewvegten
ſich zwiſchen 36 862 MM. und 69 008 RM. Angeblich ließen die
Beſtim=
mungen im Ausſchreiben derſchiedene Deutung zu, worauf der große ſchon ſelten gewordene Stück Leben, das bisher der Augapfel des
Unterſchied in den Eingaben zurückzuführen ſei. Unter dieſen Umſtänden. Jägers war und das er mit Liebe hegte und pflegte.
ſteht noch nicht feſt, wer den Auftrag erhält.
Bg. Mittershauſen, 12. April. Familienabend. Am erſten
Oſterfeiertag=Abend fand in dem Saale des Gaſtwirts Gehron, in
Mittershauſen eine Wiederholung der Theateraufführung der Schule
Mittershauſen=Scheuerberg ſtatt. Die Feier wurde noch bedeutend
verſchönert durch die Mithilfe der Feuerwehrkapelle Heppeuheim unter
der berſönlichen Leitung ihres Dirigenten, Herrn Nied ſen, die ſich
unentgeltlich für dieſen Abend zur Verfügung geſtellt hat. Die
Schul=
kinder unter der Leitung des Herrn Lehrers Steiger haben wvieder
Großartiges geleiſtet. Auch die Muſikvorträge haben einen ſchönen
Er=
folg zu verzeichnen gehabt.
H. Birkenau, 10. April. Rechenſchaftsbericht. Nach dem
nun vorliegenden Rechenſchaftsbericht der hieſigen Spar= und
Darlehns=
kaſſe, e. G. m. b. H., hat auch im abgelaufenen Geſchäftsjahr der
Ver=
kehr der Kaſſe, wenn auch langſam, ſich weiter enzwickelt, ſo daß doch ein
Reingewinn von 3600 Mark werbucht werden konnte. Leider machte ſich
die allgemein herrſchende Geldknappheit auch für unſeren Betrieb recht
unliebſam fühlbar; trotzdem konnte dem Geldbedarf der Mitglieder
Rech=
nung getragen werden. Erfreulich iſt die Erſtellung einer Lagerhalle am
Bahnhof, die anfangs dieſes Jahres in Benutzung genommen wpurde.
Es iſt nun möglich, die Mitglieder mehr wvie ſeither mit Saatgut,
Futter und Düngemitteln aller Art verſehen zu können. Dabei huldigt
die Kaſſe dem Grundſatz, nur gute Qualiräten zu kaufen, da dieſe immer
am billigſten ſind. Daß den Mitgliedern das Warenlager zu ihrem
Vorteil ausnützen, iſt wohl ſelbſtverſtändlich.
Ay. Bensheim, 11. April. Am Mittwoch vormittag wurde im
Speiſeſaale der Aufbauſchule zu Bensheim eine Jugendtagung des
Ver=
eins für das Deutſchtum im Ausland (V.D.A.) eröffnet. Dieſe Tagung
erfaßt Vertreter und Vertreterinnen der an den höheren Schulen Heſſens
und HeſſenNaſſaus beſtehenden Jugendgruppen des V. D.A., die ſich in
Bensheim zu einer auf drei Tage berechneten Schulungswpoche
zuſauumen=
gefunden haben. Die an der Tagung teilnehmenden Schülerinnen
fan=
den in bürgerlichen Privatquartieren Aufnahme, während die Jungen
— mangels einer Jugendherberge in Bensheim ſelber — in der
Jugend=
herberge „Klauſenmühle” zu Gronau untergebracht wurden.
Studien=
rat Prof. Dr. Breidenbach aus Darmſtadt, unter deſſen Leitung die
ganze Veranſtaltung ſteht, umreißt in ſeiner Begrüßungsanſprache als
das Ziel der Schulungswoche, in der Jugend das Wiſſen um das
Aus=
landsdeutſchtum zu mehren und bei ihr ein vertieftes Verſtändnis für
dort beſchloſſen liegende Fragen und Probleme zu zuecken. — Als erſter
Nedner nimmt Studienpat Dr. König aus Gießen das Wort, um ſich
in überaus tiefſchürfender Weiſe über Fragen des Volkstums in unſerer
Gegenwart auseinander zu ſetzen. In formvollendeter und
duuchgeiſtig=
ter Weiſe verſteht es der Redner, die großen national= und kulturpoli= Belohnung aus für die Namhaftmachung des Täters uſw. Nicht lange
Schwere der Nachkriegszeit geſchaffen worden ſind, aufzuzeigen. Mehr
wie je verlangt unſere drückende gegenwärtige Zeitlage von uns, ſich
nationaler Kraftquellen bewußt zu werden. Neben der Religion iſt es
zumal das Volkstum, jene innere Verbundenheit des Individuums mit
dem Volksgauzem und der Individuen untereinander, die dem
individuel=
len Daſein erſt ſeinen Inhalt zu geben vermag. Volkstum iſt im Grunde
die tragende Subſtanz unſeres ganzen geiſtigen und ſeeliſchen Lebens, der Kerl im Walde auf einen Wechſel geſtellt, um Rehe zu fangen. Das
Das Volkstum iſt der Inbegriff jener abſoluten Werte, die den Bereich
volklicher Gemeinſchaftsgüter ausmachen. Das Volkstun iſt das, wuas
den Rechtsbegriff „Staat” ausfüllen ſoll. Im Gegenſatz zur Hegelſchen
Staatsphiloſophie iſt dem Redner das Volkstum ſich Selbſtzweck, der
Staat nur ein Mittel zu dieſem Zweck. Die Begriffe, „Staat” und folge ſeines ſcharfen Vorgehens gegen Wilddiebe und zueifelhaftes G==
„Volk” ſind, empiriſch geſehen, keineswegs immer ſich deckende geweſen,
wohl aber beruht heute das Idegl des „Nationalſtaates” auf ihrer
wün=
ſchenswerten Kongruenz. Die Staatsgründung eines Bismarck, im
Sinne der kleindeutſchen Löſung, war, wie wir heute zu erkennen
vei=
mögen, eine zeitgeborene und zeitgebundene Schöbfung. Was damals
unmöglich, iſt heute der Vewwirklichung nähergerückt. Die tiefe
Erfaſ=
ſung des Vollstumsgedankens verlangt jedoch nickt allein Reſpektierung
des eigenen, ſondern auch des fremden Volkstums, ebenſo wie es deſſen daß ein gutes Fuchseiſen, richtig tingebettet, die Eigenſchaft hat, beim
Vevgewaltigung verbietet. Das Sichbewußtſein des gemeinſchaftlichen
Volkstums verlangt Achtung vor dem Volksgenoſſen, ebenſo wie es alles
national Spaltende und Zeyſetzende verpönt. Freilich dürfe nicht außer
Acht gelaſſem werden, daß über den national bedingtem Werten des
eige=
nen Volkstums ſolche für das Gemeinſchaftsleben der Völker, ſpeziell Kommenden Samstag, den 14. d. M., hält der hioſigs Turnverein mit
Europas, anerkannt werden müßten. — Die von ſtarker innerer ueber= dem Turnverein 1910 Worms ein gemeinſames Bühnenwerbeturnen
zeugung und hohem ethiſchen Pathos getragene Rede verfehlte nicht, 0b. — An Oſtern zuaren es 25 Jahre, daß der ſtaatliche Förſter Schepp
auf die jugendlichen Teilnehmer einen tiefen Gindruck zu machen. Die auf die nahgelegene Maulkieerau verſetzt wurde. Als ruhiger und be=
Ausſprache bewieß zudem, daß der Vortragende das Verſtändmis ſeiner ſcheidener Beamter erwarb ſich Herr Schepp in= und außerhalb ſeines
Zuhörer zu finden verſtanden hatte.
W. Heppenheim a. d. B., 10. April. Feuerwehrfeſt. Der 11. April: 0,00 Meter; am 12. April: —0,08 Meter.
12. Starkenburger Provinzialfeuerwehrtag iſt wvegen der am 20. Mai
ſtattfindenden Reichstagswahl auf den 12. und 13. Mai verlegt. Die
hieſige Feuerwehr iſt eifrig damit beſchäftigt, alle Arbeiten uchtzeitig ber 1927 bis 31. März 1928 ſind zu verzeichner 22 Geburten, 15
Che=
fertigzuſtellen, um den Gäſten den Aufenthalt in unſerer Stadt ange, ſchließungen und 11 Todesfälle.
nekm zu geſtilten. — Arbeitsvergebung. Die Glaſer=,
Schrei=
uer=, Schloſſer=, Weißhinder= und Juſtallationsarbeiten für den Neu= ſchen Anlagen am Bahnhofsplatz und in der Friedrihſtraße ſollen
lau des Beamtenwiethauſes 2 und die Inſtallatiousarbeiten für den Lurch einen Unternehmer inſtand gehalten werden. Auf das diesbezüg=
Neubau der Zentralwaſchanſtalt bei der Landes=Heil= und Pflegeauſtalt liche Ausſchreiben gingen zwei Offerten ein und Herrn Georg Herth 2.
Heppenheim werden im öffentlichen Wettbeiverb vergehen. — Jagd= urde dieſe Arbeit als dem Weuigſtnehmenden auf ein Jahr
zuge=
verpachtung. Die Gemeinde Hammelbach verpachtet am 14. April ſprochen. — Das Fahren des Gieſfaſſes wird Herrn Berk, die
gemeind=
ihre Gemeindejagd, die 380 Hektar Wald und 383 Hektar Feld und Wie= lichen Fuhren Herrn Altvater übergeben. — Der Geueinderat leßnt
aus dem Stadtwald Heppenheim iſt wieder geſtattet.
11. April: 0.97 Meter; am 12. April: 0,98 Meter.
. Neckarſteinach, 12. April. Der am Karſamstag beim Hinter= — Der Brand, der vor einigen Wochen im Gemeindewald ausbrach,
burg=unnel tot gefundene Abgeſtürzte iſt der Kaufmann Alois Bender derurſachte einen Schaden von ungefähr 1200 RM. — Das Forſthaus,
aus Heidelberg, Angeſtellter der Aktienbrauerei vorm. K. Heinlein.
Wimpfen an Oſtern einen ſo regen Verkehr geſehen wie in dieſem Jahr. Turnhalle der Realſchule aufgeſtellt werden. — Für die Neufeſtſetzung
Auf Grund einer Verkehrszählung konnte feſtgeſtellt werden, daß über ker Kanalgebühren ſollen erſt ganz genaue Unterlagen herbeigeſchafft
20 000 Perſonen Wimpfen beſuchten. Cine Frequenz, die man in verden. — Verkauft wurden im Gaswerksladen der Gemeinde ſeit Er=
Wimpfen noch nicht feſtſtellen konnte.
8. Lampertheim, 11. April. Konfirmation. Am zweiten
Oſterfeiertag wurden zuſammen 160 Knoben und Mädcheur konfirmiert
und nahmen am heiligen Abendmahl teil. — Ständchen: Auch in
dieſem Jahre erfreute der Mäyergefaugverein Cäcilia am erſten
Oſter=
feiertag die Inſaſſen der beiden Krankenhäuſer nach dem Vormittags=
Gottesdienſt durch den Vortrag einiger Lieder. — Oſtermarkt: Der
Oſtermarkt iſt wieder fehr gut beſchickt und dürften beſonders die
Be=
ſitzer von Karuſſells und Schaubuden voll und ganz auf ihre Rechmung
gekommen ſein. Damit der ſtarke Verkehr durch dem Ort nicht
umge=
leitet werden muß, wurden diesmal auf Beſchluß des Gemeinderates
erſtmals ſämtliche Buden uſw., vom Marktblatz aus nur auf einer
Seite desfelben und der Römerſtvaße aufgeſtellt.
Jagderinnerungen aus dem Ried.
* Nur mit Wehmut ſieht der Weidmann, wie aus der Not der Zeit
heraus der landwirtſchaftlichen Nützung Landesſtrechen erſchloſſen werden
müſſen, deren bisherige Unberührtheit für ihn beſondere Reize hatte, die
Neubau des hieſigen Poſtgebäudes vor. Zunächſt ſteht der Nohbau in Einn mit beſonderer Liebe hing. Die Romantik ſo mancher idylliſchen B. iſt ſeit der Zeit aber allen Fallen aus dem Wege gegangen.
Ecke muß jetzt rationeller Siedlung und leider notwendiger Boden=
Was für ein buntes und luſtiges Lebzen quibbelte nicht in dem
Ried, in den ſumpſigen, Brüchen und Röhrichten?. Wo heut, noch
Waſſer= und ſeltene Horſtoögel die Stille des Bruches beleben, wird
bald der ſpitze Klang der Hacken und Spaten und der ſcharfe Ton
der Pflugſcharen kreiſchen. Das Geknatter der Traktoren wird hier
dröhnen, wo früher nur ab und zu ein Peitſchenknall aus dem Rohr
des Jägers die Stille zerriß. Und wvo einſt der Weidmann von Bruch
zu Bruch ſprang, vo Brutſtätten deu Waſſervögel ehedem zuaren,
zuuer=
den bald Drainagekanäle liegen, und vorbei iſt es mit der Nomantik
und des Jägers Freuden.
Der Jäger und Naturliebende wird dieſe Wandlung bedauern. Ich
habe im Laufe der Zeit viele Jagden kennen gelernt, aber keine, war
darunter, die eine ähnliche Vielſeitigkeit an Wildarten aufwies, wie das
Ried. Die ſumofigen Tümpel, meiſt entſtanden durch Torfſtich
beher=
bergten in ihren ſchilfigen Dickungen manchen ſeltenen Träger, der
Sumpfvogelſvelt. Der nahe Rhein mit ſeinen träge fließenden Buchten
war ein bevorzugter Aufenthalt der Euten, welche im Frühjahr ihr
Gehege meiſt auf den Bülten der alten Torfkauten hochbrachten.
Ein ſtändiger, vom Jäger beſonders geſchätzter Gaſt war, die
Be=
kaſſine, jene kleine Sumpfſchnepfe, ausgezeichnet durch ihren „
Zickzack=
flug”, der ihre Erlegung ſo ſchver uacht. Dieſer ſpohlſchmeckende Vogel
iſt ſich ſeines ihn vor dem Getroffenwerden ſchützenden aparten
Flug=
vermögens ſo bewußt, daß er vor dem Jäger mit dem Ruf: „Atſch”
aufſteigt. Im Frühjahr belebten Scharen von Kibitzen mit ihrem
Gaukelflug die Wieſen. Der große Reichtum an Feder= und Haarwild
zog auch „Meiſter Reinecke” an. Es kamen jedes Jahr eine Anzahl durch
Flinte oder Falle zur Strecke. In einem Winter hatte ich auf dem
Fuchswechſel Fallen gelegt. Bei der Nediſion der Eiſen, es war kurz
vor Weihnachten, ſtellte ich das Fehlen einer Falle feſt. An der Stelle,
wo dieſe geſtanden, fand ſich ein Stück vom Vorderlauf des Fuchſes.
Es kommt nun oft vor, daß ein auf der Falle — (inem ſogenannten
Tellereiſen — gefangener Fuchs mit dieſer, die an einer Kette mit
Anker befeſtigt iſt, ſich noch eine Strecke weit forthewegen kann. Man
könnte die Falle an einem Pfahl befeſtigen, aber die Ausſichtsloſigteit,
von der Stelle zu kommen, würde den Fuchs bald veranlaſſen, ſich durch
Abbeißen des von dem Schlageiſen gefaßten Laufes zu biefreien, während
ein Anker meiſt nachaißt und dem Tier nicht alle Hoffnung nimmt.
Der Laufſtummel bei dem Fehlen der Falle bewies aber, daß der
Fuchs von unbefugter Hand von der Falle geriſſen war. Den Fuchs
Gedanke, daß fremde Leute mit Fallen hantieren und anderes Wild,
was nicht für die Falle beſtimmt iſt, dadurch in Gefahr bringen, ſchwer
erträglich.
Ich ſetzte in einem in dortiger Gegend geleſenen Lokalblatt 30 M”
tiſchen Bedingtheiten unſeres deutſchen Volkstums, ſo wie ſie durch die danach rief mich eine Nachricht nach dem Ort meiner Jagd. Man
über=
behandelt war. Der Uebeltäter war ein zweifelhafter Burſche welcher
mit einem Weibsbild beim Schneiden von Palmkätzchen den Fücls
ge=
funden und ſich angeeignet hatte. Vor dem Schöffengericht intereſſierte
den Richter, was mit dem Fuchskadaver geſchehen ſei? „Mi. hent’n brate
brachte ihm vier Monate G=fängnis und ſeiner Begleiterin drei Wochen
ein.
Eine andere Fallengeſchichte trug ſich in einer Nachbariagd zu. Hier
war der Raubzeugfung einem Forſtbeamten übertragen worden, der
in=
findel in deren Kreiſen gehaßt war. In einer Nacht hatte der Sturm
geſtrüpp entdeckte ſie der dreißigjährige B., welcher mit dem
Forſtauf=
ſeher ein beionderes. Hühnchen zu rupfen” hatte. Die Gelegenheit, d
dieſem einen tüchtigen Schabernack zu ſpielen, war zu günſtig.
Es kann jemanden ein Bedürfnis überkommen. . . Der mit allen
Nänken der Jagd Vertrgüte hatte aber eines nicht bedacht, nämlich,
Zufahren in die Höhe zu ſpringen. Als er nun ſeinem „Freunde” ein
Andenken hinterlaſſen wollte geſchah ihm ein böſes Unglück an das
er zeitlebens denken wird. Sein furchtbares Jammern brachte ihm Hilfe
in ihrem Leben ein Stück Natur verkörperten, an dem ſein Herz und und ein mehrwöchentlicher Aufenthalt im Krankenhaus auch Heilung.
Eines der ſchönſten Jagdvergwügen iſt die
Krähenhütten=
bewirtſchaftung weichen. Und damit ſo manches in Deutſchland ohnehin jagd. Ein Erdloch von etwa einem Meter Tiefe und darüber in
ebenfolcher Höhe ein Aufbau von Pfählen mit Schilf verbirgt den
Jäger den Augen der Raubvögel. Ein Uhu es genügt meiſtens ſchon
ein ausgeſtopfter, in Schußweite hor der Erdhütte auf einer Stange
befeſtigt, zieht Krähen und Rauboögel aus großer Eutfernung an. Sie
ſtoßen mit Haß auf ihren Erbfeind und fallen der Flinte zum Opfer.
Das Nied brachte eine große Menge oft ſeltener Raubvögel, vor die
Schußluke der Hütte. An günſtigen Tagen ſtießen Korn= und
Wieſen=
weihen, Wanderfalken, Hühnerhabichte und Scharen von Krähen auf den
Vogel der Nacht. Schwarze und rote Milane kamen häufig vor. Die
Nähe des Rheinſtromes brachte auch hin und wieder Seeadler zu
Geſicht. Zu einem Hochgenuß gber wuurde die Hüttenjagd beim
leben=
den Uhu! Sein Gebaren verrät dem hinter der Schußlute harrenden
Jäger das Nahen größerer Naubdögel. Auch Neugierde führt ſeltene
Vögel zum Uhu. So baumte mal ein Wiedehopf einige Meter volnt Uhn
auf, dieſen Ohren tragenden Vogel längere, Zeit furchtlos betrachtend.
Einen lebenden Uhu lieh mir ein Frantfurter Jagdkollege aus.
Es waren immer bange Minuten, dieſen mit ſcharfen Krallen bewehrten
Vogel aus ſeinem Gelaß zu nehmen und vor die Hütte zu pflanzen
und eßenſo ihn bei Abbruch der Jagd wieder in ſein Weidenkörbchen
zu bringen. Man redete dem Vogel gut zu, konnte aber oft nicht
hin=
dern, daß ſeine ſpitzen Fänge durch die Fauſthandſchuhe ins Fleiſch
drangen. Bei einer Gelegenheit eulwiſchte mir der Uhu, die
meter=
lange Leine — ſeine Feſſel — hinter ſich herickleifend. Der an Voliere
gewöhnte Vogel flog etapbenweiſe davon. Obwohl des Fliegens auf
weite Eutfernungen ungewößnt, uuchs ſeine Flugdauer bei der
Ver=
folgung zuſehends. Waren wir in der Nähe des Vogels angelangt, ſo
lentte er ſeine Blicke auf einen ſeiner Verfolger, was meinen Begleiter
verſuchen ließ, ihn von der Rüchſeite auzuſchleicken, wo er ſeinen
aus=
gezogenen Rock zum Ueberwerfen bereithielt, während ich die
Aufmerk=
ſamkeit des Bogels durch Geſichterſchneiden und Handbewegungen zu
feſſeln ſudgte. Im letzten Augenußlick aber immer erhob ſich der Bogel,
nun ſchon Strecken von hunderten Metern zurücklegend.
Gs wurde Nacht, und ſchon war die Jagdgrneze überflogen, eine
w itere Verfolgung alſo zuecklos. Gs war zurzeit der Hüynerjagd und
darum zu befürchten, daß der wertvolle Vogel anderen Jägern vor
die Flinte kommen würde. Ich hielt es für das Beſte, das
Abhanden=
kommen der Jagdeule in den angrenzenden Ortſchaften ausſchellen zu
laſſen, woas auch von Erfolg war. Der Uhu war mit ſeiner Schnur an
einer Weide hängen geblieben und konnte ſeinem Beſitzer nach wenigen
Tagen wieder zugeſtellt werden.
Das Rehwild des Riedes zeichuete ſich durch gute
Gehörn=
hätte ich wohl derſchmerzt, aber einem paſſionierten Jäger iſt deu bildung aus. Sogenannte Korkenziehergehörne kamen hin und wieder
hor, wie auch in manchen Jahren Böcke zur Strecke gelangten, dereu
Stangen faſt ſchwarze Färbuns aufwieſen. Beide Gigenarten dürften
auf die Aeſungsberhältniſſe des Riedes zurückzuführen ſein.
Das Pirſchen auf den Bock in dieſem Gebiet war meiſt beſonders
ſchwierig, iſt doch das Ried die Brutſtätte der gefürchteten Rheinſchnate.
Die Blichſe im rechten Arm, ſurde die Linke andauernd zur Abwehr
reichte mir dort meinen Fuchshalg, welcher fachmänniſch abgezogen und der Blutſauger benötigt. Das arme Rehwild wpar gegen Abend, wie
durch das Glas feſtzuſtellen war, oft mit einer dichteu, grnuen Schicht
von Schnäken bedeckt und ſuchte ſich durch Schlagen mit den Läufen
und Kopſwerfeu ſeiner Quälgeiſter zu erwehren. Auch nicht ganz
unge=
fährlich war die Pirſch. Beim Springen von Grabenufern auf Bülten,
und geſſe von Weihnacht bis Neujahr!” Und die Falle?. Dieſe hatte jenen mit Schilf oder Riedgras bewachſenen Erhöhungen der Torfkauten,
durchbrach ich einmal die nachgebende Infel. Meine Verſuche,
fortzu=
kommen, dergrößerten die Gefahr des Verſinkens. Selöſt das
Ques=
halten meines Drillings vermochte weiteres Einſinken nicht aufzuhalten.
bis meine Hilferufe meinen Begleiter erſcheinen ließen, der mir ſein
Gewehr reichte und damit mich dem Schlamm entziehen konnte. Ju iner
entfernten Bahuwärterbude wurde nach Reinigung ein Kleiderwechſel
vorgenommen und der ausgeſtandene Schreck mit einem tüchtigen Schluck
eine verdeckte Falle blosgelegt. Auf ſeinen Schleichwegen im Weiden= aus der Flaſche begoſſen. Nach geſchwundenem Büchſenlicht auf dem
Nachhauſewege hörte man im Mai—Juni öfter die brüllende
Stimm=
der Nohrdommel, „Uprump”, auch Waſſtrochſe genanut.
Dem Ried verdanke ich viele genußreiche Stunden. Schade, daß
es durch die Trockenlegung von ſeiner Eigenart verlieren uud
allem der Vielfeitigkeit ſeiner Wildarten zum Teil verluſtig gehen mi
P. Jüsfrit.
Bm. Hofheim (Nied), 11. April= Bühnenwerbeturnen.
Amtsbezirks eine allſeitige Hochachtung.
* Gernsheim, 12. April. Wafſerſtand, des Rheins am
Br. Egelsbach, 12. April. Standesautliches. Seit 1. Okto=
Br. Langen, 11. April. Gemeinderatsſitzung. Die
ſtädti=
ſen umfaßt. Die Verpachtung erfolgt auf 6 Jahre — Die Holzabfuhr es ab, beute ſchon ſeinen definitiven Beitritt zum Wirtſchaftsverband
der Heſſiſchen Kommunglen Gasfernverſorgung, dem im Kreiſe
Offen=
bach bis jetzt erſt 8 Gemeinden angehören zu erklären. — Der Antrag
Hirſchhorn, 12. 9pril. Waſſerſtand des Neckars am des Herrn Rechtsanwalt* Amendt, im Weſten eine Siedlung zu
errich=
ten, zu des Die Gemeind 60—100 Morgen ſtellen ſoll, wird abgelehnt.
in dem Her Förſter Heß ſvohnt, ſoll den Fernſprechnetz angeſchloſſen
wverden. — Die Unterſtellhalle für das Krankenauto der Freiwilligen
— Wimpfen, 12. April. Oſtern in Wimpfen. Noch nie hat Sanitätskolonne ſoll auf dem Lagerplatze der Gemeinde neben der
bffnung desſ=Ghen 289 Gas= und elektriſche Gieräte.
Hrim=
TABLETTEN
die undbertroffenen.
D Schmerzstiller!
In giien Apotbeken ernältlich. 1V 6285
Rheinheſſen.
40. Worms, 12. Wrril: Elektrizitätswerk — Gaswerk
Waſſerwerk. Die bisherige Zeitungspolemik (ſiehe Nr. 27. vom
27. 1I., Nr. 31 vom 31. 1. und Nr. 54. vom 23. 2.), wuird jetzt durch eine
an alle Haushaltungen verteilte Flugſchrift des Elektrizitätswerks
Rhein=
heſſen A=G. fortgeſetzt. Der Verfaſſer, Baurat Schöberl, vom Vorſtand
dieſer A.=G., befaßt ſich darin ausführlich mit der Eutſtehungsgeſchichte
des Streites, bei dem es ſich um die Frage handelt, ob das Städtiſche
Waſſerwerk bei Bürſtadt elektriſch oder durch Gas betrieben werden ſoll.
Er ſtellt dann die Koſten für die Anlage und den Betrieb bei beiden
Betriebsauten zuſammen und kommt dabei zu folgendem Ergebnis=
Anlage für Ggsbetrieb 162 000, für elektriſcken Betrieb 36 000,
Bstriebs=
koſten bei Gas 78500; bei elektriſchem Skrom 44 000 RM., was für
letz=
tere Betriebsart eine Erſparnis von 34 500 RM. jährlich bedeuten
würde. In einer ſachlich und ruhig gehaltenen Schlußbemerkung wird
dann noch feſtgeſtellt, daß die Stadt Worms bei dem C. W.R. mit vier
Millionen Aktien beteiligt iſt, alſo auch an deſſen Gewinn teilnehme,
daß ein Meinungsaustauſch in ſo wicktigen Fragen der Stadt wohl nie
etwas ſchaden kann, daß aber die Eutſcheidung letzten Endes allein bei
der Stadt Worms liege.
f. Nieder=Olm, 12. April. Der Männe=geſangverein von
1845 hielt am Oſtermontagnachmittag ſein, diesjähriges
Jahres=
tonzert ab. Der Saal des Gaſthauſes „Zur Krone”, war dicht
be=
ſetzt. „Muſikſtücke der Kapelle Silnitt uud mehrere Chöre wurden zu
größter Zufriedenheit gegeben. Anläßlich des 100. Todestages
Schue=
berts wurden in der 1. Hälfte vier Kompoſitionen von Schubert gebracht.
Die von Fräulein Eliſabeth Weisrock einſtudierte Operette „
Früh=
ling am Rhein” erntete großen Beifall. Herr Georg Klos=
Vörrſtadt trug einige Geſangsſtück= vor, die von Fräulein Kath.
Eckes am Flügel begleifet wurden.
Oberbeſſen.
MSN Bad=Nauheim, 12. April. Liebestragödie in Bad=
Nauheim. Heute abend halb 6 Uhr erſchoß hier in der
Ludwig=
ſtraße ein D2jähriger Student die Tochter eines hieſigen Arztes. Das
Mädchen ſaß mit ihrer Mutter auf einer Bank, al3 der Student
plötz=
lich auf beide zutrat und die Tochter durch zwei Schüiſſe aus einem
Armeerevolver niederſtreckte. Hierauf richtete der Mörder die Waffe
gegen ſich ſelbſt und brachte ſich einen tödlichen Schuß in die Schläfe
bei. Zwiſchen den jungen Leuten beſtand ſeit längerer Zeit eim
Liebes=
verhältnis.
und jede imnmer bese
em Aoszer ourühren 14
ichon ale Jorten Wobiert.
Ochgenschwonr
Pils
Reis mit Tomoten
Spargel
Tomoten
5o gr 2 6 Telek
jcdene
zo einfach zuzube
ete Lugien 1ochen
Erbs ſein
Erbs mit Speck
Erbs mit Schigken
Blumenkohl
Eiermudeln
Hach —M0N
vers
andere!
g0 Minuten
in.Verreich.
Nummer 103
Freitag, den 13. April 1928
Seite 9
Oin Sürsftin Tamars
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
Die drei Direktoren der „Welt=Rekord” befanden ſich in einer
Stimmung, die am beſten mit „Siegestaumel” zu bezeichnen war.
Sie tanzten um den myſteriöſen Lederkoffer wie das ſündige Volk
Iſrael um das goldene Kalb.
Auf dem breiten Diplomatenſchreibtiſch ſtand eine Flaſche
Sekt, und Generaldirektor Blum erhob das Glas auf die
Ent=
wicklung der Aſſekuranz im allgemeinen und der „Welt=Rekord”
im beſonderen.
Das Sekretariat hatte ſtrikte Anweiſung erhalten, daß die
Herren nicht wünſchten, geſtört zu werden; dennoch ſchrillte
plötz=
lich das Telephon.
Lohengrin hob den Hörer ab und fragte in barſchem Ton:
„Was iſt denn?!”
„Entſchuldigen Sie,” hörte er die zaghafte Stimme der
Sekre=
tärin, „Herr Rechtsanwalt Morgenthau iſt da und läßt ſich nicht
abweiſen.”
„Dr. Morgenthau?!” rief der Direktor, „Muſik in meinen
Ohren! — — laſſen Sie ihn in fünf Minuten eintreten.
Er füllte ſchnell nochmal die Gläſer.
„Morgenthau iſt da! — Schnell, Dicker, nimm die Gläſer —
wir gehen ſo lange ins Nebenzimmer — — — du empfängſt ihn
zunächſt allein, General, und läßt uns dann rufen — —
hundert=
tauſend, keinen Pfennig mehr, wenn irgend möglich.”
Fünf Minuten ſpäter trat Dr. Morgenthau ein. Der
Sekt=
kübel war verſchwunden, der Lederkoffer in ſicheren Verwahrſam
gebracht, und auf dem Schreibtiſch lag ein Stoß Akten verſtreut,
über die ſich Blum mit der von Sorgen vergrämten Miene eines
überlaſteten Geſchäftsmannes beugte.
„Treten Sie näher, Herr Doktor — —Sie kommen zu einem
ungünſtigen Zeitpunkt; denn ich weiß vor Arbeit nicht, wo mir
der Kopf fteht. — — — Ihr Klient ſcheint es eiliger zu haben
als wir! So bald hatte ich Ihren Beſuch, ehrlich geſtanden, nicht
erwartet.”
Dr. Morgenthau berneigte ſich förmlich und nahm etwas
umſtändlich auf dem ihm angebotenen Stuhl Platz.
„Allerdings,” erwiderte er, „mein Klient hat es eilig, daraus
mache ich keinen Hehl, ſonſt hätte er Ihnen auch keinen Nachlaß
von 50 Prozent angeboten.”
„Wenn Sie ſich einen Augenblick gedulden wollen, ſo werde
ich meine Direktionskollegen bitten, herüber zu kommen; denn
ich kann, wie ich Ihnen ſchon ſagte, über dieſe Sache nicht allein
entſcheiden.”
Als die Direktoren eingetreten und Herrn Dr. Morgenthau
vorgeſtellt waren, nahm Blum als Erſter das Wort:
„Es wird Ihnen bekannt ſein, Herr Doktor, daß die ganze
Diebſtahlsaffäre noch vollkommen in Dunkel gehüllt iſt. Ein
Einbruch iſt nicht verübt ſorden. Baron Kemp gibt ſelbſt zu,
das Bild noch geſehen zu haben, kurz bevor er das Haus mit
ſeinen Gäſten verließ, und die Polizei hat zwar eine beſtmmte
Spur verfolgt, ſcheint aber damit auf den Holzweg geraten zu
ſein.
Obwohl Ihr Klient ein abſolut einwandfreier und
ehren=
werter Mann iſt, mußten bei uns gewiſſe Bedenken auftreten, die
Sie, als Juriſt, verſtehen werden.
Gibt es eine leichtere Art, Geld zu verdienen, als einen
Gegenſtand, der zwanzig Gulden gekoſtet hat, für eine Million
Mark zu verſichern, ihn am ſelben Abend auf die Seite zu ſchaffen
und am nächſten Morgen den Schaden anzumelden?”
Eine Stnde Zu spät
bedeutet bei der Abwehr von
Er=
kältung oft schwere
Gesundheits-
gefahr. Wie leicht dagegen können
Sie den Folgeerscheinungen (Grippe,
Halsentzüindungen usw.) entgehen,
wenn Sie bei den ersten Anzeichen
gleich das Richtige anwenden:
Formamint. Arztliche Wissenschaft
und Praxis haben festgestellt, daß
it bietet, eine erfolgreiche Desintektion
es tatsächlich die Mög
der Mund- und Rachenhöhle gegen Ansteckung durchzuführen.
hältlich 1. jederApotheke u. Drogerie.
Slas mit 50 Tabletten 175 Mark.
I
(TV. 610)
Wir haben, wie Sie mir glauben werden, einige Erfahrungen
in dieſen Dingen und laſſen uns nicht allzu ſchnell aus der
Faſſung bringen —
„Verzeihen Sie,” unterbrach ihn Morgenthau mit eiſiger
Höf=
lichkeit, „ich glaube, meine Gegenwart hier iſt überflüſſig; wenn
Sie dieſen Standpunkt einnehmen, werden Sie es ſchwerlich mit
Ihren Geſchäftsprinzipien vereinigen können, einen immerhin
koſtſpieligen Vergleich einzugehen.”
„Verehrter Herr Doktor, ich möchte Ihnen und Ihrer Branche
nicht zu nahe treten, aber wir ſtehen nach langjähriger Erfahrung
auf dem Standpunkt: lieber ein ſchlechter Vergleich, als ein
ge=
wonnener Prozeß,” miſchte ſich der erſte Direktor ein.
„Demnach hätte ſich der Herr Generaldirektor die Vorrede
ſparen und gleich mit den eigentlichen Verhandlungen beginnen
können.”
„Da muß ich Ihnen widerſprechen. Die Erwägungen des
Herrn Direktors Blum waren nicht beſtimmend für die Frage, ob
wir uns vergleichen — denn zu einem Vergleich ſind wir immer
bereit —, ſondern wie wir uns vergleichen. Wir haben — das
ſteht gußer Frage — gewiſſe ſchwerwiegende Bedenken, ſo daß
wir bei einem normalen Geſchäftsgang die Entſcheidung des
Gerichts abwarten würden. — — Anderſeits brauchen Sie drin=
— Wir
gend Geld. — — — Dringendes Geld iſt teuer. —
bieten Ihnen 10 Prozent der Verſicherungsſumme.”
Der Nechtsanwalt erchob ſich:
„Iſt das Ihr letztes Wort?”
„Unter gewiſſen Vorausſetzungen könnten wir ſogar I5
Pro=
zent ſagen”, ſagte der Diche.
Dr. Morgenthqu verneigte ſich:
„Meine Herren — —
— und unter beſonders günſtigen Auſpizien wären
wir ſogar bereit — die Genehmigung unſeres Aufſichtsrats
vor=
ausſetzend — bis zu 20 Prozent zu gehen”, meinte der General.
Dr. Morgenthau lächelte:
„Meine Herren, ich bin mit feſt umgrenzten Direktiven
aus=
geſtattet, habe eine entſprechende Vollmacht und bin imſtande,
hier, in dieſem Augenblick, abzuſchließen, ober ich darf von der
urſprünglich genannten Summe von 400 000 Mark nicht abgehen.
Kämen wir heute nicht zum Abſchluß, müßten wir die
Verhand=
lungen auf drei Wochen vertagen; denn ich fahre morgen auf
Urlaub.”
„Wir werden uns zehn Minuten beraten”, antwortets
Lohengrin.
Eine halbe Stunde ſpäter überreichte Dr. Morgenthau ein
Dokument, beglaubigt und geſtempelt von einem Notar im
Haag, in dem Baron Kemp erklärte, auf alle Anſprüche zu
ver=
zichten, und empfing gleichzeitig einen Barſcheck über 400 000
Mark auf die Deutſche Bank in Berlin.
XV.
Der falſche Samaroff.
Alexei Sawaroff — wir wollen ihn noch ſo nennen, obwvohl
er längſt dieſen Namen abgelegt hatte — ſaß in einer dunklen
Ecke der ſchmutzigen Hafenkneipe „Cap Hoorn”, einer der übel=
Geleumundetſten Schankſtätten im Dockviertel von Rotterdam.
Niemand, der ſeine verwahrloſte Geſtalt ſah, konnte auf die
Vermutng kommen, daß dieſer Mann noch vor wenigen Wochen
als Grandſeigneur in den erſten Hotels gewohnt und in beſter
Geſellſchaft verkehrt hatte.
In ſeinem blaſſen, unraſierten Geſicht lag ein Ausdruck
hoff=
nungsloſer Verzweiflung. Die tiefumſchatteten Augen hatten
einen müden, kranken Blick, und ſein Anzug, der wur dem Winkel
eines Trödlerladens entſtammen konnte, deutete auf eine
mitleid=
erregende Armſeligkeit.
Vor ihm ſtand ein halb geleertes Glas Bier und ein
Aſch=
becher, der bis zum Rand mit Zigarettenreſten gefüllt war.
Einige Tiſche weiter ſaßen drei Matroſen beim Würfelſpiel. Der
Wirt mit dem rotgeſchwollenen Säufergeſicht und der ſpeckig
glänzenden Mütze ſchief auf dem Kopf ſah ihnen geſpannt zu.
Jedesmal wenn einer verloren hätte, verzog ſich ſein breiter
Mund zu einem teufliſchen Grinſen.
Bis der älteſte der Spieler, der ſchon viermal hinteremander
verloren hatte, mit der Fauſt auf den Tiſch ſchlug, daß die Gläf
klirrten und der Fuſel über die Tiſchplatte ſpritzte.
„Fal dood!” ſchrie er und ſtand taurmelnd auf.
„He, Bas, was haſt du zu kriegen?“
Der Wirt nahm ſeine Schiefertafel und fing umſtändkich an
ſeine Striche zu zählen.
(Fortſetzung folgt.)
Adle uns bekannten, als zuikotinfreis, pwikotinarms
oder wikotinunschädlichs angepriesenen
Sigaretten-
sorten wurden im Laboratorium für Eebensmittel- und.
Gärungschewie der Sächs. Jechnischen Kochschule in
Dresden untersucht, und es zeigte sich, daß alle einen
weit höheren Nikotingehalt als
O,5 u. H. hatten. Jeilueise
unter=
schieden sie sich überhaupt nicht
im Nikotingehalt von Eigaretten
mit unbehandeltem Jabak, ja,
einige hatten sogar noch einen
höheren Gehalt als diese. Nach
dem heutigen Stand der
Wissen=
schaft darf jedoch als
pnikotin-
arms nur ein Jabak Benannt
werden, der höchstens 0,5 u. H.
Nikotin enthält. Man kann
da=
her uohl Behaupten, daß aule
untersuchten-
Zigarettensorten-
jrreführend bezeichnet sind. Die
untersuchten Sorten und deren
Belund werden in Kürze ver=
SMentlicht werden. Auch frühere
Untersuchungen von Prolessor De. Heiduschka und.
Dr. Muth, veröflentlicht in der Pharmazeutischen
Zeutralhadle 1927, Jahrgang 60, Nr. 22, 23 und 24,
duch veröffentlichte Untersuchungen des chemischen
InstitutsdesGesundheitsamtes der Stadt Berlin haßen
ganz ähndiche Resultate ergeben. Für Raucher von
D T
S6
4
Zigaretten der amerikanischen und englischen
Ge-
schmacksrichtung aus kräftigen Virginiataßaken und
auch für Zigarrenraucher mag es werteoll sein, den
Nikotingehaft zu verringern. Eine Verminderung des
Nikotingehaltes deutscher Zigaretten aus
magedo-
nischen Jabaken, der im Rauch
nur O,18 u. H. beträgt, ist abso-
Lut unlohnend und wüirde die
guten Geschmacksuerte
zerstö-
ren, zun mindesten stark
Beein=
trächtigen. Tükotinfreie
Zigaret-
ten schmecken Jade und strohig.
Verdankt doch die Zigarette
ihren Wohlgeschmack den durch
das flikotin gebundenen
aroma=
tischen Sußstanzen und
ätheri-
schen Oelen. Wir' wählen Hür”
Greiling=Auslese ganz
Beson-
ders Leichte magedousche Ja=
Bake, die schon von Natur aus
geringe Tikefinprozente
auf=
weisen, die also der Gesundheit
in keiner Weise abträglich sind.
Der Wohlgeschmack und das edle Natur=Aroma.
miissen erhalten Bleiben. Keinerlei chemische Stoffe
oder sogenannte patentierte Verlahren sind imstande,
das Naturprodukt bei der Behandlung zu veredeln,
wahl aber verbierk der Jabak bei jeder chenischen
Behandlung. Verwöhnte Naucher wählen darum nur
Seite 10
Freitag, den 13. April 1928
Nummer 103
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Mutes und
erfolgreich d
Freiſtaatsmit
und der deu
waren kurz
Nummer 103
Freitag, den 13 April 1928
Seite 11
Hauptmann Köhl
Die „Bremen” vor dem Start.
v. Hünefeld.
Der Start der „Bremen”.
Der Chef des Luftdienſies des
Iriſchen Freiſiaates an Bord der
„Bremen”
EP. Lundon, 12. April.
Das deutſche Flugzeug „Bremen” ſtartete
um 5 Uhr 38 Min. engliſche Zeit von dem
Flug=
platz Baldonnel in Irland zu ſeiner Fahrt über
den Atlantik. An Bord befinden ſich
Haupt=
mann Köhl, Baron v. Hünefeld und der Chef
des Luftdienſtes des Iriſchen Freiſtaates, James
Fitzmaurice. Der Start vollzog ſich, wie vom
Flugplatz Baldonnel mitgeteilt wird, ſehr glatt
und ohne Zwiſchenfall. Anſcheinend befinden
ſich der Motor und alle ſonſtigen Einrichtungen
in beſter Ordnung. Die Flieger waren guten
Mutes und haben die beſte Hoffnung, den Flug
erfolgreich durchführen zu können. Der iriſche
Freiſtaatsminiſter für Verteidigung, Fitzgerald,
und der deutſche Generalkonſul v. Dehn=Schmidt
waren kurz vor 5 Uhr auf dem Flugplatz
erſchie=
nen, um den Fliegern perſönlich Lebewohl zu
fagen.
Zu dem Start der „Bremen” hatte ſich trotz
der frühen Morgenſtunde auf dem Flugplatz
Baldonnel eine Menge von mehreren hundert
Perſonen eingefunden, die bei der Abfahrt des
Flugzeuges in ſtürmiſchen Jubel ausbrachen.
Der Präſident Cosgrave, und faſt alle hohen
Beamten des Iriſchen Freiſtaates waren
per=
ſönlich erſchienen. Das Wetter war
ausgezeich=
net, und man glaubt allgemein, daß alle
Be=
dingungen zugunſten der Flieger ſprechen.
Dieſe haben Apfelſinen, Schokolade, Bananen,
Waſſer und Kaffee mitgenommen. Hauptmann
Köhl und der iriſche Miniſter Fitzmaurice
waren vor der Abfahrt zur Beichte gegangen.
Die Flieger ſprachen die Hoffnung aus, daß es
ihnen gelingen werde, den Flug in 36 Stunden
durchzuführen. Der Flugplatz von Baldonnel
glich vom frühen Morgen an einem emſigen
Bienenkorbe und um 3.35 Uhr war alles für den
Start bereit. Das Wetter war ſchön, der
Him=
mel wolkenlos und die Bedingungen für den
Abflug ideal. Während die Flieger auf die
Stunde der Abfahrt warteten, trafen die
Mecha=
niker die letzten notwendigen Vorbereitungen
in dem hellen Licht der Scheinwerfer. Nach
einem letzten Abſchiednehmen beſtieg Köhl den
Führerſitz, und auch ſeine Begleiter nahmen
ihre Plätze ein. Die Flugzeuge des iriſchen
Frei=
ſtaates, die die „Bremen” über Irland
begleite=
ten, ſtiegen zuerſt auf, und ihnen folgte die
„Bremen‟. Das Flugzeug ſchlug zunächſt die
Richtung nach Galway an der iriſchen Weſtküſte
ein, von wo aus dann der Flug über den
Atlan=
tiſchen Ozean gehen ſoll.
Die Ausſichten des deutſchen
Ozeanfiuges.
Es war nach der ganzen Einſtellung Köhls
mit einem überraſchenden Start zu rechnen.
Ebenſo plötzlich, wie der Pilot am 26. März
nach Irland abflog, ebenſo raſch entſchloſſen
hat er bei den erſten einigermaßen günſtigen
Wettermeldungen den Start nach Amerika
ge=
wagt. Bereits im Laufe des Mittwoch
nachmit=
tags waren die letzten Vorbereitungen zum
Ab=
flug getroffen worden. Das Flugzeug wurde
noch einmal genau durchgefehen, der Motor
gründlich überholt, Brennſtoff und Oel
über=
nommen, ſo daß ein 50=Stunden=Flug geſichert
iſt. Alle Flächen des Apparates wurden mit
einer Paraffinſchicht verſehen, um eine
Ver=
eiſung möglichſt zu vermeiden, die nach Anſicht
der Fachleute den Untergang aller Flugzeuge
veranlaßt hatte, die den Flug nach Amerika
wagten. Der Start vollzog ſich glatt. Um 7.05
Uhr überflog es bereits die Küſtenſtadt Galway.
Von nun an befindet ſich die Maſchine mit ihren
drei Inſaſſen über dem offenen Meer. Die
„Bremen” ſtrebt nun über dem Ozean
weſt=
wärts ihrem fernen Ziele Neufundland zu. Bis
dahin ſind allein 3150 Kilometer zu überwinden.
Es hat ſich nun aber in den letzten Stunden
tatſächlich die Wetterlage etwas gebeſſert. Zwar
iſt der Flug ſehr eingehend vorbereitet worden,
dennoch werden die drei Männer ſehr viel
Flie=
gerglück brauchen. Der drohende Eisanſatz iſt
zwar durch den Paraffinüberzug etwas
ab=
gemildert, eine andere Gefährdung des Fluges
liegt aber in dem ſtarken Gegenwind, der das
Flugzeug ſo ſtark hemmen kann, daß der Vorrat
an Betriebsmitteln nicht ausreicht. Schließlich
kann der Nebel, der in dieſer Jahreszeit
beſon=
ders heftig über dem Ozean herrſcht, die
Orien=
tierung den Fliegern unmöglich machen. Geht
alles gut, dann ſind die Flieger am Freitag
abend 8 Uhr in Amerika.
Die „Bremen” über dem Atlantik.
Die „Bremen” paſſierte heute früh um 7 Uhr
05 Minuten die Galway=Bucht an der Weſtküſte
Irlands, ſcharf in nordweſtlicher Richtung
flie=
gend, und befindet ſich nunmehr über dem
offenen Ozean. Das Flugzeug hat mithin die
Strecke Baldonnel bis zur Küſte, die 175
Kilo=
meter beträgt, in 1 Stunde 27 Minuten
zurück=
gelegt. Dies entſpricht einer Stundengeſchwin=
digkeit von etwa 120 Kilometern. Die
Entfer=
nung von Baldonnel nach dem Flugplatz
Mit=
chelfield bei New York beträgt etwa 4800
Kilo=
meter, ſo daß unter günſtigſten Umſtänden mit
der Ankunft der Flieger in Mitchelfield, am
Freitag nachmittag gerechnet werden kann. Das
Wetterbureau in Halifax erwartet Stürme aus
Oſten mit der Nichtung auf Neuſchottland.
Oberſt Fitzmaurice hat kurz vor dem Abflug
ſem Vertreter der Aſſociated Preß eine
Mittei=
lung für Amerika übergeben, in der er ſeine
Freude darüber äußert, daß es ihm durch die
Großmut des Freiherrn v. Hünefeld vergönnt
ei, an dem Amerikaflug teilzunehmen, und die
Ehre hervorhebt, zuſammen mit Hauptmann
Köhl das Flugzeug „Bremen” ſteuern zu
dür=
fen. Die „Bremen” ſei ſeiner Anſicht nach das
beſte Flugzeug, das die Technik für den Flug
über den Atlantiſchen Ozean herzuſtellen
ver=
mochte.
Bieher von keinem Schiff geſichtet.
Von den deutſchen Ozeanfliegern liegen bis
zum Donnerstag abend keine Meldungen vor,
daß ſie von irgend einem Schiff auf dem
Ozean geſichtet worden feien. Dieſe Tatſache
iſt aber nicht weiter verwunderlich oder
beſorg=
niserregend, da der von Hauptmann Köhl
ein=
geſchlagene Weg von der Galway=Bucht nach
St. John auf Neufundland ſehr viel nördlicher
liegt, als die übliche Schiffahrtsroute verläuft,
die von der Südſpitze Irlands nach New York
zieht. Auf dieſem nördlichen Kurs beſteht nur
ſehr geringe Möglichkeit, daß das Flugzeug
von einem der zwiſchen Kanada und Schottland
verkehrenden Schiffe geſehen wird. Erſt bei der
Annäherung an Neufundland wird dieſe
Mög=
lichkeit in verſtärktem Maße gegeben. Auch bei
programmäßigem Verlauf der Fahrt iſt nicht
ohne weiteres damit zu rechnen, daß die Flieger
bei der Annäherung an Neufundland in der
Morgendämmerung gleich beobachtet werden
können, es ſei denn, daß die Flieger einen
Flug=
platz in Neufundland direkt anſteuern.
Erfreulicherweiſe lauten die Meldungen über
das Wetter auf dem Atlantik weſentlich
gün=
ſtiger. Das von Amerika heranziehende
Tief=
druckgebiet hat ſich ſoweit nach Süden verzogen,
daß es den Fliegern auf der zweiten Hälfte des
Ozeans kaum gefährlich werden kann. Je mehr
ſich der Apparat der Küſte nähert, deſto größer
iſt die Wahrſcheinlichkeit, daß er auf Oſtwind
trifft, alſo mit Rückenwind fliegen kann,
wo=
durch Erſparnis an Brennſtoff möglich wird.
Die Weiterlage auf dem Atlantik=
Hamburg, 12. April.
Die Deutſche Seewarte Hamburg gibt über
die Wetterlage auf dem Atlantiſchen Ozean um
10 Uhr folgenden Bericht: Das Tiefdruckgebiet,
das ſeit einiger Zeit zwviſchen Island und
Ir=
land lagert, hat ſich langſam nach Norden
ver=
lagert und hat aufgefüllt. Es brachte dadurch
erhebliche Wetterbeſſerungen über den britiſchen
Inſeln. Jedoch liegt jetzt ein zweites
Tiefdruck=
ſyſtem ſüdlich von Grönland. Der
Kaltluftein=
bruch auf deſſen Rückſeite iſt heute früh ſchon
bis 40 Grad nördlicher Breite und 40 Grad
weſtlicher Länge vorgeſtoßen, ſo daß auf der
Schiffahrtsſtraße nordweſtliche Winde von über
10 Stundenkilometer und ſtarke Regen= und
Graupelſchauer anzutreffen ſind. Ferner liegt
heute znorgen ein Tiefdruchwirbel vor der
amerikaniſchen Küſte auf etwa 38 Grad Nord
und 70 Grad Weſt. Dieſer Tiefdruchwwirbel wird
ſchnell nordoſtwwärts abziehen und auch über
Neufundland eine erhebliche
Wetterverſchlechte=
rung bringen.
Das Wetter aufder anderen Geite
des Ozeans.
NewYork, 12. April.
Die Meldungen über die
Witterungsver=
hältniſſe an der amerikaniſch=atlantiſchen Küſte
ſind ſehr widerſpruchsvoll. Während noch vor
wenigen Stunden das Wetter als ausgeſprochen
ungünſtig bezeichnet wurde, berichtet ſoeben der
engliſche amtliche Funkſpruch, daß die
Wetter=
verhältniſſe zur Zeit bei leichtem Weſtwind gut
ſind, daß aber ein öſtlicher Sturm mit Regen
bevorſteht. Auch aus New York wird eine
er=
hebliche Beſſerung des Wetters gemeldet. Der
ſeit heute morgen anhaltende Regen= und
Schneefall habe aufgehört. Für Freitag wird
gutes Wetter mit friſchen von Nord nach
Süd=
weſt umſpringenden Winden erwartet. Aus
Kanada trafen um Mitternacht
Sturmmeldun=
gen ein. Das Sturmzentrum liegt über
Neu=
ſchottland, und das Störungsgebiet dehnt ſich
vom St. Lorenz=Golf bis zur Fundy=Bay aus.
Amerika in Erwartung
der „Bremen”
NewYork, 12. April.
Der unerwartete Abflug der „Bremen”
bil=
dete heute auf allen Straßen und in allen
Ver=
kehrsmitteln faſt das ausſchließlichſte
Geſprächs=
thema der zur Arbeit eilenden New Yorker
Be=
völkerung, wobei einmütig der Wunſch und die
Hoffnung geäußert wurde, daß der Flug
er=
folgreich ende. Schon beim Abflug der „
Bre=
men” nach Irland war das Intereſſe groß und
hat ſich in der Zwiſchenzeit noch geſteigert. Die
New Yorker Morgenblätter bringen die
Nach=
richt vom Start der „Bremen” groß aufgezogen.
Extra=Ausgaben mit den Bildern und
Lebens=
beſchreibungen der Flieger werden überall
ver=
teilt. Man hofft allſeitig auf ein gutes
Ge=
lingen des Fluges. Das Mitchel=Field=
Kom=
mando hat alles zum Empfang vorbereitet.
Deutſche Verbände und die deutſchen amtlichen
Stellen werden die Flieger beim Gelingen des
Fluges begrüßen.
DasPariſer
Eiſenbahn=
ungluck.
Die Schuldfrage.
Die Unterſuchung hat bereits ergeben, daß der
Zuſammenſtoß nicht, wie zuerſt angenommen, auf
ſchlechtes Funktionieren einer Weiche zurückzuführen
iſt, ſondern auf das Ueberfahren eines Signals
durch den Lokomotibführer des Schnellzuges Paris—
Amiens. Dieſer, der nicht verletzt worden iſt, iſt
Donnerstag abend verhaftet worden. Der
Weichen=
ſteller hatte mit Entſetzen geſehen, daß der
Loko=
motioführer das Signal überfuhr und ſprang dem
Zuge nach, um den Lokomotioführer auf ſeinen
Irr=
tum aufmerkſam zu machen, konnte aber nicht
recht=
zeitig gehört werden. Der unter der Anklage
fahr=
läſſiger Tötung feſtgenommene Zugführer des nach
Amiens beſtimmten Zuges ſoll zugegeben haben, ein
Signal, das Halt bedeutet, überfahren zu haben,
weil er es mit einem anderen Signal verwechſelte.
Der Führer des Gegenzuges iſt ſeinen Verletzungen
erlegen.
Eiſenbahnunglück in Belgien.
Wie Hadas aus Brüſſel berichtet, hat ſich zwiſchen
Weglvertz und Souerbrodt am Mittvoch nachmittag
ein Eiſenbahnunfall ereignet. Bis jetzt weiß man
lediglich, daß ein Güterzug entgleiſt iſt. Die
Loko=
motide und 15 Wagen ſollen aus den Gleiſen
ge=
treten ſein. Der Lokomotioführer und der Heizer
ſowie zwei Bremſer ſollen ſich unter den Trümmern
befinden. Die Zahl der Opfer iſt glücklichewveiſe
ge=
ringer, als zunächſt angenommen wurde. Tot iſt nur
der Bremſer des Zuges. In das Krankenhaus zu
Büttgenbach wurden der Maſchiniſt mit ſchweren
Quetſchungen und der Heizer mit leichteren
Ver=
letzungen eingeliefert. Die Uſache des Unglückes iſt
noch nicht feſtgeſtellt.
Nom. Bei einem unbewachten Bahnübergang
der Linie Foggia—Manfredonia wurde ein
Fuhr=
werk von einem Eiſenbahnzug überfahren. Der
Fuhrmann wurde getötet. In der gleichen Gegend
wurde ein Wagen von einem Automobil überfahren
und ein Landwirt getötet. — An einem offenen
Vahnübergang der Strecke Florenz—Piſtoja hat der
Schnellzug Mailand—Rom ein Automobil
über=
fahren, in dem ſich ſieben Perſonen befanden, die
wie durch ein Wunder ohne Verletzungen
davon=
kamen.
Seite 12
Freitag, den 13. April 1928
Nummer 103
General Nobiles Nordpolflug.
Das Luftſchiff „Italia”
des Generals Nobile ſtartet in Mailand am
13. April zur erſten Etappe des großen Nord
polfluges nach Stolp in Pommern. Die zweite
Etappe führt von Stolp nach Spitzbergen. Die
dritte von Spitzbergen zum Nordpol.
General Nobile,
Die Beſatzung des Expeditionsſchiffes „Citta di Milanv”.
Das Expeditionsſchiff des Generals Nobile führt das nötige Material für das von Spitzbergen, der Führer der großen Expedition nach dem
ſtartende Luftſchiff an Bord und wird in den nächſten Tagen das Eismeer erreichen. Dort wartet. Nordpol, befindet ſich an Bord der „Italia”,
es das Eintreffen des Luftſchiffs„Italia” ab. Unſer Bild zeigt die Beſatzung des
Expeditions=
ſchiffs „Citta di Milano”. In der Mitte Profeſſor Mario Tenani von Genua, das Haupt der
Wiſſenſchaftler, welche an der Expedition teilnehmen. Rechts von ihm der Kommandant des
Schiffes, Kapitän Manoja, und die Mannſchaft.
Tod auf den Schienen.
Frankfurt a. M. Am Mittwoch überfuhr der
beſchleunigte Perſonenzug Hamburg—Frankfurt a.
M. in der Nähe von Wilhelmshöhe einen jungen
Mann, der in ſelbſtmörderiſcher Abſicht vor den Zug
geſprungen war. Der bedauernswerte Jüngling
wurde von der Lokomotive erfaßt und ihm der Kopf
vom Rumpfe getrennt, ſo daß der Tod auf der Stelle
eintrat. Die Perſonalien des Selbſtmörders ſind bis
jetzt noch nicht bekannt. — Donnerstag früh gegen
7 Uhr wurde in der Nähe von Allendorf bei
Kirch=
hain von dem Schnellzug Hamburg—Frankfurt ein
Rottenführer überfahren und ſo ſchwer verletzt, daß
der Tod ebenfalls auf der Stelle eintrat. Der
Ver=
unglückte war als Aufſeher einer Arbeiterkolonne
mit Arbeiten am Bahnkörper beſchäftigt und befand
ſich in einer ſehr unüberſichtlichen Kurve, ſo daß er
das Herannahen des Zuges nicht bemerkt und auch
das Lokomotivperſonal die arbeitenden Leute nicht
rechtzeitig ſehen konnte.
Gasvergiftung einer vierköpfigen Familie.
Berlin. In der Nacht zum Donnerstag gegen
½3 Uhr wurden Bewohner eines Hauſes in
Schöne=
berg durch ſtarken Gasgeruch aufmerkſam gemacht.
In der Wohnung eines 47 Jahre alten Malers fand
man den Maler, ſeine Ehefrau, ſeie Mutter und
ſeine Nichte bewußtlos auf. Die
Wiederbelebungs=
verſuche der Feuerwehr waren bei allen vier
Per=
fonen von Erfolg begleitet.
Der Beleidigungsprozeß der „Nachtausgabe‟.
Berlin. Die Vergleichsverſuche in dem
Pro=
zeß, den die „Nachtausgabe” gegen die
verantwort=
lichen Schriftleiter der „Tägl. Rundſchau” und die
Bildhauerin v. Ratlef=Keilmann wegen Beleidigung
angeſtrengt hat, ſind erfolglos verlaufen. Anlaß zu
dieſem Prozeß gab bekanntlich der Streit um die
Identität der Zarentochter Angſtaſia. Das Gericht
beſchloß, den ehemaligen Großherzog von Heſſen in
Darmſtadt als Zeugen darüber zu vernehmen, ob er
25 000 Mark an den Scherl=Verlag gegeben hat, um
die Ermittlungen gegen Frau v. Tſchaikowſch glias
Anaſtaſia durchführen zu helfen. Auch Herzog v.
Lich=
tenberg und ſeine Gattin und Frl. v. Waſchersleben
ſollen als Zeugen vernommen werden. Dieſe drei
Zeugen haben eidesſtattlich verſichert, daß der
Schrift=
leiter Lucke von der „Nachtausgabe” ihnen geſagt habe,
der Großherzog von Heſſen habe 25 000 Mark an die
„Nachtausgabe” für den angegebenen Zweck gezahlt.
Der Kläger Lucke beſtritt dieſe Tatſache unter Eid.
Es foll nunmehr eine Gegemtberſtellung in Berlin
ſtattfinden.
Fünf Perſonen ertrunken.
Graz. Wie aus Marburg berichtet wird, kippte
am Dienstag auf der Drau ein mit Heu beladener
Kahn um, auf dem ſich drei Männer, zwei Frauen
und drei Kinder befanden. Nur drei Perſonen
konnten gerettet werden. Bisher iſt die Leiche einer
Frau geborgen worden.
Schlagwetterexploſion auf Schacht
Konſtantin VII.
Berlin. Auf der Schachtanlage Konſtantin VII.
im Ruhrgebiet hat ſich eine kleinere
Schlagwetter=
egploſion ereignet, durch die vier Mann leicht
ver=
brannt worden ſind. Wie der amtliche Preußiſche
Preſſedienſt erfährt, hat ſich die Exploſion in einem
einziehenden Querſchlag, in dem eine elektriſche
Fahr=
drahtlokomotive umging, ereignet. Die
Wetterge=
ſchwindigkeit an der Unglücksſtelle war gering, da
es ſich um ein durch Wettertüren eingeſchleuſtes
Stück handelt. Die Schlagwetter ſind aller
Wahr=
ſcheinlichkeit nach durch Funken der elektriſchen
Fahr=
drahtlokomotive entzündet worden. Mechaniſche
Wir=
kungen hat die Exploſion nicht gehabt. Bei den
vier Verbrannten handelt es ſich um den
Lokomotiv=
führer, zwei Schlepper, die am Fuß eines Stopels
beſchäftigt waren, und einen Hauer, der zufällig
Holz holte. Der Unfallausſchuß der
Grubenſicher=
heitskommiſſion wird zur Unterſuchung des Unfalles
einberufen werden.
Flugzeugzuſammenſtoß in Argentinien.
Bahia Blanea. Zwei Flugzeuge, die an
einem anläßlich der Jahrhundertfeier der Stadt
Bahia Blanca veranſtalteten Schaufluge teilnahmen,
ſtießen in einer Höhe von mehr als 1000 Fuß
zu=
ſammen. Beide Flugzeugführer wurden getötet,
einer von ihnen ſprang aus einer Höhe von 700
Fuß aus dem Flutgzeug herab.
Vor dem Start der „Italia”.
Die italieniſchen Behörden haben dem
Reichsber=
kehrsminiſterium Nachricht gegeben, daß das
Luft=
ſchiff „Italia” heute morgen die Abfahrt nach dem
Nordpol antreten werde. Der „Italia”, werden
ſtündlich Nachrichten über die Wetterlage gegeben.
Sollte das augenblicklich über Schleſien liegende
Tiefdruckgebiet nach Oſten abwandern, ſo iſt damit
zu rechnen, daß die „Italia”, die den Kurs nach
Wien-Poſen—Stolp nehmen ſollte, einen Umweg
nach Weſten macht und vielleicht über Dresden und
Berlin fliegt. In dieſem Falle wäre eine
Zwiſchen=
landung in Staaken notwenbig, wo auf jeden Fall
Vorbereitungen für die Laudung des
Expeditions=
luftſchiffes getroffen wurden.
16 Gebäude eingeſtſchert.
Warſchan. Im Dorf Oſiradz bei Lodz
ber=
nichtete in der vergangenen Nacht ein Großfeuer
16 Gebäude. 29 Familien ſind obdachlos geworden.
Man vermutet, daß das Feuer, durch Unorſichtigkeit
entſtanden iſt.
Zucker im Wert von vier Mällionen verbrannt.
London. In Havanua eingegangene
Meldun=
gen aus Kuba beſagen, daß dort in einem
ameri=
kaniſchen Lagerhaus Zuckermengen im Werte von
vier Millionen Mark durch Feuer zerſtört worden
ſind.
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Nummer 4
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
13. April 1928
Schweres
Portal-Fräswerk.
Von
Oberingenieur Weil, Frankfurt am Main.
Die maſchinelle Bearbeitung der umfangreichen ſchweren
Werkſtücke, z. B. Platten, Geſtellrahmen, Gehäuſe, Zylinder und
dergleichen, wie ſolche im Dampfturbinen=, im Elektrobau und
hauptſächlich im Großmotorenbau
vor=
kommen, gehört zu den wichtigſten
Funk=
tionen der Betriebswerkſtätten, die für
wirtſchaftlichſte, raſcheſte und genaueſte
Ausführung dieſer Arbeiten zu ſorgen
haben; denn hiervon hängt in hohem
Maße die Konkurrenzfähigkeit und
Ren=
tabilität des Unternehmens ab.
Die Art und Weiſe dieſer Bearbeitung
kann ſehr verſchieden ſein und richtet ſich
naturgemäß nach den vorhandenen
Werk=
zeugmaſchinen. Der früher vielfach
be=
liebte und auch jetzt in manchen Werken
noch geübte Arbeitsvorgang, bei welchem
die ſchweren Werkſtücke den einzelnen
Werkzeugmaſchinen zugeführt wurden,
leidet unter der Schwierigkeit des
Trans=
portes von einer Maſchine zur anderen,
weil dieſer Transport einen großen
Zeit=
verluſt bedeutet und das jedesmalige
Auf= und Abſpannen ſowie genaue
Aus=
richten des zu bearbeitenden
Gegenſtan=
des ſeine raſche Fertigſtellung ſehr
ver=
zögert. Man iſt daher vielfach dazu
über=
gegangen, das Werkſtück feſtzulegen, auf
eine in der Werkſtätte feſt eingebaute
Platte zu ſpannen und es mittels
ent=
ſprechenden transportablen
Werkzeug=
maſchinen zu fräſen, bohren, ſtoßen uſw.
Dieſes Syſtem, das unzweifelhaft eine
weſentliche Verbeſſerung bedeutet, hat
noch den Nachteil, daß die bearbeitenden
Werkzeugmaſchinen, welche um das
Werk=
ſtück gruppiert ſind, erſt genau
ausgerich=
tet werden müſſen. Empfehlenswert iſt
dieſer Arbeitsvorgang dort, wo für die
Bearbeitung kleinere Werkzeugmaſchinen
in Frage kommen.
Am vorteilhafteſten hat ſich eine
Va=
riante dieſer Bearbeitungsart erwieſen,
bei welcher ein bewegliches, mit
entſpre=
chenden Werkzeugen ausgeſtattetes
Por=
tal, deſſen lichter Durchgang dem größten
vorkommenden Arbeitsſtück entſpricht,
dasſelbe überbaut und welches durch
ver=
ſchiedene weitere Werkzeugmaſchinen, die
in feſter Verbindung mit dem Portal
ſtehen, ergänzt wird. In den meiſten
Fällen ſind, es Fräs= und
Bohr=
werke, welche die maſchinelle
Bearbei=
tung der ſchweren Körper übernehmen
und die in ihrer Konſtruktion ſo
univer=
ſell gehalten ſind, daß ſie die
erforder=
lichen Arbeiten bei jeder Lage der zu
be=
arbeitenden Flächen oder Bohrungen
aus=
führen können.
Dieſe kombinierten Portal=Fräswerke,
wie ſie kurz genannt werden, haben im
Laufe der Jahre naturgemäß weitgehende
konſtruktive Veränderungen erfahren, die
ſich nicht allein auf die ſtetig größer
ge=
wordenen Abmeſſungen der zu
bearbei=
tenden Maſchinenkörper, ſondern vornehmlich auf die
Verbeſſe=
rung der Antriebe und Schaltungen und auf die erleichterte
Be=
dienbarkeit dieſer Koloſſe beziehen.
In dem zur Beſprechung ſtehenden, von der Schieß=Defries A. G.
in Düſſeldorf kürzlich gebauten Portalfräswerk (ſiehe Bild)
wür=
den die aus dem Jahre 1892 ſtammenden Erſtkonſtruktionen nicht
wiedererkannt werden. Wie aus der Abbildung erſichtlich, iſt das
mit zwei Fräsſuporten ausgeſtattete Portal mit einer Univerſal=
Horizontal=Bohr= und Fräsmaſchine, ſowie mit einer, quer zum
Portal, an den Kopfenden der Betten angeordneten weiteren
Bohrfräsmaſchine kombiniert; hierbei dient das Portal
hauptſäch=
lich dazu, die in der Mitte der Längsachſe der Maſchinenkörper
befindlichen Stellen zu bearbeiten, während die Univerſalmaſchine
für die äußeren Flächen und Bohrungen beſtimmt iſt; mit der
Quer=Bohrfräsmaſchine können alle Arten Fräs= und
Bohrarbei=
ten ausgeführt werden; ſie iſt auch mit Einrichtungen ausgeſtattet,
die das Ausbohren größerer Zylinder ermöglichen. Da es
viel=
fach vorkommt, daß außer ſchweren Bohr= und Fräsarbeiten auch
noch geringfügige maſchinelle Bearbeitungen vorzunehmen ſind,
wie z. B. Bohren und Gewindeſchneiden kleinerer Löcher oder
Fräſen ſchmaler Flächen, ſo ſind alle Spindeln noch mit
Neben=
ſpindeln ausgeſtattet, welche in wirtſchaftlichſter Weiſe dieſe
Arbeiten auszuführen in der Lage ſind.
Beſonderer Wert wurde auf die Durchbildung der
elek=
triſchen Antriebe gelegt. Jedes der vier Werkzeuge erhält
ſeinen beſonderen Antrieb durch einen im Verhältnis 1:3
regel=
baren Gleichſtrom=Nebenſchlußmotor von etwa 24 PS Leiſtung
für Rechts= und Linksgang; und da auch jedes der Werkzeuge
ſeinen eigenen Schaltantrieb erhält, ſo iſt die Unabhängigkeit
der=
ſelben vollſtändig gewahrt; man kann alſo mit jedem Support
eine beliebige Arbeit bei der hierfür erforderlichen
Geſchwindig=
keit und Vorſchubgröße ausführen. Die Motore ſitzen direkt an
dem zugehörigen Schlitten, ſo daß die ſonſt übliche
Kraftüber=
tragung durch vertikale Nutwellen und Kegelräder in Fortfall
kommt und dadurch eine weſentliche Krafterſparnis erzielt wird.
Ein fünſter, an dem oberen Querſtück des Portals angeordneter,
gleich großer Motor dient ſowohl zur Verſtellung des Portals, als
auch zur Vertikalbewegung des Querbalkens. Dieſe Gleichartigkeit
der fünf Motore hat den großen Vorteil, daß die Zahl der zu
be=
ſchaffenden Reſerveteile auf ein Minimum beſchränkt werden kann.
Der Strom wird den Motoren durch eine ins Bett verdeckt
eingelegte Schleifleitung zugeführt; mittels einer ſelbſttätigen
Druckknopfſteuerung kann der Portalmotor geſteuert werden,
wo=
durch man erreicht, daß die Portalbewegung von beliebigen Stellen
aus beherrſcht werden kann. Von dieſem Motor aus wird durch
geeignete Räderüberſetzung und längs der beiden Ständer
ange=
ordneten Vertikalwellen je ein Schneckenradtrieb betätigt, der auf
die beiden in die Hauptbetten eingelegten Stahlzahnſtangen treibt
und ſo die Portalbewegung bewirkt, die nicht nur langſam im
wechſelbaren Schaltgang und in maſchineller Eilbewegung, ſon=
Motoren ſowie Regulierung und Umſteuerung derſelben zu;
maſchinelle, leicht ein= und auszurückende Eilbewegungen des
Portals, der Ständer und Spindelkaſten (etwa 1200 Millimeter
in der Minute) bringen die Werkzeuge raſch an die zu
bearbei=
tende Stelle heran, und die feinen Handeinſtellungen ſind durch
Anordnung von Kugellagern an den Bewegungsſchnecken und
Spindeln, ſowie durch neuzeitliche Schmalführungen der
gleiten=
den Teile ohne große Kraftäußerung des Arbeiters zu bewirken,
Die Supporte ſind mit Podeſten ausgerüſtet, die durch Leitern
beſtiegen und von wo aus die verſchiedenen Handgriffe leicht
er=
reicht und betätigt werden können. Die Vielzahl und
Verſchieden=
artigkeit der Arbeiten, die dieſe Maſchine zu erfüllen hat — Bohren
kleiner Löcher, Ausbohren von Zylindern,
Abfräſen großer und kleiner Flächen,
Ge=
windeſchneiden — erforderte mehr oder
minder verwickelte Mechanismen, deren
Bedienung aber dadurch weſentlich
er=
leichtert iſt, daß an den Hebeln und
Hand=
rädern Meſſingſchilder mit erklärender
Aufſchrift angebracht ſind, welche dem
Arbeiter den Zweck der Hebel angeben.
Dadurch, daß Blockierungen angeordnet
ſind, welche das Einrücken gegenläufiger
Bewegungen unmöglich machen, iſt ein
wirkſamer Schutz gegen die durch
der=
artige Fehleinrückungen hervorgerufenen
Unfälle und Brüche gewährleiſtet. Die
Haupttriebteile erhalten ſelbſttätige
Preß=
ölſchmierung, wodurch Warmlaufen
ver=
hindert wird.
Schließlich ſei noch als kennzeichnend
für die rieſigen Ausmaße dieſes
Maſchi=
nenrieſen bemerkt, daß hierfür ein
Werk=
ſtattraum von 34½ Metern Länge, 16½
Metern Breite und über 9 Metern Höhe
beanſprucht wird.
Zündpunkt-
regelung beim
Automotor.
auf verſchiebbaren, um eine horizontale Achſe ſchwenkbaren
Spin=
delkaſten; für die Drehbewegung des Ständers iſt ein beſonderer,
m Ständerfuß ſitzender Motor von 7½ PS vorgeſehen, welcher
Rechts= und Linkslauf beſitzt. Die 200 mm ſtarke Bohrſpindel iſt
in einer Hohlſpindel verſchiebbar angeordnet und an ihrem
hinte=
ren Ende in einem Führungsſchlitten gelagert. Die
Achſialverſchie=
bung erfolgt mittels dieſes Führungsſchlittens durch ſteilgängige
Gewindeſpindel nach beiden Richtungen von Hand ſchnell oder
mittels Schneckenüberſetzung fein oder auch für den Bohrvorſchub
ſelbſttätig mit durch Stufenrädergetriebe veränderlicher
Geſchwin=
digkeit. Zwecks Spananſtellung iſt die Bohrſpindel mit der
Plan=
ſcheibe in der Achſenrichtung um 100 mm einſtellbar.
Die Hauptbohrſpindel trägt eine Schnellauf=Innenſpindel
für kleinere Bohr= und Fräsarbeiten; dieſelbe wird bei
Nicht=
gebrauch in die Hauptſpindel zurückgezogen. Gegenüber dieſem
Univerſalſtänder wird auf dem Bett ein Lünettenſtänder
ange=
ordnet, welcher zur Führung und Unterſtützung der Bohrſtangen
dient, wofür ein doppeltes, an dem Lünettenſtänder mittels
Zahn=
ſtange und Getriebe von Hand ſchnell oder durch
Schneckenüber=
ſetzung fein einſtellbares Führungslager vorgeſehen iſt. Der
Uni=
verſalſtänder iſt ſo eingerichtet, daß er auf jedes der beiden
Bet=
ten, vor oder hinter dem Portal aufgeſetzt werden kann.
Das Querbohrfräswerk entſpricht in der Bauart der
vorbeſchriebenen Maſchine, unterſcheidet ſich von ihr aber dadurch,
daß weder der Ständer noch der Bohrſchlitten drehbar ſind, daher
ſchräge Löcher nur bei Schrägſtannen des Arbeitsſtückes gebohrt
werden können. Es iſt ebenfalls mit einer Innenſpindel für
klei=
nere Arbeiten ausgeſtattet, welche mit einem Durchmeſſer von
75 mm in der 220 mm ſtarken Hauptſpindel gelagert iſt. Der
Ständer läßt ſich auf dem Querbett um 5300 mm, der
Spindel=
kaſten in der Höhe um 2000 mm verſtellen.
Bemerkenswert iſt die Anordnung der
Aufſpannplat=
ten. Es wurde davon abgeſehen, eine breite, durchgehende Platte,
wie ſonſt bei Bohrwerken üblich, zu verwenden; der Konſtrukteur
ſah anſtatt einer ſolchen eine Reihe von ſchmäleren Platten vor,
die ſich an entſprechenden Anſätzen der beiden 28 Meter langen
dreibahnigen Hauptbetten an jede beliebige Stelle verſchieben
und dort in Schlitzen der Bettanſätze feſtſchrauben laſſen. Dadurch
iſt es möglich, im Bedarfsfalle die eine oder die andere Platte
leicht herausnehmen; es können dann Werkſtücke mit nach
unten vorſpringenden Anſätzen bequemer geſpannt werden, weil
dieſe Anſäre in die Zwiſcheuräume zwiſchen den einzelnen
Plat=
ten eintreten können.
Dem Umſtande, daß es möglich ſein muß, dieſe gigantiſche
Maſchine, welche ein Gewicht von etwa 500 Tonnen beſitzt und
die Gegenſtände von 4,5 Meter Breite und 4,5 Meter Höhe (
ent=
ſprechend dem freien Portaldurchgang) und 24 Meter Länge
auf=
nehmen kann, trotz ihrer gewaltigen Abmeſſungen bequem zu
be=
dienen, iſt in jeder Weiſe Rechnung getragen. Die vorerwähnte
Druckknopfſteuerung läßt ein ſofortiges An= und Abſtellen der
Von
Ing. B. Vater, Darmstadt.
Es darf wohl als bekannt vorausgeſetzt
werden, was man im allgemeinen unter
Früh= und Spätzündung zu verſtehen
hat, nämlich das Ueberſpringen des
Fun=
kens an der Kerze, bevor bzw. nachdem
der Kolben die obere Totlage erreicht
hat. Wenn der Motor rationell arbeiten
ſoll, muß ſich der Zündzeitpunkt der
Tourenzahl anpaſſen, ein Umſtand, der
mit ausſchlaggebend iſt für regelmäßigen
Lauf, erhöhte Kraftleiſtung und
Vermin=
derung des Brennſtoffverbrauches. Bei
höchſter Tourenzahl iſt z. B. die größte
Ausnutzung des Motors erſt bei ungefähr
40 bis 482 Vorzündung erzielbar. Bei
ge=
ringerer Tourenzahl muß die Maſchine
auch einen entſprechend kleineren
Früh=
zündungswinkel beſitzen, ebenſo beim
Bergfahren, um ein „Klopfen” des
Mo=
tors, das deſſen Lebensdauer
beeinträch=
tigt, zu vermeiden. Bei Fahrzeugen, die
angekurbelt werden, muß dies zur
Ver=
hinderung von Rückſchlägen bei
Spätzün=
dung geſchehen. — Das Beſtreben
einzel=
ner Firmen geht nun dahin, die ganze
Schaltungsanordnung des Fahrzeuges zu vereinfachen.
Aehn=
lich wie man zur automatiſchen Luftregulierung (
Pallasver=
gaſer) übergegangen iſt, hat man verſucht, den Fahrer auch der
Bedienung des Regulierhebels für die Einſtellung des
Zünd=
zeitpunktes zu entheben. Bei vielen, beſonders kleineren
Fahr=
zeugen, iſt der Zündverſtellhebel in Wegfall gekommen und die
Motore arbeiten mit konſtanter Zündung, die naturgemäß eine
Frühzündung iſt, und zwar mit einem mittleren Wert von
ca. 17—20‟. Die Geſchwindigkeit wird nur mit Hilfe der
Gas=
droſſel reguliert. Bei dieſer kleinen Vereinfachung müſſen jedoch
die erwähnten Uebelſtände mit in Kauf genommen werden, denn
bei hoher Tourenzahl iſt dieſe Vorzündung nicht ausreichend,
während ſie in den anderen Fällen wieder zu groß iſt.
Um nun an dem Gedanken der Vereinfachung feſthalten zu
können, hat man ſich nach verſchiedenen Möglichkeiten umgeſehen
und ſucht unter Beibehaltung der konſtanten Frühzündung mit
dem Syſtem der Doppelzündung deren Nachteile
aus=
zugleichen. Hiermit iſt zunächſt ein leichtes, ſicheres Anwerfen
gewährleiſtet; außerdem verfügt man bei Verſagen einer
Zün=
dung über eine Reſervezündung. Allein ſelbſt die Boſch=
Dod=
pelzündung für einfachen Zündkerzenſatz, die keinen getrennten
Verteiler für die Batteriezündung, keinen getrennten
Unter=
brecher, keinen beſonderen Umſchalter und auch keine
umfang=
reichen Trembleurſpüler beſitzt und auf je eine Kerze arbeitet,
iſt immer noch komplizierter und koſtſpieliger als eine
magnet=
elektriſche, einfache Hochſpannungszündung mit dem
Zündver=
ſtellhebel alter Ausführung.
Mit einem von ihr auf den Markt gebrachten Apparat hat
die Firma Eiſemann u. Co. in Stuttgart unter Aufgabe der
konſtanten Frühzündung einen anderen Weg beſchritten und
arbeitet mit ſelbſttätiger Zündpunktverſtellung
Die Neuerung beſteht in einem Pendelregulator, der auf der
Ankerachſe des Magnetapparates ſitzt. Infolge der auftretenden
Fliehkraſt, deren Wert ſich nach der Tourenzahl richtet,
ver=
ſchieben ſich die Regulatorgewichte und verſtellen dabei eine mit
Flachgewinde verſehene Mutter, as eine Verdrehung des
An=
kers zur Folge hat. Durh eine hinter der Muffe angebrachte
Feder kann der von ihr beſchriebene Weg beſonders geregelt
werden. Auf Grund von erfahrungsgemäß ermittelten Werten
iſt die erſtmalige Einſtellung des Apparates, die übrigens genau
ſo wenig Schwierigkeiten wie der ganze Einbau verurſacht, ſo
vorgenommen worden, daß der Motor bis 250 Touren mit 50
Spätzündung arbeitet, ſodann tritt faſt augenblicklich eine
Ver=
ſchiebung der Muffe ein und damit 102 Vorzündung. Von da
ab verſtellt ſich die Zündung annähernd proportional zur
Tourenzahl bis marimal auf 60‟. Die neue Bauart bewirkt
einen ruhigen Gang des Motors (auch bei kleiner Tourenzahl),
da der Zundzeitpunkt imemer der Tourenzahl angepaßt iſt. Sie
bietet ferner die Möglichkeit, durch Verſtellung der Feder für
ſchnellaufende Mororen ein anderes Verhältnis zwiſchen Früh=
und Spätzündnng zu wählen als für langſam laufende.
dern auch von Hand erfolgen kann. — Was die beiden
Portal=
werkzeuge anbetrifft, ſo beſteht jedes derſelben aus einem
lang=
geführten Querbalkenſchieber, einem darauf um je 20 Grad nach
beiden Seiten ſchwenkbaren Schlitten, in deſſen Führungsbahnen
der als achtkantiger Balken ausgebildete Spindelkaſten um 1000 mm
verſchoben werden kann. Die in dieſem Spindelkaſten gelagerte
ſtählerne Hauptſpindel hat einen Durchmeſſer von 200 mm; neben
derſelben iſt eine kleinere, 75 mm ſtarke Nebenſpindel eingebaut,
welche, mit doppelter Geſchwindigkeit als die Hauptſpindel laufend,
die vorerwähnten kleinen Arbeiten wirtſchaftlich ausführen kann.
Die Univerſal=Bohr= und Fräsmaſchine beſitzt
einen um eine vertikale Achſe drehbaren Ständer und einen dar=
Freitag, 18. April 1928.
Technik der Gegenuart
Nummer 4
Die deutsche Normund.
Von
Walter Heimann, Friedberg.
Die Normung bezweckt eine zielbewußte Vereinheitbichung
aller oft vorkommenden Gegenſtände. Sie iſt in der Zeit der
all=
gemeinen Rationaliſierung wohl die wichtigſte Einvichtung, die
ſich die Technik geſchaffen hat.
Vor dem Kriege ſchon ſtellten einzelne Induſtriewerke ſolche
Maſchinenteile, die ſie täglich in größeren Mengen brauchten,
einheitlich her, jedoch war das eine reine Privatangelegenheit
der betreffenden Firmen und von einem Streben nach allge=
Var der Normung
6 114r162
Nach der Normung
Hotrung im Mankenbaus
bezueeßt ueniger Grsßen und Jarmen.
Aan de
Arn 48
dar
chuß Jankenhaus Janst.
DNA
1926
Normung der Krankenhausmöbel
761
1917 der Normalienausſchuß für den Maſchinenbau in den „
Nor=
menausſchuß der deutſchen Induſtrie” umgewandelt. Wber auch
in der Induſtrie fand die Normung noch keine Begrenzung und
griff ſchließlich auf ſämtliche Gebiete der Erzeugung und des
Ver=
brauches über. In Anpaffung an das Tätigkeitsbereich des
Aus=
ſchuſſes wurde daher der Name am 6. November 1926 nochmals
in „Deutſcher Normenausſchuß” geändert. Die deutſchen Normen
ſind durch die Buchſtaben DIN (Deutſche Induſtrie=Norm)
ge=
kennzeichnet. Nach ſeiner Umbenennung gibt nun der Ausſchuß
für die beibehaltene Bezeichwnung DIN die Erklärung: Das iſt
Norm.
Ueber die Vorteile der Normung dürfte heute in
Technicker=
kreiſen allgemeine Klarheit herrſchen. Das genügt aber nicht. Der
Normungsgedanke muß in den breiteſten Schichten des
ver=
brauchenden Volkes eingebürgert werden. Der Segen der Nor=
Dingrm n40
mſt i6em Rinter u Vecktl.
Dinorm 278u219 —v0—
Migrn W
m.genarmt
Dinorm 278u279 Dinorm 10
affnnd nieche genarm
NDI
1926
Preis-Unterschied zwischen genormten
u. nicht genormten Fenstern und Türen
geſamte werktätige Jugend umfaſſen, die erfahrungsgemäß
tech=
niſchen Fragen ſehr zugänglich iſt. Bisher ſind zirka 2000
Norm=
blätter vom Normenausſchuß fertiggeſtellt worden. Die Normen
gliedern ſich in ſogenannte Grundnormen, wie Zeichnungen,
For=
melgrößen, Gewinde und dergleichen, und ſogenannte
Fach=
normen, wie Normen des Maſchinenbaues, der Elektrotechnik, des
Bergbaues, des Baugewerbes uſw. In neuerer Zeit ſind bereits
weite Gebiete der allgemeinen Gütererzeugung, wie
Hauswirt=
ſchaftsgeräte, Krankenhauseinvichtungen, Büromöbel, Koffer u. a.
genormt worden, und es ſteht zu erwarten, daß gerade dieſe
all=
gemeine Normung den einzelnen Haushalvungen große
wirt=
ſchaftliche Vorteile bringen wird. Herausgehoben ſeien nur
ein=
mal die Wecgläſer.
Vor der Normung: Viele unterſchiedliche Formen und
Größen. Auf Gläſer von verſchiedenen Herſtellerfirmen oder
ver=
ſchiedenen Größen paſſen nur die beſonderen Enſatzdeckel. Gelingt
es nicht, dieſe zu beſchaffen, ſo, ſind die Einkochgläſer als ſolche
wertlos geworden.
Nach der Normung: Wenige, einheitliche Formen und
Größen. Alle Firmen ſtellen die Gläſer gleichartig her, ſo daß die
ſtets paſſenden Erſatzteile in jedem beliebigen Geſchäft erſtanden
werden können.
Wie entſteht nun eine Norm? Da heißt es gleich, der oft
vertretenen Meinung, der Normenausſchuß ſei eine Behörde, die
vom grünen Tiſche aus ihre Beſtimmungen trefſe, entgegenzu=
ungünſtigen Witterungsverhältniſſen zur Sicherſtellung der
Milchqualität zu kommen.
In den Molkereien ſelber findet die Elektrizität bereits
dielfach Anwendung. Diejenigen Maſchinen, die außerhalb der
normalen Betriebszeit des Molkereibetriebes arbeiten müſſen,
wie Butterfertiger, Rahmreifer, Waſſerpumpe, Kältemaſchinen
uſw., werden zweckmäßig durch Elektro=Motoren angetrieben,
und zwar kommt infolge der Verſchiedenheit der einzelnen
Be=
triebszeiten nur der elektromotoriſche Einzelautrieb in
Frage. Aber auch eine große Anzahl von Molkereien iſt bereits
längere Zeit dazu übergegangen, anſtatt mit der Dampfmaſchine
den geſamten Betrieb auch während der Milchverarbeitung dur=h
Elektry=Motoren anzutreiben. Die Erfolge dieſer
Betriebs=
weiſe haben in faſt allen Fällen den Beweis erbracht, daß ein
rationeller Betrieb möglich war, abgeſehen von den reinen
betriebstechniſchen Vorteilen der größeren Bequemlichleit und
insbeſondere Sauberkeit.
Augenblicklich ſind bei einer Molkerei in Pommern Verſuche
im Gange, um feſtzuſtellen, ob auch der geſamte Wärmebedarf
einer Molkere für die Erhitzung der Milch wirtſchaftlich bei
entſprechender Ausnutzung von Ueberſchußſtrom durch
Elektrizi=
tät erzeugt werden kann. Die Vorverſuche in dieſer Beziehung
laſſen befriedigende Ergebniſſe erwarten.
meiner, einheitlicher Regelung konnte dabei nicht die Rede ſein.
Zum erſten Male zeigte ſich die Notwendigkeit einer allgemeinen
Vereinheitlichung im Kriege durch die Anforderungen an
Heeres=
bedarf, und ſo wurde der Krieg der Bahnbrecher ſür unſere
heutige Norwng. Die Normaliſievung des Heeresbedarfs wurde
von dem damaligen Königlichen Fabrikationsbüro in Spandau
durchgeführt. Es zeigte ſich aber bald, daß die Vereinheitlichung
der Kriegsartikel ohne eine gleichzeitige Vereinheitlichung der
Grundelemente des Maſchinenbaues nicht möglich war, und ſo
wurde im Mai 1917 der „Normalienausſchuß ſür den
Maſchinen=
bau” ins Leben gerufen, der zunächſt die Grundelemente,
Schraube, Niete, Keil uſw., zu vereimheitlichen hatte. Bald
er=
kannten auch weitſchouende Techniker die gewaltigen
wirtſchaft=
lichen Vorteile, die eine allgemeine Normaliſierung der
Induſtrie=
erzeugniſſe nach ſich ziehen müſſe, und ſo wurde am 22. Dezember
durch Normung
Riemenscheiben
3600 vor der Normung
Riemenscheiben
weiden ersetet durh 600 nach der Normung
N0N
1925
Wormung der Riemenscheiben
mung wird ſich in ſeinem vollen Umfange erſt auswirken, wenn
ihn die geſamte Verbraucherſchaft eingeſehen hat und ihre
Käufe dementſprechend zeitigen wird. Beim deutſchen Volke, das
ſeiner Natur nach am althergebrachten hängt und Neuerungen
möglichſt aus dem Wege geht, iſt die reſtloſe Durchführung der
Normung in hochem Maße eine Frage der Erziehung. Es ſollten
ſich daher die erſten Erziehungsfaktoren, Bildungsinſtitute und
Schrifttum dieſes Problems annehmen und es ſeiner großen
Be=
deutung entſprechend beleuchten. Beſonders berufen zur
Popula=
tiſierung der Normung dürften die Berufsſchulen ſein, da ſie die
treten. Der Normenausſchuß iſt ein reiner Zwveckverband, in dem
Erzeuger, Fachleute, Behörden, Händler und Verbraucher, alſo
alle Wirtſchaftskreiſe, wirkſam ſind. Das Recht, die Aufſtellung
einer Norm zu beantragen, hat ein jeder, ebbenſo iſt jedem
Inter=
eſſenten Gelegenheit zur Mitarbeit gegeben. Geht ein Antrag auf
Aufſtellung einer Norm ein, ſo wird er von der Geſchäftsſtelle an
den zuſtändigen Fachausſchuß überwieſen. Falls ein ſolcher für
das angemeldete Gebiet noch nicht beſteht, wird er gebildet,
ſo=
fern nach vorher eingeholten Informationen ein Bedürfnis dafür
vorliegt. Der Fachausſchuß arbeitet den Entwurf aus, er hat
aber nicht das Recht, die Norm ſelbſtändig durchzuführen. Der
Endwurf wird vielmehr in dem Organ des Nommenausſchuſſes,
den DIN=Mitteillungen und der einſchlägigen Fachliteratur
ver=
öffentlicht, nachdem er zuvor von der Normenprüfſtelle geprüft
worden war, ob er auch mit bereits vorhandenen Normen
über=
einſtimmt. Die Veröffentlichung gibt allen Intereſſenten
Gele=
genheit zur Stellungnahme, ſür die im allgemeinen eine
Ein=
ſpruchsfriſt von acht Wochen beſteht. Nach Beendigung der
Ein=
ſpruchsfriſt werden die eingegangenen Beanſtandungen und
Vorſchläge geprüft und eingehend bevaten und führen mitunter
zu einer zweiten Ausarbeitung des Normblattes, das wieder
denſelben Weg durchläuft. Die Norm darf erſt dann endgültig
fertiggeſtellt werden, wwenn auch die Einſprüche und Vorſchläge
auf die zweite Veröffentlichung des Entwurfs verarbeitet ſind.
Perſonen, Firmen oder Körperſchaften, die wichtige Vorſchläge
machen und nicht im Fachausſchuſſe vertreten ſind, werden zur
entſcheidenden Sitzung eingeladen. Das Normblatt gelangt
ſchließlich mit Zuſtimmung des Vorſtandsrates zur letzten
Be=
ſprechung und redaknionellen Ueberarbeitung an die
Normenprüf=
ſtelle, die es dann dem Beuth=Verlage zum Ausdruck und
Ver=
trieb zuſtellt.
Die Normung iſt eine Einrichtung, die unſere Wirtſchaft in
weitem Maße zu fördern und dem einzelnen große Vorteile zu
bringen vermag. Leicht kann es einem heute noch paſſieren, daß
man vom Verkäufer verſtändnislos angeſehen wird, wenn man
einen Gegenſtand nach DIN verlangt. Das muß von Grund auf
anders werden. Der Geſchäftsmann richtet ſich nach den
Wün=
ſchen der Käuſer und dieſe ſollten in ihrem eigenen Intereſſe
möglichſt genormte Gegenſtände verlangen.
Hektrizität
imn Molkereiwesen.
Von
Ing. E. Agberger, Kiel.
Unter dem Druck der wirtſchaftlichen Verhältniſſe iſt die
deutſche Milchwirtſchaft bemüht, eine Rationaliſierung
vorzu=
nehmen, die ſich auf die ganze Linie von der Gewinnung der
Milch an bis zum Fertigprodukt der Molkerei erſtreckt. Da eine
Senkung des Erzeugerpreiſes nicht mehr möglich iſt, muß ſich
dieſe Rationaliſierung hauptſächlich auf die Verbilligung der
Milchbehanelung erſtrecken.
Neben unerläßlichen Maßnahmen der Organiſation, ſowie
Verbeſſerungen im Bau= und Maſchinenweſen bleibt es der
Elektrizität vorbehalten, mit ihrer vielſeitigen
Anwendungs=
möglichkeit auf dieſem ganzen Gebiet die gewünſchten
Betriebs=
verbeſſerungen zu ermöglichen.
Gute, geſunde Milchkühe mit hoher Milchleiſtung erſordern
einen geſunden, gut geküfteten, mit guten Aufſtallmethoden
ver=
ſehenen Stall, der ſo eingerichtet ſein muß, daß alle
Pflege=
arbeiten mit möglichſt geringem Arbeitsaufwand erledigt
wer=
den können. Eine gute Waſſerverſorgung, mit Elektry=Motor
angetrieben, ſowie eine ausreichende elektriſ he Beleuchtung in
der Dunkelheit ſind zwei Geſichtspunkte, die ſehr beachtet
wer=
den müſſen.
In immer ſteigendem Maße wird, zur Anwendung der
elektriſchen Melkmaſchine geſchritten, welche bei ſorgfältiger
Pſlege und Sauberhaltung die Gewinnung vollkommen
ein=
wandfreier Milch gewährleiſten und wirtſchaftlicher als
Hand=
arbeit ſind.
Um der auf dieſe ſorgfältige und ſaubere Art und Weiſe alt.
gewonnenen guten Milch ihre Qualität zu erhalten, iſt eine
Kühlung der Milch in beſonderen Räumen, ſogenannten
Milch=
kammern, durch Kaltwaſſerkühler, oder in den meiſten Fällen, Dorpmüller wurde vom Architekten= und Ingenieurverein zu
Ber=
wo ſich ein längerer Transport anſchließt, durch elektriſch
ange=
triebene Kleinkältemaſchinen unerläßlich
Letztere dürfen auf keinen Fall in den modernen
Sammel=
ſtellen für die ſtädtiſche Milchverſorgung fehlen, um auch bei den
KURZE MIFTEILUNGEN
DIN=Einkochgläſer. Die Normen für Einkochgläſer ſind nunmehr
gemeinſam von Hausfrauen, Herſtellern und Händlern endgültig
foſt=
gelegt. Der Deutſche Normenausſchuß, Berlin NW 7, hat 2
Norm=
blätter DIN 4571 und 4572 herausgegeben. Genormt ſind die
Ab=
meſſungen der Deckel und Gummiringe für Flachrandgläſer (auch
Weck=
gläſer genannt), Vollrandgläſer und Nutengläſer. Im ganzen wird
es nur noch 4 verſchiedene Größen von Deckeln und Gummiringen
geben, während es bisher über 80 verſchiedene Größen gab. — Der
Vorteil der Sortenverringerung liegt darin, daß von nun eb auch
jedes kleine Geſchäft für dieſe 4 Sorten Erſatzteile liefern kann und
ſomit den Hausfrauen unnütze Wege erſpart bleiben. — Die
Raum=
inhalte der Gläſer ſind dem Ermeſſen der Fabrikanten überlaſſen. Die
genormten Einkochgläſer und Deckel werden an dem Zeichen DIN. zu
erkennen ſein.
* Stolz weht die Normenflagge. Der Normuag iſt heute nichts
mehr heilig. Selbſt die luſtig wehende Flagge muß ſich in das Geſetz
der Normung einzwängen laſſen. Der Fachnormenausſchuß für
Textil=
induſtrie und Textilmaſchinen hat am 21. Dez. 1927 einen
Unteraus=
ſchuß für Flaggen gegründet. Eine einzige Qualität von Flaggentuch
aus Wolle von hoher Feſtigkeit iſt nunmehr nach dem Beſchluß dieſes
Unterausſchuſſes Norm geworden. Die Größen der Flaggen werden in
14 Normen zuſammengepreßt, beginnend mit einer Größe von 20:30
Zentimeter und endigend mit einer Größe von 9:6 Meter.
* Drei neue Rheinbrücken werden bei Mannheim, Speher und
Maxau gebaut werden. Die Koſten dieſer Bauten ſind zu 42 Millionen
veranſchlagt. Das Reich die Reichsbahn und die beteiligten Länder
Baden und Bahern werden je ein Drittel dieſer Koſten übernehmen.
Die Städte Mannheim und Karlsruhe haben ſich allerdings noch mit
Vorbehalt erklärt, 775 000 bzw. 225 000 RM. zu übernehmen. Die
Bau=
zeit der Brücken iſt auf etwa drei Jahre veranſchlagt. Der
Hauptaus=
ſchuß des Reichstags hat kürzlich die erſte Jahresrate bewilligt, ſo daß
der Bau ſichergeſtellt ſein dürfte.
* Vom Rundfunk. Wie wir bereits früher mitteilten, iſt die Zahl
der Nundfunkteilnehmer in Deutſchland noch immer im Steigen. Mitte
Dezember 1927 hat die Zahl der Rundfunkteilnehmer in Deutſchland
die zweite Million überſchritten. Die Rundfunkteilnehmer haben,
vor=
ausgeſetzt, daß ihr Gerät ſtark genug iſt, eine ungeheure Auswahl
zwi=
ſchen den Stationen, denen ſie lauſchen wollen. Auf der Erde ſind
nach einer engliſchen Zuſammenſtellung 1126 Rundfunkſender in
Tätig=
keit. Die Mehrzahl der Sender beſitzen, wie üblich, die U. S.A., die
685 Stationen haben. In Europa gibt es nur 196 Stationen;
Auſtra=
lien, ſonſt der kleinſte Erdteil, beſitzt 28 Rundfunkſender; endlich Aſien
nur noch 18. Ueber Afrika ſchweigt ſich unſer Gewährsmann aus.
Sollte dieſer glückliche Erdteil ganz ohne Erſchütterungen des Aethers
ſein?. Wir glauben nicht, daß er ſo unkultiviert iſt.
* Die ausſterbende Pferdekraft. Während in den modernen
Ver=
kehrsmitteln die der Menſchheit zur Verfügung ſtehende Nutzkraft
ſtän=
dig in raſendem Tempo anwächſt, ſinkt auf der anderen Seite das
Ve=
dürfnis an tieriſcher Kraft langſam zurück. Eine engliſche Statiſtik
meldet, daß die Anzahl der Pferde in Großbritannien und Irland von
2,1 Mill. auf 1,8 Mill., in den letzten 10 Jahren zurückgegangen iſt. Ein
Zurückgehen von 14 Prozent in 10 Jahren gibt dem Mathematiker die
Möglichkeit, zu berechnen, wann das letzte Pferd in England ſein Leben
aushaucht. In Wirklichkeit wird wohl der Pferdefreund dafür ſorgen,
daß dieſe theoretiſche Berechnung nie zur Tatſache wird.
* Strom= und Gaspreiſe. In 294 preußiſchen Gemeinden mit mehr
als 10 000 Einwohnern wurde auf Grund einer amtlichen Statiſtik im
Jahre 1926 ermittelt, daß der Preis für das elektriſche Licht zwiſchen
24 und 65 Pfg. je Kilowattſtunde, für Kraftſtrom zwiſchen 15,5 und 40
Pfg. je Kilowattſtunde ſchwankt. Licht= und Kochgas koſtet zwiſchen 11
und 30 Pfg. je Kubikmeter.
* Eine nachahmenswerte Einrichtung hat die Schweizeriſche
Bundes=
bahn vor etwa Jahresfriſt eingeführt. Die vom Perſonal gemachten
nützlichen Vorſchläge werden prämiiert. Innerhalb eines halben Jahres
ſind 313 Vorſchläge eingereicht worden, die ſich auf die Verwaltung,
den Betrieb und den Bau der Bahn erſtreckten. Etwa ein Drittel dieſer
Vorſchläge konnten an Weihnachten mit einer Prämie ausgezeichnet
verden.
NEUE BÜCHER UND ZEITBCHRIETEN
* Eiſerne Fäuſte von Dr. H. Schüitz, mit 54 Abbildungen. Preis
ge=
heftet 1,80 Mk., gebunden 2,50 Mk. Verlag Dieck u. Co., Stuttgart.
Von dem Stielhammer des waſſerradbetriebenen Hammerwerks, der
am Beginn der Technik die erſte Kraft lieferte, vor dem der Arbeiter
einſt im Frack und Zylinder ſtand, bis zu dem 20 Tonnen, ſchweren
Eumuco=Fallhammer, vor dem der Arbeiter in blauer Bluſe arbeitet,
war immer die Menſchheit beſtrebt, die mangelnde Muskelkraft durch die
gebändigte Natzurkraft zu erſetzen, die müheloſer das Endziel der Arbeit
erreichen läßt. Nicht nur zum Zuſchlagen ſind eiſerne Fäuſte nötig auf
vielen, vielen Arbeitsgängen reicht die Einzelkraft der menſchlichen Fauſt
nicht aus, die Naturkraft muß zur Entlaſtung diemen. Intereſſante Ab=
„Die Steinſtraße”, Fachblatt für Stein= und Schotterſtraßenbau.
Bei=
lage zur Zeitſchrift Die Steininduſtrie”; Union Deutſche
Verlags=
geſellſchaft, Berlin SW. 19.
Die in Fachkreiſen ſchon lange rühmlichſt bekannte Zeitſchrift „Die
Steininduſtrie” brachte ſchon ſeit Jahren eine Reihe von Aufſätzen
nam=
hafter Fachleute, die ſich mit der Ausgeſtaltung des Straßenbaues
be=
faßten. Noch mehr wie ſeither wird ſie dies Sondergebiet in einer
neuen Beilage „Die Steinſtraße” behandeln. Sie will hierbei zum
Mittler werden zwiſchen den Materiallieferanten und den
Baufach=
leuten. Die Entwicklung des Automobilverkehrs fordert eine
Ausgeſtal=
tung des Straßenbaues. Es iſt deswegen zu begrüßen, daß auch die
einſchlägige Literatur ſich den Forderungen der Zeit anpaßt.
Internationale techniſch=wiſſenſchaftliche Veranſtaltungen.
Heraus=
gegeben vom Deutſchen Verband techniſch=wiſſenſchaftlicher Vereine
e V., Berlin. Selbſtverlag, Preis 1 Mk.
Nach dem Stand vom 1. Febr. 1928 gibt die vorliegende
Vep=
öffentlichung eine in neun Gruppen gegliederte Zuſammenſtellung
alle=
beſtehenden internationalen Veranſtaltungen techniſch=wiſſenſchaftlicher
Art, wie etwa die Weltkraftkonferenz, der Welttelegraphenverein oder
der internationale Schiffahrtskongreß. Neben dem Sitz des
General=
ſekretariats werden Angaben über Zweck, Tagungen uſw. in der
vor=
liegenden Druckſchrift gegeben. Das Heſt dürfte als Erſtling ſeiner Art
ein beſonderes Intereſſe finden.
DERBOHLICHES AUS DER TECHNIK
Oberbaurat Abraham, Greifenhagen, wurde kürzlich 95 Jahre
Der Generaldirektor der Deutſchen Reichsbahn=Geſellſchaft Dr. Ing.
lin zum Ehrenmitglied ernannt.
Der Generaldirektor der Heinrich Lanz A.=G. Mannheim, Dipl.
Ing. E. Röchling, wurde von der Techniſchen Hochſchule Karlsruhe
zum Dr. Ing. e h. ernannt.
Nummer 103
Freitag, den 13. April 1928
Geite 15
Opotn, Spier und Tarnen.
Handball.
Alfred Maul zum 100. Geburtstag.
Rot=Weiß — „Kickers” Offenbach.
Wie wir bereits mitteilten, findet am Sonntag, den 15. April, die
Aufſtiegsrunde mit dieſem Spiel für Rot=Weiß ihren Abſchluß. Der
Spielbeginn iſt auf 3 Uhr feſtgeſetzt. Für Rot=Weiß gilt es in dieſem
Spiele, den zweiten Platz in der Tabelle zu behaupten. Das dürfte gegen
die Kickers, die eine typiſche Kampfmannſchaft ins Feld ſtellen, die
Her=
gabe des ganzen Könnens verlangen. Dieſes Spiel wird von zwei ſehr
intereſſanden Jugendkämpfen eingerahmt werden. So twifft um 1,45
Uhr die 1. Jugend von Rot=Weiß auf die 1. Jugend des SV.
Wiesbaden. SV. Wiesbaden, der vorjährige
Jugendverbands=
meiſter, hat erſt vor kurzem ſeine Spielſtärke durch einen 4:2 Sieg über
die 1. Jugend des hieſigen SV. 98 unter Beweis geſtellt. Rot=Weiß
wird ſich mächtig anſtrengen müſſen, um gegen dieſen Gegner ehrenvoll
zu beſtehen. Nach dem Spiel der 1. Mannſchaft, alſo etwa um 4½ Uhr,
tritt die 2. Jugend gegen Haſſia Bingen 1. Jugend, einen hier noch
unbekannten Gegner, an. Ein Gang zum Rot=Weiß=Platze dürfte ſich
alſo um Sonntag lohnen.
Fußball
Chattia Wolfskehlen 1. — Union Wixhauſen, Sondermannſch. 7:3.
Chattia Wolfskehlen 1. — VfL. Neckarau, Privatliga 11:0.
Chattia Wolfskehlen 1. Jgb. — VfR. Darmſtadt 2. Jgd. 3:1.
Das diesjährige Oſterprogramm Wolfskehlens endete mit vollem
Erfolg. In einem wenig ſchönen Sipel wurde die Sondermannſchaft
von Wixhauſen wit 7:3 abgefertigt. Es wäre wünſchenswert geweſen,
daß den unfaiven Sachen einiger Sipeler von vorneherein mit aller
Strenge gegenübergetreten worden wäre. — Mit Evſatz in der
Ver=
teidigung wurde dann das Spiel am zweiten Feiertag gegen die von
Dornheim mit einer 2:1 Niederlage kommende Privatliga des VfL.
Mannheim=Necharau begonnen und endete mit kadaſtrophaler Niederlage
der Gäſte. Gewiß hatte der Dornheimer Sand den Mannheimern bös
zugeſetzt. Andererſeits aber lieferte die Platzmannſchaft ihr beſtes Spiel
ſeit Beſtehen. In beſonders guter Form befanden ſich die beiden
Flügel=
ſtürmer und beſiegelten neben eigenen Erfolgen mit prächtigen Flauken
die Niederlage der Gäſte, die mit größter Sportlichkeit hingenommen
wurde. Schiedsrichter Rückert=Dornheim leitete das faive Spiel
ein=
wandfrei. — Auch die Jugendmannſchaft kam endlich wal wieder mit
einem 3:1 Sieg von Darmſtadt nach Hauſe.
Sportverein Lengfeld 1919.
Am zweiten Oſterfeiertag hatte der Sportverein Lengfeld die
Son=
dermannſchaft der Sportgemeinde Eintracht Frankfurt zu Gaſt. Die
er=
ſchienenen 400 Zuſchauer ſahen ein ſcharfes und ſehr ſchönes Spiel.
Lengfelds rechte Sturmſeite und Mittelſtürmer waren in Hochform und
ſo kam es, daß Lengfeld am Schluß einen 5:2 Sieg landen konnte. Vor
dieſem Spiel trafen ſich die 2. Jugend der Eintracht Frankfurt und die
1. Jugend des Platzvereins. Auch hier ſah man ein ſehr ſchönes Spiel,
das von den Lengfelder Jungens mit 3:1 gewonnen wurde, eine Leiſtung,
die unbedingt hoch einzuſchätzen iſt.
Sportverein Lengfeld — V.f.L. Michelſtadt.
Zum fälligen Verbandsſpiel in der A=Klaſſe empfängt der
Sport=
verein Lengfeld am 15. April nachmittags 3 Uhr ſeinen alten Rivalen,
den V. f. L. Michelſtadt. Es iſt ein Wiederholungsſpiel, da bei dem
erſten Spiel der Verbandsſchiedsrichter nicht erſchienen war. Man trug
damals ein Privatſpiel aus, das jedoch beim Stande 3:2 für Lengfeld
abgebrochen wurde. Trotzdem der Ausgang des Spiels keinen Einfluß
auf die Tabelle hat, da beide Vereine ſich den Verbleib in der A=Klaſſe
geſichert haben, iſt ein äußerſt ſpannendes und ſcharfes Spiel zu erwarten,
geht es doch um das Preſtige beider Vereine. Lengfeld wird ſich mächtig
anſtrengen müſſen, um gegen die in letzter Zeit ſehr ſpielſtanken Gäſte
die alte Tradition bewahren zu können, daß die Gäſte in den letzten
Jahren immer mit einer Niederlage den Heimweg antreten mußten.
Zu wünſchen wäre noch ein guter Schiedsrichter, gutes Wetter und
muſtergültige Zuſchauer.
Am 13. April 1828 erblickte einer der großen Führer der
Turnbewegung und zugleich einer der hervorragendſten Förderer
ihres Ausbaues und der techniſchen Geſtaltung des turneriſchen
Uebüngsbetriebes Alfred Maul in Michelſtadt im Odenwald das
Licht der Welt. In Darmſtadt erhielt er ſeine Schulausbildung;
hier ſtudierte er Mathematik und Naturwiſſenſchaften. Als
Mit=
glied der Darmſtädter Turngemeinde trat er in Beziehung zur
Turnerei. Unter der Leitung des bekannten Turnerziehers
Spieß zum Turnlehrer ausgebildet, wirkte er in Langen bei
Darmſtadt, dann in Baſel als Mathematiker und Turnlehrer am
Schach.
Die 5. Runde des internationalen Meiſterturniers in Gießen
brachte wiederum einen Verluſt für Frhrn. v. Holzhauſen, indem es
Dr. Krämer gelang, gegen dieſen einen Sieg davonzutragen. Réti
ge=
wann gegen Orbach, Sämiſch gegen Dr. Bechſtedt. Langwierig war die
Partie Dr. Tartakower—Kmoch, die Weiß gewinnen konnte. Nachdem
jedoch Dr. Tartakower einen unrichtigen Zug machte, war die Partie
ſofort remis. Der Stand iſt ſomit folgender: Réti 4 Punkte; Dr.
Tar=
takower und Sämiſch 3½; Kmoch 3: Orbach 2: Dr. Bechſtedt und Dr.
Krämer 1½; v. Holzhauſen 1.
Die beiden anderen Turniere fanden am Dienstag wit einem
Feſt=
abend des veranſtaltenden Vereins ihr Ende.
Der Schlußſtand im Hauptturnier iſt folgender: 1. Preis
(100 Mk. und den Titel „Heſſiſcher Meiſter”) Orth aus Darmſtadt mit
4½ Zählern. Die gleiche Punktzahl erzielten auch die übrigen
Preis=
träger, deren Reihenfolge nach dem Syſtem Sonneborn=Berger ermittelt
wurde. Danach erhielt den 2. Preis (70 Mk.) Dr. Schweißguth=
Als=
feld; Dritter wurde mit 50 Mk. Flander=Darmſtadt: 30 Mk. und den
4. Preis zugeſprochen erhielt Sixt=Darmſtadt. Ein Sonderpreis für den
beſten Erfolg gegen die Preisträger fiel auf Rothamel=Gießen. Die
weitere Reihenfolge iſt: Dr. Wolff 4 Punkte; Rothamel 3½; Anthes
1½; Dr. Herzberger 1.
Schlußſtand im Nebenturnier: 1. Preisträger (50 Mk.) der 16jährige
Offenbacher Fiſcher (6 Punkte); zweiter (40 Mk.) Menger=Frankfurt,
6 Punkte; dritter Peter=Darmſtadt 5 Punkte; 4. Dubrowitſch 3 Punkte.
Es folgen Frl. Oppenheimer und Spatz wit 2½; Barnack 2; Herr 1.
Wacker=München unterlag am Mittwoch im Privatſpiel mit 1:5
(1:3) gegen Hask=Agram, hatte allerdings auch Erſatz in ſeinen Reihen.
Zwei Wafſerball=Länderkämpfe hat Deutſchland für den 5. und 6.
Mai mit Belgien nach Aachen vereinbart.
Im Tennisländerkampf „Frankreich—Südafrika gewannen diesmal
die Franzoſen mit 6:3 Siegen.
Realgymnaſium, wo er mit Jeuny und Iſelin, den
ſchweizeri=
ſchen Turnpädagogen, den Baſeler Turnlehrerverein gründete.
Auf dem Baſeler Turnfeſt 1860 turnten die Baſeler Turner
un=
ter Mauls Leitung zum erſten Male Gemeinübungen. Maul
legte damit den Grund zu dem heute eine Eigenart des ſchweizer
Turnens bedeutenden Sektionsturnen. Im Jahre 1869 wurde
Maul zum Direktor der großherzöglich badiſchen
Turnlehrer=
bildungsanſtalt nach Karlsruhe berufen. Hier wurde er der
Organiſator des badiſchen Schulturnens. Als Lehrerbildner
hat er viel für die Ausgeſtaltung des Schulturnens getan, in
Wort und Schrift (1862 „Freiübungen”, 1866 „Die Entwicklung
des Schulturnens” 1874 „Uebungsbeiſpiele” 1876 „Anleitung
für den Turnunterricht an Knabenſchulen, und die
Turnübun=
gen für Mädchen” 1888 „Turnübungen an Reck, Barren, Pferd
und Schaukelringen”) iſt er für die Vervollkommnung der
Uebungsformen eingetreten. Seine Hauptbedeutung liegt auf
methodiſch=ſchulerzieheriſchem Gebiet. Durch die Einführung des
Gemeinturnens hob er den Leiſtungsſtand des Schulturnens
ganz gewaltig. Er fand neue Wege, um alle Schulen einer
Klaſſe zu einem gewiſſen Leiſtungsdurchſchnitt zu erziehen, um
ſie einem Willen und einem Rhythmus gleichzeitiger Arbeit
ein=
zuordnen. Dabei vervollkommnete er auch die Form, er ſchuf
neue Uebungsverbindungen und er ſteigerte die Freude an der
Uebung und, wenn lange Jahre hindurch die Ausbildung der
badiſchen Schüler und Schülerinnen im Turnen weit über dem
ſonſtigen Durchſchnitt in Deutſchland ſtanden, ſo iſt das ſein
Verdienſt. Als Jünger und Nachfolger des viel kritiſierten und
oft verkannten Spieß hat er verſtanden, den Betriebsformen des
Schulturnens eine neue Seele einzuhauchen. Das ift ſeine in
der Turngeſchichte unbeſtrittene und unvergängliche Bedeutung.
Aber auch dem deutſchen Vereinsturnen iſt er Führer
ge=
worden, von dem er (ſ. Darmſtadt und ſeine ſchweizeriſche
Tätig=
keit!) ausging. Vorſitzender der Karlsruher Turngemeinde, von
1872 bis 1878 techniſcher Leiter des Oberrheiniſchen
Turner=
bundes, wurde er 1875 in den Ausſchuß der Deutſchen
Turner=
ſchaft gewählt als Vorſitzender des techniſchen Unterausſchuſſes
und gleichzeitig als Stellvertreter des 1. Vorſitzenden der D.T.
Hier war ihm reiche Gelegenheit gegeben, ſein hohes techniſches
Können auch im Vereinsturnen fruchtbar werden zu laſſen.
1887 wurde ihm das höchſte Vertrauen des Deutſchen Turntages
zuteil: man wählte, ihn auf dem Turntag in Koburg zum
1. Vorſitzenden der Deutſchen Turnerſchaft. Bis 1895 bekleidete
er dieſen Poſten, als ihn ein Augenleiden zwang, ſich von jeder
öffentlichen Tätigkeit zurückzuziehen. So hat er auch hier ſein
ganzes Können in den Dienſt des deutſchen Turnens ſtellen
können. Am 12. Oktober 1907 ſchloß der Tod ſein erfolgreiches,
arbeitsreiches Leben ab.
Die deutſchen Turner ſchufen ihrem verehrten und
bedeuten=
den Führer in Karlsruhe ein ſchönes Denkmal. Aber noch
länger und immer wieder lebenſpendend wird die Nachwirkung
ſeiner Arbeit und ſeiner Gedanken ſein.
G. H.
Soeben enschienen:
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 13. April. 13: Schallplatten. O 15.30: Rektor F.
Hürten, Homburg: Die ſchöne Umgebung von Frankfurt,
Wande=
rungen und Ausflüge in Natur, Kunſt, Geſchichte und Sage.
O 16.30: Dipl.=Ing. Max Mengerighauſen: Ueber tropfende
Waſſerhähne und ähnliche Sorgen. o 17.45: Aus den Briefen der
Frau Rat Goethe. O 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen.
O 18.30: Südweſtdeutſcher Radio=Club. O 19: Mannheim: Fräulei
Back: Die Entwicklung des Kunſttanzes. O 19.30: Wiſſenſchaft und
Technik: Vererben ſich Berufsanlagen? — Körperbau und
Tempe=
rament. — Die Formelemente der Perſönlichkeit. O 19.50: Film=
Wochenſchau. O 20: Konzert der Frankfurter Muſeumsgeſellſchaft.
Muſikal. Leitung: Prof. Clemens Krauß. Mahler: Zweite Sinfonie
in C=moll für Soli, Chor und Orcheſter. — Anſchl: Kaſſel:
Spät=
konzert der Hauskapelle.
Stuttgart.
Freitag, 13. April. 12.30: Schallplatten. 16: Konzerr.
Einl.: Martha Schuler. 18.15: Dr. Vleugels: Katholiſche
Kirchenmuſik im 16. Jahrhundert. o 18.45: Ing. Schenk:
Kohlen=
ſtaubverfeuerung. O 19.15: Engliſch für Anfänger. O 19.45: Die
Hauptveranſtaltungen der kommenden Woche (Eſperanto). o 20:
Saalbau Frankfurt: Freitagskonzert der Frankf. Muſeumsgeſellſchaft.
Leit.: Prof. Krauß. Soliſt: Vaſa Prihoda. Toch: Komödie. —
Paganimi: Violmkonzert. — Beethoven: Fünfte Sinfonie Cmoll.
— Anſchl.: Tanzmuſik der Kapelle Wende. O 22.45: Nachrichten.
Berlin.
Freitag, 13. April. 15.30: Dr. Staedler: Wilhelm Buſch und
die Frauen. O 16.15: H. Taſiemka: Junge Reporter haben das
Wort. Emmerich Bernauer, Erich Gottgetreu, Gert Lenz, G. F.
Samony, Billie Wilder. o 17: Guttmanns Sinfoniker. o 18.30:
Dr. Bollmann: Sportſchau des Monats. O 19: Italieniſch. e 19.25:
Dr. Falkenfeld: Dichter als Philoſophen. Nietzſche und Stirner,
19.55: Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Delbrück: Der Urſprung des
Brandenburgiſch=Preußiſchen Staatsweſens. O 20.30: „Pep”.
Ameri=
kaniſches Liederbuch von Lion Feuchtwanger. Mitw.: Lion
Feucht=
wanger, Lucie Mannheim „Alfred Braun. O 21: Die deutſche
Volksliederſpende. Einl. Vortr.: Dr. Fiſcher. Mitw.: Charlotte
Teichmann (Sopran), Adelheid Marnette (Alt), Lißner=Badrian
(Tenor), Lechner (Bariton). Am Flügel: Dr. Fiſcher. Berliner Trio,
Soviel Stern. — Löns: Roſe im Schnee. — Der Roſengarten. —
Kerr: Sterbelied. — Hoffmann v. Fallersleben: Reiterlied — Mit
liedchen. — Duette: Fleming: Trennung. Scherzlied. — Poehler:
Im Wald und auf der Heide, Potp. — Quartette: Wenn i wüßt
(Fliegende Blätter). — Eichendorff: Mondnacht. — Kürten: Der
Schäfer. — Maria an der Wiege. — Anſchl.: Tagesnachrichten.
D 22.30: Tanz mit Geſang. Kapelle Hoffmann unter Mitw. von
Robert Koppel (Bariton).
Stettin. 13.05: Sondermitteilungen für den Landwirt,
zu=
ſammengeſtellt von der Landwirtſchaftskammer für die Prov,
Pommern. O 20.30: Konzert. Stettiner Trio. Wüſt (Klavier),
Seeligmann (Violine), Stübgen (Vioioncell). Magda Madſen vom
Stadttheater Stettin (Sopran), Britz vom Stadtth. (Baß). Flügel:
Scheibenhofer — Anſchl.: Nachrichten.
Wetterbericht.
Im Bereich flacher Tiefdruckſtörungen kam es bereits zu vielfachen
Niederſchlägen und weiteren Temperaturrückgang. Da noch immer
Luft=
druckgegenſätze beſtehen, ſo iſt zunächſt mit Fortdauer des veränderlichen
Wetters zu rechnen.
Ausſichten für Freitag, den 13. April: Wechſelnd wolkig, etwas kühler,
jedoch noch mild, vereinzelte Niederſchläge.
Ausſichten für Samstag, den 14. April: Keine weſentliche Aenderung.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in G0 Wind: Nieder=
ſchlag
in mm Geee
decke
in ew Rige Regen 3,0 Aachen: wolkig SSw. 0,2 Hamburg: Nebel NO, Berlin: wolkig NO, 2,0 München: wolkig Königsberg: wolkig
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:(Taunus) wolkig 30 Windſtille Waſſerkuppe: Regen gef. Feldberg:
(Schwarzw.) Nebel —10 SW. 0,9 Zugſpitze: NNW. gef. Kahler Aſten: SW. Fichtelberg: wolkig 8O.
240
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Poiltſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Willy Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
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Welche Mutter würde Flecken auf den hellen
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Nummer 103
Freitag, den 13. April
Vom Holzmarkt
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Nachfrage nach Schnittholz iſt in
letzter Zeit wieder etwas reger geworden. Allerdings iſt zu
berückſich=
tigen, daß die Angebote ſich von allen Seiten her verſtärkt haben.
Neuer=
dings ſuchen auch die tſchecho=ſlowakiſchen Sägewerksbeſitzer wieder mit
dem deutſchen Markt ſtärker ins Geſchäft zu kommen, und es liegen
ins=
beſondere auch ſehr viel Offerten aus Galizien in parallel beſäumter
Tanne vor. Da der Baumarkt nicht ſtark beſchäftigt iſt, werden die
An=
gebote in geſägtem Bauholz ſehr zögernd beurteilt. Es iſt vor allen
Dingen ſchwierig, Balken an den Mann zu bringen, da die Baugeſchäfte
wenig zu tun haben und auch für die nächſten Wochen Aufträge in nur
beſcheidenem Umfange in Ausſicht ſtehen. Die bayeriſche
Schneidemühlen=
induſtrie konnte in letzter Zeit Rohholz zu etwas billigeren Preiſen
einkaufen. Eine ſtärkere Preisſenkung hat ſich indeſſen einſtweilen noch
nicht ergeben. Sie wäre dringend nötig, da die Schnittholzpreiſe
durch=
aus nicht im richtigen Verhältnis zu der Rohholzbewertung ſtehen. Die
Verbraucher von Holz erklären fortgeſetzt, daß an eine weitere
Steige=
rung der Schnittholzpreiſe nicht zu denken iſt. Die Möbelinduſtrie iſt
ſchwach beſchäftigt. Am beſten haben die Küchenmöbelfabriken zu tun,
denen größere Aufträge aus dem Rheinland zugefloſſen ſind. Aſtreine
Seitenbretter wurden infolgedeſſen wieder mehr verlangt, allerdings
wurde abſolute Blaufreiheit bedungen. Befriedigend haben die
Leiſten=
fabriken zu tun, die infolgedeſſen geneigt waven, angebleute aſtreine
Seitenbretter zu kaufen. Am Grubenholzmarkt iſt der Geſchäftsgang
ruhig. Die Preiſe ſind vorläufig uwverändert geblieben, aber es wird
von vielen Seiten verſucht, die Preiſe zu drücken. Größere Poſten
Papierholz wurden aus Polen verkauft, und es beſteht hierin nach wie
vor guter Bedarf. Am Laubholzmarkt iſt nur gute Eiche geſucht,
wäh=
vend in Erlenſchnittholz die Umſätze klein waren. Geſucht iſt nur
ſtar=
kes Erlenſchnittholz in Bohlenabmeſſungen, das von den Modellfabriken
gekauft wird. In Fachkreiſen iſt man über den ſchleppenden Gang der
Handelsvertvagsverhandlungen mit Polen beſorgt umd wünſcht unter
allen Umſtänden, daß klare Verhältniſſe geſchaffen werden, zumal da
das „Holzproviſorium”, das den holzwirtſchaftlichem Verkehr zwiſchen
Polen und Deutſchland regelt, noch in dieſem Jahre abläuft.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. April.
An der heutigen Börſe blieb die Grundſtimmung freundlich; ſtarke
Nachfrage nach einigen Spezialpapieren wirkte anregend. Trotzdem
war eine gewiſſe Zurückhaltung im allgemeinen nicht zu verkennen, da
der Lohnkonflikt im Ruhrbergbau, bei dem wenig Ausſicht auf
Bei=
legung beſtehe, und die Ausſperrung der ſächſiſchen Metallarbeiter
ver=
ſtimmten. Im Zuſammenhang mit der heutigen Medioliquidation kam
ervas Prämienware heraus. Demgegenüber waren die zwiſchen Hapag
und Lloyd ſchwebenden Verhandlungen zwecks Ausſchaltung gegenſeitiger
Konkurrenz von günſtiger Wirkung. Daraufhin beſtand nach Hapag und
Nordd. Lloyd einige Nachfrage, und der Kurs konnte ſich um 1½/s bzw.
1½ Prozent erhöhen. Davon angeregt, gewannem A.=G. f.
Verkehrs=
ſveſen 1,5 Prozent. Lebhafte Umſätze verzeichneten Zellſtoffwerte, von
denen Waldhof 5,75 Prozent und Aſchaffenburger 4,25 Prozent
gewan=
nen. Eine ſtarke Kursſteigerung konnten Karſtadt mit plus 11 Prozent
erzielen. Am Montanmarkt ſetzten Oberbedarf ihre Kursſteigerung um
3,25 Prozent fort, Laurahütte plus 4,5 Prozent. Ilſe Bergbau
gewan=
nen plötzlich 7 Prozent. Sonſt war die Kursentwicklung hier nicht
ein=
heitlich; Gelſenkirchen, Mannesmamn und Rheinſtahl verloren etwa
1 Prozent, Rhein. Braunkohle und Phönix waren leicht erhöht. Im Baſalt ..
übrigen war das Geſchäft klein bei nicht einheitlicher Kursentwicklung.
Am Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben leicht erhöht, Scheideanſtalt Berl. Karlsrul
blieben nur knapp behauptet, während Goldſchmidt mit minus 6,5 Proz.
ſtärker im Angebot lagen. Elektrowerte waren meiſt etwas höher.
Bau=
unternehmungen verloren etwa 1 Prozent. Neubeſitzanleihe gaben weiter
leicht nach. Von Auslandsrenten blieben Mexikaner und Rumänen ſtark Deutſche Bank.
verlangt bei Kursbeſſerungen bis 1 Prozent. Nach den erſten Kurſen
wurde die Tendenz, durch das Geſchäft in Spezialwerten angeregt, all= Dresdner Bank..
gemein feſter. Schiffahrtswerte konnten erneut 2 Prozent anziehen,
Karſtadt gewannen abermals 6 Prozent. Am Geldmarkt machte die
Er=
leichterung Fortſchritte. Tägliches Geld 6,5 Prozent. Geld bis Ultimo
7,5—8,5 Prozent. — Am Dediſenmarkt lagen Mark und Pfund feſt.
Mark gegen Dollar 4,1806; gegen Pfunde 20/414; London=Kabel 4,8830;
Paris 124,02; Mailand 92,50; Madrid 29,07: Holland 12,11.
Die Abendbörſe war außerordentlich lebhaft und einheitlich
feſt. Die Bewegungen blieben dieſelben wie an der Mittagsbörſe. Stär= Hanſa Dampfſch.
ker holten Siemenswerte auf bei Kursbeſſerungen von 4 Prozent, auch
Bergmann 6,5 Prozent, Geſ. für El. 5 Prozent höher; von
Montan=
werten Mannesmann bei großen Umſätzen 4 Prozent gebeſſert.
Ober=
ſchleſierwerte geſucht. Der Farbenmarkt zog über den erhöhten
Nach=
börſenkurs an. Braunkohlenwerte, ſowohl Ilſe wie Rhein.
Braun=
kohlen, 2 Prozent feſter. Schließlich Schiffahrtsaktien und Zellſtoffwerte
erneut befeſtigt. Am Anleihemarkt auch ſehr feſte Auslandskurſe,
be=
ſonders in London Mexikaner feſt, ſämtliche 1,5 Prozent anziehend. Die
Abendbörſe blieb bis zum Schluß ſehr angeregt und feſt. Es notierten
Commerzbank 191, Danat 251, Metallbank 135, Gelſenkirchen 139, Man= Budapen ....
nesmann 154,5, Rheinbraun 294, Rheinſtahl 162,5, Hapag 156,5, Nordd. Sofia .......
Lloyd 156,87, A. E. G. 168,75. Bergmann 192,5, Licht u. Kraft 232, Far= Eolland ..
ben 268,87, Geſ. für El. 295,25, Holzmann 162, Schuckert 192, Siemens / Lslo .....
300,12, Zellſtoff Aſchaffenburg 194,5, Waldhof 299,5. — Im Frankfurter
Abenddeviſenverkehr lagen Deviſen-Mark weiter etwas leichter. Lon= London,
don-Paris 124,02, —Mailand 92,52, —Madrid 29,04, —New York
4.88.35, —Holland 12.11½/., Zürich 25.33½, Pfunde—Mark 20.41½, Ner=York
Dollar—Mark 4.1805.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 12. April.
Das Börſengeſchäft hat ſich gegenüber den ruhigen letzten Tagen
beleben können, obgleich das Publikum im allgemeinen wenig Intereſſe
für die Wertpapiermärkte zeigte. Dafür fanden andererſeits regere
ausländiſche Käufe ſtatt, die zwar auf einige Sonderpapiere konzentriert
waren, aber trotzdem der Geſamttendenz einen Rückhalt gaben. Im
Zuſammenhang mit der Medioliquidation kam noch einige
Prämien=
ware heraus, doch galt der Liquidationstermin bereits als überwunden.
Die Haltung war zu Beginn geteilt, da die ſchwierigen
Lohnverhandlun=
gen im Ruhrbergbau zunächſt zur Vorſicht mahnten. Trotzdem konnte
man die Grundtendenz als gut behauptet bezeichnen. Am Geldmarkte
war daher eine geringe Erleichterung feſtzuſtellen. Der Satz für
Tages=
geld ging auf 7—8 Prozent zurück. Große Firmen kamen bereits mit
6—7 Prozent und darunter an. Reportgeld wurde von einigen Seiten
ſtärker angeboten, ohne Abnehmer zu finden. Warenwechſel zirka 7
Pro=
zent, Monatsgeld zirka 7,5—8,5 Prozent. Am Deviſenmarkt lag der
Dollar international etwas ſchwächer. Der Kurs ſtellte ſich in Berlin
auf 4.1809 und in London auf 88.29. London — Mailand nachgebend
92.55, London—Madrid angeboten 29.06, London—Oslo leicht befeſtigt
18.2625. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe blieb die Tendenz gut
be=
hauptet. Teilweife ſtellten ſich Kursbeſſerungen bis zu 1 Prozent ein.
Auch Montanwerte gingen nicht weiter zurück. Im weiteren Verlauf
war die Börſe ausſchließlich von Spezialhauſſen beherrſcht, die ſich in
ſtürmiſchen Formen fortſetzten. Die bevorzugten Papiere, wie
Kar=
ſtadt, Leonhard Tietz, Deſſauer Gas, Feldmühle Papier, Berl.
Handels=
anteile, Elektrizitätswerke Schleſien, Polyphon, Laurahütte und
Ober=
bedarf, gingen ſprungweiſe um abermals 4—9 Prozent in die Höhe, ſo
daß einzelne dieſer Aktien in der Mitte der zweiten Stunde bereits
Tagesgewinne von 15 Prozent verzeichneten. Das Kaufintereſſe des
Auslandes und der Kuliſſe wurde durch Herabſetzung der
Privatdiskont=
notierungen um 0,12 Prozent auf 55), Prozent für beide Sichten
ver=
ſtärkt. Die übrigen Märkte empfingen von dieſen Spezialhauſſen
natur=
gemäß Anregungen und lagen gleichfalls feſt; nur Stolberger Zinn
bröckelten um 4,75 Prozent ab. Chade konnten die Hälfte ihres
Ver=
luſtes wieder einholen. Commerzbank plus 4 Prozent. Privatdiskont
für beide Sichten 55), Prozent.
Die feſte Tendenz hielt an den Terminmärkten bis zum Schluß an
und erfuhr an der Nachbörſe, an der ſämtliche Werte bereits per Ultimo
April gehandelt werden, keine Unterbrechung. Insbeſondere fand
Be=
achtung, daß die ſtürmiſch in die Höhe gegangenen Werte nachbörslich
erneut Kursgewinne von einigen Prozenten erzielen konnten, und auch
führende Papiere, wie J.G. Farbeninduſtrie, mit 267,5 nach 260,75 bei
Beginn der heutigen Börſe die Hauſſebewegung mitmachten. An der
Nachbörſe ſtiegen Polyphon um 3 Prozent auf 396 (heutiger
Anfangs=
kurs 301,5), Deſſauer Gas um 1 Prozent auf 207,5, Ilſe um 2,25 auf
285, Oſtwerke um 1 Prozent auf 314, Karſtadt um 3 Prozent auf 244.
Beſonders feſt blieben Zellſtoffaktien, und zwar Waldhof mit 298,
Feld=
mühle mit 203 und Aſchaffenburger mit 193. Sonſt notierten nach
Schluß der Börſe: Berger Tiefbau 411 (heutiger Beginn 398), Svenska
ſchwächer 410, Stolberger Zinn ſchwächer 186, Hapag 156, Nordd. Lloyd
156, Danatbank 249, Berliner Handelsanteile 264, Siemens 298, A.E. G.
167, Chade 618, Tietz 240,5, Ver. Stahlwerke 97,25, Rheinſtahl 4 Proz.
über Schlußnotierung, 163,5. Harpener erholt 172, Klöckner erholt 123,
Neubeſitzanleihe 16,60.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſch f109.
Bergmann.
Berl. Hand.-E
Braunkohl.
Bremer Wolle.
Danatbank.
Diskontogeſ.
Deutſche Maſchinen ./ 51
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum ./ 68.—
Dynamit Nobel ... . /126 75
Elektr. Lieferung .. ./172.—
J. G. Farben...
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. f289,
Han. Maſch.=Egeſt. .. 1 62.
Hapag.
Harpner..
Hemoor Zement. . . f259.—
11.
.(166.;
90
1185
80.
Jes6.
1176.
/230.
7245.
1160.
(151.5
153.
1136.75
1259.
(137.
feeg.
152.375
9170
4.
375
5
„5
CX.
12. 4.
165.25
107.—
91.5
185.875
81.25
263. —
178.—
229 875
248.—
161.—
151.5
155.—
49.25
136.5
68.—
125.25
172.5
260.—
136.5
289.—
625
227.5
155.—
168.—
R
Hirſch Kupfer
Höſch Eiſen
Hohenlohe Werke
Kahla Porzellan.
Kali Aſchersleber
Salzdefurth.
Weſterregeln
Lindes Eismaſch.
1L. Loewe & Co.
Lingel Schuh.
MannesmannR
Niederlauſitzer 8
Nordd. Loyd.
Orenſtei
Polyphon
Rütgerswerke
Sachſenwerke
Siemens Glas
Ver. Glanzſtof
Ver. Stahlwerke.
Volkſtedter Porzelle
Wanderer Werke
Wiſſner Metall. .
Wittener Gußſtahl.
11. 4.
115.—
143.—
98 —
113.75
178.75
276.—
190.5
157.—
264.—
66.—
151.5
160.—
151.5
136.—
379.—
102.75
123.
147.—
744.5
96.—
187.
140.5
60.5
12. 4.
118.—
143.—
100.—
115.—
180.—
1277.—
190.5
162.5
263.—
64.5
148.5
160.25
154.5
135.—
389.5
102.25
123.5
146 5
746.—
96. —
55.—
188 —
140.—
60.5
Helſingfors
Wien ....
Prag ....."
Kopenhagen".
Stockholm .. .
Buenos Aires
Belgien .....!
11. 4.
Geld Brief
o.51710.531
58.755 58.875
12.378 12.394
72.941 73.08
3.019/ 3.021
168.34168.8t
jtrt.s2111.s4
r12.09112.311
112.221i 12.441
20.392/20.432
1.786/ 1.780
4.17704 1850
58.33 58.45
Oeviſenmarkt.
12. 4.
Geld /Brief
10.512/10.534
56.76/ 58.88
12.376/12.396
72.95/ 73.0c
3.019/ 3.025
168.40/168.7
111.62/111.84/Rio de Janeirt
112.091
112.21
20.393/”
1.786
12.31
112 43
20.43-
1.7801
4.1765/4.1845
58.341 58-46
Italien ...
Paris ..
Schweiz ..
Spanien.
Danzig
Japan..
Jugoſlavien,
Portugal".
HAthen ..
Konſtantinope
Kanada. .
Uruguag.
11. 4.
Geld / Brie
22.05 22.09
16.-44
e0.28
70.31
81.52
2.000
0.503
7.355
18.08
5.514
2. 128
4.179
4.321
16.41
80.6
70.45
81.6
2.00
7.36‟
18.12
5.52
2.13.
4.18
4.329
12. 4.
Geld / Brief
22.035/22.075
16.445 16.485
80.48
81.52
0.50510.5025
7.355
18.03
5.514
2.130
4.171
4.321
80.64
70.16/ 70.30
81.68
2.000 2.004
0.5045
7.369
18.07
5.526
2.134
4.184
4.329
Das Wertverhältnis von Pfund und Dollar.
Während bis zum September vorigen Jahres der amerikaniſche
Dollar immer etwas höher bewertet war, als das engliſche Pfund, hat
ſich dieſes Verhältnis ſeither umgekehrt, und das Pfund Sterling notiert
jetzt im Verhältnis zum Pariwert immer etwas höher als der Dollar.
Dieſe Verſchiebung des Wertverhältniſſes, die naturgemäß nur
Bruch=
teile von Prozenten beträgt, kommt in der lediglich zahlenmäßigen
Bör=
ſennotiz weniger deutlich zum Ausdruck als in einer geeigneten
graphi=
ſchen Darſtellung.
In unſerem Schaubild iſt die Berliner Notierung für das Pfund
und dem Dollar ſo aufgetragen, daß der Pariwert für beide Währungen
auf der mit 100,0 Prozent bezeichneten Grundlinie liegt. Dieſe Linie
entſpricht alſo einem Wert von 20,430 RM./Lſtr. bzw. 4,198 RM./Doll.
Die Abweichungen von dieſem Pariwert erſcheinen in Zehntel Prozent;
der große Maßſtab läßt aber auch die verhältwismäßig geringen
Schwan=
kungen deutlich hervortreten.
Es zeigt ſich, daß der Wert des Dollars ſeit der erſten Januarwoche
faſt ſtändig und geradlinig heruntergegangen iſt, während das engliſche
Pfund zwar ebenfalls, aber beträchtlich weniger an Wert verloren hat.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Dollar=Anleihe der Niederrheiniſchen Licht= und Kraftwerke A. G.,
Rheydt, und der Weſtdeutſchen Licht= und Kraftwerke A.G., Erkelenz.
Die beiden vorgenannten Geſellſchaften haben ſoeben eine Anleihe im
Betrage von 3 Millionen Dollars mit dem New Yorker, Bankhaus W. A.
Harriman u. Co. unter Mitwirkung des Bankhauſes Gebr. Lismann in
Frankfurt a. M. abgeſchloſſen. Die Anleihe iſt 6prozentig. Die Dauer
der Laufzeit beträgt 20 Jahre mit der üblichen
Amortiſationsmöglich=
keit. Die Sicherheit beſteht in der Eintragung einer 1. Hypothek auf
den Geſamtbeſitz der zwei genannten Geſellſchaften. Die Auflegung in
New York ſoll nach Erledigung aller Formalitäten demnächſt erfolgen.
Lindes Eismaſchinen A. G., Wiesbaden. In der geſtrigen
Aufſichts=
ratsſitzung der Geſellſchaft für Lindes Eismaſchinen A.G., Wiesbaden,
wurde beſchloſſen, der am 30. April 1928 in München ſtattfindenden
Generalverſammlung vorzuſchlagen, den zur Verfügung ſtehenden
Rein=
gewinn für das Geſchäftsjahr 1927 von 2 405 823,68 RM. zu verteilen
wie folgt: 12 Proz. Dividende (Inhaberaktien), 1980 000 RM., 6 Proz.
Dividende (Namensaktien) 6 105 RM., Beamtenpenſionsfonds 100 000
RM., Unterſtützungsvereine 150 000 RM. Vortrag auf neue Rechnung
169 718,68 RM., insgeſamt 2 405 823,68 RM.
Schiebsſpruch in der Baſaltinduſtrie. Nachdem die
Lohnverhand=
lungen in der Baſaltinduſtrie geſcheitert waren, fällte das Tarifamt für
die Pflaſter= und Schotterinduſtrie Südweſtdeutſchlands einen
Schieds=
ſpruch, wonach Zeit= und Akkordlöhne um 4 Prozent erhöht werden.
Die übrigen bisherigen Bedingungen bleiben beſtehen.
Ein großer engliſch=amerikaniſcher Finanztruſt. Die Bildung eines
großen engliſch=amerikaniſchen Finanztruſtes mit einem Kapital von
mehreren Millionen Pfund Sterling wurde geſtern bekanntgegeben. Der
neue Konzern trägt den Namen „Finance Company of Great Britain
and America Ltd.‟. Die Imperial Chemical Induſtries Ltd., der große
britiſche Farbentruſt und eine Anzahl führende amerikaniſche
Indu=
ſtrielle und Finanziers ſind an der neuen Gründung beteiligt. Das
Nominalkapital wird zwei Millionen Pfund Sterling etwas überſteigen.
Eine öffentliche Emiſſion der Aktien findet nicht ſtatt. Sir Alfred Mond
erklärte, die neue Geſellſchaft werde Finanzierungsmöglichkeiten für den
Handel und die Induſtrie des Britiſchen Reiches in Europa und in den
Vereinigten Staaten liefern. Man erwartet, daß die Bildung der neuen
Geſellſchaft einen bedeutenden Einfluß auf die geſamte britiſche
Indu=
ſtrie haben werde.
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
60 Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ....
% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +
Ablöfungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche. Schutzge
bietsanleihe .
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
Darmſtdt. v. 26
Dresden v. 20
Frkf. a. M. v. 26
Heidelb. v. 26
%6 Ludwahf. v. 26
0 Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 2.
Mannh. v. 26
26 Nürnberg v. 26
80 Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 2
80 Berl. Hyp.=Bk.
„ Lig.=
4½
Pfandbriefe..
7% Frrf. Hyp. Bk.
½2%- „Lig.=Pf
93
80.25
81.25
81.5
57
51.9
16.55
7.63
95
93.5
88
88
86
92
93
103
95
95
93
% Frkf. Pfbrfban
% Gotha Gr.=
Ereb. Lig.=Pfbr
4½½ Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
8½ Heſſ. Landesbk
80 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
„
8% Landeskr. Kaſſ.
Mein. Hhp.Bk.
2 Nafſ. Landesbk.
Pfälz. Hyp. Bk.
„ Lig
Pfandbriefe
80 Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred...
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr..
18% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . .
89
98
93
98
92.5
89
76
8% Rhein. Hyp.=Bk
„ Lig.
Pfandbriefe.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit ...
„L.=Pf.
Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
„Lig.=
B
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausloſ. Ser,II
98
89.5
88.25
n94/.
79.5
97.75
91.75
90
95
100
95
96
92
98.5
86
101.5
89.75
96.75
93
75.8
97.2
27
92
98.5
92
82.5
96
89.5
76.5
95.75
92.5
94.5
51.75
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S.1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hhp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbrieff
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Indnſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 2
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 2e
80 Klöckn=Werke
Berlin v. 26..
10% Kom. Elektr.=
Mark. . . . . .
7% Mainkrw v. 2e
796 Mitteld.
Stahl=
werke von 27...
8½ Neckarſulm v. 26
8% Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26....
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz
5½Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
50 Heſſ. Vollksſt.
Roggenanleihe.
17.85
13.6
7.36
14.025
14.15
13.5
13.8
96.5
94.5
941/.
102
87
91.7
91
88.25
21.5
11.72
6.4
9
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ...."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ..
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe.
5% Südd. Feſtw. ......"
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914........."
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½‟ Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
13/ % Griech. Mon
50 Mex. inn. (abg.)
5% „ äuß. „
4½ „
Goldan=
leihe (abg.)
3% „ inn. (abg.
4½% Irrig.=
Anl. (abg.
Tamau=
5%
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
40 Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)..
4½% Rum. Gold
von 1913.
40 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
40 Türk. Admin.
1. Bagd.
49
2. Bagd.
Zollanl.
42
4½% Ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½½ dito von
1914 (C. C.=St.)
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
4% dito von
1910 (C. C.=St.)
4½ dito Kron. (abg.) ..
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.
4½ Kopenh. v. 01.
4½ Liſſab. v. 18
4% Stockh. v. 1880
9.5
8.65
45
43
2.4
18.5
57.25
47
41.1
34.75
31.75
1871.
12.75
21:.
22.2:
241.
221I.
2.05
58.5
92
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn!
von 1883 ...
4% Lemberg=Ezer.
ſteuerpflichtig. .
4½ Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ..."
2‟.,% Oſt. Südb.
(Lombard.) . . . .
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 „....."
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 ..
4% Rudolfb. i. S.
i. G
2
4½% Anatolier I.
TV. 1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. . . .
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank . . . . !
Berl. Handelsgeſ..
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank...
Eff.=u. Wechſel=
1
bank .
Bereinsbank..
Diskont.=Geſellſch.
Dresdener Bank ...
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk..
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank
Metallbank. .
Mitteld. Crebitbk.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk.
„ Hyp.=Akt.=Bk./148
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbank
„ Hyp.=Bank).
98
12.2
2.6
11.75
121.
4.4
22
4ll.
1871.
158.5
193.5
151
156
186.
248
160.25
123
161
153
154.75
112
148.5
149
132.75
214.5
160
37
141.5
125
194
Südd. Bod. Fr.Bk.
Disc.=Geſ..
Wiener Bankverein
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ..
7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge. ......"
Hapag......"
Nordd. Lloyd.. . . .
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin..
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher.
6% AEG. Vorzug
AEG. Stamm..
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin".
Baſt Nürnberg ..."
Beck & Henkel ..
Bergm. El. Werkel,
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCieI.
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ...
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerke:
Heidelberg".
.I.
Karlſtadt
Lothr. (Karlsr.
Chem. Werke Albert.
Brockhues..!
Fabrik Milch
Daimler=Benz...
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin
Erdöl".
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwverk. Berl
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .!.
Dürrwerke Rating.
135
16.75
201
158
97
154
50
230
90.25
165.5
140.5
24
238
67
187
63.5
155
148.5
179.5
80
103.5
88
92.75
136.25
190.25
260
128
61
Eichbaum, Brauer
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elfäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk.!.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnere
Faber, Joh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum
Feinmech. (Jetter
Frkft. Gas
vſof... .....
Maſch. Po=
Pr. korny & Wittek
Geiling E Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen ..
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrankf
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen .."
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau/168
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas/115
Hehligenſtaedt.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ....!"
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil. . . 159.25
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Inag
Junghans Stamm. 87.9
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln..
Kammgarnſpinn.
We
27.5
229
88
49
205
64
235
71.5
102
53.75
259.25
128
86.5
150
110.5
79.5.
76
135.5
289.75
108
133.5
182.5
136.5
165
178
24
90.5
119
8a
75
284
133.25
99.25
179
278
190
Karſtadt, R.. . . . ..
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl. . . .
Klöcknerwerke.
Knorr, Heilbronn
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeher & Co. .."
Lech, Augsburg ..."
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühle
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br.. .
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werke. .. . . .
Metallgeſ. Frankft.
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm.
Motorenfabr. Deutz
Oberurſe
Münch. Lichtſpielk.
Meckarſ. Fahrzeug
Neckarw. Eßl.
Nicolay, Hofbr. .
Oberbedarf.
Oſterr. ApineMon.
Otavi Minen
Peters Union Frkf.
Pfälz. Näh. Kayſe
Philipps A.=G. .
Phönix Bergbau".
Porzellan Weſſel
Reiniger. Gebb. E
Schall
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Stahlwerke .
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan
Rütgerswerke
SalzwerkHeilbronn
Schneider & Hanau
Schnellpr. Frankth.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfbr. 124
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
241
106
Marge
69.75
101
175
120.25
39.75
Zr
128
118.75
254
150
129
116
179.25
64
120
5‟
142
145
117
28.75
103
57.5
97
160
157
69.5
150.5
101.2
198
47.5
74
374.5
29
188
Schuhfbr. Berneis=
Weſſel. . . . . . . . . 86.5
Schuhfabr. Her.
17
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen 1172
Seilindſtr. Wolff. 76
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halskel 295
Südd. Immobilien/103
Zucker=AG. /139.5
Strohſtoff, Ver.,. . 1322
Tellus Bergbau .111z
Thür. Lief.=Geſ.. . . 110
Tucher, Brauerei
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ.
115.5
Veithwerke.
48
Ver f. Chem. In
deutſch. Olfabr
3
Faßfabr. Caſſell 56
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. 87
Königs= und
Laurahütte .. 88
Pinſelfabriken 88
Stahlwerke
95.5
Ultramarin . . 151.5
„ Zellſt., Berlin 142.5
Vatländ. Maſch. 68
Voigt &. Haeffner/178
Voltohm, Seil ../ 72
Wahß & Frehtag . /135
Wegelin Rußfabrik 141
Werger Brauerei. 172
Sellſt. Aſchaffenbg. 190
Memel
Waldho . . . 296.75
Zuckerf. Rheingau
4. Verſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung
Frkft. Allg. Verſ
186
Frankona Rück= u.
Mitv.
123
Mannh. Verſich.
Darmſtädter Werte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg
Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt 69.5
Gebr. Roeder ... . 133.5
Nummer 103
Seite 17
Freitag, den 13. April 1928
Metallnotierungen
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 12. April ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 RMM.
— Die Notierungen der Kommiſſion des Berlier
Metallbörſenvorſtan=
des (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98—99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren, 210 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel,
98—99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 83—88 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 78,50—79,50 RM.
Die amtl. Preisfeftſetzungen im Metallterminhandel vom 12. April
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 123,25 (123,50), Februar 123,25
(123,25), März 123,25 (12,50), April 12225 (122,75), Mai 122,50 (123),
Juni 123 (123), Juli, Auguſt, September 122,75 (1B,25), Oktober,
No=
vember, Dezember 123 (1B3,25). Tendenz: ruhig. Für Blei: Januar
40,75 (41,25), Februar, März 41 (41,25), April Mai, Juni, Juli, Auguſt,
September, Oktober, November 40,50 (41), Dezember 40,75 (41). Tendenz:
ſtetig. Für Zink: Januar, Februar, März 48,50 (49,50), April, Mai,
Juni 49 (50), Juli, Auguſt, September 49 (49,75), Oktober, November,
Dezember 48,50 (49,50). Tendenz: ſtill — Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Wetallnotierungen an der Londoner Börſe vom 12. April ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig): Standard p. Kaſſe 61½—/us,
3 Monate 61¾—12/, Settl. Preis 61½, Elektrolyt 66½—67, beſt ſelected
64½—65¾, Elektrowirebars 67; Zinn (Tendenz: feſt): Standard p.
Kaſſe B2—½, 3 Monate 232½—333, Settl. Preis B2, Banka (inoff.
Not.) 239½, Straits (inoff. Not.) 236; Blei (Tendenz: ſtetig): ausländ.
prompt 20, entft. Sichten 20., Settl. Preis 20; Zink (Tendenz:
ſtetig): gewöhnl. prompt 2411ſ,, entft. Sichten 2412/,g, Settl. Preis 94¾8;
Quechſilber (inoff. Not.) 22½—½, Wolframerz (inoff. Not.) 1478.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 12. April. Bei feſter Tendenz
waren die Forderungen für Brotgetreide und Mehl erhöht, dagegen für
Futtergetreide und Braugerſte nur unweſentlich verändert. Man
ver=
langte für die 100 Kilo waggonfrei Mannheim ohne Sack in Reichsmk.:
Weizen inländ. 28—28,25, ausländ. 29,50—32, Roggen inländ. 28,50,
ausländ. 30,00, Hafer inländ. 26,50—27,25, ausländ. 27—28,25,
Brau=
gerſte ausländ. 32—36,50, pfälziſche 32—33, badiſche, heſſiſche und
würt=
tembergiſche 31,50—32,50, Futtergerſte 24—25, Mais mit Sack 24,50,
ſüd=
deutſches Weizenmehl Spezial Null 38,75—39,25, ſüddeutſches
Noggen=
mehl, je nach Ausmahlung, 38,75—40, Weizenkleie 15.
Frankfurter Produktenbericht vom 12. April. Im Einklang mit den
ſtark erhöhten Auslandsnotierungen war die Tendenz am hieſigen Markt
feſt. Es war aber bei den Händlern eine gewiſſe Zurückhaltung zu
er=
kennen, ſo daß ſich die Hauſſe der Auslandsmärkte hier nicht voll
aus=
wirken konnte, und die Umſätze im allgemeinen ziemlich beſcheiden
blie=
ben. Nur Roggen, der knapp angeboten war und von ſeiten des
Aus=
landes und des Exportes ſtärker begehrt blieb, verzeichnete im Verlaufe
größeres Geſchäft. Weizen blieb vernachläſſigt. Das Mehlgeſchäft konnte
ſich bei ſtark anziehenden Preiſen lebhafter geſtalten. Am
Futtermittel=
markt war Mais von der Landwwirtſchaft reger gefragt. Es notierten:
Weizen 1. N7: Roggen 28—B,25; Hafer inl. N,25—27,75; Mais für
Futterzwecke 24,50; für andere Zwecke 25,25; Weizenmehl 38,25—39
Roggenmehl 38,25—39; Weizenkleie 15; Roggenkleie 16—16,5.
Berliner Produktenbericht vom 12. April. Der Widerhall der
ſtrammen Meldungen von Ueberſee bleibt hier verhältnismäßig gering.
Die Cif=Offerten von Weizen und Roggen wieſen eine beträchtliche
Er=
höhung auf, Geſchäfte kamen auf dem höheren Nivequ aber kaum
zu=
ſtande. Das inländiſche Angebot von Brotgetreide iſt nach wie vor recht
knapp. Weizen iſt in guten Qualitäten lebhaft begehrt, aber nur wenig
angeboten. Das zur Verfügung ſtehende leichtere Matevial findet
da=
gegen ziemlich ſchwer Unterkunft. Für Roggen ſind die Forderungen
um 3 bis 4 Mark höher gehalten. Polen bekundet weiter Nachfrage,
während hier entſprechende Preiſe nur ſchwer zu erzielen ſind. Am
Lieferungsmarkte ſtellten ſich die Preiſe für Weizen höher, Mai= und
September=Roggen waren gleichfalls befeſtigt. Juli=Roggen lag dagegen
leicht abgeſchwächt. Die Mehlnachfrage iſt beſſer geworden; die
geforder=
ten Mehlpreiſe ſind aber nur ſchwer durchzuholen. Hafer lag bei
knap=
pem Angebot weiter feſt; ebenſo iſt gute Nachfrage nach Induſtrie= und
Futtergerſte zu beobachten.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 12. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm auf die ungünſtigen Wetterberichte und
Staubſtürme in Kanſas, Oklähoma und Texas einen überwiegend feſten
Verlauf. Die beſſere Exportnachfrage regte ebenfalls an. Gegen Schluß
zeigte ſich einige Realiſationsneigung.
Mais: Die Termine ſetzten leicht erhöht ein auf ungünſtige
Wetter=
berichte. Später trat ein Tendenzumſchwung ein auf gute
Saatenſtands=
berichte aus dem Anbaugebiet.
Noggen: Die Kommiſſionäre bekundeten heute lebhaftere Nachfrage
für Exportzwecke. Später führten Abgaben für öſtliche Rechnung zu
einem Tendenzumſchwung.
Hafer: Nach beſſerem Marktbeginn trat auch hier mit den übrigen
Märkten eine Verflauung ein.
New York, 12. April. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Die ſtetigen braſilianiſchen und europäiſchen Kabel, ſowie
die lebhaftere Lokonachfrage veranlaßten die Kommiſſionäre zu
rege=
ren Deckungskäufen.
Zucker: Mai=Sichten hatten heute unter Liquidationen zu leiden.
Im übrigen herrſchte eine ſtetige Tendenz.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 12. April:
Getreide: Weizen, Mai 149½, Juli 148½, Sept. 147½: Mais,
Mai 99, Juli 102½, Sept. 102; Hafer, Mai 57½, Juli 51, Sept.
46½; Roggen, Mai 123, Juli 1191 Sept. 113¾.
Schmalz: Mai 11,775, Juli 12,075, Sept. 12,375.
Fleiſch: Rippen, Mai 11,50, Juli 11,75, Sept. 12,0; Speck loco
11,25; leichte Schweine 8,15—9,05, ſchw. Schweine 8,30—8,85;
Schweinezufuhr Chicago 28 000, im Weſten 90 000.
Chicagver Baumwolle: Mai 19,52, Juli 19,35—19,37.
Es notierten nach Meldungen mus NewYork am 12. April:
Getreide: Weizen, Rotwinter 189½, Hartwinter 167½; Mais
neu ank. Ernte 112½; Mehl ſpr. wheat clears 6,75—7; Fracht
nach England 1,6—2,3, nach dem Kontinent 9—10.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,3; Talg extra 8½.
Kakav: Tendenz: willig, Umſatz in lots 71, loco 13½, Januar
1929 13,25, März 13,67, April 13,75, Mai 13,94, Juni 14,05, Juli
14,09, Auguſt 14,13, September 14, Dezember 13,52.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Mit Rückſicht auf die veränderte Lage wurde am Berliner offenen
Geldmarkt der Privatdiskont am heutigen Tage um 2, Prozent auf
65). Prozent ermäßigt.
Wie wir hören, wird das unter Führung der Bayeriſchen
Vereins=
bank München und des Bankhauſes Mendelsſohn u. Co., Berlin,
ſtehende Konſortium die von ihm übernommenen 5prozentigen
drei=
jährigen Schatzanweiſungen der bayeriſchen Landeshauptſtadt München
zum Kurſe von 991 Prozent in der Zeit vom 12. bis 19. April Ifd. Js.
zur Zeichnung auflegen, wobei vorzeitiger Zeichnungsſchluß vorbehalten
bleibt.
Die luxemburgiſche Indexziffer iſt im abgelaufenen Monat auf 795
für den Stichtag des 1. April gegen 797 am 1. März gefallen.
An der neunten Brüſſeler Jahresmeſſe, die am Donnerstag offiziell
eröffnet wird, beteiligen ſich 30 Länder mit 2889 Firmen. Darunter
befinden ſich 135 deutfche, 5 öſterreichiſche, 120 britiſche, 440 franzöſiſche,
135 japaniſche und 30 ſchweizeriſche Firmen.
Der Londoner Goldpreis gemäß der Verordnung zur Durchführung
des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken beträgt vom 11. April 1928
ab für eine Unze Feingold 84 Schilling 11,5 Pence, für ein Gramm
Feingold demnach 32,7777 Pence.
Aus London wird gemeldet, daß zwiſchen der Standard Oil Co
und dem Naphtha=Syndikat der Sowjetunion ein Abkommen geſchloſſen
ſei, das die Frage der Belieferung des indiſchen Marktes mit ruſſiſchen
Erdölerzeugniſſen behandelt.
Der Ausweis des engliſchen Schatzamtes für die erſte Woche des
neuen Haushaltsjahres vom 1.—7. April weiſt einen Fehlbetrag von
12627 253 Pfund aus. Die ſchwebende Schuld wird mit 681 580 000
Pfund angegeben.
Die Svenska Tanndſticks Aktiebolaget erzielte im Jahre 1927 einen
Reingewinn von 40 436 615 Kronen. Einſchließlich des
Gewinnvortra=
ges ſtehen der Generalverſammlung 43 138 967 Kr. zur Verfügung. Der
Vorſtand ſchlägt die Ausſchüttung einer 10proz. Dividende vor. Im
abgelaufenen Geſchäftsjahr war bereits eine Dividendezahlung von fünf
Prozent erfolgt. Die Vorjahrsdividende betrug 15 Prozent.
Infolge der günſtigen Nachrichten, die die rumäniſche Regierung
über den weiteren Verlauf der Anleiheverhandlungen erhalten hat, wird
mit deren Auflegung Mitte Mai gerechnet.
Wie Havas aus New York berichtet, iſt eine Menge Gold im Wert
von 12 Millionen Doll. mit Beſtimmung Frankreich eingeſchifft worden.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
In der Zeit vom Samstag, den
14. bis Montag, den 30. April ds.
Js., wird das ſtädt. Waſſerrohrnet
geſpült.
Dabei läßt ſich eine Trübung des
Lei=
tungswaſſers nicht vermeiden; auch muß
die Waſſerlieferung von abends 22 Uh
bis morgens 5 Uhr unterbrochen werden.
Den Waſſerabnehmern wird deshalb
empſohlen, ſich rechtzeitig mit Waſſer zu
verſorgen.
Bei den Druckrohrſpülungen wird die
Waſſerlieferung nur vermindert.
Straßenverzeichnis mit der
Bezeich=
nung der einzelnen Spülabteilungen
kann an den bekannten Aushangſtellen
des Herrn Oberbürgermeiſters eingeſehen
werden.
Spülplan:
Hauptdruckrohr I Samstag, 14. April
Abteilung A Montag, 16.
B Mittwoch, 18.
b Freitag, 20.
C Samstag, 21.
Montag, 23.
D Mittmoch, 25.
d Freitag, 27.
E Samstag, 28.
von abends 22 Uhr ab.
Hauptdruckrohr II Montag, 30. April, von
(st6660
nachmittags 16 Uhr ab.
Darmſtadt, den 10. April 1928.
Direktion der ſtädt. Betriebe.
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halrige, wiſſenſchaftlich zuverläſſige Band iſt eine der erfreulichſten
Bereicherungen der Goerbe= und Silbouertenliteratur.”
Die Lireratur 1927, Seft 4: „Unziebende ungedruckte Briefſtellen
Mercks über Weſen und werr der Pbpſiognomik, gute biograpbiſche
KTachweiſe zu den Bildern bezeugen den Geſchmack und die
Sach=
kennrnis des Herausgebers. Die Schärfe der Wiedergaben und die
Schönheir der Geſamtausſtattung machen dieſe Publikarion zu einer
Augenweide.”
Cuerſchnitt, Juli 1926: „Die Silhouetken ſind ſo verblüffend gur
reproduzierr, daß man meinen ſollte, es bandle ſich um gur aufge=
Elebte Griginale.”
Der Bücherwurm Jabrgang 1926 Seft I, Seite 21: „Die
wieder=
gabe in Griginalgröße auf Bürten wird böchſten Anſprüchen gerecht.
Der Text iſt ſpmpathiſch durch eine warme Derteidigung Mercks und
durch manches anregende wort.”
Die Bergſtadt, Jabrgang 15, Heft 1!: „Die Tafeln verdienen das
böchſte Lob. Das Gleiche gilk von der kurzen, aber inbaltreichen
Ein=
führung und den ſonſtigen wiſſenſchaftlichen Beigaben, die auch dem
Laien das Derſtändnis für die bildlichen Darſtellungen eröffnen.”
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