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(all. Bie=
Außtionat.
Taxator.
gra=
Einzelnummer 10 Pfennige
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bis 30. April 2.18 Reſchsmark und 22 Pfennlg
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Franfurt a. M. 130
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 95
191. Jahrgang
Mittwoch, den 4. April 1928.
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(4 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Auffuhr, Streil uſw., eriſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſiung von Schadenerlatz. Bei
Konlurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banfkonio Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und National
„Intervention”
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Pläne über die Schuldenregelung.
Anm. d. Red.: Da ſich die U. S. A. nachgerade
Reparations= und
internationale Schuldenfrage.
Pariſer Kombinationen.
* Berlin, 3. April. (Priv.=Tel.)
Seit der Veröffentlichung des letzten Jahresberichtes des
Reparationsagenten mit den bekannten Vorſchlägen einer
Fixie=
rung der deutſchen Schulden iſt die Frage der Reviſion des
Dawesplanes und im Zuſammenhang hiermit einer
Neu=
regelung der interalliierten Schuldenfrage
neuerdings wieder akut geworden. Die Bemühungen Parker
Gilberts gelegentlich ſeines letzten Pariſer Beſuches ſind, wie die
letzte Rede Poincarésin Carcaſſonne beweiſt, nicht
ohne Erfolg geblieben. Allerdings wäre es verfrüht, ſchon heute
mit endgültigen Zahlen oder feſtumriſſenen Vorſchlägen
auf=
warten zu wollen. So weit iſt die Angelegenheit noch nicht
ge=
diehen, zumal es noch eine ganze Reihe nicht unweſentlicher
Vor=
fragen zu klären gibt. Feſt ſteht jedenfalls, daß der Stein
ins Nollen kommt, einmal durch die Initiative Parker
Gil=
berts, zum anderen durch die immer weitere Kreiſe erfaſſende
Erkenntnis, daß die Weltwirtſchaft erſt dann wieder aufatmen
kann, wenn die ganzen durch den Weltkrieg hervorgerufenen
Finanzprobleme grundlegend neu geregelt werden. Feſtzuſtehen
ſcheint auch, daß Poincaré nicht mehr das unüberwindliche
Hin=
dernis iſt, als das er bislang in der Reviſionsfrage vielfach galt.
Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß bei den ſeit einigen Wochen
hauptſächlich in Paris im Gang befindlichen Beſprechungen der
Plan des bekannten franzöſiſchen Reparationsſachverſtändigen
Seydoux eine gewiſſe Rolle geſpielt hat. Bekanntlich iſt der
Seydoux’ſche Plan auf folgenden Vorausſetzungen
auf=
gebaut:
1. Volle Deckung der franzöſiſchen Schulden an die
Vereinig=
ten Staaten und England durch deutſche Reparationszahlungen.
Dieſe Schulden belaufen ſich im erſten Falle auf etwa 16
Milliar=
den Mark (Berenger=Abkommen) und im zweiten Fall auf etwa
13 Milliarden Mark an England, allerdings unter der Bedingung,
daß Frankreich das im Jahre 1925 getroffene Churchill=Caillaux=
Abkommen anerkennt.
2. Ein angemeſſener Beitrag für den Wiederaufbau im
Innern Frankreichs, den Seydoux mit rund 8 Milliarden Mark
anſetzt, während ſein Kollege Berenger einen Betrag von
min=
deſtens 16 Milliarden Mark für notwendig erachtet.
Unter Zugrundelegung des Seydoux’ſchen Planes würde ſich
die deutſche Geſamtſchuld alſo auf rund 32 Milliarden Mark
ſtellen. Es iſt müßig, im Augenblick über die Höhe dieſes
Be=
trages viel Worte zu verlieren, nachdem angeſichts der ſtetig
wachſenden deutſchen Steuerlaſten und in Anbetracht der großen
Ungewißheit hinſichtlich der Entſpicklung des deutſchen
Außen=
handels, der beſonders wieder in den letzten Monaten zu ſtärkerer
Paſſivität neigte, die Uintragbarkeit der Daweslaſten
in der jetzigen Höhe hinreichend erwieſen worden iſt; denn
die=
ſer Plan würde gegen den urſprünglichen
Dawesplan keine nennenswerte Erleichterung
bedeuten. Vor allen Dingen muß immer wieder betont
wer=
den, daß alle Erwägungen über die Höhe der deutſchen Schulden
im jetzigen Stadium nur akademiſchen Wert haben. Dieſes
Sta=
dium wird im internationalen Wahljahr 1928 bis in das erſte
Viertel des kommenden Jahres andauern. Auch die Frage
der Flüſſigmachung der deutſchen
Eiſenbahn=
obligationen, die eine weſentliche Vorbedingung für die
Durchführung des obengenannten Planes iſt, iſt noch völlig
un=
geklärt. Zu einem Zinsſatz von fünf Prozent dürften ſich
jeden=
falls herzlich wenig Intereſſenten finden. Eine Heraufſetzung des
Zinsſatzes aber oder eine Verminderung des Ausgabekurſes, die
ſich mindeſtens auf 20 Prozent belaufen müßte, würde an ſich
ſchon eine Aenderung des Dawesplanes bedeuten.
Der „New York Times” zufolge ſollen gemäß dem von den
Bankiers erwogenen Plane für 16 Milliarden Mark
ſünfprozen=
tige deutſche Eiſenbahn= und Induſtrieobligationen bei
einprozen=
tiger Amortiſation ausgegeben werden. Frankreich und Belgien
ſollen einen weiteren Betrag in Sachwerten in ungefähr gleicher
Hohe erhalten. Wie ſchon geſagt, iſt es unter den geſchilderten
Amſtänden mehr als zweiſelhaft, daß die Amerikaner für einen
derartigen Plan zu haben ſein werden. Vielmehr ſcheint es ſich
bei dieſer Meldung um einen der zahlreichen Verſuchsballons zu
handein, die in letzter Zeit von intereſſierter Seite zum Steigen
gebracht worden ſind, um eine deutſche Stellungnahme zu
veran=
laſſen. Es kann infolgedeſſen ohne weiteres geſagt werden, daß
alle dieſe Vorſchläge auf Kombination beruhen und mit dem
aus=
gearbeiteten Plaune Parker Gilberts, von dem Sauerwein im
„Matin” zu berichten wußte, nichts zu tun haben. Es gibt heute
in Frankreich eine Mehrheit, ſo führte Sauerwein aus,
die der Auffaſſung iſt, daß die
Rheinland=
beſetzung aufhören muß, ſobald in
ueberein=
ſtimmung mit dem von Parker Gilbert
aus=
gearbeiteten Plane die aus dem Weltkriege
ſtammenden finanziellen Probleme ihre Löſung
Beſunden haben. Trotz der Erwähnung der
Rheinland=
frage aber durch Sauerfoein, der bekanntlich in vielen Dingen
das Sprachrohr Briands iſt, hat es, wenn nicht alle Anzeichen
täuſchen, den Anſchein, als ob die Reparations= und
Schulden=
frage der unſicheren Sphäre der Politik nunmehr bis zu einenne
gewiſſen Grade entrückt iſt. Dafür werden auch die an dem
gan=
zen Fragenkomplex intereſſierten amerikauiſchen
Bankſachberſtän=
digen ſorgen.
Feſiſetzung der deutſchen Reparationsſchuld?
Ein Perſuchsballon. / Deutſchlands
Stellung=
nahme.
EP. Paris, 3. April.
Nach Mitteilung des „Matin” berichtet der Pariſer
Korre=
ſpondent der „New York Times” von Unterhandlungen, die
gegenwärtig im Gange ſeien und durch die das
Reparations=
problem und das Kriegsſchuldenproblem gemeinſam gelöſt
wer=
den ſollten. Zu dieſem Zwecke würde die deutſche
Reparations=
ſchuld endgültig auf 32 Milliarden Goldmark feſtgeſetzt
wer=
den. (!) Sodann würden 16 Milliarden Goldmark Obligationen
ausgegeben werden, nämlich 11 Milliarden
Eiſenbahnobligatio=
nen und 5 Milliarden Induſtrieobligationen zu 5 Prozent. Die
Verzinſung dieſer Obligationen würde durch die Einnahmen
der deutſchen Eiſenbahnen und gewiſſer deutſcher Induſtrien
ge=
ſichert. Für die übrigen 16 Milliarden Goldmark hätte das
deutſche Budget aufzukommen. — Der „Matin” hält dieſe
Mel=
dung für wahrſcheinlich und erinnert an die Anſpielung
Poin=
carés über die Eiſenbahn= und Induſtrieobligationen in ſeiner
Rede in Carcaſonne.
* Zwiſchen New York und Paris findet ein fleißiger
Aus=
tauſch von Preſſetelegrammen über die angeblichen Pläne
zur internationalen Schuldenregelung ſtatt.
Darnach ſoll ein Plan der Sachverſtändigen bereits
fix und fertig vorliegen, wonach die deutſche
Geſamt=
ſchuld von 132 auf 32 Milliarden Goldmark
herabgeſetzt und durch die Emiſſion deutſcher
Bonds in gleicher Höhe abgedeckt werden ſoll.
Die Hälfte ſoll durch die bereits begebenen Eiſenbahn= und
Ju=
duſtrieobligationen mobiliſiert werden. Die andere Hälfte geht
zu Laſten des deutſchen Haushalts. Die Emiſſion ſoll
etappen=
weiſe erfolgen. Die eine Hälfte erhält Frankreich und Belgien,
die andere Hälfte dient dem internationalen Schuldenausgleich.
Soweit dieſer Plan. Vermutlich iſt er nur einer der vielen
Pläne, die wir bereits gehört haben, Dutzende werden ihm noch
folgen; bis ein brauchbarer Plan erzielt iſt. Es ſollte doch auch
nicht vergeſſen werden, was Deutſchland bereits gezahlt hat.
Deshalb werden die deutſchen Sachverſtändigen die Zahl von
32 Milliarden, gemeſſen an unſerer Leiſtungsfähigkeit, immer
noch zu hoch erklären müſſen.
„Reviſion des Dawesplanes früher oder
ſpäter.”
EP. Paris, 3. April.
Der „Temps” bezeichnet die Behauptung der „New York
Times” daß geplant ſei, die deutſche Reparationsſchuld auf
32 Milliarden Goldmark feſtzuſetzen, als ganz unbegründet. Weder
der franzöſiſchen, noch der engliſchen Regierung ſei bis jetzt
irgendein Vorſchlag in bezug auf die Reviſion des Dawesplanes
unterbreitet worden. Es ſei Ular, daß dieſe Reviſion nicht
vorge=
nommen werden könne, wenn nicht gleichzeitig die
Kriegsſchul=
denregelung revidiert würde. — Die „Liberté” ſchreibt
bezugneh=
mend auf die gleiche Meldung der „New York Times”, daß die
angedeutete Löſung früher oder ſpäter kommen müſſe. Es ſei
nicht durchſührbar, daß zwei Generationen mit der Liquidierung
des Krieges belaſtet würden. Früher oder ſpäter müſſe die
Rech=
nung auf ein vernünftiges Maß feſtgeſetzt werden. Wenn dies
nicht heute geſchehe, ſo werde es morgen der Fall ſein.
Poincarés Echo in Amerika.
EP. New York, 3. April.
Die New Yorker Morgenblätter begrüßen die
Bereitwillig=
keit Poincarés, Reparationen und interalliierte Schulden auf
einer Baſis zu regeln, wie er ſie am Sonntag in Carcaſſonne
dargelegt habe. Die „New York Times” glaubt, daß eine
ſo=
fortige Negelung infolge der politiſchen Lage zwiſchen
Frank=
reich, Amerika und Deutſchland im Augenblick unmöglich ſei.
Später hingegen könnte der Plan, der große nationale Vorteile
enthalte, ſehr wohl dazu dienen, den Gegenſatz zwiſchen Amerika
und anderen Nationen zu überbrücken und dazu beizutragen,
das Wohlwollen untereinander wieder zu erwecken. Wohlwollen
ſei etwas, was in Dollar kriſtalliſiert werden könne, fügt das
Blatt hinzu; Uebereilung könne aber dem Plan nur ſchaden.
Die engliſch=ägyptiſche Spannung. — Eine
Erklärung Nahas Paſcha.
EP. London, 3. April.
Infolge der propagandiſtiſchen Entſtellungen der ägyptiſchen
Note durch die engliſche Preſſe, ſach ſich Nahas Paſcha veranlaßt,
die Erklärung abzugeben, die ägyptiſche Note enthalte das
Be=
dauern, daß der engliſche Vorſchlag keineswegs mit dem
herz=
lichen Wunſche, die Beziehungen zwiſchen den beiden Staaten
freundlich zu geſtalten, übereinſtimme. Die britiſche Note ſei weder
vom rechtlichen, noch vom ſachlichen Standpunkt aus
gerechtfer=
tigt. Politiſche Interventionen berechtigten keineswegs die
inter=
venierende Regierung, die Handlungen der anderen Regienung zu
kontrollieren. In Wirklichkeit tue die ägyptiſche Regierung und
Bevölkerung alles, um die Europäer zu beſchültzen. Die engliſche
Forderung mache die Asübung der geſetzgebenden
parlamenta=
riſchen Kontrolle in Aegypten unmöglich. Aegypten beabſichtige
keineswegs, England herauszufordern, ſondern ſei entſchloſſen,
den Weg zu einer wirklichen Freundſchaft zwiſchen beiden
Län=
dern durch die Beſeitigung aller Mißverſtändniſſe vorzubereiten.
Das engliſche Kabinett trat am Dienstag morgen zu einer
Sonderſitzung zuſammen und beſchäftigte ſich auch heute wieder
mit der ägyptiſchen Antortnote.
in Nicaragua ſo ſicher fühlen, daß ſie jetzt mit
den Vorarbeiten für den Nicaragua=Kanal
be=
ginnen, dürfte die folgende Betrachtung deſſen,
was Herr Hughes beim Kapitel. Intervention” zu
erwähnen vergaß, nicht unintereſſant ſein.
A. G. A. New York, im März 1928.
Ohne jede Rückſicht auf die würdevollen Herren, die
Wafhing=
ton als ſeine Vertreter an die Tafelrunde der „Sechſten
Inter=
nationalen Konferenz „Amerikaniſcher Staaten”, nach Havanna
geſchickt hat, und ungeachtet der perſönlichen Anweſenheit eines
ſo eminenten Staatsmannes wie Se. Exzellenz General Machado,
Präſident von Kuba, haben ſich einige unmanierliche Teilnehmer
an dem Liebesmahl rüd erdreiſtet, dem biederen Onkel Sam
unterm Tiſch einige wohlapplizierte Fußtritte aufs behaglich
lang=
geſtreckte Schienbein zu verſetzen. Der böſen Buben erſter war
Salvadors Außenminiſter Dr. Guerrero. Er machte den
An=
fang damit, daß er den Preſſevertretern kund und zu wiſſen tat,
nach ſeiner Anſicht ſollten Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen
amerikaniſchen Nationen durch Zwangs=Schiedsgerichte, interne
Schwierigkeiten aber von jedem Lande ſelbſt beigelegt werden.
Sein Ausſpruch gewann an Bedeutung dadurch, daß man gerade
Dr. Guerrero zum Vorſitzenden des Ausſchuſſes erkoren hatte,
dem die Aufgabe der Kodifizierung des Völkerrechts zufiel. Dem
böſen Max geſellten ſich allerlei böſe Moritze aus Peru,
Argen=
tinien, Mexiko hinzu, die an dem und jenem Kritik zu üben hatten.
Man war ſchließlich an einem Punkt angelangt, wo Sennor
Maurtua, der groß=, braunhäutige Inka=Häuptling der
Peru=Delegation, Bericht zu erſtatten hatte über die „Grundlagen
des Völkerrechts”. Sein Sujet umfaßte auch den gefährlichſten
alter Paragraphen des in Rio von der Internationalen Juriſten=
Kommiſſion ausgearbeiteten Kodex, der alſo lautet: „Kein
Staat darf in die internen Angelegenheiten
eines anderen eingreifen.‟ Daß bei der Erörterung
dieſes Paragraphen das unangenehme und bisher ſo ſorgfältig
vermiedene Napitel „Nicaragua” zur Sprache kommen würde,
war ſelbſtverſtändlich. Aber — was tut der ſchlaue Herr
Hughes, Vorſitzender der nordamerikaniſchen Delegation? Bei
einem Bankett der Amerikaniſchen Handelskammer von Habanna
hebt er ſich an des Tiſches Bord und läßt eine koloſſale Rede
vom Stapel, in der er das gefürchtete „Nicaragua” ganz ofſen
ganz ohne Zögern ausſpricht, ohne jedes Argument Wafhingtons
Recht auf „Intervention” als etwas Selbſtverſtändliches in
An=
ſpruch nimmt, ein mildes Bedauern ausſpricht und die=
Verſiche=
rung gibt, der gute Onkel Sam denke nicht im entfernteſten
daran, ſeine lieben Söhne vom Marinekorps auch nur einen
Monat länger dort zu laſſen, als bis Ordnung geſchaffen ſei. Und
je eher dies geſchehe, deſto lieber ſei es ihm.
Wenn Herr Hughes damit beabſichtigt haben ſollte, es ſeinen
Kollegen ſchwer zu machen, nach einer ſolchen Zuſicherung noch
deutlich, vielleicht ſogar unhöſlich zu werden, ſo mag er dies bei
der Mehrzahl erreicht haben; in bezug auf die Vertreter
Argentiniens, Mexikos und Salvadors aber iſt es ihm
vorbei=
gelungen.
Ein New Yorker Blatt ſchreibt, Herr Hughes habe endlich
einmal mit der Mythe aufgeräumt, daß Onkel Sam eigens zu
dem Zweck Umwege mache, um in den Tropen Händel zu ſuchen,
daß er zum Spaß im Dſchungel herumliege und ſich mit Malaria,
Gelbfieber und „kleinen Tierchen” herumbalge, und daß es ihm
ein ganz beſonderes Vergnügen bereite, die nationalen Gefühle
anderer Völker mit Füßen zu treten und ſeine Verachtung für ſie
auf alle erdenkliche Weiſe zu zeigen. All dies habe Hughes mit
einigen kurzen, aber pointierten und unwiderlegbaren Worten
ein für allemal abgetan. Onkel Sam trage, fährt die Zeitung
fort, kein Verlangen nach „der Bürde des Weißen Mannes”,
Zum modernen Don Quichotte, der darauf brenne, als Rächer
aller Unbill die Welt zu durchſtreifen, eigne er ſich nicht im
min=
deſten. Sein erſter Gedanke ſei — das Geſchäft, nicht die
Romantik. Handel mit jenen Völkern ſei ihm viel lieber als
Händel, lieber als die Beaufſichtigung ihrer Wahlen, die
Reorga=
niſierung ihrer Regierungen. Trete die Notwendigkeit hierzu an
ihn heran, ſo tue er, was zu tun ſei, mit Widerſtreben und in
der Ueberzeugung, daß er dazu ganz und gar ungeeignet ſei. Aber
toas er einmal in Angriff genommen, führe er auch durch, „
aller=
dings unter tagtäglichem inbrünſtigem Gebet, daß der
vermale=
deite Kuddelmuddel möglichſt bald vorüber ſein möge‟.
Für eine Nation, der es ſo unſagbar peinlich und die ſich ſo
wenig berufen fühlt, ſich in die Angelegenheiten Anderer
ein=
zumiſchen, haben die Vereinigten Staaten in den letzten dreißig
Jahren allerdings ganz Erhebliches an Selbſtüberwindung
ge=
leiſtet. Einer Aufſtellung des New Yorker Columbia=Uiniverſitäts=
einmal in Columbia, ſünſmal in San Domingo, einmal in Haiti,
viermal in Kuba. Da Porto Rico jetzt „amerikaniſch”, braucht es
nicht in die Liſte mit aufgenummen zu werden.
Mit betaffneter Jutervention iſt jedoch der Kreis des
Ein=
greifens der Vereinigten Staaten in amerikaniſche
Angelegen=
heiten keineswegs umſchrieben . Durch Verträge und Abkommen
übt Waſhington eine Art Vormundſchaft über die inneren wie
äußeren Angelegenheiten gewiſſer Länder aus. Auf Grund der
Monroe=Doktrin maßt es ſich nicht nur eine allgemeine
Ober=
aufſicht über die austwärtigen Beziehungen Aller an, ſondern es
hat auch einzelne recht vorteilhafte Sonderabkommien — mit
Kuba, Panama, Haiti und dem Dominikaniſchen
Freiſtaat. Von Nicaragua hat es ſich das ausſchließliche Recht
auf den Bau eines zweiten Kanals geſichert. An allen
ſtrategiſch wichtigen Punkten hat es Flottenſtützpunkte. C3
über=
wacht Anleihen, Zölle, Steuern in mehreren Ländern. In
Nieg=
ragug managt es ſogar die nächſte Präſidentenwahl — unter
Geite 2
Zuhilfenahme der Bajonette amerikaniſcher Seeſoldaten. Durch
Anerkennung oder Nichtanerkennung von Staatsoberhäuptern und
durch das Verbot der Waffenausfuhr oder der Auflegung von
Anleihen beſtimmt es die Stabilität der Regierungen.
Sein wichtigſtes, ſtärkſtes und überzeugendſtes „
Interventions=
mittel” iſt der Dollar. Der macht lange nicht ſo viel Getöſe wie
die Kanonen der Kriegsſchiffe, die Gewehre der Seeſoldaten, die
Bomben der Flieger. Aber er richtet unendlich mehr
aus. Ohne daß die Zeitungen großes Aufheben davon machen.
Das ahnungsloſe Publikum glaubt, in Nicaragua ſei nicht viel
anderes vorgegangen, alé der Kleinkrieg mit Sandino. Dabei
wurde aber hinter der Front das kleine Land mit Dollarſcheinen
dermaßen an die Vereinigten Staaten genietet, daß es ſich die
Koſten der nächſten Wahl gerade ſo gut erſparen könnte. Sein
Geld iſt bei der Verteidigung amerikaniſcher Intereſſen
drauf=
gegangen; will es jetzt wieder zu Geld kommen, ſo muß es ſeine
ganzen Reſſourcen auf Jahre hinaus New Yorker Bankhäuſern
verpfänden.
Es iſt von einer neuen Nicaragua=Anleihe die Rede, aber die
Emiſſionsbedingungen ſollen derart ſein, daß ſogar Präſident
Diaz ſich ſcheut, ſie „ſeinem” Lande aufzubürden, trotzdem es die
amerikaniſchen Seeſoldaten waren, die ihm ſein Amt ſicherten,
als die Zügel der Regierung ſeinen Händen vollſtändig entglitten
waren. Dieſe Unterſtützung hat er ſich erkaufen müſſen. Oberſt
Stimſon, der Spezialgeſandte des Präſidenten Coolidge, machte
den Oppoſitionsführern bei den Friedensverhandlungen klar, daß
ſich die ganze Macht der Vereinigten Staaten ihnen
entgegen=
ſtellen würde, wenn ſie nicht klein beigäben; hörten ſie aber auf,
ſich gegenſeitig und Herrn Diaz zu bekämpfen, dann werde man
ihnen gute goldene amerikaniſche Dollars für ihre Waffen und
Munition zahlen. Moncada, der Führer der Liberalen, ging
auf den Handel ein. Sandino, der „Bandit” aber lehnte ab und
ſchlug ſich in die Berge. Da Diaz jedoch kein Geld hatte, um
Moncada abzufinden, und da Waſhington eingedenk ſeiner
prin=
zipiellen Abneigung gegen Intervention, die Zeche gleichfalls
nicht bezahlen wollte, wußte es die New Yorker Guaranty Truſt
Company zu bewegen, Diaz das nötige Geld zu Bedingungen
vorzuſtrecken, die ſelbſt der an allerlei Stank gewöhnten Wall
Street in die Naſe ſtachen.
Für eine Anleihe in Höhe von einer Million Dollar mußte
Diaz das ganze (300 000 Dollar betragende und auf das
Zwei=
fache bewertete) Stammkapital der Nationalbank von Nicaragua
nebſt Dividenden ſowie den geſamten Aktienbeſtand der
Nica=
ragua Pazifikbahnen (die allein weit mehr wert ſind als der
Be=
trag der Anleihe) verpfänden, dazu die Ausfuhrſteuer auf Kaffee,
die neuen Zölle auf Tabak, Wein und Spirituoſen und die
er=
höhten Zölle auf andere Gebrauchs= und Luxusartikel. Ferner
Nicaragua=Anleihen geben und mußte die (auf rund 400 000 Doll. dentenwahlen als Gegenkandidat gegen Diaz aufzutreten.
veranſchlagten) geſamten Barbeſtände der Bank wie der Bahn
in New York deponieren. Und zuguter Letzt (1) ſchrieb der Ver= im Senat von Nicaragua eine lebhafte Debatte. Ein Senator
trag noch vor, daß der Anleiheerlös hauptſächlich zum Ankauf warf den Amerikanern vor, daß ihnen gar nichts daran liege, mit
von Munition — ſelbſtredend amerikaniſcher — verwendet werden den aufſtändiſchen Liberalen des Generals Sandino fertig zu
und die Verausgabung der Leitung eines Dreier=Komitees unter= werden, was ja in einigen Tagen geſchehen könnte. Die Ameri=
Bankiers je ein Mitglied ernennen dürfen.
Diplomatie” beitragen. Davon hat Herr Hughes natürlich nichts der Feldzug in Nicaragua koſte ſie täglich 100 000 Dollar.
geſagt. Er hätte auch erwähnen können, daß die Unterhandlungen
wegen einer Refundierungsanleihe (die Million war am 31. März
fällig) deshalb nicht vom Fleck kommen wollen, weil ſelbſt Diaz Die Anleigeponiin der Semeinden.
die neuen Bedingungen nicht ſchlucken will. Um die Regierung
gefügig zu machen, hat die Bank alle Tätigkeit — abgeſehen von
der Eintreibung ſchuldiger und fälliger Beträge natürlich — ein= Eine kommungle Sammel=Anleihe. — Die
geſtellt, und über kurz oder lang wird ſich das ſogenannte
Parlament von Niegragua gezwungen ſehen. Wall
Street zu Willen zu ſein.
Und darum ſchickte man amerikaniſche Marineſoldaten
hin=
unter. Darum warfen Flieger Bomben auf „Banditenortſchaften” Abſicht, in New York eine große Anleihe aufzunehmen. Bis jetzt
ſagt wird, wieviel Frauen und Kinder darunter ſind.
Rücktritt der Regierung von Nicaragua.
EP. New York, 3. April.
Wie aus Managua berichtet wird, iſt die Regierung von
Nicaragua zurückgetreten.
Nach ergänzenden Meldungen aus Managua iſt der Rücktritt
der Regierung von Nicaragua auf den Druck des Präſidenten
General Diaz zurückzuführen, dem daran liegt, ein Kabinett zu
bilden, das ſein Dekret über die Kontrolle der Präſidentenwahlen
durch die Amerikaner vollauf billigt. Im übrigen beſtand die
Regierung nur aus wenigen Offizieren, die eher den Rang von
untergeordneten Beamten hatten. Ihr Rücktritt gleicht daher
mehr einer Verabſchiedung. Außenminiſter Paſos war ſchon vor
Mittwoch den 4. April 1928
Vom Tage.
Die Juteralliierte Rheinlandkommiſſion hat für die Dauer der
Wahlzeit die Anmeldefriſt für politiſche Verſammlungen in
Garniſon=
ſtädten von 48 auf 24 Stunden abgekürzt.
Reichsjuſtizminiſter „Hergt und Reichsarbeitsminiſter Dr.
Brauns haben einen mehrtägigen Oſterurlaub
ange=
traten.
Der Reichsparteiausſchuß der Deutſchen
Volks=
partei hielt geſtern unter dem Vorſitz Dr. Streſemanns eine Sitzung
ab, in der die Reichswahlliſte aufgeſtellt wurde. Die
Liſte wird erſt nach Oſtern veröffentlicht. An erſter Stelle ſteht
wieder Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann.
Das Hüittenwerk Dortmunder Union hat wegen
Ueberteue=
rung und Mangel an Aufträgen 2000 Arbeitern gekündigt.
Nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts iſt die
Index=
ziffer für die Lebenshaltungskoſten mit 150,6 im Monat
März gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben.
Die Gehaltstarife der kaufmänniſchen und techniſchen
An=
geſtellten im Ruhrbergbau ſind beim Zechenverband zum
31. Mai gekündigt worden.
An den Beiſetzungsfeierlichkeiten für den ehemaligen ſchweizeriſchen
Bundespräſidenten Guſtave Ador, nahm u. a. auch Generalkonſul
Aſchmann im Namen des Auswärtigen Amtes und des deutſchen
Ge=
ſandten in Bern, Dr. Adolf Müller, teil und legte einen Kranz in den
Neichsfarben am Grabe nieder.
Laut des jetzt vorliegenden Rewiſorenberichtes der Nobelſtiftung
be=
tragen die diesjährigen Nobelpreiſe 156 938 Kronen. Dies
iſt die bisher größte Preisſumme, die ausgezahlt wurde.
Durch die deutſche Botſchaft in Angora ſprach Deutſchland der
Türkei das Beileid des deutſchen Volkes zum
Erdbeben=
unglück in Smyrna aus.
Die türkiſche Regierung hat beſchloſſen, dem
Parla=
ment Vorſchläge über die vollſtändige Trennung von Staat und
Kirche, ſowie über die Säknlariſierung in der Türkei
zu unterbreiten.
Die holländiſche Filmzenſur=Behörde hat die
Auf=
führung des Cavell=Films „Dawn” für Holland
ver=
boten.
Auch in den Vereinigten Staaten ſteigt die
Arbeits=
loſenziffer bedeutend. Der amerikaniſche Gewerkſchaftsbund
Staaten ohne Beſchäftigung ſeien. Bei einer Geſamtziffer von 40
Mil=
lionen Arbeitern käme man danach auf eine Arbeitsloſenziffer von
72 Millionen.
Die Peking=Armee hat eine Offenſive gegen
Gene=
ral Feng eingeleitet, um deſſen Vereinigung mit der Nanking=
Armee zu verhindern.
mußte er den Bankiers eine fünfjährige Option auf alle weiteren, einigen Tagen zurückgetreten, da er beabſichtigte, bei den Präſi=
Anläßlich des Rücktritts der Regierung entſpann ſich geſtern
ſtehen ſolle, zu dem das amerikaniſche Staatsdepartement und die kaner zögen die Sache in die Länge, um einen Vorwand zu
ſchaffen, im Lande zu bleiben. Das materielle oder politiſche
Dies möge zum beſſeren Verſtändnis des Begriffes „Dollar= Intereſſe, das ſie dabei verfolgten, müſſe beträchtlich ſein, denn
Schwierigkeiten.
* Berlin, 3. April. (Priv=Tel.)
Wie erinnerlich, tragen ſich die deutſchen Gemeinden mit der
und meldeten „vierzig Tote” — wobei ſelbſtverſtändlich nicht ge= ſind ſie aber der Verwirklichung dieſes Planes ſehr wenig
näher=
gekommen. Da ſich die Beratungsſtelle für Auslandskredite noch
mit der Prüfung der vorliegenden Anträge beſchäftigt, iſt es noch
völlig ungewiß, wann man an die Auflegung der Anleihe gehen
kann. Die Beratungsſtelle arbeitet allerdings fieberhaft, um
mög=
lichſt raſch die einzelnen Anträge erledigen zu können. Eile tut
inſofern not, als nur noch eine kurze Zeit für die Auflegung der
Anleihe in New York zur Verfügung ſteht. Während der
Sommer=
monate ruht die Emiſſionstätigkeit faſt vollſtändig, ſo daß es
dann erſt wieder im Oktober möglich ſein würde, an eine Anleihe
zu denken, wenn man jetzt nicht zu Rande kommt. Im Lager
der Gemeinden ſelbſt ſind auch noch nicht alle Schwierigkeiten
überwunden. Man iſt ſich auch wohl darin einig, daß die
An=
leihe einfach als Sammelanleihe der deutſchen Gemeinden
fir=
miert wird und daß die hinter ihr ſtehenden Gemeinden
nament=
lich aufgeführt werden ſollen. Ueber die Verteilung des
Anleihe=
betrages beſtehen aber noch zahlreiche Meinungsverſchiedenheiten,
über die man noch nicht hinweggekommen iſt.
Nummer 95
Türkiſch=italieniſche Verhandlungen.
Begegnung Muſſolinis mit dem türkiſchen
Außenminiſter in Mailand.
EP. Mailand, 3. April.
Der türkiſche Außenminiſter Tewfik Ruchdy Bey iſt in
Be=
gleitung des Generals Dſchewad, ſeines Kabinettschefs, Kemal
Aziz Bey und Fuad Tewfik Bey zu einer Begegnung mit
Muſſo=
lini in Mailand eingetroffen. Er wurde vom Kabinettschef des
italieniſchen Außenminiſteriums am Bahnhof empfangen und in
ein Hotel geleitet. Nachmittags ſtattete der Unterſtaatsſekretär
des Aeußern, Grandi, Tewfik Ruchdy Bey einen Beſuch ab.
Heute wird er von Muſſolini empfangen werden, der ſich nach
einer Mitteilung der Präfektur von Mailand offenbar hier
aufhält.
Ueber die heutige Zuſammenkunft des türkiſchen Miniſters
des Aeußern, Tewfik Ruchdy Bey, mit Muſſolini im Palaſt des
Regierungsſtatthalters von Mailand berichtet eine amtliche
Mit=
teilung, zwiſchen den beiden Staatsmännern habe eine lange und
herzliche Unterredung über die die guten Beziehungen der beiden
Länder angehenden Fragen ſtattgefunden. Um 12 Uhr 30 bot
Muſſolini in der Präfektur ein Frühſtück an, dem auch der
tür=
kiſche Botſchafter in Rom, Suad Tewfik Bey, der italieniſche
Unterſtaatsſekretär des Aeußern, Grandi, und andere
hervor=
ragende italieniſche und türkiſche Perſönlichkeiten beiwohnten.
Albanien ſperrt die Grenze gegen Jugoſlawien
EP. Belgrad, 3. April.
Der albaniſche Geſchäftsträger in Belgrad beſuchte heute den
Vertreter des Außenminiſters und teilte mit, daß die albaniſche
ſchätzt, daß etwa 18 Prozent ſämtlicher Arbeiter in den Vereinigten Regiewung die Sperrung der Grenze gegenüber Jugoſlawien im
Kreiſe von Ochrida verfügt habe. Die Maßnahme wird mit dem
Ausbruch einer Typhus=Epidemie begründet. Von jugoſlawiſcher
Seite wird aber betont, daß von einer ſolchen Epidemie keine
Rede ſein könne, da ſich bisher pur ein einziger Kranſheitsfall
dort ereignet habe. — Die Sperrung der Grenze kommt in
Bel=
grad vollkommen unerwartet.
Jugoſlawien erbebt Vorſtellungen
bei Albanien.
EP. Belgrad, 3. April.
Der ſüdſlawviſche Geſandte in Tivana, Michailowitſch, iſt von
ſſeiner Regierung angewieſen worden, gegen die geſtern von
Al=
banien verfügte Grenzſperre gegenüber Südſlawien im Kreiſe
Ochrida Einſpruch zu erheben und die albaniſche Regierung zu
veranlaſſen, dieſe Verfügung rückgängig zu machen. Die
ſüdſla=
wiſche Regierung vereiſt darauf, daß in den ſüdſlawiſchen
Grenzgebieten keine Epidemien herrſchen und daher eine ſolche
Begründung für die Abſperrungsmaßnahmen hinfällig ſei. „
Po=
llitika” will wiſſen, daß die Grenzſperre dazu benutzt werden ſoll,
um Bandeneinfälle nach Südſlawien zu organiſieren. Dem
gleichen Blatt zufolge, trifft man in Südſerbien bereits
ener=
giſche Vorbereitungen, um dieſer Gefahr wirkſam zu begegnen.
Zu den polniſch=litauiſchen Verhandlungen.
Königsberg, 3. April.
Das polniſche Angebot eines beiderſeitigen
Nichtangriffs=
paktes iſt die Antwort auf ein litauiſches Memoire, deſſen
Schlußfolgerung folgendermaßen lautet: Die litauiſche
Dele=
gation ſchlägt vor, 1. eine gemiſchte Kommiſſion einzuſetzen für
eine Enquete über die Organiſation militäriſcher litauiſcher
Banden, 2. auf die Tagesordnung die Frage der Schaffung einer
entmilitariſierten Zone zwiſchen Polen und Litquen zu ſetzen.
In den Kreiſen der litauiſchen Delegation ſteht man auf
dem Standpunkt, daß die Prüfung dieſes konkreten litauiſchen
Vorſchlages ſicherlich den gemeinſamen Konferenzzwecken
dien=
licher ſein würde, als die Diskuſſion eines platoniſchen
Nicht=
angriffpaktes.
Die polniſche Preſſe iſt mit dem Ergebnis der
polniſch=
litauiſchen Konferenz zufrieden. Uebereinſtimend wird der
Auffaſſung Ausdruck gegeben, daß der in Königsberg erzielte
Erfolg der geſchickten, vorſichtigen und kaltblütigen Haltung
Zaleſkis zu danken ſei.
Georg Jogchim Göſchen.
Zum 100. Todestage des berühmten Verlegers am 5. April.
Georg Joachim Göſchen wurde am 22. April 1752 in Bremen
geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Kaufmann, verlor
ſein Vermögen und verſcholl in der weiten Welt. Da auch die
Mutter des Knaben früh geſtorben war, gaben ihn Verwandte
zu einem Buchhändler in die Lehre. 1772 trat er als mittelloſer
„Handlungsdiener” ſeine Lebensreiſe an. Die „Buchhandlung der
Gelehrten”, ein Unternehmen, das den Selbſtverlag der Autoren
unabhängig von Verlegern betreiben wollte, ſicherte ſich die
Dienſte des jungen Buchhändlers. Aber der Verlag florierte
nicht. Göſchen war nun ſelbſtändig geweſen, wollte es bleiben
und gründete 1785 in Leipzig ſeine eigene Firma, gefördert und
pekunjär unterſtützt von ſeinem Freund, dem jungen
Privat=
dozenten Chriſtoph Gottfried Körner, dem Freunde Schillers. So
bahnten ſich die Beziehungen zu dem großen Dichter an. Göſchen
erwarb Schillers Zeitſchrift „Die Rheiniſche Thalia”, verlegte
den „Don Carlos” in der Umarbeitung und den „Kalender für
Damen”, in dem Schillers „Geſchichte des 30jährigen Krieges”
und der „Geiſterſeher” erſchienen ſind. Später lockerten ſich die
geſchäftlichen Beziehungen zwiſchen Schiller und Göſchen, obwohl
die freundſchaftlichen beſtehen blieben.
Auch ſonſtige Fäden mit der Dichterſtadt Weimar hatten ſich
geſponnen. Im Jahre 1785 konnte Göſchen die erſte
Geſamtaus=
gabe der Schriften Goethes unter ſeiner Firma
heraus=
bringen. Durch dieſe Verbindung hob ſich das Anſehen ſeines
Verlages ungemein. Leider aber mußte Göſchen aus finanziellen
Gründen die ihm von Goethe angebotene Abhandlung über die
„Metamorphoſe der Pflanzen” und 1797 ein neues Werk Goethes,
„Hermann und Dorothea”, ausſchlagen und verſcherzte ſich damit
die Gunſt des Dichters.
Göſchens Hauptautor aber, für den er ſich mit Begeiſterung
und mit einem Wagemut ohne gleichen einſetzte, war der Dichter
Wieland. Im Jahre 1786 hatte Göſchen in Weimar die
per=
ſönliche Bekanntſchaft des Dichters gemacht, beide Männer hatten
zueinander große Sympathie gefaßt, und Wieland bot dem
jun=
gen Verleger die Geſamtausgabe ſeiner Werke an! Göſchen hat
in dieſer Ausgabe ein Meiſterwerk der Typographie geſchaffen.
Ein monumentum aere perennius wollte er dem Dichter ſetzen,
er hat ſich damit ſelbſt eins geſchaffen,
Der Verlag der Schriften Wielands iſt der Höhepunkt in
Göſchens Tätigkeit. Mit ſeltener Rührigkeit ſuchte er aber auch
in den folgenden
ren Werke aufſtrehender Dichter ſeiner Firma
zu ſichern. Noch mancher Erfolg, neben unausbleiblichen
Ent=
täuſchungen, war ihm beſchieden.
„Im Jahre 1790 verlegte er des ſachſen=koburgiſchen Miniſters
von Thümmel berühmt gewordene. Reiſe in die mittäglichen
Pro=
vinzen von Frankreich”. 1791 knüpfte er die Beziehungen zu
Iffland und ſicherte ſich durch einen Vertrag, „was der Herr
Verfaſſer für das Theater oder überhaupt in dramatiſcher Form
geſchrieben hat oder noch ſchreiben wird”.
Georg Joachim Göſchen.
Die napoleoniſchen Kriege ſchadeten dem Buchhandel
unge=
mein, auch Göſchen mußte ſeine Tätigkeit einſchränken. Später
hatte er beſonderen Erfolg mit den beliebten Erzählungen und
Romanen des Dresdener Dichters Friedrich Kind, die von 1814
an in ſeinem Verlage erſchienen. Intereſſant iſt vielleicht, daß
der 15½jährige Grabbe 1817 dem „Verleger der Meiſterwerke
Deutſchlands, dem Unterſtützer eines Schiller”, ſein Drama „
Theo=
dora” anbot. Göſchen lehnte ab. Grabbe hat ſich dadurch gerächt,
daß er in ſeinem Luſtſpiel „Scherz, Satire, Jronie und tiefere
Bedeutung” Göſchens Autoren, namentlich Kind, verſpottete.
Auch die Schickſalstragödie iſt bei Göſchen beheimatet geweſen.
Adolf Müllner ließ dort ſeine bezeichnendſten Dramen „Die
Schuld” und „König Yngurd” erſcheinen. Ernſt von Houwaldt
rechnete es ſich zur ganz beſonderen Ehre an, bei Göſchen ſeine
Schriften verlegen zu dürfen.
Das Streben, Werke von Dauer zu ſchaffen, hat Göſchen
dazu geführt, auch die Schriften antiker Klaſſiker in neuen
muſter=
gültigen Ausgaben zu verlegen. Ein günſtiger Stern leuchtete
allerdings dieſen Plänen nicht, aber die von dem berühmten
Friedrich Auguſt Wolf veranſtaltete Prachtausgabe der Werke
Homers machte Göſchen zu einem der erſten Verleger ſeiner Zeir.
Charakteriſtiſch iſt, daß Göſchen im letzten Jahrzehnt ſeines
Lebens den Werken Shakeſpeares in einer deutſchen Ausgabe ſein
Hauptintereſſe zuwandte.
Als am 5. April 1828 ein Schlaganfall ſein Daſein im
76. Lebensjahr endete, lag ſeine Lebenslinie innerlich und
äußer=
lich rein und klar da. Klaſſikern der Vergangenheit und
Gegen=
wart hatte er vor allem ſeine Lebensarbeit gewidmet. Er war
ſelbſt der klaſſiſche Verleger ſeiner Zeit geworden.
In der allbekannten „Sammlung Göſchen”, die, von ſeinen
Nachfolgern gegründet, urſprünglich in ſeinem Sinne Klaſſiker
in billigen Ausgaben fürs Volk verbreiten wollte, ſich dann aber
zu einem Kompendium der geſamten Wiſſenſchaft
und Technik erweiterte und heute im Verlag Walter de
Gruyter & Co. in Berlin erſcheint, wird ſein berühmter Name
lebendig erhalten.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Düfſeldorf: Hofrat Profeſſor Dr. Hans von Haberel in Graz
hat den Ruf auf den Lehrſtuhl der Chirurgie an der hieſigen
Medizini=
ſchen Akademie als Nachfolger von Profeſſor Ed. Rehn angenommen.
Halle a. S.: Der Privatdozent für Anatomie und Oberaſſiſtent
am Anatomiſchen Inſtitut der Univerſität Dr. med. Johannes Hett
iſt zum nichtbeamteten außerordentlichen Profeſſor ebenda ernannt
worden.
Kiel: Der Profeſſor der klaſſiſchen Philologie Dr. Ed. Fränkel
iſt zum korreſpondierenden Mitglied der Kfl. Akademie der
Wiſſenſchaf=
ten in Bologna ernannt worden.
Marburg: Der hier lebende Senior der deutſchen Juriſten. Prof.
Ludwig Eneccerus, wurde am 1. April 85 Jahre alt. — Der an
der Univerſität neu errichtete Lehrſtuhl für Prähiſtorie iſt dem
Direk=
torialaſſiſtenten am Römiſch=Germaniſchen Zentralmuſeum in Mainz
und Privatdozenten an der Univerſität Innsbruck Dr. Gero Merhart
von Vernegg angeboten worden.
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Nummer 93
Mittwoch, den 4. Apritl 1928
Seite 3
Neue Veruntreuungen bei der Reichsbahn.
Die Geſchäfte des
Reichsbahn=
zentralamtes.
Im Mittelpunkt der Unterſuchung eine
Frank=
furter Bank.
Berlin, 3. April.
In Verfolg der Unterſuchung der Beſtechungsaffäre gegen
den Oberbaurat Schultz iſt man neuen Veruntreuungen
auf die Spur gekommen, die ſich Beamte des
Reichsbahnzentral=
amtes haben zuſchulden kommen laſſen. Ueber die von einem
Sonderdezernat der Berliner Staatsanwaltſchaft durchgeführte
Unterſuchung der Geſchäfte des Reichsbahnzentralamtes
verlau=
tet, daß die Nachforſchungen ſich auf eine Reihe großer Firmen
ſowie auf eine Bank in Frankfurt a. M. ausgedehnt haben. Der
dringende Verdacht beſtehe, daß außer den ſchon bekannten
Ge=
ſchäften des Reichsbahnoberbaurates Müller noch weitere
Li=
zenzgeſchäfte vorgekommen ſind. Im Mittelpunkt der
Unter=
ſuchung ſteht zurzeit eine Frankfurter Bank, die in gewiſſem
Sinne der Repräſentant einer Reihe großer Unternehmen der
Eiſenbranche iſt. Der Reichsbahnbeamte Müller in Göttingen,
der eine Verbeſſerung der Lagerung von Lokomotiv=
Kolbenſtan=
gen gemacht hatte, die äußerſt brauchbar war, hatte ſich mit der
Bank in Verbindung geſetzt, um durch Verwertung der Lizenz
auf ſein Verfahren ſich ein Nebeneinkommen zu ſichern. Die
Bank gab das Verfahren an eine Karlsruher Maſchinenfabrik
weiter. Müller geriet jedoch ſehr bald in Differenzen mit der
Bank, da ihm, wie er jetzt ausſagt, deren Berliner Vertreter
einen Teil der ihm zuſtehenden Beträge vorenthalten hat. Bei
der Verwertung der Müllerſchen Erfindung geriet die Bank und
mit ihr die Karlsruher Firma in einen Konkurrenzkampf mit
einer Berliner Induſtriefirma, die ebenfalls die Müllerſche
Er=
findung erworben hatte. Die Bank hat dann anſcheinend
ver=
ſucht, leitende Beamte des Reichsbahnzentralamtes wiederholt
dazu zu veranlaſſen, die verbeſſerten Kolbenſtangenlager nur
aus Karlsruhe, nicht aber aus Berlin zu beziehen. Tatſächlich
ſcheint das auch erfolgt zu ſein, obwohl dem
Reichsbahnzentral=
amt offenbar auf Betreiben der Berliner Konkurrenzfirma eine
Mitteilung gemacht worden war, daß die Erfindung von einem
ihrer Beamten herrühre, und daß dieſer erhebliche
Lizenzgebüh=
ren dafür erhalte. Bei der Prüfung dieſer Angelegenheit iſt
man auch auf Verträge des Reichsbahnzentralamtes mit
an=
deren großen Konzernen geſtoßen, die jetzt noch näher
unter=
ſucht werden ſollen.
Nachteilige Verträge für die Reichsbahn. —
Anſchuldigungen gegen Reichsbahndirektor
Neumann.
Berlin, 3. April.
Die „Voſſ. Ztg.” veröffentlicht Enthüllungen über die
Vor=
gänge beim Reichsbahnzentralamt, die ſie mit der Bemerkung
einleitet, es beſtehe der Verdacht, daß der Leiter des
Re=
ferates S des Reichsbahnzentralamtes,
Reichs=
bahndirektor Neumann, von einzelnen Firmen,
die durch Verträge begünſtigt zu ſein ſcheinen,
Vor=
teile erhalten hat. Es wurde, ſo ſchreibt das Blatt,
feſtge=
ſtellt, daß Neumann eine Villa in Neubabelsberg
von einem Vertragskontrahenten erhalten, von einem anderen
aufdie Villa eine Hypothek hat eintragen laſſen.
Nach=
dem das Blatt dann zunächſt feſtgeſtellt hat, daß der zuerſt
be=
kannt gewordene Fall des Reichsbahnoberrates Schulze nur eine
Epiſode innerhalb einer langen Kette geweſen iſt, gibt es eine
ausführlichere Schilderung einzelner von dem
Reichsbahnzentral=
amt abgeſchloſſener Geſchäfte. Das Reichsbahnzentralamt habe
im Jahre 1924 der Firma Dr. Kämpfer u. Co. in Gliesmarode bei
Braunſchweig reichsbahneigenes Altmetall zur Umarbeitung
übergeben. Als die Firma in der zweiten Hälfte des Jahres
1925 Metalle im Werte von 400 000 Mark zurückliefern ſollte, war
ſie dazu nicht in der Lage. Sie befand ſich damals in
Zahlungs=
ſchwierigkeiten und iſt heute in Konkurs. Die Firma H. Schoyer
in Charlottenburg, deren Mitinhaber Pfeiffer mit
Reichsbahn=
direktor Neumann perſönlich befreundet war, und die Firma
Alfred Dreyfuß in Charlottenburg ſind dann, nach der „Voſſ.
Ztg.”, an das Reichsbahnzentralamt mit dem Anerbieten
heran=
getreten, die Forderungen an die Firma Dr. Kämpfer zu
über=
nehmen. Dafür wurde den beiden Firmen der größere Teil des
Altmetallabfalles zum Zwecke der Umarbeitung auf die Dauer
von fünf Jahren zu hohem Umarbeitungslohn und ſehr günſtigen
Rücklieferungsbedingungen zur Verfügung geſtellt. Das
Konſor=
tium übernahm dafür die Fordevungen der Reichsbahn, die aber
nicht in bar bezahlt, ſondern langſam aus dem Guthaben
verrech=
net werden ſollten. Aus dieſem Vertvag ſollen die Firmen einen
Jahresverdienſt von rund 1,2 Millionen Mark
erzielt haben. Aber die Seltſamkeiten häufen ſich; zunächſt
ver=
lautete gerüchtweiſe, daß Reichsbahndirektor Neumann, der eine
ſchloßartige Villa in Neubabelsberg beſitzt, zu Dr. Kämpfer, mit
dem er ſeinerzeit den Verwertungsvertrag geſchloſſen hatte, in
perſönlichem Verhältnis ſtand, und daß der Firma Dr. Kämpfer
u. Co. die 400 000 Mark, die ſie der Reichsbahn ſchuldete, auf dem
Gnadenwege geſchenkt worden ſeien, da der oben erwähnte
Schoyer=Vertrag die Fordevungen der Reichsbahn übernahm und
ſie aus eigenen Guthaben abbuchte. Jetzt ſtellte ſich aber heraus,
daß die Villa in Neubabelsberg, die ehemals Beſitz Dr.
Kämp=
fers war, dem Reichsbahndirektor Neumann zunächſt als
Miets=
haus überlaſſen und dann von dieſem zu überaus günſtigen
Be=
dingungen erworben wurde. Der Erwerb geſchah mittels einer
Hypothek, die der ehemalige Direktor der Frankfurter Geſellſchaft,
Heinrich Warning, auf das Haus hatte eintragen laſſen. Warning,
der bis zum Jahre 1924 Berliner Vertreter der Frankfurter
Metallgeſellſchaft geweſen war und als ſolcher vielfach mit dem
Reichsbahnzentralamt zu verhandeln hatte, hatte im Jahre 1924
eine ſelbſtändige Geſellſchaft gegründet, an der die Frankfurter
Metallgeſellſchaft als ſtiller Geſellſchafter beteiligt war. Durch
perſönliche Vevhandlungen Warnings mit Neumann wurde
er=
reicht, daß die Firma Heinrich Warning Treuhänderin für die
Verſchrottung ſämtlicher zu verſchrottender Lokomotiven wurde.
Während der Jahre 1924 bis 1926 ſollen etwa 4000 bis 6000
Loko=
motiven zur Verſchrottung gekommen ſein, und der mit Warning
geſchloſſene Vertrag ſoll außerordentliche Gewinne für Warning
vorgeſehen haben. Wie behauptet werde, ſoll er bis zum Jahre
1926 60 v. H. des Wertes erhalten haben, während zurzeit die
Quote 30 v. H. für Warning, 70 v. H. für die Reichsbahn
be=
trägt. Reichsbahndirektor Neumann ſoll ſich für dieſe Verträge
Rückendeckung bei dem damaligen Präſidenten des
Reichsbahn=
zentralamtes beſchafft haben. Zuſammenfaſſend kommt die
„Voſſ. Ztg.” zu dem Schluß, daß Reichsbahndirektor Neumann
zum mindeſten eine unglückliche Hand gehabt hat, und daß die
Verträge, die er ſchloß und die möglicherweiſe unter den damals
herrſchenden wirtſchaftlichen Bedingungen formell nicht zu
bean=
ſtanden waren, heute der Reichsbahn ſchwere Nachteile gebracht
haben. Aufällig aber und ſchwer belaſtend müſſe der Villenkauf
in Neubabelsbeng erſcheinen.
Einleitung des Dienſiſiraf= und
Ermittlungs=
verfahren gegen ReichsbahndirektorNeumann.
Im Verlauf der Unterſuchungen über die Unregelmäßig=
Reichsbahnzentralamt haben dazu geführt, daß gegen den
Direk=
tor bei der Reichsbahn, Neumann, das Dienſtſtrafverfahren
ein=
geleitet und die vorläufige Amtsenthebung verfügt worden iſt.
Der unter der Führung des Präſidenten, Freiherrn v. Eltz=
Karlsruhe, ſtehende Unterſuchungsausſchuß der Deutſchen
Reichs=
bahn wird im engſten Einvernehmen mit der Staatsanwaltſchaft
arbeiten und für reſtloſe Aufklärung Sorge tragen.
Im Verlauf der Unterſuchungen über die
Rnregelmäßig=
keiten im Betriebe der Reichsbahn iſt das
ſtaatsanwalt=
liche Ermittelungsverfahren auf den Geſchäftskreis
des Direktors bei der Reichsbahn, Wilhelm Neumann,
aus=
gedehnt worden. Die Ermittelungen werden vorausſichtlich
geraume Zeit in Anſpruch nehmen, da das Material ſehr
um=
fangreich iſt. Die Vorunterſuchung gegen den
Re=
gierungs= und Baurat Hugo Müller in
Göttin=
gen hat bisher den Verdacht einer ſtrafbaren Handlung nicht
beſtätigt, iſt aber noch nicht abgeſchloſſen. Unter Benutzung
ſämtlichen bei der Staatsanwaltſchaft und der Hauptverwaltung
der Reichsbahn eingehenden Unterſuchungsmaterials wird die
Angelegenheit in ſtrafrechtlicher Hinſicht von der
Staatsanwalt=
ſchaft, in wirtſchaftlicher Beziehung durch die von der
Hauptver=
waltung der Reichsbahn eingeſetzte Unterſuchungskommiſſion
geprüft.
Die ſieben Worte
unſeres lieben Erlöſers und Seeligmachers Jeſu Chriſti, ſo Er
am Stamm des Heil. Creutzes geſprochen, ganz beweglich geſetzt von
H. Heinrich Schützen, Chur. S. Capellmeiſter.
Lebſtu der Welt, ſo biſtu todt
und kränkſt Chriſtum mit Schmerzen,
Stirbſt aber in ſeinen Wunden roth,
ſo lebt er Dein’m Herzen.
So leſen wir auf der Titelſeite des unvergänglichen Werkes, das
heute Mittwoch, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche zur
Auf=
führung kommen ſoll. Komponiert iſt es etwa 1645, als Schütz 60 Jahre
ſeines langen Lebens vollendet hatte. (Die Paſſionen nach Matthäus und
Johannes ſchrieb er gar erſt als 81=Jähriger.) Der Meiſter hat ſich bei
dem Werk die Arbeit nicht leicht gemacht. Das beweiſt ſchon die
Sorg=
falt, mit der er ſeine Textſtellen zuſammengetragen hat. Sie finden
ſich der Reihe nach in den Evangelien Mareus 15, 25; Lucas 23, 34;
Johannes 19, 25—27; Luc. 23, 39—43; Matth. 27, 46; Joh. 19, 28;
Matth. 27, 48; Joh. 19, 30; Luc. 23, 46, wo man ſie nachleſen mag
Dieſelbe Sorgfalt zeigt ſich auch in der überaus mannigfaltigen Form
der muſikaliſchen Geſtaltung dieſer Worte. Deu verbindende Bericht
(Ebangeliſt) wird zunächſt von einer Altſtimme, nach dem dritten
Worte Jeſu vom Sopran und nach dem bedeutungsvollen „Eli” von
einem gemiſchten Soloquartett gegeben. An Nebenperſonen finden ſich
nur die beiden Schächer, von denen der erſte einer Altſtimme, der zweite
einer Baßſtimme übertragen iſt. Die Partie des Chriſtus wird von
einer Baritonſtimme geſungen. Sie iſt dadurch noch beſonders
aus=
gezeichnet, daß bei ihrer Begleitung noch zwei Inſtrumente (Violinen)
zur Orgel hinzutreten. Das geſchieht aber in einem anderen Sinn als
bei Bach, von dem man treffend geſagt hat, daß er durch die beſondere
Klangfarbe der Streichinſtrumente „einen Glorienſchein um die Geſtalt
Chriſti” habe legen wollen. Schütz behandelt die Inſtrumente
leben=
diger, ſie beteiligen ſich in hohem Maße am muſikaliſchen Ausdruck. In
ſtreng polyphonem Satz führen ſie die muſikaliſchen Gedanken fort, ſie
ſtützend und vertiefend in der Wirkung, oder ſie vervielfältigen die
Worte Chriſti im bedeutungsvollen Echo, oder hüllen dieſelben wie in
feierliche Dämmerung ein. Auf drei Stellen ſei beſonders hingewieſen.
Bei „48Abthani” und „Warm haſt du mich verlaſſen” haben die
Juſtru=
mente einen immer packenderen Ausdruck, hören ſchließlich nacheinander
auf, ohne ihre Gedanken zu Ende zu führen, ſo daß Jeſus zuletzt
wirk=
lich allein iſt, und welches Klagen und Zetern klingt aus den
In=
ſtrumenten bei „Es iſt vollbracht” und „Ich befehle meinen Geiſt in
deine Hände.”
Der tiefe Eindruck, den die eigenen Reden Jeſu machen, wird noch
verſtärkt durch die ſie umgebenden Rezitative des Cvangeliſten. Ihr
edler Ton, voll inniger Ergriffenheit iſt nie wieder übertroffen worden.
Insbeſondere ſind die Stellen, wo von der Mutter Jeſu die Rede iſt,
auch hier von unvergänglicher Schönheit und Tiefe der Empfindung.
Eingerahmt wird das ergreifende Paſſionsbild durch die „
Shm=
phonia”, die ihm vorangeht und in der gleichen Form nachfolgt, eine
Trauermuſik für fünf Inſtrumente über Motive des Chorals „Da Jeſus
an dem Kreuzeiſtund”, Beginn und Schluß des Werkes bilden zwei
fünfſtimmige Chöre. Der erſte iſt eine freie Bearbeitung des genannten
Liedes, für das Schüitz eine beſondere Vorliebe hatte, das zweite eine
freie Kompoſition der Worte „Wer Gottes Marter in Ehren hat uſw.”
Die Worte „verwundt”, „mit bitteren Schmerzen” bringt Schütz mit
ſcharfen Diſſonanzen zu eindringlichſter Wirkung. Man beachte auch
die reiche, dabei überaus zart wirkende Polyphonie bei „und oft
be=
denkt” oder des will er eben pflegen”. Im Ton frommer Hoffnung,
mit nachdrücklichem Hinweis auf das „Dort in dem ewigen Leben”
klingt das wunderſame Werk aus.
Vor den „Sieben Worten” ſollen die „Einſetzungsworte” des heil.
Abendmahls ebenfalls in der Kompoſition von H. Schütz geſungen
werden. Was kaum möglich ſcheint, dieſe Worte mit ſo einfachen
Mit=
teln (vierſtimmiger Chor ohne Begleitung) in das rechte muſikaliſche
Gewand zu kleiden, iſt Schütz gelungen. Mit wahrer Genialität findet
er für alle Wortinhalte den gleichwertigen muſikaliſchen Ausdruck, ſtellt
dabei das Ganze in einheitlicher Größe vor uns hin. Man beachte
be=
ſonders „danket und brach’s; weit hinaus ſoll es klingen „das tut zu
meinem Gedächtnis” und trinket alle, alle, alle, alle daraus”, und ſtill
eingezogen klingt es zunächſt aus der Höhe, dann von den tiefen
Stim=
men wiederholt „Dieſer Kelch iſt das neue Teſtament in meinem Blut”
Wohl abgewogen ſtehen kraftvolle, geſchloſſene Akkorde, wie bei „das iſt
mein Leib”, neben zahlreichen unübertrefflich und wahrhaft polyphonen
Sätzen, wie bei „zur Vergebung der Sünden” und beſonders gegen
Schluß des Werks. Eine gläubige Gemeinde wird anch bei dieſen beiden
Schüitzſchen Werken eine Stunde ernſter Erbauung erleben dürfen. Bg.
*Dr. Zeh über Albrecht Dürer.
In der Reihe der von der Buchhandlung Schroth
veranſtalteten Vorträge ſprach in deren Räumen am Dienstag
abend Herr Dr. Ernſt Zeh über „Albrecht Dürer‟. Nach
Springer=Schubring iſt in Dürers Seele der Kampf zwiſchen
Spätgotik und Nenaiſſance, zwiſchen nordiſchem und ſüdlichem
Formenideal noch einmal mit voller Schärfe entbrannt, und
Dürer hat in dieſem Kampfe ſein Herzblut vergoſſen, ohne daß
er hierbei zu einer reinlichen Entſcheidung kam. Man muß aber
Dr. Zeh beipflichten, wenn er ſagt, daß Dürer der Gefahr der
klaſſiziſtiſchen Entſeelung im Kampfe mit der Formenſprache des
Südens nicht erlegen iſt, und der letzte große Wurf Dürers, die
ſogenannten dier Apoſtel (Johannes mit Petrus, Paulus und
Markus) zeigen die monumentale Geſtaltungskraft des
Indivi=
duellen, des Nordiſchen. Der Vortrag Dr. Zehs berührte in
knappen Zügen die äußeren Lebensumſtände des Meiſters, um
an Hand von Auszügen aus den Schriften Dürers und alfsce=
Vorbereitungen zur Wahlſchlacht.
Das Hauptquartier des Reichswahlleiters. —
Der Rundfunk im Wahlkampf.
Noch herrſcht im Reich einigermaßen Ruhe. Für die
Kar=
woche haben die Parteien ſich zu einem Waffenſtillſtand bereit
erklärt, um erſt einmal ihre Kandidatenliſten fertigzuſtellen, um
dann nach den Feiertagen mit geſamter Kraft in die Wahlſchlacht
zu ziehen. Aber eine Reichsbehörde bereitet ſich ſchon heute auf
den wichtigſten aller politiſchen Kämpfe vor: das Reichsamt für
Statiſtik. Dieſes Amt wird auch diesmal wie bei der
National=
verſammlung und den ſpäteren Wahlen diejenige Stelle ſein, bei
der alle Ergebniſſe der Wahl zuſammenlaufen. 68 000
Stimm=
bezirke ſind in Deutſchland vorhanden, die dem Reichswahlleiter
ihre Stimnien zuleiten müſſen. Zum dritten Male iſt der
Präſi=
dent des Statiſtiſchen Reichsamtes, Geheimrat Prof. Dr.
Wage=
mann, zum Reichswahlleiter ernannt worden. Zurzeit ſtehen ihm
zwei Beamte und vier Damen als ganzer Stab zur Verfügung.
UIm die kritiſchen Tage des 20. Mai herum werden allerdings in
früheren Wahlkämpfen ausprobierte 60 Hilfskräfte ihm zugeteilt.
Bisher haben die Parteien noch in keinem Fall den
Vor=
ſchriften genügt, ihre Kandidatenliſte zur Nachprüfung
einzu=
reichen. Aber das hat auch noch Zeit. Wenn die Liſte bis zum
17. Tag vor dem Wahltermin vorliegt, iſt es noch immer
friſt=
gerecht. Man erwartet diesmal eine weitere Vermehrung der
Wahlvorſchläge, da das bekannte Reichsgerichtsurteil das
Auf=
erſtehen weiterer Splitterparteien begünſtigt.
Um das Statiſtiſche Amt in der Wahlnacht von übermäßigen
Anrufen zu entlaſten, werden Mitteilungen an private Perſonen
nicht gemacht. Viertelſtündlich werden den Vertretern der Preſſe
und dem Vertreter des Rundfunks die eingelaufenen Ergebniſſe
bekanntgegeben. Gerade durch den Rundfunk wird alſo eine
große Anzahl von Wählern mit dem Wahlergebnis
bekannt=
gemacht.
Nachdem das amtliche Wahlergebnis feſtſteht und das
Wahl=
gericht ſeine Sitzungen abgehalten hat, hat das Reichsamt die
ſchwierige Koſtenfrage zu bearbeiten, d. h. die an die Kommunen
zu zahlende Entſchädigung des Reiches. Als Beweis für die
Schwierigkeit der Berechnung mag es dienen, daß heute noch nicht
die Koſten für die Wahl von 1924 an die Kommunen vollſtändig
abgeführt ſind.
Streſemanns „Bayernritt”.
* Berlin, 3. April. (Priv.=Tel.)
Die Annahme der volksparteilichen Kandidatur in den
Wahl=
kreiſen Ober= und Niederbayern durch den Reichsaußenminiſter
Dr. Streſemann hat bei der Bayeriſchen Volkspartei
unverkenn=
bar eine ſtarke Verſtimmung hervorgerufen. Sie wird auch von
anderer Seite ſo ausgelegt, als ob hier eine große Offenſive des
unitariſchen Nordens gegen das partikulariſtiſche Bayern geplant
ſei. Davon kann gar keine Rede ſein. Dr. Streſemann, der imr
verigen Jahr die Reichsliſte der Deutſchen Volkspartei anführte,
hatte urſprünglich die gleiche Abſicht. Die Deutſche Volkspartei in
Bayern, die durch organiſatoriſche Zerſetzung zu faſt völliger
Ein=
flußloſigkeit verurteilt war, hat diesmal den Wunſch gehabt, ihre
Stimmen wieder zu zählen. Sie hat 1924 in beiden Wahlkreiſen
noch nicht 30 000 Stimmen aufgebracht — ihre eigentliche Stärke
liegt in der Pfalz —, will aber jetzt noch einmal prüfen, wieweit
ihr organiſatoriſcher Ausbau Früchte getragen hat. Ob ſie ihre
Stimmenzahl verdoppeln und ein eigenes Mandat erringen kann,
iſt immerhin zweifelhaft. Wir glauben nicht, daß Dr. Streſemann
ſehr ſtark mit dem Gewinn eines Mandates rechnet. Immerhin
iſt die Möglichkeit gegeben, daß ſein Name eine größere
Propa=
gandawirkung ausübt, daß er auf dieſe Weiſe die Reichswahlliſte
entlaſten kann. Ob es allerdings trotzdem parteitaktiſch gut iſt,
daß der Führer der Volkspartei und Reichsaußenminiſter ſich der
Gefahr ausſetzt, im Wahlkampf zu unterliegen, darüber kann man
verſchiedener Meinung ſein. Doch bleibt er nach wie vor Führer
der Reichsliſte der D. V. P.
Noch keine Nachrichten aus Moskau.
* Berlin, 3. April. (Priv.=Tel.)
Ein Bericht über den Beſuch des Legationsrates Schliep bei
den deutſchen Gefangenen in Roſtow liegt noch nicht vor. An
amtlicher Stelle erwartet man nähere Einzelheiten auch kaum vor
Mittwoch nachmittag. Der deutſche Botſchafter hat offenbar
An=
weiſung gegeben, daß alles Schriftliche vermieden wird und ihm
Dr. Schliep aus Roſtow nicht telegraphiert, was natürlich von
den Ruſſen ſofort ausgiebig nachgeprüft worden wäre. Der
deutſche Botſchafter wird alſo raſcheſtens nach Moskau
zurück=
kehren. Nach dem Bericht wird Graf Brockdorff=Rantzau die
Ber=
liner Regierung ausführlich informieren.
zeichneter klarer Lichtbilder einen großzügigen Aufriß dieſes
deut=
ſchen Künſtlerlebens zu geben. Dürer war nicht nur der
erſte Selbſtporträtiſt, er war auch der erſte deutſche Künſtler, der
zur Feder griff, um ſich über die Geſetze künſtleriſchen Schaffens
klar zu werden. Wanderjahre in der erſten Jugend, mehrere
Italienreiſen und im Alter von 50 Jahren noch eine Fahrt nach
Holland übten auf Dürer einen beſtimmenden Einfluß aus. Und
wer Dürers Landſchaftsaquarelle, aus Tirol und Oberitalien
kennt, der ſieht nicht nur, wie die Allgewalt des ſüdlichen
Him=
mels dem jungen Dürer die Augen für den kosmiſchen Freiraum
der Atmoſphäre geöffnet hat, der empfindet auch, daß Dürer nicht
nur als Graphiker, ſondern auch als Maler das Höchſte leiſtete.
In ſeinen Porträts wie in ſeinen großen Altarbildern finden
wir einen ergreifenden plaſtiſchen Ernſt, eine geradezu metalliſche
Kraſt der Modellierung. In den Porträts von Pirkheimer oder
Hieronymus Holzſchuh iſt von der früheren Hinneigung zu der
idealiſierenden Formenſprache der Italiener nichts mehr zu
ſpüren. — Der feinſinnige Vortrag möge im Dürerjahr (am
6. April 1528 ſtarb Dürer) mit dazu beitragen, ſich mit dem
Werke des Mannes eindringlich zu befaſſen, ſeit deſſen Wirken
eine neue Epoche der deutſchen Malerei zu rechnen iſt. HI. W. W.
Ein japaniſches Paſſionsſpiel.
Angeregt durch die Oberammergauer Paſſionsſpiele, hat ein
Japaner namens Koryuku Sato ein Paſſionsdrama geſchrieben
und in Tokio von japaniſchen Schauſpielern aufführen laſſen, die,
ebenſo wie er, nicht Chriſten ſind. Das Stück ſoll in Japan großen
Eindruck gemacht haben. Im großen und ganzen hält ſich Sato
an die chriſtliche Ueberlieferung, wenn er auch an einzelnen
Stellen willkürliche Aenderungen vorgenommen hat.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Eine Million Dollar für ein Dürer=Bild.
Ein ausländiſches Konſortium hat vor kurzem für das Bild
Albrecht Dürers, „Das Roſeukranzfeſt”, das ſich im Beſitz des
Kloſters Trahow in Prag befindet, annähernd eine Million Dollar
geboten. Das Kloſter iſt in Verhandlungen über den Verkauf des
Bildes eingetreten. Uim das Gemälde bewirbt ſich auch ein
m, anſcheinend das Germaniſche Muſeum in
beutſches
Nürnhere
Seite 4
Mittwoch, den 4. Aprll 1928
Nummer 93
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Es handelt ſich um einen Unterricht in ſtemden
Sprachen (Fernkurs), der zu Verſuchszwecken nach
dem neuen pſhcho=energetiſchen Verfahren ertellt
wird. Dieſer Unterricht iſt völlig koſfenlos, auch
ſind mit ihm keinerlei Kauf= oder ſonſtige
Ver=
pflichtungen verbunden. Die Ueberſendung der
gleſchfalls koſlenlos zur Verfügung geſtellten Unter,
richtsmittel (im Original) erfolgt portofrei. Nach
dem pſycho=energetiſchen Verfahren gelangen ſelbſt
Perſonen von mittelmäßiger Intelligenz oder ſolche
mit ſchlechtem Gedächtnis ſchnell, mühelos und ſicher
ans Ziel. Man hat lediglich nötig (mittels Poſikarte),
ſeine Adreſſe und die Sprache, für die man ſich in
erſter Linſe intereſſiert, bekanntzugeben der:
Verſuchsaufialt pſycho=energetiſcher Lehrmittel
Dr. phil.Mueller und Dr. phil. Brewitz, München 13.
Poſtfach En. 55.
Nummer 95
Mittwoch, den 4. April 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 4. April.
— Ernanut wurde: Am 31. März: der Regierungsrak. Ludwig
Schwamb in Worms zum vortragenden Rat in dem Miniſterium des
Innern mit der Amtsbezeichnung „Oberregierungsrat”, mit Wirkung
vem 1. April 1938 an.
— Heſſiſches Landestheater. Heute werden an die Mieter
Wahl=
karten und im Praſſe ermäßigte Karten zu „Parſifal” am
Oſter=
fonntag ausgegeben; der allgemeine Vorderkauf beginnt morgen
Donnerstag.
Die nächſten Wiederholungen des „Egmont” in der neuen
Inſze=
nierung (mit Gvald Balſer als Egmont) ſind auf Donnerstag, den 12.,
und auf Samstag, den 14. April, angeſetzt.
Das nächſte Schauſpiel im Großen Haus iſt Strindbergs „
Traum=
ſpiel”.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die Käthe=Kollwitz=
Ausſtellung iſt heute zum letzten Male geöffnet. Nach Oſtern
wird die ſich in Vorbereitung befindende Max=Beckmann=
Aus=
ſtellung eröffnet.
— Stadtkirche. In der Aufführung der „Sieben Worte” von
Heinrich Schütz heute abend 8 Uhr werden die Einzelſtimmen von
dem Ehepaar Biſchbff. Frau Kuhn=Liebel und den Herren H.
Hubertus und P. Schäfer geſungen. Verbindende Worte ſpricht
Herr Pfarrer Vogel. Der Eintritt iſt frei.
— Die diesjährige Aufführung von Bachs Johannespaſſion unter
Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm am Karfreitag verſpricht
der Weihe des Tages in jeder Beziehung würdig zu werden. Das ſeit
mehreren Jahren hier nicht zu Gehör gebrachte Werk, dem von vielen
Kennern der Vorrang gegenüber der häufiger aufgeführten
Matthäus=
paſſion gegeben wird, iſt auf das gründlichſte und ſorgfältigſte
einſtu=
diert worden. Ebenſo läßt die Auswahl der Soliſten eige Aufführung
von hoher künſtleriſcher Vollendung erwarten. Außer den hier beſtens
bekannten und bewährten Künſtlern; Frau Anna Baumeiſter=
Jacobs, Herrn Hans Hoefflin, Herrn Theo Herrmann und
Herrn Peter Schäfer, iſt eine der anerkannt beſten Sopraniſtinnen,
Frau Giſela Derpſch aus Köln, gewonnen worden, die unſeres
Wiſ=
ſens zum erſten Male in Darmſtadt auftritt. Die Cembalo=Begleitung
hat Herr Prof. Dr. Noack, die Orgelbegleitung Herr Studienrat
Borngäſſer übernommen. Kartenverkauf für Konzert und
Haupt=
probe bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtraße.
— Die Kunſtausſtellung Franz Langheinz, Karlſtraße 25, zeigt in
einem Schaufenſter mehrere Handzeichnungen von Albrecht Dürer aus
der „Albertina” in Wien und anderen Sammlungen. Reproduziert in
der Größe und den Farben der Originale (Fakſimile=Farbenlichtdrucke).
Außerdem iſt noch eine Neuerſcheinung zum Dürerjahr mit ausgeſtellt:
Die Geburt Chriſti, das Mittelbild des Paumgartner=Altares aus der
älteren Pingkothek in München. Dies Frühwerk des großen deutſchen
Meiſters, voll Liebreiz und Innigkeit, gehört zu den ſchönſten Bildern,
die Dürer uns ſchenkte. Es iſt das große Gedenkblatt des
Dürer=
jahres 1928.
— Ihre diesjährige Eutlaffungsfeier hielt die
Knabenabtei=
lung der Dieſterwegſchule im Fürſtenſaal. Viele Eltern und
zahlreiche Freunde der Schule waren erſchienen. Weiheſtunden reinſter
Art und ſchönſten Genuſſes wurden den Anweſenden zuteil. Im
Mittel=
punkte der Feier ſtand die ganz vorzügliche Anſprache des Rektors der
Knabenabteilung, Herrn Klinglers. Wie immer bei ſolchen
Gelegen=
heiten aus dem Vollen ſeines reichen Wiſſens= und Erfahrungsſchatzes
ſchöpfend, gelang es Herrn Klingler, die Feſtgemeinde und ſeine Schüler
zu feſſeln. „Blick auf zu den Sternen und hab Acht auf die Gaſſen”,
waren ſeine Geleitworte an die Scheidenden. Er ermahnte ſie, den
Ge=
fahren der Straße als Kinder einer werdenden Großſtadt zu
wider=
ſtreben und ſich ans Gute zu halten. Herr Rektor Klingler wies auf
die Schätze der Kunſt und Dichtkunſt hin, die reichlich für die Mühen
des Alltags entſchädigen. Es waren Minuten ſeltenen Genuſſes für
Erwachſene und Schiler. Herr Klingler verteilte dann die Prämien
an begabte und fleißige Schüler. Neicher Beifall wurde dem Spender
zuteil. Umrahmt war die Rede von hervorragend geſungenen Chören,
die Herr Hackemer ſorgfältig einſtudiert hatte. Mädchen des
neun=
ten Schuljahres führten einen Reigen auf; es war hehre Kunſt, die hier
geboten wurde. Das Theaterſtück „Ingendträume”, ein Spiel zur
Schul=
entlaſſung, einſtudiert von Frl. Leeder und Herrn Heß, wurde
dank=
bar aufgenommen. Am Schluß des Stückes überraſchten Mädchen des
neunten Schuljahres mit dem Holzſchuhtanz aus „Zar und
Zimmer=
mann”. Die Ausführung des Tanzes ſtand auf künſtleriſcher Höhe. Wir
wollen nicht verſäumen, der Damen, Leeder, Baum. Janetzkyzu
gedenken, die die Einſtudierung bzw. künſtleriſche Geſtaltung der Tänze
und Koſtime übernommen hatten. Die muſikaliſche Begleitung lag in
Händen der Herren Bernauer und Böll. Erhobenen Herzens,
frohen Mutes und tief befriedigt verließ man den Fürſtenſaal. Es
ge=
reicht der Knabenabteilung der Dieſterwegſchule eine ſolche
Entlaſ=
ſungsfeier zur Ehre.
— Der Oſterſpielplan im Orpheum bringt ab 1 Oſterfeiertag
(Sonntag) die erfolgreiche Berliner OperettenNovität „Am
Rüdes=
heim Schloß ſtehteine Linde” in 7 Bildern von Walter Fritz
Dietrich. Es iſt der Direktion gelungen, das OriginalEnſemble der
Berliner Aufführungen im Walhalla=Theater (über 150mal!!) für das
Oſtergaſtſpiel zu verpflichten. Die Darſteller ſind u. a.: Loni
Pyr=
mont (vom Theater des Weſtens), Walter Krafft=Lortzing (
Ko=
miſche Over Berlin), Adolf Hille Nelſon=Theater), Walter Ritter
(Nelſon=Theater), Helene Brahms CTheater des Weſtens). Tine
Gantzert uſp. Ein Teil der Darſteller iſt durch das Nelſon=
Gaſt=
ſpiel hier beſtens bekannt, insbeſondere Adolf Hille, der in der Rolle
des „alten Semeſters Faß” eine urkomiſche Type auf die Bühne ſtellt.
Weite Mitteilungen folgen.
— Ausleihezeiten der Stadtbücherei. Infolge Beginns der
Sommer=
dienſtzeit bei allen ſtädtiſchen Aemtern haben ſich auch die
Ausleihe=
zeiten der Stadtbücherei an zwei Tagen, Montags und
Donners=
tags, etwas geändert. Seit dem 2. April iſt die Stadtbiſcherei
geöffnet von 17—20 Uhr ſtatt von 16—20 Uhr bisher. Alle anderen
Ausleihezeiten ſind die gleichen wie im Winter. Insgeſamt iſt die
Stadt=
bücherei alſo geöffnet: Montags und Donnerstags 11—12.30 Uhr, 17—20
Uhr, Dienstags und Freitags 11—18 Uhr durchgehend, Mittwochs und
Samstags 11—12.30 Uhr.
— Orpheum. Der lehrreiche Sexual=Film „Das erwachende
Geſchlecht” läuft nur nech heute und morgen. Die fachärztlichen
Erläuterungen des Franena=ztes Herrn Dr. Altſchüler
demonſtrie=
ten in vorzügticher Weiſe den umfangreichen Inhalt dieſes wertvollen
Films, deſſen Beſuch gleichermaßen Frauen und Männern, zu empfehlen
iſt. (Siehe Anzeige.)
— Eine Rheinlandlotterie gegen die Winzernot. Nach langen
Vor=
arbeiten iſt es dem Reichsverband der Rheinländer in Berlin gelungen,
für eine Rheinlandlotterie zugunſten des notleidenden Winzerſtandes die
Genehmigung der zuſtändigen Stellen zu erhalten. Der Gedanke ſtellt
ſich dar als eine Hilfsaktion für das geſamte beſetzte Gebiet. Die
Ge=
winne beſtehen ausſchließlich aus Wein. Der Reichsverband der
Rhein=
länder erbittet die Unterſtützung aller Kreiſe des deutſchen Volkes. Es
gilt, der „Verbundenheit mit dem beſetzten Gebiet” ſichtbaren Auzdruck
zu verleihen. Die eintommenden Mittel wverden reſtlos dem Weinbau
des beſeßten Gebietes zugute kommen.
— Bauernregeln im April. April frißt der Lämmer viel. April
kalt und naß, füllt Scheune und Faß. Wenn der April bläſt in ſein
Horn, ſteht es gut um Heu und Korn. April und Mai fürſahr, ſind
die Schlüſſel zum ganzen Jahr. Ze früher im April der Schlehdorn
blüht, deſto eher vor Jakobi die Ernte blüht. Iſt der Appil auch noch
ſo gut, er ſchickt dem Bauern den Schmee auf den Hut. Aprilenblut tut
ſelten gut. April warm, Mai kühl. Juni naß, füllt dem Bauer Scheuer
und Faß. Nalter Aprik bringt Brot und Wein viel. Iſt der Aprik
ſehr trocken, ſo geht der Sommer niht auf Socken. Bauen im Aprik
ſchon Schwalben, gibts viel Futter, Korn und Kalben. Bleibt der April
recht wonnig warm, ſo machts den Baueu auch nicht arm. Maitäfer,
die im April ſchon ſchwirren, müſſen dann im Mai erfrieren.
„Die Mitarbeit des Beamten an der
Rationali=
ſerung der Verwaltung”.
Die Heſſiſche Verwaltungsakademie hatte zu einem Vortrag des
Regierungsbizepräſidenten Dr. v. Harnack üben das Thema „Die
Mitarbeit des Begmten an der Nationaliſierung der Verwaltung” am
Montag abend in den Feſtſaal des Ludwig=Geora=Gymnaſiums
einge=
laden. Nach kurzen Begrüßungsworten des Studienleiters der
Ver=
waltungsakademie. Prof. Dr. Hollatz, der die Aufgabe der
Verwal=
tungsakademie knapy umriß, ergriff der Vortragende des Abends das
Wort zu folgenden Auzführungen:
Die Nationaliſierung iſt auf dem Marſche. Um ihre Wirkung auf
die Verwaltung feſtzuſtellen, muß man die Betriebsverwaltung und
Hoheitsverwaltung betrachten. Die erſtgenannte reagierte ſofort. Hier
kam man ſehr raſch zu der Einſicht, daß man kaufmänniſch wirtſchaften
muß. Rückſchläge und Enttäuſchungen ſind nicht ausgeblieben,
nament=
lich in den Kinderjahren der Umſtellung. Erſt in den allerletzten
Jah=
ren hat man mit Studienarbeiten auf der theoretiſchen und praktiſchen
Linie weiterzukommen verſucht. Es iſt wichtig, feſtzuſtellen, daß man
in beiden Gruppen der Verpaltung ſtets und ſehr ſchnell auf die
Perſonen=
frage kommt. Sie iſt von übergeordneter Bedeutung. Daneben ſpielt
bei dom Problem des Beamten au der Nationaliſierung der
Geſamt=
charakter des Bamten eine große Nolle, der Typ des Beamten, den wir
uns wünſchen. In dieſen Jahren iſt eing Schickſalsſtunde für die deutſche
Beamtenſchaft angebrochen. Wenn es der Beamtenſchaft wicht glückt,
die Anpaſſung des Rhythmus ihrer Betriebe an den Rhythmus des
ge=
ſamten Wirtſchaftslebens durchzuführen, wenn das Gelingen dieſer
großen und ſchuveren Aufgabe an der Trägheit oder der Unelaſtizität des
Beamtentums ſcheitern ſollte, kann es eine große Gefahr für das
Berufs=
beamtentum heraufbeſchwören. Inſofern iſt die Bewährung der
Be=
amtenſchaft in dieſer Frage auch eine Magenfrage für ſie.
An die Spitze der Typenbetrachtung ſtellt Vortragender die
Feſt=
ſtellung, daß gerade unter den Verwaltungsbeamten des „mittleren
Dienſtes eine ganze Reihe von Perſönlichkeiten aus der alten Armee
herborgegangen iſt. Das Erbe der alten Zeit: Pünktlichkeit,
Genzuig=
keit, Ordnungsliebe, ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung des
Auf=
trags. Das negative Erbe: Der Begriff des Rädchens am Mechanismus
und die unkritiſche Einſtellung des Soldaten. Der Beamte in neuen
Staat ſoll nicht ſein ein Nädchen am Mochamismus, das ſtets des
äuße=
ten Antiebs bedarf, ſondern eine Zelle im Organismus, alſo mit
Eigenloben. Die Behörden leiden darunter, daß ein großer Prozentſatz
von Tätigkeit ſich ſo abſpielt, daß die Behörden ſich gegenſeitig
kon=
trollieren. Das Bewußtſein, allen zu dienen, muß im Vordergrund
ſtehen. In Deutſchland wird der Wilſe immer ſtärker, den Menſchen
als Gehirnmenſchen zu benutzen, weil dieſer wertvoller iſt als der
menſch=
liche Motor. Den Prozentſatz geiſtig hochſtehender Kräfte zu erhöhen,
wird angeſtrebt. Das Renommee der Verwaltung hat darunter
ge=
litten, weil das Volk Vergleiche zieht zwiſchen der Arbeitsweiſe der
Be=
amten und der Geſchäfte. Die Menſchen, die mit Bitten und Anträgen
kommen, müſſen als Kunden betrachtst werden. Man muß beſtrebt
ſein, ihnen möglichſt den Weg zu erſparen. Die mechaniſche Arbeit muß
glatter und reibungsloſer geſtaltet werden, damit man Zeit gewinnt für
größere Aufgaben. Die heutige Zeit ſieht auf Leiſtungen, und ſieht m
der größten Leiſtung die größte Würde. Die größte Leiſtung, die der
Beamtenſchaft auferlegt iſt, iſt, in dem ihr anvertrauten Geſchäftskreis
den rihtigen Rhythmus zu finden. Das wird gelingen, wenn der
vor=
urteilsloſe Dienſt an der Sache ſich durchſetzt. Der Vortragende ſchließt
mit der Hoffnung, daß die Beamtenſchaft dieſe große Probe beſteht und
ihrer alten ruhmreichen Geſchichte ein neues Ruhmesblatt hinzufügt.
TAPE
(5539a
OEFE
WILHELM EHRHARDT
AN WElSSEN TURM
Nach Berlin.
Eine abwechſlungs=, genuß= und lehrreiche Fahrt, beſonders wenn
die Tagesſonne über den Landen liegt. Von des Rheines Ufern gehts
hinüber über die deutſchen Mittelgebirge, durch den Thüringer Wald
in das mitteldeutſche Bergwerksgebiet, wo die Rieſenbagger mit ihren
langen Greifarmen der Erde die Kraft entnehmen, die dann Berlin in
eine ſtaunenswerte Lichtfülle taucht. Und dann Berlin! Es iſt
ver=
ſucht worden, im Film einen Begriff für das Tempo, den Rhythmus,
das Streben und Schaffen, das Wühlen und Toſen zu ſchaffen. Das
gelingt nicht: Der Rieſe Weltſtadt läßt ſich nicht im Filmſtreifen
gebän=
digt auf der Leinwand vorführen. Berlin iſt Weltſtadt. Manche
be=
haupten die lauteſte Weltſtadt, wenn auch nirgends mehr Autogetute
die Ohren quält als in Paris. Berlin iſt modern laut. Es muß ja auch
laut ſein, denn ſonſt kommt es im Chor der Weltſtädte als jüngſte nicht
zur Geltung. Wir kennen Frankfurt, Köln, Leipzig und München:
Großſtädte, die jede für ſich einen Typ darſtellt. Aber wer Berlin
nicht kennt, dem iſt trotz Nom und Paris, Wien und Brüſſel der Begriff
der modernſten der Großſtädte noch nicht aufgegangen, und ſo wird
der Sonderzug, den die Rbd. Mainz vom 14—17 April vom
Mittel=
rhein nach Berlin fährt, gerne benutzt werden. Die Ankunft erfolgt
am frühen Abend. Quartiere ſind gut und preiswert. An
Unter=
haltungen kein Mangel. Nundfahrten durch die Stadt, Beſichtigung der
Hauptgebäude, nicht zuletzt des Reichstages, füllen den Tag an. Am
nächſten Morgen gehts nach Potsdam, nach Sansſouci, w) norddeutſches
Spätbarock ſeine Pracht entfaltet. Natürlich iſt kein Reiſeteilnehmer
gezwungen, dieſen Programmweg mitzugehen. Jeder kann ſich ſeine
Zeit zwiſchen Ankunft und Abfahrt des Sonderzugs nach eigenſtem
Geſchmack einrichten; aber der Unerfahrene fährt gut, wenn er ſich dieſer
offiziellen Führung anvertraut. Die Preiſe ſind ſo, daß gerade der
wirtſchaftlich Schwache ohne unangemeſſene Belaſtung an der Fahrt
teil=
nehmen kann. EinS ſenaues gedrucktes Programm erleichtert die
Orien=
tierung. Fahrkarten und Gutſcheinhefte ſind bei den
Fahrkartenaus=
gaben und den amtlichen Neiſebüros erhältlich.
Vorbeugend bei
A
Meigung zu Gicht,
Rheumatismus
usW.
V. 1790
Friedrich Schaefer, Darmſtadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45/6
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zu dem Film „Das
erwachende Geſchlecht” gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte an
der Orpehumstaſſe ermäßigte Karten.
rOberbüigermeiſſer a.O. Dr Göltelman t
Nach nur ſiebentägigem Krankenlager verſtarb der ehemalige
Main=
zer Oberbürgermeiſter Dr. Göttelmann am Dienstag vormittag
in Städtiſchen Krankenhaus im Alter von 69 Jahren an einer
Blind=
darm= und Lungenentzundung. Dr. Göttelmann wurde am 2.
No=
rember 188 in Wörrſtadt (Rheinheſſen) geboren. Nach Abſolvierung
des Gymnaſiums beſuchte er u. a. die Univerſitäten Leipzig und Gießen.
Urſprünglich ſtudierte er Theologie, um ſich dann der Jurisprudenz
zu=
zuwenden. Nach Ablegung des juriſtiſchen Examens ſchlug er die
Ver=
waltungskarriere ein und war in Oberheſſen und ſpäter i
Heppen=
heim a. d. B. als Kreisrat tätig. Am 25. Februar 1904 wurde er zum
Beigeerdneten in Mainz mit dem Titel Bürgermeiſter gewählt. Nach
dem am 9. September 1905 erfolgten Tode des Oberbürgermeiſters
2r. Gaßner wurde Dr. Göttelmann am 7. Oktober 1905 durch Beſchluß
der Stadtverordnetenverſammlung zum Oberbürgermeiſter ernannt.
Mit anerkennenswertem Geſchick leitete er das Schiff der Stadt Mainz
während der ſchwierigen Kriegszeit. Allezeit war er ein aufrochter,
ge=
rader und unerſchrockener Mann. Seiner nationalen Geſinwung hatte
er es auch zu danken, daß er am 16. April 1919 von der franzöſiſchen
Beſatzungsbehörde mit Wirkung vom 1. Auguſt 1919 ab zum Rücktritt
gezwungen wurde. In öffentlicher Sitzung, der damals auch noch die
Veauftragten der franzöſiſchen Beſatzung bewohnten, hatte er erklärt,
daß wir in der offenen Feldſchlacht nicht beſiegt worden ſeien, und daß
wir Deutſche waren und blieben. Dieſe Bemerkung gab dem damaligen
franzöſiſichen Machthaben, General Mangin, Veranlaſſung, ſeinen
Rück=
tritt zu fordem. Nach ſeinem Rücktritt iſt Dr. Göttelmann weuiger
in der Oeffentlichkeit hervorgetreten. Ueber eine Reiſe nach Amerika
im Jahre 19B zu ſeinem in Detroit wohnenden Sohn hat er ſeine
Eindrücke in einem Vortrag in der Deutſchen Volkspartei ſeinerzeit
wiedergegeben.
=Jugendſuche des Heſſ. Jagdklubs und der
Gaugruppe Süd des Vereins der
Pudel=
pointerzüchter am 1. Ppril 1928.
Bei einem geradezu niederträchtigen Regenwetter verſammelten ſich
Richter, Führer und eine Anzahl Intereſſenten i dem ſchön gelegenen
Reviere der Herren Gebrüder Kraft, Hof Gräbenbruch.
Es bedeutet eine ſtramme Diſziplin, daß trotz dieſer ſehr
ungünſti=
gen äußeren Umſtände von den 30 gemeldeten Kandidaten nur ein
ein=
ziger fehlte.
Die Veranſtaltung war ſo ins Einzelne organiſiert, daß es bei dem
wirklich glänzenden Beſtand des Feldes an Haſen und Hühnern möglich
war, innerhalb 7 Stunden das Programm reſtlos durchzuführen.
Drei Richterkollegien amtierten, die ſo zuſammengeſetzt waren, daß
möglichſt Anhänger aller gemeldeten Raſſen in jeder Gruppe vertreten
wanen, denn die Meldungen wieſen auf: 10 P.P., 8 Dkh., 5 Giffron,
5 D. D., 1 D=Langhaar, 1 Iriſh=Setter.
Das vorgeführte Material bewies, daß in Heſſen und den
angren=
zenden Landesteilen die Zucht in hoher Blite ſteht, und daß das
Inter=
eſſe weiter Kreiſe durch die Tätigkeit der beiden veranſtaltenden Klubs
dauernd im Wachſen begriffen iſt.
Mag auch der ausgeſetzte Betrag von 700 Mark, für Barpre
äußerlich für manchen anreizend erſcheinen, in Wirklichkeit iſt es doch
das ideale Streben der Führer, die Produkte ihrer Zwinger den Augen
ſtrenger Richter vorzuführen. Dementſprechend waren auch die
Lei=
ſtungen. Es war möglich, 11 erſte, 9 zweite und 7 britte Preiſe zu
verteilen.
Zum erſten Male wurden die neuen Vorſchriften über die
Prüfun=
gen auf der Haſenſpur in Anwendung gebracht, und die Tatſahe, daß
reichlich Wild vorhanden war, ließ auch dieſe Klippe, die es für manche
Rebierinhaber in dieſem Jahre wohl unmöglih mact, ihre Jagden für
den gedachten Zweck zur Verfügung zu ſtellen, glücklich umfahren. Es
war alſo nicht notwendig, als Behekf die Führerfährte anzuwenden.
Zum Schluſſe verſammelten ſich Richter und Führer im Gaſthaus
Haas zu Gernsheim zu gemoinſamem Mahle und zur Preisverteilung.
Dabei war durch Mitglieder des Heſſiſchen Jagdklubs ein
Ehrenpreis=
tiſch gedeckt worden, der es ermöglichte, jedem einzelnen Kaudidaten,
der in die Preiſe gekommen war, noch ein ſtattliches Chrengeſchenk zu
dem Geldpreis zuzulegen.
Den Dank an die Stifter. an Richter und Führer erſtattete namens
der Preisrichter Profeſſor Zimmer.: Herr Sanitätsrat Dr. Spamer
verkündete das Reſultat und gab beherzigenswerte Winke für die
Füh=
rung von Jagdhunden. Herr Fabrikant Rexroth dankte namens der
Führer allen, die zum Zuſtandekommen der tadellos verlaufenen
Ver=
anſtaltung beigetragen hatten.
Die erſten Preishunde waren: 1. Hella v. d. Otterſtadt,
Pudel=
pointerhündin (Führer: Chr. Görlich 10., Büttelborn), 2. Hertha
a. d. Harras, P.P.=Hüindin AAug. Gangloff. Nackenheim), 3. Ruth
v. Rehberg, P.P.=Hündin (Hilfsförſter Reubold, Kleinhauſen), 4. Leda
v. d. Kreuzeiche Griffonhündin (Hilfsförſter Neubold, Kleinhauſen),
5. Alma v. Maintal, P.P.=Hündin (Revierjäger Debus, Ober=
Kains=
bach), 6. Kaſcha v. Eberſtadt, Deutſchdrabthaar=Gündi (Voß, Cberſtadt).
7. Lux v. d. Jahne. Deutſchkurzhaar=Rüde (C. Bock, Aſchaffenburg),
8. Heiko v. d. Otterſtadt, P.P.=Hündin (Revierjäger Moter, Biblis),
9. Lord v. 3. Kreuzeiche, Griffon=Ride (Otto Nerroth=Erbach), 10. Haus
v. Rehberg, P.P.=Rüde (Grohé, Oberſchefflenz), 11. Nino v. Waldraud,
Deutſchkurzhaar=Nüde (Hch. Kraft, Mannheim).
n. J. A. Purpus, Gartenoberinſpektor des hieſigen Botaniſchen
Gartens, trat am 1. April infolge des Abbaugeſetzes in den Ruheſtand.
Bcreits im Jahre 1926 konnte Purpus ſein 50jähriges Gärtneriubiläum
feiern, und 39 Jahre ſind es her, ſeit er am hieſigen Botaniſchen
Gar=
ten als Obergärtner eintrat. Sein reiches botaniſches Wiſſen, vielfach
erworben durch weite Reiſen in allerlei Länder, vor allem aber auch
ſein vielſeitiges praktiſches Können haben ihm frühzeitig das
ehren=
vollſte Anſehen in weiteſten Kreiſen der botaniſchen Praxis und
Wiſſen=
ſchaft, wie auch der geſauten gärtneriſchen Fachwelt eingetragen. Durch
ſeine verdienſtvolle Tätigkeit als Gärtner, Botaniker, botaniſcher
Forſchungsreiſender und Fachſchriftſteller iſt auch die Skätte, an der
ſeine Lebensarbeit zu vollbringen er auserſehen war: der
Botani=
ſche Garten in Darmſtadt. zu Weltruf gefangt. Auch
als Mitglied des Anlage=Ausſchuſſes hat er unſerer Stadt wertvolle
Dienſte geleiſtet und wird ſie noch leiſten. Nicht zuleßzt ſei noch ſeine
langjährige derdieuſtvolle Tätigkeit im Gartenbnuverein, zu deſſen
Vor=
ſtand er gehört und in dem er faſt jedes Jahr Vorträge hält, erwähnt.
— Deutſchland hat 1857 Aerztinnen. Von den 1857 Aerztinnen
ſind 51t als Faclärzrinnen tärig. Dadon ſind 245 Kinderärztinnen, 5)
Frauenärztinnen, 10 Frauen= und Kinderärztinnen, 44 Spezialiſtinnen
für Augenkrankheiten, 47 für Haut= und Geſthlechtskrankheiten, 42 für
junere Krankheiten, 3 für Ginder= und innere Krankheiten. 27
Pſychiate=
rinnen und Nervenärztinnen, weiter: Spezialiſtinnen für Chirurgie
und Kinderkrankheiten 3, für Chiurgie und Orthopädie 1, für
Frauen=
krankheiteu 2, für Haut=, Gaſchlachts= und Nervenleiden 1, für
Lungen=
rleiden 12, für Ohrenleiden 11.
Lokale Veranſtaltungen.
bierunter erſcheinenden Nollzen ſind ausſchließlich als Sinwelſe auf Anzeigen zu betrachten.
in leinem Falle igendwie ale Beſprechung oder Kritlſl.
— Deutſcher Offizierbund. An den Bismarck=Gedenkabend
des D.D.B. Donnerstag, den 5. April, in der „Traube” abends 8 Uhr
pünktlich (Herrenabend) Vortrag des Herrn Generals Fehr: „
Bis=
marcks Politik und Machiabellis Regierungskunſt
— wird erinnert.
Gäſte willkommen.
Dr DiIIeor Nar TorSadlte
Ein Urteil von Vielen: „...... Jung gewohnt ist alt getan! So heißt’s im Sprichwort und so bin ich auch mit Ihrer Chlorodont-Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte
mir die Mutter schon immer obige Paste und ich weiß mich kaum jemals zu erinnern, eine andere gebraucht zu haben. — Nun möchte ich auch gern von Ihren
anderen Präparaten die Gberzeugung geurinnen, daß Sie an Güte gleich Ihrer Chlorodont=Zahnpaste sind. . ...... Wenn ich einige Worte dazu schrieb, 80 Sollte es
keine Schmeichelei sein, Sondern lediglich nur das zum Ausdrick gebracht wverden, Was der Wahrheit entspricht. . . H., Bdn, I. Matthav. (Originalbrief bei unserem
Notar hinterlegt) — Überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf., große Tube 1 Mk., Chlorodont-Zahnbürste 1.25 Wk., für Kinder 70 Pf. Kinder-
Geschenk-Karton 1.60 Mk., enthaltend: 1 kleine Tube Zahnpaste, 1 Kinder-Zahnbürste, 1 Kinder-Mundspülglas, Zu haben in allen Chlorodont-Verkaufsstellen.
Man verlange nur echt Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück.
(V.486
Seite 6
Mittwoch, den 4. April 4928
Nummer 95
Bericht über die wirtſchafliche Lage
des deutſchen Handwerksim Monat März 1928
RH. Vom Reichsverband des deutſchen Handwerks wird uns
ge=
ſchrieben:
Die eingelaufenen Berichte laſſen erkennen, daß die winterliche
Ge=
ſchäftsſtille auch für den Monat März noch nicht in allen
Handwerks=
berufen überwunden iſt. Zuar iſt in einer Anzahl von Handwerken
eine geringe Beſſerung des Auftragseingangs zu verzeichnen, jedoch
er=
folgte die Belebung des Geſchäfts nicht in dem ſonſt um dieſe
Jahres=
zeit üblichen Maße. Für das Baugewverbe wird im allgemeinen von
einer leichten Zunahme der Aufträge berichtet. Die Bautätigkeit
er=
ſtreckte ſich aber zum großen Teil auf die Fertigſtellung von Bauten
aus der dorigen Bauperiode. Neue Bauvorhaben konnten zunächſt
in=
folge der am Ende des Ctatsjahres verminderten Aufträge ſeitens der
Behörden in geringerem Umfange begonnen werden. Auch wurde die
Aufwärtsbewegung auf dem Baumarkt durch das Wiedereinſetzen des
Froſtes unterbrochen und bis nahezu zum Schluß der Berichtszeit
empfindlich gehemmt. Das Herreuſchneiderhandwerk, für das der
Früh=
jahrsbeginn ſtets eine Zeit guter Beſchäftigung bedeutet, meldet
leb=
haſteren Geſchäftsgang, allerdings nicht in dem gleichen Umfang wie
früher. Am ungünſtigſten war die Lage des Haudwuerks in den
über=
wiegend ländlichen Gemeinden, zuo ſich die Notlage der Landwirtſchuaft
in beſorgniserregender Weiſe auf das Handwerk auswirkt. Sie erfährt
durch die wieder ſtändig zunehmende Borgwirtſchaft noch eine
beſon=
dere Verſchärfung, zumal der Handwverker ſeine Rechnungen bei ſeinen
Lieferanten viel früher bezahlen muß und dadurch häufig in drückende
Schuldverpflichtungen kommt.
Nach der ſchon früher ausgeſprochzenen Befüuchtung hat die
Lohn=
bewegung mit wenigen Ausnahmen das gauze Handlverk ergriffen.
Zum Teil haben die Lohnverhandlungen durch das Zugeſtändnis von
Lohn” jöhungen bereits ihren Aßſchluß gefunden, zum Teil dauern ſie
noch fort. Da in den meiſten Handverken die Beſchäftigung und
Ver=
dienſtmöglichkeit ſehr gering und eine Abwälzung der geſtiegenen Koſten
auf die Kundſchaft kaum möglich iſt, ſieht das Handwerk mit größter
Sorge in die Zukunft. — Die allgemeine Lage des Arbeitsmarktes hat
keine weſentliche Beſſerung erfahren. Lediglich im Baugeverbe und im
Schneiderhandwerk ſind Arbeitseinſtellungen erfolgt.
In der Materi lbeſchaffung werden Schwierigkeiten nicht gemeldet.
Die Preiſe für die benötigten Rohſtoffe und Materialien, waren
über=
wiegend underändert. Nur für Textilien zeigten die Preiſe ſteigende
Tendenz.
Aus den Paxteien.
Anträge der Deutſchen Volkspartei.
Sondergebäudeſteuer.
(Auswerfung eines größeren Betrages aus der Sonderſteuer für den
bebauten Grundbeſitz für die Zwecke des Wohnungsbaues.)
Wir beantragen:
den für die Zwecke des Wohnungsbaues zu verwendenden Betrag aus
der Gebäudeſonderſteuer auf das Doppelte des ſeitherigen Satzes, alſo
auf 30 Prozent der Friedensmiete, zu erhöhen.
Begründung:
Die Heſſiſche Regierung erhebt 47,25 Prozeut der Friedeusmiete als
Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz. Dieſe Steuer ſollte nach der
urſprünglichen Abſicht des Geſetzgebers ausſchließlich der Förderung
des Wohnungsbaues dienen „Im Laufe der Zeit haben die Erträgniſſe
aus dieſer Steuer mehr und mehr anderen Zwecken dienen müſſen, ſo
daß für den Wohnungsbau nicht mehr viel übrig blieb. Dieſe
Vernach=
läſſigung des Wohnungsbaues tritt in Heſſen ganz beſonders in
Erſcheinung. Heſſen erhebt bekanntlich mit zwei anderen Ländern die
höchſten Sonderſteuerſätze im Reich, verwendet aber den geringſten
Be=
trag zum Bauen. Wenn andere Staaten ähnlich niedrige Sätze
auf=
weiſen, ſo liegt das daran, daß dort der Sonderſteuerſatz teilweiſe
weſentlich niedriger iſt.
Aus nachſtehender Gegenüberſtellung mag das erſichtlich wverden:
Es erheben an Sonderſteuer
in Prozent der davon werden
Fahrt an Oſiermontag
nach Frankens Haupſſadt Würzburg.
Am Oſtermontag, den 9. April wird die Reichsbahndirektion Mainz
einen Sonderzug zu ermäßigten Preiſen nach Würzburg fahren. Der
Gedanke, die maleriſch im Talkeſſel am Main gelegene, von
Reben=
hängen umrankte altehrwvürdige Biſchofs= und Univerſitätsſtadt zum
Zielpunkt einer Sonntagsfahrt zu wuählen, muß als beſonders glücklich
bezeichnet werden. Auf der Hinfahrt, die an Aſchaffenburg vorbei durch
den Speſſart und von Lohr ab an den Ufern des Mains entlang führt,
wird einer der ſchönſten und fruchtbarſten Gaue Deutſchlands an den
Augen der Sonderzugteilnehmer vorüberziehen. Würzburg iſt die
„Perle Frankens”, von der alten Feſte Marienberg und dem
hochgelegenen Wallfahrtsort des Käpple überragt, kunſtgeſchichtlich
be=
deutſam als Stadt des Varock und Rokoko, jedoch auch reich an
Ueber=
reſten romaniſcher und gotiſcher Kunſt. Die Stadt erlebte ihre
Glanz=
zeit im 18. Jahundert, als unter prachtliebenden Fürſtbiſchöfen
be=
rühmte Baukünſtler, beſonders der Meiſter des deutſchen Nokoko, Joh.
Balthaſar Neumann, das heutige wundervolle Stadtbild ſchufen.
Von unvergleichlicher Pracht und Neinheit des Stiles iſt das 1720
be=
gonnene Würzburger Reſidenzſchloß, ein gewaltiger Sandſteinbau mit
impoſanter Auffahrt. Wer an der Fahrt nach der im Schmucke
prächti=
ger Baudenkmäler daſtehenden, in herrliche Parkanlagen eingebetteten
Stadt der Muſeen und des Weines teilnimmt, wird hochbefriedigt mit
deu ſchnellfahrenden Sonderzug nach ſeinem Wohnort zurückkehren und
das Erlebte in bleibender Erinnerung behalten. Karten zum Beſuche
der beſonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt werden zu weſentlich
er=
mäßigten Preiſen mit den Fahrkarten ausgegeben. Der Sondetzug wird
beſtimmt verkehren.
MunpwAsSER
KUGELN
Drüddle (
JSewährtes und-u. zahnpflegemittel,)
R6
H6
Me R R
V.1351
Amtsgericht I.
Preußen.
Bahern.
Sachſen ...
Württemberg .
Baden.
Thüringen . ."
Keſſen....
Hamburg.
Mecklenburg=Schwerin.
Oldenburg
Braunſchweig .
Anhalt
Bremen
Lippe= Detmold ..
Lübeck
Mecklenburg=Strelitz
Waldeck
Schaumburg= Lixpe.
Aus dieſer Aufſtellung ergibt ſich, daß in Heſſen der Neubau ſtark
vernachläſſigt wird, da die dafür beſtimmten Mittel in weit ſtärkerem
Maße, als das die Wohnungsnot verantworten läßt, für allgemeine
Verwaltungsausgaben verwandt werden.
Mit dieſem Verfahren ſteht Heſſen faſt allein unter den deutſchen
Ländern. Dieſe Ausnahmeſtellung tritt noch kraſſer zutage, wenn man
in Betracht zieht, daß die vorgeſehenen 15 Prozent der Friedensmiete
in Wirklichkeit nicht in toller Höhe dem Neubaumarkt zugeführt werden,
ſondern daß der wirklich dem Pohnungsban zugeführte Betrag
weſent=
lich geringer iſt. Dieſes Verfahren verſtößt übrigens gegen klare
reichsgeſetzliche Beſtimmungen.
Die Zuführung der einzelnen Steuermittel ihrem wahren Zweck
müßte gerade auf dem Gebiet des Wohnungsbaues vornehmſte Aufgabe
der Regierung ſein.
Die Pflege der Sittlichkeit in den Familien und die Intereſſen der
Volksgeſundheit fordern gebieteriſch eine weit größere Förderung des
Wohnungsbaues, als dies ſeither der Fall geweſen iſt. Zu dieſem Zweck
muß der für Neubauzuecke beſtimmte Betrag entſorechend erhöht aber
auch tatſächlich verwandt werden.
Baudarlehen für Beamte und Bedienſtete.
Im vorigen Jahre iſt die Regierung durch einſtimmigen
Landtags=
beſchluß ermächtigt worden, einen Teil des für Errichtung von
Beamten=
mietwohnungen zur Verfügung geſtellten Kredits als Baudarlehen —
ſogenannte Arbeitgeberdarlehen — an Beamte und Bedienſtete zu
ver=
wenden. In dem Voranſchlag 1928 wird für dieſen Zweck ein Kredit
nicht beanſprucht.
Wir beantragen daher, der Landtag wolle beſchließen, die
Regie=
rung zu ermächtigen, eine halbe Million Neichsmark aus Anleihemitteln
flüſſig zu machen, um dieſe Mittel als Baudarlehen an Beamte und
Bedienſtete zu verwenden.
— Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei.
Heute abend um 8 Uhr findet auf der Geſchäftsſtelle der
D.V.P., Rheinſtraße 22, ein Spielabend ſtatt. Wir bitten um
zahlreiche Veteiligung.
Briefkaſien.
Alter Abonnent. Die Aufwertung von Anſprüchen erbrechtlicher
Natur iſt im Aufwertungsgeſetz vom 16. Juli 1925 nicht geregelt, ſie
richtet ſich nach den durch die Rechtſprechung entwickelten allgemeinen
Vorſchriften des bürgerlichen Rechts. Ueber die Höhe der Aufwertung
und die Verzinſung wird nur eig Rechtsanwalt näheren Aufſchluß
er=
teilen können, wenn ihm die für die Beurteilung nötigen Unterlagen
geliefert ſind.
O. K. Wir dermögen in dem „Abtreten des Zimmers” lediglich eine
Gefälligkeit zu erblicken. Wenden Sie ſich an das Wohnungsamt, wenn
Sie ſich durch deſſen Eingriff in den Rechten beeinträchtigt glauben.
Frauchen. Verſuchen Sie es einmal mit Eſſigwaſſer.
p. 1. Ein hieſiger Elektroinſtallateur ſteht unter der Anklage der
fahrläſſiger Körperverletzung; es handelt ſich um die in der Nacht vom
24. zum 25. November 1927 vorgenomenen Arbeiten zwecks beſſerer
Beleuchtung der oberen Eliſahethenſtraße. Dem Angeklagten wird zur
Laſt gelegt, daß er die Leitungsdrähte habe ſpannen laſſen, ohne die
nötigen Vorſichtsmaßregeln zu treffen. Der als Zeuge vernommene
Baukontrolleur ſtellt feſt, daß die Arbeiter des Angeklagten vielfach
gegen die Beſtimmungen der Unfallverhütungsvorſchriften verſtießen,
daß namentlich die Arbeitsſtelle nicht genügend abgeſperrt, auch die
Be=
leuchtung derſelben nicht genügend war. Der Verletzte fuhr 20 Minuten
vor 5 Uhr von der Ochſengaſſe zu ſeiner Arbeitsſtelle auf dem
beleuch=
teten Nade und kam infolge der mangelnden Beleuchtung an dem nicht
ſichtbaren Eiſendraßte zu Fall. Der Verletzte konnte nicht arbeiten; der
Angeklagte lehnte eine Entſchädigung ab. Der Amtsanwalt hält den
Sachverhalt für nicht genügend geklärt, der Angeklagte habe ſubjektid
all das getan, wuas man von ihm derlangen konnte. Dio Entſcheidung
wird in das Ermeſſen des Gerichts geſtellt. Das Urteil ſpricht den
An=
geklagten frei. Der Angeklagte habe ordnungsmäßig eine Wache
aus=
geſtellt, der Lehrling habe in dem Moment, wo die Arbeit drängte,
nicht galtgegeben.
2. Unter der Anklage eines gemeinſchaftlichen Betrugs gegen die
Stadt bzw. den Fiskus ſtehen ein Arbeitgeber und ſein Gehilfe, weil
eine falſche Beſcheinigung für das Arbeitsamt ausgeſtellt wurde,
wo=
durch der Eehilfe zu Unrecht 65 Mark Arbeibsloſenunterſtützung
be=
zog. Der Arbeitgeber wollte dem Gehilfen nur Unterſtützung für ſeine
Familie verſchaffen. Cs wird auf Geldſtrafen erkannt, gegen den
Ar=
beiter 60 Mark, den Arbeitgeber 20 Mark.
3. In der Nähe des Polizeiamts äußerte am 5. November 1927,
morgens zuwiſchen 2 und 3 Uhr, in bezug auf ihm begegnende
Polizei=
beamte ein rtzugs angeheiterter Herr: „Guckt doch nicht ſo blöde, Ihr.
Leute vom Fuchs, Ihr Stromer” Urteil: Geldſtrafe von 75 Mark.
4. Im Wiederaufnahmeberfahren wird ein Agent, freigeſprochen,
nachdem er früher wuegen Betrugs zu 200 Marl Geldſtrafe verurteilt
worden war.
5. Der zurzeit in Strafhaft in Emmerich befindliche Agent Karl
Keim hier ſteht unter der Anklage, auf ein Sparkaſſenbuch
unbefugter=
veiſe einen Vetrag erhoben und für ſich verwendet zu haben. Es
han=
delt ſich um einen aufgewerteten Betrag von 40 Mark. Die ſtrafbare
Handlung qualifiziert ſich nach der Beweisaufnahme rechtlich als
Be=
trug Urteil: 2 Monate Gefängnis.
6. Die Verhandlung gegen eine Stellenvermittlerin, worüber in
Nr. 88 berichtet wurde, wird zum Abſchluß gebracht. Die Angeklagte
erklärt, bei dem gegenwärtig geltenden Tarif könne ſie nicht mehr
he=
ſtehen. Urteil: Geldſtrafe von 75 Mark.
Tageskalender für Mittwoch, den 4. April 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes und Kleines Haus: Keine
Vor=
ſtellungen — Oroheum, abends 20 Uhr: SexualAufklärungsfilm
Das erwachende Geſchlecht‟ — Konzerte: Schloßkaffe, Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz Taunusburg. Weinhaus Maxim, Kaffee
Haſſia. — Kinovorſtellungen: Helia, Union=Thegter, Palaſt=
Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Verſteigerungskalender für Donnerstag, den 5. April 1928.
Holzverſteigerung, vormittags 9 Uhr, in der Turnhalle am
Woogsplatz.
Nelteshdienſt des igeliſcen Weichdoncgeneinde-
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Paſſahfeſt.
Mittwoch, den 4. April: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr
Donnerstag, den 5. April: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Predigt. — Abendgottesdienſt 7 Uhr 50 Min.
Freitag, den 6. April: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Pre=
digt. — Beginn des Sabbats abends 6 Uhr 30 Min,
Samstag, den 7. April: „Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
— Sabbatausgang 7 Uhr 55 Min
Gottesdienſt au den Halbfeiertagen; Morgens 8 Uhr, — Abends
8 Uhr.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Mittwoch, den 4. April: Erew Peſſach Eruw Tawſchilin,
Verbot des Chomezgenuß: 9 Uhr 10 Min.
Donnerstag, den 5. April: 1. Tag Peſſach. Vorabend 6 Uhr 40
Min — Morgens 8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr 30 Min.
Freitag, den 6. April: 2. Tag Peſſach. Vorabend 7 Uhr 50 Min.
Morgens 8 Uhr.
Samstag, den 7. April: Schabbos Chaul Hamaued.
Vor=
abend 6 Uhr 30 Min. — Morgens 8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr 30 Min.
—Sabbatausgang 7 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt: Chaul Hamaued. Morgens 6 Uhr 15 Min.
— Abends 6 Uhr 30 Mnuten.
Aus Heſſen.
Starkenburg.
E. Wixhauſen, 2. April. Oeffentliche
Gemeinderats=
ſitzung. Zur Herſtellung des inneren Rathauſes wurden die
Weiß=
binderarbeiten Herrn Ga. Bormet zum Preiſe von 325,20 Mk.
über=
tragen. Ein Zuſatz zum Ortsbauſtatut wurde genehmigt. Eine
Rang=
änderung im Grundbuch für einen Bauintereſſenten wurde genehmigt.
Den hieſigen Holzhauern wurden nachtriglich noch 36,75 Mk. bewvilligt.
Für die Uebernahme eines Stalles im Gemeindehaus, Bahnhofſtraße 15,
wurden 100 Mark bewilligt. Derſelbe wird für einen Bewohner in
dem=
ſelben monatlich für 1 Mark vermietet. Die Haferlieferung, für den
Faſelſtall wurde Georg Huck pro Zentner für 13,70 Mk. zugeſchlagen.
4n. Arheilgen, 3. April. Da das Fußballſpiel der hieſigen
männlichen Jugend in den Ortsſtraßen überhand nimmt und ſtörend
auf die Anwohner wirkt, auch kamen ſchon wiederholt Beſchädigung von
Gebäuden und Beſchmutzung von Kleidungsſticken Erwachſener vor,
bringt die hieſige Ortspolizei das Verbot dieſes Spiels in den
Orts=
ſtraßen in Erinnerung. Für Uebertretungen durch Kinder ſind die
Eltern haftbar, und das Polizeiperſonal iſt angewieſen, bei
Zuwider=
handlungen Anzeige zu erſtatten. — Am Sonntage waren es 25 Jahre,
daß das Möbel= und Dekorationsgeſchäft Heinrich Kunz hier,
Darm=
ſtädterſtraße 39, beſteht. — Da in nächſter Zeit einige jungen Leute
unſeren Ort verlaſſen, um nach Nordamerika auszuwandern, wurde
vor=
geſtern abend zu Ehren derſelben im Gaſthauſe „Zum Wernereck” eine
kleine Abſchiedsfeier veranſtaltet. — Die am Sonntag vom
hie=
ſigen Kirchengeſangverein aufgeführte Matthäuspaſſion, von
Römhildt hat auf alle Beſucher tiefgehend eingewirkt. Die
Auf=
führung zeigte, daß Soliſten und Chor mit viel Liebe und Sorgfalt an
das Werk heraugegangen waren. Die in Muſik geſetzten Worte des
Evangeliums vom Leiden und Sterben unſeres Heilands kamen
wohl=
abgeſtimmt, unterſtützt von Orcheſter= und Harmoniumſpiel, vorzüglich
zur Geltung. Alle Soloſtimmen und Chöue klangen rein durch den
Raum unſeres Gotteshauſes. Die Hauptpartie fiel dem Tenor Herrn
Landzettel aus Darmſtadt als Evangeliſt zu. Die Chriſtusworte ſang
Herr Schäfer, gleichfalls aus Darmſtadt, während Petrus. Judas und
Pilatus und die Mägde durch einheimiſche Kräfte vertreten waren.
Be=
ſonders eindrucksvoll wirkte der Wutſchrei des Voltes „Barrabaß” und
„Laß ihn kreuzigen” ſolie das ſpöttiſche „Gegrüßt ſeiſt du, der Juden=
König‟. Den beiden Teilen des Werkes gingen kurze Inſtrumentalfätze
voraus.
— Weiterſtadt, 3. April. Der Gefkügelzuchtverein Weiterſtadt
ver=
anſtaltet am 1. und 2. Oſterfeiertag ſeine diesjährige Lokglausſtellung
im Gaſthaus zum Löwen.
— Gräfenhauſen, 3. Atril. In unſerer Kitche wurde vorgeſtern
abend ein Kirchenkonzert veranſtaltet. Herr Rektor Strack, ſang mit
ſchöner, ausdrucksvoller Stimme Lieder von Mendelsſohn, Schubert und
Beethoven. Als Meiſter auf der Orgel zeigte ſich Herr Lehrer
Schuch=
mann durch den Vortrag eines Larghetto und einer Fantaſie und Fuge
von Adolf Heſſe und eines Largo von Chopin, ſowie durch ſeine
fein=
ſinnige Begleitung der Geſänge und der Violinvorträge, die Herr
Martin. Carl vortrefflich zu Gehör brachte. Unter des Letzteren Leitung
ſang der evangeliſche Kirchunchor zwei Motetten. Die Einnahmen ſind
für die Herſtellung unſerer Orgel beſtimimt.
I. Griesheim, 2. April Gemeinderatsbericht. Für, die
früher aufgenommenen Paviermar=Kapitalien wurdem, folgende
Ab=
löfungsbeträge bewilligt: 2) Für die am 14. November 1922 bei der
Kommunalen Landesbank aufgenommenen 1 000 000 Mk. und am 18.
Ja=
nuar 1923 bei derſelben Bank aufgenommenen 4000 000 Mk., zuſammen
243,75 RM.; b) für die am 14. Juni 1923 bei derſelben Bank
aufge=
nommenen 2 00 000 Mk. — 91.50 RM.: a)für die am 13. Mai 1908 bei der
Landeskreditkaſſe aufgenommenen 2137,11 Mk. — 50 RM. — Die
Wah=
rung des Meßbriefs bezüglich der Otto Heſſe=Straße iſt aus Anlaß von
Vorbehalten ſeitens der Heſſenwerke auf Hinderniſſe geſtoßen. Der
Ge=
meinderat hat nunmehr die Eintragung von Vorbehalten in das
Grund=
buch abgelehnt und beſchloſſen, daß die Wahrung des Meßbriefs ohne
jeglichen Vorbehalt erfolgen ſoll. Falls die Heſſenwerke auf ihren
ge=
mackten Vorbehalten beharren, ſo foll die Otto Heſſe=Straße nur bis
zu dem Grundſtück der Heſſenverke ausgebaut werden und der hintere
Teil in ſeinem derzeitigen Zuſtand belaſſen bleiben. — Der Heſſiſchen
Landesbank in Darmſtadt wurde für ihre Forderung an Heinrich
Baſſe=
nauer 5., hier, in Höhe von 3000 Mk. der Vorrang vor der
Hypothek=
forderung der Gemeinde in Höhe von 5000 Mk. eingenäumt. Der gleiche
Vorrang wurde derſelben Bank für eine Forderung an Heinrich Kune
in Höhe von 4000 Mk. vor dem Vorkaufsrecht der Gemeinde eingeräumt.
Dem Geſuch der Schöfferhof=Binding=Büirgerbrauerei in Frankfurt”
a. M. um Genehmigung zur Errichtung einer Halle auf ihrem
Grund=
ſtück am Felſenkeller außerhalb des. Ortsbauplaus wurde ſtattgegeben. —
Für das Konzeſſionsgeſuch des Heinrich Staufenbevger aus Darmſtadt
für das Haus Neue Darmſtädter Straße 11 wurde die Bedürfnisfrage
bejaht. — Dem Landwirtſchaftlichen Konſumperein, hier, wird geſtattet,
vor ſeinem Lager längs der Südſeite des der Gemeinde gehörigen
Stra=
ßengeländes zur beſſeren Zu= und Abfahrt einen Streifen Pflaſter von
3—3,50 Meter Breite auf eigene Koſten herzuſtellen. Die Gemeinde
be=
hält ſich die Berechtigung vor, bei einer eventuellen Pflaſterung der
Straße das erwähnte Pflaſter, ſoweit erforderlich, wieder zu entfernen.
—Der Verkauf des Gemeindehauſes, früher „Weißes Roß”, zum Preis
in e de e e e eiſheteleie enerercheit.
hat. Die Zahl der verſicherten Haushaltungsvorſtände ſtieg im letzten
Jahre um 18, ſo daß am 31. Dezember 1927 insgeſamt verſichert waren
525 Haushaltungsvorſtände, 403 Frauen, 538 Kinder über 14 Jahre
und ſonſtige beitragspflichtige Angehörige, und 439 Kinder unter
14 Jahren, zuſguunen 1905 Verſicherte. Aus dem vom Rechner,
Bürgermeiſtereiſekretär Steuernagel, vorgetragenen
Rechen=
ſchaftsbericht war zu entnehmen, daß die Kaſſe im
ab=
gelaufenen. Jahre 1927 die Beerdigungskoſten für 23
Er=
wachſene und 2 Kinder zu tragen hatte, die einen Koſtenaufwand von
1780,14 Mark erforderten. Die ſatzungsmäßige Rüklage zum Reſerve=
eu Serſchuif Lungdie äidfe eie efſe Gereſtebäeffe.
Hier werden in letzter Zeſt Gerüchte verbreitet, die geeignet ſind, die
Oeffentlichkeit irre zu führen. Man hört, daß das ganze Projekt wieder
auf ein Jahr zurickgeſtellt ſei, andere wieder behaupten, die Bahn würde
überhaupt nicht arbaut verden. An allen dieſen Geruichten iſt kein
wahres Wort. Tatſache iſt vielmehr, daß die kürzlich angeſetzte
ent=
ſcheidende Sitzung der in Betracht konrinenden Körperſchaften ausfallen
mußte, weil einige daran intereſſierte Herren am Erſcheinen verhindert
waren. Dieſe Sitzung findet abe= jetzt unmittelbar nach den
Oſter=
feiertagen ſtatt. Von dem Ausgang dieſer Verhandlungen hängt alles
wveitere ab. — Geſangverein „Eintracht‟. Des Karfreitags
wegen findet die nächſte Singſtunde am Donnerstag dieſer Woche, abends
8.30 Uhr. ſtat.
(. Ober=Rauſtadt, 3. April. Geuehlmigte Verſteigerung.
Die Natzholzoerſteigerung iſt genehmigt. Die Abfuhrſcheine können vom
4. Abril ab an den Zahltagen bei der Gemeindekaſſe eingelöſt werden.,
Die Holzhauerei im Gemeindetuld iſt nunmehr beendet.
— Roßdorf, 3. April. An die ttr=Einſender. Wir hätten
Ihuen gerne die Freude gemacht, am 1. April in Roßdorf einen
blühen=
den Fliederbaum Sie ſehen zu laſſen. Ein Aprilſcherz aber, der am
3. gemach, wird, iſt keiner mehr. Wenn Sie im nächſten Jahre eine
ähnliche Abſicht haben ſollten, geben Sie Ihre Einſendung rechtzeitig
zur Poſt. Ihr Brief iſt erſt am 2. April hier eingegangen. Falls der
Fliederbaum jetzt noch blühen ſollte, bitten wir um kurze Nachricht. D. R.
f. Roßdorf, 3. April. Arbeitsvergebung. Die Erd= und
Rohrverlegungsarbeiten für die Herſtellung eines Straßenkanals und
der Hausanſchlüſſe in der Dieburger= und Erbacherſtraße ſollen
ver=
geben werden. Angebote ſind bis Montag, den 16. 33. Mts., vormittags
10 Uhr, beim Heſſiſchen Kulturbauamt Darmſtadt einzureichen.
Ange=
botsvordrucke ſind bei vorgenannter Stelle erhältlich.
den
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Reden d5 2 Ort
chen
der al
Ein wirkſames Verfahren bei Geſichtsausſchlag, Pickeln, Ekzemen.
Geſichtsausſchlag, Pickel, Puſteln, Wimmerln, Acue vulgaris,
Miteſſer und Ekzeme, die beſonders bei jüngeren Leuten beiderlei
Geſchlechts ſo überaushäufig auftretenden Hautübel, werden
von den oft faſt verzweifelnden Opfern mit allen nur
erreich=
baren Mitteln bekämpft. Vortrefflich bewährt hat ſich nach
meinen Erfahrungen folgendes Verfahren: Man nehme ein
Stück Zuckeu’”s Patent=Medizinal=Seife, reibe mit der Hand oder
nach beſſer mit einer naſſen Bürſte, einem naſſen Pinſel und
Von Dr. med. W.
dal. möglichſt viel dicken Schaum, läßt ihn eventl. noch einige Zeit
ſtehen, bis er ſo dick iſt wie Brei, Salbe oder Sirup, und trägt
ihn danu leicht, ohne zureiben, auf die zu behandelnden
Hautſtellen auf. Am beſten geſchieht das Auftragen des Abends,
damit der Schaum genügend Zeit hat, auf der Haut
einzutrocl=
nen und die Nacht über liegen bleiben kann. Morgens erweicht
man ihn mit etwas Waſſer ſpült ihn dann leicht ab und trocknet
hierauf die Haut, ohne zu reiben oder zu frottieren,
ſanft mit einem weichen Tuch. Nachher ſtets die Haut mit
Zuckooh=Creme, die ebenſo wie Zuckers Patent=Medizinal=Seife
in jeder Apotheke, Drogerie und Parfümerie, ſowie in jedem
beſſeren Friſeurgeſchäft zu haben iſt, nachbehandeln. Dieſe
Pirozedur, richtig durchgefuhrt, ſchafft in Kürze neue, reine und
geſunde Haut und verjüngt um Jahre.
(TV,5575
Nummer 95
Mittwoch den 4 April 1928
Geite 7
Erbach i. Odw. und die Hekoga.
Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die Stadt
Erbach i. O. in Erkenntnis und Würdigung der ſeither von dem
Heſſiſchen Staat für die Gasterſorgung Heſſens geleiſteten Arbeit
ſich entſchloſſen, demnächſt einen Gaslieferungsvertrag mit der
Hekoga abzuſchließen.
A. Semb, 3. April. Verſchiedenes. Die Drainagearbeiten
ſind jetzt zu einem vorläufigen Abſchluß gekommen, ſollen aber im
künftigen Herbſt wieder neu aufgenommen werden. Das neue Bachbett
iſt fertiggeſtellt und dadurch für das Waſſer ein beſſerer Abfluß
geſchaf=
ſen worden. Wie verlautet, will die Gemeinde die Bachſohle im Dorf
ebenfalls tiefer legen laſſen. Auch foll der Bach mit einer Ufermauer
vepſehen und die Bachgaſſe erhöht werden. Für einen großen Teil des
Dorfes wäre dies eine nicht zu unterſchätzende Verbeſſerung.
Aller=
dings erfordert dieſe Anlage größere Geldmittel, deren Beſchaffung
jedoch mit Schwierigkeiten verknüpft iſt. Doch läßt ſich hoffentlich auch
dieſe Angelegenheit bald erledigen. Daß auch die Vorfahren
wuß=
ten, was dienlich iſt, zeigte ſich beim Ausheben des Baches. Man fand
dort nämlich, daß auch in früherer Zeit die Bachſohle erheblich tiefer
lag wie eben. Mit der Verlegung des Bachbettes ſollen auch die
Ve=
wäſſerungsanlagen im Wieſengrunde verſchwinden. Welchen Vorteil die
Drainage bringt, erfahren ſchon fetzt viele Landwirte. Aecker, die
ſeit=
her erſt im ſpäten Frühling der Näſſe wegen beſtellt werden konnten,
ſind jetzt ſchon trocken und für die Ausſaat bereit. Jedenfalls wird,
trotz der hohen Koſten, die Drainage ein Segen für die Gemeinde.
— Groß=Umſtadt, 3. April. Der „Liederkranz” weiſt nochmals auf
ſeine Aufführung der „Johannes=Paſſion” von Heinrich Schüitz hin,
die am Gründonnerstag abend in der hieſigen Stadtkirche unter
Lei=
tung von Bernd Zeb aus Darmſtadt und unter Mitwirkung der Damen
Abels=Maſer (Orgel), Lieſel Hillerich (Mezzoſopran) und der Herren
Landzettel (Tenor) und Ormanns (Baßbariton), beidletzteren aus
Darm=
ſtadt, ſtattfindet. Der „Liederkranz” will mit dieſer Aufführung den
eingeſchlagenen Weg, muſikaliſch Werwolles zu pflegen und zu
über=
mitteln, weiterverfolgen und rechnet dabei auf die Unterſtützung aller
ernſthaft geſinnten Kreiſe.
Le. Groß=Ukmſtadt, 2. April. Die Oberreal= und Höhere
Landwirt=
ſchaftsſchule gibt ihren Beriht über das abgelaufene Schuljahr bekannt.
Wir entnehmen demſelben folgendes: Die Schülerzahl betrug zu Beginn
des Scheiljahres 302. Darunter befanden ſich 289 Knaben und 13
Mäd=
chen. Der Höheren Landwirtſchaftsſchule gehörten 29 Schüler an. Nach
dem Glaubensbekenntnis waren 260 Schüler evangeliſch, 33 katholiſch
und 8 iſraelitiſch. Aus Groß=Umſtadt beſuchten 75 Schüler die Anſtalt,
220 kamen aus anderen heſſiſchen Orten und 7 aus nichtheſſiſchen Orten.
Die Anſtalt hatte 15 Klaſſen, an denen außer dem Direttor 17 Lehrer
und 4 Hilfs=(Religions=)lehrer unterrichteten. Mit Ablauf des
Schul=
jahres waren es 25 Jahre, daß Oberreallehrer Bernbeck an der Anſtalt
tötig war. Bei der Reifeprüfung erhielten 11 Oberprimaner das
Zeug=
mis der Reife. Die Landwirtſchaftliche Abſchlußprüfung beſtanden 10
Sckäler. Am 10. Januar 1923 beſuchte Herr Staatsrat Block die
An=
ſtalt und wohnte dem Unterricht in verſchiedenen Klaſſen bei, und am
28. Februar woilte Herr Geheimrat Dr. Sachſe im Auftrag des
Spar=
kommiſſars in der Schule und nahm Kenntnis von deren Einrichtungen.
Cinem Primaner überwies das heſſiſche Miniſterium für Kultus und
Bildungsweſen den Betrag von 320 Mark als Erziehungsbeihilfe.
W. Klein=Umſtadt, 3. April. Am Donnerstag abend wurdem dem
23jährigen Pius Stauch aus Groß=Heubach, der erſt ſeit zwei Tagen
als Küfergeſelle hier bedienſtet war, von einem Güterzug ſämtlihe
Finger der linken Hand abgefahren. Außerdem wurde er am Oberarm
verwundet. Ein Eiſenbahnbeamter von hier leiſtete dem Hilferufenden
den erſten Beiſtand. Alsdam ſchaffte man ihn nach Groß=Umſtadt zu
einem Arzt und von da ins Dieburger Krankenhaus.
* Schaafheim, 3. April. Hier wurde am 30. März der überall im
weiten Heſſenlande beſonders als ehemaliger Verbandsredner der
„Haſſia” bekannte Rektor Steinacker infolge Erreichung der
Alters=
grenze, aber in voller Mannesfriſche, in den Ruheſtand verſetzt.
Vor=
mittags fand eine offizielle Abſchiedsfeier im Schulhauſe ſtatt, wobei in
Gegenwart der Lehrerſchaft, des Gemeinderats, des Schulvorſtandes und
des Kiohenvorſtandes ſowie der Kinder, ein Vertreter der Behörde —
Herr Schulrat Jäger, Dieburg — und die Vertreter der Gemeinde wie
der genannten Korporationen in herzlichen Dankesworten von dem
Scheidenden Abſchied nahmen, dem gleichzeitig prachtvolle Geſchenke
über=
reicht wurden. Die Gemeinde veranſtaltete ſodann ihm zu Ehren ein
Abſchiedseſſen, wobei außer den beteiligten Körperſchaften auch ſeine
naheren Freunde geladen waren, das in ſchönſter Harmonie unter vielen
Reden des Dankes und der Anerkennung verlief. Abends veranſtalteten
die Ortzvereine einen Fackelzug und brachten dem Gefeierten ein
Ständ=
chen, wobei Bürge=meiſte: Höreth eine heizliche Abſchiedsrede hielt, aus
der all der Schmerz durchklang, denr die ganze Gemeinde beim Scheiden
ihres allverehrten Rektors empfand, der 38 Jahre ſegensreich an ihrer
Schule wirkte und dem e3 im erſten Jahrzehnt ſeiner Tätigkeit mit
meh=
zeren treuen Freunden gelang, das damals in zwei feindliche Parteien
zeiriſſene Dorf wieder zu einigen. Ganz Schaafheim ſieht ihn in
wirk=
licher Trauer aus ſeinem Dienſte ſcheiden und wünſcht ihm eine noch
recht lange Penſienszeit voll Glück und voller Segen.
b. Ernſthofen, 2. April. Geſrern feiertem Herr Wilhelm Heyd,
geb. am 20. März 1843, und ſeine Ehefrau Eliſabeth, geb. Hofferberth,
geb. am 10. Jali 1844, das ſeltene Feſt der Diamantenen Hochzeit. Der
greiſe Juhilar diente im Inf.=Regt. 115, 7. Komp., und machte die
Feld=
zuge von 1866 und 1870/71 mit. Dem Jubelpaar zu Ehren brachte der
Kriegerverein Er iſthofen=Herchenrode gemeinſam mit dem Geſangverein
Liederkranz” Ernſthofen=Herchenrode einen Fackelzug dar, wobei die
Alten dunh einige Geſänge ſowie ein Geſchenk bes Kriegervereins und
verſchiedene Anſprachen erfreut wurden.
r. Babenhauſen, 2. April. Einen Lichtbildervortrag über
„Kamerun in Friedens= und Kriegszeit”, hielt. Ende
dergangener Woche auf Veranlaſſung des Veteranen= und Militärvereins
Babenhauſen=Harreshauſen Herr Major a. D. Krauße d:Avis im
Saale des Gaſthauſes „Zum Adler‟. Der Vortrag war ſehr gut beſucht.
Der Vereinsvorſitzende, Herr Buchdruckereibeſitzer Gg. Krapp,
be=
grüßte den Redne= und die zahlreichen Zuhörer, dann ſprach etwa zwei
Stunden lang der ehemalige Offizier der Kameruner Schutztruppe in
feſſelnder, anſchaulichſter Art über das oben genannte Thema. Als
aus=
gezeichneter Kenner der kolonialen Verhältniſſe ſchilderte der
Vortra=
gende an Hand zahlreicher ſchöner Lichtbildee das Land und ſeine
Be=
wohner, ihr Leben und das der dort wohnenden Europäer, die Stärke
und Bewaffnung der Schutztruppen, den Beginn und Verlauf des
Ver=
zweiflungskampfes in dieſer auswärtigen Beſitzung. Aus ſeinen
Aus=
führungen ging klar hervor, welch großen Wert Kamerun für das
Mutterland gehabt hat, aber auch, daß ſeine Rückgewinnung eine der
wihtigſten Aufgaben der deutſchen Außenpolitik ſein und bleiben wüſſe.
Der Redner erntete lebhaften Beifall, den der Verſammlungsleiter
pfſiziell in Worte bleidete. — Das Beamtenkartell des D.B.B.
hielt im Gaſthaus „Deutſche: Hof” ſeine Hauptverſammlung
ab, an der die beiden Vorſitzenden des Kreiskartells Dieburg, die Herren
Funk=Lengfeld und Lindner=Groß=Umſtadt, und Herr Aektor
und Landtagsabgeordnster Winter=Mainz im Auſtrage des
Haupt=
ausſchuſſes des Heſſiſchen Beamtenbundes teilnahmen. Nach herzlichen
Begrüßungsworten durch den 1. Vorſitzenden, Herrn Lehrer Müller,
erſtattete dieſer den Tätigkeitsbericht vom vergangenen Jahre. Kurz
zuſcmmengefaßt ſei daraus mitgeteilt, daß in dieſem Zeitraum eine
all=
gemeine größere Beamtenverſammlung mit den Herren Wolf=
Gerns=
heim und Meier=Dreiſa als Hauptrednern und fünf Sitzungen
ſtatt=
gefunden haben. Der Vorſitzende konnte mit Befriedigung feſtſtellen,
deß trotz der Jutereſſeloſigkeit mancher Außenſeiter reges Leben im
Ortskartell pulſiecte. Er ſchloß ſeine Ausführungen mit der Mahnung
zur Einigkeit. Nach Prüfung der Rechnungen wurde dem Rechner,
Herrn Schlachthausverwalter Bender, Entlaſtung erteilt und ihm
für ſeina gewiſſenhafte Buchführung der Dank ausgeſprochen. Herr
Rektor Winter, M. d. L, ſprach dann in zweiſtunddger Nede bei
größter Aufmerkſamkeit der Zuhörer in höchſt feſſelnder Weiſe über den
finanzpolitiſchen Seite der heſſiſchen Beſoldungsordnung. Er
bezeich=
nete dieſe als eine glücklich= Miſchung der verſchiedenen, ihr voraus=
gegangenen Beſoldgungsregelungen im RNeiche. Indem er zunächſt die
Verbeſſerungen ſozialer Natur gegenüber anderen Staaten hervorhob,
beſprach er auch die ihr anhaftenden Mängel, von denen hier nur die
zu große Gruppenzahl und die höchſt bedauerlich weiten Gräben
zwi=
ſchen den Hauptgruppen genannt ſeien. Der Medner führte aus, daß
der Vorſtand des Heſſiſchen Beamtenbundes ſtets auf dem Poſten war,
und forderte von der Beamtenſchaft Treue um Treue. Reicher Beifall
lohnte die vortrefflichen Ausführungen des Vortragenden. Eine rege
Ausſprache ſchloß ſich an, an der ſich beſonders die Vertreter der
Po=
lizeibeamten und Lehrerſchaft beteiligten. Mit Worten des Dankes
an den Hauptredner und die Erſchienenen ſchloß der 2. Vorſitzende, Herr
Hauptwachtmeiſter Poſt, die Generalverſammlung.
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Al. Höchſt i. Odw., 3. April. Bismarck=
Geburtstags=
feier. Im feſtlich geſchmückten Saale des Gaſthauſes „Zur Poſt”
ver=
inſtaltete der Deutſchorden Kommende Höchſt eine ſchlichte,
eindrucks=
volle Bismarck=Geburtstagsfeier. Nach einem ſchneidigen
Eröffnungs=
marſch begrüßte der Komtur, Herr Rudolf Schlich, die Anweſenden und
ſprach über unſeren alten Kanzler Bismarck. Das fodann von
Ordens=
bruder Flath ausdrucksvoll vorgetragene Gedicht „Gut deutſch allewege‟
fand lebhaften Beifall. Nach dem gemeinſamen Geſang des
Ordens=
liedes ergriff der Feſtredner, Herr Dr. Moegenburg=Frankfurt a. M.,
das Wort zu einem Vortrag über das Thema „Bismarck und wir als
Zeitgenoſſem und Epigonen”. Gedichwortrag. Deutſchland erwache‟
von Ordensbruder Klotz, Vaterlandslieder und Muſikvorträge der
un=
ermidlichen Kapelle Löb=Michelſtadt wechſelten miteinander ab.
L. Michelſtadt, 3. April. Der Vorſteher des Finanzamtes
Michel=
ſtadt, Herr Geheimer Finanzrat Dr. Gärtner, iſt am 31. März ds. Js.
auf Grund des Geſetzes über die Erreichung der Höchſtaltersgrenze aus
dem Reihsdienſt ausgeſchieden. Mit ihm iſt ein hochverdienter, beliebter
und geſchätzter Beamter in den Ruheſtand gekreten, der ſeine
uge=
ſchwächte Arbeitskraft nahezu 36 Jahre dem heſſiſchen Staate und dem
Reich zur Verfügung ſtellte. Am 27. April 1892 übernahm er als
Amts=
vorſteher die Leitung des Steuerkommiſſariats Michelſtadt, welches Amt
er bis zum 31. März ds. Js. bekleidete. Einer beſonderen Beliebtheit
konnte ſich der Genannte bei der Bevölkerung erfreuen, deren Wünſchen
und Anliegen er jederzeit weitgehendſtes Verſtändnis entgegen brachte.
L. Michelſtadt, 3. April. Paſſions=Kirchenkonzert. Die
von dem Hornquartett des Herrn Pfarrers Kalbhenm und Söhnen ſowie
der Sängervereinigung Steinbach in der Stadthirche zu Michelſtadt
geſtern abend veranſtaltete muſikaliſche Paſſionsandacht konnte einen
überaus ſtarben Beſuch aufweiſen. Das Hornquartett des Herrn Pfarrers
Kalbhenn zu hören, hatten wir ſchon öfters Gelegenheit, und ſind die
genußreichen Stunden, welche er den Beſuchern zu bereiten weiß, noch
in aller Erinnerung geweſen. Ebenſo die Erweiterung des Programms
durch Geſangsvorträge der Sängervereinigung Steinbach, die durch ihre
vorzüglichen Leiſtungen unter der Führung des Herrn Herbert=
Darm=
ſtadt in letzter Zeit viel von ſich reden macht. Die geſchmackvolle, der
Karwoche angepaßte Vortragsfolge gab dem Hornquartett die
Möglich=
keit, ſeine meiſterhafte Beherrſchung dieſer Inſtrumente in Verbindumg
mit ihrem tiefen muſikaliſchem Empfindem voll zur Geltung kommen
zu laſſen, während die Sängervereinigung Steinbach ihr großes Können
durch verſchiedene klangrein und mit einer bewunderungswürdigen
Tonfülle zum Vortrag gebrachten Chöre zur Entfaltung kommen laſſen
konnte.
Taphadel
der Liebliche
Madenbitter
9
GW van Munzter
Köln u. Emmerlch
seit 1849
b. Erbach i. O., 3. April. Das herrliche Filmwerk „Das weiße
Stadion” brachten in den letzten Tagen die Erbacher Lichtſpiele. Die
große Winter=Olympiade 1928, die vor einigem Wochen die
internatio=
nalen Winterſportler in Sankt Moritz zuſammenführte, iſt in dieſem
vorzüglichen Filmwerk wiedergegeben. — Am kommenden Donnerstag
finder abends um 5½ Uhr eine öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt. —
Die Eheleute Karl Friedrich Chriſtian Walther=Erbach feiern am
zwei=
ten Oſterfeiertage ihre Goldene Hochzeit. — Frau Hebamme Heilmann=
Erbach kann in dieſen Tagen auf eine 25jährige Tätigkeit in ihrem
verantwortungsvollen Berufe zurückblichen. Bei nahezu 1000 Geburten
hat dieſelbe in dieſer Zeit Beiſtand geleiſtet.
m. Beerfelden, 3. April. Verſchiedenes. Die hieſige
Orts=
gruppe des Odenwaldklubs ging am Sonntag vormittag ihren
Klub=
genoſſen aus Mannheim gegen Affolterbach entgegen. Trotz des
ungün=
ſtigen Wetters hatten ſich dieſe in einer Stärke von 260 Perſonen auf
den Weg gemacht zur Bewältigung der Tour Affolterbach-Beerfelden—
Reuſtenkreuz—Schöllenbach. Gegen mittag kamen die Wanderer hier an
und hielten Mittagsraſt in verſchiedenen Gaſthäuſern. Da die Wirte
ihr Beſtes boten, ſo entwickelte ſich bald bei fröhlicher Stimmung ein
munteres Treiben. Mit einem herzlichen „Auf baldiges Wiederſehen”
trenatte man ſich. — Im hieſigen Jugendverein hielt Herr Lehrer Bopp
an zwei Abenden einen Vortrag über „Radio”. Heutzutage ſieht und
hört die Jugend ſo viel über Radio und vom Radio ud das Radio,
daß es für ſie von größtem Indereſſe iſt, darüber theoretiſch und
prak=
tiſch belehrt zu werden, und das geſchah in der gründlichſten Weiſe
durch genannten Vortrag. Der Vortragende hat ſich ſelbſt eine
Radio=
anlage geſchaffen, ſomit iſt er in der Lage, anſchaulich und ſachkundig
darüber ſprechen zu können. — Das ſchlechte Wetter verhinderte beim
geſtrigen Viehmarkt den Auftrieb von Großvieh, dagegen war eine
große Auswahl von Ferkeln zur Stelle — 180 Stück. Das Geſchäft
ging mittelmäßig bei einem Preis von 28—40 Mk. pro Paar, je nach
Alter und Qualität.
— Hirſchhorn, 3. April. Waſſerſtand des Neckars am
2. Aprik 0,94 Meter, am 3. April 107 Meter.
e- Neckarſteinach, 3. April. In der evangeliſchen Kirche fand eine
muſikaliſche Feier mit Darbietungen der Celliſtin Anita Ballio
und der Orgelkünſtlerin Emma Willareth ſtatt. Die Vorträge zeichneten
ſich durch höchſte Vollendung aus, die den zahlreichen Beſuchern das
Ge=
hörte zum religiöſen Erlebnis machten. — Unglücksfall. Ende der
vorigen Woche brachte der an einer Holzſchneidemaſchine beſchäftigte
Ar=
beiter Ludwig Schmitt, Sohn von Schmitt 8., ſeinen Arm in die
Band=
ſäge, welcher ihm halb durchſchnitten wurde. Der Verletzte fand
Auf=
nahme in der Heidelberger Klinik. — Verſetzung. Mit Schluß
des Schuljahres wurde der Lehrer Hans Mader von hier nach Mainz
verſetzt. An ſeine Stelle tritt Lehrer Schmidt von Waldmichelbach. —
Steuerſprechtag. Am 25. Ifd. Mts. hält das Finanzamt
Beer=
felden einen Steuerſprechtag auf dem hieſigen Rathanſe ab.
Anmel=
dungen bei der Bürgermeiſterei.
A. Schlierbach, 2. April. Gottesdienſtordnung der
Kar=
woche. Laut Verkündigung des hieſigen Pfarramts finden im Laufe
der Karwoche folgende Gottesdienſte ſtatt: 1. Am Gründonnerstag=Abend
um 7 Uhr Feier des heiligen Abenomahls, das dieſes Jahr zum erſten
Male bei elektriſcher Kirchenbeleuchtung gefeiert wird: 2. am Karfreitag,
um ½10 Uhr vormittags, Gottesdienſte und anſchließend Feier des
hei=
ligen Abendmahls. Die Gottesdienſte ſollen von jetzt ab immer um
½10 Uhr beginnen!!; 3. am erſten und zweiten Oſtertag, vormittags,
Gottesdienſt; 4. am zweiten Feiertag im Anſchluß an den
Hauptgottes=
dienſt wieder Kindergottesdienſt. — Eine neue Platte am
Ge=
fallenendenkmal. Da die Namen der Gefallenen am hieſigen
Gefallenendenkmal, die direkt in den Granit eingehauen und ſchwarz
geſtrichen worden waren, im Laufe der Zeit immer mehr verblaßten,
hatte Herr Bürgermeiſter Appel durch Sammlung in den
Bürger=
meiſtereigemeinden Schlierbach, Winkel und Seidenbach die Geldmittel
zuſammengebracht zur Beſchaffung einer Marmortafel, auf der die
Namen der Gefallenen und Vevmißten eingehauen ſind.
Ay. Bensheim (Bergſtr.), 3. Apml. Zum Wegzug von
Ober=
ſtndiendirektor Dr. Ledroit von Bensheim. Mit dem
geſtrigen Tage nimmt der Direktor der Bensheimer Aufbauſchule,
Ober=
ſtudiendrrektor Dr. Ledroit, Abſchied von Bensheim, um ſeinen
Wohnſitz nach ſeiner Vaterſtadt Mainz zu verlegen. Dr. Ledroit war
es möglich, dank ſeines offenherzigen und markanten Charakters, in
verhältnismäßig kurzer Zeit in Bensheim eine bekannte Perſönlichkeit
zu werden, nicht zuletzt auch dank ſeiner volkstümlichen Redegabe, mit
der er die Herzen ſeiner Zuhörer zu packen verſtand. Ein überzeugter
Anhänger der katholiſchen Sache, war er zugleich ein warmer
Befürwor=
ter des konfeſſionellen Friedens in unſerer Stadt und darüber hinaus
ein Mann, der einer warmen vaterländiſchen Ueberzeugung lebte und
wahrhafter Volksverſöhnung und Volkseinigung mit ſeinem Leben zu
dienen gewillt war. Mit ſeinem Weggang entſteht eine Lücke, die mcht
ſo leicht wieder ausgefüllt ſein wird.
D. Biblis, 3. April. Dienſtjubiläum. Die Hebamme Kath.
Laubner konnte am 1. April d. J. auf eine 30jährige Tärigkeit in
u=
ſerer Gemeinde zurückblicken. Allſeits beliebt und ebenſo geachtet hat
Frau Laubner ihren ſchweren Dienſt ſtets gewiſſenhaft ausgeführt und
wird vorausſichtlich in Anbetracht ihres Alters ſowie ihres geſchwächten
Geſundheitszuſtandes am 1. Juli in den wohlverdienten Ruheſtand
treten.
* Gernsheim, 3. April. Imker=Sonntagsfchule. Die
deutſche Bienenzucht iſt durch die ungünſtigen Zeitverhältmiſſe im
Nie=
dergang begriffen. Der Rückgang in der Völkerzahl beträgt gegen die
Vorkriegszeit gut ein Drittel des früheren Beſtandes. Imkerſchulung
tur not. Es finden hier im Laufe des Sommers drei Kurfe ſtatt. Erſter
Kurſus über Reformköniginnenzucht vom 13.*Mai bis 3. Jui; zweiter
Kurſus für Anfänger in der Bienenzucht vom 10. Juni bis 1. Juli;
dritter Kurſus über die künſtliche Vermehrung der Bienen auf
biologi=
ſcher Grundlage vom 8. Juli bis 29. Juli. Die Kurſe finden nur an
Sonntagen, nachmittags, ſtatt. Anmeldungen ſind zu richten an J.
Knapp, Lehrer i. R., Groß=Imkerei, Gernsheim a. Rh., Heſſen.
— Gernsheim, 3. April. Waſſerſtand des Rheins am
2. April 0,20 Meter, am 3. April 0,27 Meter.
Rheinheſſen.
U. Nieder=Ingelheim, 3. April. Der vor einiger Zeit hier
aufge=
tauchte Plan der Erbauung einer Automobilſtraße zur Entlaſtung der
durch die Autos allzuſtark in Anſpruch genommenen Ortsdurchfahrt, iſt
— wie von vornherein nicht anders zu erwarten war — in weite Ferne
hinausgeſchoben ſvorden. Von ſeiten des Kreisamts Bingen wurde der
Gemeinde mitgeteilt, daß vorerſt keine Mittel für den Plan zur
Ver=
fügung geſtellt werden könnten.
Ah. Bingen a. Rh., 2. April. Verwahrloſte Jugend.
Ein trauriges Bild von den Zuſtänden unter der heutigen
Jugend entwickelte ſich vor dem hieſigen Amtsgericht. Der Schloſſer
Johannes K., der heute 21 Jahre alt iſt, verſuchte am 15. Januar d. J.
mit einem Kollegen in ein Haus der Salzſtraße einen Einbruch zu
ver=
üben, wobei ſie jedoch geſtört wurden und dafür auf einem unbewachten
Reichseiſenbahndampfſchiff einen Schokoladenautomaten ausplünderten.
Am folgenden Tage vollführten ſie dann ihren geplanten Einbruch in
der Salzſtraße, wurden aber beim Einbruch ertappt und flüchteten auf
das Dach. Da er eine der beiden Diebe ſich nicht ergab, ſondern die
Polizei mit einer Waffe bedrohte, wurde er erſchoſſen, während ſich
der andere heute wegen einfachen Diebſtahls und Verſuchs des ſchweren
Einbruchs zu verantworten hatte. Bei den Einbrechern wurden ſ. Z.
Dolche, Gummiknüppel, Piſtole, Taſchenlampe und Dietriche
vorgefun=
den. Der angeklagte Schloſſer K. war geſtändig. Er iſt bereits mit 8
Monaten Gefängnis wegen Einbruchs vorbeſtraft, war ei e zeitlang
zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes im Irrenhaus, von wo er aber
als geſund entlaſſen wurde. Unter Berüickſichtigung ſeiner Jugend und
anderer Umſtände wurde der Angeklagte vom Gericht zu einer
Geſamt=
ſtrafe von 5 Monaten Gefängnis verurteilt und zur Tragung der Koſten
des Verfahrens. 2 Monate der Unterſuchungshaft werden angerechnet.
Oberheſſen.
Büdingen, 3. April. Eine verhängnisvolle Autofahrt.
Eine gefährliche Autofahrt machte der Mühlenbeſitzer K. aus Wolf bei
Büdingen. Als er am ſpäten Abend von Selters her bei dem Dorfe
Bleichenbach die ſteile Landſtraße paſſierte, verlor ſer die Gewalr über
den Wagen und fuhr gegen die Mauer der Brücke über die Bleiche. Der
Anprall war ſo heftig, daß ein Teil des Mauewverks in das Waſſer
hinabſhirzte, das Auto aber glücklicherweiſe auf der Brücke ſtehen blieb.
Es gelang nach einiger Zeit dem Lenker, den Wegen wieder in Fahrt zu
bringen, jedoch mußte er bald darauf infolge eines Vergaſerbrandes im
Motor, der anſcheinend durch den heftigen Anſtoß verurſacht worden
war, während der Fahrt aus dem Wagen ſpringen. Das Auto ſauſte
die Böſchung der Landraße hinab und verbrannte volländig. Der Mann
blieb bewnßtlos auf der Landſtraße liegen und wurde von zu Hilfe
eilenden Leuten nach dem Dorf gebracht, ſpäter aber von einem Arzt.
aus Ortenberg dem Büdinger Krankenhaus zugoführt. Der Mann liegt
ſihler verletzt darnieder.
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zu Ostern ist in der Familie nur dann vorhanden, wenn alles gut
geklappt hat. Vor allen Dingen muß der Pestkuchen gut geraten
sein. Setzen Sie also lhre gufen u. reichl. Zutaten nicht aufs Spiel,
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Seite 8
Mittwoch, den 4 April 1928
Nummer 99
Failiennachrichten
Unſre Edith bekam
” heute ihr Schweſterchen.
Die glücklichen Eltern
Erwin Wecks und Frau
Marga, geb. Dorſch.
Traiſa, den 3. April 1928.
Haus „Glück auf.”
(6240
Für die anläßlich unſerer
Ver=
mählung erhaltenen überaus
zahlreichen Blumenſpenden und
erwieſenen Aufmerkſamkeiten
danken herzlichſt
Ph. Baußmann und Frau
Grethe, geb. Volk.
Darmſtadt, den 4. April 1928.
(*9269
Beckſtraße 85.
Todes=Anzeige.
Am 2. April verſchied meine
Frau, unſere liebe Mutter,
Groß=
mutter und Tante
Frau
Franziska Schardt
im Alter von 65 Jahren.
Karl Schardt
Konrad Schardt u. Frau
nebft Enkelkinder
Darmſtadt, den 2. April 1928.
Die Beerdigung findet am
Donnerstag, 5. April, nachm.
3 Uhr vom Portale des Wald=
(*9335
friedhofes aus ſtatt.
Geſiern entſchlief nach furzer Krankheit
im 70. Lebensjahr unſer lieber Vater, Bruder,
Schwiegervater, Großvater und Onkel
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In tiefer Trauer:
Jakob Engel und Frau Marie, geb.
Schnabelius
Eliſabeth Niebes, geb. Schnabelius
Karl Schnabelius und Fran Helene, geb.
Schweitzer
Anna Schnabelius
Wilhelm Schnabelius und Frau Selma,
geb. Riſch
Karl Leiſt und Frau Lina, geb.
Schnabelius
Karl Ewald
und 6 Enkelkinder.
Darmſiadt, den 4. April 1928.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. April,
nach=
mittags ½3 Uhr, vom Trauerhauſe, Clemensſtraße 8,
auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt. Einſegnung ½ Stunde
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme an dem ſchweren Verluſte,
der uns betroffen, für die vielen Kranz=
und Blumenſpenden, ſowie für den
ehrenden Nachruf am Grabe, ſagen wir
Allen auf dieſem Wege unſerninnigſten
Dank. Beſonderen Dank den Herren
Aerzten und Geiſtlichen, ſo vie den
werten Schweſtern vom
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ſtift für die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Hehnen Wwe.
Darmſtadt, den 3. April 1928.
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Aliceſtraße 30.
Todes=Anzeige.
Geſtern früh um ½9 Uhr verſchied nach kurzer,
ſchwerer Krankheit meine innigſtgeliebte Frau, unſere
treuſorgende Mutter, Schweſter, Schwiegermutter,
Schwägerin, Tante und Nichte
Frau
Sopne Semmer
geb. Eberhardt
im 45. Lebensjahre.
Zm Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Demmel und Kinder.
Darmſtadt den 4. April 1928.
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Die Beerdigung findet Donnerstag mittag um 3 Uhr
auf dem Beſſunger Friedhofe ſtatt. *9279
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meine herzensgute Schwiegermutter, unſere
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Frau
Ehlnnane Beuel
die Na xt auf Palmſonntag nach kurzem Leiden
im vollendeten Alter von 86 Jahren ſanft
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Die Beiſetzung fand in aller Stille ſtatt.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute
nachmittag ½2 Uhr meinen lieben Mann, unſeren
treuen Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager
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im 66. Lebensjahre nach ſchwerem Leiden in die
Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Sophie Gengenbach, geb. Pfordt.
Darmſtadt, den 2. April 1928.
Die Beerdigung findet am Donnerstag
nach=
mittag um 3 Uhr von der Kapelle des Wald=
172
friedhofs aus ſtatt.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an unſerem ſchweren Verluſte ſagen wir Allen
innigſten Dank.
Geſchwiſter Weitzel.
Darmſiadt, den 3. April 1928.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 95
Mittwoch, den 4 April 1928
Seite 11
Reich und Ausland.
Frecher Raubüberfall in Frankfurt
Frankfurt a. M. Dienstag vormittag ging
der Fabrikarbeiter, Albert Zimmermann,
ge=
boren am 18. März 1903, zuletzt in der
Wingert=
ſtraße 7 wohnhaft, in die Steuerzahlſtelle in der
Konrad=Häniſch=Schule im Riederwald=Viertel, wvo
auch die Mieten für die ſtädtiſchen Häuſer bezahlt
werden. Er drang dort mit einer Maske vor dem
Geſicht ein, hielt die Beamten mit einem geladenen
Revolver in Schach, raffte das vorhandene Geld
zu=
ſammen und verſtaute es in ſeinen Taſchen. Danach
verſuchte er auf ſeinem Rad zu entkommen. Ein
zu=
fällig vorbeikommender Polizeiwachtmeiſter nahm die
Verfolgung auf, hielt einen Motorradfahrer an, den
er bat, ihn mitzunehmen, und fuhr ſo hinter dem
Räuber her. Von beiden Seiten wurde ein
Feuer=
gefecht eröffnet, wwobei aber niemand verletzt wurde,
da der Flüchtende dauernd im Zickzack fuhr. Als man
ſich der Stadt näherte, wurde auch von anderen
Re=
vieren aus die Verfolgung aufgenommen. Erſt am
Börneplatz wurde er von einem Arbeiter vom Rad
geriſſen, dabei verletzte er ſich durch einen
Revolver=
ſchuß ſelbſt ſo ſchwer, daß an ſeinem Aufkommen
ge=
zweifelt wird. Es ſteht noch nicht feſt, wieviel Geld
er geraubt hatte, doch iſt der ganze Raub in den
Händen der Polizei.
Zu dem Raubüberfall auf die Steuerkaſſe im
Riederwald erfahren wir noch folgende Einzelheiten:
Der Fabrikarbeiter Albert Zimmermann drang gegen
12 Uhr mittags, nachdem er ſich mit einer ſchwarzen
Maske unkenntlich gemacht hatte, mit vorgehaltenem
Revolver in die Räume der Steuerzahlſtelle in der
Konrad=Häniſch=Schule ein und hielt die Beamten
mit der Waffe in Schach. Der Räuber mußte ſich
vorher davon Kenntnis verſchafft haben, daß ſich in
der Kaſſe die Mietsgelder, die von den Bewohnern
der Häuſer in der Kolonie bei der Zahlſtelle
abgelie=
fert werden, noch befanden. Er raubte einen Betrag
von 6635.— Mark und ergriff eiligſt die Flucht,
ſeinen Rückzug immer mit der Waffe deckend. Im
Freien angekommen, ſchwang er ſich auf ſein
Fahr=
rad und fuhr in der Richtung nach dem Nußberg
davon. Der gerade des Weges kommende
Polizei=
wachtmeiſter Blasce nahm ſofort die Verfolgung des
Räubers, unterſtützt von einem Ziviliſten mit
Mo=
torrad auf. Als die Unebenheit des Geländes eine
Verfolgung mit dem Motorrad unmöglich machte,
gab der Beamte 15 Schüſſe aus ſeinem Revolver auf
den Fliehenden ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten, da
Zimmermann ſtets im Zickzack fuhr. Der Beamte,
der ſeine ganze Munition verſchoſſen hatte, nahm
jetzt die Verfolgung zu Fuß auf, konnte aber den
Räuber, der durch die Straßen nach der Innenſtadt
raſte, nicht mehr erreichen. Erſt am Börneplatz
wurde der Räuber von dem Marktarbeiter Otto
Lang geſtellt und vom Rade geriſſen. Als
Zimmer=
mann ſah, daß ein Entkommen unmöglich war, ſetzte
er ſeine Waffe an die Schläfe und jagte ſich eine
Kugel in den Kopf. Schwerverletzt brach der
Ver=
brecher zuſammen und wurde in das nahegelegene
Heiliggeiſt=Hoſpital gebracht, wo er um 1.20 Uhr
verſchied. Das geraubte Geld konnte der
Steuer=
kaſſe zurückgebracht werden.
Gefaugen und wieder ausgeflogen.
Homberg a. d. Ohm. In unſerem Städtchen
ereignete ſich in den letzten Tagen ein recht niedlicher
Zwiſchenfall, der den Gedanken an ein fideles
Ge=
fängnis aufkommen läßt. Nach einer telephoniſchen
Meldung befanden ſich zwei Zigeunerwagen mit
allem Drum und Dran auf der Fahrt nach Homberg.
Bei ihrem Eintreffen aus Alsfeld in Kirtorf ſollte
die Gendarmerie in der Zigeunerbande
Nachfor=
ſchungen anſtellen nach einem Manne, der von der
bayeriſchen Juſtizberwaltung ſchon ſeit zwei Jahren
wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang
ge=
ſucht wurde und ihn feſtnehmen. Unter den
fahren=
den Geſellen fand man denn auch einen, der wegen
verſchiedener Delikte von der heſſiſchen
Staatsanwalt=
ſchaft geſucht wurde, und man vermutete, daß dieſer
mit dem „Freund” der Bayern identiſch ſei. Der
Zigeuner wurde glücklich verhaftet; da aber das
Homberger Gerichtsgefängnis wegen Penſionierung
des bisherigen Gefängnisaufſehers geſchloſſen iſt und
die Verhaftung auch erſt gegen Abend erfolgte, wurde
der Feſtgenommene, entſprechend der in der letzten
Zeit üblichen Gepflogenheit, in der „Herberge zur
Heimat” untergebracht, von wo man ihn am anderen
Morgen in das Homberger Amtsgericht zur
Verneh=
mung und dann in das Gerichtsgefängnis in Alsfeld
überführen wollte. Der braune Geſelle wurde
ſorg=
fältig eingeſchloſſen, jedoch hatte man nicht daran
ge=
dacht, daß das Schloß recht wackelig war. Nach etwa
einer Stunde baſtelte ein anderer Zigeuner das
pri=
mitive Schloß mit Leichtigkeit auf, und beide Vögel
flogen auf und davon. Gleichzeitig ſetzte auch die
ganze Zigeunerkarawane den Weitermarſch mit
be=
ſchleunigten Schritten in die Nacht hinein fort. Als
die Sicherheitsbehörde von dem Ausrücken ihrer
Schützlinge Kenntnis erhielt und nunmehr in der
Herberge nachſah, fand ſie das Neſt leer. Die
ſchleu=
nigſt aufgenommene Verfolgung führte dazu, daß
man die ganze Zigeunerbande in der Nähe von
Bernsfeld der Ortspolizei in Vevwahrung gab. Doch
fand ſich keiner der beiden Hauptakteure von
Hom=
berg unter den Verhafteten.
Das Kind im Reiſekorb.
Kaſſel. Als die Inhaber einer Wohnung in
der Hohenzollernſtraße plötzlich aus dem
Nebenzim=
mer lautes Schreien hörten und nach der Urſache
forſchten, fanden ſie in einem Schließkorb im Zimmer
ihrer Hausangeſtellten ein neugeborenes Kind
wohl=
geborgen vor. Die Mutter, die heimlich, ohne Hilfe
und ohne daß ein Menſch davon etwas erfuhr,
einem Kinde das Leben geſchenkt hatte, wurde mit
dem Kind im Karlshoſpital untergebracht.
Bluttat einer Geiſteskrauken.
Berlin. Eine ſchwere Bluttat wurde Montag
abend im Oſten Berlins verübt. In einem Anfall
bon geiſtiger Umnachtung ſchlug ein B3jähriges
Mäd=
chen mit einem Hammer auf ſeine 47jährige Mutter
ein. Das Mädchen brachte der Frau derartig ſchwere
Schädelverletzungen bei, daß die Verletzte in
hoff=
nungsloſem Zuſtande nach dem Krankenhaus am
Friedrichshain gebracht werden mußte. Die Polizei
nahm die Täterin feſt. Der zuſtändige Kreisarzt
ſtellte Geiſteskrankheit bei ihr feſt und ließ ſie nach
der Irrenanſtalt Herzberge überführen.
Die Fahnen der alten Armee in Hannover.
Feierliche Ueberführung.
Parademarſch der Fahnenkompagnie.
64 Fahnen und 17 Standarten der alten Armee wurden in das Leineſchloß in Hannover
über=
führt. Es handelt ſich um die Feldzeichen des 4., 9., 10., 11., 15., 16. und 18. preußiſchen
Armee=
korps. Ganz Hannover war bei der Ueberführung der ehrwürdigen Fahnen auf den Beinen.
Smyrna durch Erdbeben zerſtört.
An einem halben Tag 20 verheerende Erdſtöße.
Die Karte des Unglücksgebietes.
Der eingeſtürzte Uhrturm.
Ein Prachtwerk orientaliſcher Baukunſt.
*
Konstertino
Kt
1—o-ffe.6—
Karterma s
Brusds
Bslikesen
HI.
forboli
Das Hafengebiet wurde am ſchwerſten verwüſtet.
r Hafen von Smyrna.
Die Quai=Mauer iſt geborſten. Sämtliche Lagerhäuſer ſind vernichtet.
Sechs Scheunen niedergebrannt.
Naiſa (Oberfranken). Von den an der
Kro=
nacher Straße gelegenen 12 Scheunen ſind Montag
morgen ſechs ein Opfer der Flammen geworden.
Sämtliche Vorräte und die in den Scheunen
befind=
lichen Maſchinen ſind mitverbrannt. Es beſteht Grund
zu der Annahme, daß Brandſtiftung vorliegt.
Großfeuer in Karachi.
Karachi. Montag nachmittag brach in der
Stadt ein großer Brand aus, deſſen Herd eine
Aus=
dehnung von einer Viertelmeile beſitzt. Bisher
wur=
den 35 000 Ballen Baumwolle zerſtört. Das Feuer,
das ſich immer noch ausbreitet, hat bereits einen
Schaden von 600 000 Pfund Sterling angerichtet.
Auf der Oſtee ertrunken.
Der 22jährige Werner Schveigert und der 21
jäh=
rige Nichard Gehrke, beide aus Zinnowitz, fuhren
mit einem leichten, ſelbſtgebauten Boot von dort aus
nach Koſerow. Dabei kenterte das Fahrzeug und,
obwohl ihre Hilferufe am Lande gehört wurden,
konnte den Verunglückten keine Rettung mehr
ge=
bracht wverden. Die beiden Leichen ſind noch nicht
geborgen.
Zwei Opfer ihres Berufs.
Angora. Der Profeſſor für Tierheilkunde
Ahmed iſt infolge einer Infektion bei ſeinen
Unter=
ſuchungen über Fäulnis=Bazillen geſtorben. Sein
Aſſiſtent war am Sonntag einem gleichen Unfall zum
Opfer gefallen.
Chronik der Autounfälle.
Paris. Vom Montag wird eine Reihe von
Autounfällen gemeldet. Bei Grenoble kam die Frau
des braſilianiſchen Geſandten in Berlin, de Guerra=
Duval, die mit ihrem Gatten in Scheidung lebt, ums
Leben. — In der Nähe von Lyon wurde ein Neffe
der Königin von England, Sohn des
Generalgouver=
neurs von Britiſch=Südafrika, ſchwer verletzt und
ſein Begleiter, ein Student, getötet. — Bei Nevers
wurde ein Autobus von einem Zuge erfaßt und
da=
bei 17 Arbeiter, die von der Arbeitsſtätte kamen,
verletzt.
Schweres Antounglück in Madrid.
Madrid. Blättermeldungen zufolge, fuhr hier
ein Automobil auf den Bürgerſteig, zertrümmerte
eine Schaufenſterſcheibe und tötete vier Kinder,
Außerdem erlitten mehrere Kinder Verletzungen.
15 Metalldiebe und Hehler ermittelt.
Berlin. Seit einem halben Jahre etwa
wur=
den zahlreiche, in verſchiedenen Außenbezirken
gele=
gene Großbetriebe, die Metalle aller Art in
bedeuten=
dem Umfange verarbeiten, um große Mengen
wert=
voller Abfallmetalle planmäßig beſtohlen. 15
Per=
ſonen, Diebe und Hehler, wurden feſtgeſtellt, aber
einſpweilen auf freiem Fuß belaſſen, weil alle
geſtän=
dig ſind und Fluchtverdacht nicht vorliegt. Ein
Alt=
warenladen, der außer Lumpen auch Abfall und
Alt=
metalle vertrieb, und mit den Dieben in engſter
Ver=
bindung ſtand, wurde geſchloſſen.
Mit der Droſchke von Berlin nach Paris.
Der Berliner Villen= und Ausflugsort Wannſee
hatte am Montag eine Senſation. Der Senior der
Droſchkenkutſcher von Wannſee, Guſtav Hartmann,
der bereits 68 Jahre alt iſt, trat am Montag mit
ſeiner Droſchke die Fahrt nach Paris an. Man hatte
zunächſt geglaubt, daß Hartmann ſich einen
April=
ſcherz leiſten wollte. Es war ihm aber tatſächlich
ernſt. Er will mit dieſer Reiſe nach Paris ſeins
Laufbahn als Droſchkenkutſcher abſchließen. Um
10 Uhr früh beſtieg der alte Herr ſeinen
Kutſcher=
bock und fuhr zunächſt zum Rathaus, um ſeinen
Paß in Ordnung zu bringen. Unter den Klängen
einer Kapelle, die luſtige Marſchweiſen ſpielte, begab
er ſich dann, von einer großen Menſchenmenge
be=
glüchwünſcht, auf die weite Reiſe. Die Reiſekoſten will
Hartmann durch den Verkauf von Poſtkarten
auf=
bringen, von denen er 10000 Stück mitgenommen
hat. Der Gedanke iſt in dem alten Herrn aufgetaucht,
als im vorigen Jahre die franzöſiſche Reiterin
Dorange auf ihrem Ritt Paris-Berlin durch
Wann=
ſee kam. Hartmann rief ihr damals zu, er werde
ſie mit ſeiner Droſchke in Paris beſuchen. Die Reiſe
ſoll über Hannover, Düſſeldorf, Köln, Metz und
Nanch führen. Im September d. J. hofft Hartmann
wieder in Wannſee zu ſein.
Lawinenunglück in Oeſterreich.
Salzburg. Auf der Schwarzen Wand, nächſt
der Kürſinger Hütte, im Venediger Gebiet, wurden
vier Touriſten von einer Lawine überraſcht.
Wäh=
rend drei der Bergſteiger ſich retten konnten, wurde
der 24jährige Paul Söllbacher aus Nürnberg getötet.
Eine Bergungsexpedition iſt vorgeſtern an die Un= abgegangen.
Ein verhänguisvoller Papierdrachen.
Budapeſt. Aus Miskolcs wird gemeldet, daß
dort der Papierdrache zweier ſpielender Kinder mit
der elektriſchen Stromleitung in Berührung geriet.
und ſich dort verfing. Ein zu Hilfe gerufener Mann
riß mit ſolcher Kraft an der Schnur des Drachens,
daß die Drähte des Starkſtroms mit denen der
Licht=
leitung in Berührung kamen. Ein dadurch
verur=
ſachter Kurzſchluß brachte in einem Stadtteil die
elektriſche Beleuchtung zum Erlöſchen. Mehrere
Per=
ſonen erlitten Brandwunden, zwei davon ſchwerere,
Ein Mann, der in ſeiner Wohnung das Licht
an=
drehen wollte, wurde von dem Starkſtrom getötet.
Großfeuer in Budapeſt.
Budapeſt. In der Vorſtadt Neupeſt brach in
der Nacht zum Dienstag in der Autowerkſtätte
Blanay, am Nordkai der Donau, ein Großfeuer aus,
das raſch auf die benachbarten Barackenhäuſer
über=
griff, die von Arbeiterfamilien bewohnt werden.
Ehva dreißig Familien mußten ihre Wohnungen
fluchtartig verlaſſen. Zwei Barackenhäuſer brannten
vollſtändig nieder. Der Feuerwehr gelang es erſt in
den Morgenſtunden, das Feuer zu lokaliſieren. Aus
verſchiedenen Anzeichen ſchließt die Polizei, daß
Brandſtiftung vorliegt. Ein Angeſtellter der
Auto=
mobihwerkſtätte wurde am Dienstag morgen unter
dem Verdacht der Brandſtiftung verhaftet.
Neue Erdſtöße im Wilajet Smyrna.
Angora. Am Montag wurden im Wilajet
Smhrna ſchwache und am Dienstag früh wiederum
ſtarke Erdſtöße verſpürt, die aber nur von kurzer
Dauer waren. Weder in Torbali noch in Smyrna
ſind neue Verluſte an Menſchenleben oder neuer
Sachſchaden zu verzeichnen. Nach amtlichen
Mel=
dungen avurden insgeſamt 18 Dörfer von der
Erd=
bebenkataſtrophe heimgeſucht. Von zuſammen 2000
Häuſern wurden 1700 zerſtört, davon in Torbali
allein 1543. Der deutſche Botſchaftsrat hat im Namen
der deutſchen Regierung dem Miniſtarium des
Aeußern ſein aufrichtiges Beileid aus Anlaß der
Kataſtrophe ausgeſprochen.
Neue lleberſchwemmungen in Oberitalien.
Mailand. Ans vielen Orten Oberitaliens
werden neue Unwetterſchäden gemeldet. In Riola,
bei Bologna, iſt ein Haus eingeſtürzt und ein
tveiteres großes Wohnhaus muß geräumt werden.
Aus Stadt und Prooinz Vicenza werden große
Ueberſchwemmungen gemeldet. Am Po haben die
letztjährigen Bauarbeiten bisher dem Hochwaſſer
ſtandgehalten. In der Nähe von Cremona wurden
zahlreiche Bauerngehöfte unter Waſſer geſetzt. Am
Gardaſee wurde die ſüdliche Landſtraße
über=
ſchwemmt; der Verkehr iſt geſperrt. Ausgedehnte
Ueberſchvemmungen werden aus der Provinz Brescia
gemeldet. Im Karniſchen Erdbebengebiet haben die
Obdachloſen in ihren Zelten ſtark unter dem
Un=
wetter zu leiden.
800 Familien im Ueberſchwemmungsgebiet
von Venedig obdachlos.
Rom. Nach dem „Meſſaggero” ſollen infolge
der Ueberſchwemmungen in der Provinz Venedig
800 Familien obdachlos geworden ſein
Seite 12
Mittwoch, den 4. April 1928
Nummer 95
Alltag in der argentiniſchen Pampa.
H. G. Auf See, März 1928.
„Wer holt Waſſer?”
Eben haben wir uns hingeſetzt. Wir ſind müde und
zerſchla=
gen. Den ganzen Vormittag, ſeit Sonnenaufgang, ſind wir
pauſenlos und gebückt reihauf, reihab durch das Baumwollfeld
gelaufen. Haben überzählige Pflanzen ausgeriſſen, vierhundert
Meter hinauf, vierhundert hinunter. Die Zunge klebt uns am
Gaumen. Wir haben den verdammt bitteren Geſchmack im
Munde, wie immer an Nordwindtagen, und werden ihn nicht los.
Unſere Lippen ziehen Fäden. Waſſer trinken wir literweiſe. Unſer
Vorrat hängt in einem großen Blecheimer über unſeren Köpfen
unter dem ſchattigen Ranchovordach und geht alle kurze Zeit
zur Neige.
„Iſt gar nichts mehr da?"
„Kein Tropfen!“
Wir ſehen uns an. Jeder erwartet vom anderen die rettende
Tat. Aber niemand rührt ſich. Der am wenigſten Dickfällige unter
uns fühlt ſchließlich die vorwurfsvollen Blicke aller auf ſich
kon=
zentriert. Das kann er nicht aushalten. Leiſe über unſere
Faul=
heit ſchimpfend, verſchwindet er mit dem leeren Eimer dem
Brunnen zu.
„Miſtvieh!”
Auf dem Rand der verroſteten Blechlatte, die jetzt voll über
dem Brunnenmund ſchwankt, ſitzt eine große fette Kröte. Sie iſt
nicht ſehr erbaut über die Trennung von ihrem Dutzend
Gefähr=
ten, die noch unten ſitzen, und über den plötzlichen Lichtwechſel.
Träge blinzelt ſie in die Grelle der Mittagsſtunde. Sie hat nicht
lange zu leiden.
„Hier iſt friſches Waſſer. Wer will?”
Wir wollen alle.
Alſo, gutes deutſches Brunnenwaſſer iſt es gerade nicht, was
wir da trinken. Es iſt unklar. Manchmal ſtinkt es ſogar ein
bißchen. Eben nur aus einem zwanzig Meter tiefen
Grundwaſſer=
brunnen. Aber was macht das aus? Bei 45 Grad Celſius im
Schatten, den es in der Pampa nicht gibt, iſt man dankbar für
jeden Tropfen. Wie heute: der Nordwind wirbelt unzählige
weiß=
glühende Pulverwolken über unſeren Rancho. Die Augen
bren=
nen. Kopfweh. Er ſaugt uns das Mark aus den Knochen. „Malo
viento”, ſagen die Hieſigen, die halbindianiſchen Pueſteros; „ein
Grund mehr, möglichſt wenig zu arbeiten und viel Mate zu
trin=
ken.” Uns Koloniſten iſt das leider nicht vergönnt. Unſere Arbeit
eilt immer, wir haben nie Zeit. Aber eins iſt uns heilig: unſere
Mittagsruhe.
„Was nützt Ihnen hier das Geld, wenn Sie keinen guten
Brunnen haben?” — A und O im Koloniſtenalphabet.
Nament=
lich im waſſer= und regenarmen Chaco. Der erſte, der ſich in
unſe=
rer Gegend anſiedeln wollte, nannte ſie Pampa del Infierno —
Teufelspampa. Sie hat den Namen heute noch. Dieſer Koloniſt
nämlich ſtieß bei ſeinen Bohrungen immer auf Bitter= oder
Salz=
waſſer. In Wirklichkeit hatte er natürlich nur Pech, denn er hätte
zwei Meter weiter weg genau ſo gut Süßwaſſer antreffen können.
Aber auch ſchon der Gedanke, einmal nur vorübergehend
„auf dem Trockenen” ſitzen zu müſſen, hat wenig Verlockendes.
Sagen wir: Axtarbeit im Wald. Im Sommer. Du kriechſt
zwi=
ſchen Dornbüſchen herum, bis du den Baum gefunden haſt, der
dir für deine Zwecke geeignet erſcheint. Dann mußt du den Platz
ringsherum „ausräumen”, damit du überhaupt die Axt ſchwingen
kannſt. Der Boden iſt dicht mit Kakteen bewachſen; die feinen
Nadeln ſtechen durch die Alxargatos — die Stoffſchuhe.
Paradies=
pflanzen zerreißen dir derweilen die dünnen Hoſen und kratzen
dir die noch dünnere Haut blutig. Das Hemd hat man ſchon
vor=
her ausgezogen. Weshalb dies miſerable Gewächs — die
ſchilf=
artigen Blätter ſind gezackt und haben Dutzende von langen,
hakenartigen Stacheln — ausgerechnet Paradiespflanze
genannt wird, war mir immer unerfindlich! Schließlich kann man
an das Niederlegen des Baumes ſelber gehen. Wie groß iſt deine
Freude, wenn er dir beim Fallen in der Krone eines anderen
hängen bleibt! Ich ſage dir, du lernſt das Fluchen. Zunächſt
trinkſt du jedoch, beſchauſt dir die Beſcherung einige Minuten,
ſchwitzt nebenbei in Strömen. (Wenn dich derweiken keine
dur=
ſtigen Honigbienen entdecken, kannſt du von Glück ſagen. Du
wirſt ſie nicht wieder los. Da kannſt du ruhig einpacken und nach
Hauſe gehen.) Du fällſt alſo den anderen Baum, um den erſten
zu retten. Alle beide raſſeln mit tödlicher Sicherheit in das
Unterholz, wo es am dichteſten ſteht. Herrgott, iſt das einmal ein
Glück. Die Ausräumerei geht von vorn an. Die Sonne glüht
über den Bäumen. Kein Luftzug geht. Kein Vogel ſingt. Das
Trinkwaſſer in der Zehn=Liter=Flaſche ſteht im Schatten. Aber
nach der erſten Stunde iſt es warm, und nach der zweiten ſchon
heiß. Bald kann man Eier darin kochen. Solange es
wenigſtens noch da iſt, geht’s. Wird es weniger und weniger,
er=
lahmt deine Energie. Du denkſt zwiſchen den Axtſchlägen nur
noch an den Moment, in dem die Flaſche ganz leer ſein wird. Du
fängſt zu ſparen an, zählſt die Schlucke und ſpülſt am Schluß nur
noch den Mund aus. Mit dem letzten Tropfen legſt du die Axt
weg; du kannſt nicht mehr ohne Waſſer.
Einmal fiel in unſeren Brunnen eine fremde
Kuh. In der arbeitsfreien Mittagszeit. Wann ſonſt?! Und
weil an dieſem Tage ſchon alles ſchief gehen mußte, war auch kein
Trinkwafſer mehr im Haus. Stunden und Stunden arbeiteten
wir im Schweiße unſeres Angeſichts. Senkrecht brannten die
Sonnenſtrahlen. Unter unſeren Füßen durch die dünnen Sohlen
hindurch brannte auch der Boden. Es war weniger der Kuh
wegen. Sie gehörte uns nicht. Aber unſere Ziehvorrichtung war
geſtört, ſolange ſie da unten lag. Aufgeregt rannten wir hin und
her, ſchleppten Balken, gruben Löcher, improviſierten Winden,
legten uns von Zeit zu Zeit auf den Bauch und ſchauten in den
Brunnen hinunter. „Sie lebt noch”, — tobt, brüllt, rumort und
hält den Kopf krampfhaft über den Grundwaſſerſpiegel. Der war
damals recht hoch. Einer von uns läßt ſich zu ihr hinunter. Es
iſt keine ſehr angenehme Begegnung, denn das liebe Vieh ſtößt
mit den Hörnern, ſtatt daß es ſie in die Schlinge des
mitgenom=
menen Stahltaues hineinſteckt. Aber es glückt. — Wir brachten ſie
lebend ans Tageslicht. Gott, war das eine Arbeit. Und was
waren wir durſtig! So ſchnell hatten wir noch nie den Waſſer= unten und oben. Zu dritt zogen wir am Seil. Zu dritt
ſtürzten wir uns auf den lang entbehrten Trank. In dem
ſchwamm allerhand herum. Mit einer einzigen fiſchenden
Hand=
bewegung beſeitigten wir das Gröbſte. — „Das Waſſer iſt wirklich
ausgezeichnet”, ſagten wir dann befriedigt. —
„Iſt das Eſſen fertig? Laß mal probieren?!“
Ein Blechlöffel fährt in den großen eiſernen Topf, der auf
drei Beinen über dem offenen Feuer vor dem Rancho ſteht.
Po=
lenta. So geht das jetzt ſchon ſeit Monaten. Morgens, mittags
und abends: Polenta. Weil wir nichts anderes haben. Erſt
die nächſte Ernte bringt uns wieder etwas Geld. Wenn ſie es tut.
Wir eſſen unſeren ſelbſtgebauten Mais. Der koſtet nichts. Und
das macht es noch einigermaßen erträglich.
„Das Zeug iſt noch hart! Legt doch noch ein bißchen
Klein=
holz rum. Wir müſſen jetzt bald eſſen. Die Sonne ſteht ſchon
reichlich tief heute!”
Irgend jemand unter uns ſpielt immer den beſonders
arbeitsfreudigen Mahner: mal der eine, mal der andere. Schon
um den Schein zu wahren. Denn im Grunde genommen preſſiert
es uns allen garnicht. Dieſe Tage lieben wir nicht, wenn die
Sonne morgens als glutrote Kugel über den fernen Waldrand
klettert, im Dunſtkreis einer von Staub erfüllten Atmoſphäre. Mit
ihr ſteht gewöhnlich der fatale Nordwind auf. Von Stunde zu
Stunde wird er heftiger. Wir haben uns die Mittagszeit
herbei=
gewünſcht. Oefter, als gerade notwendig, ſahen wir nach der Uhr,
dem Schatten, den unſere eigenen Geſtalten warfen. Wir ſind
glücklich, daß wir jetzt ein wenig Ruhe haben. Mag der Polenta
ruhig noch eine Weile kochen.
„Aber bitte immer umrühren! Nicht anbrennen laſſen! Alles.
nur das nicht!“
Wie das ſo iſt .. . ."
Irgend jemand — wir verwünſchen ihn aus tiefſtem Herzen
zu allen Teufeln — meldet da: „Der Hengſt eitert!‟ Da iſt nichts
zu machen. „Wo iſt er?” — „Am Brunnen.” Gottergeben ſtehe ich
auf, lange mir ein Halfter vom Haken. Mache mich auf den Weg.
Hoffentlich läßt ſich der Kerl ſo fangen. Er hat’s aber anſcheinend
nicht im Sinn. Er hat ſeine Stuten mitgebracht, und für die
intereſſiert er ſich begreiflicherweiſe mehr als für mich. Viermal
fahre ich mit der ganzen Bande um den Brunnen herum Karuſſell
durch den aufgewirbelten Staub. Dann bekam der Hengſt
anſchei=
nend Mitleid mit mir, blieb ſtehen. Senkte den Kopf. Er hatte
ſich vor einigen Tagen am Stacheldraht geſchnitten. Die Fliegen
ſind in der Wunde, die wirklich nicht ſchön ausſieht. Ich führe ihn
zum Haus, und mit ein wenig Kreolin, das ich in die Wunde
tröpfele, iſt der Schaden raſch behoben. Morgen muß ich ihn
wie=
der nachſehen. Mit lautem Gewieher ſchiebt er ab.
„Iſt Bill am Brunnen?”
Wir ſehen hinaus. Hoffen irgendwie, er möge nicht da ſein.
Das koſtet uns wieder eine halbe Stunde unſerer Mittagszeit.
Aber Bill iſt natürlich da.
„Fangen, ich muß heute Nachmittag wegreiten!“
Bill iſt ein Bieſt. Zu Fuß in der Pampa hinter ihm
herzu=
laufen, iſt zwecklos. Auch Salz verfängt bei dieſem geriſſenen
Knaben nicht mehr, ſeitdem er einmal darauf hereingefallen
war. Für Fälle dieſer Art haben wir in einem beſonders
ein=
gezäunten und mit Futtergras eingeſäten Platz — dem Portrero —
ſtändig ein Dienſtpferd, das wir täglich wechſeln. Zunächſt wird
das einmal gefangen und geſattelt. Es kann losgehen. Bill muß
in den Coral.
„Hoho, Bill, hoho!”
Bill hört ſeinen Namen und weiß, was los iſt. Läuft weg,
was er laufen kann. Weg von den anderen Pferden am Brunnen,
in die Pampa hinein.
Reiter und Pferd verſchwinden am Horizont. Kilometer auf
Kilometer in Karriere. Bill kann laufen. Dem Reiter hinterher
bleibt die Luft weg. Bill kann auch wenden. Der Reiter hinterher
kann das nicht ſo ſchnell. Schießt noch einige zwanzig Meter
geradeans. Die hat Bill wieder gewonnen. Dann rutſcht der
Sattel. Zur Abwechſlung. Abſteigen, Satteldecken neu auflegen,
die Sattelriemen anziehen.
„Eſel! Wenn er Bill von Anfang an mit den anderen
Pfer=
den zuſammen in den Coral getrieben hätte, würde er ſich die
Arbeit erſpart haben. Daß er das nie begreift!” Intereſſiert und
mit ein wenig Schadenfreude folgen wir der Jagd, die ſich nach
einer halben Stunde wieder dem Brunnen nähert. Allerdings
erheblich langſamer. Schwarz das Pferd — von Schweiß. Naß
der Reiter, zum Auswinden naß. Bill etwas müde. Aufgeregt
wirft er den Kopf hin und her.
Jetzt ſteht er an einem Zaunpfoſten angebunden in unſerer
Nähe. Knurrſcht zufrieden im Maisbeutel. Sein Verfolger
ver=
ſorgt ſein Pferd, wäſcht ihm den Rücken ab, dann ſich ſelbſt. Aber
die Mittagszeit iſt um.
Wie das ſo iſt .. .
Vierhundert Meter geht es hinauf,
vierhun=
dert hinunter. Reihe um Reihe. Pauſenlos und gebückt.
Durch das Baumwollfeld. Bis die Sonne fällt. Der Nordwind
hat in den letzten Stunden nachgelaſſen. Die Schweine müſſen
gefüttert werden, friſches Waſſer bekommen. Einer ſteht, ſchon im
Zwielicht, am Holzſtoß und hackt etwas für die Abendmahlzeit
zuſammen. Die Milchkühe warten am Coral. Die eingeſperrten
Kälber bähen hungrig nach ihren Müttern.
Das Feuer auf dem offenen Platz wirft ſeine Schatten an
die Ranchowand. Wir rücken heran; da ſteht auch ſchon der
eiſerne Topf. Niemand fragt, was drin iſt. Polenta.
„Dreh’ mir eine Zigarette!”
Irgendwo in der mondlichtüberfloſſenen Ebene verklingt das
Klappern jagender Pferde.
Ueber uns der tropiſch funkelnde Sternenhimmel. Kreuz des
Südens! Wahrhaftig: Kreuz des Südens. Aber dieſe Nächte.
Helmut Gaſtel.
entſchädigen für vieles.
Geſchäftliches.
Der Mey=Kragen iſt der ideale Herrenkragen. Er beſteht aus
feinem Wäſcheſtoff mit einer ſchmiegſamen Einlage und gleicht der
Stärke=
wäſche ſo natürlich, daß er von dieſer nicht zu unterſcheiden iſt. Wer mit
der Zeit geht und ſich den Fortſchritt zunutze machen will, trage dieſe
Kragen. Sie ſind ſehr elegant, praktiſch und hygieniſch, denn ſie
wer=
den nicht gewaſchen, ſondern fortgeworfen, wenn ſie unſauber ſind,
Die weltbekannte Firma
Heinrich Franck Söhne G. m. b. H.,
Ludwigsburg, Berlin=W, Halle, Neuß,
ſeit vielen Jahren führend auf dem Gebiet der Kaffee=Zuſatz= und
Erſatz=Induſtrie, bringt, dem Bedürfnis der Zeit entſprechend, unter
der Bezeichnung
„Kaffee Gold”
Karlsbader Kaffee=Gelwürz
ein neues Erzeugnis in den Handel. Es darf als feſtſtehend angeſehen
werden, daß die Firma Heinrich Franck Söhne G. m. b. H. auch mit
dieſem Kaffeegewürz ein erſtklaſſiges Produkt geſchaffen hat, das ſich
den bekannten, ſeit Jahren eingeführten Spezialitäten „Aecht Franck”
mit der Kaffeemühle und „Kornfranck” in Beſchaffenheit und
Zweck=
mäßigkeit würdig zur Seite ſtellt.
Die Gewißheit, ein erſtklaſſiges Kaffeegwürz zu erhalten, wird die
zahlreichen Freunde Franck’ſcher Erzeugniſſe gern bereit finden, auch
die neue Spezialität zu verſuchen.
Geſundheit iſt Glück.
Nichts auf der Welt kann einer Mutter mehr Freude bereiten, als
wenn ſie ſieht, daß ſich ihr kleiner Liebling gut und geſund entwickelt.
Gerade in den erſten Lebensmonaten hängt das Wohl und Wehe
des kleinen Kindes faſt vollſtändig von einer richtigen oder falſchen
Er=
nährung ab. Die von der Natur für dieſe Zeit Geſtimmte
Anfangs=
nahrung iſt die Muttermilch. Das ſollte keine Mutter vergeſſen und ihr
Kind wenigſtens in den erſten Monaten ſelbſt ſtillen.
Sind dann die Tage gekommen, da eine ausſchließliche Bruſtnahrung
nicht mehr genügt, ſo iſt Neſtles Kindermehl die richtige
Zuſatz=
koſt. Schon Hunderttaufende von jungen Müttern haben es mit größtem
Erfolg verwandt, und unzählige Danbſchreiben beſtätigen ſeinen hohen
Wert.
Neſtle’s Kindermehl ſtellt ein vollwertiges Nahrungsmittel für
Kin=
der dar. In ſeiner heutigen Zuſammenſetzung enthält es außerdem
be=
ſonders vitaminreiche Extrakte, ſo daß es antirachitiſch wiukt, d. h. die
engliſche Krankheit verhütet und in leichteren Fällen zu deren Heilung
beiträgt.
Wer ſich über Neſtle=Erzeugniſſe eingehend anterrichten will, dem
ſei empfohlen, ſich von der
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Berlin W 57, Bülowſtr. 56,
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koſtenlos kommen zu laſſen. Dieſes Büchlein enthält mehr müttzliche
Fingerzeige für die Behandlung und Ernährung der Kleinen als
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„ „ 7 206 146 Beteiligung bei der Norddeutschen Zu verteilender Reingewinn . . 15 374 430 39 Bank in Hamburg 1200 000 — Beteiligung bei dem A. Schaaff- hausen’schen Bankverein A.-G. 2500 000 — IV6166 Dauernde Beteiligungen bei ande- ren Banken- und Bankfirmen 2 186 313 32 Aif M 70054 970/66
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Neufund=
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Bekanntmachung.
Betr. Baulandumlegung des
Bau=
blocks zwiſchen Roquetteweg,
Oſannſtraße, Hobrecht= und
Ohly=
ſtraße.
Nachdem das Miniſterium der
Finan=
zen, Abteil. für Bauweſen, den Plan für
die Neueinteilung und den Antrag auf
Umlegung der Grundſtücke Flur 7, Nr.
268, 2692 270vor 271, 272, 273, 293,
293‟,, 757 und 816 der Gemarkung
Darmſtadt genehmigt hat, liegen die
Vor=
arbeiten in der Zeit vom 18. April 1928
bis einſchließlich 25. April 1928 während
der Dienſtſtunden im Zimmer 15 des
Vermeſſungsamtes Darmſtadt=Stadt zu
Darmſtadt, Grafenſtraße 30, offen. Ich
bringe dies gemäß Art. 21 des
Bauland=
umlegungsgeſetzes mit der Aufforderung
zur öffentlichen Kenntnis, daß
Einwen=
dungen während dieſer Zeit bei dem
Unterzeichneten ſchriftlich oder zu
Proto=
koll erhoben werden können.
Gleichzeitig fordere ich hiermit die
Beteiligten auf, die Einträge der
Eigen=
tums= und ſonſtigen Rechtsverhältniſſe
in den öffentlichen Büchern, inſoweit ſie
den beſtehenden Verhältniſſen nicht mehr
entſprechen, innerhalb einer Friſt von
einem Monat bei dem zuſtändigen
Amts=
gericht berichtigen oder ergänzen zu laſſen,
damit die beſtehenden Rechtsverhältniſſe
beim Umlegungsverfahren berückſichtigt
werden können.
(st6161
Darmſtadt, den 4. April 1928.
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20 Stück — 10,89 Im; Hainbuchen Ns
1. Kl. 9 Stück — 1,58 im, 2. Kl. 51
Stück — 16,11 fm, 3. Kl. 12 Stück —
6,71 im, 5. Kl. 1 Stück — 1,38 im;
Erlen N: 1. Kl. 15 Stück — 3,91 rm,
2. Kl. 18 Stück — 8 im; Kiefern N:
2a Kl. 14 Stück — 7 im, 2b Kl. 71
Stück — 50,55 tm; Fichten N: 2b Kl.
1 Stück — 0,8 fm.
Auskunft erteilen, die Herren Förſter
OIff. Oberes= und Vöglin, Unteres
Königſtädter Forſthaus, ſowie die
unter=
zeichnete Stelle.
Die Verſteigerungsurkunde liegt
hier zur Einſicht offen.
(6159
Mönchbruch, den 2. April 1928.
(Poſt Mörfelden.)
Forſtamt Mönchbruch.
Kiefern=Bau= und
Grubenholzſubmiſſion.
Das Forſtamt Kranichſtein hat
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Los 2; Kiefernlanggrubenholz 343,24 fm.
Schriftliche Angebote mit dem
Ver=
merk „Submiſſion” ſind bis zum 16. II.
1928, vorm. 10 Uhr, einzureichen Die
Gebote ſind bei Kiefernbauholz getrennt
nach Klaſſen abzugeben. Nähere
Aus=
kunft durch unterzeichnetes Amt. (6233
Darmſtadt, den 2. April 1928.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
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Darmſtadt, den 3. April 1928.
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Seite 14
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Doch warte nicht länger, es iſt höchſte Zeit,
Am beſten iſt es, Ihr kommet zu zweit,
Denn ich weiß es von mir ſo ganz genau:
Im Frühjahr braucht manches der Mann, die Frau,
Drum kommet raſch, in Ruhe zu wählen,
Denn die Tage bis Oſtern ſind noch zu zählen.
Und brauchſt Du dann ſpäter Möbel und Bett,
Wir liefern es einzeln und Zimmer komplett.
Und alles iſt preiswert, wir geben Kredit,
Das ſptelt heutzutage gar ſehr viel mit.
Drum heißt’s nach wie vor, es weiß ſchon jeder:
Kaufe es jetzt und zahle es ſpäter!
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Nummer 95
Mittwoch den 4 April 1928
Geite 15
Sport, Spiel und Zurnen.
Handball.
Die Oſierveranſtaliungen des Sportvereins
Darmſiadt 1898.
Der Sportverein Darmſtadt 1898 bietet am 1. Oſterfeiertag
wie=
derum eine Doppelveranſtaltung. Für die Fußball=Ligamannſchaft wurde
Pfalz Lnbwigshafen
verpflichtet. Der Rheinbezirksligiſt, bekannt dunh ſeinen
vepräſentati=
ven Mittelſtürmer Dilland, verfügt über eine anſehnliche Spielſtärke,
Da die Pfälzer ſeit jeher ein ſchönes Kombinationsſpiel pflegen, werden
die Einheimiſchen gerade von dieſem Gegner profitieren können. Nach
dieſem Treffen, das auf ½3 Uhr angeſetzt iſt, fpielt die Handball=
Liga=
mannſchaft der 98er gegen
Kickers Stuttgart.
Für die 98er iſt dieſes Spiel der letzte Kampf vor Beginn der
End=
ſpiele um die deutſche Meiſterſchaft, die am 22. April ihren Anfang
nehmen. Die Stuttgarter Kickers, bekanntlich Meiſter von
Württem=
berg, ſind der einzige Verbandsmeiſter, der bisher noch nicht in
Darm=
ſtadt geſpielt hat. Um ſo geſpannter darf man auf das erſte Auftreten
der Schwaben ſein. Dieſe haben in den Spielen um die
Oſtgruppen=
meiſterſchaft in München gegen den dortigen DSV. gewonnen (3:2) und
aurf eigenem Gelände gegen den hartnäckigen Rivalen der 98er
unentſchie=
den geſpielt (3:3). Die Spielſtärke des Meiſters von Württemberg ſteht
alſo außer Zweifel; die Mannſchaft verdankt ihre Erfolge insbeſondere
ihrer Schnelligkeit. Das Innentrio der Kickers beſteht aus drei
bekann=
ten Kurzſtreckenläufern, deren raſaute Spielweiſe für das ſchnelle
Em=
vorkommen der Mannſchaft in erſter Linie ſorgte. Die Darmſtädter
werden in dieſem Privatſpiel, das um 4 Uhr beginnt, zu beweiſen
ver=
fuchem, daß ſie auch dieſem Landesmeiſter überlegen ſind, um ſo vollends
darzutun, wie berechtigt die abermalige Erringung der Süddeutſchen
Meiſterſchaft war.
Am 2. Oſterfeiertage, und zwar am Vormittag, hat die 1.
Hand=
balljugendmannſchaft der 98er die 1. Handballjugend des
1. F. C. Nürnberg
als Gegner. Der Klub, der ſich ſchon immer die Pflege des
Jugend=
ſportes in hohem Maße hat angelegen ſein laſſen, iſt auf die Anregung
der Darmſtädter, im Vor= und Rückſpiel die Kräfte zu meſſen, ohne
weiteres eingegangen. Während die Darmſtädter Jugend an Pfingſten
in Nürnberg antritt, wird das bevorftehende Vorſpiel in Darmſtadt die
Beziehungen anknüpfen.
Neue Handballmeiſter der DSB.
Im Endſpiel um die Südoſtdeutſche Meiſterſchaft der
DSB. ſiegte der Pol. S. V. Oppeln gegen den Pol. S. V. Breslau mit
6:4 Treffern. — In den mitteldeutſchen Meiſterſchaften
kam es zu harten Kämpfen. Im Schlußſpiel der Herren ſiegte der Pol.
S. V. Halle nach Verlängerung gegen die Polizei Leipzig, die Damen
von Guts Muths Dresden und Fortuna Leipzig trennten ſich trotz
Spielverlängerung torlos. — Im Endſpiel um die Damenmeiſterſchaft
des Baltenverbands behielt Komet Stettin mit 1:0 über Asko=
Königsberg die Oberhand.
Rheiniſche Meiſterſchaft der D.T.
Die Endſpiele um die Rheiniſche Meiſterſchaft der D.T. brachten
bei den Männern die Entſcheidung. Tv. Krefeld=Oppum ſicherte ſich
durch einen 8:2=Sieg über Remſcheider Tv. 61 den Titel. Bei den
Frauen iſt ein Entſcheidungsſpiel zwiſchen Krefeld 55 und Duisburg 48
notwendig geworden.
Schwimmen.
Die große Rheinſtaffel Baſel—Köln beim 14. Deutſchen Turnfeſt.
Die auf Anregung des Schwimmwartes der D.T., Robert Braun,
Frankfurt a. M., zur Durchführung gelangende große Rheimſtaffel findet
in allen an ihr beteiligten Kreiſen begeiſterte Mitarbeit. Die einzelnen
Kreisſchwimmwarte, die über ihre Strecken völlige Freiheit in den
Vor=
bereitungen hatten, haben dieſe nan zum Abſchluß gebracht, und ſteht
nunmehr feſt, daß die Staffel auch auf die verſchiedenen Nebenflüſſe des
Rheins ſich ausdehnt, alſo mit einer Hauptſtaffel und Nebenſtaffeln
ge=
rechnet werden muß. Der Kreis 11, Schwaben, meldet, daß er den
gan=
gen Neckar, von Schwenningen bis Mannheim (297 Km.), in
Verbin=
dung mit dem 10. Kreis, Baden, durchſchwimmen will. Für den Kreis
11 bleibt die Strecke Schwenningen bis Wimpfen mit 195 Km.,
wäh=
rend der Kreis Baden die reſtlichen 102 Km. von Wimpfen bis
Mann=
heim übernimmt. Mit einer ganz beſonders zahlreichen
Schwimmer=
ſchar wird ſich der Kreis 9, Mittelrhein, deſſen Gebiet von dem Rhein
ab Woms bis Koblenz ſowie deſſen Nebenflüſſe Main, Lahn, Nahe und
Moſel durchzogen werden, beteiligen. Beſondere Obmänner für die
Durchführung der Staffeln auf den Nebenflüſſen ſind von dem
Kreis=
ſchwimmausſchuß eingeſetzt worden. In die Beſetzung der Staffel auf
dem Rhein wird ſich in unſerem engeren Heimatgebiet der Gan 5,
Rheinheſſen, ſowie der Gau 3, Main=Rhein, teilem müſſen. Mit der
Durchführung der Rheinſtaffel wird die D.T. wiederum ihre feſt
ge=
fügte Organiſation unter Beweis ſtellen und wird ſene, vergleichbar
mit den großen Staffelläufen in den Jahren 1913 und 1925 (
Hermanns=
lauf), ein ſportliches Ereignis von allergrößter Bedeutung ſein.
AOAC.=Motorrad=Länderfahrt.
Dievorletzte Etappe. /Von Budapeſtnach Wien
Die große Zuverläſſigkeitsfahrt für Motorräder, die der ADAC.
in dieſem Jahre unter dem Titel „ADAC.=Motorrad=Länderfahrt”
ver=
anſtaltet, ſteht vor ihrem Abſchluß. Der Kampf der Fahrer über eine
Geſamtſtrecke von rund 9400 Km. mit den Unbilden des Wetters und
den widrigen Umſtänden, die ſich immer auf ſolchen Fahrten ergeben,
erforderte zahlreiche Opfer. Von den 132 Teilnehmern, die am 25.
März in Köln ſtarteten, ſind nach Zurücklegung von 3000 Km. nur noch
79 in Wettbewerb. Die achte und vorletzte Etappe führte die Fahrer
am Montag von Budapeſt über 261 Km. nach Wien. Nur ungern
trennte man ſich von der ungariſchen Hauptſtadt, aber die Ausſicht auf
den baldigen Abſchluß machte die Weiterreiſe angenehmer. Da die
Straßen ſich diesmal wieder in ſchlechter Verfaſſung befanden, geſtaltete
ſich die Fahrt ziemlich ſchwierig. Es ging die Donau entlang und viel
Gelegenheit zur Bewunderung der landſchaftlichen Reize war
vorhan=
den. Einen Ausfall brachte dieſe Etappe. Der Münchener Kagerer
er=
litt mit ſeiner ½ Ltr. Sunbeam=Maſchine Gabelbruch und ſchied aus,
ſo daß nur noch 78 Fahrer das Etappenziel in Wien erreichten. Die
Ankunft erfolgte gegen 16 Uhr. Der Oeſterreichiſche MC. trug Sorge
für einen ſchönen Empfang und ließ es an Aufmerkſamkeiten nicht
fehlen. Am Abend vereinigte ein Eſſen im Wiener Rathaus; die Fahrer
mit den Spitzen der Behörden. Am Dienstag erreicht die Länderfahrt
mit der 459 Km. langen Etappe über Prog nach Dresden ihr Ende.
Der Main=Rodgau=Turnverband hat die Ausſchreibungen für das
diesjährige Bergturnfeſt auf dem Frankenſtein ergehem laſſen. Die
volkstümlichen Wettkämpfe beſtehen aus einem Vierkampf (Stabhoch,
Dreiſprung, Kugelſtoßen und 50=Meterlauf). Die techmiſche Leitung der
Wettkämpfe liegt in Händen eines Sportausſchuſſes, an deſſen Spitze
Sportwart Feutner aus Mörfelden ſteht.
Um die Deutſche Schwergewichtsmeiſterſchaft. Zum 11. Male ſteht
am Mittwoch, 4. April, ein Kampf um die Meiſterſchaft von
Deutſch=
land im Schwergewichtsbogen zur Entſcheidung an, und zwar im
Sport=
palaſt, der populärſten Sportſtätte Berlins. Von den bisherigen zehn
Meiſterſchaftskämpfen, in denen Flint, Breitenſträter, Samſon=Körner,
Rudi Wagener und Diener zur Krone gelangten, iſt wohl keiner wit
größerer Spannung erwartet worden, als der zwiſchen Franz Diener
und Max Schmeling. Aber noch miemals iſt eine derart hohe Börſe
für einen Kampf in Deutſchland ausgeſetzt worden (man ſpricht von
50 000 Mark).
Wetterbericht.
Gießen, 3. April.
Das neue isländiſche Tiefdruckgebiet hat ſich unter Barometerfall
ſüdwärts bis über die Britiſchen Inſeln ausgebreitet und ſeine
Warm=
luft an der Vorderſeite die Zufuhr kühlerer Luftmaſſen beendet. Somit
werden bei uns bei milden ſüdweſtlichen Winden die Temperaturen
zum Anſtieg kommen und außer Bewölkung auch vereinzelt wieder
Nie=
derſchläge auftreten.
Witterungsausſichten für Mittwoch, den 4. April 1928.
Meiſt wolkig, Temperaturanſtieg, ſpäter wieder Uebergang zu
viel=
fachen Niederſchlägen.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 5. April 1928.
Weiterhin wolkig, mild und vereinzelte Niederſchläge.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in Ge Wind: Mee
ſchlag
in mm KGeee
decke
in em Gießen: wollig NV. 39 Aachen: wolkig NW. Hamburg: Nebel NW. Berlin: wolkig NW. München: wolkig Königsberg: wolkig ss6 Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen: Feldberg:
(Taunus) Nebel 0,5 Waſſerkuppe: Feldberg:
(Schwarzw.) Nebel 0" gef. Zugſpitze: Nebel NW. 255 Kahler Aſten: Nebel NW. Fichtelberg: Nebel NW. 15
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. cugen Buhlmann;
ür den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andrea” Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Willp Kuhle: Drug
und Verlag: L. C. Wittlch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantſe der Rückſendung nich t Übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Motorſport.
Wiesbadener Automobilturnier 1928.
Das große Wiesbadener Automobilturnier i Verbindung mit den
Rennen „Hohe Wurzel” und „Rund um den Neroberg” wird in dieſem
Jahre im Anſchluß an die Maifeſtwoche vom 12. bis 17. Mai
ausgetra=
gen. Für die Durchführung des Turniers zeichnet wieder der
Wies=
badener Automobil=Club verantwortlich. Er wird bei ſeinem
Unter=
nehmen durch die Stadt Wiesbaden und durch die Sportabteilung des
A. D. A. C. München unterſtützt. Das Turnier zerfällt bezüglich der
Teilnahme an den Wettbewerben in zwei Teile: Erſtens in den Teil,
für den irgendwelche Ausweiſe und Lizenzen ſeitens Bewerber und
Fahrer unnötig ſind, und zweitens in den Teil, zu dem Bewerber und
Fahrer nur Inhaber internationaler Lizenzen für das Jahr 1928 ſein
müſſen. Die Wettbewerbe dieſes Teils ſind „offene” Veranſtaltungen.
Den Anfang des erſten Teils bilden das Eintreffen der Sternfahrer
am Samstag, den 12. Mai, die Schönheitskenkurrenz und
Geſchicklich=
keitsprüfung am Sonntag. Es folgt am Montag, den 14. Mai, eine
in das Programm neu aufgenommene Geſellſchaftsfahrt, die in die
herr=
lichen, maienfriſchen Taunuswälder und anſchließend an die Durchfahrt
durch den Taunus in das ſchöne Rheingauſtädtchen Aßmannshauſen
führen wird. Der zweite Teil des Turniers iſt nur den ernſten
Sport=
prüfungen vorbehalten. Die Bergprüfungsfahrt „Hohe Wurzel” wird
am 15. Mai ſtattfinden. Dieſes Rennen kann als eine der ſchwierigſten
Bergprüfungsfahrten angeſehen werden. Am Himmelfahrtstag, 17. Mai,
kommt die Geſchwindigkeitsprüfung „Rund um den Neroberg” zum
Aus=
trag. Dieſes Rennen hat ſeit dem Anfang ſeines Beſtehens immer
mehr Freunde gefunden. Von den Renwwagen wird verlangt, daß ſie
auf dieſer wit 36 Kurven verſehenen, 12,5 Kiloweter langen
Renn=
ſrrecke mindeſtens 10 Runden abſolvieren, während Sportwagen
minde=
ſtens 7 Nunden zu bewältigen haben.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 4. April. 13.30: Kaſſel: Hauskapelle. O 15.30: Auguſte
Peters: Altes und Neues von den Kometen. O 16.30: Funkorcheſter,
Walzer. O 17.45: Bücherſtunde. O 18.15: Vereinsnachrichten. Mitteil,
O 18.30: Schachſtunde. o 19: Stenographiſcher Fortbildungskurſus.
O 19.30: Franzöſiſch. O 20: Dr. Mertens: Giftſchlangen. O 20.15:
Der Urfauſt von Goethe.
Stuttgart.
Mittwoch, 4. April. 12.30: Schallplatten. 13.50: Nachrichten.
15: Kinderſtunde: Tante Gretle und Onkel Ott, Funkorch. O 16:
J. Ernſt: Briefmarkenkunde für die Jugend. 16.15: Funkorch.
Einlagen: Ernſt Heckel. O 18: Landwirtſchaftsnachrichten. O 18.15:
Landgerichtsrat Leibfried: Rechtsbelehrung: Die Vorausſetzungen und
die Wirkungen der Eheſcheidung. O 18.45: Mannhem: Dr. phil.
A. May: Angelernte und ungelernte Arbeit. o 19.15: Engliſcher
Sprachunterricht. O 19.45: H. Bühler: Der Sternenhimme im
Monat April. O 20: Liederhalle, Stuttgart: Kammermuſikabend des
Kleemann=Quartetts. Ausf.: W. Kleemann (Violine), H. Reichhardt
(Violine), H. Köhler (Bratſche), F. Merten (Cello), Prof. Uhlig;
(Kontrabaß), H. Gieſen (Flügel). Mendelsſohn: Streichquartett in
Emoll. — Dvorak: Streichquintett. — Schubert: Forellenquintett.
— Anſchl.: Nachrichten.
Mittwoch, 4. April. 15.30: S. Pfeiffer: Lebensphiloſophie
Der Menſch und die Natur. o 16: Gärtnereibeſitzer Nette: Der
Großanbau von Gemüſe in der näheren Umgebung Berlins. O 16.30:
Die Funkprinzeſſin erzählt: „Chriſtuslegenden” von Selma Lagerlöf.
Zu Nazareth. Das Rotkelchen. 17: Kapelle Emil Rooßz. o 18.20:
Dr. med. Planer: Die Bewertung des Krankheitsgefühls durch den
Arzt. 18.50: Geh. Juſtirat Prof. Dr. Heilfron:
Rechts=
fragen des Tages. O 19.20: Dr. Max Osborn: Die
National=
galerie (Malerei der Biedermeierzeit). O 19.50: Prof. Dr. Ludwig
Quidde: Die Weltanſchauung des Pazifismus. O 20.30: Verſuchs=
Uebertragungen. Uebertr. von Berlin nach Warſchau. Dir.: Seidler=
Winkler. Gluck: Ouv. Iphigenie in Aulis. — Mozart: Rondo,
Käthe Heinemann (Flügel). — Kreutzer: Die Abendglocken klangen,
aus Nachtlager von Granada. Gem. Chor der Funkſtunde. —
Kreutzer: Jägerchor aus Der Verſchwender. — Weber: Aufforderung
zum Tanz. — Uebertr. von der Polskie Radio Warſchau nach Berli
Moniuszko: Ouv. Flis. Polvnaiſe aus Hrabina. Wilkomirski
CCello). — Chopin: Litauiſches Lied. — Moniusko: Kennſt du
das Land. Spinnerin. Argaſinska (Geſang). — Chopin: Nocturne
Cmoll. Ballade As=dur. Walzer Cis=moll. Mazurka D=dur. —
Rabcebicz (Klavier). — Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Aus
deutſchen Opern. Artur Guttmanns Sinfoniker. Lotte Appel (Sopr.).
Am Flügel: Ben Geyſel.
Deutſche Welle. Mittwoch, 4. April. 11.50: Einheitskurzſchrift
für Schüler. o 12.30: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes. 12.40:
Mitteilungen des Verbandes der Preuß. Landgemeinden. o 14.30;
Kindertheater: Oſterfreuden. O 15: Aus dem Zentralinſtitut für
Erziehung und Unterricht. 15.35: Wetter und Börſe. o 16:
Ober=Studien=Direktor Dr. Lenſchau: Die Gefahr der Ueberbürdung
in den Schulen und bei der Berufsvorbereitung. o 16.30: Prof.
Dr. Mersmann: Einführung in das Verſtehen von Muſik. o 17:
Hamburg: Grieg=Nachmittag. o 18: Maſchinenbauſchuloberlehrer
Bornemann: Techn. Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeiſter:
Elektrotechnik. 18.30: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene. o 18.55:
Direktor Lenz: Die Lebenshaltung der Beamten. O 19.20: Ob.=Reg.=
Rat Dr. Ziegler: Geld und Gold in der Geſchichte der Völker.
O 20.30: Berlin: Verſuchs=Uebertragung: Von der Funk=Stunde
Berlin nach Warſchau. Dirigent: B. Seidler=Winkler, Berliner
Funkorcheſter und von der Polskie Radio Warſchau nach Berlin.
— Anſchl.: Preſſenachrichten. O 22.30: Aus deutſchen
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 95
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Mittwoch, den 4. Aplil
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 3. April.
In Nachwirkung der Poincarérede, wobei namentlich die Anregung
zur Löſung des Reparationsproblems begrüßt wurde, blieb die
Stim=
mung auch an der heutigen Börſe feſt. In verſchiedenen Werten konnten
ſich im Anſchluß an die bereits regere Abendbörſe ziemlich lebhafte
Um=
ſätze entwickeln, da von ſeiten des Auslandes weitere Kauforders
vorge=
legen haben ſollen. Aber auch das private Publikum ſcheint durch die
feſteren Börſen der letzten Tage angeregt zu ſein und komme
verſchie=
dentlich mit Orders an den Markt. Ferner befriedigte es die Börſe, daß
die Reichspoſt für den Monat April noch nicht an die Auflegung einer
Inlandsanleihe denke, zumal am Geldmarkt kurzfriſtiges Geld heute
immer noch ziemlich knapp war. Der in den Berichten der Preußiſchen
Induſtrie= und Handelskammern erwähnte Rückgang der Konjunktur in
den Schlüſſelinduſtrien konnte keine ungünſtige Wirkung ausüben. Die
Spekulation benutzte jedoch verſchiedentlich die erhöhten Kurſe zu
Rea=
liſationen. Trotzdem waren auf den meiſten Marktgebieten
Kursbeſſe=
rungen im Ausmaße von 1 bis 3 Prozent zu verzeichnen. Das
Haupt=
intereſſe wändte ſich heute dem Farbenmarkte zu. J.=G. Farben
eröff=
neten 4½ Prozent höher, J.=G. Bonds nannte man mit zirka 145 Proz.
Weiterhin waren am Elektromarkt Siemens mit plus 4 Proz., Felten
mit plus 3 Proz., Licht u. Kraft mit plus 2½4 Proz. und vor allem
A. E. G. mit plus 3½ Proz, ſtärker verlangt. Am Schiffahrtsmarkte
konnten Hapag auf die Ausführungen in der geſtrigen
Generalverſamm=
lung weitere 3 Prozent anziehen. Nordd. Lloyd plus ½ Proz. Am
Mon=
tanmarkt beſtand für die an der geſtrigen Abendbörſe favoriſierten Werte
etwas Realiſationsneigung. So lagen Buderus 1½ Proz., Harpener
3 Prozent und Rheiniſche Braunkohlen ½ Prozent gedrückt. Dagegen
konnten Ilſe Bergbau, Mannesmann, Klöckner und Rheinſtahl 1½ bis
3½ Prozent anziehen. Scheideanſtalt lagen erneut 1 Prozent höher.
Von den Zellſtoffwerten zogen Aſchaffenburger 2½ Prozent an,
Wald=
hof 1 Prozent ſchwächer. Bauunternehmungen eröffneten eher
abge=
ſchwächt. Deutſche Anleihen lagen ſtill. Von ausländiſchen Renten
waren Türken wieder verlangt, ferner erhielt ſich für Goldrumänen das
Intereſſe.
Im weiteren Verlaufe wurden von ſeiten der Spekulation
verſchie=
bentlich Realiſationen vorgenommen, ſo daß Kursgbſchwächungen bis zu
einem Prozent eintraten. Das Geſchäft wurde etwas ſtiller und
be=
ſchränkte ſich im allgemeinen nur noch auf Spezialwerte. Rheinſtahl
wur=
den lebhafter verlangt und lagen im Kurſe weiter erhöht. Tagesgeld
war mit 8 Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt nannte man Mark
gegen Dollar 4.18, gegen Pfunde 20.41, London-Kabel 4.8817½, Paris
124,02, Madrid 29.02, Mailand 92.40, Holland 12.117.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 3. April.
An der heutigen Börſe war die Tendenz für einige Spezialwerte
außerordentlich ſchlecht, das Geſchäft im übrigen aber bei behaupteten
Kurſen ruhig. Anregung gab in erſter Lime die New Yorker
Mel=
dung, wonach der Vorſitzende des Berliner Börſenvorſtandes
Ver=
handlungen über Einführung der führenden deutſchen Elektrizitätswerte,
Großbankaktien und J. G. Jarbeninduſtrie an der New Yorker
Haupt=
tem und daneben in Schiffahrtsaktien beträchtliche Anſchaffungen vor.
Die Tendenz wäre insgeſamt feſter, wenn nicht andererſeits ein
Teil des Publitus wegem der am Geldmarkt ſehr zögernden
Ent=
ſpamug zu Beginn Verkäufe getätigt hätte. Erſt in den Mittags=
Für Tagesgeld wurde noch immer ein Satz von acht bis neun Prozent
genannt, Monatsgeld 7½—8½ Prozent. Warenwechſel zirka 7½½ Pro= kleie 14,75, Roggenkleie 15.75—16.25.
zent. Am Deviſenmarkt herrſchte im Uſancenverkehr ein Ueberangebot
an Dollar, ſo daß der Dollarkurs in Berlin auf 4,1798 (geſtern 4,1812)
nachgab. Auch in London ermäßigte ſich der Dollar auf 4,1720. Die
übrigen Deviſen wurdem auf geſtriger Baſis gehandelt.
Im weiteren Verlauf ſetzte ſich die Steigerung einiger Papiere
leb=
haft fort. An der Spitze ſtand eine unvermittelte Hauſſe der Aktien
der Deutſch=atlantiſchen Telegraphengeſellſchaft, die aus der
Liquida=
tionsentſchädigung vorausſichtlich demnächſt größere Beträge erhalten
wird und ſich angeblich mit dem Radiogeſellſchaften wegen des
deutſch=
amerikaniſchem Telegraphenverkehrs veyſtändigt habe odev in Kürze
ver=
ſtüändigen werde. Der Kurs ging ſprunghaft in die Höhe und lag in
der zweiten Börſenſtunde bereits 21 Prozent über dem geſtrigen
Schluß=
nibeau. Transradio plus 4, Telephon Berliner plus 5, Mi= u. Geneſt
plus 4,5. Beſonders feſt lagen ferner Elektriſche Lieferungen, Oberbedarf,
Schiffahrtswerte und am Rentenmarkt Bosnier, Berger Tiefbau
da=
gegem minus 4,5 Prozent. An der Börſe erwartete man eine
Dis=
kontermäßigung der Reichsbank noch für den laufenden Monat. Der Das Geſchäft auf dem Großviehmarkt entwickelte ſich heute ſehr ruhig.
daß nach Privatdiskonten Nachfrage beſtand. Die Nachfrage für
Pri=
vatdiskonte blieb unverändert 634 Prozent, obwohl man ernſthaft eine
Ermäßigung um 0,12 Prozent erwogen hatte.
Die Börſe ſchloß, da ſich die Hoffnungen auf Herabſetzung der
Pri=
vatdiskontnotiz nicht erfüllten und teilweiſe bereits Regliſationen der
Spekulation im Hinblick auf das Oſterfeſt ſtattfanden, in ſchwächerer
Haltung. Ein zehnprozentiger Rückgang der Philipp Holzmann=Aktien
auf 155,B verſtimmte ebenfalls, zumal die Gründe für dieſen
Kursver=
luſt undurchſichtig waren. Man ſprach von Differenzen mit einem
an=
deren großem Unternehmem des Baugewerbes. Die an der Nachbörſe
herauskommende Ware fand aber verhältismäßig glatt Unterkunft für
Nechnung der Probinz und des Auslandes. Transradio notierten mit
153 nachſbörslich erneut feſter. Angeblich ſoll ein größeres Aktienpaket
von einer Bankfirma zuſanmnengekauft und zum Angebot geſtellt
wor=
den ſein. Die an der Nachbörſe bekannt gewordene, Millionen=
Inſol=
venz einer Leipziger Getreidefirma berührte die Effektenbörſe nicht und
hatte nur Glattſtellungen am Getreidezeitmarkt zur Folge. Im
ein=
zelnen nannte man nachbörslich: Elektr. Lieferungen 184, heutiger
An=
fangskurs 177,75, Oberbedarf 106,5, Siemens 287,75, Schuckert 183,25,
Karſtadt 223, Lvewe 261,5, Deutſch=Atl. Telegraphen 144,5, Bemberg
518, Berger 382, Schlvartzkopp 133, Nordd. Lloyd 154,5, Hapag 162,5,
Dresdener Bank 163,75, Danatbank 247. Am Schluß der Nachbörſe
er=
holtem ſich Holzmann wieder auf 158. Neubeſitzanleihe 15,5
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maf
Baſalt
Bergmann.
Berl. Karlsru
Berl. Har
Braunkohl
Bremer Wol
Danatbank
Deutſche 2
Diskontoge
Dresdne
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum / 69.—
Dynamit Nobel.
Elektr. Lieferung .../176.75
J. G. Farben...
Gelſenk. Berg.
G.f elektr. Untern. 1285.5
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch.
Hapag.
Harpner.
Hemoor Zement.
Lindes Eismaſch. 185.5 2225 224.— 155. 1246.25 248.5 12. Soewe & Co. 254.75 265.75 167,5 168.— Lingel Schuh 61.- 151oxl. 151.25 MannesmannRöhren 149.5 163.25 163.— Niederlauſitzer Kohle 170.— 52.— 54.25 Nordd. Lohzd 152.— 133.375 133.25 Orenſtein.. 137.75 138.— 69.— Polyphon 348.— 121.5 124— Rütgerswerke 103.— 179.5 Sachſenwerke 121.5 251.75 257.25 Siemer 146 75 145.— 134,5 * 137.25 Ver. Glanzſto 721.5 525.5 1285.5 Ver. Stahlwerke. 98.5 59— 60. Volkſtedter Porzellat 56.— 225.—
158.75 230,75 Banderer Werke. 179.—
137.5 137.— 164.— Wiſſner Metall. 179.— 1
252.5 ſ. 178.—
256.— Wittener Gußſtahl 64.5
Deviſenmarkt.
Helſingfors".
Wien
Prag ..
Budapeſt.
Sofia ....."
Soland ..
Lslo ....."
Kopenhagen
Stockholm ..
London ..
Buenos Aires
New=York ...!
Belgien.
Geld
10,5121
12.379
72.96
3.019
111.5311
111.981
112.151
Brief
0.534
58.78 59.30
92,399
73.10
3.6251
168. 19h68.53
11.75
112.21
1235
120.385/20.425
1.78 1.789
4.17704.1850
ko.30568.425
3. 4.
Geld Brief
10.51510.535lItalien
58.765 58. 385/ Paris
12.37512.395l Schweiz
72,96/ 73.10/Spanien.
3.019 3.025/Danzig.
168.24 168.58Japan..
112.12/112.34 Portugal"
20.38620,426lAthen
4.1755 4 1835/Kanada.
58.285 58.405ltruguah.
111.53111.75/Rio de Ja
1 11.99112.211Fugoſlavien
1.785 1.799/Konſtantinopel
Geld Brie
22.07 22.11
16.441
80.46580.625l=
70.17 70.31
21.54
1.998
0.5os
7.348
18.4811
g1.70
2.209
0.5041
7362
18.13 18.17
5.5941 5.606
2.120 2.124
4.180 4.189
4.326 4.334
3. 4
116.75
147.75
109.5
174.5
270.—
185.75
157.,5
65.-
152,75
172.—
154.375
344.—
103.—
123.5
98.25
55.25
183.—
61.—
3. 4.
Geld / Brief
22.065/22.105
6.435/16.475
80.465/80. 625
70.23/ 70.37
g1.51 ſ81.67
2 002/ 2.006
0.50 25 0.5045
7.348 7.362
17.98 18.08
5.544 5.556
2.113/ 2.117
4.178 4.186
4.321 4.329
Frankfurter Produktenbericht vom 3. April. Der Frankfurter
Pro=
duktenmarkt verfehrie in ruhiger Haltung. Die ſchwächere Haltung der
börſe aufgenommen habe. Die Spekulation nahm in dieſen Aktieuwer= amerikaniſchen Märkte veranlaßte zur Zurückhaltung. Das Geſchäft
be=
wegte ſich in engen Grenzen, da ſich die bevorſtehenden Oſterfeiertage
bemerkbar machten. Es traten im allgemeinen kleine Preisabſchläge ein.
Nur Roggen blieb gut gefragt, da hier das Angebot ſehr klein blieb. Die
Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: „Weizen T 26.50, Roggen 27.50,
ſtunden war ein leichtes Zunehmen des Geldangebotes zu erkennen. Hafer, inl. 26.75—27.25, Mais für Futterzwecke 24.25, Mais für andere
Zwecke 25, Weizenmehl 37.50—38.50, Noggenmehl 37.50—38.50, Weizen=
Berliner Produktenbericht vom 3. April. Die Befeſtigung im
Ber=
liner Getreidegeſchäft ſtand heute im Gegenſatz zu dem ruhigen Ausland.
Die Inlandszufuhren ſind ſovohl für Weizen, als auch für Roggen
äußerſt gering, ſo daß die Bedarfsfrage ſchon höhere Preiſe bewilligen
muß. Hinzu kamen am Weizenmarkt Deckungen einer in
Mitteldeutſch=
land fallit gewordenen Importfirma. Die erſten Kurſe lagen 1.00—1.50
Mark höher. Am Roggenmarkt hält der Umſatz nach Polen an. Gerſte
ſtill. Hafer bei guter Exportfrage und geringem Offertenmaterial
ſtei=
gend. Mehle ruhig.
Viehmärkte.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 3. April. Dr Großviehmarkt
war etwas ſchwächer beſchickt als in der Vorwoche. Ochſen waren ſtärker
Bullen, Färſen, Kühe und Kälber etwas weniger angetrieben, ſo daß
gegen den Vormarkt 90 Stück Vieh weniger zur Verfügung ſtanden.
Geldmarkt wurde während der frühen Nachmittagsſtunden flüſſiger, ſo Die Preiſe blieben dieſelben, bis auf vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe
höchſten Schlachtwertes bis 7 Jahre, die 1 Mark nachgaben. — Auf dem
Kälbermarkt, woſelbſt das Geſchäft ziemlich lebhaft war, ſtiegen die
Preiſe 4—6 Mark höher. Auf Großvieh= und Kälbermarkt wurde
ge=
räumt. — Der Schweinemarkt erfuhr einen beträchtlichen Zuwachs durch
einen Mehrauftrieb von 327 Stück. Das Geſchäft war mäßig belebt und
verblieb bei unveränderten Preiſen ein kleiner Ueberſtand. Angetrieben
waren 26 Ochſen. 19 Bullen, 498 Kühe und Färſen, 315 Kälber und
1403 Schweine. Im einzelnen wurden je nach Qualität pro 100 Pfund
Lebendgewicht folgende Preiſe erzielt: Ochſen 45—54, Bullen 35—45,
Färſen 50—60, Kühe 35—44, 25—35, 18—22, Kälber 58—76, 50—58,
Schweine 57—59, 56—59 und 54—57 Mark.
Aus deutſchen Weinbaugebieten.
Am pfälziſchen Weinmarkt hat das freihändige Weingeſchäft
keine Belebung erfahren. Die Nachfrage iſt ſtill. Dagegem hat ſeit
kurzem die Abgabeluſt bei den Erzeugern etwas zugenommen, weil die
Winzer Geld nötig haben und darum verkaufew müſſen. An der
Oberhaardt wurden vereinzelt Kaufabſchlüſſe in 1927er
verbeſſer=
ten Weißweinen getätigt, wobei die Preiſe für das Fuder um 20——40
Mark niedriger lagen gegenüber den Vorwochen. Es handelt ſich dabei
ausſchließlich um ſogenannte Notverkäufe. In naturreinen Weißweinen
iſt die Abgabeluſt bei den Erzeugern gering. Die Preiſe haben ſich auf
ihrer alten Höhe feſt behauptet. Auch die Preislage für neue
Not=
weine hat keine Aenderung erfahren. Die Mittelhaardter
Weinver=
ſteigerungen, die zurzeit in umfangreicher Weiſe ſtattfinden und
geeig=
net ſind, die Preiſe namentlich für mittlere Qualitäten zu feſtigen,
fin=
dem keinen Nachklang im freihändigen Weingeſchäft, weil die auf den
Verſteigerungen erzielten Preiſe zu hoch ſind, um den Handel zu
ver=
anlaſſen, ſich auf gleich hohe Preiſe im Ferwerkehr umzuſtellen. Was
ſodann an Weinem im Freiverkehr geboten wird, kann meiſtens nicht
an die Qualitäten heraukommen, welche auf den Verſteigerungen
aus=
geboten werden. Während die Tendenz für Konſumweine ziemlich
ſtag=
niert, beſteht für ausgeſprochene Qulitätsweine auch im Freiverkehr
bei bis zuletzt ſteigenden Preiſen gute Nachfrage.
Bei den letzten Weinausgeboten konnte man feſtſtellen, daß 1925er
und auch 1926er Flaſchenweine beſſer abgingen als 1921er. Dies iſt
wohl hauptſächlich darauf zurückzuführen, daß 1921er Weine, der letzte
ganz hervorragende Jahrgang, der wunderbar geraten war, als
ſchwe=
rere Sachen infolge der allgemein bei uns beſtehenden
Geſchmacksrich=
tung nicht mehr ſo beliebt iſt, wie dies früher der Fall war. Dann,
ſind nach den Begriffen der Käufer die Preiſe dafür zu teuer. Heute‟
ſind vor allem junge Weine leichten Charakters zu mäßigen Preiſen
bevorzugt.
An der Unterhaardt blieb das freihändige Weingeſchäft zu
den altem Preiſen ziemlich ruhiger, trotz gelegentlicher Kaufabſchlüſſe in
Weinen älterer und neuer Jahrgänge. In den übrigen pfälziſchen
Weinbaugebieten behaupten ſich die bisherigem Preiſe.
Als Durchſchnittspreiſe pro Fuder — 1000 Liter werden zurzeit
ge=
nannt: Oberhaardt 192er 800—900 RM., beſſere 900—1100 RM.,
1926er etwa 10—200 RM. mehr. Mittelhaardt 1927er 1500—2000 RM.,
aus den eigentlichen Qualitätsweinorten 200—3000 RM., 1926er 3000
bis 5000 RM., 1925er zirka 2,2—5,00 RM. die Flaſche, Ausleſeweine
noch weſentlich höher. Unterhaardt: 19Ner 950—1200 RM., beſſere
1200—1400 RM., 1928er 1400—1600 RM. Zellertal und Umgebung
1927er 900—1300 RM. Die Portugieſerpreiſe ſchwanken je nach Lage
und Qualität zwiſchem 700 und 1000 RM.
An der Nahe iſt der Abſatz, nachdem der zweite Abſrich beendet
iſt, noch unbedeutend. Bei einer Verſteigerung der Stadt Kreuznach,
bei der 4094 Liter 1928er und 19Ver ausgebotem waren, erzielten
1926er 1410, 19N7er 1400 RM. pro Stick. Die mittlere Stückpreislage
iſt zurzeit etwa 1300 RM. In Rheinheſſen wurden im weſtlichen
Rheinheſſen für 19N7er für das Stück 1220—1300 und mehr erlöſt.
Zorn=
heim erbrachte 1400, Portugieſer 1000, 1050, 1926er 1400—1500 RM.
Bei zwei Verſteigerungen in Mainz erlöſte der
Winzer=
verein Alsheim bei gutem Verlauf für das Halbſtück 1925er 760, 790,
840 RM. 132cer 810, 870. 980, für ein Viertelſtück Goldberg 520, für
das Halbſtück 1927er 570—730, 660, 600, 710, 730, 750, 710—770, 680,
690—700, 690—740—790, 780, 720, 730, 750, 740, 710, 790, 70, 750, 730,
690—810, 690—760, 730, 740, 730 und 890 RM., die Vereinigung
Schwarzburger Weinbergsbeſitzer bei einem Ausgebot von 48 Halbſtücken
1927er (zurückgezogen 13, nicht ausgeboten 5) 700—800, 840, 690, 770,
(90—800, 730, 740—770, 800, 800, 800, 730—810, 940 und 1010 RM. pro
Halbſtück.
Im Rheingau iſt das freihändige Weingeſchäft kaum von
Be=
deutuag. Per Halbſtück 1927e: werden 900—120 RM. und mehr
ge=
fordert. In Bingen fand eine Naturweinverſteigerung der Weingütes
Heiliggeiſthoſpital und Stadt Bingen ſtatt, wobei 32 Halbſtück naturreine
Weißweine aus beſten Lagen von Bingen und Büdesheim abgeſetzt
wurden. Die Erlöſe ſchwankten zwiſchen 840—1430 RM.
Bei einer Verſteigerung=des Winkler
Winzerver=
eins und der Vereinigung der Winkler Weingutsbeſitzer in Mittelheim
wurden von 41 Nummern 1926er, 19Per und 1921er 5 Halbſtück und
1 Viertelſtück 1927er und ſämtliche Flaſchenweine zurückgezogen. Für
1326er wurden erlöſt 900—1300, für 19N7er 900—1070—1210 RM."
Am Mittelrhein iſt die Lage ebenfalls noch unverändert. In
1927er ſind teilweiſe noch recht anſehnliche Beſtände vorhanden. Bei
einer Verſteigerung der erſten Vereinigung Steeger Weingutsbeſitzer in
Bacharach gelangten 42 Nummern zum Ausgebok. Das Halbſtück 1927er
brachte 780—1050, 1925er 870 und 1926er das Viertelſtück 430 RM.
An der Moſel iſt im Weinhandel wenig Leben. Hier und da
wurden, einige kleine Abſchlüſſe getätigt bei fallenden Preiſen. In
Windrich wurden 1927er mit 1300, in Kröv 1380 und 1300 in
Braune=
berg verbeſſerte 1926er zu 1575 und Natur 1926 zu 2100 RM. verkauft.
In Kohlen; fand am 22. März eine Weinverſteigerung des
Weiwverſtei=
gerungsringes Koßlenz ſtatt, wobei faſt ein Drittel des Ausgebots
wieder zurückgezogen wurde. Moſelweine erzielten für 1926er pro Fuder
1310—1650, Rheinweine 1926e= Natur 1530, verbeſſerte Moſel 1510 bis
1720 RM.
Baden ſtand vollkommen unter dem Zeichen der beiden großen
Weinmä=kt: in Mühlhein und Offenburg, wobei für die 100 Liter 110.
bis 310 RM. ertöſt wurden. Im freihändigen Weinverkehr ſtellten
ſich, die Preiſe auf 120—200 RM.
Frankfurter Kursbericht vom 3. April 1928.
I. 1. Reichs=,
Länder=und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
59 Baden Frei=
Rant Mai 9n
6% Bah. Freiſtaat
von 1927....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöfungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe ...
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 2(
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7%0 Dresden v. 26
20 Frkf. a. M.v. 26
25 Heidelb. v. 26
82 Ludwahf. v. 26
8% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25/1
82 Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
82 Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
KomAnleihev. 26
80 Berl. Hyp.=Bk.
4½%0
Pfandbrief
30 Frkf. Gyp. Bk.
112%r „9
87.3
80.25
81.5
81.5
85
52
15.65
7.1
95.5
93
88
88
86.5
93
103
95
95.5
90
98
93
77.25
95.5
93
89
86
Frkf. Pfbrfbank”
4½% Gotha Gr.=
(red. Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig=Pfdbr.
9 Heſſ. Landesbk.
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8%0 Landesbank d.
Rheinprovinz!;
Landeskr. Kaſ
% Mein. Hyp. Bk.
Naſſ. Landesbk.
Pfälz. Hyp. Bk.
„ Lig.
Pfandbriefe ..
8% Preuß. Ctr.=
Bod.=Creb.. ...
4½0 Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. ..
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . ..
% Rhein. Hhp.=Bk
4½0
Lig
Pfandbriefe...
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd. Credit . ....!!
41
„L.=Pf.
Südd. Bod.=
Cred.=Bank.
„Lig.=
98
90
88
78
80.25
96.25
92
90
95.25
100
100
96
92
96.5
89.5
1100.75
89.5
96
93.5
75.8
97.2
78
97
93
99
94
78.5
103
89.5
Pfdbr.
8%0 Württ, Hyp.=B.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.
mel=Ablöſ.=Anl.
* Auslof. Ser,II
95.75
93
94.5
51775
68
Papiermark.
Pfandbr. und
Kommunal=bbl.
Frrf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser, 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.= Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hhp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S.1-16
„ Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hhp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=P
4. Induſtrie=
Obligationen.
8%o Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ= u.
Herku=
les=Brau. v. 26
8e‟ Klöckn=Werke
Berlin v. 26.
10% Kom. Elektr.=
Mark. ..
720 Mainkriu v.
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27...
82 Neckarſulm v.26
82 Salzmann ECo.
Kaſſel v. 26....
7%0 Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.b. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5 %Badenw. Kohl. ...
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
2o Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe,
9.5
17.8
13.85
7.4
2.4
14.025
14.1
13.6
4.75
13.9
94.5
93.75
102.1
87
87
91.25
88
21.5
6.4
9
z Preuß.
Kali=
wertan eihe ....
53% Preuß.
Roggen=
wvertanleihe.
5%o Sächſ.
Noggen=
wertanleihe
50 Südd. Feſtiv...
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
%oBosn. L. E. B, v.
1914 ...
0 Bosn. 2.=Inb.=
Anl. v. 1914.
41
/ Bosn. v. 0
Bulg. Tab. v02
Griech. v. 90
% Griech. Mon
2 Mex inn. (abg.)
äuß.
Goldan=
leihe (abg.
inn (abg.
4½% n Frig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
C.C.=Stücke)...
Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke).
4½%0 Rum. Gold
von 1913 ..
42 Schweiz. Bds.,
Bahnen v. 1912
420 Türk. Admin.
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
12%0 ungarn von
1913 CC. C.=St.)
4½%o dito von
1914 (C. C.=St.
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
42 dito von
1910 C.C.=St.)
4% dito
Kron=
rente (abg.) ...
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
425 Kopenh. v. 01
9.2
8.65
45.25
44.25
18.5
18.5
57.25
47.,5
27.1
29.5
17.5
96.25
58.2*
92
4s Stach b. 180 gs
3. Obligationen v.
Transportauſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891 ...
z=
4% Eliſabethbahn
von 1883
2.35
42 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. . 12.5
42%0 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
12:1,
2eluo%o. Oſt. Südb
(Lombard.)
420 Oſt. Staatsb.v.
1883 „..."
4.3
6 Raab=Odenbg.
b. 1883
19.5
4% Rudolfb. i. *
i. G.
4½.% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt. 147
Badiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr. 187
Barm. Bankverein/151.75
Bahr. Hhp.= und).
Wechſelbank. . . . /155.5
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb. 182
Darmſt. u. Nt.=Bk./248
Deutſche Bank ../168
Eff.=u.
Wechſel=
l122
bank.
Vereinsban!
101.5
Diskont.=Geſellſch. 153.25
Dresdener Bank .. /164
1/111
Frankf. Bk.
1145.5
Hhp.=Bk
Pfdbr.=Bk. 148
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank/140
Metallbank. .
11331,
Mitteld. Ereditbk. 214
Nürnb. Vereinsbk. 160
Oſt. Creditanſtalt. 37
Pfälz. Hyp.=Bankl.
Pr. Bod.=Creditbk. 138.5
Hyp.=Akt.=Bk. 147
Reichsbank=Ant. 119,5
Rhein. Creditbank/125
„ öhp.=Bank 190
„Er.Bk.)
Ri 3
„ Disc.=Geſ..
Wiener Bankverein
Eichbaum, Brauer. /275
139.5
16.9
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ. 198.25!
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen .../208
Dt. Eiſenb.=Geſ.: /157.5
720 Dt. Reichsbhn=
971
Vorzge. ....
163
Hapag
155
Nordd. Llohzd.
1.25
Schantung=Eiſenb
136
Südd. Eiſenb.=
3. Induſtrie
Aot. Gebr.
Accum. Berlin. . .
Adler & Oppenh..
Adlertv. (v. Klehzer)
6% AEG. Vorzu
AEG. Stamm.:
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg.
Beck & Henkel.
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Giſen.
Bürſtenfbr Erlang
Cementwerke:
Heidelberg:
Karlſtadt ...
Lothr. (Karlsr.)
Chem.WerkeAlbert.
Brockhues
Fabrik Milch
Oaimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin!
Erdöl..
Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt
Linolverk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen".
Dürrwverke Rating.
50
225
88.5
„K.
73
161.5
141.5
25.5
M.5
148.5
178
92
1337,
195
263.5
128
60
Eiſenw. Kaiſersltn. 27.6
Elektr. Licht u. Kraft 220.25
Elektr. Liefer.=Geſ 177.5
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft. 89
Enzing. Unionwke. 45
Eſchwv. Bergwerk /262
Fßling. Maſchinen/ 63.75
Ettling. Spinnereil235
Faber, Joh., Bleiſt. 76
Faber & Schleicher/102
Fahr, Gebr., Pirm. 52
F. G. Farbenindſtr. 256.25
Felt. & Guilleaum. /125
Feinmech. (Jetter)/ 90.5
Frkft. Gas ....... 151
Maſch.
Po=
korny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerkl137.5
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen 288
Goldſchmidt Th. /112
Gritzner Maſchinen 136
Grün & Bilfinger. 182
HafenmühleFrank!
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfv. Füſſen .: /145.5
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Bergbau/178.5
Hartm. 8. Braun 165
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei. 176
Heſſen=Naſſau Gas/115
Hehligenſtaedt.
24
Hilpert Armaturfb. 91.5
Hindrichs=Aufferm.
116
Hirſch Kupfer
80
Hochtief Eſſen
Holzmann Phil. 164.,75
Holzverk.=Induſtrie/ 80.5
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe 134
99
Inag
Junghans Stamm. 87.5
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth. 270
Weſteregeln.
Kammgarnſpinn. .
1110
47
Karſtadt, R...... Werke Offſtein
Klein, Schanzl.. ..
Klöcknerwerke ...
Kenorr, Heilbronn. . 1
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeher ECo. ..!1
Lech, Augsburg...!.
Lingel, Schuhw.
Löhnberger. Mühle)
Löwenbr. Münch..
Ludwigshaf. Walzl!
Lüdenſcheid Metall
Mainkr.=W.
Mainz. Akt.=Br..
Mannesm. Röhren!
Mansfeld. Bergb.,
Mars=Werke.
Metallgeſ. Frankft. 1
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
Oberurſel
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrzeug
Neckarw. Eßl.
Nieolah, Hofbr.
Oberbedarf.
Oſterr. AlpineMo
Otavi Minen
Peters Union Frkf.
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau 1100.25
Porzellan Weſſel
Reiniger. Gebl
Schall
Rh. Braunkohlen. .
Elektr. Stamm 1
Stahlwverke 158
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan /145.5
Rütgerswerke. ....!;
SalzwerkGeilbronn!!
Schneider & Hanau/ 46.25
Schnellpr. Frankth.
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr.)”
Schriftg. Stempel. 1
Schuckert Elektr. .
165
66.25
167
120
63
40
139.5
117
253
153
124.5
115
180
69.25
12ns
60
145
14
102.5
52.25
28
99
290
155
68.75
102.75
195
65
345
125
130
Schuhfbr. Verneis=
Weſſel. ...
Schuhfabr. Herz. 17.75
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen /165.5
Seilindſtr. Wolff. 75
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske 288
Südb. Immobilien 104
Zucker=AG. /135
Strohſtoff, Ver.,. 1318.5
Tellus Bergbau .1112
325 Thür. Lief.=Geſ.... 1115.5
Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ.
Veithwerke..
Ver f. Chem. Ind./ 97.75
deutſch. Olfabr.
„ Faßfabr. Cafſel
53
Gummifabrik.
Berlin=Frankf.
Königs= und
Laurahütte.
Pinſelfabriken
99.2
Stahlwerke
Ultramarin . /143
„Zellſt., Berlin 142
Vgtländ. Maſch.
Voigt & Haeffner/175.5
Boltohm. Seil.
70
Wanß & Frentag 138.25
Wegelin Rußfabrik 138
Werger Brauerei, 172
Belſt. Aſchaffenbg. 180
Memel.
1135
Waldho
278
Zuckerf. Rheingau:
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung .. 272
Frkft. Allg. Verſ.=G 180
Frankona Rück= u.
Mitv.
202
Mannh. Verſich.
Darmſtädter Berte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg.
Gebr. Lutz
MotoxenDarmſtabt!. 59
Gebr. Roeder ..
/115
[ ← ][ ][ → ] Mä.
, 1a5er 300
Ausleſeweine
RM., beſſere
ud Umgebu
ch Lage
nich bendet
Kreuzna
erzielten
Ae
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Weſtbank, A.=G., Frankfurt a. M. Die G.=V., in der 2.99 Mill,
MM. Aktienkapital mit 149 500 Stimmen vertreten waren, genehmigte
debattelos den bekannten Abſchluß mit 6 (i V. 5) Prozent Dividende.
Neu in den Aufſichtsrat geſählt wurden die Herren Rudolf Stechlin=
Baſel, Direktor, Karl Schäfer=Frankfurt a. M. (Metallgeſellſchaft) und
Franz H. Hanſen=Frankfurt a. M. Mit Ausnahme des Börſengeſchäfts
könne der bisherige Verlauf des neuen Geſchäftsjahres befriedigen.
Ludwig Oppenheimer, Söhne, A.=G., Mannheim. In der G.=V, war
ein A.=K. von 96 400 RM. (Geſamtkapital 100 000 MM.) vertreten. Aus
dem Reingewinn von 15 813 RM. wurde eine Dividende von 6 Prozent
genehmigt.
Peters Union A.=G., Frankfurt a. M. Die Kursſteigerung in den
Aktien der Geſellſchaft iſt, wie wir von Verwaltungsſeite erfahren,
darauf zurückzuführen, daß ein größeres Paket dieſer Tage ſeinen
Beſitzer gewechſelt hat. Die Geſellſchaft hat übrigens in den erſten fünf
Monaten eine weitere Umſatzſteigerung von gut 25 Prozent zu
ver=
zeichnen, was umſo bemerkenswerter ſei, als die eigentliche Saiſon erſt
beginne.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 3. April ſtellten ſich für je
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Glektrolytkupfernotiz)
134,75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metall=
börſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Originalhütten=
aluminium, 98= bis 99prozentig, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren
210 RM., desgleichen in Walz= oder Drahtbarren 99prozentig 214 RM.,
Reinnickel, 98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 88—88 RM.
Feinſilber (1 Kilogramm fein) 78—79,5 MM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
(134), Juli 1B/ (1B3½), Auguſt 1B (1BX), September 1B (123½,
Oktober, November, Dezember 123½ (1B½). Tendenz: ruhig. — Für
Blei: Januar 41¾ (41¾), Februar 41¾4 (42), März 41¾ (42), April
40½ (41), Mai 40¾ (41), Juni 41 (41½4), Juli 41¼ (41½), Auguſt
und September 41½ (41½), Oktober, November und Dezember 41½
(41¾) Tendenz: ruhig. — Für Zink: Januar, Februar und März
49½ (50), April 49½ (50½), Mai 49½ (50), Juni 49 (50), Juli
49½ (49½), Auguſt, September und Oktober 49 (50), November und
De ember 49½ (50). Tendenz; ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chieago, 3. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Im Zuſammenhang mit heftigen Stürmen in Oklahoma
und Kanſa3 und Meldungen aus Illinois, wonach dort größere Flächen
Weizen umgepflugt und mit anderen Fruchtarten angeſät wurden, ergab
ſich größere Kaufluſt erkennen.
Mais: Günſtige Wetterberichte und Verkäufe der Spekulation und
der Komrmiſſionäre bewirkten einen ſchwächeren Marktbeginn. Die
klei=
neren Zufuhren in Chicago und an den ſüdweſtlichen Märkten wirkten
ſpäter anregend.
Hafer: Meldungen von einer größeren Anbaufläche in Illinois
be=
wirkten Abgaben, die beſonders in Maiterminen erfolgten.
New York, 3. April. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Die Termine konnten anfangs kleine Preisſteigerungen
erzielen auf die hauſſegünſtigen Kabelmeldungen. Der Verlauf war
dann ſchwächer auf Gewinnmitnahmen.
Kaffee: In nahen Terminen wurden Abgaben vorgenommen,
wäh=
rend in entfernteren Sichten Deckungen getätigt wurden. Gegen Schluß
erfolgten teilweiſe Realiſationen.
Zucker: Der Rohzuckerterminmarkt verlief überwiegend ſchwach auf
Abgaben des Handels und der Spekulation.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 3. April;
Getreide. Weizen: Mai und Juli 143½, Sept. 141½; Mais:
Mai 100½, Juli 103½, Sept. 103½; Hafer: Mai 58, Juli 52
Sept. 47½; Roggen: Mai 120½, Juli 115¾, Sept. 108.
Schmalz: Mai 11,80, Juli 12,10, Sept. 12,40.
Fleiſch. Rippen: Mai 11,50, Juli 11,80, Sept. 12,10; Speck:
loko 11,25; leichte Schweine 7,70—8,55; ſchwere Schweine 7,75
bis 8,30 Schweinezufuhren: Chicago 23 000, im Weſten 110 000.
Baumwolle (Henriette): Mai 19.15—19,17; Juli 18,96.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 3. April:
Getreide. Weizen: Rotwinter 183¾, Hartwinter 162½; Mais,
neu ank. Ernte 113½; Mehl, ſpring wheat clears 6,75—7,00;
Fracht: nach England 1,6—2,6 Schill., nach dem Kontinent 9—10
Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,35; Talg, extra 8¾.
Kakav. Tendenz: unregelmäßig; Umſatz in Lots: 136; Loko:
137: April 13,67, Mai 13,80, Juni 13,95, Juli 14,07, Auguſt
14,09, Sept. 14,10, Oktober 13,97, Nov. —, Dez. 13,44, Jan. 1929
13,30.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie wir erfahren, iſt die kürzlich zur Zeichnung aufgelegte
fünf=
prozentige Frankfurter Schatzanweiſungsanleihe im Betrage von 20
Millionen RM. bereits ſo ſtark überzeichnet, daß die Zeichnung mit dem
geſtrigen Tag= vorzeitig geſchloſſen worden iſt.
Zur Frankfurter Frühjahrsmeſſe vom 22.—25. April wird das
Hauptzollamt Frankfurt a. M. auf dem Meſſegelände eine
Zollauskunfts=
ſtelle errichten, die Intereſſenten koſtenlos Zollauskünfte erteilt. Die
Geſchäftsräume dieſer Auskunftsſtelle befinden ſich im Haus Offenbach.
Im Auslande und in hieſigen Börſenkreiſen laufen Gerüchte um,
daß die deutſchen Großbanken nach Abſchlag des Dividendenkoupons
Kapitalerhöhungen vorzunehmen beabſichtigen. Als erſte Großbank
werde die Berliner Handelsgeſellſchaft mit Vorſchlägen hervortreten und
im Hinblick auf die Freigabe ein beſonders günſtiges Bezugsrecht auf
die neuen Aktien einräumen. Auf Nachfrage in Bankkreiſen wurde
eine Beſtätigung dieſer Verſionen noch nicht gegeben.
Die ungariſchen Petroleumraffinerien haben vor einiger Zeit
Kar=
tellverhandlungen zwecks Wiederaufnahme des vollen Betriebes der
ungariſchen Raffinierien geführt. Eine große ausländiſche
Import=
geſellſchaft hat jedoch die Kartellverhandlungen zum Scheitern gebracht,
ſa daß die ungariſchen Petroleumraffinerien nur wie bisher, alſo in
ganz beſcheidenem Rahmen arbeiten können.
Wie die ruſſiſche Handelsvertretung mitteilt, hat Kalnin, der
Vize=
präſident des Sowjet=Naphthaſyndikates, mehrere neue Verträge mit
der Vakuum Oil Compagny auf ſechs Jahre abgeſchloſſen. Es handelt
ſich um einen Verkauf ruſſiſcher Petroleumprodukte in neuen
Abſatz=
gebieten.
Nach einem Belgrader Telegramm hat die Svenska Taendſticks A/B
der Direktion des jugoſlawiſchen Staatsmonopols eine 12 Millionen=
Dollar=Anleihe angeboten.
Im däniſchen Reichstag teilte der Finanzminiſter geſtern mit, daß
die große Anleihe von 55 Millionen Dollar zur Rekonſtruierung der
Landmannbank von der Guaranty Cy.=New York gezeichnet wurde. Zu
gleicher Zeit wird die 10=jährige Inland=Anleihe von 60 Millionen
Kronen jetzt wieder erneuert.
Die Preiſe für Petroleum und Benzin ſind in Oslo am Sonnabend
um 3 reſp. 4 Oere pro Kg. herabgeſetzt werden; obgleich auf dem
Welt=
markt kein Preisrückgang zu verzeichnen iſt. Preſſemitteilungen führen
in dieſem Zuſammenhang aus, daß man es mit dem Beginn eines
Oelkrieges auf dem norwegiſchen Markt zu tun habe.
Nach einer Londoner Meldung haben die Vereinigten Staaten im
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 95
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(Nachdruck verboten
— Was ſoll ich tun — dachte ſie, — dieſer Menſch, dieſer
furchtbare Menſch weiß alles und wird ſagen, daß ich eine
Die=
bin bin und Harald beſtohlen habe. Man wird mich einſperren
und niemand wird mir glauben, — — niemand wird mir helfen.
— Wer iſt dieſe Frau? — — Liebt ſie ihn? — — — Ich
muß fliehen, weit fort, wo mich niemand kennt. — — Aber
vo=
hin? Wo iſt Alexei? — — Ich will ihn nicht mehr ſehen, haſſe ihn, — — er hat mein Leben vernichtet, — — wenn ich
doch ſterben könnke.
Sie ließ den Kopf wieder in die Kiſſen ſinken und ſchloß die
Augen. Ihre Arme umklammerten die warme Daunendecke.
Harald, ich liebe dich. Harald, ſo hilf mir doch. Ich habe
ſolche Angſt! — — Was war das?
Sie fuhr wieder in die Höhe. — — Nichts.
— Ich bin ſo müde und kann doch nicht ſchlafen, — dachte
ſie, — wenn es doch Tag werden wollte. Aber die Minuten
ſchleichen. Nur wenn man glücklich iſt, fliegen die Stunden
vor=
über. Man war glücklich? — — Geſtern mit Harald!
Ich will ſchlafen. Schlofen und vergeſſen.
Sie hatte ein Schlafmittel. Ihre Hände durchwühlten die
Schublade des Nachttiſches. Zwiſchen Bändern, Schleifen und
Papieren fand ſie die kleine Röhre. Es waren noch drei
Tab=
letten darin.
— Ich will ſchlafen — ſagte ſie halblaut und nahmr alle
drei. Noch eine halbe Stunde kämpfte ſie mit ihrer Angſt und
ihrer Verzweiflung; dann fiel ſie in einen tiefen, bleiernen
Schlaf, aus dem ſie erſt nach 12 Stunden erwachte.
Sie wußte nicht, daß Kemp dreimal an ihrer Tür geklopft
hatte, und ebenſowenig, daß in der Halle ein Kriminalbeamter
ſaß, der auf ſie wartete.
Generaldirektor Blum von der Welt=Rekord=Verſicherungs=
A.=G. bot ſeinem Beſucher einen der tiefen Klubſeſſel an, reichte
ihm eine Kiſte mit ſchweren Importen, und als er ihm noch
be=
hilflich geweſen war, die Zigarre anzuzünden und auf einen
kleinen Knopf gedrückt hatte, wodurch die gepolſterte Tür
elektriſch verſchloſſen wurde, ſagte er mit unübertrefflicher
Lie=
benswürdigkeit:
Sie kommen alſo im Auftrage von Herrn Baron Kemp?”
Der andere, ein dunkler Herr mit ſehr ruhigen, vornehmen
Bewegungen, nickte verbindlich:
„Jawohl — — Baron Kemp hat mich gebeten, mit Ihnen
in Verhandlungen zu treten, betreffs des
Schadenerſatzanſpru=
ches für das geſtohlene Bild.”
Mittwoch, den 4. April 1928
„Der Zeitpunkt hierfür ſcheint mir verfrüht,” antwortete
Blum, „es ſind erſt ein paar Wochen ſeit dem Diebſtahl
ver=
gangen, und wir haben die beſtimmte Hoffnung, mit Hilfe der
Polizei und unſerer eigenen Detektive das Bild zurückzuerlangen.
Wie Sie wiſſen, haben wir eine Belohnung von 50000 M.
ausgeſetzt.”
„Ich will keine unnötigen Worte machen,” ſagte der Fremde,
„und lieber ſozuſagen mit der Tür ins Haus fallen. Unſere
Ver=
handlung ſoll zu einem Vergleich führen. Baron Kemp macht
Ihnen den Vorſchlag, ihm ſtatt eine Million, in welcher Höhe
das Bild verſichert iſt, 400 000 M. auszuzahlen, aber dieſe
inner=
halb einiger Tage.”
Blum wartete einige Zeit mit der Antwort. „Ich glaube
nicht, daß ich auf dieſen Vorſchlag eingehen kann, — ich werde
ihn in einer Direktionsſitzung zur Sprache bringen, aber bevor
nicht etwas Licht in das geheimnisvolle Dunkel dieſes Diebſtahls
gebracht worden iſt, bevor wir nicht wenigſtens einwandfrei
feſt=
geſtellt haben, daß tatſächlich ein Einbruch verübt worden iſt —
Der Fremde ſprang auf:
„Sie wollen doch nicht etwa behaupten —
„Ich behaupte gar nichts, aber es liegt an Ihnen, mir etwas
zu beweiſen. — — — Ich werde mir die Sache überlegen.”
„Herr Doktor, der Vorſchlag des Boron Kemp iſt ſo loyal,
daß ich ſein Angebot nur bis heute nachmittag aufrechterhalten
kann. Es liegt ihm daran, das Geld ſofort zu bekommen.
Selbſtverſtändlich würde er alle Rechte, insbeſondere das
Eigen=
tumsrecht, an Sie abtreten.”
Herr Blum nahm die Karte ſeines Beſuchers in die Hand.
da ihm deſſen Name entfallen war und ſagte:
„Ich werde mir die Sache überlegen, Herr Doktor —
Vierhunderttauſend Mark ſind ein Objekt, auch für eine ſo
kapi=
talkräftige Firma, wie wir es ſind.”
Rechtsanwalt Dr. Morgenthau reichte ihm die Hand:
„Ich werde heute nachmittag nochmal qnrufen.”
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„Wißt ihr das Neueſte?” ſagte Blum zu ſeinen beiden
Di=
rektions=Freunden, „Kemp braucht Geld. Ein gewiſſer
Rechts=
anwalt Morgenthau war bei mir und hat in ſeinem Auftrag
einen Vergleichsvorſchlag gemacht, wonach wir ihm anſtatt
1 Million 400 000 Mark zahlen ſollen.”
„Dann werden wir ihm zweihunderttauſend bieten,” meinte
Lohengrin.
„Wenn er wirklich Geld braucht, macht er es auch für
hun=
derttauſend” kicherte der Dicke, „gehen fünfzigtauſend, die wir
an der Belohnung ſparen, ab, bleiben fünfzigtauſend.”
„Wie rechneſt du das?” fragte der Blonde.
„Sehr einfach — — 50 000 Mark haben wir ausgeſetzt, damit
haben wir uns ſchon abgefunden — — die ſind wir unter allen
Umſtänden los. Nun legen wir noch 50 000 Mark zu und haben
die ganze Sache aus der Welt geſchafft.”
„Meine Herren — —,” ſagte Blum.
„Fange nicht mit „Meine Herren an,” unterbrach ihn der
Dicke, denn wir befinden uns, ſoviel ich weiß, noch im beſten
Einvernehmen. — — Hebe dieſes „Meine Herren” lieber für die
Generalverſammlung auf! — — Aber was wollteſt du ſagen?”
Blum ſtand auf:
„Fühlt ihr denn nicht, daß es alles Schwindel iſt? Glaubt
ihr noch immer daran, daß das Bild wirklich geſtohlen worden
iſt? — — Er hat es unter den Arm genommen und
davonge=
tragen, — — das iſt doch ſonnenklar!“
Das Haustelephon klingelte, und eine Sekretärin meldete,
daß ein Expreßbrief von Hanſemann an die Direktion
ange=
kommen war.
Blum las den Brief vor:
„Es iſt mir gelungen, den Verbleib des Bildes ausfindig
zu machen. Ich habe in Gemeinſchaft wit dem berühmten und
gewiegten Amfterdamer Detektiv William Lincoln verſchiedene
Spuren verfolgt, die zu einer berüchtigten internationalen
Diebesbande führen. Lincoln, der das Haupt der Bande, den
Konſul Bergmann, über den ich bereits um telegraphiſche
Aus=
kunft bat, von früheren Fällen her genau kennt, warnt
drin=
gend davor, die Polizei zu alarmieren, da wir ſonſt wohl des
Täters, aber nicht der Beute habhaft würden. Er gibt den
Rat, mit dieſem Konſul Bergmann außergerichtlich Fühlung
zu nehmen und das Bild gegen eine Summe von 50 000 Mark
zurückzuerwerben. Die Belohnung muß ich leider mit
Lin=
coln teilen.
Drahten Sie bitte, ob Sie geneigt wären, auf dieſen
Vor=
ſchlag einzugehen. — —
„Dein Freund Hanſemann, wie er geht und ſteht,” kicherte
der Dicke, „ſchade um die Telegrammſpeſen.”
„Eine Detektiv=Geſchichte, wie ſie im Buch ſteht,” lachte der
Blonde.
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