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77
Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſfrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 82
Donnerstag, den 22. März 1928.
191. Jahrgang
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auffräge und Leſtung von Schadenerſah. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beitreibung fäll ſeder
Nabait weg. Banſkionto Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und National
Die Front gegen Rußland.
Boliand verweiſt die Totalabrüſiung in das
Reich der Phantaſie.
* Genf, 21. März. (Priv.=Tel.)
Die heutige Vormittagsſitzung der Vorbereitenden Abrüſtungs=
Lommiſion wurde eingeleitet mit einer Rede des hollän=
Siſchen Vertreters Rutgers, der zu den ruſſiſchen
Vor=
ſchlägen Stellung nahm und erklärte, daß die
Total=
abrüſtung, wie die Ruſſen ſie verlangten, einen
Idealzuſtand der Meuſchheit vorausſetze, in dem
miemand mehr anzugreiſen und auch niemand mehr ſich zu
ver=
keidigen brauche. Er bemängelte, daß die ruſſiſche Konvention
eine Angabe ihrer Dauer vermiſſen laſſe und anſcheinend für
wie Ewigkeit berechnet ſei. Für die Kommiſſion komme es darauf
aan, ſich au das praktiſch Erreichbare zu halten. Pläne wie die
Totalabrüſtung gehörten in das Königreich der Phantaſie, das
Redoch nicht das Tätigkeitsfeld der Kommiſſion ſei. Die
Beſtim=
mnungen des Art. 8 des Völkerbundspaktes machten eine
Total=
gabxüſtung durch ihre ſcharfe Begrenzung der Aufgaben der
Kom=
miſſion unmöglich. Zwiſchen dem Wunſch nach einer
vollkom=
mnenen Abrüſtung und dem praktiſch Erreichbaren ergebe ſich ein
tragiſcher Widerſpruch, der durch die Tatſachen hervorgerufen ſei.
Rutgers ging dann näher auf die Beſtimmungen des
ruſ=
ſiſchen Entwurfs über die bewaffnete Polizeimacht ein und
er=
klärte, daß auch die Friedensverträge eine vollkommene
Abſchaf=
fung bewaffneter Kräfte nicht forderten, ſondern z. D.
Deutſch=
land eine Armee ließen, mit dem ausdrücklichen Zweck der
Siche=
rung der inneren Ordnung und des Grenzſchutzes. Man könne
auf Nüſtungen nicht ganz verzichten. Man werde ſie z. B. gegen
alle Fälle vor organiſierten Bandenräubereien nötig haben. Eine
Gefahr werde auch die im ruſſiſchen Entwurf vorgeſehene
be=
waffnete Polizei noch bleiben, da ſie je nach der Größe des
Lan=
des doch verſchieden ſein müſſe. Auch Deutſchland habe die ihm
in Verſailles gelaſſene Armee mit ihren 100 000 Mann nicht für
azusreichend gehalten und deshalb zur Sicherung ſeiner
öffent=
lichen Ordnung noch eine ehenſo ſtarke Schutzpolizei ſchaffen
müſſen. Bei der vollkommenen Abſchaffung aller Bewaffnungen den einzelnen Staaten hin, die im Leben der Völker ein
gefähr=
werde man in einen prähiſtoriſchen Zuſtand zurückfallen.
Da jedoch die ruſſiſchen Vorſchläge weder die Revolution
verhinderten noch eine genügende Sicherheit ſchafften, noch den
Krieg beſeitigten, und die Ruſſen außerdem angeſichts ihrer
ſcharfen, an der bisherigen Arbeit der Kommiſſion geübten Kritik
werde man weiter nach praktiſchen Möglichkeiten ſuchen müſſen,
und er hoffe, daß die Ruſſen ſich auch fernerhin an den
Dis=
kuſſionen beteiligen würden.
Auch Schweden gegen dieruiſiſchen Vorſchläge.
in ſeiner Erklärung darauf, daß ſein Land durch ſeine ganze
Politik ſeinen Friedenswillen bewieſen habe und daß die
Rüſtun=
gen ſeines Landes auch nur defenſiven Zwecken dienten. Er ſei
der Anſicht, daß man an eine totale Abrüſtung nicht
denken könne, ſolange vor allen Dingen nicht die friedliche
Regelung etwaiger Konflikte unter den Völkern geſichert ſei.
So=
lange die Menſchheit aber dieſen Zuſtand noch nicht erreicht habe,
könne man die Sicherung des Friedens, nicht nur dem guten
Willen der Staaten überlaſſen, auf den ſich der ruſſiſche Eutwurf
beſchränkt. Er glaube, daß der ruſſiſche Entwurf auf die Arbeiten
der Kommiſſion einen günſtigen Einfluß ausühen werde, und
hoffe, daß die Ruſſen weiter an den Arbeiten der Kommiſſion
teilnehmen.
Eindeutige Ablehnung durch Amerika.
Erklärung ab, in der er die ruſſiſchen Anträge
ein=
deutig ablehnte. Mit der amerikaniſchen Anſchauung ſei
Totalabrüſtung zu ſehen. Das könne nur durch eine logiſche und
kontinuierliche Fortſetzung der Arbeiten der Kommiſſion geſchehen,
um dadurch zu einer Beſchränkung der Rüſtungen zu kommen.
Erfolgverſprechender als eine Totalabrüſtung erſcheine Amerika,
durch Abſchluß eines Antikriegspaktes das Vertrauen zu ſchaffen
und durch Regionalpakte und friedliche Löſung von Konflikten
die Sicherheit zu gewährleiſten, die ſpäter automatiſch zu einer
könne eher das Vertrauen zerſtören, das zur Erfüllung der Frie= Mittel glauben, die die Leiden der Welt, beſonders das
densarbeit notwendig ſei. Wenn der Wille der Völker wirklich
rung, die ſich auf das Vertrauen des Volkes ſtützt, über dieſen
Willen ein Zweifel herrſchen. Der ruſſiſche Borſchlag ſei auch erſt
einen Monat bekaunt, und man könne ihn bis jetzt unmöglich einen Monat vor der uächſten Vollverſammlung des
Völkerbun=
geprüft haben. Ueber die amerikaniſchen Vorſchläge verhandele
man ſchon drei Monate. Man ſolle daher entweder eine
Kom=
miſſion e nennen, um die Entwürfe zu ſtudieren, oder ſie den
Regierungen zur Stellungnahme unterbreiten. Ein ſolches
Ver=
fahren ſei bisher immer mit Erfolg angewandt worden. Es ſei
unmöglich, den rufſiſchen Eutwurf mit den jetzt ſchon vorliegenden
in Einklang zu bringen. Die Kommiſſion müßte verſuchen, in
Fortſetzung ihrer bisherigen Arbeiten zum Ziele zu kommen.
Polen hält die ruſſiſchen Vorſchläge
für undurchführbar.
ſchläge als ſehr bedeutſam, hielt ſie jedoch ebenfalls für praktiſch
undurchführbar. Wenn die Ruſſen glaubten, durch eine Total=
abrüſtung den Frieden ſichern zu können, ſo müſſe er
demgegen=
über darauf hinweiſen, daß z. B. Staaten mit großer Induſtrie
durchaus in der Lage ſeien, im Geheimen aufzurüſten, ſo daß
ſie eines Tages plötzlich im Beſitze von Kanonen,
Maſchinen=
gewehren und Giftgaſen ſein könnten, mit denen ſie dann die
anderen Völker bedrohten.
vertagt.
Velgiſche Anklagen gegen die Tendenzen des
rufſiſchen Abrüſiungsentwurfs.
Die um 16 Uhr 30 eröffnete Nachmittagsſitzung der
Vorbe=
reitenden Abrüſtungskommiſſion wurde eingeleitet mit einer ſehr
heftigen Anklage des belgiſchen Vertreters Nolin Jacquemine
gegen die Tendenzen des rufſiſchen Abrüſtungsentwurfes. Er
be=
zeichnete ihn, wie geſtern Lord Cuſhendun, als eine Sabotage
gegen den Völkerbund, gegen die europäiſchen Länder und gegen
das Abrüſtungswerk im beſonderen. Er könne in dem Entwurf,
der nichts als Verſtellung ſei, nur den Haß gegen die Ziviliſation
und den Haß gegen die bürgerliche Welt erblicken. Der Entwurf
ſtehe vollkommen im Gegenſatz zu den Grundſätzen, von denen ſich
die Kommiſſion bisher habe leiten laſſen. Es gebe zwei Arten,
ihn zu behandeln, entweder man weiſe ihn einfach vollkommen
zurück oder man unterbreite ihn den Regierungen, damit ſie
ihren Delegierten Inſtruktionen dazu geben könnten, berate ihn
eventuell in der zweiten Leſung und beſchränke ſich jetzt auf eine
proviſoriſche Neſolution.
Der Vertreter Kubas trat für eine eingehende und ernſte
Prüfung der ruſſiſchen Vorſchläge im Detail ein, da ſie ſeiner
Arſicht nach ſehr wichtige neue Geſichtspunkte enthielten.
Illuſionen.
Der Vertreter Bulgariens, Burow,
bezeich=
nete die ruſſiſchen Vorſchläge unter den
augenblick=
lichen Verhältniſſen als undurchführbar. Er wies jedoch
auf die große Gefahr der Ungleichheit in den Rüſtungen zwiſchen
liches Element darſtelle. Entweder müſſe man eine allgemeine
Angleichung des Rüſtungsſtands herbeiführen oder man müſſe
auf Grund des Art. 8 des Völkerbundspaktes die Ungleichheit in
den Rüſtungen beſeitigen. Der griechiſche Einfall von 1925 in
bulgariſches Gebiet würde niemals möglich geweſen ſein, wenn
nicht erwarten könnten, daß ihr Entwurf angenommen werde, die Ungleichheit in den Rüſtungen zwiſchen den beiden Ländern, treuer Verfechter des Dreibundes den Treubruch nicht mitmachte,
nicht beſtehen würde.
Der Delegierte Jugoſlawiens, Markowitſch,
unterſtrich eingangs die Gefühle der Dankbarkeit und
Freund=
ſchaft, die Jugoflawien für das große ruſſiſche Volk beſäße. Wenn
Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen gekommen ſei, unter heftigem Murren der fasciſtiſchen Abgeordneten ſagte er
Der ſchwediſche Delegierte Hennings berief ſich ſo treffe die Verantwortung dafür allein die bisherigen Methoden
der Leiter der ruſſiſchen Politik. Das ruſſiſche Projekt gebe weder die Formierung einer neuen Kammer ſcheint mir keine wahre
Werkes der Rüſtungsverminderung und des Friedens. Die Arbeit Verſammlung die Vertretung der Nation ſein kann, halte ich es
der Abrüſtungskommiſſion ſei wertvoller als die ruſſiſchen
Vor=
ſchläge. Markowitſch trat ebenfalls für eine Erörterung der
ruſ=
ſiſchen Vorſchläge in einer zweiten Leſung ein und legte den
Nuſſen zum Schluß nahe, ſich an der Arbeit des Völkerbundes,
teiligen.
Griechenland ſucht die zweite Leſung zu ver=
Konferenz ungewiß.
Nach einer kurzen Erklärung des finniſchen Vertreters
Der amerikaniſche Vertreter Gibſon gab eine Holſti gab der griechiſche Delegierte Politis eine rhetoriſch be=
Vorſchlägen. Er bezeichnete den im Pakt gegebenen Weg der
es nicht zu vereinbaren, die Sicherung des Friedens in einer Sanktionen, der Friedensſicherung durch Schiedsverträge und erfolgte, während bereits über den Etat des Inneren in einer
Weg, während die ruſſiſchen Vorſchläge gefährliche
ſei es nötig, daß der friedliche Geiſt unter den Völkern ſich aus= wenn auch nur im Geheimen — Nein zu ſagen.
breite, daß der Klaſſenkampf aufhöre, und daß es zu einer Sta=
Nüſtungsbeſchränkung führen müſſe. Eine radikale Abrüſtung zuſtellen. Ungebildete Menſchen könnten wohl an magiſche genden Punkt hin, daß die neue „Kammer” nicht gemäß der
Ver=
auf radikale Abrüſtung gerichtet ſei, dann könnte bei keiner Negie= es jedoch kein auderes Mittel als das, das die Kommiſſon in noch gilt. Es wird alio in ſbiteren Zeiten uuter LunſtandeSit
ernſter Arbeit geprüft habe. Er ſchlug vor, die ruſſiſchen
Vorſchläge eingehend zu prüfen und dieſes Studium
neue Richtung der Abrüſtungsarbeiten entſcheiden zu laſſen.
Aus dieſem Grunde halte er es für angebracht, kein Datum
rüſtungskommiſſion feſtzuſetzen, ſondern es
beiden Abkommens=Entwürfen über die Rüſtungsverminderung bindung mit dem Präſidenten des Sicherheitskomitees, Beueſch,
achte. Politis ſchloß ſeine Nede mit der formellen
Aufforde=
rung an Rußland, als Mitglied in den Völkerbund einzutreten.
im Effekt darauf hinauslaufen, die zweite Leſung unter Un= königliche Fahne Italiens iſt noch vor dem Zeichen des Fascio
ſtänden bis 1930 zu vertagen, wurde die Sitzung um 6.10 Uhr bewahrt worden, und die königliche Macht wird ſeit kurzer Zeit
Der polniſche Delegierte Sokal bezeichnete die ruſſiſchen Bor= geſchloſſen. Präſident London teilte mit, daß in der morgen in allerlei Aeußerlichkeiten viel mehr gezeigt und betont, als man
nachmittag um 4 Uhr beginnenden Sitzung Litwinow auf die bisher gewohnt war. Der König hat keine Luſt zum Selbſtmord,
verſchiedenen Erklärungen antworten wird.
Harakiri.
Von unſerem ᛋ=Korreſpondenten.
Rom, 20. März.
Die italieniſche Kammer hat Harakiri gemacht. Der
Selbſt=
mord war ſchon ſeit geraumer Zeit beſchloſſen, ſeit jenen Tagen,
in denen das neue Projekt für die „ſymboliſche Wahl” der
zu=
künftigen „nationalen Vertretung”, der Rappreſentanza nazionale,
vom Großrat des Faseismus genehmigt worden war. Um der
Form zu genügen, bedurfte es nur noch der Zuſtimmung des
Nach der Rede Sokals wurde die Sitzung auf heute 16 Uhr Parlaments, dieſer Kammer, die nur noch ein Schatten einſtiger
parlamentariſcher Macht und Gepflogenheit eines Staates war,
der ſeine Entwicklung zur Großmacht gerade dieſem Volks=
Parlamentarismus verdankte. Die Zuſtimmung iſt kürzlich ohne
Diskuſſion gegeben worden. Es war ein ſchäbiger Selbſtmord.
So ſchäbig, daß es unrecht wäre, ihn mit dem Worte Harakiri
zu bezeichnen. Denn der Freitod des Japaners iſt eine
Ehren=
ſache. Dieſe Annahme der Reform für die nationale Vertretung
aber hat mit dem Begriff des ehrenvollen Harakiri herzlich wenig
gemeinſam. Nur ein Mann hat bei dieſem Kammerſelbſtmord
wirklich doch Harakiri vollzogen; der alte Giolitti. Für ſich und
einige nicht genannte Freunde.
Die ganze Verhandlung geſchah ohne jede Diskuſſion. Nicht
einmal geſprochen wurde über die Reform, nicht einmal ein paar
Worte für den jetzt begrabenen Parlamentarismus der alten
vor=
fasciſtiſchen Kammer gefunden. Katzen werden nicht elender
erſäuft als dieſe Einrichtung, der das neue Italien ſein Werden
verdankte. Der Sekretär des Kammerpräſidenten brachte den
Text der Reform zur Verleſung, ein Abgeordneter wünſchte noch
ein Wort eingefügt, nämlich, daß nicht nur verdienſtvolle Leute
aus Kunſt und Wiſſenſchaft zur nationalen Liſte zugezogen
wer=
den ſollten, ſondern auch verdienſtvolle Soldaten. Muſſolini
ſtimmte zu, und die Sache war damit erledigt. Aber ehe man
zur Abſtimmung kam, verlangte die letzte Säule des italieniſchen
Parlamentarismus, der vielfache Premier Giolitti, das Wort zur
Abſtimmung. Und nun hat dieſer kluge Mann, der ſchon 85 Jahre
Die Balfan=Mächte gegen die ruſſiſchen alt iſt, noch einmal ſeine Stimme erhoben, ehe er endgültig —
wenigſtens ſolange dieſes fasciſtiſche Regime dauert — vom
Kampfplatz der Kammer abtritt. Inmitten einer feindlich
ge=
ſinnten Maſſe von Männern hat er den Mut gehabt, die Stimme
gegen dieſe Farce eines Parlamentarismus zu erheben. Er, der
alte Parlamentarier, der ſich ſtets bemühte, der Verfaſſung gerecht
zu werden, und zu allen Zeiten ein königstreuer Demokrat war,
erhob Einſpruch gegen die ſogenannte Reform. Dieſe mutige
Tat war eine Ehrenſache für den Mann, der durch ein halbes
Jahrhundert hindurch in Montecitorio, dem Palazzo der
italie=
niſchen Kammer, geſeſſen hat. Aufrecht und ſchlank in ſeiner
hageren, dunkel gekleideten Geſtalt ſtand er zum letzten Male an
ſeinem Platz. Er beging wirklich Harakiri, in Ehren und
auf=
rechten Mutes, gerade ſo wie er als Freund Deutſchlands und
ſondern ſein Amt als Miniſterpräſident niederlegte, als er den
Krieg nicht mehr verhindern konnte.
Die kurze Erklärung aber, die er der ermordeten Kammer
bis zu einer Auferſtehung in normaleren Zeiten mitgab,
verur=
es bisher zwiſchen Rußland und Jugoſlawien noch nicht zur teilte klipp und klar die neue Methode der „ſymboliſchen Wahl”,
nach einer kurzen Einleitung: „Die vorgeſchlagene Methode für
eine reale noch eine praktiſche Grundlage zur Förderung des und wirklich nationale Vertretung ſchaffen zu können. Damit eine
für nötig, daß die Mitglieder dieſer Verſammlung in voller
Frei=
heit direkt von den Wählern gemäß den Wahlgeſetzen gewählt
werden, wie es der Artikel 39 der Verfaſſung vorſchreibt.
Jeg=
liche Möglichkeit einer Auswahl bleibt unterdrückt, wenn man
dem ſie jetzt noch nicht angehörten, in größerem Maße zu be= nur eine einzige Liſte vorſchlagen kann. Dieſes Geſetz, das die
Auswahl der Abgeordneten dem fasciſtiſchen Großrat anvertraut,
ſchließt von der Kammer jegliche Oppoſition politiſchen
Charak=
ters aus und beweiſt die entſcheidende Trennung des fasciſtiſchen
hindern. — Die Einberufung der Abrüſiungs: Regimes des Staates. Aus diefen Gründen muß ich, zugleich
auch im Namen einiger weuiger Kollegen, erklären, daß wir nicht
in der Lage ſind, für das Geſetz zu ſtimmen.”
Einer der wilden Männer der Kammer, der auch bei der
Südtiroler Frage ſich wichtig gemacht hat, wollte dem Großmeiſter
achtenswerte Darſtellung ſeines Standpunktes zu den ruſiſchen des Parlamentarismus antwarten, aber Muſſolini winkt, ab,
und die Kammer ging zur geheimen Abſtimmung über. Dieſe
Vergleichsabkommen als den einzig möglichen und realiſierbaren ganz belangloſen Rede verhandelt wurde, und ergab, daß bei
205 folgſamen fasciſtiſchen Jaſagern doch immerhin noch fünf
Illuſionen erwecken müßten. Um ſie zu verwirklichen, zehn Mann in dieſer ſterbenden Kammer waren, die es wagten
Der Selbſtmord iſt alſo vollzogen. Nur einer wagte den
biliſierung der ökonomiſchen Verhältniſſe komme. Es ſei unrecht ehrenvollen Tod: Giolitti. Aber gerade dieſe Worte vor ſeinen
von den Ruſſen, die Arbeit der Kommiſſion als ergebnislos hin= Harakiri werden Wert behalten. Denn ſie weiſen auf den
ſprin=
faſſung zuſammenkommen wird. Zugleich aber betonen die Sätze
ſchlimmſte Leiden, den Krieg, heilen könnten. Praktiſch gebe Giolittis noch, daß eben der Artikel 39 der Verfaſſung immer
wichtig ſein, gerade auf Grund dieſes Vorbehalts von Giolitti
feſtzuſtellen, daß die Rappreſentanza uazionale nicht
verfaſſungs=
gemäß war und daß ihre Beſchlüſſe oder Zuſtimmungen nicht für
des zu beenden, und die Volberſammlung nachher, über eine die Zukunft hindend zu ſeiut brauchen. Dieſer Hinheis Giolitis
auf die Verfaſſung in einem Augenblick, der vielleicht die letzte
Möglichkeit, dies zu tun, wwar, bedarf der beſonderen Beachtung.
für die nächſte Sitzung der Vorbereitenden Ab= Man geht kaum fehl, wenn man darin zugleich eine Maßnahme
der königstreuen Kreife ſieht, zu denen auch der fasciſtiſche
Mini=
dem Präſidenten Loudon zu überlaſſen, in Ver= ſter und einzigſte Gegenſtieler Muſſolinis, der alte Nationaliſt
Federzoni, gehört. Dieſe Leute tun alles, was dem König nutzen
ein Datum zu beſtimmen, an dem er eine neue lann, um die Verfaſſung der Monarchie zu ſchützen. Noch iſt es
Einberufung der Konferenz für notwendig er= Muſſolini nicht gelungen, den König ganz auszuſchalten. Man
kann vielmehr feſtſtellen, daß die Macht des Königs in letzter Zeit
zugenommen hat. Die Kammer hat er zwar nicht mehr retten
Nach den ſenſationell wirkenden Vorſchlägen Politis, die können, aber der Senat konnte noch nicht ermordet werden. Die
nicht einmal zum ehrenvollen Harakiri.
Seite 2
Nummer 82
Elſaß=Lothringen
und die franzöſiſchen Wahlen.
Dr. Ricklins Verhaftung. — Das Keſſeltreiben
gegen die heimattreuen Elſäſſer.
Straßburg, 21. März.
Wie bereits gemeldet, iſt der ehemalige eſſaß=lothringiſche
Landtagspräſüdent Dr. Ricklin von den franzöſiſchen Behörden
erneut verhaftet worden. Man kann dieſe Maßnahme wohl nur
in Zuſammenhang bringen mit der Wahlbeeinſluſſung, die von
franzöſiſcher Seite auf Grund der bevorſtehenden Neuwahlen
auch jetzt wieder in Elſaß=Lothringen mit allen Mitteln verſucht
wind. Die „D. A. Z.” erinnert in dieſem Zuſammenhang daran,
wie vor neun Jahren im badiſchen Kehl ſich Dr. Richlin bei der
franzöſiſchen militäriſchen Beſatzungsbehörde melden mußte, die
ihm als Zſwangsaufenſhalt den Ort Bodersſweier zuwies. Dort
hielt man den ehemaligen Reichstags= und
Landstagsabgeord=
neten nach ſeiner Ausweiſung aus der „befreiten Heimat”
ge=
fangen, obwohl ſich faſt die Geſomtheit der Bürgermeiſter und
Pfarrer des Hantons Dammerkirch durch eine Eimgabe um die
Auſhebung des Beſchluſſes bemüht hatten. Als im Herbſt 1919
Elſaß=Loihringen zum erſten Male berufen war, Abgeoldnete
zur franzöſiſchen Kammer zu wählen, ließ die militäriſche
Dik=
tatur, die damals auf dem Lande lag, die nachgeſuchte Rücllehr
Dr. Richlins nicht zu, wie ſie damals auch jede freie Ausſprache
über die Heimatfragen in der Oeffentlichkeit untepband. Erſt an
dem Tage, an dem auch das franzöſiſche Parlament den
Frie=
densvertrag annahm, wurde Dr. Richlin in Freiheit geſetzt.
Maan arbeitet diesmal mit veralteten Beſtimmngen
ſtraf=
rechtlicher Natur, um unliebſſame Widevſacher des
gegenwär=
tigen Regimes der „Afſimilation” für die Wahlzeit unſchädlich
zu machen. In einem „Verfahren gegen Undbekannt” wegen
angeblicher Bedrohung der inneren Sicherheit des Staates
wur=
den 25 Elſäſſer in den letzten Monaten verhaftet. In dieſſer
Linie liegt denn auch die erneute Verhaftung Dr. Ricklins unter
dem Verdacht hochverräteriſcher Umtriebe. Für dieſe
Verhaf=
tung und die Internierung Ricklins im Müſhauſener
Unter=
ſuchungsgefängnis genügte ben Autonomiſtenſeinden die
Dat=
ſache, daß Dr. Richlin Vorſitzender des Redakuomskomitees der
autonomiſüſchen Wochenſchrift „Die Zudunft” iſt, daß er die
Manifeſte des „Heimaübundes” mit unterzeichnete, und daß er
ſich weigerte, anſtatt der elſäſſiſchen Fahne, die franzöſiſche
Fahne an ſeinem Hauſe zu zeigen.
Es iſt höchſt bezeichnend, daß auch Dr. Richlin — wie Dr.
Haegy, wie Prof. Brogly und viele andere — zu den Elſaß=
Loihringern gehören, die durcheus zu lohalſter Staatstreue
gegen Frandreich bereit waven, und die in keiner Weiſe als
Feinde Frankreichs anzuſehen geweſen ſind, die man aber durch
die ſeit bald zehn Jahren geführte Elſaß=Politik in zmumer
ſchärfere Oppoſition getrioben hat. Jedenſalls zeigt die
Ver=
haftung Dr. Richlins, daß der franzöſiſche Kurs in den neun
„Jahren ſeit jener Internierung des frücheren elſaß=
lothringi=
ſchen Landtagspräſidenten zu keiner Mſillderung der Gegenſätze
geführt hat, vielmehr die Kluft zwiſchen „Mutterland” und
„befreitem Gebiet” immer weiter vergrößert.
Der Gegenſatz der fvanzöſiſchen Dheorie von einer einzigen,
unteilbaren Repußlik und des elſaß louhringiſchen
Heimatgedan=
kens tritt imer ſchärfer zutage. Die Vorlage des bereits früher
gekennzeichneten Geſetzes „zum Schutze der Integrität des
fvan=
zöſiſchen Staatsgebietes” läßt darüber nicht den geringſten
Zwei=
fel mehr. Da erſt die kommende Kmmer übber dieſes Geſetz ſich
ſchlüſſſig werden ſoll, ſo iſt freilich ſehr begreiflich, daß
gegen=
wärvig, wo ja Elſſaß=Lodhringen vor der Wahl ſeiner Vertreter
im franzöſiſchen Parloment ſteht, das Keſſeltreiben gegen die
heimattreuen Eläſſer erneut in beſonderer Schärfe zutage tritt.
Antrag der Türkei
auf Aufnahme in den Völkerbund?
* Genf, 21. März. (Priv.=Tel.)
Wie aus engliſcher Quelle verlautet, iſt damit zu rechnen,
daß in nächſter Zeit ein Antrag der Türkei auf Aufnahme in den
Völkerbund erfolgen wird. Man ſpricht davon, daß die Türkei
die Bedingung ſtellen wird, daß ihm ein nichtſtändiger Ratsſitz
zugeteilt wird. Der Aufenthalt des türkiſchen Außenminiſters
Tewfik Ruchdy Bey in Genf ſoll angeblich dazu dienen, die erſten
Sondierungen in dieſer Richtung in den Kreiſen der übrigen
Mitgliedsſtaaten des Völkerbundes vorzunehmen.
*Franz Schreker.
Zu ſeinem 50. Geburtstag am 23. März.
Von Sophie Lederer=Eben.
Vielleicht, daß die intenſiven Wirhungen des Lichtes, wie ſie
ſich in ſeinen Werken in orgiaſtiſchen Farbenräuſchen offenbaren,
einer gigantesken Sehnſucht entſproſſen ſind, einer Sehnſucht, die
nichts gemein hat mit jener gut bürgerlichen, von der
Haupt=
manns Weber an einem Aktſchluß behauptet, daß „ein joder ſie
hat!‟ Er mußte in ſeiner Muſik wohl zu den phantaſtiſchen
Licht= und Farbenvorſtellungen der Blinden gebangen, weil die
erſte: Jahrzehnte ſeiner jungen Lebens ſo blaftertief im Finſtern
verſchüttet lagen. Nicht nur nach künſtleriſcher Richtung hin, durch
reſtloſe Verſtändnisarmut der eigenen Lehrer und Freunde, in
deren Herzen die beglückende Flamme mit auflodevn, ſich
ver=
fielfachen ſollte, — ſondern durch die Dürre und
Sonnenloſig=
keit ſeines Lebens überhaupt. Die Mittel — Wort und Ton,
denn auch ſeine Texte ſchreibt ſich Schreker ſelbſt — dieſe Mittel,
durch die ſich der Dichterkomponiſt Welten und Erfüllungen „aus
der Erde ſtampft”, die das Leben nicht kennt, ſind in ihrer
Ver=
wendung nicht immer „erleſen”. Aber — hat ein „
Ausgehunger=
ter”, der ſich auf Langerſehntes ſtürzt, um ſeie Sehnſucht
end=
lich zu befriedigen — Kultur? Gewiß nicht! Es wind ihm
zu=
nächſt darauf ankommen, ſich zu ſättigen. Und erſt ſpäter wird
er lernen, dies mit Auswahl und Grazie zu tun. Wie Schreker,
je „geſättigter” er durch Erfüllung ſeiner Farbenklangſehnſucht
wurde, je mehr von ſeiner „Unbedenklichkeit” in bezug auf
Diktion und muſfaliſchen Ausdruck geheilt ward. Die letzten
Arbeiten ſind deß Zeuge.
Die Herrlichk”t der Farbenräuſche des Südens beeindruckte
ſchon die noch dänmernde Seele des Kindes, und ward — je
mehr Erinnerung? — deſto heißere Sehnſucht; die erſten vier
Jahre ſeines Lebens lachte ihm ein Paradies, — ſeinen
Geburts=
ſtadt Monaco. Zufall kann man dies nennen, denn die Eltern
waren Oeſterreicher, und der Vater von ſeltſamer Unruhe
getrie=
ben, verſuchte es nur ein paar Jahre, dort als „Hofphotograph”
auf einen grünen Zweig zu kommen. „Schickſal” iſt es
gewor=
den für ihn und den Klangcharakter ſeines Lebenswerkes, ſo gut
wie die ganze Darbehölle ſeiner Jugend! — Merkwürdig, wie
ſehr der Vater Schrekers an den Vater Carl Maria von Webers
erinnert! Begabt wie jener (Inhaber der öſterreichiſchen
gol=
denen Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft), iſt er auch von der
gleichen „nervöſen” Wanderbuſt beſallen. Aber wenn der junge
Donnerstag, den 22 März 1928
Vom Tage.
Der Reichsinnenminiſter hat dem Reichspräſidenten die
Wieder=
ernennung des ſtellvertretenden Präſidenten der
Reichsdiſziplinarkammer Darmſtadt,
Landgerichts=
direktor Neuroth=Darmſtadt, deſſen Amtszeit im 1. Halbjahr
1928 abläuft, vorgeſchlagen. Der Reichsrat nahm hiervon Kenatnis.
Eine endgültige Entſcheidung über den Wahltermin
liegt noch nicht vor, doch iſt als wahrſcheinlich anzunehmen, daß
die Reichstagsneuwahlen ſpäteſtens am 20. Mai
ſtatt=
finden werden.
Der Parteivorſtand der Deutſchen
Demokrati=
ſchen Partei und die Wahlkreisvorſtände ſind zur Aufſtellung der
Reichsliſte und der Landesliſten für Dienstag, den 3. April,
nach Berlin berufen worden.
Durch Notenaustauſch zwiſchen der deutſchen und der belgiſchen
Re=
gierung iſt nunmehr das deutſch=belgiſche
Ausgleichs=
abkommen in Kraft geſetzt worden.
Von den in Genf weilenden Handelsdelegationen Oeſterreichs und
Ungarns iſt das neue revidierte Handelsabkommen
zwi=
ſchen Oeſterreich und Ungarn unterzeichnet worden.
Der Vertrag wurde auf ein Jahr abgeſchloſſen und wird nunmehr den
beteiligten Regierungen und Parlamenten zur Amnahme vorgelegt
werden.
Der bekannte polniſche General Sikorſki bisher
Korpskommandant von Lemberg, hat ganz plötzlich und
uner=
wartet ſeine Demiſſion erhalten.
Außenminiſter Briand und der ſchweizeriſche
Geſandte Durard haben im Quai dOrſay die
Ratifizie=
rungsurkunden des jüngſt von Frankreich angenommenen
Schiedsgerichtskompromiſſes über die Bonenfrage
ausgetauſcht.
Die engliſche Kriminalpolizei iſt einem großen
Waffenſchmug=
gel vom Kontinent über London nach Irland auf die
Spur gekommen.
Die franzöſiſche Note auf die letzten Vorſchläge
Kelloggs iſt von den Sachverſtändigen des Quni d’Orſay geſtern
Briand zugeleitet worden, der ſie nunmehr dem Kabinett zur Kenntnis
geben wird. Man nimmt an, daß die Antwort die Vorſchläge
Kelloggs annehmen wird unter dem Vorbehalt, daß dadurch
die Völkerbundsverpflichtungen nicht unmöglich gemacht werben.
RheinlanddebatteimUnterhaus
Kenworthys Antrag auf Verminderung der
engliſchen Beſatzung abgelehnt.
EP. London, 21. März.
In der geſtrigen Unterhausdiskuſſion über den Antrag
Kemorthys, die Befatzung im Rheinland zu vermindern,
for=
derten mehrere Redner den Premierminiſter auf, die
Zuſiche=
rung zu geben, daß die engliſche Beſatzungsarmee, nicht für
un=
beſtimmte Zeit in der jetzigen Beſatzungszone verbleibe.
Kriegs=
miniſter Sir Worthington=Evans entgegnete, die Frage der
Bei=
behaltung einer interalliierten Beſatzungsarmee könne nicht in
parlamentariſcher Debatte behandelt werden. Die engliſchen
Effektivbeſtände ſeien bereits im Jahre 1927 um etwa tauſend
Mann herabgeſetzt worden und hielten ſich gegewwärtig um ein
Geringes unter der vorgeſehenen Zahl. Sie betrügen 6328
Offi=
ziere, Unteroffiziere und Soldaten. Der Generalſtab könne im
Hinblick auf die von ihm zu erfüllenden Pflichten, vor allem
auf die Zuſammenarbeit mit Frankreich und Belgien, nicht
herabgeſetzt werden. Der Antrag Kenworthys wurde darauf mit
222 gegen 129 Stimmen abgelehnt, und das Unterhaus begann
mit der Beratung des Budgets des Luftfahrtminiſteriums.
Erklärungen des engliſchten Luftfahrtminiſters.
Im Unterhaus führte der Luftfahrtminiſter Hoare aus, es
ſei das Ziel der Regierungspolitik, eine Luftflotte zu
er=
bauen, die hinreichend ſtark ſei, um die Gefahren eines Angriffs
auf Großbritannien ſo groß zu machen, daß niemand es wagen
würde, einen ſolchen Verſuch zu unternehmen. Der
Reichsver=
teidigungsausſchuß ſei auf Grund einer vor einigen Jahren
an=
geſtellten Unterſuchung zu der Entſcheidung gekommen, daß
min=
deſtens 52 Geſchwader für Verteidigungszwecke
erforderlich ſeien. Großbritannien beſitze jedoch
nur 30 bis 40 Geſchwader, und er werde ſich nicht
zu=
frieden geben, bis dieſes Programm von 52 Geſchwadern
voll=
kommen ausgeführt ſei. Zur Frage der Transatlantik=Flüge
ſagte Miniſter Hoare, er würde es für unklug halten, wenn ſich
die Regierung geſetzliche Vollmachten zur Verhinderung
derarti=
ger Flüge erteilen ließe. Er würde es wohl lieber ſehen, wenn
ſolche Flüge nicht verſucht würden, bis dazu beſſer geeignete
Flugzeuge vorhanden ſeien. Aber es ſei doch für den Staat ſehr
ſchwierig, Einzelperſonen daran verhindern zu wollen, ſolche
Flüge zu machen, wenn es ihr Wunſch ſei.
Weber durch das raſtloſe Umherſtreifen ſeiner Familie in großen
und kleinen Städten, durch die Stellung des Vaters als
„Theaterdirektor” wenigſtens den einen großen, für ſeine ſpätere
Bühnenlauſbahn ſo wichtigen Vorteil zieht, mit dem
Theater=
betriebe aufs innigſte vertraut zu werden, ſo lernt Schreker durch
das ewige Umherſchleppen der Familie von Ort zu Ort (außer
der Mutter noch ein Knabe und zwei Mädchen) nur das nackte
Elend der immer Heimatloſen kennen. Früh, wie der Vater
Webers, ſtirbt auch dieſer Unraſtvolle. Der Knobe Franz iſt erſt
zehn Jahre alt.
Die Mutter, eine geborene von Kloßmann, mit Beziehungen
in die allerhöchſten Kreiſe, die ihr nicht helſen, fiedelt nach Wien
über, und ſucht ſich mit den vier unerwachſenen Kindern
Hutrch=
zufetzen, gründet einen kleinen Laden; tapfer, lebenstüchtig,
ver=
ſäumt ſie nichts an der Erziehung der Kinder; der Kuabe Franz
konumt in die Realſchule, in die Muſikſchule und erhält
Geigen=
unterricht. Nichts deutet auf einen Wunderknaben. Die Hand
des nervöſen, ſchwächlichen, weil darbenden Kindes, iſt unſicher.
Aber ein „Quartett für vier Violinen” wird als Frucht der
muſikaliſchen Studien geſchrieben, und der Geigenlehrer Pfleger,
ein Stiller im Lande, mit ausgedehntem Wiſſen und treſſſicherem
Urteiſ, erkennt daran des Löwen Klaue. Man möchte mehr für
den Knaben tun — man kann es nicht. Am „Zehrfieber” im
Hunger, ſtirbt ſein Schweſterchen. Troſtlvſeſtes Milieu, laſtendſte
Stimmung. Da erhält Franz durch ſeinen gütigen Lehrer die
Döblinger Organiſtenſtelle. Es gelingt ihm auch, Unterricht zu
geben; die Mutter ſitzt nachts auf und näht Wäſche. So kommt
der ſchmale Lebensunterhalt mühſam zuſammen. Bei alledem
gründet der Knabe Schreke; einen Muſikverein in Döbling, den
er ſelbſt leitet, für den er ſelbſt die Muſik ſchreibt. Das
Kon=
ſervatorium Bachrich und Roſé, das Franz beſucht, will daſür
den Eigenbrödler relegieren. Da legt ſich der Döblinger
Bürger=
meiſter für den Begabten ins Zeug, — er geht ſtraffrei aus.
Und nun iſt das Konſervatorium auf ihn guſmerkſam. Er
wird in die Kompoſitionsklaſſe von Profeſſor Fuchs eingereiht,
erhält durch ihn die ſtrengſte formal=muſklaliſche Zucht und ein
Stipendium dazu. Das war wohl ein Lichtblick, — trotzdem
muß das Ningen weitergehen. Um jede ihm belguntwerdende
freie Stelle bemüht er ſich vergebens. Aber nichts zerbricht ihn.
Durch Stundengeben erhält er ſich mühſelig. Die in der
Konſer=
vatoriumszeit geſchriebenen Lieder „Auf den Tod eines Kindes”
ut. a. gehen, wo ſie gehört wwerden, ohne großen Eindruck vorüber.
Ebenſo ein Orcheſterſtück, klangſchwelgeriſch für Streicher und
Harfe. Umd immer mehr zieht ihn die Bühne an. Als Kuabe
hat er ſchon kleine Opern geſchrieben und, ſelbſt Regiſſeur, Dich=
Dauerntumulte unv Siderien.
Der Reichsfinanzminiſier warnt.
Berlin, 21. März.
Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler hat geſtern abend die
Füh=
rer des Landbundes zu ſich gebeten, um energiſche Verwahrung
dagegen einzulegen, daß die Regierung mit Steuerſtreik bedroht
und durch ungerechtfertigte Vorwürfe die begreifliche deprimierte
Stimmung auf dem Lande zu agitatoriſchen Zwecken ausgenutzt
werde. Die Regierung ſei mit dem, was ſie für die
Landwirt=
ſchaft tue, an der Grenze des finanziell Möglichen angelangt.
Unter dem Druck der Ankündigung offener
Re=
bellion könnten jedenfalls keine
weitergehen=
den Hilfsmaßnahmen beſchloſſen werden.
Die Vorgänge in Langenöls.
Berlin, 21. März.
Zu den Vorfällen bei der Verſteigerung in Langenöls wird
mitgeteilt, daß der Regierungspraſident geſtern eine
Verhand=
lung mit den Führern der landwirtſchaftlichen Bewegung
ge=
habt hat mit dem Zwecke, weiteren Zwiſchenfallen vorzubeugen.
Die Vertreter der Landwirtſchaft haven ſich bereit ertlärt, mit
allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln auf die ihnen
nahe=
ſtehenden Schichten in dieſem Sinne einzuwirken. Heute iſt
wiederum eine Verſteigerung in Langenöls feſtgeſetzt, die ohne
polizeiliches Aufgebot abgehalten werden wird. Der
Kreisland=
bund von Nimptſch hat heute eine Erklärung erlaſſen, worin er
nochmals darauf hinweiſt, daß er vor ungeſetzlichen Maßnahmen
warnt. Ebenſo hat der in Frage kommende Landrat eine
Er=
klärung abgegeben.
Der Breslauer Regierungspräſident Jänicke, der bei dent
geſtrigen Beſprechungen in Langenöls mit den örtlichen
Behör=
den und den Vertretern der Landwirtſchaft über die
Vorkomm=
niſſe bei den Verſteigerungen daran feſtgehalten hat, daß an den
heutigen Verſteigerungsterminen nichts geändert werden dürfe,
hat von dem Landrat von Nimptſch, dem ſozialdemokratiſchen
Reichstagsabgeordneten Seibold, eine heute vormittag im Kreiſe
zu verbreitende Bekanntmachung erhalten, in der es heißt:
Durch die Prüfung der Beſchwerden über die Verſteigerungen
durch den Regierungspräſidenten konnten die für den 21. Marz
angeſetzten Verſteigerungen natürlich nicht aufgehoben werden,
da die Staatsgewalt vor den ungefetzlichen Handlungen in
keiner Weiſe zurückzuweichen geſonnen iſt. Die vorgebrachten
Beſchwerden ſollen einer ſofortigen Nachprüfung unterzogen
werden. Stellen ſie ſich als berechtigt heraus, ſoll Abhilfe
ſtatt=
finden.
* Die „Bauernrevolte” in Nimptſch, die von der Linken als
politiſche Senſation ausgeſchlachtet werden ſollte, hat ſich raſch
in aller Ruhe aufgelöſt, ohne daß der Einſatz ſtaatlicher
Macht=
mittel notwendig wurde, ſobald die höhere Verwaltungsbehörde
mit menſchlichem Wohlwollen und politiſcher
Unvoreingenommen=
heit die Angelegenheit prüfte. Dabei hat ſich herausgeſtellt, daß
auch nach der Auffaſſung des Regierungspräſidenten eine
unge=
wöhnliche Notlage der Bauern vorlag und daß es unter dieſen
Umſtänden berechtigt war, die eingeforderten Steuerbeträge, um
die ſich die ganze Zwangsverſteigerung drehte, zu ſtunden. Wäre
eine ſolche Prüfung auf die eingereichten Geſuche rechtzeitig
er=
folgt, dann war die ganze Aufregung überflüſſig. Als Ergebnis
bleibt noch eins feſtzuſtellen, das wie eine Satire auf unſerer
ganzen Tagespolitik liegt: daß ein Bauer nämlich, der für ſich,
ſeine Familie, gegen die Ungunſt des Wetters und um die
Er=
haltung ſeiner Scholle kämpft, gepfändet wird wegen rückſtändiger
Steuern, daß aber ein Erwerbsloſer, der von dieſen Steuern
unterhalten wird, auf derſeiben Zwangsverſteigerung ein Schwein
des gepfändeten Bauern für 60 Mark erſteigern kann. Daraus
ſpricht doch eine ſolche Verlagerung der ſozialen Auffaſſung, daß
ſie hoffentlich nach beiden Seiten hin zum Nachdenken anregen
wird.
Die Nachfolger Mahriſch”
EP. Paris, 21. März.
Das deutſch=franzöſiſche Informations= und Dokumentiernngs=
Komitce teilt mit, daß an Stelle des jüngſt verſtorbenen Komit
epräſi=
denten Mahriſch künftig die Präſidenten der franzöſiſchen und der
deutſchen Sektion gemeinſam den Vorſitz führen werden, für das
kom=
mende Jahr alſo der franzöſiſehe Botſchaſter Charles Laurent und der
frühere deutſche Staatsminiſter von Noſtitz=Wallwitz. Das Komitee
tberde im Juli in einer noch) zu beſtimmenden Stadt zuſammentreten.
Als neue Mitglieder wurden u. a. aufgenommen Franzöſiſ herſeits der
bekannte Volkswirtſchaf ler und Journaliſr Lucien Romier, ehemals
Redakteur an der „Jouruée Induſtrielle und am „Figaro”, und der
Adbokat Henri Robert, deutſcherſeits die Profeſſoren Bergſträßer und
Hellpach von der Univerſität Heidelberg, der Generaldireltor des
Deut=
ſchen Kalifyndikates, Döhn, und der Vizepräſident des Deutſchen
In=
duſtrieveihandes, Froſvein, und der Berliner Geſchichtsprofeſſor Oncken.
ter, Muſiker, ſie mit Kameraden aufgeführt. „Es war mir klar”,
ſchreibt Schreker, ,daß ich alle wühlenden, gebundenen Kräfte
nur in der muſikdramatiſchen Form zu klingendem Leben
er=
wecken konnte. Ich beſann mich zu rechter Zeit auf mich ſelbſt,
auf das Drama des Werdenden Und ich ſchrieb den „Fernen
Klang” aus meinem eigenen jungen Euleben heraus‟. Die
erſten zwei Mte der Oper lagen 1903 vor: „Doch jeder, dem ich
es zeigte, erklärte es für Unſinn. Auch mein Lehrer Fuchs ſagte,
es ſei „verrücktes Zeug‟. Da ließ ich es liegen, denn ich hatte noch
Autoritätsglauben.” — Nach Jahren hört Schreker aber Strauß”
„Salome” und findet, daß er „auf dem richtigen Wege” iſt. Er
faßt neuen Mut, komponiert das „Nachtſtück”, das Vorſpiel
zum dritten Akt, es kommt in Wien 1909 zur Aufführung und
erringt einen vom Komponiſten ſelbſt am wenigſten erwarteten
großen Erfolg. Kurz darauf wird der „Ferne Klang”, der lange
als Torſo im Schreibtiſch gelegen, ſelbſtbewußt vollendet.
Und von da ab iſt es, als habe das dunſle Geſtirn, das
bisher über ſeinem Leben ſtand, die Macht verloren Von
außen an ihn heran tritt der Auftrag der Malervereinigung
„Sezeſſion”, eine Muſik (gelegentlich der Eröffnung ihrer
Aus=
ſtellung 1908) zu ſchreiben. Eine Tanzpantomime, die die
Tänzerin Wieſenthal ausführen ſollte. Schreker entnahm einen
Stoff dem Märchen von Oscar Wilde: „Der Geburtstag der
Inſantin” und das Werk wurde unter dem Titel: „Spaniſches
Feſt” an der Berliner Staatsoper aufgeführt. Zum erſtenmal
hörte hier Schreker Klänge ſeiner „angefeindeten” Richtung.
Und das gab Mut, auch die Aufführung des „Fernen Klang” mit
allem Aufgebot zu betreiben. Im Jahre 1912 — zehn Jahre nach
dem Ergreifen der Feder zu dieſer Arbeit — wurde das
Jugend=
werk in Frankfurt a. M. gegeben. Und von dieſer Stunde gehört
der Name Schreker der Muſikgeſchichte. Was für Schreker außer
dem unerhörten Rauſch der klanglichen Farben charakteriſtiſch iſt,
iſt das Italieniſierende ſeiner Melodie und ihre ſtarke
Sinnlich=
keit. Die Sprache iſt oft gar zu „ſymbolhaft”, ſchwer verſtändlich
und daher oft Hindernis für die faſzinierende Wirkung feiner
Klangmiſchungen, die aufs Raffinierteſte berechnet ſind; womit
ich nicht ſage, ſie wären nicht empfunden. Die eigentümliche glas
ſerne Wirkung der Celeſta, das Schwirrende der Harfe werden
oft herangezogen zur Erzeugung überſinnlicher und doch ſo
ſinn=
licher, ſchwül=myſtiſcher Stimmung. Die bekannteſten Opern
Schrekers ſind noch: „Der Schatzgräber” „Die Gezeichneten”,
„Das Spielwerk”, „Irrelohe‟, „Memnon”.
Schreker iſt ſeit 1920 Direkior der akademiſchen Hochſchule in
Berlin.
Mummer 82
Donnerstag, den 22. März 1928
Seite 3
Das gerettete Notprogramm.
Imnahme des Kriegsſchädenſchlußgeſetzes und
en Herabſetzung des zollfreien
Gefrierfleiſch=
kontingentes.
Vor und hinter den Kuliſſen iſt om Mitwvoch im Reichstag
jvlgreiche und fruchtbare Arbeit geleiſtet worden. Das Plenum
das Kriegsſchädenſchlußgeſetz mit allen
nen Mängeln in zweiter und dritter Leſung
r genommen. Die Parteien mußten ſich angeſichts der
ſälage des Reiches damit abfinden, daß ſie den
Auslands=
eu tſchen nicht mehr geben konnten. In der Schlußabſtimmung
ſieben nur Sozialdemokraten, Kommuniſten, die
Wirtſchafts=
a tei und die rechtsrodikalen Parteien unverſöhnliche Gegner.
an Anſchluß daran wurde dann auch noch der ſchwierigſte Teil
e Notprograns angenommen, nämlich die
Herabſet=
ung des zollfreien Gefrier
Der ſozialdemokratiſche Antvag, das beſtehende
mntingent aufrecht zu erhalten, war zwar nicht gefährlich.
Da=
egen hatten die Demokraten einen Vorſchlag eingebvacht nach
ern das Kontingent nur auf 70 000 Doppelzentner herabgeſetzt
voden ſollte. Hier war es keineswegs ſicher, ob nicht Teile des
3 utrums und der Volkspartei dafür ſtimmen würden. Die
An=
ſiihme des Antrages hätte vermutlich den Rücktritt der
deutſch=
u tionalen Miniſter zur Folge gehabt. So fiel denn den
Aguren ein ſchwerer Stein vom Herzen, als in namentlicher
ASſtimmung eine Mehrheit von 195:159 Stimmen ſich für die
b1 000=Doppelzenmer=Grenze ausgeſprochen hatte, alſo die
Re=
gerungsvorlage rettete. Da anſchließend daran auch gleich die
ſ0 itte Leſung vorgenommen wurde, iſt dieſer Stein des
An=
ſtpßes endgültig aus der Welt geſchafft.
Aber auch in den Kommiſſionen iſt man gut
vorangekom=
wen. Im Hauptausſchuß hat der Reichsfinanzmniſter einen
urobegreiflichen Optimismus an den Tag gelegt, und zwar
zuge=
geben, daß vorläufig noch für 1927 ein Betrag von 500
Mil=
wonen zur Bala=
illerdings derſelbe Finanzminiſter dann in der Frage des
Per=
ſpnalnachtragsetats, wo er plötzlich Sparſanukeit predigt und es
iatsdrücklich ablehnt, die bei der Beamtenbeſoldung den
Partei=
führern und den Beamten gemachten Zuſagen zu erfüllen,
ob=
wohl es ſich auch dabei vur um Beträge handelt, die höchſtens
bis 3 Millionen ausmachen. Das Kabinett iſt aber auf die
Seite des Finanzminiſters getveten, und es hat auch Herr
Dorp=
müller namens der Reichsbahnverwaltung einen Brief
geſchrie=
en, worin er erklärt, daß die Erfüllung dieſer Forderungen
hne Tariferhöhung nicht möglich iſt. So haben ſich die
oppo=
nierenden Parteien damit abgefunden, daß ſie die Erſüllung
die=
er Zuſagen dem kommenden Reichstog überlaſſen müßten.
Die Volkspartei hat am längſten noch ſtandgehalten, da ſie ſich
aber zuletzt allein ſah, hat ſie nachgegeben, um das geſamte
Not=
wrogramm nicht zu gefährden. Auch dieſer Teil des
Notpro=
gramms wird vermütlich keine Schwievigkeiten miehr bereiten.
Einigung zwiſchen Preußen und Reich in der
Frage der Rentenbank=Kreditanſtalt.
Blieb noch das ungeklärte Problem der Renten=
Bankkreditanſtalt. Gegen die Erweiterung der Rechte
Sieſer Anſtalt hat vor allem Preußen opponiert, weil es daraus
eine Konkurrenz für ſeine Preußenkaſſe befürchtete. Kurz vor
Der Abſtimmung im Reichsrat iſt es aber gelungen, zwiſchen
Preußen und dem Reich ein Kompromiß zu ſchließen. Danach
hat der Reichsernährungsminiſter dieſen Teil des agrariſchen
Notprogramms ſo geändert, daß die Preußen eine Gefährdung
des Arbeitsbereiches ihrer Preußenkaſſe beſeitigt glauben,
wäh=
rend gleichzeitig das Reich ſich bereit erklärt, ſich ſpäter an der
Preußenkaſſe finanziell zu beteiligen. Auf dieſen
Vermittlungs=
vorſchlag hin iſt dann die Vorlage im Reichsrat glatt über die
Bühne gegangen. Man wird annehmen dürfen, daß Herr
Schiele, bevor er ſeine Zuſtimmung gab, ſich mit den ihm
nahe=
ſtehenden agrariſchen Kreifen verſtändigt hat und deren
Zuſtim=
mung ſicher iſt. In parlamentariſchen Kreiſen rechnet man
da=
mit, daß die dem Notprogramm noch entgegenſtehenden
Schwie=
rigkeiten nunmehr aus der Welt geſchafft ſind und daß der
Reichstag nunmehr im Laufe der kommenden Woche das ganze
Arbeitsprogramm zu Ende führen kann.
egsſchäden=
Im Reichstag wurde heute die zweite Leſſuung d
ſchlußgeſetzes forigeſſetzt.
Abg. Hennings (V.) lehnte die Vorlage als zu wenig
weit=
gehend ab.
Abg. Holzammer (W.=V.) ſtimmte der Vorlage nur under
der i einem demokratiſſchen Antrag bereits geſtellten Bedingung zu,
daß den Geſchädſgten nicht für die Zubunft der Weg zu einer beſſeren
Entſchädſigung verſſperrt werde.
Abg. Dr. Bayersdörfer (Baher. Volkspt.) evhlärte,
es ſei den bisherigen Regierungsparteien nichts anderes übrig
geſblie=
ben, als der Vorlage zuzuſtimmen, weil die Geſchädigten ſonſt zunächſt
überhaupt nichts beſkomnen hätten und die Erledügung der Anſprüche
auf unbeſtinumte Zeit berſchoben worden wäre. Das Geſſetz hobe
durch=
aus einen ſozialen Charakter, da es die Ueinen Geſchädigten
bevor=
zugt.
Nachdem noch Abg. Schlicht (N.=S.) die Vorlage abßgelehhnt
hatte, wurde die Ausſprache geſchloſſen. Das Liquidationsſchädengsſetz
ſelbſt wurde in der Ausſchußfaſſung in zweiter und dritter Leſung
genehmigt.
Vor der Schlußabſtimmung über das Kriegsſchädenſchlußgeſetz ließ
die Demokratiſche Partei die Erklärugn abgeben, wonach die
demokra=
tiſche Fraktion nur in der Erwägung, daß jede weitere Verzögerung
den Zuſanrmembruch werrdsller Exiſtenzen bedeuten wüirde, und daß
ſo=
mät lieber eine ſchlechte Löfung einer neuen Hinauszögerung
vonge=
zogen werden müßte, dem Geſetz zuſtimme, allerdings deſſen
Schluß=
charakter nicht anerkenne.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion ließ erblären, daß ſie dem
vor=
liegenden Endwurf nicht zuſtiwmen könne, weil er die wenigen Groß=
und der Völkiſchen Gruppe angenommen.
Ohne jede Ausſprache ſwurde der Abändevung der Verordmnung über
das Reichswirtſchaftsgericht und dem Beſſatzungsleiſtungsgeſetz in allem
drei Leſungen zugeſtimmt.
Das Haus ging dann über zur zweiten Leſturng des Geſſetzentwurfs
üüber die Ausdehmung des Einfuhrſcheimſyſtems auf Schweſinefleiſch und
der bekannten Vorlage über die Hevabſſetzung des zollfreien
Gefrier=
fleiſchkontimgents von 120 000 muf 50 000 Tonnen. Beide Vorlagen ſind
kürzlich vom handelspolitiſchem Ausſchuß angenomen worden, ebenſo
eine Reihe von Entſſchließungen, in denen u. a. die Reichsrogierung
auuf=
gefordert wird, die Verſorgung der ärmeren Bevölkevung mit
Gefrier=
fleiſch auf alle Fälle ſicherzuſtellen.
In der Ausſprache lehnt Abg. Schmidt (S ) die Heraßſctzune
des zollfreien Gefrierfleiſchſkontimgents mit der Begründung ab, daß die
Landwirrſchaft dovon nicht die erhofften Vorteille hobe, andeverſeits
aber die breite Maſſe der ärmeren Bevölkerung durch die damit
ver=
bundene Fleiſchpreisſteigenung ſchſwver geſchädigt werden wüirde.
Abg. Fromm (Dn.) ſtimmte der Vorlage zu. Er hielt die
Befürchtungen des Vorredners nicht für gerech ſfertigt, da ſeiner Anſicht
nach ein Ueberangebot von inländiſchem Vieh und Fleſiſch beſteche.
Abg. Mayer=Berlin (D.) ſtellte eimm Antrag, das
Ge=
frierfleiſchkontiungent wicht auf 50 000, ſondern auf 70 000 Tonmen
her=
abzuſetzen. Der anderen Vorlage über die Schweinefbeiſcheimfuuhrſcheine
ſtimmte der Redner zu.
In einer durzen Erkſäruung vevſicherte Reichsernährungs
miniſter Schiele, die Regievung ſei Geſtrebt, den Zoll auf
Ge=
frierſleiſch möglichſſt bald zu regeln. Im übrigen ſei die Vovlage eine
Noüwendigkeit, da die Fleiſcheinfuhr aus dem Auslande faſt dvei Viertel
der Menge erreiche, die auf den Viehmärkten an deutſchem Rindvieh
zum Verkauf geſtellt we:de. Die Konkurrenz des zollfreien
Gefrier=
fleiſſches ſei für den deutſchen Landſwirt tatſächlich ußerordendlich groß.
Abg. Hörnle (K.) lehnte die Vorlage ab, währenb der
Ver=
treter der Bayeriſchen Volkspartei, Hörlacher im Intereſſe der
fleiſcherzeugenden Landlwirüſchaft, die beſonders in Süddeutſchland weit
verbreitet ſei, ihr zuſtimmte.
Nach weiterer, aber unweſſentlicher Ausſprache ſchritt das Haus zu
den Albſtimmungen. Das Geſetz über die Ginfuhrſcheine für Schweine
und Schweineſleiſch wurde in dritter Liſſung angenommen. Ueber
den ſozialdemockratiſchen Antrag, es auch künftig bei dem bisherigen
Gefrierfleiſchkontingent von 120 000 Tonnen zu belaſſen, wurde
vament=
lich aegeſtimmt und der Antuag mit 212 gegen 148 Stimmen, bei einer
Enthaltung, abgelebnt. Abgelehnt wurde guch der demokratiſche
An=
trag, der die Heroßſſetzung des Kontigents auf 70 000 Tonnen
for=
dert, mit 195 gegen 159 Stimmen, bei 7 Enthallturngen.
Die Gefrierfleiſchvorlage wurde daun in der Ausſchußfaſſung in
ziveiter und dritter Leſung genehmigt.
Stagtsſekretär Dr. Pünder über das Verhältnis
zwiſchen Reich und Ländern.
Auf einem Vortragsabend der Handels= und
Induſtriebei=
räte der Deutſchen Zentrumspartei, zu dem neben den
Mitglie=
dern Vertreter der Regierung ſowie zahlreiche Parlamentarier
erſchienen waren, ſprach der Staatsſekretär in der Reichskanzlei,
Dr. Pünder, über das Verhältnis zwiſchen Reich und Ländern.
Dr. Pünder wies darauf hin, daß das beſtehende ſtaatsrechtliche
Verhältnis einer dringenden Reform bedürfe. Dabei brauche
das Ziel aber keineswegs ein öder Unitarismus zu ſein, im
Gegenteil, das hiſtoriſch Gewordene ſolle auch in Zukunft
be=
ſtehen bleiben. Die Reformen, die angeſtrebt werden, müßten
ſich in geſviſſer Hinſicht auf dem Grenzgebiet zwiſchen dem
Föde=
ralismus und dem Unitarismus bewegen, allerdings unter der
unbedingten Vorausſetzung, daß ſich die Entwicklung nur au
evolutivem Wege und im Einvernehmen zwiſchen den Ländern
und dem Reiche zu vollziehen hätten. Staatsſekretär Dr.
Pän=
der unterſtrich in dieſer Hinſicht auch die Bedeutung der
Länder=
konferenz, die keineswegs zu einem negativen Ergebnis geführt
hätte, und ſchloß, man könnte wohl annehmen, zumal der
Ge=
danke an eine Verfaſſungsreform doch in weiten Kreiſen Plat
gegriffen hätte, daß dieſe Reform auf dem beſten Wege ſei.
Dr. Streſemann
vor der Auswärtigen Preſſe.
Der Berliner Verband der auswärtigen Preſſe, der die in
Berlin vertretenen Zeitungen im Reich umfaßt, veranſtaltete
heute in den prachtvollen Feſträumen des Schöneberger
Rat=
hauſes einen Empfangsabend, zu dem etwa 400 Gäſte erſchienen
waren. U. a. waren anweſend die Reichsminiſter Streſemann,
Brauns, Curtius, Schiele, v. Keudell, Koch, Gröner, Köhler,
von der preußiſchen Regierung die Miniſter Erzeſinſki, Becker,
Höpker=Aſchoff, Schreiber, Steiger, Schmidt, Hirtſiefer, das
Prä=
ſidium des Reichstags und des Landtags, das diplomatiſche
Korps, an der Spitze der Nuntius Pacelli, Reichsbankpräſident
Dr. Schacht, die Spitzen der Reichs=, Staats= und ſtädtiſchen
Behörden, Vertreter des Reichsrats, namhafte Vertreter von
Induſtrie und Wirtſchaft, führende Mitglieder des Reichstags
und des Landtags, die Chefredakteure der Berliner Preſſe und
zahlreiche Verleger aus dem ganzen Reich.
Im Namen der Gaſtgeber begrüßten Chefredakteur Fritz
Stein und der Verleger Konſul Dr. Klippgen die Gäſte. Darauf
ergriff Reichsminiſter Dr. Streſemann das Wort. Dr.
Streſe=
mann betonte eingangs ſeiner Rede, daß es nicht ſeine
Ab=
ſicht ſei, heute eine große politiſche Rede zu halten, da
hierfür während des Wahlkampfes nach Oſtern noch Zeit ſei.
Er dankte zunächſt den Gaſtgebern, und hob ſodann hervor, daß
der im politiſchen Leben Stehende mehr Geſelligkeit und weniger
geſellſchaftliche Veranſtaltungen brauche, um Zeit zu haben, die
Politik zu überlegen, die er fortwärend vertreten ſolle. Man
brauche jene feine Geſelligkeit, die im kleinen Kreiſe Probleme
erörtere und den Menſchen erkennen lerne, nicht aber Tauſende
von Menſchen, die an den Augen des vielbeſchäftigten Politikers
vorüberhuſchen. Dr. Streſemann kam ſodann auf
Die Bedeutung der Neuwahlen
zu ſprechen, über deren Termin noch geſtritten werde. Es könne
niemand bezweifeln, daß dieſe Wahlen von größter Wichtigkeit
ſeien nach außen und innen und für die Richtung der
euro=
päiſchen Außenpolitik. Er wünſche, daß man den Wahlkampf
auf ein Minimum von Zeit beſchränke. Er ſehe nicht ein, warum
das Volk, das doch jeden Tag mehrmals erführe, was in der
Welt vorgehe an Intereſſantem, an einem langen Wahllampf
habe. Er glaube, die Preſſe werde etas Gutes tun, wenn ſie
dafür eintrete, daß, wie in anderen Ländern, das Volk in 14
Tagen bis 3 Wochen entſcheiden werde über Dinge, über die es
informiert ſei. Wenn nämlich ſpäter die Leute ſähen, daß die
Menſchen, die ſich ſo heftig bekämpften, ſich im Innern gar nicht
ſo fernſtünden, würde die Zahl der Nichtwähler noch vermehrt
werden.
Die heutige Entwicklung des politiſchen Lebens und die
Situation, in der wir nach der Verfaſſung ſtehen und auf
abſeh=
bare Zeit ſtehen würden, habe den Parteien eine ganz andere
Bedeutung und einen ganz auderen Einfluß gegeben als früher.
Die Parteien ſeien Mitregierende geworden. Er möchte durchaus
die Grenze gewahrt wiſſen zwiſchen der Autorität des
Reichs=
präſidenten, der Autorität der Parteien und Fraktionen und
be=
dauere, wenn dieſe Grenze irgendwie verwiſcht werde. Das
hin=
dere nicht, anzuerkennen, daß in dem Laufe der Entwicklung die
Parteien mit ganz anderer Verantwortlichkeit belaſtet würden
als früher. Die Parteien müßten in ſich jenen inneren Drang
nach Sachlichkeit durchmachen, der an ſich jedem Menſchen gegeben
ſei. Wir hätten ein Intereſſe daran, daß in der Zeit, in der
kapi=
taliſtiſche Mächte einen viel größeren Einfluß haben als niemals
zuvor, dieſer Einfluß nicht zur Geltung komme in der
Zuſammen=
ſetzung des Reichstages. Er halte es daher für richtig, daß das
Reich weitergehe als heute, daß es nicht nur den Stimmzettel
auf ſich nehme, daß es auch nach der Stimmenzahl, die abgegeben
würde, den einzelnen Parteien auch einen Teil der Wahlkoſten
erſetze. Wenn dieſes Inſtrument des Reichstages mitregierend
ſei, ſei es nach ſeiner Auffaſſung viel beſſer, wenn das Reich den
Parteien die Unabhängigkeit garantiere, um ſie zu befähigen, für
das allgemeine Wohl wirken zu können. Er glaube, es ſei eine
große
Geſundung des deutſchen politiſchen Lebens
die ſich hier entwickeln könne. Es dürfe nicht ſein, daß der Mann,
der die Wahlkoften bezahlen könne, an die Stelle des Gelehrten
geſetzt werde, der dazu nicht in der Lage ſei. Das alles ſei aber
eine Frage von morgen. Dr. Streſemann bat ſodann die Preſſe,
für die Zeit des Wahlkampfes Abſtand zu den Dingen zu
be=
wahren. Eine Partei, ſo fuhr der Redner fort, könne
Deutſch=
land nicht glücklich machen. Ohne ein Zuſammengehen der
Par=
teien laſſe ſich in Deutſchland nicht regieren. Ohne Koalition ſei
keine Politik möglich. Man könne ſich aber nicht zuſammenfinden,
wenn man ſich vorher zerfleiſche. Eins möge bleiben in der Hin=
* Streifbilder aus der franzöſiſchen Provinz
Erfahrungen in Dijon.
In meiner Phantaſie war Dijon ſtets mit dem Begriff „Senf”
verbunden. Unzählige Male habe ich in den Reſtaurants ein
gel=
bes Fäßchen mit der auffallenden Aufſchrift „Moutarde Jaune
de Dijon” betrachtet. Und dies hat meine Vorſtellung über Dijon
ganz entſchieden beeinflußt.
In Paris hat mir jeder abgeraten. „Was wollen Sie in
Dijon?” fragte man mich überraſcht und beſorgt. Ich habe aber
den Pariſer Peſſimiſten — ſonderbarerweiſe hört man in Paris
nie etwas Gutes über die franzöſiſche Provinz — nicht gefolgt.
Und ich wurde dafür belohnt, denn ich habe die Entdeckung
machen können, daß es in Dijon auch etwas anderes gibt als
Senf. Nämlich Lebkuchen. Herrlichen, nur mit dem Nüürnberger
vergleichbaren Lebkuchen. Man kann ihn an jeder Straßenecke
kaufen. Die Einwohner ſcheinen den Lebkuchen mehr zu betonen
als den Senf. Das ganze Stadtbild ergibt ſich aber doſch aus der
Shntheſe der zwei ſtreitbaren Elemente: Lebkuchen und Senf
Sonſt iſt Dijon eine ſchöne und anſcheinend reiche’ Stadt. Es
gibt ſchöne Kirchen, darunter eine mit einer herrlichen Menaiſſance=
Faſſade. Es gibt ſehr ſchöne Gebäude, ſehr gute Reſtaurants, die
Preiſe ſind im Vergleich zu Paris billig — und Lebkuchen. Die
Einwohner ſind aber formlos, dick und mürriſch. Das wirkt
er=
ſtgunlich, denn die Stadt iſt auf das angenehme Leſden eingeſtellt
und macht einen heiteren Cindruck. Aber eine verzweifelte
Lange=
weile gähnt überall, trotz zahlreicher Kinos, ſchöngr Hotels und
Kaffeehäuſer. Dreihundert Kilometer trennen Difon von Paris,
aber auch eine Welt. Es gibt hier eine märchenhafte Stille,
komiſch anmutende Toiletten, und ſich ungeſchlacht bewegende
Kellner. Dijon iſt hoffnungsloſe Provinz.
Es gibt auch zwei Zeitungen: „Fortſchritt” und „
Gemein=
wohl”; ſie tendieren nach rechts. Alles ſcheint hier nach rechts zu
tendieren; der Einfluß der Agrarier iſt groß, und pielleicht ſchwebt
noch ettvas aus den Zeiten der Valois und aus der des 18.
Jahr=
hunderts, welches die Glanzzeit Dijons war.
Man fühlt, Dijon war einſt ein Zentrum und iſt nun
Pro=
vinz geworden. lind darüber können Induſtrie und Handel, die
jetzt Dijon ihren Stempel aufdrücken, nicht hinwegtroſten.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Geheimrat Dr. Karl Voßler; Romaniſt der
Univerſität München, hat einen Ruf an den Lehrſtuhl für romaniſche
Philologie an die hieſige Unitrſität erhalten.
Marburg: Der ordentliche Profeſſor der Philoſophie, Dr. Martin
Heidegger, hat einen Ruf als Nachfolger ven Geheimrat Huſſerl
an die Uniderſität Freiburg i. B. erhalten.
Tübingen: Hier verſchied an einem Herzſchlag der emerit,
ordent=
liche Profeſſor der Dogmatik und Ethik ſowie der neuteſtamentlichen
Exegeſe in der evangeliſch=theologiſchen Fakultät D. Dr. Theodor von
Haering kurz var Vollendung ſeines 80. Lebensjahres.
München: Der hieſige Staats= und Kirchenrechtslehrer Profeſſor
Dr. Karl Rothenbücher hat den Ruf an die Univerſität Bonn
ab=
gelehnt. — Im Alter von 84 Jahren iſt Geologe und Paläontologe Geh
Rat Dr. Wilhelm von Branca geſtorben. — Der Forſtmeiſter und
Privatdozent für forſtliche Produktionslehre und Forſtpolitik in der
ſtaatswirtſchaftlichen Fakultät Dr. vec. publ. Konrad Rubner hat
einen Ruf als ordentlicher Profeſſor für Waldbau und Forſtbenutzung
an die Forſtliche Hochſchule in Tharandt erhalten und angenommen.
Bonn: „Hier ſtarb im Alter von 83 Jahren der Geologe Dr. phil.
h. c. Bernhard Stürtz Verſteher des Aufſichtsrats des Bonner
Berglverks= und Hüttenvereins A.=G.
Dresden: Profeſſor Dr. Kurt Haſſert. Dozent für Erdkunde an
der Techniſchen Hochſchule, feierte am 15. März ſeinen 60. Geburtstag.
— Dem Aſſiſtenten am Hygieniſchen Inſtitut der Techniſchen Hochſchule
Dr. med. vst. Paul Hofmann aus München iſt die Lehrberechtigung
für das Lehrgebiet „Bakteriologie und Hygiene” in der Mathematiſch=
Naturwiſſenſchaftlichen Abteilung der genannten Hochſchule erteilt
worden.
Berlin: Der Preußiſche Miniſter für Handel und Gewerbe hat,
ngcldem der Senat der Berliner Handelshochſchule ſünf neue
Honorar=
profeſſuren geſchaffen hatte, entfprechend dem Vorſchlag des Senats
u. a. den Chefredakteur Georg Bernyard, „Voſſiſche Zeitung”
bisher Dozeut an der Handelshochſchule, zum Honorarprofeſſor für
Bank= und Börſenweſen an der genannten Hochſchuſe ernannt. Der
dorſteher am phyſiologiſchen Inſtitut der Univerſität Berlin, Dr. med.
Hermann Stendel iſt zum ordentlichen Profeſſor ebenda ernannt
worden.
Roſtock: Den Privatdozenten Dr. mod. Matthäus Reinmöller
Nöhr P.
ordentli.he
Profeſſor verliehen worden.
Ap. In 16. Auflage erſchien die dramatiſche Humoreske „D o
d=
geſchofſe” von Adolf Stoltze (Verlag Heinrich Stoltze,
Fran=
fürt a. M.). Stoltzes Einakter ſind im Schauſpielhauſe zu Frankfurt
mehrere hundertmal aufgeführt worden und werden ſeit Jahren in allen
größeren Vereinen mit durchſchlagendem Erfolge geſpielt. Dieſer
köſt=
lichhe Cinakter mit acht Rollen in Frantfurter Mundart, die ſich mit der
Darmſtädter eng berührt, iſt für Vereinsaufführungen beſonders
ge=
eignet.
*Portragsabend der Ausbildungsklaſſen
von Mathi de Weber.
Die ſtattliche Zahl von 20 Schülerinnen und Schülern, von
denen 7 ſoliſtiſch hervortraten, und der voll beſetzte kleine
Saal=
bauſaal bewieſen von neuem, welch’ großen Anſehens und
Ver=
trauens Mathilde Weber, die bewährte Geſanglehrerin an
der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, ſich erfreut. Mit Recht,
denn der Erfolg, der immer entſcheidet, ſteht ihr zur Seite. Der
heutige Abend zeigte wieder die Vorzüge ihrer Schule, obwohl
bei dem vorgeführten Material das Mittelgut überwog und
wirk=
liche Begabung nur in Zweien hervortrat. Das iſt Fräulein
Herber, die im Beſitz eines klangvollen Altes, die
Geſangs=
linie des Liedes ſicher beherrſchend, ſchon über der Technik ſteht,
und bei ſtarker innerlicher Erlebensfähigkeit die Reife
ſelbſtän=
digen Schaffens erreicht hat. Da iſt ferner Herr H. Nold, deſſen
Baßbariton eine mächtige Klangfülle hergibt, die freilich noch
großer Veredelung bedarf, aber ſicherlich Zukunft hat. Nächſt
ihnen kommt Fräulein von Hagen, deren noch etwas ſpröder
Sopran wohl leicht anſpricht und Höhe hat, für Koloratur mir
indes nicht klar genug zu ſein ſcheint. Bei ihrer offenbaren
Muſikalität und großen Sicherheit ſteht jedoch jede
Entwicklungs=
möglichkeit noch offen. Bei allen übrigen — es waren die Damen
Gebhardt, Tordrup, Roediger, Bernhardt, Rückward, Menger und
Herr Leyer, der für den erkrankten Herrn Franz einſprang — ſind
bei ſehr unterſchiedlichen Anlagen gute Grundlagen gelegt, die
es nun durch eigenen Fleiß auszubauen gilt. Aeußere
Ange=
wohnheiten (Geſichterſchneiden), Befangenheit ablegen zu lernen,
ſich durch nichts irremachen zu laſſen — dazu ſind ja dieſe
Schüler=
abende im beſonderen da.
Die Vortragsfolge brachte je einen Frauenchor zu Beginn
und Schluß, zwei Duette, ein Terzett und eine Reihe von
Lie=
dern, deren Auswahl, den Schülerfähigkeiten geſchickt angepaßt,
lobenswerterweiſe kaum eine minderwertige Nummer enthielt.
In den Chören, die ſich als vorzügliche Uebungen für Rhythmik
und genauen Einfatz erwieſen, traten zu den Genannten noch die
Damen Könner, Hoburg, Reis, Köbel, Schneiker, Michel, Müller,
In Herrn Kapellmeiſter Simon hatten die Mitwirkenden einen
klaren, einfühlend führenden Begleiter gefunden.
v. H.
Zen
Druckfehlerberichtigung.
und
Deutſchland” in Nr. 30 muß Sp. 1 3. 20 b. u. ſtatt „Freun
ge=
leſen werden „Fremdſucht”; Sp. 2 Z. 23 v. u. „Reihe” ſtatt „
Seite 4
Donnerstag, den 22 März 1928
Nummer 82
gabe an Reich und Vaterland, nämlich die Perſönlichkeit des
Reichspräſidenten. Er (Redner) habe die Empfindung, daß drei
Momente hier zuſammenwirken: einmal der Gedanke, daß hier
ein Leben voller Pflichttreue vor dem Einzelnen liege, zweitens
der Gedanke der unendlichen Würde, die von einem Leben der
Perſönlichkeit ausſtrahle, und drittens, daß der perſönliche Refler
für ihn (Streſemann) immer wieder der Gedanke ſei, daß hierin
die Zukunft unſeres Reiches und Volkes liege, daß das Gute des
Alten mit dem Guten des Neuen ſich vereinigen müſſe, um ein
Volk zuſammenzuhalten, wie in dieſer Perſönlichkeit konſervativen
Lebens und der Tradition, die verbunden iſt mit der Würde und
Arbeit des Reichspräſidenten der Deutſchen Republik. Wenn
dieſe Syntheſe unſer Leben durchdrungen, dann werde trotz
Parteilampſ und ſchwerer wirtſchaftlicher Not ſchließlich eine Zeit
vor unſeren Augen ausgebreitet liegen können von Frieden,
Frei=
heit und Brot.
Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landiags.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags beriet in ſeiner
geſtri=
gen Sitzung Kaditel 10 des Staatsvoranſchlags (Landesſteuern). Ein
Antrag Widmann, Ritzel und Gen. über die Vorlage eines
Wohnungs=
bandrogramms für 1928 und die Aufr ehterhaltung des Mieterſchutzes
tturde nach Beantwortung durch die Regierung für erledigt erklärt.
Ein Antrag Dr. Müller und Gen. wegen Stundung und Niederſchlag3
den Landesſt=uern wurde in ſeinem erſten Teil (Stundung) mit 9
gegen 4 Stumen abgelehnt, und in ſeinem zweiten Teil (
Niederſchla=
gung) mit 4 gegen 4 Stimmen für erledigt erklärt. Abgelehnt wurde
ein Antrag Hammann, die Sonderſteuer für den bebauten
Grund=
beſitz aufzuheben und die Mieten auf 60 Prozent der Friedensmieten
herabzuſetzen, fernere mehrere Anträge des Abg. Angermeier, die ſich
namentlich mit der Grundſteuer und der Sonderſteuer beſchäftigen.
Ein Antrag, die Sonderſteuer kommt nicht zur Erhebung bei
Wohn=
gebäuden bis zu 10 000 Mark Steuerwert, wenn es ein Eigenhaus iſt,
wurde der Regierung als Material überwieſen. Ein Antrag Dr.
von Helmolt: Mit Rückſicht auf die Not der Landwirte iſt der
Steuer=
erlaß in weitgehendem Maße durchzuführen, insbeſondere iſt von
Zwangsmaßnahmen alzuſehen, wurde abgelehnt. Ebenſo wurde ein
Antrag Dr. von Helmolt abgelehnt: Die Grunöſteuer wird als
Landes=
ſteuer nicht mehr erhoben. Ein Antrag Axt: Kleinrentnern, die außer
einem Hausgrundſtück kein nenneuswertes Vermögen mehr beſitzen und
deren Einkommen nicht mehr zur Beſtreitung eines dürftigen
Lebens=
unterhalts ausreicht, iſt die Sondergebäudeſteuer und die Grundſteuer
zu erlaſſen, wurde der Regierung als Material überwieſen. Nachdem
ncch, zwei Eingaben für erledigt erklärt waren, wurde das Kapitel
an=
genommen. Zu Artikel 38 (Kirchen) lag ein Antrag Heinſtadt und Gen.
tor, den Kirchen ein neues Darlehen bis zu 60 000 Mark unter den
gleichen Bedingungen zu gewähren, wie die älteren Darlehen. Der
Antrag wurde angenommen. Ein Antrag Reuter, einem Freidenker=
verein einen Zuſchuß zu gewähren, wurde abgelehnt. Zwei Eingaben
iſrgelitiſcher Gemeinden wurden der Regierung zur Berückſichtigung
überwieſen. Mehrere kommuniſtiſche Anträge wurden abgelehnt;
darunter forderte einer 150 00 Mark für antireligiöſe Propaganda,
uind ein anderer verlangte die ſofortige Kündigung der kirchlichen
Dar=
jehen. Das Kapikel wurde angenommen. Die Beratungen wandten
ſich, hierauf der Vorbemerkung zu Kap. 23 (Stellvertretungs= und Aus=
Eul’skoſten) zu. Ein Antrag Hammann will, daß alle Tagegelder und
Reiſekoſten für alle Beamten gleich ſein ſollen,
Auftvandsentſchädigun=
gen ſollen von Gruppe 10 ab nicht mehr gezahlt werden. Der Antrag
wurde abgelehnt. Es ſoll erlaubt ſein, an Beamte und Angeſtellte
eines ſtaatlichen Betriebes Erzeugniſſe abzugeben, dabei ſoll aber ein
Abzug von 20 Prozent zuläſſig ſein. Ein Antrag Hammann hierzu.
daß für Beamte über der Gruppe 10 der Abzug unzuläſſig ſein ſoll,
wurde abgelehnt. Ein Antrag Reiber, daß die bisher gezahlten
Prü=
fungsgebühren an Mitglieder von Prüfungskommiſſionen geſtrichen
wer=
den, wurd der Regierung als Material überwieſen. Ein Antrag
Hein=
ſtadt, Schül und Gen. will die Einführung von Bilanzen für die
ſtaat=
lichen Betriebe nach den Beſtiunungen des Handelsgeſetzbuches (
Ver=
luſt= und Gewinnrechnung); der Antrag wurde angenommen. Ein
An=
trag Glaſer—Dr. Leuchtgens, die Aufwandsentſchädigung der Beamten
und Angeſtellten auf 50 Prozeit herabzuſetzen, wurde abgelehnt. Ein
Antrag Glaſer—Dr. Leuchtgens, die Regierung zu erſuchen, die
Be=
wirtſchaftung der Beamtenvohnungen, ſowie die Verfügungsberechtigung
über Beomtemwohnungen einheitlich zu regeln und einer Zentralſtelle
zu übertragen, wurde ang nommen. Ein Antrag Dr. Leuchtgens—
Glaſer, um in allen Miniſterien die Zahll der Beamten zu vermindevn,
ein Drittel aller Stellen auf den Inhober zu ſetzen, wurbe abgelehnt.
Die Vorbemerkung zu dem Kapitel wurde angenommen. Das
Finanz=
geſſetz wurde ebenfalls angenommen. Ein Antrag Hammann und Gen.,
daß den Gemeinden aus den Usberveiſſungen des Reiches für Länder
und Gemeinden aus dem Ertrag der Einkonen= und
Körpevſchafts=
ſteuer der doppelte Satz als bisher zugewieſen wi.d, wurde abgelehnt.
In der Donnerstagsſitzung des Finanzausſchuſſes wird mit der
Bera=
tung der Beſoldungsvorlage begonnen.
Das Plewum des Heſſiſchen Landtags iſt auf Mittwoch, den
28, März, vormittags 10 Uhr, einbewufen wovden.
Dr. Wirth kandidiert nicht mehr für das
badiſche Zeinttrum.
Freiburg, 21. März.
Das Zentralkomitee der Zentrumspartei Badens hat
gemein=
ſam mit der Landtagsfraktion heute in Freiburg eine Sitzung
abgehalten. Reichskanzler a. D. Dr. Wirth war nicht erſchienen.
Er wird in den kommenden Reichstagswahlen für das badiſche
Zentrum nicht mehr kandidieren. Spitzenkandidat des badiſchen
Zentrums iſt Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler. Auf der
Kan=
didatenliſte ſteht u. a. auch Joſef Erſing,
Gewerkſchafts=
ſekretär, Karlsruhe.
Die Lohnkämpfe bei der Reichsbahn.
Der Schiedsſpruch. — Die Gewerkſchaffen
lehnen ab.
Berlin, 21. März.
Im Lohnſtreit bei der Deutſchen Reichsbahn=Geſellſchaft wurde
von der Schlichtungskammer unter Vorſitz des
Unterſtaatsſekre=
tärs a. D. von Möllendorf heute im
Reichsarbeitsminiſte=
rium folgender Schiebsſpruch gefällt:
1. Die §8 4. 5, 11 und 11a des Lohntarifvertrags in der
Faſſung vom 11. Juli 1924 treten mit den aus dieſem
Schieds=
ſpruch ſich ergebenden Aenderungen mit Wirkung vom 1. Aprik
1928 in Kraft.
a) Es erhöhen ſich die Grundlöhne für alle Arbeiter nach
dem 24. Lebensjahr in ſämtlichen Altersklaſſen für die
Lohu=
gruppe 3 im Lohngebiet I von 61 auf 66 Pfg., im Lohngebiet II
von 67 auf 71 Pfg. und im Lohngebiet III von 71 auf 74 Pfg.
Die Grundlöhne der übrigen Lohngruppen, ſowie der übrigen
Altersklaſſen erhöhen ſich in dem gleichen Verhältnis.
b) Der Zuſchlag für die Ueberzeitarbeit gemäß § 11a Ziffer 5
des Lohntarifvertrages beträgt für die 49. bis 54. Stunde 25 Proz,
c) Die Schichtlohnzulage wird von 27 auf 30 Pfg erhöht.
2. Die Lohnneuregelung kann erſtmals zum 31. März 1920,
ſodann bis zum Schluß jedes folgenden Kalendermonats mit
Friſt von einem Monat von jeder der vertragſchließenden
Par=
teien ſchriftlich gekündigt werden.
3. Die Friſt für die Erklärung der Parteien untereinander
und dem Reichsarbeitsminiſterium gegenüber läuft bis Montag,
26. März, abends 6 Uhr.
Wie wir hierzu von Gewerkſchaftsſeite erfahren, bezeichnen
die Arbeitnehmerorganiſatio en den Schiedsſpruch als unhaltbar.
Er ſei nicht geeignet, den Kamfpwillen der Eiſenbahner
abzu=
ſchwächen. Abgeſehen von dem minimalen Ergebnis im Hinblick
auf die Lohnerhöhung ſei das Auseinanderziehen der Spannung
nach ihrer Anſicht ganz untragbar. Des weiteren ſei auch die
Bindung des Schiedsſpruches auf die Dauer von einem Jahr
auf keinen Fall annehmbar. Die Organiſationen werden am
heu=
tigen Donnerstag zuſammentreten und zu der durch den
Schieds=
ſpruch geſchaffenen Lage Stellung nehmen.
Die glückliche Geburt eines
geſunden Jungen zeigen
hoch=
rfreut an
Regierungsrat Dr. Fuchs
und Frau Lieſel, geb. Kling.
Bersheim
den 21. März 1928.
Darmſtadt
47923
Todes=Anzeige.
Am Dienstag, den 20. März,
entſchlief ſanft nach kurzer, ſchwerer
Krankheit meine liebe F au unſere
gute Mutter, Großmutter,
Schwie=
germutter, Schweſter und Tante
Frau Marie Beſt
geb. Richtberg
im Alter von 69 Jahren.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Wilhelm Beſt.
Sankfagung.
Unſerem lieben Verſtorbenen
Chriſtian Schef
„P
wurden bei ſeinem Ableben ſehr viele Ehrungen zu teil.
Wir danken für die vielen Blumenſpenden und
Beileidsbezeugungen und allen denen, die ihm das
letzte Geleit gaben. Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Vogel, der es in ſeiner Rede verſianden hat,
das arbeitsreiche Teben und ſegensvolle Wirken des
Verſiorbenen in wunderbarer Weiſe zu verherrlichen.
Familie Ernſt Schepp.
Todes=Anzeige.
Geſtern Nachmittag entſchlief ſanft unſere liebe,
gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Graumatgureigekapus
im Alter von 88 Jahren.
Zm Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Franz Lupus.
(7876
Darmſtadt, den 21. März 1928.
Darmſtraße 45.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag, den 23. März
1928, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Friedhofs
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt
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Darmſtadt, den 20.
Eichwieſenſtr. 9.
März 1228
(5237
Die Beerdiaung findet Freitag,
den 23 Mär), nachmittags 2 Uhr,
auf dem Wa dfriedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe inniger
Anteilnahme bei dem Heimgang
unſe=
res lieben, braven, unvergeßlichen
Kindes
Heinz Erich Müller
insbe ondere für die troſtreichen Worte
9 des Herrn Parrer Kleeberger am
Grabe und für die reichen Kranz=
und Blumenſpenden danken
herz=
lichſt
Friedrich Mäller und Frau
39haynd, geb. Ferge, verw. Pfeffer
und Sohn Horſt
Hochſtraße 42. 7878
Heute Mittag um 12 Uhr entſchlief ſanft mein
lieber Mann, unſer guter, treubeſorgter Vater,
Bruder, Neffe, Schwager und Onkel
Herr Apotheker
derriane Peuund
im Alter von 57 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Augu ie Volland, geb. Albert
Mathilde Volland
Otto Volland
Helma Volland
Fritz Volland
Ernſt Volland.
Fürth i. O., den 20. März 1928.
(5221
Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. März,
nachmittags um ½4 Uhr ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wr abſehen zu wollen.
Fre tag, 23. März, abends 8½
Uhr, Städt Akad für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße
Die ſeellſche Rot der Zugend
und die Konfirmation.
Oeffentl. Frageadend. — Leitung:
De Heidenreich.
Freiwillige Unkoſtenbeiträge.
7916) Die Ehriſteng meinſchaft.
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Berechnung übernimmt
Bickerle, Darmſtadt
Waldſtraße 11 (5257) Telephon 2617
Todes=
Anzeige.
Geſtern abend entſchlief ſanft nach längerem
ſchweren Leiden, wohlverſehen mit den Tröſtungen
unſerer heiligen Kirche, mein innigſtgeliebter Gatte.
unſer lieber, treuſorgender Vater, Schwiegervater,
Bruder, Schwager und Onkel
Miclei Saumanin
Lokomotivführer i. R.
im 53. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Für die Hinterbliebenen:
Frau Sophie Baumann, geb. Peth
und Kinder.
Darmſtadt, den 21. März 1928.
Bark ausſt . 66.
Die Beerd gung findet Freitag nachmittag 3 Uhr au
dem ilten Friedhof an der Nd.=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Das feierl che Seelenamt findet in der St.
Eliſabethen=
kirche am Dienstag, den 27 März, 7 Uhr vorm tiag;
ſtatt
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die raurige Nachricht,
daß mein lieber. guter Mann, mein herzensguter
Sohn, unſer lieber Bruder, Schwiegerſohn, Schwager,
Onkel, Neffe und Vetter
Fritz Wernis
nach kurzem, ſchwerem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden, verſehen mit den Tröſtungen unſerer heiligen
Kirche, heute ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Emilie Wernis, geb. Hartmann
Anna Wernis, Witwe
Beſſungerſtraße 43.
Darmſtadt, Mginz, Bingen, den 20. März 1928.
Die ,Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3½ Uhr
auf dem Waldf jedhof ſtatt. Seelenamt für den
Ver=
ſtorbenen Freitag Vormittag ½7 Uhr in der St
Lieb=
frauenk rche, Klappach rſtraße
27952
Wanderer
1½ Ps., 300,X 4211a
Donges & Wiest.
Ortsgruppe Darmstadt des
deutschen Rentnerbundes
aerrang
Sormnche 2
Samstag, den 24. März nachmittags 3 Uhr, im Fürſienſaal.
Tagesordnung: Vorſtandswahl und Geſchäftsbericht. Statiſtiiſche
Erhebungen wegen eines Rentenverſorgungsgeſetzes. Angeſichts
der Wichtigkeit des letzten Punktes iſt das Erſcheinen aller
frü=
heren Rentner, auch Nichtmitglieder unſeres Bundes erforderlich.
Der Vorſiand.
5214)
Nur noch heute!
Ausstellung
Maßschnitte,
Maßarbeit,
Zuschneide-
Elisabethenstraße 34, (Alter’s Möbehhaus)
Zuschneide-Lehranstalt
Unterricht. AMarg. Becker
Untansch alter Raslerklngen
oder alter Apparata. Aile Brueme verden zuocke Werbung
eiterer Kanden beim Kaufe der nenen ohlgeschlidenen
Hulente - Diamen-Danerkltngen, welche viele Jahrs
ahne Bahlelfen dranohhar blelben und den sührksten
Bars ven Grund anf anarasleren od der vonen Halente Patent
Derapparnte in Z-Nlung gevommen.
Per Postiturte demeslioset Urtieseshemneeet Vr. 7 0
N.i
Beiladung
nach Worms und
Frankfurt nimmt an
Joh. Kugler,
Lieb=
frauenſtr. 33. (*7941
Tel. 1011.
Hagwager
tzer, jehr chön
Mk. 1100,— (4215=
Donges & Wiest. K evier=Unterrickt
a konſ. Grdlge erteilt
a ad geb Frl Honor.
mäßig. Saalbau=
ſtraße 42, II (*7
„LOBA-BEIZE- das
gibt ihren
warme, satt
u. glänzt sie
die alten B6
Anwendung genau
nach 15 Min
sogar naß u
nicht ab, alst
handeln wie
Lassen Sie sich’s auch
nehmen Sie;
Ummerc
Der Jausfrau.
gehts besser
seit ihre Sorgenkinder, die
Bret-
terböden und Treppen, ihr nun
so viel Freude machen.
„wasserechte‟ Farbbohnerwachs
Euen Bretterböden und Treppen
Farbe-gelb, rot oder
rofbraun-
leichzeitig wie Parkett, während
en wieder wie neu geworden sind.
wie Bohnerwachs; Einwachsen,
hten blocken. Hun ist der Boden
lischbar. Glanz und Farbe gehen
so schön und so einfach zu be-
Fichtiges Parkett.
besser gehen,
Re
den
Nummer 82
Donnerstag, den 22. März 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 22. März.
— Eruannt wurde: am 28. Februar: der Gartenobergehilfe Wil=
Am Keſſelring zu Darmſtadt mit Wirkung vom 1. April 1928 an
zam Garteninſpektor am Botaniſchen Garten der Techniſchen Hochſchule.
— In den Ruheſtanb verſetzt. Am 1. April 1928 tritt auf Grund
des 8 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbcamen vom
2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 in Verbindung mit Artiel 2 des
Ge=
ſses über die Einſtellung des Perſoualabbaues in Heſſen und zur
LSnderung des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925
der Förſter Heinrich Zimmer zu Biſſes in den Ruheſtand.
— Berichtigung. In Nummer 65 vom 16. März I. J. muß es unterk
Srledigt ſind” heißen: Die Stelle des Förſters der Förſterer Jäger=”
us, Forſtamt Viernheim, anſtatt Förſterei Viernherm.
— Evangeliſch=kirchliche Nachri”—. Durch die Kirchenregierung
rde dem Pfarrer Wilhelm Krämer zu Ober=Breidenbach die
en angeliſche Pfarrſtelle, zu Angersbach, Dekanat Lauterbach,
über=
tragen.
Verhalten von Reiſenden in den italieniſchen Grenzgebieten.
Asie mitgeteilt wird, wird den Reiſenden beſondere Vorſicht
empfohlen gegenüber den italieniſchen Beſtimmungen, welche das
Trragen von Meſſern und die Benutzung photographiſcher
Appa=
rute in den Grenzgebieten betreffen. Die Benutzung von ſolchen
2ppparaten unterbleibt am beſten ganz.
— Heſſiſches Landestheater. Die „Carmen”=Aufführung am
Frreitag, den B. März, bringt zwei Engagementsſpiele: Anny
* Stoſch vom Stadttheater in Lübeck ſingt die Micaela, Hans
ſ=rahl vom Nationaltheater in Weimar, der neulich ſchon hier als
Siegmund auftrat, den Don Joſe.
Das Bühnenbild zu der Neuinſzenierung von Goethes „Egmont”
ſmmmt von Wilh Im Reinking.
Heute findet das erſte Gaſtſpiel Käthe Dorſchs und ihres
En=
ſembles ſtatt: „Roſe Bernd” von Hauptmann; die Vorſtellung beginnt
cm 19.30 Uhr.
Die Mehrzahl der deutſchen Bühnen feiert durch Aufführungen
jsbſenſcher Dramen den hundertſten Geburtstag des Dichters; das
Sandestheater begeht dieſes Jubiläum zu Anfang der neuen Spielzeit
mit der Neueinſtudierung des „Peer Gynk”
— Evangeliſcher Bund. Es wird nochmals darauf
hinge=
wieſen, daß der Beſprechungsabend erſt heute abend um
s Uhr im „Feierabend”, Stiftſtraße 51, ſtattfindet.
— Paſſionsſpiele in der Johanniskirche — am 28. und 29 März
ſouch die „Darmſtädter Spielſhar” unter Mitwirkung der „
Muſikauten=
rilde Darmſtadt” zur Darſtellung gebracht. Das „Leiden Chriſti=Spiel”
von Fritz Waage, um das es ſich handelt, iſt die neuere Bearbeitung
ines mittelalterlichen Myſterienſpieles aus dem Bayeriſchen Wald.
In ſchlichten, bildhaften Szenen einer einfachen Haidlung — das
ge=
prochene Wort iſt durch ruhige Darſtellung unterſtützt — im Wechſel
mit Chorgeſang und Orgelmuſik — ſpielt ſich in der natürlichen
Um=
rahmung von Chorraum und Altar die Paſſionsgeſchichte ab. Wie die
alten, heute überall neuerſtandenen und wohlbekannten Weihnachtsſpiele,
70 ſvollen dieſe Oſterſpiele wiederum Eingang in das Beſußtſein des
WVolkes finden. Wertvolles, altes Kulturgut wird ſo der Vergeſſenheit
Sutriſſen uind zu neuem Leben erweckt. — Um den Beſuch weiteſten
Kreiſen zu ermöglichen, wird der Eintritt nur an den Erwerb eines
PProgrammes (Preis 0,20 Mk.) geknüpft.
— Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft hat für ihren näch=
Iten Vortragsabend, der am Dienstag, den 27. März, 8 Uhr, im
Feſt=
fſaale der Vereinigten Geſellſchaft ſtattfindet, den bekannten Dichter
=Kaſimir Edſchmid gewonnen. Kaſimir Edſchmid, der ſeit meh=
—eren Jahren in Darmſtadt nicht am Vortragspult erſchienen iſt, wird
feine jüngſte Arbeit, eine noch ungedruckte Erzählung „Die zwei
Fein=
ſchmecker” leſen, ſo daß der Abend von beſonderem Reize ſein dürfte.
— Stadtkirche. Wie alljährlich, ſo veranſtaltet der
Kirchengeſang=
verein der Stadtkirche auch in dieſer Paſſionszeit die Aufführung 4. Klaſſe arwendet, die nur an den Querſeiten der einzelnen
Abteilun=
einer Paſſion von H. Schütz, dem bedeutendſten Vorgänger von J.
S. Bach. Dieſes Mal wird Sonntag, 25 März, abends 8 Uhr, die
Johaunes=Paſſion aufgeführt, in der Schütz in ganz beſonders iſt deshalb bei der Reichsbahndirektion Mainz vorſtellig geworden, daß
eindrucksvoller Weiſe die die Schriftvorte durchwogende Stimmung,
gleichſam die Scele des Leidensberihtes zu erfaſſen und in ſeine Töne
zu bannen verſtanden hat. Das herrliche Werk iſt durch den
Dirigen=
ten, Herrn Studienrat Borngäſſer, gründlich vorbereitzet. Die
Solo=Partien werden von den Herren J. Biſchoff (Jeſus, Baß),
P. Schäfer (Pilatus, Baß) und Hubertus (Evargeliſt, Tenor)
geſungen. Der Eintritt iſt frei. Programme ſind an den
Kir=
chentüren zum Preiſe von 50 Pfg. zu haben. Für die inaktiven
Mit=
glieder des Kirchengeſangvereins werden Plätze auf der Südempore bis
7.45 Uhr freigehalten. Freiwillige Gaben zur Deckung der Unkoſten
bittet man in die aufgeſtellten Büchſen einzulegen.
— Vortrag. Am Dienstag hielt Herr Dr. Mahr in einer ſehr Tagesmarſche, Sitzgelegenheit haben können.
zahkreich beſuchten Verſammlung des Alldeutſchen Verbandes einen
ganz vorzüglich durchgearbeiteten Vortrag über „Der nordiſche G=. Im erſten Teil gab er ein Bild der Wander= und
Eroberungs=
zuige der nordiſchen Raſſe von der Steinzeit bis zur Völkerwanderung,
und hob klar heraus die Spuren, die noch heute bei den
indogermani=
ſchen Völkern als Erbteile zurückgeblieben ſind, was Sitten, Sprache
und Kunſt betrifft. Groß war die Fruhtbaukeit der Nordraſſe
kärg=
lich der Boden ihrer Heimat — ſo ergab, es ſich von ſelbſt, daß ſie
innerhalb der Grenzen ihrer Heimat ihre Lebensbedingungen nicht
finden und dieſe in immer weiterer Fern= ſuchen mußten. Sie prägten
den unterjochten Völkern ihren Stempel auf, bis ſie in der artwidrigen
Umwelt vereint mit der Blutvermiſchung der fromden Raſſen langſam
zugrunde gingen. Ju zueiten Teil wurde die Bedeutung der
Nord=
raſſe für die ganz= deutſche Geſtlichte dargeſtellt. Schon ihre
Götter=
kunde iſt ſo verſchieden von der anderer Völker, wie es der nordiſche
Menſch in ſeiner Lebensauffaſſung, in ſeinen Siten, in ſeinem Gemüt
ebenfalls iſt. Schon das Heldenhafte, das im Blute liegende
Kriege=
riſche kennzeichnet die Wikugernaturen, ſolange ſie reinblütig blieben.
Die Frau ſtand ihnen hoh, der Herd der Familie war ihnen heilig,
die Sitten paren rein. Später, als ſie zum Chriſtentum bekehrt
wur=
den, machte ſich der Ueberſchzvang des religiöſen Gefühls Luft in den
wunderbaren gotiſchen Vauten Und es iſt bezeichnend, daß die ewigen
Kämpfe ſeit Beginn der deutſchen Geſchihte nicht vermochten, die Höhe
der Kultar herabyudrücken. Selkſt nach dem dreißigjährigen Kriege
fng bald ein neu :3 Bluhzen au. Aber die Kriege verſchlangen gewaltig
riel beſtes nordiſches Blut, da gerade dieſes ſich immer an der Spitze
befand. Und ſo trat eine uinderivertigere Blutmiſchung ein, ſo daß
die Gefahr beſteht, daß ſie die Ueberhand gewinnt. Deutſchland kann praktiſch geprüften Handarbeitslehrerm Fräulein. Ida Marx im
urd wird nur wieder hoch kommen, wvenn es ſit, auf das Heldenhafte, Gartenſaal der Vereinigten Geſellſchaft (Eingang Rheinſtraße 36)
ge=
was in ſeinem Blute noch vorhanden iſt, beſinnt. Wenn ihm die Fa= zeigt. Die Ausſtellung, die bekanntlich im vorigen Jahre wegen ihrer
milie wieder heilig wird, und wenn Kinder wieder als ein Segen und ſeinen und für jede Hausfrau intereſſanten Ausſtellungsſtücke
weit=
nicht als Unſegen betractet werden, dann wird auch die Verrohung
der Sitten verſchwinden, und neue, fhüpferiſch adelnde Kräfte werden.
ſich durchſetzen. Daß es dazu komme muſ uuſe: Wunſch und Beſtreben
ſein. Der Vorſitzende ſtrach dem Vortragenden den Dank der Ver= und künſtleriſchſten Ausführung. Man findet neben handgearbeiteter
ſammlung aus. Die ernſte Stimmung ſpiegelte den Eindruck wider, den und beſtickter Damen= und Herrenwäſche Tüllſtickeveien, handgearbeitete
der Vortrag hinterlaſſen hatte.
Frageabend in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, am Freitag,
den 23. März, abends. Es wird mit dieſem Abend über die Konfir= ſtickewzien erregen die beſondere Bewunderung der Ausſtellungsbeſucher.
mation die Reihe der Beſprechungen über die chriſtlichen Sakramente
fortgeſetzt. Nach einer kurzen Einleitung von Dr. Alfred Heidenreich, bei freien Eintritt geöffnet.
Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft, iſt Gelegenheit gegeben, die
Fra=
gen ſchriftlich zu ſtellen, derer Beſprechung dann erfolgen foll. (Vgl. Verſammlung am 22. März, 19.8: 4. Herſtellungen im Saalbau. 5.
Mit=
die heutige Anzeige?
— Belohnung! Der Glasverſicherungsverein a. G. des Heſſiſchen
Einzelhandels, Darmſtadt, Ludwigsplatz 8, ſetzt eine Belohnung von
50 Mark aus für die Feſtſtellung der unbekannten Täter, die in der
Nacht vom Sonntag zum Montag zwei Schaukäſten der Firma
D. Faix in der Rheinſtraße zertrümmert haben
Das Endſpielumden
Handball=
pokal der OSB. in Darmſtadt.
Die deutſche Sportbehörde hat ſich nicht ohne Grund
ent=
ſchloſſen, als Austragungsort des Endſpieles um den deutſchen
Pokal gerade Darmſtadt zu beſtimmen. Abgeſehen von dem
End=
ſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft, iſt es das bedeutendſte der
jährlich auszutragenden Spiele. Zweifellos wurde es nach
Darm=
ſtadt gelegt, weil man — hoffentlich mit Recht — auf eine
An=
teilnahme auch der weiteſten Kreiſe rechnet. Die Mannſchaften
Süddeutſchlands und Brandenburgs — in der erſtgenannten
wir=
ken ſieben Spieler des Sportvereins Darmſtadt mit, in der
letzt=
genannten acht Spieler des Deutſchen Handballmeiſters —
wer=
den in dieſem Spiel am kommenden Sonntag nachmittag am
Böllenfalltor zuſammentreffen. Der Sieger gewinnt den Pokal
der D. S. B. und das von Hindenburg geſtiftete Bild.
Wir rechnen damit, daß der Beſuch dieſes Spieles in
Anbe=
tracht ſeiner Bedeutung alle bisherigen Ziffern in den Schatten
ſtellt. Im Vorjahre hatten wir in Darmſtadt die
Höchſtbeſuchs=
ziffer aller Handballſpiele. Inzwiſchen hat ja allenthalben die
Beliebtheit des Handballſpieles, ſo gewonnen, daß am letzten
Sonntag beiſpielsweiſe in Aachen bei einem Treffen von rein
lokaler Bedeutung bereits 10 000 Zuſchauer gezählt wurden.
Sicher wird auch bei uns am Sonntag der Andrang ſehr groß
ſein, ſo daß es ſich jetzt ſchon empfiehlt, ſich mit Karten zu
ver=
ſehen. Karten ſind zu billigeren Preiſen im Vorverkauf im
Zigarrenhaus Becher und in der Sportbuchhandlung Skurnik zu
haben.
Modenschau
Sonnabend,
24. Märs
Rarten
im Rotel
nachm. 4 Uhr
abends 8 Uhr
Hotel zur Craube‟
TCeegedeck mit Nuchen oder
Cand=
wich inſl. Bedienung Mk. 5.20
Carl oſchurmann & Co.
5253
Haus für feine Damen-Moden.
— Auf der Odenwaldbahnſtrecke werden vielfach noch ältere Wagen
gen Sitzgelegenheit haben, ſo daß meiſt die große Mehrzahl der
Mit=
reiſenden in dem Innern der Abteile ſtehen muß. Der Odenwaldklub
in den betreffenden Wagen noch weitere Sitzgelegenheit eingerichtet
wer=
den möge. Darauf iſt von der Direktion Mainz folgende Antwort
ein=
gegangen: „Es iſt nicht beabſichtigt und wegen Mangel an Mitteln auch
nicht möglich, in ſämtliche Wagen älterer Bauart Sitzbänke einzubauen.
Dagegen ſind wir wie bisher gern bereit, Wandergeſellſchaften bei
vor=
heriger Anmeldung möglichſt in Wagen neuerer Bauart
unterzubrin=
gen.‟ Den Ortsaruppen des Odenwaldklubs und anderen
Wandergeſell=
ſchaften muß deshalb übeplaſſen werden, von bevorſtehenden
Wanderun=
gen der Reichsbahndirektion Mainz rechtzeitig Kenntnis zu geben und
um Einſtellung von Wagen neuerer Bauart zu bitten, damit alle
Mit=
wanderer, namentlich für eine längere Heimfahrt nach ermüdendem
Verzinſ ung von
Aufwertungs=Sparguthaben.
Um unſeren Spargläubigern ein allzulanges Anſtehen bei
der Abfeitigung zu erparen, ſehen wir uns veranlaß”, die
alten Sparbücher zwecks Beiſchreibung der
Jahres=
zinſen für 1927 nach Nummern aufzurufen. Hiermit
werden aufgerufen:
Die alten Sparbücher No. 1 bis 40000
Die Vorlage der Bücher erfolgt bei der
Aufwertungs=
ſtelle im 1. Stock.
Kaſſenſtunden: Vormit ags von 8½ —1 Uhr und
Nach=
mitags von 3— 4/, Uhr. Sams ags nachm geſchlo ſen.
Weitere Nummern werden beſonders aufgerufen! (st4073
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
— Eine Wäſche= und Handarbeitsausſtellung wird zurzeit von der
gehendſte Beachtung fand, erfreut ſich auch diesmal eines ſehr guten
Beſuches. Die Ausſtellung iſt reichlicher und umfaſſender, bringt in
der Hauptſache Handarbeiten in der einfachſten bis zu der ſchwierigſten
Kinderkleidchen, Decken und Hohlfaumarbeiten, Lampenſchirme. Tee=
— „Die ſeeliſche Not der Jugend und die Konfirmation” öffentlicher puppen uſw. Ausgezeichnet ausgeführte beſtickte Kiſſen, darunter
Bunt=
ſtickerei in Blumen= und Tiermuſtern, wundervolle Filet= und Hohlſaum=
Die Ausſtellung iſt heute noch von 10 Uhr voxmittags bis 8 Uhr abends
Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung der
Stadtveroröneten=
teilungen.
Schon wieder heiſer?
Sodener Mineral=Paſiillen nehmen
Sie follten
regel=
mäßig Fags echte
* Märzſitzung des Hiſtoriſchen Vereins,
Hauptverſammlung.
Vortrag von Kuno Graf von Hardenberg über die Holbeiniſche Madonua.
Der Hiſtoriſche Verein hatte geſtern ſeinen großen Tag. Der
Be=
hüter und genaueſte Kenner der Holbeinſchen Madonna, der
tief in ihre Geheimniſſe eingedrungen iſt, hielt einen geiſtvollen,
tief=
gründigen, von Lichtbildern erläuterten Vortrag über deſes Kleinod des
Schloßmuſums. Er führte etwa folgendes aus:
Zunächſt ſchilderte er das alte Baſel mit ſeiner 1460 von Papſt
Pius II. (Aeneas Sylvius) begründeten Univerſität. Durch ihren
umfangreichen Handel zu großem Wohlſtand gelangt, blüßte in ihr Kunſt
und Wiſſenſchaft. In ihr kam von Italien her der Humanismus
zur Blüte, ſein Haupt war Erasmus von Rotterdam. In
dieſen Kulturmittelpunkt kam Holbein 1515 von ſeiner Vaterſtadt
Augs=
burg und malte im nächſten Jahre die Bildniſſe von Bürgermeiſter
Jacob Meyer zum Haſen und deſſen zweite Frau
Doro=
thea Kanngießer aus Thann im Elſaß. Er war ein reicher
Geld=
wechſler ſeines Zeichens und ein Söldnerführer dazu, von Tüchtigkeit
und Anſehen, freilich auch von Geldgier, die ihm ſogar ſein Amt koſtete.
Für ihn malte Holbein auch die Madonna.*) Sie iſt das Gegenteil der
Sixtiniſchen, die eine Fernwirkung hat, wie kein anderes Bild in der
Welt, auf hundert Meter vermittelt ſie noch ihr Wunder in voller
Deut=
lichkeit. Die Holbeiniſche Madonna dagegen iſt kein Bild für eine
Ge=
meinde von Zauſenden, ſie iſt für die Hauskapelle gemalt. Sie ſteht in
ſchlichter Größe als gekrönte Himmelskönigin da, in ſich verſunken, in
Ausübung einer mütterlichen Pflicht im Kreiſe einer kleinen, ihr gauz
hingegelenen Familie, einer ſtillen Gemeinde in heiliger Siebenzahl um
ſie gruppiert. Mit ihrem weißen Mantel umhüllt ſie ein undeutbares
Myſtcrium, ein Wunder, das ſie vollbringt und das alle Anweſenden in
innigſter Andacht und Verehrung verbindet, die der einzelne Beſchauer
in ſtiller Kapelle erſchauernd mitfühlen kann. So ergänzen ſich
gewiſſer=
waßen beide Madonnen. Wir können an dieſer Stelle, nicht auf den
wundervollen Vortrag näher eingehen. Redner verlas noch das
Gut=
achten des bekannten hieſigen Kinderarztes, Dr. med. Sachs, über das
kranke Kind, das die Madonna an ſich hält, das ſich über die Anzeichen
der Krankheit eindeutig ausläßt. Dieſes Kind ſoll wahrſcheinlich nicht
den Jeſusknaßen darſtellen, ſondern vielleicht ein geſtorbenes Kind des
Bürgermeiſters. Seit dem Jahre 1871 iſt der Vorrang der Darmſtädter
vor der Dresdner Madonna für die Wiſſenſchaft ent ſchieden. „Die
vor=
handenen Korrekturen und Aenderungen an einigen Geſtalten, vor allem
die Vebermalung des langen Haares und der Naſenkontur der neben
den beiden Frauen im Vordergrund knicenden Tochter Anna Meher und
deren ſpätere Bekrönung mit einem Perlenhäubchen auf dem
Darm=
ſtädter Bild, zeigen uns nur zu deutlich, daß hier Holßeins Hand noch
vor Problemen ſtand und mit ihnen rang.” Zum Schluß zeigte der
Vortragende an Handzeichnungen und Teilen des Bildes die Entſtehuug
und ſeinen Aufbau im Lichtbilde, ſowie Bildniſſe von Holbein, wobei er
feſtiſtellen konnte, daß ein weitverbreitetes, in faſt allen Kunſtgeſchichten
wiedergegebenes Bildnis gar nicht Holbein darſtellt. — Vorſtehender
Bericht kann nur andeutungsweiſe die Fülle des Gebotenen darſtellen.
Der Vortragende ſchöpfte aus dem Vollen und breitete ſeine tief in das
Ganze ſich einfühlende Erkenntnis in vollendeter Rede vor den geſpannt
lauſchenden Zuhörern aus, die ihm durch lebhaften Beifall dankten. Der
zweite Vorſitzende, der in Verhinderung des erkrankten erſten, die
Sitzung leitete, ſprach ihm noch den Dank des Vereins aus.
Nach einer Pauſe fand die Hauptverſammlung ſtatt, aus
dem Geſchäftsbericht geht hervor, daß der Verein noch nicht völlig aus
dem Nachwehen der Inklationszeit heraus iſt. Der Jahresbeitrag iſt,
wie im Vorjahre auf 7 Mark feſtgeſetzt. Damit ſoll jedoch für diejenigen,
die in der Lage dazu ſind, ein höherer Beitrag nahegelegt werden,
da=
mit der Verein ſeine Aufgaben wieder in vollem Umfang löſen kann.
Ferner wurde noch bekannt gegeben, daß folgende Hernen, wegen ihrer
langjährigen Verdienſte um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt
ſind: Stadtbikliothekar Dr. Heidenheimer in Mainz;
Sanitäts=
rat Dr. med. Köhl in Worms; Studienrat i. R. Profeſſor Dr. K.
Lindt; Güterdirektor Chriſtian Müller, und
Landeshibliothek=
direktor Dr. A. Schmidt in Darmſtadt. Es folgten hierauf die
Be=
richte von Oberſchulrat Ritſert über die Finanzlage, Profeſſor Dr.
E. E. Becker über die Vereinsveröfentlichungen; von Prälat D. Dr.
Diehl über die Abteilung für heſſiſche Kirckengeſchichte und von
Re=
gierungsrat Schäfer für die Familiengeſchichtliche Vereinigung. Zum
Schluß wurden noch die vorgeſehenen Ausflüge bekannt gegeben. Die
diesjährige Hauptveyſammlung der heſſiſchen Geſchichts= u. a. Vereine
findet in Offenbach ſtatt.
Noack.
*) An dieſer Stelle ſei auf ein neues Novellenbuch aufmerkſam
ge=
macht: R. Schwartz, „Aus ernſten Tagen” (Baſel, Fr. Reinharb).
In der erſten Novelle: „Die Madonna des Bürgermeiſters”
ſucht der Verfaſſer eine dichteriſche Löſung der Fragen.
— Kunſtausſtellung. Die Darmſtädter Maler Elſa Pfiſter=
Kaufmann und Julius Kaufmann zeigen zur Zeit in den
Näunen der Firma Joſef Trier, Darmſtadt, Wilhelminenſtr. 25,
ihre Arbeitsergebniſſe der letzten Jahre in einer umfangreichen
Kollektib=
ſcheu. Neben Landſchaften und Reiſebildern ſind auch die neueſten
Bild=
niſſe aus Darmſtädter Privatbeſitz zuſammengeſtellt. Der Beſuch der
Ausſtellung, die bis Mitte April geöffnet iſt, iſt unentgeltlich.
— Die Nelſon=Revue im Orpheum. „Madame Revue” findet
täg=
lich abends das Entzücken der Zuſchauer; einſtimmig wird das Nelſon=
Gaſtſpiel als der ſchönſte und anfprechendſte Spielplan der
Winterſpiel=
zeit von Publikum und Preſſe bezeichnet. Tatſächlich iſt die kultivierte
Kabarettkunſt Rudolph Nelſons, die in den 21 Bildern von Hans H.
Zerlett von dem erſtklaſſigen Enſemble in Geſang und Tauz zum
Vor=
trag kommt, als das Beſte vom Beſten anzuſpreihen. Die
farben=
prächtigen Dekorationen und Koſtüme erhöhen den Reiz der
Darbie=
tungen; die prickelnde Muſik, die Meiſter Nelſon in vollendetſter Weiſe
zum Vortrag bringt, verleiht der Geſamtwirkung dieſer geſchmackvollen
Rcvue eine äußerſt vornehme Note. — Bei der Kürze des Gaſtſpiels,
das nur noch bis Sonntag währt, iſt ein Beſuch dringend
zu empfehlen.
— Verein zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte in der
Schloß=
kirche zu Darmſtadt. Am Sonntag (Judika) fällt der Vereinsgottesdienſt
in der Schloßkirche aus, da Herr Pfarrer Lautenſchläger dienſtlich
ver=
hindert iſt und eine Vertretung in Anbetracht der reichbeſetzten Oſterzeit
nicht möglich war. Der Gottesdienſt in der Schloßkirche wird durch
Herrn Pfarrer Zimmermann in der gewohnten Weiſe verſehen werden.
— Die Jägertorſchule veranſtaltet am 26. und 29. März einen
Elternabend im Mathildenhöhſaale (Beginn 7.30 Uhr, Ende gegen
10 Uhr). Zur Aufführung gelangen neben Gedichtvorträgen und
Chor=
geſängen (u. a. „Ruſſiſcher Veſpergeſang” von Bortniansky) wieder ein
reizendes Märchenſpiel in 4 Bildern, an dem gewiß alle Beſucher
ihre helle Freude haben werden. Die Eltern unſerer Kinder ſowie
Freunde der Schule ſind herzlich eingeladen. Karten in der Schule.
— Wanderabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846. Eine kurze
Bahnfahrt brachte die Wanderluſtigen der T. G.D. nach Neinheim. Von
hier aus ging es bei dem ſchönſten Sonnenſchein unter der Führung der
Turner Lich und Meß auf noch feſtgefrorenen Wegen zum
Galgen=
berg, auf die Hohe Straße und weiter nach dem „Fichtengarten”, einem
ſchönen Hochwald in der Nähe von Wembach. Nach kurzer
Frühſtücks=
raſt marſchierten wir nach Rohrbach weiter und erreichten gegen Mittag
auf einigen von der Sonne ziemlich aufgeweichten Umwegen Nieder=
Modau. Hier wurde im „Darmſtädter Hof” bei Gaſtwirt Schaller
Ein=
kehr gehalten. Bei einigen Spielen im Freien, an denen ſich jung und
alt beteiligten, frohen Liedern und ſonſtigen Vorträgen im Kreiſe
Nie=
der=Modauer Turnbrüder vergingen die Stunden nur zu ſchnell, und
wir mußten bald an den Heimweg denken. Ueber den Breitenſtein und
Nieder=Ramſtadt erreichten wir am Abend wieder unſere Vaterſtadt.
Ein ſchöner Wandertag lag wieder hinter uns, an dem wir uns, dank
des herrlichen Wetters, ſo recht in freier Natur, im hellen Sonnenſchein
und friſcher Luft tummeln konnten, um die Alltagsſorgen zu vergeſſen
und neue Kraft für unſere Tagesarbeit zu ſchöpfen.
von Verbänden
SpartGe
NON
Ne
A
Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer USM-
* Achten Sie auf den Namen Leukoplast, da Nachahmungen im Handel Sind.
D Echältlich in Apotheken, Drogerien, Bandagengeschäften in Kollen von 30 Ff. an.
ummischlaucb
Leukoplast ist immer gut,
Wenn man sich verwunden tur.
Aber nicht nur zu Verbänden
Kann man Leukoplast verwendens
Pappe, Porzellan und Glas,
Alles, Alles kittet das.
Ansteckdosen, Bilderrahmen,
Schachteln, Schirme, Puppendamen.
Gummischläuche, Badekappen.
Regenmäntel, Aktenmappen,
Noten, Bilder, Thermomster,
Goethes Faust und Struwwelpefer,
Alles klebt das LEUKOPLAST.
Sorg, daß Du’s im Hause hast)
Seite 6
Donnerstag, den 22. März 1928
Nummer 82
Darmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft.
Am neunten Vortragsabend, der Geſellſchaft jährte ſich
der Tag, an dem dieſe im vorigen Jahre mit ihren Vortragsabenden
an die Oeffentlichkeit getreten war. Herr Oberlandesgerichtsrat Dr.
Mayer als Leiter der Verſammlung durfte mit Genugtuung feſtſtellen,
daß die außerordentlich zahlreiche und regelmäßige Beteiligung an den
Vortragsabenden den Beweis für die Lebensfähigkeit der Geſellſchaft
erbracht hat. Er unterſtrich dabei auch die beſondere Aufgabe der
Ge=
ſellſchaft, den Zuſammenhalt aller mit dem Rechtsleben verknüpften
akademiſchen Kreiſe zu fördern und ſie in der derzeitigen, gegen den
Akademiker gerichteten, überall ſichtbaren Kriſe zu unterſtützen.
Das Referat des Abends hatte Herr Finanzgerichtspräſident Kubl
vom hieſigen Landesfinanzamt, zudem der Vertreter der jungen
Steuer=
rechtswiſſenſchaft an der Gießener Landesuniverſität, übernommen. Er
ſprach über „Steuerrecht und bürgerliches Recht”.
Das Steuerrecht iſt eine ganz junge, noch in der Entwicklung
be=
griffene Diſziplin. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit fand die
Finanz=
wiſſenſchaft auf juriſtiſchem Gebiet keinerlei beſondere Ergänzung. Das
Steuerrecht iſt ein Teil des Finanzrechts, das die Einnahmen= und
Aus=
gabenwirtſchaft ſowie die Fragen der Vermögensverwaltung der
öffent=
lich=rechtlichen Verbände im allgemeinen behandelt. Es befaßt ſich mit
den Steuern, deren Begriff durch die Legaldefinition der
Reichsabgaben=
ordnung feſtſteht. Ein Teil des Verwaltungsrechts, gliedert es ſich in
Steuerſtaatsrecht, Steuerverwaltungsrecht und Steuerſtrafrecht. Als
Steuerverwaltungsrecht ſcheidet es ſich in Verfahrensrecht und
materiel=
les Recht. Beziehungen beſtehen zu den allerverſchiedenſken Diſziplinen.
Dabei ſpiegelt ſich in den Zuſammenhängen mit dem bürgerlichen Recht
das Grundproblem: öffentliches und Privatrecht, in beſonders
intereſ=
ſanter Weiſe. Der Reichsfinanzhof als oberſtes Steuergericht bat im
Laufe der Jahre allmählich, insbeſondere ausgehend von 5 4 A.O., eine
ſelbſtändige ſteuerrechtliche Begriffsbildung angebahnt.
Die Beziehungen zum bürgerlichen Recht laſſen, ſich in dreierlei
Richtung verfolgen: Zum erſten werden privatrechtliche Tatbeſtände für
das Steuerrecht kauſal; zum zweiten findet ſich bei den allgemeinen
Lehren des ſteuerlichen Schuldverhältniſſes eine analoge Anwendung
bürgerlich=rechtlicher Inſtitute; zum dritten enthalten Steuergeſetze rein
privatrechtliche Vorſchriften und umgekehrt.
Der Vortragende verfolgte dieſe drei Problemſtellungen unter
Ver=
lebendigung durch eine Fülle von Einzelbeiſpielen. Die
Tatbeſtands=
wirkung des bürgerlichen Rechts kann mehr odee weniger intenſiv ſein.
Manche Steuergeſetze gehen von mehr wirtſchaftlichen Begriffsbildungen
aus: Vermögen, Einkommen uſw. Manche, insbeſondere die
Verkehrs=
ſteuergeſetze, nähern ſich mehr dem formalen bürgerlich=rechtlichen
Tat=
beſtand. Das Erbſchaftsſteuergeſetz z. B. bietet eine Fülle der Beiſpiele
für abgewandelte, und veränderte, dem bürgerlichen Recht entnommene
Begriffe. Der Eigentumsbegriff wird nach ſeiner wirtſchaftlichen
Be=
deutung verſchoben (8 80 A. O.). Demg=genüber gilt teilweiſe das
Ur=
kundenprinzip, das an die Erfüllung beſtimmter äußerer Formen die
Steuerpflicht anknüpft. Teilweiſe wird der bürgerlich=rechtliche
Tat=
beſtand ganz anders gewürdigt: Bürgerlich=rechtliche unſittliche und
nich=
tige Geſchäfte ſind z. B. verkehrsſteuerpflichtig. 8 5 A.O. geſtattet ein
Abſehen von der bürgerlich=rechtlichen Geſtaltungsform, um
offenſicht=
liche Umgehungen zu verhindern.
Bei der Konſtruktion des ſteuerlichen Rechtsverhältniſſes als ſolchem
finden ſich Anlehnungen an Inſtitute und Formulierungen des
Privat=
rechts. Deren Inhalt wird dabei oft verändert und erweitert. Die
ſteuerliche Rechtsfähigkeit wird ausgedehnt auf Geſellſchaften des
bürger=
lichen Rechts, auf offene Handelsgeſellſchaften uſw. Dabei ändert ſich
das wieder bei den verſchiedenſten Einzelſteuergeſetzen. Wichtig iſt im
Zuſammenhang damit die Behandlung der juriſtiſchen Perſon nach ihrer
wirtchaftlichen Bedeutung überhaupt. Die außerordentlich
bedeutungs=
bollen Folgerungen aus der ſogen. Organiſationstheorie finden hier
ihren Platz. Der Begriff der Schuldnerſchaft und der Hafrung nach der
perſönlichen und der ſachlichen Seite iſt im Steuerrecht außerordentlich
durchgebildet und findet eine weitverzweigte Anwendung.
Steuerliche Vorſchriften finden ſich teilweiſe im Bürgerlichen
Geſetz=
buch, umgekehrt bürgerlich=rechtliche Vorſchriften in dea Steuergeſetzen.
Aus alledem ergibt ſich, daß jedwede Arbeit auf de Gebiet des
Zivil=
rechts auch dem Steuerrecht fruchtbar wird und daß durch Durchbildung
der dort geltenden Rechtsbegriffe die Rechtsſicherheit gerade auf ſeinem
Boden ſich verſtärkt, das beſte Kampfmittel letztlich gegen jedwede Art
ſteuerlicher Unehrlichkeit.
Der Vortrag breitete in großzügiger Dispoſition eine Fülle von
intereſſantem und anſchaulichem Material aus. Er rechtfertigte gerade
dadurch beſonders eindrucksvoll und überzeugend die eingehenden
Aus=
führungen über die eminente Bedeutung der Beziehungen der
verſchie=
denen rechtlichen Diſziplinen zueinander und die Notwendigkeit, die
zwiſchenſtaatlichen Beziehungen zwiſchen ihnen eingehend zu pflegen.
Die lebhaft intereſſierte Zuhörerſchaft dankte dem ſichtlich aus der
Fülle reicher Erfahrung und wiſſenſchaftlicher Erkenntnis ſchöpfenden
Nedner mit reichem Beifall.
— Der Film: Ein Gang durch die Maggi=Gutswirtſchaft und die
Maggi=Werke in Singen am Hohentwiel wird am Samstag, den
24. März, im Heim des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten (G. d.A.)
vorgeführt. In dieſem Film werden Bilder aus den
landwirtſchaft=
lichen Betricben, wie Gemüſe= und Gtreideanbau, gezeigt. Ein ſchönes
Bild bieten auch die prächtigen Zuchtſtiere, die hier im Bild vorgeführt
werden. Auch ſchöne Landſchaftsbilder aus dem Schwarzwald enthält
der Film. Nach der Filmvorführung findet gemütliches
Beiſammen=
ſein ſtatt. Der Eintritt iſt für Mitglieder und Angehörige frei. (Alles
Nähere ſiehe Anzeige.)
Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (einſchl.
Deutſch=Auſtral=, Kosmos= und Hugo=Stinnes=Linien). Abgeſchloſſen am
9. März 1928. Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten. Nach
New York: D. Hamburg ab Hamburg am 22. 3., ab Cuxhaven am
B. 3.; D. Weſtphalia ab Hamburg am 28. 3., direkt; D. Albert Ballin
ab Hamburg am 5. 4., ab Cuxhaven am 6. 4.; D. Thuringia ab
Ham=
burg am 11. 4.; D. New York ab Hamburg am 12. 4., ab Cuxhaven am
13. 4.; D. Deutſchland ab Hamburg am 19. 4., ab Cuxhaven am 20. 4.;
MS. Nordvard ab Hamburg am 21. 4., direkt; D. Cleveland ab
Ham=
burg am 25. 4., ab Cuxhaven am 26. 4.; D. Hamburg ab Hamburg am
3. 5., ab Cuxhaven am 4. 5. — Nach Kanada: D. Weſtphalia ab
Hamburg am B. 3.; D. Thuringia ab Hamburg am 11. 4.; D.
Weſt=
phalia am 5. 5. — Nach Philadelphia, Baltimore,
Nor=
folk: D. Harburg am B. 3.; D. Iſerlohn am 5. 4., ein Dampfer am
2. 4. — Nach der Weſtküſte Nordamerika: MS. L. A.
Chriſtenſen am 24. 3.; MS. Odenwald am 14. 4. — Nach
Weſt=
indien, Weſtküſte Zentralamerika: D. Antiochia am 24. 3.;
MS. Erfurt am 31. 3.; D. Nugia am 7. 4.; MS. Waldtraut Horn am
14. 4.: MS. Orinoco am 21. 4. — Nach Porto Rico, San
Do=
mingo, Haiti, Jamaica und Santiago de Cuba: MS.
Marie Horn am N. 3.: D. Troja am 10. 4.; MS. Frida Horn am 24.
4. — Nach Cuba: D. Mexico am 24. 4.: D. Cuba am 26. 5. —
Nach Mexico: D. Feodoſia am 24. 3.; D. Danzig am 5. 4.: MS.
Rio Panuco am 17. 4.: D. Nord=Schleswig am 28. 4.: D. Amaſſia am
10. 5. — Nach derOſtküſte Nordamerika: D. General Mitre
am 21. 3.; D. Uruguay am B. 3.; D. Adalia am 31. 3.; D. Baden am
4. 4.; D. Wasgenwald am 11. 4. — Nach der Weſtküſte
Süd=
amerika: D. Planet am 24. 3.; D. Rapot am 28. 3.; D. Schwarzwald
am 7. 4.; D. Wiegand am 7. 4. — Nach Niederländiſch=
Jn=
dien: D. Phrontis am 28. 3.; D. Leung am 11. 4.: ein Dampfer am
25. 4. — Nach Auſtralien: D. Franken am 2. 3. — Nach
Süd=
afrika: D. Altona am 24. 3.; D. Naumburg am 21. 4. — Nach
Oſtaſien: MS. Nuhr am 24. 3.; MS. Vogtland am 31. 3.; D.
Luden=
dorff am 7. 4.; D. Albert Vögler am 14. 4.; D. Hindenburg am 21. 4.
— Nach Afrika: D. Tanganüka am 7. 4. — Hamburg=Rhein=
Linie: wöchentlich ein Dampfer. — Mitgeteilt durch die Vertretung
der Hamburg=Amerika=Linie, Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Darmſtadt.
Die Entwicklung der Spareinlagen bei den
ſtädtiſchen Kreditgenoſſenſchaften.
Durch den Deutſchen Genoſſenſchaftsverband werden
die neueſten Ergebniſſe des Spareinlagengeſchäfts bekannt. Sie beziehen
ſich auf den Stichtag des 31. Dezember 1927. Hiernach haben von rund
1350 dem Deutſchen Genoſſenſchaftsverband angeſchloſſenen
Kreditgenoſ=
ſenſchaften, das iſt die Mehrzahl der überhaupt beſtehenden, 1000, alſo
der überwiegende Teil, berichtet. Dieſe weiſen insgeſamt ein
Spargut=
haben von 499,3 Mill. RM. und ein Kontokorrentguthaben von 264,9
Mill. RM. auf. Im Durchſchnitt entfällt auf die Spar= und
Konto=
korrent=Einlagen je Genoſſenſchaft ein Betrag von 764 200 RM.
gegen=
über 570 000 RM. Ende 1926. Es kommt dies einer Steigerung von
rd. 35 Prozent gegenüber dem Vorjahre gleich. Die Spareinlagen allein
haben ſich im Durchſchnitt von 330 200 RM. auf 499 300 RM., das iſt
rd. 50 Prozent, erhöht. Innerhalb der Spareinlagen der
Kreditgenoſ=
ſenſchaften iſt der wachſende Anteil der Kündigungsgelder
hervorzu=
heben. Während Ende 1926 66,6 Prozent der Spargelder langfriſtiger
Natur waren, iſt dieſe Biffer Ende 1927 auf 72,1 Prozent geſtiegen; es
iſt dies ein erfreuliches Zeichen des Vertrauens, welches den
Kredit=
genoſſenſchaften endgegengebracht wirb.
Der Frühling iſt da!
Nun gibt es wieder die beliebten
Rhaharberſpeiſen mit
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HAMBURG 15
Oſiern in Bad=Nauheim.
Mildes Klima, bequeme Verkehrslage, vorzügliche, allen Anſprüchen
angemeſſene Unterkunft, und eine Fülle des Schönen und Sehenswerten
— das ſind die Eigenſchaften, die einen Kurort wie Bad=Nauheim
zum lockenden Reiſeziel in den Oſterntagen machen. Dazu kommt vor
allem bei dieſer vielſeitigen Bäderſtadt die Möglichkeit freier Einſtellung
auf entſpannende Ruhe oder anregende Unterhaltung je nach Wunſch
und Bedürfnis. In der Frühlingsſonne zeigt ſich Bad=Nauheim
beſon=
ders reizvoll; aber auch einer gelegentlichen Wetterlaune kann der
Beſucher auf den ſtets gangbaren Parkwegen und in komfortablen
Ge=
ſellſchaftsräumen trotzen.
Für die zahlreichen Gäſte, die wie in jedem Jahre Bad=Nauheim
während der kommenden Oſtertage beſuchen, wird wieder eine beſondere
Kurkarte zum Preiſe von 5.— RM. ausgegeben, die vom 4. bis 15. April
Gültigkeit hat. Dieſe Karten berechtigen zum freien Beſuche des
Kur=
hauſes und der Konzerte des ſtaatl. Kurorcheſters. Aus zur Benutzung
der Kurmittel berechtigen dieſe Kurkarten für die oben angegebene Zeit
gegen Entrichtung der hierfür beſonders feſtgeſetzte Gebühren.
Linoleum-Tapeten!
Aochstaetter.
45098)
— Tarifſtreit im Bankgewerbe. Nachdem die Verhandlungen mit
dem Vrnkenverband geſcheitert ſind, hat das Neichsarbeitsminiſterium
Herrn Regierungsrat Dr. Brahn zum Schlichter beſtellt. Nach Mittei=
lung des Allgemeinen Verbandes der Deutſchen Bankangeſtellten
fin=
den die Schlichtungsverhandlungen am 29. März im Reichsarbeitsmini=
terium ſtatt.
— Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft Darmſtadt e. V. Die
Wanderabteilung der Kaufmänniſchen Stenographen=Geſellſchaft
Darm=
ſtadt e. V. unternimmt am Sonntag, den 25. März 1928, ihre 3.
Wan=
derung im Vereinsjahr 1928. Abfahrt vormittags 6.55 Uhr mit der
elektriſchen Straßenbahn ab Luiſenplatz nach Eberſtadt. Von da über
Malchen, Magnetberg, Seeheim, Tannenburg, Jugenheim,
Heiligen=
berg, Alsbacher Schloß nach Zwingenberg. Rückfahrt ab dort.
Marſch=
zeit ca. 4 Stunden.
— Gebührenfreiheit heſſiſcher milder Stiftungen in Preußen. Wie
der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt einer gemeinſamen Verfügung des
Juſtizminiſters und des Finanzminiſters entnimmt, wird den heſſiſchen
milden Stiftungen von den preußiſchen Gerichten Gebührenfreiheit in
dem gleichen Umfange gewährt, wie ſie den preußiſchen milden
Stif=
tungen zuſteht, nachdem der heſſiſche Juſtizymniſter im Einvernehmen
mit dem heſſiſchen Finanzminiſter die gleichen Vergünſtigungen auch
preußiſchen milden Stiſtungen zugeſichert hat.
— Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Stidtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt im Monat Februar 1928.
Vorgeſpro=
chen haben 17 Perſonen, davon waren zwei von hier. Es erhielten:
5 Perſonen Fahrkarten nach Arbeitsſtellen oder nach dem Wohnort; 2
Per=
ſonen Schuhe, 4 Perſonen Bekleidungsſtücke, 2 Perſonen Auslöſen von
Gepäck, 2 Perſonen Verpflegung, eine Perſon erhielt Schuhreparatur
und eine Perſon Barunterſtützung. — Wohlfahrtsſcheckhefte
ſind im Verkehrsbureau erhältlich.
Waldbrand. Dienstag abend, kurz nach 21 Uhr, wurde infolge
eines Walzbrandes das Ueberfallkommando der 3. Bereitſchaft zum
zweitenmal alarmiert. Im Diſtrikt Rothſul 8, nahe der
Bernhardsacker=
ſchneiſe, hatten Waldarbeiter wohl tags zuvor in einem Holzſchlag Reſte
verbrannt. Obsvohl die Gluthaufen durch Erde, abgedeckt waren,
ent=
zündeten ſich dieſe infolge des heftigen SturmL. Nur dem ſchnellen
Eingreifen des Ueberfallkommandos der Schutzpolizei und der
Darm=
ſtädter Feuerwehr konnte die in der Nähe liegende Kieferſchonung vor
der Vernichtung bewahrt werden. Beſonders erinnert wird an die ſtete
Zeuersgefahr, die durch die zur Zeit herrſchende Trockenheit ſehr
be=
günſtigt wird. Vorſicht bei Spaziergängen im Walde mit Feuerzeug,
uicht rauchen, weder Liggretten, Zigarren noch offene Pfeifen, denn ein
ruachtſam wegg=worfener Stumuel, oder durch Wegwerfen von
glühen=
den Streichhöllzerm Bana in den Fo ſten größererSch=Len angenichl et werden.
Als Entfettungsmittel
30 Gramm in Apotheken erhäl lich.
werden Toluba=Kerne gern
ge=
nommen und weiter empfo len.
VI.36 9
— Preußiſch=Süddeutſche Klafſenlotterie. Zu der am 13. März
be=
endeten Haupt= und Schlußziehung der 20. (256.) Lotterie waren
ſämt=
liche Loſe ausverkauft, ſo daß viele Spieler für ihre gezogenen Loſe
Erſatz nicht mehr erhalten konnten. Es fielen die beiden Hauptgewinne
von je 500 000 Reichsmark auf Nr. 305 845 in den beiden Abteilungen
I und II, und die beiden Prämien von ebenfalls je 500 000 Reichsmark
mit einem Gewinn von 2000 Reichsmark auf Nr. 257 291 in den beiden
Abteilungen I und II. Die neue (31.) 257.) Lolterie beginnt am
20. April mit der Ziehung der 1 Klaſſe. Für die bisherigen Spieler
bleiben die gehabten Loſe bis zum 28. März auſbewahrt. Es
empfiehlt ſich, bis zu dieſem Tage die Loſe abzuholen oder dem
zuſtän=
digen Lotterieeinnehmer jedenfalls mitzuteilen, daß die Loſe weiter
geſpielt werden, ſelbſt wenn die Bezahlung erſt ſpäter erfolgt. Bei
nicht rechtzeitiger Abholung oder Benachrichtigung muß über die Loſe
bei der großen Nachfrage and=rweitig verfügt werden. Neuen Spielern
wird ebenfalls empfohlen, ſich frühzeitig ein Los zu ſichern, da ſolche
kurz vor Beginn der Ziehung 1. Klaſſe nicht mehr zu haben ſein
dürſten.
Der Reichsverband der Büroangeſiellten
und Beamten
Bezirk Heſſen, Heſſen=Naſſau und Oberrhein, hielt ſeinen Frühjahrs=
Bezirkstag im Saalbau zum Storchen in Frankfurt a. M. ab. Die
Tagung war gut beſucht. Der Geſchäftsbericht zeigte eine ſehr günſtige
Aufwärtsentwicklung des Bezirks.
Anſchließend an den Bezirkstag fand eine öffentliche Behörden=r
Angeſtelltentagung ſtatt, zu welcher die Angeſtelltenſchaft der Reichs=.
Staats= und Kommunalverwaltungen ſowie der
Sozialverſicherungsträ=
ger innerhalb des Bezirksgebiets eingeladen waren und die ebenfalls /
einen ſehr guten Beſuch aufzuweiſen hatte. Geſchäftsführer Bouillon:
gab in ſeinem Referat „Zukunftsaufgaben der Berufsorganiſation”!
einen kurzen Rückblick über die ſchweren Befoldungskämpfe für die Be=, um dann zu den ſchwebenden Berufsfragen
ein=
gehend Stellung zu nehmen. Aktive Mitarbeit an der Geſtaltung der
Dienſtverhältniſſe der Behördenangeſtellten ſei dem Einzelnen nur in
der Berufsorganiſation möglich.
Die ausgiebige Ausſprache gab. klar zu erkennen, daß der von
Ge=
ſchäftsführer Bouillon gekennzeichnete Weg zur Ausgeſtaltung des
Dienſtverhältniſſes und zur Sicherung der Exiſtenz der Behördenange= als der richtige angeſehen wird. Alle Redner gaben dem Willen:
zur intenſiven Mitarbeit und zur Erfaſſung des letzten Kollegen und
der letzten Kollegin für den R.d.B. Ausdruck.
Nach einem vom Verbandsvorſitzenden Birſch=Koblenz gehaltenen,
mit großem Beifall aufgenomwenen Schlußwort, in dem ein ſtarks
Bekenntnis zur chriſtlich=nationalen Gewerkſchaftsbewegung unter
Ab=
lehnung des Klaſſenkampfes durchklang, konnte der Bezirksvorſitzende:
die ſehr gut verlaufene arbeitsreiche Tagung ſchließen.
Kunſfnotizen.
iſeber Werke, Künſler oder künſileriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnun
geſchiebt behält ſich die Redaktion ihr Urtell vor.
— Im Neugeiſtkreis ſpricht morgen abend 8 Uh= im
Logen=
gebäude (Sandſtraße 10) der Leiter der Stuttgarter Neugeiſtgruppe
F. Eberſpächer über „Die Pflicht zumGlück”. Gerade heute, wo
ſo viele Menſchen dem Leben unbefriedigt gegenüberſtehen, wo viele
ver=
ſuchen, ihre innere Not zu übertäuben, nur, um nicht
zuſammenzubre=
chen unter der Laſt, iſt es doppelt zu begrüßen, daß der b=kannte Redner
aus dem reichen Schatz ſeiner Erfahrungen neue Wege zeigt zur
Ueber=
windung dieſer Not, Wege in ein helles Sonnenland, das jedem durch
eigene Arbeit zu erreichen möglich iſt.
Lokale Veranſtaltungen.
— Wir verweiſen auf das Inſerat des Rentnerbundes. Alle früheren
Kapitalrentner müſſen erſcheinen.
— Deutſchorden. Heute Donnerstag, den 22. März,
Kuapp=
ſchaftsabend in Treuenau. Muſikabend (Beethoven, 5. Symphonie),
Inſtruktion.
Aus den Parteien.
— Die Deutſche Demokratiſche Partei
Orts=
gruppe Darmſtadt, hält am Donnerstag, den 22. d. M., abends
8.30 Uhr, im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 18, eine Mitgliederverſammlung
ab, in der Miniſter Korell eine Anſprache halten wird und die
Dele=
gierten für den a. o. Parteitag am Sonntag gewählt werden.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Versffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift Abernimmt die Redakfien keinerſel
Ver=
autwortung; für ſie bleibt auf Grund des 521 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem
Umfang=
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden. können nicht
zwrückge ſandt. die Ablehnung nicht begründet werden.
Vorfchlag zur baldigen Erbauung eines neuen
Saalbaues, anſtatt koſtſpieligeren,
unvolltom=
menen Umbau.
Für Darmſtadt iſt das Vorhandenſein eines geeigneten Saales für
Konzertaufführungen und ſonſtige geſellſchaftliche Veranſtaltungen ein
unbeſtreitvares Bedüirfnis. Es muß ein den an ihn geſtellten
Anfor=
derungen voll entſprechender Feſtſaal, nicht zu verwechſeln mit
Feſt=
halle, erſtellt werden. Die Vereinstätigkeit, unſer Muſikleben und
geſellſchaftlichen Arrangemeuts erheiſchen Maßnahmen, denen eine
Stadt wie Darmſtadt eigentlich ſich nicht länger entziehen kann, wenn
ſie nicht als rüuckſtändig gelten will. Die Stadtverwaltung muß alſo
Wege ſuchen, um endlich dem lange gefühlten Bedürfnis zu entſprechen.
Nun wied die Stadt und auch ein großer Teil der Bürgerſchaft aber
ſugen, wir müſſen alle aufzubringende Mittel in Anbetracht der großen
Wohnungsnot für den Bau von Wohnungen verwenden, der Feſtkult
kommt erſt in zweiter Linie. Dieſe Einwendung iſt zeitgemäß richtig.
Die Förderung des Wohnungsbaues ſoll die erſte und edelſte Aufgabe
der Stadt ſein.
Es gibt aber auch einen ſogenannten Lokalpotriotismus, eine
Bürgeropferfreudigkeit, die in anderen Städten, nur Mainz und
Frant=
furt ſeien genannt, in die Breſche ſprangen und finanziell ſich an der
Aufbringung der Koſten für ſtadtlebensnotwendige Bauten uſw.
beteilig=
ten. Was in anderen Städten möglich iſt, warum ſoll das in Darmſtadt
nicht möglich ſein? Wir haben hier auch Prominente, die, den
Ge=
meinſchaftsſinn pflegend, ihr Intereſſe für die ſtadtnotwendigen
Be=
dürfniſſe offiziell dadurch bekunden, indem ſie gemeinſam die
Finan=
zierung eines geeigneten Feſtfaalbaues übernehmen. Das gäbe eine
Stiftung, bei der ſich die Erbauer in der Geſchichte der Stadt
Darm=
ſtadt ein Ruhmesblatt verdienten. Induſtrie, Handel und Gewerbe,
Verbände und Vereine müſſen ſich zuſammentun, um, namentlich den
genannten Nachbarſtädten gegenüber, zu zeigen, daß auch hier ein
opfer=
freudiger Bürgerſinn herrſcht, der aus eigener Kraft ſich und der Stadt
Darmſtadt ein den kulturellen Zwecken dienendes Bauwerk erſtellt, das
noch in ſpäteren Jahren für den guten Gefſt unſerer Zeit zeugen ſoll.
Der Bau wirkt produktiv. Er wird ſicher das aufzubringende Kapital
gut verzinſen. Die Finanzierung bedeutet kein Riſiko, vorausgeſetzt,
daß der Bau teckmiſch und räumlich, namentlich iu bezug auf Akuſtik,
allen Anſorderungen entſpricht. Von einem Umbau des beſtehenden
Saalbaues iſt dringend abzuraten, denn die heutigen baulichen
Anfor=
derungen ſind von dem Beſtehenden ſo abweichend, daß wirklich kaum
noch von einer Beibehaltung des einen oder anderen Raumteiles die
Rede ſein kann und ſo das einzig Gegebene iſt, auf dem Platz einen
neuen Saalbau zu errichten und nach Fertigſtellung desſelben den alten
niederzulegen.
Somit gelte dieſer Hinweis als Aufruf an die prominenten
Ver=
treter der Induſtrie, des Handels und Gewerbes, die Verbände und
Vereine unſerer Stadt zur finanziellen Beteiligung an dem
Unter=
nehmen, zum baldigen Zuſammenſchluß der vom Bürgerſinn
getrage=
nen Kreiſe zu einer Tat im Intereſſe uſerer ſchönen Stadt
Darm=
ſtadt und letzten Endes in der Hauptſache zu deren Entlaſtung. Str.
Maßgebende
Erndhrungsphrsiologen
) sind der Ansicht, daß diejenige gemischte Kost die zuträglichste für 15 Pfg. in allen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem
ist, die einige Mal wöchentl. kleine Fleischgaben, täglich reichlich
Gemüse, Obst und im übrigen Milchmehlspeisen enthält. Sicher
ist es nun jedem erwünscht, auch eine Abwechselung in den
Mehl-
speisen zu haben. Elier kommen Ihnen Dr. Octker’s
Pudding-
pulver, die leicht und schnell mit Milch zu bereiten sind, sehr entgegen.
Sie ergeben schmackhafte und wohlbekömml. Nachspeisen. Dr. Oetker’s
Puddingpulver sind ebenso wie Backpulver „Backein‟, Vanillin-
Zucker, Gustin usw. infolge großen Umsatzes in allen Geschäften stets
frisch zu haben. — Viele neue u. wertvolle Anregungen zum Backen
bietet Ihnen das neuc farb. illustr. Oetker-Rezeptbuch, Ausg. F, das
Buche auch Näheres über den vorzügl. Backapparat „
Küchen-
wunder”, mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten
und kochen können. — Im vollst. neuer Bearbettung ist Dr. Oetker’s
Schnlkochbuch, Auss. C, wieder erschienen. Das Buch ist mit seinen ca. 500 Koch-,
Back- und Einmache-Resepten und vielen farbigen Tafeln für jede und besonders
für die angehenden Hausfrauen ein guter Ratgeber für die Hanshaltführung.
E=
berücksichtigt die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie die neuen
For-
schungsergebnisse in der Emährungrwirsenschaft. Wo nicht vorrätig, ist das 150
Soiten starke Buch in dauorteſtem Pappband gogen Einzandung von 20 Pfg. in
Marken von mir portofrei zu besichen.
Dr. August Oetker, Bielefeld.
Tageskalender für Donnerstag, den 22. März 1928.
Heſſiſches Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. — Kleines
Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr, außer Miete: Gaſthpiel
Käthe Dorſch: „Roſe Bernd”. — Orpheum, abends 20 Uhr: „Madame
Revue‟. — Konzerte: Schloßkaffce, Kaffee Rheingolbd. Weimhaus
Maxim. Darmſtädter Hof, Taunusburg, Waldſchlößchen. Boßler
(Markt 12), Spaniſche Bodega. — Atelierausftellung Augufte von
Bel=
lersheim, Wilhelminenſtr. 42, I., von 11—1 Uhr und 3½—5 Uhr. —
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele,
Helia.
Verſteigerungskalender für Freilag, den 23. März 1928.
Brennholzverſteigerung aus dem Eberſtädter Gemeindewald; Zuſcmmeo
kunft: vorm. 10 Uhr, auf dem Bäckerweg, am Eingang des Waldes.—
Holzverſteigerung, vorm. 9 Uhr, in Arheilgen, in der Wirtſchaft
„Zum Schwanen”.
Nummel 62
Aus Heſſen.
4a. Eberſtadt, 21. März. Bühnenturnabend der
Dura=
ſellſchaft. Die Turngeſellſchaft e. V. hielt am Sonntag abend
Saale ihres Vereinslokals „Zum Bergſträßer Hof” einen äußerſt gut
Sle aufet. e Getrelt in des Oo chalfande Wchtenaglret.
Friedrich aus Darmſtadt, der als Vorſitzender des Landesbeirats
Leibesübungen erſchienen war, herzliche Worte an die Erſchienenen
Stete, und beſonders die Aufgaben des Landesbeinates beſprach. Die
zelnen Darbietungen wurden durchweg exokt ausgeführt. Die
rhyth=
urſchen Ueßungen der Turnerinnen und Reigen der Schülerinnen und
Bt zuletzt das Barrenturnen bewieſen, daß die Turngeſellſchaft über
tte Kräfte verfügt. Eine Muſterleiſtung war die Kunſtfreiübung der
F—rnerin Marie Hebermehl. Die Turnſparte Kaiſar und Kölſch, ſowie
Swortwart Weſp können mit den Erfolgen zufrieden ſein. Neben
e üblichen Mitwirkung der Turnerſingmannſchaft (gemiſchter Chor)
ver der befreundete Geſangverein „Liederkranz” Malchen erſchienen, der
9 imal mit E=langsvorträgen auftrat. Im Laufe des Abends konnte
da 1. Sprecher des Vereins, Hz. Hch. Rorh, den Mitgliedern Glaſer=
Joſeßh Reinhardt und Uhrmachermeiſter Karl Reichert anläßlich
20jährigen Vereinszugehörigkeit die Ehrennadel des Vereins über=
Vortrag im Frauenverein. Am Dienstag
—nd fand im Kreiſe des Evangeliſchen Frauenvereins ein ſehr
ereſſanter Vortrag ſtatt. Als Rednerin war nämlich die
Geſchäfts=
ſicrerin des Verkandes der Evang. Frauenvereine in Heſſen, Frl.
T ahrendorff aus Alsbach a. d. B., gewonnen worden. Der Vor=
—g fand im Saale der Kleinkinderſchule ſtatt. Die Begrüßungsworte
ſimach Ortspfarrer Paul. Die Rednerin hatte ſich „Das Leben im
zrauenverein”, als Thema geſtellt. Sie gliederte ihre Ausführungen
d=utlich in die Abſchnitte: die Frau als Gehilfin des Mannes, als
Ge=
hUfin der Kinder, als Gehilfin im eigeuen Haushalt und ſchließlich
ſo=
enr als Gehilfin im Frauenverein. — Erloſchene Viehſeuche. Die
lurzlich hier zum Ausbruch gelangte Maul= und Klauenſeuche iſt nach
k eisamtlicher Mitteilung wieder erloſchen. Die ſeinerzeit verhängten
E=perr= und Vorſichtsmaßregeln konnten infolgedeſſen wieder aufgehoben
erden.
42. Pfungſtadt, 21. März. Auszeichnung. Die Landwirte
=akob Heil, Peter Liebig, Georg Seibel und Ludwig Wenz wurden
im Anerkennung langjähriger Mitgliedſchaft durch die Ueberreichung
won Ehrenurkunden ausgezeichnet. Auch Tierarzt Klingelmeier wurde
ausgezeichnet. Die Ueberreichung der Urkunden fand geiegentlich eines
silmvortrages „Volk in Not” im „Rheiniſchen Hof” ſtatt. Als
Ver=
weter der Landwirtſchaftskammer war bei dieſer Gelegenheit Dr.
Klein=
urrt erſchienen. — Theater. Unter großem Erfolg führte der
Ge=
aangverein „Liederkranz” den Schwank „Die ſpaniſche Fliege” auf. Die
Follen waren durchweg ſehr gut beſetzt. Bei der Heiterkeit des Stückes
ſierrſchte beim Publikum beſte Stimmung. — Wie verlautet, hält
dem=
rächſt die Kapelle der Kraftſportvereinigung 1914, die von Kapellmeiſter
Sein geleitet wird, einen Konzertabend ab. — Gasverſorgung.
Die Grundarbeiten zu den Gaslegungsarbeiten in Pfungſtadt ſind in
zieſen Tagen beendet worden. — Holzverſteigerung. Bei einer
zu Beginn dieſer Woche im Pfungſtädter Stadtwald abgehaltenen
Stammholzverſteigerung ſtellte ſich der Durchſchnittspreis für einen
Feſt=
meter Holz auf 56 40 RM. Die erſte Brennholzverſteigerung wird
um Donnerstag abgehalten werden. — Die 4. Nutzholzverſteigerung
nus mehreren Abteilungen des Diſtriktes Klingsackertanne des
Pfung=
tädter Stadtwaldes findet am Montag, den 26. März, ſtatt. Es iſt dies
Die letzte Verſteigerung in der Klingsackertanne. — Die
Stammholz=
erſteigerung vom 19. März iſt genehmigt. Abfuhrſcheine können bereits
Segen Barzahlung oder Bürgſchaftsleiſtung in Empfang genommen
wverden.
4k. Nieder=Ramſtadt, 21. März. Odenwaldklub. Im kleinen
Sälchen des Gaſthauſes „Zur Poſt” fand ein Familienabend ſtatt.
sberr Betriebsinſpektor Brambach aus Darmſtadt verbreitete ſich in
geinem Lichtbildervortrag eingehend über die Jugendherbergen und deren
SBedeutung. Muſikvorträge des Wanderklubs „Falke” aus Darmſtadt,
Kowie Vorträge verſchiedener anderer Art verſchönerten die Feier noch
Beſonders. — Am kommenden Sonntag unternimmt die Ortsgruppe
imemeinſchaftlich mit dem Wanderklub „Falke” eine Wanderung nach der
Bergſtraße.
Geite 7
Donnerstag, den 22 März 1928
Die kommende Mainbrücke bei Seligenſtadt.
42. Seligenſtadt, 21. März.
Zwei Mainbrückenbauprofekte ſtehen gegenwärtig im Vordergrund
des Intereſſes, das Projekt einer Mainbrücke bei Rüſſelsheim und ein
ähnlicher Brüchenbauplan bei Seligenſtadt. Wie die Rüſſelsheimer
Brücke dem Verkehr nach dem Preußiſchen im Weſten unſeres Landes
den Weg ebnen ſoll, ſo ſoll im Oſten die Mainbrücke bei Seligenſtadt
eine beſſere Verbindung mit dem Nachbarſtaat Bayern ſchaffen. Die
Mainbrücke bei Rüſſelsheim iſt bereits im Bau begriffen, die Brücke
bei Seligenſtadt dagegen wird erſt ſpäter in Angriff
genommen werden können. Ein Fürſprecher beider Projekte war
der eben eiſt verſtorbene Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg,
Kranzbühler, der die Bedeutung beider Brückenbauten für das
Wirtſchafts= und Verkehrsleken der Provinz Starkenburg frühzeitig
er=
kannt hatte und warm für ihre Verwirklichung eintrat.
Neue Einzelheiten über das Mainbrückenbauprofekt bei
Seligen=
ſtadt erfuhr man auf der dieſer Tage ſtattgefundenen
Generalver=
ſammlung des Seligenſtädter
Mainbrückenbau=
vereins, an der ſogar Landtagsabgeordnete aus Heſſen und Bayern
teilnahmen; auch die Vertreter der beſonders intereſſierten, fränkiſhen
Städtchen waren erſchienen. Man ſah u. a. die bayeriſchen
Abgeord=
neten Stang=München und Dewall=Aſchaffenburg, ſowie die
Bürgermei=
ſter von Groß=Welzheim und Kahl. Vorſitzender des
Mainbrüchkenbau=
vereins iſt der rührige Bürgermeiſter Singer von Seligenſtadt. Alle
Anweſenden waren ſich in der Notwendigkeit des baldigen Brückenbaues
einig. Kopfzerbrechen machte lediglich die Regelung der finanziellen
Frage. Der heſſiſche Landtagsabgeordnete, Amtsgerichtsrat Schül,
neben dem der Abgeordnete Lang erſchienen war, äußerte ſich
ein=
gehend über die Koſtenfrage und die Aufbringung der Koſten
durch Zuſchüſſe feitens Hefſen und Bayerns. Der
baye=
riſche Abgeordnete Stang bekannte ſich als eifriger Verfechter der
Brückenbauidee und machte auch Vorſchläge und Angaben über die
Zuſchüſſe Bayerns. Bayern werde vorausſichtlich mehr als 20 Prozent
Koſtenanteil tragen. Den Ausführungen des bayeriſchen Abgeordneten
Dewall war zu entnehmen, daß die Koſtenteilung ſo gedacht iſt, daß
Bayern als Staat zwiſchen 20 und 30 Prozent übernehme, während
70 bis 80 Prozent der Koſten vom Kreis, Bezirk und den intereſſierten
Gemeinden des Kreiſes Alzenau übernommen werden könnten. Wie
weiter verlautete, ſtellt ſich das Projekt auf 700 000 bis 800 000 RM.
Davon entfallen auf Bayern rund 250 000 RM. Ferner ſprachen außer
Bürgermeiſter Singer die Bürgermeiſter der bayeriſchen Grenzorte
Kahl und Groß=Welzheim, die ebenfalls Zuſchüſſe in Ausſicht ſtellten.
Bürgermeiſter Hartmann aus Kahl glaubte erklären zu können, daß
ſeine Gemeinde 200 Mark zur Verfügung ſtelle. Bürgermeiſter Vock=
Groß=Welzheim ſprach von 4000 Mark als Zuſchuß der Gemeinde Groß=
Welzheim.
Die rein geſchäftsmäßigen Punkte der Tagesordnung der
Haupt=
verſammlung des Brückenbauvereins waren ſchnell erledigt. Das
Protokoll erſtattete Schriftführer Zahn. Den Verwaltungsbericht
er=
ſtattete Gemeinderat Höfling=Seligenſtadt. Der ſeitherige Vorſtand
wurde einſtimmig wiedergewählt.
Zum Schluß der Tagung wurde allgemein der Hoffnung Ausdruck
gegeben, daß durch die erneute Ausſprache das Seligenſtädter
Brücken=
bauprojekt einen Schritt weiter gekommen ſei.
— Nieder=Ramſtadt, 21. März. Frau Emma Luckhaupt, geb. Dörig,
iſt nicht an den Folgen eines Hufſchlages vom Pferd, ſondern an einer
doppelſeitigen Lungementzündung geſtorben.
G. Ober=Ramſtadt, 21. März. Am Sonntag, 25. März, gibt die
Südweſtdeutſche Bühne im Schützenhofſaale (Schulz) das Schauſpiel
„Zwölftauſend” von Bruno Frank (Inſzenierung Karl Simon).
f. Roßdorf, 12. März. Arbeitsloſenſtatiſtik. Infolge der
Beendigung der Holzhauerei hat die Zahl der Arbeitsloſen zugenommen.
Es melden ſich gegenwärtig 92 Perſonen zur Kontzolle. —
Woh=
nungsmangelverordnung. Die Bürgermeiſterei weiſt
wie=
derholt darauf hin, daß nach den Vorſchriften der Wohnungsmangel=
Verordnung eine Anzeigepflicht beſteht für freiwerdende Wohnungen.
Ebenſo bedarf jeder Wohnungswechſel der Genehmigung des
Woh=
nungsamtes. Zuwiderhandlungen bringen neben Strafe noch ſonſtige
nachteilige Folgen mit ſich, die bei Einhaltung der Vorſchriften ſich leicht
vermeiden laſſen. — Kriegsgräberfürſorge. Durch die
Bür=
germeiſterei wird den Einwohnern zur Zeit eine Einzeichnungsliſte des
Volksbundes Deutſcher Kriegsgräberfürſorge vorgelegt. Mit der
Samm=
lung iſt Herr Paul Krüger von hier beauftragt. Die Sammlung foll
der Herrichtung, Erhaltung und Schmückung der letzten Ruheſtätten
unſerer Helden über den Rahmen der ſtaatlichen Fürſorge hinaus
Sorge tragen.
II. Wembach, 21. März. Aus der hiefigen Volksſchule werden dieſſes
Jahr 9 Kinder entlaſſen. Es ſind dies 6 Mädchen und 3 Knaben. Die
Vorſtellung derſelben findet am Sonntag, den 25. März, in Rohrbach,
und die Konfirmation am 2. Oſterfeiertag in Wembach ſtatt. — Am
22. April I. J. hält der Geſangverein „Liederkranz” Wembach=Hahn
ſeinen diesjährigen Liedertag ab. Das Singen findet im Saalbau
„Zum kühlen Grund” ſtatt. Teilnahme an dieſer Veranſtaltung haben
bis jetzt ſchon 8 Nachbarvereine zug’ſagt, worunter ſich auch unſere
Sangesbrüder von der „Sängerluſt‟ Darmſtadt mit ihrem Chormeiſter
Herrn Grim befinden.
W. Klein=Umſtadt, 21. März. Der Turnverein hatte mit
ſeinem zweiten Familiengbend wiederum einen vollen Eufolg. Nach der
Begrüßung der ſehr zahlreich Erſchienenen durch dem 1. Vorſitzenden
wickelte ſich das Programm ab. Am beſte geſiel der Einakter „Um
einen Bubikopf”. Unter anderem ſind noch die mundartlichen
Gedicht=
vorträge, verfaßt von K. Schaffnit und Gg. Volk, zu erwähnen. Der
Erlös des Abends ſoll zur Beſchaffung von Keulen und Kleidern für
die neugegründere Schülerinnenviege dienen. — Die beiden oberen
Jahr=
gänge der hieſigen Volksſchule und die Mädchenfortbildungsſchule Flein=
Umſtadt=Kleeſtadt beſuchten die Ausſtellung für Geſundheits= und
Wohl=
fahrtspflege in Groß=Umſtadt. Es wurde den Kindern durch den
Vor=
tragenden, Herrn Avemarie, recht viel Lehrreiches und Mützliches
ge=
boten. — Am kommenden Sonntag findet die Vorſtellung der
hie=
ſigen Konfirmanden in der Kirche ſtatt. Es ſind dieſes Jahr ſieben
Knaben und fünf Mädchen, die an Oſtern konfirmiert werden.
A1. Höchſt i. Odw., 21 März. Rückgangder
Arbeitsloſig=
keit. Ein erfreuliches Zeichen für den Rückgang der Arbeitsloſigkeit
in der hieſigen Gegend ſind die Arbeitereinſtellungen der beiden
Gummifabriken in dem benachbarten Santbach. Auch das Werk
Obern=
burg der Vereinigten Glanzſtoffabriken hat in den letzten Monaten
Einſtellungen größeren Stils vorgenommen und beabſichtigt die Zahl
der Belegſchaft auf 1800 zu erhöhen. Der derzeitige gute Geſchäftsgang
in der Gummiwaren duſtrie macht ſich auch in der hieſigen
Geſchäfts=
welt angenehm bemerkbar. Es wäre ſehr zu wüinſchen, daß der gute
Beſchäftigungsgrad auch weiterhin anhält.
m. Michelſtadt, 21. März. Maturum. An der hieſigen
Ober=
realſchule fand geſtern die mündliche Prüfung der Abiturienten ſtatt.
Da ein Vertreter des Bildungsamtes nicht gegenwärtig ſein konnte,
geſchah die Prüfung unter dem Vorſitz von Herrn Oberſtudiendirektor
Dr. Weiner, der am Schluß mit Genugtuung feſtſtellen konnte, daß
ſämtlichen Teilnehmern das Reifezeugnis erteilt werden konnte. Dies
kann weiter nicht wundernehmen, da auf dem Wege bis zur Oberprima
mancher am Wege bleibt und nachmarſchiert, oft mehrere Jahre.
b. Erbach i. O., 21. März. Todesfall im Grafenhaus.
Ihre Durckkaucht die Gräfin Erika zu Erbach=Erbach und von
Warten=
berg=Roth, gebovene Prinzeſſin zu Stolberg=Stolberg, iſt geſtern
nach=
mittag in ihrer Heimat im Harz verſchieden. Die Gräfin war am
15. Juli 1856 zu Stolberg (Harz) geboren und ſtand ſomit im 72.
Lebensjahre. Sie vermählte ſich am 12. September 1878 mit dem
dama=
ligen Erbgrafen Georg=Albrecht zu Erbach=Erbach, der ihr bereits im
Jahre 1915 im Tode vorausgegangen iſt. Der einzige dieſer Ehe
ent=
ſproſſene Sohn, der Erbgraf Ergsmus zu Erbach=Erbach, iſt im Jahre
1920 geſtorben. Die verblichene Gräfin ſteht wegen ihrer Güte,
Liebenswürdigkeit und Wohltätigkeit in beſter Erinnerung der
Bevölke=
rung. Die Beiſetzung findet, wie man hört, auf Wunſch der
Verbliche=
nen in Stolberg (Harz) ſtatt.
ReicßFunet
90 4utt ſins Sie ſehon ungeſtmmt.
Kh
denn Sie haben schon einige Schacſteln OVERSTOLZ
genaucht und die Wirkung unsever Kur verspürt. Gee
finden schon selbst heraus, dass das ein anderes Rau.
(hen ist, wissen, aber vielleicht noch nicht,woran es ließt.
ONun wollen wir dhnen genau sagen, worauf0
es bei einer ostmacedonischen, Ligarette ankommt, und
woran, der Fachmann sie erkennt.
Lohr Geschmack ist leicht und würzig wie frisch.
gebackenes Brot. Das Aroma entwickelt sich erst
während, des Rauchens und erreicht seinen
Höße-
punkt mit dem letzten Guße, Es ist also gerde)
umgekehrt, wie bei einer unedlen Kigarette,weiche
möglicherweise beim ersten Luge besticht, die man
aber nicht zu Ende raucht.
24 Und das Allerwichtieste bei OYERSTOLD:
Das Rauchen hinterlässt keinerlet Nachgeschmack
auff der Gunge. DDas ist das beste Leichen für einen
edle Jahak.
(Deshalb wird Ohnen das Rauchen einer
ostmace-
donischen Zicarette viel mehr Freude bereiten und
3 wrd. Ihnen ausß viel besser bekommen.
aus Glenethut”
Seite 8
Donnerstag, den 22. März 1928
Nummer 8?
Die Bienen im März.
Auch im März gilt’8: die Immen ſo wenig wie nur irgend möglich
zu ſtören. Reizfüttern — auf keinen Fall! Notfüttern — nur wenn
wirklich nötig, dann aber in Gaben, die auch wirklich hinreichen, und
ſo, daß möglichſt wenig Wärme verloren geht, alſo Ballon von oben oder
aufgeriſſene und gewärmte Futterwabe ans Brutneſt oder gewärmtes
Futter von unten, in jedem Falle — ich ſag’s noch einmal — ſo warm
verpackt, wie nur möglich. Ein weiſelloſes Volk nimmt man an einem
warmen Mittag heraus, läßt es ſich vollſaugen, fegt es in einen Korb
und läßt es einem guten Volk ins Flugloch einlaufen. Gerade ſo macht
man es mit einem ſehr ſchwachen, nachdem man es entweiſelt hat. Das
Flugloch des eingezogenen Volkes hat man verſchloſſen, daß abgeflogene
Immen nicht hineinkommen können und ſich beim Nachbarn einbetteln
müſſen. Die Verpackung der Völker ſei nun, wo das Brüten ſchon
recht kräftig eingeſetzt hat, lüickenlos und allſeitig. Die Völker werden
weiter geſchützt gegen Zugluft, Windſtöße, grelle Sonnenſtrahlen,
Be=
läſtigung und Aufregung.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 21. März.
Holzverſteigerun=
gen. Das Gräfliche Forſtamt Beerfelden (Erbach=Fürſtenau) hält am
23. d. M., vormittags 10.30 Nhr, im Gaſthaus „Zur Krone” eine
Holz=
verſteigerung ab von Holz aus den Schutzbezirken Bullag und
Schöllen=
bach, ſowie aus den Schutzbezirken Reußenkreuz und Hohberg. Das
Heſſiſche Forſtamt Beerfelden hält Verſteigerungen ab am 22. März im
„Ochſen” in Beerfelden, am 23. März bei Gaſtwirt Adam Krämer in
Airlenbach und in Falkengeſäß in der Gaſtwirtſchaft von Adam Schmidt.
— Hirſchhorn, 21. März. Waſſerſtand des Neckars am
2. März 1,05 Meter, am 21. März 1,08 Meter.
Bn. Hirſchhorn, 21. März. Hirſchhorn im Film. Wie wir
erfahren, heißt der von der Henny Porten=Fröhlich Reprod.=Geſellſchaft
in Hirſchhorn gedrehte Film „Lotte‟. Derſelbe iſt mit Hemy Porten
in der Titelrolle gedreht für die Ufa und wird im kommenden Herbſt
herausgegeben werden. Er ſpielt in Berlin im und um Hotel Adlon
und in Hirſchhorn a. N. Zu dieſem Zwecke wurde in Berlin nach den
Plänen des Herrn Prof. Bodo Ebhard die ganze Burg Hiyſchhorn
aufgebaut. In Hirſchhorn wurden nur Natur= und Fernſzenen gedreht.
Dies iſt in der kurzen Zeit von einem halben Jahre der zweite große
Film, der Hirſchhorner Motive bringt. Die Hauptdarſteller wurden
durch Hirfchhorner Einwohner marbiert, und haben dieſe nach
Aus=
ſagen der Regiſſeure ihre Sache glänzend gemacht.
Ay. Bensheim (Bergſtraße), 21. März. Unſere bisherige
Kreis=
fürſorgeſchweſter Thekla Schmidt iſt, erſt nahezu 57 Jahre alt,
nach kurzem Krankſein überraſchend verſchieden. Am 1. März ds. Js.
war ſie in den Ruheſtand getreten, und ſchon am 18. März ſollte ihrem
Leben für immer ein Ziel geſetzt ſein. Es war der einhellige Wunſch
aller, die ihr naheſtanden, ihr Eintritt in den Ruheſtand werde zur
Erholung und zur neuer Kräftigung ihrer allzu ſtark in Anſpruch
genommenen Körperkräfte dienen, doch es ſollte anders kommen. —
Schweſter Thekla, aus Heilbronn gebürtig, war am 1. November 1913
zur Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſarge nach Darmſtadt
ge=
kommen. Der Krieg ſah ſie als Lazarettſchweſter auf der Darmſtädter
Marienhöhe, bis ſie im März 1918 als Kreisfürſorgeſchweſter in den
Dienſt der Säuglines=, Jugend= und Tuberkuloſenfürſorge im Kreis
Bensheim eintrat, ein Dienſt, den ſie bis zum 1. März ds. Js., alſo
gerade 10 Jahre lang, mit vorbildlichem Eifer und Pflichtgefühl
ver=
ſehen hat. Dank des beſonderen Maßes innerer Herzensbildung war
ſie wie ſelten eine Frau dazu befähigt, ihren ſchweren und
verant=
wortungsvollen Beruf auszufüllen. Obwohl eine Dame von feiner
Bildung und Welterfahrung, vermochte ſie dennoch durch ihr beſcheidenes
Weſen ſich das Vertrauen weiteſter Volksſchichten zu erwerben. —
Kabelverlegung in der Darmſtädter Straße. — Für
Bensheim die Einrichtung eines Telephon=
Selbſt=
anſchlußamtes geplant. Vor kurzem waren Arbeiterkolonnen
des Telegraphenbauamtes Darmſtadt mit Kabelverlegungsarbeiten in
der Darmſtädter Straße beſchäftigt. Ein 400 paariges dickes Kabeltan
ſollte in die unterirdiſchen Röhrenkanäle eingeführt werden. Die
Röhren=
anlagen mit ihren „Ziehbrunnenſchächten” follten ſich dabei zum erſten
Male praktiſch bewähren, und ein erneutes Aufreißen der
Fußſteig=
bepflaſterung unnötig machen. Intereſſant war es nun, den techniſchen
Vorgang der Kabelverlegung zu beobachten: Zunächſt wurde eine
Viel=
zahl ſog. „Gliederſtäbe”, alle aneinander geſchraubt und am Ende ein
Seil nach ſich führend, von Ziehbrunnen zu Ziehbrunnen durchgeſtoßen.
Dieſes Seil wurde alsdann durch ein ſtarkes Stahltan ausgewechſelt, mit
deſſen Hilfe, wie vermittels einer ſchweren Kabelwinde, die einzelnen
Kabelſrücke von etwa 100 Meter Länge in den Schächten in die
Röhren=
leitungen eingeführt wurden. Damit der bleierne Kabelmantel keinerlei
Beſchädigung erlitt, und glatt durch die Röhre hindurchrutſchte, wurde
er zuvor mit Fett eingeſchmiert. Man iſt derzeit damit beſchäftigt,
die einzelnen Kabelſtücke an ihren Endſtücken miteinander zu verbinden.
— Wie wir hören, werden die Telegraphen=Hochleitungen in der
Darm=
ſtädter Straße in nächſter Zeit gänzlich verſchwinden. Die verſchiedenen
Hausanſchlüſſe werden von den Hausgärten aus geſchehen. Wie wir
weiter erfahren, iſt für das Telephonamt Bensheim in abſehbarer Zeit,
etwa in zwei bis drei Jahren, die Einrichtung eines Selbſtanſchlußamtes
(S. A. Amt) vorgeſehen, nachdem ſchon kleinere Orte in der Provinz
Starkenburg ſolche erhalten haben.
Bö. Bensheim, 21. März. Nach einem arbeitsreichen Leben
ver=
ſchied hier nach langem, mit großer Geduld getragenen Leiden der in
weiten Kreiſen bekannte Gärtnereibeſitzer Philipp Hartmann.
Der Verſtorbene war bekannt durch ſeine vorbildliche Obſtbaumzucht,
dienten doch ſeine Obſtanlagen hinſichtlich ihrer pfleglichen Behandlung
regelmäßig zur Demonſtrierung rationell angelegter Obſtkulturen
C. Viernheim, 21. März. Sommertagszug. Der hier auf
Lätare traditionell gewordene Sommertagszug geſtaltete ſich in dieſem
Jahre ausgezeichnet ſchön und intereſſant. Zum erſtenmal in dieſem
Jahre wurde er nicht mehr von einem einzelnen Verein, ſondern von
den hieſigen Karnevalgeſellſchaften und der Jungbauernſchift
durch=
geführt. Der Zug mit ſeinen 29 Nummern war großartig
zuſammen=
geſtellt und nur beſtes Pferdematerial war verwendet. Eine
Glanz=
nummer des Zuges war unzweifelhaft ein Phantaſiewagen der
Sänger=
einheit „In einem kühlen Grunde‟. Man ſah es auf den erſten Blick,
daß an dieſem Schauſtück weder Geld noch Mühe geſcheut wurde. Eine
kunſtvoll errichtete Mühle mit großem Waſſerrad, das immerfort
durch fließendes Waſſer in Bewegung geſetzt wurde. Dee behäbige
Müller ſchaute zum Fenſter heraus. Vor der Mühle auf einem Steeg
ſtand ſingend der Handnerksburſche. Des weiteren zierte den Zug viele
ſchön ausgeſtattete Wagen, die vier Jahreszeiten und andere
Ereig=
niſſe ſymboliſch darſtellend. Die Mittel für die Veranſtaltung wurden
durch freiwillige Gaben aufgebracht.
Bm. Hofheim (Ried), 20. März. Generalverſammlung.
Die Generalverſammlung des Sängerquartetts (Leitung Herr Alfred
Weber=Worms) fand am Samstag abend im Lokal „Zur Krone” (Jak.
Lameli 10.) ſtatt. Nach dem Sängergruß eröffnete der erſte Vorſitzende
Herr Jakob Dingeldein die Verſammlung. Der erſte S hriftführer
Jean Diehl verlieſt das letzte Jahresprotokoll. Nach Verleſung des
Kaſſenberichts ſowie Neuaufnahme eines Mitgliedes wird dem Vorſtand
Entlaſtung erteilt. Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurde der
ſeit=
herige Vorſitzende Dingeldein wiedergewählt. Zum zweiten
Vorſitzen=
den wurde Jakob Ebers gewählt. 1. Schriftführer Jean Diehl, 2.
Mar=
tin Lammert, 1. Rechner blieb Wilhelm Barchfeld, 2. wurde Ludwig
Löſch; Beiſitzer Franz Ruh, Friedr. Fritſch, Johann Engel und Hch.
Schader. Kaſſenreviſoren Hch. Zintel und L. Löſch. Vereinsdiener Karl
Weißbach.
g. Gernsheim, 21. März. Der im Heſſiſchen Fahndungsblatt
aus=
geſchriebene Fahrraddieb Heß aus Weiterſtadt wurde von
Herrn Gendarmeriehwuptwachtmeiſter Haller daßier auf Grund des
Ausſchreibens feſtgenommen und einſtweilen im hieſigen
Amtsgerichts=
lokal inhaftiert. — Die Schulentlaſſungsfeier der hieſigen
Realſchule findet Freitag, den 30. März, in der Tarnhalle der
genann=
ten Anſtalt ſtatt. Im Mittelpunkt des Ganzen ſteht eine Dürerfeier.
Die Feſtrede wird Herr Studienaſſeſſor Dr. Flöring halten. — Bei der
letzten Brennholzverſteigerung wuiden nachſtehende
Durch=
ſchnittspreiſe pro Raummeter bzw. Feſtmeter gelöſt. Kiefer Stämme
Klaſſe 1b RM. 77,50, Buche Scheiter RM. 13.—, desgleichen 2. Klaſſe
RMM. 14,05, Hginbuche Scheiter 1. Klaſſe RM. 13.—, Eiche Scheiter
1. Klaſſe RM. 10,20, desgleichen 2. Klaſſe MM. 12,80, Linde Scheiter
1. Klaſſe RM. 8,40, Kiefer Scheiter 1. Klaſſe RM. 10,20, Buche Anütppel
RM. 11.—, Hginbuche Knüppel RM. 11.—, Eiche Knüppel RM. 8,70,
Linde Kmippel RM. 7.20, Kiefer Knüppel RM. 8,70, Buche
Reiſſer=
holz 1. Klaſſe RM. 6.—, Hainbuche Neiſerholz 1. Klaſſe NM. 6.—,
Giche Reiſerholz RM. 5,10, Linde Reiſerholz RM. 4,20 Kiefer
Reiſer=
holz RM. 5,10 Buche Stöcke RM. 6.—, Haibuche Stöcke RM. 6.—
Eiche Stöcke RM. 5,10, Linde Stöcke RM. 3,40, Kiefer, Stöcke
RM. 5,10.
— Gernsheim, 21. März. Waſſerſtand des Rheins am
20. März —0,31 Meter, am 21. März —0,37 Meter.
D. Aus dem Rieb, A. März. In den letzten Tagen konnte man
wiederholt beobachten, daß das dürre Gras der Wieſen, Dämme uund
Deiche, hauptſächlich von jugendlichen Spaziergängern in Brand geſteckt
wurde. Dieſe Unſitte hat ſchon oſt großen Schaden angerichtet, zumal
die m Brand geratenen Wichſen uſw. ummittelbar an den Wald grenzen,
Es kommt dann nicht ſelten vor, daß das Feuer im Nu überſpringt, dn
ja das dürre Unterholz des Waldes zur Zeit gute Nahrug für das
Feuer bildet. Aber auch von den älteren Perſonen könnte manch
leicht=
ſmniger Brand vermieden werden. So werden oft leichtſimnig Zigarren
und Zigarettenſtummel und ebenſo noch brennende Streichhölßer
weo=
gaworfen, die mit einem bleimen Windſtoß als Genoſſen ſchmell zünden
und einen Brand verurſachen.
a. Offenbach, 21. März. Durch die Beförderung eines hieſigen
Rek=
tors zum Schulrat beim Kreisſchulamt Alsfeld iſt hier die Stelle eines
evangeliſchen Rektors erledigt. In den Volksſchulen ſind 4472
evange=
biſſche, 2534 katholiſche, 338 freireligiöſe und — alle übrigen
Bebenntnis=
richtungen zuſammengenommen — 485 andersgläubige Schüler
von=
handen, woraus einwandfvei hervorgeht, daß auch ferner 9 evangeliſche.
5 katholiſche und 1 freireligiöſer Nektor zuſtändig ſind. Da die
evange=
liſche Geſamtgememde Werk darauf lagt, daß als Eyſatz wieder ein
ewan=
geliſcher Rektor ernannt wird, hat ſie ſich, um wicht untätig beiſcite zu
ſtehen, mit entſprechenden Anträgen an das hieſige Stadtzſchulamt und
an das Landesamt für das Bildungsweſen in Darmſtadt gewendet. —
Die Stelle eines hatholiſchen Rektors wird Ende ds. Mts. frei, da ihr
Inhaber die Altersgrenze erreicht hat.
— Guntersblum, 21. März. Ein ſchwerer Unglücksfall
ereignete ſich in der Nacht auf Samstag bei der Erbauung des
Pump=
werkes in Gundershauſen bei Stockſtadt. Bei der Zedienung der
Mo=
torpumpe verbrannte der 25jährige Arbeiter Fritz Stegmann von
hier. Wahrſcheinlich wurde er durch ausſtrömende Gaſe betäubt, ſeine
Kleider fingen Feuer und Stegmann verkohlte faſt ganz, bevor Rettung
da ſein konnte. Der Fall iſt um ſo trauriger, als ſein Vater im
glei=
chen Alter in einer Papierfabrik in Worms tödlich verunglückte und
Stegmann der alleinige Ernährer ſeiner 53jährigen Mutter war.
Nach=
dem die Unterſuchung durch das Gericht ſtattgefunden hatte und dis
Unglücksſtätte photographiſch aufgenommen war, konnten die wenigen
Ueberroſte Stegmanns nach ſeinem Heimatdorfe überführt werden.
t. Alzey, 21. März. Volkskonzert. Am Sonnrag abend gab
der Muſikverein von Alzey im Städtiſchen Saalbau ein Volkskonzert.
Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, ein Beweis dafür,
welches Intereſſe man den Beſtrebungen des Muſikvereins
entgegen=
bringt. Es wurden Chöre von Weber und Klughardt, ſowie
Kammer=
muſikwerke von Haydn, Schubert und Feska zum Vortrag gebracht. Die
Leitung lag in den bewährten Händen von Kapellmeiſter Ernſt Guido
Naumann. Chor und Soliſten wurden vom Muſikverein geſtellt.
Der Verein beabſichtigt, noch öfters deratige Konzerte zu geben mit dem
Ziel einer allgemeinen Volksbildung.
m. Aus dem Lande, 20. März. Gewerbliches. Die
Handwerks=
kammernebenſtellen ſetzen ihre aufklärende und auskunftgebende
Tätig=
keit auch in der zweiten Hälfte des angefangenen Monats fort durch
Abhalten zahlreicher Sprechtage. Es halten Sprechtage ab: die
Nebenſtelle Alzey für Stadt und Kreis Alzey an vier Orten, ferner in
Alzey, mit Ausnahme der auswärtigen Sprechtage, von Montags bis
Samstags von 10—12 Uhr vormittags, und außer Samstags von 3—4
Uhr nachmittags; — die Nebenſtelle Darmſtadt für die Kreiſe
Darm=
ſtadt, Bensheim, Heppenheim und Groß=Gerau an ſieben Orten. In
Mörlenbach und Lindenfels ſind Meiſterprüfungs=Vorbereitungskurſe,
mit dieſen ſind die Sprechtage verbunden; — die Nebenſtelle Friedberg
für die Kreiſe Friedberg, Büdingen und Schotten an neun Orten;
fer=
ner in Laubach und Ulrichſtein nach Bederf; — die Nebenſtelle Gießen
für die Kreiſe Gießen, Alsfeld und Lauterbach an vier Orten, ferner
für den Landkreis Gießen mit Ausnahme der auswärtigen Sprechtage
im Gewerbehaus in Gießen Dienstags und Freitags vormittags von
9—12 Uhr; für Gießen Stadt mit Ausnahme der auswärtigen
Sprech=
tage im Gewerbehaus in Gießen Montags und Mittwochs von 9—12
Uhr; — die Nebenſtelle Mainz für Stadt und Kreis Mainz und Stadt
und Kreis Bingen in Mainz Dienstags, Donnerstags und Freitags,
vormittags von 9—12.30 Uhr, in Bingen immer Mittwochs; — die
Nebenſtelle Offenbach für die Kreiſe Offenbach, Dieburg und Erbach an
7 Orten; — die Nebenſtelle Worms für die Kreiſe Worms und
Oppen=
heim an zwei Orten, außerdem in Worms außer Mittwochs und
Sams=
tags täglich am Vormittag von 8—12 Uhr und am Nachmittag von 2—4
Ihr. In Worms iſt weiter Kurſus im modernen Schmelz=
Schweißver=
fahren in der Zeit vom 11.—18. April; zu demſelben können ſich auf
der Handwerkskammernebenſtelle, Kämmererſtr. 40, Meiſter und
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Seite 10
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Aerztliche Kongreſſe im April.
Die 40. Tagung der Deutſchen
Geſell=
ſchaft für Innere Medizin findet vom
17. bis 19. April in Wiesbaden ſtatt. Als erſtes
Hauptreferat iſt in Ausſicht genommen: Der
Ein=
fluß des Krebſes auf den Stofſwichſel. Von
beſon=
derem Intereſſe dürften die Ausführungen Prof.
Warburgs=Berlin ſein, deſſen Forſchungen über den
Stoffwechſel in der Krebszelle als bedeutendſter
Fortſchritt auf dem Gebiet der Krebsforſchung
gel=
ten. Weiter wird die Ausſprache über die neue
Leberbehandlung der bösartigen Blutarmut (
perni=
ziöſe Anämie), an der ſich die führenden Kliniker
beteiligen werden, ſehr wichtige Ergebniſſe auf dem
Gebiet der Blutforſchung und der Leberfunktion
bringen. Das dritte Haupthema wird die in letzter
Zeit von den Forſchern wit beſondever
Aufmerhſam=
keit gepflegte Frage der Milzerkrankung und
Milz=
vergrößerung behandeln. — Der 3. Allgemeine
ärztliche Kongreß für
Pſychothera=
pie in Boden=Baden, 20. bis 22. April, bringt
einen unmfaſſenden Fo ſchungsbericht über den Stand
der von Adler begründeten Individualpſychologie.
Das zweite Referat über Charakterforſchung dürfte
weit über die Grenzen des Kongreſſes hinaus
In=
tereſſe erregen. Es iſt wohl das erſtemal, daß
Charakterlehre als Gegenſtand eines
wiſſenſchaft=
lichen Kongreſſes behandelt wird. Im Rahmen
die=
ſes Themas wivd auch der durch ſeine
Charakter=
forſchung und wiſſenſchaftlich begründeten Studien
über Graphologie bekannte Prof. Klages, Külchberg,
einen Vortrag über „Die Triebe und der Wille‟,
halten. Schließlich wird auch die experimentelle
Pſychologie in einem dritten Referat Gegenſtand der
Frörterung ſein.
Rund 800 000 Mark Geldſtrafe für Zigaretten=
Schmuggel.
Trier. Wegen Zigaretten=Schmuggels und
Steuerhinterziehung in Höhe von etwa 100 000 RM.
und Schmuggels von rund einer Million Zigaretten
wurden die angeblichen Kaufleute Graeff und
Mon=
real aus Köln vom Schöffengericht in Trier zu einer
Geldſtrafe von 806 926 RM., zuzüiglich der Zahlung
von 21 770 RM. Werterſatz für veukaufte Zigaretten
verurteilt. Neben der Gelbſtrafe erbannte das
Ge=
richt auf vier Monate Gefängwis. Ein
Automobil=
beſitzer, in deſſen Garage das geſchmuggelte Gut
umgepackt worden war, wurde wegen Begünſtigung
zu einer Geldſtrafe von 3200 RM. verurteilt. Die
Angeklagten goben die ihnen zur Laſt gelegten
Ver=
gehen zu.
Schwerer Automobilunfall.
Berlin. Der Perſonenkraftwagen des
Köpe=
nicker Stadtrats Bendig fuhr mit voller Gewalt
ge=
gen einen mit Langholz beladenen Wagen. Dabei
durchſtießen die Holzſtämme die Schutzſcheibe und
trafen den Kraftwagenführer Erich Saſſenhagen und
deſſen Bruder den Bierfahrer Paul Saſſenhagen
aus Neuköln ſo unglücklich, daß beide
lebensgefähr=
lich verletzt wurden. Im Krankenhaus konnte bei
Pchul Saſſenhagen nur noch der inzwiſchen
einge=
tretene Tod feſtgeſtellt werden.
13 Jahre Zuchthaus wegen Erſchießung eines
Gendarmen.
Stade. Vom Schwurgericht Stade wunde der
Händler Leimbech wegen Eſchießung des
Gendarme=
riewachmeiſters Hühne in Neuenfelde im Jahre
1919 zu 13 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der
bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre verurteilt.
Großfeuer durch einen brennenden Güterwagen.
Straelen. Auf der Gelderſchen Kreisbachn
geriet, wahrſcheinlich durch Funkenflug aus einer
Lokomotive, ein mit Stroh beladener Güterwagen
zwiſchen Auwel und Straelen in Brand. Der
bren=
nende Wagen wurde abgekoppelt und rollte auf der
abſchüſſigen Strecke nach Auwel hiwurnter, wo er
drei Häuſer und die Schule in Brand ſetzte. Ein
Haus und die, Schule brannten vollſtändig nieder,
während bei den beiden anderen Häuſern die
Dach=
ſtühle abbrannten. In der Nacht geriet dann
gleich=
falls infolge Funkenflugs das in der Nähe der
Brandſtätte gelegene Anweſen eines Wirtes in
Brand und wurde ebenfalls ein Raub der Flammen.
Eine Eiſenbahnbrücke in Brand.
Remagen. In der Nacht zum Mittwoch
brach auf der Ludendorff=Brücke, zwiſchen Remagen
und Erpel ein Feuer aus, das wahnſcheinlich durch
Schlacken einer Güterzuglokomotive, die den
Holz=
belag der Brücke in Brand ſetzten, verurſacht war.
Die Feuerwehren der umliegenden Ortſchaften hatten
Mühe, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken.
Aus Köln und Koblenz waren von der Reichsbahn
Hilfszüge angefordert worden. Der Brand konnte
um 3 Uhr nachts gelöſcht werden.
Die erſie Rechisanwältin
am Berliner Kammergericht.
Dr. Ella Auerbach,
die Gattin eines Berſiner Rechtsanwalts, iſt als
Rechtsanwalt am Berliner Kammergericht
zugelaſ=
ſen worden. Frau Dr. Auerbach iſt die erſte Frau,
die ſich in Berlin als Amwalt niedenläßt.
Autofahrer!
Achtung!
Beim Reifenbruch Steuer feſthalten! Zu ſtarkes Bremſen bringt den Wagen zum Ueberſchlagen!
(Originalzeichnung von Oelſchlägel.)
Moderner Strafvollzug.
Ein Gemeinſchaftsraum im Gefängnis zu Plötzenſee bei Berlin.
Der moderne Strafvollzug iſt beſtrebt, die Qualen der Einſchließung für beſſerungsfähige
Gefan=
gene zu mildern. Den Sträfling en, die ſich gut führen, wird nach getaner Arbeit auch geiſtige
Nahrung und die Möglichkeit zur Zerſtreuung geboten. Nicht nur Bücher, auch Spiele, ja ſelbſt
ein Rundfunk=Lautſprecher finden im Gemeinſchaftsraum des Gefängniſſes Platz.
Bewaffnete Motorboote gegen Schmuggler.
Ein Schmuggierjagdſchiff auf der Tyemſe.
In England wurden gewaltige Motorboote, die im Weltkriege als Minenſucher Verwendung
fanden, in den Schmugglerjagddienſt geſtellt. Dem Bootsführer ſtehen, wie unſer Bild zeigt,
auch Maſchinengewehre zur Verfügung.
13 Skifahrer unter einer Lawine
Salzburg. Eine Geſellſchaft von 17 Wiener
Skifahrern wurde auf dem Somblick bei einem
alten verfallenen Bergwerksſtollen in 2500 Meter
Höhe von einer Lawine überroſcht, die die Gruppe
ins Tal mitriß. Vier Teilnehmer der Geſellſchaft
konnten ſich retten und gelangten böllig erſchöpft und
nicht vernehmungsfähig bei dem Naturfveundehaus
in Kolm=Saigurn an. Die anderen 13 Perſonen
ſind verſchüttet. Es dürfte keine Möglichkeit mehr
beſtehen, ſie zu retten. Eine Gendarmeriekolonne iſt
nach dem Sonnblick beordert worden, um die
Ver=
unglückten auszugraben. Im ganzen Sonnblickgebiet
herrſchte ſeit Mittwoch vormittag ein orkamartiger
Föhnſturm, der die Rettungsarbeiten ausſichtslos
er=
ſcheinen läßt.
Lawinenunglück im Rieſengebirge.
Hirſchberg. Von einer niedergehenden
La=
wine wurden am Dienstag am Kleinen Teich im
Rieſengebirge zwei Skiläufer derſchüttet. Während
einer heil geborgen werden konnte, wurde der
an=
dere ſo tief verſchüttet, daß er von den
Rettungs=
mannſchaften noch nicht geborgen werden konnte.
Ein Hamburger Dampfer in Kolliſion.
Malmö. Die ſchvediſche Dampffähre von
Malmö, die von Kopenhagen nach Malmö unterwags
war, kollidierte unmittelbar vor dem Malmöer
Ha=
fen mit dem in Hamburg beheimateten Dampfer
„Carl Rehder”. Beide Schiffe wurden ſchwer
be=
ſchädigt. Der deutſche Dampfer mußte in Malmö
zur Reparatur gedockt werden. Der Schaden an
der Fähre wird auf 20000 Kronen geſchätzt. Es. iſt
beantragt worden, den deuuſchen Dampfer zu
be=
ſchlagnahmen.
Mißglückter Fallſchirmabſprung vom Eiffelturm.
Paris. Dienstag nachmittag ſprang ein
35 Jahre alter Mamn mit einem Fallſchirm von
der Spitze des Eiff lturmes ab. Da ſich der Schirm
nicht öffnete, prallte der Unglückliche auf den Boden
auf und erlag ſeinen ſchweren Verletzungen.
Die Schwarzieerſchiffahrt durch Sturm
ſtillgelegt.
Kowno. Wie aus Odeſſa gemeldet wird, haben
die in den letzten Tagen über dem Schvarzen und
dem Aſowſchen Meer nicdergegangenen Stürme die
ſüdruſſiſche Schiffahrt völlig ſtillgelegt. Der
grie=
chiſche Dampfer „Dorothea” geriet im Aſowſchen
Meer auf eine Klippe.
Nummer 82
Einſiurz der größten deutſchen
Braunkohlen=Förderbrücke.
14 Tote, 7 Schwerverletzte.
Mückenberg. Die außerordentlich heftigens
Stürme hoben geſtern um 9.30 Uhr in Mücken
berg das Montagegerüſt der im Bau befindlichenn
Abraum=Förderbrücke in der Friedländer Grube dern
Bubiag umgeworfen, wodurch der geringe Teil dern
bereits aufgerichteten Eiſenkonſtruction umgeriſſenn
wurde und zuſammenbrach. Die auf dem Gerüſt be= Apbeiter wurden mit in die Tiefe geriſſen.
Sie waren gerode im Begriff, das Gerüſt aufd
Zuruf eines Richtmeiſters, der das Unglück kommem
ſah, zu verlaſſen, leider zu ſpät. Das Verhängniss
trat ein. Um die Mittagsſtunde waren neun Tötes
und ſieben Schwerverletzte feſtgeſtellt und gebongen.,
Eine genaue Angabe über die Zahl der Opfer iſtſt
zur Stunde noch nicht möglich.
Mückenberg. Zu dem Unglück in der
Braun=
kohlengrube bei Mückenberg wird weiter mitgeteilt.:
daß der Sturm zunächſt ein Montagegerüſt umwarf.
das die Eiſenkonſtruktion mitriß. Die Zahl der
Tos=
ten ſteht noch nicht feſt. Die Zahl der
Schwerver=
letzten wird mit ſieben angegeben. Die
Bergungs=
arbeiten ſind bei dem außerondentlich bevgigen
Ge=
lände infolge des heftigen Sturmes ſehr enſchwert.,
Liebenwerda. Wie aus Lauchhammer
mit=
geteilt wird, wurden bis 13 Uhr neun Tote undo
ſieben Schwerverletzte geborgen. Ein Toter ſoll nocht
unter den Trümmern liegen. Lauchhammer hatt
Halbmaſt geflaggt.
Die eingeſtürzte Förderbrücke, die für denu
Tagesabbau der Braunkohle auf der Grube
Coſte=
brau vorgeſehen war, hatte bereits eine Höhe vonz
35 Metern und eine Länge von 200 Me=. Bisher waren rund 700 Tonnen Eiſen= verbaut worden. Die heftigen=
Schwankungen bei den Stößen des
Wirbelſturmes=
waren um ſo verwunderlicher, als erſt in dieſen:
Tagen die ganze Konſtruktion neu ver= worden war. Die Rettungsarbeiten, die
durch=
den gut organiſierten Rettungsdienſt auf den
aus=
gedehnten Gruben der Bubiag raſch voronſchritten,
vermochten jedoch bisher nur 11 Tote und 7 Schwer= aus den Triemmern zu bergen. Es iſt
mög=
lich, daß ſich weitere Tote noch unter der
zuſommen=
geſtürzten Förderbrücke, die die größte Europas
werden ſollte, befinden.
Mit Preßluft aus dem Flugzeug.
* Berlin, 20. März. (Priv.=Tel.)
Innerhalb des regelmäßigen Flugverkehrs er
eignen ſich kaum noch Unfälle, ſo daß wan hier
beinahe von einem hundertprozentigen
Sicheuheits=
faktor ſprechen kann. Dagegen iſt der Sport=, Kunſt=
und Expeditionsflieger noch immer durch die
Neu=
artigkeit und Eigenart ſeines Beginnens in einem
hohen Maße gefährdet. Wemn ſich bei ihm ein
Ab=
ſturz ereignet, ſo ſind ſeine Retrungschancen recht
ge=
ring, auch wenn er im Beſitze eines Fallſchirmes iſt.
Der beim Abſturz entſtehende gewaltige Luftdruck
hält den Flieger auf ſeinem Sitz feſt, und es wird
ihm kaum gelungen, den Platz zu verlaſſen und den
Fallſchirm zu benutzen. Hierauf. fußte die Arbeſt
eines Berliner Erfinders, der eine Vorrichtung
er=
ſonnen hat, mittels deren es möglich iſt, den Flieger
im Falle der Gefahr von ſeinem Sitz aus dem
Flug=
zeug zu ſchleudern und ſo in die Lage zu verſetzen,
den Fallſchirm zu gebrauchen. Die Schleuderung
er=
folgt auf einen einfachen Handgriff hin, der die im
Flugzeug aufgeſpeicherte Preßluft zur Entlaſſung
bringt. Irgendwelche Gefahrenmomente, ſind durch
einige Sicherheitsmaßregeln ausgeſchloſſen. Der
Ap=
parat wird ſerienmäßig hergeſtellt und kann in jedem
Apparat leicht eingebaut werden. Er wird zurzeit
von der Deutſchen Lufthanſa erprobt.
Tropfſieinhöhlen bei Plauen
enideckt.
Berlin. Wie die „B. 3.” berichtet, wurden
bei Bauarbeiten in einem der Gemeinde Syrau
ge=
hörenden Steinbruch dicht am Plauener Flugplatz in
einer Tiefe von 15 Metern Tropfſteinhöhlen
ent=
deckt. Die Höhlen ſind von breiten Seen und
un=
zähligen Waſſerläufen durchzogen, die von den
Ent=
deckern der Tropfſteinhöhlen, einem alten
Bauarbei=
ter und ſeinem Sohn, auf Flößen überquert
wer=
den mußten, um in die entfernteſten Gänge und
Windungen der geheimnisvollen Höhlen zu gelangen.
2000 Morgen Jungwald verbrannt.
Ein großer Wald= und Torfbrand wütet ſeit
Dienstag vormittag bei Friedland in
Mecklen=
burg. 2000 Morgen Schonungen ſind bereits den
Flammen zum Opfer gefallen. Außerdem wurden
große Strecken Hochvald vom Feuer erfaßt und
mehrere Heumieten ſind niedergebrannt. Am Abend
war es gelungen, den Waldbrand zu lokaliſieren.
Der Torf brennt jadoch weiter.
Schweres Exploſionsunglück in Baku.
Kowno. Wie aus Baku gemeldet wird,
er=
eignete ſich dort in einer Gießerei eine Exploſion,
wobei ſieben Arbeiter ſchwer verletzt wurder
Die Ibſenfeier in Oslo.
Oslo. Die Jbſen=100=Jahrfeier fand am
Diens=
tag mit der feierlichen Begehung von Ibſens
Ge=
burtstag ihren Höhepunkt. Um 11 Uhr fand auf
dem Erlöſerfriedhof, wo Ibſen beigeſetzt iſt eine
eindrucksvolle Feier ſtatt, die vom Studentenchor
eröffnet wurde. Unter den zahlreichen Kränzen, die
an Ibſens Grab niedergelegt wurden, befinden ſich
auch ſehr viele, die von Vertretcvn des Auslandes
herrühren. Um 12 Uhr wurde auf allen norwegiſchen
Feſtungen zum Gedächtnis des Dichters ein Solut
von 21 Schüſſen gefeuert. Auch die Schulen
veran=
ſtalteten Gedenkfeiern. Deutſcheyſeits wurden bei
der Feier auf dem Erlöſerfriedhof Kränze
nieder=
gelegt, u. a. im Namen des Vereins Berliner Preſſe,
der Genoſſenſchaft deutſcher Bühnenangehöriger, des
Düfſeldorfer Schauſpielhauſes, der „Franffurter
Zeitung”, des „Berliner Tageblattes” und der „
Köl=
niſchen Zeitung‟. Die Univerſität hatte zu einem
Feſtakt in der großen Univerſitätshalle geladen, bei
der u. a. der Storthingpräſident ſprach. Die Rede
war eingerahmt von muſikaliſchen Darbietungen
des Philharmoniſchen Orcheſters und dem Vortrag
aus Werken des Dichters. Die Feier ſchloß mit der
Nationalhymne. Prof. Roman Woerner=Würzburg,
Prof. Vaſenius=Helſingfors, Sir Edmnd Goſſe=
Lon=
don, Pierra La Chesnais=Paris wurden zu
Ghren=
doktoren der Univerſität promoviert.
Mummer 62
Donnerstag den 22. März 1928
Geite 14
Geſchichten aus aller Welt.
(Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten.)
Die Reiſeliquidation des Herrn Blöem.
(r) Amſterdam. Herr A. J. J. Bloem, Reſſortchef im
Juſtiz=
ſartement von Java, hat einen hübſchen und, wie uns ſcheint, nicht
us unverdienten Reinfall erlebt, der ihm teuer zu ſtehen kummen kann.
runternahm vor einiger Zeit eine Inſpektionsreiſe in die Diſtrikte
ſertarang, Soerabaja und Djokja und bediente ſich dabei bis Semarang
r Eiſenbahn. Dort blieb er vorläufig 14 Tage als Gaſt im Hauſe
ines Untergebenen Van Lokhorſt, der ihm zu Ehren feſtliche
Ban=
ts und herrliche Jagdpartien veranſtaltete und ihm ſchließlich, als er
ine Dienſtreiſe wieder fortſetzen mußte, ſein eigenes Automobil für
Reſt des weiten Weges zur Verfüdung ſtellte.
Als Herr Bloem jedoch wieder in Welterweden, ſeinem Amtsſitz,
aam, reichte er ſeiner vorgeſetzten Behörde nicht nur eine
Reiſe=
uidation mit enormen Endſummen ein, die jedoch
u eſichts der langen Reiſedauer und der auf ihr verzeichneten
koſt=
ie ligen Fahrpreiſe für Eiſenbahn und Auto einigermaßen
er=
ärlich waren, ſondern auch einen ſchonungsloſen Bericht über die
Zu=
ände in Semarang, für die niemand anders als Herr Lokhorſt zur
e*henſchaft zu ziehen ſei. Die Behörde zahlte Herrn Bloem die
liqui=
i ten Reiſeſpeſen aus und richtete an Van Lokhorſt die geharniſchte
LFforderung, ſich wegen der von Bloem an ſeiner Amtsführung
ge=
nahten Ausſtellungen umgehend zu verantworten.
Dieſe „Verantwortung” fiel leider ganz, ganz anders aus, als es
ſa. Herr Bloem und ſeine Behörde wahrſcheinlich gedacht harten.
Min=heer Van Lokhorſt erzählte in ſeinem Antwortſchreiben rückſichts=
₰ von den herrlichen, durch keinerlei amtliche Tätigkeit beeinträchtigten
fieeuden, die Herr Bloem als ſein Gaſt genoſſen habe. Man dachte an
+. Liquidation, machte eine Rückfrage und ging den Angaben Van
Ehorſts nach. Der Reſſortchef Bloem hat jetzt, bis zum Ausgang des
ewen ihn eröffneten Verfahrens wegen Betrugs am Staate,
Auiße genug, darüber rachzudenken, daß auch auf Java Untreue ihren
unenen Herrn ſchlägt, und wer anderen eine Grube gräbt, ſelbſt
yreinzuplumpſen pflegt — —
Franzöſiſche Amazonen.
(—) Paris. Durch den von der Regierung Poincarés dem
Eenat vorgelegten Geſetzentwurf über das „nationale Aufgebot” im
riegsfalle, dem beide Geſchlechter nach Maßgabe ihres Könnens und
ümer Kraft zu folgen haben werden, ſind die Gemüter des „
friedlieben=
drn” Frankreich in eine wohltätige Erregung verſetzt worden, und
i=Sbeſondere haben die Damen äußerit vornehmlich an dieſer
patroti=
ſoen Debatte teilgenommen. Wenn man nun aber glaubt, ſie ſtünden
ansnahmslos hinter jenen vernünftigen Geiſtern männlichen Geſchlechts,
die da erklären, auch in Kriegszeiten gehöre die Frau nicht an die
2ront, ſondern hinter den Kochherd, befindet ſich auf dem
Holz=
tege. Ein Pariſer Blatt hat bei prominenten Vertreterinnen des
arten” Geſchlechts eine Umfrage nach ihren perſönlichen Anſichten
1Ser die Kriegspflichten der Frau abgehalten, und die Antworten, die
es aus Frauenmund darauf erhalten hat, klirren von Eiſen ebenſo wie
Ne Denkmals=Enthüllungs=Anſprache Raymonds, des Unwandelbaren.
Die bekannte Ballett=Tänzerin Monna Paiva gibt zu
ver=
teehen, daß ſie unbedingt mit der Annahme des Geſetzes rechnet. Frauen
rüſſen, ſo finden ſie, dem Vaterlande ihr Blut ebenſo opfern wie
Män=
trer. Sie müſſen ihren Fähigkeiten entſprechend im Frontdienſt
ver=
oendet werden. „Ich perfönlich”, ſagt ſie, „würde am liebſten beim
4utomobilkorps dienen!” (Alſo ſcheint die zierliche Monna
WBaiva doch mehr benzin= als blutdurſtig zu ſein!)
Die Romanſchriftſtellerin Jeanne Renouard hat
abenteuer=
ſi=chere und kriegeriſche Pläne. Sie möchten am liebſten als Matroſe
der Flotte zugeteilt werden. Sie iſt der — ſcheinbar an Seeromanen
MMarryats und Ruſſells genährten — Anſicht, daß es nichts —
Poetiſche=
bes gäbe, als den Tumult, den Sturm und Wogen um das Schiff
herum vollführen. U=Boote, Torpedos und Granaten hat ſie dabei
Theinbar nicht in ihre „poetiſche” Rechnung eingeſtellt.
„Germaine Acremant jedoch, ebenfalls eine
Romanſchreibe=
rin, äußert, eine echte Nachfahrin der Jeanne d’Are, nur den einen
apidaren Satz: „Ich willnur in der Feuerlinie dienen!“
Wieder andere dieſer ſtreitbaren Amazonen wollen den Feind am
lieb=
ſitten aus der Luft bombadieren, eine Makerin wünſcht, mit männlichen
Wionieren zuſammen Minen unter den feindlichen Stellungen zu gra=
Sen, und eine Sängerin iſt ſo ehrlich, zu fordern, daß im Kriege
nie=
nals Frauen dort eingeſetzt werden, wo ſie gezwungen ſein
Fönnten, Gasmasken anzulegen. Denn das ruiniere mit
Der Zeit den Teint!
Als wenn im Kriege nicht noch viel edlere und wertvollere Dinge
ruiniert werden könnten!
Der Koniker im Drama.
(—) Paris. Schuſter, bleib bei deinen Leiſten! Dies gilt nicht
nur für den Schuſter allein, ſondern in übertragenem Sinne auch für
den, der einem braven Stiefelmacher zumutet, z. B. einen Anzug
an=
zufertigen. Das beweiſt ein Vorfall, der ſich bis jetzt in der
franzö=
ſiſchen Provinz zugetragen hat.
Dort trat nämlich bei einer Wohltätigkeitsveranſtaltung der in
Paris bekannte Varieté=Komiker Celmas auf. Nun ſollte als Abſchluß
der Vorführungen ein kurzes Drama in Szene gehen, bei dem jedoch
einer der Mitwirkenden fehlte. Der Spielleiter überlegte nicht lange,
ſondern zwang den Komiker, die Rolle des Betreffenden zu
überneh=
men, obwohl Celmas beteuerte, daß er nicht fürs Drama tauge. Es
handelte ſich bei dem Dama um ein verunglücktes Unterſeeboot, deſſen
Bemannung zum Erſtickungstod verurteilt iſt. Nur einer der Seeleute
kann gerettet werden und übernimmt die letzten Wünſche ſeiner
zurück=
bleibenden Kameraden. Der eine bittet, ſeiner alten Mutter zu fagen,
daß er furchtlos geſtorben wäre, der zweite fleht, ſich ſeiner drei kleinen
Kinder anzunehmen, und ſo fort. Schon wurde Schluchzen und
Räuſpern im Saale hörbar, da kam die Reihe an Celmas, der
eben=
falls die Rolle eines Todgeweihten ſpielte. „Und du, mein Freund,”
wandte ſich der ſcheidende Kamerad an Celmas. „Ich — nun ja, ich”
ſagte Celams, „ich bin, nun ja, ich bin ein Weiſenknabe. Wenn du jedoch
zufällig in Paris dem Direktor des Olympia=Theaters begegnen ſollteſt,
frage ihn doch bitte, ob er nicht ſo freundlich ſein wollte, darüber
nach=
zudenken, daß auch ich einmal eine Woche Urlaub nötig habe.”
Die Lachſalve die dieſer Antwort folgte, blieb nicht allein auf die
Zuhörer beſchränkt, ſondern ergriff auch die Schauſpieler wodurch das
ganze Drama ins Waſſer fiel. Und Lahen ſtimmt verſöhnlich; ſo daß
niemand Celmas Scherz ſonderlich übel nahm. Aber immerhin:
Schuſter
Der Friedhof als Quelle des Reichtums.
(k) London. Daß ſich Namen und Begriffe oft decken, iſt
eigent=
lich nichts Abſonderliches. So verbindet z. B. der Engländer mit dem
Namen der Seilly=Inſeln ganz mechaniſch die Vorſtellung von
geſun=
kenen Schiffen, dem Todesſchrei Ertrinkender und all jenen
Schreckens=
ſzenen, die ſich im gefährlichen Fahrwaſſer dieſer Inſeln früher
abge=
ſpielt haben, als der Schiffsverkehr noch nicht wie heute in geſicherte
Fahrtwege gezwungen war. Aber wo Schatten iſt, da iſt nach einer
uralten Volksweisheit auch Licht, und dieſes ſtrahlt beſonders ſchön im
Vorfrühling auf die vom Golfſtrom umſpülten Seilly=Inſeln, ſo daß ſich
jedesmal im Lenz die Gräber der Schiffbrüchigen mit wundervollen
Blumen bedecken, die keines Menſchen Hand gepflanzt. Es war, als
ob die Natur, die Menſchen und Menſchenwerk vernichtete, wieder gut
machen und verſöhnende Liebe über Tod und Vernichtung breiten
wollte. Dieſe Tatſache aber konnte dem geſchäftlichen Inſtinkt des
Angelſachſen auf die Dauer nicht verborgen bleiben. Schon Auguſtus
Smith, der im Jahre 1831 Beſitzer der Inſeln wurde, brachte die armen
Fiſcher von St. Mary und den umliegenden Eilanden auf den
Ge=
danken, mit den Friedhofsblumen den Londoner Markt zu verſorgen.
Als Erſter brachte denn ein Segelkutter in einigen alten Hutſchachteln
Exemplare der Seilly=Flora nach der engliſchen Hauptſtadt, wo er ſeine
Ware reißend los wurde. Seitdem iſt die Blumenproduktion von St.
Mary längſt zu einer Art Induſtrie geworden, und jetzt kommt die
Nachricht, daß eine Geſellſchaft ein verhältnismäßig großes Gelände auf
den Scilly=Inſeln zur planmäßigen Blumenzucht gepachtet hat. Der
Leiter dieſes Unternehmens, der den nun nicht mehr ſo armen Fiſchern
wohl mit Recht goldene Berge verſpricht, iſt außerdem noch konſervativer
Kandidat von dem benachbarten St. Jves. Und das iſt kein Zufall,
denn die Stimmen von St. Marh ſind für ſeine Kandidatur von nicht
zu unterſchätzender Bedeutung. So blüht nicht nur poetiſches, ſondern
auch geſchäftliches und politiſches Leben an den Gräbern der Scilly=
Inſeln.
Politiſche Untreue als Scheidungsgrund.
(a) NewYork. Was alles heute als Scheidungsgrund angeführt
werden, dürfte ungezählte Bände füllen. In Deutſchland, wo gerade
gegenwärtig der Streit um die Scheidungsreform tobt, werden
abſon=
derliche Fälle aus dieſer Unmenge von wirklichen, erdachten,
eingebil=
deten und erlogenen Gründen wohl auf Intereſſe rechnen können.
Deshalb ſei hier die Scheidungsklage des früheren amerikaniſchen
Staatsſekretärs für auswärtige Angelegenheiten, Paindridge Colby,
erwähnt, der im Jahre 1895 im Staate Maſſachuſetts (U. S.A.) die
Schriftſtellerin Natalie Serwick heiratete, von der er ſich jetzt in Paris
geſetzlich trennen will. Dieſer Prozeß iſt übrigens auch deshalb von
Intereſſe, weil die Vertretung Colby’s der frühere Präſident der
fran=
zöſiſchen Republik, Alexander Millerand, übernommen hat. Millerand
bezeichnete Frau Colby als eine unverträgliche Frau, die in ihrer
Ge=
ſchmackloſigkeit ſoweit gegangen ſei, in einem ihrer politiſchen Romane
ihren Mann in einem mehr als zweifelhaften Lichte erſcheinen zu laſſen.
In einem anderen Roman habe ſie heftige Angriffe gegen den
ameri=
kaniſchen Präſidenten Harding gerichtet, ſo daß es zu verſtehen ſei,
wenn Colby das Leben an der Seite einer derartigen Frau nicht länger
hätte ertragen können und nach La Celle=Saint=Cloud geflüchtet ſei,
um endlich Ruhe zu finden. Es könne einem im politiſchen Leben
ſtehenden Manne ſchließlich nicht zugemutet werden, mit einer Frau
zuſammen zu leben, die frühere politiſche Freunde des Mannes und
vor allem ihn ſelbſt als Politiker öffentlich kompromittieren. Der
Be=
griff der ehelichen Treue erſtrecke ſich nicht nur auf das private, ſondern
auch auf das öffentliche Leben. Das Urteil in dieſem Prozeß ſteht noch
aus.
Die amerikaniſchen Neger im Lichie der Siatiſtik.
* New York. Sechzig Jahre ſind es her, daß der Neger durch
den Sieg des Nordens über den Süden aus der Sklaverei befreit wurde.
In dieſer kurzen Zeitſpanne hat der Neger eine kulturelle Entwicklung
durchgemacht, die verblüffend iſt.
Um den kulturellen Aufſchwung des Negers hat ſich vor allem das
verbildlich geleitete Tuskegee=Inſtitut in Alambra verdient gemacht, das
ſich als Gewerbeſchule und Lehrerbildungsanſtalt in ganz Amerika eines
hervorragenden Rufes erfreut. Dem Tuskegee=Inſtitut ſind eine ganze
Reihe anderer Anſtalten nachgegründet worden. In der kurzen
Zeit=
ſpanne von 60 Jahren haben es die Neger ſoweit gebracht, daß ſie
heute über 40 000 ſchwarze Lehrkräfte verfügen können, von denen 5000
Hochſchulbildung beſitzen. Insgeſamt gibt es über 100 000 ſchwarze
Studenten und Studentinnen in Amerika. In den Schulen der Neger
werden 2½ Millionen ſchwarze Schulkinder unterrichtet, wofür ein
jähr=
liches Schulgeld von 15 Millionen Dollar aufgebracht werden muß. Die
krlturellen Anſtrengungen der Neger haben den Erfolg gezeitigt, daß es
heute nur noch 15 Prozent Analphabeten unter den Schwarzen gibt —
ein Prozentſatz, der weſentlich beſſer iſt, als der Italiens oder gar=
Spaniens.
In akademiſchen Berufen, wie Richter, Staatsanwaltsgehilfen,
Apo=
theker und Zahnärzte, ſind die Neger ſtark vertreten. So gibt es z. B.
über 500 ſchwarze Aerzte und Aerztinnen. Selbſtverſtändlich ſind Neger
auch in Landesparlamenten — 13 Landtagen und in einem Landtags=
Oberhaus — durch Abgeordnete vertreten. Auch im wirtſchaftlichen
Leben Amerikas ſtellen die Neger heute eine durchaus beachtenswerte
Macht dar. Ganz abgeſehen davon, daß es zahlreiche Negermillionäre
gibt, verfügen die Schwarzen über 72 Negerbanken mit ſchwarzen
Direk=
toren und ebenſolchen Verſicherungsgeſellſchaften — 36 an der Zahl, und
da es eine ziemlich ſtarke Negerpreſſe gibt, deren bedeutendſtes Organ
„The Criſis” iſt, ſo verſtehen die Neger es ausgezeichnet, ſich Gehör zu
verſchaffen. Die Zahl der ſelbſtändigen Landwirte wird auf 900 000
geſchätzt. Davon ſind über 200 000 Gutsbeſitzer, der Reſt Pächter. Das
afrikaniſche Ideal exiſtiert für den Neger Amerikas nicht. Wenn er nach
Afrika geht, dann nur als Weltreiſender, Jäger — oder Miſſionär.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 22. März. 13.30: Kaſſel: Hauskapelle. 15.30:
Mittelſchullehrer Ad. Hering: Die Uhr. 16.30: Rundfunkorch.:
Neue Schlager. Mitw.: Liſſy Helling. O 17.45: Aus den Novellen
von Nicolai Gogol. O 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen.
18.30: Kaſſel: Garteningenieur K. Hinze: Stauden im Garten.
O 18.45: Stadtmedizinalrat Dr. Fiſcher=Defoy: Verkehr und
Ge=
ſundheitspflege. O 19.15: Hermann Zurhauſen S. J.: Die Ehe m
ihrem Urſprung. O 20.15: Stuttgart: Blaubart. Operette von
Jacques Offenbach. O 22.30: Berlin: Tanzkurſus. — Anſchls
Tanzmuſik.
Stuttgart.
Donnerstag, 22. März. 12.30: Schallplatten. O 16.15:
Funk=
orch. Einl.: Friedel Voelter. O 18.15: Freiburg: Prof. Dr.
Friedländer: Kultur und Ehe. O 18.45: Aerztevortrag. O 19.15:
Schachfunk. O 20.15: „Blaubart”, Burleske Operette von J.
Offenbach. Muſ. Leit.: Kahn. Perſ.: König Bobeche; Königinr
Clementine ſeine Gemahlin; Prinzeſſin Hermia, beider Tochter,
anfangs Schäferin unter dem Namen Fleurette; Graf Oskar, Miniſter
des Königs: Alvare= ein Höfling; Ritter Blaubart; Heloiſe, Eleonore,
Jſaure, Roſalinde, Blanche ſeine verſtorbenen Gemahlinnen:
Papo=
lani, Geh. Alchimiſt m Blaubarts Dienſten; Boulotte, Dorothee,
Marguerite, Bäuerinnen; ein Schreiber; Pagen, Leibwache, Gefolge,
Bauern und Bäuerinnen. Der 1. Akt ſpielt in einem dem Ritter
Blaubart gehörigen Dorf; der 2. Akt am Hofe des Königs Bobeche,
ſpäter auf der Burg Blaubarts, der 3. Akt am Hofe des Königs
zur Zeit der Kreuzzüge. — Anſchl.: Nachrichten. O 22.30: Berlm:
Funktanzſtunde. — Anſchl.: Tanzmuſik.
Berlin.
Donnerstag, 22. März. 12.30: Für den Landwirt. 6 15.30:
C. Kramarski: Die Aufzucht künftiger Derbykandidaten. Leben und
Treiben in einem Geſtütshof. S 16: Dr. Meiſl: Die Olympiſchen
Spiele. O 16.30: Vergeſſene Dichter: Friedrich von Logau. o 17:
Zeitgenöſſiſche Kompoſitionen. Fr. Rucker (Flöte), Th. Blumer
(Flügel). Juon:, Sonate für Flöte und Klavier. — Rögely: Zwei.
Intermezzi. — Blumer: Sonate. O 18.15: Engliſch. The Engliſh
Hoſpital=Syſtem. O 18.45: Dr. Cohn=Wiener: Indien, das Land
des Buddha. O 19.10: Geh. Juſtizrat Prof. Dr. Heilfron:
Rechts=
fragen des Tages. O 19.40: Dr. Liebenberg: Aktuelle Berufsfragen
für Jugendliche und Erwachſene. O 20.10: Sendeſpiel „Gaſparone‟.
Operette in drei Teilen von Millöcker. Leit.: Bronsgeeſt. Dir.:
Seidler=Winkler. Perſonen: Carlotta, verwitw. Gräfin von Santa
Croce: Maria Huſſa=Greve; Naſoni, Podeſta von Syrakus: Blaß;
Sindulfo, ſein Sohn: Hainiſch; Naſo Erminio; Benozzo, Wirt;
Sora, ſein Weib; Zenobia, Duenna der Gräfin Carlotta; Marietta,
Kammerzofe der Gräfin Carlotta; Maſſaccio, Schmuggler, Benozzos
Onkel. Die Handlung ſpielt in und nächſt Syrakus auf Sizilien
im Jahre 1820 — Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Funk=
Tanzſtunde. — Tanzmuſik der Kapelle Hoffmann.
Deutſche Welle. Donnerstag, 22. März. 14: Adele Lüderitz=
Ramelow: Ernährung verſchiedener Berufe. 0 14.30: M. Vollmberg:
Reiſen und Abenteuer: Was ich bei Erdbeben erlebte‟. o 15:
Oſtergerichte. O 15.35: Wetter und Börſe O 15.40:
Kochanweiſun=
gen. O 16: Dr. Klopfer und Erika Juliusburger:
Erziehungs=
beratung. O 16.30: Dr. Marie Krammer: Weſen und Geſchichte
der Gilden und Zünfte. o 17: Berlin: Zeitgenöſſiſche Kompoſitionen.
O 18: M. Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche Stunde. 18.30: Spaniſch
für Fortgeſchrittene. O 18.55: Gartenbaudir. Grobben: Gedan en
zur Förderung und Ausbau des Frühgemüſebaues. 19.20: „Junge
Deutſche‟, 20.10: Sende=Spiele: Millöcker: „Gaſparone‟,
Ope=
rette in drei Teilen. o 22: Preſſenachrichten. 22.30; Funk=
Tanzſtunde. — Danach: Tanmuſik.
Zur Konfirmation
bringe ich große Aus Fahl in praktischen und billigen Wäschestücken
Bitts Schaukenster beactten!
Für Jungen:
n. weiß. Brust
0, 2.25, 1.80
Einsatzhemden
veiß m. Falter
2.45
Überhemden buust. 5,25,
Unterhosen Macco 2.25, 2,00, 1.60
Kniehasen Macc 2.00, 1.78, I.
HoSenträger Gummigurt n
Lederbesa
... l.9s, 0.73, 0.,65
schwarzer Tiikol
1.40, 123, 1.40
Handschube
chwarz Macco
Herrensochen
125, Lu0, 0.85
schwarz, extra lanz
DirAmdle r. Kniehos, 1.25, 1.10, 9.30
Ile mod. Form
0,85, 0,75, 0.60
Stärkelragen
Kranaften schnarz, 0.75, 0.50, 0.35
Manscheltenknöpte moderne
Muster.
0r0, 0.3s, 9.24
Für Mädchen:
Prinzebröcke solider kriktiger
Wäschestoft . . . . 4.9, 4.40,
g aus chwirzen,
Priaggeſtröcke weiben u bunt.
Trilsotstokt ... . 4.9, 440, 3.30
solider kräftiger Wä-
Hemden schestokt .. . Stdek 1.50
SGHl2pikoSen sol. Trikotware.
in allen Farden . 1.15, 0.95, 0.10
sol. best. Wäsche-
Beinkleider storr ... Stuck
schwarz Macco oder
diFümBie Seidentlor, 1 60, 1.25,
hübsche Bü-
Dirämpibärder schen, 0.55,0.40
DirEmsihäfter am Gürtel, weig
125, 0.8, 0.05
oder bunt .
Be Auswahl
0 35, 0.28 0.22
Taschentächer
chwarz, in viel.
Mändschaßs Sorten, 1.50, 1.25,
nesweiß. Trikof
HeMLnBSon gewebe, 3.00, 2 60.
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Wagen!
Ausprobiert und bewährt
UERE
Müller aOber, Darmstadt
Rheinstraße 39
Spotl, Spiel
Handball.
Main=Rheingau Oeutſche Turnerſchaft.
Trytz des am verfloſſenen Sonntag ſtattgefundenen Gauwalölaufes
und anderweitiger Gauveranſtaltungen nahmen die Privatſpiele der
Handballgemeinde der Turner ihren Fortgang. Sprendlingen (Tgde.)
hatte aus dem Turntreis Baden Tv. Weinheim zu Gaſt. Weinheim,
welches zum zweiten Male gegen eine Main=Rheingaumannſchaft ſpielte,
blieb diesmal Sieger, während es im erſten Spiel gegen Pfungſtadt
eine Niederlage erlitt. Leider hatte auch diesmal der Gaſt reichli.h
Pech und konnte nur einen knappen Sieg mit 4:3 (3:1) verzeichnen.
Einen reicheren Torſegen hätte die weitaus beſſere Mannſchaft von
Weinheim verdient.
Tv. Bichenbach-Tode. Egelsbach 5:2 (2:1). Bei dem ſehr flotten
Spiel von Anfang bis Ende war Bickenbah auf eigenem Platz im
Vor=
teil. Der Torhiter von Egelsbach behütete ſeine Mannſchaft vor einer
höheren Niederiage.
Tgf. Ober=Namſtadt—Erfelden 4:4 (2:4). Der naſſe Platz in Ober=
Ramſt idr ſagte hier keine= der beiden Elf zu. Erfelden, in der erſten
Halbzeit überl.gen, fiel in der zweiten Halbzeit ſeinem Tempo zum
Opfer. Ober=Ramſtadt, techniſch unterlegen, legte aber großen Eifer
an den Tag. Für die Giſte hätte das Reſultat beſſer ausfallen müſſen
Worfelden-Beſſungen 3:4 (2:3). In der erſten Halbzeit ein
aus=
geglichenes Spiel. Worfelden fand ſich in der zweiten Halbzeit beſſer
zuſammen und helie mächtig auf, ſo daß es den Platz für ſich behaupten
konnte. Worfelden 2.—Beſſungen 2. :4 (4:0). Worfelden trat mit
einer kontpletten Elf den neun Mann von Beſſungen gegenüber, deren
Niederlage im voraus feſtſtand, aber trotzdem hielt ſich Beſſungen in
der zweiten Halözeit tapfer. Eine Ueberraſchung brachte das Spiel
Tüiktelſyrn--Groß=Grau mit 5:4 (4:1). Büttelhorn findet ſich gleich
gut zuſammen und konnte in der ſechſten Minute erfolgreich einſenden.
Obwohl ſih Groß=Gerau ſeiner Lage bewußt wurde und ein beſſeres
Zuſpiel bei ihm einſetzte, zerſthellten alle Angriffe an der gut
arbeiten=
den Verteidigung Büttelborns. Nur ein einziger Erfolg war Groß=
Ecrau in der erſten Halbzeit beſchieden, während ſein Torhüter noch
dreimal das Lede= aus dem Netz holen mußte. Nach der Halbzeit geht
Groß=Gierau mährig aus ſich heraus und ſtelli das Spiel bis 10 Minuten
vor Schlluß auf 4:4. Ein 16,50=Meter brachte kurz vor Abpfiff das
Siegestor. Die Jugend beider Vereine trennte ſich mit dem Ergebnis
3:3, Halbzeit 3:1 für Groß=Gerau, Bensheim hatte ſich aus dem
be=
nachbarten Gau Rheinheſſen Tv. Lampertheim verpflichtet und
unter=
lag in einem ſcharfen Spiel mit 5:4, während es in der erſten Halbzeit
mit 4:2 führen konnte. Eine größere Niederlage der Bensheimer
ver=
hütete der, Torwächter. Die Jugend der Tgde. Egelsbach unterlag der
techniſch und körperlich weit überlegenen 2. Mannſchaft von
Bicken=
bach 9:1 (5:0).
Pol. Sp.V. Darmſtadt 1.—Pol. Sp.V. Babenhauſen 1. 4:9 (2:4).
Anläßlich der Jahreshauptverſammlung des Geſamtvereins trugen
pbige Mannſchaften am Mittwoch abend ein Trainingsſpiel aus. Das
Spiel gab einen Maßſtab über die Spielſtärke der beiden Mannſchaften=
Babenhauſen wa: vor dem Tor die gefährlichere und
durchſchlagskräf=
tigere Elf. Auch machte ſich bei ihr die größere Spielerfahrung
be=
merkbar. Im Feldſpiel gab die Darmſtädter Mannſchaft der
Baben=
haufener nichts nach. Hätte ſie einen ſolchen Torhüter wie Babenhauſen
gehabt, dann wäre das Refultat wohl ein Unentſchieden geweſen. Das
Spiel war ſehr ſchnell und voll ſpannender Momente.
Turnen.
und Sanen.
Deutſche Waſſerballmeiſterſchaft 1928.
Leichtathletik.
Waldlauf des Heſſiſchen Polizei=Sportvereins Darmſtadt.
Die Auslofung.
Zu den Kämpfen um die diesjährige Deutſche
Waſſerballmeiſter=
ſchaft haben ſich — wie bekannt — 21 Vereine eingeſchrieben. Die
Aus=
loſung und Terminfeſtlegung für die einzelnen Runden iſt jetzt bereits
feſtgelegt worden. Es wird in fünf Gruppen geſpielt. Um Freiloſe
— und damit gewiſſe Ungerechtigkeiten — in den erſten beiden
Run=
den zu vermeiden, iſt für jede Gruppe immer nur, ein Spiel ausgeloſt
worden, und zivar nie folgt: Gruppe 4: Ottenſen 09—Bremiſcher
S.V.; Gruppe B: Stern Leipzig—Erfurt 05; Gruppe C: Jung=
Deutfchland Darmſtadt—1. F.C. Nürnberg; GruppeD:
Poſeidon Köln—Düſſeldorf 09; Gruppc E: Magdeburg 96—
Span=
dan 04. — Für die erſte Hauptrunde ſind dann folgende Treffen
vorgeſehen: Sieger 4 — A.B.T. S. Bremen; Waſſerfreunde
Hanno=
ver—Poſeidon Leipzig; Halle 02 — Sieger B; Bayern 07
Nürn=
berg — Sieger C; Schwimmſportfreunde Barmen — Sieger D;
Kre=
feld 93—Sparta Köln; Sieger E — Weißenſee 96; Weſtfalen
Dort=
mund—Hellas Magdeburg. — Die Vorſpiele müſſen bis einſchließlich
10. Juni erledigt ſein, die erſte Hauptrunde bis 24. Juni. Für die
zweite Hauptrunde ſteht die Zeit bis zum 8. Juli, für die dritte
Haupt=
runde bis zum 29. Juli zur Verfügung. Das Endſpiel gelangt
am 26. Auguſt im Bereich des Kreiſes 1 (Berlin) zur
Entſchei=
dung. Die erſtgenannten Vereine ſind jeweils Veranſtalter und für
die Durchführung der Kämpfe verantwortlich.
Am kommenden Sonntag, vormittags 11 Uhr, bringt der Poli=
Sportverein ſeinen diesjährigen Frühjahrswaldlauf zum Austrag. S,
Lauf beginnt auf dem Polizei=Sportplatz, führt durch den nahegelegem
Wald und endigt ebenfalls auf dem Polizei=Sportplatz. Um allen Te
nehmern gerecht werden zu können, wird der Lauf in 3 Klaſſen dur-1
geführt:
Klaſſe 4 — 5 Klm. ( gelaufen von den aktiven Leichtathlet a
Klaſſe B — 2,5 Klm.
Klaſſe C — 2,5 Klm., offen für ſämtliche Mitglieder des Vereiw.
Der Frühjahrswaldlauf bildet den Auftakt zur diesjährigen
Leich=
athletikſaiſon, und wir hoffen, daß ihm ein recht guter Erfolg
beſchied-
ſein möge.
Fußball.
D.F.B.=Pokalendſpiel in Breslau.
Das diesjährige Endſpiel um den Pokal des Deutſchen Fußbol
Bundes wird aus begreiflichen Gründen am 29. April in Bre
lau ausgetragen werden. Durch den Zwiſchenrundenſieg über
Berg=
konnten ſich die Südoſtdeutſchen die Teilnahme am Endſpiele ſichen
und der Südoſten iſt ohnedies nicht ſo reich an großen Ereigniſſen. T
Hegner wird in dem dritten Entſcheidungsſpiel ermittelt, das ſich We
und Norddeutſchland am 1. April in Altona liefern, nachdem zm
Spiele ſchon unentſchieden abgebrochen werden mußten.
Geſchäftiches
Schießſport.
Schützengeſellſchaft „Weidmannsheil‟ Darmſtadt im Vereinigten
Heſſiichen Schützenbund.
Seit zwei Sonntagin meſſen ſic die heſſiſchen Kleinkaliberſchützen
vom Ried, Odenwald und Oberheſſen ſowohl al3 auch ſolche aus den
angrenzenöen batzeriſchen Orten im Zimmerſchießen auf den 15=
Meter=
ſtanden der Sehützengeſellſchaft „Weidmannsheil”, in der Reſtauration
Gunder, hier, S=bloßgartenplatz, in friedlichem Kampf, ſowohl im
Einzel=
als auch im G=uppenſhießen. Die an den beiden erſten Sonntagen
erzielten Reſultate haben bewiefen, daß die Zimmerſchüitzen ſowohl der
Vereine des Vereinigten Heſſiſchen Schützenbundes, als auch ſolche der
gegenwärtig der Hefſiſchen Großorganiſation noch fernſtehenden
Ver=
eine während des Winters tüchtig trainiert haben. Ganz beſondere
Spannung wird der 25. März, als der Schlußtag der Veranſtaltung,
hervorrufen, zumal we ivolle Einzel= als auch Gruppenpreiſe, die ſeit
Mittwoch fruh im Schaufenſter der Firma Hermann Roſenthal, hier,
Ludwigsplatz, ausgeſkellt ſind, der Sieger harren. Im Invreſſe einer
glatten Abwickelung dürfte es ſich empfehlen, die Schießſtände ſchon
vormittags ab 10 Uhr zu benutzen, zumal in den Nachmittagsſtunden
ſteker Andrang von auswärtigen Vereinen zu erarten iſt.
Kraftſport.
4. Bezirk, Main=Rheingau, Deutſche Turnerſchaft=
Die Bezirksſeitung hatte für den vergangenen Sonntag, den
18. März, eine Uebungsſtunde für das Frauenturnen nach Traiſa
an=
geſetzt. Der Arbeitsplan umfaßte den geſamten Uebungsſtoff für das
diesjährige Gaufrauenvetturnen in Crumſtadt und für das Deutſche
Turnfeſt in Köln. Die Vereine, die Turnerinnen=Abteilungen haben,
waren mit einer Ausnahme alle mehr oder weniger ſtark vertreten.
Bezirksfrauenturnwart Schuarz, Tgſ. 1875 Darmſtadt, der unermüdlich
und mit nie verſagender Arbeitsfreudigkeit ſich dem mächtig
vorwärts=
ſchreitenden Frauenturnen wiömet, hat ſein Arbeitsprogramm flott
ab=
gewickelt. Luſr und Freude, ohne die mal keine Arbeit gedeihen kann,
übertrug ſich raſch vom Leiter auf alle Teiinehmer, und ſo konnte die
Uebungsſtunde jedem einzelnen das mit nach Hauſe geben, was er von
ihr erwartet hat. Nach getaner Arbeit fand man ſich noch ein kleines
Stünd hen nach Tnrnerart mit Angehörigen der Tgde. Traiſa in dem
Vereinslokak zu Gedankenaustauſc) gefellig zuſaumen. Traiſaer
Turne=
rinnen überreichten ihrem Bezirksfrauenturnwart Schwarz einen Strauß
der erſten Zeichen des nahenden Frühlings.
In dem Bewußtſein: „Es woar doch widder ſchee im klaane Draaſe‟,
ſchloß ein „Gut Heil” den Arbeitstag.
Für das Männer= und Kinderturnen finder am Sonntag, den
..=April d. J, i Nieder=Ramſiadt, vormittags 9 Uhr, eine
Uebungs=
ſtunde ſtatt.
Lehrgang für Ringen und Tauziehen
in Darmſiadt.
9. Turnkreis (Mittelrhein) D.2.
Zur Förderung des Ringens, des Freiringens, wie es Dr. Gaſch
iu den Lehrjängen der D.T. lehrt, ſowie des athletiſchen Ringens und
des Tauziehens finder am Sonnrag, den 25. März, vormittags 10 Uhr
beginnend, in Darmſtadt, Zeughausſtraße 2 (früheres Militärkaſino,
ein Lehrgang für Ringen und Tauziehen ſtatt.
Die Leitung hat Kreismännerkurnwart Friede, als Lehrkräfte ſind
tätig: Karl Größ, Mainzer Turnverein von 1817, Jakob Hohl, Koblenz,
Tgſ., und Julius Joſeph, Darmſtadt, Tgf.
Athleten=Verein Vorwärts Groß=Zimmern ſiegt bei dem Juternationalen
Treffen 14:0.
Der Athleten=Verein Vorwärts Groß=Zimmern ſchreibt uns:
Nach=
dem die Schweizer Mannſchaft in Kreuznach und Franbfurt ihre Kämpfe
ausgetragen hatte, kam ſie am Sonntag in Groß=Zimmern als Gaſt
an. Wenn man ſchon von einer internationaben Mannſchaft ſpricht,
ſo iſt man hier bei uns was anderes gewohnt. Die Schweizer
Mann=
ſchaft war nicht ſo auf der Höhe, als wir glaubten, daher auch das
ein=
ſeitige Reſultat. Die Gäſtemannſchaft war durweg ſchwerer als
un=
ſere Leute, aber an Tcchnik waren ſie alle der Vorwärts=Mannſchaft
nicht gewachſen. Gerungen wurde in ſieben Klaſſen. Es ſtanden ſich
gegenüber im
Fliegengewicht: Näter=Schweiz gegen Poht=Gr.=3. Sieger Poht,
3,20 Minuten.
Bantamgewicht: Gebhardt=Schweiz gegen Deutſcher Meiſter Ohl.
Sieger Ohl, 2,10 Minuten.
Federgewicht: Etche=Schweiz gegen Weidner=Gr.=3. Sieger
Weid=
ner, 1.15 Minuten.
Leichtgewichi: Brekle=Schweiz gegen H. Ohl=Gr.=3. Sieger Ohl,
3,05 Minuten.
Leichtmittelgewicht: Frei=Schwveiz gegen Karl Ohl=Gr.=Z. Sieger
Ohl, 9,20 Minuten.
Schwermittelgewicht: Hunziker=Schwveiz gegen Juſtus Kraus=Gr.=3.
Sieger Kraus, 4,35 Minuten.
Schwergewicht: Muſer=Schweiz gegen Fröhlich=Gr.=Z. Sieger
Fröh=
lich, 4,10 Minuren.
Sollte das Sportpublikum nicht auf ſeine Rechnung gekommen ſein,
ſo werden wir uns in nicht allzu langer Zeit revanchieren, wo wir
einen Kampf mit einer bekannten erſtklaſſigen Mannſchaft austragen,
und zwar mit dem Sportklub Ludwigshafen.
Sie ſehen ja ſo ſchlecht ausl. Wie oft hören Sie dieſ
erſtqunten oder bedauernden Ausruf. Was iſt die Urſache? Schlech==
Stoffweckſſel — ſchlechtes Blut — oft die erſten Anläſſe ernſter Krar.
heiten, wie Rheuma, Gicht, Ischias, Daum=, Nieren= und
Blaſs=
leiden. Wollen Sie friſch ausſehen und kräftig an Körper und Nerd a
bleiben, befreien Sie Ihr Blut von Giftſtoffen mit Reichels Wacholde=
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nommen. Beide Reiſen zeichnen ſich durch hevvorragend intereſſam:
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werden auf beiden Touven beſucht. Wer ſich für dieſe beiden
hochinte-
eſſanten Ovientreiſen intereſſiert, laſſe ſich von der General=Vertretury
der Baltic—America=Linie, dem Mittelmeer=Reiſebüro in Berlin W"
Mauerſtraße 2, oder Hamburg 36, Eſplanade 22, einem ausführlichei
Proſpekt koſtenfrei zuſenden.
Boxen.
Athletik=Sportverein 1895 Darmſtadt.
Der Einladung der Fauſtkämpfer Zeilsheim a. M. folgend, kämpften
dort am Samstag Weckbach und Boecky. Letzterer traf im Weltergewicht
auf den viel zu ſchweren Breitner=Zeilsheim. Die erſten Runden
waren ausgeglichen, dann unterlief Fritz Boeckh gegen Ende der dritten
Runde ein nicht einwandfreier Schlag gegen den ſchwer zu boxenden
Gegner, auf den dieſer nicht mehr weiterkämpfte. Im Halbſchvergewicht
ſtanden ſich Hans Weckbach und Krauß=Zeilsheim gegenüber. In der
erſten Runde war Krauß leicht überlegen, dann holte Weckbach ſichtlich
auf, und es kam das Reſultat „Unentſchieden” zuſtande. Die Aufnahme
des gaſtgebenden Vereins war glänzend.
Paul Czirſon, der deutſche Leichtgetvichtsmeiſter, trifft bei den
Frankfurter Boxkämpfen am 31. März auf den Münchener Phil.
Nefzger.
Wetterbericht.
Gießen, 21. März.
Die abſließenden trockenen Lufmaſſen des ruſſiſchen Hochs, die 61
letzten Tage mehr aus ſüdöſtlicher Richtung unſerem Gebiet zuſtrömter
und eine Abſchwächung des Nachtfroſtes herbeiführten, haben, nachder
ſie heute vorwiegend aus dem Oſten kommen, wieder einen Rückgan.
der Temperaturen verurſacht. Ein Teil der weſplichen Tichdruchſtörung,
der ſich ſüdöſtlich über Frankreich ausbreitete und guch bei uns ſchon zu
ſtärkerem Lufvdruchfall führte, brachte heute morgen über Frankreic
und dem Kanalgebiet verbreitete Niederſchläge. Die Störung wir”
aber in unſerem Gebiet vur zum Auftreten von Beſwölkung führen
und mehr im Süden Neigung zu Niederſchlägen vorhanden ſein.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 22. März 1928.
Zeitweiſe bewölkt, Temperaturen nur wenig verändert, trocken.
Witterungsausſichten für Freitag, den 23. März 1928.
Keine waſentlſiche Aenderung der Wetterlage.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in Co Wind: Nieder=
ſchlag
in mm Schnee
decke
in cm Gießen: heiter O. Aachen: O. Hamburg: OsO. Berlin: München: NO, Königsberg: NNO.
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:(Taunus) heiter 80 SOg Waſſerkuppe:
Feldberg: —10‟ SO, (Schwarzw.) Schnee SO, Zugſpitze: Kahler Aſten: heiter O. Fichtelberg: wolkig G.
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Nummer 82
WarmftadterCagblatte
Donnerstag, den 22. März
Frankſurter Effeftenbörſe.
Frankfurt a. M., 21. März.
Zu Beginn der heutigen Börſe war die Stimmung zwar weiter
z—rückhaltend, aber im Grundton doch etwgs freundlicher. Von einer
Beteiligung des privaten Publikums war auch heute kaum etwas zu
5.merken. Eine gewiſſe Anregung ging von dem weiter
verhältnis=
wräßig leichten Geldmarkt aus, an dem umfangreiche Vorbereitungen
zam Quartalsultimo getroffen worden ſind, ſo daß die an den Vortagen
shegten Befürchtungen hinſichtlich ſeiner Ueberwindung zurücktraten.
Kror allem erwartete man aber die günſtigen Ziffern des
Außenhandels=
asweiſes. Tatſächlich wieſen die dann im Verlaufe bekannt werdenden
ahlen Beſſtrungen gegen den Vormonat auf, wobei gleichzeitig ein
7 ückgang der Einfuhr und eine Steigerung der Ausfuhr zu verzeichnen
ie. Die Umſätze waren im allgemeinen wieder minimal, doch über=
Ut ogen heute die kleinen Käufe, ſo daß bei der erſten Notierung auf den
t eiſten Marktgebieten 1= bis 2prozentige Kursbeſſerungen eintraten. Am
2 7ontanmarkt waren Manuesmann mit plus 2 Prozent und Gelſen=
1 rchen mit plus 1½ Prozent bevorzugt, während Rheinſtahl nur knapp
tehauptet blieben. Von Elektrowerten waren Gesfürel mit plus 2½
Brozent und Siemens mit plus 2½s Prozent etwas ſtärker erholt.
Zell=
ſff Waldhof eröffneten 1½ Prozeut höher. Der Markt der
Farben=
tserte lag ſehr ſtill. J. G. Farbenaktien, =bonds und =bezugsrechte
—gen faſt unverändert. Schiffahrtswerte eher etwas ſchwächer, ebenſo
je Autoaktien. Am Bankenmarkt gewannen Commerzbank und
Da=
atbank je 1 Prozent. Ablöſung für Neubeſitz lagen eher etwas feſter.
Ausländiſche Renten faſt umſatzlos. Im Freiverkehr waren Ruſſen
wieder etwas gefragt.
Im weiteren Verlaufe konnte ſich die Stimmung weiter etwas
er=
olen, wobei die Anregung wieder vom Farbenmarkte ausging, an dem
5. G.=Bezüge lis 10,10—10,20 Prozent erhöht waren, Bonds 13734 bis
9 38 Prozeut, Farbenaktien zirka 1 Prozent höher. Tägl. Geld 6
Pro=
gent. Am Debſſenmarkt lag der Dollar ſchwächer, das Pfund aber
weiter befeſtigt. Mark gegen Dollar 4,1802, gegen Pfunde 20,417,
Lon=
mon-Paris 124 02, Mailand 82.40, Madrid 23,00, Holland 12,13½=
An der Abendbörſe blieben die Kurſe im allgemeinen gut
Sehauptet. Die Geſchäftstätigkeit war jedoch äußerſt gering. Die Far=
Senaktien wurden erſtmals ohne Bezugsrecht mit 249,5 notiert. Farben=
Sonds 137,5 und Farbenbezüge weiter mit 10½ am Markt. Rheiniſche
=Braunkohlen, die nachbörslich einen ſtärkeren Aufſtieg zu verzeichnen
Satten, lagen bei einem Geldkurs von 268,5 um 2,5 Prozent niedriger.
arpener waren bei 172 angeboten. Die übrigen Werte ſind gut ge=
Galten. Karſtadt um 1½, Gesfürel um 1½ Prozent befeſtigt. Am
Sſentenmarkt waren deutſche Renten ſehr gut gehalten, jedoch ziemlich
ruhig. Der Börſenverlauf blieb ohne Anzegung, die Kurſe allgemein
Sut behauptet. Im einzelnen nannte man: Commerzbank 175,5, Danat
2233, Dresdner 159,75, Gelſenkirchen 132,5, Harpener 171,5, Mannesmann
r154,5, Rheinbraun 258,5, Rheinſtahl 155, Norddeutſcher Lloyd 150,
Bl. E. G. 152, Scheideanſtalt 192. Farben 249,25, Gesfürel 273,5,
Holz=
mmann 145, Siemens 269,75, Zellfroff Aſchaffenburg 169.
Abenddevifen: London gegen Paris 124,02, gegen Mailand
B2,40, gegen New York 4,8825, gegen Holland 12,122, gegen Madrid
229,03, gegen Zürich 25,34½, Pfunde gegen Mark 20,/41½, Dollar gegen
MMark 4,1815.
Berliner Effektenbörfe.
Berlin, 21. März.
Die Börfe ſetzte einheitlich in feſter Haltung ein, da die günſtigere
EEntwicklung des deutſchen Außeuhandels im Februar füimulierte und
aus New York Nachrichten über ausſichtsreiche Verhandlungen zur
Auf=
legung neuer deurſcher Anleihen gerichtet wurden. Gleichzeitig regte
der achiprozeutige Dividendenvorſchlag bei dem Eſſener
Steinkohlenberg=
werken ſowie die Meldung an, daß ſich die Geſellſchaft für elektriſche
Unternehmungen an den internationalen Elektrotruſt (Sofina uſtw.)
be=
keiligen werde. In erſter Linie zeigte ſich aber die Börſe über die
Er=
leichterung der Geldmarktlage beruhigt. Es hät den Anſchein, als ob
der Ultimo doch verhältnismäßig leichter überwunden werde, als man
zunächſt annahm, weil die Großbanken erhebliche Geldbeträge
angeſam=
melt haben und auch verſchiedene Firmen Gelder ausleihen, die ſie bis
zum 15. April feſt aufgenommen haben. Außerdem konnte die
Giro=
zentrale ihre Geldſätze ermäßigen, ſo daß die Notierungen am offenen
Geldmarkt ebenfalls zurückgingen und kurzfriſtige Mittel für erſte
Fir=
men teilweiſe bis zu 4 Prozent herunter genannt wurden. Offiziell
ſtellte ſich Tagesgeld auf 5½ bis 7 Prozent, Monatsgeld auf 7½ bis 8
und der Diskont auf Warenwechſel auf zirka 7 Prozent. Das Geſchäft
war trotz der freundlichen Stimmung gering und auf wenige
Spezial=
papiere beſchräntt. Im Deviſenderkehr lag das engliſche Pfund gegen
New York mit 4,8225½ ſehr feſt. In Berlin ſtellte ſich der Pfundkurs
auf 20,/4140, der Dollar wurde im Uſanzenverkehr mit 4,210 genannt.
Die nordiſchen Valuten ſchwächten ſich gegen London leicht ab, und zwar
Oslo auf 18,28 und Kopenhagen 18,20 und London—Mailand 92/41½,
London—Madrid B,99.
Die Börſe ſchloß freundlich. An der Börſe war die Haltung
un=
einheitlich. Gegen 2.30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe:
Commerz=
bank 175,5, Danatbank B3, Dresdener Bank 159,5, Hapag 151, Nordd.
Lloyd 179,75, A.E.G. 152,5, Bergmann 173,5, Siemens 270,5, Gesfürel
N9,5, Elektriſche Lieferungen 168, J. G. Farbeninduſtrie 259,5, Karſtadt
187,75, Oſtwerke 270, Rütgers 100, Schultheiß 336, Glanzſtoff 717,
Poly=
phon 304, Harpener 171,5. Klöckner 116.5, Rheiniſche Braunkohlen 269,
Rheinſtahl 155, Altbeſitz Reihe I und II 52, Reihe III 55,25, Neubeſitz
17.80.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſe
Baſalt ..
Bergmann.
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ
Braunkohl. Briketts
Bremer Wolle....."
Danatbank. ....
Deutſche Bank. . . . .
Diskontoget ....."
Dresdner Bank. ..
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl .....
Deutſche Petroleum.
Dynamit Nobel ...
Elektr. Lieferung ...
J. 6. Farben......."
Gelſenk. Berg. . ....
G.f, elektr. Untern.. .
Han. Maſch.=Egeſt..
Hanſa Dampfſch.
Hapag ..
Harpner.
Hemoor Zement. ..
le44.75 166.75
242.— Wittener Gu 63,75
Deviſenmarkt.
Selſingfors ..
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Solland
Eslo.
Kopenhager
Stocklolm
London
Buenos Aires
Nen=York
Belgien ..
20. 3.
Geld Brief
10.515 10 535
58.791 59. 90
12.379 12.399
72.39/ 73 19
3.077 3.023
58 18188.52
11.48 11170
11.27112,19
12.10 112.32
20.39 00.43
1.798 1.799
ings4 1845
B6. 215 59.3351 *
21. 3.
Geld Brief
10.523 10.543/Italien ...
12.379 12.389/ Schveis ....
*297 73.11
„019 3.025/Danzig .
168.21 168,55 Japan.
112. 12/12.33 Portugal ..."
20.393 20,43:
4.1770 4.185‟
56.77/ 58 89/ Paris ......
Spanien.
111.51111.73Rio de Janeiro.
112 01112.23) Fugoſlavien ...
Athen .....
1789 1.792MKonſtantinopel
Kanada.. ....."
58.20 53.32 füruguah ... ...
20. 3.
Geld Brie!.
16.44 16.4811
30.43/ 00 590
70.35 70 491 70.3‟
81.52/ 81.68
1963 1.967
o.5025 0 So4sl0.50250
7.353 1.387
18.58 16.62
5.564 3.578 5.554
2.121 2 125
4.177 4.185
4.316 4.3241 4.313
12. 3
113.
88.125
168.25
Rete
147.
235.—
62.
150. —
129.75
305.”
99.75
119.75
145 —
712.—
162.—
59 25
134.—
65.75
21. 3.
Geio. Brief
22.055 22. 103/22.07 22.11
16.44 16.43
30.465 eo.825
g1.53
1.363
7.353
18.58
2121
4 179
70.44
2i1.69
1.967
0.5045
7.387
16.62
5.566
2.125
4.187
4.324
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 21. März ſtellten ſich für je
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Notterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz)
135,75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metall=
börſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für
prompte Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Originalhütten=
aluminium 98= bis 99prozentig, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren
210—214 RM., Antimon Regulus 82—87, Feinſilber (1 Kilogramm
fein) 79—80 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
21. Mär= ſtellten ſich für Kupfer: Januar und Februar 121½
(121½), Mürz und April 120 (120½), Mai und Juni 120½ (121), Juli
Der deutſche Außenhandel im Februgr.
Berlin, 21. März. Der deutſche Außenhandel zeigt im Februar 1928 im reinen Warenverkehr einen Einfuhrüberſchuß von 308 Mill
RM. gegen 498 Mill. RM. im Vormonat.
Ausfuhr1928*)
Einfuhr 1928
Februar
Februar
Jan.=Febr.
Januar Jan.=Febr.
Januar
Warengruppen
in 1000 RM. nach GegenwartZwerten
1. Lebende Tiere .................."
11 224
25 638
14 414
2. Lebensmittel und Getränke ....... 319 407
771 747
452 340
696 155
3. Rohſtoffe und halbfertige Waren ..."
662 489
1358 644
4. Fertige Waren ........ . . . . . . . . . . 223 287
230 627
453 914
962
41933
209 208
690 154
Reiner Warenverkehr
5. Gold und Silber)..."
1250 073
29 096
1359 870
5 750
2 609 943
34 845
942 257
2 061
811
37 278
191 907
632 121
862117
2 243
1773
79 211
401 115
1 322 275
1304 374
4 304
Zuſammen
1219 169
1365 620
264 189
944 318
Mie
1808 678
Die Einfuhr im reinen Warenberkehr iſt im Februar 192B8
gegen=
über dem Vormonat um 110 Mill. RM. zurückgegangen. Die
Lebens=
mitteleinfuhr zeigt eine Abnahme um 133 Mill. RM., die
Fertigwaren=
einfuhr um 7 Mill. RM. Die Nohſtoffeinfuhr hat dagegen um 34 Mill.
RM. zugenommen und erreicht mit 696 Mill. RM. den höchſten Stand
der Nachkriegszeit. Die Ausfuhr zeigt im Februar gegenüber dem
Vor=
monat eine Zunahme um 80 Mill. RM., wodurch der im Vormonat
eingetretene Rückgang nahezu wieder ausgeglichen wird. An der
Steigerung ſind alle Gruppen beteiligt, am ſtärkſten die Fertigwaren,
die eine Ausfuhrzunahme von 58 Mill. RM. aufweſſen.
Es betrug in Mill. RM.:
Zeilraum insgeſamtreiner
Waren=
verkehr Lebens=
mittel die Einfuhr
darunter:
Rohſtoffe Fertigwaren insgeſamt
reiner.
Waren=
verkehr die Ausfuhr*)
darunter:
Lebens=
mittel
Rohſtoffe Arerdtre Septbr. 1927 . ......77..f.. 1174,8 360,7 567,9 26 932,9 42,1 196,4 6032 Oktbr.
D.. 1244,7 379,2 594,5 253,3 960,4 48,4 192,7 718,1 Novbr.
.. . 1290,5 391,8 648,7 233,0 909,6 43,9 181,6 683,0 Dezbr.
„......... 1257,0 359,1 661,6 213,0 953,0 44,9 197,1 7097 Januar 1928 . ........ 1359,9 452,3 662,5 230,6 862,1 37,3 191,9 632,1 Fehrugr y......... . 1250,1 319,/4 696,2 2233 942,3 41,9 209,2 690,2 Februar 1927.... . . .. ....." 1092,1 337,0 579,4 1623 750,0 AN 18,5 541,1 Februar 1926 ........ . 662,5 226,9 331,5 99,1 782,9 50,3 167,5 5640 Monatsdurchſchnitt 1927 ..... 1178,6 3625 595,7 2u5,5 851,6 34,9 186,6 629,1 1926 ..." 833,5 297,6 412,3 113,6 815,3 39,7 194,3 580,4
Im einzelnen iſt folgendes zu berichten:
Bei der Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken
iſt gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um 132,9 Mill. RM.
feſt=
zuſteller. Hieran haben alle die Waren teil, deren Einfuhr im
Vor=
mongt infolge der Terminabrechnung überhöht erſchien: Kaffee, Eier,
Butter, Reis, Kakao, ferner aber auch Weizen, Fiſche und
Fiſchzuberei=
tungen, Gerſte und Fleiſch.
Die Rohſtoff=Einfuhr zeigt gegenüber dem Vormonat eine
weitere Zunahme, und zwar um 33,7 Mill. RM. Beträchtlich
zuge=
nommen hat die Einfuhr an Textilrohſtoffen (um 36,7 Mill. RM.);
hieran iſt Wolle (mit 31,8 Mill. RM.) hauptſächlich beteiligt. Eine
erhebliche Zunahme weiſt auch die Einfuhr an Fellen zu Pelzwerk auf
(um 9.,3 Mill. RM.).
Die Fertigwaren=Einfuhr weiſt eine Abnahme um 7,4 Mill.
RM. auf, hauptſächlich infolge verminderter Textilfertigwareneinfuhr
(Nückgtng gegenüber Vormongt 7,2 Mill. RM.).
Bei der Ausfuhr an Lebensmitteln und
Geträn=
ken ergibt ſich im Februar gegenüber dem Vormonat eine Zunahme
um 4,7 Mill. RM.
Die Rohſtoff=Ausfuhr zeigt eine Zunahme um 17,3 Mill. RM.,
an der Felle zu Pelzwerk mit 4,7 Mill. RMM. Anteil nehmen.
Bei der Fertigwaren=Ausfuhr ergibt ſich gegenüber dem
Vor=
mongt eine Zunahme um 58,0 Mill. RM. Hieran ſind beteiligt die
Textilfertigwaren mik 13,6 Mill. RM. (daruter Kleidung und Wäſche
mit 6,0 Mill. RM. und Baumollgewvebe mit 4,9 Mill. RMM.), Leder
mit 5,1 Mill. RM., Maſchinen (ohne elektriſche Maſchinen) mit 5,0 Mill.
NM. und Walzwerkserzeugniſſe und Eiſenwaren mit 4,2 Mill. RM.
Der Reſt der Zunahme verteilt ſich auf die meiſten anderen
Waren=
arten, eine nennenswerte Abnahme iſt bei keiner Wavenart feſtzuſtellen.
Die Einfuhr an Gold, zeigt eine beträchtliche Zumahme (um
23,3 Mill. RM.), die Ausfuhr iſt nahezu unverändert geblieben.
Warengruppen
1. Lebende Tiere ..............."
2. Lebensmittel und Getränke ...."
3. Rohſtoffe und halbfertige Waren
4. Fertige Waren .. . .. . .. ......."
Wert= und Mengenergebniſſe der Reparations=Sachlieferungen.
Ausfuhr
Februar 1928 Januar 1928 Jan.=Febr. 1928 Febr. 1928 Jan. 1828 Jan.=Febr. 1928
Mengen i3 dr
in 1000 RM. nach Gegenwartswverten
(2 935
191
2599
609
411
(* 1597
..
36 90
44462
1 265
1 320
2 585
..
81 369
34 413
70694 13560 511 13945 170 26 805 681.
36 281
„
2) 184 058
(* 236 545
17 108
14 402
31 510
(* 420 603
52 139
53 252
Zuſammen ................
Außerdem Pferde (Stück)...........
Waſierfahrzeuge (Stück)............"
NM.; aus der Gruppe der Rohſtoffe; „Kohlen und Koks 28,7 Mill. NM., Walzwerkserzeugniſſe und Eiſenuparen 1,7 Mill. RM., Papie=
RM., ſchwefelſaures Ammoniak 2,7 Mill. RM., Bau= und Nutzholz und Papierwaren 1,6 Mill. RM., Güteragen 0,9 Mill. RM. und
1,3 Mill. RM., Steinkohlent=eröle 14 Mill. RM. und „ſonſtige” Möbel und andere Holzwaren 0,6 Mill. RM.
chemiſche Rohſtoffe 1,2 Mill. RM.; aus der Gruppe Fertigwaren elek=
13 789 623 13519 557 27309 180
105 391
119
42
164
1
1) nicht bearbeitet, Gold= und Silbermünzen. — 1 Ohne Pferde. — 2) Ohne Waſſerfahrzeuge. — *)ohne Reparationsſachlieferungen.
Die wichtigſten Neparationsſachlieferungen im Fe= trotechniſche Erzeugniſſe (einſchließlich elektriſcher Maſchinen) 2,7 Mill.
bruar 19B ſind: aus der Gruppe der Lebensmittel: Zucker 1,2 Mill. RM., Maſchinenn 1,8 Mill. ROl., Farben, Firniſſe und Lacke 1,8 Mic
120¾ (121), Auguſt und Septemſber 121 (121½) Okkober. Novemſber
und Dezember 1911 (121½). Tendenz: abgeſchſwächt. — Für Blei:
(4934), Tendenz: ſtiül. — Die erſten Bahlen bederten Geld, die in
Klammern Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börfe vom 21. März
ſtellten ſich für Kupfer: (Tendenz: willig) Standaud per Kaſſe 61
½=
bis 617ſus, drei Monate 61½—617ze, Settl. Preis 61½ Eleftrolyt 66½
bis 66¾, beſt ſelected 6434—66, Elecktrowirebars 66½. — Zinn:
(Tendenz: feſt) Standard ver Kaſſe 235—235½4, drei Monate 235½ bis
235½, Settl. Preis 235, Banka (inoff.) 240½, Straits (moſf.) V391
— Blei: (Tendenz: feſt) ausländ, prompt 1942 uo, euriſf. Sichten 203
Settl. Preis 19¾ — Zink: (Tendenz: ruühig) gewühnl. pronpt 24½8,
entf. Sichten 2412),,, Scttl. Preis 24½. — Quechſilber (inoff.) 22—22½,
Wolframerz (inoff.) 147.
Produkten berichte.
Frankfurter Peoduktenbericht vom 21. März. Die Tendenz war
weiter feſt, angeregt durch die weiter ſteigenden Auslandsnotierungen.
Beſonders begehrt waren Roggem und Hafer, da hier das Angebot
immer noch klein war. Auch Mais und Weizenmehl hatte größere
Um=
ſätze zu verzeichnen. Gerſte iſt kaum noch angeboten. Die Preiſe zugen
im Verlaufe weiter an. Weizen 26,75. Roggen 27—27,25,
Sommer=
gerſte 30—31,50, Hafer inl. 27—27,50, Mais für Futterzwecke 24,50 bis
25, Mais für andere Zwecke 25,50—265, Weizenmehl 37,50—38,50,
Rog=
genmehl. 37,50—38, Weizenkleie 14,60—14,75, Roggenkleie 15,50—16.
Die 79. Südweſtdeutſche Zentral=Gäuteauktion findet am
Donners=
tag, den 22. März, vormittags 9½ Uhr, im Kaſino „Gof zum
Guten=
berg” in Mainz ſtatt. Es kommen 5728 Großviehhäute, 2696
Kalb=
freſſerfelle und 362 Hammelfelle zur Verſteigerung.
Amerikaniſche Kabeinachrichten.
* Chicago, 21. März (Priv.=Tel.),
Weizen konnte ſich heute wieder nufbeſſern auf gute
Exportnach=
frage und ungünſtige Saatenſtandsberichte aus Indiana, Ohio und
Miſſouri.
Mais: Kleine Anlieferungen und das Anziehen der Lokopreiſe
führte anfangs zu einer Befeſtigung. Ebenſo verſtimmten Meldungen
über Saatenausfälle in Jowa. Später ſtellt ſich eine Abſchwächung ein
auf Nachlaſſen der Exportnachfrage und Realiſationen.
Roggen tendierte heute ebenfalls ſehr feſt auf gute Exportnachfrage.
Märztermine konnten bis 4 Ct. auziehen.
Hafer war heute feſt veranlagt auf Deckungen in Märzware und
ſchlechte Wetterberichte. Gegen Schluß wurden Nealiſationen getätigt.
New York, 21. März (Priv.=Tel..
Baumwolle mußte heute wieder etwas im Preiſe nachgeben auf
ermäßigte Liverpooler Kabel und Abgaben des Handels.
Vorüber=
gehend trat eine Erholung ein, doch war der Schluß erneut ſchwuach auf
Realiſationen.
Zucker: Anfangs ſetzten Deckungen ein. Im Verlaufe gewvann aber
eine Abſchwächung die Oberhand auf größeres Lokoangebot. Gegen
Schluß kam es erneut zu Deckungen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago om 21. März4
Getreide. Weizen: März 141½, Mai 139½, Juli 13674
Mais: März 993, Mai 102, Juli 104½; Haſer: März 58½
Mni 58, Juli 52½; Roggen: März 126, Mai 123½, Juſi 1168.
Schmalz: März 11,55, Mai 11,87½, Juli 12,15.
Fleiſch: Mai 11,35, Juli 11,62½, Sept. 12,10; Speck, lolo
11,37½; leichte Schweine 7,65—8,45, ſchwere Schweine 7,65 bis
8.15; Schweinezuſuhren: Chicago 24 000, im Weſten 162000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 21. März:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 172¾, hart 158½; Mais, neu
ank. Ernte 115½; Mehl, ſpring wheat eldars 6,60—6,90; Fnacht:
nach England 1,6—2,6 Schill., nach dem Kontinent 9—10 Cts.
Schznalz: Prima Weſtern, loko 12,25: Talg, extra 838.
Kakao. Tendenz: feſt; Umſatz in Lots: 60; Loko 13½:
März 13,40, April 13,45, Mai 13,54, Juni 13,68, Juli und Auguft
13,76, September 13,77, Oktober 13,60, Nob. —, Dezember 13,23.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Kürzlich fand eine Vorſtandsſitzung des Hanſa=Kanal=Vereins
Nuhrgebiet E. V. ſtatt, die ſich insbeſondere mit der weiteren Förderung
des Baues des Hanſa=Kanals befchäftigte. Es wurde mitgeteilt, daß das
in Verden von der Reichsregierung eingerichtete Vorarbeitenamt mit
ſeinen Arbeiten Ende dieſes Jahres und ſpäteſtens Ende März nächſten
Jahres fertig ſein werde. Man werde auch bis dahin die finanzielle
Seite in günſtigem Sinne vorbereitet haben.
In der geſtrigen Aufſichtsratsſitzung der Frankfurter
Hypotheken=
bank wurde beſchloſſen, aus dem Erg=bnis des Geſchüftsjahres 1927,
nachdem im Vorwege neben ſonſtigen Rückſtellungen der Penſionsanſtalt
100 000 RM. überwieſen werden ſollen, eine Dividende von 9 Prozent
in Vorſchlag zu bringen.
Geſtern begannen in Leipzig Verhandlungen zwiſchen den
tſchechi=
ſchen und den deutſchen Porzellau=Kaolin=Werken, die eine
Fühlung=
nahme bezüglich der Negelung des Abſatzes zum Ziele haben.
Die zweite Woche der derzeitigen Londoner Wollauktion eröffnete
wieder bei lebhafter Käuferkonkurrenz um ein ausgezeichnetes Angebot.
Deutſche und franzöſiſche Käufer waren die Hauptintereſſenten für beſte
Merino= und Kreuzzuchtwollen. England machte gleichfalls große
Ab=
ſchlüſſe in Kreuzzuchten und Slipes. Die Notierungen blieben
unver=
ändert feſt, jedoch kam es nicht zu neuen Preisſteigerungen.
Bei den Verhandlungen über den neuen lettländiſchen Zolltarif hat
das lettländiſche Parlament beſchloſſen, daß von den beiden Zolltarifen
— Maximal= und Minimaltarif — der Minimaltarif nur auf ſolche
Staaten Anwendung finden ſoll, die mit Lettland eine beſondere
Ver=
einbarung hierüber getroffen haben.
Das Schweizeriſche Finanzdepartement erwägt gegenwärtig für die
Finanzierung der monovolfreien Getreideverſorgung in der Schwveiz —
das Getreidemonopol geht 1929 zu Ende — eine Erhöhung der
Tarif=
gebühren, die an der Grenze für den Warenverkehr erhoben werden.
Die Gebühren, die gegenwärtig 2 Centimes betragen, ſollen auf 5 bzw.
10 Centimes heraufgeſetzt werden.
In Teapel traf geſtern der Dampfer „Roma” mit 58 Kiſten
Bar=
tengold im Werte von 2,8 Millionen Dollar ein, die von der Banca
d’Italia in New Yort gekauft worden waren.
Geite 14
Donnerstag den 22 März 1928
Nummer 82
Knaben-Anzuge
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vor=
mittags 9” Uhr anfangend, wird
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54, 55, 62, 64, 65. 66, 68, 70, 72 und 78,
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und Stelle öffentlich verſteigert:
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3a 35 „ — 29,28
3b 21 „ — 23,31
4a 5 „ — 6,09
4b 3 „ — 4,43 „
II. Nutzſcheit und
Einfriedigungs=
pfoſten:
93,5 rm Nutzſcheit, 1,50 m lang,
30 „ Einfriedigungspfoſten, 2,20m Ig.
Zuſammenkunft an der
Sandbach=
rücke der Chauſſee Pfungſtadt—
Eber=
ſtadt. Gegen Bürgſchaft wird
Zahlungs=
friſt bis Martini 1928 gewährt. Nähere
Auskunft erteilt Herr Förſter Wiemer,
Forſthaus.
Bemerkt wird, daß das Holz gut
ab=
zufahren iſt und daß es ſich um ſchönes
Schnittholz (darunter 20 Oberſtänder)
handelt.
Es iſt dies die letzte Verſteigerung in
der Klingsackertanne.
(5265a
Pfungſtadt, den 19. März 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Pfungſtadt. Heger Forſthaus Kalkofen. Gegen
Schwinn.
Am Freitag, den 23. März 1928,
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Bleichſtr. 40
fol=
gende Pfänder zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung verſteigert werden, insbeſondere:
100 Damenbluſen. 1 Schreibtiſch, eine
Schreibmaſchine (Senta), 1 Trumeaug=
Spiegel, 1 Muſik=Automat,
Fahr=
räder, 1 Kinderwagen, 1 Kommode,
1 Partie Pelze und Pelz=Mäntel
10 Dtzd. Taſchenmeſſer, 1 Waſchtiſch
mit Marmorplatte, 2 Kleiderſchränke
1 Bücherſchrank, 6 Säcke gequetſchter
Hafer, 1 Nähmaſchine, 1 Kolumbus=
Waſchtiſch, 1 Schreibpult, 1 Theke mit
Marmorplatte, 1 Laden=Regal, 24 Pak.
Keks, Möbel aller Art, 150 Putztücher,
Weinbrand, Kirſchwaſſer u. a. m.
Ferner hieran im Anſchluß an Ort
und Stelle im Lokal Alexanderſtr. 12-14.
24 Faß Bier.
Darmſtadt, den 21. März 1928.
Jungermann 65271
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt
Dienstag, den 27. März 1928,
vormittags 9 Uhr, werden aus den
Gemeindewald von Arheilgen. Diſtrikt
Leonhardstanne, Abteilung 1, 3, 5, 6, 7
9, 11, 12, 13 ſowie Diſtrikt „Vor der
Luderplatte”, die nachverzeichneten
Holz=
ſortimente öffentlich an den
Meiſtbieten=
den an Ort und Stelle verſteigert:
St. Eichenſtämme Kl. 1 — 0,23 In
2 — 1,85
3 — 0,82 „
4 — 1,46
Buchenſtämme , 2 — 0,94
3 — 0,55
Birkenſtämme „ 2 — 2,13
3 — 0,91 „
Kiefernſtämme „ 1b — 2,80
2a — 18,08 „
(Langholz)
Ib
2a
0.15
12,26
2b — 56,32
3a
3b
4a
4b
5a
— 47,82
— 35,31
7,91
— 1,81
1,10
(Schnittholz für Schreiner
1 St. Fichtenſtämme Kl. 1b — 0,34 Im
„ 2a — 1,78
5
2b — 3,79
1„
„ 3a — 0,81
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
ſichere Bürgſchaft wird Kredit bis zum
11. November 1928 gewährt.
Zuſammen=
kunft der Steigerer an der Kreuzung
Dreiſchlägerweg und Neuwieſerweg am
Waldeingang.
(5242
Arheilgen, den 21. März 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Jung.
Am Freitag, den 23. März 1928,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale hier, Hügelſtr. 27,
verſchiedene gepfändete
Gegen=
ſtände öffentlich zwangsweiſe gegen Bar=
(5268
zahlung.
Beſtimmt verſteigert wird:
1 Motorrad BM W. Polizei=Nr. V. S.
235, faſt neu, mit Doppelſitz, 1 elektr.
Haarſchneidemaſchine.
Darmſtadt, den 22. März 1928.
Portner
Gerichtsvollzieher.
Gut erhalt. Kinder=
Bett m. Matr. z. kauf.
geſucht. Ang. u. E 88
a. d. Geſchſt. (*792e
Rleiner,
eiſerner Ofen
zu kauf. geſucht.
P. Meusers,
Rhein=
ſtraße 14, III. (7882
Dienstag, den 27. März, vornn
10 Uhr, zu Burg Frankenſtein aun
Schindkaute, Kieſelsgrund und
Sommerg=
grund:
Nutzholz: 32 rm Kiefernnutzſcheite
(rund).
Brennholz: Scheiter Buche I. K.
338, II. Kl. 8, Birke 5, Kiefer 10;
Knür=
pel Buche 242, Akazie 3, Ahorn 3, Kirſo
2, Birke 24, Eiche 1, Kiefer 17;
Reiſer=
holz I. Kl.: Knüppelreiſig, im: Buch
155, Birke 7, Kiefer 10; II. Kl. Stamm
reiſig: Buche 1450 Wellen (Kieſelsgrund)
III. Kl. Aſtreiſig: Buche 725 Wellen
Stöcke: Buche 15, Kie er 2.
Holz mit 0 ausgezeichnet kommt nich
zum Ausgebot. Auskunft bei Herrn För
ſter Pfänder zu Eberſtadt, Forſthaus
Sommersgrund.
(5203
Eberſtadt, den 16. März 1928.
Heſſ. Forſtamt Eberſtadt.
Bekanntmachung.
Die Nutzholzverſteigerung von
16. März zu Griesheim (Forſtort Harras
iſt genehmigt. Ueberweiſung und erſten
Abfuhrtag Freitag, den 23. ds. Mts. (5243
Groß=Gerau, den 21. März 1928.
Heſſ. Forſtamt Groß=Gerau,
H.=u. D.=Rad guterh.
z. k. geſ. Ang. m. Pr.
u. E 95 Gſchſt. /*7951
2 Anzüge 1,55 und
1,70 m groß z. kaufen
geſuch. Angeb. unt.
E 91 Gſchſt. (*7935
Gut erh., gebrauchtes
H.Fahrrad
zu kaufen geſu t.
Angeb. u E 64 am
die Geſchſt. ( 7862
Friſch von der Gee!
ohne
Maotiau Kopf
im ganzen Fiſch Pfd. 26₰
im Ausſchnitt . . Pfd. 28₰
Feinſte Süßbückinge
friſch geräuchert . . Pfd. 28₰
Feinſter gekochter
Schinken
¼ Pfund 50 3
Brumfarter Kürvoeriche Bon 2r. Murz Les0.
I. 1. Reichs,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927/ 87.25
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927../ 80
6% Bay. Freiſtaat
von 1927
81.5
6% Sachſen Fre
ſtaat von 1927.. / 81.5
7¾ Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927. 87.25
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö
ſungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe ..
2. Stadtanleihen
% Bad.=Bad. v. 26
Berlin b. 24
8%6 Darmſtdt. v. 26
Dresden v. 26
Frkf. a. M. v. 2
7% Heidelb. v. 26
8% Ludwghf. v. 2e
5% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 261
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
1½ Bab. Gold=
Kom. Anleihev. 2e
8% Berl. Hhp.=Bk.
Pfanl
%6 Frtf. Hyp. Bk.
74
½-
aBl
A.
14.8
6.8
88
81.5
86.75
93
103
95.25
95
93
39.5
98
93
96.75
93.5
7.1
Frf. Pfbrfbank
D Gotha Gr.=
Creb. Lig.=Pfbr
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
26 Heſſ. Landesbk.
8% Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
8% Landeskr. Kaſſ
8% Mein. Hhp. Bk.
82 Naſi. Landesbr.
8% Pfälz. Hhp. Bk
Li
Pfandbriefe
80 Preuß. Ctr.=
Bob.=Cred.,
½% Preuß. Ctr.
Lig. Pfandbr. ..
3% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
88 Rhein. Gyp.=Br
„ Lig.
Pfandbriefe
8% Rhein.=Weſif.
Bd.=Credit.
„ .„L.=P
Sübdd. Bob.=
Cred.=Bank
„„Lig.-
Pfdbr.
8% Württ, ohp.8
Dt. Kumm. Sam
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ansloſ. Ser.I
95.3
90.5
88.5
7.5
79.25
96.25
92
90
94.5
100
100
93
96.5
85
97.5
ℳ
96
93.5
76.2
97.5
78
97
33
94
78.75
96
89
78.25
U
93
75.5
98.5
52
68.5
Maerngne
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk
Vorkr.=Pfdbriefe
dal. Kom.=Obl.
S. 1-18
„ Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie-
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
3½ Klöckn=Werke
Berlin v. 26....
10% Kom. Elektr.=
Mark. . .. . . . . ..
7% Mainkrw v. 26
725 Mitteld.
Stahl=
werke von 27..
8% Neckarſulm v. 26
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26...
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
GBad.=Bad. Holz.
Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe. .
9.5
17.74
13.05
7.35
2.45
14.05
14
13.5
4.6
14
94
94
102.25
89
91.8
A
90.
881,
21.5
11.75
8.75
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe .. .."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ...."
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe
5% Südd. Feſtw. ...
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 .........."
O Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ..
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
3% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)
4½=
äuß. „
47 „
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
Frrig.=
Anl. (abg.)
5%
Tamau=
lipas (abg.)
4½%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)..
42 Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913 ...."
40 Schweiz. Bd8.-
Bahnen v. 1912
4% Türk. Admin.
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
ungarn von
1918 CC. C.,St.)
dito von
4½
1814 (C. C..-St.))
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
42 dito von
1910 (.C.=St.)
2o bito Kron. (abg.) ....
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4% Lopenh. v. 01
9.3
40
40
18.5
57.25
48
30.7
14.55
96.25
21/.
25.3
25
1.6
58‟,
92
4½ Liſſab. b. 1886/
4% Stockh. v. 1880/ 98
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891 ....."
4% Eliſabethbahn
von 1883 ......"
4½ Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. ..
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei.
2‟/.,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) .. . .
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 „....."
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 .... ...
4% Rudolfb. i. S.
i. G.
4½% Anatolier I
TV.1. Bank=Aßtien
Allg. Dt. Cred
Badiſche 2
Bk. f. Br.
Barm.
in
Bayr.
Wechſe
Berl. Hand
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank...!
Dt. Eff.=u.
Wechſel=
bank.
Dt. Vereinsbank.
Diskont.=Geſellſch. /157.5
Dresdener Bank..
Frankf. Bk.
Syp.=Bk.
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. *
Mein. Hyp.=Banki.
Metallbank. . .
Mitteld. Creditbk..
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Crebitbk. 136
Hyp.=Att.=Bk.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbanki.
„ Syp.-Bank
12.1
2.3
9.75
9-I.
15
18
2.1
18.75
142.5
160
168
146
1154
174.5
232
161
120.25
102.5
158.25
114
142.5
142
140.75
136
125
203.25
165
37.5
155
143
187.5
29
183
Südd. Bod.Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ..
O Dt. Reichsbhn=
Vorzge.
Hapag
Nordd. Llo
Schantung=Eiſenb
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin
Adler & Oppenh.
Adlerw (v. Kle
6% AEG
AEG.
Bad. Maſe
Bamag=A
Baſt Nürn
Beck &
Bergm.
Brem.=B
BrownBovericCi
Brüning E Sohn.
Buderus Eiſen ..."
Bürſtenfbr Erlang
Cementwerke:
Heidelberg ...
Karlſtadt
Lothr. (Karler
Chem. WerkeAllbert.
Brockhues
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr...
Eiſenh. Berlin
Erdöl".
...!!
Gold= u. Silb.=Anſtalt 191. 25
Linolwerk. Berl. /264
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen
Dürrwerke Rating.! 60.5
139.75
17
184
199
153.5
98.5
149
136.25
9.25
72.25
152.5
138
25
66
66
91.5
1a0
178
115
„G
87.75
105
123
125
Eichbaum, Brauer. /275
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft 213.5
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft
Enzing. Unionwke. 41
Eſchw. Bergwerk".
Eßling. Maſchinen ge
Ettling. Spinnereil235
Faber, Joh., Bleiſt. 61
Faber & Schleicher/102
Fahr, Gebr., Pirm. 51.75
J. G. Farbenindſtr. /259
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)! 91
Frkft. Gas ..
Hof.
Maſch. Po=
Pr. korny & Wittek. 73
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk/130,75
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . . /270.5
Goldſchmidt Th. . . 1108
Gritzner Maſchinen 141
Grün & Bilfinger. 1177
HafenmühleFranrf/135
Haid & Nen
Hammerſen (Osn.
Hanfw. Füſſen ... /141
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau/165.5
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei. 1178
Heſſen=Naſſau Ge
Heyligenſtaedt. .
24.:
Hilpert Armaturfb. 88.75
Hindrichs=Auffern
Hirſch Kupfer .. . . 1114
Hochtief Eſſen
79
Holzmann Phil. . . (144.75
Holzverk.=Induſtriel 80.5
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe/12211,
Inag
99
Junghans Stamm. / 85
Kali Aſchersleben . 167
Salzbetfurth. 254.5
Weſteregeln.
kammgarnſpinn. 1210.5
150
107.5
49.25
Karſtadt, R... . . 1185.25
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl.. . 105.5
Klöcknerwerke ...
Knorr, Heilbronn ./156
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ. /101
Krauß & Co., Loko.
Lahmeher &Co. ./155.5
Lech, Augsburg ..
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühle/ 41.75
Löwenbr. Münch. 1312
Ludwigshaf. Walz/138
Lüdenſcheid Metal
Mainkr.=W. Höchſt/116
Mainz. Akt.=
Maunesm. Rö
Mansfeld. Be=
Mars=Werke
Metallgef.
Miag, Mü
Moenus
Motorenfal
Münch. Lichtſpielk. 124.5
Neckarf. Fahrze
Neckarw. Eß
Nicolay, Hofbr. . . /145
Oberbedarf.
Oſterr. AlpineMor
Otavi Minen ...
Peters Union Frkf. 97
Pfälz. Näh. Kayſerl 48.5
Philipps A.=G. . . . 1 45.5
Phönix Bergbau
Porzellan Weſſel ./ 28.5
Reiniger. Gebb. &
100
Schall
Rh. Braunkohlen
150.5
„ Elektr. Stau
„ Stahlwerke
Rhenania, Kunh.
64.75
Niebeck Montan
Rütgerswerke
99.9
SalzwerkHei
194
Schneider
4s
Schnellpr.
69
Schöfferhof=Bind. (345
Schramm Lackfrb. 122.5
Schriftg. Stempel. 1119
Schuckert Gektr. . .!
252.5
144
113
114.75
171.75
1139.5
62
60
99
Schuhfbr. Berneis=
Weſſel. .... . . . 81
Schuhfabr. Herz.. / 17.25
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen 165
Seilindſtr. Wolff. 76.5
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske 268
Südd. Immobilien 97
Zucker=AG. 131
Strohſtoff, Ver.,. 1311.5
Tellus Bergbau /111
Thür. Lief.=Geſ... . 113
Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ. . . . . . . 108.5
Peithwerke...... 44
Ver f. Chem. Ind./ 90
deutſch. Olfabr. 80
„ Faßfabr. Cafſel 45
„ Gummifabrik.
Berlin=Frankf.
Königs= und
Laurahütte ..
Pinſelfabriken / 90
„ Stahlwerke .. 101
„ Ultramarin .. 139
„ Zellſt., Berlin 148.5
Vgtländ. Maſch.. 67.5
Voigt & Haeffner 173.5
Voltohm. Seil .../ 72
Wanß & Freytag. 12
Wegelin Rußfabrik 136.5
Werger Brauerei. 171
Zellſt. Aſchaffenbg. 167.75
Memel .. . . 138
„ Waldhof ... 263
Zuckerf. Rheingau.
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung . . . 265
Frkft. Allg. Verſ.=G 174
Frankona Rück= u.
Mitv.
...
Mannh. Verſich. „159
Darmſtädter Berte
Bahnbedarf.
33
Dampfk. Rodberg.
—
Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt
Gebr. Roeber .... 1134
Mummer 82
Donnerstag den 22 März 1928
Um ſicher zu ſein, macht er folgendes: Er bittet den
Kell=
ner, der ihn gut kennt, ſich einen Augenblick vor ſeinen Tiſch zu
ſtellen. Es iſt gerade eine Untergrundbahn angekommen, denn
einige Leute kommen die Treppe herauf. Der Mann drüben
ſieht intereſſiert einem kleinen Mädchen mit ganz kurzem
Röck=
chen und einem dichten Wuſchelkopf nach. Dieſen Augenblick
be=
nutzt Erich, um hinter einem rundlichen Ehepaar her die
Ter=
raſſe zu verlaſſen und ſich hinter der Litfaßſäule zu verſtecken.
Wie der Kellner ein paar Schritte auf die Seite geht, ſieht der
Veobachter, daß Erichs Platz leer iſt. Er geht ſofort mit großen
Schritten auf das Café zu und ſtellt ſich wieder auf ſeinen alten
Platz vor dem Theaterzettel. Der Kellner räumt das Geſchirr
ab und nimmt die Zeitungen fort. Der andere wartet noch
einen Augenblick, dann geht er auf ihn zu und fragt:
„Hier hat doch die ganze Zeit über, ein dunkler Herr im
grauen Anzug geſeſſen? Iſt der ſchon fort?”
„Wie Sie ſehen!” ſagt der Kellner trocken.
Erich hat es aus der Entfernung beobachtet und weiß jetzt
ganz genau: Er wird beobachtet. Man hat ihn alſo nicht
frei=
gelaſſen, weil der Diebſtahl aufgeklärt iſt, ſondern weil man
hofft, auf dieſe Weiſe neue Spuren zu finden.
Er geht auf den Kriminalbeamten zu, grüßt höflich und
ſagt:
„Sie ſind von der Polizei, nicht wahr? — — — Sie ſollen
einen Erich Rothe beobachten — — — das bin ich.”
„Ich verſtehe Sie nicht”, ſagt der andere, innerlich heilsfroh,
ſeinen Delinquenten wiedergefunden zu haben.
„Geben Sie ſich keine Mühe — — — ich ſcheine Sie beſſer
im Auge behalten zu haben, als Sie mich. Ich will Ihnen nur
die Arbeit erleichtern, begleiten Sie mich ruhig — — — ich gehe
jetzt in die Penſion Hund in der Schaperſtraße und hoffe, dort
ein Zimmer zu bekommen. Dann wiſſen Sie gleichzeitig meine
Adreſſe.”
Die Penſion Hund tut dem Namen, ihres Gründers alle
Ehre an. Gleich am Eingang liegt zu jeder Tages= und
Nacht=
zeit eine Dogge mit glaſigen Augen und fletſchenden Zähnen.
Sie iſt ſo alt, daß ſie keinem Menſchen etwas zu Leide tun kann,
nur wer ein ſchlechtes Gewiſſen hat, erſchrickt. Das Knurren der
Dogge wird von den ſechzehn weiteren Hunden des Hauſes mit
lautem Gekläff beantwortet. Der Eintritt iſt alſo etwas
un=
heimlich, beſonders wenn noch der ſchwarze Kater geräuſchlos
über den Weg ſpringt und der Papagei, wie es ſeine
Gewohn=
heit iſt, ſchnarrende Worte ausſtößt, wie: Alter Verbrecher —
— —alter Verbrecher!!
Es iſt gar nicht leicht, an der Dogge vorbeizukommen. Sie
liegt quer über dem erſten Treppenabſatz und ſteht nur auf,
ſvenn man ihr einen Tritt verſetzt. Aber ſo roh ſind die
Men=
ſchen nicht. Sie treten ſich wohl gegenſeitig auf die Füße und
toßen ſich mit Ellenbogen, bevor ſie einander nur einen
Zenti=
meter ausweichen; doch um eine Dogge gehen ſie höchſt
rück=
ſichtsvoll herum, indem ſie ein paar beruhigende Worte ſprechen.
Herr Schulz — ſo heißt der Kriminalbeamte — ſcheint
chlechte Erfahrungen mit Doggen gemacht zu haben; denn er
bleibt, wohl mit Rückſicht auf ſeine geſtreiften Hoſen, unten
ſtehen.
(Fortſetzung folgt.)
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
„Er kommt!” flüſterte ſie und zitterte am ganzen Körper.
hrin ſie nicht ſo kopflos geweſen wäre, hätte er
be=
uan die Wohnung verlaſſen können. So derging eine
nhlvolle Minute, in der er nur kaltblütig überlegen konnte,
nis zu tun ſei. Sie ſtanden beide vor ihrem Schreibtiſch. Sein
ſichk fiel auf das Telephon.
„Rufen Sie das Ueberfallkommando an!” flüſterte er und
ü—kte ihr den Hörer in die Hand.
Er ſchob die Schiebetür zum Herrenzimmer auf und
ver=
wa
daß alle Zimmer beſetzt ſeien. Obwohl unten ein Schild hängt:
Zimmer frei.
Er geht zunächſt zu einem Friſeur und dann in ein Kaffee
am Nürnberger Platz, um an Kemp zu telephonieren.
„Her: Baron iſt verreiſt!” iſt die merkwürdig kurze
Aus=
kunft der alten Marie.
„Halloh, Marie — — — ich bin es, Rothe —
Tick, der Höcer wird angehängt. — Sie iſt taub — denkt er;
ſie hat mich falſch verſtanden; ich will hinfahren. Und er ertappt
ſiih bei der Hoffnung, Utta vielleicht zu begegnen. Bei dieſem
Gedanken bleibt er einen Augenblick vor der Telephonzelle ſtehen
und iſt noch nicht zum Entſchluß gekommen, ob er zuerſt Kaffee
trinken oder gleich zur Birkenallee fahren ſoll. Schließlich
be=
ſtellt er Kaffee, Zigaretten und Zeitungen und ſetzt ſich auf die
Terraſſe in die Sonne.
An der Reklameſäule gegenüber ſteht ein junger Mann, der
ſchon einmal ins Café hineingeſchaut hat. Er ſtudiert erſt die
Programme der verſchiedenen Theate:, dann die
Filmankün=
digungen: den Aufruf einer Zirkusdirektion: An alle Berliner
— und die kleinen Zettel: „Liſſy kehre zurück!” und: „Wer weiß,
wo Fipfie iſt? — grauer Seidenpudel mit grauen Flecken” —
Nur einen Steckbrief, vor dem alle Neugierigen ſtehen bleiben,
mit der deutlichen Ueberſchrift: „Mord, läßt er unbeachtet; den
ſcheint er genau zu kennen. Maychmal ſieht er auch auf die
Uhr und hält nach allen Seiten Umſchau, als ob er jemand
er=
warte, aber er mach: es ſo wie unroutinierte Schauſpieler auf
ber Bühne mit übertriebenen Geſten und zu betonter Wichtigkeit.
Rothe, dem die kleinen Beſonderheiten ſeiner Umgebung
ſteis Freude michen, iſt jedenfalls aufmerkſam geworden und
be=
obachtet ihn. Er trägt eine geſtreifie Hofe, dazu Weſte und
Jackett eines blauen Anzugs, ſchwarze Sticfel, die früher gelb
waren, und einen ſteifen ſchwarzen Hut mit unmoderner Krempe.
Zuerſt denkt Erich: der Mann hat Rendezvous. Ich bin
geſpannt, wie die Braut ausſieht und wie er ſie empfängt. —
Aber nach einer Stunde iſt er immer noch allein, nur hat er
ſeinen Platz gewechſelt und ſteht vor dem Eingang der
Unter=
grundbahn.
Erich hat das Gefühl, als ob ſein Blick auf ihn gerichtet iſt,
und auf einmal kommt ihm der Gedanke: Sollte der
meinet=
wegen da ſtehen? — — — Sollte er etwa von der Polizei ſein?
ecker Freund Kemp — — — glaubt er an ſeine Schuld?
Er ſitzt auf dem harten, kleinen Schemel, den Kopf in die
hände geſtützt, und grübelt. Wie leicht könnte er ſein Alibi
be=
öfiſen; in einigen Stunden, ſpäteſtens morgen, könnte er frei
em. Aber er will litta — in Gedanken nennt er ſie nur bei
hrem Vornamen — nicht bloßſtellen, um keinen Preis. Er
enittelt den Gedanken von ſich ab und greift wieder zur Feder.
— Eine ausgezeichnete Reklame, denkt er zwiſchendurch:
De Madonna von Tizian wiedergefunden! — — — Der
un=
ſich uldig verdächtigte Schriftſteller Erich Rothe aus der
Unter=
ſſishungshaft entlaſſen! —
Der Wärter mit dem klirrenden Schlüſſelbund nähert ſich
ſeener Tür. Der Schlüſſel kuarrt im Schloß. Erich richtet ſich
zu.f: — Endlich — — — endlich eine Abwechſlung.
„Packen Sie Ihre Sachen zuſammen, Sie ſollen entlaſſen
inerden”, ſagte der Wärter, als ob es ohne jede Bedeutung ſei.
„Hat ſich alles aufgeklärt?” fragt er.
Der Wächter zuckt mit den Schultern.
Unten, wo er ſeine Sachen in Empfang nimmt, erfährt er,
haß der Verdacht gegen ihn ſich nicht hat aufrechterhalten laſſen.
— Seine Uhr iſt ſtehengeblieben. Er zieht ſie auf und fragt
nrich der Zeit. Drei Uhr. Und dann ſteckt er ſich die erſte
Zi=
enrette an.
Wie er auf die Straße tritt, taumelt er etwas. In dem
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