Darmstädter Tagblatt 1928


04. März 1928

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Einzelnummer 15 Pfengige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattei.
Nummer 64=
Sonntag, den 4. März 1928.
191. Jahrgang

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ſädter und Nationalbant

Der öſterreichiſch=italieniſche Konflikt.

Muſſolinis Antwort
an Bundeskanzler Seipel.
Muſſolini droht.
EP. Rom, 3. März.
Unbehindert durch die Beſtattungsfeierlichkeiten für den Feld=
m
.arſchall Diaz von heute vormittag wurde am nachmittag vor
vollbeſetztem Hauſe unter Anweſenheit zahlreicher ausländiſcher
Aiplomaten die Kammerſitzung eröffnet, in der Muſſolini, ſtür=
nriſch
begrüßt, ſeine Antwortrede an Seipel hielt.
Muſſolini führte aus, er habe mit der Antwort zugewartet,
efrſtens, um die ſtenographiſchen Texte der Reden im Oeſterreichi=
ſichen
Nationalrat abzuwarten, zweitens, um ſich mit dem italie=
yäſchen
Geſandten in Wien beſprechen zu können, und drittens,
uan mit einem genügenden Zuwarten dem Zwiſchenfall die dra=
pratiſche
Schärfe zu nehmen. Hannibal iſt nicht vor den Toren
Rroms und erſt recht nicht Monſignore Seipel. Italien ſei heute
enrn großer Staat, politiſch geeint, völlig einheitlich, moraliſch
vieſchloſſen und ſozial geregelt, wie kein anderer Staat in Europa.
Er habe ſich gefragt, ob es ſich überhaupt lohne, zu antworten.
(r hätte in die Diskuſſion nicht eingegriffen, wenn nicht der Chef
der öſterreichiſchen Regierung ſich an der Debatte beteiligt hätte.
Es ſei das letzte Mal, daß er zu dieſer Frage ſich äußern werde.
Das nächſie Mal werde ich die Taten
ſprechen laſſen!
AAnhaltender ſtarker Beifall.) Ich ſchreibe hier ein Kapitel Ge=
ſſthichte
, nicht für die Italiener, die ſie kennen, ſondern für die
Aelt, die ſie nicht kennt. Ich beabſichtige, darzutun, daß die
Ufterreichiſche Kundgebung ungerecht und daher herausfordernd
ütt. Sie iſt keineswegs durch die von Italien ſeit 1918 gegen=
über
Oeſterreich verfolgte Politik gerechtfertigt und auch nicht ge=
mechtfertigt
durch die fasciſtiſche Regierungspolitik in der Provinz
98ozen, die ebenſo behandelt wird, wie die übrigen 91 italieniſchen
98rovinzen. Muſſolini wies an Hand von Beiſpielen nach, daß
ſoch Italien mehrfach für Oeſterreich eingeſetzt hat, z. B. bei der
Wolksabſtimmnung in Klagenfurt und im Burgenlande. Die ſas=
giſtiſche
Regierung hat dieſe Politik fortgeſetzt und ſich noch vor
444 Tagen den Dank des Miniſters Seipel verdient für ihre
Weſterreich günſtige Haltung in der Frage der Militärkontrolle
uund der Wiederaufbauanleihe. Es wäre jetzt möglich, daß Ita=
lien
in dieſer letzteren Frage mit ſeiner notwendigen endgültigen
Wuſtimmung zuwarten würde.
Eine internationale Frage für die kleine
Minderheit im Oberetſchtal beſieht nicht.
DDieſe Minderheit ſei im Vergleich zur italieniſchen Bevölkerung
von 42 Millionen bedeutungslos, ebenſo wie gegenüber den Mil=
ſionen
Deutſchen, die anderen Staaten zugeteilt wurden. Wenn
eie Frage beſtehen würde, ſo würde ſie in irgend einem Friedens=
wertrag
feſtgelegt ſein. Aber keine Spur davon. Es ſei
möglich, daß Verſprechungen früherer Regie=
ungen
beſtehen. Es könnte ſein, daß die Männer, die ſie
inſt gemacht haben, ſie nun bereuen, angeſichts der Auslegung,
die ihnen zuteil werde. Wenn die fasciſtiſche Regie=
ung
auch gezeigt hat, daß ſie die Verträge genau einhalten
nvill, ſo iſt ſie in keiner Weiſe an mehr oder minder
mnündliche Zuſicherungen gebunden, die Vertre=
er
vorfasciſtiſcher Regierungen gemacht haben.
s iſt richtig, wie Herr Seipel ausführe, daß die Frage nicht
oiplomatiſcher Najur iſt, daß es ſich alſo nur um eine Frage der
Gefühlspolitik handelt, indem man von Tyrannei und fasciſtiſcher
Diktatur ſpricht. Muſſolini leugnete jedwede ſchlechte Behand=
lung
der Sübtiroler ab, ſagte aber kein Wort über den deuiſchen
Privatunterricht und ebenſo auch nicht über das Verbot des
Religionsunterrichtes in der Mutterſprache. Ferner verbot ſich
ſcher Miniſterpräſident jede ausländiſche Einmiſchung in dieſer
Ingelegenheit. Er teilte alsdann mit, daß
ſämtliche deutſchen Zeitungen in Südtixol
verboten
üveuden würden. Ferner teilte er mit, daß die Beamten aus frü=
ſcherer
Zeit, von denen ſich noch mehrere Hundert im Dienſte be=
ſffänden
, entweder zugeben müßten, nach dem Inneren Italiens
werſetz, oder abgeſetzt zu werden. Im weiteren Verlaufe der
FReße ſchilderte er, wie die Italieniſierung Fortſchritte mache. Er
ſiſſagte, daß das Geſchrei nördlich des Brenners daher rühre, daß
mnan bis jetzt überall überzeugt ſei, daß das Deutſchtum in
2Südtirol die Partie verloren habe. Zum Schluſſe
ſleugnete Muſſolini, daß die Angelegenheit vor den Völkerbund
gebracht werden könne. Italien wolle mit dem Deutſch um gut
ifſtehen, unter der Bedingung, daß die Brennergrenze nicht ange=
taſtet
werde.
Nachdem der Miniſterpräſident geſprochen hatte, erſcholl in
6der Kammer ein gewaltiger Beifall, und die Abgeordneten ſtimm=
ſtten
das Fasciſtenlied an.
*Der Spliiter im Auge.
Aus Rom wird uns geſchrieben:
Es war einmal ein Mann ſo lautet die alte Studenten=
geſchichte
, der war ſo ſtark, daß er einen Eiſenbahnzug im
Fahren aufhalten konnte. Dieſes aber tat er nicht, ſondern
tklemmte ſich ein Monokel ins Auge, und da er ſo ſtark war, zer=
brach
ihm das Monokel im Auge. Nun hatte er Splitter im
=Auge, ſo daß er die Balken im Auge des anderen herausziehen
konnte. Dieſes tat er und gründete einen ſchwunghaften Holz=
handel
.

Es war einmal ein Mann in Italien ſo lautet die neueſte
Geſchichte des fasciſtiſchen Italiens , der war ſo ſtark, daß er
die fahrläſſigen Oeſterreicher ohne jede Gefahr in ihrem Süd=
tiroler
Redeſtrom aufhalten konnte. Dieſes tat er, aber er klemmte
ſich auch ein Vergrößerungsglas ins Auge und ſah nun die Split=
ter
im Auge des anderen. Aber nicht etwa in dem Auge des
Oeſterreichers, ſondern in dem Auge des unbeteiligten Deutſchen.
Mit den großen Balken im eigenen Auge aber gründete er einen
ſchwunghaften Holzhandel und verholzte die ſplitterigen Deut=
ſchen
nach Noten in ſeiner folgſamen Preſſe.
Und ſiehe da, der tüchtige Berliner Korreſpondent (p. m.)
des Mailänder Corriere della Sera ſchwitzte innerhalb 24 Stun=
den
zwei Artikel von je rund 300 Druckzeilen aus, die beide
prompt als Leitartikel im Corriere della Sera erſchienen. Der
erſte Artikel hatte obendrein eine prächtige Kartenſkizze von
Deutſchland, in der alle fremdländiſchen Minderheiten in Deutſch=
land
eingezeichnet waren. Die Artikel aber hießen: Fremde
Minderheiten in Deutſchland und Wie werden die fremden
Minderheiten in Deutſchland behandelt? Der Kollege könnte
Bewunderung, gemiſcht mit Mitleid, erwecken, wenn man an die
Bewältigung der Zeilenmaſſen für dieſe beiden Artikel innerhalb
24 Stunden denkt. Aber man hat das beruhigende Gefühl, daß
die tiefſchürfende Arbeit, geſättigt mit einer Fülle von ſtatiſti=
ſchen
Zahlen und profundem Wiſſen über Minoritäten in
Deutſchland, aus den Archiven der italieniſchen Botſchaft in Ber=
lin
ſtammen dürfte. In dieſem Falle hat der Kollege in Berlin
wenigſtens den Briefumſchlag geſchrieben und die Marke an=
geleckt
; aber auch das erſcheint noch zweifelhaft. Denn die Weis=
heit
über Deutſchland iſt ſo prompt erfchienen, daß man viel eher
annehmen möchte, daß dieſer Artikel einfach aus dem Köcher in
Rom abgeſandt wurde, wo noch viele vergiftete Pfeile ruhen, und
daß der Kollege in Berlin ſelbſt recht erſtaunt war, als er ſein
Blatt in die Hand bekam und einen Leitartikel aus ſeiner Feder
ſah, den er noch gar nicht kannte.
Was in den beiden Artikeln ſteht, braucht man kaum zu er=
wähnen
. Alles, was ſeit Verſailles von der antideutſchen Propa=
ganda
an Material über die Minderheiten in Deutſchland und
ihre ſchlechte Behandlung geſammelt wurde natürlich auch aus
der Zeit vor dem Kriege , das ſieht man hier freundlich ver=
eint
. Wenn man ſich durch den Wuſt von Zahlen und Behaup=
tungen
durchgeleſen hat, dann verabſcheut man ſich ſelbſt als
Deutſchen und erkennt neidlos an, daß es den Deutſchen in Süd=
tirol
viel zu gut geht im Verhältnis zu den unglücklichen Minder=
heiten
in Deutſchland. Der Holzhandel des ſtarken Mannes blüht.
Kein Wunder, wenn man ſich der Balken, die ſich biegen, bedienen
kann, aus denen die Prachtwerke der italieniſchen Propaganda
und der von ihr bezahlten verſchiedenen Zeitſchriften in und
um Deutſchland gezimmert ſind.
Dieſe beiden Artikel, die ſich mit den Minderheiten in Deutſch=
land
beſchäftigen, ſind ein neuer Beweis dafür, wie wenig
Deutſchland von einer Politik zu halten hat, die vor ein paar
Tagen den Verſuch machte, angeblich zu einer Verſtändigung mit
Deutſchland über gewiſſe Streitfragen zu kommen, und die gleich
darauf wieder als Auftakt zur Kammerrede Muſſolinis dieſe alten
Beſchuldigungen gegen Deutſchland ausgräbt. Ein blutiger Witz
will es, daß gerade unter dem zweiten Artikel eine Erklärung der
Südtiroler Gaſtwirte abgedruckt wird, in der ſie bei ihrer Ehre
ſchwören, daß es den Südtirolern noch nie ſo gut wie jetzt gegan=
gen
iſt, und daß die Italiener und die Allogenen ( Anders=
gebürtigen
) das Wort deutſch iſt ausdrücklich vermieden
in vollſter Harmonie leben. Wie ſich die Balken des Holzhandels
biegen!
Unterzeichnung des Tanger=
Abkommens.
EP. Paris, 3. März.
Außenminiſter Briand und der ſpaniſche Botſchafter Qui=
nones
de Léon haben heute nachmittag ein franzöſiſch=ſpaniſches
Abkommen über einige Aenderungen im Starut von Tanger aus
dem Jahre 1923 unterzeichnet. Dieſes Statut beſtimmte für die
Dauer von ſechs Jahren einen franzöſiſchen Verwalter und zwei
ſtellvertretende Verwalter, von denen der eine ſpaniſcher, der an=
dere
engliſcher Nationalität ſein mußte, während der Befehls=
haber
der Gendarmerie ein Belgier war. Das heute unterzeich=
nete
Abkommen läßt verſchiedene Aenderungen eintreten.
Der Quai d’Orſay gibt eine Note mit näheren Einzelheiten
über das heute nachmittag unterzeichnete franzöſiſch=ſpaniſche
Tangerabkommen aus. Darin wird betont, daß die Souveräni=
tät
des Sultans und das Tangerſtatut reſpektiert würden und
daß die Spanien gemachten Zugeſtändniſſe die Intereſſen der an=
deren
Mächte, vor allem Frankreichs, nicht beeinträchtigten. Das
Abkommen ſei für die Dauer des Statuts abgeſchloſſen worden,
könne jedoch abgeändert werden, falls ſich herausſtellen ſollte, daß
die darin vorgeſehenen Organifationen nicht befriedigten. Die
Hauptbeſtimmungen ſeien: 1. Eine Abänderung des Statuts und
des Strafgeſetzes, um den Waffenſchmuggel und Störungen der
öffentlichen Ordnung bekämpfen zu können; 2. die Ernennung
eines ſpaniſchen Offiziers zum Generalinſpekteur der Polizei
und der Sicherheit, der jedoch nicht das Recht zum Eingreifen
in die Verwaltung habe; 3. die Auflöſung der Taburs ( Batail=
lone
) und ihre Erſetzung durch die im Statut vorgeſehene Gen=
darmerie
unter dem Oberbefehl eines ſpaniſchen Offiziers und
eines franzöſiſchen Adjutanten. Weiter teilt das Communique
mit, daß das Abkommen nunmehr der engliſchen und der italie=
niſchen
Regierung zur Kenntnis gebracht werde. Die weiteren
Beſprechungen zwiſchen den vier Mächten würden demnächſt in
Paris ſtattfinden und ſich nicht nur auf die franzöſiſch=ſpaniſchen
Vorſchläge, ſondern auch auf die Bedingungen für den Anſchluß
Ikaliens an das Tangerſtatut erſtrecken. Das zwiſchen den vier
Regierungen getroffene Abkommen werde dann auf diplomati=
ſchem
Wege den anderen intereſſierten Mächten zur Zuſtimmung
unterbreitet werden.

Die Toche.

Ueber eine Woche hat in Genf das Sicherheitskomitee getagt
und manche guten, oder auch weniger guten Reden haben die
Protokolle gefüllt. Daß man letzten Endes nicht viel weiter kom=
men
würde, ſtand ja von vornherein feſt, da die Erörterungen des
Sicherheitskomitees ſich ja nur an der Peripherie der Dinge be=
wegen
können, ſo lange man das eigentliche Problem grundſätz=
lich
von der Behandlung ausſchließt. Für Frankreich und ſeine
Trabanten iſt auch heute noch die Genfer Inſtitution ein unter
Umſtänden recht brauchbares politiſches Inſtrument, und ſo war
es ſehr nützlich, daß die deutſche Delegation ſich von vornherein
bemühte, die Dinge ſo kühl wie möglich anzuſehen, denn unſtrei=
tig
beſteht nach wie vor die Gefahr, daß wir durch das ganze
Sicherheitsgerede plötzlich vor recht unerfreuliche Alternativen
geſtellt werden. Daß wir die unmöglichen Grenzziehungen des
Verſailler Diktats im Oſten nicht für endgültig anſehen, und daß
keine wie immer auch zuſammengeſetzte Regierung des Deutſchen
Reichs in der Lage wäre, unſere Oſtgrenzen in ihrer gegenwär=
tigen
Geſtalt durch eine Art von Locarnovertrag anzuerkennen, iſt
ſchon oft genug feſtgeſtellt worden, in ſo unzweideutiger Form,
daß auch bei unſeren weſtlichen Nachbarn darüber keinerlei Zwei=
fel
mehr beſtehen können. Trotzdem hat die franzöſiſche Politik,
bei der ja unſer Freund Poincaré ein gewichtiges Wort mitzu=
ſprechen
hat, ihre Arbeiten in dieſer Richtung zielbewußt fort=
geſetzt
, und zwar nicht nur, weil man in Paris auch heute noch
die Hauptaufgabe des Völkerbundes darin ſieht, die Friedens=
verträge
von 1919 in allen ihren Einzelheiten zu ſichern. Jetzt
hat ſich der Redaktionsausſchuß des Sicherheitskomitees ſehr ein=
gehend
um die Formulierung einer Reſolution bemüht, durch die
der Völkerbundsrat aufgefordert werden ſoll, beim Zuſtande=
kommen
von Schieds=, Vergleichs= und Bezirksſicherungsverträgen
mitzuwirken. Die Tendenz, die man franzöſiſcherſeits hierbei ver=
folgt
, liegt auf der Hand. Während es bisher die Sache der un=
mittelbar
Beteiligten war, ſich über abzuſchließende Verträge aus=
einander
zu ſetzen, möchte man jetzt am liebſten dahin kommen, daß
ſchon ein einſeitig geäußerter Vertragswunſch alſo etwa ein pol=
niſcher
oder tſchechiſcher Wunſch nach einem Oſtlocarno=Vertrag
genügt, um den Völkerbundsrat mit der Angelegenheit zu befaſ=
ſen
. Daß wir einen Oſtlocarno=Vertrag nicht abſchließen können,
auch wenn der Völkerbund den Abſchluß empfehlen ſollte, ſteht
ja feſt. Auf alle Fälle aber wäre die dann ſich ergebende Lage
für uns außerordentlich heikel, und Herr Poincaré wäre ſicherlich
der letzte, der ſie nicht auszunutzen verſuchen würde. Die Auf=
gaben
unſerer Genfer Delegation ſind unter dieſen Umſtänden
deutlich vorgezeichnet. Unklarheiten und Zweideutigkeiten können
gerade bei der Völkerbundspolitik beſonders unheilvoll werden.
Auch bei der jetzt beginnenden Ratstagung wird deutſcherſeits
verlangt werden müſſen, daß die Frage nach den Befugniſſen des
Natspräſidenten, die durch den Verlauf der St. Göttharder
Affäre aufgeworfen worden iſt, reſtlos geklärt wird.
Wenn man in der Hauptſache, nicht recht weiter kommt,
kämpft man unter Umſtänden um ſo erbitterter mit allen Mitteln
der Dialektik um Einzelheiten. Daß gerade darin die Franzoſen
Meiſter ſind, hat der Notenwechſel über den franzöſiſch= amerika=
niſchen
Antikriegspakt erneut bewieſen. In der Sache
ſelbſt hat man ſich ziemlich hoffnungslos feſtgefahren, und die
letzte Kellogg=Note läßt kaum noch irgendwelche Ausſichten. Das
iſt für die Franzoſen recht unangenehm, und da man ſachlich nicht
recht weiter weiß, beſchäftigt man ſich in der franzöſiſchen Preſſe
mit der Erörterung einer auf der Konferenz von Havanna ge=
faßten
Reſolution, die in der amerikaniſchen Note an Frankreich
falfch interpretiert worden ſein ſoll.
Dieſe Vogel=Strauß=Politik wird aber Herrn Briand wenig
helfen. Sie wird auch Muſſolini nichts helfen, der konſequent
und hartnäckig die Unterdrückung der deutſchen Südtiroler für
eine innere Angelegenheit Italiens erklärt, und der dabei ganz
zu vergeſſen ſcheint, daß es wenigſtens auf dem Papier ſo etwas
gibt wie ein Recht der Minderheiten, und der ſcheinbar noch
immer hofft, mit den Mitteln brutaler Gewalt aller Schwierig=
keiten
Herr zu werden.
Nur ſehr langſame Fortſchritte macht die europäiſche Kon=
ſolidierung
, und noch längſt nicht alle Wunden ſind verheilt, die
der Weltkrieg geſchlagen. Es iſt daher erfreulich, wenn ſich das
amtliche England zurzeit ernſtlich bemüht, einer künſtlichen
Wiederbelebung der alten Kriegsmentalität entgegenzuarbeiten.
Noch immer aber geben ſich die geſchäftstüchtigen Herſteller des
Cavell=Films nicht geſchlagen, und es bedeutet für ſie
zweifellos einen gewiſſen Erfolg, daß ſie den Film dieſer Tage
der engliſchen Preſſe vorführen konnten, einen Erfolg inſofern.
als die Kritiker faſt ſämtlicher engliſcher Blätter darin überein=
ſtimmen
, daß der Film, abgeſehen von ſeiner Tendenz, ein
Meiſterwerke der britiſchen Filmkunſt ſei. Auf der anderen Seite
aber wird ohne weiteres zugegeben, daß der Film ein Werk ſei=
das weder von erhebenden Empfinden eingegeben ſei, noch ſolche
wecken könne‟. Es wird betont, daß der Film trotz aller Vor=
ſicht
, die ſeine Urheber angewandt hätten, ganz notgedrungen die
Litterkeit des Krieges wieder aufwecken müſſe. Man möge den
Stoff behandeln, wie man wolle, die Wirkung liefe immer dar=
auf
hinaus, daß man die Helden des Stückes bewundere und ihre
Verfolger haſſe. Amtliche Handhaben für ein Verbot des Films
in England gibt es allerdings nicht, da die Engländer eine offi=
zielle
Filmzenſur nicht haben und trotz jetzt angeſtellter Erwägun=
gen
wohl kaum einführen werden. Was intereſſiert, iſt jedenfa.’s
die Tatſache, daß der britiſche Außenminiſter auf eine Unterhaus=
anfrage
die Antwort erteilte, daß die britiſche Regierung ſich ſchon
in mindeſtens einem halben Dutzend von Fällen an maßgebende
Stellen im Ausland gewandr habe, um eine Aenderung oder
Auslaſfung von Filmen herbeizuführen, die dort gezeigt wurden
und die dem britiſchen Anſehen abträglich erſchienen.
Die gewaltigen Möglichkeiten, die der Film bietet, führen
erklärlicherweiſe dazu, daß ſich gelegentlich die politiſchen Inſtan=
zen
mit ihm befaſſen müſſen. Auch in Deutſchland haben wir jetzt
einen derartigen Fall. Unerfreulicherweiſe, denn es wäre wahr=
enn
durch den Luther=
lich
auf das tiefſte zu bedauer
voz neuem auf=
CCn
Film die konfeſſionellen
gerührt würden. Daßei muß aber doch feſtgeſtellt werden, daß der
Angreifer in dieſem Fall unbedingt der Katholizismus iſt. Wie

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Sonntag, den 4. März 1928

Nummer 64

liegen denn die Dinge in Wirklichkeit? Man hat den Verſuch
gemacht, die Geſchichte der deutſchen Reformationszeit, das Leben
und Wirken Luthers filmiſch darzuſtellen und dadurch der großen
Maſſe der evangeliſchen deutſchen Bevölkerung näher zu bringen.
Das iſt doch zweifellos durchaus berechtigt, und dagegen kann um
ſo weniger geſagt werden, als der Film, in keiner Weiſe tenden=
ziös
, durchaus bemüht iſt, die Empfindungen der katholiſchen Volks=
genoſſen
zu ſchonen. Gegen den Luther=Film hat ſich nicht nur
die Fuldaer Biſchofskonferenz mit einer Eingabe an das Reichs=
miniſterium
des Innern gewandt, ſondern die bayeriſche Staats=
regierung
hat ſogar den Antrag bei der Oberfilmprüfungsſtelle
in Berlin geſtellt, die Genehmigung des Luther=Films zu wider=
rufen
. Es iſt immerhin verſtändlich, wenn daraufhin auch der
Evangeliſche Bund auf den Plan trat mit einer allerdings ziem=
lich
ſcharfen öffentlichen Erklärung. Soweit die Proteſte, ſo
wird unter anderem ausgeführt, ſich gegen einzelne Stellen des
Films richten, muß immer wieder darauf hingewieſen werden,
daß der Film auch nach der Anſicht katholiſcher Sachverſtändiger
bei der Darftellung der doch nun einmal hiſtoriſch und akten=
mäßig
feſtſtehenden Zuſtände jener Zeit durchaus ſchonend ver=
fährt
. Aus der ganzen Art dieſer Proteſte, die übrigens zum
Teil ſchon vor der Fertigftellung des Films einſetzten, und aus
den ſie begleitenden Kommentaren der römiſch=katholiſchen Preſſe,
ganz beſonders aber aus der Begründung des bayeriſchen Innen=
miniſters
: er wiſſe nicht, ob er mit der Beanſtandung einzelner
Teile des Bildſtreifens den Anſchauungen der katholiſchen Kreiſe
gerecht werde, geht indeſſen klar hervor, daß der Vorſtoß ſich nicht
mehr gegen dieſe oder jene einzelne Stelle, ſondern gegen die
Darſtellung Luthers und der deutſchen Refor=
mation
überhaupt richtet. Damit wird klar, daß es ſich
jetzt nicht mehr um den Luther=Film allein handelt. Es geht jetzt
vielmehr darum: Hat die evangeliſche Mehrheit im Deutſchland
von heute noch das Recht, ſich an ihren größten und beſten Er=
innerungen
zu freuen, ſich zu ihnen zu bekennen, ſie ſich gegen=
wärtig
und lebendig zu erhalten, oder hat ſie es nicht? Wir
wünſchen ganz gewiß den konfeſſionellen Frieden und wir ſind
der Auffaſſung, daß das Wort Friedrichs des Großen, jeder ſolle
nach ſeiner Faſſon ſelig werden, auch heute noch, und heute erſt
recht, Geltung haben ſollte. Wenn dem aber ſo iſt, dann hat auch,
wvie die Erklärung des Evangeliſchen Bundes verlangt, die evan=
geliſche
Mehrheit unbedingt das Recht, ihre beſten und größten
Erinnerungen ſich gegenwärtig und lebendig zu erhalten um ſo
mehr wenn dies geſchieht mit dem ausdrücklichen Beſtreben, die
Empfindungen Andersdenkender zu ſchonen. Das verlangen wir
allerdings von Proteſtanten ſowohl wie von Katholiken. Nicht
immer wird jedoch danach gehandelt. Im bayeriſchen Landtag
wurde letzthin auf ein in einem Teil der katholiſchen Volksſchulen
Bayerns eingeführtes katholiſches Lehrbuch hingewieſen: Zeit
und Lebensbilder aus der Kirchengeſchichte von Heinrich Stieglitz.
Die neue Lehre (die Reformation), ſo heißt es in dieſem Buch,
brachte bald ſchlechte Früchte. Ueberall zeigte ſich eine unerhörte
Sittenloſigkeit unter dem Volk was Luther ſelbſt zugeſtanden
hat. Roheit, Raub und Mord wurden allgemein. Die neue Lehre
brachte auch bald einen tiefen Verfall der Wiſſenſchaften und der
Schulen. Wir brauchen den konfeſſionellen Frieden, wir wollen
ihn uns weder von der einen noch von der anderen Seite ſtören
laſſen, und wir hoffen, daß das deutſche Volk in ſeiner über=
wiegenden
Mehrheit dieſe Auffaſſung teilt.
A.

Fraktionswechſel.
Die bevorſtehenden Wahlen haben auch in perſönlicher Hin=
ſicht
in den Parteien und Fraktionen eine ſtarke Bewegung ge=
bracht
. Die Chriſtlich=Nationale Bauernpartei hat bisher die
Deutſchnationalen drei Abgeordnete gekoſtet. Ob und in welchem
Umfange ſie weitergreift, eventuell auf die Deutſche Volkspartei
und das Zentrum, iſt noch nicht abzuſehen. Das Zentrum hat
bereits einen Abgeordneten, an die Volksrechtspartei verloren.
Jetzt hat der Dortmunder Landtagsabgeordnete Berkemeyer dem
Landtagspräſidenten mitgeteilt, daß er aus der Deutſchen Volks=
partei
ausgeſchieden ſei. Es ſcheint, daß er ſich der Wirtſchafts=
partei
anzuſchließen beabſichtigt. Die Tägliche Rundſchau
ſchreibt dazu: Schon ſeit längerer Zeit beſtanden zwiſchen der
Fraktion und dem Abgeordneten Berkemeyer vor allem auf Grund
der Fraktionsdiſziplin Differenzen. Eigentlich hervorgetreten iſt
der Abgeordnete nicht. Es war bekannt, daß er zum Beiſpiel in
der Frage des auf die Kürzung der Landtagsdiäten hinaus=
laufenden
Diätenantrages der D.V.P. mit der Fraktion nicht
übereinſtimmte. Die Zuſammenarbeit mit der Fraktion wurde
ſchließlich unmöglich. An eine Wiederaufſtellung bei der Wahl
war nicht zu denken. Abgeordneter Berkemeyer iſt ſchließlich mit
ſeinem Austritt dem Ausſchluß zuvorgekommen. Die Fraktion
hatte wegen der Kürze der noch laufenden Wahlperiode davon
abgeſehen, ihrerſeits einen Trennungsſtrich zu ziehen, um per=
ſönliche
Schärfen zu vermeiden. Um ſo bedauerlicher iſt die Form,
in der er ſeinen früheren Fraktionsgenoſſen von ſeinem Austritt
Mitteilung gemacht hat.

Vom Tage.
Die großen Konzerne Siemens, Bergmann A. G. und
Mix u. Geneſtlegen infolge des Streiks ihre Betriebe ſtill.
58 000 Arbeiter werden davon betroffen.
Die deutſch=polniſchen Verhandlungen ſollen am
15. März wieder aufgenommen werden.
Der deutſche Botſchafter v. Hoeſch, der nach kurzer Ab=
weſenheit
in Paris wieder eingetroffen iſt, hat geſtern nachmittag Bri=
and
einen Beſuch abgeſtattet, um einige auf der Tagesordnung der
Genfer Ratstagung ſtehende Fragen zu erörtern.
Zwiſchen Italien und Frankreich ſind wirtſchaftliche
Verhandlungen im Gange.
Die franzöſiſche Zollvorlage, die bekanntlich auch die
Geſetzentwürfe zur Ratifizierung der Handelsabkommen mit Deutſchland,
der Schweiz und Italien umfaßt, wurde im Verlaufe von Nachtſitzungen
vom Senat durch Handaufheben und von der Kammer mit
440 gegen 40 Stimmen angenommen.
Der bisherige engliſche Geſandte in Budapeſt Sir
Colville Barcleyz wurde zum Botſchafter in Liſſabon er=
nannt
.
König Georg ratifizierte die Ernennung des bisherigen
engliſchen Botſchafters in Brüſſel Georg Graham
zum Botſchafter in Madrid.
Die von rumäniſcher Seite ſchon einige Male angekündigte Unter=
redung
Tituleseu=Beneſch hat noch nicht ſtattgefunden.
Die Gerüchte von Verhandlungen zwiſchen Titu=
lescu
und dem Sowjetbeobachter beim Sicherheitskomitee
Boris Stein werden von ruſſiſcher Seite als vollkommen un=
begründet
bezeichnet.

Verſchärfung des Berliner
Metallarbeiterkonfliktes.

Stillegungen der Berliner Induſirie.
* Berlin, 3. März. (Priv.=Tel.)
Die Funktionäre der ſtreikenden Werkzeugmacher nahmen am
Samstag vormittag in einer Konferenz im Hauſe des Deutſchen
Metallarbeitervenbandes zu dem negariven Ergebnis der
geſtrigen Verhandlungen vor dem Schlichtungsausſchuß Stellung.
Wie wir höven, wurde der Standpunkt der Verhandlungsleitung
ſeitens der Arbeitnehmer von den Funktionären gebilligt und er=
neut
die Auffaſſung vertreten, daß keine Vereinbarung für die
Werkzeugmacher ohne die Feſtſetzung von Tariflohn den For=
derungen
der Streikenden entſpreche. Die Ortsleitung
des Deutſchen Metallarbeiterverbandes nimmt gegenwärtig noch
eine abwartende Haltung ein und will ihre weiteren Maßnahmen
von dem Umfang der Stillegung der Berliner In=
duſtrie
, von der bis jetzt 50000 Arbeiter betroffen
ſind, bis Montag abhängig machen. Es iſt jedoch nicht ausge=
ſchloſſen
, daß ſchon am Dienstag vormittag eine Ausdehnung des
Streits durchgeführt wird und auch die Werbe der A.E. G. und
v. Borſig wit in den Streik der Werkzeugmacher hineingezogen
werden, ſo daß dann etwa 70000 Arbeiter an dem Streik be=
teiligt
ſein würden. Dem Schlichter für Groß=Berlin iſt in=
zwiſchen
vom Gewerberat Köhler über die Freitagvephandlungen
Bericht erſtattet worden. Einladungen zu neuen Verhandlungen
ſind bisher an die Parteien noch nicht ergangen.
Die Lohnforderungen der Reichsbahnarbeiter.
Die Tarifgewerkſchaften der Reichsbahnarbeiter haben be=
kanntlich
die Lohnbeſtimmungen des Tarifvertrages zum 31. März
d. J. gekündigt. Sie haben ihre Forderungen heute der Haupt=
verwaltung
mündlich mitgeteilt. Sie fordern Erhöhung
des Stundenlohnes um 10 Pfennige und dazu noch
höhere Entlohnung der Bertriebs= und Ver=
kehrsarbeiter
, ferner Erhöhung der Ueberzeit=
zuſchläge
und eine beſondere Lohnerhöhung für
die öſtlichen Gebiete. Ein Teil der Gewerkſchaften fordert
außerdem Dienſtalterszulagen und Dienſtprämien.
Die erhobenen Forderungen bedeuten eine Steigerung der
jährlichen Lohnausgaben um 250 Millionen
Mark. Dieſe Forderungen konnten von der Hauptverwaltung
nicht als geeignete Grundlage für Verhandlungen angenommen
werden, da ſie mit der Finanzlage der Reichsbahn nicht in Ein=
klang
gebracht und auch nach der allgemeinen Lohnlage ſachlich
nicht als berechtigt anerkannt werden können. Bei dieſer Sach=
lage
hält es die Reichsbahn für richtig, daß zur Vermeidung von
Unruhen durch langwierige ausſichtsloſe Verhandlungen die Mei=
nungsverſchiedenheit
ſchleunigſt durch die zur Austragung ſolcher
Lohnſtreitigkeiten berufenen Stellen entſchieden wird. Die Reichs=
bahn
wird ſich ſofort mit dem Reichsarbeitsminiſter wegen Ein=
leitung
eines Schlichtungsverfahrens in Verbin=
dung
ſetzen.

Die Wirtſchaftspolitik vor dem
Reichstag.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius über die
Paſſivität der deutſchen Handelsbilanz und
Auslandsanleihen.
Wie die Perlen einer Schnur gleiten die einzelnen Etats des
Reichshaushaltes am Reichstag vorüber. Auf den Arbeits= und
Ernährungsetat folgte am Samstag die Beſprechung der
Wirtſchaftspolitik, die von Dr. Curtius eingeleitet wurde.
Er konnte ſich ſeine Aufgabe allerdings erleichtern, da wir Aus=
ſprachen
über Wirtſchafts=, Finanz= und Sozialpolitick mehr als
genug gehabt haben, und griff daher nur einige aktuelle
Fragen aus ſeinem umfangreichen Reſſort heraus. Dabei trat
er vornehmlich dem Peſſimismus entgegen, der aus dem An=
ſchwellen
der Paſſivität unſerer Handels=
bilanz
entſtehen könnte. Er glaubt nach wie vor, daß durch die
Steigerung unſerer Ausfuhrmöglichkeiten ein Ausgleich geſchaffen
werden kann. Auf dem inneren Markt will er durch Regierungs=
maßnahmen
regulierend eingreifen, iſt ſich aber vollkommen Har
darüber, daß Auslandsanleihen noch nicht entbehrt werden kön=
nen
. Eine längere Ruhepauſe in der Anleihepolitik war viel=
leicht
ganz nützlich. Der Miniſter kündigte an, daß die Be=
ratungsſtelle
für Auslandsanleihen in der zweiten Märzwoche
ihre Funktionen wieder aufnehme, allerdings handle es ſich vor=
läufig
nur darum, einzelne Anträge auf Anleihebewilligungen zu
prüfen. Wann und in welchem Umfange neue Anleihen aufge=
nommen
werden können, ſei erſt ſpäter zu entſcheiden. Dazu ſei
notwendig, daß die Verhandlungen zwiſchen Reich, Ländern und
Gemeinden über Sparſamkeit der Finanz= und Anleihepolitik zum
Abſchluß gebracht würden.
Die Debatte geſtaltete ſich am Samstag wenig ergiebig. Es
beſtand allgemein Sehnſucht danach, bald nach Hauſe zu kommen
und deswegen wurde ſchon am frühen Nachmittag die Weiter=
beratung
auf Montag vertogt.
Das Gutachten des Internationalen Gerichts=
hofes
in dem Eiſenbahnerſtreitfall zwiſchen:
Danzig und Polen.
Haag, 3. März.
Der Ständige Internationale Gerichtshof hat in einer heute
nachmittag um 3 Uhr eröffneten öffentlichen Sitzung ſein Gut=
achten
in dem bekannten Eiſenbahnerſtreitfall zwiſchen Danzig
und Polen bekannt gegeben. Das einſtimmig abgegebene Gut=
achten
bejaht uneingeſchränkt den Rechtsweg, für die Danziger
Eiſenbahner wegen vermögensrechtlicher Anſprüche aus dem
Beamtenabkommen vom Oktober 1921 und die Verpflichtung der
Ausführung der Urteile der Danziger Gerichte. Der polniſchen
Regierung verbleibt die von keiner Seite beſtrittene und die
Durchführung der Urteile nicht aufhaltbare Befugnis, im Wege
eines Streitverfahrens beim Kommiſſar oder Rat des Völker=
bundes
Danzig haftbar zu machen für den Schaden, der der pol=
niſchen
Eiſenbahnverwaltung aus der Durchführung eines Ur=
teils
dadurch erwachfen kann, daß dieſes Urteil internationale
Rechtsnormen verletzen ſollte.
Die heutige Entſcheidung des Haager Gerichtshofes richtei
ſich nicht nur gegen Polen, ſondern gleichzeitig gegen den Kom=
miſſar
des Völkerbundes, van Hamel, denn es liegt klar, daß der
von ihm gemachte Vorbehalt praktiſch einer Stellungnahme zu=
gunſten
Polens gleichkam. Dies iſt bereits der zweite Fall, in
dem eine Entſcheidung zugunſten der Stadt Danzig hat fallen
müſſen, weil ſich der Völkerbundskommiſſar van Hamel ſtets zu=
gunſten
Polens auszuſprechen pflegte. Der erſte Fall betraf die
Weſterplattenfrage, über die der Völkerbund von den bekannten
internationalen Juriſten Cecil Hurſt und Piloti ein Gutachten
eingefordert hatte, das zugunſten Danzigs ausfiel. Das heutige
Urteil des Haager Gerichtshofes wie auch die genannten juriſti=
ſchen
Gutachten in der Weſterplattenfrage ſind ein Beweis da=
für
, daß Danzig keineswegs etwa unnütze Klagen in Kleinig=
keiten
erhebt, wie von polniſcher Seite immer behauptet wird.
Vielmehr befindet ſich Danzig in berechtigter Abwehr ſowohl
gegen die Poloniſierungswünſche, wie auch gegen die Taktik
Herrn van Hamels, der am 2. März bereits zwei Jahre ſeiner
Amtstätigkeit als Kommiſſar des Völkerbundes abſolviert hatte.
Formal läuft bekanntlich die Amtstätigkeit van Hamels nach
einem weiteren Jahr ab.

Neue Bühnenbilder von Emil Preetorius.
Von Dr. Walter Riezler,
Direktor des Kunſtmuſeums in Stettin.
Durch große Pauſen getrennt und doch die Einheitlichkeit
der Problemſtellung deutlich aufzeigend, folgen die Bühnen=
ausſtattungen
, die Emil Preetorius für die Berliner Städtiſche
Oper geſtaltet, aufeinander. Auf die Gluckſche Jphigenie in
Aulis und Mozarts Coſi fan tutte folgte Ende 1926 Webers
Euryanthe und nun, Anfang 1928, Maſſenets Manon zwei
Werke, an Wert und Eigenart verſchieden genug und doch in
einem verwandt: daß in beiden dem Bühnenbilde die wichtige
Aufgabe zufällt, eine Schwäche zu verdecken. Iſt es bei Weber
die Dichtung, deren unleugbare Minderwertigkeit die lebendige
Wirkung einer unſterblichen Muſik ernſtlich gefährdet, ſo liegt
freilich bei Maſſenet der zu rettende Wert weder in der Dichtung,
die im Grunde doch den wunderſchönen alten Roman nur banali=
ſiert
, noch in der Muſik, deren Farben längſt verblaßt ſind, deren
Empfindungswelt für uns nicht viel mehr bedeutet, ſondern ein=
zig
und allein in der Rolle der Manon, die freilich, wenn ſie von
einer Jvogün verkörpert wird, dem Stück eine gewiſſe Daſeins=
berechtigung
noch heute verleiht.
In beiden Fällen hat Preetorius klar erkannt, welche Ver=
antwortung
hier dem Geſtalter der Bühnenbilder zufiel. Bei der
Eurhanthe vermied er den naheliegenden Fehler, die Roman=
tik
dieſer Oper durch eine nebuloſe Geſtaltloſigkeit, zu betonen
und etwa die Bühnenbilder nur zur farbig=ſtimmungsmäßigen
Untermalung der Muſik zu verwenden. Die beherrſchende Stel=
lung
der Farbe und des lebendigen Lichtes ſo wie ſie in der
romantiſchen Aeſthetik eines Runge gefordert wird und die
damit verbundene Geſtaltloſigkeit mag für manche romantiſchen
Bühnenwerke das Richtige ſein, bei der romantiſchen Oper
Webers wäre ſie fehl am Orte. Hier dient vielmehr die Farbe
durchaus nur zur Belebung einer reichen Welt von Geſtalten, die
in ihrer Buntheit und Vielfältigkeit, auch in ihrem Reichtum an
gegenſtändlichem Beiwerk erhalten bleiben muß, ſoll nicht dem
ganzen Werk und damit auch der Muſik der feſte Boden entzogen
werden. So hat Preetorius mit vollem Rechte die Gegenſtändlich=
keit
, Buntheit und den vielfältigen Reichtum dieſer Geſtaltenwelt
rein beſtehen laſſen, hat ihn aber in ſeiner ſichtbaren Erſcheinung
ſo ſtark betont, ſo intereſſant gemacht, daß die unmögliche Albern=
heit
der Dichtung hinter dem bunten Bilde verſchwand, hat
aber anderſeits dieſes Bild ſo beweglich gehalten, das heißt, die
lebendigen Figuren ſo viel wichtiger genommen als den ſzeni=
ſchen
Hintergrund, daß die Gefahr einer Unterdrückung der herr=

lichen Muſik durch das feſtſtehende Bild vermieden blieb, daß
vielmehr wie man ſchon bei den früheren Bühnengeſtaltungen
von Preetorius feſtſtellen durfte die innere Dynamik der Muſi=
durch
die äußere Bewegtheit der Bilder nur geſtützt und geſtärkt
wurde.
Konnte bei der Euryanthe gar kein Zweifel, darüber be
ſtehen, daß der Muſik alle Rechte einzuräumen waren, war bei
Manon weder aus der Muſik noch aus der Dichtung ein rech=
tes
Geſetz für die Geſtaltung der Bühnenbilder zu gewinnen.
Natürlich konnte man auch hier die Bilder mit mehr oder weniger
Geſchmack und Phantaſie entwerfen und ſchließlich einen ſolchen
Aufwand treiben, daß aus der Oper ein Ausſtattungsſtück mi=
Muſik wurde. Aber damit wäre nichts Weſentliches geleiſtet wor=
den
. Es iſt ein Zeichen für den Ernſt und die künſtleriſche Ueber=
legenheit
von Preetorius, daß er auch dieſer Aufgabe, die ihm
vielleicht zuerſt nicht recht der Mühe wert erſchien, einen Geſichts=
punkt
abgewann, der für die Stellung des Hörers zu dem Werl
maßgebend und entſcheidend wurde. Er ſtellte die Rolle der
Manon ganz in den Mittelpunkt, ließ dieſer Figur die Umwelt
deren Vielfältigkeit in manchen Szenen einen bedeutenden Auf=
wand
erfordert, in jedem Augenblick beherrſchen, und mußte da=
her
, um die Entwicklung im Schickſal des Mädchens klar in Er=
ſcheinung
treten zu laſſen, die Umwelt ſelber ſich immer mit ver=
wandeln
laſſen. So tritt der allmähliche Aufſtieg der Manon zu
immer größerem äußeren Glanz nicht nur in ihren Koſtümen, die
von den geblümten Fähnchen des erſten Bildes ſich in reizendem
Wechſel bis zu der goldſtrotzenden Robe des vorletzten ſteigern,
in Erſcheinung, ſondern die ganze Umwelt nimmt in ihrer Bunt=
heit
und Vielgeſtaltigkeit an dem Aufſtieg teil. Zwiſchen den
zwei Höhepunkten, dem Feſt auf dem freien Platze mit der ſich
drängenden Geſellſchaft unvergeßlich das Bild der hellgelb
gekleideten Kavaliere, die Manon während ihrer großen Geſangs=
ſzene
umgeben, und das dann folgende Ballett der in leuchtendes
Weiß gekleideten Tänzer! und der Saal mit der Spielergeſell=
ſchaft
, deren Koſtüme in zarteſten Nuancen eine wahre Augen=
weide
bieten, ſteht dann das ganz ſtille, ernſte Bild des Kloſter=
raumes
mit dem kirchlich=feierlichen Violett, das nur im ſchmalen
Fenſter einen Blick auf die bunte Welt draußen frei läßt. Und
wenn auch jedes der ſechs Bilder auch das letzte in ſeiner kal=
ten
Troſtloſigkeit, das ſo recht den Rahmen abgibt für das trau=
rige
Ende ſehr ſtark für ſich geſtaltet iſt, ſo iſt doch der Charak=
ter
des Ganzen, ſo wie ihn die zarte, etwas müde und bei aller
Feinheit ſchwächliche Muſik feſtlegt, durchaus brückſichtigt, und es
iſt ein ganz beſonders feiner Zug, daß als einzige vom Wandel
des Geſchicks nicht berührte Figur der Vetter Mas=aut in ſeiner
Uniform durch das ganze Stück ſich gleich bleibt, damit ſozuſagen
auch die Identität der Manon bekräftigend.

Preetorius hat mit dieſer Leiſtung einen neuen Beweis ſei=
ner
reifen, wahrhaft überlegten und überlegenen Kunſt gegeben.
Daß dieſe Kunſt in der Beweglichkeit und dem Reichtum der
Phaitaſie noch einer Steigerung fähig war, hat er mit der
Manon bewieſen, deren Bildgeſtaltung in dieſer Hinſicht über
das Frühere zwveifellos hinausgeht. Aber wichtiger iſt die Klar=
heit
, mit der er jeder neuen Aufgabe gegenübertritt, und die Un=
beirrbarkeit
, mit der er dem dramatiſch=muſikaliſchen Werke auch
da dient, wo dieſes einer Stütze, unter Umſtänden auch einer
liebevollen Verſchlcierung von Schwächen bedarf. Dieſe auf dem
Grunde einer wahrhaft tiefen und vielſeitigen Bildung erwach=
ſene
Erkenntnis unterſcheidet ihn von allen anderen, die auf die=
ſem
Gebiete, zum Teil mit hohem Talente und größter Phantaſie,
heute tärig ſind, und macht ihn in ganz beſonderem Maße geeig=
net
zum Lehrer einer Jugend, deren Streben, ja leider heute
nicht immer in erſter Linie dahin geht, Beſtehendes zu ehren und
ſchaffend dem Werke zu dienen.

Die Schönheit des Fabrikbaus. Nüchtern, grau, eintönig muten
heute, da man gelernt hat, die Schönheit der Konſtruktion zu verſtehen,
veraltete Zweckbauten an. Das Problem baukünſtleriſch befriedigender
induſtrieller Bauwerke behandelt im dritten Heft (2. Jahrgang) der
Zeitſchrift Der Werksleiter, Halbmonatsſchrift, für neuzeitliche
Fabrikanlage, Betriebsführung und Organiſation (Schriftleitung
Dr.=Ing. Richard Koch und Dr.=Ing. Otto Kienzle, Berlin; Verlag:
Deutſche Verlagsanſtalt, Stuttgart), der Aufſatz Schöne Fabrik=
bauten
, von Geh. Regierungsrat Prof. W. Franz, Charlottenburg.
In reichen Bildgaben wird, die äſthetiſche Wirkung der neuzeitlichen
Fabrikhäuſer dargetan. Vielerlei Intereſſengebiete der verſchiedenen
Induſtrien und Gewerbe werden in den weiteren illuſtrierten Artikeln
berührt: Pneumatiſche Förderung, von Oberingenieur Otto
Brandt, Charlottenburg; Zweckmäßige Brikettſtapelung
verhütet Selbſtentzündung, von Ingenieur P. M. Grempe,
Berlin=Friedenau; Wenn ſich Aluminium mit anderen
Stoffen berührt. . ., von Dr. H. Buſchlinger, Berlin=Lichtenrade;
Prüfung und Gebrauchswert der Seifen: Be=
kämpfung
der Rauchplage in St. Louis; Der Staub=
ſauger
in Gewerbe und Induſtrie, von Oberingenieur F.
A. Förſter, Berlin; Maſchinenerzeugnis und neuer Stil,
von Dr. Wilhelm Lotz, Berlin. Beſonders reich ſind in dieſem Heft die
verſchiedenen Rubriken Techniſche Nundſchau Betriebs=
führung
und Organiſation Sozialpolitiſche Um=
ſchau
gehalten. Der Haushaltplan zum Leiten und
zum Ueberwachen, von Dr.=Ing. Otto Kienzle, Berlin=Südende,
und Rationaliſierung der Abſatzmethoden, von J. A.
Vader, Zivil=Ing., Berlin, enrhalten Ratſchläge, die kein Werksleiter
unbeachtet laſſen ſollte. Abonnementspreis vierteljährlich (6 Hefte)
M. 5., Einzelheft M. 1.

[ ][  ][ ]

Nummer 64

Sonntag, den 4. März 1928

Seite 3

Neue engliſch=ägpptiſche Kriſe.
GEin Ultimatum Chamberlains. Ablehnung
in Aegypten? Der Geiſt Zaghluls.
* London, 3. März. (Priv.=Tel.)
In den Beziehungen zwiſchen England und Aegypten droht
err Ausbruch einer neuen folgenſchweren Kriſe. Als der ägyp=
nd
che König Fuad in Begleitung ſeines Miniſterpräſidenten
Sſaarwat Paſcha im Herbſt vergangenen Jahres ſeine offizielle
Aeſuchsreiſe nach der Hauptſtadt des britiſchen Imperiums unter=
nvommen
hatte, wurde er dort mit allen Ehren empfangen, die
dum Souverän eines Staates zukommen. Sowohl der Beſuch
wie der königliche Empfang waren nicht von ungefähr erfolgt.
In der Deklaration vom 28. Februar 1922,
drurch die Aegypten als unabhängiger ſouve=
raner
Staat erklärte wurde, iſt eine Reihe von
Pmmkten ausdrücklich einer ſpäteren freund=
ſctFaftlichen
Vereinbarung vorbehalten geblieben.
MSan konnte ſich damals über verſchiedene Fra=
gurn
, die die Beziehungen zwiſchen England und
Ueegypten tiefgreifend beeinfluſſen, nicht einigen.
Zuieſe Punkte betreffen die Sicherheit der bri=
tüdſchen
Verkehrswege in Aegypten, die Vertei=
du
gung Aegyptens, den Schutz der fremden In=
tmreſſen
und den Schutz der Minderheiten ſowie
dee Regelung der Sudanfrage. In all dieſen
3uragen hatten ſich beide Parteien auf ihren
Sttandpunkt feſtgelegt, die Harmonie, die wenig=
ſuens
nach außen hin durch die Deklaration ge=
ſichaffen
wurde, ſollte nicht durch die Erörterung
dueſer ſchwerwiegenden Probleme geſtört wer=
dien
. So ſuchte und fand man das Heil in der
Arertagung.
Inzwiſchen hat aber die nationaliſtiſche Be=
weegung
in Aegypten immer weiter um ſich ge=
griffen
. Die letzten Monate und Jahre im
Qeben des allſeitig vergötterten Führers der
Mationaliſtenpartei Zaghlul Paſcha ſtanden im
Reichen einer Stärkung des ägyptiſchen Natio=
ualgefühls
und einer immer weiter um ſich
greifenden Unabhängigkeitsbewegung. Zu glei=
cder
Zeit hat aber auch Aegypten erkannt, daß
mran gegen Großbritannien mit der ſteten Be=
haarrlichkeit
weiter kommt, als mit gewaltſamen
Mitteln, mit Empörungen und Revolten. Das
nittel fehlten. Die Beziehungen beſſerten ſich wundet. Selbſt der berühmte Irak=Flieger R. B. H. Jackſon wurde von einem
uſehends, ſo daß die Londoner Reiſe des Wahabi=Schwarm abgeſchoſſen. Die in London eingetroffenen Berichte aus dem
Meönigs als eine Bekräftigung der ägybtiſch= Frakſtaat laſſen erkennen, daß ſich die Lage an der Grenze des Nedſchd=Staates
grigliſchen Freundſchaft geprieſen und in den ganz erheblich verſchärft hat. Uebereinſtimmend wird gemeldet, daß ein neuer
ſoch in der Folgezeit ergebenden Verhandlungen. Stamm, deſſen Scheich verwandtſchaftliche Beziehungen zu Feiſſel ed Dowiſch hat,
endgültige Beilegung aller Zwiſtigkeiten und
vertrages zwiſchen England und Aegypten pro= Grenzorten wurden neue militäriſche Stützpunkte eingerichtet. Zwei weitere
tſchezeit wurde.
Indeſſen hat dieſe roſige Stimmung nicht
liange angedauert. Ein anderes iſt es, Freund=
ſickhaftsfeſte
zu feiern, aus denen jede der beiden
Sarteien für ſich den Nutzen zu ziehen hofft, oder in ſachlichen
KBerhandlungen zu einer Einigung über ſchwierige politiſche Pro=
Aleme zu gelangen. Es zeigte ſich, daß Aegypten keineswegs ge=
willt
iſt, in den vier noch ungelöſten Fragen England nachzu=
Aeben, daß es vielmehr auf der Wiederherſtellung der vollen ſtaat=
bichen
Unabhängigkeit beſteht. Die Verhandlungskriſe hat jetzt
ichren Höhepunkt erreicht. Der engliſche Außenminiſter fordert
mutſchieden die Aufrechterhaltung der engliſchen Kontrolle über
Wie ägypriſche Außenpolitik, die weitere Belaſſung britiſcher Trup=
men
zur Verteidigung des Suezkanals, des wichtigſten Weges
urach Indien, den Fortbeſtand des engliſch=ägyptiſchen Kondo=
miniums
über den Sudan und iſt lediglich gewillt, die ägyptiſche
Armee der alleinigen Kontrolle der ägyptiſchen Regierung zu
ranterſtellen. Nach einer Reuternote hat Chamberlain dieſe Vor=
ſchläge
als letztes engliſches Angebot nach Kairo gerichtet, wobei
ur das ägyptiſche Kabinett nicht im Unklaren darüber ließ, daß

England ſich im Falle einer Ablehnung die Regelung dieſer An=
gelegenheit
nach eigenem Ermeſſen vorbehalte.
Dieſe Note bedeutet eine außerordentliche Verſchärfung der
Situation in Aegypten. Die ägyptiſchen Nationaliſten, die ſieben
von zehn Miniſtern des Kabinetts Sarwat geſtellt haben, ſind
zwar bereit, ein Bündnis mit England abzuſchließen, lehnen aber
die weitgehenden engliſchen Forderungen, die de facto die Un=
abhängigkeit
Aegyptens illuſoriſch machen, entſchieden ab. Die
Note Chamberlains fordert die ſofortige unveränderte Annahme
der engliſchen Vorſchläge Alles wird nun weiter davon ab=
hängen
, wie ſich die ägyptiſchen Nationaliſten, unter denen der
Geiſt Zaghluls noch imme rwach iſt, zu dieſem Ultimatum Cham=
berlains
ſtellen werden. Die Organe der Zaghluliſten ſprechen
Sarwat Paſcha in einer Form ihr Vertrauen aus, die erkennen
läßt, daß das Kriegsbeil innerhalb der parlamentariſchen Koa=
lition
bis auf weiteres begraben iſt und daß die Verhandlungen

mit England aus Sarwat Paſchas perſönlicher Angelegehneit zu
einer ſolchen des Kabinetts und des Parlaments geworden ſind.
Der Hauptgrund für dieſen unerwarteten Umſchwung der Lage
iſt in der Starrheit zu ſuchen, mit der ſich die engliſchen Unter=
händler
auf die Sudanfrage feſtgebiſſen haben. Kompliziert wird
ihre Situation dadurch, daß die ganze Tendenz der engliſchen
Diplomatie unter dem Einfluß des Syſtems der neuimperialiſti=
ſchen
Schule dahin geht, Aegypten einen Vertrag aufzuoktroyieren,
der es zu einem Zwitterding von Vaſallenſtaat und Bundes=
genoſſen
machen ſoll. Ueber den Stand der Verhandlungen iſt
noch immer nichts bekannt, aber die Vermutung wird immer
ſtärker, daß ſie in ihrer augenblicklichen Form zum Scheitern ver=
urteilt
ſind. Unterrichtete Perſönlichkeiten vertreten die Anſicht,
daß der Miniſterpräſident einen Verſuch des Oberkommiſſars
Lord Lloyd abwarten will, daß ſchleppende Tempo der Be=
ſprechungen
durch neue Konzeſſionen an Aegypten zu beleben.

Die Kämpfe der Wahabiten.

Wahabi=Männer
mabinett legte eine abſolut loyale Haltuns, haben die britiſchen Truppen im Irak in Schwierigkeiten gebracht. Seit vier Jah=
zegenüber
London an den Tag, es trachteie, ren ſtehen die Wahabiten unter Führung ihres Emirs in erbittertem Kampf gegen
danach, auf dem Verhandlungswege alles das, die engliſchen Schutzſtaaten in Arabien. Im letzten Gefecht waren ſie beſonders
zuu erreichen, wozu Aegypten ohnehin die Machl= erfolgreich. 150 Mann der britiſchen Kolonialtruppen wurden getötet, 400 ver=
zwiſchen
Chamberlain und Sarwat Paſcha die revoltiert hat und angeblich 20 000 Mann an der Grenze zuſammenzieht, um einen
deer Abſchluß eines definitiven Freundſchafts= Vorſtoß auf Koweit zu unternehmen. Infolgedeſſen ſind die engliſchen Flugzeug=
und Tankſtreitkräfte ganz erheblich verſtärkt worden. In Koweit und anderen
Kanonenboote ſind in Koweit eingetroffen, um gegebenenfalls den dort ſtationier=
ten
Kreuzer Esmerald unterſtützen zu können.

Völkerbundsarbeit im März.
Der Schwerpunft der März=Verhandlungen
in den Zuſammenkünften der europäiſchen
Außenminiſier.
* Genf, 3. März. (Priv.=Tel.)
Der Völkerbund wird im März d. J. wieder eine ſehr rege
Tätigkeit entfalten. In erſter Linie gilt das allgemeine Intereſſe
natürlich der Ratstagung, die am 5. März zuſammentritt.
Ihre Tagesordnung weiſt insgeſamt 30 Punkte auf, von denem
nur einige, wie das Inveſtigationsbegehren der Kleinen Entente
gegen Ungarn, der ungariſch=rumäniſche Optantenſtreit, die Er=
nennung
eines Direktors der Minderteihtenabreilung und eines
neuen Mitgliedes der Regierungskommiſſion des Saargebietes
von unmittelbar politiſcher Bedeutung ſind. Der Schwerpunkt
der Märzverhandlungen wird vielmehr außerhalb des Rahmens
der Völkerbundsarbeiten liegen und in den Zuſammenkünf=
ten
der europäiſchen Außenminiſter ſowie der Be=
ſprechungen
der Kleinen Entente zu ſuchen ſein. Eine beſondere
Note erhalten die Miniſterbeſprechungen durch den Einfluß, der
von dem augenblicklich tagenden Schiedsgerichts= und Sicher=
heitskomitee
und von dem am 15. März zuſammentretenden vor=
bereitenden
Wrüſtungsausſchuß auf ſie ausgeübt wird.
Die vorbereitende Abrüſtungskommiſſion wird den
Stand der vom Sicherheitskomitee bis jetzt geleiſteten Arbeiten
prüfen und die von der Sowjetrepublik im November einge=
reichten
Vorſchläge ſowie den ruſſiſchen Enwurf einer Ab=
rüſtungskonvention
beſprechen und dann in die ſogenannte zweite
Leſung des Abrüſtungsrapportes eintreten. Die Arbeiten wer=
den
wieder von Loudon=Holland als Präſident geleitet werden.
Politiks=Griechenland und Veverka=Tſchechoſlowakei gehören der
Kommiſſion als Vizepräſidenten an. 22 Regierungen, darunter
neben der Sowjetunion auch die Vereinigten Staaten, werden
an der Tagung teilnehmen.
Zahlreich ſind im März die Beratungen der verſchiedenen
Wirtſchaftskomitees. Neben dem Sachverſtändigen=
komitee
zur Vereinfachung und Vereinheitlichung der Verzol=
lungsverzeichniſſe
, dem Vorbereitungskomitee für die Statiſter=
konferenz
und dem handelspolitiſchen Wirtſchaftskomitee iſt von
Wichtigkeit die Konferenz zur Beſeitigung der Aus=
fuhrverbote
und =beſchränkungen für Knochen
und Rohhäute. Bekanntlich beſitzt die Tſechoſlowakei infolge
ihrer Ein= und Ausfuhrzölle für die Lederinduſtrie faſt ein Mono=
pol
, deſſen Wirkungen ſich beſonders in Deutſchland und in der
Schweiz bemerkbar machen. Bei der Konferenz wird es ſich da=
rum
handeln, eine Verſtändigung zwiſchen den Staaten, die Aus=
fuhrverbote
für Knochen und Rohhäute erlaſſen haben, herbei=
zuführen
. Die am 14. März zuſammentretende Konferenz hat
darum den Zweck, entweder ein endgültiges Abkommen oder doch
wenigſtens eine einheitliche Löſung für die Aufhebung der Zoll=
beſchränkungen
vorzubereiten. Unter den 15 an der Konferenz
teilnehmenden Staaten ſind faſt ausſchließlich die europäiſchen
Länder vertreten, von den Ueberſeeſtaaten nimmt nur Indien teil.
Auf dem Gebiete der geiſtigen Zuſammenarbeit
finden drei Sachverſtändigentagungen ſtatt; die erſte iſt der
Sprachenbibliographie, die zweite den Fragen des Ueberſetzungs=
rechtes
und die dritte der Zuſammenfaſſung der internationalen
Hochſchulſtudien. Sämtliche Tagungen werden in Paris, am
Sitz des Inſtituts für geiſtige Zuſammenarbeit, abgehalten.
Der ſoziale und humanitäre Tätigkeitsbereich iſt mit
einer Tagung des Ausſchuſſes für Kinder= und Jugendſchutz in
Genf vertreten. Die Beratungen werden ſich auf materielle und
moraliſche Kinderfürſorge, und insbeſondere auf die Lichtſpiel=
verbote
für Jugendliche ſowie die Unterſtützung und Erziehung
blinder Kinder erſtrecken. Das Komitee für Mädchenhandel, das
am 12. März zuſammentritt, wird den im Dezember 1927 ver=
öffentlichten
zweiten Bericht der Sachverſtändigen über den
Mädchenhandel prüfen und außerdem auf Beſchluß der Völker=
bundsverſammlung
die Frage erörtern, ob es nicht zweckmäßig
ſei, allen Regierungen die Abſchaffung der öffentlichen Häuſer
vorzuſchlagen.
Ernſie Zuſammenſtöße in Kairo.
In Kairo kam es zu ernſten Zuſammenſtößen zwiſchen der
Polizei und Studenten, die als Zeichen des Proteſtes gegen den
neuen engliſch=ägyptiſchen Vertragsentwurf ſtreikten und demon=
ſtrierten
. Sie zogen vor das Haus des verſtorbenen Zaghlul
Paſcha, wo ſich jetzt der Sitz der Wafd=Partei befindet. Die Witwe
Zaghluls verſuchte, die Menge durch eine Anſprache zu beruhigen.
Als jedoch aufrühreriſche Bemerkungen, wie Nieder mit der
Regierung! Nieder mit dem Vertrag! ausgeſtoßen wurden,
griff die Polizei ein. Fünf Studenten wurden ſchwer verletzt,
Die Polizei verhaftete die Anſtifter.

*Die Weltmiſſion auf dem Oelberg.
Von Univ.=Prof. D. Dr. Julius Richter=Berlin,
noeutſcher Delegierter der internationalen Miſſionstagung in
Jeruſalem.
Die internationalen, kirchlichen Konferenzen folgen ſich
Achnell: Stockholm 1925, Lauſanne 1927. Jeruſalem im März
mrud April 1928. Jede hatte ihre eigene Zuſammenſetzung und
thr eigenes Gepräge. Die Jeruſalem=Konferenz wird in der
bchönen, ſtatilichen Auguſte=Viktoria=Stiftung auf dem Oelberg
ſtragen. Sie iſt eine erweiterte Konferenz des Iuternatio=
nalen
Miſſionsrates, d. h. der offiziellen Vertretung
wes ſendenden Proteſtantismus. Iſt ſie deswegen auf die
ſoroteſtantiſchen Belange beſchränkt, ſo prägt ſich ihr internatio=
Unaler Charakter um ſo ſtärker in ihrer Zuſammenſetzung aus. Es
ſind 200 Delegierte geladen. Nur 85 davon ſind Vertreter der
eſendenden Länder, alſo Europas und Nordamerikas. Dagegen
wverden 91 die Miſſionsländer ſelbſt vertreten, und wenigſtens
(swei Drittel von ihnen werden Eingeborene dieſer Länder ſein,
alſo Japaner, Koreaner, Chineſen, Inder, Neger uſw. Die
Monferenz wird alſo faſt zur Hälfte aus chriſtlichen Farbigen be=
ſſtehen
. Es iſt die erſte derartige chriſtliche Konferenz, von der
ſchie chriſtliche Kirche weiß. Dabei ſcheint es beſonders ange=
neſſen
, daß der Tagungsort die Stärte iſt, wo Jeſus den Miſ=
iſſionsbefehl
gegeben hat: Macht zu meinen Jüngern alle Völ=
iFer
. Aber nicht dieſe naheliegende Kombination iſt der Grund
ifür die Wahl Jeruſalems als Tagungsort geweſen, ſondern die
Wrwägung, daß Jeruſalem für die heutige Welt zentral liegt.
MNach Stoaholm und Lauſanne hatten, die europäiſchen Dele=
ggierten
nur Stunden oder höchſtens Tage weit zu fahren, und
pauch die reiſeluſtigen Umerikauer nur eine Woche. Bei der
worſtehenden Teruſalemer Konferenz iſt mit anderen Eutfernun=
ugen
zu rechnen. Hier war bei der Wahl des Ortes auch auf die
2Teilnehmer aus dem Fernen Oſten Rückſicht zu nehmen. Die ge=
ſtſamte
Reiſezeit der 200 Delegierten für Jeruſalem würde zuſam=
nmengerechnet
viele Jahre umfaſſen, und an die enormen Schiff=
fahrtskoſten
wagt man gar nicht zu denken.
Es müſſen allerernſteſte Fragen und Erforderniſſe ſein, um
ideren Willen man es ſo vielen ſtark beſchäftigten Mänuern zu=
imutet
, viele Wochen, vielleicht Monate zu opfern. Eine der=
artige
Notwendigkeit liegt in der Tat für die geſamte Welt=
miſſion
des Proteſtantismus vor. Der Weltkrieg und die ſich
jüberſtürzenden Ereigniſſe der Nachkriegszeit haben ihren Auf=
gabenkreis
und ihre Einſtellung vielfach von Grund auf ver=
ändert
. Vor 1914 war die Weltmiſſion getragen von dem un=
geheuren
Reſpekt der farbigen Völker vor der Kultur der Weißen,
und dem heißen Begehren, ſich ihre techniſche Ziviliſation und

ihre Früchte ſo ſchnell wie möglich anzueignen. Jetzt iſt an
deſſen Stelle ein ausgeprägter Nationalismus und ein von
Jahr zu Jahr an Bitterkeit zunehmender Raſſengegen=
ſatz
getreten. Vor dem Kriege war immerhin der Abſtand zwi=
ſchen
der alten Ehriſtenheit und den Miſſionsländern ſo groß,
daß jene wie in einem Verklärungsglanz von Bildung, Reich=
tum
und Sittlichkeit, dieſe wie im Schatten der Rückſtändigkeit,
wo nicht gar der Barbarei, zu liegen ſchienen. Inzwiſchen haben
Hunderttauſende von Farbigen die chriſtlichen Länder Euxopas
und Amerikas aus eigener Anſchauung kennen gelernt, und die
Entfernungen ſind ſo zuſammengeſchrumpft, daß es kaum noch
Diſtanzen gibt.
Sieben Fragen, allerdings nicht von gleicher Wichtigkeit, wer=
den
im Mittelpunkt der Jeruſalemer Verhandlungen ſtehen:
Unter welcher Loſung ſoll ſich das geiſtige Ringen des Chriſten=
tums
mit den nicht chriſtlichen Religionen vollziehen, um erfolg=
reich
und doch im Geiſte der Wahrheit und Liebe zu bleiben?
Wie können die Miſſionen an der religiöſen Erziehung der far=
bigen
Völker arbeiten, um deren Frömmigkeitsbeſtand zu erhal=
ten
und zu vertiefen? Wie ſoll ſich in Zukunft das Verhältnis
der alten ſendenden Chriſtenheit zu den aufblühenden jungen
Miſſionskirchen geſtalten? Wie läßt ſich die Bitterkeit des Raſſen=
gegenſatzes
überwinden? Wie können die verhängnisvollen Aus=
wirkungen
der ſchnellen Induſtrialiſierung des Oſtens gemildert
werden? Wie kann die unglaubliche Armut und die fortſchrei=
tende
Verelendung der bäuerlichen Maſſe beſeitigt werden? Wie
können die Hunderte von proteſtantiſchen Sendungsinſtanzen zu
planvoller Zuſammenarbeit an der Löſung der übergroßen Auf=
gaben
gebracht werden.
In der Tat, ein reiches Programm für eine kaum zwei
Wochen berechnete Tagung. Man wird mit Intereſſe von ihren
Ergebniſſen hören.

erfreulicher Art. Allerdings ſind es keine Originale; die Hand=
lungen
und Texte ſind neu erfunden und der Muſik unterlegt.
Hierin liegt etwas Problematiſches. Aber die Arbeit der Zuſam=
menfügung
hat eine ſo gebildete, kunſterfahrene Hand gefunden,
überall iſt ein ſo feiner Takt, ein ſo ſicheres Stilgefühl wahrnehm=
bar
, daß ein einheitlich wirkendes Ganzes zuſtande kommt. Sie
ſtammen aus einer vergangenen Zeit, dieſe romantiſchen Koſt=
barkeiten
. Es kommen nur deutſche Komponiſten zu Wort, deren
Kunſt, von internationaler Mache noch nicht angekränkelt, den
Geruch heimatlicher Erde ausſtrömt. Sie haben keinen Witz und
keine Satire, keine Tendenz und kein Programm, aber echten
naiven Humor aus warmem Herzen, wie ihn unſere Zeit nicht
mehr zu kennen ſcheint.
Es kamen zwei Singſpiele von Helene und Erich Fiſcher zur
Aufführung: Der Herr Doktor mit Muſik von Franz Schubert
und Die Spieluhr mit Muſik von Albert Lortzing. Beide harm=
los
, heiter und reich an reizenden Arien und melodiöſen Enſem=
bles
. Das zweite Stück hat einen beſonders fein zugeſpitzten,
allerliebſten Stoff. Man ſoll nicht ſagen, dieſe Sachen ſeien leicht
zu ſingen. Ich halte ſie ſogar für äußerſt klippenreich. Um ſo
höher gilt das Lob, das der gewandten Aufführung gezollt
werden kann, in die ſich die Damen Charlotte Teichmann,
Elſa Bartl, die Herren Hermann Enderlin, Eugen Schön=
dorfer
teilten. Alle in ihrer Art gut und ſicher am Platz: Elſa
Bartl in zwei Dienſtmädchenrollen und Herr Enderlin als Jude
Davidſohn ſogar hervorragend.
Am leider verſtimmten Flügel begleitete und führte Kapell=
v
. H.
meiſter Aigu mit Sicherheit und Temperament.

Ap. Sophie Reinheimer: Oſterzeit, weit und breit, mit Buch=
ſchmuck
von Heinz Hoffmeiſter (Franz Sckneider Verlag, Leipzig W. 31).
Ein neues Buch der beliebten Jugendſchriftſtellerin und Märchen=
dichterin
, das unſerer Jugend willkommen ſein wird! Auch in dieſen
Geſchichten, die ſo hübſch vom Oſterfeſt plaudern, vom Oſterfeuer, Oſter=
*Heſſiſches Landestheater.
lämmchen, Oſterkuchen und Oſterhaſen, bewährt ſich die Kunſt der phan=
taſiereichen
Erzählerin, Blumen und Tiere und alles in der Natur
Kleines Haus. Samstag, den 3. März.
dichteriſch zu beleben und die Erſcheinuagen des Lenzes und des Oſter=
himmels
in einer Weiſe poetiſch auszuſchmücken, die dem kindlichen Ver=
Muſikaliſche Komödien
ſtändnis und Geſchmack entſprechen. In ſinnigſter Weiſe geſchieht dies
in der Erzählung von der Mutter Buche, an deren Fuß, nachdem ſie
von Dr. E. Fiſcher.
Die Wiederkehr dieſer vor zwei Jahren hier gut eingeführten vom Winterſchlaf ermacht ſt, die Früchlingsblumen ſproſen, bei der
ſcherſchen Muſtfaliſchen Komödien wird der Freien Litergriſch= de Fanilte Znt ud Parchen aler Art eine Wehung micten und in
nfteriſchen Geſelſchaſt verdant und iſt zu begrtifen. Sie uerst Aueien en einlen he eh emne e in e ie e
immerzu Hochzeit, vom Buchfink, vom Buntſpecht, von der Wald=
er
Eidechſe. Ein Singen und Jubilieren im Walde und
ma
ichte aufs neue einen ſehr genußreichen Abend.
Die pflegliche Sammlung wenig bekannter, zum Teil ſchon, ein Läuten von tauſend Maiglöckchen, ein Funkeln und Sprühen von
oren gegangener Bruchſtücke dramatiſcher Muſik und ihre Taudiamantbrautgeſchenken!. .. Das Buch iſt im Stile der früheren
ung zu kleinen Einaktern iſt eine Kulturarbeit nützlicher und Bücher von Sophie Reinheimer mit reizenden Bildern geſchmückt.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Die Genfer Sicherheitsberatungen.
Das Kompromiß für die Initiative des Rates
für regionale Sicherheitspakte.
* Genf, 3. März. (Priv.=Tel.)
Im Redaktionskomitee des Sicherheitsausſchuſſes iſt nun=
mehr
nach längeren Verhandlungen ein Reſolutionsentwurf über
die Initiative des Völkerbundsrates zur Herbeiführung von
regionalen Sicherheitspakten zuſtandegekommen. Dieſer Entwurf
ſtellt ein Kompromiß dar. Die deutſche Auffaſſung iſt inſofern
berückſichtigt, als der Völkerbundsrat die politiſche Situation und
das allgemeine Intereſſe prüft ſowie ferner, daß die guten Dienſte
des Rates nur freiwillig von den Staaten angenommen zu wer=
den
brauchen. Von Bedeutung iſt auch der Hinweis, daß es ſich
bei den regionalen Sicherheitsverträgen nur um eins der Mfttel
zur Sicherung des Friedens handele.
* Es ſcheint nun wirklich in Genf ſo gekommen zu ſein, wie
man von Anfang an faſt befürchten mußte: der franzöſiſche Stand=
pxult
hat ſich Deutſchland gegenüber, wenn auch vielleicht nicht
hundertprozentig, ſo doch in ſehr weitgehendem Maße durch=
geſetzt
. Das Redaktionskomitee des Ausſchuſſes hat Formeln
ausgearbeitet, ſowohl für Schiedsgerichts= wie Vergleichsverträge,
wie auch für Regionalpakte. Seine Beſchlüſſe ſollen einſtimmig
gefaßt ſein. An Berliner amtlicher Stelle behauptet man, noch
keine Kenntnis der Einzelheiten zu haben und lehns daher jede
Aeußerung ab. Die Berichte aber, die aus Genf über den Inhalt
der Vorſchläge vorliegen, laſſen das Schlimmſte befürchten. Die
deutſchen Anregungen ſind einem Ausſchuß überwieſen worden,
der ſie bis zur nächſten Sitzung zu prüfen hat, ſind alſo vorläufig
in den Papierkorb gefallen, während die Franzoſen ſich mit ihrem
Gedanken der Regionalpakte durchſetzen konnten. Dabei iſt der
Inhalt der Pakte nicht einmal ſo weſentlich wie das ganze Drum
und Dran. Der Völkerbund ſoll ſeine guten Dienſte anbieten
können, um derartige Verträge, die faſt regelmäßig die Anerken=
nung
des status guo ableiten, zuſtande zu bringen. Die Möglich=
keit
zu dieſem Angebot iſt zwar an beſtimmte Vorbedingungen
geknüpft. Der Rat kann ſich nur dazwiſchen ſchalten, wenn das
im allgemeinen Intereſſe liegt, und wenn er dabei dem allge=
meinen
Frieden zu dienen glaubt. Das ſind ſelbſtverſtändliche
Phraſen, die nach Belieben ausgelegt werden können. Er ſoll
ſeine Dienſte aber ferner nur anbieten dürfen, wenn ſie frei
angenommen werden und wenn Ausſicht auf den gewünſchten
Erfolg beſteht‟. Das iſt das Entſcheidende; denn davin iſt aus=
geſprochen
, daß die Wirkung dieſer Maſchinerie ſich immer nur
gegen den Schwachen richten kann. Die Siegerſtaaten von Ver=
failles
haben kaum Intereſſe daran, der Anerkennung des status
uo aus dem Wege zu gehen. Wenn ſie aber einmal aus be=
ſonderen
Gründen einen derartigen Vertrag ablehnen ſollten,

Sonntag, den 4. März 1928

dann wird der Völkerbundsrat ſeine guten Dienſte nicht an=
bieten
, weil er auf den gewünſchten Erfolg nicht rechnen kann.
Die Militärmächte ſind eben zu ſtark, um ſich einem moraliſchen
Druck zu fügen. Steht aber Deutſchland vor einer ſolchen Schick=
ſalsfrage
, dann ſind alle Möglichkeiten für ein Eingreifen des
Rates ohne weiteres gegeben, weil wir irgendwelchen Widerſtand
nicht leiſten können. Der ganze Druck der Ratsinitiatwve wird ſich
alſo, wenn Polen einen Schiedsvertrag verlangt, gegen uns rich=
ten
, während die Berufung auf Artickel 19 des Völkerbunds=
paktes
, der bei dem Vorliegen unmöglicher Grenzen einen Appell
an den Völkerbund ins Auge faßt, nicht weiter verfolgt worden iſt.
Gewiß iſt die Möglichkeit durchaus zuzugeben, daß bei dem
Bekanntwerden der genauen Formulierungen die Bedenken, die
im erſten Augenblick aufſteigen nicht ſtichhaltig ſind. Wir be=
gnügen
uns vorläuſig aber mit einigen Vorbemerkungen, um
rechtzeitig der Sorge Ausdruck zu verleihen, die angeſichts der
Genfer Vorgänge entſtehen mußte.
Die Inveſtigationsfrage auf der Märztagung
des Rates.
* Genf, 3. März. (Priv.=Tel.)
Die 49. Tagung des Völkerbundsrates wird am Montag vor=
mittag
11 Uhr beginnen, und zwar mit einer kurzen öffentlichen
Sitzung. Wie üblich wird eine nichtöffentliche Sitzung des Rates
vorausgehen, in der die Tagesordnung feſtgelegt wird. Die erſte
öffentliche Sitzung wird Opiumhandel, Flüchtlingsfürſorge und
einige andere Rebenpunkte behandeln. Die Inveſtiga=
tionsfrage
, die wichtigſte Frage dieſer Tagung, wird bereits
am Dienstag vor den Rat kommen. Es wird ſich zuerſt darum
handeln, das einzuſchlagende Verfahren zu regeln, den Bericht=
erſtatter
vor dem Rat zu beſtimmen und zu klären, ob die Antrag=
ſteller
: Jugoſlawien und Tſchechoſlowakei ſowie der betroffene
Staat Ungarn in dieſem Falle am Ratstiſch Platz nehmen und
ſich an der Diskuſſion beteiligen können, oder ob ihre Vertreter
nur von Fall zu Fall zu Auskünften zugezogen werden und im
übrigen der Rat in ſeiner augenblicklichen Zuſammenſetzung über
die Angelegenheit entſcheidet. Eine erſte Fühlungnahme
deswegen findet am Sonntag zwiſchen Streſemann,
Briand und Chamberlain ſtatt.
Die deutſche Delegation
wird diesmal nur wenige Mitglieder umfaſſen. Graf Bernſtorff,
der deutſche Vertreter in der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz.
wird ſich während der Ratstagung ebenfalls in Genf aufhalten.
Im allgemeinen rechnet man damit, daß die Tagung nur kurz
ſein wird und nimmt an, daß der deutſche Außenminiſter Stveſe=
iann
bereits am Donnerstag wieder nach Berlin reiſt, um bei
den Verhandlungen im Reichstag gegenwärtig zu ſein. Cham=
berlain
wird ebenfalls für den 11. März in London zum Beſuch
des afghaniſchen Königs zurückerwartet. Da das Programm des

Nummer 64

Rates außer der Inveſtigationsfrage, dem rumäniſch=ungariſchen
Optantenſtreit und der Saarfrage keine Frage von großer poli=
tiſcher
Bedeutung aufweiſt und die Verhandlungen
unter den Außenminiſtern angeſichts der be=
vorſtehenden
Wahlen in Deutſchland und Frank=
reich
ebenfalls abſchließende Ergebniſſe nicht
bringen können, erſcheint die Annahme berechtigt, daß der
Rat nur einige Tage, jedenfalls nicht über eine Woche, in Genf
zuſammen ſein wird. In der
Saarfrage
wird der Rat unter einer Reihe von Kandidaten man nennt
acht Bewerber einen Nachfolger für das ausſcheidende belgiſche
Mitglied der Regierungskommiſſion" für das Saargebiet zu
wählen haben. Die Entſcheidung wird dem Wunſche der deut=
ſchen
Regierung und der Saarbevölkerung gemäß auf eine in
jeder Nichtung neutrale Perſönlichkeit fallen müſſen. Irgend=
welche
politiſche Ueberraſchungen wird dieſe Wahl deshalb kaum
bringen. Dasſelbe gilt von dem ungariſch=rumäniſchen Optanten=
ſtreit
, der den Rat ſchon verſchiedentlich reſultatlos beſchäftigt
hat. Hier wird eine Löſung in direkten Verhandlungen zwiſchen
den beiden Staaten geſucht werden, für die Rumänien bereits
Kompromißvorſchläge gemacht hat, die bisher von Ungarn offiziell
noch nicht abgelehnt wurden.
Da die beiden wichtigſten Danziger Fragen von der Tages=
ordnung
abgeſetzt wurden, weil Polen und Danzig direkt ver=
handeln
, und da auch der polniſch=litauiſche Konflikt im Mär,
nicht vor den Rat kommt, weil keiner der beiden Staaten bis
jetzt einen dahingehenden Antrag geſtellt hat, wird die eigentliche
Tätigkeit des Rates in erſter Linie dem Inveſtigationsbegehren
gegen Ungarn und der Klärung der Kompetenz des Ratspräſi=
denten
in dieſer Frage gelten.
Paris erwartet deutſche Vorſchläge
zur Rheinlandräumung.
EP. Paris, 3. März.
Die Nachmittagspreſſe weiſt auf die Bedeutung der am Mon=
tag
beginnenden Ratstagung hin, die ſchon daraus erſichtlich
werde, daß Briand, mit Berthelot, Chamberlain mit Lindſay,
Streſemann mit v. Schubert und wahrſcheinlich auch der belgiſche
Außenminiſter Hymans nach Genf kämen. Der Intranſigeant
meint, die Reiſe Berthelots nach Genf laſſe eine Neuorientierung
der franzöſiſchen Bemühungen im Völkerbund vorausſehen. Hin=
ſichtlich
der Beſatzungsfrage, meint das Blatt, müſſe man ab=
warten
, welche Vorſchläge Streſemann machen werde. Frankreich
und Belgien ſeien vollſtändig damit einverſtanden, dieſe Unter=
haltungen
zwiſchen Briand, Chamberlain, Hymans und Streſe=
mann
zu beginnen. Die Alliierten würden zweifellos die deut=
ſchen
Vorſchläge mit gutem Willen und mit dem Ziele prüfen,
die Dinge zu arrangieren. Trotzdem aber bleibe die Rheinland=
räumung
unendlich problematiſch, was Streſemann wohl wiſſe.

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[ ][  ][ ]

Nummer 64
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 4. März.
Vom Volkstraueriag.
Die Toten ſprechen:
Folgt uns ſo treu ergeben,
wie wir dem Vaterland,
ein Volk, ein Sinn, ein Leben,
ein Herz und eine Hand!
Hans Zuchhold.
Immer ferner rückt uns die blutig=gigantiſche Zeit. Ihre
graime Atomhaftigkeit ſchmilzt allmählich in ein großes Gewal=
ges
zuſammen und alles Einzelopfertum glüht ein in die
(eſamtwucht einer ungeheuren, tapfervollen Einigkeit.
Das Unmeßbare und Unwägbare wird zum alles über=
agenden
Denkmal für alle Zeiten.
Die Würde und innere Größe eines Volkes offenbart ſich
harin, ob es jene Größe gleichſam zu Stein erſtarren laſſen
vill, oder ob es ihm ein Lebendiges bleibt, das unvergänglich,
iit magiſcher Gewalt in ſeine Geſchlechter durch alle Zeiten ſich
jinwirkt. Nicht als Epiſode darf ein Großes im Leben des Ein=
Elnen und der Geſamtheit ſich darſtellen, inſelhaft abgeſchnürt,
ſwndern als ein wunderbar Trächtiges, als das Leben ſelbſt.
So iſt ſolch ein erhabener Gedenktag einem Spiegel gleich, in
hem ein Volk ſich unerträglich wiederſieht.
Volkstrauertag!
Jede Silbe muß mit heilig markigem Ernſt hingeſetzt wer=
bren
! Jede Silbe iſt ein Ruf An das deutſche Volk!. Ruf an
wen Einzelnen!
Nicht ernſte, vielleicht hier und da verdämmernde Stimmung
noll ihn zu dem Tage machen, der er ſein ſoll, ſondern innerſter
Uufbruch, heiliger Wille ſoll er ſein!
Aufſchwungs= und Verlebendigungstag, Tag, da die Mei=
nrung
ſchweigt und die Geſinnung alles iſt!
Tag der Einswerdung im Dienſte am Geiſt, Tag, da man
uellen ſuchen geht und das deutſche Herz

Wallfahrtstag, da ein Rhythmus ſchwingt, eine Zielſtre=
Sigkeit herrſcht, da der Marktlärm des Lebens verſtummt und
ſoer letzte Winkel des Daſeins etwas von den Schauern einer
MAndacht ſpürt.
Tag der Rückſchau, der wahren, ſeelenvollen, die zugleich
ſeine kernhafte Vorwärtsſchau bedeutet, Dag der die Fäden wie=
Der anknüpft an Heiliges, Liebes, Großes und Echtes.
Tag, der uns zuruft: Seht, aus dem Kerne lebten ſie,
ſ türmten ſie vorwärts, hielten ſie Unſagbares durch Jahre hin=
ſurch
aus, aus dem Kerne ſtarben ſie, vollbrachten ſie das Opfer,
ſauf daß ihr und eure Kinder leben könnt!
Ach, wie leicht iſt das doch alles vergeſſen!
Suchat euch in dem gewaltigen Spiegel! Klar und rein iſt
ſſein Glanz, und doch gibt er manches Zerrbild wieder, das ihr
Gietet! Wie marktet ihr um die kleinen und kleinſten Dinge!
Wie ſtellt ihr ſogar eure Altäre mitten auf den Markt zwiſchen
Die Nüchternheiten! An Altären treibt ihr Handel, und eure
SSeele iſt eine Unwürdige geworden! Wie ſchreien die vielen
Rlüfte im Volk gen Himmel, wie ſeid ihr kalt gegeneinander und
ſhaßt den, der euer Bruder iſt!
Treibt heiliges, inwendiges Werk, daß der heilige Spiegel
euer ſchönes Bild euch zeigt, und damit eine freie und ſonnige
Zukunft!
Laßt wieder den Kern alles ſein, und nicht die Schale trium=
phieren
! Gleicht euer Leben dem der gefallenen Helden an, auf
daß ihr ähnlich werdet ihrem Ernſte, ihrer Unbeſtechlichkeit und
herrlich wandelnden Schönheit!
Du aber, der du ein Liebſtes opferteſt, wiſſe, er bleibt ein
ſchaffendes Teil des Denkmals erhabenen Lebens; er bleibt ein
heiliger Funken aus dem dunklen Glanze, der da weht um das
Wunder des deutſchen Opfers!
Sie ſagten Ja zum Tode, zu Not und Gefahr! Sage du Ja
in ihrer Weiſe zum Leben!
Dein Leben ſei das Amen auf ihren Tod! R. B.
Volkstrauertag. Der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge,
e. V., unter d ſſen Führung auch in dieſem Jahre der Volkstrauertag
im Neiche begangen wird, hat keine Mühe geſcheut, um die Durch=
führung
von würdigen und der Bedeutung und dem Ernſt dieſes
Tages entſprechenden Veranſtaltungen noch einmütiger und wuchtiger
zu geſtalten, als je zuvor. Um vor allem den Mangel einer geſetzlichen
R.gelung, der hier und da immer wieder zu Schwierigkeiten geführt
hat, einigermaßen auszugleichen, ſind die Verbände und Gruppen des
Volksbundes an die einzelnen Stadtverwaltungen herangetreten mit
der Bitte, ihren Einfluß für eine möglichſte Einſchränkung aller Ver=
gnügungen
geltend zu machen. Im Hauptausſchuß des Landtages
wurde beantragt, auf die Staats= und Privattheater einzuwirken, daß
ſie, wie an den anderen Totengedenktagen, auch am Volkstrauertag nur
Stücke ernſten Inhalts aufführen. Während für die Staatstheater ſchon
eine feſte Zuſage gegeben wurde, findet die Abſtimmung über den Ge=
ſamtantrag
in dieſen Tagen ſtatt. Die Lichtſpieltheater wurden eben=
falls
gebeten, ihr Programm dem Ernſt des Tages anzupaſſen. Die
zuſtändigen Reichsminniſterien und die oberſten kirchlichen Behörden
haben entſprechende Verfügungen erlaſſen, die erfreulicherweiſe ein
tiefes Verſtändnis für die allgemeine Begehung des Volkstrauertages
erkennen laſſen. Das Heft 3 der Bundeszeitſchrift Kriegs=
gräberfürſorge
iſt dem Volkstrauertag gewidmet. Weiter
bringt es zahlreiche Berichte, die ein Bild von der praktiſchen Bau=
arbeit
des Volksbundes an den zahlloſen Deurſchen Kriegerfriedhöfen
des Auslandes geben. Vor allem iſt dem Kriegerfriedhof Cheppy in
Frankreich ein ausführlicher Artikel mit Abbildungen gewidmet.
Durch den Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge beweiſt das deut=
ſche
Volk, daß es gewillt iſt, zum Zeichen ſeiner Dankbarkeit für unſere
im Weltkrieg gefallenen Helden deren letzte Ruheſtätten vor dem end=
gültigen
Verfall zu bewahren. Es beweiſt weiter, daß es den Volks=
trauertag
als den einen Gedenktag für ſeine im Weltkrieg geblie=
ben
n Söhne verlangt. Als äußeres Zeichen hierfür ſollen an dieſem
Tage in Stadt und Land die Fahnen auf Halbmaſt wehen.

Ernannt wurde am 29. Februar der Obervermeſſungsſekretär bei
dem Landesvermeſſungsamt Otto Simon zu Darmſtadt zum Vermeſ=
fungsinſpektor
bei dieſer Behörde vom 1. Februar 1928 ab.
L.U. Von der Landesuniverſität Gießen. Dem Aſſiſtenzarzt an der
Klinik für Haut= und Geſchlechtskrankheiten Dr. Willy Engel=
hardt
wurde die venia legendi für das Fach der Dermatologie und
Venerologie und dem Aſſiſtenzarzt an der Chirurgiſchen Univerſitäts=
klinik
Dr. Hans Dieterich wurde die venia legendi für das Fach
der Chirurgie bei der Mediziniſchen Fakultät unſerer Landesuniverſität
erteilt.
Ermäßigung der Fernſprechgebühren im Verkehr mit Amerika.
Am 4. März tritt im Fernſprechverkehr DeutſchlandAmerika eine Ge=
bührenermäßigung
ein. Ein Dreiminutengeſpräch zwiſchen
Deutſchland und der erſten Zone von Amerika koſtet nur noch 207 ſtatt
330 RM.; jede weitere Minute 69 RM. Der Zuſchlag für jede weitere
amerikaniſche Zone in Höhe von 12 RM. ändert ſich nicht. Die Anmelde=
gebühr
, die bei dem Nichtzuſtandekommen eines Geſprächs von Perſon
zu Perſon erhoben wird, ermäßigt ſich von 50 auf 28 RM. Gleichzeitig
wird die um 13.20 Uhr beginnende Verkehrszeit von 24 auf 2 Uhr mit=
teleuropäiſche
Zeit verlängert.

Sonntag den 4. März 1928
Seite 5

Zur Feier des 100jährigen Beſtehens der Knaben= Arbeits=
anſtalt
fand geſtern vormittag im Rathausſaal ein Feſtakt ſtatt, zu
dem ſich die Freunde und Förderer der Anſtalt, ſowie Vertreter der Be=
hörden
zahlreich eingefunden hatten.
Bürgermeiſter Mueller,
der den Feſtakt leitete, hielt eine herzliche Begrüßungsanſprache, in der
er zunächſt auf die Bedeutung der Feier hinwies und in ſeinem hiſtori=
ſchen
Rückblick die Beziehungen erörterte, die verſchiedene Körperſchaften
mit der Anſtalt verbinden, u. a. das Finanzamt, die Stadtkaſſe, das
Stadtbauamt, das Wohlfahrtsamt, das Tiefbauamt, den Gartenbauver=
ein
, die Gärtnervereinigung, die Landwirtſchaftskammer uſw. Im Zu=
ſammenhang
mit dieſen Feſtſtellungen begrüßte der Redner unter den
Erſchienenen beſonders die Vertreter der genannten Körperſchaften, wei=
ter
den Herrn Prälaten D. Dr. Diehl, der als Hiſtoriker für die Ge=
ſchichte
der Arbeitsanſtalt intereſſiert iſt; Herrn Dr. Spilger vom
Pädagogiſchen Inſtitut; Herrn Sanitätsrat Dr. Buchhold, den lang=
jährigen
Anſtaltsarzt, der nach ſeinen Beſuchen gern im Anſtaltsgarten
verweilt; Frau Marie Ulrich, die ſeit 1912 die Schulgärten materiell
unterſtützt und auch perſönlich die Gartenarbeit der Kinder fördert;
Herrn Rechtsanwalt Kleinſchmidt, deſſen Vater der Rechtsberater
des Kuratoriums war; die beiden Frl. Pfnor und die Herren Buch=
ner
und Dr. Leidhecker als Nachkommen der Mitbegründer der
Anſtalt; Herrn Buchhändler Saeng, der jahrelang dem Kuratorium
angehörte; Herrn Lehrer Voltz, dem hochverdienten erſten ſtädtiſchen
Leiter der Anſtalt, und ſchließlich einige anweſende ehemalige Zöglinge
der Arbeitsanſtalt, die heute noch im Silberhaar ſich gern der Zeit
erinnern, da ſie der Knabenarbeitsanſtalt angehörten.
Aus dem hiſtoriſchen Rückblick, den der Redner dann gab, iſt erwäh=
nenswert
, daß die Knaben=Arbeitsanſtalt ehemals beſonders in bezug
auf Blumen= und namentlich Roſenzucht weithin berühmt war. Die
Anſtalt gehörte in den 40er und 60er Jahren zu den größten Gärtnereien
des Landes in Roſenzucht, war ſogar auf der Pariſer Weltausſtellung
vertreten und wurde mit den höchſten Preiſen ausgezeichnet. In frühe=
ren
Zeiten floſſen der Anſtalt ſtändig Unterſtützungen Privater und von
Organiſationen zu, deren bedeutſamſte 1851 ein Legat der Frau Albertine
Frank geb. Wichelhauſen mit 92000 Gulden und 1883 ein Legat des
Fräulein Emilie Dannenberger mit 30000 Gulden waren. In weiten
Kreiſen der Darmſtädter Bevölkerung herrſchte ſoziales Empfinden für
die erzieheriſche Bedeutung der Anſtalt, und die Erkenntnis, daß die beſte
Fürſorge nicht Armenunterſtützung, ſondern Erziehung und Unterricht
der Jugend iſt. Nach faſt 70jährigem Beſtehen ging die Anſtalt in den
Beſitz der Stadt Darmſtadt über; ſie hatte damals ein eigenes Ver=
mögen
von 167 000 Mark in bar und 71 000 Mark an Immobilien. Heute
allerdings iſt dieſes Vermögen, wie viele andere, durch die Inflation
dahin. Mit dem herzlichen Wunſche, daß die Anſtalt eine gleich ſegens=
reiche
Wirkſamkeit wie bisher entfalten möge, ſchloß der Redner unter
lebhaftem Beifall der Feſtverſammlung mit einer beſonderen Anerken=
nung
der Verdienſte des derzeitigen Leiters der Anſtalt, Herrn Rektor
Preſſer, für deſſen Wirken die Stadt Darmſtadt herzlichſten Dank
ausſpreche.
Rektor Preſſer,
der Leiter der Knaben=Arbeitsanſtalt, jetzigen Garten= Arbeits=
ſchule
, hielt ſohann die Feſtanſprache, in der er nicht nur einen ge=
ſchichtlichen
Rückblick auf Entſtehen und Entwicklung der Anſtalt warf,
ſondern, weiter ausholend, die Zeit, die zur Gründung der Anſtalt
führte, einer kulturellen Betrachtung unterzog. Es war die Zeit, in der
Peſtalozzis Vorbild alle Schulentwicklung beeinflußte. Der Profeſſor
der Theologie Dr. F. H. C. Schwarz und Oberſchuldtrektor Wilhelm
Heſſe ſchrieben damals in den freimütigen Büchern über die Nöte des
Volkes und beſonders der Jugend. Man ſtand unter dem Eindruck der
Kriegsnöte, die viel Unglück und Not über das deutſche Volk gebracht
hatten, nicht nur materielle, ſondern auch ſeeliſche Not. Ueberall wurde
die Erkenntnis wach, wie nach jedem zerſtörenden Krieg, daß der Aufbau
bei der Jugend beginnen muß. Ein neues Aufleben der Bildung der
Jugend in Heſſen hatte begonnen durch das intenſive Wirken Peſtaloz=
zis
. Neue Lehrerſchulen und neue Methoden des Unterrichts entſtanden
und wurden in Wort und Schrift propagiert. U. a. war auch Karl
Ferdinand Heinrich Beck, in Dieburg geboren, tätig in Darmſtadt, und
ſpäter in Michelſtadt, beſonders intenſio für die Reform der Erziehung
der Jugend eingetreten. Beck wurde der eigentliche Gründer der Anſtalt,
deren Geburtsſtunde eigentlich im Odenwald liegt. Beck ſah in ſeinem
Wirkungskreis in Michelſtadt neben Armut, Hunger, Hilfloſigkeit, Un=
wiſſenheit
, Aberglaube, Mutloſigkeit, daß vorhandene Anlagen, Kräfte
und Fähigkeiten brachlagen und der Entwicklung harrten. Er ſah ein,
daß Unterſtützungen für kurze Zeit wohl die Not lindern, ſie aber nicht

eer Mnaden-sroenganſtan.
beſeitigen konnten. Nur durch Unterricht und Erziehung der Jugend
konnte durchgreifend Abhilfe geſchaffen werden, dazu mußte man der
Jugend die Hand bieten. 1824 kam Beck nach Darmſtadt, wo er dieſelben
Erfahrungen machte wie im Odenwald, wo er oft gezwungen war, als
Nichter des Oberforſtgerichts auch über Kinder Gefängnisſtrafen zu
verhängen.
Das Goldene Ehejubiläum Ludewigs I. gab den äußeren Anlaß zur
Gründung der Knaben=Arbeitsanſtalt. Ludewig I. beſtimmte, daß die
für das Ehejubiläum beſtimmten Summen ausſchließlich wohltätigen
Zwecken zugeführt werden ſollten. Mit ihm wirkten Dr. Hegar, Kom=
merzienrat
Ernſt Hoffmann, Medizinalrat Dr. Huth, Staatsrat Jaup,
Hofkammerſekretär Pfnor, Kaufmann Ludwig Schwab, Geheimrat
Seeger, Rechnungsrat Strecker, Kirchenrat Dr. Wagner u. a. Der 27.
Februar 1827 wurde der eigentliche Geburtstag der beiden Anſtalten,
wenn auch zunächſt die Mädchen=Arbeitsanſtalt ins Leben gerufen ward.
Ein Jahr ſpäter, am 3. März 1828, folgte die Gründung der Knaben=
Arbeitsanſtalt.
In ſeinen weiteten Ausführungen gab Rektor Preſſer dann
einen intereſſanten Ueberblick über die Entwicklung der Anſtalt und
deren fortgeſetztes Wachſen. (Wir verweiſen in dieſer Beziehung auf
den Arfſatz in geſtriger Nummer. Den Schluß ſeiner Ausführungen
bildete eine Darlegung der Arbeit von heute. Zurzeit hat jeder Knabe
der Anſtalt ſein eigenes Gärtchen, das er mit mehr oder weniger Geſchick
bebaut, über das alle aber ausnahmslos herzliche Freude haben. Man=
cher
der Jungen iſt heimat= und elternlos; der Garten, der Spielplatz
erſetzen ihm das. Die Jungen können täglich, auch in den Ferien, zu
jeder Tageszeit in die Arbeitsanſtalt kommen. Sie lernen in enger
Verbindung mit der Mutter Erde und dem, was ſie gibt, das rätſelhafte
Leben kennen, das im Samenkorn geheimnisvoll ruht; ſehen den Keim
ſprießen; ſehen das Wachstum, die Entwicklung und das Gedeihen. Mit
inniger Freude an der eigenen Arbeit wird dieſe Erkenntnis verknüpft.
Auch das Leid kehrt ein, wenn Wetterungunſt oder Ungeſchick etwas
zerſtört. Die Jungen fühlen mit der Natur, ſie verlernen ganz von
ſelbſt mutwilliges Zerſtören, werden überall und immer Schützer deſſen
ſein, was die Natur uns Schönes und Gutes bringt. Der Garten wird
ihnen ſo zur Heimat. Hier liegen die erſten Anſchauungen, hier liegen
die Maßſtäbe zu ſicherem Vergleichen, die erſten Begriffsbildungen; hier
tritt der Junge in Verbindung mit Volks= und Menſchentum; hier .hſt
ſeine Liebe zum heimatlichen Boden, und hier liegen die Fundamente
für die Bildung einer Weltanſchauung. Der Redner ſchloß mit dem
Wunſche, daß die Knaben=Arbeitsanſtalt ihrer Aufgabe treu bleiben
möge, daß ſich immer weiſe Männer finden mögen in den Verwaltungen,
die erkennen, daß hier an den Fundamenten gearbeitet wird. ( Leb=
haftes
Bravo!)
Stadtſchulrat Bach
fügte dem Vorhergeſagten als Vertreter der Schulverwaltung einiges
ebenſo Intereſſante und Wiſſenswerte wie herzlich Gemeinte hinzu. Er
wies darauf hin, daß die Knaben=Arbeitsanſtalt nicht mehr in der frühe=
ren
Form exiſtiert, ſondern heute als Garten=Arbeitsſchule
eine Verſuchsſchule im beſten Sinne des Wortes geworden iſt. Es iſt in
den letzten Jahren ſehr viel von Reformen des Volksſchulweſens ge=
ſchrieben
und geſprochen worden; die Schulverwaltung kann an dieſen
Reformvorſchlägen nicht achtlos vorübergehen, wenn auch nicht alle gut
ſind. So viel aber ſteht feſt, daß die Garten=Arbeitsſchule eine der beſten
und ſegensreichſten Blüten dieſer Reform iſt. Der hier angeſtellte Ver=
ſuch
iſt durchaus gut gelungen. Alles was gefordert wird: Arbeitsſchule,
Heimatſchule, Produktionsſchule, Erlebnisſchule, Willens= und Tatſchule,
Gemeinſchaftsſchule, iſt hier im beſten Sinne vereint. Herrn Rektor
Preſſer und ſeinen Lehrerkollegen ſchulde die Schulverwaltung herz=
lichſten
Dank. Die Erfolge der Anſtalt ſprechen für ſich, und es ſei drin=
gend
und herzlichſt zu wünſchen, daß ſich immer Männer finden möchten,
die dieſer Verſuchsſchule günſtig gegenüberſtehen, und Lehrer, die ſich
ſo aufopfernd in den Dienſt der Schule ſtellen, wie dies zur Zeit der
Fall iſt.
Herr Dr. Spilger ſprach im Namen und Auftrag des Pädagogi=
ſchen
Inſtituts die herzlichſten Glückwünſche aus und erörterte kurz die
Beziehungen zwiſchen Pädagogiſchem Inſtitut und der Garten= Arbeits=
ſchule
, auch ſeinerſeits das ſegensvolle Wirken gerade dieſer Anſtalt, die
die Jugend wieder mit der Natur zuſammenbringt, rühmend. Auch dieſer
Redner ſprach beſonders dem Leiter der Anſtalt, Herrn Rektor Preſ=
ſer
. Dank und Anerkennung aus.
Am Nachmittag fand in der Garten=Arbeitsſchule eine ſchlichte Feier
für die Zöglinge der Anſtalt ſtatt. In einer Anſprache des Leiters wur=
den
ſie auf die Bedeutung des Tages hingewieſen, und im Anſchluß
daran wurden ſie mit Kakao, Kuchen und belegten Brötchen bewirtet.
Der Unterricht fiel am Feſttag aus.
M. St.

Am Senntag haben win
geschlossen. Aber morgen geht unser
Werbeverkauf zu den Einheitspreisen
Mk. 38. 48. 58.
weiter. Vergessen Sie nicht, sich wenig-
stens
einmal unsere Schaufenster heute
Mittag anzusehen.
Btegmällen hinterm Schloß

Hefſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute wird im Großen Haus
die letzte zykliſche Aufführung von Wagners Ring mit Walküre
fortgeſetzt. Es wirken mit die Damen Albrecht, Jncobs, Kapper, Kies=
ling
, Landwehr, Liebel, Merker, Müller=Wiſchin, Opitz, Penſe und die
Herren Johannes Biſchoff, Hans Grahl a. G. und Theo Herrmann.
Muſikaliſche Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm. Die Vorſtel=
lung
beginnt um 19.30 Uhr.
Käthe Dorſch gaſtiert Ende des Monats mit einem eigenen
Enſemble im Landestheater.
Wilhelm Michel, ſpricht am Montag, 12. März, im Foyer des
Großen Hauſes über Die Lage des heutigen Theaters. Näheres wird
noch bekannt gemacht.
Dis große Lubitſch=Filmluſtſpiel So iſt Paris wird, zuſammen
mit zwei kleinen Filmen, im Kleinen Haus zunächſt vom Donnerstag,
8. März, bis Sonntag, 11. März, jeden Nachmittag gegeben. Die Preiſe
der Plätze betragen 0,701,50 Mk. Die genauen Anfangszeiten werden
noch angezeigt.
Im ſechſten Sinfoniekonzert morgen Montag werden
zwei der ſchönſten Sinfonien der deutſchen Muſikliteratur aufgeführt
werden: Mozarts G=Moll=Sinfonie und die B=Dur=Sinfonie von Schu=
mann
. Der Name Frühlingsſinfonie und die Untertitel der einzelnen
Sätze: Frühlingsbeginn Abend Frohe Geſpielen Voller Früh=
ling
ſtammen von Schumann ſelbſt.
Jugendheim, Alexanderſtraße 22. Morgen abend 8 Uhr hält Pfr.
Büchner, früherer Miſſionar, zuletzt Pfarrer in Wild=Weſtamerika,
einen Lichtbildervortrag aus eigenen Anſchauungen über Oſt=
indien
.

Es wird wieder
geſpart!
Die Guthaben unſerer Spareinleger betrugen:
am 1. 1. 1924
rd. 10000 Mk
am 1. 1. 1925
1 740000 Mt
am 1. 1. 1926
5 225 000 Mk
am 1. 1. 1927
8 405 000 Mk.
am 1. 1. 1928
12,6 Millionen Mark
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt

Zum Jubiläum der Sanitätshauptkolonne
vom Roten Kreuz
Im Frühjahr 1928 kann die Freiw. Sanitätshaupt=
Kolonne vom Roten Kreuz Darmſtadt auf eine 40jährige
Tätigkeit zurückblicken. Vierzig Jahre im Dienſte der Allgemeinheit wäh=
rend
langer Friedens= und ſchwerer Kriegsjahre tätig ſein, berechtigt
den Wunſch, dieſen Erinnerungstag feſtlich zu begehen. Die Freiwillige
Sanitätshauptkolonne vom Roten Kreuz hat daher beſchloſſen, am
30. Juni und 1. Juli neben würdigen Feſtveranſtaltungen große Schau=
übungen
und eine mehrere Tage dauernde Fachausſtellung zu veran=
ſtalten
. Zur Durchführung dieſer Arrangements werden erhebliche Geld=
mittel
benötigt. Da die Freiw. Sanitätshauptkolonne ſich ſtets der
Unterſtützung der Geſamteinwohnerſchaft erfreuen konnte, veranſtaltet
ſie auch diesmal eine Sammlung in der Stadt durch Liſten. Die Samm=
ler
führen ſämtlich amtlich beſtätigte Perſonalausweiſe
bei ſich. Da der Ueberſchuß aus den Veranſtaltungen zur Beſchaffung
eines zweiten neuen Krankenwagens beſtimmt iſt, ferner aber auch eine
Jubiläumsſtiftung der Einwohnerſchaft Darmſtadts für ihre
Freiw. Sanitätskolonne beabſichtigt iſt, die den Zweck haben ſoll, unver=
ſchuldet
in Not geratenen aktiven Kolonnenmitgliedern bei ſchweren Un=
glücksfällen
, Erkrankungen und Todesfällen zu helfen, ergeht an alle die
herzliche Bitte:
Unterſtützt die Freiw. Sanitätshauptkolonne
durch Spenden und Zeichnungen in die zur Zeit durch Sammler vor=
gelegten
Liſten.
Alle weiteren Einzelheiten über die kommenden Jubiläumsausſtel=
lungen
werden noch bekannt gegeben.

Die Bücherſtube Alfreb Bodenheimer zeigt ab Montag eine Aus=
ſtellung
von graphiſchen Drucken und Kreidezeichnungen von Elſe
Hei ß=Darmſtadt. Die junge Künſtlerin, die hiermit zum erſtenmal
ihre Arbeiten in größerer Zuſammenfaſſung zeigt, hat ihre techniſche
Ausbildung hauptſächlich bei Prof. Hartmann an der Techniſchen Hoch=
ſchule
hier genoſſen, während ihre Perſönlichkeit ſich durch das ſtarke
Erlebnis der Natur eindeutig entwickelte. Die Ausſtellung iſt frei.
Für den Vortrag von Oskar H. A. Schmitz am 8. März über
Die Verwirrung der Geſchlechter, der vierten Veranſtal=
tung
der Bücherſtube Alfred Bodenheimer in dieſem Winter, macht ſich
ein ſehr ſtarkes Intereſſe bemerkbar. Zu ſeinem 50. Geburtstag ſchrieb
Stefan Zweig u. a. über ihn: Oskar H. A. Schmitz iſt ein Führer ohne
Armee, ein Lehrender ohne zuſammengetrommelte Jüngerſchaft, ein
Mann für ſich ſelbſt und darum für alle: eben durch dieſe beſondere
Freiheit ſeines Geiſtes, der ungebunden und vorurteilslos in Leidenſchaft
oder Revolte zu allen Erſcheinungen der Zeit ſteht, ſcheint er mir dop=
pelt
notwendig in unſerer allzu organiſierten deutſchen geiſtigen Welt.
Schmitz gilt als einer der beſten Redner der Gegenwart. (Karten in der
Bücherſtube erhältlich.)
Orpheum. Der Beginn der Sonntagsvorſtellung iſt mit Rückſicht
auf die auswärtigen Beſucher pünktlich um 7. 45 Uhr! Der Karten=
verkauf
findet ſtatt: Verkehrsbureau von 912 Uhr, Kiosr Ernſt= Lud=
wigplatz
von 1118 Uhr und Kaſſe des Orpheums ab 15 Uhr. Preiſe
der Plätze heute 13,50 Mk. Numerierte Plätze von 1,80 Mk.
an: Telephoniſche Beſtellungen unter Nr. 389. (Siehe heutige Anz.)

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Seite 6
Ueber Darmſtädter ieutſche Lehrer und die
Entwickiung der Schulgeſchichte in Darmſiadt
ſprach am 1. März Herr Prälat D. Dr. Diehl in Alt=Darmſtadt.
Der Redner ging aus von der Zeit vor dem 30jährigen Krieg, wo be=
reits
1452 ein Schulmeiſter von Darmſtadt erwähnt wird. Die Darm=
ſtädter
Schule, deren Lokal auf dem Kirchhof (hinter der Stadtkirche)
war, hatte einen Schulmeiſter Johannes Oſterrodt aus Naſtätten um
1557, der ſpäter als Pfarrer in Arheilgen ſtand. 1585 in der Peſtzeit,
die in Darmſtadt ſtark wütete, trat in der Stadtſchule eine ſtarke Stö=
rung
ein. Sie mußte auf Monate geſchloſſen werden, bis ſpäter der
Landgraf die Wiedereröffnung verfügte. Nach Aufhebung der Stadt=
ſchule
1629, die aber nur ein halbes Jahr dauerte, wird am 10. Sept.
1629 die Verſehung des Dienſtes an der neu eingerichteten Stadtſchule
dem Präceptor Joh. Mattern übertragen. Der Redner ging auf die
Gründung der Schule auf dem Bau. Ecke Langegaſſe und Schulzen=
gaſſe
, dem altehrwürdigen Schultheißen= oder Schulzenbau, eingehend
ein. Dieſer Bau, eines der älteſten Häuſer der Altſtadt, galt bereits vor
300 Jahren als altes Gebäude und war ſchon im 16. Jahrhundert im
ſtädtiſchen Beſitz. Hier wohnte und lehrte der teutſche Schulmeiſter,
d. h. der Lehrer, der gegen freie Wohnung und eine ſtädtiſche Befoldung
alle diefenigen Kinder unterrichtete, die weder die Stadtſchule (eine
Lateinſchule) beſuchten, noch bei einem Nebenlehrer, deren es eine Reihe
gab, die Grundlagen ihrer Bildung empfingen. Im Anfang des 30 Krieges wird als Schulmeiſter uff dem Schulzenbau ein ge=
wiſſer
Piſtorius genannt; 1633 Joh. Pfuhl (geſt. 1640). In der zweiten
Hälfte des Krieges waren auf dem Schulzenbau zwei Schulen. Es wird
dann als Nebenſchullehrer Philipp Grauel erwähnt. Nach dem Kriege
blieb der Schulzenbau Schulhaus für die Deutſche Schule bis in die
90er Jahre. Es wohnten und unterrichteten uff dem Bau unter ande=
rem
die Lehrer Joh. Jak. Fuchs und Joh. Georg Gillemer. Der Redner
verbreitete ſich weiter über die Gründung des Darmſtädter Waiſen=
hauſes
, das in der Zeit der ſchweren Not gegründet wurde, wie Eber=
hardt
Philipp Zuehl auf die Collectenreiſe ging und 5000 fl. ſammelte,
die den Grundſtock für dieſe ſegensreiche Anſtalt bildeten, die für unſer
Heſſenland ſchon vor der Aug. Herm. Frankeſchen Gründung in Halle
ein bleibendes Denkmal iſt. D. Dr. Diehl ſchilderte dabei auch den Bau
und die Gründung des Waiſenhauſes vor dem Beſſunger Tor, unſer
heutiges Ludwig=Georgs=Gymnaſium, in eingehender Weiſe. Eingehend
wurden gewürdigt die Stadtſchulen, Freiſchulen, Schirnſchulen, Neben=
ſchulen
, Mädchenſchulen, das Armenſchulweſen.
Dabei verſtand es der Redner in ſeiner feinen Art, Stadtbilder aus
der Vergangenheit, Schulmeiſtertypen, im guten Sinne, lebendig werden
zu laſſen. Der ganze Vortrag gab eine Fülle ſchulgeſchichtlicher Kultur=
bilder
, zeigte die große Vergangenheit der Darmſtädter Schulgeſchichte
und ihrer Schulmeiſter in den vergangenen Jahrhunderten und die
Ströme des Segens, die von da ausgingen über Generationen von Men=
ſchen
; eine Arbeit, die heute noch als ein Denkmal der größten ſozialen
Taten zu uns herüberleuchtet.
Der tiefgründige Vortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern mit
lebhaftem Beifall aufgenommen, und mit warmen Dankesworten an
den Redner konnte der Vorſitzende, Herr Philipp Weber, den Abend
beſchließen. Nächſter Vortragsabend am 15. März. Es ſpricht Herr
Oberſchulrat Direktor Ritſert über das Thema: Aus dem Blu=
mengärtlein
der deutſchen Sprache.

Turngeneinde Beffungen 1865 E. V., D.2. Ehrung. Zu
einer ſchönen, würdigen Foier geſtaltete ſich die Ehrung anläßlich des
70. Geburtstages unſerer beiden Turnerſenioren J. Birtenſtock und Gg.
Haas. Nachdem ſchon durch den Vorſtand unſerer Turngemeinde ſchrift=
lich
die Glückwünſche dargebracht worden waren, verſammelte ſich die
Altersriege im Vorſtandszummer unſeres Vereinshauſes, um auch ihrei=
ſeits
den Jubilaren die herzlichſten Glüchwünſche zu übermitteln. Turn=
bruder
Fr. Frank feierte beide in einer längeren Rede und hob ihre
vorbildliche Pflichttreue, ihre jetzt noch aktive Antcilnahme an der Tur=
nerei
, ſowie ihre echt menſchlichen Eigenſchaften der Kameradſchaftlich=
eit
und Geſelligkeit hervor. Mehr als 50 Jahre gehören ſie unferem
Verein und ſomit der Deutſchen Turnerſchaft an, und reiche Ehrungen
ſind ihnen für ihre treuen, uneigemmützigen Dienſte geworden, der Ver=
eins
=, Gau= und Kreisehrenbrief, ſowie die Ehrenmitgliedſchaft des Ver=
eins
. Und nun ſtehen ſie am ſchönen Lebensabend in rüſtiger Friſche
und Geſundheit, beleuchtet vom Abendrot beglückender Erinnerungen
und von dem Bewußtſein, in vorbildlicher Pflichterfüllung einer edlen
Sache gedient zu haben. Möge es ihnen vergönnt ſein, den Jüngeren
noch lange ein Vorbild zur Nacheiferung und Nachahmung zu ſein. Der
1. Sprecher, Hering, überbrachte die Glückwünſche des Vorſtandes ſowie
der Gsſamtturngemeinde und feierte die Jubilare als vorbildliche
deutſche Turner, die, ſo Gott will, noch lange auf dem Turnboden den
Jungen vorangehen mögen. Eine beſondere Freude wurde uns da=
durch
zuteil, daß Turnfreund Gauoberkurnwart Hofferbert, der bewährte
langjährige Führer der Darmſtädter Turn=sſchaft, an der Feier teil=
nahm
und die Glüchvüinſche der Altersriege der Turngeineinde Darm=
tadt
1846 überbrachte. Er eröffnete uns in ſeiner Anſprache eine weite
Perſpektive des großen, gemeinſamen Arboitsgebietes der Darmſpädter
Turnerſchaft, der uerläßlichen Forderung zielbewußter, kluger Führer
und des Gefühls der Zuſammengehörigkeit als Ganzes unter Hintan=
ſetzung
alles Trennenden und Kleinlichen, wenn das große Werk nicht
gefährdet, ſondern gefördert werden ſoll. So wuchs dieſe einfache Feier
gleichſam über ſich ſelbſ: hinaus und wurde für die Teilnohmer zu einem
hineren Erlebnis, und als man ſich in vorgerückter Stunde trennte,
ſchied ein jeder mit dem Bewußtſein, wieder einmal etwas von dem
Geiſteswehen verſpürt zu haben, das unſere großen Führer beſeelte, und
das nicht bloß den Turnboden bei alt und jung beleben, ſondern das
auch ſo manche Klippen des täglichen Lebens leichter und freudiger über=
winden
hilft. Unſerem Bericht über die Hauptverſammlung ſei noch
kurz, gewiſſermaßen als Beleg für das erfreuliche Auf= und Weiter=
blühen
unſerer Turngemeinde, hinzugefügt: Der Verein zählt an Mit=
gliedern
: Knaben unter 14 Jahren 52, Madchen 49, Turner bis 21 Jahre
199, über 21 Jahre 221, Turnerinnen bis 21 Jahre 27, über 21 Jahre
31, Geſamtzahl E79. So erfreulich dieſe Zahlen an und für ſich ſind,
ſo befriedigen ſie inſofern wicht, als ſie angeſichts der Größe unſeves
Stadtviertels wohl das Doppelte betragen dürften. Und unſere große,
edle Sache, die die große Volksgemeinſchaft erſtrebt, wäre es wert.
Darum tretet ein in unſere Reihen, helft wit, das große Ziel zu ver=
wirklichen
, zum eigenen Wohl und zum Wohle des großen Ganzen!
Der gleichen Werbearbeit ſoll dienen ein Vorkrag unſeres
Turnbruders Fr. Frank: Ein deutſcher Turnerführer, der am
Samstag, den 3. I. M., in den oberen Räumen unſeres Vereinshauſes,
abends 9 Uhr, ſtattfindet. Hochintereſſante, zeitgemäße Ausführungen,
die jeden, alt und jung, feſſeln werden. Darum laden wir Turner und
Turnerinnen zu zahlreichem Beſuche recht herzlich ein.
Aus der Heſſiſchen Sängerbundbewegung. Bei der Gaudiri=

Gaudirigentenſitzung des Gaues Darmſtadt=Land wurden zum Gauchor=
meiſter
Herr Peter Vetter II. (Pfungſtadt) und in den Muſikausſchuß
die Herren Samper und Etzold, beide aus Darmſtadt, einſtimmig
gewählt. Pcofeſſor Johannes Lippmann in Lichtenberg i. Odw.
iſt kürzlich 70 Jahre alt geworden. Er iſt nicht nur ein Maler von
großen Qualitäten, ſondern auch ein treuer Anhänger der Sangesſache.
Er gehört ſeit 1922 der Geſangsabteilung des Odenwaldklubs an und
iſt zurzeit deren erſter Verſitzender. Daß es ihm an ſeinem Ehrentage
an aufrichtigen Bezeugungen der Liebe, Treue und Dankbarkeit nicht
fehlte, braucht kaum bemerkt zu werden. Dem Heſſiſchen Sängerbund
iſt die Ehrenplakette des Muſeums des Deutſchen Sängerbundes
verliehen worden.
Oeffentliche Impfung. Von Mittwoch, den 7. März ab, je=
weils
15.30 Uhr (3.30 Uhr nachmittags), werden im Schulhaus in
der Rundeturmſtraße öffentliche unentgeltliche Impftermine für
die im Jahre 1926 geborenen und bis jetzt noch nicht geimpften Kinder
abgehalten. Um am erſten Impftage unnötigen Andrang zu vermeiden,
wird darauf hingewieſen, daß drei Impftage vorgeſehen ſind. (Siehe
heutige Bekanntmachung.)

Der Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt
(Geſchäftsſtelle: Beckſtraße 55)
hatte am vorigen Mittwoch zu einem Vortragsabend eingeladen. Er
hat damit Ancegungen aus Mitgliederkreiſen entſprochen. Weitere
Kreiſe ſollen ſo auf die Beſtrebungen aufmerkſam gemacht, neue Mit=
glieder
gewonnen und durch Vortrag und Ausſprache Tierſchutzfragen
geklärt werden. Wie der die Verſammlung in Vertretu ig des 1. Vor=
ſitzenden
eröffnende Schriftleiter der Allgemeinen Tierſchutzzeitſchrift,
Oberſtudienrat i. R. Völſing, ausführte, haben ſich anderwärts ſolche
Abende ſehr bewährt. In größeren Städten werden Tierſchutzwerbe=
tage
mit Aufführungen, Konzerten u. a. gehalten, Wien hielt ſogar eine
ganze Werbewoche. Anderwärts wendet man ſich vorwiegend an die
Jugend durch Kindertierſchutztage (Neiſſ= und andere Orte Schleſiens,
Nürnberg, Gotha). Auch unſere Jubelfeier in 1924 wurde durch Kin=
dervorträge
verſchönt. Den Vortrag an dieſem erſten Abend hatte Herr
Oberreallehrer i. R. Frank, Darmſtadt, übernommen, rühmlichſt bekannt
durch ſeine aufopfernde, wertvolle Mitarbeit in anderen Vereinigungen,
kirchlicher und weltlicher Art, den Leſern der Tierſchutzzeitſch.ift durch
viele vortreffliche Beiträge. Ueber Notwendigkeit des Tier=
ſchutzes
und ſeine praktiſche Ausnutzung ſprach er, Sache und Wort
voll beherrſchend, ein warmer Fürſprecher für die leidende Tierwelt. In
knappen, vorzüglichen Ausführungen ſtreifte e; durh die Geſchichte der
Tierſchutzbewegung, zeigte, wie die bedeutendſten Geiſter, Dichter und
Denker für den Tierſchutz geſprochen haben, damit beweiſend, daß dieſer
doch nicht Sache einiger überſpannter Schwärmer iſt, wie manchmal ge=
ſagt
wird. Auch die Zahlen über Anzeigen und Gerichtsverhandlungen
in mehreren Städten zeigten die Berechtigung. Auf einem Frühlings=
gang
wurden dann eine große Reihe leicht zu beobachtender Fälle
beleuchtet, die zeigen, wie herz= und gedankenlos an der Natur, Pflanzen=
und Tierwelt, gefrevelt wird. Zweckloſes Abreißen von Blumen und
Zweigen, Kätzchen, Froſchquälereien durch gewerbsmäßige Fänger und
rohe Jugend, unſinniges Verfolgen und Töten von Schlangen, Kröten,
Schmetterlingen und dgl., Zerſtören von Vogelneſtern, Schinden der
Pferde an Bauſtellen, Sandgruben, wurden gegeißelt, das Los der
Kettenhunde, der Stalltiere, noch oft in jammervollen finſteren Höhlen
ſtatt Ställen, das Schlachtweſen, Schlacht,feſte mit Kindern als Zu=
ſchauer
, Auswüchſe bei Fiſchfang und Jagd, trauriges Los der Tiere
bei Bärenführern, in kleinen Menagerien und Zirkus, überhaupt ge=
fangener
Wildtiere u. v. a. geſchildert. Wer nach ſolchen überzeugenden,
warmen Worten noch nicht die Notwendigkeit des Tierſchutzes einſieht,
dem fehlt es an richtigem Gefühl. Und was iſt zu tun, um zu beſſern?
Mit der Jugend muß begonnen werden, Schule und Kirche, Aufklärungs=
arbeit
durch Vorträge, Preſſe, Polizei und Geſetzgebung, Vereine und
Verbände müſſen helfen. Ein Beſuch in der ſtädtiſchen Hundebewahr=
anſtalt
(ſogenanntes Tieraſyl) ließ die Mängel dieſer völlig ungenü=
genden
Anlage klar werden. Hierbei warb der Redner für ein vom
Tierſchutzverein geplantes richtiges Tierheim, für das ſchon geſammelt
wird, andere auch kleinere Städte haben ſolche bereits. Die Tat muß
folgen.
Der Beſuch war nicht ſehr ſtark; aber die Hoffnung auf Beſſerung
bei weiteren Abenden hat dieſer doch erweckt. Geſpannte Teilnahme
während der 1½ ſtündigen Rede und reicher Beifall belohnte den Vor=
tragenden
.
Mit Rückſicht auf die Kürze der verfügbaren Beit mußte die in
Ausſicht genommene allgemeine Ausſprache für ſpäter verſchoben werden.
Das von Oberrechnungsrat Kratz warm empfohlene, vom Tierſchutz=
derein
in Heſſen anläßlich der letzten Reichstierſchutztagung in Darmſtadt
herausgegebene Werk: Tierſchutz in Heſſen 18731923 (Preis 1 RM.)
fand guten Abſatz, zumal der Erlös dem Fonds für ein Tierheim zu=
fließen
wird. Als weiterer Erfolg des Abends konnten auch noch 13 Mit=
glieder
=Neuanmeldungen und 30 Mk. freiwillige Spenden für das Tier=
heim
vermerkt werden.
Die diesjährige Hauptverſammlung des Heſſiſchen Diakonievereins
findet am kommenden Mittwoch in ſeinem Heimathaus, Freiligrathſtr. 8,
ſtatt. An dieſe ſchließt ſich wie üblich eine öffentliche Verſammlung an.
In dieſer Verſammlung, die um 4 Uhr nachmittags beginnt, ſpricht
Herr Pfarrer D. Joh. Herz aus Leipzig, der Generalſekretär des Ev. Kongreſſes, über das Thema: Warum Evangeliſch=ſozial?.
Der Evangeliſch=ſoziale Kongreß iſt durch eine Reihe hervorragender
Mitarbeiter und Vorſitzende, wie Friedrich Naumann, A. von Harnack,
Otto Baumgarten berühmt geworden. Der jetzige Vorſitzende iſt der
Reichsgerichtspräſident Dr. Simons, Reichsminiſter a. D. Der Vortrag
des Herrn Pfarrer D. Herz dürfte in allen Kreiſen, die mit Wohlfahrts=
pflege
zu tun haben, reges Intereſſe finden. (Siehe auch heutige Anz.)
G Zur Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung am Donners=
tag
, den 8. März, um 17 Uhr, im Rathaus iſt folgende Tagesord=
nung
feſtgeſetzt: 1. Abſchluß der Kaſſe der Knabenarbeitsanſtalt für
das Rechnungsjahr 1926. 2. Bebauungsplan für das Gebiet ſüdlich und
öſtlich des Friedhofes an der Nieder=Ramſtädter Straße. 3. Randſtein=
verſetzung
in der Stiftſtraße zwiſchen Erbacher= und Landgraf= Georg=
ſtraße
. 4. Umbau des Saalbaues. 5. Mitteilungen.
Reichsverband bildender Künſtler Deutſchlauds, Gau Volksſtaat
Heſſen E. V. Die Fortſetzung unſerer Generaltagung findet am
Mittwoch, den 28. März, nachmittags punkt 2 Uhr, im Reſtaurant Für=
ſtenſaal‟
. Darmſtadt (Grafenſtraße), ſtatt. Tagesordnung: 1. Entlaſtung
des Vorſtandes. 2. Wahl der Kunſtkommiſſion. 3. Ausſtellungsplan
1928. 4. Wahl der Ausſtellungskommiſſion. 5. Lehrvortrag Wehlte=
Dresden, Thema: Grundlegende, werkſtoffliche und techniſche Fragen in
der Malerei, mit Demonſtrationsmaterial. 6. Verſchiedenes.
Weiterer Buchführungs=Kurſus in Darmſtadt zur Vorbereitung
auf die Meiſterprüfung. Für die Kandidaten der diesjährigen Mei=
prüfung
, die bisher noch an keinem Buchführungskurſus teil=
genommen
haben, iſt ein weiterer Kurfus von der Handwerskammer=
Nebenſtelle eingerichtet worden. Die Teilnehmer an dieſem Kurſus wer=
den
aufgefordert, ſich am Mittwoch, den 7. März, abends pünkt=
lich
um 8 Uhr, im Unterrichtsſaal des Ernſt Ludwig=
Hauſes, Alexandraweg 26, einzufinden. Bei dieſer Gelegenheit ſollen
dann die Kurſusſtunden endgültig auf die einzelnen Tage feſtgelegt wer=
den
. Mit Rückſicht darauf, daß bereits am Mittwoch, den 7. März, nach
Möglichkeit anſchließend auch die erſten Kurſusſtunden erteilt werden
ſollen, ſind von den Teilnehmern Schreibhefte und Bleiſtift mitzu=
bringen
.
Orthſcher Männerchor. Am Sonntag, den 11. März d. J., nach=
mittags
4 Uhr, veranſtaltet der Orthſche Männerchor unter der Leitung
des Herrn Muſikdirektor Robert Herber, im Städt. Saalbau ein
Konzert. Dem 1. Teil des Programms liegt eine Franz Schubert=
Ehrung zu ſeinem 100jährigen Todestag zugrunde, während im 2. Teil
vier=, ſechs= und achtſtimmige Chöre von A. Grell, Bortmiansky, J.
Rietz, E. Wendel und W. Moldenhauer zum Vortrag gelangen. Außer=
dem
wurden noch als Soliſten die Herven Peter Schäfer (Baß= Bari=
ton
), Prof. Dr. Nogck (Flügel), Violinwirtuoſe Ernſt Lindner und
Kammermuſiker H. Hennig (beide vom Staatstheater Wiesbaden) ge=
wonnen
. Der Beſuch des Konzertes dürfte damit ein überaus lohnender
ſein, da ſicher jedem Beſucher einige genußreiche Stunden bevorſtehen.
Der Kartenverkauf iſt in den nächſter Tage erſcheinenden Anzeigen und
Plabaten zu erſehen.
Das volkstümliche Orcheſterkonzert unter Leitung von Matthias
Weber findet heute abend um 20 Uhr im großen Saale des Städti=
ſchen
Saalbaues unter Mitwirkung des Darmſtädter Männer=
Quartetts (die Herren Fritz Lang, Gebrüder Sulzmann und Kling)
ſtatt, worauf an dieſer Stelle nochmals hingewieſen ſei. (S. auch Anz.)

14

Verzinſung von Aufwertungs=Sparguthaben.
m Nach der heſſiſchen Verordnung über die Aufwertung von Spar=
guthaben
ſind die Aufwertungsbeträge vom 1. Januar 1927 ab mit jähr=
lich
8 Prozent zu verzinſen. Die Spargläubiger können die Auszahlung
der Zinſen nach Ablauf eines Kalendervierteljahres verlangen. Wie aus
der Anzeige in der heutigen Nummer erſichtlich, fordert die Städtiſche
Sparkaſſe Darmſtadt ihre Spargläubiger auf, die alten Sparbücher zum
Beiſchreiben der Jahreszinſen für 1927 vorzulegen.
Auf Wunſch werden die Zinſen in bar ausbezahlt. Die nicht aus=
bezahlten
Zinſen werden ohne weiteres gutgeſchrieben und mitverzinſt.
Selbſtverſtändlich iſt die Städtiſche Sparkaſſe nach wie vor bereit, in
Fällen nachgewieſener Bedürftigkeit nicht nur die Zinſen, ſondern auch
die 20prozentigen Aufwertungsbeträge ganz oder teilweiſe ſchon jetzt zur
Verfügung zu ſtellen. Sie kommt in dieſer Richtung ihren alten Spar=
gläubigern
nach Möglichkeit entgegen und hat bis fetzt ſchon rund 22000
Poſten im Geſamtbetrage von über einer Million Mark an
Aufwertungsbeträgen vorzeitig zur Verfügung geſtellt.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Die Wander=Abteilung der
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 unternahm bei herlichſtem Wanderwetter
ihre erſte Wanderung im neuen Wanderjahre. Unter Führung von
Wanderwart J. Kochendörfer ging es ein Stück den Schnampel veg ent=
lang
nach der Ludwigs=Eiche. Nachdem die zahlreiche Wanderſchar auf
der Platte feſtgehalten war, wurde der Weitermarſch nach Ober= Ram=
ſtadt
fortgeſetzt. In einem dortigen Gaſthauſe wurden nock einige ge=
mütliche
Stunden verbrecht, um dann mit dem Sieben=Uhr=Zuge die
Heimreiſe anzutreten. Alle Teilnehmer waren von dieſer erſten Wan=
derung
ſehr befriedigt und war dies wohl der beſte Auftakt zu der dies=
jährigen
Wander=Saiſon.
Turnhalle der Turngemeinde 1846. Wir weiſen an dieſer Stelle
auf das heute abend im kleinen Saal der Woogsturnhalle um 7 Uhr
ſtattfindende erſte Konzert des Harmonie=Orcheſters unte
perſönlicher Leitung des Kammervirtuoſen Herrn L. Kümmel hin,
Da der Eintritt frei iſt, ſo iſt ein Beſuch dieſes Konzerts beſtens zu
empfehlen. (Siehe geſtrige Anzeige.)
Das Nationallied der Afghanen auf Grammophon (Die
Stimme ſeines Herrn). Seiner Kgl. Hoheit Aman Ullah,
König von Afghaniſtan, wurde anläßlich einer Beſichtigung der A. E. G.
ein Polyfar=Muſikinſtrument geſchenkt, gebaut in den deutſchen
Fabriken des Polyphon=Grammophon=Konzerns und der A.E.G. Um
den König von der großen Leiſtungsfähigkeit des deutſchen Schallplatten=
Konzerns Polyphon=Grammophon weiterhin zu überzeugen, wurde eine
Platte überreicht, beſpielt mit der afghaniſchen Nationalhymne.
Kunſinotizen.
Ueber Wart, Künſtler oder Hünffieriſche D. ranſtaltungen, deren im Nachſtiche
geſchiebt bebält ſich die Nedatiion lbr Urtell vos
Ab heute Vorverkauf zum Schlusnus=Abend.
Der Vorverkauf zu dem einmaligen Sonderkonzert (Lieder= und Arien=
Abend) des gefeiertſten deutſchen Sängers, Heinrich Schlusnus, erſter
Bariton an der Berliner Staatsoper, ſetzt ab heute in der Muſikalien=
handlung
Wilhelm Heß, Eliſabethenſtraße 34, ein. Dieſes einzige Kon=
zert
des berühmten Sangesmeiſters gibt Gelegenheit, Heinrich Schlusnus
erſtmalig nach ſeiner großen, äußerſt erfolgreichen Amerikareiſe in
Darmſtadt zu hören. Eben erſt nach Deutſchland zurückgekehrt, erhielt
der Künſtler ſchon wieder eine Einladung, die ihn zu Beginn der näch=
ſten
Saiſon nach dem Ausland verpflichtet. Somit iſt das angekündigte
Konzert als das einzigſte dieſes wie auch wohl des kommenden Kon=
zertwinters
zu betrachten, wie auch außer Zweifel ſteht, daß der
Schlusnus=Lieder= und Arien=Abend als das bedeutendſte Geſangs=
ſoliſtenkonzert
dieſes Konzertwinters anzuſehen iſt. Da ſchon jetzt eine
große Zahl von Kartenvormerkungen vorliegt, ſei die rechtzeitige Be=
nutzung
des Vorverkaufs empfohlen. (Näheres durch die Anzeigen.)
Maria Maſer=Schilling (Alt) ſingt am Montag, den
12. März, im Saale der Loge, Sandſtraße 10, Lieder von Schubert,
Schumann, Brahms und H. Wolf. Der Abend dürfte in künſtleriſcher
Hinſicht beſonders vielverſprechend ſein, da ſelten gehörte Geſänge aus
Tieks Magelone von Brahms und eine Ausleſe Wolfſcher Lieder zu Ge=
hör
kommen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Lokale Veranſialtungen.
Die dierunter erſchelnenden Notiyen ſind an ſchſieſllich a s Hinwelſe auf Anzeigen zu betracken
in leinem Falle irgendwie alt Deſprechung oder Kritte
Peryt Shou, der Leiter des Berliner eſoteriſchen Studien=
kreiſes
, bekannt als Forſcher auf dem Gebiete der Metaphyſik, ſpricht am
Montagabend im Rahmen der Neugeiſtveranſtaltungen in dem Logen=
gebäude
, Sandſtraße 10, über das Thema: Ueberſinnliche Seelenkräfte
und ihre Entwicklung. Heute ahnen bereits viele hinter den Erſchei=
nungsformen
der Dinge ihren geiſtigen Hern, aber meiſt gelingt ihnen
nur ein bruchſtückweiſes Erfaſſen der Wirklichkeit, und ſo werden ſie die
Gelegenheit gern benutzen, an Hand eines Wiſſenden einzutreten in das
Reich der Seelenkräfte, und mit ihm lernen, ſie zu entwickeln und zu
meiſtern. Gäſte wie ſtets willkommen. Unkoſtenbeitrag erbeten. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) hören Sie heute
Sonntag abend erſtklaſſiges Familienkonzert. Der Beſuch wird beſon=
ders
empfohlen.
Train=Vereinigung 18 Darmſtadt. Die Kameraden
werden auf die am Mittwoch, 7. März, abends 8 Uhr, im Hotelreſtaurant
Prinz Carl ſtattfindende Monatsverſammlung aufmerkſam gemacht.
jahlreiches Erſcheinen erwünſcht, da die Kommiſſion über die erſte Ver=
handlung
mit dem Offizierverein berichten wird.

Aus den Parteien.

Abg. Glaſer und Landbund=Fraktion haben im
Heſſiſchen Landtag nachſtehenden Antrag eingebracht: Entwäſſe=
ung
der Niederungs gebiete in Heſſen. Wir beantra=
gen
: Der Landtag wolle beſchließen, daß die Betriebskoſten der Pump=
werke
zur Entwäſſerung der Niederungsgebiete in Heſſen auf die Staats=
kaſſe
übernommen werden.

K

Tageskalender für Sonntag ,den 4. März 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 17½ Uhr, Ende 22 Uhr,
L 12: Die Walküre. Kleines Haus, vorm. 11½ Uhr: Gedenf=
feier
für die Gefallenen. Anf. 20 Uhr, Ende 22 Uhr, K 13 ( Bühnen=
volksbund
): Das Spiel von Liebe und Tod Orpheum,
abends 20 Uhr: Metro=Revue: Die Geheimniſſe des Harems.
Konzerte: Schloß=Kaffee, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim,
Waldſchlößchen, Kaffeehaus Bleichſtr. 43, Hottes Schloßgaſſe, Rhein=
gauer
Weinſtube, Darmſtädter Hof, Bockshaut, Neckartor, Reichskrone,
Bismarckeck, Frankfurter Hof, Zentral=Hotel, Turnhalle a. Woogsplatz,
Hotel z. Poſt, Heſſ. Haus, Reichshof, Bürgerhof, Glenz Kahlertſtr. 41,
Mohr Heidelbergerſtr., Rummelbräu, Kaffee Joſt. Stadt=
kapelle
, nachm. 17 Uhr: Paſſionskonzert. Städt. Saalbau,
abends 20 Uhr: Volkstümliches Orcheſter=Konzert, Leitung M. Weber.
Muſikvereinsſaal, vorm. 11½ Uhr =Vortrag: Moderne
Muſiderziehung und neue Wege der Klaviertechnik. Volks=
rechtpartei
, nachm. von 1719 Uhr: Zwangloſe Zuſammenkunft
im Reichshof. Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Helia.
Verſteigerungskalender für Montag, den 5. März 1928.
Nutz= und Brennholzverſteigerung in Mörfelden im Gaſt=
haus
Saalbau, Bahnhofſtr. 5, vormittags 9 Uhr. Holzverſtei=
gerung
in Nieder=Ramſtadt in der Breiderſchen Gaſtwirtſchaft,
vormittags 9 Uhr.

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Nummer 64

Sonntag, den 4. März 1928

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Seite 8

Nummer 64

Aus Heſſen.
Obſibaumzucht und Obſtbaumpflege in Eberſtadt.
Aa. Eberſtadt, 3. März. Wie ſehr gegenwärtig in Eberſtadt einer
richtigen und zweckmäßigen Obſtbaupflege Intereſſe entgegengebracht
wird, beweiſt die Zunahme der Eberſtädter Obſtbaumzüchter, die Hebung
des Verkehrs mit Obſterzeugniſſen und nicht zuletzt die Höhe, auf der
gegen früher der Obſt= und Gartenbauverein Eberſtadt ſteht. Wie bereits
kürzlich mitgeteilt, haben ſich auch die Eberſtädter Obſtbaumzüchter auf
die gemarkungsweiſe Umpfropfung der Obſtbäume eingeſtellt, die zurzeit
in vollem Gange iſt. Das Abwerfen der Köpfe (ungefähr 2400) iſt be=
reits
erfolgt, ſo daß mit dem eigentlichen Umpropfen in Kürze begonnen
werden kann. Es werden nur auserwählte Lokalſorten aufgepropft wer=
den
. Unſtreitig hat ſich damit der Obſt= und Gartenbauverein Eberſtadt
zuſammen mit der Landwirtſchaftskammer ein großes Verdienſt er=
worben
.
Der Obſt= und Gartenbauderein Eberſtadt zählt in dieſem Jahre
rund 170 Mitglieder. Die diesjährige Hauptverſammlung des Vereins
fand am Freitag abend im Gaſthaus Zum Bergſträßer Hof ſtatt und
erfreute ſich eines ſehr guten Beſuches. Die Verſammlung wurde von
dem verdienſtvollen Vereinsvorſitzenden, Lehrer Pförtner, geleitet, der
die Verſammelten begrüßte und ſofort in die geſchäftlichen Beratungen
eintreten ließ. Den Geſchäfts= und Rechenſchaftsbericht erſtattete Ludwin
Eckert. Aus ſeinen Ausführungen ging hervor, daß der Verein mit den
Erfolgen im abgelaufenen Jahr vollauf zufrieden ſein kann. Gute Er=
folge
wurden auch von ſeinen Mitgliedern bei der großen Landwirt=
ſchaftsausſtellung
in Darmſtadt erzielt. Den Kaſſebericht erſtattete in
Vertretung Lehrer Roth, der zweite Vorſitzende des Vereins. Vei der
Vorſtandswahl handelte es ſich lediglich um eine Ergänzungswahl für
verſtorbene Mitglieder. Neu gewählt wurden in den Vorſtand Georg
Rückert und Oberleutnant Krauth=Villenkolonie. Nach den geſchäftlichen
Beratungen ſvurde eine Verloſung von Obſtbäumchen vorgenommen,
Dann ergriff der erſte Vorſitzende, Lehrer Pörtner, das Wort zu
längeren Ausführungen über Pfirſichpflanzen=Pflege und =Schnitt.
Dabei behandelte er gleichzeitig die Bekämpfung der Blutlaus. Die
nächſte Verſammlung, in der ein auswärtiger Okſtbaumfachmann ſpre=
cen
wird, ſoll Ende März ſtattfinden; wenn irgend möglich, ſoll im
Sommer ein Ausflug gemacht werden.
J. Griesheim, 2. März. Gemeinderatsbericht. Die Ange=
legenheit
betreffend Aufvertung der Markanleihen der Kommunalen
Lundesbank in Darmſtadt wurde zwecks näherer Inforation zurück=
geſtellt
. Der vom Heſſiſchen Hochbauamt Darmſtadt vorgelegte Ent=
wurf
des 3. Nachtrags zur Ortsbauſatzung wurde vom Gemeinderat
genehmigt. Der Gemeinderat vertritt hierbei die Anſicht, daß in 8 1
der Ortsfatzung die Worte ſeitens der Gemeinde nicht die Bedeu=
tung
haben ſollen, daß die Gemeinde das Gelände zu erwverben und
umzulegen hat, ſondern nur, daß die Umlegung und Platzgeſtaltung
unter Mitwirkung der Gemeinde geſchehen ſoll, wie dies bei den der=
zeitigen
Umlegungen bereits geſchieht. Das noch vorhandene Bau=
gelände
der Gemeinde, das zwiſchen Hofmann= und Georgſtraße gelegen
iſt, ſoll zum Preiſe von 1,50 Adark pro Quadratmeter veräußert wer=
den
. Aus Anlaß eines Spezialfalles wurde ſeitens der Kommuniſti=
ſchen
Partei em Antrag auf Einziehung der Dienſtwaffen der Ge=
meindebeamten
geſtellt. Dieſer Antrag wurde nach ausgiebiger Aus=
ſprache
abgelehnt. Durch einſtimmigen Beſchluß ſoll der Voranſchlag
einſchließlich allev Beilagen in Druck gelegt und jedem Gemeinderatsmit=
glied
ein Exemplar zugeſtellt werden. Die erforderlichen Mittel hier=
für
wurden bewilligt. Wegen des evil. Erwerbes des hieſigen Gas=
werks
werden zwiſchen der Gemeinde Griesheim und der Allgemeinen
Gas= und Elektrizitätsgeſellſchaft in Bremen ſeit längerer Zeit Ver=
handlungen
geführt. Da eine evtl. Kündigung des beſtehenden Ver=
trages
bis zum 1. April d. J. zu erfolgen hätte, wurde eine Kommiſſion,
beſtehend aus den Herren Bürgermeiſter Schüler und den Gemeinde=
räten
Nothnagel und Müller 2., beſtimmt, die bei der Verwaltung in
Bremen zum Zwecke der Einziehung notwendiger Informationen vor=
ſprechen
ſoll. Fur die Folge ſoll von ſämtlichen Schuldnern, die län=
ger
als 3 Monate mit der Zahlung ihrer Gemeindegefälle im Rückſtanke
ſind, vom Tage der Fälligkeit ob ein Zinsſatz von 6 Prozent pro Jahr
erhoben werden Die Wertzuwachsſteuer des Jakob Schmidt 2. von
hier wurde auf deſſen Antrag erlaſſen, da derſelbe das verkaufte Grund=
ſtück
ſchon vor dem Jahre 1913 in Beſitz hatte. Einem gleichen Er=
ſuchen
der Peter Martin Wwe, hier wurde ſtattgegeben, da der Erlös
des verkauften Grundſtücks zur Herſtellung ihres Wohnhauſes verwendet
tuurde.
F Eberſtadt, 3. März. Holzverſteigerungen. Die Brenn=
holz
=Verſteigerung Nr. 6 findet am Montag (5. März); die Nutzholz=
Verſteigerung Nr. 4 am Donnerstag (8. März) ſtatt, und beginnen beide
vormittags 10 Uhr Zuſammenkunft der Steigerer an beiden Tagen am
Friedhof. Die Störche ſind wieder da. Auch unſer Storchen=
paar
iſt wieder eingetroffen und hat ſeine alte Wohnung auf dem Pleſer=

Frühlings.
42. Eberſtadt, 3. März. Entlaſſung aus der Schule. An
der hieſigen Volksſchule werden die Entlaſſungen der drei Oberklaſſen
vor Beginn der Oſterferien am Samstag, den 31. März, vorgenommen
werden. Die von der Schule abgehenden Knaben und Mädchen wenden
ſich den verſchiedenſten Berufen zu. Für die meiſten war die Berufswahl
und Schaffung einer Lehrſtelle ſehr ſchwer. Ueber das Vermögen der
Hornwarenfabrik Friedrich Wette iſt das Konkursverfahren eröffnet
worden.
Aa. Pfungſtadt, 3. März. Raſenſportvereins=Jubiläum.
Der hieſige Raſenſportverein Germania 1903 e. V. kann in dieſem
Jahre auf ein 25jähriges Beſtehen zurückblicken. Der Verein iſt einer
der älteſten Fußballvereine in Heſſen. Er betreibt nicht nur das Fuß=
ballſpiel
, ſondern auch die Leichtathletik in ausgedehntem Maße. Der
Verein hat beſchloſſen, das Jubiläum am 30. Juni und 1. Juli abzu=
halten
. Auf der Jubiläumstagung und den damit verbundenen Feſt=
lichkeiten
werden namhafte Vertreter des Süddeutſchen Fußballbundes
nach Pfungſtadt kommen. Feuerwehr. Die Freiwillige Feuer=
wehr
Pfungſtadt hält ihre diesjährige Generalverſammlung im Gaſt=
haus
Feidel am Samstag, den 10. März, ab.

Sonntag den 4 März 1928

4k. NieberMamſtadt, 3. März. Der Geſangverein Har=
monie
veranſtaltet am Sonntag, 11. März, im Saale des Gaſthauſes
Zum goldenen Anker (Fiſcher) einen Volkslieder= Konzert=
abend
mit Schubertfeier. Der erſte Teil des Programms umfaßt deut=
ſche
Volkslieder, muſikaliſche Darbietungen ſowie einen kurzen Vortrag
des Chorleiters, Herrn Lehrer Samper, über das deutſche Volkslied.
Vorträge der Soliſten des Vereins, der Herren Wilh. Heil (Tenor) und
Fr. Rückert (Bariton) werden dieſen Teil erweitern. Der zweite Teil
iſt dem Andenken Franz Schuberts gewidmet. Der Chor bringt nach
einem kurzen Vortrag Lieder von Schubert, ebenſo die Konzertſängerin
Fräulein Elſe Karl aus Frankfurt a. M. Die Konzertſtücke werden aus=
geführt
unter Leitung des Herrn Konzertmeiſters H. Crößmann,
Lehrer an der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. Zu Oſtern d. Js.
werden in die Volksſchule aufgenommen, 57 Kinder, dar=
unter
27 Knaben und 30 Mädchen. Bei der allgemeinen, am Sonntag
ſtattfindenden Feier aus Anlaß des Volkstrauertages an dem
Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen (Schulſtraße) wirkt in die=
ſem
Jahre der Geſangverein Eintracht mit. Unter den hieſigen Ge=
ſangvereinen
wurde eine Vereinbarung dahingehend getroffen, daß ſie
in Zukunft bei derartigen Feiern abwechſelnd mitwirken.
G. Ober=Ramſtadt, 3. März. Zur Schulentlaſſung kommen hier in
dieſem Jahre 95 Kinder, und zuar 44 Knaben und 51 Mädchen. In
Arbeitsloſen=Unterſtützung ſtehen gegenwärtig 128 Perſonen, außerdem
werden noch 20 in der Kriſenfürſorge betreut.
4a. Dieburg, 3. März. Hausſammlung. Zu Gunſten des ge=
planten
Ehrenmals der Stadt Dieburg findet am heutigen Volkstrauer=
tag
eine Hausſammlung ſtatt, die hoffentlich ein gutes Ergebnis hat.
Schuhmachermeiſter Karl Neumann iſt im Alter von 72 Jahren
geſtorben.
* Klein=Umſtadt, 4. März. Am heutigen Tage feiern die Eheleute
Sturmfels, Schneidermeiſter, das Feſt der goldenen Hochzeit. Beide
Jubilare erfreuen ſich noch beſter Geſundheit. Am Montag, den 5.
März, findet im hieſigen Gemeindewald die letzte Holzverſteigerung ſtatt.
O. Groß=Bieberan, 3. März. Der Volkstrauertag wird auch
in unſerer Gemeinde durch einen feierlichen Gottesdienſt begangen, an
dem ſich alle hieſigen Vereine beteiligen werden. Hoffentlich kann der
nächſtjährige Tag auch an dem neuen Denkmal auf der Haslochhöhe
durch eine beſondere öffentliche Feier die gefallenen Helden unſerer Ge=
meinde
und deren Angehörigen ehren. Die öffentliche Sammlung hat
weitere günſtige Ergebniſſe gezeigt. Auch den in der Fremde weilenden
Groß=Bieberauern ſoll Gelegenheit gegeben werden, ihr Scherflein zu
ſpenden. Endlich hat der Ortsvorſtand beſchloſſen, den Reſtbetrag bis
zuu veranſchlagten Höhe der Unkoſten des Denkmals auf die Gemeinde
zu übernehmen. Der Entwurf zeigt einen mächtigen achteckigen Kup=
pelbau
in Höhe von 12 Metern, der in ſeinem Innern die Tafeln mit
den Namen der Gefallenen enthält. Die Induſtrie ſchreitet in
unſerer Gemeinde rüſtig vorwärts. Beſonders vermehren ſich die
Drehereien für Federhalter, Gegenſtände für elektriſche Anlagen und
Luxusartikel. Gegenwärtig beginnt die Firma Merz u. Krell mit einem
großen Neubau für eine größere Fabrikanlage in der Nähe des Bahn=
hofes
. Die Schädlingsbekämpfung durch Karbolineum iſt
bald beendet. Die unter dem Spritzenführer Gärtner Habermehl
ſtehende Motorſpritze ſteht auch anderen Gemeinden zur Verfügung.
Der Obſtbauverein hielt ſeine Hauptverſammlung im Gaſthaus
Zum Rodenſtein ab. Neben der ſorgfältigen Berichterſtattung des
Herrn Gerſtenſchläger und der günſtigen Rechnungsablage des Herrn
Reibold hielt Herr Lehrer Röſch aus Ober=Ramſtadt einen ſehr inter=
eſſanten
Vortrag über die Beziehungen der Biene zur Landwirtſchaft
und beſonders zum Obſtbau. Dieſer Bienenzüchter und feine Beobachter
verſtand es, die zahlreichen Mitglieder und Gäſte zur größten Aufmerk=
ſamkeit
zu bannen und neues Intereſſe für die Arbeit der Biene zu
wechen. Eine rege Ausſprache folgte. Eine Samenverloſung ſchloß die
Verſammlung.
* Groß=Bieberau, 3. März. Ferkelmarkt. Der nächſte Markt
findet am 5. d. M. ſtatt. Der Auftrieb von 8.309 Uhr iſt einzuhalten.
N. Reichelsheim i. O., 3. März. Sammlung für mild=
tätige
Zwecke. Bei der kürzlich von den Schülevinnen der oberſten
Schulklaſſe durchgeführten, im Auftrage des Vorſtandes des Hilfsver=
eins
für die Geiſteskranken Heſſens vorgenommenen Sammlung wurde
für dieſen Zweck die anſehnliche Summe von 117,45 Mark geſpendet.
N. Aus dem Gerſprenztal, 3. März. Letzte Holzverſteige=
rungen
. Die Holzverſteigerungen aus den großen Waldungen im
Beſitz des Grafen von Erbach und des Freiherrn von Gemmingen, ſowie
der Landwirte nähern ſich ihrem Ende. Es wurden hohe Preiſe für
das Brennholz erzielt; beiſpielsweiſe wurden bei einzelnen Verſteigerun=
gen
für den Raummeter Buchen=Scheitholz 1. Klaſſe bis zu 40 Mark
geboten.

Kraftpoſilinien Main Mümling.
CAuf Einladung des Odenwald=Verkehrsbundes fand
am Freitag in Michelſtadt eine eingehende Ausſprache über die Fahr=
plangeſtaltung
der Kraftpoſtlinien Main=Mümling ſtatt; vertreten waren
außer den beteiligten Gemeinden namentlich die Oberpoſtdirer=
tion
Darmſtadt ſowie der Verkehrsbund für das Main=
tal
(Sitz Miltenberg a. M.). Zur Genugtuung der Verſammlung
konnte feſtgeſtellt werden, daß bei allerdings eingeſchränktem Betrieb
der Linien ein Fehlbetrag in der Betriebsführunge nicht erwachſen iſt,
ſo daß die Garantiegemeinden von Zahlungen befreit blieben. Die Ver=
treter
der Gemeinde Bad König erklärten ſich erfreulicherweiſe bereit.
in die Garantiegemeinſchaft wieder einzutreten. Hinſichtlich der Geſtal=
tung
des Fahrplans im Sommer 1928 wurde beſchloſſen, während des
ganzen Sommers die Fahrten der Strecke MichelſtadtErbach- Viel=
brunn
-Laudenbach außer am Mittwoch auch an Sonn= und Feiertagen
auszuführen. Während der Hauptreiſe zeit im Juli und Auguſt ſollen
dieſe Fahrten wieder unmittelbar bis und ab Miltenberg durchgeführt
werden; in der übrigen Zeit wird wie bisher für gute Bahnanſchlüſſe
in Laudenbach Sorge getragen. Auf der Teilſtrecke Vielbrunn-König
ſollen im Sommer drei Fahrtenpaare täglich ausgeführt werden. Alles
in allem beſtand Uebereinſtimmung darüber, daß an der bisherigen
durchaus bewährten Einheit der Kraftpoſtlinien Main=Mümling auch
für die Folge feſtgehalten werden foll.
Steinbach i. Obw., 1. März. Am 29. Januar 1898 wurde der
wirtſchaftliche Konſumverein Steinbach gegründet. Derſelbe
konnte alſo in dieſem Jahre auf eine 30jährige Vergangenheit zurück=
blicken
. Aus kleinen Anfängen heraus hat derſelbe ſich allmählich recht
gut entwickelt, bis im Jahre 1908 die Spar= und Darlehnskaſſe Stein=
bach
gegründet wurde und dadurch ein großer Teil der Mitglieder, be=
ſonders
von Steinbach, ſich dieſer Genoſſenſchaft anſchloſſen. In der
Nachkriegszeit erreichte der Konſumverein ſeinen höchſten Mitglieder=
ſtand
. Es war eben jene Zeit, wo die meiſten Waren nur durch Ge=
noſſenſchaften
bezogen werden konnten. Nach der Inflation hat die
Genoſſenſchaft den Geſchäftsbetrieb im alten Umfange wieder aufge=
nommen
, ſoweit er für die verhältnismäßig kleinen wirtſchaftlichen Ver=
hältniſſe
ſeiner Mitglieder von Steinbach, Michelſtadt und Weiten=Geſäß
notwendig war. Auch der Konſumverein Steinbach hatte ſchwere Zeiten
durchzumachen. Aber durch die energiſche und tatkräftige Arbeit der
Verwaltungsorgane, beſonders ſeines Rendanten Herrn Lehrers Hoffark,
der ſeit Gründung der Genoſſenſchaft Rechner iſt, hat er die heutige
Blüte wieder erreicht. Der Konſumverein Steinbach marſchiert wieder.
Im letzten Jahre wurde Herrn Lehrer Hoffart und dem früheren Auf=
ſichtsratspräſidenten
Herrn Gutspächter Hoffart von Rehbach ſeitens des
Verbandes in Darmſtadt das Ehrendiplom überreicht. Beide Herren
haben einen hervorragenden Anteil an der Entwicklung des Konſum=
vereins
gehabt und ſolche Männer zu ehren iſt Dankespflicht der heu=
tigen
Generation.
b. Erbach i. O., 3. März. Elternabend der Stadtſchule
Erbach. Zu einem Elternabend hatte die hieſige Stadtſchule die
Eltern und Freuade unſerer Jugend in den großen Saal des Schützen=
hof
eingeladen. Der Saal war bis auf den letzten Platz beſetzt, ein
Beweis, welches Intereſſe der Veranſtaltung entgegengebracht wird.
Punkt 8½ Uhr entbot Herr Rektor Weber, der verdienſtvolle Leiter
unſerer Stadtſchule, den erſchienenen Eltern und Freunden unſerer
kleinen Schar herzlichſten Willkommen ruß. Sein Dank galt zunächſt
allen, die durch ihre tatkräftige Mitarbeit die Veranſtaltung des Abends
ermöglicht haben, vor allen den Damen und Herren des Lehrkörpers,
die in aufopfernder Weiſe die Vorarbeiten geleiſtet haben. Er erwähnte
ferner, daß ſich die Schule, da die verlingten Karten für einen Abend
nicht alle ausgegeben werden konnten, da ſonſt eine Ueberfüllung des
Saales unvermeidlich geweſen wäre, entſchloſſen habe, die Veranſtaltung
am geſtrigen Freitagabend zu wiederholen. Im Bedarfsfall ſoll im Laufe
kommender Woche ein dritter Abend eingeſchaltet werden. Auf Zweck
und Ziele der Elternabende eingehend, betonte Herr Rektor Weber, daß
es nicht allein Sache der Lehrerſchaft und der Schule ſein müſſe, den
Kindern die im Lebenskampfe erforderliche Bildung und Kenntniſſe zu
übermiteln, ſondern daß in unſerer Kinder Herzen Frohſinn, Heiterkeit
hineingehöre, die zu pflegen in erſter Linie eine Aufgabe der Schule
ſei. Ein Eintrittsgeld wurde nicht erhoben. Herr Rektor Weber bat um
eine kleine Gabe bei Schluß der Veranſtaltung, die die Schule zur
Deckung der entſtandenen Unkoſten benötige. Den Reigen der Darbie=
tungen
eröffnete die neu zuſammengeſtellte Schülerkapelle unter der
vortrefflichen Leitung des Herrn Lehrer Lamberth. Schüler und
Schülerinnnen, mit dem Spielen der Mundharmonika (im Volksmund
Maulorgel genannt) vorzüglich vertraut, brachten in Verbindung mit
Violinſpielern unter Harmoniumbegleitung des Herrn Lamberth treff=
liche
Volksweiſen zum Vortrag. Der Höhepunkt des Erfolges wurde
mit der Aufführung des Märchenſpiels Das luſtige Schneiderlein er=
reicht
, in dem alle mitwirkenden Kleinen ihr Beſtes gaben. Die ſtrahlen=
den
Geſichter der Kinder bewieſen dem Publikum und ihrer Lehrer=
ſchaft
, daß Letztere mit derartigen Veranſtaltungen ohne Zweifel das
Richtige getroffen. Der verdiente Beifall wurde dem kleinen Theater=
völkchen
, das hoffentlich ſpäter unſere Vereins=Dilettantenbühnen ziert,
in reichem Maße zu Teil. Die Pauſen zwiſchen den verſchiedenen Akten
füllte die Schülerkapelle durch gute Muſikſtücke aus. Erwähnung ver=
dient
die vorzügliche Bühnendekoration, die ihren Schöpfern, den
Herren Lehrer Zinſer und Hänsler alle Ehre machte. Auch Herr Lehrer
Pfeiffer, der in unermüdlicher geduldiger Arbeit das Einüben des Textes
übernommen hatte, ſei hier lobend erwähnt. Die kleinen Tänzerinnen,
die in vollendeter Grazie eine Francaiſe in Rokokokoſtüm, einen Tiroler=
reigen
und einen Odenwälder Bauerntanz zum Beſten gaben, machten
ihren Lehrerinnen Frl. Gärtner und Frl. Schättler alle Ehre. Beiden
genannten Damen und Frl. Dautermann gebührt für ihre Mühewal=
tung
, die ſie durch Anfertigung ſowohl der Theatergarderobe, als auch
der Koſtüme für die Tänzerinnen übernommen haben, herzlichſter Dank.
Der ganze Abend hat ohne Zweifel das Band, das Schule und Eltern=
ſchaft
in Erbach dank der vortrefflichen Arbeit unſeres Lehrkörpers unter
der unübertrefflichen Leitung des Herrn Rektors Weber umſchlingt, ge=
feſtigt
, unſere Elternſchaft weiß, daß die Kinder in beſten Händen ſind,
und bringt der Schule unbeſchränktes Vertrauen entgegen. Wenn auch
kein klingender Lohn für die Lehrerſchaft, ſo doch ein ideeller, der ihr
die innere Befriedigung in ihrem ſchweren Amt bringen möge.

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[ ][  ][ ]

Sonntag, den 4. März 1928

Seite 9

Mummer 64

Aenderungen in den Krafipoſifahrplänen.
1. Strecke BeerfeldenHirſchhorn-Beerfelben.
Fahrplanbild 28.
Die Kraftpoſt wird mit Ablauf des 25. Februar endgültig auf=
woben
.
2. Strecke AlzeyNack.
Fahrplanbild 26.
Der Ort Heimersheim wird bei den Fahrten nicht mehr berührt.
Der Fahrplan geſtaltet ſich wie folgt:

Ri
11
140 V
170 Ae km ab Alzey, Bhf. an 70 *
110
130 2
180 11u 144 170 1.n 1Iw Friedenseiche4 77 110 130 170 11: 150 170 1820 6 V Erbesbüdesheim / 7u 10- 12 170 10 150 17:0 190 8 an. Nack
ab 7u Ae 1200 17-

) nur bis 31. März 1928, ) ab 1. April 1928 nur an Sonn= und
evertagen.
13. Strecke MainzKoſtheimTrebur-Nauheim (Kr. Groß=Gerau).
Fahrplanbild 32.
Die ſonntägliche Fahrt ab Trebur, Poſt 12,29, an Aſtheim 12,36,
Vürd 30 Minuten früher gelegt; daran anſchließend wird an Sonn=
mo
Feiertagen eine Fahrt ab Aſtheim 12,07, an Nauheim 12,27 Uhr
Sgeführt. Die Fahrt ab Trebur 12,44, an Nauheim Bhf. 1257 Uhr,
eikehrt nur werktags. An Sonn= und Feiertagen wird ab Trebur,
Eifſt 7.43 Uhr, an Nauheim Bhf. 7,53 Uhr, noch eine Fahrt eingelegt.
de bisher werktägliche Fahrt ab Nauheim Bhf. 8,30 Uhr, an Trebur
Eirſt 8,/43 Uhr, verkehrt täglich.
Der geänderte Fahrplan geſtaltet ſich wie folgt:

ab. Aſtheim
Trebur, Poſt
Trebur, Rathaus
an Nauheim, Bhf.

W 120 1214 194 i 210 1245 IE 127 2277 F 190 130 V 197 13: b. Erhach . O.,

Eiſenbahnanſchlüſſe
nich Mainz von
nach Darmſtadt von

Molf. Dieſer Tage fand auf Einladung der Firma Löffler und Wolf
inse Beſichtigung des neueingerichteten Betriebes durch den Gemeinde=
a
ſtatt. Die Firma beſchäftigt zurzeit 85 Angeſtellte, Arbeiter und
-beiterinnen. Der verſprochene Anfangsbeſtand iſt ſomit bereits übir=
chritten
. Die Firma hofft in kurzer Zeit die Belegſchaft zu verdoppeln.
Im Intereſſe unſerer Erwerbsloſen und damit unſerer Vaterſtadt wäre
ſiüſeſer Entwicklungsgang ſehr zu begrüßen. Die Opfer, die die Stadt
Elbach für die Hereinbringung dieſes neuen Betriebes gebracht hat,
virren dann voll und ganz gerechtfertigt. Am Montag, den 5. Marz
. J., abends 8½ Uhr, findet im Nebenzimmer des Gaſthauſes Zum
Oichſen eine Sitzung des Ortsausſchuſſes für Leibesübungen ſtatt.
drer Verband der Gewerbetreibenden ruft ſeine Mitglieder für Sonntag,
drr 18. März d. J., nachmittags 1 Uhr. zu einer großen Notkundgebung
n den Saal des Schützenhofes in Erbach. Nähere Einzelheiten werden
nurh bekannt gegeben.
Bn. Hirſchhorn, 3. März. Die am 20. Januar Ifd. J3. von dem
Gikockenſtuhl der Katholiſchen Pfarrkirche abgenommenen 3 Glocken wur=
dun
, wie an dieſer Stelle ſchon gemeldet, nach Frankenthal verbracht, wo=
ſelbſt
ſte am Samstag, den 25. Februar 1928 von der Firma Hamm
wmigegoſſen wurden. Die katholiſche Kirche wird ſomit wieder 3 Glocken
enhalten, wovon die größte 112 Zentimeter unteren Randdurchmeſſer
hdt. Der Glockenlieferung, die wahrſcheinlich am 18. März Ifd. Js.
mSolgt, ſoll gleichzeitig ein neuer eiſerner Glockenſtuhl beigegeben werden
* Hirſchhorn, 3. März. Waſſerſtand des Neckars am
2.! März: 1 32 Meter; am 3. März: 130 Meter.
Ag. Lindenfels, 3. März. Volkstrauertag. Morgen Sonn=
teng
, den 4. März, findet am Ehrenhain im Schenkenberg nach Beendi=
gung
der Gottesdienſte eine würdige Feier ſtatt. An dieſer Trauerfeier
wrd ſich wieder die ganze Gemeinde beteiligen. Waſſerlei=
ting
. Die Aufgrabungen für die Waſſerleitung nach dem Oſtteil unſe=
ris
Städtchens haben dank des prachtvollen Wetters gute Fortſchritte
grmacht. Verſchiedentlich iſt man auf Felſen geſtoßen, welche durch
Swrengungen beſeitigt werden mußten Erdmaſſen ſind in dem Lauf=
quaben
bis jetzt nur in geringem Umfange aufgetreten. Die Arbeiten
darften mit einer weiteren Woche wieder beendet ſein. Die Bewohner
dss Oſtteils haben nunmehr die Sicherheit, im Falle eines Brandes ge=
wiigend
Waſſermaſſen zur Verfügung zu haben, was bei dem letzten
Prrand ſehr zu wünſchen übrig ließ. Gemeindeholzver=
lw
ſung. Bei der diesjährigen Verloſung des Gemeindeholzes kamen
wieder an die bezugsberechtigten Ortsbürger 1½ Mtr. Kmüipvel= oder
Stcheitholz zur Verteilung. Mit dem Einzahlen von 7 Mk. können die
Losholzzettel auf der Gemeindekaſſe in Empfang genommen werden., Es
läehnt ſich alſo immer noch. in Lindenfels Ortsbürger zu werden
6 teuerproteſtkundgebungen. Die Landwirtſchaft in Star=
kanburg
, vereint mit dem Kleingewerbe, beabſichtigt demnächſt, vor den
ſünanzämtern und dem Landesfinanzamt größere Demonſtrationen zu
uranſtalten. Der Landbund und der hieſige Ortsgewerbeverein wer=
den
gemeinſam die hieſigen ärmlichen Land= und Verdienſtverhältniſſe
ur zuſtändiger Stelle vorbringen, damit der Steuerausgleich endlich ein=
al
gerecht vorgenommen wird.

Erilbfahesleer
Meryenkranke
v. Nerwös-Erschönfte Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
bei Frankfurt am Main Proenekte durch:
2
Dr. M. Schulze-Kahleuss. Verven

m. Vom ſüdlichen Odenwald, 3. März. Holzverſteigerung.
Das Heſſiſche Forſtamt Hirſchhorn hält am 8. d. M., vormittags halb 9
Uhr beginnend, im Gaſthaus Zum Erbach=Fürſtenauer,Hof eine grö=
ßere
Holzverſteigerung ab in verſchiedenen Holzarten. Fortſetzung iſt am
9. d. M. an demſelben Orte zu derſelben Zeit. Am 5. d. M. ver=
ſteigert
das heſſiſche Forſtamt Beerfelden nachmittags 5 Uhr in der Gaſt=
wirtſchaft
von Friedrich Foshag in Gammelsbach einen kleineren Poſten
Nutz= und Brennholz aus den Staatswaldungen in der genannten Ge=
meinde
. In Hebſtahl, auf dem Jagdgebiet des Herrn Gaſtell=Mainz,
erlegte Jagdaufſeher Herr Mechler zu anfang der Woche die erſte
Schnepfe für dieſes Jahr.,
H. Von der Bergſtraße, 3. März. Der Mathaiſenmarkt
in Schriesheim wurde dieſes Jahr ungemein ſtark beſucht. Am Haupt=
tag
, am Dienstag, wurden nicht weniger als 5000 Eintrittskarten gelöſt
und brachte einen Verkehr erſten Ranges. Die Geſamtzahl der Be=
ſucher
wird in dieſem Jahre auf 15 000 geſchätzt. Aus Furcht
vor Strafe entfernte ſich die 12 Jahre alte Schülerin Helene Filſer
in Leutershauſen vor acht Tagen aus der Schule und war ſpurlos ver=
ſchwunden
. Jetzt wurde ſie in Mannheim aufgegriffen und den beſorg=
ten
Eltern zurückgebracht. Mit 15 Jahren lebensmüde aus
Liebeskummer. Ein 15jähriges Mädchen aus Schwetzingen
trank eine giftige Flüſſigkeit, um ſich das Leben zu nehmen und zwar
aus Liebeskummer. Die junge Lebensmüde wurde in die Klinik
nach Heidelberg verbracht.
Ay. Bensheim, 3. März. Promotion eines Bensheimers
zum Doktor der Philoſophie an der Univerſität
Heidelberg. Kürzlich konnte ein Sohn der Stadt Bensheim, Kap=
lan
Wilhelm Michel, ein Sohn des früheren Rektors Michel an der
Seminarübungsſchule, an der Heidelberger Univerſität den philoſophi=
ſchen
Doktorgrad erwerben. Das Thema ſeiner Diſſertation handelte
über das Wiener Konkordat von 1448 und die kirchliche Reformbewegung
in der erſten Hälfte des 15. Jahrhunderts, unter beſonderer Berückſich=
tigung
der Reformbeſtrebungen in der alten Mainzer Erzdiözeſe.
Wohnſitzverlegung. Unſer bisheriger Mitbürger, Prof.
Dr. med. von Oettingen, hat nach dem Verkauf ſeines Villenanweſens
an den heſſiſchen Staat ſeinen Wohnſitz nunmehr von Bensheim fort
nach Eiſenach verlegt. Nach Kriegsausgang hatte ſich Herr v. Oettinger
in Bensheim als Spezialarzt der Chirurgie niedergelaſſen, jedoch im
Jahre 1923 ſeine Praxis wieder aufgegeben und eine Reiſe nach Bra=
ſilien
unternommen, von der er erſt vor kurzem zurückgekehrt war.
Vom Forſtamt Bensheim. Am 1. März iſt, wie gemeldet, der
Vorſtand des Forſtamts Bensheim, Oberforſtmeiſter Karl Bonhard, auf
ſein Nachſuchen, in den Ruheſtand getreten. Nach 23jähriger Dienſtzeit
in Mörfelden war er im Frühjahr 1921 als Oberförſter nach Bens=
heim
verſetzt worden. Während ſeines Hierſeins ließ er ſich zumal die
Verſchönerung unſerer Bergwälder angelegen ſein. Unter ſeiner Dienſt=
zeit
wurde übrigens auch der Waldbeſitz der heſſiſchen Exklave Wimpfen
am Neckar dem Bezirk des Forſtamtes Bensheim zugeteilt. Herr Bon=
hard
beabſichtigt, ſeinen Wohnſitz nach Darmſtadt zu verlegen.
W. Heppenheim a. d. B., 3. März. Seeverein. Am letzten Mitt=
woch
hatte der hieſige Seeverein ſeine Hauptverſammlung. Der ſeit=
herige
Vorſtand wurde wiedergewählt. Die Vevſammlung beſchloß ein=
ſtimmig
, den Reichstag zu bitten, daß die in dem Etat des Reichswehr=
miniſteriums
eingeſtellte erſte Rate für den Bau eines Panzerſchiffes
von 10 000 Tonnen bewilligt wird, damit die noch vorhandenen geringen
Reſte der Seemacht nicht zugrunde gingen. Bei der letzten Nachmit=
tagswanderung
der hieſigen Odenwaldklubs war für deren Teil=
nehmer
eine Ueberraſchung vorgeſehen, und zwar die Beſichtigung der
Quellenfaſſung in Absbrunn. Die dort gefundene alte Quelle hat eine
80 Bentimeter ſtarke Holzeinfaſſung und dürfte, nach dem dabei verwen=
deten
Stein zu urteilen, ſchon bei der Errichtung der Starkenburg ge=
faßt
worden ſein. Dieſelbe Quelle ermöglichte auch den Wiederaufbau
der Starkenburg. Man kann deshalb annehmen, daß das Brunnen=
reſervoir
, das 85 Meter tief gegraben wurde und immer noch kein
Waſſer auſweiſt, lediglich als Reſervoir im Falle einer Belagerung ge=
dient
hat. Es wäre für die Nachwelt ſicher von Intereſſe, wenn man
die Quellenfaſſung in ungefähr der alten Form an irgendeiner Stelle
der Starkenburg anbringen könnte, verbunden mit den nötigen Erläu=
terungen
.
Bm. Hofheim (Nied), 3. März. Hausſuchung. Unter dem Ver=
dacht
, die kürzlich berichteten Telephondiebſtähle auf der Bahnſtrccke
zwiſchen Bobſtadt und Lampertheim ausgeführt zu haben, unterſuchten
diefer Tage Gendarmerie und Eiſenbahnkriminalbeamte die Wohnung
eines hieſigen Elektrikers und eines Fahrradhändlers. Bei erſterem wur=
den
verſchiedene Werkzeuge beſchlagnahmt. Der Verdacht auf den
Elektriker verſtärkt ſich noch dadurch daß dieſer vor den Beamten
flüchtete, jedoch zuſammen mit dem Fahrradhändler auf dem Rathaus
vernommen wurde. Das noch nicht allzu lange eröffnete hieſige
Lichtſpielhaus im Saale Zum Schwarzen Adler (Gebr. La=
meli
) dürfte uns, nach den bis jetzt erfolgten Beſuchen zu urteilen, wohl
erhalten bleiben. Die Abendprogramme waren bis jetzt immer zufrie=
denſtellend
.
Gernsheim, 3. März. Waſſerſtand des Rheins am
3. März: 0,45 Meter.
z. Wallerſtädten, 3. März 115jähriges Vereinsjubiläum.
Am 4. März feiert der Männergeſangverein Teutonia ſein
115jähriges Beſtehen. Es bedeutet der 4. März ein neuer Markſtein
für den H.S.B. und D. S.B., letzten Endes auch ein Ehrentag für die
deutſche Lehrerſchaft. Waren es doch gerade Lehrer geweſen, die wäh=
rend
den verfloſſenen 115 Jahren auf kulturellem Gebiete große Opfer
brachten und als Chorleiter ihre volle Kcaft dem deutſchen Lied und dem
Vaterlande widmeten. Statutengemäß gilt die Teutonia 1813 ge=
ründet
, als der älteſte heſſiſche und deutſche Geſangverein.
By. Egelsbach, 2. März. Ein paar ſchöne Stunden verlebten die
Teilnehmer an dem evangeliſchen Gemeindeabend durch das von der
Jungmannſchaft dargeſtellte Märchenſpiel Gevatter Tod. Auch die
von Fräulein Metzler vorgetragenen und von Herr Lehrer Quick be=
gleiteten
Lieder fanden großen Beifall. Muſikſtücke der Hauskapelle und
Lieder zur Laute, ſowie Volkslieder von der ganzen Verſammlung ge=
ſungen
, vervollſtändigten das Programm.

Die landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
im Monat Februar 1928.
Nach der Statiſtik des Reichsverbands der deutſchen landwirtſchafb
lichen Genoſſenſchaften waren am 1. März 1928 vorhandem:
108 Zentmlgenoſſenſchaften,
W61 Spar= und Darlehnskaſſen,
4 664 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften,
4 141 Molkereigenoſſenſchaften,
10 563 ſonſtige Genoſſenſchaften.
zuſamm. 40 1N7 landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften.
Der Monat Februar hat wiederum einen nicht uerheblichen Ge=
ſamtzuwachs
im landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſen gebracht.
Die Bahl der Neugründungen überwiegt die der Auflöſungen um 24.
An der Aufwärtsentwickelung ſind wiederum in erſter Linie die Mol=
kereigenoſſenſchaften
beteiligt, welche 31 Zugänge und nur 2 Auflöſungen
aufzuweiſen haben. Auch die Kategorie der Sonſtigen Gewoſſenſchaften,
ſchließt mit einer effektiven Zunahme (+ 10). Bei den Spar= und
Darlehnskaſſen ſtehen 9 Neugründungen 16 Abgänge und bei den Be=
zugs
= und Abſatzgenoſſenſchaften 5 Neugründungen 13 Abgänge gegen=
über
.
Aa. Offenbach 3. März. Waldbrand. Auf einem mit jungen
Kiefernpflanzungen verſehenen Waldg=lände am ſog. Mühlberg ent=
ſtand
ein größerer Waldbrand, der mit raſender Schnelligkeit um ſich
griff. In der Hauptſache gelang es dem Forſtperſonal und Zivil=
perſonen
, des Feuers Herr zu werden. Auch die Feuerwehr war
alarmiert worden.
Ad. Nierſtein, 29. Febr. In der vorgeſtrigen Hauptverſamm=
lung
des Bürgervereins Nierſtein wurde der ſeitherige Vor=
ſtand
durch Zuruf einſtimmig wiedergewählt. An Krankenunterſtützun=
gen
wurden im Geſchäftsjahre 320 Mark ausbezahlt; es ſchließt mit
einem Kaſſenüberſchuß von 400 Mark. Das Geſamtvermögen beträgt
1415 Mark. Der Krankendontrolleur Ph. Ullrich erhält eine Jahresver=
gütung
ven 45 Mark, der Vereinsdiener Peter Keſſel eine ſolche von
100 Mark. Wegen des 7=Uhr=Lodenſchuſſes ſoll in Verbindung mit dem
Gewerbeverein und dem Landarbeiterverband in der nächſten General=
verſammlung
beraten werden.
Ah. Bingen, 3. März. Wie man erfährt wird das Rheiniſche
Technikum Bingen durch einen erfahrenen Direktor im Sinne
des verſtorbenen Gründers weitergeleitet werden, im übrigen aber dem
Pridatbeſitz der Familie Hoepke verbleiben. Falſche Wein=
bezeichnung
koſtet Strafe. Gelegentlich einer vorgenommenen
Kontrolle in den Lagern der Firma Abel, Genſingen, wurde beanſtandet,
daß ein Boſenheimer (Nahewein) als Nierſteiner und ein Verſchnitt von
Horrweiler Rotwein, Alicante und Rotweintrub als Ingelheimer be=
zeichnet
wurde. Das Schöffengericht Bingen fällte gegen die Firma
Abel ein Urteil in Höhe von 300 Mk. Geldſtrafe.
Ad. Oppenheim, 3. März. Ausſchmückung der Hausgär=
ten
. Zur Ausſchmückung der Hausgärten läßt der Obſt= und Garten=
bauverein
demnächſt eine Gratisverteilung von Samenproben an ſeine
Mitglieder vornehmen.
WSN. Gießen, 3. März. In der Nacht tödlich in der
Scheune abgeſtürzt. In Ettingshauſen (Kreis Gießen) iſt der
Landwirt Johann Kaſpar Keil 6., der auch Gemeinderatsmitglied war,
dieſer Tage ſpät abends, als er aus einer Gemeinderatsſitzung nach
Hauſe zurückkehrte und ſeinem Pferde noch etwas Futter vom Scheuer=
boden
holen wollte, tödlich verunglückt. Der Mann ſtürzte infolge eines
Fehltritts vom Boden in die Tenne herab, wo er mit dem Kopfe ſo hart
aufſchlug, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Man fand den bedauerns=
weten
Mann erſt morgens tot in der Scheuer liegend mit einem Bund
Heu unter dem Arm.
WSN. Lich, 3. März. Von 105 nur noch acht Bewerber
übrig geblieben. Der Gemeinderat hat die Bewerbungsſchreiben
der 105 Reflektanten auf den hieſigen Bürgermeiſterpoſten in den letzten
Zagen durchgeſehen und dabei nur acht Bewerber übrig gelaſſen, die
in die engere Wahl kommen. Die Wahl wird vorausſichtlich erſt imn
etwa 14 Tagen erfolgen.
m. Aus dem Lande, 3. März. Landwirtſchaftliches. Die
Landwirtſchaftsämter ſetzten auch im begonnenen Monat ihre unter=
richtliche
und aufklärende Tätigkeit fort. Das Landwirtſchaftsamt Darm=
ſtadt
hält Vorträge an 8 Orten, das Landwirtſchaftsamt Michelſtadt an
7 Orten, das Landwirtſchaftsamt Groß=Umſtadt an 4 Orten, das Land=
wirtſchaftsamt
Büidingen an 3 Orten. In Homberg findet am 6. ds.
Mts. ein Grünlandkurſus ſtatt, wobei Herr Generalſekretär Dr. Wag=
ner
=Gießen fprechen wird über Die Bedeutung der Grünlandwirtſchaft
für die Tierzucht; Herr Diplom=Landwirt Gräber=Darmſtadt ſpricht
über Die Grundlagen der Wieſen= und Weidewirtſchaft. Anſchließend
iſt eine Ausſprache und die Vorführung eines Films, der die Arbeiten
der Landwirtſchaftskammer auf dem Gebiete der Tierzucht und des
Pflanzenbaues zeigt. Die Landwirte werden auf die Beſchickung der
Jungvieh= und Fohlenweiden hingewieſen, der Auftrieb wird anfangs
Mai beginnen. Die Jungviehweiden in Groß=Breitenbach und in
Etzean werden ausſchließlich mit Rindern und Fohlen aus der Provinz
Starkenburg, dagegen die Jungviehweiden in Guntershauſen gemein=
ſam
mit der Provinz Rheinheſſen mit Rindern und Fohlen beſetzt. Füp
Oberheſſen gelten die Jungviehweiden Tiergarten bei Hungen, Wer=
nings
, Zell, Lauterbach und Vorthof bei Grünberg, für Rheinheſſen
die Jungviehweiden Schloß Nauſes bei Höchſt i. O., Heppenheim a. d. W.
und Guntershauſen bei Stockſtadt.
werden Toluba=Kerne gern ge=
Als Entfettungsmittel nommen und weiter empfo len,

30 Gramm in Apotheken erhäl lich.

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Riedeselstraße 52.

Darmstadt, den 1. März 1928.
Klappacherstraße 18II.
((6184

Anna Heleine
Philipp Riedel
Verlobte
Zeilhard i. Odw, 4. März 1928
( 5908)

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Plötzlich und unerwartet erhielten wir aus
Spanien die erſchütternde Nachricht, daß
mein innigſigeliebter Gatte, unſer Vater,
Sohn und Bruder
Shlovet Gagl
heute ſanft entſchlafen iſi.
In tiefer Trauer:
Frau Anna Fahr, geb. Wehner
Aenny Fahr
Frau Luiſita Fahr
Carlitos Fahr
Anita Fahr.
Darmſiadt, Schwanenſir. 27I., Barcelona
(Spanien), den 2. März 1928.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir Abſitand zu
nehmen.
(4078

Todes=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft nach langem,
ſchweren Leiden mein lieber Mann, unſer treuſorgender
Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel u. Schwiegerſohn
Aunf Bere
Schriftſetzer.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Peter Weber.
Darmſtadt, Helfmannſtraße 10.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. März,
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des Waldtriedhofes
aus ſtatt.
(*6105

Nachruf.
Am 2. März d. J. verſchied nach längerem
Krankenlager
Herr Adolf Weber
Schriftſetzer.
Jahrelang hat er unſerem Betrieb angehört
und durch ſeine treue Pflichterfüllung und durch
ſein ſchlichtes Weſen unſere Wertſchätzung
erworben
(4114
Ehre ſeinem Andenken!
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Darmſiadt, den 3. März 1928.

Nachruf.
Am 2. März verſtarb plötzlich nach langem ſchweren
Leiden unſer lieber Kollege und Mitarbeiter
Audff Lroer
Schriftſetzer
im blühenden Alter von 25 Jahren.
Sein beſcheidenes Weſen und vor allem ſein vor=
bildliches
kollegiales Pflichtbewußtſein ſſchern ihm ein
ehrendes Andenken.
Das Geſamtperſonal der
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dieſes Bl. (*6204

Für die anläßlich unserer Ver-
mählung
erwiesenen Aufmerksam-
keiten
sagen herzlichen Dank
Rahram Aussain-sade & Frau
Luise, geb. Held

Gandla, Februar 1928.
(Kaukasus)

(4142

Statt jeder beſonderen Anzeige
m Freitag Vormittag ver=
ſchied
nach langem, ſchweren, mit
Geduld ertragenen Leiden meine
liebe Frau, unſere gute Mutter,
Tochter, Schwiegertochter, Schwe=
ſter
, Schwägerin, Tante und
Freundin der Frau Benz
Frau Babette Riebel
geb. Heldmann
im 40. Lebensjahr.
Im Namen der
tranernden Hinterbliebenen:
Peter Riebel, nebſt Kinder.
Darmſtadt, 2. März 1928.
Eichbergſtr. 18.
Die Beerdigung findet am Mon=
tag
, den 5. März 1928, nachmi=
tags
5½ Uhr, auf dem Wald=
friedhof
ſtatt, (*6107

Statt Karten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem Hin=
ſcheiden
unſeres lieben Ent=
ſchlafenen
danken herzlich
Familie Georg Kramer
Fran Henriette Schall,
geb Kramer u. Kinder.
Darmſiadt. 4. März 1928.
S.tießhausſtr. 69.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Anteilnahme bei dem Heim=
gang
unſeres lieben Entſchlafe=
nen
, ſowie für die reichen Blu=
men
= und Kranz penden ſagen
wir Allen auf dieſem Wege
unſeren innigſien Dank
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen.
Frau Kath. Jährling

Allen Verwindten, Freunden und Bekannten, die
uns bei dem plötzlichen Heimgang unſeres lieben Vaters
ihre Teilnahme bekundeten durch ihre tröſtenden Worte,
durch die überaus reichen Blumenſpenden, und allen
denen, die unſeren teuren Entſchlafenen zu ſeiner
letzten Ruheſtätte geleiteten, ſagen wir, gerührt von
dieſen vielen Beweiſen herzlichen Mitempfindens, un=
ſeren
innigſten Dank.
Ganz beſonderen. Dank ſagen wir Herrn Pfarraſſi=
ſtent
Dr. Wendel für ſ ine herrlichen und erbauenden
Worte bei der Einſegnung und am Grabe, den Beam=
ten
und Arbeitern des Lokomotiv=Ausbeſſerungswerks
Darmſtadt und dem Eiſenbahnwerkſtätten=Verein Darm=
ſtadt
für ihre Kranzſpenden, und die von Arbeitskollegen
am Grabe zum Ausdruck gebrachte Wertſchätzung des
Verſto benen, der Turngemeinde Beſſungen 1865 für
die Kranzſpende, und dem 1. Sprecher der Turnge=
meinde
, Herrn Hering, für das liebevolle Eedenken des
Verſtorbenen als Menſch und Turner, der Turnerſing=
mannſchaft
für ihren erhebenden Grabgeſang und der
Turnmannſchaft, die ihr Ehrenmitglied zu Grabe trug.
Es iſt uns weiter ein Bedürfnis, den lieben Men=
ſchen
zu dinken, die unſerem Vater bei ſeinem Hin=
ſcheiden
im Walde die erſte Hilfe leiſteten.
Darmſtadt, den 3. März 1928.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

(a31)

Katharine Jäger
geb. Sior

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen
Michael Hallſtein
Schneidermeiſter
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Schwöbel für gie troſtreichen
Worte am Grabe, ſowie den Geſangvereinen Sänger=
luſis
Rimhorn, dem Hallſtein hen Mannerchor Fürſten=
grund
für den erhebenden Grabgeſang und dem Krieger=
verein
Rimhorn für die letzterwieſene Ehre. Auch allen
herzlichen Dank für die zahlreichen Beſuche und Geſchenie,
welche dem Entſchlafenen während ſeiner Krankheit zu=
teil
wurden, ſowie für die vielen Blumen= und Kranz=
Bendel: 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Hallſtein Wwe., geb. Wernersbach
und Kinder.

Rimhorn, den 29. Februar 1928.

(4134

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und Kranzſpenden beim Heimgang unſerer lieben
Entſchlafenen ſagen wir allen herzlichen Dank
Beſonders danken wir der Schweſter Marga=
rethe
für ihre liebevolle Pflege, ſowie Heirn
Pfarrer Briegleb für die troſtreichen Worte am
Grabe
Für die Hinterbliebenen:
Karl Rodenhauſen, Förſter.
König, den 2. März 1928.
(4141

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Karlsſtr. 54.

Offene Beine
Krampfader=Geſchtvüre, ge=
ſchwoll
. Beine, ſelbſt 10, 15
20 Jahre alte Fälle wer=
den
noch, oft in verhäftnis=
mäßig
kurzer Zeit völlig ge=
heilt
durch das von mir an=
gewandte
Heilſyſtem, ohne
Berufsſtörun. Mir ſind im=
mer
ſolche Fälle am liebſten,
in anderweiter Behand ung bisher
ungeheilt blieben Heilinſtitut für natur=
gemäße
Krank enbehandlung aller (r kor=
verli
her uind ſeeliſch=geiſtiger Leiden. Man
cher Hoffnungsloſer verdinkt mir ſeine Hei=
lung
, manche Overation wurde durch me n
Wirken verhindert Beſuche auch auße
dem Hau
M. Schießlinger
Bismarckſtraße 53
Telephon 3622.
Sprechſtunden täglich.

Es iſt un3 nicht möglich, allen denen
die uns bei dem ſchweren Verluſt
uneres ſo jäh aus dem Leben ge=
riſſenen
Kindes
Kurt
perſönlich für die liebevolle Teilnahme
zu danken. Nehmen Sie alle auf dieſem
Wege unſeren aufrichtigen, herz=
lichen
Dank entgegen. Beſonderen
Dank, für die reichen und ſchönen
Blumenſpenden, ganz beſonder n
Dank der O.)lyſchule und ſeiner z Zt.
kranken Lehrerin Fräulein Pfers=
dorf
für die ſchöne Kranz= und Blu=
menſpende
, auch ſeinem Herrn
Rektor heril Dank für das letzte Ge.
leite, ferner für die zu Herzen gehen=
den
Zeilen aus Freundes=, Bekannten=
und Mutterkreifen und nicht zuletzt
den einzelnen Schulkameraden,
die ihm mit treuem Kinderherzen das
letzte Geleit und die letzten Blu=
mengrüße
widmeten, weiteren Dank
Herrn Kaplan Enſinger von der
St Ludwigskirche
In tiefer Trauer:
Familie Leo Reinfurt.
Darmſtadt, den 4. März 1928. (*6172

Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen
Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Hinſcheiden und bei der Be=
erdigung
meines inniggeliebten
Mannes, unſeres treuforgenden
Vaters, des
Bankdirektors
Guſtav Ihringer
allen Beteiligten auf dieſem
Wege herzlichen Dank.
Im Namen
aller trauernden Hinterbllebenen:
4067 Hedwig Ihringer.

Dankſagung.
Für die überaus herzliche Teil=
uahme
, Blumen und Kranzſpenden
aus nah und fern an dem uns ge=
troffenen
Verluſte unſererhoffnungs=
vollen
und mit Frohſinn beglückten
Tochter und Schweſter
Emma
die wir nie vergeſſen können, danken
aufrichtig
Familie
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Darmſtadt, ſetzt in einerBekanntmachung in Nr. 7 des Darmſtädter
Tagblattes vom 26. Februar 1928 ihre Mitglieder von ihrer
Liquidation in Kenntnis.
Da es ſich bei dem Namen oben genannter Kaſſe um eine
ähnliche Bezeichnung unſeres früheren Namens handelt, wurde
durch die angegebene B kanntmachung in die Kreiſe unſeret
Mitglieder Verwirrung getragen, wie wir auf Grund ver=
ſchiedener
Anfragen feſtſtellen mußten.
Wir ſetzen unſere Mitglieder davon in Kenntnis, daf
unſere Verſicherungsanſtalt nach wie vor beſteht uud mit der
Liquidation obiger Kaſſe nichts zu tun hat.
Wir weiſen darauf hin, daß wir für den Bezirk der Hand=
werkskammer
Darmſtadt die allein vom Reichsverband des
Deutſchen Handwerks und der Handwerkskammer Darmſtadt
anerkannte berufsſtändige Fürſorge=Verſicherungsanſtalt des
ſelbſtändigen Handwerks ſind.
Unſere Verſicherungszweige ſind: Kranken=, Lebens=,
Alters=, Penſions= und Sachverſicherung.
Unſere Bezirksverwaltung in Darmſtadt befindet ſich wi
ſeither in Darmſtadt, Wilhelminenſtr. 10, Telefon 3572.
Sädweſtdeutſche Verſſicherungsanſtalt für ſelbſt. Handwerker
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Nummer 64

Eonntag, den 4. März

Vom ſüddentſchen Produktenmarkt.
An den ſüddeutſchen Getreidomärkten zeigte ſich gebeſſerte Nachfrage
nach Weizen, und der Handal hoffte, daß die bisherige Depreſſion einer
beſſeren Stimmung weichen werde. Für den Mannheimer Markt, von
dem einzelne Glieder fkon ſeit längerer Zeit auf früher gekaufter, hier
eingelagerter Ware feſtſaßen, wirkte es anregend, daß in dieſer Woche
ein Rückverkauf größever Poſten Kanſas=Weizen nach Antwerpen er=
folgt
iſt. Man glaubt dies als einen Beweis dafür auffaſſen zu dür=
fen
, daß auch an den Seehäfen die Vorräte abgenommen haben. Immer=
hin
kann bei dieſer Rückregulierung nur drängendes Entlaſtungsbedürf=
nis
maßgebend geweſen ſein. Hoffnung ſchöpfte der Markt auch aus
der Erwartung, daß trotz der noch immer großen ſchwimmenden Mengen
der Hauptdruck der argentiniſchen Ernte überſtanden ſei, um ſo mehr,
als China für einen größeren Poſten Plata=Weizen direkt bei den Ab=
ladern
als Käufer aufgetreten ſei und Japan in dieſen Tagen etwa
55 000 Tonnen Weizen in Auſtralien gekauft haben ſoll. Nach ruhigem
Wochenbeginn vermochten ſich die Brotgetreidepreiſe allmählich etwas
zu beſſern. Man verlangte zuletzt für Baruſſo, 79 Kg., 13.15 ( Wochen=
anfang
13,07½) Fl. (Fl. 1 holl. Gulden 1,68,46 RM.), Roſa Fe,
März/April, 13,3013,30 (13.15) Fl. eif (fracht= und verſicherungsfrei)
Rotterbam; Manitoba III, Pacific, März=Abl., 13,85, April 13,90 Fl.,
desgl. IV, April, 13,35, V 12,55 Fl., Manitoba I, Pacific, Okt./Mov.,
15,10 Fl., II 14,75 Fl. In Anslands=Roggen erfolgten wrr mäßige
Umſätze, Inlands=Roggen etvas gebeſſert auf 25,7526,25 RM. (25,50
bis 26 RM.), für auf Sandböden gewachſenen Roggen wurden bis zu
26,50 RM. franko Mühle genannt.
Mehl nach dem vorausgegangenen Anlauf zu einer Beſſerung wie=
der
abgeflaut. Gegenüber einer Mühlenforderung von 36,7537,50
Reichsmark für ſüddeutſches Weizenmehl, Spezial 0, liegen Angebote
der zweiten Hand zu 3636,40 RM. vor; eine Verſteigerung, Fabrikat
der Pfälziſchen Mühlenwerke, ergab den Zuſchlag bei 36,1536,30 RM.
Weizenbrotmehl und Roggenmehl umſatzlos. Ein Poſten Roggenmehl,
65proz., ſoll ab Oſtprenßen zu 32,50 RM. die 100 Kg. nach Bayern ge=
handelt
worden ſein. Braugerſte feſt auf geſteigerte Nachfrage; Tanber=
gerſte
zu 32 RM. ab Station nach Bayern gehandelt. Letzte Forderun=
gen
am Mannheimer Markt: Badiſche und rheinheſſiſche Braugerſte
3031 RDN., hinterpfälziſche 30,5031,50, vorderpfälziſche 3232,50
Reichsmark; ausländiſche Braugerſte wurde in engliſcher Herkunft zu
etwa 34 RM. nach dem Rheinland und Mitteldeutſchland gehandelt
Futtergerſte befeſtigt. Inlandshafer infolge erhöhter Forderungen für
ausländiſche Herkunft geſucht. Geruchfreie Ware ab Tauberſtation mit
23,50 RM., bereyneter Hafer bei kleinem Angebot mit 22,50 RM., Hafer
ab hadiſchen und Odenwaldſtationen zu B3,5024,50 RM. gchandelt.
Mais feſt bei kleinen Umſätzen, da der Konſum angeſichts der hohen
Preiſe zurüickhält.
Futtermittel hatten feſte Tendenz, insbeſondere blieb Kleie zu
prompter Lieferug geſucht; Preiſe nur geringfitaig verändert; aus=
ländiſche
Biertreber, waggonfrei, wit 1717,50 RM. angeboten.
Am Rauhfuttermarkt bedang Luzernekleeheu, loſe, ab badiſchen und
württembergiſchen Stationen, 4,204,30 RM. erſter und zweiter Schnitt
Wiofenheu, loſe, 3.203.30 RM., drahtgepreßtes Roggen= und Weizen=
ſtroh
2,102,15 RM.
Am Kartoffelmarkt wurden Odenwälder Induſtrie=Kartoffeln zu
3,303,50 RM. cb Stction die 50 Kg. gehandelt: pfälziſche, gelbflei=
ſchige
Kartoffeln koſteten 3,403,70 R., weißfleiſchige 2,402,60 RM.
Vom ſüödeutſchen Tabakmarkt. Die Nachrichten über die Marktgeſtal=
tung
lauten verſchieden. Während von einer Seite berichtet wird, daß
andauernd Nachfrage nach farbigem Schneidematerial und billigen
Zigarreneinlagetabaken beſteht, hören wir, daß der Abſatz nach auswärts
in neuen Tabaken recht ſchleppend geworden iſt und daß die Händler
ſich zu Preiskonzeſſionen verſtehen, um ihre Vorräte zu verringern. Die
Zigarrenfabrikation beteiligte ſich bis jetzt nur minimal am Kauf der
neuen Ernte, da in überſeeiſchen Tabaken genügend Erſatz geboten ſei.
Für kleine Partien lagen Angebote vor in 197er Grumpen ſauber=
geleſene
und geputzte blattige Ware, zu 60 RM., für 1927er Sandblatt,
fachmänniſch fermentiert, zu 90 RM., Grumpen, garantiert erſte Quali=
tät
, zu 70 RM., Schneidegut, orientaliſch, gedeckt, geſund, zu 70 RM.,
per Zentner verzollt, ab Lager gegen Kaſſe. Rippen blieben in trockener
Ware geſucht; ein Poſten von 15000 Kg. Virginia=Rippen wurde zu
5 RM. per Zentner angeboten. Sonſt hörte man ſtark auseinander=
gehende
Preiſe von 48 RM. für überſeeiſche Rippen, verpackt, netto
Kaſſe, ab Station.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 3. März.
Zum Wochenſchluß verkehrte die Börſe zunächſt in abgeſchwächter
Haltung. Verſtimmend wirkte die nach dem heute fälligen Ausweis
ſtarke Beanſpruchung der Reichsbank zum Februar=Ultimo. Auch heute
blieb der Geldmarkt ziemlich ſtark angeſpannt, da von kommunaler Seite
weiterhin ſtarke Nochfrage beſtehen ſoll. Größere Unſicherheit wurde
ferner durch das Scheitern der Schlichtungsverhandlungen im Konflikt
in der Berliner Metallinduſtrie hervorgerufen. Für die Montanwerte
verſtimmte eine Nachricht, wonach für Harpener vorasuſichtlich nicht 8,
ſondern nur 6 Prozent Dividende zur Ausſchüittung gelangen werden.
Das Angebot war nicht ſonderlich groß, da jedoch die zweite Hand dem
Geſchäft weiter fernblieb und die Umſatztätigkeit wieder auf die Kuliſſe
beſchränkt war, traten gegenüber den meiſt höheren Abendbörſenkurſen
überwiegend 1 bis 2prozentige Verluſte ein. Stärker im Angebot lagen
aus dem erwähnten Grunde Harpener, die 5 Prozent nachgaben. Scheide=
anſtalt
büßten 4 Prozent ein. Am Elektromarkt verloren Geſ. für Elektr.

Manſe
a) Deutſche
D. Rchsanl. Ablöſ.=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Scheinen
D. Rchsanl. Ablöf.-
Schuld ohne Aus=
lofungsſcheine
..
49 Dt. Schutzgeb.
Anl. . . . . . ."

51.85
14.9

2.75

2.5

gländiſche
s E.B. 1914
2. Inn. 1914
1898 ....
1902....

65% Bulg. Tabak.02
4½%0 Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½% Oſt. Schatz. 14
(lt Innsbr. Abk.)
4½% Oſt. Silberr.
4% Goldr.
ſt. Innsbr. Abk.
4% einh. R. (k.).
820 Port.,(Spz.IIII
59Rum. am. R.03/
4½%Gold. 13
4% am kon.
4% am. 05

470 Türk. Adm. 103
4% (Bagd.)
13.5
4% (Bagd.) II 13
131
4½ unif. 1902
4% 1911 Zoll./ 13.05

A98

16.5

4½% Um. St. 1918
(t. Innsdr. Ahk.)
4½% Ung. St 1914
(t. Innsbr. Abk.
4% Ung. Goldr.
(lk. Innsbr. Abk.)
4% Ung. Staatsr.
v. w...
d. Annähr. Abk.)

24.5
22.25

24.9
24.3

485 Ung. Kronr.
3% Ung. Eiſ. Tor. .

Außer=
europäiſche

%Mex.am. in.abg.
9 äuß. 99
48 Golb 04 ſtf..
konſ. inn.
4½%Frrigat.
½Tamaulipas!,
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit
Zinsberechnung
8% Bad.=Badener
Stadt=Goldanl..
10%Berl. 6.-Bk. G.

41
. Lie
quid.=Pfandbr.
6% Berl. St. Gold
/o Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp.=Dank!
Meining. Goldpf.
6 Dresd. St.=G.
72o Frkrft. St.=G.
22 Frit, Ohp.=Br.
Goldpfbr.
7%0 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
5% Frff. Hyp.=Bk
Golopfbr.
4½%Frkf. Hyp.=B.
Liquib.=Pfbr.
8% Frif. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
7% Frif. Goldpfdr.
6% Frlf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
%o Frff. Pfbr.=9
Goldpfbr
4½½ Hamb. Hyp.
Dk., Giozub.-Wfbr.

93
98.5
92.5
98.5
92.5
39
88
96
93
89
78.75
95.5
91
82.5
79.75
7.5

78 Heidell=Stadt Goldanl. 87 80 Heſſ. Land.=Bk. Goldpfbr. 97.75 7% Heſſ.Land.=Bl. Goldpfbr. 92.75 20 Heſſ. Land.=Bk. Goldpfbr. . . . . 90 8%Klöckn.=Werk. 26 10% Komm. Glektr. Mark(Hag /Gbobl 80 Komm. Ldsbk. Darmſtadt . . .. 95.25 Land.=Krebitk. Kaſſel Goldpfbr. 95.25 Lowgöhf. Stadt! Goldanl. 93 % M. Kraft Höchſt 88:I. % Mainz.=St.=G 8% Mannh. St.=0 1104 7% M.=Stahlw. 27 92.5 8% Naſſ. Lob. Gold 97.5 88 Nbg. St. Gldal 80 Pfälz. Hhp. Bk. Goldpfbr.
7%0 Pfälz. Hyp.Bk. 96 Goldpfbr. 93.5 6% Pfälz. Hyp. Bk. Goldpfbr. 88 4½% PfälzHyp. B. Liquid.=Pfbr. .. 8% Pforzh. St.=G. 95 8% Pirmaſ. St.=G. 93 8% Pr. Centr. Bd.= Cr.=Bk. Goidpfbr. 97.9 4½% Liquid.=Pfbr. 8% Pr. Centr.=St.= ſchafts=Gldpfbr. 97 70 Pr. Centr.=St.= ſchafts=Goldpfbr. 93 8% Rh.=Hyp.=Bk. Goldpfbr. 96 v. 93.5 89.5 8 Lig. Pfb 2% Rh. Stahlw. 25 91.75 10% Rh.=Weſtf.=B. dr.k undpf. zos 1,

1,75 Prozent, AEG. und Siemen Sfe 2 Prozent, Licht u. Kraft 2,25 Pro=
zent
. Am Montanmarkt waren außer Harpener noch Rheinſtahl mit
minus 2,25 Prozent angeboten. Rheiniſche Braunkohlen lagen dagegen
1 Prozent feſter. Adlerwerke gaben 0,75 Prozent nach. Von den Zell=
ſtoffwerten
blieben Aſchaffenburger Zellſtoff gut behauptet, Waldhof ver=
loren
dagegen 2 Prozent. J. G. Farben eröffnetem 2 Prozent niedriger.
Deutſche Anleihen lagen weiter ſtill, ausländiſche Renten geſchäftslos.
Für Ruſſen war im Freiverkehr weiter einiges Intereſſe bei etwa be=
haupteten
Kurſen feſtzuſtellen. Am Pfandbriefmarkt waren Reſtquoten
gefragt und feſter.
Nach der erſten Notierung konnte ſich die Stimmung etwas erholen,
und die Kurſe zogen etwa 0,5 Prozent an. Späterhin ſchrumpfte das
Geſchäft auf ein Minimum zuſammen, die Kurſe blieben jedoch behaup=
tet
. Nordd. Lloyd lagen 1 Prozent höher, Rheiniſche Braunkohlen ge=
wannen
erneut 3,75 Prozent. Tägliches Geld 7,5 Prozent. Am Deviſen=
markt
gab das Pfund weiter nach. Die Mark konnte ihren hohen Kurs=
ſtand
voll behaupten. Mark gegen Dollar 4,1865; gegen Pfunde 20,420;
London=Kabel 4,8780; Paris 124,02; Mailand 92,30; Madrid B,87;
Holland 12,12½.

Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 3. März.
Die Samstagbörſe eröffnete nicht wie die Wertpapierbörſe der letz=
tem
Tage mit einer Fortſetzung der freundlicheren Kursgeſtaltung, ſon=
dern
brachte Glattſtellungen und Blankoverkäufe von verſchiedenen Sei=
ten
. Die Notierungen bröckelten infolgedeſſen überwiegend ab, die
Spezialhauſſen nahmen ab. Beunruhigt hat vor allem die Verſchärfung
des Metallarbeiterkonfliktes und die Ausſicht auf einen angeſpannten
Ultimo=Ausweis der eRichsbank, der allerdings nach Anſicht maßgebender
Bankkreiſe nicht ſchlechter ſein ſoll als der Februarausweis des vorigen
Jahres. Die ſtarke Anſpannung käme vor allem daher, daß die Inan=
ſpruchnahme
des Reichslombards wegen der Einzahlungen auf die Eiſen=
bahnvorzugsaktien
lebhaft geweſen ſei. Infolge der Verpflichtung zur
Abreckung kurzfriſtiger Lombardkredite war die Nachfrage nach täglichen
Geldern heute nicht unbeträchtlich und der Satz mit 7,5 bis 9 Prozent
weiter angeſpannt. Monatsgeld wurde mit 7,25 bis 8 Prozent genannt.
Warenwechſel mit Bankgiro zirka 6,75 bis 7 Prozent. Von nachteiligem
Einfluß auf die Börſenſtimmung war ferner die Meldung eines Ber=
liner
Morgenblattes, daß die Harpener Bergbau=A.=G. nur 6 Prozent
Dividende verteilen ſolle. Das Papier lag daher unter Druck und ver=
lor
56 Prozent. Das Deviſengeſchäft war ruhig. Im Berliner
Uſanzenhandel befeſtigte der Dollar auf 4,7010; das engliſche Pfund lag
international 4 8888. Für LondonNew York unverändert; London
Mailand ſchwächer 92,32; auch London-Madrid abbröckelnd.
Im weiteren Verlauf der Börſe wurde die Stimmung im Anſchluß
an die bei Beendigung der erſten Stunde eingetretene Erholung ſehr
feſt. Die Spekulation wandte ſich wieder mehreren Spezialwerten zu,
die bis 5 Prozent ſtiegen. So traten Polyphon erneut in den Mittel=
punkt
des Intereſſes. Deſſauer Gas ſtiegen unter Hinweis auf die Ent=
ſchädigungsverhandlungen
mit Polen um 4 Prozent, Zellſtoff Waldhof,
Schultheiß und weitere Papiere erzielten ebenfalls höhere Preiſe. Das
Geſchäft belebte ſich ſpäter, wenn auch der Auftragseingang ſeitens der
Provinz nicht erheblich Far.
Privatdiskont 6,5 Prozent für beide Sichten. An der Nachbörſe be=
hauptete
ſich das Schlußniveau. Einige Papiere zogen noch leicht an,
z. B. Zellſtoff Waldhof um 1 Prozent (260).

Aſchaf ſenb. Zellſtoff
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin.
Berlin el. B..
Berlin KarsruheInd.
Braunkobl.=Briketts
Bremer Bulkan..
Bremer Wolle..
Teutſch.=Atlant, Tel.
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Ban.=Maſck.=Ggeſt..
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2. 3. 170.5 170,5 105 875 104.875 25.25 25.25 71.8 78.75 79.1751 168. 168 5 144.5 144.5 228. 227 875 104. 102.5 61. 61.875 129.375 129. 66. Gi. 125. 125.125 166. 186. 256 25 257. 102. 103. 32.5 33. 258.25 258 5 139.75 I. 146. 62.25 6225 230.125

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Kelſingfors .."
Wien .....
Prag ......."
Budapeſt...
Sofia .......
Solland ...."
Sslo ...... ."
Kopenhagen
Stockholm
London".
Buenos Aires
New=York".
Belgien.

Oeviſenmarkt.

2. 3.
Geld Brief
10.535 10.55*

58.95
12.395
73.13
3.022
168.2:
111.39
112.04
112.26
1.788/ 1.7921

59,0
2.415
73.27
3.028
usg.57
1n.siI
12.26
12 48
20.396/20.-436

4. 1820/4.1900
58. 255158.375

3. 3.
Geld / Brief
10.535 10.5551
58.911 59.0:
12.394 12.414

188.21/168.55
112.04112.2e

73.13/ 73 261
3.022/ 3.0281
111.39 111.61
112.27/112.491
20.401 20.44
1.788 1.7821
4.18254 190:
56.28559.4051

Italien ......"
Paris ......"
Schweiz..
Spanien...
Danzig.
Japan. .....
Rio de Janeiro
Jugoſlavien ...
Portugal ..
Athen ........
Konſtantinopel
Kanada. . .
Uruguay..

2. 3.
Geld /Brief
22.101 22.14
16.45/ 15.4
s0.505 80.665
70.85/ 70 79
21.81/ 81.7
1.961/ 1.96*
0.503/ 0.50300.5035
7.358 7.372
19.33/ 19.37
5.5341 5.54
2.097 2.101
4.174 4.182
4.276 4.284

3. 3.
Geld / Br
22.095 22.1

15.45
80.51
70.6:
81.58
1.961
7.358
19.33
5.534
2 095
4.174
4.276

Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 29. Februar hat die geſamte
Kapitalanlage der Bank in Weckſſeln und Schecks, Lombards und Effek=
ten
um 506,1 Mill. auf 2547,6 Mill. RMM. zugenommen. Im einzelnen
ſind die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 411,6 Mill. auf 2336,3
Mill. RMM., die an Lombards um 94,5 Mill. auf 117,1 Mill. RM. an=
gewachſen
. Die Anlage in Effekten iſt mit 94,3 Müll. RM. annähernd
unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen
zuſammen ſind 644,8 Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, ud zwar
hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 615,4 Mill. auf 4268,2 Mill.
RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 29/4 Mill. auf 630,4 Mill.
RM. erhöht. Demgemäß haben die Beſtände der Reichsbank an Ren=
denbankſcheinen
ſich auf 18,3 Mill. RM. vermindert. Die fremden
Gelder zeigen wit 491,0 Mill. RM. eine Abnahme um 113,2 Mill. RMM.
Die Beſtände an Gold und deckungsf. Deviſen insgeſamt ſind mit 2170,3
Mill. RM., im einzelnen Gold mit 1888,3 Mill. RM., die Beſtände an
deckungsfähigen Deviſen wit 282,0 Mill. RM. ausgewieſen. Die Deckung
der Noten dunch Gold allein betrug 44,2 Prozent gegen 51,6 Prozent in
der Vorwoche, die durch Gold und deckungsfähige Deviſen 50,8 Prozent
gegen 59,7 Prozent.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 29. Februar. Die auf den
Stichtag des 29. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſti=
ſchen
Reichsamtes hat ſich mit 137,9 gegenüber der Vorwoche nicht ver=
ändert
. Von den Hauptgruppen hielt ſich die Indexziffer der Agrar=
ſtoffe
mit 130,0 auf dem Stande der Vorwoche; eine leichte Steigerung
um 0,5 auf 129,7 hatte die Gruppe der Kolonialwaren gegenüber der Vor=
woche
(129,2) aufzuweiſen, während die Gruppen induſtrielle Rohſtoffe
und Halbwaren mit 133,7 (133,8) und induſtrielle Fertigwaren mit 157,2
(157,0) nahezu unverändert blieben.
Gebrüder Roeder A.=G. Die geſtern ſtattgehabte ordentliche
Generalverſammlung dieſer Geſellſchaft hat die vom Vorſtand
und Auſſichtsrat vorgeſchlagene Bilanz mit Gewinn= und Ver=
luſtrechnung
für das Jahr 1927 genehmigt. Danach wird der für
das 9. Geſchäftsjahr nach Abzug der ſämtlichen Unkoſten und der
ordentlichen Abſchreibungen verbleibende Reingewinn von
255 445,18 RM., zuzüglich Vortrag aus 1926 46 389,42 RM., wie
folgt verteilt: Rücklage 60 000 RM., 7 Prozent Dividende von
5000 RM. Vorzugsaktien 350 RM., 4 Prozent Dividende von
1 800 000 RM. Stammaktien 72000 RM., 6 Prozent Ueberdivi=
dende
von 1 800 000 RM. Stammaktien 108 000 RM., Penſions=
fonds
, Auffüllung 17 960,45 RM., Vortrag für neue Rechnung
43 524,15 RM. Von den ſatzungsgemäß aus dem Aufſichtsrat
ausſcheidenden Mitgliedern wurde Herr Fabrikant Dr. Emil
Schenck und Herr Bankdirektor Dr. Ferdinand Bausback
wiodergewählt. Die auf die Stammaktien entfallende Divi=
dende
von 10 Prozent kann alsbald gegen Einlieferung der Ge=
winnanteilſcheine
bei der Deutſchen Bank, Filiale Darmſtadt, der
Deutſchen Bank, Filiale Frankfurt, ſowie der Geſellſchaftskaſſe er=
hoben
werden.
Gebr. Lutz A.=G., Darmſtadt. Wie wir erfahren, ſcheint es ſich bei.
den letzten Aktienaufkäufen an der Frankfurter Börſe um Maforiſie=
rungsverſuche
zu handeln. Die Geſellſchaft, die mit der Henſchel und
Sohn in Kaſſel, und der Eppel Buxbaum A.=G., Augsburg, bereits in
Intereſſengemeinſchaft ſteht, hat wegen des Rückganges in der Lokomo=
tiven
= und Lokomobilfabrikation in Deutſchland dieſen Fabrikationszweig
ziemlich ſtillgelegt, hat aber dafür von ihrem ausgedehnten Vermiets=
park
ein größeres Verleihgeſchäft entwickelt, welches auch heute noch
keinen Rückgang zeigt. Als neuen Fabrikationszweig hat das Unter=
nehmen
ſeit einiger Zeit Autoreparaturen aufgenommen, wo es günſtig
beſchäftigt iſt. Außerdem hat es ab 1. Februar die Vertretung von Laſt=
kraftwagen
, Omnibuſſen und Sonderwagen der Firma Henſchel u. Sohn
in Kaſſel übernommen. Bekanntlich hat ſie noch laufende Lizenzeinnah=
men
auf Patente, die von der Kaſſeler Firma ausgeführt werden. Die
Henſchel u. Sohn G. m. b. H. iſt bereits qualifizierter Minoritäts=
beſitzer
an der Gebr. Lutz A.=G. und es beſteht berechtigter Grund zur
Annahme, daß die Kaſſeler Geſellſchaft in der letzten Zeit ihren Beſitz
durch Aktienaufkäufe an der Frankfurter Börſe, ſowie durch Uebernahme
weiterer Minderheitspakete außerhalb der Böſe zu veſtärken ſucht. Der
Kurs ſtieg in den letzten Tagen von 30 auf 40 Prozent.
Zuckerfabrik Groß=Umſtadt. In der Geſellſchafterverſammlung der
Zuckerfabrik Groß=Umſtadt G.m.b.H. in Groß=Umſtadt wurde einſtim=
mig
beſchloſſen, für das Geſchäftsjahr 1926/27 nach Vornahme der geſetz=
lichen
Abſchreibung in Höhe von 39 160 RM. aus dem verbleibenden
Ueberſchuß von 32 608,54 Mk. eine Dividende von 6 Prozent gleich
27 000 Mark auszuſchütten und den Reſt von 5608,54 Mark auf neue
Rechnung vorzutragen.
Stahlwerk Mannheim A. G., Mannheim. Wie der OPD. erfährt,
iſt die bereits gemeldete Wiederaufnahme der Dividendenzahlung für
1927 mit 6 Prozent in Ausſicht zu nehmen. Die Geſellſchaft hat bekannt=
lich
ihren vorjährigen Verluſt von 344 000 RM., durch Kapitalzuſammen=
legung
5:4 auf 1,12 Mill. RM. und durch Einziehung der 200 000 RM.
Vorratsaktien beſeitigt.
Heinrich Lanz A.G., Mannheim. In der Generalverſammlung
wurde Dr. Burſemann von der Deutſchen Gold= und Silberſcheideanſtalt
Fransfurt am Main neu in den Aufſichtsrat gewählt.

Aktien, Darmſtadt. Frankfurter Kursbericht vom 3. März 1988.

% N=V. B. C.BG.)
Lig.=Pf.
8% Südd. B. Cr. B.
Goldpfdbr.

%n Lig.=Pfb.
% V. Stahlw. Düf=
ſeldorfHyp
.. Gld=
obl
. mit Option
% V. Stahlw. Düſ=
ſelborfHyp
.=Gd.. ohne Option
2 Blag (V. Ind.. Bln.) 27.
8%0 Voigt EHäffner
Goldobl.
8% Württ. Hhp.=
Bank Goldpfbri
Ohne
Zinsberechnung
5% Bdw. Kohl 23
%o Großkr. Mnnh.
Kohl. 23
6%Heſſ.Bk.=Reg. 23
0 Heſſ. Volksſtaat
Roggen ... . . 23
%0 Pr. Kaliw.
%o Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. BG.
Vorkriegs=Zyp.=B.
Pfandbriefe
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bf.
Meckb. Hyp.. u. Wb.
Meining. Hhp. Bk.
Nord Gr.=Cr.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od prov.!
garantiert
Heiſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſauiſche Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
49 Gif.-Bahn ſtfr.

9n
90
78.6
33.5

91.75
89.25

951.
97.25

12.15

12.175

14
14.1

13.2
2.52*

42 Galiz.-Carl2. B.)
abg.
5% Oſt. Sd. (L.)ſtir.
2,6%Alt. Oſt. Süd.
2,6% Neue
420 Oſt. Staatsb.83
30 Oſt. 1. b. 8. E.
9. Em
1885
Oſt. Erg. Netz
3% Naab Oedb. 83
91

97
Rud. Silber.
Rud. (Salzkg.)
LAnat., S. I
Anat., S. II
0 Anat., S.III
Salon. Monaſt.
%0 Tehuantepee
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit . . . 144
Bad. Bk.
Bk. f. Brauind. . . 170.5
Barmer Bankv. . .
Bah. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgef.
Hhpoth.=Bk
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk. 237
Deutſche Bank.
D. Eff. u. Wchſ.=Bk. 121
D. Hyp.=Bk. Mein.
D Vereins=Bk.. .
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk.
Frkf. Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Lux. Intern Bank.
Metallbank.
Mitteld Freditb
Nürnb Vereinsb k./187.75
Pfälz. Hyp.=B1
Pr. Bd.=Creditbank
Hhp.=Akt.=Bank/151
Reichsbanf=Ant 136
Rhein. Crebikbk:. ..
Rhein. Hhp.=Bk... A88

3.5

R
18.23
18
14.25

10

146
156
235
174.25
185
1o3
157
10.5
1115
144
145
145.5
7.5
127
214
138

Südd. B.Gredbitk
Südd. Disc.=Geſ. 1142
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein/ 17.75
Bergwerké=Akt.
Buderus.
Eſchw. Bergwv. ..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb. .."
Flſe Bergb. St. . . /232.5
Genußſchein .. . /123
Kali Aſchersleben . /168
Kali Salzdetfurth 1243
Kali Weſterregeln •/178
Klöcknerwerke (abg.
Lothr.=Hütte)...
Mannesm.=Röhre /150
Mansfelder
Oberbedarf . .. . . . 101.5
Otavi=Min =Ant. . 43.75
Phönir=Bergb. . . . 101.75
Rhein. Braunk. . 1242
Rhein. Stahlw. 164
Niebeck Montan.
SalzwerkHeilbronn 198
Tellus Bgb.
112
Ver. Laurahütte
Ver Stahlwerke
Oſt. Alpine Montan/ 14.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)/275
Henninger
179
Hercules Heſſiſche 1140
Löwenbr.=Münch. 125
Mainz Aktienb: 250
Nlcolai, Hofbrauer. 145
Schöfferhof(Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher. Nürnberg.
Werger
163.5
Abt, Gebr.
51.25
Atkum. Berlin
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v Klehzer)! 84
20 A. E. G. Vzg. 2
5% A. E. G. Vjg. Bl 75.25
A. E. G. Stamm 156.25
Bad. Maſch. Durlach 437".

Rad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin..
Baſt Nürnberg ...
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El. Wk.
Brem.=Beſigh.=Ol.
BrownBoveri ECie
Brüning & Sohn.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement. Heidelb. ..
Cement Karlſtadt
Cement. Lothr.
Chem. Albert..
Chem. Brockh.
Chem Milch.
Da mler=Benz A. G.
Dt. Atlantik Telegr.
Dt. EiſenhandelBl.
Deutſche Erdöl
D. G.u. Silb. Sch. A.
D. Linoleumw. Bln.
Dresd. Schnellpr..
Dürkopp=W. (St.).
Dürr Ratingen.
Eiſenw Kaiſersl.
El Licht u Kraft ..
El. Lieferung
Eli. Bad. Wolle
EmagElekt. Frankf
Email Ullrich.
Enzinger=Werke
Eßlinger Maſch.
Ettlinger Spinn
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens
Farbenind. J. G.
Feitenc Guilleaum.
Feinmech. Jetter)
Feiſt, Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf. M Vok. & W.
Geiling & Cie
Gei, f.elekt. Untern.
Goldſchmidt. Th
Gritzner Maſ
Grün & Bilfinger.
Dafenmühle, Frkft.
Haid & Neu

25.25
235.5

71
70

54
142.5
180
65.5
121
86
41.5
92.5

198
265

67

26.25
215.25

18

69
235
1
52:),
256
92
35.5
150
109.5
72
258
111.75
133
161
136
48

Hammerſen.
Hanfw. Füſſen .. . 143.5
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun.
Heſſen=Naſſau Gas/122
Heyligenſtaedt ... 25.5
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm. /108
Hirſch, Kupfer ...
Hoch=Tief=Eiſen.
137.5
Holzmann ...
Holzverk.=Ind..
81. 5
Inag
99.5
JunghansSt. .
84
Kammg. Kaiſersl.. /210
Karſtadt, N.
Keram. W. Offſtein/141
Klein. Sch. &Becker/107
Knorr, Heilbronn. 165
Konſerv. Braun
Krw. All=Württbg.
Krauß & Co
Lahmeyer
157
Lech Augsburg 116
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle. 39
Ludwigsh. Walzm. /132
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt 114.25
Mars=W. Nürnberg/118
Metallgeſ. Frkf.
175

Miag Mühlenb 139
Moenus Stamm.
Motorenf. Deutz.
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk. 1124
Neckarſ. Fahrz
Reckarw Eßlingen 1138
Beters UInion
Pfälz. Nähm Kayſerl 50.5
Philipps A.=G. 47
Porzellan Weſſel
Rein Gebb. & Schall/104.5
Nhein Eleftr St. 153.5
Rhenania,Kunheim! 53
Rütgerswerke. 99
Schneid & Hanau. 46

80
103
Schnellpr. Frankth.
Schramm Lackfr. 1122
Schriftg. Stempel/119.5
Schuckert. Gleftr. .1177

Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz
75
Schultz. Grünlack.
Seilind. Wolff.
75.5
Siemens Glas..
Siemens & Halske. 271
Südd Immob. . 100.5
Südd. Zucker=A=G. 135
StrohſtoffV. Dresb 314
Thür. Lief Gotha 113
Unterfr. Kr. El. V. 104
Beithwerke.
47
Ver. f. Chem. Ind./ 94.5
Ver. d. Olfbr. Mhm. 80
Ver Faßf. Caſſel. .. 51
Gummi. Bln.=Frkf. 90.5
Pinſel=Nürnberg ../ 30
Ultramarm . . . . . 145
Zellſtoff Berl.. . . . 151.5
Vogtl. Maſch. ... 71
Voigt & Haeffner.
Volthom Seil ... 70.5
Wanß & Frentag. 1131
WegelinRußfbr. 135
Zellſt Aſchaffenbg.
Zellſt Memel 140
Zellſt. Waldhof. 258
Zuckerf, Rheingau
Tranzport= und
Berſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz. 96=
A. Lokalb. u. Kraft 200
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E.B..
Sudd Eiſenb.=Geſ. 132
Hapag
151.25
Nordd Lloyzd .. 155

Frift. Allg. Ver)
Frankonia Rückv
Darmſtädter Bertel
Bahnbedar;
Dampff. Rodberg
Helvetia Konf.
Gebr Lutz
Motorf Darmſt .
Gebr. Roeder.
VenulethckEllenb.

175.75
34

[ ][  ][ ]

Nummer 64
Begebung Zprozentiger Goldpfandbriefe der Bayeriſchen Hypotheken=
umb
Wechſelbank und der Bayeriſchen Vereinsbank. Die Bayeriſche
Gypotheken= und Wechſelbank und die Bayeriſche Vereinsbank in Mün=
cen
haben laut M. N. N. an ein Konſortium, beſtehend aus dem
B ankhaus Mendelsſohn u. Co. in Amſterdam, der Neederlandſchen Han=
dels
Maatſchappif in Amſterdam, den Bankhäuſern Pierſon u Co. in
Mmſterdam, Meeſe u. Zoonen in Notterdam und Mendelsſohn u. Co.
un Berlin 12 Millionen Mark 7prozentiger ſteuerfreier Goldpfandbriefe
hegeben, die am Samstag in Amſterdam zum Kurſe von 96,5 Prozent
mifgelegt wurden.
A. G. für Chemiſche Produkte vorm. H. Scheidemantel, Berlin. In
rAufſichtsratsſitzung wurde der Abſchluß 1926/27 nach Vornahme der
ch aus der Zuſammenlegung des Kapitals auf 10 Millionen RM. er=
lebenden
Berichtigung der früheren Bilanzanſätze vorgelegt. Die Bilanz
geiſt nach Abſetzung der ordentlichen Abſchreibungen in Höhe von RM.
1 561 einen Reingewinn von RMM. 502 945 auf. Mit Rückſicht auf die
moch unüberſichtliche Lage des Rohſtoffmarktes ſchlägt die Verwaltung
vor, von der Verteilung einer Dividende abzuſehen und den Gewinn auf
meue Rechnung vorzutragen. Der Geſchäftsgang hat ſich in der zweiten
ſöälfte des abgelaufenen Jahres gebeſſert. Insbeſondere belebte ſich der
Lieimmarkt. Die ſteigenden Nohſtoffpreiſe ſowie die gedrückten Fettpreiſe
bseinträchtigen indeſſen die Nentabilität aus der deutſchen Produktion
der Geſellſchaft. Die ausländiſchen und hauprſächlichſten inländiſchen
Mochtergeſellſchaften haben befriedigend gearbeitet.
Produkterberichte.
Berliner Produktenbericht vom 3. März. Die Tendenz im Berliner
Y=roduktengeſchäft war bei Wochenſchluß ausgeſprochen feſt. Die An=
drenungen
waren für den laufenden Bedarf der Mühlen ſowie die Aus=
fahr
glatt aufgenomnen, ſodaß der dringende Deckungsbedarf in hohem
Maße Aufgelder bewilligte. Im Lieferungshandel wurde der März
uon drei Mark höher bewertet. Im übrigen wirkte ſich der feſtere Liver=
zwoler
Anfang für ſpätere Sichten in Steigerungen von 1,502,00 Mark
auts. Märzroggen vernachläſſigt und nur wenig höher. Mai und Juli
zuvei bis zweieinhalb Mark über geſtern, Gerſte und Hafer feſt.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. Bergſtraße am 3. März
woaren zugeführt= 375 Schweine; verkauft wurden 291 Stück. Milch=
yveine wurden verkauft das Stück mit 1222 Mark: Läufer das Stück
rnit 2235 Mauk.
Frühjahrs=Pferdemarkt mit Prämiierung zu Mainz am 8. März.
Die Beſchickung des im Mainzer Schlacht= und Viehhof ſtattfindenden
gsrühjahrs=Pferdemarktes ſcheint aller Vorausſicht nach recht gut zu wer=
Hen. Eine große Anzahl Händler und Pferdebeſitzer haben bereits an=
gemeldet
, ſodaß jetzt ſchon die vorderen Stallungen und ein Teil der
Slätze in der Markthalle in feſten Händen ſind. Ebenſo ſind Anmeldun=
en
zur Prämiierung zahlreich eingelaufen. Ferner haben mehrere Aus=
eller
von Wagen und Sattlerwaren ſich zur Ausſtellung angemeldet.
Einſchränkung der Pferdemärkte. Der Verein ſüddeutſcher
Oferdehändler beſchloß jüngſt in einer Sitzung, die Zahl der
ferdemärkte zu beſchränken, da die Erfahrung gelehrt habe, daß be=
nders
die kleinen Pferdemärkte, an Unkoſten einen verhältnismäßig
rößeren Aufwand benötigen, als prozentual mit dem Geſchäft in Ein=
ſHang
zu bringen iſt. So ſoll auch der Frühjahrs=Pferdemarkt in Hoch=
ſieeim
a. M., der auf den 12. März feſtgelegt iſt, nach einem Beſchluß
es genannten Vereins nicht beſchickt werden. Dasſelbe gilt auch für
wen in Mainz vorgeſehenen Herbſt=Pferdemarkt.

Sonntag den 4 März 1928
Die neuen Brennſioffpreiſe.
Indirekte Erhöhung der Braunkohlenpreiſe.
Für den Monat März 1928 gelten folgende Brennſtoffverkaufs=
preiſe
je Tonne in Reichsmark:
Mitteldeutſches Braunkohlenſyndikat. Hausbrand=
briketts
und größeres Induſtrieformat 15, Nußbriketts 15,40, Nüßchen=
briketts
15,90 Mark. Für das Kaſſeler Revier können ab 1. März 1928
fürü Briketts, Naßpreßſteine und Rohkohle Frankopreiſe berechnet wer=
den
, die den jeweiligen Frankopreiſen des mitteldeutſchen Kernreviers
berechnet auf der Frachtgrundlage Oberröblingen entſprechen.
Oſtelbiſches Braunkohlenſyndikat. Hansbrandformat
15,00, großes Induſtrieformat 14,00, kleines Induſtrieformat 15,00 RM.
Für die Franffurter, Forſter und Görlitzer Gruppe können ab 1. März
1928 für Briketts und Rol braunkohle Frankopreiſe berechnet werden, die
den jeweiligen Frankopreiſen der Niederlauſitzer Gruppe, berechnet auf
der Frachtgrundlage Senftenberg, entſprechen.
Kohlenſyndikat für das rechtsrheiniſche Bayern.
Für die Gewerkſchaft Guſtav Dettingen können für Briketts und
Nohbraunkohle Frankopreiſe berechnet werden, die den jeweiligen Fr. des Rheiniſchen Braunkohlenſyndikats, berechnet auf der Fracht=
grundlage
Liblar, entſprechen.
Oberſchleſiſches Steinkohlenſhndikat. In Abände=
rung
der Bekanntmachung vom 1. April 1926 (Deutfcher Reichsanzeiger
Nr. 78 vom 3. April 1926): Erbskoks 16.,00, Koksgrus 6,10 RM.
Aachener Steinkohlenfyndikat. In Abänderung der
Bekanntmachung vom 1. April 1926 (Deutſcher Reichsanzeiger Nr. 81
vom 8. April 1926): Gewerkſchaft Karl Alexander: Halbfettkohle, ge=
waſchene
Nuß T 27,75, Halbfettkohle, gewaſchene Nuß 24,20.
Es folgt alſo eine indirekte Erhöhung der Preiſe, indem zwar nicht
die Grundpreiſe für Hausbrandbriketts geändert werden; es wurde abe:
beſchloſſen, die Preiſe im März auf der Höhe der Februarpreiſe zu be=
laſſen
, den urſprünglich vorgeſehenen Abſchlag von 1 RM. je Tonne
alſo nicht eintreten zu laſſen. Maßgebend für dieſen Beſchluß ſei ge=
weſen
, daß die durch das Jahrsbeiproycamm beabſichtigte gleichmäßige
Beſchäftigung der Braunkohle tatſächlich nicht eingetreten iſt, ſondern
daß die Abrufe in den Sommermonaten zu niedrigeren Preiſen den
durchſchnittlichen Monatsabſatz erheblich überſchritten haben.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 3. März. (Priv.=Tel.)
Zucker: Der Rohzuckerterminmarkt beendete die Woche in feſterer
Haltung. Die Märzſicht profitierte von Deckungen. Die ſtetige Haltung
veranlaßte die Kommiſſionsfirmen zu Anſchaffungen.
Baumwolle: Unter Wochenendliquidationen und Abgaben der ſüd=
lichen
Firmen, die unter dem Eindruck des ſchwächeren Liverpools ſowie
der Vorausſage von Niederſchlägen für Weſttexas vorgenommen wurden,
kam es am heutigen Baumwollmarkt zu einer Abſchwächung. Die ſchlep=
pende
Lokonachfrage löſte gleichfalls Verſtimmung aus. Käufe des Han=
dels
verhinderten ein ſtärkeres Abgleiten der Preiſe.
Chikago, 3. März. (Prin.=Tel.)
Mais: Unter dem Eindruck der Tatſache, daß es mit England zu
einigen Exportabſchlüſſen gekommen iſt, ſowie auf Grund von Voraus=
ſagen
unbeſtändiger Witterung für den mittleren Weſten wurden am
Maismarkt Deckungen vorgenommen, die die Preiſe leicht anziehen
ließen. Später führten die ungeklärte Situation an den Lokomärkten
ſowie umfangreiche Ankünfte im Innern des Landes einen Stimmungs=
umſchwung
herbei.

Geite 13
Weizen: Die feſten Schlußnotierungen der Märkte von Liverpool
und Buenos Aires ſowie das Fehlen von kontraktlichen Märzandienun=
gen
ließen den Weizenmarkt feſter tendieren, umſomehr die Exportnach=
frage
ziemlich lebhaft war.
Es notierten nach Meldunge naus Chicago am 3. März?
Getreide: Weizen, März 135½, Moi 136½, Juli 134½; Mais,
März 93½, Mai 97½, Juli 100; Hafer, März 56½, Mai 57½,
Juli 53½; Roggen, März 117½, Mai 116½, Juli 111½.
Schmalz: März 11,27½, Mai 11,57½, Juli 11,85.
Rippen: Mai 11,30, Juli 11,50, September 11,75.
Chicagoer Baumwolle: März 18,10, Mai 18.10.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 3. März:
Getreide: Weizen, Rowwinter 165¾, Hartwinter 154½; Mais
neu ankomm. Ernte 109½; Mehl ſpr. wheat clears 6,606,90;
Fracht nach England 1,62,6, nach dem Kontinent 910.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,00; Talg extra 8½.
Kakav: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 42, loco 13½, Märy
13,49, April 13,60, Mai 13,70, Juni 13,87, Juli, Auguſt 13,98.
September 14, Oktober 13,84, Dezember 13,40.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In einer Funktionärverſammlung des Deutſchen Metallarbeiterver=
bandes
wurde beſchloſſen das für Mannheim gültige Lohnabkommen
zu kündigen. Es werden Anträge geſtellt auf Erhöhung der Ecklöhne
für die fünf Berufsklaſſen.
Wie der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, hat wie in den
vergangenen Jahren ſo auch jetzt wieder das Preußiſche Staatsmini=
ſterium
den Beſchluß gefaßt, einen Teil der laufenden und der außer=
ordentlichen
Baumittel für das Rechnungsjahr 1928 zur ſofortigen Ver=
fügung
zu ſtellen. Dieſe Maßnahme geſtattet, ſchon vor der Verabſchie=
dung
des Haushaltsgeſetzes ſtaatliche Bauaufträge zu geben.
In der Mitgliederverſammlung des Roheiſenverbandes wurde der
Bericht über die Geſchäftslage erſtattet. Weſentliche Aenderungen in
der Marktlage ſind nicht eingetreten. Die Preiſe erfuhren keine Ver=
änderung
.
Wie die Dresdener Nachrichten erfahren, iſt es dem ſächſiſchen Wirt=
ſchaftsminiſter
Dr. Krug von Nidda und von Falckenſtein dank perſön=
licher
Vorſtellungen in Berlin gelungen, einen Reichsbeitrag in Höhe
von 800 000 Mark für die Leipziger Meſſe zu erwirken.
Mit Wirkung ab 5. März d. Js. führt der Weſtdeutſche Zement=
verband
G.m.b.H., Bochum, unbeſchadet der Preisermäßigung vom 17.
Dezember 1927, eine weitere Preisſenkung für Portlandzement in dem
größten Teil ſeines Abſatzgebietes, namentlich in dem öſtlichen Teil
desſelben, durch, wo die neuen Außerſyndikatswerke anſäſſig ſind.
Nach zweitägigen ſchwierigen Verhandlungen in Wiesbaden iſt die
Gründung eines Verkaufsbureaus in der Blech verarbeitenden Induſtrie
beſchloſſen worden, in dem alle maßgebenden Werke beteiligt ſind, die
verzinkte Haushaltungsgeräte herſtellen.
Nach der L’Uſine ſoll bei der nächſten Tagung des Internationalen
Schienenkartells, die am 5. März in Paris ſtattfindet, eine Erhöhung
der Verkaufspreiſe vorgeſchlagen werden.
Die Stadt Warſchau hat von einem amerikaniſchen Konſortium eine
Anleihe von 10 Millionen Dollar erhalten, deren Annahme am Don=
nerstag
von dem Magiſtrat der Stadt beſchloſſen wurde. Die Anleihe,
deren Emiſſionskurs 88,5 Prozent beträgt, iſt zu 7 Prozent zu verzinſen
und läuft auf 30 Jahre. Der Rückkaufkurs nach 10 Jahren beträgt 102.

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Nummer 64

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Nummer 64

Sonntag, den 4. März 1928

Geite 15

Reich und Ausland.
Das Frankfurter Familiendrama.
DDer Kaufmann Wichmann, der bekanntlich ſeine
ſiru und ſeine drei Kinder ermordet hat, iſt am
ſriritag in Egelsbach geſehen worden. Er iſt gegen
C=ktag nach Darmſtadt gefahren und hat ſich den
wzrzen Nachmittag dort aufgehalten. Er hat mehr=
ia
=Beſtellungen auf Kleiderſtoffe angenommen und
A dafür gleich eine Anzahlung geben laſſen. Von
ammſtadt aus fehlt jede Spur von ihm.
Frankfurter Chronik.
Gala=Eröffnungsvorſtellung des
eſen=Zirkus Gleich mit Ben=Hur
indder Feſthalle! Am Sonntag um 3 Uhr nach=
lüttags
iſt die Erſtaufführung von Ben=Hur in
Feſthalle und abends ½8 Uhr iſt ebenfalls große
efrſtellung mit Ben=Hur, dann iſt täglich abends
½8 Uhr große Vorſtellung. Schon ſeit einer
Ihche werden in der Feſthalle große Einbauten ge=
eEht
, ſo daß am Sonntag die Vorſtellungen pünkt=
ihren
Anfang nehmen. Mit unglaublichſter
nachtentfaltung, der dieſem Rieſenſchauſpiel den
el teſten Spielraum läßt, und wie ſchon erwähnt,
einem Rieſenaufgebot von zirka 800 Menſchen
0 zirka 400 Tieren, wird ſich Ben=Hur, ganz
mankfurt und die weiteſte Umgebung genau wie
aI der letzten Gaſtſpielſtadt Dortmund erobern.
lunch für die Liebhaber zirzenſiſcher Kunſt iſt geſorgt,
aſ ſich der 5. Akt von Ben=Hur im alten römi=
hnn
Zirkus Maxim abſpielt. Römiſche Gladiatoren,
römiſchen Wagenrennen, die echten Arabertrup=
die
große Löwengruppe, die rieſigen Triumph=
ün
e mit Elefanten, Zetbras, Lamas, Kamelen, Pfer=
uſw
. werden in voller Wirklichkeit und Lebens=
ſachrheit
gezeigt, und niemand wird ſich des un=
ſigeßlichen
Eindrucks des größten Manegeſchauſpiels
Welt Ben=Hur entziehen können. Es ſei noch
onders hingewieſen, ſich die Eintrittskarten im
arverkauf ſiehe Inſerat zu beſorgen.
Der Felsſturz am Idſteiner Rathaus.
dſtein. Den Aufräumungsarbeiten am Rat=
2-8 ſtellen ſich immer größere Schwierigkeiten ent=
eien
. Gewaltige Felsblöcke ſind eingeklemmt. Das
Bngſchaffen dieſer Felſen bereitet bei dem zur Ver=
iu
ung ſtehenden engen Arbeitsraum nicht nur
Scwierigkeiten, ſondern iſt auch recht gefährlich. Die
oich anſtehende Felswand iſt derart geriſſen und ge=
pullten
, daß mit einem Nachrutſchen gerechnet werden
. Durch die zwiſchen Rathaus und Felswand
uSeklemmten Felsmengen hat der Fuß der noch an=
eisenden
Felswand einen gewiſſen Halt, der bei den
euteren Aufräumungsarbeiten verloren geht. Die
hiw ahr für das neben dem Nathauſe ſtehende Haus
kaut kann trotz Abtragung der Stützmauer und
m28 Teiles der Felswand noch nicht als beſeitigt an=
eſtehen
werden. An eine Wiederherſtellung des Rat=
gſeſes
iſt nach Urteil der Sachverſtändigen infolge
ſtarken Beſchädigungen nicht mehr zu denken.
urnnach muß das ſchöne altertümliche Gebäude nie=
Engelegt werden. Der Kranz ſchöner alter Bauten
m. das Rathaus herum erhält eine häßliche Lücke,
uus der Stadt fehlt das Rathaus.
Betrugs= und Beſtechungsprozeß Waguer.
Frankenthal. In der Verhandlung am
zanstag wurde der techniſche Poſtinſpektor Caſtell
emommen. Er beſtritt nicht, bei den Ausſchreibun=
en
für die Heizungsanlage Wagner bevorzugt zu
ag en, ſtellte jedoch die Sache ſo dar, daß er gar
eirne andere leiſtungsfähige Firma hatte finden kön=
ei
:. Sodann wurden die Vorgänge bei der Ver=
ſeung
der Arbeiten für das Poſtamtsgebäude in
uowigshafen erörtert. Von dem Schutzabkommen
v ſchen Wagner und den Konkurrenzfirmen will der
lyngeklagte erſt in der Vorunterſuchung erfahren
aysen. Als man Wagner bedroht habe, daß er keine
I.Seit mehr von dem Poſtamt bekomme, habe er ge=
urgert
: dann muß eben Dr. Höfle eingreifen. Auf
ſie Frage des Vorſitzenden, wie es ſich mit der Be=
nitrkung
verhalte: Ich kenne nur eine Firma, die
finma Wagner, erwiderte der Angeklagte, daß er
m. Scherz unter Anſpielung auf die guten Be=
ſiegungen
Wagners zu Dr. Höfle geſagt habe: In
Zirlin wird man bald ſagen: Ich kenne keine Firmen
nichr als nur noch Albert Wagner. Im zweiten
Eeſi! ſeiner Vernehmung ſchilderte Caſtell, wie er die
Scſt auf die Grundſtücke Wagners als Bauplätze auf=
neirkſam
gemacht habe. Von dem zuſtandegekommenen
8aſxkauf habe er erſt erfahren, als eines Tages Wag=
ei
zu ihm gekommen ſei und ihm mitgeteilt habe.
afs die Poſt ſeinen Bauplatz gekauft habe, wozu er
ſentierkt habe: Mein Freund Höfle hat ſich der Sache
mienommen. Der Angeklagte ſchilderte dann, wie
n Wagner am Weihnachtstage 1924 ein verſchloſ=
endes
Kuvert angeboten habe mit den Worten:
Ein kleines Chriſtkindchen‟. Er habe das Ged zu=
rf
= zurückgewieſen, ſich aber ſchließlich mit ihm dahin
euinigt, daß Wagner der Frau Caſtells das Geld
ſehe. Weitere Geldbeträge von Wagner erhalten zu
abgen, beſtritt Caſtell, obwohl ihm der Vorſitzende
a:: Notizbuch Wagners mit einer Eintragung von
4000 Mark und Bankauszüge vorhielt, nach welchen
Calftell ein Vermögen von über 70 000 Mark beſaß.
gſſtell behauptet, er habe das Geld mit Ausnahme
u7 20000 Mark, die er von Wagner bekommen habe,
chron früher durch Spkulation erworben. Der An=
eillagte
b ſtritt, daß er ſich jemals eine Pflichtwrdrig=
habe
zuſchulden kommen laſſen.
PMit der Vernehmung des Angeklagten Oberin=
bektors
Schwarz vom Reichsvermögensamt Kaiſers=
mitern
, kam die Verhandlung zum Anklagenkomplex
Eatrügereien bei Bau des franzöſiſchen Schießplatzes
RMondenheim. Er beſtritt nicht, von Wagner etwa
(000 Mark in Raten bekommen zu haben, ſtellte aber
n!Abrede, an unlautere Abſichten Wagners gedacht
u haben. Wagner habe ſeine Bedenken damit be=
Grwichtigt, daß er fagte, er gebe das Geld aus tein
ruaten Mitgefühlen für die Familie des Schwarz.
Lam Angeklagte ſtellte in Abrede, daß es ſeine Auf=
tahge
geweſen ſei, die Arbeiten im einzelnen nachzu=
ſrüäfen
. Der mitangeklagte Architekt Waibel be=
trüttt
ebenfalls jede Schuld. Din Abſchluß der Ber=
ſehemung
der Angeklagten bildete dann die Ver=
geſiemung
des früheren Poſtbauführers Weber.
Tödlicher Verkehrsunfall in Kaſſel.
Kaſſel. Am Freitag mittag wurde an der Ecke
ßwiedrichsplatzSteinweg der 71 Jahre alte In=
zaſ
ide Ludwig Michel von einem Lieferkraftwagen an=
geſrahren
und zu Boden geſchleudert. Er trug dabei
usen ſo ſchweren Schädelbruch davon, daß er eine
Euunde nach ſeiner Einlieferung in das Krankenhaus
kwoh.

Zur Bergwerks=Kataſtrophe bei Recklinghauſen.

Die Zeche Ewald.

Der letzte Nagelſchmied Deutſchlands.

Ludwig Beirer
iſt der einzige Nagelſchmied in ganz Deutſchland, der noch mit der Hand jeden Nagel einzeln
herſtellt. Zu den zahlreichen Berufen, die durch die Technik überholt wurden, gehört auch der
einſt weit verbreitete. Beruf des Nagelſchmieds. Die einzige und letzte Nagelſchmiede in Deutſch=
land
befindet ſich in Augsburg.

Wieder ein ſchweres Automobilunglück.
Goch (Rheinland). Auf der Landſtraße Goch
Aſperden fuhr ein mit vier Perſonen beſetztes
Privatautomobil aus Köln gegen einen Baum. Alle
vier Perſonen erlitten ſehr ſchwere Verletzungen, der
Chauffeur ſchwebt in Lebensgefahr.
Die Roſen=Affäre im Entſcheidungsſtadium.
Breslau. Nach Mitteilungen von amtlicher
Seite arbeitet der Oberſtaatsanwalt in Breslau mit
aller Entſchiedenheit auf Erledigung der Sache Roſen
hin. Trotzdem erſcheint eine Erledigung der ganzen
Angelegenheit binnen weniger Tage ausgeſchloſſen.
Der Oberſtaatsanwalt hofft jedoch beſtimmt, in
einigen Wochen über die zu ſtellenden Anträge
ſchlüſſig zu werden. Als feſtſtehend gilt jedoch, daß
im Intereſſe der Frau Neumann ein endgültiger Be=
ſchluß
ſeitens des Oberſtaatsanwalts gefaßt werden
wird.
Das kleinſie Poſiamt.

Fernſprechhäuschen mit Briefmarken= und
Poſtkartenautomaten
werden laut einer Verfügung der Berliner Oberpoſt=
direktion
in der nächſten Zeit zur Aufſtellung kom=
men
. Die erfreuliche Neuerung iſt im Intereſſe des
Publikums herzlich zu begrüßen. Manchmal denkt
die Poſt auch an ihre Kunden!

Eine Einſturzkataſtrophe.
Düſſeldorf. Beim Abbruch eines früheren
Fabrikgeländes ſtürzte am Samstag vormittag ein
Träger aus dem vierten Stockwerk mit dem darunter
liegenden Mauerwerk durch zwei Stockwerke hindurch
in die Tiefe und riß drei Arbeiter mit ſich. Während
zwei Arbeiter mit nur leichteren Verletzungen ge=
borgen
werden konnten, ſtarb der dritte bald nach
ſeiner Einlieferung ins Krankenhaus.
Ein Kraftwagen in voller Fahrt explodiert.
Auf der Chauſſee zwiſchen Müncheberg und
Strausberg bei Berlin ereignete ſich am Freitag
abend ein ſchwerer Unglücksfall. Der Führer eines
Laſtautos der Reichspoſt beobachtete, wie ein vor
ihm fahrendes ſchweres Perſonenauto in voller Fahrt
explodierte. Der Fahrer, der allein in dem Wagen
ſaß, wurde herausgeſchleudert und von dem Führer
des Poſtautos in das Müncheberger Krankenhaus ge=
bracht
. Er hatte das Bewußtſein verloren. Das
Auto iſt durch die Exploſion vollſtändig zerſtört wor=
den
. Der Bewußtloſe trug in einer Art von Kurier=
taſche
engliſche und ruſſiſche Briefſchaften bei ſich.
Seine Perſonalien konnten noch nicht geklärt werden.
Entdeckung einer Falſchmünzerwerkſtatt.
Altona. Die Polizei entdeckte in der Wohnung
eines Kaufmanns eine modern eingerichtete Falſch=
münzerwerkſtatt
, in der in der letzten Zeit falſche
50=Pfennig=Stücke hergeſtellt worden ſind. Der Kauf=
mann
und ſeine Ehefrau wurden verhaftet.
Feuersbrunſt in einem Tiroler Dorf.
Innsbruck. Am Freitag nachmittag um vier
Uhr brach im Bürgermeiſterhaus des bekannten
Ortes Naſſereith Feuer aus, das ſich bei ſtarkem Süd=
wind
mit unheimlicher Schnelligkeit verbreitete. Bis
um ½6 Uhr waren bereits mehr als 20 Häuſer des
Ortes eingeäſchert. Es herrſchte großer Waſſer=
mangel
, ſo daß die Bevölkerung dem raſenden Ele=
ment
hilflos gegenüberſtand. Um ½6 Uhr rückte von
Innsbruck die Feuerwehr mit der Motorſpritze aus,
die Waſſer von einem nahegelegenen See in den Ort
pumpen mußte, ſo daß erſt dann das Rettungswerk
mit voller Kraft einſetzen konnte. Nach den letzten
Meldungen ſind bereits weitere Häuſer von den
Flammen ergriffen worden. Es iſt faſt der ganze
Ort mit Vernichtung bedroht. Naſſereith hat 1100
Einwohner und zählt etwa 160 Häuſer.
Das Großfeuer in Naſſereith, das mitten in der
Ortſchaft im Hauſe des Bürgermeiſters ausgebrochen
war, konnte gegen 7 Uhr abends lokaliſiert werden.
Dem Brande fiel der ganze Straßenzug gegen den
Fernpaß hin, insgeſamt, wie bereits gemelde
Familien, zuſammen etwa 60 Perſonen, meiſt Berg=
leute
und Bauern, wurden obdachlos. Infolge des
durch heftigen Wind ſich raſch ausbreitenden Brandes
konnte faſt nichts gerettet werden.

Mißglücktes Attentat im
Reichsentſchädigungsamt.
Berlin, 3. März.
Ein ſchweres Attentat, dem nur durch einen glück=
lichen
Zufall niemand zum Opfer gefallen iſt, wurde
am Freitag von einem ehemaligen Farmer aus
Deutſch=Oſtafrika im Reichsentſchädigungsamt in der
Rheinſtraße 4556 zu Friedenau verübt. Der Täter,
der jetzige Kaufmann Heinrich Langkopp, der jetzt in
Lauenburg bei Hannover wohnt, erſchien heute mor=
gen
gegen 10 Uhr im Zimmer des Vizepräſidenten
des Reichsentſchädigungsamtes, Dr. Bach. Er hatte
einen Augenblick abgepaßt, in dem das Vorzimmer
leer war, um ohne Anmeldung unbemerkt einzu=
treten
. Er forderte ohne weiteres die ſofortige Aus=
zahlung
einer Entſchädigung in Höhe von 120000
Mk., widrigenfalls er einen Koffer mit Sprengpulver
zur Exploſion bringen werde. Damit ſtellte er einen
Aluminium=Tropenkoffer auf den Schreibtiſch, aus
dem zwei Zündſchnüre heraushingen, die der Atten=
täter
um die Finger der linken Hand gewickelt hatte.
Vizepräſident Dr. Bach verſuchte, auf gütlichem Wege
zu unterhandeln, da er hoffte, daß inzwiſchen einer
der Beamten das Zimmer betreten werde. Da aber
zufällig niemand erſchien, ſaßen ſich der Präſident
und Langkopp länger als drei Stunden gegenüber.
Dr. Bach mußte ſich ſchließlich dazu verſtehen, Lang=
kopp
eine Zahlungsanweifung über 12000 Mark und
einen Scheck über 90 000 Mark auszuſchreiben.
Langkopp rief darauf, ohne den gefährlichen Koffer
aus der Hand zu laſſen, einen Bekannten durch den
Fernſprecher herbei, der ebenfalls unbemerkt eintrak
und den Scheck in Empfang nahm. Er bemühte ſich
dann eine Stunde lang, den Scheck von einer Banl
honoriert zu bekommen, hatte aber keinen Erfolg, da
der Scheck nicht ordnungsmäßig ausgeſchrieben war.
Als jetzt Präſident Dr. Bach erklärte, er wolle bei
der Kaſſe des Amtes Geld holen und das Zimmer
zu verlaſſen verſuchte, gab Langkopp fünf Schüſſe
aus einem Revolver ab. Keiner der Schüſſe hatte
getroffen, da Langkopp anſcheinend abſichtlich nach
der Decke gezielt hatte. Gleichzeitig hatte er den
Koffer fallen laſſen und es gab einen kurzen Knall.
Durch einen Zufall war die Sprengladung nicht zur
Exploſion gekommen. Auf die Schüſſe hin liefen
Beamte aus den anderen Zimmern herbei, die Lang=
kopp
überwältigten und dem Ueberfalltommando
üb rgaben.
Langkopp war 22 Jahre lang in Deutſch=Oſtafrika,
hatte zuletzt unter Lettow=Vorbeck gekämpft und bei
dem Verluſt der Kolonie ſein ganzes Vermögen ver=
loren
.
Fünf Millionen Franken Brandſchaden.
Brüſſel. Durch einen Rieſenbrand wurde in
der letzten Nacht eine Cichorienfabrik in Antwerpen
faſt vollſtändig eingeäſchert. Zwei Millionen Kilo
Zichorien wurden ein Opfer der Flammen. Der Ge=
ſamtſchaden
wird auf 5 Millionen Franken geſchätzt.
300 Mönche in China lebendig verbrannt.
EP. London. Wie aus Schanghai gemeldet
wird, ſollen die Kommuniſten über 300 Mönche in
einem Tempel der Stadt Lei Yag im Süden der
Provinz Honan lebendig verbrannt haben, während
die Stadt ſelbſt vollſtändig zerſtört worden ſei.
Mehrere hundert Einwohner ſind von den Kommu=
niſten
nach grauſamen Folterungen getötet worden.
Man ſchreibt dieſe Taten revoltierenden kommuniſti=
ſchen
Bauern zu, denen ſich einige Hundert ehema ige
Soldaten des General Tſchang=Tſcheng=Tſchu ange=
ſchloſſen
hätten. Eine unter dem Militärchef der
Provinz Kwangfu bei Cheng=Tſchi ſtehende Armee
iſt im Begriff, eine Strafexpedition gegen die Sol=
daten
zu unternehmen.
Autobusunglück in Indien.
Bangalore. Hier iſt ein Autobus in einen
Fluß geſtürzt. Acht Perſonen wurden getötet und
acht verwundet.
Die Los Angeles konnte endlich landen.
NewYork. Das Luftſchiff Los Angeles, das
ſeit Mitternacht durch ſchweren Sturm an der Lan=
dung
verhindert war und über Lakehurſt kreuzte,
konnte nach vielen Verſuchen am Samstag vormittag
endlich landen. Beim letzten vergeblichen Landungs=
verſuch
wurden vier Matroſen, die ſich an dem
Halteſtangen längs der Kabine angeklammert hatten,
mit in die Luft geriſſen. Ihr Schickſal iſt noch un=
bekannt
.
Komponiſi Strawinſty Mitglied
der Akademie.

Jgor Strawinſky,
Gebäude, darunter 13 Wohnhäuſer, zum Opfer. 18 der berühmte ruſſiſche Tonkünſtler, iſt zum Mitglied
der preußiſchen Akademie der Künſte gewählt wor=
den
. Der Künſtler lebt in Paris. Unſer Bild zeigt
Strawinſky (am Klavier) mit dem großen deutſcheg
Dirigenten Prof. Wilhelm Furtwängler.

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[ ][  ][ ]

Nummer 64

Sonntag den 4 März 1928

Geite 17

Sehfealnche Baplang.
Am Mittwoch, den 7. und 14. ds.
ſits, und falls noch Bedarf, am Mitt=
voch
, den 21. ds. Mts, jeweils un
55 30 Uhr (31, Uhr nachm.) finden
ür die im Jahre 1926 und die in
em Vorjahren geborenen und bis
eist noch nicht geimpften Kinder
fientliche unentgeltliche Impftermine im
ſulhauſe in der Rundeturmſtraße
ſatt. Nachſchau jeweils acht Tage
p4*ter. Kinder, die in dieſen Terminer
iicht geimpft werden, ſind bei Meidung
geſetzlichen Strafe, auf Koſten der
ihrern impfen zu laſſen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende
mankheiten, wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Krupp, Keuchhuſten, Fleck=
hohus
, roſenartige Entzündungen oder die
atürlichen Pocken herrſchen, dürfen Impf
inge zum allgemeinen Termin nicht ge=
racht
werden.
Die Eltern des Impflings oder deren
Farrtreter haben dem Impfarzt vor der
larsführung der Impfung frühere oder
uudch beſtehende Krankheiten des Kindes
nittzuteilen.
Die Kinder müſſen mit reingewaſche=
ien
Körper und mit reinen Kleidern ge=
nacht
werden.
(st4060
Darmſtadt, den 3. März 1928.

Der Oberbürgermeiſter.

Fluchtlinienplan.

Der auf Grund der Verfügung des
harrn Miniſters des Innern vom 14.
Mts. feſtgeſtellte Fluchtlinienplan
unr die Dieburgerſtraße zwiſchen
oenwaldbahn und Faſanerie lieg
mnäß Art. 7. der Allgem. Bauordnung
dr dem Städt. Hochbauamt zur Ein=
iügt
offen.
(st4058

Darmſtadt, den 29. Febr. 1928.
Der Oberbürgermeiſter.

Vermietung eines Ladens.
Der im Hauſe Grafenſtraße 30 er=
richtete
Laden nebſt Zubehörräumen ſoll
Sbald vermietet werden. Bewerbungs=
geſuche
mit Preisangabe ſind bis ſpäte=
tns
10. März ds. Js. auf Zim. 6:
ds Stadthauſes abzugeben.
Intereſſenten wollen ſich wegen Be=
inörigung
des Ladens an das Städt
Huchbauamt, Grafenſtr. 30, wenden.
Darmſtadt, den 25. Febr. 1928. (st3855
Der Oberbürgermeiſter.

Dienstag, den 13. ds. Mts., von
erm. 9, Uhr ab, werden in der
kurnhalle am Woogsplatz hier
u8 den ſtädt. Förſtereien Beſſ. Laub=
vald
(H. d. Erlen 10, Dachsberg 30
Fu anz.=Berg 15, Dieterſchlag 2 u. 4) und
Hleiltgkreuz (Spitz a. Z. 7, Eichelacker
. 56, 57, Lichtſchlag 33, Holzſchlag 23
N- Woogsberg 38, Hitzberg 28, 29, Küh=
gihe
20) verſteigert:
Buche (Dieterſchlag 2 u. 4) 94 II. Kl.
1.27 im, 2 III. 1,33 im; Hainbuche
Hitzberg 29, Hi. Wovgsberg 38) 3 II. 1,50
1 III. 0,77 im; Linde (Hi. Woogs=
berg
38) 2 III. Kl. 1,65 im; Eiche (dar
einlitkl. Schntttſtämme) 58 I. Kl. 9,62 Im
II. 21,87 im, 74 II1. 59,51, 60 TV.
N.73, 18 V 29,14, 2 VI. 3,47 1 VI
152 und 1 VIII. 3,79 tm: Eichenutz
ceeit (rund, Eichelacker 15) 2 Im.
Darmſtadt, den 3 März 1928. (st4095
Städt. Güterverwaltung.

1.

Lieferung von Särgen.
Die Lieferung der in der Zeit vom
1. April 1928 bis 31. März 1929 erfor=
derlichen
Särge uſw. für Beſtattung von
Wohlfahrtspfleglingen der Stadt Darm=
ſtadt
ſoll an den Mindeſtfordernden ver=
geben
werden. Die Lieferungsbedingun=
gen
ſind auf Zimmer Nr. 62 unſeres
Amtsgebäudes erhältlich. Die Angebote
ſind in verſchloſſenem Briefumſchlag
mit dem Vermerk Lieferung von Sär=
gen
bis ſpäteſtens 15. März 1928,
vormittags 10 Uhr, auf Zim. Nr. 64
unſeres Amtsgebäudes einzureichen.
Darmſtadt, den 1. März 1928. (st4099
Städtiſches Wohlfahrts= und
Jugendamt.

.I.

Freitag, den 9. März 1328, vor=
mittags
9 Uhr, wird in Arbeilgen
(Wirtſchaft Zum Schwanen) aus Di=
ſtrikt
V. Nied. Hirth. Hegſtück 19. Jagen
23, VI, Hirtenhaus 8, Prinzenſchlag 10,
Ramſtadt 11, 12, Luderplatte 13, 14, 17,
18, Bernhardsackerſchlag 29, Dianabur=
gerhegſtück
32, 33, 34, Wilde Anlage 33,
Fichtengarten 35, Stockſchlag 36, 37, 38,
Viehtrift 50, 51, 52, 53, nachſtehendes
Holz verſteigert:
Stämme, im: Fichte 1,32 1a, 13,35
1b, 1,72 2a, 0,97 2d; Lärche 0,78 1b;
Douglas 0,48 1b; Derbſtangen, Stück:
Buche 3 III. (Langwieden): Eſche 2 II.,
20 III.; Akazie 2 II.; Nutzſcheiter, rm:
Eiche 25,1 I. (geſpalten), Erle 21 II. (rd.)
Scheiter, rm: 459,8 Buche, 193,8
Eiche, 78 Birke, 34 Erle, 2 Eſche, 1 Linde,
11 Pappel, 2 Kiefer, 5,5 Weymouthskief.z
Knüppel, rm: 179,5 Buche, 9 Hain=
buche
, 93 Eiche, 63 Birke, 40. Erle, 2
Eſche, 3 Akazie, 2 Kirſchbaum, 2 Kiefer,
13 Fichte, 11 Douglas, 1 Weymouthsk.
Reiſerholz I. Kl. (Knüppelreiſig), rm
36 Buche, 3 Eiche, 1 Birke, 2 Eſche
Reiſerholz III. Kl. (Aſtreiſig), 100
Wellen: 12,70 Buche, 0,20 Eiche: Stöcke,
rm: 26 Buche, 46 Eiche, 10 Birke, 41,
Erle.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Blau unterſtrichene Num=
mern
kommen nicht zum Ausgebot. Aus=
kunft
durch Förſter Heger, Forſthaus
Kalkofen (Tel. Meſſel 7) und unterzeich=
netes
Amt.
(408
Darmſtadt, den 2. März 1928.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.

Donnerstag, den 8, ds. Mts.,
vion vorm. 9 Uhr ab, werden in der
Zrnhalle am Woogsplatz hier aus
demn ſtädt. Förſtereien Heiligkreuz
(ſiühlache 19. 20, Los Nr. 13971484
und Beſſ. Laubwald (Ständ. Weide 18,
aum Heuweg, Kiefer, Los Nr. 81996:
vürſteigert:
arm Scheiter: 23 Buche, 4 Hainbuch
4 Eiche, 2 Birke, 2 Erle, 102 Kiefer;
Knüppel: 26 Buche, 7 Hainbuche, 65
Eiche, 3 Birke, 5 Erle, 251 Kiefer (darunt.
120 rm 2,5 m lange Pfoſten); Reiſig=
knüppel
: 8 Buche, 7 Eiche; Stöcke:
22 Kiefer.
(st4094
Darmſtadt, den 3. März 1928.
Städt. Güterverwaltung.

Moniag, 12. März 1928, nach=
mi
.ittags 2 Uhr, verſteigern wir) aus
ziinſerem Nauheimer Oberwald im Saale
Cnoban in Mörfelden:
Enchen=Stämme: 1.02 (m II. Kl., 11,10
Im, III. Kl., 2,94 fm IV. Kl., 0,93 Im
V. Kl.
Buuchen=Stämme: 0.42 im II. Kl.
24,62 im 1II. Kl., 11,04 im IV. Kl.
255 fm V Kl.;
Hſiefern=Stämme: 4,68 fm 2a Kl., 2,21
2b Kl., 15,65 fm 3a Kl., 27,61 fm 3b
Kl., 22,76 im 4a Kl., 5,61 fm 4b Kl.
7,09 im 5. Kl.;
Fſiichten=Stämme: 3,84 Im 1a Kl., 4,35
Im 1b Kl., 3,17 tm 2a Kl., 3,88 fm
1 2b Kl.
Das Holz wolle vor der Verſteige
rurng eingeſehen werden. Auskunft und
Auummernverzeichniſſe bei Förſter Schul=
w
eyer, Forſthaus Nauheimer Ober=
(408
wald und uns.
Nauheim, Kr. Gr.=Gerau, 2. März 1928
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Baul,

Holzverſteigerung.
Es werden verſteigert:
I. Dienstag, 6. März Ifd. Js.,
aus Diſtrikt I Eichen, Dolmesberg 38
und Klöpperſchlag 50: 56 rm Eichen=
Kutzknüppel, 2,5 m lang (Pfoſten)
ferner Scheiter, rm: 187 Eiche da=
bei
Nutzholztaugliches , 10 Kiefer,
1 Lärche; Knüppel, rm: 6 Hainbuche,
116 Eiche, 12 Birke, 2 Erle, 14 Kiefer
2 Lärche (Baumpfähle); Knüppel=
re
ſig, rm 143 Buche, 56 Hainbuche, 85
Eiche; Stöcke, rm: 64 Eiche, 2 Kiefer
II. Donnerstag, 8. März lfd. Js.,
aus Diſtrikt I Eichen, Klöpperſchlag 51.
Eichen und Röder Mark, verſchiedene
Abteilungen (Förſterei Meſſel), II. Die=
burger
Mark, Abteilung 4, und das Dürr=
und Windfallholz aus Dieburger Mark,
und zwar: 14 rm Eichen= Nutzhnüp=
pel
, 2,5 m lang (Pfoſten); ferner:
Scheiter, rm: 21,8 Buche, 2 Hainbuche,
32,4 Eiche dabei Nutzholztaug=
liches
, 41,7 Kiefer, 1 Fichte; Knüp=
pel
, rm: 3 Buche, 4 Hainbuche, 56 Eiche
5 Birke, 88 Kiefer, 1 Strobe, 3 Fichte;
Knüppelreiſig, rm: 30 Buche, 14 Hain=
buche
, 54 Eiche, 2 Birke, 57 Kiefer, 1
Stroben, 5 Fichte; Stöcke, rm: 5,2 Buche,
22 Eiche, 62 Kiefer. Zuſammenkunft
jedesmal 9 Uhr vormittags beim
Pflanzgarten in Röder Mark am Stein=
weg
. Hämtliches Holz iſt vorher
einzuſehen. Unterſtrichene Nummern
werden nicht verkauft. Auskunft durch
Förſter Engel und Forſtgehilfen Hof=
mann
zu Meſſel.
(4082
Meſſeler Forſthaus, 1. März 1928.
Heſſ. Forſtamt Meſſel.

Uhr Nerz weint.
über Ihr Gewicht.
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aber auf gesunde
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d. Geſchäftsſt. (4093
Roßhaare
gebr., kauft z. höchſt.
Tagespreis. Angeb.
befördert die Anzei=
gen
=Abteilung unter
B 135.

Mittwoch, den 7. März 1928
vorm. 9 Uhr, wird in Darmſtadt
Wiriſchaft Heiliges Kreuz) aus Di=
ſtrikt
V. Steinackerſchlag 1, 5. Leimen=
grund
6, Mörsbacherſchlag 26, 27 29
Im Bogen 28, VI., Zinkeneck 2, Mörs=
bachergrund
3, 4, 5, Lichtſchlag 22, 23,
Saufang 24, 25, Rauſchen 26, 28, 29,
Kühruh 39, 40, Kleeneck 41, nachſtehen=
des
Holz verſteigert:
Stämme, im: Fichte 9,30 1a, 9,63
1b, 3,73 2a, 2.13 2b: Derbſtangen,
Stück: Fichte 44 I., 70 I1., 64 III.; Rets=
ſtangen
, Stück: Fichte 9 IV: Nutz=
ſcheiter
, rm: Eche I. 1,3 (geſpalten),
13 (rund), II. 2 (rund).
Scheiter, rm: 427 Buche, 4 Hain=
buche
, 36 Eiche, 20 Birke, 5 Erle, 4 Roß=
kaſtanie
; Knüppel, rm: 228 Buche, 4
Hainbuche, 150 Eiche, 52 Birke, 2 Erle
31 Kiefer, 1 Douglas; Reiſerholz 3. Kl.
(Aſtreiſig), 100 Wellen: 22.90 Buche, 0,2
Eiche; Stöcke, rm: 71 Buche, 2 Hain=
buche
, 8 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Blau unterſtrichene Num
mern kommen nicht zum Ausgebot. Aus=
kunft
durch Forſtgehilfen Mohr, Meſſ.
Falltorhaus und unierzeichnetes Amt.
Darmſtadt, den 2. März 1928. (4032
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.

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Arbeitsvergebung
Für die Ausführung des Neubaues
Mags in der Eſchollbrückerſtraße ſind
nachſtehende Arbeiten zu vergeben.
1. Maurerarbeiten
2. Steinmetzarbeiten
3. Zimmerarbeiten
4. Klempnerarbeiten
5. Dachdeckerarbeiten
6. Glaſerarberten
7. Schreinerarbeiten
8, Weißbinderarbeiten
9. Schloſſerarbeiten.
(*6198
Die Angebote können täglich, vorm.
von 810 Uhr bei dem Unterzeichneten
zum Selbſtkoſtenpreis in Empfang ge=
nommen
werden, woſelbſt auch die
erforderlichen Zeichnungen eingeſehen
werden können.
Verdingungstermin: Samstag, den
10. 3. 1928, vorm. 10 Uhr auf meinem
Büro. Zuſchlagsfriſt: 8 Tage.
Darmſtadt, den 3. März 1928.
Herm ann Sinn
Architekt VRA
61 Landskronſtraße 61.

Bergeoang Bon Saudrbeiten
Die Arbeiten des inneren Ausbaues
bei Errichtung von zwei Beamtenwohn=
häuſern
in Dieburg (eines mit 2 Vier=
zimmerwohnungen
und eines mit zwei
Fünfzimmerwohnungen) ſollen in öffent=
licher
Ausſchreibung aufGrund der Reichs=
verdingungsordnung
durch die unter=
zeichnete
Behörde vergeben werden, und
zwar:
Glaſer=, Weißbinder=, Schreiner=,
Schloſſer=, Tapezier= und Inſtallations=
arbeiten
(Beleuchtungsanlage, Waſſer=
Zu= und Ableitung, Abortanlage und
eine ſelbſttätige Hauswaſſerverſorgung),
Heizungsanlage Kachelöfen, eiſerne
Oefen und Herde).
Die Arbeiten werden einzeln für jedes
Haus getrennt vergeben. Die Ausſchrei
bungsunterlagen und Zeichnungen ſind
während der Dienſtſtunden bei uns ein=
zuſehen
. Die Leiſtungsverzeichniſſe wer=
den
, ſoweit der Vorrat reicht, abgegeben.
Die Angebote ſind, getrennt für jedes
Wohnhaus, verſchloſſen, portofrei mit der
Aufſchrift Angebot auf . . . . . Arbeit
zum Beamtenwohnhaus 3 (4) in Die=
burg
verſehen bis zum Donnerstag,
den 15. März 1928, vormitt. 11 Uhr,
bei uns einzureichen, worauf die Oeff
nung der Angebote im Beiſein etwa er=
ſchienener
Bewerber erfolgt.
Die Zuſchlags= und Bindefriſt dauert
(3901a
bis zum 29. März 1928.
Dieburg, den 24. Febr. 1928.
Heſſ. Hochbauamt Dieburg.
Gombel.

Vergebungvon Bauarbeiten
Zur Errichtung eines Beamtendoppel=
wohnhauſes
in Groß=Umſtadt (2 Fünf=
zimmerwohnungen
) ſollen die nachſtehen=
den
Bauleiſtungen in öffentlicher Aus=
ſchreibung
auf Grund der Reichsverdin=
gungsordnung
für Bauleiſtungen durch
die unterzeichnete Behörde vergeben wer=
den
, und zwar:
Glaſer=, Weißbinder=, Schreiner=,
Schloſſer=, Tapezier= und Inſtallations=
arbeiten
(Beleuchtungsanlage, Waſſer=
Zu= und Ableitung, Abortanlage, Her=
ſtellung
der Einfriedigung ( Zimmer=
arbeit
), Heizungsanlage (Kachelöfen,
eiſerne Oefen und Herde).
Die Teilung der Arbeiten in 2 Loſe
wird vorbehalten.
Die Ausſchreibungsunterlagen und
Zeichnungen ſind während der Dienſt=
ſtunden
bei uns einzuſehen. Die Lei=
ſtungsverzeichniſſe
werden, ſoweit der
Vorrat reicht, abgegeben. Die Angebote
ſind verſchloſſen, portofrei und mit der
Aufſchrift Angebot auf . . . . . Arbeit
zum Beamtenwohnhaus in Groß= Um=
ſtadt
verſehen bis zum Dienstag, den

12. März 1928, vormittags 10 Uhr,
bei uns einzureichen, worauf die Oeff=
nung
der Angebote im Beiſein der etwa
erſchienenen Bewerber erfolgt.
Die Zuſchlags= und Bindefriſt dauert
(3900a
bis zum 26. März 1928.
Dieburg, den 25. Febr. 1928.
Heſſ. Hochbauamt Dieburg.
Gombel.

Dienstag, den 6. März 1928,
vormittags 10 und nachm. 3 Uhr,
Verſteigerung
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Uhr u. 1 Stunde vor Beginn d. Verſteig
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St. 60, amerik. Leg
horn St. 35. Wind
ſchmitt, Rhönring 10

3 Zuchthähne
Plymouth, u. Stal
zuch=Haſen zu verk.
Orangerieſtr. 32 (: 148

Raſſereiner Pinſcher,
guter Wächter und
Rattenfänger, abzu=
6194
geben.
Dr. Baumann,
Roßsorf.

Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. der Eliſe Hennemann, geb. Wöhrn, Witwe von Phi=
lipp
Hennemann, zu
2. des Karl Ludwig Hennemann, Dentiſt in Wiesbaden,
zu us
im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 17. April 1928, nachmittags 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 2. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerfs
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
derung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls, ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(2334a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 27. Januar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk 2, Band III, Blatt 183.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann an Schätzung
II 320 Grabgarten Heinheimer=
169 1500 RM.
ſtraße
Hofreite Nr. 3 daſelbſt 261 6500 RM.
II

[ ][  ][ ]

Seite 18

Sonntag den 4 März 1928

Nummer 64

Oporn, Spier und Tarnen,

Handball.
Meiſierſchaften im Main=Rheingau O. T.
Innerhalb des Main=Rhein=Gaues ſind nun nach Beendigung der
Meiſterſchaftsſpiele im Handball, in welchem ſich harte Kämpfe um die
erſten Tabellenplätze entſponnen hatten, die einzelnen Klaſſen= und
Gruppenmeiſter feſtgeſtellt. In der Meiſterklaſſe überragt Pfungſtadt,
welches eine ſympathiſche Elf ins Feld ſtellen konnte, ſeine Gegner
weſentlich. In der A=Klaſſe gelang es Wolfskehlen, ſich als Meiſter
dieſer Klaſſe durchzuſetzen, und verwies Arheilgen auf den zweiten
Platz, obwohl letzteres in ſeiner Gruppe alle Spiele gewinnen konnte.
Beſſungen blieb der Aufſtieg zur Meiſterklaſſe verſagt. In der B=Klaſſe
konnte ſich der Spitzenreiter der 3. Gruppe mit 18 Punkten den erſten
Platz ſichern. Zwingenberg ſteht in der erſten Gruppe der C=Klaſſe
an erſter Stelle und kann mit einem Torverhältnis 46:9 als Beſter der
Geſamtklaſſe gelten. Der Tabellenſtand hat folgendes Ergebnis gezeitigt:
Tabellen
der Handball=Meiſterſchaftsſpiele 1927/28 im Main=Rhein=Gau.
Meiſterklafſe.

Pfungſtadt Spiele geiv. unentſch. verl. Tore Punkte 10 58:28 Groß=Gerau 10 37:25 12 Eberſtadt 10 N:28 11 Nauheim 41:37 10 Sprendlingen 31:51. NeuIſenburg A=Klafſe.
Gruppe 1. B:51 Beſſungen Spiele gew. unentſch. verl. Tore Punkte 10 51:17 16 Vickenbach 10 32:15 15 Bensheim 10 38:19 13 Darmſtadt, Tgſ. 10 20:24 10 Seeheim 10. 16:40 Eberſtadt 10 Gruppe 2. 11:54 2 Wolfskehlen Kaiigg gew. unentſch. verk. Tore Punkte 10 49:14 18 Darmſtadt, Tgde. 10 32:24 Erfelden 10 W:29 11 Worfelden 10 38:37 19 Ober=Ramſtadt, To. 10 14:34 Gernsheim 10
Gruppe 4. 13:36 Arheilgen 10 10 58:10 2 Walldorf 10 38:2) 15 Egelsbach 10 98:21 10 Nieder=Roden, Tgde. 2:34 Griesheim, Tgde. 19 2:24 Laugen 10 10:67

Bei den Spielen um die Beſt=Mannſchaff der A=Klaſſe wurde die
1. Mannſchaft des Turnvereins Wolfskehlen laut nachfolgender Tabelle
ermittelt:
Spiele gew. unentſch. verl. Tore Punkte
Wolfskehlen
11:7
Arheilgen
9:6
Beſſungen
5:11

Bickenbah
Pfungſtadt
Bensheim
Alsbach
BHeppenheim

Ober=Ramſtadt, Tgſ.
Darmſtadt, Tgf.
Neu=Iſenburg
Langen
Arheilgen

Goddelau
Büttelborn
Groß=Gerau
Walldorf
Wolfskehlen
Gernsheim

Zwingenberg
Jugenheim
Hähnlein
Heppenheim
Alsbach

Darmſtadt, Tgde.
Beſſungen
Nieder=Noden, Vorw
Eſchollbrücken
Sprendlingen

Nieder=Roden, Tgde.
Ober=Ramſtadt, 2gſ.
Noßdorf
Ober=Namſtadt, Tv.
Arheillgen

Wallerſtädten
Nauheim
Worfelden
Erfelden
Darmſtadt, Tgſ.

Bensheim
Scehcim
Heppenheim
Hähnlein

Gberſtadt
Sprendlingen
Beſſungen
Griesheim Tom.
Langen

Pfungſtadt
Groß=Gerau
Griesheim Tgſ.
Eſchollbrücken
Beſſungen

Spiele
Spiele

Spiele
10
10
10
10
10
10

Spiele
C
Spiele
Spiele
8

B=Klaſſe.
ruppe 1.
geiv. unentſch.

G

rupße 2.
gew. unentſch.
6
ruppe 3.
geiv. unentſch.
C=Klaſſe.
uppe 1.
gew. unentſch.

zruppe 2.
gew. unentſch.
Gruppe 3.
gew. unentſch.

Gruppe 4.
Spiele gew. unentſch.
Jugend.
Gruppe 1.
Spiele gew. unentſch.
6

Gruppe 2.
Spiele gew. unentſch.
Gruppe 3.
Spiele gew. unentſch.
6

verl. Tore Punkte 20:13 10 16:16 16:23 18:26 B:20 6. verl. Tore Punkte 35:9 12 24:19 10 15:14 13:27 9:27 verk. Tore Punkte 54:14 18 48:19 1e 34:39 12 19:33 9:34 5:30 verk. Tore Punkte 46:9 15 18:13 10 3 33:17 9:21 3:49 verl. Tore Punkte 37:13 13 31:14 13 23:11 17:25 5:50 verl. Tore Punkte 32:7 13 22:10 12 55:16 11 5:43 1:39 0 verl. Tore Punkte 46:11 15 30:17 12 24:26 12:19 5:44 verl. Tore Punkte 33:4 25:23 24:15 5:45 verl. Tore Punkte 44:8 12 3 41:15 10 37:27 28:23 6:76 verl. Tore Punkte 58:9 14 35:16 12 21:30 13:33 12:50

Rot=Weiß Darmſtadt Germania Wiesbaden.
Wir verweiſen hiermit nochmals auf das heute nachmittag um 3 Uhr
auf dem Rot=Weiß=Platze ſtattfindende Liga=Aufſtiegſpiel zwi=
ſchen
Rot=Weiß Darmſtadt und Germania Wiesbaden. Es iſt für eine
hinreichende Anzahl von Sitzplätzen geſorgt, was ſicherlich allerſeits
freudig begrüßt werden wird.

Fußball.
Germania Pfungſiadt Union Darmſtadi.
Das obige Verbandsſpiel iſt das letzte für beide Vereine. Auch dieſes
Treffen findet genau wie das Vorſpiel in Pfungſtadt ſtatt (alſo nicht
wie uns geſtern von Union irrtümlich gemeldet, in Darmſtadt), da der
Verbandsſpielausſchuß des SFV. über Union Darmſtadt wegen der
Vorfälle beim Spiel gegen Langen am 19. Februar 1928 Platzſperre
verhängt hat. Germania Pfungſtadt verlor ſeinerzeit das Vorſpiel
überraſchend 4:2 und wird deshalb auf Revanche bedacht ſein, zumal es
auch gilt, den ſchlechten Eindruck durch das gegen den Tabellenletzten
verlorene Spiel zu verwiſchen. Union muß auf die geſperrten Darm=
ſtädter
und Mehring verzichten, dürfte jedoch dennoch einen ſtarken
Gegner abgeben. Wir halten den Ausgang für offen. Spielbeginn
2.30 Uhr nachmittags.
FC. Nürnberg ſiegt in Paris 4:1.
Vor etwa 5000 bis 6000 Zuſchauern ſchlug am Samstag der deutſche
Fußballmeiſter FC. Nürnberg eine Auswahlmannſchaft Red Star Olym=
pique
und Athlétie Club Paris mit 4:1, Halbzeit 1:0. Während das
Spiel in der erſten Halbzeit nahezu ausgeglichen war, ſo daß die deutſche
Mannſchaft erſt kurz vor Schluß ein Tor erzielen konnte, beherrſchte
Nürnberg in der zweiten Halbzeit das Feld überlegen und lieferte ein
prachtvolles Spiel. Kalb erzielte allein zwei Tore. Den Pariſern ge=
lang
es erſt wenige Minuten vor Schluß, das Ehrentor zu machen.

Turnen.

Darmſtädter Turnerſchaft.
Auf den 11. Auguſt 1928 fällt der 150. Geburtstag des Turnvaters
Jahn. Dieſer Tag wird von der Darmſtädter Turnerſchaft in würdiger
Weiſe gefeiert werden. Sie hofft dabei auf eine rege Anteilnahme der
Darmſtädter Bevölkerung. Um nun auch die Anteilnahme der Stadt=
verwaltung
zu ſichern, hat die Darmſtädter Turnerſchaft durch ihren
Vorſitzenden folgendes Schreiben an die Stadtverwaltung geſandt:
Betr. Jahn=Ehrung.
Schon wiederholt iſt aus Darmſtädter Turnerkreiſen angeregt wor=
den
, daß der Turnvater Jahn in Darmſtadt durch Benennung einer
Straße oder eines Platzes nach ihm endlich geehrt werden möge. Dieſer
Wunſch iſt um ſo berechtigter, als das deutſche, von Jahn gegründete
Turnen ſtets in Darmſtadt ſeine ganz beſondere Pflege fand. Bedeu=
tende
Turnerführer ſind aus Darmſtädter Turnerkreiſen hervorgegangen,
Man denke nur an den Gründer der Turngemeinde Darmſtadt von 1846,
Felfing, von deſſen Hand das deutſche Turnerzeichen der vier F
ſtammt, an Adolf Spieß, den Begründer des deutſchen Mädchenturnens,
und nicht zuletzt den Schulrat Schmuck, den langjährigen erfolgreichen
Vertreter des Mittelrheinkreiſes der Deutſchen Turnerſchaft. Viele
Namen ließen ſich noch anführen.
Einen beſonderen Markſtein in der Geſchichte des deutſchen Turnens
und insbeſondere in der Geſchichte Darmſtadts, bildet das 33. Mittel=
rheiniſche
Kreisturnfeſt, welches mit ſeiner wunderbaren Auswirkung
den Namen Darmſtadts als würdige Feſtſtadt in alle deutſchen Lande
hinausgetragen hat. Die Darmſtädter Turnerſchaft, welche in muſter=
gültiger
Weiſe dieſes Feſt durchgeführt hat, iſt mit Recht ſtolz auf die=
ſen
Erfolg, und ſie hat dankbar die ſchöne Ehrung, welche die Stadt
ar adt ihren Führern und Mitarbeitern hat zuteil werden laſſen,
anerkannt.
Es iſt daher gewiß nicht unbeſcheiden, wenn die Darmſtädter Turner=
ſchaft
bittet, dieſer Einzelehrung eine weitere Ehrung für die Darm=
ſtädter
Turnerſchaft hinzuzufügen durch Benennung einer Straße oder
eines Platzes nach dem Turnvater Jahn.
Am 11. Auguſt 1928 jährt ſich zum 150. Male der Tag, an welchem
Turnvater Jahn das Licht der Welt erblickt hat. Die Darmſtädter
Turnerſchaft wird dieſen Tag durch eine beſondere Veranſtaltung der
Darmſtädter Bevölkerung in Erinnerung bringen. Dieſe Veranſtaltung
würde aber eine beſondere Weihe dadurch erhalten, wenn ſeitens der
Stadt Darmſtadt der Wunſch der Darmſtädter Turnerſchaft erfüllt und
an dieſem Tage ein Platz oder eine Straße nach dem Turnvater Jahn
getauft würde.
Wir betrachten dies als eine Ehrenpflicht der Stadt Darmſtadt und
wir hoffen, daß unſer oftmals geäußerter Wunſch nun endlich in Erfül=
ung
geht. Des innigen Dankes der Darmſtädter Turnerſchaft darf die
Stadt Darmſtadt gewiß ſein. Wir ſind auch überzeugt, daß die Darm=
ſtädter
Bürgerſchaft mit Freuden die Erfüllung unſeres Wunſches be=
grüßen
würde.
Man darf wohl überzeugt ſein, daß die Stadtverwaltung ſich der
Cotwendigkeit der Erfüllung dieſes Wunſches nicht verſchließen wird,
um ſo mehr, als Darmſtadt nicht zurückſtehen darf hinter den zahlreichen
deutſchen Städten, in welchen am 11. Auguſt 1928 ähnliche Feiern und
Ehrungen ſtattfinden.

Aus der O. J. K.

Im Gau Heſſen=Darmſtadt beginnen am heutigen Sonntag zwi=
ſchen
den Meiſtern der einzelnen Bezirke die Kämpfe um den Titel eines
Gaumeiſters In dieſem Jahre gingen die DJK. Bürgel im Bezirke
Offenbach=Seligenſtadt, die DJR. Viernheim im Bezirke Südheſſen, die
DJK. Vilbel im Bezirk Oberheſſen und die DIK. Bingen im dortigen
Spielbezirk als Sieger hevvor. Im Bezirke Mainz iſt wegen der großen
Eivalität faſt ſämtlicher Verbandsmannſchaften eine Klärung noch nicht
erfolgt. Im Handball=Lager kämpfen wieder die vorjährigen Rivalen.
Lämmerſpiel vertritt den Ofſenbach Seligenſtädter Bezirk, Bingen ſpielt
für den Rheinbezirk und Biſchofsheim für den Mainzer Kreis. Am
erſten Sonntag ſind nur zwei Treffen angeſetzt.
Im Handball: Lämmerſpiel 1. Bingen 1.
Im Fußball: Bürgel 1. Vilbel 1.
Das erſte Treffen iſt eine vollkommen offene Sache. Beide Mann=
ſchaften
zählten in den beiden letzten Jahren ſchon zu unſeren beſten
Gaumannſchaften. Beſonders Bingen hat in letzter Zeit durch ſeine
zahlreichen Erfolge über Vereine aus der DT. und DSB. viel von ſich
hören gemacht. Und Lämmerſpiel hat den Vorteil des eigenen Platzes.
Im Fußballtreffen wird Bürgel als klarer Sieger erwartet. Die Elf
beſitzt die weitaus größere Spielerfahrung. Im großen und ganzen
verſpricht der diesfährige Kampf recht intereſſant zu werden, über deren
Verlauf wir regelmäßig berichten werden.
Schießſport.
Vereinigter Heſſiſcher Schützenbund, Sitz Darmſtadt, Landesverband
Hefſen. Deutſches Schießſportkartell, Gau Darmſtadt.
Am Sonntag, den 4. März, findet ab 9,30 Uhr vormittags auf
den Kleinkaliberſtänden hinter dem Karlshof ein Schießen zugunſten
unſeres Schießſtandbaufonds nach den Regeln des Ausgleichfchießens
ſtatt. (Siehe Sportordung Seite 13, Abſ. D.V.) Da es ſich um eine
Unterſtützung zugunſten unſerer Sportanlage handelt, ſind zu dieſem
Match auch Sportfreunde außerhalb unſerer Mitgliederreihen herzlühſt
eingeladen. Nach den angezogenen Regeln, iſt es auch ſchwächeren
Schützen möglich, ſich einmal in die Reihe der Kanonen zu ſtellen. Drum
Friſch auf, nachdem die Büchſen ſo lange geruht haben.

30 Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
21. Tag, 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
4 Gewinne zu je 10 000 Mark auf Nr. 270 645, 273 035; 4 Gewinne zu
je 5000 Mark auf Nr. 95 921, 144 654; 4 Gewinne zu je 3000 Mark auf
Nr. 1815, 5441; 14 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 62310, 127 981,
194 518, 217 069, 235 579, 314 111, 321 804; 32 Gewinne zu je 1000 Mark
auf Nr. 17 309, 17 712, 25 575, 28 486, 46 469, 148 684, 182 578, 183 925,
244 416, 260 064, 272 764, B5 969, 310 973, 314 523, 314 710, 321 447:
ferner 84 Gewinne zu je 500 Mark und 206 Gewinne zu je 300 Mark.
In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2 Gewinne zu je
10000 Mark auf Nr. 207 621; 2 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr.
297 858: 4 Gcwinne zu je 3000 Mark auf Nr. 17 631, 219 825; 8 Ge=
winne
zu je 2000 Mark auf Nr. 76 249, 156 688, 28 146, 324 854: 30 Ge=
winne
zu je 1000 Mark auf Nr. 43883, 77 017, 82163, 84 237, 86 043,
116930, 173 888, 289 607, 290 839, 282 537, 297 909, 326 537, 327 447,
331 436, 371 738; ferner 72 Gewinne zu je 500 Mark und 198 Gewinne
zu je 300 Mark. Im Ge vinnrade verblieben: 2 Prämien zu je
500 000 Mark, 2 Gewinne zu je 500 000 Mark, 2 Gewinne zu je 75 000
Mark, 4 Gewinne zu je 25000 Mark, 24 Gewinne zu je 10000 Mark.
50 Gewinne zu je 5000 Mark, 104 Gewinne zu je 3000 Mark, 214 Ge=
winne
zu je 2000 Mark, 470 Gewinne zu je 1000 Mark, 1304 Gewinne
zu je 500 Mark und 3270 Gewinne zu je 300 Mark.

Geſchäftliches.
Winterliche Gefahren für Korpulente. Es iſt eine bekannte Tatzjache,
daß der Fettanſatz im Winter enorm zunimmt und das Körpergcwichrt
bedenklich ſteigt, wenn man nicht reichtzeitig dagegen vorbeugt. Natürlich
dürfen keine ſchädlichen, jodhaltigen Entfettungskuren verwendet werden.
auch ſog. Diät= und Hungerkuren ſind nicht ungefährlich, aber eir
Mittel, das überall empfohlen werden kann, iſt Dr. Ernſt Richters
Frühſtückskräutertee, ein ärztlich empfohlenes wohlſchmeckendes Getränk,
das ſicher wirkt und den ganzen Körper erfriſcht und verfüngt. Gerade
im Winter iſt der Genuß dieſes Tees ſehr beliebt, weil er wirklich an
genehm und für die Geſundheit beſonders vorteilhaft iſt. Eine aus=
führliche
Beſchreibung, mit vielen Aerztegutachten und Anerkennungen
finden Sie in der Broſchüre: Der Weg zur Schlankheit, die vom
Inſtitut Hermes in München koſtenlos an alle Leſer dieſes Blattes ver=
ſchickt
wird.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 4. März. 8.30: Kaſſel: Morgenfeier. Ev. Gemeinde
Kaſſel=Rothenditmold. Mitw.: Kantor Keßler, Santa Elſe Schmidt
(Sopran), Kammermuſ. Nitzſche (Geige), Kirchenchor. O 11: Reitor
Wehrhan: Wie den Kindern das Lügen beigebracht werden iann,
O 11.30: R. Huelſenbeck: Aus eig. Werten. O 12: Plenarſitzungsſaal
des Reichstags Berlin: Gedenffeier des Volksbundes Deutſche
Kriegsgräberfürſorge. Mitw.: Kosleckſcher Bläſerbund, Leit.: Armee=
Männergeſangvere‟

ſignore Dr. Kreutz, Freiburg: Gedenkrede für die Gefallenen. O 13:
Schriftſteller Geis: Zum deutſchen Volkstrauertag 1928. O 14.30:
Kaſperltante Lieſei Simon, München: Rottäppchen, Märchenſpiel
in 3 Akten. O 15.30: Funkorch. Händel: Aus der Trauerhymne.
Trauermarſch aus dem Oratorium Samſon. Beethoven: Dritte
Sinfonie Es=dur (Eroica). Muſikal. Leit.: Kapellm. Merten. Ge=
ſangsquartett
. O 17: J. F. Perkonig: Kärnten. O 18: Prof.
Wichert: Kunſt und Technik. O 18.30: Prof. Riebemahm: Technik
und Unnatur. O 19: Studien=Muſik. Bach: Zweiſtimmige In=
ventionen
. Rhode: Konzert für Violine und Klavier A=moll.
Mozart: Klavierſonate C=dur. Beriot: Ballettizene. Men=
delsſohn
: Lieder ohne Worte. Ausf.: Merten (Klavier), Caſpar
(Violine). O 20.30: Gedächtnisfeier. Anſchl.: Sport.
Stuttgart.
Sonntag, 4. März. 12: Aus dem Pleuarſitzungsſaal des Reichs=
tags
, Berlin: Gedenkfeier des Volfsbundes Deutſche Kriegsgräber=
fürſorge
e. V. Präſident Pfarrer Siems, Charlottenburg (Begrüßung
und Schlußwort). Monſignore Dr. Kreutz, Freiburg i. Br.: Gedenk=
rede
für die Gefallenen. O 13.15: Schallplattenkonzert. O 15: E.
Wittich, Stuttgart: Ueber die fahrenden Puppenſpieler. o 15.30:
G. Ott erzählt Märchen. O 16: Konzert. Leit.: Struve. Mitw.:
Eliſa Keller (Alt) W. Holtz (Baß) Funkorch. Beethoven: Ouv.
Coriolan. Larghetto aus der zweiten Sinf. Berlioz: Ouv. Flucht
nach Aegypten. Mendelsſohn: Arie aus Paulus. Löwe: Der
ſeltene Beter. Urbach: Erinnerung an Händel. Schubert: Pax
vobiscum. Greiſengeſang. Prometheus. Brahms: Auf dem
Kirchhofe. Der Tod, das iſt das kühle Grab. Cuſchmann: Ihr
lichten Sterne. Kienzl: Szenen aus Der Evangelimann.
Brahms: Tragiſche Ouv. O 18.15: Dr. Elwenſpoef: Von Zitaten
und ihrem Mißbrauch. 18.45: Freiburg: Dichterſtunde. W.
Kotzde zu ſeinem 50. Geburtstag. 19.15: In memoriam Bruckner.
Konzert auf zwei Klavieren, ausgef. von Lieſel Beck, Ludwigsburg,
und Dr. Grunsky. Bruckner: Romantiſche Sinfonie. O 20.15:
Markuskirche, Stuttgart: Orgelkonzert von Prof. Dr. Keller.
Walther: Orgelkonzert G=dur. Bach: Siciliano a. d. Konzert
D=moll. Reger: Präludium und Fuge Cis=moll. Reutke:
Der 94. Pſalm. O 21: Novalis=Stunde. Mitw.: Mila Kopp von
den Landesth., Köſtlin, Enderling, Stocinger, Philh. Orch. Einf.
Schumann: Klavierquartett. Novalis: Hymnen an die Nacht.
Fragmente. Mendelsſohn: Klaviertrio D=moll. Novalis: Es
färbte ſich die Wieſe grün. Das Gedicht. An Bürger. An Jeannette.
An Lucie. Die Erlen. O 22.40: Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 4. März. 9: Siorgenſeier And führe uns nicht in
Verſuchung Mitw.: Liturg Joh. Schulzke, Paula Diſſelnkötter
(Sopran), Kirchenchor Immanuel II. (Ltg.: H. Schramm), Mühl=
hofer
(Rez.), Wolff (Violine). Anſpr. des Pfarrers Siems, Char=
lottenburg
. Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. o 12:
Gedenifeier des Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge. (Plenar=
Sitzungsſaal des Reichstages.) Mitw.: Kosleckſcher Bläſerbund (Ltg.:
Prof. Hackenberger), Erkſcher Männergeſangverein( Ltg.: Prof. M.
Stange), Prof. M. Saal (Harfe). O. Hackenberger: Deutſches
Gebet. Schubert: Gott iſt mein Hirt. Begrüßung durch Pfarrer
Siems, Charlottenburg. Weber: Der Du von dem Himmel biſt.
Dr. Kreutz, Freiburg: Gedenkrede für die Gefallenen.
Trommelwirbel. Händel: Trauermarſch aus dem Oratorium
Saul. O 14: Einheitskurzſchrift. O 14.30: Für den Landwirt.
(Mitteilungen und praktſiche Winke.) o 14.55: Prof. Dr. Miehe:
Die luftförmige Nahrung der grünen Pflanze. O 15.30: Die Aben=
teuer
des Kapitäns Funk. o 16: Dr. Olga Stieglitz: Das Tier
in Sage und Dichtung (Tierſymbolik). o 16.30: Kapelle Gebrüder
Steiner: Schubert: Ouv. Roſamunde‟ Mendelsſohn: Notturno
aus Ein Sommernachtstraum Morena: Erinnerungen an
Bayreuth. Beethoven: Adelaide. Händel: Sonate C=moll für
zwei Violinen und Meliſande, Suite (Sibelius). o 19: Chefredakteur
Dr. E. Stern=Rubarth: Umgang mit großen Staatsmännern
O 19.30: Dr. Schiff: Kunſt und Geſellſchaft‟ 20: Dr. Tichauer:
Probleme der Völkerbundspolitik (Minderheiten=Schutz). O 20.30:
Dem Gedächtnis der Gefallenen. Dirigent: Seidler=Winkler. Braun:
Vorſpruch. Locatelli: Trauerſinfonie für Streichorcheſter mit
Orgel. Bach: Gib dich zufrieden. Händel: Am Grabe des
Helden, aus dem Oratorium Samſon. Haydn: Trauerſinfonie
E=moll. Volksweiſen: Wie ſie ſo ſanft ruh’n. Ich hatt einen
einen Kameraden. Wagner: Trauermarſch aus der Götter=
dämmerung
Berger: An die großen Toten. (Berliner Funkorch,
u. Funkchor.) Anſchl.: Neueſte Tagesnachrichten.
Stettin. 9: Morgenfeier Unſern gefallenen Brüdern! An=
ſprache
Paſtor Ludz.
Deutſche Welle. Sonntag, 4. März. 9: Berlin: Morgenfeier.
O 12: Aus dem Plenarſitzungsſaal des Reichstages Gedenkfeier des
Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge. Anſprachen: Monſignore
Dr. Kreutz, Freiburg i. B., Pfarrer Siems, Präſident des Volks=
bundes
. Mitw.: Kosleckſcher Bläſerbund (Ltg.: Prof. O. Hacken=
berger
), Prof. M. Saal (Harfe), Erkſcher Männergeſangverein (Ltg.;
Prof. Stange), Tambour= und HorniſtenkorpsC Ltg.: W. Hillebrand).
14.30: Für den Landwirt. O 14.55: Prof. Dr. Miehe: Düngung
der landwirtſchaftlichen Kulturpflanzen (Die luftförmige Nahrung
der grünen Pflanze). O 15.30: Die Abenteuer des Kapitän Fun.
0 16: Dr. Olga Stieglitz: Das Tier in Sage und Dichtung
(Tierſymbolik). O 18: Prof. Wichert: Kunſt und Technik. O 18.30:
Prof. Dr., Ing. Riebenſahm: Technik und Unnatur. O 19: Alex,
v. Gleichen=Rußwurm: Geſelligkeit von einſt und jetzt‟ O 20:
Berlin: Dr. Th. Tichauer: Probleme der Völkerbundspolitik.
(Minderheiten=Schutz). 22.30: Berlin: Dem Gedächtnis der Ge=
fallenen
. Konzert des Berl. Funfchors u. Funkorch. Anſchl.;
Preſſenachrichten.

Wetterbericht
Im Oſten ſchwächt ſich der hohe Druck etwas ab, dagegen zeigt ſich
über Nordweſteuropa wieder Luftdruckanſtieg. Infolgedeſſen gewinnt
die weſtliche Störung zunächſt noch keinen Einfluß auf unſere Wetter
lage, ſo daß der herrſchende Witterungscharakter fortbeſtehen bleibt,
Ausſichten für Sonntag, den 4. März: Leichter Nachtfroſt, tagsüber hei=
ter
, mild und trocken.
Ausſichten für Montag, den 5. März: Keine weſentliche Aenderung.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

Hauptſchriftleitung. Rudolt Maupe
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuiſleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienff: Andrea BaueT"M
Die Gegenwart‟, Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Willp Kuble: Dme
und Verlag: Z. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich; äbernommen.

Die heutige Nummer hat 28 Seiten.

[ ][  ][ ]

4. März 1928

Aummer 1o

Innnnng
HanaHnnnnnnanannnnannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn!
Hnnnnannannnanaadannn

Canzſchulen im afrikaniſchen
Urwald.
Von Hans Schomburgk.
Ballſaal im Luxushotel. Weißes Licht ſchimmert her=
nieder
auf weiße Ciſche, weiße Schultern ſchöner Frauen.
Jazz=Band! Pauke! Aufpeitſchender Rhythmus treibt die
Paare im rhythmiſchen Canz. Gellend aufſchreiender
Schlußakkord. Nuhe. Summen der Menſchen wie ferne
Meeresbrandung. Die große Pauke? Meeresbrandung?
Wo war es, daß wir ſie zuletzt gehört? Weit weg am In=
diſchen
Ozean, an der Weſtküſte Afrikas, als wir hinunter=
gingen
zur Krutown, die hingebettet am Abhange des Me=
luradu
=Gebirges unter der Stadt Monrovia liegt. Neger=
tänze
ſollten wir ſehen, wollte ich meinen Begleitern zeigen,
die zum erſten Male mit mir hinausgingen ins ferne Afrika.
So plötzlich, wie eben die Jazz=Band abbricht, ſo brach auch
damals die große Pauke, und weißes Licht lag hinter der
Negerſtadt; der afrikaniſche Vollmond. Summen der Bran=
dung
, die heranſchlug bis ans Dorf. Dann gingen wir weiter
durch die winkligen Straßen des kleinen Dorfes, die uns in
Dunkelheit umfingen, bis wir hinaustraten auf den großen
Platz, der weiß da lag im Mondlicht. Und wieder ſetzte die
Pauke ein, rhuthmiſch, jede Melodie tötend. Aber was wir
ſahen an der Küſte an Negertänzen, hatte viel verloren von
dem Urſprünglichen, Eingeborenen. Schon zu ſehr durchſetzt
von ſogenannter europäiſcher Kultur. Auch die Kapelle war,
wenn auch originell, nicht original. Handharmonika, das
Schifferklavier und eine leere Schnapsflaſche, auf die man
mit einem Eiſenſtückchen ſchlug, unterſtützten die alte, ehr-
würdige
Negertrommel. Die Kru=Leute ſind Seefahrer, die
auf Dampfern aller Nationen Häfen aller Länder beſuchen
und von jedem Hafen etwas, aber ſelten etwas Gutes mit=
bringen
. Und doch ſollten wir hier in Krutown eines Cages
einen uralten Canz ſehen, der als Canz noch nichts europäi=
ſches
angenommen hätte. Eine Kru-Cänzerin, geſchmückt
mit Ornamenten aus echtem Gold; Ketten und Spangen,
Ringe und andere Schmuckſtücke, Eigentum der ganzen Fa=
milie
, ſind an ihren Körper gehängt. Swiſchen den Sähnen
trägt ſie eine Platte reinen Goldes, und dann, o Graus,
als höchſten Schmuck, eine Brille mit Fenſterglas. Lang=
ſam
, in wiegendem Schritt, beginnt der Canz. Man erwartet
in den Cropen bei den Kindern der Glutſonne Cänze voll
heißer Leidenſchaft, aber nichts dergleichen hier. Langſam,
ſtändig wiegt ſie ſich, Stunde auf Stunde, wie in einen
Craum verloren. Perlender Schweiß rieſelt über ihren
Körper. Schon iſt die Begleitdame zur Stelle, um ihn
abzuwiſchen, ohne daß die Cänzerin etwas davon zu merken
ſcheint. Craumtanz, Stunde auf Stunde, bis die nächſte
Cänzerin die endlich völlig Erſchlaffte ablöſt. Begleitmuſik
zu dieſem Urtanz der Kruleute: Schifferklavier und Flaſche.
Aber im Innern des Landes, im fernen dunklen Urwald,
wohin ſich noch wenige Europäer verloren haben, dort ſieht
man Cänze, die noch unbeleckt von europäiſcher Kultur,
uralte Überlieferungen ſind. Barbariſch in ihrer Art, doch
ſchön in ihrer wilden Ungebundenheit.
Der Canz ſpielt eine große Volle im Leben der Ein=
geborenen
. Jedes, aber auch jedes Ereignis ſteht in Ver=
bindung
mit dem Canz. Von der Geburt bis zum Code be=
gleitet
der Canz jede Phaſe im Leben der Eingeborenen.
Auf alle die verſchiedenen Cänze hier einzugehen, würde
natürlich zu weit führen, und ich will mich darauf be=
ſchränken
, das zu ſchreiben, was die Überſchrift dieſes Ar=
tikels
ſagt: Canzſchulen im Urwald.
Hier müſſen wir zwei Canzſchulen unterſcheiden: die der
Männer und die der Frauen. In den Geheimbünden der
Eingeborenen erhalten die Kinder ihre Erziehung, und der
Hauptwert dieſer Erziehung wird eben auf den Canz gelegt.
Der Geheimbund der Männer heißt Poro. Der Poro iſt
eine Art Freimaurerloge der Männer. Der Geheimbund
der Frauen heißt Bundu. Im großen und ganzen ſind die
Aufnahmezeremonien und die Erziehung in dieſen Geheim=
orden
bei Männern und Frauen dieſelben, nur daß natür=
lich
bei den Männern der Hauptwert auf kriegeriſche Fähig=
keiten
, Jagd uſw. gelegt wird, während bei den Frauen alles
das gelehrt wird, was mit ihren hausfraulichen Pflichten
zuſammenhängt. Aber in einem ſind ſich beide Orden gleich:
der Erziehung zum Canz. Für beide Orden gibt es kein be=
ſtimmtes
Aufnahmealter. Es liegt aber in den meiſten Fällen
zwiſchen dem 7. und dem 20. Lebensjahr. Vor der Auf=
nahme
in den Orden haben die Kinder keinen eigentlichen
Namen. Sie werden einfach nach irgend einem Gegenſtand,
wie z. B. Stein, Holz, Blume uſw., benannt. Erſt bei der
Aufnahme bekommen ſie einen Namen, den ſie ihr ganzes
Leben tragen.
Die erſte und wichtigſte Seremonie nach der Aufnahme
iſt bei Mädchen und Knaben die Beſchneidung, und erſt
nachdem ſie ſich von dieſer ſchmerzhaften Operation, die
natürlich im Urwald ohne jede Nückſicht auf europäiſche
Begriffe der mediziniſchen Neinlichkeit ausgeführt wird,
erholt haben, beginnt die Erziehung, deren Hauptteil der
Canz iſt. Die Knaben tanzen hauptſächlich zum Cakte der
großen Crommel, während das Inſtrument der Frauen die
Sede oder Saſſa iſt. Dieſes iſt ein getrockneter, ausgehöhlter

Kürbis, eine Kalebaſſe, mit einem länglichen Hals. Er iſt
mit kleinen Steinchen gefüllt. Um die Kalebaſſe wird ein Netz
geſpannt, an dem kleine Metallſtücke angebracht ſind. In
der einen Hand hält die Frau die Enden des Netzes, in der
anderen Hand den verlängerten Ceil des Kürbiſſes. Durch
Schütteln und Anziehen des Netzes werden verſchiedene Cöne
erzeugt, die, gegeneinander abgeſtimmt, ein nicht unmelo=
diſches
Geräuſch verurſachen, wenn man auch nach euro=
päiſchen
Begriffen nicht gerade von Muſik ſprechen kann.

Cänzerin mit Straußenfedern
Die Mädchen ſtehen unter der Oberaufſicht der Vor=
ſieherin
des ganzen Bundu=Ordens, der Soo, der wieder
eine Neihe von Hauptfrauen unterſtellt ſind, die die eigent=
liche
Erziehung leiten. Sobald mit den Canzſtunden begonnen
wird, nehmen ſich dieſe Hauptfrauen je zwei oder drei der
neu aufgenommenen Mädchen und führen dieſe in die Ge=
heimniſſe
der afrikaniſchen Canzkunſt ein. Im erſten Jahr,
in welchem ſich die Mädchen in dieſer Erziehungsanſtalt be=
finden
, liegt dieſe weit entfernt vom eigentlichen Dorf, im
Urwald. Hier ſind kleine Laubhütten gebaut, in denen die
Mädchen wohnen, und das Ganze wird mit Mattenzäunen
umgeben. Kein Mann darf ſich dieſem Platze nähern und
kein Mann ihn je betreten. Die jungen Mädchen ſind voli=
ſtändig
unbekleidet. Schon am früheſten Morgen beginnen
die Canzſtunden, die ſolange dauern, bis die Sonne zu hoch
ſteht und mit ihren glühenden Strahlen die Fortſetzung der
Stunden verhindert. Am Nachmittag werden die Stunden
Lann fortgeſetzt. Die Lehrerinnen ſind immer mit einer Nute

HnannnazzanadäagEänsEakEnnr

Anngnn

bewaffnet, von der ſie rückſichtsloſen Gebrauch machen,
wenn ein Mädchen in ſeinen Anſtrengungen erlahmt oder
die Schritte nicht nach Wunſch der Lehrerin ausfallen.
Nachdem die Mädchen einzeln die nötigen Schritte gelernt
haben, werden alle Schülerinnen zuſammengenommen, und
unter Oberaufſicht der Soo werden die Stunden gemein=
ſchaftlich
fortgeſetzt. Jetzt bekommen ſie auch zum erſten
Male ihre Canzkleider. Es ſind dies kleine Nöckchen aus
Faſern, und um die Arme und Kniegelenke tragen ſie Saſer=
bände
mit einer Art Croddel. Im zweiten und dritten Jahre
des Ordens, wenn das Ordensdorf ſchon näher an das
eigentliche Hauptdorf herangerückt iſt, beſuchen die Bundu=
mädchen
mit ihrer Aufſeherin einen außerhalb des Dorfes
gelegenen Canzplatz, wo ſich die Dorfbewohner verſammeln
und dem Canz der Bundumädchen zuſchauen dürfen. Be=
ſonders
begabte Cänzerinnen werden nun aus der Maſſe
herausgeſucht, und denen werden wieder beſondere Cänze
gelehrt. Su den gemeinſchaftlichen Cänzen werden nun auch
die Dorftrommler herangezogen, ſo daß die Kapelle jetzt aus
den Crommlern und den Gedes beſteht. Wenn der Bundu=
Orden beabſichtigt, auf dem Dorftanzplatz ein Canzfeſt zu
veranſtalten, ſo werden zuerſt die Bundu-Ceufel und eine
Ausruferm in das Dorf geſchickt, die verkünden, daß der
Bundu das Dorf zu beſuchen beabſichtigt. Der Bundu=
Ceufel iſt in ein Gewand aus ſchwarz gearbeiteten Faſern
gekleidet, die auf Eingeborenentuch genäht ſind. Auf dem
Kopf trägt er eine ſchwarze Holzmaske aus ganz leichtem
Holz, die vorn und hinten ein menſchliches Geſicht darſtellt,
ſo zu ſagen einen Januskopf, und deren Mund häufig mit
echten Menſchemzähnen geſchmückt iſt. Die Sähne ſollen von
Männern herſtammen, die von dem Ceufel getötet ſind, weil
ſie verſucht haben, in die Geheimniſſe des Bundu=Ordens
einzudringen oder denſelben bei ſeinen geheimnisvollen Sere=
monien
beobachtet haben. Kein Ceil des Körpers darf ſicht=
bar
ſein, darum werden die Enden der Armel über den
Singerſpitzen zuſammengenäht, und an den Füßen tragen ſie
heutzutage meiſt europäiſche Kommißſtiefel. Bei den Bey=
und Mendeſtämmen dürfen die Bundumädchen das Dorf
nicht betreten, ſondern müſſen ſich bei, dem außerhalb des
Dorfes gelegenen Canzplatz verſammeln. Beim Gola=Stamm
kamen die Bundu=Mädchen während meiner Anweſenheit
häufig in das Dorf ſelbſt, um auf dem Marktplatz ihre
Cänze zu zeigen. Die Bundu=Mädchen müſſen immer in ge=
bückter
Haltung ſtehen und dürfen auch während ſie ſich nie-
derſetzen
, ihre Augen nicht erheben. Nur während des
Canzes ſind ſie von dieſer Vorſchrift entbunden. Die Bundu=
Mädchen ſind immer weiß gepudert mit einer fetthaltigen,
kreidigen Erde. Manchmal ſind ſie ſogar ganz weiß ange=
ſtrichen
. Es iſt ein phantaſtiſches Bild im hellen Schein des
afrikaniſchen Mondes, die weißgeſtrichenen Mädchenkörper
zwiſchen den Ebenholzfarbigen der älteren Frauen im wil=
den
Canz herumwirbeln zu ſehen. Ohrenbetäubend der Schall
der Crommel, das Nattern der Gede und der eigentümlich
langgezogene Geſang der Mädchen. Nach einigen gemein=
ſchaftlichen
Cänzen treten beſonders geſchickte Cänzerinnen
hervor, die einzeln oder in Paaren im Kreiſe der bewun=
deinden
Zuſchauer ihre Künſte zeigen. Hat nun eine der
jugendlichen Cänzerinnen durch beſondere Geſchicklichkeit den
Beifall der Menge errungen, ſo ſtürzt unter Freudentril=
lern
die Mutter in den Kreis, um ihre Cochter zu umarmen.
Hat die Begeiſterung der Menge den Höhepunkt erreicht,
ſo verkündet der Ceufel durch ſeine Dolmetſcherin, daß der
Orden beabſichtigt, ſich in den Urwald zurückzuziehen, und
daß man Geſchenke bringen muß, um die Ordensteufel zu
verſöhnen, damit ſie ihren Segen über das Dorf ausſprechen.
Geſchenke werden gebracht, und dann zieht ſich der Orden
wieder in ſein Urwalddörflein zurück.
Genau wie bei den Mädchen, iſt auch der Erziehungs=
gang
bei den Knaben, nur, daß keine Frau je einen Poro=
knaben
ſehen darf. Kommt der Poro=Orden in ein Dorf, ſo
müſſen ſich alle Frauen in ihre Hütten zurückziehen und die
Cüren feſt verſchließen.
Die Cänze der Knaben ſind akrobatiſcher als die der
jungen Mädchen, die eigentlich nur ihre einfachen Drei=
Schritt-Cänze lernen, die zwar zum Schluß in einem wilden
Wirbel ausklingen, aber immerhin im Verhältnis zu den
Männertänzen etwa Nuhiges haben. Die Poroknaben
lernen, dagegen richtig akrobatiſche Cänze, Nadſchlagen und
hohe Sprünge in die Luft. Dazu kommen noch die Jagdtänze
und die wilden Cänze der Krieger.
Paartanzen, wie in Europa üblich, gibt es nicht in
Afrika. Männer und Frauen tanzen immer geſondert oder
hochſtens gegeneinander, d. h. eine Reihe Frauen ſtellen ſich
auf, ihr gegenüber eine Reihe Männer, ſie tanzen aufeinan-
der
zu, doch führt dieſer Canz nie zu einer direkten Be=
rührung
der Männer und Frauen.
Während des Canzes wird von den Suſchauern, und
häufig auch von den Cänzern, geſungen. Cexte und Melo=
dien
paſſen ſich den verſchiedenen Canzarten an.
Die Muſik iſt vollſtändig auf Nhythmus eingeſtellt, aus
welchem nur ſchwach eine Aelodie herausklingt.
Neger=Muſik iſt Rhythmus. Jazz=Band iſt Rhythmus.
Das weiße Licht des Ballſaals ſtrahlt hernieder auf weiße
Schultern europäiſcher Frauen. Fern im afrikaniſchen Ur=
wald
ſtrahlt weißes Mondlicht auf weiß geſtrichene Mädchen,
die lich im wilden Rhythmus durcheinanderwirbeln.

Nre

[ ][  ][ ]

Was katten dir galen der Barkamsate!

Den breiten Maſſen des Volkes iſt der Parlamentarismus
mit ſeinem Drum und Oran, ſeinen Gepflogenheiten, ſeinen Ge=
bräuchen
und Arbeiten ein Buch mit ſieben Siegeln. Die Aller=
wenigſten
vielleicht wiſſen, daß die Neden, die in dn Parla=
menten
gehalten werden, ganz abgeſehen von den Dläten,
welche die Herren Parlamentarier beziehen und die jetzt für den
Reichstag 8000 Mark pro Abgeordneten und Jahr betragen,
dem deutſchen Volke ſchweres Geld koſten. Der Preußiſche Land=
tag
gab vor einiger Seit das vorläufige Verzeichnis der Nedner
heraus, das ſich auf 300 Sitzungen, alſo auf etwa zwei Jahre
erſtreckt, da die Zahl der Sitzungen jährlich durchſchnittlich etwa
150 bis 160 beträgt. Die Statiſtik beginnt am 25. Januar 1925.
Den Vekord hält der kommuniſtiſche Landtagsabgeordnete Piek,
der in den 300 Sitzungen rund 246mal geſprochen hat. Swei=
hundertſechsundvierzigmall
. Mancher wird da ſtaunen und viel=
leicht
bewundernd ausrufen: Hut ab vor dem Manne, der ſolche
Leiſtungen der Eloguenz vollbringt! Nein, lieber Leſer, ſo liegen
die Dinge nicht. Es kommt nicht auf das Neden allein an,
denn ein großer, wenn nicht der größte Ceil aller Neden, wird
zum Fenſter hinaus gehalten. Es kommt vielmehr darauf an,
was einer lagt. Das heißt, die Neden müſſen gewertet wer=
den
nach guten, greifbaren Gedanken, nach neuen, brauchbaren,
wertvollen Ideen, alſo nach ihrem praktiſchen Inhalt. Von den
Bänken der Kommuniſten iſt aber bisher, abgeſehen von uner=
fülbaren
Forderungen und Hetz= oder Brandreden, wenig an
greifbaren, wertvollen Gedanken gekommen.
Die Agitationsreden, welche in den Parlamenten gehalten
werden, koſten dem Volk ein Heidengeld. Früher, vor dem
Kriege, ſtellte ſich jedes im Reichstag und auch im Preußiſchen
Abgeordnetenhauſe geſprochene Wort auf ungefähr
10 Pfg.1. Sämtliche in den Parlamenten gehaltenen Neden,
einerlei, ob ſie wertvoll ſind oder nicht, werden nämlich von
amtlichen Stenographen niedergeſchrieben. Es ſind
ihrer etwa 15, ſowohl im Neichstag, als auch im Preußiſchen
Landtag, jämtlich Akademiker, die als Schnellſchreiber fungieren.
Die Herren müſſen ſelbſtverſtändlich für ihre mühevolle Arbeit
bezahlt werden, denn ſie ſtellen ſich nicht hin zur höheren Ehre des
Herrn Pieß oder irgend eines anderen Parlamentariers. Des=
gleichen
ſind zu bezahlen die Schreibmaſchinendamen,
die im amtlichen Reichstagsbureau beſchäftigt ſind und denen von
den amtlichen Stenographen die Reden der Abgeordneten in
die Maſchine dißtiert werden. Dann wandert die Rede, nachdem
lie der Herr Abgeordnete auf Unebenheiten, Unrichtigkeiten und
falſche Sungenſchläge durchgeſehen hat, in die Setzerei, wo
lie geſetzt wird. Sämtliche Neden einer Sitzung werden nämlich
gedruckt und bilden das ſogenannte amtliche Stenogramm. An
die Setzer, die am Wochenende die hohle Hand hinhalten,
ſchließen ſich die Korrektoren, welche die Reden auf Satz=
fehler
und auf richtiges Deutſch durchſehen, weil es mit dem
Deutſch gar mancher Herren Volksvertreter etwas hapert.
Ferner kommen in Betracht die Druck er, die Druckermädchen,
die Buchbinder und Buchdinderinnen, ſowie das lonſtige

Perſonal des amtlichen Landtagsbureaus. Sie alle wollen Geld
ſehen. Es kommen außerdem hinzu die Koſten für Papier, die
Druckerſchwärze, die Abnutzung der Maſchinen und des Mate=
rials
, das Porto zum Verſand uſw. Dieſe Ausgaben zuſammen=
gerechnet
, machten früher vor dem Kriege pro Wort 10 Pfg.
Manche Abgeordneten, beſonders die kleinen Kirchenlichter, de=
gnügen
ſich dann und wann mit einem lanften oder temperament=
vollen
Swiſchenruf, ſo z. B.: Hört, hört! Sehr richtig!
Unerhörtl Naus! Pfuil uſw. Das ſind die Roſinen
im Kuchen der Neden. Dieſe Roſinen koſten dann allemal nur
zehn oder zwanzig Pfennige und ſind ein ziemlich harmloles
Vergnügen. Böſe Zungen behaupten, daß manche Abgeordneten,
die ſich faſt nur auf Zwiſchenrufe beſchränken, dann am ergie=
bigſten
und tatenreichſten in Zwiſchenrufen ſind, wenn ihre Ge=
mahlinnen
auf der Cribüne ſitzen und zuhören, wie kräftig der
Herr Gemahl in die Oebatte eingreift!. Das ſind natürlich nur
böſe Sungen, die ſo etwas ſagen. Wenn ein Abgeordneter aber
lange ſpricht, ſo gehen die Koſten dafür in die Cauſende. Die
Redezeit iſt ja heute im allgemeinen auf eine Stunde begrenzt,
aber dafür reden gewiſſe Leute um ſo öfter.
Nechnen wir einmal nach, was das preußiſche Volk die
Reden des Herrn Piek ungefähr koſten. Obſchon ja faſt alles
im Preiſe um 50 bis 60 und mehr Prozent geſtiegen iſt, mithin
auch die Gehälter und Löhne des Parlamentsperſonals, des=
gleichen
Papier uſw., ſo wollen wir doch nicht, was ungefähr der
Wirklichkeit entſprechen würde, auf 15 Pfg. pro. Wort in die
Höhe gehen, ſondern als Grundlage die 10 Pfennige pro Wort
aus der Friedenszeit nehmen. Die Summe wird ohnehin ſo hoch,
daß der Leſer auf den Rücken fällt. Herr Piek hat allo in
zwei Jahren 246mal geredet. Nehmen wir an, was übrigens
ſehr niedrig gegriffen iſt, daß er jedesmal nur 20 Minuten ge=
ſprochen
hat, ſo macht das 246mal 20 Minuten, gleich 4920 Mi=
nuten
oder 82 Stunden!. Nehmen wir ferner an, daß er ſich bei
ſeinen Neden in der mittleren Sprechlage von 100 Worten in der
Minute bewegt hat, ſo kommen wir der Wirklichkeit am nächſten.
Um denjenigen, die mit Sprechtempo und Silbenzahl nicht ſo
ganz vertraut ſind, die Sache an einem praktiſchen Beiſpiel klar=
zumachen
, ſei erwähnt, daß eine Gardinenpredigt mit etwa zwei=
hundert
Worten in der Minute vonſtatten geht. Jetzt wird wohl
jeder im Bilde ſein. Wenn wir für Herrn Piek die Hälfte hier=
von
, alſo 100 Worte, zugrundelegen, ſo würde jetzt die Nechnung
lauten: 4920 mal 100 Worte, gleich 492 000 Worte! Das Wort
zu 10 Pfg. gerechnet, macht die hübſche Summe von 49 200 Mk.!
Neunundvierzigtauſendzweihundert Mark‟ Ein Vermögen!
Ferner hat Herr Piek in dem dieſer Berechnung zugrunde
gelegten Seitraum von zwei Jahren auch Djäten bezogen, und
zwar pro Jahr etwa 7500 Mark, zuſammen alſo 15000 Mark.
Nechnen wir dieſe 15000 Mark den obigen 49 200 Mark hinzu,
ſo koſtet in den zwei Jahren Herr Piek dem preußiſchen Volke
die Kleinigkeit von 64 000 Mark. Vierundlechzigtauſend Markl
Das ſind nicht etwa Phantalieziffern, im Gegenteil, ſie liegen
ganz erheblich unter der Wirklichkeit, denn die Parlamente

koſten uns heute mehr als das Doppelte gegenüber früher. Und
mit jedem Jahr klimmen auch die Ausgaben höher und höher.
Neben Herrn Piek gibt es ſelbſtverſtändlich noch eine Neihe
weiterer, ſehr redleliger Parlamentarier, die den Nekord des
Herrn Piek zwar nicht erreicht haben, ſich aber doch in edlem
Konkurrrenzeifer alle erdenkliche Mühe geben, ihn bald zu er=
reichen
. Auch auf den Miniſterbänken ſitzen ſehr redefrohe
Herren.
Für gediegene, gute Neden, die einen praktiſchen Inhalt
haben und neue, wertvolle Ideen enthalten, bezahlt das Volk gern

dieſe Unkoſten. Bitter aber iſt es, inhaltsloſe Neden bezahlen zu
müſſen, die vielfach nur dem Agitationsbedürfnis und der Wahl=
propaganda
entſpringen. Wenn die Herren Parlamentarier die
Unkoſten, die ihre Neden verurſachen, ſelbſt bezahlen müßten, ſo
würden viele Reden überhaupt nicht gehalten werden. Der Neichs=
tag
verſchlingt heute an Aufwand mehr als das Doppelte der
Vorkriegszeit, und mit jedem Jahr klimmen auch die Ausgaben
für die Parlamente mehr und mehr in die Höhe. Dabei redet
man allenthalben vom Sparen!
Miniſter=Anektoden.
In einem erſtklaſſigen Varieté trat einſt ein Mann namens
Sebulonti auf, der die Bewunderung des Publikums erregte, weil
er zehn Minuten lang auf dem Kopf tanzte, buchſtäblich auf dem
Kopf.
In der Pauſe begab ſich eine Deputation in die Garderobe
des eigenartigen Künſtlers und fragte:
Herr Sebulonti, Sie müßten Miniſter werden. Wollen
Sie?"
Nein, ſagte Sebulonti, war ich ſchon!
In Oberſekunda wurde ein Aufſatz über Goethes Leben ge=
ſchrieben
. Nachdem er die Catſache angeführt hatte, daß Goethe
in Weimar am Hofe des Fürſten das Amt eines Miniſters be=
kleidete
, fuhr einer der Sekundaner in ſeinem Aufſatz fort:
Aber Goethe war nicht gern Miniſter, weil er ſich lieber
mit geiſtigen Dingen beſchäftigte.
Bei der Ausmalung einer Düſſeldorfer Kirche drohten die
Gelder auszugehen und Gebhardt, der Maler, entſchloß ſich daher,
den damaligen preußiſchen Finanzminiſter Miquel um Staatshilfe
anzugehen. Er verſprach ihm, ſeinen Kopf auf einem der Wand=
gemälde
zu verewigen. Als Miquel, der wohl wußte, daß ſein
Antlitz nur durch intereſſante Häßlichkeit ausgezeichnet war,
lächelnd fragte: Aber lieber Meiſter, wie wollen Sie wohl
meinen Kopf auf einem bibliſchen Bilde verwenden?, ſoll der
diplomatiſche Maler ohne Beſinnen ausgerufen haben:
Als Phariläer, Exzellenz, als Phariſäer!

Der Cerrier.
Von Edith Winkelmann.

Ich habe lange nicht mehr an das alte Herrenhaus an der
ruſſiſchen Grenze gedacht, das einmal meine Heimat war. Lange
Seit wußte ich nicht mehr, wie glücklich ich einſt dort war. Heute
weiß ich es wieder, denn während meines kurzen Nachmittags=
ſchlafes
hatte ich einen Craum, der immer noch nachklingt. Ich
lehe meine Umgebung an, und ſie iſt mir fremd, dafür erfült mich
plötzlich lebendig die Welt meiner Kindheit.
Das war mein Craum: Ein warmer, dämmernder Sommer=
abend
ſchloß die Erde ein, und ich ſaß auf dem Balkon des alten
Gutshauſes. Swiſchen den dunklen Parkbäumen ſchaukelte der
Vollmond wie eine helle Glaskugel, die eine wohltuende Hand
von oben in ſanften Wellen ſchwingen ließ. Sledermäuſe huſch=
ten
leicht durch die Luft und vermehrten die Stille durch ihre
lautloſe Bewegung. Ich fühlte den Kopf meines kleinen Cerriers
auf meinen Knien und hatte ſein feſtes Ohr zwiſchen meinen
Singern. Aus der Erde ſtiegen und vom Himmel fielen Brücken=
bogen
aus lilbernem Netzwerk, die ſich bei mir trafen und deren
Pfeiler ich war. Ich war die Aitte und hielt die flimmernden
Fäden mit unirdiſchem Glück feſt, ich umfaßte die Vereinigung
von Himmel, Erde, Menſch und Cier, die alle einen unſagbaren
Frieden in ſich ausſtrömten. Das All war in mir mit ſeiner hei=
ligen
, geſetzerfüllenden Nuhe.

Als ich aufwachte, fühlte ich, daß ich ein Erlebnis gehab
hatte. Kein Erlebnis iſt ſtärker als das, woran nur die Seele
gebaut hat und wovon die Dinge der faßbaren Welt ausge=
ſchloſſen
ſind. Ich entließ ohne Bedauern alle Gedanken, die
mich ſonſt erfüllt hatten, ich war leicht und frei. Wer die wun=
derbare
Kraft der Loslölung von gegenwärtigen Dingen und
das Aufblühen aus den Wurzeln ſeines Seins heraus erlebt hat
nimmt auf einmal andere große Zuſammenhänge zwiſchen Menſch
und All wahr, als wenn er nur mit kurzſichtigen Augen de.
kleinen Kreis der Wirklichkeit abſucht.
In mir blühte die Kindheit auf: Warme, weite Erde, Wäl=
der
und Ciere, und ich darin nicht abgeſondert, ſondern ein Cei
von ihnen, mit ihrer Sprache und dem gemeinſamen Blut de
Erde. Aus dieſen Erinnerungen lief mein ſchwarz=weißer Cer=
rier
auf mich zu, rieb ſeine kalte Schnauze an meiner Hand und
lah mich an. Mir fiel eine Begebenheit ein, die ich durch ihn
erlebt hatte. Sicher hat das Cier ſeinen Sinn für die zarten Er=
ſchütterungen
in der körperloſen Welt noch nicht verloren, w
der Menſch durch den lauten Lärm des Alltags.
Es war in der Nacht zum 1. Auguſt 1914. Die Dunkelheit
war ſchwül und bedrückend, aber ich hatte nicht gewagt, das
Fenſter zu öffnen, denn die unheimlichen Gerüchte von Krieg,
Blut und Gefahr hatten meine lindliche Phantaſie auf da.
Außerſte überreizt. Mein Gemüt war erſchüttert, grauenhafte
Peſt=, Kriegs= und Hungerbilder quälten meine unbewaffnete
Kinderſeele. Ich borchte auf die geringſten Geräuſche, ich zitterte,

ich war in Schweiß gebadet, ich jammerte leiſe, aber die Erwach=
lenen
nebenan ſchliefen. Sch litt unter ihren unvorſichtigen, un=
klaren
Anſpielungen, die ſie am Cage machten, und niemand
erlöſte mich.
Es mochte die Mitte dieſer qualvollen Nacht ſein, als mein
Hund draußen vor der Haustür leiſe zu winſeln anfing. Ich ent=
ſetzte
mich vor den ſonſt ſo bekannten Lauten, ſie klangen un=
heimlich
und ſchienen Gefahr zu verkünden. Es überlief mich,
ich rührte mich nicht. Der Hund heulte lauter und kratzte an
der Cür, aber nichts in der Welt hätte mich dazu gebracht,
meine Hände unter der Deike hervorzuziehen, ſie der Dunkelheit
preiszugeben und das Licht anzuzünden.
Sch horchte verzweifelt, endlich hörte ich meinen Vater
nebenan ſcheltend ein Streichholz anſtreichen und atmete vom
Krampf befreit auf. Als er leiſe die Cür zu meinem Simmer
öffnete und der rote Lichtſchein auf mein Bett fiol, richtete ich
mich auf. Mein Vater erſchrak vor dem abgezehrten Geſicht mit
den brennenden Augen: Was fehlt dir denn?.
Mein Gott, der Krieg, der Kriegl
Sch ſprach ſo gequält und heiß, daß es ratlos war.
Dreh dich um und ſchlafel Es gibt keinen Krieg, und
damit baſtal
Er brummte und ſchalt auf den Hund. Hör nur einer den
Numtreiber draußen!. Warte, Freundchen, das Geheule wird dir
ſchon vergeben!
Shur und ſchloß die Haustür auf.
Er ging durch den lang

[ ][  ][ ]

Spaziergänge ins Altertum.

Wie ſie aßen.
Von Dr. phil. Erich Friederici.
Uber die Kochkunſt der Griechen wiſſen wir nicht allzuviel,
Ga ſich griechiſche Kochbücher leider nicht erhalten haben. Da=
gegen
ſind wir über die Außerlichkeit der altgriechiſchen Gaſt=
mnahle
recht gut unterrichtet. Der geſprächige und ſüdlich leb=
Gafte Grieche liebt es nicht, allein zu eſſen, und in der home=
iEiſchen
Seit (in Sparta bekanntlich auch ſpäter noch) aßen
ſaher die Männer kaſinomäßig im Gemeindehaus zuſammen,
wvährend man in jüngerer Seit es liebte, ſich entweder ſelbſt
ſSäſte einzuladen oder bei einem Bekannten zu Gaſte zu ſein.
Was Eſſen wurde in leichtem Gewande und ohne Fußbekleidung
jegend eingenommen (in der homeriſchen Seit ſaß man aller=

ioings noch bei Ciſche). Man langte dabei mit den Fingern zu,
oa man weder Meſſer noch Gabel, ſondern nur den Löffel für
oen Gebrauch bei Ciſche kannte. Die Speiſen wurden demnach
ittets gleich mundgerecht zerteilt aufgetragen, und das Waſchen
Der Hände vor und nach der Mahlzeit war unerläßlich. Knochen,
Sräten und andere Abfälle wurden einfach unter den Ciſch ge=
vorfen
. Die Helden Homers aßen vorwiegend gebratenes
Fleiſch, ſpäter bevorzugten die Griechen dagegen anſcheinend
Siſchgerichte, welche die ältere Seit, ebenſo wie Geflügel, noch
icht gekannt hatte. Als Getränk diente Wein, der jedoch ſtets
unur mit Waſſer verdünnt und erſt dann reichlicher genoſſen
wvurde, wenn das eigentliche Mahl mit einem durſtreizenden
Machtiſch beſchloſſen war und das anſchließende Sumpoſion
ſoder Crinkgelage begonnen hatte. Das Bier galt als bar=
ſoariſch
ebenſo wie auch die Butter, an deren Stelle Griechen
nund Nömer Olivenöl verwendeten. Für die Unterhaltung bei
(Siſche ſorgten neben Geſpräch und Würfelſpiel häufig Sänge=
lrinnen
, Cänzerinnen und dergleichen, auch wohl halb gewerbs=
mäßige
Spaßmacher, die ſich ungeladen bei größeren Feſtlichkeiten
ſeinzufinden pflegten, und dann dem Gaſtgeber die Seche mit
williger Unterhaltung zahlten.
Alle dieſe Gebräuche übernahmen dann ſpäter auch die
ömer; nur beteiligten ſich bei dieſen nicht ſelten auch die Damen
an den geſelligen Veranſtaltungen, während bei den Gaſtmahlen
ſoer Griechen das weibliche Element nur durch Dämchen zumeiſt
rrecht leichtfertiger Art vertreten war, die nicht der Geſelſchaft
rngehörten. Neben den Außerlichkeiten des Eſſens und Crinkens
Aibernahmen die Nömer von den Griechen aber auch deren verfei=
uierte
Kochkunſt, die ſie in ihrer Art weiterbildeten. Doch dürfte
Eallerdings ſtark zu bezweifeln ſein, ob die Erzeugniſſe der vielge=
trühmten
römiſchen Küche auch unſerem Geſchmack immer ſehr
nzuſagen würden. Die reichen Nömer ſcheinen im allgemeinen mehr
Wielfraße geweſen zu ſein als Feinſchmecker; ſo gebrauchten ſie
SSekanntlich häufig Brechmittel, um nur wieder Platz für weitere
Speiſenzufuhr im Magen zu ſchaffen. Vielfach wurde ein uner=
ſHörter
Cafelluxus getrieben, doch ſcheint es, daß es dabei in den
uneiſten Fällen weniger darauf ankam, den Gäſten Speiſen von
uvirklich erleſener Güte und hervorragendem Wohlgeſchmack vor=
nzuſetzen
, als darauf, mit der Koſtſpieligkeit der Gerichte, ſowie
mauch der Ausſtattung der Cafel und des Speiſezimmers mit
Silbergeſchirr, Blumen, Wohlgerüchen uſw. zu protzen.

Schupo, Sektkühler und Monokel
im alten Rom.
Von Wilfrid Bade.
Es iſt alles ſchon dageweſen: unſere Verkehrsordnung und
runſere Fahrſtühle, Wolkenkratzer und unſere Sentralheizung.

Von alten Schriftſtellern wiſſen wir, daß im Nom der
Kaiſerzeit genaue Vorſchriften beſtanden, wann in den Haupt=
verkehrsſtraßen
Laſtwagen verkehren durften, und wann ſie für
Luxusfuhrwerke allein zr Verfügung ſtanden. Das Forum war
während der Cagesſtunden, von 6 Uhr morgen bis 6 Uhr
abends, überhaupt für jeden Wagenverkehr geſperrt. Mit
Argusaugen wachte ein römiſcher Schupo an jeder Hauptſtraße,
daß keine Verſtöße gegen die Verordnungen vorkamen. Be=
ſonderes
Augenmerk richtete die Polizei auf die zahlreichen
Caxen, denn auch dieſe Einrichtung kannte die Antike bereits.
Was wäre auch eine Weltſtadt von 2 Millionen Einwohnern
(die Nom damals zählte) ohne Droſchken? Die gefahrenen
Kilometer wurden nach genau demſelben Prinzip gezählt, das
heute noch an jeder Autotaxe in Anwendung kommt. Die Er=
nährung
dieſer Millionenſtadt Nom mit ihren 7 bis 12ſtöckigen
Häuſern, in denen Fahrſtühle auf= und niederglitten, die vom
Keller aus zentral geheizt wurden und fließendes warmes und
kaltes Waſſer beſaßen, geſchah überwiegend zur See. Nieſige
Frachtſchiffe beſorgten den Verkehr. Von dem Dreimaſter
Alexandrina z. B. wiſſen wir, daß er außer den Frachträumen
60 Simmer und Säle beſaß, eine Küche, einen Garten, einen
Sportplatz, eine Bibliothek, eine Badeanlage uſw. Gewiß eine
Einrichtung, die kaum von unſeren Ozeanrieſen übertroffen wird.
Sehen wir hierin ſchon den, man möchte ſagen modernen
Suſchnitt römiſchen Lebens, ſo wird uns dies noch viel klarer,
wenn wir Einzelheiten betrachten.
Seife, Schminke, Puder, Lippenſtift, Bubikopf waren längſt
bekannte und geordnete Dinge. Mindeſtens einmal am Cage ging
jeder Nömer baden, mindeſtens jeden Cag wechſelte er das weiße,
capeartige Obergewand.
Am Nachmittag ſtrömte man in die großen Sirkuſſe, in die
Operettentheater, die Kabaretts und die vornehmen Weinſtuben.
Hroß aufgezogene Sportfeſte folgten einander. Die raffinier-
teſten
techniſchen Cricks wurden in der Arena benutzt, mit denen
ſelbſt die Sirkusunternehmungen der Gegenwart in keiner Weiſe
konkurrieren kömen. Wir wiſſen, daß bei dieſen großen Attrak=
tionen
, bei denen ſtets der kaiſerliche Hof zugegen war, Nero

Der erſte Monokelträger war Nero.
ein aus einem Saphir geſchliffenes Monokel trug, um mr ja
genau die Vorgänge verfolgen zu können. Dies iſt das erſte
Monokel der Welt, von dem wir Kunde haben.
Überhaupt war Nero ein kluger, tatkräftiger Mann, dem
die Nachwelt bitter unrecht getan hat. Die unerhörte ſtädte=
bauliche
Schönheit des alten Nom datiert eigentlich erſt von
ſeiner Seit her, als die unſchönen und ungeſunden ſiebenſtöckigen
Arbeiterviertel abgebrannt waren. Die neuen Häuſer wurden
mit aller Naffineſſe ausgeführt, man ſchuf Kühlanlagen, Bäder,
die durch rieſige Dampfkeſſel geheizt wurden, Sportplätze, Volks=
parks
uſw. uſw. Nero war es auch, der den erſten Sektkühler
der Welt konſtruierte, der noch dazu mit künſtlichem Eis gefüllt
warl

Von der Conplatte zum Briefpapier.
Von Dr. Friedrich Krauß.
Die alten Agypter bedienten ſich bekanntlich zum Schreiben
vorwiegend des Papyrus, d. h. Blätter, die aus zwei Lagen von
Streifen des Markes der Papyruspflanze beſtanden und ſo an=
einandergeklebt
waren, daß die Streifen der einen Lage die
der anderen kreuzten. Man beſchrieb dieſen Stoff mittels einer
Binſe und benutzte eine Art Cuſche, die der Schreiber in ſeinem
Univerſal=Schreibzeug bei ſich führte.

Ganz anderer Art war das Schreibmaterial der alten
Babylonier und der unter ihrem kulturellen Einfluß ſtehenden
übrigen Völker des alten Orients. Sie ſchrieben nämlich ihre
keilförmigen Schriftzeichen mittels eines nagelförmigen In=
ſtrumentes
auf angefeuchteten und demnach plaſtiſchen Con und
brannten dieſen dann. So entſtanden Dokumente, die weder
durch Feuer noch durch Waſſer, ſondern nur durch mechaniſches
Sertrümmern vernichtet werden konnten, alſo eigentlich unbe-
grenzt
haltbar waren. Wichtigere Dokumente und Briefe wur=
den
häufig in der Weiſe mit einem Kouvert verſehen, daß
man das fertig gebrannte Schriftſtück in eine Umhüllung von
weichem Con legte, auf deſſen Außenſeite die Adreſſe des Briefes,
einen Vermerk über den Inhalt des Dokuments oder auch eine
Abſchrift von dieſem ſetzte und dann die Umhüllung gleichfalls
brannte.
Allmählich aber ſetzte ſich der Papyrus immer mehr durch,
und die griechiſche Proſa=Literatur (die homeriſchen Gedichte

Briefe ſchreiben ..
und überhaupt die ältere metriſche Literatur waren noch durch
mündlichen Vortrag verbreitet worden) iſt ohne dieſen gar nicht
denkbar.
Der Papyrus iſt rund ein Jahrtauſend hindurch der haupt=
lächlichſte
Träger der griechiſch=römiſchen Literatur geweſen und
würde es wahrſcheinlich auch noch weit über das Ende des Alter=
tums
hinaus geblieben ſein, wenn nicht das immer ſtärkere Auf=
blühen
des literariſchen Lebens und die immer weitere Aus=
breitung
der Kultur den Bedarf ſtändig geſteigert und es ſo mit
ſich gebracht hätten, daß das zur Herſtellung des Papyrus be=
nötigte
Nohmaterial immer knapper wurde.
Die Cinte beſtand bei den Griechen und Nömern aus Nuß
oder fein gepulverter Holzkohle mit Gummizuſatz, auch rote,
Cinte war bekannt, deren man ſich vorwiegend bediente, um
Kapitel=Ueberſchriften dadurch hervorzuheben. (Unſer Wort
Nubrik ſtammt daher und ebenſo die Nedensart: Etwas im
Kalender rot anſtreichen.) Als Feder diente ein Stück Nohr,
das genau wie unſere Stahlfedern vorn zugeſpitzt und geſpalten
war und im Bedarfsfalle mit Bimsſtein nachgeſchärft wurde.
Im Orient iſt dieſe Nohr,feder teilweiſe noch heute im Ge=
brauch
, während ſie im Abendlande von 6. Jahrhundert an durch
die Gänſefeder verdrängt wurde, an deren Stelle dann erſt im
19. Jahrhundert die moderne Stahlfeder trat.
Die Kreide und der Notſtift waren auch im Altertum ſchon
im Gebrauch, nicht aber der Schiefergriffel und der Graphitſtift.
Dagegen dienten Scheiben aus Blei mit ſcharfem Nande zum
Liniieren- wobei im übrigen, wie noch heute, ein Lineal be=
nutzt
wurde. Der ſtülus lebt in dem Schiefergriffel unſerer
Schulkinder gewiſſermaßen noch heute fort, ſein Name aber auch
noch in dem Wort Stil (Kunſtſtil, Briefſtiel uſw.). Auch die
Buchrolle iſt noch nicht ganz ausgeſtorben, denn nicht nur be=
dienen
ſich ihrer die Juden noch heute beim Gottesdienſt ( Chora=
rollen
), werden Doktordiplome und dergleichen in Nollenform
ausgegeben, ſondern auch die Nolle des Schauſpielers geht
auf ſie zurück, ebenſo die Steuerrolle, Stammrolle und die Kon=
trolle
(Contre=Nolle zur Nachprüfung der Nichtigkeit die=
nende
zweite Ausfertigung). Die Schreibtafel der Alten iſt heute
zur Schiefertafel unſerer Schulkinder geworden, und die zweiteilig
zuſammenklappbare Cafel lebt in unſeren Diplomen noch fort
(diploma war der griechiſche Ausdruck für ſie) und zeiteilige
Cafeln aus Bronze erhielten die römiſchen Veteranen nach vor=
wurfsfrei
abſolvierter Dienſtzeit als Diplome ihrer Veteranen=
würde
und gewiſſermaßen als Sivilverſorgungsſchein.

tein quiekender Schmerzenslaut ſagte mir, daß der Hund unſanft
lüber ſeine Ungehörigkeit belehrt worden war. Ich erwartete jetzt
ſeine trippelnden Schritte auf den Holzdielen, aber niemand kam,
lſtatt deſſen begann das Cier ſtärker zu heulen als vorher. Aus
ſden Ställen hörte ich das Naſſeln der Ketten, einzelne Kühe
ſcbrüllten ängſtlich, ich ſprang aus dem Bette und lief dem Licht=
ſchein
nach.
Ich ſah die dunkle, ſchwere Geſtalt meines Vaters ſuchend
nins Dunkle geneigt, vor den Stufen der Creppe aber ſaß ein
kleiner Schatten mit aufwärts gerichteter Schnauze und ſchickte
Wanggezogene Klagetöne nach Oſten. Dann lief er einige Schritte
Fort, blieb ſtehen und ſah meinen Vater auffordernd an, mit=
sukommen
. Mein Vater wurde unruhig, ich ſah, wie er den
Wopf ſchüttelte. Er ging hinein und zündete die Laterne an, die
nimmer im Flur bereit ſtand. Er bemerkte mich nicht, ich war ein
ſchmaler Schatten an der Wand.
Es war eine dunkle Sommernacht, in der man nur die Um=
rriſſe
der Bäume und Gebäude gegen den Himmel ſah, doch konnte
ſoer Mond nicht weit ſein, denn der Horizont hatte einen hellen
Schimmer. Nun muß man die merkwürdige Geſpenſterluft eines
ſSſtlichen Gutshofes um Mitternacht einmal erlebt haben, um be=
greifen
zu können, daß ich tapfer war, wenn ich in einiger Ent=
ifernung
über den Hof folgte. Der weite Hof lag im Dunkel, der
Schein der Laterne ließ für Augenblicke Leiterwagen, Stalltüren,
PPflüge, Mauern auftauchen, um ſie ſofort wieder in die Finſter=
mis
zurückſinken zu laſſen. Ich fühlte von allen Seiten Feind=

ſeligkeit, gierige, kalte Hände ſchienen von überall nach meinen
nackten Beinen zu greifen, und ich machte mich ſo ſchmal vor
Entſetzen, daß ich nur noch auf einer Wolke ovn Angſt zu ſchwe=
ben
ſchien. Schreien durfte ich nicht, mein Vater hätte mich zu=
rückgeſchickt
, und ich wollte lieber ſterben, als den tröſtlichen
Lichtkreis der Laterne verlaſſen, um allein umzukehren. So folgte
ich zitternd und lautlos bis an das ſchmale Cor zwiſchen Schaf=
ſtall
und Scheune, wo der Hund endlich ſtehen blieb und mit ge=
ſträubtem
Nückenhaar durch die Latten ſpähte.
Dieſes Cor führte auf endloſe Wieſen hinaus, die ſich weit
nach Nußland hinein erſtreckten. Jetzt lag ein dichter weißer
Nebel auf ihnen. Mein Vater hob die Laterne und ſah ſcharf
hinaus. Der Hund gab keinen Laut mehr, ſondern drückte ſich
zitternd an die Beine ſeines Herrn. Plötzlich zuckte mein Vater
zuſammen und fuhr zurück. Ein ſolches Seichen von Erſchrecken
hatte ich bei ihm noch niemals geſehen, und meine Angſt nahm
zu. Ich beugte mich weit vor und ſah etwas ſeltſames:
Aus dem geduckten und geballten Nebel vor uns löſten ſich
unaufhörlich ſchwere Geſtalten. Sie wuchſen bis zur Höhe eines
Mannes, blieben eine Seitlang mit geſenktem Haupte ſtehen und
folgten dann wandernd einer endloſen Neihe gleicher Geſtalten,
die ihnen in der Nichtung nach Oſten vorangingen. Es war ein.
unuberſehbarer Sug, deſſen Spitze am Horizont verſchwand, wäh=
rend
immer neue Geſtalten emporwuchſen. Es war ein unge=
heures
Nebelmeer, das in ſchwebender Lautloſigkeit mit geſenk=
ten
Häuptern in die weite Ode von Nußland zog.

Ich weiß nicht, wie lange wir ohne Negung dageſtanden
haben. Plötzlich ging der Mond auf, die Nebelwanderer fielen
zuſammen, nichts als zäher, geſtaltloſer Nebel wälzte ſich am
Boden hin. Aber ein paar hundert Meter von uns entfernt
ergoß ſich blutroter Schein über den Himmel, in regelmäßigen
Abſtänden ſchickten Brände ſteile Flammen empor, furchtbare
Seichen drohenden Schickſals. Der Hund winſelte, ich ſeufzte vor
Entſetzen. Mein Vater blieb ruhig.
Die Ruſſen haben ihre Wachthäuſer angeſteckt, der Krieg
iſt ausgebrochen!
In mir erſtarrte alles. Ich fühlte, daß eine Welt, die ich
geliebt hatte, eine friedliche, ſichere Welt, zuſammenfiel, und ich
ſpürte die furchtbaren Stöße der Geburt einer neuen Seit über
die Erde beben.
Wir ſchliefen in dieſer Nacht nicht, denn wir fühlten, daß
wir nicht nur Abſchied von der Sicherheit eines beglückten Le=
bens
, ſondern auch Abſchied von unſerer Heimat nehmen mußten.
Als wir auf der Slucht, wenige Cage ſpäter, zum letzten
Male auf das alte, breite Herrenhaus zurückeſahen, ſchlugen aus
allen Fenſtern Flammen heraus, böſen Händen gleich, die uns
zum Abſchied winkten. Nur der Giebel war noch unverſehrt,
und ſeine Weinranken ſpielten im Winde. Su meinen Füßen
kauerte zitternd mein kleiner, mit uns heimatlos gewordener
Cerrier, und der Wagen holperte ſtoßend über die von ſchweren
Kanonen aufgewühlten Wege.

[ ][  ][ ]

Das Cigerweibchen.
Von Heinz Scharpf.
Durch den Urwald fuhr ein Auto; das iſt nichts Seltenes.
In dem Auto ſaß eine Dame mit einer Cigerjacke; daran iſt
weiter nichts Außergewöhnliches.
Plötzlich tauchte ein rieſiger bengaliſcher Königstiger auf;
das iſt was außerordentlich Seltenes im Urwald von heute.
Der Ciger ſprang mit einem Satz auf den Kühler des
Wagens, der Mann am Steuer ſank erſchreckt zurück, das Auto
ſtand.
Die Frau, die im Fond ſaß, ſtieß einen leiſen Schrei aus
und ſtarrte entſetzt dem Raubtier in die Augen.
Der Ciger knurrte und ſchob ſich langſam in den Wagen.
Dann ſprach er kurz: Biſt du ein Cigerweibchen?
Die Frau brachte kein Wort heraus.
Biſt du ſtumm?

Nein, ſtotterte die Gefragte, die ſich etwas gefaßt hatte
und zum Glück bengaliſch verſtand aber ich verbiete mir
jede weitere Annährung.
Krrr. krrr. machte der Ciger, du riechſt wie ein Mo=
ſchustier
und fauchſt wie eine Cigerin, was biſt du eigentlich?
Und wer iſt das Geſchöpf da vorne?"
Das iſt mein Gatte, wollte die Frau ſagen, im letzten
Augenblick aber beſann ſie ſich eines Beſſeren: Das? Das iſt
ein Schaf, das erkennſt du doch am Pelz.
Der Ciger ſchlug mit ſeinem langen Schweif einen wegwer=
fenden
Neif und kümmerte ſich nicht weiter um den Mann der
DDame.
Neugierig ſchaute er ſie an.
Du haſt ein ganz rotes Maul, konſtatierte er, deine
Krallen ſind ſpitz und blankgeleckt, deine Mähne ſcheinſt du an
einem Indigoſtrauch gerieben zu haben und deine Augen ſind
falſch, wie ich noch keinen im Dſchungel begegnet bin, aber ich
glaube doch nicht recht, daß du ein Cigerweibchen biſt, trotz
deines Kleides, es iſt da ein gewiſſes Etwas
Gott ſei Dank, daß das da iſt. verſuchte die Frau zu
ſcherzen, das macht doch unſeren Neiz aus. Wir ſind nie das,
was wir ſcheinen wollen und wollen immer ſcheinen, was wir
letzten Endes ſind.
Quatſch! wäre es beinahe dem Ciger entfahren, doch bog
er noch rechtzeitig den betont abendländiſchen Ausdruck in ein
buddhiſtiſches Pff ab. Pff, meine linke Naſe ſagt, du biſt
ein Neptil, meine rechte wittert etwas von einer Wildkatze.
Nun, nun, das wird ſich ja zeigen, wenn ich dir dann das Herz
aus dem Leibe reiße.
Verſtehſt du dich ſo untrüglich auf Herzen? bezweifelte
lächelnd die anſcheinend verlorene Dame. Wir Cigerweibchen

ſind doppelt gefährlich, wenn wir wie die Cauben gurren, und
ganz harmlos, wenn wir die Sähne zeigen. Dabei entblößte ſie
zwei ihrer glänzenden Goldplomben.
Der Ciger brüllte für alle Fälle einmal fürchterlich auf und
hob die Catze.
Mit einigen Worten ward er wieder beſänftigt. Wie ſoll
ich es dir beweiſen, daß ich ein Cigerweibchen bin? miaute
klagend die ſchöne Frau, komm, lege deinen Kopf in meinen
Schoß.
Der Ciger tat es.
Na alſol beruhigte ſich die Dame mn vollends, ein
Männchen wie alle, nur weniger glatt raſiert, ich werde ſchon
fertig mit ihm werden. Im ſchlimmſten Sall ſoll er meinen Gatten
freſſen, wenn ihn der Hunger zu einem ſolchen Verzweiflungs=
ſchritt
treiben ſollte. Mütterlich kraute ſie der Beſtie den breiten
aſiatiſchen Schädel.
Nun, wie fühlſt du dich?"
Ein wundervolles Lager, antwortete der Ciger und zog
ſeine Krallen ein, aber es iſt wenig ratſam, mit uns zu ſpielen,
wir ſind von Natur aus ungemein grauſam, wir weiden uns wohl=
lüſtig
an den Qualen unſerer Opfer.
Ich habe davon gehört, nickte angenehm erſchauernd die
mondäne Frau.
Wenn ich dich ſo anſehe, ſcheinſt du mir eher eine Gazelle
zu ſein, fuhr der Ciger prüfend fort.
Eine getigerte Gazelle, oder ein Gazellentiger?. .. und
warum kein Cigerweibchen? Aber ich bin eines und werde es dir
beweiſen.
Das wird dir nicht gelingen.
O. flüſterte die ſchöne Frau plötzlich erregt, iſt das nicht
genug, daß ich zu dir allein in den Wald gekommen bin, denn das
Schaf da vorne zählt doch nicht, was verlangſt du noch mehr?
Sie bohrte ihre Einger nervös in ſein zottiges Fell und ſeufzte:
Ihr Männer ſeid gräßlich, ach!"
Der Ciger blinzelte ſelbſtgefällig aus dem Spalt ſeiner gelben
Augen.
Wie oft habe ich von dir geträumt, o König des
Dſchungels flötete ſie und drängte ſich geſchmeidig an ihn.
Der König des Oſchungels reckte ſich auf und ſchnaufte
hörbar.
Komm, ſagte die Frau, mich verlangt es nach deinen
Schnurrbartſpitzen, die trägſt du forſch wie keiner.
Hol’ mich der Ceufel, fletſchte der Tiger, ein Weibchen
bis du für alle Fälle‟.
Ein Cigerweibchen!
Irgend ein Schlangentier.
Geliebter, ich will dir etwas ins Ohr flüſtern, beugte ſie
ſich zu ihm herab, das wird dich überzeugen. Aber du mußt
ſchön artig deine Augen ſchließen, ich fürchte mich ſonſt Sie
legte ihre kleinen Hände feſt auf ſeine Augen und winkte ihrem
Mann. Der zog geräuſchlos ſeine Piſtole.
Höre, Cigermännchen, girrte ſie, es iſt nur ein einziges,
kleines Wort, aber es klingt wie Kuß.
Sag es, drängte der Ciger.
Schuß! ſagte die Frau.
Ein Schuß knallte. Der Ciger tat ſeinen letzten Sprung, und
fiel zuckend neben dem Auto nieder.
Na? erhob ſich die Frau.
Doch ein Cigerweibchen! röchelte der zu Code Getroffene,
und ſchrecklich aufgeriſſen verglaſte ſein Auge.
Der Mann tat einen Freudenſchrei. Der hat ſein Ceil!
warf er ſich in die Bruſt, während er in den Beinen noch immer
zitterte. Du haſt dich heldenmütig gehalten, geliebtes Weib.
Nur eines verſtehe ich nicht, was ließeſt du dich mit dem Vieh=
zeug
in eine ſo lange Konverſation ein?"
Man hat nicht jeden Cag Gelegenheit, mit einem Königs=
tiger
Bekanntſchaft zu machen.
Was ſpracht ihr?
O, nicht von Bedeutung. Coilettenfragen. Ich verhandelte
mit ihm wegen einer neuen Cigerjacke.
Ein prachvolles Fell, meint der Mann und gab dem toten
Cier einen reſpektloſen Critt.

Die Frau zog ihren Farbſtift, fuhr ſich über die dünnen
Lippen, die ſie zu einem befriedigten Lächeln verzog. Dann warf
ſie leichthin: Ja, das koſtete ihn das Leben, er wollte es nicht
glauben, daß ich ein Cigerweibchen bin, der Sohn der Wildnis.
Wie? lachte der Mann, du ein Cigerweibchen, das iſt
köſtlich!
Die Frau ſah achſelzuckend an ihrem Gatten vorbei, ihre
Augen funkelten wie zwei grüne Lichter in der Dämmerung.
Ein Cigerweibchen, wiederholte der Mann, ein Ciger=
weibchen
, und ſchüttelte ſich vor Lachen in ſeinem Schafspelz,
Wer hat denn .
Von Otto Sättler.
Natürlich kennen Sie das ſchöne Lied. Jeder moderne und
gebildete Menſch kennt ſo ein Lied und noch viele andere mehr
von dieſer Art. Die Kaffeehausmuſiker fiedeln es mit Körper=
verrenkungen
, die Jazzer tuten und trommeln es in die Ohren,
daß die Nerven ſpringen wie verrückt gewordene Flöhchen, die
Männer ſummen es, und über das Geſicht eines kleinen
Mädelchens geht ein Lächeln, wenn die Melodie dieſer genialen
Eingebung unſerer fortgeſchrittenen Seit aufklingt: Wer hat
denn den Käſe zum Bahnhof gerollt?.
Sie meinen, das ſei eben Humor. Und Humor könne man
nicht mit ſtrengen Maßſtäben meſſen. Die Purzelbäume eines
Hampelmanns belachen wir ja auch heute noch, wie es unſere
Kinder tun. Nur ein wenig anders. Hm. Und auf das Wenige
anders ſcheint es anzukommen, oder auch nicht anzukommen. Je
nach dem Standpunkte, auf dem man ſteht."
Jedenfalls werden Sie oft und oft durch den Schlager ge=
fragt
, wer den Käſe zum Bahnhof gerollt hat. Im Grunde iſt es
Ihnen gleichgültig. Was geht es Sie an? Gar nichts. Und wenn
ſich der Sänger im Grammophon darüber heiſer ſchreit, es tut
nur Ihren Ohren weh und Ihren Nerven, wenn Sie das nicht
ſogar als angenehm empfinden, als anfeuernd und prickelnd wie
eine ſchmiſſige Negermuſik oder andere Klangſchönheiten und
andern Stimmungsreichtum unſerer Seit.
Wir Deutſche dürften das liederreichſte Volk der Erde ſein.
Aus dem tiefen Born ſeines reichen Gemüts haben deutſche
Dichter und Komponiſten Lieder von ewigem Werte geſchaffen.
Und das zu einer Seit, die hinter unſerer ſtolzen Entwicklung
weit zurückſtand. Denn war nicht die Seit Schuberts und Schu=
mann
, und wie ſie alle heißen, eine armſelige Seit? Da gab’s
noch keine Jazzmuſik und keine Sportbegeiſterung. So rückſtän=
dig
ſind die Leute damals geweſen. Nur deshalb haben ſie auch
tiefe und ſchöne Lieder geſchaffen, bei denen mau heute im Kon=
zertſaal
gähnt. Erfreulicherweiſe haben wir jene Seit des Nück=
ſtandes
überwunden, unſere Kulturmiſſion kann beginnen. Ja, wir
ſtehen ſchon auf der Höhe, wenn wir dudeln und nuddeln: Wer
hat denn den Käſe zum Bahnhof gerollt?

Sch a

Nummer 248.

Aufgabe 364.
Friedrich Köhnlein, Nürnberg.
(Münchener Neueſte Nachrichten 1906.

Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Khl Dg2 La2 e1 Sd3 g5 Bb4
Schwarz: Kd4 Lt5 Ba3 h6 Ge5 e6 g3 (8); 34.
Aufgabe 365.
E. Altmann in München.
(2. ehr. Erw., Fränkiſches Volksblatt 1910/11.)
Weiß: Ka2 Df7 Tg6 Lf5 Sb3 b6 Bd4h4 (8);
Schwarz; Ke3 Dg7 Bb4 d5 f6 h5 (6).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 349, 350, 353 und 354.
349. M. Havel. Zlata Praha‟ 1912. (Kf7 Uh8 Ld7 e5; Kg5 Be7 g7: 4X.)
In dieſer wunderſchönen Miniatur ſind zwei bekannte Themen enthalten,
a) das Thema des indiſchen Problems: 1. hSh1! Der kritiſche Zug, der
bas keitiſche Feld h2 überſchreitet.
e7e62 Ld7ke6 g‟ 3. Lefh2
(der Sperrzug) K 4. Uh2f4 +. Das 4 erfolgt im Inder ſtets durch Abzugs=
ſchach
;
b) das Anderſſen=Matt, das ſich vom indiſchen Problem durch das Fehlen des
kritiſchen Zuges unterſcheidet, denn der kritiſche Stein hat bereits ſeinen rechten
Standort. 1. . . . . g7g6 2. Th1h3 e7e6 3. Kf74e6 (der Sperrzug) Kg4
4. Kf64.

350. Sam Lloyd. New York. State Cheß Aſſociation 1892. (Kh3 Db2 Tg5
Ih6 Se5 e6; Ke3 Tg8 Bg7; 24.) 1. Db2a1! Den Titel einer Komödie She
stoops to con quer! (ſie gibt nach, um zu ſiegen) nahm Llotzd als Motto für vor=
ſtehende
Aufgabe.
353. A. Ellermann. 1. Pr. im Good Companion=Problemtum. 1919. (Kc2 De7
De4 La8 Saß e4 Bb4b5 d3: Kd5 De6 Tb6 12 Uh2h3 8b7 d1 Bd2 e3 g2
g6: 2+. 1. Te4g 41 Sucht Schw. das nunmehr auf e4 brohende 4 mit D. oder
8b7 zu decken, ſo wird aus der Halbfeßlung durch L.a8 eine Ganzfeßlung. Eine ſol=
che
iſt bei 1. . . . De8 nicht gegeben, da in dieſem Falle die Feßlung des Sb7 für
das Matt unweſentlich iſt. Leider iſt bei einer Hauptpariaute (1. 8d6) ber
Dual 2. 8Xb64k vorhanden. Anderſeits machen wir auf die Verführung 1. Tk4
aufmerkſam, die nur an 1. Leßl ſcheitert.
354. W. Korteling. 2. Pr. im Probl.=Turnier des Niederl. Schachbundes 1920.
(Kd1 Df8 La6 Sbt g5: Ke5 Bd2 e4; 34.) 1. 1.a6d31 e4Rd3 2. 8a6;
1.. e4e3 2. 9f3,+; 1. Kd4 2. 8X4. Die Aufgaben von Korteling zeich=
nen
ſich durch größte Okonomie aus, die auch bei vorliegendem ſchwierigen Stück
zum Ausdruck kommt.
Löſerliſte: Reutzel, Hans Meidinger in Eberſtadt (alle);
A. v. S. (349 353); Leo Schott, Pfaffen=Beerfurth (349 350, 354); Georg
Peter und Rolf Schmidthoff (350, 353).
Löſernachtrag zu Aufg. 345348: Franz Buchty in Mainz
(alle).
Schachliteratur:

Die karierte Wand. Schachanekdote in einem Aufzuge. Von Karl
Weſterhauſen. 20 S.
So ungemein reich die Schachliteratur auf allen Gebieten iſt, auf
dem Gebiete des Schachhumors herrſcht noch großer Mangel. Insbe=
ſondere
fehlt es immer noch an Aufführungsmaterial ſchachlicher Art
für die geſelligen Veranſtaltungen von Schachvereinen. Der vorliegende
Einakter, reich an originellen Einfällen und voll zündenden Humors,
ſchafft da nun gründliche Abhilfe und erfüllt lange gehegte Wünſche der
Schachwelt. Er wird daher unzweifelhaft bei den Leitungen aller
Schachvereine eine gute Aufnahme finden, zumal die Aufführung mit
nur geringem Koſtenaufwand bewerkſtelligt werden kann. Jeder, auch
der kleinſte Schachtlub, kann damit ſeine geſelligen Veranſtaltungen
wirkungsvoll ausgeſtalten. Zur Aufführung berechtigt der Kauf von
7 Rollen=Exemplaren, die von dem Schachverlag Hans Hedewigs Nachf.
Curt Ronni

T Kätſel
I Mirn Hrngn Die Auflöſung 1
O O" 10

Was iſt das?

Carl Deubel.

Es klingt in allen Sangesweiſen,
Kommt beim Beweis am Schluß erſt drau,
Man ſieht und hört es ſtets beim reiſen
Zuerſt gleich bei der Eiſenbahn.
Den Dreiſten hat es ſtets begleitet,
Im Freundeskreis bleibt es nicht ſtumm,
Jetzt Vielen Freude es bereitet
Auf ihm zu tummeln ſich herum.

Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. B. Verantwortlich f. 3. Redation: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1, 3389 2

Kreuzworträtſel.

Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Weiblicher Vorname,
2 Stadt in Livland, 3 Heilkundiger, 4 Salatwurzel, 5 Schwimm=
vogel
, 6 Tierkadawer, 8 Größere Handlung, 9. Japaniſches Brett=
ſpiel
, 10 Süßwaſſerfiſch, 12 Japaniſches Wegemaß, 14 Chemiſches
Zeichen für Nickel, 17 Aegyptiſcher Sonnengott, 20. Teil des Baumes,
21 Zuckerſorte, 22 Verbalform von ſein, 23 Zerfallenes Gebäude,
26 In der nordiſchen Mythologie Stammpater der Menſchen, 28 Teil
des Auges, 30 Chemiſches Zeichen für Tantal.
Von links nach rechts: 3 Hautflügler, 6 Flächenmaß, 7 Kauſ=
männiſcher
Vermittler, 9 Bibliſche Stadt der Philiſter, 11 Teil der
Kirche, 13 Himmelsrichtung, 15 Inſel im Donau=Mündungsgebiet,
16 Franzöſiſche Anrede der Majeſtäten, 18 Chemiſches Zeichen für
Tellur, 25 Einfacher Singlaut, 27 Fluß in der Dſungarei, 29 Verbal=
form
von ſein, 31 Präpoſition, 32 Altnordiſcher Sänger.
Auflöfung der Rätſel aus Nr. 0:

Zwei Kumpane.
E WI S S
D E
N S C H E
6 R S TER

Viſitenkarten=Rätſel.

Aangtct.

[ ][  ][ ]

Zwaa Froge.
Mer fehrt im Läwe, ſozuſage,
So gut mer fahrn kann, ohne Spaß,
Der aane fehrt im Luxuswage,
Der annere fehrt bloß vierter Klaß.
Es fehrt en Blitz aus heitrem Himmel,
Ihrn Kinnerwage fehrt die Mahd,
Die Seel fehrt aus dem Weltgetimmel,
Im Summer fehrt mer als ins Bad.
Uff Brima=Wexel, Gottverdobbel,
Fehrt mancher heit mit viel Gedees,
De Noellner fehrt im Audomobbel,
De Quetſch fehrt noch in ſeine Schees.
Die Feierwehr fehrt mit Gerabbel,
Der Dreckfuhrmann fehrt mit em Gaul,
Im Reichsdag awwer, beim Gebabbel,
Fehrt mer ſich manchmal iwwer’s Mund.
Dann fehrt mer uff, es wärd gekriſche,
Weil die Rechierung ſich beſchwert,
Es fehrt der Präſident dezwiſche,
Bis mer nooch Sitt un Brauch verfehrt.
Mit Scheffel fehrt ins Land der Franke
Als der Student uff ſeine Kneib,
Mal fehrt uns was dorch die Gedanke,
Mal fehrt uns ebbes in de Leib.
Per Flugzeich fehrt mer dorch die Lifte,
Dobei verfehrt mer oft ſei Geld,
Aach fehrt mer jetzt die ſießen Difte
Im Honigfaß enaus uff’s Feld.
K

Nooch Frankfort, Eikaaf dort zu mache,
Fehrt mancher Dummkobb in ſeim Wahn,
Der Lohengrien fehrt in’me Nache,
Un haamzu’s fehrt er mit de Bahn.
Zur Drauung, wie er feſt verſproche,
Fehrt als de Brait’ſcham mit de Braut,
Dann fehrt er in die Flitterwoche,
Un ſpeter fehrt er aus de Haut.
Zur Sitzung fehrt de Reichsdagsbote,
Nadierlich fehrt er gradies do,
Bei de Verhandlunge, nooch Note,
Fehrt er aach manchmal gaſchdich o.
De Stadtrat fehrt, zum Sohleſchone,
Bloß noch uff de Elektriſch rum;
De Streeſemann fehrt nooch Mendohne‟,
Kaa Deiwel awwer waaß warum .
Zum Rangdewuh fehrt der Verehrer,
Un Mancher fehrt gor iwwer’s Meer;
Dogääche fehrt de Stroßekehrer
Bloß mit ſeim Beſem hie un her.
Bald fehrt er niwwer, bald eriwwer,
Als Strich for Strich vergniecht un ſtill;
Doch mit de Hand fehrt mer wo driwwer,
Wann mer gam was verdeitſche will.
So fehrt halt jeder, ſchebb un gradaus
Wie’s dräfft, däß is ganz ſunneklor
Wann awwer fehrt uff unſerm Radhaus
Mer mal enerſchich hinne vor?

II.
Es geht aach mancher oft im Läwe,
Weil er ſich net mehr halte, kann,
Verſchiedenes geht als denewe,
De Rentner geht gern in die Dann

Der zeitgemäße Haushalt.

Wann ſind Möhren auszuſäen? Die Ausſaat
derſelben kann bei geſchützter Lage und Vorhandenſein einer
Schneedecke in den Schnee erfolgen. Juli= und Auguſtausſaaten
ſichern Freilandernte, in den Monaten Oktober, November,
=bruar und März, wenn die im Winter im Boden verbleiben=
dem
Möhren und Karotten während der ſtrengen Kältemonate
Tuxnnenreiſigbelag als Froſtſchutz erhalten. Nahrhafter, lockerer
Boden, der jedoch nicht friſch gedüngt ſein darf, ſagt den Möhren
ma meiſten zu. Auch iſt die Reihenſaat der breitwürfigen vor=
zusiehen
. Ferner reibe man den Samen noch zuvor zwiſchen
dem Händen, um die widerhakenartigen Borſten zu entfernen,
unſd vermiſche ihn mit Sand, um ihn dünn und gleichmäßig aus=
ſären
zu können. Empfehlenswerte Sorten ſind: Erfurter lange,
ratgelbe Möhre, Braunſchweiger lange rote und die große rote
Attringham=Möhre.
Die erſten Frühlingsſalate. Gleichzeitig mit dem
Poandel in der Natur vollzieht ſich auch ein ſolcher in der Ernäh=
rumg
. Von der fetten, wärmeerzeugenden Fleiſch=, Hülſenfrüchte=
ernnährung
gehen wir gern zur leichteren und ſäfteverbeſſernden
Gremüſe= reſp. Friſchgemüſe=Nahrung über. Das träge und ſchwer
m. unſeren Adern fließende Blut verlangt und benötigt eine Ver=
beſſſerung
durch Zufuhr ſäftereinigender Extraktivſtoffe, wie ſie
in friſchen Gemüſen aller Art enthalten ſind. Dieſem Verlangen
konmmt auch die Natur mit ihren vielerlei Gaumenreizen im wei=
teſtten
Maße entgegen. Bietet ſie uns doch in den Frühlings=
wochen
das verſchiedenſte friſche Grün zum Kaufe an, wie
Rmpünzchen, Boretſch, Radieschen, Brunnenkreſſe, Hopfenkeim=
cheen
, Sauerampfer, Gartenkreſſe, ſowie zarten Spinat. Sie alle
ergeben vorzügliche, erfriſchende Salate und verkürzen die Warte=

Mer geht aach manchmal uff de Rummel,
Do geht des Geld druff als duſchur,
Es geht der Jingling uff de Bummel
Un folgt errötend ihrer Spur.
Es geht der Mohr mit ſchlabbe Glidder,
Wann er ſei Arweit hott gedha,
Johanna geht, un kehrt net widder,
Däß geht uns awwer gornix a.
Uff’s Biero geht der Reſchißſtrader,
Sei Fraa, die geht gern ins Kaffee,
Aach geht ſe manchmal ins Theater,
Dort geht der Vorhang in die Heeh.
Der Kandidat geht ins Exame,
Dort geht ſeim awwer oft ſehr mieß,
8 geht mancher aus mit junge Dame
Un geht uff ſeine letzte Fieß.
Es geht die Sunn als awends unner
Un morjends geht ſe widder uff,
Un wann’s als driwwer geht un drunner,
Do geht aach mehrſtendaals was druff.
Es gehn jetzt langſam aus die Kohle,
Es geht ſogar de Kuchedeich,
Aach ins Maxim geht mer verſtohle,
Dort geht mer oft zu aſch ins Zeich.
Es geht der aane ins Kaſino,
Der anner geht ins Kabbarett,
Der dritte awwer geht ins Kino,
Un ſpeter gehn ſe all ins Bett.
Zum Schobbe geht der aa vergniechlich,
Un haamzu’s kann er kaum noch geh,
Sei Fraa, die geht em unverziechlich
Dann haamlich iwwer’s Portmanneh.

Es geht der gute Mond ſo ſtille,
Es gehn die Nöck bis iwwer’s Knie,
Es geht aam manches gääche’n Wille,
Mer geht aach, geht mer mal wohie‟.
8 geht in die Danzſtund Hans un Grete,
Wann’s geht, no dann verlobt mer ſich,
Doch wann’s erſt geht an die Moneede,
Geht die Verlowung in die Brich.
Es geht der Sänger mit dem Keenich,
Es geht gach mancher mit de Zeit,
Es geht aam viel dorch Mack un Fenich,
Es geht de Menſche wie de Leit.
Es geht aach manchmal net ſo weiter,
Es geht aach mancher näwe naus,
Solang wie s geht, geht’s froh un heiter,
Uff aamol geht de Gäärſchtche aus.
s geht iwwer die Hutſchnur als dem aane,
Dem annre geht es gääche’n Strich,
2 geht ins Theater, ſollt mer’s maane,
Mehr nei’, wie nei geht ſicherlich.
Die Lebſucht ſelbſt, no un ſo weiter,
Däß geht aach alles in die Heeh,
Un alle Menſche ſeifze leider,
Weil’s Eikumme net mit dhut geh.
So geht’s als fort, 8 wärd immer ärjer,
Mehr geht debei noch ſellwer druff
Wann awwer geht emol de Bärjer
Endlich en Saafeſieder uff 1
Alſo die zwaa Froge, die ich mer do e bische umſtendlich,
un ſo quaſie hinnerum, wie die Fraa vun Benſem, zu froge er=
laawe
dhu’, die lieje mer ſchon lengere Zeit ſchwer uffem Gemiet.
Un ich glaab aach, daß ich mer die zwaa Froge umſunſt zu froge
erlaabt hab. Dann vun dere Hinne=vor=Fahrerei uff unſerm
Radhaus verſpräch ich mer net viel, indem ich mehr un mehr zu
der Iwwerzeichung kumm, daß die verſchiedene Fraktzione,
aanerlaa, ob ſe lengs ſitze odder quer, nix ſin als e Ge=

ſellſchaft zur Wahrung gäächenſeidicher In=
dräſſe
, nooch dem Motto: Haagſte mein Judd, haag ich
dein aach."
Was dohärngääche den Saafeſieder bedrifft, ſo ſcheint der
wenichſtens de Inne= un Altſtädter doch langſam uffgange zu
ſei, un ſie ſcheine doch langſam gemärkt zu hawwe, daß’en vun
dene uffm Radhaus kaa Hilf blieht, die hawwe annere Katze zu
bärſchte. Un ſo hawwe alſo die Inne= un Altſtädter die
Balleegaddefrog ſelbſt in die Hand genumme, dann bis
ſich die Fachleit driwwer aanig ſin, wie mer den Gadde um=
geſtalte
kann, damit meechlichſt alle A’ſichte Rechnung gedrage
wärd, do kenne mer worte bis Lemmerchesdag. Ich muß geſteh,
de Kall Schembs es is zwar aach e Aſchideckt, awwer trotz=
dem
noch en ganz vernimfdicher Menſch alſo der Schembs
hott mir ganz aus em Herz geſproche. Nemlich viel wichdicher
wie die Mauer ſin uns die Beem. Wann awwer unſerm
Reißbrettdickdador ſein Blan dorchgeht, dann wärds net bloß
um die Mauer, ſundern aach um den ſcheene Baambeſtand
geſchähe ſei, indem der Bux bekanntlich die Beem net verknuſe
kann. In dem ſeim Kobb beſteht die Welt nor aus Zement un
Backſtaa. Wie geſagt, um die Beem is mer’s Angſt, dann die
ſin in unſere Stadt needicher, wie alle altehrwirdiche
Mauern. Mir kumme die Drehne in die Aage, wann ich an
unſern idilliſche alte Herrngadde denk, un ſeh was mer do
draus gemacht hott: e Alag a la Großſtadt, geſchmack= un
karackderlos; ganz unſerer heitigen Zeit entſprechend. Un ich
befärcht, ſo geht’s dem Balleegadde ſchließlich aach.
Alſo meine Härrn Inne= un Altſtädter, ſorgt defor, daß
Eich die Beem erhalte bleiwe, däß ſin die Lunge vun=ere
Stadt, awwer kaa archidäckdoniſche Grasfläche, Buxbaumhecke
un Verkaafspaffilljons".
Ich kann däßhalb aach net ei’ſähe, warum die Liſſabedde=
ſtroß
ausgerächent uff dem Stickche verbreitert wärrn ſoll.
Mer ſoll de Fußgengerverkehr ſchreeg vun de Luwieſenſtroßeck
uff die Waldſtroß zu leide, äweſo vun de Wilhelmineſtroßeck uff
die Schuchardſtroß, dann is in de Haubtſach dere Katz geſtraad.
Un wann die Mauer an de Liſſabeddeſtroß entſprechend nied=
richer
gemacht wärd, dann hawwe die Audomobillfritze
geniechend Iwwerblick. Dann je bequemer mer’s den
Benzienunkel macht, däſto mehr Unglicker baſſiern. Die ſolle
langſam dhu, wann ſe um die Eck flitze, wie mir gewehn=
liche
Fußgenger aach. Däß is mei Aſicht. Im iwwriche wie
geſagt, ſtimm ich mit em Kall Schembs iwwerein: die Mauer
is net des Wichdichſte, ſundern die Beem!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Jwwrichens hott die letzt Stadt=
ratsſitzung
widdermol, eggladant bewieſe, was mer heecheren
Orts ſo unner dem vielziddierte Bircherſinn verſteht. Alſo
die Kunſtſtadt‟ Darmſtadt leßt an ihrm eichene Radhaus des
bische Kunſtſchloſſerarweit vun=ere Meenzer Schloſſerei mache.
Wann däß for’s Darmſtädter Handwerk kaa Blamaaſch is, dann
mecht ich emol wiſſe, wie aa ausſieht, die wo aa is! Un die
Meenzer, die wärrn däß zu gegewener Zeit ſchun auszunitze
wiſſe, wann’s gilt, dem Darmſtädter Handwerk aa auszuſchebbe,
dofor kenn ich mei Meenzer zu gut. Ei beſſer Refferenz kenne
ſe in=eme Konggurenzfall gornet vorbringe. No, es Darm=
ſtädter
Handwerk mag ſich for die Ohrfeig bedanke.
Allerdings, wann ich gaſchdich weer, do dhet ich vorſchlage,
mir dhete uns jetzt aach den Blan for de Balleegadde vun=eme
Meenzer Gaddeaſchidäckt mache loſſe, bloß des Indräſſes halwer.
Iwwrichens is mer de Vorſchlag gemacht worrn, den Niewer=
gall
=Brunne in de Balleegadde ſtelle zu loſſe. Nix zu mache,
däß Geſchenk war for die Altſtadt geminzt, un wann ſe’s do
net hieſtelle wolle ab un en Walzer; s wärd ſchun widder mol
e Zeit kumme, wo aach der Darmſtädter widder was gilt in
Darmſtadt. Iwwrichens, vun dem erhoffte Piebſer hab ich
aach nix geheert uff de letzte Stadtratsſitzung, de Owwerowwer
war net im Lade, un die annern hatte ihrn Bircherſinn widder
mol net bei ſich.
No ſoviel ich mer hab ſage loſſe, will jetzt die Heſſiſch Spiel=
gemeinſchaft
de zweite Deil vun ihrm Brogramm endwiggele,
ſie hott e Preisausſchreiwe erlaſſe loſſe un hofft, die
Darmſtädter Lokahldramadicker, for e nei Lokahlpoſſe im Geiſt
Niebergalls azureeche. Erſter Preis 300 Mack, zweider Preis
200 Mack. Ich glaab zwar net, daß jetzt die Lokahldichter wie
Pilz aus de Erd ſchieße wie aaner dreihärzich gemaant hott;
awwer ſchließlich: wenicher wie nix, kann’s net ſei. Un warum
ſoll net aaner e gut Lokahlſtick ſchreiwe kenne? Allerdings, kaa
Rewie, wie ſe beiſpielsmeßich äwe draus im Orfeum aa
uff de Walz hawwe, wo in=eme Harem ſpielt, un wo die
Mädercher a gezoge ſin, als wern ſe Mitglied vum Gefliechel=
zuchtverein
Orblied; Deiwel noch emol, wann die e klag bische
mehr am Leib hette, kennte ſe ſich in jedem beſſere Paradies
ſähe loſſe. No un ich muß geſteh, mei Darmſtädter ſin doch ſo
kaa Spießer als ſe dhun. Die ſähe Sowas ſcheints liewer,
wie ſo e neil uffgewixt Reffelutzionsſtick im Stiel vun de Stumme
vun Porteriko‟ ..
For däß zurickgewieſene Niebergall=Denkmal ſin mer neier=
dings
widder zehe Mack zugeſteckt worrn. Danke ſchee un nor
net noochloſſe; mer wolle mol ſähe, wer in Darmſtadt de dickſte
Dickkobb hott.

zeit auf den erklärten Liebling unter ihnen: den Kopf=, Stauden=
oder
Häuptelſalat. Doch alle dieſe Salate wollen verſtändnisvoll
bereitet ſein. Neben der erfriſchenden Säure, wozu man anſtelle
des Eſſigs nur naturreinen Zitronenſaft verwenden ſollte, gieße
man zuerſt das den Salat geſchmeidig machende Oel über den
Salat, da es die Zelluloſe leicht verdaulich macht. Weiter ſollte
neben Salz und wenig Pſeffer, Zucker oder Süßſtoff und auch
ein Zwiebelchen nicht vergeſſen werden, das bekanntlich nichts
verdirbt, doch füge man dieſes ftets nur feingerieben bei. Und
dann guten Appetit!
Saure Kartoffeln. 1 Kilo abgeſchälte, in dicke Schei=
ben
geſchnittene Kartoffeln werden weich gekocht, abgegoſſen und
abgedämpft. Unterdeſſen hat man folgende Soße bereitet: 75 Gr.
feinwürfelig geſchnittener Speck wird ausgebraten, eine fein=
gehackte
Zwiebel dazu getan, durchgedämpft und ein gehäufter
Löffel Weizenmehl darin gebräunt. Nun gießt man ½ Liter
kochendes Waſſer dazu, kocht eine glatte Soße, an die man 23
Löffel Sirup oder braunen Zucker, nebſt Salz und Eſſig nach
Geſchmack gibt. Dieſe Soße gießt man über die Kartoffeln und
läßt ſie gut damit durchkochen. Sollten ſie zu wenig Soße haben,
ſo gießt man noch kochendes Waſſer dazu und ſchmeckt mit Eſſig
und Maggi=Würze ab.
Speiſezettel.
Sonntag: Nierenſuppe, Rindszunge mit Madeiraſoße,
Sahnencreme. Montag: Brennſuppe, Kalbsgekröſe mit
Roſinenſoße und Semmelknödel. Dienstag: Spinatgemule.
mit Bratkartoffeln und halbierten Eiern. Mittwoch: Ge= gerade vierzig Jahre alt!
füllte Krautwickel im Kartoffelrand. Donnerstag: Roſen=
kohl
mit gekochter Rinderbruſt. Freitag: Kartoffelſalat mit koſten? fragte der Autobeſitzer im
Rapunzchen und gebackenem Schellfiſch. Samstag: Drll9
Stew.

Die Mädchen von bente.

Sie müſſen heiraten! Da haben Sie gleich Fräulein Piefbe, das iſt
ein Gipfel der Rechtſchaffenheit.
Aber ich bitte Sie, die Mädchen von her
Ja, wer ſagt Ihnen, daß Fräulein Piefke von heute iſte. Sie 1
Strafe muß ſein. Was wiro denn die Reparatur meines Wagens
Werkſtatt. Was iſt denn
dran kaputt?" Ich weiß nicht. So? Na, dann wird es
240,50 Mark koſten.

[ ][  ][ ]

Nur einfache Wäſche
iſt elegant.
Viele Damen laſſen ſich von der abſolut irrigen
Meinung leiten, daß nur ſtark geputzte und reich
garnierte Wäſche elegant ſein könne, was natür=
lich
nicht der Fall iſt, da ganz im Gegenteil nur
ein ſchlichtes Wäſcheſtück wirklich den Anſpruch auf
Vornehmheit erheben darf. Als knapp nach dem
Kriege luxuriöſe Wäſche in Mode kam, war dies
inſofern pſychologiſch erklärlich, als ſich nach der
Zeit der großen Entbehrungen im allgemeinen ein
Hang nach Luxus geltend machte; bisweilen artete
dieſe Tendenz allerdings aus und zeitigte vielfach
kraſſe modiſche Auswüchſe. Erſt nach und nach
fand man zu jener Einfachheit zurück, die man
heute ſchon allgemein, für ſchön findet und die
tatſächlich beſonders in der Wäſchemode ſehr wohl=
tuend
wirkt.
Natürlich will dies nicht ſagen, daß ein Wäſche=
ſtück
vollkommen ungarniert ſein müſſe, um zu
guter Wirkung zu kommen. Eine exakt gearbeitete
Stickerei, ein feiner Spitzenbeſatz, eine dekorative
Ajour ſieht immer ſchön aus, nur muß allenfalls
Wert darauf gelegt werden, den Aufputz nicht zu
übertreiben, ſondern i angemeſſenen Grenzen zu
halten.
Da die Wäſchemode mit der Tageslinie immer
Hand in Hand geht, iſt die Schnitt= und Garnie=
rungsart
jener der Kleider ſehr ähnlich. Daher
wird man verſtehen, daß die Glockenmode auch auf
die Wäſche übergegriffen hat und daß die beliebten
Paſtellfarben hier wie dort willkommen waren.
Man hat überhaupt erkannt, daß das weiße Wäſche=
ſtück
zwar leichter zu reinigen ſei als das farbige,
daß dieſes aber andererſeits wieder ſo nette Effekte
bietet, wenn es im Ausſchnitt eines Kleides ſicht=
bar
wird, daß man ſeiner nicht gern entraten mag.
Die Paſtellfarben leiden auch bei der Reinigung
heute nicht mehr in dem Maße wie ſeinerzeit, da
man jetzt lediglich unbedingt farbechte Gewebe ver=
wendet
, die gut ſtrapazierfähig ſind. Nicht nur die Wäſche für
den Tag iſt in Form, Aufputz und Farbe ſehr ſchlicht, auch das
Nachthemd iſt unauffällig und dezent. Ebenſo einfach iſt das
Pyjama, ob es ſich nun um einen Haus= oder Schlafanzug
handelt. Da zweifarbige Hausanzüge ſehr beliebt ſind, iſt
Im Modeſalon.
FeZ
Die ſchönen Tage ſtehen vor der Türe und mit leu*
ihnen beginnen, wie alljährlich, die ſchwerſten
Garderobeſorgen. Sind doch die Mittel, die man
für die neuen Kleider aufwenden darf, knapper
denn je, und deſſenungeachtet ſteigen die Anforde=
rungen
, die an die elegante Aufmachung der Frau
geſtellt werden, von Tag zu Tag.
Es wäre ſicherlich verfehlt, zu meinen, daß
infolge der Einfachheit der Modelle, die uns die
kommende Saiſon bietet, eine Frühjahrsgarderobe
billiger herzuſtellen ſei, denn trotz ihrer Schlicht=
heit
haben dieſe Schaffungen ſo viel Kleinarbeit an
ſich, daß ihre Herſtellung oft weitaus koſtſpieliger
iſt, als die eines reich garnierten Modells.
Bei Beginn der neuen Saiſon wird man darum
ſehr vorſichtig in der Wahl der neuen Sachen ſein
müſſen, denn zu einer kompletten Frühjahrsaus=
rüſtung
gehört ſo viel, daß man ſeine Mittel ſchon
ſehr gut einzuteilen verſtehen muß, wenn man nur
das Allerwichtigfte erwerben will.
Da iſt vor allen Dingen zu entſcheiden, ob man
fürs Erſte einen ſchönen Mantel oder an deſſen
Stelle das Koſtüm benötigt. Jedes für ſich hat
ſeine Vor= und ſeine Nachteile: der Mantel iſt inſo=
ſern
weitaus praktiſcher, als man ihn wenn er
in einer unauffälligen Mittelfarbe gehalten iſt
zu allen Kleidern tragen kann, während das Ko=
ſtüm
natürlich beſonders für ſchlanke Figuren
aparter und ſchicker iſt und ſchon ſo lange nicht
ausgeſprochene Mode war, daß man ihm eben
heuer einen ganz großen Erfolg vorausſagen darf.
Auch bei den Kleidern muß man ſich vorerſt
entſcheiden, ob man für den Augenblick lieber nach
dem einfachen Trotteurmodell oder nach dem nach=
mittäglichen
Beſuchskleid greifen will, das natür=
lich
auch für kleine abendliche Gelegenheiten ver=
wendbar
iſt, da man ja im Frühjahr die abend=
liche
Aufmachung nicht mehr ſo ſtreng wertet wie
in der Hochſaiſon.
Bei den verſchiedenen zu erwartenden Jumper=
modellen
wird, man ſich vielleicht in der Weiſe
helfen können, daß man an dem Kleide des Vorjahres einige
Aenderungen vornimmt und ihm die typiſchen Details und
Akzente der gegenwärtigen Mode vermittelt, während man das
elegante Kleid für den Nachmittag ſicherlich gern ganz neu an=
ſchaffen
wird. In der Wahl der Farben heißt es ſehr vorſichtig
ſein; man greift hier nur zu ſehr diskreten Schattierungen, wie
eine Frau, die in ihren Mitteln nur im allergeringſten einge=
Auntuntif

der Verwendung verſchiedenartigen Reſtematerials, das ſich häu=
fig
im Hauſe vorfindet, jede Möglichkeit geboten. Den
Schlafrock den man natürlich im Hauſe herſtellt, verſieht man
gern mit kunſtgewerblicher Arbeit, ſei es nun mit Applikationen,
Stickereien oder den beliebten Malerei=Effekten.

Straß auf Schwarz iſt heuer angeſichts der ſehr belieb=
ten
Schwarz=Weiß=Mode eine Stickerei, die als ungemein erfolg=
reich
bezeichnet werden muß. Laſſen ſich doch auf dieſe Weiſe
wirklich ganz ausgezeichnete Effekte erzielen. Auf abendlichen
Schaffungen aus Georgette oder Velourschiffon nehmen ſich
Straßſtickereien ſehr efſektvoll aus, doch iſt eine gewiſſe Beſchrän=
kung
immerhin am Platze, da ein Uebermaß an Straß überladen
ausſehen könnte.
In der Hauptſache verwendet man die Straßſtickereien auf
ſchwarzen Linienkleidern. Es iſt dies ein einfach=vornehmes
Abendkleid mit ſeitlich verlängerten Zipfeln und apartem Straß=
beſatz
, der hier ſonnenſtrahlenförmig ausläuft.

ſchränkt iſt, überhaupt niemals nach Farben ſuchen ſollte, die
auffallen, da ſolche Töne nur in einer ſehr umfangreichen Garde=
robe
als nette Abwechſlung Berechtigung haben.
Dem Zeitgeiſt und der allgemeinen Geldknappheit Rechnung
tragend, begünſtigt die Mode in dieſem Frühjahr vornehmlich
neutrale Farben, die nicht auffallend ſind und ſomit ein reich=
liches
Ausnützen der daraus verfertigten Modelle zulaſſen. Zu
Außer dieſem ſehr beliebten Strahlen=Motiv ſieht man
häufig auch Straßſtickereien in Maſchenornamenten, wobei be=
ſonders
auf die im Stile Ludwigs Xſ. gehaltenen Zeichnungen
verwieſen ſei.
R. H.
Soll man weißen oder farbigen Taſchen=
tüchern
den Vorzug geben? Die ſchon einmal vor nicht
zu langer Zeit anläßlich eines Wettbewerbes aufgeworfene
Frage: Weiße oder farbige Wäſche? iſt angeſichts der
Weißen Wochen wieder akut geworden. Sie wird namentlich
von jenen Hausfrauen geſtellt, die zu Neuanſchaffungen gezwun=
gen
ſind. Praktiſche unter ihnen werden nun für den täg=
lichen
Gebrauch die in allen Paſtelltönen erhältlichen farbigen

Für kalte Tage verwendet man gern ein war=
mes
, geſtricktes, in zarten Paſtellfarben gehaltenes
Bettjäckchen aus dünner Wolle, das ungemein
warm hält und keineswegs plump wirkt.
Unſere Bildgruppe führt die letzten Neuheiten
der Wäſchemode vor Augen.
Links das einfache Nachthemd, mit Kragen und
Manſchetten aus Rüſchen des gleichen Materials
oder aus Spitze. Eine Knopfleiſte durch die vor=
dere
Mitte iſt dekorativ und erleichtert auch das
Waſchen und Bügeln. Zu beiden Seiten der Leiſte
ſind Längsſäumchen zu ſehen. Der Kragen wird
mit einem ſchmalen Bande zuſammengehalten, die
Mitte durch einen Gürtel abgebunden. Ein ſolches
Nachthemd ſieht ſo komplett aus, daß es ſpäterhin
für die wärmere Jahreszeit ſogar als Hauskleid in
Frage kommen kann.
Für die früher beſprochenen Materialkombina=
tionen
ließe ſich etwa das Pyjama des zweiten
Bildes in Erwägung ziehen. Der Oberteil iſt weiß,
roſa, blaßgrün oder orange, wie eine ruſſiſche
Bluſe geſchnitten, am Halſe mit einem Band und
in der Taille auf die gleiche Art zuſammengehalten.
Die Hoſe iſt ſchwarz, ſo daß man durch Austauſch
des Oberteiles vielerlei Variationen ermöglicht.
Im Hintergrunde ſieht man zwei Wäſche=
modelle
(Hemdhoſe und Rock=Kombination), die
für die Einſachheit der Mode Zeugnis ablegen
mögen, wenn man in Erwägung zieht, daß es ſich
hier um abendliche Wäſche handelt. Intereſſamt
iſt die neuartige Anbringung des Monogramms
links in der Taille. Dieſe Wäſcheſtücke nehmen ſich
in Paſtellfarben mit gelblichen Spitzen ſehr gut
aus, aber auch weiß mit naturfarbenen Spitzen
bleibt immer dekorativ und vornehm.
Große Aufmerkſamkeit wird dem Schlafrock
geſcheukt. Um ihn jederzeit ungeachtet der Schwan=
kungen
der Mode verwenden zu können, ſogar,
wenn man eine kleine intime Geſellſchaft im
eigenen Heim begrüßt, und ein ſolches Stück ge=
wiſſermaßen
als Hauskleid gewertet wiſſen
will, arbeitet man es gern in ſchwarzer Seide, von
der ſich auch die bunte kunzſtgewerbliche Arbeit am
beſten abhebt, in welcher Technik ſie auch immer
wiedergegeben ſei. Die Randung eines ſolchen Modells beſteht
entweder aus Marabou oder aus einer mit Wattelin unterlegten
Rolle aus dem Material des Futters dieſes Schlafrockes, das
natürlich immer bedeutend heller iſt und die in der Ornamentik
R. H.
vorwiegende Schattierung hat. (Letzte Skizze.)
dieſen Schattierungen gehört ein feines Grau, ein
ſchönes Beige und ein Sand, das ganz beſonders
dezent und vornehm wirkt.
Die Formen der neuen Modelle ſind äußerſt
einfach und ungeſucht und haben durchweg wenn
man ſo ſagen darf einen ſportlichen Einſchlag.
Sportlich durch die meiſt geraden Formen, infolge
der reichlichen Verwendung von Gürteln und end=
lich
durch die geradezu auffällige Beſchränkung in
der Anbringung jeglichen Aufputzmaterials.
Die großen Salons haben ſich heuer ganz be=
ſonders
beeilt, um die erſten Frühjahrsſchafffungen
ſehr frühzeitig zur Vorführung bringen zu können,
und ein Beſuch eines der führenden Ateliers ge=
nügt
, um ſich über die reizende Art der neuen
Modelle ſehr bald klar zu werden.
Unſer Bild geſtattet einen Blick in den Vorfüh=
rungsraum
eines großen Modellhauſes.
In der Probier=Kabine ſieht man das neuartige
Jumperkleid mit pliſſiertem Rock und glattem
Oberteil, der durch ein fächerartiges Motiv aus
dunklerem Material garniert und durch einen
Gürtel geteilt wird.
Apart in ſeiner abſoluten Schlichtheit iſt der in
der erſten Skizze feſtgehaltene Mantel, deſſen Auf=
putz
in ungleich langen, zur Seite zu kürzer wer=
denden
Blenden beſteht, die ſich auch am Aermel
wiederholen.
Reizend und anmutig, dabei ungemein flott iſt
ein Koſtüm, wie wir es an der ſitzenden Figur
(rechts) zeigen. Es iſt der Herrenmode vollkommen
nachempftinden und wird gern in Dunkelblau,
Schwarz oder einem grau durchſetzten Schwarz, das
als Mohrengrau bekannt iſt, gearbeitet. Ein
tropenhelmartig abgebogener, halbbreiter Hut aus
lackiertem Stroh in der Farbe des Koſtümſtoffes
ſieht dazu immer vorteilhaft aus.
Das vornehme Beſuchskleid zeigen wir als
zweite Skizze (links). Seine obere Partie iſt ganz
ſchlicht und fällt nur durch die gebundene tuchartige
Kragenpartie auf; ein Ledergürtel umſchließt die
Taille. Der Rock iſt leicht glockig, oben zart ge=
ſäumt
und in der Mitte geteilt, ſo daß hier das
Unterkleid ſichtbar wird. Die Säumchen wieder=
holen
ſich auch auf den Oberärmeln, die ganz ſchlank gehalten
ſind, während ihre untere Partie neuerlich die weite, offene Form
bringt, wodurch ſich ein ſehr intereſſanter Kontraſt ergibt.
Aus dieſen Anregungen wird man entnehmen können, daß
die kommende Mode in ihrer Schlichtheit dennoch keineswegs
monoton iſt, ſondern viel intereſſante Neuheiten zu bieten ver=
ſpricht
.
Willy Ungar.

Taſchentücher wählen, zumal dann, wenn ſie berufstätig ſind
und ſich den Luxus eines täglich gewechſelten weißen Taſchentuchs
nicht leiſten können. Dieſe farbigen Taſchentücher nun, die durch
modiſche Verzierung mit Hohlſaum, Spitzenanſätzen und gehäkel=
ten
Pikots den Fraktiſchen Zweck nicht verraten wollen, haben
den Vorzug, daß ſie ohne kochen ſchnell gewaſchen und, wenn ver=
blaßt
, in der durch eine Löſung von Wilbrafix hergeſtellten Ur=
ſprungsfarbe
geſpült, ſehr ſchnell wieder in tadelloſen Zuſtand
verſetzt werden können. Bei Zeitmangel kann man das Bügeln
durch ein Aufſtreichen der Taſchentücher auf Spiegel= und Fen=
ſterglas
oder Marmorplatte erſetzen, wodurch ſie ſchön glan
werden.

[ ][  ][ ]

Nummer 64
Win Sünstin Tamans
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
Beim Hinausgehen ging Wolf wieder ſchmeichelnd um ſeinen
errn herum und wedelte mit ſeinem ſchönen Schweif.
Nehmen Sie ihn doch mit bat die Fürſtin. Aber er hatte
aabgelehnt, weil der Hund die Wohnung bewachen mußte.
Sie nahmen einen Wagen. Ein paar Straßen weiter ſtieg
lonthe aus. Sie fuhren durch breite ſchattige Alleen unter blühen=
ei
: Kaſtanien. Goldregen leuchtete in den Gärten, blaßblaue
hSzinen prangten zwiſchen den Bäumen, die letzten Villen, ver=
eikt
hinter dichten Rotdornhecken und =ſträuchern, entſchwanden,
no zarter Flieder duftete ringsherum.
Der Wagen rollte leiſe ſurrend dahin, der Kies kniſterte
mter den prallen Reifen, hin und wieder zitterten die zarten
läätter, und ein kühler Abendwind rauſchte durch die Zweige.
Iſt es nicht wie eine Fahrt ins Unbekannte, ziel= und zeit=
? fragte er nach langem Schweigen.
Ja, es iſt wundervoll, ſagte ſie, ohne ihn anzuſehen.
Und es ſoll wirklich ein Abſchied ſein, Fürſtin Samaroff?
Ein wehmütiges Lächeln lag um ihren Mund. Es wird
oühl ſo ſein, denn ich reiſe morgen früh ab und ich glaube
ſicht, daß ich zurückkommen werde nach Deutſchland.
Er griff nach ihrer Hand.
Jetzt zeigte ſie wieder die leuchtenden Zähne.
Wozu, Baron Kemp, wozu? Sie ſind etwas ſentimental!
Wieviel Uhr iſt es eigentlich, wir müſſen zurück. Sagen Sie
en Schofför bitte, er ſoll umkehren zum Esplanade. Ich will
ntch ſchnell etwas erfriſchen und umziehen, und dann fahren wir
n8 Eden=Hotel und tanzen ein wenig auf dem Dachgarten.
Sie klopfte gegen die Scheibe. Er gab dem Schofför ihre
liaweiſung und dachte: ich verſtehe dieſe Frau nicht .
Später bei Jazzmuſik und Sekt war ſie in ausgelaſſener
Ei immung. Ihr Temperament und ihre Fröhlichkeit ſteckten ihn
in.. Nach dem Souper tanzten ſie. Der Rhythmus eines Char=
eittons
riß ſie mit. Er vergaß, daß dieſes ſchöne Spiel in einigen
Sirunden zu Ende wäre; er fühlte die ſchöne Frau in ſeinen
Armen, er fah ihre ſprühenden Augen, ihren lachenden Mund,
hörte ihre weiche Stimme er dachte nicht weiter und
oc tete den Augenblick.
Erſt als ſie, etwas erhitzt, an ihren Platz zurückkehrten und
die Fürſtin flüchtig auf ihre Armbanduhr ſah, war der Rauſch
dieſes zeitloſen Glücks verflogen. Er hörte jetzt wieder ihre
Worte: Wozu, Baron Kemp, wozu? Sie ſind etwas ſentimental;
wieviel Uhr iſt es eigentlich?

Sonntog den 4. März 1928
Oh, in dieſem Augenblick haßte er ſie.
Wozu, Baron Kemp, wozu? fragte er ſich. .
Jetzt ſitzen ſie wieder zuſammen im Wagen.
Was hat ſie dem Schofför zugerufen? Birkenallee 108?
Seine Adreſſe. Er ſieht ſie fragend an.
Sie ſitzt in ihre Ecke gelehnt, eine Nuance bleicher als ſonft,
und fängt ſeinen Blick auf. Sie legt ihre Hand wieder auf ſeinen
Arm, ſie iſt ganz nah bei ihm und flüſtert: Ich möchte die ſchöne
Madonna noch einmal ſehen!
Dann rückt ſie wieder in ihre Ecke und ſagt kein Wort mehr
während der ganzen Fahrt.
Es iſt dunkel um ſie, und nur wenn das Licht der Laternen
oder entgegenkommender Gefährte für Sekunden in dem Wagen
aufleuchtet, ſaugt er ihr Bild in ſich auf, ſieht er das feine Profil,
die ſchmalen Hände, mit denen ſie den Kragen zuhält, und die
ſchlanken Beine, die das Cape freiläßt.
Kinderwagen
(3682a
aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Ihr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören.
1. Donges & Wlest, Elisabefhenstraße 25½
Der Wagen hält vor ſeinem Haus. Die Portierfrau ſteht
noch mit ein paar Leuten herum in aufgeregter Unterhaltung,
aber er beachtet es nicht. Sie fahren hinauf, und er ſchließt die
ſchwere eiſenbeſchlagene Tür ſeiner Wohnung auf. Er dreht das
Licht an, und ſie treten ein. Ein eigentümliches Gefühl über=
kommt
ihn, irgend etwas Fremdes verſpürt er. Er kann es ſich
nicht erklären und will auch nicht darüber nachdenken. Erſt viel
ſpäter weiß er, daß er ſeinen Hund vermißt hat, der ihn ſonſt
immer in der Diele empfängt.
Er führt ſie in die Moderne Galerie, wie er ſein Bibliothek=
zimmer
nennt, und ſagt: Ich werde türkiſchen Mokka kochen,
wollen Sie inzwiſchen Ihre Madonna betrachten?
Er öffnet die ſchmale Tapetentür. Da drinnen brennt Licht.
Sie treten ein und ſtehen beide wie verſteinert da
Die Madonna von Tizian iſt verſchwunden.
Mein Gott! ſagt ſie und faßt ängftlich ſeinen Arm, mein
Gott! Weiter nichts, aber dicke Tränen perlen über ihr blaſfes
Geſicht. Er ſagt kein Wort. Er ſtarrt auf die leere Stelle an der
Wand und glaubt zu träumen; er traut ſeinen Augen nicht.
Er dreht alle Lichter, an und beginnt zu ſuchen. Zuerſt im
Madonnenzimmer. Aber alles iſt auf ſeinem Platz. Die Fenſter
ſind verſchloſſen, nichts iſt in Unordnung; nur die Stelle, wo das
Bild hing, iſt leer.
In der Bibliothek ſteht die Fürſtin an einen Seſſel gelehnt.
Sie iſt aſchfahl im Geſicht und ſieht ihn mit ſtarren, entſetzten
Augen an.
Entſchuldigen Sie, daß ich Sie allein ließ, ſtammelte ſie

Seite 25
verſtört. Es iſt mir unverſtändlich. Die Tür war verſchloſſen,
die Fenſter ſind unbeſchädigt Auf einmal fällt ihm
ein: wo iſt Wolf, wo iſt ſein Hund? Er ruft, er pfeift er findet
auch den Hund nicht.
Die Kammer der alten Marie iſt verſchloſſen. Er klopft und
klopft und bekommt keine Antwort. Er wirſt ſich mit aller Ge=
walt
gegen die Tür, einmal, zweimal ein gellender Schrei.
Marie, ſind Sie wach, machen Sie auf ſchnell, machen
Sie auf!
Schlürfende Schritte über den Flur, endlich wird das Schloß
aufgedreht.
Um Gottes Willen, Herr Baron, was iſt paſſiert?
Wo iſt Wolf?
Wolf ?
Das alte Fräulein ſchlotterte vor Schreck.
Wolf was war doch mit Wolf ich bin ſo
furchtbar erſchreckt ach ſo ja, ſehen Sie, Herr Baron
Wolf das war es auch, was ich dem Herrn Baron ſagen
wollte
Er fährt ungeduldig dazwiſchen: Was wollten Sie denn
ſagen?
Gott, es iſt nicht ſo ſchlimm aber Wolf iſt doch ein
großes, erwachſenes Tier und da meine ich
Baron Kemp ſchreit ſie jetzt an: Was meinen Sie denn,
nun reden Sie doch endlich!
Marie ſieht ihn mit ihren gutherzigen Augen bittend ans
Wolf aber ſchlagen Sie ihn nicht, Herr Baron
er iſt ſonſt ein ſo gutes Tier
Kemp hat ſich wieder in der Gewalt und ſagt ſo ruhig und
liebenswürdig wie möglich: Marie, ſagen Sie mir endlich, was
geſchehen iſt, kurz und bündig!
Und endlich kommt es ſtotternd heraus: Wolf hat heute
abend mitten im Atelier gekötzelt.
Wann war denn das?
Gegen ſieben Uhr, Herr Baron.
Und dann?
Ich habe ihn ein bißchen ausgeſchimpft, da hat er ſich ver=
krochen
; ich habe den Dreck aufgeputzt und habe den Hund nicht
mehr geſehen.
War denn noch jemand in der Wohnung? Oder an der
Tür?
Nein, niemand!
Wo ſind Ihre Schlüſſel?
Hier in meiner Taſche.
Seit wann ſind Sie in Ihrem Zimmer?
Seit neun Uhr. Aber was iſt denn paſſiert, Herr Baron?
Mein wertvollſtes Bild iſt geſtohlen worden, und Wolf iſt
ſpurlos verſchwunden ich werde die Polizei rufen.
(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

Nummer 64

Sonntag, den 4. März 1928

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Entwichlung.
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Liebling der Frauen; dessen Leben Rausch und Freude, Taumel
und Liebe, Kraft und Uebermut war auch heute noch
vermag diese Gestalt einer längst verschwundenen Zeit zu packen,
mitzureißen Casanova ist unsterblich, denn er ist das Leben
selbst, die Jugend, die immer sein wird, das Glück. (4063

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Wie sage ich’s meinem Kinde?
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Wunder der Zeugung und der Mutterschaft, das Wesen der Fortpfanzung den Kindern von
Eltern und Erziehern frühzeitig ohne Schaden für das kind icht Gemüt bekannt wird.
Die Aufklärung über das Wie gibt der Film.
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Bühnenbild: Arthur Pohl
V4102
Mitwirkende
Margarete Albrecht, Anna Jacobs, Paula
Kapper, Ell n Kiesling, Noſe Landwehr,
Martha Lie el, Roſe Merker, Sitta Müller=
Wiſchin, Hilma Opitz, Grete. Penſe, Hans
Grahl=WZeimar, a. G., Johannes Biſchoff,
Theo Hermann
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.2012 Mark

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Saal des Städt. Saalban
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Leitung:
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Matthias Weber
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(Preisgekrönt) Leitung: Herr Emil Sulzmann.
Saalöffnung 19 (7) Uhr Eintritt 60 3 einſchl. Steuer

Heute nachmittag 4

Städt. Orcheſter. Große Beſetzung.
Leitung: Konzertmeiſter Finke.
Eintritt 50 Pfg. Zehnerkarten haben
(4061
Gültigkeit.
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Der Weg nach der Elektriſchen iſt beleuchtet.

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Sonntag, den 4. März 1928
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Das Spiel
von Liebe und Tod
in drei Akten von Romain Rolland
Inſzenierung: Theodor Haerten a. G.
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Mitwirkende
Johanna Blum, Annelieſe Born, Charlotte
Jaeke=Joſt, Ulrich Folkmar, Hermann
Gallinger, Richard Jürgas, Rudolf Klis;
Karl Paryla, Gothart Portloff
Spielwart: Joſef Kreuter
Preiſe der Plätze: 1.206 Mark

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Sonntag, den 4. März 1928
Keine Wahlvorſtellung
Anfang 17.30 Uhr Ende 22.00 Uhr
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Der große Gesangsfilm
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der Welt verkörpert
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Freud und Leid, von junger Liebe
sonnigem Glück. Wer sich Jung
fühlt und noch mal jung sein möchte.
sche sich diesen Fillm an (* 223 Gutes Beiprogramm. Gutes Beiprogramm. Jugendliche haben in beiden Theatern Zutritt! Hie H Wochentags 3k U [ ][  ][ ]

Nummer 64

Sonntag den 4 März 1928

Seite 22

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des hessisch. Landvolkes
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nachmittags 2/, Uhr findet in Darmstadt
In der Städtlschen Festhalle
am Haupt-Bahnhof, eine große

des hessischen Land volkes statt. Es ist
Ehrenpflicht aller Landwirte, an diesem Tag
die Arbeit ruhen zu lassen und nach
Darmstadt zu kommen.
Keln Bauer, kein Jungbauer,
keine Bäuerin und keine Jung-
bäuerin
darf fehlen.
Entweder n Oder
Bauern erscheint in Massen!
Glaser-Nordheim
Prov. Vorsitzender des Hessisch. Landbundes

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abends 1a8 Uhr
Bis auf weiteres täglich ½8 Uhr abends
sowie Mlttwoch und Sonntag ie

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7 Uhr abends an den Kassen der Festhalle reserviert!!
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besten Reiter und Dresseure wurden verptlicttet um
dieses einzig dastehende Schaustdck auffähren zu kön-
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