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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 63
Samstag, den 3. März 1928.
191. Jahrgang
27 mm breiie Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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breitl 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärte 40 Reichspfg.
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Veklame=
zeile 3.00 Reſchsmark. Alle Preiſe in Neichsmark
(1 Dollar — 4.20 Markt. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Auffuhr, Streil uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
auffräge und Leiſung von Schadenerſatz. Bei
Fonurs oder gerſchtiſcher Beitreibung, fällt ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Nationalban”
Kritiſche Lage im Ruhr=Bergbau.
Steuerliche Leberlaſtung des Bergbaus. — Steigende Materialkoſten infolge
DRatvonaliſierung und Mechaniſierung. — Zu hohe Frachtſätze erſchweren den
Abſatz. — Der Fortbeſtand zahlreicher Zechen in Frage geſtellt.
*Bevorſtehende Lohn= und
Arbeitskämpfe.
Oer deutſche Bergbau im Konkurrenzkampf
gegen die engliſche Kohle.
Die bevorſtehenden Lohn= und Arbeitskämpfe im
rheiniſch=
meſtfäliſchen Bergbau haben am Freitag dem Bergwerksdirektor
Dr. Brandi vom Bergbauverein in Eſſen Gelegenheit gegeben,
vor Preſſevertretern einen Ueberblick über die gegenwärtige Lage
des Ruhrbergbaues zu geben. Sein Vortrag zeichnete ſich durch
rruhige Sachlichkeit aus. Er enthielt ſich ferner jeder Angriffe
ſauf die Gewerkſchaften, ebenſo wie auf die Behörden. Vielmehr
tverſuchte er anhand des ihm vorliegenden Materials die
Situa=
ſttion im Bergbau ſo darzüſtellen, wie ſie heute vor dem Beginn
Eder Lohn= und Arbeitszeitverhandlungen gegeben iſt. Herr
KBrandi ging von der Feſtſtellung aus, daß der Bergbau von allen
hInduſtriezweigen heute die größte Anzahl von Arbeitern
beſchäf=
ſttige und an die natürlichen Lagerſtätten in eng umgrenzten
Ge=
bieten gebunden ſei, wodurch eine ſtarke Anſammlung großer
BArbeitermaſſen hervorgerufen werde. Dieſen Arbeitermaſſen
dau=
ernd Lohn und Brot zu geben, halte der Bergbau für eine ſeiner
vornehmſten Pflichten. Es werde ihm aber äußerſt ſchwer
ge=
mmacht, die Arbeiterheere in den Betrieben zu halten, weil auf die
Sonne abſatzfähiger Kohle Laſten ruhen, die bereits zu
ernſthaf=
iter Verluſtwirtſchaft geführt hätten und geeignet ſeien, den
FFortbeſtand zahlreicher Zechen im Ruhrrevier
ein Frage zu ſtellen.
„Im einzelnen wies er den Anteil der Löhne, Sozialabgaben,
Steuern, Materialkoſten und des Kapitaldienſtes an dieſen Laſten
nnach. Die Löhne machten etwa 60—80 Prozent der Selbſtroſten
aus. Die Soziallaſten hätten ſich gegenüber der Vortriegszeit
verdreifacht, die Steuern ſogar vervierfacht. Auch die
Material=
ukoſten ſeien erheblich geſtiegen. Man habe nach dem Ruhrkampf
werſucht, durch Mechaniſierung und Rationaliſierung die
Selbſt=
nkoſten zu ſenten. Nach der negativen Seite hin ſeien nicht
weni=
eger als 91 Zechen ſtiülgelegt worden, die rund 58 000 Mann
be=
tſchäftigten. Das iſt für unſere Volkswirtſchaft ein ungeheurer
BVerluſt, weil hier hunderte von Millionen an Kohlen in der Eroe
lliegen geblieben ſind, die nicht mehr gefördert werden können.
Nach der poſitiven Seite hin habe durch die
Rationaliſie=
rrung das Heer der 58 000 Arbeiter in anderen Betrieben
unter=
gebracht werden können. Die Mechaniſierung habe
ſfihre Höchſtgrenze erreicht. Sie finde ihren beſten
Aus=
ſDdruck darin, daß die Kohlengewinnungsmaſchinen ſich vervielfacht
haben. 1913 wurden 10 700 Bohrhämmer gezählt, 1926 dagegen
S6 400. Die Abbauhämmer ſind von 230 Stück auf 37345 Stück
wermehrt worden. Die Schüttelrutſchenmotore von 1900 auf 7800.
ſIn ähnlicher Weiſe iſt die Zahl der anderen Abbaumaſchinen
ge=
ifſtiegen. Dadurch ſind aber die Materialkoſten wieder in
ſdie Höhe gegangen, weil die Abnutzung ungeheuer iſt. Im
=Zuſammenhang damit hat ſich auch die Leiſtung des Bergmannes
ggehoben, mit der parallel aber eine entſprechende Lohnſteigerung
ſſeit 1924 gelaufen iſt.
Herr Dr. Brandi glaubt nicht, daß durch eine weitere
Ratio=
maliſierung und Mechaniſierung noch irgendwelche Vorteile für
ſdden Ruhrbergbau herauszuſchlagen ſind. Er erinnerte an die
Elektrifizierung, die noch in den Kinderſchuhen ſtecke,
mund die, wenn man ſie durchführen würde, den Aufwand
erheb=
illicher Kapitalien zur Vorausſetzung haben müßte, die heute nicht
worhanden ſind. Im übrigen ſeien die Bergbehörden mit dem
Eusbau der Gruben nach dieſer Richtung hin aus Gründen der
hallgemeinen Sicherheit (Schlagwettergefahr) nicht einverſtanden.
EAn Vorteilen habe der Bergbau nach vollendeter Elektrifizierung
eine Senkung der Selbſtkoſten um 10 Pfg. an der Tonne
heraus=
ngerechnet. Ernſte Sorgen bereiteten den Zechen weiter
ſcie hohen Frachtſätze. Nach den beſtrittenen Gebieten
machen ſich die hohen Tarife beſonders ungünſtig bemerkbar. Für
ſcden Bergbau und ſeine Arbeiterſchaft ſei es nowwendig,
Förde=
grung und Abſatz in der bisherigen Höhe aufrecht zu erhalten.
DDas ſei aber nur zu erreichen, wenn es gelinge, die Selbſtkoſten
wu ſenken, daß ein einigermaßen annehmbarer Gewinn
zurück=
ſbleibt. Heute habe der Ruhrbergbau äußereſt ſchwer
ſggegen die engliſche Kohle anzukämpfen. Allein im
weſtrittenen Küſtengebiet ſei feſtzuſtellen, daß die Engländer nur
getwa 5 Mark an Fracht pro Tonne aufzubringen haben, während
ſcie Ruhrkohle mit rund 9 Mark bis zur Nord= und Oſtſeeküſte
be=
bllaſtet iſt. Dieſe Vorbelaſtung falle zu Ungunſten der deutſchen
Bohel ins Gewicht, während die Engländer auf der anderen
SSeite noch ſtark im Preiſe heruntergehen, um
jjhren Abſatz auszudehnen. Ein Drittel der
Nuhrkohlen=
fſförderung geht in das Ausland und in das beſtrittene Gebiet.
KVürde man den Ruhrbergbau jetzt weiter belaſten und im
übri=
zen auf den Abbau der viel zu hohen Sozialabgaben nicht ſehen,
ſcann müßte mit weiteren Stillegungen gerechnet werden. Die Eng=
Aländer würden die Gelegenheit benützen, die deutſche Kohle aus den
mumſtrittenen Gebieten zu verdrängen. Das wiederum hätte die
KArbeitsloſigkeit von 175 000 Arbeitern im Gefolge.
Herr Dr. Brandi, der ſehr peſſimiſtiſch in die Zukunft ſchaute
uund davon ſprach, daß der Ruhrbergbau bald in der
ia leichen Lage ſei wie die deutſche
Landwirt=
ſſchaft, gab der Hoffnung Ausdruck, daß es zu keinerlei
Arbeits=
ſkämpfen lommen möge. Ausſperrungen und Streiks würden nur
ſcen Verluſt von Abſatzmärkten im Gefolge haben, die man
nie=
mals wieder erringen könne. Im Intereſſe der Arbeiter liege es
alſo ebenfalls, von Kampfmaßnahmen abzuſehen. Mit dem
Hin=
weis darauf, daß nur eine geſunde Wirtſchaft den Wünſchen der
Arbeitnehmer Rechnung tragen könne, und daß nur ein
leiſtungs=
fähiger Wirtſchaftskörper in der Lage ſei, die beſte Sozialpolitik
zu treiben, ſchloß er ſeine ſehr intereſſanten Ausführungen.
Wechſel in der Berliner polniſchen
Geſandtſchaft.
Miniſter Olſzowſri,
der polniſche Geſandte in Berlin, wird ſeinen Poſten kurz nach
den polniſchen Wahlen verlaſſen.
Der Phöbus=Fatl.
Reichskanzler Dr. Marx erſucht um Pertagung.
Waffenſtillſtand.
Der Konflikt in der Phöbus=Angelegenheit, der am
Donners=
tag bedrohlich genug ausſah, iſt am Freitag wenigſtens vorläufig
zu einer befriedigenden Regelung gebracht worden. Der
Reichswehrminiſter hat im Ausſchuß die Erklärung
abgegeben, daß der Kanzler den Wunſch hobe, die
par=
lamentariſche Erledigung auch weiterhin in der
Hand zu behalten, daß aber ſein Geſundheitszuſtand ihm
im Augenblick die Stellungnahme nicht geſtatte, und daß er
des=
wegen um Vertagung bitte. Gleichzeitig hat aber der
Reichswehrminiſter ſeine entſchiedene
Mißbil=
ligung über die Transaktionen ausgeſprochen,
die im Bereiche des Reichswehrminiſteriums
vorgekommen ſind, und die Zuſage gegeben, daß für
künftig eine Wiederholung unmöglich gemacht werde. Damit iſt
eigentlich alles geſchehen, was billigerweiſe auch von der
Oppo=
ſition verlangt werden kann, und man ſollte ſagen, daß mit dieſer
Formel die Friedensverhandlungen eingeleitet werden könnten.
Es ſcheint aber nach der von den Sozialdemokraten daraufhin
eingeſchlagenen vorſichtigen Taktik, als ob bei der Oppoſition jetzt
der Wille beſteht, nicht mehr Staub aufzuwirbeln, als unbedingt
notwendig iſt. Fragt ſich nur, inwieweit ihre Preſſe pariert und
ob von dieſer Seite her nicht wieder neue Steine des Anſtoßes
geworfen werden, obwohl der ganze Streit eigentlich
partei=
politiſch gar nicht aufzuziehen iſt. In ſeinen Anfängen ſtehen die
Namen der demokratiſchen Miniſter Koch, Reinhold und Geßler.
Das Kabinett Marx hat alſo lediglich eine Erbſchaft angetreten,
für deren Liquidierung es ſelbſtverſtändlich die Verantwortung
trägt, iſt aber politiſch mit der ganzen Affäre doch kaum zu
be=
laſten, was umſo eher ein Grund ſein ſollte, den ganzen Streit
zu laſſen. Mit einem Gewinn von einigen Tagen iſt eigentlich
nicht viel erreicht. Der Kanzler iſt immer noch krank und ſoweit
wir wiſſen, iſt er geſundheitlich ſo angegriffen, daß er nicht ſofort
die Dienſtgeſchäfte aufnehmen wird, ſondern erſt in Urlaub gehen
will. Das bietet die Möglichkeit, die Phöbus=Angelegenheit bom
Etat überhaupt zu trennen und erſt ſpäter zu erledigen. Sout ſie
dagegen mit dem Etat verbunden bleiben, dann kann es ſich nut
Im einen Aufſchub von Tagen handelu, der aber vielleicht ſchor
Benugt, um wenigſtens die großen Parteien der Oppoſition
wei=
terhin zu beruhigen und auf eine Aufrollung der ganzen pein=
ichen Angelegenheit vor der Weltöffentlichkeit zu verzichten.
Schwere Mißſtände bei der
Arbeitsloſenunterfiützung.
Wir erhalten nachſtehende Zuſchrift:
Die bisherigen Regierungsparteien — Zentrum, Deutſche
Volkspartei und Deutſchnationale Volkspartei — haben im
Reichstag eine Interpellation eingebracht, wonach die
Durchfüh=
rung des neuen Geſetzes über Arbeitsvermittlung und
Arbeits=
loſenunterſtützung Folgen gezeitigt habe, die beſonders den
länd=
lichen Arbeitsmarkt höchſt ungünſtig beeinflüſſen. In der
Inter=
pellation, die aber nicht nur gegenüber den ländlichen
Verhält=
niſſen, ſondern wenigſtens in demſelben Maße der Induſtrie und
dem Handel nur zu ſehr zutrifft, heißt es, daß Arbeitskräfte, die
früher alljährlich auf dem Lande und in der Forſtwirtſchaft im
Winter gearbeitet haben, ſich jetzt auf Grund des Wegfalls der
Bedürftigkeitsprüfung und wegen der höheren
Verſicherungs=
leiſtungen ländlichen Arbeiten entziehen. Außerdem birgt der
jetzige Zuſtand die Gefahr in ſich, daß auch die bodenſtändigen
Arbeitskräſte veranlaßt werden, einer ſtändigen und damit
ge=
ringer bezahlten Arbeit aus dem Wege zu gehen und durch
Uebernahme von verhältnismäßig hoch
entlohn=
ter Saiſonarbeit in eine möglichſt hohe
Unterſtützungs=
klaſſe zu kommen, um dann größeren Vorteil von der
Arbeits=
loſenverſicherung zu ziehen.
Soweit die Interpellation. Und in der Tat kann es mit der
Arbeitslofenunterſtützung, wie ſie gegenwärtig gehandhabt wird,
nicht weiter gehen. Die Zahl der eine derartige Unterſtützung
Beziehenden iſt im Verhältnis zur Zahl der
Arbeitſuchen=
den weit größer, als früher, trotz eher gebeſſerter Lage des
Arbeitsmarktes. Ganz beſonders bedenklich iſt jedoch der
Um=
ſtand, daß man den Arbeitenden in die Taſche greift, um denen
eine Unterſtützung zu geben, die angeſichts der beträchtlichen
Unterſtützungsſummen nicht arbeiten mögen. Der Nachweis
hier=
für wird nachſtehend an einigen wenigen Beiſpielen aus der
Praxis geführt werden, die nur als Stichproben gelten ſollen,
da buchſtäblich tauſendfaches Material hierfür
vorliegt.
Das Bedauerlichſte an der Ueberſchraubung der
Unter=
ſtützungsſätze, die Auswüchſe hervorgerufen haben, die einfach
nicht länger überſehen werden dürfen, iſt die dadurch
herbei=
geführte Vergiftung der Moral weiter Kreiſe des Volkes.
In der eingangs erwähnten Interpellation iſt nur von der
„Arbeitsvermittlung und der Arbeitsloſenunterſtützung” auf dem
platten Lande die Rede. Das muß irreführen, zumal die
In=
duſtrie und der Handel unter genau denſelben
Erſcheinungen leiden. Dazu kommt, daß die Koſten der
Arbeitsloſenunterſtützung (die hinſichtlich ihres Endbetrages nicht
weniger als die an den Feindbund zu zahlende Summe
aus=
machen wird), faſt gänzlich von Unternehmern, Arbeitern und
Angeſtellten der nichtländlichen Betriebe aufgebracht werden muß,
alſo nur von verhältnismäßig wenigen Schultern, da die
Bei=
träge der Land= und Forſtwirtſchaft keine große Bedeutung haben.
Wie gelangen die Arbeitsloſen nun zu ihren
hohen Unterſtützungsſätzen? Soweit nur angängig,
verdingen ſie ſich als Saiſonarbeiter in Ziegeleien, als
Bauhilfs=
arbeiter uſw., ſoweit ſie nicht ſchon von Haus eine derartige
Be=
ſchäftigung, ſei es als Maurer, Zimmermann, Steinſetzer und
dergleichen haben. Sie ſtammen oft aus ländlichen Verhältniſſen,
ziehen in der guten Jahreszeit zu einer auswärtigen
Arbeits=
ſtätte fort, verdienen dort doppelt ſo viel, manchmal noch mehr
als die ländlichen Arbeiter. Sie kehren im Winter in ihre
Dör=
fer und Kleinſtädte zurück und beziehen dann auf Grund des von
ihnen bezogenen hohen Lohnes ebenſoviel an
Arbeitsloſenunter=
ſtützung, wie die Daheimgebliebenen für ſchwere Arbeit an Lohn
empfangen.
Die früher in Geltung geweſene „Erwerbsloſenfürſorge‟
kannte den Begriff der „Bedürftigkeit”. Unter ihr erhielten
hoch=
bezahlte Saiſonarbeiter nur dann Unterſtützungen, wenn
nach=
gewieſener Notſtand vorlag. Damals nahmen die arbeitslos
gewordenen Saiſonarbeiter gerne Arbeit im Winter an, wo es
in Land= und Forſtwirtſchaft, beim Wegebau uſw., ohnehin genug
zu tun gibt. Jetzt aber beſteht, ganz gleich, wie hoch das
Ein=
kommen des Betreffenden war, ein Rechtsanſpruch auf die
Unterſtützung. Wer wird alſo ſchwere Arbeit tun, wenn er für
Nichtarbeit mehr erhält, als für eine vielleicht anſtrengende
Tätigkeit? Als Folge ſolcher Geſetzesbeſtimmungen ergibt ſich
aber, wie wir zeigen werden, daß bei einer Millionenziffer an
Arbeitsloſen Willige ſelbſt in kleiner Zahl kaum aufzutreiben
ſind. Und mit welchen Gefühlen muß ein noch Arbeitender
die=
ſen Zuſtänden gegenüberſtehen? Kann man ermeſſen, wieviel
Unzufriedenheit bei jedem Tätigen ſich anſammeln muß, wenn
die Empfänger von Arbeitslofenunterſtützung ihm noch hohnvol
vorrechnen, daß Nichtstun einträglicher iſt als arbeiten?
Von unzähligen Vorkommniſſen und Beiſpielen dieſer Ark
können natürlich nur einige wenige, ſozuſagen typiſche
heraus=
gegriffen werden. So ſchrieb der Bürgermeiſter einer
mecklen=
burgiſchen Stadt (Grevesmühlen) ſeiner Ortszeitung folgendes
„Ein hieſiger Erwerbsloſer hatte bisher eine
Erwerbsloſen=
unterſtützung von RM. 22.50 wöchentlich bezogen. Die
Unter=
ſtützung iſt jetzt auf RM. 31.50 erhöht und außerdem hat der
Mann eine Nachzahlung von RM. 31.— erhalten. Der
Wochen=
lohn der hier in den Forſt= und in den gewerblichen Betrieben
beſchäftigten Arbeiter beträgt RM. 26.— bis 28.— wöchentlich.
Bei dieſen Verhältniſſen kann man es dem Manne rein
menſch=
liſch nicht verdenken, wenn er lieber die höhere Unterſtützung
bezieht, als für einen geringeren Wochenlohn arbeitet. Volks=
wirtſchaftlich betrachtet, muß eine
Geſetzge=
bung mit ſolchen Ergebniſſen als grober Un=
fug bezeichnet werden. Früher wurden die
Unter=
ſtützungsſätze nach dem in der betreffenden Gegend für
un=
gelernte Arbeiter geltenden Tariflohn bemeſſen. Seit 1.
Okto=
ber 1927 werden ſie nach dem durchſchnittlichen Arbeitsentgelt
in den letzten drei Monaten berechnet
Die im Bauhandwerk beſchäftigten Arbeiter haben
immer einen höheren Lohn bekomien, weil ſie Saiſonarbeit
hatten und im Winter nicht arbeiten konnten. Sie haben
frü=
her im Winter auch jede Arbeit, ſelbſt wenn ſie geringer bezahlt
Samstag, den 3. März 1928
Nummer 63
Seite 2
wurde, angenommen. Heute fehlt jeder Anreiz, Arbeit zu
ſuchen, denn ihre Erwerbsloſenunterſtützung iſt höher als der
Verdienſt eines ungelernten Arbeiters. Nun werden die
Mit=
tel der Eiwerbsloſenunterſtützung neben den Zuſchüſſen aus
öffentlichen Kaſſen und aus Beiträgen von Arbeitgebern und
Arbeitnehmern aufgebracht.
Es ergibt ſich alſo der ungeſunde und
un=
gerechte Zuſtand, daß der ſchlechter bezahlte
Arbeiter aus ſeinem geringeren
Arbeitsver=
dienſt Zuſchüſſe zu der höheren
Erwerbsloſen=
unterſtützung ſeines Arbeitskollegen, der ſchon
im Sommer einen höheren Lohn bekommen
hatte, leiſten muß.
Allerdings iſt der Erwerbsloſe verpflichtet, eine ihm
nach=
gewieſene Arbeit anzunehmen, ſofern er nicht berechtigten
Grund zur Ablehnung hat. Solche Gründe gibt es genug, zum
Beiſpiel fehlendes Geſchick, fehlende Kleidung und
Handwerks=
zeug. Ein Landwirt hatte bei ſchlechter Witterung vom
Arbeits=
nachweis Arbeiter angefordert und erhielt die klaſſiſche
Ant=
wort: „Wir wollen Ihnen gerne Leute
zuwei=
ſen, ob die aber zu Ihnen hinauskommen,
kön=
nen wir Ihnen nicht ſagen.” Tatſächlich kam dann
kein einziger, jeder hatte einen „berechtigten Grund” zur
Arbeitsverweigerung.
Gewiß muß ſoziale Fürſorge ſein. Sie darf aber nicht dazu
führen, daß die Annahme einer Arbeit zur
Dumm=
heit wird und daß der ſchlechter bezahlte Arbeiter Zuſchüſſe
zu der höheren Unterſtützung eines mit oder ohne Verſchulden
Arbeitsloſen zahlen muß. Eine Geſetzgebung mit
Ergeb=
niſſen, die jedem vernünftigen Empfinden
Hohn ſprechen, muß geändert werden, weil ſonſt unſere
Wirtſchaft zuſammenbrechen muß. Wir ſind ein armes Volk
geworden und können uns nicht den Luxus leiſten,
Erwerbs=
loſe höher als die für das tägliche Brot Arbeitenden zu
be=
zahlen. Es muß wieder dahin kommen, daß der Erwerbsloſe
ſich ſelbſt um Arbeit bemüht und ſich freut, wenn er eine
Arbeitsgelegenheit gefunden hat. Die große Arbeitsloſigkeit
hat zum Teil ihren Grund in dieſer völlig verfehlten
Geſetz=
gebung, auf die die Worte paſſen: Vernunft wird Unſinn,
Wohltat Plage.”
Wir betonten ſchon, daß dieſer Fall nur einer von unendlich
vielen iſt. Auf dem Lande gilt es als ausgemacht, daß
ſtrich=
weiſe ganze Dörfer und nicht nur die Arbeiter, ſondern auch die
erwachſenen Kinder der Landwirte unbedenklich die
Arbeits=
loſenunterſtützung fordern und nehmen. Der Sohn meldet ſich
als Knecht, die Tochter als Magd, und wenn die Ernte
einge=
bracht iſt, geht man aufs „Amt”, um ebenfalls die Hand
auszu=
ſtrecken. Sich „genieren” gibt es nicht mehr, alle anderen machen
es ja gerade ſo, und Geſetz wie Behörden haben nichts dagegen.
Ueber einen geradezu ſkandalöſen Fall, der ſich in
Weſt=
deutſchland zugetragen hat, berichtet der „Holzmarkt” mit voller
Namensnennung. Ein dortiger bedeutendes Unternehmen hatte
ſchon ſeit längerer Zeit Bedarf an etwa 60 Arbeitskräften für
leichte Außenarbeiten. Bis zum heutigen Tage haben aber weder
die Arbeitsämter in Ziegenhain noch in Homburg (Bez. Kaſſel)
dieſen Bedarf decken können. Damit ſind die Erfahrungen des
betreffenden Unternehmens mit Arbeitern und Behörden noch
nicht zu Ende. Am 4. Februar 1928 kündigte der Arbeiter
Hein=
rich Steinbrecher in Treyſa ſeine erſt kürzlich aufgenommene
Tätigkeit. Er wurde nach dem Grunde gefragt und zeigt ein
Schreiben des Magiſtrates Treyſa vor, durch das er aufgefordert
wurde, die Arbeit niederzulegen, um die
Arbeits=
loſenunterſtützung weiter zu beziehen. Das
Schrei=
ben hat folgenden Wortlaut:
Der Magiſtrat. (Tgb. Nr. 604). Treyſa, den 2. Februar 1928.
Herrn Heinrich Steinbrecher, Arbeiter, Treyſa.
Auf Ihr Schreiben vom 23. Januar 1928 an den
Kreis=
ausſchuß in Ziegenhain teilt uns das Kreisarbeitsamt in
Zie=
genhain mit, daß wir Sie beſcheiden ſollen, daß die
Ueber=
weiſung nach Frielendorf zurückgezogen und die
Erwerbs=
loſenunterſtützung weiter gezahlt wird. Sie wollen ſich bei
Aufgabe der Arbeit wieder hier zur Kontrolle melden.
(gez.) Stein.
Die Veranlaſſung zu dieſem Schreiben des Magiſtrats Treyſa
liegt in einer Beſchwerde des Steinbrecher, die darauf
hinaus=
ging, daß er nicht verſtehen könne, weshalb er als 52jähriger
Mann nach Frielendorf überwieſen worden ſei, während viel
jüngere Leute „zu Hauſe faulenzen” und die Unterſtützung weiter
bekommen.
Zu derartigen Zuſtänden hat ſchon die abſolut=bürokratiſche
Regelung in der Arbeitsloſenunterſtützung geführt: arbeitende
Leute werden auf Beſchwerde aus ihrer Arbeit herausgenommen,
beziehen die Unterſtützung weiter, weil andere ebenfalls „
faulen=
zen‟ Die Laſt tragen die Wirtſchaft und die Arbeitswilligen.
Und das läßt ſich ein intelligentes Volk gefallen? Soweit iſt es
ſchon mit uns gekommen, daß wir ruhig mit anſehen, wie
Drücke=
bergerei und Arbeitsſcheu geſetzlich ſanktioniert werden.
Unſtreitig tragen die hier nur kurz geſchilderten Zuſtände
dazu bei, die Ausgaben der Arbeitsloſenverſicherung ins Uner=
Vom Tage.
Die Reichstagsfraktion des Zentrums hat ſich mit dem
Reichs=
arbeitsminiſter und den zuſtändigen Stellen in Verbindung geſetzt, um
Unterſtützungsmaßnahmen für die von der
franzö=
ſiſchen Grubenverwaltung entlaſſenen 4000
deut=
ſchen Bergarbeiter an der Saar zu erreichen.
Im bayeriſchen Staatshaushaltsausſchuß teilte der Finanzminiſter
auf eine Anfrage mit, daß die ſchwebende Schuld des
baye=
riſchen Staates zurzeit 100 Millionen Mark beträgt.
Botſchafter v. Hoeſch iſt, von der Riviera kommmend, wieder
in Paris eingetroffen.
Staatsſekretär v. Schubert iſt in Mentone
eingetrof=
fen und wird am Samstag mit Streſemann zuſammen
nach Genf reiſen.
Wie aus Nizza gemeldet wird, frühſtückte geſtrn
Reichsaußen=
miniſter Dr. Streſemann mit ſeiner Gattin und ſeinem Sohn
beim Präfekten des Departements Seealpen. Dem
Frühſtück wohnten ferner der ehemalige Finanzminiſter Dr. Reinhold
und der ſüdſlawiſche Geſandte in Bern, Jowanowitſch, bei.
Der Ausbruch des deutſch=
eſtländiſchenWirtſchafts=
krieges ſteht unmittelbar bevor. Eſtland will die Zollſätze um
50 Prozent in die Höhe ſetzen.
Die polniſch=litauiſchen Verhandlungen werden am
10. März in Königsberg beginnen.
Die franzöſiſche Kammer hat mit 360 gegen 130
Stim=
men die Vorlage des ſozialiſtiſchen Abgeordneten Uhry für eine
all=
gemeine Amneſtie der politiſchen Vergehen nach
Stel=
lung der Vertrauensfrage durch den Juſtizminiſter Barthou
ab=
gelehnt.
Der franzöſiſche Außenminiſter hatte abermals eine
lange Unterredung mit dem amerikaniſchen
Bot=
ſchafter in Paris, Herrick, über die Note Kelloggs. In
diplo=
matiſchen Kreiſen wird nicht erwartet, daß Briand die Note Kelloggs
vor Mitte nächſter Woche beantworten werde.
Der franzöſiſche Miniſter für öffentliche
Ar=
beiten, Tardieu, hat an den deutſchen Miniſter für
öffentliche Arbeiten aus Anlaß des Grubenunglücks bei
Reck=
linghauſen ein Beileidstelegramm geſandt.
Italien ſoll Griechenland einen Vertrag vorgeſchlagen
haben, um ſich die Benützung der griechiſchen Inſeln und
Grenzen für den Fall von Feindſeligkeiten mit der
Türkei, Oeſterreich oder Südflawien, zu ſichern. Die
griechiſche Antworr auf dieſes Angebot ſei noch nicht bekannt.
Die nationale Sammlung für die Flugzeug=
Spende hat in ganz Italien 5,5 Millionen Lire ergeben.
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain begibt
ſich am Samstag nach Genf.
Aus Managua wird gemeldet, daß im Norden von
Nica=
ragug bedeutende amerikaniſche Truppenmengen
konzentriert werden.
meßliche zu ſteigern. Schon jetzt kann man ausrechnen, daß der
von Wirtſchaft und Arbeiterſchaft erhobene Beitragsſatz von
3 Prozent zur Deckung der Leiſtungen nicht ausreichen wird.
Eine weitere Erhöhung iſt aber unmöglich. Es iſt deshalb eine
baldige Aenderung des Geſetzes zu fordern, die es
ermöglicht, nicht nur mit dem jetzigen Betrage auszukommen,
ſondern ihn auch noch zu ermäßigen. Die Wirtſchaft muß
un=
bedingt verlangen: Neuregelung der Befreiungen,
Sonderbeſtim=
mung über die Höhe der Unterſtützung der Arbeitsloſen, die
außerdem noch Einkommen aus Nebenarbeit oder Vermögen
oder Grundbeſitz haben, Verſchärfung des Arbeitszwanges,
Ver=
ringerung der Ablehnungsmöglichkeiten, Verlängerung der
Wartezeit für hochgelohnte Saiſonarbeiter und — mit Rückſicht
auf die Krankenverſicherung — Nichtanrechnung von
Krankheits=
tagen auf die Wartezeit.
Trotz allem muß die Wirtſchaft im eigenſten Lebensintereſſe
gegen die heutige Form der Arbeitsloſenunterſtützung Sturm
laufen. Der ſoll nicht etwa gegen die Arbeiter gerichtet ſein.
Wohl aber Vormarſch gegen dieſen Unfug der
Arbeitsbewirtſchaf=
tung und zugleich der Bewirtſchaftung der
Nicht=
arbeit. Hier erwächft den Wirtſchafts= und
Arbeitgeberverbän=
den eine ebenſo notwendige wie lohnende Aufgabe.
Die Verbrei’erung der Mainzer Rheinbrücke
vor dem Reichsrat.
Berlin, 2. März.
In der geſtrigen Reichsratsſitzung erklärte der
General=
berichterſtatter für den Nachtragsetat, Miniſterialdirektor Dr.
Brecht, unter anderem: Die Reichsratsausſchüſſe ſchlagen
fol=
gende Entſchließung vor:
„Der Reichsrat hat von dem Antrag Heſſens, in den
Nachtrags=
etat des Reichsfinanzminiſteriums für 1927 3,4 Millionen
Reichsmark als Reichsbeitrag für die Verbreiterung der
Main=
zer Rheinbrücke einzuſtellen, mit dem Ergebnis Kenntnis
ge=
nommen, der Reichsregierung dieſen Antrag in Anbetracht der
beſonderen Lage Heſſens und der Stadt Mainz zur
wohlwol=
lenden Prüfung zu emrfehlen.”
Die Genfer Sicherheitsberatungen.
Oas Initiativrecht des Völkerbundsrates bei
Regionalverträgen. — Kompromiß zwiſchen
der franzöſiſchen und deutſchen Theſe.
* Genf, 2. März. (Priv.=Tel.)
Der Redaktionsausſchuß des Sicherheitskomitees hat heute
abends 20 Uhr ſeine Arbeiten abgeſchloſſen. Der politiſch
wich=
tigſte Punkt der Verhandlungen, das Initiativrecht des
Völkerbundsrates beim Abſchluß von
regiona=
len Sicherheitsverträgen, hat, wie verlautet, eine
Faſ=
ſung erhalten, die als ein Kompromiß zwiſchen der
franzöſiſchen und der deutſchen Theſe bezeichnet
werden kann. Frankreich und die Kleine Entente hatten
anfäng=
lich verlangt, daß der Völkerbundsrat die Möglichkeit erhalten
ſollte, auf Antrag eines oder mehrerer Staaten einen Druck auf
einen dritten Staat auszuüben, mit dem die Nachbarſtaaten einen
regionalen Pakt abzuſchließen wünſchten. Dieſes Initiativrecht
des Völkerbundsrates iſt jetzt dahin eingeſchränkt worden, daß
der Rat vor einer ſolchen Empfehlung eine Enquete darüber
an=
zuſtellen hat, ob dem Abſchluß eines Regionalpaktes bei dem
auf=
zufordernden Staat keine Bedenken und Hinderniſſe
entgegen=
ſtehen und ob eine Aufforderung des Rates an dieſen Staat
Ausſicht auf Verwirklichung hat. Dieſe Formel, deren genaue
Faſſung noch nicht bekannt iſt, würde einem zum Abſchluß
von Regionalpakten aufgeforderten Staat die
Möglichkeit geben, vor der endgültigen
Entſchei=
dung ſeine politiſchen Bedenken gegen einen
ſolchen Pakt geltend zu machen.
Die für Samstag angeſetzte Vollſitzung iſt abgeſagt worden.
Nur das Dreierkomitee der Juriſten hält morgen eine Sitzung ab,
*Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags führte geſtern die am
Donnerstag begonnenen Verhandlungen über Kapitel 6 des
Staatsvoran=
ſchlags (Bad=Nauheim) zu Ende. Es lag ein Antrag Schäfer=Galm vor
über den Bau von Wohnungen für Staatsarbeiter; der Antrag wurde
der Regierung als Material überwieſen. Ein Antrag der Abgg.
Wid=
mann, Heinſtadt, Reiber betrifft das Kurorcheſter, es wird darin die
Re=
gierung erſucht, die Frage zu prüfen, ob die Wiedererrichtung eines
ſtän=
digen Kurorcheſters in Bad=Nauheim für die Geltung des Bades in
künſtleriſcher und für die Provinz Oberheſſen in kultureller Hinſicht
veii=
nöten iſt; auch ſoll die finanzielle Auswirkung dieſer Maßnahme
berech=
net und ſollen Vorſchläge gemacht werden, gb durch eine auswärtige
Tätigkeit des Orcheſters eine etwaige Mehrausgabe beſeitigt werden
kann. Der Antrag wurde gegen drei Stimmen angenommen. Ein
An=
trag Schäfer und Gen. will, daß die Kurmuſik auch auf die Wintermonate
ausgedehnt wird; der Antrag wurde gegen eine Stimme abgelehnt. Ein
Antrag Lux über die Schaffung von Unterkunftsräumen für Arbeiter in
Bad=Nauheim wurde durch eine Regierungsantwort für erledigt
er=
klärt. Ein Antrag Weckler, Blank, Heinſtadt zu Titel 8, Ziffer 1. will
daß 200 000 Mark nicht, wie vorgeſehen, dem Erneuerungsſtock, ſondern
der Staatskaſſe zugeführt werden. Dieſer Antrag wurde abgelehnt,
des=
gleichen ein Eventualantrag derſelben Abgeordneten, daß der
Erneue=
rungsſtock auch tatſächlich ſeinem Zweck dienſtbar gemacht wird und alle
Erneuerungen aus dem Erneuerungsſtock beſtritten werden. Hierauf
wurden etwa 15 kommuniſtiſche Anträge abgelehnt, die ſich auf die
Bäderpreiſe die Kurtaxe, die Herabſetzung der Gehälter der höheren
Beamten uſw. beziehen. Eine Eingabe der Muſiker des Kurorcheſters
wurde für erledigt erklärt durch die Annahme des oben mitgeteilten
An=
trages Widmann, Heinſtadt, Reiber. Das Kgpitel ſelbſt wurde gegen
drei Stimmen angenommen. Kapitel 6a (Badeanſtalt Bad Salzhauſen)
wurde angenommen, mehrere kommuniſtiſche Anträge hierzu, die denen
von Bad=Nauheim entſprechen, wurden abgelehnt. Hierauf wandten ſich
die Beratungen dem Kapitel 27 (Miniſterium des Innern) zu; es lag
hierzu eine Vorlage der Regierung vor, die ſich auch auf die Kap. 53
(Landesamt für das Bildungsweſen) und Kap. 108 (Miniſterium der
Finanzen) erſtreckt. Es wird vorgeſchlagen, eine Miniſterialratsſtelle
aus dem Miniſterium des Innern auf das Landesamt für das
Bildungs=
weſen (jetzt Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen) zu übernehmen
und dafür eine Stelle für einen vortragenden Rat aus Kap. 53 (
Landes=
amt für das Bildungsweſen) auf Kap. 27 zu übertragen. Die
Bearbei=
tung der Finanzſtatiſtik erfordere, daß der bisherige Direktor der
Zen=
tralſtelle für die Landesſtatiſtik in das Miniſterium der Finanzen
über=
nommen werde. Es ſoll deshalb in dem Miniſterium der Finanzen eine
neue Miniſterialratsſtelle errichtet werden. Die Regierungsvorlage
wurde mit 7 gegen 3 Stimmen angenommen. Die Kapitel 29 (
Poſt=
gebühren) und 30 (Regierungsblatt) wurden einſtimmig angenommen.
Kap. 31 (Provinzialdirektionen und Kreisämter) wurde ebenfalls
ange=
nommen, und zwar unter Ablehnung von kommuniſtiſchen Anträgen,
die Provinzialdirektionen aufzuheben und die Gehälter der Beamten
über Gruppe 10 auf die Hälfte herabzuſetzen. Hierauf wurden die
weite=
ren Kapitel bis 40 genehmigt und in die Beratung des Kapitels 41
ein=
getreten. Fortſetzung der Beratungen am Dienstag. Nachgetragen
ſei, daß ein Antrag Weckler zu Kap. 5 wollte, daß von den in dieſem
Kapitel vorgeſehenen 173 250 Mk. für den Erneuerungsſtock nur 73 250
Mark dem Stock zugeführt und 100 000 Mark der Staatskaſſe überwieſen
werden. Der Antrag wurde aber abgelehnt. Zu Kap. 6 und 6a hatten
die Abgg. Weckler, Heinſtadt und Blank den Antrag geſtellt, ſogenannte
Mittelſtandskuren von angemeſſener Dauer in Bad=Nauheim und Bad
Salzhauſen zu ermöglichen. Der Antrag iſt angenommen worden. V.
reiſe von Nürnberg nach Wien. Es ſcheint, daß der Prinz
Friedrich von Auguſtenburg feſt auf napoleoniſche Unterſtützung
baut. Jetzt ſollen ihm der Kronprinz und die Kronprinzeſſin von
Preußen in Hamburg Rendez=vous gegeben haben. Baron
Schrenk ſchätzt ſich glücklich, durch das Blaubuch im Gegenſatz zu
Platen ſo glänzend rehabilitiert zu ſein. Pfordten iſt an einem
chroniſchen Herzübel viel leidender, als man es glaubt, ſein
hie=
ſiger Arzt behauptet, ein Schlag könne jeden Augenblick ſeinem
Leben ein Ende machen. Einſtweilen iſt er nach Kiſſingen, wohin
ſich im nächſten Monat auch mein ruſſiſcher Kollege
auftrags=
gemäß des Aufenthaltes ſeiner Kaiſerin begibt."
„Carl von Rotſchild war geſtern bei Schrenk und ſagte ihm,
das Mißlingen unſeres Anlehens ſei vorauszuſehen geweſen und
beruhe einzig und allein auf der Einleitung falſcher Operationen.
Für unſeren Kredit iſt es ſicherlich beſſer, daß die öffentliche
Mei=
nung das Fiasko der Ungeſchicklichkeit des Finanzminiſters als
den öſterreichiſchen Finanzen zuſchreibt.”
Der Geſandte verbreitete ſich dann des näheren über den
Zollverein und über die mit ihm in naher Beziehung ſtehenden
Gegenſätze Bayerns und Preußens und erkundigt ſich, wann das
öſterreichiſche Kaiſerpaar nach Kiſſingen gehen wird und ob er
irgend welche Veranſtaltungen treffen ſoll, damit der König mit
dem Kaiſer zuſammenkomme. Er ſchließt dann: „Verzeihen Eure
Exzellenz das lange Schweigen, an deſſen Schluſſe ich mich
glück=
lich ſchätze, den Ausdruck meiner unwandelbaren Anhänglichken
und hohen Verehrung wiederholen zu dürfen.”
Dem vorſtehenden Bericht möchte ich einige Bemerkungen
hinzufügen. König Ludwig I., der wegen der bekannten ſpann
ſchen Tänzerin Lola Montez Ende März 1848 abgedankt hatte,
hielt ſich ſpäter häufig in München auf und erfreute ſich großer
Beliebtheit. Bayern hatte ſich ja ſtets für die ſchleswig=
holſtei=
niſche Frage und deren Löſung zugunſten des Auguſtenburgers
— des Vaters der ſhäteren Kaiſerin Auguſte Viktoria —
einge=
ſeßt. Und es hatte mit der Zuſammenkunft des preußiſchen
Kronprinzenpaares mit dem Herzog von Auguſtenburg ſeine
Richtigkeit, wie dies aus dem Tagebuch hervorgeht, das
mir einſt der König Karl von Rumänien, der
Ordonnanz=
offizier des Kronprinzen im Feldzug 1864 geweſen, anvertraut.
„In Hamburg mit dem Kronprinzen und der Kronprinzeſſin
ſowie dem Herzog Friedrich von Schleswig=Holſtein, der ein ſehr
angenehmer Herr iſt, gefrühſtückt und bis 11½ Uhr zuſammen.”
Der ſpöttiſche Hinweis des alten Königs auf Geo gios bezog ſuch
auf den König Georg von Griechenland, einen däntſchen Prinzeim
der Nachfolger des vertriebenen Königs Otto, des zweiten Sohe
*Nochmals König Ludwig II. und
Richard Wagner.
(Mit unveröffentlichten Briefen und Mitteilungen.)
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
Aus mannigfachen Schreiben und Anfragen konnte ich
er=
ſehen, welch’ lebhaftes Intereſſe mein auf Grund unbekannter
Dokumente uſw. veröffentlichter Aufſatz „Ludwig II. Kampf um
Richard Wagner” gefunden. Zugleich gingen mir weitere, ſehr
feſſelnde und zum Teil völlig unbekannte Briefe uſw. zu, welche
die erwähnte erſte Arbeit anziehend ergänzen. So vor allem ein
ausführlicher Bericht, den aus München am 14. Mai 1864 Graf
Guſtav Blome, öſterreichiſcher Geſandter am bayeriſchen Hofe, an
ſeinen Vorgeſetzten, den Miniſterpräſidenten und Miniſter des
Aeußeren Grafen von Rechberg, in Wien erſtattete. Der Brief
iſt am 14. Mai 1864 geſchrieben, alſo zwei Monate nach der
Thronbeſteigung des neunzehnjährigen Ludwig. Er behandelt
nicht nur die Perſönlichkeit des Königs und deſſen Verhältnis
zu Richard Wagner, ſondern wirft auch allerhand Schlaglichter
auf die damaligen politiſchen Verhältniſſe und höfiſchen Zuſtände.
Der Wortlaut iſt folgender: „Hochverehrter Herr Graf! König
Ludwig I., welcher im buntfarbigſten Anzuge und heiterſter
Laune aus Algier heimgekehrt iſt, bildet das allgemeine
Stadt=
geſpräch. Jeden Tag erteilt er zahlreiche Audienzen, geht zu Fuß
in den Straßen umher, beſucht Ateliers, beſichtigt Neubauten, iſt
von früh bis ſpät in Bewegung, unermüdlich, friſch an Geiſt und
Körper, durch die Trauerfälle ſo wenig niedergebeugt, daß die
Leidtragenden ſich vielfach durch ſeine Teilnahmsloſigkeit und
gute Stimmung verletzt fühlen.” Wo werde ich fortan meine
Samstagabende zubringen?” lautete im Familienkreiſe der erſte
Ausdruck ſeines Bedauerns über den Tod der Frau Prinzeſſin
Luitpold. „Das war ein ſchrecklicher Winter,” rief er den Herren
vom Hofe zu, und als dieſen die pflichtſchuldigen Tränen an die
Wimpern traten, — „fünfzehn Grad Kälte, abſcheulich! Viel
beſſer in Algier, Veilchen im Jänner, bleibe keinen Winter mehr
in München!‟ Den ſächſiſchen Miniſterreſidenten von Boſe hielt
der alte Herr im Hofgarten an, um ihm ooram populo laut und
mit bedeutungsvoller Gebärde zuzurufen: „Aber Sachſen ſpielt jetzt
eine große Rolle, ſehr große Rolle!” Einen peinlichen Eindruck
ſcheint es auf den greiſen Monarchen gemacht zu haben, daß er
am Morgen nach ſeiner Ankunft von ſeinem Enkel und König,
wie er ſagt, in denſelben Gemöchern feierlich empfangen wurde,
in denen er ſeinem eigenen Vater, Bayerns erſtem Könige, ſo
häufig die Aufwartung gemacht. Mich empfing König Ludwig
überaus gnädig, wiederholte mehrere Male, daß er ein Anhänger
Oeſterreichs ſei, immer geweſen ſei, und daß die glänzenden
Er=
folge unſerer Waffen ſein Herz mit Freude und Stolz erfüllten.
„Prinz von Wales bei Garibaldi, pfui Teufel! Altes Haus, —
wenn noch Schweden Bernadotte, aber England — ganz wie
Georgios na, da gehts auch gut her!”. Nach längerem
Monolog, bei dem nur meine Rockknöpfe in die Aktion gezogen
wurden, ſchloß er die Audienz mit dem Auftrage, viele Grüße
Seiner Majeſtät dem Kaiſer, ſeinem lieben Neffen, auszurichten.
„Aus den Zeitungen werden Eure Excellenz vielleicht wiſſen,
daß der junge König ſeinem Enthuſiasmus für Lohengrin durch
einen an Wagner ausgeworfenen Gehalt Luft gemacht hat,
da=
mit der berühmte Komponiſt in otio cum dignitate ſeine
Nibe=
lungen vollenden und wohl auch neue Schulden kontrahieren
könne. Dieſe außerordentliche Gnade iſt vom publicum nicht
auf=
genommen, weil die Leute dabei nur des Ausländers und
Barri=
kadenhelden gedenken, während meines Erachtens die jugendliche
Begeiſterung und Generoſität des Königs an und für ſich von
ihrem diesmaligen Objekte abgeſehen als ein, friſcher
Lebens=
hauch günſtige Beurteilung verdient. Der König kann an Wagner
viel Geld verlieren, aber es wäre traurig, wenn er in ſeinem
Alter keines dummen Streiches fähig wäre. Weit bedenklicher
ſcheint mir, daß ſeine Umgebung anfängt, ihm zu ſagen, wie
ſchön er iſt, wie ſchön die Frauen ihn finden.”
Von der Tann iſt aus Hannover entzückt über die Anmut
der Prinzeſſin Friederike zurückgekehrt, und es würde mich nicht
überraſchen, wenn die proteſtantiſche Partei ſchon jetzt ihre Fäden
ſpänne für eine Verbindung der Welfin mit dem Wittelsbacher.
Ehemals ſoll der junge König allerdings einmal geäußert haben,
er werde nie eine Proteſtantin heiraten, aber die proteſtantiſche
Königin iſt in Bahern ja traditionell, und gar manche Einflüſſe
können die beſten Vorſätze beſeitigen. Hier gilt es alſo wohl
auf=
paſſen. Da ſein Körper noch der Ruhe bedarf, ſollte der König
nicht vor zwei Jahren das Chebett beſteigen, dann aber gäbe es
für ihn keine angemeſſenere Partie als die junge Erzherzogin
Marie Thereſe von Eſte. Vielleicht ſollte man rechtzeitig dieſen
Gedanken anregen, ſei es durch die Königin Witwe, ſei es direkt
beim jungen Fürſten; ein Gedanke der als primus oecupans in
einen jugendlichen Kopf tritt, ſetzt ſich oft ſehr feſt und trotzt allen
enigegengeſetzten Einflüſterungen.
„Staatsrat Wydenbruck weilt ſeit geſtern hier auf der Durch=
Samstag, den 3. März 1928
Seite 3
Die franzöſiſch=amerikaniſche Verſtimmung
Kühle Aufnahme der Kellogg=
Note in Paris.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 2. März.
Frankreich und Amerika reden in der Sicherheitsfrage an=
Setnander vorbei. Man hat dies bereits lange gewußt, und die
Wntwort Kelloggs auf die Note Briands war nur ein Beweis
für dieſe Tatſache. Die amerikaniſche Antwort iſt freundlich, fie
riimmt aber von der franzöſiſchen Argumentation einfach keine
ſenntnis. Amerika beſteht auf ſeinem alten Standpunkt:
Aech=
trung des Krieges im allgemeinen und kein Sondervertrag mit
(Frankreich. Der franzöſiſche Standpunkt lautet bekanntlich ganz
ſanders. Einmal macht man in Frankreich zwiſchen Angriffskrieg
und Defenſivkrieg einen prinzipiellen Unterſchied, dann wünſcht
nnan aber auch Sanktionen gegen den Friedensbrecher. Man
be=
ruft ſich dabei auf die bereits beſtehenden Bündniſſe Frankreichs
ind auf den Völkerbund.
Es beſteht ein Gegenſatz zwiſchen den Worten und den Taten
n.n Paris, die jede neue Konferenz, jede neue Tngung und
Zu=
ammenkunft, jedes neue größere politiſche Ereignis von gewiſſer
Tragweite in Europa von neuem unbarmherzig enthüllt. Hinter
Sielen großen Worten, daß der europäiſche Friede geſichert
wer=
ſoen müſſe, daß Frankreich zu deſſen Erhaltung alles aufwenden
uverde uſw., verbirgt ſich lediglich die Sorge darum, daß die durch
Werſailles geſchaffene neue Weltordnung ins Wanken kommen
frönnte. An dem wahren Uebel wird immer wieder vorbeigeredet,
ſoas Augenmerk künſtlich abgelenkt, andere angeblich dringendere
PProbleme in den Vordergrund geſchoben, um die Kluft zwiſchen
ſoem, was iſt, und dem, was man zu ſein vorgibt, nicht allzu
minverhüllt hervortreten zu laſſen. Aber ab und zu wetterleuchtet
tes. Durch einen kleinen Anſtoß wird immer wieder einmal das
ſganze Lügengebäude enthüllt, dann werden die franzöſiſchen
Tendenzen unbarmherzig bloßgeſtellt. So jetzt durch die Kellogg=
Mote. Wer die Motive und die Geſchichte des Briandſchen
Pakt=
rngebotes an die Vereinigten Staaten kennt, muß geſtehen, daß
Die Antwortnote Kelloggs Frankreich in eine ungeheuere Klemme
ggebracht hat. Für Briand war es eine unverbindliche
Kund=
gebung, durch alte anläßlich des Legionärfeſtes aufgefriſchte
Er=
nnnerungen veranlaßt, die einen ewigen Friedenspakt mit
Ame=
mrika bringen ſollte. Dieſer Pakt ſollte zwar Frankreich zu nichts
werpflichten, er ſollte aber gleichzeitig der franzöſiſchen Regierung
ſeinen großen moraliſchen Gewinn bringen. Kellogg reagierte
zu=
mächſt mit ſeinem Vorſchlag eines Vertrages, dem alle
Groß=
mnächte beitreten ſollten, und machte konkrete Vorſchläge, die in
Paris ungeheuere Gewiſſensnöte verurſachten. Frankreich hat
mämlich Verpflichtungen gegenüber ſeinen vielen öſtlichen
Alli=
zierten, es hat außerdem Verpflichtungen, die aus dem
Völker=
ſGundspakt herrühren, und Briand zeigte ſich ſehr enttäuſcht, daß
Hmerika ihn ſo bereitwillig beim Wort genommen hat. Als
(Frankreich ſah, was es mit ſeinem Angebot, angerichtet hatte,
ffuchte es ſich aus der Affäre zu ziehen, ſo gut es ging, aber der
minerbittliche Kellogg kritiſiert in einer wahrhaft herzlos ironiſchen
BWeiſe das franzöſiſche Verlegenheitsgeſtammel, er kann mit Recht
uiicht einſehen, warum Frankreich jetzt plötzlich ſeine
Verpflich=
ſkungen gegenüber ſeinen Alliierten entdeckt hat, wo Amerika
ernſtlich einen Pakt in Betracht zieht, während früher von ſolchen
BBedenken nicht die Rede geweſen iſt.
Die Kellogg=Note hat die ganze Brüchigkeit und Verlogenheit
ſoer von Frankreich künſtlich geſchaffenen „Friedenstechnik” ent=
Güllt. Frankreich, bekanntlich der Führer im Kampf für die
Sank=
ſtionsmaßnahmen, für den Krieg gegen den Krieg, für einen
be=
wwaffneten, infolge der grandioſen franzöſiſchen Rüſtungen nur
ſwon Frankreich ſelbſt kontrollierten Frieden, muß einſehen, daß
ein noch Mächtigerer ihm Heuchelei und Egoismus= vorwirft.
KBriand wollte ſich für das in Verſailles von Wilſon abgelehnte
SSicherheitsabkommen ſchadhaft halten, indem er jetzt Amerika für
ſDie Verſailler Ordnung in Europa, für das Prinzip Sieger und
SBeſiegte einſpannt. Eine derartige Sicherheit — die Sicherheit
wor der Möglichkeit, daß einmal in Europa mit der Gewaltpolitik
SSchluß gemacht wird — lehnt aber Amerika ab und verlangt
inen wirklichen Vertrag aller Großmächte gegen den Krieg.
Es kann niemanden überraſchen, daß die Note Kelloggs in
PParis eine ſehr kühle Aufnahme fand. Man ſieht nicht, wohin
ſDie Verhandlungen mit Wafhington führen können und erblickt
munmehr in der ganzen Sache nur eine Unannehmlichkeit für die
FFranzöſiſche Außenpolitik. Aber auch in Amerika ſoll man der
Rote Kelloggs keine günſtige Aufnahme bereitet haben. Der
Songreß in Havanna hat eine Verſtimmung und eine Ueber=
Empfindlichkeit für Schwierigkeiten in der Außenpolitik
zurück=
gelaſſen. Kelloggs Antwort betrachtet man in Amerika als eine
mies des alten Königs Ludwig, geweſen. Die genannte Prin=
Beſſin Friederike war die Tochter des blinden Königs Georg von
FHannover, ſie verheiratete ſich ſpäter mit dem Baron von Pawel=
Rammingen und lebt meines Wiſſens noch. Die junge
Erz=
ſcherzogin Marie Thereſe von Eſte war eine nahe Verwandte des
ſbayeriſchen Königshauſes. Die erwähnte Kaiſerin Maria von
ußland, eine heſſiſche Prinzeſſin, weilte mehrfach in Kiſſingen,
mvo ſie König Ludwig wiederholt beſuchte und ihre Gemächer
ſitets mit den herrlichſten Blumen ſchmücken ließ. An von der
FPfordten ſchrieb er im Sommer 1865 aus Schloß Berg, wo die
lskaiſerin ihn beſucht hatte, in einem bisher unveröffentlichten
B=Briefe: „Ich bedaure, daß Sie die Kaiſerin nicht kennen gelernt,
ſſie macht auf mich den Cindruck einer Heiligen. Die Glorie der
Reinheit umſtrahlt ſie.” Wahrſcheinlich hat es die Kaiſerin nicht
ſan vorſichtigen Mahnungen fehlen laſſen, denn der König fuhr
nin jenem Briefe fort: „Feſt nehme ich mir vor, mich im nächſten
WWinter ernſten Studien mit Eifer hinzugeben. Der Geiſt darf
micht zügellos ins Blaue ſchweifen, in ein beſtimmtes Bette muß
ſer geleitet werden, erſt dann kann man der Mitwelt nützlich
werden.” Man munkelte damals, der König intereſſiere ſich für
ſoie Zarentochter Maria Alexandrowna, die „ſeine erſte
Liebes=
meigung geweſen ſei”, ja, daß er Pläne für ein Schloß im
mosko=
mritiſchen Stile hätte anfertigen laſſen, das als Hochzeitsgabe
ſGbeſtimmt geweſen und ſeinen Platz nahe Linderhof bekommen
ſiollte, aber man vergißt, daß die Großfürſtin damals erſt zwölf
JJahre alt war. Der mehrfach hervorgehobene Freiherr von
Schrenk war beim Beginn der Regierung des Königs Miniſter
ſces Aeußeren. Er war ſeinen Aufgaben nicht gewachſen und
terhielt ſeine Entlaſſung zu Beginn des Dezember 1864, erſetzt
ſurch Freiherrn von der Pfordten, von dem R. von Mohl, ein
genauer Kenner der bayeriſchen Verhältniſſe, ſagt: „Eine weit
wbedeutendere Perſönlichkeit als Schrenk war von der Pfordten.
Miemand hat ihm wohl je ſcharfes Urteil, geſunde und kräftige
EAuffaſſung, eine ungewöhnliche Macht und Gewandtheit der
Hede, tüchtige rechtliche und geſchäftliche Kenntniſſe abgeſprochen.”
Der König ſchenkte Pfordten zunächſt vollſtes Vertrauen und
Geſtach durch ſein ganzes Weſen und ſeine gewinnenden Perſön=
Aichkeit auch den betagten und menſchenkundigen Miniſter. Aus
ſeinen unveröffentlichten Aufzeichnungen, die, nachdem ſie kurze
Zei. in Berlin und mir zugänglich geweſen, jetzt ihre dauernde
Suhe im Münchener Staatsarchiv gefunden, kann ich noch
fol=
gende Stelle mitteilen: „Von Mitte Mai 1865 hatte ich auf das
Werlangen des Königs in jeder Woche eine oft mehrſtündige
Audienz, in der ich über alle wichtigen Geſchäfte vortrug. Ich
rein theoretiſche Diskuſſion mit den Franzoſen, welche zu nichts
Gutem führen kann. Vielfach ſoll man in Waſhington übrigens
bezweifeln, daß, ſelbſt wenn Frankreich nachgeben würde, die
Kriegsächtung durch die ſechs Mächte möglich wäre. Eine
Ver=
ſtändigung mit England über die Kriegsächtung ſoll noch viel
ſchwieriger ſein als mit Frankreich. Von den anderen Mächten
gar nicht zu reden.
Die Stimmung gegenüber Amerika iſt hier nicht beſſer
ge=
worden. Immerhin verzeichnet man es als einen Fortſchritt in
der Verſtändigung, daß die auswärtige Kommiſſion des
Waſhing=
toner Senats ſich für die Annahme des franzöſiſch=amerikaniſchen
Schiedsgerichtsvertrages ausgeſprochen hat. Die Sache ging
aller=
dings nicht leicht; Kellogg mußte, in einer dreiviertelſtündigen
Rede den Vertrag verteidigen. Er hat aber eine etwas
zwei=
ſchneidige Art der Verteidigung gewählt; in ſeiner Rede hat er
eigentlich den Beweis erbracht, daß der Schiedsgerichtsvertrag im
Grunde genommen überhaupt keine Bedeutung beſitzt. Das hat
hier ſelbſtverſtändlich keine große Begeiſterung auslöſen können.
Für den Völkerbund, ſoll die Antipathie in Waſhington jetzt
noch ſtärker ſein als früher. Das hat nicht nur die franzöſiſche
Politik verurſacht, ſondern der ſcharfe Ausſpruch des
argentini=
ſchen Delegierten in Genf gegen die Monroedoktrin.
Die panamerikaniſche Antikriegs=Reſolution.
EP. Paris, 2. März.
Einer New Yorker Meldung zufolge iſt der Streit um den
Wortlaut der auf dem Panamerikaniſchen Kongreß in Havanna
gefaßten Entſchließung gegen den Krieg dadurch entſtanden, daß
der Kongreß tatſächlich zwei Reſolutionen angenommen hat. In
der einen wird, wie bereits gemeldet, „jeder Angriff zwiſchen
amerilaniſchen Staaten” für ungeſetzlich erklärt. In der zweiten,
von Staatsſekretär Kellogg in ſeiner Antwort an die franzöſiſche
Regierung zitierten Entſchließung dagegen verurteilen die
ameri=
kaniſchen Republiken „jeden Krieg als Inſtrument nationaler
Politik in ihren gegenſeitigen Beziehungen”
Der Matin veröffentlicht in einem Telegranm aus New
York, deſſen Quelle nicht erkennbar iſt, den Text der Reſolution
des Kongreſſes von Havanna, der wie folgt lautet:
Da die amerikaniſchen Republiken den Krieg als Inſtrument
der nationalen Politik in ihren gegenſeitigen Beziehungen
ver=
urteilen und da ſie den aufrichtigſten Wunſch haben, auf jede
mögliche Weiſe für die Entwickelung der Mittel, die Konflikte
zwiſchen mehreren Stagten zu regeln, eintreten, wird beſchloſſen:
1. Die amerikaniſchen Republiken nehmen das obligatoriſche
Schiedsgerichtsverfahren an als Mittel, in friedlicher Weiſe ihre
Streitigkeiten juriſtiſcher Art zu löſen. 2. De amerikaniſchen
Re=
publiken werden nicht ſpäter als in einem Jahre eine Konferenz
einberufen, die die Aufgabe haben wird, ein Abkommen
auszu=
arbeiten, das dazu dienen ſoll, dem im erſten Paragraphen
aus=
gedrückten Wunſch eine juriſtiſche Form zu geben, und zwar mit
einem Minimum von Ausnahmen, die unerläßlich ſind, um die
Souveränität und Unabhängigkeit der intereſſierten Staaten zu
wahren. Dieſe Ausnahmen werden ſich auf die inneren und auf
die Angelegenheiten, die die Intereſſen dritter Staaten berühren,
beziehen. 3. Die Regierungen der amerikaniſchen Republiken
werden zu dieſer Konferenz bevollmächtigte Delegierte und
juri=
ſtiſche Sachverſtändige entſenden, deren Inſtruktionen das
Min=
deſt= und Höchſtmaß der Konzeſſionen andeuten werden, die jeder
in Frage kommende Staat in der Frage des obligatoriſchen
Schiedsgerichtsverfahrens zulaſſen kann. 4. Das Ausgleichs= und
Schiedsgerichtsabkommen, das auf dieſer Konferenz unterzeichnet
werden ſoll, würde eine Klauſel enthalten, in der die Anfügung
eines Protokolls zugelaſſen wird, das die progreffive Entwicklung
der Schiedsgerichtsidee geſtatten würde.
Die verzögerte Außenminiſier=Zuſammenkunft
der Kleinen Entente.
* Genf, 2. März. (Priv.=Tel.)
Zwiſchen Titulescn und Beneſch iſt es weder geſtern noch
bis in die heutigen Abendſtunden zu einer Beſprechung
gekom=
men, angeblich, weil Beneſch ſehr unter ſeiner Krankheit zu
lei=
den hat, die ihn ſchon während der Sicherheitsberatungen zwei
Tage zur Abgabe des Präſidiums an Unden zwang. Es wird
heute abend in Genf von tſchechiſcher Seite das Gerücht
verbrei=
tet, daß Beneſch beabſichtige, am Samstag abend Genf zu
ver=
laſſen. — Die Ankunft Marinkowitſchs hat ſich um 24 Stunden
verzögert; er trifft Samstag mittag 12 Uhr in Genf ein, ſo daß
die Außenminiſter der Kleinen Entente erſt am Samstag
nach=
mittag zu einer Beſprechung zuſammentreten können.
Wahlkrieg in Polen.
Bombenexploſion in einer Wahlverſammlung.
Unterdrückung der Minderheiten. —
Ver=
hafiungen.
Warſchau, 2. März.
Der Wahlkampf hat in Polen eine Schärfe ſondergleichen
an=
genommen. Aus allen Teilen des Landes werden
Zuſammen=
ſtöße und gewaltſame Eingriffe von Regierungsanhängern in die
Wahlbewegung gemeldet. In Poſen wurde geſtern in einer
Wahlverſammlung gegen den Redner eine Bombe geſchleudert,
die explodierte und erheblichen Sachſchaden anrichtete. Wie durch
ein Wunder blieben die Verſammlungsteilnehmer unverletzt. In
Lodz wurde von unbekannten Tätern eine Druckerei überfallen.
Mit vorgehaltenen Revolvern wurden den Druckern tauſende von
Plakaten und Flugblättern entriſſen und in einem Auto
wegge=
ſchleppt. In Wilna und Oſt=Galizien wurden weitere
Kandida=
ten und Funktionäre des Minderheitenblocks verhaftet.
*
Da die Neuwahlen in Polen nunmehr unmittelbar vor der
Türe ſtehen, hat der Wahlkampf ungefähr den Höhepunkt erreicht.
Am 4. März ſind die Wahlen zum Seim und am 11. März zum
Senat angeſetzt. Der Parteiwirrwarr iſt ungeheuer, was ſich
ſchon aus der einfachen Tatſache ergibt, daß auf 34 ſtaa lichen
Liſten um die Mehrheit in den kommenden polniſchen
Parlamen=
ten gekämpft wird. Eine weitgehende Propaganda, die vor
kei=
nem Mittel zurückſchreckt, betreibt in Stadt und Land die
Regie=
rungspartei, die ſich neuerdings den merkwürdigen Namen „Klub
der Unparteiiſchen” zugelegt hat. Die Wahlliſte dieſer Partei iſt
nicht weniger eigenartig, denn ſie enthält Namen aus den
ver=
ſchiedenſten politiſchen Lagern und Geſellſchaftsſchichten. Auf
dieſem Wege iſt es der Regierung allerdings gelungen, in die
Geſchloſſenheit der polniſchen Nationaliſten, Katholiken und
Großbauern, die bei den letzten Wahlen einen Wahlblock bildeten
und die abſolute Mehrheit im Parlament erlangen konnten, einen
Keil zu treiben. So tritt die alte Rechte, die mit 169
Abgeord=
neten die ſtärkſte Partei im Seim von 1922 bildete, diesmal
ge=
ſpalten auf. Die ſtärkſte Gruppe bilden zurzeit noch die
National=
demokraten und die Chriſtlich=Nationalen, die ſich in einem
Wahl=
block vereinigten.
Sehr ſauer wird in dem Wahlkampf das Leben gemacht, wie
faſt durchweg in den Siegerſtaaten oder den Staaten von
Sieger=
gnaden, auch diesmal wieder den Minderheiten. Und dieſe
be=
tragen für Polen den ungeheuren Prozentſatz von 40 Prozent der
Geſamtbevölkerung und umfaſſen die Ukrainer, die Weißruſſen,
die Deutſchen und die Juden. Wie bereits 1922 haben ſich dieſe
Minderheiten auch diesmal zu einem Wahlblock
zuſammenge=
ſchloſſen, um der berüchtigten, von den Nationaldemokraten
aus=
geheckten und allein gegen die Minderheiten gerichteten
Wahlord=
nung vom Jahre 1922 einigermaßen entgegen zu wirken. Die
angeführte Wahlordnung hat nämlich die Wahlbezirke derart
ge=
zogen, daß die Minderheiten in ihnen entweder gar kein oder, wo
ſie ſich dennoch in der Mehrheit befinden, verhältnismäßig recht
wenig Mandate erlangen ſollen. Trotz des Zuſammenſchluſſes
der Minderheiten iſt es auf dieſe Weiſe nicht möglich, mehr als
etwa zwei Drittel der den Minderheiten rechtlich zuſtehenden
Mandate für dieſe zu gewinnen.
Erfreulich iſt es, daß auch die Ukrainer und die Deutſchen in
Oſtgalizien, die 1922 die Wahlen boykottierten, diesmal ihr
Stimm=
recht ausnutzen werden, wodurch dem Minderheitenblock einige
weitere Mandate zufallen werden. Ausgeſchloſſen haben ſich aus
dem Wahlblock der Minderheiten insbeſondere auch die deutſchen
Sozialdemokraten in Oſtoberſchleſien und in dem Wahlbezirk von
Lodz. Dieſe gehen mit den polniſchen Sozialiſten zuſammen, was
man im Intereſſe einer deutſchen Einheitsfront bei den polniſchen
Wahlen bedauern muß.
Während, wie ſchon oben bemerkt, die Wahlagitation der
Regierungspartei ſich nicht nur ungehemmt, ſondern mit
all=
ſeitiger Unterſtützung der behördlichen Opgane entfalten kann,
geht man den gegneriſchen Parteien mit dem ſchärfſten Terror zu
Leibe. Die Preſſe wird geknebelt, nicht regierungsfreundliche
Blätter werden tagtäglich beſchlagnahmt, oft mehrmals an einem
Tage, unbequeme Liſten werden für ungültig erklärt.
Liſtenkandi=
daten werden verhaftet, Wahlverſammlungen geſtört und
der=
gleichen mehr. In der höchſten Gerichtskammer ſind bisher etwa
2000 Wahlbeſchwerden eingegangen, von denen alle behandelten
einfach abgelehnt wurden.
Am ſchwerſten wird allerdings der Wahlkampf den
Kommu=
niſten gemacht, denen jegliche Wahlpropaganda durch Verhaftung
ihrer Führer unterbunden iſt. Aber auch den Ukrainern
gegen=
über iſt der Wahlterror unbeſchreiblich. Ebenſo wie die Deutſchen
ganz beſonders in Oſtoberſchleſien unter ihm, wie auch aus den
Meldungen der letzten Tage genügend bekannt wurde, auf das
Niederträchrigſte drangſaliert werden. Erfreulich iſt, daß
wenig=
ſtens in Pommerellen und in Poſen die deutſchen
Sozialdemo=
kraten unter Führung ihres Genoſſen Pankratz dem Wahlblock
der Minderheiten weiterhin treu geblieben ſind.
wollte hierdurch den König in die Geſchäfte einführen und zum
Studium und zur Selbſttätigkeit anleiten; ich wollte ihm zugleich
jedes Mißtrauen benehmen, als ſollte ſeine Jugend und
Uner=
fahrenheit benützt werden, um ohne ihn oder gegen ſeine
An=
ſichten zu regieren. In dieſen Beſprechungen fand ich beſtätigt,
was man von dem Könige gerühmt hatte. Er zeigte eine leichte
und klare Auffaſſung, großen Verſtand, ein ſchnelles und, wo es
nicht durch poſitive Kenntniſſe bedingt war, ſicheres und richtiges
Urteil, namentlich auch über Perſonen. Er ſprach gewandt,
flie=
ßend, und ſein ganzes Benehmen war freundlich und einnehmend.
Auf ſeine Rechte und perſönliche Stellung legte er großen
Nach=
druck, und nicht ohne Empfindlichkeit — der König zeigte eigenen
Willen, gab jedoch auf gehörige dargelegte Gegengründe nach.
Nicht bloß auf die Geſchäfte bezogen ſich dieſe Unterredungen, ſie
nahmen oft eine allgemeine Wendung und zeigten mir, daß des
Königs inneres Leben hauptſächlich auf Poeſie und Muſik,
namentlich auf die drautgtiſche, gerichtet war, und zwar in
jugend=
licher Schwärmerei, während die bildenden Künſte und noch mehr
die Wiſſenſchaften ihm fernlagen. Ich nahm wiederholt Anlaß,
von der Notwendigkeit juridiſch=politiſcher Studien zu ſprechen,
jedoch ohne Erfolg.
Pfordten kannte Waguer bereits von Dresden her, wo er
1848 ſächſiſcher Kultusminiſter geweſen, und beide hatte nie
Sym=
pathie für einander empfunden. Das gelangte denn auch in jenen
kritiſchen Monaten des Jahres 1865, die Wagners Entfernung
aus München vorangingen, ſcharf zur Geltung. Aber es wäre
wohl vorläufig nicht zu dem ſogenannten Knalleffekt gekommen,
wenn ſich Wagner nicht in politiſche Angelegenheiten gemiſcht
und ſein weſentlich Teil zur Veröffentlichung des
verhängnis=
vollen Briefes in den „Münchener Neueſten Nachrichten”, den
Frau von Bülow perſönlich der Redaktion überbrachte,
beigetra=
gen hätte. Selbſt die nächſten Freunde Wagners verfolgten mit
großer Unruhe den wachſenden Einfluß des Meiſters auf den
König und fürchteten mit Recht, daß er dieſen auch in politiſcher
Beziehung ausnützen würde. Als einer der Getreueſten, der
brave Peter Cornelius, den Wagner aus Wien nach München
berufen, durch Haus von Bülow erfuhr, daß Wagner auch in
politiſcher Beziehung zum König getreten und eine Art Marquis
Poſa geworden ſei, überlief ihn, wie er ſeiner Braut ſchrieb, ein
Schauder. Und Eliza Wilſe, die für Wagner ſtets das tiefſte
Ver=
ſtändnis gezeigt, wurde es angſt und bange, als ſie ſeinen
wach=
ſenden Einfluß auf den König erfuhr; ſie wußte genau, daß er
nicht der Mann ſei, dem jungen Herrſcher beizubringen, daß
Kunſt und Poeſie nicht das höchſte Ziel königlicher Gedanken ſein
dürfen, ſondern daß jener, der berufen iſt, ein Volk im Herzen
zu tragen und deſſen Rechte ſich ins Gewiſſen zu ſchreiben,
ſchwe=
rere und ernſtere Pflichten auf ſich habe. Der König und Wagner
kümmerten ſich nicht um das dumpfe Grollen, und der königliche
Großvater Ludwig I., der mehrfach gebeten wurde, ſeinen Enkel
aufzuklären, lehnte dies ab, bemerkend, die Münchener würden
ſchon ſelbſt tun, was ſie ſeinerzeit mit Lola Montez getan, die
bekanntlich unter den Jubelrufen der Menge fluchtartig München
hatte verlaſſen müſſen. Wagner wurde im Volksmund mit
An=
ſpielung darauf „Lolus” genannt, und die Polizei erklärte, ſich
nicht mehr für ſeine Sicherheit verbürgen zu können. Auch die
offiziellen Gegner Wagners und ſeiner Freunde wie Anhänger
gingen des öfteren zu weit und trugen durch ihr Verhalten noch
mehr zur Erhitzung der Gemüter bei. Als Wagner den König
Anfang Oktober 1865 um ein weiteres Darlehen von 40 000
Gul=
den gebeten und der König dies gegen die dringenden
Vorhal=
tungen ſeines Kabinettsſekretärs bewilligt hatte, wurde der
Be=
trag Frau von Bülo, die ihn abholte, in Säcken voll lauter
Silbergeld ausgehändigt!
Dann kamen jene Novembertage in Schloß Hohenſchwangau,
die noch einmal der König und ſein Freund ungetrübt verleben
konnten, die aber bereits den Keim des nahenden Unheils in ſich
bargen. Wagner hatte zehn Hoboiſten eines Jufanterieregiments
kommen laſſen, die von der verſchiedenen Türmen des Schloſſes
dem König am nächſten Sonntagmorgen einen Gruß aus
„Lohengrin” darbrachten. Zwanzig Muſiker des gleichen
Regi=
ments ſpielten allabendlich Wagnerſche und andere
Kompoſi=
tionen. Wagner berichtete einer Freundin von den „
Wunder=
tagen, wie ſie wohl wenigen Sterblichen beſchieden ſind”, und
erzählte, wie er mit dem König vierſpännig und mit Vorreitern
ſpazieren fährt. Jeden Morgen wechſelten die Freunde kurze
Priefe, für einen Wagners bedankt ſich der König mit den
Wor=
ten: „Nun werden die Menſchen erkennen müſſen, welche alles
beſiegende Macht in unſerem heiligen Liebesbunde lebt!“
Nur zu raſch ſollte dieſer Bund ſeine ſchlimme Störung
er=
fahren, eben durch jene herben Aufklärungen, die Pfordten den
König in ſeinem langen Schreiben vom 1. Dezember gegeben,
und in erſter Linie veranlaßten, dem Freunde den kurzen
Ab=
ſchiedsbrief zu ſchreiben. Am Morgen des 10. Dezember, zwei
Tage nach jenem Briefe, ſah man Wagner „mit bleichen,
ver=
vvorrenen Zügen, das lange ſchlaffe Haar ganz grau ſchimmernd”,
auf dem Münchener Bahnhofe, den Zug erwartend, der ihn
zu=
nächſt an den Genfer See bringen ſollte. Der ſtolze König= und
Künſtlertraum war ausgeträumt!
Geite 4
Camstag, den 3. März 1928
Nummer 63
Begehne
Sehuhe
von oparler Eleganz, für den anspruchsvollen Herrn
solide und wundervoll beguem, eind
HERZ-SCHUHE Hr af drfode
8978
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Fruhjahn
wahlt die verwöhnte frau mit ſeinen Geschmark ihre
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bekleidung unter den bildschönen neuen Aodellen unserer
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Hans Knoblauch
Verlobte
Darmstadt, 2. März 1928.
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Statt Karten.
Für die uns anläßlich unſerer Hochzeit
erwieſenen Aufmerkſamkeiten danken
herzlichſt
Willy Schütz und Frau
Minna, geb. Buchhammer.
5924)
Nachruf.
Am letzten Sonntag wurde
unſer lieber Alter Herr
Oipl.=Ing.
Hans Hackmack
ein Opfer ſeines fliegeriſchen
Be=
rufes.
Als Mitbegründer unſerer
Gruppe führte er ſie in ſchwerſter
Zeit, zu ihren erſten großen
Er=
folgen 1922. Uns Jüngeren wird
er ſtets Vorbild ſein.
Kamerad=
ſchaft war ihm das Höchſte.
Akademiſche Fliegergruppe
6042) Darmſtadt E. B.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, gute
Frau, unſere treuſorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Urgroßmutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Magdalene Löw
geb. Gerhard
nach langem, ſchwerem Leiden geſtern nachmittag ½6 Uhr im
Alter von nahezu 70 Jahren zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Bächermeiſter Peter Löw II.
Griesheim, den 2. März 1928.
Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag ½3 Uhr vom
Mfte
Trauerhauſe, Schaafgaſſe 9 aus ſtatt.
Stat Karten.
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen:
C. Boßler und Frau
Käthe, geb. Uffelmann
Darmſiadt
Goetheſtraße 13 I.
Kirchſiraße 17
(3975)
Statt Karten.
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen:
Wihelm Röhrich
Marie Röhrich
(C5960
geb. Schöneweiß
Darmstadt, Sandbergstraße 64.
Die Trauung findet Sonntag, den 4. März. nachm.
1½ Uhr, in der Bessunger Kirche statt.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſern
geliebten Vater, Schwiegervater und Großvater
Herrn Obertelegraphenſekretär i. p.
Wilhelm Klöppinger
im Alter von 72 Jahren unerwartet durch einen
ſanften Tod zu ſich zu nehmen.
Henriette Klöppinger, geb. Schlocker
Elſe Kappeſſer, geb. Klöppinger
Marie Schaaf, geb. Klöppinger
Marga Klöppinger
Gertrud Klöppinger
Dr. med. Ernſt Kappeſſer
Studienrat Heinrich Schaaf
und 6 Enkel.
(4024
Hamm i. Rheinl., Eich i. Rheinl., Gießen, 1. März 1928.
Die Beerdigung findet am Samstag um ½3 Uhr ſtatt.
Für die mir anläßlich des Todes meiner
lieben Mutter zugegangenen Beweiſe
inniger Teilnahme, ſowie Kranz= und
Blumenſpenden ſage ich Allen meinen
verbindlichſien Dank. Beſonders danke
ich den Barmherzigen Schweſiern für
die aufopfernde Pflege, die ſie der
Ver=
ſiorbenen während ihrer langen Krankheit
zuteil werden ließen.
Albert Wiskirchen.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Frau, die treuſorgende Mutter
ihres Kindes, unſere liebe Tochter,
Schwieger=
tochter und Schwägerin
Frau
Eliſabeth Opfermann
geb. Schmitt
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
ertragenen Leiden, wohlverſehen mit den hl
Sterbeſakramenten, im Alter von 39 Jahren
in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Hermann Opfermann und Sohn
Eliſe Schmitt, geb. Wenzel.
Darmſtadt, den 28. Februar 1928.
Inſelſtraße 43.
Die Beiſetzung fand in der Stille ſiatt.
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Dankſagung.
Fü, die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an=
läßlich des Ablebens unſeres lieben Solnes, Bruders,
Schwagers und Onkels
Friedrich Weitzel
Bermeſſungs=Inſpektor i. R.
ſprechen wir hiermit unſeren herzl. Dank aus
Beſon=
ders danken wir Herrn Pfarrer Beringer für die
troſt=
reichen Worte am G=abe, ſeinen früheren Vorgeſetzten
und Kollegen, dem Reich bund der Kriegsbeſchädigten,
ſowie Allen, welche uns während ſeines Leidens hilf.
reich zur Seite ſtanden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eva Weitzel Wwe., geb Maſſing.
Darmſtadt. den 1. März 1928,
Kittlerſtr. 34.
(5817
Dankſagung.
Herzlichen Dank für die vielen
Beweiſe inniger Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſeres lieben
EEntſchlafenen Allen, die ihn
mit Kranzipenden geehrt und
zur letzten Ruheſtätte geleitet.
Die trauernd. Hinterbliebenen:
Eliſabethe StöhrWtw. geb. Meckel
nebſt Angehörigen.
Eberſiadt, den 3. März 1928. (*60
Darmſiadt, den 3 März 1928.
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Darmſtadt, 3. März.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, den 4. März, 17½ Uhr, Ende 22 Uhr. L. 12 (Zyklus),
keine Wahlvorſtellung. „Der Ring des Nibelungen” von
Richard Wagner. Erſter Tag: „Die Walküre”. Preiſe
1,20 bis 12 Mk.
Montag, den 5. März, 20 Uhr. 6. Sinfoniekonzert des
Landestheaterorcheſters. Leitung:
Generalmuſik=
direktor Dr. Böhm. Soliſt: Otto Drumm (Violine). Werke
von Mozart, Pfitzner, Schumann. Preiſe 1 bis 8 Mk.
Dienstag, den 6. März, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. A 13. „Die
Stumme von Portici”, Oper von Auber. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Mittwoch, den 7. März, 19½ Uhr, Ende nach 22 Uhr. B 15.
„Schinderhannes”, Schauſpiel von Zuckmayer. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Donnerstag, den 8. März, 20 Uhr, Ende nach 21½ Uhr. ( 14.
„Salome”, Oper von R. Strauß. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, der 9. März, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. D 15. „Die
Stumme von Portici”, Oper von Auber. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Samstag, den 10. März, 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. E 16.
„Der Impreſario von Smyrna” von Goldoni.
Preiſe 0,90 bis 9 Mk.
Sonntag, den 11. März, 17½ Uhr, Ende 22 Uhr. H 9 (
Bühnen=
volksbund), Zyklus, keine Wahlvorſtellung. Gaſtſpiel Otto
Wolf, München. „Der Ring des Nibelungen” von Richard
Wagner. Zweiter Tag: „Siegfried”. Preiſe 1,50 bis
15 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, den 4. März, 11½ Uhr. Gedenkfeier für die
Gefallenen, veranſtaltet vom Volksbund für
Kriegs=
gräberfürſorge.
20 Uhr, Ende 22 Uhr. K 13 (Bühnenvolksbund), für
die=
jenigen K=Mieter, die Zuſatzmiete XI haben. „Das
Spiel von Liebe und Tod” von Romain Rolland.
Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Montag, den 5. März. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 6. März, 20 Uhr, Ende 22½ Uhr. K 13 (
Bühnen=
volksbund), für diejenigen K=Mieter, die Zuſatzmiete XII
haben. „Candida” Schauſpiel von Bernard Shaw.
Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Mittwoch, den 7. März, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. G 11 (
Darm=
ſtädter Volksbühne), Gruppe 1 und 2. „Zar und
Zim=
mermann” Oper von Lortzing. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Donnerstag, den 8. März. Unbeſtimmt.
Freitag, den 9. März, 19½ Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete
VT (11). Zum erſten Male: „Coeur=Bube”, Komödie nach Darmſtadt über.
von Natanſon. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Samstag, den 10. März, 16 Uhr. Der Lubitſch=Film „So iſt
Paris”. Preife 0,80 bis 2 Mk.
von Lortzing. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Sonntag, den 11. März, 16½ Uhr. Der Lubitſch=Film „So iſt
Paris”. Preiſe 0,80 bis 2 Mk.
19½ Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Sonntags=Fremdenmiete
weiß, 11. Vorſtellung. „Candida”, Schauſpiel von
Bernard Shaw. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
menden Montag mitwirken ſollte, hat wegen ſchwerer Erkrankung ihre
ſämtlichen Konzerte für dieſe Spielzeit abſagen müſſen. Um die geplante
Erſtaufführung, des hochintereſſanten Pfitznerſchen
Vio=
linkonzerts zu ermöglichen, hat ſich Herr Konzertmeiſter Drumm manns und Handwerkers ganz von ſelbſt zufällt, unter den Augen
bereit erklärt, den Violinpart zu ſpielen.
als Gaſt Hans Grahl vom Nationaltheater in Weimar den
Sieg=
mund. Dieſe Aufführung wurde der Miete I. und den Zyklusabonnenten kräftigenden Arbeiten nach folgendem Plan:
zugeteilt, iſt aber, worauf beſonders hingewieſen ſei, keine
Wahlvor=
ſtellung.
In der nächſten Schinderhannes=Aufführung am Mittwoch, 7. März, Baumzucht.
ſpielt Walter Kuliſch vom Reußiſchen Theater Gera als Gaſt den
Johannes Bückler.
Die Erſtaufführung der Komödie „Coeur=Bube” von Natanſon,
die auf Donnerstag, 8. März, angeſagt war, wird auf Freitag, 9. März, darauf Rückſicht genommen werden, was für jeden Bürger, ſein
künf=
verſchoben.
Samskag, den 3 März 1928
Seite 3
Orpheum.
„Die Geheimniſſe des Harems”
heißt, wie bereits kurz mitgeteilt, die neue Berliner Metro=
Revue, die ihre Premiere am Donnerstag vor ausverkauftem
Hauſe erlebte. Dieſe Varieté=Ausſtattungs=Revue in zwei Teilen
und 30 Revuebildern iſt ſehr ſtark auf Pikanterie eingeſtellt. Wir
ſtellen das feſt, damit jeder, der die hübſche Revue beſuchen will,
weiß, was ſeiner harrt. Veranlaſſung zu der Feſtſtellung bildet
eine an ſich kaum begründete Zuſchrift, die unſere Beſprechung
der letzten Revue beanſtandet. Wenn wir in der Beſprechung
ſagen, daß in dieſer Revue — jedes Kind weiß übrigens, daß
das in allen Revuen der Fall iſt — faſt nackte Frauen von mehr
oder weniger ſchönem Körperbau zu ſehen ſind, ſo kann das
gleichzeitig als Empfehlung wie als Warnung ausgelegt werden,
dient aber beſtimmt der Orientierung.
Dem Titel entſprechend ſind die einzelnen Szenen der
der=
zeitigen Revue zu in loſem Zuſammenhang ſtehende Erlebniſſe
neugieriger Pariſer in einem Harem zuſammengeſtellt, alfo faſt
ausnahmslos orientaliſch aufgemacht. Das gibt Gelegenheit zur
Entfaltung von Ausſtattung und Lichteffekten, von Tanz= und
humoriſtiſchen Handlungsſzenen von größter Vielſeitigkeit.
Da=
zwiſchengeſtreut ſind zahlreiche mehr oder weniger bekannte
Schlager, u. a. „Frieda”, „Walter”, „Uns geht’s gut” und „Süße
Früchte”, die allen Beſitzern moderner Grammophonplatten
be=
kannt ſind, und einige Sketchs .Dazu kommen weiter eine Anzahl
ſehr feiner hübſcher Tanzeinlagen, von denen ſtarkes künſtleriſches
Intereſſe Kalil Agri erweckt, der als Solotänzer des Schahs
von Perſien im Programm figuriert und unter anderem
eine „altindiſche Legende”, in einer umfangreichen Szene „
Jahr=
markt am Bosporus”, den „Teppichhändler” und einen
beſon=
ders guten Originaltanz „Les millions d’Arlequin”, letzteren nach
einer Muſik von Dirgo, tanzt. Der Tänzer und ſeine Tänze ſind
ſehr feminin, aber doch in der Technik ausgezeichnet und in der
horeographiſchen Erfindung von feſſelnder Eigenart.
Wir wollen abſichtlich darauf verzichten, auf die 30 Bilder,
die ſehr flott heruntergeſpielt werden, in Einzelheiten einzugehen.
Iusgeſamt bietet die Revue, was eben eine Revue bieten kann:
Eine etwas „leichte”, aber vielſeitige Unterhaltung für Auge und
Ohr. Das ausverkaufte Haus am Premierenabend ſpendete nach
jeder Nummer rauſchenden Beifall.
Zum 100jährigen Beſtehen
der Knaben=Arbeitsanſtalt Darmſtadt.
Von H. Preſſer
* Das Jahr 1816 war für den Odenwald ein Unglücksjahr. „
Hagel=
ſchlag und Mißwachs hatten die Ernte faſt vollſtändig vernichtet”. 5000
Menſchen mußten bis zur nächſten Ernte mit Brot verſorgt werden.
Durch das „Zuſammenwirken aller Beamten und Stände der Gegend”
wurde der Not geſteuert. Zur Verpflegung der Hungrigen richtete man
große Suppenküchen ein. Als Beſchäftigung für die männlichen
Arbeits=
räfte wählte man den „Bau feſter Chauſſeen, die dem Odenwvald damals
noch gänzlich fehlten”. Mit Brot und Arbeit wurde die ſchwere Zeit
überwunden.
Im Hilfsausſchuß nahm der Regierungsrat Beck eine führende Stelle
ein. Seine Hilfsarbeit ließ ihn einen tiefen Blick in das Volksleben tun
und erkennen, daß ein großer Teil der körperlichen und geiſtigen Kräfte
im Volke noch nicht oder nur unvollkommen ausgebildet ſei und daß höchſtens 20—30 Kinder. Allein nachdem der Vorſtand immer mehr
Ein=
die Abhilfe „bei der Jugend mit Bildung und Unterricht” beginnen
müſſe. Dieſe Erkenntnis führte zur Gründung der Arbeits= und
In=
duſtrieſchulen zu Michelſtadt (1817), Erbach und anderen Orten für die
weibliche Jugend. Für die männliche Jugend ſollte in den nächſten
Jahren eine ähnliche Einrichtung geſchaffen werden, allein die mißlichen
Verhältniſſe ließen den Plan vorläufig nicht zur Ausführung kommen.
Im Jahre 1824 trat Beck in den ſtaatlichen Dienſt ein und ſiedelte
Hier hatte er „Gelegenheit, die noch größere Verwilderung und
Ver=
wahrloſung zu gewahren, welcher die Volksjugend ſo oft unterliegt, und
ergriffen von dem Schmerz dieſer immer häufigeren Wahrnehmungen”,
ſo berichtet Beck, reifte in uns der Gedanke, die Sorge, welche wir der
19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. G 11 (Darmſtädter Volksbühne), Volksjugend im Odenwald hatten zuwenden wollen, dorr aber nur un=
Gruppe 3 und 4. „Zar und Zimmermann”, Oper vollkommen und teiltzeiſe verwirklichen konnten, nun auf die Volksjugend
der unteren Stände dieſer Stadt, unſerer neuen Heimat, zu übertragen”.
Bald fand ſich ein willkommener Anlaß, die langgehegten
Erziehungs=
gedanken zu verwirklichen.
Großherzog Ludwig I. und ſeine Gemahlin feierten am 19. Juli
1827 das goldene Ehejubiläum. Der Tag follte feſtlich begangen
wer=
den. Der Großherzog aber wünſchte, „daß die Summen, die man zu
glanzvollen Feſtlichkeiten beſtimmt habe, zu wohltätigen Zwecken
ver=
wendet würden”.
Ein „Kreis wohlgeſinnter Männer und Frauen” benutzte dieſe Ge=
— Hefſiſches Land=stheater, Darmſtadt. Sinfoniekonzerte. legenheit und gründete am Jubiläumstage „die Privat=Mädchen=Arbeits=
Alma Moodie, die als Soliſtin im ſechſten Sinfoniekonzert am kom= anſtalt”; „und als dieſe gelungen war, im folgenden Jahre die Knaben=
Arbeitsanſtalt‟ Die wurde am 3. März eröffnet.
Sofeiert ſie heute das 100jährige Beſtehen.
Den Knaben der Stadtbewohner fehlte, was dem Sohne des
Land=
ſeiner Eltern an Fleiß und ländliche Tätigkeit überhaupt gewöhnt zu
In der Aufführung der „Walküre” am Sonntag, 4. März, ſingt werden‟. Das wollte man ihnen geben mit den „ützlichſten und
naturgemäßeſten und Leib und Seele der Knaben
1. Während der Sommermonate: Feld= und Gartenarbeiten und
ſon=
ſtige landwirtſchaftliche Beſchäftigung im Freien, namentlich Obſt= und
2. Während der Wintermonate: Korb= und Strohflechten und
Be=
ſchäftigung an der Schnitz=, Hobel= und Drehbank.
„Bei der Arbeit und Beſchäftigung der Kinder ſollte vorzüglich
tiges Gewerb und Geſchäft, ſei auch welches es wolle, als Regel zu wiſſen
nötig und und nützlich ſei”.
Wie die Auswahl der Arbeiten und die Begründung dazu
päda=
gogiſches Verſtändnis verrät, ſo laſſen die nachfolgenden Grundſätze
eine wichtige kaufmänniſche Schulung erkennen.
1. „Wir haben gern und abſichtlich ganz klein und ſo begonnen,
um ſtets Herr der ganzen Sache und namentlich der Kinder zu bleiben.
Darum wurde im Anfang ſogar mit nur 6 Kindern begonnen, und dieſe
Anzahl nur in dem Maße allmählich vermehrt, wie wir hoffen konnten,
dieſelben hinlänglich überwachen und beaufſichtigen zu können.”
2. „Dazu Vorſicht in der Wahl der Aufſeher und Vorſteher, welche
mit Liebe zur Sache die hinreichende, wenn gleich an ſich einfache
Sach=
kenntnis vereinigen oder ſolche ſich doch anzueignen fähig und bereit
ſind”.
„Strenge Regel, Ordnung und Gewiſſenhaftigkeit in der
Verwal=
tung dieſes fremden Geſellſchaftsvermögens, ohne welche Vorſicht und
Gewiſſenhaftigkeit an ein Gedeihen der Sache nicht zu denken iſt und
man ſich nur große Verantwortung aufladen würde.”
4. „Und endlich Beſchränkung aller Anſchaffungen und Arbeiten auf
das wirklich Nützliche und Nötige; in welcher einfachen, im gewöhnlichen
Leben aber ſo oft überhörten Regel, ſehr häufig der einzige und nächſte
Grund liegt, warum manche an ſich unbedeutend erſcheinende Sache
— Ernannt wurden: am 24. Februar der Landgerichtsdirektor bei
dem Landgericht der Provinz Starkenburg Ludwig Neuroth zum
Staatsrat bei dem Miniſterium der Juſtiz mit Wirkung vom 15. März
1928 ab, der Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg
Dr. Max May zum Oberſtaatsanwalt bei dieſem Gericht mit Wirkung
vom 1. April 1928 ab; am 29. Februar der ſtändige Hilfsarbeiter in dem
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft Regierungsrat Benjamin
Kar=
cher zu Darmſtadt zum Staatsrat bei dieſem Miniſterium mit Wirkung
vom 1. März 1928 ab.
— Ernannt wurde am 25. Februar der Kanzleigehilfe Franz
Jör=
ger aus Darmſtadt zum Kanzliſten bei der Brandverſicherungskammer
mit Wirkung vom 1. Februar 1928 ab.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 27. Februar 1928 der
Ober=
forſtmeiſter Karl Bonhard zu Bensheim auf ſein Nachſuchen vom
1. März 1928 an. (Wiederholt; in der geſtrigen Veröffentlichung ſtand
infolge eines Druckfehlers fälſchlich „Oberförſter”.)
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 27. Februar der
Amtsober=
gehilfe Karl Allebrand bei dem Kreisamt Worms auf ſein
Nach=
ſuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1928 ab.
— Wiederbeſetzung erledigter Stellen: Die Stelle des
Amtsvor=
ſtandes des Forſtamts Bensheim iſt erledigt. Schluß des
Meldetermins: 14. März 1228. Die Stelle des Förſters der Förſterei
Heegwald des Forſtamts Iſenburg iſt erledigt. Schluß des
Melde=
termins: 14. März 1928.
gedeiht, während andere in der Folge wieder in ſich ſelbſt zerfallen, die
mit ungleich größerem Geräuſch ins Leben traten”.
Das erſte Arbeitsfeld lag an der Sandkaute am Buſenberg nächſt
der Roſenhöhe an der „Chauſſee nach Roßdorf‟. Es war ein Geſchenk
der Stadt Darmſtadt.
Als Grundſtock hatten „70 Familien eine Summe von 410 Gulden
46 Kreuzer zuſammengelegt, wozu eine Gabe von 290 Gulden der
alleu=
höchſten Herrſchaften kam”.
Für die Erhaltung der Anſtalt war durch „40 Familien für eim
Reihe von 5 Jahren eine Unterſtützung von 200 Gulden N7 Kreuzer”
jährlich geſichert.
Nach dem erſten Plane ſollte ſich die Anſtalt vorerſt beſchränken. auf
ſicht in die Familienverhältniſſe erlangt hatte, kam er zu dem Beſchluſſe,
„kein Kind, das um Aufnahme bittet, von der Hand zu weiſen”.
Die Aufnahme neuer Kinder vergrößerte allerdings die Ausgaben,
ſodaß der Vorſtand ſtändig zu ſorgen hatte, die Mittel aufzutreiben.
Um dem Erziehungswerke eine gute Grundlage zu
geben und es auch ſo wirkſam zu geſtalten, wie die
Entwicklung der menſchlichen Anlagen es weſentlich
erfordert, wurde beſchloſſen, nur ſolche Verwalter und
Lihrer anzunehmen, die „ihre Befähigung in dieſen
Zweigen des Wiſſens nachweiſen konnten”.
Beſon=
deres Gewicht legte man auf die Behandlung der
Kinder.
Zwei Mitglieder des Gartenbauvereins,
Hofgar=
tendirektor Schnittſpahn und Hofgarteninſpektor
Noack, nahmen „den Unterricht der Knaben in
Gar=
tenbau und die Leitung der Kulturen in die Hand”
Zum Verwalter wurde ein „gebildeter Gärtner”
Herr Klett aus Schwerin, angenommen. „Ein
ge=
bildeter Lehrer der Volksſchule, Herr Geher, kam
wöchentlich mehrsmals und wirkte durch Anſprache,
Vorleſen und Gefangsübung auf beſſere Sitte, Zucht
und Ehrgefühl”.
So war nach allen Richtungen Vorſorge getroffen
für ein gedeihliches Wirken.
Gar bald erkannte man den Wert dieſer privaten
Erziehungsarbeit. Sie wurde auch von der Heſſiſchen
Regierung gewürdigt, indem Richtlinien für
be=
ſtehende oder noch zu errichtende Induſtrieſchulen
— ſo wurden die Arbeitsanſtalten damals genannt
im Schuledikt von 1832 Aufnahme fanden.
Auch über die Grenzen des Heſſenlandes hinaus
gewann die Anſtalt Freunde und gab Anregung,
ähnliche Einrichtungen zu treffen. So in
Frankfurt, Nürnberg, Heilbronn, Weimar, München und anderen
Städten. Ueberall diente die Darmſtädter Anſtalt als Muſter für neue
oder ſchon beſtehende.
Die Königliche Regierung von Potsdam ließ 1841 jeder
Kreisbiblio=
thek die kleine Schrift: die Knaben=Arbeitsanſtalt zu Darmſtadt nebſt
Andeutungen über ihre Nachbildung für Stadt und Land: Ein Beitrag
zur Jugend=Erziehung und Volksbildung, Darmſtadt 1841, mit der
Auf=
lage zugehen, ſie mit den Geiſtlichen und Lehrern in Konferenzen zu
beraten, auch Ortsobrigkeiten mitzuteilen und Unternehmungen der in
Nede ſtehenden Art nach Kräften zu fördern.”
Viel früher als im jetzigen Heſſen waren im Herzogtum Weſtfalen
Induſtrieſchulen errichtet worden. Darüber gibt ein Verzeichnis
Aus=
kunft, in dem 214. Pfarreien und Schulörter” aufgeführt ſind ſamt den
Erzeugniſſen in Baumkunde, Strickerei, Näherei, Stickerei, Spinnerei
und Lokalinduſtrie aus den Jahren 1808, 1809 und 1810. Die erſte
Ein=
führung erfolgte dort 1784. Die erſte Verordnung für Heſſen, dieſen
Unterricht einzuführen, ſtammt aus dem Jahre 1808 eine zweite
er=
ſchien 1812.
Der Beſtand an Induſtrieſchulen war nicht von langer Dauer. Die
für Mädchen wurden aufgelöſt, als die weiblichen Handarbeiten in dea
Lehrplan der Volksſchule Aufnahme fanden. Die Eigenart der
Arbeits=
anſtalten für Knaben und die ſchwierigen Erwerbsverhältniſſe ſicherten
dieſen Einrichtungen ein längeres Daſein. Zum Untergang führten
viel=
fach auch die ſchwankenden Mittel, die durch Beiträge und milde Gaben
aufgebracht wurden.
Die hieſige Anſtalt verdankt ihre Erhaltung einmal dem
muſter=
gültigen, inneren Aufbau durch ihre Gründer, zum anderen zwei
außer=
ordentlichen Vermächtniſſen. Das erſte ſtammt von Frau Albertine
Frank, geb. Wichelhauſen, Ehefrau des Hauptmanns Theodor Frank,
und betrug 92 000 Gulden, die im Jahre 1859 zur Auszahlung kamen.
Die zweite Stiftung mit 30 000 Mk. hatte Fräulein Emilie
Dannen=
berger, Tochter des Kreiskaſſebuchhalters Friedrich Dannenberger, zur
Erblaſſerin. Sie fiel der Anſtalt 1897 zu.
Auch in den erſten 30 Jahren ihres Beſtehens waren der Anſtalt
zum Teil anſehnliche Schenkungen zugefallen.
Die Geldentwertung hat auch von der Anſtalt ihr Opfer gefordert.
Von dem großen Barvermögen iſt nur ein kleiner Reſt übrig geblieben.
Zwei Vorzüge der Anſtalt verdienen hervorgehoben zu werden:
der eine beſteht darin, daß ſie von Anfang an nur Knaben aufnahm,
die von ihren Eltern freiwillig angemeldet wurden; der andere iſt in der
günſtigen Lage, nahe am Zentrum der Stadt, zu erblichen. Das hat ihr
die Aufgabe erleichtert, die ihre Gründer darin ſahen, die weſentlichen
Fundamente einer wahren, allgemeinen, ſegensvollen Volksbildung durch
Erziehung und Unterricht bauen zu helfen.
Peſtalozzi ſieht das Ziel aller Erziehung „in einem hohen Grad
all=
gemeiner Volksbildung, einem hohen Grad ernſter Religioſität,
häus=
licher Ehrenhaftigkeit, bürgerlicher Würde, geſellſchaftlicher Rechtlichkeit
und ernſter Kunſt= und Berufsbildung im ſtillem Leben erblicher
An=
hänglichkeit an väterliche Hütten, väterlichen Wohnort und väterliches
Land”
Mögen die Fortſchritte der Technik noch ſo ſehr blenden, mögen
Er=
findungen und Entdeckungen in Staunen verſetzen, ungeſtraft kann eine
Gemeinſchaft, welcher Art und Größe ſie auch ſei, die Fundamente des
menſchlichen Daſeins nicht verlaſſen und das Ziel nicht aus dem Auge
verlieren.
Die natürlichen Kräfte, Anlagen und Fähigkeitem entwickeln und
bilden zu helfen, war ſtets Aufgabe der Knaben=Arbeitsanſtalt. Möge
ihr noch eine lange Wirfſamkeit beſchieden ſein.
— Evangeliſch=kirchliche Nach=ichten. Durch die Kirchenregierung
wurde dem Pfarrer Hans Matthäus zu Langewieſe i. W. die
evan=
geliſche Pfarrſtelle zu Ehringshauſen (Dekanat Grünberg) übertragen.
— Vortrag. Der am 4. März, vormittags 11½ Uhr, im Saale des
Muſikvereins ſtattfindende Vortrag über „Moderne Muſikerziehung
und neue Wege der Klaviertechnik” dürfte in weiteren Kreiſen Jutereſſe
erwecken. Frau Alice Goldſchmidt=Metzger wird an Hand ihrer
lang=
jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Klavier=Pädagogik Richtlinien
geben, wie dank der modernen Muſikerziehung ſelbſt mit
verhältnis=
mäßig geringem Zeitopfer doch künſtleriſche Reſultate erzielt werden
können. — Die beiden Blüthner=Konzertflügel ſind aus der Firma
A. W. Zimmermann.
—Or. Johannes Müller ſpricht am Samstag, den 3. März, abends
8 Uhr, in der Otto=Berndt=Halle. Für die Mitglieder der Jugendbünde,
die Hörer der Volkshochſchule und die Studierenden der Techniſchen
Hochſchule werden die nichtnumerierten Karten zu halben Preiſen
ab=
gegeben. Da der Andrang ſehr ſtark iſt, iſt es dringend erwünſcht, ſich
die Karten ſchon im Vorverkauf bei den Verkaufsſtellen in den
Buch=
handlungen Schroth (Rheinſtraße) und Waitz (Eliſabethenſtraße), ſowie
am Verkehrsbureau zu beſorgen.
— Kriegerverein Darmſtadt. Die Kameraden werden gebeten, ſich
recht zahlreich an der vom Volksbund der „Deutſchen
Kriegsgräberfür=
ſorge” am Sonntag, den 4. März, vorm. 11½ Uhr, im Kleinen Haus
des Landestheaters, veranſtalteten Gefallenen=Gedächtnisfeier
teiligen.
Seite 6
Samstag, den 3. März 1928
Nummer 63.
Diioderga
Die Ehrung der Gefallenen des Krieges iſt ſeit Urzeiten
höchſte und vornehmſte Pflichr eines Staates und eines Volkes
geweſen. Nach allen Kriegen hatte die Gefallenenehrung eine
be=
ſondere Bedeutung und zeugte von der allgemeinen Verehrung
und Dankbarkeit für die ſich zum Schutze und zur Ehre des
Vater=
landes ſelbſtlos Opfernden.
Faſt alle kriegführenden Staaten ſind ſich gleich nach Abſchluß
des Weltkrieges dieſer Pflicht bewußt geworden und haben neben
vielen anderen Ehrungen einen Tag im Jahre als
National=
trauertag für ihre Gefallenen beſtimmt. — Ganz beſonders war
es aber für das deutſche Volk nach dem größten und
verluſt=
reichſten aller Kriege erſte Pflicht, das Andenken an ſeine zwei
Millionen Gefallenen zu ehren, in allen Volksſchichten
wachzu=
halten und zu vertiefen. Unter Führung des Volksbundes
Deutſche Kriegsgräberfürſorge wurde im Einvernehmen mit den
Behörden, den Religionsgemeinſchaften, den großen
Körper=
ſchaften und den bedeutendſten Verbänden der 5. Sonntag vor
Oſtern „Reminiſcere” als Gedenktag für die deutſchen Gefallenen
erkoren. Seit mehreren Jahren wird dieſer Tag als
Volks=
trauertag begangen. Die Beteiligung aller Schichten des
deutſchen Volkes in Stadt und Land an den von den Verbänden
und Ortsgruppen des Volksbundes veranſtalteten
Trauerkund=
gebungen wurde von Jahr zu Jahr größer und einmütiger, ſo
daß bewieſen iſt, daß der Gedanke des Volkstrauertages tief in
der Seele und im Herzen unſeres Volkes wurzelt.
In dieſem Jahre iſt es der 4. März, an dem wir unſerer
Gefallenen in Einmütigkeit gedenken. Obwohl ſich der Ausſchuß
für die Feſtſetzung eines Volkstrauertages mit aller
Tatkraft für den Erlaß eines Vergnügungsverbotes
an dieſem Tage eingeſetzt hat, konnte die
reichs=
geſetzliche Regelung aus innerpolitiſchen Gründen
noch nicht erzielt werden. Auch der Herr
Reichs=
präſident und der Herr Reichskanzler, die dem
Volkstrauertag ein großes Intereſſe
entgegenbrin=
gen und jedmögliche Förderung zuſagten, konnten
der geſetzlichen Feſtſetzung des Volkstrauertages bis
jetzt nicht zum Siege verhelfen. — Der Ausſchuß für
die Feftſetzung eines Volkstrauertages hat ſich nach
eingehenden Beratungen und im Einvernehmen
mit der Reichsregierung und den kirchlichen Behör=
den entſchloſſen, den Volkstrauertag wie in den Vorjahren
zu begehen und nicht nachzulaſſen, den allſeitig verlangten
geſetzlichen Schutz zu erlangen. Um die würdige Begehung
dieſes Tages, ſoweit es nur ir end möglich iſt, zu fördern,
hat der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge, e. V., die
Städte= und Gemeindeverwaltungen gebeten, die Bevölkerung
aufzufordern, auf alle Luſtbarkeiten am 4. März freiwillig zu
verzichten. Auch die Theater= und Lichtbildbühnen ſind gebeten,
ihr Programm dem Ernſt des Tages anzupaſſen. Wenn auch
leider nicht zu hoffen iſt, daß dieſen Wünſchen allgemein
ſtatt=
gegeben wird, ſo iſt doch zu erwarten, daß ſich der
verantwor=
tungsbewußte und ernſt geſtimmte Teil des deutſchen Volkes
danach richten wird. Vor allem wendet ſich der Volksbund
hier=
bei an die geſamte chriſtliche Vevölkerung.
Am Totenſonntag und am Allerſeelentage gedenkt das Land,
die Stadt, die Familie, ſeiner, ihrer Toten! Am Volkstrauertag
aber ehrt das geſamte deutſche Volk ohne Unterſchied der
Kon=
feſſion oder politiſchen Einſtellung ſeine gefallenen Helden. Das
iſt der grundlegende Unterſchied zwiſchen den beiden
Toten=
gedenktagen. Aber noch ein anderer! Totenſonntag —
Aller=
ſeelen — novemberlich trübe Stimmung! Die Natur ſtirbt und
erinnert uns an die Vergänglichkeit alles Irdiſchen. Die
winter=
iche Not klopft an unſere Türen! Volkstrauertag —
hoffnungs=
frohes Erwarten! Alles ſprießt und grünt, Frühling wird es
wieder! Hoffnungsſtarke Jugend, Männer in der Vollkraft ihres
Lebens und Schaffens ſanken für uns dahin — „Reminiſcere‟!
Iſt die Not, die furchtbare innere und äußere Not unſeres Volkes
auch heute noch ſo groß, Volkstrauertag an der
Schwelle des Frühlings gibt uns das Recht und den
Mut, den Blick freudig in die Zukunft zu richten,
und mag es im Augenblick auch noch ſo dunkel und
trübe um uns ſein, Deutſchland wird auferſtehen.
Volkstrauertag an der Schwelle des Fühlings
gibt uns die Gewißheit, daß unſere zwei Millionen
Helden nicht vergeblich gefallen ſind, und die Saat,
die von Gott geſäet iſt, am Tage der Aehren zu
reifen, aufgehen und tauſendfältige Frucht tragen
wird. Das iſt unſer Vertrauen, unſer Glaube,
unſere Hoffnung am Volkstrauertage, am Sonntag
„Reminiſzere‟.
UinsomtissratceniegsgraukhalfotgeLb.
— Eine Länderkanferenz der Verbände der unterem Laufbahnen der
Beamten (alte Gruppen I bis III) findet am kommenden Samstag und
Sonntag im Konkordiaſaale hier ſtatt. In einer großen öffentlichen
Kundgebung wird Verbandsſekretär Funk Berlin über die „Beſoldungs=
und Verwaltungsreform” ſprechen und im Anſchluß daran ſoll eine
end=
gültige Konſtituierung der ſüddeutſchen und der norddeutſchen Verbände
auf möglichſt breiter Baſis in einer Reichsorganiſation ſtattfinden. Es
wird ſtarker Beſuch aus vielen deutſchen Gauen erwartet. Nach der
Kundgebung, in der wichtige Beſchlüſſe gefaßt werden, ſoll am gleichen
Tage die Jahresverſammlung des Verbandes der Amtsgehilfen und
Hausmeiſter im heſſiſchen Staatsdienſt ſtattfinden. Auch hierzu iſt eine
bedeutungsholle Tagesordnung vorgeſehen.
— Kunſt in Hefſen. Die Neue Heſſiſche
Arbeitsge=
meinſchaft für bildende Kunſt hat ſeit einigen Tagen eine
andere Zuſammenſetzung erfahren. Anſtelle der ſeinerzeit vom
Künſtler=
kartell delegierten drei Künſtler hat der Gauverband nunmehr andere
Künſtler als Mitglieder benannt, und zwar die Herren Prof. Hoelſcher,
Paul Theſing, Alexander Poſch, Well Habicht. Die Arbeitsgemeinſchaft,
die je zur Hälfte aus Mitgliedern des Ständigen Rats und der
Künſtler=
lerſchaft zuſammengeſetzt iſt, bearbeitet alle praktiſchen künſtleriſchen
Fragen: Unterſtützungen, Aufträge, Ausſtellungen. Sie iſt die vom
Staate anerkannte maßgebende Stelle zur Auskunft und Begutachtung.
Auf Künſtlerſeite hat ſich aus Gründen äußeren Zuſammenwirkens die
Darmſtädter Gruppe und die Darmſtädter Sezeſſion ohne Aufgabe ihrer
Verbände zu einer Intereſſengemeinſchaft vereinigt, die vorausſichtlich
in Veranſtaltung einer Sommer=Ausſtellung 1928 zum erſten
Male hervortreten wird.
v. HI.
— Volkstümliches Konzert, im großen Saal des Städtiſchen
Saal=
baues am Sonntag, den 4. März, abends 20 Uhr. Aus dem Programm
ſei hervorgehoben: Roſſini: Ouvertüre „Diebiſche Elſter‟:
Demerſe=
mann: „Ein Feſt in Aranjuez”; Verdi: „Aida”; S. Ochs: „s kommt
ein Vogel geflogen” nach dem Stil älterer Meiſter, wie Bach, Haydn,
Strauß, Verdi, Wagner, Meherbeer uſw.; Puccini: Motive a. „Toska”
Strauß: „Zigeunerbaron” u. a. m. Das bekannte und geſchätzte
Darm=
ſtädter Männerquartett, die Herren Fritz Lang, Gebrüder
Sulz=
mann und Kling werden die Orcheſtervorträge angenehm
umrah=
men und Werke von Koſchat, Peuſchel und Genée vortragen. Alles in
allem ſteht ein genußreicher und abwechſlungsreicher Abend jedem
Be=
ſucher bevor. Herr Kapellmeiſter Matthias Weber leitet perſönlich.
Das Konzert findet bei Reſtauration ſtatt mit reſervierten Plätzen ohne
Reſtaurationszwang. (Siehe auch Anzeigenteil.)
— Martinsgemeinde. Hiermit erinnern wir an die am Sonntag,
den 4. März, abends 8 Uhr, in der Martinskirche ſtattfindende
kirchen=
muſikaliſche Abendfeier, die dem Andenken des vor hundert
Jahren verſtoxbenen Tonmeiſters Franz Schubert gewidmet iſt. Unſere
Chorſchule ſingt zwei Chöre aus der Deutſchen Meſſe 1826 (
Schu=
bert hat ſechs Meſſen geſchrieben und eine Reihe kleinerer Kirchenwerke):
„Heilig iſt der Herr, und Mein Heiland Herr und Meiſter‟. Ein
Ab=
ſchnitt aus einem ſeiner kleineren Chorwerke (Stabat mater 1816, Text
von Klopſtock) führt uns an das Kreuz des Heilands. In tief
empfun=
denen Tönen einer Sopranſtimme erleben wir den Schmerz der Mutter
Jeſu. Innige Liebe klingt aus dem Vermächtnis Jeſu an ſeine Mutter
und Johannes: „Du biſt dieſes Sohnes Mutter und du dieſer Mutter
Sohn” (Chor) Freude und Troſt ſingt das folgende Duett (Sopran
und Tenor):„Engel freuten ſich der Wonne, abgetrocknet ſind nun ihnen
alle Tränen”. Aus dem reichen Liederſchatz des großen Romantikers
werden zwei Lieder geſungen: „Wer nie ſein Brot mit Tränen aß” und
„Glaube, Hoffnung und Liebe‟. Mitwirkende ſind: Betty Aßmuth
(Sopran), Willy Hannewald (Violine), Friedrich Eidenmüller
(Orgel), die Chorſchule (Leitung: Heinrich Landzettel).
— Turngefellſchaft Darmſtadt 1875. Wir machen unſere Mitglieder
nochmals auf die am Samstag, den 3. März 1928 ſtattfindende
außer=
ordentliche Hauptverſammlung aufmerkſam. Die Wichtigkeit der
Tages=
ordnung verlangt, daß an dieſem Abend die Mitglieder zahlreich zur
Stelle ſind. Wie ſchon aus der Anzeige erſichtlich war, ſollen die neuen
Vereins=Satzungen genehmigt werden. Wir hoffen, daß alle
Mitglie=
der, die noch ein Intereſſe an der Weiterentwicklung des Vereins haben
— und das haben wohl alle —, bei dieſer Verſammlung an=eſend
ſind. Als weiterer Punkt kommt noch der die sjährige Gauturntag zuu
Sprache. Der Beginn der Verſammlung iſt auf 8½ Uhr feſtgeſetzt.
— Gefallenen=Gedenkfeier am Volkstrauertag. Hiermit ſei nochmals
auf die morgen, am Volkstrauertag, im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landestheaters ſtattfind nde Gefallenen=Gedenkfeier des Volksbundes
Deutſche Kriegsgräberfürſorge” empfehlend hingewieſen.
Sie beginnt um 11.15 Uhr. Es darf der Hoffnung Ausdruck gegeben
werden, daß es die Einwohnerſchaft Darmſtadts ohne Unterſchied des
religiöſen und politiſchen Glaubens als ihre Pflicht empfindet, durch
rege Beteiligung an dieſer Feier Zeugnis von ihrem unuslöſchlichen
Dankgefühl abzulegen für die, die für uns, für uns alle, ihr Leben laſſen
mußten.
Pr.4. Bund der heſſiſchen Leibgardiſten. In den ſchönen und
hoffentlich ſonnigen Auguſttagen dieſes Jahres wird unſer Stadtbild
um eine Zierde reicher werden. Das frühere Leibgarde=Jufanterie=
Re=
giment Nr. 115, wohl das älteſte unſeres ehemaligen ſtolzen Heeres,
deſſen Helmzier neben dem Gardeſtern die Jahreszahl 1621 bildete,
rüſtet ſich in dieſem Jahre — 18.—20. Auguſt — ſeine Denkmalsweihe
vorzunehmen. Ein ſterbender Löwe, zwar unbeſiegt, noch mit der
Pranke zum Schlage ausholend, wird in großen Ausmaßen im
Schloß=
wall, gegenüber dem Theater, Aufſtellung finden, an einer Stelle, wo
das ehemalige Regiment tagtäglich wit klingendem Spiel vorüberzog.
Mit der endlichen Erſtellung dieſes Ehrenmals will das Regiment ſeine
Chrenpflicht den gefallenen Kameraden gegenüber einlöſen, und alle,
alle ehemaligen Kameraden, ohne Unterſchied der Parteieinſtellung
— haben doch unſere teuren Toten für alle gekämpft und ſind für alle
geſtorben — ſeien herzlich dazu eingeladen. Dieſes Denkmal ſoll
zu=
gleich ſein ein ſtummer Zeuge der großen, ruhmreichen Vergangenheit
des Regiments und ein mahnendes Zeichen für Gegenwart und
Zu=
kunft. So ſeien denn jetzt ſchon alle Kameraden aus nah und fern,
ſo=
wie die ganze Bevölkerung auf dieſes bedeutungsvolle Feſt, das neben
der ernſten Totenehrung zugleich eine frohe und herzliche
Wiederſehens=
feier ſein wird, aufmerkſam gemacht und herzlich dazu eingeladen. Es
ſei ferner noch mitgeteilt, daß nunmehr alle Ausſchüſſe endgültig
ge=
bildet, auch ihre Vorſitzenden ernannt und ihre Tätigkeit aufgenommen
haben. Zur Orientierung aller Intereſſenten geben wir ſie hiermit
bekannt: 1. Hauptausſchuß, Vorſ. Generalmajor a. D. Freiherr v.
Preu=
ſchen, zugleich Bundesvorſitzender, Rachner des Geſamtausſchuſſes Kam.
K. Krebs, 2. Finanzausſchuß, Vorſ. Kam. Hauptmaun a. D. Lotheißen,
3. Preſſeausſchuß, Vorſ. Kam. Oberreallehrer Fr. Frank, 4. Bau= und
Ausſchmückungsausſchuß, Vorſ. Kam. Dipl.=Ing. Architekt Vogel, 5.
Mu=
ſik= und Vergnügungsausſchuß, Vorſ. Kam. Obermuſikmeiſter a. D.
Hauske, 6. Wirtſchafts= und Verpflegungsausſchuß, Vorf. Kam. Fink,
7. Unterkunfts= und Empfangsausſchuß. Vorſ. Kam. J. Trautmann,
Zug=, Ordnungs= und Verkehrsausſchuß, „Vorſ. Kam. Langsdorf,
Sanitätsausſchuß, Vorſ. Kam. Hauptmann a. D. Lotheißen. Alle
Ausſchüſſe ſind mit Eifer an der Arbeit, um das Feſt ſo auszugeſtalten,
daß der Ruf unſerer Vaterſtadt als gaſtliche Feſtſtadt erhalten und noch
vermehrt werde und alle Kameraden und ſonſtigen Feſtteilnehmer muit
dem Gefüyl der Befriedigung und des Dankes ſcheiden. Fr. Fr.
Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft „weiſt darauf hin,
daß die Mitglieder die Eintrittskarten zu dem heutigen Gaſtſpiel
von Dr. Erich Fiſchers „Muſikaliſchen Komödien” gegen
Vor=
zeigen der Mitgliedskarte an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes
un=
entgeltlich erhalten; die Karten müſſen jedoch mindeſtens eine
Viertel=
ſtunde vor Beginn abgeholt werden, da ſonſt darüber verfügt wird. Für
Nichtmitglieder ſtehen Karten zu jeder Platzart in beſchränkter Zahl an
der Kaſſe des kleinen Hauſes zu den üblichen Kaſſenpreiſen zur
Ver=
fügung. Zur Aufführung gelangen die beiden reizenden Singſpiele:
„Der Herr Doktor” von Franz Schubert und „Die Spieluhr”
von Albert Lortzing. (S. Anz.)
— Im Schloßmuſeum finden Führungen täglich nur vormittags 11
und 11½ Uhr ſtatt. Samstags geſchloſſen.
V. Ortzgewerbeberein und Handwerkervereinigung. Geſtern verant
ſtalteten der Ortsgewerbeverein und die Handwerkervereinigung im
Gel=
ben Saal bei Sitte einen Vortragsabend, für den Herr
Land=
gerichtsrat, Raab=Darmſtadt als Redner gewonnen war, der über
„Rechtsfragen aus dem täglichen Geſchäftsleben”
ſprach. Wie die früheren Vorträge dieſes Winters fand auch der geſtrige
lebhaften Anklang, und der Verſammlungsraum war wieder überfüllt.
Der Redner kleidete ſeine Ausführungen in die Form einer
Rechtsplau=
derei, die wiſſenſchaftlich aufgebaut war. Zahlreiche Kaufverträge und
Willenserklärungen werden abgeſchloſſen und abgegeben — wie der
Redner bemerkte — ohne daß man viel darüber nachdenkt. Schon das
Beſtellen eines Glaſes Bier iſt, wie im einzelnen dargelegt wurde, ein
Kaufart, der keineswegs ganz einfach iſt. Eine Willenserklärung kann
zum Beiſpiel vorliegen, obwohl gar nicht geſprochen wurde; ſo iſt ſchon
das Beſtellen eines Glaſes Bier bloß durch Kopfnicken als eine
Willens=
erklärung anzuſehen. Nicht immer kommt es vor Gericht auf den
Wort=
laut bei Verabredungen an, —r die entſchieden werden ſoll, ſondern
oftmals auf den Willen der Tarteien, auf den Spcachgebrauch uſw.
Wenn man ein Paar Schuhe beim Schuſter beſtellt, ſo iſt klar, was
da=
mit gemeint iſt; werden aber ein paar Weinflaſchen beim Weinhändler
beſtellt, ſo iſt nicht ohne weiteres zu erkennen, was die Abſicht war.
Ge=
heime Vorbehalte gelten nicht; wenn z. B. ein Schuſter einem
unſiche=
ren Kunden die beſtellten Stiefel nicht liefern will, ſo hätte er ihm das
offen bei der Beſtellung ſagen müſſen. Bei Verträgen ſoll man nicht
Verwandte als Zeugen zuziehen, weil ſie vor Gericht unvereidigt
blei=
ben. Am beſten iſt es bei Lieferungen, einen Sachverſtändigen als
Zeu=
gen aufzubieten. Der Redner behandelte dann die Zeugenpflicht und
die Zeugengebühren; dieſe dürfen nicht zu hoch angegeben werden, denn
die Gerichtskaſſen haben Anweiſung, bei hohen Zeugengebühren das
Finanzamt zu benachrichtigen, das dann bei der Steuerenklärung darauf
hinweiſen wird. An einer Reihe von Beiſpielen erläutelte der
Vortra=
gende, wie ſich Beſtellungen durch den Fernſprecher im Rechtsleben
aus=
wirken. Eine Reihe von Ratſchlägen wurde gegeben, wie man ſich am
Telephon verhalten ſoll. Namentlich wurde empfohlen, genaue
Auf=
zeichnungen zu machen; beſonders ſollen Angeſtellte dazu angehalten
werden. Bürgſchaft und Schuldübernahme wurden in ihren
Rechtsfol=
gen erörtert und an Beiſpielen näher erklärt. Bei Zuſendung von
Warenproben uſw. beſteht keine Verpflichtung zur Rückſendung, wohl
aber eine Verwahrungspflicht. Die Beſtellungen an einen Reiſenden,
die durch eine Unterſchrift gedeckt ſind, können eine Quelle von
Unan=
nehmlichkeiten ſein. Wichtig iſt es, Urtunden immer Wort für Wort
durchzuleſen, wenn ein Reiſender auch noch ſo drängt. Oftmals
enthal=
ten ſie Bedingungen, die man gar nicht eingehen wollte.
Beſtätigungs=
ſchreiben ſind ebenſo zu behandeln und ſorgfältig durchzuleſen. Jeder
Handwerksmeiſter ſollte ſich eine geordnete Buchführung anlegen; es
gibt viele ſtellungsloſe Kaufleute, die dieſe Arbeit, auch in den
Abend=
ſtunden, übernehmen könnten. Bauverträge ſind ebenfalls vielfach die
Quelle allen Uebels. Gegenwärtig ſchießen die Bauprozeſſe wie Pilze
aus der Erde. Voranſchlagspreiſe ſind bindend. Durch Anfechtungen
eines Vertrages wegen Irrtums können künftig Prozeſſe vermieden
wer=
den, weil der Vertrag als ungültig angeſehen wird. Ob ein
Hand=
werker ſeine Arbeit perſönlich ausführen muß. beſagt das Geſetz gar
nicht; es kommt auf den Ortsgebrauch an. Für die Arbeit eines
Gehil=
fen muß der Meiſter jedoch einſtehen. — Die Darlegungen des
Vortra=
genden wurden von der Verſammlung mit lebhaftem Beifall
aufgenom=
men. An den Vortrag ſchloß ſich noch eine rege Ausſprache.
Gewerbemuſeum. Am Sonntag um 11 Uhr findet in der
Aus=
ſtellung der Kartons und Studien von Anton Hartmann für die
Wandmalereien in der Fideliskirche eine Führung ſtatt.
Der Eintritt iſt frei.
Kunſinotizen.
— Deutſchlands gefeiertſter Sänger ſingt in
Darmſtadt. Kammerſänger Heinrich Schlusnus iſt von emer
äußerſt erfolgreichen Konzertreiſe aus Amerika zurückgekehrt. Die
unge=
heueren Erfolge des großen deutſchen Sangesmeiſters laſſen ſich nicht
beſſer ermeſſen als unter Anführung des nachfolgenden Auszuges aus
einer Konzertbeſprechung der amerikaniſchen Zeitung „Chicago Herald
and Examiner”, welche wie folgt ſchrieb: „Heinrich Schlusnus, der mit
ſeiner Stimme und ſeiner Kunſt das Beſte darſtellt, was ſein Land
uns bieten kann.” Auch die „Omaha Tribune” rühmt Schlusnus wie
folgt: „So kann Deutſchland mit Recht ſtolz auf ſeinen Abgeſandten
ſein”; woraus hervorgeht, daß Schlusnus mit ſeinen großartigen
Er=
folgen eine beſondere Miſſion erfüllte, die nach einer deutſch=
amerikani=
ſchen Zeitung diplomatiſcher Kunſt noch über war. Der auch in
Darm=
ſtadt ſehr beliebte Baritoniſt der Berliner Staatsoper iſt für einen
Lieder= und Arienabend nach hier eingeladen. Das Konzert iſt für den
14. März feſtgeſetzt und findet im Städtiſchen Saalbau (großer Saal)
ſtatt. (Näheres durch die Anzeigen.)
Palaſt=Lichtſpiele: „Caſanova‟. Es iſt eigentlich
ver=
wunderlich, wie wenig Caſanova” der Held ſo viel pikanter und
gefährlicher Abenteuer, bisher noch für den Film ausgenutzt worden iſt.
Zumal verwunderlich, wenn man bedenkt, welch außerordentlichen
Mög=
lichkeiten ſeine Irrfahrten durch halb Europa in Verbindung mit dem
Kolorit ſeiner Zeit bieten. Hier ſehen wir ihn nun als Mittelpunkt
eines Großfilms, deſſen Manuſprikt von Norbert Falk und Alexander
Wolkow ſtammt und der unter des letzteren Regie mit einem ans
Fabel=
hafte grenzenden Aufwand an ſchönen Menſchen und Koſtümen, an
Maſſenſzen auf venezianiſchem Hintergrund und vompöſen Junenräumen
gedreht worden iſt. Gelegentlich einer Sonderaufführung wurde bereits
über den Film berichtet, der, was Handlungsaufbau, Darſtellung und
Ausſtattung anlangt, einen ganz hohen künſtleriſchen Rang einnimmt
und jetzt ſeinen Eindruck auf das Publikum auch ſicherlich nicht verfehlen
wird. Iwan Mosjukin ſpielt die Titelrolle, und verſteht man ſeinem
Aeußeren nach auch nicht reſtlos den unwiderſtehlichen Zauber, den er
auf die Frauen ausübt, ſo iſt er andererſeits doch von einer
Sieghaftig=
keit der Haltung, von einer Entſchloſſenheit, Kühnheit und
Gewandt=
heit, daß man reſtlos gefeſſelt ſeinem Erlebniſſen folgt. — Ein zweiter
Film: „Die Balletteuſe der Großfürſtin”, endet mit einem
wahren Schlachtfeld von Leichen, aber es ſind alles Leichen, die nichts
als Tränen der Heiterkeit auslöſen. Das Ganze iſt eine amerikaniſche
Groteske zwerchfellerſchütterndſter Art. Im Beiprogramm intereſſieren
ſehr Aufnahmen, die die Vorwegnahme techniſcher Errungenſchaften durch
die erfinderiſche Natur demonſtrieren.
Aus den Parteien.
Die Ortsgruppe Darmſtadt der Volksrechtpartei (
Reichs=
partei für Volksrecht und Aufwertung) hält, wie aus der heutigen Au=
zeige erſichtlich jeden 1. und 3. Montag im Monat im „Reichshof
(Rheinſtraße 35, 1 Treppe hoch) nachmittags von 5—7 Uhr zur
Beſpre=
chung wichtiger Tagesfragen und Auskunftserteilung eine
Zuſammen=
kunft ab. Nächſte Zuſammenkunft Montag, den 5. März, nachmittags
5 Uhr.
Tageskalender für Samstag, den 3. März 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 19½ Uhr, Volksvorſtellung
zu Einheitspreiſen: „Der Zigeunerbaron”. — Kleines Haus. Anf
15½ Uhr, Ende 17½ Uhr, Samstagsfremdenmiete: Der dreizehnte
Stuhl”. Anf. 20 Uhr, Gaſtſpiel Dr. E. Fiſcher: „Muſikaliſche
Ko=
mödien”. — Orpheum, abends 20 Uhr: Metro=Revue: Die
Geheimniſſe des Harems”, — Konzerte: Schloß=Kaffee, Hotel
Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen, Kaffeehaus Bleichſtr. 43,
Hottes Schloßgaſſe. Neckartor, Nummelbräu, Rheingauer Weinſtube,
Darmſtädter Hof, Frankfurter Hof, Glenz Kahlertſtr. 41, Bismarckeck,
Heſſ. Haus, Reichshof, Reichskrone, Mohr Wendelſtadtſtr. 94, Zentral=
Hotel, Bockshaut. — Vortrag, abends 20 Uhr, in der Otto=Berndt=
Halle, Dr. Johannes Müller über: „Das elementare und das
perſön=
liche Wirken Gottes” — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Helia.
Darmstadt, Ernst-Ludwigstraße 21
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107
[ ← ][ ][ → ]Rummer 63
Samstag, den 3 März 1928
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Aus Heſſen.
Ein Waldbrand zwiſchen Eberſiadt und
Bickenbach.
Geſtern abend um halb 6 Uhr brach zwiſchen Eberſtadt und
Bicken=
rah ein Waldbrand aus, den man von der Hauptſtraße aus bemerkt
e. Das Feuer breitete ſich ſchnell über eine Flucht von etwa drei
Ear aus. Man alarmierte ſofort die Darmſtädter
Verwendungs=
n—itſchaft, die in voller Stärke (42 Mann) anrückte, und das Feuer in
EBältnismäßig kurzer Zeit löſchen konnte, nachdem zunächſt der Brand
w ſeinen Herd beſchränkt war. Oberſtleutnant Schröder beaufſichtigte
önlich dieſe Arbeiten, die unter Leitung des Hauptmanns
Jenne=
em. Hauptmanns Jans und des Verwendungsoffiziers ausgeführt wur=
. Die Urſache des Brandes und die Höhe des entſtandenen Schadens
mioch nicht feſtgeſtellt. Menſchenleben ſind nicht zu beklagen.
O. Erzhauſen, 2. März. Gemeinderatsſitzung. Beſetzung
e Rohrmeiſterſtelle. Die Bedingungen für die Rohrmeiſterſtelle liegen
Der Bürgermeiſterei für die Bewerber bis zum 15. März zur Einſicht
Frn. Es ſoll ab 1. April in der Gemeinde ein Nachtſchutzmann ange=
—t werden. Meldungen werden verſchloſſen mit der Aufſchrift: „
Be=
n—bung zum Nachtſchutzmann” bis zum 15. März in der Bürgermeiſterei
usegengenommen. Jahresvergütung 600 Mark. Feſtſetzung der
Bade=
rnung für das Volksbad. Das Volksbad iſt Freitags, Samstags und
zmntags geöffnet. Wannenbad 60 Pfg., Brauſebad 30 Pfg.; Kinder
nrer 10 Jahren haben allein keinen Zutritt. Weitere Beſtimmungen
un angeſchlagen. Der Gemeinderat befchließt die Verlegung einer
5—tenſtraße und eine Verlegung an der Bahnſtraße. Für die Mieter
m Gemeindehaus in der Hauptſtraße werden die Mietverträge auf ein
Sr verlängert. Antrag des Gewerkfchaftskartells: Beleuchtung der
ortsſtraßen, wird zurückgeſtellt. Die Herſtellung von Straßenpflaſter in
e. Weihevſtraße und Floßrinnen in der Bahnſtraße wird beſchloſſen.
J. Griesheim, 2. März. Bunte Bühne. Kommenden Sonntag,
ſem 4. März, ſteht den Griesheimer Einwohnern wieder einmal ein
ſel=
euer Genuß bevor. Einige prominente Mitglieder unſeres Heſſ.
Lan=
ſeistheaters, ſowie deſſen beliebtes Soloquartett mit unſerm waſchechten
9riesheimer Tenor, Jakob Schaaf, werden im Feſtſaal „Zum grünen
Zautb” uns einige luſtig=fröhliche Stunden bereiten. Der 1. Komiker
Hans Nay rief uns ja bei ſeinem erſtmaligen Hierſein ein baldiges
Aäederſehen zu, alſo freuen wir uns auf ihn. Wie wir weiter hören,
v—d Herr Intendanzrat Baumeiſter als echter Bayriſcher „Filſer”
auf=
rtten. Käthe Gothe als Univerſalgegie wird ihre neuſten Schlager
hrangen. und die beliebte Opern=Soubrette Sitta=Müller=Wiſchin darf
eBſtverſtändlich nicht fehlen. Dazu hören wir noch muſikaliſch
ausge=
ſeichnete Lieder des uns ſchon bekannten Soloquartetts des
Landes=
hraters nebſt ſeinem Tenor Jakob Schaaf, was ſicherlich größtes
Inter=
eſe bei allen Sangesfreunden Griesheims erwecken wird.
Aa. Pfungſtadt, 2. März. Todesfall.. Landwirt Ludwig
Ger=
herrdt 2. iſt nach längerem Krankſein geſtorben. Gerhardt war Rechner
des Alt= und Junglandbundes Pfungſtadt. — Forſtpflanzen für
Private. Wie im Verjahre, ſo kann auch in dieſem Jahre wieder
um Privatwaldbeſitzern der Bedarf an Forſtpflanzen bei der
Bürger=
meiſterei angemeldet werden. Die Beſtellung geſchieht durch das
Forſt=
amt Eberſtadt. Die Beſtellung muß unbedingt bis zum 10. März bei der
Birgermeiſterei aufgegeben ſein. — Lichtbildervortrag. Am
lornmenden Sonntag abend findet anläßlich des Volkstrauertages im
etangeliſchen Gemeindehaus in der Sandſtraße ein Lichtbildervortrag
ſt—tt, Lehrer Germann aus Darmſtadt ſpricht über das Thema „Unſere
e nen Gräber und die Arbeit des Volksbundes deutſcher
Kriegsgräber=
fiſorge‟
G. Ober=Ramſtadt, 2. März. Beſeitigung von Schutt und
Unrat. Die nächſten Wochen bringen wieder die Reinigung der
Gär=
tim uſw. von Gemüſereſten, Geſtrüpp und dgl., und es beſteht deshalb
emmeut Veranlaſſung, darauf hinzuweiſen, daß jeglicher Schutt und Unrat
nicht einfach an allen Straßenecken bzw. Ortsausgängen abgeladen
wer=
den darf, ſondern daß dafür einzig und allein die Schuttabladeſtelle beim
Ectkeinbruch am Buchenwald da iſt, die auch mit kleinen Handwagen gut
erreicht werden kann. Im Intereſſe der Hebung des Straßenbildes
ſilllte jedermann beſtrebt ſein, die Reinhaltung der Straßen und Wege
nach Möglichkeit zu fördern. — Turnverein Ober=Namſtadt
137 7. Bei dem am 26. Februar im Gaſthaus „Zum Adler” hier,
ſtatt=
gefundenen Bezirkstag des 4. Bezirks Main=Rhein=Gau, D.T., wurde
dem Turnverein 1877 das diesjährige Bezirksjugendturnen übertragen.
Dies wird in Verbindung mit dem 50jährigen Jubiläumsfeſt des Vereins
(richt wie urſprünglich vorgeſehen, am 30. Juni, 1. und 2. Juli),
ſon=
tern am 7., 8. und 9. Juli durchgeführt und haben die Vorbereitungen
hierzu bereits in vollem Umfange eingeſetzt.
G. Ober=Ramſtadt, 2. März. Das Standesamt regiſtrierte im
Monat Februar 1928 12 Geburten, 1 Eheſchließung und 3 Sterbefälle.
— Nachdem die Chauſſierungsarbeiten am Reinheimer Pfad beendet,
kann dieſer vom 5. d. M. ab wieder befahren werden.
f. Roßdorf, 1. März. Der Volksbund „Deutſcher
Kriegsgräberfür=
ſarge” (Bezirks= und Ortsgruppe Darmſtadt) veranſtaltet am Sonntag,
den 4. März, nachmittags 3 Uhr, im Gaſthaus „Zur Sonne” (Beſitzer
SaffenbergerWwe.) einen Vortrag über das Thema: „Unſere fernen
Kriegergräber und Friedhöfe” mit Lichtbildern. Der Eintritt iſt für
jsdermann frei. Mit Rückſicht auf den Charakter des Vortrags findet
während desſelben keine Reſtauration ſtatt. Es iſt dringend erwünſcht,
traß man ſich zahlreich beteiligt, insbeſondere ſollte von den
Kriegshin=
tarbliebenen und Kriegsbeſchädigten niemand fehlen.
r. Babenhauſen, 1. März. Der Geſangverein „Sängerbund”
der älteſte Geſangverein am Platze (gegr. 1840), hielt am Dienstag
abend in ſeinem Vereinslokal „Gaſthaus zum Löwen” ſeine gutbeſuchte
dresjährige Hauptverſammlung ab. Nach Begrüßung durch
den Vorſitzenden, Schloſſermeiſter Ph. Held, erſtattete der Schriftführer
M. Hartmann den Jahresbericht, der ohne Anſtände gebilligt
wurde. Da der Präſident des Vereins wegen Arbeitsüberlaſtung von
ſ inem Poſten zurücktrat, wurde zur Neuwahl des Vorſtandes geſchritten.
Zum 1. Vorſitzenden wurde der Kanzleiſekretär Herr Ad. Nock, zum
Vorſitzenden Herr Ph. Held gewählt. Zu weiteren Mitgliedern des
A5orſtandes wurden gewählt die Sänger K. Kling und S. Fuchs,
iedergewahlt wurden Chr. und Hch. Fendt. Einſtimmig wurde der
Beſchluß gefaßt, zum nationalen Geſangswettſtreit, den der
Geſang=
verein „Eintracht” im Juli d. J. veranſtaltet, einen Ehrenpreis zu
Eiften. Mit der Aufforderung, die Ideale der Sangeskunſt treu
weiter=
zupflegen und die Uebungsſtunden fleißig zu beſuchen, ſchloß der
neu=
gewählte Vorſitzende um Mitternacht die Verſammlung.
Lichtbildervorträge des Volksbundes
„Deutſche Kriegsgräberfürſorge‟
Auf Veranlaſſung des Volksbundes Deutſche Kriegsgräber=Fürſorge,
Orts= und Bezirksgruppe Darmſtadt, findet in nächſter Zeit in
nach=
ſtehenden Gemeinden des Kreiſes Darmſtadt je ein Lichtbildervortrag
über das Thema: „Unſere fernen Gräber und die Arbeit des
Volks=
bundes „Deutſche Kriegsgräberfürſorge” ſtatt, und zwar in:
Noßdorf (Sonntag, den 4. März, nachm. 3½ Uhr) im Gaſthaus
„Zur Sonne”. Redner: Willem E. Zinſel.
Pfungſtadt (Sonntag, den 4. März, abends 8½ Uhr) im
Evangelt=
ſchen Gemeindehaus. Redner: Lehrer Germann.
Arheilgen (Dienstag, den 6. März, abends 8½ Uhr) im
Gvangeli=
ſchen Gemeindehaus. Redner: Lehrer Germann.
Ober=Namſtadt (Samstag, den 10. März, abends 8½ Uhr) in der
Evangeliſchen Kirche. Redner: Willem E. Zinſel.
Erzhauſen (Sonntag, den 11. März, nachm. 3½ Uhr) im Gaſthaus
„Zum Frankfurter Hof”. Redner: Provinzialrechnungsrat Willmann.
Meſſſel (Sonntag, den 11. März, abends 8½ Uhr) im Saale von
Reifenſcheid. Redner: Lehrer Germann.
Weiterſtadt (Dienstag, den 13. März, abends 8½ Uhr) im
Gaſt=
haus „Zum Löwen”, Redner: Kreisverwaltungsinſpektor Heiſt.
Griesheim (Freitag, den 16. März. abends 8½ Uhr) im
Nathaus=
ſaale. Redner: Willem E. Zinſel.
Eberſtadt (Dienstag, den 20. März, abends 8½ Uhr) im Saalban
„Zum Schwanen”, Redner: Lehrer Gerwann.
Nieder=Ramſtadt (Samstag, den 24. März, abends 8½ Uhr) im
Gaſthaus „Zur Poſt”. Redner: Kreisverwaltungsinſpektor Heiſt.
Der Eintritt zu all dieſen Veranſtaltungem iſt frei. Jedermann iſt
zu deren Beſuch herzlich eingeladen.
W. Kleim=Umſtadt, 2. März. Familienabend des
Eangeli=
ſchen Bundes. Die Ortsgruppe des Ev. Bundes veranſtaltete im Saale
von Bürgermeiſter Sturmfels einen Gemeindeabend. Der Ortsgeiſtliche,
Herr Pfarrer Schott, begrüßte die zahlreichen Zuhörer und wies in
trefflichem Worten auf die Liebeswerke — getragen von echt deutſch=
evan=
geliſchem Geiſte — des Ev. Bundes und des Guſtav=Adolf=Vereins hin.
Ebenſo beleuchtete er ſchon das Thema des Abends „Siebenbürger
Sachſen‟. Es kam anſchließend der Siebenbürgen=Film zur Vorführung.
Herr Pfarraſſiſtent Anthes aus Affolterbach war auserwählt, hierzu
die nötigen Erläuterungen zu geben; die techniſchem Ausführungen lagen
in den bewährten Händen des Herrn Lindner, Groß=Umſtadt. Herr
Pfarrer Anthes hatte durch ſeine liebevollen witzigen Worte bald die
ganze Zuhörerſchaft gefeſſelt. — Die Abfuhrſcheine für
Los=
holz können gegen Zahlung von 4 Mk. beim Gemeinderechner in
Empfang genommen werden. — Die Stammrolle der Freiw.
Feuer=
wehr liegt 8 Tage lang zur Einſicht auf dem Rathauſe offen.
— Pfaffenbeerfurth, 2. März. Der Geſangverein
Sän=
gerlnſt hielt ſeine Abendunterhaltung ab. Der große Saal im
Gaſthaus „Zur Krone” war überfüllt. Dr Theaterabend wurde durch
einen ſchneidigen Marſch der Kapelle Bund eröffnet. Der Vorſitzende,
Herr Gerbig, begrüßte alle Anweſenden und dankte für das überaus
zahlreiche Erſcheinen. Darauf ſang der Verein das Lied „Mägdlein
und Wein blühen am Rhei”. Als Kern des Abends kam dann ein
Volksſchauſpiel in ſechs Akten: „Das erſte Kreuz auf dem neuen
Fried=
hof” zur Aufführung. Alle Rollen waren in guten Händen, ebenſo
hat die wunderbare Dekoration viel zu dem vollen Erfolg beigetragen.
Möge der Verein weiterhin auf der Höhe fortarbeiten, zur Erbauung
aller. Nach einer kleinen Pauſe ging die Unterhaltung weiter. Der
Verein trug zunächſt das Lied „Müllerliebchen” vor. Dann ſang das
allverehrte Ehrenmitglied Hch. Eidenmüller „Die
Walzerkonverſa=
tionen‟ Es kam dann der Einakter „Der Konkurrenzneid auf dem
Lande” und das Couplet „Was geht denn Sie das an?‟ Die Pauſen
wurden durch Muſikvorträge der Kapelle Bund ausgefüllt. Auf
all=
gemeinen Wunſch von hier und auswärts gelangt am erſten
Oſter=
feiertagabend das Volksſchauſpiel „Das erſte Kreuz auf dem neuen
Friedhof” zum zweiten Male zur Aufführung.
X Sandbach, 2. März. Die ſeit Jahrzehnten hier ſehr beliebten
Paſſionsandachten haben wieder begonnen. Sie finden
regel=
mäßig am Mittwoch abend in der Kirche ſtatt. — Auf Veranlaſſung des
Jugendamtes Erbach hat die Schulleitung insgeſamt 15 Schulkinder für
die diesjährigen Erholungskuren vorgeſchlagen. Zu dieſen
Vor=
ſchlägen hat die Gemeindeverwaltung Stellung zu nehmen. Letzten Endes
entſcheidet das Kreisgeſundheitsamt, welche Kinder Kuren erhalten. —
Gegenwärtig ſind hier zwei Einfamilienhäuſer im Bau. In Sandbach
wurde in den letzten Jahren derart reichlich gebaut, daß hier die
Woh=
nungsnot als behoben gelten kam. — Am Tage der Entlaſſung der
Fortbildungsſchülerinnen wird die Schulleitung auf Grund einer
amt=
lichen Verfügung den Mitgiledern des Schulvorſtandes ſowie den Eltern
die Beiwohnung (bzw. Einſichtnahme) zum hauswirtſchaftlichen
Unter=
richt in weitgehendſter Weiſe geſtatten.
Trinkt
R
der Urksamkte Megenbite.
mAusschanß ethsltle.
140
Zur Eröffnung der Heſſiſchen Wander=
Aus=
ſiellung für Geſundheitspflege und ſoziale
Fürſorge in Babenhauſen.
r. Babenhauſen, 2. März.
Am Mittwoch abend fand im Beiſein des Herrn Präſidenten Dy.
Neumann, des Herrn Reg.=Aſſeſſors Wißmann, der Vertreter der
ſtädtiſchen Behörden und vieler eingeladener Gäſte von hier und der
ganzen Umgebung die feierliche Eröffnung der Heſſ. Wanderausſtellung
für Geſundheitspflege und ſoz. Fürſorge ſtatt. Es war eine ſchlichte,
aber recht eindrucksvolle Feier: Zwei Chöre, Mozarts unſterblicher Chos
„Weihe des Geſangs” und Schuberts weihevolles Lied „Die Nacht”,
vor=
getragen vom Geſangverein „Eintracht”, leiteten ſtimmungsvoll die
feier=
liche Veranſtaltung ein. Herr Bürgermeiſter Rühlbegrüßte im Namen
der Stadt die Ehrengäſte und die Erſchienenen, ſprach den Behörden,
den mitwirkenden beiden Geſangvereinen und dem
Ortsausſtellungsaus=
ſchuß den Dank aus und wünſchte der Ausſtelluna. die
das größte Intereſſe erweckt habe, den beſten Erfolg zur Geſundung
unſeres Volkes. Worte eindringlichſter Kraft, in ihrer Art ſchlicht und
daher auch ſo überzeugend wirkend, richtete Herr Präſident Dr.
Neu=
mann=Darmſtadt an die zahlreich erſchienene Zuhörerſchaft. Das
Motto der Ausſtellung, ſo führte er etwa aus, heißt: „Krankheiten
ver=
hüten, iſt beſſer als Krankheiten zu heilen!“ Der Zweck der Ausſtellung
iſt, Aufklärung dem Volke zu bringen und ihm zu ſagen: Verhütet
Krankheiten, ſchützt euch vor ihnen! Das Produkt aller Faktoren in
Heſſen, die im Dienſte der Geſundheitspflege und der Volkswohlfahrt
ſtehen, iſt nach vielen Verſuchen die Schaffung dieſer Ausſtellung. Auf
die verſchiedenen Abteilungen der Ausſtellung eingehend, unterſtrich er
mit ernſten Worten die Tatſache, daß die Tuberkuloſe trotz
fort=
ſchreitender Aufklärung und Vorbeugung immer noch die hartnäckigſte
Krankheit iſt. Sie kommt vorwiegend in den Kreiſen des werktätigen
Volkes vor. Erſchütternd iſt es zu ſagen, daß in Deutſchland alle 7
Minuten ein Menſch an Tuberkuloſe ſtirbt. Darum müſſen wir mit
Energie zu den Mitteln greifen, um das Hauptziel zu erreichen: Die
Ausrottungdieſer böſen Krankheit! Der Redner ſtreifte
noch die Schäden des Alkohols, der Geſchlechtskrankheiten, der ſchlechten
Zahnpflege und die Segnungen einer ſachgemäßen Säuglingspflege. Er
erinnerte an die tiefe Bedeutung der Worte „meos sana in corpore sano‟
und gab dem Wunſche Ausdruck, daß das durch die Ausſtellung
ausge=
ſtreute Samenkorn aufgehen und reiche Früchte tragen möge für die jetzt
lebende und noch kommende Generationen. Indem er die Ausſtellung
als koſtenloſes Gut der Obhut der Stadt Babenhauſen anvertraute,
ſchloß er mit den Worten: Erfülle deinen Zweck! Trage zur Geſundung
unſeres deutſchen Volkes bei und gib uns einen geſunden Geiſt! Starker
Beifall bildete den Widerhall zu ſeinem markigen Vortrag. Noch zwei
ſchlichte, vom Geſangverein „Sängerbund” vorgetragenen Volkslieder,
ein kurzer Rundgang mit Begleitworten durch den Leiter der
Ausſtel=
lung, Herrn L. Avemarie=Darmſtadt, und der Auftakt zur 5 Tage
dauernden Wanderausſtellung war zu Ende.
L. Michelſtabt, 2. März. Volkstrauertag. Wie im
Vor=
jahre, ſo werden auch in dieſem Jahre die einzelnem Vereine in
Ver=
bindung mit der Stadtverwaltung den Volkstrauertag in einer der
Be=
deutung des Tages angemeſſenen würdigen Weiſe begehen. Auf dem
Marktplatze werden ſich nach Beendigung des Gottesdienſtes in der
Kirche die Vereine und Organiſationen zu einem Zuge gruppieren, der
unter Vorantritt der Kapelle der Freiwilligem Feuerwehr nach dem
Kriegerdenkmal von 1870/71 mavſchiert. Hier wird der Bürgermeiſter
der Stadt einen Kranz niederlegen und eine kurze Anſprache halten.
Die an der Feier teilnehmenden drei Geſangvereine werden ein Lied
ge=
meinſam ſingen. Nach Beendigung dieſer Feier wird ſich der Zug nach
dem Ehrenmal auf dem Friedhof begeben, woſelbſt die zweite Feier
ſtatt=
finden wird. Auch hier wird, dem Beſchluß der die Feier
veranſtalten=
den Vereine und Körperſchaften entſprechend, eine Kranzniederlegung
erfolgen, die mit einer Gedächtnisrede verbunden iſt. Geſangsvorträge
der einzelnen Geſangvereine ſowie muſibaliſche Darbietungen des
Poſau=
nenchors und der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr werden die Feiev
umrahmen. Den Abſchluß des Volkstrauertages bildet ein
Trauer=
kirchenkonzert abends 8 Uhr in der Stadtkirche zu Michelſtadt,
aus=
geführt von dem Organiſten Adam Knecht und Lehrer Köth (Violine)
unter Mitwirkung von Frau Witt (Sopran) und Frau Staedtler (Alt)
Das Program zu dieſer Veranſtaltung ſieht die Wiedergabe ernſter,
der Bedeutung des Tages entſprechender Muſikſtücke vor, die dem
Be=
ſucher eine Stunde ſtillen Gedenbens an die im Weltkriege gefallenen
Hel=
den bereitet. — Aufhebung des Arbeitsamts. Um der
beabſichtigten Aufhebung des Arbeitsamtes wirkſam zu begegnen, hat die
Kreisgruppe Erbach des Heſſiſchen Landgemeindetages in einem
nach=
ſtehend wiedergegebenen Telegramm der Kreisgruppe an das
Landes=
arbeitsamt Heſſen in Frankfurt a. M. gegen dieſes Vorhaben Stellung
genommen. Der Inhalt des Telegramms iſt folgender: Die Kreisgruppe
Erbach des Heſſiſchen Landgemeindetags bittet dringend, von der
Auf=
hebung des ſelbſtändigen Arbeitsamtes abzuſehen. Die kommunalen
In=
tereſſen verlangen vernünftige Geſtaltung der Verhältniſſe und
Berück=
ſichtigung der beſonderen wirtſchaftlichen Lage des Odenwaldes. Die
Schaffung eines Arbeitsamtes „Odenwald” iſt notwendig und nicht
An=
gliederung an wirtſchaftsfremde Bezirke. Die ungünſtigen
Verkehrsver=
hältnie des hinteren Odenwaldes gefährden die Durchführung der
Ar=
beits= und Lehrſtellenvermittlung und Berufsberatung, wenn die
Selb=
ſtändigkeit des Amtes beſeitigt wird. Im Intereſſe der
Wirtſchafts=
verhältniſſe des von einer evtl. Aufhebung betroffenen Gebietes wollen
wir hoffen, daß das Vorgehen der Kreisgruppe Erbach des Heſſiſchen
Landgemeindetages die Erhaltung des ſelbſtändigen Arbeitsamtes des
Kreiſes Erbach ſicherſtellen wird.
m. Beerfelden, 2. März. Kohlenſparverein. Vor einigen
Jahren ſchloſſen ſich Mitglieder der Viehkaſſe zu einem Kohlenſparverein
zuſammen zwecks gemeinſamen Bezugs von Kohlen. Die nötigen Beträge
wurden durch wöchentliche Zahlungen aufgebracht, wodurch den
Teilneh=
mern die Bezahlung weſentlich erleichtert wurde. Die Mitglieder
ver=
ſchafften ſich ſo auf die billigſte und bequemſte Weiſe den größten Teil
ihres Winterbrandes. Da die Zahl der Bezieher auf 100 ſtieg, 1oſte
ſich der Kohlenſparverein unlängſt von der Viehkaſſe. Die im „Mohren”
ſtattgehabte konſtituierende Verſammlung wurde geleitet von Herrn
H. Breitinger, der auch den Arbeitsplan für die nächſte Zukunft feſtlegte.
Da die Kommiſſion, beſtehend aus den Herren Breitinger, Körber und
Federlin alles ſtets muſterhaft erledigt hatten wurde von einer
Vor=
ſtandswahl abgeſehen, bzw. bilden dieſe den Vorſtand, zwei Kontrolleure
wurden gewählt. Die Einlagen werden weiter entgegengenommen von
den Herren L. Körber und G. Müller. Es wurde betont, daß der
Verein ohne jeden Nutzen arbeitet, ganz allein zum Vorteil der
Mit=
glieder.
DITe!
Sondern Einfachheit u. Soddität u
der Pachung.
Dafür aber jeden verfügbauen Groschen für den
Tabak. Das ist unsere Losung. überzeugen Se sich von
derWahrheit unserer Anküindigungen u. probieren.
Sie: Batschari
MENO.SM RERORD..ON
A-BAISCHARI CGARETENFABRIK
Seite 8
Samstag den 3 März 1928
Nummer 63
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 4. bis 10. März 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt—Dieburg—Babenhauſen—Aſchaffenburg bei Bahnhof
Ba=
benhaufen bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Beſondere
Umleitungs=
ſtraße, auf der Wagen bis 5,5 Tonnen 20 Kilometer, Wagen über 5,5
Ton=
nen 12 Kilometer fahren dürfen.
Gießen—Reißkirchen bis zum Hochdruckbehälter bei Annerod iſt
teil=
weiſe mit Erdaushubmaſſen und Materialien belegt. Vorſicht!
Mainz—Worms (zwiſchen Dienheim und Ludwigshöhe Km. 25—26)
om N. Februar bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Waldülvers=
eim und Guntersblum.
Worms—Bensheim (Ortsdurchfahrt Bürſtadt, öſtlicher Ortsausgang
his zum Waldanfang vom 24. 2. bis 16. 3. geſperrt. Umleitung:
Bob=
ſtadt—Biblis Jägersburg.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Ortsdurchfahrt Grünberg (Londorfer Straße von der Gallusſtraße
bis zur Höfentränke) vom 21. November bis auf weiteres geſperrt.
Um=
keitung über die Bahnhofſtraße.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodheim—
Köppern und Rodheim—Holzhaufen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Elenbach reſp. Kloppenheim—Petterweil oder
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Ortsdurchfahrt Nack im Zuge der Straßen Erbes=Büdesheim—
Nack-Nieder=Wieſen und Wendelsheim-Nack—Bechenheim vom 13. 2.
bis 31. 3. geſperrt. Umleitung: Für den Verkehr Erbes=Büdesheim—
Nieder=Wieſen über Wendelsheim und für den Verkehr Wendelsheim—
Bechenheim über Nieder=Wieſen.
Ortsdurchfahrt Großen=Buſeck (Zeilgaſſe) vom 16. Februar bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung über die Kaiſerſtraße in Großen=Buſeck.
Offenbach-Bürgel—Rumpenheim (von Staudenſtraße bis
Gemar=
kungsgrenze) vom B. 2. bis 8. 5. gaſperrt. Umleitung: Ueber
Villen=
kolonie Waldheim bzw. Mühlheim a. M.
Gau=Bickelheim—Frei=Laubersheim (Ortsdurckhfahrt Wöllſtein) von
der Alzeherſtraße bis zur Einmündung Kirchſtraße vom 5. 3. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung von der Alzeheyſtraße durch die
Kirch=
ſtraße.
Ortsdurchfahrt Mainzlar (Bahnhofſtraße) vom 29. 2. bis 15. 3.
ge=
ſperrt. Umleitung: Stauffenberg—Daubringen.
Heimarbeit im Pogelsberg.
m. Beerfelden, 2. März. Freiwillige Feuerwehr. Die
diesjährige Generalverſammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Saale
„Zum Mohren” nahm bei gutem Beſuch einen ſchönen und würdigen
Verlauf. Der Vorſitzende, Herr G. Lenz, erſtattete nach einer
Begrü=
ßung den Jahresbericht, dem zu entnehmen iſt, daß die Wehr auf ein
arbeitsreiches Jahr zurückblicken kann. Das Protokoll der letzten
Haupt=
verſammlung verlas der Schriftführer, Herr W. Groß; den
Rechenſchafts=
bericht gab Herr W. Schott, der ſchon 33 Jahre Rechner der Wehr iſt.
Für die muſterhafte Rechnungsführung wurde ihm der Dank des Vereins
eusgeſprochen. Der Punkt „Vorſtandswahl” der Tagesordnung zeigte
die Zufriedenheit der Mitglieder mit ihrem derzeitigen Vorſtand; auf
Vorſchlag des 1. Brandmeiſters, Herrn W. Bechtold wurden Präſident
und Vorſtand durch Zuruf einſtimmig wiedergewählt. Des weiteren
galt es denn, einige langjährige Mitglieder zu ehren; dieſe ſind die
Herren: Schmiedemeiſter H. Kumpf, Adam Eiſert, Ludwia Wagner.
Schon 40 Jahre lang gehören ſie der Wehr an, Herr Eiſert ſteht ſogar
nur ein Jahr weniger als ein halbes Jahrhundert bei der Wehr. Der
Präſident überreichte mit paſſenden Worten jedem ein ſchön
ausgeführ=
tes Diplom, die anweſende Feuerwehrkapelle intonierte einen Tuſch und
trug auch ſtäter durch ihre ſchönen Weiſen weſentlich zur Erhöhung der
Gemütlichkeit bei. Ehe in den nichtoffiziellen Teil eingetreten wurde,
wurden noch Anfragen erledigt und darüber beraten, was zum weiteren
Ausbau der Wehr zu tun ſei. — Volkstrauertag. In einer
ge=
meinſamen Sitzung der Vertreter aller hieſigen Vereine einigte man ſich
vorgeſtern abend dahin, am 4. März in der Kirche eine Gedächtnisfeier
zu halten. Die Vereine beteiligen ſich geſchloſſen mit Fahnen, die
Ge=
fangvereine ſingen an paſſender Stelle Chöre. Dieſer Beſchluß gilt auch
für die kommenden Jahre. — Vorgeſtern abend ehrte der Geſangverein
„Sängerriege” ſein ſcheidendes Mitglied Herrn Fr. Holſchuh durch ein
Ständchen. Der Scheidende war einige Monate von Amerika zu Beſuch
hier, uachdem er vorher vier Jahre dort geweilt hatte.
* Hirſchhorn, 2. März. Waſſerſtand des Neckars am
1. März: 1,35 Meter; am 2. März: 1,32 Meter.
Bt. Fürth, 2. März. Am Sonntag, den 4. März, hält der
Kraft=
ſportverein im Saale „Zum Odenwald” (Beſ. Peter Schmitt), ſeine
dies=
jährige Abendunterhaltung ab. Neben zwei Einaktern kommt zur
Auf=
führung „Der verlorene Sohn”. Am Schluſſe findet eine Verloſung ſtatt.
A. Schlierbach, 2. März. Volkstrauertag. Kommenden
Sonntag, den 4. März, wird in unſerer Kirche ein beſonderer
Trauer=
gottesdienſt für die im Weltkriege 1914/18 gebliebenen Helden für den
Beziuk des ganzen Kirchſpiels Schlierbach ſtattfinden. Beginn 10 Uhr.
Der hieſige Kriegerverein wird geſchloſſen an der Feier teilnehmen. Nach
dem Gottesdienſt wird eine kurze Nachfeier am Ehrenmal der Helden
des Krieges ſtatfinden. Das Pfarramt lidt zu der Gedächtnisfeier
fämtliche Kiraypielsmitglieder ein, beſonders die Angehörigen der
Ge=
fallenen.
* Brandau, 2. März. Auf Anregung des hieſigen Kriegervereins
findet auch in dieſem Jahre, am Volkstrauertag, an dem Kriegerdenkmal
zu Ehren unſerer gefallenen Helden eine Gedächtnisfeier ſtatt. Um 2 Uhr
nachmittags verſammeln ſich ſämtliche hiefigen Vereine, ſowie die
Schul=
fugend am Kriegerdenkmal. Herr Pfarrer Gebhardt=Neunkirchen hält
die Gedächtnisrede.
1. Von der Bergſtraße, 1. März. Durch den ſchauderhaften Zuſtand
der Abortanlage am Weinheimer Hauptbahnhof, ſah ſich der Stadtrat
Weinheim veranlaßt, mit der Reichsbahndirektion in Mainz wegen
Erſtellung eines neuen Abortgebäudes in Verhandlung zu treten. Die
Reichsbahn erklärt ſich bereit, einen entſprechenden Maſſivbau in der
Architektur der Aufbauten über den Ausgängen des Weinheimer
Bahn=
ſteigtunnels zu erſtellen, falls die Stadt Weinheim zu den Baukoſten
von 42 000 Mark einen Zuſchuß von 25000 Mark leiſtet. Der Stadtrat
Weinheim wird dem am 9. März zuſammentretenden Bürgerausſchuß
einen entſprechenden Antrag unterbreiten.
W. Heppenheim a. d. B., 2. März. Amtstage des
Kreis=
amtes. Die nächſten auswärtigen Amtstage des hieſigen Kreisamtes
finden am 6. März in Hirſchhorn und am 8. März in Neckar=
Steinach je im dortigen Rathauſe ſtatt. — Zu Gunſten des Grundſtocks
bei der Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen der Stadt
h. Die meiſten Kleinbauern des Vogelsbergs ſind während des
Winters gezwungen, eine Nebenbeſchäftigung zu betreiben. Und
beſon=
ders die Mißernten der letzten Jahre haben manchen Kleinbauern
ge=
nötigt, wieber zu einem Nebenerwerb zu greifen. Ein ſeit den letzten
30 Jahren faſt ganz verſchwundenes Handwerk iſt das Weben. Während
früher im Winter zahlreiche Webſtühle in den Dörfem klapperten, iſt
dies alte Hausgowerbe nur noch vereinzelt anzutreffen. Nur in den
Orten Herbſtein, Eichenrod, Allmenrod Metzlos, Hopfmannsfeld und
Sickendorf trifft man noch vereinzelt Weber, die für den eigenen
Be=
darf arbeiten, das berufsmäßige Weben iſt kaum noch als Heimarbeit
anzutreffen. In Elbenrod, unweit Alsfeld, ſtellen noch Weber
alt=
deutſche Tiſchdecken her. Vom Spinnen läßt ſich dasſelbe ſagen wie vom
Weben, immer ſeltener hört man das Schnurren und Surren der
Spinnräder, auch dieſes Hausgewerbe geht dem Ausſterben entgegen.
Meiſt iſt es nur noch das Großmütterchen, das die Spindel dreht, die
Jugend kennt den Gebrauch des Spinnrades nicht mehr. Hier wirkt auch
der Rückgang der Schefzucht mit.
Gänzlich ausgeſtorben ſind die Hausgowerbe der Meſſerſchmiede
und Nagelſchmiede, die einſt im Kreiſe Lauterbach und im Ohmtal ſtark
verbreitet waren. In Ober=Ohmen will man ein Heimatmuſeum
grün=
den und auch eine Nagel= und Meſſerſchmiedewerkſtatt aus den im Orte
noch vereinzelt anzutreffenden Werkzeugen und Geräten
zuſammen=
ſtellen. Das Schmerbrennen aus den Wurzelſtöcken der Tannen und
Kiefern hat heute nur noch einen Vertreter, das iſt der Schmerſchorſch
in Kirtorf. Er brennt noch im Herbſt und Winter Wagenſchuer und
verkauft ihn im Frühjahr im Hauſierhandel in den Orten des
Vogels=
bergs.
Am meiſten verbreitet iſt die weniger Geſchicklichkeit erfordernde
Herſtellung von Beſen und gewöhnlichen Körben. In Landenhaufen,
Salz, Schadges, Breungeshain, Sichenhauſen, Gelnhaar, Echzell,
Streben=
dorf, Storndorf, Ruhlkirchen und Osmes widmet wan ſich im Winter
dieſem Nebenerwerb. Viele Korbflechter ziehen auch durch die Dörfer
W. Heppenheim a. d. B., 2. März. Tagung des kathol.
Frauenbundes. Am kommenden Sonntag veranſtaltet der kath.
deutſche Frauenbund Heppenheim ſeinen erſten heſſiſchen Landfrauentag.
Der Frauenbund will der Landfrau durch Vorträge und Kurſe
Anlei=
tung und Winke geben, wie ſie die ihr zufallenden Arbeiten in der
Familie und auf dem Feld praktiſch einteilen kann; und will ſie auf
er=
probte Neuerungen aufmerkſam machen, um ihr die Arbeit zu erleichtern.
Am Sonntag ſind zunächſt zwei Vorträge, und zwar: 1. „Die katholiſche
Familie”, gehalten von Fr. Dr. Deutler aus Ravensberg; und 2. „
Pral=
tiſcher Vortrag über die Berufsauffaſſung der Landfrau” von Herrn
Landwirtſchaftsrat Dr. Schül aus Heppenheim. Nach den Vorträgen iſt
Beſprechung über die Weiterführung der Arbeit durch Vorträge und
Kurſe. Die 2—4tägigen Kurſe im Winterhalbjahre finden ihre
Ergän=
zung durch die Monatsſchrift „Die katholiſche Landfrau‟. Bei dem
gan=
zen Plan der bevorſtehenden Arbeit gehen die wirtſchaftliche Schulung
und die Belehrung in kulturellen Fragen Hand in Hand. — Am
Mon=
tag, den 5. März, werden aus dem Lörzenbacher Gemeindewald Buchen=,
Kiefern=, Birken=, Eichen=, Fichten= und Lärchenſtämme, Derbſtangen,
Scheiter, Knüppel und Wellen verſteigert.
H. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 2. März. Die Schneider=
Zwangsinnung für den Kreis Heppenheim hält am Montag,
den 5. März, nachm. 1½ Uhr, in Weinheim, im Gaſthaus Menges am
Bahnhof, eine außerordentliche Generalverſammlung ab über Auflöſung
der Innung. Mitglieder, welche mit ihrem Beitrag rückſtändig ſind,
haben bei der vorzunehmenden Abſtimmung kein Stimmrecht. Bei den
Zwangsinnungen ſcheint man wieder abzubauen.
Bl. Kleinhauſen, 2. März. Dieſer Tage hielt unſer
Brieftauben=
züchterverein eine gut beſchickte Vereinsausſtellung im Gaſthaus Bohrer
ab. Ausgeſtellt waren zirka 200 Tiere. Gleichzeitig wurde im ſelben
Lokal die Frühjahrshauptverſammlung der Reiſevereinigung Bensheim
ud Umg. abgehalten, die zahlreich beſucht war. Nach längerer Debatte
wurde die Reiſerichtung Flrth, Wald=Michelbach, Hetzbach, Lauda,
Ans=
bach, Neumarkt, Straubing, Paſſau, Linz, St. Pölten und Bruck an der
Leitha gewählt.
* Gernshcim, 2. März. Waſſerſtand des Rheins am
2. März: 0,52 Meter.
Aa. Biebesheim, 1. März. Der Biebesheimer Faſel= und
Zucht=
viehmarkt findet am Dienstag, den 6. März, ſtatt. Wie nicht
an=
ders zu erwarten war, iſt auch der diesjährige Markt vorausſichtlich gut
beſchickt und wird einen Beweis für die Güte und Höhe der
Biebes=
heimer Rindviehzucht liefern. Der Marktplatz iſt nicht, wie man noch
vor Wochen annahm, auf dem Sportplatz des Turnvereins, der Markt
wird vielmehr, wie ſeither, mitten im Ort abgehalten werden. Auch in
dieſem Jahre iſt mit dem Markt eine Verloſung verbunden, die ſich
ſicherlich eines guten Zuſpruchs erfreuen dürfte. Der Auftrieb des Viehes
beginnt am Dienstag, vormittags um 8 Uhr. Der eigentliche
Markt=
beginn iſt auf 9 Uhr vormittags feſtgeſetzt. Daß jedes vorgeführte Stück
Vieh ein genaues Urſprungszeugnis haben muß, verſteht ſich von ſelkſt.
Br. Egelsbach, 2. März In der letzten Gemeinderatsſitzung wurde
der Beigeordnete Herr Becker dunch Haudſchlag verpflichtet und in ſein
Amt eingeführt. Die Bürgermeiſterwahl ſoll am 25. März und eine
eventuelle Stichwahl am 1. April ſtattfinden. Es werden wieder zwei
Wahlbezirke gebildet mit folgender Wahlkommiſſion: Herr
Beigeord=
neter Becker als Wahlkommiſſar, als Schriftführer Herr
Gemeinde=
rechner Schneider und als Beiſitzer die Herren Rektor Schwarz, H. Ph
Fink und Val. Keim. Für den 2. Wahlbezirk Vorſteher G.=R. Lawin,
Stellvertreter G.=R. Hahn. — Dem Turnverein wird das zur
Einfrie=
digung des Sportplatzes nötige Holz aus dem Gemeindewald
über=
laſſen unter der Bodingung, die von der Rechten geſtellt wurde, daß
auch den anderen Sportvereinen gegebenenfalls in gleicher Weiſe
ent=
gegengekommen würde.
Heppenheim ſtiftete der Werkmeiſterverein der hieſigen Ortsgruppe den
Betrag von 30 Mark. Zum gleichen Zweck ſind in den hieſigen
Gaſt=
häuſern Sammelbüchſen aufgeſtellt.
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und arbeiten auf Tagelohn bei den Bauern, wo ſie teils neue Körbe
herſtellen oder beſchädigte ausbeſſern. Beſondere Geſchicklichkeit rühmt
man den Sichenhäuſer Korbmachern nach, welche die ſogen.
Schauzen=
körbe herſtellen und ſie dann meiſt im Hauſierhandel verkaufen.
Loh=
nende Arbeit finden auch die Strohflechter, die Strohſchuhe, Strohmatten
und Decken verfertigen. Das Stuhlſitzflechten wird noch in Seibelsdorf
und Ohmes ausgeübt.
Berühmt ſind die geſchickten Rechenmacher zu Rebgeshain, die es
verſtehen, große ud kleine Rechen in den ſchönſten Farben und mit
hübſchen Verzierungen herzuſtellen. Doch andere Orte machen
Rebges=
hain Konkurrenz in Rechen, z. B. Volkartshain, Kölzenhain,
Mittel=
ſeemen, Oberſeemen, Herchenhain, Hartmannshain, Breungeshain,
Hör=
genau, Ilbeshauſen, Rudingshain und Zeilbach.
Die Herſtellung von Löffeln und Waſchklammern iſt eine
Speziali=
tät der Bewohner von Köddingen, Helpershain, Sellnrod und
Schmitten. Löffel und Küchengeräte, zierlich mit Figuren geſchmückt,
verſtehen ſie faſt künſtleriſch zu ſchnitzen.
Noch größere Geſchicklichkeit erfordert die Verfertigung von
Spinn=
rädern in Ilbeshaufen und Bermuthsham. Die Räder ſind bunt von
Farben und künſtlih ausgedreht, mit Ringlein und hölzernen
Sprin=
nännchen, die bei jedem Umſchwung des Rades tanzen. In Bermuthl,
hain gibt es auch Spielwarenſchnitzer.
Mehr Grobarbeit in Holzwaven liefern Holzſchuhmacher in Queg,
Pford, Willofs und Landenhauſen, die Schindelmacher in Helpershain,
Köddingen, Hörgenau und Herchenhain.
Die beſten Ausſichten für eine zufunftsreiche Heiminduſtrie bietet
der ſtark einſetzende Winterſport. Die Orte Herchenhain,
Hartmanns=
hain und Breungeshain, die dem Sportgelände am nächſten liegen,
wid=
men ſich ſeit den letzten Jahren dem Herſtellen von Schneeſchuhen. Da
die meiſten Hausgewerbe ſtändig zurückgehen, ſo dürfte dieſer neue Zweig
der Heimarbeit einen willkommenen Erſatz bilden.
By. Langen, 2. März. Für den Kreis Offenbach findet vom 5. bis
17. d. M. in Offental ein Obſtbaukurſus ſtatt. Dadurch ſoll den
obſtbau=
treibenden Landwirten und den Freunden des Obſtbaues Gelegenheit
ge=
geben werden, ſich theoretiſch und praktiſch die erforderlichen Kenntniſſe
zu erwerben oder zu erweitern. Auch können die Teilnehmer, die zum
Kurſus benötigten Geräte durch die Vermittlung des
Kreisobſtbauver=
bandes in guter Qualität und zu billigen Preifen beziehen. Der Kurſus,
der unentgeltlich iſt, ſteht unter der Leitung des Kreisobſtbauinſpektors.
Ah. Bingen a. Rh., 1. März. Profeſſor Hoepkes letzte
Fahrt. Umſäumt von dichten Reihen ſeitens der Bevölkerung
Bin=
gens zog ein langer Zug durch die Straßen der Stadt hinaus nach dem
Hoepke. Dem Sargwagen voran ſchritten unter den Klängen eines
Chorals, geſpielt von der Muſik der hieſigen Freiwilligen Feuerwehr,
die Verbindungen und Vereine des Technikums. Den Zug beſchloſſen
die Vertreter der ſtädtiſchen Körperſchaften und Freunde des
Verſtor=
benen. Pfarrer Palmer ſprach am Grabe Worte des Troſtes und
des ehrenden Gedächtniſſes. Bürgermeiſter Neff erwies den letzten
Ehrendienſt dem Toten im Namen der Stadt, der Stadtverwaltung und
der Stadtverordneten. Er würdigte die Verdienſte Prof. Hoepkes um
das Technikum und damit um die Stadt Bingen. Sein Name werde
immer und unauslöſchloh mit dem der Stadt Bingen verbunden bleiben.
Letzte Grüße und Abſchiedsworte widmeten am Grabe noh Ing.
Ho=
burg im Namen der Lehrerſchaft des Technikums, Dir. Dumonk
im Auftrage der Höheren Töchterſchule und im Namen des
Kurato=
riums, ſowie die Vertreter ſeiner Altersgenoſſen des Jahrgangs 1865,
der Ortsgruppe der Deutſchen Volkspartei, als deren Mitglicd Prof.
Hoepke im Stadtrat tätig wvar, und der heutigen Ingenieure, ehemaliger
Studenten des Rheiniſchen Technikums, der Firma Adam Opel=
Rüſſels=
heim. Zahlreiche Kränze ſchmückten die letzte Nulzeſtätte Prof. Hoepkes.
Ad. Oppenheim, 2. März. Die diesjährige ordentliche
General=
verſammlung der Volksbank war von 102 Mitgliedern
be=
ſucht.” Trotz des ſchlechten Weinjahres 1927 hat die Volksbank einen
Kapitalzuwachs von 373 000 Mark und einen Reingewinn
von 52600 Mark zu verzeichnen, 15 000 Mark mehr als im Jahre
1926. Aus dem Reingewinn wird zunächſt eine 10prozentige Dividende
verteilt im Betrage von 22 184 Mark. An Geſchenken erhält der
Ver=
kehrs= und Verſchönerungsverei Oppenheim 250 Mark, der
Gewerbe=
verein 100 Mark, Obſt= und Gartenbauverein des Kreiſes Oppenheim
100 Mark, Sanitätskolonne Oppenheim 100 Mark,
Tuberkuloſebekämp=
fung des Kreiſes Oppenheim 100 Mark, Oppenheimer und Nierſteiner
Krankenſchweſtern 300 Mark bzw. 100 Mark. Dem Aufwertungsfonds
werden 22 642 Mark, dem Reſerbefonds 6721 Mark überwieſen. Die
alten Spareinlagen werden mit 5 Prozent aufgewertet. Beträge unter
20 Mark bleiben ohne Aufwertung. Der Geſchäftsanteil wurde auf 300
Mark feſtgeſetzt. Die von den Mitgliedern zu beanſpruchenden Kredite
werden von 50 (00 auf 100 000 Mark erhöht. In den Aufſictsrat
wur=
den wiedergewählt Altbürgermeiſter Schmidt, Franz Joſ.
Senf=
ter und Wilhelm Bauer.
4h. Wendelsheim „(Rheinh.), 2. März. Bau einer kath.
Kirche. Die katholiſche Gemeinde Wendelsheim beabſichtigt
ſchon ſeit Jahren die Errichtung eines eigenen Gotteshauſes, doch
ſtan=
den dieſem Plane immer wieder Schvierigkeiten hinſichtlich des Platzes
und der Beſchaffung der nötigen Baugelder gegenüber. Jetzt iſt nun
die Platzfrage ſoweir gelöſt, daß ein lieſiger Einwohner ein geeignetes
Stück Ackerland unentgeltlich zur Verfügung geſtellt hat.
WSN. Gießen, 2. März. Einneuer Stadtbaurat in
Gie=
ßen. Die Stadtverordnetenverſammlung wählte geſtern, mittag in
einer nichtöffentlichen Sitzung den Regierungsbaumeiſter a. D. Wilhelm
Gravert aus Rheinhauſen a. Rh. zum Stadtbaurat und Vorſtand des
Hochbauamtes der Stadt Gießen. Stadtbaurat Gravert ſteht im 38.
Lebensjahre. Er wurde u. a. bei Geheimrat Walbe in Darmſtadt
aus=
gebildet und hat längere Zeit im Hochbauamt in Offenbach gewirkt.
Gravert tritt ſeinen Poſten am 1. April ds. J3. an.
Bz. Heiligkreuzſteinach, 2. März. Vorgeſtern nacht brannten hien
drei Scheunen und ein Wohnhaus vollſtändig nieder. Durch
die großen Strohvorräte fand das Feuer reichliche Nahrung. Die
Ent=
ſtehungsurſache des Brandes iſt bis jetzt noch nicht bekannt.
— Miltenberg a. M., 2. März. Hier wurde mit dem Neubau einer
zweiten Jugendherberge, und zwar für Mädchen begonnen. Die
Stadt ſchenkt das Bauholz und einen großen Bauplatz mit herrlichem
Ausblick auf das ſchöne Maintal. Ein warmherziger Freund der
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dernden Jugend, Herr Großkaufmann Dr. jur. Erich Winterhelt in
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Nummer 63
Reich und Ausland.
dem Familiendrama in der
Biſchofsheimer=
ſtraße.
SN. Frankfurt a. M. Ueber das erſchüt=
Ude Drama in der Biſchofsheimerſtraße 22, bei dem
n Ehemann ſeine ganze Familie erwürgt hat,
er=
ysen wir noch folgende Einzelheiten: Die Familie
ü drich Wichmann wohnte ſeit etwa einem halben
tr als Untermieter bei dem ſeit langem
ſtellen=
a Hauptmieter Sommer. Die Eheleute hauſten
if ihren drei Kindern im Alter von einem Jahr bis
ſwier Jahren in einem einzigen Zimmer.
Wich=
an n iſt ein vor längerer Zeit abgebauter
Eiſen=
wribeamter, der ſeit ſeiner Dienſtentlaſſung nur
Uyggentlich für kurze Zeit gering bezahlte
Beſchäfti=
ingg fand. In der letzten Zeit war er als
Reiſever=
euer einer Tuchfirma tätig. Seine Unterſtützungen
die geringen Einkünfte reichten nicht aus, um
Notwendigſte für den Lebensunterhalt zu
be=
ſeitten. Zunächſt blieb die Familie mit der Miete
ſsſtückſtand. Dann kamen andere Rechnungen, die
ſchr mehr bezahit werden konnten. Mahnungen
Sen ergebnislos, denn Geld konnte beim beſten
ſit en nicht aufgetvieben werden. Neben der
Ent=
ihuing der Gas= und Lichtbenutzung ging der
Ver=
iarer Sommer dazu über, der Familie das Waſſer
zirſtellen. Auf dieſe Weiſe wollte Sommer einen
rock auf die Familie ausüben, um zu dem
rück=
indhigen Geld, für die Miete zu gelangen. Außer
enen Schulden hatten die Leute beim Bäcker,
Kolo=
auwarenhändler und beim Milchmann geborgt. Am
aiwe vor der Tat hatte die Frau noch verſchiedene
Erildſcheine unterſchrieben, weil ſie am Donnerstag
vygen zu ihren Schwiegereltern nach Saarbrücken
ſigen wollte. Dorthin wollte ſie ihre Kinder
mit=
ſhnnen, während der Mann ſich um den Verkauf
rurr paar Habſeligkeiten bemühen ſollte. Aus dieſem
ElSs ſollten die Schulden bei den
Lebensmittelhänd=
bezahlt werden. Ueber den Leumund der
Fa=
ibe hört man nur gutes. Der Ehemann hat ſich
däch um Arbeit bemüht und keine Mühe geſcheut,
paar Pfennige herbeizuſchaffen. Der Mutter
ur nur das Wohl ihrer Kinder am Herzen; ſie
Uht hat oft viele Tage gehungert.
Der vierte Tag des Wagner=Prozeſſes.
WSN. Frankenthal. Die Vernehmung des
uma=Obermeiſters Hammann, angeklagt der
Unter=
ituung der Wagnerſchen Betrügereien gegen
Be=
ſchrungsgeld, kennzeichnet das Anſehen und das
ellsſtbewußtſein Wagners durch, deſſen gelegentlich
nuss Geldgeſchenks gebrauchten Worte, daß es ihm
ar darauf ankomme, da er ja Millionär ſei.
Sn yorſch, kannſt ruhig nemme, i bin reich, i bin
u5 Ferſcht der Pfalz.” Hammann will auch nicht
an=
ihernd die behaupteten 21 000 Mark erhalten haben.
ei Kaufmann Hans Stallmann=Halle hat
Geld=
ſohenke an mehrere Angeklagte überbracht und in
RRechnungen Wagners höhere Gewwichte eingeſetzt,
exr mit einem entſprechenden Werkzugeſtändnis an
ſygner, begründete. Uebrigens haben die
Wagner=
zax Firmen vom Leunawerk noch heute
Aufwer=
unsbeträge weit über den Betrag des vom
Leung=
gemeldeten Schadens zu fördern, die Wagners;
onl kursverwältung angemeldet habe. Wüſt habe aus
uuztechniſchen Gründen (Umſatzſtenererſparnis)
eine offizielle und eine ſchwarze Rechnung
ein=
küicht. Wüſt ſei auch ſchwarz bezahlt worden.
talllmann hat die Schmiergelder ſtets im Umſchlag
Uinregelmäßigen Zwiſchenräumen zu Weihnachten
der ähnlichen Gelegenheiten ausgegeben, jedoch nicht
Der behaupteten Höhe. Der 1925 ausgeſchiedene
ützektor Krämer habe die Verrechnung gehabt und
m. die Schmiergelder gewußt. Der Vorſitzende ſtellt
un! heilloſes Durcheinander in der Buchführung zu
rmmers Zeit feſt. Aus den Merſeburger
Werk=
imenbetrieben Wagners ſeien 1926 etwa 100 000 Mk.
das Ludwigshafener Stammhaus gefloſſen,
wo=
u- allerdings noch große Ludwigshafener Vorſchüſſe
bä ingen. Morgen ſoll Hechtenberg vernommen
eleden.
Tödliches Automobilunglück.
EU. Hannover. Bei Alfeld fuhr ein
Miets=
uuo infolge einer Reifenpanne gegen einen
Straßen=
zmm, wobei der Direktor der Vereinigten Brauereien
ſa=nnover=Hildesheim, Künne, ſofort getötet wurde.
Neue deutſche Pilotin.
ſchauſpielerin, Leichtathletin und Tochter eines
großen Gelehrten.
Antonie Straßmann,
ſich als Schauſpielerin und Leichtathletin bereits
nan Namen gemacht hat, beſtand das
Piloten=
zanmen und iſt nun berechtigt, Paſſagiere in ihrem
lugzeug mitzunehmen. Fräulein Straßmann ſtammt
us der berühmten Aerztefamilie, iſt Tochter des
zehſeimrat Prof. Paul Straßmann und hält ſeit
ſahmen den deutſchen Rekord im
Damendauerrad=
fahren.
Samstag, den 3. März 1928
Geite 11
Zum Bergwerksunglück bei Recklinghauſen.
Zum Unglück auf der Zeche „Wiendahlsbank”.
Dortmund. Bis gegen 10 Uhr abends iſt der
noch unter den glühenden Erdmaſſen liegende vierte
Arbeiter nicht geborgen worden. Die Feuerwehren
der umliegenden Orte ſind fieberhaft mit den
Auf=
räumungs= und Bergungsarbeiten beſchäftigt, die
jedoch durch immer wieder nachſtürzende brennende
Erdmaſſen ſtark behindert werden. Der Bagger,
ſowie mehrere Eiſenbahnwaggons ſind vollſtändig
zerſtört.
Die Unterſuchung des Zechenunglücks.
Berlin. Die Unterſuchung des furchtbaren
Un=
glückes, das ſich am Mittwoch früh auf Zeche „Gwald=
Fortſetzung” bei Recklinghauſen ereignete, iſt noch
in vollem Gange. Nach den bisherigen Feſtſtellungen
ſcheint die Fördermaſchine vollkommen in Ordnung
geweſen zu ſein. Der Maſchiniſt, der angab, der
Tiefenanzeiger habe nicht einwandfrei gearbeitet und
er ſei infolgedeſſen über den Stand der Förderkörbe
in Unkenntnis geweſen, hat für dieſe Behauptung
noch keinen ſtichhaltigen Beweis erbringen können.
Daraufhin iſt der Maſchiniſt auf Weiſung der
Staatsanwaltſchaft vorläufig in Haft genommen
worden. Dies geſchah auch, weil ſich in der
Beleg=
ſchaft eine heftige Erbitterung gegen ihn bemerkbau
machte. Zurzeit arbeitet man an der Befreiung des
in etwa 12 Meter Höhe in dem Förderturm
ein=
gekeilten Korbes. Exſt ſpenn dies geltugen iſt, wird
ſich zeigen, ob der Tiefenanzeiger tatſächlich
fehler=
haft war. Von dem Eugebnis dieſer Unterſuchung
hängt es ab, ob gegen den Maſchiniſten ein
Strafver=
fahren eingeleitet wird. Von den Schwerverletzten
ſchweben drei noch in Lebensgefahr und ſind noch
immer bewußtlos. Einer von ihnen iſt
Familien=
vater und hat neun Kinder.
Beileidstelegramm des Reichsarbeitsminiſters
zum Bergwerksunglück bei Recklinghauſen.
Berlin. Der Reichsarbeitsminiſter hat am
1. März an die Betriebsvertretung der Zeche „Ewald=
Fortfetzung” in Erkenſchwick bei Recklinghauſen
tele=
graphiert: Mit tiefer Erſchütterung erhalte ich
Kenntnis von dem ſchweren Unglück, das zahlreiche
Ihrer Kameraden dahingerafft hat. Ich ſpreche der
geſamten Belegſchaft im Namen, des
Reichspräſiden=
ten, der Reichsregierung und in meinem eigenen
Namen das herzlichſte Beileid aus. — An die Zeche
„Ewald=Fortſetzung” Erkenſchſuick bei Recklinghauſen
hat der Reichsa=beitsminiſter das folgende Telegramm
geſandt: Mit tiefer Erſchütterung erfahre ich ſoeben
von dem ſchweren Unglück. Mit aufrichtiger
Anteil=
nahme gedenken der Herr Reichspräſident, die
Reichs=
regierung und ich der in treuer Pflichterfüllung ums
Leben gekommenen Arbeiter und ihrer
Hinter=
bliebenen.
Ein deutſcher Dampfer bei Noworoſſifft
in Scenot.
TU. Kowno. Aus Moskau wird gemeldet, daß
in Noworoſſiiſt ein außerordentlich ſtarker Sturm
wvüte. Der deutſche Dampfer „Heſſen” kann ſchon
zwei Tage keine Kohlen mehr laden. Auf dem Schiff
wird Mangel an Lebensmitteln verſpürt. Sechs
Fiſcherboote werden im Sturm vermißt.
Große Ueberſchwemmungen in Südfrankreich.
FU. Paris. Die andauernden
wolkenbruch=
artigen Regenmaſſen führten in Südfrankreich zu
einer völligen Ueberſchwemmung der Dörfer Agd und
Cazelles im Gebiet von Montepellier, die ſeir zwei
Tagen von dem gewöhnlichen Verkehrswege unbge
ſchnitten ſind.
Die Entdeckung reicher Dimantenfelder
in Südafrika.
U. London. Wie aus Kapſtadt be ichtet wird,
ſind im Verlauf einer Parlamentsdebatte Mitteilun=
Diamanten=
gen über die Entdeckung der
felder gemacht worden. Das Feld, das an der
Alexander=Bucht an der Mündung des Orangefluſſes
liegt, ſei ſo ergiebig, daß die Regierung in den
hundert Anteilen, die ſie in dem Felde beſitzt, in
wenigen Wochen Steine im Werte von 3,2 Millionen
Mark durch einfaches Aufleſen ernten werde.
„Los Angeles”
nach Lakehurſt abgeflogen.
HU. NewYork. Am Donnerstag morgen
ver=
ließ die „Los Angeles” die Guacanahabo=Bai, um
ihren Flug nach Lakehurſt fortzuſetzen.
TU. NewYork. Das Luftſchiff „Los Angeles”
ſt burz vor ein Uhr nahe Tampa (Florida) geſichtet
TV. NewYork. Die Heimreiſe der „Lus
An=
geles” vollzieht ſich bei beſtem Wetter. Das
Luft=
ſchiff überflog am Donnerstag abend in niedriger
Höhe Havanna.
So wird abgerüſiet.
Ein ſchwimmender Flughafen.
Das britiſche Flugzeugmutterſchiff „Couragevus”
verließ Devonport zur erſten Verſuchsfahrt. Es hat 2 025 800 engliſche Pfund (40,5 Millionen
Mark) gekoſtet. Es kann ſechs Stockwerke von Flugzeugen übereinander tragen.
Schwerer Motorradunfall.
WSN. Marburg. Ein ſchwerer
Motorrad=
unfall ereignete ſich auf der Cölber Landſtraße. Der
Dachdeckermeiſter Haas aus dem angrenzenden Ort
Wehrda wollte mit ſeinem Motorrad einem
Ar=
beiter ausweichen, kam dabei zu Fall und zog ſich
erhebliche. Verletzungen zu
5. Studienreiſe des Leipziger Meßamts nach
Nordamerika und Canada.
Einen Monat nach Schluß der Leipziger
Früh=
jahrsmeſſe beginnt die 5. Studienreiſe des Leipziger
Meßamts nach Nordamerika und Canada, welche
unter ſachkundiger Führung in die hauptſächlichſten
Induſtrie= und Handelsſtädte der Vereinigten Staa=,
ten führt. Eine günſtigere Gelegenheit, angebahnte
Geſchäftsbeziehungen nach Amerika zu vertiefen und
nutzbringend zu geſtalten, wird ſich kaum bieten.
Ausführliche illuſtrierte Proſpekte werden
unentgelt=
lich und unverbindlich durch das Verkehrsbüro des
Leipziger Meßamts, Leipzig C. 1, Markt 4, überſandt.
Prof. v. Möller wieder im Dienſt.
Berlin. Der Univerſitätsprofeſſor v. Möller,
der im Dezember vorigen Jahres wegen ſeiner
An=
griffe auf die republikaniſche Staatsform während
der Vorleſungen durch den Kultusminiſter vom Amte
ſuspendiert war, kündigt, der „Welt am Abend”
zu=
folge, ſoeben ſeine Vorleſungen über Deutſche
Rechts=
entwicklung in Preußen für das Sommerſemeſter an
und gibt dadurch kund, daß ihm die Wiederaufnahme
ſeiner Tätigkeit geſtattet iſt.
Koennecke auf der Rückreiſe nach Deutſchland.
TU. Berlin. Die deutſchen Flieger Koennecke
und Hermann, die ſich auf einem Weltrundflug
be=
fanden, haben nunmehr von Indien aus die
Rück=
reiſe nach Deutſchland angetreten. Ihre Maſchine
„Germania” iſt unter engliſcher Bewachung in
Kal=
kutta zurückgeblieben.
Der neue Zeppelin.
Berlin. Wie den Blättern mitgeteilt wird, hat
die amerikaniſche Botſchaft hier erklärt, die
Verwal=
tung des amerikaniſchen Luftfahrweſens habe
be=
ſchloſſen, daß der in Deutſchland in Bau befindliche
Zeppelin, wenn er nach Amerika kommen ſollte, die
dortigen Einrichtungen für Luftſchiffahrt benutzen
könnte.
Ein Raubmord bei Zeitz.
Bornitz. Die hier wohnende 58jährige Frau
Fiſcher wurde in Abweſenheit ihres Gatten am
Don=
nerstag nachmittag von mehreren Männern in ihrer
Wohnung überfallen, an Händen und Füßen
ge=
feſſelt und erdroſſelt. Anſcheinend haben die Täter
die Wohnungen durch das Fenſter verlaſſen. Von
Ge=
wiſſensbiſſen gepackt, ſtellte ſich einer der Verbrecher,
der mit Zuchthaus vorbeſtrafte Röder aus Aylsdorf
in Meuſelwitz, ſelbſt der Polizei und gab ihr Kunde
von der Tat. Als zweiter Täter wurde ein gewiſſer
Strogny aus Zeitz feſtgenommen.
Großfeuer.
In dem märkiſchen Dorfe Jeſerigk, das zwiſchen
Werder und Brandenburg gelegen iſt, iſt am
Don=
nerstag in einer Scheune Feuer ausgebrochen, das an
dem leicht brennbaren Inventar reiche Nahrung fand
und ſich in kurzer Zeit auf das ganze hölzerne
Ge=
bäude ausdehnte. Starke Rauchentwicklung
verhin=
derte ein Vordringen der Löſchmannſchaft, ſo daß es
nicht möglich war, das Vieh aus den Ställen in
Sicherheit zu bringen. 18 Kühe, mehrere Pferde und
eine ganze Anzahl von Schweinen ſind in den
Flam=
men umgekommen. Die Scheune und die Ställe ſind
bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das Feuer
wird auf Brandſtiftung zurückgeführt, da die Scheune
an mehreren Stellen zugleich in Flammen aufging.
Die Staatsanwaltſchaft in Potsdam hat eine
Unter=
ſuchung eingeleitet.
Der Freiſpruch im Prozeß v. Heydebrand
rechtskräftig.
Bueslan. Das freiſprechende Urteil gegen den
Regierungsrat v. Heydebrand und der Laſa, der
bekanntlich der Ermordung ſeiner Ehefrau beſchuldigt
war, wird rechtskräftig. Bei der damaligen
Schwur=
gerichtstagung hatte nach mehrtägiger Verhandlung
der Vertreter der Anklage, Erſter Staatsanwalt
Mül=
ler, ſelbſt die Freiſprechung beantragt, und zwar
wegen Mangel an Beweiſen. Das Gericht hatte auf
Freifprechung erkannt mit dem Hinzufügen, daß durch
die Beiveisaufnahme die Unſchuld des Angeklagten
erwieſen worden ſei. Auf höhere Anweiſung war
aber gegen den Freiſpruch von der
Oberſtaatsanwalt=
ſchaft Reviſion eingelegt worden. Auf Anordnung
des Juſtizminiſters, dem die Akten zugänglich gemacht
worden waren, hat nunmehr die
Oberſtaatsanwalt=
ſchaft die gegen das Urteil eingelegte Reviſion
zurück=
gezogen.
Schweres Antounglück.
Lpd. Mayen. Ein ſchweres Autdunglück
er=
eignete ſich auf der abſchüfſigen Landſtraße bei
Kehrig., Bei einem Laſtauto, das 80 Zentner Splitt
geladen hatte, verſagten die Bremſen und das Auto
ſtürzte die Böſchung hinab. Das Steuer drang dem
Wagenführer durch die Bruſt, ſodaß der Tod auf
der Stelle eintrat. Der Beifahrer erlitt einen
Schädelbruch und wurde in lebensgefährlichem
Zu=
ſtande in das Krankenhaus gebracht. Ein 15jähriger
Junge, der auf dem Laſtwagen ſaß, konnte ſich nei
rechtzeitig durch Abſpringen retten.
Kapitänleutnant Plüſchow in Braſilien
angekommen.
Berlin. Kapitänleutnant Plüſchow, der End
September mit ſeinem Segelkutter „Feuerland” mit
fünf Mann Beſatzung von Liſſabon eine Ozeanfahrt
nach Südamerika begonnen hatte, hat der „B. Z. am
Mittag” den folgenden Funkſpruch gefandt: „Unſere
Holzpantine iſt glücklich in Bahia (Braſilien) ange
kommen. An Bord alles wohl.”
Kataſtrophenſtimmung auf der Zeche.
— Rechts: Ein Förderſtuhl.
[ ← ][ ][ → ]Geite 12
Samstag, den 3 März 1928
Nummer 63
Geſchichten aus aller Welt.
(Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten.)
Bauernrevolte gegen den Biſchof.
(r) Wien. Hochſtätten iſt ein einſames Dorf an der
öſter=
reichiſch=tſchechoſlowakiſchen Grenze, gelegen an der wilden March, deren
Fluten regelmäßig im Frühjahr und Herbſt die Felder mit durchaus
unfruchtbarem Schlamm und Moraſt überziehen. Deshalb leben die
Hoch=
ſtätter auch nicht wie die friedfertigen Fellachen an den Ufern des
Nil vom Ackerbau, ſondern treiben, offiziell jedenfalls, Fiſchfang. In
Wirklichkeit beſteht aber ihre Hauptbeſchäftigung in nächtlichen
Tabak=
transporten von Oeſterreich nach der Tſchechei, was, da die Zollbeamten
damit nicht viel zu tun haben, ein zwar gefährlicher, aber doch recht
einträglicher Beruf iſt. Dicſe wilden Geſellen von Hochſtätten haben
ſehr hübſche Frauen und Töchter, was beſonders ihr Pfarrer Kowalik
zu ſchätzen wußte, weshalb einer, der ihm dieſes Vergnügen nicht
gönnen wollte, ein Denunziant von reinſtem Waſſer, einen
entſprechen=
den anonymen Brief an den zuſtändigen Biſchof in Turnau ſandte. Der
Kirchenfürſt hatte nun nichts Eiligeres zu tun, als dieſes Schreiben
Hochwürden Kowalik „zur gefl. Rückäußerung” einzuſchichen. Kowalik,
wutentbrannt, machte ſtracks den Brief zum Inhalt ſeiner nächſten
Sonntagspredigt und las ihn von der Kanzel herab ſeiner gläubigen
Gemeinde vor. Es ſoll kein Auge trocken geblieben ſein. Aber der Biſchof
werſtand keinen Spaß und entſetzte Kowalick ſeines Amtes, wogegen die
Gemeinde proteſtierte.
Ein neuer Pfarrer kam, ein junger Mann, ein unbeſchriebenes
Blatt. Aber kaum war er der Lokalbahn entſtiegen, als ihn eine johlende
Menge von Frauen und Männern umringte und ihn tätlich bedrohte.
Vergeblich bemühten ſich vier Gendarmen um ſeinen Schutz. Der Arme
mußte, noch ehe er zwanzig Schritte auf Hochſtätter Boden getan, wieder
umkehren und dem Biſchof melden, daß Hochſtätten keinen Pfarrer haben
wolle.
Seitdem iſt die Pfarre leer. Und die Hochſtätter haben jede Arbeit
eingeſtellt, ſitzen in den Wirtshäuſern und halten Kriegsrat ab. Sobald
jedoch, was allerdings nur einmal am Tage geſchieht, ein Züglein naht,
verſammeln ſie ſich am Bahnhof, mit Stöckm und Steinen bewaffnet,
um nachzuſehen, ob vielleicht wieder ein „Neuer” kommt. Ihre Köpfe
ſind hart, härter aber noch iſt das Herz des Biſchofs von Turnau.
Um die Ehre ſeines Hauſes.
(r) Budapeſt. Man foll die „Moderne” nicht immer in Paris,
Berlin, Moskau oder allenfalls Budapeſt ſuchen. Man findet ſie
manch=
mal auch an der Grenze des Balkans, wie folgende Geſchichte beweiſt,
die ſich jetzt in Agram, der Hauptſtadt Kroatiens (S.H.S.) abſpielte.
Der Buchhalter Bdenko Orivaſoſki war 65 Jahre alt geworden, als
er beſchloß, die hübſche 25jährige Milica Cernow zum Altar zu führen.
Milica war aber nicht nur hübſch, ſondern auch ein offener Charakter.
So erklärte ſie dem alten Bdenko von vornherein, daß ſie einen
Ge=
liebten habe, den ſchöne Toma, und dieſen auch mit in die Ehe nehmen
wolle. Und der dumme — oder ſchlaue? — Zdenko war es zufrieden.
Zwei Jahre lebten die drei glücklich mit= und nebeneinander, bis — der
ſchöne Toma der hübſchen Milica untrca wurde und „zwecks Heirat”,
mit der Tochter eines reichen Agramer Kaufmanns ambandelte. Wie eine
Furie ſtürzte die Betrogene, als ſie dies erfuhr, zu Zdenko und
for=
derte, er ſolle Toma gehörig „den Kopf waſchen”. „Geh‟ hin”, rief
ſie, „und fordere Rechenſchaft von dem Schurken, der die Ehre deines
Hauſes beſudelte, indem er mich hinterging”. Und der faſt 70jährige tat,
wie ihm befohlen, mit dem Erfolg, daß Toma ihn einfach herauswarf.
Nun brütete das ſeltſame Paar Orivaſoſki Rache. Und am Tage vor
ſeiner Hochzeit wurde Toma, als er des nachts vom Hauſe ſeiner Braut
heimgehen wollte, von den beiden überfallen und ſo übel zugerichtet, daß
ihm u. a. ein Schlüſſelbein brach. Die Richter hatten einen ſchweren
Stand, aber ſchließlich mußten ſie doch ein Urteil fällen. Und ſo evhielt
Mibica drei und Bdenlo vier Monate Gefängnis — mit Bewährugsfriſt.
Fragen Sie Papa!
(—) Paris. Eine der durch ihr Auftreten an internationalen
Revuebühnen in der ganzen Welt bekannten Dolly=Siſters hat kürzlich,
wie durch den „Vermiſchten Teil” der geſamten euvopäiſchen Preſſe der
Leſerwelt bereits witgeteilt wurde, in Monte Carlo das Glück
ummittel=
bar am Haarſchopf zu faſſen bekommen und in kürzeſter Zeit am
Roulettetiſch rund 100 000 Franden gewonnen. In den Berichten wurde
mit viel Humor geſchildert, wie ſich der beim Gewinntaumel ſeines
hübſchen Tochter anweſende Papa bemüht hat, die vielen Geldſcheine im
den Taſchen ſeines Anzuges unterzubringen.
Natürlich — wozu wären ſonſt Reporter überhaupt da? — wurde
die glückliche Gewinnerin ſofort von den Journaliſten interviewt. Dabei
iſt eine ſo abſonderliche, überraſchende Pſyche eines internationalen
Revueſtars zutage getreten, daß es ſich ſchon verlohnt, eines dieſer Frage=
und Antwortſpiele wortwörtlich wiederzugeben:
Frage: „Was machen Sie nun mit dem vielen Gelde, mein
Fräulein?”
Antwort: „Fragen Sie bitte Papa. Er iſt unſer
Haushaltsvon=
ſtand (maltre de ménage) und kann darüber verfügen, wie er will!”
Frage: „Zweifellos, aber, mein Fräulein, werden Sie doch als
eigentliche Gewinnerin der Summe damit auch einige Ihrer perſönlichen
Wünſche befriedigen wollen?”
Antwort: „Ach ja. Sie haben Recht, mein Herr; zu dumm, daß
ich Ihnen das nicht gleich geſagt habe. Ich werde Papa einen neuem
Geſellſchaftsanzug anfertigen laſſen, denn der arme Papa hat nur den
einen, und der wird an den Ellenbogen ſchon etwas glänzend und
durch=
ſichtig. Außerdem werde ich Papa — vorausgeſetzt, daß Papa es erlaubt!
— eine hübſche Kravattennadel kaufen, denn die hat ſich der gute Papa
ſchon lange gewünſcht!”
Frage: „Verzeihen Sie bitte eine weitere Frage, die Ihnen auf
den erſten Blick ctwas indiskret erſcheinen möchte, mein gnädiges
Fräu=
lein. Bei den äußeren und, was ich nicht im gevingſten bezweifle,
inneren Vorzügen Ihrer Perſon iſt doch der Gedanke nicht ganz von der
Hand zu weiſen, daß Sie eines Tages ſich mit der Idee vertraut machen
müſſen, Ihren verehrten Herrn Papa zu verlaſſen und einem Manne
in die Ehe zu folgen. Wäre es da nicht ſo ganz verwerflich, wenn Sie
einen Teil Ihres finanziellen Beſitzes für dieſen Augenblick
gewiſſer=
maßen zur Ausſteuer aufſparen würden?”
Antwort: „Sie haben mir da eine lange Frage geſtellt, auf
die ich Ihnen ganz kurz antworten will. Sollte die von Ihnen
geſchil=
derte Möglichkeit jemals eintreffen, ſo wird das letzte entſcheidende
Wort Papa haben. Papa wird mir ſchon keinen armen Ehegatten
aus=
ſuchen, und dann iſt es ſelbſtverſtändlich, daß Papa abwechſelnd bei mir
und bei meiner Schweſter wohnen wird. Und wenn Sie ſonſt noch etwas
wiſſen wollen, ſo fragen Sie bitte Papa!”
Der Reporter: „Ich danke Ihnen für Ihre freundlichen
Aus=
kümnfte, mein Fräulein, und (mit verhaltener Wut) grüßen Sie bitte
Ihren lieben Papa von mir!”
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Mole
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meiste Zeit Ihres Lebens. Sie haben
es in der Hand, kahle Räume so zu
gestalten, dass sie Trautes zu Ihnen
sagen, dass Sie sich wohl und mollig
darin fühlen. Die Wand gibt dem
Raum das Gepräge. Sie kann Möbel
und Bilder im Raume herabmindern
oder adeln. Kratzer, Flecken,
ver-
blasste Stellen an der Wand lassen
alles im Raume gering und
minder-
wertig erscheinen. Blosses Streichen
oder Ueberziehen der Wände genügt
also nicht. Die Wand
bedarf ihres tragechten
Kleides genau wie Ihr
Körper. Kleiden Sie
Metenn
Ihre Wände in Salubra
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zaubern Sie Stimmung und
Wohl-
behagen in Ihre Räume, denn welche
mannigfaltigen Wirkungen mit
Olfar-
ben zu erreichen sind, das zeigen
Ihnen schon die unvergänglichen
Werke unserer alten Meister. Aber
auch „tragecht” sind Tekko u.
Salu-
bra. Sie verschiessen so wenig wie das
Gemälde eines Raffael. Flecken auf
Tekko und Salubra können
wegge-
waschen werden. Salubra- u. Tekko-
Wände verklären Ihre Räume mit
jugendlicher ungetrübter Frische, so
lange Sie nurwollen. Ihr
Gang zur Wahl v. Tekko
Oer=Hk. 40,000 oder Salubra ist Ihr
er-
ster Schritt zu mehr
Be-
haglichkeit u. Daseins-
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Mittwoch, den 7. März, 8.30—1 Uhr
u. Samstag, den 10. März, 10—1 Uhr.
Aufnahmepräfung:
Montag, den 23. April um 7.30 Uhr,
Unterrichtsbeginn:
Dienstag, den 24. April um 7.30 Uhr.
Bei der Anmeldung ſind Geburts= u
Impf= bezw. Wiederimpf=/Scheine
ſowie das Abgangszeugnis der zuletzt
beuchten Schule vorzulegen. (3967
Die Direktion.
(gez.) Pfersdorff, Oberſtudiendirektor.
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Nummer 63
Samstag den 3 März 1928
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einen leicht verdaulichen Käse
ist nahrhaft und gesund. Jeder
sollte es sich daher angelegen
sein lassen, auf seine
Gesund-
heit zu achten und den
rich-
tigen bekömmlichen Käse
da-
für zu wählen. Billiger,
bes-
ser und nahrhafter wie Eier,
Fleischoder Wurst ist der
köst-
liche und in allen
einschlä-
gigen Geschäften erhältliche
ohne
Horer Eisnasutee Minde
Meien Summhafk Derteigerug
Holzverſteigerung. Holzverſteigerung.
(V105
MAus den Amtsverkündigungen des Krelsamts
hearmſtadt und den Belanutmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 graue Sportmütze (in
giner Autodroſchke). Eine Anzah Schlüſſel
und Schlüſſelbund 1 feines
Doubléketten=
armbändchen. 1 kleiner weißer
Kinder=
wandſchuh. 1 braunes Zeichenmäppchen.
ſchwarze Aktenmappe iin einer Auto
mroſchke). 1 Paar hellbraune mit Pelz
be=
ſtetzte Damenhandſchuhe. 1 Paar neue
graue Herrenſocken. 1 graugelber
Gummi=
ball 1 Paar braune gefütterte
Herren=
wappahandſchuhe. 1 ſchwarzes
Poriemon=
uaie mit 60 Pfg. 1 Eiſernes Kreuz I. Kl.
goldener Rin; mit 3 Steinchen. — Im
gStädt. Hallenſchwimmbad, liegen
geblie=
hen: 1 Schlüſſel mit Kette. 1 grüne und
rote Badehaube. 1 Paar dunkelg Ibe
und 1 einze ner brauner Glacéhandſchuh.
dun elbraunes halbrundes und 1 ſchwarz.
Bügelportemonnate. 1 ſchwarzer Kamm
Haarſpangen. 2 Taſchenme ſer. 1 weiße
Berlen= und 1 Doubléhalskette. 1 Ehe
nang ohne Zeichen 1 Doublébroſche Herz.
tereuz und Anker) 1 goldener Ohrring
miit roten Ste nchen. 1 ſilberner
Ohrrin=
miit Perlenanhänger. — Zugelaufen: 1Reh.
inſcher.
Sonntag3dienſt und Nachtdienſt in
hen Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
en Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
März bis einſchließlich 10 März die
ESöwen=Apotheke, Ballonplatz 11, die Adler=
Apotheke, Wilhelminenplatz 17, die Hirſch
Apotheke. Niede =Ramſtädterſtraße 21.
Für die Provinzial=Pflegeanſtalt
berſtadt b. D. ſollen die nachſtehend
mufgeführten Gegenſtände für die Zeit
wom 1. April bis 30. September 1928
wergeben werden:
a) Verzehrungsgegenſtände:
Kolonialwaren, Margarine, Kochſalz,
Maffee=Erſatz (Enrilo), Malzkaffee,
Rog=
genmehl, Weizenmehl (Spezial 0), Milch,
Salatöl, Eſſig.
0) Verbrauchs= und Futterartikel
Kernſeife, Schmierſeife, Seifenpulver,
Soda, Putzlumpen, Leder, Rauchtabak,
Bigarren, Strickwolle, Mais.
Die in dem Angebot anzuerkennenden
Wieferungsbedingungen liegen am 5. und
6 März 1928 vormittags auf dem
Ver=
nvaltungsbüro offen, woſelbſt auch die
nunge ähren Mengen zu erfahren ſind.
EEAngebote und Muſter ſind bis zum
Er=
ſöffnungstermin, den 15. März 1928,
worm. 8 Uhr, einzureichen.
Ein Verſand der Bedingungen nach
mauswärts erfolgt nicht. Von jeder
Gat=
ntung darf nur ein Muſter angeboten
wverden. Muſter ſind von den Angeboten
(396
getrennt zu halten.
Eberſtadt, den 3. März 1928.
Direktion
der Provinzial=Pflegeanſtalt.
Steinzeugwaren.
Die Lieferung von Steinzeugwaren
ifür den Kanalbau im Rechnungsjahr 1928
foll auf Grund der
Reichverdingungsord=
miung vergeben werden.
Lieferungsbedingungen liegen bei dem
ſinterzeichneten Amte, Zimmer Nr. 6.
während, der Dienſtſtunden zur Einſicht
wffen. Auch werden dort die
Angebots=
iſſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis Freitag, den
6. März Ifd. Js., vormittags
111 Uhr, bei unterzeichneter Stelle ein= ſerwerk.
Bureichen.
Darmſtadt, den 29. Febr. 1928.
Tiefbauamt.
(st3974
Mittwoch, den 7. März 1928,
vorm. 9 Uhr, wird in Darmſtadt
(Wirtſchaft „Heiliges Kreuz”) aus
Di=
ſtrikt V. Steinackerſchlag 1, 5.
Leimen=
grund 6, Mörsbacherſchlag 26. 27, 29,
Im Bogen 28, VI. Zinkeneck 2,
Mörs=
bachergrund 3, 4, 5, Lichtſchlag 22, 23.
Saufang 24, 25, Rauſchen 26, 28, 29
Kühruh 39, 40, Kleeneck 41,
nachſtehen=
des Holz verſteigert:
Stämme, im: Fichte 9,30 1a, 9,63
1b, 3,73 2a, 2,13 2b: Derbſtangen,
Stück: Fichte 44 I., 70 I1., 64 III.;
Reis=
ſtangen, Stück: Fichte 9 IV.;
Nutz=
ſcheiter, rm: Fichte I. 1,3 (geſpalten),
13 (rund), II. 2 (rund).
Scheiter, rm: 427 Buche, 4 Hain
buche, 36 Eiche, 20 Birke, 5 Erle, 4
Roß=
kaſtanie; Knüppel, rm: 228 Buche, 4
Hainbuche, 150 Eiche, 52 Birke, 2 Erle
31 Kieſer, 1 Douglas; Reiſerholz 3. Kl.
(Aſtreiſig), 100 Wellen: 22.90 Buche, 0,20
Eiche; Stöcke, rm: 71 Buche, 2
Hain=
buche, 8 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Blau unterſtrichene
Num=
mern kommen nicht zum Ausgebot.
Aus=
kunft durch Forſtgehilfen Mohr, Meſſ.
Falltorhaus und unierzeichnes Amt.
Darmſtadt, den 2. März 1928. (4032
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Montag, den 5. März 1928,
vor=
mittags 10 Uhr beginnend, werden
aus dem Eberſtädter Gemeindewald,
Diſtrikt Kirchtanne (Abtg. 1, 7. 9b und
11) die nachverzeichneten Holzſortimente
öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle
verſteigert:
142,5 rm Kiefern=Scheitholz
„=Knüppelholz
35
7340 St.
=Wellen
50 „ Buchen=
115,2 rm Kiefern=Stockholz.
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Pfänder, Forſthaus Sommersgrund,
Tel. 252. Gegen ſichere Bürgſchaft wird
kreditiert bis 11. Nov. 1928.
Zuſammen=
kunft der Steigerer am Friedhof. (4025
Eberſtadt, den 29. Febr. 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Dr. Uecker.
Freitag, den 9. März,
vormit=
tags 9 Uhr anfangend, werden aus
dem Niedernhäuſer Gemeindewald nach
ſtehende Holzſortimente an Ort u. Stelle
öffentlich meiſtbietend verſteigert:
a) Nutzholz:
Slämme: Kiefer 1 St. Kl. 2a — 0,53 fm
Lärche 1 „ „ 2b — 0,59
Fichte 3 „ „ 3a — 2,30
Derbſtangen: Lärche 52 Stück, Fichte
20 Stück.
b) Brennholz:
Scheiter, rm: Buche 132, Eiche 30,
Fichte 4 (rund);
Knüppel, rm: Buche 114, Eiche 41,
Kiefer 105:
Reiſig, Wellen: Buche 1300, Eiche 1150.
Kiefer 1160, Fichte 300;
Stöcke, rm: Buche 290, Eiche 64,
Kiefer 42.
Blau unterſtrichene Nummern
kom=
men nicht zum Ausgebot. Das Holz im
Diſtrikt Steinwald wird nicht
vorge=
zeigt und iſt vorher einzuſehen.
Zuſammenkunft der Steigerer auf der
hohen Straße von Werſau nach Nonrod
bei Brennholz Nr. 680.
(3971a
Niedernhauſen, den 29. Febr. 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Miedernhauſen.
Daab.
holtz=Derſte
Am Mittwoch, den 7. März 1928,
vormittags 9. Uhr werden aus
Ab=
teilung 32 und 33 des Roßdörfer
Ge=
meindewaldes verſteigert:
Schnitt= u. Bauholz=
Verſteigerung
Donnerstag, den 8. März ds.
Js, vormittags 9½, Uhr anfangend,
Stammholzverſteigerung, Gemeindewald
Weiterſtadt.
tlaſſe Ib — 6 Stück — 1,48 Fſtmtr.
130,66 Fſtmtr:
Die Zuſammenkunft an Merck’s Waſ=
(4027
Heſſiſche Bürgermeiſterei
Weiterſtadt
Meinhardt
Ein großer Transport
hochtragender und abgekalbter ſchwarzbunter
Kühe
Holländer Raſſe, friſch eingetroffen.
Wartensleben & Levi, Darmstadt
Heinheimerſtraße 11
Aff
Telephon 526
Lärchen=Stämme,
Kiefern=
*
1 St. 0,81 im
Fichten=
Fl. 2a 6, 2,13 „ 2b 70„ 34,37 3a 78, 55,47 „ 3b 39 „ 36,21 4a 2,58 1a 27, 3,86 1b 50 „ 12,05 2a 13, 7,25 70„ 6,30 114, 6,84 155 „ 4,65 20 „ 0,30 „Derbſtang.
Reisſtang.
Zuſammenkunft um 9 Uhr am
Bahn=
of Roßdorf.
Roßdorf, den 2. März 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei
Lorenz.
A
Aus den Waldorten Hirſchberg,
Haſen=
kauf und Himmelsberg des Ober=
Modauer Gemeindewaldes werden
verſteigert: Dienstag, den 6. März
1928, vormittags 9 Uhr anfangend:
Scheiter, rm: 59 Buchen, 2 Ahorn,
187 Kiefern, 10 Fichten, 2
Weymouths=
kiefern;
Knüppel, rm: 29 Buchen, 35 Eichen,
38 Kiefern, 3 Lärchen, 18 Fichten,
16 Weymouthskiefern;
Reiſig, II. Kl.: 575 Buchen, 275 Eichen,
beide Sortimente im Mühlwald;
III. Kl.: 810 Buchen, 675 Eichen, 585
Kiefern;
Zuſammenkunft auf dem Kreuzweg
im Hirſchberg.
Donnerstag, den 8. März 1928,
vormittags 9 Uhr anfangend, in der
Wirtſchaft von Friedrich Rüßler in
Ober=Modau:
Stämme: 1 Eiche II mit 0,42 Fm.
1 Ahorn IV mit 0,69 Fm., 13 Kiefern
IIb mit 5,59 Fm., 28 Kiefern IIIa mit
16,76 Fm., 8 Kiefern IIIb mit 5,98 Fm.,
62 Lärchen Ia mit 8,90 Fm., 29 Lärchen
Ib mit 6,73 Fm., 4 Lärchen IIa mit
1,11 Fm., 30 Fichten Ia mit 3,36 Fm.,
44 Fichten Ib mit 9,99 Fm., 31 Fichten
IIa mit 16,59 Fm., 14 Fichten IIb mit
9,21 Fm:, 1 Fichten IIIa mit 1,45 Fm.,
2 Fichten IIIb mit 3,27 Fm., 4 Fichten
IVa mit 6,43 Fm., 1 Fichten IAb mit
3,47, Fm., 2 Fichten V mit 6,04 Fm.,
11 Weißtannen la mit 1,39 Fm.,
1 Tannen Ib mit 0.31 Fm., 1
Weiß=
tannen Ib mit 0,11 Fm.;
Derbſtangen: 13 Lärchen I mit 1,17
Fm., 4) Lärchen II mit 2,75 Fm.,
23 Lärchen III mit 0,69 Fm., 27 Fichten
I mit 2,43 Fm., 24 Fichten II mit 1,44
Fm., 50 Fichten III mit 1,80 Fm., 13
Tannen I mit 1,17 Fm., 54 Tannen
II mit 3,21 Fm., 86 Tannen III mit
2,58 Fm.;
Reisſtangen: 24 Fichten IV mit 0,56
Fm., 10 Fichten V mit 0,13 Fm., 16
Tannen IV mit 0,32 Fm.
Das Nutzholz iſt vor der Verſteigerung
zu beſichtigen.
Ober=Modau, den 1. März 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Ober=Modau
Daum.
(4003
Freitag, den 9. März 1928,
vor=
mittags 10 Uhr anfangend, werden im
Gemeindewald zu Schaafheim öffentlich
meiſtbietend in den Abteilungen 48, 36
und 39 verſteigert:
I. Güteklaſſe A
1. 11 Kiefernſtämme, Kl. 3a — 8,20 Fm
2. 25 Kiefernſtämme, Kl. 3b — 24,62 „
3. 24 Kiefernſtäume, Kl. 4a — 29.96 „
4. 6 Kiefernſtämme, Kl. 4b — 9.40 „
Sa.: 72,18Fm
II. Güteklaſſe N
1. 11 Kiefernſtämme, Kl. 2b — 6,53 Fm
2. 89 Kiefernſtämme, Kl. 3a — 66.59
3. 94 Kiefernſtämme, Kl. 3b — 93,42
4. 45 Kiefernſtämme, Kl. 4a — 55,67
5. 13 Kiefernſtämme, Kl. 4b — 20,26 „
6. 2 Kiefernſtämme, Kl. 5 — 2.76
Sa.: 245,23 Fm
Die Zuſammenkunft iſt auf der
Ab=
triebsfläche in Abteilung 36 am
Pflanzen=
garten, unmittelbar öſtlich der
Baben=
häuſer Chauſſee.
(4006
Schaafheim, den 29. Februar 1928.
Bürgermeiſterei Schaafheim
Höreth.
Bekanntmachung.
Die Holzverſteigerung vom 27.
Fe=
bruar iſt genehmigt. Erſter
Abfuhr=
tag den 5. März 1928.
(3979
Spachbrücken, den 1. März 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Mayer.
Bruteier
von 2jähr. w.
Leg=
horn, Stck. 40 Pfg.
Beſſungerſtr. 82, III.
3 Springer und vier
7 Wochen alte Ferkel
u verk. Marienpl.
Zimmer 29. 600
1,2
ſchw. Minorka
zuſ. 24.4, 1.4 Deutſche
Zwerge 25.K zu verk
Möſer, Ruthsſtr. 24
5999
Raſſe=Tauben
billig z. verk. König,
Arheilgerſt. 53, (*5873
Darlehen
an Beamte u.
Feſt=
beſoldete zu 8 Proz.
Hypoth. z. d. günſt.
Beding. Max Weber
Viktoriaſtr. 45, ptr.
BrAtelen
weiß amerik. Leghorn, Hochleiſtungszucht-
Beſte Winterleger, pro St. 40 H.
Säm=
liche in meiner Zucht verwvendete Hähne
ſnd direkte Nachkommen des berühmten
Tancredſtammes 1,3 von Herrn v. Beuuinge
Kerk Avezaat (Holland) aus Kalifo ien z.
Preiſe von 4000 ℳ bezogen. Legelgiſtung
d. Hennen 313-345 Eier im Junghennenjahr.
Der Hahn iſt in der Legeleiſtung
ausſchlag=
gebend. Ab 19 März Eintagsrüken. Ind
Laufenten Bruteier pro Stück 40.5
Geflüge fa m Wolfsgarten Anerbach
Darmſtädter r. 110. Tel. Amt Bensheim 175,
Auguſt Böhles.
(*6026s
Gutes, älteres
Zug= u. Lauf
pferd
billig zu verkaufen.
Worfelden. Ober
(4028
dorf 3.
Hypotheken
u. Darlehen
prompt dch. (3518a
Ebert,
Saalbau=
ſtr. 60. Tel. 1117
Ein frischer Transport WALUE
eingetroffen
100-150 Mk.
gegen gute
Sicher=
heit, ſof. zu leihen
geſucht. Angebote u.
B 88 Geſch. (*6020
Zwangsverſteigerung.
Montag, den 5 März, von vorm.
10 Uhr ab, verſteigere ich in den
ehe=
maligen Werkſtätten des Antowerfs
Garbaty, am Linſenberg dahier,
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
1 Friktionsſpindelpreſſe 6 to,
Kompreſſor, 6—8 Atm., m. Windkeſſel,
1 klein r Kompreſſor,
4 Schraubenautomate,
1 Zylinderſchleifmaſch ne,
1 Drei= und 1 Vier pindelbohrmaſchine,
3 Revolverdrehbänke, 3 Drehbänke, zwei
Fräsmaſchinen,
1 Hobelmaſchine, 1 Stoßmaſchine, zwei
Bohrmaſchinen,
1 Stanze, 1 Ventilator, 2 Schleifböcke,
1 Polierbock,
1 Rennwagen, nicht fahrbereit,
2 Elektromotoren, 7 und 10 PS.
1 Parte Chaſſierahmen. geniejet, und
Rahmenſchienen ſowie verſch.
Erſatz=
jeile für Garbatywagen,
TV3997
Werkzeugbänke u. a. m.
Beſichtigung von 9 Uhr ab.
D Verſteigerung beſtimmt —
Bangert Gerichtsvollzieher in Mainz.
Bahnhofſtraße 12, II.
Stammholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 8. März 1928, werden aus
den Diſtrikten Kleiner Bremergarten, Obere Suhl und
Broße Heege des Babenhäuſer Stadtwaldes verſteigert:
Kiefernſtämme 2b Klaſſe 53 Stück — 20,10 fm;
3a
3b
4 a
4b
5.
119
47
65,24
36,30
7,54
3,40
2,82
Die Stämme ſind durchweg zu Schnittholz
ge=
eignet.
Die Zuſammenkunft iſt vormittags 9 Uhr auf
der Abtriebsfläche im Diſtrikt Kleiner Bremergarien
und nachmittags 1½/ U auf der Abtriebsfläche
Diſtrikt Große Heege, Kreuzung der Revierförſter=
und Hüttenſchneiſe.
Babenhauſen, den 28. Februar 1928. (V.3993
Heſſiſche Bürgermeiſterei Babenhauſen.
Gebr. Sommerfeld
Telephon 383 (404) Pallaswiesenstr. 25
Mainzer Frühjahrs=Pferdemarkt 1928
Der Frühjahrs=Pferdemarkt, verbunden mit
Prämiierung, findet ſtatt
Donnerstag, den 8. März 1928
im Gebiete des Städt. Schlacht= und Viehhofes.
Auskunft erteilt die Schlacht= und Viehhof=
(TV. 1937
Verwaltung.
Die Städt. Markt=Kommiſſion.
Seite 14
Samstag, den 3. März 1928
Nummer 63
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Sterbefälle. Am 23. Februar: Polizeihauptwachtmeiſter Jakob
Friedrich Jährling, 32 Jahre, Karlſtraße 54. Anna Maria Wiskirchen,
geb. Barion, 72 Jahre, Roßdörfer Straße 87. Eva Rittweger, geb.
Stork, 51 Jahre, Beſſunger Straße 91. Am 24. Februar:
Vermeſſungs=
inſpektor i. R. Friedrich Karl Guſtav Weitzel, 38 Jahre, Kittlerſtraße 34.
Maria Herrmann, geb. Knös, 63 Jahre, Kirchſtraße 4.
Gefangenenauf=
ſeher i. R. Johann Konrad, 65 Jahre, Heinheimerſtraße 81. Marie
Billinger, 2 Tage, Heinheimerſtraße 21. Am 25. Februar: Johanna
Fuhrer, geb. Huber, 73 Jahre, Hinkelsgaſſe 2. Am 94. Februar:
Hilfs=
arbeiter Georg Seibel, 29 Jahre, aus Pfungſtadt, ledig. Am 25. Febr.:
Marie Gräf, geb. Wimberger, 61 Jahre, Kranichſteiner Straße 59/o.
Am 26. Februar: Architekt a. D. Georg Friedr. Scherer, 84 Jahre,
Ger=
vinusſtraße 42. Am . Februar: Emilie Lichtenberg, ohne Beruf 75
Jahre, Clemensſtraße 11. Am B. Februar: Anna Frommann, geb.
Neß=
ling, 82 Jahre, Hochſtraße 45. Am 26. Februar: Chriſtine Sallwey,
ohne Beruf, 64 Jahre, aus Baherseich; Oberſt a. D. Carl Bauer, 67
Jahre, Eichbergſtraße 15. Am 25. Februar: Landwirt Philipp Bender,
78 Jahre, aus Braunshardt; Eliſabeth Böhmann, geb. Röder, 30 Jahre,
aus Gberſtadt. Am 26. Februar: Chriſtine Rodenhauſen, geb.
Hart=
mann, 53 Jahre, aus König i. Odw. Am 27. Februar: Karoline
Her=
ſchel, geb. Leiſtert, 71 Jahre, Bismarckſtraße 2; Kaufmann. Guſtav
Ihringer, 48 Jahre, Kittlerſtraße 45: Anna Ebert. 1 Stunde,
Lagerhaus=
ſtraße 94; Wilhelm Ebert, 1 Stunde, Lagerhausſtraße 24. Am B.
Fe=
bruar: Eliſabethe Opfermann geb . Schmitt, 39 Jahre, Inſelſtraße 43;
Anna Aulbach, geb. Jacobi, 33 Jahre, Heidenreichſtraße 29. Am 29.
Fe=
bruar: Gärtner Geora Adam Kramer, 87 Jahre, Schießhausſtraße 69;
Kaufmann Heinrich Karl Kraft, 35 Jahre, Heinheimerſtraße 77. Am
29. Februar: Marie Eliſabeth Hölzer, 4 Monate, Heinheimerſtr. 21.
Am B. Februar: Eiſenbahnoberſekretär. Jakob Gall, 60 Jahre,
Aliceſtraße 26½. Am 29. Februar: Kaufmann Löb Grünfeld, 67
Jahre, Schloßgaſſe 8; Kurt Derbert, 2 Monate, Kiesbergſtraße 42.
Am 1. März: Katharina Becker, geb. Krug, 59 Jahre, aus Crumſtadt.
Am 29. Februar: Eiſenbahnſchloſſer Chriſtoph Jäger, 68 Jahre,
Wein=
bergſtraße 5. Am 1. März: Katharina Wagner, geb. Vock, 67 Jahre,
Langgaſſe 29.
Kirchliche Nachrichten
Sonntag Reminiscere (4. März 1928).
(In allen Kirchen Kollekte für den Bau eines Gemeindehauſes m
Mörfelden.)
Stadtkirche. Samstag, 3. März, abends 8.30 Uhr: Andacht. —
Sonn=
tag, 4. März, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls, Pfarrer Bergér. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Lautenſchläger. — Nachm. 3 Uhr: Vorſtellung und Prüfung
der Konfirmanden der Reformationsgemeinde (Weſtbezirk). Pfarrer
Wagner.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle, Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Zimmer=
mann. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Vorm.
11.30 Uhr: Kindergttesdienſt. Pfarrer Vogel. — Nachm. 5 Uhr: „Das
Sühnopfer des Neuen Bundes”, Paſſionsoratorium von Karl Löwe,
aufgeführt vom Kirchengeſangverein der Stadtkapelle und Schloßkirche.
— Mittwoch, 7. März, abends 6 Uhr: 3. Paſſiansandacht: „Gethſemane‟.
Pfarrer Wagner.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Vorſtellung und
Prüfung der Konfirmanden (Knaben). Pfarrer Zimmermann. — Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Zimmermann. — Donnerstag,
8. März, abends 8 Uhr: Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Gottes=
dienſte: 3. Paſſiansandacht. Pfarrer Lautenſchläger.
Konfirmandenſaal im Schloß. Sonntag, 4. März, abends 8 Uhr:
Chriſtlicher Jugendverein. — Montag, 5. März, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung): Poſaunenchor. —
Dienstag, 6. März, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloß=
gemeinde. — Mittwoch, 7., und Samstag, 10. März, nachm. 2—4 Uhr:
Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde. — Freitag, 9. März, abends
8 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins der Schloßgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 4. März, nachm. 2.30 Uhr:
Taubſtummengottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer
Heß. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere
Abteilung). — Montag, 5. März, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lu=
kasgemeinde. — Dienstag, 6. März, abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadtlirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
Abtei=
lung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere
Ab=
teilung). — Mittwoch, 7. März, nachm. 3 Uhr: Jungſchar der
Stadt=
gemeinde Gruppe 2. — Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle
und Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere
Abtei=
lung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Ab=
teilung). — Donnerstag, 8. März, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lu=
kasgemeinde: Singkreis. — Freitag, 9 März, abends 8 Uhr:
Mütter=
abend der Stadtgemeindn. — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Jugendbund der Markusgemeinde (jüngere Abteilung). — Samstag,
10. März, nachm. 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2,
Sportplatz am alten Arheilger Weg.
Feierabend (Stiftsſtvaße 51). Mittwoch, 7., und Samstag, 10. März,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde Gruppe 1.
Amtshandlung an Auswärtigen: Pfarrer Köhler.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation Heidelbergerſtraße 21,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8—12
und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
hei=
ligen Abendmahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung von 9.30 Uhr an
in der Sakriſtei. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Oſt=
gemeinde. Pfarrer Beringer. — Abends 8 Uhr: Kirchenmuſikaliſche
Abendfeier unter Mitwirkung der Chorſchule und muſikaliſcher
Einzel=
kräfte. — Mittwoch, 7. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht. Pfarrer
Köhler.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 5. März, abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift:
Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, 6. März, abends 8 Uhr im
Ge=
meindehaus: Jugendvereinigung; im Martinsſtift: Kirchenchor. —
Don=
nerstag, 8. März, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
Weſt; im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt; Mauerſtraße 5:
Po=
ſaunenchor. — Freitag, 9. März, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Ju=
gendvereinigung (ältere Abteilung); Mütterabend Weſt; im
Martins=
ſtift: Mütterabend Oſt.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Miſſionsdirektor
Profeſſor D. Witte aus Berlin. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergttesdienſt.
D. Witte. — Mittwoch, 7. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht in
der Kirche. Pfarrer Marx. — Donnerstag, 8. März, abends 8 Uhr:
Elternverſammlung der Konfirmandeneltern des Südbeziks.
Die Johanneskirche iſt mochentags von 7.30—5 Uhr zur ſtillen Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. Vorm. 11.15 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt. — Montag, abends 8.15 Uhr: Männerabend. —
Diens=
tag, abends 8 Uhr: Bibelabend der Jugendvereinigung. — Donnerstag,
abends 8 Uhr: Mütterabend.
Veſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden. (Kollekte fürs Gemeindehaus zu
Walldorf.) — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lic.
zur Nieden. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Weiß. Anmeldung von 5.30 Uhr an in der
Sakriſtei.
Veranſtaltungen: Sonntag, 4. März, abends 8 Uhr:
Ju=
gendvereinigung. — Montag, 5. März, nachm. 3 Uhr: Vorſtandsſitzung
des Frauenvereins. — Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. —
Diens=
tag, 6. März, abends 8.15 Uhr: Kirchenchor; im Gemeindeſaal der neuen
Trainkaſerne: Lichtbildervortrag von Herrn Studienrat Dr. Krämer
über „Java, die Sonneninſel”. Eintritt frei. — Mittwoch, 7. März,
nachm. 3 Uhr: Sitzung der Frauenhilfe. — Abends 8 Uhr in der Kirche:
2. Paſſiansandacht. Pfarrer Weiß. — Donnerstag, 8. März, abends
8.15 Uhr: Frauenabend mit Lichtbildervortrag über den Guſtav=Adolf=
Verein. — Freitag, 9 März, abends 8 Uhr: Vortrag mit Filmbildern
über die ärztliche Miſſion von Miſſionar Spaich im Gemeinbehaus für
alle Gemeinden Darmſtadts.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr.
Wendel. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergttesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr.
Wendel. — Abends 8 Uhr: Miſſions=Teeabend des Allg. Ev.=Prot.
Miſ=
ſionsvereins mit Vortrag des Miſſionsdirektors D. Dr. Witte aus Berlin
über: Der Freiheitskampf Chinas und Deutſchlands‟. — Montag,
abends 8 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, vorm. 10 Uhr:
Vorſtands=
ſitzung des Frauenvereins. — Mittwoch, abends 8 Uhr, in der Kirche:
3. Paſſionsandacht. Pfarrer Rückert. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Mütterabend. — Freitag, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag,
abends 8 Uhr: Turnen.
Stiftskirche. Samstag, 3. März, abends 8 Uhr: Beichte. —
Sonn=
tag, 4. März, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl.
Pfarraſſiſtent Beringer. — Vorm. 11.45 Uhr: Kindergottesdienſt. —
Evang. Sonntagsverein. Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. —
Mitt=
woch, 7. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht. — Luth. Gottesdienſt
(Selbſtändige evang=luth. Kirche) am Sonntag Reminiscere, 4. März,
im „Feierabend”, Stiftsſtraße 51, 10 Uhr: Predigtgottesdienſt.
Pfarr=
vikar Lucius.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3.30 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Prediger Semmel. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeits=
ſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8.30
Uhr: Kriegerdankbund. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gem. Chor. —
Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Pred. Semmel. — Freitag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger Straße 80.
Prediger Semmel. — Samstag, abends „30 Uhr: Poſaunenchor.
Sonntag, 11. März, abends 8 Uhr: Mitglieder=Familienabend.
Mitglie=
der=Aufnahme.
Jugendbund für E. C. (ühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4,45 Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Mädchen. — Abends 830 Uhr: Weiheſtunde. —
Diens=
tag, abends 830 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr:
Freundeskreis für junge Männer. „Bibliſche Merkwürdigkeiten” (
Fort=
ſetzung). — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22.
Infan=
teriekaſerne, Hof links), Sonntag, 4. März, vorm. 9 Uhr:
Pflichtver=
ſammlung der tätigen Mitglieder. — Nachm. 2 Uhr: Handballſpiel hin=
ter der Turnhalle, Soderſtraße. — Abends 8 Uhr: Lichtbildewortrag
über Oſtindien. Herr Pfarrer Büchner. — Montag, 5. März, abends
8.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde. — Mittwoch, 7. März, nachm. 4 Uhr:
Turnen und Sport der Jungſchar. — Abends 8.30 Uhr:
Bibelbeſprech=
ſtunde. Herr Pfarrer Büchner. — Donnerstag, 8. März, abends 8 Uhr:
Heimabend. (Wir hören einiges aus der Geſchichte des Geldes.) —
Freitag, 9. März, abends 8 Uhr: Turnen und Körperſchule (Ludwigs=
Sberrealſchule). — Samstag, nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde.
Licht=
bilder aus den Jahren 1806—1813.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, 5. März, abends 8.30 Uhr, im
Feierabend, Stiftsſtr. 51: Bibelſtunde (Prediger Loos, Frankfurt a. M.).
Chriſtlicher Jugendverein (Konfirmandenſaal, Schloßkirche).
Sams=
tag. 3. März, abends 8 Uhr: Generalverſammlung. — Sonntag, 4.
März, abends 8 Uhr: Familienbibelſtunde. (Herr Pfarrer Waldeck). —
Mittwoch, 7. März, abends 8 Uhr: Spielabend — Donnerstag, 8. März,
abends 8 Uhr: Arbeitsausſchuß. — Freitag, 9. März, abends 8 Uhr:
Turnen (Ludwigs=Oberrealſchule). — Samstag, 10. März, abends 8 Uhr:
Jugendbibelſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße, Sonntag, 4. März, vorm. 10 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung mit Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44). Sonntag, 4. März,
vormittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. — Montag: Jugendverein. — Dienstag: Singſtunde für
Ge=
miſchten Chor. — Mittwoch: Frauenmiſſionsverein. — Donnerstag:
Bibelſtunde.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vormittags
11 Uhr: Kinderſchule. Nachmittags 4½ Uhr: Wortverkündigung. —
Mittwoch, abends 8½ Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8¼ Uhr:
Wortbetrachtung. Jeder herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 4. März, 10 Uhr: Gottesdienſt; 16 Uhr: Predigt. — Mittwoch,
7. März, 20.15 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde — Donnerstag, 8. März,
20.15 Uhr: Gemeindeſtunde nur für Mitglieder. Jedermann iſt herz=
lichſt eingeladen.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 4. März, 10 Uhr:
Gottes=
dienſt. Pfarrer Paul. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag. 8 Uhr:
Mädchenvereinigung. — Dienstag, 8 Uhr: Frauenverein. — Mittwoch,
8 Uhr: Kirchengeſangverein. — Donnerstag, 8 Uhr: Wartburgverein. —
Freitag, 8 Uhr: Poſaunenchor. — In der Provinzial=Pflegeanſtalt:
Gottesdienſt 1.30 Uhr. Pfarrer Paul. ch
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag (Reminiscere), 4. März, vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt; abends
8 Uhr: 1. Paſſionsgottesdienſt. — Montag: Frauenverein. — Dienstag:
Kirchengeſangverein und Poſaunenchor. — Donnerstag:
Jungmädchen=
verein. — Freitag: Ev. Arbeiter= und Handwerkerverein.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 4. März (
Reminis=
cere) /Volkstrauertag), vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt:
Mitwir=
kung des Kirchenchors. Unmittelbar nach dem Gottesdienſt: Feier am
Gefallenen=Ehrenmal. — Abends 8 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt in
Waſchenbach. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor.
— Mittwoch: Jungmädchenverein.
Evang. Gemeinde Traiſa. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (
Ge=
dächtnisfeier für die Gefallenen). — Abends 8 Uhr: Paſſionsandacht.
Die Kindergttesdienſte fallen aus. — Dienstag: E. J. G.=Mädchenabend.
— Mittwoch: E. J. G.=Jungenabend. Der Aelterenkreisabend muß auf
Samstag verlegt werden.
Weiterſtadt. Am Mittwoch, 7. März, im Saal zum Schwanen,
abends 8 Uhr: Predigt. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmrittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
heiligen Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe. Vor und in der heiligen Meſſe
Austeilung der hl. Kommunion. Generalkommunion der Marianiſchen
Männerkongregation. 9.30 Uhr Hochamt und Predigt. Vorher
Austeilung der heiligen Kommunion. Nachmittags 2 Uhr
Chriſten=
lehre; 2.30 Uhr Andacht; 3 Uhr Verſammlung der Marianiſchen
Män=
nerkongregation; 8 Uhr Faſtenpredigt von Herrn Geiſtl. Rat Profeſſor
Laufer, und Andacht. Werktagsmeſſe 1½ Stunden vor Schulbeginn,
d. i. 347 Uhr Mittwoch, 5 Uhr. Faſtenandacht.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
heilige Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion. — Während der
Schulzeit Dienstags und Freitags 1½ Stunde vor Schulbeginn heilige
Meſſe mit Austeilung der heiligen Kommunion in der heiligen Meſſe.
Vorher Beichtgelegenheit.
Liebfrauenkirche. Faſtenzeit. Während der ganzen Faſtenzeit
hält Herr Geiſtlicher Nat Profeſſor Laufer in der Liebfrauenkirche an
der Klappacherſtraße, an allen Sonntagen, abends 8 Uhr, beſondere
Faſtenpredigten. Die erſte Predigt war bereits am letzten Sonntag und
behandelte den Tod als Ende dieſes und als Anfang des anderen
Le=
bens. Mit geſpannter Aufmerkſamkeit folgten die zahlreich Erſchienenen
den intereſſanten Ausführungen des beliebten und geſchätzten Redners.
Die Predigt bedeutete für viele ein Ereignis. Mit großer Freude
er=
wartet man allgemein die zweite Predigt, die am Sonntag, den 4. März,
ebenfalls abends 8 Uhr, ſtattfindet. Möge niemand, dem es nur
einiger=
maßen möglich iſt, abzukommen, fernbleiben.
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II.Mad 621
Nummer 63
Samstag, den 3. März 1928
Seite 15
Opotn, Spier und Tarnent.
Fußball.
Hauptverſammlung des Sportvereins 98.
Wir machen unſere Mitglieder auf die heute abend 8½ Uhr im
Mozartſaal ſtattfindende Jahres=Hauptverſammlung aufmerkſam. (Vgl.
Wekanntmachung im Anzeigenteil.)
Sportverein Darmſtadt 1898—Germania 1894 Frankfurt a. M.
Die Fußball=Ligamannſchaft der 98er tritt nach einigen Wochen des
Wauſierens wieder auf den Plan. Als Gegner wurde für das am
morgi=
ren Sonntag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Böllenfalltorplatz ſtattfindende
Spiel Germania 1894 Frankfurt a. M., alſo einer der älteſten Pioniere
heer Fußballbewegung, auserſehen. Die Germanen teilen mit den 98ern
as bittere Los, mit Beginn des nächſten Jahres ſich in der Kreisliga
boetätigen zu müſſen. Das Schickſal war den Frankfurtern in den letzten
WVerbandsſpielen genau ſo wenig hold geſinnt wie den Einheimiſchen;
unnterliegt es doch keinem Zweifel, daß die Germanenmannſchaft
minde=
uens einigen Vereinen ihrer Gruppe, die ſich den Verbleib in der Liga
bichern konnten, gleichwertig iſt. Die wenigen Siege, die die Frankfurter
wrzielen konnten, wurden mit hoher Tordifferenz unter Dach gebracht;
rin in Höhe von 10:0 erzielter Sieg gegen VfR. Offenbach ſtellt ſogar
hoen Rekordſieg der Maingruppe dar; viele ganz knappe Niederlagen
boeſiegelten jedoch das Los der Mannſchaft. Es ſteht zu erwarten, daß
bäch die Mannſchaften einen guten und fairen Kampf liefern werden.
Sportverein 98 (Jugend).
1. Jgd. — 1. Jgd. Arheilgen, dort, 1.30 Uhr.
2. Jugend — 1. Jugend Pfungſtadt, hier, 1.30 Uhr.
3. Jugend — 2. Jugend VfR., Eintrachtplatz, 9,30 Uhr.
1. Schüler — 2. Schüler SpV. 98, Stadion, 10,30 Uhr.
3. Schüler — 1. Schüler Arheilgen, dort, 2.45 Uhr.
F. C. Union—Germania Pfungſtadt
ſweißt das letzte Verbandsſpiel der Kreisliga, das kommenden Sonntag
vam halb 3 Uhr auf der Rennbahn der Heidelberger Straße ſtattfindet.
MDas Zuſammentreffen dieſer beiden alten Rivalen und deren Namen
hind der Darmſtädter Fußballgemeinde zu bekannt, als daß es beſonderer
Erwähnung bedürfte. Schon von jeher lieferten ſie ſich intereſſante
Tämpfe, von deren meiſten Pfungſtadt für ſich entſcheiden konnte, ſowohl
umr Pfungſtadt wie auch in Darmſtadt. — Dieſes Jahr gelang es Union
urſtmals, auf Pfungſtädter Gelände einen einwandfreien Sieg zu
er=
ſangen. Jedoch haben ſie noch nicht dieſes Rückſpiel gewonnen.
Pfung=
bkadt verlor am Sonntag gegen den Abſtiegskandidaten unverdient, und
ſeie Union wird, wie ſchon ſo oft, für eine ſolche Schlappe wieder
her=
höalten müſſen. Es wird, wie ſchon immer, ein erbittertes Ringen geben
unm die zwar zweckloſen Punkte, um der Tradition treu zu bleiben. Wir
walten den Ausgang des Treffens für offen. Pfungſtadt kommt mit der
Werſtärkung Reinhardts im Sturm. Union tritt mit folgender
Mann=
ſchaft an:
Flaig
Weißmantel Rückert
Seelbach Darmſtädter Noller, Fr.
Noller, Hch. Bopp Mühlbach Frey Mehring.
Sportvereinigung 04 Arheilgen — VfR. Offenbach.
Nach einer 14tägigen Pauſe tritt die Sportvereinigung am morgigen
SSonntag auf dem Sportplatz „Am Arheilger Mühlchen” zum Wettſpiel
an. Als Gaſt erſcheint der Verein für Naſenſpiele Offenbach. Der
Ver=
min muß nach einjähriger Gaſtſpielrolle wiederum in die Kreisliga
ab=
eigen. Nach anfänglichen, ſehr ſchönen Erfolgen fiel die Mannſchaft
pegen Schluß der Spiele merklich ab. Innere Vereinsverhältniſſe trugen
ierbei weſentlich ſchuld. Am Schluß der Spiele war die Mannſchaft
hwieder bedeutend beſſer, es reichte aber nicht, den Abſtieg fern zu halten.
weute hat die Mannſchaft wieder ſehr an Spielſtärke gewonnen und ſie
wwird, wenn dieſe anhält, in den kommenden Verbandsſpielen einen guten
Segner abgeben. Für die Hieſigen wäre es ein ſehr großer Fehler,
wenn der Gegner unterſchätzt würde. Es muß ſogar ein ſehr gutes Spiel
Peliefert werden. Nach dem; gegen Phönix Mannheim geleiſteten
Faſt=
wachtsſcherz, iſt es doppelt notwendig, das etwas geſunkene Nenommee
wieder aufzufriſchen. Auch die 14tägige Pauſe darf man nicht merken.
„Die Mannſchaft wird in ihrer Aufſtellung ein etwas anderes Geſicht
zei=
gen, da erſtmals wieder Murmann mit von der Partie ſein wird, deſſen
nrnfreiwillige Pauſe nun wieder um iſt. Da in der Zwiſchenzeit in dem
SSpieler Groth ein anderer Techniker in der Manmſchaft aufgetaucht iſt,
wann, wenn beide ſich gut verſtehen, ein intereſſantes Spiel erwartet
wer=
heen. Kommt hinzu, daß das Wetter der letzten Zeit ganz beſonders zu
ainem Spaziergang einlädt, womit alle Vorbedingungen zu einem Aus=
Alug nach dem Arheilger Mühlchen erfüllt ſind. Das Spiel beginnt um
* Uhr nachmittags.
VfR. — Spielvgg. Arheilgen Reſ.
Zum fälligen Verbandsſpiel empfangen die Raſenſpieler kommenden
Sonntag die Liga=Erſatzmannſchaft der Spielvgg. Arheilgen. Die Leute
oom Mühlchen haben ſich in der Verbandsrunde unerwartet gut
geſchla=
pren; mancher alte Verein mußte Federn laſſen, was der gute Mittelplatz
un der Tabelle bezeugt. Eine äußerſt ſtabile Hintermannſchaft, ſowie
ain flinker Sturm, ſtempeln die Arheilger zur Kampfmannſchaft. VfR.
monnte im Vorſpiel dem Gegner durch einen 7:1 Sieg beide Punkte
kreitig machen, und wird deshalb im Rückſpiel nicht gewillt ſein, ſeinen
helnhängern eine Enttäuſchung zu ſervieren. Alles in allem iſt mit einem
untereſſanten Spiel zu rechnen, was ſich im Zuſchauerraum bemerkbar
mnachen dürfte. Das Spiel findet vormittags 11 Uhr auf dem Sportplatz
arm Finanzamt ſtatt. — Vor dem Hauptſpiel treffen ſich VfR. 2. Jugend
rgegen Sportv. 98 2b Jugend zum fälligen Pflichtſpiel. Auch bei dieſem
„Treffen ſchon lohnt ſich das Zuſehen; haben ſich doch beide Mannſchaften
u.n vergangenen Spielen immer von ihrer beſten Seite gezeigt.
Die zweite Mannſchaft wird vorausſichtlich pauſieren, während die
13. Mannſchaft in Griesheim mit der Sondermannſchaft der dortigen
Vik=
wrorig im Privatſpiel zuſammentrifft.
Sportverein 1922 Roßdorf e. V.
Der Verein ſieht am kommenden Sonntag ſeine ſämtlichen
Mann=
bichaften im Wetkampfe. Die 1. Mannſchaft ſpielt um 1,30 Uhr hier
egegen die gleiche des Sportkl. „Haſſia‟ Dieburg. Da Dieburg ſich in der
M=Klaſſe gut behauptet hat, ſo darf man einen offenen Kampf erwarten.
DDie 2. Mannſchaft ſpielt um 1 Uhr gegen Sportverein 98 3. in
Darm=
uſſtadt. Die 1. Jugend empfängt zum Rückſpiel um 12 Uhr die 2. Jugend
lArheilgen.
Spielvereinigung 1921, Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag fährt die Spielvereinigungsmannſchaft
unach Mainz=Mombach, um dortſelbſt das fällige Rückſpiel auszutragen.
Ihre Sportanhänger hoffen, daß ſie wiederum mit einem guten Reful=
„tate nach Darmſtadt zurückkommen, konnte ſie doch das Vorſpiel für ſich
gentfcheiden. Wie wünſchen der Mannſchaft ein ſchönes und faires Fuß=
Wballtreffen. Abfahrt 12,20 Uhr ab Hauptbahnhof.
Die zweite Mannſchaft ſpielt gegen die gleiche von Griesheim b. D.
urnachmittags ½2 Uhr auf der Windmühle. Man iſt auf den Ausgang
dieſes Spieles ſehr geſpannt.
Vorher tritt die 1. Jugendmannſchaft zum fälligen Rückſpiel gegen
ſiDdie gleiche von Bensheim an. Hier wird die Jugend ihren Siegeszug
Fortſetzen können, konnte ſie doch bereits das Vorſpiel mit 7:0 für ſich
gentſcheiden. Spielbeginn nachmittags 12½ Uhr.
Ueber das Nichtantreten Walldorfs in Darmſtadt iſt poſitiv nichts
Gewiſſes bekannt geworden. Man hört u. a., daß der Walldorfer
Ver=
ein auf Grund eines Verfahrens in einer früheren Angelegenheit (
Mör=
felden!) vom Verbandsgericht für längere Zeit geſperrt worden ſei. Was
an der Nachricht wahr iſt, muß abgewartet werden. Trifft ſie zu, ſo darf
man ſich auch in Münſter auf eine Revidierung des Urteils gefaßt
machen, zumal im Süddeutſchen Fußball= und Leichtathletik=Verband das
Beſtreben vorherrſcht, gründlich bei unliebſamen Vorkommniſſen
durch=
zugreifen.
Die Bergſträßer A=Klaſſe
muß noch bis zum 18. März auf ihren Meiſter warten. Zwar konnte
am letzten Sonntag der VfR. Darmſtadt mit einem Bombenſieg von 9:0
(5:0) ſeine Poſition befeſtigen, aber das entſcheidende Spiel, aus dem
der VfR. noch einen Punkt benötigt, findet erſt am 18. März in
See=
heim ſtatt. Immerhin, die derartige Form der Raſenſpieler läßt ſie
ſchon heute als Meiſter erwarten. Die Mannſchaft wird ſicher auch für
die Kreisliga, der ſie ſchon früher angehörte, ein Gewinn ſein.
Die Reſultate vom 26. Februar: VfR. Darmſtadt—
Sport=
verein Groß=Gerau 9:0 (5:0), Sportverein 98 Darmſtadt Reſerve—
Ein=
tracht Darmſtadt 7:3 (3:0), VfL. Michelſtadt—Sportverein Geinsheim
2:2 (1:1), FSV. Seeheim—Sportverein Lengfeld 0:2 (0:0). Letzteres
Treffen war die Ueberraſchung des Tages.
Für Sonntag, 4 März, ſind folgende Treffen angeſetzt:
Ger=
mania Eberſtadt—FV. Seeheim, Boruſſia Dornheim—Sportverein
Geinsheim, Sportverein Lengfeld—Eintracht Darmſtadt, Sportverein
Groß=Gerau—Sportverein Darmſtadt Reſerve, VfR. Darmſtadt—Sp. Vg.
Arheilgen Reſerve.
In der B=Klaſſe iſt die Meiſterſchaftsentſcheidung leider wieder
ver=
tagt worden. Die Vereine ſind emſig mit Privatſpielen beſchäftigt; mehr
darüber iſt jeweils an dieſer Stelle aus den Vereinsberichten zu
er=
ſehen. Das erfreulichſte Moment aus dieſer Klaſſe iſt das
Wiederauf=
leben des Sportbetriebes in Eſchollbrücken, wo man ſehr lange
pauſiert hatte. Am letzten Sonntag ſchlugen die Eſchollbrücker eine 2.
Mannſchaft des SV. Roßdorf mit 3:0. Am 4. März erproben ſie ihre
Kräfte in Meſſel. Hoffentlich melden auch andere, an dieſer Stelle lange
nicht erwähnte Orte bald das Wiederaufleben des Sportbetriebes.
Roi=Weiß I — „Germania” Wiesbaden I
(Ligaaufſtiegſpiel.)
Dieſe Mannſchaften treffen ſich am Sonntag, den 4. März, um 15
Uhr, auf dem Rot=Weißplatz, zum fälligen Ligaaufſtiegſpiel. Man ſieht
gerade dieſem Spiele mit berechtigtem Intereſſe entgegen, da ſein
Aus=
gang einen Schluß auf die Spielſtärke der an der Aufſtiegrunde
betei=
ligten Vereine zulaſſen wird. „Rotweiß” verlor unter recht unglücklichen
Umſtänden ſein erſtes Aufſtiegſpiel in Butzbach und wird am Sonntag
alles dranſetzen müſſen, um dieſes Spiel — es iſt das einzige, das in der
Vorrunde auf eigenem Platze ſtattfindet — zu gewinnen, da die
Mann=
ſchaft ſonſt Gefahr laufen würde, den Anſchluß an die Spitzengruppe und
damit den Aufſtieg zur Liga zu verpaſſen. Allerdings bedarf es hierzu
einer beſſeren Geſamtleiſtung als am letzten Sonntag, denn Germania
Wiesbaden iſt kein leicht zu nehmender Gegner. Sie konnte ihr erſtes
Aufſtiegſpiel gegen Kickers” Offenbach mit 4:2 gewinnen und wird
be=
müht ſein, auch in Darmſtadt Punkt zu gewinnen. „Germania” iſt eine
ausgeſprochene Kampfmannſchaft, die über einen ſchußkräftigen Angriff
verfügt. Es wird alſo ein äußerſt ſpannender Kampf zu erwarten ſein,
bei dem der Ausgang völlig offen iſt. Da die Eintrittspreiſe niedrig
gehalten ſind, dürfte ſich ein Gang nach dem Sportplatz an der
Rhein=
allee lohnen.
Vor dieſem Spiel treffen ſich um 14 Uhr eine komb.
Jugendmann=
ſchaft von „Not=Weiß” und eine komb. Jugendmannſchaft von „Hokoah”
Wiesbaden zu einem Privatſpiel. Auch hier wird es wohl zu einem
ſpannenden Kampfe kommen. Um 11 Uhr vormittags findet ein
Privat=
ſpiel zwiſchen einer komb. Rot=Weißmannſchaft und der dritten des Pol.=
Sportvereins ſtatt. Am Samstag um 15,30 Uhr findet auf dem Rot=
Weißplatz ein Schülerpokalſpiel ſtatt, das von entſcheidender Bedeurung
um den 1. Platz iſt. Die Gegner ſind: „Rot=Weiß” 1—Sportverein 98 1.
Gewinnt „Rot=Weiß” auch das Rückſpiel (das Vorſpiel auf dem Stadion
endete 2:1 für „Rot=Weiß”), ſo dürfte ihm der 1. Platz kaum zu
nehmen ſein.
Sportverein Darmſtadt 1898.
Die Ligamannſchaft trägt am morgigen Sonntag das Pokalendſpiel
in Frankfurt a. M. aus. Die Darmſtädter haben ſich durch einen Sieg
gegen VfR. Schwanheim auf deren Gelände in Höhe von 4:1 und durch
den 8:0=Sieg gegen den Polizeiſportverein Wiesbaden die Berechtigung
zum Pokalendſpiel erworben. Gegner iſt der Handballſportverein
Frank=
furt a. M., der nach Freilos in der Vorrunde die Babenhäuſer Poliziſten
in der Zwiſchenrunde aus dem Felde ſchlug. Das Spiel findet auf dem
Platze des Fußballſportvereins nachmittags 2 Uhr ſtatt, und zwar vor
dem Fußballſpiel des Platzvereins gegen Saar,Saarbrücken. Die 98er
müſſen ſich bewußt ſein, daß es gilt, vor dem kritiſchen Frankfurter
Publikum in Ehren zu beſtehen. — Ligaerſatzmannſchaft und 2.
Mann=
ſchaft treten in Darmſtadt gegen Pfalz=Ludwigshafen und Kickers=
Offen=
bach an.
Tgde. Darmſtadt 1846 — Tv. Groß=Umſtabt.
Die Turngemeinde Darmſtadt 1846 hat ſich für Sonntag, den
4. März, Gäſte aus dem Odenwaldgau verſchrieben. Die erſte und zweite
Mannſchaft des Turnvereins Groß=Umſtadt werden gegen die gleichen
Mannſchaften der Turngemeinde 1846 antreten. Groß=Umſtadts erſte
Mannſchaft ſpielt in der Verbandsſonderklaſſe, und hat ſich bei den
Pflichtſpielen 1927/28 den dritten Tabellenplatz geſichert. Das Ergebnis
dieſer Spiele hat gezeigt, daß Groß=Umſtadt ein ernſt zu nehmender
Gegner für die in der Verbandsſonderklaſſe ſpielenden Vereine iſt. Um
ſo mehr wird die Tgde. 1846 gut tun, das Spiel nicht zu leicht zu
neh=
men, da ſie ſonſt eine unangenehme Ueberraſchung erleben könnte. Die
1846er haben ia in der letzten Zeit manchem äußerſt ſpielſtarken Gegner
gegenüber geſtanden und dabei recht beachtliche Ergebniſſe erzielt,
wes=
halb angenommen werden darf, daß ſie auch das Spiel gegen Groß=
Um=
ſtadts erſte Mannſchaft für ſich entſcheiden werden. Allerdings dürfte
dies nur dann gelingen, wenn jeder Spieler, vor allem im Sturm,
un=
eigennützig ſpielt, und keine Eigenbrötelei getrieben wird.
Anſchließend an das Spiel der erſten Mannſchaftem, das um 14 4:
Uhr beginnt, findet um 16 Uhr ein Spiel der zweiten Mannſchaften
LTi=
der Vereine ſtatt. Die zweite Mannſchaft Groß=Umſtadts ſpielt in der
Meiſterklaſſe des Odenwaldgaus und wird den 1846ern ein ſtarker
Geg=
ner ſein. Es wird deshalb notwendig ſein, daß Darmſtadts Zweite ihr
ganzes Können aufbietet, um in dieſem Treffen Sieger zu bleiben.
Beide Spiele finden auf dem Platz am Finanzamt ſtatt.
Tgde. Beffungen 1. — Tv. Gobdelau 1.
Der kommende Sonntag bringt wieder ein Spiel der erſten
Mann=
ſchaft. Man wird geſpannt ſein, ob die vierwöchige Pauſe von
Vor=
teil war. Goddelau iſt ein nicht zu unterſchätzender Gegner, und
Beſſun=
gens junge Elf muß ſehr auf der Hut ſein, wenn ſie den Sieg an ihre
Fahne heften will. Es iſt ein ſehr intereſſantes Spiel zu erwarten,
wo=
bei der Ausgang völlig offen iſt, da beide Vereine ſich erſtmals
gegen=
überſtehen. Spielbeginn: halb 4 Uhr, auf der Rennbahn.
* Fußball im Kreis Starkenburg.
Schlußtag in der Kreisliga.
Nun ſind wir auch in der Starkenburger Kreisliga ſo weit; am
SSonntag finden die beiden letzten Spiele im Kreis ſtatt:
Union Darmſtadt—Germania 03 Pfungſtadt,
Union Wixhauſen — Viktoria Griesheim
ſcheißen die beiden angeſetzten Treffen. Für die Tabelle ſind ſie ziemlich
Gedeutungslos, verſprechen aber trotzdem intereſſanten Sport. Auf der
lalten Rennbahn darf man wohl die Darmſtädter in Front erwarten.
PPfungſtadt hat ſeit einiger Zeit unter Schwierigkeiten in der
Mann=
hſchaftsaufſtellung zu leiden und iſt nicht mehr der große Gegner früherer
Jahre. Immerhin werden ſich die Gäſte zu wehren wiſſen. — In
Wix=
ſchauſen müßte normalerweiſe ein Sieg der Einheimiſchen
heraus=
kommen. An dieſer Meinung ändert auch der überraſchende Griesheimer
SSieg in Pfungſtadt nichts, denn die Wixhäuſer ſind härter als die
WPfungſtädter und werden aus deren Refultat ihre Schlüſſe gezogen
haben. Wir hoffen jedenfalls, von ſchönen Kämpfen berichten zu können.
— Der neue Kreismeiſter, 1. F. C. Langen, begibt ſich am Sonntag
su einem Privatſpiel nach Eckenheim zur dortigen Viktoria 1912. Die
Uckenheimer ſtehen an zweiter Stelle im Nordmainkreis und ſind ſtärker
einzuſchätzen als der Meiſter Heddernheim. Man kann alſo aus dem
su erwartenden Ergebnis Schlüſſe auf die Spielſtärke Langens im
Ver=
pgleich zu anderen Kreiſen ziehen.
Turngeſellſchaft 1875 — Turnverein Eberſtadt.
Die 1875er empfangen am Sonntag die erſte Mannſchaft des
Turn=
vereins Eberſtadt. Die Eberſtädter boten bisher techniſch
Ausgezeich=
netes, zumal ſie längere Spielerfahrung beſitzen und ſchon zwei Jahre
der Meiſterklaſſe angehören. Auch die Darmſtädter Mannſchaft machte
in ihren letzten Spielen ſehr gute Leiſtungen geltend, ſo daß eine
Vor=
entſcheidung über den Ausgang des Spieles ſchwer zu treffen iſt.
Hof=
fentlich hat der Wettergott ein Einſehen, und die 1875er können wieder
mit einer großen Zuſchauerzahl aufwarten, wie am vergangenen
Sonn=
tag. — Das Spiel findet um 3 Uhr auf dem Sportplatz an der
Kranich=
ſteinerſtraße bei freiem Eintritt ſtatt. — Vorher, um 2 Uhr, trifft ſich die
dritte Mannſchaft mit der Jugend=Elf von Eberſtadt. Die Jugend ſteht
an evſter Stelle im Gau und dürfte hier ein ſpannender Kampf zu
er=
warten ſein.
Univerſitätskampf im Kunſtturnen. Univerſitär Münch
ſchlägt T.H. Darmſtadt. In München gelangte ein Mannſchaft
wettkampf im Kunſiturnen zwiſchen der Univerſität München und De
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt zur Durchführung den die Münchene
mit 519:468 Punkten gewannen. Die beſten Einzelturner waren Mole
bauer=MMünchen mit 113 und Schieferdecker=Darmſtadt mit 92 Punkten.
Erich Kohler gewann kampflos in Dresden die deutſche Fliege
bewichtsmeiſterſchaft, da der Meiſter Harry Stein Uebergewicht hatt
Im Kampf ſelbſt mußte Stein in der vierten Runde wegen Nachſchlagen
disqualifiziert werden.
Turnen.
68. Gauturntag des Main=Rheingau (O. T.)
Sonntag, den 4. März 1925, nachm. 2½ Uhr, findet in Traiſa die
Hauptturntagung (68. Gauturntag) des dritten Gaues (9. Kreis
Mittel=
rhein) der DT. ſtatt. Die Tagung wird aus 67 Vereinen mit insgeſamt
105 Vertretern beſchickt werden. Die Tagesordnung umfaßt die
Bericht=
erſtattung des Gauvertreters und der Gau=Oberturnwarte über das
abgelaufene Jahr. Ueber die Tätigkeit in den einzelnen Fachgebieten
wie: Volksturnen, Männer=, Frauen= und Kinder=Turnen, Schwimmen,
Spielen, Wandern und Geſang, Jugendpflege ſowie Preſſetätigkeit,
wer=
den die hierfür zuſtändigen Fachwarte beſonders Bericht erſtatten. Acht
verſchiedene Anträge u. a. Satzungsänderungen, Erweiterung der
turne=
riſchen Wettkämpfe auf Gauturnfeſten uſw., ſtehen zur Beratung.
Geſchäftliches.
Peters=Union A.=G., Frankfurt a. M.
Als älteſte deurſche Pneumatikfabrik iſt es immer das Beſtreben
der Peters Union A.=G. geweſen, beſte Qualität mit neueſten
Erfahrungsergebniſſen zu verbinden und ſo ſtetig nur „
Oualitäts=
reifen” herauszubringen. Auf der Leipziger
Nutzkraftwa=
gen=Ausſtellung erregen neben den bekannten Vollreifen für
Laſtwagen, Zugmaſchinen, Elektrokarren uſw. und den bewährten
Rieſenluftreifen beſonders die neuen Rieſen=Ballonreifen allgemeine
Aufmerkſamkeit. Alle die Vorteile, die den Ballonreifen im
gewöhn=
lichen Autoverkehr ſo beliebt gemacht haben, ſind hier übertragen auf
Schnellaſtwagen und Omnibuſſe, und ſie werden hier weſentlich zur
Steigerung der Rentabilität der Betriebe beitragen.
Der gute Geſchäftsabſchluß der Peters Union A.=G. iſt der beſte
Beweis für die ſteigende Beliebtheit der Peters Union=Erzeugniſſe,
Marke Rotſiegel, die täglich die beiden großen Fabriken in Frankfurt
a. M. und Corbach in Waldeck verlaſſen.
Auch ein Höhenrekord. Frau Lisl Nordhaus, die an der Afrika=
Expedition ihres Gatten im vorigen Jahre teilnahm und als erſte
Frau den 6010 Meter hohen Kilimandſcharo beſtieg, ſchreibt, daß ihr
dabei Maggi’s Suppenwürfel und Maggi’s Würze die beſten Dienſte
geleiſtet hätten. So habe ſie in mehr als 5000 Meter Höhe noch eine
debikate Ochſenſchwanzſuppe gekocht. Sie macht dazu die launige
Be=
merkung, daß in ſolcher Höhe von einer Hausfrau wohl kaum oder
ſelten eine Maggiſuppe zubereitet worden ſei. Ihr ſchwarzer Küchenboh
habe jedesmal geſtaunt, daß man aus einem ſo kleinen Würfel eine ſo
gute Suppe herſtellen könne. Auch hierzu haben ſich alſo Maggi’s
Er=
zeugniſſe als praktiſcher, leichttransportabler Proviant bewährt.
Die bekannte Offenbacher Geldlotterie, deren Ziehung garantiert
unwiderruflich am 17. März ſtattfindet, erfreut ſich allgemeiner
Be=
liebtheit. Die Loſe dürften, wie bei der letzten Lotterie, wieder
früh=
zeitig ausverkauft ſein. Wir machen beſonders auf das in unſerer
heutigen Nummer erſcheinende Inſerat aufmerkſam.
30. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
20. Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu je 200 000 Mark auf Nr. 155 163; 2 Gewinne zu je 25 000
Mk. auf Nr. 81 643; 2 Gewinne zu je 5000 Mk. auf Nr. 47 730; 6
Ge=
winne zu je 3000 Mk. auf Nr. 89 369, 109 520, 276 545; 20 Gewinne zu
je 2000 Mk. auf Nr. 49 323, 176 224, 197 559, 208 859, 223 062, 279 943,
294 858, 297 851, 327 315, 336 430; 28 Gewinne zu je 1000 Mk. auf Nr.
904, 4020, 28 659, 62 775, 85 227, 167 975, 179 713, 208 831, 237 163, 247507,
351 357, 357,733, 372 076, 373 292; ferner 82 Gewinne zu je 500 Mark und
190 Gewinne zu je 300 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung
fielen: 6 Gewinne zu je 5000 Mk. auf Nr. 4844, 92 730, 205 837: 10
Gewinne zu je 3000 Mk. auf Nr. 34 382, 57 452, 103 897, 333 798, 356 675;
16 Gewinne zu je 2000 Mk. auf Nr. 62921, 157 212, 208 548, 266 070,
279 621, 283 324, 338 598, 366 946; 28 Gewinne zu je 1000 Mk. auf Nr.
28046, 49 867, 105 016, 143 987, 146 224, 151447, 182 770, 215 919,
243 014, 244 521, 254 930, 315 571, 338 037, 366 384; ferner 70 Gewinne
zu je 500 Mark und 222 Gewinne zu je 300 Mark. — Im
Gewinn=
rade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mk., 2 Gewinne zu je
500 000 Mk., 2 Gewinne zu je 75 000 Mk., 4 Gewinne zu je 25 000 Mk.,
30 Gewinne zu je 10 000 Mk., 56 Gewinne zu je 5000 Mk., 112 Gewinne
zu je 3000 Mk., 236 Gewinne zu je 2000 Mk., 532 Gewinne zu je 1000
Mk., 1460 Gewinne zu je 500 Mk., 3674 Gewinne zu je 300 Mk.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 3. März. 13: Kaſſel: Hauskapelle. O 15.30: Aus
dem deutſchen Liederkranze. Rödelheimer Realſchule. Chorleiter:
Muſiklehrer Br. Otto. S 16: Gr. Schauſpielhaus Berlin: Achte
Sinfonie von Guſtav Mahler, für gem. Chöre, Knabenchor, Soli
und gr. Orch. Erſter Teil: Hymnus: Veni Creator ſpiritus.
Zweiter Teil: Schlußſzene aus Goethes Fauſt. Soliſten: Lotte
Leonard, Anna=Marie Lenzberg, J. Lotte Stern, Elma von Haynal,
Rusnak, Schen Fiſcher. Verein. Berliner Chöre. Philharm. Orch.
Muf. Leit.: Dr. Unger. O 18.30: Briefkaſten. 18.45: Prof.
Dr. Schultz: Das deutſche Drama und Theater vom 17. Jahrh.
bis zur Gegenwart. O 19.15: Stenogr. Fortbildungskurſus. O 19.45:
Prof. Sittig: Sternhimmel im März. Sternbilder des Tierkreiſes.
O 20.15: Gaſtſpiel Peter von der Oſten. O 21.15: Bunter Abend.
22.30: Berlin: Tanzkurſus. — Anſchl. Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Samstag, 3. März. 12.30: Schallplattenkonzert. 15:
Jugend=
ſtunde. O 16: Gr. Schauſpielhaus Berlin: Achte Sinfonie von Guſtav
Mahler, für zwei gemiſchte Chöre, Knabenchor Soli und großes
Orcheſter. 1. Teil: Hymnus „Veni Creator ſpiritus”. 2. Teil:
Schrußſzene aus Goethes Fauſt, 2. Teil. Muſ. Leit.: Dr. Unger.
Soliſten: Lotte Leonard, Anna=Marie Lenzberg, Julia Stern,
Elma von Haynal, O. Rusnak, H. Schey, A. Fiſcher. Vereinigte
Berliner Chöre, verſtärktes Philh. Orch. O 18.15: Freiburg:
Oberſt=
leutnant a. D. Boelke: Entſtehung und Inhalt der Wanderkarten,
O 18.45: Karlsruhe: H. Hagen: Der Sinn der Volksgemeinſchaft.
O 19.15: Gemeinderat Härle: Sozialfürſorge. Invalidenverſicherung
(Freiwillige Leiſtungen — Heilverfahren). O 20.15: Bundeshalle
Reutlingen: Funkbrettl. Leit.: Struve. Mitw.: Hilde Binder,
Gertrude Hepp, Käte Mann, Hanus, Ott, v. Wiſtinghauſen, Struve,
Senffert. Funkorch. 26 Darbietungen. — Anſchl.: Nachrichten.
O 22.30: Berlin: Funktanzſtunde. O 23: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 3. März. 16: Gr. Schauſpielhaus: Achte Sinfonie
von Guſtav Mahler für 2 gemiſchte Chöre, Knabenchor, Soli und
großes Orcheſter. Erſter Teil: Hymnus: Veni Creator ſpiritus.
Zweiter Teil: Schlußſzene aus „Goethes Fauſt.” Muſ. Leit.: Dr.
Unger. Soliſten: Lotte Leonard, Anna=Marie Lenzberg, Julia
Stern, Elma von Haynal, O. Rusnak, H. Schey, A. Fiſcher.
Verſch. Berliner Chöre. Das auf 130 Muſiker verſtärkte Philharm.
Orcheſter. 1000 Mitwirkende. o 18.20: San.=Rat Dr. Frank:
Med.=hyg. Plauderei. o 18.45: Rechtsanwalt Dr. Weinberg:
Rechtsfragen im Automobilverkehr. S 19.10: A. Reimann:
Mieter=
ſchutz und Mieterſchaft. o 19.35: Dr. Breyne: Bordbetrachtungen
eines Unpolitiſchen. Im Indiſchen Ozean. O 20.10: Sendeſpiel=
„Die Nachtwandlerin”. Oper in vier Teilen von Romani, Muſik
von Bellini. Leit.: Bronsgeeſt. Dir.: Meyrowitz. Perſ.: Graf
Audolph: Thereſe, Müllerin; Amine eine von Thereſe angenommene
Waſſe; Elwin, ein reicher Gutsbeſitzer; Liſa, Wirtin; Landleute.
Ork: Dorf in der Schweiz. — Anſchl.: Tagesnachr. O 22.30:
Funktanzſtunde. — Tanzmuſik. Dr. Becces Sinſoniker.
Deutſche Welle. Sonnabend, 3. März. 11.50: Für die Schule:
Frühlingsklänge aus alter Zeit. o 14.30: Kinderſtunde. Wir
machen uns ein Bilderbuch. O 15: B. K. Graef: Sprechtechnik.
O 15.35: Wetter= und Börſe. o 16: Aus dem Zentralrnſtntut.
O 16.30: Prof. Wolff: Die Mitverantwortlichkeit der Beamten
bei der Tuberkuloſebekämpfung. O 18: Dr. Kuckhoff: Laienſpiel
und Arbeiterbühne. O 18.30: Franzöſiſch f. Fortgeſchr. o 18.55:
Dr. Müller=Freienfels: Fauſt. 2. Teil. O 19.20: Prof. Schumamn:
Joh. Seb. Bach. O 20.10: Sendeſpiel. Bellini: „Die
Nacht=
wandlerin”. Oper in 4 Teilen. O 22: Nachrichten. O 22.30: Funk=
Tanzſtunde. — Dann: Tanzmuſik.
vmmmmm
Hauprichriftlenung. Ruboi Maupt
Veranwortlich für Polltlk und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feuiſleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwari”, Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenieil: Willp Kuhle: Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich: übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
[ ← ][ ][ → ] Wirtſchaftliche Rundſchau.
6 Prozent Vereinigte Stahlwerks=Dividende. In der
Aufſichtsrats=
ſitzung der Vereinigten Stahlwerke A.=G., Düſſeldorf, lag der Abſchluß
für das erſte volle zwölf Monate umfaſſende Geſchäftsjahr vor. Das
Unternehmen, das bedeutendſte der deutſchen Montaninduſtrie, hat bei
einem Rohüberſchuß von 280,40 Millionen RM., wozu noch der
Gewinn=
vortrag aus dem Vorjahr mit 2,40 Millionen RM. tritt, einen
Rein=
gewinn mit 52,94 Millionen RM. erzielt, während das nur ſechs Monake
umfaſſende erſte Geſchäftsjahr einen Reingelinn von 26,46 Millionen
MM. ergeben hatte. Die Verwaltung hat beſchloſſen, der am 28. März
ſtattfindenden ordentlichen Hauptdeuſammlung die Verteilung einer
Dividende von 6 Prozent vorzuſchlagen.
Lohnvertragskündigung in der Hartſtein=Inbuſtrie. Die
Arbeit=
geber und Arbeitnehmer der Hartſteininduſtrie (Vaſalt und Grauwacke)
haben den Lohnvertrag gekündigt. Die Verhandlungen blieben
erfolg=
los, da die Arbeitgeber einen neuen Vertragsentwurf in Vorſchlag
brach=
ten, der nach Anſicht der Arbeitnehmer in ſeinen Auswirkungen eine
Verſchlechterung der bisherigen Vertragsverhältniſſe darſtelle.
G. D. Bracker Söhne, Maſchinenban A. G., Hanan. Die Geſellſchatt
beantragt Kapitalzuſammenlegung im Verhältnis 10:3 von Reichsmark
225 000 auf 67 000, ſowie Wiedererhöhung um 77 500 RM. durch
Um=
wandlung der Obligationsſchuld in Aktien.
Holex Schokoladenwerke A.=G., Bad Homburg. Der in
Zahlungs=
ſchwierigkeiten befindlichen Geſellſchaſt werden durch die Vermittlung
der Naſſauiſchen Landesbank vom Wolworth=Konzern erhebliche Kredite
in Ausſicht geſtellt unter der Vorausſetzung, daß für einen beträchtlichen
Teil dieſer Kredite von der Stadt Homburg Bürgſchaft geleiſtet werden
ſolle. Der Magiſtrat beſchäftigte ſich in ſeiner geſtrigen Sitzung mit
die=
ſer Frage. Er konnte ſich indeſſen nicht entſchließen, durch
Bürgſchafts=
leiſtung in dieſem einen Falle Präzedenzfälle zu ſchaffen, und kam zu
einer Ablehnung des Antrages.
Mitteldeutſche Häuteverſteigerung für das beſſiſche Gefälle. Die
Häuterverwertungen Kaſſel, Fulda, Gießen, Siegen, Wetzlar, Arnsberg,
Braunſchteig, Holzminden, Hildesheim, Göttingen, Nordheim,
Magde=
burg, Halberſtadt, Duderſtadt, Eſchwege mit Anſchlußplätzen brachten in
Kaſſel rund 40 000 Stück Häute und Felle zur Verſteigerung. Die
Ver=
ſteigerung war gut beſucht. Leichte und rote Kalbfelle verloren gegen
die Vorverſteigerung 10 Prozent, leichte und bunte ſchwarze, ſowie
ſchwere Kalbfelle verloren 15 Prozent, ſchwarze und bunte ſchwere
Kalb=
felle bis zu 20 Prozent gegen die Vorverſteigerung. Der Verkauf der
Großviehhäute war zeitweiſe recht lebhaft. Gegen die Vorauktion
ver=
loren Ochſenhäute 10 Prozent, leichte Rinderhäute 5 Prozent, ſchwere
Rinderhäute 10 Prozent, leichte Kuh= und Bullenhäute 10 Prozent und
ſchwere Bullenhäute 5 Prozent. Die Hammel= und Schaffelle verkauften
ſich verhältnismäßig flott; die Preiſe waren im großen und ganzen etwa
die vormaligen mit kleinen Schwankungen nach unten und oben. Mit
Ausnahme einiger zurückgezogener Loſe wurde alles verkauft.
Frankfurt a. M., 2. März.
An der heutigen Börſe war die Tendenz etwas befeſtigt. Das
Ge=
ſchäft war nicht merklich größer als an den Vortagen und beſchränkte ſich
im weſentlichen wieder auf die Kuliſſe, die weiter Deckungen vornahm,
während das private Publikum in feiner Intereſſeloſigkeit derharrte.
Nur auf einigen Spezialgebieten war die Umſatztätigkeit wieder etwas
lebhafter, wovon auf die übrigen Märkte eine Anregung ausging. So
beſtand für Schiffahrtswerte auf den günſtigen Abſchluß von Hanſa
Dampf etwas verſtärbtes Intereſſe bei Kursbeſſerungen bis 2½ Proz.
Etwas reger gefragt waren ferner am Montanmarkt Phönix (plus 1:
Prozent) und Stahlverein (plus 1½ Prozent) auf die heutige
Bilanz=
ſitzung. Am Elektromarkt waren beſonders Gesfürel (plus 4 Prozent)
und Licht und Kraft (plus 1 Prozent) etwas lebhafter verlangt.
All=
gemein anregend wirkten die vorliegenden günſtigen Konjunkturberichte.
So befriedigte es, daß nach den Berichten der preußiſchen
Handelskam=
mern noch kein erheblicher Rückgang der Konjunktur feſtzuſtellen ſei,
während der Stahlwerksverband über eine leichte Belebung des
In=
landsmarktes und lebhafte Nachfrage vom Auslande berichtet. Nur der
Röhrenverband meldet nach dem lebhaften Geſchäft des Vormonats einen
Rückſchlag. Zur Zurückhaltung mahnte andererſeits die immer noch
anhaltende Anſpannung des Geldmarktes und die verſchiedenen Lohn=
und Arbeitskonflikte. Gegen die Abendbörſe lag die Mehrzahl der
Pa=
piere 1 bis 1½ Prozent feſter. Die Bewegung der Adler= und
Daimler=
aktien kam jedoch heute zum Stillſtand. Adlerwerke und Daimler
blie=
ben nur knapp behauptet. Deutſche Anleihen lagen weiter ſtill,
Aus=
länder faſt geſchäftslos. Im Freiverkehr beſtand für Ruſſen weiter
In=
tereſſe Guldenruſſen 3,75—3,80, 02er Ruſſen 3,85—3,90.
Im weiteren Verlaufe, als der 6prozentige Dividendevorſchlag des
Stahltruſt bekannt wurde, blieb die Stimmung freundlich. Stahlverein
und Phönix blieben gefragt und waren weiter geringfügig erhöht. Am
Elektromarkt lagen Licht und Kraft 2 Prozent feſter, Siemens dagegen
angeboten und minus 1½ Prozent. Am Deviſenmarkt beſtand weiter
Nachfrage nach der Mark. Das Pfund erfuhr international eine geringe
Abſchwächung. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1865, gegen Pfunde
20,425. London — Kabel 4,873 Paris 124,02, Mailand 92,17, Madrid
B,85, Holland 12,1270. Tägliches Geld 8 Prozent.
An der Abendbörſe war das Geſchäft etwvas lebhafter als an den
Vortagen und die Werte zu den wieder ſtärber erhöhten Naſtbörſenkurſen
eher geſucht. Durchweg wurden Kurserhöhungen um ½—1 Prozent
feſtgeſtellt. Am Anleihemarkt waren Ruſſenwerte weiter lebhaft und
gut behauptet. Der Schluß blieb unverändert freundlich. Es notierten:
Comm. Bank 175,87, Danar 220, Metallbank 127, Gelſenkirchen 134,5,
Mannesmann 151,5, Phönix 103,25, Rheinbraun 239,
Harpener 1
Rheinſtahl 166,75, Stahlverein 106, Hapag 152, Nordd. Lloyd 155,
A. E. G. 158,87, Daimler 94, Scheideanſtalt 202, Licht und Kraft 216,5,
Farben 258,25, Gesfürel 261,5, Siemens 272,25, Schuckert 177,
Wald=
hof 258.
Im Abenddebiſenverkehr lag Mailand etwas ſchwächer. London
Pazis 124,02, — Mailand 92,35, — New York 4,8775, — Holland 12,12½,
—Madrid 28,87, — Zürich 25,34, — Pfunde — Mark 20,42½, Dollar
— Mark 4,1865.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 2. März.
An der heutigen Börſe ließ ſich das Geſchäft etwas lebhafter bei
feſter Tendenz an. Die erſten Kurſe lagen 1—2 Prozent über den
letz=
ten amtlichen Notierungen, da nicht nur die Spekulation, ſondern auch
das Pubilkum, obgleich noch zögernd, Meinungskäufe tätigten. Im
Vordergrunde ſtanden Polyphonaktien, für die aus den bekannten
Grün=
den andauernde ſpekulative Nachfrage vorlag (plus 8,5 Prozent) und
Hanſa Dampf, die vormittags 10 Prozent höher gehandelt wurden und
an der Börſe mit einer 6,5prozentigen Steigerung im Vergleich zu ihrem
geſtrigen Schlußkurs begannen. Man war von dem 10prozentigen
Divi=
dendenvorſchlag und dem außerordentlich günſtigen Gewinnergebnis
üiberraſcht, zumal noch vor einigen Tagen auffallenderweiſe von einer
führenden Seite die Anſicht geäußert wurde, daß wohl kaum eine der
führenden Reedereien mehr als 8 Prozent Dividende erklären werde.
Anregung ergab ſich für den Geſamtverkehr aus den Preußiſchen
Han=
delskammerberichten über die Wirtſchaftslage, dem günſtigen
Monats=
bericht des Stahlwerksverbandes und der Ausſicht auf Einigung in dem
Berliner Metallarbeiterkonflikt. Auch der Geldmarkt ließ Anſätze einer
Entſpannung erkennen. Tagesgeld notierte 7,5—9 Prozent und
Monats=
geld 7,5—8,5 Prozent. Erſte Firmen bezahlten etwas weniger. Für
Warenwechſel war bei Börſenbeginn noch kein Diskontſatz zu hören.. Im
Deviſenverkehr ließ das Geſchäft zu wünſchen übrig. Man nannte im
Uſancenhandel Kabel New York-Berlin 4,1862, Kabel New York-
Lon=
don 4,8777, London-Mailand 92,25, London-Madrid 28,84. Einzelne
Papiere zogen über den eingangs genannten Umfang hinaus an. A. G.
für Verkehrsweſen auf Kapitalerhöhungsgerüchte plus 3 Prozent, J.G.
Farben plus 1 Prozent bei der Kuliſſe. Kunſtſeidenwerte ruhig. Nach
Feſtſetzung der erſten Kurſe behauptete ſich das erhöhte Kursniveau. Die
Aufmerkſamkeit konzentrierte ſich weiter auf die erwähnten
Spezial=
papiere. Im weiteren Verlauf nahm die Spekulation wieder
Gewinn=
realiſationen vor, ſo daß die Tendenz in der zweiten Stunde
unſiche=
wurde. Trotzdem blieb der feſte Grundton erhalten. Der Pridatdiskont
wurde unverändert auf 6,5 Prozent für beide Sichten feſtgeſetzt.
Eiſen=
bahnverkehrsmittel ſtellten ſich im Verlaufe 6 Prozent, Stöhr weitere
2 Prozent, Berger Tiefbau weitere 5 Prozent, Licht u. Kraft 6 Prozent
höher. Die höchſten Tageskurſe vermochten ſich aber ſchließlich, wie
er=
wähnt nicht zu halten. An der Nachbörſe trat eine erneute Befeſtigung
ein, nachdem ſich die Schlußkurſe zunächſt eher leicht ermäßigt hatten.
Lebhaft beachtet wurden im Spätverkehr vor allem Montanaktien,
da=
nieben Schiffahrtswerte, Elektroaktien und einzelne Spezialpapiere, wie
Polyphonz Vereinigte Glanzſtoff; Stöhr ſchloſſen ſehr feſt mit 203, da
die Freigabe nicht nur die Familie Stöhr, ſondern auch die Geſellſchaft
ſelbſt in erheblichem Maße betreffen ſoll. Nationale Auto lagen mit
95 Prozent infolge der Dividendenloſigkeit gedrückt.
Aſchaf ſenb. Zellſte
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin.
Berlin el. W
Berlin Karsruhe
Araunkohl. Br.
Fremer Bulkan
Bremer Wolle..
Deutſch.=Atlant. 2
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Te
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleut
Tt. Kaliwerke
Donnersmarckhütte
Tynamit Nobel ..
Eleltr. Lieferung.
J. G. Farben".
R. Friſter .
Eaggenau Vorz=
Eelſenk. Verg.
E. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen.
Ban.=Maſch.=Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf.
Helſingfors
Wien
Prag ..
Budapeſt.
Sofia....
Solland.
Cslo ....."
Kopenhagen
Stockholm .
London
Buenos Aires
Nen=York ..."
Belgien ....."
170.5 Hemoor=Zement. 3
248.— 194.25 105 875 Hirſch Kupfer 116.3751116.— 25.25 25.25 Höſch Eiſen 143.5 715 715 Hohenlohe Wert 98.5 78.75 Kahla Porzellan 107.— 167.— 168.— Lindes Eismaſch 169.5 11515 144.5 144.5 Lingel Schuh 68.— 66.5 223 75 226.— Linke u Hofman 102.125 104.— VL. Loewe u. C 252.— 61.— 61.— C. Lorens 106.— Niederlauſitzer 9 160.— 129.— 129.375 Nordd. Gummi 69.— 66.— Orenſtein. 135.5 Rathgeber We 86.5 — Rombacher Hütte 125.125 125.— Roſitzer Zucker
Rütgerswerke. 70.— 164.— 166.— 98.675 256.25 256 25 Sachſenwer †. 121.— 102. 102. S.ichſ. Gußſtahl 143.5 32.75 32.5 Siemens Glas 144.75 1145.5 Ver. Lauſitzer Glas 131.— 256 5 258.25 Volkſtedter Porzell. 55 — 138. 139.75 Weſtf. C. Langendree 63 25 62.25 Wittener Gußſtahl". 60.— 221.— 1230.1251 Wanderer Werke 181.—
245.
144.5
96.5
108.—
251.5
106.875
158.5
136.75
85.75
69.75
98.25
119.5
146.—
129.5
56.—
60.—
Deviſenmarkt.
Geld/ Brief10.533 10.55: 2. 3.
Geld /Brief
10.535 10.555 Italien 1. 3.
Geld. / Brie
22.145/22.185 2.
Geld
22.10 58.95/ 59.0 58.95 59.07 Paris". 16.455 16.495 16.45 12.397 12.417 12.395 2.415 Schweiz ......." 80.53/ 80.6‟ 30.50! 13.13/ 73 27 73.13 13.27 Spanien. . . . . . . 70.73/ 70.8 70.65 3.0221 3.02 3.022 3.028 Danzig ........" 81.621 81.78 81.61 168. 29/168.6. 168.23 68.57 Fapan. . . . .. ..." 1.961 1.265 1.961 ſtrr.atttt.63 111.39 111.615 Rio de Janeiro. 0.5035 0.5055
7.360/ 7.372 0.503 112.09 112.3 112.04 12.26 Fugoflavien .. .." .358 112.29112.51 112.26 12 48 Portugal ....." 19.38/ 19.44 19.33 120.408 20.448 20.396 20.436 Athen ........" 5.5341 5.546 5.534 1.789/ 1.19: 1.78‟ 1.792 Konſtantinopel 2 098/ 2.102 2.09 H 18304 191c 4. 1820/4.1900 Kanada 4.174 4.182 4.174 58.281 58.40 58.255/58.375 ruguat 4.276/ 4.284 4.276
fo 79
81.77
1.965
0.505
7.372
19.37
5.546
2.101
4. 182
1.284
In die letzte Woche fiel die Ultimoliquidation an den
Effektenmärk=
en, die keinerlei Zwiſchenfall, ſondern höchſtens die angenehme
Ueber=
raſchung einer beachtlichen Privatdiskontermäßigung um 0,25 Prozent
brachte. Daraus geht ſchon hervor, daß die Geldverſorgung der Börſe
reichlich geweſen iſt. Somit war auch die Vorausſetzung für eine ſtetige
Tendenz in der Kursgeſtaltung gegeben. In der Tat behauptet ſich der
allgemeine Preisſtand unter Berückſichtigung der Umſatzloſigkeit mit
iner bemerkenswerten Widerſtandskraft, die man in früheren Perioden
ſtagnierenden Geſchäftes nicht beobachten konnte. Die Börſe führt zur
Begründung ihrer freundlichen Auffaſſung allerdings Argumente an,
deren Stichhaltigkeit teilweiſe nicht abzuſtreiten iſt. So betont ſie z. B.
die Tatſache, daß nunmehr nach einem wechſelvollen Schickſal das Geſetz
über die Rückgabe des in Amerika beſchlagnahmten deutſchen Eigentums
von fämtlichen parlamentariſchen Inſtanzen angenommen iſt, und zum
Inkrafttreten nur noch die Unterſchrift des Präſidenten Coolidge fehlt.
Weiter befriedigten die verſchiedenen Großbankbilanzen, ſelbſt die
groß=
zügigſten Erwartungen, ganz abgeſehen von der anregenden Wirkung,
die die verſchiedenen Spezialhauſſen auf die Geſamtſtimmung
ausſtrah=
len mußten. Man denke da nur an die ſprunghafte Steigerung der
Polyphonaktien, das lebhafte Intereſſe der Kuliſſe für Papiere wie
Zell=
ſtoff Waldhof, A.=G. für Verkehrsweſen, Berger Tiefbau, Daimler,
Ver=
einigte Glanzſtoff (in denen neuerdings eine Reaktion erfolgt iſt) uſw.
Aber nicht nur Termin= und variable Werte, auch einige Kaſſapapiere
profitieren von der zuverſichtlicheren Stimmung. Stettiner Vulkan zogen
z. B. am Mittwoch dieſer Woche um 5 Prozent an und vermehrten an
dem darauffolgenden Donnerstag ihren Umſatz faſt um das zehnfache,
wobei eine weitere Steigerung um 11 Prozent erzielt wurde, die ſich an
der Nachbörſe (trotz der auf dem Einheitskurſe beſchränkten Notiz) noch
um 3 Prozent auf 167 fortfetzte. Bei der Geſellſchaft befindet ſich, wie
bekannt, eine Kapitalerhöhung um 775 000 RM. Aktien, die den
Aktio=
nären angeboten werden, und außerdem um 200 000 RM. Vorratsaktien
in der Schwebe. Der eigentliche Grund für die Hauſſe ſoll jedoch nach
Meinung der Börſe in dem ſich neuerdings angeblich verſchärfenden
In=
tereſſenkampf zwiſchen Hapag und Nord=Lloyd um dieſe Reederei liegen.
Der ſeit längerer Zeit vernachläſſigte Montanaktienmarkt findet ſeit
kur=
zem gleichfalls wieder die Gunſt der Börſe, die von der feſteren Tendenz
der internationalen Eiſenmärkte beſſere Verdienſtmöglichkeiten für die
Schwerinduſtrie erhofft. Zu der beſonders bevorzugten Beachtung der
Vereinigten Stahlwerke= und Phönix=Aktien mögen die am Freitag und
Samstag dieſer Woche ſtattfindenden Aufſichtsratsſitzungen beider
Unter=
nehmungen beigetragen haben. Trotz alledem hätte der vorſihtige
Opti=
mismus der Spekulation nicht genügt, den Märkten ihren jetzigen
Rück=
halt zu geben, wenn nicht die Großbanken bereitwilligſt aſſiſtiert hätten
und ihrerſeits hier und da als Käufer aufgetreten wären, um die einmal
aufgekommene Beſſerung möglichſt zu unterſtützen. Die letzten
Monats=
berichte der Großbanken ließen bereits, worauf wir erſt kürzlich
hinge=
wvieſen haben, ihre Bereitwilligkeit der Förderung von Beſtrebungen
er=
kennem, die geeignet wären, in die Börſe mehr Leben zu bringen. In
den nächſtem Tagen dürfte u. a. die Frage der Beſeitigung der
Medio=
liquidation im Termingeſchäft erneut in maßgebenden Inſtanzen
durch=
beraten werden. Eine Bövſe im Reiche, nämlich die Bremer
Wertpapier=
hörſe, iſt hier mit gutem Beiſpiel vorangegangen und hat mit Wirkung
vom 28. März ab die Medioliquidation aufgehoben. Gleichzeitig wurde
in Bremen der notizfähige Betrag von 6000 auf 3000 RM. herabgeſetzt.
Die Geldverhältniſſe haben ſich am Montag im Zuſammenhang mit den
Ultimovorbereitungen zunächſt verſteift, ſo daß die Privatdiskontſätze
um ¼ Prozent auf 6’/s Prozent erhöht wurden. Am Dienstag folgte
nochmals eine Heraufſetzung um ½⁄ Prozent auf 68 Prozent, obwohl
das Angebot unerheblich war und weniger als 10 Millionen betragen
haben ſoll. Tagesgelder und Monatsgelder waren an dieſen Tagen
trotz der hohen Sätze, auf die man ſtets am Monatswechſel hält, ziemlich
reichlich vorhanden. Daraus ergab ſich für den Mittwoch (29. Februas)
erhebliche Nachfrage nach Warenwechſeln und Privatdiskonten, die in der
Hauptſache nur von der Reichsbank zur Verfügung geſtellt wurden.
Trotzdem überroſchte es, daß mitten im Ultimo der Privatdiskont von
6,75 auf 6.5 Prozent herabgeſetzt werden konnte, zumal vorher eine
ſtoß=
wveiſe Erhöhung der Notierungen erfolgte. Die Einzahlung auf die
Reichsbahnvorzugsaktien fand am gleichen Tage, dem 29. Februar, ſtatt,
wird aber den Geldmarkt kaum belaſten, weil nach dem Abkommen der
Konſortialbanken mit der Reichsbank die Gelder zunächſt bei den
Groß=
banken bleiben ſollen. Am Donnerstag waren etwa 8 Millionen RM.
Privatdiskonten geſucht, die aber von der Reichsbank nicht voll zur
Ver=
fügung geſtellt wurden.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 2. März ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 RM.
Die Nvtierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Liefe=
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 98—99
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 210 RM., desglcichen in
Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel, 98—99
Pro=
zent, 350 RM., Antimon Regulus 95—100 RM., Feinſilber (1 Kg.
fein) 78—79 RM.
Die amtl. Preisfeſtfetzungen im Metallterminhandel vom 2. März
ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar 119,75 (120), März. April,
Mai 119,25 (119,50), Juni, Juli, Auguſt, September, Oktober, November
119,50 (119,75), Dezember 119,75 (119,75). Tendenz: ſtetig. Für Blei:
Surinſtädtee u.
Bransfärter Karvorrichte Bomn B. Marf Los0.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Rchsanl. Ablöf.=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Scheinen
D. Rchsanl. Ablöſ.=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine...
49 Dt. Schutzgeb.
Anl.
b Ausländiſche
5% Bos E.B 1914
5% L.Juv. 19141
4½% 1898
4½% —1902.
4% Bosnien .. .
6% Bulg. Tabal. 02
415% Oſt. Staatsr.
v. 1913. Kdb. 1918
4½ Oſt. Schatz. 14
(lt Innsbr. Abk.)
4½% Oſt. Silberr.
4% „ Goldr.
ſt. Jnnsbr. Abl
42 einh. R (k.)
820 Port,/(Spz./III/ 9.85
55.6
14.8
2.75
1.9
2.5
18.5
3.75
31
5%Rum. am R.03
4½%,Gold. 13
4% am kon.
4% am 05
40 Türk. (Adm 03
4% (Bagd.)
40 (Bagd.) II
4% unif. 190
4% . 1911 Zoll.
4½% Ung. St 1913
(lt. Innsbr. Abk.)
4½%Ung. St 1914
(lt. Innsbr. Abk.
1½ Ung. (Holdr.
1*. Innsbr. Abk.
% Ung. Staatsr.
1. 10
(k- Innshr. Abk
6.
16.,6
13.5
13.2
2.
20.25
6 Ung. Kronr.
376 Ung. Eiſ. Tor..
Außer
europäiſche
2Mex.am.in. abg.
„äuß. 99
4% „Gold 04 ſtf. 26.25
3½% „ konſ. inn. „
1½%Frrigat. „
5% Tamaulipas!, / 17.5
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberechnung
30 Bad.=Badener
Stadt=Goldanl.
10%Berl. 6.=Br. G./104
98
*
93
4½%n
Li=
quid.=Pfandbr. 77.5
—
Berl. St. Gold
26 Darmſt. St.G./ 93
8% D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf 97
93
88
Dresd. St.=G. 68
Frkrft. St.=G. 89.25
80
6 Fril. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
98.25
% Frkf. Hyp.=B!
Goldpfbr
93.5
6 Frlf. Hyp=Bk.=
Goldpfbr.
89
41 %Frkf. Hyp.=B.
76.75
Liquid=Pfbr
8½ Frif. Pfbr.=Bk
Goldpfbr
98.5
Frkf. Goldpfbr. 91.5
Frkf. Pfbr.=Bk
Idpf
82.5
Frkf. Pfbr.=B
Goldpfbr
79.5
2 Hamb. Hhp.=
Bk.=Liquid.=Pfl
Heidelb= Stadt
Goldanl.
8% Heſſ. Land.=Bk
Goldpfbr.
7%o Heſſ.Land.=Bk.
Goldpfbr.
6% Heſſ.Land.=Bk
Goldpfbr.
3%Klöckn.=Werk. 26
10% Komm. Elektr
Mark(Hag /Gdobl
* Komm. Ldsb
Darmſtadt . .
% Land.=Kreditk.
Kaſſel Goldpfbr.
3% Ldwgshf. Stadt
Goldanl.
O M.Kraft Höch
Mainz.=St.=G
Mannh. St.=G.
O M.=Stahlw. 27
Naſſ. Ldb. Gol
V Nbg. St. Gldal
% Pfalz. Hyp.Bk.
Goldpfbr.
0 Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfkr
4½% PfälzHyp. B.
Liquid.=Pfbr. . .
8½ Pforzh. St.-G.
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.-Bk. Go dpfbr
4½,0
Liquid.=Pfbr
% Pr. Centr.=St.=Gldpfbr.
2 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
Rh. Stahlu
Rh.=Weſtf.=9
ſoldpf.
88
97.75
93
90
94.5
102.5
95.25
96
92.2
88.75
92.5
101. 5
90.25
86
96.75
93.5
88
76.27
95
93
97.6
80
97
93
99
94
89.5
82.5
103
% N=W.B=C.B0.)
Lia.=Pf.)
82: Südd. 3. Gr.c
Goldpfdbr.
„ Lig.=Pfb
V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=
Gld=
obl. mit Option
V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Go.
obl. ohne Option)
Viag (V. Ind.=
Unt. Bln. / 27.
8% Voigt &Häffner
Goldobl. .."
80 Württ. Hhp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zinsberechnung
Bdw. Kohl 23
Großkr. Mnnh.
Kohl. 23
6%Heſſ.Bk.=Reg. 23
5%Heſſ. Volksſtaat
Noggen
Pr. Kaliwv.
Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. BG.
Vortriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp =Bf.
Necklb. Hhp.- u. W
Meining. Hyp. Bk.
Nord Gr.=Cr.=Bk.
Preuß Bod.-Cr.=?
Preuß Pfdbr.=Bf.
Württ. Hyp..Bk.
Staatl od prov.
garantiert
Heiſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſauiſche LdsG.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Elif.=Bahn ſtfr.
9‟
90
78.5
9
93.5
91.5
Aß
94.8
98
12.05
13.5
17.65
14
14.1
13.5
4.8
13.2
2.25
% Galiz.=CarlL. B.
abg.
%a Oſt. Sd. (L.)ſtir
2,6%Alt. Oſt. Süd
2,60 Neue
20 Oſt. Staatsb. 8‟
Oſt. 1. b. 8. E
„ „ „ 9. Em
„ 1885
9Oſt. „ Erg. Nei
% RaabOedb 8
5 Rud. Silber
Rud. (Salzkg.
„%Anat., S. I
4½0 Anat., S. II
Anat., S.II.
Salon. Monaſt.
6 Tehuantepee.
3.5
3
1.
15
3
22
18.25
16
12.25
18
17
13.75
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit . . . 142.75
Bad. Bk. ..
.1170
Bk. f. Brauind. . . . 171
Barmer Bankv.
145
Bay. Hyp.=Wch
156
Berl. Handelsgeſ
„ Hhpoth.=Bk. /235
Comm. u. Privatb. / 174
Darmſt. u. Nt.=Bk. 1228
Deutſche Bank 165‟,
D. Eff u Wchi.=Bk. 121
Hyp.=Bk. Mein. / 135.5
D Vereins=Bk. 103
Disk.=Geſellſch. 157
Dresdener Bk.
159.75
Franff Bk.
115
Frankf. Hypth.=Bk./145
Frkf. Pfdbr.=Bk. 145.5
Gotha. Grundkr. B./145.5
Lux. Intern Bank 7.5
Metallbank
226.75
Mitteld. Creditb 215
Nürnb Vereinsb f./172
fälz. Hyp.=B: 188
Pr. Bd.=Creditbank /136
Hhp.-Aft.=Banf/151
Reichsbank=Ant. 1197
Rhein. Creditbk:. . . 130
Rhein. Hyp.=Bk.. 1276
117.5
Südd. B.Credbitk.
Südd. Disc.-Geſ.. 1142
Oſterr. Creditanſt. 37.6
Wiener Bankverein! 17‟
Bergwerks=Akt.
Buderus. .... . ."
Eſchw. Bergwv. . . . /206
Gelſenkirch. Bgwv.
Harp. Bergb. ....! —
Ilſe Bergb. St...
Genußſchein .. . 1 120.25
Kali Aſchersleben .1168.5
Kali Salzdetfurth /250
Kali Weſterregeln .1278.5
Klöcknenverke (abg.
Lothr.=Hütte)..
Mannesm.=Röhre. /150.5
Mansſelder
Oberbedarf
1104
Otavi=Min=Ant.. . 43
Phönix=Bergb. . . . 102.25
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . . . 164
Riebeck Montan. .
SalzwerkHeilbronn 198
Tellus Bgb.
111
Ver. Laurahütte
Ver Stahlwerke 105
Oſt. Alpine Montan / 14.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.//275
Henninger .
179
Hercules Heſſiſche 1140
Löwenbr.=Münch 325.5
Main; Aktienbr. 253.5
N colai, Hofbrauer. /145
Schöfferhof(Bind.) 325
Schwarz=Storchen /167
Tucher. Nürnberg.
Werger
163.5
Abt, Gebr.
Attum. Berlin . .
Adler & Oppenh..
Adlerw (v. Kleher
.E. G. Vzg. A
A. E. G. Vzg. B
A. E. G. Stamm
Bad. Maſch. Durlach
52
84
80.75
75.25
157
437.5
Bad. Uhren, Furtw
Bamag=Meguin. .
Baſt Nürnberg ..
Bahr. Spiegel ...
Beck & Henkel.
Bergmann El. Wk.
Brem.=Beſigh.=O!
BrownBoveri ECie
Brüning & Sohn.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement. Heidelb. ..
Cement Karlſtadt.
Cement. Lothr. . .
Chem. Albert . . . . .
Chem. Brockh. ..
Chem Milch ..
Da mler=Benz A. G.
Dt. Atlantik Telegr.
Dt. EiſenhandelBl.
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb. Sch. A.
D. Linoleumw. Bln.
Dresd. Schnellpr..
Dürkopp=W. (St.).
Dürr Ratingen.
Eiſenw Kaiſersl.
El Licht u Kraft
El. Lieferung
Elf. Bad. Wolle
EmagElekt. Franki
Email Ullrich.
Enzinger=Werke
Eßlinger Maſch.
Ettlinger Spinn
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens
Farbenind J. G
Feitenc Guilleaum
Feinmech. Jetter
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf M. Pok. & W.
eiling & Cie
Geſ f. elekt Untern.
Goldſchmidt, Th
Gritzner Maſch.
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frrft.
Haid & Reu ..
1.5
68
177
150
141
181
61
121
7
41.5
92
200
265
127
68.5
73.5
26.25
214
166.5
34
91
43
69
235
71.25
105
52
255‟=
92
35.5
109.5
75
73
258
110
131.5
154.5
138
46
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ..."
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..
Heſſen=Naſſan Gas
Heyligenſtaedt.
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Auffern
Hirſch, Kupfer ....
Hoch=Tief=Eſſen
Holzmann.
Holzverk. Ind...
Inag
Junghans St.
Kammg Kaiſer=
Karſtadt, N.
Keram. W. Offſtei
Klein. Sch.&Becker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun".
Krw. All=Württbg.
Krauß & Co
Lahmener.
..
Lech Augsburg
Lingel Schuhw.
Löhnberg Mühle.
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt
Mars=N: Nürnber,
Metallgef Frkf.
Miag Mühlenb
Moenus Stamm
Motorenf. Deutz".
Motorenf. Oberur).
Münch. Lichtſpielk
Neckarf. Fahrz
Neckarw Eßlingen
Beters UInion
Pfälz. Nähm Kayſer
Philipps A.=G.
Porzellan Weſſel
Rein Gebb.& Schall
Rhein Eleltr St.
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke
Schneid & Hanau.
chnellpr. Frankth.
Schramm Lackfr.
Schriftg. Stempel
Schuckert. Elektr. . .
1427,
167
122
26
90.5
107
115
136
80½
99.5
82.1
210
173
191
106
165
103
155.25
67
39
130
15. 75
118
175
139
61
75
124
85.5
140
104
48
47
153.5
53.1
97.75
46
3
120
175.5
Schuhfbr Weſſel.
Schuhf. Herz
75
Schultz. Grünlack.
Seilind. Wolff.
75.25
Siemens Glas.
Siemens & Halske, 271.5
Südd Immob. . . 101
Südd. Zucker=A=G. 133.5
StrohſtoffV Dresd
Thür. Lief Gotha. 109.5
Anterft. Kr. El. V. 104
Beithwerke.
47
Ver. f. Chem. Ind./ 95
Ver. d. Olfbr. Mhm. 80
Ver Faßf. Caſſel.
51
Gummi. Bln.=Frkf. 90
Pinſel=Nürnberg ../ 90
Ultramarin
142
Zellſtoff Berl.. . . . 151.5
Vogtl Maſch.
Voigt & Saeffner. 178
Volthom Seil
70.25
Wanß & Frentag. 1133‟,
WegelinRußfhr. 135
Zellſt Aſchaffenbg. 170.5
Zellſt Memei 138.5
Zellſt. Waldhof. 255.5
Zuckerf Rheingau
Transport= und
Verſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz. 97
A. Lokalb u. Kraft 200
Dt. Eiſenb.=Geſ. 1142.5
Schantung E.B.
Südd Eiſenb.=Geſ. 134
Hapag
150,
Nordd Lloyd 153
Frkft. Allg. Ver)
Frankonia Rückv
Darmſtädier Berte
Bahnbedar;
Dampfk. Rodberg.
Helvetia Konſ...
Gebr. Lutz.
Motorf Darmſt
Gebr. Roeder.....
VenulethEEllenb. .
176
34
140
[ ← ][ ][ → ] Nummer 63
Bamar 39.50 (89,50), Februar 39,50 (39,75) März 38,50 (38,75) April
W (39,25), Mai 39 (39,50), Jumi, Juli, Auguſt, September, Oktober,
Movember 39,25 (39,50), Dezember 39,50 (39,75). Tendenz: ſtetig. Für
Eink: Januar 48,25 (49), Februar 48,25 (48,75), März, April, Mai,
Iuni 48 (49), Juli 48,50 (49), Auguſt 48,25 (48,75), September 48,25 (49),
Dttober 48,25 (48,75), November 48,25 (49), Dezember 48,25 (48,75).
Lendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
geigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Metallbörſe vom 2. März
Gellten ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig): Standard p. Kaſſe 60½
läs ½/a, 3 Monate 5917/,, Settl. Preis 60½, Elektrolyt 66—½, beſt
ſielected 64—65½, ſtrong ſheets 92, Elektrowirebars 66½; Zinn (
Ten=
wenz: ſtetig): Standard p. Kaſſe 229½—½, 3 Monate 21½4—232, Settl.
Sreis 229½, Banka (inoff. Not.) 234½, Straits 233½; Blei (Tendenz:
ſteſt): ausländ, prompt 19½, entft. Sichten 194/„, Settl. Preis 19½;
Sink (Tendenz: ruhig): gewöhnl. prompt, entft. Sichten, Settl. Preis
443; Andimon Reg. chineſ. per (inoff. Not.) 40½, Queckſilber (inoff,
(Tot.) M¾—½; Wolframerz (inoff. Not.) 15.
Produktenberichte.
Wormſer Probuktenbericht vom 2. März. Bei ſtetiger Tendenz
no=
herten heute: Weizen 25—25,5, Gerſte 29—31, Ausſtich 31—32,
Futter=
serſte 22—B, Hafer 24—25,5, Weizenmehl, Baſis Null, 37,5, Roggenmehl
Wproz. 36,5—37, Weizenfuttermehl 16—23, Roggenfuttermehl 18,5—24,
Soggenkleie 15,25—15,5, grobe Weizenſchalen 14,5, feine Weizenkleie 14,
Strocknete Biertreber 18—18,75, Malzkeime 18—18,5 Maisſchrot 25,
rockenſchnitzel 13, Heu 8,75—9,5, Stroh 2—4,5, Kartoffel 6—6,75.
Gerſte ohne Angebot.
Frankfurter Produktenbericht vom 2. März. Die Geſamtlage iſt
owas feſter, doch blieben die Preiſe noch unverändert. Hafer und Mais
ſud geſuchter. Kleie zur prompten Lieferung findet willig Käufer, für
ſwätere Lieferung liegen die Preiſe bedeutend niedriger. Der Mehl=
„Bſatz iſt immer noch recht ſchleppend. Weizen I 25,50, Weizen III 22,75
Is B,B, Roggen 25,25, Sommergerſte 29—31,50, Hafer inl. 24 50—25,
ais für Futterzwecke 23, Mais für andere Zwecke 37—37,50,
Weizen=
nnehl 37—37,50, Roggenmehl 34—36,25, Weizenkleie 14,10—14,25,
Roggen=
eie 15—15,25.
Samstag den 3 März 1928
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 2. März. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die großen argentiniſchen Verſchiffungen und Abgaben
öſtlicher Firmen hatten einen ſchwachen Beginn zur Folge. Dann trat
eine kräftige Erholung ein auf private Berichte, nach denen es möglich
iſt, daß bis zu 40 Prozent der Weizenanbaufläche öſtlich des Miſſiſſippi
ausgewintert ſind.
Mais: Größere Käufe führender Induſtriekonzerne und geringere
Schätzung des argentiniſchen Exportüberſchuſſes (236 Mill. Buſhels)
wirkten anfangs befeſtigend. Dann wurden Realiſationen vorgenommen,
ſo daß ein Teil der Gewinne wieder verloren ging.
Roggen: Der Markt nahm einen ſehr feſten Verlauf auf europäiſche
Nachfrage, beſonders in Juliterminen.
Hafer: Größeres inländiſches Angebot und große
Wochenverſchiffun=
gen ſowie Liquidationen in Märzware wirkten abſchwächend.
* New York, 2. März. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Am Terminmarkt waren anfangs Käufe der
Kommiſ=
ſionsfirmen in nahen Sichten und Abgaben in ſpäteren Terminen zu
beobachten. Nach einer Befeſtigung auf Meldungen über
Inſektenſchä=
den im mittleren Anbaugebiet wurden Liquidationen vorgenommen.
Kaffee: Käufe europäiſcher Firmen bewirkten anfangs ein Anziehen
der Preiſe. Dann überwog das Angebot auf die ſchwächeren
braſiliani=
ſchen Schlußkurſe. Am Schluß zeigte ſich wieder Deckungsbegehr.
Zucker: Nach anfänglichen Deckungskäufen trat eine Abſchwächung
ein auf Hedgingsverkäufe und Liquidationen, die mit dem
umfangreiche=
ren Angebot in Lokoware in Zuſammenhang ſtand. Am Schluß trat
Neigung zu Deckungen hervor.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. März:
Getreide: Weizen, März 134½, Mai 135½, Juli 133½; Mais,
März 94½, Mai 98½, Juli 110½; Hafer, März 56½, Mai 57½,
Juli 53; Roggen, März 115¾, Mai 115½, Juli 109¾.
Schmalz: März 11,30, Mai 11,575, Fuli 11,85.
Fleiſch: März 11,275, Mai 11,50, Juli 11,75: Speck loco 11:
leichte Schweine 7,75—8,50, ſchw. Schweine 7,65—8,20;
Schweine=
zufuhr Chicago 31000, im Weſten 105 000.
Baumwolle: März 18,28—18,30, Mai 18,23—18,25.
Geite 17
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 2. März:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 165½, hart 153½; Mais neu ank.
Ernte 110; Mehl ſpr. wheat clears 6,60—6,90; Fracht nach
Eng=
land 1,6—2,6, nach dem Kontinent 9—10.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,05; Talg extva 8½.
Kakav: Tendenz: flau, Umſatz in lots 92, März 13,43, April
13,58, Mai 13,70, Juni 13,85, Juli 13,95, Auguſt 13,96,
Sep=
tember 13,97, Oktober 13,83, Dezember 13,32.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Preußiſche Zentralbodenkredit=Bank A.G. verteilt wieder neun
Prozent Dividende auf das verdoppelte Kapital von 18 Millionen RM.
Das längſte See=Fernkabel der Welt, das Abo mit Stockholm
ver=
binden ſoll, wurde gemeinſam von der finniſchen Poſt= und
Telegraphen=
verwaltung und der ſchwediſchen Telegraphendirektion bei der Firma
Felten u. Guilleaume Carlswerk A. G., Köln=Mülheim, im Wettbewerb
mit deutſchen und ausländiſchen Konkurrenzunternehmungen in Auftrag
gegeben.
Der diesjährige Verbandstag des Süddeutſchen Schmiedeverbandes
wird am 23. und 24. Juni in Oppenheim abgehalten.
Am 4. März d. Js. feiert Dr. phil. h. c. Rudolf Mann, ordentliches
Vorſtandsmitglied der JG. Farbeninduſtrie A.G., in Leverkuſen, ſein
40jähriges Geſchäftsjubiläum.
Aus Kopenhagen wird gemeldet: Wie „Berl. Tidende” berichtet,
ſcheint das Intereſſe däniſcher Handelskreiſe für die diesjährige
Früh=
jahrsmeſſe in Leipzig weit größer zu ſein als im Vorfahre. Bei dem
hieſigen Meſſebureau haben ſich bereits 600 Beſucher angemeldet.
Meh=
rere däniſche Firmen werden auf der Meſſe als Ausſteller vertreten ſein.
Im Gegenſatz zu Meldungen, daß die Bank von Frankreich auf dem
Londoner Markt in der letzten Zeit Goldkäufe getätigt habe, ſtellt eine
offiziöſe Pariſer Information feſt, daß die Bank von Frankreich ſeit dem
Monat Auguſt 1927 in London keine derartigen Käufe tätigte.
Die türkiſche Regierung ſteht in Unterhandlungen mit Paläſtina
und Frak bezüglich der Regelung der ottomaniſchen Schuld, von der
dieſe beiden Länder 8,10 Prozent übernehmen müſſen. Die
Unterhand=
lungen mit Italien ſind noch nicht abgeſchloſſen. Die türkiſche
öffent=
liche Schuld wird mit 85 980 000 türkiſche Goldpfund geſchätzt.
Sonntag, den 4. März 1928,
vor=
zaittags 11½ Uhr im Kleinen Haus des
He ſiſchen Landestheaters
Mitwirkende:
rrl. Paula Löſch, Konzertſängerin, die
(horſchule der Stadtkirche (Leitung Herr
Oberreallehrer Weide) und das Orcheſter
des Heſſ. Landestheaters (Leitung Herrf
(Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm).
Am lügel: Herr Walter Engelter
Die Gedächtnisrede hält Herr
Ober=
gegierungsrat Dr. Meller, Direktor der
Heſſ. Zentrale für Landesſta iſtik.
Zu zahlreichem Beſuche ladet ein
Volksbund
„Deutſche Kriegsgräberfürſorge‟
Ortsgruppe Darmſtadt
Eintrittskarten ſind auch im Vorverkauf an
der Kiſe des Kleinen Hauſes zum Preiſe
wn ℳ 0.50 bis 2.— erhältlich. (3649
Reichspartei für Volksrecht
und Aufwertung.)
Die Ortsgruppe Darmſtadt der
Volksrecht=
wartei hält jeden erſten und dritten
Mon=
tag im Monat im
„Reichshof
Rheinſtraße 35, 1 Treppe hoch), Eingang
won der Rheinſtraße oder Georgenſtraße,
machmittags von 5—7 Uhr eine
zwang=
hoſe Zuſammenkunft zur Beſprechung
wvichtiger Tagesfragen und
Auskunftser=
eilungab. NächſteZuſammenkunftMontag,
den 5. März 5 Uhr nachmittags.
Die Vorſtände des Sparerbundes,
Mentnerbundes und Reichsbank=
3972
gläubigerverbandes.
Min chrdierpiat
Ecke Alexanderſie.
Elegante Anzüge nach Maß,
Lieferzeit in kürzeſt. Friſt, große
Auswahl von in= und
auslän=
diſchen Stoffen. Preislagen
25 —, 95.—, 110.—, 125.—
bis 200 —, auch Stoffausſchnitt
u. Abgabe v. jämtlichen Futter.
zutaten.
Ferd. Wolf Söhne
worm. Feiſt Rapp
Telefon 3749
Fr. Lit.=Rünſtl.
Geſellſchaft.
VI. Vereins=Abend
Heute
Samstag, 8 Uhr, im
Kleinen Haus des
Landestheaters
Gaſtſpiel
der „Muſikaliſchen
Komödien”, aus
München
Der Herr Yoktor
Muſik. Biedermeier=
Luſtſpiel von
Franz Schubert.
Die Gpieluhr
Singſpiel
von A. Lortzing
Die Mitglieder werd
gebeten, die Eintr
tts=
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der Rechnungsprüf.,
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findet heute abend 8½ Uhr im Saale des Mozartvereins,
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und der Unterausſchüſſe
2. Satzungsänderungen
3. Anträge
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5. Neuwahlen.
Der Verwaltungsausſchuß.
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Gothe, Beſſie Hoffart, Käte Meißner,
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Nummer 63
Samstag, den 3. März 1928
Seite 19
Din Sürstin Tameret
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
Er öffnete eine Tapetentür, die ſie bis dahin noch nicht
be=
w erkt hatte, und bat ſie, ihm zu folgen.
„Das iſt ein Madonnenzimmer,” ſagte er und ſchloß die Tür
gnter ſich.
Es war ein kleiner viereckiger Raum. Ein vielfarbiges
Luicht fiel durch zwei ſchmale gotiſche Fenſter, deren bunte
Schei=
huen mit ihrem leuchtenden Rot und tiefem Blau an eine
floren=
tmiſche Kapelle erinnerten. Die Wände waren hellblau geſtri=
Aeen, dem Fenſter gegenüber ſtand ein Flügelaltar mit
Abbildun=
gen der Madonna und der Geburt Chriſti.
„Dies iſt ein Terrgkottarelief aus Florenz”, erklärte er und
dieutete auf eine Darſtellung der Jungfrau Maria, betend vor
diem Kinde. — In dieſem Zimmer waren nur Abbildungen der
Madonna, Oelbilder, Reliefs, Kupferſtiche und Holzſchnitte.
„Und was iſt das?” fragte ſie und zeigte auf ein kleines
Ge=
mälde, das durch ſeine tief leuchtenden Farben beſonders
auf=
ftel. Das iſt ja wunderbar, — — — das iſt das Allerſchönſte!”
Sie blieb lange mit verhaltenem Atem ſtehen, und er merkte,
nlie ſie leiſe zittette.
Er gab noch keine Antwort. Erſt als ſie ſich langſam nach
ihm umſah, ſagte er — und aus ſeiner Stimme klang deutlich
dier Stolz des Sammlers —
„Das iſt ein echter Tizian.”
Beim Abſchied verſucht er, ihre Hand ein klein wenig länger
zu küſſen als üblich, aber ſie ſah ihn mit großen, traurigen Augen
am und wandte ſich raſch ab.
„Eine eigenartige Frau”, dachte er, als er wieder allein war,
drann ſtand er lange vor ihrem Bild mit einem traurigen Gefühl
und einem glücklichen zugleich, und während ſein treuer Hund
ſchnuppernd den Kopf an ſeinen Beinen rieb, ſagte er ſich:
„Dieſe Frau iſt die Ergänzung meines inneren Ichs, ſie iſt die
arfüllung einer unbekannten Sehnſucht, ſie —
Sein Hund ſprang jetzt an ihm hoch und leckte ſeine Hand.
„Ja, ja, Wolf, dich habe ich auch lieb, kuſch doch, ja, du biſt
mrein guter Hund!”
Die Töne des Saxophons ſchrecken Baron Kemp aus ſeinen
Grinnerungen auf, die Jazzband ſpielt „The Priſonners Song”.
„Auch ein Künſtlerſchickſal!” ſagt er unvermittelt. „Ein
Mann begeht in äußerſter Verzweiflung einen Mord. Er ſitzt
20 Jahre im Zuchthaus. Endlich, kurz vor ſeiner Entlaſſung,
komponiert er dieſes Lied. Ganz Amerika ſingt und ſpielt es.
arr iſt mit einem Male berühmt und — reich. Er wird entlaſſen,
ſährt nach Kalifornien und fängt ein neues, glückliches Leben
zu. Einige Monate ſpäter wird er krank und ſtirbt.
Eine Uhr ſchlägt irgendwo mit dumpfen Schlägen elf. Die
Fürſtin fröſtelt leicht. Kemp fühlt den Druck ihrer Hand auf
ſei=
nem Arm.
„Wir wollen gehen,” flüſtert ſie, „dieſes Lied ſtimmt mich
melancholiſch.”
Er winkt dem Kellner und zahlt. Behutſam legt er das
Cape um ihre Schultern.
Der Lift fährt ſie in wenigen Sekunden hinunter in die Halle
des Hotels.
„Wohin?” fragt er, immer noch erſtaunt über ihren
plötz=
lichen Aufbruch.
Der Portier draußen öffnet den Verſchlag eines Mietautos.
„Birkenalle 108” ruft ſie dem Chauffeur zu.
Lautlos gleitet der Wagen über den glatten Aſphalt. Baron
Kemp ſitzt ſinnend neben ihr. Die Ereigniſſe der letzten Stunden
bewegen ihn.
Vergebens hatte er eine Wiederholung der vertrauten
Tee=
ſtunde mit der Fürſtin erſehnt. Bei jedem Beſuch war der
Bru=
der in ihrer Begleitung. Und er blieb im Atelier, plauderte,
las oder beſchäftigte ſich mit dem Hund. Qualvolle Tage. Das
Bild hätte längſt fertig ſein können, er arbeitete mit Abſicht
langſam. Der Fürſt wurde ſchon ungeduldig und ſprach von
bal=
diger Abreiſe. Heute war die letzte Sitzung. Morgen wollten
die Geſchwiſter reiſen. Sie hatten verabredet, den letzten Abend
zu dreien zu ſoupieren. Das Bild ſollte vorher verpackt und
abgeholt werden Kemp ſtand vor der Staffelei und kritzelte links
unten in die Ecke ſeinen Namen. Das Bild war ſertig.
Fürſt Samaroff, ganz ſeiner Gewohnheit der erſten Wochen
entſprechend, war auf einmal verſchwunden. Vielleicht hatte er
etwas vergeſſen, vielleicht wollte er noch eine Ueberraſchung zum
Abſchied bringen. Eine konventionelle Unterhaltung folgte. Er
konnte gleich wiederkommen.
(II. St.65
47
KKaisers Brust-Caramellen
mit den,„5 Jannen.
helfen hier. Wie lästig, wie quälend ist der Husten. wie gefährlich d.
Keuch-
husten, wie schlimm das kratzende Gefahl im Hals bei Verschleimung,
bei Heiserkeit. Hier helten nur die berühmten, seit 35 Jahren
be-
währten Kaiserio Brust Caramellen Paket 40 Pig. Dose 80 Pfg.
Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar.
Tatjang und Kemp warteten eine halbe Stunde mit dem
Tee. Er war noch nicht zurück. Dann kam ein Anruf aus dem
Hotel Eſplanave: Fürſt Samaroff ließ ſich entſchuldigen, er habe
noch eine wichtige Konferenz.
„Es tut mir furchtbar leid”, ſagte ſie. „Seien Sie nicht böſe!
Er nimmt ſich immer etwas mehr vor, als er durchführen kann.”
Er war gar nicht böſe, im Gegenteil, er freute ſich, aber das
ſagte er natürlich nicht.
„Wollen Sie noch einmal ſpielen?” hatte er bittend gefragt.
Sie ſchüttelte den Kopf.
„Warum ſoll ich uns den Abſchied unnötig ſchwer machen”,
ſagte ſie, und ihre Stimme hatte zum erſten Male einen Hauch
von Zärtlichkeit. Ihnen und mir”, fügte ſie leiſe hinzu.
Er ging auf ſie zu. Seine Hand lag auf der Lehne ihres
Seſſels
„Muß man denn Abſchied nehmen?”
Er wollte ſie fragen, wo er ſie erreichen kann, ob er ſie
be=
ſuchen darf, oder ob ſie zurückkommt, und wann er ſie
wieder=
ſieht. Und ſie hörte alle dieſe Worte, die noch nicht ausgeſprochen
waren — — — Aber die Tür ging auf, und ein eleganter junger
Mann von etwa dreißig Jahren mit dunkelblondem, an der Seite
geſcheiteltem Haar, großen braunen Augen und einem weichen,
ſüdländiſchen Geſicht trat ein.
„Eſelskopf, vermaledeiter!” dachte Kemp. Aber er meinte es
nicht ſo ernſt und ſtellte ſeinen alten und beſten Freund Erich
Rothe vor, der ihm ſonſt immer von Herzen willkommen war, nur
gerade in dieſem Augenblick nicht.
Sie tranken gemeinſam Tee und unterhielten ſich ſozuſagen
über das Wetter. Erich, ein Mann mit Fingerſpitzengefühl, wußte
nach einigen Augenblicken, daß er Unheil angerichtet und eine
Stimmung, eine Situation zerſtört hatte. — — — Er ſtand ſehr
bald auf:
„Dein Tee war wieder ausgezeichnet, lieber Freund, und es
freut mich, Fürſtin, daß mein unerwarteter Beſuch mir die Freude
verſchafft hat, Sie auch mal perſönlich bewundern zu dürfen.”
„Warum ſo eilig?” tat ſie erſtaunt.
„Die amüſanteſten Dinge im Leben ſind zweifellos ſeine
Zwiſchenfälle,” gab Rothe lächelnd zur Antwort, „aber ſie dürfen
die eigentliche Handlung nicht ſtören, ſondern nur verzögern!”
„Deine Bemerkungen ſind wie immer von bewundernswerter
Prägnanz,” erwiderte Kemp und wollte ihn hinausbegleiten.
„Bleiben Sie doch noch ein paar Minuten,” bat die Fürſtin,
die nun aufgeſtanden war, „es wird allmählich etwas ſchwül hier
oben, ich möchte ein Stündchen ſpazierenfahren, vielleicht
beglei=
ten Sie uns.”
Rothe hatte aber abgelehnt und eine Verabredung
vorge=
ſchützt, wofür ihm Kemp von ganzem Herzen dankbar war.
„Dann wollen wir wenigſtens zuſammen hinunterfahren,
und wir ſetzen Sie, wo Sie verabredet ſind, ab”, meinte die
Fürſtin.
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