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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 62
Freitag, den 2. März 1928.
191. Jahrgang
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(4 Dollar — 4.20 Mark). — Iim Falle höherer
Gewali, wie Krieg, Aufruhr, Streilt uſw., erliſcht
ſede Vexpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beitreibung fäüllt ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natſonalbank
B0 Prozent des deutſchen Eigentums zur Freigabe beſtimmt. — Die Modalitäten
moch nicht bekannt. — Kurz bemeſſene Anmeldefriſten. — Anſprüche umgehend
anmelden, ſobald Termin bekannt!
Die Verabſchiedung der Freigabe=Bill
Die Stellung der übrigen ehemaligen
Kriegsgegner.
An amtlicher Berliner Stelle liegt, nur eine kurze Nachricht
wor, daß das Freigabegeſetz vom
Nepräſentanten=
ſchaus angenommen worden iſt und daß berechtigte
Aus=
ſicht beſteht dafür, daß Präſident Coolidge das Ge
ſetz bald unterzeichnen wird. Man bemüht ſich
gegen=
wvärtig, den vollen Wortlaut der jetzt endgültigen Geſetzesfaſſung
Gu bekommen. Sobald ſie in Berlin vorliegt, wird ſie der
Oef=
ſFentlichkeit bekannt gegeben werden. Immerhin kann als
feſt=
fſtehend angenommen werden, daß, während 1923 nur eine
teil=
wveiſe Zurückgabe des deutſchen Vermögens vorgeſehen war, jetzt
eine Freigabe des geſamten ehemaligen
deut=
ſchen Eigentums in Amerika erfolgen dürfte. Sie iſt zwar
mnit gewiſſen Modalitäten verknüpft, die die Sicherſtellung
gewiſ=
ſſer amerikaniſcher Anſprüche gegen Deutſchland bezwecken. Das
wermag aber nichts an der bedertſamen und erfreulichen Tatſache
u ündern, daß ſich die Vereinigten Staaten mit dieſem Geſetz zu
wer Auffaſſung zurückgefunden haben, daß die im Vertrauen auf
SStaatsverträge und die allgemeinen Grundſätze des Völkerrechts
urm Auslande angelegten Kapitalien im Falle eines Krieges den
rrechtmäßigen Eigentümern verbleiben. Zweifellos hat die
Freigabe das Vertrauen der übrigen Welt in
Sie Sicherheit der in den Vereinigten Staaten
angelegten ausländiſchen Kapitalien geſtärkt,
wwährend auf der anderen Seite die amerikaniſchen Rieſenſummen,
Die außerhalb der Vereinigten Staaten angelegt ſind, im Falle
ſkriegeriſcher Verwicklung einer erhöhten Gefährdung ausgeſetzt.
mvorden wären, wenn Amerika durch eine beſchloſſene Enteignung
einen Präzedenzfall geſchaffen hätte. Das Freigabegeſetz
eſtimmt, daß die deutſchen Eigentümer zunächſt
80 Prozent zurückerhalten. Die reſtlichen 20 Prozent
wwerden vorläufig zur Verfügung eines Spezialfonds gehalten,
haus dem allmählich die amerikaniſchen Forderungen an Deutſch=
Aand und die deutſchen Eigentümer befriedigt werden ſollen.
Für die Bezahlung der von der amerikaniſchen Regierung
Eübernommenen deutſchen Schiffe, Patente und Funkſtationen iſt
ſän dem Geſetz ein Höchſtbetrag von 100 Millionen Dollar
ausge=
ſavorfen worden. Ueber die Höhe der Einzelanſprüche dieſer Art
gentſcheidet ein amerikaniſches Schiedsgericht, das eine prozentuale
Werminderung der Einzclanfprüche vorzunehmen hat, wenn der
9Gefamtbetrag die 100 Millionen Dollar überſchreiten ſollte. Von
ſoen anerkannten Forderungen werden 50 Millionen Dollar den
Forderungsberechtigten ſofort nach Feſtſtellung der Höhe der
Forderungen ausgezahlt, während die anderen 50 Millionen
SDollar bis auf weiteres ebenfalls dem Spezialfonds zur Rege=
Mung amerikaniſcher Anſprüche zur Verfügung bleiben.
Für die Anmeldung der deutſchen Anſprüche
fſind in dem Geſetz beſtimmte Friſten feſtgeſetzt, die
ver=
ſchältnismäßig kurz bemeſſen ſind. Es erſcheint daher
ſcdringend geraten, daß die Intereſſenten ihre
Anſprüche möglichſt bald geltend machen, wenn
ſDdieſe Vorſchriften der Oeffentlichkeit mitgeteilt werden.
Anſchließend iſt noch zu bemerken, daß das Freigabegeſetz die
Weſeitigung der letzten unglückſeligen Reſte
hausder Kriegszeit und damit die endgültige
Liqui=
ſtdierung des Krieges gegenüber den
Vereinig=
ſtten Staaten bedeutet.
England, Belgien und Poſen noch nicht zur
Herausgabe bereit.
Was die Stellung der übrigen ehemaligen Kriegsgegner
an=
geht, ſo haben dieſe im Artikel 297 des Verſailler Vertrages ſich
das Recht vorbehalten, ſämtliches deutſches Eigentum zu liqui=
Kdieren. Auf dieſes Recht hatten von vornherein Braſilien, Cuba,
FBolivien, Equador, Honduras, Guatemala, Uruguay, Peru und
PPanama verzichtet. Griechenland hat im Jahre 1920 das dort
be=
ſt findliche Eigentum von Reichsdeutſchen in Höhe von 75 000
2Drachmen freigegeben. China hat im Vertrage von 1921 das
be=
ſtſchlagnahmte Eigentum entweder reſtlos zurückgegeben oder
ent=
fſprechende Entſchädigungen bezahlt. Die Südafrikaniſche Union
4hat ſchon in den erſten Nachkriegsjahren im großen und ganzen
Kdas deutſche Eigentum zurückerſtattet. Japan hat im Vertrag
avom Jahre 1925 Entſchädigungen in Höhe von 75 bis 80 Prozent
ggeleiſtet. Frankreich hat auf die Liquidationen verzichtet, ſoweit
fſie nicht bis zum Oktober 1926 bereits erfolgt waren. Italien hat
ſiim September 1927 die Liquidationen eingeſtellt und eine Anzahl
Abereits veräußerter Güter wieder freigegeben. Portugal hat im
2Jahre 1927 die Liquidationen in Mozambique und Angola
auf=
ggehoben. Im gleichen Jahre hat auch Jugoſlawien das deutſche
ſEigentum freigegeben. Von den großen Staaten hat lediglich
dEngland bisher keine Miene gemacht, das beſchlagnahmte deutſche
dEigentum wieder herauszugeben, lediglich Hausrat von Reichs=
(deutſchen iſt freigegeben worden, außerdem iſt ein
Gnadenaus=
fſchuß eingeſetzt worden, der in beſonders gelagerten Fällen eine
Freigabe befürworten kann. Die weitere Einbehaltung deutſchen
Eigentums erſtreckt ſich außerdem auf ſämtliche engliſchen
Kolo=
nien; ebenſowenig hat Belgien ſich zur Herausgabe deutſchen
Eigentums bereit erklärt. Das gleiche trifft für Polen zu, in dem
die Liquidation deutſchen Eigentums immer weiter erfolgt.
Verfahrensvorſchriften.
Die Abteilung Amerika des Bundes der Auslandsdeutſchen,
Berlin, gibt bekannt, daß die Eigentümer in Amerika
beſchlag=
nahmter Vermögen nach Inkrafttreten des Freigabegeſetzes die
nachſtehenden Beſtimmungen zu beachten haben:
1. Die Freigabe erfolgt nicht von amtswegen, ſondern ſie iſt
von der Einreichung eines Antrages abhängig. Die Form des
Antrages und die beizufügenden Eigentumsnachweiſe müſſen
den Vorſchriften des Treuhänderamtes entſprechen. Der Antrag
kann durch eine bevollmächtigte Intereſſenvertretung eingebracht
werden.
2. Der Freigabeanſpruch verfällt, ſofern der Antrag nicht
innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Geſetzes
einge=
reicht und das Beſitzrecht nachgewieſen iſt. Feſtſtellungen haben
ergeben, daß für eine große Anzahl beſchlagnahmter
Vermögens=
werte der rechtmäßige Eigentümer bislang nicht ermittelt iſt,
Deutſche Firmen oder Privatperſonen, bei denen die Möglichkeit
beſteht, daß ſie, ſei es aus Vorkriegsaußenſtänden,
Warenlieferun=
gen, Erbſchaft oder aus anderen Gründen ein Guthaben in
Amerika haben, ſollten demzufolge unverzüglich entſprechende
Er=
kundigungen einziehen.
3. Vorausſetzung für jede Freigabe, deren Wert die Grenze
von 2000 Dollar überſteigt, iſt die Abgabe einer
Einverſtändnis=
erklärung für die einſtweilige Einbehaltung von 20 Prozent des
Vermögenswertes. Die bisher von dem Treuhänderamt
vorge=
ſchriebenen Anträge oder Vertretungsvollmachten der deutſchen
Eigentümer müſſen einen dahingehenben Zuſatz erhalten.
4. Bei der Ausfolgung der Vermögenswerte iſt dem
Treu=
händeramt eine Entlaſtungsquittung zu erteilen; die Eigentümer
werden gut daran tun, vorher eine Nachprüfung der
Rechnungs=
legung des Treuhänderamtes vorzunehmen.
5. Für Fälle, in denen nicht genügend Barbeſtände
vorhan=
den ſind, um die Abzweigung der einſtweilen einbehaltenen 20
Prozent des Vermögenswertes in bar zu ermöglichen, den
deut=
ſchen Eigentümern aber daran gelegen iſt, ihre beſchlagnahmten
Sachwerte, wie Grundbeſitz, Wertpapiere uſw., unveräußert in
natura zurückzuerhalten, ſieht das Freigabegeſetz vor, daß
ent=
ſprechende Vareinzahlungen zur Ablöſung der Sachwerte
vorge=
nommen werden können.
Die Abteilung Amerika des Bundes der Auslandsdeutſchen
ſtellt ſich den Intereſſenten für ſämtliche der oben bezeichneten
Fragen zu koſtenloſen Auskünften zur Verfügung. Sie hat
außer=
dem durch geeignete Vertrauensſtellen in New York und
Waſhing=
ton Vorkehrungen getroffen, um die erforderlichen Verfahren
durchzuführen oder zweckdienliche Erhebungen anzuſtellen.
Der Berliner Metallarbeiter=Konſlikt.
Eingreifen des Schlichters.
Berlin, 1. März.
In dem Streik der Berliner Werkzeugmacher hat nunmehr
der Schlichtungsausſchuß Groß=Berlin eingegriffen. Gewerberat
Köhler hat die Siemens u. Halske A.=G. und die Siemens=
Schuckert=Werke A.=G. ſowie den Geſamtbetriebsrat dieſer Firmen
auf Freitag vormittag zu Verhandlungen geladen. Er ſtützt ſein
Eingreifen darauf, daß es im öffentlichen Jutereſſe liege, die
drohende Schließung dieſer Betriebe zu vermeiden. Von dieſer
Ladung iſt ſowohl der Verband Berliner Metallinduſtrieller als
auch der Deutſche Metallarbeiterverband verſtändigt worden. Der
Ladung wird von beiden Seiten entſprochen werden. Heute
vor=
mittag war das Metallkartell, der Vertreter der an den
Tarif=
fragen, für die Berliner Metallinduſtrie intereſſierten
Gewerk=
ſchaften, zu Beratungen zuſammengetreten. Am Nachmittag
findet eine Sitzung der Vertrauensleute der ſtreitenden
Werk=
zeugmacher ſtatt. Für morgen abend iſt eine Verſammlung aller
Funktionäre der dem Verband Berliner Metallinduſtrieller
an=
geſchloſſenen Betriebe vorgeſehen.
Ein „Mißverſtändnis”.
Das Zentrum iſt von ſeinen Koglitionsfreunden in Preußen
ſcharf zur Ordnung gerufen worden, weil es im Hauptausſchuß
einer Entſchließung zugeſtimmt hat, die ſich gegen den Berliner
Intendanten der Staatstheater Herrn Jeßner richtete. Mit Hilfe
des Zentrums wurde bekanntlich eine Entſchließung
angenom=
men, die zwar keine unmittelbaren politiſchen Folgen gehabt
hätte, die aber doch für den demokratiſchen Kultusminiſter mehr
als peinlich war. Das Zentrum ſcheint ſofort ſtark bearbeitet
worden zu ſein und kommt jetzt auch mit der verblüffenden
Er=
klärung, daß es ſich lediglich um ein Mißverſtändnis gehandelt
habe: die Vertreter der Zentrumsfraktion hätten die Abſicht
ge=
habt, den Antrag abzulehnen, hätten aber verſehentlich ihre
Zu=
ſtimmung gegeben, was damit erklärt wird, daß in einer Friſt
von 2—3 Stunden über 100 Anträge zur Abſtimmung gekommen
wären. Wenn es ſich wirklich nur um ein „Mißverſtändnis”
han=
delte, warum hat das Zentrum dann nicht ſofort eine entſpre
cheude Korrektur vorgenommen? „Niemand konnte im Zweife!
ſein, daß dieſe Abſtimmung politiſch ausgewertet wurde, und
zwar ausgiebig ausgewertet wurde. Wenn dem Zentrum er
ſehr ſpät dieſe Entſchuldigung eingefallen iſt, nachdem Demokra
ten und Sozialdemokraten auf die möglichen Folgen hingewieſen
haben, dann bleiht der Fall trotzdem für die Preußenkoalition
beinlich. Natürlich kann das Zentrum jetzt mit Hilfe dieſes
„Mißverſtändniſſes” im Plenum gegen den Antrag ſtimmen, dem
es im Ausſchuß zur Annahme verhalf.
Pariſer Völkerbundsnöte.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paxis, 29. Februar.
Man ſorgt ſich in Paris viel ernſthafter um das Schickſal des
Völkerbundes, als man dies auswärts vielleicht annimmt.
Da=
bei gibt die Preſſe dieſer Unruhe nicht einmal in vollem Maße
Ausdruck. Aber auch ſo ſchon kann man eine ganze Reihe von
Preſſeſtimmen zitieren, welche, die lebhafteſten Befürchtungen
äußern.
In der Tat war die letzte Zeit nicht ſehr glücklich, für den
Völkerbund. Von allen ſachlichen Schwierigkeiten abgeſehen, hat
es ſich herausgeſtellt, daß der Völkerbund keineswegs überall dem
guten Willen begegnet, den manche Utopiſten vorausgeſetzt und
erhofft hatten. Ob und wieweit dies an Fehlern der franzöſiſchen
Völkerbundspolitik liegt, läßt ſich freilich nicht feſtſtellen.
Jeden=
falls muß zugegeben werden, daß abgeſehen von allen in Genf
gemachten Fehlern der Völkerbund mächtige Feinde beſitzt. „Die
ganze angelſächſiſche Welt”, ſo ſtellte ein hieſiger
Freund des Völkerbundes bitter feſt, „ſteht gegenwärtig
dem Völkerbund unfreundlich gegenüber.‟ Die
Haltung Waſhingtons gegenüber dem Genfer Beund iſt
ſo=
gar unverhüllt feindlich, was ſelbſtverſtändlich im Waſhingtoner
Senat klarer zutage tritt als bei offiziellen Kundgebungen.: Aber
auch die offiziellen Kreiſe Waſhingtons haben gelegentlich der
Verhandlungen über den unſeligen franzöſiſch=amerikaniſchen
Friedenspakt aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht. Es
mag ſein, daß den Vereinigten Staaten der Völkerbund deshalb
unſympathiſch iſt, weil ſie mit den Südamerikanern nicht auf eine
Stufe geſtellt werden wollen. Möglich iſt auch, daß ſie dem Geiſte
ihrer Geſchichte entſprechend über ihre Unabhängigkeit
eiferſüch=
tiger wachen als andere Nationen; feſt ſteht jedenfalls, daß die
Hofſuungen, welche dahin gingen, die Vereinigten Staaten einſt
in den Schoß des Völkerbundes aufzunehmen, gänzlich
zerſchmol=
zen ſind wie Schnee vor der Sonne. England hat früher dem
Völkerbund wohlwollend gegenübergeſtanden. Heute iſt davon
nichts mehr zu verſpüren. Im Gegenteil iſt die engliſche Politik
beſtrebt, dem Völkerbund bei jeder Gelegenheit zu ſchaden, und
ſie unterſtützt ebenſo bei jeber Gelegenheit diejenigen Staaten
— man denke an Italien ode: Ungarn —, welche dem Völkerbund
wenigſtens in ſeiner heutigen Form ablehnend gegenüberſtehen.
Hin und wieder iſt man der Auffaſſung, daß England ſich in dem
Augenblick vom Völkerbund abgewandt habe, wo der franzöſiſche
Einfluß, der im übrigen überſchätzt wird, ihm zu ſtark wurde. In
Wirklichkeit bezeichnet der Rücktritt Lord Robert Cecils den
Zeit=
punkt, zu dem ſich England vom Völkerbund abwandte. Und
viel=
leicht iſt der franzöſiſche Einfluß in Genf erſt ſeit dieſer Zeit
überwiegend geworden. Dabei iſt zu bemerken, daß dieſer
franzöſiſche Einfluß ſo vorherrſchend nur=zu
den Zeiteniſt, in denen der Rat nicht verſammelt
iſt und offiziell keine hobe Politik getrieben wird.
Sieht man von dieſen Tatſachen ab, ſo braucht man vielleicht
die augenblicklichen Schwierigkeiten des Völkerbundes nicht
ein=
mal allzu tragiſch zu nehmen, trotzdem ſie ernſt genug ſind. Man
hat die Abrüſtungsfrage in die Sicherheitsfrage
umgemodelt und hoffte damit einigen Schwierigkeiten und
Urannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen. Das iſt gelungen.
Das Grundproblem iſt aber damit nicht gelöſt, und man müßte
ſehr viel Optimismus haben, um zu glauben, daß man jetzt in
Geuf die Schwierigkeiten zu löſen imſtande ſein wird. Auf der
einen Seite ſtehen die Staaten, die den Status auo unter allen
Umſtänden garantieren wollen oder die, wenn man ſich ſo
aus=
drücken will, jede Abänderung des jetzigen Zuſtandes zum casus
belli machen wollen. Zu dieſen gehört in erſter Linie Frankreich.
Auf der anderen Seite ſtehen die Staaten, die jede
Verantwor=
tung am liebſten ganz ablehnen und ſich möglichſte
Handlungs=
freiheit bewahren möchten: England und Italien. Das ſind die
beiden extremen Richtungen in Genf. Falſch wäre es aber, zu
glauben, daß die Auffaſſungen der anderen Mächte nur
Schattie=
rungen dieſes oder jenes Standpunktes bedeuteten. Auch die
anderen Staaten haben ohne Ausnahme ihre ſehr ſelbſtändige
und in den meiſten Fällen recht beſtimmte Auffaſſung. In
Frankreſch iſt man augenblicklich weit davon entfernt, einen
Er=
folg der eigenen Politik in Genf zu erwarten. Die
weitgeſpann=
teſten Hoffnungen gehen dahin, daß das Sicherheitskomitee einen.
halben Erfolg erzielt und daß die Tür für weitere
Verhand=
lungen nicht zugeſchlagen wird.
Ausgerechnet in dieſem Augenblick, in dem ſich
der Völkerbund in einer ſo überaus peinlichen Lage befindet,
muß er ſich nun noch dazu mit einer Affäre befaſſen, deren
Löſung wirklich außerordentlich ſchwierig iſt. Von welcher Seite
man auch die St. Gottharder Affäre betrachtet, ſie iſt und
bleibt voller Dornen, und nur das eine läßt ſich mit Beſtimmtheit
ſagen, daß der Völkerbund und ſein weiſer Präſident Tſcheng Lo
etwas hätzten nachdenken ſollen, bevor ſie handelten. Denn mit
der Zeit brauchte man ja nicht ſo zu geizen. Das ſieht mau ſchon
daraus, daß die Angelegenheit zunächſt verzweifelt lang
hinaus=
gezogen wurde. Offenbar hat man aber dieſe zur Verfügung
ſtehende Zeit nicht zum Nachdenken benutzt
Die Frage, ob der Völkerbund in der St. Gottharder Affäre
eine Unterſuchung einleiten ſoll, ſchließt eine ganze Reihe von
Fragen in ſich. Zunächſt wäre die Frage zu erörtern, ob und in
welcher Weiſe der Völkerbund das Recht hat, in einem
abge=
rüſteten Land — das iſt der Fachausdruck für die früheren
Mittel=
mächte — eine Unterſuchung vorzunehmen. Dann aber muß das
Problem geklärt werden, welche Beſugniſſe dem
Völkerbunds=
ratspräſidenten während der Zeit zuſtehen, in der der Rat nicht
vereinigt iſt. Das ſind die beiden juriſtiſchen Fragen, und ſchon
mit Rückſicht auf ſie befindet ſich der Völkerbund in einer höchſt
prekären Lage. Praktiſch ſieht aber die Sache noch viel
ſchlim=
mer aus. An der ungariſchen Grenze hat man fünf Waggons
mit Maſchinengewehren gefunden. Der Adreſſat iſt offiziell
un=
bekannt und den Abſender — Italien — möchte man möglichſt
nicht erwähnen. Man möchte nur gegen Ungarn vorgehen. Aber
Ungarn zeigt ſſch dem Völkerbund gegenüber ziemlich
bock=
beinig, und alle Großmächte mit Ausnahme Frankreichs
unter=
ſtützen mehr oder weniger offen Ungarn. Italien identifiziert ſich
ganz unverblünrt mit Ungarn, und ſchon dieſe Haltung allein
Seite 2
Freitag, den 2. März 1928
Nummer 62
macht jede ernſthafte Aktion des Völkerbundes, welche ja ftets
der Einſtimmigkeit bedarf, beinahe unmöglich. Auf der anderen
Seite kann man aber auch die Dinge nicht einfach laufen laſſen.
Dazu iſt das Preſtige des Völkerbundes viel zu ſtark engagiert.
Der ſchwierigen Fragen gibt es alſo in Genf genug, und ſo
wie die Dinge nun einmal liegen, fällt jeder Mißerfolg auf
Frankreich zurück. Zum Troſt ſagt man ſich hier, daß die
Völker=
bundspolitik auch ihre Aktiva habe, zu denen in erſter Linie die
Annäherung Rußlands und dann eine — angebliche —
diplo=
matiſche Wiederannäherung Spaniens gehören. Nur ſchade,
daß es äußerſt fraglich iſt, wann dieſe vielverſprechenden
Aus=
ſichten zur Wirklichkeit werden.
Der Phöbus=Fall.
Der Hauptausſchuß des Reichstages fordert
von der Regierung Aufklärung. —
Verant=
wortungsloſe parteipolitiſche Agitatton.
Aus der politiſchen Erbſchaft des Reichswehrminiſters
Geß=
ler ſind zwei Dinge übrig geblieben, die kritiſch werden konnten
und die vielleicht auch den vorzeitigen Rücktritt des
Reichswehr=
miniſters veranlaßt haben: das iſt der Streit um den
Panzerkreuzer und den Phöbus=Fall. Nachdem die
Zentrumsfraktion beſchloſſen hat, offiziell die erſte Rate für den
Panzerkreuzer zu bewilligen, möchte man annehmen, daß hier die
Schwierigkeiten ausgeräumt ſind. Faſt in dem gleichſen
Augen=
blick aber geht der Kampf um die Phöbus wieder los
und droht, ſich zu einem politiſchen Skandal auszuwachſen. Den
Ausgangspunkt bildet dabei bekanntlich die Tatſachſe, daß ein
höherer Offizier des Reichswehrminiſteriums ſich an der Phöbus=
Filmgefellſchaft beteiligt hat und daß daraus ſtarle finanzielle
Bindungen des Reiches entſtanden ſind. Es ſcheinit aber, als
wenn noch eine andere Stelle des Reichswehrminiſteriums einen
ganzen Rattenſchwanz von Geſchäften gemacht hat, die in ihrer
Tendenz alle in der Richtung des Aufgabenkreiſes des
Reichs=
wehrminiſteriums lagen, bei denen aber die beteiligten Offiziere
von den geſchäftskundigen Leuten der Gegenſeite nach Strich und
Faden hineingelegt wurden. Man ſpricht heute im Reichstag
be=
reits von einer Höhe der Verluſte von weit über 30
Mil=
lionen. Das iſt ſicher erheblich übertrieben. Das
Reichswehr=
miniſterium hat eine leicht verſtändliche, aber unglückliche Taktik
verfolgt, indem es zunächſt alles ableugnete und dann
tropfen=
weiſe die Wöglichkeit zugab. Heute ſind wir ſoweit gekommen,
daß den offiziellen Mitteilungen nicht mehr gelaubt wird, daß
dagegen jedes Gerücht, auch mit den ungeheuerlichſten Dingen,
ohne weiteres für bare Münze genommen wird, zumal da die
Berliner Aſphaltpreſſe mit unglaublicher Rüchſichtsloſigkeit in
dieſen Dingen wühlt.
Aus dem Gefühl heraus, daß jetzt einmal Klarheit geſchaffen
werden müſſe, hat deshalb am Donnerstag vormittag der
Hauptausſchuß des Reichstags den Beſchluß
ge=
faßt, die Regierung aufzufordern, den Bericht
zu veröffentlichen, den der Reichsſparkommiſſar Saemiſch
über ſeine Unterſuchungen dieſer Angelegenheit erſtattet hat.
Da=
mit würde wenigſtens zugleich den vielen Gerüchten ein Ende
gemacht. Der Weg iſt wohl nur deshalb kaum gangbar, weil der
Sparkommiſſar einen weſentlichen Teil ſeines Berichtes dem
Kabinett mündlich vorgetragen hat, der ſachliche Bericht alſo
kaum verſtändlich iſt, ganz abgeſehen davon, daß das
Reichskabi=
nett die Verantwortung nicht tragen möchte, eine öffentliche
Dis=
kufſion anzuſchneiden, die in ihren Wirkungen ganz unabſehbar
wäre, da die nationaliſtiſchen Kreiſe des Auslandes nur auf die
Gelegenheit warten, um uns irgendwelche Unkorrektheiten
vor=
werfen zu können. Wie man der Sache beikommen will, darüber
hat am Donnerstag nachmittag das Kabinett getagt. Es hat ſich
dann mit den Parteiführern in Verbindung geſetzt, hat
neuer=
dings beraten und als Ergebnis ein ſehr mageres Communigué
herausgegeben, in dem lediglich mitgeteilt wird, daß der
Reichs=
wehrminiſter Groener am Freitagim
Hauptaus=
ſchußeine Erklärung abgeben wird. Welchen
Inhal=
tes, wird aber nicht angedeutet. Vermutlich wird aber der
Reichs=
kanzler ſich auf den Standpunkt zurückziehen, daß er ſelbſt
ſeiner=
zeit den Bericht des Sparkommiſſars veranlaßt hat und daß er
deshalb auch allein berechtigt ſei, über den Zeitpunkt der
Ver=
öffentlichung zu entſcheiden, daß er indes dieſen Augenblick noch
nicht für gekommen halte. Inzwiſchen werden die Parteiführer,
wie ſchon ſeit einem halben Jahr, weiter unterrichtet werden umd
man darf hoffen, daß es auf dieſe Weiſe gelingen wird, den nach
allen Seiten mehr als peinlichen Zwiſchenfall beizulegen, ſo daß
er aus der öffentlichen Diskuſſion verſchwindet, bevor durch die
verantwortungsloſe Art, wie er aus politiſchen Gründen
auts=
ſchlachtet wird, außenpolitiſcher Schaden entſteht.
Vom Tage.
Die Reichsindexziffer iſt für den Durchſchnitt des Monats
Februar mit 150,6 gegen 150,8 im Vormonat nahezu unverändert
geblieben.
Reichsminiſter a. D. Hermes iſt von der preußiſchen
Ne=
gierung als Vermittler in dem Streit der Saar=
Loth=
ringiſchen Elektrogeſellſchaft mit dem Rheiniſch=
Weſtfäliſchen Elektrizitätswerk beſtellt worden.
Der Ausſchuß der Sozialdemokratiſchen Partei hat
geſtern mit Dreiviertelmehrheit beſchloſſen, den urſprünglich für die
Kar=
woche dieſes Jahres geplanten Parteitag wegen der bevorſtehenden
Wahlen ausfallen zu laſſen. Der nächſte Parteitag ſoll im
Frühjahr 1929 abgehalten werden.
3796 Saarbergleute ſind von der franzöſiſchen
Saarbergwerksdirektion auf die Straße geſetzt
worden.
Als ausſichtsreichſter Kandidat für die Nachfolge des
Ber=
liner polniſchen Geſandten wird von „Glos Prawdy”, der
dem Pilſudſki=Kreis angehört, der frühere Miniſter und bishevige
pol=
niſche Generalkommiſſar in Danzig, Dr.
Strasbur=
ger, genannt.
Anläßlich des achten Jahrestages der Wahl Horthys zum
Reichs=
verweſer von Ungarn ſoll ein Amneſtzeerlaß erfolgen, an dem
auch linksſtehende Kreiſe beteiligt ſein ſollen.
Von amtlicher franzöſiſcher Seite wird die
Mel=
dung dementiert, wonach dieſer Tage oine Begegnung
zwiſchen Briand Muſſolini und dem ſüdſlawiſchen
Außen=
miniſter Marinkowitſch an der franzöſiſch=italieniſchen Grenze
zum Abſchluß eines dreiſeitigen Paktes geplant ſei. Man erklärt dieſe
Meldung als völlig aus der Luft gegriffen.
Die ſozialiſtiſche Kammergruppe brachte einen Antrag ein, in dem
eine allgemeine politiſche Amneſtie in Frankreich
ge=
fordert wird, über die unverzüglich in der Kammer beraten
wer=
den ſoll.
Der Voranſchlag für das britiſche Heeresbudget 1928 ſieht
Ausgaben in Geſamthöhe von 41 Millionen Pfund vor, was eine
Ver=
minderung um 515 000 Pfund gegenüber dem Vorjahre bedeutet. Die
Stärke des Heeres iſt auf 153 000 Mann feſtgeſetzt gegen 166 500 im
ver=
gangenen Jahre.
Aman Ullah beſucht die Junckerswerke.
Deſſau, 1. März.
Das afghaniſche Königspaar iſt heute mittag gegen 12 Uhr
mit Gefolge in Deſſau eingetroffen. Die Gäſte wurden von dem
anhaltiſchen Miniſterpräſidenten Deiſt, dem Deſſauer
Bürger=
meiſter Heſſe und Profeſſor Junckers begrüßt. In Automobilen
begaben ſich dann die Gäſte zu den Junckers=Werken, wo die
Flugzeugfabriken und die Forſchungsanſtalt von Junckers
ein=
gehend beſichtigt wurden. Außerdem wurden mehrere Probeflüge
vorgeführt. Mit beſonderem Intereſſe nahm der König auch die
Junckers=Maſchine „G. 24” in Augenſchein, die ſich zurzeit noch
im Bau befindet und die bebanntlich das Reich zum Geſchenk
machte. Nach einem Mittageſſen im Alten Theater begab ſich der
König in die Villa des Profeſſors Junckers und unterhielt ſich
hier mit dieſem über Luftverkehrsfragen. Um 5 Uhr nachmittags
wurde dann die Weiterreiſe nach Dresden angetreten.
*Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags beriet in ſeiner
geſtri=
gen Sitzung eine Regierungsvorlage über die Bereitſtellung eines
Not=
ſtandskredits für den oberen Vogelsberg. Es werden gefordert 60 000
Mark für die Waldwirtſchaft, und zwar für 10 Jahre je 6000 Mark;
ferner 36 000 Mark für Wegebauten, und zwar für drei Jahre je 12000
Mark. Die geforderten Summen wurden einſtimmig genehmigt. Die
Vorbewilligung der Baukoſten für 1928, über die ſchon früher beraten
war, wurden gegen eine Stimme ebenfalls genehmigt. Die
Verhand=
lungen wandten ſich jetzt dem Kapitel 5 des Staatsvoranſchlags (
Braun=
kohlenwerke Ludwigshoffnung uſw.) zu. Hierzu lag ein Antrag Weckler
vor, 73 250 Mark an die Staatskaſſe abzuführen, ſtatt 100 000 Mark
mehr, wie im Voranſchlag vorgeſehen. Der Antrag Weckler wurde mit
7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Dr. Leuchtens wünſcht zu
Titel 8 Ziffer 1 eine Bemerkung geſtrichen, worin es ſich um Ablieferung
an den Erneuerungsſtock handelt; der Antrag wurde mit 7 gegen 6
Stimmen abgelehnt. Das gleiche Schickſal hatte ein kommuniſtiſcher
Antrag über die Arbeiterlöhne, für den ſich nur eine Stimme ausſprach.
Der Regierung wurde dann die Ermächtigung erteilt, den Leiter des
Kraftwerkes, der nicht von der Hefrag übernommen wurde, bis zu einem
halben Jahre das Gehalt zu zahlen, wenn er nicht vorher anderweitig
eine Stellung gefunden hat. Hierauf wurde über Kapitel 1 abgeſtimmt
(Forſt= und Kameralgüter unter Forſtverwaltung) und ein Antrag Joſt
über die Bewirtſchaftung des Privatwaldes zweiter Klaſſe angenommen,
der im weſentlichen beſagt, daß für einen Hektar 2 Mark zu berechnen
ſind. Der Antrag hat rückwirkende Kraft bis 1926; er wurde einſtimmig
angenommen. Ein ſozialdemokratiſcher Antrag fordert, daß bei
Tarif=
feſtſetzung von Holzhauerlöhnen die Gewerkſchaften zuzuziehen ſind und
ein Angleich an die allgemeinen Tarife erfolgen ſoll. Der Teil des
An=
trages, in dem die Gemeinden auf Innehaltung beſtimmter Tarife
ver=
pflichtet werden, wurde mit 7 gegen 6 Stimmen angenommen. Ein Teil
des Antrages, in dem verlangt wird, daß beſonders ſchwierigen örtlichen
Verhältniſſen und der Waldart Rechnung getragen wird, wurde
einſtim=
mig angenommen. Die zu dieſem Kapitel vorliegenden 22
kommuniſti=
ſchen Anträge wurden entweder abgelehnt oder für erledigt erklärt. V.
Die Landwirtſchafts=Oebatte
im Reichstag.
* Berlin, 1. März. (Eig. Bericht.)
Der Reichstag ſetzte heute die Ausſprache über den Etat des
Landwirtſchaftsminiſteriums fort.
Abg. Dietrich=Baden (D.) gab zwar zu, daß die jetzige
landwirtſchaftliche Kriſe endgültig nur behoben werden könne
durch die Löſung des Kreditproblems, ſtellte aber feſt, daß der
von der Reichsregierung vorgeſchlagene Weg ſehr bedenklich ſei.
Wenn die Reichsregierung jetzt die Rentenbank=Kreditanſtalt zu
einem Konkurrenzunternehmen der Preußenkaſſe bei der
Kredit=
gewährung an die landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften benutzen
wolle, ſo erſchwere das die Löſung des Kreditproblems. Es
würde ſich der Parteikampf auch auf das Kreditweſen ausdehnen,
denn der eine würde von der deutſchnationalen Rentenbank und
der andere von der ſozialdemokratiſchen Preußenkaſſe Kredite
for=
dern. Eine ſolche Entwicklung wolle die demokratiſche Fraktion
nicht; ſie wolle die Löſung durch eine einheitliche Kreditaktion. Im
weiteren Verlauf ſeiner Rede ging der Abgeordnete Dietrich auf
die Zollfrage näher ein. Er ſprach ſich dafür aus, daß die
gegen=
wärtige Ungleichheit zwiſchen den hohen Induſtrie= und den
nie=
deren Agrarzöllen nicht ausgeglichen werden dürfe durch eine
Senkung der Induſtriezölle. Schließlich betonte er die
Nowwendig=
keit einer großzügigen Siedlung. Wenn der Oſten nicht durch
weſt= und ſüddeutſche Bauern erobert werde, dann werde der
deutſche Oſten an Polen verloren gehen.
Der Abg. Putz (K.) begründete ein inzwiſchen von ſeiner
Fraktion eingebrachtes Mißtrauensvotum gegen den
Reichs=
ernährungsminiſter Schiele.
Abg. Kube (NS.) führte die Not der Landwirtſchaft auf die
Annahme des Dawesplanes, für die er die Sozialdemokratie am
meiſten verantwortlich machte, zurück.
Dies veranlaßte den Vizepräſidenten Eſſer zu der
Aeuße=
rung, daß heute im Reichstage nicht über auswärtige Politik
geſprochen werde.
Die Abgg. Weidenhöfer (V.) und Pfeiffer (
Volks=
rechtpartei) ſtimmten dem Landwirtſchaftsetat im großen und
ganzen zu. Das tat auch der Führer der neugegründeten
Chriſt=
lich=Nationalen Bauernpartei, Döberich, der u. a. verſicherte,
alle Kombinationen über die Entſtehungsurſache ſeiner Partei
ſeien müßig. Die aus der Not des Bauernſtandes geborene
Bauernpartei ſei nun einmal da und ſie werde weiter wachſen.
Hierauf nahm Reichsernährungsminiſter Schiele nochmals
das Wort, um auf verſchiedene Ausführungen während der
De=
batte einzugehen. Er begrüßte u. a. die Objektwität des
ſozial=
demokvatiſchen Redners, wandte ſich aber gegen deſſen Forderung
nach Aufhebung der Futtermittelzölle. Der Miniſter wies darauf
hin, daß die Zollfreiheit von Mais und Futtergerſte für die
deutſche Schweinehaltung wenig ins Gewicht fallen würde.
Ge=
rade der Landarbeiter füttere ſeine Schweine mit inländiſchem
Futter. Weiter ſuchte der Miniſter zahlenmäßig zu belegen, daß
es nicht richtig ſei, wenn behauptet würde, daß der Kredit der
Rentenbank vorwiegend dem Großgrundbeſitz zugute komme.
Nachdem noch der Sozialdemokrat Schmidt=Berlin Angriffe, die
im Laufe der Debatte gegen die ſozialdemokratiſche Agrarpolitik
gerichtet worden waren, zurückgewieſen hatte, wurde die
Be=
ratung auf Freitag 2 Uhr vertagt.
Immer noch Ausweiſungen
* Mainz, 1. März. (Priv.=Tel.)
Der Schwerkriegsbeſchädigte Zadock war, wie wir bereits
in unſerer Nummer 48 vom Freitag, den 17. Februar, berichteten,
wegen angeblichen Waffenbeſitzes, in Wirklichkeit jedoch, weil er
ſich bei den Franzoſen durch ſein mutiges Eintreten, für das
Deutſchtum im Elſaß unbeliebt gemacht hatte, von den Franzoſen
in Gonſenheim verhaftet und ins Mainzer Militärgefängnis
ge=
bracht worden. Den deutſchen Stellen verweigerte man
franzö=
ſiſcherſeits jede Auskunft. Nachdem man ihn verhaftet hatte,
wurde er einem eingehenden Verhör unterzogen — von der Waffe
war keine Rede mehr — wobei man verſuchte, von ihm Ausſagen
über die Autonomiſtenbewegung im Elſaß zu erhalten. Am
Sonntag wurde nun Zadock ins unbeſetzte Gebiet ausgewieſen
mit der Begründung, er habe im beſetzten Gebiet antifranzöſiſche
Propaganda bei der Armce getrieben.!
Franzöſiſch=ſpaniſche Verſtändigung über die
Tangerfrage.
Paris, 1. März.
Ein franzöſiſch=ſpaniſches Uebereinkommen über das
Tanger=
ſtatut iſt endgültig fertiggeſtellt worden. Quinones de Léon und
Briand werden noch vor Sonntag unterzeichnen. Wahrſcheinlich
wird die Konvention England und Italien zur Ratifizierung
vor=
gelegt werden. Vertreter der vier Mächte werden zu dieſem
Zweck wahrſcheinlich in Paris Beſprechungen abhalten.
* Oer Biſchof als Schutzpatron der
Reiſenden.
Gentlemen der Wüſte.
Von unferem ſtändigen Berichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
b. G. Jeruſalem, Januar 1928.
Paläſtina bildete bis vor kurzem, was die öffentliche
Sicher=
heit betraf, eine Ausnahmeerſcheinung in den Ländern
Vorder=
gſiens. Ganz im Gegenſatz zum benachbarten Syrien, wo ja
ein Spaziergang über die Grenze der Stadt Damaskus
hinaus mitunter als lebensgefährliches
Unter=
nehmen anzuſehen iſt und daher von den franzöſiſchen
Behör=
den verboten wird, konnte man in Paläſtina ziemlich ſicher
rei=
ſen, und die Verbrechen im Lande erreichten bei weitem nicht
die Zahl einer kleinen europäiſchen Stadt. Dies trotz einer
relg=
tiv ziemlich unbedeutenden Polizeimacht, die aus arabiſſchen und
jüdiſchen und einer ganz kleinen Anzahl engliſcher Polizeireiter
beſteht. Ja ſogar die großen religiös=politiſchen Feiern, die mehr
als zehntaufend Menſchen auf einem kleinen Platz
zuſammen=
ſtrömen laſſen, verlaufen ruhig, ohne Zwiſchenfall, was um ſo
bemerkenswerter iſt, als manche arabiſchen Feſte ſtets Anlaß zu
einer ganz unerhörten Fanatiſierung der in dieſen Zeiten ſeit
altersher zu fremdenfeindlichen Ausbrüchen ſehm geneigten
Menge geben, die Lieder, Anſprachen und Schwerttänze
tage=
kang in einem Zuſtand der Siedehitze halten. Wie immer man
zur engliſchen Herrſchaft politiſch eingeſtellt ſein mag, man muß
anerkennen, daß ihre Methode — die Methode, religiöſe und
politiſch nationale Autonomien der Völker zu achten und nur
Uebergriffe der einzelnen Gemeinſchaften in das autonome
Ge=
biet der anderen möglichſt mit politiſchen Mitteln zu
unterbin=
den — ungemein klug iſt. Im Gegenſatz zum nördlichen
Nach=
bargebiet, wo die natürlichen politiſchen Schwierigkeiten von
Haus aus ſicherlich nicht größer ſind, kommt man hier ohne
Blut=
vergießen zu befriedigenden Erfolgen. Die Streitanläſſe
wur=
den mit unleugbarem Geſchick auf das politiſche Gebiet
ver=
ſchoben, ſo daß ſeit der Ermordung des Korreſpondenten einer
großen Amſterdamer Zeitung, de Haan — abgeſehen von
un=
bedeutenden Revolverſchießereien gelegentlich der Wahlen —
längere Zeit kaum ein nennenswerter Zwiſchenf all die Nuhe des
Landes ſtörte. Dazu kam noch die in gewiſſen Beziehungen wich=
tige Verfügung, daß transjordaniſche Beduinenſtämme in Fällen
von Mißernte im oſtjordaniſchen Gebiet nur unter Garantie
eines paläſtinenſiſchen Beduinenſtammes, mit ihren Herden
über den Jordan ziehen dürfen. Damit ſoll nicht
ge=
jagt werden, daß die Beduinen Mörder und Verbrecher ſind,
denn gerade dieſe Gentlemen der Wüſte töten den Geguer
meiſt nur im ehrlichen Kampf. Aber da ihr Moralkodex
Ueber=
fall und Raub als ehrenhafte Handlung anerkennt, war dieſe
Verordnung zu begrüßen.
Seit einigen Monaten aber hat ſich die Situation zum
Schlechten geändert. Nicht nur, daß ſich die Anzahl unblutiger
Kriminalverbrechen vergrößerte, kam es auch in ſchneller Folge
zu mehreren Straßenüberfällen, meiſt auf Autos „Außerdem
wurde der Schomer (Wächter) eines jüdiſchen Dorfes von
Pferdedieben, die er überraſcht hatte, niedergeſchoſſen. Der
Mann, einer der berühmten Sedierapioniere
fünfund=
zwanzig Jahre Arbeiter mit dem Gewehr am Rücken,
hinter=
läßt unverſorgte Kinder, für die die Regierung natürlich nicht
ſorgt. (Gilt doch hier noch das türkiſche Geſetz, das einen
Ver=
tragsbrüchigen unter Polizeibedeckung zur Arbeit zurückführt,
das aber den Arbeitgeber, deſſen Arbeiter einem Betriebsunfall
zum Opfer fiel, zu nichts anderem verpflichtet als, falls der
Un=
fall vormittags ſtattfand, der Witwe den halben, falls der
Un=
fall aber nachmittags geſchah, den ganzen Arbeitstag
auszu=
zahlen, womit ſeine Verpflichtungen erloſchen ſind!!) Ein
an=
derer Schomer wurde bei Nacht von Räubern in einen Sack
geſteckt und konnte im letzten Augenblick gerettet werden. Am
gleichen Tage wurden drei arabiſche Kaufleute unten bei
Ber=
ſchewa, als ſie aus Transjordanien heraufkamen, von
unbekann=
ten Reitern überfallen, wobei einer der Kaufleute und einer der
Näuber das Leben ließen. Beſonders aber häuften ſich die
Ueberfälle auf der Hauptverkehrsader des Landes, auf der
Straße, die von der Hauptſtadt nach dem „Norden führt. Hier
wurde, gar nicht weit von Jeruſalem, in raſcher Folge eine
An=
zahl von Autos angehalten und ausgeraubt. Man kann nicht
ſagen, daß die Behörde nichts dagegen tat, aber ihr Prinzip,
ohne Aufſehen und ohne Uebereilung die Ausforſchung und
Er=
greifung der Täter einer ſpäteren Zeit, wenn die Sache in der
Oeffentlichkeit längſt ſchon vergeſſen ſein wird, zu überlaſſen,
er=
wies ſich — diplomatiſch vielleicht richtig — als nicht ſehr
empfehlenswert, denn immer wieder gingen Flinten los, die,
dies ſei zur Ehre der ſtets in dieſen Fällen verläſterten Beduinen
bemerkt, in den allermeiſten Fällen von ſeßhaften Fellachen
in Anſchlag gebracht wurden. Dies iſt um ſe leichter nachzu=
weiſen, als es in den Gebieten, wo die Ueberfälle auf Autos
ſtattfanden, nur nichtnomadiſche, ſozuſagen entwaffnete
Land=
bevölkerung und kaum Veduinen gibt.
Die öffentliche Meinung begann allmählich Vergleiche mit
der Türkenzeit zu ziehen, als endlich ein Zufall dem Faß den
Voden ausſchlug und einen radikalen Eingriff der Regierung
zur Folge hatte. Der engliſche Biſchof von
Jeruſa=
lem fuhr nämlich eines Tages auf der Landſtraße nach
Jeru=
ſalem, als ſein Auto in der Nähe des Wad el haramije (was
voörtlich überſetzt auf deutſch nichts anderes heißt als Wadi der
Diebe!) durch eine Steinbarrikade, auer über die Straße gelegt,
aufgehalten wurde. Männer mit vorgehaltenen Gewehren
kamen hinter den Felſen hervor und raubten nicht nur dieſes,
ſondern auch zwei andere des Weges kommende Autos
vollſtän=
dig aus, wobei der Chauffeur des Biſchofs getötet, einer
ſei=
uer Begleiter derwundet und er ſelbſt angeblich mißhandelt
wurde. Natürlich lag dem Ueberfall keine wie immer geartete
politiſche oder antichrifrliche Tendenz zugrunde, um ſo mehr,
als die Räuber, durchaus unpolitiſch veranlagte Straßenritter
in den maleriſchen Koſrümen der arabiſchen Länder, natürlich
keine Ahnung hatten, wer in dem Auto ſaß. Hätten ſie es
ge=
frußt, dann hätten ſie wohl zumindeſt den Wagen des Biſchofs
paſſieren laſſen, denn ein engliſcher Biſchof ift keine Native. Nun,
da einer der ihrigen beläſtigt worden war, griff die Regierung
mit ganz unerwarteter Schnelligkeit ein. Hundertundfünfzig
Polizeireiter wurden in dieſer Gegend zuſammengezogen und
die in Betracht kommenden Ortſchaften wurden abgeſperrt. Eine
Anzahl von Leuten wurde verhaftet, unter denen ſich die Helden
des Ueberfalls auf den Biſchof befanden. Seit dieſer Zeit
herrſcht nun Ruhe.
So ſehr man den Tod des unſchuldigen Chauffeurs
be=
dauert, iſt man doch verſucht, ſich gerade über dieſen Ueberfall
zu freuen, denn ein engliſcher Biſchof brachte, wie man nun
ge=
lernt hat, das zuſammen, was nicht hundert Natives, ob ſie nun
Araber oder Juden ſind, dermögen. Es iſt ſehr fraglich, ob ein
Ueberfall auf den Großmufti von Paläſtina hundertundfünfzig
Polizeireiter auf die Beine gebracht hätte.
So mag, wenn die Ruhe anhält, der engliſche Biſchof von
Jeruſalem zum Schutzpatron der Reiſenden auf den
paläſtinenſiſchen Landſtraß n avancieren. Die arabiſchen
Chauf=
feure werden dann vielleicht die blauen Glasperlen, die
ſie bis jetzt als Talisman gegen Unfälle am Kühler befeſtigt
haben, durch ein kleines Standbild des Biſchofs erſetzen.
Der deutſche Vorſtoß in der
Sicherheitsfrage.
Die Tragweite der deutſchen Anträge. — Der
Eindruck bei den Mächten. — Deutſchlands
Ausſichten.
* Berlin, 1. März. (Priv.=Tel.)
Die von dem früheren Staatsſekretär Simſon in Genf
vor=
gebrachten deutſchen Anregungen zur Sicherheitsfrage ſind als
der bedeutſamſte Vorſtoß anzuſehen, den Deutſchland
ſeit Monaten in Genf unternommen hat.
Trotz=
dem haben die deutſchen Vorſchläge in der Weltpreſſe noch nicht
das Echo gefunden, das man hätte erwarten ſollen. Das liegt
wohl vor allem darin, daß das Ausland die Tragweite der
deutſchen Vorſchläge vorläufig noch nicht hat erkennen
können und der Vortrag der deutſchen Wünſche ziemlich
über=
raſchend gekommen iſt. Beſonders in franzöſiſchen
Krei=
ſen iſt man zum Teil der Anſicht geweſen, daß Deutſchland bei
der Beratung der Sicherheitsfrage ſich im weſentlichen auf die
Verteidigung der deutſchen Poſition beſchränken, und daß es
keine poſitiven Anträge einbringen würde. Man erwartete nur,
daß Deutſchland den engliſchen Vorſchlägen ſekundieren würde,
und war daher einigermaßen überraſcht, daß
Deutſch=
land auch unabhängig von England in der Lage
war, Sondervorſchläge zu formulieren, die in ihrer
Tendenz ſogar zum Teil als antiengliſch angeſehen werden
kön=
nen. Das iſt anſcheinend ſo überraſchend gekommen, daß man,
ebenfalls unter dem Vorwand, daß ein wichtiger Partner,
näm=
lich England, zu dieſen deutſchen Vorſchlägen noch keine
Inſtruk=
tionen ſeiner Regierung habe, beſchloſſen hat, die
Weiter=
beratung der deutſchen Anträge auf die nächſte
Tagung zu verſchieben.
So ſehr man auch vom deutſchen Standpunkt aus es
be=
dauern muß, daß das ſogenannte Sicherheitsproblem auf dieſe
Weiſe auf eine Weile zu den Akten gelegt worden iſt und damit
auch die Weiterberatung ſich verzögert, ſo hat dieſe Löſung doch
wenigſtens ein Gutes: auf der nächſten Tagung des
Sicherheits=
ausſchuiſſes werden vorausſichtlich die deutſchen Vorſchläge im
Mittelpunkt der Beratung ſtehen. Das bietet Deutſchland die
Möglichkeit, zum mindeſten in dieſem Teile der Abrüſtungsfrage
die Führung zu übernehmen und eine neue Sabotage der
Ab=
rüſtung auf dem Umwege über das Sicherheitsproblem
unmög=
lich zu machen. Das mag zunächſt als nicht einleuchtend
erſchei=
nen, da man in der Vertagung ja auch eine Niederlage der
deut=
ſchen Politik erblicken könnte. Dies iſt jedoch nicht der Fall, wenn
man ſich vor Augen hält, daß gerade dieſe Löſung der Frage die
franzöſiſchen Sabotageverſuche durchkreuzt, weil ſelbſt Paul
Bon=
cour nicht umhin konnte, den deutſchen Vorſchlägen in
weitgehen=
dem Maße zuzuſtimmen. Zwar hat er ein beſonderes
Kontroll=
recht des Rates in den deutſchen Vorſchlägen vermißt, dafür hat
er die anderen Gedankengänge um ſo mehr begrüßt.
Der ſtarke Eindruck der deutſchen Vorſchläge geht daraus
her=
vor, daß ſogar Polen ſich für die Vorſchläge erklärt hat. Es ſtand
ſomit Deutſchland in Genf gewiſſermaßen zum erſten Mal in der
Sicherheitsfrage in der franzöſiſchen Front gegen England, die
in den allgemeinen Prinzipienfragen des internationalen Rechts
ja bereits ſo häufig ſich bildete. Ob angeſichts dieſer Sachlage
der engliſche Standpunkt ſehr viel intranſigenter iſt, wie das
der erſte Eindruck vermuten läßt, muß jedoch zunächſt
dahin=
geſtellt werden. Es iſt durchaus möglich, daß die genaue
Ausarbeitung der deutſchen Vorſchläge ein
Kompromiß zwiſchen dem engliſchen und
fran=
zöſiſchen Standpunkt darſtellt und auf dieſe
Weiſe doch noch für die engliſche Regierung
an=
nehmbar wird. Das verdient ganz beſonders hervorgehoben
zu werden, weil in dieſer Frage Deutſchland nichts
unangeneh=
mer ſein könnte, als eine grundſätzliche Gegnerſchaft gegenüber
England, die ausſchließlich im franzöſiſchen Intereſſe liegen
ſwürde, weil dadurch die Löſung der Sicherheitsfrage (von der
man in Frankreich auch die Rheinlandfrage abhängig macht)
adl infinitum vertagt würde. Es iſt deshalb zu hoffen, daß die
Regierungen, wenn ihnen die deutſchen Vorſchläge im einzelnen
vorliegen, ſie ohne Ausnahme annehmbar finden werden.
Hier=
auf muß deutſcherſeits mit beſonderem Nachdruck hingewieſen
werden, weil unſere Vorſchläge nach Ueberzeugung der
Reichs=
regierung zugleich praktiſch und realiſierbar ſind. Sie ſind
zwei=
fellos eine wertvolle Ergänzung des deutſchen
Sicher=
heitsmemorandums, das in Prag überreicht wurde, und
geben den ehrlichen deutſchen Friedenswillen kund. Sie gehen
ſehr viel weiter, als man auch in der deutſchen Oeffentlichkeit
er=
wartet hat, da ſie die Souveränität der
Einzelſtaa=
ten ſtark beſchneiden, ſie verlangen aber nichts anderes,
als daß das, was für Deutſchland kraft Verſailles recht iſt, auch
für die anderen Staaten billig iſt. Daß dies von den ſaturierten
Siegerſtaaten nicht gern akzeptiert werden wird, iſt
vorauszu=
ſehen und ebenſo, daß der deutſche Vorſchlag nur nach längerem
Manövrieren durchzubringen ſein wird. Die anderen Staaten
müſſen darauf hingewieſen werden, welche Beunruhigung ſie
ſchaffen, wenn ſie die deutſchen Vorſchläge beiſeite ſchieben.
Des=
halb wird man auch in Deutſchland gut daran tun, den Kampf
um die Sicherheitsfrage weiterhin mit großer
Aufmerk=
ſamkeit zu verfolgen, ſelbſt wenn der geſunde Menſchenverſtand
in der Genfer Debatte nur müßiges Wortgeplänkel zu erblicken
glaubt.
Die Reorganiſation der engliſchen Armee.
EP. London, 1. März.
Heute wurde das Militärbudget für 1928/29 veröffentlicht. Es ſiehtz
Ausgaben in Höhe, von 41 650 000 Pfund Sterling vor oder nur 515
Pfund mehr als im laufenden Budgetjahr. Ein Expoſé teilt mit, daß
nach einem Jahre die Hälfte der engliſchen Artillerie von
Moworfahr=
zeugen gezogen wird. In der Kavallerie werden Panzerautos
einge=
führt und die Zahl der Tankeinheiten erhöht. Die Zahl der Laſtwagen
mit drei Achſen wird um 25 Prozent vermehrt. Im Laufe dieſes
Jahres wird die Artillerie wit einem neuen Feldgeſchütz ausgerüſtet.
Armeemanöver ſollen dieſes Jahr nicht ſtattfinden, ſondern nur
Divi=
ſionsübungen.
Die sonferen vert seien enente neenf!
Balkan=Probleme.
Gotthard=Affäre und Inveſtigationsbegehren.
Neuorientierung der rumäniſchen Politik. / Die
Beſprechungen Titulescus.
* Genf, 1. März. (Priv.=Tel.)
Als erſter der europäiſchen Außenminiſter, die an der
März=
tagung des Völkerbundsrates teilnehmen werden, iſt heute
nach=
mittag 3,04 Uhr, mit dem Schnellzuge von Bukareſt über Lauſanne
kommend, der rumäniſche Außenminiſter Titulescu in Genf
eingetroffen. Titulescu iſt von ſeiner langwierigen Krankheit
wiederhergeſtellt und macht einen friſchen, geſunden Eindruck.
Er iſt von dem rumäniſchen Geſchäftsträger in Bern, Creſiano,
dem Legationsrat Rodolseu und einigen rumäniſchen
Journa=
liſten begleitet und wurde auf dem Bahnhof von dem neuen
ſtändigen Vertreter Rumäniens beim Völkerbund, Antoniado, den
Mitgliedern der Genfer rumäniſchen Delegation und der
rumäni=
ſchen Kolonie begrüßt. Titulescu iſt, wie immer, im Hotel
Ber=
gues abgeſtiegen, wohin er ſich gleich mit dem ſtändigen
Ver=
treter Rumäniens in Genf zu einer Beſprechung begab. — Noch
heute abend wird Titulescu eine Vorbeſprechung mit
dem tſchechiſchen Außenminiſter Beneſch haben.
Die Zuſammenkunft der Außenminiſter der
Klei=
nen Entente wird ſchon morgen vor ſich gehen, da im Laufe
der Nacht auch der jugoſlawiſche Außenminiſter
Marinkowitſchin Genf eintrifft. Die Beſprechungen
wer=
den ſich natürlich auch auf die Haltung der Kleinen Entente in
der St. Gotthard=Affäre erſtrecken, doch nimmt man an,
daß dieſe Frage nicht den Hauptpunkt der Verhandlungen bilden
wird. Die Unterredungen werden ſich vielmehr in der Hauptſache
auf die Neuorientierung der rumäniſchen
Poli=
tik und auf die Beſprechungen Tituleseus mit
Streſemann, Briand und Muſſolini und auf die
Verhandlungen zwiſchen Beneſch und Dr. Seipel
ſowie auf alle ſich aus dieſer neuen Konſtellation ergebenden
Folgen für die zukünftige Haltung der Kleinen
Entente erſtrecken. Von jugoſlawiſcher Seite erwartet man
nähere
Erläuterungen zu dem jugoſlawiſch=
franzö=
ſiſchen Oefenſivbündnis
und dem politiſchen Verhältnis zu Italien. Man
nimmt allgemein an, daß das Ergebnis dieſer weittragenden
Beſprechungen von großem Einfluß auf die Haltung der Kleinen
Entente in der Inveſtigationsangelegenheit gegen
Unga rn ſein wird. Für die Verhandlungen des
Inveſtigations=
begehrens vor dem Rat hat Jugoſlawien ſeinen ſtändigen
Ver=
treter beim Völkerbund, Fotitſch, und die Tſchechoflowakei ihren
Miniſter Veverka als Vertreter beſtimmt, während die ungariſche
Seite durch den General Tanczos vertreten ſein wird. Der
tſchechiſche Außenminiſter Beneſch wird ſich noch bis Montag,
unter Umſtänden auch bis Dienstag, in Genf aufhalten, ſo daß
er Gelegenheit hat, ſowohl mit Chamberlain wie auch mit
Briand, deren Ankunft für
Montagnachmittager=
wartet wird, zuſammenzutreffen. Die Vertreter der Kleinen
Entente werden vorausſichtlich auch über den
unggriſch=rumäniſchen Optantenſtreit
einen Meinungsaustauſch haben. In dieſer Sache haben ſowohl
die rumäniſche als auch die ungariſche Regierung in den letzten
Tagen umfangreiche Sammlungen von Gutachten internationaler
Rechtsgelehrter in Genf zur Verteilung gebracht. Dieſe Gutachten,
an denen u. a. Politis, Limburg, Schücking, Strupp und Cele
mitgearbeitet haben, unterſtreichen entweder die ungariſche oder
die rumäniſche Theſe und bringen ebenſowenig wie die bisherigen
Verhandlungen vor dem Rat eine juriſtiſche Klärung der Frage.
Auffallend iſt es, daß der ungariſche Standpunkt beſonders unter
den franzöſiſchen Rechtsgelehrten, vor allem unter den Profeſſoren
der Univerſität Paris, eine große Anzahl Anhänger findet. Da
auch die direkten Verhandlungen, die Titulescu ſeinerzeit in Paris
mit dem Vertreter der Optanten, Baron d’Egry, geführt hat,
er=
gebnislos verlaufen ſind, kommt der Konflikt in völlig
unver=
änderter Form wieder vor den Rat, da Rumänien auf
ſei=
nem ablehnenden Standpunkt verharrt.
Ande=
rerſeits beſtreitet Ungarn nach wie vor
Rumä=
nien das Recht, die Agrarformgeſetze auf die
Optantengüter anzuwenden, weil darin eine
Verletzung des Trianonvertrages liege.
Infolge=
deſſen dürfte die Einigung nicht leicht ſein. Man will jedoch die
Möglichkeit zu einer Einigung darin ſehen, daß Rumänien
Un=
garn einen dahingehenden Vermittlungsvorſchlag macht,
dadurch, daß Ungarn zum Ausgleich für die
Optantenſchädigun=
gen gewiſſe Reparationszahlungen erlaſſen werden, die in
nächſter Zeit fällig werden, und daß auf dieſe Weiſe Ungarn die
Annahme der September=Reſolution des Rates erleichtert wird
die als Grundlage eines Arrangements zwiſchen den beiden
Staaten dienen ſoll.
Die Antikriegs=Paktverhandlungen.
Briand antwortet erſt nach der Ratstagung.
Paris, 1. März.
Wie der meiſt gut unterrichtete „Excelſior” im Gegenſatz zu
der allgemeinen Auffaſſung, daß Briand auf die letzte
amerika=
niſche Note noch vor ſeiner Abreiſe nach Genf antworten werde,
erfahren haben will, werde die franzöſiſche Antwort erſt nach der
Völkerbundstagung erfolgen. Es erſcheine wünſchenswert, daß
die Vertreter der Großmächte darüber in Genf berieten, da das
Schickſal des Völkerbundspaktes in einem gewiſſen Grade mit
dem amerikaniſchen Vorſchlag verbunden ſei. Geſtern abend
emp=
fing Briand noch den amerikaniſchen Botſchafter Herrick. Wie in
franzöſiſchen diplomatiſchen Kreiſen verlautet, habe ſich die
Be=
ſprechung hier auf die Unklarheit bezogen, die hinſichtlich der
Handlungsfreiheit in einem zwiſchen Amerika und einer dritten
Macht ausbrechenden Kriege beſtehe, da ein ſolcher Konflikt, wie
Pertinax im „Echo de Paris” bemerkt, namentlich Frankreich
intereſſiere.
Franzöſiſche Verſtiimmung gegenüber Amerika.
Der Quai d’Orſay hat den franzöſiſchen Botſchafter in
Waſhington. Claudel, ſchon geſtern angewieſen, Staatsſekretär
Kellogg auf einen Irrtum in ſeiner letzten Note über die Frage
des Antikriegspaktes aufmerkſam zu machen, wonach der
pan=
amerikaniſche Kongreß den Krieg zwiſchen den amerikaniſchen
Nationen ſchlechthin geächtet habe, während nach dem offiziellen
Text der in Havanna abgeſchloſſenen Konvention lediglich der
Angriffskrieg geächtet worden iſt. — Wie man heute erfährt, hat
aber der franzöſiſche Botſchafter in Waſhington bereits geſtern
von ſich aus das Staatsdepartement auf ſeinen Irrtum
aufmerk=
ſam gemacht. Er hatte allerdings nicht mit Kellogg ſelbſt, ſondern
mit einem ſeiner Sekretäre eine dahingehende Unterredung. Der
Botſchafter hat den Inhalt dieſer Unterredung dem Quai d’Orſay
heute in einem Telegramm mitgeteilt, das aber noch dechiffriert
wird.
Nach einer anderen Meldung aus Waſhington hat Kellogg zu
dieſer Kontroverſe erklärt, daß eine Analogie zwiſchen dem
ge=
planten Antikriegspakt und den Beſchlüſſen der panamerikaniſchen
Konferenz nicht gezogen werden könne. Im Quai dOrſay hat
man ſich auch darüber gewundert, daß der Text der letzten Kellogg=
Note in Wafhington früher veröffentlicht wurde, als vereinbart
worden war. Auf alle Fälle ſteht feſt, daß die ganze
An=
gelegenheit jetzt ziemlich verfahren iſt. Zum mindeſten auf
fran=
zöſiſcher Seite beſteht eine ſehr gereizte Stimmung. In
franzö=
ſiſchen politiſchen Kreiſen geht man teilweiſe ſoweit, zu
behaup=
ten, daß ſich Kellogg eine bewußte Fälſchung zuſchulden kommen
ließ oder zumindeſt die Angelegenheit nicht mehr mit dem
gebüh=
renden Ernſt behandele.
*Das Sühnopfer des neuen Bundes,
Oratorium von Karl Loewe.
Dieſes Oratorium wird Sonntag, den 4. März, nachmittags, in der
hieſigen Stadtkapelle durch den dortigen Kirchenchor zur Aufführung
gebracht. Zum Geleit ſeien ihm einige Worte gewidmet.
Loewe, geboren 1796, von 1821—1866 ſtädtiſcher Muſikdirektor in
Stettin, geſtorben 1869, iſt bekannt als Balladenkomponiſt. Wer kennt
nicht von ihm „Die Uhr”, die nur zu oft und zu ſentimental geſungen
wird?. Wer erfriſcht ſich nicht an dem echt volksliedmäßigen „Herr
Hein=
rich ſitzt am Vogelherd‟? Wen verſetzen nicht die Glöckchen in „Tom,
der Reimer” auch heute noch in das romantiſche Reich der Elfenkönigin?
Und iſt nicht ſein „Prinz Eugen” die klafſiſche Illuſiration für die
Ent=
ſtehung eines Volksliedes?
Aber wer kennt Loewe als Komponiſten von Oratorien, deren
er doch nicht weniger als 16 geſchrieben hat? Für den Mufikkenner iſt
Loewe vielleicht veraltet, nickt ganz als Balladenkomponiſt, aber wohl
im gauzen als Oratorienkomponiſt. Für den „modernen” Muſiker. Aber
iſt die Kunſt wirklich bloß für die Kunſtkenner da? Wohl haben dieſe
die Pflicht, das „Volt” äſthetiſch zu erziehen. Zu erziehen aber zum
Verſtändnis des guten Neuen, ohne Vernachläſſigung des guten Alten,
ſoweit es volkstümlich iſt. Das Volk zu erziehen. Aber ſollen die
allzuvielen, die das Ziel dieſer Erziehung noch nicht erreicht haben, die
die höhere Stufe der Kunſt noch nicht verſtehen, ſollen die deshalb von
aller Kunſt ausgeſchloſſen ſein?. Gibts nicht eine Kunſt, die dem Volk
verſtändlich und doch Kunſt iſt? Nicht jene ſentimeutalen oder kitſchigen
Schlager für Geſang und Juſtrumente, die unter dem Namen „Muſik”
gehen, ſondern geſunde Töne, die bei aller Einfachheit den Namen Kunſt
verdienen. Wir ſollten uns für das Volk freuen, wenn Tonheroen alter
und neuer Zeit von ihrer Höhe herabſteigen zu dem „profanum bulglis”,
das doch auch eine Seele, einen Durſt, ein Recht auf das Schöne hat,
wie es unſere großen alten Wiener Klaſſiker in vielen ihrer
Kompoſitio=
nen getan haben. Wir ſollten uns freuen, wenn unſere vortragenden
Künſtler und Chöre dieſe leichtere und doch edle Speiſe dem Volk
vor=
ſetzen als Erſatz für die „Kunſt” des Jazz und des Kino. Erziehen
werden wir den Geſchmack unſeres Volkes nicht durch Vorführung
modernſte: Polyphonie, der unſere Dilettantenkräfte auch nicht
gewach=
ſen ſind, ſondern durch Vorführung einfacher Madrigale die
Kirchen=
chöre insbeſondere durch guten Vortrag unſerer klaſſiſchen Choräle,
auch in Bachſchem Satz.”
Zu der oben erwähnten volkstümlichen und doch nicht flachen
Kunſt=
muſik gehört „Das Sühnopfer des neuen Bundes‟. Es wurde
jahr=
zehntelang nichr aufgeführt und war daher kaum bekannt, verdient aber,
der Vergeſſenheit entriſſen zu werden, weil es viel Schönes und
Tief=
empfundenes enthält. Der Stoff iſt die Leidensgeſchichnte nach den
Wor=
ten der heiligen Schrift, nach Bachs Vorbild von Chorälen unterbrochen,
welche im dramatiſchen Verlauf die lyriſchen Ruhepunkte bilden. Das
umfangreiche Werk iſt in drei Teile gegliedert. Im Mittelpunkt des
erſten Teiles ſteht die Einſetzung des Abendmahls. Den zweiten Teil
bilden die Gefangennahme Chriſti und die Gerichtsverhandlungen vor
dem Hohenrat und vor Pilatus, wo es zu leidenſchaftlicher Dramatik
der Maſſen kommt. Den dritten Teil bildet das Drama auf Golgatha,
während im Schlußchor die Auferſtehung des Fleiſches verkündigt wird,
welche Chriſtus durch ſeinen Tod und Auferſtehung uns geſihert hat.
Nach einer weihevollen inſtrumentalen Einleitung ſteigern ſich die
Handlung und der Ausdruck ſtetig. Höhepunkte ſind die
Abendmahls=
ſzene und der gewaltige Schlußchor. Beſonders reichhaltig und
ein=
drucksvoll iſt der dritte Teil, in welchem der Komponiſt alles aufbietet,
was ſeinem reicten Können an erhebender Muſik zu Gebote ſteht.
Eine gute Einführung in die Einzelheiten des Werkes bietet das
Textbuch des Verlags. Es enthält eine längere Einleitung mit
Noten=
beiſpielen. Zuſammenfaſſend ſei geſagt, daß das Werk durchaus nicht
der Polyphonie entbehrt. Der kontrapunktiſche und figurierte Satz
ent=
hält ſocar einige ſchwere Stellen für das normale Nivean der
Aus=
fuhrenden, Schwvierigkeiten, die aber der Hörer nicht merkt, weil der
Satz durchſichtig und klangſchön iſt.
Der eigentliche muſikaliſche Wert des Werkes liegt aber darin, daß
es in klarem ſzeniſchen Aufbau ſo dramatiſh und abwechſelungsreich
geſtaltet iſt. Die lyriſchen Stellen atmen den Geiſt der Romanuk, der
doch auch uns noch zu feſſeln vermag. Die dramatiſchen Szenen ſind ſo
knapp und feſſelnd gebaut, daß man manchmal unvillkürlich an Bachs
Art erinnert wird. Die Arien tragen natürlich den Stempel ihrer Zeit,
enthalten aber ſo viel des Schönen und Wertvollen, daß man, gute
So=
liſten vorausgeſetzt, auch an dieſen Stücken ſeine Freude haben kann. Die
45 Nummern des umfangreichen Werkes treten nicht iſoliert auf,
ſon=
dern ſind zu großen geſchloſſenen Szenen zuſammengefaßt und geben ſo
der Geſamtform einen wohltuenden Zuſammenſchluß. Das iſt der
Hauptvorzug dieſes opus posthumun, daß in ihm der alternde Künſtler
ſich dem muſikaliſchen Fortſchritt ſo aufgeſchloſſen zeigt und ihm auf
deſſen wichtigſter Linie gefolgt iſt. —
*Aus den Darmſiädter Lichtſpieltheatern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen als erfolgreichſten und
popu=
lärſten Film der Saiſon „Caſanova”. An und für ſich mag es
als Wagnis erſcheinen, die galanten Abenteuer dieſes viel
Gelieb=
ten filmiſch der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Wer in dieſem
Film die Illuſtration der Memoiren Caſanovas erwartet, muß
natürlich enttäuſcht ſein, den abgeſehen von der Tatſache, daß
Caſanovas leichtſinniger Lebenswandel, ſeine galanten Abenteuer
in einer Reihe von Szenen, die allerdings eng miteinander
ver=
bunden ſind, gezeigt werden, iſt dieſer Film hochanſtändig. Daß
er trotzdem außerordentlich erfolgreich und populär iſt, verdankt
er neben der Popularität, die im Namen Caſanova liegt, den
ganz entzückenden Aufnahmen, die in einer ſchier übergroßen
Fülle gezeigt werden. Es iſt ein Film ſchöner Menſchen, die in
einer üppigen, verſchwenderiſchen Umgebung leben, ſo wie das
eben nur in der galanten Zeit möglich war. So darf dieſer Film
tatſächlich als Meiſterfilm von nie geſehener, glanzvoller Pracht
bezeichnet werden. Caſanova ſelbſt, als eleganteſter und größter
Lebemann Venedigs, glänzend von Iwan Mosjukin
dar=
geſtellt, erſcheint hier als Artiſt im vieldeutigen Sinne des
Wor=
tes: rein körperlich — er führt die halsbrecheriſchſten Kunſtſtücke
aus —, wie auch als Jongleur mit Herzen, die ihm immer
wie=
der zufliegen. Aus den vielgeſtalteten entzückenden Bildern der
venezianiſchen Landſchaft heraus folgt der Zuſchauer dem
Aben=
teurer auf der Flucht nach Oeſterreich, von hier wieder bis zum
Hof der Zarin Katharina (wundervolle Schneelandſchaften,
Palaſtaufnahmen in Petersburg), dann wieder zurück nach
Vene=
dig, wo eine große Folge entzückender Bilder, rauſchenden
Lebens erfüllt, in das ſinnverwirrende Getriebe des Karnevals
tauchen.
Die Bezeichnung als Film ſchöner Menſchen rechtfertigt
Jenny Jugo als Thereſe, Rina di Liguoro als Tänzerin
Corticelli, Diana Karenne als Maria Mari, Suzanne
Bian=
chetti als Katharina II., und viele andere ſchöne Frauen. Eine
gute ſchauſpieleriſche Leiſtung bietet auch Rud. Klein=Rogge
*X
als Peter III.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Freiburg i. Br.: Profeſſor Dr. Johannes Nagler hat den an ihn
ergangenen Ruf auf den Lehrſtuhl für öffentliches Recht an der
Univerſi=
tät Breslau als Nachfolger von Prof. P. Heilborn angenommen.
Göttingen: Der Privatdozent für Philoſophie Dr. phil. et med
Hans Lipps iſt zum nichtbeamteten a. o. Profeſſor in der
matbe=
matiſch=naturwiſſenſchaftlichen Fakultät ernannt worden
Kiel: Namens des Preußiſchen Staatsminiſteriums hat der
Mini=
ſter für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung den nichtbeamteten a. o.
Profeſſor Dr. med. Albin Hentze zum ordentlichen Profeſſor in der
Mediziniſchen Fakultät der Chriſtian=Albrechts=Univerſität ernannt.
Lauſanne: Der a. o. Profeſſor der Kunſtgeſchichte Dr. Ernſt
hatelanat iſt im Alter von 66 Jahren geſtorben.
Prag: Der Leiter der Schanſpielſchule und Lehrer an der Deutſchen
Akademie für Muſik und Darſtellende Kunſt Karl Birk iſt vom
Tſchecho=
flowakiſchen Miniſterium für Schulweſen und Volkskultur zum Profeſſor
ernannt worden.
Seite 4
Frantreichs Kampf gegen das Cijaß.
Poincarés Wortbruch. — Die Autonomiſien im
Kampf. — Die Hagenauer Gemeindewahlen.
* Paris, 1. März. (Priv.=Tel.)
Als Poincaré am 14. Februar mit einer neuen großen Rede
vor den 659 Bürgermeiſtern elſäſſiſcher Städte und Gemeinden
in der gewohnten Art gegen die Autonomiſtenpartei im Elſaß
und gegen angebliche deutſche Machenſchaften gegen die
franzö=
ſiſche Herrſchaft in Elſaß=Lothringen aufwartete, war man ſich
einig darüber, daß dieſe Rede den Beginn eines
Kamp=
fes gegen den elſäſſiſchen Autonomismus
an=
kündigte. Dieſer Rede war, wie erinnerlich, eine Aktion der
fran=
zöſiſchen Behörden im Elſaß voraufgegangen, die den
Autono=
mismus beſonders ſchwer treffen ſollte. Es wurden
rückſichts=
los Hausſuchungen und Verhaftungen vorgenommen, die
Preſſe=
organe der autonomiſtiſch eingeſtellten elſäſſiſchen Parteien
wur=
den beſchlagnahmt und verboten, die Führer der heimattreuen
Bewegung in Ketten geworfen und ins Gefängnis abgeführt.
Poincarés Rede ſollte als Zwiſchenakt dieſer gegen den
elſäſſi=
ſchen Autonomismus gerichteten Aktion den Elſäſſern vor Augen
führen, daß Frankreich, ungeachtet aller zahlreichen
Verſprechun=
gen auf Zulaſſung der deutſchen Sprache und auf lohalere
Be=
handlung der Autonomiſtenpartei, unerbittlich und mit allen
Mit=
teln den Kampf gegen die „Irredenta” fortführen werde. Es lag
auf der Hand, daß der Propagandafeldzug für Frankreich, den
Freitag, den 2. März 1928
Poincaré zu gleicher Zeit mit ſeiner Rede eingeleitet hatte, eng
mit den bevorſtehenden franzöſiſchen Wahlen zuſammenhängt.
Für dieſe gilt es in Paris ebenſo ſehr, die Stärkung der
elſäſ=
ſiſchen Autonomismus zu verhindern, wie für den nationalen
Gedanken Stimmung zu machen.
Was Poincaré in ſeiner damaligen Rede vor den elſäſſiſchen
Bürgermeiſtern geſagt hat, bedeutete für dieſe eine große
Ent=
täuſchung. Der franzöſiſche Miniſterpräſident hat bereits
zwei=
mal während ſeiner jetzigen Regierungszeit feierlich zugeſagt, daß
die Regierung die von den „Autonomiſten geforderte
Zwei=
ſprachigkeit in Schule, Gericht und Verwaltung verwirklichen
würde. Dieſe Verſprechungen ſind aber bisher nicht nur nicht
eingehalten worden, Poincaré hat ſich in ſeiner Rede auch
wohl=
weislich gehütet, noch mit einem Wort darauf zurückzukommen.
Die Anklagen und Vorwürfe, die er gegenüber den Elſäſſern
vor=
brachte, waren abſolut ungerechtfertigt, denn wiederholt hat die
größte elſäſſiſche Partei, die katholiſche Volkspartei, ihre
Loyali=
tät erklärt. Daß ſie aber auch andererſeits auf die Einhaltung
der vom Miniſterpräſidenten gegebenen Verſprechungen beſteht,
zeigt der Antrag ihres Führers Seltz in der Kammer, der die
Einſetzung einer Sprachenkommiſſion verlangte. Poincaré ſelbſt
hat ſich aber dieſem Antrag ausdrücklich widerſetzt. Er hat damit
bewieſen, daß es ihm wit ſeinen wiederholten Verſprechungen
gegenüber dem Elſaß gar nicht ernſt war, ſondern daß es ihm
nur daran gelegen hat, die Heimatbewegung mit leeren Worten
abzuſpeiſen. Ein weiteres typiſches Beiſpiel für das Verhalten
der offiziellen Pariſer Stellen iſt die Antwort Poincarés an den
Führer der katholiſchen Volkspartei Seltz, als dieſer den
Miniſter=
präſibenten in der Kammer wegen der Verhaftungen und Haus=
Nummer 62
ſuchungen in Elſaß=Lothringen in einem Privatgeſpräch zu
ſtel=
len verſuchte. Poincaré ſagte: „Was wollen Sie von mir? Die
Verandwortung für dieſe Maßnahmen tragen der Unterpräfekt
in Colmar und der Oberſtaatsanwalt.”
Trotzdem Poincaré in ſeiner Straßburger Rede von den
Autonomiſten als von „traurigen Geſellen”, von einer „kläglichen
Bande von Abenteurern” uſw. ſprach, und damit unbeabſichtigt
die Nervoſität zugab, die in Paris über die Vorgänge in Elſaß=
Lothringen herrſcht, hat er es nicht zuwege gebracht, dem
Auto=
nomismus auch nur einen Mann ſeiner Anhängerſchaft zu
ent=
fremden. Dies beweiſt zur Genüge das Ergebnis der Wahl zum
Hagenauer Gemeinderat. Die Vorgeſchichte der Hagenauer
Ge=
meindewahlen iſt von beſonderem Intereſſe. Der Bürgermeiſter
der Stadt Hagenau Weiß lehnte es ab, bei offiziellen Anläſſen
die franzöſiſche Fahne anſtelle der elſäſſiſchen zu hiſſen. Darob
entbrannte in den Pariſer nationaliſtiſchen Kreiſen ein heißer
Kampf gegen den widerſpenſtigen Bürgermeiſter, der darauf
ſeines Amtes entſetzt wurde. Der Gemeinderat, der ſich mit Weiß
ſolidariſch erklärte, wurde aufgelöſt und es wurden Neuwahlen
ausgeſchrieben. Die Autonomiſtenpartei blieb ihrem
Bürger=
meiſter treu und ſetzte ihn an die Spitze ihrer Wahlliſte. Dieſe
ſiegte überwältigend, indem ſie 17 von 27 Mandaten errang. —
Das Ergebnis wird in Paris mit großem Lärm aufgenommen.
Man ſollte ſich aber weniger darüber wundern, daß das bisherige
Verhalten der franzöſiſchen Regierung die elſäſſiſche
Heimatbewe=
gung nicht entmutigt, geſchweige denn vernichtet hat; im
Gegen=
teil, ihr Anhang ſcheint dadurch nur noch geſtiegen zu ſein. Ob
Frankreich aus dieſem Wahlergebnis die einzig mögliche Lehre
ziehen wird, daß man mit der Knute im Elſaß nicht weiter
kommt?
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen:
Georg Wiemer u. Frau
Lina, geb. Müller
Darmſtadt
Rhönring 77 Liebfrauenſtr. 31
Die kirchliche Trauung findet Sonntag,
den 4. März, nachmittags 3 Uhr, in der
Martinskirche ſiatt. (*5811
Statt Karten.
Hermann Albonesy
Käthe Albonesy, geb. Schreck
VERMAHLTE
Darmstadt, den 3. März 1928.
Wenckstraße 62,I.
Am 2. März feiern der ehemalige
Zug=
führer der Main=Neckar=Bahn Peter
Müller und ſeine Ehefrau
Katha=
rina Eliſabethe, geb. Kſefer,
Forſt=
meiſterplatz 3, im Kreiſe ſeiner Familie
das Feſt der (3878
Goldnen Hochzeit.
Die kirchliche Trauung findet Samstag, den
3. März 1½½. Uhr nachmittags, in der
Martins-
kirche statt.
9876
Nachruf.
In der Nacht vom 28. auf29.
Feb=
ruar verſchied plötzlich und
uner=
wartet an einem Herzſchlag der
Leiter unſerer Verkaufsſtelle in
Darmſtadt Herr
Heinrich Kraft
imeben vollendeten 36. Lebensjahr.
Obwohl erſt kurze Zeit in
unſe=
ren Dienſten" haben wir ihn als
einen unſerer tüchtigſten
Mit=
arbeiter ſchätzen gelernt und
be=
trauern ſeinen Hingang aufs tiefſte.
Wir werden ihm immer ein
ehren=
des Andenken bewahren.
„Orion”
Staubſauger=Vertriebsgeſellſchaft
m. b. H.
*5816)
Schöndorff.
Kinderärztin
Dr. B. Dörr-Asa
Rheinstraße 7
unterbricht ihre ärztliche Tätigkeit.
Vertreter:
(*5859
Dr. Schefers und Dr. Sachs
(2123a
Warzen entternt
Peter-Orth, Martinstr. 78
Für die uns dargebrachten
Glück=
wünſche und Geſchenke anläßlich
unſe=
rer ſilbernen Hochzeit und Verlobung
unſeres Sohnes Heinrich ſprechen wir
Allen unſeren verbindlichſten Dank aus,
Familie Joh. Riſch.
Es iſt beſtimmt in Gottes Rat,
daß man vom Liebſten, was man hat,
muß ſcheiden.
Allen Freunden und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß heute früh um ½4 Uhr nach langem,
ſchwerem Leiden unſere liebe, herzensgute Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter und Tante
Frau Karzarma sägner
geb. Vock
im 68. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Wagner
Familie Georg Wagner
Familie Chriſtian Wagner
Familie Adam Wagner
Heinr, Hirtz und Frau, geb. Wagner
Heinr. Türauf und Frau, geb. Wagner
und Enkelkinder.
Darmſtadt, den 1. März 1928.
Langgaſſe 29.
Du warſt ſo gut, Du ſtarbſt ſo früh,
doch wir vergeſſen Deiner nie.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 3. März
1928, vormittags 11 Uhr, auf dem Waldfriedhof
ſtatt.
(3930
Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet verſchied mein
innigſigeliebter Mann, unſer guter Vater,
Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und
Schwiegervater
Herr
Huve Oan
Reichsbahn=Oberſekretär.
Die Beerdigung findet in aller Stille ſiatt.
5865)
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten hierrmit die traurige
Mit=
teilung, daß heute vormittag 10 Uhr unſere liebe, herzensgute Schweſier,
Schwägerin und Tante
Fräulein
(Eliſabeth Keller
im 65. Lebensjahre nach arbeitsreichem Leben in ein beſſeres Jenſeits
abgerufen wurde.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Auguſt Keller, Rechnungsrat.
Darmſiadt, den 1. März 1928
Karlſiraße 19.
Die Beerdigung findet am Moniag, den 5 März nachmittags 3 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſiraße ſtatt. (392
Ankauf
Die trauernden Hinterbliebenen.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 62
Freitag, den 2 März 1928
Seite 5
Umgeſtaltung des Gartens am alten Palais.
Nachdem nun die Umgeſtaltung des Gartens am alten Palais in
Der Preſſe eine eingehende Würdigung, beſonders der Gegner erfahren
Sat, ſei mir ſchließlich auch einmal geſtattet, zu Worte zu kommen und
ſoabei das ſo ſchwer angegriffene Projekt zu erläutern. Ich veröffentliche
weshalb im folgenden den ganzen Plan, damit ſich jeder ſelbſt ſein Urteil
ſoilden kann. Vorausbemerken will ich, daß die ſtädtiſchen Körperſchaften
ſoieſe Pläne noch nicht gut geheißen haben. Auch ſteht noch die Zu=
Rimmung des Miniſters aus. Ich wende mich trotzdem an die
Oeffent=
lichkeit, um zur Klärung der Frage beizutragen und die Freunde des
meuen Darmſtadt über die tatſächlichen Abſichten der Stadt zu
unter=
ichten. Das Projekt ſtammt aus dem Jahre 1926.
Daß der alte Palaisgauten ſo wie heute nicht bleiben kann, ſehen
wvohl die meiſten unſerer Mitbürger ein. Als mir die Aufgabe geſtellt
rpurde, eine Umgeſtaltung des Gartens eerzuſchlagen, ging ich unächſt
won der Erwägung aus, daß es notwendig iſt, eine Verbindung
ſzwiſchen Wald= und Schuchardſtraße zu ſchaffen. Ich habe
rnich dazu entſchloſſen, dieſe Verbindung als 10 Meter breite
FFahrſtraße vorzuſchlagen, weil nur mit einer Fahrſtraße den Be=
Teil häßlicher Mauer um einen Platz. An der Wilhelminen= und
Eliſa=
bethenſtraße, an derart wichtigen Hauptverkehrsſtraßen, opfere ich dieſe
hohe Mauer, ohne ihr eine Träne nachzuweinen. Die Mauer wird
nicht etwa beſeitigt, ſie wird nur niedriger gemacht und erhält ein
ande=
res Ausſehen. In dem neuen Projekt iſt die Mauer ſo niedrig, daß
ein Erwachſener gerade darüber hinwegſehen kann. Es iſt dieſelbe
Mauer, wie ſie beiſpielsweiſe am Herrngartenin der
Frank=
furter Straße angewandt worden iſt, oder wie ſie am Schloßgraben
und am Schwimmbad ſich vorfindet. Der Vorbeigehende überblickt wie
in der Frankfurter Straße den Garten, der ihm Ausblicke auf eine
mög=
lichſt ruhige Gartenfläche bietet. Will man an den Höhenunterſchieden
im Garten nichts oder nicht allzuviel ändern, ſo braucht man eine
Mauer als Stützmauer, um ſo die Terrainunterſchiede auszugleichen.
Eine weitere Ueberlegung galt der Anlage eines ſtillen Platzes
mit Bänken und einem plätſchernden Brunnen. Der ganze Garten hat
eine ſtarke Achſentendenz. Daraus ergibt ſich die Aufteilung des Platzes,
die Anlage eines Spielplatzes und die Zugänge zu dieſem. Ganz
ohne Schwierigkeit ließ ſich ein ſolcher Platz in der Mitte anordnen,
Sürfniſſen der Umgebung gedient iſt. Dieſe Fihrſtraße iſt geeignet,
Sen Verkehr in der ſtark überlaſteten Eliſabethenſtraße zu entlaſten und
mnehr Leben in die etwas tote Schuchard= und Waldſtraße zu bringen.
Ich löſe damit den Garten von dem alten Palais ganz ab, ich mache
ähn zum Platz und ich tue das beivuß
t hin, daß wir
ſheute kein Palais mehr haben u. deshalb auch der ſtille alte Garten ſeine
Wriſtenzberechtigung als abgeſchloſſener Palaisgarten eingebüßt hat.
Theoretiker ſagen, der Garten iſt als Palaisgarten geſchaffen und muß
Geshalb in Verbindung mit dem alten Palais bleiben. Ich bin auch
in Freund von Heimatſchutz und allen Beſtrebungen zur Eehaltung
Giſtoriſcher Schönheiten. Ich kann aber in dem vorliegenden
Falle keine Notwendigkeit ſehen, aus ſolchen thepretiſchen Erwagungen
ſDes Hiſtorikers auf die hier ſo nötige Verbindungsſtraße zu verzichten.
In die Straßenfläche dieſer verlängerten Waldſtruße fällt der der=
Beitige Brunnenrand. Er muß deshab beſeitigt werden. Auch das iſt
ginem Beurteiler ſchmerzlich. Es iſt aber nun einmal nicht anders zu
mnachen.
Erwünſcht ſchien mir weiter eine Verbreiterung der
Elifabethen=
ſſtraße. In dem Plan iſt dies jedoch noch nicht vorgeſehen, weil ich mich
moch ſcheute, einige ſchöne Bäume an dieſer Straße zu beſeitigen und
wadurch eine Licke zu ſchaffen. Verkehrsintereſſen fordeen aber an dieſer
SStelle gebieteriſch einen breiteren Fußſteig.
Wenn wir bei dieſer Gelegenheit auch weitere Verkehrswünſche
be=
wüickſichtigen wollen, ſo müſſen wir die Ecken des verbleibenden Gartens
mbſchrägen. Gerade an der Ecke der Wilhelminen= und Eliſabethenſtraße
Wat ſich in den letzten Jahren ein ſehr erheblicher Wagenverkehr ent=
Uvickelt. Wenn die Ecken des Garten abgeſchrägt werden, kann man die
SStraßenfläche und den Verkehr etwas beſſer überblicken. Dasſelbe gilt
won den anderen Ecken.
Verkehrsintereſſen erfordern an dieſer Stelle weiter die
Anord=
rnung von öffentlichen Bedürfnisanſtalten für Männer und Frauen. Mit
MRecht wird allgemein geklagt über den Mangel an ſolchen Anſtalten in
KDarmſtadt.
Weiter iſt notwendig die Einrichtung öffentlicher Fernſprechſtellen.
Gerade ſie fördern ungemein den Verkehr. In wenigen Jahren wird
ges ſo ſein wie in Amerika, daß jede Familie in der Wohnung ih=
Tele=
phon hat und daß das Telephon allgemein auch von Paſſanten gebraucht
wird.
Schließlich wächſt das Bedürfnis, auch Verkehrs=Kioske allenthalben
zu ſchaffen. Das ſieht man in jeder Stadt mit entwickeltem Verkehr.
Aus dieſen Erwägungen habe ich mich entſchloſſen, an den 4 Ecken
kleine Kioske zu errichten.
Die nächſte Erwägung galt der jetzt vorhandenen Mauer. Ich bin
ganz einig mit Schulze=Naumburg darüber, daß die geſchloſſene Mauer
in der Regel jeder ſchlechten Einfriedigung vorzuziehen iſt. Man fühlt
ſich nur hinter einer geſchloſſenen Mauer zu Hauſe. De geſchloſſene
Mauer iſt erwünſcht an jedem Privathauſe, aber nicht an einem
öffent=
lichen mitten im Zentrum der Stadt gelegenen Platz und ein Platz
foll ja der Garten werden. Schulze=Naumburg ſtellt in ſeinem Buche
„Kulturarbeiten” die geſchloſſene Einfriedigung mit ihrer grußen Ruhe
und den dahinter hervorlugenden Gebäuden und Bäumen gegenüber
den häßlichen Vorgarteneinfriedigungen aus Eiſen und zumal denen
zwiſchen ſchweren Pfeilern. Er hat mit ſeinen Bildern, ſeinen
Bei=
ſpielen und Gegenbeiſpielen vielen Architekten erſt die Augen geöffnet
und aus manchem Saulus einen Paulus gemacht. Ich habe zich bei
meinen ſämtlichen Bauten ſeit 30 Jahren bemüht, Mauern als
Einfrie=
digungen zu bauen. Ich habe vielfach die geſchloſſene Mauer
vorge=
zogen, am liebſten aber gar keine Einfriedigung gemacht oder nur eine
ganz niedrige, wie ſie unſere ſämtlichen ſtädtiſchen Siedlungsbauten ja
zeigen. Im vorliegenden Falle iſt die hohe Mauer aber vom Uebel.
Mitten in der Geſchäftsſtadt erwartet man nicht eine ſo hohe und zum
weil dort tatſächlich faſt keine Erdbewegungen notwendig ſind, um eine
horizontale Fläche zu erreichen. Auch iſt der Baumbeſtand an dieſer
Stelle nicht beſonders dicht. Nur die beſten Exemplare bleiben auf
dieſem Platze ſtehen, wie das auch im Herrngarten auf den Wegen und
Plätzen vielfach geſchehen iſt. Niedrige Hecken ſind vorgeſehen, um
Zugang und Platz zu betonen. Es ſoll kein Radauplatz werden, ſondern
ein Ruheplatz. Die ſo entſtehenden 4 Eckſtücke können in ihrer derzeitigen
Höhenlage faſt unverändert bleiben und der Baumbeſtand bleibt erhalten.
Mehrfach iſt der Vorſchlag aufgetaucht, 2 Diagonalwege
an=
zuordnen, um den Fußgängerverkehr durch den Garten zu leiten. Nichts
iſt nach meiner Meinung verfehlter. Wer die Wirkung einer ſolch
verfehlten Anlage ſehen will, braucht nur auf den Mathildenplatz zu
gehen. Dort vergeht ihm der Appetit nach einer Wiederholung. Ich
halte es auch gar nicht für nötig, einen Verkehr diagonal über den
Platz zu leiten. Der Platz in der Mitte ſoll ein Ruhepunkt ſein
und nicht allzuviel geſtört werden durch den Straßenverkehr.
In übrigen habe ich auf dem Standpunkt geſtanden, daß die ganze
gärtneriſche Anlage des Platzes, wie ſie ſich heute präſentiert, keine
be=
ſondere Berückſichtigung verdient. Längs der Luiſenſtraße iſt eine alte
Allee zu erkennen, die aus der Zeit vor Anlage des Gartens, alſo vor
1802, ſtammt und damals wohl ihre Bedeutung gehabt haben mag.
Sie findet ſich ſchon im Plane von Betenhäuſer v. J. 1759. Durch
Nach=
pflanzung hat ſie ſich bis heute erhalten. Sie bei der Gartengeſtaltung
zu betonen, halte ich nicht für erwünſcht. Was ſoll eine Allee an dieſer
Stelle? Ein Zielpunkt, ein Ausblick iſt nicht vorhanden, ſie verbindet
auch nichts, hat alſo heute gar keinen Zweck mehr.
Von einem Gartenkünſtler iſt der Vorſchlag gemacht worden, den
Palaisgarten in verſchiedene Terraſſen aufzulöſen.
Mir ſcheint dieſer Vorſchlag nicht gangbar. Wenn man nur 3 Stufen
macht, ſo würde ein Terrainunterſchied der Stufen von etwa 60
Zenti=
meter herauskommen, und ganz beträchtliche Erdarbeiten wären
not=
wendig, um dieſe Stufen erſt zu bilden. Die meiſten Bäume würden
damit entweder zugefüllt oder ihre Erdreichs beraubt, gungen alſo nach
einigen Jahren ein.
Es iſt auch der Gedanke ausgeſprochen worden, daß durch die
Ernied=
rigung der Mauer die jetzt ſo ſchönen Wandungen der
Straßen=
flucht zerſtört würden. Daß dieſe Behauptung falſch iſt, kann jeder
an der Frankfurter Straße ſehen. Das Beiſpiel des Herrngartens an
dieſer Stelle zeugt genügend gegen ſolche Anſichten.
Man muß das Alte nicht erhalten, weil es alt iſt, man muß das
Alte, wenn es in die heutigen Verhältniſſe nicht mehr paßt, ändern oder
beſeitigen. Die Anſicht, das alte Darmſtadt müſſeerhalten
werden, umden Geiſt Darmſtadts zu dokumentieren,
iſt gewiß nicht richtig. Der Geiſt der in Darmſtadts Mauern Geltung
hatte, als man das Jahr 1828 ſchrieb, und als noch die ganze
Luiſen=
ſtraße und obere Rheinſtraße unverſehrt im Charakter des Hofjagdhauſes
erhalten war, als in der Rheinſtraße ein typiſches Bild der Mollerſchen
Bauten zu ſehen war, dieſer Geiſt kann nicht erhalten werden. Wir
würden uns mit ſolchen Abſichten vor aller Welt lächerlich machen. Wir
müſſen eine anſtändige Baugeſinnung fördern, aber eine, die die
Ent=
wicklung nicht hemmt, ſondern der Zeit gerecht wird. Wir können heute
nicht mehr zurück zu Moller, weil wir darüber hinaus gewachſen ſind.
Deswegen brauchen wir noch lange nicht jede Modetorheit mitzumachen.
Wenn in alten Gebäuden, die für Wohnzwecke beſtimmt waren, aus
zwingendem Bedürfnis heute Läden eingerichtet werden müſſen, ſo
ent=
ſteht ein Bild, das eben dieſen alten Geiſt abgeſtreift hat. Nichts iſt
häßlicher wie Halbheiten. Man muß auch den Mut haben, das Alu zu
beſeitigen, wenn einmal andere Verhältniſſe eingetreten ſind. Ich würde
mich nicht ſcheuen, den ehemaligen Palaisgarten zu
be=
bauen, und zwar mit einem großen und hohen Büro= und
Geſchäfts=
haus, das nirgends beſſer am Platze wäre als dort, wo der Verkehr ſich
einmal hingezogen hat. Da dieſe Abſicht aber jetzt nicht durchgeführt
werden kann, weil ſich niemand findet, der das notwendige Geld dazu
gibt, muß man wohl die Ausführung dieſes Gedankens für ſpätere Zeit
verſchieben. Wenn in Darmſtadt aber jetzt auf Jahrzehnte an dieſer
Stelle eine Anlage geſchaffen werden ſoll, dann ſollen es nicht
Halb=
heiten ſein. Es iſt meine Ueberzeugung, daß die Ausführung dieſer
Vorſchläge eine gute Löſung bedeutet und für dieſe Ueberzeugung trete
ich ein. Ich bitte, mir das nicht wieder als Dicköpfigkeit auszulegen.
Ich habe ſchon zu oft erlebt, daß in Darmſtadt bei allem und jedem
Schwierigkeiten aller Art gemacht werden. Ich habe aber auch ſchon zu
oft erlebt, daß hintennach die Einſicht gekommen iſt, daß es richtig war,
Halbheiten abzulehnen.
Und nun noch ein Wort zu 2 Einſendungen in der Heſſiſchen
Landes=
zeitung. Dort beklagt man, daß im Herrngarten zu viel
Aufdringlich=
keiten angebracht worden ſeien und ein anderer Einſender bejammert
ſchon jetzt das zukünftige Schickſal des Prinz Emil=Gartens. Er bedauert,
daß dieſer „ſchöne engliſche Garten” nicht in ſeiner Geſamtheit erhalten
werden ſoll. Wieder ſoll ein Stück von dem ſchönen alten Darmſtadt
verſchwinden, das hinter hohen Mauern ſo rührſam träumte.
Man vergißt immer wieder bei ſolchen Wünſchen, daß die
Darm=
ſtädter Gärten urſprünglich für den Privatgebrauch der fürſtlichen
Familien angelegt worden ſind, und deshalb auch mit hohen Mauern
umgebeg wurden. Dieſe ehemaligen Privatgärten, angelegt, um darin
einen kleinen Spaziergang zwiſchen Lauben und ſchattigen Hecken zu
machen, ſind aber heute Volksgärten geworden, oder ſollen es werden.
Sie ſind für Maſſenbeſuche einzurichten. In einem ſolchen öffentlichen
Volksgarten kann man die jetzt beiſpielsweiſe noch im Prinz Emil=
Garten vorhandenen kleinen Bretzelwege, künſtliche Ruinen, Weiherchen,
Miniaturberge und dal. nicht gebrauchen. Warum auch etwas erhalten,
was heute gar keinen Sinn mehr hat, was durch allerlei Zutaten im Laufe
der Zeit zur Mißgeburt geworden iſt, was zu einer Verwilderung des
ganzen Baumwuchſes hat führen müſſen?. Der Garten iſt vor zwei
Jahren von der Stadt zu 500 000 Mark angekauft worden, um zu
ver=
hüten, daß ihn der Vorbeſitzer an eine Terraingeſellſchaft veräußerte, die
den Garten reſtlos verbaut hätte. Es müſſen nun, da das teure „
Bau=
gelände” im Beſitz der Stadt iſt, alte Verkehrswünſche ausgeführt
werden. Der Garten kann nur zum Teil Garten bleiben und dieſer
Teil wird „öffentlicher Garten” ohne Mauern, mit Plätzen und Wegen
zum Verweilen für jedermann. Man kann ſich im Zeichen des
Auto=
mobils nicht mit einer Sänfte durch die Straßen tragen laſſen. Es wäre
lächerlich, wenn eine Frau zu Hauſe im Reifrock herumliefe, weil ſie in
einem Rokokohaus wohnt. Es können nur Theoretiker auf die Idee
kommen, daß man in einer alten gotiſchen Kirche kein elektriſches Licht
und keine Dampfheizung machen ſoll.
Wenn die Erhaltung des Herrngartenteichs ſeinerzeit rund 60 000
Mark koſten ſollte, ſo iſt es gar nicht merkwürdig, daß man auf die
Idee kam, den Teich zuzuſchütten und einen anderen zu machen, der nur
6000 Mark gekoſtet hätte. Wenn der Herrngartenberg heute ſeinen
„tieferen Sinn” verloren hat, und man den „feinen Geiſt” dieſes
ehe=
maligen Ausſichtsberges nicht mehr zu begreifen vermag, dann mun ſo
etwas nicht erhalten werden zum Aerger der Umgebung, nur weils
100 Jahre alt iſt.
Der engliſche Garten hat Sinn und Vernunft, wenn große Flächen
zur Verfügung ſtehen, wie in München, Schönbrunn, Potsdam uſw.
Auf einer Fläche von 50 : 100 Meter, wie am alten Palais, führt es
zur Karikatur, wenn man einen engliſchen Garten nachbilden und
Berge oder Straßen darſtellen will. (Siehe Schulze=Naumburg „
Kultur=
arbeiten”, Band Gärten.)
Ich kümmere mich nicht im mindeſten um ſolche Analyſen des
Hiſto=
rikers, ſondern laſſe mich allein leiten vom Formgefühl des Architekten
und dem Programm unſerer Zeit. Ich will die alten Gärten, in die
niemand hineingehen ſollte oder durfte, nicht erhalten, ſondern neue
Gärten daraus machen, die täglich von Hunderten und Tauſenden be=
Buxbaum.
ſucht werden.
Jar tSeic!
AOdMTODläe
Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufanfer Ah
B Achten Sie auf den Namen Leukoplast, da Nachahmungen im Hendel Sihs-
Ernelilich in Apotheken, Drogerien, Bendagengeschätten in Rollen von 30 Pf. an,
Zu
Fosthalten
ven Verbänden
Jummischlauch
Leukoplast ist immer gut,
Wenn man sich veruunden tut.
Aber nicht nur zu Verbänden
Kann man Leukoplast vervendent
Pappe, Porzellan und Slas,
Alles, Alles kittet das.
Ansteckdosen, Bilderrahmen,
Schschteln, Schirme, Puppendamen
Gummischläuche, Badekappen.
Regenmäntel, Aktenmappen,
Moten, Bilder, Thermometer,
Soethes Faust und Strunwelpefer,
Alles klebt das LEUKORLAST.
Sorg’, daß Du’s im Hause hast)
Seite 6
Freitag den 2 März 1928
Nummer 62
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 2. März.
Das Reichsverkehrsminiſierium für Erhaltung
des Darmſtädter Flugplatzes.
Zwiſchen der Techniſchen Hochſchule, der Forſtbehörde und der Stadt
iſt eine Einigung wegen der Niederlegung einer Baumecke am Flugplatz
zuſtande gekommen. Bekanntlich hat das Reichsverkehrsminiſterium die
weitere Zulaſſung des Flugplatzes an die Bedingung der Abholzung
geknüpft, andererſeits zugleich beſtätigt, daß es auf die Beibehaltung
des Flugplatzes, deſſen Bedeutung es ausdrücklich anerkannt hat,
beſon=
deren Wert legt. Das iſt auch dadurch zum Ausdruck gekommen, daß
der ſoeben beendete zweite dreimonatige meteorologiſche Kurſus zu einer
ſtändigen Einrichtung geworden und eine ſtändige meteorologiſche
Sta=
tion auf Veranlaſſung des genannten Miniſteriums unter Leitung des
bewährten Profeſſors Georgi in Ausſicht genommen iſt.
* Eine Vereinigung perſiſcher Stundenten wurde geſtern
abend in Darmſtadt gegründet. Aus dieſem Anlaß fand im Hotel
zur Traube ein Herrenabend ſtatt, an dem der perſiſche
General=
konſul Meyer, Vertreter des Lehrkörpers der Techniſchen
Hoch=
ſchule, Vertreter der Wirtſchaft und zahlreiche Ehrengäſte
teil=
nahmen. Der perſiſche Generalkonſul nahm Gelegenheit, in einer
Anſprache die Gäſte herzlich willkommen zu heißen und dabei auf
die Bedeutung des Abends hinzuweiſen. Zwei perſiſche
Studen=
ten hielten intereſſante Vorträge über Perſien, ſo daß dieſer
Gründungsabend einen eindrucksvollen Verlauf nahm.
— Heſſiſches Landestheater. Die Aufführung des „
Zigeuner=
baron” von Johann Strauß, die am Samstag, 3. März, als
Volks=
vorſtellung zu Einheitspreiſen ſtattfindet, beginnt um 19.30 Uhr.
Heute beginnt der Vorverkauf zum 6. Sinfoniekonzert, in dem unter
Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm Mozarts G=Moll=
Sin=
fonie, Pfitzners Violinkonzert und Schumanns erſte Sinfonie geſpielt
werden.
Heute läuft zum letzten Male der Polarfilm „Das große weiße
Schweigen” um 16, 18 und 20 Uhr im Kleinen Haus. Die Preſſe
erkennt den Film als einen der beſten Kulturfilme an und empfiehlt ihn
zum regſten Beſuch. Für Schüler, die mit ihrer Klaſſe geſchloſſen den
Film beſuchen, gilt, wie den Schulen bereits bekanntgegeben wurde, die
Preisermäßigung.
Ulrich Folkmar ſpielt am Sonntag, 4. März, zum erſten Male
den Vallee im „Spiel von Liebe und Tod” und wird in Zukunft mit
Hansjoachim Büttner alternieren.
— Goldene Hochzeit. Am 2. März feiern der ehemalige Zugführer
der Main=Neckar=Bahn Peter Müller und ſeine Ehefrau Kathar.
Eliſabethe geb. Kiefer, Forſtmeiſterplatz 3, das 50jährige Ehejubiläum.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Bei
der Fülle von Rechtsfragen, die faſt täglich an den im Geſchäftsleben
Stehenden herantreten, wird zweifellos der Vortrag außerordentlich
begrüßt werden, der heute abend 8 Uhr bei Sitte (Gelbeu Saal) —
Karlſtraße — veranſtaltet wird. Wie bekannt, ſpricht Herr
Land=
gerichtsrat Raab=Darmſtadt über „Rechtsfragen aus
dem täglichen Geſchäftsleben”. Auch Angehörige unſerer
Mtiglieder und Freunde des Handwerks ſind herzlichſt willkommen. Bei
dem zu erwartenden ſtarken Andrange dürfte es ſich ſehr empfehlen,
pünktlich zu erſcheinen.
— Die Freitag=Abend=Vorträge der Heff. Eiſenbahn=A. G. fallen mit
Rückſicht darauf, daß zurzeit eine Anzahl auswärtiger Vorträge
inner=
halb des Stromverſorgungsgebietes der Heag gehalten wird, bis auf
weiteres aus. Nach den Oſterfeiertagen finden die hieſigen Vorträge
wieder ſtatt. Nähere Mitteilung erfolgt noch durch die Tageszeitungen.
* Unfälle. Geſtern abend wurde ein Radfahrer an der Kreuzung
Blumenthalſtraße—Landwehrſtraße von einem Auto, das die
Blumen=
thalſtraße herkam, erfaßt und ein Stück mitgeſchleift. Der Radfahrer
ſtürzte vom Rad und das Auto ging ihm über den Leib. Mit ſchweren
inneren Verletzuagen wurde der Geſtürzte von der Sanitätswache nach
dem Krankenhaus transportiert. — In Pfungſtadt glitt eine ältere Frau
auf dem über einen ausgehobenen Graben zur Gasleitung gelegten Brett
aus und ſtürzte auf den Randſtein des Fußſteigs. Mit inneren
Ver=
letzungen wurde die Frau von der Sanitätswache nach dem
Stadtkran=
kenhaus verbracht. — In einem hieſigen Geſchäft ſtürzte eine Frau
in=
folge Herzſchwäche die Treppe hinab. Sie erlitt eine leichte
Gehirn=
erſchütterung und innere Verletzungen und wurde von der
Sanitäts=
wache nach ihrer Wohnung verbracht.
— Vogelsberger Höhen=Club, Darmſtadt. Die Mitglieder werden
hierdurch darauf aufmerkſam gemacht, daß die für den 4. März feſtgeſetzte
planmäßige Wanderung infolge des an dieſem Tage ſtattfindenden
Volkstrauertages auf den 11. März 1928 verſchoben werden
mußte. Wir verweiſen gleichzeitig auf die nächſte Woche in dieſem Blatt
erſcheinende diesbezügliche Anzeige, aus der alles Nähere zu erſehen iſt.
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zu dem Vortrag
des Herrn Dr. Johannes Müller am Samstag, 3. März, abends
8 Uhr, in der Otto=Berndt=Halle ermäßigte Karten gegen Ausweis
an der Abendkaſſe.
Lokale Veranſtaltungen.
Der engliſche Vortrag über „Das engliſche Schulweſen
der Gegenwart” findet heute nachmittag 5 Uhr in der Ludwigs=
Ober=
realſchule ſtatt.
— Kriegerkameradſchaft „Germania‟. Der Krieger=
und Militärverein. Graf von Haeſeler” veranſtaltet am Samstag, den
3. März, abends 8 Uhr, im Rummelbräu, Darmſtadt, einen Kriegerball.
— Der Stahlhelm, Bund der Frontſoldaten. Heute
Freitag, 2. März, Kameradſchaftsabend im Saale der „Eintracht‟,
Eliſa=
bethenſtraße. Gäſte willkommen.
— Großer Bockbierfeſtnummel im Hotel und
Reſtau=
rant „Poſt” (am Hauptbahnhof). Von Samstag, den 3. März, ab
findet in allen Parterreräumen ein luſtiges Bockbierfeſt ſtatt. Ein ganz
erſtklaſſiges Bier iſt, zu dieſem Zweck beſonders gebraut. Ebenſo wird
es an den obligaten Weißwürſten nicht fehlen. Eine fidele Schrammel=
(Jazz=, Saxaphon)=Kapelle ſtellt Obermuſikmeiſter Matthias Weber. Eine
echte Bockbierfeſtſtimmung, die die Sorgen des Alltags vergeſſen laſſen
ſoll, wird für angenehme Abwechſlung ſorgen. Geſang, Humor und
Stimmung ſoll die Parole an dieſen Tagen ſein. (Siehe auch Anzeige.)
Tageskalender für Freitag, den 2. März 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 20 Uhr, Ende 22 Uhr,
D 14: „Der Impreſario von Smyrna”. — Kleines Haus, 16. 18
und 20 Uhr: Film: „Das große weiße Schweigen”. — Orpheum,
abends 20 Uhr: Metro=Revue: „Die Geheimniſſe des Harems”.
Konzerte: Schloß=Kaffee, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim,
Waldſchlößchen, Kaffeehaus Bleichſtr. 43, Zur Krone, Glenz
Kahlert=
ſtraße 41, Hottes Schloßgaſſe, Neckartor. — Vorträge:
Chriſten=
gemeinſchaft, abends 8½ Uhr, in der Städt. Akademie für Tonkunft,
Eliſabethenſtr.: Oeffentlicher Vortrag: „Der Bußprediger
Savona=
rola” (Martha Heimeran, Frankfurt a. M.). Waldſtr. 18 abends
8 Uhr: „Unſere Zeit im Zeichen der Weltmiſſion.” Redner: G. Knecht.
Heaghaus, Luiſenſtr., abends 8 Uhr: „Die Elektrizität im Haushalt.”
— Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele, Helia.
Die Stadtverordneten=Verſammlung.
Neuregelung der Badepreiſe.
Die geſtrige Stadtverordnetenverſammlung wurde mit ziemlicher
Pünktlichkeit in Abweſenheit des Herrn Oberbürgermeiſters von Herrn
Bürgermeiſter Mueller eröffnet. Die Tribüne war gut beſetzt,
be=
ſonders war die Schloſſerinnung ſtark vertreten.
Der Vorſitzende gab zunächſt Kenntnis von einem Schreiben des
Herrn Miniſters des Innern Leuſchner, in dem er mitteilt, daß er
durch die Uebernahme des Miniſteriums gezwungen ſei, ſein
Stadtver=
ordnetenmandat niederzulegen. Dieſer Entſchluß ſei ihm nicht leicht
geworden. Bei aller Verſchiedenheit der politiſchen Anſchauungen habe
es doch ſo viel Gelegenheit zu gegenſeitigem Verſtehen und kollegialem
Zuſammenarbeiten gegeben, daß ihm der Verzicht auf die zum Wohle
der Stadt und ihrer Bevölkerung liebgewordenen Arbeiten recht ſchwer
falle. Er wünſche den Herren der Verwaltung und den Kolleginnen und
Kollegen der Stadtverordnetenverſammlung für die ſchwierige Tätigkeit
der Zukunft guten Erfolg. — Der Vorſitzende ſpricht im Anſchluß daran
auch ſeinerſeits das Bedauern der Stadtverwaltung darüber aus, daß
Herr Leuſchuer ausgeſchieden iſt und ſtellt feſt, daß er insbeſondere in
ſeiner Eigenſchaft als Vorſitzender des Finanzausſchuſſes durch die
Objek=
tivität ſeiner Geſchäftsführung ſich das Vertrauen wohl aller Parteien
erworben habe. Er gibt dabei dem Dank der Stadtverwaltung für dieſe
Tätigkeit Ausdruck und ſpricht die Hoffnung aus, daß Herr Leuſchner in
ſeiner neuen Eigenſchaft durch ſeine genaue Kenntnis der
kommunal=
politiſchen Belange den Intereſſen der Städte ſeine Fürſorge weihen
und ihnen in ihrer ſchſvierigen Lage eine wertvolle Stütze ſein wird. —
An Stelle des ausgeſchiedenen Miniſters Leuſchner tritt Fräulein
M. Becker, die nach der vorgeſchriebenen Formel verpflichtet wurde.
Danach trat man in die Tagesordnung ein.
Ueber die Verpachtung der Wanderer=Herberge im Hauſe
Herdweg 28 berichtete Stadtv. Schneider, der erklärt, daß man
im Finanzausſchuß mit dem vorliegenden Vorſchlag nicht ganz
einver=
ſtanden ſei. Ueber einen anderslautenden Vorſchlag wird nochmals
be=
raten werden.
Die Neufeſtſetzung der Badepreiſe im Hallenſchwimmbad.
In letzter Zeit ſind zahlreiche Wünſche aus der Bevölkerung
vor=
gebracht worden, die ſich auf eine Herabſetzung der Badepreiſe des Städt.
Hallenſchwimmbades beziehen. Die Nachprüfung ergab, daß die
der=
zeitigen Badepreiſe im Hinblick auf die Erhaltung der Wirtſchaftlichkeit
der Anſtalt durchaus angemeſſen ſind. In den letzten Jahren iſt eine
erfreuliche Steigerung der Beſuchsziffern zu verzeichnen geweſen. In
der Hoffnung, daß dieſe Beſuchsziffern weiter ſteigen, wird eine gewiſſe
Senkung der Badepreiſe zugeſtanden werden können, da zu hoffen iſt,
daß der Einnahmeausfall durch ſtärkeren Beſuch wieder ausgeglichen
wird. Insbeſondere wird die Einführung von Zehner= und Fünfer=
Karten zu ermäßigten Preiſen vorgeſchlagen, und zwar:
1. Zehnerkarten für Erwachſene für die Schwimmhalle . 3,00 RM.
1,50 RM.
für Kinder
3. eine Karte für das elektriſche Lichtbad, ohne Maſſage 3.00 RM.
4. fünf Karten desgl.
12,00 RM.
16,00 RM.
5. fünf Karten desgl., mit Maſſage
6. eine Karte für das Heißluft= u. Dampfbad, o. Maſſage 2,00 RM.
. 8,00 RM.
7. fünf Karten desgl.
8. fünf Karten desgl., mit Maſſage
12,00 RM.
9. eine Karte für Brauſebad für Montag—Donnerstag 0,15 RM.
(ſeither nur Montags)
10. eine Karte desgl. für Freitag—Sonntag
0,25 RM.
11. ein Fichtennadelbad mit Maſſage (ſeither nur mit
Heilbadbenutzung 3,80 Mark) . . . . . . . . . 2,50 RM.
12. fünf Karten desgl.
... . . . 10,00 RM.
13. fünf Karten Wannenbad erſter Klaſſe . . . . . . 4,00 RM.
14. fünf Karten Wannenbad zweiter Klaſſe . . . . . . 3,00 RM.
Ferner wird empfohlen, die Ausdehnung der Badezeit, die eben
von 9—19.30 Uhr läuft, auf die Zeit von 8—20 Uhr auszudehnen.
Es wird Zuſtimmung zu der Neufeſtſetzung der Badepreiſe,
insbe=
fondere der Einführung von Zehner= und Fünfer=Karten, ſowie der
Ausdehnung der Badezeit von 8—20 Uhr beantragt. Der
Betriebsaus=
ſchuß hat dieſe Neuregelung in ſeiner Sitzung vom 1. Februar Ifd. Js.
gutgeheißen. — Der Antrag wird angenommen.
Stadtv. Hütſch (Soz.) ſchlägt vor, daß allen Schülern und
Schü=
lerinnen (auch über 14 Jahre) ermäßigte Preiſe bewilligt werden ſollten.
Der Vorſchlag wird in Erwägung gezogen.
Die Erledigung der übrigen Punkte erfolgt debattelos.
Die Antrage, die Eiserzeugungsanlage, die Ortsſatzung über die
Erhebung einer Bierſteuer und die Polizeiverordnung, betr. die
geſam=
ten Induſtriegleisanlagen betreffend, wurden angenommen. Die Anträge
betr. den Bebauungsplan für das Gelände öſtlich des Groß=Gerauer
Wegs zwiſchen Eſchollbrücker Straße und Stadtallee, den Bebauungsplan
für das Gebiet ſüdlich der Landskronſtraße zwiſchen Ludwigshöh= und
Goetheſtraße und den Einſpruch gegen den Bebauungsplan für Hen
Breitwieſenberg wurden debattelos erledigt.
Die Einrichtung von Einbahnſtraßen;
Die Stadtverordnetenverſammlung hat in ihrer Sitzung vom 22. 10.
1927 dem Entwurf einer Polizeiverordnung, betr. den Verkehr von
Fuhrwerken und Fahrzeugen in der Kirchſtraße, in der Holzſtraße, in
der Eliſabethenſtraße, in der Luiſenſtraße, an der Oſtſeite des Mathilden=
*Orpheum.
Gaſtſpiel der Berliner Metro=Revue: „Die Geheimniſſe des
Harems”.
Die geſtrige Premiere der neuen Revue im Orpheum hatte
wieder=
um ein ausverkauftes Haus zu verzeichnen; ein Beweis dafür, daß die
an dieſer Stelle früher ausgeſprochene Anſicht, die Revue ſei überlebt,
richtigzuſtellen iſt. „Die Geheimniſſe des Harems” ſind, was im Titel
ſchon liegt, eine Revue der nackten Schönheiten, der Tänze und des
orien=
taliſchen Lebens und Genießens. Die 30 Nummern zählende Revue, die
eine Anzahl hübſcher Schlager bringt, fand bei dem Premierenpublikum
rauſchenden Beifall. Wir kommen auf die Vorſtellung zurück.
Heute mg s Uhr
Die drei letzten Vorführungen
des Polarfilms
Das große weiße Schweigen
Im Kleinen Haus
3955
— Der dritte Hauptgewinn. In der geſtrigen Vormittagsziehung
der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie fiel der dritte
Haupt=
gewinn von 200000 Mark auf die Losnummer 155 163 in
Abtei=
lung 1 nach Hindenburg in Oberſchleſien, in Abteilung 2 nach
Blumen=
thal in Hannover.
dlatzes und in der Kiesſtraße, wie vom Verkehrs= und
Wirtſchaftsaus=
ſchuß empfohlen, zugeſtimmt. Das Polizeiamt hat jedoch den damals
gutgeheißenen Entwurf der Polizeiverordnung vorerſt zurükgehalten
und legt jetzt einen neuen Entwurf einer Polizeiverordnung über die
Errichtung von Einbahnſtraßen und Parkplätzen vor. Der neue
Ent=
wurf enthält Verkehrsvorſchriften für die Regelung des geſamten
Fuhr=
verkehrs in den obengenannten Straßen. Außerdem kommen als
Ein=
bahnſtraßen noch hinzu die untere Mühlſtraße, ein Teil der Stiftſtraße
und die Hinkelsgaſſe. Weiter ſieht der neue Entwurf der
Polizeiver=
ordnung die Errichtung von Parkplätzen vor. Der Verkehrs= und
Wirt=
ſchaftsausſchuß hat in ſeiner Sitzung vom 16. Februar Ifd. Js. die
An=
gelegenheit beraten. Im allgemeinen wurden Einwendungen gegen die
Polizeiverordnung nicht erhoben. Jedoch machen ſich gegen die
Erklä=
rung der Stiftſtraße zwiſchen Erbacher= und Landgraf=Georgſtraße als
Einbahnſtraße Bedenken geltend. Ein Beſchluß des Verkehrs= und
Wirt=
ſchaftsausſchuſſes wurde nicht gefaßt.
Nach der am 9. Februar 1928 genehmigten Satzung ſind vier
Mit=
glieder der Stadtverordnetenverſammlung in den Schulvorſtand der
Alice=Eleonorenſchule zu wählen. — Die von dem
Wahlvorſchlagsaus=
ſchuß vorgeſchlagenen Mitglieder werden anerkannt.
Stadtv. Aßmuth (Soz.) gibt die Namen der vorgeſchlagenen
Mit=
glieder bekannt. In den Finanzausſchuß wird Stadtv. Friedrich,
als Vorſitzender Stadtv. Ziegs gewählt.
Unter Mitteilungen beſtätigt Bürgermeiſter Mueller auf eine
an ihn ergangene Anfrage, daß der letzte Dirigent des Städt. Orcheſters
Herr Naumann hervorragende künſtleriſche Qualitäten beſitze; ferner
erklärt er, daß auf Grund der bekannten Beſchlüſſe der Stadtverordneten
das Städtiſche Orcheſter in ſeiner neuen Form auch über den 1. April
weiterbeſtehe.
Stadtv. Schneider ſtellt eine Anfrage wegen des Erlaſſes der
Sondergebäudeſteuer an Kleinrentner und wegen der Winterbeihilfe.
Bürgermeiſter Delp erklärt, daß mit Ausnahme von ganz
ver=
einzelten Fällen die Gebäudeſonderſteuer den Kleinrentnern erlaſſen
wurde; ferner, daß die Winterbeihilfe ſich in Form von Brennmaterial
auf fünf Monate erſtrecke.
Bürgermeiſter Buxbaum verlieſt folgende Anfrage an den
Herrn Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſtadt: „Die Fraktion der
Deut=
ſchen Volkspartei bittet den Herrn Oberbürgermeiſter um Beantwortung
folgender Fragen in der heutigen öffentlichen Stadtverordnetenſitzung:
Iſt dem Herrn Oberbürgermeiſter bekannt, daß die zur Zeit an dem
Darmſtädter Rathaus anzubringenden Laternen und Transparente bei
einem Kunſtgewerbeſchultechniker, Herrn Stadtmüller, und dem
Schloſ=
ſermeiſter der Firma J. Schwarz, Mainz, angefertigt worden ſind?
Wenn ja, welche Gründe waren maßgebend, um dieſe Arbeiten in Mainz
anfertigen zu laſſen? Iſt weiter dem Herrn Oberbürgermeiſter bekannt,
daß das in Darmſtadt anſäſſige Schloſſergewerbe direkt in
Kunſtſchmiede=
arbeiten eine anerkannte Stellung weit über Heſſen hinaus beſitzt? Iſt
dem Herrn Oberbürgermeiſter weiter bekannt, daß die von der Firma
Maſchmann=Mainz gelieferten Bronzeteile in Verbindung mit Eiſen eine
falſche Zuſammenſetzung iſt? Welche Preiſe wurden für obige Arbeiten
gezahlt?
Stadtv. Haury tritt ſehr temperamentvoll dafür ein, daß man
Arbeiten an ſtädtiſchen Gebäuden dem Darmſtädter Gewerbe erteile.
Man müſſe die Pſyche des Handwerks berückſichtigen. Es ſei beſchämend,
am Rathaus Arbeiten von einer auswärtigen Firma anfertigen zu
laſſen, zumal dieſe in Darmſtadt auch gemacht werden konnten.
Bürgermeiſter Buxbaum erklärt, daß man das Darmſtädter
Handwerk ſtets berückſichtigt habe. Dieſer kleine Auftrag nach Mainz,
die Beleuchtungskörper koſteten je 350 Mark, das Transparent 600 Mark,
falle nicht ſchwer ins Gewicht.
Die Stadtvv. Goſenheimer, Wieſenecker und Ziegs
ſtimmen im Prinzip mit den Ausführungen des Stadtv. Haury überein;
es handele ſich nicht um den Geldbetrag, ſondern um den Stolz des
Darmſtädter Handwerks, das durch Vergeben von Arbeiten nach
aus=
wärts, beſonders an dem Städtiſchen Rathaus, nicht den Eindruck
er=
weckt haben wollte, als könne man hier nicht Gleichwertiges leiſten.
Bürgermeiſter Buxbaum erklärte, daß dieſer Gedanke
vollkom=
men ferngelegen habe.
Stadtv. Tempel (Soz.) erinnert an den Antrag betr. produktive
Erwerbsloſenunterſtützung.
Bürgermeiſter Buxbaum bittet um Geld, damit die Baurätigkeit
erhöht aufgenommen werden könne; das ſei die beſte Gelegenheit zur
Arbeitsbeſchaffung für Erwerbsloſe.
Stadtv. Süß (Dn.) regt an, billige Bauplätze an kleine Leute
ab=
zugeben, dann belebe ſich der Baumarkt von ſelbſt.
Stadtv. Wieſenecker (Soz.) beantragt, die Stadtverwaltung
zur Vornahme von Notſtandsarbeiten zu ermächtigen. — Dem Antrag
wird zugeſtimmt.
Stadtv. Hütſch (Soz.) ſchneidet die Palaisgartenfrage an.
Bürger=
meiſter Buxbaum weiſt auf die Veröffentlichung des
Bebauungspla=
nes des Palaisgartens mit Bildern im Darmſtädter Tagblatt (vgl. die
heutige Nr.) hin. — Dieſer Hinweis veranlaßt die Anfrage, warum
die Veröffentlichung nur in einer Zeitung erfolgt. (Anſcheinend il dem
Frageſteller nicht bekannt, daß jede Zeitung das Recht hat, Artikel bei
jeder beliebigen Stelle zu beſtellen oder zu erbitten. D. Red.)
Nach Erledigung kleinerer Anregungen wird die öffentliche Sitzung
von Bürgermeiſter Mueller geſchloſſen.
— Deutſcher und Oeſterr. Alpenverein. Die Sektion Darmſtadt macht
nochmals auf den heute Freitag, den 2. März, abends 8.30 Uhr, in der
Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (Eingang Karlſtraße 2)
ſtattfin=
denden Lichtbildervortrag des Herrn Krueger vom Geologiſchen
In=
ſtitut der Techniſchen Hochſchule über ſeine Reiſe nach Grönland
aufmerkſam. Mitglieder der Sektion Starkenburg und eingeführte Gäſte
ſind willkommen.
— Hohes Alter. Am 4. März feiert Frau Marie, verw. Ewald,
geb. Pohl, früher Darmſtraße 11, jetzt Gutenbergſtraße 6, bei ſelten
geiſtiger und körperlicher Friſche ihren 80. Geburtstag.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 2. März: Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 00 Min,
Samstag, den 3. März: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min,
— Sabbatausgang 6 Uhr 55 Min.
Gortesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 15 Min. —
Abends 6 Uhr 45 Min
Dienstag, den 6. März: Purim.
Montag, den 5. März: Vorabendgo ttesdienſt 6 Uhr 45 Min
Predigt. — Dienstag: Morgens 7 Uhr.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſrgelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 3. März: Parſchas Sochaur. Vorabend 5 Uhr
35 Min. — Morgens 8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabbatausgang
6 Uhr 55 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 30 Min. — Abends 5 Uhr,
30 Minuten.
Montag, den 5. März: Taanis Eſther. Abends 6 Uhr 15 Min,
Dienstag, den 6. März: Purim. Morgens 6 Uhr 15 Min. —
Nachmittags 3 Uhr.
und
andere Suppen
in MerstförTd.
Toldr
S
Bemühen Sie sich nicht um Zutaten! Wir haben ja alles in uns, was für 6 Teller gute nahrhafte Suppe?
notwendig ist. Nur kalt anrühren und 20 Minuten kochen lassen und schon sind wir tertig. Sie‟
Asparen Arbeit, Zeit und Kohlen und haben bei unserem großen Sorten-Verzeichnis immer reiche Auswahl.
Sorten-Verzelchnis:
Et ſein / Erbs mit Speck / Esbs mit Schinken / Blumenkohl / Eierudeln / Grünken / Krebe / Rels‟
Mockturtle / Weiberten Ochsenschwens Pils Reis mit Tomsten / Sporgel / Tomoten
1 Stück — 100 gr — 4 Teller / 1 Stdck — 150 gr — 6 Teller
U
N
Nummer 62
Freitag den 2 Mä:z 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
An. Arheilgen, 1. März. Hier hat ſich ein dritter Dentiſt
nxdergelaſſen. Unſer Ort hat außerdem drei praktiſche Aerzte und
ernen Tierarzt. — Auch hier werden wieder allwöchentlich
Paſ=
onsandachten abgehalten, die jeden Donnerstag, abends 8 Uhr,
ſt.ttfinden. — Laut Beſchluß des Bezirkstages des 2. Bezirks, Gau 18,
1B Arbeiter=Radfahrerbundes, der am letzten
Sonn=
ſeE hier tagte, findet das alle zwei Jahre ſtattfindende Bezirksfeſt im
Kahre 1929 am hieſigen Platze ſtatt. Ferner wurde bekannt gegeben,
146 bei Fahrraddiebſtahl dem beſtohlenen Mitglied das Rad erſetzt
wrd; in der Haftpflicht iſt dasſelbe bis 6000 Mark verſichert und bei
inem Unfall erhält der Verunglückte 13 Wochen lang einen Zuſchuß
pan 2 Mark täglich. Bei Gerichtsverhandlungen wird ein Anwalt
ge=
tIlt, auch ſollen bei Ausfahrten billige bzw. freie Quartiere gewährt
werden. Außerdem erſcheint monatlich eine Zeitung. Alle dieſe
Vor=
tA-le bietet die Mitgliedſchaft gegen einen jährlichen Beitrag von 6 Mk.
Das Ehepaar Heinrich Gimbel 3. und Margarete, geb. Petri, beging
tmi 28. v. M. das Feſt der Goldenen Hochzeit. — Der
Geſang=
orrein „Sängerluſt” beteiligt ſich am 11. d. M. an dem Kritikſingen
d2s Gefangvereins „Germania” Egelsbach. Am 1. Juli d. J. wird er
ſit an dem in Heidesheim a. Rh. ſtattfindenden Geſangswettſtreit
be=
täligen und in der erſten Landklaſſe ſingen, wobei er es aber mit fünf
Konkurrenten zu tun haben wird. — Am kommenden Sonntag findet
aanf dem Rathauſe nachmittags 1 Uhr eine Beratungsſtunde für
Kriegs=
bſtſchädigte und =hinterbliebene ſtatt.
Aa. Eberſtadt, 1. März. Dienſtjubiläum. Der
Stations=
lacter der hieſigen Straßenbahnlinie, Oberkontrolleur Wilhelm Platt,
ken am Freitag, den 2. März, ſein 25jähriges Dienſtjubiläum
be=
gkhen. Herr Platt wohnt ſeit der Einführung des elektriſchen
Betrie=
bes in Eberſtadt und erfreut ſich ſowohl in den Kreiſen der
Straßen=
brhnangeſtellten als auch in weiten Kreiſen der Einwohnerſchaft großer
Beliebtheit. Er hat es ſtets verſtanden, die Belange des
Straßenbahn=
turblikums und der Straßenbahn zu vertreten.
Aa. Eberſtadt, 1. März. Obſt= und Gartenbauverein.
Der Obſt= und Gartenbauverein Eberſtadt hält am Freitag, den 2. März,
im „Brgſträßer Hof” ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab. Auf der
Tagesordnung ſteht die Beſprechung wichtiger Tagesfragen im Obſtbau,
die Gratisverloſung von Pfirſichbäumen und die Wahl neuer
Vorſtands=
mitglieder. — Dienſtfubiläum. Oberpoſtſchaffner Karl Abendroth
kann auf eine 40jährige Dienſtzeit in der Poſtverwaltung zurückblicken.
Abendroth trat am 1. März 1898 als Poſtbote beim Poſtamt Eberſtadt
ein. — Der Turnverein 1876 hält am Samstag, den 3. März,
im Vereinslokal „Zur Eiſenbahn” eine Mitgliederverſammlung ab. in
der Turnwart Georg Heß über das kommende Deutſche Turnfeſt in
Köln referieren wird. Holzverſteigerung. Die
Brennholz=
verſteigerung Nr. 6 findet am Montag, den 5. März, ſtatt. Es gelangen
in der Hauptſache Kiefernholz und Buchenwellen aus dem Diſtrikt
Kirch=
ackertanne zur Verſteigerung.
Aa. Pfungſtadt, 1. März. Ruhrkoßlenfilm. Der in den
Saalbaulichtſpielen aufgeführt Ruhrkohlenfilm über die Gewinnung der
Ruhrkohlen fand großes Intereſſe. Herr Schulze aus Gernsheim
er=
ſtattete an Hand des Films ein ausführliches Referat.
Aa. Eich bei Pfungſtadt, 1. März. Denkmalsweihe. Das für
die im Weltkricge gefallenen Helden aus der Gemeinde Eich errichtete
Denkmal wird am kommenden Sonntag, dem Volkstrquertag, in
feier=
licher Weiſe eingeweiht werden. Die Weiherede hält Pfarrer Dr.
Dre=
ſcher aus Eſchollbrücken. Das Denkmal iſt von der Steinhauerei E.
Rößler in Pfungſtadt geliefert worden.
* Seeheim, 1. März. Hohes Alter. Am 3. März d. J. feiert
der frühere Muſiker, Herr Georg Schneider, zu Seeheim, ſeinen 75.
Ge=
burtstag. Schneider iſt hier an der unteren Bergſtraße eine bekannte
Perſönlichkeit. Geboren 1853 zu Nieder=Beerbach, iſt er ſeit April 1878
hier in Seeheim wohnhaft. Der Hauptteil ſeiner Arbeit galt der
Lei=
tung zahlreicher Männergeſangvereine. Von 17 Vereinen liegen uns
Anerkennungen und Dankſchreiben vor.
G. Ober=Ramſtadt, 29. Febr. Turnverein Ober=Ramſtadt
1877. Bei dem am 26. ds. Mts. hier im Gaſthaus. Zum Adler”
ſtatt=
gefundenen Bezirkstag des 4. Bezirks Main=Rhein=Gau D.T., wurde
dem Turnverein Ober=Ramſtadt 1877 das diesjährige
Bezirksjugend=
turnen übertragen. Dies wird in Verbindung mit dem 50jährigen
Jubiläumsfeſt d’s Vereins (nicht wie urſprünglich vorgeſehen am 30.
Juni, 1. und 2. Juli) ſondern am 7., 8 und 9. Juli durchgeführt und
haben die Vorbereitungen hierzu bereits in vollem Umfange eingeſetzt.
f. Roßdorf. 1. März. Aus dem Gemeinderat. Für den
er=
krankten Bürgermeiſter leitete Beigeordneter Nicolay die Sitzung. Vor
Eintritt in die Tagesordnung wurden einige Anfragen über den Stand
der Kanaliſation erledigt. Sodann wurden beraten: 1. Der Preis
für das von der Gemeinde an Heinrich Karl Emig und Heinrich Emig 3.
abzutretende Gelände im Gewann „Mummler” wird auf 1 Mk. pro
Quadratmeter feſtgeſetzt. 2. Als Friedhofswärter hatten ſich innerhalb
der Meldefriſt Adam Koch, Friedrich Leopold Zimmer 2., Ludwig
Mun=
termann und Friedrich Emig gemeldet. Bei ſchriftlicher Abſtimmung
fielen 12 Stimmen auf den Letztgenannten, ſo daß dieſer als gewählt
gilt: Emig wird ſeinen Dienſt am 1. April d. J. antreten. 3. Die
Ab=
ſchaffung zweier zur Zucht untauglichen Faſelochſen wird beſchloſſen.
4. Den Vorſchlägen des Kulturbauamts entſprechend werden einige kleine
Abänderungen zu der Polizeiverordnung und dem Ortsſtatut für die
Kanaliſation angenommen. In geheimer Sitzung wurden noch
Stun=
dungsgeſuche erledigt.
— Roßdorf, 29. Febr. Kommenden Sonntag, den 4. März,
veran=
ſtaltet das Salononheſter der Kapelle Kreiſel, verſtärkt durch
Darm=
ſtädter Kräfte, ein großes Streichkonzert im Saale zum „Darmſtädter
Hof‟. Ein ganz neues Programm wird von der Winterarbeit der
Ka=
pelle Zeugnis ablegen.
w. Klein=Umſtadt, 29. Febr. Rege Bautätigkeit. Das
herr=
liche Februarwetter hat nicht weniger als fünf bauluſtige Ortseinwohner
auf die Bauſtätte gerufen. Die ſogenannte „Gegend” die Verbindung
vom Bahnhof mit dem Ort, bietet ja auch die ſchönſten Bauplätze. Das
Anfahren der Bauſteine hat eingeſetzt, und auch die Ausgrabearbeiten
ſchreiten rüſtig voran. Die neuen Bauherren ſind: Adam Ohl, Adam
Heil, Georg Werner, H. Blitz und Schneidermeiſter Blitz. — Das
Holz=
fällen im hieſigen Gemeindewald hat jetzt ſein Ende erreicht. Zum
Glück wurde die ganze Arbeit durch keinen Zwiſchenfall geſtört. Eine
der letzten Holzverſteigerungen wird noch am Freitag dieſer Woche
ab=
gehalten werden. In dieſen Tagen wurden die „Ochſenwieſen” durch
einen tiefen Abzugsgraben entwäſſert. Hoffentlich wird fetzt das von
der Gemeinde zu erntende Futter eine beſſere Qualität annehmen.
Nummer 62
Seite 8
Freitag, den 2. März 1928
Br. Langſtadt, 1. März. Vortragsabend des hieſigen
Krieger=undMilitärvereins. Als Redner war Herr
Oberſt=
leuknant v. Hagen gewonnen, der von den Schlachten bei Verdun und
in Maſuren Intereſſantes zu berichten wußte. Ein Lichtbildapparat,
der tadelloſe, ſcharfe Bilder auf der Leinwand wiedergab, trug
weſent=
lich zur Erläuterung des Textes bei. Die Bildergruppe des erſten
Vor=
trags endete mit einem Bilde, welches einen gewaltigen Kriegerfriedhof
an den Magshöhen, mit dahinter errichtetem Ehrenmale zeigte.
Atem=
loſe Stille löſte dieſer ergreifende Anblick aus. Nach einer kurzen
Pauſe ergriff dann der Redner das Wort zu ſeinem zweiten Vortrag,
der die aufmerkſamen Zuhörer im Geiſte auf den öſtlichen
Kriegsſchau=
platz führte. Es gelang ihm hierbei vortrefflich, einen vorzüglichen
Ueber=
blick über die Maſurenſchlacht als ehemaliger Mitkämpfer zu geben.
Am Schluſſe dankte der Vorſitzende des Vereins, Herr Johannes Metzler,
der auch den Redner begrüßte, in warmen Worten für die überaus
lehr=
reichen Ausführungen.
r. Babenhaufen, 29. Febr. Sänger=Delegiertentag und
nationaler Geſangswettſtreit. Der Delegiertag,, den der
Geſangverein „Eintracht” aus Anlaß ſeiner 50jährigen Jubiläumsfeier,
verbunden mit nationalem Geſangswettſtreit, am Sonntag, im Saalbau
„Deutſcher Hof”, veranſtaltete, war überaus gut beſucht. Der Saal in
ſeinem friſchen grünen Feſtkleid trug über der Bühne in großen Lettern
die Begrüßungswvorte: „Rein im Geſang, treu im Wort, feſt in Eintracht
immerfort!‟ Ein Transparent, feſtlich beleuchtet, trug voller Stolz die
Zahlen: 1878—1928, 50! Zur Einleitung der Tagung ſang der
feſt=
gebende Verein Mozarts unſterblichen Chor: „Weihe des Geſangs.” Im
Namen der „Eintracht” und im Auftrag der Stadt Babenhauſen
be=
grüßte Herr Studienrat Ullmann die zahlreich erſchienenen Sänger und
Sangesfreunde. Ausgehend von den reichen Schätzen, die unſer
Städt=
chen mit ſeinen alten Baudenkmälern, Türmen, Stadtmauern und dem
Schloß in ſich birgt, warf der Redner einen geſchichtlichen Rückblick auf
die Vergangenheit. Er ſtreifte die Zeit der Romantik, die Beſtrebungen
des Deutſchen Sängerbundes, der ſich durch die Schaffung des
Männer=
geſanges unvergeßliche Verdienſte um den engen Zuſammenſchluß aller
deutſchen Stämme erworben hat. Der Vortragende bezeichnet die
Rück=
kehr zur Natur= und Vaterlandsliedern, und die Pflege des Volksliedes
als die hehrſte Aufgabe für einen Geſangverein. Durch die Opfer für
ihre Ideale vollen die Männergeſangvereine ein Vorbild für die Jugend
ſein, die ſie hinführen will zu den ethiſchen und kulturellen Werten des
deutſchen Volkes mit dem Endziel, Volk und Vaterland auf die alte
Vorkriegshöhe zu bringen. Auch die „Eintracht”, ſo ſagte der Redner
in ſeinen Schlußwvorten, will dieſe Ideale bei der Weihe ihrer 2. Fahne
in die Geſamtbebölkerung hineintragen, mit der ſie durch ihre 50jährige
Vereinsgeſchichte aufs innigſte verbunden iſt. Durch Abhaltung eines
nationalen Geſangswettſtreits will ſie das Feſt krönen und ihm damit
das ſchönſte Jubiläumsgeſchenk in den Schoß legen. Mit der Mahnung,
treu zuſammen zu halten und für den deutſchen Geſang zu werben,
ſchloß Herr Studienrat Ullmann als Leiter der Verſammlung ſeine mit
größtem Beifall aufgenommene Begrüßungsrede mit einem Hoch auf
unſer Vaterland. Die Verhandlungen über die Bildung der einzelnen
Klaſſen ſchloſſen ſich an und führten nach einem ſehr lebhaften, oft
ſtürmiſchen Meinungsaustauſch zu dem Ergebnis, daß ſich an dem am
1. Juli ds. Js. ſtattfindenden Geſangswettſtreit 3 Stadtklaſſen, 2
Land=
klaſſen und 1 Quartettklaſſe beteiligen. Im ganzen nehmen 22 Vereine
mit rund 1000 Sängern an dem Wettſtreit teil.
* Sandbach, 1. März. Verleihung eines Wappens an
die Gemeinde Sandbach. Laut Urkunde vom 12. Oktober 1927
wurde unſerer Gemeinde die Führung eines Wappens genehmigt. Die
diesbezügliche Urkunde hat folgenden Wortlaut: „Volksſtaat Heſſen. Mit
gegenwärtiger Urkunde beſtätige ich der Gemeinde Sandbach auf ihr
Nachſuchen die Führung des in beifolgender Urzeichnung dargeſtellten
und nachſtehend beſchriebenen Wappens: Von einem blauen Schrägſtrom
geteilter ſilberner Schild; oben zwei rote Balken — Breuberg, unter ein
roter Stern — Erbach.” — Der Schrägſtrom erinnert an den hieſigen
Dorfbach, den Sandbach, wovon Sandbach ſeinen Namen hat. Die zwei
rote Streifen in ſilbernem Feld ſind das alte Zeichen der Herren vom
Breuberg, mit deren Geſchichte Sandbach engverknüpft war (Einführung
der Neformation im Breuberger Land — Sandbach erhebt Anſpruch
darauf, dafür zu gelten, wohl als erſter heſſiſcher Ort die Reformation
angenommen zu haben!), der links unten ſtehende Stern iſz der Stern
von Erbach, den alle Gemeinden, ſoweit ſie Wappen führen (z. B.
Frän=
kiſch=Grumbach), in ihrem Wappen haben als Zeichen der früheren, ſchon
lange vor der Kreisbildung beſtehenden Zuſammengehörigkeit.
L. Michelſtadt, 1. März. Hausverkauf. Das in der
Erbacher=
ſtraße gelegene Wohnhaus des Herrn Prof. Winter ging durch Kauf in
den Beſitz der Nexroth=Lynen A.=G., Michelſtndt, über, die dem
Verneh=
men nach einen Kaufpreis von 21 000 Mark zahlte. —
Lokalge=
werbeverein. Die Generalverſammlung des Lokalgewerbevereins
findet am komuenden Sonntag, den 4. März, vormittags 10 Uhr in
der hieſigen Gewerbeſchule ſtatt. — Vortrag. Innerhalb der
Vor=
tragsreihe der Vereinigung für Kunſt und Wiſſenſchaft wird am Freitag,
den 2. März, Herr Prof. Dr. Soeder=Kaſſel über „Haus und Menſch der
Gegenwart” ſprechen. Der Vortrag findet im Gaſthaus „Zum Anker”,
in Stockheim ſtatt. — Brenn= und Stammholz=
Verſteige=
rung. Die Gräfliche Oberförſterei Rehbach wird am Montag, den
5. März, nachmittags 2 Uhr, bei Gaſtwirt Uhrig in Rehbach eine größere
Meuge Brennholz zum Ausgebot bringen. Am gleichen Tage wird die
Gräfl. Kameralvervaltung Fürſtenau bei Steinbach, nachmittags 1½
Uhr, im Luſtgarten zu Fürſtenau verſchiedene Arten Stammholz, ſowie
Brennholz meiſtbietend verſteigern.
b. Erbach i. O., 1 März. Odenwald=Kraftwagen=
Ver=
kehrs=A.=G. Der Sonitags verkehrende Wagen Erbach ab 15 Uhr,
Wiebelsbach an 16.10 Uhr zurück ab Wiebelsbach (Bahnhof) 16,11 Uhr,
Erbach an 1721 Uhr, wird ab Sonntag, den 4. März d. J., eingeſtellt.
Dagegen bleibt die Nachtverbindung (Sonntags), die ſich im Laufe der
Zeit ſehr gut eingeführt hat, beſtehen, und zwar verläßt der Wagen
Bahnhof Erbach nach Ankunft des letzten Zuges ans der Richtung
Eber=
bach um 22,28 Uhr, trifft um B,47 Uhr in Wiebelsbach ein, wartet dort
die Anſchlüſſe von den Nachtzügen aus Darmſtadt und Frankfurt ab und
fährt um 0.7 Uhr nach Erbach zurück, wo er um 1,24 Uhr eintrifft. —
Odenwaldverkehrsbund. Zwiſchen dem
Odenwaldverkehrs=
bund und dem Verkehrsbund füir das Maintal in Miltenberg findet
morgen, Freitag, den 2. März d. J., eine gemeinſame Ausſprache über
die Geſtaltung des Sommerfahrplans der Kraftpoſtlinien Main—
Müm=
ling im Hotel, „Friedrich” in Michelſtadt ſtatt. —
OdenwälderVer=
einigung für Kunſt und Wiſſenſchaft. Am Freitag den
2. März, abends 8½ Uhr, ſpricht iu Gaſthaus „Zum Anker” in
Stock=
heim Herr Prof. Dr. Soeder, Kaſſel, über „Haus und Menſch der
Gegenwart” in einem Lictbildervortrag. — Volkstrauertag.
Ueber den Umfang der Veranſtaltungen anläßlich des Volkstrauertages
am Sonntag, den 4. März, geht uns folgende Mitteilung zu: Die
Ver=
eine Erbachs haben ſich zur ſwürdigen Feier des Tages
zuſammengefun=
den. Cvangeliſche und katholiſche Kirche haben ihre Mitwirkung
zuge=
ſagt. Der Vormittagsgottesdienſt wird in beiden Kirch=n dem Gedenk=
Heie De Gelelil i em atelſcher aufe.
wird durch die Mitwirkung des evangeliſchen Kinchengeſangvereins
ver=
ſchönt; in der katholiſchen Kirche findet am kommenden Donnerstag noch
ein Requiem für die gefallenen Helden ſtatt, an dem die katholiſchen
Schulkinder teilnehwen. Nach Beendigung der Gottesdienſte treffen ſich
die Vereine Erbachs auf dem Marktplatze zu gemeinſamem Marſch nach
dem Ehrenhain am Schöllenberg. Der Zug wird von der Freiw.
Feuer=
wehr und einer Muſikkapelle geleitet. Am Ehrenhain findet eine
Trauerkundgebung mit Kranzwiederlegung ſtatt. Anſchließend
Kranz=
niederlegung an dem Denkmal 1870/71 auf dem Marktplatz. Die
Glok=
ken der Stadtkirche läuten zum Gedächtnis ab 12 Uhr. Nachmittags
4½ Uhr findet eine Gedenkfeier im Saale des „Schützenhof” ſtatt, unter
Mitwirkung der Geſangvereine, der Schulkinder, eines Orcheſters, und
als Soliſtin Frl. Schulz Erbach, Klavierbegleitung Frl. Krenkel. Im
Mittelpunkt ſteht die Vorführung einer Lichtbilderreihe, die deutſche
Heldenfriedhöfe zeigt.
4. Aus dem mittleren Odenwald, 29. Febr. Herrliches
Bie=
nenwetter lockt ſeit einigen Tagen die Immlein ins Freie, die i
unſerer Gegend im allgemeinen gut über intert haben. Welch ein
Tummeln im warmen Sonnenſchein! Und dann geht es fort auf die
Suche nach Pollen, die Salweidekätzchen und einige Blumen ſchon
bie=
ten. Bereits iſt ſchon reiche Brut angeſetzt. Für den Imter heißt es,
auf der Hut ſein und nachſchauen, daß auch genügend Futter für die
junge Brut noch vorhanden iſt. So ſchönes Bienenwetter im Februar
gab es ſchon jahrelang nicht mehr.
Bn. Rothenberg, 28. Febr. Nachdem die Gemeinde Rothenberg
das Anſinnen der Oberpoſtdirektion Darmſtadt, zu dem angeblichen
Defizit der Kraftpoſtverbindung Hirſchhorn-Beerfelden einen
nam=
haften Zuſchuß zu leiſten, aus dem Grunde abgelehnt hat, weil die
Poſtverwaltung dem Antrag, eine genaue Aufſtellung über die
angeb=
liche Nichtrentabilität uſw. vorzulegen, nicht entſprochen hat, verkehrte
vergangenen Samstag abend das Poſtauto zum Bedzuern ſämtlicher
Bewohner von Rothenberg und Umgebung und insbeſondere der in
auswärtigen Betrieben beſchäftigten Arbeiter zum letzten Male. Am
Sonntag nachmittag fand in obiger Angelegenheit eine Sitzung des
Gemeinderats Rothenberg ſtatt. Derſelbe nahm von dem Schreiben
der Oberpoſtdirektion Darmſtadt Kenntnis. Es wird nach eingehender
Beratung der Beſchluß gefaßt, daß die Gemeinde Rothenberg einen
Omnibus ankaufen und den Betrieb in eigene Regie übernehmen will.
Zwecks Erlangung der hierzu erforderlichen Konzeſſion wurde eine
Kommiſſion gebildet, die die erforderlichen Schritte ſofort einleiten ſoll.
II. Hirſchhorn, 1. März. Amtstage. Das Kreisamt
Heppen=
heim wird am Dienstag, den 6. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem
hie=
ſigen Rathaus einen Amtstag abhalten. — Am Donnerstag, den 8. März,
vormittags 11 Uhr, findet ein ſolcher auf dem Rathaus in Neckarſteinach
ſtatt. Die betreffenden Gemeinden haben dies in ihren Gemeinden
orts=
üblich bekannt zu machen.
Hirſchhorn, 1. März. Waſſerſtand des Neckars am
29. Februar: 139 Meter; am 1. März: 135 Meter.
4. Schlierbach, 29. Febr. Das deutſche Oſtland und die
Winterſchlacht in den Maſuren 1915. So betitelte ſich ein
Lichtbildervortrag, den Herr Hauptmann Moſer, Darmſtadt, auf
Ein=
ladung des hieſigen Kriegervereins im Saale der Wirtſchaft Meiſter
hielt. Da wurde in vielen Bildern gezeigt, wie die deutſchen Truppen
im Februar 1915 unter Führung des (veneralfeldmarſchalls von
Hinden=
burg die Ruſſen in den Maſuren beſiegten und das Heer des ruſſiſchen
Generals Sievers im Forſt von Auguſtowo einſchnürten und zur
Er=
gebung zwangen. In zweiten Teil wurden dann ſchöne Bilder aus
dem deutſchen Oſtland vorgeführt, ſo von Oſtpreußen, Danzig,
Weichſel=
land, Oberſchleſien u. a. m. Mit Wehmut ſah man da, wie doch ſo
manch wertvolles und ſchönes Fleckchen deutſcher Heimat, ſo manches
Ehrenmal deutſchen Fleißes und deutſcher Kultur durch den
ſogenann=
ten Friedensvertrag von Verſailles verloren ging. Bilder aus dem
zerſtörten Oſtpreußen legten aber auch davon Zeugnis ab, wie deutſche
Zähigkeit aus Ruinen wieder neues Leben aufbaut. Den Kämpfern für
den und in dem deutſchen Oſten galt des Redners beſonderer Dank. —
Siebenbürgenfilm. Kommenden Freitag, abends 8 Uhr, wird
in der hieſigen Kirche der vorſtehende Film vorgeführt, der Land und
Leute Sitten und Gebräuche, Geſchichte und Kultur eines deutſchen
Volksſtammes, der Siebenbürger, im jetzigen Rumänien zeigen wird.
A. Winterkaſten, 29. Febr. Geflügelausſtellung. Am 3.
und 4. März veranſtaltet der Geflügelzuchtverein Winterkaſten eine
Ge=
flügelausſtellung mit Prämiierung und Tombolaverloſung in der
Wirtſchaft Jährling. Für alle Geflügelfreunde dürfte ſich ein Beſuch
der Ausſtellung lohnen, da ſehr gutes Mateviak von hier und auswärts
ausgeſtellt werden wird.
II. Virkenau=Hornbach, 1. März. Die Milak”=Rundreife
des Lichtſpielvereins Weſchnitztal=Ueberwald iſt nun beendigt, und hat
dieſes großartige Filmwerk reſtlos bei groß und klein befriedigt. Obiger
Licktſpielverein erfüllt jetzt die höchſten Erwartungen ſeiner Freunde.
Noch vor Oſtern wird er mit einem neuen, vornehmen und lehrreichen
Programm auſwarten. Dieſes ſoll gleichzeitig unſerer auf Oſtern
ent=
laſſenem Schuljugend einen genußreichen Schulabſchluß vermitteln und
einen wertvollen Wegweiſer für den Lebensweg zeigen.
H. Von der Bergſtraße, 1 März. Motorradunfall. Drei
Motorradfahrer fuhnen dieſelbe Straße bei Schwetzingen. Ein
Motor=
radfahrer verlor einen Beſtandteil ſeines Rades: er bremſte und auch die
anderen Kraftfahrer ſtiegen von den Rädern. Dabei legte ſich eines der
Näder um und drückte einem Fahrer das rechte Bein unterhalb des
Knies ab. Der Verunglückte kam in das Schwetzinger Krankenhaus.
— Zwingenberg (Heſſen), 29 Febr.
Obſtverwertungsver=
ein Zwingenberg, e. V. Die Sonntag nachmittag im Gaſthaus „Zur
Traube” hier ſtattgehabte Mitgliederverſammlung des
Obſtverwertungs=
vereins Zwingenberg, deſſen Mitglieder ſich auf eine ganze Anzahl
Ge=
meinden der Bergſtraße und des Rieds verteilen, war recht gut beſucht.
Von den verſchiedenen Punkten der Tagesordnung iſt insbeſondere der
Ausbau des Obſtgroßmarktes dahier von beſonderem Intereſſe. Es foll
zu dieſem Zwecke alsbald an die Erbauung einer großen, neuzeitlichen
Markthalle herangetreten werden, deren Errichtung auf dem an den
Main—Neckar=Bahnhof angrenzenden, mehreren Morgen großen
Ge=
lände des Vereins beabſichtigt iſt. Es iſt daran gedacht, die Halle ganz
modern, alſo mit Kühlräumen und Verſteigerungsuhr nach holländiſchem
Muſter auszuſtatten. Zur Vorbereitung des Bauprojekts wurde eine
Kommiſſion beſtellt. Man will ſich hier alle Mühe geben, um den ſchon
hier ſeit einer langen Reihe von Jahren eingerichteten, ſehr günſtig
ge=
legenen Obſtgroßmarkt, der ſich gut bewährt und den Obſtzüchtern ſchon
viele Vorteile gebracht hat, als Obſtzentrale für die Bergſtraße, den
vorderen Odenwald und das Nied immer mehr aufzubauen. Zu dieſem
Zwecke foll auch der Vorſtand des Vereins erweitert werden derart, daß
aus jeder Gemeinde, in der eine beſtimmte Anzahl Vereinsmitglieder
wohnt, ein Vorſtandsmitglied zugewählt wird. Die Hauptverſammlung
des Vereins, die hiernach in dieſem Jahre beſonders wichtige Beſchlüſſe
zu faſſen hat, findet im nächſten Monat ſtatt.
T. VDeR 1.N B. D GH. Sih1na de
Veriehri=
ausſchuſſes. Im Hotel „Halber Mond” fand dieſer Tage eine
Sitzung des „Engeren Ausſchuſſes” vom Verkehrsverband der Bergſtraße
ſtatt. Als 1. Vorſitzender eröffnete Herr Bürgermeiſter Dr.
Anger=
meier=Bensheim die Sitzung. Als erſtes wurde beſchloſſen, den kleinen
Führer „Die Bergſtraße und der weſtliche Odenwald” in der Auflage
von 10000 Exemplaren in Heftform und dem üblichen ſchmalen Format
herſtellen zu laſſen. Beſchluß zu Punkt 2 der Tagesordnung: Man macht
von der angebotenen Werbemöglichkeit der Heſſ. Flugbetriebs=A.=G.
Ge=
brauch. Sodann beſtimmte man, dem Wunſch des Verkehrsamtes
Darm=
ſtadt zu entſprechen und zu den Sitzungen des Verkehrsausſchuſſes, in
denen Fahrplan und Eiſenbahnwünſche zur Erörterung ſtehen, einen
Sachberater vom Verkehrsamt Darmſtadt zuzuziehen, um eine Förderung
der diesbezüglichen Wünſche zu erzielen. Bei der Beſprechung über
die ungünſtige Lage des Sportplatzes Auerbach (Heidelberger Straße)
war man bemüht, ein anderes, paſſenderes Gelände zu finden, konnte
jedoch nach Beſichtigung desſelben zu keinem endgültigen Ergebnis
kommen. Das Projekt der Elektriſchen Bahn Darmſtadt — Weinheim
wird vorläufig ruhen; jedoch arbeitet man für die elektriſche Bahn
Darmſtadt—Alsbach und Bensheim—Lindenfels. Um die Tankſtellen auf
den Fußſteigen, die den Verkehr hemmen, zu entfernen, beſchließt man,
an geeigneten Plätzen Sammeltankſtellen zu errichten. Wegen der
Her=
anführung von Verwaltungsſonderzügen an die Bergſtraße während der
Blütezeit tritt man mit den in Frage kommenden Reichsbahndirektionen
in Verbindung. Zum Schluß der Sitzung wurde die Gemeinde Lorſc
in den Verkehrsausſchuß aufgenommen und beſchloſſen, die nächſti
Sitzung in Lorſch abzuhalten.
Groß=Rohrheim, 28. Febr. Die landwirtſchaftliche Bezugs= und
Abſatz=Genoſſenſchaft hielt bei Valtin Schnidt ihre überaus zahlreich
be=
ſuchte Generalverſammlung ab, von 140 Mitgliedern waren 80
erſchie=
nen. gewiß ein ſehr gutes Zeichen. Erſt ſeit fünf Jahren beſteht die
Ge=
noſſenſchaft zum Segen der ganzen Gemeinde, denn ihre Preiſe ſind für
den ganzen Ort maßgebend. Ihre Erfolge gründen ſich auf die
Zu=
ſammenarbeit des Vorſtandes und eines Stammes treuer Genoſſen und
haben im Jahre 1927 zwei weitere ſtarke Genoſſenſchaften erſtehen laſſen,
eine Spar= und Darlehnskaſſe und eine Gurkenverwertungsgenoſſenſchaſt.
Die Aufpärtsentwicklung der BAG. in 1927 wird zum Ausdruck
ge=
bracht in der Steigerung des Bezuges um 80 Prozent, den zweieinhalb.
mal größeren Abſatz und den vierfachen Lagerumſatz. Den großen
Nein=
gewinn ließen die Mitglieder reſtlos den Reſerven zufließen (1), erſt in
1928 wird eine prozentuale Beteiligung der Mitglieder nach Bezug und
Abſatz durchgeführt. Das Eintrittsgeld wurde in B noch nicht erhöht,
ſo daß noch zahlreiche Mitglieder zu den alten günſtigen Bedingungen
eintreten konnten. Herr Bürgermeiſter Olf, ein Vorbild in ſeiner
Ge=
meinde und im Umkreis als überzeugter Genoſſenſchafter wie im Berufe
forderte zur genoſſenſchaftlichen Treue auf und ſprach noch über die
ge=
noſſenſchaftliche Gurkenverwertung. Viel zur Ausgeſtaltung und dem
Gelingen des Abends trugen die Vertreter des Verbandes der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften bei: Herr Fendt, Kreisſtellenleiter
zu Worms, der wiederholt intereſſante Ausführungen über verſchiedene
genoſſenſchaftliche Fragen brachte, und Herr Dr. Beſſemer= Darmſtadt, der
über Milchabſatz referierte und die Bildung einer
Milchabſatzgenoſſen=
ſchaft zu Stande brachte, zur Verbeſſerung des Abſatzes und der Quglie
tät der Milch.
Gernsheim, 1. März. Waſſerſtand des Rheins am
1. März: 0,63 Meter.
43. Sprendlingen, 1. März. Einweiſung des neuen
Bür=
germeiſters. Der zum Bürgermeiſter von Sppendlingen gewählte
ſeitherige Beigeordnete Stimpert, iſt durch den Kreisdivektor von
Offenbach in Gegenwart des Gemeinderats in ſein Amt eingeführt
wor=
den. Der neue Bürgermeiſter verſprach, ſeine ganze Kraft für die
Ge=
meinde einzuſetzen. Die durch ſeine Wahl notwendig gewordene
Neu=
beſetzung des Beigeordnetenpoſtens ſoll bereits in Kürze erfolgen. Die
Beigeordnetenwahl wurde auf den 2. März feſtgeſetzt.
r. Rüffelsheim, 28. Febr. Die Erdarbeiten zu dem
Opelgüter=
bahnhof, der auf dem etwa 20 heſſiſche Morgen umfaſſenden
Ge=
lände zwiſchen dem Ginsheimer und Bauſchheimer Weg projektiert iſt
ſind in Angriff genommen worden. Der neue Güterbahnhof ſieht 16
Gleiſe vor, die innerhalb der Fabrik nach allen Richtungen laufen und
an das dritte Gleis RüſſelsheimBiſchofsheim, das neu gebaut wird,
anſchließen. Nach der Fertigſtellung des Opelbahnhofs ſollen durch die
Neichsbahn auf den Strecken Mainz—Rüſſelsheim, Darmſtadt—
Rüſſels=
heim und Wiesbaden—Mainbrücke—Rüſſelsheim Sonderzüge eingelegt
werden, die nur von Werksangehörigen zu benützen ſind.
z. Kelſterbach, 28. Febr. Der Glockenturm der
hatholt=
ſchen Kirche wird zurzeit umgebaut und es ſollen 5 Glocken darin
untergebracht werden, des weiteren wird in der Kirche eine neue
Hei=
zungsanlage eingebaut.
Rheinbeſſen.
U. Ober=Ingelheim, 98. Febr. Gegen die vom Gemeinderat
geneh=
migte Ortsſatzung über die Anſtellung eines Berufsbürgermeiſters hatten
zwei Gemeinderäte Einſpruch erhoben. Sie waren nicht einverſtanden
mit der Regelung der Beſoldungsfrage, auch wüinſchten ſie Wegfall der
Bezeichnung „Berufsbürgermeiſter”, da ſie der Anſicht waren, daß deun
nur Akademiker zur Beſetzung der Stelle in Betracht kämen. Der
Ge=
meinderat, an den der Einſpruch ging, lehnte ihn mit 10 gegen 4
Stin=
men bei einer Stimmenthaltung als unbegründet ab. — Im der
Ge=
neralverſammlung des Geſangvereins Germania, der nunmehr 65 Jahre
alt iſt, wurde das vorgangene Jahr als für den Verein in jeder
Hin=
ſicht fördernd bezeichnet. 48 aktive und 176 inaktite Mitglieder ſind jetzt
ſein Beſtand.
U. Nieder=Ingelheim, 28. Febr. Die von der Gemeinde beſtellten
Anſchlagſäulen ſind eingetroffen und werden an den dafür vorgeſehenen
Plätzen, Marktplatz, kleiner Markt und Bahnhofsallee, aufgeſtellt.
40. Oppenheim, 29. Febr. Verbandstag. Auf Veranlaſſung
des Vorſitzenden der Schmiede=Innung des Kreiſes, Herrn Bürger
meiſter und Obermeiſter Nagh=Schwabsburg, wird der diesjährigs
Verbandstag des Süddeutſchen Schmiedeverbaudes am 23. und 24. Juni
in Oppenheim abgehalten.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10
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[ ← ][ ][ → ] Reich und Ausland.
Furchtbares Familiendrama.
Die Ehefrau und drei Kinder erbroffelt.
Frankfurt. Am Donnerstag nachmittag wurde
6ze Mordkommiſſion nach der Biſchofsheimerſtr. 22
gerufen, wo die Ehefrau Margot Wißmann
und ihre 3 Kinder im Alter von 4, 3 und 1
Inahren ermordet aufgefunden wurden.
Unzweifel=
hiaft hat der Ehemann Friedrich Wißmann alle
4 Perſonen erdroſſelt. Aus hinterlaſſenen
Erriefen und den polizeilichen Ermittlungen geht
her=
wer, daß wirtſchaftliche Not der Grund zur
Zaat war, die der Ehemann im Einverſtändnis mit
ſuniner Frau ausgeführt hat. Wißmann hat die
Woh=
nuung verlaſſen und iſt flüchtig.
Wagner=Prozeß. (3. Tag.)
WSN. Frankenthal. Nach der neuerlichen
Beteuerung ſeiner Unſchuld durch Wagner kommt die
Verhandlung mit der Vernehmung des Angeklagten,
SBeringenieur Schönberger vom Leunawerk, in
ſomelleren Fluß, der Wagners Darſtellung des
Gala=
lüſ=ſpitzenfalles beſtätigt und jede Bevorzugung
Wag=
naers leugnet. Der Leuna=Ingenieur Frühauf will in
dun letzten drei Jahren insgeſamt etwa 7000 Mark,
i9Doch nicht als prozentuale Umſatzbeteiligung,
ſon=
du rn als Geſchenk für Ferienreiſen und Feiertage
er=
hlrlten haben. Eine Begünſtigung Wagners beſtreitet
er . Auf eine Zwiſchenfrage der Verteidigung kommt
ei” nachdem der Vorſitzende ſchon zuvor für unnötig
b5funden hatte, daß jeder ſeinen Senf dazu gebe, zu
euier erregten Auseinanderſetzung, bei der der
Vor=
ſusende Dr. Schulz das Wort entzieht. Darauf dieſer:
„Das Gericht iſt doch keine Schule. Wir kämpfen um
de Rechte der Angeklagten. Ich laſſe mich hier nicht
dißziplinieren.‟ Der Leunawerk=Betriebsleiter
Flo=
runz Römer=Halle hat in den letzten drei Jahren
ins=
gilſamt 300 Mark Aufmerkſamkeiten erhalten, ohne
g: eine Beſtechungsabſicht Wagners zu denken, zumal
dieſer den beſten Leumund und im Briefkopf das
Ab=
zuichen der Mitgliedſchaft im Verein gegen das
Be=
ſthchungsunweſen gehabt habe. Der in Tränen
aus=
byechende Angeklagte ſagt, er ſei hierdurch exiſtenzlos
„guworden und völlig mittellos hier erſchienen, um
menigſtens ſeine Ehre zu retten. Die Vernehmung
guht morgen weiter.
Das Urteil im Naſtätter
Landfriedensbruch=
prozeß.
Wiesbaden. Die Verhandlung am
Donners=
ac war nur von kurzer Dauer. Um 11 Uhr
er=
önrnete der Vorſitzende die Schlußverhandlung. Die
Amgeklagten verzichteten auf das letzte Wort, indem
i” ſich auf die Plädoyers ihrer Verteidiger bezogen.
Ln ndgerichtsdirektor Gellhorn verkündete dann
fol=
gundes Urteil: Die Angeklagten Merkelbach, Hohl,
Sihmitz, Seegang, Renſch, Zirbes und Fiehr werden
imigeſprochen, da die Beweisaufnahme nicht
aus=
zr eicht hat, um bei ihnen Teilnahme an den
Auf=
ruchr feſtzuſtellen. Wegen Teilnahme an der
Zu=
aunmenrottung werden die Angeklagten
Zimmer=
uyrnn, Wieſe, Baur mit je ſechs Monaten Gefängnis
ſleitraft, ebenſo die Angekkagten Schäfer, Ruphäuſer
rd. Fiſcher wegen Landfriedensbruchs und Aufruhrs.
Og Angeklagten Zander, Ganzer, Binden und
äſſper werden wegen Landfriedensbruchs und
Auf=
enchrs mit je ſechs Monaten Gefängnis beſtraft. Der
Argeklagte Schaade erhält ſechs Monate Gefängnis,
de bei ihm Landfriedensbruch nachgewieſen wird.
Dias Verfahren gegen den Angeklagten Hennig wird
irgeſtellt. Die Koſten fallen, ſoweit Freiſprechung
emolgt, der Staatskaſſe zur Laſt. Im übrigen
habben die Angeklagten die Koſten zu tragen. Die
betichlagnahmten Gegenſtände mit Ausnahme der
Süöcke werden eingezogen.
Was das Strafmaß anbelangt, ſo hat das Gericht
nwögen, daß es ſich bei ſämtlichen Angeklagten um
dic=her unbeſtrafte Leute handelt, ferner den
ſämt=
ſiaven Angeklagten zugute gehalten, daß ſie ſich an
ſeim Tage in einer Erregung befunden haben, und
püäiterhin berückſichtigt, daß es wahrſcheinlich nicht zu
ſein ſchweren Zuſammenſtößen gekommen wäre, wenn
a: Schlag aus dem Fenſter von Hennig nicht
ge=
ürrt worden wäre. Sämtlichen Verurteilten wird
Bawährungsfriſt von drei Jahren zugebilligt, wenn
ſei den Angeklagten Zimmermann, Wieſe und Baur
eiein Monat und bei den Angeklagten Zander,
Gan=
ei., Binder und Kaſper drei Monate der erkannten
Stxafe verbüßt ſind. Schaade erhält für die ganze
Srrafe Bewährungsfriſt unter der Bedingung, daß
r: eine Summe von 200 Mark in vierteljährlichen
ſia ten bezahlt.
Der Krankenpfleger als Arzt.
Kafſel. Auf Grund eines Ausſchreibens in
Aerzte=Z=itung hatte ſich bei einer hieſigen
An=
tau t ein Dr. Schmitz aus Köln als Aſſiſtenzarzt
ge=
mldet und war auch im November 1927 in dieſer
Funnktion angeſtellt worden. Im Laufe ſeiner Tätig=
— fiel bei dem Herrn Aſſiſtenzarzt eine gewiſſe
Unſſicherheit bei ärztlichen Handlungen ſowie beim
lus sſtellen von Rezepten auf, ſo daß ſchließlich von
hun die Originalpapiere eingefordert wurden. Als
Aſſiſtenzarzt dieſer Forderung immer und
im=
em nicht nachkam, wurde er ſchließlich vor ſeine
vor=
ſeſtzetzte Behörde geladen. Er iſt aber dieſer
Vor=
zuung nicht gefolgt, ſondern geflüchtet. Es wird
urgenommen, daß der Verſchwundene kein Arzt,
ſon=
ſemn nur Krankenpfleger war, der wegen ähnlicher
Schywindeleien bereits von verſchiedenen
Staatsan=
paltſchaften geſucht wird. Eine Anzahl Diebſtähle
eimm Perſonal und bei Patienten der Anſtalt wird !
eht auch auf ſein Konto geſchrieben.
Deutſchland als Rekordland der Viehzucht.
Der Viehbeſtand der Welt hat ſich in den letzten
02Jahren ſtark erhöht. Vor dem Kriege zählte man
nWuropa etwa 100 Millionen Stück Hornvieh.
In=
wüſchen iſt dieſe Zahl auf 140 Millionen angewach=
Die größten Beſtände befinden ſich für Europa
50 Jahre Feuerbeſtattung in Deutſchland.
nDDeutſchland. Es folgen Rußland, Frankriech und
Enggland. Den geſamten Stand der Welt an
Horn=
ſels ſchätzt man nach der jüngſten Statiſtik auf 588
Nüllionen Stück, wovon je 33 Prozent auf Aſien und
Im=erika und der Reſt auf Europa entfällt. Der
Be=
uund an Schweinen iſt nahezu unverändert. In
kurropa beſitzt Deutſchland mit 16 Millionen Stück
ſie größte Zahl. Die Menge der Schafe hat in
Imerika ſtark abgenommen, Europa zählt momentan
9. Millionen Stück oder 33 Prozent des geſamten
Kältbeſtandes. Gegenüber der Vorkriegszeit war
eihne Veränderung feſtzuſtellen.
Das Krematorium in Gotha,
das älteſte deutſche Krematorium, kann auf ein 50jähriges Beſtehen zurückblicken. — Die
Feuer=
beſtattung war im Altertum bei den Griechen, Römern, Kelten und Germanen üblich. Später
ergaben ſich kirchliche Widerſtände, die erſt im 19. Jahrhundert ſchwächer wurden. 1925 haben
bereits 54 deutſche Städte Einäſcherungsanſtalten gehabt (Berlin 3). Im ſelben Jahre wurden
in Bayern 10,2, in Thüringen 54,9 und in Preußen 20,3 Prozent aller Toten eingeäſchert.
Schwerer Autobusunfall in Berlin.
18 teilweiſe ſchwer Verletzte.
An der Unfallſtelle.
Der verunglückte Autobus, deſſen Karoſſerie abgeriſſen und völlig zertrümmert wurde,
Schiffszuſammenſtoß im Kanal. — 20 Mann ertrunken.
Das Sowjet=Schulſchiff „Tovaritſch” nach dem Unglück.
Todesſturz von der fahrenden Lokomotive.
Der Lokomotivführer Ludwig Baumeiſter ſtürzte
beim Einfahren einer elektriſchen Lokomotive in den
Münchener Hauptbahnhof von der Maſchine ab.
Ob er von einem plötzlichen Unwohlſein betroffen
oder durch eine Erſchütterung hinausgeſchleudert
wurde, ſteht noch nicht feſt. Die Lokomotibe fuhr mit
30 Kilometer Geſchwindigkeit führerlos in die Halle,
durchriß die rückwärtige Mauer, überquerte ohne
Gleis die Drehbühne, riß eine weitere Mauer ein
und kam in einem Raum zum Stehen, in dem zwei
Schloſſer anweſend waren, die ſchwer verletzt wurden.
In den Schornſtein geſtürzt.
Zwei Arbeiter getötet.
Ein ſchwerer Unfall, der zwei Todesopfer koſtete,
ereignete ſich am Donnerstag auf dem Grundſtück
„Berlinia”, Automobil=Betriebs=Akt.=Geſ. in der
Scheringſtraße 2—7. Hier wurde ein Schornſtein
ab=
getragen, um den Garagen der Automobilfirma Platz
zu ſchaffen. Auf der Spitze des Schornſteins
befan=
den ſich der Maurermeiſter Willy Hahn und der
Geſelle Adolf Wagendorf. Bei der Entfernung eines
beſonders großen Steinblocks entglitt ihnen dieſer
und durchſchlug die Verſchalungen, auf der die beiden
Männer ſtanden, die dadurch in die Tiefe geriſſen
wurden und in das Innere des Schornſteins
hinein=
fielen. Hahn war ſofort tot, Wagendorf verſtarb auf
dem Transport ins Krankenhaus.
Das Leipziger Schöffengericht beſchlagnahmt die
„Drolligen Geſchichten des Herrn von Balzac”.
Leipzig. Das Schöffengericht Leipzig hat am
Dienstag den Schriftſteller Karl Holzinger, genannt
Ferdinand Rodenſtein, aus Leipzig wegen
Verbrei=
tung unzüchtiger Schriften zu zehn Monaten
Ge=
fängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr
Gefängnis, 2000 Mark Geldſtrafe, fünf Jahre
Ehren=
rechtsverluſt und Stellung unter Polizefaufſicht
be=
antragt. Das Vergehen Holzinger=Rodenſteins
be=
ſtand darin, daß er als Vorſitzender eines „
Inter=
nationalen Zentralverbandes der Bibliophilen”
Bü=
cher erotiſchen Inhaltes ſelber ſammelte und den
Mitgliedern dieſes Vereins die Beſchaffung
porno=
graphiſcher Literatur ermöglichte. Er ſelbſt hat auch
einen Nachtrag zu dem Sammelwerk „Bibliotheca
Erötica Germanorum” geſchrieben. Nach
Fertigſtel=
lung dieſes Werkes begann er ſeine Bibliothek zu
berkaufen, wobei der Staatsanwalt eingriff. Der
größte Teil der Bibliothek, die mit etwa 700 Bänden
einen Geſamtwert von 30000 Mark repräſentieren
mag, wurde beſchlagnahmt, darunter Werke
Brantome, Profeſſor Krauß, ferner die 30 drolligen
Geſchichten des Herrn von Balzac, ſowie Radigrungen
von Bahros und Rops, alſo zum Teil Werke, die
im Buchhandel öffentlich zu kaufen ſind. Holzinger=
Rodenſtein hat dieſe Bücher vom Gericht nicht zur
erhalten.
Grubenunglück
auf Zeche Ewald.
Zwei Förderkörbe in die Tiefe
geſtürzt. — 13 Tote.
Recklinghauſen, 1. März.
Heute morgen gegen 6 Uhr ging zu Beginn
der Seilfahrt im Schacht I der Zeche Ewald
Fortſetzung wahrſcheinlich infolge Verſagens
des Teuſenzeigers der weſtliche aufgehende
För=
derkorb unter die Seilſcheibe. Der öſtliche
nie=
dergehende Förderkorb wurde in die
Verjün=
gung der Schachtſpurlacken im Schachtfumpf
ge=
ſtaucht. Nach vorläufigen Feſtſtellungen waren
die beiden Förderkörbe mit insgeſamt 48 Mann
beſetzt. Hiervon ſind 13 Mann tot. Dieſe ſind
geborgen. Die übrigen ſind, ſo weit ſie ſchwer
oder leicht verletzt ſind, dem Krankenhauſe
zu=
geführt worden. Die bergbehördliche
Unter=
ſuchung iſt eingeleitet.
Zu dem Förderkorbunglück auf der Zeche „Ewald”
erfahren wir noch folgende Einzelheiten. Das
För=
derkorbunglück forderte, wie nunmehr nach der
amt=
lichen Unterſuchung und nach der Bergung ſämtlicher
Verunglückten feſtſteht, 13 Tote und 35 Verletzte,
darunter mehrere Schwerverletzte. Ein einziger
Berg=
mann iſt gänzlich unverſehrt mit dem Leben
davon=
gekommen. Das Unglück ereignete ſich morgens um
6 Uhr zum Schichtwechſel bei der erſten
Perſonen=
fahrt. Der aufgehende Korb war mit 20 Mann
be=
ſetzt. Auf dem niedergehenden Korb befanden ſich
28 Bergleute. Soviel bekannt wird, ſetzten ſich die
Körbe nach 50 bis 100 Meter Fahrt unter Tage in
größere Geſchwindigkeit, ein Umſtand, der aber
an=
ſcheinend im Maſchinenhaus nicht bemerkt werden
konnte, da, wie der amtliche Bericht angibt, der
Teufenanzeiger verſagt hat. Der auffahrende
Förder=
korb mit den 20 Inſaſſen fuhr mit voller Wucht in
das Fördergerüſtgeſtänge ein und keilte ſich hier feſt.
In dieſem Korb gab es die meiſten Opfer. Die
Toten und Verletzten dieſes aufgehenden Korbes
konnten nur vom Dach des Fördergerüſtes aus
ge=
borgen werden. Die Rettungsarbeiten geſtalteten
ſich ſehr ſchwierig. Die Verunglückten aus dem in die
Tiefe gegangenen Korb, der in den Schachtſumpf
ge=
taucht wurde, und die durchweg mit leichteren
Ver=
letzungen davonkamen, konnten in kürzeſter Zeit dem
Krankenhaus zugeführt werden. Der Unglücksfall
hatte ſich mit größter Geſchwindigkeit im ganzen
Ruhrbezirk verbreitet und von den früheſten
Mor=
genſtunden ab waren Hunderte von Bergleuten und
Angehörige der Toten und Verletzten verſammelt.
Auf der 700=Meterſohle, auf der ſich das Unglück
er=
eignete, iſt die Förderung einſtweilen unterbrochen
worden. Die Belegſchaft iſt hier aufgefahren. Die
13 Toten liegen zurzeit aufgebahrt in der Leichen=
1 hälle der Zeche. Die Zeche ſelbſt iſt einer der
mo=
bernſten Grubenbetriebe am nördlichen Rande, des
Nuhrbezirks. Die Bergbaubehörde war nach dem
Unglück in kurzer Zeit an Ort und Stelle,
Das Ausland auf der Preſſa.
Die ungariſche Ausſtellung.
Ungarn, das vor längerer Zeit ſeine amtliche
Be=
teiligung an der Preſſa beſchloſſen hat, wird, wie der
nunmehr fertiggeſtellte Plan ſeiner Ausſtellung zeigt,
mit einer beſonders intereſſanten Schau vertreten ſein,
Mit der Entwicklung ſeines Preſſeweſens wird
Un=
garn einen anſchaulichen Ueberblick über ſeine
kul=
turelle, wirtſchaftliche und politiſche Geſchichte geben,
der durch intereſſante Dokumente buch= und
druck=
künftleriſcher Art veranſchaulicht wird. Reichhaltiges
Material wird die alte Königsreſidenz Ofen (Buda)
aus ihren wertvollen Sammlungen zur Verfügung
ſtellen, das vor allem die reiche und wechſelvolle
Ge=
ſchichte Ungarns im 15., 16. und 17. Jahrhundert
lebendig werden läßt. Großes Intereſſe werden auch
die Schriften und Drucke finden, in denen ſich in der
Ausgeſtaltung der Initialen und der
Druckverzierun=
gen die eigenartigen Motive der ungariſchen
Volks=
kunſt widerſpiegeln. Flugblätter aus der Zeit der
Türkenkriege, illuſtrierte Kalender aus dem 16.
Jahr=
hundert werden ebenſo intereſſante Zeugniſſe aus der
Geſchichte des Landes darſtellen. Die Ausſtellung
wird im einzelnen folgende Gruppen umfaſſen:
1. Geſchichtliche Abteilung. 2. Die Tageszeitung. 3.
Nachrichtendienſt. 4. Die Zeitſchrift. 5. Das
Duuck=
weſen. 6. Das Buch.
Der Gerichtsvollzieher bei Soubkoff.
Berlin. Der von Soubkoff mißhandelte Page
der Caſanova=Bar hat eine Klage wegen
Schmerzens=
geld und Schadenerſatz angeſtrengt. Ein Arreſt
gegen Soubkoff in Höhe von 3000 Mark iſt bereits
herausgebracht worden. Am Donnerstag früh um
einhalb ſieben Uhr ſprach der Gerichtsvollzieher in
der Herkules=Penſion vor, um die Pfändung
vorzu=
nehmen. Soubkoff war nicht zu Hauſe. Nachdem der
Gerichtsvollzieher den Beſcheid erhalten hatte, daß
Soubkoff ſeit einiger Zeit nur jeden zweiten Tag
und dann auch nur auf Minuten in der Penſion
er=
ſcheine, ſchritt der Gerichtsvollzieher zur Pfändung.
Er fand nur einen Smoking und zwei anſcheinend
leere Koffer.
Schweres Autounglück.
Mayen. Ein mit drei Perſonen beſetzter und
mit Splitt beladener Wagen der D.A. G.=Automobi. geriet auf dem ſteilen Elsberge ins Rutſchen
und überſchlug ſich mehrmals an der Böſchung. Ein
Ingenieur der D.A.G. wurde ſo ſchwer verletzt, daß
er kurz darauf ſtarb. Ein Beifahrer erlitt ebenfalls
ſchwere Verletzungen. — An der gleichen Stelle
er=
eignete ſich im Auguſt 1925 ein tödliches Autounglück,
das drei Menſchenleben koſtete
Die Erben des Sultans.
Konſtantinopel. Die Erben des
Sul=
tans Abdul Hamid haben beim anglo=türkiſchen
Tri=
bunal eine Zivilklage gegen die engliſche Regierung
eingereicht und verlangen Entſchädigung für ihre im
engliſchen Mandatsgebiet liegenden konfiszierten
Güter und Beſitzungen. Die geforderte Summe
be=
rägt zum mindeſten acht Millionen Pfund Sterling.
Da aber die Nachkommen Abdul Hamids ſeit der
Ab=
tretung des letzten Sultans der türkiſchen
Staats=
bürgerſchaft für verluſtig erklärt worden ſind, dürfte
ſich der Gerichtshof für inkompetent erklären,
Der Zentralverein Deutſcher Staatsbürger
jüdiſchen Glaubens
veranſtaltete kürzlich in Berlin eine Kundgebung, in der die
Not=
wendigkeit des gegenſeitigen Verſtehens, ein ausreichendes
vertrauens=
volles gegenſeitiges Erkennen des Denkens und Fühlens aller am Dienſt
des Ganzen ſchaffenden Bürger erörtert wurde. Der erſte Redner,
Be=
zirksrabbiner Dr. Lazarus, Wiesbaden, verneinte entſchieden, daß
ſtarkes jüdiſches Bewußtſein den deutſchen Juden ſeinem Vaterlande
entfremde. Der Kampf, der für die Freiheit der religiöſen Betätigung
vom C.V. geführt werde, ſolle die deutſchen Juden ſeeliſch aufrütteln
und ſie an die ungeheure Verantwortung mahnen, die ſie der jüdiſchen
Gemeinſchaft und dem deutſchen Vaterland gegenüber zu tragen hätten.
Keine Enttäuſchung könne den deutſchen Juden die Ueberzeugung
neh=
men, daß ſie das Recht im Rahmen ruhiger Entwicklung des Landes
erringen würden, das ihnen als Vaterland teuer ſei und das ſie als
Heimat liebten. Nach einem Referat Georg Bernhards über die
politiſche Lage betonte Rechtsanwalt Dr. Regensburger=
Braun=
ſchweig, daß die Juden dem in Deutſchland gegen ſie geführten „
Ent=
deutſchungsfeldzuge” die Kraft der Liebe und die Treue zu dieſem
deut=
ſchen Land entgegenſetzen. Der Direktor des Zentralvereins, Dr.
Hol=
länder, betonte, daß ſie für die jüdiſchen Deutſchen nicht nur
Gleich=
berechtigung in religiöſer, politiſcher und geſellſchaftlicher, ſondern auch
in wirtſchaftlicher Beziehung erſtrebten. Sie müßten ſich deswegen gegen
den Boykott jüdiſcher Kaufleute, jüdiſcher Aerzte und jüdiſcher Anwälte
wenden, die durch völkiſche Beeinfluſſung hervorgerufen ſei. Die heutige
Umgeſtaltung des Wirtſchaftsprozeſſes ſchließe mehr und mehr die
Mög=
lichkeit einer wirtſchaftlichen Selbſtändigkeit aus. Auch der jüdiſche
Be=
völkerungsteil in Deutſchland müſſe ſich mit der Tatſache abfinden, daß
ſein Nachwuchs mehr und mehr auf die Arbeit in abhängiger Stellung
angewieſen ſei. Infolgedeſſen werde mit jedem Tage die Frage der
Möglichkeit einer Anſtellung von jüdiſchen Elementen weſentlicher. Das
Schlußwort von Juſtizrat Brodnitz klang in das Gelöbnis aus:
„Dem zu dienen, was wir als Quelle unſeres Seins empfinden, dem
unlösbar in uns verbundenen Deutſchtum und Judentum”.
Unſoziale Steuerpolitik.
Eine Firma, die eine ſtaatliche Lotterieeinnahme betrieb, hatte ihren
Angeſtellten an den Hauptziehungstagen Eßmarken gegeben, für die
die=
ſen in einer Speiſeanſtalt warmes Mittageſſen vevabreicht wurde. Die
Eßmarken wurden auf den Gehalt nicht angerechnet. Das Finanzamt
verlangte, daß die Steuer vom Betrage der Aufwendungen für die
Eß=
marken abgeführt wurde.
Mit Urteil Vl.4. 518/77 vom 12. Oktober 1927 hat der
Reichs=
finanzhof entſchieden, daß es nicht gebilligt werdem kann, daß der Steuer
der Betrag der Aufwendungen für die Eßmarken zu Grunde gelegt
wurde. Er geht dabei von dem Gedanken aus, daß es nur erwünſcht
ſein könne, wenn für die Arbeitgeber ein gewiſſer Anreiz zur
Gewäh=
rung beſonders guter Koſt beſtehe, von dem Wert dieſer Gewährung
aber nur der Betrag als Arbeitslohn angerechnet werden ſolle, den die
Angeſtellten dadurch erſparen, daß ihnen Beköſtigung geboten wird.
Mit anderen Worten, ohne Anſehung des höheren Wertes des von dem
Arbeitgeber gebotenen Mittageſſens ſoll als Arbeitslohn nur das
gerech=
net werden, was der Angeſtellte normalerweiſe ſelbſt für ein
Mittag=
eſſen aufwenden würde.
Es entſteht die Frage, iſt es überhaupt nötig, daß derartige, im
Rahmen des Ganzen unweſentliche Zuwendungen, die ſchließlich im
ſo=
zialen Intereſſe liegen, auf den Arbeitslohn irgendwvie angerechnet
wer=
den? Und iſt es nötig, daß der Reichsfinanzhof, die oberſte Behörde der
Steuerrechtſprechung, für die Fälle von weit ſchwerwiegenderer
Trag=
weite in Fülle vorliegen, überhaupt mit ſolchen Dingen beſchäftigt wird.
Non minima eurat prätor!
Bei einer kürzlich in Preußen vorgenommenen Buchprüfung
bean=
ſtandete der Buchprüfer die Taſſe Kaffee, die den Angeſtellten einer
Firma verabreicht wird, die ſelbſt mit Kaffee handelt. Er verlangte,
daß die dargereichte Taſſe Kaffee mit je 5 Pfennigen auf den
Arbeits=
lohn angerechnet werde. Desgleichen gibt die Firwa an ihre
Angeſtell=
ten Kiſtenholzabfälle für deren Haushalt zum Feuermachen ab. Auch
das ſoll den Angeſtellten mit ¼ ſeines imaginären Wertes als Lohn
an=
gerechnet werden. Auch hier handelt es ſich um Betröge, die im
Rah=
men des Ganzen eine unbeachtliche Rolle ſpielen. Und es iſt fraglich,
ob der durch ihre Anrechnung erzielte Lohnſteuerbetrag die Koſten deckt,
die wan für den Zeitaufwand des Buchprüfers (Feſtſtellung,
Berech=
nung des Wertes, Feſtſtellung der tatzſächlichen Erſparnis uſw.)
anreih=
nen muß. Cni bono! Gewinnt der Staat damit etwas? Kaum!
Wir leben heute in einer Zeit der ſozialen Auffaſſungew, in deren
Rahmen derartige Kleinlichkeiten ſich wohl baum fügen wollen. Zudem
betont der Herr Reichsfinanzminiſter ſelbſt in ſeinem Buch= und
Be=
triebsprüfungserlaß vom 7. Juli 1927, III bb 200, daß die Erörterung
kleinlicher Einzelfragen zu unterlaſſen ſei. Es handelt ſich bei der
Prü=
fung der angedeuteten Firma u. a. darum, ob gewiſſe Außvendungen
für Umbauten uſw. auf ein oder mehrere Jahre verteilt werden können
oder in einem Jahre abgeſetzt werden können. Das kann unter
Um=
ſtänden für das Steuerſoll eines Steuerjahres Beträge bedeuten, die ſich
in der Größenordnung von 10 000 Mark bewegen. Spielen
demgegen=
über die paar Pfennige eine Rolle, die durch die Anrechnung der
Ge=
währung einiger Taſſen Kaffee und ein paar alter Holzbrochen aus der
Lohnſteuer geholt werden können?
Allerorten ertönt der Ruf nach Vereinfachung unb Verbilligung
unſeres Vevwaltungsapparates. Wenn ſich aber unſeve Beamten mit
ſolchen Korinthen befaſſen müſſen, dann wandern wir weit ab von dem
angeſtrebten Ziele. Ganz abgeſehen davon, daß die Arbeiter kein
Ver=
ſtändnis dafür haben werden, wenn man ihnen zumutet, für kleine
Ge=
fälligkeiten, die der Arbeitgeber ihnen in Anerbennung ihrer Leiſtungen
glaubt erweiſen zu müſſem, auch noch Steuer zahlen ſollen. Und mit
Recht! Denn es widerſpricht ohne jeden Zweifel dem ſogialen Empfinden.
Briefkaſien.
Jeber Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichteit.
Nach M. Für einzelne Fälle können nach 8 108 der
Reichsabgaben=
ordnung Steuern, deren Einziehung nach Lage der Sache unbillig wäre,
ganz oder zum Teil erlaſſen oder in folchen Fällen die Erſtattung oder
Anrechnung bereits entrichteter Steuern verfügt werden. Dieſe
Be=
ſtimmung gilt auch für beſſiſche Landesſteuern.
W. K. Ja; Wertzuwachsſteuer und Grunderwerbsſteuer.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Auflage für Darmſtadt und Umgebung liegt
ein Proſpekt der Firma Schade u. Füllgrabe bei, worauf wir
unſere Lefer an dieſer Stelle aufmerkſam machen.
Wir machen unſere Leſer auf die zwei Sonderfenſter der Firma
Karl Heß, Kunſthandlung, Eliſabethenſtr. 2, aufmerkſam: 1.
UIl=
ſtein: 1000 Worte, Sprachkaſſetten. 2. Wallace: Kriminal=, Kolonial=
Roman.
„Coue in der Weſtentaſche” betitelt ſich ein Büchlein aus der Feder
des Stuttgarter Heilpädagogen Phil. Müh, in dem er aus ſeiner
reichen Praxis heraus für alle möglichen unerwünſchten ſeeliſchen
Zu=
ſtände für jeden Einzelnen leicht anwendbare Kraftdenk=Formeln gibt.
Die Buchhandlung L. Vogelsberger Darmſtadt ſtellt während
der nächſten 10 Tage allen Beſuchern das Büchlein koſtenlos zur
Ver=
fügung.
30. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
19. Tag ber 5. Klafſe. In der Vormittags=Ziehung vom
29. Februar fielen: 2 Gewinne zu je 100 000 Mk. auf Nr. 86 201;
2 Gewinne zu je 10 000 Mk. auf Nr. 216 108; 2 Gewinne zu 5000 Mk.
auf Nr. 20377; 10 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr 184 352, 236 B3,
W3209, 314 067, 336 041; 14 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 65 101,
87 638, 116 803, 165 179, 250 568, 337 320, 357 580; 24 Gwinne zu
te 1000 Mk. auf Nr. 66 747, 67074, 69G73, 69 157, 94 066, 118 667,
153 186, 189 515, 231743, 273 437, B4442, 2776; ferner wurden
gezogen 108 Gewinne zu je 500 Mark und 190 Gewinne zu je 300 Mark.
— In der heutigen Vormittagsziehung fiel der 4. Hauptgewinn von
100 000 Mk. auf die Los=Nr. 86 201 in Abteilung I nach Stolp (Pom.),
in Abteilung II nach München. — In der Nachmittags=Ziehung
fielen: 4 Gewinne zu je 10000 Mk. auf Nr. 174 469, 199 797; 2
Ge=
winne zu je 5000 Mk. auf Nr. 226 363; 2 Gewinne zu 3000 Mk. auf
Nr. 188 90; 20 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr 37 797, 38 131, 88 715,
91774, 116 954, 185 200, 241 855, 24 679, 302 869, 312 712; 24
Ge=
winne zu fe 1000 Mk. auf. Nr. R95, B8738, 32092, 35 814, 74 289,
118367, 158 680, 201 316, 295 394, 316 480, 316 585, 33884; ferner
wurden gezogen: 64 Gewinne zu je 500 Mark und 162 Gewinne zu fe
300 Mark. — Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämen zu
je 500 000 Mk.; 2 Gewinne zu je 500 000 Mk., 2 zu je 200 000, 2 zu
te 75 000, 6 zu je 25000, 30 zu fe 10000, 64 zu je 5000, 128 zu je
3000, 272 zu je 2000, 588 zu je 1000, 1612 zu je 500, 4086 zu je 300 Mk.
Nummer 62
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 2. März. 13: Schallplatten=Konzert. O 15.30:
Be=
rufsberater Daubert: Von der ungelernten Arbeit. O 16.30:
Rektor Merkel: Die Frau im Munde des Volkes und des Dichters.
O 17.45: Leſeſtunde. Aus den Briefen der Frau Rat Goethe.
18.15: Vereinsnachrichten. Mitteilungen. O 18.30: Stunde des
Südweſtd. Radioklubs. O 19: C. Broßwitz: Deutſches Geiſtesleben
in der erſten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. O 19.30:
Fort=
ſchritte in Wiſſenſchaft und Technik: Gewebezüchtung. Der Laie als
Erfinder, O 19.50: Film=Wochenſchau. O 20: Stuttgart: Sinfonie-
Konzert. — Anſchl. Kaſſei: Ein Abend neuer flämiſcher Kunſt.
Benoit: Ouv. Charlotte Corday. — Gedichte von Gezelle und
de Mont. — Duvoſel: Sterbender Wald. — Block: Suite im
Marlo, Funkorch. — Darauf Kaſſel: Spätkonzert der Hauskapelle.
Stuttgart.
Freitag, 2. März. 12.30: Schallplattenkonzert. O 16.15: Fund
orch. Einl.: Gertrude Hepp. O 18.15: Franzſeph=Stuttgart: Die
Vorgeſchichte der Diözeſe Rottenburg (zu deren hundertjährigem
Beſtehen). O 18.45: Dr. Schäfer: Das Urbild des Lederſtrumpf.
O 19.15: Engliſch für Anf. O 19.45: Hauptveranſtaltungen der
kommenden Woche (in Eſperanto). o 20: Liederhalle Stuttgart:
Sinfoniekonzert des Philh. Orch. Stuttgart. Leit.: Kahn. Soliſt:
H. H. Niſſen (Staatsoper München). Händel: Aus der Waſſermuſik,
— Mozart: Konzertarie für Baß Mentre di laſciv. — Schreker:
Kammerſinfonie. — Mahler: Kindertotenlieder, — Reger:
Ballett=
ſuite. — Anſchl.: K. Köſtlin lieſt die Novelle „Der Schuß” von
Puſchkin. O 22.45: Nachrichten.
Berlin.
Freitag, 2. März. 15.30: Margarete Weinberg: Die
Ber=
linerin im 19. Jahrhundert. O 16: Prof. Wappenſchmitt: Der
Aufbau der Opern Mozarts. O 16.30: Funk=Kapelle. Leit.:
Konzertm. Szpanowski. O 18.30: Einf. zu dem Sendeſpiel am
3. März. O 19: Italieniſch. O 19.25: Prof. Dr. Kaßner: Das
Wetter in Dichtung, Mythe und Leben. O 19.55: H. Wendt: Wie
ein Reichsgeſetz entſteht. 20.30: Leonhard Frank. Aus: Das
Ochſenfurter Männerquartett. Gel. von W. Franck. O 21: Moderne
Meiſter. Amarquartett. Werke von Hindemith und Bartok. — Anſchl.
Nachrichten. O 22.30: Schäfers Freud und Leid. Mitw.: Marianne
Mathy (Sopran), Dominator=Orch, Wenneis. Moart: Ouv. Baſtien
und Baſtienne. Er war mir ſonſt treu ergeben. — Pergoleſe: Wenn
Liebesfreud. — Winter=Watts: Geſang des kleinen Schäfers. —
Bizet: Paſtorale.
Stettin. 13.05: Sondermitteilungen für den Landwirt.
Deutſche Welle. Freitag, 2. März. 14.30: Kinderlieder. O 15:
Prof. Dr. Grotjahn: Quantität oder Qualität? Frage der
Geburten=
ziffer. O 15.35: Wetter und Börſe. o 16: Min.=Rat Schindler:
Lehrmeiſter und Lehrling. o 16.30: R. Cunz: Kunſtkritik am
Rundfunk. O 17: Leipzig: Sinf.=Orch. Aus deutſchen Opern,
18: H. Teßmer: Vorbereitung einer Opern=Premiere. O 18.30:
Engliſch f. Fortgeſchr. O 18.55: Präſident Syrup: Zwiſchenbilanz
der Arbeitsloſenverſicherung. 19.20: Wiſſenſchaftl. Vortr. für
Aerzte. O 20: Breslau: Sendeſpiel. Leonhard: Wettlauf”. Aus
dem Preisausſchreiben der Reichs=Rundfunk=Geſ. Berlin angekauft.
22: Berlin: Preſſenachr. 22.30: Schäfers Freud und Leid.
Mitw.: Dominator=Orch. Wenneis. Marianne Mathv (Sopran).
Hauptſchriftleitung. Rudoif Maup=
Veranwwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudeif Maupe: für Feuiſleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmanm
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herberi Neite; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle: Druc
und Verlag: L. C. Wittlch — ſämtlich in Darmſtadt
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Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
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Seite 14
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Nummer 62
Freitag den 2 März 1928
Seite 15
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Die mittelrheiniſche Kreisklaſſe.
Gruppe Oſt: Tv. „Vorwärts” Laugen — Tv. Nied . . . . 2:0 (0:0).
Gruppe Weſt: Tv. Saarbrücken=Malſtatt — Tv. Koblenz=Mülheim 8:3.
Das Spiel in Langen ging um die Meiſterſchaft der Kreisgruppe
Oſt. Durch einen 2:0=Sieg ſicherten ſich die Langener den hierzu
be=
nötigten Punkt und dadurch die Meiſterſchaft. Das Spiel an ſich war
eine Farce. Daß das Treffen ſehr hart werden würde, wußte man im
voraus, daß jedoch die Nieder dieſe Härte bis zur gröbſten
Unſportlich=
keit ſteigerten, war das Fazit des Spieles. Dieſes Gebahren koſtete
der Mannſchaft m. E. den Sieg, denn die Langener ſpielten weit unter
Form, und es koſtete, was für den Nieder Verein noch weit
ſchmerz=
licher ſein ſollte, 5 Spieler durch Platzverweis. Schiedsrichter war
Turner Hommen vom Turnverein Koblenz=Güls. Wenn man auch
manchmal mit ſeiner Leitung nicht ganz einverſtanden ſein konnte, ſo
ändert das doch nichts an der Tatſache der 5 zu Recht herausgeſtellten
Nieder Spieler.
Das Spiel war ein richtiger Punktekampf, ohne jegliche techniſche
Feinheiten. Die früheren Begegnungen der einzelnen
Gauverbands=
meiſter in der Kreisklaſſe (man erinnere ſich an Seckbach — Griesheim;
Schwanheim — Griesheim) haben jedesmal gezeigt, daß die Heſſen den
anderen Kontrahenten in bezug auf Härte in der Spielweiſe
unter=
legen ſind. Dieſer Umſtand erklärt vielleicht auch einigermaßen die
befremdliche Zurückhaltung, welche die Langener Mannſchaft an den
Tag legte und die ganz beſonders in den letzten Minuten auffiel, als
Nied nur noch mit 6 Mann ſpielte. Punkt 3 Uhr pfiff Hommen zum
Spiel. Ihm ſtellten ſich die Parteien in folgender Aufſtellung:
Irion I
Werner I Doll
Brenner Reis Werner III
Erckmann Menger Werner II Loh Frion II
Maul Kaſte Beinerk M. Steioff Schmitt
Beinert J. Pfeffer Nicol
Bender Albrecht
Diehl
Langen wählt mit Sonne, Nied wirft an. Der Anwurf gelingt bis
zur Verteidigung, den Gegenangriff unterbricht der Halbrechte durch
zu langes Halten. Nied iſt im Vorteil. Hier ſchon fallen die
zahl=
reichen vom Schiedsrichter verhängten Hochbälle auf, welche von
dem=
felben mit großer Geduld ausgeführt werden. Irion hält einen
Straf=
ſtoß. Ein weiterer wird verſchoſſen. Kurz vor der Pauſe muß ein
Nieder Spieler wegen rohen Spiels den Platz verlaſſen. Torlos geht
die erſte Hälfte vorüber. Nach dem Wechſel nimmt das Tempo und die
Schärfe der Nieder bedeutend zu. In der 44. Minute ſendet Irion II
auf Vorlage von Reis zum erſten Tore ein. Die Erregung wächſt
immer mehr. Kurz darauf erhöht Irion die Torzahl auf 2. Jetzt iſt
mit Nieds Mannſchaft und Zuſchauern der Teufel los. Innerhalb
10 Minuten müſſen 4 weitere Spieler Nieds von außen zuſehen. Die
Minuten bis zum Schluß bringen nichts mehr von Belang. Beim
Schlußpfiff geht ein Aufatmen durch die Reihen.
Mülheim gegenüber.
Die Tabelle zeigt folgendes Bild: Koblenz= Sp. gew. un. verl. Punkte Tore Scarbrücken 25:4 Wiesbaden 6:11 Koblenz Fußball. 4:20
Sportverein Lengfeld 1919 — Eintracht Darmſtadt.
Am Sonntag, den 4. März, nachmittags 3 Uhr, empfängt der
Sport=
verein Lengfeld den beſtbekannten FC. Eintracht aus der heſſiſchen
Reſidenz. Die Gäſte rangieren an vierter Stelle in der Tabelle und
waren die einzigen in den diesjährigen Verbandsſpielen, die es fertig
brachten, dem vorausſichtlichen Meiſter VfR. Darmſtadt, auf deſſen Platz
zwei Punkte abzunehmen. Die Gäſte nennen einen guten Sturm und
einen ausgezeichneten Mittelläufer ihr eigen. Lengfeld, das zurzeit in
guter Form iſt, was das Reſultat am letzten Sonntag (2:0) in Seeheim
bezeugt, wird ſich mächtig anſtrengen müſſen, um gegen die Gäſte
ehren=
voll zu beſtehen, zumal man noch in Abſtiegsgefahr ſchwebt und auch
dieſes Geſpenſt ſollte am Sonntag verſcheucht werden, wenn ſich die elf
Lengfelder Mannen bewußt ſind, um was es geht. Hat die Lengfelder
Mannſchaft die letztſonntägliche Form wieder, ſo werden die Gäſte ſehr
wahrſcheinlich nicht ungerupft nach Hauſe kommen und vielleicht einen,
wenn nicht zwei Punkte im Odenwald laſſen. Aber auch die Gäſte
wer=
den ſich mächtig anſtrengen, um nicht einen ſchlechteren Tabellenplatz
ein=
nehmen zu müſſen. Aus dieſen Gründen iſt am Sonntag mit einem
intereſſanten Spiel zu rechnen, deſſen Ausgang mit Spannung erwartet
wird. Zu wünſchen wäre nur noch gutes Wetter und ein einwandfreier
Schiedsrichter. Vor dem Spiel der erſten Mannſchaft ſpielt die erſte
Jugend ihr fälliges Pflichtſpiel gegen die erſte Jugend des VfR. Erbach.
uno Sarnen.
Waſſerball.
Weſifalen=Reiſe des V. f. L. Rot=Weiß.
Es iſt wohl das erſte Mal, daß Darmſtädter Waſſerballſpieler ihren
Weg nach Weſtfalen finden, um in einem fünftägigem Waſſerballturnier
ihre Kraft mit den dortigen Vereinen zu meſſen. Nach langen
ſchwieri=
gen Verhandlungen iſt nun ein Reiſeprogramm zuſtande gekommen, das
in jeder Beziehung den Bedürfniſſen Rechnung trägt. Es ſei hier nicht
unerwähnt, daß es in erſter Linie dem Schwimmklub „Blau=Weiß”
Bochum und ſeinem verdienten erſten Vorſitzenden, Herrn Dr.
Hoevel=
haus, ſowie ſeinem ſportlichen Leiter, Herrn Schubert, zu danken iſt,
daß die Fahrt überhaupt zuſtande kam. Rot=Weiß trifft auf ſeiner Reiſe
mit Gegnern zuſammen, die in ihrem Bezirk zu den ſpielſtärkſten
Ver=
einen gehören; es wäre deshalb verkehrt, zu glauben, daß die
Darm=
ſtädter trotz ihrer Formverbeſſerung mit vielen Siegen nach Hauſe
kommen; Rot=Weiß wird ſich vielmehr äußerſt anſtrengen müſſen, um
ehrenvoll zu beſtehen. Aber ohne Zweifel wird die Spielſtärke durch
dieſe Spiele bedeutend gehoben und das follte Erfolg genug ſein.
Die Darmſtädter fahren in folgender Aufſtellung:
1. Mannſchaft: Dahmer 2., Dahmer 1., Drieß, Merz, Gimbel.
Jugendmannſchaft: Weichſel, Fromann, Stuckert, Rottmann, E. Hanſt.
Am Samstag trifft Rot=Weiß auf den SV. Hagen. Nach 8 Bahnfahrt ſollte dies den ſchwerſten Gang abgeben. Hagen iſt
ein Verein, deſſen Spezialdomäne gerade das Waſſerballſpiel iſt. Mit
Recht ſehen deshalb die Darmſtädter in ihm den ſtärkſten Gegner.
An=
ſchließend ſpielt Blau=Weiß gegen Lüdenſcheid.
Am Sonntag iſt Rot=Weiß Gaſt bei dem Schwimmverein
Ober=
hauſen. Außer den Waſſerballſpielen werden hier einige Staffeln
ausgetragen, an denen ebenfalls Blau=Weiß Bochum teilnimmt.
Am Montag fahren die Darmſtädter nach Gladbeck, um gegen
den dortigen Schwimmverein einen Klubzweikampf auszutragen.
Der Hauptkampf ſteht jedoch für den Dienstag bevor, wo Rot=
Weiß an einem Waſſerballabend der Bochumer teilnimmt. Sechs
Ver=
eine kämpfen hier um den Sieg. Zuerſt ſpielt Gladbeck gegen
Bau=
men, dem bekannten Weſtdeutſchen Meiſter, anſchließend trifft „
Weſt=
falen” Dortmund auf „Aegio”=Eſſen und zum Schluſſe ſtellen ſich die
Darmſtädter dem SV. Blau=Weiß Bochum zum fälligen
Nück=
ſpiel. Wer dieſes Mal Sieger wird, iſt eine ganz offene Frage. In
Darmſtadt konnte Rot=Weiß gewinnen, in Bochum werden die Blau=
Weißen alles daranſetzen, um ſich zu revanchieren. Möge die beſſere
Mannſchaft Sieger bleiben.
Außer dem ſportlichen Programm iſt ein großes
Beſichtigungspro=
gramm vorgeſehen. Unter Führung dortiger Schwimmkameraden,
wer=
den die Darmſtädter verſchiedene Zechen und Eiſenhütten zu ſehen
be=
kommen. — Die Abfahrt nach Bochum iſt am Samstag mittag 11,34
Uhr, die Ankunft in Darmſtadt am Mittwoch abend 18,20 Uhr.
Die Abfuhr Or. Peltzers in New Vork.
Der Weltrekordmann nur Dritter hinter Hahn unb Conger.
Die Amerikareiſe des deutſchen Weltrekordmanns Dr. Otto Peltzer
hak ſportlich mit einem großen Mißerfolg geendet und man tat vielleicht
doch nicht ſo unrecht daran, die amerikaniſchen Hallenſtarts von Dr.
Peltzer für verfehlt zu halten. Peltzer war nie ein Hallenſpezialiſt und
wurde auch in Deutſchland ſchon auf Hallenbahnen geſchlagen. Seine
drei Kämpfe in Amerika waren daher auch keine richtigen Kraftproben
für ihn, da gerade die Amerikaner mit der Halle gut vertraut ſind.
Schon Houben hatte ſeinerzeit dieſe Erfahrung wachen müſſen, für
Pel=
tzer war die Enttäuſchung aber noch weit größer. Nachdem er ſeinen
er=
ſten Lauf in New York gegen nur mittelmäßige Gegner gewonnen hatte,
mußte er ſchon beim zweiten Rennen in Chicago durch Ray Conger eine
Niederlage hinnehmen. Eine ganz gründliche Abfuhr bereiteten ihm
aber Hahn und Conger am Mittwoch abend bei den amerikaniſchen
Hallenmeiſterſchaften in New York, wo Peltzer über eine engliſche Meile
(1609 Meter) mit Conger ud Lloyd Hahn an den Start ging. Dieſe
Abſchiedsvorſtellung lief recht kläglich für den deutſchen
Weltrekord=
mann aus, der eine Niederlage einſtechen mußte, wie wohl noch nie in
ſeinem Leben. Das Rennen war in doppelter Hinſicht eine Revanche.
Dr. Peltzer ſowohl wie die amerikaniſche Olympiahoffnung Lloyd Hahn
hatten noch je eine Niederlage an Nay Conger gut zu machen. Während
aber Hahn mit ſeinem Vorhaben Glück hatte, mißlang es dem Deutſchen
vollkommen. Hahn bewies ſein großes Können und rechtfertigte das
Vertrauen ſeiner Landsleute. Er lief ein prachtvolles Rennen und
ſchlug von Anfang an ein außerordentlich ſcharfes Tempo an. Dabei
hatte Hahn aber noch Kraftreſerven genug, um zum Schluß in einem
imponierenden Endſpurt davon zu ziehen, und ſeinen Landsmann Ray
Conger um ganze 25 Yards hinter ſich zu laſſen. Hahns Zeit von 4:13
Minuten kennzeichnet die Schärfe des Rennens; ſie iſt nur um eine
Sekunde ſchlechter als der Hallenweltrekord von Nurmi, der am 7. März
1925 aufgeſtellt wurde. Während Conger ſich hinter dem überlegenen
Sieger noch ſehr gur hielt, war Dr. Peltzer in der letzten Runde völlig
erſchöpft. Das Tempo hatte ihn derart mitgenommen, daß er nicht
mehr im Stande war, ſeinen Nückſtand im Endſpurt aufzuholen.
Viel=
mehr vergrößerte ſich der Abſtand noch und erſt 75 Yards hinter dem
Sieger. 50 Yards hinter Conger, paſſierte der Deutſche das Ziel. Die
zahlreichen Zuſchauer nahmen den ſenfationellen Sieg ihrer beiden
Landsleute mit großem Jubel auf.
Das Reſultat: 1. Lloyd Hahn 4:13 Min.; 2. Ray Conger 25
Yards zurück; 3. Dr. Otto Peltzer, weitere 50 Yards zurück.
Südweſideutſche Hochſchul=
Meiſterſchaften.
Techniſche Hochſchule Darmſiadt Sieger
in Fußball und Handbail.
Techn. Hochſchule Darmſtadt — Techn. Hochſchule Karlsruhe 2:1 (2:0).
Obige Fußballmannſchaften ſtanden ſich am 29. Februar in
Karls=
ruhe zum Endſpiel um die Süddeutſche Meiſterſchaft gegenüber. Der
Hochſchubſportplatz war in guter Verfaſſung, ſo daß die äußeren
Be=
dingungen für das Spiel günſtig waren. Man bekam denn auch einen
Kampf voll ſpannender Momente zu ſehen, bei dem, trotzdem Darmſtadt
ſehr oft drüchend überlegen war (Eckenverhältnis 10:1), auf beiden
Sei=
ten ſehr ſchöne taktiſche wie techniſche Leiſtungen gezeigt wurden. Beim
Anpfiff des Schiedsrichters ſtand die Darmſtädter Mannſchaft:
Grübmeier Imgrund Wirth Wirl Würz
Strepp Beyling. Müller
Link Wolf
Seeling
(Darmſtadt: Schwarzer Dreß, weiße Hoſe; Karlsruhe;
Grüner Dreß, grüne Hoſe.)
Karlsruhe hat Anſtoß. Die Darmſtädter, die den Wind als
Bundes=
genoſſen hatten, finden ſich ſchneller zuſammen als die Einheimiſchen.
Sie ziehen in guter Kombination vor das gegneriſche Tor, ohne
aller=
dings mehr als eine Ecke erzielen zu können. In der 14. Minute gibt
ſich eine klare Gelegenheit, doch wird ſie durch Abſeits verdorben. Einige
gute Schüſſe der Darmſtädter werden von dem Tormann der Grünen
ganz ausgezeichnet gehalten. Ueberhaupt iſt zu ſagen, daß das
Reſul=
tat ohne ſeine hervorragende Leiſtung weſentlich ungünſtiger für
Karls=
ruhe gelautet hätte. Darmſtadt drängt ſehr ſtark; es folgt die erſte bis
fünfte Ecke. Dann ſteht der Mittelſtürmer der Heſſen frei vor dem
Tor und verſchießt. Eine Minute ſpäter erwiſcht Grübmeier den Ball
und ſendet wuchtig, unhaltbar, zum erſten Tor für ſeine Farben ein.
Wieder eine Minute ſpäter ſchießt derſelbe Spieler einen ſchönem
Schrägſchuß aufs Tor, der Tormann kann nur im Fallen den Ball
ab=
ſchlagen und der Nachſchuß von Wirl ſtellt das Ergebnis auf 2:0. Es
folgen noch 2 Ecken und dann iſt Pauſe.
Die zweite Halbzeit beginnen die Karlsruher mit einem vorher nicht
geſehenen Elan. Mit dem Wind ſpielend, drängen ſie Darmſtadt ſtark
in ſeine Hälfte zurück. Doch bald machen die Gäſte ſich frei; ein roſcher
Durchbruch, Tor! Doch der Schiedsrichter hatte vorher gepfiffen:
Ab=
ſeits! Die Karlsruher antworten mit einem ungeſtümen Angriff. Als
einer der Darmſtädter Verteidiger etwas hart angreift, entſcheidet der
Schiedsrichter: 11 Meter. Der wird placiert eingeſchoſſen. 2:1. Dann
kommt Karlsruhe zu ſeiner erſten und einzigen Ecke, die aber nicht
aus=
genutzt wird. In der Folge geben ſich beide Parteien die größte Mühe,
noch einmal erfolgreich zu ſein, ohne etwas zu erreichen. Der
Schieds=
richter leitete das Spiel peinlich genau; eine gute Leiſtung.
Techn. Hochſchule Darmſtadt — Techn. Hochſchule Stuttgart 11:2 (6:1).
Die Handballmannſchaft ſpielte direkt anſchließend an die
Fuß=
baller. Sie ſtand in folgender Aufſtellung:
Schick Leber Leonhard. Werner Fiedler
Stechel Medikus Wicht
Koch Rothenburger
Irion
Man hatte alſo für Spiegel und Allwohn Erſatz einſtellen müſſen.
Ueber das Spiel ſelbſt iſt nicht viel zu berichten; das Reſultat ſpricht für
ſich. Die Stuttgarter waren ihrem großen Gegner in keiner Weiſe
ge=
wachſen. Schon nach dreiviertel Minuten ſtand das Spiel 1:0 für den
Deutſchen Hochſchulmeiſter. In regelmäßigen Abſtänden folgte dann ein
Tor dem andern. Der erſte Erfolg der Stuttgarter wurde auf Grund
eines groben Fehlers der Darmſtädter Verteidigung erzielt, der zweite
reſultierte aus einem Strafwurf. Das Spiel ſtand techniſch nicht ſehr
hoch, da die Darmſtädter nicht gezwungen waren, ihre volle Leiſtung
her=
zugeben. Die Tore ſchoſſen Leonhard (5) und Fiedler, Leber und
Wer=
ner je drei. Der Schiedsrichter war zufriedenſtellend.
Ein Fußball=Länderkampf Deutſchland-Dänemark kommt am 16.
September dieſes Jahres in Nürnberg zum Austrag.
Die Deutſche Tennis=Meiſterin Frl. Cilly Außem wurde beim neuen
Tennis=Turnier in Monte Carlo von Miß Hardy geſchlagen.
Dr. Peltzer befindet ſich zur Stunde bereits mit dem Dampfer „
Ber=
lin” auf der Heimreiſe.
Frl. Anny Rehborn ſtartet am 3. März bei einem großen
internatio=
nalen Schwimmfeſt in Paris.
Wetterbericht.
Das öſtliche Hochdvuckgebiet, das ſich weiterhin von Skandinavien
ſüdoſtwärts bis zum Schwarzen Meer erſtreckt, ließ das trockene Wetter
mit verbreiteten Nachtfröſten fortbeſtehen. Nur in Weſtdeutſchland
(Aachen) und in Frankreich brachten die Randſtörungen des weſtlichen
Tiefs bereits Niederſchläge. Außerdem lag heute morgen noch über
England ein Regengebiet. Unſerem Gebiet wurde bis jetzt nur
Be=
wölkung zugeführt. Unter dem weiteren Einfluß des Druckfallgebietes
dauert das wolkige Wetter fort. Niederſchläge, jedoch wur geringer Art,
ſind vereinzelt nicht ausgeſchloſſen.
Ausſichten für Freitag, den 2. März: Wolkiges Wetter, Temperaturen
etwas anſteigend, vereinzelte geringe Niederſchläge wahrſcheinlich.
Ausſichten für Samstag, den 3. März: Wolkiges Wetter mit
ſtellen=
weiſer Aufheiterung, Temperaturen ſchwankend.
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Ate
[ ← ][ ][ → ]Nummer 62
Freitag, den 2. März
Bautf
BeſſNeueſte Nachrichten
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Zur Abſchaffung der Medio=Liquidation. Abgeordnete der Gruppen
A und B der Bedingungsgemeinſchaft für den Wertpapierverkehr an der
Berliner Börſe haben in einer Sitzung eingehend über die Frage der
etwaigen Abſchaffung der Medio=Liquidation beraten. Die Erörterungen
haben ſchließlich zur Vertagung geführt. Die Verhandlungen werden in
Kürze ihren Fortgang nehmen.
Fankfurter Gewerbekaſſe e. G. m. b. H. Im Jahre 1927 konnte der
Geſamtumſatz auf 236 (189) Mill. RM. geſteigert werden, die
Bilanz=
ſumme erfuhr eine Erhöhung auf 8,31 (7,40) Mill. RM., während ſich
die Mitgliederzahl auf 3897 (4137) ermäßigte. Die Haftſumme ſtellte ſich
auf 2,76 (2,64) Mill. RM. Der Bruttoge inn beträgt 762900 (427 619)
RM., der Reingewinn 176 861 (151 160) RM., woraus wieder 10
Pro=
zent Dividende verteilt werden ſollen. (G.=V. am 22. März.)
Opelwerke=Elite=Diamantwerke A.=G. — Steigerung der Automobil=
und Motorradfabrikation. Zur Transaktion Opel=Elite=Diamantwerke
A.=G. erfahren wir zuverläſſig, daß keine Veränderungen in der
Ver=
waltung und den Betrieben vorgenommen werden, ſondern, daß lediglich
aus verwaltungstecmiſchen Gründen eine Konzentration des
kaufmän=
niſchen Betriebes auf Siegmar bei Chemnitz durchgeführt wird. Die
Fahrradfabrikation wird wie bisher vollkommen ſelbſtändig
weiterge=
führt, während die Automobilfabrikation eine den neuen Verhältnifſen
Rechnung tragende ſtarke Erweiterung erfährt. Die Erzeugung der
Dia=
mantmotorräder wird nach Brand=Erbisdorf verlegt und der
Erweite=
rung der Abſatzmöglichkeit entſprechend ſtark ausgedehnt.
Pfälziſche Preßhefen= und Spritfabriken A. G., Ludwigshafen. In
der G.V. wurde der bekannte Abſchluß mit 9 (7) Prozent Dividende auf
das dividendenberechtigte A. K. von 800 000 RM. für das abgelaufene
Ge=
ſchäftsjahr widerſpruchslos genehmigt. Mitteilungen über das laufende
Jahr wurden nicht gemacht.
wunden. Deviſen haben kleines Geſchäft; es beſteht eher etwas
Nach=
frage. Mailand bleibt ſchwach. Auch in der zweiten Börſenſtunde neigte
die Tendenz zunächſt zur Schwäche. Auch die Montanpapiere, die
an=
fangs auf die perfekt gewordene Dollaranleihe bei Gleſenkirchen etwas
lebhafter lagen, gaben um 1 bis 2 Prozent im Kurſe nach.
An der Nachbörſe ſtagnierte das Kursniveau. Vereinzelt bröckelten
die Notierungen um höchſtens einhalb Prozent ab. Die amtlichen
Schlußkurſe lagen überwiegend unter den Anfangsnotierungen.
Börſe und Wietſchaftslage
im Februar.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. März.
An der heutigen Börſe machte die Beſſerung der Stimmung einige
Fortſchritte. Dio Annahme der Freigabebill im amerikaniſchen
Reprä=
ſentantenhaus, womit die Freigabeangelegenheit als ziemlich endgültig
erledigt betrachtet wird, befriedigte. Die Umſatztätigkeit blieb jedoch
nach wie vor ziemlich ſtark eingeſchränkt, da die unveränderte Streiklage
in der Berliner Metallinduſtrie zur Zurückhaltung mahnte. Ferner
ver=
wies man darauf, daß am Geldmarkt im Gegenſatz zu Berlin die
Nach=
frage zunächſt noch ziemlich ſtark war, der Zahltag bereitete jedoch
keiner=
lei Schwierigkeiten. Da in verſchiedenen Spezialwerten ein noch
be=
trächtliches Decouvert beſtehen ſoll, ſchritt die Spekulation wieder zu
Deckungskäufen. Von Publikumsſeite blieb das Intereſſe jedoch
außer=
ordentlich gering, da aber andererſeits auch nur wenig Abgaben
vorge=
nommen wurden, waren bei der erſten Notierung überwiegend 1—2
pro=
zentige Kursbeſſerungen zu verzeichnen, wobei auf einigen
Spezialgebie=
ten das Geſchäft etwas lebhafter war.
Im weiteren Verlaufe wurde das Geſchäft außerordentlich ſtill und
die Kurſe bröckelten etwas ab. Tägliches Geld unverändert 8 Prozent.
Die Abendbörſe lag wieder außerordentlich ruhig, doch war
man gegenüber den Berliner Nachbörſenkurſen eher freundlicher
ge=
ſtimmt. Leichte Kurserholungen traten auf faſt ſämtlichen Märkten ein.
Anleihen ohne weſentliche Veränderung. Der weitere Verlauf der
Abendbörſe war wohl freundlicher geſtimmt, doch blieb es nur bei
aller=
geringſten Umſätzen. Der Schluß war vollkommen ſtill. Es notierten:
Commerzbank 174,25: Danat 228,5: Dresdener 160,5; Gelſenkirchen
134,37; Harpener 184, Mannesmann 154; Rheinbraun 239; Stahlverein
104,25; Hapag 150,75; Nordd. Lloyd 151,5; A. E. G. 157: Daimler 94;
Farben 256,5; Geſ. für El. 256; Rütgers 98,5; Zellſtoff Aſchaffenburg
151. — In dem Abenddeviſenverkehr lag die Reichsmark leicht befeſtigt:
Aſchaf ſenb. Zellſtoff
Augsb. Nürnb. Maſch
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58.31/ 58.43, 20.408 20.448
1.789/ 1.79
4.18304 191
58,28/ 53.40 Athen ........." 5.534/ 5.546)
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Uruguay.. . . . . .
1. 3.
GGeid / Brief
22.145/22.185
6.455 16.495
80.53
70.7:
81.62
1.961
7.360
30.69
70.87
81.78
1.965
0.5055
7.372
19.38/ 19.44
5.534 3.546
2 098/ 2.102
4.170/ 4.182
4.276/ 4.284
Viehmärkte.
London-Paris 124,02: — Mailand 92,25; —New York 4,8785: —
Hol=
land 12,127),; —Zürich 25,34; Pfunde—Mark 20,/425/s. Dollar gegen
Mark 4,1870.
Berliner Effektenbörſe.
Verlin, 1. März.
Wie man ſchon heute vormittag im Verkehr unter den Banken
feſt=
ſtellen konnte, war die Tendenz ohne größere Geſchäftsbelebung von
Spezialbewegungen angeregt, freundlicher. Man verwies auf die
An=
nahme der Freigabebill im Repräſentantenhauſe und dem heute bekannt
gegebenen Dresdner=Bank=Abſchluß. Beide Momente boten aber keinen
beſonderen Anreiz, ebenſo wie ungünſtige Nachrichten keinew Eindruck
machten. Ueberall lieſt man von Kündigungen, Streiks, Ausſperrungen,
und Lohnkämpfen. Aus Oberſchleſien, Hamburg, Bayern und Solingen
lagen heute diesbezügliche Meldungen vor. Trotzdem war die
Grund=
ſtimmung feſt, und Kursgewinne von 1 bis 2 Prozent der Durchſchnitt.
Der Geſchäftsumfang blieb aber äußerſt klein; von Publikumsſeite
waren kaum Orders eingetroffen. Nur die zum enſten des Monats
üb=
lichen Limiteerneuerungen lagen bei den Banken vor. Außer
Polyphon=
aktien, die angeblich auf Auslandskäufe 8,25 Prozent gewinnen konnten,
waren Daimler 2,75 Prozent, Schubert u. Salzer 5 Prozent, Berger 3,5
Prozent, Stöhr 2,5 Prozent, Waldhof 4 Prozent, Hohenlohe 2,5 Prozent,
Rheinſtahl 2,5 Prozent, Salzdetfurth 2,75 Prozent, Svenſka 2,5 Prozent
und Chade 9 Mark höher. Andererſeits hatten Stolberger Zink 2
Pro=
zent verloren. Bei Hamburg=Südamerika iſt der Dividendenabſchlag
von 7,20 beim Kurſe zu berückſichtigen. Die heute erſtmalig dariabel
ge=
handelten Mix u. Geneſt=Aktien ſetzten etwa auf geſtriger Baſis ein.
Geld unbedeutend leichter; Tagesgeld 8—9,5 Prozent;
Monats=
geld 7,25—8,5 Prozent; Warenwechſel zirka 7 Prozent. Der
Privat=
diskont iſt unverändert mit 6,5 Prozent. Der Zahltag gilt als über=
Darmſtädter Viehmarkt vom 1. März. Aufgetrieben waren: 138
Kälber; 15 Schafe; 6 Ochſen; — Ziegen. Die Preiſe ſtellten ſich für
Kälber a) 71—75; b) 66—70; c) 60—65; für Schafe 40—45 Pfg. pro Pfd.
— Marktverlauf: geräumt.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 1. März. Zum heutigen
Klein=
viehmarkt waren zugeführt und die 50 Kilo Lebendgewicht je nach Güte
gehandelt: 101 Kälber 58—74, 28 Schafe 42—48, 110 Schweine 56—61,
682 Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 12—16, über 4 Wochen 17
bis 21, Läufer 23—30. Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, geräumt;
Schweine mittelmäßig, ausverkauft; Ferkel und Läufer mittelmäßig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 1. März. Der Auftrieb des
heutigen Nebenmarktes beſtand aus 95 Rindern, 1195 Kälbern, 323
Schafen und 407 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des
Neben=
marktes der vergangenen Woche waren 250 Kälber und 120 Schafe mehr
angetrieben, während 240 Schweine weniger zum Verkauf ſtanden.
Ve=
zahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 72—76; c) 65—71z
d) 56—64; Schafe a) 51—54; b) 40—50; Schweine b) 57—60; c) 57—59;
d) 56—59: e) 55—57. Im Vergleich zu den Notierungen des letzten
Hauptmarktes gaben Kälber und Schafe je 1 Mark nach. Schweine
konn=
ten dagegen 3 Mark anziehen. — Marktverlauf: Kälber und Schafe
mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft. —
Fleiſchgroß=
markt: Ochſen= und Rindfleiſch 1. 80—35; 2. 80—90: Bullenfleiſch 85—30;
Kuhfleiſch 1. 65—75: 2. 50—60; 3. 30—50; Kalbfleiſch 2. 90—100:
Ham=
melfleiſch 90—95; Schweinefleiſch 70—76; Gefrierfleiſch: Rindfleiſch,
Vorderviertel 50 und Hinterviertel 58—60.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 1. März. Bei leicht
abgeſchwäch=
ten Forderungen für Inlandsweizen und etwas höheren Forderungen
für Inlandsroggen bekundete die Produktenbörſe ſtetige Haltung. Man
verlangte für die 100 Kilo ohne Sack waggonfrei Mannheim in
Reichs=
mark: Weizen inländ. 25,75—26,50, ausländ. 28,75—30,25, Roggen inl.
25,75—26,25, ausländ. 27—27,25, Hafer inländ. 23,75—25,50, ausländ.
25—26,50, Braugerſte ausländ. 31—35, pfälziſche 30,75—32, badiſche,
heſ=
ſiſche und württembergiſche 30,50—31,50, Futtergerſte 22,50—23,50, Mais
mit Sack 23,25, ſüddeutſches Weizenmehl. Spezial Null 36,75—37,50,
ſüddeutſches Roggenmehl je nach Ausmahlung 35,25—37, Weizenkleie 14
bis 14,25 Mark.
Frankfurter Getreidebörſe vom 1. März. Bei ſtetiger Tendenz
notierten die Kurſe vollkommen unverändert. Es notierten je 100 Kg.
Weizen 1. 25,50; dito 3. 22,75—23,25; Roggen 2,25; Sommergerſte 29
bis 31,50; Hafer inl. 24,50—25; Mais für Futterzwecke B; dito für
an=
dere Zwecke 23,70; Weizenmehl ſüdd. 37—37,50; Roggenmehl 34—36,25;
Weizenkleie 14,10—14,25; Roggenkleie 15—15,25.
SurmſtäuterV.
„ Branrfärter Karborricht boar 2. Murz Los0.
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Rchsanl. Ablöf.=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Scheinen! 55.6
D. Rchsanl. Ablöſ.=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine. . . 15
4% Dt. Schutzgeb.=
Anl. . . . . . . . . . 7.1
6) Ausländiſche
5% Bos E.B. 1914
5% L.Inv. 1914
4½% 1898..
6 „1902...
4% Bosnien ....."
5% Bulg. Tabak. 02
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½% Oſt. Schatz. 14
(t Innsbr Abk.)
4½%0 Oſt. Silberr.
% „ Goldr.
(t. Innsbr. Abk.
4% einh. R. (k.)
39
38
2. 71
2.5
18‟1,
3.75
31
1.4
40 Ung.Kronr.
3% Ung. Eiſ. Tor..
Außer=
enropäiſche
5%Mex.am. in. abg.
26 „äuß. 99
42 „ Gold 04 ſtf..
3% konſ. inn.
4½=%Irrigat.
5½ Tamaulipas T,
26.5
17.5
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberechnung
93
82 Port.(Spz./III/ 9.65
6%Rum. am. R.03
4½%,Gold. 13
4½ „am kon.
4% „ am. 05
6.25
16.55
5.4
4% Türk. (Adm. 103
4% = (Bagd.)
4% = (Bagd.) II
4% unif. 1903
4% 1911 Boll
13
4½% Ung. St. 1913
(lt. Innsbr. Abk.)
4½%Ung. St 1914
(lt. Inusbr. Abk.)
4¾ Ung. Goldr.
(lt: Innsbr. Abk.)
4% Ung. Siaats
v. 10.
(t. Innsbr. Abk.
251
20
93
89
80
80 Bad.=Badener
Stadt=Goldanl.. . 95.5
10%Berl. H.=Bk. G./104
93
20 „
4½%n „ „
Li=
quid.=Pfandbr. .
6% Berl. St. Gold
3% Darmſt. St.=G. / 93
O‟ D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. 98.5
Dresd. St.=G., 87.75
7% Frkrft. St.-G.. 89.25
6% „ „
2 Frit. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
97
70 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
93.5
6% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
89
½% Frkf. Hyp.=B.
Liquid.=Pfbr.
76.75
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
98.5
6 Frkf. Goldpfbr. / 91.5
Frkf. Pſbr.=Bk.
Goldpfbr.
82.5
Frkf. Pfbr.=B)
Goldofbr
79.5
26 Hamb
Bk.=Liquid.=Pfbr. 77.5
72abeibelb=Stadt!
Goldanl. .
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
% Heſſ.Land.=B!
Goldpfbr.
0 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr
8%Klöckhn.=Werk. 26
10%Komm. Elektr.
Mark(Hag./Gdobl
Komm. L
Darmſtadt
% Land.=Krebitt.
Kaſſel Goldpfbr.
2 Ldwgshf. Stadt
Goldanl.
M. Kraft Höchſt
Mainz.=St.-G.
% Mannh. St.=G.
6 M.=Stahlw. 27
% Naſſ. Ldb. Gold
97.75
93
90
94.75
102.9
95‟,
96
92.75
88
Nbg. St. Gldal
8% Pfalz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
7%0 Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
6%0 Pfälz. Hhp. Bk.
Goldpfbr.
4½2 PfälzHyp.B
Liquid.=Bfbr. . ..
8½ Pforzh. St.-G
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=-Bk. Goidpfb=
4½76
Liquid.=Pfbr.
80 Pr. Centr.=St.-Gldpfbr..
70 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
3½ Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
95
92.5
101. 5
90.25
86
96.75
93.5
88
76.27
95
93
DIK
79.5
tahlv.
97
9:
99
94
89.5
82.75
f.=B.
1.G=
103
½ R=W.B=C.=T
12%0 „ Lig.=Pf.
8‟ Südd. B.Cr. B.
Goldpfdbr.
4½0 „ Lig.=Pfb
7½ V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=
Gld=
vbl. mit Option
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option
D Viag (V. Ind,
Unt. Bln.) 27..
8% Voigt &Häffner
Goldobl.
8% Württ. Hhp
Bank Goldpfbrſ
80
78.5
97
93
91.5
89
941.
96.5
8.25
Ohne
Zinsberechnung
50 Bdw. Kohl 23/121.5
6‟ Großkr. Munh.
Kohl. 23
6% Heſſ.Bk.=Reg. 23
5%Heſſ. Volksſtaat
Roggen ... . . 23/ 9
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. BG.
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bf.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk..
Nord. Gr.=Cr.=Bk
Preuß. Bob.=Cr.=B
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Württ. Hhp.=Bk..
Staatl. od prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſauiſche Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
17.6
14
22
13.5
13.25
9.5
2.25
42Galiz.=Carl2.,B.
„ abg.
2 Oſt. Sd. (L. )ſtfr.
2,6%Alt. Oſt. Süd.
2,6‟ Neue" „
4%0 Oſt. Staatsb. 83
3% Oſt. 1. b. 8. E.
33 - 9. Ein.
3%6 — „ 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
18
22
3% Naab Oedb. 831 18.25
2o Rud. Silber..
40 Rud. (Sal;kg.
4½%Anat., S. I
O0 Anat., S. III
4½.% Anat., S.III
3% Salon. Monaſt
% Tehuantepec
16
14.25
18
17
14
1170
169.75
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit . . . 172.75
Bad. Bk. ....
Bk. f. Brauind. .
Barmer Bankv. . . 146.5
Bah. Hyp.=Wchſ. . 1156.25
Berl. Handelsgeſ.
„ Shpoth.-Bk. /235
Comm. u. Privatb. /174
Darmſt. u. Nt.=Bk. 1227
Deutſche Bank
1184.5
D. Eff. u. Wchſ.=Bk. /121
D. Hyp.=Bk. Mein. /135
D. Vereins=Bk. (102.5
Disk.=Geſellſch. /158.7
Dresdener Bk.
160.75
Frankf. Bk.
115
Frankf. Hypth.=Bk. /145
Frkf. Pfdbr.=Bk. 1145
Gotha. Grundkr. B./145.5
Lux. Intern. Bank. 7.5
Metallbank. .
126.75
Mitteld. Creditb. 215
Nürnb. Vereinsbk./170
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank/136
Hyp.=Akt.=Bank/151
Reichsbank=Aut. 197
Rhein. Creditbk:. . . 129.5
Rhein. Hyp.=Bk.. 1176
Südb. B.=Crebbitk.
Südd. Disc.=Geſ...
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Banrverein
Bergwerks=Akt.
Buderus. . . . . . . .
Eſchw. Beraw. ..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb. .. ..
Ilſe Bergb. St...
Genußſchein ..
Kali Aſchersleben
Kali Weſterregeln".
Klöcknerwerke (abg.
Lothr.=Hütte)...
Mannesm.=Röhre.
Mansfelder ....."
Oberbedarf ......"
Otavi=Min.=Ant.
Phönix=Bergb. .. .
Rhein. Braunk. . .
Rhein. Stahlw. . . .
Riebeck Montan. . .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb....."
Ver. Laurahütte . .
Ver. Stahlwerke ..
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Hereules Heſſiſche.
Mainz, Aktienbr:
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg.
Werger....
Adler & Oppenh...
Adlerw. (v. Kleher)/ 86.75
6% A. E. G. Bzg. A
1% A. E. G. V5g. B/ 75.5
A. E. G. Stamm ..
Bergmann El. 2 n0 Heſſen=Naſſau Gas
Heyligenſtaedt . . . 122
26 Brem.=Beſigh.=Ol Hilpert, Armatur. 90.5 206 BrownBoveri &Cie 150 Hindrichs=Aufferm. 106 133.5 Brüning & Sohn. Hirſch, Kupfer ..." 115 Bürſtenfbr. Erlang. Hoch=Tief=Eſſen. Cement. Heidelb.. /139 Holzmann .." 136 122.5 Cement Karlſtadt. 181 Holzverk.=Ind.. 80.25 170.25
250 Cement. Lothr. 61 Inag 99.5 Chem. Albert .. ... 121 JunghansSt. 84 171 Chem. Brockh. . . . 80 Kammg. Kaiſersl. 208.5 119.25
150
104.5
101.25 Chem. Milch". 41.5 Karſtadt, N. 173 Daimler=Benz A. G. 94 Keram. W. Offſtein 141 Dt. Atlant ik Telegr. Klein. Sch. EBecker 117.75 Dt. Eiſenh andelBl. 89.5 gnorr, Heilbronn.. Deutſche 0 rdöl ... 129 Konſerv. 2 Braun .. 30.1 J D. G.u. Sil b. Sch. 2 200 Krw. All= Württbg. D. Linoler umw. Bln. 267 Krauß & So. .. 164 Dresd. Schnellpr. 128 Lahmeyer .. . .... 155.25 Dürkopp=W. (St.). 67 Lech Augsburg ..
Lingel Schuhw. 115 2 199 73
tingen. Eiſenw. Kaiſersl.. 26.25 Löhnberg. Mühle. 39 El Licht u. Kraft .. 215 Ludwigsh. Walzm. 128 El. Lieferung .... 167 Lüdenſcheid. Metall Elſ. Bad. Wolle 34 Mainkraft Höchſt. 117.25 EmagElekt. Frankf 87 Mars=W. Nürnbe 118 Email. Ullrich". Metallgef. Frkf. 175 Enzinger=Werke 44.5 Miag Mühlenb 138.5 275
179 Eßlinger Maſch. 69 Moenus Stamm 60. Ettlinger Spinn. . 235 Motorenf. Deutz 64 140 Faber Bleiſtift 71.25 Motorenf. Oberurſ. 73 325.5 Faber & Schleicher 105.5 Münch. Lichtſpielk. 122 250 Fuhr, Pirmaſens. 52 Neckarſ. Fahrz. 92.5 149 Farbenind. J. G. 1265.5 Neckarw. Eßlingen. 136 322 Feitenc Guilleaum. Peters Union . . 110 Feinmech. Jetter) 92 Pfälz. Nähm Kayſe
Philipps A.=G. 50.5 Feiſt, Sekt 35 46 Frankfurter Gas 150 Porzellan Weſſel Frankfurter Hof 109.5 Rein Gebb. & Schall 104 51 Frkf. M. Pok. & W. n475 Rhein Elektr. St. Geiling & Cie. Rhenania, Kunheim 53 Gef. f. elekt. Untern. Rütgerswerke 93.9 Goldſchmidt. Th. 1110.25 Schneid & Hanau. 45 79.5 Gritzner Maſch. 121.75 Schnellpr. Frankth. 74.5 Grün & Bilfinger.. 154.5 Schramm Lackfr. 123 157.5
137.5 Hafenmühle, Frkft.
Haid & Neu 138
48.5 Schrift g. Stempel/ 120.5
Schuckert. Elektr.. 1175.25
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz
Schultz. Grünlack. .
Seilind. Wolff.
Siemens Glas..
Siemens & Halske
Südd. Immob. ..
Südd. Zucker=A=G.
StrohſtoffV. Drest
Thür. Lief. Gotha.
unterfr. Kr. El. V.
Beithwerke.
Ver. f. Chem. Ind.
Ver. b. Olfbr. Mhm.
Ver. Faßf. Caſſel. . .
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin . . . . . .
Zellſtoff Berl.. ...
Vogtl. Maſch. .. .
Voigt & Haeffner..
Volthom Seil".
Wayß & Freytag
WegelinRußfbr.
Zellſt Aſchaffenbg.
Zellſt. Memel ...."
Zellſt. Waldhof. ..
Zuckerf. Rheingau
80,5
18
78
270
101.25
132
314.5
103.5
47
95.25
80
52
89
89
142
151.25
*.
70
132.5
135
136
252
Transport= und
Verſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz. 97
A. Lokalb. u. Kraft 200
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E.B..
Südd. Eiſenb.=Geſ./136
150
Hapag....."
Nordd Lloyb .. . . /150.75
Frrft. Allg. Ver).
Frankonia Rückv.
Darmſtädter Werte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg.
Helvetia Konſ...
Gebr. Lutz
Motorf Darmſt.
Gebr. Roeder...
Venulethc Ellenb..
179
190
zummt
Im verfloſſenen Monat hat ſich, wvie vorauszuſehen war, die
hartnäckige Stagnation an der Börſe nicht gelöſt. An dieſer Tat=
1. 3 ſache ändert auch die freundlichere Stimmung nichts, die zu
Be=
ginn mancher Börſentage inſolge günſtiger Meldungen
einzutre=
ten ſchien. Die Spekulation verſuchte zwar jeweils die
Stim=
mung auszunützen, erzielte wohl auch hier und da einige
Plus=
punkte, mußte aber dann mangels Nachfrage, namentlich von
ſeiten des ſtets zurückhaltenden großen Publikums die Gewinne
ſtets wieder ſchwinden ſehen, ſo daß ſich letzten Endes das
Kurs=
niveau aller Werte auf der gleichen Höhe des Vormonats hielt.
Der innere Gehalt der Aktienwerte iſt aber keineswegs anormal,
ſondern entſpricht durchaus dem Beſchäftigungsgrad und der
Bedeutung der Geſellſchaften, deren Namen ſie tragen.
Immer=
hin lagen genügend günſtige Momente vor, die eine dauernde
Kursbeſſerung gerechtfertigt hätten. Ein ſolches Moment war
121.— als geringſtes die leichte Entlaſtung des Arbeitsmarktes zu nen=
143.5 nen, der allerdings auch in Wirtſchaftskreiſen noch keine
allzu=
u3u.m große Bedeutung beigemeſſen wird. Aber die endliche Annahme
der Freigabebill hätte in früheren Jahren unbedingt ein
inten=
ſives Reagieren der Börſe zur Folge gehabt. Ebenſo hätten die
erheblich leichteren Geldverhältniſſe und die ſtarke Beſſerung des
Wechſelportefeuilles der Reichsbank Anlaß zu einer „
Ankurbe=
lung” des Börſenverkehrs geben können.
Dieſen günſtigen Momenten ſtanden allerdings erheblich mehr
ungünſtige gegenüber, ſo daß alle Bemühungen gewiſſer Kreiſe,
eine Belebung der Börſe zu erreichen, ſcheitern mußten. Vor
allem das drohende Damoklesſchwert eines hartnäckigen
Lohn=
kampfes, hervorgerufen durch die Differenzen in der
Metallindu=
ſtrie, und die danach zu erwartende Arbeitsſtörung und
Erſchütte=
rung dieſes wichtigen Induſtriezweiges beeinflußte das Publikum
derart ſtark, daß es von vorläufigen Engagements und Bindungen
irgendwelcher Art nichts wiſſen wollte. Dazu kam dann noch die
Januarpaſſivität des deutſchen Außenhandels, die gegen den
Vormonat um 204 Millionen Mark geſtiegen war und damit eine
noch ſtärkere Unſicherheit hervorrief. Ueberaus ungünftig
be=
urteilte man dabei den Rückgang der Ausfuhr um 91 Millionen
Mark und beſonders der Fertigwaren um „78 Millionen Mark.
Zu all dem kommt noch das vollſtändige Desintereſſement des
Auslands an deutſchen Werten. Daß hier für die Zukunft eine
weſentliche Aenderung eintritt, iſt nach Lage der Dinge kaum zu
erwarten. Für die Aktienwerte dürften alſo, wenn nicht ganz
erheblich günſtige, vorerſt nicht abzuſehende Ereigniſſe eintreten,
zunächſt keine Ausſichten auf Kursbeſſerung beſtehen.
Dagegen wurden im vergangenen Monat die Anlagewerte
in erhöhtem Maße beachtet, und man konnte ſogar feſtſtellen, daß
auch das Ausland z. B. bei der Emiſſion der
Reichsbahnvorzugs=
aktien Käufe vornahm, und gerade dadurch dieſer Emiſſion der
ſtarke Erfolg beſchieden war. — Das Intereſſe weiter Kreiſe
für unbedingt ſichere Anlagewerte iſt erfreulich und zeigt, ebenſo
wie die beachtenswerte Steigerung der Spareinlagen im ganzen
Reich den geſunden Lebenswillen, ſolide und ſichere
Kapitalgrund=
lagen und dadurch geordnete Lebensverhältniſſe zu ſchaffen und
beizubehalten.
Dieſer natürliche Willen des Schaffens einer breiten
Rück=
lage von Kapitalien und einer damit verbundenen Erſtrebung
beſſerer Lebensbedingungen darf aber nicht dazu führen, daß das
Wohl des großen Ganzen außer Acht gelaſſen wird und
Forde=
rungen geſtellt werden, die letzten Endes untragbar ſind. Höhere
Lohnforderungen werden nämlich — rein menſchlich betrachtet —
doch hauptſächlich in der Erwägung geſtellt, daß ein höheres
Ein=
kommen auch höhere Rücklagen ermöglicht. Dabei wird aber ganz
überſehen, daß automatiſch mit einer Lohnerhöhung durch
Ver=
teuerung der Produktion die Lebenshaltung im eigenen Lande ſo
verteuert wird, daß der erzielte Gewinn illuſoriſch wird. An ſich
ſind ja höhere Löhne durch die Innenzirkulation in der eigenen
Wirtſchaft keine verlorenen Poſten, dagegen gibt es im
Export=
geſchäft kein ausreichendes Gegengewicht, hier alſo ſtellen hohe
Löhne, direkt verlorene Poſten dar und am ſchlimmſten ſind die
Auswirkungen ſolch dauerider Lohnſteigerungen deshalb, weil
die Produktionskoſten, d. h. die Selbſtkoſtenpreiſe, allmählich ſo
hoch ſteigen, daß eine Konkurrenz mit dem Ausland einfach
un=
möglich wird. Zu wenig werden Tatſachen beachtet, z. B. daß
die Selbſtkoſten unſerer weſteurobäiſchen Eiſenkonkurrenten heute
ſchon rund 30 Prozent unter den deutſchen ſtehen. Und doch
ſoll=
ten all dieſe Erwägungen von den Gewerkſchaften und ihren
Füh=
rern angeſtellt und vorurteilslos das nötige Verſtändnis für die
allgemeine Wirtſchaftslage aufgebracht werden.
10
Au e
eine ſondle.
gen ertte
Dde M.o
werden.
der Wirtſch
zuſprechen.
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digen und
erzwingen
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die Wirtſche
für 3 Milli
Millionen !
mit Sorge
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Wahrung
land und W
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zubringen
die Löhne
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machen und
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Der
Mark jährli
vom Reichs
Friede
nicht gebe
den beiden
zur Beruhl
wenig beän
Maſchinen=
einzuſel
wendungen
werden nich
Nummer 62
Freitag, den 2. März 1928
Seite 17
Wenn auch die Konſolidierung unſerer Wirtſchaft im Laufe
der Nachinflationsjahre ſo weit fortgeſchritten iſt, daß ſchon einige
leine finanzielle Belaſtungen zur Not ohne allzugroße
Schädi=
gangen ertragen werden können, ſo ſollten doch Experimente
ge=
rade in den laufenden Geſundungsjahren unbedingt vermieden
ſteerden. Als ein ſolches Experiment iſt aber auch die Belaſtung
der Wirtſchaft durch Mehrausgaben, namentlich an Löhnen,
an=
zu ſprechen. Bis April laufen für 3 195 000 Arbeiter 247
Tarif=
v rträge ab, und nach den Aeußerungen der
Verbandsvorſitzen=
dirn ſcheint weitgehende Abſicht zu beſtehen, die Verträge zu
kün=
dien und Lohnerhöhungen nicht nur zu fordern, ſondern auch zu
uBwingen und dabei „auch von dem letzten gewerkſchaftlichen
Mittel, dem Streik, nicht zurückzuſchrecken”, wie der Vorſitzende
)83 Deutſchen Bergarbeiterverbandes in einem Aufruf erklärt.
Trß dieſe Forderungen auch mit Schärfe vertreten werden,
iicht aus den bisherigen Erfahrungen hervor. — Auch hier
rd vergeſſen, wie ſich noch ſo geringfügige Erhöhungen für
de Wirtſchaft auswirken, daß nämlich 1 Pfennig Lohnerhöhung
ſirr 3 Millionen Arbeiter einen Kapitalaufwand von 80—100
U illionen Mark erfordert. Bedeutende Wirtſchaftskenner weiſen
nät Sorge auf die Folgen unbedachter Forderungen hin.
7m. Silverberg bedauerte eingangs ſeiner Ausführungen
anläß=
ſich der Vorſtands= und Hauptausſchußſitzung des Vereins zur
Eahrung der gemeinſamen wirtſchaftlichen Intereſſen im
Rhein=
ſamd und Weſtfalen, daß der Wettlauf zwiſchen Zöllen und
Löh=
nan anſcheinend aus der deutſchen Wirtſchaftspolitik nicht
heraus=
zü bringen ſei. Einmal ſolle die Zollhöhe gehalten werden, um
de Löhne und verkürzte Arbeitszeit ſicherzuſtellen, zum andern
güinſche man eine Zollſenkung, um die Löhne kaufkräftiger zu
waachen und die Lebenshaltung zu verbilligen.
Im vergangenen Monat wurde der erſte Lohnkonflikt
bei=
zklegt. Der Schiedsſpruch in der mitteldeutſchen Metallinduſtrie
— eine Mehrbelaſtung der Metallinduſtrie von 150 Millionen
Miark jährlich —, der in Erkenntnis der Gefährdung der Wirtſchaft
vem Reichsarbeitsminiſter gefällt wurde, hat zwar zunächſt den
Trieden wiederhergeſtellt, aber die Sorge für die Zukunft noch
nocht gebannt. Die Konjunkturentwicklung der Wirtſchaft iſt in
dan beiden letzten Monaten keineswegs fortgeſchritten, wenn auch
zurr Beruhigung geſagt werden kann, daß ſie zunächſt
ebenſo=
wenig beängſtigende rückläufige Tendenz zeigt. Doch ſind in der
ATaſchinen= und Metallinduſtrie ſchon heute Abſchwächungen feſt=
zuſtellen. Der Geſchäftsgang im Baugewerbe iſt im allgemeinen
noch ruhig, es fehlt auch bei öffentlichen Unternehmungen an
Kapital, und dieſe Knappheit zwingt zu großen Einſchränkungen
der Bauprogramme.
Auf dem Kohlenmarkt iſt die Lage faſt unverändert.
Erheb=
liche Preisſchwankungen ſind nicht eingetreten, Induſtriewerke
laſſen laufende Abrufe ergehen. Es beſteht die Hoffnung, daß
trotz der Kündigung der Lohn= und Arbeitsverträge im
Ruhr=
bergbau für April keine größeren Schwierigkeiten und Differenzen
entſtehen werden.
Auf dem Ledermarkte ſcheint ſich die Preisgeſtaltung wieder
zu beſſern. In einigen Sorten macht ſich ein Preisrückgang
be=
merkbar, nachdem die Häutehauſſe, der man auch die
Preis=
ſteigerungen am Rohledermarkt in Höhe von 200 bis 300 Prozent
zuſchrieb, zum Stillſtand gekommen iſt.
Die Marktlage in der Textilinduſtrie, iſt im Vergleich zum
Vormonat wenig verändert, ſie leidet nach wie vor ſtark unter
ausländiſcher Konkurrenz.
In der Wirtſchaft wird lebhaft die Wirkung der aus Amerika
hereinfließenden Summen aus der Freigabeaktion erörtert. Man
rechnet mit rund 1 Milliarde Mark (etwa 250 Millionen Dollar),
die nach Deutſchland im Laufe von zwei Jahren zurückfließen
ſollen, und erörtert ein gewiſſe Dispoſition durch Aufnahme
kurz=
friſtiger Kredite. Jedoch wird erwogen werden müſſen, ob eine
Neubelaſtung der Wirtſchaft mit immerhin erheblichen Zinſen
angebracht iſt. Jedenfalls iſt vorauszuſehen, daß durch das
Zurückfließen größerer Geldmengen nach Deutſchland der
Wirt=
ſchaft ein neuer kräftiger Impuls gegeben wird, und daß die
Konſolidierung der letzten Jahre nicht nur bleibt, ſondern
wei=
tere Fortſchritte machen wird. Dabei iſt immer wieder zu
unter=
ſtreichen, daß jegliche innere Erſchütterungen, wie Lohnkonflikte
u. dgl., vermieden werden müſſen. Daß die Neuwahlen, die im
Mai zu erwarten ſind, irgendwelche ungünſtigen Einflüſſe
aus=
üben könnten, iſt wohl kaum anzunehmen. Ebenſowenig iſt eine
ungünſtige Beeinfluſſung der in ſich geſunden Börſe
vorauszu=
ſehen, im Gegenteil dürften auch ihr die in Ausſicht ſtehenden
Summen aus der Freigabeaktion große Hoffnungen auf
Be=
lebung und Kursbeſſerungen geben, zumal wenn dieſe
Anregun=
gen durch die jetzt kommenden günſtigen Generalverſammlungen
und Abſchlüſſe der großen Geſellſchaften unterſtützt werden.
Dr. 0.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Chikago, 1. März. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der hauſſelautende Bericht über die noch im Beſitze der
Farmer befindliche Ware, geringe Anlieferungen und die feſten
Liver=
pooler Schlußkabel wirkten befeſtigend. Im Verlauf trat ſpäter eine
Abſchwächung ein auf die größeren argentiniſchen Wochenverſchiffungen.
Mais nahm einen ſchwächeren Verlauf auf Liquidationen in Mai=
und Juli=Sichten, gutes Aetter und die hauſſegünſtige Schätzung der
argentiniſchen Ernte (275 Mill. Buſh.).
Roggen: Im Gegenſatz zu den vorgenannten Märkten war die
Hal=
tung faſt durchweg feſt auf gute Loko= und Exportnachfrage.
Hafer lag gleichfalls feſt auf beſſere Lokonachfrage und hauſſelautende
Berichte aus den Anbaugebieten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. März:
Getreide: Weizen, März 134½, Mai 134½, Juli 132½; Mais,
März 94½, Mai 97½, Juli 100; Hafer, März 57, Mai 57½, Juli
53½; Roggen März 115½, Mai 114½, Juli 108½.
Schmalz: März 11,325, Mai 11,60, Juli 11,87.
Fleiſch: Mai 11,36, Juli 11,575; Speck loco 11; leichte Schweine
7,75—8,50, ſchwere Schweine 7,75—8,25; Schweinezufuhr Chicago
35 000, im Weſten 115 000.
Baumwolle: März 18,30, Mai 18,27—18,28.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Generalverſammlung der Mitteldeutſchen Stahlwerke A. G. ſetzte
die Dividende auf 7 Prozent feſt.
Die Unterzeichnung des Vertrages über den Zuſammenſchluß der
Wiener Eiſengroßhändler zu einem Verband dürfte noch in dieſer Woche
erfolgen. Bis dahin ſollen die Verhandlungen über eine Vereinbarung
mit den Eifenhändlern in den Bundesländern, die von einiger Zeit
be=
gonnen wurden, um eine möglichſt einheitliche Organiſation des
öſter=
reichiſchen Eiſengroßhandels herzuſtellen, zum Abſchluſſe gebracht werden.
Die Feſtigkeit der franzöſiſchen Thomasmehlpreiſe hält an. Die
für die phosphorlösliche Einheit ſind noch nicht überſchritten worden.
Auf dem deutſchen Markt hat ſich dieſe erhöhte Nachfrage noch nicht
be=
ſonders greifbar ausgewirkt.
Der Londoner Goldpreis beträgt für eine Unze Feingold 84 sh
10¾ d, für ein Gramm Feingold demnach 32,7536 pence.
Nach einer Meldung des „Telegraaf” aus Mexiko wird ein deutſcher
Kunſtſeidenkonzern infolge der ſtarken Nachfrage nach Kunſtſeide in
Mexiko eine Kunſtſeidenfabrik in Meriko bauen.
Seſcaftskäume
Nähe Infanterie=Kaſerne, enth.
8 Räume im 1. Stock, für Atelier
u. jeden anderen Zweck geeignet,
ab 1. April anderweitig zu
vermieten.
(*5889
Näheres Ballonplatz 6, Laden.
Montag, den 5. März 1928,
vor=
miittags 9 Uhr, werden in der
Brei=
deriſchen Gaſtwirtſchaft zu Nieder=
Mamſtadt aus den
Domanialwalddiſtrik=
te Gebr unter Schlag 2b. der Förſterei
Eſiſernhand, ſowie Weinweg 2a und 3a,
Aeuwieſe 6e, Kirchberg 7a und 9b,
Kohl=
berg 9a, 9c und 9d der Förſterei
Emme=
lingenhütte verſteigert:
a) Nutzholz:
Derbſtangen: Fichte I.—III. Klaſſe
65 St. — 5,67 fm; Lärche I.—III.
I. Kl. 4 St. — 0,36 fm.
b) Brennholz:
Scheiter, rm: 199 Buche, 53 Eiche
67 Kiefer, 2 Kirſchbaum; Knüppel,
rm: 116 Buche. 67 Eiche, 68 Kiefer 8
Birke, 20 Verſchied.; Knüppelreiſig,
rm: 14 Buche, 35 Eiche, 22 Kiefer;
Aſtreiſig, 100 Wellen: 36,3 Buche,
6,80 Eiche; Stöcke, rm: 18 Buche,
2 Eiche.
Das Brennholz aus Gebrannter Schlag
20 iſt ſehr gut nach der Staatsſtraße
Marmſtadt—Ober=Ramſtadt abzufahren.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
emzuſehen. Irgendwelche ſpätere
Ein=
mendungen wegen der Güte des Holzes
werden nicht entgegengenommen.
Nähere Auskunft durch das
unter=
zu ichnete Forſtamt und die Herren
För=
ſter Hoffmann zu Forſthaus
Eiſern=
hand, für die Förſterei Eiſernhand und
Zworſter Harniſch zu Forſthaus
Emme=
lmenhütte für die Förſterei Emmelinen=
(3902
häitte.
Ober=Ramſtadt, den 29. Febr. 1928.
Heſſ. Forſtamt Ober=Ramſtadt.
Bergebungvon Bauarbeiten.
Zur Errichtung eines
Beamtendoppel=
mohnhauſes in Groß=Umſtadt (2
Fünf=
dien Bauleiſtungen in öffentlicher
Aus=
ſtchreibung auf Grund der
Reichsverdin=
gungsordnung für Bauleiſtungen durch
den, und zwar:
Schloſſer=, Tapezier= und
Inſtallations=
arbeiten (Beleuchtungsanlage, Waſſer=
Zu= und Ableitung, Abortanlage,
Her=
ſtellung der Einfriedigung (
Zimmer=
eiſerne Oeien und Herde).
Die Teilung der Arbeiten in 2 Loſe
m ird vorbehalten.
Die Ausſchreibungsunterlagen und
Aeichnungen ſind während der
Dienſt=
ſtuunden bei uns einzuſehen. Die Lei= bis zum 29. März 1928.
ſturngsverzeichniſſe werden, ſoweit der
Morrat reicht, abgegeben. Die Angebote
ſimd verſchloſſen, portofrei und mit der Heſſ. Hochbauamt Dieburg.
Mufſchrift „Angebot auf . . . . . Arbeit
zuum Beamtenwohnhaus in Groß=
Um=
ſtondt” verſehen bis zum Dienstag, den
1. März 1923, vormittags 10 Uhr,
bei uns einzureichen, worauf die
Oeff=
mung der Angebote im Beiſein der etwa
eriſchienenen Bewerber erfolgt.
Die Zuſchlags= und Bindefriſt dauert
hirs zum 26. März 1928.
(3900a
Dieburg, den 25. Febr. 1928.
Heſſ. Hochbauamt Dieburg.
Gombel.
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. der Anna Fiſcher zu
2. des Heinrich Fiſcher, Lokomotivführer, zu ⁄„,
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 12. Junk 1928, nachmittags 31 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt zum Zwecke der Aufhebung
der in Anſehung des Grundſtücks beſtehenden Gemeinſchaft
auf Antrag der Frau Margarete Fiſcher Witwe, geb.
Wem=
bacher in Sterkrade, vertreten durch Rechtsanwalt Rohde
in Darmſtadt.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
Kl. 124 St. — 6,78 im; Weißtanne bigers und den übrigen Reichten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(3928a
Darmſtadt, den 22. Februar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band XVl, Blatt 775
Betrag der
O.Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1. III 279 Hofreite Nr. 2 Moller=
197 20000 R.M.
ſtraße
Vergebung von Dauarbeitenl
Die Arbeiten des inneren Ausbaues
bei Errichtung von zwei
Beamtenwohn=
häuſern in Dieburg (eines mit 2
Vier=
zimmerwohnungen und eines mit zwei
Fünfzimmerwohnungen) ſollen in
öffent=
licher Ausſchreibung aufGrund der
Reichs=
verdingungsordnung durch die
unter=
zeichnete Behörde vergeben werden, und
zwar:
Glaſer=, Weißbinder=, Schreiner=,
Schloſſer=, Tapezier= und
Inſtallations=
arbeiten (Beleuchtungsanlage, Waſſer=
Zu= und Ableitung, Abortanlage und Süche Laden oder Etage
eine ſelbſttätige Hauswaſſerverſorgung , / 2—3 Räume für Kon ektion geeignet, mögl.
zummerwohnungen) ſollen die nachſtehen= Heizungsanlage Kachelöfen, eiſerne bald. Off. unter K 1581 an Annoncen=
Imte, Frankfurt a. M. Roßmarkt 8. /1 V.3933
Oefen und Herde).
Geſucht: wird 1=2
Die Arbeiten werden einzeln für jedes leere Zim. (auch Mſ.)
Haus getrennt vergeben. Die Ausſchrei= evtl. m. Küchenben.
dire unterzeichnete Behörde vergeben wer= bungsunterlagen und Zeichnungen ſind (Pünktl. Zahler.)
während der Dienſtſtunden bei uns ein= Angeb. u. B 32 a. d.
(45841
Glaſer=, „Weißbinder=, Schreiner=, zuſehen. Die Leiſtungsverzeichniſſe wer= /Geſch.
den, ſoweit der Vorrat reicht, abgegeben, 1 ält. beſſ. Ehepaar
Die Angebote ſind, getrennt für jedes (Privatbeamt.), ohne
Wohnhaus, verſchloſſen. portofrei mit der Kind. ſ. z. 1. April
Aufſchrift „Angebot auf . . . . . Arbeit 1928 2=4 Z.=Wohn. u. bis 7 Zimmern oder
arbeit), Heizungsanlage (Kachelöfen zum Beamtenwobnhaus 3 (4) in Die= Küche in ruh. Hauſe.
burg” verſehen bis zum Donnerstag, Ang. u. B 46 Geſch. haus mit Garten in
(3925a)
den 15. März 1928, vormitt. 11 Uhr,
bei uns einzureichen, worauf die Oeff= Bahle 200 R
Ab=
nung der Angebote im Beiſein etwa er= ſindung für 2 bis 3: B 58 Geſch. (3854
Zimmerwohnung
ſchienener Bewerber erfolgt.
Auſtermann,
Die Zuſchlags= und Bindefriſt dauert Wendelſtadtſtr. 40, In Worms u. bei
(3901a
(*5878
Dieburg, den 24. Febr. 1928.
Eine Schlafſtelle i.
Ztr. geſucht. (*5861
Gombel.
Näh. Geſchäftsſt.
Ostern 1928
Der Karneval, er iſt vorbei,
Bald legt der Has” ſein Oſterei,
Und dann gehts Töchterchen und Sohn
Gar bald zur 1. Kommunion
Es führt die Frau und ihr Gemahl
Die Kinder hin zum Abendmahl. —
Da gibt es viel noch einzukaufen,
Gar mancher will die Haar ſich raufen;
Es machen Schuh’ und Kleid ihm Sorgen,
Drum kommt zu uns, weil wir Euch borgen,
Ihr findet hier die 2 uswahl groß,
Die Qualität ſtets tadellos,
Egal ob’s Schuhe oder Kleider,
Für Knaben, Mädchen und ſo weiter;
Auch Hemden, Wäſche aller Art,
Vom einfachſten bis ganz apart,
Drum kommet gleich und kaufet ein
Ihr ſollt mit uns zufrieden ſein,
Und braucht Ihr Möbel oder Bett,
Wir liefern alles Euch komplett,
Vergeßt es nicht, es weiß faſt jeder,
Kaufet jetzt und zahlet ſpäter!
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So ſtand er lange, faſt verborgen hinter ſeiner Staffelei. Er
ſiielt den Atem an, als ob der geringſte Laut das Fluidum
ſviſchen ihm und ihr verſcheuchen könnte. Sie ſchlug die Augen
zui ihm auf, und ihre Blicke kreuzten ſich. Das Blut ſchoß ihr
uni den Kopf, als ob ſie bei einer heimlichen Sünde ertappt
Norden wäre. Einen Augenblick ſah ſie nur ſeine Augen und
ſwg begierig die Wärme ein, die ſie deutlich ſpürte. Dann ſtraffte
ſoh ihr Körper, ihre Augen glänzten, ihr Mund lachte, und ſie
oar wieder ganz das Verild ſeines Gemäldes. Ihre Stimme,
diie er ſich noch vor wenigen Augenblicken weich und mit einem
mielaucholiſchen Timbre vorgeſtellt hatte, klang jetzt perſönlich,
lnventionell, als ſie mit leiſem Spott ſagte: „Warum arbeiten
SSie nicht, Baron Kemp?”
Er legte die Pinſel aus der Hand, und während er den
Malerkittel abwarf, gab er ruhig zur Antwort:
„Sie werden diesmal mit meiner Geſellſchaft als
Privat=
iann vorlieb nehmen müſſen, Fürſtin, die Arbeit gelingt mir
beute nicht.”
Er bot ihr eine Zigarette an, und ſie ſaßen ſich eine Weile
Willſchweigend gegenüber.
Er ſah ſie immer wieder verſtohlen an. Sie ſchien es nicht
uut beachten. Ihre Blicke ſchweiften von einem der vielen
Kunſt=
gegenſtände und Bilder zum anderen; ſie ſtand auf, betrachtete
unitereſſiert ein kleines Fragment auf einer Staffelei, nahm
neu=
giierig einen indiſchen Dolch in die Hand, durchblätterte eine
Mappe mit alten Stichen, ſchlug ein Buch auf über van Gogh,
mnd indem ſie die Aſche ihrer Zigarette vorſichtig in eine ſilberne
Schale tupfte, ſagte ſie:
„Ich habe gehört, Sie ſind nicht nur Maler, ſondern auch
(Sammler. —
Wollen Sie den heutigen Ruhetag nicht benutzen, um mir
„ähre Schätze zu zeigen?"
Er ſtand ſofort auf, und ſein großer Wolfshund, der
un=
beweglich in einer Ecke gelegen hatte, erhob ſich gleichzeitig und
ſEhlich lautlos hinter ihm her.
„Ich bin glücklich darüber,” ſagte er mit einem warmen
Freitag, den 2. März 1928
Ton, „daß Sie Freude an ſolchen Dingen haben. Es iſt zwar
keine große Galerie, in die ich Sie führen kann, aber — ich habe
nur Originale und wirklich wertvolle Stücke.”
„Und da laſſen Sie mich 14 Tage bis unter das Dach fahren,
ſtillſitzen und halten die Pforten Ihres Allerheiligſten feſt
ver=
ſchloſſen!“
Er ging auf ſie zu, und als ob er ſie um Verzeihung bitten
wollte, küßte er ihre Hand.
„So ſchlimm iſt es nicht; denn ſchon in der Diele gibt es
einiges zu ſehen. Es iſt allerdings für gewöhnlich etwas dunkel
da — ich werde vorangehen und Licht machen. — Sehen Sie,
dieſe Stiche aus dem 15. Jahundert ſind Städtebilder von
Amſterdam. Dieſe Teller ſind antik Delfter Porzellan und dieſe
Uhr aus dem 14. Jahrhundert eines der älteſten Modelle, die
noch vorhanden ſind.”
Sie ſah ſich Stück für Stück an, während er fortfuhr: „Dieſe
altdeutſche Truhe gehört eigentlich nicht hier herein, aber ich habe
keinen beſſeren Platz."
Er klappte ſie auf — ſie war unverſchloſſen — und ſagte: „Es
iſt der Aufbewahrungsort für alte Zeitungen und Zeitſchriften,
die für meine Kinder mal von Intereſſe ſein könnten.”
Sie ſah ihn verwundert an:
„Sind Sie denn verheiratet?”
Nein, aber ich bin kein Junggeſelle aus Paſſion und
wünſchte —
Sie fühlte wieder ſeinen warmen Blick und wandte ſich
ſchnell ab. Sie gingen zurück in das Atelier, er zog eine Portiere
beiſeite und führte ſie in einen großen Raum, der ihm als
Bibliothek diente. Bis zur Schulterhöhe liefen Bücherregale
rings herum. Darüber war die Wand grau ausgeſchlagen, und
hier hingen die meiſten Bilder ſeiner Sammlung. Auf dem
Boden lag ein ſchwerer Perſerteppich mit dunkelrotem Muſter
und an den Seiten einige Brücken in helleren Farben. In der
Mitte ſtand ein kleiner Stutzflügel aus Mahagoni, an der Wand
waren ein paar Seſſel und ein Rauchtiſchchen aufgeſtellt, und
vor dem breiten Atelierſenſter ſah ſie einen übermäßig großen
und breiten Diwan, der mit einem eihten Kelim und vielen
bun=
ten Kiſſen bedeckt war. Er führte ſeine Beſucherin von einem
Bild zum anderen, erläuterte Eigenart und Herkunft und
er=
zählte von den Schickſalen ihrer Schöpfer.
„Sehen Sie dieſe einfachen Bäume, wie zart in den Farben,
wie primitiv, möchte ich ſagen; das iſt ein „Henry Rouſſeauf,
Seite 19
um den ſich jetzt die Sammler reißen und den bei Lebzeiten
nie=
mand kannte. Er war ein kluger, ſubalterner Beamter in Paris
und ein ganz großer Maler. Solange er lebte, fand er keine
An=
erkennung, niemand hat ihn beachtet; das traurige Schickſal eines
genialen Künſtlers.”
Die alte ſchwerhörige Haushälterin brachte den Tee herein,
und während ſie langſam und ſorgfältig auf einem runden
Tiſch=
chen ſervierte, ſetzte ſich die Fürſtin an den Flügel.
Zuerſt waren es klagende Weiſen in Moll, fremdartig,
weh=
mütig, aus einem fernen Land: flawiſche Liebeslieder.
Kemp ſtand unbeweglich in einer Ecke. Wieder ſah er dieſe
Wandlung in ihrem Geſicht, wieder die halbgeſchloſſenen,
tränen=
verſchleierten Augen, wieder den blaſſen, ſchmerzverzerrten
Mund. Welche Gedanken erfüllten ſie? Welche Erinnerungen
wurden wach?
Er dachte: Sie hat ein großes und trauriges Geheimnis. —
Leiſe und leiſer flüſterten die Saiten, decrescendo piano,
ritardand fermate.
Und dann wie ein Wirbelwind, der über die Steppen weht:
wilde Hopach=Klänge in Dur, forte erescendo fortissimo, piu
allegro, vivace. —
Tatjana ſaß noch einen Augenblick gebannt von ihrem
eige=
nen Spiel.
Kemp nahm ein paar Roſen aus einer ſchmalen Vaſe und
reichte ſie ihr. Sie ſah ihn mit dankbaren, warmen Augen an.
Er legte ſeine Hand auf die ſeidene Decke des Flügels, als ob
er ihr Kleid berührte, und ſagte:
„Welch einen Genuß verſchaffen Sie mir mit Ihrer Muſik
— — ich wünſchte — 2
„Das iſt ein hübſches Plätzchen in der Ecke”, unterbrach ſie
ihn und legte die Roſen auf den Tiſch, „ich habe zum erſten Male
das Gefühl, wirklich bei Ihnen beim Tee zu ſein.”
„Das iſt auch ſo,” gab er lächelnd zur Antwort, „denn bisher
waren Sie nur da, um gemalt zu werden. Auf alle Fälle freue
ich mich, daß Sie ſich behaglich fühlen.” Sie füllte die dünnen
Taſſen aus chineſiſchem Porzellan, und er ſah ihren Bewegungen
zu mit einem ſich immer mehr ſteigernden Gefühl des Glücks.”
„Haben Sie mir jetzt alles gezeigt?” fragt ſie auf einmal.
„Nein, das Allerheiligſte, wie Sie es nannten, werde ich
Ihnen nach dieſer kleinen Pauſe erſchließen.”
„Dann wollen wir uns beeilen,” ſagte ſie, als ſie ihre Taſſe
geleert hatte, „denn um 6 Uhr habe ich mich mit meinem Bruder
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Freitag, den 2. März 1928
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MMLttichen Nuſtengevier ſei fenrzuſreuen, daß die Engländer nur
wra 5 Mark an Fracht pro Tonne aufzubringen haben, während
e buhrkohle mit rund 9 Mark bis zur Nord= und Oſtſeeküſte
be=
ſtüet iſt. Dieſe Vorbelaſtung falle zu Ungunſten der deutſchen
oh el ins Gewicht, während die Engländer auf der anderen
eite noch ſtark im Preiſe heruntergehen, um
ui en Abſatz auszudehnen. Ein Drittel der
Nuhrkohlen=
ard erung geht in das Ausland und in das beſtrittene Gebiet.
ſürrde man den Ruhrbergbau jetzt weiter belaſten und im
übri=
n auf den Abbau der viel zu hohen Sozialabgaben nicht ſehen,
nnn müßte mit weiteren Stillegungen gerechnet werden. Die Eng=
Undzer würden die Gelegenheit benützen, die deutſche Kohle aus den
nſtrittenen Gebieten zu verdrängen. Das wiederum hätte die
rbgeitsloſigkeit von 175 000 Arbeitern im Gefolge.
Herr Dr. Brandi, der ſehr peſſimiſtiſch in die Zukunft ſchaute
nd davon ſprach, daß der Ruhrbergbau bald in der
ſe ichen Lage ſei wie die deutſche
Landwirt=
hmft, gab der Hoffnung Ausdruck, daß es zu keinerlei
Arbeits=
mwpfen lommen möge. Ausſperrungen und Streiks würden nur
n „Verluſt von Abſatzmärkten im Gefolge haben, die man
nie=
alss wieder erringen könne. Im Intereſſe der Arbeiter liege es
geworfen werden, obwohl der ganze Streit eigentlich
partei=
politiſch gar nicht aufzuziehen iſt. In ſeinen Anfängen ſtehen die
Namen der demokratiſchen Miniſter Koch, Reinhold und Geßler.
Das Kabinett Marx hat alſo lediglich eine Erbſchaft angetreten,
für deren Liquidierung es ſelbſtverſtändlich die Verantwortung
trägt, iſt aber politiſch mit der ganzen Affäre doch kaum zu
be=
laſten, was umſo eher ein Grund ſein ſollte, den ganzen Streit
zu laſſen. Mit einem Gewinn von einigen Tagen iſt eigentlich
nicht viel erreicht. Der Kanzler iſt immer noch krank und ſoweit
wir wiſſen, iſt er geſundheitlich ſo angegriffen, daß er nicht ſofort
die Dienſtgeſchäfte aufnehmen wird, ſondern erſt in Urlaub gehen
will. Das bietet die Möglichkeit, die Phöbus=Angelegenheit bom
Etat überhaupt zu trennen und erſt ſpäter zu erledigen. Soll ſie
dagegen mit dem Etat verbunden bleiben, dann kann es ſich nut
Um einen Aufſchub von Tagen handeln, der aber vielleicht ſchon
geſiugt, um wenigſtens die großen Parteien der Oppoſition
wei=
terhin zu beruhigen und auf eine Aufrollung der ganzen
pein=
ichen Angelegenheit vor der Weltöffentlichkeit zu verzichten.
ere Mißſtände bei der
tslofenunterftützung.
nachſtehende Zuſchrift:
en Regierungsparteien — Zentrum, Deutſche
Deutſchnationale Volkspartei — haben im
iterpellation eingebracht, wonach die Durchfüh=
Geſetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeits=
Folgen gezeitigt habe, die beſonders den
länd=
kt höchſt ungünſtig beeinflüſſen. In der
Inter=
r nicht nur gegenüber den ländlichen
Verhält=
enigſtens in demſelben Maße der Induſtrie und
zu ſehr zutrifft, heißt es, daß Arbeitskräfte, die
auf dem Lande und in der Forſtwirtſchaft im
haben, ſich jetzt auf Grund des Wegfalls der
ſung und wegen der höheren
Verſicherungs=
hen Arbeiten entziehen. Außerdem birgt der
e Gefahr in ſich, daß auch die bodenſtändigen
inlaßt werden, einer ſtändigen und damit ge=
Arbeit aus dem Wege zu gehen und durch
von verhältnismäßig hoch
entlohn=
beit in eine möglichſt hohe
Unterſtützungs=
um dann größeren Vorteil von der
Arbeits=
zu ziehen.
nterpellation. Und in der Tat kann es mit der
tützung, wie ſie gegenwärtig gehandhabt wird,
. Die Zahl der eine derartige Unterſtützung
Verhältnis zur Zahl der
Arbeitſuchen=
als früher, trotz eher gebeſſerter Lage des
Banz beſonders bedenklich iſt jedoch der
Um=
en Arbeitenden in die Taſche greift, um denen
zu geben, die angeſichts der beträchtlichen
men nicht arbeiten mögen. Der Nachweis
hier=
end an einigen wenigen Beiſpielen aus der
erden, die nur als Stichproben gelten ſollen,
ch tauſendfaches Material hierfür
rlichſte an der Ueberſchraubung der Unter=
Auswüchſe hervorgerufen haben, die einfach
ſehen werden dürfen, iſt die dadurch
herbei=
tung der Moral weiter Kreiſe des Volkes.
igs erwähnten Interpellation iſt nur von der
ig und der Arbeitsloſenunterſtützung” auf dem
Rede. Das muß irreführen, zumal die
In=
er Handel unter genau denſelben
nleiden. Dazu kommt, daß die Koſten der
tützung (die hinſichtlich ihres Endbetrages nicht
in den Feindbund zu zahlende Summe
aus=
t gänzlich von Unternehmern, Arbeitern und
chtländlichen Betriebe aufgebracht werden muß,
hältnismäßig wenigen Schultern, da die
Bei=
id Forſtwirtſchaft keine große Bedeutung haben.
gen die Arbeitsloſen nun zu ihren
ſtützungsſätzen? Soweit nur angängig,
Is Saiſonarbeiter in Ziegeleien, als
Bauhilfs=
eit ſie nicht ſchon von Haus eine derartige
Be=
als Maurer, Zimmermann, Steinſetzer und
Sie ſtammen oft aus ländlichen Verhältniſſen,
n Jahreszeit zu einer auswärtigen
Arbeits=
en dort doppelt ſo viel, manchmal noch mehr
Arbeiter. Sie kehren im Winter in ihre
Dör=
zurück und beziehen dann auf Grund des von
ohen Lohnes ebenſoviel an
Arbeitsloſenunter=
aheimgebliebenen für ſchwere Arbeit an Lohn
Geltung geweſene „Erwerbsloſenfürſorge‟
der „Bedürftigkeit”. Unter ihr erhielten
hoch=
beiter nur dann Unterſtützungen, wenn
nach=
nd vorlag. Damals nahmen die arbeitslos
narbeiter gerne Arbeit im Winter an, wo es
twirtſchaft, beim Wegebau uſw., ohnehin genug
aber beſteht, ganz gleich, wie hoch das
Ein=
ffenden war, ein Rechtsanſpruch auf die
r wird alſo ſchwere Arbeit tun, wenn er für
erhält, als für eine vielleicht auſtrengende
olge ſolcher Geſetzesbeſtimmungen ergibt ſich
ſen werden, daß bei einer Millionenziffer an
ge ſelbſt in kleiner Zahl kaum aufzutreiben
chen Gefühlen muß ein noch Arbeitender
die=
genüberſtehen? Kann man ermeſſen, wieviel
i jedem Tätigen ſich anſammeln muß, wenn
Arbeitslofenunterſtützung ihm noch hohnvoll
ichtstun einträglicher iſt als arbeiten?
n Vorkommniſſen und Beiſpielen dieſer Art
jur einige wenige, ſozuſagen typiſche heraus=
So ſchrieb der Bürgermeiſter einer mecklen.
burgiſchen Stadt (Grevesmühlen) ſeiner Ortszeitung folgendes:
„Ein hieſiger Erwerbsloſer hatte bisher eine
Erwerbsloſen=
unterſtützung von RM. 22.50 wöchentlich bezogen. Die
Unter=
ſtützung iſt jetzt auf RM. 31.50 erhöht und außerdem hat der
Mann eine Nachzahlung von RM. 31.— erhalten. Der
Wochen=
lohn der hier in den Forſt= und in den gewerblichen Betrieben
beſchäftigten Arbeiter beträgt RM. 26.— bis 28.— wöchentlich.
Bei dieſen Verhältniſſen kann man es dem Manne rein
menſch=
liſch nicht verdenken, wenn er lieber die höhere Unterſtützung
bezieht, als ſür einen geringeren Wochenlohn arbeitet.
Volks=
wirtſchaftlich betrachtet, muß eine
Geſetzge=
bung mit ſolchen Ergebniſſen als grober
Un=
fug bezeichnet werden. Früher wurden die
Unter=
ſtützungsſätze nach dem in der betreffenden Gegend für
un=
gelernte Arbeiter geltenden Tariflohn bemeſſen. Seit 1.
Okto=
ber 1927 werden ſie nach dem durchſchnittlichen Arbeitsentgelt
in den letzten drei Monaten berechnet.
Die im Bauhandwerk beſchäftigten Arbeiter haben
immer einen höheren Lohn bekommen, weil ſie Saiſonarbeit
hatten und im Winter nicht arbeiten konnten. Sie haben
frü=
her im Winter auch jede Arbeit, ſelbſt wenn ſie geringer bezahlt