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Nummer 57
Sonntag, den 26. Februar 1928.
191. Jahrgang
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jede Verpflichtung auf Erfüllung der
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auffräge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Banſkonio Deuſche Bank und Darm=
Kädter und National
der beutſche drnnspame i ber Sicerhensfräge.
pentivmaßnahmen wichtiger als Sanktionen. — Regionalverträge nicht das
zige Mittel, Sicherheiten zu ſchaffen. — Vertrauen zwiſchen den
Vertrags=
crinern unerläßlich. — Beſeitigung aller Konfliktsurſachen vor Schaffung der
Sicherheit erforderlich.
Die Gegenſätze zeigten ſich mit aller Deutlichkeit in der
De=
batte über die Verpflichtung zur gegenſeitigen Hilſeleiſtung, die
Die Ausſprache
Politis als einen integralen Beſtandteil aller
Regionalver=
träge bezeichnete, während v. Simſon demgegenüber hielt,
Pde Brager Memoranden. daß die Verpflichtung zur gegenſeitigen Hilfe, wenn ſie eine
Spitze gegen dritte Staaten hätte, eher das Gegenteil von Sicher=
Frage der Regionalverträge. — Deutſch= heit bedeute.
Paul=Boncour ſetzte ſich zum Schluß in längeren
franzöſiſche Gegenſätze.
Ausführungen ſehr nachdrücklich für die Aufnahme der
* Genf, 25. Februar. (Priv.=Tel.)
Die Spezialdebatte im Sicherheitskomitee iſt jetzt zu dem
qnitiſch wichtigſten Punkt der Prager Memoranden
ge=
aiggt, zu dem von Politis niedergelegten
Sicherheits=
erricht. Die Debatte heute, und vielleicht noch in den
folgen=
el- Tagen, wird ſich, in Verbindung damit, in der Hauptſache
udie Frage der Regionalverträge erſtrecken, deren
iäsgeſtaltung im Grunde der Kernpunkt aller
Sicherheitserörte=
uuigen in Genf iſt. Von ſeiten Frankreichs und der Kleinen
En=
en te verſucht man, den Abſchluß von Regionalverträgen zu
iwem Zwang zu machen, wogegen ſich Italien und Deutſchland
mk ſehr gewichtigen Gründen ausſprechen, während die
Hal=
ung Englands in dieſem Punkte noch nicht geklärt
— Die Vermittagsſitzung des Sicherheitskomitees, die an
Eleelle des erkrankten Präſidenten Beneſch von dem
Vizepräſiden=
el. Unden um 10.45 Uhr eröffnet wurde, begann mit ſehr
be=
wirkenswerten
Erklärungen des deuiſchen Oelegierien
v. Simſon.
Dieſer führte aus, der Gedanke des Ausbaues der Sanktionen,
hutt denen ein bereits ausgebrochener Krieg niedergeſchlagen
wrden ſoll, gehe wie ein roter Faden durch den Bericht von
Piolitis. Deutſchland liege es jedoch mehr an
Präventivmaß=
jühmen, durch die ein Krieg von vornherein unmöglich gemacht
vard, ſo daß ein Ausbruch ausgeſchloſſen erſcheint. An der
Er=
di hung der Sicherheit habe niemand ein größeres Intereſſe, als
gemade Deutſchland. Deutſchland ſei entwaffnet, während die
an=
durren Staaten noch nicht entwaffnet ſeien, und dieſer
Sachver=
hallt zwinge Deutſchland, mit allen ſeinen Kräften ſich mit der
Surcherheitsfrage zu beſchäftigen. Aus dem Wert, dem Deutſch=
(ymd Präventivmaßnahmen zur Verhinderung eines Krieges
bü imeſſe, ergebe ſich auch, daß es in der Idee der
Regio=
nhalverträge nicht das einzige Mittel ſehe,
Siicherheiten zu ſchaffen. Vor allem ſcheine vor dem
Abſchluß ewaiger zweiſeitiger oder mehrſeitiger Regionalverträge
eſ nes unerläßlich, nämlich das Vertrauen zwiſchen den
bu treffenden eventuellen Vertragspartnern zuerſt einmal von
Grrund auf herzuſtellen und vorher in all dieſen Fällen die
poli=
tiſſche Atmoſphäre ſo zu klären, daß jeder Konflikt ſpäter
aus=
gu ſchlofſen ſei. — Dieſe Ausführungen des deutſchen Delegierten
ſtlehen im Einklang mit dem Teil des deutſchen
Sicherheitsmemo=
rurndums, in dem geſagt iſt, daß es vor Schaffung der
Sicher=
heit vor allem darauf ankomme, alle ſpäteren Konfliktsurſachen
zn beſeitigen.
Belgiſche Vorbehalte zur Frage der
Regional=
verträge.
Hymans gab zu bedenken, daß der
Regionalis=
nans, der durch den Abſchluß von partiellen Verträgen zum
9srinzip erhoben werden ſoll, im Grunde der Idee von der
Uni=
verſalität des Völkerbundes widerſpreche und in ſeinen
Auswir=
huungen unter Umſtänden ſogar zu einer Gefahr für den
Völker=
hund werden könne. Er glaube, daß die Vorbehalte, die er
vorbringe, von dem Komitee bei der Ausarbeitung etwaiger
Modelltypen für Regionalverträge beachtet werden müßten.
Politis für Erweiterung der Sanktionen.
In ſeiner Erwiderung auf Dr. v. Simſon führte der
Be=
uichterſtatter Politis aus, daß nach ſeiner Anſicht auch
drurch Repreſſivmaßnahmen, alſo durch Erweiterung der
Sanktionen, eine Sicherheit geſchaffen werden
l önne. Politis erläuterte ſodann die verſchiedenen
Vertrags=
ucpen, die ſich als Nichtangriffsabkommen, Verpflichtungen zur
gegenſeitigen Hilfe und Verpflichtungen zu Schiedsverfahren
zu=
ſammenſetzen könnten. Nach ſeiner perſönlichen Anſicht ſtelle ein
WVertrag, der alle drei Elemente umfaſſe, das beſte Modell dar.
Dieſe Verträge könnten ſowohl zweiſeitig, als auch mehrſeitig
ſabgeſchloſſen werden. Man könnte die Verträge für regional
wenachbarte Staaten ſchaffen, ſie aber auch ſo geſtalten, daß noch
mnderen Staaten der Beitritt offen ſtehe.
Sokal und Paul=Boncour wünſchten die
Ausarbei=
tung mehrerer Vertragstypen.
Urnſte Meinungsverſchiedenheiten über die
Verpflichtung zur gegenſeitigen Hilfe. — Die
Gefahr militäriſcher Allianzen.
v. Simſon betente, daß Nichtangriffsverträge nur dann
eeinen Wert hätten, wenn ſie unter allen Umſtänden die friedlich=
RRegelung von Konflikten vorſähen, wogegen Sokal erklärte,
Cdaß Polen darüber hinaus Wert auf eine
Verpflich=
ttung zu gegenſeitiger Hilfe lege.
gegenſeitigen Hilfsverpflichtungen in die
Ver=
tragstypen, die das Komitee ausarbeiten ſoll, ein. Durch
die gegenſeitige Hilfsverpflichtung werde den
Regionalverträgen, nach ſeiner Auffaſſung, erſt die
Garantie der Sicherheit gegeben, derjenigen
Sicher=
heit, die die Staaten, was man nicht vergeſſen dürfe, ja
erſt in die Lage verſetze, ihre Rüſtungen zu
be=
ſchränken. Ohne die Gewißheit der gegenſeitigen Hilfe,
glaubt Boncouk, würden die Staaten nicht in der Lage ſein,
auf ihre jetzigen Rüſtungen zu verzichten. Der Bemerkung v.
Simſons, daß der ſo geſchaffene Regionalismus den
Univerſali=
tätsgedanken des Völkerbundes bedrohe, hielt er entgegen, daß
die Regionalverträge ja nur ein ſchwacher Erſatz für den von
Frankreich und anderen Mächten angeſtrebten General=
Mecha=
nismus der Sicherheit ſeien.
Die Quinteſſenz der heutigen Debatte, die am Montag,
16 Uhr, fortgeſetzt wird, hat ſehr lkar ergeben, daß Frankreich
und die Kleine Entente an dem Prinzip der gegenſeitigen
militä=
riſchen Hilfe und ihrer Stellung in den regionalen Verträgen
feſthält, wodurch die regionalen Verträge, wvie in dem engliſchen
Sicherheitsmemorandum ſeinerzeit ſcharf betont wurde, in die
Gefahr geraten, zu militäriſchen Allianzen zu werden.
Die Sitzutug wurde von dem Vizepräſidenten Unden um=
13.15 Uhr geſchloſſen.
Anverfrorenheiten!
Das amtliche Rußland unterſiützt die deuiſchen
Kommuniſien im Metallarbeiterſtreif.
* Berlin, 25. Febr. (Priv.=Tel.)
Herr Stalin hat es für zweckmäßig gehalten, den ſtreikenden
Metallarbeitern in Halle 20000 Mark anzuweiſen und weitere
Zuwendungen in Ausſicht zu ſtellen. Er hat dieſe „Spende”
ſo=
gar amtlich angekündigt und gleichzeitig einen „Aufruf an
Alle” erlaſſen, worin er zur Unterſtützung der
Kom=
müniſten in Deutſchland und Frankreich
auffor=
dert, weil die Maſſenausſperrungen in Deutſchland ein neues
Anzeichen der „fortlaufenden Revolutionierung” ſeien. Das iſt
ein ſtarkes Stück. Die 20000 Mark ſind natürlich ein Trinkgeld,
das bei einem Rieſenſtreik überhaupt nicht gelten würde. Auf
der anderen Seite ſind die Ruſſen finanziell ſo in der Klemme,
daß ſie größere Summen nicht flüſſig machen können. Der Zweck
der Uebung iſt alſo eine Geſte, die wie eine Ohrfeige an die
Adreſſe Deutſchlands anmutet, eben weil die ganze Sache amtlich
aufgezogen iſt. Glauben die Ruſſen wirklich, daß ſie damit ihre
Beziehungen zu Deutſchland enger geſtalten können? Darin
wer=
den ſie ſich irren. Sie wiſſen von der Ausweiſung Joffes her,
daß wir auf dieſem Gebiete ſehr empfindlich ſind, mindeſtens
ebenſo empfindlich wie die Engländer, die ſich in ihrem
Berg=
arbeiterſtreik ebenfalls die ruſſiſche Unterſtützung verbeten haben.
Auch die deutſche amtliche Politik wird ſich dieſe Einmiſchung
nicht gefallen laſſen.
Ein deuiſchfeindliches Manifeſi des eſtländiſchen
Staatspräfidenten.
* Berlin, 25. Febr. (Priv.=Tel.)
Es ſcheint wirklich, als wenn jede kleine Republik es ſich
leiſten zu können glaubt, Deutſchland mit Fußtritten zu
behan=
deln. Anders iſt es nicht verſtändlich, daß jetzt auch die Eſten
bei der Feier ihrer zehnjährigen Selbſtändigkeit durch ihren
Staatspräſidenten ein Manifeſt erlaſſen haben, das ſogar im
Parlament verleſen wurde, das von Deutſchfeindlichkeiten
gerade=
zu ſtrotzt. Angriffe gegen die „ſiegreichen deutſchen
Militärfüh=
rer” ſind geradezu maſſiert. Im Zuſammenhang damit wird von
der „erniedrigenden Ungerechtigkeit” geſprochen, die nur durch den
Zuſammenbruch der deutſchen Militärherrſchaft beendet wurde.
Tatſächlich weiß jedes Kind in Eſtland, daß die Entwicklung ganz
anders gegangen iſt. Es hat niemals einen eſtländiſchen Staat
gegeben. Das Land iſt durch den Deutſchorden koloniſiert
wor=
den, im Krieg und nach dem Krieg zweimal von der deutſchen
Armee aus der Hand der Kommuniſten gerettet worden. Damals
ſind die Deutſchen geradezu als Befreier gefeiert worden. Auf
Dank darf man aber in der Politik nicht rechnen. Es verdient
aber doch feſtgehalten zu werden, daß die Eſten die Rettung des
Volkes durch die Deutſchen mit dem nationalen und
wirtſchaft=
lichen Vernichtungskampf gegen die baltiſchen Deutſchen
beant=
worteten und jetzt ſogar nur Beleidigungen für uns übrig haben.
Das iſt eine bewußt unfreundliche Haltung Deutſchland
gegen=
iber, und die deutſche Geſandtſchaft hat recht Laran
getan,,wenn ſie unter dieſen Umſtänden allen Feſt
lichkeiten fernblieb. Auch hier wird die deutſche
Regie=
rung offizielle Schritte unternehmen müſſen.
Die Woche.
Trotz Genfer Sicherheitskomitee und Aman Ullahs Rundreife
durch Europas Hauptſtädte hält die Stagnation auf dem Gebiete
der europäiſchen Außenpolitik an, die wir aus zur Genüge
be=
kannten Gründen nun ſchon ſeit Monaten feſtſtellen können. Nur
hin und wieder beleuchtet irgend ein Ereignis blitzlichtartig die
Gefahren, welche die europäiſche Lage heute noch wie ſchon ſeit
Jahren in ſich birgt. Sie liegen in den unmöglichen Bedingungen,
welche die Friedensverträge von Verſailles, St. Germain und
Trianon den Unterlegenen auferlegen, und kein noch ſo
ausge=
klügeltes Vertragsfyſtem wird ſie beheben können, ſolange man
ſich ſcheut, das Uebel an der Würzel zu faſſen. In Szt. Gotthard,
einer kleinen öſterreichiſch=ungariſchen Grenzſtation, hat man
be=
kanntlich vor wenigen Wochen eine angeblich, für Ungarn
be=
ſtimmte Waffenſendung feſtgeſtellt. Eine Waffenſendung aus
Italien. Darüber beſtehen keinerlei Zweifel. Richtig iſt auch, daß
Ungarn der Vertrag von Trianon hinſichtlich der Bewaffnung
Beſchränkungen auferlegt, ähnlich, wie uns der Vertrag von
Ver=
failles. Es iſt nicht weiter verſpunderlich, daß ſich alsbald die
bis an die Zähne gerüſteten „ſiegreichen” Nachbarſtaaten
Un=
garns in ihrer „Sicherheit” bedroht fühlten und ein gewaltiges
Geſchrei erhoben. Inveſtigation des Völkerbundes? Sie direkt
zu beantragen, hütete man ſich denn allerdings doch, nachdem
von London aus recht deutlich abgewinkt worden war.
Immer=
hin wandte man ſich nach Genf, und damit begannen erſt die
eigentlichen Schwierigkeiten. Aus der an ſich nicht gerade
welt=
erſchütternden Angelegenheit wurde eine hochpolitiſche Aktion.
Wenn der Völkerbund angerufen wird, muß er den entſtandenen
Streit zur allgemeinen Zufriedenheit ſchlichten, denn der Genfer
Bund hat Preſtige=Erfolge nötiger als manche Großmacht. Das
iſt die Theſe des Qugi d’Orſay, eines der Leitmotive der
fran=
zöſiſchen Außenpolitik. Ganz abgeſehen davon, daß ſich das ſo
ſicherheitsbedürftige Frankreich von vornherein ſehr lebhaft für
die nach Ungarn dirigierten Maſchinengewehre intereſſiert hatte
— wegen des Abſenders. Die Gegenſätze zwiſchen Frankreich
uud Italien beſchränken ſich ja nicht nur auf das weſtliche
Mittel=
meer. Gerade in Südoſteuropa iſt die Konkurrenz am ſchärfſten,
und ſo wäre man in Paris nicht traurig geweſen, wenn man
durch die Maſchinengewehre von Szt. Gotthard einen Trumpf
gegen die lateiniſche Schweſter in die Hände bekommen hätte.
Was natürlich nicht heißen ſoll, daß die Franzoſen nun etwa
beabſichtigt hätten, den Völkerbund unmittelbar gegen Italien zu
hetzen. Dazu iſt Herr Briand zu vorſichtig, dazu kennt er das
Temperament ſeines Freundes Muſſolini zu gut. Gegen eine
derartige direkte Aktion ſprach auch die ſchon oben angedeutete
Tatſache, daß die Engländer zbſolut keine Luſt zeigten, das heiße
Eiſen einer Völkerbundsinveſtigation aus einem ſo
unbedeuten=
den Anlaß anzufaſſen und den Franzoſen zuliebe einen
Präze=
denzfall — für eine gelegentliche Aktion gegen
Deutſchland — zu ſchaffen. So war immerhin die
Möglich=
keit gegeben, daß die ganze Sache noch ausging wie das bekannte
Hornberger Schießen, als eine neue Komplikation eintrat. In
Budapeſt, wo man die allgemeine Situation natürlich auch kennt,
hatte man die Angelegenheit von vornherein offenbar nicht allzu
tragiſch genommen, auch die drohende Völkerbundsaktion nicht
und ſo erlaubte man ſich denn einen kleinen Witz, indem man
die fragliche Waffenſendung als unbeſtellbar kurzerhand
meiſt=
bietend verſteigerte! Für 1800 Pengö war das corpus delicti
aus der Welt geſchafft. Dieſe Welt aber hatte nicht ſo viel Sinn
für Humor wie die Budapeſter Staatsmänner, und auf Betreiben
von Herrn Briand erhob der Präſident des Völkerbundsrates,
der chineſiſche Delegierte Tſcheng Lo, alsbald dringlichen
Ein=
ſtruch gegen das Vorgehen der ungariſchen Regierung. Ob das
nun gerade eine fehr glückhafte Tat war, muß doch recht
zweifel=
haft erſcheinen, denn erſtens wird dadurch an den Dingen ſelbſt
kaum viel geändert, und zweitens iſt dadurch ein heftiger Streit
um die Kompetenzen des Völkerbundes überhaupt entbrannt,
und das mit vollem Recht. Wo kämen wir hin, wenn der
Präſi=
dent des Völkerbundsrates aus eigener Machtvollkommenheit
irgendeinem Staat Anweiſungen irgendwelcher Art geben wollte!
Der Präſident des Völkerbundsrates kann doch unmöglich
die Befugniſſe des Rates ſelbſt haben, und wenn ein dringender
Fall vorliegt — und über die Dringlichkeit dieſes Falles läßt ſich
wohl ſtreiten —, kann er höchſtens den Völkerbundsrat alsbald
einberufen. Nun wird allerdings verſichert, daß Herr Tſcheng Lo
ſich vor Abſendung ſeines Telegramms nicht nur mit Briand
derſtändigt, ſondern auch die in Genf weilenden Ratsmitglieder
Beneſch und Politis um Rat gefragt habe. Das ändert aber
weder formell noch ſachlich irgend etwas, und man kann ſich
nicht gut vorſtellen, daß man im Foreign Office bereit wäre, dem
Präſiventen des Völkerbundsrates neue Befugniſſe einzuräumen,
die ihm erlauben würden, über engliſche Wünſche einfach zur
Tagesordnung überzugehen. Aus geringfügigem Anlaß ſind
wie=
der einmal Komplikationen entſtanden, die ſich in ihrer
Trag=
weite vorerſt noch in keiner Weiſe abſchätzen laſſen, Komplikationen,
die auch für uns, die wir Mirglieder des Völkerbundsrates ſind,
von ganz außerordentlicher Bedeutung ſind. Wie jedes Mitglied
des Völkerbundes, haben auch wir die Aufgabe, darauf
hinzu=
wwirken, daß der Völkerbund zu dem wird, was er ſein will und
ſoll: einem Inſtrument des Völkerfriedens und nicht einem
Machtinſtrument der franzöſiſchen Politik.
Die moderne Weltpolitik treibt dahin, möglichſt ſtarke Kräfte,
ganze Erdteile, wirtſchaftlich und politiſch zuſammenzufaſſen.
Von einem ſolchen Zuſammenſchluß der europäiſchen Staaten
ſind wir zum guten Teil dank der famoſen „Friedensverträge‟
noch weit entfernt. Aber auch der von den Nordamerikanern
angeſtrebte Zuſammenſchluß der amerikaniſchen Völker, die
pan=
amerikaniſche Union, liegt noch im weiten Feld. Das hat die
Konferenz von Habana, für die ſich die europäiſche
Oeffentlich=
keit viel zu wenig intereſſiert hat, ziemlich deutlich erwieſen. Der
Gegenſatz zwiſchen dem angelſächſiſchen Norden und dem
ſpani=
ſchen Süden beſteht fort, und wenn die Vereinigten Staaten
unſtreitig gewiſſe Erfolge erzielen konnten, ſo gelang dies nur
durch den ſtarken wirtſchaftlichen Druck, den man von New York
her auszuüben in der Lage war. Anleihen im Betrage von nicht
weniger als 336 Millionen Dollar, von denen allein 110 auf
Argentinien entfallen, wiegen immerhin ſchwer. Nicht Waſhing=
Seite 2
Sonntag, den 26. Februar 1928
Nummer 57
ton, ſondern Wall Street hat ſich in Habana durchgeſetzt. Das
ſollte auch uns Europäer nachdenklich ſtimmen, ſollte uns lehren,
die Gefahren der Zukunft zu erkennen. Vorläufig aber kann im
belgiſchen Senat noch ein Senator, Mangette mit Namen,
er=
klären, daß das deutſche Volk ſeinem ganzen Weſen nach ſchuftig
ſei, daß die belgiſche Broſchüre über Loewens Zerſtörung mit
allem Nachdruck verbreitet werden müſſe und daß es ein Zeichen
der immer wiederholten deutſchen Unverſchämtheit ſei, wenn der
deutſche Geſandte v. Keller ein Verbot des Cavell=Films erreichen
wolle.
In Deutſchland haben wir allerdings wenig Zeit, uns mit
all dieſen Dingen eingehend zu befaſſen. Unter dem ſtarken Druck
des Reichspräſidenten hat der deutſche Reichstag ſich ſchließlich
entſchloſſen, ein Notprogramm, d. h. in erſter Linie den
Reichs=
haushalt, noch vor dem Auseinandergehen zu erledigen. Im
übrigen aber beſchäftigt man ſich nach und nach mit
Wahlvorbe=
reitungen. In Brandenburg hat man z. B. eine eminente Gefahr
für den Beſtand der deutſchen Republik entdeckt. Man hat mit
Schaudern bemerkt, daß dort noch immer das alte Wappen in
Geltung iſt, das einen roten Adler mit — Kurhut und Szepter
zeigt. Das iſt allerdings entſetzlich, und ſo haben denn, Gott ſei
Dank, unſere geſinnungsrüchtigen Republikaner im
Provinzial=
landtag dringend verlangt, daß dem roten Adler, den man zu
akzeptieren bereit wäre, ſein Kurhut und ſein Szepter
abgenom=
men werden ſoll. Und dieſer Antrag auf „Angleichung des
Pro=
inzialwapbens an die retublikaniſchen Hoheitszeichen” iſt, wie
das „deutſche Weltblatt”, das „Berliner Tageblatt”, ſeinen Leſern
in fettem Druck ſchaudernd mitteilt, abgelehnt worden. Ja, wir
haben ernſte Sorgen im Deutſchen Reich!
A.
Die Faſſung des Kongreß=Ausſchuſſes.
Waſhington, 25. Februar.
Die Beratungen der Delegierten beider Kongreßhäuſer über
das Freigabegeſetz wurden geſtern abgeſchloſſen. Die Delegierten
haben bezüglich der Beſeitigung der Unterſchiede in den vom
Repräſentantenhaus und vom Senat angenommenen Endürfen
der Freigabebill beſchloſſen: Die Erllärung, daß Amerikas
Poli=
tik gegen die Konfislation von Privateigentum ſei, die der Senat
aus der Vorlage des Repräſentantenhauſes geſtrichen hatte
bleibt geſtrichen; der Zuſatz des Senats, wonach an den
Präſi=
denten das Erſuchen gerichtet werden ſoll, zwecks Zulaſſung
ver=
ſpätet angemeldeter amerikaniſcher Forderungen bis zum 1. Juli
1928 mit der Reichsregierung zu verhandeln, bleibt beſtehen.
Alle im Senatsentwurf enthaltenen Beſtimmungen über die
Freigabe des öſterreichiſchen und des ungariſchen Eigentums
bleiben beſtehen. Der Senatszuſatz, daß das deutſche Eigentum,
welches innerhalb eines halben Jahres nach dem Inkrafttreten
des Geſetzes zurückverlangt wird, als Eigentum des Deutſchen
Reiches betrachtet und zur Befriedigung amerikaniſcher Anſprüche
verwendet werden ſoll, bleibt beſtehen, jedoch wurde die Friſt
auf ein Jahr verlängert; der Senatszuſatz, der die Rückgabe der
deutſchen Vermögen unter 2000 Dollar ohne die 20 Prozent
Ab=
zug zuläßt, bleibt beſtehen. Beſeitigt wurde die vom
Senats=
plenum eingefügte Beſtimmung, daß die deutſchen
Verſicherungs=
geſellſchaften ihr Eigentum nur dann zurückerhalten ſollten, wenn
über die gegen ſie aus dem Bvand von San Franzisko im
Jahre 1996 noch ſchwebenden Anſprüche durch Vergleich oder
gerichtlich endgültig entſchieden ſei.
Truppenparade in Döberitz.
Berlin, 25. Februar.
Geute vormittag 11½ Uhr begannen auf dem
Truppen=
übungsplatz die militäriſchen Veranſtaltungen, die dem König
von Afghaniſtan einen Einblick in die Organiſation der
Reichs=
wehr geben ſollen. Reichspräſident von Hindenburg,
Reichswehr=
miniſter Groener und General Heye begrüßten den in
Felduni=
form erſchienenen König und ſeine Begleitung. Dem König
wurde eine Angriffsübung vorgeführt, an der ſich das
Infan=
terieregiment 9, das Reiterregiment 4, eine Abteilung
Feldartil=
lerie und eine Nachrichtenkompagnie beteiligten. Mit größtem
Intereſſe verfolgte der königliche Gaſt den Verlauf des Gefechts.
Nach der Uebung fand ein Vorbeimarſch ſämtlicher verſammelter
Truppenteile unter dem Kommando des Kommandeurs der
3. Dipiſion, Generalleutnants Haſſe, vor dem König und dem
Reichspräſidenten ſtatt, ſeit 1914 die erſte Parade deutſcher Trup=
Vom Tage.
Das Auswärtige Amt beſtätigt das Gerücht, daß der
gegen=
wärtige Botſchafter Groß=Britanniens in Madrid,
Sir Horace Rumbod, zum Botſchafter in Berlin
aus=
erſehen ſei.
Der afghaniſche König wurde von der Techniſchen
Hochſchule Berlin zum Dr. Ing. ehrenhalber
er=
nannt.
In der königlich afgbaniſchen Geſandtſchaft in
Berlin fand geſtern abend ein Feſteſſen ſtatt, zu dem das
afgha=
niſche Herrſcherpaar eingeladen hatte.
Der Präſident des Reichslandbundes, Hepp, iſt der
chriſtlich=
nationalen Bauernpartei beigetreten. Hepp gehört im
gegenwärtigen Reichstag der Deutſchen Volkspartei an.
Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Rat der
Sowjet=
union dem Poſtkommiſſariat die Genehmigung erteilt,
Briefmar=
ken mit dem Bildnis des Schriftſtellers Maxim
Gorki auszugeben.
Von zuverläſſiger Seite verlautet, daß nach den Seim= und
Senatswahlen am 4. und 11. März der Berliner
pol=
niſche Geſandte und Bevollmächtigte, Miniſter Dr. Olszewſki,
ſeinen Poſten verlaſſen wird. Als ausſichtsreichſter
Kandidat wird Fürſt Januſz Radziwill genannt.
Die franzöſiſche Kammer hat emen Antrag auf
Er=
höhung der Zölle der aus Deutſchland
eingeführ=
ten Weine um 20 Prozent abgelehnt.
Der Auſtralienflieger Hinkler iſt wohlbehalten
in Camonweal (Queensland) eingetroffen, nachdem er
die Nacht in Alexandra=Station zugebracht hatte. Seine Notlandung
war auf ſtrenge Kälte und mangelnde Orientierung in der großen
Dumkelheit zurückzuführen.
Nach einer Meldung aus Tokio ſoll der jabaniſche
Premier=
miniſter Tanaka entſchloſſen ſein, trotz des
Aus=
falls der Wahlen im Amte bleiben. Er hoffe, ſich die
Unterſtützung der Unabhängigen ſichern zu können.
penteile vor einem fremden Staatsoberhaupt. Im feſtlich
ge=
ſchmückten Offizierskaſino in Döberitz gab nach den militäriſchen
Veranſtaltungen Reichspräſident von Hindenburg ſeinen Gäſten
ein Frühſtück, an dem ungefähr 120 Perſonen teilnahmen.
An=
ſchließend begab ſich König Aman=Ullah heute nachmittag zu
einem Beſuch der Groß=Funkſtation nach Nauen, wo er die Sende=
und Empfangseinrichtungen beſichtigte. An der Beſichtigung
nahm auch der Berater des afghaniſchen Königs in allen
tech=
niſchen Fragen der Elektrizität und des Telegraphenweſens,
ein deutſcher Ingenieur, teil. Am Montag will der König das
Siemenswerk beſichtigen.
Reformen der Oeutſchen Reichspoſt.
Berlin, 25. Februar.
Bei der geſtern abgehaltenen Sitzung des Verwaltungsrates
der Reichspoſt, die der Beratung und Feſtellung des
Nachtrags=
haushalts für 1927 und des Haushalts für 1928 galt, gab der
Reichspoſtminiſter eine Darſtellung über die Wirtſchafts= und
Verkehrslage der Reichspoſt. Der Miniſter führte u. a. aus: Der
Verkehr hat ſich im letzten Vierteljahr günſtig entwickelt und iſt
gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres allgemein
ge=
ſtiegen. Die Poſtgebührenerhöhung hat weder einen ungünſtigen
Einfluß auf die allgemeine Preisbildung, noch einen
Verkehrs=
rüchgang gebvacht. Die Reichspoſt arbeitet planmäßig an der
Reform und Rationaliſierung der Vewwaltung und des Betriebs.
Vom 1. April ab wird durch Erhöhung der Zuſtändigkeiten der
Oberpoſtdirektionen das Reichspoſtminiſterium um etwa 115
Kräfte verringert werden. Die vorhandenen 36
Betriebswverk=
ſtätten werden auf 5 herabgemindert. Durch Vereinfachung ſind
im letzten Vierteljahr 740 Kräfte geſpart worden. Im
Poſtſcheck=
betrieb wurde eine Perſonalerſparnis von 30 Prozent erzielt. Die
Durchführung der Verkehrsverbeſſerungen wurde fortgeſetzt, die
Umgeſtaltung des Landpoſtweſens begonnen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung des Verwaltungsrates der
Reichspoſt wurde eine Entſchließung angenommen, die die
Reichs=
poſtverwaltung erſucht, die Grundgebühr für Wenigſprecher zu
ermäßigen, ſowie die Dienſtſtunden bei den kleinen Aemtern zu
verlängern, und die kleinen Ortsbetriebe baldmöglichſt in
Selbſt=
anſchlußbetriebe umzuwandeln. Ueber die Wirtſchaftlichkeit des
Rundfunks ſoll bald eine Ausſprache ſtattfinden. Anträge die
im Etat vorgeſehene Anleihe von 50 Millionen auf 80 oder 100
Millionen zu erhöhen, wurden abgelehnt, nachdem der
Reichspoſt=
minifter ſich gegen dieſe Anträge ausgeſprochen hatte. Abgelehnt
wurde ein Antrag, die Ablieferungen an das Reich von 100 auf
70 Millionen herabzuſetzen. Mitgeteilt wurde noch, daß ſich die
Reichspoſt an einem Unternehmen zur Gewinnung von
Betriebs=
ſtoff aus Braunkohle beteiligen wolle, um ſich vom
Auslands=
bezug unabhängig zu machen. Der Etat der Reichspoſt für 1928
wurde ſchließlich angenommen. Damit waren die Beratungen
des Verwaltungsrates der Reichspoſt beendet.
* Der Endkampf.
Wiederzuſammentritt des Reichstages am
Montag. — Vor der Regierungserklärung. —
Reichstag und Reichspräſident.
Am Montag nimt nun der Reichstag ſeine Beratungen
wieder auf. Er wird als erſtes gleich die
Regierungser=
klärung anhören und gleichzeitig die Geſetze des
Notpro=
gramms erhalten. Eine mehrtägige „große Ausſprache” wird ſich
anſchließen, worin ſicher noch einmal die Erregung nachklingt,
die durch die Löſung der bisherigen Koalition entſtanden iſt.
Vielleicht zeigt ſich dabei ſchon, welche Ausſichten für die
Durchführung der Vorlagen überhauwt beſtehen. Das
Kabinett hat die Verabſchiedung erſt am Samstag nachmittag
vorgenommen und dabei gleichzeitig den Wortlaut der
Kanzlererklärung feſtgelegt, ein Beweis, daß es ſchon in
dieſem kleinen Kreis nicht leicht war, zu einer Verftändiung zu
kommen. Und doch iſt das Kabinett das einzige, was von der
ehemaligen Mehrheitsregierung übriggeblieben iſt. Es zeigt ſich
immer ſtärker, wie recht wir hatten, als wir das Zentrum vor
einer vorzeitigen Kündigung der Koalition warnten. Aus
Staats=
gefühl heraus hätte es die Kündigung ſolange zurückſtellen
müſſen, bis die dringendſten Aufgaben wenigſtens erledigt waren.
Dann hätte das Kabinett bei der Verabſchiedung eines
Notpro=
gramms wenigſtens eine Unterſtützung gehabt, während es
eigent=
lich jetzt in der Luft hängt und nicht einmal der eigenen Parteien
ſicher iſt, geſchweige der Zuſtimmung der Oppoſition, die zwar
keine Schwierigkeiten machen will, aber ſich doch vollkommen freie
Hand vorbehalten hat.
Kein Wunder, daß unter dieſen Umſtänden der Skeptizismus
den nächſten Wochen gegenüber immer ſtärker wird, da die
Par=
teien der alten Koalition ſich zudem immer
wei=
ter auseinanderreden. Graf Weſtarp hat noch einmal
den Verſuch einer Annäherung gemacht, wird aber von der
„Germania” mit kaum mehr zu überbietender Schroffheit
zurück=
gewieſen. Das Zentrum denke gar nicht daran, an der Seite der
Deutſchnationalen und für die verfloſſene Koalition in den
Wahl=
kampf zu ziehen. Die Deutſchnatiovalen müſſen ſich alſo ſchon
damit abfinden, daß das Zentrum von ihnen nichts, mehr wiſſen
will, nicht ſo ſehr aus ſachlichen Gründen, aber das Zentrum
ſteht nun einmal unter der Peitſche der ſozialdemokratiſchen
Agi=
tation und muß aus parteitaktiſchen Gründen die Beziehungen
nach rechts möglichſt kühl geſtalten, während es den
Sozialdemo=
kraten gegenüber zu größerem Entgegenkommen bereit iſt. Die
Deutſchnationalen geraten dadurch einigermaßen in die Klemme.
Sie waren in der vergangenen Woche für ſofortige Auflöſung,
weil ſie ſich davon einen gewiſſen Elan in ihren Wahlkreiſen
ver=
ſprachen. Nachdem der Zeitpunkt verpaßt war, würden ſie am
liebſten im Herbſt wählen, jedenfalls haben ſie ſich mit
Maiwah=
len noch nicht abgefunden. Vielleicht iſt das nun wieder ein
Grund für die Sozialdemokraten, auf dieſen Termin zu drücken.
Man beſchäftigt ſich ſchon lebhaft mit dem Gedanken, was
werden ſoll, wenn das Notprogramm an dem
Agitationsbedürfnis der Parteien ſcheitert.
Die „Kreuzzeitung” geht davon aus, daß dann auch die
Zuſiche=
rungen über die Auflöſung des Reichstages im März hinfällig
ſeien, weil die vereinbarte Auflöſung in engſter Wechſelwirkung
mit der Erledigung des Notprogramms ſtehe. Das Blatt ſtellt
auch die Frage, ob der Reichspräſident die von ihm gegebene
Zu=
ſage für die Auflöfung bei einer Verſchleppung des
Notpro=
gramms aufrecht erhalten könne, denn gerade er habe auf die
Er=
ledigung gedrängt und dränge noch heute darauf. Die „
Kreuz=
zeitung” deutet an, daß hier unter Umſtänden Konflikte in
Aus=
ſicht ſtehen, die nicht abzuſehen ſind. . Im Kabinett war die
Meinung vorherrſchend, daß der Reichstag auch dann aufgelöſt
werden müſſe, wenn das Notprograinm nicht unter Dach zu
brin=
gen ſei, weil dann der Reichstag ſich totgelaufen hat, und
irgend=
welche Arbeitsmöglichkeiten in dieſem ſterbenden Parlament nicht
wehr vorhanden ſind. Da der Reichspräſident auf die Erledigung
des Programms entſcheidendes Gewicht legt, kann es tatſächlich
zweifelhaft ſein, ob er ſich einfach damit abfindet, daß die
Par=
teien aus Undiſzipliniertheit oder Unfähigkeit ihm das
Pro=
gramm vor die Füße werfen. Schließlich hat ja auch der
Reichs=
präſident bei einer vorzeitigen Auflöſung das entſcheidende Wort
zu ſprechen. Das iſt eines der wenigen Rechte, die er hat, und
ſein Eingreifen in den letzten Wochen hat gezeigt, daß er
ent=
ſchloſſen iſt, ſeinen Willen unter Umſtänden dem Willen der
Par=
teien gegenüberzuſtellen.
*In der Schatzkammer des Erzes.
* Von unſerem Sonderberichterſtatter
Fritz Löwe.
Narvik.
Aus blauen Fernen ſteigen die Erzberge Kirungs empor. Wo
heute Kiruna ſteht, die rieſigen Erzfelder Lapplands ſich breiten,
dehnte ſich noch vor dreißig Jahren die Felſenwildnis, in der als
einzige Bewohner nomadiſierende Lappen mit ihren
Renntier=
herden umherzogen. Hierauf deuten noch Namen wie
Kirung=
vaara Felſenberg, Haukivaara Ziegenberg, Luoſſavaara Lachsberg.
Wohl wiſſend, daß die Kunde von Erzfunden Scharen von
Arbeitern und Koloniſten nach Lappland locken würde, und die
Lappen Gefahr liefen, aus ihrem guten Weideland verdrängt zu
werden, hielten ſie die Erzfunde geheim. Aber auf die Dauer
war eine ſolche Geheimhaltung unmöglich. Man fand am Fuße
des Erzberges große Maſſen reinen Eiſenerzes, die durch
Un=
wetter und Schneeſchmelze von der Spitze des Berges
herab=
gerollt waren. Da wurde man aufmerkſam. Bereits im Jahre
1736 unterſuchte eine Kommiſſion der ſchwediſchen Regierung das
Gebiet. Aber erſt im Jahre 1754 wurde, wenn auch in kleinem
Maßſtabe, mit der Förderung begonnen. Das gebrochene Erz
mußte jedoch per Renntiertransport bis zum Tornea=Elf geſchafft
werden, was ſich auf die Dauer zu langwierig und auch zu
teuer geſtaltete.
Lange Jahre war dann der Erzberg infolge ſeiner
abge=
legenen Lage in der Wildnis und dem gänzlichen Mangel an
jeder Kommunikation in tiefem Dornröschenſchlaf verſunken.
Seine reichen Schätze ſchlummerten ungehoben.
Erſt als die Möglichkeit einer Eiſenbahnverbindung zwiſchen
dem Bottniſchen Meerbuſen und dem Atlantiſchen Ozean
auf=
tauchte, begann in weiten Kreiſen das Intereſſe für den
Zauber=
berg wieder aufzuleben. Im Jahre 1875 fand auf Koſten der
ſchwediſchen Regierung eine eingehende wiſſenſchaftliche
Unter=
ſuchung des Berges ſtatt, wobei ungeheure Erzlager feſtgeſtellt
wurden.
Im Jahre 1898 nahm der ſchwediſche Reichstag das Projekt
des Baues der Staatsbahn Gällivare=Reichsgrenze an.
Gleich=
zeitig beſchloß die norwegiſche Regierung, eine Bahn von der
ſchwediſchen Grenze bis zum Ofoten=Fjord zu bauen. Hierdurch
fand Kiruna Anſchluß an das ſchwediſche Eiſenbahnnetz und dem
eisfreien norwegiſchen Hafen Narvik. Aber erſt im Jahre 1896
begann man unter Leitung des Staats=Geologen Dr.
Lundbohm=
energiſch mit dem Abbau des Erzberges.
Kirunavaara, in der Abbürzung Kiruna, das an Erzreichtum
ſeinesgleichen in der Welt ſucht, liegt nördlich des Polarkreiſes
in der Provinz Lappmarken zwiſchen dem Flüſſen Torneo= und
dem Kalix=Elf, 1542 Kilometer von Stockholm, 170 Kilometer von
Narvik entfernt. Das Eiſenerz bildet einen langgeſtreckten
Berg=
rücken, deſſen höchſte Erhebung, „der Staatsrat”, ſich bei Beginn
des Abbaues 748 Meter über dem Meere erhob. Der
Berg=
rücken, an dem das Erz an vielen Stellen völlig frei zutage tritt,
iſt zirka 3,5 Kilometer lang. Bis in welche Tiefen das Erz reicht,
weiß man nicht genau. Durch Diamant=Bohrungen hat man
jedoch feſtgeſtellt, daß es ſich bis zu einer Tiefe von 300 Metern
unter dem Spiegel des zu Füßen des Erzberges liegenden Sees
von Luoſſojärvi findet. Man ſchätzt die im Berge ruhende
Eiſen=
eizmenge auf zirka 1200 000 000 Tonnen, wovon bis jetzt erſt
zirka 30 000 000 Tonnen gebrochen ſind.
Der geſamte Abbau des ſich wegen ſeines hohen
Eiſenerz=
gehaltes (65—67 Prozent) hervorragend zur Verhüttung
eiguen=
den Erzes geſchieht im offenen Tagbau, und zwar in
terraſſen=
förmigen Abſätzen von 15—20 Meter Höhe.
Nähert man ſich Kiruna, ſo hat man das Gefühl, ſich im
Zentrum eines Schlachtfeldes zu befinden. Dumpfes Rollen
er=
ſchüttert die Luft, Maſchinengewehre knattern. Der Erdboden
zittert. Auf der Spitze des Berges zucken blutrote Blitze. Das
Krachen ſchwerer Exploſionen iſt weithin vernehmbar. Täglich
finden auf den Erzfeldern ausgedehnte Sprengungen ſtatt. Der
Verbrauch an Sprengſtoff iſt ganz enorm; er beträgt bis 1000
Kilogramm pro Tag.
Alle zum Abbau des Erzes notwendigen Bohrungen ge
ſchehen vermittels Maſchinen, die mit komprimierter Luft be
trieben werden, die vermittels langer Rohrleitungen von de
Kraftſtation am Fuße des Berges bis zu den Bohrmaſchinen ge
leitet wird. Der ganze Betrieb auf dem Erzberg iſt mit der
vollkommenſten techniſchen Einrichtungen und den modernſter
Neuerungen ausgeſtattet.
In einer Paufe zwiſchen den Sprengungen fahre ich mit dem
leitenden Ingenieur mit der Bergbahn aufwärts. Unter ſeiner
fachmänniſchen Führung durchwandere ich die geheimnisvollen
Labyrinthe des ausgedehnten Erzberges. Steile Holztrepden
führen zum Gipfel. Wo noch vor wenigen Minuten das Krachen
der Exploſionen die Luft erſchütterte, herrſcht jetzt tiefer Friede,
Beim Wandern über das Plateau kommt man ſich vor wie der
verwunſchene Märchenprinz. Ein eigenartiger Zauber liegt über
dieſer grandioſen Schatzkammer des Erzes.
Von den Wänden blitzt und funkelt es, als hätten die alten
Lappengötter ihr Geſchmeide ausgebreitet, als wären die von
Berggeiſtern in tiefen Klüften verborgenen Schätze über die
Hänge geſtreut.
Die Ausſicht von der Spitze des Berges in der reinen, klaren
Luft iſt von zauberiſcher Schönheit. Ringsum dehnt ſich die wilde,
lappländiſche Landſchaft. Da blinken ſchneebedeckte phantaſtiſch
geformte Gebirgsketten, da funkeln unergründliche, tiefe
Alp=
ſeen. Und das iſt das Ergreifende bei der Wanderung über der
ſagenhaften Zauberberg, daß dieſe Welt der Arbeit umrahmt iſt
von dem herrlichſten Alpenpanorama.
Helle Trompetenſignale ſchallen warnend zu uns empor
Eine größere Sprengung ſteht bevor. Um an die Erze
heranzu=
kommen, muß erſt der umgebende Geſteingürtel geſprengt werden.
In ſicherer Deckung warten wir die Exploſion ab. Plötzlich
zün=
geln Feuerſäulen aus dem Bergrücken, rote Zungen laufen
glühend den Abhang entlang. Unter ohrenbetäubendem Krachen
ſtürzt ein Teil der Terraſſe zuſammen.
In wildem Durcheinander liegt das Geſtein zu Hügeln
ge=
türmt. Dann fahren Batterien elektriſch betriebener Mammut=
Schaufeln an. Wie drohende Ungeheuer recken ſie ſich. Wie ſtarke
Rieſen arbeiten ſie mit übermenſchlichen Kräften. Hungrig füllen
ſie ihre Rieſenmäuler und werfen das Erz auf die bereitſtehenden
Transportwagen. Kleine elektriſche Lokomotiven führen dieſe in
das Zerkleinerungswerk. Das zerkleinerte Erz fällt in tiefe
Schächte, die in einen in den Berg geſprengten Eiſenbahntunnel
münden. Aus dem Tunnelſchacht fällt das Erz direkt in die
bereitſtehenden Eiſenbahnwagen. Dieſe ſind auf einer Waage
angebracht, die mittels elektriſcher Kontaktanordnung ſignaliſiert,
ſobald ein Wagen ſeine normale Laſt erhalten hat. Dann hebt
ſich ſelbſttätig die Rinne, durch die das Erz dem Schacht
ent=
ſtrömt. Jeder dieſer Erzwagen faßt 35 Tonnen. Die
Transport=
koſten dieſes Syſtems ſind geringer wie bei dem früher
ange=
wandten Rutſchbahnſyſtem. Auch iſt dieſe Art der Belaſtung
wegen des ſtrengen lappländiſchen Winterklimas vorzuziehen.
Von jedem Wagen wird, bevor er den Tunnel verläßt, eine
Probe entnommen, die im Laboratorium unterſucht wird. Der
Verkaufspreis richtet ſich nach dieſer Analyſe.
So vollendet der techniſche Betrieb des Bergwerks iſt, ſo
im=
ponierend wirkt die bis in die kleinſten Einzelheiten durchgeführte
großzügige Organiſation des Erztransportes.
Jeder Erzzug beſteht aus 28 Wagen, die 980 Tonnen Erz
zu faſſen vermögen. Am Fuße des Erzberges liegt der rieſige
Rangierbahnhof, von wo elektriſche Lokomotiven die Waggons
nach dem Erzbahnhof von Kiruna ſchaffen. Von hier aus geht
der Transport weiter nach dem Verſchiffungshafen.
Um alle Phaſen des Erztransportes vom Abbau bis zur
Verladung kennen zu lernen, begleitete ich einen Erzzug bis nach
Nummer 75
Sonntag, den 26. Februar 1928
Seite 3
Das neue jugoſlawiſche Kabinett.
Eine Kriſe im Kreiſe.
* Dien, 25. Februar. (Priv.=Tel.)
Das neue Kabinett Wukitſchewitſch hat in der Belgrader
Oeffentlichkeit eine Aufnahme gefunden, die nur ſchwer die
Ent=
täuſchung darüber verbirgt, daß die wochenlange
Regierungs=
kriſe zu keinem anderen Ergebnis führen konnte, als zu der
Wiederkehr Wukitſchewitſchs und zu einem Kabinett, das im
weſentlichen die alte
Zufammen=
ſetzung aufweiſt. Nicht nur in
oppoſitionellen Kreiſen hat das
neue Kabinett ungünſtige
Kom=
mentare ausgelöſt, auch
ange=
ſehene Mitglieder der
Regie=
rungsparteien ſind der
Mei=
nung, daß kein Grund
vorge=
legen hat, die alte Regierung
zu ſtürzen, um ſie dann wieder
herzuſtellen.
Die Vorgänge, die ſich in den
letzten Wochen in Belgrad
ab=
geſpielt haben, ergeben ein Bild
von der zerfahrenen
innerpoli=
tiſchen Lage, die in Jugoſlawien
gegenwärtig beſteht. Die ſtärkſte
Partei in der Skupſchtina, die
Serbiſch=Radikalen, bilden den
Kernpunkt der bisherigen und
der neuen Regierungskoalition.
Sie haben 111 von 315 Sitzen
der Skupſchtina inne, beſitzen
alſo wenig mehr als ein Drittel
ſämtlicher, Mandate. Trotzdem
bilden ſie aber die Partei, die
die geſamte Politik und das
innere Leben Jugoſlawiens
bis=
her beherrſcht hat. Die Gründe
hierfür liegen in den
Gegen=
ſätzen, die zwiſchen den übrigen
Parteien herrſchen, ſowie in den
vielfachen perſönlichen Motiven,
die die verſchiedenen
Partei=
führer zu ſcharfem Kampfe
gegeneinander veranlaſſen. Das
alte Kabinett Wukitſchewitſch
Serbiſch=Radikalen, den Demo= Eine wichtige Beſprechung hatte Streſemann mit dem rumäniſchen Außenminiſter Titulescu auf
witſchs und den
Mohammeda=
nern. Dieſe Koalition hatte mit Der rumäniſche Außenminiſter Titulescu iſt am Freitag abend von Mentone nach San Remo
tina die ſichere Mehrheit. Die
Führer der Radikalen
verſtan=
den es aber außerdem, ihre
Poſition durch die Aufrechterhaltung der Gegenſätze zwiſchen den
beiden hauptſächlichſten Oppoſitionsparteien, den Kroaten unter
Führung Naditſchs und den radikalen Demokraten unter
Pri=
bitſchewitſch, aufrechtzuerhalten. Pribitſchewitſch, ein alter
poli=
tiſcher Führer aus Kroatien, repräſentiert inſonderheit die auf
radikal=demokratiſchem Boden ſtehende Intelligenz Kroatiens
und iſt gleichzeitig Exponent des ſerbiſchen Elements in dieſer
jugoſlawiſchen Provinz, während ſein größter Gegenſpieler bis
vor kurzem der kroatiſche Bauernführer Raditſch war. Nun kam
es zwiſchen dieſen beiden Führern zu einer Verſtändigung und
zur Bildung eines Oppoſitionsblocks, der bäuerlich=demokratiſchen
Koalition, die all ihr Beſtreben auf einen Sturz der Regierung
richtete, welcher ſie die wachſenden Mißſtände in der Verwaltung,
Unregelmäßigkeiten und Korruption vorwarf. Die Oppoſition
ſtellte zunächſt ihre Taktik darauf ab, die Regierungskoalition zu
ſpalten, indem ſie Dawidowitſch von den Serbiſch=Radikalen
trennen wollte.
Der wechſelvolle Verlauf der Kriſe ergab nun ein derartiges
Durch= und Gegeneinander der verſchiedenen Projekte und
Kom=
binationen, daß ſchließlich die einzige Rettung in der
Wiederher=
ſtellung der alten Regierung erblickt wurde. Eine ſeltſame Rolle
hat ſowohl Dawidowitſch als auch Raditſch geſpielt; der
Demo=
kratenführer pendelte zwiſchen der Regierungskoalition und der
Oppoſition hin und her, konnte ſich nicht zu einem Uebergang
in die Oppoſition entſchließen, hatte aber auch mit großen
Wider=
ſtänden im eigenen Lager zu rechnen, während Raditſch bald
ſcharfe Oppoſition ankündigte, bald aber auch ſelbſt in die
Regie=
rung hineinwollte und ſchließlich ſogar die Bildung eines
Mili=
tärkabinetts empfahl. — Es war eine Kriſe im Kreiſe, die
in=
deſſen noch keineswegs abgeſchloſſen ſcheint.
Miß Cavell=Film und kein Ende.
EP. London, 25. Februar.
In der Angelegenheit des Miß Cavell=Films läßt der
Staatsſekretär für Indien, Lord Birkenhead, einen Brief
ver=
öffentlichen, der ſich voll auf den Standpunkt Chamberlains
ſtellt. In den ganzen Diskuſſionen der engliſchen Preſſe würden
die entſcheidenden Erwägungen in überraſchender Weiſe ignoriert.
Es handle ſich nicht um die Frage, ob die deutſche Regierung
ein Recht habe, die Zenfur eines engliſchen Films zu verlangen,
das ſie offenbar nicht habe und auch nicht verlangt habe, auch
nicht um die Frage, ob Filme, die in Deutſchland gezeigt würden,
in den alliierten Ländern Anſtoß erregten. Es handle ſich
viel=
mehr um zwei viel tiefer liegende Probleme: „1. Liegt es im
In=
tereſſe des Friedens und des internationalen guten Willens, daß
wir durch Aufführung von Zwiſchenfällen des Krieges die
Er=
innerungen weiter verbittern? Wünſchen wir Engländer oder
wünſchen wir es nicht, daß eine neue Friedenszeit über Europa
hereinbreche?‟ Dieſe und andere ähnliche Fragen beantwortet
Lord Birkenhead damit, daß jeder Mann und jede Frau, die
ihren Sohn nicht wieder in einem neuen Krieg ſehen wollten, alle
Anſtrengungen machen müßten, um an ihre Stelle neue und
herz=
lichere Beziehungen zu ſetzen. — 2. Viel wichtiger ſchiene es zu
ſein, was Miß Cavell ſelbſt zu einem derartigen Film geſagt
haben würde. Ihre letzten Worte hätten gelautet: „
Patriotis=
mus iſt nicht genug. Ich darf gegen niemand weder Haß noch
Bitterkeit hegen.” Würde eine Frau, die dieſe Worte geſprochen
habe, es zulaſſen, daß ihr Tod finanziell ausgenutzt werde, womit
eine Neubelebung des Haſſes unbedingt verbunden wäre? Und
endlich, was ſeien die Ziele des ganzen Unternehmens? Soll es
eine heilige Botſchaft predigen, ſoll der Gewinn zu wohltätigen
Zwecken oder zur Ausbildung von Pflegerinnen benutzt werden,
oder nur den Filmproduzenten Gewinn bringen? Wenn das der
Fall ſei, ſei es anſtändig, die Schmerzen und das Opfer einer der
vornehmſten Frauen, die der Krieg hervorgebracht hat, finanziell
auszunutzen? Dazu in einer Weiſe, die ihrer braven, tapferen
und empfindſamen Natur im höchſten Grade zuwider geweſen
wäre?‟ Der „Daily Telegraph” tritt der Auffaſſung Lord
Birken=
heads in vollem Umfange bei. Auch die „Morning Poſt” weiſt
darauf hin, daß die feindlichen Gefühle gegenüber Deutſchland im
Abflauen begriffen wären und bedauert, daß die Propaganda
dieſe Entwicklung ſtören könnte.
Die Südtiroler Frage.
Die Antwort an Dr. Seipel. — Schroffe
italieniſche Preſſeſiimmen.
EP. Rom, 25. Februar.
Während einige Blätter gegen den öſterreichiſchen
Bundes=
kanzler Dr. Seipel wegen ſeiner jüngſten Erklärungen über
Süd=
tirol einen ſehr ſchroffen Ton anſchlagen, ihm illoyale
Doppel=
züngigkeit vorwerfen und ihn der Unterſtützung der Hetze gegen
Italien bezichtigen, ſchreibt die offiziöſe „Tribuna”, das
fas=
ciſtiſche Italien meſſe der Südtiroler Frage keine politiſche
Be=
deutung bei. Dieſe Frage habe keinen internationalen Charakter
und komme ſür die Italien intereſſierenden künftigen
Beziehun=
gen mit Oeſterreich und in vermehrtem Maße mit dem größeren
Deutſchland gar nicht in Betracht. In Oeſterreich und auch in
Deutſchland ſolle man aber nicht den ſchweren Fehler begehen,
anzunehmen, daß die politiſche, journaliſtiſche und eventuell auch
diplomatiſche Ueberwachung der Kundgebungen über die ſogen.
Frage des andersſprachigen Oberetſch=Gebietes eine ſolche Frage
ſei, die internationale Bedeutung annehmen könnte. Nichts
von alledem. Das fasciſtiſche Italien überwache alles und
ant=
worte, beanſtande und warne diplomatiſch.
„Warum ſo viel Intereſſe . . . ?"
EP. Mailand, 25. Februar.
Der „Popolo d’Italia” ſpricht von einer unangebrachten
Ein=
miſchung des öſterreichiſchen Bundeskanzlers Seipel in die
italie=
niſche Politik im Obereiſch und bezeichnet die Diskuſſionen im
Nationalrat als unzuläſſig, unerklärlich und ungerechtfertigt. Das
Organ Muſſolinis ſchreibt u. a.: Warum ſo viel Intereſſe für
200 000 Deutſche, die ruhig und geordnet unter unſeren Geſetzen
leben? Was bedeutet dieſe Erhitzung von zwei Abgeordneten, die
ihre Spitzfindigkeiten mit lebhafter Ironie gegen das italieniſche
Volk und das fasciſtiſche Regime richten? Was bedeutet die
zweideutige Antwort Mſgr. Seipels, die Unaufrichtigkeit in ſeiner
Haltung gegenüber Italien verrät? Die Italiener geben nicht
zu, daß ein ernſtes Problem Andersſprachiger in Italien beſteht.
Es kann nicht zweierlei Geſetze, zwei Gewichte und zwei Maße
geben. Wir wiſſen auch, daß kürzlich in Bozen Kreditinſtitute
vor dem Zuſammenbruch gerettet worden ſind. Das Blatt
er=
innert dann eindringlich an die Großmut, die Italien ſeit dem
Waffenſtillſtand bewieſen habe. Man dürfe das Italien von
Vittorio Veneto nicht durch Zweideutigkeiten täuſchen, und man
dürfe von ihm nicht als von einer Nation ſprechen, die ſich
Ge=
walttaten und Schikanen erlaube. Schon gelöſte Fragen dürften
nicht wieder aufgerollt werden. „Für uns ſind gewiſſe
Dis=
kuſſionen unzuläſſig. Italien iſt jederzeit großmütig geweſen.
Es gibt keinem nach, und die politiſchen Richtlinien einer
Groß=
macht können nicht durch gewiſſe Diskuſſionen geſtört werden, die
die friedliche Nachbarſchaft von zwei Völkern trüben, ſtatt ſie zu
klären. Der doppelzüngige Mſar. Seipel wird gut
tun, die berechtigte Empfindlichkeit der Italiener nicht weiter zu
verletzen. Die Italiener bilden einen einheitlichen Block, der
nicht geſprengt werden kann, am wenigſten im Oberetſch. Das
Oberetſch iſt italieniſch, der Brenner iſt unverletzlich.”
Oer italieniſche Geſandte zur Berichterſiattung
nach Rom berufen.
EP. Wien, 25. Februar.
Der italieniſche Geſandte Auriti erſchien heute mittag offiziell
bei Dr. Seipel und teilte ihm mit, daß er auf telegraphiſche
Wei=
ſung ſeiner Regierung heute abend zur Berichterſtattung nach
Rom abreiſen werde. — Die Erklärungen Muſſolinis über die
Stellungnahme der italieniſchen Regierung zur Südtiroler
De=
batte im öſterreichiſchen Nationalrat werden ſchon am Schluß der
Wiedereröffnungs=Sitzung der Kammer am Montag als Antwort
auf die Interpellation einiger fasciſtiſcher Abgeordneter erwartet.
— Die offiziöſe „Tribuna” betont, die italieniſche Regierung habe
bereits nach den italienfeindlichen Kundgebungen im Tiroler
Landtag die öſterreichiſche Regierung diplomatiſch gewarnt, daß
eine Wiederholung ſolcher Vorfälle nicht geduldet werde. Jetzt
habe Muſſolini ſofort ſeinen Geſandten in Wien zur
ausführ=
lichen Berichterſtattung nach Rom berufen. Von dieſen
Beſpre=
chungen werde es abhängen, ob der Beſuch des Geſandten Auriti
in Rom in eine Abberufung aus der öſterreichiſchen Hauptſtadt
verwandelt werde.
Der rumäniſche Außenminiſter bei Streſemann
bildete eine Koalition aus den „Titulescu, Frau Streſemann, Streſemann, Frau Titulescu und Graf d’Abernon auf Cap Martin.
kraten unter Führung Dawido= Cap Martin. Unſer Bild zeigt den deutſchen Reichsminiſter mit ſeinem rumäniſchen Gaſt und
dem früheren britiſchen Botſchafter in Berlin Graf d’Abernon.
130 Slimmen in der Skupſch= übergeſiedelt, von wo er ſich in einigen Tagen nach Genf begeben wird. Für Samstag hatte
Titulescu Streſemann zu einem Frühſtück eingeladen.
Narvik. Die einzig ſchöne Fahrt geht über die ſchwediſch=
nor=
wegiſche Grenze. Die Waſſerſcheide zwiſchen Oſtſee und dem
Atlantiſchen Ozean wird paſſiert. Donnernd jagt der Erzzug
mit dem angehängten Perſonenwagen am Fuß ſteil abſtürzender
Felſenwände dahin. Tiefe Täler öffnen ſich, wechſeln mit
grau=
ſigen Abgründen, in denen Nebel wallen. Von allen Seiten
blinken glitzernde Schneefirnen. Wir nähern uns immer mehr
dem Atlantiſchen Ozean. 520 Meter tief ſenkt ſich die Bahn hinab,
22 Tunnels durchbrauſt der Zug. An zahlreichen Schneegalerien
geht es vorüber. Dann blinkt der Ofoten=Fjord. Der Erzzug
läuft in den Bahnhof von Narvik ein.
Im nördlichen Teile des geräumigen Hafens ragen die
im=
poſanten Anlagen für die Verſchiffung des Erzes empor. Sie
beſtehen aus dem Erzbahnhof, wohin unſer Zug überführt wird,
und drei rieſigen Kais zum Anlegen der Erzdampfer. Der größte
Laſtkai iſt 345 Meter lang. Zwei Dampfer von je 12000 Tonnen
können hier gleichzeitig ihre Erzlaſt einnehmen. Die Lokomotive
ſchiebt den ankommenden Erzzug auf den Kai bis dicht an das
Schiff. Die Luken am Boden der Wagen öffnen ſich. Donnernd
ſtürzt ſich der Erzſtrom durch lange Rinnen in das Innere des
Dampfers.
Die Anlagen ſind techniſch ſo vollkommen, daß pro Stunde
und Schiff 800 bis 1000 Tonnen verladen werden können. Von
früh bis in die tiefe Nacht raſſeln die Erzzüge über die Kais,
er=
gießt ſich der koſtbare Inhalt in die unerſättlichen Schiffsbäuche.
Ganz beſonders intereſſant iſt die Tatſache, daß 75—80 Prozent
des geſamten zur Verladung kommenden Erzes für die deutſchen
Hüttenwerke beſtimmt ſind. Bei den ungeheuren Mengen, die
täglich anrollen, kann das geſamte angefahrene Erz nicht ſofort
abtransportiert werden. Berge von Erz, die Millionen von
Tonnen darſtellen, lagern im Erzhafen. Sollte wirklich einmal
eine unerwartete Verkehrsſtörung eintreten, ſo iſt auf dieſe Weiſe
dafür geſorgt, daß ſtets genügend Material zum Verſchiffen
vor=
handen iſt. Auch der Polarwinter kann dem unabgebrochenen
Verſand kein Halt gebieten. Der Golfſtrom iſt der ſelbſtloſe
Wohltäter Narviks. Ihm verdankt die Stadt ihr Auſblühen.
Auch im ſtrengſten Winter iſt der Hafen eisfrei, der
Schiffs=
verkehr ungeſtört.
Des abends erklimme ich einen der die Stadt umrahmenden
Berge. Vom ſteilen Gipfel blicke ich auf den Hafen Ringsum
leuchten die Lichter von Narvik. Bis hoch in die Berge klettern
zuckende Flammen. Die Leuchttürme an der Einfahrt werfen rote
und grüne Streifen. Das ganze Hafenbecken ſcheint von
ſchim=
mernden Guirlanden umkränzt. Wie zu frohem Feſte illuminiert
winken die terraſſenförmig anſteigenden Häuſer von Narvik. In
der Tiefe funkeln die feurigen Silhouetten der langgeſtreckten
Kais. Der Donner der raſtlos niederpolternden Erzmaſſen
unter=
bricht jählings den tiefen Bergesfrieden.
Lautes Heulen der Schiffsſirene klingt zu mir herauf. Es iſt
der Abſchiedsgruß des abfahrenden Erzdampfers. Soeben macht
er vom Kai los. Bald entſchwindet er meinen Blicken. Nur die
Schifflaterne am hohen Maſt grüßt noch eine Zeitlang aus
der Ferne.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 25. Februar.
Die Zauberflöte.
Oper von W. A. Mozart.
Die Kritik, die zur Beſprechung eines für das lyriſche
Tenor=
fach gaſtierenden Herrn Maximilian Willimsky aus Chemnitz
auf=
gerufen war, befand ſich heute in verzwickter Lage. Der Gaſt
ſang nämlich den Tamino nicht — das kann vorkommen. Aber
auch nicht der auf dem Theaterzettel eingetragene Karl Jörn,
ſondern für den an Stelle des Herrn Jörn durch Anſchlag
an=
gemeldeten Joſef Poerner wieder ein anderer: Rudolf Balve.
Das Quiproquo hatte indes eine erfreuliche Seite. Denn es
kann von einem ſchönen Erfolg Herrn Balves berichtet werden,
der, tatſächlich in zwölfter Stunde einſpringend, einen ſehr
per=
ſönlich gefaßten Tamino ausgezeichnet ſang und von neuem den
Beweis gab, daß er für das lyriſch=heldiſche Fach ein geſanglich
trefflicher, ſehr intelligenter Vertreter von großer Gewandtheit iſt.
Auch die muſikaliſche Leitung Herrn Bambergers konnte im
F. HI.
weſentlichen gefallen.
C. K. Der Name der Milchſtraße. Das mild leuchtende Band,
das in klaren Nächten den ganzen Himmelsraum umzieht, iſt
ſchon von den älteſten Völkern bemerkt worden, und ſie haben
dieſer Erſcheinung mannigfache Namen gegeben, die F. Joſ.
Becker in einem Aufſatz des „Naturforſchers” behandelt. Der
merkwürdige Name Milchſtraße geht auf einen altgriechiſchen
Mythos zurück, nach dem der junge Herkules ſo heftig an der
Bruſt der Hera geſogen haben ſoll, daß dieſe ihn vor Schmerz
losriß; die dabei verſchüttete Milch ſoll ſich dann als Milchſtraße
über den Himmel ergoſſen haben. Auch andere Völker ſahen darin
eine Straße, ſo die alten Germanen den Weg, auf dem der Wagen
des Himmelsgottes Wodan einherfährt. Die Oſtjaken glaubten
hier die Spuren der Schneeſchuhe zu erkennen, die ein Mondgott
auf der Jagd zurückgelaſſen. Bei einem ſüdamerikaniſchen
Stamme heißt die Milchſtraße Froſchweg; ſie wird als ein
Zug wandernder Fröſche aufgefaßt, die eine neue Heimat ſuchen.
Aſiatiſche Völker ſahen darin den Seelenweg, auf dem die
gefallenen Krieger in das Paradies einziehen; überhaupt
begeg=
net uns die Milchſtraße vielfach als Totenweg der abgeſchiedenen
Seelen. Sehr häufig wird ſie als der Fluß gedeutet, der unſere
Welt vom Jenſeits trennt und über den die Seelen der
Abge=
ſtorbenen hinüberfahren müſſen. Die Chineſen erblicken in der
Milchſtraße den Silberfluß, der als Fortſetzung ihres größten
Stromes, des Jangtſckiang gilt. Bei den alten Aegyptern führte
die Milchſtraße den Namen „Himmliſcher Nil‟. Ein Stamm am
Amazonenſtrom ſieht in der Milchſtraße den himmliſchen „
Ama=
zonas”. Seltener deutet man dieſe Erſcheinung als Schlange.
Die alten Sumerer beteten zu ihr als dem Bild der
Himmels=
ſchlange, und amerikaniſche Stämme glauben, daß ſich dieſe
ſagen=
hafte Schlange allmählich zu ſolcher Größe ausgewachſen habe.
Aehnliche Deutungen ſind die eines wachſenden Wurmes oder
Fiſches. Daneben wird vereinzelt die Milchſtraße als Staub
aufgefaßt, der beim Rennen von Büffeln aufgewirbelt wird, oder
man hält ſie für Mehl, das über den Himmel verſtreut iſt.
C. K. Ein neues Muſeum für Paris. Der reiche Pariſer
Parenhausbeſitzer Cognacg, der jetzt in hohem Alter geſtorben
hinterläßt bedeutende Kunſtſammlungen. Er hat Bilder der
anzöſiſchen Meiſter des 18. Jahrhunderts, ſo hervorragende
ſerke von Boucher, Fragonard und Hubert Robert, und ſolche
on Meiſtern des 19. Jahrhunderts, wie Daumier, Daubigny,
arbignies uſw., zuſammengebracht; außerdem eine koſtbare
Por=
lanſammlung, die neben franzöſiſchen Stücken ſolche aus
hina und Meißen enthält, ſchöne Möbel und kunſtgewerbliche
rbeiten des 18. Jahrhunderts. Wie Pariſer Blätter berichten,
1t Cognaca den größten Teil dieſer Koſtbarkeiten dem
fran=
bſiſchen Staat vermacht und beſtimmt, daß ſie in einem
beſon=
ren Muſeum Cognaca=Jay vereinigt werden, das in einem
alais am Boulevard des Capucines Unterkunft finden ſoll.
Frühlingshafte Stimmung atmet die helle Farbigkeit eines reiz=
Uen Mädchenbildniſſes von Profeſſor Walther Teutſch, das die eben
ſchienene Nr. 9 der „Jugend” als Titelblatt ſchmückt. Im Innenteil
neben der farbig wiedergegebenen phantaſtiſchen Vulkanlandſchaft
n Franz Sedlazek ud ſchönen graphiſchen Arbeiten von Lobis
rinth, Anton Maſchek. Jeanue Manmen u. a. dem Humor ein
be=
ders breiter Raum angewieſen. Die Karikaturzeichnungen von
zubner, Wilke, Werth, Geis, Knab uſp. wirken mit ihren
Unterſchrif=
abenſo erheiternd wvie Karl, Kinndts groteske Geſchichte „Lernt
rachen!” die kleine Erzählung von Ernſt Gohlis, oder das bunte
rcheinander von Gloſſen und Anekdoten, die dazwiſchen eingeſtreut
Seite 4
Sonntag den 26 Februar 1928
Nummer 57
Famitiennachrichten
Die glückliche Geburt eines
Mädchens unter den Klängen des
Poſaunenchors der Morgenandacht
durch das Radio am Sonntag, den
19. Februar 1928, zeigen hocherfreut an
Martha u. Friedrich Hornberger
Darmſtadt, Frankfurterſtraße 40
Mitwirkung: Hebamme Frau Helm.
(*5127)
Die Eheleute Michael Poth und
Frau Marie, geb. Käſiner,
Wald=
ſtraße 21, begehen am 28. Februar das
Feſt der
Silbernen Hochzeit.
(*5270)
Dem Kaufmann Wilhelm Ruths und
ſeiner Gattin Maria, geb.
Schuch=
mann herzliche Glückwünſche zur
Silbernen Hochzeit.
Groß=Bieberau, den 26. Februar 1928.
(*5357
Für die überaus herzliche
Anteil=
nahme anläßlich unſerer Goldnen
Hoch=
zeit ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
verbindlichſien Dank.
Peter Schnellbacher u. Fran.
(3584)
Freitag mittag 12 Uhr
ver=
ſchied plötzlich und unerwartet
meine liebe Frau, unſere
treu=
ſorgende Mutter u. Großmutter
Frau
Marie Herrmann
geb. Knöß.
In tiefer Trauer:
Jakob Herrmann u. Kinder.
Darmſtadt, den 24. Februar 1928.
Kirchſtraße 4.
(5243
Die Beerdigung findet Montag
Mittag um 2 Uhr von der
Leichen=
halle des Waldfriedhofes aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Allen Bekannten und Verwandten
die traurige Mitteilung, daß meine
gute Frau heute Morgen ſanft und
unerwartet entſchlafen iſt.
Die Beerdigung findet Dienstag
Nachmittag ½3 Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt.
Karl Fuhrer.
Darmſtadt, den 25. Febr. 1928.
(*53
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer
betroffenen Verluſte unſeres lieben
Entſchlafenen ſagen wir hiermit
unſeren innigſten Dank.
Familie Martin Reining.
Ober=Modau, den 26. Februar 1928.
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Plötzlich und unerwartet verſch ed infolge
eines Schlaganfalles mein lieber Mann, unſer
guter, treuſorgender Vater, Schwieger= und
Großvater
Johann Konrad
Gefangenenaufſeher i. R.
nach vollendetem 63. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Kath. Konrad, geb. Neder.
Darmſiadt, den 24. Februar 1928.
Heinheimerſtr. 81.
Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Februar,
nachmittags 2 Uhr, auf dem alten Friedhofe an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt
5251
Nachruf.
Am 23. Februar 1928 verſchied infolge eines
Un=
glücksfalles unſer liebes Vereinsmitglied
Herr Friedrich Jährling.
Bis zu ſeinem letzten Atemzug war er ein treuer
Anhänger und Förderer der deutſchen Lufifahrt, für deren
Ideale er ſiets in vorderer Linie kämpfte. Wir werden
den liebenswürdigen und forſchen Flieger nicht vergeſſen.
Heſſenflieger=Berein für Luftfahrt.
Der 1. Vorſitzende:
Kraemer.
Die Mitglieder werden gebeten, am Montag,
den 27. Februar, 3¾ Uhr nachmittags, am Portal
des Friedho s an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſich zu
verſammeln. Dunkler Anzug, Mütze.
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Ich war kahl
ich bin im Jahre 1852 geboren und habe ſetzt.
wie meine Photographie zeigt, einen uppigen
Hdar-
wuchs. Dor eiwa dreißig Jahren ſtellten ſich auf
meiner Kopfhaut die eiſten Schuppen ein, meine
Haare ftelen aus und nach kurzer Seit mußte ich
mich zu den Kahlhöpfen zdhlen.
Nennen Sie es Eltelkell, wenn Sie wollen
jeden=
falls ſagte cs mir durchaus nicht zu, für immer
kahl zu bleiben. Ueberdies glaubte ich. bedingt
durch die Tarſache meines Doſeins, ein Knrecht auf
applgen Wuchs meiner Kopfhaare zu haben.
Umſchau nach einem
Haarwuchsmittel
ſch brauche wohl haum zu erwähnen, daß ich in
der Hoffnung auf Erlangung neuer Haare die ganze
Reihe von Haarwäſſern, Bomaden, Schampunen
uſw. verſuchte, ohne daraus nur den geringſten
Nugen zu erzielen. Su ſener Seit ſah ich dlter aus
als jetzt. Kls ich dann ſpdter Handelsmann im
Indianerterritortum Nordamerikas wurde, nannten
mich die Eſcherokeſen aus Scherz „den weißen
Bru=
der ohne Skalp-Loche.
Hmerikaniſche Indianer ſind
niemals kahl
Niemale habe ich einen kahlen Cſcherokeſen=
In=
dianer geſeben. Sowohl Männer als auch Frauen
geben ſich leidenſchaftlich dem Cabakrauchen hin.
ſtie eſſen unregelmäßig, tragen durchweg ſtraffe
Bander um ihre Köpfe und treiben ſonſt noch
aller-
hand Dinge, die gewöhnlich als Urſachen von
Kahl=
kopfigkeit bezeichnet werden. Aber ſie alle beſitzen
wunderſchönes baar. Worin liegt nun eigentlich
ihr Geheimnis?
Da ich nun einmal am Platze war — ich verbrachte
die meiſte Seit in Taleguah — und da ich mit ihnen
auf ſehr freundſchaftlichem Suße ſtand, ſo war es
für mich nicht ſchwer, von den ſonſt worthargen
Cſcherokeſen Aufſchluß zu erhalten. ſch erfuhr denn
auch, wie die amerikaniſchen Indianer ihr langes
Appiges Haar erlangen, und wie die Bildung von
Schuppen und Kahlköpfigkeit bei ihnen gänziich
vermieden wird.
Mein Haar iſt wieder gewachſen
ich machte mir alſo dieſes Geheimnis zunutze,
und mein Hoar begann zu wachſen. Es gab dabei
weder Sorge noch Derdruß. Die neuen Haare ſproſſen
aus meiner Kopfhaut wie friſcher Graswuchs auf
einem gut gepflegten Raſenplatz. Seitdem beſitze
ſch immer einen Ueberfluß an Haaren.
Sahlreiche Sreunde von mir in Philadelphia und
andere fragren mich, wodurch ich ein ſolches
Wun=
der erreicht habe, und ich gab ihnen das indtianer-
Elixter. Baid kamen auch bei ihnen die Hgare
an kahlen Stellen wieder, die Schuppen
verſchwan=
den, wo ſie ſich früher gezeigt hatten und kamen
nimmer zum Dorſchein. Daß dieſe Leute höchſt
er-
ſtaunt und zugleich entzückt von den Erfolgen
waren, bringt ihre Empfindungen nur gelinde zum
Husdruck.
Das neue Haar iſt kräftig und ſeidenartlg. Es
bat einen ſchönen Glanz und verleiht ein geſundes
und kraftvolles Ausſehen.
Verteilung
von 5000 Probedoſen!
Oen Eeſern dieſer Zeitung, die auf ihren
Köpfen Schuppen, Haarausfall oder Kablheit
bemerken oder das Anftreten, dieſer läſtigen
Haarübel verhüten wollen, biete ich, um ſie
damit bekanntzumachen, eine Probebehandlung
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den untenſtehenden Kupon genau ausgefüllt
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Ihnen die Sendung dann ſofort zu.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 57
Sonntag den 26. Februar 1928
Seite 5
Landeshaupiſtadt.
Darmſtadt, 26. Februar.
Hauptverſammlung des Ortsgewerbevereins
und Handwerkervereinigung Darmſiadt.
Der Ortsgowerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt
ver=
anſtaltets am Freitag abend im Gelben Saal bei „Süte” unter Leitung
des 1. Vorſitzenden, Herrn J. Nohl, die diesjährige ordentliche
Haupi=
verſammlung, die außerorkentlich zahlreich beſucht war. Eingangs
ge=
dachte der Vorſitzende der im Beriatsjahre verſtorbenen 11 Mitglieder,
zu deren Gedäcſtnis ſich die Verſammelten von ihren Plätzen erhoben.
Sodann erſtattete Herr Nohl einen ausführlichen Geſchäftsbericht der
ven der umfaſſenden und regen Wirkſamkeit des Vereins im Intereſſe
von Handwerk und Gewerbe auch während des Jahres 1927 zeugte.
Eine Menge von Aufgaben waren in Bearbeitung genommen worden
und nurden zum großen Teil auch erfolgseich gelöſt. In dem Beſtreben,
die ſoziale und wwirtſchaftlicke Lage der Mitglieder und des ganzen
Berufsſtandes zu heben, arbeitete der Verein im eugſten
Zuſammen=
wirken mir der Handwerkskammer=Nebenſtelle Daruſtadt, die in
erfreu=
lich großem Umfange von den Angehörigen des Vereins in Anſpruch
genommen wurde. Der Bericht gab ſchließlich noch einen Ueberblick von
der allgemeinen wirtſchaftlichen Entwickelung des letzten Jahres und
betonte, daß die gerade jetzt wieder ſchwieriger gewordenen Verhältniſſe
das feſte und einmütige Zuſammenſtehen aller Angehörigen von
Hand=
werk und Geſverbe zuu unbedingten Notwendigkeit machten. Der
Ge=
ſchäftsberiht wurde mit lebhaſtem Beifall entgegengenommen,
des=
gleichen der Dank, den der Vorſitzeude dem Shndikus der Nebenſtelle
und Schriftführer des Vereins, Herrn Dr. Kollbach, für ſeine Tätigkeit
ausſprach. Die Rechnungsablage erfolgte dann ebenfalls ohne weitere
Ausſtrache, und es wurde dem Nechner, Lerrn Müller, mit danwbarer
Anerkennung die Entlaſtung erteilt. Der vom Großen Ausſchuß
auf=
geſtellte Voranſchlag für 1928 wurde einſtimmig genehmigt, ebemfalls
eiuſtimmig der Beſchluß geſaßt, den Jahresbeitrag wiederum in der
ſeitherigen Höhe zu erheben. Die Wahl des Geſchäftsführenden
Vor=
ſtandes ergab die einſtimmige Wiederwahi der bisherigen
Vorſtands=
mitglieder durch Zuruf. Unter lebhafter Zuſtoynung erfolgte zunächſt
die Wahl des Herrn J. Nohl als 1. Vorſitzender. Herr Glaſermeiſter
Werner ſtrrach im Namen aller Anweſenden Herrn Nohl den herzlichſten
Dank für ſeine umſichtige und erfolgreiche Art aus, mit der er den
Ver=
ein geführt habe. Herr Nohl dankte ſeinerſeits den Vorſtandsmitgliedern
und den Vertretern des Guoßen Ausſchiſſes für ihre treue und
harmo=
niſche Mitarbeit. Der Vorſtaud ſetzt ſich nunmehe wiederum zuſammen
aus den Herren: J. Nohl als 1. Vorſitzenden, den ſtellvertretenden
Vorſitzenden: Werner, Illert und Finger, ſowie aus Dr. Kollbach. Gg.
Kraus und Prof. Dr. Sonne. Die Berickte über die Tätigkeit der
Stän=
kigen Unterausſchüſſe wurden von deren Vorſitzenden, den Herren Kraus,
Prof. Dr. Sonne, Hühner. Ganß, Schembs und Direktor Schüttler
er=
ſtattet, denen im Namen der Verſammlung ebenfalls herzlicher Dank
durch den Vorſitzenden ausgeſprochen wurde. Dabei komute feſtgeſtellt
werden, daß die zahlreichen wertvollen Vorträge des Vereins, ſowie die
Veranſtaltungen (Sonderfahrten) eine führende Rolle in Darmſtadt
ſpielen. Zum Schluß wurde noch eine Neihe von Anträgen beraten,
die vom Vorſtand und von Mitgliedern bes Vereins eingebracht
wor=
den waren. Es handelte ſich u. a. umu die Handwerkskammerwahl.
Er=
ricktung von Innungskrankenkaſſen, denen beſondere Aufmerkſamkeit
zu=
gewendet werden ſoll, und Stellungnahme zu Maßnahmen der ſtädtiſchen
Verwaltung. Eine angeregte Ausſprache führte zu einer einheitlichen
Auffaſſung über alle Punkte der Tagesordnung und brachte manches
Neue. Gegen 12 Uhr ſchloß der Vorſitzende die Verſammlung, die i
ihrem ganzen Verlauf ein erfreuliches Zeugnis für die Stellung ablegte,
die der Ortsgewerbeverein und die Handwverkervereinigung bereits
er=
ringen konnte, und die weiterhin den feſten Willen bekundete, in der
bisherigen Richntung mit aller Kwaft weiterzuwirken.
— Ernannt wurden: Am 15. Februar: Zu Oberaſſiſtenten mit
Wir=
kung vonr 1. Februar 19B8 ab der Kanzleiaſüiſtent bei dem Amtsgericht
Offenbach a. M. Heinrich Ludwig Döll und der Kanzleiaſſiſtent bei dem
Amtsgericht Oſthofen Peter Heß. — Am 16. Februar 1928 wurde der
Ergänzungsrichter Kaufmann Kurt Biſetzki in Offenbach a. M. zum
Handelsrichter bei der Kammer für Handelsſachen in Offenbach für die
Zeit his 31. Dezember 1930 ernannt.
— Hefſiſches Landestheater Darmſtadt. In der Aufführung Die
verkaufte Braut” von Sonentana heute Sonutag im Kleinen Haus fingt
Karl Jörn als Gaſt den Hans. Die Vorſtellung beginnt um 19.30 Uhr.
Der Lubitſch=Film „Lady Windermeres Fächer” wird heute zum
letz=
ten Male gegeben. Beginn der Vorführung 16 Uhr
Die Aufführung des „Aithchen von Heilbronn” im Großen Haus
beginnt heute bereits um 18 Uhr.
Die Bühnenarchitektur zu der Neubearbeitung und =inſzenierung der
„Stumme von Pertiei” ſtammt von Wilhelm Neinking.
Kapellmeiſter Berthold Goldſchmidt vom Heſſiſchen
Landes=
thegter wurde vom Allgemeien Deutſhen Maſ tverein aufgefordert,
bei dem Deutſcken Tonkünſtlerfeſt, das in dieſem Jahre in Schwerm
ſtattfindet, die Urauffihrung ſeiner „Partita für Onheſter” zu
diri=
gieren.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Wir
verweiſen auf unſere Anzeige in der heutigen Nummer dieſes Blattes,
wonach am Freitag, den 2. März 1928, abends 8 Uhr, bei Sitte (Gelber
Saal), Karſtraße, unſere 6 Winterverſammlung ſtattfindet.
Herr Landgerichtsrat Raab=Darmſtadt ſpricht über „
Rechts=
fragen aus dem täglichen Geſchäftsleben”. Herr
Land=
gerichtsrat Nanb iſt bereits aus dem vergangenen Jahre durch ſeinen
Vortrag bei unſeren Mitgliedern rühmlichſit bekannt, und iſt zweifelslos
zu erwarten, daß ſich auch ein diesjähriger Vortrag bei deſſen beſonderer
Wichtigkeit für jeden einzelnen eiues großen Zuſpruchs erfreuen wird.
Gewerbemuſeum. Am Sonntag, 26. Februar, wird im Muſeum
eine Ausſtellung der Kartons und Studien von Anton
Hart=
mann für die Wandmalereien in der Fideliskirche in
Darm=
ſtadt eröffnet. Das Muſeum iſt an allen Wochentagen von 11—12.30
und am Sonntag von 11—1 Uhr geöffnet.
— Volksbühne. Die Geſchäftsſtelle befindet ſich vom 1. März 1928
ab im Geſchaftshaus Ludwig Alter, Eliſabethenſtr. 34 I. (S. Anz.)
— Mautinsgemeinde. Lichtbildervortrag. Mit beſonderer
Freude dürfen zuir es begrüßen, daß einer unſerer beſten Kenner der
lefſiſchen evangeliſchen Kirchenbaukunſt, Herr Geheimer Hofrat Profeſſor
Dr. Walbe, ſich bereit erklärt hat, vor den Mitgliedern des
Frauen=
vereis und der Männervereinigung der Martinsgemende am
Mon=
tag, den 27. d. M., abends 8 Uhr, im Gemeindehaus. Liebfrauenſtr. 5,
einen Lichtbildervortrag zu halten über ein ſo intereſſantes Thema wie
Heſſiſiche Landkirchen aus der Zeit der Reſormation”. Wir hoffen, daß
der Vortrag einen vollen Saal findet.
— Jugend=Veranſtaltung. Heute abends 8½ Uhr findet der
Vor=
trag des Jugendofarrers Kornmann aus Franffurt a. M. im
Jugendheim, Alexanderſtr. 22, ſtatt. Zutritt für für jedermann, junge
Männer beſonders willkommen.
Friedrich Jährling *
Die Heſſenflieger und mit ihnen ein großer Teil der Darmſtädter
Bevölkerung ſtehen trauernd an der Bahre ihres dunch einen tragiſchen
Unglücksfall ſo plötzlich aus ihrer Mitte geriſſenen Kameraden. Sechs
ehemalige Kriegsflieger werden am Montag nachmittag den Sarg mit
der ſterblichen Hülle des toten Fliegers auf ihren Schultern zur letzten
Ruheſtätte tragen, gefolgt von der großen Zahl der Heſſenflieger, zu
denen Jährling ſeit der Gründung des Vereins gehörte. Vier
Flug=
zeuge, mit Trauerflor behangen, werden über dom offenen Grabe die
Ehrenrunde fliegen, dieſelbe Ehrenrunde, die Jährling ſelbſt noch vor
ganz kurzer Zeit einem ihm im Fliegertode vorangegangenen Kameraden
flog. Fliegerlos!
Auf dem alten Friedhof, dicht neben unſerem Flugplatz, auf dem
Jährling einen großen Teil ſeiner Triumphe feierte, auf dem ihm
Tau=
ſende Darmſtädter, durch ſeine wagemutige Kunſt begeiſtert,
zujubel=
ten, wird er ſeine letzte Ruhe finden. Ein Künſtler war er, wie nur
wenige noch unter uns ſind. Das Fliegen war ihm angeboven, ſpielend
beherrſchte er ſeine Maſchine in allen erdenklichen Lagen, in den
ſchwie=
rigſten Figuren des Kunſtfliegens wie in den kritiſchſien Momenten bei
Notlandungen, immer blieb er Meiſter. Schon während des Weltkrieges
ſtand er an hervorragender Stelle. Er war perſönlicher Flugzeugführer
beim Kommandanten des Bombengeſchwaders der Oberſten
Heereslei=
tung, Hauptmann Brandenburg, der ſein Geſchwader in dunklen Nächten
tief ins feindliche Hinterland führte, Paris und London waren ſeine
häufigſten Ziele.
Nach dem Kriege kam Jährling 1924 wieder zur Fliegerei, als die
Hefag gegründet wurde. Mit dem ebenfalls allen Darmſtädrern
bekann=
ten Richard Buſch wurde er zuſammen dort als Flugzeugführer
ange=
ſtellt. Schon nach dem erſten Flugtag, den die Heſſenflieger damals
ver=
anſmlteten, wurde ſein Name bekannt. Mit jedem Flugtag zeigte er
dem Darmſtädter Publikum Neues in ſeiner ſchvierigen Kunſt.
Un=
erſchöpflich ſchien er im Darbieten immer neuer und immer waghalſiger
anmutenden Flugfiguren. Bei all dieſem von einer ſeltenen
Fröhlich=
keit und nicht umzubringendem Humor begleitet, um den ihn ſchon
mancher beneidet hat. Wer wird wohl vergeſſen, wie er anläßlich des
Ballonwettbewerbes am 16. Oktober vergangenen Jahres nach munterem
Umherpurzeln in der Luft plötzlich im Gleitflug mit abgeſtelltem Motor
aus 2000 Meter Höhe hernb kam und in die lautloſe Stille aus dem
Flugzeug das Trompetenſolo erklang: Was kommt dort von der Höhl,
An ea. 35 Flugtagen, die von den Heſſenfliegern auswärts veranſtaltet
wurden, hat er an erſter Stelle mit dazu beigetragen, daß das Publikum
immer reſtlos zufrieden von dem Gebotenen war und dadunch der Name
der Heſſenflieger weit über die Grenzen unſeres Heſſenlandes hinaus
einen guten Klang bekam.
Nun ruht er, ſtill und beſcheiden, wie er auch iun Leben war,
nie=
mals eitel und nie auf der Sacht nach Ruhm und Lorbeer. Der Beifall
ſeiner Zuſchauer gab ihm volle Freude und Zufriedenheit. Es lag ihm
nicht, viel von ſich zu reden und ſchreiben zu laſſen, ſein fliegeriſches
Können war dafür um ſo größer.
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Telephon 815
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2. März, Punkt 20 Uhr, ſpricht in der Turnhalle der Liebigs=
Oberreal=
ſchule ein früherer Abturient dieſer Anſtalt, Herr stud, phil. nat.
Wandel, über die Reiſe des Kreuzers „Gmden”, die er bis nach Japan
mitgemacht hat. Kreuzer „Gmden” lief am 14. November 1926 aus
Wilhelmshaven zu ſeiner erſten Weltreiſe aus, die ihn über Spanien,
die Kanariſchen Jnſeln, Süd= und Oſtafrika, Sumatra, Java, Bali und
Japan nach Amerika führte, und von welcher er Mitte März 1938 in die
Heimat zurückkehrt. Herr Wandel wird an Hand von guten Lichtbildern
die Reiſe bis uach Japan ſchildern, wie er ſie erlebt und als Seekadett
mitgemacht hat. Wir empfellen dieſen Lichtbildervortrag nicht nur
unſeren Mitgliedern und ihren Angehörigen, ſondern auch allen, die
mit Anteilnahme das Werden unſerer Wehrmacht zur Sce verfolgen.
Wir bitten um rege Beteiligung, zumal der Reinertrag in die
Wohl=
fahrtskaſſe der Liebtgs=Oberrealſchule fließt. Nach dem Vortrag
veran=
ſtaltet unſere Vereinigung im Frankfurter Hof, Landwehrſtraße 2, als
Werbeveranſtaltung einen Familienabend, zu dem Mitglieder und ſolche,
die es werden wollen, hieumit, gingeladen werden.
D Aubaigsoberealſchule und Neſormrealahnngſun. Ae
tag veranſtaltete die Lud.O.,R. in ihrem Feſtſaal einen Elternabend, der
gut beſucht war. Herr Oberſtudienrat Koch begrüßte in Vertretung
des Direktors die Erſchienenen, erläuterte die für den Uebertritt aus
der Grundſchule in die höhere Schule geltenden Beſtimmungen und
klärte die Eltern an Hand einer überſichtlichen Stundentafel über
Ein=
richtung, Zweck und Bedeutung der beiden an der Anſtalt vorhandenen
Schultypen auf. Dann ſprach Herr Oberreallehrer Guyot über die
Auf=
nahmeprüfung, der ſich die für Sexta neu angemeldeten Schüler
umter=
ziehen miſſen, und gab den Eltern ein Bild von den Anforderungen, die
an ihre Kinder geſtellt werden, indem er die Aufgaben, die Oſtern 1927
gegeben worden waren, zur Grundlage ſeiner, klaren Darlegungen
machte. Zum Schluß führte der derzeitige Klaſſenführer der Sexta,
Herr Studienrat Wurm, den Zuhörern mit eindringlichen Worten vor
Augen, wie wichtig für alle Beteiligten, für Eltern, Lehrer und
beſon=
ders für die Kinder, ein enges Zuſammenarheiten zwuiſchen Haus und
Schule iſt. Von der Möglichkeit, durch Fragen an die Lehrer noch
vor=
kandene Zweifel zu boſeitigen, wurde Gebrauch gemacht; zu jeder
wei=
teren Auskunft iſt die Direktion der Schule natürlich gerne bereit.
Generalberſammlung des Verbandes
bildender Künſtler.
Am. Der Gauverband Volksſtaat Heſſen in
Reichs=
verband bildender Künſtler Deutſchlands hielt unter ſehr guter
Betei=
ligung ſeiner Mitglieder am Samstag nachmittag im ſtinmungsvollen
Sitzungsſaale des Rathauſes, der für eine ſolche Tagung ſich
ausgezeich=
net eignet, ſeine 2. Generalverſammlung ab. Herr Dr. Greiner
begrüßte Herrn Obervegierungsrat Henrich als Vertreter der
Regle=
uung, Herm d. Hahn als Vertreter der „Arbeitsgemeinſchaft”, Herrn
Direktor Dr. Haupt vom Kunſtgewerbemuſeum und die Vertreter der
Preſſe, ſowie beſonders Mitglied Herrn Lippmann, der in dieſem
Jahre ſeinen 70. Geburtstag feiert und von deſſen Lebenswerk eine im
Soyrmer zu veranſtaltende Schau ein Bild geben ſoll. Nach einem
kur=
zen Rückblick über die Tagung des Reichsverbandes in München
kün=
digte Dr. Greiner eine Umſtellumg und Ergänzung der Tagesordnung
an und orteilte zunächſt Herrn Soeder das Wert, der für die
Kaſſen=
ſtelle den Bericht erſtattete. Dieſem Bericht iſt als erfreuliche Tatſache
zu entnehmen, daß im Gegenſatz zu ſonſtigen Verbänden die
Mitglieds=
beiträge gut eingehen. Nach deu Rechnungsprüfuing erſtattete. Herr
Poſch den Bericht für die Geſchäftsſtelle, der zum erſten Male gedruckt
werden ſoll. Die Zahl der Mitglieder hat ſicl ſehr gehoben und
um=
faßt mit wenigen Ausnahmen die geſamte heſſiſche Künſtlerſchaft. Den
Bericht über den Verlauf der im Jahve 1927 ſtattgefundenen
Verbands=
ausſtellungen und über die Aufſtellung des Ausſtellungsplanes für 1928
gab Herr Dr. Greiner. Außer mit der wirtſchaftlicher Not der
Künſtler muß der Kampf mit der immer mehr um ſich greifenden
In=
tereſſeloſigkeit der breiten Oeffentlichkeit aufgenommen werden. Die
Höfe und Mäzene ſind verſchwunden, die Behördem haben keine Mittel,
und der Mittelſtand der Gebilbeten iſt verarmt, während der neue
Reich=
tum die Verpflichtung des „noblesse oblige” noch nicht erkannt hat. Es
iſt gut, daß die Kunſt in Deutzſchland dezentraliſiert iſt, aber es iſt
nötig, die Kunſt auch hinauszutragen in die Provinz, in die kleinen
Städte, auf das flache Land. So hat die Ausſtellung in Jugenhemr
Erfolg gehabt, ebenſo ging es mit den von uns in den Kreiſen
Bens=
heim und Heppenheim veranſtalteten Verloſungen. Auch die
Ausſtel=
lungen in Lindenfels und Michelſtadt hatten Erfolg, während an
an=
deren Orten, wo die Ausſtellung mproviſiert wurde oder Hinderniſſe
dazwiſchen kamen, der Erſolg ausblieb. Im großen und ganzen iſt aber
das Experiment gelungen und die Ausſtellungen haben ſich finanziell
ſelbſt getragen. Im laufenden Jahre ſind Ausſtellungen in Wimpfen,
Lidenfels, Heppeuleim und Seeheim, vielleicht auch in Oppenheim,
Alzey und anderen Orten geplant. — Unter Zurückſtellung einiger
wei=
terer Punkte für die nächſte Mitgliederverſammlung bildete ein
Licht=
bildervortrag von Herrn Dr. Zeh über „Das Häßliche als
ab=
foluter künſtleriſcher Wert” den Aſchluß der
Generalber=
ſammlung. — Es kann nicht Zweck dieſer Zeilen und der
Berichterſtat=
tung an dieſer Stelle ſein, den geſamten Gedankengängen des
ſchlecht=
hin einzigartigen und glänzenden Vortrags nachzugehen. Aber es kann
nur auf das wärmſte begrüßt werden, daß eimmal, wenn auch zunächſt
nur vor einem engen Kreiſe von Künſtlern, mit aller Eindeutigkeit und
Schärfe das alte Dooma von der alleinſeligmachenden Aeſthetir des
Schönen in der Kunſt zerpflückt wurde. Wie ſtürzen doch alle Theorien
dieſer Aeſthetik zuſammen, wenn man ihre Allcemeingültigkeit an der
nordiſchen und der großen aſiatiſchen Kunſt prüft. Dr. Zeh fand eine
Reihe von ſehr glücklichen, prägnanten Formulierungen, deren loſe
An=
einandereihung die Hauptgedanken ſeines Vortrages wenigſtens in
gro=
ſien Zügen erkennen laſſen möge. Das Leben des Einzelnen iſt auf
Ja und Nein, auf Licht und Schatten geſtellt, wir wo Streit
war, kann es auch Frieden geben, und nur im Gegenſatz von Schön und
Häßlich kann auch die Kunſt wirten. Dem Chriſtus von Thorwaldſen
mit ſeinem antikiſch drapierten Mantel und der leeren Geſte ſtellen
wir gegewüber die nach keinem Schönheitskanon zurecht gemachte
Dar=
ſtellung des Gekreuzigten am Iſenheimer Altar, die uns in eine ganz
andere ſeeliſche Erregung bringt. Die Begriffe „ſchön” und häßlich”
wurden allein auf ihre künſtleriſche Wirkung hin betrachtet, alle
Aſſo=
ziationen, ob gut oder böſe, ob moraliſch oder unmoraliſch, wurder
grundſätzlich ausgeſchieden. Das Häßliche als der zugeſpitzte Ausdruck
des Charakteriſtiſchen iſt im künſtleriſchen Werk die erregende, die
dyma=
myſche Komponente, das Schöne iſt die ſtatiſche Komponente. So ſind
das Schöne und das Häßliche polare und doch gleichberechtigte
Katego=
zien im künſtleriſchen Werk, von denen einmal die eine, einmal die
an=
dere führen mag. Erſt dann, wenn auch das Häßliche, das Abgründige
dieſer Welt als korrelates künſtleriſches Prinzip des Schönen
Anerken=
nung gefunden hat, iſt die Welt im künſtleriſchen Phänomen
gerecht=
fertigt. Echte deutſche Kunſt ſieht nicht vorbei an der Nachtſeite des
Lebens, ſteigt himab in ſeine Abgründe. Deutſche Kunſt iſt der nur im
Kultus des formal Schönen aufgehenden Weimarer Aeſthetik, der jedes
latgſtuophale Lebensempfinden fremd geweſen iſt, gemadezu
entgegen=
geſetzt. Den feſſelnden, lebendigen Vortrag unterſtützten viele mit
pädagogiſcher Feinfühligkeit ausgewählte Lichtbilder, denen auch die vom
Vortragenden ſelbſt beklagte, nicht befriedigende techniſche Vorführung
nicht viel von ihrer inſtruktiven Deutungskraft zu nehmen vermochte.
— Zivilverſorgungsſchein. Durch Art. 21 Ziff. II der Verordnung der
Herabminderung der Perſonalausgaben des Reichs (
Perſonalabbauverord=
nung) v. 27. Oft. 1923 iſt die Zahlung der Anſtellungsentſchädigung, der
Zu=
lage für Nichtbenutzung des Zivilverſorgungsſcheins (8 14 d. Geſ. vom
3. Juli 1865) und der Zivilverſorgungsentſchädigung des Geſetzes zur
Abänderung des RV. G. vom 2. Juni 1923 eingeſtellt worden. Dieſe
Verſorgungsgebührniſſe werden vom 1. Oktober 1937 ab als
Härteaus=
gleich wieder laufend in Reichsmark in der Höhe bis höchſtens 12 Mark
monatlich, von Amtswegen ohne Prüfung der wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſe gezahlt. Für dieſe Zahlung der Ziviſverſorgungsentſchädigung
kommen nur die Empfänger in Betnacht, die dieſe
Vevſorgungsgebühr=
niſſe bis zur Zahlungseinſtellung auf Grund des Art. 21 P.AV.
tat=
ſächlich bezogen oder die gemäß Art. II d. Geſ. vom 22. Juni 19B eine
einmalige Abfindung erhalten haben, ſoweit nicht auf Grund geſetzlüicher
Vorſchriften ein Ruhen der Zivilverſorgungsentſchädigung in Frage
kommt. Neubewillſigungen ſind grundfätzlich
aus=
geſchloſſen. Neben einer Verſorgung nach dem R.V.Geſ. wird die
Zivilverſorgungsentſchädigung nicht gewährt. Ebenſo erhalten
Verſorgungsberechtigte, die nach 8 8 Abf. 3 A R.G. verſorgt werden,
ſo=
wie Empfänger eines Ausgleichszuſchuſſes die
Zivilverſorgungsentſchä=
digung nicht.
— Orpheum. Der prachtvolle Fehruar=Variets=Spielplan wird heute
zum letzten Male geſpielt. Alle Freunde der bunten Schaubühne
ſollten die heutige letzte Gelegenheit nicht verſäumen! Bekanntlich
wurde das geſamte Programm am 16. Februar vom Schumanntheater
Frankfurt a. M. übernommen, woſelbſt es einen außergewöhnlichen
Er=
folg und ſtarke Zugkraſt aufzuweiſen hatte; tatſächlich iſt jede einzelne
Nummer dieſes Programms eine Höchſtleiſtung. Es gelten auch heute
Sonntag kleine Preſſe von 1—3 Mk. Numerierte Plätze von 1,50 Mk.
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Sonntag, den 26. Februar 1928
Nummer 57
Seite 6
Die Abänderung des Mieterſchutzgeſetzes.
Aus Heſſen.
Die Gasfernverſorgung des Mümlingtales.
* Die Beratung der Novelle zum Mieterſchutzgeſetz im Reichstag hat
zunächſt lebhafte Erregung namentlich in Mieterkreiſen hervorgerufen.
Nun das am 1. April ds. Js. in Kraft tretende Abänderungsgeſetz im
Wortlaut vorliegt, erweiſt nähere Prüfung, daß kein Anlaß zu ſolcher
Erregung iſt. Die Novelle läßt ſachlich den Mieterſchutz von
einigen nicht einſchneidenden, aber zweckmäßigen Aenderungen abgefehen,
unangetaſtet. Neu eingeführt iſt — und dies bildet den bedeutſamſten
Teil der Novelle — ein Verfahren der Kündigung, durch die nunmehr
ein Mietverhältnis beendigt werden kann. Die ſachlichen
Vorausſetzun=
gen, unter denen ein dem Mieterſchutz unterliegendes Mietverhältnis
ſeitens des Vermieters kündbar iſt, ſind diejenigen der bisherigen
Miet=
aufhebungsklage, die ſog. geſetzlichen Mietaufhebungsgründe, kurz
zu=
ſammengefaßt alſo Zahlungsverzug, mietwidriges Verhalten des
Mie=
ters und überwiegendes Intereſſe des Vermieters an der Erlangung
der Mieträume. Alſo keine ſachliche Aenderung des Mieterſchutzes, nur
ein neues Verfahren! Daneben bleibt aber, und dies ſei nachdrücklich
betont, das Recht des Vermieters, die Mietaufhebungsklage wie bislang
zu erheben, völlig unberührt.
Das nicht gerade einfache Kündigungsverfahren ſchließt ſich in
ſei=
uem Aufbau dem Mahnverfahren bei Zahlungsanſprüchen an und ſei in
ſeinen Grundzügen hier kurz erläutert. Der Vermieter, der wegen
eines geſetzlichen Mietaufhebungsgrundes ein Mietverhältnis beendigen,
aber nicht alsbald Klage erheben will, kann durch die Geſchäftsſtelle des
Amtsgerichts (früher Gerichtsſchreiberei genannt) dem Mieter ein
Kün=
digungsſchreiben auf amtlichem Formular mit genau
vorgeſchrie=
benem Inhalt zuſtellen laſſen (analog dem Zahlbefehl im
Mahnverfah=
gen). Gegen dieſes Kündigungsſchreiben kann der Mieter binnen zuei
Wochen von der Zuſtellung an Widerſpruch erheben. In dieſem Fall
muß der Vermieter ſpäteſtens binnen zwei Wochen nach Erhalt der
Nach=
richt von dem Widerſpruch den Antvag auf Anberaumung eines
Güte=
termins ſtellen, widrigenfalls die Kündigung hifällig wird; in dem
*Die Darmſtädter Bierſieuer vor dem
Provinzialausſchuſſe.
o. Wir nehmen zunächſt auf die frühere Verhandlungs (Nr. 8
bom 8. v. M.) Bezug, die mit einer Vertagung der Schlußberhandlung
endigte.
Die Verhandlung beſchäftigte ſich mit der Frage, inwiefern eimn
Sen=
kungsprogramm der Stadtverwaltung durchgeführt ſei. Darüber
ver=
breitet ſich eingehend Amtmann Göbel. Betriebseinſchränkungen ergaben
hinſichtlich der Gewerbeſteuer einen Ausfall bei den Steuerkapitalien,
worauf das Finanzamt ſpäterhin hinwies. Die Verhältniſſe zwangen,
als Erſatz für dieſen zu erwartenden Ausfall auf die Bierſteuer zu
grei=
fen. So ſei faktiſch eine Senkung im Sinne des Finanzbedarfs
vor=
genommen worden. Die Erhöhung der Ausſchlagsſätze bei allen
Ge=
wewbeſteuerpflichtigen ſei vermieden worden. Der Vorſitzende verweiſt
darauf, daß die Gemeinden ja nicht gezwungen ſeien, eine
Bier=
ſteuer einzuführen. Amtmann Göbel betont die Gemeinden hätten
unter allen Umſtänden die Vierſteuer einführen müſſen, man habe
ahnen eine neue Steuerquelle zuweiſen wollen, auf dieſem Standpunkt
habe auch die heſüſche Regierung geſtanden.
Der Vertreter des Klägers betont, das ſei keine Senkung, denn der
einzelne Steuerpflichtige habe von einer Herabſetzung der
Voranſchlags=
zahlen nichts, eine Senkung im Sinne des 8 15 des
Reichsfinanzaus=
gleichsgeſetzes liege jedenfalls nicht vor. Zugegeben werde, daß die
Orts=
ſatzung, betreffend die Bierſtener, formell in Ordnung gehe.
Ver=
wieſen wird ſchließlich auf den Sprachgebrauch, der mit dem Worte
Senkung” verbunden wird. Der Vertreter der Stadt verweiſt darauf,
daß der Voranſchlag hinſichtlich der Gewerbeſteuer mit 845 000 Mark
für 1997 abſchließe gegen 915 000 Mark im Vorjahre; dieſe Senkung
ſei der Allgemeinheit zugute gekommen. Dieſer Voranſchlag ſei auch
tom Miniſterium genehmigt worden.
Der Anwalt des Klägers erläutert, daß eine Bierſteuer in Heſſen
nur durch Ortsſatzung eingeführt werden dürfe, und eine ſolche
Orts=
ſatzung dürfe den beſtehenden Geſetzen nicht widerſprechen. Zu dieſen
Geſetzen gehörten auch die reichsgeſetzlichen Beſtimmungen, insbeſondere
§ 15 Reichsausgleichsgeſetzes. Der Verwaltungsgerihtshof habe am
17. Juli 1922 eine Ortsſatzung der Stadt Darmſtadt, hetr. die
Müll=
abfuhr, für ungi tig erklärt trotz erfolgter miniſterieller Genehmigung.
Der Richter habe nachzuprüfen, ob eine Orlsſatzung mit dem
Landes=
vder Reichsrecht kollidiere. Eine ſolche Nachprüfung habe das
Reichs=
gericht bei dem Aufwertungsgeſetz vorgenommen, auch der
Reichsfinanz=
hof habe in zwei Entſcheidungen die Frage der Zuläſſigkeit einer
Nach=
prüfung von Reichsgeſetzen bejaht.
Der Andalt der Stadtverwaltung legt dar, von der Ortsſatzung
müſſe ausgegangen werden, aber dieſe ſei der Nachprüfung durch die
Gerichte dahin entzogen, ob ſie gegen Reichsrecht verſtoße. Die Faſſung
des 8 15 ſpreche gegen ſolche Nachprüfungsmöglichkeit, namentlich in
Ermeſſungsfragen und in Fragen der Zweckmäßigkeit. Der Art. 15
ent=
halte nur einen Appell an die Landesregierungen, eine Direktive, bei
der der Geſetzgeber davon ausgehe, daß ſie ſachgemäß befolgt werde.
Der grundlegende Gedanke ſei geweſen, die Bierſteuer den Gemeinden
zu geben. Deshalb liege auch ein Verſtoß gegen Reichsrechte nicht vor.
Es könne nicht nachgeprift werden, was die heſſiſche Regierung
wohl=
erwogen angeordnet habe.
Das Urteil gibt der Klage ſtatt und verurteilt die Stadt zur
Rück=
zahlung von 435 Mark.
— Jvogün=Konzert. Es ſei nochmals darauf aufmerkſam gemacht,
daß das morgen abend ſtattfindende 7. Akadewie=Konzert (Arien= und
Liederabend von Frau Maria Jvogün) bereits um ½8 Uhr im
Großen Haus beginnt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Vierenter aricheinenden Rotigen ſind antſchllekiich als Hinweiſe auf Knzägen wu beirachte
in keinem Falle ſirgendwie alt Beſprechung oder Kritk.
— Dr. Johannes Müller ſpricht am Samstag, 3. Mär
abends 8 Uhr, in der Otto=Berndt=Halle. Dieſe Nachricht wird alle
ſeinen Freunden und Verehrern willkommen ſein und allen Menſche
die ein Intereſſe für vertiefte Lebensführung haben, eine freudig begrüßt
Gelegenheit zur Auseinanderſetzung mit dem Sinn des Lebens ſein
Der Vortrag behandelt die Frage des elementaren und per
ſönlichen Wirkens Gottes und führt alſo mitten hinein
die religiöſen Lebensprobleme unſerer Tage. Der Vorverkauf hat be
reits begonnen. Wir verweiſen auf die Anzeigen. Verkaufsſtellen ſin
die Buchhandlungen von Schroth (Rheinſtraße) und Waitz (Eliſe
bethenſtraße), ſowie das Verkehrsbureau.
— Bund Königin Luiſe. Die Kameradinnen werden
noch=
mals an unſeren Großmütterchentag am 26. Februar, nachmittags
134 Uhr, bei Sitte erinnert. Gäſte herglich willkommen.
— Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) findet heute
Sonntag abend gemütliches Familienkonzert ſtatt. Der Beſuch wird
ganz beſonders empfohlen.
— Wie aus dem Inſeratenteil bereits verſchiedentlich hervorging,
bittet uns der Inhaber, nochmals beſonders zu erwähnen, daß ſeit dem
1. Februar die hinteren Räume des Kaffee Rheingold als Diele
endgültig geſchloſſen ſind und ſich darin jetzt das Billardkaſino
befindet.
damit beginnenden Verfahren entſcheidet dann das Mietſchutzgericht wie
auf Klage durch Urteil.
Erhebt der Mieter nicht Widerſpruch, ſo muß Vermieter binnen
längſtens einem Monat nach Ablauf der Widerſpruchsfriſt einen ſog.
Räumungsbefehl (analog dem Vollſtreckungsbefehl im
Mahn=
verfahren) dem Mieter zuſtellen laſſen; gegen dieſen kann der Mieter
binnen einer Woche Einſpruch einlegen. In der ſodann
anzuberaumen=
den Verhandlung dürfen die Mietaufhebungsgründe, auf die Vermieter
ſeine Kündigung geſtützt hat, ſachlich nicht mehr nachgeprüft werden, es
ſei denn, daß Mieter unverſchuldet die Widerſpruchsfriſt verſäumt oder
dem Vermieter innerhalb dieſer Friſt erklärt hat, daß er die Räumung
ablehne. Dieſe Erklärung ermöglicht es dem Vermieter jedoch nicht,
wie beim Widerſpruch nunmehr alsbald die Auberaumung eines
Güte=
termins zu beantragen, er iſt vielmehr genötigt, zunächſt
Räumungs=
befehl zu erwirken, obwohl bei der ablehnenden Erklärung des Mieters
mit Gewißheit anzunehmen iſt, daß er gegen den Räumungsbefehl
Ein=
ſpruch einlegen wird. Praktiſch bedeutet dies für den Vermieter eine
Verzögerung um Wochen, bis es endlich zur ſachlichen Verhandlung über
die Mietaufhebung kommt. Zu dieſer für den Vermieter nicht
erfreu=
lichen Regelung tritt die weitere nachteilige Beſtimmung, daß er auf
Grund des Räumungsbefehls nur die Erſtattung der Gerichtskoſten
ver=
langen kann, nicht alſo die einer etwaigen Vertretung durch einen
Recktsanwalt oder Erſatz des Zeitverluſts. Ob es bei dieſer Rechtslage
der Vermieter nicht vorziehen wird, alsbald die bisherige und jetzt noch
zuläſſige Mietaufhebungsklage zu erheben, ſtatt das zeitraubende,
forma=
liſtiſche und friſtenreiche Kündigungsverfahren, das, nebenbei bemerkt,
auch die Gerichtsſchreibereien, wieder erheblich belaſtet, einzuſchlagen,
mag die Zukunft lehren. Einſtweilen läßt ſich füglich bezweifeln, ob
die=
ſes neue Kündigungsverfahren wirklich einem praktiſchen Bedürfnis
ent=
ſpricht, und ob dieſe Geſetzesänderung, die zweifelsohne
Rechtsunſicher=
heit in die rechtſuchende Bevölkerung trägt, tatſächlich norwendig war,
oder ob ſie nicht wieder einmal ihre Haupturſache hat in dem
bedauer=
lichen „ut alignid fiat”.
L. Michelſtadt, 25. Febr. Im Zuſammenhang mit den Beſtrebungen
auf Durchführung der Gasfernverſorgung in Heſſen und mit
Genehmi=
gung des Gemeinderats wurde zwiſchen der Stadt Michelſtadt und der
Leitung der Südweſtdeutſchen Gas=Aktiengeſellſchaft, die bekanntlich die
Gasverſorgung auf rein kommunaler Grundlage erſtrebt, ein Vertrag
abgeſchloſſen, wonach die Stadt Michelſtadt Aktionär der Südweſtd. Gas=Akt.=
Geſellſchaft wird und das Gaswerk Michelſtadt an die genannte Geſellſchaft
übergeht, um zunächſt als kleines Fernwerk, insbeſondere für das Gebiet
des Mümlingtales und ſpäterhin gegebenenfalls als Stützpunkt für die
Feungasverſorgung zu dienen. — Damit iſt ein weſentlicher Schritt zur
Durchführung der Gasfernverſorgung in Heſſen getan, der ohne jeden
Zweifel auf die Entſchließung der übrigen Kommunen Heſſens günſtig
einwirken wird und insbeſondere um deswillen zu begrüßen iſt, weil
hier zum erſtenmal auch die Intereſſen entfernt liegender Gebiete des
orgung berückſichtigt wird.
O Erzhauſen, 25. Febr. Dieſer Tage wurde die zweitälteſte Frau
in unſerer Gemeinde zu Grabe getragen, die Witve Steckenreiter.
Sie ſtand im 85. Lebensjahr.
J. Griesheim, 25. Febr. Ablieferung der
Lohnſteuer=
marken. Die Friſt zur Ablieferung der Lohnſteuermarken läuft am
29. Februar ab. Jeder Arbeitnehmer, für den im Falenderjahre 1927
Steuermarben verwendet worden ſind, iſt verpflichtet, bis zum 29. ds.
Mts. ſeine Steuerkarte 1927 und die Einlagebogen mit den
verwen=
deten Steuermarkew an das Finanzamt abzuliefern, in deſſen Bezirk er
zur Zeit der Ablieferung ſeinen Wohnſitz hat. Die Einlagebogen müſſen
ordnungsmäßig ausgefüllt und aufgerechnet ſein. Die Verſäumnis der
Ablieferungsfriſt iſt ſtrafbar. — Am Sonntag wird im „Kaiſerſaal”,
von dem 25 Mann ſtarken Streichorcheſter des Philharmoniſchen
Or=
cheſters unter Hinzuziehung von Mitgliedern des Städtiſchen Orcheſters
ein großes Konzert veranſtaltet. Die Progpammfolge iſt vollſtändig
neu. Allem Anſchein nach wird der Beſuch ſehr zufriedenſtellend, da
verſchiedene Geſangvereine ihre volle Unterſtützung zugeſagt haben.
Harten werden nur noch an der Abendkaſſe ausgegeben.
Zum Fall des früheren Oberamtsrichters
Dr. Puſch
hat der Vorſtand der Deutſchen Liga für Menſchenrechte E. V. in
Berlin unterm 7. Februar 1928 folgende Erklärung abgegeben:
„Die unterzeichnete „Deutſche Liga für Menſchenrechte”
er=
lkärt hiermit, daß ihr bei Aufnahme der Notiz „Ein Richter ein
Jahr unſchuldig im Zuchthaus”, in ihrer Broſchüre „Acht Jahre
politiſche Juſtiz” Seite 95, ein Irrtum unterlaufen iſt. Der
er=
wähnte Fall des Oberamtsrichters Puſch iſt auf Grund falſcher
Berichterſtattung in der Preſſe unrichtig dargeſtellt. Die „Deutſche
Liga für Menſchenrechte” hat ſich inzwiſchen von der
Unrichtig=
keit der Darſtellung überzeugt. Die Liga erkennt deshalb an, daß
im Falle Dr. Puſch keine Rechtsbeugung durch ein heſſiſches
Ge=
richt vorliegt, daß das Urteil nicht unlauteren Motiven, nämlich
nicht dem Beſtreben entſprungen iſt, den politiſchen Gegner
mög=
lichſt durch Entehrung unmöglich zu machen, und daß Dr. Puſch
im Wiederaufnahmeberfahren lediglich wegen Geiſteskrankheit
freigeſprochen worden iſt.”
Anmerkung der Schriftleitung: Damit gibt alſo die Deutſche
Liga für Menſchenrechte unumwunden zu, daß ſie in ihrer
Bro=
ſchüre den ſchwerwiegenden Vorwurf der Rechtsbeugung
ledig=
lich auf Grund der „Berichterſtattung in der Preſſe” — und man
hat ſich offenbar auf recht „einſeitige” Berichte geſtützt — erhoben
und irgend eine authentiſche Information für überflüſſig
befun=
den hat. Der Wert einer ſolchen Broſchüre dürfte damit zur
Genüge gekennzeichnet ſein.
Anmeldung für die höheren Knabenſchulen. Wir machen auf die
Anzeige in der heutigen Nummer aufmerkſam. Die Anmeldungen
für die höheven Kmabenſchulen nehmen die Direktionen am 1. und 2.
März entgegen. — Auch ſei nochmals an die Elternabende
er=
innert, die für das Realgymnaſium am Montag, 27. Februar,
und für das Gymnaſium am Dienstaa, 28. Februar, ſtattfinder.
Sie beginnen im Feſtſaal der betreffenden Anſtalt immer um 8 Uhr.
— Leichte Flugunfälle. Bei der Landung in Babenhauſen
überſchlug ſich die Maſchine „D 540” der Akademiſchen
Flieger=
gruppe Darmſtadt. Die Maſchine wurde leicht beſchädigt, der
Führer blieb unverletzt. — Ein Schulflugzeug der Fliegerſchule
Böblingen mußte infolge Motordefekts in Mörfelden notlanden.
Der Start zum Zurückflug erfolgt vorausſichtlich am Sonntag.
Tageskalender für Sonntag, den 26. Februar 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 18 Uhr, Ende
gegen 213, Uhr: Sonntagsfremdenmiete „Das Käthchen von
Heil=
bronn”. — Kleines Haus, nachm. 16 Uhr: Film „Lady Windermeres
Fächer”; abends 19½ Uhr, Ende 22 Uhr, I. 11: „Die verkaufte Braut”.
— Orpheum, abends 20 Uhr: Der ſenſationelle Varieté=Spielplan.
— Konzerte: Schloßtaffee, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim,
Waldſchlößchen, Bockshaut, Kaffeehaus Bleichſtr. 43, Bismarckeck,
Frankf. Hof, Darmſtädter Hof, Reichshof, Turnhalle am Woogsplatz,
Rummelbräu, Kaffee Jöſt, Hotel Prinz Heinrich, Neckartor, Spaniſche
Bodega, Zentralhotel. — Reichsbund der
Kriegsbeſchä=
digten, nachm. 15 Uhr, im Städt. Saalbau: Große öffentliche
Verſammlung. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Montag, den 27. Februar 1928.
Holzverſteigerung, vormittags 9 Uhr, in der Turnhalle am
Woogsplatz.
F. Eberſtadt, 24. Fobr. Gemeinderatsſitzung. Geſtern
abend fand im Rathausſaale eine öffentliche Gemeinderatsſitzung, die
erſte im Zeichen des Berufsbürgermeiſtertums, ſtatt. Der neue
Bürger=
meiſter Dr. Uecker, der die Sitzung leitete, wies bei der Eröffnung
auf dieſe geſchichtliche Tatſache hin und gab der Hoffmung Ausdruck, daß
die Beratungen urd Beſchlüſſe dieſer ſowie auch aller künftigen
Sitzum=
gen zum Segen und Wohle der Gemeinde ausſchlagen möchten.
Ge=
meinderat Böhme erſtattete als Vorſitzender der Prüfungskommiſſion
Bericht über die Prüfung der Gemeinderechnung ſowie der Rechnung des
Gemeindewaſſerwerks für das Rechnungsjahr 1926. Nach dem Bericht
haben ſich bei der Prüfung, die ſich auf zahlreiche Stichproben beſchränkte,
Anſtände irgendwelcher Art nicht ergeben. Gemeinderat Böhme ſtellte
daher den Antrag, dem Gemeinderechner Entlaſtung zu erteilen. Der
Antrag wurde einſtimmig angenommen. Das zur Rechnung gehörige
Verzeichnis über die in den einzelnen Rubriken entſtandenen
Mehraus=
gaben ſowie die Mindereinahmen wurden verleſen und gutgeheißen.
Gemeinderat Heißt interpellierte den Bürgermeiſter erneut wegen
der Weiterführung der Elektriſchen bis zum Friedhofe. Er bezeichnete
das Verhalten der Heag in dieſer Frage der Gemeinde gegenüber als
vertragsbrüchig und forderte für den Fall, daß der Betrieb auf der
Strecke von der derzeitigen Endſtation bis zum Friedhofe nicht
unverzüg=
lich aufgenommen werde, auf dem Zwangswege gegen die Heag
vorzu=
gehen. Die Vervaltung wurde beauftragt, entſprechende Schritte
als=
bald zu unternehmen. Die Anſprüche der Pfarrei Eberſtadt an die
politiſche Gemeinde (Entſchädigung für abgelöſte Beerdigungskoſten und
ſtändiger Gehalt des Pfarrers) bildeten erneut den Gegenſtand einer
langeren Debatte. Anlaß dazu bot ein Schreiben des ev.
Kirchenvor=
ſtandes, der die Anſicht vertritt, daß die politiſche Gemeinde neben der
angebotenen Ablöſung der genannten Anſprüche mit dem 15 fachen des
feſtſtehenden Jahresbetrages von 173,15 Mk. dieſen Betrag noch für die
beiden rückliegenden Jahre 1926 und 1927 zahlen müſſe, weil die
Ab=
löſung ſonſt keine 15 fache, ſondern nur eine 13fache ſei. Der
Gemeinde=
rat ſtellte demgegenüber aber feſt, daß ſein Beſchluß in dieſer Sache mur
auf eine Ablöſung mit dem 15fachen des Jahresbetrages ſich erſtreckt und
eine Weiterzahlung dieſes Jahresbetrages für die Jahre 1926 und 1997
nicht in Frage komme, weil die Gemeinde daran, daß die Verhandlungen
über die Angelegenheit ſich zwei Jahre hingezogen hätten, keine Schuld
treffe. Der Ankauf der Grundſtücke Flur IV, Nr. 65 und 71, dem Jakob
Weicker gehörig, zum Preiſe von 375 Mk. wird beſchloſſen. Der Vertrags=
Entwurf zwiſchen dem Fiskus und der Gemeinde, der die Faſſung der
Quellen im Steckenborn, und die Errichtung emes Reſervoirs auf
ſtaat=
lichem Gelände (Flur XXI, Nr. 45 und 374/uo) zum Gegenſtand hat, wird
gutgeheißen mit der Maßgabe, daß noh eine Beſtimmung darin
auf=
genommen wird, wonach der Vertrag jeweils auf die Dauer von 10
Jahren verlängert werden kann. Ein Antrag des Gemeinderats
Dächert fordert, daß die in dieſem Jahre leihfällig werdenden
Grund=
ſtücke der Gemeinde nicht erſt im Herbſt, ſondern ſchon jetzt zur
Verpach=
tung kommen ſollen. Der Antrag wird einſtimmig angenommen. Für
die Erſtellung von Wohnhausneubauten haben ſich 22 Bauluſtige
ge=
meldet. In einer ſpäteren Sitzung ſoll in Verbindung mit einem noch
aufzuſtellenden Bauprogramm Näheres über die Hilfeleiſtung der
Ge=
meinde beſchloſſen werden. Gegen die beabſichtigte Aufſtellung von drei
Eiſenbahuwagen abſeits der Bickenbacher Straße, die als Wohnungen
für böswillige Mietnichtzahler dienen ſollen, richtet ſich eine Beſchwerde
der Provinzial=Pflegeanſtalt. Der Gemeinderat erachtet die
vorgebrach=
ten Gründe für nicht ſtichhaltig und verwirft die Beſchwerde. Der
Trausport der Wagen an Ort und Stelle wird dem Wilhelm Knecht 4.,
die Ausführung der Erd=, Beton= und Maurerarbeiten dem Ludwig
Hindermeher 4. gemäß ihren Angeboten übertragen. Die Zimmer=,
Claſer= und Schreinerarbei n werden den Unternehmern Meckel und
Eckhardt zugeſchlagen. Dieſe erhalten auch die Lieferung verſchiedener
Schulmöbel. Die Baugeſuche Jakob Götz (Wohnhaus in der
Pfung=
ſtädter Straße), Lehrer Oſtheimer=Darmſtadt (Wohnhaus in der
Villen=
kolonie), Anguſt Schneider 2. (Wohnhaus im Steckenborn) und Ottomar
Schäfer (Auto=Garage) werden genehmigt, bei Schneider mit der
Maß=
gabe, daß die Gemeinde Anſprüche auf Zuführung von Waſſer und Licht
uſwp. ablehnt. Ein Einzelfall gibt Veranlaſſung zu dem Beſchluß, daß
alle Gemeindeneubauten nach und nach mit Abflußkandeln und
Fenſter=
läden verſehen werden ſollen. Der von der Stadt Darmſtadt vorgelegte
Plan, die Aenderung der Fluchtlinie in der Heidelberger Straße von der
Landskronſtraße bis zur Eberſtädter Gemarkung3grenze betreffend wird
beraten und führt zu dem Beſchluß, Antrag zu ſtellen, daß die
Flucht=
linie auf der Oſtſeite der Straße ſich in die Fluchtlinie der Gemeinde
Eberſtadt einfügt. In geheimer Sitzung: Stundungsgeſuche,
Wohlfahrts=
fachen und Ankäufe von Grundſtücken und Baugelände.
Aa. Pfungſtadt, 25. Febr. Die Bachſteinfabrikation in den hieſigen
Ziegeleibetrieben iſt gegenwärtig ſehr ausgedehnt In den einzelnen
Betrieben werden größere Mengen Back= und Ziegelſteine gebrannt.
Die Nachfrage nach Ziegel= und Backſteinen iſt augenblicklich groß, da
infolge des bevorſtehenden Frühjahres zum Bauen neuer Häuſer
über=
all Bedarf herrſcht. — Der Turnverein Pfungſtadt unternimmt am
Sonntag, den 26. Februar, ſeine zweite Wanderung. Die Wanderung
beginnt erſt nach dem Mittageſſen. Sie ſoll über Jugenheim und die
Burgruine Joſſa nach dem Auerbacher Schloß f.
(. Ober=Ramſtadt, 25. Febr. Verpachtung. Am Montag, den
27. Februar, nachmittags 6 Uhr, werden mehrere Gemeindeäcker, zwei
Wieſen und verſchiedene Loſe Bachraine auf ſechs Jahr auf dem
Rat=
haus verpachtet.
Treichaft erfordert
[ ← ][ ][ → ]Nummer 57
Sonntag den 26 Februar 1928
Geite 7
Schwere Waſſerſchäden in der
Gemarkung Hahn.
Aa. Hahn b. Pfungſtadt, 25. Febr.
In der Gemarbung Hahn bei Pfungſtadt ſind in den letzten Tagen
ſchwere Flurſchäden durch Ueberſchwemmungen hervorgerufen worden.
Obwohl in der letzten Woche das Wetter größtenteils trocken und oft
auch windig war, ſtehen heute noch verſchiedene Teile der Gemarkung
unter Waſſer. Verurſacht wurden dieſe Ueberſchwemmungen durch die
ſtarken Regengüſſe der vorangegangenen Woche, wodurch andererſeits
auch eine Hebung des Grundwaſſerſpiegels eintrat. Dieſes Grundwaſſer
macht ſich nicht nur auf den Aeckern und Wieſen bemerkbar, ſondern
ſo=
gar in verſchiedenen Kellern und Scheunen. Ganze
Gemarkungsgewan=
nen haben ſtark notgelitten. Beſonders große Ueberſchwvemmungen
ent=
ſtanden in den Gewannen „Nachtweide‟ „Grasalme‟, „Kleeflecken” und
in dem Gemarkungsteil „Hinter der Kapelle‟. Dort iſt beträchtlicher
Schaden entſtanden. Denn infolge des Waſſers hat die Winterfrucht
ſtarken Schaden gelitten. Außerdem ſind viele mit hohen Koſten von
den Landwirten erworbene und in Anwendung gebrachte Düngemittel
zu Grunde gegangen. Sehr unliebſam wird ſich auch bemerkbar machen,
daß die Frühjahrsſaat, deren Beſtellung vorerſt nicht bewerkſtelligt
wer=
den kann, dadurch eine große Verzögerung erleiden muß.
Die Ueberſchwemmungen und die dadurch angerichteten Schäden ſind
auf jeden Fall ſo groß, daß die Klagen der Landwirtſchaft durchaus
be=
rechtigt erſcheinen. In Kreiſen der Landwirtſchaft empfindet man es
deshalb als ſehr nachteilig, daß die Gemarkung Hahn ſich dazu noch in
ſteuerlicher Beziehung in einer hohen Bodenertragsklaſſe befindet. Wie
zuverläſſig verlautet, wollen die geſchädigten Landwirte bei den
zu=
ſtändigen Behörden in Darmſtadt vorſtellig werden, um Erleichterungen
zu erlangen.
f. Roßdorf, 94. Febr. Verkauf von Weidenkätzchen. Die
Bürgermeiſterei weiſt in einer Bekanntmachung darauf hin, daß das
Feilhalten und der Verbauf von Weidenkätzchen bei Strafe verboten iſt.
— Obſtbaumſchädlinge. In einer öffentlichen Bekanntmachung
fordert die Bürgermeiſterei die Baumb ſitzer zur Entfernung der
dürren Bäume und Aeſte ſowie der Obſtbaumſchädlinge binnen einer
Friſt von 14 Tagen auf und weiſt darauf hin, daß bei Nichtbefolgung
der Anordnungen neben Beſtrafung die Entfernung auf Koſten der
Säumigen erfolgt. In Anbetracht des Umſtandes, daß jährlich bis
zu 40 Prozent der Obſternte durch Schädlinge vernichtet werden und
in Anbetracht der Bedeutung einer guten Baumpflege für die im
In=
tereſſe der Volksernährung nötige Erhöhung unſerer Obſterträgniſſe
ſollten alle Beteiligten die Anordnung der Bürgermeiſterei als ihre
Pflicht halten. — Holzverſteigerung. Am Dienstag, den B.
d. Mts., vorm. 9½ Uhr findet im hieſigen Gemeindewald eine
Nutz=
holzverſteigerung ſtatt: Näheres ſiehe Anzeigenteil. —
Arbeits=
loſenſtatiſtik. Die Zahl der Arbeitsloſen hat ſich etwas geſenkt.
Zurzeit melden ſich 88 Perſonen zur Kontrolle.
O Groß=Bieberau, 25. Febr. Die vor einigen Tagen begonnene
Sammlung zugunſten des hieſigen Kriegerdenkmals hat bereits
eine Höhe von 6000 Mark erreicht. Mit den Arbeiten dürfte bald
be=
gonnen werden. Der Entwurf kann auf der Bürgermeiſterei eingeſehen
werden. — Die hier ſtationierte Motorbaumſpritze iſt bereits in
Tätigkeit getreten. Sie funktioniert ſehr gut, ſo daß die hieſigen
Obſt=
bäume im Laufe der nächſten Woche behandelt werden können. Auch iſt
ſchon mit dem Abwerfen der umzupfropfenden Bäume begonnen worden
— Der Obſtbauverein hält ſeine Hauptverſammlung am 29. d. M. im
Gaſthaus zum Rodenſtein ab. Außer der üblichen Tagesordnung wird
Herr Lehrer Röſch aus Ober=Ramſtadt einen Vortrag über Bienenzucht
halten.
— Fränkiſch=Crumbach, 25. Febr. Die Taten deutſcher Helden im
Weltkrieg können unſerer heutigen Jugend nicht oft genug in Wort und
Bild vor Augen geführt werden. Im hieſigen Uniontheater läuft ab
10. März der Film „Unſere Emden”, ein Film von Deutſchlands
Hel=
denkampf zur See.
Al. Höchſt i. Obw., 25. Febr. Omnibusverkehr Höchſt
1. Odw.—Wörtha M. Wie man hört ſtellt die Poſt in dieſen Tagen
Erhebungen an über die Nentabilität einer Kraftwagenlinie Höchſt—
Wörth a. M. Die Fahrten ſollen von Höchſt ausgehen und die Orte
Sandbach — Neuſtadt — Rai=Breitenbach — Lützel=Wiebelsbach —
Breiten=
brunn und Seckmauern berühren und wahrſcheinlich Wörth als Endziel
haben. Ein großes Gebiet, dem bisher jede Verkehrsmöglichkeit feylte,
würde dadurch dem Verkehr zugänglich gemacht. Dörfer wie L.=
Wiebels=
bach, Seckmauern und Breitenbrunn mit 1000—1500 Einwohnern wäre
die Möglichkeit gegeben, den ein= bzw. zweiſtündigen Weg bis zur
nächſten Bahnſtation per Omnibus zurückzulegen. Der Fahrpreis iſt mit
5 Pfg. pro Kilometer in Ausſicht genommen und damit verhältnismäßig
niedrig gehalten. Die Fahrzeiten ſollen möglichſt gute Anſchlüſſe an vie
in Höchſt abgehenden Züge herſtellen. Der Belegſchaft der Veithwerke,
A.=G. ſoll durch Einrichtung einer Halteſtelle an dieſem Werk Rechnung
getragen werden. Die Erſchließung dieſes Gebiets im Zeitalter des
Verkehrs wird von der Bevölkerung ſicherlich dankbar begrüßt werden.
— Der Obſtbauverein Höchſt i. Odw. hielt im Gaſthaus. Zum
Engel” eine gut beſuchte Verſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr
Rektor Weidmann, machte Mitteilungen über Umpfropfen und Spritzen
der Obſtbäume. Zum erſten Punkt wurde beſchloſſen, daß diejenigen
Mitglieder, welche Bäume zum Umpfropfen angemeldet haben, ſich
Montag vormittag, 8 Uhr, an der neuen Schule einfinden ſollen, damit
dieſe Bäume zunächſt durch Nummern kenntlich gemacht werden und den
Vorſchriften der Landwirtſchaftskammer, welche die Propfreiſer ſtellt,
Genüge geleiſtet wird. Mit dem Spritzen der Obſtbäume ſoll Anfang
März begonnen werden. Zunächſt iſt es jedoch nötig, die Bäume
aus=
zuputzen, was ſofort ausgeführt werden muß. Mit dem Spritzen der
Bäume wurde Heinrich Klotz beauftragt, an welchen Anmeldungen zu
machen ſind. Ein Rundgang durch einen Teil der Gemarkung am
Sonntag vormittag (Zuſammenkunft 10 Uhr an der Lutherlinde) ſoll
dazu dienen, den Mitgliedern richtige Anleitung zur Obſtbaumpflege zu
geben.
— Hirſchhorn, 25. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
24. Februar 1,68 Meter, am 25. Februar 1,60 Meter.
— Gernsheim, 25. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
24. Februar 166. am 25. Februar 145.
Seite 8
Sonntag, den 26. Februar 1928
Nummer 52
Gas= und Waſſerverſorgung in Gernsheim.
* In Anweſenheit des Kreisdirektors des Kreiſes Groß=Gerau, Dr.
Merk, des Amtsvorſtandes des Kulturbauamts Darmſtadt, Oberbaurat
Hauck, der Vertreter der Direktion der ſtädtiſchen Betriebe Darmſtadt,
Amtmann Kreider und Oberinfpektor Hofmann, fand am Donnerstag
abend im Sitzungsſaale des Stadthauſes eine Sitzung des Gemeinderats
ſtatt, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt „Die Verſorgung der
Stadt Gernsheim mit Gas und Waſſer” ſtand. Nachdem Herr
Bürger=
meiſter Hoffmann die Sitzung eröffnet und die Herren Vertreter der
Be=
hörden begrüßt hatte, führte er das Ergebnis der letzten Sitzung
noch=
mals vor Augen, ſo daß heute über die Frage zu entſcheiden war,
ent=
weder ein Waſſerwerk in eigner Regie zu erbauen oder die
Waſſer=
verſorgung Gernsheim ſeitens der Stadt Darmſtadt zu akzeptieren,
wo=
zu das Kulturbauamt Darmſtadt ein ſchriftliches Gutachten erſtattet
hatte, wovon rechtzeitig jedem Gemeinderatsmitglied zur Information
Kenntnis gegeben worden war. Nach nahezu fünfſtündiger eingehender
Beratungen und Verhandlungen in deren Verlauf Herr Oberbaurat
Hauck die Ausführungen ſeines Gutachtens nochmals eingehend
beleuch=
tete, und Herr Kreisdirektor Dr. Merk ſeine Anſicht über den
vorliegen=
den Vertragsentwurf, wozu er Abänderungsvorſchläge in einzelnen
Poſi=
tionen machte, äußerte, fielen die Würfel. Der Gemeinderat fah ſich in
ſeiner Geſamtheit in Anbetracht der ſchwvierigen Verhältniſſe auf dem
L. Michelſtadt, 25. Febr. Brennholzverſteigerung. Die
Gräfl. Oberförſterei Rehbach in Steinbach bei Michelſtadt wird am
Mon=
tag, den 27. Februar, nachmittags 1½ Uhr, bei Goſtwirt Pfitzer in
Steinbach (Gaſthaus zur Gerſte) eine Brennholzverſteigerung abhalten
bei der Buchen=, Eichen=, Kiefern= und Birkenbrennholz zum Ausgebot
gelangt. — Von der Oberrealſchule. Die Anmeldungen für
Oſtern ſind am Dienstag, den 28. Februar, von 3—6 Uhr, im Gebäude
der Oberrealſchule vorzunehmen. Ecenſo kann auch ſchriftliche Meldung
innerhalb der vorgeſchriebenen Meldefriſt vorgenommen werden. —
Trauer=Kirchenkonzert. In der Stadtkirche zu Michelſtadt
wird zum Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen am Sonntag, den
4. März, abends 8 Uhr, von dem Organiſten der Stodtkirche, Herrn
Lehrer Knecht=Michelſtadt, unter Mitwirkung des Herrn Lehrer Köth
(Violine) ein Kirchenkonzert veranſtaltet, bei dem auch Frau Staedtler
und Frau Witt einige Duette ſingen werden. Eine auserleſene, der
Stimmung des Tages angepaßte Vortragsfolge wird dem Beſucher eine
Stunde hohen Kunſtgenuſſes bieten. Der Reinertrag wird teilweiſe der
Deutſchen Kriegsgräberfürſorge zugeführt werden.
b. Erbach i. O., 25. Febr. Eine dieſer Tage in Michelſtadt
ſtattge=
fundene Verſammlung der Gewerbevereine und Innungen, in
demen ſämtliche Ortsvereine vertreten ſind, befaßte ſich hauptſächlich mit
der derzeitig unhaltbaren Lage des Handwerker= und Gewerbeſtandes.
In der Mitte des Monats März ſoll nun im Saale des „Schützenhof”
in Erbach eine große Proteſtkundgebung der genannten Stände
ſtatt=
finden. — Die erſte Handballelf der Handballabteilung des
Turnvereins Erbach tritt morgen gegen die gleiche Mannſchaft Lengfeld
m Lengfeld an. Es handelt ſich um ein Pflichtrückſpiel. — Der
dies=
jährige Holzanfall aus dem Gemeindewald der Stadt Erbach wird
am kommenden Montag, den 27. Februar, nachmittags 1 Uhr, in
öffent=
licher Verſteigerung im Saale des Gaſthauſes „Zur Stadt Erbach”
ver=
wertet. Es kommt ſowohl Brenn= als Nutzholz zum Aufgebot. — Am
Dienstag, den 28. ds. Mts., abends, ſpricht im Rathausſaale Herr Lehrer
Zinſer=Erbach im Auftrage des Kulturkartells über „Bodenreform”.
A. Ellenbach, 25. Febr. Abendunterhaltung. Sonntag,
den 26., abends, hält der hieſige Männergeſangverein eine Abendunter=
Gebiete des Geldmarktes veranlaßt, von der Erbauung eines
Waſſer=
werkes in eigner Regie Abſtand zu nehmen und beſchloß, die Verſorgung
mit Waſſer durch die Stadt Darmſtadt auf Grund des in einzelnen
Punkten geänderten Vertragsentwurfs, der feine Gültigkeit in vollem
Umfange erlangt, wenn die Stadt Darmſtadt bis zum 25. Februar 1928,
mittags 12 Uhr, die in dem Gemeinderatsbeſchluß feſtgelegten
Bedingun=
gen bezüglich der Geldbeſchaffung nicht widerruſt. Die Verſorgung der
Stadt Gernsheim mit Gas ſeitens der Stadt Darmſtadt war ſchon in
dem Gemeinderatsbeſchluß vom 12. Auguſt 1927 feſtgelegt. Jedoch
konnte bislang zur Anerkennung des Vertrages ſeitens der Stadt
Gerns=
heim nicht geſchritten werden, da die Frage der Waſſerverſorgung
end=
gültig noch nicht geklärt war. Nachdem nun der Gemeinderat
grund=
ſätzlich die Waſſerverſorgungsfrage verabſchiedet hat, wird der
Gas=
lieferungsvertrag, der ſich zurzeit bei der Aufſichtsbehörde, Kreisamt
Groß=Gerau, zur Nachprüfung befindet, und auch von den behördlichen
Inſtanzen ſeine Genehmigung findet, in Bälde von der
Gemeindever=
waltung Gernsheim unterzeichnet werden, ſo daß auch die
Gasverſor=
gung Gernsheims geſichert iſt. Endlich ſind füu unſer Städtchen die
heiklen Fragen gelöſt. Es liegt jetzt aber auch an der Bevölkerung, von
dem Segnungen der modernen Technik, die wir bisher vermißten, eifrig
Gebrauch zu machen.
haltung ab wobei der Verein unter Leitung ſeines Dirigenten, des
Muſikers Müller=Schlierbach, mehrere Chöre ſingen wird. Zur
Auffüh=
rung kommt das Odenwälder Volksſtück „Knäächt Valdin”.
Bp. Rodau b. Bensheim, B. Febr. Ein hieſiger Landwirt kaufte
auf dem Ferkelmarkt in Gernsheim zwei ſchöne, kräftige Ferkel. Noch
in der gleichen Nacht drangen Diebe in das Anweſen ein und ſtahlen die
beiden Ferkel. Von den Tätern fehlt jede Spur.
W. Heppenheim a. d. B., 25. Febr. Umbau. Das Dienſtgebäude
des hieſigen Finanzamts, Kaiſerſtraße 8 (Villa Schüfſel), ſoll demnächſt
weſentlich vergrößert werden, um die Finanzkaſſe, die bisher in einem
anderen Gebäude (Kaiſerſtraße 6) untergebracht war, aufnehmen zu
können. — Der vom Verein für das Deutſchtum im Ausland auf den
27. Februar angekündigte Goslarfilm wird nur für die Schulen
vorgeführt. Die Abendvorſtellung für die Vereinsmitglieder fällt aus.
— Am Montag, den 27. Februar, wird aus dem Weſchnitzer
Gemeinde=
wald Nutz= und Brennholz verſteigert.
S. Lampertheim, 25. Febr. Ausreißer. Durch die Polizei
auf=
gegriffen wurde hier ein 17jähriger Zögling aus Eltville, der aus dem
Knabenheim Marienhäuſen weggelaufen war. Er wurde wieder
dort=
hin zurückgebracht. — Diebſtahl. Aus einer Hofreite wurde nachts
ein Damenfahrrad und ein Säckchen Federn geſtohlen. Der Täter konnte
noch nicht ermittelt werden. — Einer Dame waren in Bürſtadt aus
einem Handtäſchchem 50 Mark entwendet worden. Drei hieſige junge
Burſchen wurden als die Täter ermittelt und bei ihnen noch der größte
Teil des Geldes vorgefunden. — Aenderung. Die von der
Ge=
meinde auf Montag, dem A. d8. Mts., angeſetzten Holzverſteigerungen
mußten auf Mittwoch, den 2. d8. Mts. verlegt werden.
Bm. Bürſtadt (Heffen), 25. Febr. Weiterer
Fernſprecher=
diebſtahl. Am Mittwoch wurde wiederum ein Fernſprecherdiebſtahl
entdeckt, der wahrſcheinlich von demſelben Täter, welcher die gleichen
Diebſtähle kürzlich ausführte, verübt wurde. Diesmal beſuchte der Dieb
den Streckenabſchnitt Bürſtadt—Bobſtadt und entwendete auch hier aus
einer Fernſprechzelle den Fernſprechapparat. Die wichtigſten
Beſtand=
teile nahm er mit, während er das Holzgehäuſe in einen Graben warf,
wo es von Bahnbeamten gefunden wurde. Nach dem Dieb wird eifrig
geſucht. — Kanalarbeiten. Nun wird auch unſer Ort mit einem
Entwäſſerungskanal verſehen. Die Ausſchachtungsarbeiten haben in der
Gemarkung und auf der Verkehrsſtraße bereits eingeſetzt und werden
mit ſteigendem Intereſſe verfolgt. Das Unternehmen, welches wohl
längere Zeit in Anſpruch nimmt, hat einer Anzahl hieſiger
Erwerbs=
loſer Beſchäftigung gebracht. — Verkehrsverbefferung. Eine
ſehr notwendige Straßenverbeſſerung wird in dieſem Frühjahr die
Ver=
kehrsſtraße Bürſtadt-Lorſch erfahren, indem Kleinpflaſter angelegt
wird. Das Anfahren der Pflaſter= und Stückſteine ſowie das Randſticken
ſchreitet raſch vorwärts. Dieſe Verkehrsverbeſſerung wird allſeits
freu=
dig begrüßt.
2. Guſtavsburg, 23. Febr. Der Hafenverkehr. Der
Geſamt=
verkehr in den hieſigen Häfen belief ſich im Monat Dezember 1977 auf
60 200 Tonnen. Gegenüber dem gleichen Monat im Vorjahr bedeutet
dies eine Zunahme von 33 500 Tonnen. Dieſe Zunahme iſt in der
Hauptſache wegen der Mainſperre und des Eisgangs verurſacht.
Im ganzen Jahr 1927 betrug der Geſamtverkehr 370 600 Tonnen,
gegen=
über 346 900 Tonnen im Jahr 1926
Rheinheſſen.
1d. Köngernheim, 25. Febr. Verbrannte Bienenvölter,
Im Bienenhaus des Lehrers Roth hier brach in der Nacht von
Diens=
tag auf Mittwoch Feuer aus, dem zwölf Bienenvölker zum Opfer fielen.
Obwohl die Feuerwehr ſchnellſtens zu Hilfe eilte, konnte ſie nur die
nebenanſtehende Scheune vor den Flammen bewahren. Für das
Bienen=
haus, das gegen die Winterkälte gut verwehrt war, gab es keine
Ret=
tung mehr.
Ad. Guntersblum, 25. Febr. Selbſtmord. Vor einigen Tagen
ging die Nachricht durch die Preſſe, daß der Kellerarbeiter Gilbert
plötzlich an einem Hirnſchlag verſchieden ſei. Wie nun durch den
Kreis=
arzt bei der Obduktion feſtgeſtellt wurde, liegt aber Selbſtmord vor.
Gilbert hat ſich im Keller, wo auch die Schußwaffe aufgefunden wurde,
einen Schuß in die Stirne beigebracht.
U. Frei=Weinheim, 25. Jan. Nachdem das Hochwaſſer des
Rheins zurückgeht, zeigt es ſich, daß wieder großer Schaden entſtanden
iſt. Befonders die Beſitzer von Spargelanlagen in dem
Gemarkungs=
teil Haderau ſind, da die Felder zum größten Teil verſchlammt ſind,
ſchwer geſchädigt. Die dort ausgeſäte junge Saat iſt vernichtet, ſo daß
viele Felder neu beſtellt werden müſſen.
Oberbeſſen.
h. Laubach, 23. Febr. Drei größere Feſtlichkeiten
wer=
den im laufenden Jahre abgehalten: Vom 15.—17. Juni findet das 30 Jubiläumsſchießen des Schützengaues Heſſen=Lahn
in Verbindung mit Schießſtandweihe ſtatt; das 80. Jubelfeſt des
Turnvereins iſt mit Gau=Frauenturnen im Auguſt vorgeſehen,
und am 16. Auguſt iſt die große Herbſttagung des
Vogels=
berger Höhenklubs angemeldet.
w. Aus dem Lande, 25. Febr. Landwirtſchaftliches. Das
Landwirtſchaftamt Groß=Umſtadt veranſtaltet im lauſendem Monat
noch an 4 Orten Vorträge, das Landwirtſchaftsamt Lich kündet 3
Vor=
träge an. — In Herbſtein war dieſer Tage ein Grünlandkurſus, bei
dem Herr Diplom=Landwirt Graeber=Darmſtadt über die Grundlagen
neuzeitlicher Wieſen= und Weidewirtſchaft ſprach, desgleichem Herr
Oeko=
nomierat Glaſer=Lauterbach über die Bedeutung neuzeitlicher
Grünland=
wirtſchaſt für die Tierzucht. Am 6. März findet in Homberg (
Ober=
heſſen) ein weiterer Grünlandkurſus ſtatt. — Die Landwirtſchaftskammer
hat für Starkenburg Vorträge an 5 Orten, für Oberheſſen an 2 Orten
angeſetzt. — Saatgutmärkte ſind demnächſt in Bensheim a. d. B. und
in Mörlenbach i. Odw.; ſie bieten dem Landwirt Gelegenheit, in bezug
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ephon 226
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Gebeſſerte Nachfrage am europäiſchen Weizenmehlmarkt und das
Eingreifen der überſeeiſchen Spekulation hat die Weizenpreiſe in der
vergangenen Woche um 30 bis 40 Guldencents anziehen laſſen. Die
Mühlen haben ſich, hauptſächlich am Niederrhein, mehrfach zu
nennens=
werten Käufen entſchloſſen, wobei hauptſächlich Plata= und Manitoba=
Weizen umgeſetzt wurde. Auſtral=Weizen kam weniger in Fvage, weil
dafür 14.25 bis 14.40 Gulden die 100 Kilogramm gefordert wurden,
wäh=
rend Baruſſo und Roſa Fé, je nach Abladung, zu 13.15 bis 13.50
Gul=
den (1 Gulden — 1,68,67) zu haben war. Von der ausländiſchen
Feſtig=
keit konnte auch Inlandsweizen profitieren, der von vovwöchentlichen
25.00 bis 25.50 RM. auf 26.00 RM. franko ſüddeutſcher Mühle, die
100 Kilogramm anzog. Roggen lag gleichfalls feſt, ohne eine
Preis=
beſſerung in gleichem Ausmaß durchzuſetzen. Immerhin verlangt man
dafür heute in inländiſcher Herkunft 25.25—26.00 RM. (Vorwoche 25.00
bis 25.50), in ausländiſcher 27.00—27.25 (26.75—27.00) RM. frei Waggon
Mannheim. Von der Feſtigkeit des europäiſchen Geſamtmarktes
an=
geregt, vollzogen ſich auch am Mehlmarkt nach der lange anhaltenden
Stagnation mehrfach Abſchlüſſe, die nach hier vorliegenden Meldungen
namentlich am Niederrhein größeren Umfang angenommen haben ſollen,
wobei, je nach Fabrikat, 36.65 bis 37.25 RM. bezahlt wurden. Für
Weizenmehl, Spezial Null, verlangten die ſüddeutſchen Mühlen zuletzt
37.50 RM. (Vorwoche 36.25—36.76), doch gaben einzelne Werke auch zu
37 RM. ab, die zweite Hand zu 36.50—36.75 RM. Bei einer
Mehlver=
ßeigerung wurde für 55 Sack Weizenbrotmehl nur ein einziges Gebot
gemacht, 26 RM., zu dem der Zuſchlag erfolgte. Weiter vevſteigerte
87 Sack Weizenmehl 00 erbrachten 39.15 RM. pro 100 Kilogramm,
150 Sack Weizenmehl Spezial 0. 36.00 RM., 133 Sack desgl. 35.85 RM.
und 65 Sack Trockenmehl 01 33.00 RM. Es handelte ſich um
Erzeug=
niſſe der Ludwigshafener Walzmühle mit norddeutſcher Plombierung.
Für Braugerſte, worin der Inlandsmarkt ſo gut wie geräumt iſt, trat
größere Nachfrage von Bayern auf und die Preiſe zogen zu für
pfäl=
ziſche Gerſte auf 30.75—32.00 (30.00—31.50), für badiſche, heſſiſche und
württembergiſche auf 30.00—31.00 (29.50—30.00), waggonfrei Mannheim.
Engliſche Braugerſte blieb mit 33.50 RM. waggonfrei Mannheim
ange=
boten. Futtergerſte unverändert. Inländiſcher Hafer gefragt und in
geſunder, trockener, wie in beregneter Ware wenig angeboten. Ab
Sta=
tionen wurde ein Durchſchnittspreis von 93.50—24.00 RM. (22.50 bis
23.50) angeboten. Auslandshafer ſollte 25.00—26.50 (24.75—26.50) RM.
koſten, wurde aber wewig gehandelt. Mais in alter Ware knapp und
auf B3.25—B.50 (22.75—23.00) RM. die 100 Kilogramm, mit Sack und
Bezugsſchein, frei Waggon Mannheim, erhöht. Futterartikel hatten
freundliche Stimmung, bei unveränderten Preiſen und geringen
Um=
ſätzen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 25. Februar.
Zum Wochenſchluß konnte ſich die Tendenz allgemein etwas erholen.
Die Stimmung wurde wieder freundlicher, da man zum
bevorſtehen=
den Ultimo am Montag nicht mit beſonderen Schwierigkeiten rechnen
zu können glaubt. Die Spekulation ſchritt daher zu Deckungkäufen.
Geſtern ſollen nämlich außer der herauskommenden Prämienware,
na=
mnentlich im Verlaufe, Leerabgaben in etwas größerem Maß
vorge=
nommen worden ſein. Naturgemäß konnte das Geſchäft am heutigen
Samstag keine merkliche Belebung erfahren, zumal die zweite Hand
immer noch vollkommen fernbleibt. Da doch andererſeits auch kaum
Material kerauskam, waren bei der erſten Notierung gegenüber der
geſtrigen Wbendbörſe meiſt ein= bis zweiprozentige Kurserholungen zu
verzeichnen. Evwas lebhafter gefragt waren einige Montanwerte auf
die geſteigerte Stahlerzeugung. So konnten Mannesmann 134 Proz.,
Klöckner 1½ Proz. und Rheinſtahl 2 Prozent anziehen. J.=G. Farben
waren etvas vernachläſſigt (plus 1 Prozent). Am Elektromarkt
be=
trugen die Kursbeſſerungen bis 2 Prozent (für Bergmann), AEG. und
Licht und Kraft blieben jedoch nur gut behauptet. Siemens u. Halske
notierten nach dem 12proz. Dividendenabgang 269 Prozent. Banken
lagen faſt vollkommen geſchäftslos und nur behauptet, Kommerzbank
¼ Proz. abgeſchwächt. Zellſtoff Waldhof konnten ſich 2½ Prozent
er=
holen. Am Anleihemarkt waren Ablöſung für Neubeſitz etwas gefragt
und erholt. Ausländiſche Renten lagen weiter ſtill.
Im weiteren Verlaufe kamen kaum noch Umſätze zuſtande und die
Kurſe bröckelten überwiegend etwa 1 Prozent ab. Am Geldmarkt hielt
die etwas größere Nachfrage an. Tägliches Geld 6½ Prozent. Am
Deviſenmarkt blieb die Mark feſt. Man nannte Mark gegen Dollar
4.1875, gegen Pfunde 20.429, London-Kabel 4.8735, Paris 194.02,
Mai=
land 92.05, Madrid 28.85.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 25. Februar.
Die Sonnabendbörſe eröffnete in freundlicher Tendenz und etwas
lebhafter als ſonſt. Die Spekulation nahm infolge der
poſitionstech=
niſchen Lage Deckungskäufe vor, ſo daß die Kurſe trotz der noch
heraus=
gekommenen Prämienware allgemein um 1 bis 2 Prozent anzogen.
Dem nächſten Reichsbankausweis ſah man mit einer gewiſſen
Zuver=
ſicht entgegen und vermerkte außerdem mit Befriedigung den günſtigen
Stand der amerikaniſchen Freigabeverhandlungen. Die Großbanken
hatten anſcheinend das Beſtreben, zur Erzielung etwas höherer
Liqui=
dationskurſe einige Inveſtionskäufe vorzunehmen, die dem Markt
ebenfalls eine Anregung gaben. Am Geldmarkt war Reportgeld
reich=
lich angeboten und anſcheinend nur in geringem Umfang gefragt.
Tagesgeld notierte mit 5 bis 7 Prozent unverändert, doch waren eher
Tendenzen zu einer Verſteifung vorhanden. Erſte Firmen mußten für
Tagesgeld gleichfalls 5 bis 5½ Prozent bewilligen. Im Warenwechſel
war zu 63/ und darüber wenig Geſchäft. Dagegen ſchien am
Privat=
diskontmarkt etwas größeres Angebot vorhanden zu ſein. Am
Deviſen=
markt konnte die Reichsmark international kräftig anziehen. Man
nannte im Uſanzenhandel gegen New York einen Markkurs von 4,1875
gegen London. Die ſpaniſche Währung ſchwächte ſich leicht ab. London=
Madrid 28,82, ſonſt notierten ohne Veränderung London=New York
4,8782, London=Mailand 9,92,10, London=Oslo 28,31½. Im weiteren
Verlauf der Börſe befürchtete man insbeſondere eine Erhöhung des
Privatdiskontſatzes, die auch im Verlaufe der Steigerung des
Waren=
wechſelangebots anhielt. Die zunächſt erzielten geringen Kursgewinne
gingen daher in der zweiten Stunde meiſtens verloren, ohne daß aber
auf irgend einem Marktgebiet Rückgänge um mehr als 2 Prozent
ein=
traten.
Privatdiskont 62/g Prozent. Die Börſe ſchloß unter dem Eindruck
der Privatdiskonterhöhung um ¼ auf 62/s Prozent luſtlos und ſchwächer,
vermochte ſich aber im Spätverkehr zu erholen, weil in der kommenden
Woche neue Verhandlungen zwiſchen den Banken und Maklern über
die Abſchaffung des Medio und Erleichterung der Unkoſten ſtattfinden
ſollen. Wie man ſich erzählte, beſtehe die Abſicht, eine Eingabe an das
Reichsfinanzminiſterium auf Ermäßigung der Börſenumſatzſteuer zu
richten. J. G. Farben=Induſtrie wurden nachbörslich mit 256 nach
255,5 genannt. Vereinigte Glanzſtoff gewannen im Laufe der Börſe
6½ (301), Bemberg 3 Prozent (455). Einiges Intereſſe war zum Schluß
für Zellſtoffwerte vorhanden. Feldmühle plus 3,25 (209,5). Sonſt
nannte man Schultheiß 330, Oſtwerke 270, Vereinigte Stahlwerke 101,75,
Mannesmann 149, Hapag 151,5, Norddeutſcher Lloyd 152,5.
Aſchaf ſenb. Zellſtoff
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin .."
Berlin el. W...."
Berlin KarsruheInd.
Braunkohl. Briketts
Bremer Pulkan ..
Bremer Wolle. . .. .
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl .."
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke ..
Donnersmarckhütte .
Tynamit Nobel ...."
Eleltr Lieferung ...
J. G. Farben ......"
1. Friſter . ......."
Eaggenau Vorz.. . . .
Eelſenk. Verg .....
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen
Ban.=Maſch.=Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf ..
126.— 125.— — 168.— 185.— 257.5 256.— 1025 103.— 33.125 33.125 257.— 1258 — 139.5 135.25 63.— 63 25 217.— 216.5
Hemoor=Zement. .
Hirſch Kupfer.
Höſch Eiſen
Hohenlohe Werke.
Kahla Porzellan
Lindes Eismaſch.
Lingel Schuh
Linke u Hofmann
L. Loewe u. Co.
C. Lorenz
Niederlauſitzer Kohlel
Nordd. Gummi
Orenſtein
Rathgeber Waggon
Rombacher Hütten
Roſitzer Zucker ..
Rütgerswerke ..
Sachſenwer †.
Sächſ. Gußſtahl
Siemens Glas
Ver. Lauſitzer Glas
Volkſtedter Porzell.
Weſtf. C. Langendree
Wittener Gußſtahl
Wanderer Werke",
— 68.— 250.— —
249.— 109 5 107.— 160.25 160.— 134.55 135.75 88.5 87.— 72.— 73.— 98.— 97.5 120.5 151.— 146.— 148.— 143.25 130.— 130. 54.25 53 75 60.— 6o.— 180.—
Deviſenmarkt.
Helſingfors ..
Wien ...
Prag ...
Rudapeſt ..
Sofia ......
Solland ..
Cslo ......"
Kopenhagen
Stockholm.
London
Buenos Aires
Nen=York ..
Belgien ...
24. 2.
Geld /Brief
10.53810.558
58.96
12.399/12.419
168.33
111.46
112.16
12.31
1.780/ 1.794
59.0
73.13/ 73.27
3.025/ 3.0311
168.6
11.681
112.38
12 5:
20.416/20.4561
4. 18404.192
58.241 58.361
25. 2.
Geld / Brief
10.535 10.555) Italien ..
58.96/ 59,081 Paris ..
12.399 12.419) Schweis
3.027/ 3.033) Danzig ..
168.33/168.6
73.11/ 73.25, Spanien..
Japan. . . . . .
111.40/111.62) Rio de Janeiro".
112.09 112.314 Jugoflavien ...
112.28 112.50 Portugal ....."
20.406 20.4461 Athen ........"
1.789/ 1.793) Konſtantinopel".
4.18354 1915 Kanada. . . . . . .
58,27 58.39 Uruguah.. . ."
Reichsbank. Die diesjährige G.V. der Reichsbankteilseigner wird
auf Mittwoch, den 14. März, vormrittags 10 Uhr, berufen. Auf der
Tagesordnung ſtehen: 1. Vorlegung des Verlvaltungsberichtes nebſt
Bilanz und Gewinn= und Verluſtrechnung für 1927, 2. Beſtätigung der
Wiederwahl eines deutſchen Mitgliedes des Generalrates, 3.
Ergän=
zungswahlen zum Zentralausſchuß, 4. Sonſtiges.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 25. Februar. Das wiedeu etvas
feſtere Ausland gab auch dem hieſigen Getreidehandel ein freundliches
Bild. Während Lokoware zu unveränderten Preiſen umgeſetzt wurde,
konnten im Termingeſchäft ſich die Preiſe bis zu einer Mark erhöhen.
Märzlieferung für beide Getreidearten nicht ſo ſtark erhöht wie
ſpä=
tere Sichten. Auch erwartet man für dieſen Monat, ſtärkere
Andie=
ungen. Mai=Roggen 1,50 Mark befeſtigt, Hafer bleibt feſt, Gerſte in
guter Brauware geſucht. Das Melulgeſchäft bleibt ſtill bei feſten Preiſen.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. vom 25. Februat
wurden zugeführt 310 Schweine. Verkauft wurden 226 Stück.
Milch=
ſchweine wurden verkauft das Stück von 10 bis 23 Mart, Läufer das
Stück von 25 bis 40 Mark.
Vom ſüddeutſchen Laubholzmarkt.
Am ſüddeutſchen Laubholzmarkt zeigt ſich in der letzten Zeit eine
Schwankung in der Nachfrage. In erſter Linie wird man dies darauf
zurückführen können, daß die Schnittholzpreiſe inmer noch nicht in das
richtige Verhältnis zu den hohen Rundholzpreiſen gebracht werden
konn=
ten. Aehnlich wie am Nadelrundholzmarkt iſt auch am Laubholzmarkt
eine Zurückhaltung im Einkauf feſtzuſtellen, wobei auch die hohen
An=
fangspreiſe nicht mehr bezahlt wurden. Gutes und ſtarkes Material
zeigte jedoch weiterhin feſte Kaufſtimmung. Die Umſätze in den
Staats=
forſten betrugen im Februar bis jetzt an Eichenſtammholz in Bayern
zirka 2600 Kubikmeter, in Württemberg zirka 1200, in Baden jedoch nur
einige hundert Feſtmeter. An Buchenſtammholz in Bayern 1200,
Würt=
temberg 3900 und in Baden zirka 3000 Feſtmeter. Im badiſchen
Staats=
forſt erlöſten Eichenſtammholz 115—134 Prozent der Landesgrundpreiſe,
Buchenſtammholz 120—130 Prozent bei äußerſten Grenzen von 107 und
167 Prozent. Für Eichenwerkholz beſteht nur ſchwache Kaufluſt. Von
den übrigen Laubhölzern ſind runde Eſchen und Erlen in ſchöner
Qua=
lität und ſtarker Ware ſtets geſucht. Im Laubſchnittholzmarkt iſt dia
Tendenz feſt. Bei einzelnen Sertimenten iſt eher ein leichtes Anſteigen
der Preiſe feſtzuſtellen. Die weitere Entwickelung des
Schnittholz=
mauktes wird in erſter Linie von der Belebung in der Bauinduſtrie
abhängen, deren Bedarf zurzeit noch gering iſt. Von ſeiten der
Möbel=
induſtrie wird nur der unbedingte Bedarf gedeckt. Möbeleiche wurde
in mittleren Qualitäten am beſten gefragt bei Preiſen von 165 bis 2
Mark pro Kubikmeter. Ausgeſprochen gutes Möbelholz, breite Ware,
koſtete 200 bis 300 Mark. Die Holzwareninduſtrie zeigte den bisherigen
Bedarf. Dickten ſind nur mäßig gefragt. Am beſten dürfte wohl noch
die Nachfrage nach geſchnittener Rotbuche ſein, worin trockene,
abgela=
gerte Ware knapp iſt. Ia trockene Blockware ſtellte ſich auf 115 bis 150
Mark per Kubikmeter, Mittelware auf 90—110, Eſche in Ia Qualität
fand ſtets Aufnahme bei ſehr feſten Preiſen. Prima weiße, zähe
Bieg=
eſche zirka 3000 Mark, gute 20—250 Mark, mittlere 175—225,
gerin=
gere Qualität 150—175 Mark. Ia Weißbuchen konnten ihre Preiſe
ziemlich halten, 120—150 Mark. Mindere Sorten ſind unter 100 Mark
ziemlich zu haben. Für Nußbaum war meh: Nachfrage für zweite Ia
Ware, da erſtklaſſiges Material im Preiſe zu hoch liegt, 300 bis 400
Mark. Geringere Einſchnitte ſteilten ſich auf 168—170 Maxrk. Von den
übrigen Laubholzarten notierten Ia Erle 120—150 Mark, mittlere 100
bis 110, geringere 85—95 Mark, Ia Pappel 140 Mark, Kirſchbaum,
Mittelware, 120—150 Mark, Birke, gute, 130—135, Ia 165 Mark und
darüber, alles per Kubikmeter franko Verladeort oder Lieferungswerk,
bzw. Lager, mittlere Frachtbaſis Süddeutſchland, Großverkauf.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 22. Februar. Die auf
den Stichtag des 22. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamtes war mit 137,9 gegenüber der Vorwoche (137,7)
nahezu unverändert. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 0,4 v. H. auf 130,0 (Vorwoche 122,5) angezogen. Die
Indexziffer für Kolonialwaren iſt um 0,8 v. H. auf 129,2 (130,3)
zu=
rückgegangen. Die Indexziffer der induſtriellen Rohſtoffe und
Halb=
waren ſtellte ſich mit 133,8 (133,9) etwas niedriger, diefenige der
indu=
ſtriellen Fertigwaren mit 157,0 (156,7) dagegen um 0,2 v. H. höher als
in der Vorwoche.
Die Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen
Berech=
nungen wurden in der Zeit vom 12. bis 18. Februar im Ruhrgebiet in
6 Arbeitstagen 2 485 524 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 412 138 Tonnen
in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls 6 Arbeitstagen. Die
Koks=
erzeugung ſtellte ſich in den 7 Tagen der Berichtswoche auf 590 099
Ton=
nen gegen 601 115 Tonnen in der vorhergehenden Woche. Die
Preß=
kohlenherſtellung belief ſich auf 60 718 Tonnen gegen 57 714 Tonnen in
6 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der
Zeit vom 12. bis 18. Februar 400 921 Tonnen gegenüber 402 023
Ton=
nen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung 84 300
(85 874) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung 10 120 (9619)
Tonnen. Die Zahl der wegen Abſatzmangels eingelegten Feierſchichten
betrug in der Berichtswoche 5714 (arbeitstäglich 952) gegenüber 2442
(407) Tonnen in der Vorwoche.
Allgemeine Elektrizitätsgeſellſchaft, Berlin. Die G.V. der
Allgemei=
nen Elektrizitätsgeſellſchaft genehmigte einſtimmig den Jahresabſchluß
mit 8 Prozent Dividende für die Stammaktien, 6 Prozent für die
Vor=
zugsaktien nud 6 Prozent für die Vorzugsaktien Lit. B. Von ſeiten
einiger Akzionär= wurde die Undurchſichtigkeit der Bilanz bemängelt
und die Höhe der Dividende als nicht entſprechend den Ergebniſſen des
letzten Rekordjahres bezeichnet, ſowie die Vereinheitlichung und
Zuſam=
menfaſſung der Konzernwerke zwecks Erſparnis von Unkoſten für
wünſchenswert erklärt. Ferner wurde Auskunft über die Höhe der im
letzten Jahre gezahlten Löhne und Gehälter verlangt und angeregt, den
Arbeitern und Angeſtellten nach dem Beiſpiel des Siemens=Konzerns
aus dem Gewinn des letzten Jahres Sonderzuweiſungen zu gewähren.
— Geheimrat Deutſch verwies in ſeier Antvort auf die Anregung, die
er in der Frage weitergehender Rechenſchaftslegung gegenüber der
Oeffentlichkeit beim Reichsverband der Deutſchen Induſtrie gegeben habe.
Dieſer bemühe ſich, eine Baſis zu ſchaffen, die es der Wirtſchaft
er=
möglichen werde, eine klarere Ueberſicht durch größere Offenlegung der
Verhältniſſe der einzelnen Unternehmen zu gewinnen. Eine
Zuſam=
menlegung der einzelnen Konzernwerke ſei untunlich, da die
Geſellſchaf=
ten imſtande ſeien, ſich ſelbſt zu finanzieren und der Charakter der
Muttergeſellſchaft als ein reines elektriſches Unternehmen aufrecht
er=
halten werden ſolle. Was die Frage der Sonderzuweiſungen betreffe,
ſo herrſche bei der A.E.G. ſeit 30 Jahren die Gepflogenheit, den
Ar=
beitern und Angeſtellten nach 10, 20 und 30 Jahren beſondere
Gratifi=
kationen zu zahlen.
tien, Darüfftadt. Bransfätter Karvorrict
deot. 1020.
4% Ung. Kronr.
3% Ung. Eif. Tor.
Außer-
europäiſche
5%Mex.am. in. abg.
30 „ äuß. 99
48 „ Gold 04 ſtf..
% konſ. inn. „
4½%0„Frrigat.
5% TamaulipasT,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberechnung
8% Bad.=Badener
Stadt=Goldanl..
10%Berl. H.=Bf. G.
„
.
4½%n „ „
Li=
quid.=Pfandbr. .
60 Berl. St. Gold
80 Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
93
Dresd. St.=G. 87.75
7% Frkrft. St.=G.
6%
„
20 Frif. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
72 Frlf. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
6%0 Frrf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
4½%Frkf. Hyp.=B.
Liquid.=Pfbr.
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
7% Frkf. Goldpfbr
6% Frkf. Pfbr.=Bf.
Goldvfor.
50 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
4½% Hamb. Hyp.-
Bk.=Liquid.=Pfbr.
89.5
83
96
97
89
77
95
91.5
81.1
7% Heidelb==Stadt=
Goldanl.
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
7%0 Heſſ.Land.=Bk.
Goldpfbr.
6% Heſſ.Land.=Bk.
Goldpfbr.
8%Klöckn.=Werk. 26
10%Komm. Elektr.
Mark(Hag. /Gdobl
80 Komm. Ldsbk.
Darmſtadt . . . . .
80 Land.=Kreditk.
Kaſſel Goldpfbr.
8% Ldwgshf. Stadt
Goldanl.
7% M. Kraft Höchſ
O7 Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
7% M.=Stahlw. 27
3½. Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St. Gldal
8% Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
7% Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
4½% Pfälzöyp. B.
Liquid.=Pfbr. . . .
8% Pforzh. St.=G.
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.
Cr.=Bk. Goldpfbr
4½%0
Liquid.=Pfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Gldpfbr.
7% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr
.. Lig. Pfb
% Rh. Stahlw.
100 Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 103
Ri
ge.n5
90
R
101
100
95.5
92
89
93
97.5
90.5
86
96
93
88
76.5
95
93
29.3
92
95
96.25
89.5
89.65
8% R=W=B=C.BG.)
„ Lig.=Pf.
80 Südd. B. Cr. B.
Goldpfdbr. .."
7% „
4½%n „Lig.=Pfb
7½ V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=
Gld=
obl. mit Option".
Jo V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option
% Viag (V. Ind.=
Unt. Bln.) 27..
8% Boigt EHäffner
Goldobl. ....."
8% Württ. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zinsberechnung
5% Bdw. Kohl 23
6‟ Großkr. Mnnh.
Kohl. 23 ...."
6%Heſſ.Bk.=Reg. 23
5%Heſſ. Volksſtaat
Roggen . . . . . 23
5% Pr. Kaliw. ..
50 Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. BG.
Torkriegé=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bf.
Mecklb. Hyp.. u. Wb.
Meining. Hhp.Bk.
Nord Gr.=Cr.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Württ. Hyp.=Bk..
Staatl od prov.
garantiert
Heiſ. L.=Hyp.=B
Landeskr. Caſſel
Naſſauiſche Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Glif.=Bahn ſtfr.
28.s
89.65
94.5
96
13.45
6.4
250
17.5
8.5
14.11
13.225
9.59
42 Galiz.=CarlL. B.
4%
„ abg.
5% Oſt. Sd. (L.)ſtfr.
2,6%Alt. Oſt. Süd.
2,6% Neue „„
4% Oſt. Staatsb. 83
3% Oſt. 1. b. 8. E.
3% — „ „9. Em.
3% „ „ 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
30 RaabOedb. 83
3%
„ 91
3% „
„ 97
4% Rud. Silber..
4½ Rud. (Salzkg.)
4½¾Anat., S. I
4½% Anat., S. II
4½‟ Anat., S.III
38 Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit .. .
Bad. Bk. .... . . . .
Bk. f. Brauinb. . .
Barmer Bankv. .
Bay. Hyp.=Wchſ. 1158
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank..."
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bl. 141.25
Frkf. Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B
Lux. Intern Bank.
Metallbank.
Mitteld. Creditb
Nürnb. Vereinsbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditban
„ Hyp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk: .
Rhein. Hyp.=Bk...
22
19.25
16
14.5
17
17
177
146
232
173.5
226
163.5
122
139
102.5
157.9
158
115.5
7.5
125
218
170
88
137
15*
93
130
175
Südd. B.=Crebbitk.
Südd. Disc.=Geſ...
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus. . . . . . . . .
Eſchw. Bergw....
Gelſenkirch. Bgw. .
Harp. Bergb. ....
Ilſe Bergb. St....
„Genußſchein ...
Kali Aſchersleben".
Kali Salzdetfurth.
Kali Weſterregeln.
Klöcknerwerke (abg.
Lothr.=Hütte).. .
Mannesm.=Röhre
Mansfelder ......
Oberbedarf .. . . .."
Otavi=Min.=Ant. . .
Phönix=Bergb. . ..
Rhein. Braunk. . .
Rhein. Stahlw. . . .
Riebeck Montan. .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb. . .."
Ver. Laurahütte
Ver. Stahlwerke.
Oſt. Alpine Montan
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.
Henninger .
Hercules Heſſiſche.
Löwenbr.=Münch.
Mainz, Aktienbr:
Nicolai, Hofbrauer
Schöfferhof(Bind.
Schwarz=Storchen
Tucher. Nürnberg.
Werger
Abt, Gebr. .
Aktum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Ablerw. (v. Kleher
6% A.E. G. Vzg. 2
5% A. E. G. Vzg. B
A. E. G. Stamm ..
145
37.75
17
205
133
122
170
250
180
148.75
107
42.5
99
162
195
111
102
275
180
141
328.5
252.5
1ag
321
167
63
31
82.5
87
80
163
Bad. Maſch. Durlach 138
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin. .
Baſt Nürnberg .."
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel.
Bergmann El. Wk.
Brem.=Beſigh.=O!.
BrownBoveri ECie
Brüning & Sohn.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement. Heidelb. ..
Cement Karlſtadt.
Cement. Lothr. . ..
Chem. Albert . . . . .
Chem. Brockh. ...
Chem. Milch.....
Da mler=Benz A. G.
Dt. Atlantik Telegr.
Dt. EiſenhandelBl.
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb. Sch. A.
D. Linoleumw. Bln.
Dresd. Schnellpr.
Dürkopp=W. (St.)
Dürr Ratingen. . . / 74
Eiſenw. Kaiſersl.. .
El Licht u. Kraft
El. Lieferung ...."
Elſ. Bad. Wolle
EmagElekt. Frankf.
Email. Ullrich.
Enzinger=Werke
Eßlinger Maſch.
Ettlinger Spinn. .
Faber Bleiſtift
Faber & Schleiche
Fahr, Pirmaſens
Farbenind. J. G.
Feitenc Guilleaum
Feinmech. Jetter);
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof.
Frkf M Pok. & W.
Geiling & Cie
Gei f. elekt. Untern.
(5Didſchmidt Th 110
Gritzner Maſch
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Haid & Neu .....!
11.5
235.5
72
69
123
137
180
118
80.2
42
86
128
198
265
128
213
165
8
19
45
64.2
255
108
5. .a
255
121
92
35
150
109
255
132
158
137
48
28
79
138
79.
99
Hammerſen .. ."
Hanfw. Füſſen .. . 145
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..
Heſſen=Naſſau Gas/122
Heyligenſtaedt. . ."
Hilpert, Armatur. 92
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer .. . . 110
Hoch=Tief=Eſſen
Holzmann".
Holzverk.=Ind.
Inag
JunghansSt.
84
Kammg. Kaiſersl. /204
Karſtadt, N.
Keram. W. Offſtein/141
Klein. Sch. EBecker/108.5
Knorr, Heilbronn. . 165
Konſerv. Braun ../ 70
Krw. All=Württbg. /101
Krauß & Co...."
Lahmeyer .. . . . . . 156
Lech Augsburg
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle./ 39
Ludwigsh. Walzm. 128
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt./114
Mars=W. Nürnberg/118
Metallgeſ. Frkf.
175
Miag Mühlenb 140
Moenus Stamm. / 63.5
Motorenf. Deutz".
Motorenf. Oberurſ./ 75
Münch. Lichtſpielk. 120
96
Neckarſ. Fahrz
Neckarw Eßlingen 1139
Beters UInion
111-
Pfälz. Nähm Kayſer! 52
Philipps A.-G. 46
Vorzellan Weſſel
Rein Gebb & Schau/106
Rhein Eleltr St. 1151
Rhenania Kunheim! 53
Nütgerswerke
87
Schneid & Hanau. S(
Schnellpr Frankth.
Schramm Lackfr. 124
Schrift g. Stempel 120
Schuckert. Elektr.
33
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz
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Seilind. Wolff. . . . 78
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Siemens & Halske.
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ſeithwerke. ..
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Ver. Faßf. Caſſel. . . 54
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Zellſt. Memel .... 136
Zellſt. Waldhof. . . 250
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Zerſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz.! —
A. Lofalb. u. Kraft 197
Dt. Eiſenb.=Geſ..
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Südd. Eiſenb.=Geſ. 138
Hapag
15
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152:I,
Frift. Allg. Ver).
Frankonia Rückv
ſarmſtädter Werte
Bahnbedar;
Dampff. Rodberg.
Helvetia Konſ.
Gebr. Lutz..
Motorf Darmſt. . .
Gebr. Roeder. ..
VenulethcEllenb. .
47
1142
Nummer 52
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 25. Febr. (Priv.=Tel.)
Am Baumwollmarkt boten die beſſeren Kabelmeldungen
anfäng=
lich einige Anregung, doch ſetzten andererſeits erhebliche Abgaben, der
Baiſſiers und der ſüdlichen Firmen ein, da das Preisniveau nahe 19
Cents liegt. Verſchiedentlich traten auch New=Orleanſer Firmen als
Abgeber auf. Außerdem erfolgten Liquidationen in neuer Ernte.
Spä=
ter wurde die Stimmung erneut feſt, da die Spekulation zu
Deckun=
gen ſchritt.
Kaffee: Am Kaffeemarkt nahm die Spekulation anfänglich Deckungen
vor, auch der Handel und die Kommiſſionsfirmen ſchritten unter dem
Einfluß der feſten Meldungen aus Rio zu neuen Käufen.
* Chieago, 25. Febr. (Priv.=Tel.)
Weizen eröffnete auf die hauſſegünſtigen Wetlervorherſagen und
un=
günſtige Verichte aus den Staaten Illinois, Indiana und Ohio in feſter
Haltung. Später kam es jedoch zu einem neuen Rückgang der Preiſe,
da dor Unfang der Exportnachfrage enttäuſchte und die Zunahme der
Zuſuhren verſtimmte.
Am Maismarkt wirkte anfänglich die beſſere Exportnachfrage in den
Häfen am Atlantik und am Golf von Mexiko anregend, zumal das
Provinzangebot mäßig iſt. Im Verlaufe trat uuch hier eine
Abſchvä=
chung ein, da die ſchwache Haltung der Lokomärkte preisdrückend wirkte
und die Ankünſte im Innern geſtiegen ſind. Die Kommiſſionsfirmen
tätigten Abgaben per Mai und Juli.
Am Noggenmarkt nahmen die öſtlichen Firmen Käufe vor und auch
tom Kontinent machte ſich Exportnachfrage geltend. Späterhin wurde
es ebenfalls ſchwäther, da die Lokohäuſer einige Abgaben tätigten.
Hafer war verhältnismäßig gut gehalten, was auf den Einfluß der
recſt guten Nachfrage nach Lokoware und der ſtetigen Verfaſſing des
Winniveger Marktes zurückzuführen war.
Fettwaren: Am Schmalzuarkte machte das Anziehen der
Schweine=
preiſe und die feſtere Haltung Liverpools günſtigen Eindruck. Weitere
Anregung bot die ſtetige Verfaſſung der Lokomärkte.
Sonntag den 26. Februar 1928
Ge ialelen nah Mchaunset ug EeHehon m S. Kars
Getreide. Weizen: März 1323, Mai 13334, Juli 131½;
Mais: März 93½. Mai 968, Juli 99½: Hafer: März 543, Mai
56, Juli 528; Roggen: März 1118, Mai 112½, Juli 1073.
Schmalz: März 11.15, Mai 11.42½ Juli 11,70:
Fleiſch. Mai 10,92½, Juli 11,17½, Sept. —: Speck, loko:
10,87½; leichte Schweine 7,65—8,40, ſchwere Schweine 7,70—8,25;
Schweinezufuhren: Chicago 6000, im Weſten 45 000.
Baumwolle: März 18,40, Mai 18,4.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 25. Febr.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 16234 hart 1493: Mais, neu
ank. Ernte 109½4: Mehl. ſpring wheat elears 6,60—6,90; Fracht:
nach England 1,6—2,3 Schilliug, nach dem Kontinent 9—11 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 11,80: Talg, extra 8½.
Kakav. Tendenz; unregelmäßig: Umſatz in Lots: 72: Loko:
13½: März 13,57, April 13,69, Mai 13,80, Juni 13,94, Juli,
Auguſt und September 1402, Oktober 13,83, November —,
De=
zember 133.
Kleine Wirtſchaftsnachrichien.
Der Privatdiskontſatz wurde geſtern für beide Sichten um ¼
Pro=
zent auf 6ele Prozent erhöht.
Wie wir erfahren, wird in den Gabelfabriken eine intenſive
Ratio=
naliſierung durchgeführt, um Ueberproduktion zu verhindern. Der
Ver=
band der Vereinigten Gabelfabriken in Hagen hat einen Unterverband
gegründet, der den Ankauf von geeigneten Fabriken aus den Mitteln
des Verbandes bezweckt.
Bei den im ſächſiſchen Arbeitsminiſterium fortgeſetzten
Verhand=
lungen in der ſächſiſchen Bütteninduſtrie wurden von Arbeitgeberſeite
neue Einigungsvorſchläge gemacht. Die Arbeitnehmer werden ſich bis
zum kommenden Dienstag hierzu erklären.
Geite 11
Die ſchweizeriſche Vollsbank in Baſel erzielte bei einem
Geſamt=
umſatz von 28,2 Milliarden Fr. für das Geſchäftsjahr 1927 einen
Rein=
gewinn von 7,634 Mill. Fr. gegenüber 7093 Mill. Fr. im Vorjahre.
Es wird eine Dividende von 6.19 Prozent (Netto=Rendit: 6 Prozent)
verteilt.
Die Bergwerkskommiſſion der franzöſiſchen Kammer hat beſchloſſen,
Kuxe der Domänengruben für Kali wie folgt zu verteilen: 7 Prozent
für die Privaten, 12 Prozent für die Departements, der Reſt für den
Staat.
Die Finanzkommiſſion der franzöſiſchen Kammer nahm den
Geſetz=
entwurf über die Abänderung der 2öprozentigen Einfuhrabgabe auf
deutſche Waren an. Durch dieſes Geſetz wird bekanntlich die
franzö=
ſiſche Regierung ermächtigt, die durch Geſetz vom 21. April 1921
vor=
geſehene Erhebung von 26 Prozent auf die deutſche Einfuhr aufzuheben
oder vorkommendenfalls auf dem Ordnungswege wiederherzuſtellen.
Nach holländiſchen Blättermeldungen ſtehen bedeutende engliſche
Juduſtrielle dem Gedanken einer deutſch=engliſchen Kohlenverſtändigung,
die vor kurzem in engliſchen Parlamentskreiſen unterſtützt wurde,
ableh=
nend gegenüber. Man weiſt darauf hin, daß es geraume Zeit dauern
würde, bis eine innere engliſche Einigung auf dieſem Gebiete zuſtande
käme.
Geſtern iſt in Kopenhagen in der großen Forumshalle die Dritte
Internationale Automobilausſtellung durch den Kronprinzen Friedrich
im Beiſein vieler offizieller Perſönlichkeiten und des diplomatiſchen
Korps feierlich eröffnet worden. Die Ausſtellung dauert bis 4. März.
Bei den Verhandlungen zur Beilegung des Lohnkonflikts im
nord=
weſtböhmiſchen Braunkohlenrevier unterbreitete. Arbeitsminiſter Dr.
Spina den Parteien einen Vergleichsvorſchlag. Die Arbeitgeber waren
bereit, dieſen Vorſchlag anzunehmen, die Vertrauensmänner der
Berg=
arbeiter machten jedoch eine Reihe von Vorbehalten und lehnten einen
Teil des Vorſchlages ab.
Im amerik. Kongreßausſchuß fand am Freitag eine Einigung über die
Eigentumsvorlage ſtatt, ſo daß der Vorſchlag des Ausſchuſſes am
Mon=
tag dem Senat und am Dienstag dem Repräſentantenhaus zur
End=
annahme überwieſen werden kann. Präſident Coolidge wird die
Vor=
lage wahrſcheinlich Ende nächſter Woche unterzeichnen.
Hausangebot.
Das ſtädtiſche Anweſen Karlſtr. 18
in guter Geſchäftslage ſoll verkauft
wer=
den. Preisangebote unter Angabe der
gewünſchten Zallungsweiſe ſind bis
1. April ds. Js. hieher einzureichen.
Pläne und Umbauproielt liegen im
Stadthaus, Zim. 51. zur Einſicht offen
Das Haus eignet ſich ſehr gut zum
Ge=
ſchäſtshaus. Ein Laden mit 2 großen
Erkern läßt ſich leicht einbauen.
pſlichten, erhalten den Vorzug. (st3.30
Darmſtadt, den 14. Febr. 1928.
Der Oberbürgermeiſter.
Ergänzung der Stadtverordne=
Uen derſanfung.
Die Stadtwahlkommiſſion hat
feſtge=
ſtellr, daß an Stelle des ausgeſchiedenen
Fräulein Marie Becker, Angeſtellte,
in die Stadverordneten=Verſammlung
einzutreten hat. Das Protokoll liegt am
27., 28. und 29. ds. Mts, im
Stadt=
haus (Zimmer 33) während der
Dienſt=
ſtunden zur Einſicht der Beteiligten und
Stimmberechtigten offen. Einwendungen 20000
gegen die Wahl und die Gewählte ſind
während dieſer Zeit ſchriftlich oder zu
Protokoll bei dem Unterzeichneten bei
Meidung des Ausſchluſſes vorzubringen,
Darmſtadt, den 25 Febr. 1928. (st3643
Der Stadtwahlkommiſſar.
Mueller, Bürgermeiſter.
Anmeldungen
für die 4 höheren Knabenſchulen
Darmſtadts
werden Donnerstag, den 1. März 1928, einzureichen.
von 10—1 und 3—5 Uhr, ſowie Freitag,
den 2. März, von 10—1 Uhr, bei der
zu=
ſtändigen Direktion entgegengenommen.
Dabei ſind Geburtsſchein (oder
Familien=
buch) und Impiſchein ſowie das
Herbſt=
oder beſſer das letzte Schulzeugnis
vor=
zulegen. Es empfiehlt ſich, die Schüler
bei der Anmeldung mitzubringen.
Für die Sexta werden an dieſen
Ta=
gen nur Schüler mit 4 Grundſchuljahren
angemeldet.
Wegen der Anmeldung der Schüler
mit 3 Grundſchuljahren ergeht noch
be=
ſondere Mitteilung an die Eltern.
Schüler, die in andere Klaſſen (außer
Sexta) eintreten ſollen, können jederzeit
angemeldet werden.
(3630
Darmſtadt, den 24. Febr. 1928.
Die Direktionen
des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (Karlſtr. 2);
Lauteſchläger,
des Realgymnaſſumg mit Neformrealgym= Bettkiſten, 2 Wickelkommoden, 2
Baby=
naſium (Krchſtr. 22): Nitſert,
der Ludwigs=Oberrealſchule mit
Reformreal=
gymnaſium Kapellſtr. 2), Dr. Sturmfels, dermeier), 1 Bettſchirm, 5
Blumenkrip=
derdiebig=Oberrealſchulemit
Reformrealgym=
naſum Lagerhausſtr. 3): Dr. Kammer
Bemerkung: Für die
Oberreal=
ſchule ſind die in der Rhein=, Alexander=
und Dieburgerſtraße ſowie die nördlich
davon wohnenden, ferner die von
aus=
wärts auf dem Hauptbahnhof eintreffen=
und Griesheim mit der elektriſchen Bahn und Einmachtöpfe;
kommenden Schüler in der Liebigs=
Ober=
realſchule — alle anderen in der Lud=/ Darmſtadt, den 26. Febr.
wigs=Oberrealſchule anzumelden.
Diejenigen Schüler, die ein
Reform=
realgymnaſium beſuchen follen, können
— unter Beachtung der oben
angegebe=
nen Grenzen — in einer der
Oberreal=
ſchülen oder Realgymnaſium angemeldet
werden.
Bekanntmachung.
Die am 17. Februar im
Gemeinde=
wald Niedernhauſen abgehaltene
Nutz=
holzverſteigerung iſt genehmigt.
Holzüberweiſung und erſter Abfuhrtag
Donnerstag, den 1. März 1928. (3601
Niedernhanſen, den 24. Febr. 1928, Kätzin, weiß W. grau, ſnitur und Badeofen
Hefiſche Bürgermeiſterei Medernhauſen, ſentl. Nachr. e
Daab.
Berſteigerung
von Marktſtandplätzen des
Darm=
ſtädter Wochenmarktes.
Am Montag, den 12. März ds.
Js., vorm. 9 Uhr, werden in der
Turnhalle am Woogsplatz die
ſtän=
digen Marktſtandplätze auf dem
Markt=
platz und Schillerplatz für die Zeit vom
1. April 1928 bis Ende März 1929
öffent=
lich meiſtbietend verſteigert. Der
Be=
legungsplan und die Verſteigerungsbe=
Bewerber, die ſich zum Umbau ver= dingungen liegen bei dem ſtädt.
Markt=
meiſter (Stadthaus, Zimmer 26) zur
Einſicht offen. Der Zuſchlag wird erſt
Zahlung des Marktſtandgeldes aus den
Vorjahren erbracht iſt.
(st354
Darmſtadt, den 22. Febr. 1928.
Der oberbürgermeiſter.
Nobierlieferung 1028.
Papiermengen ſoll im Wege des An=
*(3
gebots vergeben werden:
140000 Bogen Kanzleipapier, gefalzt,
15000
flachliegend,
90000
gefalzt, lin,
570000
Konzepipapier, gefalzt,
70000
flachliegend,
gefalzt, lin,
30000
Schreibmaſchinenkanzlei=
papier, gefalzt.
140000 Blatt.
Schreibmaſchinenkanzlei=
papier,
170000
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ſchlagpapier
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bei der Buchhaltung meines Miniſteriums
gegen Einſendung von RM. 1.50 bezogen
werden.
Die Angebote ſind bis 5. März 1928
Darmſtadt, den 18. Februar 1928.
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ſeſſ. 2 Klappſeſſel, 1 Küchenſchrank, 1
An=
richte, 2 Vorratsſchränke, 6 zweit.
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derſchränke, darunter 4 weißlack;
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den und die von Arheilgen, Eberſtadt! Hotelſilberbeſtecke, Einmachgläſer
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Raab
Amtsgerichtstarator.
In das Handelsregiſter, Abteilung 4,
iſt bei der Firma Georg Drach II. in
Groß=Umſtadt (Nr. 306 des Regiſters)
am 22. Februar 1928 folgendes
einge=
tragen worden: Die Firma iſt erloſchen.
Groß=Umſtadt, den 22. Febr. 1928.
Heſſiſches Amtsgericht (30e8
KMafe
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9. 120. Geſchſt
Frankfurterſtraße 90, I.
Zwangsverſteigerung.
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Dachdeckmeiſters Karl Geider in Darmſtadt im Grundbuch
eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 3. April 1928, nachm. 311, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 10. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Nechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige= das Grundbuch eingetragen worden.
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
dann erteilt, wenn der Nachweis der ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
Gericht anzumelden und wenn der Gläubiger widerſpricht,
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
Herrn Stadtverord. Wilhelm Leuſchner) Die Lieſerung, der nachſtehenden des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
ſtandes tritt.
(1949a
Darmſtadt, den 24. Januar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band II, Blatt 211.
Betrag der
Dr. Flur Nr. Kulturart u Gewann am Schätzung
636 Grasgarten Erbacherſtr. 31 300 RM./
637 Grabgarten daſelbſt 52 500 RM.
500 RM.
57
638 Grasgarten daſelbſt
639 Hofreite Nr. 17 daſelbſt 757 30 700 RM.
Sa. 32 000 RM.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
derEintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Karl Richter, Zollgiſiſtent, zu 7.
2. deſſen Ehefrau Anna Richter, geb. Pahl, zu 1.
*
im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 5. Juni 1928, nachm. 3, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1928 in s
das Grundbuch eingerragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſtei=
= gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten!
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(3573a
Darmſtadt, den 14. Februar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk 6, Band XIII, Blatt 628,
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann
1. 31 189/, Grabgarten bei der
Martinsmühle.
2. 31 1897, Hofreite Arheilgerſtr.
Nr. 130
am
Betrag der
Schätzung
4052 9000 RM.
389 8000 RM.
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ofen, 2/10 Faß=WBein=
Becher. Adreßbuch
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Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Buchdruckerfaktors Ernſt Friedrich Karl Langnes
zu ., 2. deſſen Ehefrau Maria, geb. Hechler, zu 1. im
Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 6. März 1928, nachmittags 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gelicht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 23. November 1927 in
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung/Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls, ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen= Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(238a
Darmſtadt, den 12. Dezember 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Schätzung 1. 30 44 Hofreite Kaſtanienallee Nr. 20, Hinter dem
Ziegelbuſch 598 7500 R.M. 30 45’y Grabgarten daſelbſt
Grabgarten)
daſelbſt
Acker 254 300 R.M. z 30 45ſuo 12021
2252) 3700 R.M.
Behanntmachung.
In der außerordentlichen Generalverſammlung vom 11.
De=
zember 1927 wurde mit der ſatzungsgemäß vorgeſchriebenen
Stimmenmehrheit die Auflöſung der Kranken= und Steroekaſſe
für ſelbſtündige Handwerker, Gewerbetreibende, Kaufleute,
Be=
amte und Landwirte. Sitz Darmſtadt, zum 31. März 1928
be=
ſchloſſen und die Auflöſung vom Reichsaufſichtsamt für
Privat=
verſicherung in der Senatsſitzung vom 3. Februar 1928
geneh=
migt. Zu Ligudatoren wurde der Geſumtvorſtand beſtellt,
näm=
lich die Herien Adam Arheilger, Darmſtadt, I. Vorſitzender,
Karl Drautz, Darmſtadt, II. Vorſitzender, und Nobert Trapp=
Darmſtadt, Direktor
Die Gläubiger der Kranken= und Sterbekaſſe, Sitz
Darm=
ſtadt, werden hierdurch aufgefordert, ihre Anſprüche anzumelden.
Gleichzeitig werden die Vereinsmitglieder auf den mit der
Kosmos, Kranken= und Sterbegeldverſicherungsbank, A=G.,
Berlin, im Konzern der Frankfurter” abgeſchloſſenen und von
der außeroroentlichen Generalverſammlung vom 11. Dezember
1923 genehmigten Vertrag hingewieſen. Gemäß unſerem
Rund=
ſchreiben vom Dezember 1927 werden die Mitglieder mit allen
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver= /Rechten von der obengenannten Bank übernommen, ſodaß jeder=
(8588
mann der Uebertritt empfohlen werden kann.
Kranken= und Sterbekaſſe
für ſelbſtändige Saudwerker, Gewerbetreibende, Kaufleute, Beamte
und Landwirte.
Sitz Darmſtadt.
Die Liquidatoren: Arheilger Drautz, Trapp.
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errichtet und deſſen Leitung Herrn Direkior Robert Trapp,
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ſchaft betreffenden Angelegenheiten an die vorgenannte
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direktion, die mit weitgehenden Vollmachten ausgeſtattet iſt,
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Nummer 57
Sonnkag den 26 Februat 1928
Seite 13
Reich und Ausland.
Neues zur Verkehrsunfall=Verhütung!
Die in den letzten Jahren ſich fortwährend
ſtei=
gernde Verkehrszunahme hat ein geradezu
bedroh=
liches Anwachſen von Verkehrsunfällen, insbeſondere
Autounfällen, mit ſich gebracht, ſo daß jede
Maß=
nahme unbedingt begrüßt werden muß, die hierin
eine wirkſame Abhilfe zu verſchaffen verſpricht.
Ver=
ſchiedenartige Einrichtungen auf dieſem Gebiet, denen
zum Teil auch von Behörden Beachtung geſchenkt
worden iſt, haben bereits ſchon mehrfach Anwendung
gefunden und können als gewiſſen Fortſchritt in
die=
ſer Hinſicht wohl gewertet werden. Ganz neue Wege
werden nun durch ein kürzlich unter Patentſchutz
(H. 115 083, VIII., 74d, für Kfm. Karl Hammer und
Obering. F. Haller in Jugenheim a. d. B.) geſtelltes
Verfahren gewieſen, welches ermöglicht, ſchon von
weither um Ecken und Bogen der Straßen zu ſehen,
ſo daß Fahrzeuglenker, wie auch Fußgänger in der
Lage ſind, herannahende Fahrzeuge oder ſonſtige
Hinderniſſe zu erkennen, wenn dieſe dem direkten
Blick durch Häuſerblocks, Baugruppen oder
Gelände=
erhöhungen entzogen ſind. Dies geſchieht durch den
ſogenanten „Verkehrsbildzeiger Argus”
welcher in der Hauptſache aus einem oder mehveren
eigenartigen Gläſern beſteht, die in beſtimmtem
Nei=
gungswinkel angeordnet ſind. Der Apparat, der
ab=
ſolut keiner Bedienung bedarf, wird an
verkehrs=
reichen Straßenkreuzungen, Kurven oder
einbiegen=
den Nebenſtraßen uſw. an einem Wandarm, evtl.
beſtehenden Kandelaber oder dergl. angebracht. Aber
auch bei Autoausfahrtſtellen von Fabriken,
Geſchäfts=
häuſern und insbeſondere bei den vielfach
ungeſchütz=
ten Bahnübergängen iſt die Anbringung ſolcher
Ap=
parate von einſchneidender Bedeutung und von
größter Wichtigkeit, da ſie es möglich machen, von
beliebiger Seite herannahende Fahrzeuge oder Züge
ſchon aus größerer Entfernung wahrzunehmen. (Bei
Dunbelheit durch deren Scheinwerfer oder Lampen.)
Die erſte Woche Fernſprechverkehr mit Amerika.
Frankfurt a. M. In der erſten
Betriebs=
woche — vom 10. bis 18. Februar — war der
Um=
fang des Fernſprechverkehrs mit Ameriba noch
ge=
ring. Es wurden zwiſchen Deutſchland und Amerika
von Hamburg, Berlin und Frankfurt a. M. aus
insgeſamt 47 Geſpräche durchgeführt. Davon
ent=
fielen auf Frankfurt 6 (4 nach, 2 von Amerika), auf
Berlin 33 (19:14) und auf Hamburg 8 (1:7).
Tödlicher Verkehrsunfall.
Frankfurt a. M. Geſtern vormittag ſtieß
auf der Hanauer Landſtraße ein Laſtauto der Firma
Beutler aus Hanau mit dem Motorradfahrer Franz
Peter zuſammen. Die Ehefrau des Peter, die auf
dem Soziusſitz ſaß, wurde derart ſchwer verletzt, daß
ſie ſofort ſtarb. Der Ehemann wurde ſchwerverletzt
in das Kranbenhaus eingeliefert.
Das Dauſenauer Unglück vor dem Landes=
Ausſchuß.
Wiesbaden. Der Landesausſchuß befaßte ſich
in ſeiner letzten Sitzung u. a. auch mit der
Aufklä=
rung der Urſachen des ſchweren Unglücksfalles bei
Dauſenau an der Lahn, bei dem am 20. Dezember
1926 bekanntlich ſechs Perſonen ertrunken ſind. Das
Ergebnis der jetzt abgeſchloſſenen gerichtlichen
Unter=
ſuchung iſt, daß der Betriebsleiter und ein
Ober=
ſchachtmeiſter von den gegen ſie erhobenen
Beſchuldi=
gungen mangels Beweiſe außer Verfolgung geſetzt
wurden. Die Sachverſtändigen haben die Schuld der
beiden Angeklagten an dem Unglück verneint, weil
die Baufirma alle Vorkehrungen zur Verhütung von
Unglücksfällen getroffen hatte und der angeſchuldigte
Oberſchachtmeiſter mit den in Betracht kommenden
Arbeiten nichts zu tun hatte. Im übrigen haben
die in der Sache vernommenen Zeugen ſowveit von
einander abweichende Ausſagen gemacht, daß auch
hieraus ſich ein klares, zuſammenhängendes Bild
des Unglücks nicht ergeben hat. Der
Landesaus=
ſchuß nahm lediglich Kenntnis von dem Ergebnis der
gerichtlichen Unterſuchung. Die Angelegenheit wird
nun noch einmal den Kommunallandtag des
Regie=
rungsbezirks Wiesbaden beſchäftigen.
Schlägerei zwiſchen Holzfällern.
Marburg. Zu einer ſchweren Schlägerei kam
es in dem Dorfe Moiſcht zwiſchen mehreren
Holz=
fällern, die nach Arbeitsſchluß in einer Wirtſchaft
eingekehrt waren. Auf dem Heimwege von der
Wirtſchaft gerieten ſie in Streit, wobei einer der
Arbeiter einen andern durch einen Axthieb
lebens=
gefährlich am Kopf verletzte, ſo daß dieſer in eine
hieſige Klinik überführt werden mußte.
Aus Unvorſichtigkeit ſelbſt erſchoſſen.
Heidelberg. Als der 23 Jahre alte
Schiffer=
ſohn Theodor Krauth aus Eberbach im Schlafraum
eines hier liegenden Neckarkahnes ſeine Schußwaffe
putzte, löſte ſich plötzlich ein Schuß, der Krauth
tötete.
Hofrat Prof. Dr. Strecker 70 Jahre alt.
Dresden. Hofrat Prof. Dr. phil.: Strecker,
der ehemalige Direktor des Inſtituts für Maſchinen=
und Meliorationsweſen im landwirtſchaftlichen
In=
ſtitut der Univerſität Leipzig, der weit über Sachſens
Grenzen in den landwirtſchaftlichen Fachkreiſen
be=
kannt iſt, feierte am 24. d. M. ſeinen 70. Geburtstag.
Die Landwirtſchaftskammer für den Freiſtaat Sachſen
verlieh ihm in Anerkennung ſeiner großen
Ver=
dienſte um die Förderung der Kulturtechnik ihre
höchſte Auszeichnung, die goldene Denkmünze. Auch
die Deutſche Kulturtechniſche Geſellſchaft, deren
lang=
jähriges Vorſtandsmitglied er geweſen iſt, zeichnete
ihn durch Ernennung zum Ehrenmitglied beſonders
aus. Dr. Strecker iſt literariſch außerordentlich
er=
folgreich tätig geweſen. Die Abteilung „
Landeskul=
tur” der Landwirtſchaftskammer hat anläßlich ſeines
70. Geburtstages eine Feſtſchrift herausgegeben.
Acht Jahre Gefängnis für einen 14jährigen
Mörder.
Plauen i. V. Den 14½jährigen Webſchüler
Paul Wolf, aus Weißenſand, der am 19. Dezember
v. J. das 7½jährige Töchterchen des Gutsinſpektors
Roßberg mit einem Stock erſchlug, verurteilte am
Freitag das hieſige Große Jugendgericht nach
zehn=
ſtündiger Verhandlung zu 8 Jahren Gefängnis. Zwei
Monate der Unterſuchungshaft werden angerechnst.
Der Angeklagte wird der Fürſorgeerziehung
über=
wieſen.
Die neuen Schutzpolizei=Uniformen
zeigen einen ähnlich modernen Schnitt wie die für die Reichswehr bereits angenommenen
Ent=
würfe. Auch die Polizei=Offiziere und =Mannſchaften werden nach der Durchführung der
Beklei=
dungsreform Schlips und Umlegekragen tragen.
Neue Schupo=Aniform.
Auch die Polizei bekommt Schlips und Umlegekragen:
Die größte Ausſtellungshalle Europas.
Der Triebwagen des neuen Schnellzugstyps
iſt 23 Meter lang, hat vorn und hinten einen Führerſtand, Gepäckraum und 76 Paſſagierſitzplätze.
Er durchfährt die 120 Kilometer lange Strecke Leipzig—Deſſau—Magdeburg mit fünf Aufenthalten
in 90 Minuten, während bis jetzt 130 Minuten benötigt wurden. Der elektriſche Schnellwagen
führt zweite und dritte Klaſſe und iſt ohne Schnellzugszuſchlag zu benutzen. Demnächſt werden
weitere elektriſche Schnellzugslinien zwiſchen Großſtädten eröffnet.
Die neue Leipziger Meßhalle
ſteht vor der Vollendung. Sie ſtellt die größte Ausſtellungshalle unſeres Kontinents dar.
Neuer elektriſcher Schnellzugstyp. der Reichsbahn.
Leipzig—Deſſau-Magdeburg in 90 Minuten.
Wieder ein Todesopfer der Gewehrſpielerei.
Ziegenhain. Ein ſchweres Unglück ereignete
ſich auf dem Hof Nichberg bei Schwarzenborn. Zwei
Jungen hatten in einem Zimmer ein geladenes
Jagdgelvehr entdeckt. Beim Herumhantieren entlud
ſich die Waffe in den Händen des einen Jungen,
ge=
rade als er den Lauf auf ſeinen 12 Jahre alten
Freund Robert Fuchs gerichtet hatte, der darauf mit
einem Kopfſchuß tot zuſammenbrach.
Drei Perſonen von einem Autobus überfahren.
Berlin. Freitag nachmittag wurden drei
Perſonen, die an einer Halteſtelle einen Autobus
beſteigen wollten, von einem anderen Autobus, der
zu dicht an den dort haltenden Wagen auffuhr, zu
Boden geriſſen und überfahren. Sie wurden
ſchwerverletztem Zuſtand in ein Krankenhaus ge
bracht.
Schiffskataſtrophe bei England.
Berlin. Nach einer Meldung aus London iſt
der italieniſche Dampfer „Alcantara) (1630 Tonnen)
in dichtem Nebel auf der Höhe von Dungeneß bei
inem Zuſammenſtoß mit dem ruſſiſchen Schulſchiff
„Towariſch” geſunken. Allem Anſchein nach iſt die
geſamte Mannſchaft ertrunken. Ein engliſcher
Damp=
fer, der einen Matroſen der „Alcantara” auffiſchte,
der inzwiſchen geſtorben iſt, hat vergebens die
Un=
lücksſtelle abgeſucht.
Frecher Bankraub in Kanſas City.
New York. In Kanſas City überfielen
mas=
ierte Banditen eine Bank und zwangen mit
vorge=
haltenen Revolvern Angeſtellte und Kunden zum
Händ hochheben, worauf ſie die Kaſſenſchränke
aus=
raubten und mit einer großen Beute ungehindert
entkamen.
Ein großer Schmuggler=Prozeß.
Lyck. Vor dem erweiterten Schöffengericht
be=
gann am Donnerstag ein Strafprozeß, an dem nicht
weniger als 56 Perſonen, vorwiegend aus den
Krei=
ſen Lyck und Oletzko, wegen Schmuggels unter
An=
klage ſtehen. Ein Teil von ihnen wurde aus der
Unterſuchungshaft vorgeführt. Da im
Gerichtsge=
bäude ein genügend großer Raum nicht vorhanden
iſt, müſſen die Verhandlungen in dem großen Saal
des Evangeliſchen Gemeindehauſes ſtatrfinden. Die
Dauer des Prozeſſes wird auf 8 bis 10 Tage geſchätzt.
Die Zahl der Zeugen geht in die Hunderte, allein in
der Anklageſchrift ſind vom Staatsanwalt 129
Zeu=
gen genannt. Dazu kommen die vom Gericht für
er=
forderlich gehaltenen und die von den Angeklagten
genannten Entlaſtungszeugen. Sofort am erſten
Verhandlungstage wurde in die Beweisaufnahme
eingetreten.
Einer, der 65 Sprachen beherrſchte.
Aus Genua wird der Tod des 72jährigen
Pro=
feſſors Giovanni Franzesco Magnasco gemeldet, der
angeblich 75 Sprachen verſtanden und davon nicht
weniger als 65 in Wort und Schrift beheryſcht habe.
Der Verſtorbene, der polygloteſte Gelehrte der Welt,
hat als ſolcher einen hohen Ruf, beſonders in
Ame=
rika, Deutſchland und England genoſſen.
Mit dem Auto vom Dampfer ins Waſſer.
London. Auf einem Dampfer der Pazifik=
Linie, die zwiſchen Vanconva und Viktoria verkehrt,
hat ſich, nach Berichten aus Viktoria, ein
ungewöhn=
licher Unfall ereignet. Zwei Männer ſchliefen in
einem an Bord befindlichen Automobil, als der
Dampfer infolge ſtarken Wellenganges ins Rollen
kam. Das Auto rutſchte gegen die Tür des
Ver=
ſchlages, in dem es untergebracht war, brach dieſe auf
und ſtürzte ins Waſſer. Die beiden Männer ſind
ertrunken.
Ein Falſchmünzer in einer ſtaatlichen Münze.
Kopenhagen. Ein in einer ſtaatlichen Münze
angeſtellter Ingenienr V. Brandt wurde verhaftet.
Die Feſtnahme geſchah auf die Anzeige eines
Stra=
ßenbahnſchaffners, der bemerkte, daß ein Fahrgaſt
mit Falſchgeld zu bezahlen verſuchte. Es ſtellte ſich
heraus, daß es ein in der Staatlichen Münze
an=
geſtellter Ingenieur iſt, dem die Abteilung zur
Prü=
fung falſcher Münzen unterſtand. Im Laboratorium
wurde eine ganze Anzahl von Stempeln und
Kli=
ſchees aufgefunden.
Eine Eiſenbahnſtation durch Lawinen
verſchüttet.
Ozlo. Die Lawinen= und Bergſturzgefahr in
der Gegend von Bergen beſteht fort. Eine etwa
300 Meter breite Lawine hat eine Eiſenbahnſtation
vollkommen verſchüttet. Um den Zugverkehr aufrecht
zu erhalten, hat man einen Tunnel durch die
Schnee=
maſſen graben müſſen.
200 amerikaniſche Keramiker in Deutſchland!
Am 19. Mai d. J. verlaſſen, ſoweit uns Gekannt,
200 Mitglieder — Damen und Herren — der
Ame=
rikaniſchen Keramiſchen Geſellſchaft New York, um
eine vierwöchige Studienreiſe durch Europa
anzu=
treten. Die Tour beginnt in Frankreich, führt über
die Schweiz und die Tſchechoflowakei nach
Deutſch=
land und von hier über Hölland nach England, von
wo aus die Rückreiſe angetreten wird. Die American
Ceramie Society bildet nicht nur einen
Zuſammen=
ſchluß aller Keramiker, wie es bei der Deutſchen
„Keramiſchen Geſellſchaft der Fall iſt, ſondern umfaßt
auch die Fachleute für Glas und Emaille. Die
Deut=
ſche Keramiſche Geſellſchaft, die das Reiſeprogramm
für die Beſichtigungsfahrt der Amerikaner durch
Deutſchland zuſammenſtellt, hat ſich daher auch mit
der Deutſchen Glastechniſchen Geſellſchaft und dem
Verband Deutſcher Emaillierwerke in Verbindung
geſetzt, die auch ihrerſeits an einem würdigen
Emp=
fang der Amerikaner intereſſiert ſind. Die
offi=
zielle Begrüßung der Reiſeteilnehmer durch die
deut=
ſchen Verbände wird am 12. Juni d. J. in Dresden
ſtattfinden, wo borher — am 11. und 12. Juni —
die diesjährige Hauptverſammlung der Deutſchen
Keramiſchen Geſellſchaft abgehalten wird. Ob ſich
auch Behörden an dem Empfang der amerikaniſchen
Gäſte beteiligen werden, ſteht noch nicht feſt.
Grubenunglück in Arkanſas.
New York. In einem Kohlenbergwerk in
Fort Smith (Arkanſas) ereignete ſich am Freitag
morgen eine Exploſion, durch die zwei Menſchen
getötet wurden. Man nimmt an, daß ſich noch
wei=
tere 16 Tote in der Grube befinden. Das durch die
Exploſion entſtandene Feuer macht jede Hilfeleiſtung
unmöglich.
In 15 Tagen nach Auſiralien
geflogen.
Bert Hinkler,
Flieger=Kapitän der britiſchen Armee, ein geborener
Auſtralier, iſt in 15 Tagen von England nach
Auſtra=
lien geflogen und hat damit den bisherigen Rekord
um 11 Tage verbeſſert. Er hat zu ſeinem
ſenſatio=
nellen 19 000=Kilometer=Flug eine kleine 30=PS=
Ma=
ſchine benutzt. Die Koſten des Fluges betrugen nur
50 Pfund Sterling (1000 Mark), alſo viel weniger
als die einer Schiffsreife nach Auſtralien.
DIIODDNEDT
8 Akte, amüsant und lustig wie immer
REciE:
TO BrowNine
Anfar.
Bie Mose und
Ber Geisterzug
die beiden als künstlerisch
anerkannten deutschen Lustspiele
IV3633
noch heute und morgen!
Die erste Vorstellung beginnt wie stets
um 2 Uhr, die letzte um 8!/4 Uhr.
Geite 14
Sonntag den 26 Februar 1928
Nummer 57
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Heute und
morgen zum
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Akte
Akte
mit der entzück
Elionar Boardman
als Partnerin
Regie
Georg Hill
7 Akte 7
zrscheint in diesen Tagen und umfaßt die
etzten Jahre des großen Königs 5
Tbent
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Heute Sonntag, abends ½48 Uhr
Zum letzten Male
Der prachtvolle Februar-
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Das Käthchen von
Heilbronn
oder: Die Feuerprobe
Großes hiſtor. Ritter=Schauſpiel in 5 Akten
(14 Bildern) von Beinrich von Kleiſt
Inſzenierung: Carl Ebert
Bühnenbild: Wilhelm Reinking
Mitwirkende
Johanna Blum, Margarete Carlſen, Beſſie
Hoffart, Käthe Meißne‟, Kitty Stengel,
Mela Wigandt, Hans Baumeiſter,
Hans=
joachim Büttner, Carl Ebert, Karl Ebert=
Beher, Werner Finck, Ulrich Folkmar,
Hermann Gallinger, Richard Jürgas, Hugo
Keßler, Rudolf Klix, Robert Klupp, Paul
Maletzki, Hans Ney, Karl Paryla,
Kurt Weſtermann
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Sonntag, den 26. Februar 1928
Anfang 16.00 Uhr
Zum letzten Male
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Anfang 19.30 Uhr Ende 22.00 Uhr
Die verkaufte Braut
Komiſche Oper in drei Akten
von Friedrich Smetana
Muſikaliſche Leitung: Karl Bamberger
In der Inſzenierung von Ernſt Legal
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Tänze: Manda ron Kreibig
Mitwirkende V3623
Anna Jacobs, Martha Liebel, Sitta Müller=
Wiſchin, Hedy Steiner=Brünn, a. G., Karl
Ebert=Beher, Oscar Grauert, Theo
Herr=
mann, Karl Jörn, a. G., Alfred. Karen,
Paul Maletzki, Eugen Vogt
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.50—7.50 Mk.
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Nummer 57
Sonntag, den 26. Februar 1928
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II. Winterverſammlung
am Freitag, den 2. März, abends 8 Uhr, bei Müller
Sitte, Gelber Saal (Karlſiraße)
Vortrag
von Herrn Landgerichtsrat Raab, Darmſtadt
über:
Rechtsfragen aus dem tägl.
Geſchäftsleben.
Unſere Mitglieder u. ihre Familienangehörig.
ſind zu dieſer Verſammlung freundlichſt
ein=
geladen. Eingeführte Gaſte ſind herzlich
willkommen!
Der Vortragsausſchuß
Einziger Vortrag
von Dr. Johannes Müller, Schloß Elmau
über:
„Das elementare und das
perſönliche Wirken Gottes”
am Sonabend, den 3. März 1928, abends 8 Uhr
in der Otto=Berndt=Halle, Alexanderſtraße 3
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(unnumeriert) ſind im Vorverkauf bei den
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auf Dienstag, den 6. März 1928, abends
pünktlich 8 Uhr, im Reſtaurant Chriff, hier,
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ergebenſt einzuladen.
Tagesordnung:
1. Rechenſchaftsbericht und Rechnungsablage für 1927.
2. Bericht des Aufſichtsrates über die Prüfung der
Jahresrechnung.
3. Beſchlußfaſſung über die Genehmigung der Bilanz,
Gewinn= und Verluſtrechnung, Gewinnverwendung,
ſowie über die Entlaſitung der Verwaltungsorgane.
4. Feſiſetzung der Höchſikreditgrenze entſprechend des
8 49, Abſatz 2, des Genoſſenſchaftsgeſetzes.
5. Ergänzungswahl des Aufſichtsrates. Es ſcheiden
aus: die Herren Emmerich, Haurh und Werner.
Darmſiadt, den 23. Februar 1928.
Der Aufſichtsrat:
J Nohl, 1. Vorſitzender.
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Geite 16
Sonntag den 26 Februor 1928
Nummer 57
Sport, Spiel und Zurnen.
vereinen dürfte wit erſchrechender Deutlichkeit dieſer auf die Dauer
haltloſe Zuſtand die Augen öffnen und man wird dort am beſten wiſſen,
Fußball.
wo der Hebel anzuſetzen iſt, um das Frankfurter Sportpublikum wieder
Sp.V. Roßdorf—Sp. V. Weiterſtadt.
Das Spiel wurde in letzter Minute vom Gau abgeſetzt.
*Fußball im Kreis Starkenburg.
Die Kreisliga am 26. Februar.
In der Kreisliga geht es dem Ende der Meiſterſchaftskämpfe zu;
der heutige Sonntag iſt der vorletzte im Programm, und eine ganze
Reihe Vereine beenden bereits morgen ihre Verbandsſpiele.
1. F. C. Langen—T. u. S. V. Mörfelden,
Union Darmſtadt-Viktoria Walldorf,
Viktoria Urberach—Union Wixhauſen,
Germania 03 Pfungſtadt-Viktoria Griesheim,
F. V. Sprendlingen-Polizeiſportverein Darmſtadt
heißen die Treffen des 26. Februar. Drei ſind bedeutungslos und
höch=
ſtens für die Verbeſſerung der Punktzahlen der Beteiligten von
Inter=
eſſe. In zwei Treffen aber ſteht zumindeſt für einen der Beteiligten
viel auf dem Spiel. Mörfelden müßte zum Beiſpiel in Langen
min=
deſtens einen Punkt holen, um ganz aus der Gefahrenzone zu kommen.
Ob das aber gelingt, iſt eine andere Frage. Wir glauben es nicht.
Im Treffen Sprendlingen-Polizei ſehen wir das vielleicht wichtigſte
Spiel. Sprendlingen benötigt zwei Punkte zur unbedingten Sicherung,
die Polizei dagegen nur einen. Je nach dem Ausgang wäre alſo einer
der Beteiligten geſichert. Allerdings würde ein Unentſchieden
Sprend=
lingen ebenfalls noch nicht alle Chancen nehmen, da ihm dann immer
noch die Möglichkeit eines Entſcheidungsſpiels gegeben wäre. Für die
Polizei gilt dasſelbe auch bei einer Niederlage. Wie die Dinge liegen,
darf man wohl mit einem knappen Sieg Sprendlingens rechnen. In
den drei anderen Treffen darf man mit mehr oder weniger knappen
Siegen der Platzvereinen rechnen; Union, Urberach und Pfungſtadt
werden in Front erwartet.
Die A=Klaſſe im Gau Bergſtraße
kommt ihrem Ziel auch immer näher; allerdings ziehen ſich hier die
Spiele noch bis zum 25. März hin. Am 19. Februar ſahen wir
folgende Ergebniſſe: Germania Eberſtadt—Sportverein Geinsheim 6:1
(2:0), Sp. V. 98 Reſerve—VfR. Darmſtadt 2:1 (1:1), Sp.V. Groß=Gerau
gegen Eintracht Darmſtadt 2:0 (1:0), VfL. Michelſtadt—Haſſia Dieburg
2:2 (1:0), FSV. Seeheim—Sportvereinigung Arheilgen Reſerve 3:3
(1:3), Sp.V. Lengfeld-Boruſſia Dornheim 5:1 (4:1). Die Niederlage
des VfR. Darmſtadt gegen die Sportvereinsreſerven iſt ohne Einfluß
auf die Meiſterſchaft, da die Reſerven außer Konkurrenz teilnehmen.
Unter Berückſichtigung der letzten Spiele ergibt ſich folgender
Tabellen=
ſtand:
V.f. R. Darmſtadt
Germania Eberſtadt
Sportverein Groß=Geran
Haſſia Dieburg
Eintracht Darmſtadt
Sportverein Geinsheim
V. f. L. Michelſtadt
Fußballſportverein Seeheim 14
Boruſſia Dornheim
1
31:75
1.
Sportverein Lengfeld
21:50
Außer Konkurrenz:
Sportverein 98 Reſerve
74:25
32
Arheilgen Reſerve
18 6
51:68 15
Nach der Tabelle könnte Eberſtadt den V.f.N. einholen, doch iſt
das fehlende Treffen ein Außerkonkurrenzſpiel; der V.f.R. liegt alſo
mit abfolut zwei Punkten Vorſprung an der Spitze.
Am kommenden Sonntag ſtehen folgende Treffen auf
dem Programm: VfR. Darmſtadt—Sportverein Groß=Gerau, VfL.
Michelſtadt — Sportverein Geinsheim, FSV. Seeheim — Sportverein
Lengfeld, Sportverein 98 Reſerve—Eintracht Darmſtadt, Boruſſia
Dorn=
heim—Arheilgen Reſerve. Man darf wohl in allen Fällen die (zuerſt
genannten) Platzvereine als Sieger erwarten.
Kraftſport.
Aus dem 2. Kreis.
Um die Kreismeiſterſchaft des zweiten Kreiſes des D. A. S. V.
Am Faſtnachtſonntag ſchloß ſich in Sachſenhauſen der Vorhang über
eine Reihe ſchwerer, harter Kämpfe um die Mannſchaftsmeiſterſchaft
des zweiten Kreiſes im Ringen. Aus dieſen Kämpfen hatte ſich
Kreuz=
nach im erſten und Sachſenhauſen im zweiten Bezirk zum Meiſter
qualifiziert und beide Meiſter lieferten ſich in Vor= und Rückkampf harte,
rechniſch hochſtehende Kämpfe um die Kreismeiſterſchaft, welche
Kreuz=
nach durch beſſeres Siegverhältnis zum fünften Male an ſich brachte.
Der Vorkampf, welcher bekanntlich am 12. Febr. in Kreuznach
ſtatt=
fand, endigte mit der überraſchend hohen 12:2=Niederlage für
Sachſen=
hauſen. Das Fehlen von Weider, eine ſchlechte Mannſchaftsaufſtellung
und der fremde Platz, laſſen die Niederlage nur bedingt erklärlich
erſcheinen, den die Mannſchaft war beſtimmt nicht ſo ſchlecht wie das
Vorkampfreſultat beſagt. Der Rückkampf ſollte den Beweis erbringen,
daß der Meiſter des zweiten Bezirkes den Kreuznachern aber auch um
nichts nachſteht. Und dieſe Beweisführung iſt voll und ganz gelungen
und Kreuznach mußte ſich mit dem Reſultat 8:6 beugen. Die
Frank=
furter hatten ihre Mannſchaft zu ihrem Vorteil umgeſtellt.
Holz=
häuſer, ſiegte mit einem Pünktchen über den keinesfalls ſchlechteren
Schütz=Kreuznach. Langgut, der diesmal das Bantamgewicht vertritt,
beſiegt G. Zehmer=Kreuznach nach 12½ Min. Im Federgewicht hat
Schuhmacher=Kreuznach nach 15 Min. über Gemmrich das beſſere Ende
für ſich. Ebenfalls im Leichtgewicht kann der Kreuznacher H. Zehmer
über die volle Zeit einen überlegenen Punktſieg buchen. Im
Mittel=
gewicht ſiegt Mohr über Freund=Kreuznach mit dem knappeſten aller
Reſultate. Er wurde für beſſere Arbeit zum Sieger erklärt. Julius
Baruch=Kreuznach mußte im Halbſchwergewicht die Ueberlegenheit von
Fiſcher anerkennen. Letzterer ſiegte in elf Minuten. Es war der beſte
Kampf des Tages. Hauf ſtand bei Müller=Kreuznach auf verlorenem
Poſten. Der Vierzigjährige verteidigte ſo gut er eben konnte und
unter=
lag nach 2,15 Min. dem deutſchen Meiſter. Der Kampf wurde jederzeit,
trotzdem es um Meiſterſchaftsehren ging, in ſehr ritterlicher Art
aus=
gefochten, und die für Frankfurter Verhältniſſe ſehr zahlreiche
Zu=
ſchauermenge (es mögen drei= bis vierhundert geweſen ſein) kam voll
und ganz auf ihre Koſten. Für ſolch hochwertige Kämpfe müßte
eigent=
lich das Schumanntheater zu klein ſein. Den Frankfurter Kraftſport=
für den Kraftſport zu intereſſieren. Am kommenden Sonntag findet
tun in Frankfurt der diesjährige Kreistag ſtatt. Eine ſehr reichhaltige
Tagesordnung bietet Stoff und Arbeit in Hülle und Fülle. Alle
Sport=
arten haben auf rein ſportlichem ſowie verwaltungstechniſchem Gebiet
einen großen Aufſchwung genommen. Daß der mittelrheiniſche
Kraft=
ſport hier nicht zurückſtehen will, beweiſen die vielen Erfolge ſeiner
Vereine innerhalb und außerhalb des Kreisgebietes. Fünf deutſche
Meiſter, nennt heute der zweite Kreis ſein eigen, ohne die vielen
guten Plätze außer betracht zu laſſen, welche, Kreismitglieder in
Nürn=
berg beſetzen konnten. Trotzdem dürfen uns dieſe Erfolge den Blick
auf die Gegenwart und Zukunft nicht trüben. Soll unſer Kraftſport
mit der heutigen Zeit Schritt halten, dann gibt es noch ſehr viel
Arbeit zu leiſten. Wichtige Fragen ſtehen auf der Tagesordnung,
deren Erledigung auf ein weiteres Jahr, welches diesmal im Zeichen der
Olympiade ſteht, mit dem Wohl und Wehe des zweiten Kreifes und
mittelrheiniſchen Kraftſportes auf das Engſte verknüpft iſt. Und in
dieſem Sinne der Tagung gutes Gelingen und dreifach Kraft=Heil. K.H.
Bei den am Samstag abend in Frankfurt ausgetragenen
Verufsboxkämpfen brachte der Hauptkampf eine Senſation. Im
Revanchekampf des Europameiſters Max Schmehling gegen den
engliſchen Exmeiſter Gipſy Daniels, wurde Schmehling in
der erſten Nunde k. v. geſchlagen.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt der Firma
Friedr Eigenbrodt bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer
3618
Stelle aufmerkſam machen.
400 Prozent Umſatzſteigerung erzielte im verfloſſenen
Jahr eine Großfirma durch geſchickte Propaganda. Keine Seltenheit im
Zeitalter der Werbung, und doch nur möglich, wenn man den Weg zum
Erfolg kennt. „Reklame=Taten”, das neue hochintereſſante Buch, ſind
der Baedeker des verſtändigen Kaufmannes. An Hand zahlreicher
Bei=
ſpiele aus der Praxis (Werbepläne von A—Z3: Elida, Brennabor,
Perſil, Waldorf=Aſtoria, Continental, Hackerbräu, Enzianbrennerei
Eberhardt, Bürobedaufshaus Finkenzeller, Penſion Seeheim, Tegernſee
uſw.) zeigen ſie den Weg zur Höhe. Prcis RM. 2.50. Anfordern direkt
von Tat=Reklame, Leoni 25, Starnberger See.
In der Privat=Krankenkaſſenverſicherung hat ſchon vor einiger Zeit
eine Zentraliſationsbewegung eingeſetzt, welche wohl dadurch entſtand,
daß — abgeſehen von ganz wenig gut fundierten Geſellſchaften — die
meiſten privaten Krankenkaſſen ſchwer zu kämpfen haben. Faſt alle
mittleren und kleinen Unternehmungen mußten mehr oder weniger
ſchwere Kriſen durchmachen, ſo daß das Beſtreben entſtand, durch
Zu=
ſammenſchluß oder durch Anſchluß an ein gut fundiertes Unternehmen
zu einer geſunden Entwicklung der volkswirtſchaftlich ſo
bedeutungs=
vollen Privatberſicherung zu kommen. Aus dieſem Grunde lag es
ſo=
wohl im Intereſſe der Verſicherten, als auch des Reichs=Aufſichtsamtes,
unſeren Mitgliedern alle die durch die bis jetzt bezahlten Beiträge
er=
worbenen Rechte zu erhalten, zumal eine Verſicherung gegen
Krank=
heit für jeden denkenden Menſchen eine zwingende Notwendigkeit iſt.
Wohl als eines der zurzeit am beſten fundierten privaten
Krankenver=
ſicherungsunternehmen kann die vom Konzern der „Frankfurter”
ge=
gründete „Kosmos”, Kranken= und Sterbegeldverſicherungsbank,
A.=G., Berlin, angeſehen werden. Bei mäßiger Prämie bietet der
Kosmos durch hohe Leiſtungen einen ausreichenden
Krankenverſiche=
rungsſchutz. Durch die Zugehövigkeit zum Konzern der Frankfurter und
durch ein eigenes Aktienkapital von 3 Millionen Reichsmark bürgt der
Kosmos für reſtloſe Sicherheit. Seine Leiſtungen können als
Spitzen=
leiſtungen bezeichnet werden, übernimmt er doch die Koſten ärztlicher
Be=
handlung mit 90 Prozent bis zum fünf= bis ſechsfachen Adgoſatz, die
Koſten der Opevation mit 90 Prozent des Rechnungsbetrages bis zu
400.— bis 500.— RM. jährlich; ferner erſtattet der Kosmos die
Kron=
kenhauspflegekoſten 2. bzw. 3. Klaſſe eines öffentlichen Kcankenhauſes
oder einer dieſem gleichgeſtellten Klinik. Daneben gewährt der Kosmos
noch ein hohes Sterbegeld, welches ſich bei Tod durch Unfall verdoppelt,
ferner Wochenhilfe, Heilmittel, Zahnbehandlung uſw. in ausreichender
Höhe. — Beachten Sie bitte die Ankündigung im heutigen Anzeigenteil.
Der bekannte Welt=Rekord=Läufer „Mazeppa”
Paul Sillier, beſtreitet den vom Soma=Verlag (Zeitſchrift für
Köuper=Kultur) ausgeſchriebenen Fernmarſch Stuttgart—Frankfurt—
Leipzig-Berlin und wird am kommenden Sonntag in den
Mittags=
ſtunden im Schloßhaffee einen kurzen Aufenthalt machen. S trägt den
Sportſchuh „Trittgefaßt” und hat damit bereits über 50 Kilometer
zu=
rückgelegt. Die Schuhe ſind bei der Firma Fuld, Nachf. Müller, an der
Stadrkirche, zu haben. (Siehe Anzeige.)
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fielen: 2 Gewinne zu je 50 000 Mark auf Nr. 160 925; 4 Gewinne zu
je 3000 Mark auf Nr. 217 331, 309 249; 12 Gewinne zu je 2000 Mark
auf Nr. 64386, 67 851, 91 750, 118 630, 157 849, 228 164; 34 Gewinne zu
je 1000 Mark auf Nr. 342, 32 617, 43 635, 56 560, 60 412, 78 191, 107 624,
114 991, 124 523, 125 530, 150 564, 173 716, 187 147, 218383, 242 692,
341 702, 371 590; ferner 76 Gewinne zu je 500 Mark und 174 Gewinne
zu je 300 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2
Ge=
winne zu je 50 000 Mark auf Nr. 194 598; 4 Gewinne zu je 10 000 Mark
auf Nr. 266 077, 345 347; 2 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr. 194 347;
8 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 96 146, 151 284, B2018, 308 752;
8 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 105 310, 154 962, 307 109, 351 808;
40 Gowinn= zu je 1000 Mark auf Nr. 11 510, 103 533, 114 966, 115 453,
132 526, 151 525, 159 162, 171 730, 209 092, 217 723, 232 179, 241 717,
259 261, 264 373, 284 06, 288355, 291010, 301 691, 311 106, 340 290;
ferner 54 Gewinne zu je 500 Mark und 182 Gewinne zu je 300 Mark.
— Im Ge vinnrade verblieben: 2 Prämien zu ja 500 000 Mark, 2
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winne zu je 500 000 Mark, 2 Gewinne zu je 200 000 Mark, 2 Gewinne
zu je 100 000 Mark, 2 Gewinne zu je 75 000 Mark, 10 Gewinne zu je
25 000 Mark, 46 Gewinne zu je 10 000 Mark, 86 Gewinne zu je 5000
Mark. 182 Gewinne zu je 3000 Mark, 402 Geinne zu ja 2000 Mark,
798 Gewinne zu je 1000 Mark, 2204 Gewinne zu je 500 Mark, 5574
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winne zu je 300 Mark.
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Sonntag, 26. Febr. 8.30: Morgenfeier. O 11: Oberſtudiendir.
Dr. Oehlert: Ueber den Theaterbeſuch der Kinder. O 12: Frankf.
Orcheſterverein. O 13: Hamburg: Funkheinzelmann. o 14.15:
Stadion: Fußballſpiel Eintracht=Frankfurt gegen Wormatia=Worms.
O 17: Dr. Neundörfer: Die neue Wohnung als Aufgabe. O 18:
Berlin: Prof. Dr. Hellpach: Technik als Verbundenheitsidee. O 18.30:
Prof. Dr. Riebenſahm: Technik und Unnatur. o 19: Staatstheater
Kaſſel: „Die Entführung aus dem Serail”. Oper in drei Aufzügen
von Mozart. Muſ. Leit.: Dr. Laugs. Perſ.: Selim, Baſſa: K.
Randt; Conſtanze: Thereſe v. Lemheny; Belmonte, ihr Geliebter:
Opregaard; Pedrillo, deſſen Diener, Aufſeher über die Gärten des
Baſſa: Kluge; Osmin, Aufſeher über das Landhaus des Baſſa:
Schwedt; Blondchen, deſſen Sklavin, Mädchen der Conſtanze: Alice
Tanner=Wünſch; Anführer der Wachen: H. Engelhardt; Klaas,
Schiffer im Dienſte Belmontes: Schloſſer; ein Stummer;
Würden=
träger, Frauen des Baſſa, Janitſcharen, Wachen, Sklaven. Der
Schauplatz iſt auf dem Landgut des Baſſa. — Anſchl.: Sport,
— Tanzmuſik der Kapelle Pinkus=Langer.
Stuttgart.
Sonntag, 26. Februar. 11.30: Evang. Morgenfeier.
Volks=
gemeinſchaft, Schuldgemeinſchaft, Glaubensgemeinſchaft. Leit.: Pfarrer
Pfiſterer. Mitw.: Fr. Haas (Baß), Kirchenmuſikdir. Strebel
(Harmonium), o 13.15: Schallplattenkonzert. o 15:
Nachmittags=
konzert. Im Volkston. Leit.: Struve. Mitw.: Ellen Beck, Lieſel
Olmesdahl, Sängerbund Plochingen, Rundfunkorch. Laſſen: Feſtouv.
— Diederich: Paraphraſe über „Am Brunnen vor dem Tore‟.
— Silcher: Sanctus. Sturmbeſchwörung. Im tiefſten Wald. —
Böhm: Variationen über ein Volkslied. — Abt: Wollt ihr die
Englein hören. Morgenwanderung. — Neſpadba: Lore ei=Paraphraſe.
Abt: Der Vöglein Abſchied. Das Taubenhaus. — Süßmuth:
Roſenzeit. — Löffler: Liebesklage. — Kämpfert: Schwäbiſche
Rhapſodie. — Radecke: Aus der Jugendzeit. Das Mühlrad. Mein
Mädei hat einen Roſenmund. — Koch: O lieb, ſo lang du lieben
kannſt. Abſchied. — Nagel: Das Ringlein. — Silcher: E biſſele
Lieb. — Schäffer: Tanzlied. — Löffler: Hans und Lieſe.
Laſſen: Beethoven=Ouv. O 17: Freiburg: Geiſtliches Konzert. Ausf.:
Frau Buhl=Hatz (Rezit.), E. Kaller (Orgel). Bach: Wenn wir in
höchſten Nöten ſein. — Reger: O. Welt, ich muß dich laſſen.
In=
troduktion und Paſſacaglia in F=moll. o 18: J. D. Ungerer lieſt
aus eigenen Schriften. O 18.35: Sport. o 19: Staatstheater
Kaſſel: „Die Entführung aus dem Serail”. Komiſche Oper in
drei Akten von Mozart. Perſ.: Baſſa Selim; Konſtanze; Blonde,
deren Mädchen; Belmonte: Pedrillo, deſſen Diener; Osmm, Aufſeher
über das Landhaus des Baſſa; Zeit: Mitte des 16. Jahrhunderts.
— Anſchl.: Sport. Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 26. Tebr. 9: Morgenfeier „Und vergib uns unſre
Schuld, wie wir vergeben unſern Schuldigern”. Ilſe Matthgei
(Sopran), Dr. Böhme (Orgel), Chor der ſtaatl. Blindenanſtalt,
Steglitz. Anſprache des Paſtors Wiesner. O 11.30: Funk=Matinse
im Gr. Schauſpielhaus. Kapeile Efim Schachmeiſter. Adam: Ouv.
Wenn ich König wär. — Rachmaninoff: Prelude. — Gounod: Fant.
Margarethe. — Sinding: Frühlingsrauſchen. — Lehar: Polp. aus
Der Zarewitſch. — Funk=Tanz (Leit.: Carlos). Vorführung mod.
Tänze. O 14: Einheitskurzſchrift. O 14.30: Praktiſche Winke für
den Landwirt. 6 14.55: Prof. Dr. Miehe: Düngung der
land=
wirtſchaftlichen Kulturpflanzen. Der Bau der Pflanze und ihre
Ernährung mit Waſſer und Bodenbeſtandteilen. O 15.30:
Funk=
heinzelmanns Großſtadtmärchen. Hans im Licht, erz. von H.
Bodenſtedt. O 16: Dr. Berger: Lebensſchickſale berühmter Künſtler.
O 16.30: Kavelle Gebr. Steiner. Thomas: Ouv. Mignon. —
Lehar: Luxemburg=Walzer. — Mascagni: Fant. Cavalleria ruſticana.
— Liſzt: Nocturno. — Haydn: Sonate G=dur. — Mozart: Trio
G=dur. Ouv. La fita ſemplice. — Liſzt: Rhapſodie. O 19: P.
Schleſinger (Sling): Der Journaliſt im Gerichtsſaal. o 19.30:
Forſchungsreiſender Dr. Baeßler: Meine Expedition zu den Tobas=
Indianern in Nord=Argentinien. O 20: Dr. Tichauer: Probleme der
Völkerbund=Politik. Abrüſtungsfrage. O 20.30: Fröhlicher
Wochen=
anfang. Kompoſitionen von Dr. Benatzky. Dir.: Der Komponiſt.
Wiener Walzer. Sag mirs beim Tanz. Adieu Mimi. — Josma
Selim in ihren Original=Vorträgen. — Einmal kommt der Tag. Ein
bißchen Feuer. Abends in dem kleinen Städichen. — Josia Selim
in ihren Original=Vorträgen. — Glocken der Liebe. Sehnſucht.
Für Dich. — Lommel: Treibfagd in Runxendorf (Rezit.). Funk=
Orch. — Anſchl.: Nachrichten, Sport. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle
Marek Weber.
Stettin. 19.30: Intendant Ockert: Einf. zu der Uebertr. der
Oper „Der Wildſchütz” aus dem Stadttheater.
Deutſche Welle. Sonntag, 26. Febr. 9: Berlin: Morgenfeier.
O 11.30: Funk=Matinee im Gr. Schauſpielhaus. Efim Schachmeiſter
vom Hotel Excelſior. Funk=Tanz. O 14: E. Nebermann: Schachfunk.
O 14.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
O 14.55: Prof. Miehe: Düngung der landwirtſchaftlichen
Kultur=
pflanzen. Der Bau der Pflanze und ihre Ernährung mit Waſſer
und Bodenbeſtandteilen. o 15.30: Funkheinzelmann. O 16: Dr.
Berger: Lebensſchickſale berühmter Künſtler, D 16.30: Berlin:
Kapelle Gebr. Steiner. O 18: Staatspräſ. a. D. Prof. Hellpach:
Technik als Verbundenheitsidee. o 18.30: Prof. Dr. Ing. P.
Riebenſahm: Technik und Unnatur. O 19: E. Pabſt: Das dramatiſche
Leben klaſſiſcher Werke. O 19.30: Oberreichsanwalt i. R. Ebermayer:
Die Kurpfuſcherei und ihre Bekämpfung. O 20: Dr. Tichauer:
Probleme der Völkerbundpolitik. Abrüſtungsfrage. O 20.30: Fröhlicher
Wochenanfang. Mitw.: Josma Selim und R. Benatzky, L. M.
Lommel (Rezit.), Funkorch. o 22: Preſſenachrichten. O 22.30:
Tanzmuſik.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 27. Februar 1928.
(Nach der Wetterlage vom 25. Februar 1928.)
Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen nachts um Null und
dar=
unter, tagsüber mild und trocken.
Hauptſchriftlettung: Rudolf Maupe
Veranzwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudoif Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmanm
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; fur
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle: Drug
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
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Wie man die Zeugenausſage bewerten müſſe, iſt eine
Frage, die im Krantzprozeß wieder einmal beſonders
leb=
haft auftauchte. Wir geben hier einige allgemeine
Ge=
danken zu dieſem Thema.
Der Zeuge ſchwört, daß er nach beſtem Wiſſen die reine
Wahrheit ſagen, nichts verſchweigen und nichts hinzuſetzen
werde. Er leiſtet dieſen Schwur bei Gott dem Allmächtigen
und Allwiſſenden, und es mag kein Zufall ſein, daß das
beſte Wiſſen des Seugen in der alten ſakralen Formel mit
der Allwiſſenheit Gottes in Suſammenhang gebracht wird.
Nicht die reine Wahrheit wagt das Geſetz vom Zeugen zu
verlangen. Was gefordert wird, iſt das Maß an
Wahr=
haftigkeit, das ſeiner inneren Ueberzeugung entſpricht.
Jeder Seuge reproduziert einen ſinnlichen Eindruck und
gibt die wiedererweckte Vorſtellung ſprachlich wieder.
Not=
wendig iſt alſo, daß er den Eindruck richtig aufgefaßt hat,
und daß er ihn annähernd zutreffend zurückrufen kann.
Er=
forderlich iſt ſchließlich die ſprachliche Fähigkeit, das
Er=
innerungsbild mit Wortſymbolen auf den Zuhörer, die
Cräger der Vorunterſuchung oder den Nichter als ähnliche
Vorſtellung zu übertragen.
Vorausſetzung der Auffaſſung iſt jene weitere Sorm der
Aufmerkſamkeit, die wir Neugier nennen. Neugierig iſt
das Kind, die Frau, mancher beſchäftigungsloſe Cyp des
alternden Menſchen. Neugierig ſind auch viele Menſchen,
die in einer einförmigen Umgebung leben aus einer Art
pſychiſchen Neizhungers, zum Beiſpiel der Bauer. Alle
dieſe Neugierigen haben, ihrer konſtitutionellen Eigenart
ent-
ſprechend, beſtimmten Lebensfragen gegenüber einen
be=
ſonderen ſeeliſchen „Appetit”. Beim Kind geht die
Neu=
gier in dem großen biologiſchen Anpaſſungsverſuch, den die
Jugend überhaupt darſtellt, unter. Das kleine Kind iſt wie
das junge Cier wahllos neugierig. Wird das Kind älter,
ſo treten manche Neizquelien, z. B. die ſexuellen
Geheim=
niſſe, in den Vordergrund. Beim alten Menſchen beſteht
oft als Reſt aller Erregungsbedürfniſſe ein eigenartiges
Intereſſe an traurigen oder grauenhaften Ereigniſſen. Der
Greis oder die greiſe Frau genießt in den verſchiedenſten
Formen, als Mitleid, als moraliſche Entrüſtung, als
kopf=
ſchüttelndes Beſſerwiſſen oder als endloſes
Diskuſſions=
obſekt alles Unglück der Welt.
Mit der Neugier iſt aber immer ein gewiſſer Grad von
Affektivität verbunden, und ſchärft die Aufmerkſamkeit die
Die Neugier.
Der Sengeneid.
Wahrnehmung, ſo verdunkelt der Affekt den Vorgaug der
Auffaſſung. Darum iſt ein älterer, von Eiferſucht gequälter
Ehemann ein ſchlechter Seuge, wenn es ſich etwa um einen
Ehebruch handelt. Darum ſind frühreife Kinder
unbrauch=
bare Seugen in Sittlichkeitsprozeſſen, darum ſind raufluſtige
junge Menſchen ganz unbewußt miſerable Seugen
gegen=
über Friedfertigen, wie der folgende, von Placzek berichtete
Fall beweiſt:
Einige junge Burſchen ſpielen Kegel. Ein unbekannter
junger Menſch kam vorbei. Sie riefen ihn an, ob er
mit=
pielen wolle. Der Fremde antwortete nicht und ging ſeines
Weges. Die Kegelſpieler ärgerten ſich, ſahen in dem
Schweigen eine Kränkung und ſchimpften hinter ihm her.
Vor Gericht behaupteten alle Seugen, der junge Menſch
habe ſich umgewandt und eine Flut von Schimpfworten
her=
vorgeſprudelt. Das ſei der Grund geweſen, warum man
ihn verprügelt habe.
Der Mißhandelte aber hatte weder etwas gehört, noch
geſagt. Er war taubſtumm. Nicht nur das beſte „Wiſſen”
hat alſo der Nichter beim Seugen in Erwägung zu ziehen,
wenn er daran geht, die Ausſage zu verwerten, ſondern lein
Können, ſeine oft eingeſchränkte Fähigkeit, Eindrücke
auf=
zunehmen, wiederzuerwecken und wiederzugeben. Beſonders
geſtört wird die freie Reproduktion durch ſuggeſtive
Ein=
flüſſe, unter denen die Fragen obenan ſtehen. Die
Straf=
prozeßordnung beſtimmt zwar, daß der Seuge zu veranlaſſen
iſt, dasjenige, was ihm vom Gegenſtande ſeiner Vernehmung
bekannt iſt, im Suſammenhang anzugeben. Der Seuge iſt
ſprächlich ungewandt und verwirrt, er ſchweift ab, der
Nichter unterbricht ihn, um Seitverluſt zu vermeiden und
beginnt ſchließlich mit Fragen.
Der Fragende bemächtigt ſich ſtets in gewiſſem Sinne
des Seugen. Die Frage ſtört die zwangloſe Neprodukkion
der Erinnerungen. Vor allem bringt die Srage — I9
ſpreche gar nicht einmal von der Suggeſtivfrage — die
Ge=
fahr des Verſchweigens mit ſich, weil der Seuge in
Ab=
hängigkeit von der Einzelfrage gerät, oft ſtrikt hingewieſen
wird, bei der Frage zu bleiben, und damit den
Zuſammen=
hang, der in vielen Fällen nur ihm bekannt iſt, während der
Nichter ihn noch ſucht, vollkommen verliert.
Welchen eigenen Geſetzen das „beſte Wiſſen” des
Seu=
gen folgt, kann man daraus ſehen, daß äußerliche Momente
von ſchwerwiegendem Einfluß ſind. Klatſchhafte, groteske
Gerüchte in geiſtig enger Umgebung, zum Beiſpiel auf einem
Dorf, ſind vollkommen davon abhängig, ob der
Verleum=
dete anweſend iſt oder nicht. Die Gegenüberſtellung von
Angeſchuldigten und Seugen iſt aus genau den gleichen
Gründen von hohem pſychologiſchem Wert.
Eigenartige Veränderungen erleidet die Erinnerung
durch Seitablauf. Ganz normalerweiſe nimmt mit der Seit
die phantaſtiſche Umkleidung einer Handlung zu, während
manche Einzelheiten ganz verloren gehen. Denken wir an
einen Cotſchlag, ſo ſteigt die Sahl der Angreifer, das
In=
ſtrument wird gefährlicher, ein gewiſſer infantiler Spieltrieb
bemächtigt ſich des ganzen Vorgangs und gibt ihm einen
typiſchen Lederſtrumpfanſtrich.
Ich habe von den geiſtigen Störungen und den
pſucho=
pathiſchen Abweichungen nicht geſprochen, die manche
Seu=
gen weit weg von der reinen Wahrheit führen, ſo ernſt lie
auch ihre Aufgabe nehmen und ſo richtig, ja überſcharf
manche Geiſteskranke beobachten und wiedergeben können.
Daß die Gerichte im Nahmen der freien Beweiswürdigung
vielen Seugenausſagen nicht /keptiſch genug gegenüberſtehen,
beweiſt folgendes Experiment, das Marbe im Sommer 1913
gemacht hat:
Er ſtellte in München mit 218 Juriſten (Nichtern,
Nechtsanwälten, Miniſterialbeamten, darunter dem
Juſtiz=
miniſter ſelbſt) Verſuche an. Ein deutlich ſichtbares farbiges
Lichtbild wurde eine halbe Minute lang gezeigt. Dann kam
eine Erholungspauſe von 19 Minuten und dann ſtellte
Marbe Fragen über das Bild, die ſchriftlich beantwortet
werden mußten.
Obwohl das Bild keinen Blumenſtrauß zeigte, gaben auf
die Frage: „An welcher Stelle des Ciſches ſteht der
Blumen=
ſtrauß?” 29 v. H. der höheren Juriſten eine ganz beſtimmte
Stelle an. 66 v. H. gaben keine Antwort, nur 5 v. H. hatten
richtig beobachtet, daß überhaupt kein Blumenſtrauß
vor=
handen war.
Wenn man bedenkt, daß es ſich nur um ein Lichtbild,
nicht wie bei anderen Verſuchen und bei den meiſten
Er=
eigniſſen der Wirklichkeit, um einen erregenden Vorgang
handelte, ſo gewinnen wir einen tiefen Eindruck von der
Kluft, die beim Seugen das beſte Wiſſen von der reinen
Wahrheit tre
Die Dorfklatſchbaſen.
Ran4
Jurarngag:
EAARAAAALaAnnnanzannnnangnz
arnannznnannnnnns
26. Februar 1928
Nummer 9
[ ← ][ ][ → ] Vom „Ländle‟.
Von Oſolde Kurz.
„Liebſte Frau! Man mag ſagen, was man will, die Krone
Süddeutſchlands bleibt doch das Schwabenland. Dieſe köſtlichen,
ganz in ſich ſelber ruhenden altertümlichen Städtchen, die ſonnigen
Dörflein im Wieſengrün, deren Häuſer ſich enge um die Kirche
herumdrängen wie Küken um die Glucke, ſolche Unberührtheit
gibt es, ſcheint mir, in der Welt nicht mehr. Ungern riß ich
mich geſtern von der regenumſchleierten Alblandſchaft los, aber
als ich an den alten Kaiſerbergen vorüberfuhr und mit eins die
Sonne durchbrach und der Regenbogen mit einem Suß auf der
Kuppe des Hohenſtaufen ſtand, da ließ es mich nicht mehr
weiter. Ich mußte ausſteigen, mein bißchen Gepäck auf dem
Bahnhof laſſen und über den Rücken des regennaſſen
Nech=
bergs dem Dörflein Hohenſtaufen zuwandern, um das goldene
Regenbogenſchüſſelchen zu ſuchen und die Fußſtapfen des großen
Kaiſers. „Hohenſtaufen, ſolige Sterne, beide Friedrich,
Kon=
radin!”, ſang es aus Großväterzeiten herüber in meine Seele.
Solche Namen geben auch den hohlſten Verſen einen Sug von
Größe, ſie nur zu nennen iſt ſchon Poeſie. „Hie transibat
Caesar”, hier iſt der Herr der Welt geſchritten, ſteht über der
Cür des winzigen Dorfkirchleins, und von der Wand blickt des ! Ich übernachtete in einem Gaſthof zunächſt der Bahn, um
Herzens verwachſen: man mag uns hundertmal ſagen, daß ſie in Wanderſchuhen zu verbringen. Aber da ſind ſoviele lockende
es waren, die mit ihrer Südlandsromantik unſere unſelige Ohn=
Geiſte. Sie ſuchten an den Küſten der warmen Meere nach der da ſtand eben auf dem Seitengleiſe das „Zügle”, das die
Som-
tödlichen blauen Blume, die die deutſche Seele ewig ſuchen muß,
Untergang.
Ich erſtieg noch durch friſchgrüne Waldung die Kuppe des das liebliche Silstal hinauf.
Staufen, wo kein Stein von der einſtigen Kaiſerpracht übrig iſt;
Ausſichtsturm entweiht.
der Hinfahrt in das lieblich ernſte Cal mit ſeinen wohlgeſtalteten
Bergen, in deſſen Mitte die Perle der Fils wie in grüner
Schale liegt, machte ich gegen meinen Nebenſitzer eine
verbind=
liche Bemerkung über die Schönheit ſeiner Heimat.
„Ha, dees weiß i wohl, ſo e Gegend gibt’s bei Ihne net”,
antwortete dieſer im Cone der Selbſtverſtändlichkeit.
Votbarts verblaßtes Bild. Der Herr der Welt war ein Deut= in der Frühe weiterzureiſen. Doch der Morgen lachte ſo
ſcher, er war ein Schwabe. Die Staufer ſind jeder Faſer unſeres ſtrahlend zum Fenſter herein, daß ich beſchloß, noch einen Cag
Gipfel, ſoviele ausſichtsreiche Höhenwege, daß mir die Wahl
macht und Swietracht verſchuldet haben, wir wiſſen es, wir be= wehe tat, wie die geſchenkte Friſt ausnützen. Noch unſchlüſſig,
klagen es, aber wir lieben es doch, ſie ſind Geiſt von unſerm wohin ich mich wenden wollte, überſchritt ich den Bahnkörper,
merfriſchler nach Wieſenſteig führt. Das alte Städtchen der
ſie ſind die ausgeſtreckten Arme unſerer eigenen Sehnſucht, ins / Helfenſteiner mit dem Elefantenbrunnen und dem Wahrzeichen
Nieſenhafte gewachſen, und gleich herrlich im Sieg wie im der „Steinernen Frau” auf dem Felſenvorſprung nimmſt du noch
mit, ſprach ich zu mir ſelber, und nach fünf Minuten dampfte ich
Am erſten Halteort geſchah mir eine Verzauberung.
Jen=
zum Glück hat ſie die Ehrfurcht der Schwaben nicht durch einen ſeits der Straße, die den Bahndamm überhöht, mir gerade
gegenüber, ſah ich ein allerliebſtes einſtöckiges Häuschen mit
Dann fuhr ich nach Geislingen an der Steige weiter. Bei drei Senſtern im Obergeſchoß, zu deren jedem ſich zwiſchen
rot=
blühenden Geranien ein ſchneeweißer Frauenkopf herausbog.
Der eine, den ein ſchwarzes Spitzenhäubchen bedeckte, gehörte
einer roſenwangigen, friedlich lächelnden Greiſin, der mittlere
einer wohlerhaltenen Matrone, der dritte einem noch jungeren
Frauenweſen. Drei aufeinanderfolgende Aenſchenſaaten, aber
alle drei im Silberhaar. Während ich zu ihnen hinaufſchaute und
ſie zu mir herunter, machte plötzlich die Mittlere eine Gebärde
der Uebrraſchung, zog ein Caſchentuch hervor und wedelte. Ich
blickte die Wagenreihe entlang, wem wohl das Wehen gelte,
aber niemand gab darauf Antwort. Alſo übernahm ich den
Gegengruß und wedelte zurück. Nun fuhren ſchnell noch zwei
weiße Flaggen heraus und wedelten mit allen Kräften, was ich
ebenſo hingebend erwiderte, bis das Sügle ſich pruſtend in
Be=
wegung ſetzte und das Flaggenfenſter hinter mir zurückblieb.
Aber das Sügle hatte nur Spaß gemacht, es fuhr langſam
wieder rückwärts, in kurzem ſaß ich aufs neue den
Flaggen=
grüßen gegenüber. Doch die mittlere Flagge war herabgeſtiegen
und bewegte ſich ohne Uebereilung — denn die Crägerin kannte
die Gewohnheiten des Sügles —, aber immer wedelnd dem
Bahnhof zu.
Jetzt hielt ſie vor meinem Fenſter.
„Herr Veiter, kennet Sie ’s Bäsle Auguſte noch?"
O Himmel! Auguſte W., das blonde luſtige Schwabenkind
aus der Haaggaſſe in Cübingen, meine Jugendflamme aus
Suchſentagen! Vielmehr die meines Bruders Karl; ihm zur
Geſellſchaft hatte ich ein wenig mitgeflammt. In einem nahen
Badeort tanzten wir oftmals zuſammen und dort wurde auf
einem Waldſpaziergang feſtgeſtellt, daß die zwei Brüder, die
aus einer nach Norddeutſchland verpflanzten ſchwäbiſchen
Fa=
milie ſtammten, und das blonde Landeskind Verwandte waren,
freilich in einem etwas entfernten Grad, etwa von der Eiszeit
her. Dieſe Entdeckung durfte nach altem Schwabenbrauch mit
einem Küßchen gefeiert werden. Es iſt nun mehr als dreißig
Jahre her. Jetzt lebt ſie als verwitwete Pfarrerin mit ihrer
Schwiegermutter, die gleichfalls Pfarrerswitwe iſt, und deren
Cochter zuſammen. Ich hatte eben noch Seit, mit den zwei
an=
deren Damen über den Bahndamm weg ſtumme Begrüßungen
zu tauſchen und dem Bäsle zu verſprechen, daß ich auf der
Nückfahrt ganz gewiß an dieſer Stelle ausſteigen und den
Nach=
mittagskaffee trinken wolle. Dann trug mich das Sügle von
dannen.
In der Stadt der Helfenſteiner zog ich mir ungeſchickterweiſe
durch nicht rechtzeitiges Wegblicken die Geſellſchaft eines
Ber=
liner Bekannten zu, der zu der weniger angenehmen Gattung
gehört. Er ſchloß ſich mir auf meiner Wanderung nach
Neußen=
ſtein an und ließ mich auch nach Ciſch, als ich mich aufmachte,
die nähere Umgebung zu durchſtreifen, nicht mehr los.
Auf der Neidlinger Straße, wo man das Wahrzeichen der
Gegend, die „Steinerne Frau”, aufragen ſieht, erfragte ich von
einem Steinklopfer den Weg zu dem bekannten Felſengebilde
und mein Begleiter miſchte ſich mit echtem Verliner Salz in
das Geſpräch. Der Schwabe ließ ſich nichts anmerken, er
be=
ſchrieb die Kehren, die wir zu machen hätten, und ſetzte am
Ende mit gedämpftem Con hinzu: Ond wenn ſe oba ſend, ganged
ſe dreimal om des ſteinerne Weib rom ond no — er ſtockte und
ſchloß noch geheimnisvoller: ſecht ſe koi Wörtle. — Was ſagt
ſie? fragte jener begierig. — Koi Wörile beſtätigte mein
Schwabe toternſt.
Um 4 Uhr 20 Minuten nahm mich Frau Auguſte richtig in
Empfang und führte mich in das verwunſchne Häuschen, das
in einem nach Großväterzeiten duftenden Gärtchen mit
alt=
modiſchen Blumen liegt, aber noch ganz neu iſt. Oben war die
Welt auf einmal um hundert Jahre jünger. Gerätſchaften und
Bilder ſtammten aus dem zweiten Jahrzehnt des vorigen
Jahr=
hunderts und die erdentſproſſene Friedſeligkeit, die alle Wände
ausatmeten, ebenfalls. Die roſige Greiſin begrüßte mich wie
Der Pakt.
Von Frédéric Boutet.
(Autoriſierte Ueberſetzung von Gutti Alſen.)
Es ſchlug ſieben Uhr. Der Nebel war mit dem Abend immer
dichter geworden. Ein junger brünetter, mittelgroßer Herr, der
raſch aus der kleinen Nue du Duaphin hervortrat, ſtieß gegen
einen anderen jungen Mann, der — groß und blond — an der
Ecke des Glockenturmplatzes ſtand und ſich eine Sigarette
an=
zündete. Der erſte fuhr zurück und entſchuldigte ſich. Eine
Gas=
laterne, die wie ein Lichtgeſpenſt aus dem Nebel auftauchte,
be-
ſchien ſie mit ungewiſſem Schimmer.
„Oh, Maſolle, du biſt es!”
„Du hier, Verlique!”
Sie drückten ſich mit dem Ueberſchwang einer alten
Freund=
ſchaft die Hände. Sie hatten ihre Ausbildung zuſammen in
Paris erhalten und ſich beim Abgang vom Gymnaſium aus dem
Geſicht verloren. Welch eine Ueberraſchung, ſich unverhofft in
dieſer kleinen Provinzſtadt wiederzufinden!
„Was tuſt du hier?” begann Verlique.
„Ich? Nun, ich bin Architekt, aber es ging nicht vorwärts
in Paris wie ich wollte. So bin ich hier bei dem Architekten
Dorloy eingetreten. Er brauchte einen Beiſtand, der gewitzt,
über alles unterichtet, arbeitſam und von modernem Geſchmack
iſt. Ich bin vorgeſtern hier angekommen. Und du?"
„Ich, ich arbeite auf meinen Doktor der Nechte hin, ohne
mich zu ſehr zu beeilen. Seit einem Jahr bin ich hier Gehilfe bei
Herrn Houbigny, dem Notar auf dem Großen Platze. Ich
ſtudiere die Geſchäftsart dieſes Landſtrichs. Vielleicht werde ich
mir ſpäter ein Notariat kaufen, es hängt noch von manchem
ab. . . Aber deinen Dorloy kenne ich ſehr gut, er iſt unſer
Klient.”
„So wären wir alſo beide hier heimiſch geworden. Welch ein
Slückszufall!. Wir werden uns oft ſehen..."
„Wir werden uns ohne Aufhören ſehen, das iſt unvermeidlich.
Ich bin ſogar erſtaunt, dir nicht ſchon früher begegnet zu ſein.
Von unſeren alten Kameraden bin ich nur mit Herſaut und
Grindois in Verbindung geblieben, erinnerſt du dich noch an
Grindois?”
„Ja, ſehr gut, und entſinnſt du dich noch
Sie ſchritten langſam an den ſtummen Häuſern des
verein=
ſamten Platzes hin und beſchworen Schulerinnerungen herauf.
Plötzlich blieb Verlique, der ſeit einer Weile ſchweigſam
ge=
weſen war, ſtehen.
„Bleiben wir hier im Schatten der Mauer,” ſagte er, „man
braucht uns nicht zu ſehen. Ich habe eine Idee, alter Freund.
Wir müſſen aus unſerer Begegnung Nutzen ziehen.”
„Wie das?” fragte Maſolle erſtaunt.
„Du wirſt bald verſtehen. Niemand hat unſere Begegnung
von heute abend geſehen, niemand weiß, daß wir uns kennen,
daß wir alte und gute Freunde ſind. Ich habe volles Vertrauen
zu dir, wie du volles Vertrauen zu mir haben kannſt. Das weißt
du, nicht wahr?”
„Ich bin davon überzeugt, mein guter Verlique, und nur
Kindheitsfreundſchaften vermögen ſolches Vertrauen zu geben.”
„So iſt es. Nun höre gut zu: Wir müſſen uns dieſer
Freund=
ſchaft bedienen. Freundſchaft iſt eine Macht. Swei Männer, die
ſich gegenſeitig ſtützen, vermögen viel. Sieh dir die Situation an,
unſere Sukunft liegt in dieſer Stadt und bedarf zum großen Ceil
der Menſchen hier. Es hängt für dich und für mich von
Glücks=
fällen ab, unſere Exiſtenz in dieſer Stadt aufzubauen. Auf dieſe
Weiſe wird ſie zum Schauplatz unſerer Handlungen. Gut.
Ver=
ſtehſt du alſo?"
„Nicht im geringſten.”
„Doch. Wir müſſen gegenſeitig einander dienen. Und darum
darf niemand wiſſen, daß wir uns kennen. Wenn die Leute
wiſſen, daß wir intime Freunde ſind, ſo würden ſie nicht an die
Lobreden glauben, die wir aufeinander halten könnten. Sie
würden ſich außerdem bei dem, was ſie von einem von uns ſagen
wollen, in acht nehmen, wenn der andere es erfahren könnte.
Wenn man dagegen glaubt, daß wir uns nicht kennen, ſo würden
wir uns ganz augenſcheinlich von Nutzen ſein. Wir werden uns
die Wahrheit erzählen, verſtehſt du? Wir werden uns
gegen=
ſeitig davon unterrichten, was die Leute über uns ſagen, was
ihre Höflichkeit und ihre Liebenswürdigkeit uns ſonſt verbirgt.
Wir werden uns gegenſeitig warnen: „Frau X. ſpricht ſchlecht von
dir, oder Aehnliches.” Man weiß im Leben niemals, wie die
Leute uns beurteilen. Wir aber, wir werden mit dem Pakt,
den ich dir vorſchlage, das Glück haben, es zu wiſſen. Das wird
eine ungeheure Macht für unſere Geſchäfte ſein, es wird uns die
Möglichkeit geben, Dummheiten zu vermeiden, unſere Haltung
zu regeln, zu wiſſen, auf wen wir zählen können, wo unſere
Freunde und wo unſere Feinde ſind.”
„Sieh an, das iſt wahr, du haſt vielleicht recht,” ſagte
Ma=
ſolle, der anfangs wenig begeiſtert zu ſein ſchien, in der Cat, das
iſt nicht übel ausgedacht. Aber wenn man erfährt, daß wir das
gleiche Gymnaſium beſucht haben..
„Wie ſollte man es erfahren? Ich habe niemals
Gelegen=
heit gehabt, unſer Gymnaſium zu erwähnen, mache es ebenſo.
Wir ſind alſo einig, nicht wahr? Ich bin ſehr neugierig zu
wiſſen, wie man mich beurteilt, mich, der ſeit einem Jahr hier
lebt. Und dich, der ſoeben ankommt, wird der Eindruck, den du
hervorbringſt, auch intereſſieren. Nun wollen wir uns hier
ver=
laſſen und uns erſt dann wiederſehen, wenn der Sufall es fügt,
daß wir uns gegenſeitig vorgeſtellt werden, was ſich notgedrungen
in einigen Cagen ereignen wird. Und wenn dieſe Vorſtellung
ſtattgefunden hat, werden wir uns gar nicht ſympathiſch zu ſein
ſcheinen. Du verſtehſt, Höflichkeit und Surückhaltung. Wir
wer=
den uns nicht beſuchen, und werden auf dieſe Weiſe die ganze
Freiheit unſerer Handlungen bewahren können.”
„Das iſt wirklich unangenehm,” bemerkte Maſolle, „man
kommt nach einer Stadt, in der man niemand kennt, man findet
hier ſeinen beſten Freund und ſoll ihn als Fremden behandeln.”
„Aber bedenke doch, mein Lieber, wie nützlich uns das ſein
wird, und wie es uns nebenbei beluſtigen wird. Dieſe
geheimnis=
vollen Benachrichtigungen ..."
einen lieben Verwandten, dann kam ihre Enkelin herbei, das
weißhaarige Kind vom Hauſe, knixend und errötend. Ich ſchätzte
ſie auf annähernd vierzig, was von der Großmutter beſtätigt
wurde. Das frühe völlige Ergrauen ſei in der Familie erblich,
lagte ſie; ſeltſamer Weiſe hatte es auch die Schwiegertochter
angeſteckt.
Was alles auf dem Kaffeetiſch ſtand an Süßem und
Sal=
zigem, an Honig und Eingemachtem, vermag ich nicht zu
ſchil-
dern. Sie hatten überdies die Seit benützt, um ſchnell den
wunderbarſten aller Kaffeekuchen zu backen; in die geblümten,
goldgeränderten Caſſen ſchenkte das Kind den geſparten,
duften-
den Bohnenkaffee und reichte ſie andächtig ſchweigend um den
Ciſch. Sooft ſie nachfüllte, trat ſie mit einem anmutigen Knix
heran, aber ſie miſchte nie ein Worte ins Geſpräch; in
Gegen=
wart älterer Perſonen darf ſie noch nicht mitreden. Vorſichtig,
um den Sauber nicht zu brechen, forſchte ich, ob die Damen
überhaupt vom Weltkrieg und ſeinen Folgen etwas gehört
hätten. Ja, davon wußten ſie, ſie laſen ja früher das
Amts=
blättchen, auch war ein Soldatenerholungsheim in der Nähe
geweſen. Aber ſie hatten ja keine füngeren männlichen
Ver=
wandten, die das anging, und die Schlachten waren auch alle
in ſo weiter Ferne geſchlagen worden, in Gegenden, wohin ihre
geographiſchen Studien nicht reichten. Der Umſturz hatte ſie
nicht berührt, für das Landvolk blieben ſie doch immer von
pfarrherrlicher Weihe umgeben, und über die Staatsform
machten ſie ſich keine Gedanken. Das Häuschen haben ſie
recht-
zeitig gebaut, als das Bauen noch wohlfeil war, und hart an
der Bahn, weil es ſo luſtig iſt, das Sügle zu ſehen, und weil
man da jeden Cag etwas Merkwürdiges erleben kann, ſogar
das Wiederſehen mit einem Vetter aus der Eiszeit. Ihr
Gärt=
chen bringt ihnen Obſt, Gemüſe, Salat und Blumen für den
Ciſch, der Honig kommt aus ihren eigenen Stöcken. Ein
Kar=
toffelfeld gehört auch dazu, die ganze Arbeit tun ſie ſelbſt.
Als ich aufbrach, führte mich Frau Auguſte an den
einge-
legten Sekretär, aus deſſen Ciefe mir der Silberſchatz des
Hauſes entgegenglänzte, und öffnete ein Seitenfach. Da lagen
ihre Balltrophäen aus ſenen Cagen, glitzernde Sternchen und
bunte Seidenſchleifchen, alles in Seidenpapier verhüllt und friſch
wie vom geſtrigen Abend. Den Mooskranz, den Karl ihr
ein=
mal nach Landesbrauch beim Canzen an den Arm hängte, beſitzt
ſie leider nicht mehr, er iſt vor einigen Jahren zerfallen, aber die
blaue Seidenſchärpe iſt noch da, womit er ihr beim Kotillon die
Augen verband.
„Und dieſes vierblättrige Kleeblatt iſt von Ihnen, wiſſen Sie
noch? Es hat mir Glück gebracht, aber nicht auf lange.”
Dem Kinde traten die Augen faſt aus dem Kopfe, es hat
nie getanzt und beſitzt keine ſolchen Herrlichkeiten.
„Darf ich, Cante?” fragte ſie zaghaft, ehe ſie die Glitzerchen
anfaßte.
„Ja, du darfſt”, antwortete dieſe huldſtrahlend.
Ich kam mir wie ein rechter Habenichts vor neben dieſen
Schätzen von Erinnerung, denn von den ſchönen Jugendſtunden,
auf die ſie anſpielte, ſind nur wenige im Sieb meines
Gedächt=
niſſes hängen geblieben. Wieder) und wieder beteuerten die
Damen, mein Beſuch bedeute einen Markſtein in ihrem Leben,
er habe ihnen Stoff gegeben, um jahrelang davon zu zehren.
Und jetzt ſitze ich wieder im Gaſthof an der Steige und denke an
das Erlebte. Dort hinten der Kaiſerberg mit ſeinen
welten=
weiten Erinnerungen, hier unten im Cälchen der Sils, das
ver=
wunſchene Häuschen mit den drei ſilberweißen Frauen, denen
Weltkrieg und Nevolution Sage ſind. Wo in aller Welt findet
man wieder auf ſo engem Naum ſolche Gegenſatze beiſammen?
Der Deinige.”
Es lebe unſer altes Schwabenland!
Das kritiſche Jahr der Che. meiſten aufreißt, ſteht überal obenan”
Von Dipl.=Ing. Fritz Kaufmann.
Für den Eheberuf muß man ſich eignen. Nicht allen
Men=
ſchen wird das ohne weiteres einleuchten. Sie gehen, trotzdem
ihnen von vielen Seiten ihre geringe Eignung für dieſen Beruf
klargemacht wird, die Ehe ein und wundern ſich, wenn ſie eines
Cages Schiffbruch leiden. — Die Durchführung der ehelichen Eier ſind begehrter. Wir leben in einer großen Zeit!”
Lebensgemeinſchaft hängt von den beiden Beteiligten ab.
Nie=
mals iſt bei einer Scheidung nur der eine Ceil als ſchuldig zu „Gegen deine Dummheit iſt nicht aufzukommen.”
erklären, wenn auch freilich nach den Paragraphen des
Ge=
ſetzes die Schuldfrage aus praktiſchen Gründen dem einen Ceil
zugeſchoben werden muß. — Die gute und glückliche Ehe iſt für
die Partner der idealſte Lebenszuſtand, den ſie erreichen können.
Gegenſeitiges Verſtehen, Gemeinſamkeit materieller und ideeller
Verhältniſſe, der Wille zum Guten, zum Verſöhnlichen, der in
jeder Ehe vorhanden ſein muß, laſſen die Ehe als
erſtrebens-
werte Einrichtung, trotz der anderen Meinung aller ihrer
Gegner, erſcheinen. — Die Eingewöhnung ſpielt in der Ehe
eine außerordentliche Nolle. Der Wunſch, die Fehler des andern
zu überwinden und zu ertragen, iſt in den erſten Jahren der Ehe
nicht etwa immer vorhanden. Bei vielen Menſchen ſtellt er ſich
überhaupt nicht ein, das ſind diejenigen, die zu den
Eheſcheidun=
gen das größte Kontingent ſteilen. Es wäre beſſer, wenn ſie
von der Eheſchließung abſehen würden, damit ſie dieſe
Inſti=
tution nicht in Mißkredit bringen helfen. Sind die Charaktere
ſehr weit voneinander entfernt, dann iſt das Verſtändnis
natür=
lich um ſo ſchwerer. Andererſeits iſt eine Baſis, auf der ſich
Eheleute für ihr ganzes Leben ohne Differenzen finden, noch
niemals geſchaffen worden, denn Mißſtimmungen,
vorüber=
gehende ſcheinbar nicht zu überbrückende
Meinungsverſchieden=
heiten ſtellen ſich in jeder Ehe, und ſei ſie unter den beſten
Vor=
ausſetzungen geſchloſſen, ein. — Bei ſolchen Störungen, die wie
erwähnt, unausbleiblich ſind, faßt der Mann oder die Frau —
wer von beiden ſich am meiſten gekränkt fühlt — den Wunſch,
den anderen zu verlaſſen. Die bittere Frage: „Warum habe ich
eigentlich geheiratet?” iſt im Sorn, im Schmerz, in ſtummer
Neſignation und unter heißen Cränen ſchon oft ausgeſtoßen
worden. Der Anlaß dazu iſt die Kriſe für die Ehe. — Nun
ſetzen etwa nicht alle Menſchen, Männlein oder Weiblein, den
Wunſch nach der Scheidung, in einem trüben Augenblick
ge=
boren, in die Cat um. Glücklicherweiſe kommt ihnen, den
Ehe=
partnern nämlich, die Erkenntnis, daß das Streitobjekt, was es
auch immer geweſen ſein mag, die lieben Verwandten,
Eifer=
ſucht, das ſchnöde Geld, nicht wert iſt, daß ſie dieſe ſchöne
Ge=
meinſchaft löſen. Aber fraglos gibt es in jeder Ehe Kriſen, die
zu Kataſtrophen führen können. Würde man den Eheleuten
einen guten Nat geben wollen, dann könnte man ihnen ſagen,
Der große Schnabel.
Eine Fabel von Albert Reinicke.
„Ich bin der größte und wichtigſte Vogel weit und breit”
ſchnatterte die Gans und watſchelte in der Morgenſonne
ſpazieren.
„Daß ich nicht lache,” rief der Star, „ſeit wann biſt du denn
wichtig, du dumme Gans?”
„Iich lege große Eier und habe auch einen großen Schnabel”,
ſagte die Gans.
„Ja, einen großen Schnabel haſt du allerdings,” beſtätigte
der Star, „aber wwas du ſchnatterſt, iſt ohne Sinn und Verſtand.”
„Auf den Verſtand kommt es heutzutage gar nicht an,”
er=
widerte die Gans, „nur auf den großen Schnabel. Wer ihn am
„Dumme Gaas,” ſchrie der Starmatz, „groß ſein tut es
nicht allein. Ich bin nur ein kleiner Vogel und habe keinen
großen Schnabel. Mein Lied aber entzückt jedermann. Das iſt
eben eine Kunſt!”
„Kunſt, hahaha,” lachte die Gans, „wer gibt heute noch etwas
auf Kunſt? Die Kunſt geht betteln, lieber Freund. Meine großen
„Einbildung iſt auch eine Bildung”, entgegnete der Star.
„Meine Dummheit” ſchrie die Gans empört, „fällt bei dem
heutigen geiſtigen Tiefſtand gar nicht mehr auf. Ich bin beliebt
wegen meines großen Formats."
„Ja, das biſt du in der Tat”, rief der Fuchs, der ſich leiſe
herangeſchlichen hatte.
Er fraß ſie mit Behagen auf. Den großen Schnabel ließ
er liegen.
„Aber wie ſollen wir uns Mitteilungen zugehen laſſen, wenn
wir ohne jede gegenſeitige Verbindung bleiben müſſen?”
„Wir könnten uns höchſtens, und beſonders in dringenden
Fällen, ſchreiben. Aber wir müßten die Handſchrift auf dem
Umſchlag verſtellen. Doch das Praktiſchſte wäre es, uns, wenn
wir nicht verhindert ſind, jeden Montag beiſpielsweiſe um neun
Uhr abends auf dieſem Platze zu treffen. Es iſt ein öder Winkel,
niemand geht hier vorüber. Natürlich werden wir uns nicht
immer etwas Intereſſantes zu erzählen haben.”
„Nun denn, einverſtanden”, ſagte Maſolle.
„Auf Ehrenwort, wir werden uns alles ſagen, Gutes und
Böſes.”
„Ja, auf Ehrenwort.”
Sie tauſchten ihre Adreſſen aus, drückten ſich die Hände und
gingen auseinander.
Es war am folgenden Freitag, als ſie ſich offiziell bei dem
Notar Houbigny trafen. Er gab eine große Abendgeſellſchaft,
hatte den Architekten Dorloy mit ſeiner Gattin eingeladen und
erweiterte dieſe Einladung auf Maſolle.
Am Montag darauf, um neun Uhr, an einem trockenen,
ſchönen Abend, begegneten Verlique und Maſolle ſich wieder auf
dem einſamen kleinen Glockenplatz, im Schatten der Mauer.
„Nun?” fragte Verlique, „wie haſt du den Empfang meines
Vorgeſetzten gefunden? Er kann dir als vollkommene Probe
einer großen Abendgeſellſchaft der kleinen Stadt gelten.”
„Aber ich habe mich durchaus nicht gelangweilt”, ſagte
Maſolle.
„Und haſt du etwas über mich erfahren”, fragte Verlique
neugierig.
Maſolle ſchien zu zögern.
„Während der Geſellſchaft nein, nichts beſonderes. Aber am
folgenden Cage beim Frühſtück ... Du weißt, ich frühſtüke bei
Dorloy.
„Nun, da ſprach man von mir? Glaubt Dorloy, daß ich de
Notariat Houbignus kaufen werde?‟
„Er hat kein Wort geſagt, aber Frau Dorloy meinte, daß
du der Geliebte Frau Houbignus ſeiſt, in der Vorausſicht,
da-
durch der Gatte ihrer Cochter zu werden, die das Notariat als
Mitgift erhält.”
„Das ſind infame Lügen” ſchrie Verlique. „Sie iſt eine
Seuche, dieſe Alte! Jedem ſchiebt ſie Abenteuer unter,
wahr=
ſcheinlich, weil ſie zu häßlich iſt, um jemals eins gehabt zu haben.
Frau Houbigny iſt eine achtenswerte Dame und fünfzehn Jahre
älter als ich. So etwas Unſinniges!”
„Und was hat man dir von mir geſagt?” fragte Maſolle.
„Oh, gar nichts, man kennt dich nicht, man hat dich gar nicht
bemerkt. Ich fragte Frau Houbigny, wer du ſeiſt, ich tat, als ob
ich deinen Namen nicht verſtanden hätte. Sie antwortete mir:
Das iſt Dorlous neuer Kommis.”
„Ich bin nicht ſein Kommis,” widerſprach Maſolle, „das iſt
lächerlich, ich bin ſein Beiſtand, faſt ſein Ceilhaber.”
„Ich weiß es ſehr gut, es iſt auch unweſentlich. Aber ſag‟
mal, ich ſah dich einen Augenblick mit Fräulein Houbigny
ſprechen..
„Ja, ſie iſt hübſch und klug, dieſes junge Mädchen. Wir ſind
ſofort Kameraden geworden.”
„Hat ſie dir nichts von mir geſagt?”
„Aber nein, nicht doch, mein Lieber, ich verſichere dich.”
„Wovon ſpracht ihr denn?”
„Von dieſem und jenem. Sie fragte mich, welches die letzten
Stücke waren, die ich vor meiner Abreiſe geſehen hatte. Sie
ſagte mir, daß ſie nach Paris gehen und Cheater ſpielen möchte.”
„Was? Das hat ſie dir erzählt?”
„Ja. Und auch, daß alle Leute, die ſie hier ſähe, ſie zum
Sterben langweilten, daß ſie mich beklage, hierher gekommen 7ul
ſein, um in ſolch einem Neſt zu leben.”
„Ach, das iſt es, was ſie hinter der Maske eines ſanften,
zurückhaltenden jungen Mädchens denkt? Das iſt ja heiter! und
Lich, einen ganz Unbekannten, nimmt ſie zum Vertrauten . . . Alſo
alle langweilen ſie hier? Langweile ich ſie auch?"
„Sie hat keinen Namen genannt.”
daß ſie ſich in den erſten Jahren der Ehe ſehr zuſammennehmen
ſollen. Daß ſie es vermeiden möchten, aus Nichtigkeiten große
Cragödien werden zu laſſen. Die erſten Jahre der Ehe ſind die
ſchwierigſten. Das Zuſammenleben muß gelernt werden, und
die größte Liebe, die ein Ehepaar zur Verbindung veranlaßt
hat, kann nicht ſofort alle Mißhelligkeiten beſeitigen, die ſich
zuerſt im Suſammenleben einſtellen, bis beide Ehegatten gelernt
haben, nachſichtig und verträglich zu ſein. — Es iſt intereſſant
zu erfahren, welches Jahr für die Ehe das kritiſche iſt. Meiſtens
ſagt man, es ſei das ſiebente. Die Sahlen beweiſen etwas
an=
deres. Das „Statiſtiſche Jahrbuch der Stadt Berlin 1927”
er=
zählt, daß es das fünfte ſei. Im Jahre 1925 wurden allein 671
Ehen geſchieden, die 4—5 Jahre beſtanden hatten. Die
ent=
ſprechenden Sahlen für die erſten Ehejahre ſtiegen bis zum
5. Jahre gleichmäßig an. Die Sahlen nahmen von dieſem
Seit=
punkt an gleichmäßig auch wieder ab. Genau derſelbe Vorgang
zeigte ſich — mit natürlicherweiſe etwas anderen Sahlen — auch
im Jahre 1924. Hier hatten ebenfalls die meiſten geſchiedenen
Ehen (in 767 Fällen) nur bis zum 5. Jahre beſtanden. — Was
in Berlin gültig iſt, kann man beſtimmt in dieſem Falle
ver=
allgemeinern. Es liegt auch in der Natur der Sache, daß die
Reibungsflächen in den erſten Jahren einer Ehe ſchärfer ſind.
Die „Alltäglichkeit” in der Ehe, die oft Anlaß zum Spott gibt,
hat auch ihre Lichtſeiten. Sie läßt die Gatten übereinander
milder denken. Und ſchließlich kommt man dazu, den anderen
auch mit ſeinen Fehlern zu lieben. Man ſoll ſich in der
Ent=
täuſchung — und das ganze Leben iſt ja enttäuſchend — nicht
gehen laſſen. Selbſt der nüchterne Alltag kann ſchön ſein, wenn
die Intereſſen der beiden Menſchen zuſammenklingen.
Gegen den telephoniſchen Überfall.
Von Stefan Großmann.
Es klingelt, man geht ans Celephon und hört:
„Dort Großmann?”
„Ja.”
„Warten Sie einen Moment, ich verbinde Sie mit unſerem
Herrn Direktor.”
Und nun ſtehe ich, Eſel, wirklich am Celephon und warte,
mit welchem Direktor das Fräulein mich eigentlich verbinden
wird. Ich ſtelle mein Ohr einem Unbekannten zur Verfügung.
Wenn in großer Geſellſchaft ein Fremder mit einem anderen
ſprechen will, brummt er mir mit einer Verbeugung ſeinen
Namen vor. Ich gehöre zu den Pedanten, die dann um
deut=
liche Nennung des Namens bitten, ich leſe ja auch keinen
ano=
nymen Brief.
Warum laſſen wir alle uns auf anonyme Celephongeſpräche
ein?
Das Natürlichſte von der Welt wäre, daß jeder Partner im
Celephongeſpräche ſich vor allem vorſtellt.
Aber das Celephon iſt noch eine zu junge Inſtitution, um
ſchon ſeinen Umgangskoder zu haben. Hundertmal im Monat
muß man das hören: „Sind Sie dort? Na, dann warten Sie
mal ein bißchen.. ." Von heut an wart ich nicht mehr. Wer
nicht vor allem ſeine telephoniſche Viſitenkarte abgibt, bedaure,
mit dem fang ich kein Geſpräch an.”
„Sind Sie dort, Großmann?”
„Nein!”
Vollkommen falſch finde ich es auch, daß ich, wenn ich da
bin, mich ſogleich auch zur Verfügung ſtellen muß. Ich bin zwar
da, aber, zum Ceufel, doch nicht zu jedermanns Benutzung.
Sehr beſchäftigte Leute laſſen auf die Frage, ob ſie zu
ſprechen ſind, ihre Sekretärin höflich antworten: „Ich muß
nachſehen, ob der Herr Doktor im Hauſe iſt.”
Die neue Unſachlichkeit am Celephon hat dieſen Nachſehen=
und Schon=Fort=Schwindel gezeitigt. Warum haben ſo wenige
Leute den Mut, da zu ſein und ſich doch nicht durch einen
tele-
phoniſchen Ueberfall in Arbeit, Eſſen oder Muße ſtören zu
laſſen? Es gibt ein heiliges Necht auf Sgnorierung des
Celephons!
Die meiſten Leute liefern ſich dem telephöniſchen Ueberfall
wehr= und widerſtandslos aus. Wer mich zu einem Geſpräch
Aug in Aug nie erreichen kann, erwiſcht mich telephoniſch ſofort.
Um mich zu verſagen, muß mein Fräulein lügen. Ein Statiſtiker
müßte übrigens einmal ausrechnen, wie viel wertvolle hundert
Stunden alltäglich durch die Phraſe: „Ich werde nachſehen, ob
der Herr Doktor noch da iſt” für nichts und wieder nichts
ver=
tan werden.
Soll ich einen Verein gegen telephoniſche Ueberfälle
grün=
den? Intereſſenten mögen ſich bei mir melden. Aber ſchriftlich.
An den Hörer gehe ich deshalb nicht. Der Herr Doktor iſt
nicht mehr zu Hauſe.
„So?. Denke an unſeren Pakt: Du haſt geſchworen! —=
Was hat die dir geſagt?”
„Nun denn, wenn du es willſt! Ich habe denſelben
Ge=
danken gehabt wie du. Ich fragte ſie, unſerem Pakte treu, um
ihr Vertrauen zu gewinnen, wer du ſeiſt. Aber ſage mir zuerſt,
ob du wirklich die Abſicht haſt, ſie zu heiraten?”
„Selbſtverſtändlich möchte ich es. Das iſt doch logiſch genug.
Auf dieſe Weiſe werde ich der Nachfolger Houbignus.”
„Dann iſt es beſſer, daß du alles erfährſt. Sie hat mir
deinen Namen genannt und von der Stellung erzählt, die du bei
ihrem Vater einnimmſt. . ."
„Und dann? . . ."
„Und dann fragte ſie mich, wie ich dich fände? Ich ſagte:
Der junge Mann ſcheint reizend zu ſein.."
„Was hat ſie dir geantwortet? So ſprich doch!”
„Sie ſagte: Wenn Sie ihn erſt beſſer kennen werden, wird
Ihre Meinung ſich bald ändern.”
Ein Schweigen trat ein.
„Du lügſt,” ſchrie Verlique plötzlich, bleich vor Sorn, „du
lügſt! Du biſt ein grober Kerl und em Böſewicht! Du haſt dir
alles ausgedacht! Fräulein Houbigny hat dir das niemals von
mir ſagen können! Niemand kann ſo etwas von mir ſagen! Du
willſt mich mit dieſem jungen Mädchen auseinanderbringen, um
meine Stelle bei ihr einzunehmen. Jetzt ſehe ich dein Spiel klar.
Aber beruhige dich, ich werde allen Leuten erzählen, welch ein
Lump du biſt, und daß man vor dir auf der Hut ſei. Ich
ver=
biete dir von nun an, das Wort an mich zu richten. Ich
ver=
biete dir, mich zu grüßen. Du biſt ein Lügner und ein grober
Wicht! Ja, das biſt du.”
Verlique entfernte ſich eiligen Schrittes. Maſolle war von
dieſem Wutausbruch ſo betäubt geweſen, daß er nicht einmal die
Geiſtesgegenwart aufbrachte, etwas zu erwidern. Er blieb wie
vorſteinert auf dem Platze ſtehen.
„Man iſt immer grob,” murmelte er, „wenn man den Leuten
die Wahrheit ſagt. Ich hätte mir denken können, daß ſein Pakt
nicht gut endet.”
Gott wollte auch Dicke!
Von Stefan Großmann.
Geſtern iſt ein Weinhändler in der Nankeſtraße an den
Folgen einer Entfettungskur geſtorben. Ein Glas Kognak war
ſein letzter Gedanke und Genuß, dann ſank er um und er war
tot. Der Gerichtsarzt Profeſſor Fränkel hat dem Weinhändler
das Atteſt ins Grad gegeben, daß ſeine jähe Herzſchwäche einer
gewaltſamen Entfettungskur zuzuſchreiben ſei.
Es gibt Menſchen, denen ſelbſt wir Götzendiener der
hei=
ligen Magerkeit das Necht auf ein Bäuchlein zugeſtehen: Wirte,
Köche, Weinkellerverwalter, ſogar in Ordenstracht. Es gibt
Menſchen, denen die Vorſehung, oder wie man ſonſt den großen
Spielleiter des Welttheaters nennen mag, ein Bäuchlein
vor=
geſchrieben, hat. Falſtaff, ſelbſtverſtändlich, kann nicht
90 Pfund wiegen; aber auch Joſefine Dora, Gott erhalte, Gott
beſchütze, iſt mit einem angeborenen Calent zur roſigen
Nund=
lichkeit auf die Welt gekommen. Auch Chielſcher iſt von Gott
nicht dürr oder dünn geplant worden. Umgekehrt: Savonarola
iſt nur hager und mager denkbar, der Sekretär Wurm kann
kaum 110 Pfund gewogen haben, und ſein Erſchaffer, Schiller
ſelbſt, iſt als wohlbeleibter Mann nicht vorſtellbar.
Es gibt Dünne und Dicke von Natur. Wehe, wenn ein
Dünner ſich fälſchlich einen Bauch zulegt, der ihm nicht gebührt!
Er hat ſchwer daran zu tragen, er wird mürriſch unter ſeiner
Laſt. Der Schneider Swirn muß fliegen können, um bei ſeinem
Gönner zu bleiben. Aber die Codſünde, daß einer ſich dick
macht, der eigentlich düm iſt, gehört ja dem vergangenen
Jahr=
hundert an. . .
Unſere Leibeslüge iſt die umgekehrte. Viele Naturdicke
haben nicht den Mut zu ihrem angeborenen Bäuchlein, ſie
feil=
ſchen es weg und — nun dann liegt ſo einer von ihnen ſtarr
da, eine Minute nach dem letzten Kognak. Man ſoll die Courage
haben, ſo dick zu ſein, wie Gott es wollte! Wie viele Frauen
haben ſich ins Magere umgefälſcht, Frauen denen man die
jalſche Schlankheit auf hundert Schritt anſieht, Frauen, zu denen
das Doppelkinn gehört, auch wenn ſie es ſich unter Qualen
weggehungert haben.
Da lob ich mir die fröhliche Frau des Dichters Heinrich
Mann. Sie iſt nicht dürr, vielmehr, ſie hat den Mut zu ihrer
natürlichen Nundheit.
„Schauen Sie”, ſagte mir einmal die fröhliche und kluge
Srau, „ich habe mich künſtlich abmagern laſſen, da wurde ich
mürriſch. Hab’ ich mich wieder ein Biſſel runder werden laſſen,
da war ich wieder luſtig, und das iſt auch für Heinrich wichtig!”
Hat nur mehr eine Dichtersfrau den Mut zu ihren
Nun=
dungen?
Der Maulkorb.
Von H. Hebling.
Jim, der Neger, der nach gefahrvollen Irrfahrten ſich
end=
lich ein ſicheres Einkommen ſicherte, hatte außer ſeinem freien
Cag heute wieder einmal einen Nieſendurſt und ebenſo erging es
Karl, dem Eiſenbahnſchaffner, der mit ſeiner kleinen Dogge eben
die Wirtſchaft betrat. Der ſpaßige Neger, der von den übrigen
Gäſten des Lokals ſchon kräftig mit Schnäpſen traktiert worden
war, gefiel dem bereits ebenfalls angeheiterten neuen Gaſte, und
bald wurde die Brüderlichkeit lebhaft begoſſen. Die kleine
Dogge, übrigens ein ganz gefährliches Bieſt, war nicht ſo zu=
traulich wie ihr Herr, und biß dem armen Jim gelegentlich eines
Fußtrittes ganz gehörig in die Wade und wurde daraufhin in
den Holzſchuppen geſperrt. Auf die Frage des Wirts, wo er
denn heute den Maulkorb des Hundes habe, fiel dem wackeren
Sechkumkan plötzlich ein, der müſſe noch beim Apfelweinwirt im
nahen Ausflugsort Dingskirchen liegen, wo er ihn beim letzten
Ausflug mit ſeinem lieben Hundel habe liegen laſſen. Da ſich
nun Karl den erhitzten Kopf etwas kühlen wollte, machte er
Iim den Vorſchlag, den Maulkorb zu holen. Der ſchwer
be=
duſelte Neger ſagte zu allem ja und Amen und beide machten
ſich auf die Wege. In Dingskirchen gab ihnen der Wirt
ſchleunigſt den Maulkorb und ſchob ſie mit der Bemerkung ab,
in Grabendorf ſei Kirchweih, dort ſei ein Leben und Creiben,
großartig. Als nun die beiden ſo fürbaß immerzu ihres Weges
torkelten, kam eine kleine Ortſchaft in Sicht, die auf dem Wege
nach Grabendorf lag. Karl, der mit dem Neger ohnehin einen
Spaß vorhatte, kam nun plötzlich auf die Idee, Jim dem
Maul=
korb anzuziehen und ihn als wilden Neger zu produzieren.
Ge=
ſagt, getan. Jim in ſeinem Suff zog den Maulkorb über,
wäh=
rend ihn ſein neuer Freund Karl an der Leine führte und ſo
zöogen ſie unter wildem Gebrüll des gefeſſelten Negers ins nahe
Dorf. Dort war bereits nach wenigen Minuten Alt und Jung
auf den Beinen, den wilden Neger zu begaffen, und in den
ſam-
melnden Hut des Führers fiel mancher klingende Sehner für
dieſes niegeſehene Schauſpiel. Nachdem der Neger reichlich
Grimmaſſen geſchnitten und ſein Führer bereits einen gehörigen
Säckel Kleingeld eingeheimſt hatte, zog man weiter ins
Kirch=
weihdorf. Dort vollzog ſich der Umzug noch gewinnbringender
und ſchließlich machte man auf dem Meßplatze vor einer wilden
Tierſchaubude halt. Das ganze Dorf war auf den Beinen. Der
wilde Neger brüllte nach einer Hammelkeule und Schnaps wie ein
Beſeſſener und ſein Führer brachte ihn ſchließlich in eine
Wirt=
ſchaft, wo beide ob der erlittenen Strapazen ganz gehörig
weiterzechten. Als nun der Neger wieder im rechten Fahrwaſſer
war, ſprach er plötzlich ganz gutes Deutſch, ja verſtand ſich mit
ſeinem Führer aufs beſte und begann bekannte Schlager zu
johlen. Die alſo genarrte Menge, die den wilden Neger ſamt
Führer dicht umſtand, merkte ſchließlich, was hier vorgegangen
war und verbläute Führer und Neger ganz gehörig. Sum Schluß
mußte der arme Jim noch ſeinen ſchweren Führer zum Seichen
ſeiner Wildheit bis vor den Ortsausgang reiten, wo man den
beiden Miſſetätern alsdann den Abſchied gab. Wenn Jim, der
Neger, heute in den „Sternen” kam und Karl mit ſeiner kleinen
Dogge da war, dann war der Nieſendurſt des „Wilden” wie
weggeblaſen und lieber trinke er Brunnenwaſſer, verſicherte er,
als noch ein einzigesmal im Leben einen Maulkorb holen helfen.
Sch rauche
täglich weniger und weniger.
Von Julius Sauer.
Daß Rauchen eine Unſitte iſt, gebe ich vollkommen zu, denn
es greift nicht nur Herz und Lunge an, es hüllt auch das Simmer,
in dem man ſich befindet, in eine übelriechende Wolke und ſchadet
den Gardinen. Und meiſtens ſchadet es aus dieſen und einigen
anderen Gründen auch dem ehelichen Frieden. Als Junggeſelle
weiß man von ſolchen Dingen nichts und raucht bei der Arbeit
und bei der Erholung, raucht auf der Straße und im Hauſe, man
ſchläft abends mit der Sigarette im Munde ein und morgens
greift man noch ſchlaftrunken nach ihr und ihr lüßes Aroma
bannt alle böſen Cräume der Nacht.
Aber einmal iſt ja doch vor dem Hafen der Ehe das Signal
„Freie Einfahrt” geſetzt und man landet, ob man nun will oder
nicht. Es dauert nicht lange und das Vorpoſtengeplänkel
be=
ginnt: „Mußt du ſo viel rauchen? Du weißt doch, daß es dir
ſchadet!” Und dann: „Bitte, tu es mir zu Liebe, und ſtelle das
Nauchen ein.” Und dann: „Du wirſt noch krank werden, wenn
du ſo viel rauchſt!” Und dam: „Man kann es ja bei dir gar
nicht aushalten, immer biſt du in eine ſcheußliche Nauchwolke
gehüllt!” Und dann: Von dem ewigen Nauchen muß ich immer
huſten!” Und dann: „Sieh nur die Gardinen, ſie ſind ſchon
kohl=
ſchwarz!” Und dann: „Du mußt dir das Nauchen abgewöhnen!”
Wobei der Con auf dem „mußt” liegt.
Gegen ſolche Neden kann man Einwendungen erheben, wie
etwa: „Nauch ſelbſt!” Oder: „Ich kann ohne Zigarette nicht
arbeiten!” Oder: „Du haſt ja auch Schwächen!” Oder: „Die
Gardinen können ja gewaſchen werden!‟ Doch wer die
Sinnes=
art einer Frau kennt, weiß, daß ſolche Antworten nichts nützen.
So beginne ich denn mit dem Abgewöhnen.
Ein guter Freund riet mir, ich ſoll über meinen täglichen
Verbrauch an Sigaretten Buch führen. Wenn ich die hohen
Siffern ſehe, wird mein innerer Menſch vor ſich ſelbſt erröten
und das Nauchen, wenn ſchon nicht aufgeben, ſo doch weſentlich
einſchränken. Ich beginne mit der Zählung und ſehe, daß ich am
Cage gerade ein Dutzend Sigaretten rauche, manchmal eine mehr,
manchmal eine weniger, wie es ſo kommt. Ich kenne Leute, die
das Doppelte und ſelbſt Mehrfache täglich verbrauchen; ich bin
alſo ein ganz ſchwacher Naucher, ich übertreibe gar nicht ſo ſehr,
wie ich geglaubt habe. Der innere Menſch ſagte zu mir: „
Eigent=
lich kaunſt du mehr rauchen!” Ich folgte meinem inneren
Men=
ſchen und mit der Sunahme der täglichen Sigarettenzahl wurden
die gewiſſen Neden: „Du mußt dir das Rauchen abgewöhnen!”
häufiger, eindringlicher und lauter.
Nun verfiel meine Frau auf einen Ausweg. Ich ſoll
jedes-
mal, wenn ich Luſt zum Nauchen bekomme, ein Bonbon eſſen,
auf dieſe Weiſe werde ich den gottverfluchten Glimmſtengel
ver=
geſſen. Ich gehorche, aber ich hatte immer Luſt, ſo mußte ich
immer Bonbons eſſen. Um aber den Geſchmack von Schokolade
und Fruchtpaſten aus dem Munde zu bekommen, mußte ich mir
wieder eine Sigarette anzünden, und ſo ging es im ewigen
Kreis=
lauf. Su den vielen Bonbons brauchte ich viele Sigaretten und
das Endergebnis dieſer Abgewöhnungskur war ein
Magen=
katarrh, ferner Steigerung des Sigarettenverbrauchs und ein
noch eindringlicheres, häufigeres und lauteres: „Du mußt dir
das Nauchen abgewöhnen.”
Dann verſuchte ich es mit einem Hypnotiſeur. Er verpflichtete
ſich, mich in drei Sitzungen von dem Laſter völlig zu befreien, ſo
daß ich in meinem ganzen diesſeitigen und womöglich auch im
jenſeitigen Leben nie wieder eine Sigarette mir anzünden werde.
Er ſtrich an mir herum: Sie werden müder und immer müder!
Sie ſchlafen! Sie können die Augen nicht mehr aufmachen!
Der=
artiges erzählte er mir faſt eine Stunde lang und dann gab er
mir ſuggeſtive Aufträge. Ich werde nie wieder eine Sigarette
anrühren, tu ich es doch, wird vor meinen Augen das Bild
eines huſtenden Lungenkranken erſcheinen und ich werde die
Sigarette entſetzt wegwerfen.
Einen halben Cag hielt die Wirkung dieſer Hypnoſe an, doch
dann ſtürzte ich mich gierig auf die erſte mir angebotene Sigarette
und zog den köſtlichen Nauch in vollen Sügen ein. Ich ſah den
Lungenkranken nicht mehr und war doch begierig, ob ich ihn
nicht einmal erblicken werde, darum zündete ich mir eine
Si=
garette nach der anderen an. Die tägliche Zählung ergab bereits
einen Durchſchnitt von zwei Dutzend und die Mahnungen, das
Nauchen mir abzugewöhnen, wurden noch um einige Grade
ein=
dringlicher, häufiger und lauter.
Nunmehr griff ich zu dem letzten Mittel. Ich verſchrieb mich
mit Leib und Seele Coué und ſeinem Suſtem. Morgens nach
dem Aufwachen, abends vor dem Schlafengehen, tagsüber auf
der Straße, beim Eſſen, in Geſellſchaft, überhaupt nur in jeder
möglichen Lebenslage ſagte ich meinen Spruch auf: „Ich rauche
täglich weniger und weniger. Und jedesmal, wenn ich dieſen
Satz mit lauter Stimme zu meinem Unterbewußtſein ſprach,
er=
innerte ſich mein Oberbewußtſein daran, daß ich in meiner Caſche
noch etliche Sigaretten habe, die man anzünden und rauchen
könne. Die tägliche Sählung ergab, ohne daß mein innerer
Menſch errötete, drei Dutzend. Im übrigen ging es mit noch
eindringlicherer und lauterer Stimme, die eine Steigerung nicht
mehr ertragen konnte, weiter: „Du mußt dir das Nauchen
ab=
gewöhnen, denn erſtens koſtet es ſehr viel Geld, zweitens leide
ich darunter, drittens ruinierſt du dir deine Geſundheit, viertens
ſind die Gardinen kohlſchwarz, und fünftens will ich nicht, daß
du rauchſt.”
Seither couéiere ich: „Meine Frau wird täglich ſanfter und
ſanfter. Meine Frau wird täglich ſanfter und ſanfter.” Vielleicht
überzeuge ich damit den inneren Menſchen; der äußere Menſch
fällt auf dieſen Sauber doch nicht herein, ſondern fügt ſich ins
Unvermeidliche und raucht weiter.
Wciß zieht und macht unentſchieden.
Prüfſtellung: Weiß: Ka6 Tg7 Lf2 (8
Schwarz; Kd4 Lf6 g2 Bd8 g4 (5); ſchlicht.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich’ ſche Hofbuchdr
Nummer 247.
Endſpielſtudie 26.
F. J. Prokop in Prag.
(4. Preis, Sachmatnyi Liſtok 1925.)
c d e
Velchen Beruf hat der Herr2
— Verant wortlich f. d. Redaktion: Dr. H Nette. Fernſpr. 1, 2389—2392. Alle Rechte vorbehalten. 9
ſerb. — Kliſchees: F. Haußmann, alle in Darmſtadt.
Löfung der Endſpielſtudie 25.
H. Rinck 1. Preis im Stud.=Turnier der „Bohemia” 1906.
(Kbl Dc7 Sb5 Bh4; Kd1 Df6 Sf8 Bf5 h6; Weiß gewinnt ) 1. Sb5—e3!
Kd1-el! 2. Dc7—g3+ Ke1-—d21 (auf 2. .. Kf1folgt 3. Df3+ Kg1 4. Be2+
Kh2 5 Dg3+ 6. Delt) 3. Dg3—h2+ Kd2—d31 4. Scz—d51 Df6—f7
5. Dh2—c2+ Kdz—d4 6. De2—c+ Kd4—e4 7. Dc3-e3+ Ketxd5 8. De3
—b3+ und gewinnt.; oder 4. . . . Df6—d8 5. Dh2—c2+ KdZ—d4 6 Dc2—
C3+ Kd4—e4 7. Dc3-—e3+ Ke4Xd5 8. Dcß—d3 (—d 2) + uud gewinnt; oder
4. . . . Df6—g7 (—h8) 5. Dh2—e2+ 6. Dc2—c3+ und gewinnt. 1. . . . . Kd1
—d2 2. Dc7—h2+ kürzt das Spiel um einen Zug.
Eine der beſten Studien mit D und S gegen D und 8.
Löſerliſte: Reutzel, A. v. S., Georg Peter.
Der Darmſtädter Schachklub 1875 hält ſeinen Klubabend
jeden Mittwoch im Reſtaurant Chriſt, Grafenſtraße 18, ab. Freier
Schachverkehr iſt dortſelbſt täglich von 18—20 Uhr.
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
Darmſtädter Tagblatts mit der Aufſchrift: „Schach”,
Anflöſung der Rätſel aus Nr. 8:
Zum Auszählen.
Man beginne oben neben dem ſchwarzen Feld und überſpringe, nach
rechts rund herumleſend, je drei Buchſtaben; man erhält:
„Der neunundzwanzigſte Februar”.
Gedenk=Rätſel.
Orgel, Leiſte, Kanone, Bruch, Lagune, Lienz, Biber, Gerippe,
Pracht, Leiſtung — „Georg Ebers”.
Kreuzworträtſel.
IR
Zwei Kumpane.
Gewiſſen, Eidechſe, Pinſcher, Laterne, Meſſer, Förſter.
Obige Wörter ſchreibe man buchſtabenweiſe untereinander und
ſchiebe ſie ſeitlich ſo lange, bis zwei ſenkrechte Reihen, von ober
unten gelefen, zwei Zuſammengehörige nennen. Carl Deub
Viſitenkarten=Rätſel.
Walter Hauvers
[ ← ][ ][ → ] U=fff!..
Alſo die vier Buſchſtawe bedeide dißmol ausnahmsweis en
armsdicke Seifzer aus diefſter Bruſt, ſozuſage vun de klaane
Fußzeh a. Uin wer ſich die vier Buſchſtawe neher bedracht —
vornewäck däß uffgeblooſene, awwer innerlich doch hohle große
U, un hinnedrei: die drei ei gebilde und windiche Stacheſſe vun
äffcher, die wo ſo ſtolz dhu, un doch nis ſin als e armſeelich
Strichelche mit=eme Fehnche am Kobb — alſo wer ſich die vier
Buſchſtawe neher aguat, der märkt ſofort, daß däß en blaßdiche
Seifzer der Erleeſung un Erleichderung vorſtelle ſoll, wo ſich
uff die iwwerſtannene Feſtifidhete bezieht, denen wo de
Aſcher=
ziiddwoch e ziemlich aſchgraues End bereit hott, wo ſälbſt die
lachend Friehlingsaſchermiddwochſunn net driwwer wäck deiſche
konnt.
Wer awwer aus=em Duſel immer noch net haus is, un
maant, er mißt hinner dene vier Buſchſtawe en noch „diefere‟
Sinn endecke, etwa wie bei dene dießjähriche Feſtifidhete, die
wo äwenfalls for lauder Uffgeblooſenheit un Dinkel wunner
ge=
glaabt hawwe, was ſe weern, un wo ſich exdra hinner
Kreiz=
wortreezel verſteckele mußte, damit aam die innerliche Hohlheit
erſt uffgefalle is, wann’s rum war — wer alſo denkt, hinner
dene vier Buſchſtawe dhet ſich en kolloſale Geiſtesblitz verſteckele,
der kann vun mir aus glaawe, ſie dhete haaße: „Unſinn fier
frei=
willich Ferrickte”; ich hab nix degääche un bin ſogar großmiedich
genug, den „glenzende Eifall” for kimfdiche Vergnieche
tandemen=
frei zur Verviechung zu ſtelle.
Alſo un jetzt noch emol, un vun ganz unneruff — Ufff!
Dann aller Vermudung nooch is for diß Johr es Gröbſte
iwwer=
ſtanne, un ſälbſt unſer nädd un liebreizend Kannewalskeenichin
wärd ſich widder in’s beſcheidene Brifadläwe zurickziehe un
Mandel un Diadem in Schrank henke, un wärd mit dem
be=
kannte Ladeiner, der wo die Sprichelcher erfunne hott, wo for
alle Läwenslage baſſe, ſage kenne: „Sick dranzidd Gloria!”, was
in’s gemeine Deitſch iwwerdrage ſoviel haaßt, als wie: „8 alles
vergenglich, nor de Kuhſchwanz is lenglich.”
Sogar mei Zwangsmiedern, die wo am Mondag noch emol
den letzte Reſt vun Kuraſch un Läwensmut uffgebodde hott, un
is zu de Therjader=Kinſtler in Saalbau, indem ſe geſagt hott,
däß weer Ehrenſach, un wer äbbes gelte wollt, un noch äbbes
uff ſich halte dhet, der mißt do offiziäll debei ſei, wodruff ich ihr
allerdings zur Antwort gäwwe hab, daß ich in dem Fall uff’s
Ofſiziälle nix gebt, wann mer vor lauder Beem de Wald net
ſähe dhet, und daß ich mir im iwwriche ungefehr denke kennt,
wie’s de Sadälle zu Mut weer, die wo ſäckzionsweis in e Bix
gebräßt dhete wärrn — alſo ſälbſt mei Zwangsmiedern, die
wo die Zeit her bei alle meechliche un unmeechliche
Geläächen=
heite in den Juwelkannduß ausgebroche is un hott geſunge:
Drum Brieder drinken wir, wir ſind ja noch ſo jung, zum
Sparen haben wir im Alter Zeit genung” — alſo die is jetzt
ganz dußmah un macht in Weltſchmärz, was ich immer deitlich
dodro märke dhu, wann ſe rumgeht un dudelt des ſcheene Lied:
Warum weinſtu ſcheene Gärtnersfrau?
Weinſtu um das Veilchen dunkelbalau,
Oder um die Roſe die man’s bricht,
Ach noin, ach noin, alldarum woin ich nicht...
Dodraus zieh ich den Schluß, daß ſe ſich widder uff ſich
ſälbſt beſinnt un leßt des Läwens Ernſt widder walte.
Un ſo ſcheints aach ganz allgemein bei de iwwriche
Menſch=
heit zu ſei, die nimmt widder langſam Faſſoh und Räſſoh a',
un kimmt in’s Gerick un befind ſich uffm beſte Wähk, der wo
mit nix, als wie mit gude Vorſätz geblaſtert is. Bloß, es is mit
dene gude Vorſätz ungefehr wie bei=eme friſchgewixte
ſpiechel=
glatte Bagäddboddem, mer laaft ſo driwwer ewäck, un eh mer
an was beeſes denkt, bauf ſitzt mer mit de neediche Wubbdizidhet
uff ſeim ahnungsloſe Brofiel. — Leit die wo Beſcheid wiſſe,
be=
haubte jo, aach der Wähk zur Hölle weer mit nix als wie mit
lauder gude Vorſätz geblaſtert, wäßwääche ich der unmaßgebliche
Maanung bin, mer ſollt ſich mit ſeine gude Vorſätz in acht
nemme, daß mer net ausklitſche dhut, ſunſt kann mer ſich bees
bezahle.
Zum Beiſpiel unſer Stadtverwaltung, die wo am Sunndag
des Kannewalskommidee in ihrm altehrwirdiche Stadthaus
hoch=
offiziäll empfange hott, wobei unſer Herr Owerower goldene
Worte geſproche hott, un hott geſagt, ſie wollte uff em
Stadt=
haus vun dem lerne, was ſe uff de Kannewallſitzunge all zu
heern un zu ſähe hette krickt, alſo unſer Stadtverwaldung wärd
jetzt gradezu ſchwanger geh mit lauder gude Vorſätz. Un
däß=
dewääche is mer’s hölleangſt um ſe, indem ſe valleicht im
hand=
umdrehe mit ihre gude Vorſätz diräckt beim Deiwel ſeine
Groß=
mudder lande kennt. Dodegääche gibt’s, wie ich mer hab ſage
laſſe, allerdings e Radikahlmiddel, nemlich indem daß mer die
Wähk net herrngaddemeßig lang un braad un umſtendlich mit
ſeine gude Vorſätz blaſtern dhut, ſundern indem mer die gude
Vorſätz ſchleunigſt un mit allem Eifer ausfiehrn dhut. Un
däs=
halb bin ich emol geſpannt, was dodebei erauskimmt.
Ver=
mudlich wärd ſe de Gasbreis erunnerſetze, beiſpielsmäßich vun
achtzeh uff zwanzich Fennich; däßgleichen aach de Weibreis in
ſemtliche ſtädtiſche Schankſtelle, indem ſe de Halwe, wo wenicher
koſt wie ſibbzich Fennich, ganz un gar gradies verdaale leßt.
Ferner wärd ſe freiwillich uff alle Abgawe un Steiern verzichte,
die wo ſe net genehmicht krickt, wohärngääche ſe die, die ſe
nod=
gedrungenerweis noch erhewe muß, ungefehr im Verhältnis vun
drei Värdel uff zwaa Driddel erunner ſetzt. Valleicht macht ſe
aach ihrn große Eifluß bei de Heag geltend, indem die
Klaa=
rentner Freidags awends beim Browekoche gradies verpflächt
wärrn, wofor ſein en entſprächende Renteabzug zu gut kumme leßt.
Zur Entlaſtung vun de Elektriſch wärd ſe jedem Stadtrat
kimf=
dich en „Ford” gradies zur Verfiechung ſtelle (inlendiſches
Fa=
wrikad kimmt for Stadträt net in Frag!) Bezieglich vum
Ballee=
gadde kimmt ſe de Bärjerſchaft in ſo färn entgääche, daß die
Mauer ſteh bleibt un nor die Beem umgemacht wärrn; die
Mauer wärd in= un auswennich mit abwaſchbare Täkto=Salu=
bra=Dabeede dabbeziert. De große Woog wärd mit
Majolika=
bläddcher ausgeleecht un mit Kölniſch Waſſer gefillt. Un weil
ſe geſähe hott, was for=e Vergnieche mer de Bärjerſchaft mit de
Dunkelheit mache kann, leßt ſe kimfdich bloß noch die
Richt=
ladärne brenne, un iwverleßt’s jedem ganzelne Bärjer, ſei
eiche Licht leichte zu loſſe, wo un ſolang er will. — Die
Feſt=
hall wärd ſe im Styl vum „Impräſſario vun Smirna” mit
Ladde=
keuwich ausbaue, bis unners Dach, däß gibt Wohnunge fir
Nei=
vermählie. — Dohärngääche krickt jeder Fremde, der wo
min=
deſtens drei Tag im Drauwe wohnt, die ſillwern Ehrenblaggädd
der Stadt, wer verzeh Dag drinn wohnt, krickt die goldern, un
wer’s gar vier Woche hier aushelt, der wärd Ehrenbärjer. — Die
Kellerwend im Saalbau wärrn for kimfdiche Fälle un Bäll —
gepolſtert, damit aach in däre Beziehunge kaa Klage mer kumme.
— Darmſtädter Denkmalsfrage wärd ſe kimfdich dorch e
inder=
natzional Kommiſſion, im Streitfall dorch de Völkerbund
ent=
ſcheide loſſe. Un aach ſunſt hott ſe den gude Vorſatz, ſich ſo oft un
ſo grindlich wie meechlich zu blamiern, gegäwenenfalls unner
gü=
dicher Mitwirkung hervorragender Kabbazidhete uff dem Gebiet.
Korzum, ich glaab unſer enerſchiegeſchwengerte
Stadtver=
waldung wärd ihrn Wähk net nor mit gude Vorſätz blaſtern,
ſundern ſie wärd ihr gude Vorſätz ſo raſch wie meechlich, un zum
allgemeine Entſetze ſchleunigſt eifiehrn, nadierlich net aus Angſt
wäächem Deiwel un ſeine Großmudder, ſundern wie ſchun ſeit
Johrn bleeslich im Indräſſe vun unſerm liewe Städtche, un
zum Wohl der Allgemeinheit, falls die Schritt halte kann un
net vorzeidich an de ſtille Gichtern ei geht..
Bienchen Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Unner all dene ſcheene Vorſchlähk,
was mer mit unſerm zurickgewieſene Niebergall=Brunne affange
ſolle, hott mer aaner beſunners ei geleicht, nemlich: den
Brunne de Draaſer azubiete (jetzt därf mer jo noch
„Draaſe” ſage, vum erſte April ab, wann die Summerfriſchler
kumme, do haaßt’s „Traiſa”). No, däß weer ſo iwwel net, un
ich glaab, daß die Draaſer, mit ihrm riehriche Verkehrs=Ausſchuß
an de Spitz, unſerm Niebergall=Brunne gern e geeichent Plätzche
verſchaffe dhete, ſchun aus Dank defor, daß ſe unſer Ernſt Elias
Niebergall in die deitſche Weltlidderadur ei gefiehrt hott un
hott=
en dodorch for die „klaa Unſterblichkeit” geſorgt, indem en ganze
Akt in Draaſe ſpielt. — Un ich bin aach der Iwwerzeichung, daß
mer in Draaſe den ächte „Bircherſinn” beſſer zu ſchätze waaß,
wie hier, wo ſe aam mit ihrm Talmie=Bircherſinn imboniern wolle.
Awwer, ſo ſtolz mer aach uff de Draaſer ihr
Endgääche=
kumme ſin, erſtens brauche mer mit unſerm Niebergall net
hau=
ſiern zu geh, un zweidens bis zwelftens: mir hawwe Zeit!
Iwwrichens bin ich emol geſpannt wie e alt Sähk mit=ere
neie Kordel, ob mer in der nechſte Stadtratsſitzung en „Piepſer”
devo heert. Odder ob gar unſer Owwerowwer „Stellung”
dezu nimmt. Dann ſehe mer weiter
Jetzt, was anneres. Nemlich do is mer vun Minche aus en
lange Schreitvebrief zugegange, un ich mecht doch defor ſorje, daß,
wie in Berlin, aach in Minche en „Heſſeverein” in’s Läwe
geruffe dhet wärrn. Nix leichter wie däß, vorausgeſetzt, daß ſich
n Minche gleich ſo en tatkräfdiche Vorſtand uff de erſte Ahieb
zuſamme find, wie in Berlin. Nemlich do hatt ich en große Duſel.
No, awwer ich denk, was mer mit=em Herz macht, däß wärd ſchun
was. Un warum ſoll’s in Minche nix wärrn? — Alſo: for allem
brauch ich e paar Adräfſe vun Leit, die wo ſich noch mit de
Hei=
mat verbunde fiehle, däß is des Wichdichſte! Wer alſo Leit in
Minche hott, odder wer’s in Minche lieſt, der ſoll mer emol e
paar Wort ſchreiwe, ich wärr dann die Sach eiffädeme. Alſo bitte,
un bald!
Dem Berliener Heſſeverein awwer ſag ich for ſein
Jahresbericht beſten Dank. Ich hab dodraus erausläſe därfe:
unſer Samekorn is uffgange un hott ſich zu=eme prächdiche Bäum
entwickelt. Hoffentlich bleibt dem Heſſeverein in Berlin däß
vor=
ſtendliche Dreigeſtirn: Maurer=Kriegbaum=Schäfer noch recht lang
erhalte, zum Wohl vun alle Heſſe in Berlin un zum Beſte dun
unſere heſſiſche Heimat.
ADAMSONS KAMPF MIT DER BRIEFMARKE.
Wozu man Strumpflängen von ſeidenen
Strümpfen noch verwenden kann. Trotz größter
Sorgfalt und Sparſamkeit häuft ſich in jedem Haushalt ein
grö=
ßerer oder kleinerer Vorrat von ſeidenen Strümpfen an, die ein
nochmaliges Ausbeſſern und Stopfen nicht mehr lohnen. Die
meiſten Hausfrauen wiſſen dann nicht, was ſie mit derartigen
defekten Strümpfen anfangen ſollen. Sparſamen unter ihnen ſei
verraten, daß die Längen, von den Füßen abgeſchnitten und
quer herüber mit einer Kappnaht zuſammengeſteppt.
Schutz=
hüllen für Geſellſchaftsſchuhe und für Gebrauchsſchuhe auf
Reiſen ergeben. Ferner, aufgeſchnitten und mehrere
überein=
andergeſteppt, weiche Staubtücher für beſonders empfindliche
Politurmöbel oder für Gold= und Silberſachen geeignete
Putz=
tücher da das Seidengewebe keine Schmarren hinterläßt.
Kleine Reſte dienen zum Unterſetzen größerer Stopfſtellen an den
Füßlingen der Seidenſtrümpfe, über die dann mit größeren
Stichen und paſſendem Seidengarn oder Seidentwiſt „gewiebelt”,
wird.
Roſtflecke aufStahlmeſſern, Scheren,
Wiege=
meſſernuſw. reſtlos zu entfernen. Selbſt „
eingefreſ=
ſene” Roſtflecke verſchwinden aus Stahlgegenſtänden, wenn man
dieſe mit einer Miſchung von 20 Gramm Zinnaſche, 5 Gramm
gebranntem Hirſchhorn und 40 Gramm Weingeiſt beſtreicht, mit
einem Kork darauf verreibt und dann mit ſauberem Lappen
nach=
poliert.
Nützt die Saiſon der billigen „grünen
He=
ringe” aus! Grüne Heringe laſſen ſich äußerſt vielſeitig
ver=
wenden, ſo zum Beiſpiel geſchuppt, ausgenommen und mit Salz
und Pfeffer beſtreut und mit Zitronenſaft beträufelt, ſowie in
Weizenmehl, halb geriebener Semmel gewendet, in heißem Fett
auf beiden Seiten goldbraun gebraten, als eine vorzügliche
Bei=
lage zu Kartoffelſalat, der mit Brunnenkreſſe und
Schnittlauch angemacht wurde. Dann, auf gleiche Weiſe gebraten
und mit heißem Eſſigwaſſer, in dem man Pfeffer= und
Gewürz=
körner, Nelken, Zwiebeln, Lorbcerblatt ſowie Zitronenſchale
aus=
kochen ließ, übergoſſen, in einen Steintopf geſchichtet, ſchon nach
zwei bis drei Tagen eßbare Bratheringe zum Frühſtück oder
Abendbrot. Außerdem geſchuppt, in Eſſigwaſſer aufgekocht und
dieſes mit Gelatine verrührt (auf ½ Liter Flüſſigkeit 6 bis 8
Blatt gerechnet), die Marinade pikant und würzig abgeſchmeckt,
in Schüſſeln gefüllt, Heringe in Gelee, die namentlich den
„Kater der Faſtnachtszeit” vertreiben helfen.
Speiſezettel.
Sonntag: Madeiraſuppe; Rogſtbeef mit Miſchgemüſe. —
Montag: Ungariſches Gulaſch. — Dienstag: Pichelſteiner.
Mittwoch: Pfefferfleiſch. — Donnerstag: Makkaroni.
— Freitag: Kartoffelſalat mit gebratenen grünen Heringen. —
Samstag: Gefüllte Eierkuchen.
Promenade im Sonnenſchein.
Neue Mantelformen.
Wie ſoll die neue Frühjahrsumhülle ausſehen? Das iſt die
Frage, die für jede Frau jetzt von ſo großer Wichtigkeit iſt und
auf die die Antwort bisweilen recht ſchwer wird.
Soll doch der neue Mantel apart und — der Mode
entſpre=
chend — ſehr einfach ſein, nicht viel koſten und für alle
erdenk=
lichen Zwecke verwendet werden können.
Es gibt natürlich Umhüllen, die ſowohl für Strapazzwecke
als auch für nachmittägliche Gelegenheiten geeignet ſind, doch
wird man — wenn es die vorhandenen Mittel nur halbwegs
geſtatten — gut daran tun, für jede Saiſon zwei Mäntel zur
Verfügung zu haben, und zwar einen für Reiſe, Sport und
vor=
mittägliches Tragen, den andern für den Nachmittag und Abend.
Oft wird es ja möglich ſein, den Mantel des Vorjahrs
ent=
ſprechend umzuarbeiten und weiterhin zu verwenden, ſo daß
man wenigſtens der Sorge um eine der Umhüllen enthoben iſt
und nur an die Anſchaffung der zweiten denken muß.
Während man für Strapazzwecke in der Regel „ſportliches”
Material wählt, alſo gemuſterte engliſche Stoffe (darunter
viel=
fach Karo=Deſſins), dann auch die verſchiedenen poröſen Gewebe,
als deren Hauptvertreter Fresco anzuſehen iſt, wie auch den
panamaartig gewebten, ebenfalls poröſen und ungemein
originel=
len Tweed (die letzte Neuheit des Stoff=Marktes), ſo gebraucht
man für den Nachmittag haurtſächlich ſchöne Modeſtoffe, die noch
immer ein wenig an die Struktur des Kaſha und des leichten,
etwas rauhen Sommer=Zibeline erinnern; bei fortſchreitender
Jahreszeit aber dürfte der Seidenmantel die Oberhand
gewinnen, da man erkannt hat, daß dieſe Stücke einerſeits nur
unweſentlich teurer ſeien als eine Stoffumhülle, und
anderer=
ſeits viel beſſer ausgenützt werden können, da man ſie
gleicher=
weiſe für den Nachmittag wie für den Abend heranzuziehen
vermag.
Für den Frühjahrsmantel iſt man eigentlich an keine
be=
ſtimmten Farben gebunden, da die Mode ziemlich freigebig in
ihren Schattierungen iſt. Am beliebteſten ſind die ſogenannten
„Zwiſchenfarben”, zu denen Beige, Grau, Sand und ihre
ver=
ſchiedenen Abtönungen zu zählen ſind. Aber auch matte
Paſtell=
ſchattierungen werden für die kommende Saiſon eine gewiſſe
Be=
deutung erlangen, doch wird es ſich hier niemals um ſüßliche
Farben, ſondern um gebrochene, unausgeſprochene Töne handeln;
als ſolche ſind ein feines Altroſa, ein vornehmes mattes
Erbs=
grün und ein ſtark mit Grau durchſetztes, alſo ſtumpfes Gobelin=
Elau anzuſehen.
Immer wieder aber wird man gerne zu Schwarz und zu
Dunkelblau greifen, da dieſe Farben eigentlich niemals aus der
Mode kommen und von dieſem Geſichtspunkte aus betrachtet als
ungemein praktiſch bezeichnet werden müſſen.
Die neuen Modelle ſind in ihrer Form ſehr ſchlicht. Die
gerade Linie dominiert, wird nur in ſehr ſeltenen Fällen von
eingelegten Falten oder ähnlichen Effekten unterbrochen und
prä=
ſentiert ſich in vornehmſter Einfachheit. Natürlich begegnet man
auch glockigen Typen, die insbeſondere für den Seidenwantel,
bei dem eine gewiſſe Beſchwingtheit der Linie niemals
fehl=
angebracht iſt, ſehr geſchätzt wird.
Aufputz=Effekte fehlen der neuen Mode faſt gänzlich, denn die
erſten Frühjahrsſchaffungen begnügen ſich mit Säumchen,
Blen=
den und ähnlichen Wirkungen. Bemerkenswert iſt die Tatſache,
daß die neuen Umhüllen, und zwar vornehmlich die ſportlichen
Mäntel, ſehr häufig anſtatt mit Seide mit Stoff eingefüttert
werden, da man ja zu Beginn der Saiſon einen etwas
ſchwere=
ren Mantel noch ſehr gut verträgt und außerdem durch ein
ab=
ſtechendes Futter höchſt aparte Effekte zu erzielen vermag.
Bei dem erſten Modelle unſerer Bildgruppe, einem
flott=
karierten Strapazier= und Reiſemantel, den man auch für
Wochenend=Fahrten ausgezeichnet verwenden kann, iſt die Idee
des Stoff=Futters verwertet, und zwar iſt hier für die
Innen=
ſeite des Mantels naturfarbener Kafha oder Kamelhaar
heran=
gezogen, während der Mantel ſelbſt aus einem kaſhafarbenen,
mit braunen und grünen Karos durchſetzten Schottenſtoffe
ge=
arbeitet iſt; der ungemuſterte Futterſtoff wird bei den Revers
und bei den Manſchetten ſichtbar. Der Hut zu einem ſolchen
Mantel ſoll halbbreit, ganz ſchlicht und einfarbig ſein und die
Schattierung des Mantelfutters bzw. des Grundes des
Karo=
materiales haben.
Als Manteltypen, die man ſowohl für den Nachmittag als
auch für Strapazierzwecke verwenden kann, ſind die beiden
Mit=
telbilder anzuſehen. Das erſte Modell, ein ſchlichter, paletotartiger
Schnitt, wird durch aufgeſterrte Blenden aus gleichem oder
ab=
ſtechendem Materiale garniert, wobei man insbeſondere mit
Seidenbahnen auf Stoffgrund gute Kontraſte erzielen kann, wie
ſich auch bei der Verarbeitung der glänzenden Tucharten ſehr
aparte Lichtwirkungen erzielen laſſen.
Der zweite Mantel des Mittelbildes iſt aus Fresko oder
Tweed, dem früher beſprochenen Modemateriale verfertigt,
hat ebenfalls die gerade Grundform, einen in zwei Schal=Enden
auslaufenden Kragen und in der unteren Partie ſowie in den
Aermeln eingearbeitete, abgeſterpte Quetſchfalten=Effekte.
Der dunkle Seidenmantel wird — wie man dies aus der
letzten Skizze entnehmen kann — gerne etwas glockig geſchnitten.
Die Hauptwirkung dieſes Modells iſt aber aus der verſchiedenen
Richtung der hier angewandten Steppſtiche zu holen, die im
Ober=
teil und einem Teile der unteren Partie in Längsrichtung, bei
der Gürtelpaſſe und am unteren Rande, ſowie am Unterärmel
aber quer verlaufen. Der breite Reverskragen iſt in der hellen
Farbe des Mantelfutters ausgeſchlagen und ergibt auf dieſe
Weiſe einen ganz neuartigen Effekt.
Das dreiteilige Strick=Koſtüm
aus Rock, Jacke und Weſte beſtehend, wird auch heuer im
Früh=
jahre ſehr gern getragen werden, denn es bietet wie alle
Woll=
ſechen den Vorteil, nicht koſtſpielig zu ſein und immer
vorteil=
haft zu wirken, da es ja niemals zerknüllt iſt. Mit Vorliebe wählt
man eine Mittelfarde, wie Mittelgrau oder beſſer, noch Beige.
Die Stricktechnik iſt heute ſchon derart vorgeſchritten, daß ſie mit
der Tagesmode durchaus gleichen Schritt halten kann und die
Webart der modernen Stoffe ausgezeichnet nachahmt. Es ſind
dies die poröſen, weitmaſchigen, waffelſtoffähnlichen Materialien,
die zweifellos die heurige Frühjahrsmode beherrſchen ſollen und
die von der Wollmode nicht nur erreicht, ſondern oftmals in ihrer
Wirkung ſogar überboten werden. Solche Koſtüme erweiſen ſich
für Strapazierzwecke in der Stadt, für Wochenend=Fahrten und
ſür die Reiſe als ungemein praktiſch.
Ein Cüll=Stilkleid
iſt heuer für den Ball ſehr beliebt und wird — wiewohl ma
ſich eingeſtehen muß, daß dieſe Modelle ſehr unpraktiſch ſind
weil der Tüll bei häufigem Tragen unanſehnlich wird und leid
„zuſammenfällt”, alſo großer Achtſamkeit bedarf — dennoch ſeh
häufig zu ſehen ſein, denn die
einfache Eleganz und
Jugend=
lichkeit dieſer Modelle beſticht
ungemein. Außerdem iſt ihre
Herſtellung angeſichts des
nie=
deren Tüllpreiſes nicht ſehr
koſt=
ſpielig, was ſicherlich bei den
knappen Mitteln, die der
Ball=
garderobe gewidmet werden
kön=
nen, von einſchneidender
Wich=
tigkeit iſt.
In unſerem Bilde geben wir
eine Anregung zu einem
Stil=
kleide, das über ein Unterkleid
aus Chinakrepp oder Taft
ge=
arbeitet ſein muß. Der
Ober=
teil iſt in der Mitte leicht
ge=
zogen, der Rock reich gearbeitet,
mit beiderſeitigen, ungleich
lan=
gen Flügelteilen, die die
ſtil=
artige Wirkung hervorrufen. —
Ein Gürtel aus glänzendem
Seidenbande oder Metallſtoff wirkt ſehr dekorativ. — Ein lange
Tüllſchal iſt als vorteilhafte Ergänzung dieſes Abendkleide
gedacht.
Um nicht immer an den ſchon ziemlich alltäglich gewordener
Paſtellfarben feſtzuhalten, kann man für ſolche Modelle en
weder ganz grelle Töne oder zarte Zwiſchenſchattierungen wäh
len. Für die eine Art käme etwa ein ſchönes Feuerrot mit eine
gleichfarbigen oder einem Silbergürtel, für die zweite ein feine=
Beige mit einer Goldſchleife in Frage.
Neue Swickel=Strümpfe.
Wenn man im Frühjahre Schnee= und Gummiſchuhe
ab=
legen kann und die Möglichkeit hat, den neuen Schuh zur
Gel=
ung zu bringen, wird man natürlich auch den letztmodernen
Strümpfen mehr Aufmerkſamkeit ſchenken. Viel Beachtung fin=
den die verſchiedenen ajourierten Schaffungen, doch ſind ſie nicht
jedermanns Sache und außerdem für die nachmittägliche und
abendliche Kleidung ſicherlich urgemein ſthick, für die Strapazier=
Garderobe aber zu parant. Für den Vormittag wird man daher
an Stelle der Ajourſtrümpfe die neuen Modelle wählen, die
da=
durch auffallen, daß ſie rückwärts einen doppelt gearbeiteten
Zwickel aufweiſen, der dreieckförmig iſt und in eine oder zwei
zarte Spitzen ausläuft, die ſich in der Rücknaht verlieren. Wir
zeigen dieſe neuen Strümpfe, die in Amerika ſchon lange
einge=
führt ſind und jetzt den Weg auch zu uns fanden, in einer Skizze=
Als ich noch Prinz war....
Roman von Paul Hain.
Urheber=Rechtsſchutz Verlag Oskar Meiſter, Werdau Sa.
47)
(Nachdruck verboten)
26.
Die Wochen gingen hin.
Thereſe hatte nicht unrecht gehabt — wilde Stürme jagten
über das Land. Ihrem Gatten machte das wenig aus — aber
Thereſe behauptete, pſychiſch darunter zu leiden. Sie halte
die=
ſes Wetter hier auf die Dauer nicht aus.
Und eines Abends ſagte ſie unvermittelt:
„Ferdi — jetzt iſt die richtige Zeit für eine kleine Reiſe. Wie
wär’s? In vierzehn Tagen läuft der „Leviathan” von Hamburg
aus in See. Du weißt doch, der entzückende Luxusdampfer des
American=Lloyd —
„Ach — du haſt dich wohl ſchon informiert?”
Sie lächelte kokett.
„Ich hab' ja ſonſt nichts zu tun —
„Alſo — nach New York?”
Sie nickte.
„Auf ein paar Wochen. Tu mir den Gefallen, Ferdi. Eine
Fahrt auf ſo einem Damtfer muß doch wundervoll ſein.”
Er runzelte die Brauen.
Sollte er denn immer — der Sklave ſeiner Frau ſein?
„Du verſäumſt ja auch nichts, Ferdi. Wir ſind beide jung —
„Ich werd mir’s überlegen, Thereſe—
Nein, er wollte nicht. Dieſes Reiſen — nur aus
Langer=
weile heraus, aus Luſt am Vergnügen — es lag ihm nicht.
The=
riſe mußte ihn doch kennen! Sollte ſie mit ihrer Mutter allein
fahren, wenn ſie durchaus ihre Laune befriedigen wollte.
Er ſagte es ihr. Thereſe ſtampfte wütend mit dem Fuß auf.
„Ich will es!” ſtieß ſie hervor.” „Du biſt mein Mann!
Warum habe ich denn geheiratet?”
Er kniff die Lippen zuſammen,
„Ich hoffe — nicht deswegen, um mich durch die ganze Welt
zut ſchleppen” murmelte er.
„Ach — ſpiele doch nicht immer den Tragiſchen! Ich werde
dir etwas ſagen: Träge biſt du geworden! Das iſt alles! Was
iſt aus dem „luſtigen Ferdi” von früher geworden — ach Gott!”
„Ja — man wird eben älter, Thereſe! Man kann doch nicht
immer luſtig ſein —
Die Herzogin nahm natürlich die Partei ihrer Tochter. Sie
ſelbſt hatte keine Luſt, dieſe Reiſe mitzumachen. Sie fürchtete die
Seekrankheit wie nichts in der Welt. Zudem fühlte ſie ſich
wirk=
lich noch ruhebedürftig.
„Reiſt nur, Kinder! Später iſt es doch nichts mehr damit.
Ferdi — laß Thereſe nicht ſo lange bitten. Ihr werdet drüben
ausgezeichneten Anſchluß haben. Man wird euch überall in der
Geſellſchaft mit offenen Aimen aufnehmen. Einen Prinzen
Branzell gibt’s da nicht alle Tage zu ſehen.”
Karl Ferdinand gab den Widerſtand auf. Was ſollte er noch
viel reden. Er war der Gemahl ſeiner Frau.
So wurde denn die Reiſe beſchloſſen, damit Thereſe nicht
länger unter den Frühlingsſtürmen zu „leiden” hätte.
Das Gepäck, ein Dutzend Koffer von Rieſenformat, wurde
voraus geſchickt, die Billette lagen bei der Reederei in Hamburg
reſerviert. Thereſe war glücklich.
Karl Ferdinand hatte ſich nun mit der Tatſache dieſer Reiſe
abgefunden und trug eine freundliche Miene zur Schau. Aber
innerlich hatte er einen Schwur getan: Es wird das letztemal
ſein, daß ich mich zu etwas habe zwingen laſſen, was meiner
Natur zuwider iſt! Ich will kein Globetrotter ſein! Mag
Prin=
zenblut in mir fließen und mein Vater princeps des
Kaiſer=
hauſes ſein, ich lebe im zwanzigſten Jahrhundert — und dieſe
Zeit iſt nicht geeignet, auf den Lorbeeren vermoderter Ahnen
auszuruhen!
Der „Leviathan” war eines der ſchönſten Schiffe dieſer Linie
der teuerſten Paſſagierdampfer, die zwiſchen dem alten und neuen
Kontinent verkehrten. Ueber tauſend Paſſagiere mußten
reich=
lich zahlungsfähig ſein. Es ergab ſich alſo von ſelbſt, daß ſie
famt und ſonders aus Kreiſen ſtammten, in denen man nicht zu
rechnen und ſich nicht zu langweilen pflegte.
Die Einrichtung war dementſprechend von raffiniertem
Komfort. Prunkvolle Salons, ein Konzertſaal, Kino — ja ein
Tennisplatz und entzückende Einzelbäder waren vorhanden. Auf
dem eleganten Promenadendeck konnte man die koſtbarſten Roben
bewundern, wie man ſie nicht ſchöner und wertvoller in den
Salons ſehen konnte. Dieſe kleine ſchwimmende Stadt war in
der Tat eine Gemeinſchaft exkluſiver Globetrotter.
Am zweiten Tage, da der „Leviathan” durch die blaue Flut
des Atlantik rauſchte, erlebte Karl Ferdinand die Ueberraſchung,
die er als „Schickſalsfügung” vielleicht erträumt hatte.
Er promenierte mit Thereſe langſam an der Reling entlang,
den Blick hingegeben der blauen, unendlichen Weite.
Da lachte Thereſe plötzlich leiſe auf.
„Sieh doch, Ferdi
Pheralan
bei Schnupfen und Trockenheit der Nase unentbehrlich —
Völlig reizlos — prompt wirkend. Preis: //, Tube 1 Mk.
/, Tube 0.50 Mk.
(21 4a
Kurz vor ihnen lehnte — Anita Wielandt an der Reling, ins
Waſſer ſtarrend. Es war gut, daß Thereſe ſelbſt die Sängerin
zuerſt ſah und auf ſie zuſtrebte. Der Prinz war blaß geworden.
Daß er Anita ſo bald ungewollt wiederſehen würde — das hatte
er nicht geglaubt.
Auch Anita erblaßte, als die beiden vor ihr ſtanden und ſie
begrüßten.
„Mein Gott
Kark Ferdinand küßte ihr die Hand.
„Wir machen eine Spritztour nach New York, Fräulein
Wie=
landt,” erklärte Thereſe, die ſich hier freier gab als im Salon.
„Das iſt ja ein angenehmes Zuſammentreffen —
„Ich habe ein Engagement an die Metropolitan=Opera
an=
genommen —
„Ach — meinen Glückwunſch
Karl Ferdinand ſagte:
„Und gerade der gleiche Dampfer — mit dem wir fahren.
Meine Frau ließ keine Ruhe —
„Was ſoll man auch zu Hauſe, nicht wahr?” meinte Thereſe
heiter.
Anita fand ſich nur mühſam zu einem zwangloſen Ton. Sie
war im Innerſten ergriffen von dieſer Begegnung. Auch Karl
Ferdinand mußte ſich Gewalt antun, um die Haltung zu
bewah=
ren. Anita verabſchiedete ſich nach kurzer Weile. Sie hätte
Kopf=
ſchmerzen, ſagte ſie, und wolle in ihrer Kabine ruhen. Sie
ver=
trüge wohl die Seeluft nicht.
„Auf Wiederſehen —
Karl Ferdinand reichte ihr die Hand. Und nur ſie hörte
den tiefen Herzenston, der in dieſen Worten vibrierte. —
Rätſelvoll wirkt das Schickſal oft im Leben der Menſchen.
Geheimnisvoll ſind die Fäden, die eine unbekannte, höhere,
über=
irdiſche Macht in den Händen hält und die ſie, bald hier, bald da,
verwirrend zwiſchen die Menſchen ſpannt, jenen umgarnend, den
andern aus gefährlichen Maſchen löſend; und vermag niemand
zu erraten, welch rätſelhaftes Geſetz ſeinen Lebensweg beſtimmt.
Doch glauben alle, die reinen Sinnes ſind, daß es die Liebe ſei,
die große, göttliche Liebe, die über der Erde regiert! —
Die Tage vergingen
Anita und Karl Ferdinand waren oft zuſammen. Thereſe
ſpielte Tennis, ließ ſich in dem Salon von exotiſchen Fürſten
und amerikaniſchen Dollarmillionären Komplimente ſagen und
fand dieſe ganze Fahrt entzückend.
Bis dann jene unſichtbare, geheimnisvolle Fauſt, die ſchon
ſo oft aus dem Dunkel heraus eitles, prahleriſches Menſchenwerk
zu Stückwerk wandelte, ſchickſalsgewaltig zugriff.
Aus einer amüſanten, nach menſchlichem Ermeſſen
vollkom=
men ſicheren Spazierfahrt über den Ozean wurde eine Tragödie,
die noch wochenlang nachher die Preſſe zweier Kontinente in
Atem hielt.
(Fortſetzung folgt.)
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80 cm breit, tiefschwarz, Ia Köper-
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für elegante Anzüge, reine Wolle,
20
140 cm breit, dunkelblau .
Wihe
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