Einzelnummer 10 Pfennige
Darmſtädtt
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Frantfurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 26
Donnerstag, den 26. Januar 1928. 191. Jahrgang
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zelle 3,00 Reichsmark. Alle preiſe in Reiſchemank
Dollar — 4.30 Mal
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ede Verpſliſchtung auf Erfüllung der Anzeiget
Ige und Leiſtung von Schadenerſa
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ſtädter und Nationalbanf.
Der Zuſtiz=Etat vor dem Reichstag
Oer franzöſiſch=belgiſche
Geheimvertrag.
* Oas Duell Hergt-Landsberg
Hergt gegen das Gerede von der
Vertrauens=
kriſe und die Einflußnahme der öffentlichen
Meinung auf die Rechtſprechung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichstag hat nun mit der zweiten Leſung des Etats
eingeſetzt, und zwar bei dem Juſtizetat. Reichsjuſtizminiſter
Dr. Hergt benutzte die Gelegenheit, um einen Rechenſchaftsbericht
über die Tätigkeit ſeines Miniſteriums abzulegen, wobei er ſich
vornehmlich gegen das Gerede von der
Vertrauens=
kriſe wandte. Es war auch gut, daß einwal von dieſer Seite
ausgeſprochen wurde, welche Folgen die Einflußnahme
der öffentlichen Meinung auf die
Rechtſpre=
chung haben muß, weil auf dieſe Weiſe die Politik geradezu
in die Rechtſprechung hineingezerrt wird, zumal, wenn wan
be=
achtet, daß namentlich bei den Hoch= oder Landesverratsverfahren
in die Urteilsfindung erſt politiſche Motive hineininterpretiert
werden. Trotzdem machte ſich der Sozialdemokrat Landsberg zum
Wortführer der Unzufriedenen. Seine Kritik war ſcharf, oft
überſcharf, aber in der Form ſtets unanfechtbar, ſo daß es
wirk=
lich eine Art äſthetiſches Vergnügen gewährt, ihm zuzuhören. Der
ganze Tag ward dadurch zu einem Duell Hevgt-Landsberg, weil
der Reichsjuſtizminiſter ſofort zu einer ebenſo ausführlichen
Ant=
wort ſich erhob. Dialektiſch freilich iſt er Landsberg nicht
gewach=
ſen, ſo daß die ſachlichen Avgumente, die er für ſich ins Feld
führte, bei weitem nicht ſo ſtark wirkten, als ſie wirken mußten.
Auf der Linken berührte es peinlich, daß Herr Hergt dabei von
den Hausſuchungen, die von der preußiſchen Regierung ſeinerzeit
wegen der angeblichen Hochverratspläne in Sachen Claß
durch=
geführt wurden, in vielem abrückte und offen ausſprach, daß die
Polizei damals von irrigen Vorausſetzungen ausging. Der
Mi=
niſter verteidigte auuch den Oberreichsanwalt, der das Verfahren
gegen Claß eingeſtellt hat, zweifellos doch aus der Auffaſſung
heraus, daß ein ſchlüſſiger Beweise gegen Claß nicht geführt
wer=
den könne. Herr Hergt leugnete auch mit aller Entſchiedenheit
ab — was ihm von den Sozialdemokraten unterſtellt worden
iſt —, daß er bei dieſer Einſtellung irgendwie mitgewirkt habe.
Nachdem noch der Deutſchnationale Lohmann die Hoffnung
aus=
geſprochen hatte, daß die Vertrauenskriſe überwunden ſein möge,
vertagte man Weiterberatung auf Donnerstag, wo vermutlich
die Rede des Volksparteilers Prof. Dr. Kahl den Höhepunkt
bil=
den wird.
Der Bericht des Reichsjuſtiizminiſters Dr. Hergt
* Berlin, 25. Januar. (Eig. Bericht.)
Im Reichstag wurde heute die geſtern kurz begonnene Beratung
des Juſtizetats forngeſetzt, und zwar zunächſt mit einer längeren Rede
des Reichsjuſtizminiſters Hergt. Der Miniſter bezeichnete es als
Leit=
ſatz ſoines Miniſteriums in der Ausarbeitung juriſtiſcher Geſetze
Qua=
litätsarbeit und nicht Maſſenfabrikation zu leiſten. Schon jetzt ſei
bei=
nahe zu viel des Guten an Geſetzen geleiſtet werden, und der
Rechts=
ausſchuß ſei mit der Beratung der Vorlagen geradezu überlaſtet. Das
Verhältnis des Reiches zu den Ländern erfordere noch viel Arbeit zur
Herbeiführung eines gemeinſamen Zuſammenarbeitens beider Teile. Die
Länderkonferenz habe in dieſer Beziehung ſehr fruchtbare und
vielver=
ſprechende Ergelmiſſe geliefert, und zwar beſonders auf dem Gebiete
der juriſtiſchen Geſetzgebung. Der Entwurf über den Strafvollzug ſei
fſchon die Frucht dieſes freiwilligen ſachlichen Zuſammenarbeſtens. Wenn
nwir die Rechtsangleichung mit Oeſterreich erſtreben, ſo ſollten wir auch
tdie Rechtsangleichung mit den Ländern fürdern. Das wäre beſonders
nnötig in der Frage der Ausbildung der Juriſten, der Freizügigkeit der
EAnwälte und der Gebührenerhühung. Mit warmen Worten gedachte de
Miniſter der deutſch=öſterreichiſchen Zuſammenarbeit bei der
Strafrechts=
eform, die ſchon außerordentlich befriedigende Erfolge erzielt habe.
der Miniſter ſprach die Hoffnung aus, daß nicht die politiſchen
Ver=
hältniſſe die bisher geleiſtete Arbeir nutzlos machen möchten. Dr. Hergt
kam dann auf das Schlagwort von der „Vertrauenskriſe der Juſtiz” zu
ſprechen. Wenn unter dieſem Schlagwort verſtanden werden ſollte, daß
ſidie Mehrheit des Volkes kein Vertrauen zu den Richtern habe, ſo müſſe
uman das mit großer Entſchiedenheit beſtreiten. Man habe jetzt geradezu
heine politiſche Juſtiz von unten, nicht mehr von oben. Die
Einfluß=
mahme der Oeffentlichkeit auf das prozeſſuale Verfahren habe einen
Wrad erreicht, daß es beinahe nicht mehr erträglich ſei. Die öffentliche
Meinung möge ſich mit den Rechtsangelegenheiten beſchäftigen, aber das
Fürfe nicht in der Form geſchehen, wie es in der letzten Zeit immer wie=
Der beobachtet werden mußte. Man dürfe nicht nach politiſchen Motiven
bei Staatsanwälten und Richtern ſuchen, fonſt trage man die Politik
ſelbſt in das Verfahren hinein. Was die Spezialverfahren wegen
Hoch=
nund Landesverrats betre
ſo ſei deren Zahl in den letzten Jahren
mußerordentlich zurückge,
n. Der Miniſter wiederholte ſeine
dem=
gentſprechenden Angaben im — ushaltsausſchuß des Reichstages.
Mngriffe der Sozialdemokraten gegen die Juſtiz
Abg. Landsberg (Soz.) richtete ſcharfe Angriffe gegen die Juſtiz
mnd den Richterſtand, die beide ſehr parteipolitiſch und reaktionär be
einflußt ſeien. Er führte zum Beweiſe ſeiner Anſicht verſchiedene Ur
teile des Reichsgerichts an, u. a. die Anordnung der polizeilichen
Zer=
ſtörung einer kommuniſtiſchen Buchdruckerei mit der Begründung, daß
ess ſich um ein Notwehrrecht des Staates gehandelt habe. Ferner die
Winſtellung des Strafverfahrens gegen Juiſtizrat Claß, der zweifellos
ſſchochverrat vorbereitet habe mit dem Ziel, Hugenberg zum Diktator und
Weneral von Möhl zum Kriegsminiſter zu machen. Fünf Generäle
ſhätten damals Reichspräſident von Hindenburg in einer Petition
be=
ſchworen, die Pläne Claß” zu fördern, aber Reichspräſident v.
Hinden=
burg habe dieſe Zumutung glatt zurückgewieſen. Der Redner verſuch
ſerner, darzulegen, daß im Gegenſatz zu der Entſcheidung des Ober=
reichsanwaltes von ſeiten des Juſtizrats Claß ein Verſuch eines
Staats=
ſtreichs und des Hochverrats vorgelegen habe. Jetzt ſei praktiſch der
Hochverratsparagraph gegen rechts aufgehoben und wur gegen links im
Kraft.
Zurückweiſung der Beſchuldigungen durch den
Reichsjuſtizminiſter.
In einer zweiten Rede verſucht Reichsjuſtizminiſter Hergt die
Be=
hauptungen des ſozialdemokratiſchen Redners zu widerlegen. Er teilte
u. a. mit, daß die Beſchlagnahme der von dem Abg. Landsberg
evwähn=
ten kommmiſtiſchen Druckerei von Noske angeondnet worden ei, weil
das von dieſer Druckerei herausgegebene Blatt zu Gewalttäigkeiten
auf=
gefordert habe. Auch im Falle Claß ſei das Vorgehen des
Reichsan=
waltes einwandfrei. Die preußiſchen Behörden ſeien damals von
Vor=
ausſetzungen ausgegangen, die ſich nachher als irrig erwieſen hätten.
Der Oberreichsanwalt ſei übrigens von dem geſamten Reichsgeri —
in=
terſtützt worden, das der Meinung war, daß ein ſchlüſſiger Beweis
gegen die ſubiektive Auffaſſung des Juſtizrates Claß nicht geführt
wer=
den konnte. Die Meinung des Gerichts und des hohen richterlichen
Be=
amten, des Oberreichsanwaltes, müſſe reſpektiert werden. Der Miniſter
wies die Behauptungen zurück, als ob die Entſcheidung des
Oberreichs=
anwaltes von ihm irgendwie beeinflußt worden ſei.
Es folgte als nächſter Redner der Abg. Lohmann (Dntl.), der der
Anſicht war, daß zwar eine gewiſſe Vertrauenskriſe in der Juſtiz beſtehe,
daß aber die Urſache hierfür nicht in der parteipolitiſchen Eimnſtellung
des Richterſtandes liege, ſondern in der Volksfremdheit des Römiſchen
Rechts und in der Rechtsfremdheit des Volkes und der Weltfremdheit
der Richter. Der Vorwurf, daß eine größere Zahl deutſcher Richter
verfaſſungsfeindlich ſei, ſei durchaus falſch. Im weiteren Verlaufe ſeiner
Ausführungen trat der Redner für die beſſere Beſoldung der Richter
ein, denn gerade im demokratiſchen Stazte mit ſeinen ſtarken
parlamen=
tariſchen Einflüſſen müſſe die Unabhängigkeit der Richter beſtehen bleiben.
Die Weiterberatung des Etats wurde dann auf Donnerstag mittag
2 Uhr vertagt, nachdem noch ohne Debatte das zweite Geſetz über
wert=
beſtändige Hypotheken in allen drei Leſungen angenommen worden war.
Verhaftungen
bei der Gießener Reichswehr.
Aufgefangene Funkſprüche der „Stat’on
Gießen‟. — Des Landesverrats verdächtig?
Die Unterſuchung im Gange.
Von unſerem Berichterſtatter.
Rs. Brüſſel, 23. Januar 1928.
Es iſt zur Gewohnheit geworden, die ſeit dem Kriege
offen=
ſichtlich beſtehende franzöſiſch=belgiſche Intereſſengemeinſchaft als
eine Selbſtverſtändlichkeit anzuſehen. Wenn auch die belgiſchen
Staatsmänner aus naheliegenden Gründen des öfteren die
bel=
giſche Selbſtändigkeit betonten, ſo wurden dieſe Beteuerungen
eigentlich nie recht ernſt genommen oder beſtenfalls als leiſe
Verſuche gedeutet, der Welt klar zu machen, daß Belgien den
heimlichen Wunſch hege, ſich langſam aus dem
Vaſallenverhält=
nis zu löſen. In dieſer Linie dürfte die im vergangenen Jahre
aus den erſten Anfängen nicht herausgekommene Diskuſſion über
die Rückgabe von Eupen=Malmedy an Deutſchland und
die gemeinſame Unterſuchung über die angeblichen Greueltaten
im Kriege fallen.
Doch die belgiſchen Politiker, denen man ſolche Pläne
nach=
ſagt, mußten immer wieder die Erfahrung machen, daß den
breiten Maſſen ihres Volkes der Spatz in der Hand in der Form
der Verſailler Gewinne lieber iſt als die neue
Verſtändigungs=
taube auf dem Dache ihres ſtaatlichen Baues. Dazu kam, daß
Herr Poincaré in der ihm eigenen robuſten Art unverblümt
erklären ließ, Belgien habe Verpflichtungen reichlich realer Art
Frankreich gegenüber, auf deren Einhaltung er unbedingt beſtehe,
Es ſind die in den Jahren 1920/21 abgeſchloſſenen
Mili=
tärkonventionen, mit denen Frankreich Belgien in Schach
zu halten ſucht. Dieſe Verrflichtungen fordern von Belgien
die Befeſtigung ſeiner Grenze im Oſten von der Küſte ſüdwärts
über Lüttich bis Luxemburg. Sieben Jahre lang hat Belgien
verſucht, dieſem Befeſtigungsdiktat zu entgehen. Doch im
ver=
gangenen Jahre mußte es ſich zur Inangriffnahme eines Teiles
des geplanten Feſtungsgürtels verpflichten, und zwar iſt es der
Abſchnitt an der deutſchen Grenze, der zuerſt zur „
Ver=
vollſtändigung der Sicherheit” befeſtigt werden muß.
Weiter iſt Belgien darauf feſtgelegt, die Organiſation
ſeiner Wehrmacht der franzöſiſchen
anzuglei=
chen. Die Aufſtellung eines großen, aus den Kampfverbänden
herausgezogenen Kavalleriekorps, die Ausbildung der
Gendar=
merie für den Angriffskrieg und deren Verpflichtung, an den
Manövern der Truppe teilzünehmen, — alles das ſind Dinge,
die man in Frankreich bereits verwirklicht hat, in einer Zeit,
die angeblich unter dem Zeichen „zunehmender Befriedung” ſteht.
Gießen, 25. Januar.
Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, iſt von einer
Funküberwachungsſtelle in den letzten Tagen ein Funkſpruch
auf=
gefangen worden, der allem Anſchein nach von einer
Funkdienſt=
ſtelle des nördlichen Teiles des Wehrkreiſes 5 gegeben wurde,
wo=
bei aber den Vorſchriften nicht entſprochen worden iſt. Da bis zur
Stunde unklar iſt, ob es ſich um einen militäriſchen Ungehorſam
oder um Verrat militäriſcher Geheimniſſe (Landesverrat) handelt,
wurden die Bedienungen aller hierfür in Betracht kommenden
Funkſtellen in Unterſuchungshaft genommen, darunter auch fünf
Angehörige des Gießener Reichswehrbataillons. Die
Verhaf=
tungen verfolgen den Zweck, eine eventuelle Verdunkelungsgefahr
auszuſchalten. Die Angelegenheit befindet ſich zurzeit im
Sta=
dium der richterlichen Unterſuchung, deren Ausgang
abzu=
warten iſt.
*
Die Verhaftung von fünf Funkern des Gießener Reichswehr=
Bataillo is hat in Berlin peinliches Aufſehen erregt. Die
Nach=
richt traf aber ſo ſpät hier ein, daß die amtlichen Stellen genaue
Auskünfte über die Angelegenheit nicht mehr geben konnten.
So=
viel ſcheint aber ſchon jetzt feſtzuſtehen, daß man wohl kaum von
einem Landesverrat wird ſprechen können. Im
Reichswehrmini=
ſterium wird zugegeben, daß die Funker ſich nicht
kor=
rekt verhalten haben, aber erſt die Unterſuchung
muß ergeben, was ſie ſich tatſächlich zuſchulden
kommen ließen. Man iſt dadurch auf die Spur gekommen,
daß man Nachrichten auffing, die die Unterſchrift „Station
Gießen” trugen. Eine Anpeilung des Senders ergab, daß es nur
die Station der Reichswehr ſein konnte. Der Umſtand, daß die
Meldungen die Unterſchrift „Station Gießen” trugen, und daß
man infolgedeſſen den Sender ſehr raſch ermitteln konnte, ſpricht
gerade nicht für Spionage. Immerhin wird zu unterſuchen ſein,
ob eine Verbindung zwiſchen den Funkern und dem Ausland
beſtand. Dieſe Unterſuchung liegt in Händen des Majors von
Aſcheberg, der von Stuttgart nach Gießen entſandt wurde und
auch die Verhaftungen angeordnet hat.
Eine große Werkſpionage=Affäre.
Halle, 25. Januar.
Die Gerlach=Werke A.=G. in Nordhauſen hatten in
zweijäh=
rigen koſtſpieligen Vorarbeiten einen kompreſſor= und ventilloſen
Dieſelmotor konſtruiert, für den ſich bereits mehrere Firmen in
Frankreich und Belgien zu intereſſieren begannen. Als die letzten
Verſuche beendet waren und der neu Motor um die Jahreswende
auf den Markt gebracht werden ſollte, traten die beiden
Spezial=
ingenieure, die mit dem Bau des Motors betraut geweſen waren,
aus dem Gerlach=Werk aus, um zu der Filiale der Kramhout=
Werke A.=G. (Amſterdam) in Brake in Weſtfalen überzugehen.
Wenige Tage nach ihrem Weggehen entdeckte man, daß ein großer
Teil Zeichnungen, Verſuchsergebniſſe und Korreſpondenzen
fehl=
ten. Die Gerlach=Werke erſtatteten hierauf Anzeige. Eine bei den
Kromhont=Werken in Brake vorgenommene Unterſuchung förderte
u. a. 200 Originalzeichnungen der Gerlach=Werke zutage. Aus
vorgefundenen Korreſpondenzen ergab ſich, daß die Direktion der
Kromhont=Werke zum mindeſten um die Angelegenheit wußte.
Das Braker Werk iſt unter Bewachung geſtellt und der Betried
ſtillgelegt worden.
Dieſe Beſtrebungen und Tatſachen aufgedeckt zu haben, iſt
ein Verdienſt der flämiſchen Abgeordneten im belgiſchen
Parla=
ment, deren Kampf ſchon ſeit Jahren der belgiſch=franzöſiſchen
Allianz gilt. Sie ſind es geweſen, die unerſchrocken im
Parla=
ment auch im Heeresausſchuß dafür eingetreten ſind, Belgien
aus der unheilvollen Abhängigkeit herauszureißen. Auf die
flämiſche Initiative iſt es auch zurückzuführen, daß ſoeben im
Heeresausſchuß jener ſenſationelle Geheimvertrag
vom Ausſchußvorſitzenden ſelbſt zugegeben wurde, eine
Ent=
hüllung, die den Pariſer Machthabern ſehr auf die Nerven fallen
wird, da dieſes Dokument beim Völkerbund
ſelbſtverſtänd=
lich nicht zur Eintragung vorgelegen hat. Die ungeſchickte
Aeußerung von Regierungsſeite, man könne den Wortlaut des
Geheimdokuments nur mit franzöſiſcher Zuſtimmung
bekannt=
geben, hat dieſen Zwiſchenfall noch verſchärft. Schließlich
muß es befremden, daß der Chef des belgiſchen Generalſtabes,
Herr Gallet, in derſelben Ausſchußſitzung die Anſicht äußerte,
Belgien hätte durch das in Verſailles geſchaffene Syſtem
keines=
falls ſeine Lage verbeſſert. Durch die Grenzerweiterung ſei die
Verteidigung des Landes erſchwert worden, die deutſche
Be=
völkerung in Eupen=Maln edy ſei unzuverläſſig, und die
prak=
tiſche Aufhebung der belgiſchen Neutralität in der Form von
1914 hätte ſich ebenfalls nicht zum Nutzen des Landes
ausge=
wirkt. In der Tat eine Kritik, wie ſie an der bisherigen Politik
ſchärfer nicht geübt werden konnte.
Es liegt auf der Hand, daß die Regierung das
völkerrechts=
widrige Geheimabkommen mit der Behauptung abzuſchwächen
verſucht, der Vertrag habe nur defenſiven Charakter und
laſſe ſich in das Syſtem des Locarno=Abkommens eingliedern.
Doch dann hätte man das Dokument ſicherlich ſchon längſt
ver=
öffentlichen und damit der flämiſchen Oppoſition das Waſſer
abgraben können.
Deutſchland täte gut, dieſes Muſterbeiſpiel einer flagranten
Verletzung der Völkerbundsprinzipien durch ihre angeblichem
Gralshüter zum Anlaß einer diplomatiſchen Demarche zu nehmen
und die ganze Angelegenheit auf der nächſten Ratstagung
ur Sprache zu bringen. Vielleicht kann dann noch der
Wechſel, den das Reich durch ſeinen raſchen Eintritt in dieſe
Geſellſchaft der Kriegsgewinnler ausſtellte, nutzbringend
ver=
wandt werden. Man darf geſpannt ſein, wie ſich Briand aus
dieſer Affäre ziehen wird.
Weiter iſt der Zwiſchenfall ein Prüfſtein des guten Willens
der belgiſchen Regierung gegenüber dem Locarno=Syſtem.
Deutſchland hat als gleichberechtigter Partner der Locarno=
Verträge jetzt das Recht, ſeinerſeits von Belgien ebenfalls den
Abſchluß eines Militärvertrages zu fordern, der
gemein=
ſame deutſch=belgiſche Operationen auf belgiſchem Territorium
für den Fall vorſieht, daß ein unprovozierter Angriff
Frankreichs vorliegt. Dann wird man feſtſtellen können,
ob das angeblich defenſive franzöſiſch=belgiſche Bündnis noch mit
anderen Feinden rechnet als mit Deutſchland. Wie die Dinge
liegen, dürfte man wieder einmal feſtgeſtellt haben, daß es
allein, das waffenloſe Deutſche Reich iſt, das ernſten Willens
den Pakt von Locarno unterſchrieben hat, während die anderen
Vertragspartner ſich von ihm nur eine Sicherung der
Kriegsbeute verſprachen. Der Gottesfriede, von dem Herr
Dr. Streſemann in ſeiner Nobelpreis=Rede ſo beredt ſprach,
ſcheint doch ſchwieriger verwirklicht werden zu können, als man
s ſich in den Tagen von Locarno und des bereits legendären
Thoiry vorſtellte . . .
Seite 2
Donnerstag den 26 Januar 1928
Der Sitz im Verwaltungsrat
der Reichsbahn.
Eine Denkſchrift derReichsregierung. /Preußen
beſieht auf ſeinem Anſpruch. / Ausloſung
im Herbſt?
Berlin, 25. Januar. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregievung wird in den nächſten Tagen dem
Reichs=
tag eine Deikſchrift zugehen laſſen, worin ſie das Urteil mitteilt,
das der Staatsgerichtshof auf den preußiſchen Antrag hin wegen
des Sitzes im Verwaltungsrat der Reichsbahn gefällt hat. In
dieſem Verfahren iſt bekanntlich das Reich unterlegen. Der
Staatsgerichtshof hat ſich auf den Standpunkt geſtellt, daß nach
den Abmachungen zwiſchen Reich und Preußen von der
Reichs=
regierung Preußen die Zuſage gegeben worden iſt, daß es aus
eigenem Recht einen Vertreter in den Verwaltungsrat entſenden
könne. Das Reich hat darauf aufmerkſam gemacht, daß dieſe
Zuſage getroffen worden ſei, bevor der Dawesplan bekannt war,
daß vor allem das Verſprechen der Reichsregierung ſich nur
be=
zogen habe auf den Verwaltungsrat von 27 Mitgliedern, wie er
geplant war, als noch niemand daran dachte, daß die
Reichs=
bahn auch in ihrer ganzen Konſtruktion verpfändet werden mußte.
Trotzdem hat der Staatsgerichtshof den preußiſchen Anſpruch
nach Treu und Glauben für gerechtfertigt erklärt. Preußen kann
alſo verlangen, daß im kommenden Herbſt bei der Ausloſung
von Verwaltungsratsmitgliedern einer der dadurch frei
werden=
den Sitze dem preußiſchen Vorſchlagsrecht anheimfällt. Dabe
kommt allerdings der Sitz des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther
nicht in Frage. Um dieſen Sitz ging der Streit urſprünglich.
Er iſt aber im vergangenen Jahr erſt ausgeloſt worden und liegt
ſomit auf ſechs Jahre im Verwaltungsrat feſt. Es würde ſich
alſo nur um einen Sitz handeln können, der durch die neue
Aus=
loſung im Herbſt frei wird. Die Gefahren, die aus dem Spruch
des Staatsgerichtshofes ſich ergeben, ſind nicht unerheblich. Es
iſt zu befürchten, daß, ebenſo wie Preußen, auch die übrigen
Länder, die ehemals eigene Bahnverwaltungen beſaßen, mit
dem gleichen Anſpruch kommen, daß außerdem bei einer
wei=
teren Verpfändung von Eiſenbahnobligationen das Reich ohnehin
den Intereſſen dieſer neuen Aktionäre im Verwaltungsrat Sitze
einräumen muß. Es kann ſo geſchehen, daß das Reich Rechte
auf eigene Vertreter im Verwaltungsrat gar nicht mehr hat. Das
ſind indes Zukunftsſorgen. Vorderhand handelt es ſich ja nur
um den preußiſchen Sitz, den es auch im Herbſt bekommt, wenn
es nicht noch vorher einen Verſuch macht, ein Urteil des
Staats=
gerichtshofes herbeizuführen, das eines der Mitglieder des
Ver=
waltungsrates zum Rücktritt zwingt.
Or. Luther zum Streit um den
Verwaltungs=
ratsſitz bei der Reichsbahn.
Reichskanzler a. D. Dr. Luther veröffentlicht eine
Dar=
kegung, in der es u. a. heißt: Die Reichsregierung hat der
Oef=
fentlichkeit gegenüber meine materiellen Beziehungen zur
Reichs=
bahn durch die Mitteilung klargeſtellt, daß die Reichsbahnbezuge
auf meine Reichskanzlerpenſion angerechnet werden. Nachdem
dieſe Aufklärung von amtlicher Seite erfolgt iſt, möchte ich
per=
ſönlich zur Sache ſelbſt ſagen: Der ſpringende Punkt der ganzen
Angelegenheit iſt, daß das Urteil des Staatsgerichtshofes nichts
weiter enthält, als die abſtrakte Anerkennung eines Anſpruches
Preußens auf Ernennung eines von ihm ausgeſuchten
Mitglie=
des des Verwaltungsrates. Das Urteil erklärt alſo weder die
Ernennung ingendeines Verwaltungsvatsmitgliedes für
ungüll=
tig, noch legt es die Verpflichtung ingendeines Mitgliedes feſt,
von ſeinem Amt im Verwaltungsrat zurückzutreten. Daß der
Staatsgerichtshof, wenn er etwas anderes gemeint hat, überſehen
haben ſollte, eine ſo ſchwerwiegende Feſtſtellung, wie die
Ungül=
tigkeitserklärung einer Ernennung in den Verwaltngsrat oder
die Verpflichtung zum Rücktritt eines Mitgliedes auszuſprechen,
kann man nicht gut unterſtellen, u.d zwar um ſo weniger, als
auch dem Staatsgerichtshof nicht entgangen ſein kann, daß eine
ſolche Rücktrittsverpflichtung ein grundſätzliches Eingreifen in
das Syſtem des Reichsbahngeſetzes darſtellen würde. Die
Be=
rufung der Verwaltungsratsmitglieder auf ſechs Jahre, ſoll nach
dem Willen des Geſetzes die Stabilität der
Reichsbahnverwal=
tung gewährleiſten. Jeder, der die Ernennung zum
Vewwal=
tungsratsmitglied annimmt, hat alſo nicht nur ein Recht,
ſon=
dern die, zwar nicht juriſtiſche, aber politiſch=movaliſche Pflicht,
das ihm anvertraute Amt durchzuführen. Es kann nicht Sache
eines einzelnen Mitgliedes des Verwaltungsrates ſein, die
all=
gemeine politiſche Verantwortung eines freiwilligen Rücktritts
auf ſich zu nehmen. Bei dieſem Sachverhalt tritt die Frage in
den Vordergrund, warum die preußiſche Regierung nicht eine
Entſcheidung des Staatsgerichtshofes betreibt, durch die eine
Rechtsgrundlage für den Rücktritt eines Mitgliedes geſchaffen
wird, die die unmittelbare eigene Verantwortng des
ausſchei=
denden Mitgliedes ausſchließt.
*Ernährung und Fortpflanzung.
Bei dem großen Intereſſe, das heute allen Frogen der
Er=
nährungswiſſenſchaft entgegengebracht wird, iſt es eigentlich
verwunderlich, daß die Bedeutung der Ernährung für das
wich=
ſige Gebiet der Fortpflanzung noch verhältnismäßig wenig
unter=
ſucht und beſprochen worden iſt. In Laienkreiſen herrſchen
aller=
hand verſchwommene Vorſtellungen über die Wirkung
beſtimm=
ter Nährſtoffe und Genußmittel auf den Fortpflanzungstrieb.
So nimmt man gemeinhin an, daß zum Beiſpiel manche
alkoho=
liſche Getränke und beſonders Gewürze den Fortpflanzungstrieb
anregen. Sellerie und Paprika ſollen ſtark reizend, Kümmel
da=
gegen hemmend wirken. Auch die Heilkunde kennt gewiſſe
Aphro=
diſiaca, die die Sexualvorgänge beeinfluſſen ſollen, aber ſoweit
dieſe Wirkungen nicht auf phantaſtiſchen Vorſtellungen beruhen,
kann ihnen nur inſofern ein gewiſſer Einfluß zugeſprochen
wer=
den, als ſie indirekt durch pſychiſche Vorgänge wirken. Der
Alko=
hol ſetzt die ſeeliſchen Hemmungen herab und gibt dadurch die
Bahn für die Auswirkung von triebhaften Erregungen frei; das
Brom, das als Beruhigungsmittel des Sexualempfinden
herab=
ſetzt, wirkt lediglich durch Beruhigung des Nervenſyſtems. Die
rein biologiſchen Wirkungen auf dieſe Sphäre ſind immer nock
höchſt fragwürdig. Anders ſteht es mit den biologiſchen
Wirkun=
gen auf die Tätigkeit der Fortpflanzungsorgane ſelbft, vor allem
auf Zeugung, Empfängnis. Bisher betrachtete man dieſe
Vor=
gänge allzu einſeitig unter dem Geſichtspunkt der Krankheit und
der Konſtitution, das heißt der angeborenen Anlage. Wenn wir
vom Menſchen ausgehen, ſo muß man zugeben, daß viele Fälle
von Unfruchtbarkeit durch eine Krankheit des Mannes oder der
Frau bedingt ſind. Am häufigſten ſind es die Folgen einer
ver=
nachläſſigten Geſchlechtskrankheit, die zur Kinderloſigkeit führen.
Abgeſehen von dieſen Urſachen leiden aber auch viele Frauen an
einer ungenügenden Entwicklung der Geſchlechtsorgane, wodurch
die Empfängnis erſchwert und die Austragung der Frucht
ge=
hemmt wird. Dieſes Zurückbleiben in der Entwicklung beruht
ſicherlich zum Teil auf ererbter Anlage, kann aber auch, wie ein
Schweizer Forſcher meint, zum anderen Teil auf Einwirkungen
äußerer Umſtände beruhen. Von dieſer Vermutung ausgehend,
hat er die Einwirkung der Ernährung auf die Fortpflanzung
ſtudiert und iſt dabei zu immerhin recht intereſſanten
Beobach=
tungen gekommen.
Zunächſt muß die anfangs überraſchende Tatſache bemerkt
werden, daß Unterernährung die Fortpflanzung nicht hemmt
Vom Tage.
Der neue deutſche Botſchafter Dr. v. Prittwitz une
Gaffron traf Dienstag in New York ein. Seinen
An=
trittsbeſuch bei dem Präſidenten Coolidge wird er vorausſichtlich zu
Be=
ginn der kommenden Woche machen.
Die vier im Ruhrbergbau tarifſchließenden
Bergarbei=
terverbände beſchloſſen entſprechend den in den letzten Tagen
gefaßten Beſchlüſſen ihrer Organiſationen Lohntarif und
Ar=
beitszeit im Ruhrbergbau zum 30. April ds. Js. zu
kündigen.
Die Marineleitung hat gegen das „Berliner
Tage=
blatt” wegen deſſen Veröffentlichung, daß zwei
Marineoffiziere in die Kieler Munitionsaffäre
verwickelt ſeien, Strafantrag geſtellt.
Die deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen über die Abänderung
der 26prozentigen Reparationsabgabe werden infolge
Auftretens techniſcher Schwierigkeiten erſt i einigen Tagen beender
werden können.
Der Ausſchuß zur Prüfung der Maßnahmen zur Sicherung
der Finanzgebarung des Reiches, der Länder und
Gemeinden wurde von ſeinem Vorſitzenden, Reihsfinanzminiſter
Dr. Köhler, zu einer Sitzung auf den 2. Februar nach Berlin
berufen.
Die Verhandlungen über eine eſtniſch=
lettlän=
diſche Zollunion ſollen demnächſt in Riga wieder aufgenommen
werden, wohin ſich der eſtniſche Außenminiſter Rebane in dieſen Tagen
begibt.
Der ungariſ he Handelsminiſter Dr. Herrmann hat verlauten laſſen,
daß innerhalb weniger Wochen eine Anleihe von 3 Millionen
in London für Ungarn aufgelegt werden wird, die
Pfur
zur Elektrifizierung der Eiſenbahnlinie von Budapeſt nach der
öſter=
reichiſchen Grenze verwendet werden ſoll.
Nummer 26
Der Kampf
gegen die Splitterparteien.
Interfraktionelle Vorſchläge zur Beſeitigung
der Stimmenzerſplitterung.
* Berlin, 25. Jan. (Prib.=Tel.)
Die Verhandlungen über die mögliche Abänderung der
Wahl=
vorſchriften ſind am Mittwoch in Form einer Beſprechung der
Geſchäftsführer der Deutſchnationalen Volkspartei, der
Volts=
partei, des Zentrums und der Sozialdemokraten fortgeführt
wor=
den. Zum erſtenmal ſeit langer Zeit gingen die Verhandlungen
über den Rahmen von Koalitionsbeſprechungen hinaus, da guch
die Sozialdemokraten ſich beteiligten und Vorſchläge machten.
Aus der Diskuſſion iſt hervorzuheben, daß man es für nötig hielt
die Rechtsgültigkeit eines neu einzubringenden Wahlvorſchlages
nicht wehr von 500, ſondern von 30 000 Stimmen abhängig zu
machen. Die Wahlzettel ſelbſt ſollen einer weiteren Anregung
zufolge die namentliche Aufführung der Fraktionen des
Reichs=
tages zeigen. Am Schluß ſoll ein Platz freibleiben für die
Par=
teien, die keine Fraktionsſtärke beſitzen, und ein weitere freier
Rqum ſoll für die Parteien vorbehalten bleiben, die im
Parla=
ment überhaupt noch nicht vertreten ſind. Auf dieſe Weiſe
wer=
den die Wähler der Splitterparteien gezwungen, ihre Partei ſelbſt
einzutragen. Man hofft, dadurch der Stimmenzerſplitterung
wirk=
ſam Einhalt zu tun. Daneben kam noch eine ganze Reihe
an=
derer Vorſchläge zur Beratung. Am Donnerstag werden ſich die
Parteien mit ihren Geſchäftsführern darüber unterholten, daun
ſoll in neue interfraktionelle Beſprechungen eingetreten werden.
Der badiſche Staatsvoranſchlag
Die umſirittene Kandidatur Luther.
24,3 Millionen Oefizit.
Karlsruhe, 25. Januar.
Die heutige Landtagsſitzung begann mit der Rede des
Finanzminiſters zum Etat. Finanzminiſter Dr. Schmitt
er=
klärte, der Staatshaushalt 1928/29 ſteht unter drei Zeichen:
Vermehrung des Perſonalaufwandes, Droſſelung ſachlicher, aber
verſchiebbarer Ausgaben und eines immerhin erheblichen
Fehl=
betrages von rund 24,3 Millionen Mark. Dabe
verwies der Miniſter auf die Fehlbeträge anderer Länder,
be=
tonte aber, daß dieſem Defizit jeweils entſprechende umlaufende
Betriebsmittel gegenüberſtehen. Die Beſoldungserhöhung mache
jährlich 16,5 Millionen aus. Wäre dieſe Erhöhung nicht
gekom=
men, ſo verbliebe ein Ueberſchuß von 4,5 Millionen. Zur Deckung
des Defizits ſoll aber keine Steuererhöhung eintreten. Es ſei
ein ſtarker Sparwille bei der Regierung vorhanden. Ob es
mög=
lich ſein werde, die auf 16,5 Millionen geſchätzte
Beſoldungs=
erhöhung noch zu drücken, müſſe der Landtag noch prüfen.
Schließlich gewähre auch der Rechtsanſpruch des Landes gegen
das Reich auf Auſwertung und Verzinſung der Eiſenbahnſchuld
einen Rückhalt.
Der Miniſter ging dann auf die Lage der Landwirtſchaft
ein und verlangte dringend eine Kreditaktion des Reiches
zu=
gunſten der notleidenden Landwirtſchaft. Bei Aufſtellung des
Etats ſei wan davon ausgegangen, daß die Wirtſchaft ſich
auf=
wärts entwickle. Wir dürſten Vertrauen auf unſere Wirtſchaf
und unſere Währung haben. Was das Verhältnis
zwi=
ſchen Reich und Ländern angehe, ſo ſei Baden
Grenzland geworden. Es ſoll ein beſonderer
Grenzland=
ausſchuß gebildet werden, um die badiſchen Intereſſen zu
wah=
ren. In ſeinen weiteren Ausführungen ging der Miniſter auf
die Anleihe= und Kreditwirtſchaft ein. Das Ziel
müſſe ſein, Werte, die aus dem Ausland hereinfließen, in irgend
einer Form wieder auszuführen. Andererſeits müſſe die
zur=
zeit auf Leihkapital aufgebaute Landwirtſchaft ſobald als
mög=
lich wieder auf deutſches Kapital baſiert werden.
Dann kam Dr. Schmitt auf die Frage: „Unitarismus
oder Föderalismus?” zu ſprechen. Das weſentliche für
ihn, den Finanzminiſter, ſei, feſtzuſtellen, ob der Unitarismus
tatſächlich billiger ſei als der Föderalismus. Nach ſeiner
An=
ſicht würde dezentraliſierter Unitarismus oder
Föderalismus dem Haushalte des Reiches und
der Länder die gleichen Koſten verurſachen. Auch
der Auffaſſung, daß die Kleinheit des Landes Baden eine der
Haupturſachen der ſteuerlichen Ueberlaſtung ſei, könne man nicht
zuſtimen. Es müſſe geſpart werden, und das ſei möglich an
Zeit, an Perſonal und an Kampf und Verſtimmung, dadurch
nämlich, daß derſelbe Gegerſtand nicht von mehreren Behörden
des Reiches und der Länder behandelt werde. Zu prüfen ſei
in dieſem Zuſammenhang eine einheitliche Budgetform. Das
Verhältnis Bodens zu den arderen ſüddeutſchen Ländern ſei ein
gutes. Nach Durchführung der Beſoldungsordnung werde ſich
vorausſichtlich eine Steigerung des prozentmäßigen Anteils der
unteren und mittleren Beamten am Geſamtaufwand ergeben.
Nach Beendigung der Etatrede des Miniſters wandte ſich
das Haus der übrigen Tagesordnung zu.
und auch die Entwicklung der Frucht nicht beeinträchtigt. Die
Jungen von hungernden Tieren waren kaum weniger kräftig als
diejenigen vollernährter. Eine umfangreiche Beobachtung hat das
Reſultat dieſer Tierverſuche auch für den Menſchen beſtätigt.
Durch die Hungerblockade während des Krieges wurde ja ein
Rieſenexperiment über die Einwirkung der Unterernährung am
deutſchen Volke vorgenommen. Dennoch haben unſere
hungern=
den deutſchen Mütter zahlreiche geſunde und kräftige Kinder
hervorgebracht. Gefährdet und geſchädigt wurden die Kinder
erſt, als ſie ſelbſt direkt den Wirkungen des Nahrungsmangels
ausgeſetzt wurden.
Für die Erhaltung der Fortpflanzungsfähigkeit ſcheint
un=
bedingt ein gewiſſer Gehalt von Vitaminen in der Nahrung
er=
forderlich zu ſein. Die Wirkung der einzelnen Vitamine läßt ſich
im Tierverſuch an vitaminfrei ernährten Tieren verhältnismäßig
leicht nachprüfen. Es zeigte ſich, daß das ſogenannte fettlösliche
Vitamin A verhältnismäßig wenig Einfluß auf die
Fortpflan=
zungsfähigkeit ausübt. Das iſt überraſchend, denn dieſes
Vita=
min ſpielt ſonſt bei allen Wachstumsvorgängen eine ganz
beſon=
dere Rolle. Viel wichtiger ſind die Vitamine B und C. Fehlen
ſie völlig in der Nahrung der Verſuchstiere, ſo vermindert ſich
die Zahl der Nachkommen und die Tiere werden ſchließlich
un=
fruchtbar. Am wichtigſten iſt aber das Vitamin X oder auch E
genannt, das geradezu als Sexualvitamin bezeichnet worden iſt.
Mit dieſem Vitamin haben ſich beſonders amerikaniſche
For=
ſcher beſchäftigt, die glauben, es in ziemlich reiner Form in einem
öligen Extrakt aus Baumwollſamen dargeſtellt zu haben. Es
heißt, daß einige Tropfen dieſes Saftes, regelmäßig zur
vitamin=
freien Nahrung der Verſuchstiere zugeſetzt, in kurzer Zeit wieder
Brunſt erzeugen. Dieſer Verſuch gelingt aber nur, ſolange die
Keimdrüſen erhalten ſind. Das Vitamin iſt alſo vur ein
Sexualreiz bei funktionsfähigen Geſchlechtsorganen.
Die Unterſuchung der Nahrungsſtoffe Fett, Eiweiß und
Kohlehydrate ergab, daß das Fehlen von Fett in der Nahrung
die Fruchtbarkeit nicht beeinträchtigt. Auch Mangel an Eiweiß
ſcheint nicht viel auszumachen. Dagegen beeinträchtigt der
Man=
gel an Kohlehydraten, alſo Zucker, die Fruchtbarkeit nicht
un=
weſentlich. Es iſt auffallend, daß runde und gut ernährte Tiere
manchmal eine beſonders geringe Fortpflanzungsfähigkeit haben.
Auch Menſchen, die an Fettſucht leiden, ſind nicht ſelten
kinder=
los. Korpulente Mädchen und Frauen zeigen auffallend oft
un=
entwickelte Unterleibsorgane, während dagegen magere, kümmer
lich ausſehende Frauen häufig überaus leicht empfangen. Aus
* Berlin, 25. Jan. (Priv.=Tel.)
Schon vor Monaten, als der ehemalige Reichsbanzler Dr
Luther in die Deutſche Volkspartei eintrat, wurde davon
geſpro=
chen, daß er die Abſicht habe, im Wahltreis Düſſeldorf=Oſt bei der
nächſten Reichstagswahl zu kandidieren. Die Kandidatur ha
aber innerhalb, der Parteiopganiſation nicht überall Anklang
ge=
funden. Es ſcheint, daß ſie gegenwärtig gar nicht einmal mehr
aktuell iſt. Vielleicht iſt das der Grund, weshalb ſie von der
Linkspreſſe ausgegvaben wird. Das „Berl. Tageblatt” behaupker
ſogar, der ſchwerinduſtrielle Flügel der Deutſchen Volkspartei in
Eſſen, zu dem insbeſondere Herr v. Krupp gehöre, drücke mit aller
Macht auf die Aufſtellung Luthers und ſolle damit gedroht haben
der Partei ſonſt die Wahlgelder zu ſperren, um auf dieſe Weiſe
den widerſtrebenden Volksparteilern die Kandidatur Luthers
aufzuzwingen. Soweit wir wiſſen, ſtimmt das nicht. Es wird
wohl richtig ſein, daß die Kreiſe um Krupp ein ſtarkes Intereſſe
an der Aufſtellung Luthers an den Tag legen. Der Gedanke aber,
daß der „ſchwerinduſtrielle”, Flügel der Partei gedroht habe, die
Wahlgelder zu ſperven, iſt deswegen ſo grotesk, weil ein
erheb=
licher Teil der Induſtrie eine ganz andere Kandidatur ins Auge
faßt. Die Dinge gehen ſchließlich doch auch nicht ſo, daß
Inter=
eſſenkreiſe wit der Sperrung von Wahlgeldern drohen könnten.
Jede Partei, die auf ſich hält, müßte daraus die Konſequenz
ziehen, daß under ſolchen Umſtänden eine Kandidarur überhaupt
nicht diskutabel iſt. Man würde alſo der Sache den ſchlechteſten
Dienſt erweiſen, wenn wan mit ſolchen Mitteln in die
Entſchei=
dung der Parteiopganiſation eingreifen wollte.
Cuno über die deutſch=franzöſiſche Annäherung
„Paris Midi” veröffentlicht heute eie Erklärung des
frühe=
ren Reichskanzlers und jetzigen Generaldirektors der Hapoß,
Cuno. Dieſer will ſich nicht abſchließend über die Locarno=
Politik äußern. Wenn man über irgend etwas ein Urteil fällen
wolle, müſſe man die geſamten Unterlagen des Problems kennen.
Er könne aber als Privatmann nicht über alle einſchlägigen
Fragen der Locarno=Politik auf dem Laufenden ſein. Ganz
all=
gemein aber ſei er der Anſicht, daß eine deutſch=franzöſiſche
An=
näherung wieder möglich ſei. Dazu aber ſei nötig, in politiſchen
Dingen ebenſo loyal zu verhandeln, wie dies unter
Geſchäfts=
leuten üblich ſei. Er habe noch immer die Erfahrung gemacht,
daß man ſich im Geſchäftsleben einigen könne, wenn man ſich
lediglich auf den praktiſchen Standpunkt ſtelle. Nach ſeiner
An=
ſicht ſollten die wirtſchaftlichen Fragen die internationalen
Be=
ziehungen beherrſchen. Die wirtſchaftliche Verſtändigung ſei die
Vorbedingung für die politiſche Verſtändigung. Man erwarte
viel von einem endgültigen deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag.
Er glaube aber, daß ſich dieſe Hoffnung erſt dann erfüllen könne,
wenn die Lage der deutſchen Induſtrie ſich beſſere und wenn das
Reparationsproblem endgültig geregelt ſein werde. Deutſchland
ſei augenblicklich in der Lage eines Sträflings, der verurteilt ſei,
aber nicht wiſſe, für wieviel Jahre. Deutſchland müſſe ein= für
allemal wiſſen, was es ſchulde. Er glaube im übrigen, daß die
Reparationsfrage letzten Endes nur im Zuſammenhang mit der
Kriegsſchuldenfvage gelöſt werden könne. Amerika habe alſo jetzt
das Wort.
allen dieſen Beobachtungen kann man vorläufig nur ſchließen,
daß neben der ererbten Ardlage und der innerſekretoriſchen
Wir=
kung der Blut= und Keimdrüſen auch die Art der Ernährung
eine nicht unweſentliche Bedeutung für die Zeugung haben kann.
Eine Beeinfluſſung der Fruchtbarkeit oder gar eine Verhütung
der Empfängnis durch eine beſonders gewählte Nahrung kann
aber vorläufig für den Menſchen nicht in Betracht kommen. Denn
wollte man zum Beiſpiel zur Verhütung der Schwangerſchaft den
Vitamingehalt der Nahrung beſchränken, ſo würde man
zweifel=
los auch andere Lebensvorgänge ungünſtig beeinfluſſen und die
Geſundheit ſchädigen. Uebrigens ſcheinen die weiblichen
Keime=
ſellen gegen Ernährungseinflüſſe empfindlicher zu ſein als die
männlichen, und zwar vor allem zur Zeit der Eireifung.
Dem=
entſprechend würde die Keimſchädigung durch die Ernährung
vor allem die jungen Mädchen in den Entwicklungsjahren treffen,
und es ſcheint gar nicht ausgeſchloſſen, daß jene Frauen, bei
denen der Beginn der Geſchlechtsreife in die Zeit der
Hunger=
jahre fiel, eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit zeigen.
Wenig=
ſtens würde die Beobachtung, daß unzureichende
Genitalentwick=
lung bei Mädchen in den Nachkriegsjahren häufiger beobachten
wurde als früher, für dieſe Annahme ſprechen.
Dr. med. Georg Kaufmann.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Gießen: Geh. Rat Prof. Dr. phil., Dr. jur. h. c. Otto Behaghel
blickt dieſer Tage auf ſeine 50jährige Dozententätigkeit zurück.
Dresden: Am 24. Januar fand im Hörſaal Nr. 81 des
Bau=
ingenieur=Gebäudes der Techniſchen Hochſchule die Verleihung der
Engels=Denkmünze auf das Jahr 1927/28 ſtatt. An einem akademiſchen
feſtvortrag des Vorſtandes der Bauingenieur=Abteilung, Prof. Dr.=Ing=
Lilhelm Müller, über das Thema: „Vom wiſſeuſchaftlichen Geiſte des
Baumgenieurweſens” ſchloß ſich die Uebergabe der Denkmünze an.
Halle a. S.: Aus Amlaß der Reichsgründungsfeicr ſind zu Ehren”
doktoren ernannt worden: von der juriſtiſchen Fakultät der frühel”
Kurator der Univerſität Halle Eeheimrat Dr. med. h. c. Gotzfriel
Meyer und von der philoſophiſchen Fakultät der anhaltiſche Staſts”
miniſter Kurt Müller. Der Senat der Univerſität ernannte den
Zeitungsverleger Robert Birkner in Apolda zum Ehrenmitglied.
Greifswald: Der Bräunſchweiger Verlagsbuchhändler und BuſaP
druckereibeſitzer Hans Reichel, Inhaber der Firma George
Weſter=
mann, iſt von der philoſophiſchen Fakultät zum Ehrendoktox ernam.
ſvorden. — Der Pridatdozent Dr. Karl Reinhardt würde zun
ordentlichen Profeſſor der Mathematik an der dortigen Univerſität al=
Nachfolger Vahlens ernannt.
Nummer 26
Donnerstag, den 26. Januar 1928
Seite 3
Litauens Bemühungen um einen Schieds= und
Handelsvertrag. — Deutſche Sorgen: Die
Memelfrage.
* Berlin, 25. Januar. (Priv.=Tel.)
Der litauiſche Miniſterpräſident Woldemaras iſt heute
in Berlin eingetroffen, um die Verhandlungen über den deutſch
litauiſchen Handelsvertrag und verſchiedene andere Abkommen
aufzunehmen. Welche Bedeutung man in Kowno den
Verhand=
lungen beimißt, erkennt man daran, daß den
Miniſterpräſi=
denten Finanzminiſter Tubelis und Landwirtſchaftsminiſter
Alekſa ſowie der Direktor des Außenminiſteriums, Dr. Saunis,
begleiten. In erſter Linie werden ſich die Verhandlungen
um den Handelsvertrag drehen. Ausgeſchloſſen erſcheint
aber auch nicht, daß Litauen über eine Anleihe zu
verhan=
deln beabſichtigt, was man daraus ſchließen kann, daß auch der
Finanzminiſter den Miniſterpräſidenten begleitet. Außerdem
wird aller Wahrſcheinlichkeit nach noch der Abſchluß eines
Schieds= und Vergleichsvertrages, wie
Deutſch=
land ihn bereits mit einer Reihe anderer Staaten abgeſchloſſen
hat, zur Beratung ſtehen.
Wie die Aeußerungen der litauiſchen Preſſe zeigen, ſtrebt
Litauen vor allem dahin, günſtigere Handelsbeziehungen als
bisher von Deutſchland zu erlangen. Insbeſondere ſcheint man
ſich in Kowno die Aufhebung der Einfuhrſperre für lebendes
Vieh zum Ziel geſetzt zu haben. Bekanntlich war bisher die
Einfuhr von lebendem Vieh als auch die Einfuhr von Fleiſch
von Litauen nach Deutſchland verboten, da die ſanitären
Ein=
richtungen in Litauen den deutſchen Bedingungen nicht
ent=
ſprachen und die Möglichkeit der Einſchleppung von Viehſeuchen
gegeben war. Nur das Memelgebiet machte hierbei eine
Aus=
nahme, da dort die deutſchen viehſeuchenpolizeilichen
Beſtim=
mungen nach wie vor Geltung haben. Memel durfte ſowohl
lebendes Vieh als auch Fleiſch nach Deutſchland einführen.
Ins=
beſondere war die Schweineeinfuhr nach Deutſchland eine
außer=
ordentlich große. Zurzeit beſteht allerdings auch gegenüber dem
Memelgebiet eine Einfuhrſperre für lebendes Vieh, zu welcher
Maßnahme ſich Deutſchland durch den Ausbruch der
Lungen=
ſeuche, einer gefährlichen Viehkrankheit, im Auguſt vorigen
Jahres gezwungen ſah. Die Seuche iſt jedoch inzwiſchen
er=
loſchen.
Litauen hat natürlich das größte Intereſſe daran, zu einem
günſtigen Handelsvertrag mit Deutſchland zu gelangen. Wie
weit Deutſchland jedoch den litauiſchen Wünſchen wird
wach=
kommen können, dürfte ſich erſt aus dem Verlauf der
Verhand=
lungen ergeben. Ein Plus für den günſtigen Ausgang der
Verhandlungen kann man vielleicht darin erblicken, daß Litauen
jetzt endlich ernſtlich die Abſicht zu haben ſcheint, zu einem
Ab=
ſchluß zu gelangen. Alle bisherigen Verhandlungen
ſcheiterten nämlich an den eigenartigen
Verhand=
klungsmethoden Litauens. Kowno bildete ſich nämlich
ſtets ein, viel Zeit zu haben und verlangte wohl alle möglichen
Zugeſtändniſſe von Deutſchland, dachte aber nie daran, den
deut=
ſchen Intereſſen Rechnung zu tragen. Insbeſondere wurden
die Verhandlungen immer wieder durch die
Be=
ſhandlung der Memeldeutſchen erſchwert. Da bei
den Verhandlungen auch memelländiſche Angelegenheiten,
haupt=
ſächlich Abkommen, die ſich aus dem Uebergang der
Souveräni=
tät des Memelgebietes an Litauen, ergeben haben, zur Beratung
ſtehen, wird die Memelfrage ohnehin einen breiten Raum
der Beratungen einnehmen. Es iſt daher als durchaus
nahe=
liegend zu betrachten, daß Deutſchland bei dieſer Gelegenheit
endlich auch den Rechten des Memelgebietes Geltung verſchafft
Deutſchland iſt dazu als Mitglied des Völkerbundsrates
durch=
aus berechtigt, zumal die Verhandlungen über die
Wiederher=
ftellung ordnungsmäßiger Zuſtände im Memelgebiet auch in
Genf zwiſchen Streſemann und Woldemaras geführt worden
ſind und der litauiſche Miniſterpräſident auf Grund der
Ver=
handlungen mit Deutſchland vor dem Rat feierlichſt gelobte, das
Memelſtatut künftig zu achten. Daß Woldemaras ſein
Ver=
ſprechen, obwohl er oſtmals daran erinnert wurde, ſchnell
ver=
geſſen hat, iſt nur zu bekannt. Eine wichtige memelländiſche
Frage iſt auch die Verlängerung des Aufenthalts
der Optanten. Wie verlautet, ſoll in dieſer Frage bereits
ein gewiſſes Uebereinkomen bei den Verhandlungen in Kowno
die zwiſchen der deutſchen Geſandtſchaft und der litauiſchen
Regierung geführt wurden, erzielt worden ſein. Deutſchland
muß auf alle Fälle darauf beſtehen, daß die Optanten — es
han=
delt ſich um etwa 5= bis 6000 Perſonen — vorläufig im
Memel=
gebiet bleiben können. Es iſt durchaus einleuchtend, daß mit
der Entfernung der Optanten auch die Entdeutſchung des
Ge=
biets weitere Fortſchritte macht. Außerdem macht aber auch die
Unterbringung der Optanten große Schwierigkeiten. Als
ſelbſt=
verſtändlich muß man es ferner anſehen, daß Deutſchland für
den Abſchluß eines Handelsvertrages die Regelung des
Niederlaſſungsrechts zur Vorausſetzung macht. Be=
kanntlich waren die deutſchen Staatsangehörigen in letzter Zeit
nur zu oft der Willkür der litauiſchen Behörden ausgeſetzt, und
kurzbefriſtete Ausweiſungsbefehle waren noch im vorigen Jahre
an der Tagesordnung.
Alles in allem wird Litauen auf einen günſtigen
Vertrags=
abſchluß nur rechnen können, wenn es auch den deutſchen
Inter=
eſſen genügend Rechnung trägt. Man iſt ſich hier vollkommen
darüber im klaren, daß es in erſter Linie im Intereſſe Litauens
liegt, zum Abſchluß eines Vertrages zu gelangen, da die wirt
ſchaftliche Bedeutung Deutſchlands als Abſatzmarkt für Litauen
unverkennbar iſt. Außerdem ſcheint es auch Woldemaras bitter
nötig zu haben, einen Erfolg mit nach Hauſe zu nehmen, mit
dem er ſich in der nächſten Zeit über die innerpolitiſchen
Schwie=
rigkeiten hinweghelfen kann.
Woldemaras in Berlin.
Der litauiſche Miniſterpräſident Woldemaras traf heute vor
mittag 9 Uhr, begleitet von ſeiner Gattin und einem
Miniſterial=
direktor des litauiſchen Außenminiſteriums, in Berlin ein. Zum
Empfang waren auf dem Bahnhof Geſandter Köſter, der zurzeit
in Berlin weilende deutſche Geſandte in Kowno, Morath, Beamte
des Auswärtigen Amtes, ferner der litquiſche Geſandte mit dem
geſamten Perſonal der Geſandtſchaft, erſchienen. Um 11 Uhr
ſtattete Woldemaras dem Reichsaußenminiſter und anſchließend
dem Staatsſekretär v. Schubert Beſuche ab, die ſpäter erwidert
wurden. Heute mittag iſt Woldemaras Gaſt des Reichskanzlers
Dr. Marx, während heute abend beim litauiſchen Generalkonſul
ein Eſſen in kleinem Kreiſe ſtattfindet. Wie wir noch erfahren,
hat Reichscußenminiſter Dr. Streſemann heute nachmittag
den litauiſchen Miniſterpräſidenten zu einer Unterredung
empſan=
gen, die über zwei Stunden dauerte. Die Beſprechungen werden
während der nächſten Tage fortgeſetzt
Die St. Gotthard=Affäre.
Tſchechiſche Anſchuldigungen gegen Ungarn.
EP. Prag, 25. Januar.
Nach dem ſtellvertretenden Miniſterpräſidenten Schramel
ergriff in der geſtrigen Sitzung des Abgeordnetenhauſes der
Führer der Nationaldemokraten, Dr. Kramarſch, das Wort.
Dr. Kramarſch begann mit der Feſtellung, daß alle
offi=
ziellen Perſönlichkeiten Ungarns für die
Wiederherſtellung des alten ungariſchen
Rei=
ches agitieren und bezeichnete die Schmuggelaffäre
von St. Gotthard als Beweis für geheime
Rü=
ſtungen Ungarns. Es ſei Pflicht des Völkerbundes, das
ihm zuſtehende Inveſtigationsrecht auszuüben, um das Gewiſſen
aller zu beruhigen, die an den Völkerbund glauben. Es ſei ſehr
wichtig, daß die Tſchechoſlowakei mit aller Leidenſchaft und
Ent=
ſchiedenheit ihre Integrität verteidige, wie das auch Ungarn tue.
Kramarſch billigte zum Schluß ſeiner Rede das Einſchreiten der
Regierung. Die Debatte wurde ſodann abgebrochen und auf
Mittwoch nachmittag vertagt.
DP
Muſſolini gegen eine Inveſtigation in Ungarn
Der Begegnung Muſſolini—Titulescu wird in Paris
zu=
nehmende Bedeutung beigemeſſen. Man ſchreibt ihr die
Ver=
zögerung der Demarche der Regierungen der Kleinen Entente
beim Völkerbund wegen der Szent Gotthard=Affäre zu und
er=
wartet, daß Titulescu je nach dem Ergebnis ſeiner
bevorſtehen=
den Unterhaltung mit Muſſolini über die bevorſtehende
Optan=
tenfrage ſich während ſeines Aufenthaltes für eine
italieniſch=
franzöſiſche Verſtändigung über die Balkanfrage und das
Mittel=
meerproblem einſetzen wird. Rom und London wollten in der
Szent Gotthard=Affäre nur einen einfachen Grenzzwiſchenfall
ſehen, um die Inveſtigation des Völkerbundes zu vermeiden
Titulescu befinde ſich in einer heiklen Situation, da er in der
ungariſchen Optantenfrage die Unterſtützung der italieniſchen
Regierung benötige. Mittlerweile warteten jedoch Prag und
Belgrad bereits ungeduldig auf die Entſcheidung der
rumäni=
ſchen Regierung. Man ſei, wenn Titulescu noch länger zögere,
gegebenenfalls entſchloſſen, den Schritt beim Völkerbund ohne
Rumänien zu unternehmen.
Vor neuen deutſch=ruſſiſchen Verhandlungen.
* Berlin, 25. Januar. (Priv.=Tel.)
Die deutſch=ruſſiſchen Wirtſchaftsbeziehungen haben ſich nicht
ſo entwickelt, wie man auf deutſcher Seite gehofft hat. Auch die
wiederholten Kredite haben nicht geholfen, Rußland zu größeren
Beſtellungen zu veranlaſſen. Vielmehr zeigt die deutſche
Ausfuhr nach Rußland eine abſteigende Kurve,
während dagegen Deutſchland auf dem ruſſiſchen Markt große
Beſtellungen vergab. Die Reichsvegierung iſt nun in Erwägungen
darüber eingetreten, mit Rußland neue
Verhand=
lungen aufzunehmen, um nach Mitteln und Wegen zu ſuchen.
wie dieſer unbefriedigende Zuſtand abgeändert werden kann.
Einzelheiten der Beratungen ſtehen noch nicht feſt.
Die Antikriegspakt=Frage.
Zurückhaltung Amerikas. — „Leichenreden”
der amerikaniſchen Preſſe.
EP. Paris, 25. Januar.
Wie aus Waſhington gemeldet wird, hatte der franzöſiſche
Botſchafter Claudel eine Beſprechung mit dem Unterſekretär
des Staatsdepartements, Caſtle, über den franzöſiſch-—
amerika=
niſchen Schiedsgerichtsvertrag. Man habe ſich im
Staatsdepar=
tement über die in dieſer Angelegenheit erzielten Fortſchritte
befriedigt gezeigt, ohne jedoch beſtimmte Angaben darüber zu
machen, wann man den Schiedsgerichtsvertrag erneuern werde,
In der Frage des Antikriegspakts ſei keinerle
neue Entwicklung zu verzeichnen. Das amerikaniſche
Staatsdepartement habe nicht das geringſte über den Eindruck
der letzten franzöſiſchen Note verlauten laſſen, während die
ame=
rikaniſche Preſſe wenig Hoffnungen auf ein
Zuſtandekommen des Paktes zeigt und ihr Kommentare
widmet, die lebhaft an Leichenreden erinnern.
Engliſche Kritik an Briands Einwänden
gegenüber Amerika.
EP. London, 29. Januar.
In auffallender Weiſe kritiſierte der diplomatiſche
Korreſpon=
dent des „Daily Telegraph” die von Briand gegenüber Amerika
vorgebrachten Einwände gegen den Plan zur Aechtung des
Krie=
ges. Es brauche kaum darauf hingewieſen zu werden, daß nicht
ſo ſehr das Völkerbundsſtatut, als vielmehr die zahlreichen
Allianzverträge Frankreichs mit anderen europäiſchen Mächten
für die vielfachen Vorbehalte verantwortlich ſind. Dieſes
Argu=
ment wird von dem Korreſpondenten zur Widerlegung der
Auf=
faſſung gegen einen ſehr großen Teil der amerikaniſchen
öffent=
lichen Meinung benutzt, die geneigt iſt, mit dem Briandſchen
Vorbehalt gleichzeitig das Völkerbundsſtatut als ein
militari=
ſtiſches Inſtrument zu verdammen. Die Anhänger des
Völker=
bundsgedankens in Amerika ſeien noch gering, und auch ſie
fühl=
ten, daß durch die franzöſiſchen Begründungen der Sache des
Völkerbundes in Amerika ein erheblicher Schaden zugefügt
wor=
den ſei.
Die belgiſch=franzöſiſchen Verhandlungen.
Der luxemburgiſche Staatsminiſter Bech hatte geſtern in
Brüſſel eine Unterredung mit dem belgiſchen Außenminiſter
Hymans, über die bekanntlich in eine Sackgaſſe geratenen
Wirtſchaftsverhandlungen mit Frankreich. Die Unterredung
er=
gab eine vollſtändige Uebereinſtimmung zwiſchen den beiden
Re=
gierungen. Bech nahm von dem Inhalt der für ſeine Regierung
beſtimmten Note Kenntnis und wird dieſe mit ſeinen
Miniſter=
kollegen prüfen. — Die Brüſſeler Preſſe glaubt zu wiſſen, daß
die belgiſche Regierung in ihrer Note auf ihrem Standpunkt
be=
harre. Am Quai d’Orſay hält man nach wie vor die aus
Brüſ=
ſel kommenden Alarmmeldungen für übertrieben und erklärt die
Aufregung Belgiens für unverſtändlich, da Frankreich im
weſent=
lichen die belgiſchen Forderungen erfüllt habe und es ſich im
gegenwärtigen Verhandlungsſtadium weniger um franzöſiſche
Konzeſſionen, als vielmehr um belgiſche Gegenleiſtungen
bezüg=
lich der für die franzöſiſche Ausfuhr in erſter Linie in Frage
kommenden Weine und Seidenerzeugniſſe handle. Jedenfalls
glaubt man hier nicht, daß es zu einem Abbruch der
Verhand=
lungen oder gar zu einem Tarifkrieg zwiſchen Frankreich und
Belgien kommen könne.
Erklärungen Tituleseus über ſeine Rom=Reiſe.
EP. Mailand, 25. Januar.
Tituleſcu hat bei einem Empfang der italieniſchen Preſſe
erklärt, im nächſten März werden die italieniſch=rumäniſchen
Verhandlungen wieder aufgenommen. In ſeiner erſten
Begeg=
nung mit Muſſolini habe erſt ein ſummariſcher
Meinungsaus=
tauſch ſtattgefunden, aber gründliche Verhandlungen würden
fol=
gen. — Der römiſche Korreſpondent des „Popolo d’Italia”
ſchreibt zum Beſuch des rumäniſchen Außenminiſters, da Italien
und Rumänien nicht aneinandergrenzten, werde jede
Konflikt=
möglichkeit ausgeſchaltet, ſo daß dieſe Länder unbeſorgt ſich einer
Feſtigung der Wirtſchaftsbeziehungen zuwenden könnten. Dieſe
Lage diene als Baſis des Freundſchaftsvertrages und der
Wirt=
ſchaftsabkommen, die hoffentlich bald abgeſchloſſen würden. An der
Donau und im Schwarzen Meer verfolge Italien eine geſunde
Politik des Gleichgewichts und der Handelsverträge. Die
Poli=
tik ſelber ſei Italien dort Nebenſache, ſie diene nur der Sicherung
der Handelsbeziehungen. Italien habe Rohſtoffe nötig, und
Ru=
mänien könnte dank ſeiner reichen Kohlenſchätze mit Italien
einen regen Handelsverkehr in die Wege leiten. Einerſeits
würde es ſo ſeine Bodenſchätze verwerten, die noch zu wenig
ausgebeutet ſeien, während andererſeits Italien ſich vom
Roh=
ſtoffmonopol der Großmächte unabhängiger machen könnte.
* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Mittwoch, den 25. Januar.
Die Zauberflöte.
Große Oper von Schikaneder, Muſik von „W. A. Mozart.
In der Rolle der Pamina gaſtierte Charlotte Börner aus
Berlin, offenbar auf Anſtellung. Eine ſehr günſtige
Bühnen=
erſcheinung, von ſympathiſchem Weſen, Temperament und
Muſi=
kalität. Ihr dunkelgefärbter Sopran baut ſich auf einer guten
Mittellage auf, iſt in allen Lagen füllig und wächſt in der Höhe
zu ausgiebiger Größe. Der Klang iſt nicht eigentlich lyriſch,
vielmehr jugendlich=dramatiſch. Die ſchöne Stimme wird
inner=
lich beſeelt und von geſundem Empfinden getragen. In der
Arie zeigte ſie ausgebildete Technik, vortreffliches
Ausdrucks=
vermögen und große Wärme. Ihr natürliches Spiel iſt, ohne
perſönlich zu ſein, durchdacht und überzeugend. Der erſte
Ein=
druck iſt angenehm und viclverſprechend.
v.H.
*Konzert im Kleinen Haus.
Kein Abend großen rauſchenden Erfolges, aber mehr als das
eine Stunde feinen, beſinnlichen, innere Wirkung
auslöſen=
den Muſizierens. Zehn Sängerinnen, „Vereinigung
Darmſtädter Soliſtinnen” haben in ihrem Leiter
Bernd Zeh einen feinnervigen Dirigenten gefunden, der ſie
zielbewußt und mit beſtem Erfolg zu immer höheren Aufgaben
erzieht und dem in erſter Linie das Gelingen des geſtrigen
Abends zu danken iſt. Viel ſchönes Einzelmaterial hat er in
den Soloſtimmen zur Verfügung, und viel Wille zu ernſthaftem
Muſizieren iſt lebendig. Zeh iſt der Verantwortung ſich wohl
bewußt und arbeitet unabläſſig an der Formung des Choriſchen,
an der Veredelung des Klanges, an der Miſchung des
Zu=
ſammenklanges, ſo kaß er jetzt ſo weit gekommen iſt, ſich an
vere und ſchtv
früher unverkennbar, berechtigt zu ſchönen Erwartungen für die
Zukunft.
Drei neue, junge Tonſitzer hirte man geſtern; Günther
Raphaels „Fünf Marfenliecei, ſchienen uns das Perſön=
Emil Ludwig in Amerika.
Emil Ludwig mit dem amerikaniſchen Dichter Irding S. Cobb.
Der bekannte deutſche Hiſtoriker Emil Ludwig, deſſen
Haupt=
werke über Wagner, Bismarck, Goethe, Napoleon, Wilhelm II.
und Jeſus in faſt alle Kulturſprachen überſetzt wurden, iſt zu
einer Reihe von Vorträgen in den Vereinigten Staaten von
Nordamerika eingetroffen.
lichſte des ganzen Abends; die Tonſprache herb und knorrig
zu=
weilen, aber zwingend im Ausdruck und bon verblüffendem
Reichtum polyphouer Geſta tung. Beſonders haftet im Ohr 2as
Dierte Zied „Ora pro nobls”. Wir glauben an Raphael3 ſtarkes
Können und ſehen eine Hoffnung in ihm. Hugo Herrmanns
„Madonnenbilder” (intereſſant der Verſuch mit der
Variationen=
form) iſt gleichfalls tiefernſte Muſik, die echt und gefühlswarm
klingt; beſonders das Thema und die 3. und 6. Variation. Die
obligate Bratſche (Kammermuſiker Horn) ſchien uns mehr aus
äußeren Gründen (Tonreinheit) als aus innerer Notwendigkeit
verwendet, und vielleicht iſt es nicht gut, jede der ſieben
Varia=
tionen zur Wiederholung zu bringen. Desſelben Komponiſten.
„Minneſpiel” (nach Walter von der Vogelweide) iſt viel
un=
komplizierter, harmoniſch einfacher (wohl vor den
Madonnen=
bildern entſtanden, die wir als reifer und perſönlicher höher
einſchätzen), bringt reizvoll aumutige, dankbare Aufgabe gebende
Muſik; beſonders „Verlangen” der erſte der drei Geſänge, wirkt
ſtark, und in ſchmeichelnden Tönen klingt der „Tanz” ans Ohr.
Hier wirkt die begleitende Harfe (Frl. Fiſcher) recht am Platze
und unterſtützt Klang und Rhythmus des Geſungenen. Bernd
Zehs „Die gnadenreichen chriſtlichen Feſte” zeigen des
Kompo=
niſten ernſtes Streben, Eigenes zu geben, was ihm in
harmo=
niſcher Hinſicht ganz ausgezeichnet im dritten Liede „Chriſt fuhr
mit Schalle” gelingt und ebenſo im Pfingſtliede „Nun bitten
wir den heil’gen Geiſt‟. Das iſt ſchöne Muſik. Das letzte Lied
„Halleluja” fällt dagegen ab. Schade! Ihm fehlt Befreiung und
Jubel, für welche unſerer Zeit überhaupt künſtleriſcher Ausdruc
fehlt. — Herrn Zeh und den Damen der Vereinigung gebuhr!
Dank für ihr Einſetzen für wertvolles Neues, gebührt Dank mu.
die Hingabe, mit der ſie an die Löſung der gewiß ſehr ſchwerent
Aufgaben gingen, und gebührte der Beifall, der ihnen geſteri.
abend, wie auch den anweſenden Komponiſten gerne geſpendet
O.
wurde.
Eine Gedächtnisfeier für Franz Schubert.
Zum Gedächtnis des großen deutſchen Komponiſten
veran=
ſtalteten in Berlin der Herr Reichskanzler und Frau Marx in
den Räumen des Reichskanzlerhauſes ein geſelliges
Zuſammen=
ſein, bei dem der Kanmerſänger Schlusnus und das Dehmann=
Quartett Werke von Schubert zum Vortrag brachten. Der
Ein=
ladung waren die Reichs= und die Staatsminiſter, das
diplo=
matiſche Korps, die Reichsratsbevollmächtigten, die
Staatsſekre=
täre der Reichsminifterien ſorie Vertreter von Kunſt und
Wiſſenſchaft und Birsſchaft mit ihren Damen gefolgt.
Seite 4
Donnerstag, den 26 Januar 1928
Familiennachrichten
Die Verlobung unſerer Tochter Anna=
Luiſe mit Herrn Gerhart Graf von
Büdingen, Oberleutnant im 16. Reiter=
Regiment, beehren wir uns anzuzeigen
Hans Rimpau und Frau
Herta, geb. Struve
Braunſchweig, im Januar 1928
Gauß=Straße 12
Meine Verlobung mit Fräulein Anna=
Luiſe Rimpau, Tochter des Herrn Hans
Rimpau und ſeiner Frau Gemahlin Herta,
geb. Struve, beehre ich mich anzuzeigen
Gerhart Graf von Büdingen
Oberleutnant im 16 Reiter=Regiment
z. Zt. kommandiert zur
Kavallerieſchule Hannover
Hannover, im Januar 1928.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach langem
ſchweren Leiden meinen lieben Mann, unſeren treuſorgenden
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Ludwig Scheuermann
Geſchäftsführer der Beſ. Ortskrankenkaſſe Alzey
heute im 34. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Scheuermann
und Kind
z. Zt. Darmſtadt, den 25. Januar 1928.
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Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. Januar, 4 Uhr
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mittags, auf dem Friedhofe an der Nd.=Ramſtädterſtraße ſtatt.
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Nach kurzem, ſchwerem Krankenlager hat Gott
der Herr unſer geliebtes, braves Kind, unſere treue
Schweſter
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zu ſich in ſein himmliches Reich genommen. Sie
ſtarb im blühenden Alter von nahezu 18 Jahren.
In tiefem Schmerz:
Arthur Schettler und Frau
Margarete, geb. WBepell
Margarete Schettler
Alwin Scheitler.
Nieder=Ramſtadt, den 25. Januar 1928.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 28. Januar
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1928, nachmittags z U r ſtatt.
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weiſen und verdient darum die wärmſte Empfehlung.
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Nummer 26
Donnerstag, den 26. Januar 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 26. Januar.
— Ernaunt wurden: Am 17. Januar: der Oberlandesgerichtsrat
DDr. Maurer in Darmſtadt zum Mitglied der Prüfungstommiſſion
für das Juſtiz= und Verwaltungsfach an Stelle de3 auf ſein Nachſuchen
aus dieſem Amte ausgeſchiedenen Herrn Landgerichtspräſidenten
WReiffenbach i Darmſtadt; am 18. Januar: der Lehrer Hans
Mangold zu Crainfeld, Kreis Lauteabach, zum Lehrer an der
WVolksſchule zu Heuſenſtamm, Kreis Offenbach.
— In den Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes über die
Alters=
ggrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1933 bzw.
* Oltober 1925 Meg=Bl. S. 509, 511 und 249) am 1. März 1928 der
Sherlandesgerichtsrat beim Oberlandesgericht zu Darmſtadt Hermaun
Welcker.
Evangeliſch=kinchliche Nachrichten. Durch die Kürchenregierung
ſtwrde übertragen dem Pfarnaſſiſtenten Theodor Wißmüller zu Ar=
Beilgen die ebangeliſche Pfarrſtelle zu Haingründau, Dekanat Büdingen,
mind dem Pfarrverwalter Wilhelm Weinberger zu Friedberg die
Sweite evangeliſche Pfarrſtelle zu Friedberg, Dekanat Friedberg.
U Polizeiſtunde. Das Polizeiamt Darmſtadt weiſt darauf
Gin, daß die Polizeiſtunde in Darmſtadt in Uebereinſtimmung
wnit der in Mainz getroffenen Regelung an den
Sams=
tagen vor Faſtnacht auf 4 Uhr vormittags feſtgeſetzt iſt. An
wen eigentlichen Faſtnachtstagen — von Samstag, den 18, bis
Bienstag, den 21. Februar 1928 — wird die Polizeiſtunde bis
6 Uhr vormittags verlängert. Für Konzert= und
Tanz=
veranſtaltungen gilt als Schlußſtunde der auf den jeweils
be=
ſſonders zu löſenden Grlaubnisſcheinen vermerkte Zeitpunkt.
Won einer Verlängerung der Polizeiſtunde auch an den
Sonn=
agen vor Faſtnacht ſowie von einer Aufhebung der Polizei=
Etunde an den Faſtnachtstagen kann demnach keine Rede ſein.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. In dem Schauſpiel „Der
Diktator” von Jules Romains, mit dem am Samstag, den 2.
Ja=
muar, im Großen Haus Albert Baſſermann gaſtiert, wirken außer ihm
tn Hauptrollen mit: Frau Elſe Baſſamaun, Erna Friederichs. Carola
Wagn
Afred Beierle, Franz Beriſch, Axel Kreuzinger, Karl Ludwig
nmd Ludwia Mohr.
In der Neumnſzenierung von Heubergers Operette „Der
Opern=
all” wirken mit die Damen: Kapper, Laudwehr. Liebel, Müller=
Wiſchmn, Penſe, Walter und die Herren: „Deharde, Fnck. Gwohm,
Brauert, Fühn und Vogt.
Die Aufführung von Donizettis „Liebestrank” morgen
Frei=
bag beginnt um 19.50 Uhr.
Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft gibt am Sonntag, den 2. Januar.
ſtie Lokalpoſſe „Der Lumbe=Awend” oder „Mann iſt Mamn”
on Dr. Georg Büchmer und Robert Scmeider.
Sinfoniekonzerte. Im fünſten Sinfoniekonzert am
Mon=
nag, den 6. Februar, diriviert Generalmuſikdirektor Dr. Böhm Werke
on Becthoben. Mozart, Maurice Navel und Leo Janaek.
Aus Anlaß des 75. Geburtstages des Herrn
Staats=
gräſidenten wird vom Landesthegter am Sonntag, den 2.
Kanuar, vormittags 11½ Uhr, ein Feſtkonzert veranſtaltet.
ſinzelheiten werden noch bekannt gegeben.
— 11ojähriges Geſchäftsjubiläum. Heute kann die Firma. Adam
GSorn in der Kirchſtraße 14 (Trikotagen und Strickwaven) auf den Tag
der Gründung der Firma vor 110 Jahren zurückblicken. In dieſer
gan=
gen Zeit war das Geſchäft im Beſitze der Familie Horn, die noch heute
ſehr intereſſante Dokumemte, u. a. einen Innungsbrief uſw., beſitzt.
(ründer des Geſchäfts war der Urgroßvater des jetzigen Inhabers,
ſoerr Balthaſar Horn, der am 26. Januar 1818 ſein Geſchäft eröffnete.
dsn der heutigen Nummer des Tagblatts iſt eim Fakſimile der
Geſchäfts=
eröffnungsanzeige aus dem „Darmſtädtiſchen Frag= und Anzeigeblatt”
nom 25. Januus 1818 enthalten. Der jetzige Inhaber, Herr Adam Horn,
hat des Geſchäft am 1. Juli 1910 von ſeinem Vater übernommen.
Alter Tradition entſprechend führt der derzeitige Inhaber ſein
Ge=
ſchäft, dem auch noch eine Strickereiangegliedert iſt, weiter wenn auch der
Neuzeit endſprechend mehrfach eine Umſtellung des Geſchäfts erfolgen
mrußte und es heute etwas ſonderbarer anmutet, wenn in der
Geſchäfts=
amzeige vor 110 Jahren u. a. die Anfertigung von „Frauenzimmer=
Mützgen” eupfohlen wurde. Immerhin iſt die Fabrikation und der
Vierkauf von Strichwaren aller Art auch heute noch der hauptſächlichſte
Artikel dieſes älteſten Spezialgeſchäfts am Platze.
—Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe
Darm=
ſadt, hielt im Vereinslokal „Stadt Koburg” ihre Generalverſammlung
5. Der erſte Vorſitzende Kamerad Albrecht Bock, begrüßte die
evſchie=
wenen Kameraden auf das herzlichſte. Nach der Verleſung des Protokolls
von der vorjährigen Generalverſammlung gab Kamerad Förſter einen
98ericht über die Veranſtaltungen im abgelaufenen Geſchäftsjahr.
Als=
ſrann gab der Rechner Kamerad Exner einen Kaſſenbericht. Anſchließend
eerichtete der erſte Vorſitzende eingehend über die Vereinstätigkeit im
ab=
gtselaufenen Geſchäftsjahr. Beſonders zu erwähnen iſt hier unſere
Unter=
ſtüitzungskaſſe, Konfirmandenheihilfe, Kranzſpende. Bei der Wahl des
Riorſtandes wurden folgende Kameraden gewählti Kamerad Albrecht Bock
Vorſitzendey, Kamerad Wilhelm Köbel 2. Vorſitzender, Kamerad
Hein=
uich Aulbach 1. Schriftführer Kamerad Ferdinand Flach 2. Schriftführer
hramerad Karl Eener 1. Rechner, Kamerad Otto Ludwig Müller 2.
hrechner, Beiſitzer Kamerad Edmund Otto, Heinrich Schroth und
Beter Hildenbeutel, Kaſſenprüfer Kameraden Günter und Schweickert.
9ai Vepſchiedenes teilte der 1. Vorſitzende mit, daß er ab
Januar 19B8 die Gauleitung des Gaues „Südweſt= Liskuſſion einſtimmig gutgeheißen. Kamerad Seibert, ſowie dem
Rech=
dreutſchland” der R. e. K. übernommen hat, mit dem Sitz in Darmſtadt,
Aurifenſtraße 38. Weiter teilte er noch mit, daß am B. Fehruar im
Ver=
umslokal ein Lichtbildervortrag ſtattfindet „Tauſend Jahve franzöſiſche
Geewaltpolitik”. Alle Kameraden der Ortsgruppe, welche im Beſitze eines
ſwanzöſiſchen Guthabenſcheines ſind, werden gebeten, umgehend einen
Urntrag an die Reſtverwaltung zu ſenden; Formulare ſind zu haben in
dur Geſchäftsſtelle, Darmſtadt, Luiſenſtr. 38 (Laden). Nachdem der 1.
Vor=
iisende dem alten Vorſtand ſowie den Wahlleitern den Dauk
ausge=
urochen hatte, konnte er die gut verlaufene Verſammlung ſchließen.
— Der Gefangverein Teutonia hielt ſeine Generalverſammlung n
te die erſchienenen aktiven und inaktiven Mitglieder und dankte für
ſer zahlreiches Erſcheinen. Herr Karg gab einen kurzen Tätigkeitsbericht nat
üner das abgelaufene Jahr und gedachte am Schluſſe ſeiner Ausführungen mon. Die Vorſtandswahl verlief ſehr raſch, da der geſamte alte
Vor=
dies im letzten Jahr verſtorbenen Ehrenmitgliedes. Herrn Englert. Der
Muahresbericht des 1. Schniftführers, Herrn Schmidt, ſowie der
Kaſſen=
brricht des 1. Kaſſierers, Herrn Trautmann, wurden genehmigt. Geehrt
umuiden 7 Sänger, die im Jahre 1927 alle Singſtunden beſucht haten, verſammlung mit einem begeiſtert aufgenommenen Hoch auf das deutſche
ſeurch Ueberreichung eines Andenkens. Der Vorſtand wurde einſtimmig Lied und auf unſere unter der tüchtigen Leitung des Muſikdirektors
wiiedergewählt. Zum 75jährigen Jubiläum gab der 1. Vorſitzende
Aus=
turnft über die Vorarbeiten. Am Schluß der Generalverſammlung dankte
wahnte die Sänger zur guten Zuſammenarbeit auch im neuen
Vereins=
mihr. — Maskenball. Der Geſangverein Teutonia hält ſeinen
dies=
ſigenhafter Beleuchtung ausgeſtattet.
nedächtig! Nur immer ſachtel. So merkt man auch noch nicht allzu viel
vom Karneval, im Gegenſatz zu unſeren rheiniſchen Nachbarſtädten,
uwo ſchon ſeit Wochen reges karnebaliſtiſches Treiben herrſcht. Aber
mach dem 28. gehts auch im Darmſtadt los! Doch zum Karnetzal gehört neueſte Veröffentlichung der verdienſtvollen Forſchungen von L. Kolisko=
Sttimmung! — „Vorſtimmung! — „Mordsſtimmung” — „Kater an
Aiſchermittwoch!! Die „Vorſtimmung” bringt der V. Januar. Der 19
2oarmſtädter Schwimmklub „Jung=Deutſchland” vereinigt ſich mit ſeinen
(päſten zu einer geſellſchaftlichrn Veranſtaltung ohne karnevaliſtiſchen
ſcharakter, die aber in ihrem Auftakt eine ſolch ſchmiſſige mitreißende
nuit allem Pomp ausgeſtattete Nevue bringt, daß der anſchließende
Feſt=
blall die Stimmung auslöſen wird, die ich oben als „Vorſtimmung” zum
ſyarnebal bezeichnete. Wer dieſe Revue „Vom Woog zum Woog” im
morigen Jahre geſehen hat, dem brauche ich weiter nichts mehr zu
ſeagen, und wer nicht da war, der mache Gebrauich von der oben
ergan=
gaenen Einladung.
Kleingartenbau und Dauerkolonien.
Die Hauptverſammlung des Landesverbandes der
Kleingartenbau=
vereine von Heſſen fand in Darmſtadt ſtatt. Dieſe alljährlich
ſtattfin=
dende Verſammlung der Vertveter ſämtlicher dem Landesverband
ange=
ſchloſſenen Vereine bezweckt eine Ausſprache über die Tätigkeit.
Ent=
wicklung und Fortſchritte des Verbandes ſowie den weiteven Ausbau
der Organiſation. In keiner Bewegung iſt ein ſo enger
Zuſammen=
ſchluß erforderlich, wie gerade in unſerer Kleingartenbewegung, denn
faſt uübewwindlich ſind die Schwierigkeiten, welche uns in der Frage
der Dauerkolonien von einzelnen Stadt= und Gemeindevertretungen
be=
reitet werden. Iſt es doch gerade die Kleingartenbewegung, welche die
Geſundung des ganzen Volkes fördert und Zufriedenheit in den
Fa=
milien erhält. Um nun ſchöne, gut ausgebaute Kolonien zu erſtellen,
die den Schönheitsſinn aller Menſchen befriedigen, iſt es unbedingt
not=
wendig, der Frage der Dauerkolomien mit größter Beſchleunigung
näher=
zutreten, bevor die Bodenſpekulation die Zuweiſung geeigneten
Gelän=
des erſchwert. Zur Aufklärung der hieſigen Kleingärtnerſchaft über dieſe
Fyagen hatte der Landesverband am Samstag, abend3 8 Uhr, im „
GHa=
nouer Hof” einen Lichtbildervortrag veranſtaltet. Als Redner wurde
unſer altbewährter, hochverehrter Führer, Herr Rektor Förſter,
Vor=
ſitzender des Reichsverbandes gewonnen. Der Vorſitzende des
Landes=
verbandes, Herr Studienrat Fiſcher aus Offenbach a. M., eröffnete um
8 Uhr die Verſammlung und begrüßte alle Erſchienenen auf das
herz=
lichſte. Beſonders begrüßte er Herrn Oberfinanzrat Luzius als
Ver=
treter des Miniſteriums, ferner den Vortragenden, Herrn Rektor Förſter.
Von dem Geſanaverein Weſtend wurden einige ſehr ſchöne Geſänge
zu Gehör gebracht, und dankten die Anweſenden in dem überfüllten Saal
für den ſchönen Geſang. Hierauf erhielt Herr Rektor Förſter das Wort
zu einem hochintereſſanten Vortnage:
Das Problem der Daucrkolonien.
In pachenden Worten ſchilderte der Redner die Nöte der
Klein=
gärtnerſchaft und das Streben nach einer eigen Scholle, welche nur in
der Dauerkolonie gewährleiſtet werden kann. Dieſe Dauerkolonien
müſſen in jeder Stadt zur Verfügung geſtellt werden und könnten ſehr
gut, wie es z. B. in Wien und anderen Städten bereits durchgeführt iſt.
in den die Stadt umgebenden Grüngürtel eingefügt werden. Es iſt
hierdurch einerſeits für die Kleingärtner geſorgt, audererſeits aber auch
den Erholungsſuchenden Gelegenheit geboten, auf den die einzelnen
Blocks durchziehenden Straßen ſpazienen zu gehen und bei Ermidung
Erholung auf den zahlreich aufgeſtellten Bänken zu ſuchen. Der Redner
ſchilderte eingehend den jetzigen Zuſtand der Kleingärten und deven
Aus=
geſtaltungsmöglichkeit bei Bewilligung von Dauerkolonien. Nachdem
der Vortvagende ſich eingehend, über die Art, Ausgeſtaltung uſwp, der
Dauerkolonien ausgeſprochen, wandte er ſich der Frage zu:
Wie erhalten wir unſere Dauerkolonien?
Hierzu iſt vor allem ein enges Zuſammenarbeiten mit den ſtaat=
Niie
und ſtädtiſchen Behörden erforderlich. Es muß von den Vereinen
gefordert werden, daß bei allen Tagungen die Vertreter der Regierung,
der ſtädtiſchen Behörden und der politiſchen Parteien eingeladen werden.
Nur durch perſönliches Mitleben in unſeven Tagungen können dieſe
In=
ſtanzen erſt von unſeren Nöten überzeugt werden. Vor allem muß
da=
für geſorgt werden, daß die fünfte Großmacht, die Preſſe, ſtets bei
un=
ſeren Tagungen zugegen iſt. Von der heſſiſchen Regierung wird unſeren
Beſtrebungen jederzeit großes Intereſſe entgegengebracht. Deshalb
he=
grüßte es der Vortragende mit großer Freude, daß Herr Oberfinanzrat
Luzius, ein freundlich geſinnter Förderer uſerer Sache, bei keiner
un=
ſerer Tagungen fehlt. Redner verbreitete ſich dann weiter über die
Frage der Geländebeſchaffung. Hier befürchtet er mit Recht, daß es ſehr
oft zu Schwierigkeiten kommen würde, weil durch die Errichtung von
Dauerkolonien das Gelände der Bodenſpekulation entzogen wird und
Entſchädigungen ſeitens der betreffenden Grundſtückseigentümer
ver=
langt werden. Aber alles dieſes darf kein Hindernis fein. Weiter ſollen
die Vereine alljährlich Ausſtellungen veranſtalten, kurzum alles
ber=
ſuchen, die Aufmerkſamkeit der breiten Oeffentlichleit auf unſere
Ve=
wegung zu lenken. Vor allem aber iſt Geſchloſſenheit in den Reihen
der Kleingärtner notwendig, alle Säumigen müſſen herangeholt werden.
denn nur eine Großmacht kann ſiegen.
Der Vortragende ging dann zur Erklärung der eimelnen
Licht=
bilden über. Man ſah hier Städtegrundriſſe mit den einzeln
eingeſtreu=
ten Gärten, groß und klein, ohne jede Regelmäßigkeit. Dann ſah mau
Muſtergärten, Pläne für Kolonien ſowie bereits beſtehende Kolonien.
Berlin hat z. B. in allerletzter Zeit 2000 Hektar für zirka 80 000
Klein=
gärtner zu Daueranlagen bereitgeſtellt. Bravo!. Weiter ſah man ſehr
ſchöne Anſichten von Lauben, die mit nicht zu großen Koſten herzuſtellen
ſind, ſchöne Gartenanlagen, Wegeeinfaſſungen u. a. mehr. Mit den
Worten: „Legt Schönheit und Farbe in Eure Gärten, macht Eure
Gär=
ten zu einem Geſundbrunnen für Eure Familien und vor allem, ſorak
für eine ſtraffe Organiſation, dann werden wir dahin kommen, wohin
wir ſeit Jahnen ſtreben, zu unſeren Dauerkolonien,” ſchloß der Redner
ſeinen mit ſtarkem Beifall aufgenommenen Vortvag. Der Leiter der
Verſammlung dankte dem Vortragenden aufs herzlichſte ſowie dem
Ge=
ſangverein Weſtend.
Am Sonntag vormittag 9½ Uhr eröffnete dann Herr Fiſcher die
diesjährige Landeshauptverſammlung und begrüßte alle Vertreter ſowie
unſeren Gaſtgeber, die Intereſſengemeinſchaft Kleingartenbautreibender
Darmſtadt=Nord. Ein Geſangverein erfreute die Anweſenden durch
einige ſchöne Göſänge, für welche ſtarker Beifall geſpendet wurde.
Daran anſchließend begrüßte Herr Fiſcher beſonders den Vertreter des
Miniſteriums, Herrn Oberſinanzrat Luzius, ſowie den Vorſitzenden des
Reichsverbandes, Herrn Nektor Förſter. Der gaſtgebende Verein
be=
grüßte durch ſeinen 1. Vorſitzenden, Herrn Lutz, die Erſchienenen mit den
beſten Wünſchen für eine gute Tagung.
Darauf trat die Verſammlung in die Tagesordnung ein, Geſchäfts=
und Kaſſenbericht wurden gegeben, dem Nechner wurde Entlaſtumg
er=
teilt. Sodann beſprach der Vorſitzende des Reichsverbandes, Herr
Rek=
tor Förſter, nochmals das Problem der Dauerkolonien, um auch den
zahlreich erſchienenen auswärtigen Vertretern Gelegenheit zu geben, ihre
Anſichten zu äußern. Seine Ausführungen fanden ſtarken Beifall ſeitens
der Anweſenden. Herr Förſter forderte auch hier wieder Einigkeit und
Geſchloſſenheit. „Einer für alle. Alle für einen” und ſchloß ſeine
Aus=
führungen mit dem Wunſch auf einen baldigen Erfolg. Von den weiter
zur Verhandlung ſtehenden Punkten iſt erwähnenswert, daß die
Schaf=
fung einer Unterſtützungs= und Rechtsſchutzkaſſe beſchloſſen wurde zu
der die Vereine anteilsgemäß zuzuſteuern haben. Es ſoll hierdurch
Gelegenheit geboten werden. Vereinen, welche einen koſtſpieligen
Rechts=
ſtreit durchzufechten haben, oder ſolcheu, welche umverſchuldet in Not
ge=
raten ſind, zu helfen. In der debatteloſen Annahwe dieſer ſozialen
Ein=
richtung zeigte ſich das große Zuſammengehörigkeitsgefühl der
anweſen=
den Vertreter. Nach gut verlaufener Tagung ſchloß der 1. Vorſitzende,
Herr Studienrat Fiſcher, die Verſammlung mit herzlichem Dank an alle,
die den guten und reibungsloſen Verlauf der Tagung durch ihre ruhigen
und ſachlichen Ausführugen ermöglichten.
Hierauf ging man zum gemütlichen Teil über. Nach gemeinſamem
Mittageſſen, deſſen vorzügliche Zubereitung bei allen Teilnehmern die
größte Befriedigung erweckte, wanderten die Vertreter, der Heſſiſchem
Kleingartenbauvereine und deuen Angehörige uter Führung des Herrm
Oberfinanzrat Luzius über die Künſtlerkolonie, bei welcher Genannter
einige ſehr intereſſante, aufklänende Worte über die Geſtaltumg dieſes
Komplexes ſprach, zu einem gemütlichen Kaffee nach Jagdſchloß
Kranich=
ſtein, wo bei gemütlichem Beiſammenſein und anſchließender Beſichtigung
des Schloſſes allzu ſchmell die Zeit verfloß.
Mit herzlichem Dank für die freundliche Aufnahme und mit voller
Befriedigung über den harmoniſchen Verlauf unſerer Tagung ſchieden
die auswärtigen Vertreter auts Darmſtadts Mayern.
* Flugunfall. Geſtern vormittag kurz nach 10 Uhr iſt der
Flugſchüler Linberger von der Fliegerſchule Würzburg auf
dem Flugplatz Babenhauſen mit ſeinem Schulflugzeug bei der
Lardung verunglückt. Das Flugzeug wurde zertrümmert.
Lin=
berger erlitt jedoch nur leichte Verletzungen.
Bolkshochſchule. Am Montag, den 30. Januar, ſpricht Herr
Oberſtleutnant Leon in einem Lichtbildervortrag über
Südtirol=
das er geſchichtlich und kulturgeſchichtlich behandeln wird. Der Vontrag
findet ſtatt abends 8 Uhr im Saale 137 der Tehniſchen Hochſthuſe. —
Am Dienstag, den 31. Januar, beginnt Schweſter J. Kobert ihre
Vor=
leſung über „Zeitgemäße Säuglingspflege‟. Die
Vor=
leſung findet jeſveils Diensdags in der Tachniſchen Hochſchule ſtatt und
wird 4 Abende umfaſſen. Die Hörgobühr beträgt 2 Mark.
Anmeldun=
gen erfolgen in der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17.
— Der Reichsbund der Kriegsbeſchädigten und =Hinterbliebenen,
Ortsgrupe Durmſtaot, hielt ſeine Generalverſammlung im „Hanauer
Hof” ab. Nach herzlicher Begrüßung durch den 1. Vorſitzenden,
Kame=
rad Sofbert, wurde auch der im letzten Jahre Verſtorbenen durch
Er=
heben von den Plätzen gedacht. Aus dem Tätigkeitsbericht war zu
ent=
nehmen, daß der Vorſtand auch im abg=laufenen Jahre eine
außer=
ordentliche Tätigkeit entfaltet hat. Auch die Rachnungsablage wies
einen erfreulichen Beſtand aus. Beide Berichte wurden nach erfolgter
ner, Kauerad Scharmann, wurde Dank geſagt. Mit wemig Aenderung
wurde der ſeitherige Vorſtand wieder=, als Ergänzung 4 weitere
Mit=
glieden neu gewählt. In ſemem Schlußvort wies der Vorſitzende
darauf hin, daß demnächſt Fuau Detzel aus Koblenz hier ſprehen wird,
und bittet auch dazu um ein vollbeſetztes Haus.
Der Männergeſangverein Concordia hielt im Vereinslokal
Bürger=
hof ſeine Generalverſammlung ab. Der, Vorſitzende Herr
Karl Beſt begrüßte die erſchienenen Mitglieder und gedachte der Toten,
darunter unſeres allzu früh verſtorbenen früheren Dirigenten Herrn
D. Scheidhauer. Nach Verleſung des Jahresprptokolls gab der Kaſſierer
em Vereinslokal, Mühlſtr. 5, ab. Der 1. Vorſitzende, Herr Karg, be= die Jahresabrechnung bekannt. Trotz der erhöhten Ausgaben im Jahr
1927
t der Kaſſenbeſtand gut. Der Antrag des Vorſtandes, den
Mo=
eitrag um eine Kleinigkeit zu erhöhen, wurde einſtimmig
angenom=
ſtand bis auf vier freiwillig ausgeſchiedene Mitglieder wieder gewählt
wurde. Nach Erledigung einiger weiterer Punkte ſchloß der Vorſitzende
A. Simmermacher ſtehende aufwärtsſtrebende Concordia.
— „Weltenſeele und Weltenleib”, öffentlicher Vortrag von Martha
dur 2, Vorſitzende alle Anweſenden für die ſachliche Mitarbeit und er= Heimeran, Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft, am Freitag, 2. Jan,
abends in der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße. —
Aus dem weitgeſpannten Gebiet der rätſelvollen Fragen über
Menſchen=
iſſchrigen Maskenball in ſämtlichen Räumen des Bürgerhofes ab. Gemau weſen und Weltgeheimmis wird zugleich im Fortſetzung des Vortrags
Böie in den Vorjahren wird auch der größte Saal des Bürgerhofes mit von Dr. Heidenreich Menſchenſeele und Menſchenleib) geſprochen von werde, damit ſo einer Verminderung des Wertes dar Häuſer und des
„Weltenſe
Ue und Weltenleib” Iſt die Materie aus Geiſt oder Geiſt
— Vom Woog zum Woog! Der Darnſtädter iſt im allgemeinen aus Materie, entſtanden? Die Leiblichkeit als das „Ende der Wege
Bottes”, Materialiſationsphänomene; der Menſch als Künſtler und
lagier, vom Wunder der Transſubſtantiation, von der Wandlung im
chriſtlichen Gottesdienſt. Es wird auch eingegangen werden auf die
nenwirken in Erdenſtoffen II (Die Sonnenfinſternis vom 2. Juni
1o5) Vergleiche auch die Anzeige.
Hr ee e e eie eene ee i
ſchwamms. Der Vorſitzende, Herr Direktor Schüttler, eröffnete
die ſtark beſuchte Verſammlung, die im Konkordiaſaal ſtattfand. Es
waren außer den Handwerkerkreiſen auh viele Hausbeſitzer erſchienen.
Der Redner, Herr Puüivatdozent Dr. Heil, ſchilderte in der Eiuleitung
ſeines Vortrages die Rehtslage beim Verkauf eines Hauſes, in dem
ſpäter das Auftreten des Hausſchwamms feſtgeſtellt wurde. Es ſind,
um Rechtsamſprüche geltend zu machen, eine Reihe von Fragen zu
klä=
ven; dazu gehört der Zeitpunkt der Emtdeckung des Schwamms, das
etwaige Alter des Schwamms, ſowie die Feſtſtellung, ob es ſich auch um
den echten Hausſchwamm handelt. Der Hausſchwamm kommt nur in
menſchlichen Wohnungen vor, nicht in der freien Natur; die dort
auf=
tretenden Schwämme ſind andere Arten. Der Glaube, daß der
Haus=
ſchwamm auch Steine oder Mauerwerk durchdringt, iſt im dieſer Form
irrig, er kann vur vom Holz aus, ſeineu einzigen Nährboden, im den
Mörtel vondringen. Für den eigentlichen Schwamm wird im
Laien=
kreiſen oft nur der Fruchtkörper gehalten, der die Fortpflanzungskörper
die Sporen, erzeugt, von denen 3½ Milliarden in einen Kubikzentimeter
gehen. Durch geringſten Luftzug werden die Sporen fortgewoht und
können auf vorerkranktem Holz keimen. Sie bilden zuächſt Zellfäden,
von denen ſich viele zu dem ſogen. Myzelürm zuſammenfinden. Dieſes
erſcheiut als ſpunnwehartiger oder häutiger Belag und ſtellt den
eigeut=
lich zerſtörenden Teil des Pilzes dar. Aus dem Myzel entſtahen bis zu
bleiſtiſtdicke Stränge von meiſt grauer Farbe und die vorhin
erwähn=
ten Frichtkörper, die meiſt geblich rot gefärbt ſind und einen weißen
Zuwacspand haben. Der Pilz führt an dem Holz von der Oberfläche
ins Innere und macht gewöhnlich vor einem Lackanſtrich halt. Im Holz
bilden ſich carakteriſtiſche Schwundriſſe. Da es über 40 verſchiedens
Arten von holzerſtörenden Pilzen gibt, die allermeiſt in ihrer
Zer=
ſtörungskraft hinter dem Hausſchwamm zurückſtehon, iſt eiue
einwand=
freie Feſtſtellung, beſenders wenn Anfangsſtadien vorliegen, nur vom
geüibten Votaniker möglich. Die Frage, ſtößt manchmal auf ſolche
Schwierigkeiten, daß man beſondere Forſchungsinſtüitute dafür
eingerich=
tet hat. Für die Praxis ergibt ſich hieraus, daß ein trockener Bau mit
vorſorglicher Holzimprägnation am wenigſten oder gar nicht gefährdet
iſt. Herr Prof, Dr. W. Sonne ſprach hierauf über ſeine
Erfahrun=
gen aus der Hausſchwammprasis. Er führte u a. aus, daß auf Grund
Karl Beſt die von außerordentlich guter Stimmung getragene General= von eingeſandten Holzproban mit Reſten des Pilses ſich der echte
Haus=
ſchwamm nüht immer mit genügender Sicherheit feſtſt=llen laſſe. Es
komme vor allem darauf an, den Ausgangspunkt dieſes Holzzerſtörers
feſtzuſtellen, und das könne nur durch eine eingehende Ortsbeſichtigung
geſchehen. Man ſolle deshalb die Koſten fur ein ſolches Gutachten mcht
ſchenen. An Hand von Photographien zeigte der Rodner, auf wie
ver=
ſchiedene Weiſe der Hausſchwamm eingeſchleppt werden kann und welche
Umſtände ſeine Verbreitung begünſtigen können. Gs ſei zu wünſchen,
daß die Kenntnis der Naturgeſchichte des Hausſchwamms Allgemeingut
Volksve mögens vorgebeugt wnd. Die beiden Vorträge wurden mü
ebhaftem Beifall aufgenommon, und der Vorſitzenbe konnte den
Rch=
gern für ihre lichtvollen Ausführungen danken. An die Vorträge ſchloß
ſich eine Ausſprache.
— Kinder=, Tanz= und Spiel=Lieder von Lili Hickler, Darmſtzdt.
Wer vor einigen Jahren den Auführungen der Kinder= Tanz= und
Spiel=Lieder von Lilt Hickler beſwohnte, wird es mit Freuden begrüßen.
daß am 4. und 5. Februar eine große Anzahl hieſiger Kinder alte und
neue Lieder im „Kleinen Haus” aufführen werden. Ueher die Büi
Hickler’ſchen Kindeu=Lieder, die in allen größeren Städten Deutſchlands
und der Schweiz freudigſte Aufnahme fanden, ſchreibt die München=
Augsburger Abendzeitung unter auderem: „Sonne, Licht und Wärme
lagen über den entzückenden Bilbern, die aus der großen, wohl der
größten meuſchlichen Kumſt, der Kunſt des Verſtehens, geſchaffen
wur=
den. Lili Hickler hat mit einem tiefen Blick in das Kinderherz geſchaut=
und was ſie darin Wonniges ſah, gelangt in dem bunt blühenden
Bildes=
kranz zum Ausdruck.”
DdMTOT
Soart Geld:
m
Fasthalten—
rog Vorhendeg
Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer USM.)
Kafff
—2 Achten Sie auf den Namen Leukoplast, de Nachahmungen im Handel sind.
P Hurne
C Erhältlich in Apotheken, Drogerien, Bandagengeschäften in Rollen von 30 Pf. 20
Leukoplast ist immer aut,
Wenn man sich vortunden tük.
aber nieht nur zu Verbänden
Kann man Leukoplast vewwendent
Pappe, Porzellan und Slas,
Alles, Alles kittet daa
Ansteckdosen, Bilderrahmen,
Schachteln, Schirme, Puppendamen=
Summischläuchs, Badekeppen.
Regenmäntel, Aktenmapgen,
Noten, Bilder, Thermometer,
Goethes Faust und Strunwelpsfer,
Alles klebt das LEUKOPLAST.
Sorg; 4a8 0u8 im Hausg hastt
Seite 6
Donnerstag den 26. Januar 1928
Nummer 26
Gasküche und elektriſche Küche.
Verſchiedene Zuſchriften aus Leſerkreiſen, nicht zuletzt auch
die Aeußerungen der Gaswerke, lehren, daß der Aufſatz in Nr. 5
des „Darmſtädter Tagblatts” in bezug auf Zweck und Ziel von
einzelnen Leſern gründlich mißverſtanden worden iſt. Unter der
Aufſicht des Verfaſſers ſind ſeinerzeit in deſſen Hauſe in Köln
faſt ein Jahr hindurch vergleichende praktiſche Kochverfuche mit
Gas= und elektriſchen Apparaten mit gleichzeitiger Ableſung der
Gasuhr, des Zählers und des Wattmeſſers durchgeführt
wor=
den. Ueber die Ergebniſſe hat der Verfaſſer dann in einer
elektro=
techniſchen Geſellſchaft berichtet. Der Aufſatz iſt eine Bearbeitung
dieſes Vortrages; er iſt entgegen der Meinung eines Leſers
weder von einer Firma inſpiriert, noch für eine ſolche geſchrieben.
Den eigenen praktiſchen Erfahrungen entſprechend, ſind die
heute allgemein anerkannten Vorzüge der elektriſchen Küche
ge=
bührend hervorgehoben; mit keinem Worte aber iſt in dem
Auf=
ſatz geſagt, daß die elektriſche Küche heute etwa „billiger” iſt als
die Gasküche. In der Einleitung wurde deutlich genug
voraus=
geſtellt, daß aus einer Kilowattſtunde nur etwa ein Fünftel der
Wärmemenge zu erhalten iſt, die man durch Verbrennung von
einem Kubikmeter Gas erhalten kann. Unter Beachtung des
Preiſes, den man heute für eine Kilowattſtunde und für einen
Kubikmeter Gas im günſtigſten Falle zu zahlen hat, hätte dieſe
Feſtſtellung allein genügen müſſen, um den Vorwurf der
Irre=
führung nicht aufkonmen zu laſſen. Außerdem iſt noch
ausdrück=
lich geſagt, daß da, „wo es ſich um größere Kochleiſtungen (alſo
große Wärmemengen) handelt, bei heute gegebenen Verhältniſſen
die elektriſche Küche mit der Gasküche überhaupt nicht in einen
wirtſchaftlichen Wettbewerb einzutreten vermag‟. Das Gaswerk
ſtieß offene Türen ein, als es glaubte, dieſe bereits vorhandenen
Feſtſtellungen auf dem Wege eines Wettbewerbes herbeiführen
zu müſſen.
Der Sinn des Aufſatzes war lediglich, zu zeigen, daß es
Fälle gibt, in denen auch heute ſchon das elektriſche Kochen in
den Bereich der „Erſchwinglichkeit” gerückt wird.
Erſchwinglich=
keit und Billigkeit iſt aber doch wohl ſehr zweierlei. Der Aufſatz
hatte das Ziel, jedem, der ſich dafür intereſſiert, die Mittel an
die Hand zu geben, in ſeinem beſonderen Fall ſelbſt nachzuprüfen,
ob für ihn dieſe Erſchwinglichkeit vorliegt oder nicht. Zu dieſem
Zwecke wurden die praktiſch eimittelten Zahlen gegeben. Damit
iſt Zweck und Ziel des Aufſatzes vollkommen erſchöpft.
An Hand ſeiner monatlichen Stromrechnungen kann ſich
jeder mit Hilfe dieſer Zahlen für ſeine beſonderen Verhältniſſe
ausrechnen, welche jährliche Mehrausgabe ihm die elektriſche
Küche auferlegen würde, und mancher wird finden, daß er ſie
tragen kann. Die Vorzüglichkeit einer Sache aber nur darum
zu leugnen, weil man ſelbſt nicht in der Lage iſt, ſich dieſe Sache
zu leiſten, iſt ſinnlos.
Ich wiederhole: In dem Aufſatz wurde nur geſagt, daß die
heutigen Tarife die elektriſche Küche in beſchränktem Maße (nicht
für Großküche!) in den Bereich der „Erſchwinglichkeit” rücken.
Dazu ſind Beiſpiele angeführt, die aus dem praktiſchen Leben
entnommen ſind. Der Fall der Zweizimmerwohnung bezieht ſich
auf die Erfahrungen, die im Haushalt eines Eiſenbahners
ge=
macht worden ſind, der mir ſagte, daß er die Mehrausgaben für
den Betrieb des Oekonom nicht nur erſchwingen könne, ſondern
im Hinblick auf die Entlaſtung ſeiner Frau auch gerne trage.
Dem Vorhalt, daß ich vor nicht allzu langer Zeit nicht für
den Wohnungstarif eingenommen geweſen bin, muß ich damit
begegnen, daß ich ſeinerzeit gewiſſe Bedenken gegen die
Hand=
habung der Anrechnung der einzelnen Räume (ob Haupt= oder
Nebenraum und ob alle Räume gerechnet werden) hatte, von
der ich unter Umſtänden eine Grundgebühr befürchtete, die die
billige Arbeitsgebühr wieder illuſoriſch machen würde. Nachdem
die Erfahrungen gelehrt haben, daß die Anrechnung der
einzel=
nen Räume durchrus loyal gehandhabt wird, und nachdem
mitt=
lerweile auch der Preis für die Arbeitsgebühr von 15 Pfennig
auf 12 Pfennig je Kilowattſtunde heuntergegangen iſt, ſind die
Bedenken beſeitigt. Die Entſcheidung, ob der Wohnungstarif
vorteil haft iſt, kan ebenſo wie die Entſcheidung, ob die
elek=
triſche Küche erſchwinglich iſt, nur auf Grund der Prüfung der
im Einzelfall gegebenen Verhältmiſſe getroffen werden. A. v. L.
Anmerkung der Schriftleitung. Wir haben den
erſten Aufſatz veröffentlicht, weil er — nach ſeinem ſachlichen
In=
halt gewertet — kaum mißverſtanden werden konnte. Mehrere
Zuſchriften beweiſen, daß das dennoch geſchehen iſt. Nunmehr
ſchließen wir die Erörterungen an dieſer Stelle,
Kaufmänniſche Berufswettkämpfe.
Der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=Verband im Gau Main=
Weſer veranſtaltet am Sonntag, den 29. Januar und 5. Febpuar 1923,
in 12 zentral gelegenen Städten von Heſſen, Heſſen=Naſſau, Waldeck und
dem Nahegebiet kaufmänniſche Berufswettkämpfe. Erfaßt werden alle
Kaufmannslehrlinge und jungen Kaufmannsgehilfen bis zum 20.
Lebens=
jahr. Die Mitgliedſchaft im D.H.V. iſt für eine Beteiligung an den
Wettkämpfen nicht erforderlich. Auch wird keine Pyifungsgebühr
er=
hoben.
Die Wettkämpfe werden ausgetragen in Kurzſchrift (Syſteme: Stolze=
Schrey, Gabelsberger, Einheit), kaufmänniſchem Rechnen und in
Situationsaufgaben. Die letzteren behandeln Vorfälle aus dem
prak=
tiſchen Kaufmannsleben, zu denen von dem Prüfling eine kurze
Stel=
lungnahme gefordert wird. Die Anmeldung zu den Wettkämpfen iſt
bei den örtlichen Jugendführern vorzunehmen oder auch bei den
Orts=
geſchäftsſtellen. Ausführliche Durckſchriften können von der
Gaugeſchäfts=
ſtelle des D.H.V., Frankfurt a. M., Elbeſtraße 52, koſtenlos angefordert
werden.
— Die Kochvorträge der Heag beginnen wieder am Freitag, den
27. Januar 1928, abends 8 Uhr, i Vorführungsraum der Heſſiſchen
Eiſenbahn=A. G., Luiſenſtraße 16. Damit wird dem Wunſche ſo
man=
cher Hausfrau Rechnung getragen, die ſich gerne mit den neueſten
elek=
triſchen Geräten vertraut machen möchte, welche ihr auf ſo vielſeitige
Art und Weiſe die ſchwere Laſt in Küche und Haus erleichtern helfen.
An einem ſolchen Vortragsabend werden die neueſten glektriſchen
Ge=
brauchsgegenſtände, die für den geſamten Haushalt in Betracht
kom=
men, praktiſch vorgeführt und erläutert, hauptſächlich jedoch die
elek=
triſchen Kochgeräte, wit denen während des Vortrages gekocht, gebraten
und gebacken wird. Anſchließend werden Koſtproben an die Zuhörer
verteilt. Der Beſuch der Vecträge, die bis auf weiteres jeden
Frei=
tag, abends 8 Uhr, im Heaghaus abgehalten werden, iſt frei.
Polizeibericht. Warnung vor einem Betrüger. Ende
vorigen Jahres erſchien in einem hieſigen Geſchäft ein unbekannter
Reiſender, der ein Buch, betitelt „Die Hausärztin”, zum Preiſe von
10 Mark anbot. Nachdem eine Beſtellung auf das Büch erfolgt war,
erhob der Reiſende 4 Mark als Anzahlung. Der Reſtbetrag ſollte nach
Lieferung des Buches auf Poſtſcheckkonto eingezahlt werden. Der
Beſtell=
zettel wurde von dem Reiſenden mit Albeut Beck unterſchrieben. Das
Buch iſt aber bis heute noch nüſt erſchienen. Nach der Arbeitsweiſe
handelt es ſich bei dem Schwindler um den von vielen Behörden
geſuch=
ten Albert Dilger, geboren am B3. Mai 1895 zu Ebingen. Dilger iſt
„70 Meter groß, ſchlank, hat hageres, blaſſes Geſicht wit kleinem
Schnurrbart. Zuletzt war Dilger mit dunklem Schwedenmantel
be=
kleidet. Dilger nennt ſich auch Frans Weihmeyer, geboren am 11.
Ja=
nuar 1895. Sollte der Schwindler hier wieder auftreten, wird um
ſo=
ſortige Verſtändigung der Kriminalabteilung gebeten. — Feſtnahm
eines Betrügers. Ein ſtellungsloſer Tcchniker aus Düſſeldorf
erſchwindelte ſich von einem Beamten der Firma E. Merck 15 Mark.
Er nannte dem Geſchädigten eine in der chemiſchen Induſtrie gur
be=
kannte Perſönlichkeit, mit deren Empfehlung er vorſprach und auch den
augegebenen Betrag erhielt. Die ſofortige delephoniſche Anfrage ergab,
daß die Angaben des jungen Mannes unzutreffend waren. Er konnte
noch in der Nähe der Firma Merck geſtellt und zurückgerufen werden.
Unter Zurückgabe der 15 Mark gab er den verübten Betrug zu. Er
wurde dem Amtsgericht zugeführt.
p. Große Strafkammer. Eine Sache, deren Hintergrund der
Auf=
chwung der Odenwälder Elfenbeininduſtrie vor etwa 5 Jahren bildet,
beſchäftigt das Gericht wiederholt. Die ſtrafbare Handlung —
rechts=
widrige Zueignung von Elfenbeinketten bzw. deren Erlöſes — geht auf
die Jahre 1923/24 zurück. Der jetzt in Michelſtadt wohnhafte Angeklagte
erhielt am 27. Oktober 1926 von dem damals in Michelſtadt tagenden
Bezirksſchöffengericht eine Geldſtrafe von 150 Mark. Am 3. Februar 1927
verwarf die zweite Inſtanz die Berufung des Angeklagten. Auf des
letzteren Rebiſion hob am 13. Mai 1927 das Oberlandesgericht das
an=
gefochtene Urteil mit den tatſächlichen Feſtſtellungen auf und verwies die
Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zurück. Es
ſteht in Frage, ob es ſich um ein reines Kommiſſionsgeſchäft bezüglich des
Verkaufs von Elfenbeinwaren handelte oder nicht. Der Verteidiger
be=
tont, daß vielfach auf dem Lande mit dem Worte Kommiſſionsgut ein
anderer Sinn verbunden werde. Angeklagter habe weder über die Ware
verfügt noch den Erlös unterſchlagen. Der Angeklagte müſſe
freige=
ſprochen werden. Dieſem Antrag ſchließt ſich der Staatsanwalt an.
Das Urteil ſpricht frei.
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuern für 1927 — grauer
Steuerbeſcheid —. Das fünfte Ziel iſt laut der heutigen
Bekannt=
machung bei Meidung der Beitreibung bis zum 6. Februar 1928 an die
Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu zahlen.
Lokale Veranſſaltungen.
Die Hierunter erfſcheinenden Notlyen ſind ansſchliedlich as Hinwelſe auf Knueinen m bctredten.
in leinem Fallie irgendwie alt Beſprechung oder Kritik.
— „Mir ſinn immer noch dieſelwe‟. Die „Convordia”
hält am Samstag, den 4. Februar, ihren großen Maskenball in den
feen=
haft dekorierten ſämtlichen Räumen der Woogs Turnhalle ab. Da bis
etzt unſere großen Maskenbälle ſich immer einer großen Beliebtheit
er=
freuten, hoffen wir auch dieſes Jahr, daß alle Närrinnen und Narren
bei uns in der Woogs=Turnhalle Einkehr halten. Vorverkaufsſtellen ſind:
Chriſtian Arnold, Ernſt=Ludwigſtraße; Friſeur Ph. Jayme,
Mauer=
ſtraße 4; K. Hellermann, Wienerſtr. 48; Zigarrengeſchäft Kadel an der
Hochſchule, und Zigarrengeſchäft K. Hammel, Mollerſtr.
— Unter dem Motto: „Freit Eich Ihr Leit, bei der
„Fröhlichkeit”, eröffnen die Fröhlichkeitler ihren diesjährigen
Maskenball. Für die närriſche Muſik bietet die Muſikvereinigung
Har=
monie die beſte Gewähr. Die Ausſchmückung und Beleuchtung des
Saales, die von der Firma Gail hergeſtellt wurde, werden jeden Beſucher
unſeres Maskenballes entzücken.
—Deutſchorden. Heute Donnerstag, den 26. Januar,
Knapp=
ſchaftsabend in Treuenau. Herr Bübliothekar Weber ſpricht über
„Darmſtädter Originale und allerlei Jutereſſantes aus Darmſtadts
Um=
gebung”. Samstag fallen die Schachturniere aus.
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* Provinzialausſchuß.
1. Kſage des Bezirksfürſorgeverbandes Frankfurt a. M. geen
den Landesfürſorgeverband Heſſen wegen Erſatzes von
Unterſtützungs=
koſten für Gebhard Gorbach.
Der Knecht Gorbach wurde vom 3. bis 17. Jamar 1927 in
Frank=
furt a. M. im Krankenhauſe behandelt; Frankfurt a. M. behauptet, es
liege fortgeſetzte Hilfsbedürftigkeit bzw. urſächlicher Zuſammenhang
zwiſchen zwei Pflegefällen vor. Darmſtadt verneint jeden
Zuſammen=
hong, Gorbach ſei wegen Marſchunfähigkeit in Darmſtadt im
Verſor=
gungshauſe aufgenommen worden, G. ſei Pſychopath; in Frankfurt
am Main wurde G. an einer Mandelentzündung behandelt, die ohne
Komplikationen verlicf. G. ſei auf der Wanderſchaft begriffen geweſen
und zu Fuß von hier nach Frankfurt a. M. weitergewandert. Die Klage
wird koſtenpflichtig abgewieſen.
2. Klage des Bezirksfürſorgeverbands Reichenbach i. V. gegen den
Bezirksfürſorgeverband Darmſtadt=Stadt wegen Erſatzes der für Frau
Ida Wilkens, geb. Schnee, und deren Tochter Margit Wilkens
aufgewen=
deten Unterſtützung.
Kläger bekauptet, er habe Muttzer und Tochter (letztere
Korreſpon=
dentin, in Palermo geboren) unterſtützt, die von Darmſtadt zugereiſt
ſeien; es licge ſortgeſetzte Hilfsbedurftigkeit vor. Beklagter behauptet,
die Mutter ſei als Kleinrentnerin, die Tochter in Armenfürſorge
unter=
ſtützt worden. Die Tochter habe indes, wie ſpäter zutage getreten, ein
Vermögen von 7000 Lire noch gehabt. Der bezüglich der Mutter
er=
hobene Unterſtützungsanſpruch wird vom Beklagten in Höhe von
40 Mark 50 Pf. anerkannt. Mutter und Tochter Wilkens werden
zur=
zeit vom Bezirksfürſorgeverband Aſchaffenburg, wohi beide verzogen
ſind, unterſtützt. Frau Wilkens, Witwe eines Oberlehrers in Bremen,
wurde in Darmſtadt in gehobener Fürſorge unterſtützt; Darmſtadt
be=
hauptet, bezüglich der Tochter liege keine Hilfsbedürftigkeit vor.
Das Urteil weiſt die Klage bezüglich der Margit Wilkens ab, ſpriht
ſie aben bezüglich der Mutter zu.
3. Antrag der Gemeinde Groß=Steinheim auf Enteignung eines
Teiles des Friebhofs der iſraelitiſchen Roligionsgemeinde Groß=
Stein=
heim zum Zwecke der Durchführung einer Ortsſtraße.
Rabbiner Merzbach beanſtandet, daß die iſraelitiſche
Religins=
gemeinde als Körperſchaft des öffentlichen Rechts nicmals von dem
Oris=
bauplan und der Fortſetzung der Baufluchrlinie Keuntnis erhalten
habe, eine beſondere Mitteilung ſei nicht erfolgt, eine himterher erfolgte
Kenntnisnahme ſei, da das Geſetz verletzt worden ſei, bedeutungslos,
jedenfalls habe die Religionsgemeinde niht gewußt, wie weit die
Ent=
eignung gehe, jedenfalls ſei die Feſtſetzung der Baufluchtliw:e durch das
Miniſtrerium geſetzwidrig. Der Gerichtsvorſitzende betont, daß der
Eiſ=
wand doch nur eine Verzögerung bedeute, materiell aber durch ihn
nichts erreicht würde. Der Rabbiner der Gemeinde betont die Ve
letzung der religiöſen Gefühle der Gemeindemitglieder, die durch eine:
Vergewaltigung herbeigeführt werde, eine Verengerung der Straße ſei
durchaus möglich. Der Bürgermeiſter der Genreinde Groß=Steinheiu
betont demgegenüber, daß es ſich hier um eine doppelſeitig bebaute:
Straße handele. Die Lokalkommiſſion hat den Wert des zu
enkeignen=
den Geländes auf 3 Mark pro Quadratmetzer angenommen. Die
iſraeli=
tiſche Religionsgemeinde will Exhumierung nur durch ihre Beauftragte
vorgenommen wiſſen, hierzu möchte eine geräumige Friſt dieſer
Ge=
meinde gewährt werden.
Der Antrag der Gemeinde Groß=Steinhemm wird wegen Verletzung !
e3 Art. 5 Abſ. 3 der Allgemeinen Bauordnung als einer zwingenden
Vorſchrift abgewieſen. Das Enteignungsyofahren entbehrt einer weſent= Vorausſetzung.
4. Geſuch der Klara Chriſtmann, geb. Kunz, zu Darmſtadt um
Er=
leilung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft mit Brannt= im Hauſe Magdalenenſtraße 3.
Im Hauſe Magdalenenſtraße 3 wurde von 1904—1923 Wirtſchaft
be=
trieben, zurzeit iſt und ſeit 1923 darin das Lager einer Lebensmittel=. Bezüglich der Perſon des Ehemanns beſtanden Beden= hinſichtlich der Konzeſſionserteilung, ſolche wird von der Ehefm!
nachgeſucht. Der Ehemann iſt zu 30 Prozent kriegsbeſchädigt.
Polizei=
amt, Kreisamt, Wirtſchaftsdeputation der Stadtverordneten und
Wirte=
innung verneinen ein Bedürfnis. Der Vertreter der Geſuchſtellerin be=, daß es ſich um die Weiterführung einer immer gut rentierenden
Wirtſchaft handele, ſelbſt in der Inflationszeit ſei der Bierumfatz, w
der Ausveis der Brauerei Binding aus 1922 und 1923 beweiſe, re
tiv ein günſtiger gewaſen, auch beſtehe in der Magdalenenſtraße ſonſt
keine Wirtſchaft, der „Landsberg” zähle zur Alexanderſtraße. Es ſoll
in dem Lokale eine Speiſewintſchaft eingerichtet werden.
Das Geſuch wird abgewieſen.
5. Berufung des Kreisdirektors des Kreiſes Dieburg gegen das
Ir=
teil des Kreisausſchuſſes Dieburg vom 3. November 1927 wegen der
Kommungliſierung des Beerdigungsweſens in der Gemeinde Groß=;
Zimmern.
Der Kreisdirektor hat den Gemeindevoranſchlag bezüglich der Koſtei
der Kommunaliſierung des Beerdigungsweſens auf Weiſung des Mini
ſteriums beanſtandet. Im Verwaltungsſtreitverſohren hat der Kreis
ausſchuß die Beanſtandung des Kreisdirebtors verworfen. Für die C
meinde Bauſchheim und für Gemeinde Griesheim wurden die auf di.
Komualiſierung bezüglichen, im Voranſchlag vorgeſehenen Ausgabe.
von den Kreisämtern Groß=Gerau und Darmſtadt ſeinerzeit genehmig=
In Frage ſteht, ob überhaupt eine Ortsſatzung zur Kommungliſierunn
des Beerdigungsweſens notwendig iſt. Das Miniſterium ſteht auf dern
Standpunkt, die Genehmigung ſolcher Ortsſatzungen grundſätzlich z—
verſagen, und hat am 11. Februar 1924
in einem Ausſchreiben dara,
hingewieſen, daß im Verwaltungsſtreitverfahren die Frage entſchiede
werden ſolle. Auf dem Gebiete des Beerdigungsweſens ſpielten aud
Gefühlsmomente eine Rolle. Der Kreisdirektor ſteht auf dem Stand
punkt, daß nur durch Ortsfatzung und nicht durch bloßen Gemeinderats
beſchluß die Kommumaliſierung des Beerdigungsweſens geregelt wen
den könne. Die Gemeinde Groß=Zimmern erachtet, es genüge ein eits
facher Gemeinderatsbeſchluß, die Ausführung des Beſchluſſes ſtelle i-
Sterbefällen für die Allgemeinheit der Einwohner eine ſtarke Erſpam
nis dar. Die Berufung des Kreisdirektors wird verworfen,
Die Sache der Brauerei Val. Wagner hier gegen die Stadt Darm
ſtadt wurde am 25. ds. wicht zum Schluſſe verhandelt, die Schlußver.
handlung wird erſt in einem ſpäteren Termin ſtattfinden.
Tageskalender für Donnerstag, den 26. Januar 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, End=
21¾ Uhr: „Fidelio”. — Kleines Haus: Keine Vorſtellung. —
Orpheum, Anfang 20 Uhr: „Dr. Stieglitz”. — Konzertt:
Hotel Schmitz, Schloßkaffee, Weinhaus Maxim, Groß=Darmſtal
Walöſchlößchen, Rheingold: Geſellſchaftsabend. —
Kinovorſtei=
lungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Helia,
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Nummer 26
Donnerstag, den 26. Januar 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
Siarkenburg.
E. Bixhauſen, 24. Jan. Oeffentliche
Gemeinderats=
kitzung. Die Gemeinderechnung pro 1926 wurde einſtimmig
geneh=
migt, da bei der Prüfung derſelben keine Beanſtandungen vorkamen.
Die Einnahmen betrugen: 226 984,43 Mark, die Ausgaben 216 087,02
Mark. Die Lieferungen für die Herſtellung der Fußſteige und des
Goſſenpflaſters in der Freyſtraße wurden wie folgt vergeben: Lieferung
der Randſteine: Offenbocher Kunſtſteinwerke, zum Geſamtpreiſe von
1633,55 Mark, Pflaſterſteine: Odenwälder Hartſteininduſtrie Darmſtadt,
Preis R33 Mark. Die Pflaſterarbeiten erhielt die Firma Bender u.
Kehres=Erzhauſen. zum Preiſe von 907,50 Mark. Das Anfahren von
Sand ſoll noch vergeben werden. Die anteilmäßige Koſtenrückzahlung
der Anlieger ſoll in der Weiſe erfolgen, daß alljährlich 4 laufende Meter
bezahlt werden. Wegen Einſpruch gegen die geplante Straße öſtlich der
Bahn, zwiſchen Arheilger Kreis= und Meſſeler Straße, wurde beſchloſſen,
dieſelbe zu ſperren, bis die vorhandenen Baumöglichkeiten erſchöpft ſind.
Die Umlegung von Baugelände beiderſeits der Meſſeler Straße wurde
bertagt. Dem Ankauf von Gelände in der Bahnhofſtraße für
Straßen=
zwecke wurde ſtattgegeben. Die Regelung der Vergütung des
Liſten=
führers der Erwerbsloſen worde bis zur Aufſtellung des nächſten
Voran=
ſchlages zurückgeſtellt. Bei Punkt Verſchiedenes wurde beſchloſſen, dem
Goſangverein „Sängerluſt” anläßlich ſeines an Pfingſten ſtattfindenden
Jubiläumsfeſt einen Ehnenpreis zur Verfügung zu ſtellen.
4n. Arheilgen, 24. Jan. Fahrſcheinheftchen. Die Heſſ.
Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft hat nu gemäß ihres Schreibens an die
hieſige Bürgermeiſterei die Schaffner angewieſen, daß für die Strecke
Arheilgen—Darmſtadt—Luiſenplatz bei Benutzung eines
Fahrſcheinheft=
chens für 3 bis 4 Teilſtrecken nur 5 Pfg. für einen Zuſatzſchein
nachzu=
zahlen ſind. Somit iſt auch für die hieſigen Fahrgäſte eine Verbilligung
eingetreten, was eigentlich ſchon bei Eröffnung der Arheilger Strecke
am Platze geweſen wäre. — Der im Gaſthaus „Zum weißen Schwanen”
abgehaltene Ball der hieſigen Sportvereinigung, wurde durch
ein Konzert einer Abreilung des ſtädtiſchen Orcheſters unſerer
Landes=
hauptſtadt eingeleitet, die dann auch die Ballmuſik ſtellte. Die
muſſ=
kaliſchen Darbietungen fanden den ungeteilten Beifall aller Teilnehmer.
J. Griesheim, 25. Jan. Der Vorſitzende der hieſigen
Wafſer=
baugenofſenſchaft. Herr Konrad Funk Ul., war angeklagt,
am 13. Juli 1927 durch Ableiten des Waſſers und mittels Stauen
des=
ſelben in der Landwehr im Büttelborner Gemeindewald Abt. 31 einen
Schaden von 100 Mark verurſacht zu haben, indem das Abflußwaſſer
onit allem Unrat im den Wald floß und dort eine ſchädliche
Ueberſchwem=
mung herbeiführte. Der Angeklagte beſtritt in der Hauptverhandlung
vor dem Schöffengericht Groß=Gerau, daß die Ueberſchwemmungen durch
Maßnahmen der Waſſergenoſſenſchaft verurſacht worden ſeien; dies ſei
vielmehr nur auf die ſtarken Niederſchläge des letzten Jahres
zunickzu=
führen, zumal die Waſſergenoſſenſchaft von der Oberförſterei Dornberg
und dem Kulturbauamt Darmſtadt die Anweiſung erhalten hätte, die
vor der Landwehr angebrachte Schleufe nicht mehr zu öffnen. Der
mit=
geführte Schlamm hätte ſich deshalb vor die Schleuſe geſetzt und habe
ſo die Ueberſchwemmungen bei hohem Waſſerſtande verurſacht. 2
e
Be=
weisaufnahme und ein vor dem Haupwverhandlungstermin
ſtattgefun=
dener Augenſchein konnten die Beheuptungen des Angeklagten nicht
widerlegen, ſo daß derſelbe gemäß dem Antrag des Staatsanwalts
frei=
geſprochen wurde.
Eberſtadt, B5. Ja. Hauptverſammlungen. Der
Ge=
fangverein „Männerquartett Harmome” hält am Donnerstag (26.
Ja=
nuar) ſeine diesjährige Jahresverſammlung im Gaſthaus „Zur Poſt”
(Fiſcher) ab. Diejenige des Hausbeſitzervereins findet am Samstag
(B8. Januar) im Gaſthaus „Zum grünen Laub” (Walther) ſtatt. —
Gemeinderatsſitzang. Eine öffentliche Gemeinderatsſitzung
findet am Donnerstag (26. Jan.), abends 20 Uhr, im Rathausſaale ſtatt.
42. Pfungſtadt, 25. Jan. Todesfall. Chriſtoph Schaffner 1.
jiſt im Alter von 66 Jahren geſtorben. Schaffner war Mitglied des
ſcrieger= und Militärvereins.
4a. Eſchollbrücken, 25. Jan. Hanptverſammlung. In der
Hauptverſammlung des Fußballklubs „Germania” Eſchollbrücken wurde
Ludwig Hechler zum erſten Vorſitzenden gewählt. Zweiter Vorſitzender
ſiſt Jakob Roth. Rechner A. Terpe, Schriftführer Heinrich Lang, Proto=
Kollführer W. Rotb. Außerdem gehönen dem Vorſtand zwei Beiſitzer
wind zwei Tamburinwarte nebſt Zeugwart an. Der Spielführer wird in
Wder nächſten Mitgliederveyſammlung gewählt werden. Beſonders
her=
vorgehoben muß werden, daß das Mitglied Heinrich Hechler bereits 12
Sahre lang aktiv Fußball ſpielt. Ihm wurde daher ein Geſchenk überreicht.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 25. Jan. Aus der
Gemeindeverwal=
kung. Der Verkauf der Hindenburgbriefmarken ſchließt am 31. Januar
H9B ab. Die poſtaliſche Gültigkeit der Marken, dauert noch bis 30.
Aprik I. J8. Bei der Bürgermeiſterei ſind noch bis zum genannten Tage
EMarken aller Art zu haben. — Das Arbeitsamt Darmſtadt
hat für Arbeitsloſenumterſtützungsempfänger der Landgemeinden Sprech
und Amtstage beſtimmt und zwar Montags und Mittwochs, jeweils
vor=
mnittags von 8—12 Uhr. An den übrigen Tagen können nur in
beſon=
ders dringenden Fällen nach vorherigem telephoniſchem Anruf
Ausnah=
mnen geſtattet werden — Geſangverein „Eintracht‟. Der
dies=
ſäährige Vereinsball findet nicht am 24. ſondern bereits am 4. Februar
I. 38., im Saale des Gaſthauſes „Zur Poſt” (Breidert) ſtatt. Die Muſik
ini=
nwind ausgeführt von dem gefamten Orcheſter der hieſigen Muſik
gung. — Die Beteiligung am 10. Deutſchen Budesſängerfeſt in Wien
Eſt fetzt innerhalb kürzeſter Friſt dem Vorſitzenden zu melden, damit das
Weitere wegen der Quartierbeſchaffung und Reiſe mittelſt Sonderzuges Auf eine Benachrichtigung nach Karlsruhe ſtellte die dorrige
Landeswet=
veranlaßt werden kann. — Obſt= und Gartenbauverein. Die
Sahl der zum Umpfropfen angemeldeten Obſtbäume beträgt jetzt ſchon
üiber 200 Stück. Damit erſcheint die Dunchführung der Maßnahme ge= Rückſender noch eine Belohnung erhalten.
ſichert. Jetzt gilt es aber, auch Leute zu finden, die bereit ſind, die
ge=
rpaltige Arbeit durchführen zu helſen. In erſter Linie muß an
die=
gemigen appelliert werden, die ein Intereſſe an der Sache haben und auch des Gaſthauſes. Zum Natzuraliſten” zu Hirſchhorn eine
Mitgliederver=
chon etwas von der Baumbehandlung verſtehen. Aber auch andere Hilfs=
Sachverſtändigen. Allen, die mithelſen, iſt deshalb Gelegenheit geboten,
Stwas dabei zu lernen. Darüber hinaus wird die Arbeitsleiſtung
ver=
igütet.
r. Babenhaufen, 25. Jan. Die hieſige Schützengeſellſchaft urkude überreicht werden.
e. V.) hielt ihr diesjähriges Ballfeſt im Gaſthauſe „Zum Löwen” ab.
WDer Saal war durch die Handelsgärtnerei C. M. Buchholz von hier 24. Januar 1,44 Meter, am 25. Januar 1,43 Meter.
aaufs prächtigſte in der Flora der vier Jahreszeiten geſchmückt. Unſer
neingsum mit paſſenden Frieſen geſchmackvoll bemalt. Kein Wunder, daß
wöei dieſem ſtimmungsvollen äußenen Gewande und bei der vortrefflichen
ham. Sie wurde durch verſchiedene Uebervaſchungen der Feſtleitung noch mitſamt den Inſaſſen die hohe Böſchung hinunter in den Wald. Als
weſentlich erhöht. In froher Schützenlaune harrten die meiſten Gäſte 3 nicht gelang, das Auto mittels eines Pferdegeſbannes auf die Straße
ſois zum Schluſſe des Ballfeſtes aus.
Im Gaſthaus „Zum Löwen”
ntindet kommenden Samstag das diesjährige Dekorierungsfen ſitzer wieder flott machte. Die Inſaſſen nahmen leinen Schaden, nur
uges Odenwaldklubs ſtatt. Den Rahmen dazu bilden Muſiwvorträge und
nöunte Bühne, zu der gediegene einheimiſche Kräfte gewonnen ſind.
Seine ordentliche Generalverſammlung hält der Geſangverein ſtellung. Anläßlich ſeines 25jährigen Beſtehens hatte der Geflügel=
.Eintracht” dieſen Donnerstag abend im Gaſthaus „Michelsbräu” a
— Reinheim (Odw.), 94. Jan. In den hieſigen Lichtſpielen (Erſtes
Meinheimer Lichtſpielhaus) läuft ab Freitag, den R. Jan, anſchließend
m Palaſt=Lichtſpiele, Darmſtadt, der mit Spanmmg ewwartete Film
L.Garry Domela”
0. Groß Bieberau, 24. Jan. Wandererehrung. Das ſehen bekommen. Die Ausſtellung umfaßte 620 Nummern. Neben den
(Fahresfeſt des hieſigen Odenwaldklubs, das im Lortzſchen Saale ſtatt= verſchiedenſten Hühner=, Enten= ud Gänſeraſſen konnte man die
mannig=
wand, war von dem eifrigen Vorſtande wieder meiſterhaft vorbereitet, fachſten Taubenarten und ſonſtiges Geflügel kennen lernen. Bei der
ſno daß der Verkauf ſich glänzend geſtaltete. Schon die warme und friſch= großen Zahl und auserleſenſtem Material hatten die Preisrichter keine
fröhliche Begrüßung durch den nimmer müde werdenden Vorſitzenden
nerſaßte Wanderbericht ließ das ganze Geſchehen des Jahres vorüber= kleine Jubelfeier ab, bei welcher für ihre beſonderen Verdienſte
wäh=
ziehen. Außer den Ortsgruppen Reinheim, Ober=Ramſtadt und Lichten= rend des Beſtehens desſelben die Mitglieder Karl Martin Boxheimer,
verg war beſonders das liebe Mörlenbach recht zahlreich vertreten und Philipp Griesheimer 7., Georg Kunzelmann, Valentin Mattern, Martin
herzlich bewillkommnet worden. Freund Seriba überbrachte die Grüße Wegerle 8. und Ludwig Friedrich Steffan zu Ehrenwitgliedern ernannt
dues Geſamtausſchuſſes. Die beiden Theaterſtückchen wurden ſlott ge= wurden. Für den Bund deutſcher Geflügelzüchter, den Landesverband
ſichielt. Den Höhepunkt des Abends bildete natürlich die Ehrung der und den Bezirk überbrachte Herr Albrecht=Gernsheim, die herzlichſten
illeiſigen Wanderer. Diesmal waren es 18 an der Zahl, die mit dem
(Soldenen ausgezeichnet wurden. Der frühere Vorſitzende, Studienrat zeigte erneut, daß die Geflügelzucht hier auf einer ſehr hohen Stufe ſteht.
NDr. Stohr in Gießen, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Frohe
Ge=
ſänge und ſtimmungsvolle Onheſterweiſen der Kapelle Kollbacher
füg=
zen ſich paſſend der ganzen Veranſtaltung ein.
I.. Michelſtadt, 24. Jan. Dienſtjubiläum. Der ſeit 1896
ueim Poſtamt Michelſtadt beſchäftigte Oberpoſtſchaffner Lortz konnte
heute ſein 40jähriges Dienſtjubiläum feiern. Aus dieſem Anlaß war der
Arbeitsplatz des Jubilars von den Kollegen ſinnreich mit Blumen
ge=
aahmückt worden. In Anweſenheit des Perſonals überreichte Herr
Poſt=
umſpektor Seip dem verdienſtvollen und überall beliebten Beamten mit
wierzlichen Worten das Anerkennungs= und Glückwunſchſchreiben des
ſöerrn Neichspräſidenten. Um dem wichtigen Tage einen würdigen
Ab=
ſrhluß zu geben, trafen ſich die Kollegen mit dem Jubilar am Abend in / Beugt Husten und Heiserkeit vor: hemmt die Entwicklung schädlicher
inem Gaſthaus, um beim gemütlichen Zuſammenſein alte Erinnerungen / Keime: beugt mirklicher Erkrankung des Halses und der Atmungs
uuszutauſchen. Hierbei wurde Herrn Lortz ein hübſcher Ruh=ſeſſel mit
WPfeife und Tabak überreickt. Möge der ſo Geehrte noch recht lange in
ſörperlicher und geiſtiger Friſche in ſeinem Berufe tätig und ihm ein
ſchön er Lebensabend beſchieden ſein.
Tagung des Mümlingtal=Gaues vom Odenwaldklub.
L. Michelſtadt, 94. Januar.
Der Mümlingtal Gau des Odenwaldklubs hielt dieſer Tage im Hotel
„Altdeutſcher Hof” in Michelſtadt ſeine erſte öffentliche
Gawerſamm=
lung ab, die durch Herrn Rektor Schäfer=König eröffnet wurde und
einen ſtarken Beſuch aufzuweiſen hatte. Es waren insgeſamt 20
Orts=
gruppen vertreten und zwar: Fränkiſch=Crumbach, Brensbach, Heubach,
Fürth i. O., Lindenfels, Höchſt, Neuſtadt, Sandbach, Kirch=Brombach,
Mümling=Crumboch, König, Erbach, Beerfelden, Moſſau, Grasellenbach,
Reinheim, Groß Bieberau, Lichtenberg, Habitzheim und Michelſtadt.
In ſeiner Begrüßungsanſprache wies Herr Rektor Schäfer auf
den Zweck der Gauverſammlung hin, die allen Ortsgruppen Gelegenheit
geben ſolle, ihre Wünſche hier zur Sprache zu bringen, damit ſich der
Gau für dewen Berüchichtigung nach Möglichkeit einſetzen kann. Seine
weiteren Worte galten den Zielen und Beſtrebungen des Odenwaldklubs,
die er den Anweſenden llar und deutlich vor Augen zu führen verſtand
und die durch den folgenden Redner, Herrn Scriba=Reinheim nachhaltig
unterſtützt wurden. Im Namen des Hauptausſchuſſes begrüßte deſſen
2. Vorſitzender die Gauerſammlung und wies darauf hin, daß es ſehr
wichtig ſei, daß der Hauptausſchuß bei dieſer erſten öffentlichen Tagung
des Mümlingtal=Gaues zugegen ſei. Nachdem in den
Haupwerſamm=
lungen des Odemwaldklubs keine Gelegenheit beſtünde, ſpeziellen
Wün=
ſchen einzelner Ortsgruppen nachzukommen ud über ſolche zu
verhan=
deln, da hier vielmehr alles ſo geklärt ſein müſſe, daß es zum
Be=
ſchluß geführt werden könne, ſei es dringend zu wünſchen, daß die
heu=
tige Ausſprache ein Ergebnis haben möge, welches uns gegenſeitig näher
bringt.
Ueber das Thema „Werbetätigleit” ſprach Dr. Götz vom
Haupt=
ausſchuß ausführlich und teilte mit, welch große Summen allein unſere
Zeitſchrift „Die Dorflinde” verſchlinge, die aber auch den Anſpruch
auf eine der beſſen Zeitſchriften der Deutſchen Wandervereine erheben
dürfe. Auch die muſtergültige Markierung der Wege koſte vieles Geld,
weshalb an alle Mitglieder der Ruf ergehe, neue Freunde dem
Oden=
waldklub zuzuführen, damit der Verein noch allgemeiner werde und ſich
weite Volkskreiſe ſeinen Reihen anſchließen. Es muß eine Werbung von
Mann zu Mann erfolgen, damit das ſtolze Gebäude, welches
übernom=
men wunde in ſeiner alten Pracht und Herrlichkeit erhalten werden
kann. Seine Ausführungen wurden ebenfalls durch Seriba=
Rein=
heim uterſtützt, der zur intenſiwſten Werbearbeit aufforderte. Rektor
Schäfer= König erblickt in der Grundung neuer Ortsgruppen, einen
Weg, der zur Erreichung dieſer Ziele führen würde. Als Vertreter des
Hauptausſchuſſes im nördlichen Klubgebiet ſprach Dr. Sauer=
Frank=
furt a. M. der eine innigere Verbindung der einzelnen Ortsgruppen
unter ſich empfahl, da dieſe der Hebung unſerer Sache diene, und nur
durch Zuſammenſchluß und gemeinſame Arbeit Erſprießliches geleiſtet
werden könne. Ferner verbreitete ſich der Redner über den
Eiſenbahn=
verkehr nach dem Odenwald, hierbei insbeſondere die Einführung eines
zweiten Eilzugpaares ſtreifend. Ueber das Verkahrsweſen wurden
nähere Anfragen aus der Verſammlung geſtellt, die durch das
Haupt=
ausſchußmitglied, Bürgermeiſter Daub=Darmſtadt, ausführlich und in
leicht verſtändlicher Weiſe beanwortet wurden. Anträge auf
Verkehrs=
verbeſſerungen, die die einzelnen Ortsgruppen wünſchen und erſtreben,
müſſen bis ſpäteſtens 15. Juli bei Herrn Bürgermeiſter Daub
einge=
reicht werden, der dieſe Fragen mit der Eiſenbahndirektion beſpricht und
ſich für die Erreichung der einzelnen Wünſche, ſoweit dies im Bereich
der Möglichkeit liegt einſetzt. — Die Einführung von
Sternwanderun=
gen wurde von verſchiedenen Ncdnern ebenfalls als vorzügliches
Werbe=
mittel empfohlen. Dr. Götz ſpricht noch über die Werbung innerhalb
des Klubs durch Zuſammenſaſſung der Verkehrsverbände und des Oden=
waldklubs zwecks Dunchführung einer zugkräftigen Propaganda, die in
allen Verbehrsbüros und ſonſt hierfür geeigneten Stellen in Form von
Proſpekten erfolgen ſoll. Auch der Ausbau der Lichtbildwerbung iſt
Gegenſtand einer Ausſprache, und werden die einzelnen Ortsgruppen
um Einſendung von Billdern über die ſich in ihrer Gegend befindlichem
Sehenswürdigkeiten gebeten. — Um die Vergünſtigungen bei Benützung
der von der Eiſenbahndirektion jeden Sommer in einer entſprechenden
Anzahl zur Verfügung geſtellten Sonderzüge den Klubmitgliedern
zu=
gängig zu machen, wunde gewünſcht, bei der Direktion eine
Zuſammen=
ſtellung dieſer Fahrten im Januar eines jeden Jahres zu beantragen und
den einzelnen Ortsgruppen hiervon Abſchrift zukommen zu laſſen. Den
Ortsgruppen ſoll hiermit Gelegenheit gegeben werden, Sonderfahrten
in ihr Wanderprogvamm aufnehmen zu können. Herr Bürgermeiſter
Daub unterſtützt dieſen Antrag und will ſich für deſſen Genehmigung
einſetzen. — Ueber den Punkt „Unterkunftsverhältniſſe” entſtand eine
ausgiebige Ausſprache, die darin gipfelte, daß eine Verbeſſerung dieſer
im hinteren Odenwald wirklich noch ſehr rückſtändigen Verhälniſſe
er=
ſtrebt werden muß, damit nun endlich Klagen dieſer Art, die faſt
aus=
nahmslos von allen Fvemden immer wieder erhoben werden,
verſtum=
men. — Der Rechner des Geſamwereins, Herr Inſpektor Schött,
ver=
breitet ſich über die Finanzverhältniſſe des Klubs, insbeſondere aber
auch über die Dunchführung der Lotterie. Er griff ferner die beiden,
auf dem Werbeplakat des Odenwaldklubs enthaltemen Worte „Seid
dank=
bar” auf und erimnerte daran, daß es doch nur der Odewwaldklub
ge=
weſen ſei, der ſeit Jahrzehnten den Verkehr nach dem Odenwald gebracht
babe. Es iſt dieſerhalb bedauerlich, daß von ſeiten der einzelnen
Ge=
meinden und ſonſtigen Stellen dem Verein ſo wemia Intereſſe gewidmet
würde. Eigentlich ſollten doch alle Gemeinden korporatives Mitglicd
werden, haben ſie doch ſelbſt hierdurch großen Vorteil. Der
Mindeſtbei=
trag von 10 RM. für korporative Mitglieder gibt doch jeder, ſelbſt der
kleinſten Gemeinde die Möglichkeit, durch Zahlung desſelben ihr Intereſſe
an der Sache des Odenwaldklubs zu bekunden. — Im weſtewen Verlauf
wurde die Beſichtigung des Odenwaldmuſeums Michelſtadt ſowie der
Heimatmuſeen Reinheim und Bensheim empfohlen, die für viele
Wan=
derfreunde ſicherlich ein Anziehungspunkt ſei würden. — Ueber das
Thema „Ehrenmal für die Gefallenen” entſpann ſich eine äußerſt
an=
geregte und über eine Stunde währende Debatte, in der nicht weniger
als 19 Redner das Wort ergriffen. Bürgermeiſter Daub führte zu
Beginn ſeiner Schülderung aus, daß dieſer Pukt ſchon ſeit Jahren auf
der Tagesordnung der Sitzungen ſtehe, daß jedoch zu einem
befriedigen=
den Ergebnis ſchwer zu kommen ſei, da Wünſche der verſchiedenſten Art
vorliegen. Es folgte eine Ausſprache über den von der geſamten
Gau=
verſammlug für die Aufſtellung des Ehrenmals geforderten Platz des
Lärmfeuers bei Moſſau, der auch urſprünglich hierfür vorgeſehen war
und gegen den Bedenken erſt nach Bekannwerden des von einem
Lan=
desgeologen angefertigen Gutachtens über die Verwendbarkeit der
Ge=
ſteinsarten, welche daſelbſt vorzuſinden ſind, laut wurden. Es würde zu
weit führen, die Meinungen der einzelnen Redner hier wiederzugeben,
wollen uns vielmehr auf die Worte des Herrn Oberſtudiendivektors Dr.
Kiſſinger beſchränben, der ebenfalls in dem Lärmfeuer den
geeig=
neten Platz für das Ehrenmal ſieht und mit Rückſicht auf das Gutachten
des Landesgeologen, dem nun noch mehrere Gutachten folgem ſollen,
empfiehlt, ruhig zu prüfen und das Ergebnis abzuwarten. Nach den zu
Punkt Verſchiedenes von Dr. Bach=Groß=Umſtadt geäußerten Wünſche
bezüglich Markierungen, auf die Amtsgerichtsvat Becker Dieburg
anwortete, war die Tagung zu Ende, die einen ſehr vegen
Gedanken=
austauſch brachte, für den Herr Apotheker Seribg in ſeinem
Schluß=
wort dankte.
* Rimhorn, B. Jan. Am Sonntag, den 22. Januar, beranſtaltete
der Männergeſangverein im Soale von Herrn Georg Wolf einen
Theaterabend. Zur Aufführung gelangten ein ernſtes Stück: „
Mutter=
ſegen” und als zweites „Der Meiſterhypnotiſeur”. Gs wäre Unrecht,
eine
der Spieler in Vordergrund zu ſtellen, da alle ihre Rollen
be=
haupteten.
Pfaffen=Beerfurth, 24. Jan. Am 22. 6 Mts. beging Herr
Bern=
hard Seibert, Kriegsveteran von 1870, in geiſtiger und körperlicher
Friſche ſeinen 80 ,Geburtstag. Von allen Seiten wurden dem
Ve=
teran überaus zahlreiche Ehrungen zuteil, insbeſondere erfreuten ihn
Schweſter Eliſabeth mit den hieſigen Jungfrauenverein durch Darbietung
zweier Lieder. Auch Herr Pfarrer Munk=Reichelsheim ließ es ſich nicht
nehmen, perſönlich dem Jubilar ſeinen Segen zu erteilen. Die ganze
Gemeinde nahm Anteil an der Freude, die den Veteran ſichtlich berührt,
zu ſeinem 80. Geburtstag entgegenſchlug.
m. Unter=Sensbach i. Odw., 25. Jan. Regiſtrierballon
ge=
funden. Dieſer Tage hielt der Jagdpächter der hieſigen
Gemeinde=
jagd, Herr Winkler, eine Treibjagd am Schnuppenberg ab. Da fand an
der Oſtſeite desſelben Herr W. Schäfer hier in einem Eichenſtockſchlag
die Reſte eines ziemlich großem Ballons. Aus den Papieren in der dabei
liegenden waſſerdichten Taſche ging hervor, daß es ſich um den am 16. 9.
1937 von der Badiſchen Wetterwarte Karlsruhe aufgelaſſenen
Regiſtrier=
ballon Nr. 2718 handelte; alſo ziemlich vier Monate nach Aufflug wurde
er gefunden. Die Ballonhülle auis Gummi lag zu Klumpen geballt zur
Hälfte auf der Erde, die andere Hälfte hing im Gebüſch des Eichelſchlags.
Auf der Erde ſtand unverſehrt das Körbchen mit dem Regiſtrierapparat.
terwarte zur Bergung des Fundes eine Kiſte zur Verfügung und ſtellte
ſich zur Tragung aller Koſten bereit; außerdem wird der Finder vom
Bn. Hirſchhorn, 25. Jan. Handwerkertagung. Am Sonn=
29 Januar, nachmittags püinktlich 8 Uhr, findet im großen Saale
tag,
ſammlung des Ortsgewerbevereins Hirſchhorn ſtatt, wobei die Heſſiſche
rräfte ſind uns willkommen. Die Arbeiten ſtehen unter Leitumg eines Handwerberkammer Darmſtadt durch Herrn Gewerberat Schwck
ver=
treten ſein wird. Bei dieſer Gelegenheit wird der im 9. Lebensjahre
ſtehende Zimmermeiſter Karl Mathes zu Hirſchhorn zum Ehrenmeiſter
des deutſchen Handwerks ernannt und ihm eine dementſprechende Ehren=
— Hirſchhorn, 25. Jan. Wafſerſtand des Neckars am
H. Waldmichelbach, 24. Jan. Glück im Ungkück. Mit einem
einheimiſcher junger Künſtler, Herr Fritz Kehn, hatte die Wände noch Auto wollte der Sohn des hieſigen Polizeidieners einige Arbeiter die
einen Ball beſucht hatten, nach Hauſe fahren. In Unter=Waldmichelbach
Feſtmufik der Kapelle Wohlfarth=Lautz bald die richtige Feſtosfreude auf= verlor der Chauffeur anſcheinend die Führung, und der Wagen ſauſte
zu bringen, mußte ein Flaſchenzug herbeigeholt werden, der den
Sechs=
die Glasſcheiben gingen in Trümmer.
8. Lampertheim, 24. Jan. Jubiläumsgeflügel=
Aus=
zuchtverein „Phönix” in den Näumen der Gaſthäuſer „Rheingold” und
Wacker eine Geflügelausſtellung veranſtaltet, mit der die 2.
Bezirks=
geflügelſchau des Bezirks „Ried” vom Starkenſburger
Geflügelzüchter=
verband verbunden war. Die ausgeſtellten Tiere waren durchweg
Pracht=
exemplare und wohl ſelten wird man eine ſolch reichhaltige Schau zu
leichte Arbeit, aus dem Beſten nochmals das Beſte hexauszuſuchen. Im
KLehrer Zimmer riß die Herzen mit. Der von Lehrer Heyd ſorgſam Nebenzimmer des „Rheingold” hielt der Verein am Samstag abend eine
Grüße und überreichte das Ehrendiplom des Bundes. Die Ausſtellung
Bm. Bürſtadt (Heſſen), 94. Jm. Verkehrs=Verbeſſerung.
Dunch die Eröffnung einer Omnibus=Linie Worms—Bürſtadt—
Lampert=
heim-Hüttenfeld, iſt einem dringenden Bedürfnis der hieſigen
Bevöl=
kerung abgeholfen worden. Man kann jetzt auf ſchnellſtem Weg direkt nach
Worms und zurück gelangen, da die Bahnlinie bekanntlich den Umweg
über Hofheim macht — Auf der Straße Bürſtadt—Lorſch werden ſchon
ſeit Wochen Steine angefahren und wird dieſelbe im Frühjahr mit
Klein=
pflaſter verſehen. Dieſe Straßenverbeſſerung wird wohl allſeits begrüßt
werden, den ſie iſt auch wirklich ſehr notwendig für einen ſolchen
Durch=
gangsverkehr. Die Benutzung dieſer Straße reicht nach einer kürzlich
ſtattgefudenen Verkehrszählung durch die Schutzpolizei Ghauptſächlich in
bezug auf Laſtkraftwagen), annähernd an den Bergſtraßen= Verkehr
heran.
Bm. Hofheim (Nieb), 24. Jan. Beſitzwechſel. Das Wohnhaus
des ab Oſtern nach Darmſtadt verſetzten Lehrers Hübner in der
Bahn=
hofſtraße ging zum Preiſe von 11 000 Mark an Herrn Lehrer Röder
über. — Hauptverſammlung. Die Hauptverſammlung der
ver=
einigten Landwirte Hofheims fand in der „Krone‟ (Jabob Lameli) ſtatt.
Anweſend waren 43 Mitglieder. Der 1. Vorſitzende, Landwirt und
Ge=
meinderat Johann Bitters 3. eröffnete die Verfammlumg mit der üblichen
Begrüßug. Die Protokolle wurden angenommen. Nechner Martin Back
erſtattete Kaſſenbericht mit einem Saldo von rund 99,00 Mk. Als
Ver=
trauensmann wurde nach Darmſtadt Adam Zilles 10 beſtimmt. Es
erfolgte alsdann einſtimmige Entlaſtung des Vorſtandes. In der
Neu=
wahl wurde einſtimmig wieder der ſeitherige, unentbehrlich gewordene
Vorſitzende Johann Bitters 3, gewählt. Georg Krebs wurde 2.
Vor=
ſitzender. Der ſeitherige 1. Schriftführer Jakob Dingeldein legte ſein Amt
nieder, mußte aber den Poſten als 2. Schriftführer anmehmen, und Simon
Keim wurde 1. Schriftführer. 1. Kaſſierer wurde Martin Back 2.
2. Kaſſierer Johann Mayer. Die alten Beiſitzer blieben im Amt.
Vereinsdiener iſt Franz Hinz.
z. Groß=Gerau, 24. Jan. In den letzten Tagen hat ſich die
Ar=
beitsmarktlage im Kreis Groß=Gerau wieder gebeſſert. Zu.
Beginn des Monats betrug die Höchſtzahl der Erwerbsloſen 2400 und
iſt jetzt auf etwa 1900 zurückgegangen. Durch die geplante Schließung
der Chemiſchen Werke in Gernsheim dürſte ſich die Ziffer wieder um
etwa 90 erhöhen.
z. Rüffelsheim, 24. Jan. dur Schaffung eines Barfonds zwedls
Errichtung eines Handwerkerhauſes und eines Heimatmuſeums
ſoll eine Lotterie veranſtaltet werden. Die Opelwerke ſtifteten als
Hauptgewinn ein 4=PS=Perſonenauto.
Der Gewerbeverein
begeht von 12. bis 17. Mai d8 J8. das Feſt ſeines 40jährigen Beſtehens.
Die Jubelfeier iſt mit einer Ausſtellung verbunden.
Rheinbeſſen.
f. Nieder=Olm, 2. Jan. 25jähriges Dienſtjubiläum.
Am 26. d. M. ſind es 25 Jahre, daß Herr Juſtizoberwachtmeiſter Philipp
Lang am hieſigen Amtsgericht angeſtellt iſt. Herr Lang trat am 1. 1
1887 auf dem Bureau der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft in Dienſt
und verblieb dort bis 20. Anguſt 1893. Am 21. Auguſt trat er in
Staats=
dienſt über und wurde als Gefangenenauffeher am Provinzialarreſthaus
Mainz angeſtellt. Am 26. Januar 193 wurde er an das Amtsgericht
Nieder=Olm verſetzt, wo er ſein Amt ſtets gewiſſenhaſt bekleidete. Herr
Lang, der ein kerndeutſcher Mann iſt, war während der
Zwangswirt=
ſchaft und der Zeit des Zuſammenbruchs eine große Stütze des
Amts=
gerichts. Er hat ſich das unbedingte Vertrauen ſeiner Vorgeſetzten
er=
worben und erfreut ſich in unſever Gemeinde einer ſehr großen
Beliebt=
heit. Am 1. Oktober d. Js, wird er in den wohlverdienten Ruheſtand
verſetzt werden. Möge ihm ein ſchöner Lebensabend beſchieden ſein.
4d. Nierſtein, 25. Jan. Unfall. In der Gutehoffnungshüt
lockerte ſich beim Bohren plötzlich ein Stein, wobei er den mit dieſer
Arbeit beſchäftigten Fritz Mayer ſo unglücklich traf, daß dieſer einen
Rippenbruch erlitt und mit dem Sanitätzauto ſofort dem Krankenhaus
zugeführt wurde.
Oberbeffen.
Wenn man Dir sagt
„Fauagokk?
Denk’ gleich an
Ldikenol?
Organe vor; ist von prominenten Persönlichkeiten empfohlen.
Preis Mk. 0.60 und Mk. 1.—
Benthien & Schultz G. m. b. H., Verlin N 39 (TV1906
Vilbel, 25. Jan. Zwei Kinder verbrüht. Eine Frau
wollte ihre beiden Kinder von ſechs und acht Jahnen baden. Sie ſtellte
die Wanne mit heißem Waſſer in die Stube. Als ſie die Stube einen
Augenblick verlaſſen hatte, fielen die beiden Kinder beim Spielen in das
heiße Waſſer und zogen ſich entſetzliche Brandwunden zu. Der
herbei=
gerufene Arzt überführte die Kinder ſofort in das Krankenhaus. Bei
dem einen Kind beſteht Lebensgefahr
v. Lich (Oberheſſen), 23. Jan. Nicht nur in Frankfurt a. M., auch
in unſerem oberheſſiſchen Städtchen gedachte man in dieſen Tagen der
50. Wiederkehr des Todestages Heinrich Neebs durch beſondere Feiern.
Die hieſige Gedächtnisfeier fand vor dem Geburtshauſe des bekannten
Chormeiſters und Komponiſten ſtatt und wurde dunch den Geſangverein
Cäcilia” verſchönt. Heinrich Necb wurde am 11. Dezember 1805 in
unſerer Stadt als Sohn eines Organiſten geboren; auf dem
Lehrer=
ſeminar in Friedberg, wo Peter Müller ſein Lehrer war, wurde der
Grundſtein zu ſeiner muſikaliſchen Ausbildung gelegt. Nach ſeinen
Wanderjahren, die ihn auch nach Paris führten, war Neeb in Frankfurt
a. M. tätig, wo er bald im Mittelpukt des muſikaliſchen Lebens ſtand.
teebſchen Männerchor. Neeb ſtarb am 17. Januar
mdete er den
1878. An ſeinem Geburtshaus in unſerer Stadt wurde am 17. Januar
1911 eine Gedenktafel von Frankfurter Sängern angebracht.
Seite 8
Donnerstag, den 26. Januar 1928
Nummer 26
Reich und Ausland.
Der Protektor der „Grünen Woche,
Staatsminiſter Dr. Heinrich Steiger
hat das Protektorat für die Anfang Februar in
Berlin ſtattfindende große landwirtſchaftliche
Aus=
ſtellung, die „Grüne Woche” übernommen. Er iſt
das dritte Jahr preußiſcher Landwirtſchaftsminiſter
und hat ſein ganzes Leben der Landwirtſchaft
ge=
widmet. 1862 geboren, wurde Steiger 1888 Direktor
der Landwirtſchaftsſchule in Baſſum, 1894
General=
ſekretär des Reichsverbands der landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften und 1899 der preußiſchen
Landwirt=
ſchaftskammer. Dem Reichstag gehört er ſeit 1924
als Zentrumsabgeordneter an.
Grober Vertrauensbruch eines Gelehrten
bei der Frankfurter Stadtbibliothek.
Frankfurt a. M. Gelehrte genießen bei der
hieſigen Stadtbibliothek inſofern ein weites
Ent=
gegenkommen, als ſie zu Studienzwecken in der
Bibliothek ſelbſt ſich Werke aus den Beſtänden
aus=
ſuchen können. Der Privatgelehrte Dr. A. K., der
hier eine Villa bewohnt, genoß dieſe Vergünſtigungen
ebenfalls, die er — wie ſich jitzt herausgeſtellt hat —
ſeit längerer Zeit mißbrauchte. K. hat wertvolle
Werke aus dem 14. und 16. Jahrhundert, teils mit
und teils ohne Quittung, entnommen. Es handelt
ſich vornehmlich um wertvolle Drucke, ſogenannte
Inkunabeln. Eine große Zahl bei der Stadt
fehlen=
der Bücher konnten bei ihm beſchlagnahmt werden,
deren rechtsmäßigen Erwerb er bis jetzt nicht
nach=
weiſen konnte, von denen aber die Stadt das
Eigen=
tumsrecht für ſich in Anſpruch nimmt. Durch in
letzter Zeit bei der Stadtbibliothek angeſtellte
Revi=
ſionen ſowie durch den Umſtand, daß K. einer
aus=
wärtigen und einer hieſigen Antiquitätenfirma
äußerſt ſeltene Drucke zum Kauf anbot, ſowie durch
eine Anzeige iſt man auf das Fehlen der Bücher
gekommen. Soweit bis jetzt feſtgeſtellt wurde, hat
K. die Entnahme der Bücher allein ausgeführt.
Städtiſche Beamte ſind daran nicht beteiligt. Neben
den rein kriminellen Ermittlungen wird die
fach=
männiſche Aufklärung durch die Stadtbibliothek
er=
folgen.
Strafantrag gegen Theaterdirektor Müller=
Wieland.
Frankfurt a. M. Wie wir erfahren, haben
die Unterſuchungen des Unterausſchuſſes zur
Unter=
ſuchung der Vorfälle bei den Städtiſchen Bühnen
mit der Feſtſtellung geendet, daß die Verfehlungen
des Direktors der Städtiſchen Bühnen=A.=G., Müller=
Wieland, ſo weitgehender Natur ſind, daß eine
An=
zeige an die Staatsanwaltſchaft erfolgt. Der
An=
trag ſoll bereits vom A.=R. der Bühnen=A.=G.
ge=
ſtellt ſein.
Schwerer Unfall im Frankfurter Hauptbahnhof.
Frankfurt a. M. Geſtern früh, gegen ſechs
Uhr, wurde der in Neu=Iſenburg wohnhafte 43jähr.
Wagenreiniger der Mitropa Ludwig Ruch beim
Ueberſchreiten der Gleiſe im hieſigen Hauptbahnhof
von einem Zuge überfahren und ihm beide Beine
abgefahren.
Großfeuer im Saargebiet.
Trier. Ein großes Schadenfeuer vernichtete
in der Nacht zum Mittwoch in Reißweiler (
Saar=
gebiet) das landwirtſchaftliche Anweſen des Johann
Neu. Nur die Viehbeſtand konnte gerettet werden.
Neben bedeutenden Erntevorräten verbrannten in
der Scheune eine große Motordreſchmaſchine. Der
Schaden iſt bedeutend, aber durch Verſicherung
ge=
deckt.
Bergſon:— Nobelpreiskandidat?
Tauſendjahrfeier der Porzellanſtadt Meißen.
Oben: Albrechtsburg und Dom. — Unten: Rathaus.
Die weltberühmte Porzellanſtadt Meißen begeht in dieſem Jahre die Feier ihres tauſendjährigen
Beſtehens. Sie wurde 928 von Kaiſer Heinrich I. gegründet, ward bald Sitz eines Markgrafen,
kam 1123 an das Haus Wettin, ſpäter zum Kurfürſtentum Sachſen, erlangte aber erſt Weltruf.
als 1710 die älteſte europäiſche Porzellanfabrik unter Leitung des Alchimiſten Johann Friedrich
Böttger in Meißen gegründet wurde. In Meißen iſt aber nicht nur die Porzellanfabrik, ſondern
auch die Architektur der Altſtadt ſehenswert.
Muſſolini kauft ein Zeiß=Planetarium für Rom.
Mufſolini mit Finanzminiſter Graf Volpi, Unterrichtsminiſter Fedele und den deutſchen
Bevoll=
mächtigten bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages.
Der italieniſche Staat hat der weltbekannten optiſchen Firma Karl Zeiß (Jena) den Auftrag
erteilt, ein Zeiß=Plauetarium für die Stadt Rom zu bauen. Das Planetarium ſoll in der zu
den Thermen des Diokletian gehörenden „Sala Minerva” in der Nähe des Hautpbahnhofs
ein=
gebaut werden. Die feierliche Eröffnung iſt für den 28. Oktober 1928 feſtgeſetzt.
Henri Bergſon,
der größte lebende franzöſiſche Philoſoph, wurde
von der Pariſer Akademie für den Nobelpreis in
Vorſchlag gebracht. Die Entſcheidung hat die
Schwe=
diſche Arademie in Stockholm zu treffen. Bergſon iſt
18 Jahre alt und war 1900 bis 1921 Profeſſor der
Philoſophie in Paris.
Einen ſieben Zentner ſchweren Kaſſenſchrank
geraubt.
Königſtein i. T. In der Nacht zum
Diens=
tag drangen Diebe in das Büro der Heilſtätte
Rup=
pertshain ein, luden den Kaſſenſchrank auf einen
Wagen und transportierten ihn in den Walb. Dort
brachen ſie ihn mit Spitzhacke und Hammer auf
und entwendeten etwa 1000 Mark. Ein
Briefum=
ſchlag mit 480 Mark Inhalt ſowie die Papiere und
Bücher, die ſich in dem Kaſſenſchrank befanden,
blie=
ben von den Dieben unberührt. Der Einbruch dürfte
auf das Konto der gleichen Täter zu ſetzen ſein,
die den Kaſſenſchrankdiebſtahl in der Vereinsbank
Kelkheim am 29. Dezember v. J. ausgeführt haben.
Einſturz eines Neubaues in Kaſſel
Ein Schwer=, ein Leichtverletzter, ein Vermißter.
Kaſſel. Mittwoch vormittag ſtürzte in Kaſſel=
Bettenhauſen plötzlich der Neubau der Kaſſeler
Zweigniederlaſſung der Firma Karſtadt, A.=G.,
Ham=
burg, ein. Von den beim Betonieren tätigen
Ar=
beitern konnten ſich der Monteur Juſtus Mendel
aus Kaſſel und der Arbeiter Valentin Heſſe aus
Fürſtenhagen bei Kaſſel nicht mehr rechtzeitig in
Sicherheit bringen. Mendel wurde durch die
herab=
fallenden Maſſen an Armen, Kopf und Beinen
ſchwer verletzt, während die Verletzungen Heſſes
leichterer Natur ſind. Unter den Trümmern liegt
noch der Monteur Karl Glatt aus Ottenſen=Altona.
Man vermutet, daß er getötet iſt. — Auf die
Mel=
dung von dem Unglück wurden die Kaſſeler
Feuer=
wehr und die Sanitätskolonne ſofort alarmiert und
mit mehreren Zügen eingeſetzt. Vertreter der
Re=
gierung und der Kriminalpolizei ſowie der
Staats=
anwaltſchaft eilten nach der im weiten Umkreis
ab=
geſperrten Unglücksſtelle. Die Unterſuchung über die
Urſache des Unglücks iſt noch im Gange, jedoch wird
angenommen, daß der Bruch einer Betoyſäule den
Anlaß zu dem Einſturz gab.
Bergſturz an der Koblenz—Trierer Eiſenbahn=
Strecke.
Trier. Zwiſchen Ehrang und Quint löſten ſich
am ſteilen Abhang infolge der feuchten Witterung
beträchtliche Erdmaſſen und ſtürzten mit gewaltigem
Getöſe in die Tiefe. Ein Felsblock fiel auf den
Bahnkörper der Koblenz—Trierer Strecke und blieb
zwiſchen den Schienen liegen. Durch die
Aufmerk=
ſamkeit eines Streckenwärters, der das Hindernis
bemerkte und Meldung erſtattete, wurde ein größeres
Unglück verhütet.
Ueberfall auf einen Chauffeur.
Waltrop. Als am Dienstag abend in der
Nähe des alten Friedhofes ein Perſonenauto aus
Bochum ſtand, traten plötzlich an den allein im
Wagen ſitzenden Chauffeur drei junge Burſchen
heran und forderten ihn auf, ſie ſofort nach Mengede
zu fahren. Als der Chaufeur das Anſinnen
ab=
lehnte, zog einer der Burſchen eine Piſtole und
ſtreckte ihn durch einen Schuß zu Boden. Darauf
flüchteten die Burſchen und entkamen unerkannt. Den
Schwerverletzten ſchaffte man ſofort ins
Kranken=
haus, doch glaubt man nicht, ihn am Leben zu
er=
halten. Man vermutet, daß es ſich bei den Tätern
um dieſelben Burſchen handelt, die kürzlich den
Raub=
überfall auf die Waltroper Kreisbanknebenſtelle
ver=
übten.
Todesurteil gegen Albert Schwarze.
Potsdam. Das Potsdamer Schwurgericht
ver=
urteilte am Dienstag abend wegen Mordes an dem
Dienſtmädchen Martha John den Mechaniker Albert
Schwarze aus Caputh zum Tode.
Mord und Selbſtmord.
Regensburg. Der 26 Jahre alte Peter
Wein erſchoß in Regensburg eine 36jährige
Arbeiter=
frau. Der Täter ergriff zunächſt die Flucht und
er=
ſchoß ſich dann ſelbſt
General von Hobe=Paſcha geſtorben.
Berlin. Auf ſeinem Schloß Tuchheim bei
Magdeburg verſchied dieſer Tage im Alter von
84 Jahren der Königlich=preußiſche Generalleutnant
a. D. Hans von Hobe=Paſcha. Das uradlige
Ge=
ſchlecht v. Hobe ſtirbt mit ihm aus. v. Hobe=Paſcha
war von 1881 bis 1894 in der Türkei
Generaladifu=
tant des Sultans Abdul Hamid und General der
Kavallerie. Er hat die Kriege 1864, 1866 und 1870/71
mitgemacht und iſt mit vielen diplomatiſchen
Miſ=
ſionen betraut worden. In Stettin hatte er einige
Zeit mit Hindenburg zuſammengearbeitet.
Tödlicher Unfall.
Mückenberg. Im Abraumbetrieb der Gruß=
Friedländer der Braunkohlen= und Brikettinduſtrie=
A.=G. ereignete ſich in der Nacht zum Mittwoch ein
folgenſchwerer Unfall. Zwei Kohlenzüge ſtießen mit
großer Gewalt zuſammen. Die Führerſtände der
Lo=
komotiven wurden vollſtändig zertrümmert. Auf der
einen Maſchine waren Führer und Heizer ſofort tot.
Auf der zweiten Maſchine wurden die
Bedienungs=
leute mit ſchweren Verletzungen geborgen.
Fünfzehn Fiſcherboote gerettet.
Libau. Durch einen heftigen Sturm wurden
15 Fiſcherboote vom Libauer Strand in die See
getrieben. Dem zur Hilfeleiſtung hinausgeſandter
Dampfer iſt es nur mit Mühe gelungen, die Fiſcher
zu bergen. Ein mit vier Fiſchern beſetztes Bvot
trieb ſieben Tage auf der offenen See umher. Nur
durch einen Zufall konnten die Inſaſſen, denen Arm=
und Füße erfroren waren, gerettet werden.
Eine Schule von einem Orkan umgeriſſen.
Nafhville (Tenneſſee). Am Dienstag wurde
in einem kleinen Ort der Grafſchaft Dekalb die
Schule von einem Orkan umgeriſſen, wobei vier
Kin=
der getötet und gegen zwanzig verletzt wurden.
Schweres Hochſpannungsunglück.
Mailand. An der Linie Mailand—Saronno
in Novate kamen bei dem Umſtellen von Maſten der
elektriſchen Hochſpannungsleitung ſechs Monteure mit
der Stromleitung in Berührung. Zwei wurden
ſo=
fort getötet, ein dritter lebensgefährlich verletzt. Die
drei anderen Arbeiter erlitten ſchwere Brandwunden.
21 Zuchthäusler ausgebrochen.
New York. In der Nähe von Detroit gelang
es 21 Zuchthäuslern aus dem Zuchthaus zu
entkom=
men, indem ſie einen Tunnel unter die ſechszöllige
Zuchtshausmauer gruben. — Inzwiſchen wird aus
New York gemeldet, daß die bei Detroit
ausge=
brochenen Zuchthäusler wieder eingefangen wurden.
Vier Zuchthäusler hatten ſich geweigert zu entfliehen
und der Anſtaltsverwaltung von dem Fluchtverſuch
der andern Mitteilung gemacht.
Schwere Eiſenbahnunfälle in Indien und Süd=
Afrika.
Bei Moulmein, auf der Burma=Eiſenbahn, ereig
nete ſich ein ſchweres Zugunglück, wobei zwei Pen
ſonenwagen zertrümmert wurden. Eine Perſon
wurde getötet und vier verletzt. — Nach Berichte
aus Kapſtadt ſprang die Lokomotive eines
Vowrt=
zuges bei Fiſhoek, 20 Meilen von Kapſtadt, aus de
Schienen. Zwei Wagen wurden zertrümmert, ein
Europäer und vier Eingeborene wurden getötet und
26 Eingeborene und ein Europäer verletzt. Im Juli
1926 war der gleiche Zug entgleiſt, wobei 70
Per=
ſonen ihr Leben verloren hatten.
Orkan über Mittelengland.
Vondon. Ueber verſchiedene Teile Mittel=
Englands ging am Dienstag ein Orkan hinweg, der
zehn Minuten andauerte und ſehr bedeutenden
Scha=
den anrichtete. Zwei Männer wurden durch
herab=
ſtürzende Gegenſtände getötet und mehrere Autos und
andere Fahrzeuge wurden umgeworfen. Der Orkan
erreichte ſtellenweiſe eine Geſchwindigkeit von
76 Meilen in der Stunde. Im Kanal von
Man=
cheſter ſind infolge eines durch den Sturm
verurſach=
ten Zuſammenſtoßes zwei Barkaſſen geſunken. In
Wales ereignete ſich ein ſchwerer Erdrutſch, durch
den der lokale Eiſenbahnverkehr unterbunden wurde.
Die Themſe iſt an verſchiedenen Stellen über ihre
Ufer getreten.
London befürchtet neues
Hochwaſſer.
Rettungsringe werden an die Laternenpfayle
gehängt.
Die Themſeſtadt London hat erneute Ueberſchweme
mung zu befürchten. Eigenartig mutet es nun C
wenn man an den Laternenpfählen der Straße‟
inmitten des Weltſtadtverkehrs, Rettungsringe de
merkt. Hoffentlich müſſen ſie zu keiner Verwendung
kommen.
*
Nummer 26
Donnerstag den 26. Januar. 1928
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Sport, Spiel und Turnen.
Schwimmen.
1. Nationales Schwimmfeſi des V.f. L.
Rot=Weiß.
Die Samstags=Wettkämpfe.
Die Wettkampfbeſtimmungen des Deutſchen Schwimmverbandes
hem in bezug auf die Behandlung des Meldeergebniſſes den großen
ſiler, daß ſie das Zuſammentreffen der Beſten nicht ermöglichen,
ſon=
m. dem Zufall überlaſſen. Die Startausloſung hat fedenfalls diesmal
Ergebnis gebracht, das man vom ſportlichen Standpunkt aus nur
rläßen kann. In allen Wettkämpfen ſtarten die Beſten in einem
us es ſteht deshalb nicht nur zu erwarten, daß ein guter Sport
ge=
wird, ſondern auch dem Auge der Zuſchauer werden die Wettkämpfe
ſe Delikateſſe ſein. Gleich die Eröffnungsjngendſtaffel
11½0 Meter wird die nötige Wettkampfſtimmung bringen. Es ſtarten
V. Göppingen, Mönus Offenbach, Spandau 04, Rot=Weiß und Nep=
Marlsruhe. Der Sieger ſollte zwiſchen Mönus und Göppingen
em. Beide haben gleich gute Bruſt= und Bel.=Schwimmer. Der
ſar nſchwimmer wird alſo den Kampf entſcheiden.
Das folgende Juniorbruſtſchwimmen über 200 Meter ſieht
n„n. Vertreter am Start. Hier iſt der Ausgang vollkommen offen. Zu
gß iſt die Zahl der Bewevber aus Koblenz, Minden, Karlsruhe,
Heil=
hnin, Mainz, Wiesbaden, Worms und Frankfurt, um hier eine
Vor=
ſſoge zu machen.
Sbenfo offen iſt die Dameninniorbruſtſtaffel 3,1o
Me=
ie von Nikar Heidelberg und Mönus Offenbach beſtritten wird.
(Ein ſpannendes Viererfeld bringt die Juniorfreiſtilſtaffel
A0 Meter. Bayern 07, Nürnberg, Mönus Offenbach, Rot=Weiß und
ſei bach 96 kämpfen um den Sieg.: Wenn die beiden erſten Schwimmer
Mot=Weiß nicht zuviel Terrgin verlieren, dürften die Darmſtädter
hch ihren Schlußmann Gimbel Ausſichten haben.
9oas folgende Damenjugendbraſtſchwimmen 100 Meter
ſit rdie funge talentierte Käte Schellhaas von Rot=Weiß gegen ihre
ſteigen Konkurrentinnen aus Nürnberg, Worms, Freiburg, Offenbach
Frankfurt im Kampf. Fräulein Schellhaas iſt eine zukunftsreiche
emmmerin, die jedoch für die 200=Meter=Strecke befähigter iſt, als
lie 100 Meter.
96as Jugendrückenſchwimmen 100 Meter wird einen
ſpan=
ndan Kampf zwiſchen Boſtel, S.=V. Göppingen, und Graſemann,
(rſdau 04, geben. Die übrigen Vertreter aus Darmſtadt, Mainz,
Fefbach und Karlsruhe hoben nur Platzausſichten.
Die Juniorbruſtſtaffel 3X100 Meter, die von Offenbach,
Ahronn, Göppingen, Nürnberg, Koblenz, Wiesbaden und Rot=Weiß
Xutſtadt beſtritten wird, iſt ein vollkommen offenes Rennen.
30as Jugendfreiſtilſchwimmen 400 Mcter ſieht die vier
ein des S.=V. Göppingen am Start. An einem Sieg des
hervor=
heu den Hans Balk iſt hier nicht zu zweifeln; Endreß, von Mönus
Gerübach, ſollte ihm den Sieg nicht nehmen. Das Feld wird ſich ſehr
ℳauseinanderziehen, aber in bezug auf die erreichten Zeiten von
Fex eſſe ſein. Rot=Weiß ſtellt zu dieſem Wettkampf den erſt vor kurzem
ſger Knabenklaſſe hervorgegangenen Hans Vogel, der zwar äußerſt
Aniiert, aber zurzeit noch zu ſchwach iſt.
3oex Schluß der Abendſchwimmwettkämpfe bringt die große
Yuendbruſtſtaffel 10X50 Meter. Es ſind nur drei Vereine
mAStart: S.=V. Göppingen, Spandau 04 und Not=Weiß Darmſtadt.
usgang iſt vollkommen offen. Jedenfalls wird dieſer Kampf aber
Schwimmerherzen aufmuntern laſſen.
Xum Schluß finden die beiden Vorſpiele um den Jugendwaſſer=
Gelkal ſtatt. Es trifft im erſten Spiel Rot=Weiß auf S.=V. Göppingen
im zweiten Spiel Spandau 04 auf einen noch zu beſtimmenden
Kmr. Da S.=V. Frankfurt abgeſagt hat, wird an ſeine Stelle
ent=
tei Nikar Heidelberg oder Mattiae Wiesbaden treten. Die Sieger
eiden Vorſpicle treffen ſich dann am Sonntag zum Endſpiel. Wir
hmen auf die Waſſerballſpiele nochmals zurück.
Hockey.
Univerſität Heidelberg — Techn. Hochſchule Darmſtadt 2:8 (0:1).
Auf dem Hochſchulſportplatz trat am Samstag, den 21. Januar, die
Eao=Mannſchaft der Univerſität Heidelberg zum Freundſchaftsſpiele
genl die der Techn. Hochſchule Darmſtadt an. Die Heidelberger Mann=
Fft, die derjenigen der Univerſität Frankfurt an Spielſtärke wohl kaum
hſtehen dürfte, mußte ſich einen überraſchenden Sieg der Darmſtädter
nllen laſſen, die aus ihrem letzten Swiel gegen die Univerſität
Frank=
ſichon manches gelernt zu haben ſcheint. Dennoch aber konnte das
Eel, trotz beiderſeitiger guter Einzelleiſtungen nicht vollauf befriedigen,
Sen ondere da durch allzu gütige Entſcheidungem eines Schiedsrichters
ewiſſe Schärfe des Spiels bedingt wurde.
45 000 Dollar hat eine amerikaniſche Firma für diejentge Dame
tgeffetzt, die Gertrud Ederles Kanal=Weltrekord für Damen
unter=
ſtet
Kechwedens Eishockeh=Mannſchaft ſpielt am I. Februar im Berhiner
ſwpalaſt gegen die Internationalen des BSC.
Deutſch=Böhmiſcher Skimiſter wurde im Geſamtergebnis Joſeph
Glrh mit der Note 17,906.
7 Teilnehmer weiſt das Große Shirennen der Schweiz am
Sams=
urnd Sonntag auf.
ſEin Leichtathletik=Länderkampf England—Amerika wirb am 11. Aug.
St tamford=Bridge ausgetragen.
8m Eishockeyſpiel fpielte in München Preußen=Berlin gegen
Mün=
aa: E.=V. 2:2 unenlſchieden.
MDeutſcher Meiſter im Fünferbob wurde am Dienstag in Oberhof
b, „BCO‟=Oberhof mit O. und E. Griebel in 3:48,6 Minuten vor
B ,Fram 3‟.
NFack Delaney boxt am 1. März in Chicago gegen Tom Heeneyz.
Un Hannover findet das für Düſſeldorf vorgeſehene Uebungsſpiel
meutſchen Hockeymannſchaft am 26. Februar ſtatt.
Handball.
Kreis Starkenburg — Spielergebniſſe am Sonntag, 22. Januar 1928.
Verbandsſpiele der A=Klaſſe: Sp.V. Darmſtadt 88 II.—Akad. Sp.Cl.
Darmſtadt 12: 3 (3: 2).
Verbandsſpiele dre B=Klaſſe: wurde notgedrungen verlegt, da durch ein
Ausſcheidungsſpiel der aufſtiegsberechtigten Kreispokalmeiſter
ermittelt werden mußte. Es ſpielten daher:
Tv. Biebesheim (B=Klaſſe)—Sp.Vgg. Arheilgen I (4=Klaſſe) 2:4 (2:1).
Der Sieger, Sp.Vgg. Arheilgen, 1. Mannſchaft, nimmt daher an
den Spielen um die Ermittelung des Bezirkspokalmeiſters teil und ſpielt
am 5. Februar, vormittags, (da ab 12 Uhr im Kreis Starkenburg
Spiel=
ſperre iſt), auf ſeinem Platz gegen den am 29. Januar ermittelten
Pokal=
meiſter des Kreiſes Frankfurt a. M.
Verbandsſpiele der Jugendklaſſe:
Sp.V. 98 4—Sp. Vgg. Arheilgen 2:0 (0:0),
V.f. L. Rot=Weiß Darmſtadt 1.—Sp.V. Darmſtadt 98 1. (Rot=Weiß I.
hat verzichtet),
V. f. L. Rot=Weiß 2.—Sp. V. Darmſtadt 2. 0:4 (0:3),
V.f.L. Rot=Weiß 3.—Sp.V. Darmſtadt 3. 0:6 (0:3).
Privatſpiele:
Liga=Kl.: Pol. Sp. V. Darmſtadt 1.—1. M. F.u. Sp.V. 65 2:4 d:1),
B=Klaſſe: Pol. Sp.V. Darmſtadt 3.—Sp. Vgg. Arheilgen 2. (von
Ar=
heilgen abgeſagt),
B=Klaſſe: Pol. Sp.V. Babenhauſen 2.—V.f.B. Rot=Weiß Darmſtadt 2.
4:2 (2:1).
Splele am Sonntag. 29. Januar:
Verb.=Spiele der A=Kl.: Ard. Sp.Cl. D.—Sp. Vgg. Arheilgen 1.: 15 Uhr,
desgl. B=Kl.: Sp.Vgg. Arheilgen 2.—Sp. Cl. Vikt.=Griesheim: 14 Uhr.
desgl. B=Kl.: Sp.V. Darmſtndt 98 8. — Turnv. Biebesheim: 14 Uhr,
desgl. Jgd.=Kl.: Sp.Vgg., Arheilgen—Sp.V. Darmſt. 98 2.: 10 Uhr,
Sp. V. Darmſt. 98 1.—Sp.V. Darmſt. 98 4.: 19 Uhr,
Sp. V. Darmſt. 98 4.—Sp.V. Darmſt. 98 1.: 14 Uhr,
V.f. L. Rot=Weiß 1.—Sp. Cl. Vikt.=Griesh.: 11 Uhr.
Auf Grund der Spielſperre am 5. Februar 1928 ab 12 finden die
Spiele der B=Klaſſe an dieſem Tage unter Bewickſichtigung der
Zugver=
bindung nach Biebesheim wie folgt ſtatt:
Tv. Biebesheim—Vf.L. Darmſtadt 2., Beginn 11.30 Uhr,
Sp. V. Darmſtadt 98 3.—Sp. Cl. Vikt.=Griesheim, Beginn 11 Uhr.
Das für den 11. März 1923 angeſetzte Verbandsſpiel der B=Klaſſe:
Pol. Sp. V. Dſt. 2.—V.f.L. Rot=Weiß Dſt. 2, auf dem Platze des erſteren
Vereins wird verlegt und findet nunmehr am 29. Januar, um 14 Uhr,
ſtatt.
Die Meiſter des Kreiſes Starkenburg:
Verbandsmeiſter der 4=Klaſſe: V.f.L. Rot=Weiß 22 Dſt., 1. Mannſchaft,
Verbandsmeiſter der B=Klaſſe: Pol. Sp V. Babenhauſen, 1.
4
Verbandsmeiſter der Jugendklaſſe: Sp.V. Darmſtadt 98, 1.
Pokalmeiſter der A=Klaſſe: Polizeiſportverein Darmſtadt, 1
Pokalmeiſter der B=Klaſſe: Polizeiſportevrein Darmſtadt, 2.
Pokalmeiſter der Jgd =Klaſſe: V.f. L. Rot=Weiß 22 Dſt., 1.
Kreispokalmeiſter: Sportvereinigung Arheilgen,
1.
Da ſich die Teilnahme Polizeiſportvereins Darmſtadt 1. ud 2.
Mann=
ſchaft und auich der Sp.V. D. 98 2. Mannſchaft als ligaberechtigte Vereine
an den Aufſtiegsſpielen erübrigt, ſo mußte aus den letzten bzw.
vorletz=
ten Gegnern der A= und B=Klaſſe der aufſtiegberechtigte Kreispokalmeiſter
der Sportvereinigung Arheilgen ermittelt werden, welcher nun an den
Aufſtiegſpielen, vorerſt um die Feſtſtellung des Bezirkspokalmeiſter?,
teil=
nimnt.
Polizei=Sportverein 1. — Mainz 05 Liae 2:4 (1:5).
Polizei=Sporwerein mußte zu dieſem Spiel mit Erſatz für den beſten
Mann im Sturme antreten. Das Spiel war während der ganzen
Spielzeit offen. Von einer Ueberlegenheit einer Partei im Feldſpiel.
konnte man nichts feſtſtellen. Nur dem großen Schußpech und der
her=
vorragenden Leiſtung des Mainzer Torhüters hat die Polizei=Elf ihre
Niederlage zu verdanken. Wäre der Mainzer Torwart nicht in einer
geradezu blendenden Form geweſen, hätte das Reſultat ebenſo gut
um=
gekehrt lauten können. Trumpheller im Tor der Poliziſten gab ſich die
redlichſte Mühe, hielt, was er halten konnte, reichte jedoch wicht an das
große Können ſeines Gegenüber heran.
Berliner Handball der Sportler.
Die Punktſpiele der Handball=Oberlioa im Verband
Brandenburgi=
ſcher Athletik=Vereine konten am Sonntag alle durchgeführt wevden,
da die Platzverhältniſſe für das Handballſpiel noch annehmbar waren,
Die Ergebniſſe:
Herren: DHC.—SC. Charlottenburn
8:0 (3:0)
Brandenburg—DSV.
8:2 (5:0)
Polizeiſvortverein—Zehlendorf
16:0 (9:0
BSV. 92—Reinickendorf=Roſenthak
3:2 (1:1)
Gefellſchaftsſpiele:
DS. C. — 1. Spandauer H.C.
3:1 0:1
6:4 (2:2)
B. T. S. V. 50—B. S. C.
Atos — Reglia
1:1
C. C. — Brandenburt
4:1 (2:0
Damen:
Siemens—Neuköllner Sportfreunde
8:0 (5:0.
Motorſport.
*Oſideutſche Automobil=Rennſtrecke.
SD. Bad Flinsberg, 94. Januar.
Anläßlich der A.D.A. C.=Winterfahrt nach Bad Flinsberg im Iſer=
Gebirge wurde den A.D.A.C.=Delegierten und den Preſſevertretern
Vortrag gehalten über das Projekt einer neuen Automobil= und
Prü=
fungsſtrecke, die für den deutſchen Oſten das werden und ſein ſoll, was
für Deutſchlands Weſten der Nürburg=Ring iſt: eine Gebirgsrennſtrecke
mit ſchweren Steigungen und Gefällen. Nach dem Vortrag, namons des
vorbereitenden Komitees gehalten von Dr. med. Schafer (Flinsberg),
er=
folgte Hörnerſchlitten=Auffahrt auf die Heufuder=Baude, an welcher die
Strecke vorbeigeleitet werden ſoll, Zweck der Schaffung einer oſtdeutſchen
Automobilrennſtrecke ſoll ſein; wirtſchaftlicher Aufſchwung der
Iſerge=
birgsgegend, Belebung des oſtdeutſchen Kraftfahrſports, Förderung des
Fremdenverkehrs und Nutzwirkung für Induſtrie und Technik durch
An=
lage einer Strecke, die auf einer Meereshöhe von 520 Metern ihren
An=
fang nehmen und 1022 Meter Seehöhe erreichen wird. Die ſtärkſte
Steigung ſoll 20 Prozent betragen, und auch ein ſteiler Prüfungshügel
mit einer dreißigprozentigen Steigung ſoll geſchaffen werden. Alle in
Frage kommenden Behörden, der Eigner der Iſergebirgswälder,
Reichs=
graf Schaffgodſch (Warmbrunn), und ſelbſtverſtandlich auch der A. D.A. C.
und die Automobil= und Motorfahlerklubs haben für das Projekt
In=
ter ſſe. Die Baukoſten würden mit etwa 1½ Millionen Mark weſentlich
geringer ſein, als die des Nürburg=Rings, weil es im Iſergebirge nur
gilt, bereits vorhandene Straßen herzurichten und Neuanlagen nicht
ge=
ſchaffen zu werden brauchen. Die in Frage kommenden Straßen müſſen
ſelbſtverſtändlich erweitert und ausgebeſſert, teils auch mit neuem
Unter=
bau verſehen werden. Bisher waren dieſe Straßen als Privatſtraßen
und um den Touriſtenverkehr nicht zu ſtören, für Kraftfahrzeuge
ge=
ſperrt. Die geplante Automobil=Renn= und =Uebungsſtrecke beginnt nahe
bei Flinsberg und führt bis auf 500 Miter an die tſchechoſlowakiſche
Grenze heran. Die Länge dieſes Iergebirgs=Rings ſoll 30 Kilometer
betragen. Oeffentliche Wege werden nur an zwei Stellen paſſiert; hier
iſt beabſichtigt, dieſe Kreuzungen zu überbrücken. Der Eindruck des
prü=
fenden Beobachters war: das Gelände iſt für Schaffung einer
Kraftfahr=
zeug=Uebungsſtrecke fraglos ideal. Daß die Fremdenkultur des
Iſer=
gebirges durch ſolchen Iſergebirgs=Ning gehoben werden würde, ſteht
außer Zweifel. Bom ſportlichen Standpunkt aus iſt das Profekt zu
be=
grüßen. Auch zur Belebung des oſtdeutſchen Krafwerkehrsweſens kann
es beitragen. Die Höhenunterſchiede ſind auch für techniſche Prüfungen
intereſſant. Die Rentabilität aber . . . . ? Sie kann nicht ohne weiteres
bejaht werden. Der Koſtenvoranſchlag erſcheint niedrig. Dennoch:
wenn Leute es fertig kriegen, eine oſtdeutſche Autorennſtrecke im
Iſer=
gebirge zu ſchaffen . . .: friſch ran ans Werk! Aber bitte, vorher ſtets
doppelte Ausgaben kalkulieren und auch an Abnützung und
Reparatur=
koſten denken!
S. Doerſchlag.
Jeder
Briefkaſien.
Knfrage iſt die letzte Bezugéqulttung beizufügen. Anonyme 4
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbint
eit.
werden
F. D. Bei der Jahrtauſendfeier der Rheinlande gab es 8= und 5=
Markſtücke. Die erſten Fünfmarkſtücke nach der Inflation gab es
An=
fang 1926.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 26. Januar. 13.30: Kaſſel: Hauskapelle. O 15.30:
Ad. Hering: Das Schießpulver. — Für Kinder vom 12. Jahre ab,
16.30: Konzert. Aus Werken von Verdi. Muſik. Leit.: Kapellm.
Merten. Mitw.: Frederic Bittke (Bariton). O 17.45: Aus den
„Ukrainiſchen Geſchichten” von Gogol. O 18.15: Vereinsnachrichten.
18.30: Kaſſel: Mathilde Meißel: Diät für Geiſtesarbeiter und
Schulkinder. o 18.45: Kaſſel: Poſtrat Schiffer: Rationaliſierung
bei der Deutſchen Reichspoſt. O 19.15: Obering. Warſchauer: Die
Frankf. Polizeirufanlage. O 20.15: Kaſſel: „Das Narrengericht
Singkomödie in zwei Abkeilungen. Dichtung von O. Anthes. Muſik
von P. Graener. O 21.15: Vortrag Joſeph Plaut. O 22.30: Von
Berlin: Tanzkurſus. Anſchl.: Tanzmuſik.
Stuttgart.
konzert a=moll. — Mendelsſohn: Ouv. „Athalia”. — Grieg: Suite
aus „Peer Gynt” — Sinding: Frühlingsrauſchen. — Gillet: Loin
du bal. — Schlenk: Ratibona=Marſch. Einl.: Eugen Thyſſen.
18.15: Freiburg: Dr. Ortmann: Der Schwarzwald im Urteil
ver=
gangener Zeiten. O 18.45: Aus Stuttgart und Freiburg: Aerzte=
Vortrag: Die gerichtliche Bedeutung der Blutgruppenbeſtimmung,
2 19.15: Wolfgang Goetz: Robert Emmet. O 20: Uebertr. aus der
Liederhalle: Konzert von Franz Kirchberger (Cello) mit dem
Phil=
harm. Orch. 21.15: Frankfurt a. M.: Heiterer Joſeph=Plaut=
Abend. O 22.30: Uebertr. aus Berlin: Funktanzſtunde, Leit.: W.
Carlos. O 23: Tanzmuſik.
Berlin.
Donnerstag, 26. Januar. 15.30: Dr. Diem: Der Skt=Sport.
18: Engliſch. O 16.30: H. v. Wedderfop: Die neue franzöſiſche
Dichtung. O 17: Werke von Robert Schumann. Mitw.: Dora
Bernſtein=Börner (Sopran). Am Flügel: Th. Mackeben. Liſa
Schroe=
der=Spolianski und A. Schroeder (auf zwei Flügeln). O 18.30:
Oberſtleutnant a. D. Luchs: Bedeutung und Ziele der deutſchen
Jagdausſtellungen. O 19: Prof. Berg: Die Bodenſchätze
Deutſch=
lands (Deutſchlands Kohlenvorräte). O 19.30: Albert Leßle:
Haus=
krankenſchein — Medikamente — Heilmittel. O 20: Prof. Bonn:
Der Dawes=Plan und die Londoner Konferenz. 20.30: Vortrag.
21: Volkstümliches Orcheſt
zzert. Dir.: B. Seidler=Winkler.
— Weber: Konzertſtück. — Mo=
Weber: Ouvertüre Eurnanthe
zartiana=Suite. — Liſzt: Fant, über ungar. Volksmelodien. —
An=
ſchließend: Tagesnachrichten. O 22.30: Funk=Tanzſtunde. Danach:
Tanzmuſik.
Deutſche Welle. Donnerstag, 26. Jan. 14: Die Ernährung der
Geiſtesarbeiter im Winter und erſten Frühjahr. O 14.30: Dr.
Huel=
ſenbeck: Reiſen und Abenteuer im unerforſchten Nyaſſaland. o 15:
Neue Arbeitsgebiete der Berufsorganiſation der Hausfrauen (
Arbeits=
gericht, Arbeitsamt, Krankenkaſſe). O 15.35: Wetter und Börſe.
15.40: Kochanweiſungen. O 16: Erziehungsberatung. O 16.30:
Oberſt a. D. Schwertfeger: Der dreißigjährige Krieg. o 17:
Nach=
mittagskonzert Berlin. O 18: M. Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche
Stunde. O 18.30: Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 18.55: Dir. Dr.
Aengenheiſter: Wie ſteht der Bauer zu den Fortſchritten der
moder=
nen Landwirtſchaft? O 19.20: Alfred Neumann: Johanna Meyer.
19.45: Architekt Prof. Dr. van de Velde: Erwachen des Stils,
20.30: Berlin: Vortrag. O 21: Berlin: Volkstümliches Orch.=
Konzert. Dir „Seidler=Winkler. Berl. Funkorcheſter. Werke von
Weber, Tſchaikowsky, Liſzt. O
Berlin;, Preſſenachr. 2 22.30:
Berlin: Funk=Tanzſtunde. Anſchl
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Freitag, den 27. Januar 1928.)
(Nach der Wetterlage vom 25. Januar 1928.)
Wolbig bis bedeckt, milder, mit Uebergang zu Regenfällen.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptichriftleitung. Rudolf Maupe
für Feuilleton, Reich un
Verantwortlich für Polltlk und Wirtſchaft: Rudelf Ma
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; fü
Dr. Eugen Buhlmann.
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdieuſf: Andreas Bauer; ft.
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
Lungenkranke!
O Täuſcht Euch nicht! S
Die Snmptome: Huſlen, Nachtſchweiß. Stechen uſw. dulden
keine Selb
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echtzeitiger Kampf dagege
reitend: Hilfe. „NFMPHOSAN: bringt diefe Lilfe. Aerzte,
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Erbacherſtraße 13, II.
Nummer 26
Donnerstag, den 26. Januar
DarmſtadterCagblatte
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Januar.
Wie an den Vortagen war das Kennzeichen der heutigen Börſe die
faſt vollkommene Geſchäftsloſigkeit. Eine Beteiligun, des priaten
Publikums blieb auh heute vollſtändig aus, und die Umſatztätigkeit litt
wieder erheblich unter dem herrſchenden Ordermangel, da auch die
berufsmäßige Spekulation wenig Neigung zu neuen Engagememts an
den Tag legte. Die Stimmung war ziemlich unſicher im
Zuſammen=
hang mit der veränderten Stzeiklage in der mittoldeutſchen
Metall=
induſtrie und auf den neuerlichen Beſchluß der Ruhrbergarbeiter, das
Arbeits= und Lohnabkommen zu kündigen. Weiterhin verſtimmte es
daß in der dritten Januarwoche wieder ein Anſteigen der
Arbeitsloſig=
keit zu verzeichnen war. Daher undernahm die Baiſſeſpckulation
ver=
ſchiede
ſchiede=
tlich kleinere Vorſtöße, ſo daß bei der erſten Notierung faſt
durchweg neue Kursrückgänge von 1 bis 2 Prozent feſtzuſtellen waren.
Am Monkanmarkt erhielt ſich für Phönix, Oberbedarf und Otavi=Minen
etwas Intereſſe bei behaupteten Kurſen, Rheiniſche Braunkohle,
Rhein=
ſtahl und Stahlverein waren dagegen angeboten und je 1½ Prozent
fchwächer. J. G. Farben und Scheideanſtalt eröffneten knapp behauptet.
Elektrowerte verloren 1 bis 2 Prozent, Gesfürel waren mit minus 3
Prozent etwas ſtärker gedrücht. Schiffahrtswerte blieben vernachläſſigt
und wenig verändert. Es verſtimmte, daß bei den Verhandlungen über
die amerikaniſche Freigabeangelegenheit verſchiedentlich Einwände
er=
hoben worden waren. Süddeutſche Zucker gaben 2 Prozent nach,
Zell=
ſtoff Waldhof minus 1½ Prozeit. Am Anleihsmarkt waren
Neubeſitz=
anleihe weiter gefragt. Ausländer lagen faſt umſatzlos.
Im weiteren Verlaufe wurde die Stimmung etwas freundlicher.
Etwas lebhafteres Intereſſe zeigte ſich jedoch nur für J. G. Farben, die
2 Prozent anzogen. Rheinſtahl gewannen 1 Prozent. Am Geldmarkt
mackte die Evleichterung Fortſchritte. Der Satz für Tagesgeld wurde
auf 4½ Prozent ermäßigt. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen
Lollar 4,1850, gegen Pfunde 20,448, London=Kabel 4,8745, Paris 124,02,
Mailand 92,10, Madrid 28,75.
Die Abendbörſe eröffnete auf dem Nivcau der Mittagsbörſe.
Die ſtärker gedrückten Werte des Elektromarktes lagen wieder etwas
freundlicher, beſonders Siemens u. Halske, wo man anſcheinend doch an
der 12prozentigen Dividende feſthält; im Verlauf um 33 Prozent ge=
1, Schuckert 1,12 Prozent höher, dagegen
Geb=
beſſert. Auch A. E. G.
fürel 1 Prozent nachge
end. Die Farbenaktie ud Freigabewerte
fan=
den wenig Intereſſe. Farben ½ Prozent, anfänglich niedriger.
Ban=
ken und Montanaktien im Ausmaß bis zu ½ Prozent nach oben und
unten uneinheitlich. Der Rentonmarkt lag vollkummen ſtill. Die Börſe
ſchloß gut gehalten. Im einzelnen nannte man: Danat B8, Diskomo
159, Metallbank 130, Gelſenkirchen 139,5, Harpener 190,5, Mannesmann
1
3, Oberbedarf 104, Phönix 103,5, Rheinſtahl 172,75, Stahlverei
1045, Nordb. Lloyd 151,25, A.E.G. 169, Daimler 85 25, Scheideanſtalt
198,
Licht und Kraft 221, Farben 268, Gesfürel 270.5. Holzmann 144,
Rütgers 98,5, Schuckert 186, Siemens u. Halske 290, Waldhof 257,5.
Abenddeviſen: London gegen Paris 124,02, gegen Mailand
92 10, gegen Neu York 4,8745, gegen Holland 12,081” gegen Madrid
2,8 gegen Zürich 25,30½, Pfunde gegen Mark 20,45, Dollar gegen
Mark 4,1950.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 25. Januar.
Die Börſe eröffnete heute in ſchwächerer Haltung, da die in Chicago
vorgenommene Diskonterhöhung um ½ Prozent zu der Schlußfolgerung
führte, daß numehr auch bei der Bank von England und der
Reichs=
bank für die nächſte Zeit eine Herabſetzung der Diskontraten zu
erwar=
ten ſei. Man befürchtete ferner eventuelle Abſchläge von ausländiſchen
Geldern, und war, zumal ſeitens der Banbenkundſchaft nahezu
über=
haupt keine Orders eingingen, eher zu leichten Realiſationen geneigt.
Trotz des abbröckelnden Kursniveaus war eine gewiſſe
Widerſtandsfähig=
keit an den Wertpapiermärkten nicht zu verkennen, die im weſentlichen
auf dem zurzeit ſtarken Angebot an kurzfriſtigen Geldern beruhte. Auch
Reportgeld war ſo reichlich offeriert, daß die hierfür bereitgeſtellten
Be=
träge nur ſchwer Unterkunſt fanden. Der Bedarf der Börſe an Report
geldern war wegen der geringeren Engggements nicht erheblich. Der
Satz ſtellte ſich mit 7½—8 Prozent um ½ Prozent niedriger als bei der
Medioprolongation. Tagesgeld wurde mit 4—6 Prozent, Monatsgeld
mit 7½—8½ Prozent genannt; für erſte Adreſſen lauteren die Fe
derungen erheblich niedriger. Warenwachſel 634 Prozent. Am
De=
wviſenmarkt lag die Reichsmark international etwas feſter. London—
Berlin 20,4425. Kabel New York—Berlin 4,1945. Das Pfund ermäßigte
ſich gegenüber dem Dollar auf 4,8741, der holländiſche Gulden gab in
London auf 12,0840 nach, dagegen zog der Yen in New York auf 470 an.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe gab, das allgemeine Preisniveau
mfolge der gänzlichen Geſchäftsſtille weiter um ½4—1 Prozent nach, nur
ſehr vereinzelt waren kleine Kursbeſſerungen zu verzeichnen, ſo bei
Hohenlohe ud Akkumulatoren. J. G. Farben zirka 268—268,25.
Bis zum Schluß der Börſe gab die Tendenz weiter nach, ſo daß zum
Teil die niedrigſten Tageskurſe erreicht wurden. An der Nachbörſe war
die Haltung nicht ganz einheitlich, da die Spekulation in Erwartung
eines günſtigen Reichsbankausweiſes und in der Annahme, daß bei
Siemens doch eine zwölfprozentige Dividendenverteilung
ſtattfinden
werde, vereinzelt bei dem erniedrigten Nibean zu Deckunge
fen ſchritt.
Gegen 220 Uhr hörte man: Siemens 288,5 (Schlußkurs 237,75), Schuckert
185, A. E. G. 168, Bergmann 187, Charl. Waſſer 131, Deſſauer Gus 179,
Deutſche Erdöl 135, Farben
25, Gesfürel 270,5, Gelſenkirchen 139,5,
Ver. Stahlwerke 104 25 Rheinſtahl 173, Phönix 103,5, Mannesmann
151,75, Klöcknerwerke 124,5 Harpener 191, Löwe. Ludwig 265, Oſtwerke
350, Schultheiß 401, Zellſtoff Waldhof 257. Altbeſitzanleihe Reihe I
Die Rohſtahlgewinnung der europäiſchen Länder.
—
*
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Müll. 4— Europäische Rohstahlgewinnung Ke.—— Deut= schland 3—3 e 121 MI. Fran
Gd Freich — SMl it! + 2 „Leeensr . Rf A Srogbritannie en „Belsien
22 dse ad.
Miee
5
J
F5it
In ihrem Geſamtverlauf bewegten ſich die Linien für die
Rohſtahlgewinnung der einzelnen europäiſchen Länder
natur=
gemäß ganz ähnlich wie die Kurven der Roheiſenerzeugung. Die
deutſche Nohſtahlgewinnung, die in Europa bei
weitem an erſter Stelle ſteht, hat ſich nach der vorübergehenden
Abſenkung des zweiten Halbjahres 1925 wieder ſtark und
gleich=
mäß’g aufwärts entwickelt, trotz der Belaſtungen, die den
deut=
ſchen Stahlwerken infolge der unglücklichen Quotenverteilung in
der Internationalen Rohſtahlgemeinſchaft den Auslandsabſatz
erſchweren. Mit einem Monatsbetrag von rund 1,4 Mill. Tonnen
iſt der monatliche Durchſchnitt des Jahres 1913, und zwar ſelbſt
der des alten Reichsgebietes, wieder erreicht worden.
In England hatten die letzten Monate vor dem großen
Streik des Jahres 1925 eine Zunahme der Stahlgewinnung
ge=
zeitigt, die wahrſcheinlich durch eine gewiſſe Vorratsbildung
mit=
bedingt war. Nach dem Streik ſetzte dann zunächſt eine
bedeu=
tend verſtärkte Produktion ein, die ſich jedoch auf ihrer Höhe nicht
halten konnte und im Verlaufe des Jahres 1927 wieder einen
ſtarken Rückgang aufweiſt. Dieſer Rüchgang iſt beim Rohſtahl
noch bedeutender als beim Roheiſen.
Die franzöſiſche Produktion hält ſich in den letzten
zwei Jahren ziemlich unverändert auf einer Höhe von rund
700 000 Tonnen im Monat. Zu Anſang des Jahres 1927 war
ein gewiſſer Rückſchlag zu verzeichnen, der jedoch im Laufe des
Jahres wieder aufgeholt iſt.
Auch bei den übrigen Stahlproduktionsländern ſind im Laufe
des Jahres 1927 keine weſentlichen Veränderungen eingetreten.
Die belgiſche Produktion, die nach einer Depreſſion in
der zweiten Hälfte das Jahres 1925 wieder auf die alte Höhe
und darüber hinaus angeſtiegen war, hat dieſen Stand
beibe=
halten.
Rußland hat ſeine Stahlproduktion während des Jahres
1926 ziemlich beträchtlich geſteigert und verharrt ebenfalls auf
dem erreichten Wert.
Im Saargebiet iſt die Produktionsziffer des November
durch Teilſtreils auf einzelnen Werken etwas heruntengedrückt,
die Dezewberzahl liegt noch nicht vor.
und II 52.30, dto. III 56,87. Neubeſitzanleihe 17. Danatbank 237.27,
Deutſche Bank 165 25, Diskontogeſ. 159,B, Commerzbank 176,5, Hapag
148, Nordd Lloyzd 151.37.
25.1.
Aſchaffenb. Zellſtoff. / 180.— 180.—
241
ugsb. Nücnb. Maſch. /113.75
Hirſch Kupfer ..... 1 112.6251 112.—
35
Namag=Meguin...
Höſch Eiſen
23.5
14
Berlin el. V.......
Zohenlohe Berke.
Ra
4..
111.5
82
81.125
Berlin KarsruheIn
Kahla Porzellan ...
15.—
14.25
aunkohl. Briket
1733
178 75
Lindes Eismaſch. . /155.—
153,5
remer Pulkan ... 1146.
Lingel Schuh
74.—
72.
Bremer Wolle. ..
Teutſch.=Atlant. Te
Deutſche Maſchiner
Deutſch.=Nied. Tel.
Teutſche Erdöl
Teutſche Betroleum
Tt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte
Tynamit Nobel ....
Gleitzr Lieferung ...
J. G. Farben ....
R. Friſter . ......
Gaggenau Vorz.
Eelſenk. Berg
..
G. f. eiektr. Untern.
Halle
Maſchinen
Ban.=Maſch.=Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf ..
ofmam 1e Loewe u. Co. .. 230. 66.5 67.- C. Lorenz 110.25 jederlauſitzer Kohle 165.— 134.— Are vo. Gumn
. 74.— 74.— reniein. 135.— (athgeber Waggon Kombacher Hütten 90. 128.5 Re ſitz
ſucker .... 7 ." 78. fütgers
verke .... 5 28
— 269.- achſenwerk
..." 124.— 113.— 4117 ſ. Gußſtahl.
De
ens Glas 136 39.75 40.5 143 — 276 — 272.— Ver, Lauſitzer 0
Bolkſtedter Porze 141.—
54 25 165.—
62— 7.—
65.— Be
A
*
er 6
Bitt 49.5 211.5 Banderer Berke .. 217.—
Oeviſenmarkt.
Helſingfors.
ien ......
Prag ......."
Budapeſt ....
Sofia .......
Holland .....
Eslo .....
ſopenhagen.
Stockckolm ...
London .
Zuenos Aires
Rew=York „.
Belgien ....!
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Geld Brieſ
10.55 10.57
59.065 59. 1851
12.421 12.341
3.28 73 42
3.030/ 3.03
169.46
16.
Unsiil.
11224 11248
112.48 112.70
20.43 20.4
7911 1.79
4. 19054 1983
58.38 54.50
25.
Beld Brie
.552 10.57
59.07559
324
3.030 3.03612
89.01l89.35 Faup=
1.46 111.8
17 4114
20. 424 20 45
1.7921 1.796 Konz
Italien ......."
Paris ........."
12.44 1/ Schweiz .. .. ..."
.38/ Svanien. . . . .. .
g........"
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ſRio de Faneiro
goflavien....
71Portugal ....
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g. 1900 4.1980) Kanada. . . . . . . .
58.36 68.48 Jüruguah... . .."
24. 1
Geld / Brie
22.20 ſ22.24
15.4
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75
1.18/ 71.32
8i.68/ Bf.
1.267 1.971
1.50450
19
7.370
20.43
5.50
157
4 182
50
5.6os
2.1611
4.189
270.—
16475
134.5
so.-
81.—
93.875
36.
*e
54.25
49.—
213.5
25.
Geld Brief
22.19 22.23
16.435 16.505
60.72 60.58
71.13 71 20
91 31.8
1.9ss1.9
505 ſC.507
7.392
20.
20.4.
5.544
5.556
2.1611 2.165
M4.183 4.191
4.276 4.264
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Umgründung des Deutſchen Lichtſpielſyndikats in eine A.=G.
An=
läßlich der Tagung des Deutſchen Lichtſpielſyndikats in Frankfurt a. M.,
das bisher im Form einer G. m. b. H. beſtand beſchloß die
Mitglieder=
verſammlung die Umwandlung der jetzigen Geſellſchaftsform in eing
A.=G. mit einem Stammaktienkapital von 1 Million RM. Das
Aktien=
kapital ſoll in der Weiſe aufgebracht werden, daß die Mitglieder der
Geſellſchaft Wechſel in der Höhe des doppelten Betrages ekzeptieren,
der von jedem betreffenden Mitglied ſür die erſten 5 Filme D.L,S.
Produktion bezahlt worden iſt.
Allgemeine Elektrizitätsgeſellſchaft Berlin. Auf der auf ben
25. Februar einzuberufenden Generalverſammlung wird eine Dividende
von 8 Prozent (7 im Vorjahre) vorgeſchlagen. Der Reingewinn wird
mit 12351 000 (10 760 835) RM. ausgewieſen. Das Berichtsjahr
ver=
zeichnet erheblich geſtiegene Umfätze und einen um etwa 70 Prozenk
gegen das Vorjahr erhöhten Auftragsbeſtand. Die tochmiſche
Fortent=
wichlung und der ſtarke Ausbau der Fabriken wird in einem beſonderen
techniſchen Bericht dargelegt werden.
Liſchu=A.=G. Wiesbaden. Die Geſellſchaft, die ihr Aktienkapital von
250 00 auf 50 000 RM. zuſammenlegte, beantragt nunmehr Auflöſung.
Der Zinſendienſt der mexikaniſchen Schuld. Wie der mexikaniſche
Finanzagent erklärte, hat die mexikaniſche Regierung dem
internationa=
len Bankierausſchuß mitgeteilt, ſie befinde ſich nicht in der Lage, vom
1. Januar ab den vollen Zinſendienſt des Tilgungsfonds auf die
Ge=
ſamtheit der direkten Schuld auszudehnen, wie e3 in dem vorhandenen
Abkommen vorgeſehen wird. Die mexikaniſche Regierung hat den
imter=
nationalen Ausſchuß aufgefordert, Sachrerſtändige zu ernennen, die in
Mexiko ſelbſt die Lage gründlich prüfen ſollen.
Metallnotierungen.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 25. Jan.
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 128 (12934), Februar 128½ (129),
März 128½ (128½), April und Mai 128 (128½), Juni, Juli und Auguſt
128 (128), September, Oktober und November 127¾ (128), Dezemb
128 (1.
28). Tendenz: feſt. — Für Blei: Januar 44 (44½), Februa=
44½ (44½), März 44½ (44½), April und Mai 44½ (4434), Juni und
Juli 44¾ (45), Auguſt, September, Oktober, November und Dezember
45 (45½). Tendenz: ſtetig. — Für Zink= Januar 52½ (53), F. bruar
52½ (5234), März, April und Mai 52 (5234), Juni 51¾ (52½), Jult
Aktien, Darmſtadt. Frankfurter Kursbericht vom 25. Jan. 1924.
Staatspapiere
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D. Reichsanl.
Ablbſ=
d einſch!
Ausloſ .„Sch.l.Teil
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D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
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Aal. ..."
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5%, L.Inp. 1914
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Pr.* (0 renß Pfdbr.3 4½0
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Karſtadt R.
Elein. Sch &Becke;
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145
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*
1455
BenussthcEllesb.4
[ ← ][ ][ → ]Nummer 26
Donnerstag den 26 Januar 1928
Geite 11
und Auguſt 52 (94), September, Oktober, November und Dezember
51¾ (59½). Tendenz: ſtill. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 25. Januar
ſtellten ſich für Kupfer: (Tendenz: unregelmäßig) Standard per Kaſſe
63½e—63½, drei Monate 62/½——62¾, Settl. Preis 63½, Elektvolyt
6634—67½, beſt ſelected 653—87, El. ktrowirebars 67½; Zinn: (
Ten=
denz: ſtetig) Standard per Kaſſe 2
226—252¾, drei Monate 250X—251,
Settl. Preis 252¾4, Banka (inoff.) 254½, Straits (inoff.) 253; Blei:
(Tendenz: ruhig) ausländ prompt 21H, entf. Sichten
2luo, Settl.
Preis 2184: Zink: (Tendenz: ſtetig) gewöhnl. prompt 2638, entf.
Sich=
ten 26½, Settl. Preis 26½. — Queckſilber (inoff.) 2—22½; Nickel für
Ausland (inoff.) 14½.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 25. Januar. Weizen iſt
weiter=
hin ſtark angeboten, aber nur ſchwer verkäuflich. Die Mühlen wollen
die geforderten Preiſe nicht anlegen, da ſie unter Berückſichtigung der
Quolität zu hoch ſeien. Roggen, der nicht allzu ſtark angeboten iſt,
findet kaum Abnehmer Braugerſte gibt im Preiſe etwas nach. Hafer
iſt beſſer geſucht und befeſtigt. Die Stagnation in Mehl beſteht weiter.
Prompte Kleie iſt geſucht, aber kaum am Markte. Die Preiſe wurden
wie folgr feſtgeſetzt: Weizen 1 25, Weizen II 2,50—23,75, Weizen III
22,75—23,25, Roggen 24,50, Sommergerſte 27,50—30, Hafer inl. 23,50
bis 24, Mais für Futterzwecke 21,75, Mais für andere Zwecke 22,50,
Weizenmehl 37—57,50, Roggenmehl 34—35,50, Weizenkleie 14,25,
Roggen=
kleie 15—15,25.
Frankfurter Häuteauktion. Die Frankfurter Häuteauktion am
B. 1s. Mts, hatte necht guten Beſuch, auch erfolgten die Gebote
flott. Die zum Ausgebot gelangenden Schaffelle wurden, da der Preis
des letzten Monats, 75—77 Pfg., nicht erreicht wurde, zurückgezogen.
Sie ſollen nachträglich freihändig verkauft worden ſein. Kalbfelle roh
und ſchwarz erzielten 8 Prozent mehr wie im Vormonat, einige Poſten
in ſchwarz auch etva nur bis zu 5 Prozent. Das kleine Quantum
leichte Häute bis 29 Pfg. konnte einen Preisaufſchlag von 6 Prozent
gegen den Vormonat herausholen. Es wurden bezahlt: Schafferle,
vollwollig und halbwvollig: unverkauft, Bleſſen 6334, Schuß 57 Pfg.;
Kalbfelle rot bis 9 Pfd. 2—2,25½, ſchwarz bis 9 Pfd. 1,76—1,87½4,
rot über 9 Pfd. 1.79—1.95½, ſchwarz über 9 Pfd. 1.73½—184½ Pfg.;
Freſſer 131, Kalbfelle Aufſchlag bis 5 Prozent: Ochſen o. Kopf bis
29 Pfd., 30—49 Pfd. 1.10, 50—59 Pfd. 1,10½—1,22½, 60—79 Pfd. 1,09
bis 1,15, 80—99 Pfd. 1.02½—1,10, 100 Pfd. aufwärts 107—1.,10;
Rin=
der o. Kopf bis 29 Pfd. 1,18, 30—49 Pfd 1.15½—1,23, 50—59 Pfd.
1.13—133, 60—79 Pſ. 115—1,17. 80—9 Pfd. 1.15½g, von 100 Pfd. an
aufwärts geſtrichen; Kühe o Kopf bis 29 Pfd. —; Häute=Abſchlag bis
8 Prozent; Bullen v. Kopf bis 2. Pfd. 1,38.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Chicago, 25. Jan. (Priv.=Tek.).
Weizen: Der Markt war heute während des ganzen Verlaufs von
einer ſchwächerer Stimmung beherrſcht auf die ſchwächere Liverpooler
Kabel und günſtiges Wetter. Später wurden große Verkäufe
Argen=
tiniens nach Britannien und dem Kontinent gemeldet.
Mais: Auch hier war die Haltung abgeſchwächt auf die ermäßigten
Kabel, größere Zufuhnen und günſtiges Wetter.
Hafer: Größeres inländiſches Angebot und das ausgezeichnete
Wet=
ter kamen auch am Hafermarkt in einer Abſchwächung zum Ausdruck.
New York, 25. Jan. (Priv.=Tel.).
Baumwolle: Auf Grund weiterer Liquidationen eröffnete der
Baumwollmarkt bei kleinem Geſchäft in abgeſchwächter Haltung. Vom
Süden wurden nur kleinere Verkäufe getätigt. Vorübergehend erfolgte
ſodann eine Erholung, da ſich Nachfrage des Handels zeigte.
Kaffee: Der Markt tendierte im allgemeinen ſtetig, da die
argen=
tiniſchen Meldungen anregten. Vielfach wurde Santos gekauft und dafür
Rio verkauft.
Zucker: Hier berſtimmte das größere Lokoangebot und auch die
Hauſſiers nahmen verſchiedentlich Poſitionsänderungen vor.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 25. Jan.:
Getreide. Weizen: März 129½, Mai 130, Juli 126½: Mais:
März 87½, Mai 90. Juli 91½; Hafer: März 54½, Mai 55, Juli
51½; Roggen: März 110½8, Mai 109½, Juli 1083½.
Schmalz: Januar 11,87½, März 11,95, Mai 12,15.
Fleiſch: Januar 11,15, März —, Mai 11,55, Juli 11,75; Speck,
loko 11,25; leichte Schweine 7.75—8,30, ſchwere Schweine 8,00
bis 8,25; Schweinezufuhren: Chicago 28 000, im Weſten 140 000.
Baumwolle. Januar 17,99, März 17,82—17,8.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 25. Jan.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 154, hart 145½: Mais: neu ank.
Ernte 101; Mehl, ſpring wheat clears 6,50—6,75; Fracht: nach
England 1,9—2,6 Schilling, nach dem Continent 7—10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,60; Talg, extra 9.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 64; Loko: 1400;
Januar 13,75, Februar 13,65, März 13,70, April 13,76, Mai 13,83,
Juni 13,90, Juli 13,98, Auguſt —, September —, Oktober 13,80,
November —, Dezember —.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf der Landesverſammlung der Vereinigung der Rheiniſch=
Weſt=
fäliſchen Immobilien= und Hypothekenmakler=Vereine E. V., Köln, die
am 21. Januar ſtattfand, wurde mit überwältigender Mehrheit
be=
ſchloſſen, eine Rheimiſch=Weſtfäliſche Grundwertbörſe mit dem Sitz in
Eſſen zu errichten.
Für die 4½prozentige Liquidationsanleihe der Naſſauiſchen
Landes=
bank in Wiesbaden wurde von der Landesbankſtelle Frankfurt a. M. die
Zulaſſung von 28,50 Mill. GM. dieſer Anleihe, rückzahlbar zu pari, zur
Frankfurter Börſe beantragt.
Die Bankenkommiſſion für die Ausgeſtaltung der
Zweimonatsbilan=
zen, die ſeit Oktober vorigen Jahres mit der Roſchsbank über dieſe
Frage verhandelt, wird ihre Arbeiten in allernächſter Zeit zum
Ab=
ſchluß bringen. Die Schlußſitzung der Konmiſſion war ſthon für Mitte
dieſer Woche vorgeſehen, dürfte vielleichr jedoch aus techniſchen Gründen
noch etwas verſchoben werden.
In den letzten Tagen haben in Danzig zwiſchen Zementinduſtriellen
und Zementhändlern aus Deutſchland und Polen Verhandlungen
ſtatt=
gefunden, um die gemeinſchaftlichen geſchäftlichen Intereſſen beider
Län=
der emſchließlich Danzigs auf dem Gebiete des Zementhandels in
Oſt=
europa und ſpeziell in Litauen und im Memelland zu regeln.
Die belgiſche Regierung wird im Zollkonflikt mit Frankreich erſt
dann eine Entſcheidung treffen, wenn ſie ſich mit der luxemburgiſchen
Regierung über die Weimfrage ins Benehmen geſetzt hat. Die
Handels=
vertragsverhandlungen zwiſchen Belgien und Frankreich ſind bekanntlich
neuerdings ins Stocken geraten.
Um den Notenumlauf zu reduzieren, beabſichtigt die franzöſiſche
Re=
gierung die Ausgabe von Bonds mit dreimonatiger Laufzoit und
nied=
rigem Zinsfuß. Die Anleihefrage wird bis nach der endgültigen
Stabili=
ſierung verſchoben, ebenſo dürften die franzöſiſchen Induſtrieverte erſt
nach der Frankenſtabiliſierung in New York eingeführt werden.
Die Holzausfuhr Polens nach Deutſchland zeigt nach Abſchluß des
Holzablommens mit Deutſchland eine ſtarke Belebung. Im
Dezembe=
nahm Deutſchland faſt ausſchließlich den geſamten Holzexport Polens auf.
Die Bukareſter Warenhausſirma Au Printemps (früher Miſir) iſt
fallit geworden; die Paſſiven belaufen ſich auf 80 Millionen Lei.
Nach der endgültigen italieniſchen Handelsbilanz für 1937 führte
Jtalien insgeſamt für 30.311 Millionen Pfund Sterling Waren ein und
für 15,52 Millionen Pfund Sterling aus. Der Einfuhrüberſchuß
be=
trug ſomit 4,759 Millionen Pfund Sterling.
Die Stdneh=Wollauktion nahm einen flotten Fortgang. Die
aus=
gezeichnete Auswahl fand bei den anweſenden amerikaniſchen und
euro=
bäiſchen Käufern raſche Aufnahme und wurde faſt reſtlos abgeſetzt. Im
Vordergrunde der Konkurrenz ſtanden engliſche und japaniſche Käufer.
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22
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Donnerstag, den 26 Januor 1928
Nummer 26
Als ich noch Prinz war.. ..
17)
Roman von Paul Hain.
Urheber=Rechtsſchutz Verlag Oskar Meiſter, Werdau Sa.
(Nachdruck verboten)
Und dann geſchah es: Der Prinz kam.
Gemächlich ſchlenderte er durch den Park — der Veranda
zu. Lippſchütz erkannte ihn ſchon von weitem. Er zog nervös
an der Zigarette.
Nun hatte der Prinz die Veranda betreten. Richtig — er
ſah ſich nach „ſeinem” Tiſch um, ging darauf zu — ſetzte ſich.
Sein Blick ſchweifte träumeriſch zum Park hinüber — wandte
ſich ab. —
Alvensleben hatte kaum merklich die Lippen
zuſammen=
gekniffen. Nur einige Tiſche — unbeſetzt — trennten ihn von
dem Geſuchten.
„Lippſchütz
zum Donnerwetter — dort ſitzt doch Prinz
Branzell? Das iſt ja hier wie in Nizza —
Er ſpielte ſeine Rolle vortrefflich.
„In der Tat — er iſt es.” ſagte Lippſchütz. „Ich ſehe ihn
nicht zum erſtenmal. Er iſt — inkognito hier — Ueines
Aben=
teuer, vermute ich
Er hatte im Flüſterton geſprochen.
Jetzt Hlicte Karl Ferdinand herüber.
Alvensleben erhob ſich und verneigte ſich höflich. Lippſchütz
desgleichen — im Innern tief befriedigt.
Der Prinz zuckte zuſammen.
Verdammt!
Er ſprang gleichfalls auf — grüßte — lächelte ſogar, es lag
ihm ſo im Blut — trotzdem er wenig erbaut über dieſe
Begeg=
nung war. Der Alvensleben! Der war alſo auch hier? Na
vorbei war’s mit dem Verſteckſpiel. Gut, daß er wenigſtens
allein war.
Während der Kellner ſervierte, überlegte er. Zu dumm.
dieſer Zufall! Die Welt war doch verdammt klein! Natürlich
konnte er nun einer näheren Begrüßung nicht entgehen.
Lipp=
ſchütz war immerhin ein Kriegskamerad von ihm — und
Alvens=
leben, na, den kannte doch einfach jeder! Ein famoſer Kerl —
natürlich! Man konnte ihu unter keinen Umſtänden ignorieren.
Dazu war Alvensleben ſchließlich zu alt, um ihn vor den Kopf
zu ſtoßen. Hoffentlich war er hier nur auf der Durchreiſe. —
Er aß nervös, ohne rechten Appetit. War froh, als der
Kellner abräumte. Unſinn — wovor fürchtete er ſich denn?
Eigentlich konnten die beiden ihm doch recht gleichgültig ſein!
Er riß ſich zuſammen. Die ihm angeborene
Liebenswürdig=
keit gebot ihm, aufzuſtehen und die Herren ſelbſt perſönlich zu
begrüßen. Das nützte nun einmal nichts. Sie mußten erwarten,
daß er zu ihnen kam — ſie hatten nach dem Codex geſellſchaft=
lichen Zeremoniells nicht das Recht, aus eigenem Antrieb ſich
ihm zu nähern. Ihm — dem Prinzen!
„Das iſt allerdings eine überraſchende Begegnung, meine
Herren —”
Er drückte ihnen die Hand.
„Wirklich — ganz überraſchend. Freue mich rieſig —
wirk=
lich. n Tag, Herr von Alvensleben — Sie Hans in allen Gaſſen,
in Tag, Lippſchütz
Ein feines Augenblinzeln zu dieſem hin.
„Geſtatten, daß ich Platz nehme —?‟
Es war ſelbſtverſtändlich.
Alvensleben drückte ſeine Freude über dieſe Begegnung aus.
„Wirklich ein ereignisreicher Tag, Durchlaucht,” ſagte er
lachend. „Ich hatte mir eingebildet, hier wal eine Weile
unter=
zutauchen und — da treffe ich heute Herrn von Lippſchütz und
eine Stunde ſpäter den — Prinzen Branzell. Hätte gar nicht
gedacht, daß der Ort ſolch Niveau hat. Liegt doch abſeits der
großen Autoſtraßen —
„Ja — gewiß. Deshalb hatte ich mich ja auch hier
ver=
krochen. Daß Sie auftauchen, Herr von Alvensleben, wundert
mich natürlich nicht ſo ſehr. Sie ſind ja doch dauernd
unter=
wegs. Was macht Wien? Wenn ich fragen darf, wo kommen
Sie her?”
Nur reden, dachte er, reden und reden. Gott im Himmel,
das kann ja luſtig werden! In die beiden Hirnkäſten möchte
ich jetzt ſehen! Alle Wetter! Der Lippſchütz — na, der riecht
doch beſtimmt was! Aber egal — einmal muß die Bombe am
Ende platzen! Das war im Krieg auch ſo.
„Direkt aus Wien, Hoheit —”, ſagte Alvensleben ruhig.
„Ach nee!”
Der Prinz war verblüfft über die trockene Antwort. Wieder
ſprang ihn die Unruhe an. Aber da fuhr jener ſchon fort:
„Ja — ein bißchen Erholung tat mir not. Man riet mir,
hierher zu fahren.”
„Es iſt prachtvoll hier,” erklärte der Prinz. „Und — hm—
gibt’s in Wien was Neues? Ich bin nämlich ſchon eine hübſche
Weile hier, wiſſen Sie?”
„So — ſo —”, machte Alvensleben höflich.
„Ja — natürlich inkognito —”, fügte der Prinz faſt trotzig
hinzu.
Lippſchütz kniff ſich in den Schenkel vor Vergnügen.
Fabel=
haft, dieſe Ehrlichkeit! War doch ein ſchneidiger Kerl, der Karl
Ferdinand.
„Man will doch auch mal aufatmen, nicht wahr?”
„Ja — hm — natürlich —
Alvensleben biß ſich in die Lippen, um nicht loszulachen.
Das war ganz Prinz Branzell!
„Haben Sie was von meinem Vater gehört, Alvensleben?
Sie hören doch im allgen einen alles
„Hm — ich vergeſſe auch wieder ſehr viel, Durchlaucht.”
K 7
Man plauderte noch eine Weile zuſammen. Dann machte
der Prinz Anſtalten, ſich zu verabſchieden. Um Gottes willen
keine Verabredungen.
„Vielleicht begegnen wir uns noch mal, meine Herren. Ich
werde allerdings nur noch einige Tage bleiben —‟
Das war einfach ſo hingeſprochen. Er nahm ſich vor, nie
mehr im Kurhaus zu Mittag zu eſſen. Lieber ſuchte er ſich ein
kleines, beſcheidenes Reſtaurant aus.
„Alſo — Servus, meine Heiren. Und recht gute Erholung,
Herr von Albensleben.”
„Danke vielmals, Durchlaucht
Händedruck — Verbeugungen — der Prinz ging davon.
„Hm — hm —”, machte Lippſchütz vergnügt. „War das ine
Ueberraſchung?
Alvensleben zündete ſich eine neue Zigarette an.
„Allerdings — ja —
„Er hat —,” Lippſchütz beugte ſich vertraulich näher, „eine
entzückende Freundin, ſag’ ich Ihnem. Ganz entzückend. Ich
habe ſie einmal geſehen. Wenn das die geſtrenge — kaiſerliche
Hoheit wüßte —
Alvensleben heuchelte diskrete Neugierde.
„Ach — dieſer Prinz! Kennen Sie die Dame —
irgend=
wie?
„Leider nein. Ich ſah die beiden nur flüchtig — er kam
mit ihr aus dem Theater. Ich ſage Ihnen: blendend!
Vermut=
lich aber — ſehr bürgerlicher Herkunft. Man hat einen Blick
dafür
Alvensleben lachte leiſe vor ſich hin.
„Ich glaube — er wird nicht mehr hier. ſpeiſen,” ſagte er.
„Man merkt ſo was —”
Bald darauf verließen auch ſie das Kurhaus. Lippſchütz
rief die Pflicht nach Hauſe. Alvensleben wollte ebenfalls in
ſein Hotel zurück, um ſein Nachmittagsſchläfchen zu halten.
„Rufen Sie mich an, wenn’s Ihnen zu langweilig wird,”
ſagte Lippſchütz noch.
„Wird gern gemacht.”
Dann trennten ſie ſich.
Aber Alvensleben hatte vorerſt noch einen anderen Weg.
Der führte zu dem kleinen Hotel „Zum hohlen Stein”. Es war
nötig, ſich dort ein wenig umzurun und einen unauffälligen
Beobachtungspoſten zu finden. Perſönliche Empfindungen
muß=
ten jetzt ausgeſchaltet werden. Hier galt es nur, einen
über=
nommenen Auftrag ſo nobel wie möglich auszuführen. Und
darum mußte er erſt einmal die junge Dame kennen lernen, die
das Herz des Prinzen offenbar ſehr ausfüllte. Dann konnte man
weiter ſehen. Dann erſt konnte wan auch mit dem Prinzen
ſelbſt ſprechen.
(Fortſetzung folgt.)
AOffene Stellen
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(1787)
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werden ſofort befähigte, ſeriöſe
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9
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Be=
zirfe geſucht. Auto=Beſitz.
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Darm-
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Preise rücksichtslos herabgesetzt, zum Teil
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Wir laden zur Besichtigung ein.
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Fortbildungsſchu fr
Lehrling
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Che ier,T lſiter, Holländer inKiſten, Packung
und Schach eln) inen beſteingef., ſeriöſen
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Stadtkrankenhaus-
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Tücht., (ut empfo 1
kinder iebes evangel
Fräulein
üb. 20 J, nach
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Gu‟e Daue ſtel e in
ch iſtl. eſchäf shaus
Muß Kinderpf ege
Säug .), Nähen und
Aus eſſ verſteh, im
Hauiemit eif. B. iefe
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Goldbeck. Darmſtadt
Moosbergſt :42.(*2215
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an die Gechſt. 2218
Nummer 26
Donnerstag den 26 Januar 1928
Seite 13
foll geſchaffen werden. Am Kühler oder an einer anderen weithin
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baren Stelle angebracht, foll es jedes deutſche Automobil und Potorrad
als deutſches Erzeugnis ſofort erkennbar machen. Der R. d. A. erläßt ein
Din Aenneeichen
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144
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1. Preis 5000 RM - 2. Preis 4000 RM - 3. Prels 3000 RM — 4. Preis 2000 PDN
H. Preis 1000 PM — Vier Preise zu je 500 PM - Zehn Preise zu je 300 PMN
Kowie auf den zur Ausführung gelangenden Entwurf außer dem Preile noch eine
Prdmie von bodo Ri
Entwürfe ünd bis (päteſtens zum 1. März 1928 an den P. d. A. einzuſenden.
Preisrichterkolleglum: Reichskunſtwart Dr. Emt Redslob-Profeſſor Druino Paul. Direktor der Vereinlgten
Staatsſchulen für freie und angewandte Kunſt - Profeſſor O. H. W. Hadank - Profeſſor Emi Orlik - Profelſon
Edwin Scharfſ.-Chefredakteur Kurt Doerry-Chefredakteur Guſtav Grüttefin-Chefredakteur P. Kirchhofes
Das Präſidium des Leichsverbandes der Automobil-Induſtrie
Alle Deutſchen, denen die Erhaltimg und Förderimg einer natlonalen Kraftfahrzeig?
induſtrie am Herzen liegt, insbeſondere die deutſchen Künſtler ſind zur Betelligung and
dieſem Wettbewerb eingeladen. Zugelaſſen werden nur ſolche Entwürfe, welche den
feſt-
geſetzten Bedingungen entſprechen. Dieſe Bedingungen können bezogen werden vom
Berlin Wé
Uhr ee Ihir 14u
Peichsverband der Automobilinguſrien
1
vinzialſteuer für Lo44.
Das 5. Ziel für 1927 iſt bei Meidung
1928 an die unterzeichnete Kaſſe zu zahlen.
(st1784 Stadtkaſſe Darmſtadt.
vormittags 10 Uhr, werden bei
Gaſt=
wirt Auguſt Sattler in Wahlen im
Odenwald nachſtehende Staats= und
Gemeindejagden öffentlich neu verpachtet:
Jagdbezirk I, Staatsjagd, umfaßt
den weſtlichen Teil der Gemarkung Gras=
Ellenbach und kleinere Teile von
Ge=
markung Lützelbach, Wahlen u.
Hammel=
bach — 225,85 ba, darunter 178,59 ha
Wald, auf 12 Jahre.
Jagdbezirk II, Staats= und
Ge=
meindejagd, umfaßt die Gemarkung
Wahlen im Odenwald mit Ausnahme
der zu I gehörigen Teile — 260,48 ha,
darunter 126,79 ha Wald, auf 9 oder 12
Jahre. Für beide Jagden: Bahnſtation
Wahlen im Odenwald.
Pachtliebhaber, deren Qualifikation
nicht bekannt iſt, wollen ſich vor der
Verpachtung ausweiſen. Nachgebote
wer=
den nicht angenommen.
(1773
geſſiſches Forſtamt Lörzenbach i. Odeuw.
Kratz.
Samstag, den 4. Februar 1928,
nachmittags 2 Uhr, wird im
Schul=
haus zu Gras=Ellenbach i. Odenw.
die Gemeindejagd, umfaſſend den
mitt=
leren und öſtlichen Teil der Gemarkung
Gras=Ellenbach, öffentlich auf 6, 9 od.
12 Jahre verpachtet — 460 ha, darunter
252,45 ha Wald Von Bahnſtation
Wah=
len i. Odenw. 2 km.
(17/4
Hefſiſche Bärgermeiſterei Gras=Ellenbach.
Steinmann.
Bekanntmachung.
Die Brennholzverſteigerung vom
23. Januar 1928 iſt genehmigt.
Ueber=
weiſungs= und erſter Fahrtag Mittwoch,
den 1. Februar 1928, mit
Zuſammen=
kunft vormittags 9 Uhr am Forſthaus
Schlichter. Ablauf der zinsfreien
Zahl=
friſt 14. Februar 1928.
(1772
Mörfelden, den 24 Jan. 1928.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.
Gemeinde. Kreiß= und Pru/Holzverſteigerung Nr. 4
(Nutzholz)
Donnerstag, den 2. Februar 1928, vormittags
der Beitreibung bis zum 6. Februar!9 Uhr, wird im „Fürſtenſaal”, Grafenſtraße 20
Darm=
ſtadt, das Nutzholz verſteigert:
I. aus dem Staatswald:
1. der Förſterei Böllenfalltor, Diſtrikte „Dommerberg”
„Paul Trinkglas” und „Dachsberg”. Nummern 1—228
Stämme, im: Buche III. — 1,28, IV. — 2.72; Eiche I.
Samstag, den 4. Februar 1928, — 3,77, II. — 12,89, III. — 6 29, IV. — 1,26; Fichte Ia
— 8,10, Ib — 17,26, IIa — 1.58, IIb — 0,58; Lärche Ia
— 0,28, Ib — 1,65, IIa — 1,66; Weymouthskiefer Ib —
1,65, IIa — 0,61, IIb — 2,15. Derbſtangen, Stück:
Douglas I. — 1, II. — 2, III — 5; Fichte 1. — 8, II.
— 6, III. — 25; Weymouthstiefer I. — 2, II. — 8, III.
38. Reisſtangen, Stück: Douglas VI. — b; Fichte
IV. — 22, V. — 17, Vl. — 35, VII. — 19;
Weymouths=
kiefer V. — 21, VI. — 13.
2. der Förſterei Beſſunger Forſthaus, Diſtrikte „
Reiher=
wäldchen”, „Kohlberg” „An der Katzenſchneiſe‟ „
Keller=
wieſenſchlag” und Alte Weide‟. Nummern 1—351.
Stämme, Im: Buche II. — 1,78, III. — 26,20, IV. —
10,63, V. — 4,23; Schwellen I. — 16,23; Eiche II. — 25,09
III. — 40,11, IV. — 13.46, V. — 5,81; Eſche I. — 0,20.
II. — 0,49; Kirſchbaum III. — 0,34; Fichte 1a — 0,33,
Ib — 0,46, IIa — 1,79; Kiefer IIa — 0,41, IIb — 7.92,
IIIa — 39,89, IIIb — 30,04, IVa — 4,17, IVb — 1,77;
Lärche IIa — 4,24, IIb — 6,93, IIIa — 1,41, IIib — 0,97.
Derbſtangen, Stück: Fichte I. — 3. Nutzſcheiter, rm:
Buche II. — 9 (rund); Eiche II. — 15 (rund).
II. Aus dem Wald des Philipps=Hoſpitals:
Der Förſterei Baſſinteil=Holzhof, Diſtrikte „
Eich=
baumeck” und „Saufang”. Nummern 1—96. Blau
unter=
ſtrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Stämme, km: Kiefer 1Ia — 6,88, IIb — 20,08, IIIa —
9,22, IIIb — 2,61.
Nähere Auskunft erteilen:
Zu I: 1. Herr Förſter Benſel zu Forſthaus
Böllen=
falltor. Fernruf: Darmſtadt 3445.
Zu I: 2. Herr Förſter Kolb zu Beſſunger Forſthaus,
Poſt Roßdorf bei Darmſtadt. Fernruf: Darmſtadt 2666.
Zu Il: Herr Förſter Gg. Klipſtein, Holzhofallee 10.
Fernruf: Darmſtadt 3678.
(1806
Es wird gebeten, das Holz vorher anzuſehen.
Darmſtadt, den 24. Januar 1928.
Heſſiſches Forſtamt Darmſtadt.
Am Freitag, den 27. Jan. 19. 8,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr. 27 eine
große Anzahl gepfändete
Gegen=
ſtände öffentlich zwangsweiſe gegen
(1815
Barzaylung.
Portner
Gerichtsvollzieher.
Hop
2.75
Wilh.
Lehrbacn.
840
Nutz= u. Brennholz=
Verſteigerung.
Dienstag, den 31. Januar Ifd.
Js., vormutags 11 Uhr beginnend,
wird in der Wirtſchaft von Philipp
Kaffenberger zu Steinau
nachfolgen=
des Holz aus hieſigem Gemeindewald
öffentlich verſteigert:
Stämme: Eiche II. Kl. 4 Stück — 2,7
im, III. Kl. 7 Stück — 5,63 fm, IV.
Kl. 3 St. — 4,07 im; Buchen III. Kl.
2 St. — 2,18 mm. IV. Kl. 2 St. —
2,55 fm, V. Kl. 6 St. — 9,01 im;
Erle III. Kl. 5 St — 5,01 fm. IV. Kl
1 St. — 1,72 im, II. Kl. 1St. — 0,46
Im; Lärche IIb Kl. 2 St. — 1,67 fm
IIIa Kl. 1 St. — 0,82 Im; Fichte IIa
Kl. 2 St. — 1,32 fm, IIb Kl. 1 St. —
0,69 im, IIIa Kl. 1 St. — 1,15 Im
IIIb Kl. 2 St. — 4,52 im;
Nutz=
ſcheiter: Erle I. Kl. 19,1 rm — 15,28
im, II. Kl. 4 rm — 3,20 Im.
Brennholz: Scheiter: Buche 22,6 rm,
Eiche I. Kl. 8 rm. Erle I. Kl. 2 rm,
Fichte II Klaſſe 3,1 rm: Knüppel:
Buche 0,35 rm, Fichte 12,5 rm.
Weiß=
tanne 0,7rm; Reiſerholz I. Kl.
Weiß=
tanne 0,3 rm; Stöcke: Buche 3 rm
Erle 6 rm. Fichte 9,9 rm; Wellen;
Buche, Erle und Eiche 499 St.;
Reiſer=
holz: Fichte II. Kl. 77rm, IV. Kl. 2rm.
Steinau, den 24. Jan. 1928. (1769a
Bürgermeiſterei Steinau.
Schmidt.
Montag, den 30. Januar 1928,
vormittags 10 Uhr beginnend,
wer=
den im Klein=Gerauer Gemeindewald
nachſtehende Stammholzſortimente an
Ort und Stelle verſteigert:
9 St. Eichenſtämme II. Kl. — 4.70 fm
III. — 7.01 „
6.
Zuſammenkunft iſt an der Eichmühle.
Verzeichniſſe ſind auf der Bürgermeiſterei
(1775
erhäitlich.
Klein=Gerau, den 24. Jan. 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Lipp.
Baubude
faſtneu transport. z
verkaufen. 3 m lan 7,
m breit. Näheres
Geſchäftsſtelle, (1763
Opel=
Ang. u.
(*2227
10klaſſ Privatlyzeum auf evangel =chriſtl. Grundlage. —
Lehr=
plan, Schulgeld, Berechtigungen wie bei den öffentl. Lyzeen,
1. Aufnahme in die Lyzealklaſſen für Oſtern 1928:
täglich von 12—‟,1 Uhr, außer Montags und Donnerstags.
Die Liſte der 3 erſten Vorſchulklaſſen iſt geſchloſſen. Doch
können noch einige Schülerinnen in das 4. Schuljahr (
Vor=
bereitungsklaſſe für Sexta) aufgenommen werden.
2. Von Oſtern 1928 ab wird eine ſogen. „Höh. Mädchenſchul=
Abteilung” Abteilung B), zunächſt beginnend mit Kl. III
(8. Schuljahr), eingerichtet werden. Sie iſt für diejenigen
Mädchen gedacht, die nicht zum Maturum ſtreben. Der
Lehrplan iſt dementſprechend mehr von den Bedürfniſſen
des praktiſchen Lebens ausgeſtattet. (Mehr Deutſch, eine
Fremdſprache wahlfrei, geringere Betonung der Mathematik
zugunſten des bürgerl. Rechnens und der Buchführung uſw.)
Die die I. Klaſſe der Abteilung B verlaſſenden Schülerinnen
erhalten das „Abgangszeugnis einer 10klaſſ. Höh
Mädchen=
ſchule” das die Berechtigungen der ſogen. „Mittleren Reife‟
einſchließt.
Nähere Auskunſt, ſowie Anmeldungen für die Höh.
Mädchenſchul=Abteilung: jeden Donnerstag von 12.7/,1 Uhr,
3. Auswärtigen Schälerinnen der Eliſabethenſchule will das
„Töchterheim” (Stiftsſtraße 9 dienen, in dem Kinder
aus allen Schulklaſſen aufgenommen werden.
Die Leitung der Eliſabethenſchule:
Diakoniſſe Elſe Morell.
(1812
Vorſteigerung
Derſteigerungs Anzeige.
Am Freitag, den 27. Jan. 1928,
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Bleichſtr. 40.
fol=
gende Pfänder zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung verſteigert werden, insbeſondere:
2 Fahrräder, 1 Kleidergeſtell, 2 Seſſel,
1 gepolſterte Bank, 2 Schreibtiſche, ein
Rollſchrank, 3 Schreibmaſchinen, eine
Theke mit Glasaufſatz, 1 Theke, zwei
Warenſchränke, 24 Pakete Keks, 1
Kaffee=
waſchine, 7 Klaſſikerwerke, 1 Teppich
kehrmaſchine, 1 größere Partie
Spazier=
ſtöcke und Schirme, Möbel aller Ar=
und anderes mehr.
Ferner hieran im Anſchluß an Ort
und Stelle im Lokal Holzhofallee 27:
großer Schreibtiſch, 1 Garnitur ohne
Ueberzug, 1 Rollſchrank, 1
Schreib=
tiſch. 1 Gläſerſchrank, 2. Material= traße 54 pt C2275
ſchränke, 4 Konſolſchränke, 2 Nähriſche
(1829
2 Kommoden.
Darmſtadt, den 25 Jan. 1928.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Hausbeſitzer — Meter
Maler=, Lackierer=,
Weißbinder=Arbeiten
werden ſpottbill, mit
beſtem Material unt.
einſter „Ausführung
übernommen. (
Teil=
zahlungen geſtattet.)
Angebote unt. U 29
an die Geſchſt. (*2278
Beiladung
nach Mainz,
Wies=
baden. Gießen und
zurück nimmt an
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Schuchardſtraße 13.
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Wilkelmi enſtraße 43, pt.
Eingang Heintichſtr.
(*2212)
Seite 14
Donnerstag den 26 Januar 1928
Ab heute Donnerstag:
Lil Pagegen
In
„Ber Anwalt
des Herzef
6 Akte nach den Motiven einer Novelle von Georg Fröschel.
Darsteller,
ſune Orchard
Dr. Robert Lingh
James Rigdon
Parteisekretär Wilh. Pitt
Senator Jensen
Mimi.
Erster Offizier
Monteur Jank
Seine Frau.
Lil Dagover
ſean Murat
Ernst Stahl-Nachbauer
Georg Baselt
Hans Mierendorf
Lilian Weiß
Viktor Colani
Jarc Fürth
Gertrud Eysoldt
Asta Mielsen
in
„Kleinstadt
Ander
Beginn 31, Uhr — Letzte Vorstellung 8½/. Uhr.
Jugendliche haben keinen Zutritt.
Darsteller: August Karchow
Selma, seine Frau
Rohde
Hedwig, seine Tochter Maria Paudler
Meiseken
Wilhelm Bostelmann
Akte nach dem Bühnenlustspiel „Meiseken” Regie: Bruno Rahn †.
Hans Wassmann
Asta Nielsen
Arth. Canisius, Assessor . Ferd. v. Alten
Max Maximilian
Hermann Picha
Hans Adalbert Schlettow
Ein Versicherungsagent . Henry Bender
Ein Wandervogel . .. . Julietta Brandt
rrien
Reitinger & Blechſchmidt
Inh Jahob Lautenſchläger
Eliſabethenſtr. 19
Telephon 513
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(1962)
WITTICH.KALENDER
auf das Jahr 1928
Mit einem Vierfarbendruck (Ansicht des Marktplatzes zu
Darm-
stadt nach einem handkolorierten Stich von Georg Moller)
und 12 Reproduktionen nach Bleistiftskizzen hessischer Orte
(Butzbach, Büdingen, Friedberg, Ortenberg, Rodheim, Rendel,
Rockenbers) von F. M. Hessemer aus den Jahren 1824—1827.
52 Seiten in 8‟.
In Ballonleinenband mit Goldaufdruck Rm. 6.—
WAS DIE KRITIK SAGT.
„Den fünften Jahrgang des Hauskalenders dieser Offzin
zieren Wiedergaben hundertjähriger Bleistiftzeichnungen, die
von Fritz Max Hessemer stammen (einem Neffen des von
Goethe lobend erwähnten Darmstädter Architekten Moller),
der seiuer Heimat verborgene und vergessene Schönheiten in
etwa 400 meisterlichen Skizzen festhielt. Eine Auswahl von
12 Blättern enthält der Monatskalender. Die Wiedergabe
dieser mit spitzem Stift ausgeführten feinen Bilder geschah in
feinstrastriger Autotypie auf untergelegtem chamois Ton. Von
Moller selbt stammt ein handkolorierter Stich, der ebenfalls
nachgebildet und farbig wiedergegeben wird. So ist cies
Kalenderbüchelchen, dessen Ausstattung stilrein ist, wieder
eine wertvolle bibliophile Gabe.
Papierzeitung 1928, Nr. 4. 55. Jahrgang, S. 100/102.
„Die L. C. Wittich’sche Höfbuchdruckerei (Verlag des
Darm-
städter Tagblattes) hat auch in diesem Jahr einen durch
Originalität und Kunstsinn gleicherweise hervorragenden
Kalender herausgebracht, dessen Entwurf und Text wie bereits
in den rückliegenden Jahren von Dr. Hermann Bräuning-
Oktavio stammen. Der Kalender legt Zeugnis für die große
Leistungsfähigkeit der Druckerei wie auch für den feinen
künstlerischen Geist, der hier zu Hause ist, ab."
Zeitungs-Verlag 1928, Nr. 2. Seite 86.
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