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Nummer 11
Mittwoch, den 11. Januar 1928.
191. Jahrgang
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Darm=
ſädter und Nationalbank.
ende ver ſrangoſtſcen Burmamnemsferien.
Beſchlüſſe des franzöſiſchen
Minſterais.
Briands Peſſimismus gegenüber den
Pakt=
werhandlungen. — Errichtung einer
franzöſi=
ſſchen Geſandtſchaft in Kanada. — Drohende
Werhaftung kommuniſtiſcher Abgeordneter.
EP. Paris, 10. Januar.
Der Miniſterrat beſchloß heute vormittag, ſämtliche
Verord=
mungen über die Verbote der Kapitalausfuhr aufzuheben. —
Dar=
auf wurde der Vizeadmiral Violette zum Generalſtabschef der
SMarine ernannt an Stelle des bisherigen Generalſtabschefs
Sa=
richtete über die franzöſiſch=amerikaniſchen Anti=
Friegspaktverhandlungen. Wie man erfährt, ſoll er
ſich ziemlich peſſimiſtiſch geäußert haben. Er glaube,
Daß die Verhandlungen nicht zu dem von ihm anfänglich
ge=
wwünſchten Abſchluß kommen dürſten, da die letzten
Auslaſ=
ſungen Kellogs ausgeſprochen gegen den Völ=
Terbund gerichtet ſeien, und deshalb von
Frank=
reich nicht angenommen werden könnten.
Die Regierung beſchloß darauf, eine Geſandtſchaft in Ottawa
iBu errichten und eine kanadiſche Geſandtſchaft in Paris zu
akkre=
ſitieren. Die Perſönlichkeiten für dieſe beiden Poſten ſind noch
wricht ernannt. — Darauf berichteten der Innenminiſter und Poin=
Saré über die Frage der kommuniſtiſchen
Abgeord=
werhaftet werden könnten, weil ſie durch die Suspendierung der
Immunität augenblicklich nicht mehr gedeckt ſeien. Der
Miniſter=
rat beſchloß darauf auf Vorſchlag Poincarés, am nächſten
Don=
rierstag in der Kammer eine Entſchließung einzubringen, wonach
wie kommuniſtiſchen Abgeordneten von neuem zu verhaften ſeien.
Sollte eine gegenteilige Entſchließung in der Kammer eingebracht
rverden, ſo würde die Regierung die Vertrauensfrage ſtellen. —
Die ſozialiſtiſche Fraktion der Kammer hat heute zu dieſer Frage
Sereits Stellung genommen und zwei Abgeordnete beauftragt,
eine Entſchließung einzubringen, wonach die Immunität der
Eommuniſtiſchen Abgeordneten nach wie vor beſtehen bleibe.
Wiederzuſammentritt von Kammer und Senat
in Frankreich.
Die erſte Kammerſitzung nach den Weihnachtsfeiertagen wurde rung dem Abrüſtungskomitee einen vollſtändigen Plan über die
ſourch die Anſprache des 84jährigen Alterspräſidenten Profeſſor Sicherheitsfrage unterbreiten werde. Wie verlautet, geht der
Winard (radikal) eröffnet. Da man mit der Möglichkeit
ge=
nufen könnte, war das den Ordnungsdienſt verſehende Polizei= tionen zu übernehmen, die über die Verpflichtungen aus dem
aufgebot verſtärkt worden. Am Morgen hatte man
vorſichts=
alber auch des elektriſche Läutewerk, das die Schließung der
werſchiedenen Türen auf beſtinmte Signale hin ermöglicht, aus= Regierung einen Ausbau des internationalen
Schiedsgerichts=
ſerobiert.
Der Wunſch nach Frieden.
Pinard drückte in ſeiner Anſprache ſeinen Optimismus
ſginſichtlich der finanziellen, moraliſchen und beſonders der engliſchen Note mit großer Spannung entgegengeſehen wird,
rußenpolitiſchen Lage Fraukreichs aus. Durch den Einfluß des
Völkerbundes ſeien bereits im vergangenen Jahre Kriege ver= Sugimura, der Direktor der politiſchen Abteilung des
Völker=
lindert worden, und von Tag zu Tag mehrten ſich die Anzeichen
rretern Frankreichs in Genf und Locarno Anerkennung für ihre
ruf die allgemeine Organiſation des Friedens gerichteten Be= fer Berichte von einem neuen engliſchen Vorſchlag ſprechen,
mel=
rnühungen und erklärte, niemand habe das Recht, ein
Menſchen=
beben zu vernichten. Auch aus Amerika komme eine unerwartete det der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
Mithilfe zur Beſeitigung des Krieges, und niemand könne heute hierzu, daß dieſe Vorſchläge lediglich Entwürfe ſeien, die die
Schon könne man das Ende des Krieges und den Sonderkomitees für die Sicherheit bilden ſollen. Sie ſeien in
Beginn des ewigen Weltfriedens vorausſehen,
was das wichtigſte und nützlichſte Ergebnis in der Geſchichte der
ſoätten und noch kämpften und mit dem Wunſche, daß nicht nur
doer Frankenkurs, ſondern auch die Geburtenziffer Frankreichs
gehoben werden möge.
Die Rede wurde auf allen Bänken mit Beifall aufgenonmen,
zum Teil aber wohl nur aus Achtung vor dem hochbetagten
Medner. Das Haus wählte darauf den
Präſiden=
en Bouiſſon mit 340 gegen 20 auf den Kommuniſten Cachin
eentfallene Stimmen wieder.
„Frieden nach innen und außen.”
Gatten, hielt der Alterspräſident Paul Fleury eine Anſprache, Heeresausgaben zu vermindern.
in der er die Erhaltung der inneren Einigkeit forderte. Wie
die Deutſchen Deutſchland über alles proklamierten, ſo müſſe
auch Frankreich den Franzoſen über alles gehen. Man müſſe
den Frieden nach innen und nach außen ſichern. Er hoffe, daß Marine=„Abrüſtungs”=Konferenz, gab eine Meldung der größten
die Wahlen eine unzweideutige Kundgebung des in Frankreich qmerikaniſchen Nachrichten=Agentur, der Aſſociated Preß, in
herrſchenden Wunſches darſtellten, den Frieden und die Eintracht großen Umriſſen das vorausſichtliche Programm, das der
Kon=
reich, das allen militäriſchen Ruhm geerntet habe, ſtrebe nur von zehn Kreuzern von je 10 000 Tons die Rede, deren
noch nach dem Ruhm des Friedens, eines ſoliden, auf ſeiner Bau die geſamte Kreuzer=Tonnage auf 225 000 gebracht haben
Kraft und ſeinen Mut gegründeten Friedens.
Darauf vertagte ſich der Senat auf Donnerstag.
liſchen Boiſchafter Lord Crewe.
Paris, 10. Januar.
Uan, der einen anderen Poſten erhalten hat. — Briand be= Botſchafter in Waſhington ſeine Eindrücke über die Aufnahme ſolcher Grundlage iſt dies Programm das zweitgrößte, das je
einer Havasmeldung erinnert Briand daran, daß ſein erſter habe die Zuſtimmung des Budget=Direktors, und „wie gemeldet
und einem Verteidigungskrieg gemacht habe, weil er als Grund= Präſidenten”.
lage für einen lediglich zwiſchen Frankreich und den Vereinigten
ſämtliche Mächte vorſchlage, dann ſei es natürlich, daß Franr= beabſichtigte. Man fragt ſich vergebens, welch plötzliche neue
reich deſſen Tragweite genau präziſiere, um ſeine Verpflichtun= Bedrohung der „Sicherheit des Landes” am Horizont erſchienen
gen gegenüber dem Völkerbund ſicherzuſtellen.
Briand hat geſtern bekanntlich mit dem engliſchen Bot= mindeſt die breite Oeffentlichkeit nicht unterrichtet. Amerikas
ſchafter Lord Crewe über den Notenaustauſch zwiſchen Paris Beziehungen zu Fapan ſind nach außen hin freundſchaftlich.
und Waſhington geſprochen. Nach dem „Petit Pariſien” ſoll Die Beziehungen zu England ſind noch immer die
vernünf=
meten, wobei Poinearé den Standpunkt vertrat, daß die Kom= befiunde wie Frankreich. Ebenſo wie Frankreich könne ſich Eng= in manchen Punkten keine Einſtimmigkeit zu erzielen iſt. Im
muniſten auch nach Beginn der heutigen Seſſion ſofort wieder dem Loearno=Abkommen nicht entziehen. Ob man wolle oder wiſtiſch inſpirierten merikaniſchen Hegemonie am
Panama=
native: Entweder die eingeleiteten Verhandlungen würden als eine Kriegsflotte auf dem Papier haben, iſt kaum
anzu=
des polniſchen Antrages, deſſen Wendungen der Brief an Kellogg Verteidigung des Kanals gegen die Böſewichter gerüſtet zu ſein.
bereits aufgenommen habe.
Ein engliſcher Sicherheitsvorſchlag.
Genf, 10. Januar.
Der Einladung des Völkerbundes an ſeine Mitglieder, Vor= iſt nicht ohne weiteres klar.
ſchläge über die beſtmögliche Regelung der Frage der
inter=
heit dem neuen Sicherheitsausſchuß des Vorbereitenden Abrü= Abgeſandten vermochten ſich nicht zu einigen. Das amerikaniſche
kerbundskreiſen verlautet, hat das Foreign Office dem Völker=
EP. Paris, 10. Januar. bundsſekretariat nunmehr mitgeteilt, daß die engliſche
Regie=
rechnet hatte, daß das Erſcheinen der vier mit der Verhaftung engliſche Vorſchlag davon aus, daß die engliſche Regierung nicht ſonſtigen Gleichſtelltng in allen anderen Schiffstypen weiteren
wedrohten kommuniſtiſchen Abgeordneten Zwiſchenfälle hervor= im Stande iſt, bindende Verpflichtungen zu militäriſchen A= laſſen. Es beſteht vielmehr auf Parität im buchſtäblichen
Locarno=Abkommen hinausgehen. Dagegen ſchlägt die engliſche
weſens vor. Es iſt wahrſcheinlich, daß die engliſche Regierung Wunſchzettel, wie er dem Kongreß zu Weihnachten 1927
vor=
in ihrem Vorſchlag die Andeutung machen wird, daß ſie bereit
ſei, unter gewiſſen Vorbehalten, die Schiedsgerichtsklauſel des
Am Regierungstiſch ſaßen Briand, Tardien und Bokanowſti. Völkerbundes zu unterzeichnen. Es iſt verſtändlich, daß dieſer und Weltbefriedigung jetzt ein Rüſtungsprogramm gezeitigt haben,
ergfir; daß ſich die Völker zum Frieden hin entwickelten und bundes, Ende dieſer Woche nach Paris und London zu Beſpre= den unglücklichen Ausgaug des Genfer Meinungsaustauſches
ſeaß der Weltfriede triumphieren werde. Pinard zollte den Ver= chungen mit der franzöſiſchen und engliſchen Regierung über die man brauche nicht plötzlich mit überraſchenden Plänen
umzu=
lroch wagen, den Pazifismus als ein Hirngeſpinſt zu bezeichnen. Baſis für die am 30. Januar beginnenden Beſprechungen des Abſtraktes zu halten und zwei Theorien zu gleicher Zeit
Menſchheit darſtelle. Der Redner ſchloß mit dem Ausdruck des allen Völterbundsmitgliedern überſandt wurde. Dieſe habe die unſerer eigenen Politik bewegen”. Im ſelben Abſatz ſeiner Bot=
Dankes an die Mitglieder der Regierung und an alle diejenigen, Bitte enthalten, dem Komitee Vorſchläge zur Nachprüfung ein= ſchaft erklärte er aber auch, daß die Flotten und Programme
ſeie für den allgemeinen Frieden zwiſchen allen Völkern gekämpft zureichen, die die Regierungen in den Fragen der Schieds= anderer Länder unſere Politik ſtark beeinflußten, denn er deite
Zapan und der Antikriegspakt.
Der Botſchafter der Vereinigten Staaten hat dem japaniſchen ihre Pläne ſchon fir und fertig.
Außenminiſter offiziell den Vorſchlag Kelloggs über den
Ab=
gemein, daß die japaniſche Regierung mit gewiſſen Vorbehalteu rade jetzt eines der größten Bauprogramme ſeiner 150jährigen
Im Senat, zu deſſen Eröffnungsſitzung Poincaré, Painleve, einem derartigen Vertrage zwiſchen allen Nationen, günſtig Geſchichte ſo dringend nötig hat. Denn dies Programm ſchlägt
Werrier und Fallieres ſich in der Regierungsbank eingefunden gegenüberſtehe, denn ſie wünſche aufrichtig, ihre Flotten= und allem ins Geſicht, was der Präſident in bezug auf Mäßi=
Wilburs Wunſchzettel.
Das Marine=Bauprogramm der U. G. A.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
A. G. A. New York, Anfang Januar 1928.
Vor vier Monaten, unmittelbar nach dem Fiasko der Genfer
durch gegenſeitige Konzeſſionen und Opfer zu erhalten. Frank= greß im Dezember vom Marineamt erwarten durfte. Darin war
würde. Von Zeit zu Zeit tauchten andere Prophezeiungen auf.
All dieſe mehr oder minder auf Vermutung begründeten Pläne
heben jetzt feſte Geſtalt angenommen, und zwar in dem
vom Marineſekretär Wilbur dem Repräſentantenhauſe des
Brianderläutert. — Unterredung mit dem engs Kongreſſes vorgelegten Wunſchzettel. 25 Kreuzer, nicht 10, dazu
5 Flugzeug=Mutterſchiffe, 9 Torpedozerſtörer=Führer und 32
Unterſeeboote. Herr Wilbur ſagt, es ſei unmöglich, die
künf=
tigen Baukoſten genau feſtzulegen, er deutet aber an, daß
Wie verlautet, hat Außenminiſter Briand dem franzöſiſchen die Neubauten rund 750 Millionen Dollar koſten würden. Auf
ſeiner Antwortnote an Kellogg in Amerika übermittelt. Nach dem Kongreß vorgelegt wurde, und Herr Wilbur erklärt, es
Entwurf darum keinen Unterſchied zwiſchen einem Angriffskrieg werde, widerſpreche es auch nicht dem Finanzprogramm des
Vor einem Jahr lag Herr Coolidge mit dem Kongreß
Staaten abzuſchließenden Vertrag habe dienen ſollen. Wenn die in Fehde, um die Annahme eines beſcheidenen Flotzenprogramms
amerikaniſche Regierung jetzt die Ausdehnung dieſes Paktes auf zu berhindern, das die Marine um drei Kreuzer zu bereichern
wäre, die das größte jemals in Friedenszeiten aufgeſtellte
Flottenprogramm rechtfertigte. Von ſolcher „Gefahr” iſt zu=
Briand darauf hingewieſen haben, daß ſich England, was die tiger Leute, wenn auch der zwiſchen beiden Ländern liegende
amerikaniſche Forderung auf einen vorbehaltloſen und allge= Atlantik leicht gekräufelt iſt von Wellen, die durch gewiſſe
Gegen=
meinen Verzicht auf den Krieg betreffe, in der gleichen Lage ſtrömungen und Gegenwinde hervorgerufen ſind, und wenn auch
land ſeinen Verbſlichtungen gegenüber dem Völkerbund und Süden war vor einem Jahr viel die Rede von einer „
bolſche=
nicht, ſo fügt das Blatt hinzu, möglich ſei nur eine Alters kanal, aber da weder Rußland noch Mexiko nicht viel mehr
abgebrochen oder man komme zwangsläufig zurück zu der Formel nehmen, daß Amerika ſeine Kreuzerſtärke verdreifacht, um zur
Man ſchaut ſich vergebens nach einer Kriegsgefahr um, die
drin=
gend genug wäre zur Begründung eines Flottenprogramms,
das in ſeinem Umſang nur von dem Wilſons im Jahre 1916
übertroffen wird. Tatſächlich iſt dann dies Programm auch
nicht das Reſultat irgend einer Kriegsgefahr. Seine Bedeutung
Letzten Sommer ſchickten die Vereinigten Staaten ihre
Dele=
nationalen Schiedsgerichtsbarkeit, der Verſöhnung und Sicher= gierten nach Genf, um mit denen Englands und Japans über
eine weitere Seewehr=Rüſtungsbeſchränkung zu verhandeln. Die
ſtungskomitees zugehen zu laſſen, ſind bekanntlich bisher nur Marinekollegium hat es nunmehr unternommen, dies Fiasko voll
Schwedens und Norwegens Regierungen gefolgt. Wie in Völ= auszudeuten. Es iſt nicht damit zufrieden, daß Amerika in Genf
die Gleichſtellung mit England und das 5 zu 3 Stärkeverhältnis
zu Japan im Prinzip erneut zugeſtanden wurde. Nicht
zufrie=
den, auf Grund dieſer Beſtätigung den Bau derjenigen Schiffe
zu empfehlen, die Amerika für ſeine eigenen Zwecke im Pazifik,
Atlantik und im Karibiſchen Meer braucht und die Frage der
Konferenzen und möglichen weiteren Uebereinkünften zu über=
Sinne des Wortes.
Wäre die Genfer Konferen; niemals zuſammengetreten,
hätte ſie nicht mit einem Fehlſchlag geendet, ſo hätte das u. S.
Marinekollegium ſicherlich niemals daran gedacht, mit einem
gelegt wurde, hervorzutreten. Es iſt ſchon ein Stückchen
Schick=
ſalsironie, daß Herrn Coolidges Bemühungen auf Weltabrüſtung
wie es in ähnlichen Ausmaßen bislang nur von einer einzigen
Regierung geplant worden iſt, und zwar mitten im Weltkrieg.
Wie die „Weſtminſter Gazette” aus Genf erfährt, wird ſich Kurz nach dem Genfer Fehlſchlag hörte man immer und immer
wieder die nachdrückliche Verſicherung, Herr Coolidge betrachte
keineswegs als Entſchuldigung für ein rieſiges Bauprogramm,
Probleme der Sicherheitsfrage begeben. Während einige Gen= gehen, unſere Zeit ſei eine Zeit der Vernunft und der
Mäßigung.
In ſeiner, letzte Woche dem Kongreß vorgelegten
Jahres=
botſchaft wußte Herr Coolidge nicht nur Ziffern und Zahlen,
Tonnage und Baukoſten ſorgſam zu umgehen, er wußte ſich an
zu vertreten. Er erklärte zuerſt, Amerika ſolle nur die zu ſeinen
der Tat eine Antwort auf eine Aufforderung, die urſprünglich eigenen Zwecken „notwendigen” Schiffe bauen, die Flotten und
Programme anderer Nationen „ſollten uns nicht zur Aenderung
gerichtsbarkeit und der Sicherheit für richtig befinden würden, tete an, daß „Gleichſtellung” nicht nur Partät im Prinzi Pe
deute, ſondern auch in Schiffen, und daß auch Amerika mehr
Schiffe haben müſſe, wenn eine andere Nation mehr habe. Dr.
„General Navy Board” — das Marinekollegium — bedurfte
EP. Tokio, 10. Januar, eines ſolchen Winkes natürlich überhaupt nicht, denn während
der Präſident ſich in Diglektik übte, hatten dieſe forſchen Herren
Daß Amerika einer angemeſſenen Zahl Kreuzer bedarf, um
ſchluß eines internationglen Antiktiegspaktes überreicht. Die ſeine Marine auszugleichen, wird niemand beſteiten, Fragſich
Stellungnahme Japans iſt nicht bekannt; man glaubt aber all= aber iſt, ob es angeſichts der Aeußerungen des Präſidenten
ge=
gung, auf Sparſamkeit geſogt und gepredigt hat. Man muß
Seite 2
Mittwoch, den 11. Januar 1928
Nummer 44
Boe
ſchon notgedrungenerweiſe nach nicht direkt an der Oberfläche
liegenden Gründen ſuchen, die bei dem ſo beſonnenen,
nüchter=
nen, friedfertigen, haushälteriſchen Präſidenten der Vereinigten
Staaten einen ſolchen Sinneswechſel hervorgerufen haben
können. Könnten wäre vielleicht beſſer. Die Froge iſt
näm=
lich, ob man überhaupt von einer Umkehr ſprechen darf. Und
hier tritt ein Moment in die Erſcheinung, das gewiſſermaßen
als des Rätſels Löſung angeſprochen werden kam. Das dem
Kongreß vorgelegte neue Bauprogramm iſt nicht befriſtet, ſeiner
Durchſührung ſind keine zeitlichen Grenzen gezogen. „Ich
ver=
möchte nicht einmal zu ſagen,” erklärt der Vorſitzende des
Reprä=
ſentantenhaus=Ausſchuſſes für Marineangelegenheiten, „ob dies
neue Programm groß oder klein iſt. Wir können dieſe Schiffe
innerhalb eines Jahres oder auch innerhalb eines Jahrhunderts
auf Kiel legen.‟ Der Kongreß könnte für den Anfang, d. h. fürs
erſte Jahr, 750 Dollars, 750 000 Dollars oder auch 750 000 000
Dollars bewilligen.
Somit verbleibt die „eue Flottenpolitik” vorläufig auf dem
Papier, die Schiffe bleiben Ziffern — ſelbſt dann, wenn der
Kongreß dem Programm ſeine Zuſtimmung erteilen ſollte —,
bis die Gelder tatſächlich bewilligt ſind und das Marinegmt
zum Bau ermächtigt iſt. Daß die Mitglieder der nationalen
geſetzgebenden Körperſchaft einen ſo tiefen Griff in Onkel Sams
Geldkiſte tun werden, iſt nicht anzunehmen, ſo entſchieden ſich
auch die „Jingoes” die Heißſporne, die „Big Navy Men” dafür
einſetzen werden. Vorläufig befaßt ſich der Kongreß erſt einmal
mit den ſenſationellen Veröffentlichungen des Admirals
Mag=
ruder, der die Leiſtungsfähigkeit der Marinebehörde
erbar=
mungsloſer Kritik unterzogen, ihr ungeheure Verſchwendung
vorgeworfen hat und dafür von dem wackeren Herrn Wilbur
ſeines Amtes als Kommandant der Philadelphiger Werft
ent=
hoben worden iſt.
Als Amerikas Delegierte in Genf eintrafen, kamen ſie
ſozu=
ſagen mit leeren Händen. Sie hatten ſo gut wie nichts zu
bie=
ten, was als Tauſchobjekt hätte dienen können, wenn England
wirklich zu Konzeſſionen bereit geweſen wäre. Wenn auch nicht
mit denſelben Worten, ſo hat man ihnen in der Schweiz doch zu
verſtehen gegeben, daß England niemals ſo weit gehen kanu,
im Kriegsfalle ſich ſelbſt der Möglichkeit zu berauben, mit der
neutralen Schiffahrt genau wieder ſo zu verfahren, wie es im
Weltkriege verfahren iſt.
Sollte Herr Coolidge etwa die Abſicht haben, jetzt, da er
ſeinen zweifellos grundehrlichen Abſichten mit einem wenn auch der Parteiführer der Regierungsparteien über
wahrſcheinlich vom Kongreß etwas zuſammengeſtrichenen
Wunſchzettel ſtärkeren Nachdruck zu geben vermag, abermals eine Frage der Einſichtnahme in den Religionsunterricht durch die
tion einberufen zu laſſen? Als im Jahre 1922 die Waſhingtoner
Harding=Hughes=Konferenz einberufen wurde, war
Amerika mit der Durchführung eines Flottenprogramms beſchäf= erſt einmal weggeräumt werden mußte. Hierzu rechnen wir
tigt, das ihm zur See die Ueberlegenheit über alle an= nicht einmal ſo ſehr die zielbewußte Taktik der
Oppoſitions=
deren Nationen geſichert haben würde. Amerika hatte etwas, parteien, der Regierung möglichſt viele Schwierigkeiten zu
be=
womit es die anderen Teilnehmer „überzeugen” konnte. In
dieſer Lage iſt es jetzt wieder, und wenn keine derartige Kon= der Koalition zu erſchweren. Aber es iſt doch unverkennbar,
Programms „in Uebereinſtimmung mit dem, was es für geboten migkeiten herrſchen, die für die Zuſammenarbeit unerträglich
hält”, fortfahren, was gleichbedeutend mit der Feſtſtellung iſt, ſind. Der Gegenſatz, daß der Reichskanzler erllärt, das Zentrum
daß dann die Vereinigten Staaten den Anſtoß zu neuem ſei keine republikaniſche Partei und daß dann der Fraktions=
Wettrüſten gegeben haben würden.
Vom Tage.
Wie der „Teups” bevichtet, nähern ſich die deutſch=
fran=
zöſiſchen Verhandlungen über die Saarzölle ihrem
Abſchluß. Die weit aseinandergehendem Memungen, ſeten erſt „Ein parlamentariſches Nachſpiel für das
Schritt für Schritt einander genähert worden.
Das von den Bürgermeiſtern Elſaß=Lothringens zu Ehren
Poin=
earés geplante Bankett, auf dem Miniſterpräſident Poinears,
wie bereits angekündigt wurde, eine beſondere Rede über Beziehungen des Reichswehrminiſteriums zu der Phöbus=
Straßburg ſtattfinden.
führer zur Verſchickung verurteilt worden.
tragsentwurfmit Großbritannien abgelehnt und der
Premierminiſter Jaffar Paſcha iſt zurückgetreten. Der
König hat Abdul Soodun mit der neuen Regiewungsbildung beauftragt, theater nicht in ausländiſchen Beſitz übergeführt werden. Der
lung zu einem vorläufigen Abſchluß gekommen.
gierung eine Niederlage. Der Arbeiterparteiler Melame wunde fugniſſe überſchritten haben, daß aber der Miniſter ſelbſt gedeckt
mit 15 156 Stimmen gegen den konſervativen Kandidaten gewählt, auf iſt, auch durch die Zuſtimmung, die er ſchon von mehr links
ein Unabhängiger 1000 Stimmen. Der verſtorbene konſervative Abge= der Beamtenapparat gegenüber der
Filmin=
ordnate hatte ſeinerzeit 16 017 Stimmen erhalten.
Der Finanzausſchuß des amerikaniſchen Senats Vermutlich wird das Reich froh ſein müſſen, wenn es die Hälfte
hat beſchloſſen, die Steuervorlage zuückzuſtellen und erſt die
Preigabebill zuberaten. Dies ſoll beginnen, ſobald der Füh= des hineingeſteckten Betrages rettet.
rer der Oppoſition, Senator Simons, von ſeiner Krancheit geneſen iſt.
Wie Havas aus Peking meldet, wird die Sowjetregſerung
in Moskau m April einen neuen Botſchafter nach China
ſenden.
Parlamentariſcher Auftakt.
Fraktionsführer=Beſprechung über das
Schulgeſetz.
Von unſerer Berliner Redaktion.
*Der Treskow=Prozeß.
v. Keudells Rechifertigung.
Reichsinnenminiſters v. Keudell geführt wurde, hat in zweiter
Inſtanz zu einer Freiſprechung des Angeklagten Badicke, alſo
zu einer Rechtfertigung des Herrn von Keudell geführt. Gegen
die Art des Verfahrens läßt ſich prozeſſual mancherlei
einven=
den. Der Vorſitzende hat die Fäden nicht immer feſt in der
Hand gehabt. Immerhin ergibt ſich doch aus dem Urteil die
beachtliche Feſtſtellung, daß die Behauptung, die Königsberger
Grundbeſitzer einſchließlich des Hern von Keudell hätten im
Jahre 1926 ernſthafte Putſchpläne gehabt, in der Luft hängt.
Das Gericht hat ſich auch in ſeiner Begründung recht gewunden
ausgedrückt, vielleicht aus dem Grunde, weil es den Boykott,
der von den Großgrundbeſitzern, gegenüber dem Herrn von
Treskow geübt wurde, nicht billigen mochte. Es hat aber doch
ſachlich feſtgeſtellt, daß Herr von Treskow ſich objektiv
eines Vertrauensbruches ſchuldig gemacht hat,
woraus ſich dan von ſelbſt ergab, daß der Angeklagte,
der dazu noch in Wahrung berechtigter Intereſſen gehandelt
hatte, freigeſprochen werden mußte. Wenn auch zu
ver=
muten iſt, daß eben wegen der prozeſſualen Verſtöße die höhere
Inſtanz das Urteil aufhebt und der ganze Fall
noch=
mals vor das Gericht kommt, ſollte doch durch dieſes
Ergebnis die politiſche Ausſchlachtung künftig ummöglich ſein.
Der Ausgang Wilhelms I.
(Schluß.)
Seiner Kaiſerlichen und Königlichen Hoheit eine
Meinungsver=
ſchiedenheit unter ihnen nicht beſteht, ebenſowenig iſt von ihnen
die Nähe einer gefährlichen Wendung behauptet worden. Die
ein=
heitliche, veranwortliche Leitung der Behandlung befindet ſich,
Kronprinz viel. Er ſitzt ein paar Stunden im Garten der Villa.
Am 7. meldet der „Reichsanzeiger”: „Bei Seiner Majeſtät dem
Kaiſer und König haben ſich zu den ſeit Sonnabend, den 3. d. M.,
vorhandenen allgemeinen Erkältungserſcheinungen, welche mit
einer Affektion der Halsſchleimhaut und Reizung der
Augen=
bindehaut verbunden waren, in den nächſtfolgenden Tagen öfters
eintretende Unterleibsbeſchwerden geſellt. Seit geſtern hat ſich
auch der Appetit weſenlich vermindert. Infolgedeſſen iſt eine
merkliche Abnahme der Kräfte eingetreten.‟ Depeſche der
Morgen=
blätter über das Ausſehen des Kronprinzen, es ſei „nicht
er=
mutigend, aber ruhig und gewinnend‟. Die Unterleibsbeſchwer=
Blaſenſchmerzen. Prinz Wilhelm trifft vom Anhalter Bahnhof
Prinz erſchien um 7 Uhr, nahm mich aus der Menge der im
Vor=
zimmer ſtehenden Perſonen ins Fahnenzimmer, wo er lange mit
Bismarck bleibt bis 3 Uhr. Im Reichstag erklärt Bötticher, der
Zuſtand des Kaiſers ſei bedenklich. Unter den Linden häufen ſich
Menſchenmaſſen.
Am Dienstag nachmittag hat die erſte Beſprechung
das Schulgeſetz ſtattgefunden, die ſich zunächſt nur auf die
Konferenz einzuberufen oder durch irgend eine befreundete Na= Kirchenbehörden erſtreckte. Darüber hinaus iſt aber tatſächlich
über das Schulgeſetz im Gauzen geſprochen worden. Es hat
ſich doch während der Ferien allerlei Schutt angeſammelt, der
reiten und durch Verzerrung des Tatbeſtandes die Ausſichten
ferenz ſtattfindet, dan dürſte es mit der Verwirklichung ſeines daß augenblicklich innerhalb des Zentrums mancherlei
Unſtim=
vorſitzende mit bewußter Betonung dann zweimal das Gegenteil
feſtſtellt; der Gegenſatz, daß der Reichskanzler das
Abfindungs=
geſetz für die Standesherren nicht als verfaſſungsändernd
be=
zeichnen will, während aber der Fraktionsvorſitzende das
Gegen=
teil erklärt, ſogar mit einem Volksentſcheid droht, das iſt nun
einmal nicht aus der Welt zu ſchaffen und läßt erkennen, daß
die Führung innerhalb des Zentrums nicht ein=
Der Beleidigungsprozeß zwiſchen den Großgrundbeſitzern heitlich iſt. Es iſt deshalb vielleicht gut geweſen, daß der
Badicke und d. Treskow, der in Wahrheit um die Perſon des Reichslanzler nach Berlin zurückgekehrt iſt, um den Ereigniſſen
etwas näher zu ſein und auf die Meinungsbildung ſeiner Partei
größeren Einfluß zu gewinnen. Jedenfalls dürſte es ſich bei
der erſten Beſprechung herausgeſtellt haben, daß das Zentrum
immer noch Wert darauf legt, das Schulgeſetz zu verabſchieden
und nicht aus parteitaktiſchen Gründen auf einen Konflikt
hin=
arbeitet.
Die nächſte Hürde, die zu überſpringen iſt, beſteht in dem
8 16 des Schulgeſetzes mit dem Recht der Einſichtnahme in den
Religionsunterricht. Die Fraktionsvorſitzenden haben am
Diens=
tag mehrere Stuuden beraten, ſind aber nicht recht
weiter=
gekommen. Sie haben deshalb verabredet, daß ſie am Mittwoch
noch einmal gemeinſam mit der Regierung beraten wollen und
daß dabei jede Partei ihre Gedanken in formulierten
Vorſchlä=
gen niederlegen ſoll. Dabei werden vermutlich Zentrum und
Deutſche Volkspartei mit neuen Geſichtspunkten hervortreten,
und es wird ſich dann darum handeln, einen Mittelweg zu
finden. Nach der am Dienstag in der Fraktionsführer=
Beſpre=
chung zutage getretenen Stimmung hält man es nicht für
aus=
geſchloſſen, daß hier, wenn auch mit großen Schwierigkeiten, die
rettende Formel gefunden werden konm, ſo daß dann der
Aus=
ſchuß zum nächſten Pukt, der Erhaltung der Simultanſchule, (
z
übergehen könnte.
und Prinzeſſin Wilhelm, Großherzog und Großherzogin von mit Bötticher ins Palais. Um 10 Uhr: „Das Befinden des Kai=
Baden mit ihrer Tochter, der Kronprinzeſſin von Schweden, und ſers und Königs iſt wieder hoffnumgsvoller.”
ihrem Schwiegerſohn, die Staatsminiſter unter Bismarck, Moltke,
Am 6. dauert der Erkältungszuſtand des Kaiſers an. dienſttuende Adjutaten, Generaladjutantn und Hoſchargen. Der tag (und rückt die Phanuaſien über den Krieg in die Abenoſtun=
Mackenzie, Schrader, Krauſe, Hoveu, Bergmann und Bramann Kaiſerin, die im Rollſtuhl an ſein Bett gefahren wird, gibt der den): „In ſeinem lleinen, nur matt erleuchteten Schlafzimmer 1ag
verſaſſen in San Remo ein Buuetin: „Die Unterzeichneten erklä= Kaiſer ſtumm die Hand. um 2 Uhr hat Bismarck die Möglichkeit der Kaiſer auf dem ſchmalen Feldbett, das Geſicht uns, alſo dem
ren, daß hinſichlich der Natur und Beurteillung der Krankheit zu einem letzten Geſpräch mit dem Sterbenden. Der Kaiſer hat. Fenſter zugewandt. Zu ſeinen Häupten, wo an der Wand ein
ger”, „mit demſelben die politiſche Lage und richtete Worte der i Seite zwei Kammerdiener, nahe am Fußende Dr. Lauer. Der
Anerkennung und des Dankes an den Fürſten Bismarck.” Iſt er Kaiſer hatte eine weiße Jacke au und ein rotſeidenes Halstuch
ſchon in Fieberphontaſien? Er verwechſelt Biswarck mit dem um; ſein Kopf war etwas nach vorn und ſeitwärts geneigt. Die
wie vor der Operation, in den Händen des mitunterzeichneten Prinzen Wilhelm: „Den Kaiſer von Rußland mußt du nur recht / Kaiſerin hatte ſich dicht neben das Bett rollen laſſen, ſo daß ihre
Sir Morell Mackenzie.‟ Das Gutachten Waldeyers wird geheim= rückſichtsvoll behandeln, das wird nur gut für uns ſein” Aber linke Hand auf dieſem ruhte und die linke Hand des Kaiſers faſſen
gehalten. Da der Kehlkopf durch die Kanäle geſtört iſt, huſtet der die Hand legt er dem Reichskazler auf die Schulter: „Das haſt konnte, ſie alſo direkt den Kaiſer anſah. Vor ihr ſtand die
Groß=
du gut gemacht.” Bismardls „Gedanken und Erinnerungen”: herzogin, die auch die Konverſation vermittelte (die Stimme der
„Der Kaiſer ſagte, er erwarte von mir, daß ich in meiner Stel= Kaiſerin iſt ſo ſchwach, daß ſie ſich, nicht verſtändlich machen
wobei ihm zunächſt die Beſorgnis vorzuſchweben ſchien, daß ich lin. Wir durften dicht herantreten, ſo daß ich bis nahe an das
mich mit dem Kaiſer Friedrich nicht würde ſtellen können. Ich Bett kam; der Kanzler und der Feldmarſchall erſchienen, das
ſprach mich beruhigend darüber aus, ſoweit es überhaupt ange= kleine Zimmer hatte ſich vollſtändig gefüllt. Wir traten ein im
bracht ſchien, einem Sterbenden gegenüber von dem zu ſprechen, Gefühl, den Kaiſer verſcheiden zu ſehen. Mon hörte nur weinen,
was ſeine Nachfolger und ich ſelbſt nach ſeinem Tode tun wür= unterbrochen durch kurze Gebete von Kögel, der links neben dem
den. Dann, an die Krankheit ſeines Sohnes denkend, verlangte. Fußende des Bettes ſtand, und dem Stöhnen oder Röcheln des
er von mir das Verſprechen, meine Erfahrungen ſeinem Enkel Kaiſers, welches nicht anhielt, ſondern in Abſätzen auftrat. Der
zugute kommen zu laſſen und ihm zur Seite zu bleiben, wenn er, Kaiſer hielt die Augen geſchloſſen; ab und zu wurde der Schirm
den, die die Aerzte Lauer und Leuthold, in dem Bulletin vom wie es ſchiene, bald zur Regierung gelangen ſollte. Ich gab mei= einer Lampe gehoben, ſo daß man das Geſicht deutlich ſch, es
Krankenbett des Kaiſers erwähnen, ſind, wie man dann hört, ner Bereitvilligkeit Ausdruck, ſeinen Nachfolgern mit demſelben war nicht weſentlich verändert, der Monarch hatte wohl keine er=
Eifer zu dienen wie ihm ſelbſt. Seine einzige Anwwort darauf heblichen Schmerzen. Allmählich ſchien mehr Kraft
zurückzukeh=
ein und darf nicht zu dem ſchlafenden Großvater. Walderſee wird war ein etwas fühlbarer Druck ſeiner Hand.” Und nach einer ren, ſeine Worte wurden etwas deutlicher, und man ſah auch
von ihm in das Palais beſtellt: „Als ich dorthin kam, herrſchte Pauſe des Schweigens fügt der Kaiſer hinzu: „Ich ſehe Sie einige Handbewegungen. Nach Kögelſchen Gebeten ſagte er einz
ſchon große Beſtürzung; der Kaiſer war ſehr ſchwach und wird noch.” Fieberphantaſien ſiud in dem, was er ſeinem Enkel zu= mal „Das iſt ſchön, dann „Das iſt recht, auch einmal
Amey=
nach Anſicht der Aerzte diesmal nicht wieder aufkommen. Der flüſtert. „Der Kaiſer begann damit, dem Prinzen Wilhelm von Als man ihm Wein reichte, auf die Frage, ob es ſchmecke: Es
der Armee und Preußens geſamtem Volk zu ſprechen. Er be= ſchmeckt überhaupt nicht: Vielleicht nach einer Stunde wurde es
rührte im Verfolg ſeiner Worte unſere Allionzen, dann mögliche jedem klar, daß der Tod noch nicht nahe ſei. Dem Kaiſer kam
mir ſprach und auch von San Remo erzählte; er war ſehr erregt Kriege der Nachbarvölker und einzelne militäriſche Einrichtungen anſcheinend das Gefühl wieder, er bemerkte, daß viel Menſchen
und bewegt. Was geht jetzt alles durch ſeinen Kopf!” Um 11 Uhr derſelben, welche Se. Maj=ſtät in der letzten Zeit beſonders be= um ſein Bett waren. Bezugnehmend auf Kögels Gebete ſagte
vormittags iſt der Reichskanzler da. Mit ihm Moltke und Bron= ſchäftigt hatten.” Reiſchach, der Zuhörer iſt, glaubt an eine Ver= er: Es iſt wohl eine Erbauungsſtunde.‟ Er zieht ſogar die Hand
fart. Nachmittags genießt der Kaiſer einige flüſſige Nahrung, wechſlung des Prinzen mit dem Kronprinzen und gibt dieſe unter der Decke hervor und ſtreicht ſich den Schnurrbart, was. als
Mahnungen ſo wieder: „Wenn ein Krieg freventlich vom Zaune er geſund war, von Wohlbefinden und Humor gezeugt hat.
Wal=
gebrochen wird, dann biſt du durch deine Verträge gebunden, derſees Bericht: „Er ſoll dann etwas geſagt haben wie wir
könne=
wirſt dieſelben halten und marſchieren. Aber pflege die ruſſiſche ten gehen, und lautlos wurde das Zimmer leer. Um 7 Uhr fand
Die Nacht zum 8, verbringt der Alte in Unruhe. Manchmal Freundſchaft!” Wenige Minuten darauf iſt er in ſeiner Jugend, ſich der Puls wieder ein, gleich darauf verlangte der Kaiſer ein
hat er in dieſen Nächten vorher aufrecht geſeſſen und geſchluchzt: in der Schlacht bei Bar=ſur=Aube und dem Kampf einer Batterie. Glas Champagner und aß nachher etwas Suppe. Man fing wie=
„Mein Sohn, mein armer Fritz!” Jetzt iſt er halb bewußtlos, Um 5 Uhr ertönen die Glocken der Schloßkapelle und des Doms, der an zu hoffen. Dr. Leuthold ſagte allerdings, es ſei an Beſſe=
Gegen Morgen erlangt er die Klarheit wieder. Sehr ſcharf iſt Der Oberhofprediger Kögel iſt beim Kaiſer. Der Puls ſchlägt rung nicht mehr zu denken. Nach einiger Zeit ſprach der Kaiſer
heute ſein Gehör. Der Verfall der Kräfte dauert an. Im Palais kaum mehr. Bismarck wird von einem Flügeladjutanten aus mehr, auch deutlicher und faſt ausſchließlich. über die politiſche
Die phoebus A.G. verkauft.
Reichswehrminiſterium? — Geßler gedeckt.
Die unerquicklichen Auseinanderſetzungen, die wegen der
elfäſfiſche Fragen halten wird, wird am 12. Februar in Filmgeſellſchaft entſtanden waren, haben ihren, wenigſtens
vor=
läufigen Abſchluß durch den Verkauf der Reichsintereſſen an die
In Sowjetrußland ſind 30 namhafte Oppoſitions= Emelka=Gruppe gefunden. An dieſer Gruppe iſt amerilaniſches
Kapital ſehr ſtark intereſſiert, im übrigen hauppſächlich ſüd=
Das Kabinett des Frakſtaates hat den neuen Ver= deutſche Banken. Es ſcheinen aber die erforderlichen Garantien
gegeben worden zu ſein, daß die der Phöbus gehörenden Film=
Die von dem griechiſchen Finanzminiſter in London geführten Fall wird wohl noch ein parlamentariſches Nachſpiel haben, da
Anleiheverhandlungen ſind nach einer halbamtlichen Mittei= von linls her der Stoß gegen Dr. Geßler fontgeführt werden
ſoll, obwohl vielleicht zu ſagen iſt, daß möglicherweiſe einzelne
Bei einer Erſatzwahl in Northampton erlitt die engliſche Re= untergeordnete Organe des Reichswehrminiſteriums ihre
Be=
den 14 554 Stimmen entfielen. Ein libeualer Kandidat erhielt 9576 und eimgeſtellten Kabinetten hatte. Immerhin hat ſich gezeigt, daß
duſtrie geſchäftlich der unterlegenere Teil iſt.
Die deutſchen Sachlieferungen für Frankreich
im Jahre 1928.
Nach einer Pariſer Meldung hat der franzöſiſche Miniſter
für öffentliche Arbeiten das Sachlieferungsprogramm für 1928
endgültig aufgeſtellt. Darnach ſind die Sachlieferungen,
die in dieſem Jahr von Deutſchland verlangt werden, um
zwei Millionen höher als im Vorjahre und belaufen ſich
auf im ganzen 800 Miklionen. Hauptſächlich handelt
es ſich um Hafen= und Dockarbeiten in
Dün=
kirchen, Boulogne, Le Havre, Cherbourg, La
Rochelle und Bordeaux, außerdem um
Kanalbau=
ten an der Seine und Saone,
1I. a. ſollen an Sachlieferungsarbeiten ausgeführt werden:
Im Hafen von Dünkirchen: Vertiefung des Hafenbeckens 50
Mil=
lionen, Konſtruktion eines neuen Vorhaſens 120 Millionen: im
Hafen von Boulogne: Vollendung der Deichbauten 120 Mill.,
im Haven von Le Hapre: Vertiefung der Schiffahrtsrinne 55
Mill., Erweiterung des ſüdlichen Hafenteiles 125 Mill., Lieferung
eines Schwimmdocks von 25 000 Tonnen 35 Mill., Erweiterung
der Schiffahrtsrinne von Le Haore nach Rouen 72 Mill.: im
Haſen von Cherbourg: Bau eines neuen Ausladekais 32 Mill.;
im Hafen von St. Malo: Lieferung neuer Flutſchleuſen 7 Mill.;
im Hafen von St. Nazaire: Anlegung eines neuen Hafenbeckens
für große Ueberſeedampfer 80 Mill.; im Hafen von Nantes=
Ausbau der Einfahrt 25 Mill.; im Hafen von La Rochelle: Bau
neuer Kais 84 Mill.; im Hafen von Bordeaux: Anlage eines
neuen Ausladekais 50 Mill.; im Hafen von Bayonue: Lieferung
eines Baggers 3,5 Mill., außerdem für Kanalbauten am der
Seine 67 Mill., a der Saone 31 Mill., am der Oiſe 1,7 Mill.
und am Rhein—Marne=Kanal 0,24 Mill. Dieſes
Sachlieferungs=
programm iſt ſo umfangreich, daß es wohl kaum in Jahresfriſt
durchgeführt werden kann. Sollten dieſe Angaben zutreffen, ſo
iſt anzunehmen, daß wohl die Beſtellung in dieſem Jahre
auf=
gegeben werden ſoll, ein Teil der Koſten aber ſchon für das
nächſte Jahr veranſchlagt iſt. So erklärt ſich auch die erhebliche
Differenz zwiſchen der aus den einzelnen Poſitionen zu
errech=
nenden Geſamtſumme und dem oben angegebenen Betrag von
800 Millionen.
Eine Enzyklika des Ponſies.
Der Papſt hat an Dreikönigstage an alle Biſchöfe der Welt
eine Enzyklika gerichtet, in der er von der Vorausſetzung
gus=
geht, daß die Völker ſeit dem Kriege in ihrem
Friedensbedürf=
nis nach gemeinſamem Verſtändigungsgrundlagen ſuchen, wobei
einige die Verſtändigung ſelbſt auf das religtöſe Gebiet
aus=
dehnen wollten. So habe in der letzten Zeit eine trügeriſche
internationale Kirchenkonferenz ſtattgefunden, in der die
Eini=
gung aller chriſtlichen Kirchen der Welt befürwortet worden ſei,
was ſich gegen die Grundſätze der katholiſchen Kinche richte.
Der Papſt warnt die Katholiken vor der Teilnahme an ſolchen
Konferenzen, weil die katholiſche Kirche ſchon ihre erhabene Eine
heit beſitze. Der Papſt erſucht die Biſchöfe, die Gläubigen vor
dieſer Gefahr zu warnen und aufzullären. Die Biſchöfe der
gan=
zen Welt müßten Gebete veranſtalten, damit alle Irrgläubigen
und Abtrünnigen wieder zum latholiſchen Glauben zurückkehren.
Eine Einheit könne nur durch eine Rückehr der Andersgläubigen
zur römiſchen Kirche erreicht werden.
ſind die Mitglieder der königlichen Familie verſammelt, Prinz einer Sitzung des Staatsminiſteriums geholt. Der Kanzler fährt
Walderſee berichtet ſo über dieſen 8. März, einen
Donners=
nach dem Kanzler gefragt. „Er erörterte,” ſagt der „Reichsanzei= Kruifix hing, ſtanden Dr. Leuthold und Dr. Timann und zur
lung verbleiben und ſeinen Nachfolgern zur Seite ſtehen würde, konnte), dann euwas ſeitwärts Prinz Wilhelm und ſeine Gemah=
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Nummer 14
Mittwoch, den 11. Januar 1928
Seite 3
Der Wahlkampf in Poſen.
Die Reformen Pilfudfkis.
Wahl des Präſidenten durch das Volk ſiatt
durch das Parlament. — Machterweiterung der
exekutiven Gewalt. — Einſchränkung der
Be=
fugniſſe des Parlaments.
* Warſchau, 10. Januar. (Priv.=Tel.)
In wenigen Tagen dürfte der offene Wahlkampf in
Polen=
beginnen. Fieberhaft iſt in den letzten Wochen von allen
Par=
teien an der Ausarbeitung des Wahlprogramms, an der
Auf=
ſtellung von Kandidaten und an den ſonſtigen
Wahlvorberei=
tungen gearbeitet worden. Dem von der Regierung ernannten
Wahlkommiſſar ſind auch bereits von fünf Parteien, darunter
von der Regierungspartei, die Liſten eingereicht worden.
Daß es ſich diesmal in Polen um einen Wahlkampf von
ſeltener Erbitterung handeln wird, darüber beſteht bei allen
Parteien kaum ein Zweifel. Denn ebenſo völlig im Klaren iſt
man ſich darüber, daß der neue Seim für den rechtlichen
Auf=
bau des Staates, vor allem für das Verhältnis zwiſchen
Regie=
rung und Parlament, von entſcheidender Bedeutung ſein wird.
Das Programm der Regierungsparteien ſieht
eine ganze Reihe von Punkten vor, die vom Reformwillen der
Regierung und von dem Beſtreben Zeugnis ablegen, alle
wirtſchaftlichen und Privatintereſſen den
Be=
dürfniſſen des Staates unterzuordnen. Es
for=
dert weiter die wirtſchaftliche Stabiliſierung,
moraliſche Konſolidierung und Kampf mit der
Korruption, und es kündigt ſchließlich Aenderung der
Verfaſſung im Sinne einer Stärkung der
voll=
ziehenden Gewalt an. Es dürfte insbeſondere dieſer letzte
Punkt des Regierungsprogramms ſein, um den ſich ein harter
Kampf abſpielen wird. Die Aufgabe einer Verfaſſungsänderung
haben nämlich auch andere Parteien in ihr Wahlprogramm
auf=
genommen. Es wird gefordert, daß die Wahl des
Präſi=
denten nicht mehr durch das Parlament erfolgen,
ſondern unmittelbar durch das geſamte Volk
vorge=
nomen werden ſoll. Ueber dieſen Punkt des Programms iſt
ſich die große Mehrheit der polniſchen Parteien einig, er dürfte
alſo kaum Schwierigkeiten irgendwelcher Art entſtehen laſſen.
Ungleich komplizierter liegt aber der Fall der von der Regierung
beabſichtigten Machterweiterung der exekutivem
Gewalt und der gleichzeitigen Einſchränkung
der Befugniſſe des Parlaments. Die
Regierungs=
parteien ſtreben eine Umwandlung des Senats in eine
Stände=
vertretung an, während die Sozialdemokraten und die
Wyzwo=
lenie=Partei die gänzliche Abſchaffung des Senats fordert. Auch
die Beſchneidung der Machtbefugniſſe des
Seims, mit der die beabſichtigte Stärkung der Macht des
Prä=
ſidenten und der Regierung verbunden iſt, ſtößt auf große
Schwierigkeiten, da die Mehrzahl der Parteien ein Parlament
fordert, das aus freier, unbehinderter und geheimer Wahl
her=
vorgegangen iſt.
Dieſe aktuellen Fragen, die in Polen von dem neuen Seim
entſchieden werden ſollen, werden im Wahlkampf im
Mittel=
punkt der Redeſchlacht ſtehen, das Ergebwis der Wahlen wird
bereits einen Hinweis auf die Art der Löſung enthalten, die
dieſe Fragen finden werden. Die Angelegenheit wird für die
Regierung im Hinblick darauf beſonders ſchwierig, weil die von
ihr beabſichtigten Reformen eine Aenderung der
polni=
ſchen Verfaſſung darſtellen und infolgedeſſen mit
quali=
fizierter Mehrheit im Seim gutgeheißen werden müſſen. Bei
der gegenwärtigen Parteigruppierung erſcheint es jedoch noch
keineswegs ſicher, daß Pilſudski im neuen Parlament über eine
derartige Mehrheit verfügen wird. Von Intereſſe iſt es in
dieſem Zuſammenhang, wie ſich die verſchiedenen
Parteigrup=
pierungen die künftige konſtitutionelle Entwicklung in Polen
denken. An dem Gedanken einer Zuſammenarbeit von
Regie=
rung und Parlament ſcheint jedenfalls die gegenwärtige
Regie=
rung, die vorausſichtlich auch vielleicht in veränderter Form
nach den Wahlen beſtehen bleiben wird, feſtzuhalten. Denn von
Regierungsſeite iſt wiederholt erklärt worden, daß die Reformen
gemeinſam von Regierung und Parlament durchgeführt werden
ſollen. Auf der Linken hofft man, daß Pilſudski dieſe Reformen
demgemäß völlig auf verfaſſungsmäßigem Wege durchführen und
damit eine Zuſammenarbeit der Regierung mit der Linken
wie=
der ermöglichen wird. Die die Regierung ſtützenden
Konſer=
vativen dagegen weiſen ihn auf den Weg der Diktatur. Bei
Pilſudski wird es liegen, welchen dieſer beiden Wege er
ein=
ſchlagen wird.
Die Stellung der polniſchen Sozialiſtiſchen
Partei (P. P. S.) zum Miniſierium Pilſudfki
und den Neuwahlen
ging aus dem Wahlaufruf der Partei deutlich hervor, der von
der Warſchauer Börſe nach allen Richtungen interpretiert wird.
Die ſozialiſtiſche Proklawation führte aus, daß ſeit dem
Staats=
ſtreich das Miniſterium mit Hilfe, der hohen Bürokratie ohne
Kontrolle faſt abſolut herrſche. Aber unter dem Schleier des
Ge=
heimniſſes, der über alle Pläne und Vorgänge gebreitet werde,
erſtrebe die Reaktion den Sturz der Demokratie und des
Parla=
mentarismus. Es ſei nur ein Vorteil, daß dieſe Reaktion in zwei
Gruppen geſpalten wurde, nämlich den Großgrundbeſitz und die
polniſchen Magnaten, ſowie die Nationaliſten um Dmowſki. Die
Wähler müßten ſich anfangs März im vollen Sinne des Wortes
zwiſchen Reaktion und Demokratie entſcheiden. Das neue
Pro=
gramm der Partei enthält zehn Punkte. In der auswärtigen
Politik ſtreben die Sozialiſten neben den freundſchaftlichen
Be=
ziehungen zu allen Nachbarn die Erweckung des Genfer
Proto=
kolls an. Im übrigen ſoll der Senat abgeſchafft, die Todesſtrafe
aufgehoben, die Geſchworenengerichte eingeführt und die
Militär=
dienſtzeit verkürzt werden. Die Rechtspreſſe ſchreibt, der Aufruf
verrate deutlich, daß der polniſche Sozialismus die alte
warxi=
radikalen Partei befinde, eine Evolution, die durch ihre
oppor=
tuniſtiſche Haltung gegenüber dem Regime Pilſudſkis erleichtert
werde.
Wahlliſien=Fälſchung durch einen polniſchen
Bürgermeiſter.
Kattowitz, 10. Januar.
In Laurahütte wollte der Bürgermeiſter Poppek, der
übri=
gens mit deutſchen Stimmen zum Bürgermeiſter gewählt
wor=
den war, die Wahlliſten zu Ungunſten der Deutſchen
fälſchen. Er ließ ſich die ausgefülltem Hausſtandsliſten geben
und ſtrich etwa 3000 Familien an, die nicht in die Wahlliſten
aufgenommen werden ſollten. Geſtern haben nun weit über
3000 Familien der Laurahütte dagegen proteſtiert, daß man ſie heitenſchule in Brzezie im Kreiſe Rzbnik eine Weihnachtsfeier
nicht in die Wahlliſten eingetragen habe. Im Ort ſelbſt herrſcht
wegen der Fälſchung große Aufregung. Poppek hat u. a. auch
Familien nicht in die Wahlliſten aufnehmen laſſen, die ſeit über
40 Jahren hier wohnen. — Auch dieſer Vorgang zeigt wieder,
wie der Wahlkampf in Polniſch=Oberſchleſien vorbereitet wird.
Der polniſche Außenminiſiter über die
Be=
ziehungen zu Oeutſchland.
Warſchau, 10. Januar.
Geſtern abend hielt der polniſche Außenminiſter Zaleſki,
ebenſo wie im Vorjahre, auf einem Bankett der Vereinigung
zum Studium internationaler Fragen eine große programma= auf das entſchiedendſte das Verhalten des Polizeikommandanten
tiſche Rede, über die Innen= und Außenpolitik Polens während
des letzten Jahres. Der polniſche Außenminiſter berührte neben
den Beziehungen Polens zu Litauen und Rußland auch das
Verhältnis Polens zu Deutſchland. Er führte u. a. aus: Im
Laufe des verfloſſenen Jahres konnten wir ſeitens der Leitung
der deutſchen Außenpolitik mehrfach Beweiſe guten Willens und
auch von Anſtrengungen feſtſtellen, trotz außerordentlich
ſchwie=
riger innerpolitiſcher Bedingungen gut nachbarliche Beziehungen
zwiſchen beiden Ländern herzuſtellen. Ich will hier nur an eine
Reihe von Abkommen erinnern, die wir mit unſeren weſtlichen
Nachbarn abgeſchloſſen haben, wobei oft bedeutende
Schwierig=
keiten angeſichts des beiderſeitigen guten Willens überwunden
wurden. Vor allem ſind es aber zwei Momente, die Hoffnung
auf eine weitere Entwicklung der guten Beziehungen zwiſchen
beiden Völkern geſtatten. Dies iſt die beginnende deutſch-—
pol=
niſche Zuſammenarbeit in Genf und eine merkbare Aenderung
in der Einſtellung der deutſchen öffentlichen Meinung
gegen=
über Polen. Die deutſche Delegation hat in Genf eine Haltung
eingenommen, die zu den von uns erwünſchten Ergebniſſen
beigetragen hat. Ich hoffe, daß dieſes Zuſammenwirken in der
Zukunft immer häufiger ſein wird, und daß die in Genf uns
trennenden Fragen, wie das Danziger Problem, in Zukunft in
Genf nicht mehr ſo viel Raum einnehmen werden, wie bisher. —
Was die Aenderung der deutſchen Stimmung gegenüber Polen
anbetreffe, ſo ſei dieſe zwar noch nicht ſo, um die Gewähr einer
normalen Entwicklung der deutſch—polniſchen Beziehungen zu
bilden. Aber jedenfalls beſtehe eine Aenderung, und die
Rich=
tung einer Entwicklung iſt klar und offenkundig. Heute wird es
keinen ernſten Deutſchen mehr geben, der die Behauptung von
einem polniſchen Saiſonſtaat noch ernſtlich wiederholte. Auch
gibt es heute nicht Deutſche mehr, die behaupten, daß das Fehlen
normaler wirtſchaftlicher Beziehungen zu Polen und der
Zoll=
krieg für Deutſchland vorteilhaft wäre und welche nicht eine
deutſch—polniſche Wirtſchaftsverſtändigung wünſchten, die eine
unerläßliche Notwendigkeit darſtellt. Hingegen werden die
Deutſchen immer zahlreicher, die in einem Zuſammenwirken mit
Polen ernſte Möglichkeiten für die wirtſchaftliche Entwicklung
ihres Vaterlandes erblicken.
Der Eindruck der Zaleſki=Rede in Berlin.
Berlin, 10. Januar.
Die Ausführungen des polniſchen Außenminiſters Zalefki
werden in Berliner politiſchen Kreiſen wegen ihres verſöhnlichen
Charakters und des darin zum Ausdruck kommenden Willens zur
Verſtändigung durchaus begrüßt. Wenn jedoch der polniſche
Außenminiſter feſtſtellt, daß in Deutſchland ein gewiſſer
Mei=
nungsumſchſwung im Sinne einer Verſtändigungsbereitſchaft mit
Polen feſtzuſtellen ſei, ſo wäre nur zu wünſchen, daß ein
der=
artiger Umſchwung auch im polniſchen Volke allgemein zum
Aus=
druck kommen würde, denn einſtweilen iſt weder die Lage der
deutſchen Minderheit in Oberſchleſien, noch die Auflöſung durch
Wahlen hervorgegangener deutſcher Kommunalmehrheiten, noch
die Straſverfolgung deutſcher Sjemabgeordneten ein Beweis
da=
für, daß den polniſchen Exekutivbehörden der
Verſtändigungs=
wille des polniſchen Außenminiſteriums ins Bewußtſein
gekon=
ſtiſche Baſis verlaſſen hätte und ſich auf dem Weg zu einer tpiſch wen iſt. Auch die Tatſache, daß den deutſchen katholiſchen
Geiſt=
lichen, z. B. Domherrn Klinke in Poſen, von dem Erzbiſchof
Hlond die Kandidatur für den Seim aus Gründen der religiöſen
Würde unterſagt wird, während für die Kandidaturen polniſcher
Geiſtlicher dieſer Geſichtspunkt der Würde anſcheinend nicht in
Frage kommt, hat in Deutſchland berechtigtes Erſtaunen
hervor=
gerufen. Polen hat alſo nach Meinung maßgebender deutſcher
politiſcher Kreiſe noch eine Fülle von Gelegenheit vor ſich, den
Verſtändigungswillen nun auch von ſeiner Seite aus zu beweiſen.
Uebergriffe polniſcher Polizei gegen deutſche
Minderheitenſchulen. — Calonders Eingreifen.
Kattowitz, 10. Januar.
Am erſten Weihn uhtsfeiertag 1926 wollte die deutſche
Minder=
veranſtalten. Einige Tage vorher erſchien der
Polizeikomman=
dant von Brzezie bei dem Gaſtwirt, bei dem die Veranſtaltung
ſtattfinden ſollte, und machte ihm Vorwürfe, daß er den Saal
den Deutſchen zur Verfügung ſtelle. Außerdem bemerkte er, daß
die Feier, wenn ſie trotzdem ſtattfinden würde, von
heran=
gerufenen Aufſtändiſchen geſtört werden würde, und daß die
Polizei den Deutſchen jeden Schutz verſagen müßte. Zwei
Stun=
den vor Beginn der Weihnachtsfeier, die vorſchriftsmäßig
an=
gemeldet war, wurde ſie vom Amtsvorſteher ohne Angabe von
Gründen verboten. Gegen dieſes Verhalten der beiden
Be=
amten legte der Deutſche Volksbund bei der Gemiſchten
Kom=
miſſion Beſchwerde ein. Dieſe vernahmr eine Reihe von Zeugen,
die die geſchilderten Vorgänge eidlich beſtätigten. Präſident
Calonder mißbilligt nun in ſeiner jetzt gefällten Entſcheidung
und bemerkt, es ſei nach 4½jährigem Beſtehen der Genfer
Kon=
vention ausgeſchloſſen, däß Veranſtaltungen der deutſchen
Min=
derheit mit der Begründung verboten werden können, daß die
öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet ſei. Das Verhalten
des Beamten ſei eine ſchwere Verletzung der Genfer Konvenvion,
und ein Beamter, der mit Maßnahmen gegen die deutſche
Min=
derheit drohe, ſei keineswegs geeignet, in dem Gebiet, für das
die Konvention gilt, öffentlichen Dienſt zu tun. Der
Kommau=
dant müſſe deshalb aus dieſem Gebiet unverzüglich entfernt
werden.
Lage und den Krieg; u. a. ſagte er dabei: „ch ſcheue den Krieg
nicht, wenn ich dazu genötigt werde.” Viel war von der
franzö=
ſiſchen Armee und ihren Einrichtungen die Rede; dann von ſeinen
Vertragspflichten, vom Kaiſer Alexander und dabei etwas
Aehn=
liches wie: „Ich hoffe, daß er nicht wortbrüchig wird.: Als die
Großherzogin zu ihm ſagte: „Du haſt uns ſo intereſſant erzählt,
vielleicht willſt du jetzt etwas ruhen’, ſagte er: „Dazu habe ich jetzt
keine Zeit und ſprach ſofort weiter. Ganz allmählich wurde die
Stimme etwas undeutlicher, die Gedanken unklarer und der Atem
kürzer. Etwa um 10 Uhr zog ſich die Kaiſerin zurück und dann
auch die Familie; ich blieb mit den Herren vom unmittelbaren
Dienſt im Adjutantenzimmer. Wiederholt ging ich zur
halbgeöff=
neten Tür, ab und zu kam einer der Aerzte oder ein
Kammer=
diener heraus. Für eine Stunde vielleicht ſtellte ſich etos Ruhe
ein, dann aber hat die Unruhe wieder begonnen und namentlich
das Sprechen; es hat dies mit geringen Unterbrechungen bis
ge=
gen 3 Uhr morgens angehalten, iſt aber immer unverſtändlicher
geworden. Bemerkenswert iſt aber, daß während der ganzen Zeit
ein Gedanke vorherrſchte: Krieg gegen Frankreich und unſer
Bun=
desverhältnis zu Rußland. Anfangs bezog er ſich mehr auf die
Gegenwart, dann allmählich auf die Befreiungskriege, und dabei
iſt es auch geblieben. Der Kaiſer hat viel Namen von Offizieren
aus jener Zeit genannt, die mit ihm in Beziehungen geſtanden
haben.”
Dialog am 8. März in San Remo. Eine Depeſche des
Für=
ſten Bismarck urgiert die ſofortige Rückkehr des Kronprinzen, da
der Zuſtand ſeines Vaters kritiſch ſei. Friedrich läßt Mackenzie
rufen: „Wäre es für mich gefährlich, wenn ich ſofort nach Berlin
zurückkehrte?” Mackenzie: „Jawohl, Kaiſerliche Hoheit, es wäre
etwas gefährlich.” Friedrich: „Es gibt Gelegenheiten, wo es die
Pflicht eines Mannes iſt, ſich einer Gefahr auszuſetzen, und eine
ſolche Gelegenheit ſteht jetzt vor mir. Ich werde übermorgen
zu=
rückkehren. Ich verlaſſe mich auf Sie, daß Sie alle mediziniſchen
Arrangements treffen, um die Gefahr meiner Reiſe nach Norden
auf ein Minimum zu reduzieren.”
Freitag, der 8. März Um 1 Uhr früh ſagt Leuthold, der
Kaiſer werde den Tag wohl noch erleben. Um 4 Uhr ſind
Bis=
marck und Moltke im Palais; ſie entfernen ſich um 6. Gegen 7
ein Bulletin: „Nachdem geſtern abend ein leiſes Aufflackern der
Lebensäußerungen ſtattgefunden hatte, hat während der Nacht
der geſtern vorhandene Schwächezuſtand noch zugenommen und
zurzeit einen ſehr hohen Grad erreicht. v. Lauer, Leuthold.”
Be=
vor es ½9 ſchlägt, ſtreckt ſich der Kaiſer ein wenig, man hört den
Atem ausſtrömen. Der Tod. Das Schlußbulletin: „Kaiſer
Wil=
helm iſt heute vormittag 8 Uhr 20 Minuten ſanft und ſchmerzlos
verſchieden.” In Gegenwart der Familie, der „Allerhöchſten und
Höchſten Herrſchaften‟. Die Lampe beleuchtet von rechts ſeine
Stirn, in das Zimmer fließt das ſchmutzige Morgenlicht. Auf den
Tiſchchen kleine Karaffen und Weingläſer, noch faſt gefüllt. Neben
dem Bett ein Behälter mit Eis. Vor dem Bett mehrere Paar
Stiefel. Lauer ſieht nach der Uhr, befühlt die Beine und
kon=
ſtatiert, daß die Totenſtarre noch nicht da iſt. Generäle, einzeln
oder in Gruppen. Unteroffiziere der Kavallerie= und
Infanterie=
regimenter löſen ſich als Ehrenpoſten an der Tür des
Sterbe=
zimmers ab. Auch der Dienerſchaft wird der Zutritt geſtattet.
Ein Depeſchenreiter trabt auf ſeinem Braunen den Weg nach der
Wilhelmſtraße. Die Südſeite der Linden wird geſperrt. Die
Flaggen rutſchen auf Halbmaſt. Salben der Gardeartillerie.
„Der Reichsbanzler verließ als Letzter das Palais.”
* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Dienstag, den 10. Januar.
Ein Maskenball.
Oper von G. Verdi.
Das erſte Bühnenauftreten eines jungen Künſtlers hat immer
ein beſonderes Intereſſe für das Publikum, für den Künſtler
ſelbſt aber oft eine Bedeutung, die ausſchlaggebend für ſeine
Zukunft ſein kann.
Die Probe, zu der ſich heute Herbert Sargent als Graf
Richard ſtellte, iſt vielleicht noch etwas zu früh gewagt worden.
Seine ſehr großen Stimmittel verleiteten ihn dazu, wenn auch
vieles noch unreif erſchien, was er geben konnte. Indes: er hat
ehrenvoll, mit Beifall und verdientem äußeren Erfolg beſtanden.
Das ſoll ihm um ſo mehr anerkannt werden, als ſeine offenbar
vorwiegend lyriſche Begabung vor eine anſpruchsvolle, oft ins
Dramatiſche ragende Aufgabe geſtellt war. Herr Sargent hat
einen jungen echten Tenor, der in der Tiefe matt, in der
Mittel=
lage klingt, in der Höhe ſtrahlende Kraft beſitzt, ohne eigentlich
warm zu ſein. Der gut ſitzenden Stimme fehlt noch die
Aus=
geglichenheit der Regiſter; Ausbildung und Behandlung ſind
weit vorgeſchritten. Auftreten aber, Spiel, Mimik, Geſtaltung
und ſeeliſche Vertiefung, auch Temperament: alles das wird
heute noch vermißt, wobei natürlich Befangenheit und die vielen
Hemmungen des erſten Auftretens abträglich mitwirken. Seine
friſche, jugendliche, vornehme äußere Erſcheinung nimmt für
ihn ein. Der Ausſprache merkt man den Engländer an, obwohl
ſie ſehr deutlich war. Der allgemeine Eindruck des jungen Sän=
V. H.
gers iſt angenehm und vielverſprechend.
*Ausden Darmſtädter Lichtſpieltheatern
„Helia”.
Ju dem neuen Darmſtädter Lichtſpieltheater „Helia” läuft
der Film „Petronella”, die Glocke von Brunegg. Dieſer
Schwei=
zer Film iſt recht gut. Es wirken ſehr gute Filmkünſtler in der
Handlung, vor allem ganz ausgezeichnete Charaktertypen, von
denen Ernſt Rückert, Wilhelm Dieterle, Rudolf
Let=
tinger, Oscar Homolka, Uwe Jens Krafft und vor
allem Maly Delſchaft beſonders hervorgehoben ſeien. Leider
verzeichnet das Programm — vielleicht kann das geändert
wer=
den — keine Rollenverteilung und nennt auch die Regie nicht.
Die Handlung iſt volkstümlich fromm. In den Zeiten, da
Napo=
leons Siegeszug bis in die entlegenſten Schweizer Dörfer führte
und die Brunegger ihr Dorf heldenmütig verteidigten, wurde
die Glocke „Petronella”, an die ſich der fromme Aberglaube
knüpfte, daß ihr Vorhanderſein Glück bringt für das ganze
Dorf, auf Veranlaſſung des Seelſorgers heimlich verſteckt. Die
beiden Gebirgler, denen dieſe Aufgabe zugeteilt wurde, ſtürzten
ab und verſanken mit der Glocke im ewigen Eis. Ein ſchwerer
Schickſalsſchlag folgt dem andern, und der fromme Glaube der
Schweizer führt dies auf das Fehlen der Glocke zurück.
Hand=
lungen, wie ſie das ſchlichte Gebirgsleben gebiert, ſind geſchickt
eingeflochten. Freud und Leid, Liebe und Kummer wechſelu,
und das Liebeswerben um die ſchöne Wirtin führt zu
unge=
wolltem Totſchlag und zur Landesverweiſung des Täters. Dieſer
irrt in Eis und Schnee umher und findet die „Petronella”, die
ihm Begnadigung bringt und die Heimkehr ermöglicht.
Dieſe ſchlichte, aber innige und volkstümliche Handlung wird
im Rahmen von ganz entzückenden Hochgebirgsaufnahmen,
Polksſpielen und dergleichen ſehr gut dargeſtellt und durch deu
techniſch ausgezeichneten Schweizer Film verlebendigt.
Als Neuheit bringt „Helia” zu den Filmvorführungen
Gaſt=
ſpiele von Geſangs= und Tanzkünſtlern. Herr Heinz Heberer
ſingt Volkslieder. Die ruſſiſche Kleinkunſtbühne „Arlekin”, ein
gemiſchter Chor von zum Teil ausgezeichneten Künſtlern, ſtellt
ruſſiſche Szenen dar und bringt ruſſiſche Volkslieder zu Gehör,
die ſtarke Wirkung im Publikum auslöſen, mehr noch die
rufſi=
ſchen Volrstänze und die Solovorträge eines Balalaika=Künſtlers,
der über eine fabelhafte Technik verfügt. Auch hier verzeichnet
das Programm keine Einzelnamen, auch nicht den des Direktors
und Anſagers, der in ſeinem radebrechenden Deutſch viel Humor
*.
entwickelt.
Seite 4
Mittwoch den 11. Januar 1928
Familiennachrichten
Statt Karten.
Für die uns aus Anlaß unſerer
Verlobung erwieſene
Aufmerk=
ſamkeit danken wir herzlichſt
Elſe Schellhaas
Willi Kanzler.
Darmſiadt, Januar 1928 878
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, gute, treuſorgende Mutter und
Großmutter
Frau
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Anteilnahme bei dem
Hinſcheiden meiner lieben Frau,
unſerer Tochter,
Schwieger=
tochter, Schweſter und
Schwä=
gerin ſagen wir hiermit unſeren
innigen Dank.
Im Namen der Sinterbliebenen:
Ludwig Wagner. ato
Witwe des verſiorbenen Schloßinſpektors
Gg. Schön
im 75. Lebensjahre nach kurzem Krankſein
durch einen ſanften Tod heimzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Dr. Ludwig Schön, Eſſen
Familie Karl Schön, Schalksmühle i W.
Familie Dr. Richard Schön, Darmſtadt.
Darmſtadt, den 7. Januar 1928.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Januar,
um 4 Uhr nachmittags, auf dem alten Friedhof ſtatt
2948
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach langem
ſchweren Leiden unſere liebe, treue Tochter
und Schweſter, meine liebe Braut
Helene Schön
Dint Norder
geb. Vogel
im Alter von 22 Jahren (Röm. 12. 12.)
In tiefem Schmerz:
pfarrer Philipp Körbel und Frau Lilli,
geb Kopp
Guſfab Adolf Körbel, Referendar
Hans Körbel, stud. jur.
Joſef Kranß, Apotheker
Groß=Rohrheim, den 10. Januar 1928.
Die Beerdigung findet Freitag, den 13. Januar
1928, nachmittags 2½ Uhr, in Groß=
Rohr=
heim ſiatt.
(:935
ſchlafenen
Dankſagung.
Allen, die unſerer lieben
Ent=
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern Abend verſchied ſanft unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin nnd Tante
Frau
Frau Soſie Neiſt
MalynoenenSwe.
geb. Gockenbach
die letzte Ehre erwieſen, ſei an dieſer
Stelle herzlichſt gedankt. Ganz
beſonders danken wir Herrn Pfarrer
Lautenſchläger für ſeine
über=
aus troſtreichen Worte am Grabe.
Joſef Neiſt
und Kinder.
Darmſtadt, Januar 1928. *918
EieKlrOä-
Inſtrumente
Elef=
trola=Platten große
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Jäger
Georgenſtraße 11.
geb. Schneider
im Alter von 65 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Duisburg, Homburg a. Saar, Hahange,
Karlsruße, Singen u. potsdam, den 10. Jan. 1928.
Die Beiſetzung findet Freitag, den 13. Januar 1928
auf dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße
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390—444, Kiefer) verſteigert:
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17 Kiefer; Knüppel: 239 Buche, 56
Eiche, 21 Kiefer, 5 Fichte;
Reiſig=
knüppel: 58 Buche, 11 Eiche, 15
Kiefer; Stöcke: 7 Fichte, 19 Kiefer;
Wellen: 1730 Buche (Dachsberg 30).
Darmſtadt, den 10. Jan. 1928. (st930
Städt. Güterverwaltung.
Am Donnerstag, den 12. Januar,
nachmittags 1 Uhr, verkaufen wir
freihändig gegen Barzahlung auf dem
Exerzierptatz, ganz in der Nähe der
Feſthalle, von unſerem abgebrochenen
Ausſtellungspavillon nachſtehende Hölzer:
ca. 4 cbm Kantholz
6,60 „ Bohlenholz
„ 220 qm Dachſchalung
150 „ Wandſchalung.
Dieſelben ſind entnagelt und ſortiert,
Landwirtſchaftliche
Zentralgenoſſen=
ſchaft Darmſtadt. (938
Am Donnerstag, den 12. Januar
1928, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
ich in meinem Verſteigerungslokale,
Lu=
iſenſtraße 32, zwangsweiſe meiſtbietend
(958
gegen Barzahlung:
1 Zuſyneidetiſch, 1 Anprobeſpiegel,
1 Schreibtiſch, 1 Peddigrohrgarnitur,
1 Stoffregal, 1 Wandſchrank,
Garde=
robeſtänder, 2 elektriſche Zeiß=
Beleuch=
tungskörper, 1 elektriſche Stehlampe,
2 Arbeitstiſche, 2 Singernähmaſchinen,
1 elektriſche Bügeleinrichtung, 1
Gas=
bügelofen, 1 Koksbügelofen. 1
Garde=
robefach, 4 Tiſchtücher, 6 Handtücher,
1 Ofenſchirm. 6 Weingläſer, 1
Stück=
chen Silberborte, 1 Stückchen
Tüll=
borte, 1 Käſtchen mit Haken u. Oeſen,
8 Dutzend Goldknöpfe, 1 Sommerkleid,
1 Handtaſche, 3 Blumentöpfe, 1 Tiſch,
2 Stühle, 1 Armbanduhr, 4 goldene
Ringe, 1 Smoking, 1 Sket ſow. Möbel
aller Art.
Darmſtadt, den 11. Jan. 1928.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher.
Liebe und Hühneraugen?
„Lebewohl”” nahm holder Fee
Großes Weh vom kleinen Zeh,
Und nun wandelt sie im Haine
Mit „avec im Mondenscheine.
Gemeint ist natüruch da verühmte von vieien Aerzten
empfohlene Hühneraugen-Lebewohl mit druckmilderndem
ilzring für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die
Fußsohle. Blechdose (8 Pflaster, 5 Pfg Lebewohl-Fußbad
gegen empfindliche Füße und Eußschweiß Schachtel 2 Bäder)
30 Pfg erhältlich in Apotheken und Drogerien sicher zu haben
bei: Drogerie G. Hübner, Karlstr 53. L. Petri Nachf., Inn
W Preußer Roßdörferstr 5 Chr Schwinn, Inh. W Reich:
Drogerie, Rheinstr, 8, A. Zachmann, Merkur-Drogerie. Bleien-
(IIDr.53
straße 46
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 11. Januar.
H. Eine Ehrenurkunde für das Mitglied der Heſſiſchen Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtadt, Herrn Fabrikanten Heinrich Hirſch,
die anläßlich deſſen 25jähriger Mitgliedſchaft zur Kammer verliehen
wurde, iſt, mehrfachen Anregungen entfprechend, zurzeit in dem
Schau=
fenſter, der Arnold Bergſtraeßerſchen Buchhandlung, Darmſtadt,
Rhein=
ſtväße 6, ausgeſtellt. Die künſtleriſche Ausführung der Urkunde erfolgte
durch den bekannten Graphiter A. M. Schwiudt, Darmſtadt, von
dem auch der Entwurf für die Ehrenurkunden, die die Heſſiſche Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtadt für 25jährige und 40jährige
ununter=
brochene Tätigkeit an Arbeiter und Angeſtellte der zur Kammer
ge=
hörigen Firmen verleiht, ſtammt.
— Heſſiſches Landestheater. In der heutigen Aufführung von
Karl Zuckmayers „Schinderhannes” ſpielt Franz Wolfgang
Schmied=
brunn, Mainz, den Johannes Bückler. Die Vorſtellung beginnt um
19½ Uhr.
Charlotte Börner von der Berliner Staatsoper, die heute in der
erſten Wiederholung von „Zar und Zimmermann” als Gaſt die Marie
ſiugen ſollte, iſt plötzlich erkrankt und mußte abſagen. Die Marie wird
alſo, wie in der erſten Aufführung, von Paula Kapper geſungen.
Donnerstag, den 19. Januar wird zum erſtenmal in dieſer
Spiel=
zeit Mozarts „Zauberflöte” gegeben; Sonntag, den 22. Januar,
zum erſtenmal in dieſer Spielzeit Verdis „Aida‟
— Verein für das Deutſchtum im Ausland. Der „Bunte Ball”
am Donnerstag, 2. Februar, zum Beſten deutſcher Kinderheime, wird
die alte Anziehungskraft der berühmten „Schulvereinsfeſte” ausüben.
Es iſt gedacht als ein frohes, in den Karneval geſtelltes Feſt, deſſen
Beſucher mit den bunten Gewändern aller Zeiten und Völker die luſtige
Laune der Faſchingszeit in die farbenprächtigen, ſeltſam geſchmickten
Näume des Saalbaues tragen; keineswegs allein ein Feſt der Jugend,
die ſich im Tanze tummelt; auch die Alten und Befonnenen werden
ſchauen und ſtaunen, wenn ſich überraſchende Darbietungen auf der
Bühue hervortun. Die Ueberraſchung wäre aber erſchlagen, wenn man
Einzelheiten heute verraten wollte. Wer noch nicht Mitglied iſt, kann
ſich die den Mitgliedern gewährten Vergünſtigungen verſchaffen, wenn
er ſich ſchleunigſt anmeldet.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Wir
erinnern noch einmal daran, daß heute abend 8 Uhr im Fürſtenſaal
(Grafenſtraße) Herr Geologe H. K. E. Krueger in unſerer dritten
Würterverſammlung einen Lichtbildervortrag über: „Land und Leute in
Südafrika, Selbſterlebniſſe aus 14 Jahren” hält. Mit Nückſicht auf das
große Intereſſe, das allſeits dieſem Vortrag entgegengebracht wird,
bitten wir um möglichſt pünktliches Erſheinen. Freunde des
Hand=
werks ſind herzlich willkommen.
Darmſtädter Künſtler auswärts! Unter den Solomitgliedern
des Würzburger Stadtthlaters befinden ſich, auch Darmſtädter Künſtler.
Bereits unter der Direktion des nach Aachen herufenen Intendanten
Heinrich K. Strohm hat Theodor Boegel als Oberſpielleiter und
P haufpieldramaturg dem Würzburger Theaterleben neue Wege
ge=
wieſen. Mit der Gabe des feinen Ausdeuters dramatiſcher Oynami!
Mittwoch, den 11. Januar 1928
— Edangeliſche Markusgemeinde. Die zahlreiche Zuhörerſchaft zum
erſten Vortragsabend in dieſem Jahre, unter der wir mit Freude mehr
Jugend wie ſonſt bemerkten, ſah ſich auf ungemein anſprechende Weiſe
in zwei entfernte Welten geführt; beide Male wurde unſere Gegenwart
und Umwelt in entſchiedene und leicht verſtändliche Beziehung zu fernen
Menſchen und Dingen gbracht. Zuerſt erinnerte Herr Pfarrer Vogel
mit ſeinem Gruß zum neuen Jahre den Markus=Gemeindeverein an den
Apoſtel Markus, nachdem er ſich nennt, wies aus tiefgehender Kenntnis
der Heiligen Schrift und geſchichtlichen Quellen auf das apoſtoliſche Leben
Eei eilie Welhte erltale Setetanlt. „uchede ere Derie
fſtädter, Karl Lindt und Doris Beutge, haben ſich in dieſer
Spielzeit erfolgreich eingeführt. Wir erinnern an den Schwank „Bun=
Bury”, die prachtvolle Kleiſtfeier „Amphirryon”, „Hexer”, „
Johannis=
macht”, bei denen Lindt Beiſpiele ſeiner vielſeitigen Geſtaltungskraft
Abot. Als Mäuchenſpiel für groß und klein geht zurzeſt „Peterchens
MMondfahrt” in Szene, in dem Doris Beutte eim entzückendes Peterchen
Goll Witz und Laune auf die Beine ſtellt und Karl Lindt die dankbar=
SRolle des Sumſemamns ſpielt.
I. Familiengeſchichtliche Vereinigung. In der Januarſitzung,
TDienstag, den 17., abends 8½ Uhr, von jetzt au im Hotel Prinz
ink arl, wird das Ehrenmitglied, Prälat D. Dr. Diehl, über die
Ge=
ſſchichte der kurpfälziſchen Pfarrfamilien ſprechen. Es
Eommen dabei vor allem die jetzt heſſiſchen Gebiete von Lindenfels,
Eſt heinheſſen u. a. in Betracht. Darnach findet die Hauptver=
Tammlung ſtatt. Gäſte ſind willkommen.
— Muſikverein=Winterfeſt. Um einen glatten Verlauf des Feſtes zu
Fichern, werden die Beſucher freundlichſt gebeten, gleich nach Beendigung
ſoer Theateraufführung an den Tiſchen Platz zu nehmen, die im
Garten=
naal (Hauptbüfett), Vorſaal, auf Eſtraden und Galerien bereitgeſtellt
find, damit die Räumung des Saales raſch ſich ermöglichen läßt. Für deu
„rſten Teil des Abends beſteht für alle Räume Nauchverbot. Da alle
Plätze numeriert ſind, ſei rechtzeitige Beſchaffung der Karteu bei
Kon=
tert=Arnold, Wilhelminenſtraße, beſonders empfohlen. (S. Anzeige.)
— Vereinigung der Freunde des humaniſt. Gymnaſiums. Die
Leſe=
bende werden heute wieder aufgenommen. Sie finden jeden
Mitt=
woch abend 20.30 Uhr im Lehrerzimmer des Ludwig=Georgs Gymnaſiums
Eatt. Zunächſt wird die „Medeg” des Euripides behandelt.
— Die Sektion Starkenbura des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
IUpenvereins hielt ihre ordentliche Hauptverſammlung im Grünen
Zim=
nier des Fürſteiſaales ab. Deu erſte Vorſitzende der Sektion, Herr
Miniſterialrat Guntrum, eröffnete die Verſammlung mit herzlichen
Worten der Begrüßung au die zahlreich erſchienenen Mitglieder und ei=
Silte dem Schriftführeu das Wort zur Erſtattung des Jahresberichtes.
Das 43. Vereinsjahr ſchließt mit einem Mitgliederbeſtande von B0. Die
Sektion verlor durch den Tod zwei langjährige Mitglieder. Chemiker
Dr. Kauder und Forſtrat Zeh: Ehre ihrem Andenken. Im abgelaufenen
9Sereinsjahre wurden durch Settionsmitglieder fünf, Lichtbildervorträge
ur der Techniſchen Hochſchule gehalten, die ſich eines ſehr zahlreichen
WBeſuches erfreuten. Die Beteiligung an den monatlichen Wanderungen
1ad Miarbeil der des Gemeld Gernteävefeilenem Eie rain 1und S
greifbar nahelegt, das Bibelbuch des neuen wie alten Teſtamentes, trotz
aller modernen Weglenkung und Zerſtreuung als das echteſte chriſtliche
Hausbuch zu gebrauchen, unſeren Glauben zu verteidigen durch die Tat
und an gegenſeitiger Liebe damit zu erſtarken. — Anders und doch
ähn=
lich wandte ſich der große Hauptvortrag des Herrn Studienrates Dr.
Krämer über „Die Sonneninſel Java”, nach eigenen Erlebniſſen, mit
dielen ſchönen Lichtbildern geſchildert, dem praktiſchen Chriſtentum zu.
Das unzureichende Bild von der Welt, das die europäiſche Chriſtenheit
dielfach beherrſcht, wurde recht anſchaulich an der Natur jener aſiatiſchen
feinen Inſelwelt, an Land und Leuten nachgewieſen, die der ſo
über=
mäßig geprieſenen europäiſchen Kultur in ihrer Art und in vieler
Be=
ziehung um nichts nachſtehen. Den Einzelheiten der vorzüglichen
Schil=
derungen über die herrliche Vegetation der Sonneniuſel Java, ihre
Be=
völkerung, ihre Baudenkmäler, den Landbau von Zucker, Reis, Thee, die
vulkaniſche Bergwelt, den Kultus der Javanen, ihr Volksleben, das
Anſehen europäiſcher, zumal deutſcher Miſſionsärzte, die Heilwirkungen
des Prof. Ehrlichſchen Impfmittels gegen die ſchreckliche Framböſie (
Beer=
ſchwvamm Pocken), den Betrachtungen des Buddhismus (Buddha in ſieben
Formen am Haupttempel) im Gegenſatz zu Chriſtentum und Islam,
und vieles andere mehr, müſſen wir uns hier verſagen; Herrn Dr.
Krä=
mer, den die Darmſtädter Jugend ſeit langem in ihren Bibelkreiſen als
treuen Freund und Berater ſchätzt und verehrt, — Herr Vorſitzender
Helmreich dankte ihm öffentlich für den Verein, und die lebhafte
Auf=
nahme ſeiner Druckſchriften beſtätigt dieſen Dank —, möge hier unſer
Wunſch genügen, daß wir ſeinem prächtigen Vortrage und den jungen
Helfern am Bildwerfer nicht nur den beengten Gemeindeſaal, ſondern
eine ganze volle Buxbaum=Feſthalle als Auditorium gewünſcht hätten.
Verbt Mitglieder den Gemeindevereinen, evangeliſche
Glaubensgenoſ=
ſen, daß wir dahin kommen.
Seltene Gelegenheit
Seal-Plüsch-Mäntel
unsere bekannt la Qualitäten
sind zu Fabelhaft billigen
Preisen wieder eingetroffen
Hebr. Aöslein
Seite 5
Tagung des genoſſenſchaftlichen Girover bandes
der Dresdner Bank.
Angeſichts der zunehmenden Bedeutung, welche die
Weiterentwick=
lung der deutſchen Kreditgenoſſenſchaften im Rahmen der geſamten
deutſchen Wirtſchaftsbewegung in dieſem Jahr erfahren hat, und der
damit verbundenen wachſenden Bedeutung der Kreditgenoſſenſchaften
für die deutſche Kreditverſorgung überhaupt, hat ſich der
genoſſenſchuft=
liche Giroverband der Dresdner Bank entſchloſſen, auch im Jahre 1828
wieder eine Giroverbandstagung, abzuhalten, die am 4. Febr.
in Berlin ſtattfinden wird. Es handelt ſich bei dieſer Tagung um eine
Zuſammenkunft der in dem genoſſenſchaftlichen Giroverband der
Dresdner Bank zuſammengeſchloſſenen Schulze=Delitzſchen
Kreditgenoſſen=
ſchaften (genoſſenſchaftliche Voltsbanken) die in den Genoſſenſchafts=
Abteilungen der Dresdner Bank ihr Zentralkreditinſtitut haben und
dem auch die hieſige Darmſtädter Volksbank e. G. angehört.
Zum genoſſenſchaftlichen Giroverband zählen heute etwa 1000 derarriger
Volksbanken, die ſich über das ganze Deutſche Reich verteilen. Ueber
die Tagung ſelbſt, über deren Verlauf wir ſpäter Einzelheiten bringen
werden, erfahren wir vorläufig folgendes: Es iſt beabſichtigt, in den
Mittelpunkt der Tagung das Reparationsproblem und ſeine Bedeutung
für die deutſche Wirtſchaft zu ſtellen, um auch den mittelſtändiſchen
Krei=
ſen einmal die Bedeutung dieſes Problems für die geſamte deutſche
Wirtſchaft näher vor Augen zu führen. Wie die auf der letzten Tagung
gehaltenen Referate, ſo werden auch die Vorträge der bevorſtehenden
vierten Tagung, die unter der Leitung des Mitgliedes des Vorſtandes
der Dresdner Bank W. Kleemann ſteht und auf der die Behörden
und die maßgebenden wirtſchaftlichen Verbände vertreten ſind,
weit=
gehende Beachtung finden. Nach einem einleitenden Referat des Herrn
Bankdirektors Paul Rapmund über „Die Enttoicklung und die
Tätigkeit des genoſſenſchaftlichen Giroverbandes der Dresdner Bank
im Jahre 1927” werden unter anderem ſprechen: Herr Reichsminiſter
. D. Dr. Peter Reinhold über „Die Reparationsfrage und die
deutſche Wirtſchaft”, Herr Profeſſor Dr. M. J. Bonn über „Das
deut=
ſche Kapital=Problem”, und Herr Dr. Konrad Meißner, Präſident
der Bank von Danzig, über „Die Kreditgnoſſenſchaften im Bilde ter
ethiſchen und geſchäftlichen Grundſätze von Schulze=Delitzſch und Crüger”.
— Geſellſchaft heſſiſcher Bücherfreunde. Der Vorſtand macht darauf
aufmerkſam, daß noch viele Mitglieder die ſchöne Jahresgabe, das reich
illuſtrierte Buch: „Roſenhöhe” immer noch nicht abgeholt haben. Um
Portokoſten zu erſparen, bitten wir diejenigen Mitglieder, die die
Jahres=
gabe noch nicht abgeholt haben, dieſelbe doch jetzt im Schloß auf unſerem
Geſchäftszimmer in Empfang zu nehmen. In Fällen, wo die Abholung
nichk gewünſcht wird oder aus anderen Gründen nicht erfolgen kann,
bitten wir um freundliche Mitteilung per Poſtkarte, daß die
Jahres=
gabe per Nachnahme zugeſandt werden darf.
Lokale Veranſialtungen.
Die diernter erſchetnenden Noiſyen find ansſchlletlich alt Hinroeiſe auf Anzelom zu beirochten.
in leinem Faſſe irgendwie all Veſbrechung oder Kritk.
— Sport=Café (Mühlſtraße 36). Heute abend findet der erſte
große Kappenabend ſtatt. Für Stimmung ſorgt die Hauskapelle Schöller,
Schmidt und Bubi.
Kunſtnotizen.
I. a. die Herren Friedrich Beckenhaub und Baurat Gombel für ihre
jährige Mitgliedſchaft geehrt wurden. Dem Rechner wurde nach ſeiner
Arechnungsablage, die ein günſtiges Ergehnis hatte, Entlaſtung erteilt.
Mrach dem Bericht des Hüttenwarts befindet ſich die Starkenburger Hütte
ier Stubai (Tirol) in tadelloſem Zuſtande; ſie war vom 4. Juni bis
7. Oktober bewirtſchaftet und hatte die höchſte bis jetzt erreichte
Beſucher=
zurhl von rund 5000 aufzuweiſen. Die Sektion fah ſich genötigt, mit dem
9 au der Waſchküche nebſt Trockenraum die Anlage eines Winterraumes
zr verbinden, der im Sommer bei ſtarkem Beſuch gleichzeitig auch als
Motquartier dienen kann. Die Mitgliedsbeiträge mußten von 10 auf
12 RM. ehöht werden, da die „Mitteilungen” des Hauptausſchuſſes von
itzt ab wieder zuie früher ſämtlichen 4=Mitgliedern poſtfrei zugeſandt
erden. Für den Turmbaufonds der Burgruine Starkenburg bei
Geppenheim wurden 300 RM. bewilligt. Der ſeitherige Vorſtand mit
Igrrn Miniſterialrat Guntrum als erſten Vorſitzenden wurde einſtimmig
nedergewählt. Nach Beſprechung einiger Punfte die das Arbeitsgebiet
iu. den Stubaier Alpen betrafen, ſchloß der erſte Vorſitzende mit Worten
448 Dankes die Verſammlung.
— Wanderabteilung der Turngnmeinde Darmſtadt 1846. Am
Sonn=
tag, den 15. Januar 1928, findet die vom Mittelrheinkreis (D. T.)
feſt=
glſetzte Kreis=Winterwanderung ſtatt. Als Ziel iſt wieder
der Feldberg im Taunus vorgeſehen. Die Wanderabteilung der
Auurngemeinde Darmſtadt 1846 nimmt auch, wie im vorigen Jahre, au
disſer Wanderung teil. Wer den Feldberg in Schuee und Eis noch nicht
atfehen hat, ſollte nicht verſäumen, die von dem „weißen Künſtler”
ge=
zuuberte Pracht hier oben zu ſchauen. An alle Mitglieder ſowie Freunde
urd Gönner der T.G.D. 1846 ergeht daher der Ruf: Kommt mit uns
au f den Feldberg! Wir treffen uns um ½47 Uhr am Hauptbahnhof und
fSren um 7 Uhr bis nach Cronberg. Von hieu aus marſchieren wir über
deu „Fuchstanz” auf den Gipfel des Feldberges. Der Abſtieg erfolgt
nuch Ober Urſel, wo wir in dem ſchönen Heim der dortigen
Turngeſeil=
ſhaft im Kreiſe der mittelrheiniſchen Turnbrüder bei ealt turneriſcher
Gesſelligkeit einige gemütliche Stunden verbringen wollen. Die
Teilneh=
mer löſen Sonntagskarte bis Frankfurt und von dort ebenſo bis
Cron=
lerg. Für Jugendliche unter 20 Jahren liegt beiu Hausmeiſter die
Ein=
zu Uhmungsliſte für den Jugendfahrſchein offen. Der Fahrpreis vonl
100 RM. iſt bei der Einzeichmung zu entrichten.
— Der Darmſtädter Fechtklub 1890 veranſtaltete ſeinen erſten Vor
tnagsabend im neuen Jahr. Herr Heinz Rodemer ſprach über den
Wie=
liar Kongreß. Sehr anſchaulich ſchilderte der Vortagende die Aufgaben
U7d Probleme des Kongreſſes Im Vordergrunde ſtand vor allem die
Gn nigung Deutſchlands, was wegen der verſchiedenſten Gegenſätze und
Gnderniſſe Bismauck vorbehalten blieb. Auf der anderen Seite aber ſah
Metternich die Erhaltung des europäiſchen Gleichgewichtes als ſeine
hruptaufgabe an. Daß ihm dies im weſentlichen geglückt war, iſt aus
dea Tatſache zu erſehen, daß der Friede Europas während vier
Jahr=
zect nte von Kriegen nicht geſtört wurde. In ſehr feiner Weiſe ſtreifte
Geur Rodemer auch das geſellſchaftliche Leben in Wien zurzeit des
Kon=
uieſſes, was ja durchaus nicht ohne Einfluß auf politiſche Eutſcheidungen
esweſen iſt. Der Vortrag, in ſeinem Aufbau und ſeiner Darſtelluüg
A ßerordentlich klar, fand bei den Zuhörern lebhafte Zuſtimmung.
Strenge Handhabung von Grenzvorſchriften. Aus Anlaß der
Eröffnung der Winterſportſaiſon wird von zuſtändiger Stelle darauf
aufmerkſam gemacht, daß der Verkehr von Tirol nach Italien noch im=; in dem Georg Jacoby=Film „Das Frauenhaus von Rio” iſt ein Stück
mer unter Erſchwerungen leidet. Dabei muß beſonders darauf
aufmerk=
ſam gemacht werden, daß die italieniſchen Sicherheitsbehörden beſonders
Waffen anſehen. Ferner iſt das Mitführen von photographiſchen Appa= Albert Steinrück in ſeiner Doppelrolle hervorragend dargeſtellt, Hans
raten im italieniſch=öſterreichiſchen Grenzgebiet verboten. Weiter iſt
dar=
auf hinzuweiſen, daß nur einige wenige Uebergänge nach Südtirol
frei=
gegeben ſind, ſo der Brenner und der Roſchen=Scheidegg=Paß. Angeſichts
dieſer ſtreng zu beachtenden italieniſchen Vorſchriften iſt allen Touriſten,
die von Südtirol nach Italien einreiſen wollen, dringend zu empfehlen,
ſich vor ihrer Reiſe an den betreffenden Winterſportplätzen eingehend
über die beſtehenden Vorſchriften zu unterrichten.
— Petrusgemeinde. Kommenden Donnerstag veranſtaltet der
Frauenverein unſerer Gemeinde einen Frauenabend im Gemeindehaus,
der ganz unter dem Gedanken der Miſſion ſtehen wird. Es iſt
gelun=
gen, als Rednerin eine Frau Miſſionar Lauk=Frankfurt a. M. zu
gewin=
nen, die von 1912 bis 1922 als Frau eines Miſſionars der Baſler
Miſ=
ſon in der Prorinz Cauton in Südchina gewohnt und uter dem
chine=
ſiſchen Bauernvolk gearbeitet hat. Farbige Lichtbilder nach eigenen
Aufnahmen werden die Darbietungen der Redwerin, die wegen ihrer
Gabe, feſſelnd zu ſchildern, bekannt iſt, noch intereſſanter geſtalten. Bei
der Bedeurung, die gerade heute das 400=Millionenvolk der Chmeſen
bcanſpruchen kann, wird es ſich ſicher lohnen, von einer langjährigen
Kennerin der Verhältniſſe Aufſchluß über Religion und Sitte des alten
Kuhturvolkes zu erhalten.
— Vortrag. Heute nachmittag 4 Uhr findet über den nach neuen
Ge=
ſichtspunkten gebauten Dampfkocher „Teſvü” ein Vortrag mit praktiſchen
Vorführungen im Saale der Fa. Philipp Schagf, gediegener Hausrat,
Ernſt Ludwigſtraße 20, ſtatt. Zugleich eine Ausſtellung praktiſcher
Neu=
heiten für Küche und Haus. Eintritt frei. (S. Anzeige.)
Die ſtädtiſche Feuerwehr wurde im Monat Dezember 1927
30mal alarmiert, und zwar zu: 1 Großfeuer (Landſeuer), 7
Mittel=
feuern, 4 Kleinfeuern, einmal Heben eines Großtieres, 5
Schornſtein=
bränden, 2 Autounfällen, 2 Waſſerrohrbrüchen und 8 ſonſtigen Fällen.
Der Sauitätsdienſt erſtreikte ſich auf 142 Transporte. Die zurückgelegte
Fahrtſtrecke betrug 1106 Kilometer. In 16 Fällen wurde auf der Wache,
Kirchſtraße 13 (Telephon Stadtamt und Reichfernſprecher Nr. 600) die
erſte Hilfe geleiſtet.
— Winterveranſtaltung des Heſſ. Pol.=Sportvereins. Nochmals
ber=
ſveiſen wir auf die heutige Veranſtaltung und hoffen auf einen recht
zahl=
teicken Beſuch aus all den Kreiſen der Darmſtädter Bevölkerung, die
ge=
willt ſind, mit uns Poliziſten auch einmal einige Stunden der
Geſellig=
keit zu verleben. Das Programm in turneriſcher und ſportlicher Hinſicht
wird ſich ſehen laſſen können. Eine ganz hervorragende Verloſung wird
die Gewinner beglücken und zum Schluß, Mathias Weber — wer keunt
ihn nicht — ſtellt eine flotte Kapelle.
— Der Volks= und Geb.=Tr.=Verein „Almrauſch” hielt im
Konkordia=
ſaal ſeine Neujahrsfeier ab. Das Programm wurde ſowvohl von der
Muſik wie von allen Mitwirkenden in muſtergültiger Weiſe abgewickelt.
Die hiſtariſchen Schuhplattler= und Volkstäuze fanden reichen Beifall.
Den Gipfel des Abends erreiclte das Theaterſtück „Die Verlobung auf
der Alm‟. Die Nollen waren in guten Händen und wurden von den
Cinzelnen meiſterhaft geſpielt.
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zu dem Film des
Kleinen Hauſes „Der verlvrene Schuh” am Donnerstag und
Freitag dieſer Woche ermäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle. —
Der Beginn des für Donnerstag, den 12. Januar, angeſagten Kurſes des
Herrn Dipl.=Ing. Schwan über „Ausgewählte Kapitel aus
der Nadiotechnik” wird bis Anfang Februar verſchoben.
An=
meldungen zu allen Kurſen werden noch entgegengenommen in der
Ge=
telle der Volksh
ule, Mathildenplatz 17
Ueber Wert, Rünftier oder Hünfleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſichaden Erwätmmns
geſchlieht, behält ſich die Nedalßon ihr Urtell voe
— Im „Union=Theater” läuft zurzeit ein Film, der von der
Preſſe der ganzen Welt als Triumph der Kinematographie gewertet
wird. „Sonnenaufgang”, Lied von zwei Menſchen, eine Schöpfung T. W.
Murnaus, des berühmten deutſchen Meiſterregiſſeurs. Die Fok=Film=
Corporation hat kein Opfer geſcheut, um die Ideeu des genialen
Regiſ=
ſeurs in die Wirklichkeit umzuſetzen, und ſo iſt nach mehr als einjähriger
Tätigkeit ein Film entſtanden, der die Welt in Bann geſchlagen hat.
Deutſche Kunſt — Murnan, ſein Architekt Glieſe, ſein Manuſkriptdichter
Curt Maher, der das Manuſkript nach der Novelle Sudermanns „Die
Reiſe nach Tilſit” ſchrieb, ſind Deutſche — und amerikaniſcher
Unter=
nehmungsgeiſt haben in glücklicher Zuſammenarbeit dieſen ſchönſten Film
der Welt geſchaffen.
— Reſidenz=Theater (am weißen Turm). Der Roman der
Hackebeil Illuſtrierten „Plüſch und Plümowſki”, von Norbert Jacques
Gegenwart. Mädchenſchickſale, wie ſie in dieſen Tagen in der
Tages=
preſſe erſt ſenſationell zu Dutzenden beſprochen wurden, zeigt dieſes
Film=
ſtreng das Waffenverbot durchführen und auch große Taſchenmeſſer als werk in temperamenwvollem Spiel der Vivian Gibſon und Suſi Vernon.
Steinhoffs effektvolle Regie mit ſtarken Mitteln, robuſt und zugreifend,
geſchickt ſteigernd, hält das Intereſſe bis zum Schluß wach. Der
aus=
gezeichnete Senſationsfilm „Der Sportkönig von Meziko” vervollſtändigt
neben der erſten Emelka=Wocheuſchau das auserwählte Programm.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Der Schachſpieler” ein
hand=
lungsreicher, farbig und ſpannend aufgemachter Großfilm, entzücken das
Auge, eine künſtleriſch hochſtehende Leiſtung, die einen achtbaren Erfolg
erzielt hat, ſauber gearbeitet und techniſch hervorragend. Das Ganze
ſteht durch die einheitliche Geſchloſſenheit der Kompoſition und die Kraft
der künſtleriſchen Geſamtform weit über dem hergebrachten Durchſchnitt
— iſt dieſer Film in hohem Maße ſehenswert. Der Regiſſeur iſt ein
Bildtümſtler von Beſonderheit, der die Szenen wundervoll auszutönen
verſteht, zu harmonieerfüllter Einheitlichkeit verſchmilzt. Prachtvoll, wie
er die Maſſen zu dirigieren weiß, grandios auch manches Moment der
Schlachtenaufnahmen. Die großartig inſzenierten Schlachten, vor allem
der grandioſe Kampf des Automaten ſind bildhaft ſo ſtarke Momente,
daß ſie allein dieſen Film zu einem vollen Erfolge tragen müßten. Edith
Jehamne von rührender Klarheit, von hingebungsvoller, keuſcher
Zärt=
lichkeit.
Aus den Parieien.
— Deutſche Volkspartei Landwirtſchaftlicher
Ausſchuß. Vielfachen Wünſchen Rechnung tragend, wird während der
Landwirtſchaftlichen Woche auch der Landwirtſchaftliche Ausſchuß der
Deutſchen Volkspartei zuſammentreten. Es iſt eine Sitzung auf
Mitt=
woch, den 11. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Saalbau=Reſtaurant
an=
geſetzt. Herr Generaldirektor Dr. Hammann von der Landwirt,
ſchaftskammer hat ſich in liebenswürdiger Weiſe bereit erklärt, über
einſchlägige landwirtſchaftliche Fragen zu berichten.
Da auch einige Landtagsabgeordnete der Partei anweſend ſein werden,
iſt auch Gelegenheit zur politiſchen Ausſprache gegeben.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Das
erſte geſellige Zuſammenſein in dieſem Jahre findet Samstag, den 14.
Januar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Heiligen Kreuz ſtatt.
Künſt=
leriſch=muſikaliſche Vorträge werden dem Nachmittag feſtliches Gepräge
verleihen. Wir bitten um zahlreichen Beſuch.
—Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei. Heute
abend 8 Uhr findet bei Sitte (Karlſtraße) im Alpenvereinszimmer ein
Spiel= und Unterhaltungsabend ſtatt. Der für dieſen Abend angeſetzte
Vortrag kann erſt Anfang Februar ſtattfinden. Wir bitten die
Mitglie=
der, heute abend zahlreich zu erſcheinen, da näheres über 4. Februar
be=
ſprochen wird.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkelt.
Sparprämienanleihe. Die Sparprämienanleihe vom Jahre 1919
ge=
hört zu den Nachkriegsſchulden des Reiches, die ſeinerzeit in Anleihe
ablöſungsſchuld des Reiches umgetauſcht worden ſind. Der Termin zur
Einreichung iſt längſt verſtrichen. Ob Sie jetzt noch Anſprüche geltend
machen können, will uns äußerſt fraglich erſcheinen. Eine Bank oder
Sparkaſſe wäre um Auskunft anzugehen.
W. E. Die von uns angezogenen Beſtimmungen ſind im heſſiſchen
Ausführungsgeſetze vom 17. Juli 1899 zum Bürgerlichen Geſetzbuche
ent=
halten. Es wird in Ihrem Falle weſentlich auch darauf ankommen, ob
die Bäume vor 1. Januar 1900 oder nach dieſem Zeitpunkt gepflanzt
wurden; im erſteren Falle käme ein älteres heſſiſches Geſetz zur
Anweu=
dung. Sie werden deshalb einen Anwalt zu Rate ziehen müſſen.
Jeden=
falls können Sie nach 8 910 BGB. vom Nachbargrundſtück in Ihr
Eigeu=
tum herüberragende Zweige abſchneiden und behalten, dies aber erſt
daun, wvenn Sie dem Beſitzer des Nachbargrundſtückes eine angemeſſene
Friſt zur Beſeitigung beſtimmt haben und die Beſeitigung nicht
inner=
halb der Friſt erfolgt iſt. Natürlich müſſen die Zweige die Benutzung
des Grundſtückes beeinträchtigt haben, z. B. durch Entziehung des
not=
wendigen Sonnenlichtes für Ihre Pflanzen.
—
Tageskalender für Mittwoch, den 11. Januar 1928.
deſſiſches Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr.
Ende gegen 22½ Uhr: „Schinderhannes”. — Kleines Haus, Anfang
g. Uhr. Ende gegen 22 Uhr: „Zar und Zimmermann”
Orpheum, Anfang 20 Uhr: Zauberſchau Kaßner. —
Kon=
rte; Hotel Schmitz, Schloßkaffee, Weinhaus Magim, Groß=
Darm=
ſtadt. — Kinovorſtellungen: Union= Reſidenz=Thegter
Pa=
laſt=Lichtipiele, Helig
Seite 6
Mittwoch den 11. Januar 1928
Nummer 41
Abgabe von Wurzelreben an Winzer
in der Proonz Starkenbug.
Der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß in Darmſtadt macht
wiederholt darauf aufmerkſam, daß Beſtellungen auf zweijährige
Wurzelreben, Oeſterreicher und Moſelriesling, bis ſpäteſtens
18. laufenden Monats bei ihm erfolgt ſein müſſen.
Ob ſpäter eingehende Beſtellungen noch berückſichtigt werden
können, iſt fraglich.
J. Griesheim, 10. Jan. Das vom Philharmoniſchen Orcheſter im
Saalbau „Zum Treffpunkt” veranſtaltete Freikonzert erfreute ſich ſehr
guten Beſuches. Im erſten Teile des Programms brachte man klaſſiſche
Muſikſtücke und im zweiten Teil heitere Muſikſtücke zu Gehör, welche
recht lebhuften Beifall fanden. Mit dieſem Konzert bewies die junge
Schar der Muſiker, daß ſie auf der Höhe der muſikaliſchen Leiſtungen
ſteht. — Die Senſation des Gala=Saalſportfeſtes des Nadfahrervereins
„Conus” am nächſten Samstag abend im Feſtſaale zum grünen Laub
dürfte das Auftreten des Deutſchmeiſters im Einzel=Kunſtfahren H.
Vollmann aus Bautzen, ſein. „Herr Wollmann iſt ein angehender
Vier=
ziger. Schreinermeiſter von Beruf, und beſitzt bereits 22 Meiſterſchaften
zn Kunſtfahren. — Im Saale „Zum Darmſtädter Hof” fand eine
ge=
meinſame Generalverſammlung der beiden hieſigen Turnvereine „
Turu=
gemeinde” und „Turngeſellſchaft” ſtatt, in welcher der Zuſammenſchluß
der beiden Vereine zu einem Verein beſchloſſen wurde. Der neue Verein
wird den Namen „Turnerſchaft Griesheim” (Turngemeinde=
Turngefell=
ſchaft) führen. — Der glückliche Gewinner des erſten Preiſes bei der
Ver=
loſung des Sportklubs „Viktoria”, am Samstag abend ein fettes
Schwein, iſt ein armer Arbeiter von hier, dem dieſes „Schweineglüick”
von Herzen zu gönnen iſt. — Das ehemalige Gaſthaus „Zur goldenen
Noſe”, das die Gemeinde im Jahre 1919 erwonben hat und in dem
gegen=
wärtig noch ſechs Familien untergebracht ſind, iſt durch Verkauf in den
Beſitz des Landwirts Valentin Gerhard 1. von hier übergegangen.
42. Eberſtadt, 9. Jan. Der Geſangverein „Frohſinn”, läßt
mit=
teilen, daß er am Sonntag, den 5. Februar, einen „Bunten Abend”
als karnevaliſtiſche Veranſtaltung abhält.
F. Eberſtadt, 10. Jan. Holzverſteigerungen. Am
Donners=
tag, den 12. Januar, vormittags 10 Uhr, werden im Rathaus aus Diſtrikt
Klingsackertanne 93,7 Rm. Kiefern=Scheit 1045 Rm. Kiefern=Knüppel,
3 Rm. Kiefern=Stock und 150 KiefermWellen öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert. Nähere Auskunft erteilt Förſter Kirſchner. — Das Forſtamt
Eberſtadt verſteigert am Samstag, den 14. Januar, nachmittags 4 Uhr,
bei Gaſtwirt Klenk C.,Zum Mühltal”) aus den Forſtorten Haſelberg und
Steinern Kreuz, dicht beim Villenviertel und Woog, verſchiedene
Sorti=
mente Nutzholz und Brennholz. Auskuſt hierüber erteilt
Güterauf=
ſeher Knörnſchild. — Vergnüguntsſteuer. Die Bürrermeiſterei
weiſt darauf hin, daß für karnevaliſtiſche Veranſtaltungen — wie in den
Vorjahnen — das Dobbelte der feſtgeſetzten Vergnügungsſtenerſätze zu
entrichten iſt. — Maſſenumpfropfung von Obſtbäumen.
Alle Beſitzer von Obſtbäumen, die gelegentlich der gemeinſchaftlichen
Um=
pfropfung in hieſiger Gemeinde Aepfel= oder Birnbäume umgepfropft
haben wollen, ſind aufgefordert worden, dies innerhalb acht Tagen auf
Zimmer 6 der Bürgermeiſterei anzumelden. Anmeldeformulare ſind bei
dem Vorſitzenden des Obſt= und Gartenbauvereins, Lehrer Pörtner,
Luſenſtraße 22, zu haben, der auch Auskuft über das Umpfropfen
Rf
42. Pfungſtadt, 10. Jan. Vortragsabend. Am Mittwoch
abend hält im Saalbau Vögler die Lehrerin und Stadtverordnete Berta
Jourdan aus Frankfurt a. M. einen Vortnag über das Thema „
Woh=
nungsnot und Gerichtshilfe‟. — Die diesjährige Hauptverſammlung des
Turnvereins Pfungſtadt e V. findet am Samstag, den B. Januar,
ſtat. Uebrigens unternahm die Wanderabteilung des Turnvereins am ver= Reit= und Fahrvereins des vorderen Odenwpaldes ſtatt. Die
gangenen Sonntag einen Spaziergang an die Bergſtraße. Es ging über
Seeheim und Jugenheim nach dem idylliſchen Balkhauſen.
G. Ober=Ramſtadt, 10. Jan. Im Gaſthaus „Zum Schützeuhof”
(Schulz) fand die Jahresſchlußveyſammlung des Kohlen= und
Sterbe=
vereins „Friede” Ober Ramſtadt ſtatt, die gut beſucht war. Der 1.
Vor=
ſitzende, Herr Bürgermeiſter Rückert, begrüßte die Erſchienenen.
Nach=
dem man die im abgelaufenen Jahre verſtorbenen drei Mitglieder in
üblicher Weiſe geehrt, wurden die Jahres= und Kaſſenberichte
vorgetra=
gelauſenen Geſchäftsjahre wieder eine ſehr rege Tätigkeit enkfaltete. So für dieſe Veranſtaltungen Stellung zu nehmen. Es folgt dann noch
wurden 21 000 Zentner Kohlen und Briketts und 200 Zentner Zwiebeln ein Vortrag des Herrn Nitmeiſters Loeſch über das Thema: „
Reſter=
ſich die Mitgliederzahl auf 615 erhöhte, weitere Anmeldungen liegen noch gerne gehört werden wird. Wir nehmen an, daß auch die Frage der
vor. Aus dem Kaſſenbericht war zu erſehen, daß der Verein auch in Erhaltung der „Süddeutſchen Reiterzeitung” zur Sprache kommen wird,
finanzieller Hinſicht gut ſteht und ſeine Verwaltung in guten Händen
liegt. An den Berichten wurde ſeitens der Verſammlung keinerlei Kritik
geübt ud dem Vorſtand Entlaſtung erteilt. Der geſamte ſeitherige ſätze und Berichte, die mit ſehr guten Bildern geſchmückt ſind, wobei
dienerpoſten ſowie für das Ausfahren der im Jahre 1988 zu beziehenden vereins. Nicht nur bei der Reitſtunde ſoll ſich das Mitglied regelmäßig
Breummmaterialien uſp. bis zum 1. Februar, abends 6 uhr, bei ihm oder zigen, ſondern auch bei der Generalverſammlung darf es keine Lücken
gebeten, die Beſtellſcheine kinftig piunktlich und genqueſtens auszufüllen. ! Auch hier bei der Gercralverſammlung vulſiert das Reiterblut und ver=
und Nachbeſtellungen tunlichſt zu vermeiden. Zum Schluß ſprach der
1. Vorſitzende noch über die Zwecke und Ziele der dem Verein angeglie= bindet alle zu Freunden. Loſung ſei: „Standarte hoch, und auf
Wieder=
derten Sterbekaſſe und forderte alle bieſer ſoziglen Eimrichtung noch ſehen m babitzheim!”
fernſtehenden Mitglieder zum Eintritt auf.
Tunnvereins D. T. Da der Rechner des Vereins im Laufe des Es war in Heihelberg”, ein Singſpiel in fünf Alten. Die Rollen
Jahres ſeinem Amte gut vorſtand, konnte er und ſomit der geſamte ſind in guten Händen und verſpricht der Abend, ein Genuß für jeden
Vorſtand entlaſtet werden. Die hier und da abgeänderten Statuten wurs Beſucher zu werden.
den von dem Vorſitzenden erneut verleſen, und jeder Turner und
Zög=
ling mußte durch Unterſchrift beglaubigen, daß Kenntnis von den
Sta=
wahl in der laufenden Reihenfolge zuſammen aus den Herren Dörſch, derum war das Haus gut beſetzt und die Aufführung von vollem En
Paßſt. Heil, Kalbfleiſch Cckhardt, Möſer, Knoll, Jungermann, Hamann, folg gekrönt. Auf einen luſtigen Schpank, der die Sorgen des Altags
Fr. Heil. Einen großen Erfolg darf der Turnverein buchen inſofern, vergeſſen ließ, folgte das Drama. Als er wiederkam”, ein FünfAkter,
als die längſt erwinſchte Scltilerinnenriege als geguindet angeſehen allgemein ernſteren Charakters, gemiſcht aber auch mit heiteren
Momen=
werden darf. Mögen die Eltern und Ortseinwohner rocht viel Ver= ten und belehrend für groß und klein. Das Stück hat ſeine Wirkung
ſtändnis für die gute Sache zeigen und mitarbeiten helfen am körper= nicht verfehlt., Ueber alle Erwartungen hinaus haben alle ihre Nolln
lichen und geiſtigen Wohl unſerer anvertrauten Jugend. Nach leineren glänzend ausgefiüllt. Dem Turnverein aber volle Anerkennung für
geſchäftlichen Erledigungen ſchloß die ſehr angeregt verlaufene Generale ſeine gute Sache.
verſammlung gegen Mitternacht. — Der Geſangverein
Sänger=
luſt beabſichtigt, neben dem beſtehenden Männerchor einen gemiſchten geſangvereins. Als eine wohlgelungene Veranſtaltung kann die
Chor ins Leben zu rufen. Die Vorarbeiten ſind ſo weit gediehen, daß Veranſtaltung des Kirchengeſangvereins Erbach bezeichnet werden. Der
bereits in der laufenden Woche vereint geſungen werden kann.
2. Groß=Umſtadt, 10. Jan. Sport in Groß=Umſtadt. Am meiſter Clement, übernommen, der mit ſeinem köſtlichen, urwüchſigen
verfloſſenen Sonntag ſollten zwei Handballſpiele zwiſchen Groß=Umſtadt Humor auch den Hauptanteil der Unterhaltung beſtritt. Außer ſeinen
und Groß=Gerau ſtattfinden. Der Spielplatz war jedoch infolge des humorvollen Vorträgen verdienen die muſikaliſchen Leiſtungen der Frl.
anhaltenden Regens in einer derartigen Beſchaffenheit, daß das Spiel Chniſtine Flach und Frl. Gretel Schmidt (Violine) hervorgehoben zu
abgeſagt werden mußte. In der Annahme, daß der Babenhäuſer Sport= werden. Ehenſo verdienen die Herwn Rektor Weber, der hervorragende
zwiſchen unſerer zweiten Handhallmannſchaft und einer zuſammengeſetz= herzlichen Dank und Anerkenmung. Der Verein hält am 5. Februar
ten erſten und zweiten Mannſchaft von Babenhauſen verabredet, aber ds. I8. imn Saale des „Schützenhof” ein Volksliederkonzert ab
auch dieſes wurde infolge des Wetters zu „Waſſer”.
r. Babenhauſen, 9. Jan. Am Samstag abend hielt der vor einigen kranz” erfreute ſeine Mitglieder durch eine Abendunterhal=
Wochen neugegründete Volkschor ſeinen erſten Jahresball im Gaſt= tung. Zur feſtgeſetzten Zeit war die Turnhalle bis auf den letzten
haus „Zum Adler” ab. Außerordentlich ſtark war der Beſuch. Ein Platz beſetzt, und nun konnte der Präſident des Vereins, Herr Bürger=
Beweis dafür, daß der junge Verein ſich großer Sympathie in der hie= meiſtſer Löb. die Anweſenden begrüßen, darunter auch den zur Ver=
(Zettler) und „Ich hört ein Vöglein pfeifen” (Schauß) ſowie die ge= miſchte Chöre und humoriſtiſche Stücke. Die treue Arbeit wochenlangen
Maſſenumpfropfen von Obſibäumen
in Gemarlung Eberſſod.
Auf Einladung der Gemeinde und des Obſt= und Gartenbauvereins
Verſammlung von Intereſſenten des Obſtbaues ſtatt. Herr Obſtbau= ihre gefälligen und ſchneidigen Weiſen die Stimmung der
Anweſenden=
inſpektor Behne=Darmſtadt verſtand es hierbei, in durchmus klarer befeſtigte und erhöhte.
Auseinanderſetzung, die Teilnehwer zu überzeugen, welche Mittel und
Wege zur Anwendung kommen müſſen, um der ausländiſchen Konkurrenz 9. Januar 1.50 Meter, am 10. Januar 1,46 Meter.
unſerem heimiſchen Obſtbau gegenüber zu begegnen. Nicht klagen und
in erſter Linie reiten kann. Nicht nutzloſes Zuſehen, ſondern nur ſchiedener Diebſtähle ſchuldig. Das junge Früchtchen kam hinter Schloß:
Obſtbau hat es hierin leichter wie die Induſtrie, da er weniger mit aus= ein. Als dieſer nachſehen wollte, wer es ſei, bekam er mit einem
Stocke=
ländiſchen Märkten zu rechnen braucht. Erobern wir uns die eigene einen ſchweren Schlag auf den Kopf, ſo daß er ſchwer verletzt wurde.
Heimat! Die Waffen zum Kampfe ſind ja längſt geſchmiebet. Die Chemie
hat uns überreichliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung und Düngung
unſerer Obſtanlagen geſchaffen. Folgen wir dem ausländiſchen Beiſpiel ſeine diesjährige Weihnachtsfeier, zu welcher Mitglieder, deren An=
und benutzen wir dieſelben! Behandeln wir außerdem unſere
Obſt=
anlagen ſachgemäß und führen wir namentlich die Sortenauswahl richtig ſehr reichhaltig geſtaltetes Programm fand, flotte Abwicklung und
ländiſchen überlegen iſt, nicht nur in äußerer Form, ſondern ganz be=
Geſichtspunkt leſten laſſen:
Maffenanbau weniger, haltbarer, gutverkäuflicher Sorten
in größeren Bezirken, alſo nicht nur in einzelnen Gemeinden.
Es iſt num ohne weiteres klar, daß einzelne Gemeinden zur
Dunchfüh=
rung dieſer Maßnahmen nicht berufen ſein können, handelt es ſich doch Schwankes „Der verheiratete Junggeſelle”, einer Tombola=Ausloſung
um größere Bezirke, in letzter Limie um das ganze Land. Landwirt= und dem obligaten Tanz beſtand. Der Vorſitzende, Herr Schneide,
ſchaftskammern und deren Fachbeamten in Verbindung mit Kreisämtern,
Kreis= und Landesverbänden, miſſen hier die Führung übernehmen,
wenn keine Zerſplitterung erfolgen ſoll. Erzeuegung großer Mengen Aeſten zur amerikaniſchen Verſteigerung, was ſehr zur Unterhaltung
einheitlicher, haltbarer, gutverkäuflicher Ware in Verbindung mit
Sor=
der Großhandel mehr wie ſeither für unſer heimiſches Obſt intereſſieren.
der ja ſolches bei Bezahlung angemeſſener Preiſe jedenfalls immer noch
hilliger im Lande kaufen kann wie das ausländiſche, da dann die weiten
Transportwege in Wegfall kommen.
Dieſe und ähnliche Gedanken fanden in der Verſammlung volles
Vorſtändnis, und Herr Behne konnte jetzt ſemen Plan entwickeln, wie
man in hieſiger Gemeinde zunächſt vorzugehen habe. Umpfropfen der herzlichen Anſprache die Erſchienenen, Herr Bürgermeiſter i. R. Daub
ſchlechttragenden Bäume und ſolcher mit kleinen Früchten oder tieriſchen
und pilzlichen Schädlingen ſtark unterworfenen Sorten iſt die erſte
Arbeit. Zum Umpropfen kommen folgende Sorten in Vorſchlag:
1. Aepfel: Schöner von Boskop, Rhein, Winterrambour,
Gold=
renette von Blenheim und Gelber Edelapfel;
2. Birnen: Solaner und Klapps Liebling als Frühbirnen.
Gel=
lerts Butterbirne als Herbſtbirne und Präſident Drouard und
Gräfin von Paris als Winterbirne.
Nur unter dieſen Sorten bleibt die Wahl, andere können nicht
be=
rückſichtigt werden. Zur Ausführung der Pfropfarbeit haben ſich bereits
einige Leute bereit erklärt, und es wurde auch ſofont eme Kommiſſion
gegründet, die alles weitere veranlaßt. Wie wir hörten, hat ſich die
Gemeinde bereit erklärt, die entſtehenden Koſten vorlagsweiſe zu
über=
nehmen. Soll nun der ganze Plan zur Durchführung kommen, iſt es
haben ſich gleich eine ſtattliche Anzahl gemeldet. Formulare zur
An=
meldung ſind beim Vorſitzenden des Obſt= und Gartenbauvereins zu
haben. Die Ausfüllung der Formulare verpflichtet die Teilnehmer zur
Uebernahme der entſtehenden Koſten, zu demen aus Reichsmitteln durch Führer der Ortsjugendgruppe, Herrn Zimmermeiſter Brack, zuteil.
die Heſſiſche Landwirtſchaftskammer Darmſtadt ein namhafter Zuſchuß
in Ausſicht ſteht.
Mien er i ete eitae eſeit e iee
Teal des Programms verlief in harmoniſcher Weiſe. Hervorgehoben
ſei ein reizend dargeſtellter Reigen der Turnerinnen der Turngemeinde,
betitelt „Heſter im Dreivierteltakt‟. Er fand großen Anklang und
Bei=
fall. Unter den Klängen deu vom erſten Mainaſchaffer Muſikverein
geſtellten Ballmuſik entwickelte ſich nach dem offiziellen Teil ein reger
Tanzbetrieb, der erſt in früher Morgenſtunde ſeinen Abſchluß fand.
— Heubach, 9. Jan. Am Sonntag, den 15. Januar, nachm. 3 Uhr,
findet im „Deutſchen Haus” zu Habitzheim die Generalverſammlung des
Tagesordnung bietet dem beſuchenden Mitglied zunächſt einen
Geſamt=
überblick über das abgelaufene Geſchäfts= und Arbeitsjahr. Viele
Mit=
glieder werden gerna dieſen Bericht entgegennehmen, fällt doch die Heſſ.
Landesausſtellung hieruter, daran alle altiven Mitglieder perſönlich
Anteil nahmen. Hierauf ſoll die Neuwahl des Vorſtandes ſtattfinden, der
ſodann alsbald die Pläne über die Veranſtaltungen des Jahres 1928
vortragen wird. Wie man hört, iſt im März ein Geländeritt und im
Juli ein Turnier geplant. Die Gruppen dürſten ein Intereſſe daran
gen. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein auch im ab= haben, bei der Generalverſammlung auch beſonders zur Wahl des Ortes
an die Mitglieder geliefert, 42 Mitglieder ſind neu eingetreten, ſo daß vereine umd Landwirtſchaft”, was ſicher von jedem jungen Landwirt
da ſio kräftiger Unterſtützung bedarf. Dieſes, für jeden Reiter
unent=
behrliche Blatt, bringt bekanntlich i feiner Aufmachung wertvolle Auf=
Vorſtand wurde durch Zuruf einſtimmig wiedergewählt. Der 1. Vor= ſo mancher Reiter ſein eigenes Konterfei vorgeführt bekommt. Darum:
ſitzende gab alsdann bekannt, daß ſich Intereſſenten für den Vereins= auf nach babitzheim zur Generalverſammlung des Reit= und
Fahr=
geben. Dort vereinigen ſich alle Gleichgeſinnten zu ruhiger Ausſprache
dem Rechner ſchriftlich melden wollen. Ferner wurden die Mitglieder und neue Pläne werden mit henausgetragen in das neue Arbeitsjahr.
— Kirch=Beerfurth, 10. Jan. Am Sonntag 15. d. M., hält der
hieſige Geſangverein „Eintracht” im Saale des Herrn Heil=
W. Klein=umſtadt, 9. Jan. Generalverſammlung des mann ſeine Abendunterhaltung ab. Zur Aufführung kommt
4r. Seckmauern i. Oöw., 10. Jan. Vorgeſtern hat der hieſige
tuten genommen wurde. Der geſamte Voyſtand ſetzt ſich nach der Neue Turnverem ſeinen Theaterabend zum zweitenmal gegeben.
Wie=
b. Erbach i. Odw., 10. Jan. Familienabend des Kirchen=
Saal des Gaſthauſes „Zum Eck” war bis zum letzten Platz beſetzt. Die
Vorbereitungen hatte der erſte Vorſitzende des Vereins, Herr
Haushof=
blatz — weil im „Sande” gelegen — noch geeignet ſei, wurde ein Spiel / Dirigent des Vereins, und Herr Wilh. Heguy für ihre Mühewaltung tröſtete Verlierer erwies ſich mit einer Belohwung an die ehrliche
Fin=
m. Beerfelden, 10. Jan. Der hieſige Geſangverein „
Sänger=
ſigen Bebölkerung erfreut. Die unter der tatträftigen Leitung des Chor= anſtaltung eingeladenen Vorſitzenden des Mümlinggaues, Herrn Flecken= ins Schlitzerland hinein, feſtgeſtellt. Das Trinkwaſſer kann als Urſache
meiſters Cl. Kuhn vorgetragenen Männerchöre „Die drei Zigeuner” ſtein (König). Das reichhaltige Programm brachte Männerchöre,
ge=
ſten Chöre „Abendchor” (Kreutzer), Abendſtändchen” (Schiebold) und Bemühens hatte Leiſtungen gezeitigt, die den Darbietenden wie ihrem laufen iſt.
Dirigenten, Herrn Rektor i. R. Göbel, wohlverdienten Beifall brachten.
ſalen entrückt, was in der gemütlichen Stimmung, die allerorts Platz Handel und Gewerbe beſchäftigte ſich neuerdings mit dem Problem der
griff, zum Ausdruck kam. — In einer Pauſe ergriff Herr
Flecken=
ſtein das Wort und brachte Glückwünſche und Grüße des durch ihn „Schaffung einer neuen Bahnlinie Schottem-Ulrichſtein-Alsfeld. Dieſes
Wert der Muſik inſonderheit des Männergeſangs und deſſen kulturelle meinden ſtark begünſtigt. Um die Sache raſcher voranzubringen, wurde
Bedeutung. — Nach Beendigung des Programms ſtattete der Vorſitzende
dem Dirigenten den herzlichen Dank ab für die Mühewaltung zwecks t
Aaandekanend der Bermnſtalunt, auch der Daner urch. —
die ſo aufopfernd zum Gelingen beitrugen. Bei einem Ausflug m
ſchön=
nerer Jahreszeit wird man gemeinſam ſich des Gelingens noch
einml=
freuen und dann bewußt ſich der überſtandenen Strapazen noch einmal
erinmnern. Ein Teil der Feuerwehrkapelle trug mit zum Gelingen
des=
fand am Freitag, 6. Januar, im „Bergſträßer Hof” hier eine gutbeſuchte Abends bei, indem ſie vor den Darbietungen und nach denſelben duch
— Hirſchhorn. 10. Jan. Baſſerſtand des Neckars am=
H. Von der Beraſtraße, 10. Jan. Unſittliche Handlung.
jammern, auch nicht petitionieren und reſolutionieren kann uns im Ein 15 Jahre alter Burſche aus Hemsbach verging ſich in ſittlicher Hin=
Obſtabſatz zum Ziele führen, ſondern Selbſthilfe iſt das Mittel, das uns ſicht an einem ſjährigen Mädchen und machte ſich außerdem noch ver=
Kampf kann hier zum Siege fihren. Lernen wir von der Induſtrie, die und Riegel. — Gute Nachbarſchaft. Ein Mann in
Lüitzel=
nur durch Qualitätsware ſich Abſatzmärkte erobern kann. Der deutſche ſachſen drang in betrunkenem Zuſtand im die Wohnung ſeines Nachbar=
Bb. Bensheim, 9. Jan. Der B.KV. (Bensheimer
Kriegsteilueh=
mer=Verein) beging vorgeſtern in den Räumen des Deutſchen
Hauſes=
gehörige und geladene Gäſte in großer Zahl erſchienen waren.
Ein=
durch, dann wird uns die Qualitätsware nicht ausbleiben, die der aus= wurde beſonders durch gute muſikaliſche Darbietungen beſtens bekann= Darmſtädter Soliſten vorteilhaft gehoben. Mit einem flotten
Tänz=
ſonders im Geſchmack. Dio Sortenauswahl muß aber eine ganz be= chen fand die harmoniſch verlaufene Weihnachtsfeier ihren alle
Teiſl=
ſchränkte ſein. Hierbei dürfen wir uns nur von dem einen großen nehmer voll befriedigenden Abſchluß. — Der Verein der
Hund=
freunde Bensheim hatte vorgeſtern Abend ſeine Mitglieder zu einer
im Bahnhofshotel ſtattfindenden Weihnachtsfeier verſammelt,
die in Geſang, muſikaliſchen Darbietungen, Anſprachen, Vorträgen von
Couplets, Geſangsduetten, der wohlgelungenen Wiedergabe eines
hielt eine Anſprache, Fräulein Draut ſprach einen poetiſchen Prolog,
Der große reich behängte Chriſtbaum gelangte in ſeinen einzelnen
der Erſchienenen beitrug. Der noch junge Verein hat es bekanntlich
tierung und Verpackung iſt das Ziel. Wenn das erreicht iſt, ſo wird ſich in der Abrichtung ſeines guten Hundematerials zu recht beachtlicher
Vollkommenheit gebracht, was die im Herbſt ſtattgefundene
Prüfungs=
ſchau beſtens bewieſen hat. — Vorgeſtern beging der Odenwaldklud
(Ortsgruppe Auerbach) das diesjährige Wanderer=
Ehrungs=
feſt im Saale des Hotels Weigold in Anweſenheit zahlreicher
Klub=
mitglieder und Ehrengäſte aus Darmſtadt und Bensheim. Herr
Oberſt=
leutnant Hildebrand, der Vorſitzende der Ortsgruppe, begrüßte in einer
und Herr Studienrat Dr. Götz, beide von Darmſtadt, äußerten ſich in
recht anſprechenden Worten über den deutſchen Wanderſinn und ſeine
glückliche und befriedigende Betätigung im Odenmldklub. Das
be=
kannte Theaterſtück „Das Lieschen” gelangte im Laufe des Abends
zur Aufführung und fand ſeitens verſchiedener Auerbacher
Klubmit=
glieder eine recht flotte Wiedergabe. Nach geneinſamem Geſang
ver=
ſchiedener Wanderlieder wurde die Ehrung der Wanderer durch Herrn
Bürgermeiſter i. R. Daub=Darmſtadt vorgenommen, der dieſelbe mit
einer Erinnerung an viele Jahre zurückliegender und frohgemuter
Wanderbetätigung begann. Necht ſinnig gab eine Waldfee den
ein=
zelnen Dekorierten treffende poetiſche Vorſprüche perſönlicher
Charakte=
riſierung mit auf den ferneren Wanderweg, die in ihrer humoriſtiſchen
Art ſtets große Heiterkeit auslöſten. Es wurden 18 Wandererehrungen
verteilt, und zwar ſechs zum erſtenmal, eine zum zweitenmal, 1 zum
nötig, daß ſich genügend Teilnehmer finden. Aus der Verſammlung viertenmal, zwei zum fünftenmal, zwei zum ſechſtenmal, eine zum
achtenmal, fünf zum neuntenmal. Die Ehrung in der jetzt 3 Jahre
beſtehenden Jugendgruppe nahm Herr Ingenieur Rieß=Darmſtadt an
11 Wanderern und Wanderinnen vor. Beſondere Ehrung wurde dem
Es herrſchte während des ganzen Feſtes die bekannt frohe, heitere
Stimmung, wie ſie den Veranſtaltungen des Odenwaldklubs überall
und von jeher zu eigen iſt. Nach der Wanderer=Ehrung begann der
Tanz, dem fleißig gehuldigt wurde.
W. Heppenheim a. d. B., 10. Jan. Landwirtſchaftlicher
Bezirksverein. Die Hauptverſammlung des Landwirtſchaftlichen
Bezirksvereins Heppenheim fand am Sonntag in Waldmichelbach ſtatt
und war gut beſucht. Zu Beginn der Verſammlung erſtattete Herr
Landwirtſchaftsrat Dr. Schül den Jahresbericht. Darauf wurde dem
Rechmer für 1996/27 Entlaſtung erteilt. Nach der Bekanntgabe des
Vor=
anſchlags für das Jahr 1927/B hielt. Herr Landwirtſchaftsrat Di.
Rabenau einen Vortrag über neuzeitliche Geflügelzucht, welcher nt
Intereſſe von den Beſuchern verfolgt wurde. Der Lichtbildervortag
des Herrn Dr. Hartwig aus Bensheim über eine Reife nach Südameriſt
fand ebenfalls reges Intereſſe. Cine Verloſung von Samen und
Sträu=
chern beſchloß die Verſammlung.
D, Biblis, 9. Jan. Vereinsfeierlichkeiten. Im Gaſthaus
zum weißen Löwen fand vorgeſtern abend eine Abendunterhaltung der
Freiwilligen Feuerwehr ſtatt. Unter andevem wurde auch ein
Theater=
ſtück von der „Volksbühne” aus Lampertheim aufgeführt, das allgemein
ſehr großen Anklang fand. Die einzelnen Spieler zeigtem auch diesmal
wieder vorzügliche Leiſtungen, ſo daß das ſchöne Jägerſtück aus den
Ti=
roler Bergen „Das Gift der Lüge” voll und ganz befriedigte. Erſt in
ſpäter Stunde trennte man ſich, nachdem noch necht tüchtig das Tanzbeiu
von alt und jung geſchwungen wurde. — Der Geſangberein „Eintracht”
hielt ſeinen Familienabend bei Gaſtwirt Anton Gölz ab. Auch dieſe
Ve=
einsfeienlichkeit nahm einen recht gemütlichen Verlauf, zumal die Sänger
verſchiedene Lieder vortrugen.
— Gernsheim, 10. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
9. Januar —25, am 10. Januar —24.
U. Ober=Ingelheim, 10. Jan. Herr Geheimrat b. Opel hat der
hieſigen Turngemeinde dem Betrag von 20 000 Mk. als Darlehen zum
Umbau der Turnhalle zur Verfügung geſtellt. Das Kapital ſoll bein
Ableben des Spenders in Eigentum der Turngemeinde übergehen, bis
dahin aber zu 4 Prozent verzinſt werden. Ia die räumlichen
Verhält=
niſſe der Turnhalle ſehv beengt ſind und ein Um= oder vielleicht
Neu=
hau ſich nicht mehr umgehen läßt, iſt die Stiftung beſonders
hankens=
wert. — Eine in weiten Kreiſen bekannte Pevſönlichloit, Herr Joh.
Friebrich Schmitt, der 45 Jahre die Geſchäfte des Verpaiters des
hieſigen Kaſinos führte, iſt nach längerem Leiden m 79. Lebensjahre
verſtorbet. Sch, war Altveteran aus 180/71. — Bei eimem
Familien=
abend des Krieger= und Soldatenvereins, in deſſen Mitte ein Vortmg
des Herrn Polizeileutnant Götziuger aus Darmſtadt über die Kämpfe
in Deutſch=Oſtafrika unter Lettow=Vorceck ſtan), konnten 6 Mitgliedr
für 25jährige Zugehörigkeit zum Vereine ausgezeichnet werden. Den
Kaſſierer, Herrn Eimer, wurde Las ihm von der Haſſia verliehene
Ehrenkreuz überreicht.
Lpd. Gießen, 10. Jan. Noch einmal Glück gehabt. Ein
Zimmermeiſter aus dem Dorfe Beuern (Kreis Gießen) verlor auf dem
Wege von Großen=Buſeck nach Beuern ſeme Geldbörſe mit über 1000
Mark Inhalt, die ihm offenbar durch das defekte Futter der
Ugberzich=
taſche hindurchgerutſcht war. Als der Mann, ſeinen Verluſt unterwegs
bemerkend, nach Großen=Buſeck zuwücktehrte, um von hier aus
Nachfor=
ſchungen nach dem verlorenen Gelde anzuſtellen, erfuhr er zu ſeiner
derin erkenntlich.
Lpd. Lauterbach, 10. Jan. Typhuserkrankungen im
Kreiſe Lauterbach. In zahlreichen Orten unſeres Kreiſes ſind
ſeit dem vorigen Herbſt häufig Fälle von Erkrankungen an leichtem
Typhus, dem ſogenannten Paratyphus, aufgetreten. Die Erkrankungen
wurden in gleicher Weiſe auch in räumlich weit getrennten Orten, bis
nicht angeſehen werden. Man weiß bisher nichts Zuverläſſiges über die
Entſtehung der Krankheit, die bislang im allgemeinen gutartig ver=
WSN. Schotten. 9. Jan. Zur Förderung einer neuen
Die Zuhörer wuuden für einige Stunden allen Tagesſorgen und Müh= Vogelsberg=Querbahn. Eine ſtark beſuchte Verſommlung von
wirtſchaftlichen Erſchließung des Vogelsberges insbeſondere mit der
vertretenen Gaues. In ſeinen weiteren Ausführungen betonte er den Projekt wird vom hieſigen Kreisamt. der Stadtverwaltung und den
G=
jetzt ein Aktionsausſchuß gebildet, der in Gemeinſchaft mit den beteilig
ten Behörden zur Verwirklichung des Planes vorgehen ſoll.
Nummer 11
Mittwoch den 11. Januar 1928
Seite 7
AMGorſtſcr Taebmcafmce Toce.
Beginn des Vortragskurſus der Landwirtſchaftskammer. — Die Fachreferate über Zucht und Fütterung der Milchkühe.
Die Londbind=sogung.— Starter Beſuch aler Veranſtaltungen.
* Die 6. Heſſiſche Landwirtſchaftliche Woche begann geſtern vormittag
mit dem Vortmagskurſus der Landwirtſchaftskammer im „Nummelbräu”
In ſchweren Notzeiten wurden vor 6 Jahren zum evſten Male die
Landwirte Heſſens zu einer ſolchen Woche nach Darmſtadt geladen, um
durch berufene Kenner der Landwirtſchaft zu erfahren, wie man der
nutzung der Erfahrungen größerer Betriebe und landw. Verſuhsſtellen
mutzung der Erfahrungen auf größeren Betrieben und Verſuchsſtellen
die eigenen Betriebe rentabel geſtalten könne. Da ſtets hervorragende
Kenner der Landwirtſehaft die Referate übernommen hatten, brachten
ſie naturgemäß den intereſſierten Zuhörern wertvolle Aufklärungen
und Anregungen. Es nimmt daher nicht wunder, daß von
landwirt=
ſchaftlicher Seite trotz der Notlage des einzelnen die Teilnahme an der
Heſiſche Landwirtſchaftlichen Woche ſtets überaus ſtark iſt. Auch die
geſtuige erſte öffentliche Verſammlung, der am Vortag die geſchloſſene
Bezirksverſammlung der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
vorausging, war ſehr ſtark beſucht, ſo daß der große Nummelbräuſaal
überfüllt war und die Zuhörer ſogar, ſoweit es der Platz erlaubte, auf
der Vühne Platz nehmen mußten.
Wie alljährlich, führte in ungebeugter Schaffenskraſt Präſident
Henſel den Vorſitz. Er eröffnete den Vortragskurſus um 83o Uhr
mit einer Begrüßungsanſprache, in der er die Vertreter des
Miniſte=
riums für Arbeit und Wirtſchaft, Abteilung für Eruährung und
Land=
wirtſchaft, des Miniſteriums der Finanzen, des Landesfinanzamts, der
Oberpoſtdirebtion, der Reichsbank, der Provinzialdirektion, die
Land=
tagsabgeordneten, die Vertreter der Landv. Verſuchsſtation, beſonders
herzlich Geh. Nat Wagner, und ferner die londwirtſchaftlichen
Orga=
miſationen und die erſchienenen Landwirte und Berufsgenoſſen bewille
kommnete. Kurz wies er dann darauf hin, daß leider auch das
ver=
floſſene Jahr ein Kataſtrophenjahr für die Landwirtſchaft geweſem ſei.
Mißermte und die Ungunſt der Witterung hätten die Landwirtſchaft
von neuem ſchwer geſchädigt, und leider ſei auch für die Zukunft wenig
Hoffmung auf Beſſerung, der Ausblick ſei keineswegs günſtig, ſo daß er
ſogar einen gewiſſen Peſſimismus nicht unterdrücken könne.
Steuer=
ſenkungen in dem Maße, wie man ſie erhofft habe, ſeien nicht
einge=
treien, hoffentlich würden der Landwirtſchaft im beſetzten Gebiet noch
Miſtel zur Verfügung geſtellt. Aber trotz aller Not tue die
Landwirt=
ſchaftskammer, wie ſeither ſtets, ihre Pflicht, daher habe ſie zu dieſem
Vortragskurſus eingeladen, um den Landwirten ein Rüſtzeug für ihren
Beruf zu geben. Sicher werde den Beſuhern der Landwärtſichaftlichen
Woche durch den Vortragskurſus auch praktiſcher Nutzen entſtehen. Mit
der Mahnung zur Sparſamkeit, der er die herzliche Hoffnung auf eine
beſſere Zukunft für die Landwirtſchaft anfügte, ſchloß er ſeine
Aus=
führungen. Oberlandwirtſchaftsrat Bauer übermittelte die beſten
Wünſche nomens der heſſiſchen Regierung und betonte, wie ſehr das
Gedeihen der Landwirtſchaft von der perſönlichen Tüchtigkeit des
Betriobsleiters abhänge, zu deſſen Ausbildung auch der Vortragskurſus
der Landwirtſchaftskammer beitragen ſoll.
Gutsbeſitzer J. Deicke, Rittergut Peeſt in Pommern, ergriff
nunmehr das Wort zu ſeinen Ausführungen über
„Die züchteriſchen Maßnahmen und Ziele
in der wordomerſanſchen Londwirſchefte=
Der Referent übermittelte den Zuhörern das Ergebnis einer
ſeihs=
hionatigen Studienreiſe, die er vor 2 Jahren durch die Vereinigten
Staaten von Nordamerika ausführen konnte, und auf der er feſtſtellte,
zuelche Fortſchritte die Tierzückten drüben gemacht hatten. Aus dieſen
Ergebniſſen ſoll nun für Deutſchland die Nutzanwendung gezogen
wer=
den. An vielen Orten wurde bereits eine ſolche Nutzanwendung
ge=
zogen, und der Redner fuhrte u. a. aus, wir könnten noch viel
meh=
aus dem Vieh in Deutſchland herausholen, wenn die wichſtigſten
Ergeb=
uiſſe dieſer amerikaniſchen Forſchungsreiſe beachtet würden. Nadürlich
könne er in einem Bortras ſich nicht ſpezialiſieren, und deshalb
behan=
dele er hauptſächlich das Tbema unter Berückſichtigung der
Milchproduk=
tionsſteigerung. bzw. der Maßnahmen für die Rindviehzucht. Sehr
viele landwirtſchaftliche Betriebe ſind bemüht, ihre Milchwirtſchaft
zu=
nächſt zu heben, da durch ſie das ſo notwendige Kapital am eheſten
ge=
ſchaffen wird. Da iſt zunächſt zu betrachten, wie weit die Steigerung
der Milcherzeugung an einzelnen Tieren durch die züchteriſchen
Maß=
uahmen in der nordamerikauiſchen Landwirtſchaft gatrieben werden
konnte. Schon vor dem Kriege hörten wir aus Amerika fabelhafte
Zahlen von Leiſtungen der Milchkühe. Eine Nachprüfung dieſer Zahlen
nach dem Kriege zeigte ihre Nichtigkeit. Eine Höchſtleiſtung waren
15896 Liter Milch pro Jahr und 13 Zentner 9 Pfund Butter oden
durchſchnittlich täglich 45.9 Liter Milch bei einer Gjährigen Kuh.
Die=
ſelbe Kuh lieferte im 9. Jahre faſt die gleiche Menge. Eine andere Kuh
lieferte pro Jahr 14 557 Liter Milch, 11 Zentner 79 Pfund Butter und
kalbte dabei Jahr für Jahr. Wenn das auch Höchſtleiſtungen ſind,
zei=
gen ſie doch, was ſich erreichen läßt. Die amerikaniſchen Züchter ſind
überhaupt nur darauf bedacht, daß ſie mit ihrem Vieh
wirtſchaft=
lich arbeiten, ſie nehmen aber einen durchaus kaufmänniſchen
Standpunkt ein. Daß auch in Deutſchland ſolcke Spitzenleiſtungen zu
erreitchen ſind, beweiſen die Reſultae, nach denen eine Kuh in
Vom=
mern 58,4 Liter dro Tag, im Schleſien 54 Liter Milch täglich gab. Dieſe
Leiſtungen wuurden in dem allgemein eingeführten Neichsleiſtungsbuch
nachgewieſen. In Amerika merzt man Kühe, die nicht rentabel ſind,
aus der Herde aus, die Zucht iſt dort nicht auf „Schönheitszucht” der
Tiere, ſonder nur auf extrem einſeitiger „Leiſtungszucht” aufgebaut.
Der Amerikaner betreibt eine viel intenſivere Leiſtungszucht, wie wir
in Deutſchland, da er ſeine Kühe ausſchließlich zur Milcherzeugung und
als Bezahlung ſeiner Arbeitsleiſtung für dieſe Kühe hält. Der Farbe
und Schönheit der Tiere ſchenken die Anerikaner, weniger Bodeutung.
So beurteilt man auch dort die Güte eines Bullen erſt nach der
Lei=
ſtungsfähigkeit ſeiner Töchter, eine Folge, daß dort die guten Bullen ſo
lange wie möglich gehalten werden, ſofern er nur nachweislich zur
Ver=
beſſerung der Herde beiträgt. Bei uns werden oft auch gute Bullen
aus=
ruangiert, ehe man ihre Güte an der Leiſtungsfähigkeit den Tochterkühe
erkannt hat Man ſollte auch in Deutſchland eine gute Milchkuh wegen
eines Farbfehlers nicht gleich abgeben und töten laſſen. Auch bei uns
muß gerechnet werden mit der Milchleiſtung der Kühe.
Es iſt min die Frage, wie man die Maßnahmen in der
Fütterung einzurichten hat, um höchſten Nutzen zu erzielen. Die
amerikaniſche, äußerſt geſchickte Fütterungsmethode iſt auf deutſches
Wiſſen (die Lehren Wolfs und Lehmanns) aufgebaut. Dort werden die
Wege praktiſcher Fütterung beſchritten, und zuar unterſcheidet mau
zwiſchen Erhaltungs= und Leiſtungsfutter. Bei uns iſt oft die
Fütte=
zug falſch. Die beſten Melter werden deshalb zu 99 Prozent tuber=
kulös, weil man ihnen in der Melkzeit nicht genug Leiſtungsfutter gibt.
Auch mdividuelle Fütterung muß durchgeführt werden. Das am
lieb=
ſten genommene Futter muß den Kühen gereicht werden,
Fütterungs=
verſuche durchgeführt werden. Die Leiſtung der Kühe dunch richtiges
Füttern kann eusgezeichmet beeinflußt werden. Als Erhaltungsfutter
iſt beſtes mineralhaltiges Heu (nicht Stroh) zu wählen. Für
wilch=
liefernde Tiere konmt das Leiſtungsfutter hinzu, und zwar für jeden
Liter Milch ½—34 Pfund Kraſtfutter. Wenn eine Kuh zum Kalben
kommt, danf ſie natürlich kein Kraftfutter ephalten. Nach der
Reini=
gung wird langſam Leiſtungskraftfutter zugegeben. Die Höchſtgrenze
der Lieferung ward allmählich erreicht und iſt dunch Meſſungen
feſtzu=
ſtellen. 2 Monate vor dem Kalben wird die Kuh trocken geſtellt, imn
Amerika hat man eine Trockenzeit von 6—8 Wochen. In dieſer Zeit
muß gine Kuh Futter mit hohen Nährwerten erhalten, da man ſie in
der Trockenperiode vorbereitet für die kommende Milſchzeit. Auf dem
Gutze des Referenten werden die Kühe, die ſehr viel Milch liefern, vier
mal gemolken, und zwar um 6 Uhr vorm., um 12 Uhr, 18 Uhr und
24 Uhr. Gewügende Mineralzufuhr im Futter iſt ſehr weſentlich.
Es iſt nu noch die Frage, ob die Amerikaner mit der höchſten
Milcherzeugung den richtigen Weg gehen. Dieſe Frage iſt inſofern
be=
jahend zu baantzporten, als das Leſtungsvermögen einer Kuh bis zum
wirtſchaftlich höchſten Grade ausgenutzt wenden muß; es muß auch ſtets
beachtet werden, daß die gewüigende Menge Zufütterung für erhöhte
Milchlieferung erfolgt.
Dem lebhaften Beiſall der Zuhörer aab der Vorſitzende in warmen
Worten nochmals Ausdruck.
Im Anſchluß hieran ſprach Profeſſor Dr. Honcamp=Roſtock
über
„Die rationelle Fütterung der Milchkühe im Lichte
neuzeit=
licher Forſchungs= und Verſuchsergebniſſe, unter
Berückſichti=
gung der Wirtſchaftsfuttermittel und der Preislage der
zur=
zeit verfügbaren Kraftfuttermittel.”
Ausgehend von der immer noch ungenügenden Selbſterzeugung von
Lebensmitteln im eigenen Lande, betonte der Redner, daß eine
Steige=
rung der Futtermittel ſowohl als auch der Leiſtungen der Viehzucht noch
unbedingt möglich ſei. Wenn wir die gewaltigen Zahlen der
Einfuhr=
koſten im Jahre 1925/26, z. B. für Gefrierfleiſch uſw., für 11
Milliar=
den Mark (gegen 460 Mill. Mark vor dem Kriege) bedenken, dazu die
Einfuhr von Butter, Käſe uſw. für 12 Milliarden Mark, ſo könne man
ſich eines Gefühls des Unbehagens nicht erwehren. Die einheimiſchen
Produkte müßten dunh genügende Zölle geſchützt werden. Das Inland
müſſe mehr eiweißreiche Futtermittel erzeugen und dadurch die
zweck=
mäßigen Futtermüttel vermehren, dann könnte der übermäßigen
Ein=
fuhr geſteuert werden. In ſehr vielen Betrieben der Landwirtſchaft
herrſche noch allzu geringe Kenntnis der richtigen Fütterung. Und
doch müſſe jeder Landwirt über die Grundgeſetze der Fütterung
unter=
richtet ſein. Die Fütterung der Milchkühe müſſe aus kalkreichen und
thosphorreichen Beſtandtoilen beſtehen. Schon die Fütterung des Kaldes
vom Tage der Geburt an muß zweckentſprechend ſein. Vollmilch für
jüngſte Tiere iſt unentbehrlich, die zu frühe Entziehung der Vollmilch
iſt nachteilig. In dem Fatt der Vollmilch ſind lebenswichtige
Beſtand=
teile. Erſatzpräparate, die der Redner im einzelnen anführt, ſind
zu=
meiſt durrchaus unzulänglich. Kälber, die mit Vollmilch aufgezogen
wur=
den hatten zum Teil eine Gewichtszunahme von 680 Gramm pro Tag,
ſolche mit Magermilch und Maisſtärkezuſatz von 500 Gramnm und ſolche
mit ſchlechten Erſatzmitteln von 380 Gramm. Milckühe müſſen
eiweiß=
reich ernährt werden. Im Winder gebe man reichliches Heu und
kon=
zentriertes eiweißreiches Beifutter. Beigabe von Fiſchmehl hält der
Redner für vorteilhaft, jedoch ſoll wan dieſes nicht asem Futter
zu=
ſetzen, ſondern nur ſehr gut liefernden Tieren geben. Eine Kuh muß
ſtets fo viel Futter haben, daß ſie in gutem Ernährungszuſtand
gehal=
ten wird. Der Redner kommt nun im einzelnen auf die Verfütterung
von Erbſon=, Bohnenfchnot uſw. zu ſprechen, das nicht ſehr
ampfehlens=
wert iſt, und lehnt das ſogenamnte Miſchſuter, das den Landwirten
geliefert wird, ab. Weiter verbreitete ee ſich über die Verfütterung
von Kokos= und Palmlernkuches. Er betont ſtets, daß ſolches Futter zu
wählen iſt, das auck die Miſchmenge, die gewonnen wird, beeinflußt.
Es iſt etwa eine Miſchung von 40 Teilen Grdnußmehl, 40 Teilen
Soha=
ſchrot und 20 Teilen Weizenkleie für Kühe, von denen man ſtarke
Milch=
lieferung verlangt. Wenn man fettreiche Milch nill, beſteht eine andere
Miſchung aus 40 Teilen Kokos= und 40 Teilen Palmkernkuchen, 10 Teie
len Erdnuß und 10 Teilen Weizenkleie. Die Landwirte laſſen ſich über
die Fütterungsweiſe am beſten von den ihnen bekannten Fachſtellen
beraten. Im Anſchluß an ſeine Ausführungen über die Fütterung ging
der Redner auf die Beſtimmungen des Futtermittelgeſetzes ein und
be=
lenchtete u. a. die Verpflichtungen der Händler zur Angabe der
Futter=
beſtandteile der gelieferten Ware, der Pflicht der Wahrung der
handels=
üblichen Reinheit des Futters, der Verzettelungspſſuht uſw. Das
ge=
reichte Futter muß auch genügend Kohleh=drate haben. Zum Schluß
ſprach er noch über das Srſofutter, über das Einſäuern des Futters,
und betonte, daß bei rationeller Fiſtterung die erforderlichen
Nah=
rungsmittel aus dem eigenen Lande, wenigſtens zum allergrößten Teil,
gedeckt werden könnten.
Auch dieſem Redner, deſſen Ausführungen lebhaſten Beifall fan.
ben, dankte Dekonomierat Henſel mit warmen Worten. An beide
Vor=
träge ſchloß ſich eine ſehr lebhaſte Diskuſſion. — Nach dem Verlauf des
erſten Vortragstages iſt damit zu rechnen, daß auch die nächſten Tage
des Kurſus einen ebenſolchen Erfolg und ebenſo großen Beſſich
auf=
weiſſen.
Die Landbund=Tagung
des beſſiſchen Landbundes
fand geſtern nachmittag im dichtbeſetzten Städtiſchen Saalbau ſtatt.
Ueber dem Rednerpult prangten auf grünem Fahnentuch drei goldene
Aehven. Zahlreiche Junglandbündler waren aus ganz Heſſen
erſchie=
nen, ſogar die Galerien waren beſetzt. An Stelle des verhinderten
Borſitzenden hielt der ſtellvertretende Vorſitzende Bundſchuh=
Leng=
feld die Eröffnungsſprache, in der er die Erſchienenen herzlich begrüßte,
Er unterſtrich die ſchwere Lage der Landwirtſchaft, an deren Beſſerung
man nun ſchon ſeit Jahren arbeite. Man habe ſich aber um die
Geſun=
dung ſeither vergebens bemüht. Mehrproduktion und Kredite brachten
nicht den erhofften Erfolg, ja man könne ſagen, heute ſtehe die
Land=
wirtſchaft vor dem Ruin. Auf wirtſchaftspolitiſchem Gebiete müſſe
mehr gearb=äitet werden. Jetzt ſtehe man vor den Wahlen im Reiche
und vielleicht auch in Heſſen. Das Landvolk müſſe den Kurmpf
ent=
ſchloſſen führen.
Der Vorſitzende des Junglandbundes Heſſen=Starkenburg, Heinr.
Funk=Harreshauſen, dankte dzm Vorſtand, daß er ihm Gelegenheit
gab zur Ausſprache. Der Junglandbund arbeite eug mit den übrigen
landwirtſchaftlichen Organiſationen. Entſtauden aus den
Enttäuſchun=
gen aller Aut nach dem verlorenen Kriege, arbeite er bewußt und
ziel=
ſicher für die Stärkung der Lantwirtſchaft. Die Jugend ſei impulſiver
und wolle da weiterkämpfen, wo die Väter vielleicht den Mut verlieren.
Em Drittel der deutſchen Bevölkerung ſeien Bauern und ſchon durch
dieſe gewaltige Zahl ein beachtenswerter Faktor. Sie müßten aber
all=
einig ſein, und im Sinne der Erziehung zur Einigkeit ſei die
Jugend=
bewegung aufgebnut zum Wohle des Volkes, das damn nicht untergehen
kömne.
Landtagsabgeordneter Glaſer=Nordheim ſprach dann über
„Heſſiſche Politik”. In ſeinen Ausführungen über die Lage
der Landwirtſchaft in Heſſen, über die Landbundfraktion und deren
Tätigkeit ſtreifte er auch die Reichsverhältniſſe. Er bezeichnete die Lage
der Landwirtſchaft als troſtlos und maß auch vielen Berufskollegen
einen großen Teil Schuld bei, da ſie nicht einig ſeien. In ſeinen
wvei=
teren Ausführungen beleuchtete er die finanzielle Lage in Heſſen und
erklärte, daß dieſe verzweifelte Lage auf die enormen Ausgaben
zurück=
zuführen ſei, die zu einem ganz erheblichen Telle eingeſchränkt werden
könnten. Anträge der verſchiedenſten Art, die ſeine Fraktion
einge=
bracht hätte, hätten auf eine Ausgabenverminderung hingezielt, ſie ſeien
aber, zum Teil ſogar gegen den Willen der Regierung, von deu
Regie=
rungsparteien abgelehnt worden, ſo daß ſich die Ausgaben nur nol
geſteigert hätten. Der Reöner führte die Antrige im einzelnen au,
die aus den Sitzungen des Laundtags auch bereits bekannt ſeien.
Be=
ſonders wies er auf die enorme Verſchuldung der Landwirtſcheft hin
und die hohen Landesſteuern, die von allen übrigen Staaten in Heſſen
am höchſten ſeien. Den geringen Schutz, den die Landwirtſchaft durch
Bölle gehabt habe, habe man in den Hendesverträgen größtenrells
wie=
der iUluſoriſch gemacht. Die tieſere Urſache der Notlage der Landwirte
liege in der Politik und der Einnahmen= ud Ausgabenwirtſchaft. Viele
Betitebe arbeſten heute mit einem ſtarken Deſizit, und die Steuern
würden geradezu aus der Subſtanz, nicht, wie es richtig ſei, aus den
Einnahmen bezahll. Man bedenke, daß die Landwirtſchaft 850
Millio=
nen Mark allein für Zinſen auſzubrimgen habe. Die wenigen
Millio=
nen Reichszuſckuß könnten über die traurige Lage nicht hinweghelfen.
Weiter verbreitete ſich der Redner über die Konkurrenzmöglichkeit der
deutſcher Landwirtſchaft mit dem Ausland und forderte umbedingt
er=
höhten Shutz durch Zollfchranken, und kam dann auf die Vertretung
der Belange burch die übrigen Parteien, ſowie das Verhältnis der
Landwirtſchaft zur Induſtrie zu ſprechen. Er forderte die Landwirte
zur Einigkeit auf. Eine geſunde Landwirtſchaft liege im ureigenſten
Intereſſe des deutſchen Volkes.
Der Verſammlungsleiter dankte, wie allen Vorrednern, dem
Reſe=
zenten für ſefne klaren und zielbewußten Ausfihrungen und verlas
folgende
Entſchließung
Die aus allen Teilen Heſſens am 10. Januar in Darmſtadt zu
einem Landbundtag verſanmelten Lanſownte erheben angeſichts der
furchtbaren Notlage in der Landwirtſchaft Heſſens eimmütig ihre Stimme
zu einem Notſchrei an alle vorantwortlichen Reichs= und Landesſtellen,
Die Lage der heſſiſchen Landwirtſchaft iſt verzweifelt. Die
Verſchul=
dung in der Landwirtſchaft iſt unerträglih. Bare Betriebsmittel fehlen
vollſtändig. Die Lebenshaltung in weiten Kreiſen der Landwirtſchaft
hat einen Tiefſtand erreicht, der in ſeiner Armeligkeit nicht mehr
underboten werden kann. An eine Rentabilität des landwirtſehaftlichen
Betriebs iſt trotzdem nicht mehr zu denken. Dazu kommen die
unerträg=
lichen Abgaben an die öffentliche Hand in Geſtalt von Reichs=, Landes=,
Gemeindeberbands= und Gemeindeſteuern, ſotie die Belaſtung mit
Bei=
trägen für ſozialpolitiſche Einrichtungen.
Unter dieſen Umſtanden wird die wirtſchaftliche Lage der heſſiſchen
Landwirtſchaſt von Tag zu Tag ſchlimmer und hedenklicher.
Insbeſon=
dere iſt die Stimmung im Bauernſtand in eimem Maße vorbittert, die
den führenden Kreiſen Deutſchlands Anlaß zu den eruſteſten
Beſorg=
niſſen geben muß. Der Radikalismus erhebt drohend ſein Haupt. Ju
weiten Schichten beginnt eine Gleichgültigkeit und Niedergeſchlagenheit
Platz zu greifen. Sie muß mit dem Rückgang der Kauffraft der
land=
wirtſchaftlichen Dünger= und Maſchineninduſtrie den Abſatz mindern
und zu eimer Bedrohung unſerer Ernährungslage führen. Die
Grund=
lage des Staates muß ins Wanken geraten, wenn der Bauernſtund und
die Landwirtſchaft nach und nach zugrunde gehen. Um dieſes Verderben
für unſer Vaterland abzuwenden, fordern wir — in letzter Stunde
Negierungen und Parlamente auf. Mittel und Wege einzuſchlagen, die
den Undergang der Landwirtſchaft aufzuhalten vermögen. Einzige
Vorausſetzung für eine Beſſerung der Lage iſt allein die Steigerung
des Ertmges den bäuerlichen Arbeit. Groß wie keine andere iſt die
ſoziale Not des deutſchen Landvolkes. Die heſſiſche Landwirtſchaft iſt
nicht gewillt, ſich kampflos der Verelendung und dem Untergang
aus=
liefern zu laſſen.
Als letzter Redner ſprach Redakteur Dümes an Stelle des
ver=
hinderten Direktors v. Shbel über „Die wirtſchaftspolitiſche
Lage der Landwirtſchaft an der Jahreswende‟. Der
Neferent ſtellte an den Anfang ſeiner Ausführungen, daß heute überall
der Ruf ertöne: „Bauer in Not” 25 Millionen Angehörige des
Bauern=
ſtandes drohten der Proletariſierung anheimzufallen. In ſcharfen
Worten ſetzte er die Gründe der tiefen Notlage des Bauernſtandes
aus=
einander, der im Kampfe um ſeine Exiſtenz zu unterliegen drohe,
Schul=
denlaſt, Steuern und Abgaben hätten die Landwirtſchaft faſt vernſuhtet.
Die Schimmung auf dem flachen Lande ſei eine verzweifelte, und wen
nicht bald hinreichende Hilfe gebracht werde, helfe den Bauern nur
eng=
ſter Zuſammenſchluß und energiſchſte Gegennehr.
Allen Referenten wurde von der Verſammlung lebhafter Beifall
geſpendet, dem der Vorſitzende noch ſeinerſeits warmen Ausdruck
ver=
lieh. — Nachdem die oben angeführte Entſchließung einſtimmig
ange=
nommen worden war, wurde die Lanobundtagug durch den
Verſamu=
lungsleiter geſchloſſen.
Dr. 0.
Heute findet um 8½ Uhr vorm. im Reſtaurgt Rummelbräu
Fort=
ſetzung des Vertragskurſus der Landwirtſchaftskammer ſtatt.
Nach=
mittags um 2 Uhr tagt der Heſſiſche Bauerwvewin im Reſtaurant
Nmmeſbräu. Die Tagung der Heſſiſchen Raiffeiſengenoſſenſchaften findet
im Fürſtenſaal um 2 Uhr nachmittags ſtatt.
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Seite 8
Nummer 13
Reich und Ausland.
Neuer Generalſuperintendent
von Berlin.
Oberkonſiſtorialrat Dr. Karow
wurde vom Senat der Evangeliſchen Kirche der
Alt=
preußiſchen Union zum Generalſuperintendenten von
Berlin gewählt. Das neue Oberhaupt der
evange=
liſchen Gemeinden in der Reichshauptſtadt blickt auf
eine jahrzehntelange geiſtliche Tätigkeit zurück.
Ueberfahren und getötet.
Heidelberg. Montag abend wurde im
Stadt=
teil Wieblingen der 51 Jahre alte Hotelbeſitzer Eiſele
von einem Perſonenauto überfahren und getötet. Der
Lenker des Wagens, ein Bankdirektor aus Mannheim,
wurde feſtgenommen.
Vom Spiel in den Tod.
Mannheim. Ein fünf Jahre alter Knabe,
der am Samstag nachmittag mit einigen anderen
Kindern „Fangeles” ſpielte, verließ gerade im
Mo=
ment den Gehweg, als ein Poſtdreirad vorbeifuhr.
Mit ſchweren Verletzungen, die am Samstag mittag
den Tod des Knaben zur Folge hatten, wurde der
Knabe ins Krankenhaus eingeliefert. Nach den
ge=
troffenen Feſtſtellungen liegt ein Verſchulden des
Kraftwagenführers nicht vor.
Das Lawinenunglück an der Treppach=Spitze.
München. Zu dem Lawinenunglück an der
Treppach=Spitze werden noch folgende Ginzelheiten
bekannt: Zwei Ulmer Skiläufer, der
Reichsbahnhilfs=
werkmeiſter Joſeph Reiter und der Kaufmann Harold
Focke, wurden am Sonntag, beim Abſtieg von der
Treppach=Spitze, von einer Lawine erfaßt und
mit=
geriſſen. Reiter konnte ſich herausarbeiten, während
Focke 20 Meter unterhalb, mit dem Kopf nach unten,
in 1½ Meter Tiefe begraben wurde.
Wiederbele=
bungsverſuche waren erfolglos. Reiter fuhr zu Tal
und benachrichtigte die Rettungsſtelle Oberdorf. Am
Montag früh brachen ſieben Bergführer auf und
bargen die Leiche Fockes.
Tödlicher Abſturz.
Kaſſel. In der Karlsaue ereignete ſich am
Samstag ein tödlicher Unfall dadurch, daß ein mit
dem Ausputzen eines Baumes beſchäftigter Arbeiter
ausrutſchte und abſtürzte. Der Unfall ſoll dadurch
hervorgerufen worden ſein, daß der Unglückliche nur
eine Schnalle des Rettungsgürtels geſchloſſen hatte,
wodurch die Gürtelſchlaufe bei dem durch den
Ab=
rutſch verurſachten Ruck riß.
Gasexploſion auf den Rheinmetallwerken
in Düſſeldorf.
Düſſeldorf. Auf den Rheinmetallwerken
ereignete ſich am Dienstag eine folgenſchwere
Gas=
exploſion. In einem ſogenannten Wärmeſchrank, in
dem Eßtöpfe gewärmt werden, hatte ſich aus einer
bisher noch nicht geklärten Urſache Gas angeſammelt,
das explodierte, als der mit der Bedienung des
Schrankes betraute Arheiter ſich mit einer kleinen
Zündflamme dem Schrank näherte. Die Exploſion
war derartig heftig, daß die ſchweren Türen des
Schrankes durch den Raum geſchleudert wurden. Sie
trafen den Arbeiter ſo unglücklich, daß er auf der
Stelle tot war.
Sprengſtoffdiebſtahl.
Pirna. In Flur Lohmen wurden, dem „
Pir=
naer Anzeiger” zufolge, aus einem Pulverhaus eines
im Wesnitzgrunde gelegenen Steinbruches zwanzig
Sprengpatronen geſtohlen. Von den Tätern, die ſich
gewaltſam Eintritt verſchafften, fehlt jede Spur.
Liebestragödie.
Plauen. Im Orte Langgrün hat am Sonntag
der 20 Jahre alte Dienſtknecht Richard
Baderſchnei=
der aus Hof die 19 Jahre alte Elli Lenk aus
Lang=
grün erſchoſſen. Nach der Tat irrte der Täter
um=
her, bis er vom Bürgermeiſter ſeines Heimatortes
und dem Vater des Opfers entdcckt wurde. Als er ſich
berfolgt ſah, erſchoß er ſich durch einen Kopfſchuß.
Die Eltern des Mädchens hatten das
Liebesverhält=
nis zwiſchen den beiden nicht dulden wollen.
Schwerer Zuſammenſtoß bei Wandsbek.
Beim Zuſammenprall eines vollbeſetzten Autos
mit einem Straßenbahnwagen in Wandsbek wurden
zehn Prſonen zum Teil erheblich verletzt. Der
Zu=
ſammenſtöß geſchah infolge Verſagens der Bremſe
des Kraftwagens.
Wieder ein Exploſionsunglück.
Hamburg. In der vergangenen Nacht
ereig=
nete ſich in einer Parterreiohnung im Stadteil
Ham=
merbrook eine überaus heftige Exploſion. In der
Wohnung, die einem Schiffer gehört, befanden ſich
zur Zeit der Gasexploſion die Ehefrau des
Schif=
fers mit ihren ſieben Kindern. Ein Kind bemerkte
Gasgeruch und weckte die Mutter, die mit einer
bren=
nenden Kerze den Flur betrat. In demſelben
Augen=
blick erfolgte die Exploſion, durch die die Frau
erhebliche Brandwunden an den Händen erlitt. Von
den Kindern erlitt ein 15jähriger Knabe
Brand=
verletzungen, während die übrigen unverletzt blieben.
Die Exploſion war ſo ſtark, daß die Korridortür aus
den Angeln geriſſen wurde und in der dem Hauſe
gegenüberliegenden Schule mehrere Fenſterſcheiben
zertrümmert wurden. Die Unterſuchung ergab, daß
bei der Gasuhr die untere Verſchaubung gefehlt
hatte, ſo daß das Gas hatte entweichen können.
Mittwoch den 14 Januar 1928
Die Exploſionskataſtrophe in Berlin=Dahlem.
Die Unterſuchung des Dahlemer
Unglücks.
Berlin. Die Kriminolpolizei hat im Laufe der
Nacht den Mitinhaber der zerſtörten Villa, den
ehe=
maligen montenegriniſchen Generalkonſul
Weingärt=
ner, einem Verhör unterzogen. Weingärtner, der
völlig zuſammengebrochen iſt, gab an, daß er
ge=
wußt habe, daß ſein Schwager Stammer ſich morgens
9 Uhr in das Laboratorium begeben habe. Seim
Schwager ſei ein verſchloſſener Menſch geweſen, der
niemand Mitteilung über die Art ſeiner Experimente
gemacht habe. Feſtgeſtellt wurde, daß in dem Raum
Signalpatronen für die Reichsbahn hergeſtellt
wur=
den, von denen eine große Sendung in den nächſten
Tagen abgehen ſollte. Dieſe Patronen haben jedoch
keinerlei exploſive Wirkung. Die beiden
aufgefun=
denen Bomben=Modelle hatte Stammer herſtellen
laſſen, da er an neuen Erfindungen arbeitete und
ſeine Kriegserfahrungen auswerten wollte. Bei
die=
ſen Bomben handelt es ſich jedoch um Modelle ohne
Inhalt und ohne Zünder. Ob Stammer vielleicht am
Sonntag ſich gerade mit Verſuchen in dieſer
Rich=
tung beſchäftigte, war nicht feſtzuſtellen.
Wahrſchein=
lich iſt, daß die Fertigſtellung der Knallkapſeln für
die Reichsbahn durch unglückliche Zufälligkeiten die
Kataſtrophe verurſacht hat.
Da der Betrieb nicht als das deklariert worden
war, als was er geführt wurde, iſt eine polizeiliche
Unterſuchung eingeleitet worden, die wahrſcheinlich
zu einem Verfahren gegen die Firma führen wird.
Der Polizei war lediglich eine Anmeldung eines
Laboratoriums für kosmetiſche Präparate erſtattet
worden, aber daß es ſich um eine Fabrik
pyrotech=
niſcher Gegenſtände handele, iſt von den Inhabern
der Polizei gegenüber verſchwiegen worden.
Die acht verletzten Perſonen befinden ſich außer
Lebensgefahr. Sie haben zumeiſt Verbrennungem
und Knochenbrüche davongetragen. Die
Aufräu=
mungsarbeiten ſind vorgeſtern abend abgebrochen
worden, da ſich möglicherweiſe im Trümmerfeld noch
Exploſionsſtoffe befinden, die erneut Meuſchenleben
in Gefahr bringen könnten. Acht Fäſſer mit
Ex=
ploſivſtoffen und mehrere Behälter mit dem gleichen
gefährlichen Inhalt wurden polizeilich ſichergeſtellt,
Aufruf des Berliner Polizei=Präſidenten
anläßlich des Dahlemer Unglücks.
Berlin. Anläßlich des Exploſionsunglücks in
Dahlem hat am Dienstag unter dem Vovſitz des
Polizeipräſidenten eine Konferenz von
Sachverſtän=
digen ſtattgefunden, in der einmütig feſtgeſtellt wurde,
daß die beſtehenden Vorſchriften über den Verkehr
mit exploſions= und feuergefährlichen Stoffen
durch=
aus ausreichend ſind, wenn ſie von den Beteiligten
wirklich beachtet werden. Der Polizeipräſident richtet
an die Berliner Bevölkerung der dringenden Appell,
die Polizei in allen Fällen durch entſprechende
Mit=
teilung zu unterſtützen, wo beobachtet wird, daß die
beſtehenden Vorſchriften durch Geheimmis oder aus
Fahrläſſigkeit umgangen werden.
Ueberſchwemmungen in Flander.
Brüſſel. Flandern iſt zum größten Teil
überſchwemmt. Beſonders ſtark iſt die Umgebung von
Brügge, wo auf den Farmen zahlreiches Vieh
ertrunken iſt, ſowie die Stadt Termonde heimgeſucht
worden. Durch den Bruch zweier Dämme der Nethe
bei Lierre, in der Nähe von Antwerpen, ſind weite
Strecken von Feldern und Wieſenland überſchwemmt.
Ueberſchwemmungen in Nordafrika.
Paris. „Matin” berichtet aus Oran: In der
Gegend von Bel Abbes, Mascara und Saida ſind
infolge ſtarker Regengüſſe die Flüſſe teilweiſe wieder
über die Ufer getreten. Verſchiedene Strecken ſtehen
unter Waſſer, und eine erſt kürzlich wieder errichtete
Brücke wurde aufs neue fortgeriſſen.
Flugzeugabſturz beim Empfang des Königs
von Afghaniſtan.
TU. Rom. Wie das „Neue Montagsblatt” aus
Rom meldet, hat ſich vorgeſtern bei dem Empfang
des Königs von Afghaniſtan ein ſchweres
Flugzeug=
unglück ereignet. Zwei Jagdflugzeuge, die zu einem
über Rom kreiſenden Geſchwader gehörten, ſtießen
plötzlich zuſammen. Dabei verlor das eine
Flug=
zeug einen Flügel und ſtürzte ab. Der Pilot, ein
Sergeant, war ſofort tot. Dem andeven Flugzeug,
dem der Propeller abgeriſſen worden war, gelang
es, auf einem Hauſe niederzugehen. Der Pilot kam
ohne ernſte Verlitzungen davon.
Lawinen in den Abruzzen.
Rom. Sechs römiſche Bergſteiger, die den Gipfel
des Gran Saſſo, der höchſten Bergſpitze in den
Abruzzen, beſteigen wollgen, wurden von einer
La=
wine verſchüttet, wobei einer der Bergſteiger getötet
und die anderen verletzt wurden. — Die
norditalie=
niſchen Blätter berichten, daß zwei
Univerſitäts=
ſtudenten, die den Monte Viſo beſteigen wollten, um
in eine Unterkunftshütte zu kommen, von einer
La=
wine verſchüttet wurden und den Tod fanden.
Schweres Autobusunglück.
Sechs Tote.
Villa Magreta. Ein vom Markt
heimkeh=
render Autobus ſtürzte bei einer Straßenkurve in
einen Kanal. Sechs Fahrgäſte konnten nur noch als
Leichen geborgen werden, ein Inſaſſe wurde ſchwer
und zwei leichter verletzt.
Bergwerksunglück in Illinois.
23 Bergleute getötet.
New York. Aus Weſt=Francfort, im Staate
Illinois, wird gemeldet, daß in dem Bergwerk
Pea=
body durch eine Exploſion 100 Arbeiter verſchüttet
worden ſind. Vier Stunden nach der Exploſion war
es noch nicht möglich, zu den Verſchütteten zu
ge=
langen, ſo daß noch nicht bekannt iſt, in welchem
Umfange dieſe lebend geborgen werden können.
* Die letzten Feſtſtellungen in der
Grubenkata=
ſtrophe, die ſich auf der Teabody=Grube in Illinois
reignete, haben ergeben, daß durch die Entzündung
von ſchlagenden Wettern B Bevgleute zu Tode
ge=
kommen ſind. Alle übrigen verſchütteten Arbeiter
lonnten nach aufopfernder Rettungsarbeit geborgen
werden. Wie es bei ſolchen Unglücksfällen meiſt iſt,
purde die Rettungsarbeit durch einen eingetretenen
Grubenbrand noch erheblich erſchwert. Unter den
Angehörigen der toten Bergleute ſpielten ſich herz”
zerreißende Szenen ab, als die verbrannten und
ver=
ſtümmelten Leichen zur Erkennung ausgeſtellt
wurden.
Die ſchwer beſchädigte Villa mit den rechts liegenden Reſten des Laboratoriumdaches.
Die vollſtändig zertrümmerte Autogarage, welche ſich neben dem Laboratorium befand.
Friedrichshafen — Genua in zwei Siunden.
Der Alpenflug mit Dornier=Superwal.
Die Maſchine kurz vor dem Start.
Pilot Wagner hat mit einem viermotorigen Dornier=Suterwal=Flugboot den erſten Alpenflug
dieſes Jahres von Friedrichshafen nach Genua durchgeführt. Die ebenſo herrliche wie ſchwierige
360 Kilometer lange Strecke legte er in zwei Stunden zurück.
Die Stadt Berlin zum 70. Geburtstage Zilles.
Berlin. Der Maler Heinrich Zille wurde am
Dienstag vormittag, an ſeinem 70. Geburtstage, auf
Einladung der ſtädtiſchen Körperſchaften von ſeiner
Wohnung abgeholt, um der Eröffnung der im
Mär=
kiſchen Muſeum von der Stadt Berlin veranſtalteten
Ausſtellung „Zilles Werdegang” beizuwohnen.
Ober=
bürgermeiſter Böß, Stadtverordnetenvorſteher Haß,
mit den Vertretern des Magiſtrats und der
Kunſt=
deputation empfingen den Jubilar und ſprachen ihm
die Glückwünſche der Stadt Berlin aus. Hieran ſchloß
ſich ein Rundgang durch die Ausſtellung.
Generalkonſul Weingärtner verhaftet.
Berlin. Die Polizei hat am Montag abend,
nach längerem Verhör, den Mitbeſitzer der Villa in
Dahlem, Parkſtraße 40, Generalkonſul Weingärtner
wegen fahrläſſiger Tötung und Verbrechen gegen
das Sprengſtoffgeſetz verhaftet.
Die Funde von Glozel.
Paris. Der Streit um die Ausgrabungen von
Glozel iſt infolge des ablehnenden Spruches der
in=
ternationalen Unterſuchungskommiſſion erſt recht
ent=
brannt. Im College de France tritt der bekannte
Archäologe Profeſſor Loth in Vorleſungen, die
be=
reits zu Kundgebungen von Studenten geführt haben,
für die Echtheit der Funde ein, und nunmehr werden
ſich auch die Gerichte mit dem Fall beſchäftigen. Die
Beſitzer des Grundſtücks, auf dem die Funde gemacht
wurden, Großvater und Enkel Fradin, gegen die von
verſchiedenen Seiten der Vorwurf der Fälſchung
er=
hoben wurde, ſind in Paris eingetroffen, um gegen
ihre Angreifer auf Verleumdung zu klagen.
Bei der Entenjagd in der Oſtſee umgekommen?
Kolberg. Der Maurer Wilhelm Mupler und
ſein Sohn, der Tiſchler Kurt Müller, die Sonntag
früh mit einem kleinen Motorboot auf die Oſtſee zur
Entenjagd hinausgefahren waren, ſind bisher nicht
zurückgekehrt. Da am Strand Bootsteile und
Aus=
rüſtugsgegenſtände, die teilweiſe zerſplittert waren,
gefunden wurden, nimmt man an, daß der Motor
des Bootes explodiert iſt, und daß die beiden
Boots=
inſaſſen den Tod in den Wellen gefunden haben.
Hochwaſſergefahr an der Donau bei Preßburg.
Wien. Wie die Morgenblätter melden,
ſchrei=
ten die Eisſprengungen auf der Donau bei
Preß=
burg nur ſehr langſam vorwärts, weil ſich auf dem
Fluß hohe Eisberge gebildet haben. Die in den
Eisblock geſchlagene Breſche iſt 40 Meter breit und
1,5 Kilometer lang. Die Lage iſt ſehr ernſt, da bei
anhaltender wärmerer Witterung wut einer
Ueber=
ſchwemmung zu rechnen iſt. Der kritiſche Augenblick
wurde für Dienstag oder Mittwoch erwartet.
Schiffskataſtrophe.
EP. Paris. Wie aus Boulogne=ſur=Mer
gemel=
det wird, geriet in der Nacht vom Samstag zum
Sonntag zwiſchen Cap Gris=Nez und Cap Blanc=Nez
infolge dichten Nebels ein Kohlendampfer auf Strand.
Die 21 Mann zählende Beſatzung ging in zwei
Ret=
tungsboote, von denen eines beim Morgengrauen
Calais erreichte, während das zweite mit elf Mann
beſetzte Boot nach längerem Umhertreiben von einem
anderen Schiffe aufgenommen wurde. Der
Kohlen=
dampfer iſt verloren.
stadt, Roguattweg 24. Tal. 4099.
A
Tau
u
gaich guantitatte
A
E
0Miliionen Haschen in
Glas uund Saß betragen dasd
ſcherittlich undſene Seklvonräte
Diese Geseroen auf einen
Brunddächevonsdamauf-
einandergesetzt, ergeben
einen Flaschenstapel, der
den Wéölnen Dom um 90m
überragt.
Reine andere deustsche
Kellerei verfüge über die
Keichen An4ehenren
Bestände.
HENHELLeC0
Geer. 1832. Scit tast 100 Jahren in
ausschliesslichem Besitz und unter
ipersönl. Leitung der Familie Henkell
As
Elitemake-
mſermkenkdl Icten
noch
Gbertrffend-
erpfellen wir mſem
HENKELL PRNAT
und als ereptionellen
Hhrgangsvein uvſern
1921e
HENKELI
Vertreter für den Großhandali Leo Kuhlmann, Parme
[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Mittwoch den 11 Januar 1928
Nummer 11
Sporn Shier und Tarner.
Handball.
Gaumeiſterſchaftsſpiele im Main—Rheingau D. T.
Im Turnerlager des Main—Rhein=Turngaues liegen zurzeit noch
die Anwärter zum Aufſtieg in die Meiſterklaſſe gegenſeitig im Kampf,
und es dürfte abzuwarten ſein, wer von den dreien der Spitzenreiter
der A=Klaſſe: B.ſſungen (Tgmde.), Arheilgen und Worfelden, ſich
durchzuringen weiß. In der Gau C=Klaſſe wurde noch das
rückſtän=
dige Spiel Nauheim-Darmſtadt (Tgf.) ausgetragen, welches mit 4:1
(1:0) zu Gunſten von Nauheim entſchieden wurde. Wenn Nauheim
mit nur 10 Mann ſpielte, ſo war für die Mannſchaft die körperliche
Ueberlegenheit als ein Plus zu verzeichnen. Trotz der Niederlage
ge=
reicht es Darmſtadt zur Ehre, daß es ſchön und eifrig ſpielte. Bei guter
Uebung dürfte noch manches aus der Mannſchaft herauszuholen ſein.
Beſonders gefiel der Torwart der Darmſtädter Mannſchaft. — Die
zweite Mannſchaft der Beſſunger Turngemeinde verlor gegen Pfung
ſtadt (Tv.) 2. Mannſchaft 2:0 (1:0). Bei Beſſungen fehlte genaues
Zuſpiel, und ſchnelleres Abſpiel hätte Erfolg bringen können. — Die
B=Klaſſe=Mannſchaft des Tv. Langen konnte gegen die C=Mannſchaft
von Hähnlein nur ein Unentſchieden, 3:3 (2:2), erzwingen.
Sportverein Wiesbaden — Polizeiſportverein Babenhauſen
0:1 (0:1).
Vor ungefähr 500 Zuſchauern ging in Wiesbaden das vorletzte Ver=
Gandsſpiel Sportverein Wiesbaden gegen die Polizei Babenhauſen vom
Stapel. Die Platzverhältniſſe waren geradezu troſtlos. Bei
aufge=
weichtem Boden und ſchlechter Witterung ging das Spiel vor ſich. Die
Polizei Babenhauſen trat mit drei, Wiesbaden mit zwei Mann Erſatz
an. Bei litzterem fehlte u. a. im Sturm Kauffmann, während man
bei Babenhauſen Baumann vermißte, der aber in Walter einen
voll=
kommen ebenbürtigen Verteidiger gefunden hat. Auch Gunkel der
Po=
liziſten hatte ſeine Mannſchaft ſchmählich im Stich gelaſſen. Zum
Spiel ſelbſt: Babenhauſen hat Anwurf. Ein ſchöner Angriff wird
vor=
getragen. Der Torhüter d.s Platzbeſitzers bekommt Arbeit und zeigt
dabei ſein hohes Können. Ein förmliches Bombardement des
Wies=
badener Tors ſetzt ein. Sportverein iſt dauernd auf ſeine Spielhälfte
gedrängt. In dieſer Kampfesphaſe ſchießt der Mittelſtürmer der
Poli=
ziſten wuchtig und placiert das 1. Tor fur ſeine Elf. Doch Wiesbaden
läßt ſich nicht verblüffen, kämpft hart und zäh, leider nur zu oft
un=
fair, weiter. Sein Mittelläufer leiſtet ſchöne Aufbauarbeit, doch macht
ſich der Erſatz im Sturm deutlich bemerbbar. Am beſten gefällt noch
die rechte Flanke, die ſich aber auch einige ſchöne Chancen entgehen
läßt. Im weiteren Spielverlauf gelingt Wiesbaden ein Durchbruch.
Ein gegebener Strafwurf vor dem Tor der Gäſte hätte beinahe den
Ausgleich bringen können. Doch zerſchellte der Wurf an der präzis
arbeitenden Verteidigung der Auswärtigen. Kohlhauer der Poliziſten
berdient beſonders hervorgehoben zu werden. Er leiſtete geradezu
muſtergültige Abwehrarbeit und klärte ſo manche brenzliche Situation
zugunſten ſeiner Elf. Nun drängten die Babenhäuſer den Sportverein
wieder in ſeine Spielhälfte zurück. Der Torhüter des Platzbeſitzers
jedoch „läßt nichts mehr rein”. — Mit 1:0 für die Poliziſten werden
die Seiten gewechſelt, und ohne Pauſe geht der Kampf, den
Wies=
baden nun ganz evbittert führt, weiter. Angefeuert durch die
Zu=
ſchauermaſſen, legen die Kurſtadter jetzt ein rafendes Tempo vor, dem
Babenhaufin jedoch nicht zum Opfer fällt. Sportverein iſt am
eif=
rigſten, Babenhauſen aber immer noch techniſch am beſten. Trotz des
Schlammbodens, trotz des ſchmutzigen Balles zeigt ſeine Elf ein gutes
Geſamtkönnen. Auch die Erſatzleute haben ſich gut in den Rahmen
eingefügt. Beſonders gefällt die vorzügliche Kombination, das
Wan=
dern des Balles von Mann zu Mann. Wiesbaden dagegen ſpielt etwas
planlos und zerfahren. Es ſollte ſich auch das Foul=Spielen etwas
mehr abgewöhnen, damit nicht die himmelvielen Strafwürfe zu ſeinen
Ungunſten gegeben werden. Die Fangtechnik Babenhauſens iſt
bedeu=
tend beſſer. So iſt es zu erklären, weshalb der Ausgleich nun
ein=
mal nicht fallen wollte. Alle Anſtrengungen der Kurſtädter verlaufen
im Sande. Oft werden günſtige Torchancen vermaſſelt. — Das Spiel
iſt ſodann etwas ausgeglichener. Babenhauſen trägt noch einige
An=
griffe vor, die aber an Wiesbadens Verteidigung, bzw. deſſen
vorzüg=
lich arbeitenden Tormannes, ſcheitern. Wiederholt hält letzterer ſcharfe,
placierte Schüſſe, was ihm auch durch ſtürmiſches Händeklatſchen von
ſeiten des Publikums dankend anerkanut wurde. In der letzten
Vier=
telſtunde reißt ſich Wiesbaden nochmals zuſammen. Aber im letzten
Moment wird ein Bock geſchoſſen. So wird auch u. a. ein Abſeitstor
nicht gegeben. — Bordt, im Tor der Polizei, gefällt vorzüglich. Sein
ſchnelles Startvermögen, ſeine Ruhe und Sicherheit, ſie ſind einfach
brillant. So endet, wie die erſte, auch die zweite Halbzcit torlos für
Wiesbaden, 1:0 für Polizeiſportverein Babenhauſen. — Herr Schwarz
aus Höchſt leiſtete zufriedenſtellendes, nur hätte er noch etwas ſchärfer
durchgreifen müſſen. Abgeſehen von einzelnen Fhlentſcheidungen, die
durch die Ungunſt der Witterungsverhältniſſe ſich ſchließlich nicht
ver=
meiden ließen, war ſeine Leiſtung im großen und ganzen gut.
Um die Badiſche Handball=Meiſterſchaft.
Im Bezirk Unterbaden hat am Sonntag der Pol. S.V. Mannheim
durch einen 6:2=Sieg über den S.V. Waldhof die Bezirks=Handball=
Meiſterſchaft (D. S.B.) errungen. Als Vertreter Unterbadens für die
Endſpiele um die Badiſche Meiſterſchaft, die bereits am 15. Januar
ihren Beginn nehmen, ſtehen jetzt feſt: Pol.S.V. Mannheim als
Mei=
ſter, V.f.R. als Tabellenzweiter, S.V. Waldhof als Pokalmeiſter. —
Bei den Damen hat ſih der V.f.R. Mannheim die Bezirksmeiſterſchaft
von Unterbaden geſichert.
Fußball.
V. f. N. Erbach f. D. — Sporwerein Roßdorf 1:8.
Erbach, in ſeiner Spielſtärke in letzter Zeit ſtark zurückgegangen,
ſtellte der 1. Elf Roßdorfs 7 Mann gegenüber, die das Spiel nach zehn
Minuten Spieldauer beim Stande 1:3 für Roßdorf abbrachen, um ſich
vor einem größeren Torſegen zu ſchützen. Das hätte den Herren der
Kreisſtadt aber nicht paſſieven dürfen! Roßdorf hat ſomit die
Abtei=
lungsmeiſterſchaft errungen. Wir wünſchen viel Glück zur
Gaumeiſter=
ſchaft.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Nummer liegt ein Aufruf des Paſtors v.
Bodel=
ſchwingh, des Leiters der bekannten Anſtalten in Bethel bei Bielefeld
bei. Seit den Zeiten des alten Vaters v. Bodelſchwingh hat die
An=
ſtalt ſich nicht nur der Epileptiſchen angenommen, ſondern auch der Nor
der Brüder der Landſtraße. Von Bethel ging der Anſtoß zur Gründung
von Arbeiterkolonien aus, in denen im Laufe der Jahre
Hunderttau=
ſende Unterkunft gefunden haben. Aus der Wüſte, in der vor drei
Jahrzehnten die Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf bei Bethel, die erſte
ihrer Art, angelegt wurde, iſt heute ein blühender Garten geworden.
Die Anſtalt hat jetzt eine neue große Fläche von Oedland gekauft, um
auch ſie mit Hilfe der Obdachloſen und Erwerbsloſen in Kulturland
um=
zuwandeln. Eine beſondere Note erhält dieſe neue Arbeit dadurch,
daß man jugendliche Erwerbsloſe zu dieſen Arbeiten mit heranziehen
will, um ſolchen, die etwa ſpäter ſiedeln wollen, eine Schulung dazu zu
vermitteln. Der größte Teil des zu kultivierenden Landes ſoll nach der
Urbarmachung zu Bauern= oder Kleinſiedlungen verwandt werden.
Näheres darüber iſt aus dem beigefügten Aufruf zu erſehen, den wir
unſern Leſern dringend empfehlen.
940
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 12. Januar 1928.
(Nach der Wetterlage vom 10. Januar 1928.)
Bei ſinkenden Temperaturen wechſelnd wolkig wit vereinzelten
Niederſchlägen.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung. Radolf Maupe
Verantwortlich für Polltſl und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann,
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle: Drug
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mitiwoch, 11. Januar. 13.30: Uebertr. von Kaſſel: Konzert
2 15.30: Rektor Wehrhan: Der Kampf mit dem Drachen und
andere ritterliche Heldentaten. Für Kinder vom 10. Jahre ab.
O 16.30: Aus Operetten von Millöcker. Mitw.: Alois Re ni (Ten.),
Ouv. „Der Bettelſtudent‟ — Dubarry=Walzer”. — Potp. „Der
Feldprediger”. — Ouv. „Gaſparone‟ — Walzer aus „Die ſieben
Schwaben”. — Potp. a. „Der arme Jonathan”. — „Schiffsjungen=
Marſch” a. Der Viceadmiral” o 17.45: Bücherſtunde. O 18.15:
Vereinsnachrichten. O 18.30: Dr. Taſche: Die geundheitliche
Be=
deutung des Stiſportes. o 19: Erläuterungen von Schachpartien
(Spiele vorher aufſtellen). 19.30: Stenographie für Anf. und
Fortgeſchr. O 20: Dr. Mertens: Tierbeobachtungen auf einer Fahrt
im Indiſchen Ozean. O 20.15: Dialekt=Austauſch=Abend der Sender
Frankfurt und Stuttgart. Uebertr. aus Frankfurt. Ein Dialog von
Alfred Auerbach — Verſpekuliert” Schwank in zwei Akten von
A. Stoltze. — Rezitat. in Frankf. Mundart (Lene Obermeyer,
Hans Nerking. — Lautenlieder (Mathilde Einzig). Anſchl.: Aus
Stuttgart und Freiburg: Das Weltgericht, oder „Der Schwäbiſche
Jupiter in ſeinem Grimme”, Bauernkomödie mit Muſik und Geſang
in zwei Teiten von C. Weitzmann. Hauptperſ.: Gott Jupiter. —
Juno, deſſen Gemahlin. — Mars, Generalfeldmarſchall, — Merkur,
Ober=Poſtmeiſter und Kammerherr. — Herkules, Hausknecht (Adolf
Braun.
Stuttgart.
Mittwoch, 11. Januar. 12.30: Schallplattenkonzert. O 13.50:
Nachrichten. O 15: s Gretle von Strümpfelbach erzählt. Mitw.;
Georg Ott. Funkorch. O 16: Briefmarkenkunde für die Jugend.
Berlin.
Mittwoch, 11. Januar. 15.30: A. Schreiber: Bahnbrechende
Frauen. O 16: Dr. med. W. Pinoff: Die Seele des Kindes.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
O 16.30: Jugendbühne (Sendeſpiele). „Maria Stuart.” Ein
Trauer=
ſpiel von Schiller. Danach: Berl. Funkkapelle. Leit.: Konzertm.
v. Szpanowski. O 19.05: Dr. Max Roſcher:
Weltwirtſchaft=
liche Zeitfragen. O 19.30: Wulf Bley: Das Flugzeug im
Welt=
verkehr. O 19.55: Dr. K. Singer: Die Kriſe der Muſik. O 20.30:
Schlager. Fall: Der Himmel hängt voller Geigen, aus „Der liebe
Auguſtin” — Unſere lieben Schwalben, aus „Jugend im Mai”
(Elſe Kochhann. Sopran). — Man ſagt uns nach, aus „Die Roſe
von Stambul” (B. Bötel, Tenor). — Stillgeſtanden! Kerzengerade!,
aus „Madame Pompadour”. — Potp. „Der fidele Bauer”. — Man
hat vor ſeinem Sekretär, aus „Die Dollarprinzeſſin”. —
Puppen=
mädet „Walzer. — Lincke: Ouv. zu „Venus auf Erden”. — Weil
ich dich liebe, Lied. — Madame Inkognito, Lied aus „Halloh, die
große Revue” — Frauenreuther Porzellan=Püppchen, Ballettſtück.
— Ihr Tage wonnigen Glücks. — Willſt du einem Mädchen deine
Liebe weih’n, aus „Grigri”. — Siameſiſche Wachtparade. Berl.
Funk=Orch. Dir.: J. Einödshofer. Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30;
Tanz=Muſik der Kapelle Marek Weber.
Deutſche Welle. Mittwoch, 11. Jan. 12: Einheitskurzſchrift
Schüler. O 12.30: Mitteil. des Reichsſtädtebundes. 12.45:
Mitteil, des Verbandes der Preuß, Landgemeinden. o 14.30,
Kindertheater „Das tapſere Schneiderlein” O 15: B. K. Graef:
Sprechtechnik. O 15.35: Wetter und Börſe. O 16: Reg.=Rat Hylla:
Amerika im Spiegel ſeiner Schulen. O 16.30: Prof. Dr.
Mers=
mann: Volksliedanalyſen. O 17: Nachmittagskonzert aus Hamburg,
9 18: Werkzeugkunde und Grundlagen der Arbeitsvorbereitung.
O 18.30: Franzöiſch für Anfänger. O 18.55: Dr. Rauecker:
Sozial=
vilanz 1927. O 19.20: Dr. Schirokauer: Deutſche Winterbilder:
Schwarzwald und Allgau. O 20.30: Berlin: Schlager (Leo Fall
und Paul Lincke). Mitwirkende: Bernhard Bötel (Tenor), Eiſe
Kochhann (Sopran). O 22: Preſſenachrichten. O 22.30: Berlin: Tan.
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Entiſcheidung
erſten Inſtanz
zweiten Inſtan
ernichtete Sprue
6)
Bei Anwend
zentige Heſſiſche
Stagtsſchuldeibe=
Zinſen, unter Zu
Tonne geſiebte
Mongten Oktobel
947 RM., nach
für eine Einheit
Anleihe auf 14,
auf den jetzt fä
912 RM., 024 R2
A
[ ← ][ ][ → ] Höhe aufweriung der Anleihen beſſiſcher
R
Städte auf Grund des 8 43, Abſ. 2 und 3 des Anleihen=
Ablö=
ungsgeſetzes den formellen Antrag auf Erhöhung des Ein=
Löfungsbetrages der für ihre Altbeſitz=Schulden auszugebenden
EAblöſungsanleihe geſtellt. Der Antrag des Treuhänders
for=
rwird, daß den Anleiheſchuldnern nach ihrer finanziellen Lei=
Ftungsfähigkeit und unter Berückſichtigung ihrer öffentlichen Aus=
Baben dieſe Höhenaufwertung zugemutet werden könne. Zur
Entſcheidung über dieſe Anträge des Treuhänders iſt in der
erſten Inſtanz das Heſſiſche Miniſterium des Innern, in der
weiten Inſtanz die bei dem Heſſiſchen Verwaltungsgerichtshof
rrichtete Spruchſtelle berufen.
6½ Heſſiſche Braunkohlen=Roggenanleihe.
Bei Anwendung der Anleihebedingungen für die
ſechspro=
entige Heſſiſche Braunkohlen—Roggenanleihe hat die Heſſiſche
Staatsſchuldenverwaltung die am 1. Februar 1928 fälligen
Zinſen, unter Zugrundelegung des Durchſchnittspreiſes für eine
Sonne geſiebte Förderkohle und einen Zentner Roggen in den
Monaten Oktober 1926 bis einſchließlich März 1927, auf
ſür eine Einheit feſtgeſetzt. Da die Schuldverſchreibungen der
Mnleihe auf ½4, ½, 1, 2 und 5 Eitheiten lauten, ſo entfallen
ruf den jetzt fällig werdenden Zinsſchein fünf Beträge von
4,12 RM., 024 RM., 0,47 RM., 0,94 RM. und 2,35 RM.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Notizänderung an der Frankfurter Börſe. Von Montag, den 15.
amuar 1928, ab erfolgt für die laut Imsbrucker Abkomuen (vom
1S. 6. 19B3) durch die Caiſſe=Gommune mſt neuen Zinsſcheinbogen
ver=
henen Stücke dev 4proz. Ungarſchen Staatsrente von 1910 eine
be=
endere Notiz, und zwar einſchließlich der unbezahlten rüickſtändigen
Frinsſcheine Nr. 19—28, ſowie einſchliaßlich des laufenden Zinsſcheines
iU1 u. f. Die Notierung erfolgt zum Einheitskurs und zu
fortlaufen=
tan Kurſen. Zur fortlaufenden Notiz ſind Abſchlüſſe von 25 Stück und
enem Mehrfachen hiervon zugelaſſen.
Notizeinſtellung an der Frankfurter Börſe. Nachdem die
Zulaſ=
ſungsſtelle ihre Zulaſſungsbeſchlüſſe zurückgenomuren hat, wird die
No=
tverung der Aktien der Uhrenfabvik vorm. L. Furtwängler Söhne A.G.,
tung vom 11. 1. 1928 ab eingeſtellt.
terſammlung wurde der Geſchäftsbericht über das 2. Vereinsjahr
ent=
gegengenommen und dem Vorſtand und Aufſichtsrat Entlaſtung erteilt.
Arei den Wahlen in den A.=R. wurden die ausſcheidenden Mitglieder
rieder= und nach den Vorſchlägen der Frankfurter Bankier=Vereinigung
2ationalbank), W. Mankiewiez (J. Dreyfuß u. Co.). Dr. Ernſt Picard
(Eazard Speyer Elliſſen), Dr. Mankiewicz (Fakob S. H. Stern). Dr.
2salter Sulzbach (Gebr. Sulzbach) und Dr. Peter Bartmann (Ernſt
48ertheimer u. Co.).
furt a M. In der G.=V., in der 30 Aktionäre 15 275 820 RM. St.=A.
nit 763 791 Stimmen und 600 000 RM. V.A. mit 140 000 Stimmen der= wenige Spezialpapiere; ſo gewannen Polython 1 Prozent, Leonhard
tmaten, wurden 9 (8) Prozent Dividende für 1926/27 genehmigt und dig
arsſcheidenden A.R=Mitglieder wiedergewählt. Auf Aktionäranfrage, Draht 2 Prozent. Alle übrigen Werte begannen zu ermäßigten Kurſen.
dx angeſichts des Durchſchnittskurſes von 213 Prozent in 1977 wiſſen
autien, die mit einem Erlös von 533000 RM. in der geſetzlichen Nück= wurden unter Reichsbankſatz und zwar mit zirka 6,87 Prozemt geſucht.
lagg erſcheinen, gefloſſen ſet, erklärte die Verwaltung, daß dieſe nicht
ae Börſenmarkt verkauft worden ſeien, ſondern zur Erleichterung von Mark befeſtigte ſich demmach gegen Nelw York auf 4.90 und das Pfund
atſchäftlichen Transaktionen verwendet worden ſeien. Welche
Trans=
gieionen dabei in Frage kamen, wurde nicht erwähnt.
Schramm, Lack= und Farbeufabrik A.G., Offenbach a. M. Entſpre= ſchwächer B,33, London—Zürich ſchwächeu 25,2925.
ſend unſeren früheren Informationen werden der GV. (9. Februar)
ſtu 1925/27 10 (7 Prozent Dibidende vorgeſchlagen aus einem auf allen Marktgebieten abermals um 1—9 Prozent. J. G. Farben gaben
1:D 164 (82 160) RM. geſtiegenen Reingewinn. Zu Abſchrefbungen auf 981 nach. Das Geſchäft war ſehr ſtill. — Im weiteren Verlauf hielt
wieſen werden.
Konſervenfabrik Braun, A.=G., Pfebdersheim bei Worms. Wie wir zialwerte der letzten Tage gaben zum Teil ſtärker nach. L. Tietz minus
Maan konnte den Fabrikationsbetrieb voll aus den laufenden Vetriebs=
2widendenzahlung zurückgeſtellt hatte, ſoll für das laufende Jahr wieder für längere Sichten um 41e Prozent auf 6½8 Prozent ermäßigt, wähwend
eiure Dividende zu erwarten ſein.
Heinrich Lanz, A.=c., Mannheim. Zu den im Zuſammenhang mit die Notiz für kurze Sichten mberändert blicb.
des Löſung des Intereſſengemeinſchaftsvertrages der Heinrich Lanz= gen, konnte ſich aber an der Nachbörſe nach zunächſt anhaltenden Rück=
IA-G. Mamnheim, mit der N. Wolf A.=G., Magdeburg, und den damit
zninrich Lanz A.=G. für das Geſchäftsjahr 1926/N, zumal der Geſchäfts=
Rheiniſche Hypothekenbank, A.G., Mannheim. Durch verſchiedene
Aätungen giüng eine Nachricht über die für das Jahr 1927 beabſichtigte
Zwidende der Rheiniſchen Hypothekenbank ſowie über eine weitere
Teil=
uSſchüttumg auf die Papiermarkpfandbriefe dieſes Juſtituts. Die
Ver=
volltung der Bank teilt hierzu mit, daß der Abſchluß für das ſoeben
Imelaufene Geſchäftsjahr 1927 noch nicht erfolgt iſt und daher Beſchlüſſe
ber die Dividende noch nicht gefaßt ſind. Ebenſo iſt über Zeitpunkt
uw Höhe der in Vorbereitung befindlichen 2. Teilausſchlittung auf die
S4piermarkpfandbriefe noch nichts beſtimmt.
Tſchechiſche Vorberatungen für die Berliner Zuckerkonferenz. In
ei nächſten Tagen findet in Prag eine Sitzung des Ausſchuſſes zum
Suutze der Zuckerinduſtrie ſtatt, zwecks Dunchberatung des für die
Ver=
mer Konferenz vorbereiteten ſtatiſtiſchen Materials. In der
Ber=
imer Konferenz, die für den 19. Januar einberufen iſt, ſollen ſich die
esiligten Staaten (Tſchechoſlowakei, Deutſchland und Polen) über den
tmrfang des Export=Zuckerkontingents im der
kom=
nanden Kamprane fechlüſſig werden. An den Beratungen dürften auch
Fertreter der Rübenbau= und Zuckerfahrikkreiſe Ungarn s und
Bel=
igens teilnehmen. Der Exportſchlüſſel wind in Prozenten feſtgeſetzt
ng wird auch für das Ausmaß der Rübenanbaufläche im nächſten Jahre
den einzelnen Staaten maßgebend ſein. Aus dieſem Grunde wird
der Tſchechoſlowakei mit der Rübenkoytrahierung für das nächſte
ſr bis zum Ergebnis der Berliner Beratungen zugewartet.
Produkterberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 10. Januar. Bei ruhigem Ge=
Aü ftsgang lagen an der heutigen Getreidehörſe die Preiſe gegenüber
eſ ern vollkommen unverändert. Es notierten je 100 Kilogramm:
25—22 75, Noggen 25,
Ue et eilſte e e ehe er eie
Berliner Produktenbericht vom 10. Januar. Der 9. Deutſche
Saaten=
ſurkt, der heute m Berlin abgehalten wird, hielt den größten Teil
er Börſenbeſucher vom amtlichen Verkehr fern. Bei der erſten
Kurs=
zlietzung ſelbſt zeigte ſich beſonders im Terminhandel größeres
An=
ehot zu nachgiebigen Preiſen. Weizen war bei zurückhaltenden Käufern
unn kaum 2 Mark, ſpäter etwa 1 Mark niedriger. Noggen 15 Mark
uüögängig. Hafer wird ſeit zwei Tagen reichlich angeboten. Seine
ſerderungen liegen aber über den erzielbaren Geboten. Gerſte ruhig,
Nahl wird billiger offe ert.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 10. Januar.
Der vom Miniſterium des Innern beſtellte Treuhänder für ſchwächeren Haltung ein. Vorbörslich monte man noch ſtärker erhöhte Walzen A1t, Reinnickel 350. Antimon Rezulus 94—100. Silber in
wie hefſiſchen Gemeindeanleihen hat nunmehr für einige heſſiſche Kurſe, da man von Dibidendenſchätzungen von Nordd, Lloyzd und Ha= Barren 79,5—80,5.
pag, die auf 2 Prozent höher als im Vorjahr gingen, ſprach, ferner
der leichtere Geldmarktſtand eine Anregung bot, ſowie die bevorſtehen= ſtellte ſich für Kupfer: Januar 125 (126), Februar und März 1253
den Geveralverſammlungen von Schultheiß und der J. 6. Farben= (126), April und Mai 125½ (125½), Juni und Juli 15½ (12534),
günſtig auf, daß ein Kompromiß geſchloſſen werden ſoll, daß die Frei= 12534 (135). Tendenz: abgeſchwächt. — Für Blel: Januar 4414
Hert für Darmſtadt eine Ablöſung von 22½ Prozent, für Mainz gabeangelegenheit vor der Steuerfrage im amerikaniſchen Semat beſpro= (434), Februar 44½ (44½), März und April 41, (4434), Funi 44½
78½ und für Offenbach 15 Prozent. Den einzelnen Anträgen, chen werden ſoll. Zum amtlichen Beginn zeigte es ſich jedoch, daß Nune (45), Juli und Auguſt 449 (447), September, Oktober und November
ſt eine eingehende Begründung beigegeben, in der nachgewieſen denaufträge kaum vorhanden wouen, und mun ging die Börſe zu Ab= 44½ (45), Dezember 45 (45½). Tendenz: ſtetig. — Für Zink: Jan.
die letzte Zeit zu den hohen Kurſen Verkäuſer. Daneben nahm man eine fern bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
bevorſtehende Eiſenpreiserhöhung ungünſtig auf, da von dieſer
Schlüſſel=
induſtrie aus durch höhere Preiſe die Konjunktur zahlreicher Induſtrie ſtellten ſich für Kupfer: (Tendenz; willig) Standard per Kaſſe 614 ſ,e
gehemmt werden müſſe. Die eingetvetene Abſchwächung ſetzte ſich noch bis 6134, drei Monate 6l2ue bis 613, Settl. Preis 6134, Elektrolyt
im Verlaufe fort.
machen. Reportgeld ſei bei 8 Prozent genügend da. Swoh für einen Settl. Preis 25434, Banka (inoff.) 255, Straits (inoff) B434. —
Monat 1,60—1,00, für drei Monate 155—1.60 RM. in Form des Dol= Blei: Cendenz; willig) ausländ, prompt 9½8, eutf. Sichten 22½4,
lars. Monatsgeld leichter 694, Warenwechſel 634. Privatdiskont 6—614, Settl. Preis 21½. — Zink: (Tendeng: willig): gewöhnl. prompt
Tagesgeld etzwas geſucht, aber uverändert 4½ Pvozent. — Am Deviſen= 26½, entf. Sichten 25½, Settl. Preis 26½. — Queckſilber (inoff.) 2238
markt iſt wegen der Unſicherheit der Kusgeſtaſtung der Reichsmark der bis 23, Wolframerz (inoff.) 148.
Handel in Debiſen ſchwankend, doch ohne nennenswerte Veränderung.
Pfunde gegen Mark 2,4714 Dollar gegen Mark 4.2005.
Die Abendbörſe war faſt geſchäftslos und unterlag leichten
Schwan=
kungen, wobei die Geſamthaltung gegenüber den Mittogskurſen
47 RM., nach Abzag der Kapitalertragsſteuer, weiter ſchwächer war. Erſt im Verlauf wurden die Aktienmärkte zu den blieb das Geſchäft auf dem Großviehmarkt ziemlich ruhig und die Preiſe
ſten Umſätzen zu den Mittagskurſen eher angeboten. Der Schluß blieb Stück weniger angetrieben. Auf beiden Märkten wurde langſam
ge=
ohne Anvegung und faſt umſatzlos bei unveränderten Kurſen. Im räumt. Angetrieben waren 33 Ochſen, 9 Bullen, 402 Kühe und Färſen,
Einzelnen nannte man: Danat 239, Dvesdener 162,25, Metallbank 135,
Gelſenkirchen 143,5, Harpener 198, Mannesmann 159. Rheinſtahl 182,
Daimler 83, Scheideanſtalt 209.5, Farbeninduſtrie 280 75., Gesfürel B3B,
Holzmann 147, Rütgers 196,75, Schuckert 189,5, Siemens 23,
Wald=
hof W7.
Im Abendbevifenverkehr blieb die Reichsmark weiter ſchwach. Die
übrigen Uſaneen nur wenüg verändert. London gegen Paris 19402,
gegen Mailand 9,10, gegen Holland 1209½ gegen Newv York 4,8740,
gegen Zürich B2½, Pfunde gegen Marl 2477, Dollar gegen
Mark 4.305.
Berliner Effekienbörſe.
Berlin, 10. Januar.
Während im Vormittagsverkehr die Tendenz nicht unfreundlich und
AlektrizitätzA.G. und Bingwerke vorm. Gebr. Bng AG. mit Wit= kütz vor Börſenbeginn ſogar feſt war, eröffnete die Börſe wider Er= für nordweſtliche Rechnung.
warten einheitlich ſchwächer. Verſtimmend wirkten im erſter Linie die
Verein Kollektiv Skontro, Frankfurt a. M. In der Mitglieder= entäuſchenden letzten Freigabenachrichten und das vollkommen fehlende Märkte bewirkten auch hier einen Rückgang der Notierungen.
Intereſſe der Bankenkundſchaft am Börſengeſchäft. Das Publikum war
heute eher ſogar zu Verkäufen geneigt. Da auch zahlreiche kleinere und
mittlere Börſenfirmen, die ſich neuerdings ſtärker engagiert hatten, Poſie
tionslöſungen zum Mediotermin vornahmen, ſo bröckelte das Kursniveau Marktes. Das Angebot fand aber glatte Aufnahme. Im Verlaufe kam
zeugewählt die Herren: Direktor Alfrod Schneider Allg. Glſ. Bantgeſ.), bis 3 Prozent ab. Der Montanaktienmarkt lag beſonders uter Drülck, es zu einer Grholung auf Stützungskäufe, die aber auf Abgaben der
Mir. Weis (0. Eff. u. Wechſelbank). Dir Sachzu (D/Ffontogeſ.), Dir. Harpener Bergbau verloren 4 Prozent. Man behauptete immer wieder, Walſtreetkreiſe nicht lange anbielt.
Sachilling (Commerze u. Privatbank), Dir. Julius Jacob (Darmſtädter u. daß bei der Geſellſchaft angeblich doch eine Kapitalserhöhung geblant
ſei und jetzt bereits Vorverkäufe ſtattfinden. Ungünſtig aufgenommen Forderungen bewirkten im Verein mit lokalon und eurobäiſchen Abgabem
wunde ferner die Meldung, daß die amerikaniſche Regierung Subbeik einen ſchwachen Beginn. Sbäter ſchritten die Kommiſſionäre zu
An=
tionen zum Bau von neuen Atlautikſchiffen gewährt habe. Die gün= ſchaffungen und auch die Spekulation nahm Deckungen vor.
ſtigen wirtſchaftlichen Vorgänge, insbeſondere der außerordentlich flüſſige
Deutſche Gold= und Silberſcheibeanſtalt, vorm. Roeßler, in Frank= Gelöſchatz und die Ausſicht auf kinen weſentlich entlaſteten Reichsbank. Preiſe gaben leicht nach auf die Schwäche Londons und größeres
An=
ausweis blieben infolgedeſſen ohne Eindruck. Feſtere Kurſe erzielten nur / gebot in Lokoware.
Tietz auf Intereſſenkäufe 2 Prozent, Schleſ. Zink 1,5 Prozent,
Hacketahl=
nollte, wohin der Mehrerlös für die verkauften 3156 Stück Vorrats; Monatsgeld mit ſ—9 Prozent genannt. Warenwechſel mit Bankgiro 54½, Juli 51½4; Roggen: März 1073, Mai 1073, Juli 102.
Am Deviſenmarkt trat eine Abſchwächung des Dollarkurſes ein. Die
gegem New York auf 4,8738. Das Pfund notierte in Berlin mit 247 1100; leichte Schweine 7,85—840, ſchwere Schweine 790—8,40;
etwas niedriger. LondonMailand ſchwächer 9,16, London-Madrid Schweinezufuhren: Chicago 37000, im Weſten 125000.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe ermäßigte ſich das Niveau auf
Elen 68 000 (47 500) RM. verwendet, der Reſerve 15 700 RM., dem die ſchwache Tendenz auf die zurüchaltende Beurteilung der Freigabe= ank. Ernte 9938; Mehl, ſpring wheat clears 6,50—6,75; Fracht:
2elkredere= und dem Beamtenunterſtitzungskonto je 10 000 RM. 3uge= ausſichten an. Das Angebot war nicht ſehr groß, es fehlte aber an nach England 1,9—2,3 Schilling, nach dem Kontiment 7—10 Cts.
Aufträgen der Kundſchaft und Aufnahmeneigung der Börſe. Die
Spe=
euFahren, iſt das Geſchäftsjahr 1927/98 günſtig verlaufen. Die Geſell= 5 Prozent, Polyphon urinus 3.5, Ludwig Loewe minus 3 Prozent, am Fanuar 13,23, Februar 13,26, März 13,35, April 13,43. Mai
ſchaft war im Stande, ihre Bankſchulden ſo gut wis ganz abzudecken. Montanmarkt büßten Ahein. Braunkohlen gegenüber dem Anfangskurs 13.50. Juni 1357, Juli 1369, Auguſt — Sebtember 13,35. Ok=
275. Nheinſtahl weitere 2,5 und Ilſe 2 Prozent ein. Ver, Glanzſtoff
unrnahmen finanzieren. Nachdem man ſür 1926/2 eine an ſich mögliche erneut 2 Prozent ſchwächer. Am Privatdiskontmarkt wurde der Satz tober —, November 1360, Dezember —
Die Börſe ſchloß auf der ganzen Linie uter den
Anfangsnotierun=
gängen ſchließlich leicht erholen. Die Kursbeſſerungen gingen aber im handels werden vorausſichtlich wieder keine Einigung bringen. Es
Mammenhängenden Abkommen aufgetauchten Hoffnuungen, daß bei der Spätverkehr kaum über ein Prozent hinaus und konnten damit die ſtehen ſich nach wie vor der Werkshandel und der engere freie
Eiſen=
ang befriedigenh iſt, wieder 4 Prozent Divihende zur Verteilung kommen Tagesberluſte nur zum geringen Teil wieder einholen. Ph. Holzmann handel des Reviers unter Führuug des Weſtdeutſchen Eiſſenhandels
beſſerten ſich jedoch im Verlaufe um 55 Prozent auf 146,75, da die G. m. b. H. Düſſeldorf, gegenüber. Beide Gruppen ſind nicht gewillt,
Spekulation Deckungskäufe vornahm. Am Elektromarkt notierten nach= Zugeſtändniſſe zu machen.
börslich Siemens 25,5 nach 294, Gesfürel W3,5 mach 282,5, J. G. Farben
mit 159 nach 158,5 umgeſetzt. Hapag 150. Nordd. Lloyzd 153,5 bis 154, erhöhungen in den nächſten Tagen eine Erhöhung der Eiſenpreiſe um
Ludwig Loewe 263, Neubeſitzanleihe 16,65, Wblöſungsanleihe I und II mehrere Prozent durchzuführen.
52,30, dto. III 57,60.
Metallnotierungen.
Aſchaffenb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb.Maſch.
Bamag=Meguin...
Berlinel. W....
VerlingarlsruheFnd.
Draunkohl. =Briketts
Bremer Vulkan..
Breiner Wolle. .
Deutſch=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nieb, Tel.
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke
Donnersmarähütte
Dynamit Nobel .
Gleſtr Lieferung ...
J. G. Farben ..."
N. Friſter ....
Gaggenau Vorz..
Geſſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen.
Han=Maſch.Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf ...
Deviſenmarkt.
2.1.
Geld Drief
10.55 n0.59
59.26 69.39
12.44712,4e5
73 39 73.53
2032 3.038
189.25 169.59
111Sint,s
112,42112.71
Italien ..
Baris
Schweiz ...
Spanien.
Danzig.
Fapan.
Rio de Faneiro
Rugoſlavien.:
Portugal .
ANthen.
Karanttnte
Lanada.
lurugugy. ..
9. 1.
Geld Brief Geld Brief
l62,2s 62.27 ſ22,a0 ſes.24
18.50 li8.54 i8.495,18.535
160,94 1.10 60 49 ſ91.98
72,55 72 63 72.221 72.36
21. 81 81.57 81. 811 51.97
19721.978 1.991 1985
0.5o4 0.5oß ſo.5o4 0. 5o8
7.380 7.409 2390 7.404
20.85 20,89 20,83 20.,89
15.594 5.608 5.614 5.5a8
1 2.185 2.19s1 2 193 2.187
4.1911 4.1991 4 199 4.19x
f0. 1.
4-316 4.3241 4.298/4 304
Die Berliner Metallnotierungen vom 10. Januar ſtellten ſich wie
An der Börſe trat zum amtlichen Beginn ein Tendenzumſchwung zur folgt: Glektrolytlupfer 135,5, Orig. Güttenaluminium 210, ditv in
Die amtliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhandel vom 10. Jan.
induſtrie. Auch mahm man im Gegenſatz zu geſtrigen Meldungen es als Auguſt, September, Oktober und November 12534 (1253) Dezember
gaben über, zumal verlautete, daß die Vanken, die die letzte Aufwärts= 52 (53). Februar und März 52 (5234), April und Mai 52 (52½) Juni
bewegung begünſtigten, ziemlich Beträge aufnehmen mußten, da ſie vom 512 (52), Juli 51½ (59½4), Auguſt 5134 (52). September, Oltober,
Publikum keine Gefolgſchaft erhieltem. Das Publikum ſelbſt war eher November und Dezember 511z (52). Tendenz: ſtill. — Die erſten Bif=
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 10. Januar
66½—67, beſt felected 66½—67, Elektrowirebars 67. — Zinn: (Ten=
Am Geldmarkt ſcheint der Medio keinerlei Schwierigkeiten zu denz: flau) Standard per Kaſſe 254½—B4¼, drei Monate 254—34½,
Viehmärkte.
Mainzer Viehhofmarktbericht vom 10. Januar. Bei gutem Beſuch
ermäßigten Kurſen etwas widorſtandsfähig. Am Anleihemarſt war unverändert. Auf dem Schweinemarkt entwickelte ſich das Geſchäft
Neubeſitzanleihe bei 16,55 angeboten. Schutzgebiete zunächſt ſchwächer, langfam und gaben die Preiſe wiederum 2 Mark nach. Auf dem
Groß=
ſpäter bis 830 erholt. Ausländiſche Renten waren allgemein bei klein= viehwarkt waven 71 Stück Großdieh und auf dem Schweinemarkt 69
B2 Bälber ud 1006 Schweine. Im einzelnen wurden pro 100 Pfund
Lebendgewicht, je nach Qualität, folgende Preiſe erzielt: Ochſen 47—56,
Stahlverein 106,75, Hapar 150,50, Nord. Lloyd 153, A.E.G. 169,5, Bullen 38—47, Färſen 59—63, Kühe 38—48, 25—38, 18—22, Kälber 54
bis 66, 44—54, Schweine 7ſ—60, 56—59 und 55—57 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chirago, 10. Jan. (Prib=Tel.).
Weizen: Die rückläufige Beweguug ſetzte ſich heute fort auf Abgaben
öſtlicher Kreiſe, die Schwäche Winnipegs und Zuahme der Vorräte.
Mais: Die günſtige Wetterlage im geſamten Anbaugebiet ud imn
Kanſas, ſowie günſtige Regenfälle in Argentinien bewirkten einen
Rück=
gang der Preiſe.
Roggen: Zur Begründung des Preisrückganges verwies man auf die
geringe Exportnachfrage, größeres Inlandsaugebot ud Abgabene lung
Hafer: Geringe Lokonachfrage und die Schwäche der vorgenannten
* New York, 10. Jan. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Schwächere Liverpooler Kabel und die Kursrückgängg
an der Effektenbörſe bewirkten eine leicht abgeſchwächte Haltung des
Kaffee: Niedrigere Victoria=Offerten und ermäßigte braſilianiſche
Zucker: Das Geſchäft bewegte ſich heute in engen Grenzen. Die
Es notzierten nach Meldungen aus Chicago am 10. Jan.:
Getreide. Weizen: März 128½, Mai 129½, Juli 125½:
Am Geldmarkt wurde Tagesgeld mit 4—6 Prozent und darunter, Mais: März 86½, Mai 90½, Juli 92½; Hofer: Mär; 5338, Mai
Schmalz: Jan. 12,00, März 12,15, Mai 1230.
Fleiſch: Januar 10,90, März —, Mai 11,37½; Speck, loko
Baumwolle: Januar 18,98, März 19,00—19,01.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 10. Jan.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 146½, hart 1447; Mais, neu
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,75: Talg, extra 9.
Kakav. Tendenz: feſt; Umſatz in Lots: 194; Loko: 13X;
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die wäiteren Verhandlungen im Konflikt des woſtdeutſchen Eiſen=
Wie wir erfahren, trägt ſich der Stahlwerksverband mit dem
Ge=
wurden mit V0 nach 29, Rheinſtahl mit 182 nach 181,75, Mannesmann, danken, zum Ausgleich der ſeit dem 1. Januar vorgenommenen Lohn=
Der Junkers=Motorenbau G. m. b. H., der ſein Kapital nach der
Währungsſtabiliſierung auf nom. 5000 Goldmark herabſetzte, erhöhte
das Aapital jectzt auf 2,B Mill. RM.
An 16., 17. und 18. Janur wird in Panis eine internationale
Kon=
ferenz der „Aſſooiation de Fabricants, Groſſiſtes et Detaillants de
biouterie, erfévrerie et argenterie” ſtattfinden, die durch den
Handels=
miniſter Bokanowfki eröffnet wird. Es werden u. a. Befprechungen über
ein internationales Abkommen gehalten werden, das den
Handelsver=
kehr mit Perlen, Platin, Edelſteinen, Gold= und Silberarbeiten
verein=
fachen ſoll.
Wie aus Paris gedrahtet wird, haben die Verhandlungen zur
Bil=
dung eines nationalen franzöſiſchen Verbandes für Träger und Halbzeug
eine Einigung gebracht. Man rechmet damit, daß der nationale
Ver=
band ſchon in den nächſten Wochen in Kraft treten kann,
vorausſicht=
lich rüchwirkend ab 1. Januar 1928.
In der Jahresverſammlung der Low Temperature Carboniſation
Ltd. wurde mitgeteilt, daß dieſe engliſche Kohleverflüſſigungsgeſellſchaft
mit oinigen großen Kohlengruben Verhandlungen führt wegen der
Eu=
ricktung großer Bauten zur Verflüſſigung der Steinkohle bei niederen
Tempergturen.
Im Einverſtändnis mit Muſſolun hat der italieniſche
Fmanzmini=
ſter Volvi em Geſetz vorberettet, das die Schaffung, eines
Kontroll=
prgaues für den geſamten Wintſchaftsverkehr mit dem Auslande
vor=
ſieht. Die neue Einrichtung ſoll der Erzielung eimer möglichſt
günſti=
gen Handels= und damit Zahlungsbilanz dienen
Der Streik in den Baumpollſtrinnereien von Bombayz hat ſich
wel=
ter ausgedehnt. Bisher ſind ſieben Fabriken geſchloſſen worden, zwei
weitere arbeſten nur noch beſchränkt.
Die Tranſiteinnahmen der Suez=Kanal=Geſellſchaft haben im Jahre
1927 eime Steigerung um 2 20 00 Frs. gegenüber 1998 und um
15 240 000 Frs. gegenüber 1925 auf 207 310 000 Frs. erfahren. Die
Zahl der durchgeleiteten Schiffe iſt mit 5544 höher als in den beiden
Vorjahren.
Im abgelaufenen Johre 1227 hat die Goldgewinnung in den
Ver=
einſaten Staaten gegenüber 1926 eine Abnahme um 3 243 300 Dollar
erfahren. Die Goldproduktion belief ſich auf 2 178 197 Unzen im Werte
von 45 077 300 Dollar.
Mittwoch, den 11. Januar 1928
Seite 12
Union-Theater
Der einzige Großkilm, der bis jetzt während der Kinematographie hergestellt wurde, ist unter aller
stärkster Konkurrenz des In- u. Auslandes mit der goldenen Medaille ausgezeichtnet worden
DOlMIILNTAOT TMNNA
Regie: F. W. Murnau — Ein Lied von zwel Menschen — Nach der Novelle: „Die Reise nach Tilsit‟
von Hermann Sudermann — mit deorge O’Brlen und Jane Gaynor
Die neueste Emelka-Wochenschau. — Gutes Beiprogramm. — Alle Vergünstigungen sind aufgehoben!
Residenz-Theater
Ein Spiel voll Tempo und Spannung. aus dem Milieu des Mädchenhandels
und der Frauenjagd vach dem Roman von Plüsch und Plumowski
von Norbert Jacgues
7 Akte
Frauenhaas von Rie
In der guten Besetzung: Vivian Gibson, Susi Vernon, Lissi Arna, Ernst
Deutsch. Albert Steinrück, Hans Stüve — Ferner der große Sensat. Film:
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als künstlerisch und volksbildend anerkannt.
Dazu: Das lustige Beiprogramm.
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Leitung: Kapellmeiſter Eurt Fiſcher
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in sämtlichen Räumen
des städtischen Saalbaues
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I. a) Heitere Lieder gesungen von H. Mölzlin
von der Staatsoper Wiesbaden.
b) Familie Lustig oder Dle Erbdande.
Dialektstück in 3 Aufzügen von Dr. Gg.
Büchner. Dargestellt von Mitgliedern und
Freunden des Vereins.
II.
Gesellschaftsball im großen Saal
und Jazztanz in den oberen Sälen.
Karten (alle numeriert) zu Mk. 3.— u. Mk. 4.—
(einschl. Vergnügungssteuer) im Vorverkauf bei
Konzert-Hrnold, Wilbelminenstraße. (795a
II. Sperrſitz C. (Café Egenrieder
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8 Uhr abends
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in der Turnhalle am Woogsplatz,
I. Teil: Sportliche Darbietungen. — II. Teil: Ball.
Große Tombola,
Kapelle Obermuſikmeiſter a. D. M. Weber.
Eintrittspreiſe: Für Mitglieder 1.25 ℳ, eine Dame frei.
Für Nichtm tglieder 1.75 ℳ, eine Dame frei.
Tanzgeld einbegrifſen.
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Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
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(Darmſtädter Volksbühne)
Mittwoch, den 11. Januar 1928
Anfang 19.30 Uhr Ende gegen 22.30 Uhr
Schinderhannes
Schauſpiel in 4 Akten ſieben Bildern) von
Carl Zuckmayer.
beg. Zahlungsweiſe. Inſzenierung: Friedrich Neubauer
Bühnenbild: Wilhelm Reinking
Mit wirkende:
Käthe Meißner. Käthe Gothe, Elſa Knott,
Mela Wigandt, Martha Ziegler, Hans
Baumeiſter, Hansjoachim Büttner, Hans
Debus, Eduard Domeck, Karl Ebert=Beyer,
Werner Finck, Ulrich Folkmar, Hermann
Gallinger, Eduard Göbel, Otto Horina,
Friedr. Jachtmann, Richard Jürgas, Hugo
Keßler, Rudolf Klix, Adolf Klotz, Robert
Klupp, Joſef Kreuter, Willy Krichbaum,
Hans Langer, Paul Maletzki, Hans Ney,
Karl Paryla, Gothart Portloff, Jakob
Schaaf. Hans Schambach, Artur Schettler,
Franz Wolfgang Schmiedbrunn=Mainz a. G.
Artur Seidler, Artur Vetter,
Kurt Weſtermann
Preiſe der Plätze 1— 10 Mark
Kleines Haus
Zuſatzmiete II (6. Vorſtellung
Mittwoch, den 11. Januar 1928
Anfang 19.00 Uhr Ende 22.00 19
In der neuen Inſzenierung:
Zar und Zimmermann
Komiſche Oper in drei Akten
von Albert Lortzing
Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander
Inſzenierung: Rudolf Scheel
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Tänze: Manda von Kreibig
Mitwirkende: (V917
Charlotte Börner von der Staatsoper
Berlin, a. G., Martha Liebel, Guſtav
Baumgarten, Oscar Grauert, Otto Horina,
Alfred Karen, Hans Komtega, Heinrich
Kuhn, Joſef Poerner, Eugen Vogt,
Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.20—6 Mark
(Sperrſitz 2.80, 3.60, 4.50 Mk.)
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4½% 1898 ....
4½% „ 1902 ...
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40.25
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4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
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4% „ Goldr
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3 % Port,/Spz., II
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4½%„Gold. 13.
4% am.kon.
4% am.05
4%0 Türk. (Adm. 03
4% (Bagd.
4% Bagd II
4% unif 1903
4% 1911 Boll.
4½% Ung. St. 1913
412%
1913
(lt. Tnnsbr. Abk.)
4½%0 Ung. St. 1914
4½% Ung. St. 1914
(lt. Innsbr. Abk.)
42 Ung, Goldr. ..
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4% Ung. Staatsr.
v. 10 .... ...
4%Ung. Kronr.. ..
3% Ung.Eiſ. Tor ..
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% Pfälz. Hyp.=Bk.
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7%0 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
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Cr.=Bk. Goldpf.
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ſeldorfSyp.=Gld.. mit Option
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Unt. Bln.) 27 ...
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14.4
14.5
8.32
13.9
13.5
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3.75
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3%Oſt. 1.b.8.E.
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142
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188
114
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271
186
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175
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Nummer 14
Mittwoch den 11. Januar 1928
Selte 13
Als ich noch Prinz war...!
Roman von Paul Hain.
Urheber=Rechtsſchutz Verlag Oskar Meiſter, Werdau Sa.
(Nachdruck verboten)
Da hielt er inne.
Stimmen da drinnen. Mädchenſtimmen. Und eine von
fihnen ſang. Hell und ſchwingend, wie ein Vogel. Wahrhaftig
— das war doch daß ſelige Liebeslied des großen Richard
SStrauß: „Ich trage meine Minne —” Und das ſang hier ein
MNähmädel? Sang es mit ſo ſicherer, ſtrahlender Tonfülle, als
Käme dieſer Ton aus der ſilbernen Kehle einer Sängerin —!
„Wunderbar — ganz ſamos —,” murmelte der Lauſchende.
Aber dann fiel ihm ſein bleſſierter Frack ein.
Und er klopfte energiſch an die Tür, um ſie gleich darauf
Su öffnen. In dem Zimmer ſaßen am langen Tiſche drei
Mäd=
arhen, die eifrig die Nähnadel ſchwangen. Leichtes, duftiges Zeug
Eor ſich im Schoß. Die Gaslampe, die von der Decke herunter=
Mangte, beleuchtete das anmutige Bild. „Halbentkleidete”
An=
erobierpuppen ſtanden an der Wand in ſüßer Unſchuld.
„O — entſchuldigen Sie —
Die elegante Herrenerſcheinung im tadelloſen
Geſellſchafts=
anzug machte eine leichte Verbeugung. Die drei Mädchenköpfe
Wblickten erſchrocken hoch und ſahen errötend auf den vornehmen
SSeſucher. Der Geſang war mit einem Schlage verſtummt.
Atelier Haller, nicht wahr?”
Der Prinz lächelte fröhlich. Sein Blick wanderte freimütig
won einem G=ſicht zum andern und blieb an der dritten Mäd=
Thengeſtalt, die faſt noch ein halbes Kind wir, im Gegenſatz zu
wen beiden andern vollerblühten und anmutigen Gefährtinnen,
Bängen.
Dieſes Mädel mit den ſtrahlenden, blauen Augen und der
Füßen, blaſſen Zartheit des feinen Geſichts, war ja wie ein
Wunder.
Da kam aus dem Nebenzimmer eine graubaarige Frau,
nnütterlich das Geſicht, leicht queckſilbrig in der Bewegung —
nnit jener angenehmen Betulichkeit im Weſen, die ſofort Ver=
Tegenheiten zu überbrücken pflegt.
„Sie ünſchen, mein Herr?”
„Verzeihung — Frau aller, nicht wvahr?”
Der Prinz ſchlug gewohnheitsmäßig die Hacken zuſammen.
PFrau Haller faltete unbewußt, faſt andächtig, die Hände über
wen rundlichen Leib. Einen ſolchen Kunden hatte ſie in ihrer
Mähſtube denn doch noch nicht empfangen. Mein Gott, der ſah
Fa wie ein Prinz in Zivil aus, huſchte es ihr durch den Sinn,
und ſie ahnte nicht, mie nahe diefer Gedanke der Wirklichkeſt
kam.
„Bitte — wollen Sie ſo freundlich ſein und ſich mal dieſes
Malheur anſehen?” ſagte der Prinz und zeigte mit komiſcher
Ernſthaftigkeit den eingeriſſenen Frackſchoß vor. Die Mädchen
kicherten — nun ſchon weniger befangen.
„Und ich muß — hm — alſo, ich muß in einer halben
Stunde zu einer furchtbar feinen Geſellſchaft. Können Sie mir
den Schaden nicht ſofort heilen?”
„Frau Haller war ſofort im Bilde.
„Aber ja doch — ja doch — mein Herr —
Ein halber, fragender Blick dabei zum Prinzen.
„Sofort — bitte —
„Fein — fein —
Er entledigte ſich mit verblüffender Schnelligkeit des Fracks
Frau Haller wiſcht, ebenſo ſchnell über den nächſtbeſten Stuh!
und komplimentierie dann:
„Bitte — eine Viertelſtunde Geduld — nehmen Sie Platz.
— Anita — das iſt was für Ihre Finger —‟
„Hm?” machte der Prinz neugierig. Der Name ließ ihn
aufhorchen Anita?
Wahrhaftig — es war das kleine, zierliche Mädel mit den
blitzblanken, blauen Augen, das wie ein Himmelswunder
aus=
ſah. Er blickie zu ihr hinüber. Faſt mit ehrfürchtiger Vorſicht
nahm ſie gerade den Frack in die Hände. Einen Augenblick
lang begegneten ſich beider Blicke.
„Anita —,” murmelte der Prinz —, „wer Anita heißt, muß
auch ſingen können wie eine Nachtigall —
Ihm fiel jetzt wieder die Mädchenſtimme ein, die er vorhin
gehört hatte. Anita wurde rot und beugte das Geſicht über die
Arbeit. Im Nu war ſie mit Zwirn und Nadel bei der Hand.
Die beiden andern Mädchen lachten leiſe in ſich hinein. Frau
Haller aber ſagte:
„O — Sie haben unſere Nachtigall ſingen hören —‟
„Ich trage deine Minne —,” ſummte der Prinz ſehr
vor=
ſichtig.
Frau Haller lächelte mütterlich, und ein liebevoller Blick
ging zu dem Mädchen hin, das ſchon eifrig mit der kleinen
Reparatur des Fracks beſchäftigt war.
„Es tut mir leid, die muſikaliſche Unterhaltung geſtört zu
haben. Ließe ſie ſich — nicht fortſetzen?”
Der Prinz lächelte gewinnend.
Aber Frau Haller ſagte:
„Ein ſcheues Vögelchen, unſere Anita.”
Da ſchwieg er. Und blickte nur zu Anita hin, deren feine,
ſchlanke Kinderfinger ſo emſig waren. Nach zehn Minuten war
die Arbeit getan. Der Prinz war aufgeſtanden und nahm den
Frack entgegen, in den er ſchnell wieder hineinſchlüpfte. Und er
reichte Anita die Hand und ſagte:
„Ich danke Ihnen. Für die flinke Arbeit und — ſür den
Geſang vorhin
Ihre Blicke tauchten ſekundenſchnell ineinander.
Dann hatte er ſchon einen Geldſchein aus der Taſche
ge=
zogen und reichte ihn Frau Haller hin.
„Bitte — es langt gerade ſo —
„Aber nein — das iſt zu viel —
Er ſchien das gar nicht zu hören.
„Auf Wiederſehen, meine Damen — und vergnügten
Feierabend —
Wieder ſeine knappe, verbindliche Verbeugung und er
öff=
nete die Tür, die er vorſichtig hinter ſich ſchloß. Frau Haller
war noch ganz benommen,
Karl Ferdinand von Branzell ſaß ſchon wieder im Auto.
Der Chauffeur warf den Motor an. Da blickte der Prinz noch
einmal zu den erhellten Fenſtern des kleinen Ateliers hin —
nun waren die Vorhänge dahinter zurückgeſchlagen und drei
Mädchenköpfe drängten ſich an die Scheiben.
Da konnte er nicht anders — er winkte mit der Hand
her=
aus. Aber der Wink galt insbeſondere dem einen ſanften,
blaſſen Geſicht, das nun ſo ſchnell wieder vom Fenſter
ver=
ſchwand. Und im gleichen Augenblick fuhr auch das Auto los.
„Aber Ferti,” ſagte, der Prinz, in Gedanken zu ſich, „du
Taugenichts! Du Leichtſinn!” Und er lachte leiſe. Das kleine
Mädel iſt viel zu lieb für dich. Und in zwei Tagen biſt du
wieder weit weg In Wien. In einem Schloß. Und haft
deinem alten Herrn getreulich Bericht zu erſtatten, wie alles
ver=
laufen iſt Haltung — prinzliche Hoheit! Aber zum Kuckuck —
es war doch eine recht nette, halbe Stunde.”
Er lehnte ſich in die weiche Polſterecke zurück und ſteckte ſich
eine Zigarette an
Und das Auto ſauſte durch die nun dunkler gewordenen
Gaſſen der Hauptſtraße zu, und nicht lange dauerte es, ſo hielt
es wieder vor dem ſtrahlend erleuchteten Portal des Hotels
„Zur Krone” und ein Page ſtand, ſchon wartend bereit, den
Schlag aufzureißen.
Der Prinz ſchritt über den roten Läufer.
Die Diener verneigten ſich tief.
Eine breite Flügeltür ging auf. Blendende Helle ringsum.
Glänzendes Parkett. Diskretes Stimmengeſchwirr. Noch
fehl=
ten einige erlauchte Gäſte.
Und die Stimme des Zeremonienmeiſters neben der
Flügel=
tür ſchnitt mit Kommandoton durch die leiſe, ſchwirrende Unruhe:
„Prinz Karl Ferdinand von Branzell.”
(Fortſetzung folgt.)
Heute zum letzten Male!
Morgen
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Und wieder ein ausgezeichnetes.
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