Darmstädter Tagblatt 1928


04. Januar 1928

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Nummer 4
Mittwoch, den 4. Januar 1928.
191. Jahrgang

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Kondurs oder geriſchtlſcher Beſtrelbung fälli ſeder
Nabatt wesg. Bonſtonio Deuſche Bonſt und Darme
ſtädter und Nationalbank.

Das Schickſal der gegenwärtigen Koalition.

4Am das Schulgeſetz.
Der letzte Verſuch.
Der Reichsinnenminiſter von Keudell hat mit ſeinen engeren
Mitarbeitern während der Feiertagspauſe noch einen letzten
Verſuch gemacht, ſein Schulgeſetz zu retten. Er hat bei den Fra=
gen
, die im Ausſchuß beſonders ſtrittig ſind, nach neuen Formu=
lierungen
geſucht und glaubt ſie zum Teil auch gefunden zu
haben. Er will die Vorſchläge den Parteiführern bei Wieder=
beginn
der Verhandlungen unterbreiten und gibt ſich noch immer
der Hoffnung hin, daß eine Verſtändigung möglich iſt, eine Hoff=
nung
, die allerdings im Reichstag nur noch von wenigen ge=
teilt
wird.
In dieſen Tagen erzählte man, Herr v. Guérard habe bei
einer der letzten Parteiführerbeſprechungen verlangt, daß anfangs
und bereits mit einer Zurückziehung der Zentrumsminiſter aus telegramm gerichtet:
dem Kabinett gedroht. Wir haben nicht nachprüfen können, was
zu beſchleunigen verſuchen wird. Zentrum und Deutſchnationale ſchnitt Ihres Lebens iſt es mir eine Freude und ein Herzens=
Schickſal der gegenwärtigen Koglition unlösbar
Löſung wohl Neuwahlen ſtehen. Die Möglichkeit einer Verſtän=
digung
beſteht aber theoretiſch immer noch. Es wäre falſch,
zumal ja auch die Koſtenfrage des Schulgeſetzes, die für die Stel=
klärt
werden muß.
Länderreglerungen gerichtet und gebeten, ihm die nötigen Unter=
lagen
zur Verfügung zu ſtellen, um wenigſtens eine Schätzung
zu ermöglichen. Auch das Ergebnis dieſes Rundſchreibens muß
abgewartet werden. Deshalb wird vermutlich die Beratung des
ſchon zweimal gelungen, über den toten Punkt zu kommen. Bei
einigem Geſchick ſollte man es auch erreichen, die erſte Leſung
einmal zu Ende zu bringen, damit man eigentlich erſt einmal
ſehen kann, wie die Ausſichten überhaupt ſind. Vorderhand wird
noch eine Ruhepauſe folgen müſſen. Der Reichskanzler iſt bis
Ende der Woche verreiſt. Reichsernährungsminiſter Schiele wird
erſt Mitte des Monats aus der Schweiz zurückkehren, ſo daß
politiſche Entſchlüſſe von großer Tragweite, vorher wohl kaum
gefaßt werden dürften.
Der Reichshaushalt im November.
laufen ſich die Geſamteinnahmen des Reiches für November 1927
lichen auf 12 Millionen, die Ausgaben auf 739,5 Millionen im
ordentlichen und auf 822 Millionen im außerordentlichen Haus=
einnahmen
von 2872 Millionen im ordentlichen und von 2989
Millionen im außerordentlichen Haushalt ein Defizit von 11,7
Millionen. Da aber in das Rechnungsjahr 1927 ein Beſtand
von 548,9 Millionen im ordentlichen und ein Defizit von 290
Millionen im außerordentlichen Haushalt übernommen wurden,
Millionen.
Die Vereidigung der Reichswehr.
zuſprechen:
Ich ſchwöre Treue der Reichsverfaſſung und gelobe, daß ich ordnung des Näheren beſchäftigen würde.
als tapferer Soldat das Deutſche Reich und ſeine geſetzmäßigen
Einrichtungen jederzeit ſchützen, dem Reichspräſidenten und mei=
nen
Vorgeſetzten Gehorſam leiſten will.
Die Freiwilligen haben darauf die Hand zu erheben und den
Eid laut nachzuſprechen. Als Abſchluß ſoll der kommandierende
Offizier ein Hoch auf das Deutſche Reich ausbringen und die
Muſik ſpielt das Deutſchlandlied.
verhondlungen.
daß dieſe Verlegung des Termins auf Unſtimmigkeiten zwiſchen in der Phantaſie derer exiſtiere, die ſie auftellten. Die franzöſi=
Vorausſetzungen geſchaffen werden müßten. Dazu gehörten in zu vergeſſen, dagegen nicht die Demütigung durch die lauge B=
erſter
Linie Verhandlungen über ein anderes Thema, die zwi= ſetzung. Frankreich begehe vielleicht jetzt einen ähnlichen Fehles,

Städte und Kleinrentner.

Die Aufnahme der Handelsvertragsverhandlungen ohne eine
fung eines gemeinſamen Strafrechts abzielen.
60 Jahre alt.
Glückwunſchtelegramm des Reichskanzlers
an Dr. Brauns.
Januar Klarheit über das Schulgeſetz geſchaffen werden müſſe Brauns anläßlich ſeines 60. Geburtstages folgendes Glückwunſch= Stadt hinaus verſtändnisvoll tätigſtes Intereſſe bekundet. Trotz=
daran
richtig iſt, halten es aber aus der ganzen Situation heraus Reichsregierung die herzlichſten Glückwünſche zur Vollendung des Einordnung der Rentner in die Fürſorge iſt
für ſehr unwahrfcheinlich, daß das Zentrum die Entſcheidung ſo 60. Lebensjahres darbringen. Bei dieſem bedeutungsvollen Ab= falſch.
haben ſich beide ſo feſtgelegt, daß mit dem Schulgeſetz das bedürfnis, Ihrer unermüdlichen, von vorbildlicher Sachkenntais, Beratung des Rentnerverſorgungsgeſetzes bis zu den Etats=
verbunden
iſt. Iſt alſo das Schulgeſetz endgültig geſcheitert, dann und namentlich auf dem umfangreichen Arbeitsgebiet Ihres insbeſondere des Reichsarbeitsminiſteriums, nötig wurde, hat
muß am nächſten Tag das Kabinett zurücktreten und wir ſteuern Miniſteriums zu gedenken. Sie haben während Ihrer Amts= ſich eine intereſſante Kontroverſe zwiſchen zwei beteiligten Stel=
in
eine unüberſehbare Kriſe hinein, an deren Ende als einzige führung Ihre ganze Fürſorge der werktätigen Bevölkerung ge= len, dem Reichsarbeitsminiſter und dem Reichsjuſtizminiſter er=
irgend
etwas durch übertriebene Eile verſchütten zu wollen, worden. Wir erhoffen mit Ihnen zuverſichtlich, daß durch dieſe als Ganzes ausdrücklich offen ließ, betont hatte, daß ſeiner ver=
lungnahme
des Reichsrates entſcheidend ſein wird, vorher ge= fahren und ſie damit der geſamten deutſchen Volkswirtſchaft zu= Herausnahme aus der Fürſorge nicht gewährt werden könnte,
gute kommen möge. Die Kulturwelt hat Ihr Werk für, die hat der Reichsfuſtizminiſter Hergt in einer Verſammlung in
Der Reichsinnenminiſter hat ein Rundſchreiben an die Wohljahrt der arbeitenden Klaſſen als borbildlich anerkanut, Sprottau erklärt, daß dieſer Rechtsanſpruch zugeſtanden wer=
was
ſie am heutigen Tage mit ganz beſonderer Befriedigung er= den müſſe.
füllen wird. Mit beſonderer Dankbarkeit gedenke ich perſönlich
Schulgefetzes im Bildungsausſchuß zunächſt weitergehen. Es iſt Ihre wertvolle Arbeitskraſt dem Deutſchen Volke noch lange Verſorgungsrente möglich iſt. Die Fürſorge trägt notwendiger=
erhalten
.
Politiſierung der Juſiz.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der preußiſche Juſtizminiſter hat eine allgemeine Ver= liche Sozialrente, im Vergleich zum Frieden auf mehr als 100
Preſſedienſt nur ſehr ſummariſch berichtet wird, die aber einer ohne jede Nachprüfung der Verhältniſſe dauernd gezahlt werden
Berlin, 3. Januar, berhängnisvoller Weiſe zu einer weiteren Politiſierung fürſougeberotdnung die Fürſorge den Ländern und Gemeinden
Nach den Mitteilungen, des Reichsfinanzminiſteriums be= der Fuſtiz führen kann. Der Miniſter verlangt, daß er von übertragen iſt, auf Gnade und Ungucde mit ſeinen ganzen Be=
im
ordentlichen Haushalt auf (122 Millionen, im außerordent= Grund zu der Annahme ergibt, daß eine Strafſache wegen der weit ausgebaute Shſtem der Prüſtug und Nachprüfung, der
oder wegen des Umfanges der Anſchuldigungen das Intereſſe empfänger gleichmäßig herausgebildet hat, über ſich ergehen laf=
halt
, ſo daß ſich eine Mehrausgabe von 108,3 Millionen ergibt, weiter Kreiſe erregt oder politiſche Bedeutung gewinnt, oder ſen. Der Fürſorge wird immer, trotz aller Beſtrebungen auf indi=
Für die Veriode April bis November ergibt ſich bei Mehr= wenn varlamentariſche Erörterungen hervorgerufen werden köu= bduell, Fürſorge ud. Wahrung der beſonderen Belange der
nen. Er will nicht vor vollendete Tatſachen geſtellt ſein, ſondern Rentuer, etwas Schematiſches anhaften. Dazu wird der Charak=
ßungen
über die beabſichtigten Schritte zu berichten. Er fügt große Zahl der Gleichgeſtellten, die in die Fürſorge hinein=
ſo
verbleibt zum 30. Nobember, ein Geſamtbeſtand von 2453 beſtimmung, die er nach Belieben dehnen kann. Die Möglichkeit, fen, ſonſtige Leiſtugen in Abzug zu bringen. Das liegt in ihren
daß es zu parlamentariſchen Erörterungen kommen kann, beſteht Weſen als Fürſorge. Sie kann zunächſt nur auf Gewährung des
Zum neuen Jahre hat laut Täglicher Rundſchau Reichs= anwaltſchaft ein Organ der Staatsgewalt, eine politiſche Be= tigt, iſt im Nahmen der Fürſorge ſchwer zu befriedigen. Be=
wehrminiſter
Dr. Geßler über die Vereidigung von Perſonen, hörde, und das iſt auch erträglich, ſolange der Staat ein über= ſtimmte Perſonenkreiſe kann die Fürſorge nicht herausheben.
die in die Reichswehr eintreten, eine neue Verordnung heraus= parteilicher Begriff bleibt. In dem Augenblick aber, wo er ſich Sie muß ihre Methoden und Maßnahmen gleichmäßig alen
gebracht. Danach hat für den ganzen Standort bei der Einſtel= auflöſt in eine Parteiregierung, wird die Staatsanwaltſchaft Fürſorgeberechtigten gegenüber zur Anwendung bringen. Und
luhig und Vereidigung der Mannſchaften eine gemeinſame Ver= durch dieſe Methode zum gefügigen Werkzeug des jeweiligen wenn das Reichsarbeitsminiſterium in immer wiederholten Er=
eidigungsparade
ſtattzufinden. Die Muſik ſpielt den Präſentier= Miniſters. Das kann und muß ſehr gefährliche Folgen haben, laſſen die beſondere Berückſichtigung der Aleinrentner verlangt
marſch. Darauf weiſt der leitende Offizier auf die Bedeutung des Wir kämpfen immer gegen eine Politiſierung der Juſtiz und hat, ſo ſind zwar die Rchtſätze für Kleinrentner und Sozial=
Eides ſowie auf die Berufspflichten des deutſchen Soldaten hin müſſen folgerichtig auch gegen eine ſolche Herabdrückung der kentuer um ein Viertel gegenüber dem Normalſatz erhöht, die
und hat dann den Mannſchaften die folgende Eidesformel vor= Stellung der Staatsanwaltſchaft uns wenden. Deshalb wäre es Methoden der Prüfung der Verhältniſſe aber bleiben für alle
gut, wenn das preußiſche Abgeordnetenhaus ſich mit dieſer Ver= die Aleichen.
New York World
für Räumung des Rheinlandes.
burg im Rechte ſei, wenn er darauf dringe, daß das Rheinland ſtimmten Perſonenkreis über den Haufen warfen. Wenn auch
Die deutſch=öſierreichiſchen Handelsvertrags= in dieſem Jahre von den franzöſiſchen Truppen geräumt werde, das Reichsarbeitsmit iſterium, um die Geldbeträge den Klein=
rung
der Beſetzung geltend gemacht werden könnten. Vor einigen Nentner geſchaffenen Erleichterungen verzichtet hat, wenn alſo
Berlin, 3. Januar. Monaten hätten Foch und einige andere franzöſiſche Militariſten die Städte in dem Prinzip der unverſehrten Aufrechterhaltung
Von zuſtändiger deutſcher Seite wird zu den in der Preſſe angebliche geheime Rüſtungen Deutſchlands angeführt. Dieſes der Fürſorgepſichtverordnung obgeſiegt haben, ſo hat dach ge=
erſchienenen
Meldungen Stellung genommen, wonach die geplan= Argument zerplatzte jedoch, als die Notwendigkeit des Beweiſes rade dieſe Tatſache bewieſen, daß im Rahmen der Fürſorge den
tem Handelsveriragsverhandlungen zwiſchen Deutſchland und eintrat. Der Beweis ſei nicht zu erbringen geweſen, wodurch auch vom Reichsarbeitsminiſterium als notwendig anerkannten
Oeſterreich auf unbeſtimmte Zeit verſchoben worden ſeien, und offenbar geworden ſei, daß der Inhalt ſoſcher Behauptungen nur beſonderen Momenten der Nentner nicht Rechnung zu tragen iſt.
den beiden Regierungen ſchließen laſſe. Es wird erklärt, ſowohl ſchen Staatsmänner würden gut daran tun, ſich an die Fehler ſpricht ſich ein Nundſchreiben des Deutſchen Städtetages
die deutſche als auch die öſterreichiſche Regierung ſeien ſich einig, der amerikaniſchen Nordſtaaten nach dem Bürgerkriege zu er= vom 28. Juni über dieſen Punkt ſehr vorſichtig aus und faßt
daß für die geplanten Handelsvertragsverhandlungen, gewiſſe innern. Der Süden ſei bereit geweſen, die Bitterkeit des Krieges mit weitem Eutgegenkonmen an die Rentner nochmals das
ſchen den beiden Regierungen ſchon ſeit längerer Zeit ſchwebten. Fe eher die Räumung erfolge, deſto beſſer ſei dies für Europa, füröffentlich=private Fürſorge ſchon ſeit dem Früh=

Von
Oberſtudiendirektorin Dr. Matz, M. d. R.
Die weitaus größte Zahl der Kleinrentner iſt in Städten
Klärung in dieſer Vorfrage erſcheine unzuträglich. Eine nähere anſäſſig. Nicht nur die typiſchen Rentnerſtädte, ſondern alle
Mitteilung über dieſe Vorfragen wird nicht gegeben, doch ſind Großſtädte und viele Mittel= und Kleinſtädte haben ſich mit dem
damit offenbar die Verhandlungen gemeint, die auf die Schaf= Rentnerproblem zu beſchäftigen. Es muß auch anerkannt werden,
daß noch vor dem Eingreifen der Länder und des Reiches die
Städte Hilfsmaßnahmen für die Rentner in den verſchiedenſten
Formen eingeleitet haben. Auch haben die Städte die von 1921
Reicsarbeiikannſter Pr. Prauntg ab für Zwecke der Rentnerfürſorge bereitgeſtellten Reichsmittel
aus ſtädtiſchen Mitteln ſehr wirkſam ergänzt und vielfach in
enger Zuſammenarbeit mit den Ortsgruppen und Führern des
Deutſchen Rentnerbundes beſondere Einrichtungen, Rentner=
heime
, Krankenhilfe, verbillißten Bezug von Kohlen und Lebens=
mitteln
, neben der Zahlung der Renten geſchaffen. Führende
Perſönlichkeiten aus dem Kreiſe der Wohlfahrtsdezernenten der
Städte, wie Bürgermeiſter Pick in Stettin, Senator Schickenberg
Berlin, 3. Januar. in Hannover, Bürgermeiſter Dr. Auguſtin=Berlin, haben für das
Reichskanzler Dr. Marx hat an Reichsarbeitsminiſter Dr. beſondere Problem der Rentner weit über den Rahmen ihrer
dem lehnen die Rentner die Fürſorge durch die ſtädtiſchen Wohl=
Zum heutigen Tage möchte ich Ihnen zugleich namens der fahrtsämter ab, und zwar mit Recht. Das Prinzip der
Anläßlich der kürzlich erfolgten bedauerlichen Vertagung der
Tatkraft und Weitblick getragenen Arbeit als Kabinettsmitglied beratungen, die durch die ablehnende Stellung des Kabinetts,
widmet. Die ſozialpolitiſche Geſetzgebung iſt entſprechend Ihren geben. Nachdem der Neichsarbeitsminiſter Brauns in einer Ver=
Anregungen in den letzten Jahren überaus vertieft und erweitert, ſammlung im Weſten, indem er die Stellung der Reichsregierung
Ihre Arbeit die deutſche Volkskraft eine weſentliche Stärkung er= ſönlichen Meinung nach ein Rechtsanſpruch der Rentner unter
Zweifellos liegt die innere Logik der Entwicklung in der
Ihrer wertvollen Unterſtützung, deren ich mich während meiner Herausnahme der eigentlichen Kapitalrentner aus der Fürſorge,
Amtsführung ſtets zu erfreuen gehabt habe. Möge der Himmel, die nur bei gleichzeitiger Sicherung des Nechtsanſpruchs auf eine
weiſe einen ergänzenden Charakter, indem ſie he=
ſtimmte
Auſprüche rechtlicher Art an die Verſorgungsämter oder
aus der Sozialverſicherung durch Zuſatzunterſtützungen auf die
Linie eines beſtimmten Mindeſtſatzes bringt. Die Sozialrentner,
EineVerfügung despreußiſchen Zuſtizminifters die mit dem Kleinrentner gern in Parallele geſtellt werden, ſind
immer nur mit einem beſtimmten kleinen Teil ihrer Bezüge auf
die Fürſorge angewieſen, während der größere Teil, die eigent=
fügung
herausgehen laſſen, über die im Allgemeinen preußiſchen Pkozent aufgewertet, aus an deren öffentlichen Kaſſen fließt und
gründlichen Beleuchtung wert zu ſein ſcheint, weil ſie in geradezu muß. Der Kleinrentner dagegen iſt, nachdem durch die Reichs=
dem
Stande eines Verfahrens unterrichtet wird, ſobald ſich zügen von den Wohlfahrtsämtern abhängig und muß das ganze
Perſon oder der Stellung der Beteiligten oder wegen der Art. Sicherung an dem Nachlaß, das die Fürſorge für alle Fürſorge=
ſchreibt
der Staatsanwaltſchaft vor, vor eingreifenden Entſchlie= ter des echten Kleinrentners, des Kapitalrentners, durch die
allerdings einſchränkend hinzu, ſoweit es mit dem Intereſſe der gekommen ſind, verwiſcht. Die Fürſorge muß beſtrebt ſein, alle
Strafverfolgung vereinbar iſt. Aber das iſt eine Kautſchuk= ſonſtigen Einnahmequellen des Fürſorgeberechtigten zu erſchlie=
in
mindeſtens drei Vierteln aller Straffälle. Jedenfalls wäre nackten Exiſtenzminimums abgeſtellt ſein, ein kulturelles Exiſtenz=
alſo
die Staatsanwaltſchaft gezwungen, dem Miniſter zu berich= minimum, das zum Beiſpiel den Wohnbedarf, die Miete für
ten und ſein Gutachten einzuholen. Nun iſt zwar die Staats= eine größere Wohnung, die man nicht verlaſſen kann, berückſich=
Als im Frühjahr dieſes Jahres durch das Reich 25 Mil=
lionen
Mark für die Kleinrentner unter Auferlegung beſtimmter
Bedingungen der Erleichterung des Verfahrens für die Klein=
rentner
an die Städte zur Verteilung kommen ſollten, haben
die Städte die auf ſie entfallenden Beträge nicht angenommen,
weil dieſe Sonderbedingungen für Kleinrentner zum Beiſpiel
New York, 3. Januar. Wegfall der Verpfändungsverträge, Nichtanrechnung des Arbeits=
Das demokratiſche Parteiorgan World ſchretbt, das Emp= verdienſtes eine Lockerung der Verordnung über die Fürſorge=
finden
der Mehrheit des amerikaniſchen Volkes ſei, daß Hinden= pflicht darſtellten und praktiſch dieſe Verordnung für einen be=
Es ſei ſchwer erſichtlich, welche Gründe zugunſten der Verlänge= rentnern zukommen zu laſſen, nachträglich auf die zugunſten der
Dies haben inzwiſchen auch die Städte anerkannt. Freilich
jammen, was im Rahmen der Fürſorge an Erleichterungen für
die Rentner möglich iſt. Dagegen hat der Deutſche Verein.

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jahr die Beratungen über ein Rentnerverſorgungsgeſetz auf=
genommen
und iſt in dankenswerter Zuſammenarbeit von
Städte= und Regierungsvertretern, Vertretern des Deutſchen
Rentnerbundes, Abgeordneten der verſchiedenen Parteien zu
beſtimmten Vorſchlägen gelangt, die bei den ſpäteren Beratungen
des Rentnerverſorgungsgeſetzes im Reichstag von großer Be=
deutung
ſein werden. Auch der Reichsſtädtebund die Ver=
einigung
der kleineren Städte, hat ſich für ein Verſorgungsgeſetz
der Rentner mit Rechtsanſpruch gegen das Reich ausgeſprochen.
In ihrer Stellungnahme für Loslöſung der Rentner aus der
Fürſorge werden die Städte durch Ankündigung einer verſchärf=
ten
Aufſicht über die Durchführung der Kleinrentnerfürſorge in
der letzten Regierungserklärung des Reichsarbeitsminiſters, in
der ſie eine Beeinträchtigung der ſtädtiſchen Selbſtverwaltung
ſehen, noch beſtärkt werden. Keine wohlgemeinten Verordnungen,
keine Aufſicht kann den Rentnern Hilfe bringen, da das Prinzip
der jetzigen Einordnung falſch iſt. Dieſe Tatſache iſt der beſte
Schrittmacher für eine von der Fürſorge gelöſte Verſorgung der
Rentner durch das Reich.
Die Regelung
des franzöſiſchen Budgets.
Nachtragsforderungen für 1927.
EP. Paris, 3. Januar.
Vor Schluß der Kammerſeſſion war der Budgetkommiſſion
noch ein Nachtrag für 1927 zugegangen, der eine Vermehrung der
Ausgaben um rund 958 Millionen Franken vorſieht. Danach
ſchließt das Budget des Jahres 1927 zurzeit bei 43 098 Millionen
Einnahmen und 42339 Millionen Ausgaben mit einem Ein=
nahmenüberſchuß
von 759 Millionen Franken ab. Unter den
nachgeforderten Krediten befinden ſich 370 Millionen Franken für
das Kriegsmarine= und Kolonialminiſterium. Davon entfallen
52,5 Millionen auf Flugzeugmaterial, 100 Millionen auf Kriegs=
ſchiffneubauten
und Bewaffnung, 45 Millionen auf die Levante=
Armee und 46 Millionen Franken für die Ereigniſſe im Fernen
Oſten. Unter den Krediten für das Arbeitsminiſterium befindet
ſich eine Nachforderung von 55 Millionen Franken für das Am=
moniakwerk
der Pulverfabrik von Toulouſe. In einem die Zah=
lungen
Deutſchlands behandelnden Abſchnitt heißt es, der nach
Abzug der Beſatzungskoſten und der Kriegsentſchädigungen ver=
bleibende
Reſt dieſer Zahlungen werde vollſtändig zur Regelung
der Außenhandelsſchuld des Schatzamtes verwendet werden. Für
1927 betrügen die franzöſiſchen Bareinnahmen aus dem Dawes=
plan
3318 Millionen. Die Koſten für die Unterhaltung des Be=
ſatzungsheeres
betrügen 560 Millionen und die Barentſchädigun=
gen
an die Kriegsgeſchädigten 1250 Millionen. Somit bleiben
zur Deckung der äußeren Handelsſchulden 1508 Millionen Fran=
ken
. Schließlich wird noch beſtimmt, daß die Einfuhr von Gold
in Stangen, Barren, Staub oder Münzen von der Umſatzſteuer
befreit wird, um die Wiederherſtellung des vor dem Kriege be=
deutenden
Pariſer Goldmarktes zu erleichtern.
Zum Waffentransport durch Ungarn.
EP. Budapeſt, 3. Januar.
Einer geſtern ſpät abends veröffentlichten amtlichen Mit=
teilung
der Preſſeabteilung des Außenminiſteriums zuſolge, ent=
halten
die in Szent Gotthard eingetroffenen fünf Waggons, deren
Zolldeklaration zu einem Zwiſchenfall mit dem öſterreichiſchen
Zollamt führte, tatſächlich Maſchinengewehrbeſtandteile, wie eine
amtliche Prüfung der Waggons ergab. Die Waffenſendungen
wurden von einer ausländiſchen Privatfirma an die Adreſſe
einer Warſchauer Firma aufgegeben. Die amtliche Mitteilung
beſagt, daß dem Verlangen der öſterreichiſchem Behörden auf
Rückſtellung der Waggons nicht ſtattgegeben werden konnte, da
die Waggons bereits die ungariſche Grenze überſchritten hatten.
Da aber Maſchinengewehrbeſtandteile im Sinne der internatio=
nalen
Verträge über ungariſches Gebiet nicht transportiert wer=
den
können, hat die ungariſche Regierung den Weitertransport der
Sendung bis auf weiteres unterſagt. Die Waggons bleiben
einſtweilen auf der Grenzſtation Szent Gotthard, bis weitere
Verfügungen getroffen werden.

Vom Tage.

Die Evangeliſche Volksgemeinſchaft in Heſſen
wird ebenfalls gegen die heſſiſche Landtagswahl vom
13. November vor. Js. Ginſpruch beim Heſſiſchen Staats=
gerichtshof
erheben.
Reichspräſident v. Hindenburg hat den neuen Oben=
befehlshaber
der Gruppe II in Kaſſel, Generalleutnant
Kreß von Kreſſenſtein, mit Wirkung vom 1. Jamuar 1928 ab
zum General der Artillerie befördert.
Auf Grund des Bürgerſchafts=Wahlgeſetzes vom 30. September 1920
in der Faſſung des Geſetzes vom 11. September 1924 hat der Hambur=
giſche
Senat für die Neuwahl der Hamburger Bürger=
ſchaft
den 19. Februar 1928 als Wahltag feſtgeſetzt.
Reichskanzler Marx iſt zu einer kurzen Erholung in Sig=
maringen
eingetroffen. Reichsaußenminiſter Streſe=
mann
muß wegen einer Grippeerkrankung das Bett hüten.
Zum Botſchaftsrat der franzöſiſchen Botſchaft in
Berlin iſt an Stelle des nach Paris abberufenen de la Boulahe der
Geſandtſchaftsrat bei der franzöſiſchen Botſchaft in Bern,
Guerlit, ernannt worden.
Die New York World ſpricht ſich in einem Leitartikel, für
Räumungdes Rheinlandes aus.
Die Bank von Frankueſch hat mit der Ausgabe der ſchon
ſeit einiger Zeit angekündigten neuen 50 Fr.=Noten begonnen.
Die indiſchen Luftſtreitkräfte werden um zwei
Geſchwader vermehrt werden. In zwei Jahren werden ſie
wahrſcheinlich den vorgeſehenen Stand erreicht haben.
Der rumäniſche Außenminiſter Tituleseu hat am
Montag abend ſeine Auslandsreiſe angetreten.
Die Regierungsbildung in Lettland, die in die Hände
der Rechtsſozialiſten übergegangen iſt, hat bisher zu keinem Er=
gebnis
geführt.
Nach Meldungen aus Conſtanza geriet der ruſſiſche Paſſagier=
dampfer
Ogoza auf der Reiſe zwiſchen Nikolgjew und Noworoſ=
ſifski
in einen heftigen Sturm und ſank innerhalb kurzer Zeit.
Eine Rettungsaktion war unmöglich und 250 Paſſagiere, darunter
50 Schüler, fanden den Dod in den Wellen.

Die Kämpfe in Nicaragua.
TU. New York, 3. Januar.
Wie aus Nicaraguta berichtet wird, ſind die Anhänger des
Generals Sandino auch in einem zweiten Gefecht geſchlagen wor=
den
. Die amerikaniſchen Verluſte im Verlaufe der letzten Kampf=
handlungen
werden mit 1 Toten und 5 Verwundeten angegeben.
Die Truppen Sandinos ſollen angeblich ſchon in der erſten
Schlacht hundert Tote gehabt haben. Wie jetzt feſtgeſtellt werden
konnte, befindet ſich das Hauptquartier Sandinos in der Nähe
von El Chipote, 18 Meilen von Quilali entfernt am Rande
einer Urwaldwildnis, in der ſich die Nioaraguaner glänzend ver=
ſtecken
können. Die Amerikaner rechnen mit einer längeren Dauer

Lage der Republik Nicaragua in Zentralamerika.
der Feindſeiligkeiten. Waſhington will aus dieſem Grunde noch
weitere Truppen nach Nicaragua entſenden. Vielfach wird be=
fürchtet
, daß General Sandino über die Grenze von Honduras
entkommen könnte. Die amerikaniſchen Truppen haben jetzt in
der Nähe von Quilali ein feſtes Lager bezogen und ſenden von
dort aus einzelne Streifpatrouillen gegen die Sandinotruppen.
Die Tätigkeit der im Kampfgebiet ein geſetzten amerikaniſchen
Flugzeuggeſchwader ſoll den Nicaraguanern beträchtliche Ver=
luſte
zugefügt haben. General Sandino wird von vielen ſeiner
Anhänger als Märtyrer verehrt.

Um die Weltbefriedung.
Im Zeichen der Worte.
* Berlin, 3. Januar. (Priv.=Tel.)
Die erſten offiziellen Kundgebungen der verſchiedenen Staats=
häupter
Europas und der Regierungen ſind erlaſſen, die erſten
Reden gehalten, die erſten Interviews und politiſchen Rückblicke
erſchienen. Will man etwa von einer Unterredung des biberalen
engliſchen Sunday Chronicle mit Muſſolini abſehen, in der ſich
der italieniſche Miniſterpräſident aufs Prophezeien verlegt und
für das neue Jahr neben der Mehrung ſeines eigenen Ruhmes
eine grundlegende Wandlung der politiſchen Verhältniſſe in
Rußland vorausſagt, ſo beſchäftigen ſich alle oder faſt alle dieſe
Kundgebungen, Reden und Betrachtungen mit dem Problem der
Feſtigung des europäiſchen Friedens.
Es iſt ein charakteriſtiſches Zeichen der Zeit und der poli=
tiſchen
Entwicklung, daß heute, über neun Jahre nach Kriegs=
ſchluß
, noch immer das deutſch=franzöſiſche Verhältnis im Mittel=
punkt
der Betrachtungen ſteht, wenn von dem Problem der
Weltbefriedung die Rede iſt. Zwar haben in den letzten Monaten
mehrere andere Fragen viel von ſich reden gemacht. Dank dem
Charakter der Dwvergenzen, die zwar einen latenten Spannungs=
zuſtand
ſchufen, aber nicht zum akuten Konflikt ausreiften, konnte
die Gefahr für den europäiſchen Frieden aber ſtets in dieſen
Fragen bisher mit Erfolg ausgeſchaltet werden. Ein Beweis da=
für
, daß ſie ſowohl an allgemeiner Bedeutung für die Entwick=
lung
Europas als auch an innerem Format an die Tragweite
der noch immer angelöſten deutſch franzöſiſchen Streitfragen nicht
heranreichen.
Wie ſtellt ſich der Wert der zahlreichen Neujahrskundgebungen,
in denen das Ideal des Friedens und der Gerechtigkeit verherr=
licht
wird, für die praktiſche Politik dar? Reichspräſident von
Hindenburg hat in ſeiner Erwiderung auf die Anſprache des
Doyens des Diplomatiſchen Korps, Nuntius Pacelli, daranf hin=
gewieſen
, daß das deutſche Volk von eigenen Sorgen bedrückt iſt,
die es weder vergeſſen noch zurückſtellen kann, daß es aber trotz=
dem
gewillt iſt, ſich an der Arbeit um die Schaffung des echten
Friedens entſchloſſen und aufrichtig zu beteiligen. Dieſe Sorgen,
die das deutſche Volk nunmehr in das zehnte Friedensjahr hin=
überſchleppt
, ſind kürzlich dahin gekennzeichnet worden, daß eine
Sicherſtellung des Friedens und der gedeihlichen Fortenwicklung
in Mitteleuropa und eine wahrhafte Solidarität der europä=
iſchen
Nationen ſolange nicht erreicht werden kann, wie das
Rheinland entgegen allen Freundſchaftsbeteuerungen weiter be=
ſetzt
bleibt, und Polen eine ſtändige Bedrohung des deutſchen
Oſtens bildet. Statt deſſen wird von den franzöſiſchen Ruſern
imr Streit, deren prominenteſter Vertreter einer Jouvenek iſt, nach
wie vor Erhöhung und Vermehrung der franzöſiſchen Sicherheit
gefordert. Frankreich, das eben erſt im Begriff ſteht, ein Ver=
teidigungsſyſtem
zu organiſieren, das bisher einzigartig in der
Welt daſteht, und eine Armee zu ſchaffen, die ihresgleichen ſucht,
fühlt ſich noch immer von Deutſchland bedroht, das entwaffnet
und wehrlos iſt, das unter einer ſchweren Finanzlaſt ſtöhnt, dem
kaum der notwendige Atem zum Leben gegönnt wurde, das ſich
außerdem aber freiwillig im Locarnovertrag und durch ſeinen
Eintritt in den Völkerbund zu einer Sicherheitsgavante ver=
pflichtet
hat, deren Vollkommenheit von den mächtigſten Staaten
Europas gewährleiſtet wird. Wenn anläßlich der Neujahrs=
empfänge
in Paris alſo gleichfalls von den großen Menſchheits=
rechten
, von dem modernen Fortſchritt, von dem Prinzip des
freundſchaftlichen und vertrauensvollen Zuſammenarbeitens die
Rede iſt, ſo können dieſe Worte in Deutſchland wohl eben
kaum anders denn als Worte empfunden werden. Die Befriedung
der Welt kann nur erreicht werden, wenn der Abſtand, der noch
immer zwiſchen den Worten und den Taten bei den gegenwär=
tigen
Lenkern der europäiſchen Politik beſteht, endgültig. ver=
ſchwindet
, wenn die Worte nicht mehr dazu dienen, um ſeine
Gedanken zu verbergen, ſondern wenn ſie den Inbegriff des Wil=
lens
zur Tat darſtellen. In Paris ſcheint man noch ſehr weit
davon entfernt zu ſein.
In deutſchen Betrachtungen iſt das neue Jahr vielfach als
das Jahr der notwendigen Rheinlandbefreiung bezeichnet wor=
den
. Der fpanzöfiſche Außenminiſter Briand hat ebenfalls einem
engliſchen Blatt über ſeine Hoffnungen umd Ziele für das neue
Fahr ausgeſagt, er erhoffe eine Weiterentwicklung der voſi
Streſemann und ihm eingeleiteten Annäherungspolitik. Er ſelbſt
konſtruierte die Alternative: Verſtändigung oder Krieg. Deutſch=
land
iſt, wie Hindenburg noch einmal nachdrücklich betont hat,
zu einer dauerhaften Verſtändigung, zu einem Ausbau des
Friedens bereit. Es wird an Frankreich liegen, ob die vielen
ſchönen Worte, die heute über Völkerverſtändigung und Weltbe=
friedung
geſagt worden ſind, zur Tat werden.

* Hofprediger und Volksſchriftſieller.
Zu Emil Frommels 100. Geburtstag (5. Januar).
Von Profeſſor Dr. phil. h. e. Karl Berger.
Auf Johann Peter Hebel dürfen zwei Arten deutſcher Dich=
tung
als ihren Ahnherrn zurückblicken: der durchſchlagende Er=
folg
ſeiner Alemanniſchen Gedichte hat auch anderen Dichtern
Ober= und Mitteldeutſchlands den Mut gegeben, mit ſtamm=
heitlich
vollſprachlichen Schöpfungen hervorzutreten, und ſo iſt
die mundartliche Lyrik zugleich eine Volksangelegenheit und
literaturfähig geworden; ſogar auf Niederdeutſchland erſtreckte
ſich Hebels Einfluß, denn ein halbes Jahrhundert nach dem
erſten Auftreten des Alemannen ſchuf Klaus Groth, von deſſen
Gedichten angeregt, in ſeinem Quickborn ein niederſächſiſches
Seitenſtück von ebenbürtigem Rang und gab ſo die Anregung
Hebels weiter an eine neue Generation von Dialektdichtern. Als
Rheiniſcher Hausfreund, der ſeine Perlen in einem beſonderen
Schatzkäſtlein ſammelte, wurde Hebel aber auch der Vater aller
neueren Kalenderſchreiber und Volksſchriftſteller. Es iſt kein Zu=
fall
, daß der am weiteſten verbreitete, in einer Millionenauflage
erſcheinende Volkskalender, der Lahrer hinkende Bote, in
Hebels Heimatland begründet worden iſt, daß ferner gerade das
Bädener Land eine große Anzahl von bedeutenden Volksſchrift=
ſtellern
mit geiſtlichem Einſchlag hervorgebracht hat. Unter ihnen
ragen hervor die Kaiholiken Alban Stolz und Heinrich Hans=
jakob
, zwiſchen die ſich nach Alter, Art und Rang der evange=
liſche
Pfarrherr Emil Frommel ſtellt. Sie alle ſind von
Hebels Geiſt unmittelbar berührt, keiner mehr als der etwas
über ein Jahr nach des alemanniſchen Dichters Tode (am 5. Ja=
nuar
1828) zu Karlsruhe, der langjährigen Wirkungsſtätte
Hebels, geborene Sohn des Malers, Kupferſtechers und Galerie=
direktors
Karl Ludwig Frommel und ſeiner dem altelſäſſiſchen
Patriziergeſchlecht Gambs entſproſſenen Ehefrau. Wäre es den
Neigungen des jungen Emil Frommel nachgegangen, ſo wäre
er, das mittlere von fünf Geſchwiſtern, wenn nicht Künſtler gleich
dem Vater, am liebſten Mediziner geworden, doch der Mutter
zuliebe, die ſelbſt eine Predigerstochter war und einem welt=
ſcheuen
Pietismus huldigie, verſuchte er’s mit der Theologie.
Dieſes Studium und mehr noch die praktiſche Ausübung des
Prediger= und Seelſorgeramtes erwies ſich für ihn nach wancher=
lei
inneren Kämpfen und Zweiſeln als das Richtige, um ſo
mehr, als er dabei auch ſeine eigentümlichen dichteriſchen Gaben
entfalten und auswirken konnte. Frommel hat, ehe er (1869) Ber=
liner
Garniſonprediger und nach dem Kriege von 1870/71, den
er als Feldgeiſtlicher im Werderſchen Korps mitmachte, Hof=
prediger
ward, eine gründliche Schule in allerlei Pfarrämterm

durchgemacht. Den Studenten zu Halle und Erlangen hatte weder
die apologetiſche Gelehrſamkeit glaubenseifriger Profeſſorem, wie
Tholuck, noch die Freigeiſterei der Bruno Baur, Feuerbach, Ar=
nold
Ruge und Nonge ganz in ihren Bann zu ziehen vermocht,
aber die lebendige Frömmigkeit eines älteren befreundeten Bal=
ten
hatte es ihm angetan und ihm eine Theologie des Lebens
vermittelt, vie er ſie brauchen konnte. Bedeutſam für ſeine ganze
ſpätere Entwicklung wurde, daß er, der reich und fein gebildete
Sohn einer Künſtlerfamilie, ſeine amtliche Laufbahn als Bau=
ernprediger
begann. Da lernte er ſchon als Vikar zu Altlußheim
bei Schwetzingen von ſeinem erſten Pfarrer, einem rationaliſti=
ſchen
Griesgram, wie man es nicht machen durfte, dann von
ſeinem zweiten Pfarrherrn, dem gewialen Erweckungsprediger
Dr. Aloys Henberger in Spöck bei Durlach, wie man dem Leu=
ten
nicht nur die Suppe kocht, ſondern ihnen auch den Löffel
dazu in die Hand gibt. War der junge Eiferer nach ſeinem
eigenen Geſtändnis zuerſt als Donnerſohn auf die Kanzel
getreten, gewillt, die Seelen ſeiner Bauern vierſpännig in den
Himmel zu fahren, ſo lehrte ihn ſeine verſtändnisvolle Liebe
zum Volke bald, daß nicht trockene, mit Glaubensſätzen geſpickte
Lahre, nicht ſalbungsvolle Anführung bibliſcher Sprüche den Weg
zum Herzen der Hörer bahne, ſondern nur anſchaulich=lebendiger,
von Herzen kommender Vortrag der ewigen Wahrheiten unter
Beziehung auf die Erfahrungen, die Gedanken, Empfindungen
und den Intereſſenkreis der Gemeinde. Dazu aber konnte nur
Kenntnis des Volkes verhelfen: die verſchaffte ſich ſchon der An=
fänger
im Amte durch ſteten Verkehr mit den Leuten. Den Alten
lauſchte er auf dem Felde oder daheim am Kachelofen ihre volks=
tümliche
Weisheit ab, zu den Jungen ſetzte er ſich in die Spinn=
ſtube
, nicht um mit zorniger Rede über das da und dort herr=
ſchende
Unweſen zu zetern, ſondern um durch Pflege des Ge=
ſangs
, durch Vorleſen und Erzählen eigener oder fremder Sachen
den Geiſt der Jugend zu heben. So entickelte Frommel ſchon
von ſeinem 22. Jahre ab die Fähigkeiten, deren immer ſtärkere
Entfaltung ihn zu einem Auserwählten unter der gewaltigen
Zahl von Berufenen, ſowohl als Volksprediger wie als Volks=
ſchriftſteller
, machen ſollte. Weite Reiſen, wie die nach Italien,
insbeſondere Rom, im Jahre 1852/53, unabläſſige Studien und
der Dienſt als Hof= und Stadtvikar, dann als Stadtpfarrer in
Karlsruhe (18541863), weiterhin (18641869) als Paſtor in
Barmen vollendeten ſeine Ausbildung zu ſeinem Doppelberufe.
Dem künſtleriſch=freien Manne wurde deſſen Ausübung von den
ſich bekämpfenden Kirchenparteien oft ſchwer gemacht. Aber als
ſchlichter Paſtor wie als gefeierter Berliner Hofprediger verſtand
er es ſtets, ſich über die Parteien zu ſtellen, den Armen wie den
Reichen, dem Kaiſer wie dem einfachen Mann mit gleſcher Lieb=
und gleich warmherziger Offenheit zu dienen. Auf der Kauze

ſtand er nicht bloß tatſächlich, auch bildlich genomen über allen:
da ſprach er ſeinen zum Gottesdienſt befohlenen Soldaten nie
von Dienſt und Drill, nie von den Gefahren der Sozialdemo=
kratie
, ſondern nur von dem, was alle verbindet, von Gottes=
glauben
und göttlicher Liebe. Was ſeine Volksſchriftſtellerei aus=
zeichnete
, machte auch ſeine Predigten volkstümlich und anziehend
für alle ohne Unterſchied der Bildung und der Stände: ein
farbenreicher, bildkräftiger Stil, ein froher Ernſt, der Witz und
Humor nicht verſchmähte und, um mit Schleiermacher zu reden,
alles wit Religion geſchehen, aber Religion nicht alles ſein
läßt. Wie ſeinen Erzählungen ſtets eine ethiſche Endabſicht
zugrunde liegt, ohne daß ſie in aufdringliches Moraliſiexen ver=
fallen
, ſo übte er in ſeinen Predigten die reizende Kunſt, aus
dem Leben genommene Gleichniſſe und Erzählungen einzuſtreuen.
Seine weltfrohe Auffaſſung des chriſtlichen Lebens ließ ihn auch
engherzigem Muckertum und weltflüchtigem Pietismus gegen=
über
für das Recht der Kunſt im Gottesdienſt und im chriftlichen
Alltagsleben eintreten, wie ſeine Schriften Sanges Recht und
Pſlicht, Händel und Bach, Kunſt im täglichen Leben ue a.
beweiſen. Ein treuer Sohn und Diener ſeiner Kirche, wurzelte
er mit allen Faſern ſeiner leidenſchaftlichen und empfindſamen
Seele im deutſchen Volkstum, zu dem ihm auch das Chriſtentum
gehörte. Seine gerühmte Ueberparteilichkeit hinderte ihn, den
Süddeutſchen, den Badener, nicht, im Schickſalsjahr 1866 leiden=
ſchaftlich
für Preußen und deſſen Führerrecht einzutreten. So
ward Frommel nicht bloß geiſtlich=chriſtlicher, ſondern auch bäter=
ländiſch
=nationaler Erzähler. Wie er als Prediger die gemüit=
volle
Stimmung pflegte, ſo bezauberte er die Leſer ſeiner Volks=
ſchriften
durch eine wahre Liebe und Güte, durch ein von un=
endlicher
Liebenswürdigkeit getragenes Plaudertalent. Seine
Geſammelten Erzählungen darunter beſonders das Heinerle
von Lindenbronn Aus der Familienchronik eines geiſtlichen
Herrn Aus vergangenen Tagen, O Straßburg, du wunder=
ſchöne
Stadt, die Geſchichte einer Pfarrfrau In zwei Jahr=
hunderten
, ſichern Frommel einen dauernden Platz in der deut=
ſchen
Volksliteratur. Das außerdem nach ſeinem Tode von ſeiner
Familie herausgegebene Frommel=Gedenkwerk (19001904)
(7 Bände mit Biographie, Briefen, Reden, Denkſprüchen, aus=
gewählten
Predigten) wird nebſt Frommels gehaltvollen auto=
biographiſchen
Schriften ſein Gedächtnis in beſtimmten Kreiſen
noch lange wach erhalten. Aber über alldem ſteht ſeine pracht=
volle
Perſönlichkeit: Was er war, ſo ſagt mit Recht ſein Sohn
Otto Frommel, was er den Menſchen war, die mit ihm in Be=
rührung
kamen, ſcheint mir der Kernpunkt ſeiner Bedeutung zu
ſein, mehr noch als alles, was er als Theologe, Prediger, Seel=
ſorger
und Schriftſteller gelehrt, gewirkt und geſchrieben hat.
Frommel iſt am 9. November 1896 geſtorben, aber er lebt noch,
r wirkt noch mit der Friſches eines Lebendigen,

[ ][  ][ ]

Nummer 4

Mittwoch den 4. Januar 1928

Seite 3

Waſhingtons Antwort.
Keine Extrafreundſchaft für Frankreich.
Keine Gnade des Gläubigers gegenüber dem
Schuldner. Ernüchterung in Paris.
Man muß es den Politikern an und um den Quai d’Orſay
laſſen, daß ſie in allerha d Transaktionen an den Börſen der ſchon über den Wert ſolcher Vereinbarungen mehr platoniſcher
internationalen Politik eine außerordentliche Rührigkeit ent=
falten
. Das neueſte Aktienpaket, deſſen Erwerb ihnen zurzeit
dringend am Herzen liegt, betrifft die beſondere Freundſchaft
mit Amerika. Bereits vor längerer Zeit hat Briand bekanntlich
das Angebot eines ewigen Friedenspaktes in Waſhi gton
überreicht, wobei er vielleicht nicht ganz vergeſſen hat, in ſeinem
Unterbewußtſein ſich deſſen zu erinnern, daß Frankreich auch
ſonſt noch mit den Vereinigten Staaten von Amerika einige kleine
Rechnungen, die im allgemeinen über Wallſtreet präſentiert wer=
den
, zu begleichen hat. Man hat die liebenswürdige Geſte des
franzöſiſchen Außenminiſters von Waſhington aus mit einer
nicht weniger liebenswürdigen erwidert und ſich nach längerem
Hin und Her dazu entſchloſſen, in Paris den Entwurf eines
Schiedsvertrages zu unterbreiten. Obſchon man in den politiſchen
Kreiſen Waſhingtons es vorerſt ablehnt, ſich über die amerika=
niſchen
Vorſchläge zu äußern, ſteht es doch bereits außer Zweifel,
daß dieſe Vorſchläge den Pariſer Wünſchen und
Hoffnungen ganz und gar nicht entſprechen. Das,
was man in Paris wünſchte, hat Herr Briand zum neuen Jahre
als ein Vertragsinſtrument hingeſtellt, durch welches
der Krieg ungeſetzlich gemacht würde. In den Wein
dieſer Neujahrshoffnungen hat nun die Antwort Waſhingtons
augenſcheinlich reichlich Waſſer geſchüttet. Die Vereinigten Staa=
ten
halten nämlich die Formulierung des Herrn Briand für
durchaus unerwünſcht, weil dadurch einſeitige Bindung entſtehen
müßte, und überdies ſteht man in Waſhingtoner Krei=
ſen
auf dem Standpunkt, daß eine derartige For=
mulierung
eine praktiſche Unmöglichkeit wäre.
Schließlich iſt von den Pariſer Hoffnungen in den Gegen= werden ſollte.
vorſchlägen Waſhingtons nichts weiter übrig
geblieben als die Bereitwilligkeit, nach ver=
ſchiedenen
Vorbehalten, die durch die beſondere Stel=
lung
der Vereinigten Staaten bedingt ſind, einen Vertrag zwi=
ſchen
Waſhington und Paris abzuſchließen, wonach
Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen den bei= klärung gegen den Krieg abzugeben, daß es für ſie aber un=
den
Staaten ſchiedsgerichtlich auszutragen
wären. Zudem wird weiterhin unterſtrichen, daß es ſich ledig=
lich
um einen Schiedsvertrag handeln könne, der auch
auf das übrige Europa paſſe und daß von einem
beſonderen Freundſchaftsvertrag mit Frank= tarmächte eines allgemeinen Abkommens zu werden, das Frank=
reich
keinesfalls geſprochen werden könne.
Andere Meldungen gehen ſogar ſo weit, zu ſagen, daß das
Staatsdepartement in Waſhington die Ausdehnung ſolcher
Sch edsverträge auf andere Mächte geradezu als eine Vorbe= einen beſonderen Vertrag gewünſcht habe, der wirklich und end=
dingung
für den Abſchluß eines Schiedsvertrages mit Fpankreich
betrachte. Nicht ohne Fronie ſagt die dem Weißen Hauſe nahe= reich unmöglich mache. Dies ſei aber nur durchzuführen durch
ſtehende Waſhington Poſt, daß Frankreich augenſcheinlich einen ein nur zwiſchen zwei Mächten abzuſchließendes Abkommen.
Vertrag wünſche, der den Anſchein einer beſonderen Freundſchaft
Amerikas für Frankreich erwecken möchte. Die Folgerung würde
dann ſein, daß ein ſo guter Freund es wohl nicht übers Herz
bringen könnte, vückſichtslos in ſolchen Dingen vorzugehen wie der allgemeinen Abſicht bedeuten würde, die keineswegs geſetzlich
in Kriegsſchulden. Das Blatt betont, daß Amerika der Freund
aller Nationen zu ſein wünſche. In Waſhington ſei man ge=
den
Weg zu ſtellen; niemals jedoch dürfe Amerika mit einer ein= tikauiſch=franzöſiſchen Schiedsgerichtsvertrag, der anfangs Fe=
zelnen
Macht vereinbaren, daß es nie und unter keinen Um= bruar abläuft, durch ein neues Abkommen zu erſetzen, kaum
ſtänden einen Krieg erklären werde. Baltimore Sun meint,
daß, ſofern Frankreich ſich dagegen wende, daß die Vereinigten
Staaten ähnliche Schiedsgerichtsverträge mit anderen Nationen
tätigen, ſo müſſe dadurch bedauerlicherweiſe der Eindruck erweckt
werden, daß es Paris mehr auf die Sicherung einer
amerikaniſchen Neutralität Frankreich gegen=
über
im Falle eines Krieges ankomme als auf
die Sicherung des Friedens.
ſam, daß, falls der amerikaniſche Vorſchlag zutreffe, den Vertrag rechnen ſei. Zwar ſei man weit entfernt von dem feierlichen
auf andere Mächte auszudehnen, dadurch ein ſolcher ewiger
Freundſchaftsvertrag mit Frankreich in ſeiner Bedeutung ſehr, die von Waſhiugton dem Quai dOrſay übermittelten Texte ent=

herabgemindert werde. Auch der Gaulois findet eine ſolche
Außergeſetzerklärung des Krieges höchſt platoniſch, die keinen der
Fälle ins Auge faſſe, wo eine der beteiligten Mächte Opfer eines
nicht provozierten Angriffs werde. Aehnlich äußern ſich auch die
meiſten anderen Pariſer Zeitungen.
Bekanntlich haben die dem Völkerbund angehörenden Mächte
bereits im vergangenen September eine ähnliche Erklärung ge=
meinſam
abgegeben, durch die jeder Angriffskrieg als verboten
bezeichnet wird. Wozu alſo die ganze Aufregung, wenn man
Natur überhaupt ſehr verſchiedener Anſicht ſein kann.
Amerika und der Antikriegspakt.
EP. Waſhington, 3. Januar.
In Kreiſen des Staatsdepartements erklärt man, daß die
amerikaniſche Regierung der franzöſiſchen Regierung mitgeteilt
habe, die Vereinigten Staaten ſeien bereit, den
von Briand ſeinerzeit angeregten Antikriegs=
pakt
auf mehere andere Mächte auszudehnen.
Die Vereinigten Staaten würden dieſe Ausdehnung im
übrigen als notwendige Vorbedingung für den
Abſchluß dieſes Vertrages anſehen und müßten ſich
weigern, einen Vertrag zu unterzeichnen, der
nur von Frankreich und den Vereinigten Staa=
ten
unterzeichnet worden iſt. Sofern eine Gruppe von
Staaten ſich nichtformell verpflichten würde, nicht mehr Kriege
untereinander zu führen, glaubt man in amerikaniſchen Regie=
rungskreiſen
, daß der Sache des Friedens ſtark gedient wäre,
wenn die fraglichen Mächte auch nur unverbindlich und feier=
lich
proklamieren würden, ſie würden ohne zwingende
Gründe nicht mehr einen Krieg erklären. Es iſt
möglich, daß die amerikaniſche Regierung die Abgabe einer ſol=
chen
feierlichen Erklärung den anderen Mächten vorſchlagen
wird. In welcher Form dieſe Erklärung abgegeben werden ſollte,
ſteht dagegen augenblicklich noch nicht feſt. Die amerika=
niſche
Regierung wäre der Anſicht, daß eine
ſolche Erklärung gemeinſam beſonders von den
Vereinigten Staaten, England, Frankreich,
Deutſchland, Italien und Japan abgegeben
Wie der Chicago Tribune aus Waſhington gemeldet wird,
wird aus zuſtändiger Quelle bekannt, daß die Vereinigten Staa=
ten
Frankreich davon in Kenntnis geſetzt haben, daß ſie wohl
bereit ſeien, mit noch anderen Großmächten zuſammen eine Er=
möglich
ſei, ein zweiſeitiges Abkommen lediglich zwiſchen den
Vereinigten Staaten und Frankreich, ſo wie es Briand vorge=
ſchlagen
habe, zu unterzeichnen. Die Vereinigten Staaten ſeien
hierzu keineswegs bereit, ſondern nur Willens, eine der Signa=
reich
mit anderen Mächten einbegreifen würde. Frankreich ſei
aber bisher gegen den Gedanken, einen derartigen allgemeinen
Pakt abzuſchließen, geweſen, weil die franzöſiſche Regierung
gültig einen Krieg zwiſchen den Vereinigten Staaten und Frank=
Die Vereinigten Staaten vertreten die Anſicht, daß eine Erklä=
rung
, die den Krieg außerhalb des Geſetzes ſtelle und die von
einer Anzahl von Nationen unterzeichnet würde, eine Feſtſtellung
bindend ſein würde; es würde ſich lediglich um eine moraliſche
Verpſlichtung handeln. Die Chicago Tribune vertritt die An=
willt
, mit allen Nationen gemeinſam dem Krieg Hinderniſſe in ſicht, daß auf Grund dieſer Lage die Abſicht, den bisherigen ame=
durchgeführt
werden könnte, da noch lange Verhandlungen not=
wendig
ſein würden, um die Lage zu klären.
Paris gegen eine Verallgemeinerung
des Antikriegspaktes.
EP. Paris, 3. Januar.
Eine anſcheinend aus offiziöſer Quelle ſtammende Meldung
In Paris iſt denn auch die Ernüchterung bereits, der Agentur Radio präziſiert die Umſtände, unter denen mit dem
groß. Das linksſtehende Oeuvre macht u. a. darauf aufmerk= Abſchluß eines franzöſiſch=amerikaniſchen Antikriegspaktes zu
Pakt, den Briand den Vereinigten Staaten vorgelegt habe, denn

hielten in der Hauptſache nur Schiedsgerichtsllaufeln, die dazu
beſtimmt ſeien, den im Februar ablaufenden Bryand=Rott= Ver=
trag
zu erfetzen, und außerdem eine Präambel, in der der Ver=
zicht
auf jeden Krieg erklärt werde. Aber dieſer Vertrag ſoll
nur zwiſchen Frankreich und Amerika abgeſchloſſen werden
und ſtehe nicht allen anderen Ländern offen. Dagegen ſei es den
anderen Mächten möglich, ähnliche Verträge mit den Vereinigten
Staaten abzuſchließen, nicht aber unter ſich, denn es ſei nicht be=
abſichtigt
, durch dieſe Verträge einen Erſatz für den Völkerbunds=
pakt
zu ſchaffen.
Engliſches Echo zu Amerikas Vorbehalten.
EP. London, 3. Januar.
Uleber den Inhalt des amerikaniſchen Memorandums an
Frankreich betr. den franzöſiſch=amerikaniſchen Antikriegs=Pakt
liegen in London mehrere Berichte und genauere Einzelheiten
vor. Der Times zufolge iſt die Schiedsklauſel das
Wichtigſte in dem Memorandum. Amerika ſoll ſich
das Recht vorbehalten haben, daß es die einzelnen Fälle nicht
automatiſch vor den Hnager Schiedsgerichtshof zu bringen hat,
ſondern daß dies nur mit beſonderer Zuſtimmung der amerikani=
ſchen
Regierung geſchehen kann. Frankreich ſeinerſeits hätte be=
ſtimmte
Reſerven gemacht, daß eine etwvaige Ueberweiſung an den
Haager Schiedsgerichtshof nicht mit den beſtehenden Verträgen
kollidiere, was ſich nach Auffaſſung des diplomatiſchen Korre=
ſpondenten
des Daily Telegraph in verſchleierter Form auf die
Klauſeln des Verſailler Vertrages und anderer Verträge beziehen
könnte. Uebereinſtimmend wird berichtet, daß Amerika drei Kate=
gorien
von Streitfällen von dem Vertrag ausgenommen hat:
1. Angelegenheiten innerer oder heimiſcher Natur: 2. Streitfälle,
in die eine dritte Macht verwickelt iſt; 3. Fragen, die eine mögliche
Beziehung zur Monroe=Docktrin haben. Dieſe Vorbehalte ſeien
mit Rückſicht auf den Senat begründet, ſowie auf die aus dem
Bürgerkrieg ſtammenden Schulden an England.
Weiter iſt der Korreſpondent des Blattes der Anſicht, daß
hierdurch die Bedeutung des Memorandums tatſächlich auf eine
geringe Anzahl von Auseinanderſetzungen beſchränkt wird. Im
übrigen habe der amerikaniſche Botſchafter in London vor einem
Jahre ähnliche Vorſchläge für einen engliſch=amerikaniſchem Pakt
gemacht, dem dann weitere zwiſchen Amerika und Deutſchla id
und Amerika und Frankreich folgen ſollten. Der Pakt enthalte
weiter keine Klauſel, die die Rechte und Verpflichtungen Frauk=
reichs
bezüglich des Art. 16 des Völkerbundsſtatuts berühre, der
ſich auf die Sanktionsfrage bezieht.
Die franzöſiſche Antwort iſt in New York noch nicht einge=
troffen
. Der Times=Berichterſtatter in Waſhinaton meldet,
daß nach ſeinen Informationen Coolidge eine feſte Verpflichtung
hinſichtlich der Ungeſetzlichkeit eines Krieges und den Verzicht auf
Gewalt an und für ſich ablehne, da er hierdurch in die Rechte des
Senats eingreifen würde, dem die Entſcheidung über Krieg und
Frieden zuſtehe. Er ſoll indeſſen die Auffaſſung ausgedrückt
haben, daß eine Deklaration im Sinne Briands die Sympathie
Amerikas finden könnte, wenn gleiche Vorſchläge von allen Staa=
ten
gemacht würden.
Sir Joſiah Siamp über eine Reviſion
des Dawesplanes.
Paris, 3. Januar.
Paris Midi veröffentlicht in ihrem Wirtſchaftsteil Erklä=
rungen
, die Sir Joſiah Stamp, einer der engliſchen Unterzeichner
des Dawesplans, einem Korreſpondenten des Blattes abgegeben
hat. Danach habe er auf die Frage, ob man den Dawesplan revi=
dieren
werde, geantwortet, man werde doch wohl zu einer all=
gemeinen
Reviſion kommen müſſen. Er denke nicht nur an die
Beſonderheiten des Dawesplanes. Man werde ſoweit gehen
müſſen, die bis jetzt angewandten Methoden zu prüfen. Jedoch
werde man dieſe Aenderungen nur in einem rein wirtſchaftlichen
Geiſte ohne jeden politiſchen Gedauken erörtern müſſen. Auf
die Frage: Faſſen Sie dies alles für die nahe Zukunft ins
Auge?, habe Sir Joſiah Stamp geantwortet, man dürfe nicht
allzulange warten.
Die deu ſch=griechiſchen Handelsvertrags=
verhandlungen
.
Berlin, 3. Januar.
Zu der Notiz eines Berliner Blattes, wonach Griechenland
neue Vorſchläge zum deutſch=griechiſchen Handelsvertrag gemacht
hat, wird mitgeteilt, daß die griechiſche Regierung allerdings
ihren Verzicht auf 8 18 Anlage 2 zum Teil VIII (Repreſſalien)
ausgeſprochen und ſich bereit erklärt hat, dieſen Verzicht gleich=
zeitig
mit der Unterzeichnung des deutſch=griechiſchen Handels=
vertrages
offiziell auszuſprechen. Es kann aber nicht in Frage
kommen, daß Deutſchland als Gegenleiſtung für dieſer Verzicht
weitere Tarifermäßigungen ausſprechen ſollte.

Die ſtaatliche Kunſtgewerbeſchule
Pforzheim
feierte in dieſen Tagen ihr 50jähriges Jubiläum mit einer ſehr
inſtruktiven Ausſtellung von Schülerarbeiten unter Leitung des
Direktors Profeſſor O. Haupt. In überſichtlicher, auch geſchmack=
lich
guter Aufmachung wird ein methodiſch klug geführter Lehr=
gang
gezeigt, bei dem man lobenswerter Weiſe nicht nur die
bekannten beſten Schülerarbeiten kennen lernt. In wohltuen=
dem
Abſtand von anderen Kunſtgewerbeſchulen, die auf allen
Gebieten zu Hauſe ſind, beſchränkt ſich hier das Ausbildungsziel
auf die Edelmetall= und verwandten Gewerbe und konzentriert
ſomit die Leiſtung. Dazu trägt auch der Umſtand bei, daß das
Schülermaterial in Werkſtätte und Fabrik techniſch in einem
hohen Grade vorgebildet iſt.
Eine retroſpektive, in je 10 Jahresabſchnitte geteilte Abtei=
lung
gewührt von, dem Jahre 1877 an intereſſante Einblicke,
nicht allein hinſichtlich der einſchlägigen Lehrgepflogenheiten,
ſondern auch in bezug auf die Zeitanſchauung. Sie führt zu=
nächſt
mitten in die Zeit der Stilimitation. Man ſieht die
Zeugen der deutſchen Renaiſſance, wobei offenbar. Hirth’s
Formenſchatz häufig Paten geſtanden iſt, dann Barock und dann
die Spätbarocke. In dieſen Stilen wurden auch Schmuckſtücke
entworfen. Auf peinliche, genaue Zeichnung, ſehr häufig noch
nach Gipsmodellen, legt man größten Wert. In den folgenden
Zeitabſchnitten drängt ſich dann der beginnende Naturalismus
und ſchließlich der Jugendſtil herein. In der Gegenwart ſtehen
die Zeichnungsklaſſen dieſen hiſtoriſchen Arbeiten an genauer
Zeichnung ſicher nicht nach, aber das Objekt hat gewechſelt. Die
Naturſtudie iſt es und die (eräteform, welche heute das Vorbild
abgeben. Auf beiden Gebieten leiſtet die Klaſſe Ewerbeck Vor=
zügliches
. Auch die Modellierklaſſe Prof. Kowarzik beſchreitet
erfolgreich den gleichen Weg, nur daß ſich Reliefſtudien erwei=
ternd
hinzufügen. In die Stiliſierung leitet dann die Klaſſe
Prof. Goeßell hinüber, der darauf fußend, ſeine Schriftklaſſe
aufbaut. In ähnlicher Weiſe geht Prof. Kaſſube im Modellieren
dor und erreicht eine ſtark vereinfachte, geſchloſſene Form, eine
Tendenz, die namentlich in ſeiner Elfenbein= und Holzſchnitzerei=
klaſſe
deutlich wird Profeſſor Joho faßt ſeinen Zeichnungs=
unterricht
mehr vom farbigen Geſichtspunkt aus auf. Die Ge=
ſchmacksbildung
auf dem Gebiete der Farbe durch die Natur=
ſrudie
iſt ſein Ziel. Von hier aus beſchreitet er dann in eigen=
artiger
Weiſe das Gebiet der Graphik. Prof. Müller=Salem
treibt mit ſeinen hülern ein ſtrenges Figuren= und Aktſtudium,
insbeſondere in der Richtung des Richtigſehenlernens. Die
Modellierklaſſen Prof. Sautter und Wolber ſtellen ſich die Auſ=

gabe, den Schülern von der Pflanzenſtudie bis zum Akt zu bilden
und beſchreiten dabei ganz verſchiedene Wege. Dort tritt die
Einſtellung auf die große Form in ausgeſprochener Weiſe her=
vor
, während hier das liebevolle Eingehen auf die charakteri=
ſtiſche
Einzelheit ausſchlaggebend erſcheint. Von größtem In=
tereſſe
ſind natürlich an der Kunſtgewerbeſchule Pforzheim die
eigentlichen Fachklaſſen und Werkſtätten. Prof. A. Schmid leitet
die Metallklaſſe im Sinne einer eingehenden künſtleriſchen Durch=
bildung
im Treiben, Ziſelieren, Gravieren. Eine ſpezielle
Klaſſe für Gravieren, Tauſchieren u. a. führt Profeſſor R. Ko=
warzik
. Die Gold= und Silberſchmiedewerkſtätten erhalten durch
die ausgeſprochenen Künſtlerperſönlichkeiten von Profeſſor A.
Ungerer und Prof. Th. Wende eine ſtarke Prägung.
Die Stärke Ungerers liegt offenbar in einer dekorativen
freien Zierform, mit der er ſich in der Häuptſache auf den
Schmuck einſtellt. Wende dagegen vermittelt neben ſehr ſchönen
Metallgeräteformen eine Ornamentation, deren Elemente uns
offenbar den Einfluß moderner Technik verraten. Seine Auf=
faſſung
in der Zellen= und Grubenſchmelztechnik iſt eine abſolut
perſönliche Das Gleiche muß von der Emailwerkſtätte von
Profeſſor Hildenbrand geſagt, werden, die in ihrer Eigenart
nicht weniger ſtark erſcheint und namentlich auf dem Gebiete
des transluciten und geſchliffenen opaken Schmelzes hervor=
ragendes
leiſtet. Nicht unerwähnt darf die Steinſchneideklaſſe
von Profeſſor F. Eppler bleiben, die ſich vor allem durch bewun=
dernswerte
teihniſche Geſchicklichkeit auszeichnet. Die ziemlich
umfangreiche Ausſtellung der Kunſtgewerbeſchule Pforzheim be=
weiſt
, daß dieſes Inſtitut nicht nur im Umkreis der Edelmetall=
fachſchulen
einen erſten Rang einnimmt, ſondern auch im Ver=
gleich
mit anderen Kunſtgewerbeſchulen mit an erſter Stelle ſtehr.

Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Adolf Buſch ſpielt am 8. Januar in Paris das
Beethovenſche Violinkonzert.
Japaniſche Parias. Großes Aufſehen erregte vor einiger
Zeit die Tat eines Soldaten der japaniſchen Armee, der bei den
großen Manövern dem Kaiſer eine Bittſchrift überreichte, in der
er um beſſere Behandlung der Cta=Kaſte flehte. Er wurde zwar
wegen Nichteinhaltung des Inſtanzenweges zu einem Jahr Ge=
fängnis
verurteilt, aber auch ſämtliche Offiziere des Regiments
erhielten Strafen, wodurch die Berechtigung ſeiner Klage aner=
kannt
wurde. Man erfuhr dadurch, daß es in Japan noch immer
eine Paria=Klaſſe gibt, obevohl die alten Klaſſenunterſchiede be=
reits
im Jahre 1871 abgeſchafft ſind. Aber Vorurteile erhalten
ſich lange, und der Gemeine Kitahara litt als Soldat unter einem

Vorurteil, das viele Jahrhunderte, ja vielleicht Jahrtauſende an=
dauert
. Eta heißt auf japaniſch unrein und bezeichnet eine
Kaſte, der in Altjapan die Tierſchlachier, Gerber, Lederarbeiter,
und Henker angehörten. Man hat dieſen Kaſtengeiſt im Neich des
Mikado mit der Einführung des Buddhismus im Jahre 552 u.
Chr. zuſammengebracht, aber wahrſcheinlich hängt er mit der
Religion des alten Japan, dem Schinto, zuſammen, und be=
ſtand
ſchon viel früher. Die Schinto=Religion iſt beſonders emp=
findlich
gegen Unreinheit, die durch Blut, Tod und Verſtüm=
melung
hervorgerufen wird. Diejenige Klaſſe, die durch ihren
Beruf mit Blut und Tod in nahe Berührung kam, wurde daher
ſür unrein erklärt, und in jeder alten japaniſchen Gemeinde gab
es ein beſonderes Viertel, in dem die Eta wohnten, die die
Wäſche und das Begraben der Toten, das Schlachten der Tiere
und das Gerben der Häute zu verrichten hatten. Sie durften in
kein Haus der anderen Klaſſen eintreten, nicht mit dieſen eſſen
oder trinken oder am ſelben Feuer kochen. Der Reis, den ſie
anbauten, konnte nicht den Göttern als Opfergabe dargebracht
werden. Die Aufhebung dieſer Kaſte konnte das uralte Vorurteil
nicht ausrotten, und ſo haben die Eta immer weiter unter dieſem
Fluch gelitten, bis beſſere Erziehung, der Segen der Preſſe und
die fortſchreitende Aufklärung eine gewaltige Bewegung unter
den Parias entfeſſelte. Im März 1922 verſammelten ſich 2500
Abgeordnete aus den Etavierteln der Städte und Dörfer in Kioto
und gründeten eine Schutzgemeinſchaft, die Suiheiſcha oder Ge=
ſellſchaft
der Waſſerwage, die die Gleichſtellung ihrer Klaſſe for=
derte
. Als Zeichen wählten ſie eine Dornenkrone auf blutrotem
Feld und erließen einen Aufruf, der ſich an das Marxſche
Arbeitermanifeſt anſchloß: Vereinigt Euch, drei Millionen Brü=
der
der 6000 Bezirke, ihr habt nichts zu verlieren als Eure Ket=
ten
! Der Bund umfaßt jetzt 200 000 Mitglieder, und auch Kita=
hara
gehörte ihm an. Durch beſtändige Proteſte und Manifeſta=
tionen
haben die Eta ſchon manches durchgeſetzt und viele Un=
gerechtigkeiten
aus der Welt geſchafft. Ein Hauptgrund für ihre
ſchlimme Lage liegt in den Wohnungsverhältniſſen, die ſie zwin=
gen
, weiter in ihren Vierteln zu wohnen. Da ſie ſich in ihrem
Typ in nichts von den anderen Japanern unterſcheiden, ſo kön=
nen
ſie ihren Urſprung leicht verbergen, wenn ſie erſt einmal das
Ghetto verlaſſen haben, und zwei Eta ſollen es ſogar zu Gene=
ralen
der japaniſchen Armee gebracht haben, da ſie ihren Urſprung
zu verbergen wußten. Die Regierung iſt daher beſtrebt, dieſe
Ctaviertel mit ihren engen und unhygieniſchen Hütten aufzu=
heben
; aber die Neubauten ſchreiten langſam fort. Der Proteſt
Kitaharas hat einen neuen Anſtoß gegeben, das Los dieſer Klaſfe
zu beſſern, aber nur vollſtändige Ausrottung des Vorurteile
durch beſſere Erziehung wird imſtande ſein, dieſe Ausgeſtoßenen
als gleichberechtigte Mitglieder in den Verband des japaniſcheu
Volkes einzuführen.

[ ][  ][ ]

Seite 4
ſordoſieuropäiſche Bilanz.
Von
Rolf Wingendorf=Danzig.
I.
Polen und ſeine Nachbarn.
Das Jahr 1927 war für die Staaten Oſteuropas ein Jahr
ſchwerſter innen= und außenpolitiſcher Kriſen. In den baltiſchen
Staaten Lettland, Eſtland und Litauen ſtürzten Regierungen
und neue Regierungen kamen, doch die innenpolitiſchen Zuſtände
wurden immer verworrener. Lettland ſteht jetzt am Anfang des
neuen Jahres vor der Tatſoche der Unmöglichkeit, eine parla=
mentariſche
Regierung zu ſchaffen. Auch in Eſtland iſt die innen=
politiſche
Kriſe nicht beendet, und Litauen iſt bereits den Weg
gegangen, nach dem die anderen drängen, den Weg zur Diktatur.
Dieſe Staaten, die von den Weſtmächten geſchaffen wurden,
denen man künſtlich Leben eingehaucht hat, kämpfen nun ſchon
neun Jahre wirtſchaftlich und politiſch um ihre Exiſtenz. Die
Schöpfer dieſer Staaten aber, die jetzt im Völkerbund verſam=
melt
ſind, haben ihnen noch nicht einmal ernſtlich geholfen. Zwar
hat Eſtland in dieſem Jahre eine Anleihe erhalten, die der
Völkerbund empfohlen hat, doch die Bedingungen der Anleihe
ſind ſo, daß die eſtländiſche Wirtſchaft ſchwer daran zu tragen hat.
Schwerer aber noch als die wirtſchaftlichen Nöte laſtete die
politiſche Drohung im Jahre 1927 auf den baltiſchen Staaten.
Im Frühjahr kam aus Rußland die überraſchende Nachricht, daß
Nakowſki mit polniſchen Politikern über die Möglichkeit einer
Aufteilung der baltiſchen Staaten zwiſchen Sowjetrußland und
Polen geſprochen habe. Die Nachricht wurde natürlich bald
genug dementiert, aber ein Stachel iſt zurückgeblieben. Nichts
fürchtet man im Baltikum ſo ſehr wie eine Einigung zwiſchen
Sowjetrußland und Polen. Als ſich im Juni die drohenden
Wolken einer engliſch=ruſſiſchen Auseinanderſetzung über Europa
zuſammenzogen, ſchnellte die politiſche Konjunktur Polens plötz=
lich
gewaltig in die Höhe. Polen konnte jetzt den Weſtmächten
wieder einmal erklären, wie notwendig ſeine Exiſtenz als Puffer=
ſtaat
ſei, als trennende Schranke zwiſchen Deutſchland und Ruß=
land
. Es iſt einer der geſchickteſten Schachzüge der deutſchen
Außenpolitik geweſen, im richtigen Augenblick durch eine Unter=
redung
mit Tſchitſcherin Deutſchlands einwandfrei neutrale
Haltung in dem engliſch=ruſſiſchen Konflikt vor aller Welt klar=
zuſtellen
. Der polniſche Vorſtoß war damit von deutſcher Seite
pariert.
Das Ziel der polniſchen Politik ging und geht dahin, mit
England in ein Vertragsverhältnis zu kommen, um gewiſſer=
maßen
als Treuhänder der engliſchen Weltmacht die Vorherr=
ſchaft
im Baltikum und auf der Oſtſee zu führen. Viele Danzig=
polniſche
Streitfragen erklären ſich auf dieſe Weiſe. Die Be=
handlung
dieſer Spezialfragen der Danzig=polniſchen Beziehun=
gen
während des vergangenen Jahres ſoll jedoch einem zweiten
Artikel vorbehalten bleiben.
Die polniſche Politik den Nachbarn gegenüber iſt von zwei
Grundideen getragen: Schaffung einer Einheitsfront gegenüber
Rußland unter polniſcher Führung und Einfluß Polens auf die
Politik der ſogenannten Kleinen Entente‟ Es iſt nicht zu leug=
nen
, daß Polen während des vergangenen Jahres ſeine außen=
politiſche
Stellung unter der Regierung Pilſudſki feſtigen konnte.
Inwieweit es ſich dabei um Scheinerfolge handelt, läßt ſich heute
noch nicht beurteilen. Es iſt in dem Weſen der Diktatur begrün=
det
, daß ſie es leichter hat, nach außen hin aktive Politik zu trei=

Mittwoch, den 4. Januar 1928
ben, weil ſie innerpolitiſche Widerſprüche nicht zu fürchten hat.
Und Polen hat ſich im Laufe des Jahres trotz aller demokratiſchen
Redewendungen zu einem rein diktatoriſch regierten Staat ent=
wickelt
. Das Parlament führt nur ein Scheindaſein. Zur Be=
handlung
außenpolitiſcher Fragen iſt es auch nicht ein einziges
Mal gekommen.
Trotzdem aber hat man in den letzten Monaten auch in
Polen ſchwere außenpolitiſche Sorgen gehabt. Der Konflikt mit
Litauen, der von politiſchen Heißſpornen provoziert war, iſt von
der polniſchen Regierung durchaus nicht leicht genommen wor=
den
. Man iſt ſich in Polen ganz klar darüber, daß ein Konflikt
mit Litauen nicht nur eine Angelegenheit zwiſchen dem 30= Mil=
lionen
=Staat Polen und dem 2½=Millionen=Staat Litauen iſt.
ſondern daß im Hintergrunde immer das drohende Geſpenſt der
Sowjetmacht ſteht. Im Jahre 1927 hat Polen in der Politik zu
dieſem ſeinem größten Nachbar daher zum erſten Male ganz neue
Wege beſchritten. Polen ſtrebt nach dem Nichtangriffsvertrag
und nach dem Handelsvertrag mit Rußland. Ja, in vielen poli=
tiſchen
Kreiſen Polens mißt man dieſen Verträgen eine viel
größere Bedeutung bei als dem Handelsvertrag mit Deutſchland,
bei dem man mit größeren innerpolitiſchen Schwierigkeiten zu
rechnen hat. Die Verſtändigung mit den ſlawiſchen Staaten iſt
das Ziel der Politik der polniſchen Rechten unter Führung von
Roman Dmowſki ſeit Jahren geweſen, und Pilſudſki, der am
meiſten gehaßte Gegner Dmowſkis, hat heute dieſe Parole über=
nommen
und damit der Oppoſition eine der ſtärkſten Angriffs=
waffen
aus der Hand geſchlogen. Es wirkt wie eine Groteske,
daß gerade von dem militäriſchen Diktaturregiment Pilſudſkis
im Jahre 1927 dauernd das Friedens= und Verſtändigungs=
inſtrument
geſpielt worden iſt, allerdings immer unter der
Deviſe: Si vis pacem para bellum. Für die Erhaltung des
Friedens fuhr Pilſudſki nach Genf und drohte mit dem Kriege.
Für die Erhaltung des Friedens bereitete Polen einen Umſturz
in Litauen vor und erklärte die militäriſche Okkupation Wilnas
als eine legale Haudlung.
Polens Großmachtpläne haben durch die Genfer Beratungen
im Dezember, durch die Verherrlichung des Diktators Pilſudſki
und durch die Ohnmacht der Nachbarn Polens wieder neue Nah=
rung
erhalten. Man muß ſich darüber klar ſein, daß Polen heute
in Nordoſteuropa wirklich die Rolle einer Großmacht ſpielt. Es
hat keinen Zweck, ſich über den wirklichen Stand der Dinge zu
täuſchen. Die politiſche Konjunktur war es, die von dem ruſſiſch=
engliſchen
Konflikt an alle Schritte der polniſchen Regierung
in dem letzten Jahre begünſtigte. Welches aber auch die Urſachen
ſein mögen, der Erfolg der polniſchen Politik läßt ſich nicht
abſtreiten.
Das Jahr 1928 wird nun zu beweiſen haben, ob die Politik
in Nordoſteuropa weiterhin von dem militäriſch Stärkſten diktiert
werden ſoll. Die Entſcheidung darüber wird nicht zum wenig=
ſten
in Polen ſelbſt liegen. Die Wahlen im März werden zeigen,
ob tatſächlich der Diktator Pilſudſli der Volksheld iſt, der er ſein
will. Schon die erſten Monate des neuen Jahres aber werden
erkennen laſſen, ob der Völkerbund mit ſeinem Diktat polniſch=
itauiſcher
Verhandlungen den Weg des Friedens oder, wie man
heute mit einem ſchönen Schlagwort ſagt, der Befriedung Oſt=
europas
gewieſen hat, ob nicht vielmehr aus dieſen Verhand=
lungen
neue Konflikte erwachſen, und ob nicht eines Tages wie=
der
ein neuer General Zeligowſki aufſteht und das kleine Litauen
überrennt, wozu dann nachträglich die Weſtmächte Abſolution
und Segen erteilen.
Wie die Dinge ſich in Oſteuropa entwickeln werden, läßt ſich
heute weniger überſehen als je. Die zwei wichtigſten Faktoren
ſind in vollkommenes Dunkel gehüllt, und das ſind die innere
Entwicklung Polens und die ſeines großen Nachbarn Rußland.

Die jugoſlawiſche Außenpolitik
Die Beziehungen zu Deutſchland. Die Frage
der Anerkennung Sowjetrußlands.
EP. Belgrad, 3. Januar.
Am Schluſſe der Debatte über das Budget des Außenmini=
ſteriums
im Finanzausſchuß antwortete Außenminiſter Marinko=
witſch
auf die vorgebrachten Kreiken In gecbh dabei eine ſehr be=
merkenswerte
Erklärung über das Verhältnis zu Deutſch=
land
ab. Marinkowitſch ſagte wörtlich: Herr Pribitſchewitſch
hat temperamentvoll über unſere Beziehungen zu Deutſchland ge=
ſprochen
. Ich bin gleichfalls ein aufrichſtiger und entſchiedener
Anhänger der beſten Freundſchaft mit Deutſch=
land
und arbeite ebenfalls daran, ſowveit es in meinen Kräften
ſteht. Ich finde, daß eine ſolche Freundſchaft im Einklang mit
unſerer ganzen internationalen Lage und unſeren nationalen
Verpflichtungen ſteht. Man darf aber nicht glauben,
daß dieſe Freundſchaft ſo ſchnell realiſiert
werden kann, wie Herr Pribitſchewitſch und andere es wün=
ſchen
. Es iſt richtig, daß nichts zwiſchen uns und Deutſchland
beſteht, das uns trennen könnte. Das war auch im Jahre 1914
der Fall. Serbien hatte auch damals, wie auch ſonſt niemals
vorher einen Konflikt mit Deutſchland gewünſcht und hat niemals
eine Politik verfolgt, die zu Zuſammenſtößen hätte führen können.
Wir wollten nicht in den Krieg gegen Deutſch=
land
. Wir ſind abſolut gegen unſeren Willen
und Wunſch in den Krieg hineingezogen worden.
Ich hoffe, daß das heutige Deutſchland aus Elementen beſteht,
welche viel beſſer die richtige Rolle und die richtige Zu=
kunft
Deutſchlands in Europa und in der Welt auf=
faſſen
, als dies im Jahre 1914 der Fall war. Wenn dieſe Evolu=
tion
ihre Fortſetzung findet und Deutſchland in der europäiſchen
Politik auf der bisher verfolgten Linie konſequent verbleibt, ſo
bin ich ſicher, daß ſich unſere Beziehungen in der Richtung einer
ſtändigen, ſicheren und ſoliden Freundſchaft entwickeln werden,
die nicht nur auf dem Papier beſtehen und auf bloßen Formeln
beruhen wird, ſondern wahrhaft leben wird für die gleichen Ziele
und Ideale.
Dieſe Erklärung Marinkowitſchs iſt um ſo bemerkenswerter,
als der jugoſlawiſche Außenminiſter bisher niewals in derart
warmen Worten über die Notwendigkeit der Freundſchaft mit
Deutſchland geſprochen hatte. Großes Aufſehen erregten auch die
Ausführungen Marinkowitſchs über die Frage der Auer=
kennung
Sowjetrußlands. Er erklärte, er ſtehe auch
heute noch wie vor zwei Jahren auf dem Standpunkt, daß Sow=
jetrußland
anerkannt werden ſolle. Im September 1924 habe er
durch Vermittlung eines dritten Staates Verhandlungen mit
Sowjetrußland begonnen, deren Zweck die Anerkennung der
Sowjetregierung war, die aber damals nicht zum Ziele führten.
Am Schluſſe ſagte er, den heutigen Zeitpunkt halte er für eine
Wiederherſtellung der diplomatiſchen Beziehungen nicht für ge=
eignet
. Die internationale Lage ſei eine ſolche, daß, wenn Jugo=
ſlawien
in dieſem Augenblick die Initiative zur Anerkennung
Rußlands ergreifen würde, der politiſche Kurs Jugoſlawiens ge=
fährdet
werden könnte. Im gegenwärtigen Augenblick halte noch
keiner der drei Staaten der Kleinen Entente den Augenblick für
gekommen, um die Beziehungen zu Rußland wieder herzuſtellen.

Famitiennachrichten

otatt Narten.
Ihre Gerlobung geben bekannt:
Anne Heinicke=otier
Hans Aschaffenburg

Darmstadt,
Oteinackerstr. 1

im Januar 1928

Für die uns anläßlich unſerer Verlobung er=
wieſenen
Aufmerkſamkeiten und Geſchenke danken
herzlichſt

Gertrude Harth
Friedrich Geger

Evchen Harth
Emil Kalbfuß

Nied.=Saulheim Darmſtadt Nd.=Saulheim Schornsheim
(*221)

Am 30. Dezember 1927 verschied nach
längerem Leiden unsere liebe Mutter, Groß-
mutter
und Schwiegermutter
Frau Berta Stumpf,
geb. Eichenauer, Witwe des Großh. Forst-
meisters
Franz Stumpf.
Butzbach, den 2. Januar 1928.
Karl Stumpf, Strafanstaltsdirektor.

Der Herr über Leben und Tod
hat meinen lieben Mann
Delldlin Adte
nach 4monatlichen, ſchwerenLeiden,
getröſtet und verſehen mit den
hl Sterbeſakramenten, in die Ewig=
keit
, abgerufen.
Int efem Schmerz:
Margarete Roth.
Darmſtadt, Reu=York, 3. Jan. 1928.
Die Beerdigung findet Freitag,
den 6 Januar, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt
Von Blu nenſpenden und Beileids=
beſuchen
bitte ich abzuſehen.

Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach ſchwerem, mit
großer Geduld ertragenen Leiden meine innigſt=
geliebte
Frau, unſere herzensgute Mutter

Eiift eibt!
geb. Dietrich.
Jakob Wilhelm Stork, Oberpoſiſchaffner
und Kinder.
Darmſtadt, den 3. Januar 1928.
Arheilgerſtraße 79
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. Januar
1928, nachmit ags ½3 Uhr, von der Kapelle des Fried=
hofes
an der Nied=Ramſtädterſtraße aus ſtatt 499

Abschlag!
zubranm-Bültiel

Todes=Anzeige.
Am 2. Januar verſtarb unſer
lieber Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel,
der
Monteur
Friedrich Roſetzkh
im Alter von 71 Jahren.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Roſetzky.
Darmſtadt, den 3. Januar 1928.
Wenckſtraße 10.
Die Beerdigung findet am Donners=
tag
, den 5 Januar, nachmittags
3 Uhr, von der Kapelle des Fried=
hofs
an der Nd.=Ramſtädterſtraße
ſta

Dankſagung.
Für die velen Beweiſe herzlicher
Teilnahme zu dem ſlweren Verluſt
meines geliebten Mannes, un e es
treuſorgenden Vaters, ſagen wir Allen
unſeren herzlichſten Dank Insbeſon=
dere
danken wir Herrn Pfarrer Weigel
für die erhebende und troſtreiche Grab=
rede
, Herrn Dr. Müller für ſeine viele
Müe und Arbeit, den beiden Schwe=
ſtern
für die Lebevolle Pflege. Herrn
Zimmermeiſter Bernhardt ür die
große Hilſe, dem Geſangverein Modau=
luſt
für die letzte Ehre, den Schul=
kame
aden von Waſchenbich, für die
Blumen= und Kranzſpenden Herz=
lichen
Dank auch allen denen, die uns
durch ihre Begleitung und ſonſtige
Aufmerkſamkeiten ihre Teilnahme be=
wieſen
haben
In tiefer Trauer:
Frau Eliſe Wembacher
und Kinder.
Nieder=Ramſtadt, den 3 Jan. 1928 (484

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Vorſtellut
woch abend wi
des Hauptdarſt
nalftück Derd
derhamnes g
ſtellung Der d.
m der Kaſſe d
Geſiſchtes
von Mozarts
berger.
nalftück Der
Vorſtellung
jenigen K=Mieter
14. Januar
film Der
wud in dieſe
8. Januar, m

[ ][  ][ ]

Nummer 4

Mittwoch, den 4. Januar 1928

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 4. Januar.
Der Spielplan des Landestheaters
mußte für Freitag, den 6., und Sonntag, den 8. Januar, ge=
ändert
werden. Wir veröffentlichen ihn nunmehr in der end=
gültigen
Form:
Großes Haus.
Freitag, den 6. Januar, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. D 10. Der
Mikado, Operette von Sullivan. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, den 7. Januar, 14½ Uhr, Ende gegen 18 Uhr. Sams=
tags
=Fremdenmiete, 4. Vorſtellung. Das Käthchen
von Heilbronn, Schauſpiel von Kleiſt. Preiſe 0,70
bis 7 Mk.
Sonntag, den 8. Januar, 14 Uhr, Ende 16 Uhr. Zum letzten
Male: Trilltrall und ſeine Brüder, Märchen
von Erich Ponto. Ermäßigte Preiſe von 0,40 bis 2 Mk.
19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. C 7. Der Mikado, Ope=
rette
von Sullivan. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus.
Freitag, den 6. Januar, 20 Uhr, Ende 22½ Uhr. K 9 ( Bühnen=
volksbund
), für diejenigen K=Mieter, die Zuſatzmiete XI
haben. Der dreizehnte Stuhl, Kriminalſtück von
Bayard Veiller. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Samstag, den 7. Januar, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete
I (7); Schülermiete rot 3. In neuer Inſzenierung:
Zar und Zimmermann, Oper von Lortzing.
Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Sonntag, den 8. Januar, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Sonntags=
Fremdenmiete weiß, 7. Vorſtellung. Wahlvorſtellung.
Derdreizehnte Stuhl Kriminalſtück von Bayard
Veiller. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Vorſtellungsänderung im Großen Haus. Heute Mitt=
woch
abend wird im Großen Haus wegen plötzlicher Erkrankung
des Hauptdarſtellers an Stelle von Schinderhannes das Krimi=
nalſtück
Derdreizehnte Stuhl gegeben. Die für Schin=
derhannes
gelöſten Karten behalten ihre Gültigkeit zur Vor=
ſtellung
Der dreizehnte Stuhl oder können bis 7 Uhr abends
an der Kaſſe des Großen Hauſes zurückgegeben werden.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Die heutige Aufführung
von Mozarts Entführung aus dem Serail dirigiert Carl. Bam=
berger
. Des großen Erfolges wegen wird Bayard Veillers Krimi=
nalſtück
Der dreizehnte Stuhl auch Freitag, 6. Januar, gegeben; die
Vorſtellung iſt der Miete K (Bühnenvolksbund) zugeteilt, und zwar den=
jenigen
K=Miekern, die die Zuſatzmiete Xl haben. Am 12., 13. und
14. Januar wird im Kleinen Haus Ludwig Bergars Märcheu=
film
Derverlorene Schuh aufgeführt. Sullivans Mikado
wird in dieſer Woche nicht nur Freitag, den 6., ſondern auch Sonntag,
8. Januar, wiederholt. Die für dieſen Tag angeſetzte Auffühwng von
Boethovens Fidelio iſt um einige Zeit verſchoben worden.

Ernaunt wurden: am 29. D=zember 1927 der Kanzleigehilfe Karl
Rühl in Schotten zum Kanzliſten bei dem Kreisamt Schotten mit
Wirkung vom 1. Dezember 1927 ab; durch Entſchließung des Miniſters
des Innern vom 29. Dezember 1927 der Referendar Heinrich Nachti=
gall
aus Odenhauſen zum Regievungsaſſeſſor.
Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Gemäß Beſchluß der Kirchen=
regierung
erhalten deren parlamentariſche Mitglieder die Bezeichnung
Landeskirchenräte‟.
Skiklub Darmſtadt=Odenwald. Auch der geplante zweite Jugend=
Skikurſus, welcher in der Zeitz vom 1.7. Januar 1928 auf der Darm=
ſtädter
Hütte ſtattfinden ſollte, mußte leider wegen Schneenangels aus=
fallen
. Da aber anzunehmen iſt, daß in nächſter Zeit genügend Schnee=
fall
eintreten wird, ſo iſt für die Tage vom 15. bis 21. Januar 1928
bei gemügender Teilnahme ein weiterer Skiknrſus für Anfänger unter
Leitong des Herrn Gießmann auf der Darmſtädter Hütte im Schwarz=
wald
geplant. Im Auſchluß an diefen Kurſus iſt ferner ein Wochen=
kurſus
für Fortgeſchrittene vorgeſehen. Anmeldungen zu beiden Kur=
ſen
ſind möglichſt ſofort im Sporthaus Adelmann abzugeben, wo auch
näheres über die Koſten uſw. zu erfahren iſt. Der diesjährige Haupt=
ſkikurſus
des Klubs wird in der Zeit vom 26. Februar bis 10. März
1928 im Gebiete der Silvretta, in dom 1600 Meter hoch gelegenen Orte
Galtür in Tirol, für Anfänger und Fortgeſchritteno durchgeführt. An=
meldungen
zu dieſem Kurſus ſind ebenfalls an das Sporthaus Adel=
zann
, oder an den Leiter des Kurſes, Herrn A. Gießnann, Seiters=
weg
14, zu rühten.
Erziehungsvortrag. Heute Mittwoch, abends 8.30 Uhr, ſpricht
Studienrat Dr. Avemarie, im Heim des Chriſtl. Vereins Junger
Männer. Alexanderſtraße 22, über das Thema Die Lüge im Leben
des Kindes‟. Das Referat iſt für den Familienkreis des genannten
Vereins beſtimmt; es hat indeſſen jeder an pädagogiſchen Fragen Inter=
eſſierte
Zutritt. Es ſchließt ſich an den Vortrag eine allgeneine Aus=
ſprache
an.
Winterfeſt des Sportvereins Darmſtadt 1898. Das jetzt ſchon faſt
tradſtionell gewordene Winterfeſt des Sportvereins 98 findet am
Samstag dieſer Woche, und zwar in ſämtlichen Räumen der Ver=
einigten
Geſellſchaft, ſeine Abwicklung. Man hat den äußeren Rahmen
des Feſtes, nachdem dieſer in den beiden vergangenen Jahren ſtets den
beſten Anklang gefunden hatte, im veſentlichen unverändert gelaſſen.
So wird auch zweifellos in dieſem Jahre das Winterfeſt, das ja die ein=
zige
größere Feſtlichkeit, das die 98er alljährlich veranſtalten, bildet, wie
früher das Intereſſe und die Anteilnahme erwecken, die es verdient. Die
Veranſtaltung wird das Hauptgepräge durch den künſtleriſchen Teil fin=
den
, das wiedevum ſamt und ſonders von hervorragenden Mitgliedern
des Heſſiſchen Landestheaters beſtritten wird. Das Programm ſür den
künſtleriſ hen Auſtakt des Winterfeſtes, das in umſihtiger Weiſe durch
das bewährte und verdiente Mitglied des Sportvereins, Herrn Opern=
ſänger
Kuhn, zuſammengeſtellt wurde, wird ſeinen Glanzpunkt m den
Damen Gothe, von Kreibig, Merker und Müller=Wiſchin und in den
Herren Balve, Biſchoff und Palm finden. Eine weitere Bereicherung
der an ſich ſchon ſehr reichhaltigen bunten Bühne iſt zu erwarten, fads
ihre berufliche Tätigkeit es auch anderen als den genannten Künſtlern
des Heſſiſchen Landestheaters geſtattet, das Feſt zu beſuchen. Anſchließend
wird en Ball, für den das Städtiſche Orcheſter die Muſik ſtellt, aus=
reichend
Gelegenheit geben, das Tanzbein zu ſchwingen. = Ueber=
raſchungen
mannigfaltiger Art iſt weiterhin Sorge getragen.
Vogelsberger Höhen=Club Darmſtadt. Das neue Wanderjahr hat
begonnen. Die erſte planmäßige Wanderung findet am kommen=
den
Sonntag, 8. Januar, mit dem Endziel Lengfeld ſtatt. Zahl=
reiche
Teilnahme der Mitglieder iſt erſrünſcht. Gleichzeitig wird noch
auf den am 17. Januar, abends 8 Uhr, im Hörſaal 137 der Tachniſchen
Hochſchule ſtattfindenden Lichtbildervortrag unſeres Mitglie=
des
Herrn Korſchan über Hochgebirgswanderungen hingewieſen, der
ſicher das lebhafteſte Jutereſſe unferer Mitglieder erweckt. Näheres iſt
auis der heutigen Anzeige zu erſehen.
Arbeitsgericht Darmſtadt. Wir wir erfahren, befinden ſich die
Räume des Arbeitoerichts Daruſtadt nicht mehr im Neuen Gerichts=
gebäude
, ſorn 7 dem Hauſe Mathildenplatz 15, im Erdgeſchoß. Im
gleichen Hauſe fand ſeinerzeit die Anlegung des neuen Grundbuchs ſtatt.
Das Arbeitsgericht Darmſtadt iſt unter Nr. 4256 an das Fernſprechnetz
geſekloſſen.

Verleihung von Ehren=Arkunden
durch die Heſſiſche Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt.
Im Jahre 1927 wurde die ven der Heſſiſchen Induſtrie= und
Handelskamer Darmſtadt eingeführte Verleihung von Ehren=Urkunden feier, die aus Anlaß des 40jährigen Beſtehens der Verlagsanſtalt ſtatt=
an
Arbeiter, Angeſtellte und Betriebsbeamte, die auf eine längere fand. Sämtliche Angeſtellte des Verlags, die Familienmitglieder des
Anſpruch genommen. Es wurden im verfloſſenen Jahre nicht weniger
als 63 Ehren=Urkunden an die nachſtehenden Jubilare ausgeſtellt. Es
iſt erwünſcht, daß allmählich ſämtliche Firmen unſeres Bezirks dazu
übergeher, von dieſer ſchönen Einrichtung zur Ehrung ihrer Jubilare
Gebrauch zu machen.
1. Meiſter Eckhardt, Darmſtadt (am 9. Dezember 1914 25 Jahre bei / Kunſtfreundes.
der Firma Karl Arnold u. Sohn, Darmſtadt), 2. Meiſter Bickert,
Darmſtadt (am 8. Januar 1919 25 Jahre bei der Firma Karl Arnold
u. Sohn, Darmſtadt), 3. Meiſter Möſer, Darmſtadt (am 8. Oktober 1919
25 Jahre bei der Firma Karl Arnold u. Sohn, Darmſtadt). 4. Heinrich
Hanſtein, Roßdorf b. D. (am 10. Auguſt 1820 40 Jahre bei der
Firma Maſchinenbauauſtalt und Dampfkeſſelfabrik A.=G., vorm. Veuu=
leth
u. Ellenberger und Göhrig u. Leuchs, Darmſtadt). 5. Eliſabeth
Berthold, Darmſtadt (am 7. Mai 1921 25 Jahve bei der Firma Gebrü=
der
Unger, Darmſtadt). 6. Franz Hupperts. Darmſtadt (am 16. Sep haben. Er führte dann aus:
tember 1922 25 Jahre bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn= Aktiengeſell=
ſchaft
, Darmſtadt). 7. Katharine Stier, Darmſtadt (am 12. April 1923
25 Jahre bei der Firma Gebrüder Unger, Darmſtadt). 8. Karl Meher,
Darmſtadt (am 2. Juli 1923 40 Jahre bei der Firma Maſchinenbau=
anſtalt
und Dampfkeſſelfabrik A.=G. vorm. Venuleth u. Ellenberger und
Göhrig u. Leuchs Darmſtadt). 9. Johann Martin Metz, Darmſtadt (am
1. Juli 1924 40 Jahre bei der Firma Herz Hachenburger Sohn, Darm=
ſtadt
). 10. Valentin Jochum. Bensheim (am 5. März 1925 25 Jahre
bei der Firma Friedrich Scheid, Bensheim). 11. Heinrich Müller, Darm=
ſtadt
(am 20. Juni 1926 25 Jahre bei der Firma Maſchinenbauanſtalt
und Dampfkeſſelfabrik A.=G., vorm. Venuleth u. Ellenberger und Göh=
rig
u. Leuchs, Darmſtadt). 12. Georg Schoch, Darmſtadt (am 25. Januar
1927 25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt), 13. Jakob Weber,
Darmſtadt (am 3. Februar 1927 25 Jahre bei der Firma Lippmann May,
Darmſtadt). 14. Georg Dintelmann. Wishauſen (am 2. Februar 1927
25 Jahre bei der Firma L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt).
15. Hermann Wulf, Darmſtadt (am 15. März 1937 25 Jahre bei der
Firma E. Merck. Darmſtadt). 16. Friedrich Hannewald, Darmſtadt (am
20. März 1927 25 Jahre bei der Firma Heinrich Kelles Sohn. Darmſtadt).
17. Friedrich Wenz. Darmſtadt (am N. März 1977 40 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt) 18. Heiurich Ziergöbel, Zeilhard (am
2. April 1927 40 Jahre bei der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie
A.=G. Darmſtadt). 19. Jakob Mann, Darmſtadt (am 3. April 1927
25 Jahre bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H. Darmſtadt). 2. Jo=
hann
Göckel, Darmſtadt (am 7. April 1927 40 Jahre bei der Firma
E. Merck, Darmſtadt)., 21. Andreas Müller. Darmſtadt (am 10. April
1227 25 Jahre bei, der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft,
Darmſtadt). 22. Peter Hahn. Darmſtadt (am 11. April 1927 25 Jahre
bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt) 23. Peter Schäfer,
Darmſtadt (am 14. April 1977 25 Jahre bei der Firma Carl Schenck
G. m. b. H., Darmſtadt), 24. Johann Henninger, Darmſtadt (am
15. April 1927 40 Jahre bei der Firma Heuniger u. Co., G. m. b. H.,
Darmſtadt), 25. Fritz Grandpierre, Uſingen=Tanus (am 20. April 1927
40 Jahre bei der Firma J. Hilß G. m. b. H., Eberſtadt b. D.).
26. Julius Göbel, Darmſtadt (am 21. April 1927 25 Jahre bei der Firma
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt). 2. Karl Bender,
Darmſtadt (am 21. April 1927 25 Jahre bei der Firma G. Merck, Darm=
ſtadt
. 2. Jakob Monsheimer, Darmſtadt (am 24. April 1977 25 Jahre
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt). 29. Wilhelm Schnabel, Darmſtadt
(am 1. Mai 1927 25 Jahre bei der Firma Beck u. Roſenbaum, Darm=
fradt
). 30. Karl Löw, Darmſtadt (am 1. Mai 1927 25 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt). 31. Valentin Paul, Pfungſtadt (am
15. Maz 1927 40 Jahre bei der Firma Juſtus Hildebrand G. m. b. H.,
Pfungſtadt). 32. Adam Trinkaus, Darmſtadt (am 31. Mak 1927 40 Jahre
bei der Firma E. Merck, Darmſtadt), 33. Michgel Schacker, Gundern= wir uns auch weiter gern dem Aufgaben des Verlages i freudiger Hin=
hauſen
(am 1. Juni 1927 40 Jahre bei der Firma Odenwälder Hart= gabe widmen.
ſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt). 34. Adam Meder, Darmſtadt (am
6. Juni 1927 25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt). 35. Philipp
Hennemann, Darmſtadt (am 10. Juni 1927 25 Jahre bei der Firma Carl
Schenck G. m. b. H., Darmſtadt). 36. Ludwig Schütz, Darmſtaot (am
ſtadt) 37. Wilhelm Keller, Darmſtadt (am 20. Juni 1927 40 Jahre dei grüßen.
der Firma E. Merck, Darmſtadt). 38. Wilhelm Pfeiffer, Darmſtadt (am
1. Juli 1927 40 Jahre bei der Firma Herz Hachenburger Sohr, Darm=
ſtadt
). 39. Adam Boßler, Georgenhauſen (am 1. Juli 1927 25 Jahre
bei der Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt).
Firma Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt). 41. Hein=
rich
Poth, Noßdorf (am 1. Juli 1977 25 Jahre bei der Firma Odewwälder heutigen Ehrentage. Es iſt ein Ehrentag, der angefüllt iſt mit fpeudigen
1. Juli 1927 25 Jahre bei der Firma F. Merck, Darmſtadt), 43. Peter
buüider Sommerfeld, Darmſtadt). 44. Ludwig Sommer, Darmſtadt (am
ſchaft, Darmſtadt). 45. Jeremias Lang, Darmſtadt (am 1. Auguſt 1927
40 Jahre bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darmſtadt). 46. Georg geiſterung für die Höhe ſchöpferiſchen Wirkens vermehren. Auch für die
Löffler, Roßdorf (am 1. Auguſt 1927 25 Jahre bei der Firma Odenwälder Stadt Darmſtadt konntem Sie wirken. Sie waren bei dem Entſtehen
Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt). 47. Peter Treuſch, Darmſtadt
(am 9. 8. 1927 25 Jahre bei der Firma E. Merck). 48. Gg. Frieß,
Darmſtadt (B. 8. 1997 40 Jahre bei der Fa. Eiſenwerk Eberſtadt Adolf
Rieſterer, vorm. F. Benz u. Co. Eberſtadt), 49. Dr. Ernſt Petzold, ſtadt über die Grenzen unſeres Vaterlandes hinaus. So wird die Hoff=
Darmſtadt (am 1. September 1997 25 Jahre bei der Firma E. Merck,
Darmſtadt (am 1. Oktober 1997 25 Jahre bei der Firma E. Merck, Stadt mögliche Auszeichnung, die von Künſtlerhand (Profeſſor Jobſt)
Darmſtadt). 52. Peter Schock, Darmſtadt (am 1. Oktober 1927 25 Jahre gefertigte Medaille der Stadt Darmſtadt.
bei der Firma E. Merck. Darmſtadt), 53. G. K. Müller, Darmſtadt (am
1. Oktober 1927 25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt). 54. Peter
Motter, Roßdorf (am 1. Oktober 1927 40 Jahre bei der Firma Oden=
wälder
Hariſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt), 55. Valentin Zimmer, ſprach und ein Bild des Großherzogs überreichte; ferner Herr Fabrikant
Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt). 56. Jakob Diehl, Darmſtadt (am
24. Oktober 1927 B Jahre bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H. induſtriellen Vereinigung, Herr Theodor Stemmer ſen. für den
Darmſtadt). 57. Carl Faulhaber, Darmſtadt (am 4. November 1927
25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt)., 58. Julius Burkard,
25 Jahre bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft, Darm=
ſtadt
). 60. Franz Schardt, Darmſtadt (am 22. November 19N7 2 Jahre
zei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt), 61. Wil= fachen Ehrungen aus. Mit Freude und Dankbarkeit ſagts er
helm Deuſſiunger, Darmſtadt (am 24. November 1927 25 Jahre bei der
Firma E. Merck, Darmſtadt). 62. Heinrich Lengfelder, Darmſtadt (am
geſellſchaft, Darmſtadt). 63. Julius Rößner, Darmſtadt (am 5. Dezember
1927. 40 Jahre bei der Firma K. Schad, Darmſtadt).

Taubſtummengottesdienſt. Sonntag, 8. Januar, nachmittags
2.30 Uhr, findet im Gemeindehaus Kiesſtraße Taubſtummen=
gottesdienſt
ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende man ſich an Pfr. Heß,
Mühlſtraf

40jähriges Jubiläum
der Verlagsanſtalt Alexander Koch.
Das Haus eines Kunſtfreundes in der Aunaſtraße das Heim
Hofrat Alexander Koch’s, das in den Kreiſen der Künſtler und Kunſt=
freunde
internationale Berühmtheit erlangt hat , war geſtern das Ziel
zahlreicher Gratulanten und gab einen eigenartigen Rahmen der Jubel=
Tätigkeit bei einer Firma zurückblichen können, wiederum ſehr rege in Jubilars, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Fabrikant Schenck,
Fabrikant May, Graf Hardenberg, Theodor Stemmer ſen.,
Kahlert, Trier, ferner die Bankdirektoren Brink und Kredel,
und eine große Anzahl Künſtler und Kunſtfreunde hatten ſich zur Feier
eingefunden. Blumengebilde verſchiedenſter Art in üppiger Fülle beleb=
ten
die Dinge der Kunſt und des künſtleriſchen Wohnens im Heim des
In der großen, mit Kunſtwerken erleſenſter Art angefüllten Diele
wurden die Gäſte vom Jubilar und ſeiner Gattin liebenswürdigſt
empfangen. Die Zeit des Wartens wurde von jedem, der das Heim
noch nicht kannte, mit liebenswürdigſt geſtatteter Beſichtigung ausgefült.
Die Feier begamn mit einer Anſprache des Herrn Peſchko, der im
Namen der Mitarbeiter des Jubilars die herzlichſten Glichwünſche aus=
ſprach
und dann einen kurzen Rückblick auf die Gründungen des Ver=
lags
warf, über die wir uns in einem längeren Aufſatz bereits verbreitet
Meine Damen und Herren! Wenn ich hier davon abſehe, mich über
die künſtleriſchen Probleme dieſer Lebensarbeit zu verallgemeinern, ſo
iſt es mir doch eine liebe Pflicht, den Erfolg auf der ganzen
Linie hier vor Ihnen kurz noch zu dokumentieren. Die Deutſche
Tapeten=Zeitung, das maßgebliche und älteſte Fachblatt der Tapeten=
Induſtrie, erſcheint im 41. Jahrgang; monatlich zweimal erreicht ſie
nachweislich alle Tapetenfabriken der Welt; fir mehr als 2000 Tapetei=
Spezialhandlungen iſt ſie das Leiborgan. Ihr Erſcheinen iſt von An=
beginn
einer der beſten und ſich gleichbleibenden wirtſchaftlichen Erfolge
des Hauſes geweſen. Die Innen=Dekoration hat ſich im Laufe ihrer
38 Jahrgänge zu dem bedeutendſten Fachorgan für den geſamten inneren
Ausbau entwickelt; ſie hat ſich all die Kreiſe der Kulturwelt erſchloſſen,
die den Gebieten des Wohnbaues Verſtändnis und Wertſchätzung ent=
gegenbringen
. Sie iſt Lehrmeiſter, Anreger, ja ein maßgeblicher Führer
all der jungen Kräfte in der Welt der Kunſt, die zur Höhe ſtreben. Ihr‟
Hefte werden in monatlichen Auflagen bis zu 20 000 Exemplaren über
die ganze Welt verbreitet. Die. Deutſche Kunſt und Dekoration die
wohl ſchwierigſte und anſpruchsvollſte, aber auch impoſanteſte Tochter
des Verlags, ſtreut ihre köſtlichen Monatshefte über alle Länder und
Völker des Erdballs aus. Wohl ein Viertel der geſamten hohen Auf=
lage
findet im Ausland ihre Freunde und gibt dort von deutſcher und
mitteleuropäiſcher Kunſtleiſtung, von Qualitätsarbeit und nicht zum
wenigſten auch von künſtleriſcher Drucktechnik, glorreiche Kunde. Die
Bücher des Verlags, den gleichen Aufgaben der Erziehung zu kultivier=
ter
Lebensführung gewidmet, ſind Glanzleiſtungen deutſchen Buchgewer=
bes
und auf vielen Ausſtellungen des In= und Auslandes ausgezeichnet
und geprieſen. Ein Samenkorn, vor 40 Jahren dem Schoße der Erde
anvertraut, hat ſich unter Ihren Händen, ſehr verehrter Here Hofrat,
zu einem ſtattlichen Baum entwickelt. In die Tiefe deutſcher Beſinnlich=
keit
ſchlugen ſich ſeine kraftvollen Wurzeln, dort die Kräfte ziehend, um
Schönheit und Wohlbehagen ans Licht der Sonne zu fördern. In die
Höhe wuchs der Baum und ſetzte Frucht auf Frucht an. In die Weſte
rechen ſich heute machtvoll ſeine Aeſte.
Die Druckoffizinen von Wittich und Herbert, in denen Ihre Ge=
danken
größtenteils zur Verkörperung werden, die graphiſchen Anſtalten
von Meißenbach und Haußmann, die die Kliſchees fertigen, der wackere
Meiſter Böcher, der Konſtrukteur des äußeren Gewandes, ſie alle liefern
Arbeit höchſter Wertklaſſe.
Auch über den engeren Kreis Ihrer Mitarbeiter möchte ich mir in
dieſer Stunde ein Wort nicht verſagen. Ich bin gewiß, im Sinme
aller zur ſprechen, wenn ich Ihnen, ſehr verehrter Herr Hofrat, verſichere:
Freudigen Herzens ſind wir. Ihre Mitarbeiter am ſchönen Werk.
Pactis non verbis Ihr Wahlſpruch, Herr Hofrat, iſt im Dienſte um
das hohe Werk längſt auch zu dem unſerigen geworden; mit ihm wollen
Als Zeichen unſeres Zuſammengehörigkeitsgefühles bitten wir dieſe
Widmungsmappe zum Ehrentage überreichen zu dürfen. Im Gegenſatz
zum Haus eines Kunſtfreundes in der Annaſtraße ließen wir ein Bild
des Werkhauſes, Sandſtraße 16, entſtehen, aus dem Sie aus vertrauten
16. Juni 1927 25 Jahre bei der Firma Carl Schenck G. m. b. H., Darm= Räumen die Geſichter Ihrer Mitarbeiter zum heutigen Feſte im Bülde
Herr Arnholdt ſprach für die Abteilung Buchhandel die herz=
lichſten
Glückwünſche aus und überreichte ebenfalls eine Kaſſette.
Im Namen der Stadt Darmſtadt überbrachte Oberbürgermeiſter
Dr. Gläfſing die herzlichſten Glückwünſche und führte etwa folgen=
40. Adam Bauer, Nieder=Ramſtadt (am 1. Juli 19R7 25 Jahre bei der des aus: Ich übermittele Ihnen die herzlichſten Glückwünſche der Stadt=
verwaltung
und die aufrichtigſten Wünſche meiner Familie zu Ihrem
Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt), 42. Karl Krebs, Darmſtadt (am und großen Erinnerungen; konnten Sie doch in einem Berufe, der
Ihnen zum Lebensinhalt gerorden war, das Ihrige dazu beitragen, die
Steinmann, Darmſtadt (am 5. Juli 1977 25 Jahre bei der Firma Ge= Künſtler zu fördern und dem Leben den Strahl der Freude zu verleihen.
Zu dem Ihnen eigenen ſtarken künſtleriſchen Impuls trat der Verkehr
16. Juli 1937 25 Jahre bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſell= mit großen Meiſtern, Künſtlern und Schriftſtellern, der Ihnen mächtige
Anregungen gab. Ihr Beruf ließ die in Ihnen ſchaffende große Be=
der
Künſtlerkolonie dunch Ihre Denkſchrift beteiligt in gemeinſamer
Arbeit mit dem zuletzt regierenden Großherzoa Ernſt Ludwig. Ihre
Unternehwugen und Zeitfchriften führten den Namen der Stadt Darm=
nung
und der Wunſch, den ich ausſpreche, in Erfüllung gehen, daß Sie
Darmſtadt). 50. Wilhelm Maurer, Darmſtadt (am 29. September 1927 ſich kraft Ihres Berufes jung und friſch erhalten für weiteres Schaffen.
25 Jahre bei der Firma E. Merck, Darmſtadt). 5l. Ludwig Bauer, Für die Verwaltung der Stadt Darmſtadt überreiche ich Ihnen die der
Es folgte eine Reihe weiterer Glückwunſchanſprachen von Freunden
und Mitarbeitern; ſo hielten Anſprachen Graf Hardenberg, der
auch im Auftrage des Großherzogs Ernſt Ludwig Glückwünſche aus=
Noßdorf (am 1. Oktober 197 40 Jahre bei der Firma Odenwälder Schenck für die Darmſtädter Induſtrie und den Darmſtädter Handel,
Herr Fabrikant May für das Kartell der Arbeitgeberverbände und der
Verkehrsverein Darmſtadt und den Heſſiſchen Verkehrsverband, Herr
Kahlert für die Vereinigung des Darmſtädter Großhandels, Herr
Darmſtadt (am 11. November 1927 2 Jahre bei der Firma E. Merck, Direktor Brink für die Darmſtädter und Nationalbank. Außerdem
Darmſtadt). 59. Philipp Kloin, Darmſtadt (am 21. November 1927 waren viele Hunderte von Glückwunſchtelegrammen und =Briefen aus
aller Welt eingelaufen.
Der Jubilar ſprach in längerer Rede den Dank für die biel=
nahme
ich die Glückwünſche entgegen, die Sie, ſehr geehrter Herr
Peſchko, mir im Namen Ihrer Kollegen und aller meiner Mitarbeiter
1. Dezember 1927 25 Jahre bei der Firma Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien= im Verlag übermittelt haben. Die Geſinnung, die aus Ihren Worten
ſpricht, dieſe Geſinnung der Zuſammengehörigkeit im Dienſt am gemein=
ſamen
Werk, wird von mir mit der gleichen Herzlichkeit geteilt. Wenn
es mir gelungen iſt, einen weſentlichen Teil meiner Gedanken in die Tat
umzuſetzen, ſo bin ich mir bewußt, daß dies ohne die treue Mithilfe
verſtändnisvoller Mitarbeiter nicht möglich geweſen wäre. Ich habe
und das kann ich hier mit Stolz ſagen nie daran gezweifelt, daß jeder
meiner Mitarbeiter unſer gemeinſames Werk als eine Sache ſeines
eigenen, perſönlichen Intereſſes betrachtet und ſich mit ſeinen beſten
Kräften dafür eingeſetzt hat. Ihnen allen dafür zu danken, iſt mir an
dieſem Tage der Rückſchau ein Herzensbekürfnis, und in dieſem Sinne
nehme ich die freundliche, originelle Gabe, die Sie mir heute geſtiftet
haben, gerne entgegen als ein Zeichen für treue Werkverbundenheit und
als eine Bürgſchaft, daß dieſes Gefühl der Zuſammengehörigkeit auch
weſterhin unter uns lebendig bleiben wird.
Und nun ein Wort an Sie, meine verehrten Herren, die Sie hier
im ſo freundlicher Weiſe das Wort genommen und mich in einer Weiſe
geehrt haben, die mich tief ergriffen hat. Ob ich die Anerkennungen, die

Oonr OLithnb Hraift gnr Onptaan

Mrnisn!

uds Naruin=

[ ][  ][ ]

Mittwoch, den 4. Januar 1928

Nummer 4

Seite 6

mir hier in ſo reichem Maße zuteil geworden ſind, alle was man ſo
nennt verdient habe, mag dahingeſtellt bleiben. In jedem Falle
haben Sie mir die Sympathie, die freundlichen, zuſtimmenden Gefühle
gezeigt, die ſich von ſo vielen Seiten her meiner Arbeit zuwenden, und
an dieſem ſchönen Widerhall mich herzhaft zu freuen, das kann ich mir
ſelber nicht verwehren. Dank bin ich vor allem ſchuldig den gütigen
Worten, die Herr Graf von Hardenberg im Namen des hoch=
verehrten
Großherzogs Ernſt Ludwig wie in ſeinem eigenen Namen
an mich gerichtet hat. Ebenſo haben mich die anerkennenden Worte des
Herrn Oberbürgermeiſters warm berührt, und es muß mir eine frohe
Genugtuung ſein, daß meine Arbeit, wenn ſie auch überwiegend in die
Weite geht, auch von ſeiten des Gemeinweſens Anerkennung findet, in
dem ſie ganz gewiß nicht zufällig ſo kräftige Wurzel geſchlagen hat.
Für die mir verliehene Medaille der Stadt ſage ich Herrn Oberbürger=
weiſter
meinen verbindlichſten Dank. Ebenſo habe ich noch zu danken
den lieben Freunden, die den Weg zur heutigen Veranſtaltung nicht
verſäumt haben, um mit mir und mit meinen Mitarbeitern den Ehren=
tag
meines Verlags zu feiern. Dank vor allem Herrn Präſident Dr.
Schenck, für die Handelskammer, Herrn Direktor Kahlert für den Groß=
handel
, Herrn Bankdirektor Brinck für die Darmſtädter und National=
bank
. Herrn Direktor Kredel für die Montagsgeſellſchaft. Herrn Caſpar
Wolff, dem Präſidenten des Verbands deutſcher Tapetenhändler, deren
Organ, die Deutſche Tapetenzeitung, heute mit mir ebenfalls den
40. Jahrestag feiert. Ihrer aller Zuſtimmung weckt in mir Gefühle, die
mich von neuem erkennen laſſen, welche Befriedigung es bringt, das
eigene Mühen vom Urteil der Berufenen und Führenden gewürdigt zu
ſehen. Ich freue mich dieſer warmen Empfindungen tief und nehme
ſie als Anſporn, auf dem betretenen Wege mit geſchärftem Verantwor=
tungsgefühl
weiterzugehen im Dienſte der hohen Geiſtesgüter, die uns
allen teuer ſind.
Nach dem gkodemiſchen Feſtakt verweilten die Gratulanten noch
längere Zeit im Kreiſe der Familie des Jubilars.
Der offiziellen Feier am Vormittag folgte am Abend der internere
und gemütliche Teil: ein Feſteſſen, zu dem der Jubilar Alexander Koch
ſeine ſämtlichen Mitarbeiter und alle Angeſtellten des Verlags, ſowie eine
Neihe von anderen Gäſten eingeladen hatte. Es fand im großen Saale
der Vereinigten Geſellſchaft ſtatt. Der feſtliche Schwuck des Raumes
fowie eine auf dem großen Podium aufgeſchlagene Bunte Bühne ver=
hießen
den Erſchienenen (etwa 90 Perſonen) von vornherein eine Reihe
angeregter und heiterer Stunden. Es war durch Herrn Al. Kochjun.
etwa der Raumeindruck eines großſtädtiſchen Kabaretts geſchaffen, mit
Ausſparung einer Tanzfläche, auf der eine Jazzkapelle die Gäſte nach
eingenommenem Mahl zu angemeſſener Motion zu verlocken hatte. Der
Jubilar begrüßte ſeine Gäſte mit wenigen herzlichen Worten, in denen
wie am Vormittag das ſchöne Verhältnis zwiſchen Chef und Per=
ſonal
zum Ausdruck kam. Es blieb bei der einen Rede nicht: launig
ging Direktor Peſchko auf das Thema des Abends, die Gemütlichkeit
eines zwangloſen Beiſammenſeins, ein; es kam eine Damenrede von
Herrn Arnholdt, und auf den Jubilar als vielfach rückfälliger Fami=
lienvater
ſprach Herr Höcke, gleichfalls der Firma naheſtehend. Nach
dem Deſſert tat ſich der Vorhang der Bühne auf, und es entrollte ſich ein
in allen Farben glitzerndes Programm, das zum größten Teil von Kräf=
ten
des Hauſes beſtritten wurde. Den Reigen eröffnete eine dramatiſche
Leiſtung, ein Streitgeſpräch zwiſchen den vier Zeitſchriften des Verlages
Alexander Koch, lebendig, ſcherzhaft und ironiſch, mit allerlei heiteren
Anzüglichkeiten interner Art bunt ausſtaffiert, die verſtändnisvolle, oft
ſtürmiſche Heiterkeit hervorriefen, zumal die Darſteller, die Damen
Goebel, Körner, Roſenberger und Scharfenberg, ſowie
Herr Henkel als Hofrat=Erſatz nicht nur mit Eifer, ſondern auch mit
bemerkenswertem Talent bei der Sache waren. Auch der Verfaſſer
(Wilhelm Michel) wurde mit den Darſtellern mehrfach gerufen.
Man ſah dann einen famoſen Expreſſioniſtiſchen Tanz von Fräulein
Stier, der allerlei Entzücken hervorrief; Fräulein Schopp (von der
Heſſiſchen Spielgemeinſchaft) tuug Verſe in Hoch= und Heinerdeutſch vor;
letzteres Idiom feierte noch mehrfach Trüumphe, z. B. in Rezitationen
Nobert Schneiderſcher Verſe durch Herrn Balzer. Es gab Geſänge
von Fräulein Schneller, einen prächtigen Billigen Jakob von
Herrn Schmelz und noch vieles andere. Als humorvoller Anſager
amtierte Herr Lehmann (der ſich auch als trefflicher Pianiſt erwies);
verſchiedene Violinſoli zeigten das hervorragende Talent von Herrn
Winkler. Spät begann der Tanz, um lang zu dauern. Ein außer=
ordentlich
gelungenes Feſt von echter, behaglicher Stinmmung das war
den Eindruck, den alle Gäſte mitmahmen.

Heiterer Mareell Salzer=Abend. Dem Kaufmänniſchen Vereim
Darmſtadt=Frankfurt iſt es gelungen, den bekannten Vortragskünſtler
und Feinhumoriſten Prof. Marcell Salzer für einen Luſtigen
Abend am Montag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, im Kleinen
Haus zu gewinnen. Dieſer heitere Marcell Salzer=Abend iſt zugleich das
einzige Auftreten des Hüinſtlers während der diesjährigen Vortrags=
tourné
in unſerer Stadt. Marcell Salzers Programme zeigen ſtets in
Zuſammenſtellung, Wahl und Inhalt ſeine ureigene perſönliche Note
und geſtalten in ihrer Vielſeitigkeit und Erleſenheit ſeine Abende zu
einem Erlebnis. (Näheres über den Kartenvorverkauf ſiehe Anzeige.)

Anſtalt für Epileptiſche. Am Neujahrstag wurde in den Nieder=
Ramſtädter Anſtalten Schweſter Mia Steffan, Diakoniſſin bes Diako=
niſſenmutterhauſes
Eliſabethenſtift in Darmſradt, die bis dahin im
Evangeliſchen Krankenhaus in Gießen als vorſtehende Schweſter tätig
war, ir das Amt der Hausmuuer im Frauenhaus der Anſtalb für Epi=
leptiſche
und als Oberſchweſter der Anſtaltsſchweſternſchaft eingeführt.
Im Anſtaltsgottesdienſt predigte aus dieſem Anlaß Pfarrer Hickel=
Darmſtadt. Die Anſtalt hat zurzeit 140 männliche und 87 weibliche
Pfleglinge, womit nahezu alle zur Verfügung ſtehenden Plätze beſetzt
ſind. 17 Kinder beſuchen die Anſtaltsſchulen. Die Abteilung für
Halbe Kräſte zählt 22 Pfleglinge, die ſonſt im Lebenskampf nicht be=
ſtehen
könnten, die aber hier in geeigneter Umgebung Gelegenheit fin=
den
, die ihnen verbliebenen Fähigkeiten in nützlicher Arbeit zu ver=
wenden
. Im Krüppelheim werden 40 Kinder (20 Knaben, 20 Mädchen)
behandelt, wovon 16 die Schule beſuchen. Das neue Lehrlingsheim
mit dem Krüppellehrwerkſtätten zur Ausbildung männlicher Krüppel=
lehrlinge
in einem Handwerk iſt nun ſoweit fertiggeſtellt, daß mit der
Cröffnung im März gerechnet werden kann. Dieſes neue Liebeswerk
der Inneren Miſſion wird in den Reihen der Wohlfahrtseinrichtun=
gen
unſeres Landes eine Lückg ausfüllen, die längſt ſchmerzlich empfu=
den
worden iſt, und eine ganze Reihe körperlich behinderter lunger
Menſchen wartet ſchon auf den Tag, der ihnen die Pforte des neuen
Hauſes und damit die Ausſicht auf einen befriedigenden Lebensberuf er=
öffnet
. Hoffentlich gelingt es der Inneren Miſſion bald, auch das
jehr notwendige Gegenſtück für körperlich behinderte Mädchen zu
ſchaffen.

Verpflichtung der Arbeitgeber zur Einreichung von Lohnzetteln
für 1927. Da der Reichsfinanzminiſter für 1927 von der Einforderung
der Lohnſteuer=Ueberweiſungsblätter abgeſehen hat, müſſen für dieſes
Jahr wieder Lohnzettel eingereicht werden. Der Arbeitgeber hat Lohn=
zettel
nach vorgoſchriebenem Muſter für alle Arbeitnehmer auszu=
ſchreiben
, deren Arbeitslohn 9200 RM. im Kalenderjahr 1927 über=
ſtiegen
hat. Die Lohnzettel ſind bis zum 31. Januar 1928 an
das für den Arbeitnehmer zuſtändige Finanzamt einzureichen. Vordrucke
für Lohnzettel ſind auf Verlangen beim Finanzamt Darmſtadt=Stadt,
Lindenhofſtraße 15, koſtenlos erhältlich.

Aufhebung des Sichtvermerkzwanges zwiſchen Deutſchland und
England. Zwiſchen der deutſchen und der großbritanniſchen Regierung
iſt über die Aufhebung des Sichtvermerkzwanges für die beiderſeitigen
Staatsangehörigen mit Wirkung vom 1. Januar 1928 folgende Regelung
getroffen: Die beiderſeitigen Staatsangehörigen können auf Grund
eines gültigen Paſſes ihres Landes jederzeit das Gebiet des anderen
Staates über jede amtlich zugelaſſene Grenzübergangsſtelle betreten und
verlaſſen. Für Kinder unter 15 Jahren genügt am Stelle eines Natio=
nalpaſſes
ein amtlicher Ausweis; dieſer muß bei Kindern über 10 Jahre
mit einem von der ausſtellenden Behörde abgeſtempelten Lichtbild des
Kindes verſehen ſein. Angehörige der beiderſeitigen Staaten, welche in
dem anderen Staate eine Stellung antreten wollen, müſſen vor dem
Grenzübertritt im Beſitz einer beſonderen Erlaubnis der zuſtändigen
Behörde Zuſicherung der Bewilligung zum Stellenantritt ſein.

*p. Amtsgericht I. Der in Niederkirchen geborene Hermann Brei=
tenauer
hat um Faſtnacht 1927 hier Mietſchwindel getrieben und
Zechbetrug verübt. Urteil: 5 Wochen Gefängnis. Eine wei=
tere
Anklage gegen einen hier geborenen Kaufmann wegen Zechbetrugs
endet da es ſich mehr um zivilrechtliche Anſprüche zu handeln ſcheint,
mit Freiſprechung. Nachts um halb 3 Uhr geriet, als er auf dem
Rade eine Munde dunch die Altſtadt machte, ein Arbeiter mit der Polizei
in Konflikt. Dabei gebrauchte er den Ausdruck: Die Ochſen haben mich
aufgeſchrieben. Urteil: eine Woche Gefängnis mit Publikationsbefug=
nis
. Ein Kaufmann im Martinsviertel ſoll gegen die Verordnungen
über die Regelung der Arbeitszeit von 1919 und 1923 verſtoßen und
über 7 Uhr abends noch Kunden bedient haben. Es war in der heißen
Zeit und nach Angabe des Geſchäftsinhabers mußte der Laden gelüftet
werdenz er ſei allei im Geſchäft tätig und müſſe in einem Arbeiter=
viertel
Rückſicht auf die Arbeiterkundſchaft nehmen. Urteil: 20 Mark
Geldſtrafe. Wegen Unterſchlagung von Kundengeldern erhält ein
Laufburſche, der in einem Fiſchgeſchäft tätig war, zwei Monate Gefäng=
nis
unter Anrechnung der ſeit 2. Dezember vor, Js. verbüßten Umter=
ſuchugshaft
.

dus Punowert an dee Scldene ves neuen Sayres.

Das Jahr 1927 brachte dem deutſchen Handwerk eine zunehmende
Beſchäftigung. War zwar zu Anfang des Jahres die wirtſchaftliche
Lage noch ſchlecht und die des Handwerks im beſonderen durch das große
Heer der Erwerbsloſen gedrückt, ſo trat im März und April eine
weſentliche Beſſerung ein. Sie war bedingt durch die zunehmende Bau=
tätigkeit
vornehmlich in den Städten, durch Aufträge der Landwirtſchaft
auf dem Lande und durch die allgemein beſſere Beſchäftigung in der
Induſtrie, die zu einer ſtarken Verminderung der Erwerbsloſen beitrug.
Auch in den Sommermonaten hielt die erfreuliche Aufwärtsbewegung an,
bis im November, in erſter Linie verurſacht durch die Saiſonſchwan=
kungen
, ein merkliches Abflauen folgte.
Dieſe Belebung im verfloſſenen Jahr war jedoch nicht von einer
entſprechenden Steigerung des Geſchäftsertrages begleitet. Die Preiſe
für viele Rohſtoffe und Materialien zeigte eine langſame, aber
ſtetige Erhöhung. Die geſtiegenen ſozialen Laſten und die zum Teil
durch Mieterhöhung bedingten Lohnſteigerungen trugen weiter zur
Schmälerung des Ertrages bei. Die neue Regelung der Arbeitszeit,
insbeſondere die Vert flichtung, Mehrarbeit mit einem prozentualen Auf=
ſchlag
zum vereinbarten Lohn zu bezahlen, brachte wieder eine fühlbare
Belaſtung mit ſich. Die Erhöhung der Fernſprech= und Poſtgebühren
bedeutete gleichfalls eine Beeinträchtigung. Es war nicht möglich, eine
Abwälzung aller Unkoſten auf die Kundſchaft vorzunehmen. Ins=
beſondere
litt das Handwerk wie die geſamte deutſche Wirtſchaft unter
dem ſtarken, ſich mehrenden Steuerdruck.
Das Finanz= und Steuerprogramm des Reichsfinanzminiſters Dr.
Köhler wurde wegen ſeiner angekündigten durchgreifenden Erleichterungen
mit Freuden begrüßt. Leider ſind die vorgenommenen Steuer=
erleichterungen
und Steuervereinfachungen nur von unweſentlichem Ein=
fluß
und auf der anderen Seite, vornehmlich durch die Erhöhung der
Nealſteuern, bei weitem wieder ausgeglichen. Die bisherigen Be=
ratungen
über das vorgelegte Steuervereinheitlichungsgeſetz konnten
zu keinem befrieligenden Ergebnis führen. Nur mit größten Bedenken
nimmt das deutſche Handwerk Kenntnis von den Beſchliſſen des vor=
läufigen
Reichswirtſchaftsrats. Es muß der Erwartung Ausdruck gegeben
werden, daß bei der weiteren Behandlung des Entwurfs die Bedürf=
niſſe
der Wirtſchaft mehr als bisher Berückſichtigung finden. Reichs=
finanzminiſter
Dr. Köhler hat erſt kürzlich wieder unterſtrichen, daß die
geſamte Wirtſchaft hier an der Grenze ihrer Leiſtungsfähigkeit angelangt
iſt. Indeſſen iſt die Gefahr erhöhter ſteuerlicher Belaſtung noch nicht
verſchwunden. Bei den kommenden Beratungen des Entwurfs ſowie bei
den Beratungen über den Reichshaushaltsvoranſchlag für 1928 muß
grundſätzlich dem Geſichtspunkt Rechnung getragen werden, Steuer=
erhöhungen
unter allen Umſtänden zu vermeiden.
Von der Arbeit des Geſetzgebers hat das deutſche Handwerk mit
größtem Intereſſe die Berctungen zu dem Entwurf eines Geſetzes zur
Aenderung der Gewerberrdnung und des Handelsgeſetzbuches, der ſo=
genannten
Handwerksnovelle verfolgt. Es wurde begrüßt, daß endlich
wichtige berufsſtändiſche Fragen ihrer Löſung zugeführt werden ſollen,
umſomehr, als das Handwerk bereits über 6 Jahre eine Neuregelung
für ſich erſtrebte. Bekanntlich ſieht die Novelle die Errichtung einer
Handwerksrolle vor, in die alle ſelbſtändigen Handwerksbetriebe ein=
zutragen
ſind, um damit dig Grundlagen für die Wahlen zur Handwerks=

kammer abzugeben und zugleich die Möglichkeit ſtatiſtiſcher Erhebungen
im Handwerk zu ſchaffen. Die Wahlen zu den Handwerkskammer ſollen
auf der Grundlage des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts
durchgeführt werden. Die Hoffnung des Handwerks, im Jahre 1927
die Handwerksnovelle zu erhalten, erfüllte ſich nicht. Zur Zeit liegt der
Entwurf einem beſonderen Arbeitsausſchuß des Reichswirtſchaftsrats
vor. Hoffentlich gelingt es baldmöglichſt, die Novelle zur Verabſchie=
dung
zu bringen und damit dem Handwerk eine feſte Grundlage zu
ſeinem Aufbau und Ausbau zu geben.
Dem Neichswirtſchaftsrat lag weiter zur Beratung vor der Ent=
wurf
eines Arbeitsſchutzgeſetzes, wozu der Sozialpolitiſche Ausſchuß
kürzlich zu den erſten Paragraphen ein ausſührliches Gutachten er=
ſtattete
. Auch der Entwurf eines Verufsausbildungsgeſetzes iſt im
Reichswirtſchaftsrat noch nicht vollſtändig durchberaten. Die Vorlagen
zur endgültigen Ausgeſtaltung des Reichswirtſchaftsrats haben unter=
deſſen
ihre erſte Beratung im Reichstag gefunden. Hoffentlich findet das
Handwerk bei allen dieſen Vorlagen die entſprechende Berüchichtigung.
Es ſcheint noch viel zu wenig bekannt, zu ſein, daß das deutſche Hand=
werk
nach den neueſten ſtatiſtiſchen Erhebungen wmd 13 Millionen
Betriebe zählt und von dem Ertrag ſeiner Arbeit rund 8 Millionen
Deutſche leben, ganz abgeſehen von kulturellen, ſozialen und nationalen
Gründen, die gleichsfalls eine Berückſichtigung des Berufsſtandes imn
Geſetzgebung und Verwaltung erheiſchen.
Die nicht vollendeten Geſetzesarbeiten werden im neuen Jahre ihrer
Vollendung entgegengeführt werden. Um eine ſteuerliche Erleichterung
zu erreichen, iſt es auch dringend notwendig, endlich emmal mit der Ver=
waltungsreform
zu beginnen. Bislang hat die Erörterung dieſer
Frage keine weſentlichen Fortſchritte gezeigtz ud doch muß ſie mit
ernſtem Willen und feſter Abſicht angefaßt werden, da ihre Löſung eine
weitere Hinauszögerung nicht mehr verträgt; dieſes umſomehr, als im
kommenden Jahr das ſogenannte Normaljahr auf Grund des Dawesab=
kommens
beginnt, das der deutſchen Wirtſchaft eine jährliche Belaſtung
von 2½ Milliarden Mark bringt.
Angeſichts der Fülle der Arbeiten erſcheint es zweifelhaft, ob der
gagenwärtige Reichstag, der im neuen Jahre ſeinem Ende entgegen=
ſieht
, alle Vorlagen wird verabſchieden können. Unzufriedene treten
ſchon jetzt für eine Auflöſung des Reichstages ein. Die auch im Hand=
werk
zum Teil vorhandene Unzufriedenheit mit den beſtehenden Ver=
hältniſſen
und das Gefühl bei der Behandlung der Geſetzesvorlagen
nicht immer gewigende Berückſichtigung ſeiner Intereſſen gefunden
zu haben, hat in zunehmendem Maße dazu geführt, ſich von den älteren
Parteien loszulöſen und ſich jüngeren Parteien mit vorherrſchend wirt=
ſchaftlicher
Zweckbeſtimmung anzuſchließen. Die Spitzenverbände des
deutſchen Handwerks wollen weder zugunſten der einen noch der anderen
Partei ihren Einfluß ausüben, ſolange die in Frage kommenden Par=
teien
in ihrer Politik auch die Intereſſen des Handwerks berückſichtigen.
Bei den politiſchen Parteien ſelbſt und bei ihren Fraktionen liegt die
Entſcheidung, ob ſie die berechtigten Wünſche des Handwerks im aus=
reichendem
Maße erfüllen und damit dem Handwerk die Möglichkeit
belaſſen wollen, parteipolitiſche Neutralität anch weiterhin zu wahren.
Mögen Parlament und Regierung im neuen Jahre den Intereſſen des
Handwerks im erforderlichen Umfang Rechnung tragen.

Reinigung der Straßen und Wegſchaffen ber Abfälle. Das
Polizeiamt verweiſt alle Grundſtückseigentümer bebauter und unbebauter
Grundſticke inerhalb des Stadtbezirks Darmſtadt auf die Polizeiver=
ordnung
, die Reinigung der Straßen und das Wegſchaffen der Abfälle
betreffend, vom 30. Auguſt 1921. in Nr. 3 der Darmſtädter Zeitung
die Vorſchriften bezüglih der Reinigung der Fußſteige von Eis und
Schnee. Die Fußſteige, gleichwiel, ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande des Fahrdammes, und Fußſteige von
größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der meiſtbegangenen Fläche
ſtets von Schnee und Eis freizuhalten. Der über Nacht gefallene Schnee
iſt ſpäteſtens bis 9 Uhr abzuräumen. Iſt wegen andauernden ſtarken
Schnecfalls die völlige Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräu=
mung
in der Zeit von 9 Uhr bis 20 Uhr mindeſtens alle 3 Stunden
erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte Schnee iſt auf den Fahr=
damm
nahe am Rand zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahn=
gleiſe
, Hydranten, Straßenecken und Hauseingänge freizuhalten ſind.
Das Lager des von Hofreiten aufgeräumten Schnees auf Stmaßen und
Plätzen iſt unterſagt. Soſſern auf den Fußſteigen Glatteis, oder eine ge=
fährlich
zu begehende Sckmeedecke oder Schnee= und Eisbuckel ſich ge=
bildet
haben, oder die Fußſteige ſonſtwvie ſchwer zu begehen ſind, müſſen
ſie in einer Breite von 1,70 Metern mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder
ſonſt geeignetem Streumaterial ausgiebig beſtreut werden. Das Auf=
ſtreuen
iſt zu wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte
Stellen entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von 71 bis 20 Uhr. Das Ausſtreuen von ungesignetem Streumaterial
ich verboten. Bei der Reinigung ſind Beſchädigungen der Straße zu
vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der Fußſteige
ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen, zur Ent=
fernung
des Schnees oder Eiſes zu verwenden. Das Ausſchütten von
Flüſſigkeiten bei Froſtwetter in die Straßenrinnen iſt unterſagt. Ebenſo
iſt das Schleifenziehen auf Fußſteigei ſowie Schneeballwerfen mit
maſſem oder verunreinigtem Schnee verboten. Nach 8 15 der Verord=
nung
können die Eigentümer eines Grundſtücks mit der Erfüllung der
ihnen nach den vorgenanuten Beſtimmungen obliegenden Verpflichtun=
gen
, ſoweit ſie für deren Ausführung verantwortlich ſind, eine andere
Perſon, wie z. B. einen Hausverwaltor, einen Mdieter, einne Geſellſchaft
oder Anſtalt, die ſich die Reinigung von Straßon zur Aufgabe geſtellt
hat, beauftragen. Dieſe Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtal=
ten
deren Vorſtandsmitglieder, ſind dann für die Einhaltung der Vor=
ſchriften
ausſchließlich verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon,
Gefellſchaft oder Anſtalt beim Polizchamt binnen einer Fuiſt von
14 Tagen nach erfolgter Namhaftmachung Einſpruch gegen die Ver=
tretung
nicht erhoben hat. Mehvere Eigentümer eines Grundſtücks
können nach Maßgabe der Vorſchriften die Erfüllung der Vorſchriften
auf einen von ihnen übertragen. Alle Polizeibeamten ſind angewieſen,
den Befolg vorgenannter Beſtimmungen ſcharf zu überwachen und Zu=
widerhandelnde
zur Anzeige zu bringen.
p. Zwangsvollſtreckung im Verwaltungswege. Die Beitreibung rück=
ſtändiger
Fernſprechgebühren und ſonſtiger Forderungen der Reichspoſt
im Sinne des 8 25 des Reichspoſtgeſetzes vom 28. Oktober 1871 geſchieht
durch die zuſtändigen Amtsſtellen der Reichspoſt.
Preußiſch=Süddeutſche Klaffenlotterie. Die letzte Ziehung im alten
Jahre (3. Klaſſe, 30,/256. Lotterie) hat am 9. und 10. Dezember ſtattge=
funden
, wobei die beiden Hauptgewinne von je 100 000 Reichsmark auf
Nr. 245 594 in den beiden Abteilungen I und II gefallen ſind. Das
neue Jahr beginnt am 10. Januar mit der Ziehung der 4. Klaſſe,
in der neben anderen namhaften Treffern wieder zwei Hauptgewinne
von je 100 000 Reichsmark zur Ausſpielung kommen. Es wird
den Spielern empfohlen, die rechtzeitige Erneuerung ihrer Loſe
nicht zu verſäumen, die plamäßig fpäteſtens bis
zum 4. Januar 1928, abends 6 Uhr, bei Verluſt des Anrechts
erfolgen muß.
Nächſte Dampferabfahrten der HamburgAmerika=Linie. Nach
New York: Nordvard ab Hamburg am 7. 1. (Lirekr), Albert Bal=
lin
ab Hamburg am 12. 1.,, ab Cuxhaven am 13. 1., Thuringia ab
Hamburg am 18. 1. (dirett), New York ab Hamburg am 19. 1., Cux=
haven
ab am 20. 1.. Deutſchland ab Hamburg am 26. I., ab Cuxhaven
am 27. 1., Cleveland ab Hamburg am 1. 2., ab Cuxhaven am 2. 2.,
Luoſſa ab Hamburg am 4. 2. Nach Philadelphia, Balti=
more
, Norfolk: Fdarwald am 20. 1., Kellerwald am 3. 2.,
Altmark am 17. 2. Nach der Weſtküſte Nordamerikas:
Seekonk am 7. 1., Sachſen am 21. 1., Iſis am 11. 2. Nach
Weſtindien, Weſtküſte Zentralamarikas: Nürnberg am
7. 1., Nugia am 14. 1., Frida Horn am 21. 1., Kyphiſſia am 28. 1.,
Georgia am 4. 2., Teutonia am 11. 2., Ingrid Horn am 18. 2.
Nach Portorico, San Domingo, Hauti, Jamaika und
Santiago de Cuba: Grunewald am 17. 1., Minna Horn am
31. 1., Amaſſia am 14. 2. Nach Kuba: Kiel am 14. 1., Arte=
miſia
am 15. 2., Cuba am 15. 3., Aragonia am 14. 4. Nach
Mexiko: Aragonia am 14. 1., Nordſchleswig am 25. 1., Rio Pa=
nuco
am 7. 2., Weſterwald am 18. 2., Schleswig=Holſtein am 29. 2.
Nach der Weſtküſte Südamerikas: Heſſen am 14. 1.,
Sebara am 25. 1., Heluan am 28. 1., Carl Legien am 11. 2.,
Negada am 15. 2. Nach der Oſtküſte Südamerikas:
Paraguay am 7. 1., Baden am 11. 1., Niederwald am 18. 1.,
Holm am 2. 1., Denderah am 2. 1., Emden am 2. 2., Sachſen
wald am 11. 2. Nach Niederländiſch=Indien: Rends=
burg
am 18. 1., Hannover am 15. 2. Nach Auſtralien:
Karnak am 4. 2., Leuna am 7. 3. Nach Oſtaſien: Emil Kir=
dorf
am 7. 1., Havenſtein am 17. 1., Scheer am 25. 1., Adolf von
Baeyer am 4. 2. Rheiuland am 11. 2., Preußen am 18. 2, Oliva
am 25. 2., Ramſes am 3. 3., Fricsland am 10. 3. NachAfrika:
Niaſſa am 28. 1. HmburgRhein=Linie: Wöchentlich ein
Dampfer. Mitgeteilt durch die Vertreug der HamburgAmerika=
Linie, Darmſtadt, Luiſenplatz 1. (Tel. 138 und 1308.)

H.K. Peketverkehr. Noch immer iſt, wie die Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt mitteilt, nicht ausreichend be=
kannt
, daß Einſchreibpakete nach den derzeit gültigen poſtaliſchen Be=
ſtimmungen
nicht mehr zuläſſig ſind. An die Stelle der Einſchreibpakete
ſind unverſiegelte Wertpakete, zuläſſig bis 100 Mk., getre=
ten
, die nur 5 Pfg. mehr koſten, als nach den heutigen Gebühren Ein=
ſchreibpabete
koſten würden.
p. Ausführung des Weingeſetzes uſw. Die Gebühr für die Unter=
ſuchung
einer Probe ausländiſchen Weines iſt auf 15 Mark mit der
Maßgabe feſtgeſetzt, daß im Falle der Beanſtandung einer Weinprobe
der doppelte bis dreifache Betrag angerechnet werden kann.
Bübiſche Hand verſuchte geſtern Nacht, die Eisbahn hinter
dem Woog durch Aufgießen einer Flüſſigkeit vollſtändig unbrauchbar
zu machen. Man iſt dem Täter auf der Spur, und er wird ſeiner Strafe
nicht entgehen. Die Eisbahn iſt jedoch wieder hergeſtellt und kann wei=
ter
benutzt werden.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Wemnter urſcheinenden Notiyen ſind antſchlledlich als Hinweiſe auf Hazsionn iv betrachten
im leinem Falle irgendwie ale Veſrechung oder Krit.
Der Männergeſangverein Coneordia‟ Darm=
ſtadt
hält am Sonntag, 8. Januar, nachmittags im Städtiſchen Saal=
bau
ſein diesjähriges Winterfeſt ab. Unſer ſehr geſchätztes Ehrenmit=
glied
Herr Emil Thomas hat wieder ein außerordentlich ſchönes Pro=
gramm
zuſammengeſtellt. Neben vielen ſchönen Nummern geht ein
luſtiger Einakter über die Bretter: Der ſelige Pannemann, Schwank
in einem Akt von P. Lehnhardt. Auch wird der Männerchor unter der
tüchtigen Leitung ſeines beliebten Dirigenten Herr Muſikdirektor
A. Simmermacher einige ſehr ſchöne Volkslieder zu Gehör bringen. Eine
reich zuſammengeſtellte Tombola wird jedem Gewinner Rechnung tro=
gen
. Nach Schluß des Programms wird jung und alt bei einem ſehr
gut beſetzten Orcheſter dem Tanz huldigen. (Siehe Anzeige am Freitag)
Stahlhelm, Bd. d. Fr., Ortsgruppe Darmſtadt. Am Frei=
tag
, 6. Jan., findet abends um 8.30 Uhr im Saale der Eintracht Appell
ſtatt. Es bedarf wohl keines beſonderen Hinweiſes, daß jeder Kamerad
zu erſcheinen hat. Gäſte ſind jederzeit willkommen.
Skiklub Darmſtadt=Odenwald, Ortsgruppe des Ski=
klubs
Schtvarzwald. Am 26. Februiar 1928 findet der Sprunglauf der
Deutſchen Skimeiſterſchaft auf dem Feldberg im Schwarzwald ſtatt. Für
Mitglieder des S. C.S können Tribünenkarten his ſpäteſtens 10. Jan.
bei dem Schriftfihrer der hieſigen Ortsgruppe, Herrn Herb. Roſt, Karl=
ſtraße
65½ (Tel. 1768), beantragt werden.

Kunſknotizen.
Ueber Werke, Künſiler oder fünſkleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden drwühntes
geſchleht, behält ſich die Rebattien ibr Arteil vos
Palaſt=Lichtſpiele: Duell in den Lüften, ein
fenſationeller Großfilm mit einer äußerſt ſpannenden Handlung in acht
Akten! Urteile der Preſſe: Kinematograph vom 7. 11. 1927:
Kultur und Geſchmack .. ſehr ſchöne Aufnahmen von Algier und Tunis
ausgezeichnete Darſtellung. Lichtbildbühne vom 7. 11. 1927. .
über dem Durchſchnitt der Auslandsfilme . . eine lange Neihe außer=
gewöhnlich
ſchöner Aufnahmen, eine wirkungsvolle Handlung mit be=
achtenswerten
Darſtellern. Ein Film, der überall ſeines Erfolges ſicher
iſt. Film=Kurier vom 5. 11. 1927: Der Zweikampf iſt großartig.
meiſterhaft mit unendlicher Mühe ſind die aufregenden Phaſen des
Flugkampfes in ausgezeichnet gelungenen Aufnahmen aneinander ge=
reiht
. wunderbar ſtimmungsvoll die Aufnahmen von der Wüſte.
Im Beiprogramm: Die Dollarprinzeſſin und ihre ſechs
Freier. Ein luſtiger Greenbaum=Film unter der Regie von Felis
Baſch mit Liane Haid, Eliſabeth Pinajeff, Betty Aſtor, Joſefine Dora,
Georg Alexander, Hans Albers, Siegfried Arno, Jaro Fürth, Leopold
von Ledebontr.
Aus den Parteien.
Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei. Der
heutige Gruppenabend findet bei Krautwurm, Heidelberger Eſcholl=
brücker
Straße, um 8 Uhr, ſtatt. Um zahlreiche Beteiligung wird ge=
beten
.
Briefkaſien.
Oberklingen. Sie haben völlig recht. Sie werden gut daran tun,
über die gerlagten Zuſtände das zuſtändige Kreisamt ausreichend
(ſchriftlich oder mündlich) zu unterrichten, damit Abhilfe geſchieht. Ge=
ſetzliche
Vorſchriften beſtehen hier nicht. Jür Unfälle, die durch die
Nichtbeleuchtung oder mangelhafte Beleuchtung entſtehen, iſt die Gemeinde
haftbar, der die Gewährleiſtung eines geſicherten Verkehrs auf den Orts=
ſtraßen
obliegt. Hierzu liegen recht ſtrenge Entſcheidungen des Reichs=
gerichts
vor. Natürlich müßten auch, wenn morgens früh der Verkehr
einſetzt und Arbeiter zu ihren Arbeitsſtätten ſich begeben, doch Richt=
laternen
mindeſtens brennen.

Tageskalender für Mittwoch, den 4. Januar 1928.
Laudestheater, Großes Haus, Anf. 19 Uhr, Ende 22 Uhr:
Schinderhannes. Kleines Haus, Anf. 19½ Uhr, Ende 22
Uhr: Die Entführung aus dem Serail. Orpheum, Anf. 20
Uhr: Zauberſchau Kaßner. Konzerte: Hotel Schmitz, Schloß=
kaffee
, Weinhaus Maxim. Kinovorſtellungen: Union=,
Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Helia.

[ ][  ][ ]

Rüikiek4c7 2

Mittwoch den 4. Januar 1928

Aus Heſſen.
Die landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
am Jahresbeginn.
Genoſſenſchaften wanen am 1. Januar 1928 vorhanden:
108 Zentralgenoſſenſchaften,
20 670 Spar= und Darlehnskaſſen,
4 676 Bezugs= und Abſatzgenoſſerſchaften,
4 090 Molkereigenoſſenſchaften,
10 551 ſonſtige Genoſſenſchaften,
zuſammen: 40 095 landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften.
Wenn man dieſe Zahlen wit den für den gleichen Zeitpunkt in den
Genoſſenſchaftsweſen kann demnach als überwunden und abge= von Mitgliedern ſchön dargeſtellte Schattenbilder und Muſikvorträge
dauernde Steigerung der Neugründungen auf dem Gebiete des Molkerei=
ſerer
miſchwirtſchaftlichen Produktion der Auslandskonkurrenz zu begeg= wird er noch lange im freundlicher Erinnerung bleiben.
nen, deutlich ſpricht. Dagegen haben im Vergleich zum Vorjahre die
ſchaften zu verzeichnen. In den anderen Genoſſeanſchaftsarten ſind die
überwiegen die Auflöſungen mit 11 Genoſſenſchaften, während die Mol=
bewegung
fortſetzen. Die Zahlen der Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften,
ſowie der Sonſtigen Genoſſenſchaften ſind gegen den Vormonat dahin=
fachten
Schwankungen (6 Zugänge, 7 Auflöſungen bei den Bezugs= und gemiſchte Chor gaben im Geſang gemeinſam mit dem vortrefflichen
her in der Statiſtik bei den Sonſtigen Genoſſenſchaften gezählt wurden,
von jetzt ab in der erſtgenamnten Kategovie geführt werden.

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ſions=Sitzungen abgehalten: 23 Sitzungen des Gemeinderats mit 377 Be=
ratungsgegenſtänden
, 20 Sitzungen der Finanzkommiſſion mit 166 Bera=
tungsgegenſtänden
, 23 Sitzungen der Baukommiſſion mit 111 Beratungs=
Waſſerleitungskommiſſion mit 29 Beratungsgegenſtänden, 1 Sitzung der
Kommiſſion, für Prüfung der Wohnungsmieten mit 1 Beratungsgegen=
folgende
Perſonen betreut: In der Kleinrentnerfürſorge 95 Perſonen,
in der Sozialrentnerfürſorge 95 Perſonen, in der Wohlfahrtsfürſorge
26 Perſonen, in der Erwerbsloſenfürſorge 398 Perſonen, in der Kriſen=
fürſorge
40 Perſonen.
J. Griesheim, 3. Jan. Beim hieſigen Standesamt wurden im Jahre
1927 folgende Perſonenſtandsfälle beurkundet: 131 Geburten, 81 Ehe=
ſchließungen
und 59 Sterbefälle, darunter 5 Totgeburten.
J. Griesheim, 3. Jan. Am Donnerstag, den 5. Januar, d. J.,
abends, findet auf dem Nathaus eine Gemeinderatsſitzung mit folgender
Tagesordnung ſtatt: 1. Bürgſchaftsübernahme für ein Darlehen, 2. Win=
terbeihilfe
, 3. Wahl eines Vertveters bei der Bezirksſparkaſſe Groß=
Gerau, 4. Vevſicherung der Schulkinder gegen Unfälle, 5. Nachlaß des
Sanitätsrates Dr. Strein, 6. Die Beſoldung der Polizeibeamten, 7. Au=
ſchaffung
eines Fafels, 8. Mitteilungen. 9. Uneinbringlichkeits= und
Liguidationsverzeichnis bro 1996, 10. Geſuche um Stundung und Erlaß
von Gemeindegefällen, 11. Wohlfahrts= und Armemſachen.
42. Eberſtabt, 3. Jan. Schwerer Baumfrevel. In der
hieſigen Gemarkung wurde ein ſchwerer Baumfrevel verübt. Eine ganze
Neihe von in beſter Entwicklung befindlichen Obſtbäumchen iſt abgebrochen
bzw. ihrer Kronen beraubt worden. Nach genauen Feſtſtellungen han=
delt
es ſich um 36 Obſtbäumchen, beſonders in der Gewann Wohlfahrt,
die auf dieſe ſchändliche Weiſe zu Grunde gerichtet wurden. Die Polizei
iſt eifrig mit den Nachforſchungen nach den Tätern es handelt ſich
wahrſcheinlich um zwei funge Burſchen beſchäſtigt und verfolgt dabei
eine ganz beſtimmte Spur. Der Obſt= und Gartenbauver=
ein
Eberſtadt hält am Freitag abend eine wichtige Verſammlung im
Gaſthaus Zum Bergſträßer Hof (Fiſcher Wwe.) ab. Unter anderem
ſoll die Frage der gemarkungsweiſen Umpfropfung von Obſtbäumchen
zur Sprache kommen.
4a. Pfungſtadt, 3. Jan. Turnerball. Der übliche Neujahrsball
des hieſigen Turnvereins, der im Saale des Gaſthauſes Zum Rheiniſchen
Hof ſtattfand, iſt auf das Beſte verlaufen. Der Beſuch war ſehr zahl=
reich
. Eine willkommene Abwechſlung boten die turneriſchen Darbie=
tungen
in den Pauſen. Außer dem Turnverein hatten mehrere andere
Vereine über Neujahr Zuſammenkünſte und dal. abgehalten Der
Ortsgewerbeverein und die Handwerkervereinigung halten am
kommenden Somntag, den 8. Januar, nachmittags im Gaſthaus. Zur
Krone ihre diesſährige Hauptverſammlung ab. Unter anderem ſteht
einer Pfungſtädter Woche auf der Tagesordnung.
* Nieder Ramſtadt, 3. Jan. Weihnachtsfeier des Geſangver=
eins
Harmonie Mitglied des Heſſ. Sängerbudes) im Darmſtädter
Hof (Beſitzer Ad. Knapp). Der Vortrag der Lieder durch den Chor,
unter Leitung ſeines Chormeiſters. Herrn Lehrer Samper aus Darm=
ſtadt
, war ein hervorragender Genuß. Brauſender Beifall lohnte Sän=
ger
wie auch den Dirigenten, der durch feines pädagogiſches Können und
ſtramme Diſziplin verſteht, Volksweiſen ſo fein und klangſchön zu Ge=
hör
zu bringen. Das Weihnachtsmärchen In Rübezahls Neich wurde
ten dieſe, wie auch Frau L. Mahr für Mühe und Arbeit. Das Sing=
ſpiel
Das Singvögelchen entzückte durch ſchönes luſtiges Spviel und Ge=
ſong
. Alles klappte vortrefflich, auch die Spielleitung. Fräulein Eliſa=
beth
gnecht am Flügel, ſehr gut. Spiel und Muſik wurden mit ſtürmi=
ſchem
Beifall von einem dankbaren Publikum aufgenommen. Der erſte
Vorſitzende fand herzliche Dankesworte, dem Chorleiter Herrn Samper
im beſonderen, ebenſo für die Mitwirkenden, für die Beſucher, und nicht
floſſenen Jahre. Ein warmer herzlicher Appell an alle Anweſenden, am
die Einflußreichen, an die Beſitzenden, die Sache des deutſchen Männer=
geſanges
werbend fördern zu helfen, leitete den dritten Teil; eine reich=
haltige
, von den Mitgliedern geſtitete Tombolaverloſung ein. Die
Generalverſammlung am Sonntag, den 15. Januar, im Vereinslokal C
ſtattfindet.

4k. Nieder=Ramſtadt, 3. Jan. Statiſtiſches. Die Standes=
Spengler die Anmeldebogen für das kürzlich beſchloſſene gemarkungs= einigen Troſt finden.
Nach der Statiſtik des Verbandes der deutſchen landwirtzſchaftlichen weiſſe Umpfropfen der Obſtbäume verteilt. Die ſo ſegensreiche Maß=
nahme
kann aber nur durchgeführt werden, wenn eine genügende Zahl
Obſtbäume zur Meldung kommt. Im Intereſſe des Obſtbaues ſelbſt, kommen. Im Schloßgarten zu Schwetzingen ſcheuten die Pferde eines
lung verteilt. Sämtliche Preiſe beſtehen in wertvollen Büchern.
Vorjahren veröffentlichten Ausweſen vergleicht, ſo geht daraus hervor, glänzenden Erfolg hatte der Turnverein mit dem am Neujahrstage im daß ſie ſich unter einen Schnellzug werfen wollte. Sie konnte noch recht=
daß
der im Jahre 196 entſtandene Verluſt von 132 Genoſſenſchaften im Saalbau Suppes veranſtalteten Familienabend. Mit einem flotten zeitig von ihrem Vorhaben abgehalten werden. Ein Kind töd=
Gefamtbeſtand durch 89 effektive Zugänge während des Jchres 1927 im Marſch wurde dieſer eröffnet und der erſte Vorſitzende, Bürgermeiſter lich verbrüht. Das zwejährige Kind des Bahnbeamten P. Derſch
weſentlichen Maße wieder aufgeholt worden iſt. Die Periode der Rückert, begrüßte die ſehr zahlreich Erſchienenen herzlichſt. Darauf folgte in Hockenheim fiel in einen Kübel heißen Vaſſers und ſtarb alsbald
Reinigung ud Rationaliſierung im landwirtſchaftlichen ein kleines Thegterſtück, das lebhaften Beifall fand. Gemeinſame Lieder,
rchloſſen bezeichnet werden; an ihre Stelle iſt eine allgemeine, in wahſelten in bunter Folge ab, und Turner Karl Breitwieſer legte in
ruhigen Bahnen verlaufende, ſtetige Aufwärtsentwicklung getreten, deren wohldurchdachten Ausführungen die Ziele der Deutſchen Turnerſchaft, be= heim. Die Veranſtaltung des Sängerquartetts Heppenheim war wie
beſonderes Kennzeichen die außerordentliche und munterbrochen an= ſonders in der Jugendbewegung dar, die alſeits beſten Anklang fanden, üblich ſehr gut beſucht. Auch diesmal wurde den Beſuchern durch ein
genoſſenſchaftsweſens iſt. Schließt doch das Jahr 1927 mit einer effek= der äußerſt zahlreichen Spenden der Mitglieder und Freunde des Ver=
tiven
Zunahme von 216 Molkereigenoſſenſchaften, einer Zahl, die für die eins wurde dabei außerordentliches geboten. Allen, die zum guten Ge= einer Kapelle aus Bensheim. Nach der darauf folgenden Begrüßungsan=
lebhaften
Bemühungen, durch Steigerung und Qualitätsverbeſſerung un= lingen des Abends beitrugen, ſei herzlichſt gedankt, denn jedem Beſucher ſprache wurde der Chor Ehre ſei Got von Valentin Sieger durch
Spar= und Darlehnskaſſen einen Rüchgang um 95 Genoſſen= geſangverein 1863. Liederkranz 1874 e. V. ließ die Operette Rheiniſche ten Leitung des Herrn Lehrer Holzamer. Winterſport. Durch
Veränderungen gegenüber dem Vorjahre mu unbedeutend. Was die Be= großem Erfolg über die Bühne gehen. Nach dem erſten Gongzeichen
wegungen im Monak Dezember angeht, ſo iſt ein effektiver Zuwachs begnißte der erſte Vorſitzende des Vereins. Herr Georg Ehrhard, mit an den Werktagen iſt die Fläche von einer großen Anzahl von Erwach=
von
18 Genoſſenſchaften zu melden. Bei den Spar= und Darlehnskaſſen einem Glickwunſch zum neuen Jahr das zahlreich erſchienene Publikum, ſenen und Kindern beſucht. Für die Jagdreviere 2, 3. 4 und 5 von
kereigenoſſenſchaften mit 13 effektiven Zugängen die bekannte Auſwärts= beſonders Herrn Lehrer Hunecke und dem Vereinsmitgliede Maler Bern= erlenbach, Inelsbach und Unter= und Oberhambach wurde Herr. Johann
durch ſchöne Muſik und eine herrliche Bühnendekoration zur vollen macht beſonders darauf aufmerkſam, daß die zur Auszahlung gelangten
gehend verändert, daß neben den durch die monatliche Bewegung verur= Vollendung zu bringen. Alle 13 Soliſten, ſowie der 30 Perſonen ſtarke Weihnachtsgratifikationen auch Lohnſteuerpflichtig ſind.
Abſatzgenoſſenſchaften, 35 Zugänge, 18 Auflöſungen bei den Sonſtigen Orcheſter und im Spiel ihr Allerbeſtes. Der überaus reſch geſpendete
Genoſſenſchaften), 129 Lagerhausgenoſſenſchaften, die bis= Beifall bei offener Szene und am Schluſſe eines jeden Aktes rief die nachmittags ertönte Feueralarm. Die zu dem Anweſen des verſtorbenen
boten wird, in unſerer Gemeinde ein dankbares Publikum findet. Allen,
die infolge Platzmangels umkehren mußten, ſei noch mitgeteilt, daß am
J. Griesheim, 3. Jan. Verwaltungsſtatiſtik. Im Jahre nächſten Sonntag, den 9. Januar, die erſte Wiederholung der Operette
1927 wurden in hieſiger Gemeinde folgende Gemeinderats= und Kommiſ= ſtattfindet: die Karten hierzu ſind ab 3. Januar in den bekannt gege= mehr verhindern konnte, daß die Scheune bis auf die Grundmauern
benen Geſchäften erhältlich.
X. Dieburg, 3. Jan. Der Turnberein Dieburg 1863 hielt
gegenſtänden, 14 Sitzungen der Wohlfahrtskommiſſion mit 76 Bera= im Mainzer Hof ſeine Neujahrsveranſtaltung ab. Beiſde Säle des Gernsheim, 3. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
tungsgegenſtänden, 8 gemeinſame Sitzungen der Bau=, Finanz= und Kaſthauſes waren beſetzt. Zu Beginn des Abends begrüßte der Vor=
ſitzende
des Vereins, Herr J. Rödler, die Gäſte. Das Programm der
Veranſtaltung war abwechſlungsreich; es brachte Muſivorträge der
ſtand. Am Ende des Jahres 1927 wurden in den einzelnen Fürſorgen, des Herm Wohlfahrt trug die Lieder Der Tan des Herrn von P. A.
Zwyſſig, Ständchen von A. E. Marſchner und Am Rhein von G.
Hanſen mit klanglichem Wohllaut und Ausdrucksfähigkeit vor. Schüler,
Zöglinge und Turner zeigten im Frei= und Stabübungen, Sportfrei= FamilienAbond des Geſangvereins Germania, ſo ſtand am erſten
übungen und Geräteturnen bemerkenswerte Leiſtungen, die von der im
für die Leiter der Abteilungen, den N4jährigen Herrn Treber und die
Herren Chriſt und Nemſpecher ein Beweis waren, daß ihre vorbildliche
Arbeit ſchöne Früchte gezeitint hat. Leider ſtieß Herrn Remſpecher bei Familienfeier, des katholiſchen Kirchenbau=Vereins ſtatt.
einer ſehr ſchwierigen Gipfelleiſtung ein Unfall zu, der eine Schulter=
verrenkug
zur Folge hatte, zu deren Behebung der Arzt erforderlich
war. Die Mädchen und Schülerinnen des Vereins ſind bekannt dunch
ihre netten fröhlichen Tänze und trugen durch ihre Vorführungen,
unterſtüitzt durch farbenfrohe Koſtüme, zum Gelingen des Abends bei, hieſigen Turnhalle eine große Geflügelausſtellung.
Wiederholt werden mußte C. M. von Werbers Aufforderung zum
Tanz, im Rokokogewand, getanzt von den noch gar jugendlichen Damen diesjährige Konzart des hieſigen Muſibvereins ſtatt. Ein aus Märſchen,
Schluſſe des Programms nahm der Vorſitzende die Auszeichnung der
Nochenberg verſetzt worden iſt, das Diplom für Bjährige Mitgliedſchaft. Zuhörer zu Zugaben genötigt. Möge dem Verein, der ſein Können
beſchloß die Reihe ihrer Veranſtaltungen im abgelaufenen Jahre mit beſchieden ſein.
einem Vortrag des Herrn Oberſtudiendirektors Dr. Weiner über Die
Staaten und die dadurch gegebene Entwicklung ihrer Macht, bei der
deren Hilfe die Großmächte die Welt beherrſchen, und zeigte, wie z. B. über 40 Herren aus dem Schlitzerland, aus den Kreiſen Lauterbach md
politiſche Vorteile Amerika gegenüber, erringen konnte. Herr Ober= des Kurſus war der bekannte Muſikſchriftſteller und Chormeiſter Studien=
hörern
reichen Beifall.
neben der üiblichen Tagesordnung die Abhaltung und Ausgeſtaltung platz des hieſigen Vereins für Raſenſport. Bei ſchönſtem, allerdings bildung des Volksliedes gab, das in frühenen Zeiten formal viel unge=
Mannſchaften muußten ſich mit 3:3 zufrieden geben.
2. Januar 1,14 Meter, am 3. Januar 1,06 Meter.
von den Kindern reizend geſbielt. Neicher und herzlicher Beifall lohn= berr Fobritant Dobel die anweſenden Mitgliedher, Freunde und Gönner wurhen zunächſt ſehr lehrreiche Verſuckübungen an Schlitzer Schllin=
an
den Geräten turnten, Turner= und Schüler=Niegen, ſowie Muſikvor=
träge
der obengenannten Kapelle mit einander ab. Die Uebungen wur= Gedächtnisfeiern, dieſem größten Liederkomponiſten gewidmet. Schließ=
zur
Ehre. Während der erſte Teil des Abends turneriſchen Darbie= lichſte, der es verſtanden habe, eine Fülle von Anregungen den in den
zuletzt auch für die inaktiven Mitglieder für die Unterſtüitzung im ver= tungen diente, wurde im zweiten Teile humoriſtiſche Stücke gegeben, oberheſſiſchen abgelegenen Gebieten wohnenden Chorleitern und Muſk=
ſowie
ein Theaterſtück Der dreſſierte Affe‟. Den Schluß bildeten die erziehern zu geben.
ſchneidigen Keulen= und Stabübungen der Vurnerinnen mit Muſik=
begleitung
, unter von Herrn Lehrer Schmitt.
WSN. Baldmichelbach, (Odenw), 3. Jan. Der Tod im Stein= Pferdeputzen wurde der bei einem Landwirt in Ottrau beſchäftigte
Mitglieder werden an dieſer Stelle darauf aufmerbſam gemacht, daß die bruch. Im Steinbruch von Aſchbach löſten ſich plötzlich Steine los. Schloſſer Ritter von dem Tier i die Magengegend geſchlagen. Durch
Ein in der Nähe beſchäftigter Arbeiter, 35 Jahre alt und verheiratet, den Hufſchlag die Leber des Getroffenen, ſo daß bald nach ſeiner
wurde ſo ſchwer verletzt, daß er bald darauf ſtarb.

A. Birkenau, 2. Jan. Den ſchrecklichen Brandwunden
regiſter des Jahres 1977 regiſtrieren: 19 Eheſchließungen (20 im Vor= erlegen iſt nun die 1bjährige Tochter des Landwirts Peter Geiß im
jahre), 46 Geburten (36 im Vorjahre), 40 Steubifälle (31 im Vorjahre), benachbarten Hornbach. Vorgeſtern wurde das bedauernswerte Mädchen
Die Zahl der Erwerbsloſen beträgt nach dem Stande vom 1. Januar unter zahlreicher Beteiligung von Leidtragenden auf dem hieſigen Fried=
Ifd. Js. 22, darunter 3 weibliche; in der Kriſenfürſorge werden noch hof zu Grabe getragen. Eine Unmenge von Kränzen wurde der lieben
unterſtützt 8 Erwalbsloſe, darunter 5 waübliche. Obſt= und Gar= Verſtorbenen gewidmet, als Zeichen des Mitgefühls an dem beklagens=
tenbauverein
. Gegenwärtig werden durch den Vareimsdiener werten, tieftraurigen Todesfall. Möchten die tiefgebeugten Eltern darin
H. Von der Bergſtraße, 2. Jan. Unter den Wagen ge=
wie
guch in demjenigen des Abſatzes lient es, daß die Baumbeſitzer von Zweiſpänners und gingen durch. Der Kutſcher des Geſpannes geriet
der günſtigen, ſo leicht nicht wiederkehrenden Gelegenheit Gebrauch unter den Wagen und wurde überfahren. Er wurde ſo ſchwer verletzt,
machen. Die emtſtehenden Koſten ſind mbedeutend, zumal mit einem daß er ins Krankenhaus überführt werden mußte. Gefährliches
Zuſchuß zu rechnen iſt. Die Preiſe für die Gartenprämiierung und Neujahrsſchießen. Der 14 Jahre alte Sohn des Bahnarbeiters
diejenigen für den Wandſpalierobſtbau ſind jetzt bei dem Vorſitzenden Peter Jung in Friedrichsfeld ſchoß in der Neujahrsnacht ſeinem acht=
eingetroſfen
und werden in der demmnächſt ſtattfindenden Hauptverſamm= jährigen Bruder ins Geſicht, ſo daß das eine Auge verloren iſt. Der
arme Junge mußte ver Auto ins Akademiſche Krankenhaus nach Heidel=
C. Ober=Ramſtaht, 3. Jan. Turnverein 1877 E. V. Einen berg gebracht werden. Lebensmüde. Eine im Weinheim woh=
nende
36 Jahre alte Arbeiterfrau wollte ſich dadurch das Leben nehmen,
an den ſchweren Verbrühungen.
W. Heppenheim a. d. B., 3. Jan. Sängerquartett Heppen=
Den Hauptpunkt des Programms bildete die Chriſtbaumperloſung. Dank gut aufgeſtelltes Programm ein ſchöner Abend im Hotel Halber Mond
geboten. Eingeleitet wurde die Feier durch verſchiedene Konzertſtücke
den Verein zum Vortrag gebracht. Im Mittelpunkt des Abends
Bk. Groß=Zimmern, 3. Jan. Die Sängervereinfgung Männer= ſtand die Aufführug der Lokalpoſſe Der Datterich, unter der bewähr=
Liebe, rheiniſcher Wein von Karl Sieber, Muſik von Otto Teich, mit die Vewäſſewung der Wieſen entſtand hier eine ſehr ſchöne, etwa 23006
Meter lange Eisfläche, welche am Neujahrstage ſtark belebt war. Selbſt
Er ſprach ſeinen Dank an alle Erſchienenen und Mitwirkende aus, ganz Heppenheim und die Gemeindejagden Kirſchhauſen, Sonderbach, Wald=
hard
Friedrich Dietrich, die kein Opfer geſcheut haben, das Bühnenwerk Haas von Heppenheim verpflichtet. Das Finanzamt Heppenheim
Bm. Hofheim (Ried), 3. Jan. Feueralarm. Am 1. Jamar,
Spieler zur Wiederholung der einzelnen Glanzmummern mnd bewies Förſters i. R. Hoffmann. Darmſtadt, gehörige Scheune in der Linden=
damit
, daß wahre und edle Vollskunſt, die in ſolcher Vollendung ge= ſtraße ſtand plötzlich in Flammen. Die hieſige Feuerwehr war wocl
ſofort zur Stelle, konnte aber wegen Waſſermangel wenig ausrichten.
Da noch zwei Nachbarſchennen in Gefahr ſtanden, wurde die ſtädt.
Feuerwehr Worms glarmiert, welche ſehr ſchnell da war, aber auch nicht
niederbrannte, wobei auch nicht mehr der Inhalt zu retten war. Ueber
die Brandurſache iſt nichts bekanmt.
2. Januar: 36 Zentimeter; am 3. Januar: 43 Zentimeter.
Bo. Biſchofsheim, 3. Jan. An den beiden Silveſter=
Kapelle Wohlfahrt, die Geſangsabtoilung des Vereins unter Leitung tagen fehlte es durchaus nicht an den nötigen Beluſtigungen. War es
in der Silveſternacht der Alten=Abend der Arbeiterwohlfahrt, in deſſen
Verlauf über 20 Klein= und Sozialrentnen beiderlei Geſchlechts mit
praktiſchen Gaben bedacht werden konnten, und außerdem noch der
Tag des neuen Jahres die Wahl der Schönheitskönigin Fräulein
Verein gepflegten Arbeit ein gutes Zeugnis abzulegen vermochten und Biſchofsheim im Vordergrude des Intereſſes. Die Wahl geſchah bei
dem Stiftungsfeſt des noch jungen Muſikvereins und fiel auf Frl. Elſe
Schnellbacher. Am gleichen Abend fand noch eine wohlgelungene
WSN Grünberg, 3. Jan. Geflügelausſtellung. Die ver=
einigten
Geflügelzuchtvereine Grinberg, Nieder=Ohmen, Homberg, Als=
feld
, Lauterbach und Schlitz veranſtalten am 7. und 8. Januar in der
T. Grünberg, 3. Jan. Vorgeſtern abend fand in der Turnhalle das
Kirchſtein und Klein, die als Tanzpärchen beſtens bekannt ſind. Am Ouvertüren, Potpourris, Opern= und Operettenſtücken feim zuſammen=
geſtelltes
Programm wurde unter Leiſtung des bewährten Dirigenten
Schüler vor, die am Morgen beim Jahresabturnen Preiſe erlangt des Vereins, Herrn Kapellmeiſter Schitzel, ſehr ſchön zu Gchör gebracht.
hatten, und überreichte dem Mitglied Herrn Andreas Lohrum, der nach Oft ſah ſich die Kapelle durch den Beifall der zahlreich erſchienoen
Erbach, 3. Jan. Die Vereinigung für Kunſt= und Wiſſenſchaft bewicſen hat, undter ſeiner derzeitigen Leiſtung noch recht viel Erfolg
* Schlitz (Oberh.) 3. Jan. Bezirksdirigententag in
politiſche und wirtſchaftliche Kräfteverteilung in der Welt‟. Der Redner Schlitz. Im Einvernehmen mit dem heſſiſchen Sängerbund und dem
ſchilderte eingehend die geopolitiſchen Verhältniſſe der bedeutendſten deutſchen Arbeiter=Sängerbund (RheinMain Gau) veranſtaltete die Zen=
Deutſchland infolge des Mangels an Kolonien ins Hintertrefſen geriet, tralſtelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Heſſen
Alsdann behandelte der Vortragende die ſechs wichtigſtem Stoffe, mit vom N. bis 29. Dezember einen Bezirksdirigententag in Schlitz, der von
England dunch den faſt alleinigen Beſitz von Gummi ganz bedeutende. Alsfeld und den benachbarten preußiſchen Gemeinden beſucht war. Leiter
ſtudiendirektor Dr. Weiner unterſtützte ſeine eindrucksvollen Ausführun= rat Werlé=Mainz. Die Tagung wurde nach einem Begrüßungschor des
gen durch ein umfangreiches Zahlenmaterial. Der bei der Kürze der Geſangvereins Harmoniſches Kränzchen Schlitz, durch den Provinzial=
Zeit ſehr gedrängte, aber trotzdem ſehr überſichtlich gebrachte Ueberblick vorſitzenden des G.S.B. Oberheſſen, Fortbildungsſchullehrer Gengnagel=
über
ein ſehr ſchwieriges Gebiet fand bei den zahlroich erſchienenen Zu= Grünberg eröffnet, während Studienaſſeſſor NückertSchlitz herzliche
Worte der Begrüßung für die Gäſte und Veranſtalter fand. Zunächſt
m. Beerfelden, 3. Jan. Am Neujahrstag lieferten ſich die Fuß= führte Studienrat Werlé die Teilnehmer in die Volksliedkunde ein, in=
ballmannſchaften
von König und Beerfolden ein Treffen auf dem Sport= dem er einen geſchichtlichen ueberblick über die Entwicklung und Weiter=
etwas
kaltem Wetter nahmen die Spiele eimen feſſelnden Verlauf. Das zwungener und freier war. An vielen Beiſtpielen wußte der Vortragende
Spiel der erſten Jugend endete mit 3:0 für Beerfelden; die erſten ſeine Ausführungen zu veranſchaulichen. In dem ſich anſchließenden
Chorſingen gab er einen Einblick in die Art und Weiſe von Liedervor=
Hirſchhorn, 3. Jan. Waſſerſtand des Neckars am trägen. Am zweiten Tage wurde das Dirigieren und das Syſtem der
Gehörbildung behandelt. Hier zeigte der Vorſitzende ganz neue und
By. Hirſchhorn 3. Jan. Abendunterhaltung. Der Tume eigene Wege bei der Notenerlernung und Notenbezeichmung. Die Nach=
verein
Hirſchhorn hielt im Gaſthaus zum Erbach=Fürſtenauer=Hof ſeine mittagsvorträge wurden durch eine Lehrprobe mit Mainzer Schullindern
Abendunterhaltung, verbunden mit Gabenverloſung, ab. Nach einem eingeleitet. Darnach folgte ein Vortrag über Laut=, Stimn= und Ton=
flotten
Eröffnungsmarſch der Hauskapelle des Turnverans begrüßte bildug im Männerchor, mit praktiſchen uebungen. Am letzten Tage
des Vereins. In bunter Neihenfolge wachſelten dann Gerſte, md dern des 6. und 7. Schuljahres vorgenommen. Der weitere Vormitag
Freühungen der Turmerinnen, die in dieſem Jahre zum erſten Male war im Hinblick auf die im Jahre 1998 vorgeſehenen großen Schubert=
den
alle exakt ausgeführt, zeugten von guter Schulung und gereichten lich gab Herr Werlé einen Literatur=Ueberblick des Männergeſangs.
ſowohl den Aufführenden, wie auch den Leitern der einzelnen Niegen Herr Nückert dankte zum Schluß dem Leiter dieſes Kurſus aufs herz=

WSN. Hersfeld, 3. Jan. Tödlicher Hufſchlag. Beim
Einlieferung in das Krankenhaus der Tod eintrat.

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(Bla,4

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Seite 8

Mitiwoch, den 4. Januar 1928

Nummer 4

Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
Die Jungtiere im Antilopenhaus
des Zoo machen in ihrer Entwicklung erſtaunliche
Fortſchritte. Das junge Streifengnu ſteht
ſeiner Mutter an Größe nur noch wenig nach. Es
hat das braune Jugendkleid abgelegt und zeigt nun
die Färbung der Eltern. Die vorläufig gerade nach
oben wachſenden Hörnchen werden nunmehr in kür=
zeſter
Zeit die Wachstumstendenz nach unten und
außen annehmen. Aeußerſt kräftig und gedrungen
hat ſich auch der Sprößling des Ellipſen Waſ=
ſerbockpaares
entwickelt. Gute Fortſchritte
macht der reiche Kinderſegen bei den indiſchen
Hirſchziegen=Antilopen. Der junge Kaf=
fer
=Büffel=Bulle Gambo, deſſen Fär=
bung
immer mehr von ſchwarzbraun in tiefſchwarz
übergeht, zeigt eine enorme Gehörnentwicklung und
dürfte ſich zu einem Rekordſtück auswachſen. Sehr
gut gedeiht auch die junge Giraffe Aruſha.
Bei dem im Dickhäuterhaus befindlichen Nas=
hornbaby
Faru beginnt nunmehr deutlich das
wachstum des hinteren zweiten Hornes. An=
ſchlag
auf einen Direktor der Frank=
furter
Lokalbahn. Am Montag mittag ver=
übte
ein Hilfsarbeiter auf der Luiſenſtraße einen
Anſchlag auf den Direktor der Frankfurter Lokal=
bahn
. Ohne jeden Anlaß drang er auf den Direktor
ein und ſchlug ihm mit einem Eßgeſchirr derart
über den Kopf, daß der Angegriffene ſtark blutende
Kopfverletzungen davontrug. Nach Anlegung eines
Notverbandes mußte ſich der Direktor in ärztliche
Behandlung begeben. Kraftwagenverbin=
dung
nach den Frankfurter Nerven=
heilanſtalten
. Das Stadtgeſundheitsamt weiſt
darauf hin, daß die Frankfurter Nervenheilanſtalten
Köppern ſeit einiger Zeit auch mittels Kraftwagens
zu erreichen ſind. An den Beſuchstagen (Mittwochs
und Samstags) verkehren die Kraftwagen um 10 Uhr
vormittags ſowie 14 Uhr nachmittags, ab Homburg,
Waiſenhausplatz, unmittelbar bis zur Anſtalt, wäh=
rend
an den übrigen Tagen der Verkehr zweiſtünd=
lich
bis Bahnhof Köppern durchgeführt wird, von wo
aus die Anſtalt in ¼ Stunde zu Fuß erreichbar iſt.
Die Leichtgläubigen werden nicht
alle! Trotz aller Mahnungen in der Tagespreſſe
und Bekanntgabe im Radio iſt es dem Paketabgabe=
ſchwindler
Liebſcher in den letzten Tagen wieder ge=
lungen
, einer Hausangeſtellten in Abweſenheit ihrer
Herrſchaft ein Paket mit wertloſem Inhalt aufzu=
ſchwätzen
, wofür der Schwindler eine angebliche
Nachnahmegebühr von 200 Reichsmark verlangte und
von dem leichtgläubigen Mädchen auch erhielt. Lieb=
ſcher
, deſſen Lichtbild im Hauptbahnhof aushängt, iſt
ein ganz geriſſener Gauner, wenn ihm ein Coup
gelungen iſt, verläßt er ſchleunigſt Frankfurt, um
neue Opfer an anderen Orten zu ſuchen. Vor dem
Schwindler wird nochmals eindringlich gewarnt.
Liebſcher iſt 34 Jahre alt, blond, glatt raſiert, 1,75
Meter groß und hat dunkelbraune Augen. Sein Ge=
ſicht
hat eine graue und kränkliche Färbung. Sach=
dienliche
Mitteilungen nimmt das Kriminalkommiſ=
ſariat
IV des Polizeipräſidiums entgegen.
Aus Schreck geſtorben.
Wiesbaden. Als Landesbaurat a. D. Fridolin
Sauer mit ſeinen Familienangehörigen von einer
Feier in ſeine Wohnung Walluferſtraße 13 II. Stock
zurückkehrte, mußte er die Wahrnehmung machen,
daß Diebe dieſe heimgeſucht hatten. Infolgedeſſen
bekam er einen ſolchen Schreck, daß er einen Schlag=
anfall
erlitt und ſofort ſtarb. Die Diebe vermochten
um ſo ungenierter den Einbruch auszuführen, als
der untere Stock des Hauſes zurzeit hergerichtet wird
und nicht bewohnt iſt und die im dritten Stock woh=
nende
Familie nicht zu Hauſe war. Sauer, der im
70. Lebensjahre ſtand, war früher bei der Wegebau=
Zentralverwaltung der hieſigen Landesverwaltung
tätig, ſpäter wurde er Vorſtand des Landesbauamtes
Wiesbaden. Vor zwei Jahren trat Landesbaurat
Sauer in den Ruheſtand.
Großfeuer in Aſchaffenburg.
Aſchaffenburg. Abends brach im Anweſen
von Jakob Grimm, Aeußere Glattbacherſtraße 99,
Großfeuer aus, das den Stall und die Scheune völlig
einäſcherte. Es verbrannten eine Kuh, ein Kalb,
Hühner und zwei Ziegen. Die Entſtehungsurſache iſt
unbekannt.
Die Brandſtiftung in Elz aufgeklärt.
Limburg. Vor zwei Wochen brach in dem
benachbarten Dorfe Elz in der Wohnung des Den=
tiſten
Schmidt ein Brand aus, während die Ehe=
leute
Schmidt an der Moſel weilten. Verſchiedene
Anzeichen deuteten auf vorſätzliche Brandſtiftung hin,
ſo daß die Eheleute Schmidt in Haft genommen wur=
den
. Die Unterſuchung hat nunmehr ergeben, daß
die Verhafteten alles vorbereitet hatten, um das
Haus in Brand zu ſetzen. In ihrer Abweſenheit
wurde der Brand durch die Schweſter der Frau
Schmidt und deren Geliebten nachts angelegt, worauf
ſie ſich in der Nähe verbargen, um die Wirkung ihrer
Tat zu verfolgen. Das ſaubere Paar wurde eben=
falls
in Haft genommen.
Doppelſelbſtmord im Eiſenbahnzug.
Köln. Im Eilzuge auf der Strecke Elberfeld
Köln wurden in einem Abteil der zweiten Klaſſe ein
25jähriger Mann und ein 22jähriges Mädchen, beide
aus Wiesdorf, mit Schußverletzungen aufgefunden.
Der junge Mann war bereits tot, das Mädchen ſtarb
im Krankenhaus. Anſcheinend haben die beiden
Selbſtmord verübt.
Eiſenbahnunfall.
Freiburg. In der Nacht zum Dienstag gegen
1 Uhr iſt von dem D=Zug 241 (BaſelBerlin) in der
Nähe von Müllheim der Tender der Lokomotive mit
einer Achſe entgleiſt. Durch die Aufmerkſamkeit des
Lokomotivführers konnte der gut beſetzte Zug auf
200 Meter zum Stehen gebracht und damit ein Un=
glück
verhütet werden. Nach Beſchaffung einer neuen
Maſchine aus Freiburg konnte der Zug die Fahrt
fortſetzen. Die folgenden Züge haben durch den
Aufenthalt des Schnellzuges ebenfalls beträchtliche
Verſpätungen erfahren.
Liebestragödie in Nürnberg.
Nürnberg. Am Dienstag morgen wurde im
Hausflur eines an der Fleiſcherbrücke gelegenen
Hauſes ein Mädchen von ihrem Begleiter in die
Bruſt geſchoſſen. Das Mädchen flüchtete auf die
Straße, während der Täter ſich im Hausflur durch
erletzt.
Kugel entleibte. Das M

Zu der Kataſtrophe des amerikaniſchen U=Bootes 8 4.

Die erſte Aufnahme vom Rettungswerk.

Ein Taucher ſteigt in die Tiefe.
Die unermüdlichen Bemühungen um die Rettung der im U=Boot S.4 untergegangenen Mann=
ſchaft
ſind endgültig geſcheitert. Unſer Bild zeigt das Unterwaſſergehen enes heldenmütigen Tau=
chers
, der ſeinen Rettungsverſuch mit dem eigenen Leben bezahlen mußte.

Lindbergh in Mexiko.
Des Ozeanfliegers Panamerika=Flug.

Lindbergh wird nach ſeiner Landung in Mexiko von General Alvarez (links) beglückwünſcht.
Der junge Held iſt auf ſeinem Rundflug durch die mittelamerikaniſchen Repu=
bliken
Gegenſtand begeiſterter Huldigungen.
Der Haupttreffer hat’s gut getroffen.
180 000 Mark für einen zehnfachen Familienvater.

Schwere Bluttat in Stuttgart.
Stuttgart. Der 48 Jahre alte Tiſchler Albert
Schiefer brachte am Montag abend ſeiner Ehefrau
nach einem Wortwechſel, der ſich wegen Eiferſucht
entſponnen hatte, mit einem Taſchenmeſſer, zwei
Stiche in den Hals bei. Die Frau ſtarb nach wenigen
Augenblicken in einem Nebengebäude, in das ſie ge=
flüchtet
war.: Der Täter konnte Dienstag früh feſt=
genommen
werden, als er ſeine Wohnung betreten
wollte. Er iſt geſtändig.

Joſe Peſer Samher,
der Gewinner des Haupttreffers in der ſpaniſchen Weihnachtslotterie mit ſeiner Frau und ſeinen
zehn Kindern. Das Glück hat diesmal Verſtand gehabt und ſich einem kleinen Beamten mit
zahlreicher, Familie gezeigt. Los Nummer 10 123 der ſpaniſchen Weihnachtslotterie lebe hoch!

Zwei Räuber in Oſtoberſchleſien erſchoſſen.
Kattowitz. Mehrere gut bewaffnete mas=
kierte
Banditen verſuchten einen Ueberfall auf die
Stationskaſſe des Ortes Jomkowicze, der jedoch in=
folge
der Wachſamkeit der Eiſenbahnbeamten erfolg=
los
blieb. In Eichenau wurden die Verbrecher von
der Wojwodſchaftspolizei geſtellt und es kam zu einem
regelrechten Feuergefecht, wobei zwvei Verbrecher er=
ſchofſen
und ein dritter Bandit ſchwer verletzt wurde.
feſtgenommen werden.
Ein vierter kon

Ein Knabe beim Eislauf erſchoſſen.
TU. Berlin. Einer Spätabendblatt=Meldung
zufolge iſt der elfjährige Sohn des Redakteurs Völker
beim Schlittſchuhlaufen angeſchoſſen und ſo ſchwer
verletzt worden, daß er bald darauf verſtarb. Der
Revolverheld konnte noch nicht ermittelt werden.
Die Ruſſenkirche in Wien niedergebrannt.
TU. Berlin. Wie ein Spätabendblatt aus
Wien meldet, wurde die in den Kriegsjahren als
Notkirche erbaute ſogenannte Ruſſenkirche am Mon=
tag
vormittag durch einen Brand faſt vollkommen
eingeäſchert. Nur die Orgel konnte in Sicherheit
gebracht werden. Nur der aufopfernden Arbeit der
von Polizei und Militärabteilungen unterſtützten
Feuerwehr iſt es zu verdanken, daß das in unmittel=
barer
Nähe befindliche Karmeliterkloſter ſowie die
Siedlungshäuſer gerettet werden konnten.
Drei Todesopfer einer verhängnisvollen
Verwechſlung.
Breslau. Wie aus Münſterberg gemeldet
wird, erkrankten am Neujahrstage in Bernsdorf der
Schaffner Clemens Opitz, ſeine Wirtſchafterin und
ſeine zu Beſuch bei ihm weilenden Verwandten un=
ter
heftigen Schmerzen und Brechreiz. Opitz und
ſeine Schwiegertochter verſtarben bald. Die Uebrigen
wurden in das Krankenhaus übergeführt, wo am
anderen Morgen noch die Wirtſchafterin des Opitz
ſtarb. Der Zuſtand der übrigen Erkrankten iſt ernſt.
Nach den ärztlichen Feſtſtellungen handelt es ſich
wahrſcheinlich um eine Vergiftung mit Arſenik, das
infolge einer Verwechſlung anſtelle von Mehl zu
Klößen verwendet wurde.
Ein Bahnhof niedergebrannt.
Stralſund. In der Nacht zum Dienstag
brach im Stationsgebäude des Bahnhofes Cummerow
Feuer aus, das in kurzer Zeit das ganze Gebäude
einäſcherte. Das Beamtenhaus konnte gerettet wer=
den
. Als Brandurſache wird Brandſtiftung ver=
mutet
.
25 000 Gulden unterſchlagen.
Rotterdam. Wie die Blätter berichten, iſt der
Leiter der Verwaltung des ſtädtiſchen Geſundheits=
amts
mit einem Betrage von 25 000 Gulden, die für
die Auszahlung von Gehältern und Löhnen beſtimmt
waren, plötzlich verſchwunden. Man vermutet, daß
er nach Paris geflüchtet iſt.
Das Schiffsunglück im Schwarzen Meer.
Bukareſt. Der italieniſche Petroleumdampfer,
der bei Sabla Schiffbruch erlitt, gilt als endgültig
verloren. Der Schaden wird auf annähernd 30 Mil=
lionen
geſchätzt. Die Rettung der Beſatzung ge=
ſtaltete
ſich äußerſt ſchwierig, da das Ausſetzen der
Boote infolge des Sturmes unmöglich war. Die
35 Mann ſprangen daher ins Meer und retteten ſich
ſämtlich durch Schwimmen. Ein Mann der Be=
ſatzung
iſt nachträglich geſtorben.
Hungersnot in Bosnien und in der
Herzegowina.
Nach einer Meldung Berliner Blätter aus Moſtar
iſt wegen der Schneeverwehungen in einigen Ge=
bieten
Bosniens und in der Herzegowina eine
Hungersnot ausgebrochen. Der Kreistag von Moſtar
hat für die Verſorgung dieſer Gebiete einen Betrag
von 500 000 Dinar bewilligt. Es iſt aber fraglich, ob
die bedrohten Gebiete mit Lebensmitteln verſorgt
werden können, weil der Verkehr noch immer
ſchwer iſt.
Eigenartiger Unfall.
EP. Paris. In Robinſon in der Nähe von
Paris ereignete ſich ein Autobusunfall. Als ein
Autobus an einem Hauſe vorbeifuhr, löſte ſich plötzlich
der Balken des Hauſes und zertrümmerte den Auto=
bus
. 15 Reiſende wurden mehr oder weniger ſchwer
verletzt.
Mißglückter Verſuch die Straße von Gibraltar
zu durchſchwimmen.
Paris. Wie Havas aus Tanger berichtet, hat
die deutſch=engliſche Schwimmerin Miß Gleitze ihren
am Montag früh unternommenen Verſuch, die
Meerenge von Gibraltar zu durchſchwimmen, nach
12 Stunden und nachdem ſie nur noch ſechs Kilo=
meter
von der ſpaniſchen Küſte entfernt war, auf=
gegeben
.
Abſturz eines franzöſiſchen Fliegeroffiziers.
Paris. Bei einem Uebungsfluge iſt am Montag
der Fliegerleutnant Yves Dumanois auf dem Flug=
platz
in Reuilly (Departement Indre) tödlich ver=
unglückt
. Dumanois war einer der beſten Rugby=
ſpieler
Frankreichs und hat als ſolcher mehrere Male
an internationalen Spielen teilgenommen.
Die amerikaniſche Tänzerin Miß Loie Fuller
geſtorben.
TU. Paris. In der Nacht zum 2. Januar iſt
in Paris die bekannte amerikaniſche Tänzerin Miß
Loie Fuller geſtorben. Sie kam vor etwa 36 Jahren
nach Europa und begann ihre Tanztournee in
Deutſchland. In Paris, wo ſie ſich ſpäter ſtändig
niederließ, feierte ſie große Triumphe.
Schwere Verkehrsſtörungen in Südengland
durch Ueberſchwemmung.
London. Die durch das am Montag plötzlich
einſetzende Tauwetter und ſchwere Regenfälle ver=
urſachten
Ueberſchwemmungen dauern an. In der
Nacht zum Dienstag iſt die Temperatur im Weſten
etwas geſunken. Der Regen hat nachgelaſſen, wo=
durch
eine gewiſſe Erleichterung eingetreten iſt. Ein
hartnäckiger Wind hat bislang die Bildung von
Nebel verhindert. In der Gegend von Harlesdon
ſind 200 Häuſer und mehrere Straßen überſchwemmt.
Viele wichtige Verkehrsſtraßen im ſüdlichen England
ſind unpaſſierbar. Das Waſſer der Themſe ſteigt
noch, aber man hofft, daß das heute früh einſetzende
kalte, trockene Wetter den Abfluß der Waſſermengen
beſchleunigen wird.
Schnee und Kälte in Nordamerika.
NewYork. Im mittleren Weſten der Ver=
einigten
Staaten liegt der Schnee 45 Fuß hoch.
Der Froſt dehnt ſich bis zum Golf von Mexiko aus.
Die Zahl der Perſonen, die im Zuſammenhang mit
der neuen Kältewelle umgekommen ſind, wird auf
40 geſchätzt, doch ſind in dieſer Zahl auch die bei
Schiffbrüchen Verunglückten einbegriffen.

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Nummer 4

Aus dem deutſchen Oſten:
Vom Erzbistum Gneſen.
Vor der Völkerwanderung war das ganze Gebiet Deutſch=
lands
bis zur Weichſel im Oſten germaniſch. Oeſtlich der Elbe
wohnten die Langobarden, Vandalen, Sueven, Goten und Bur=
gunder
, auch Burgondonien genannt. Tacitus nennt das ganze
öſtliche Germanien von der Donau bis zur Oſtſee Suevia‟. Die
Burgunder wohnten im Gebiet der Netze und Warthe und zogen
im 3. Jahrhundert nach der oberen Weichfel.
Durch die Heerfahrten und Wanderungen im 4. bis 6. Jahr=
hundert
die ſogenantte Völkerwanderung , die im All=
gemeinen
ihre Richtung von Oſten nach dem Weſten und Süden
nahmen, erhielt ein großer Teil Europas eine andere Bevölke=
rung
. In das entvölkerte Gebiet des deutſchen Oſtens drangen
nunmehr die Slawen ein, und zwar in das Gebiet weſtlich der
Weichſel die Polanen. Ein Dunkel ſchwebt über der Gründung
des Polenreiches. Nach Ueberlieferung und Sage ſollen um das
Jahr 550 n. Chr. Geburt Lech oder Lach und Tſchech oder
Czech, zwei Söhne des Fürſten von Chrobatien, ausgewandert
ſein. Während ſich Tſchech nach dem heutigen Böhmen wandte,
ſiedelte ſich Lech mit ſeinen Landsleuten bei den Polgnen an.
Als Gegenleiſtung für ihre Aufnahme durch die Polanen über=
nahmen
die Lechiten die Verteidigung des Landes gegen die
äußeren Feinde. Die Lechiten ſtempelten dieſe Waffenpflicht zu
einer ihnen allein zuſtehenden Waffenehre; mittelſt ihrer größeren
Intelbigenz verſtanden ſie es außerdem durchzuſetzen, daß die
höheren Beamtenſtellen von ihnen beſetzt und daß die Polanen
zu einer untergeordneten Stellung herabgedrückt wurden.
Während unter den erſten drei Dynaſtien, der des Lech, des
Krakus und des Leſſeck, immer noch eine Ausſöhnung zwiſchen
Lechiten und Polanen gelang, gingen die inneren Streitigkeiten
unter der vierten Dynaſtie, der des im Jahre 842 zum Fürſten
gewählten Piaſt, in offenen Streit über, und zwar, als Fürſt
Miechslaw I. 962998, nach ſeiner Vermählung mit der
böhmiſchen Fürſtentochter Dombrowla, das Chriſtentum annahm,
und ſämtliche Lechiten ſeinem Beiſpiel folgten, während die Po=
lanen
Heiden blieben. In dem nun folgenden hundert Jahre
währenden Bürgerkriege hatten zuerſt die Polanen die Ober=
hand
, aber ſchließlich wuvden die Lechiten vollſtändige Sieger:
die Polanen ſanken zu einem untergeordneten Stande herab,
der, ohne perſönlich unfrei zu ſein, den Lechiten zu Abgaben und
Dienſten verpflichtet war. Die Polanen wurden aus den höheren
Aemtern verdrängt und ihnen die Gleichberechtigung mit den
Lechiten abgeſprochen; ſie durften ſogar ihren Namen Polani
nach dem das Reich benannt wunde, nicht mehr führen und wur=
den
Kmieci, d. h. Ackerbürger, genannt; die Lechiten bildeten die
ſzlachta, den Adel.
Wenn den deutſchen Kaiſern des Mittelalters oft vorgeworfen
wird, daß das römiſche Kaiſertum ſie davon abgehalten hat,
dem deutſchen Oſten das nötige Intereſſe zu widmen, ſo iſt
dies nur bedingt richtg. Es ſei hier erwähnt, daß Kaiſer Otto I.,
der Groß, im Jahre 950 die Wenden und Böhmen wieder unter=
warf
, ant 10. Auguſt 955 auf dem Lechſeld bei Augsburg einen
glänzenden Sieg über die Ungarn erfocht, denen er damit die
bayeriſche Oſtmark entriß, und daß unter ſeiner Regierung der
deutſche Markgraf Gero im Jahre 962 das polniſche Reich unter=
warf
und ſeinen bereits erwähnten Fürſten Miecyslaw I. zum
Lehnsmann des Kaiſers machte, dem er Tribut zahlen mußte.
In der deutſchen Geſchichte hat der unerbittliche Tod mehr=
fach
gerade in dem Augenblick eingegriffen und bedeutende Män=
ner
dahingerafft, als ſie im Begriffe waren, ihr Lebenswerk zu
vollenden. Zu dieſen Männern gehört Kaiſer Otto II., der in
dem jugendlichen Alter von 28 Jahren 983 ſtarb.
Sein Sohn Otto III. wurde von ſeiner Mutter Theophano,
unter dem Beiſtand des Erzbiſchofs Willigis von Mainz, erzogen.
Kraftvoll führte er das Szepter und mit Strenge ſtellte er die
Ruhe in Italien wieder her. Seine tiefe Frömmigkeit veranlaßte
lihn zu einer Wallfahrt an das Grab des heiligen Adalbert von
Prag im Dom zu Gneſen. Hier gründete Otto III. das
EErzbistum Gneſen!
Dieſer Tag der Gründung des Erzbistums
Gneſen das genaue Datum iſt nicht bekannt,
eswar um das Jahr 1000 iſt einer der markan=
reſten
Unglückstage der deutſchen Geſchichte.
Dieſem Erzbistum Gneſen wurden ſämtliche Bistümer öſt=
Eich der Elbe, die bisher zum Erzbistum Magdeburg gehörten,
unterſtellt, in Sonderheit alle Bistümer in Polen, das erſt vor
einer Generation dem Chriſtentum gewonnen war.
Dieſer Tag der Gründung des Erzbistums
ſneſen iſt nichts weniger als der Gründungs=
rag
der von Deutſchland unabhängien polni=
chen
Nationalkirche.
Schlau wie die Polen ſind, vermehrten ihre Herrſcher ſchnell
Die Bistümer ihres Reiches, und mit Hilſe dieſer, ſämtlich dem
Erzbistum Eneſen unterſtellten Bistümer, ſtellten ſie die Königs=
gewält
her. Zwar blieb Polen auch unter Otto’s III. Nach=
folgern
im elften Jahrhundert noch unter der nominellen Lehns=
boheit
des Deutſchen Reiches, aber in Wirkkichkeit war Polen
von dieſer Zeit an unabhängig vom Reich.
Die Gründung des Erzbistums Gneſen kann
mian geradezu verhängnisvoll für Deutſchland
bezeichnen! Ohne ſie wäre Polen bei ſeinen dauernden in=
reren
Zwiſtigkeiten wahrſcheinlich niemals zu einer Einheit ge=
lommen
, und das uralte deutſche Land, in das die Polen nach
dem Abzug der Germanen in der Völkerwanderung eingedrungen
waren, wäre höchſtwahrſcheinlich ganz ebenſo wie die übrigen
ultgermaniſchen Länder, in die ſlawiſche Stämme eingedrungen
waren, wieder germaniſiert worden. Aber nun zogen die pol=
niſchen
Könige, in ihrer Macht geſtützt auf das Erzbistum Gneſen
und die ihm unterſtellten Bistümer, deutſche Kauſleute und
deutſche Handwerker in ihr bis dahin ſtädteloſes Land. Von
deutſchen Meiſtern ſtammen die Kunſtwerke in ihren Domen und
Schlöſſern.
Ohne die von den Polen ausgenutzte Gründung des Erzbistums
Eneſen wären die deutſchen Oſtgrenzen bis zum Njemen und
Fug vorgeſchoben worden und die Niederlage des Deutſchen
Ordens bei Dannenberg 1410 wäre uns höchſtwahrſcheinlich er=
ſpart
geblieben. Es hat nicht ſollen ſein. Sicherlich hat Otto III.
bei der Gründung des Erzbistums Gneſen dieſe geſchichtliche
Entwickelung nicht geahnt, er beging aber hiermit einen unge=
heuren
Fehler von weitgehendſter Bedeutung.
Infolge des Verfalls des polniſchen Reiches im 18. Jahr=
hlandert
kam das Erzbistum Gneſen unter preußiſche und damit
wieder unter deutſche Herrſchaft, bis der Ausgang des Welt=
krieges
das aufgeteilte Polen wieder neu erſtehen ließ.
Auch heute noch iſt das jetzt zu Polen gehörige Gneſen die
Stadt der Kirchen es beſitzt 10 Kirchen, darunter den
Dom ; aber trotz ſeiner 30000 Einwohner iſt es in den wemigen
Jahren polniſcher Herrſchaft zu einer kleinen Landſtadt herab=
geſunken
, in der Handel und Verkehr infolge der allgemeinen
ſchlechten Wirtſchaftslage und des Mangels an Kredit faſt voll=
kommen
ſtilliegen. Die leeren Güterzüge auf dem Bahnhof, die
vergeblich auf Ladung warten, bezeugen dies. Die bekannte
Brantweinbrennerei Kaprovicz mit ihren 14 Filialen produziert
nicht mehr und eine große Gerberei rentiert nicht mehr ſeit der
Trennung von dem deutſchen Gerbermeiſter. Nach Ausweiſung
und Abwanderung wohnen heute nur noch 1500 Deutſche in
Srieſen, benen es aber durch Fleiß und Rührigkeit gelingt, trotz
Teurung und Verdienſtſchwierigkeit durchzuhalten, ihre pol=
niſchen
Konkurrenten zu überflügeln und ſelbſt weiterzukommen.
Dieſe Deutſchen haben es ſogar möglich gemacht, ein eigenes
Bymnaſium zu bauen.
Auf den Fremden macht das heutige Gneſen zunächſt einen
vorteilhaften Eindruck, weil die Polen durch Schaffung von An=

Mittwoch, den 4. Januar 1928

Geite 9

Opuln Shiet und Tarnen.

Turnen.
Oberſiudienrat Paul Schwartze
Von einem ſehr ſchweren Verluſt iſt die Deutſche Turnerſchaft be=
troffen
worden. Oberſtudicrat Paul Schwartze=Dresden, der zuletzt
den Poſten eines Oberturnwarts der DT. bekleidete, iſt am Montag
vormittag um 6 Uhr im Dresdner Krankenhaus nach ſchwerem Leiden
geſtorben. Schwartze, der am 22. Februan 1874 in Dresden=Loßwitz
geboren wurde, war einer der fähigſten und klügſten Köpfe in der
Turnerſchaft. Er beſaß hervorragende Führereigenſchaften und
daneben eine zündende Reönergabe, die ihn ſchmell in leitende Poſition
brachte. Schon ſeit früheſter Jugend war der Verſtorbene in der DT.,
wurde mit 20 Jahren Vorturner und bekleidete eine Reihe von Poſten,
bis er ſeit der Bremer Turntagung 1926 zum Oberturnwart berufen
wurde. Auch ſchriftſtelleriſch iſt Schwartze hevvorgetreten und ſeine
Werke bilden einen ſehr werwvollen Beſtandteil der deutſchen Turm= und
Sportliteyntur.
Winterſport.
Die deutſche Olympia=Mannſchaft
für St. Moritz.
Oberſtaufen, Anfang Januar 1928.
Der Deutſche Ski=Verband hat ſeit dem 27. November ſeine Olympia=
kandidaten
in Oberſtaufen zuſammengezogen, um dort die Vorbereitun=
gen
für die 2. Olympiſchen Winterſpiele durchzuführen. Die Leitung der
Uebungskurſe liegt für Langlauf und Sprung bei Ganzenmüller=
München, ſpezieller Sprungtrainer iſt Hailer=München, Langlauftrainer
Huber=München, die Leitung der gymnaſtiſchen Vorbereitung hat Prof.
Egartner übernommen. In einer nachſtehenden Zuſammenſtellung
bringen wir die Namen der 19 Olympiakandidaten und einige perſönliche
Notizen. Die 19 ſetzen ſich aus 13 Süddeutſchen und 6 Mitteldeutſchen
zuſammen, unter den Süddeutſchen findet man nur je einen Württem=
berger
und Badener, alle übrigen ſind Bayern. Im Alter iſt der jüngſte
Olympiakandidat mit 21 Jahren 10 Jahre vom Aelteſten entfernt. Da
die endgültige Olympia=Mannſchaft nur aus 12 Leuten zuzüglich zwei
Erſatkräften beſteht, müſſen alſo von den 19 zurzeit in Oberſtaufen
verſammelten Kandidaten noch 7 bzw. 5 ausſcheiden. Die Olympig=
kandidaten
ſind: .
Langlauf (50 Kilometer).
Bauer, Hans, Bayriſch=Zell, Landwirt, 28 Jahre.
Böttcher, Allbr., Oberwieſenthal=Erzgeb., Arbeiter, 23 Jahre.
Murat, Franz, Fiſchbach b. Freiburg, Förſter, 22 Jahre.
Pellkofer, Fritz, Geitau, Gaſtwirtsſohn, 24 Jahre.
Schuſter, Helmut, Berchtesgaden, Stukateur, 28 Jahre.
Solleder, Zacharias, München, Bergführer, 26 Jahre.
Theato, Hans, München, Kaufmann, 31 Jahre.
Wahl, Otto, Zella=Mehlis, Mechaniker, 22½ Jahre.
Kombinationsläufer (18 Kilometer Lauf und Sprnnglauf).
Böck, Ludwig, Neſſelwang, Landwirt, 25 Jahre.
Braun, Wilhelm, Bayersbronn, Landwirt, 30 Jahre.
Glaß, Walter, Oberſachſenberg, Schuh= und Schäftemacherei, 92½ J.
Knott Georg, München, Techniker, 28 Jahre.
Kratzer, Louisl, Tegernſee, Gaſtwirtsſohn, 21 Jahre.
Kröckel, Max, Neuhaus am Rennweg, Glasbläſer, 27 Jahre.
Lohſe, Alfreb, Oberwieſenthal, Elektriker, 22 Jahre.
Müller, Guſtav, Bayeriſch=Zell, Gärtner, 25 Jahre.
Neuner, Karl, Partenkirchen, Jäger, 26 Jahre.
Recknagel, Erich, Oberſchönau, Werkzeugſchloſſer, 23 Jahte.
Sprungläufer.
Tannheimer, Franz, Oberſtdorf, Koch, 23½ Jahre.
Die ſchlechten Schneeverhältniſſe ließen in den letzten Wochen kein
Volltraining zu. Am Silveſtertag aber war man nach mühevoller Vor=
bereitung
(Schneeſchaufeln) doch zum Sprungtraining an der großen
Allgäuer Schanze bei Oberſtaufen übergegangen. Den Verhältniſſen ent=
ſprechend
mußten die Weiten zwiſchen 30 und 40 Meter bleiben. Haltung
und Technik aber waren ausgezeichnet. Beſonders gefielen von der alten
Garde Glaß, Karl Neuner, Müller und Kröckel, während beim Nach=
wuchs
Kratzer, Recknagel und Tannheimer glänzende Verfaſſung ver=
rieten
. Dieſe ſieben Leute wird man auch wohl beſtimmt in der end=
gültigen
Okympia=Mannſchaft finden. Am 6. Januar finden die Aus=
ſcheidungsſpringen
ſtatt und am 12. Januar überſiedelt die Mannſchaft
nach Pontreſina, nachdem die Langläufer vorher einige Tage nach
Geitau zu einem Spezialtraining zuſammengenommen worden ſind.

Schützenklub Fledermaus.
Mit dem 31. Dezember 1927 nahmen die ſportlichen Veranſtaltun=
gen
der Fledrmaus ihren Abſchluß. Die ſportliche Ausbeute dieſes
Klubs gehört ganz beſonders hervorgehoben zu werden, denn der kleine
Verein, der ſonſt ſportlich nicht beſonders hervorgetreten war, wurde
durch den Zuzug erſtklaſſiger Schützen zu großen Ehren gebracht. So
wurden im erſten Halbjahre 1927 die erſte und zweite Meiſterſchaft von
Darmſtadt im Gruppen= und auch im Einzelſchießen unter ſcharfer Kon=
kurrenz
errungen, und außerdem wurden bei allen größeren Schießen die
Ehrengruppenpreiſe errungen; es ſind dieſer 8 an der Zahl, unter ihnen
wertvolle Wanderpreiſe. Es zeigte ſich hierbei, daß das reichliche Trai=
ning
innerhalb des Klubs reichliche Früchte getragen hat. Zu Trainings=
zwecken
wurden vom Sportleiter Quartalsſchießen eingelegt und gingen
hier als Sieger folgende Schützen hervor:
1. Quartal: 1. Kurt Rohde mit 294 R.; 2. Karl Preſtel mit 267 R.
2. Quartal: 1. Ernſt Gräf 308 Ringe, 2. Hans Ehrig 312. 3. Quartal:
1. Jul. Cima 258 R.; 2. Karl Claß 250. 4. Quartal: 1. H. Schneider
300 N.; 2. L. Laumann 21.
Die höchſte Ningzahl während des ganzen Jahres erreichte Kurt
Rohde mit 1184, wofür er die goldene Jahresmedaille erhielt. Noch
ſchärfer geſtaltete ſich das Vereinsmeiſterſchaftsſchießen, welches von allen.
erſtklaſſigen Schützen beſtritten wurde. Gerade hier zeigte es ſich, daß die
Kanonen ſich ſtramm auf den Ferſen waren, und daß ſcharf und ehrlich
um die Ehre geſtritten wurde. Die Sieger hierbei waven:
1. Hans Ehrig mit 543 R.; 2. Kurt Rohde mit 540 N.; 3. E. Gräf
mit 537 R.; 4. P. Preſtel mit 528 R.; 5. H. Schmneider mit 525 R. Des
weiteren wurden noch folgende Schützen, die ebenfalls ſehr gute Ring=
zahlen
erreichten, wit Medaillen ausgezeichnet: K. Claß, J. Danz. O.
Seipp, A. Schnatz, J. Cima, L. Laumann, W. Waldhaus.
Am 1. Januar 1928 nahm die Fledermaus anläßlich ihrer Weih=
nachtsfeier
die Ehrung der ſiegreichen Schützen vor, denen ſie in dieſer
ſchlichten Art für die aufopfernde Tätigkeit dankte. Die Weihnachtsfeier,
die ſehr harmoniſch verlief, und zu der viele Freunde und Gönner des
Klubs erſchienen waren, wurde durch den erſten Vorſitzenden J. Danz
mit einer kurzen, der Zeit entſprechenden Rede eingeleitet. Der Vor=
ſitzende
gedachte auch des im vergangenen Jahre verſtorbenen Schützen
K. Pullmann, welcher durch Erheben von den Sitzen ſeitens der An=
weſenden
ſowie durch einen Ehrenſalut geehrt wurde. Noch lange blieben
die Schützen mit ihren Angehörigen und Freunden beiſammen, und die
Schüitzen P. Nikolei, J. Pullmann, G. Vollhardt und H. Habicht trugen
das ihrige zur Verſchönerung der Feier bei. So verlief die Weihnachts=
feier
, die durch Leonh. Dilfer und E. Eckert gut vorbereitet war, ſchön
und würdig und nahm ein ungetrübtes Ende. Man trennte ſich zufrie=
den
mir dem Wunſche, bald wieder einen ſchönen Familienabend ge=
meinſam
zu verleben.

lagen und Neupflaſterung von Straßen aber nur am Bahn=
hof
und in der Hauptverkehrsgegend etwas für das Stadtbild
getan haben; alle Nebenſtraßen ſind aber verfallen. Das ehemals
deutſche Krankenhaus Bethesda iſt ganz heruntergewirtſchaftet.
Zwei polniſche Regimenter ein Infanterie= und ein Ar=
tillerie
=Regiment haben ihren Standort in Gneſen.
Das ehemals mächtige Erzbistum Gneſen, deſſen Ezbiſchof
Legat des päpſtlichen Stuhles und Primas von Polen war, als
welcher er das Recht hatte, den polniſchen König zu krönen,
unterſteht heute dem in Poſen reſidierenden Fürſtprmas von
Polen, Hlond, einem fanatiſchen Deutſchenhaſſer.
Wann wird der deutſche Adler wieder ſeine Flügel
über das uralte deutſche Land breiten, für das die
Gründung des Erzbistums Gneſen um das Jahr 1000 zum Ver=
hängnis
geworden iſt?!

Fußball.

FC. UnionGermania Pfungſtadt.
Das für Sonntag angeſetzte Verbandstreffen gegen Germania
Pfungſtadt fällt aus, da der Sportplatz Rennbahn (Heidelbergerſtraße)
anderweitig zur Verfügung ſteht. Neuer Termin wird noch von der
Kreisbehörde bekanntgegeben.
Sport=Neuigkeiten in Kürze.
66,52 Meter Speerwurf. Bei den auſtraliſchen Leichtathletik= Meiſter=
ſchaften
in Wellington erreichte der Auſtralier S. A. Lay einen Nekord=
Speerwurf von 66,52 Metern.
Die franzöſiſchen Tennisſpieler Borotra, Brugnon und Bouſſus
haben ſich von Nordamerika aus nach Auſtralien begeben, wo ſie eine
Reihe von Wettſpielen austragen werden.
Die deutſche Eishockey Auswahlmannſchaft ſpielte in Davos gegen
die zweite Mannſchaft des EHC. Davos und gewann 5:1.
Finnland hat ſeine Meldung zum Davis=Pokal 1928 abgegeben.
In Troppau geſtaltete die zweite Eishockeymannſchaft des Berliner
Schlittſchuhklubs den Revanchekampf gegen E.V. Troppau unent=
ſchieden
2:2.
Der Kampf PaolinoRisko iſt abgeſagt worden. Paolino ſoll da=
für
mit dem Neger Godefrey boxen.

Geſchäftliches.
Eine reizvolle Kofe.
Auf der Ausſtellung Deutſcher Rhein deutſcher Wein, die
ſoeben in der Funkhalle in Berlin in Anweſenheit der Behörden feier=
lich
eröffnet worden iſt, bildete von der erſten Stunde an einen der
Haptanziehungspunkte die von Künſtlerhand entworfene und ausge=
führte
Kofe der altberühmten Sektkellerei Schultz Grünlack A.=G.
in Rüdesheim a. Rh. Mit feinſtem Geſchmack ſind die Farbtöne der
großen Schultz Gyinlack=Kofe aufeinander abgeſtimmt, und die reizvolle
Ausſtattung iſt ſo harmoniſch gegliedert, daß hier eine der ſchönſten
Stellen der ganzen Rhei= und Weinausſtellung geſchaffen iſt. Es iſt
umſo benerkenswerter, daß die Sektkellerei Schultz Grünlack A.=G.
ſich an dieſer deutſchen Propaganda=Ausſtellung beteiligt, als ſie bereits
auf den internationalen Ausſtellungen von Chicago, Melbourne, Sidney,
Philadelphia, London, Paris, Wien und vielen anderen höchſte Aus
zeichnungen erhalten hat.

Es dürfte wohl wenig Hausfrauen geben, denen der altbekannte
Kaffeezuſatz Aecht Franck mit der Kaffeemühle oder Kornfranck,
der Erſatz für Bohnenkaffee, oder Kaffeegold, das Karlsbader
Kaffeegewürz für die feine Küche, nicht bekannt ſind. Viele werden
darunter ſein, die zum mindeſten Aecht Franck mit der Kaffeemühle ſchon
als Kind vom Kaufmann geholt haben. Deshalb iſt es auch von all=
gemeinem
Intereſſe zu hören, daß die Firma Heinrich Franck
Söhne, Ludwigsburg=Berlin, in dieſem Jahr auf ein hundertjähriges
Beſtehen zurückblicken kann. Aus beſcheidenen Anfängen hat ſich dieſes
Unternehmen zu ſeiner heutigen Bedeutung entwickelt. Franck= Erzeug=
niſſe
werden in der ganzen Welt geſchätzt und verwendet und in 26 Fa=
briken
hergeſtellt. Das iſt wohl der beſte Beweis für erſtklaſſige Qualität.
Franck=Marken haben ſich in jeder Beziehung als gute Freunde und
Helfer bewährt.
Wir ſind deshalb überzeugt, daß alle Hausfrauen gern damit ein=
verſtanden
ſind, daß wir der Firma Heinrich Franck Söhne auch in
ihrem Namen unſere herzlichſten Glückwünſche zu ihrem Jubiläum an
dieſer Stelle ausſprechen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 4. Januar. 13.30: Uebertr. von Kaſſel: Hauskapelle.
S 15.30: Rektor Wehrhan: Dreikönigsgeſchichten. Für Kinder vom
10. Jahre ab. 16.30: Konzert. Straus: Walzer aus Rund um
die Liebe. Lehar: Potp. Eva. Kalman: Orient. Tanzfant.
Künneke: Potp. Wenn Liebe erwacht. Straus: Komm.
Held meiner Träume. Fall: Aus Jugend im Mai. o 17.45:
Bücherſtunde O 18.15: Vereinsnachrichten. O 18.20: Inhaltsangabe
der Oper Carmen. 18.30: Aus dem Frankf. Opernhaus:
Carmen, Oper von Bizet.
Stuttgart.
Mittwoch, 4. Januar. 12.30: Schallplattenkonzert. o 15:
s Gretle von Strümpfelbach erzählt. Funkorch. Einl.: Ilſe
Seeliger. S 18.15: Prof. Verweyen: Form und Gemeinſchaft.
O 18.45: Berufsberaterin Hartmann: Frauenarbeit in den Pflege=
berufen
. O 19.15: Einführungskurſus in die ſpaniſche Sprache.
O 20: Sinfonie=Konzert des Philh. Orch. Stuttgart. Leit.: Efrem
Kurtz. Soliſtin: Alice Landolt (Klavier). Tſchaikowsky: Ouv.
Romeo und Julia. Rubinſtein: Klavierkonzert B=moll.
Muſſorgsky: Eine Nacht auf dem Kahlen Berg. Anſchl.:
Wunſchabend. Beethoven: Egmont=Ouv. Sonate für Cello."
Liſzt: 2. Rhapſodie. Löwe: Archibald Douglas. Bruch:
Kol=Nidrei. Goethe: Der Gott und die Bajadere. Schubert:
Forellenquintett. An die Abendſonne. Weber: Ouv. Precioſa.
Lortzing: Lebe wohl, mein flandriſch Mädchen. Einſt ſpielt ich
mit Szepter. Wagner: Triumphmarſch aus Rienzi. O 22.45:
Nachrichten.
Berlin.
Mittwoch, 4. Januar. 15.30: Adele Schreiber: Bahnbrechende
Frauen. Rahel Varnhagen. O 16: Prof. Pahl: Deutſche Pioniere
der Naturforſchung. O 16.30: Die Funkprinzeiſin (Ilſe Kamnitzer)
erzählt: Was uns die alten Bilder erzählen. O 17: Funkkapelle.
O 19.05: Einf. zu der Uebertr. am 5. Jan. O 19.30: L. Klinen=
berger
: Der Einfluß Deutſchlands auf das Wiener Theater. O 20:
Dr. Luther: Das Seelenleben des Jugendlichen. O 20.30: Vortrag.
O 21: Müſikaliſche Unterhaltung. Eva Jekelius=Lißmann (Sopran),
Toſſy Spwwakowsky (Violine), G. Jekelius (Bariton), Am Flügel:
Seidler=Winkler. Lieder aus alter Zeit. Bloch: Baal Schem.
Beethoven: Türkiſcher Marſch. Tartini=Kreisler: Variationen
über ein Thema von Corelli. Volkslieder. Frank=Kreisler:
Stziliane und Rigaudon. Saraſate: Habanera, ſpan. Tanz.
Wolf: König bei der Krönung. Biterolf. Ständchen. Weylas Ge=
ſang
. Dvorak: Slaviſcher Tanz. Paganini: Sonatine A=dur.
Wieniawsky: Scherzo tarantelle. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle
Marek Weber.
Stettin. 17: 5=Uhr=Tee aus dem Konzerthaus Stettin.
Kapelle Ette. 22.30: Ballmuſik. Kapelle Ette.
Deutſche Welle. Mittwoch, 4. Januar. 12: Einheitskurz=
ſchrift
für Schüler. O 12.30: Mitt. des Reichsſtädtebundes. O 12.45:
Mitt, des Verb. d. Preuß. Landgemeinden. O 14.30: Kindertheater.
Das tapfre Schneiderlein. O 15: Einheitskurzſchrift für Anf.
O 16: Reg.=Rat Hylia: Amerika im Spiegel ſeiner Schulen.
16.30: Prof. Mersmann: Einf. in das Verſtändnis der Muſik
für Jedermann: Volksliederanalyſen. O 17: Konzert aus Hamburg.
18: Techn. Lehrgang für Facharbeiter: Werkzeugkunde und
Grundlagen der Arbeitsvorbereitung. O 18.30: Franzöſiſch f. Anf.
O 18.55: Dr. Herle: Die Bilanz des Wirtſchaftsjahres 1927.
O 19.20: Dr. Falkenfeld: Leonard Nelſon. O 20.30: Berlin:
Aktueller Vortrag. O 21: Berlin: Konzert. Mitw.: Toſſy
Spiwakowsky (Violine), Eva Jekelius (Sopran), G. Jekelius (Barit.),
O 22.30: Berlin: Tanzmuſik.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 5. Januar
(nach der Wetterlage vom 8. Januar).
Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen ſinkend, meiſt trocken.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

Haupiſchritlentung. Rudol; Maupe
Verantwortlich für Polttſt und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feutlleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdieuff: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuble: Druck
und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantte der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

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Rummer 4

Mittwoch, den 4. Januar

Die Kalkinduſirie in den Monaten November
und Oezember 1927.
Die letzten beiden Monate des Jahres 1927 ſahen die Kalkinduſtrie
im Zeichen eines jahreszeitlich bedingten Abſatzrückganges. Immerhin
ſank er nicht unter die Zahlen des Vorjahres, blieb vielmehr, beeinflußt
durch die allgemein gebeſſerte Wirtſchaftslage, durchſchnittlich um einiges
darüber. Die Baukalkabrufe, die ſchon im November infolge der be=
kannten
Schwierigkeiten auf dem Markte der Baukredite nachgelaſſen hat=
ten
, gelangten im Dezember beinahe auf den Nullpunkt. Auch die
Schwemmſtein= und Kalkſandſteinfabriken, die im allgemeinen von der
Saiſonarbeit des Baugewerbes weniger abhängig ſind und während des
Winters auf Vorrat zu arbeiten pflegen, ſchränkten ihre Nachfrage er=
heblich
ein. Die Lieferungen an die Landwirtſchaft entwickelten ſich, ſo=
weit
Kalkmergel in Frage kommt, ſeit November in aufſteigender Linie
und gingen über die des Vorjahres erfreulicherweiſe hinaus, während
das Branntkalkgeſchäft ſich in entgegengeſetzter Richtung bewegte. Eine
Aenderung im Bedarf der Eiſen= u. Stahlinduſtrie ſowi der chemiſchen
Induſtrie iſt nicht zu verzeichnen.
Bei einem Geſamtüberblick über das Jahr 1927 läßt
ſich nicht verkennen, daß ſich der allgemeine Konfunkturanſtieg auch in
der Kalkinduſtrie in einer Belebung ihres Abſatzes auswirkte.
Eine Vergleichung mit dem Jahre 1926 zeigt beiſpielsweiſe eine Steige=
rung
des Branntkalkabſatzes für die erſten 10 Monate des Jahres 1927
um rund 28 Prozent. Zieht man die Vorkriegszeit als Vergleichsmaß=
ſtab
heran, ſo ergibt ſich für 1927 eine Verringerung gegenüber 1913 um
umgefähr 2 Prozent, wobei noch zu berückſichtigen iſt, daß bereits 1913
die Kalkinduſtrie als Ganzes, gemeſſen an ihrer Leiſtungsfähigkeit, nur
zu zwei Dritteln beſchäftigt war. Die Preiſe der Kalkerzeugniſſe be=
harrten
in einigen Gebieten, ſo beiſpielsweiſe im Weſten, noch auf dem
Stande von 1925, erfuhren hier und dort ſogar eine Senkung. An
einigen Stellen waren allerdings Preiserhöhugen infolge der Lohn=
ſteigerungen
nicht zu umgehen. Hinſichtlich der Verhältniſſe im Außen=
handel
iſt Gefahr im Anzuge, da die Einfuhr ſeit dem Vorjahre um das
Doppelte geſtiegen, die Ausfuhr dagegen geſunken iſt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 3. Januar.
Auch heute war die Haltung der Börſe bei Eröffnung allgemein feſt,
und die Stimmung blieb zuverſichtlich. Das Geſchäft war zeitweiſe recht
lebhaft, da durch die feſte Stimmung der letzten Tage die zweite Hand
etwas angeregt worden war und einige Kauforders hergelegt hatte.
Dieſe Käufe bevorzugten vor allem die vernachläfſigt gebliebenen Neben=
werte
, während die berufsmäßige Spekulation ſich auf einige Spezial=
gebiete
, vor allem auf den Farbenmarkt beſchränkte. Allgemein an=
regend
wirkte es, daß die Erleichterung des Geldmarktes befriedigende
Fortſchritte machte. Ferner wurde der Monatsbericht der Kommerzbank
recht günſtig aufgenommen. Verſtimmend wirkte dagegen das aber=
malige
Dementi einer Kapitalerhöhung bei Siemens u. Halske; auch
fänden zurzeit keine Elektroverhandlungen ſtatt. Elektrowerte waren
daraufhin eher angeboten und überwiegend ſchwächer. Gegenüber der
geſtrigen Abendbörſe waren bei der erſten Kursfeſtſetzung überwiegend
Kursbeſſerungen von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Im Mittelpunkt
des Intereſſes ſtanden J. G. Farben im Zuſammenhang mit der baldigen
Generalverſammlung. J. G. Farben eröffneten 3 Prozent höher, konn=
ten
aber gleich nach der Kursfeſtſetzung erneut 3 Prozent anziehen. Mon=
tanwerte
gewannen durchſchnittlich 1 bis 2 Prozent, Harpener 3,75 Proz.
Banken blieben vernachläſſigt und überwiegend nur gut behauptet, aber
Barmer Bank plus 2,75 Prozent. Elektrowerte gaben, wie ſchon beton:,
0,5 bis 1,5 Prozent nach. Geſ. für Elektr, konnten ſich jedoch behaupten.
Angeboten waren ferner nach ihrer Kursſteigerung Kaliwerte (minus
1 bis 1,5 Prozent). Von Lokalwerten blieben Scheideanſtalt mit plus
4,5 Prozent gefragt, ferner zogen Adlerwerke 2,5 Prozent an. Ab=
löſungsſchuld
für Neubeſitz lagen auf Realiſationen 0,5 Prozent nied=
riger
, ebenſo Schutzgebiete etwas ſchwächer. Von Ausländern blieben
Türken etwas gefragt.
Im weiteren Verlaufe ergaben ſich überwiegend Kursrückgänge von
1 bis 1,5 Prozent, da die Spekulation Realiſationen vornahm. Das
Geſchäft wurde allgemein ſtiller. Etwas verlangt waren Mannesmannn.
Tägliches Geld 6,5 Prozent. Am Deviſenmarkt zog der Dollar weiter
etwas an. Madrid lag ſehr feſt. Mark gegen Dollar 4,1913, gegen
Pfunde 20,457, London-Kabel 4,8817½; Paris 124,01½; Mailand 92,35;
Madrid 28,30.
Die Abendhörſe war nicht mehr ganz einheitlich, da bei den einzel=
uem
Werten ſich verſchiedentlich Realiſationsneigung zu den höheren
Kurſen zeigte. Beachtet waren noch beſonders Farbeninduſtrie Mannes=
mann
und einzelne Elektrowerte. Am Anleihemarkt deutſche Renten
gegenüber der Nachbörſe nur knapp gehalten. Schutzgebiete weiter ab=
geſchwächt
. Am variablen und Kaſſamarkt waren die niedriger ſtehen=
den
Werte weiter beachtet. Der Verlauf wurde ziemlich ruhig. Die
Abendbörſe ſchloß zu den leicht ermäßigten Kurſen behauptet. Es
notierten in einzelnen: Danat 237; Kommerzbank 181,5; Metallbank 146;
Gelſenkirchen 145; Harpener 201,25; Aſchersleben 179,5; Mannesmann
162,25; Phönix 104,75; Rheinſtahl 187,25; Stahlverein 109: Nordd.
Llond 157: AEG. 175,5: Daimler 97; Erdöl 142; Scheideanſtalt 206;
Farbeninduſtrie 287: Geſ. für Elektr. 1 289,75; Goldſchmidt 124; Holz=
mann
146,5: Metallgeſellſchaft 199,87: Rütgers 101; Schuckert 194,25;
Siemens u. Halske 301; Zellſtoff Waldhof 276. Die Abenddeviſenkurſe
lagem nicht weſentlich verändert. London gegen Paris 124,02; gegen
Mailand 92,35; gegen New York 4,8815; gegen Holland 12,08¾; gegen
Madrid 28,32; gegen Zürich 25,28½4; Pfunde gegen Mark 20,45¾4; Dol=
lar
gegen Mark 4,1910.

Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 3. Januar.
Die Aufwärtsbewegung nahm an der heutigen Börſe ihren Fort=
gang
. Das Geſchäft konnte ſich weiter beleben, da die Propinz und die
Depolitenkaſſenkundſchaft aus ihrer bisherigen Zurückhaltung heraus=
traten
und größere Kaufaufträge erteilten. Neben einigen bevorzugten
Terminwerten wie J. G. Farbeninduſtrie, Rheinſtahl, Gelſenkirchen,
Harpener, Vereinigte Stahlwerke, Rütgerswerke, uſw. zogen vor allem
die reinen Kaſſawerte hieraus Vorteil. Das Angebot war andererſeits
wenig erheblich, ſo daß ſich am Einheitsmarkt nach der geſtrigen Be=
feſtigung
erneut beträchtliche Kursgewinne ergaben und vielfach Redar=
tierungen
notwendig wurden. Die Spekulation war in ihren Anſchaf=
fungen
zwar vorſichtiger als die Bankenkundſchaft, aber ebenfalls zuver=
ſichtlich
geſtimmt. Man betonte wiederum die raſche Erleſchterung am
Geldmarkt, wo Tagesgeld in großen Beträgen bereits mit 5 Prozent an=
geboten
war. Der offigielle Satz wurde noch mit 68 Prozent genannt,
doch ſtellten ſich die tatſächlichen Sätze eher auf 57 Prozent. Auch
Monatsgeld war mit 8,59 Prozent billiger, allerdings beſtand kaum
Nachrage. Warenwechſel zirka 7,25. Man evwartete für den heutigen
Tag eine Diskontermäßigung in Holland und glaubte, daß weitere Stoa=
ten
mit Diskontſenkungen folgen werden. Am Deviſenmarkt ſtand
eine Peſetenhauſſe im Vordergrund. Infolge der zu erwartenden bal=
digen
Stabiliſierung der ſpaniſchen Währung herrſchte eine ſtarke Nach=
frage
nach Peſeten, die den Kurs in London auf 28,33 ſteigerte. Die
holländiſche Währung lag auf die ſchon erwähnte vorausſichtliche Dis=
kontſenkung
ſchwächer. LondonAmſterdam 12,09. Sonſt notierten:
Kabel New York-Berlin im Uſancenverkehr 4.1905; London-Berlin
20,4575; Kabel New York-London 4,8819; LondonMailand 92,32.
Das ſtarke Intereſſe für deutſche Staatsrenten war auch heute wieder
vorhanden. Die Neubeſitzanleihe erreichte mit 16,5 jedoch nicht den höeh=
ſten
Vortagskurs. Die Altbeſitzanleihen waren ebenfalls gefragt, wobei
Gerüchte über die angeblich geplante Ausgabe einer 4,5prozentigen An=
leihe
zum Austauſch des Altbeſitzes im Umlauf waren. Wir hören dazu,
daß derartige Erwägungen tarſächlich geſchwebt haben, aber in keiner
Weiſe aktuell ſeien. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe erhielt ſich die
freundliche Tendenz auf allen Märkten. Neubeſitz 16 3.
Im weiteren Verlauf wurde die Haltung an der Börſe uneinheitlich
und die Geſchäftstätigkeit ruhiger. Feſt blieben Montanwerte, von
denen Mannesmann bis auf 164 und Harpener bis auf 205 anziehen
konnten. Farbenaktien hörte man mit 288288,5. Elektrowerte lagen
überwiegend etwas ſchwächer. So verloren Geſ. für Elektr. 1,75 Proz.
und Siemens 1,5 Prozent. Auch Schiffahrtswerte konnten ihre Gewinne
nicht ganz behaupten. Eine neue Anregung bekam die Börſe durch den
feſten Verlauf des Kaſſamarktes, J. P. Riedel=Aktien, für die heute be=
ſonders
rege Nachfrage feſtzuſtellen war, gewannen 4,75 Prozent, und
ſtellten ſich auf 60,25 bei 6070prozentiger Repartierung. Die Neubeſitz=
anleihe
gaben weiter auf 16 Brief nach. Der Privatdiskont blieb mit
5,75 Prozent für beide Sichten unverändert. Chade 577 nach 583 und
Spenſka 413 nach 417. An der Nachbörfe traten weſentliche Kurs=
ſchwankungen
nicht mehr ein.

Aſchaffenb. Zellſtof
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin.
Berlin el. W.
BerlinKarlsruheInt
Braunkohl.-Briketts
Bremer Vulkan
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlan 1. Te
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Ried. Tel..
Teutſche Erdöl. . . .
Teutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke. . .
Tonnersmarckhütte .
Tynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung.
J. G. Farben..
R. Friſter. ...
Gaggenau Vorz.
Eelſenk. Berg. ..
G. f. elektr. Untern..
Halle Maſchinen. .
Han Maſch. Egeſt. .
Hanſa=Dampfſchf. ..

Eelſiug ſors. .
Wien.. . ."
Prag ....."
Budapeſt.
Sofia .."
Solland. . .
Cslo .......
Kopenhagen..
Stodholm. .
London. . . . ."
Puenos Aires.
New York ..
Belgien. ..

2 1. 3. 1. 187. 189. Hemoor=Zement. 243. 128. 125.75 Hirſch Kupfer. . . 119. 29.125 29. Höſch Eiſen....." 154.5 73.125 73.125 Hohenlohe Werke. .. 19.3751 19.625 72.25 72. Kahla Borzellan.. 107.5 112. 193. 191 Lindes Eismaſch.. 154 148. 149.5 Lingel Schuh. . . . . 75. 80. 179.75 1805 Linke n. Hofmann", 111.87: 113.5 2. Loewe u. Co. .... 272. 75.75 77.875 E. Lorenz... .. . . . 127. Niederlauſitzer Kohle 173. 141. 143. Nordd. Gummi. 76. 80. Orenſtein. . . . . . . . . ." 138.875 Rathgeber Waggon Rombacher Hütten. 77.25 138.75 140.871 Roſitzer Zucker. 91. 178.5 179.75 Rütgerswerke". 102. 280. 1287.25 Sachſenwerk 130.75 109.75 108. Sächſ. Gußſtahl. 139.5 43. 50. Siemens Elas.. . 159. Ver. Lauſitzer Glas. 135 25 290.375 288 5 Volkſtedter Porzell. 59.5 169 169. Weſtf. C. Langendreer 79. 89. WittenerGußſtahl. 66. 221.5 218. Wanderer Werke.. 237.

Deviſenmarkt.

2.1 3. 1. 2. 1. Brieff Geld Geld/ Brief 10.537 10.5571 10.537 10.557 Italien .. 22.13 22.17 59.137 59.25 59.13 (59.25 Paris ..." 6.485 16.525 12.41 12.43 12.407 12.421 Schweiz .. 180.84 181.00 73.2 73.37 73.23/ 73.37 Spanien. .. 71.46/ 71 6C 3.022 3.028 3.022/ 3.024 Danzig. 81. 731 81.89 169.23/169.5 169.07/169.41 Japan.. 1.962/ 1.966 111.44/111.66 111.39111.61 Nio de Janeiro. 0.5035 0.5055 112.30/112.5. 12.26 112.48 Jugoſlavien .. 7.3911 7.405 112 86 13.01 112.79/113.01 Portugal .. 20.651 20.69 20.441 20-481 20.433 20.473 Athen ......." 5.614/ 5.626 1.784 1.793 1.789 1.793 Konſtantinopel. 2.176/ 2.180 4.187 4.1950 4.1865 4 1945 Kanada. . 4. 179 4.184 58.55 19.67 58.53 58.65 üruguay.. 4.336/4.347

3.
248.
116.75
158.
155.75
269.
131.
170.

140.

82.5
95.
104 25
129.5
145.75
154.
141.
60.

64.

3. I.
Geld /Brie / Geld / Brief
22.14 122.18
16.48 16.52
80.835 80.995
72.23/ 72.37
81.72/ 81.88
1.962/ 1.966

7.390
20.64
5.614
2.179
4.178
4.336

0.505
20.68
5. 626
2.183
4.186
1.344

Wahl zum Börſenvorſtaud. In der heutigen Sitzung des Börſenvor=
ſtandes
, Abteilung Wertpapierbörſe, wurde Herr Oscar Franklim Oppen=
heimer
zum Vorſitzenden und damit auch gleichzeitig zum Vorſitzenden
des Geſamtbörſenvorſtandes, ſowie Herr Otto Hauck zum ſtellvertreten=
den
Vorſitzenden des Börſenvorſtandes, Abteilung Wertpapierbörſe, ein=
ſtimmig
wiedergewählt.

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Tilgung der Ausloſungsrechte. Am 31. Dezember wurde mit der
Einlöſung der im Oktober v. J. gezogenen Ausloſungsrechte der An=
leiheablöſungsſchuld
begonnen. Für die Einlöſung iſt ein Betrag von
rund 134 Millionen RMM. aufzuwenden. Damit wird die Tilgung des
15. Teiles der ausgegebenen Ausloſungsrechte der Serie 1 und 2 abge=
ſchloſſen
. 1928 finden drei Ziehungen der Serie 3 und eine Ziehung der
Serien 1 und 2 ſtatt. Die 1928 gezogenen Ausloſungsrechte werden zum
fünffachen Nennbetrage mit Zinſen von 4,5 Prozent für die Jahre 1526
bis 1928 eingelöſt. Ein gezogenes Ausloſungsrecht über 100 RM. wird
daher eingelöſt mit 567,50 RM. Der Börſenpreis für 100 RM. Aus=
loſungsrechte
beträgt gegenwärtig für die Ausloſungsrechte der Serien
1 und 2 etva 260 RM., der Serie 3 275 RM.
Expreßgutverkehr nach dem Orient. Vom 1. Januar 1928 an kön=
nen
in den größeren Reichsbahnſtationen im Bereich der Reichsbohndirck=
tion
Frankfurt a. M. vorerſt in Frankfurt a. M.=Hauptbahnhof, Ofen=
bach
a. M.=Hauptbahnhof, Hanau=Hauptbahnhof. Friedberg und Fulda
Expreßgut nach Sofia, Stambul (Konſtantinopel), Athen und Saloniki
abgefertigt werden. In nicht zu ferner Zeit wird der Expreßgutverkehr
vorausſichtlich bis Eskiechehier und Angora, der neuen türkiſchen Haupt=
ſtadt
, ausgedehnt werden. Gegenſtände von weniger als 5 und mehr als
80 Kg. Gewicht werden nicht befördert. Die Fracht iſt vorauszuzahlen.
Nachnahmen ſind nicht zuläſſig. Die Beförderung erfolgt nach Athen
und Saloniki dreimal wöchentlich und dauert z. B. von Frankfurt am
Main etwa 78 Stunden. Nach Sofia und Stambul iſt bis auf weiteres
nur einmal wöchentlich durchgehende Beförderung vorgeſehen. Die Be=
förderungsdauer
von Frankfurt a, M. nach Stambul iſt ungefähr 74
Stunden. Die Fracht, einſchließlich Nebengebühren, koſtet für 10 Kg.
Fracht von Frankfurt nach Stambul 21 50 Mark.
Aus der internationalen Kunſtſeideinduſtrie. Die Soie de Valen=
ciennes
S. A., die zum Hollandſche Kunſtziide=Induſtrie=Konzern ge=
hört
, plant die Vergrößerung ihrer Betriebsanlagen in Valenciennes
durch Erweiterung der Spinnerei und der Wärmeanlagen. Dieſe Be=
triebsveränderungen
werden jedoch keine Erhöhung der Produktions=
ziffern
zur Folge haben. Sie haben vielmehr lediglich den Zweck, ein
feineres Seidengefpinſt zu ermöglichen, indem die Grobſpindeln durch
Spindeln für einen ſchwächeren Viscoſe=Faden erſetzt werden ſollen.
Vereinigte Stahlwerke A. G. Düſſeldorf. Die im letzten Kommunigué
angekündigte Fortführung der Rationaliſierung ſcheint ſich auch im ven
ſtärktem Maße auf die Zuſammenziehung der kaufmänniſchen Verwal=
tung
zum Sitz der Zentralverwaltung auszudehnen. Wie wir erfahren,
ſind Erwägungen beim Stahlverein ſehr weit vorgeſchritten, die kauf=
männiſche
Verwoltung ſeiner Siegerländer Betviebe, wie Wiſſeuer
Eiſenhütte, Charlottenhütte und deren Unterbetriebe nach Düſſeldorf
zu konzentrieren. Wann allerdings dieſe Konzentration der kaufmänni=
ſchen
Verwaltung endgültig erfolgt, könne im Angenblick noch nicht be=
ſrimmt
geſagt werden.
Verein Deutſcher Tafel=Glashütten m. b. H., Frankfurt am Main.
Mit dem 1. Januar 1928 hat der Verein der Rheiniſchen und weſtfäli=
ſchen
Tafelglashütten ſeinen Sitz von Bonn nach Frankfurt am Main
verlegt und wird künftig als Verein deutſcher Tafelglashütten m. b. H.
Frankfurt am Main firmieren. Dem Verein ſind Betriebe angegliedert,
die maſchinell Femſterglas herſtellen und keine Mundbläſereiem betreiben.
U. a. gehören der Verkaufsvereinigung an: Die Lautzental=Glashütten,
St. Ingbert, Gebr. Müllenſiefer, Witten=Crengeldanz, Nichardhütte
A.=G., Sulzbach (Saar), Tafel=Salin= uund Spiegelglasfabrik Fürth, Tor=
gauer
Gloshütten A.=G., Torgau, Ver. Vopeliusſche und Wentzelſche
Glashütten, Sulzbach (Saar.)
Brauerei Steinhäußer=Windecker A.=G. in Friedberg. Die neuer=
dings
der Braubank naheſtehende Gefellſchaft beabſichtigt, ihre 5000 RM.
Vorzugsaktien mit Bfachem Stimmrecht in Stammaktien umzuwandeln,
Ein neues Farbenabkommen. Das Abkommen zwiſchew der norwegi=
ſchen
Geſellſchaft Norſk Hydro und dem deutſchen Farbſtoff=Truſt be=
ſtimmt
die Truſtkontrolle zwiſchen den beiden Unternehmen, um die
Wahrung der beiderſeitigen Indereſſen zu ſichern und die Zuſammen=
arbeit
zwiſchen den beiden Kontrahenten zu fördern. Der deutſche Truſt
ſoll den gemeinſamen Verkauf der Produkte der beiden Kontrahenten
übernehmen, während der Verkauf auf dem norwegiſchen Markt der
Hydro überlaſſen bleibt.
Engliſche Rekordgeldumſätze im Jahre 1927. Der ſoeben veröffent=
lichte
Bericht des Clearinghouſes läßt angeſichts des Rekord=Geldumſatzes
im vergangenen Jahre auf eine allgemeine Beſſerung der Wirtſchafts=
lage
in England ſchließen. Die im Jahre 1927 im Clearinghouſe einge=
zahlten
Schecks überſchritten die Einzahlungen im vergangenen Jahre
um 1725 Millionen Pfund Sterling. Die drei Haupturſachen für dieſe
rieſige Steigerung des Umfatzes ſind, dem amtlichen Bericht zufolge,
erſtens, die allmähliche Erholung und Ausbreitung einiger Induſtrie=
zweige
, zweitens, der große Umlauf von Fonds in Verbindung mit den
Schuldenkonwerſionen der Regierungen und drittens, der ungeheure Um=
ſatz
auf dem kurzfriſtigen Anleihemarkt. Wie bemerkenswert die Zu=
nahme
des Bankgeſchäftes in dieſem Jahrhundert iſt, geht u. a. daraus
hervor, daß die Einzahlungen im Clearinghouſe von 9000 Millionen im
Jahre 1900 auf über 41 000 Millionen im vergangenen Jahre ge=
ſtiegen
ſind.
Eine 13 Millionen Bloth=Anleihe des Polniſchen Eifenhüttenfyndi=
kats
. Das polniſche Eiſenhüttenſyndikat hat durch Vermittelung der
Franzöſiſch=Polniſchen Bank in Kattowitz einen Kredit von 13 Millionen
Zloty mit 81/ Prozent Zinſen aufgenommen. Der Kredit ſoll zu In=
beſtitionszwecken
in der polniſch oberſchleſiſchen Eiſeninduſtrie dienen
Das Syndikat verhandelte auch mit den deutſchen D=Banken im Katto=
witz
, doch bemerkt die polniſche Preſſe hierzu, daß die Kreditbedingm=
gen
der Franzöſiſch=Polniſchen Bank günſtiger waren.

Brantfalter Karodericht Boar 2. Dan. 4040.

Minſge
s) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teil/ 52.75
III. Teilſ 56.45
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
... 15.9
4% Dt. Schutzgeb.=
8.3
Arſ. ..

4.25

b) Ausländi ſche
50 Bos. E. B. 1914 42.5
5% 2. Inv. 1914/ 41.5
2.5
4½% 1898...
4½% 1902..
4½ Bosnien ...
5% Bulg. Tabak. 02

4½%Oſt. Staatsr.
v.1913. Kbb.1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4ſ=% Oſt. Silberr.
49 Goldr...
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk.
4½ einh. R. (k.)
3% Port. (Spz.) III
5%Rum.am. R.03
4½%,Gold. 13...
49 am.kon. ..
4½ am.05 .. . .
42 Türk. (Adm. 03
4% (Bagd.)
4% (Bagd. II
4% unif 190:
4% 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 1913
4½%
1913
(lt. Tnnsbr. Abk.)
4½% Ung St 1914
4½% Ung. St. 1914
(lt. Innsbr. Abk.)
4X Ung. Goldr. ..

11.25
15.5
14/.
19.3
14.4

4% Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.) / 24.45
26 Ung Staatsr.
v. 10 .... ... . / 221,
4%Ung. Kronr. . .
396 Ung. Eiſ. Tor .. 16
Außereuro=
päiſche

5%Mex. am. in. abg.
41.4
auß. 99
Gold04ſtf. 28.5
3% lonſ. inn.
4½% Irrigat. / 36
5½Tamaulipas I 18.5
Tachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech=
nung

10%Berl. H.=Bf. G.1105
98
% Berl. St. Gold
8O Darmſt. St.-G./ 921),
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. 99

776 Dresd. St.=G.
%o Frkf. St.=G...
BFrif. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ..
7% Frkf. Hyp.=B!
Goldpfbr.
6 % Frkf. Syp.=Bk.
Goldpfbr.
820 Frkf. Pfbr. B!
Goldpfbr.
70 Frkf. Goldpfbr
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
5%0 Frlf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
7%0 H.=St.= Gold=
anl
. .
.
3% Heſi. Land.=Bk.
Goldofbr.
79 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr. . . . . .
8%Klöckn.=Werk. 26

94
88
87
91.55
83.25

Am
93

10%Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
Af.
OPo Komm. Absbi.
Darmſt., Reihe II 95.5
3% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II / 95.5
% Ldwgshf Stadt=
Goldanl.
72M. KraftHöchſt 89,
8O Mainz.=St.=G./ 91.5
8% Mannh. St.=G./ 94.75
6% Mannh. St.=G.= 80.25
70 M.=Stahlw. 27/ 94
30 Naſſ. Ldb. Gold 1101.5
8 Nbg. St. Gldal
8%6 Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr. . . . . . ! 97.5
% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . . . . . 94
60 Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr. . . . . . 88.5
80 Pforzh. St.=G.
30 Pirmaſ. St.=G./ 93
8% Pr. Centr. Bd.,
Fr.=Bk. Gldpfbr. 98.5
80 Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr. 97
0 Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr. 95
8½ Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
O7
94 25
89
6 Lig. Pfb. 81.75
%0 Anteilſch. / 59.25
7½½%Rh. Stahlwv.
25
..... 136
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 1103
98

93.5

93.5
95.5

20 Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
20 V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld... mit Option
2o V. Stah. w. Düſ=
eldorfHhu
.=Gd.. ohne Option
7½ Viag( V. Ind.=
Unt. Bln.) 27 ..

97

95

93.5

12.62

13.45
6.45

%BoigtcHäffner
Goldobl. ......
3¾Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne Zins=
berechnung

50 Bow. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brkl.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .."
0 Pr. Kaliw. .
5% Pr. Roggenw.
5½ Südd. Feſt. B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frrkf Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hhp.=Bk.
Mecklb. Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp. Bk.
Nordd. Gr. r.=Bk./ 14.5
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B. Cr. B.
Preuß Pfdbr.=Bk.
Rhein.Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.B.
Süidd. Bodenkr.. .
Württ Hyp Bk...

Staatl od. prov.
garantiert
beſ. L.=Hyp.=B. . / 12.05
Landeskr. Caſſel
Naſſau Ldsb.
9.45
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eliſ.=Bahn ſtfr. 3.25
4½ Galiz. Carl=
3.5
Lud.=B.
abg. Bl.
5%Oſt. Sd. L.)ſtfr.

17.9
13.25
14.45
8.3
13.9
13.5

2,6%Alte Oſt. Südb.
2,60 Neue
4%0Oſt. Staatsb. 83
3½Oſt. 1.b.8. E.
3Oſt. abg.
9.Em.
abg.

2 1885
abg.
32Oſt. , Erg. Netz
3%Oſt. abg.
3½ Raab Oebd. 83
91
9
% Rud. Silber
4 Rud. (Salzkg.)
LAnat., S. I
Anat., S. II
0 Anat., S.III
Salon. Monaſt.
12 Tehuantepec.
4½2%
Zank=Aktien
Allg. D.=Kredit. . .
Bad. Bk. .. .. . . . 175
Bk. f. Brauind..
Barmer Bankv. 153
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank...
D. Eff. u. Wchſ.=Bk. 128
D. Hyp.=Bk. Mein.. /151.5
D. Vereins=Bk..
Disk.=Geſellſch.
Dresdener BI.
Frankf. Bf.
Frankf. Hypth. Bk. 148
Frrf. Pfdbr. Bk. 150.5
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur. Intern. Bank . 6,
Metallbank.
Mitteld. Creditb
Pfälz. Hyp=BT 190
Pr. Bo.=Creditbank
Hyp.=Akt.=Ban1 156
Reichsbank=Ant 198
Rhein. Creditbk.
Rhein=Hyp.=Bk. .. 180
Südd. B.=Creditbk.

14.25
14.25
4.75

19.75
18.75
16
23

149.75
81
262
181
Mn ,6
170
105.5
162.5
164.75
127
156
148.5
227.5
50
134.5

Südd. Dise.-Geſ. 1148
Oſterr. Creditanſt.
WViener Banwerein! 17.
Bergwerks=Ak !.
Buderus..
Eſchw. Bergw. . . . /200
Gelſenkirch. Bgw. /143.5
Harp. Bergb.
Flſe Bergb. St..
Genußſchein .. . 139
Kali. Aſchersleben
Kali. Salzdetfurth. 252
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke (abg
Lothr=Hütte) 134.5
Mannesm.=Röhr 162
Mansfelder
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant. . 40.75
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk.
Rhein Stahlw. . . . 186.75
Riebeck Montan. .
SalzwerkHeilbronn 186
Tellus Bgb..
1118
Ver. Laurahütte 84
Ver. Stahlwerke /110
induſtrie=Akt
Brauereien
Eichbaum(Mannh.) 280
188
Henninger.
Hereules Heſſiſche 158
Löwenbr.=Münche /336
Mainz. Aktienbr. 240
Schöfferhof(Bind.) 353
Schwarz=Storchen 1188
Tucher, Nürnberg
Werner

104
1204.5

1271,
105.9
259

Nrtum. Berlin. 158
Adler &Oppenh
Adlerw. (v. Kleyer)/ 95.75
6%E. A. G. Vzg. A.
LA. E. G. Vzg. B
A. E. G. Stamm: 175
Bad. Maſch. Durla /145
Bad. Uhren, Furtw. / 12.5
Bamag=Meguin .. 28
Baſt Nürnberg ..

Bahr. Spiegel ..
Beck & Henkel ...
Bergmann El ..."
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Tement. Heidelb.
Tement. Karlſtadt
Cement Lothr. . .
Chem. Albert... . .
Chem Brockh.
Chem. Milch
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb. Scheid.
D Linoleumw. Bln
Dingler. Zweibrück.
Dresd. Schneilpr.
Dürkoppw. (St)..
Dürr Ratingen
Dyckerhoff & W
Eiſenw. Kaiſersl.
E Licht u. Kraft.
El Lieferung
Elſ Bad. Wolle
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens
Farbenind. J. G..
Felten E Guilleau.!
Feinmech. (Jetter)
Feiſt. Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof..
Frkf.-M. Pok. u. W.
Beiling ECie.
Goldſchmidt, Th
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle, Frkft
Haid & Neu
Hammerſen
Hanfw. Füſſen...
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..

3.
85
143
184.75
140
87
98
141.75
203
262

4o
215.25
178
23
52.5
89.75
230
77
100
57.75
288.75
134
99.5
46
158
107.5
81
125
126.5
162
140
58

Meee
*
Hilpert, Armatur. 89.5
Hindrichs=Aufferm. /110
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Karſtadt. N.
. . 162
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Schuckert Elektr. 1194.5
Schuhfbr. Weſſel,
Schuhf. Herz ..... 27.5

76.75
62

110
117.5
43
30
115.25
153.5
104.5
86
134

Schultz Grünlack
Seilind Wolff.
Siemens Glas
Siemens & Halske
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G.
Thür. Lief. Gotha
Uhren Furtwängl.
Unter fr. Kr.=El.=B.
Beithwerke
Ver f Chem. Ind.
Ver. v. Olfbr. Mann
Ver. Faßt Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg..
Ultramarin

Zellſtoff Berl. ..
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Volthom Seil ..
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Zellſt Memel . . .
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Transport= und
Verſicherungs=Akt.
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A. Dt. Eiſenbahn.
A. Lokalb u. Kraft
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E B
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag
Nordd Lloyd

Frtft. Allg. Beiſ
Frankonia Rückv. .
Durmſtäd ur Werte
Bahnbedauf
dampfl. Rooberg
ſelvetia Konſ.
Gebr. Lutz .
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ....
VenulethcEllenb..

300.5
106.75
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116.5
103.75
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90
147
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183
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Nummer 4

Mittwoch den 4 Januar 1923

Meiallnotierungen.

Seite 41

Die amtliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhandel vom 3. Januar
ſtellte ſich für Kupfer: Januar 124,75 (125), Februar 125,25 (125,50),
März 125,50 (125,75), Aprik 125,50 (125,75), Mar 125,50 (125,75), Juni
125,50 (125,75), Juli 125,75 (125,75), Auguſt 125,75 (126), September
125,75 (126), Oktober 125,75 (126), November 125,75 (126), Dezember
125,75 (126). Tendenz: feſt. Für Blei: Januar 45 (45,50), Februar
45 (45,75), März 45 (45,50), April 45 (45,50), Mai 45,50 (45,75), Juni
45,50 (45,75), Juli 45,50 (45,75), Auguſt 45,50 (45,75), September 45,50
(45,75), Oktober 45,50 (46), November 45,75 (46), Dezember 45,75 (46).
Tendenz: ruhig. Für Zink: Januar 52,50 (53), Februar 52,50 (52,75),
März 52,25 (52,75), April 52 (52,50), Mai 52 (52,50), Juni 52,25 (52,50),
Juli 52,23 (52,50), Auguſt 52,25 (52,50), September 52 (52,50), Oktober
52 (52,50), November 52 (52,50), Dezember 52 (52,50). Tendenz: ſtill.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 3. Januar ſtell=
ten
ſich für Kupfer (Tendenz: ſtramm): Standard p. Kaſſe 61//1¾,
3 Monate 61½/1a. Settl. Preis 61¾, Elektrolyt 66½67, beſt ſelerted
6566½, ſtrong ſheets 90, Elektrowirebars 67; Zinn (Tendenz: willig):
Standard p. Kaſſe 263½34, 3 Monate 261½38, Settl. Preis 263½,
Banka (inoff. Not.) 264½, Straits (inoff. Not.) 263¾; Blei (Tendenz:
willig): ausländ, prompt 227/e, entft. Sichten 22¾, Settl. Preis 22¾;
Zink (Tendenz: ſtetig): gewöhnl. prompt 26½, entft. Sichten 26½8,
Settl. Preis 26½; Queckſilber (inoff. Not.) 23; Platin (inoff. Not.) 14¼;
Wolframerz (inoff. Rot.) 15½.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 3. Januar. Trotz der erhöhten
Auslandspreiſe, die ſich hier noch nicht auswirkten, iſt das Geſchäft all=
geuiein
noch weiter recht ruhig. Beſonders Weizenmehl liegt luſtlos und
die amtlichen Notierungen mußten um eine Viertelmark ermäßigt wer=
den
. Auch in Roggenmehl iſt kaum Geſchäft. Lediglich Roggenauszugs=
mehl
wird etwas gefragt, was auf die geſperrte Schiffahrt zurückzufüh=
Ten iſt. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen 1. 2525,25;
Weizen 2. 23,7524; Weizen 3. 22,2522,75; Roggen 25; Sommergerſte
N28,50; Hafer inl. 22,7524; Mais für Futterzwecke 20,75; für an=
dere
Zwecke 21,50; Weizenmehl 3737,50; Roggenmehl 3536; Weizen=
kleie
1414.25; Roggenkleie 15,2515,50.
Berliner Produktenbericht vom 3. Januar. Die vom Auslande vor=
liegenden
Offerten für Weizen und Roggen lauteten beträchtlich höher als
geſtern, bzw. Samstag und auch die inländiſchen Forderungen für Brot=
getreide
waren erhöht. Das Angebot von der Provinz hat ſich gegen
geſtern eher wieder etwas verringert, die Mühlen bekunden aber auch
keineswegs dringende Nachfrage, da ſich das Mehlgeſchäft immer noch
nicht beleben will. Auch über die Abnahme von Mehl aus alten Kontrak=
ten
wird nach wie vor Klage geführt. Am Lieferungsmarkt konnten die
Preiſe für Weizen und Roggen auf Grund der feſteren Auslandsmeldun=
gen
leicht anziehen. Am Hafermarkt iſt das Angebot nur gering, da an
der Küſte wieder höhere Preiſe zu erzielen ſind. Es beſteht rege Nach=
frage
ſeitens des Konſums, der ſich auch bereit zeigt, höhere Forderungen
zu bewilligen. Gerſte immer noch ziemlich ſtill.

Viehmärkte.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 3. Januar. Der Auftrieb war
lveſentlich ſtärker als in der Neujahrswoche. Es waren 256 Stück Groß=
vieh
, 5 Kälber und 47 Schweine mehr angetrieben. Trotz dem ſtarken
Antrieb und ruhigem Geſchäft verblieb auf dem Großviehmarkt bei un=
veränderten
Preiſen kein Ueberſtand. Die Preiſe für Kälber und
Schweine gingen 23 Pfennige zurück. Auf dem Schweinemarkt ver=
blieb
ein kleiner Ueberſtand. Angetrieben waren 31 Ochſen, 6 Bullen,
478 Kühe und Färſen, 278 Kälber und 1075 Schweine. Im einzelnen
wurden je nach Qualität pro 100 Pfund Lebendgewicht folgende Preiſe
erzielt: Ochſen 4756, Bullen 3847, Färſen 5262, Kühe 3848,
2538, 1822, Kälber 5466, 4454, Schweine 5962, 5861, 5759
und Sauen 4551 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 3. Jan. (Priv.=Tel.)
Weizen: Unter Käufen für nordweſtliche und überſeeiſche Rechnung
nahm der Markt einen feſteren Verlauf. Später trat eine teilweiſe Re=
aktion
ein.
Mais: Ungiinſtige Wetterberichte, beſſere Exportnachfrage und die
Feſtigkeit von Buenos Aires bewirkten eine feſtere Haltung. Auf die
großen wöchentlichen Verſchiffungen trat ſpäter eine Abſchwächung ein.
Hafer: Der Beginn war befeſtigt auf lokale Käufe. Später wurde
die Tendenz abgeſchwächt auf günſtige Wetterprognoſen.
* New York, 3. Jan. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Bei ruhigem Geſchäft kam es auf Abgaben der Kom=
miſſionäre
zu einer Abſchwächung, beſonders in Oktoberſichten. Später
traten auch Wallſtreetkreiſe als Abgeber auf.
Kaffee: Bei ruhigem Verkehr konnten die Preiſe auf die Feſtigkeit
der argentiniſchen Märkte etwas anziehen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 3. Jan.:
Getreide: Weizen, März 130½, Mai 132, Juli 137½; Mais,
März 86½, Mai 89½, Juli 92½; Hafer, März 54½, Mai 55½,
Juli 53½; Roggen, März 108½, Mai 109, Juli 109½:
Schmalz: Jan. 11,925, März 12,123, Mai 12.30.
Fleiſch: Jan. 10,90, März , Mai 11,375: Speck loco 10,875:
leichte Schweine 8,509, ſchwere Schweine 8,509; Schweinezu=
fuhr
Chicago 35 000, im Weſten 105 000.
Baumwolle: Jan. 19,13, März 19,1619,18.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 3. Jan.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 151, hart 147: Mais neu ak.
Ernte 98½; Mehl ſpr. wheat clears 6,406,75; Fracht n. d. Kon=
tinent
710.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,65; Talg extra 87.
Kakav: Tendenz: kaum ſtetig, Umſatz in lots 108, Loco 1338,
Januar 12,93, Februar 13,02, März 13,12, April 13,23, Mai 13,33,
Juni 13,45, Juli 13,54, September 13,58.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie beſtätigt wird, fanden vor einigen Tagen in Eſſen Verhandlun=
gen
zwiſchen der Fr. Krupp A. G. (Eſſen) und dem franzöſiſchen Senator
Lemery über größere Lieferungen ſüir die franzöſiſchen Kolonien ſtatt.
Es handelt ſich dabei um Aufträge für die verſchiedenſten Gebrauchs=
maſchinen
uſw., die in üblicher Weiſe auf Reparationskonto auszuführen
wären.
Wie wir erfahren, ſteht eine bedeutende Erweiterung des Termir
handels der Düiſſeldorfer und Eſſener Börſe durch weitere Zulaſſungen
kurz bevor.
Wie aus Paris gemeldet wird, hat der endgültige Abſchluß der tür=
kiſchen
Schuldenderhandlungen zu einer Regelung aller noch in der
Schwebe befindlichen Fragen geführt, wozu die Regelung des Transfer,
der Arbitrage uſw. gehörten. Es verbleibt jetzt nur noch die Beſchluß=
faſſung
über die Frage der Zuſammenſetzung des Schuldenrats, die an
die Kanzleien zurücküberwieſen iſt.
Zugleich mit der Herabſetzung des Diskonts von 4 Prozent auf 3½
Prozent hat die Schwediſche Reichsbank ihren Rediskont wieder eingeführt
und auf 3 Prozent feſtgeſetzt.
Die Bank von England kaufte Barrengold im Werte von 438000
Pfund Sterling; nach Spanien gelangten 32 000 Pfund Sterling Gold=
minzen
zur Ausfuhr.
Aus Moskau wird gemeldet, daß das zentrale Vollzugskomiter der
Union den Antrag des Finanzkommiſſariats zur Auflegung einer neuen
Landwirtſchaftsprämienanleihe im Betrage von 100 Millionen Rubel mit
dreijähriger Friſt genehmigt habe.
Die Entſcheidung über die geplante Konverſion der 7½prozentigen
Dollaranleihe der tſchechoſlowakſichen Republik iſt nunmehr endgültig
getroffen, und die Vorbereitungen zu ihrer Durchführung ſind beendet
worden. Die Emiſſion der Inlandsanleihe ſoll noch im Januar, ſpäte=
ſtens
im Februar, erfolgen.
Im Finanzausſchuß des Ungariſchen Abgeordnetenhauſes wurden bei
der Beratung der Valoriſierungsvorlage Mitteilungen gemacht, wonach
die Obligationen der Lokalbahnen, je nach Vereinbarung der einzelnen
Geſellſchaften mit den Obligationären, mit 515 Prozent aufgewertet
werden ſollen. Wie verlautet, beabſichtigte die ungariſche Regierung im
Intereſſe der Tarifreform, die Lokalbahnen zu verſtaatlichen.
Nach einer Agenturmeldung iſt die italieniſche Automobilausfuhr
von rund 36000 in den erſten neun Monaten des Jahres 1926 für die
gleiche Dauer des Jahres 1927 auf rund 27 000 zurückgegangen. Der
Rückgang beträgt in ſeinem zahlenmäßigen Wert etwa 509 Mill. Lire.
Nach den Angaben des Wirtſchaftsrats der Provinz Mailand hat der
Index der Großhandelspreiſe in der dritten Dezemberwoche eimen Rück=
fang
auf 482 gegen 482.2 in der vergangenen Woche erfahren.
Nach einer Meldung aus Rom iſt in Italien ein Konſortium zur
Förderung der Landwirtſchaft gebildet worden, dem 3 Millionen Lire
zur Verfügung ſtehen, wovon die Regierung einen beträchtlichen Teil ge=
zeichnet
hat.

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279
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AUS DER EINLEITUNG:
In seiner Reise am Rhein, Main und Neckar zählt Goethe die
Darmstädter Kunstschätze, Museum und Bibliothek, die der
erste Großherzog im Flügel des Schlosses nach dem Markt zu
untergebracht hatte, zu den vorzüglichsten Anstalten dieser
Gegenden, rühmt die Neigung des Fürsten, der sie ihre
Blüte verdanken und gedenkt dabei Georg Mollers: Er fndet
in einer Residenz, deren Straßen sich täglich mehr ausdehnen,
wo Privatgebäude aufgeführt, öffentliche profektiert werden,
für sein architektonisches Talent erwünschte Gelegenheit.
Ferner hat er sich seit mehreren Jahren auch mit Abbildung
altdeutscher Bauwerke beschäftigt, und das Boisserée’sche
Domwerk (Kölner Dom) wird von seinem Fleiß und Ge-
nauigkeit
, sowie von seinem Geschmack das unzweideutigste
Zeugnis ablegen. Der neuentdeckte Originalriß des Kölner
Doms ist in seinen Händen, und ein Faksimile desselben wird
von ihm herausgegeben; und so wird ihm denn auch die Ge-
schichte
der deutschen Baukunst die schönsten Beiträge ver-
danken
, indem er die alten Gebäude seines Bezirks in Mainz,
Oppenheim, Worms, Speier, Frankfurt usw. zu zeichnen und
in Kupfer stechen zu lassen beschäftigt ist. Mollers Kunst
verdankt sein Neffe Fritz Mas Hessemer, geb. am 24. Febr. 1800
in Darmstadt, gestorben am 1. Dez. 1860 in Frankfurt a. M.,
woer seit 1850 als Professor der Architektur am Städelschen
Institut wirkte, Anregung und Richtung. Die Bleistiftskizzen
Hessemers, die größtenteils in den Jahren 1824-1827 ent-
standen
, sind auch darum interessant und wertvoll, weil
manches alte Bauwerk, so besonders aus der alten Wetterau-
stadt
Butzbach, seitdem längst vom Erdboden verschwundenist.
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Nummer 4

Mittwoch, den 4. Januar 1928

Seite 13

Odhſſeus oder die ſieben Menüs.

27)

Von Frank Heller.
Berechtigte Ueberſetzung von Marie Franzos.
(Nachdruck verboten)

Sie hielt in ihrem Wortſtrom inne. Ihre Augen bekamen
einen neuen Ausdruck.
Was? Deine Göttin? Du gibſt alſo zu, daß du ſie ge=
nommen
haſt? Habe ich es mir nicht gedacht! Zeig ſie mir!
Laß ſie mich ſehen!
Der Millionär nahm, ohne zu antworten, einen Kandelaber
vom Tiſch und öffnete die Tür.
Komm! ſagte er mit einem Seufzer.
Fräulein Mado warf einen triumphierenden Blick auf ihre
Freundinnen und eilte ihm nach. Die Freundinnen folgten ihr.
Auch Nicole Ferrand und der Sekretär ſtanden auf, obgleich
ihre Beine ſich beinahe weigerten, ſie zu tragen.
Wen die Götter verderben wollen! murmelte der Kunſt=
experte
. Bildet er ſich ein, daß er ſie auf dieſe Weiſe verſöhnen
kann? Weiber, Weiber der Teufel ſoll ſie alle miteinander
holen!
Ich verſtehe ihn nicht, wiederholte, der Sekretär mit kla=
gender
Stimme. Es kann doch nicht ſeine Abſicht ſein, zu ver=
raten

Alkyon Argyropoulos zeigte den Weg in das Souterrain,
und je klarer es wurde, wohin es ging, deſto entſetzter waren
ſeine beiden Freunde. Plötzlich blieb er vor einer Tür ſtehen,
öffnete ſie und trat beiſeite, um die Damen vorangehen zu laſſen.
Einen Augenblick herrſchte Schweigen, dann kam ein ſchriller
Aufſchrei von Zizi und Vivienne:
Guſtave? Ihr Freund Guſtave ah das iſt zu lächer=
lich
! Hahaha! Der Alte iſt gar, nicht ſo dumm, wie er aus=
ſchaut
!
Endlich konnten Nicole Ferrand und der Sekretär etwas
ſehen. Auf einem Stuhl in einem anſpruchsloſen Gelaß ſaß der
blaugekleidete Herr, der ſie durch ſeine Promenaden vor der
Villa ſo lange beunruhigt hatte. Er ſaß zuſammengeſunken in
einem Zuſtand kompleiter Berauſchung da. Eine Flaſche grie=
chiſcher
Likör ſtand geleert auf dem Tiſch, und daneben drei Glä=
ſer
. Zwei Diener die, welche in der Nacht Wache gehalten
hatten erhoben ſich bei dem Eintritt der Geſellſchaft und grüß=
ten
ihren Herrn. Der Blaugekleidete ſah Fräulein Mado ver=
ſtändnislos
an.

Waas tuſt du hier? Haſt du ſeine Statue gefunden?
Der Ehrengaſt antwortete nicht. Sie ſah ihren Gaſtgeber
mit Augen an, die Vitriol ſagten. Alkyon Argyropoulos be=
gegnete
ihrem Blick mit zwei ſchwermütigen Samtaugen.
Baſilides! ſagte er. Wollen Sie die Damen und ihren
Freund zum Auto begleiten.
V.
Aber, begann Nicole Ferrand, aber wie
Alkyon Argyropoulos zog die Poſtſendung heraus, die er
am Morgen empfangen hatte. Seine Augen waren betrübt wie
die eines Kindes.
Dies erklärt alles, ſagte er. Er hatte recht! Und er hat
bewieſen, daß er recht hatte!"
Nicole Ferrand ſtarrte die Sendung an, die den Poſiſtem=
pel
Paris, Rue St. Roch trug.
Dieſe Schachtel, ſagte der Millionär, kam heute früh. Sie
enthielt ein Perlenkollier und einen Brief. Beide Dinge kamen
von ihm."
Von wem?
Vom Neſtor der Schelme. Das Perlenkollier, war das=
jenige
, welches ich für welches ich geſtern abend gekauft hatte.
Heute nacht ſtahl er es, und heute früh, ſchickte er es zurück.
Warum? Leſen Sie ſeinen Brief!
Nicole Ferrand las:
Wer Aphrodite unter ſeinem Dach beherbergt, läßt ſich,
nicht von Kirke betören namentlich nicht von einer Kirke, die
nur Pläne ſchmiedet, ihr Opfer zu verraten. Wenn Sie an ihre
Liebe glauben, ſo ſtellen Sie ſie auf die Probe. Schenken Sie
ihr Ihre Perlen in dieſer Schachtel einer Firma, die durch ihre
Nachahmungen berühmt iſt! Sollten Sie dann noch immer an
meiner Warnung zweifeln, ſo ſtellen ſie ihr den Mann in dem
blauen Chiton vor, der täglich um Ihr Haus herumſpioniert
das iſt ihr Liebhaber, mit dem zuſammen ſie Ihnen Ihre Aphro=
dite
zu rauben beabſichtigt.
Da ich mir ſagte, daß Sie mir ohne ſtarke Beweiſe nicht
glauben würden, ſtahl ich heute nacht Ihre Perlen. Ich ſchicke
ſie hiermit zurück, unverſehrt und von der erwähnten Schachtel
begleitet.
Nicole Ferrand ließ den Brief ſinken.
Er ſah die Gefahr voraus, und er griff ein. Aber wie?
Das Haus war doch bewacht? Es war ja bewacht!
Der Millionär antwortete nur mit einem Seufzer.
Sehen Sie ber! ſagte der Kunſtexperte. Sie ſind nicht
der erſte, der dieſe Gefühle hat. Die Anbeter der wirklichen
Kirke waren ſicherlich auch tief unglücklich, als ſie aus dem
Traum erwachten und ſich als Menſchen wiederfanden!

Eine frühlingsweiße Inſel im Meer.
I.
Sollte das möglich ſein? wiederholte Alkyon Argyropou=
los
zum viertenmal.
Nicht nur möglich, ſondern ſicher, antwortete der Detektiv,
Mr. Kenyon. Sehen Sie ſich dieſe Papiere an, und ſagen Sie
mir., ob Sie noch zweiſeln können."
Ein ſo treuer, ein ſo ehrbarer Diener, murmelte der Mil=
lionär
. Mein Herz weigert ſich, es zu glauben.
Er blätterte niedergeſchlagen und wie betäubt in den Doku=
menten
, die Mr. Kenyon ihm vorgelegt hatte. Es waren vier
Speiſekarten. gZwei davon waren auf Pergament gedruckt, mit
griechiſchen Frieſen und dem Hotelſtempel, zwei auf Zeitungs=
papier
. Er ſah von dem einen zum anderen, buchſtabierte ſie
durch und murmelte Worte, die der engliſche Detektiv berichtigte.
Die erſte, ſagte Mr. Kenyon, iſt die, auf die er ſelbſt die
Unverfrorenheit hatte, mich in der Hotelhalle aufmerkſam zu
machen. Er fragte mich, ob es mir nicht aufgefallen ſei, daß die
Anfangsbuchſtaben das Wort Homeros bildeten. Damals
glaubte ich, daß dies ein Zufall ſei. Da war nämlich eine andere
Sache, auf die er mich aufmerkſam gemacht hatte. Wäre ſie mir
ſelbſt aufgefallen, hätte ich die ganze Affäre ſofort löſen können,
Jede Speiſe auf einem Menü iſt doch nach irgend etwas be=
nannt
. Wenn man die Anfangsbuchſtaben dieſer Speiſen à la=
verfolgt
, ſo bilden ſie das Wort Manuſkript. Das war das
Menü, das in der Hotelhalle angeſchlagen war, als Sie eben im
Begriff waren, Kortſchagin und ſeiner Bande ein Homermann=
ſkript
abzukaufen. Sie ſehen ein, was das bedeutet?
Der Millionär ſtarrte das betreffende Menu an, ohne zu
antworten.
Wenn Sie es nicht einſehen, fuhr der Detektiv fort, wenn
Sie nicht einſehen, daß der, welcher das Menü komponierte, auf
dieſe Weiſe einen Komplizen über Ihre Pläne orientierte, ſo
ſehen Sie ſich das nächſte Menü an. Es ſtand, kurz nachden.
man Kortſchagins Bande arretiert hatte, in der Halle angeſchla=
gen
. An dieſem Tage beſchloſſen Sie, in ein gewiſſes Lokal in
Paris zu gehen, und da trafen Sie einen Herrn, der Sie, wie
man im Hotel erzählt, um fünfzigtauſend Franken geprellt hat.
Was war das für ein Lokal, in das Sie zu gehen beabſichtigten?
Folies Bergere, die im Pariſer Slang Fol Berg' heißen. Was
ſagen die Anfangsbuchſtaben der Speiſekarte?
Sie ſagen Fol' Berg, murmelte der Millionäkr. Aber
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Braun und ſchwarz
getigerter Kater,
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hörend, entlaufen
Abzugeb. Rordörfer=
ſtraße
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Kleiner,
entlaufen
Nr. der Marke: Aachen.
Geg h Belohn.abzug.
Kühler,Kiesſt. 13. (*312md
Zugelafeng
Zugel, ſchw. Kätzchen.
Riedeſelſtr. 19, part.
(*204)

Beſandere Ortokrankenkaff
Zterluk garmſtadt.

In unſerer Bekanntmachung vom 2.
ds. Mts., betr. Wahl des Vorſtandes
nuß es im Abſ. 5 heißen:
Wahlvorſchlagsliſten können einge=
reicht
werden von Mitgliedern des Aus=
ſchuſſes
, von wirtſchaftlichen Verbänden
der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und
von Verſicherten und Arbeitgebern; die
Vorſchlagsliſten der letzteren müſſen min=
deſtens
5 Unterſchriften von Verſicherten
und Arbeitgebern tragen.
(472
Darmſtadt, den 3. Jan. 1928.
Der Vorſtand der Beſonderen
Ortskrankenkaſſe Merkur.
W. Schnellbächer. 1. Vorſitzender.

Verſteigerungs=Anzeige.
Am Donnerstag, den 5. Januar
1928, nachmittags 2 Uhr, ver=
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9 Uhr ab, werden in der Turnhalle
am Woogsplatz, hier, aus den ſtädt.
Förſtereien Heiligkreuz (Eichelacker 15,
Spitz am Zaun 7, Hinterhecke 3, Los
Nr. 1408) und Bürgertanne ( Ab=
trieb
Landwehr 20, Los Nr. 280389)
verſteigert: rm: Scheiter 228 Buche,
272 Eiche, 33 Kiefer: Knüppel 92
Buche, 161 Eiche, 71. Kiefer, 3 Fichte;
Reiſigknüppel 49 Buche, 62 Eiche,
25 Kiefer; Stöcke 6 Eiche, 87 Kiefer,
(st479
24 Fichte.
Darmſtadt, den 2, Jan. 1928
Städt. Güterverwältung.

Freitag, den 6. Januar 1928,
vormittags 10 Uhr, verſteigere ich
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1 Konſervenſchlußmaſchine,
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(65 cm Durchmeſſer),
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Darmſtadt, den 4. Jan. 1928.
Hallſtein, Vollziehungsbeamter.

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des am 2. Januar 1928
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Wert. Abzugeben
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(478
geräte uſw.
Beſihtigung 1 Stunde vorher.
Außtionat.
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Büro: Bleichſtr. 1. Telephon 4133.
Annahme von Verſteigerungen
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genen
dieſer Bericht in
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über die
Bewe
ü her in d
lei, da
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1 den Jah
M Das will heißen
Rohüberſchuſſes
nen abführen mi
Konkurrenzfähigt
kaum erwähnt
die damir berbe
des Treu
den *
koffent

der
Haſis
um
Frankreich
der Tat
Kraſt bleiben.
Nunz cber die
Dawesplan u
Staaten ſcht
ion. Sie wird
die Rebaratio
deiche Garant
Lann im Aus
Da5 ſie die
de Inltiatit
den Konzeſſt
1ich auch
Gewähr
198 M.
V