Darmstädter Tagblatt 1927


18. Dezember 1927

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Ginzelnummer 15 Pfentige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſiattet
Nummer 350 Sonntag, den 18. Dezember 1927. 190. Jahrgang

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ede Verpſchung gu Erfülung der Anzelgen=
außträge
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Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung jällt jeder
Nabatt weg. Banſkonio: Deutſche Bani und Darm=
ſädter
und Natlonalbanf.

Die Woche.
Oet Reichstag bis zum 19. Januar vertagt. erer Schr e ereith e e etelite

4rlamentariſcher Kehraus.
Von unſerer Berliner Redaktion.
AkStag und Preußiſcher Landtag haben am Samstag pro=
granmf
=g die Weihnachtsferien angetreten. Im Reichstag war
dochtt Alnreiz, zu frühzeitigem Schluß zu kommen, ſo groß, daß
die At ien der Oppoſition, wenn auch knurrend, auf die erſte
Leſum d es Etats verzichteten und ſich damit abfanden, ihre
Redus ikt im Januar halten zu können. So blieb für die letzte
Sitzuy richt allzuviel mehr übrig. Das Liquidations=
geſſchdigtengeſetz
ging ohne Ausſprache an den
Auzshu ß. Bei der Novelle zum Lohnſteuergeſetz gab
ſes üihl ie Form, wie die Lohnſteuer geſenkt werden ſoll, doch
noch ſtm kleinen Streit. Schließlich blieb es bei der Aus=
ſchun
g ſſung, die von den Regierungsparteien
geglll Sozialdemokraten, Demokraten, Kom=
m
u nüſr n und Wirtſchaftspartei mit 193:161
Stillingen angenommen wurde. Das Ergebnis der
Loßüt=uerſenkung wird alſo vorläufig darin beſtehen,
ſdaß iht. em errechneten Steuerbetrag ein Abzug von 15 Prozent
gedarchmird, der aber nicht höher als zwei Mark im Mo=
n
atüſt darf. Die Erleichterung für den Einzelnen iſt dadurch
laump ilAlbar, wogegen die Berechnung in den Betrieben kom=
plizi
eln ird. Es iſt auch bei dem Vorſchlag geblieben, die Ein=
führat
ges dreijährigen Durchſchnitts bei der Einkommenſteuer
zu plnin In den Schluß ſollte dann auch noch der Abſchluß der
Ruhitzin erpellationen einbezogen werden, der von der vorigen
Vockzurah zurückſteht. Da aber von den Konmuniſten die An=
weſelmit
des Reichskanzlers verlangt wurde, mußte die Ang=
legennit
lunter den Tiſch fallen, weil angeſichts der Maſſenflucht
der gordneten ein beſchlußfähiges Haus nicht mehr zu be=
vomrng
war und Herr Loebe den Reſt ſeiner Getreuen mit den
ſeſte m eihnachtswünſchen nach Hauſe ſchickte.
E5 im Preußiſchen Landtag war der letzte Tag noch recht
t. Die tags zuvor gehaltene Rede des Miniſterpräſi=
raun
iſt von dem Zentrum wegen ihres ſtark unita=
igeſchmacks
ſehr mißfällig aufgenommen worden. Herr
von dem man allerdings nie weiß, ob er nur für ſeine
zirſon oder für die Fraktion ſpricht, war außerordentlich
ſt rund, wie er ſelbſt formulierte, äußerſt beſtürzt, da
Airum eine ſolche Politik nicht mitmachen wolle. Er ließ
von Herrn Braun, der alles gar nicht ſo bös gemeint
hr raſch beruhigen. Auch die Deutſche Volkspartei blieb
beruätzuaun auf ſeine Einladung zum Eintritt in die Regierung
nachl m =Wahlen die Antwort nicht ſchuldig. Sie erinnerte durch
Dr. woig daran, daß bisher auf ihre vernünftigen Gründe nie=
mal
=s ü-kſicht genommen worden ſei. Sie erinnerte weiter
dargterd ß, wenn in Preußen die Politik der Mißtrauensvoten
o hi irr Reich gehandhabt worden wäre, die Koglition von
Weiſtn nchon zwanzigmal auf der Naſe gelegen hätte, ſtellt aber
igen eine Entſcheidung bis zum gegebenen Zeitpunkt zu=
ſck
9 irnit war die erſte Leſung des Etats beendet und auch
er 4itag ging in Ferien.
Senkung der Lohnſteuer um 150,
ſech nicht meſir als 2 Mark monatlich.
* Berlin, 17. Dezember. (Eig. Bericht.)
Reichstag überwies heute auf Vorſchlag des Präſi=
dentl
=WLnebe die erſte Leſung des auf der Tagesordnung ſtehen=
en
hädationsſchädengeſetzes (Kriegsſchädenſchlußgeſetz) ohne
dec ihrtte dem Ausſchuß für Entſchädigungsfragen.
½ Haus wandte ſich nunmehr der zweiten Leſung des
twurfes über die Senkung der Lohnſteuer zu. Der Aus=
At bekanntlich die urſprüngliche Regierungsvorlage grund=
yrrändert
. Nach den Ausſchußbeſchlüſſen ſoll der abzu=
Betrag um 15 Prozent gekürzt werden, jedoch nicht
s 2 Mark monatlich betragen. Die abzugfreien Sonder=
heu
, werden von 480 auf 600 und für die Ehefrau und
id von 150 auf 250 Mark erhöht. Eine weitere Senkung
=AhFteuer ſoll eintreten, wenn das Aufkommen 1300 Mil=
DiA ark überſteigt. Von der Deutſchen Volkspartei wurde
urſtellung der Regierungsvorlage verlangt, wonach der
ais von 10 auf 9 Prozent ermäßigt werden ſoll.
der Ausſprache lehnte Abg. Keil (Soz,) die Ausſchuß=
Vorkl 1s Verlegenheitsprodukt ab. Die in der Ler Brüning

gentre Zuſage ſei nicht eingehalten worden. Die Ausſchuß=
4 erletze völlig den ſozialen Grundſatz eines ſteuerfreien
m inimums. Die Sozialdemokratie halte daher an ihrem
autf Heraufſetzung des ſteuerfreien Exiſtenzminimums feſt.
4 Brünings (Zentr.) gab zu, daß die Formulierung
1ichußvorlage nicht dem genauen Wortlaut der Lex Brü=
ſpreche
aber jeder habe gewußt, daß zur Beſtreitung
autenbeſoldung der Ertrag der Lohnſteuer verwendet
müſſe. Wenn die Sozialdemokratie alſo unter allen Um=
ine
weitere Senkung der Lohnſteuer wolle, ſo hätte ſie
ſudungsvorlage nicht zuſtimmen dürfen.
Keinaht (Deutſche Volksp.) erklärte, daß ſeiner
n die urſprüngliche Regierungsvorlage ſympathiſcher ſei
Alusſchußbeſchlüſſe. Sie erwarte daher eine Wiederher=
Des im Ausſchuß aßgelehnten Antrages. Die Volks=
ſardere
weiter die Erhebung der Einkommenſteuer nach
esdurchſchnitten und die Aufhebung der Kapitalertrag=

Die Lohnſteuer dürfe man aber im gegenwärtigen
T damit nicht belaſten. Akg. Drewitz (Wirtſch.
lente die Vorlage gb. Abg. Feder (Nat=Soz) ſtimmte
M age zu.

Schneider=Berlin (Dem.) ſchloß ſich dem Prinzip
um demolratiſchen Redners an. Abg. Dr. Ober=
(Dnatl.) erklärte ſich grundſätzlich für eine Veredelung
ſ8 der Einkommenſteuer und den dreijährigen Durch=

Abg. Keil (Soz.) ſtellte nochmals die ablehnende Hal=
tung
ſeiner Frattion feſt. Wenn die Vorlage im Reichsrat
ſcheitern ſollte und die Ermäßigung am 1. 1. 1928 nicht in Kraft
treten könne, ſo trage die ſozialdemokratiſche Fraktion dafür gern
die Verantwortung.
Die kommuniſtiſchen und ſozialdemokratiſchen Anträge wer=
den
abgelehnt. Für den Antrag der Deutſchen Volkspartei auf
Wiederherſtellung der Regierungsvorlage und Lockerung des
Steuertarifs ſtimmten auch die Demokraten. Der Antrag wurde
in namentlicher Abſtimmung mit 298 gegen 51 Stimmen, bei vier
Enthaltungen abgelehnt. Der weitere volksparteiliche Antrag
über die Wiedereinführung des dreijährigen Durchſchnitts bei der
Veranlagung verfiel mit 218 gegen 133 Stimmen, bei drei Ent=
haltungen
der Ablehnung. Die Ausſchußbeſchlüſſe wurden dar=
auf
in namentlicher Schlußabſtimmung mit 193 gegen 161 Stim=
men
bei zwei Enthaltungen angenommen. Dagegen ſtimmten
Sozialdemokraten, Demokraten, Kommuniſten und Wirtſchafts=
partei
. Annahme fand auch die Ausſchußentſchließung, die die
Negierung erſucht, einen Ausſchuß zur Prüfung der Frage des
dreijährigen Durchſchnitts bei der Veranlagung einzuſetzen.
Das Haus ſetzte dann die Ausſprache über den Bericht des
Ruhrunterſuchungsausſchuſſes fort. Mit der Beratung verbun=
den
wurden neue ſozialdemokratiſche und demokratiſche An=
träge
, wonach der Reichstag ſeine Mißbilligung über die im
Ausſchuß feſtgeſtellten Tatſachen ausſpricht. Abg. Stöcker
(Komm.) wies darauf hin, daß die mit der Beratung verbun=
dene
kommuniſtiſche Interpellation von der Regierung nicht be=
antwortet
worden ſei und beantragte Herbeirufung des Reichs=
kauzlers
. Auf Vorſchlag des Präſidenten einigte ſich das Haus
dahin, die Weiterberatung dieſes Gegenſtandes bis nach den
Ferien zu vertagen. Der Haushaltsausſchuß wird ermächtigt, mit
der Vorberatung des Etats während der Ferien ſchon zu be=
ginnen
.
Das Haus bertagte ſich auf den 19. Januar, 15 Uhr. Auf
der Tagesordnung ſteht die erſte Beratung des Haushalts für
1928. Schluß 16.15 Uhr.
Der Kampf um den Hanzerkreuzer.
Der Reichsrat ſireicht die erſte Rate für das
Panzerſchiff. Die Reichsregierung wird im
Reichstag eine Ooppel=Vorlage einbringen.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Panzerkreuzer, der vom Reichswehrminiſterium im
Rahmen des neuen Etals angefordert wird, hat ſchon zu ſehr
unerfreulichen öffentlichen Auseinanderſetzungen geführt und
hat jeßzt auch im Reichsrat dem Kabinett eine ſehr unbequeme
Niederlage beigebracht. In den Ausſchüſſen des Reichsrates
war der Etat mit geringen Aenderungen angenommen. Beacht=
lich
war im Bericht des Referenten nur der ſtarke Peſſimis=
mus
, der gegenüber den Steuereinſchätzungen
des Reichsfinanzminiſteriums vorhanden war, und
die Sorge, wie in den nächſten Jahren angeſichts der
ſteigenden Ausgaben für Reparationen und des Ausfalls ein=
maliger
Einnahmen allein für 1927 bedeutet das eine Ver=
ſchiebung
von ½ Milliarden das Gleichgewicht her=
geſtellt
werden ſoll.
Kaum aber hatte der Berichterſtatter geendet, da erhob ſich
der preußiſche Vertreter und verlangte Streichung der erſten
Nate des für den Panzeikreuzer eingeſetzten Etatpoſtens in
Höhe von 6 Millionen Mark. Damit der Angriff nicht aus=
ſchließlich
gegen das Reichswehrminiſterium gerichtet wur, for=
derte
er weiter im Etat des Reichsfinanzminiſteriums die Strei=
chung
eines Poſtens für Neubauten in Höhe von rund 1½ Mil=
lionen
Mark. Die politiſche Bedeutung liegt natürlich nur bei
dem Panzerkreuzer.
Der Reichswehrminiſter begründete ſeine Forderung damit,
daß die geringen Möglichkeiten der Seerüſtung, die uns der Ver=
ſailler
Vertrag bietet, ausgenutzt werden müßten, um wenigſtens
auf der Oſtſee die Verbindung nach Oſtpreußen ſichern zu können.
Er widerlegte auch den preußiſchen Einwand, daß der Kreuzer
in wenigen Jahren veraltet und es dann fraglich wäre, wovon
wir das Geld nehmen ſollten, um ihn fertig zu bauen. Die
preußiſche Regierung taktierte auch ganz geſchickt, indem ſie ſich
nicht grundſätzlich gegen den Kreuzer ausſprach, ſondern nur
zurzeit wegen der Fingnzlage davon abſehen wollte. Damit
kam ſie durch. In der Abſtimmung wurde ihr Antrag mit 36:32
Stimmen angenommen. Mit der preußiſchen Regierung ſtimm=
ten
die Provinzvertreter, ſoweit ſie den Sozialdemokraten, den
Demokraten und dem Zentrum angehören, ſowie Baden, Heſ=
ſeu
, Anhalt, Hamburg, Mecklenburg=Schwerin, Braunſchweig,
Lippe, Lübeck und Waldeck. In der Minderheit blieben die fünf
preußiſchen Provinzialſtinmen von Oſtpreußen, Brandenburg,
Bremen, Niederſchleſien und Schleswig=Holſtein, ſowie die Stag=
ten
Bayern, Sachſen, Württemberg, Thüringen, Oldenburg, Bre=
men
und Mecklenburg=Strelitz.
Der Reichsfinanzminiſter erklärte ſofort, daß die Reichs=
regierung
ſich mit dieſer Abſtimmung nicht zufrieden geben, ſon=
dern
im Reichstag eine Dotpelvorlage einbringen werde. Der
Kampf um den Panzerkreuzer wird alſo bei den kommenden
Etatberatungen eine entſcheidende, wenn nicht vielleicht eine aus=
ſchlaggebende
Rolle ſpielen.

daß man in Deutſchland wenig Anlaß zur Befriedigung über
die Ergebniſſe der letzten Genfer Tagung hat. Man iſt nicht
weiter gekommen auf dem ein ſtmals mit der Unterzeichnung des
Locarno=Vertrages betretenen Wege. Der Abſchluß des Welt=
krieges
hat eine Unzahl von Problemen tells ungelöſt gelaſſen,
teils neu aufgeworfen, und da dieſe vielfach ſo gelagert ſind, daß
der Verſuch einer Löſung des einen Problems unter Umſtänden
das andere ebenſo wichtige kompliziert, ſehen ſich die europäiſchen
Kabinette zu einem ſtändigen Lavieren genötigt. Auch die
Sieger! Das tritt am augenfälligſten zurzeit bei Frankreich
in die Erſcheinung. Man braucht die Engländer nicht nur am
Rhein, ſondern auch bei manchen wirtſchaftspolitiſchen Fragen
(möchte z. B. die Frage der interallierten Schulden an Amerika
ſehr gern in Gemeinſchaft mit England löſen) Man möchte
aber der engliſchen Vermittlung im Mittelmeer ſehr gern aus=
dem
Wege gehen und möchte insbeſondere mit Rußland wenig=
ſtens
wieder auf den Grüß=Fuß kommen, was negativ aus=
gedrückt
, eine glatte Abſege an die engliſche Rußlandpolitik be=
deuten
würde. In dieſer Hinſicht ſcheint ja auch die Gerfer
Reiſe Litwinows nicht ohne Erfolg geblieben zu ſein, wobei
allerdings abzuwarten ſein wird, ob ſich die friſch angeſponnenen
Fäden als haltbar erweiſen werden.
Wichtiger aber noch dürfte es wenigſtens im Augenblick für
die Leitung der franzöſiſchen Außenpolitik ſein, einen neuen
modus vivendi mit Italien zu finden, nachdem die Verſchärfung
des italieniſch=franzöſiſchen Verhältniſſes während der letzten
Monate am Qugi d’Orfay allmählich lebhafte Beſorgniſſe er=
weckt
hatte. Die große Kammerrede Briands war in der Haupt=
ſache
darauf abgeſtellt, Oel auf die Wogen zu gießen, die der
Abſchluß des Pariſer Vertrages aufgewirbelt hatte, und auch
Herr Muſſolini hat jetzt mit Emphaſe erklärt, daß der Vertrag
von Tirana, d. h. das Schutz= und Trutzbündnis mit Albanien,
nicht etwa einte Erwiderung auf den Vertrag von Paris ſei und
daß von Italien niemals Dinge ausgehen würden, die den
Weltfrieden ſtören könnten. Auch das Wort von den beiden
großen lateiniſchen Schweſtern, über das man ſich insbeſondere
in Italien noch vor kurzem luſtig machte, iſt wieder aus der
Verſenkung aufgetaucht und ſo könnte man faſt glauben, daß
alles wieder in beſter Ordnung wäre und daß man alles Böſe
der letzten Monate nur geträumt hat, wenn die freundſchaft=
liche
Wiederannäherung der lateiniſchen Schweſtern vorläufig
nicht nur in Worten beſtünde und wenn der Weg vom Woxt zur
Tat in der Politik nicht manchmal recht lang wäre. Man ſprach
bekanntlich ſchon ſeit längerer Zeit von einer in Ausſicht ge=
nommenen
Begegnung Muſſolinis und Briands, und offenbar
zur Vorbereitung dieſer Zuſanmenkunft hat nunmehr das amt=
liche
Giornale d’Italia ſieben Forderungen an die Franzoſen
aufgeſtellt, die in Paris ſchwerlich allzu große Freude hervor=
rufen
werden. Daß die Tangerfrage im italieniſchen Sinne ge=
löſt
werden ſoll, daß Frankreich die Vormachtſtellung Italiens
im Mittelmeer anerkennen ſoll, iſt nicht allzu überraſchend, auch
nicht die Forderung, daß Frankreich den italieniſchen Wünſchen
in Tunis nachkommt und außerdem Gebiete im ſüdlichen Lybien
abtritt. Die italieniſche Politik am mare nostrom, welche die
Adria zum italieniſchen Binnengewäſſer machen will, hat Frank=
reich
nicht nur zu achten, ſondern auch zu unterſtützen! Auch in
der Frage der Kolonialmandate wird von Frankreich in Aner=
kennung
des italieniſchen Bevölkerungsproblems die aktive
unterſtützung verlangt. Daß man zur Bedingung macht, daß
man in Paris die Italiener, welche als Gegner des fasciſtiſchen
Regimes eine Zufluchtsſtätte in Frankreich geſucht haben, nicht
irgendwie unterſtützt, iſt ſchließlich vom Standpunkt Muſſolinis
aus zu verſtehen. Das Sonderbarſte iſt dann die letzte der
ſieben aufgeſtellten Forderungen, die dahin geht, daß Frankreich
das Recht Italiens anerkennen müſſe, ſich umdas Los der
in Frankreich anſäſſig gewordenen Italiener
zu bekümmern. Im Süden Frankreichs befänden ſich ge=
ſchloſſene
Zonen von italieniſchen Anſiedlungen, wodurch die
Frage internationale Bedeutung erhalte. Es iſt bekannt, daß
das ſasciſtiſche Regime während der letzten Jahre bewußt und
planmäßig die Anſiedlung von Italienern in Südfrankreich ge=
fördert
hat und daß es den Bemühungen des Bruders Muſſo=
linis
tatſächlich geglückt iſt, dort eine ganze Anzahl von italie=
niſchen
Kolonien zu gründen. Nicht unbedingt zur Freude der
Franzoſen. Wenn nun die Italiener jetzt das Recht für ſich
in Anſpruch nehmen, dieſe doch tatſächlich Ausgewanderten auch
in ihrer neuen Heimat zu betreuen, und wenn ſie die Aner=
kennung
dieſes Rechtes durch Frankreich verlangen, ſo bedeutet
das ſchließlich nichts anderes, als eine friedliche Durchdringung
Frankreichs. Frankreich als Objekt italieniſcher Koloniſation
ein amtliches italieniſches Blatt ſpricht davon mit dem ruhigen
Ton der Selbſtverſtändlichkeit. Das iſt immerhin bemerkenswert.
Bemerkenswert auch, daß die franzöſiſche öffentliche Meinung
darauf bisher kaum merklich reagiert, und daß nur gewiſſe
Organe der Rechten, die um jeden Preis mit dem faseiſtiſchen
Italien zuſammengehen möchten, für die italieniſchen Forde=
rungen
eintreten. Es ſind das dieſelben Kreiſe, die auch heute
noch wie gebannt nach dem Rhein ſtarren und die auch heute
noch von einer Foriſetzung der Politik Ludwigs KIN. das Heil
für Frankreich erhoffen. Der Abſchluß des Vertrages von
Locarno war ein erſter Schritt auf einem neuen Wege. Man
ſollte in Deutſchland nicht vergeſſen, daß er von Muſſolini faſt
als Niederlage empfunden worden iſt.
Trotz aller Schwierigkeiten und Rückſchläge iſt der Weg
unſerer Außenpolitik klar vorgezeichnet. Auch die Unterzeichnung
des Dawes=Abkommens war nicht deswegen falſch, weil ſich im
Verlauf der Dinge manche Befürchtungen, die man von vorn=
herein
hegen mußte, als nur allzu gerechtfertigt erwieſen haben.
Der jetzt herauscekommene Bericht des Reparationsagenten iſt
gewiß ein recht unerfreuliches Kapitel, und daran, daß dem ſo
iſt, trifft leider auch die deutſche Reichsregierung eine gewiſſe
Schuld. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Bezie=
hungen
zwiſchen dem gegeuwärtigen Reichsfinanzminiſter und
dem Reparationsagenten nicht ſo ſind, wie es im Jutereſſe einer
reibungsloſen Zuſammenarbeit wünſchenswert wäre. Wünſchens=

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Seite 2

wert insbeſondere ſchon deswegen, weil man von dem Ameri=
kaner
Parker Gilbert ohne weiteres kaum wirkliches Verſtändnis
für die Beſonderheiten des Verhältniſſes zwiſchen Reich, Län=
dern
und Gemeinden in Deutſchland erwarten kann. Daß er
dieſes Verſtändnis nicht hat, beweiſt der jetzt vorliegende Be=
richt
. Etwas anderes aber kommt auch in ihm zum Ausdruck.
Daß nämlich das Dawes=Abkommen dringend einer Reviſion
bedarf, daß endlich eine Endſumme der von uns zu zahlenden
Kriegsentſchädigungen feſtgeſetzt werden maß.
Mit ernſten wirtſchaftlichen Sorgen werden wir in das neue
Jahr hinübergehen. Um ſo erfreulicher iſt es, daß durch den
Schiedsſpruch in der Eiſeninduſtrie die bis dahin außerordent=
lich
bedenkliche Lage weſentlich entſpannt erſcheint. Schwere
wirtſchaftliche Kämpfe, wie ſie jetzt im Ruhrgebiet in den Be=
reich
der Möglichkeit gerückt waren, würden unter den gegen=
wärtigen
Verhältniſſen geradezu kataſtrophale Folgen für unſere
ganze deutſche Wirtſchaft haben. Volles Verſtändnis dafür wird
man von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verlangen müſſen.

Moskaus Agitation in Aſien.
Sowjetrußland und China. Der rote Putſch
in Kanton.
* Berlin, 17. Dez. (Prib.=Tel.)
Der rote Putſch in Kanton iſt niedergeworfen worden. Die
Moskauer Regierung hat ſich beeilt, zu erklären, daß ſie nichts
mit dieſer Revolution gemein habe, aber dieſe Unſchuldsverſiche=
rung
findet in China wenig Glauben. Die Anweſenheit
Borodins in Kanton, die beſchlagnahmten Dokumente und
Zeugenausſagen beweiſen das Gegenteil. Marſchall Tſchiangkai=
ſchek
hat ſich deshalb entſchloſſen, alle Sowjeikonſulate in Süd=
china
zu ſchließen, der Sowjeibank ihre Tätigkeit zu unterſagen
und die bolſchewiſtiſchen Agitatoren ins Gefängnis zu ſetzen, weil
ja dieſe Konſulate und die Bank die Zentren der blutigen Kom=
muniſtenverſchwörungen
waren. Als in Moskau die erſten
Nachrichten über den angeblich ſiegreichen Kommumiſtenaufſtand
eintraſen, herrſchte eitel Jubel. Der kommniſtiſche Parteikon=
greß
, der im Kreml tagte, begrüßte den Putſch als ſein Werk,
und wenn die Regierung nun ihre Hände in Unſchuld wäſcht,
ſo macht ſie dabei die ſubtile Unterſcheidung zwiſchen dem Kom=
miſſariat
und der Komintern, eine Unterſcheidung, die Chamber=
lain
mit Recht nicht anerkennen wollte, weil ſie jeder geſunden
Logik widerſpricht. Bereits am 31. Oktober 1918 wurde unter
Trojanoſvsky Der Verband der Befreiung des Oſtens gegrümn=
det
, der von der Regierung adoptiert wurde. Das Ziel des Ver=
bandes
beſtand in der Vernichtung der Fremdherrſchaft und der
einheimiſchen Deſpoten und Ausſauger. Später ſollte die Inter=
nationale
des Oſtens geſchaffen und die werktätige Volksherrſchaft
proklamiert werden. Der erſte Anſturm richtete ſich gegen die
Mongolei. Der Hutuktu (der lebende Buddha) wurde geſtürzt,
die Fürſten entthront und der Khuruldan gegründet, der eine
treue Nachahmung des Moskauer Räteſyſtems bedeutet. Aber
die weitere Agitation Moskaus ſtieß in Aſien auf un=
überwindliche
Hemmiſſe. Sie mußte, um mit Erfolgen rechnen
zu können, die international=bolſchewiſtiſchen Grundſätze zurück=
ſtellen
und die Nationalbewegung unterſtützen, den Haß gegen die
Herrenvölker ſchüren, jedoch gleichzeitig in vielen Dingen die poli=
tiſchen
Ziele des Zarenreiches in Aſien fortſetzen.
Wenn Sowjetrußland in Perſien und in Afghaniſtan, wo es
die bolſchewiſtiſche Agitg ion aus machtpolitiſchen Gründen ganz
in den Hintergrund ſtellte, Erfolge zu verzeichnen hatte, ſo erlitt
es doch in China Fiasto. Unter der Leitung Radets und Joffes
war in Moskau eine beſondere Univerſität zur Ausbildung chine=
ſiſcher
Agitatoren gegründet worden. Auch chineſiſche Marſchälle
wurden von Mostau geworben. Tſchiangkgiſchek zum Beiſpiel
genoß die Gunſt des Kreml, er wurde in Moskau mit Ehren über=
häuft
, erhielt Waffen und bedeutende Summen Geldes . . . aber
kaum nach China zurückgekehrt, wandte er ſeine Front gegen
Moskau und wurde von der Sowjetregierung als fluchwürdiger
Verräter gebrandmarkt. Die Niederwerfung des Putſches in
Kanton hat den Einfluß Sowjetrußlands in China ſchweren Ver=
luſt
gebracht. Im Norden hat Tſchangtſolin ſchon lange mit den
Ruſſen gebrochen. Jetzt hat auch Tſchiangkaiſchek ihre offiziellen
Vertretungen in Südchina geſchloſſen. Einige Rädelsführer in
Kanton wurden füſiliert. Der Schiffbruch der Sowjetpolitik in
China kann als endgültig betrachtet werden. Wenn ſich aber
Südchina von den Kommuniſten losſagt, ſo kann das für die
Geſchicke Chinas inſofern von Wichtigkeit werden, als nun eine
Einigung zwiſchen Tſchangtſolin, dem Beherrſcher des Nordens,
und Tſchiangkaiſchek nicht ganz ausgeſchloſſen erſcheint.

*Weihnachtsmeſſe im Kunſtverein.
Wenn wir heute, am wahrſcheinlichen Schlußtag der Weih
nachtsmeſſe, noch einmal auf dieſe Ausſtellung der Darmftädter
Künſtlerhilfe zurüdkommen, unter Heworhebung von Einzelhei
ten, ſo ſoll der Zweck ein doppelter ſein. Gewiß hängt an erfreu
lich vielen Bildern das Zettelchen Verkauft, aber an einer vie
größeren Anzahl fehlt dieſes begehrliche Zettelchen noch. In letzter
Stunde möchten wir noch einmal auf die ausgezeichnete Weih=
nachtsausſtellung
aufmereſam machen, mit dem Hiwweis darauf,
daß heute noch Zeit gegeben iſt, Käufe abzuſchließen, und daß die
Käufer von Kunſtwerken die Gewähr haben, wirklich gutes unü
künſtleriſch Wertvolles zu erſtehen, und zwar zu Preiſen, die in
keinem Verhältnis zu den ſonſt geforderten Ausſtellungspreiſen
ſtehen. Auch der Hinweis darauf ſei noch einmal unterſtrichen,
daß der Zweck dieſer Weihnachtsausſtellung iſt, den Künſtlern,
denen es wirklich heute nicht zum Beſten geht, zu helfen. Sie
ſind es die uns das Grau des Alltags verſchönen, und ſie ve
dienen tatkräftigen Dank.
Obwahl wir ſeit Jahren auf dem Standpunkt ſtehen, daf
dieſe Weihnachtsausſtellungen nicht unter die ſcharfe kritiſche Lup
genommen werden ſollen, iſt doch die große Mehrzahl der aus=
geſtellten
Werke von einer Qualität, die jeder Kritik ſtandhalten
kann. Mit geradezu bewundernswerter Friſche und einer unend=
lichen
Liebe zur Kunſt und zur Natur malt immer noch Alt
meiſter Prof. Heinrich Kröh, der auf dieſer Ausſtellung mie
mehreren ſeiner wundervoll lebendigen und inhaltlich ſo ſehr ver=
tieften
Landſchaften vertreten iſt. Um dieſen greiſen Meiſter,
deſſen Werken man die Jahre ſeines Lebens nicht anmerkt, der
ſich an Kraft und Friſche mit den jüngſten meſſen kann, ſcharer
ſich zahlreiche Künſtler von gleich guter Qualität, wenngleich ihre
künſtleriſche Sprache eine andere iſt, aber nicht weniger zu Herz
und Sinnen der Beſchauer ſpricht. Da iſt Alexander Poſch, de
immer Strebende, immer ernſt neue Wege ſuchend, der in jedem ſei=
ner
Bilder einen Schritt vorwärts zur Reife offenbart. Er iſt hie
mit einem ganz ausgezeichneten farbenfrohen Stilleben und mi
einigen kleinen Werken vertreten, die ungemein dekorativ wirker
und im Kolorit von ausgeſprochener Eigenart ſind. Da ſind Ul=
rich
Hallerſtede, Karl Deppert, Gottfried und Mar=
cell
Richter, da ſind weiter das Künſtlerehepaar Kauf=
mann
. Nadine v. Enkevort, Mathilde Stegmaye
Martba Veltex, Mahilde Sittmann, Gertrud Ullmann
Aüauſte von Bellersheim, Maria Mendelſohn, die alle
in Eemälden und Zeichnungen beſte Zeugniſſe ihres künſtleriſche
Könnens zur Ausſtellung beitragen und deren Werke für ſie
ſprechen. Von den Künſtlern, die moderne Wege gehen, die aller
bings eine beſondere Geſchmackseinſtellung vorausſetzen, ſeien ge=

Sonntag, den 18. Dezember 1927

Vom Tage.
Der 6. Berüht des im Reparationsplan bei der Reichsbahn vorge=
ſehenen
Eiſenbahnkommiſſars Leverve liegt nunmehr vor. Er ſtellt feſt,
daß die Reichsbahn=Geſellſchaft ihre Reparations=
zahlungen
pünktlich geleiſtet habe.
Senatspräſident Sahm berichtete im Hauptausſchuß des
Danziger Volkstages über die Behandlung der Danziger
Fragen vor dem Völkerbund.
Die lettländiſche Regierung hat beſchloſſen, in Brüſſel
eine Geſandtſchaft zu errichten und den bisherigen General=
konſul
für Belgien, Lasdin, zum Geſandten ernannt.
Das Wirtſchaftskomitee des Völkerbundes hat den
franzöſiſchen Delegierten Serruys zum Präſidenten und
Staatsſekretär Trendelenburg zum Vizepräſi=
denten
für die Dauer eines Jahres gewühlt.
Die engliſche Regierung hat an Amerika gemäß dem
Schuldenliquidationsabkommen 92 575 000 Dollar bezahlt. Die
Geſamthöhe der bisherigen Zahlungen beläuft ſich auf 802 980 000 Dollar
wovon 120000 000 Dollar Abzahlungen auf das Kapital ſinh. Ins=
geſamt
ſtehen von der Schuld an Amerika noch 4 480000 000 Dollar aus.
In der Freitagsſitzung des engliſchen Oberhauſes wurde
über das neue Pachtſchutzgeſetz abgeſtimmt, wobei die Regierung
eine Niederlage erlitt.
Zur Linderung der durch die Mißernte bevvorgerufenen
Notlage der Bevölkerung Nordalbaniens hat die
italieniſche Regierung eine Hilfsmiſſion des
Noten Kreuzes entſandt. Die Miſſion iſt bereits mach Skutari
unterwegs.
Der Vatikan hat das Buch Léon Daudats Le vorage
de Shakespeare auf den Index geſetzt.
Der ruſſiſche Geſandte in Afghaniſtan hat nach Meldungen aus
Riga von der afghaniſchen Regierung die Genehmigung für die
Errichtung einer Luſtverbindung von Taſchkent
nach Kabul erhalten. Die engliſchen Zeitungen faſſen dieſe Tatfache
ſofort als englandfeindlichen Akt auf.
Aus Tokio wird geweldet, daß der Marineminiſter ſich dahin ge=
äußert
hat, daß für Japan keine Notwendigkeit beſtehe,
ſeinen augenblicklichen Flottenbauplan abzu=
ändern
Es miiſſe abgewartet werden, ob der Kongreß die Vorſchläge
des amerikaniſchen Marinemimſters annehmen werde.
Aus Tokio wird gemeldet, daß nach Anſicht dortiger politiſcher Kreiſe
die Ermordung des ſowjetruſſiſchen Vizekonſuls in
Kanton ernſte Folgen haben könne.
Die Nationaliſten haben in Kanton 14 Mädchen und
Frauen erſchießen laſſen, weil ſie kurzes Haar
trugen, was als Zeichen der Anhängerſchaft zum Kommuntismus aus=
gelegt
wird.


Rufſiſche Proteſinote an Schangbai.
Moskau, 16. Dezember.
Tſchitſcherin hat an den Generalkonſul der
Sowjetunion in Schanghai zur Ueberreichung
an den Kommiſſar für auswärtige Angelegen=
heiten
in Schanghai eine Note der Sowjet=
regierung
geſandt, in der es u. a. heißt: Die Sowjet=
regierung
hat niemals die ſogenannte Nationalregierung in
Nanking anerkannt, in deren Namen dem Sowjetkonſul in
Schanghai die Note vom 15. Dezember überreicht worden iſt.
Der Nationalregierung in Nanking kann nicht unbekannt ſein,
daß ſämtliche Konſulate der Sowjetregierung auf chineſiſchem
Boden auf Grund des Pekinger Vertrages im Jahre 1924 zwi=
ſchen
China und der Sowjetunion beſtehen, und daß jede Er=
nennung
von Konſuln in Schanghai, ebenſo wie für jeden an=
deren
Ort Chings mit Wiſſen und Zuſtimmung der Pekinger
Regierung erfolgt iſt. Die Sowjetregierung muß die unbegrün=
deten
Erklärungen der Note vom 15. Dezember auf das ent=
ſchiedenſte
zurückweiſen, daß die Sowjetkonſulate und die
ſtaatlichen Handelsgeſellſchaften der Sowjetunion zum Zwecke
roter Propaganda und als Afyl für Kommuniſten ausgenützt
würden. Insbeſondere müſſen wir die gegen unſer Konſulat /
in Kanton erhobene Beſchuldigung auf das entſchiedenſte zu=
rückweiſen
. Es iſt nichts Neues, daß die Revolutionsbewegung
der Arbeiter und Bauern in China als ein Ergebnis der Tätig=
keit
der offiziellen Sowjetinſtitutionen angeſehen wird. Bereits
einige Jahre lang betrachten die Imperialiſten aller Länder die
große Revolutionsbewegung des chineſiſchen Volkes als das Re=
fultat
der Intrigen äußerer Kräfte‟. Die Tatſache, daß die
Nationalregierung von Nanking jetzt die gegenrevolutionären
Legenden der Unterdrücker des chineſiſchen Volkes wiederholt,
zeugt am beſten davon, weſſen Willen ſie jetzt willfährt. Die
Sowjetregierung iſt davon überzeugt, daß der von den chineſiſchen
Behörden m Schanghai vertretene Standpunkt vor allem das
chineſiſche Volk und die nationalen Intereſſen Chinas ſchädigt,
und daß jene, die mit ſolcher Leichtfertigkeit eine feindliche Poli=
tik
gegenüber der Sowjetunion durchzuführen beginnen, als erſte
deren ungünſtige Folgen ſpüren werden.

nannt Lothar Toller, Willi Hofferbert, Georg Breit=
wieſer
, Richard Walter, Walter Reitzel, Georg Wüſt,
dann auch Wilhelm Walter, Otto Wachsmuth u. a. Auch
Karl Gunſchmann iſt mit neuen Werken ſeiner eigenartigen
Malerei vertreten, Karl Scheld mit einer ganzen Anzahl ſeiner
Tierſtdien in Oel und auch in ſchwarz=weiß Blättern. Von Ernſt
Eimer ſind ſehr hübſche, ſehr friſchbund lebendig gemalte Land=
ſchaften
und Volkſtudien ausgeſtellt, die immer wieder die ſonnige
Kunſtauffaſſung dieſes Künſtlers offenbaren. Mit Anna Borne=
mann
, Herma Frey, Paula Endner, C. P. Bremecke,
Anton Hartmann, Marianne Hardt, Neſtor Diehl, Edgar
von Schrader, Irmgard Reuleaux und Philipp Röth iſt
die Reihe der Darmſtädter Künſtler dann erſchöpft. Auch die
Künſtler mus anderen Orten Starkenburgs haben ſehr gute Bei=
träge
zu der Ausſtellung geliefert. Namen wie Prof. Throll,
Karl Appel, Emil Beithan, Prof. Lippmann, Gerhard
Pfaff. Elſe Luthmer, Dr. Daniel Greiner, Heinz Zer=
nin
und vor allem Vala Lamberger bürgen für Qualität
künſtleriſcher Leiſtungen und erübrigen jedes weitere Wort.
Auch auf die Werke der Bildhquerei ſei noch einmal hinge=
wieſen
. Herr A. Antes, Well Habicht u. a. ſind mit ausge=
zeichneten
Plaftiken vertreten. Außerdem ſind, wie mehrfach be=
merkt
, fehr bemerkenswerte Erzeugniſſe des Kunſtgewerbes aus=
geſtellt
. Hier dürfte vor allem der Brensbacher Meſſingkünſtler
Streckhardt wit der Eigenart ſeiner ſelbſt geſchmiedeten
kunftgewerblichen Dinge noch für Weihnachtsgeſchenke in Frage
kommen. Jedes Stück iſt, trotz wiederkehrender Grundform, ein
Original, da jedes bandgefertigt und jedwede maſchinelle Mit=
arbeit
ausgeſchaltet iſt, dann aber guch der Elfembeinkünſtler Otto
Glenz, Ortrud Pützer, Thea Schenck, Rehbein uſw., die
durchwea Muſterarbeiten cts allen Gebieten ausſtellen.
Soviel uns bekannt, ſoll die Weibnachtsmeſſe heute, am letzten
Tag. geöffnet ſein. Der Beſuch am heutigen letzten Sonntag vor
Weihnachten dürfte ſich reich lohnen.

Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Rom. Die Accademia Medica ernannte die deutſchen Profeſſoren
Emil Abderhalden in Halle, Rudolf v. Krehl in Heidelberg
und Georg Roſt in Freiburg i. Br. zu Ehrenmitgliedern.
*
Zulaſſung zum Studium ohne Reifezenanis.
kerſonen, die die vreußiſche ſogenannte Begabtenprüfung beſtanden
haben und daraufhin zum Studium an einer dreußiſchen Univerſität
oder ſonſtigen wiffenſchaftlichen Hochſchule zugelaſſen worden ſind, wer=
den
ohne weiteres auch in Mecklenhura, Heſſen und Baden zum Stu=
dium
zugelaſſen. In den übrigen Ländern bedarf es eines beſonderen
Antrags an das zuſtändige Kulturminif. vium.

Nummer 330/

Die Waſſer des Tſana=Sees.
Abeſſiniſche Diplomatie.
Von unſerem (D=Korreſpondenten
zeit
London, 16. Dezembch,
Abeſſinien hat das Glück, den neuzeitlichſten Diplomatem
beſitzen, der Geſchäft mit Politik in geſchickteſter Weiſe zu u
binden weiß und es verſteht, ſich für jede ſeiner kaleidofrok=
wechſelnden
Umgebungen mit einer geradezu verblüffenll
Schmiegſamkeit umzuſtellen. Das iſt Herr Dr. Wargeu
Martin, der vor kurzem durch ſeine Bemühungen unm
Konſtruktion eines Staudcmmes am Tſana=See durch eine
rikaniſche Ingenieurfirma hier in der City wie in Wbin!/4
einiges beträchtliche Befremden erregt hat. Die Sachlage 10
bekannt. Als die Nachricht von ſeinen amerikaniſchen Verh./0
lungen hier vor ihm eintraf, wurde die Sache nicht gerodmnu
giſch genommen, dann aber doch zweifellos klargeſtellt, day /
abeſſiniſche Regierung nicht in der Lage ſei, ohne Zuſtimmns
der britiſchen Regierung derartige ſpekulative Verträge zu fu=
ßen
. Dr. Martin ſah alſo zu ſeinem Schrecken, daß die
aus dem Sack gehüpft ſein müſſe. Er gab nun eine ganze 204
von Erklärungen ab, die immer kleinlauter wurden, je offi=ſä/
die hieſigen Kommentare wurden, und mit der Abſchiedsbomd
ggeh
ſchloſſen, Abeſſinien denke ja gar nicht daran, Britannigs 800
nehr
time Intereſſen und Rechte zu ſchädigen. Aber, o Wunder. M9
fdeen auf.
iſt der Herr Doltor in Aegypten angekommen, ſo hat er WPlſni ſelbſt erwähut
augenſcheinlich, ſchon in ein Heimatsempfinden einlullen : M
hat im
und dem Al=Akram eine Unterredung gewährt, in der exuſtt
und viel nachgedach
Herz ausſchüttete und immer vorausgeſetzt, daß das ägyeicz
tes ſie foll
Blatt ſeine Aeußerungen korrekt dargeſtellt hat gleichchuf
anal und die ſid=
darlegte
, welche Anſichten er wahrſcheinlich ſchon vor Huß
.. as genauer
tritt ſeiner Amerikafahrt in Addis Abbeba vertreten hat, U M
zwar mit Erfolg, denm ſonſt wäre er ja gar nicht hinausgeut IM Me Sentilelscet
worden. Sein Glaubensbekenntnis iſt alſo folgendes: Es Hüheuule behoigen. N.""
ſeine großen Bedenken Schwierigkeiten ſagt er huzuſtiM kigutelt, Dek. Ost*
Britannien im Herzen von Abeſſinien (dannuiAuf gwöhnenswer.. L
das Herz Abeſſiniens im rechten Schulterblatt) eine Konnzunpuuſtsmöglichle ie
ſion quer durch Abeſſinien bekomme. Wbeſſigtuſdch und käüchr.
Summen auf das Projekt geſpendet hätte, würde ſie zweifelslgintzutich und Faalieln De
auch das Gebiet zwiſchen dem See und dem zukttit, Kurz, der Iür
dan in die Hand bekommen wollen, um die WKzhuhüuc für die Beherrice
des Blauen Nil für die Irrigation des Sudan zu kontroll Uyzutmu üiüt es noch LücI
Und das würde eine tatſächliche Gebietsabtretung bedeuzenn M!. Aer der Geoan
liege jedoch noch eine andere Gefahr vor, die aus dem ancit win ſich; das weiß Mit
italieniſchen Abkommen von 1925 drohe. Wenn Britanuuſuu ſelleicht nicht 10 F9
eine Konzefſion erhalte, werde es ſicher dar aetliigung getragen, Me
drücken, daß Italien eine Eiſenbahnkonnchnc.
ſion zuer durch Abeſſinien bekomme. Abefffu /MParis nahm man
würde daher lieber Amerika bevorzugen, weil die Staaten veuuunig auf. Die Moglie
territorialen Abſichten in Abeſſinien hätten. Er werde die Faun uch hier ſchon bei
ſchläge der amerikaniſchen Geſellſchaft in Addis Abbeba umupmwärtig wünſcht mal
breiten und die abeſſiniſche Regierung möge dann entſcheidtnih ypen. Die Rechte ſreut
Er wird alſo wohl gegen die Erteilung der Konzeſſiau ie, Hn der Sihten wird
net?in Frankreich erſchein
britiſche Unternehmer ſprechen. In Addis Abbeba haben ja Aufüſziſtiſchen Kampe
ſeit geraumer Zeit die Intereſſen verſchiedener Nationaliiktzeun gewiſſe wirtſchaftl
gegeneinander gearbeitet, und beſonders ſind auch die Vert lſä we kann ſo weit f
Frankreichs eifrig und mit Glück tätig geweſen, wie der Puſtgen daraus zieh
der Bahn beweiſt. In dieſem ſpeziellen Falle dürſte abenrächnen Sozialiſten iſt d
nicht unbeliebte orientaliſche Taltik, die eimen gegen die andlcſchio die Lage des Fascis
auszuſpielen, auf eine ungünſtige Konſtellation ſtoßen. E=ü ſimmal übelnehmen, daß
eine alte Erfahrung, daß, wenn ſich Große miteinander vertratelffen würde, ſeine inner
die Angelegenheiten Kleiner unter den Tiſch fallen. So duutärime ſehen wurden.
auch die allmähliche Annäherung zwiſchen Frankreich ud To
lien unter der wohlwöllenden Patenſchaft von Downing Sté=)/ Itallens M
eine ganze Reihe von Friktionsgebieten ſchwinden machen, .
unter auch alle Reibungspunkte in des Löwen Menelik aus
Reich. Die Odds ſind alſo gegen Dr. Martins Geſchäftsdiplaue) hGiornale d'Iſtalig
ie. Aber darin hat er recht; auch der Staudammäalien bei einem i.
Tſana=See bedeutet ein Eckſteinchen in der Gi
Rlnichte. Es ſchein
wicklung des britiſchen Imperiums.
t lial eniſche Maxi
3uziehung m Ta
Das Konſularkorps billigt die antiruſſiſch=
ſhen
Rechte
Maßnahmen der Nankinger Regierung/ /4 mbelangt, ſo
Einer Havasmeldung aus Schanghai zufolge hat das W7 When Südgre
ſularkorps den Forderungen der nationaliſtiſchen Regierunn /4vſt Italien eine le
Ausweiſung der Sowjetvertreter und Sequeſtrierung der rufm
ze für Frankre
Handelsniederlaſſungen in der internationalen Konzeſſiork)
Schanghai zugeſtimmt. Für die in der franzöſiſchen Konz// Ke ein unmittel
Fſtalien, daß
befindlichen Privatperſonen wird ſeitens der Nationaliſter.
Sonderprotokollierung durch die chineſiſche Polizei verlang a W Echließlich be
franzöſiſche Generalkonſul erklärte ſich hiermit einverſtandenW Funen in der fre

Matinee des Schnurrbuſch=Quartettg
Hermann Zilcher: Marienlieder.
Hermann Zilcher, der verdienſtvolle Leiter des Bahe*
Staatskonſervatoriums in Würzburg, hat in dieſem ſeinen
Werk elf erleſene Dichtungen aus der Zeit vom 13. Jahryel
bis zu Goethe zu einem Zyklus für Sopran und Streichy:
vereinigt, der von der Freude und dem Leid Marias unn
ihrem ſchließlichen Triumph als Himmelskönigin ſing...
ſchönen textlichen Vorwurf entſpricht die mſikaliſche SI
und Formung: Zilcher hat hier unzweifelhaft von ſeinem
gegeben, und vielleicht iſt es der Widmungsgedanke
das Werk ſeiner Mutter gewidmet , der ihn beſonder:
zenstöne kindlich beglückter Art finden ließ. Tiefinnerlich
zeichnet die Muſik in innigſter Empfindumg und zarteſtenn!
druck jede noch ſo feine Regung nach, ſchafft ſie mit eintn
Mitteln dramatiſche Höhepunkte, die erſchütternd an die
greifen. Ich denke da vor allem an die 7. Nummer: Als2)
von ſeiner Mutter ging und die große, heilige Woche anſi;
Zilchers Tonſprache iſt nicht modern. Er iſt zu ſtark in des
gangenheit verwurzelt; vielleicht auch läßt ſein ganzer Chl
ein Experimentieren nicht zu, wie er ſich aber mitteill
von einer ſo lauteren Geſinnung, von einer ſo ſtarken ung.!
Eigenperſönlichkeit, daß dieſe Tonſchöpfung, in der übrige
Singſtimme vorbildlich behandelt iſt, auch bei uns in
Lagern Anerkennung und Freunde finden wird. Bernäu

Rolant

Heinrich Hohmann: Eine Nordlandfahrt bis zum Nordkab um
bergen mit dem Hapagdampfer Reliance‟. Eine Reiſebeſchrenl
Verſen. Darmſtadt, Druck und Verlag H. Hohmann, G. m.b. . 4,50 Mk.
Der Verfaſſer, der bereits vor zwanzig Jahren eine Nordle-
unternommen und ſie damals auch in liebenswürdigem Plauge
ſchrieben hatte, hat ſeine zweite Nordlandfahrt im Sommer
Bord des Luxusdampfers Reliance der Hamburg=Amerika=s7
ſungen, ebenſo liebenswürdig in launigen Verſen, die dabei a.
echter, warmer Naturbegeiſterung getragen ſind und dem mm
ſiebzigſten Lebensjahre ſtehenden freundlichen Erzähler die Her
ner Leſer gewinnen. Das Bühlein, in erſter Linie als Erinnern-
für
die Teilnehmer an dieſer oder ähnlichen Nordlandfahrten Ne
wird aber auch die erfrenen, die eine ſolche Reiſe noch unternei
können hoffen, ſowie auch die, die dieſe Hoffnung längſt begrad‟..
Das vorzüglich ausgeſtattete Büchlein, ein Meiſterwerk der Tr
beſticht ſchon durch ſein Aeußeres, und es wird auch den nicht elte
empfänglichen Gg. ſeinen Inhalt auf ſich wirken lapt.
Prof. Dr. A. EſſerP

[ ][  ][ ]

zu mer 330

Sonntag den 18 Dezember 1927

Geite 3

Ein lateiniſcher Block?

inis Idee‟./Die Rückwirkung in Paris
Von unſerem A=Korreſpondenten
Paris, 17. Dezember.
pluseinanderſetzung zwiſchen Frankreich und Italien iſt
im ᛋur. Gange. Sie ging bis jetzt ſchneller, als man erwarten
ronnmran iſt ſchon ſo weit, daß die ſachlichen Fragen ange=
ſchniz
=wverden können. Von beiden Seiten wird die Notwen=
digkoiner
ſorgfältigen diplomatiſchen Vorarbeit betont; denn
es wmi gefährlich, wenn die mit vielem Temperament in Gang
gebrye Annäherung bei den praktiſchen Fragen ſtecken bleiben
würn)? ie praktiſchen Fragen können aber nicht von einem Tag
auf )anderen gelöſt werden, und all das, was bisher gemacht
wurn)iichte gerade hin, die Verhandlungen über ſie einzu=
leite
mzu.
ſhrend aber die Verhandlungen auf dem üblichen diplo=
matf
ünWVege vorwärtsgehen, tauchen in Frankreich wie in
Itallu der Reihe nach mehr oder minder einſchmeichelnde, phan=
taſtiſtätslitiſche
Ideen auf. Zu dieſen gehört vorläufig auch die
von /Aſwlini ſelbſt erwähnte Idee des lateiniſchen Blockes. Sie
iſt nryi meu. Man hat in Frankreich darüber ſchon viel ge=
ſoronch
and viel nachgedacht. Sieht man ſich die Idee des latei=
niſch//llockes
ſie ſoll bekanntlich Frankreich, Italien, Spa=
niems
tugal und die ſüd= und zentralamerikaniſchen Staaten
vereſcter el as genauer an, ſo bemerkt man, daß hinter ihr

weitsemvähnenswert; dieſe Staaten haben zwar unerſchöpf=
liche
/ Xkanftsmöglichkeiten, aber Europa iſt an ihnen nur wirt=
ſchaf
ü und kulturell intereſſiert. Es bleiben alſo Spanien,

Franzüce und Italien, die drei ſtärkſten Mächte an der Mittel=
mcewuſte
Kurz, der lateiniſche Block würde notwendigerweiſe

ein 184. für die Beherrſchung des Mittelmeeres ſein. Gegen=

wärtſglbt es noch tauſend Hinderniſſe für den lateiniſchen
Bloct Aber der Gedanke birgt nicht nur einen ſentimentalen
Sinnx fich; das weiß man auch in London. Muſſolinis Wort
war wileicht nicht ſo ſehr von Ueberſchwang, als von kühler
Uebengung getragen, vielleicht war es auch eine Mahnung nach
Londoa
5Araris nahm man den Ausſpruch des Duce ſehr verſchie=
denahat
muf. Die Möglichkeiten eines lateiniſchen Blocks hat
mangich hier ſchon bei anderen Gelegenheiten erwogen. Aber
gegeunürtig wünſcht man in Paris nicht, England zu beun=
ruhigye
DDie Rechte freut ſich aufrichtig auf die Annäherung an
lung der, Italits ſer Linken wird es aber ſchon beinahe zu viel. Man hat
eine Frrankreich erſcheinende italieniſche Zeitung wegen ſeiner
gutiffwſiſi iſchen Kampagne verboten. Und die Verſtändigung
über; ziſſe wirtſchaftliche Fragen man denke an Loucheurs
Plämte kann ſo weit führen, daß Italien einen wipklich ernſten
Nutz eidnraus ziehen kann. Nach der Auffaſſung der franzö=
ſiſchermszialiſten
iſt die Wirtſchaftslage in Italien, und damit
auch /1 age des Fascismus kritiſch. Man kann es ihnen nicht
ſellgtic 7 einma züwelnehmen, daß ſie eine Politik, welche dem Fascismus
miteintt helfeiburde, ſeine inneren Schwierigkeiten zu überwinden, nicht
ernutzhſn würden.
Italiens Maximalprogramm.
Rom, 17. Dezember.
Gonnale d’Italia zählt die einzelnen Forderungen auf
ien bei einem italieniſch=franzöſiſchen Ausgleich durch=
ſetzenntörhte
. Es ſcheint ſich bei der Aufzählung um das offi=
ziöſeſ
il niſche Maximalprogramm zu handeln. Italien ver=
langr
!/ iehung in Tanger, bezüglich Tunis habe Frankreich die
hiſtaf uber: Rechte Italiens zu achten ſich verpflichtet; was
Lybiſyanbelangt, ſo habe Frankreich die vertragliche Feſtlegung
der ſütſchen Südgrenze nach nicht erfüllt. Adria und Balkan
ſeien) ſe Italien eine lebenswichtige Verteidigungsfrage, wie die
Rtheiltenze für Frankreich und Belgien. Italien erwartet, daß
Fraunbiae kein unmittelbares Intereſſe daran bekundet. Ferner
erwant Italien, daß Frankreich Italiens Mandatsbemühungen
fördämr Schließlich verlangt Italien die klare Iſolierung der
Emitungn in der franzöſiſchen Regierungspolitik und ſchärfſte
Uebdenraung.

Roland Anheißer,
ſtätige Künſtler, der zu Anfang des Jahrhunderts eine
Zeilhlus auch in Darmſtadt wohnte und ſeit Jahren in Jugen=
heinh
ſ ſſig iſt, veranſtaltet aus Anlaß ſeines 50. Geburtstages
im aſuar nächſten Jahres in den Räumen der Kunſthalle eine
mfelſide Ausſtellung ſeines Werkes. Zu ſeinem 50. Geburts=
W8 Nuen wir als Einleitung und Vorſpruch dazu einen kurzen
Rüchhk auf ſeinen künſtleriſchen Entwicklungsgang werfen.
olhm Anheißer iſt am 18. Dezember 1877 zu Düſſeldorf ge=
woroelam
jedoch ſchon in früheſter Jugend nach Köln und hat
Meſu teidt als die Heimſtätte ſeiner Kindheit in einem ſeiner
keifvk Werke: Mein Köln nicht bloß in Bildern, ſondern
Michn ſchwungvollen Worten verherrlicht. Die Luſt des Zeich=
nenge
nd. Malens all der ſtolzen Pracht meiner lieben Heimat=
ſad
mhm früh zum Durchbruch, ſagt er in der Einleitung. Er
Noolginitürlich Künſtler werden, die Eltern aber wünſchten
Veines eächerteren Beruf. So wurde er Botaniker und ſchloß.
Meinds tüdien mit dem Erwerb des Doktors als Botaniker ab.
Dell’iſch äftigung mit der Botanik war aber nur eine Vorſtuſe
Mr A hzf lerſchaft. Schon als Student verſah er große botaniſche
Zehſnt Bildern, zum Beiſpiel Schimpers Pflanzengeo=
Wap Straßbuerger u. Schenck: Lehrbuch der Botanik
D MAegen der Bilder zum Bericht über die Tiefſee=
Shlickion der Valdivia, den nach dem Tode von
Scnſer unſer Darmſtädter Schenck ſchrieb, kam er eine Zeit=
W eicher. Dann wurde er ganz Künler, war zuerſt Schüler
hhfgewerbeſchule zu Baſel, wo er auch ſchon ätzte (ra=

worin er ſpäter Hervorragendes leiſtete; dann ging er
119 arlsruher Akademie, wo er ſich beſonders in
Jud iſfelkünſten unter W. Conz und Hellmuth Eichrodt
e eie. Eine Sammlung Blumen=Steinzeichnungen von ihm
hberechneten, neuartigen Wirkungen wurde von der Aka=
** Vorlagewerk etworben. Hans Thoma dem damali=
eand
der Akademie, verdankt er viel. Anheißer wurde
* Univerſitätszeichenlehrer nach Jena berufen, verkehrte
Emit Ernſt Häckel. Er wurde durch ihn als Gegenſtück
GZoologiſchen Kunſtformen der Natur
e Mikroſkopiſchen Kunſtformen des Pfan=
DS angeregt (1904). Das Buch ſtellt ſich dem Häckel=
A=Lig zur Seite. Im Jahre 1919 ſiedelte er an die Berg=
5 Jugenheim über, wo er in ſeinem eigenen Heim un=
ſ
2 ſchafft. Als Botcniker von Fach hat er ſeinen Garten,
Leiolz, zu einem wahren Pflanzenparadies ausgebaut.
Schluſſe wünſchen wir dem Künſtler, der auf der Höhe
Nonnens ſteht, noch ein recht langes ſegensreiches Schaf=
K. N.
hem wundervollen Jugenheimer Heim.

* Aurennänkerſehang
Die franzöſiſche Preſſe zur Rede Muſſolinis.
EP. Paris, 17. Dezember.
Die Morgenpreſſe nimmt die außenpolitiſche Rede Muſſo=
linis
im Miniſterrat allgemein günſtig auf, ſtellt eine Ueberein=
ſtimmung
in den Auffaſſungen Briands und des italieniſchen
Miniſterpräſidenten feſt und findet, daß die Rede die in letzter
Zeit eingetretene glückliche Entwicklung in den franzöſiſch italie=
niſchen
Beziehungen kennzeichne. Der Gaulois geht ſogar ſo
weit, zu behaupten, daß Muſſolini der franzoſenfreundlichſte Ita=
liener
ſei. Es ſei abſurd, ihm Abſichten auf Savoyen, Nizza,
Korſika, Tunis, Syrien oder den Balkan zuzuſchreiben. Das
Echo de Paris ſieht ein beſonders geeignetes Terrain zur
Verſtändigung in dem gemeinſamen Kampf um die Erhaltung
der italieniſchen Erwerbungen in Tirol und um die Verhin=
derung
des deutſch=öſterreichiſchen Zuſammenſchluſſes. Der
Quotidien meint, die franzöſiſche Antwort ſei klar, denn
Frankreich habe den gleichen Wunſch nach einer Annäherung.
Die Ere Nouvelle bezeichnet die Erklärungen Muſſolinis als
ziemlich vernünftig und wirft die Frage auf, ob es nicht im In=
tereſſe
Italiesn ſei, die Allianz Südſlawiens mit Frankreich zu
benützen, um eine Art von Adria=Locarno herbeizuführen. Der
Peuple ſieht den Weg zu einer pazifiſtiſchen Zuſammenarbeit
zwiſchen Frankreich and Italien offen, hält es aber für nötig,
daß der Fascismus auch tatſächlich auf ſeine Anmaßungen ver=
zichtet
.
Einen leiſen Mißton in die allgemeine Zufriedenheit miſchen
nur die vom Giornale d’Italia aufgeſtellten italieniſchen For=
derungen
. Der Matin äußert dazu zahlreiche Vorbehalte und
warnt davor, dieſen Forderungen allzu große Bedeutung beizu=
meſſen
, da ſie nicht offiziell ſeien. Petit Pariſien hält eine
internationale Regelung der Auswandererfragen durch den Völ=
kerbund
für notwendig. Der Populaire hebt vor allem die
Forderungen ncch Maßnahmen gegen die politiſchen Flüchtlinge
in Frankreich hervor. Der Excelſior glaubt beſtimmt verſichern
zu können, daß man die Möglichkeit ernſthaft ins Auge faſſe, den
nächſten Völkerbundsrat vom 5. bis 11. März in Rom abzu=
halten
.
Sauerwein zu den italieniſchen Forderungen.
TU. Paris, 17. Dezember,
Im Matin beſchäftigt ſich heute Sauerwein mit dem Expoſé
Muſſolinis im italieniſchen Miniſterrat, und beſonders mit den
Ausführungen des Giornale d’Italia. Nach einer ſolchen Rede,
wie ſie Muſſolini gehalten habe, meint Sauerwein, dürfe man
keine allzugroße Bedeutung der Aufzählung der italieniſchen For=
derungen
beimeſſen, die im Giornale d’Italia enthalten ſeien.
Wenn die Forderung nach Anerkennung der zentralen Stellung
Italiens im Mittelländiſchen Meer eine rein geographiſche Feſt=
ſtellung
ſein ſolle, könne ſie niemand vor den Kopf ſtoßen. Ziehe
ſie aber politiſche Rechte nach ſich, ſo müſſe man ſie genau klar=
legen
, um darüber reden zu können. Frankreich habe die feſte
Abſicht, Italien an der Verwaltung teilnehmen zu laſſen. Was
Tunis anbetrifft, ſo ſei dies eine Angelegenheit der Diplomaten
und Rechtsgelehrten, zu ſehen, ob das Begünſtigungsſyſtem, das
gegenwärtig gegenüber den italieniſchen Untertanen in den fran=
zöſiſchen
Protektoraten angewendet werde, konſolidiert werden
könne. Es ſei aber wenig wahrſcheinlich, daß Frankreich Italien
hiſtoriſche Rechte zuerkennen werde, die noch vor ſeinen eigenen
liegen. Bezüglich der Feſtſetzung der lybiſchen Grenzen habe
ſchon eine Grenzratifizierung zum Nachteil Frankreichs ſtattge=
funden
. Vielleicht könne man noch die Abtretung einer oder
zweier Oaſen ins Auge faſſen. Aber auch hier müſſe die italie=
niſche
Forderung klar formuliert werden. Die Anerkennung der
vorherrſchenden Intereſſen Italiens im Adriatiſchen Meer ſcheine
normal, aber beſtritten ſei die Forderung bezüglich des Bal=
kans
. Auf jeden Fall ſei hervorzuheben, daß dieſe Forderung
gleichfalls wie diejenige, die die Notwendigkeit von Expanſions=
territorien
, die Erhaltung eines Kolonialgebiets uſw. betreffen,
auf keinen Fall mit Frankreich allein erörtert werden könnte, da
dieſe Forderung einen unbeſtreitbar internationalen Charakter
hätte.

* Ein heſſiſches Oenkmal in Oſideutſchland.
Wer von Süddeutſchland kommend die ſchleſiſche Hauptſtadt
durchwandert, wird mit Erſtaunen im Breslauer Dom die Eliſa=
bethkapelle
, eine Schöpfung Kardinal Friedrichs, Prinzen von
Heſſen=Darmſtadt, betrachten. Dieſer Fürſt, der als der jüngſte
von drei Söhnen des Landgrafen Ludwig V und der Mark=
gräfin
Magdalena von Brandenburg am 28. Februar 1616 ge=
boren
iſt, unternahm viele Reiſen, von denen eine im Jahre 1634
nach Italien unternommene die ausſchlaggebendſte geworden.
Sie erweckte in dem jungen Fürſten die Vorliebe zum Barock
Lorenzo Berninis und Aleſſandro Algardis und bewirkte, daß
jene Kapelle des Breslauer Domes im Jahre 1680 in ganz italie=
niſcher
Auffaſſung gebaut wurde.
In Rom vor allem lernte der Prinz den Kapellentypus
kennen, den er als Fürſtbiſchof von Breslau in ſeiner Lieblings=
ſchöpfung
nachahmte. Bernini baute damals kleine, durch zen=
trale
Kuppelanlagen beherrſchte Kapellen in ältere Kirchen ein,
ſo z. B. die Cabella Raimondi in S. Pietro in Montorio, ferner
in S. Domenico e Siſto und in S. Maria della Vittoria. Er
arbeitete als erſter darauf hin, den Statuengruppen, die in den
die Räume perſpektiviſch erweiternden Niſchenbauten aufgeſtellt
waren, durch Lichtführung von oben eder von der Seite her
maleriſche Wirkung zu geben. Die marmorenen Bildwirke
der Breslauer Eliſabethlapelle ſind von großem Wert. Ganz
ähnlich wie in Berninis erwähnten römiſchen Kapellenbauten
findet ſich auch hier ein niſchenartiger Altarraum. Seine
Figurengruppe konzentriert ſich um die plaſtiſche Hauptfigur der
Heiligen Eliſabeth von Ercole Ferrata, einem Schüler Lorenzo
Berninis. Die Heilige, auf einer Wolke kniend, breitet in pathe=
tiſch
=viſionärer Verzückung die Arme aus, während geflügelte
Engelsköpfchen aus den Wolken hervorlugen. Das Ganze mutet
ſtark barock an und weiſt auf die römiſchen Vorbilder hin. Der
Raum birgt ferner das Grabmal Kardinal Friedrichs, von Do=
menico
Guidi geſchaffen. Den Mittelpunkt der Gefamtkompo=
ſition
bildet die auf einem Kiſſen kniende Geſtalt des Kirchen=
fürſten
. Dem Poſtament der Hauptſtatue iſt das kartuſchenartig
gerahmte Epitaph mit der metallenen Gedächtnistafel vorge=
lagert
. In ganz barocker Weiſe ſieht man die Giebelverdachung
dieſes Vorbaues in ihrer Mitte aufgeſchloſſen, und als Symbole
der prieſterlichen und kirchlichen Würde des Toten ſitzen an=
mutig
bewegte Engelkinder auf den Segmentbögen und gemah=
nen
an Algardis Engelputten. An den Seiten des Grabmals
haben zwei allegoriſche Figuren Aufſtellung gefunden, die dem

Der Staatsgerichtshof
zur Frage des heſſiſchen Wahlrechts.
Der Staatsgerichtshof für das Deutſche Reich hat geſtern
abend durch ſeinen Präſidenten Oegg folgende Entſcheidung
verkünden laſſen:
In der Streitſache gegen das Land Heſſen wird der § 17
Abſ. 2 und 3 des Heſſiſchen Landtagswahlgeſetzes in der Faſſung
vom 27. 9. 1927 als gegen die Reichsverfaſſung verſtoßend be=
zeichnet
.
* Ob allerdings der Heſſiſche Staatsgerichtshof, der ſich nun=
mehr
mit dieſer Frage zu befaſſen haben wird, ſich dieſer Auf=
faſſung
anſchließen wird, beziehungsweiſe, ob er zur Auffaſſung
kommt, daß deswegen die letzten heſſiſchen Wahlen für ungültig
erklärt werden müſſen, muß recht zweifelhaft erſcheinen.
Unier dem Vorſitz Hindenburgs.
Der Reichsaußenminiſter hat davon geſprochen, daß am kom=
menden
Dienstag eine gemeinſame Sitzung des Reichskabinetts
und des preußiſchen Miniſteriums unter dem Vorſitz des Reichs=
präſidenten
ſtattfinden werde, die ſich in erſter Linie mit dem
Schiaſal Oſtpreußens und Hilfsmaßnahmen für unſer öſtlichſtes
Grenzland befaſſen werde. Dieſe gemeinſame Sitzung iſt in
der Tat ein Vorgang von ſymptomatiſcher Bedeutung. Es iſt
das erſtemal in den Jahren der Republik, daß etwas derartiges
vorkommt. Ein Verſuch, der vor 14 Tagen ſchon gelegentlich
der Beſoldungsreform zwiſchen den beiden Kabinetten gemacht
wurde, ſcheiterte an dem Widerſtand Preußens. Inzwiſchen hat
aber am Freitag der preußiſche Miniſterpräſident Braun im
Landtag eine Rede von überraſchender Friedfertigkeit gehalten.
Es ſcheint alſo, als ob es dem Einfluß des Reichspräſidenten
gelingt vielleicht mit ſtarker Unterſtützung des Zentrums, das
ja in beiden Kabinetten mitbeteiligt iſt , die Gegenſätze
zwiſchen Reich und Preußen auszugleichen. Das würde
eine weſentliche Erleichterung der ganzen inneren Lage be=
deuten
, aber auch inſofern einen Fortſchritt, als dann die Mög=
lichkeit
einer engeren Zuſammenarbeit zwiſchen Reich und
Preußen in anderen Fragen auch gegeben wäre, wovon man ſich
für die Entwicklung des Problems Reich und Länder mancherlei
erhoffen könnte.
Deutſcher Proieſt gegen die Verunglimpfung
Hindenburgs im franzöſiſchen Wahlkampf.
Die franzöſiſchen Rechtsparteien haben als Vorbereitung
des Wahlkampfes ein Plakat herſtellen und verbreiten laſſen, das
in ſehr häßlicher Weiſe den deutſchen Reichspräſidenten verun=
glimpft
. Herr von Hindenburg wird als Gott des Krieges dar=
geſtellt
, der die Wahlen von 1928, genau wie Bethmann=Hollweg
die von 1914, überwacht. Das iſt eine unglaubliche Geſchmack=
loſigkeit
, und man hätte eigentlich erwarten dürfen, daß die ge=
ſamte
deutſche Oeffentlichkeit jedes Hineinzerren des deutſchen
Reichspräſidenten in den franzöſiſchen Wahlkampf ablehnt. Der
ſozialdemokratiſche Vorwärts tanzt wieder einmal aus der
Reihe und ſucht, was nicht unintereſſant iſt, geradezu nach Ent=
ſchuldigungsgründen
für die franzöſiſchen Nationaliſten, nur um
innenpolitiſch auf die deutſche Wählerſchaft loshauen zu können,
die ſeinerzeit Herrn von Hindenburg zum Siege verhalf. Nicht
nur ſoll der Reichspräſident durch ſeine Tannenbergrede und
durch ſein häufiges Auftreten in Uniform ſich zu ſtark exponiert
haben, ſondern auch die Kreiſe, die bei ſeiner Wahl beſonders
aktib waren, gehören nach Meinung des Vorwärts nicht gevade
zu den friedlichſten Teilen des deutſchen Volkes. Selbſt wenn das
alles richtig wäre, würde das nichts an der Tatſache ändern, daß
Deutſchland ein Intereſſe daran hat, ſich ſolche Verunglimp=
fungen
ſeines höchſten Vertreters zu verbitten. Die deutſche Bok=
ſchaft
hat denn auch am Quai dOrſay Vorſtellungen erhoben
und verlangt, daß dem groben Unfug mit dieſem Plakat ein
Ende gemacht wird. Man darf annehmen, daß das franzöſiſche
Kabinett in ſich ſtark genug iſt, damit das Plakat ſchleunigſt ver=
ſchwindet
.
Zu dem Proteſt der deutſchen Regierung wegen des Hinden=
burg
=Plakates der franzöſiſchen Rechtsparteien wird am Quai
d’Orſay erklärt, daß es ſich um ein gewöhnliches Wahlplakat
handle, dem man in Deutſchland keine beſondere Bedeutng bei=
meſſen
ſollte, da derartige Plakate in der gleichen Weiſe auch
franzöſiſche Staatsmänner angriffen. Man wird dieſe Er=
klärung
kaum als eine ausreichende Stellungnahme zu dem be=
rechtigten
deutſchen Proteſtſchritt anſehen können. Man wird
daher erwarten müſſen, daß der Quai d’Orſay das letzte Wort
in dieſer Angelegenheit hiermit noch nicht geſprochen hat.

Ganzen gleichſam als Stützſiguren dienen: links die Perſoni=
fikation
der Wahrheit, rechts die der Ewigkeit.
Der Glanz des karrariſchen Marmors gibt dieſen Werken
beſondere Anziehungskraft und verleiht jenem ernſten nordiſcheren
Rahmen den Eindruck ſüdlicher Bewegtheit.

Ap. Robert Unterwelz: Ligohoya. Aus dim Leben eines Elefanten.
Mit vielen Zeichnungen von H. A. Aſchenborn. Sechs Offſettafeln.
Verlag Strecker u. Schröder, Stuttgart. Leinenband 5,50 Mk. Am
13. September 1917 erlegte der Verfaſſer des Buches im ehemaligen
Deutſch=Oſtafrika ſeinen ſtärkſten Elefanten. Ligohoya nannten ihn die
Eingeborenen, denen der rieſige Alte gut bekannt war und die ſchon um
dim Lebenden Sagen woben. Nach ihm iſt dies Buch getauft. Die vie=
len
Beobachtungen und Erfahrungen, die Unterwelz auf der Elefanten=
jagd
ſammelte er hat gegen 100 Elefanten erlegt hat er hier zu=
ſammengetragen
und daraus das Leben des Ligohoya davgeſtellt; ein
Leben, das in ſeinen 20 Jahren manchen Kampf in Stope und Urwakd
beſtanden und viele fremde Herren geſehen hat. Das Leben des Ligo=
hoha
iſt der leitende Faden des Buches. So wird ein ausführliches Bild
gegeben von dem Leben der Elefanten in fniherer und jetziger Zeit,
und die Gefahrim, Leiden und Freuden und auch die Grauſamkeiten der
Elefantenjagd werden in vielen Einzeldarſtellungen geſchildert. Ein=
geſtreut
in die Lebensgeſchichte des Ligohoya ſind Betrachtungen über
Land und Leute während ſeiner Lebensdauer, die Geſchichte Oſtafrikas
und ihrer Bewohner, die durch die ſcheußlichen Sklavenjagden der Ara=
ber
, durch Kämpfe der einzelnen Stämme gegeneinander und durch
Krankheiten. Malaria, Pocken, Lepra und Schlafkrankheit, ſtark dezimiert
worden ſind. Auch dem Elfenbeinhandel wird ein beſonderes Kapitel
gewidmet. Gegen das Eindringen der Wläßen empörten ſich die Ein=
geborenen
, aber nach Niederwerfung des Aufſtandes kehrte im Jahre
1905 Frieden und Ordnung im ganzen Lande ein, und als der Welt=
krieg
kam, fand er eine Bevölkerung, die ſich mit der deutſchen Herr=
ſchaft
eins fühlte und wußte, daß mit den ſchwarz=waiß=roten Farben
eine beſſere Zeit gekommen war. Darum hielten ſie auch vier Jahre
lang an der Seite ihrer Herren aus, und kein Feind konnte die Haupt=
waffe
der Deutſchen in Oſtafrika brechen, denn dieſe Waffe hieß Treue
der Untertanen. Der Elefant ſpielt bei den Eingeborenen in Fabel,
Märchen und Gleichniſſen eine große Rolle. Ligohoya galt als ver=
zauberter
Geiſt und als unverwundbau, deſſem Anblick den Tod und
deſſen Nähe Verderben brachte, und niemand von der anſäſſigen Be=
völkerung
hätte gewagt, auf ihn zu ſchießen. Nach tagelangen auf=
regenden
Verfolgungen erlegte Unterwelz den Urwaldrieſen. Vom
Rüſſelende bis zum Wedelende maß er 10,22 Meter, jeder Stoßzahn wog
90 Kilo, der eine war 3,41, der andere 3,38 Meter lang. Die größte
Schädelbreite war 1,38 Meter. Der Jubel der ſchwarzen Begleiter über
die Erlegung des Rieſen fand keine Grenzen und kein Ende. Verſchwie=
gene
treue Neger vrſenkten in der folgenden Nacht die Zähne tief in
den Schoß der Erde. Ich hoffe, ſo ſchließt der Verfaſſer ſeine packen=
den
Schilderungen, di ſe Treue dereinſt dadurch lohnen zu können, daß
gerade ſie mit mir die Zähne haben dürfen, wenn das Land wieder
aufatmſt, befreit von der unbeliebten Fremdherrſchaft, die ihm eine ver=
brecheriſche
Lüge des Fricdensvertrags aufzwang.

[ ][  ][ ]

Geite 4

Sonntag, den 18. Dezember 1927

Nummer 330/

lehnt vor allem die allgemeine Lohnerhöhung
Der Konſlkt in der Eiſen=Induſtrie.
grundſätzlich ab.
Ablehnung des Schiedsſpruches
Es ſei in ausführlichen Darlegungen bewieſen worden, daß
der Durchſchnittsverdienſt der Hüttenarbeiter durchaus angemeſſen
durch die Arbeitgeber.
und gut ſei. Der Durchſchnittsderdienſt liege beiſpielsweiſe für

Düſſeldorf, 17. Dezember.
Wie wir ſoeben erfahren, haben die Arbeitgeber die beiden
Schiedsſprüche über Lohn und Arbeitszeit für die Schwerinduſtrie
abgelehnt, eine ausführlichere Begründung wird noch ver=
öffentlicht
.
In der umfangreichen Begründung der Ablehnung des
Schieosſpruches in der Eiſeninduſtrie durch die Arbeingeber wird
unter anderem darauf hingewieſen, daß in dem Teil des Schieds=
ſpruches
, der die Arbeitszeit regelt, die Röhrengießereien und
Hochöfen=Gießereien nicht berücſichtigt ſeien. Es ſei unmöglich,
in dieſen Betrieben in der dreimal Achtſtundenſchicht zu arbeiten,
da ſonſt ein erheblicher Produktionsausfall zu befürchten ſei.
Sinngemäß müſſe für dieſe Betriebe die gleiche Regelung einge=
führt
werden wie für die Hammer= und Preßwerke und die ent=
ſprechenden
Walzwerke. Von Arbeitgeberſeite ſei bei Verleſung
des Schiedsſpruches auf dieſe ſehr wichtigen Punkte ausdrücklich
hingewieſen worden. Weiterhin wird in der Begründung darauf
hingewieſen, daß im Schiedsſpruch über die Arbeitszeit die Ar=
beitszeit
für die Hochoſenmaſchiniften ſowie für die Agglomerier=
und Sinteranlagen frei vereinbart wurde und erhebliche Zuge=
ſtändniſſe
der Arbeitgeberſeite darſtellt. Die Arbeitgeber hätten
mit dieſem Schritt des freiwilligen Endgegenkommens in einer
Sache, die durch den Erlaß über die Arbeitszeit nicht zur Er=
örterung
geſtellt war, ihre Bereitwilligkeit zu einer friedlichen
Verſtändigung beſonders unterſtreichen wollen.
In dem gleichen Sinne ſei das Zugeſtändnis zu werten, das
die Arbeitgeber bezüglich des Schichtanfangs am Sonntag abend
gemacht haben. Nach dem Wortlaut des Geſetzes bzw. der Ver=
ordnung
hätten die Arbeitgeber das Recht, den ſonntäglichen Ar=
beitsanfang
um 18 Uhr auf der ganzen Linie zu verlangen.
Als beſonders ſchwerwiegend ſieht die Begründung den Teil
des Schiedsſpruches an, in dem den zurzeit noch in zweigeteilter
Schicht arbeitenden Hochofenarbeitern und den Arbeitern der an=
geſchloſſenen
Reparaturwerlſtätten ab 1. Juni 1928 eine Verkür=
zung
der Arbeitszeit von 60 auf 57 Stunden zugebilligt wird.
Von dieſer Regelung würden 12000 Arbeiter erfaßt; ſie ſei nur
durchführbar, wenn eine entſprechende Zahl von Stellvertretern
zur Einſtellung gelange.
Weiterhin geht die Begründung auf die durch den Schieds=
ſpruch
vorgenommene Erhöhung der Lohnzuſchläge für
Mehrarbeit von 12½ auf 25 Prozent ein. Die Arbeitgeber=
ſeite
habe, um ein Entgegenkommen zu zeigen, freiwillig eine Er=
höhung
von 12½ auf 15 Prozent angeboten, ſie müſſe darum nach
dem ganzen Gang der Verhandlungen über die unerwartete Er=
höhung
auf 25 Prozent beſtürzt ſein.
Die Begründung beſchäftigt ſich dann ausführlich mit dem
die Lohnverhältniſſe regelnden Teil des Geſamtſchiedsſpruchs und

die Hüttenarbeiter der Vereinigten Stahlwerke im Ottober auf
90,8 Pfennig die Stunde. Die Arbeitgeber ſeien der begründeten
Auffaſſung, daß ein ſolcher Verdienſt den Zeitumſtänden ange=
meſſen
iſt und der Arbeiterſchaft eine gute Lebenshaltung ermög=
licht
. Die dauernden Lohnerhöhungen, die von den Schlichtungs=
ausſchüſſen
ohne Rückſicht auf die wirtſchaftliche Lage bewilligt
werden, brächten große Gefahren für die Geſamwirtſchaft mit
ſich und ſeien nur dazu angetan, eine Teuerung heraufzubeſchwö=
ren
. Auch in den großen Stapelartikeln der Eiſenerzeugung könne
heute von angemeſſenem Verdienſt keine Rede ſein. Die Export=
fähigkeit
ſowohl der eiſenſchafſenden wie der eiſenverarbeitenden
Induſtrie, deren mißliche Lage auch von den Gewerkſchaften an=
erkannt
worden ſei, werde bei Beſtehenbleiben des Spruches wei=
ter
verringert. Auch in der Frage des Lohnausgleiches gehe der
Schlichter weit über das hinaus, was von Arbeitgeberſeite als
annehmbar bezeichnet werden könne. Die Arbeitgeber ſeien der
Meinung geweſen, daß ſie etwa ein Drittel dieſes Lohnausglei=
ches
zu ihren Laſten nehmen könnten, während die beiden letzten
Drittel die Arbeitnehmer tragen ſollten, die, wie der Schieds=
ſpruch
ſelbſt feſtſtellt, einen zeitweiſen Ausfall an Verdienſt für
die verkürzte Arbeitszeit auf ſich nehmen müſſen. Statt deſſen
billige aber der Schiedsſpruch den Arbeitern einen Lohnausgleich
zu, der die Werke erheblich über die nur bedingten wirtſchaftlichen
Vorteile hinaus belaſtet, die die Werke durch die Sonntagsarbeit
erzielen können. Ans allen dieſen Gründen könnten die beiden
Schiedsſprüche nur abgelehnt werden.
Der Fall Kolbe.
* Berlin, 17. Dezember. (Priv.=Tel.)
Der Kommandant des Kreuzers Berlin, Kolbe, der tele=
graphiſch
von ſeiner Auslandsreiſe zurückberufen worden war,
um ſich zu verantworten, weil er vor der Auslandsreiſe den
Prinzen Heinrich von Preußen auf dem Schiff empfangen und,
wie es heißt, zu den Kadetten hatte ſprechen laſſen, wird am
Montag von dem Reichswehrminiſter empfangen. Nach allem,
was man hört, ſcheint Herr Geßler entſchloſſen zu ſein, wieder
einmal ein Exempel zu ſtatuieren und den Kapitän abzuſägen.
Jedenfalls dann, wenn die Angaben der vorbiegenden Berichte
ſtimen. Man hört aber auch, daß die Ratgeber des Miniſters
anderer Meinung ſind und die Geſchichte nicht als ſo gefährlich
anſehen, als daß deshalb ein tüchtiger Offizier der Marine ver=
loren
gehen müßte. Kein Wunder, daß deshalb auch ſchon in
gewiſſen parlamentariſchen Kreiſen davon gemunkelt wird, hier
läge vielleicht wieder ſo etwas wie ein Fall Seeckt vor, nur daß
es ſich diesmal um den Chef des Admiralſtabes der Marine han=
deln
würde, der unter Umſtänden entſchloſſen wäre, die Konſe=
quenzen
zu ziehen, falls Herr Geßler Kapitän Kolbe opfern

würde.

Hausſuchung bei Ehrhardt
Der Wiking beſieht weiter? Auf der
Suche nach Belaſiungsmaterial.
Berlin, 17. Dezembch=
Nachdem das Polizeirräſidium Magdeburg bei Durchſucn=
gen
am 15. und 16. Dezimber umfangreiches Material beſchte
nahmt hatte, aus dem erſichtlich iſt, daß der für Preußen
botene Bund Wiking nach wie vor weiterbeſteht, wurden
Verlin in den heutigen Morgenſtunden in dem Büro des
vettenkapitäns Ehrhardt in der Steglitzer Straße, im
lage der Zeitſchrift Der Vormarſch am Schöneberger Uferr
wie in Privatwohnungen auf Grund des Republikſchutzgeſſ
umfangreiche Hausſuchungen durchgeführt. Die Sichn
des Materials ſowie die Vernehmungen der in Betracht komm=
den
verhafteten fünf Perſonen ſind zurzeit, noch nicht a

ſchloſſen.
Zu den Hausſuchungen wird noch mitgeteilt: Die Molz
burger Polizeibehörden hatten ſchon ſeit geraumer Zeit.

mutet, daß der Wikingbund trotz des Verbotes fortgeführt wmic
Der erſte äußere Beweis konnte in dieſen Tagen erbracht weir=
Es wurde ein Schreiben beſchlagnahmt, das einige bei
Fürſten Stolberg=Wernigerode zu Gaſt befindliche Führern9
Junglandbundes Elsleben an ihre Freunde gerichtet homendt
Der Kopf dieſes Schreibens trug hinter dem Aufdruck Fän=,
eſen.

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Charakter Hauptbe=
dingung
. Kann auch
Witwer ſein, da große
Kinderfreundin.
Briefe u. Entſchluß
an die Exp. d. Zeitg
(TV. 19294)

landbund in Klammern das Wort Wiking und das Wiſih=zmet
ſchiff. Die Gäſte des Fürſten von Stolberg trugen auch 6/,
Abzeichen der verbotenen Organiſation. Im geheimen wuch!,
nunmehr, da der Verdacht beſtand, daß die Zentrale der iu =durmfädter Nühclie
botenen Geheimorganiſation ſich in Magdeburg befindet, Agmuctze u der voeche.
forſchungen angeſtellt. Es ergab ſich, daß tatſächlich dort unsäfih der Peohel. T.
Fehnitzatiſohran, ſit eine
falſcher Firmierung ein Büro beſteht, das die Geſchäfte 3), ſan vereinigt finden
Wikingbundes fortführt. Die Magdeburger Kriminalbeamiciſchitiung der Atemtech
erſchienen überraſchend in dem Büro und beſchlagnahmten zuErmin ud ein gehlſe. 2
nu uch geſtern die allgen
Fülle von Material, das hinter einem Aktenſchrank verborysh. Erbauung und Erh
war. Das Material enthielt zahlreiche Adreſſen, darunter Mzumnſängerin und Geſang
den Namen des Majors Ritter vom Bundesvorſtand od=ungloen hate. Dabei 3
Stahlhelm und des Stahlhelmorganiſators Oberſtleutnant Mſut minnden, gut entwſche.
Weninger aus München und des Herrn v. Alvenslen/üämat, . eie ſanß As
Küollen Sington, der
Neugattersleben. Die Magdeburger Polizeibehörde 30 nu nnhou der Kondüort
derte nunmehr durch Funkſpruch die beteiligten Stellen anfüznwnſtaße N. iſt einem 1.
Städte auf, ebenfalls Hausſuchungen vorzunehmen. Eine Arz: ſeſt durch Hinzunahm
tere Hausſuchung erfolgte in der Wohnung Hans Gert Tech äu=unſchen Geſchaftes vergröß
der in den Rathenau=Prozeß verwickelt war und zu einer n0um grug und Großn
fängnisſtrafe verurteilt worden war, und bald nach ſeiner nrhuweym Verhältniſſen
laſſung in Berlin die Schilljugend gründete. Auch Tezupnsu gnze Umbaus muhie.
Salsft aufrecht erhalten wert
wurde zur Vernehmung ins Polizeipräſidium gebracht. h.atuten Frngen der Ra
Laufe des ſpäten Nachmittags traf aus Magdeburg der Krlndrumt ich glücklich gelöſt
nalkommiſſar Klienke ein, der an den Vernehmungen teilnarngmotdſtorck das Café, das
mrn größeren und einem
hohe getäfdlt und in he
roife Rumdbogenfenſter
eſrchmackvell geraffte Vo
ſirt wer angebracht. Beſo
E tſbefindet ſich innerhalb
ſen jäle ſind durch Verzie
hach den Angaben der An
beihiſtern hergeſtellt wurd
Meltſchmack; ſie iſt gedieger
Geschenke Handschuhe
1 ſt z. B. von den lleinen
äuM femer für die Stihle
ſat kung, lenn alles iſt i
Strickwesten, Pullover,
mil Geſantraum an.
Irstſchaz. Der Umbau ha
ir/ zum Vorteil des Stra
Lumberiacken
Hiarrmpfinden die jetzt dur
ſerfenſter und die Marm
Schlupfhosen
ſchw geſtern mittag mit
lunaßt, wohei Herr Bül
uit daunkte in einer An
Gamaschen
En,die an dem Werk
u. und Großmann, die
Gamaschenhosen
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tzlaender 5. Nobelle
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Mtrin, daß die
Plaids und Annanastücher lauun bis Ende
WaIu bänden der Krie
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Handarbeiten, Taschentüche ſänr 198 ausgszobl
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Heinrich Erd41
Darmſtan
Roßfdörferſtry
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[ ][  ][ ]

jertagen will auch Mutter ausruhen.
tollen konnte ſie ſchon lange vorher
backen, ds ſie ſich unbegrenzt
lange ſchmackhaft halten.

Denn dieſe baheriſche Kernmargarine aus den V. M. W. Nürnberg bereinigt zum
erſtien Mal höchſie Nährkraft und höchſien Wohlgeſchmack: Vitamine und Alpenmilch.

mmet 330

Sonntag den 18 Dezember 1927

Seite 5

ar
d radn

Aus der Landeshaupiſiadt.
Darmſiadi, 18. Dezember.
Erledigte Stellen: In Ergänzung der in Nr. 140 der Darm=
Seitung vom 18. Juni 1927 zur Beſetzung ausgeſchriebenen
rAle an der evangeliſchen Volksſchule zu Groß=Umſtadt,
n2. ehurg, wird nachträglich bemerkt, daß mit der Uebertragung
ſ5 erſtelle die Ernennung zum Rektor verbunden werden kann.
wrigen können noch bis 15. Januar 1928 bei dem Kreisſchulamt
reeingereicht werden.
(rledigt ſind im Kreiſe Worms: Eine Lehrerſtelle für einen
eho mi-hen Lehrer an der Volksſchule in Bechtheim. Dienſtwoh=
nunm
vorhanden und kann bezogen werden; eino Lehrerſrelle für einen
epa : hen Lehrer an der Volksſchule in Dittelsheim, Dienſt=
wo
h, iſt vorhanden und frei.
(wangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch den Landeskirchentag
gen i Zuurde der Regierungsrat Dr. Georg Dahlem zu Mainz
zung z präſidenten der Kirchenregierung und des Landeskinchenamts.
Duchnde Kirchenregierung ernannt wurde Regierungsrat Dr. Otto
oyreZu Zwingenberg a. d. B. zum ordentlichen Mitglied des Landes=
woche
4s mit der Amtsbezei hnung Oberkirchenrat.
geſſiſches Landestheater Darmſtadt. Am erſten Weihnachtsfeier=
mritag
, den 25. Dezember, wird im Großen Haus zum erſten
Masun dieſer Spielzeit Fidelio von Beethoven gegeben ( muſika=
liſchſeekung
: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm); am zueiten Feiertag,
Mchw, den 26. Dezember, zum erſten Male Ein Maskenball
vonrioi (muſikaliſche Leitung: Max Rudolf).
(lwans Operette Der Mikado wird als Silveſtervorſtellung
im mößen Haus vorbereitet.
4rag, den 19. Dezember, beginnt die Aufführung des Kinder=
mäms
Trilltrall und ſeine Brüder um 16 Uhr.
Schnurrbuſch=Quartett. Auf die heute 11½ Uhr ſtattfindende
Wieinachtsmorgenfeier des Sehnurrbuſch=Quartetts ſei hier=
mit
ᛋrnals hingewieſen. Das Programm bringt Mozarts G=Dur=
Strxifſartett und Zilchers Marienlieder, ein Zyklus von 11 Liedern
für; ip= an und Streichquartettbegleitung (Soliſtin: Sufanne Horn=
Stä0)
Zmrmſtädter Künſtler auswärts. Muſikſchriftſteller Arthur Blaß
ber üh: in der Neuen Mannh. Ztg.: Walburg E. Schick, einſt
Sch ülin, der großen Meiſterin Orgeni, ausgebildet als dramatiſcher
Koltnusſopran, iſt eine Konzertſängerin geworden, deren Vorzüge
mamn lin vereinigt finden wird. Die ſchöne ausgiebige Stimme, die
Ausstnig der Atemtechnik, der einfach=herzliche Grundklang ihrer
Voysie, und ein gewiſſer Stilinſtinkt, der von Bach bis Reger herrſcht,
wausſſarch geſtern die allgemeine Freude . . . Das Mannh. Tagbl.
ſchn xi: Erbauung und Erhebung war es, daß die hier wohlbekannte
Konirnſongerin und Geſangspädagogin W. E. Schick mit ihren Hel=
ferrn
ſhoten hatte. Dabei zeigte ſich die Sängerin im Vollbeſitz ihrer
anſ ueniden, gut entwickelten Stimmittel und ihres beachtenswerten
Könims. . . Sie ſang mit einem wirklich ſchönen, edlen und aus=
dru
. Zhl en Sington, der aus Innigkeit und Seelenadel quoll, die
Irmbau der Konditorei Barth. Die Konditorei Wilhelm Barth,
Graſnfit aße 27, iſt einem Umbau unterzogen worden, wobei gleihzeitig
dasc (f, durch Hinzunahme der Räume eines im gleichen Hauſe be=
findülfen
Geſchäftes vergrößert wurde. Den Umbau haben die Archi=
tettarnk
ug und Großmann geleitet und damit unter beſonders
ſchiuzigen Verhältniſſen einen bedeutenden Erfolg erzielt. Während
des ſgzn Umbaues mußte nämlich der Betrieb der Kondivorei und des
Caß=kᛋFrecht erhalten werden. Die Architekten haben die an ſie heran=
tretimy
Fragen der Raumeinteilung und Innenausſtattung außer=
ordiieno
, glücklich gelöſt. Man betritt durch den Verkaufsraum der
Konſdrßi das Café, das aus zwei anheimelnden Räumen beſteht,
einamntößeren und einem kleineren. Die Wände ſind erſa bis zu hal=
bermßy
, getäfolt und in hellen Farben gehalten. Das Liht flutet durch
gronßehumdbogenfenſter durch die Räume, nur leicht gedämpft durch
geſchmck voll geraffte Vorhänge. Unter den Fenſtern ſind die Heiz=
köry
argebracht. Beſonderes Augenmerk iſt auf dio Lüftung gelegt;
ſie liſnlet ſich innerhalb der Doppeldccke und die Mündungen der Luft=
kanmal
ſurd durch Verzierungen verdeckt. Die Innenausſtattung, die
nady neAngaben der Architehlen von hieſigen Firmen und Handverks=
mei
ſu hergeſtellt wurde, enzſpricht dem modernen kunſtgewerblichen
Geſſitka; ſie iſt gediegen und weiſt ſehr gefällige Formen auf. Das
giltſſ /A. von den kleinen diereckigen Tiſchen, die ausziehbar ſind; das
gilt! ſrr für die Stühle, die Veleuchtungskörper und die übrige Aus=
ſtatwſu
, tenn alles iſt materiolecht und paßt ſich in Form und Farbe
dem ſeſamtraum an. Edelhölzer und deutſcher Marmor geben den
Ms tſta. Der Umbau hat auch das Aeußere der Konditorei umgeſtaltet,
ſehr) m. Vorteil des Straßenbildes. Wohltuend wirkt auf das Schön=
heit
pänden die jetzt durchgeführte gleichmäßige Rhythmik der Rund=
bogyſrmrcer
und die Marmorverkleidung der Faſſade. Der Umbau
wumdafſtern mittag mit einer ſihlichten Feier in kleinem Kreiſe ein=
gewlei
, wobei Herr Bürgermeiſter Buxbaum anweſend war. Herr
Barſätd nkte in einer Anſprache, während ein Imbiß gereicht wurde,

anastit
asch

allelnſi an dem Werk beteiligt waren, insbeſondere den Architekten
Kruyne Großmann, die ihre Aufgabe nach proktiſchen Geſihtspunkten
und ſch ſo ſchön gelöſt hätten.
Täe Vorbereitungen zur Durchführung der dem Reichstag zurzeit
vorylſensen 5. Novelle zum Reichsverſorgungsgeſetz ſollen gemäß
RunwſeB des Reichsarbeisminiſteriums ſo beſchleumigt erledigt
werc daß die Nachzahlungen für die Zoſt vom 1. Okto=
bery
M bis Ende Januar 1928 bis ſpäteſtens 15. Januar
1925 Händen der Kriegsbeſchädigten ſind. Die Hinterbliebe=
ne
rolzen die Nachzahlungen für die gleiche Zeit mit der Rente für
Febm 1928 ausgezahlt erhalten. Durch die Ausführung dieſer ſehr
um fyrichen Vorarbeiten uſw. (19000 Fälle!) iſt das Amt ſo über=
laſtt
. s es leider gezwungen iſt, die für Montag und Donnerstag in
der bixe angeſetzten Sprechtage bis Ende Januar 1928 aufzuheben.
Nuxrganz beſonders eilige und dringende Fälle kann eine Ausmahme
gewmn tverden. Anträge auf Zahlung von Vorſchiſſen auf die nach
der kyalle zuſtehenden höheren Beträge können leider keine Berück=
ſichtsan
finden. Die Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen werden
gelym, Das Vorſtehende genau zu beobachten, damit die Umrechnung
umäu szahlung der nach der genannten Novelle zuſtehenden höheren
ReiftbKräge bis zur feſtgeſetzten Friſt pünktlich erfolgen kann.
Aie lange gelten die Hindenburg=Bohlfahrtsbriefmarken? Der
Ve3E/f Ser zurzeit im Verkehr befindlichen Hindenburgmarben wird mit
dennſ. Januar 1928 eingeſtellt, dagegen erliſcht ihre poſtaliſche Gültig=
keitſſt
mm 30. April 1928. Wenn auch erfreulicher Weiſe ein großer
Tedſlr /Geſchäftswelt und auch viele Private es ſich zur Pflicht gemacht
habeifr eine beſtimmte Zeit ihre geſamte Poſt nur mit Hindenburg=
driltrsen
zu frankieren, ſo ſtehen viele noch abſeits und viele Marken
oM GPa ſtkarten warten noch auf ihre Käufer. Das bevorſtehende Weih=
nauß
und Neujahrsfeſt dürfte allen Säumigen Gelegenheit geben, ſich
nohnwem Hilfswerk zu beteiligen. Ganz beſonders dürfte die künſt=
ſenMausgeführte
Hindenburgpoſtkarte mit aufgegruckter Hindenburg=
nallfär
nur 15 Pfg., ſich zum Austauſch von Weihnachts und Neu=
1ah Früsen eigenen und mindeſtens ein Satz Hindenburgbriefmarken
ſol ce F keinem Weihnachtstiſche fehlen. Darum ergeht in letzter
Shhk an alle der Ruf: Schenkt Hindenburgbriefmarken und benutzt
Zulallstauſch von Euren Weihnachts= und Neujahrsgrüßen nur
b5/hargpoſtkarten, beſonderer Dank iſt Euuch gewiß! Jede Menge
Da 4r und Poſtkarten wird im Stadthaus, Zimmer 26, während der
Dil ſutzmiden abgegeben.

Kolonie Grohberg.

An der Pallaswieſenſtraße, umgeben von der Induſtrie, lag noch
dor einem halben Jahre ein wüſtes Gelände, gekennzeichnet durch den
früiheren Damm der Main=Neckar=Bahn und einen großen und langen
Schlackenberg der Lutherſchen Maſchinenfabrik. Zwiſchen den beiden
langen Dämmen lagen tiefe Mulden, unbrauchbar für jede nützliche
Verwendung. Das Gelände hat die Stadtverwaltung in der Nachlriegs=
zeit
angekauft, um es zuſammenzulegen und ſpäter der Induſtrie zuzu=
führen
. Wer heute dorthin kommt, findet ein vollkommen verändertes
Bild. An Stelle des wüſten Geländes mit ſeinen Schlackenbergen iſt
eine freundliche Siedlung getreten, in der ſeit 16. Dezember d. J. 72
Familien wohnen. Dieſe Wohnungen in 20 Gruppen mit je 4 reihen
ſich mit ihrem bunten Kleid aneinander, ohne daß die Kette einen lang=
weiligen
Eindruck macht. In 18 Gruppen ſind 64 Oweizimmerwohnun=
gen
und in je 2 Gruppen wveiter 8 Dreizimmerwohnungen untergebracht.
Rkundum laufen ſchmale Straßen. In der Mitte des Blockes iſt, von
Kaſtanienbäumen umgeben, ein Kinderſpielplatz eingerichtet worden. Zu
jeder Wohnung gehört im Vorgarten ein Kirſchbaum, und dieſe Baum=
Pflanzungen werden der Kolonie in der Kirſchblüte ein reizendes Bild
verleihen. Was die Stadtverwaltung geleitet hat, dieſe Kolonie vorzu=
ſchlagen
, war die Notwendigkeit, ſchnelle Abhilfe zu ſchaffen für die zahl=
reichen
und oft dringlichen Fälle der augenblicklichen Wohnungsnot. Das
Gelände liegt noch im Weſchbild der Stad:. Es war ohne Shwierig=
keiten
anzuſchließen an die vorhandenen Kanäle und Verſorgungslei=
ungen
. Es ſtand eine Fläche zur Vepfügung, die genügte, um auf ein=
mal
eine große Anzahl von Wohnungen darauf zu errichten. Der=

Bückler

das schonste Geschenk
für jedes Alter
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spannen
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Bilderbücher in größter Auswahl,
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Die Darmstädter Buchhandlungen

Weihnachtsmeſſe in der Kirchſtraße. Man ſchreibt uns: Herr
Obermuſikweiſter Weber wird, wie am letzten Sonntag, auch heute mit
ſeiner Kavelle in der Kirchſtraße ſpielen. Das Konzert findet von
½34 Uhr ſtatt, damit alle, die der Muſik lauſchen, auch noch Gelegen=
heit
haben, am Goldenen Sonntag ihre Cinkäufe für das Feſt zu er.
ledigen. Die Kinchſtraße lädt mit ihren im Lichterglanz ſtrahlenden
Häuſern geradezu ein, in ihren Geſchäften große und kleine Geſchenke
zu kaufen. Erfüllt von der ſchönen Muſik, voll Freude über das kom=
mende
Feſt wird jeder zufrieden mit ſeinen Eikäufen nach Hauſe gehen.

Auch am heutigen Sonntag
1st unser Geschätt
geschlossen.
Philipp Hess G. m. b. H.
Kleidertabrik
Darmstadt 19880) Schillerplatz

Orpheum. Heute Sonntag ſind 2 Vorſtellungen: Nachmittags
4 Uhr des beſonderen Erfolges wegen nochmals Dornröschen
(Preiſe 40 Pf. bis 1,25 Mk.). Jede erwachſene Perſon hat ein Kind
frei! Abends 348 Uhr gelangt der heitere Schwank Bubiköpfe‟
bei kleinen Eintrittspreiſen von 80 Pf. bis 2,50 Mk. zur Aufführung.
Der Sonntagskartenverkauf iſt von 912 Uhr im Verkehrsbureau, fer=
ner
den ganen Tag über bei de Waal, Rheinſtraße 14, und Zeitungs=
Kiosk, Ernſt=Ludwigsplatz, ſowie Kaſſe des Orpheums ab 3 Uhr. (Siehe
Anzeige.)
Beſuchen Sie das Saalbau=Reſtaurant

Neuer Inhaber. Fritz Niemann. (19855
Erſtklaſſiger Mittagstiſch von Mk. 1 an. Reichhaltige
Tageskarte zu mißigen Preiſen. Bekannt gute Küche.
Gut gepflegte Biere. ff. offener und Flaſchenwein

Alldeutſcher Verbaud. Unſere nächſte Monatsverſammlung am
Dienstag, den 20. Dezember, abends 8 Uhr, im Weißen Saale bei Chriſt
(Grafenſtraße 18), wird ſich, wie die beiden vorhergehenden, mit der
kommenden Reichstagswahl beſchäftigen. Sie bringt hierzu einen Be=
richt
über Die deutſchen Regierungen ſeit 1918 (ſiehe
Anzeige), u. a. wird auch die inzwiſchen von dem Ausſchuß der Vater=
ländiſchen
Verbände vereinbarte Entſchließung zur Reichstagswahl ver=
leſen
werden. Die vaterländiſchen Verbände und Parteien ſind herzlich
willkommen.

artige Flächen ſtehen der Stadt im Weichbild ſonf= nicht zur Verfügung.
Man müßte eine derartige Kolonie ſchon reht weit draußen bauen, und
das brächte wieder für die Bowvohner erhebliche Nachteile mit ſich. An=
fänglich
wandten ſich gegen dieſen Bauplan viele Stimmen und erheb=
liche
Bedenken wurden laut. Sie alle mußten aber zurücktreten vor der
Notwendigkeit, zu handeln, und der Erfolg zeigt, daß die manchorlef
Bedenken unberechtigt waren.
Die Wohnungen, in Flachbauweiſe errichtet, haben keine Unter=
kellerung
, dagegen einen geräumigen Vorratsraum mit praktiſchen Ge=
ſtellen
und Kiſten für die Vorräte. Die Zweizimyerwohnungen Heſtehen
aus einer Wohnküche und zwei Schlafräumen. Die letzteren ſind ſo groß,
daß je 2 Betten und die dazu gehörigen Möbel bequem untergebracht
werden können. Die Dreizimmerwohnungen ſind in gleicher Weiſe ein=
gerichtet
. Die Fußlöden beſtehen aus Tannenriemen auf Lagerhölzern,
die Wände aus Fachwerk mit Ausmauerung und Innenputz, ſowie einer
äußeren Stülpſchalung. Zu jeder Wohnung gehört em Vorgarken und
ein kleiner Nutzgarten. Die Koſten einer Zweizimmerwohnung betragen
etwa 7000 Mark, die Koſten einer Dreizimmerwohnung etwa 8500 Mark.
Die Mieten ſind feſtgeſetzt mit 22 Mark für eine Zweizimmerwohmung
und 32 Mark für eine Dreizimmerwohnung pro Monat. Die unver=
hältnismäßig
hohen Koſten ſind entſtanden durch die ſehr ſolide Aus=
führung
der geräumigen Wohnungen und durch die wotwendige Zu=
führung
von Kanal, Waſſer= und Gasleitung.
Die neue Siedlung iſt in 3 Monaten bezugsfertig eingerichtet wor=
den
. Die Pläne dazu hat das Städtiſche Hobbauamt gemacht. Die Aus=
führung
lag in den Händen des Stadtbaurats Robert Müller.

Deutſcher Lehrerverein für Naturkunde.
Der Darmſtädter Pilzforſcher Franz Kallenbach ſprach in einem
gemeinverſtändlichen Lichtbildervortrag über wichtige und auffallende
Erſcheinungen aus dem Leben der Pilze. Sämtliche Ausführungen
wurden durch zahlreiche und prächtige Originalphotosk) des Referenten
auf das b ſte erläutert. Zueiſt wurde in klarer Weiſe der Hauptunter=
ſchied
zwiſchen Pilzen und den höheren Pflanzen dargelegt. Durch den
Mangel an Blattgrün ſind die Pilze auf organiſche Nahrung angewieſen.
Danach gliedern ſich die Pilze in Schmarotzer und Fäulnisbewohner, je
nachdem ſie tote oder lebendige organiſche Nahrung benötigen. Eine
dritte phyſiologiſche Gruppe ſind die Wurzelpilze, die mit den Wurzeln
höherer Pflanzen in engſter Beziehung ſtehen und von größter Bedeu=
tung
für das Leben unſerer Waldbäume ſind. Das Pilzgeflecht durch=
wuchert
ſeinen Nährboden und ſchreitet bei guter Entwicklung zur Bil=
dung
ſeiner Fruchtkörper der Pilze. Die Samen der Pilze werden
zumeiſt auf der Hutunterſeite gebildet. Die Fruchtſchicht auf der Unter=
ſeite
iſt fe nach der Pilzgruppe auf Blättern, Röhren, Stacheln uſw.
ausgebreitet. Dieſe Organe der Fruchtſchicht ſind immer genau ſenkrecht
nach unten gerichtet, um das Ausfallen des Sporenpulvers zu ermög=
lichen
. Zur Sporenverbreitung tragen entweder Luftſtrömungen oder
Tiere (Stinkmorchel) bei. Auf geeignetem Nährboden awgekommen,
keimen die Sporen aus und bilden allmählich ein Pilzgeflecht, das bei
ſeiner Reife wieder Fruchtkörper hervorbringen kam. Durch kreisförmi=
ges
Wachstum des Mhcels enrſtehen oft die ſogenannten Hexenringe.
Aus den Hauptpilzgruppen wunden nun wichtige Vertrexer vorgeführt.
Fäulnisbewohner, insbeſondere Miſtbewohner, wie die Düngerlinge und
Tintenpilze, Bewohner faulenden Holzes, wie ſie jedermann kennt, zum
Beiſpiel Schwefelkopf, Sckpplinge, die verſchiedenen Zunderſchwämme
uſw. Bei den Holzbewohnern wurde auch der gefährliche Haus=
ſchwamm
in prächtigen Bildungen vorgeführt. Es gibt noch eine
ganze Reihe ſolcher hausbewohnenden Holzſchädlinge, die aber im Ver=
gleich
zum Hausſchwamm aus der Bibel ſchon als der Ausſatz der
Häuſer bekannt nur geringen Schaden anrichten und im Gegenſatz zu
jenem ſchon mit einfachen Mitteln zu bekämpfen ſind. Wer alſo über
Hausſchwamm zu klagen hat, tut gut daran, nicht nur den Baufachmann,
ſondern auch den botaniſchen Sachverſtändigen zu Rade zu ziehen. Denn
bei der Bekämpfung des echten Hausſchwamms kann man nicht gründlich
genug zu Werke gehen, während man bei den anderen Holzſchädlingen
eher etwas an den Bekämpfungsmitteln erſparen kann. Die Pilzforſchung
iſt im Vergleich mit den höheven Pflanzen noch im Rückſtand und zwar
aus dem einfachen Grunde, weil man bei den meiſten Pilzen eine
künſtliche Kultur im Laboratorium noch nicht zuſtande bringt, um ihre
Lebensbedingungen uſw. gwündlich zu erforſchen. Gelungen iſt die Pilz=
kultur
bis jetzt im weſentlichen bei den Miſt= und Holzbewohnern; man
denke nur an die großen Pferdemiſtkulturen des Angerlings ( Cham=
pignon
). Auffallend iſt der oft ſehr merkwürdige Geruch vieler Pilze:
nach Anis, Fenchel, Mandeln, auch unangenehme Gerüche uſw. Bei den
Schmarotzern wurde hauptſächlich unſever Pflanzenkramkheiten (Roſt=
und Brandpilze) gedacht. Auch eine Reihe unſerer Baumpilze ſind echte
Schmarotzer, z. B. der bekannte Hallimaſch, der Buchenringrübling u. a.,
Ueber die Erdwendigkeit der Pilzfruchtkörper belehren am beſten die
prächtigen Funde aus dem Urwald von Bialowicz. Eine reizvolle Er=
ſcheinung
im Leben der Pilze iſt die Tropfenbildung an den jungen
Fruchtkörpern. Pilzmißbildungen Verwachſungen, ein Pilz auf dem
Hut des anderen uſw. gehören nicht zu den Seltenheiten. Geweih=
förmige
Mißbildungen aus dunklen Räumen (Keller, Bergwerke) werden
ofr gar nicht als den Pilzen zugehörig erkannt wegen ihrer merkwürdigen
Formen.
Auch unter den Tieren finden ſich viele Pilzverehrer, wie eine Reihe
von wohlgelungenen Aufnahmen bewies, Eichhöunchen, Mäuſe, Schnecken,
Käfer uſw. wiſſen auch dieſe Delikateſſe zu ſchätzen. Zum Schluß wur=
den
eine Reihe von Speiſeſchwämmen aus den verſchiedenen Pilzgruppen
zu deren Verſtändnis vorgeführt. Ganz beſonderes Intereſſe fanden auch
die Hauptaiftpilze, ſo der grüne Knollenblätterpilz, der
allfährlich immer und immer wieder eine große Zahl blihender Men=
ſchenleben
dahinrafft. Auf ſeine Kenntnis kann in Volk und Schule gar
nicht genug hineingearbeitet werden. Auch das Leuchten der Pilze iſt
eine merkwürdige Erſcheinung und kann auch bei uns beobachtet werden.
Der leuchtende Oelbaumpilz aus Südeuropa kommt auch bei uns vor
und wurde von dem Referenten vor zirka 10 Jahren in der Darmſtädter
Gegend zum erſten Male für Deutſchland feſtgeſtellt. Hoffentlich kann
noch mancher Pilzfreund dieſes Wunder in unſeren heimiſchen Wäldern
beobachten. Der Oelbqumpilz (bei uns natürlich auf anderen Laubholz=
ſtüimpfen
) ſieht aus wie ein großer Pfifferling, iſt aber giftig.
*) Anmerkung. Die Bilder ſind zum Teil in dem Tafelwerk
Die Pilze Mittéleuropas (Dr. Klinkhardt, Leipzig) erſchienen.

F.C. Union Weihnachtsfeier. Der F.C. Union hielt ſeine
Weihnachlsfeier im Chauſſeehaus (Heidelberger Straße) ab. Der Saal
war bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein auzerwähltes Programm
und der ausgezeichmnete Verlauf der Feier befriedigten alle Anweſenden.
In liebenswürdiger Weiſe brachten das Orthſche Männerquartett und
der Zitherklub Darmſtadt=Beſſungen einige angepaßte Stücke zu Gehör,
die dankbar aufgenommen wurden. Ebenſo erntete Herr Schaaf für
ſeinen mit ſchöner Stimme torgetragenen Geſang Der Fremdenlegio=
när
reichen Beifall. Ganz beſonders gefiel das aktive Vereinsmitglied
L. Boos mit ſeinem Tonplet, in dem er alle Spieler der Ligamann=
ſchaft
mit einem paſſenden Geſchenk beſcherte. Zum Schluß folgte
eine Theateraufführung unter der Regie und Einſtudierung des Ver=
gnügungsausſchußvorſitzenden
Herrn Harreus, der an der begeiſterten
Aufnahme des Schvankes Eine ſchöne Beſcherung das größte Ver=
dienſt
hat. Zum guten Gelingen des Stückes trugen bei die Herren
Bert, Frey und Voller, ſowie die Damen Frau Koch, Meher und
Rückert. Ganz beſonders geſiel der natürlich und humorvoll verkör=
perte
Schuſterjunge durch Herrn Fr. Voller.

g: M.
Ni
rlange man gratis den neueſten Band der Reſi= Hausbücherei! Vertreter der 2
dt, Aliceſtr. 20. Tel. 2529. (IV. 12628
iſche Reſt
Uiedem Pfund der Tafelmargarine

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag den 18 Dezember 1927

Nummer 3501

Die Stillegung des Wohnungsbaues.
Mahnwort an die Landtagsabgeordneten.

Unter dieſer Ueberſchrift wird uns geſchrieben:
Der in der Nr. 348 des Darmſtädter Tagblatts gebrachte
Artikel über Finanzierung des Wohnungsbaues regt mit Recht
an, der Landtag möge vor weiteren Etatsverhandlungen Stel=
lung
zur Finanzierung des Wohnungsbaues nehmen. Der Haus=
haltsausſchuß
des bayeriſchen Landtags hat zur Belebung des
Wohnuugsbaues mehrere Anträge der Bayeriſchen Volkspartei
angenommen, die dahin lauten, die Staatsregierung zu erſuchen,
im Benehnen mit der Reichsregierung Mittel und Wege zu
finden, bei Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs die Verwen=
dung
eines größeren Teiles des Auftommens der Mietzinsſteuer
als ſeither für den Wohnungsbau zu ermöglichen. Ferner, im
Benehmen mit den Vertretungen der Städte und Landgemeinden
zu erwägen, ob nicht, die für den Wohnungsbau benötigten
zweiten Hypotheken dadurch, daß die öffentlichen (gemeint ſind
die öffentlich=rechtlichen) Körperſchaften die Bürgſchaft hierfür
gegenüber den Kreditnehmern übernehmen, zum Teil auf dem
privaten Kapitalmarkt aufgebracht werden können, und gegebe=
nenfalls
dem Landtag eine entſprechende Vorlage zu machen.
Sodann dahin zu wirken, daß die öffentlichen Sparkaſſen und
die Träger der ſozialen Verſicherungsanſtalten ihr Kapital, ſo=
weit
irgend möglich, mehr als ſeither zu günſtigen Bedingungen
für den Kleinwohnungsbau bereitſtellen. Auch zu erwägen, ob
es ſich nicht empfiehlt, zum Zwecke der Gewährung von Zwiſchen=
krediten
und Hypotheken für den Wohnungsbau entweder eine
ſelbſtändige Kreditanſtalt zu gründen oder eine bereits vorhan=
dene
, unter ſtaatlichem Einfluß ſtehende Kreditamſtalt entſpre=
chend
zu erweitern.
Dieſes Erſuchen an die bayeriſche Staatsregierung läuft
parallel mit den Erforderniſſen des heſſiſchen Landes und muß
auch unſer Landjag ſich für eine poſitive Löſung der Wohnungs=
baufrage
mit allem Ernſte einſetzen und endlich Beſtimmungen
beſchließen, die uns der Löſung des heute wichtigſten Problems
näher bringen. Denn wir ſtehen vor einem entweder oder
Entweder beizeiten Arbeitsmöglichkeiten und dadurch zugleich
Werte ſchaffen, oder für ungeheuer anſchwellende unproduktive
Erwerbsloſenunterſtützungen das Nationalvermögen verſchleu=
dern
. Die Wohnungskaufrage ſteht jetzt im Vordergrund der
Wirtſchaft, und ein großer Frebel wäre es, wenn unſere Ver=
treter
vor dieſer Tatſache ſich die Augen verſchließen würden.
Weniger parteipolitiſche, aber mehr lebensnotwendige Fragen
behankeln, meine Herren!
Auch unſere öffentlichen Körperſchaften müſſen die brennende
Notwendigkeit des Bauens mehr als ſeither in den Kreis ihrer
Intereſſen ziehen. Sie müſſen eine Gemeinſchaft bilden und
zuſammen mit der Stadt eine Baſis, eventuell in Form einer
Bürgſchaftsbereitwilligkeit, für Aufnahme zweiter Hypotheken
ſchaffen. Die Hauszinsſteuer muß mit einem viel höheren Pro=

Alle Menſchen wollen Heilig Abend feiern!

Käufer und Hausfrauen aber auch Verkanſsperſonal und Ge=
ſchäftsinhaber
. Bei der Ausdehnung der Geſchäftszeit am Heilig=Abend
haben die Angeſtellten im Einzelhaudel keine Möglichkeit, den in jedem
eutſchen Hauſe mit beſonderer Freude erwarteten und gefeierten Abend
zu begehen. Es iſt zu berückſichtigen, daß nach dem offiziellen Schluß
der Verkaufszeit von den Angeſtellten im Einzelhaudel noch in größerem

Aufwertung von Sparguthaben.

Umfange Aufräumungsarbeit zu leiſten iſt, die nach außen hin zwar
nicht in die Erſcheinung tritt, die Angeſtellten jedoch in der überwiegen=
den
Mehrzahl bis 1s8 Uhr, ſogar bis gegen 8 Uhr am Arbeitsblatz
feſthält.
Auch die Geſchäftsinhaber werden hiervon betroffen. In vielen
größeren Städten wurde daher im vorigen Jahre bereits der Laden=
ſchluß
am Heiligen Abend auf 5 Uhr feſtgeſetzt.
Darum Käuſer und Hausfrauen. Deckt eueren Weihnachtsbedarf

Die zur Beiſchreibung der 202 igen Aufwertungsbeträge noch
nicht vorgelegten alten Sparbücher werden hiermit erneut
zur umgehenden Vorlage aufgerufen.
Die Bücher können jederzeit während der üblichen Kaſſeſtunden
bei unſerer Aufwertungsſtelle im erſten Stock vorgelegt werden.
Kaſſeſtunden: Vormittags von 81, bis 1 Uhr, nachm. von
341, Uhr.
(st19604
Samstags nachmittags geſchloſſen.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.

frühzeitig! Kauft nicht in den ſpäten Nachmittagsſtunden am Heiligen
Abend. Gebt allen Menſihen die Möglichkeit, am Heiligen Abend recht=
zeitig
in den Kreis der Familie zurückzukehren und an der Foier am
Heiligen Abend teilzunehmen.

Der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=Verband, Ortsgruppe
Darmſtadt, veranſtaltet am heutigen Sonntag, wie ſchon in den ver=
gangenen
Jahren, wieder eine Kinderweihnachtsfeier. Hierzu ſind die
Kinder der Verbandsmitglieder und deren Eltern recht herzlich einge=
laden
. Die Feier findet in unſerem Verbondsheim, Alexanderſtr. 22
(Kaſerne, Hof links), um 5 Uhr nachmittags ſtatt.

Paketzuſtellung. Am Sonntag, den 18. Dezember, und am erſten
Weihnachtsfeiertag (25. Dezember), findet eine einmalige vormittägige
Paketzuſtellung ſtatt.

Kunſinotizen.

Lokale Veranſtaltungen.

Mürfier edes fünflieriſche Vrranſtaltungen, deren im Nochtichn
geſchieht, behält Kc die Redafflen ibr Urtell ves

Die Memntter

erſcheinenden Notliyen ſind ansſchllietlich ais Hinwelſe auf Anzsiyn W ietrecten.
in keinem Jalle irgendwie alt Beſrechung eder Krick.

Am Montag, den 19. Dezember, abends, findet im Fürſten=
ſaal
(Grafenſtraße), Weihnachtsfeier ſtatt, veranſtaltet von der Frauen=
gruppe
des Deutſchationalen Arbeiterbundes und dem Frauenausſchuß
der Deutſchnationalen Volkspartei. Wir fordern die Kameraden auf der
an uns ergangenen Einladung zahlreich Folge zu leiſten. Am Mitt=
woch
, den 2. Dezember, abends, findet gemeinſam mit dem Bund
Königin Luiſe im Fürſtenſaal Weihnachtsfeier ſtatt. Die Kameraden
werden erſucht, ihre Angehörigen mitzubringen. Gäſte ſind willkommen.
Bund gönigin Luiſe. Am Mittwoch, den 21. Dezem=
ber
, abends 8 Uhr, findet im Fürſtenſaal (Grafenſtraße) unfere Weih=
nachtsfeier
gemeinſam mit dem Stahlhelm ſtatt. Da ein ſehr reichhal=
tiges
Programm vorgeſehen iſt, werden die Kameradinnen gebeten,
pünktlich zu erſcheinen. Gäſte herzlich willkommen.
Vaiſenſchutz=Beſcherung. Wir erinnern nochmals
an die morgen Montag, abends pünktlich um 7 Uhr, im Saalbau ſtatt=
findende
Kinderbeſcherung des Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz,
Programme 4 20 Pf., die zum Eintritt berachntigen, ſind auch heute
Sonntag von 1118 Uhr in dem Bigarrengeſchäft Koch, Marktplatz 3
(neben Fiſchhaus Fertig), erhältlich. Helft unſeren armen Darmſtädter
Halbwaiſeukindern, indem ihr zu dieſer Feier, die ohne Neſtauration
ſtattfindet, erſcheint.
Im Hotel Prinz Heinrich findet heute, Sonntag abend,
erſtklaſſiges Familienkonzert ſtatt. Der Beſuch wird ganz beſonders
empfohlen.

Reſibenz=Theater. Trotzdem das Reſidenz=Theater am
Weißen Turm einer vollſtändigen Umarbeit und Renovierung entgegen=
ſieht
, läuft zurzeit dort der außerordentliche Sportfenſationsfilm Be=
zwinger
der tauſend Gefahren. Harry Piel als Regiſſeu=
und Hauptdarſteller überragt hier wieder einmal alles bisher auf die=
ſem
Gebiete Geleiſtete. Lückenlos reiben ſich Senſationen an Senſatio=
nen
und in raſender Spannung Abenteuer an Abenteuer , durch
Zufallsmomente hält Piel mit einem Heer von ſich überſchlagender
Komplikationen den Beſclzuer an die Leinwand gebannt. Das alles
iſt ein durchgreifendes Miterloben, kein toter Film, der vor uns ab=
rollt
, keine Illuſionen man hangt und bangt um tauſendfältige Ge=
fahren
, und atmet erleichtert auf bei den in Bruckteilen von Minuten
ehenſo zahlreich gewonnenen Ideen. Das Beiprogramm beſchließt die
Vorſtellung mit einer äußerſt luſtigen und ſehr origmellen Sache in
Form eines Luſtſpiels und der neueſten Emelka=Woche.

Sbet Erkältungsanzeichen
rheumatischen Schmerzen.

provinziglausſchuß.

p. 1. Klage des Bezirksfürſorgeverbandes Frankfurt a. M. gegens
Bezirksfürſorgeverband Effenbachk=Land wegen Anerkennug der 974
erſatzpflicht für den Kaufmann Guſtav Windmeier aus Laugen
Der genannte Kaufmann ſiedelte von Langen nach Frankfurt o
über und wurde an letzterem Orte vom Bezirksfirſorgevergand u.
ſtützt. Der Klageanſpruch wird auf fortgeſetzte Hilfsbedürftigkeis!
ſtützt, die Offenbach=Land leugnet, weil Windmeier vor ſeinem B5)

zentſatz als bisher, ſie ſollte ihrem Sinne nach eigentlich ganz
zum Bau von Wohnhäuſern herangezogen werden. Wo kommen
die Gelder unſerer ſozialen Verſicherungsanſtalten hin?. Auch
darüber muß im Landtag einmal geſprochen werden. Kommen
dieſe gewiß nicht geringen Summen mit entſprechendem Teil
der Bauwirtſchaft zugute?. Auf die zeitgemäße und unparteiſch
rein wirtſchaftliche Verwendung dieſer Gelder muß der Reichs=
wirtſchaftsrat
hingewieſen werden.
Wenn es trotz aller Zweckmäßigkeit wirklich nicht möglich
ſein ſollte, die berufenen Körperſchaften mit der Stadt als eine
Intereſſengemeinſchaft für das Wohnungsbauweſen unter einen
Hut zu bringen, ſo iſt der Bau von Kleinſtwohnungen, Ein= und
Zwei=Zimmer=Wohnungen, nur durch Staat und Stadt möglich,
da die Privatbauwirtſchaft aus rein finanzwirtſchaftlichen Grün=
den
derartige Unternehmen nicht in ihr Programm aufnehmen
kann. Dem Bauen von Drei=, Vier= und Mehr=Zimmer= Woh=
nungen
muß ſich Staat und Stadt enthalten. Das muß unbedingt
der Privatbauwirtſchaft überlaſſen bleiben. Es iſt anzuregen,
daß, wie vor dem Kriege, ſich aus Handwerkerkreiſen unter=
nehmer
finden, die ſich dadurch Arbeitsgelegenheit und nach
einigen Jahren, durch entſprechende Tilgung der Belaſtungen,
Rentenhäuſer ſchaffen. Dieſe Möglichkeit iſt allerdings nur vor=
handen
, wenn Finanzierungs= und Bürgſchaftsgelegenheit dem
Unternehmer gewährleiſtet ſind.
Herrn Reichsbankpräſident Dr. Schacht gelingt wohl ſeine
Operation, aber der Patient ſtirbt. Wem er allgemein den
Blutlauf der Bauwirtſchaft ſo uterbindet durch Verhinderung
der Auslandsanleihen der Städte für den Wohnungsbau, dann
iſt er aber auch verpflichtet, auf andere Weiſe für eine Blut=
zurkulationsmöglichkeit
zu ſorgen, die den Patienten nicht ſterben
läßt. Daß der Wohnungsbau, namentlich das Etagenhaus, ein
unproduktives Objekt ſein ſoll, iſt nicht einzuſehen. Bei nor=
malen
wirtſchaftlichen Verhältniſſen wirkt er werbend wie jeder
andere Betrieb durch ſeine produzierende Rente. Er iſt ein Wert,
der nicht verſchleppt werden kann, und ein weſentlicher Teil des
ſtationären Nationalvermögens. Hätten wir vor dem Kriege
mehr Häuſer gebaut, große Vermögen wären uns erhalten ge=
blieben
. Der Standpunkt Schachts findet zweifellos in Bau=
fachkreiſen
ſehr geteilte Aufnahme. Er darf nicht dazu führen,
die für das deutſche Volk ſo lebensnotwendige Bauwirtſchaft zu
erdroſſeln, ein ungeheures Heer von Arbeitsloſen zu ſchaffen
und das Wohnungselend auf unabſehbare Zeit zu verlängern.
Das darf nicht erſt erkannt werden, wenn es zu ſpät iſt. Wer
will die Verantwortung tragen?. Wie oft wurde ſchon darauf
hingewieſen, daß das Baugewerbe als Schlüſſelgewerbe bis zu
75 Prozeit die Induſtrie beſchäftigt, und dieſe Tatſache muß all
den berufenen Vertretern im Landtag und Reichstag die unab=
weisbare
Pflicht auferlegen, für das Imtereſſe des Wohnungs=
baues
mit aller Energie einzutreten.

mit einer Unterſtützung abgefunden worden ſei, die es ihm ensd
hätte, ſeinen Lebensunterhalt weiter zu beſtreiten. Windmeſer lercul

daß er mit der letzten in Langen gewährten Unterſtitzung hätte 19
auslangen können. Der Beklagte betont, mit dem Weozug von 29y
ſei die Hilfsbedürftigkeit daſelbſt beendet geweſen, Ia Frankfurt 71
ſei eine neue Hilfsbedürftigkeit eingetreten.
Das Urteil ergeht zugunſten des klagenden Verbandes.
2. Antrag des Kreisamts Offenbech, dem Hugo Kurze zu Briu
gemäß 8 35 der Gewerbeordnung die Ausübung des Gewerbes glszu
lehensvermittler zu unterſagen. Das Polizeiamt Offenbach bas I.
kreisamtlichen Antrag angeregt mit Rückſicht auf früher erlitteneru
ſtrafen. Kurze betont, er ſei P.

Städte mit Familie durchzunſchlagen. Eim Verfahren wegen 2ä.
gegen Kurze iſt mangels einer ſtraſbaren Haudlung eingeſtelt 1y
den. Bemerkt ſei, daß das Strafurteil 1917, alſo vor 10 Jahren!
gangen iſt. Dem Antrage des Kreisamts wird ſtattgegeben.
3. Geſuch des Ramon Sogas zu Darmſtadt um Ertäilung der
laubnis zum Betriebe einer Weinwvirtſchaft im Kauſe Karlſtraßex=
Sogas iſt Spanier, hier ſeit 1922 anſäſſig. Die Innung und BIll
amt bejahen, die Deputation der Stadtvererdneten verneint zin
dürfnisfrage, Kreisamt erachtet, zwei ſpaniſche Weinwirtſchaftenn
für hier genügend. Geſuchſteller betont, daß die Gegenſotigkeit 49
das deutſch=ſponiſche Handelsabkommen verbürgt ſei, die Bedürfniny
hänge mit der Einfuhr ſpaniſcher Weine zuſammen; auch deutſche 29
genöſſen in Spanien vorzugsweiſe Behandlung, deshalb ſei der Sch
punkt des Kreisamts unhaltbar und irrig. Der Gsſuchſteller fühc
dem neben ſpaniſchen auch deutſche Weine. Der Umſatz der feint!
Vertretung betriebenen Wirtſchaft zeige in den letzten Monaten
gende Tendenz, der Beſuich ſei ein guter, ſchon nachmittaas ſei oin
Platz mehr im Lokal zu finden, das Publikum ſetze ſich beſonderg
Beamten und penſionierten Offizieren zuſammen. Im Lokal art
keine Damenkapelle. Der ſpaniſche Wein, den Gsſuchſteller verſchinmel
billiger wie deutſcher Wein. Das Lokal, das am Mathildenplam!
niſche Weine verſchänke, ſei von Karlſtraße 58 weit entfarnt. Die rl
ſchaft neben dem Polizeiamt, die ſpaniſche Weine ausſchänke, werdein
demnäckht eingehen, da das Frankfurter Hauptgeſchäſt in Konkum)
taten ſei.
Die Kunzeſſion wird erteilt.

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4. Geſuch des Johann Adam Berlieb zu Darmſtadt um Erteikur)
Erlaubnis zum Betriebe einer Gaſtwirtſchaft im Hauſe Obergatatl.
Die Wirtſchaft beſteht ſeit 1877 und wurde 1923 geſchloſſen.

Debutation der Stadtverordneten verneint ein Bedürfis, dagegg
jaht es die Wirteinnung, ebenſo das Polizeiamt. Für eim Lotuchl

beſtehe euu Beduirfnis, wie das Polizeiamt ausführt, bezüglich der im
ren Leute. Das Kreisamt verneint ein Bedürfnis, die Meſſenuc
den demnächſt nach dem Exerzierplatz verleot werden. Die Konnſ
wird erteilt unter der Bedingung, daß die Benutzung der Müum
teilt wird.
5. Geſuch der Klara Schulze zu Darmſtadt um die Erteilum
Erlaubnis zum Betriebe einer Schantwirtſchaft mit Pranutweinausth
im Haufe Lanbwvehrſtraße 26.
Die Wirtſchaft beſteht ſeit 1878, die Geſuckſtellerin übt ſeitlr
Stellvertretung die Wirtſchaft aus. Das Kreisamt erklärt ſich
das Geſuch, weil der Ehemann Schulze in die Strafſache Singein!
wickelt war. Die Konzeſſion wird verſagt.

g75ic

Mt bie md anläßlich un

hedl in ie reichem Mo
Nungen und Aufmerien

Ain Schäfer, Gewerbe

Au

Weihnachtsveranſtaltungen für Kinder in der Stadtbücherei.4
der Weihnachtswoche werden an drei Nachmittagen den Kindern !0
nachtsgeſchichten vorgeleſen. Mittwoch, den 21. Dezember, um Zil
nachmittags. für Kinder von 46 Jahren, Donnerstag, den 2. Däek
ber, um 5 Uhr nachmittags, für Kinder von 68 Jahren (einſchl.);
tag, den B. Dezember, um 5 Uhr nachmittags, für Kinder von
Jahren.
Johanneskirche. Es ſei nochmals auf das Weihnachskoe
hingewieſen, das der Kirchenchor der Johannesgemeinde heute aus
8 Uhr in der Johanneskirche unter Leitung des Herrn Kammermunf
Adam gibt. (S. Anzeige.)

Alten, die mich zu
durch Zuſchrilt
aegt herzich
Chriſian Pet=
Heinhein

Aus den Parteien.

Deutſchnationaler Frauenausſchuß. 941
gruppe Darmſtadt. Wie bereits mitgeteilt, iſt die diesſich
Weihnachtsfeier des Deutſchnationalen Frauenausſchuſſes in Verbi: 1
mit der Frauengruppe des Deutſchmationalen Arbeiterbundes für V
tag, den 19. d. M., abends 7½a Uhr, im Fürſtenſaal. Gnafenu)
feſtgeſetzt. Das Programm wird ſehr ſchön und reichhaltig geut
werden, und außer den kürzlich erwähnten Ueberraſchungen (Ful
beſcherung, lebendes Bild, weihnachtliche Stimmung, ſowie ein 4
ländiſches Spiel), Geſangsvorträge und Deklamationen bringen.,
Vorſitzende der Ortsgruppe, Herr Dr. Reinhart, und Herr Pfarrtea4
werden Anſprachen halten. Zur großen Freude der Kleinen wira
der alte gute Weihnachtsmann zu ihnen kommen. Wir laden
Mitglieder und ihre Familien nochmals herzlich ein und hoffen au
Teilnahme.
Deutſchnationale Volkspartei Ortsar
Darmſtadt. Der Frauenausſchuß der Ortsgruppe veranſtaltk!!
ſammon mit der Frauengruppe des Deutſchnationalen Arbeiterrul.
am Montag, den 19. d. M., abends 7.30 Uhr, im Fürſtenſaal Sh4l
ſtraße 18. eine Weihnachtsfaier. Wir bitten uuſere Parteimtt11
und die Freunde der Partei, die Veranſtaltung rcht zahlreich 1
ſuchen und pünktlich zu erſcheinen.

tieſfer
Otto W

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genfeier des Schnurrbuſch=Quartetts. Anfang 20 Uhr, En
22 Uhr: Ingeborg. Orpheum, nachm. 4 Uhr: Dornri/
Abends 8 Uhr: Bubiköpfe‟ Konzerte: Hotel Schmitz.
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Zentralhotel, Frankfurter Hof, Ludwigshöhe, Rummelbräu. 9
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burger Schüler, abends 20 Uhr, in der Stadtlirche:
abend. Kinovorſtellungen: Umon=, Reſidenz21
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aBl.1.5

[ ][  ][ ]

ummer 330

Familiennachrichten

eWVerlobung geben bekannt
sbeth Strecker
Hans Bauer
mstadt, 18. Dezember 1927
MFergstr. 60 Gervinusstr 18
(*33563

unserer Vermählung am
Dszsmber 1927 sind uas aus
FrHes- und Bekanntenkreisen so
M Seschenke, Gratulationen und
eirDen anderer Art zugegangen,
deis in ihrem Umfange uns un-
wiich
machen, einzein zu danken.
Ur fünlen uns verpflichtet, auf
MWeise Allen unseren aufrich-
H. herzlichen Dank zu sagen.
Dakob Egly und Frau
Ottilie, geb. Sallwey.
unstadt, Emilstrasse i. (19822
Füeienstag, den 20 Dezemder feiern

Ehe eute Jakob Deny und
auu Barbara, geb. Mark, Fuhr=
mannſtraße
10, das Feſt der
ilbernen Hochzeit.
3½576

Sonntag den 18 Dezember 1927

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Darmstadt
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Gertrud Schmidt
Fritz Schwiering
Verlobte
33597
Bergisch-Gladbach
Dezember 1927.

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Lenchen Frey
Philipp Pons
Verlobte

( 33403

Wixhausen

Dezember 1927.

Gräfenhausen

Am 16. Dezember entſchlief ſanft
nach ſchwerem Leiden unſere geliebte
Schwägerin und Tante

Hildentscher Verhand
Dienſt., 20. Dez. 8 Uhr
Vortrag
Die Regierungen
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B zuät in ſo reichem Maße erwie enen
Mungen und Aufmerkſamkeiten danken
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Allen, die mich zu meinem 80. Ge=
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ereuken, ſagt herzlichſten Dank
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Grau Suroid Sertingyaud geb. Freiin von Starck. TTorten Tal Jochaf

Dſe tieftrauernd Hinterbliebenen.
Darmſiadt München, Berlin,
17. Dezember 1927.
(19882
Die Einſegnung findet am Montag, den
19. Dezember um ½3 Uhr in der Kapelle
des Eliſabethenſtiftes ſiatt.

Der schöne

Seute entſchlief nach langem,
großer Geduld ertragenem
ſewen meine liebe Frau
Marie Balther
mnahezu vollendeten 70. Lebens=
uar
.
In tiefer Trauer:
Otto Walther.
Darmſtadt, Wienerſtraße 69.
die Beerdigung findet am Mon=
ſaz
., den 19. Dezember, nach=
nicktags
½3 Uhr, von der Fried=
vSkapelle
an der Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
aus ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger An=
teilnahme
beim Heimngange unſeres lieben
(Entſchlafenen, ſowie die zahlreichen Kranz=
und Blumenſpenden ſagen innigſien Dank
Die trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Paul Wwe.
und Kinder.
Darmſtadt, den 17. Dezember 1927.
Alexanderſtraße 22.
(33658

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Schiller-
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Dankſagung.

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Für die herzlichen Beweiſe der Teilnahme bei
dem Heimgange meiner lieben Frau, unſerer guten
Mutter, Großmutter und Urgroßmutter ſagen wir
unſeren herzlichſten Dank, insbeſondere dem Hochw
Herrn Pfarrer Zimmermann, für die erhebende und
troſtvolle Grabrede unſeren tiefgefühlten Dank
In tiefer Trauer:
Georg Borger, Schloßverwalter i. R.
Famtlie Georg Vorger, Weißbindermeiſter
Familie Heinrich Borger, Bauführer
Familie Karl Borger. Ingenieur
Familie Wilhelm Schulze und Frau Käte
Familie Adam Schäfer, Malermeiſter, ſowie
Die Enkel= und Arenkelkinder.
(*33624
Darmſtadt, den 17. Dezember 1927.

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[ ][  ][ ]

Sonntag den 18 Dezember 1927

Rummer 3301

Aus Heſſen.
Die Zahl der Schüler in den Heſſiſchen
Landwirtſchaftlichen Schulen
im Winterhalbjahr 1927/28.

Lfde.
Nr.

Schule Unter= Ober=
klaſſe
Zu=
ſammen
Darmſtadt . . . . . . . 30 R R Groß=Gerau .... .." 26 22 48 Groß=Umſtadt. . . . . 17 21 38 Heppenheim . . . . ." 20 26
22 46 Michelſtadt . . . . . . . 23 45 Reichelsheim. . . . . . 18 16 34 Alsfeld. . . . . . . . . . ." 26 28 54 Büdingen .... ...." 15 22 37 Butzbach*) 20 20 Grünberg 18 40 Lauterbach . 20 32
30 Lich .. 11 19 Nidda 19 25 44 Alzey. 46 4: 88 Gau=Algesheim. 25 48 Mainz. 28 47 Sprendlingen. 2 17 44 Worms 27 37 64 Friedberg .. ....." 34 28 62 Oppenheim. . . 46
933
44 Zuſammen 977

Be
merkungen

nur einkl.
Schulbetr.

Haushal=
tungsabtlg
.
v. 44 Schü=
lerinnen
be=
beſucht
.

Auf eine Schule entfallen im Durchſchnitt 49 Schüler.

Schüler und
Schülerinnen.

E. Wixhaufen, 17. Dez. Oeffentliche Gemeinderats=
fitzung
. Zur Bildung eines Leichenkondukts waren vier Bewerbun=
gen
eingelaufen. Dieſe wurden angenommen. Der An= und Verkauf
eines Faſelochſens wird der Finanzkomwiſſion überwieſen. Im letz=
ten
Voranſchlag wurde die Anſchaffung einer Kontrolluhr für den
Nachtpolizeidienſt genehmigt. Demgemäß ſoll jetzt eine ſolche angeſchafft
werden. Gleichzeitig wurden auch die Dienſtſtunden der Nachtpolizei feſt=
geſetzt
. Die von der Gemeinde bei der hieſigen Sparbaſſe aufgenom=
menen
Markanleihen wurden abgelöſt. Die Ablöſung wurde dahingehend
geregelt, daß die Gemeinde 500 Reichsmark mit den geſetzlichen Zinſen
ab. 1. Januar 1927 verzinſt. Bei Punkt Verſchiedenes wurde beſchloſ=
ſen
, einen Zuſatzpavagvaphen in die Ortsbauſatzungen einzuſtellen. In
demſelben ſoll die Regelung des neuen Beb rungsplanes der Meſſeler=
ſtraße
vorgeſehen werden. Der Aufſtellung einer Litfaßſäule in der
Mittelgaſſe, von ſeiten einer Reklamegeſellſchaft, wurde zugeſtimmt.
Der Bürgermeiſter wurde beauftragt, dem Altbürgermeiſter Georg Pfaff
zu ſeiner Goldenen Hochzeit die Glückwünſche der Gemeinde zu überbrin=
gen
. Anſchließend folgte eine geheime Sitzung. Bei der hier ſtatt=
gefundenen
Viehzählung wurde fokgender Beſtand feſtgeſtellt: Pferde 59,
Kühe 265, Ziegen 665, Schweine 769, Geflügel 4096, Bienenſtöcke 12.
Hausſchlachtungen wurden 28 vorgenommen.
An. Arheilgen, 15. Dez. Die hieſige Bürgermeiſterei gibt bekannt,
daß die Floßrinnen täglich zu reinigen ſind. Insbeſondere iſt es
verboten, Waſchwaſſer, Spülwaſſer und ſonftiges ureines Waſſer in die
Floßrinne oder auf die Straße zu ſchütten. Bei eintretendem Glatteis
ſind Fußſteige und Straßenübengänge zu beſtreuen. Beim Verſtoß gegen
dieſe Anordnungen iſt die Polizei beauftragt, jeden Schuldigen unnach=
ſichtlich
zur Anzeige zu bringen.
J. Griesheim, 17. Dez. Winterbeihilfe 1927. Auf Beſchluß
des Heſſiſchen Landtags und der Gemeindevertretung dahier ſollen hilfs=
bedürftige
Erwerbsloſe, Sozialrentner und ſonſtige hilfsbedürftige Per=
fonen
eine Winterbeihilfe (verteilt auf die Monate Dezember 1927, Ja=
nuar
, Februar und März 1938) nach folgenden Richtlinien erhalten. Es
werden gezahlt pro Rate 1. für alleinſtehende Perſonen 5 Mk., 2. für ein
Ehepaar 6 Mk., 3. für jedes unterhaltungsberechtigte Kind 1 Mk. Hilfs=
bedürftige
Erwerbsloſe, die ſpäteſtens am 10. Dezember 1927 erwerbslos
wurden, melden ſich am Montag, den 19. Dezember, vormittags von
810 Uhr, auf dem Rathaus. Hilfsbedürftige Erwerbsloſe, welche ſeit
1. Dezember in Arbeit ſtehen, aber vorher mindeſtens 12 Wochen er=
werbslos
waren, melden ſich am Montag, den 19. Dezember, nachmittags
von 46 Uhr, auf Zimmer 8 der Bürgermeiſterei. Für Sozialrentner
iſt eine Meldung nicht erforderlich. Alle ſonſtigen hilfsbedürftigen Per=
ſonen
melden ſich am Montag nachmittag von 34 Uhr auf Zimmer 8
der Bürgermeiſterei. Es wird erſucht, die Meldungen in den angege=
benen
Zeiten vorzunehmen, da ſpätere Meldungen nicht mehr berückſich=
tigt
werden können. Die Beihilfe wird nur in Naduralien gewährt und
können die ausgegebenen Gutſcheine nur bei hieſigen Geſchäften gegen
Waren eingelöſt werden. Am morgigen Sonntag begeht unſere Mit=
bürgerin
Frau Georg Hofmann 3. Witwe, Pfützenſtraße 61 wohn=
haft
, in voller körperlicher und geiſtiger Friſche ihren 87. Geburtstag.
Wie alljährlich, ſo findet auch dieſes Jahr die Weihnachtsfeier der Lie=
dertafel
am erſten Weihnachtsfeiertag, abends, im Kaiſerſaal ſtatt.
Wir verweiſen an dieſer Stelle auch auf das Weihnachtsſchauiſpiel
Durch Not und Leid zur Weihnachtsfveud, das morgen abend im Feſt=
ſaal
Zum grünen Laub zur Aufführung kommt.
Aa. Eberſtadt, 16. Dez. Mit dem Holzmachen im Gemeinde=
wald
ſind ungefähr 40 Arbeiter beſchäftigt. Es handelt ſich größtenteils
um Arbeitsloſe. Gegenwärtig wird in acht Kolonnen von verſchiedener
Stärke gearbeitet.
Aa. Eberſtadt, 17. Dez. Arbeitsmarkt. Die Zahl der Er=
werbsloſen
iſt weiter im Steigen begriffen. In den letzten vier Wochen
ſtieg ſie um mehr als das Doppelte. Gegenwärtig befinden ſich in der
Erwerbsloſenfürſorge 242 und in der Kriſenfürſorge 35 Perſonen.
Dabei iſt zu berückſichtigen, daß in der Holzhauerei für den Gemeinde=
wald
die Zahl der Holzmacher auf 60 erhöht worden iſt. Unfali.
Eine Frau, die auf einer Leiter ſtand, ſtürzte infolge Bruchs der Leiter
ab und zog ſich mehrere Verletzungen zu.
4a. Pfungſtadt, 17. Dez. Züchtererfolge. Der hieſige Ge=
füügelzüchterverein
hat auf der Starkenburger Geflügelausſtellung in
Neu=Iſeiburg ne ie Erfolge erringen können, indem eine Reihe ſeiner
Mitglieder für ausgeſtelltes Geflügel (Hühner, Tauben) mit Preiſen
ausgezeichnet werden konnten. Der Weihnachtsſparverein
Pfungſtadt zahlte ſeinen Mitgliedern mehr als 2500 RM. Spargelder
aus.
G. Ober=Namſtabt, 17. Dez. Gedenket der hungernden
Vögel! Dieſe Mahnung ſollte jetzt, nachdem Schneefall und Froſt
eingetreten, nicht ungehört verhallen, denn den Vögeln iſt es nicht mehr
möglich, die nötige Nahrung ſich ſelbſt zu fuchen. Der große Nutzen, den
die gefiederten Sänger für den Obſtkaum bedeuten, iſt allſeits bekannt,
und ſie vor dem Hungertode zu bewahren, deshalb unbedingte Pflicht
aller Tier= und Obſtbaufreunde. Darum ſtreut geeignetes Futter an
trockenen und geſchützten Plätzen.
Z. Groß=Umſtadt, 16. Dez. Autobusverbindung. Die
Autobusverbindung Groß=UmſtadtSemdDieburg und Groß=Umſtadt
Heubach und zurück hat ſich außerordentlich ſegensreich erwieſen. In=
folge
des ſtets wachſenden Verkehrs hat ſie den beſten Beweis für ihrer
Nowendigkeit erbracht. Der Unternehmer Salomon hat nun die Ab=
ſicht
, die Verkehrslinie weiter auszubauen, indem er noch regelmäßige
Fahrten nach Raibach und Habitzheim unternehmen will.. Hierzu iſt
alle dings die Beſchaffung eines zweiten Wagens erforderlich. Zwecks
Fundierung des Unternehmens fand unter dem Vorſitz des Regierungs=
rats
Walter vom Kreisamt Dieburg eine Verſammlung von Vertretern
der intereſſierten Gemeinden in Groß=Umſtadt ſtatt. Hoffentlich ſind die
Gemeinden Groß=Umſtadt, Raibach und Habitzheim bereit, im Intnreſſe
ihrer Einwohner die erforderlichen Mittel aufzubringen.
* Semd, 16. Dez. Auf eine gute, bei dem zahlreichen Publikum
mit großem Beifall aufgenommene Veranſtaltung, konnte die hieſige
Schützengeſellſchaft gelegentlich ihres Theaterabends zurückblichen. Auf
neuer, vorzüglich dekorierter und ausgeſtatteter Bühne gingen Der rote
Wolf, ein Wildererſtück aus den Bergen, ſowie Die Wunderſpritze‟
ein urkomiſcher Schwank, über die Bretter. Vorzüglich waren beide
Stüche einſtudiert. Couplets und Muſikſtücke vervollſtändigten das Pro=
gramm
.

Die Bevölkerung der Stadt Berlin beſtand 1910 nur aus
37,3 Prozent Eingeborenen und 62,7 Prozent Zugewanderten. Von
den männlichen Zugewanderten waren nach Berlin gekommen im
Kindes= und Jünglingsalter (bis zum 20. Lebensjahre)
15,23 Prozent, im beſten Mannesalter (vom 20. bis 50.
Lebensjahre) 65,07 Prozent, und im höheren Alter 19,70 Pro=
zent
. Das Land hat alſo für 65 Prozent der Bevölkerung, die im
beſten Alter abwanderten, und zwar in dem Augenblick, wo ihre
Arbeitskraft für das Land voll nutzbar geworden wäre, die Er=
ziehungs
= und Ernährungskoſten getragen. Dieſe
Feſtſtellung iſt ein wichtiger Beitrag zu der Frage Stadt und
Land und zeigt erneut den engen Zuſammenhang zwiſchen beiden.

r. Babenhauſen, 17. Dez. Eine Weihnachtsfeier veranſtaltet
kommenden Dienstag nachmittag die hieſige Höhere Bürger=
ſchule
im Saalbau Deutſcher Hof. Lieder, Reigen= und Schatten=
ſpiele
mit Weihnachtsmuſikſtücken werden klein und groß in Weihnachts=
ſt
:mmung verſetzen. Selbſtredend fehlt auch nicht das Theaterſtück, das
erſt den rechten Vorgeſchmack für die kommende herrliche Feſtzeit geben
wird. Die Kinder führen das Iunſtige Weihnachtsſpiel: Die Reiſe zun:
Weihnachtsmann auf. Für die Feier, zu der Eltern und Freunde der
Anſtalt eingeladen ſind, wird kein Eintrittsgeld erhoben.

Ah. Neuſtadt i. O., 17. Dez. Am nächſten Sonntag, nachm. 2 Uhr,
findet im Gaſthauſe Zum weißen Schwan ein Vortrag über Wieſen=
pflege
ſtatt Vortragender iſt Herr. Dircktor Schönheit vom Heſſ.
Landwirtſchaftsamt Mickelſtadt. Seit Donnerstag wird hier auf der
Alten Seewieſe ſchon eifrig Rodelſport getrieben. Am gleihen Tage
wurde nachmittags um 3.10 Uhr eine ſtattliche Schar Schneegänſe geſich=
tet
, deren allgemeine Flugrichtung nach dem Maintale orientiert war.
Die Zahl der Arbeitsloſen hat ſich etwas vermehrt. Sie dürften in der
Hauptfache zunächſt bei den einſetzenden Holzhaue=arbeiten Vevwendun)
finden.
L. Michelſtadt 17. Dez. Gemeindeverſammlung. Die
Kreisgruppe Erbach des heſſſiſchen Landgemeindetags wird am Montag,
den 19. Dezember 1927, vormittags 10 Uhr, im Hotel Friedrich zu Michel=
ſtadt
eine Verſammlung mit wichtiger Tagesordnung abhalten. Ueber
Aufwertung von Gemeindeanleihen wird Bürgermeiſter Dr Völſing=
Alsfeld referieren, über die Grundzüge der Reichsfürſorgepflichtverord=
nung
Kreisvevwaltungsimſpektor Schick=Erbach und über kommunale Zeit=
fragen
Bürgermeiſter Ritzel=Michelſtadt. Nodelbahn. Die Nodel=
bahn
am ſogenannten Viehtrieb kann alsbald in Benützung genommen
werden. Die Schulfugend macht ſchon die erſten wohlgelungenen Ver=
ſuche
. Da die Bahn eine kurze und eine lange Strecke aufweiſt, kommt
ſie jedem Bedürfnis entgegen und wird wohl auch von auswärtigen
Rodlern ſtark beſucht werden. Sonntagskarten Aſchaffenburg
Michelſtadt. Der Verkehrs= und Verſchönerungsverein Aſchaffenburg hat
bei der zuſtändigen Reichsbahndirektion die Auflegung von Sonntags=
fahrkarten
von Aſchaffenburg nach Michelſtadt beantragt. Der Antrag
wurde genehmigt. Nach Notizen in der Aſchaffenburger Lokalpreſſe
dürfte vom Frühjahr ab mit ſtarkem Verkehr zu rechnen ſein.
d. Erbach i. Odw., 17. Dez. Nach reichlichem Schneefall iſt die Tem=
veratur
in der letzten Nacht auf 12 Grad under Null geſunken. Der
Schnee liegt 57 Zentimeter hoch. Für Ski= und Bobſleigh=Sport iſt
die Schneedecke jedoch noch nicht ausreichend Die Zahl der Arbeit=
ſuchenden
im Kreiſe Erbach beträgt zurzeit 962. Unterſtützt werden zur=
zeit
694 Perſonen mit 1308 Familienangehörigen. Bei öffentlichen Not=
ſtandsarbeiten
werden 19 Unterſtützungsempfänger beſchäftigt. Im all=
gemeinen
iſt auf dem Arbeitsmarkte eine erhebliche Verſchlechterung ein=
getreten
, veranlaßt hauptſächlich durch die Einſtellung der Arbeiten im
Baugewerbe infolge der Witterung. Ein großer Teil der Arbeiter
konnte jedoch in der Forſtwirtſchaft Unterkommen und Verdienſt finden,
da jetzt die Holzfällungen überall im Gange ſind. Die Reſultate der
Wahlen der Arbeitgeber zum Ausſchuß der Allg. Ortskvankenkaſſe Michel=
ſtadt
liegen nunmehr amtlich feſt. Als Arbeitgeber ſind gewählt: Georg
Faatz, Dachdeckermeiſter in Michelſtadt, Fritz Kumpf, Fabrikant in Er=
bach
, Eberhard Volk, Kaufmann in Erbach, Heinrich Arzt, Fabrikant in
Michelſtadt, Chriſtian Enſinger, Autohändler in Michelſtadt, Joh. Jak.
Rein 2., Fabrikant in Steinbach, Leonhard Stellwag, Schloſſermeiſter in
Erbach, Heinrich Weber, Fabrikant in Beerfelden, Dengler, Bürgermei=
ter
i Erbach, Jakob Kümzel, Elfenbeinſchnitzer in Michelſtadt.
H. Waldmichelbach, 16. Dez. Sterbefall. In tiefe Traer
wurde kurz vor dem hl. Feſt eine hieſige Familie verſetzt. Der 16jähr.
Sohn des Johann Morr, der ein Bierdepot betreibt, ſtudierte in Bethel
bei Bielefeld. Bei dem erſten noch dünnen Eiſe begab er ſich mit einigen
Mitſchülern auf die Eisfläche, um ſich mit Schlittſchuhlaufen zu be=
luſtigen
; da brach plötzlich das Eis, und der hoffnungsvolle Junge mußte
ertrinken. Am erſten Weihnachtsfeiertage wollte er bei den Eltern ſeinen
16. Geburtstag feiern, nun kam es aber anders. Den tieftrauernden
(ltern bringt die hieſige Bevölkerung allgemeine Teilnahme entgegen.

M
Boi

Dez
Hirma: E

Darmſtadt:
Girioe.
iu Bintich Bechte.
gaufmann in

Bn. Hirſchhorn, 16. Dez. Vom Turnverein. Zum erſtem 3.
ſeit langer Pauſe tritt am kommenden Sonntag, den 18. I. Mi4
Turnverein Hiuſchhorn mit ſeiner Handballmannſchaft wieder auf!=
Plan. Leider war es dem Turnverein Hirſchhorn nicht möglich ſi.n
der diesjährigen Spielperiode an den Verbandsſpielen zu beteit
Während der Turnverein Hirſchhorn im vorigen Jahre aus den 1
bandsſpielen als Gaumeiſter hervorging, ſollte er dieſes Jahr wisdeu=
Vereinen, die voriges Jahr faſt die niedrigſte Punktenzahl aufzum
hatten oder ſich zum erſten Male an den Verbandsſpielen beterls
aene
auf gleiche Stufe geſtellt werden, was zur Folge hatte, daß die M.
e
ſchaft Hirſchhorns dreimal in die abgelegenſten Orte des Neckar, Eux=
He e
gaus hätte fahren müiſſen. Das wurde für die meiſten Spieler finad=
zur
Unmöglichkeit. Der Turnverein Hirſchhorn war daher gennd s
ebenſo wie der Nachbarverein Neckarſteinach, leider ſeine Mannſchaft,
den Verbandsſpielen zurückzuziehen. Nachdem nunmehr die durcht
letzte Hochwaſſer an den Sportplatzanlagen verurſachten Schäden eiri=
maßen
wie der behoben ſind, hat der Turnverein für kommenden Son
den Nachbarverein Neckarſteinach zu einem Freundſchaftsſpiel verm.
tet. Da Neckarſteinach bei den letztjährigen Verbandsſpielen an zuze
Stelle ſtand, ſo dürfte für nächſten Sonntag für die Zuſchauer ein
eſſantes Handballſpiel in Ausſicht ſtehen. Herr Bierbrauereihfi;
Philipp Zipp dahier, der während der Inflationsjahre ſein iun
Neckarſteinacher Straße unmittelbar beim Bahnhof gelegenes Brazp=
anweſen
an eine Aktiengeſellſchaft zwecks Errichtung einer Maſchnu
fabrik verkauft hatte, desſelbe aber, nachdem die Geſellſchaft nach 0s
führung der ſtabilen Verhältniſſe in Konkurs geriet, um nicht allM,
verlieren aus der Konkursmaſſe wieder zurückkaufen mußte, hat
mehr in dem Anweſen eine Mälzerei eingerichtet, die dieſer Taog
Betrieb genommen wurde.
Hirſchhorn, 17 Dez. Waſſerſtand des Neckarzu
16. Dezember 1,00 Meter, am 17. Dezember 1,02 Meter,
4g. Lindenfels, 16. Dez. Aus dem Gemeinderat. M0 /on Bicher Ic.
Feſtſetzung des Waſſerzinſes bildet zunächſt eine eingehende Ausſp Au0 / W. iuriſten beſtel
Für eine allgemeine Erhöhung, die vielleicht mit Rüchſicht auf0llg Pillel weueintt
Ausbau der Waſſerleitung nötig geweſen wäre, tritt der Gemeimrul,
nicht ein. Es bleibt alſo beim alten Satz von 20 Pfg. pro Kubikm/! pänder, Hel
Dem Antrage des Kurhauſes, welches als Großwaſſerverbraucher al P ſmnartikel, Darmſta
verbilligten Waſſertarif wünſcht, ſchließt ſich eine Debatte an, im nn) 1 Egünder, Kaufman
cher das Für und Wider eingehend beſprochen wurde. In gehch
Abſtimmung wird mit 9 gegen 5 Stimmen das verbrauchte Jaz/!/yict engelrabe.O
quantum Waſſer im Kurhaus mit 16 Pfg. pro Kubikmeter feſtgeſeta / / Fuhöſtbräuche. Lelite
Die F.ſtſetzung der Hundeſteuer für 1928 wird für den erſten Hunjuay/ W W9. Abtelung P
12. Mk., für den zweiten Hund mit 24. Mk., für den dritten , u0 /z s4921 hinſichtlich
mit 48. Mk. und für den vierten Hund mit 72. Mk. feſtgeſetzt: 101 1 Jouen=Kommiſſion,
kommt bekanntlich noch die ſtaatliche Steuer. Nach dieſen Sätzem 9 ubeſchränkter H0l
allerdings ſeither ſchon ſo hoch waren, dürfte für das neue Steueua)ſ, m. die Veitretungs!
keine allzu große Vermehrung zu erwarten ſein. Die Feſtſetzunon
Sprunggeldes für 1928 wird ohne weitere Debatte für Rindvieka // W Mhtk iſt weehlee. L
4. Mk. und für Ziegen auf 50 Pfg. feſtgeſetzt. Weitere Anfrigl /1 MM4 Oezember. LS
und Mitteilungen wurden noch behandelt. Es darf erneut darauffy/ When: 1. G9: E9?
gewieſen werden, daß ſämtliche Geſuche oder Beſchwerden mit 7/ /H0ſchaft mit beig
deſtens dreitägiger Friſt auf der Bürgermeiſterei einzureichen ſind,0y m m. Darmſtadt: Die
zwvar entweder mündlich oder ſchriftlich. Wiederholt iſt es jetzt 10 0 zu des Liquidators
gekommen, daß Geſuche uſw. am Tage der Gemeinderatsſitzung us Mſyg erloſchen. 2. El
gereicht worden ſind. Damit wird die Arbeit der Bürgermeiſters=
ſchwert
, und Beratungen des Gemeinderats bis in die Mitternanz Awdeſenſchen N
ſtunden ſind die Folgen. Die Holzmacherarbeiten in 1 MMſung, Darmſtadt.
gemeinheitlichen Waldungen haben dank dem t1 kühund des Ligniggiok.
nen Wetter in den letzten Wochen derartige Fortſchritte gemnd Fihng erloſchen.
daß die Hälfte des diesjährigen Fällens bereits geſchehen iſt. 0 Lamſtadt, den 17.
Holzmacher haben gewiß keine beneidenswerte Arbeit zu leiſten, .5
Amtsgerich
in dieſem Jahre ſind ſie mit dem Ertrag zufrieden. Unt.
brochener Botendienſt. Die Reichelsheimer Apotheke
ſeither einen regelmäßigen Botendienſt mit Lindenfels unterhaltens !
Lindenfels noch keine Apotheke beſitzt. Die bekannte Botenfrau Laurs Mühverſtälger
ſchläger, im Volksmund nur unter dem Namen Reichelsheimer
geſprochen, iſt unerwartet geſtorben. Viele Jahre hat ſie pflichtess Nu5= und 9
ihren oft beſchwerlichen Dienſt verſehen und alle, die mit ihr Geſchlf Fretag, den 23.
machen mußten, nehmen Anteil an ihrem jähen Tode.
mumrin, 9 Uhr ab, wer
Lindenfels, 17. Dez. Winterſport. Vergangene Nacht le/ Ahulle am Woogsple
wieder Neuſchnee zu verzeichnen. Die Schneedecke beträgt zirka 1001 füüdt. Beſſunger Tan
Zentimeter, iſt aber ſtark verweht. Kälte am 17. Dez., vorm. 6 Uhr -!/Eüſchbaumeck 34 und
Grad Celſius. Es ſind wur noch einzelne Stellen der Gegend Steinz./y m. 1279 verſteigert:

Lützelbach, Neunkirchen für Winterſport geeignet.
W. Heppenheim a. d. B., 17. Dez. Zu unſerer Mitteilung über M Huche, Rt Hefer; Ru
Tages=Walderholungsheim für die Stadt Heppenheim iſt noch folgenmBW88 Hieſer: Reiſtgßnut
zu berichten: Schon in den vergangenen Jahren hat, man zur HebuWRl Heter, Sloche 41
der Volksgeſundheit im ganzen Kreiſe Heppenheim eine regelmäßg= //Ab vormitt, 11 U
Kinderſpeiſung für unterernährte Kinder eingeführt, welche überall g0*, lefer (Abtrieb Terg=
Erfolge aufwieſen. In der Stadt Heppenheim allein nahmen über U /5368 IIg, 6322 Up
Kinder an der Speiſung teil. Eine große Anzahl Kinder wurden ri üb. 138 Ug A1. (60u
Erholungskuren nach dem Heuberg, nach Bad=Kreuznach, nach Nauhoſt
an die Oſtſee uſw., geſchickt. Da aber eine größere Anzahl von zu 1 Yarmſtadt, den 17. T
holungsbedürftigen Kindern vorhanden iſt, ſoll bei Heppenheim m gs Städt, Güterver
ſtiger Lage ein Tages=Walderholungsheim errichtet werden. Nach ein-
Plane von Herrn Medizinalrat Dr. Werner ſoll die Sache ſo dure
führt werden, daß jährlich 160 Kinder im Sommerhalbjahr in vier I.
teilungen geteilt, eine Kur mitmachen können, wodurch der Stadt wrtMngd Bril
ger Ausgaben entſtehen, als dieſe ſeither durch die Verbringung vornel
holungsbedürftigen Kindern nach den verſchiedenen Kurſtätten zu tras) // ue Gemeinde Friedri
hatte. Vertreter der Stadt und des Kreiſes zeigten, daß ſie vonre/ ?/ Mlerg, verſteigert
Bedeutung der Erholungsſtätte vollauf überzeugt ſind, indem ſie rWAhden 29. Dezember
gehendſte Unterſtützung zuſagten. Eine Zuſammenkunft der charitatB/ A Ma9s2 Ubr, im
Wahlfahrtsverbände zur Bildung eines Ausſchuſſes wird in nächſter I 4 m der Gemeind
ſtattfinden.
H. Wimpfen, 16. Dez. Den ſchweren Verletzungen I/0Möhre. Das
legen. Vor 8 Tagen wurde in einer hieſigen Ortsſtraße eine i eh7Mlaha und iſt eine v
von dem Perſonenauto des Pferdehändlers Siegmund Meier aus elIP wie auch Schwarz
bronn überfahren. Sie erlitt dadurch ſo ſchwere innere Verletzurn//½ ealionen Kailbach
daß ſie im Krankenhaus ſtarb. Hindenburg=Brücke. Jmre/1/00Minuten zu erre

W üugelaſſen,
L9dpaſſes befint
Ne8 Zeugnis
Jogpaſſes kein

und Waſſerverſorgung und damit in Zuſammenhang ſtehend, die 7*
der Kanaliſation. Während für die erſten Profekte die Koſtenva‟
ſchläge mit rund 159 000 bzw. 180195 000 Mark feſtſtehen, iſt eine Kaßl
berechnung für die Kanaliſation, die ſich wohl über Jahre hinausä i.
wird, bis jetzt noch nicht da. Die Gemeinde hat Ausſicht, durch
landskredite die notwendigen Mittel zur baldigen Durchführung E
großen Pläne zu erhalten. Zwecks Beſchaffung der notwendigen 1.9 zur genauen Vercchnung der Rentabilität ſoll durch eine de2
frage in der Gemeinde feſtgeſtellt werden, wie groß der Verbrauchein
gezogen würde. Auch die Frage der Errichtung einer Gemeinde=:
theke wurde in dieſer Sitzung ventiliert. Hier müßte gleichfaus
einer Ausgabe von rund 80 0000 Mark gerechnet werden. Die Erriche.!
einer Perſonatlkonzeſſion wird vorläufig kaum Ausſicht auf E=*
haben. Dagegen wird die Gemeindeverwaltung bei den gegebenen S
len verſuchen, Mittel und Wege zu finden, um auch dieſes, ſchon
1914 geplante Werk ſeiner Vollendung entgegen zu führen. 2-*
Mark ſtaatliche Bauhilfsdarlehen wurden unter hieſige Bauluſtige 9e
mter auch die Genoſſenſchaft) zweckdienlich verteilt. Den Erwerbéit
Klein, und Sozialrentnern ſoll auch in dieſſem Jahre eine Winterbeuk=
uind
zwar in derſelben Höhe wie im Vorjahre gewährt werden.

letzten Tagen wurde der Schlußſtein der nouen Hindenburg=Brüickei) k/Bwarag iſt im Ra
entſprechender Feierlichkeit gelegt.
Gernsheim, 17. Dez. Waſſerſtand des Rheins/)mu bieter werder
16. Dezember 53 Zentimeter, am 17. Dezember 52 Zeutimeter.
Bo. Rüſſelsheim, 17. Dez. Ein Altersveteran. Geſundau
noch vollkommen rüſtig feierte am Samstag Herr Philipp Numang
einer der älteſten Mitbürger unſerer Stadt, ſeinen 83. Geburtsta y
Exploſion. In den Werken der Gebrüder Schwarz in der Wu /wwgweiſen, daß
ſtraße explodierte aus bis jetzt unbekannten Gründen ein Sauen
Schweißapparat. Die Exploſion richtete ziemlichen Schaden an unda‟
urſachte auch einen Gebälkbrand, der jedoch durch das ſchnelle
derf den 15.
greifen der Opel=Feuerwehr bald gelöſcht war. Menſchen ſind be=
Gemeinderat,
Exploſion nicht zu Schaden gekommen.
Bo. Biſchofsheim, 17. Dez. Motorrad=Unfall. Ein
Zwangst
aus Guſtavsburg wollte ſeine Motorradführer=Prüfung ablegen
fuhr von Biſchofsheim nach Nüſſelsheim. Vor einem eben überhä 11Mu nächſtehend be=
Laſtkraftwagen kam der Fahrer mit ſeiner Maſchine unerwartet zu
DA des Verſte
Trotzdem der Wagenführer ſofort bremſte, gingen die Vorderräder /hI.
e Nachide Kar
Wagens über den Verunglückten, der recht übel zugerichtet wurde.
uin
Anlegung eines Notverbandes in Rüſſelsheim mußte er mit dem Ee
ſchen Krankenautomobil nach Mainz ins Krankenhaus verbracht me e
Brundbuch
Wichtige Probleme erörterte der Gemeinderat in ſeiner leEc
den 7. Fe
am Freitag ſtattgefundenen Sitzung. Es ſtand zur Debatte die

[ ][  ][ ]

ſummer 350

Sonntag den 18 Dezember 1927

Seite 9

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zeußl 1927: Neueintrag: Firma:
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Hdnin artikel, Darmſtadt. Inhaber:
PeiuP änder, Kaufmann in Darmſtadt.
Aubat eingetragen wird veröffentlicht:
Dußechäftsräume befinden, ſich Karl= i
ſtriw/3- Abteilung B: Am 12. De=
zenok
/ 927 hinſichtlich der Firma: Im=
Otto Titze, Eisabethenstr. 4
miplien=Kommiſſion, Ge ellſchaft!s
milbefſchränkter Haftung, Darm=/i Telefon 3216 Ununterbrochen geöffnet. Umtausch nach den Festtagen
ſta)/ Die Vertretungsbefugnis des Li=
gu
ſſtor 8 iſt beendet, die Firma erloſchen.
Auei. Dezember 1927 hinſichtlich der
Filgin. 1. Gg. Ehrhardt & Söhne,
Gdelſchaft mit beſchränkter Haf=
tuim
Darmſtadt: Die Vertretungsbe=
fugw
ees Liquidators iſt beendet, die
Füf grloſchen, 2. Eiſenbetonwa. GBellegelle Täantät
geinzlſellichaft mit beſchränkter
HApſng. Darmſtadt: Die Vertretungs=
und der billige Preis macht
beſſpi des Liqnidators iſt beendet, die
das neueste Modell des echten
Bilkeu / rloſchen.
(19845
trmſtadt, den 17. Dez. 1927.
Amtsgericht I.

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22, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
en stag, den 7. Februar 1928, nachm. 31, Uhr,
Amdas unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer 219
(18836a
VMigert werden.
2ie Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ftiſtung
.
da Verſteigerungsvermerk iſt am 26. Auguſt 1927 in
Aährundbuch eingetragen worden.
hſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rasreermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
Aſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auf=
f
Mrung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Slyl anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
elköhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
*izningſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
y
des Berſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
Eichs rund den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Leienigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
enctht
haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
1Mlurgs die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
11

rens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
NBerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
hel
: tritt.
Darmſtadt, den 21. November 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
ußbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band III, Blatt 162.
Betrag der
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Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Louis Brugal, Inhaber eines Weinreſtaurants, im Grund=
buch
eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 28. Februar 1928, nachm. 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk, iſt am 7. Dezember 1927, in
das Grundbuch eingetragen worden,
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſtei=
gerungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpä eſtens im Verſteigerungstermin vor der Auf=
forderung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Eläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diefenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
ſtandes
tritt.
(19850a
Darmſtadt, den 12. Dezember 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk IV, Band VIII, Blatt 434,
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1. IV 827 Hofreite Nr. 35 Hügel=
223 35000 MM.
Mche
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Buchdruckerfaktors Ernſt Friedrich Karl Langnes
zu 2. deſſen Ehefrau Maria, geb. Hechler, zu /. im
Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 8. März 1928, nachmittags 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 23. November 1927 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
derung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(19849a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk VI, Band IV, Blatt 160
Betrag der
OeNr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann Am Schätzung

30 44 Hofreite Kaſtanienallee
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2252/

[ ][  ][ ]

Ceite 10

Sonntag den 18. Dezember 1927

Nummer 330

Pem Bücerti

Paul Thieme: Der Flug zur Sonne. Roman. (Reimar Hobbing
Verlag, Berlin.)
Der Flug zur Sonne iſt em deutſcher Zukunftsroman, etwas
Aehnliches wie z. Zt. Seeſtern 1908 wenn auch wieder ganz anders.
Zugrunde liegt die bereits tatſächliche, merkwürdige Erſcheinung, daß
man Metalle durch gewiſſe Einflüſſe leichter macht, d. h. auf die Auf=
hebung
der Schwerkraft hinarbeitet. Ein junger Deutſcher, der ſich
ganz dieſem Problem hingibt, kommt hierbei zu geradezu epochemachen=
den
Ergebniſſen. Ein Ingenieur, Flieger, dem Erfinder vom Kriege
her bekannt, verbindet ſich begeiſtert mit ihm, die Erfindung für das
Flugweſen und für das deutſche Vaterland auszunützen. Da wird aus
Anlaß einer Weltausſtellung in Santiago in Chile ein Flugwettbewerb
mit einem großen erſten Preis ausgeſchrieben. Mit einem kleineren
und einem größeren Flugzeug, aus der neuen Materie hergeſtellt,
leiſten die beiden Deutſchen Unglaubliches. Da aber die Flugzeuge in
franzöſiſche Hände geraten würden, faſſen die Beiden den kühnen Ent=
ſchluß
, den Flug über den ſüdamerikaniſchen Kontinent und den Atlan=
tiſchen
Ozean nach der Heimat zu wagen. Die Schilderung, wie dieſes
Wagnis gelingt, iſt tatſächlich glänzend geſchrieben. Das Ganze packt
ſowohl vom naturwiſſenſchaftlichen als auch vom deutſchen Standpunkte
aus jeden Leſer ſo, daß er vor dem Ende nicht mehr losläßt.

Friedrich Frekſa: Ein Mädchen reiſt ins Glück, Roman. 376 Seiten.
Preis 5,50 Mk. Sieben=Stäbe=Verlags= und Druckerei=Geſellſchaft
m. b. H., Berlin=Zehlendorf.
Ein Buch für das deutſche Herz. Der ſchwäbiſchen Erde ſind die
Hauptträger dieſer Erzählung entſproſſen. Heimatsgefühl des Schwa=
chen
und ſeine Sehnſucht in die Ferne leben im Pulsſchlag dieſes
Buches, das aus Weil durchs Neckartal rheinab nach Holland den Leſer
leitet; ja, ſelbſt Abenteuer aus Indien klingen an. Alte Märchen und
Sagen, fkurrile und ſoltſame Menſchen werden lebendig. Der Titel
dieſes Romans, der voll tiefen Humors iſt, zeigt das leitende Thema
an: Was iſt des Menſchen Glück?. In ſteter innerer und äußerer
Spannung wird der Leſer gehalten.

Fedor von Zobeltitz: Die Zwei in der Sonne. J. Engelhorns Nach=
folger
, Stuttgart.
In der Sonne eines lieben, tapferen Mädchenherzens ſtehen
die beiden ſympathiſchen Männeugeſtalten, die gleichzeitig ſür die ſchöne
Emt von Lay entflammt ſind; der liebenswürdige Jürgen von Holl,
dem die neue Geſellſchaft nicht zuſagt, und der nach dem Verkauf ſeines
Landgutes ſein Glück im Auslande ſuchen will, im Verlaufe einer
abentcuerlichen Erbangelegenheit aber davon abgehalten wird und
der feinfühlige Michail Lubjanzew, der nach ſeimer Flucht aus dem
ruſſiſchen Chaos in New York ſein Glück gemacht hat und ſich als Fabri=
kant
in der Nähe Berlins niederläßt. Um dieſe Hauptgeſtalten webt
ſich die bunte und originelle Handlung.

Joſef Kaſtein: Melchior. Ein hanſeatiſcher Kaufmannsroman. 422 S.
Ganzleimen 6,00 Mk. Frieſen=Verlag, Bremen.
Joſef Kaſtein geſtaltet die Atmoſphäre Bremens mit klarer und
erkeunbarer Deutlichkeit und Deutbarkeit; das iſt eine ſchwierige, bis=
her
kaum jemals gelkſte Aufgabe, dazu eine Aufgabe von entſcheiden=
dem
Belang für die Kenntnis norddeutſchen Weſens. Hier gibt ein
Erzähler, der von Menſchen, Häuſern und Kontoren mehr als nur die
gelaſſene Außenſeite kennt, ein Weſensbild aus dichteriſch bisher noch
unerſchloſſener Welt. Die ſtarke innere Spannung des Buches und die
plaſtiſche Lebendigkeit verleihen der dokumentariſch wertvollen Schilde=
rung
farbigen und feſſelnden Reiz.

H. G. Wells: Die Welt des William Cliſſold. Roman. (Paul
Zſolnay Verlag, Berlin.)
Die Welt des William Cliſſold, der neueſte Roman des Dichters,
der überall als ſein großes Lebenswerk gefeiert wird, iſt ein großer
Weltanſchauungsroman, ein weiträumiges Erziehungsbuuch, ein Kos=
mos
aller uns bewegenden Ideen vom Verhältnis der Geſchlechter,
vom Einzelnen und der Geſamtheit, von Konſervatismus und Revolui=
tion
, vom alten und vom neren Menſchen. Dieſer Roman iſt ein
enzyklopädiſches Werk von weiteſtem Horizont, einer der wenigen
großen, wahrhaft enropäiſchen Romane, der um ſeiner ethiſchen Ver=
antwortlichkeit
willen bald zum Beſitztum der deutſchen Oeffentlichkeit
werden wird.

Alfrd Bock: Die Oberwälber. Roman. 7.11. Tauſend. 24 Seten.
Ganzleinenband 4,00 M. Berlin 1928. Deutſche Landbuchhandlung.
Eine Dorfgeſchichte von plaſtiſcher Natürlichkeit und packender
Wirkung. Im Mittelpunkt der Handlung ſteht der Lehrer Weilandt,
ein Mann, der mit Herzensfreudigkeit und voller Hingabe ſein Amt
verwaltet. Er kämpft für das Gemeinſchaftsgefühl im Dorf und für
die landwirtſchaftliche Genoſſenſchaft, die er trotz aller Widerſtände ins
Leben ruft. Neben dem Lehrer ſteht die Geſtalt ſeiner klugen, anmuti=
gen
Scüilerin Marie Margolf, die er nach harten Kämpfen zum Trau=
altar
führt. Meiſterhafte Charakteriſtik, tren dem Leben abgelauſchte
Szenen aus den dörflichen Kreiſen greifen dem Leſer ans Herz. Ein
ſympathiſcher Dorfpfarrer erhöht den guten Eindruck des Buches. Da=
bei
erbaut die ureigene Form der Erzählung. Kein Freund des Volks
ſollte ſich die Lektüre dieſes bedeutſamen, von Spanmng getragenen
Buches entgegen laſſen.
Matthießen, Wilhelm: Der Herr mit den hundert Augen. Eime Aben=
teuergeſchichte
aus den tibetiſchen Bergen. Mit drei Bildern. 80
(IV und 226 S.) Freiburg im Breisgau, Herder. Karton. 3,20 Mk.
Wenn wir noch ein paar ſolche Büicher hätten wie dieſe Erzählung
vom Herrn mit den hundert Augen dann wäre die Schundliteratur
bald beſeitigt. Es bietet kaum eines mehr Handlung und Spannung,
mehr Kenntnis von Menſchen und Natur als dieſes Buch. Dann aber
hat die Geſchichte auch einen wirklichen Sinn, und der Held dieſes
Abenteuers, der Herr mit den hundert Augen, iſt eine Geſtalt, der
man glqben kann.

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Kinder der Steppe. Ein Roman aus der deutſchen Kolonie Oſtafrika.
Von Hans Reepen. Mit vielen Kohle= und Federzeichnungen von
dem Afrikamaler H. Ant. Aſchenborn. In Ganzleinen geb. 6,80 Mk.
Hanſeatiſche Verlagsanſtalt, Hamburg 36 und Berlin=Leipzig.
Nehmt dieſes friſche, tapfere Buch und leſt es! Leſt e8 mit offenem
Herzen! Es erzählt von deutſchem Lande, das wir, ein Volk ohne
Raum nimmer vergeſſen können: von der deutſchen Kolonie Oſtafrika.
Auf jeder Seite fühlen wir’s: Hier ſpricht ei Menſch zu uns, der nicht
nur dort geweſen iſt, der Afrika geſchaut und erlebt hat, und dem es
in der Erinnerung ein Epos geworden iſt, das nicht verblingen konnte.
Ein Dichter, der mit jeder Faſer ſeines Herzens an der zweiten Hei=
mat
hängt, hat dieſen feinen Roman geſchrieben, geſchrieben aus einer
dem Nichtafrikaner faſt ubegreiflich erſcheinenden Verbundenheit mit
dieſem Erdteil. Afrika in der ganzen Fülle ſeiner Erſcheinungen erſteht
vor uns: Steppe, Wald, Donner, Waſſer, Regen, Wind und Wollen;
ſie ſind Weſenheiten. Dämonen, wie der Tod, wie der Menſch ſelbſt.
Schickſale formen fich. Keiner üblichen Menſchenſchilderung begegnen
vir. So eng ſind die Menſchen der Natur verbunden, daß ſie nur als
beſondere Aeußerungen dieſer Natur ihr Leben zu führen ſcheinen.
H. Lange: Aus einer alten Handwerksburſchen=Mappe. Eine Geſchichte
von Heimat, Werden und Wirben. Preis geheftet 4 Mk. (Verlag
von Quelle u. Meyer in Leipzig.)
Es iſt die Geſchichte eimes Werdenden in einer werdenden Welt.
Einfach und warm ſchnildert Lange die Heimatjahre in der Lüneburger
Heide. Ein Lebensweg von ſeltener Geſchloſſenheit tritt uns hier ent=
gegen
. Der Wille iſt ſtark, die Verhältmiſſe ſind oft ſtärker, aber immer
bleibt der Schvimmer oben im Strome des Lebens. Ein warmes Herz
und feiner Humor helfen ihm über alles hinweg. Für Haß und Bitter=
keit
iſt daher ningends Raum. Auch in der Fremde bleibt er ſeiner
Heideheimat und dem Weſen der Vorfahren treu. Der Schöpfertrieb
des Bodenſäſſigen, der das Werk aus ſeiner eigenen Hand hervorgehen
ſehen will, äußert ſich immer wieder auch bei ihm.

Materſchaſt und Geſelſchaft. Beiträge zur Geſchichte des Mutens
Säuglingsſchutzes. Von E. Schlieben. Mit mehr als 2 o.
dungen. Geheſte 12 M. Verlag von Elwin Staude K.G., DRo4.
am Harz.
Mutterſchaft iſt zunächſt eine biologiſche Erſcheinung; ſie ſichenm
Fortbeſtand der Menſchheit und erfüllt den ſtärkſten Trieb im Merc=
da
zu ſein, zu dauern. Im ewigen Werden beſiegt ſie das Ne=
Sie unterdrücken hieße Weltvernichtung, ſie ſchützen und pflogen heind
Welterneuerung, Sicherung der Menſchheitsentwicklung. Desbolr 5
icht nur Angelegenheit der Mutter, ſondern auch der Gemeinſchofn
Völker, der Staaten. Der beſondere Wert des Schliebenſchen mu
liegt darin, daß es das Nebeneinander der medizimiſchen und ſot
Auffaſſungen über die Mutterſchaft in ihren Wandlungen bebek=
durchführt
und ſo eine überſichtliche Darſtellung aller ſie betrißſtt
Fragen gibt. Es erſchließt den Ausblick in die füngſte Gegenwon=
der
nicht mehr nur die Anſprüche der auf die Aufzucht neuer Motz
gerichteten Staatsraiſon, ſondern die Mutterſchaft eben als Angne
heit der Mutter gilt. Die Umwertung aller Werte vollzieht ſicht.
hier, beherrſcht von dem Gegenſatz ſozialer und individueller Forin
gen. Dieſes Buch darf ſopgfältigſte Aufmerkſamkeit, vor allem am
Aerzte beanſpruchen. Kein Studium iſt geeignet, die Erörterumm

Fragenkomplexes, den die Mutterſchaft bildet, zu verticfen und zu=
dichten
.

Die Philoſophie der Gegenwart in Deutſchland. Von Univerſtäls=
Dr. A. Meſſer, 6. Auflage. 152 Seiten. Gebunden 180 1
(Verlag von Quelle u. Meyer im Leipzig.)

Selten hat wohl eine Geſchichte der Philoſophie ſo raſch ein=
weite
Verbreitung gefunden wie dieſe knappe, objektive Darſtellurm
deutſchen Philoſophie der Gegenwart aus der Feder des Gießenemu
verſitätsprofeſſors. Daß jetzt ſchon die 6. Auflage dieſes Bändchen
ſcheint, zeigt, wie ſtark das Intereſſe weiteſter Kreiſe iſt, teilumg
an den philoſophiſchen Strömungen und ſich aus den Worten deu
zelnen Denker ſelbſt ein Urteil über ihr Weltbild zu bilden. Ha
Tat hat es der Verfaſſer glücklich verſtanden, durch wenige kritiſchd
merkungen den Leſer zu eigenem Denken anzuregen.

Martin Otto Johannes: Die Ukrainerin. Eine Geſchichte auzu
Herzen Deutſchlands. Zweite Aufiage. Heimatſchollen-AEr
A. Bernecher, Melſungen. In Halbleinen 3,50 Mk.
Trotz des in die Ferne weiſenden Titels ein Heimatbuch und
gleich ein durch und durch deutſches Buch; eins von den wenigennn
ken, die man immer wieder leſen kann, weil ſie erſt bei wiederlm
jeſen ihre ganze Tiefe und Schönheit offenbaren. Daß Gernoa=
Held des Buches, aus aller Erſchütterung heraus den Weg zum 15
Leben findet, gibt dem Werke ſeine volle Reife. Wohl den Häu
die ſich danach ſtrecken!

Die Hochwächter. Ein Zeitrowon von Hfalmar Kutzleb. In 10.
leinen gebunden 5,80 Mk. Hanſeatiſche Verlagsanſtalt, Hambun
und Berlin=Leipzig

Der Roman behandelt ein außerordentlich intereſſantes Prinu
Eine Gruppe junger Menſchen an der Marburger Hochſchule; au
wegt vom neuen Geiſt des Freideutſchvums, aber alle verſchieden irud
was ſie mitbringen und dem, was ihnen der neue Geiſt bedeutet.4 1
Gegenſätze offenbaren ſich in dem Augenblicke da das Weib
Schar der Jünglinge eintritt und die Natur ſelber das Reformertum
die letzte Entſcheidung ſtellt.

Die bunklen Ellernbroks. Ein Zeitroman von Clara Ratzka
Ganzleinen gebunden 6,80 RM. Hanſeatiſche Vevlagsanſtalt i .0.
burg 36 und Berlin=Leipzig.
Dieſer Roman von Clara Ratzka iſt wie ein Merkſtein am!
Das waren wir, bevor der große Krieg über uns kam, ſo brach er
deutſche Familie ein, das machte er aus uns und unſeren Kinder 16.
ganz ſo erlebten wir die Inflation, die Emporkömmlinge, das lanng
Abſondern von Spreu und Weizen, die Beruhigung und den Auun
Dieſes große Geſchehen, klar und ſicher hingezeichmnet, wölbt ſich übernd
eigentlichen, dem warmen, zarten und ſtarken Roman der Ellerm=
und ihrer Freunde. Unter ihnen aber ſind die dunklen Ellernbrok:!
Begabten, Glänzenden, vom Schickſal gezeichnet. Meiſterhaft das 45
weben emer alten Familienſage und des zweiten Geſichts in die Lic=
geſchichte
der beiden Menſchen, die im Mittelpunkte des Romans ſtn
der jungen Marlene und ihres Onkels Jan Ewert, beides duu?
Ellernbroks, in denen die magiſche Anziehung des Blutes wiederan
Und in allen, die da vorüberziehen, ſpiegelt ſich unſere Zeit mit 5/
Problemen und Verirrungen, ihrem ernſten Wollen und hoffnungsbau=
Keimen.

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Müller & Ober
Rheinstraße 39 (19873gi

AATAAI AA!
Andere machen für mich Reklame!

W

In Ermangelung geeigneter Konkurrenzwaffen führt die Konkurrenz ihren
Lügenfeldzug weiter, der bis jetzt als Ergebnis eine ungeahnte Empfehlung meiner
Firma zur Folge gehabt hat. Das Urteil des Publikums liegt jetzt ſchon vor und
findet ſeine Bekräftigung in der Tatſache, daß mir ſeitens meiner Lieferanten
Beſchwerdeſchreiben zugingen, die als Gegenſtand ihrer Betrachtungen immer
wieder meine Billigkeit in den Vordergrund ſtellen. Aus dieſen Schreiben, die
ich im Original in meinem Schaufenſter veröffentlicht habe, geht einwandfrei
hervor, daß die im Reichsverband deutſcher Mechaniker zuſammengeſchloſſene
Händlerſchaft Darmſtadts kein Mittel unverſucht läßt, gegen meine Firma anzu=
kämpfen
, und zwar nur aus dem Grunde, weil ich wirklich billig bin, was ja dieſe
Herren gerade durch ihre Intervention bei meinen Lieferanten rückhaltlos
anerkannt haben. Zur weiteren Erörterung möge noch die Tatſache dienen, daß
der 1. Vorſitzende des Reichsverbandes deutſcher Mechaniker e. V., Ortsgruppe
Darmſtadt, vor zirka 2 Jahren ſich perſönlich bemüht hat, mich in den Verband
aufzunehmen. Ich habe, ſeinerzeit jedoch eine ablehnende Stellung eingenommen,
weil mein Beſtreben damals ſchon dahin ging, frei von jeglichen Verbandsmachen=
ſchaften
zu bleiben. In den letzten Tagen hat ſich ſogar eine der mitunterzeichneten
Firmen erlaubt, das gleiche Fabrikat, wie mein Matador=Fahrrad (nur unter
einem anderen Namen) als vorzügliches Markenrad anzupreiſen, während das
von mir geführte Matador=Fahrrad nach öffentlich bekannter Anſicht dieſer Fa.
quaſi minderwertig ſein ſoll. Eine andere dieſer Firmen, die ihren Namen für die
trügeriſchen Inſpirationen hergab, führt nur ſolche Fabrikate und bekennt ſich
folglich zu der Tatſache, daß ihre Fabrikate minderwertig ſind. Was ſagt jetzt das
geſchätzte Publikum zu ſolchen Tendenzen? Auf alte ſchmutzigen Entgegnungen
der Konkurrenz reagiere ich immer wieder mit dem beſtimmten Erfolg und ver=
weiſe
das geſchätzte Publikum auf meine bereits gemachten Ausführungen und die
in meinem Schaufenſter veröffentlichten Briefe, deren Kenntnisnahme ich jeder=
mann
auf das Wärmſte empfehle. Ich habe genug Wahrheitsbeweiſe angetreten
und laſſe mich von keiner Seite in der Fortführung meiner Handlungen beein=
fluſſen
. Obgleich die Preiſe durchweg etwas geſtiegen ſind, verkaufe ich, da ich
große Mengen noch zu alten Feſtpreiſen eingekauft habe, nach wie vor

Fahrräder: 55. 60., 69., 15., 85., 95., 100.
110. bis 140.
alle mit Freilauf. In dieſen Preiſen ſind auch meine ganz erſtklaſſigen Fahrräder
wie Adler Viktoria und Brentanv enthalten. Prüfen Sie daher, bevor Sie
wo anders kaufen. Es iſt beſtimmt Ihr eigner Vorteil. Mein Grundſatz iſt und
bleibt:
Großer Umſatz, kleiner Nutzen!
Ein ſchlagender Beweis für die Güte meines Hauſes iſt mein überaus großer
Kundenkreis.
(19872
B. Orio, Karlstraße 14

Größtes Spezialgeſchätt am Platze.
Heute von 116 Uhr geöffnet.

19872

[ ][  ][ ]

Nummer 330

Sonntag, den 18. Dez.

Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Einer auf 9 Prozent Zunahme lautemden Schätzung der Anbau=
fläche
für Winterweizen in den Vereinigten Staaten ſtanden andere
Schätzungen gegenüber, die die Winter= und Sommerernte zuſammen
mit 850 Millionen Buſhels berechnen gegen zuletzt offiziell geſchätzte
866 Millionen Buſhels, und da Argentinien während der jetzigen
Weizenernte ſehr unerwünſchte Regenfälle meldet, war die Stimmung
der Auslandsmärkte etwas beſſer. Auf die ſüddeutſchen Getreidemärkte
in Mannheim, Karlsruhe und Frankfurt hat ſich dies jedoch nicht aus=
gewirkt
. Es kam vermehrtes Angebot in inländiſchem Weizen und
Noggen heraus, und im Waggongeſchift gingen die Weizenpreiſe die
100 Lilograum von vorwöchentlüh B.5027,50 NM. auf 26B,50 RMl.
zurück. Nach einer Einfuhr von 251 000 To. Auslandsweizen im Novem=
ber
, 198000 To. im September und 260 000 To. im Oktober erweiſſen
ſich die Mühlen als ziemlich verſorgt und halten im Einkauf zurück. Im
fracht= und verſicherungsfreien Geſchäft haben ſich die Weizenpreiſe
gegen die Vorwoche durchſchnittlich noch um etwa 1020 Guldencenis
ermäßigt. Je nach Abladung und Verſchiffungshafen koſten die 100
Kilogramm Manitoba III 13,6013,90 Fl. (1 Fl. 1 holl. Gulden
1,6910 RM.) IV 12,8012,85, II 15 Fl., Kanſas I 13.45 Fl., II 13.40
Fl.; Amber Durum II 13,5513.90 Fl.; Plata=Weizen, Roſario, 79 Kg.,
13,55, Baruſſo desgl. 13,42½, Roſa desgl. 13,47½, 80 Kg., 13,60 Fl.;
Auſtral=Weizen von Südvictoria 14,60 Fl., Nr. 11. weicher Weiß=
weizen
13,62½13,75 Fl. Roggen wurde wenig gehandelt, der Preis
neigt nah unten; ſtärker angebotene inländiſche Ware iſt auch weiter
hin ſchwer unterzubringen, obwohl bis zu 0,50 RM. weniger als in
der Vorwoche für den Doppelzentner gefordert werden. Auslands=
roggen
, wovon im November 100 00 To. gegen 56 000 To. im Okto=
ber
und 35 000 To. im September eingeführt wurden, iſt je nach Her=
kunft
und Lieferzeit mit 122512,60 Fl.. Canada. Weſtern II mit
12,75 Fl. frackt= und verſicherungsfrei Rotterdam angeboten. Ent=
ſprechend
der vorſtehend gekeunzeichneten Tendenz am Brotgetreide=
markt
bewegte ſich das Mehlgeſchäft in engſtem Rahmen. Ins=
beſondere
haben. Neuabſchlüſſe in Roggenmehl faſt aufgehört, nachdem
ſich die Spannung gegenüber Weisenmehl in der letzten Zeit ſo an=
ſehnlich
verringert hat. Die ſüddeutſchen Mühlen haben ihre Forde=
rungen
für Weizenmehl, Spezial Naill, um 25 Pf. für die 100 Kg. offi=
ziell
auf 37,75 RM. ermäßigt, ehne daß das Geſchift dadurch angeregt
worden wäre. Auch geben einzelne Mühlen mit ſtärkerer Vermahlung
von Inlandsgetreide unter dieſem Preiſe ab. Süddeutſches Roggenmehl
in 60prozentiger Ausmahlung koſtet 76.5036 75 RM. 70prozentig,
Dezember Januar=Lieferung, 3535,25 RM. Das Geſchäft iſt leblos,
der Mehlabruf läßt ſtark zu wünſchen übrig. Am Gerſtenmarkt zeigte
ſich lediglich Inter=ſſe ſür beſte Beſchaffenheiten. Braugerſte: Preiſe un=
berändert
. Das Hafergeſchäft hat nachgelaſſen; beſte, unbevegnete In=
landware
konnte waggonfrei um 0,.25 RM. billiger als in der Vorwoche
erworben werden. Im Maishandel ſt es gleichfalls ruhiger geworden.
Der neue autonome Maiszoll für Saatmais und Induſtriemais von
5 RM. Gbisher 3,.2 RM.) tritt am 1. März, der ermäßigte Vertragszoll
für Futtermais von 250 Gbisher 3 20) RM., jetzt bereits am 20. Dezem
ber in Kraſt, doch läßt ſich die geſchäftlihe Auswirkung der Zolländerung
noch nicht erkennen. Die Forderung für die 100 Kilo m. S. frei Manu=
heim
, ging auf 2121,25 (21,50) RM. zurück. Futtermittel weiter feſt
Preiſe je 100 Kilo: Kleie 13,7514,75 Weizenfuttermehl 16,5016,75,
Weizenmehl B.5024 00, Maisſchrot 22,5022,75, Biertreber 18,25 bis
18,75, Malzkeime 17.2518, Radskuchen 17,75 (17,2517,75) RM. Heu
und Stroh unverändert.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. Am ſüddeutſchen Tabakmarkt ſind in
dieſer Woche einige tauſend Zentner ſogenannte Zigarrentabake in der
Rheinpfalz zu 6263 RM. und im badiſchen Oberland gleichfalls einige
tauſend Zentner zu 5865 RM. der Zentner verkauft worden. Sonſt
iſt es im Geſchäft ruhig geblieben, insbeſondere trat ſür alfe Tabake zu=
lißzt
wenig Intereſſe hervor. Tabakrippen blieben bei unveränderten
Preiſen gefragt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 17. Dezember 1927. Prag....."
Der Wochenſchluß lag ſehr freundlich bei allerdings außerordentlich Soſia
geringen Umſätzen. Infolge des ruhigen Tones im Bericht des Repara= Kolland..
tionsagenten, die Veröffentlichung über den Abſchluß des deutſch= Tslo ........
franzöſiſchen Farbenpaktes und Hoffnungen auf einen kurzfriſtigen Aopenhagen.
deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag, veranlaßten einige Meinungskäufe London, er
und vor allem Rückdeckungen der Spekulation. Das Hauptgeſchäft lag
am Elektro= und Zellſtoffmarkt. Auch Farben ſtärker angeregt und Nei York
nenneswert befeſtigt. Trotz der Ungewißheit über Annahme des Schieds= Belgien..
ſpruches in der Eiſeninduſtrie folgten Montanwerte der allgemeinen
feſten Haltung. Auch ſämtliche übrigen Märkte im Geſamtrahmen der
Börſe freundlich. Auch der variable Markt freundlich und leicht anziehend.
Ebenſo Anleihen bei ruhigem Geſchäft gut behauptet. Am Geldmarkt
knappt und 8½9½ %. Der Deviſenmarkt liegt ruhig. New York und handel in äußerſt engen Grenzen. Der Froſt, die immer näherkommenden
Mark 20,431/,, Dollar gegen Mark 4,1852½: Der Börſenverlauf blieb, ein weiteres Anziehen der Preiſe. Im Lieferungshandel ſtellte ſich
bei ſehr ruhigem Geſchäft gut gehalten.

wurden. Der gemäßigte Ton des Jahresberichts machte an der Börſe
einen günſtigen Eindruck und veranlaßte Deckungskäufe der Tages=
ſpekulation
. Infolge des frühzeitigen Börſenbeginns lagen andererſeits
wenig Material vor, ſo daß die Tendenz anfangs einheitlich 242o
feſter war. Anregend wirkte gleichzeitig die Mitteilung der J. G. Farben=
induſtrie
über das Abkommen mit Frankreich und die bevorſtehende
Feſtſetzung des Bezugsrechtes bei Schultheis und der Oſtwerke A.=G
Aus der Provinz war die Beteiligung gering. Die Lage am Geldmarkt
hat ſich nicht weſentlich verändert, zeigte jedoch eine gewiſſe Undurch=
ſichtigkeit
. Der offizielle Satz wurde wieder mit 6½ bis 8% genannt,
Monatsgeld gefragt, 82 bis 9½ %o. Warenwechſel zirka 711. Am De=
viſenmarkt
gab das engliſche Pfund gegen New York auf 4,8810 nach,
erholte ſich aber wieder auf 4,8815.
Im Vordergrund ſtanden einzelne Spezialwerte, insbeſondere lichen Geſichtspunkten geſchieht. Von ihrer gegenwärtigen Produtz=
Schultheis und Oſtwerke, die um 7 bis 8½2 %o anzogen, J. G. Farben, baſis ausgehend, beabſichtigen ſie bei voller Auftellterhalktung der no.
die ſich um 5 % auf über 271 befeſtigten, und Vereinigte Glanzſtoffe,
deren Kurs bei lebhaftem Geſchäft um über 10. 2 anzog. Angeblich
handelte es ſich um die Vorbereitung für die Einführung der Glanzſtoff=
aktien
an ſchweizeriſchen Börſen. Auch Bemberg pl. 12 %. Reger be= höchſter Wirtſchaftlichkeit unter ſich zu verteilen. An der künſtigen g40
achtet waren ferner Eiſenwerte, vor allem Rh. Braunkohlen mit 5 o wicklung bleiben ſie im gleichen Verhältnis zueinander beteiligt, wier
Gewinn. Bei dieſer Geſellſchaft verlautete von irgendwelchen Trans= für ihre heutige Produktion vereinhart iſt. Jede monopoliſtiſche Tendict
aktionen, ohne daß man darüber nähere Angaben hörte. Mannesmann pl.
4½z, Rheinſtahl im Zuſammenhang mit der Farbenbefeſtigung pl. 5, über den Induſtrien anderer Länder, Verbindungen, mit ſolchen
Riebeck pl. 3½, Elektrowerte 34 % höher, Gesfürel pl. 5, Siemens duſtrien ſiud durch die Vereinbarungen keineswegs ausgeſchloſſen, an0
pl. 116½, Kabel pl. 1,5 %= Von Maſchinenfabriken hatten Schubert
und Salzer pl. 5 und Löwe pl. 4½ die Führung. Sonſt zogen Berger
Tiefbau um 5 2 und Deſſener Gas auf die günſtigen Ausführungen in
der Aufſichtsratsſitzung um 310. Polyphop unter Hinweis auf die guten
Ausſichten der Grammophoninduſtrie um 4½, Swesnka um 434 ab. gende Mitteilung herausgegeben: Im Verlaufe der letzten Monate haß=
Banken etwa 1½ % höher, Schiffahrtswerte 12 % feſter, Neubeſitz= zwiſchen den maßgebenden Perſönlichkeiten der franzöſiſchen und in
anleihe beſch. 131).. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe blieb die Ten= deutſchen chemiſchen Induſtrien Verhandlungen zu dem Zweck ſtatme
denz unter kleinen Schwankungen freundlich. Privatdiskont beide Sichten
7 Prozent.
An der Nachbörſe konnte ſich das Schlußniveau gut behaupten, ob=
Papieren der Kunſtſeidengruppe. Ablöſungsanleihe ohne Ausloſung ſehr
Kriegsentſchädigungen auch eine Regelung des Neubeſitzanleihedienſtes, den und dahin zielen, zwiſchen den beiden Ländern auch auf den andelm cie
in etwas näherer Ausſicht ſtehe.
116 12. 117 12
118 12 117 12
Aſchaffenb. Zellſtot
177,5 Gemoor=Zement. 235 25 234.
Augsb. Nürnb. Maſch. /105. 1105. HirſchLupfer.
1192.125/104.
30. 5öſch Eiſen.. ...
30.
Bomag=Meguin .
1435 143.
Verlin el. V....,
70.5
70.5 Hohenlohe Werke.
19.75 19.75
74. Fahla Borzellan=
105. 1105.
BerlingarlöruheInd 1 73.5
Praunkohl =Briketts 178.25 179 Linder Eismaſch..
Dremer Vulkan. . . /143.5 144,5
Lingel Schuh.
Bremer Wolle. . . . 185. 184,5 Linke u. Hofmann
Teutſch.=Atlan:, Tel. /104. 1104.5 2. Loewe u: Co.
1 247. 257.
Teutſcke Maſckinen / 73. 73.75 W. Loreni.:...
Teutſch.=Nied. Tel..
Niederlauſitzer gohle 1161. 1151.
Teutſche Erdöl. . .. 128. 129.5 MNordd. Gummi.
Teutſche Petroleum. 71.
Tt. Kaliwerke.
Rathgeber Waggon ,
Tonnersmarckhätte

Rombacher Hütten .. 75.75
Tynamit Nobel ...
127.5 130,5 Roſitzer Zucker. ...
83.
81.
Elektr. Lieferung. . . . 1167. 1168.5 Rütgerswerke .
83.5
89.75
J. G. Farben. ... .
265.25 1276. Sachſenwerk ...
112.5 113.25
B. Friſter. ......
105. 105.5 Sächſ. Gusſtahl.
133. 1133.
Taggenau Vorz.:.. / 37. 37. Siemens Glas.
149. 1105.
Gelſenk. Verg....
Ber. Lauſiger Glas.
133 75 134.
G. f. elektr Untern. 275. 1277
Bolkſtedter Vorzell. 1 50.5
60 25

Ealle Maſchinen.
159 25 159.,75 Beſtf. C. Langendreer
Kon Maſch.Egeſt.
62.6251 66. WWittenerGußſtahl
5d.
49.
Kanſa=Dampfſchf.
212,5 1230 Banderer Verke.
218. 1213.

Das deutſch=franzöſiſche
Farbenabkommen.

Deviſenmarkt.

Kehingſors..
Nien....
Tudapeſt..
Stodholm.
enos Aires.

16 12.
Geld / Briefſ
10.52 110.54
59.02 59.14
12.392 12-412
73 17 73.31
B,027 3.033
116S,o5 169.39/
M11.28 11.48
112.17112.3slt
12.88 113 10
ko.41 20.45
1.788 1789

17. 12
Geld Brief
1o.523 10 543
59,04 59,18
2.392 12.412
73.17 73 31
3.027 3.033
169 06 169.40
111.27111.4s
112.17112,39
12.371 13,09
20.41120.451
1.757 1.751
4.19104.189ol4 18104 1890 Kanada. ......

Italien..
Paris
Schweiz.
Spanien.
Danzig.
Japan.
Rio de Janeiro.
Jugoſlavien
Vortugal.
Athen ....."
Konſtantinopel.

58. 495 58.6 15158.48 58.60 Jüruguch... . .
Produktenberichte.

15. 12
Geld Brie
k2.685 22.725
16.46 18.50
K0.745 80.305
69.93, 70 07
8i.63/ 81.79
1931 1.935
0.500 0.502
7.369/ 7.383
20.66 20.70
5.644 5.656
2.177 2.1811
4.178 4.184
4.326 4.334

17. 12
Geld Brief
22.69 ſ22.75
15.46 16.50
80.745 80.305
69.75 69.89
G1. 64 81.33
1.928 1.932
0.5005 0.5030
1368 7.362
20.68/ 20.70
5.644/ 5.655
2 174 2.176
4.17 4.184
4.326/ 4.334

Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 17. Dezember 1927.
Die Stimmng war an der Effektenbörſe zum Wochenſchluß wieder
freundlicher, da die im Anſchluß an den Gilbertbericht bisher gehegten
Befürchtungen nach der nunmehr erfolgten Bekanntgabe gegenſtandslos

Berliner Produktenbericht vom 17. Dezember 1927. Am heutigen
iſt Tagesgeld weiter leicht bei 66½s 2o Monatsgeld dagegen ſehr ver= Wochenſchluß hielt ſich die Geſchäftstätigkeit im Berliner Produkten=
London leicht abgeſchwächt, die Mark dagegen etwas feſter. Pfunde gegen Feiertage und die feſteren Auslandsnotierungen für Noggen bewirkten
Dezemberlieferung wohl auf Deckungen drei Mark höher, Frühjahrs=
ſichten
etwa eine Mark geſteigert. Weizen verkehrte in ſtetiger Tendenz,
laufender Monat lag eine Mark feſter, Hafer ruhig, Gerſte nur in aller=
beſten
Bräuqualitäten geſucht.

Meiallnotierungen.

Die Berliner Metallnotierungen vom 17. Dezember 1927 ſtellen
ſich wie folgt: Elektrolytkupfer 132,7

ſchen Lndlul diß Produkton und Verkauf beicher 0. e bendeliet iur
nalen Selbſtändigkeit der Geſellſchaften beider Länder, die Produftht
und den Abſatz in den einzelnen Erzeugungsgruppen nach dem Grundnns
Kalne
liege den beiden Induſtrien ebenſo fern, wie eine Kampfſtellung geam 21
Gegenteil von vornherein vorgeſehen.
Ameritaniſt
Auf franzöſiſchen Seite hat das Comité de chimiques de Frane 4u
funden, zu einer allgemeinen Verſtändigung über die verſchiedenen Eut
biete dieſer Induſtrie zu gelangen. Die letzten Verhandlungen habenmusy
ermöglicht, die allgemeine Grundlage eines Zuſammengehens auf Mnoch
wohl eine Privatdiskonterhöhung auf ſieben Prozent vorgenommen. Gebiete der Farbſtoffe und derjenigen Erzeugniſſe zu prüfen und feſſtzur nm Fendel
wurde. Das Wechſelangebot hatte ſich im Laufe der Mittagsſtunden legen, die ſich auf die Produktion der Farbſtoffe bezieht. Indem jſanſem ſahihen aus
weſentlich verſtärkt. Die Privatrate erreichte damit den gegenwärtigen, der beiden Gruppen ihre volle Selbſtändigkeit erhalten bleibt, wird z miftu hundel neue Käufe
Reichsbankdiskont. Die Führung lag an den Aktienmärkten bei den Ziel verfolgt, Herſtellung und Verkauf der Produkte dieſer Induſr. ſt eurotäüſten Lont
rationellſter Weiſe zu ermöglicken und die Selbſtkoſten zu beſchrönmsti 4 Leäungstäufeh.
feſt 13,70 nach 13,9. Anſcheinend beſtand an der Börſe die Hoffnung, daß Das Abkommen iſt ſoeben unterzeichnet worden. Es ſoll der Vorläns, dur Zucktrmarlt 9ait t.1
mit einer endgültigen Feſtlegung der von Deutſchland zu zahlenden einer Neihe von anderen Abkommen ſein, die gegenwärtig ſtudiert wrüe!.
Gebieten der chemiſchen Induſtrie dieſe Grundſätze rationeller Wirtſälz
zu verallgemeinern. Im übrigen ſollen derartige Abkommen ſich ni
auf die beiden beteiligten Länder beſchränken. Es iſt wünſchensmwt
daß ſie zu Weltabkommen werden. Verhandlungen ſind ſchon mit
ſchiedenen Vertretungen gleichartiger Induſtrien anderer Nationen
geleitet. Es bleibt zu wünſchen daß ſie ſich auf die Geſamiheit der zu
155 l1a5,5 duſtriellen Länder der Welt ausdehnen, um eine normale Verteilung u.
71. 72:125 Produktion und des Verkaufes zu ermöglichen. Im Gegenſatz zu Mal=z
polen, die in Vereinbarungen das Mittel zur Steigerung der Prdi
ſehen, ſoll die in dieſem Falle verfolgte Politik unter Berückſichtignng
110 11175 der beſonderen Lage der Induſtrie in jedem deu produziereuden Län=
auf
Preisſenkung hinzielen, die die Entuicklung des Verbrauchs und i*
69. Orenſtein. .... . . . 133.5 134. durch auch diejenige der produzierenden Induſtrie zur Folge haben wintz
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 14. Dezember 1927.
auf den Stüektag des 14. Dezember, berechnete Großhandelsinderzi
des Statiſtiſchen Reähsamts iſt gegenützer der Vorwoche von 1399 40n
139,3 oder um 0,4 v. H. zurückgegangen. Von den Hauſtgruppen iſt
Indexziffer der Aararſtoffe um 10 v. H. auf 135,2 (136,6 in der Vll=
wvoche
) geſunken. Die Indexziffer für Kolonialuaren ſtellte ſich auf 120
(129,7). Die Jndexziffer der induſtriellen Rohſtoffe und Gubwarn
gine um 9.4 v. H. auf 133 4 (34,6) zurück, während diejenige der mdm
ſtriellen Fertigwaren um 02 b. H. auf 155,6 (155,3) angezogen hits= ADüne
Allgemeine Reviſions= und Verwaltungs=Al.=G. Frankfurt a. l
Die dem Metallkonzern naheſtehende Geſellſchaft weiſt für 1926/e1 am BANZA
Einnahme aus Gebühren, Zinſen und Wertpapieren von 114 00 0000
R./. aus. Nach Abzug der Unk ſten von 107 000 (84 000 R4 bes
bleibt ein Uberſchuß von 8000 (6000) R./, auf das nur mit 30 000 Ml.
eingezahlte. A. K. Geſamtkapital 240 000 R.4) 6 (4) % Dibideme
bezahlt werden ſollen.
Zahlungsſchwierigkeiten bei der Michael Kampf K. G., Maſchinm
fabrik Frankfurt a. M. Durch die Zahlungseinſtellung der Firma 7
dinand Fränkel und Co., Metallhüttenwerke in München hat die Geſzcl
ſchaft einen bedeutenden Verluſt erlitten und iſt dadurch in Zahlums
ſchwierigkeiten gekommen. Es wurde daraufhin das Vergleichsverfaht=
eröffnet
.
Foſef Vögele, 2.=G. Mannheim. Die heutige GV. in der das 4e
ſamte AK. (3,72 R./ St. A. und 6 000 R./ BA.) vertreten war, genrs
migte einſtimmig den Abſchluß für 1927, wonach aus dem Reingemr.t
von 201 704 R./ 6 %o auf die VA. und 5 C auf die StA. ausgeſchüft
werden. 15 344 R., werden auf neue Rechnung vorgetragen. Die i
ſellſchaft iſt zurzeit für geraume Zeit mit Aufträgen gut verſehen.
Heinrich Fuchs, Waggonfabrik A.=G., Heidelberg. Die H.V.
nehmigte den Abſchluß, der einen Verluſt von 498 839 R.6 auswarſ
und beſchloß, dieſen Verluſt durch Heranziehung der aus einer Kabck.
zuſammenlegung herrührenden Sonderreſerve in Höhe von 51000
R./ zu decken. Die Ausſichten im laufenden Geſchäftsjahr wurdenn.
günſtig bezeichnet, da die Geſellſchaft von der Deutſchen Reichsbich
geſellſchaft reichlich Aufträge erhalten und auch durch größere Vorm
zahlungen der großen Beſteller genügend finanzielle Mittel zur 29
fügung habe. Der Export ſei weiter ſchlecht, da die Waggoninduſtrie uu
der ſtarken Konkurrenz von Frankreich und Belgien mit ihren billigal.
Arbeitslöhnen erheblich zu leiden habe.

Duranftadter u.

Frankfurter Kurzbericht vom 11. 9ez. 14

Aane
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.-Sch. 1. Teill 52.25
III. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
13.5
4% Di. Schutzgeb.=
Anl. . ... . . . . . . 7.025
b)Ausländiſche
6% BoS. E. B. 1914
589 L.Inv. 1914
41s% 1898
2.5
412% 1902
2.25
4% Bosnien
6% Bulg. Tabak.02/ 17

½%Oſt. Staatsr.
1913, Kdb. 1918
4½,%Oſt. Schaßz. 14
411, %0 Oſtl. Silberr.
42 Goldr.
4% Oſt Goldrente
Innsbr. Abk.
425 einh.R.(k.
3 20 Port.(Spz., III

5%Num.am. R.03
412%0-old, 18
29 am. kon.
425 am.05

425 kürk. (Adm
(Bagd.
Bagd
uniſ.

29.1
4.25


4.9

13:
12.5

% Ung St 191
((t. Tnnsbr. Abk.)
4½20 Ung St 1914
4½% Uug. St 1914
(lt. Inusbr. Abk.
42 Ung. Goldr.

48 Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
420 Ung Staatsr.
v. 10
42 Ung. Kronr. . .
320 Ung. Eiſ. Tor .
Außereuro=
päiſche

5% Mex.am. in.abg.
9 äuß. 39
429 Goldo4ſtf.
3% konſ. inn.
4½%n Frrigat.
5% Tamaulipas 1 .
Zachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit, Zinsberech=
nung

10%Berl. H.=Bt.G.
% Berl. St. Gold
320 Darmſt. St.G.
2 D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.

Dresd. St.:G.
70oFrkf. St.=G...
820Frif, Hyp.=Bi.
Goldpfbr.
Lo Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
% Frif. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
20 Frrf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
Frif Goldpfbr.
6% Frif. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
520 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
H.-St.= Gold=
anl
.
2 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpff
Klöchn.=Berk.2s

98
98.75
93 25
98
94
s5
89.5

102,Komm.Gletr
Mark (Hagen!
Goldobl.
8%0 Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe !
820 K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
82 Ldwgshf Stadt=
Goldanl.
72M. KraftHöchſt
82 Mainz.=St.=G.
825 Mannh. St.G.
62 Mannh. St.=G.=
7%0 M.=Stahlw. 27
825 Naſſ. Odb. Gold
8% Nbg. St. Gldal.
820 Pfälz. Hyp.Bk.=
Goldpfbr.
2 Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfor. ..
6% Pfälz. Hyp.=B!)
Goldpfbr.
8% Pforzh. St.=G.
8% Birmaſ. St. G.
2 Pr. Centr. Bd.=
Er.=Bi. Gidpfbr.
82 Br. Centr.=St.=Goldpfbr.
7%0 Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr.
8S Rh.=Hyp.=Bi.
Golbpfbr.
Lig. Pfb.
Anteilſch.
SRh. Stahlw.

102Rh.=Weſtf.B.
Cr.=Bk. Goldpf.
2a Südd B.=Cr. B.
Goldpfddr.
V. Stahlw. Düſt
ſeldorföyp.=Gid
mit Option
72 V. Stah. w. Düſ=
eldorfHhv
.=Gd.=)
obl. ohne Option
% Viag(V. Ind.
unt.Bln.) 27

101.5
96
96
87.75
104.25
93
99.75

95.5
94 5
89.5
81
57½,

82 Boigtcbäffner
Goldobl.
82Württbg,Hhp.=
Bank Goldpfbrf.

Ohne Zins=
berechnung

5% Bdw. Kohl 23
82Großkr. Mannh.
Kohl. 23
8%Heſ.Brk.=Rg.23
5% Heſſ.Volksſtaat
Roggen . ....23
5% Pr. Kaliw. ..
5% Pr.Roggenw.
5 % Südd. Feſt. B.6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr Vereinsb.
Bahr Handelsb.
Bayr. Hyp.u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf Hyp.=Bi.
Frrf. Pfandbr.=Br.
Hamb. Hyp.=Bt.
Mecklb. Hyp.=u. Bb.
Meining. Hyp.Bk. 13.875
Nordd. Gr.=Gr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr.Cent.=B. Cr. B.
Preuß Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B. Cr.=B.
Sſidd. Bodenkr.
Württ Syp Bk.

93.75
95.5

19.5
6.45
8.75
9.1
2.25

16.25
17.15

abg.

2,6%AteOſt. Südb.,
2,890 Neue
42Lſt. Staatsb. 83
%Oſt. 1.b. 8. E.
32Oſt. abg.
3%0 9.Em.
3%
3% 1885
3% abg.
3% Oſt. Erg. Netz
3%Oſt.
abg.
3% RaabOebd 83
3%
gu
3%
97
4% Rud. Silber.
420 Rud. (Salzka.)
4½%Anat., S. I
4½.% Anat., S. II
41=% Angt., S.III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.
Bad. Bk. .... /172
Bk./. Brauind. 181.5
Barmer Bankv.
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
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Darmſt. u. Nat.=Bi.
Deutſche Bank.
11
D. Ef.u. Bchſ.=Bi. 1
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11.
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Reichsbank=Ant.
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Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.Creditbk.)

14
14
5.2

21
12=
15.25
3.1
18.25
1775
13
7.75

Südd. Dise.-Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein

39.5
17.7

98

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87.5
Otavi=Min.=Ant.
Phönir=Bergb.
Rhein. Braunk.
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Riebeck Montan.
SalzwerkHeilbronn 180
Tellus Bgb...
111.
Ver. Laurahütte
Ver Stahlwerke 107

Baur.Spiegel
Beck & Henkel
Beromann E. ....!.
Bing. Metall.
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Bürſtenfor. Erlaug
Cement. Heidelb.
Cement. Karlſtadt
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Chem Brockh
Chem Milch
Duimler=Benz A. G.
Dt. Einenhandel
Deutſche Erdöl
D. G.u. Silb. Scheid. /1
9 Linoleumim. Bin. /=
Dinyler Zweibrück.
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Dirr Ratingen
Dnckerhoff E V
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Enfinger WVerke
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68
7.
193

153

105
150.25
71
99.5
95.2
195
154

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[ ][  ][ ]

mer 330

cach Motorenbau G. m. b. H., Friebrichshafen. Wie wir er=
hrch14 die Maybach Motorenbau G. m. b. H. einen größeren Boois=
urſtrag aus dem Auslond erhalten. Da außerdem ein großer
on Maybach=Omnibus=Motoren von deutſchen und ausländi=
nribus
= und Verkehrsgeſellſchaften korliegt und auch Beſtellun=
gen
/0Dieſel= und Luftſchiffmotoren in befriedigendem Umfange vor=
tiegoann
die Firma mit guten Erwartungen in das neue Geſchäfts=
ſtteten
.
jal
s zawerſche Maſchinenbau=A.=G. vorm. Georg Egeſtorff ( Hano=
magulls
, Abſchluß für 1926/27 zeigt nach Abſchreibungen von 2099 777
mAſſgorj. 1 461 850 ) unter Berückſichtigung des Vortrages einen
nbeuwiß on 291 431 (306 442 ). Der Aufſichtsrat ſchlägt der G. V.
(a8. 90, hieraus eine Dividende von 6 % auf die Vorzugsaktien zu
verte nd den Reſt von 263 435 neu vorzutragen.
gwe förderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurdw: der Zeit vom 4. bis 10. Dezember im Ruhrgebiet in 5¾ Ar=
heits
zun, 2 375 627 Tonnen Kohlen gefördert gegen 2 407 273 Tonnen
in de uirvergehenden Woche bei ſechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung
ſtelltA) m den ſieben Tagen der Berichtswoche auf 571 626 Tonnen
gege 301 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlen=
herſt
ec, auf 67 561 Tonnen gegen 69 378 Tonnen in ſechs Arbeits=
tagen
i arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 4.
his 100 ember 413 153 Tonnen gegen 401 212 Tonnen in der vor=
hergnchden
Woche. Die arbeitstägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf
g1 60cnnen (81 900) die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf
z1795 inen (11 563). Die Zahl der wegen Abſatzmangels eingelegten
Feie wtken ſtellte ſich in der Berichtswoche auf 10 357 (arbeitstägliche
180191
Viehmärkte.
gſyem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
11. ZiCen ber 1927 wurden zugeführt 220 Schweine, verkauft wurden
136 HSd. Milchſchweine wurden verkauft das Stück von 4,50 bis
12 Mik,d-fer das Stück von 15 bis 30 .
Amerikaniſche Kabeinachrichten.
* New York, 17. Dez. (Priv.=Tel.)
9 Baumwollmarft eröffnete auf die enttäuſchenden Meldungen
aus FAnsonk und Abgaben des Südens in leicht abgeſchwächter Hal=
tungm
Aſchiedentlich fanden Wochenſchlußglattſtellungen ſtatt. Das
Ange=bwurde jedoch ſchnell aufgenommen. Im Verlaufe erfolgte wie=
der
an Tendenzumſchlung und die Preiſe zogen erneit an, da die
beſſeim !*ahrihten aus dem Kurzwarengeſchäft anregten. Außerdem
nahrmnir Handel neue Käufe vor, und zwar, wie man glaubt, für Rech=
rungn
/3 europäifehen Kontinents. Auch die Baiſſiers ſchritren gegen
Schl f;! Deckungskäufen.
M Suckermarkt hatte der Januarkermin unter Liquidationen zu
ide
üibrigen Siehten lagen ſtetig im Einklang mit der feſten
bes Lokomarites
er

Sonntag, den 18. Dezember 1927

Geite 13

* Chicago, 17. Dez. (Priv.=Tcl.)
Weizen: Nach ſchwacher Eröffnung auf Grund der baiſſelautenden
antlichen Schätzung der argentiniſchen Ernte und der geringen Nach=
frage
für Exportzwecke zog Weizen am Wochenſckluß wieder etztuas im
Preiſe an, da die Vorherſage von ſtrenger Kälte im Winterweizen=
gebiet
und die jeſte Haltung von Buenos=Aires ſowie der Märkte im
Nerdweſten der Vereinigten Staaten gute Anregung boten.
Am Maismarkte herrſhte anfangs auf Grund des kleinen Provinz=
angebotes
und weiterer Exportnachſrage im Südweſten frcundliche Stim=
mung
Im Verlaufe gingen die Preiſe jedoch erneut zurück, da überall
günſtiges Wetter herrſcht und die Zufuhren zugenommen haben. Auch
die Lokofirmen nahmen Abgalen vor.
Am Noggenmarkte machte ſich nur ein: kleine Exportnachfrage be=
merkbar
. Ferner berſtimmie das gute Wetter. Späterhin erfolgte eine
Beſſerung der Marktlage, da die Ankünfte klein waren und Käufe des
Auslandes in Terminware zu beobachten waren.
Am Hafermarkte wirkten die Käufe der Elevatoren anregend. Danach
drückten auch hier Nealiſationen auf das Preisniveau.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 17. Dez.:
Getreide. Weizen: Dez. 126½, März 128½, Mai 1307;
Mais: Dez. 85, März 89½, Mai 93; Hafer: Dez. 52½, März
54½, Mai 56½; Roggen: Dez. 107½, März 108½, Mai 109½.
Schmalz: Dez. 11,37½, Jan. 11,90, Mai
Fleiſch: Dez. , Jan. 11,10, Mai 11,32½; Speck, loko 11,00;
leichte Schweine 7,65 bis 8,30, ſchwere Schweine 8,10 bis 8,55,
Schweinezufuhren: Chicago 5000, im Weſten 35 000.
Baumwolle (Chicago): Jan. 1928 18,.99, März 1928 19,25.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 17. Dez.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 147½, hart 143½; Mais, neu
ank. Ernte 99; Mehl, ſpring wheat clears 6,506,75; Fracht:
nach England 1,92,3 Schilling, nach dem Kontinent 810 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 1210; Talg, extra 8½.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 31; Lolo: 12¾1
Nov. , Dez., Jan. und Febr. 12.,74, März 12,82, April 12,90,
Mai 13,00, Juni 13,07, Juli 13.15, Anguſt , September, 13,25,
Oktober
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Saar=Induſtrie produzierte im Oktober 156 725 To Roheiſen
und 168 954 To. Rohſtohl. Wärend der erſten zehn Monate des Jahres
betrug die Produktion an Rohſtahl 1 591 667 To. gegen 1 427 653 To.
im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Es waren insgeſamt 30 Hochöfen
in Betrieb.
Nach einer Verordnung der polniſchen Regierung iſt das Inkraft=
treten
der Maximalzölle, das anfänglich auf den 26. Dezember feſtgelegt
war, nunmehr auf den 1. Februar 1923 verſchoben worden.

Der belgiſche Zementerband hat auf Grund eines Abkommens mit
Frankreich über die Belieferung des holländiſchen Zementmarktes die
Exportpreiſe für Zement um dunhſchmittlich 2 bfl. für Holland erhöht.
Dicſe Erhöhung dürfte auch für die deutſchen nach Holland exportieren=
den
Werke nicht unbedeutſam ſein.
Der Monatsausweis der ſchwediſchen Privatbanken zeigt im Monat
November einen Goldkeſtand von 757 000 Kr., Noten und Depoſiten bei
der ſchwediſchen Reichsbank von 67 365 000 Kr., Staatsobligationen von
280 983 000 Kr., ausländiſche Forderungen zugunſten Schwedens
110833000 Kr., Inlandsweckſel 1007 171000 K., Auslandswechſel 45 194000
Kr. Anleihen und Kredite ſind mit 3 108842000 Kr., Depoſiten mit
3 553 000 Kr., Akzepte mit 3 030 000 Kr. und Reſerven mit 276 445 000 Kr.
verzeichnet.
Im November wurden aus Polen insgeſamt 988 000 Tonnen Kohlen
exportiert. Davon gingen über den Danziger Hafen 366000 (im Vor=
monar
385000), über Edingen 92000 (94 000), über Dirſchau 10 000
(16 000). Gegenüber dem Okrober iſt die Geſamteinfuhr Polens unter
dem Einfluß der deutſchen und engliſchen Konkurrenz um 89 000 Tonnen
zurückgegangen.
In den erſten zehn Monaten des Jahres 1927 ſtellt ſich die rumä=
niſche
Ausfuhr auf 31,7 Milliarden Lei gegen 31,2 Milliarden Lei in der
gleichen Zeit des Vorjahres. Die Ausfuhr beträgt 28,3 (28,9 Milliarden
Lei. Als Ueberſchuß können demnach 3 4 (2.3) Milliarden Lei verzeichnet
werden. Bemerkenswert iſt aber, daß im Oktober die Ausfuhr auf 2855
Mill. Lei gegenüber 3703 Mill. Lei zurückgegangen iſt.
Die rumäniſche Regierung prüft gegenwärtig einen Antrag Heury
Fords auf Ueberlaſſung einer Freizone im Hafen von Conſtanza, wo
Ford=Fabrikate zum Abſatz auf dem Balkan hergeſtellt werden ſollen.
Der Export von ſcheizeriſchen Stickereierzeugniſſen in den erſten elf
Monaten d. J. belief ſich auf 30 912 Dz. im Werte von 109 Mill. ſchw.
Fr. Die ſchweizeriſche Stickereiinduſtrie kann damit gegenüber der glei=
chen
Zeit des Vorjahres eine Exportnengenzunahme von 326 Dz. ver=
zeichnen
bei einem gleichzeitigen Rückgang des Exportwertes um 36
Mill. Fr.
Der ſchweizeriſche Ständemt ſprach ſich für die Ausgabe von Pfand=
briefen
aus, um dadurch eine Stabiliſierung des Zinsfußes zu ereichen.
Bundesrat Muſy, der ſchweizeriſche Finanzminiſter, erklärte, der Pfand=
brief
ſolle dazu dienen, den Hypothckenſchuldnern in möglichſt großem
Umfange möglichſt billiges Geld auf möglichſt lange Friſt zu verſchaffen.
Wie aus Paris gedrahtet wird, rechnet man dort mit einer Erhöhung
der Frachttarife um 15 Prozent. Gegen die geplante Frachterhöhung
macht ſich ſtarke Oppoſition bemerkbar.
Der Vorſitzende des britiſchen Nationalkomitees in der Internatio=
nalen
Handelskammer, Sir Arthur Balfvur, iſt von dem Vorſitzenden
des franzöſiſchen Nationalkomitees verſtändigt worden, daß die am 25.
Mai von Frankreich eingeführten Beſchränkungen der Einfuhr britiſcher
Kohlen nach Frankreich nunmehr wieder außer Kraft geſetzt werden.

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Nuhner 330

Zſch und Ausland.
Frankfurter Chronik.
neue Veruntreuungen bei
tellungsgeſellſchaft. Nachdem
erstag die Unregelmäßigkeiten bei der
rrig vom Reviſionsamt aufgedeckt wor=
ird
jetzt bei der Meſſe= und Ausſtel=
gefrt
eine andere Verfehlung bekannt.
eldete den Verluſt einiger tauſend
urhts abhanden gekommen ſein ſollten
ütte eine Putzfrau. Die von der Polizei
1aterſuchung ergab aber gegen den Kaſ=
e
Verdachtsmomente, daß dieſer in
ſen wurde.
sführer Bauer feſtgenommen.
den. Der ehemalige Geſchäftsführer
reins für Wiesbaden und Umgebung
Stadtverordnete Karl Bauer, der
nſchaft als Geſchäftsführer unredliche
begangen haben ſoll, wurde auf
egen ihn erlaſſenen Haftbefehls feſt=
d
dem zuſtändigen Amtsrichter zuge=
6 iner Vernehmung wurde er in Unter=
MSehalten. Bauer hielt ſich Ende ver=
ensſce
in der Gegend von Katzenellnbogen,
Allen öe, Euf und hatte ſich von da nach Rhein=
n
beie)lt Bei ſeiner Rückkehr wurde er, als er
Gſis rwandten war, feſtgenommen.
in raffinierter Schwindler.
trg. Mit einem raffinierten Schwind=
ick
veute te ein junger Mann, der wegen Dieb=
s
in itterſuchungshaft ſitzt, die goldene Frei=
eit
wienhe ewinnen. In ſeiner Zelle krümmte er
ſch, als 1r es vor Schmerzen nicht mehr aus=
alten
köm. Dem herbeigerufenen Arzt erklärte er,
ur habeu fim Löffel verſchluckt. Eine Röntgen=
nterſuckyu
äm Krankenhaus ergab, daß dieſe An=
abe
Sahitel war. Er hatte die Geſchichte nur
ffundenſ . im Kraukenhaus eine günſtige Gele=
enheit
iz Flucht abzuwarten. Da ihm dies fehl=
hlug
, yfi er auf dem Rücktransport zur Kran=
enzelle
41 er Nähe des Gefängniſſes Reißaus,
onnte uuct ſſchon bald von einem Polizeibeamten
eſtellt uiß i das Gefängnis zurückgebracht werden.
Eaploſion eines Heizkeſſels.
ein. In dem Hofheimer Kinderheim
a.8 unbekannten Gründen ein Heizkeſſek.
au üf Reſſel beſchäftigte Mechaniker Schweizer
uurde ſichrt verletzt,
Artzdemn Schlitten tödlich verunglückt.
Zioſtt hain bei Kaſſel. In dem Kreisdorf
namsbarnu r ein vier Jahre altes Kind mit ſeinem
echlittery en eine Mauer und verletzte ſich ſo
ſchwer, 1h 2s trotz ſofortiger ärztlicher Hilfe an
blut:yt tarb.
Untertſawungen bei der Kölner Reichspoſt.
Köſlt Der Poſtaushelfer Max Krecker
wen gewinnſüchtigen Vertrauensbruches bei
echs Monaten Gefängnis verurteilt. Er
hi= in denen er Geld vermutete, in ſeiner
us Briefſortierer an ſich genommen und
Diei St ſtimmungsmenſur vor Gericht.
Beiſtl .. Eine bemerkenswerte Verhandlung
deu albeſtand einer Beſtimmungsmenſur fand
demt bſtocker Schöffengericht ſtatt. Am 28. Juni
de magn zwei Roſtocker Studenten eine Be=
mmumnenſur
ausgefochten, bei der der Student
iemran zwei Ticfquarten erhielt und nach
lurzer Bdlung durch den Paukarzt in eine Ro=
iſocker
Kki übergeführt wurde, wo er nach einer
Overatiw erſtarb. Die Sektion ergab als
Todesu me eine allgemeine Infektion mit Strepto=
ſlokken
, emAmſchluß an eine an ſich nicht gefährliche
Wundem ſie Sachverſtändigen vertraten die Anſicht,
den töb ien Ausgang habe eine Blutvergiftung ver=
rſacht
.B der Staatsanwalt beantragte gegen den
wegen Rüampfes angeklagten Studenten Kiehne
pwei Iet Feſtung. Das Gericht ſprach den Ange=
Aagtenc it der Begründung frei, daß eine Schlä=
Dermeraſt ine rein ſportliche Angelegenheit ſei.
Bweikam nnit tödlichen Waffen liege bei Benutzung
bon Plvrlllen und Bandagen nicht vor.
Molleme Waggon=Entlüftung.
29ßrlettner=Sauger der Reichsbahn.

Die Flettner=Sauger
Dache der neuen Reichsbahnwaggons ſorgen
* Entlüftung. Dieſe praktiſche Nutzanwendung
e azü-verſchen Rotor=Idee ſchafft nicht nur An=
Hcokeit, ſondern ſchützt auch die Geſundheit.

Chemiker Franz Franck bei der Demonſtration ſeiner Erfindung.
Der Franckſche Apparat beſteht äußerlich aus einer armlangen gußeiſernen Kapſel. Sie wird
zwiſchen dem Gasmeſſer und der Gasleitung eingeſetzt. Der Apparat enthält eine Patrone, die
das herausſtrömende und nicht zur Verbrennung kommende Leuchtgas in ſeine Beſtandteile
Kohlenſäure und Sauerſtoff zerſetzt. Das Leuchtgas iſt tödlich. Die Beſtandteile bilden keine
Gefahr. Ein irrtümlich aufgedrehter Gashahn wird nach dem Anbringen des Franck’ſchen Appa=
rates
nie mehr den Tod bringen. Ja ſelbſt den Selbſtmord duich Gas macht die neue Erfindung
unmöglich, da das Herausnehmen der zerlegenden Patrone die Gaszufuhr autowatiſch abſperrt.

Sonntag den 18 Dezember 1927
Keine Leuchtgasvergiftungen mehr.

Fliegende Lichtreklame.
Leuchtende Himmelsſchrift in der Sternennacht.

Das Lichtreklame=Flugzeug der Aero=Geſellſchaft
hat über dem Tempelhofer Feld zu Berlin die erſte leuchtende Himmelsſchrift vorgeführt. Der
Text kann fünfzehn Buchſtaben umfaſſen und iſt in den klaren Nachtſtunden aus einer Höhe von

1800. Metern noch gut zu ſehen.

Todesſturz vom Scheunengerüſt.
Dillenburg. In dem Dorf Lixfeld ſtürzte
die Ehrefrau eines Bergarbeiters beim Futterholen
vom Scheunengerüſt ſo unglücklich in die Tiefe, daß
der Tod auf der Stelle eintrat.
Erdbeben auf der Schwäbiſchen Akb.
Hohenheim. Freitag mittag 11 Uhr 45 Min.
45 Sek. zeigte der hieſige Seismograph den Einſatz
eines Nahbebens an. Etwa ſechs Sekunden ſpäter
folgten nachcinander drei Anſchläge, die auf ziemlich
heftige Erſchütterungen eines Bebenherdes ſchließen
laſſen. Wahrſcheinlich befindet ſich der Herd auf der
Schwäbiſchen Alb. Die errechnete Herdentfernung
beträgt etwa 55 Kilometer.

Ein Kinopalaſt in Flammen.
Zwickau. Geſtern früh, kurz nach 6 Uhr,
brach in einem Zwickauer Kinopalaſt ein Großfeuer
aus, das ſich mit raſender Geſchwindigkeit ausbrei=
tete
. Bis zum Mittag war es der Feuerwehr infolge
ſtarker Rauchentwicklung nicht möglich, an den
Brandherd heranzukommen. Auch die umliegenden
Häuſer dürften bedeutenden Brandſchaden erleiden.
Mit dem vollen Verluſt des Kinotheaters wird ge=
rechnet
.
Drei Kinder erſtickt.
Eilenburg. In einem Dorf bei Eilenburg
ſind drei Kinder eines Gutsarbeiters bei einem
Brande erſtickt. Das vierte Kind, ein einjähriger
Knabe, konnte mit Mühe wieder ins Leben zurück=
gerufen
werden. Die Kinder waren ohne Aufſicht
im Hauſe zurückgelaſſen und hatten offenbar am
Ofen geſpielt, wobei ein Bett in Brand geraten iſt.

r neue Komet von der Flugwetterwarte
Hannover beobachtet.
annover. Wie die Flugwetterwarte Han=
mitteilt
, iſt Freitag abend, kurz nach Sonnen=
ang
, von ihr ein neuer Komet beobachtet wor=
der
die Helligkeit eines Sternes 1. Klaſſe habe.
ſt ſei nur ein kurzer, nach oben gerichteter
eif zu erkennen. Wie die Sternwarte Hamburg=
dorf
mitteilt, wurde dieſer Komet am 3. De=
* in Auſtralien entdeckt und am 6. Dezember
Plata beobachtet. In dieſen Tagen ſollte er
auf der nördlichen Halbkugel ſichtbar werden.
Komet iſt in den nächſten Tagen kurz nach
enuntergang zu ſehen. Der Schweif wird vor=
htlich
noch an Größe zunehmen.
e Beute der Brandenburger Mörder
gefunden.
erlin. Wie die B. Z. am Mittag meldet,
die beiden Mörder des Brandenburger
reibeſitzers Freydank den Ort angegeben, wo
te Taſche mit 15000 Mark vergraben haben.
einer Birke am Silokanal in Brandenburg
e das Geld ausgegraben.

Zwei Europäer im Sudan ermordet.
Berlin. Wie ein Morgenblatt aus Kairo
meldet, iſt der Bezirkskommiſſar der Provinz Bar el
Ghazal im Sudan, Hauptmann Ferguſſon, gleich=
zeitig
mit einem griechiſchen Kaufmann von Einge=
borenen
ermordet worden, denen er jüngſt geſtoh=
lenes
Vieh weggenommen hatte, um es den Eigen=
tümern
zurückzugeben.

Das Urteil im Arensdorfer Prozeß
Frankfurt a. O. Im Arendorfer Prozeß
wurde kurz nach 18.45 Uhr folgendes Urteil
verkündet: Der Angeklagte Auguſt Schmel=
zer
wird wegen Totſchlag und Totſchlagverſuch
zu einer Zuchthausſtrafe von 5 Jahren und
zum Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte auf
die Dauer von 10 Jahren verurteilt. Der An=
geklagte
Paul Schmelzer wird wegen Bei=
hilfe
zum Totſchlag und verſuchten Totſchlag zu
einer Zuchthausſtrafe von 1 Jahr 6 Monaten,
ſowie wegen Vergehens gegen die Verordnung
über Waffenbeſitz zu einer Geldſtrafe von
50 Mark verurteilt. Die Koſten des Verfahrens
tragen die Angeklagten. Paul Schmelzer wird
wegen Fluchtverdacht in Haft genommen.
Ein ſtellvertretender Polizeipräſident
ſeines Amtes enthoben.
Braunſchweig. Die neue braunſchweigiſche
Regierung hat den bisherigen Stellvertreter des
Polizeipräſidenten, Oberregierungsrat Dr. Hart=
wieg
, ſeines Amtes enthoben. Hartwieg hatte in
den Verhandlungen des Parlamentariſchen Unter=
ſuchungsausſchuſſes
, ſoweit es ſich um den früheren
Polizeipräſidenten Haag handelte, eine große Rolle
geſpielt. Vorläufig hat Dr. Hartwieg Urlaub ange=
treten
. Wie verlautet, ſoll er penſioniert werden.
Ein Chauffeur unter ſeinem Auto verbrannt.
Grevesmühlen. Auf dem nahegelegenen
Gute Roloffshagen war ein Chauffeur mit Repara=
turen
an ſeinem Auto beſchäftigt. Während er unter
dem Wagen arbeitete, machte ſich ein Kollege an dem
Benzintank zu ſchaffen. Er ließ aus Unachtſamkeit
Benzin ausſtrömen, das ſofort Feuer fing. Die Klei=
dung
des unter dem Wagen arbeitenden Chauffeurs
wurde ſofort von den Flammen ergriffen, und der
Chauffeur ſelbſt wurde ſo ſchwer verbrannt, daß er
kurz nach ſeiner Ueberführung in das Krankenhaus
verſtarb.
Grubenunglück.
London. Freitag abend riß bei Kelty in
Schottland in einem Bergwerk ein Förder=
ſeil
. Der mit etwa 20 Arbeitern beſetzte Förder=
korb
ſtürzte 25 Meter tief in den Schachtſumpf hin=
unter
. Vierzehn Bergleute wurden ſchwer
verletzt.
Bevorſtehender Flug New York Rom.
New York. Der italieniſche Flieger Sabielli
kündigt an, daß er mit einem von dem Konſtrukteur
Bellanca exbauten, neuartigen Flugzeug in der zwei=
ten
Januarwoche einen Flug New York Rom zu
unternehmen gedenke. Das Flugzeug ſei mit einem
425=PS=Motor ausgerüſtet, könne eine Höchſtgeſchwin=
digkeit
von 225 Kilometern in der Stunde erzielen
und 3900 Liter Benzin mitführen, die für eine Reiſe
von 9600 Kilometer ausreichen würden. Sabielli
wird einen Hilfspiloten, einen Funker und voraus=
ſichtlich
einen Paſſagier mitnehmen.

Geite 15
Die älteſte Glocke Deutſchlands.

Vor nahezu 800 Jahren geweiht.

Die Glocke zu Jggensbach in Bayern
zeigt die Jahreszahl 1144 und gilt als die älteſt
datierte Glocke in Deutſchland. Seit nahezu acht=
hundert
Jahren ruft die kleine Glocke mit ihrem
klaren Klang die Frommen zur Andacht.
Die Pariſer Fälſcheraffäre.
Paris. Wie die Morgenpreſſe meldet, be=
gegnen
die Nachforſchungen in der Schweiz im Zu=
ſammenhang
mit der ungariſchen Fälſcheraffäre grö=
ßeren
Schwierigkeiten, da die Schweizer Behörden
auf die von dem franzöſiſchen Botſchafter am letzten
Freitag erhobene Forderung auf Ausdehnung der
Unterſuchung bis jetzt noch keine Antwort erteilt
haben. Auf ein Rundſchreiben an die verſchiedenen
Genfer Banken bzgl. der ungariſchen Staatspapiere,
die ſie etwa in Verwahrung haben könnten, hat u.
a. die von Giralanio Rizzi geleitete Bank nicht ge=
antwortet
. Vor den Unterſuchungsrichter geladen,
ließ ſich Rizzi durch einen Rechtsanwalt vertreten,
der erklärte, daß ſich ſein Klient mehrere Wochen auf
Geſchäftsreiſen befindet und keine ungariſchen Pa=
piere
in ſeiner Bank habe.
Fünfundzwanzig Perſonen ertrunken.
London. Nach Berichten aus Winnipeg in
Kanada ſind bei dem Untergang eines Dampfers auf.
den großen Seen 25 Perſonen ertrunken. Die große
Kälte hat insgeſamt 25 Frachtdampfer, die zum
großen Teil Getreide führen, lahmgelegt.
Verſchwendung wertvoller Uralſteine.
Moskgu. Die Kunſtakademie in Leningrab
hat bei der Uebernahme der Kolywanaler Schleif=
fabrik
im Uralgebiet von dem Truſt Ruſſiſche Edel=
ſteine
feſtgeſtellt, daß der Truſt 10 000 Pud Horn=
ſtein
, ein wertvoller Stein im Werte von 50 Rubel je
Kilogramm, für die Pflaſterung von Straßen für
165 Rubel verkauft hat. Ein Teil dieſer Steine
konnte der Vertreter der Kunſtakademie zurücker=
halten
. Der Reſtbetrag war jedoch für Pflaſter=
arbeiten
verbraucht worden. Von der genannten
Fabrik ſind Steine, die ſpäter als Topas oder Ne=
phrite
erkannt wurden, in Müllgräben abgeführt
worden. Die örtlichen Heimarbeiter ſtürzten ſich in
Maſſen auf dieſe wertvollen Steine und verdienten
an ihnen eine große Menge Geld. Ferner hat der
Truſt große Vorräte an Malachit nach Moskau zur
Zermahlung für die Herſtellung von Farben ver=
kauft
, obwohl Malachit gegenwärtig auf dem Markte
beſonders hoch im Preiſe ſteht.
Die Opfer des Waiſenhausbrandes.
Quebee. Unter den Trümmern des Waiſen=
hauſes
von St. Charles ſind bisher 33 Leichen ge=
funden
worden. 21 Kinder werden noch ver=
mißt
. Eine große Menſchenmenge iſt herbeigeeilt,
um der Feuerwehr bei den Rettungsarbeiten zu
helfen. Die Augenzeugen heben den Heldenmut einer
16jährigen Krankenſchweſter hervor, die ſich dreimal
in das brennende Gebäude zurückbegab und jedesmal
zwei Kinder hinausbrachte. Von dem 4. Rettungs=
gang
kehrte das Mädchen nicht mehr zurück.
Ein Rieſen=Beton=Schornſtein.

Der neue Schornſtein des Kraftwerkes Kicl=Wik iſt
nicht aus Ziegelſteinen erbaut, vielmehr wurde er
als einheitliche Beton=Konſtruktion gegoſſen. Er iſt
10 Meter hoch. Seine lichten Durchmeſſer betragen
oben 4, unten 9 Meter.

[ ][  ][ ]

Seite 16

Sonntag, den 18. Dezember 1922

Nummer 330

Aus alter Zeit.

Von Hafe Wanderer.

Der allzu kurze Sommer iſt dahin. Ich denke zurück an
manche frohe Fahrt im Paddelboot. Welche Menge geſunder
Menſchen, die ihre Erholung heute in dieſer Weiſe finden, traf
ich an. Und da fällt mir vei, daß das, was heute Selbſtver=
ſtandlichkeit
ſcheint, noch garnicht ſo alt iſt, erſt in wenigen
Jahren ſich enwickelt hat zu einer herrlichen Form der Erfüllung
deurſchen Wandertriebes. Ich komme mir unendlich alt vor,
wenn ich mir tlar mache, daß es ſchon zwanzig Jahre ſind, ſeit=
dem
ich die erſten Fahrten auf Deutſchlands Flüſſen unternahm,
damals, als noch niemand daran dachte. Und die Erinnerung
iſt um ſo lieber und ein Lächeln ſteigt mir auf in Gedanken an
dieſe Zeit, die etwas vorwegnahm, was heute Vollsbeſitz ge=
worden
iſt.
Es war Zufall, daß ich darauf verfiel. Zu Goettingen, das
damals die amerilaniſche Univerſität war, wie Heidelberg die
engliſche, lernte ich manche amerikaniſche Form des Sports ken=
nen
und ſo auch den Kangder. Das Faltboot war noch gänzlich
unbekannt. Und eines Tages reichte es denn auch bei mir zur
Anſchaffung eines derartigen Canoes. Das Geld verdiente ich,
indem ich für eine Zeitung es war nicht gerade ein Weltblatt
die Theaterkritik ſchrieb. Wie erfriſchend unverſchämt iſt man
doch, wenn man jung iſt. Heute würde ich es nicht mehr wagen,
denn ich bin ja nicht Fachmann. Wieviel natürliches Können
wird wohl mit dieſem Anſpruch auf Fochkompetenz erdrückt?
Doch das nebenbei.
Für die erſte größere Fahrt hatten wir, amerikaniſche Freunde
und ich, den Main gewählt. Dieſe Tour aber war noch recht
zahm, wir ſollten jeden Abend im Hotel wohnen. So ſchickten die
Damen zwei gewaltige Schrankkoffer voraus, die wir naibem
Deutſchen wie kleine Landhäuſer vorkamen, wir Männer fügten
uurſere beſcheidenen Köfferchen hinzu, die aber auch, als eine
Selbſwerſtändlichkeit, den Smoling enthalten mußten. Dieſe
große Bagage reiſte uns von Ort zu Ort vorqus. Wir kamen
nach . Das Hotel liegt dicht am Waſſer, ſo daß wir von der
Gartenſeite landeten. Ich als Reiſemarſchall frug, ob wir Zim=
mer
bekommen könnten. Es folgte ein recht verkniffenes Ge=
druckſe
, das ſich zu keiner Antwort entſcheiden konnte. Ich ach=
tete
kaum darauf und erkundigte mich, ob unſere Koffer ange=
kommen
ſeien. Alle Geſichter, vom würdigen Ober bis zum
Hausknecht, hellten ſich auf, wurden breiter und breiter und
zeigten endlich ſtrahlendes Lächeln und erſterbende Devotion:
Oh, das ſind die Koffer der Herrſchaften? Gewiß, gewiß, die
Herrſchaften können Zimmer bekommen. Und man konnte dem
Ober anſehen, daß ſein Weltbild wieder ſich zurechtrückte, als er
uns als verrückte Amerikaner gebucht hatte. Doch noch einmal
verlor er faſt die Kontenan;, als wir ſpäter zum Eſſen erſchienen,
die Damen in großer Toilette, wir im Smoking. Er wurde noch
devoter. Doch ich fürchte, ſein Weltbild ging endgültig in Trüm=
mer
, als wir nachher einen Leierkaſtenmann mit Beſchlag beleg=
ten
und die brapen Bürger zu einem Tänzchen auf offener
Straße verführten. Die biederen Franken kamen bald in
Schwung, manch geſund=ſchönes Mädel haben wir da im Arm
gehalten, und auch die Jungmannen wagten es, dieſe fremdarti=
gen
Gewächſe in Abendkleidern in den Arm zu nehmen. Starke,
junge Kerle, ihr habt damals den verwöhnten Miſſes gefallen.
Nur der Herr Ober hat unenwvegt den Kopf geſchüttelt.
Aber natürlich entſtand der Wunſch, auf weiter Fahrt dies
Leben richtig zu erproben, mit Zeltlager und ſo. Was machte
das für Schwierigkeiten! Den Eltern es zu ſagen, wagte ich
ſchon garnicht, denn ſie hätten mich als Vagabunden betrachtet
und als moraliſch unrettbar verloren. Man ging wohl des
Sonntags ſpozieren, aber tagelang draußen liegen, ſogar im
Zelt kampieren? Das war eine Entartung der Phantaſie, wie
ſie nur aus ernſten phyſiologiſchen Störungen der Großhirn=
rinde
entſtehen konnte.
Alſo heimlich! Zunächſt woher ein Zelt nehmen? An=
gebote
von deutſchen Firmen waren einmal zu teuer, und dann
wollten ſie immer gleich eine ganze kleine Tropenvilla liefern, die
mit ihrem Gewicht das Boot zum Sinken gebracht hätte. Alſo
wurden unſere Beziehungen zu Freunden, die als Einjährige der
Kummer ihres Hauptmanns waren, ausgenutzt und der Staat
um zwei Zeltplanen geſchädigt. Nun die nötigen, zuſammen=
legbaren
Zeltſtangen. Ein Tiſchler wurde mit der Herſtellung
betraut und lieferte zwei gewaltige Pfoſten, zehn Zentimeter
im Geviert, die die Eröffnung eines Holzhandels im kleinen
geſtatteten. Sie haben mehrere gute Mahlzeiten gekocht. Dann
die weitere Ausrüſtung. Was erachtete man doch damals alles

für unbedingt erforderlich, und wie ſchwer waren einigermaßen
brauchbare Sachen zu bekommen. Und die Kleidung! Hätten
wir die heute allgemein übliche kurze Hoſe und ſonſt nichts ge=
wagt
, wir wären in ganz kurzer Zeit ſchwer gefeſſelt im Gefäng=
nis
oder dem Irrenhaus gelandet, je nach der wehr oder weniger
wohlwollenden Auffaſſung, wegen ſchamloſer Gefährdung der
öffentlichen Sittlichkeit und damit des Beſtandes des Staates.
Ach Gott, wie ſchamhaft war man doch damals noch! Alſo blieb
halt nichis anderes übrig, als unendlich viel Kleider anzuziehen
und, da man doch nicht daucrnd naſſe Füße haben wollte, richtige
hohe Waſſerſtiefel. Wenn ich daran zurückdenke, grauſt es mir
noch heute. Damals haben wir gar nicht ſo richtig daran gedacht,
daß wir zum höheren Lobe der Moral wegſacken mußten wie
bleierne Enten, falls wir kenterten. Aber es gibt doch einen
Schutzgeiſt, der über kleinen Kindern und von der Sittlichkeit
beſeſſenen Leuten wacht.
Nun waren wir ſoweit, es konnte losgehen. Wir hatten die
niecklenburgiſchen Seen gewählt. Aber nun das Boot hinbringen.
Beförderung im Gepäckwagen ausgeſchloſſen, muß als Sperrgur
gehen, wird unverpackt nicht angenommen! So ging es. Alſo
erſt einen Verſchlag zimmern, der dann in Neuſtrelitz zu Brenn=
holz
zerſchlagen wurde.
Ich denke noch an den Zug durch die Reſidenz vom Bahnhof
zum See hinunter. Sicher hat es ſeit der Zeit, da Durchlauch=
ting
die Putzfrauen durchs Schlüſſelloch naß ſpritzte, bort nicht
mehr ſolche Sewſation gegeben. Ich fürchte ſogar, Sereniſſimus
hat auf ſein Frühſtück warten müſſen, da die Lakaien bei uns am
Seeufer ſtanden. Und dabei war uns ſelbſt nicht ganz wohl, denn
es herrſchte ein ganz ordentlicher Wellengang. Doch wir wagten
es. Fühlten wir doch unſere moraliſche Pflicht, das wartende
Volk der unſträflichen Obotriten nicht zu enttäuſchen. Ich glaube
heute noch, wenn wir uns geweigert hätten, die kochende Volks=
ſeele
hätte uns im ſchwanken Nachen mit Gewalt ausgeſetzt.
Zwiſchen raſendem See und empörten Volk wählten wir den
barmherzigeren Teil und fuhren.
Das erſte Lager! Du lieber Gott, wie ungeſchickt bann man
doch ſein! Bis das Feuer brannte, bis die Suppe kochte! Aber
es ſchmeckte herrlich. Und dann kam das erſte Regenwetter.
Eigentlich war es ſcheußlich, aber wir haben es uns ſicher nicht
eingeſtanden. Offizicll war auch das herrlich. Dabei hatten wir
natürlich nichts von regendichtem Ueberzeug oder auch nur die
Annehmlichkeit, nichts anzuhaben, ſondern hockten unter den
Zeltplanen mit einem guten Teil Waſſer im Boot, das wir von
Zeit zu Zeit über Bord beförderten.
Und dann das Kochen! Von dem zuverläſſigen Prinnus=
kocher
, der heute überall mitgeht, hatten wir keine Ahnung. Für
ſolche abſolut naſſen, eigentlich nur theoretiſch als möglich an=
genommenen
Fälle hatten wir einen Spirituskocher Marke Hei=
ratsgrund
der Junggeſelle heiratet bloß, um ihn loszuwer=
den
mit, den jeder Windhauch verlöſchte. Ich weiß noch, wie
es uns an einem recht windigen Morgen nach einſtündigem
Mühen ſchließlich hatten wir den Kocher in ein Erdloch ver=
ſenkt
, wo er aus Mangel an Sauerſtoff alle Augenblicke aus=
ging
gelang, lauwarmes Waſſer mit Erbswuſtpulver zu
erzielen.
Dann die Fahrt über den Müritzſee. Dieſes Gewäſſer kann
recht ungemtlich werden. Und gerade an dem Tage, da wir es
kreuzten, kam ein recht an ſſtändiger Wind auf. Wenn ich deut=
ſcher
Ozeanflieger geweſen wäre, würde ich ſagen Windſtärke 12
Orkan. Aber wir waren ja ſeebefahrene Menſchen Alſo
warfen wir unſeren Leinwandeimer als Seeanker aus und hiel=
ten
uns brav gegen die Wellen. Plötzlich erſchien uitend eim
Dampfer in Miniaturausoabe. Er kam uns nicht viel größer
vor als unſer Kanader. Doch er ſignaliſierte nach allem Regeln
der Kunſt mit heftigem Tücherſchwenken, drehte bei und warf
uns ein Tau zu, das erfreulicherweiſe daneben ging. Wir ſoll=
ten
aus Seenot gerettet werden! Herrgott, hat der biedere meck=
lenburgifche
Seefahrer geſchimpft, als er endlich begriff, daß wir
gar nicht gerettet werden wollten.
So haben wir ſchon damals viele Gewäſſer im ſchönen
Deutſchland befahren: den Rhein von Baſel bis Köln, die Weſer
bis Bremen, die Leine, die Aller, die Elbe, die Donau. Und
haben manchen Spaß erlebt und manche ſchöne Stunde einſamen
Gemießens.
Hatten wir da einmal kurz vor Bremen auf einer Buhne
Nachtlager bezogen. Viele Boote waren auf dem Waſſer, die
vohl neugierig vorbeiglitten, aber ſich nicht recht an uns heran=
trauten
. Bis dann aus einem Boot die Frage kam: Darf man
miteſſen? Und wir machten die Honneurs unſeres Lagers und
präſentierten einem Bremenſer Senator und ſeiner Familie, be=
ſonders
aber ſeiner bildhübſchen Tochter, fa beſonders der Toch=
ter
, Tee aus Blechbechern. Und wurden für den nächſten Tag

zu einem gediegenen Bremenſer Mittageſſen eingeladen.
dieſer erfreulichen Ausſicht ſchliefen wir die Nacht ſo ſauft

weichen Sande der Buhne und wurden erſt wach, als wir u
den Füßen im Waſſer lagen und unſer Kanoe Anſtalten m

uns zu verlaſſen. Wir hatte halt nicht daran gedacht, daß

jetzt der Wirkung der Flut ausgeſetzt waren. Jaja, wat ſonz
befohrener Minſch nich allens erleven kann!

Ein andermal waren unſere Streichhölzer aufgebraucht u.
wir betraten einen Laden: Wir möchten gerne ein paar Streitt
hölzer haben. Und erhielten von einem hoheitsvollen Rnt
ling die herablaſſende Antwort: Die koſten aber zwanzig PGi
lige. Und der Blick, der Blick! Damals habe ich zuerſt beont
fen, daß es unzerſtörbare, und berſteigbare Klaſſenſchranken a
ſo zum Beiſpiel zwiſchen einem großohrwatſchlichen, pickel=
netem
Ladenſchwung und einem tief unter ihm ſtehenden s
mer. Eine beſondere Sympathie für einen rechten, echten
mer iſt mir ſeit der Zeit geblieben.

Einmal fuhren wir Mitte März die Weſer hinunter 1
lagerten hinter Hörter in den Weiden. Als wir des Naoſt,

vertkrodl

unter unſeren Zeltplanen hervoräugten, weil ſo verteufelt
wurde, da waren wir eingeſchneit. Und landeten mit faſt ſinrm,
dem Boot, ſoviel Feuchtigkeit hatten wir in dem matſchin
Schnee aufgeſaugt, am anderen Vormittag in einem Städthm
Und wurden von braven Leuten im Gaſthaus ins Bett geſt
mit unendlich vielen Wärmeflaſchen. Unſere Sachen wurdenn
der Küche getrocknet. Doch als wir die Abſicht kundtaten, nZeiitilziſlikl.
Nachmittag weiter zu fahren, da das Wetter beſſer geworſny=
war
, wollte man die Polizei aufbieten, um ſolch dumme Jungu. ZutülMkl:
ſtreiche zu verhindern. Der ganze Spießerſtammtiſch geriet u,
ſchäumende Aufregung, die braven Hängebäuche wackelten, u 4Stchluflhlken
waren doch liebe Leute, die es nur gut mit uns meinten. A
oft ſind wir doch im Leben geneigt, das, was wir als Woh /aMwerlanhen
anſehen, nötigenfalls mit einer Tracht Prügel aufzudrängen.

phyſiſcher oder moraliſcher Gewalt!
Und wie oft ſind wir von fluchenden Bauern oder um ibüg
Wald beſorgten Forſtleuten von unſerem Lagerplatz vertiene
worden. Wie oft haben ſchnauzbärtige Gendarmen unſere 90
piere verlangt. Wir waren doch ſchon ſo weltklug, daß wir unge
ren Studentenausweis bei uns führten. Wie oft hat man 7u
dieſen Ausweis zurückgereicht mit einem ſtrengen Blick, der 1u
leider unbeweisbarer Führung falſcher Papiere bezichtigte, aeſ
auch mit einem milden Auge des Bedauerns, das deutlich ſprogh
Ihr armen Blödſinnigen! Und man hat uns durchſucht, ob m

weie den eleltriſchen ?
ten Sie am verteilhe

Eleftr. Anlager

nicht Naubfiſcherei trieben, und ich habe mich diebiſch gefrM euhon 353
daß ich eine Nachtangel ſo zu legen wußte, daß man ſie mi
Gaf 5e
fand. Und die Fiſche haben doppelt köſtlich geſchmeckt.

Und die lieben Zeitgenoſſen! Wir landeten einmal in Vy
den. Kommt mir da ein alter, guter Freund entgegen, derru /ſäüuhe=
der
alten Stadt das wichtige Amt eines Referendars verfrn /r
Nur in einem dunklen Winkel ſprach er ganz kurz mit mir, m /Eeil
mit mitzuteilen, daß er ſich unmöglich machen würde es-0
damals noch ſolche köſtliche Unmöglichkeiten , wenn er ſich
uns ſehen ließe. So ward denn in aller Haſt verabredet, daßiu
außerhalb uns am Ufer treffen ſolle. Ich wagte bloß noch, i /spären
zu bitten, uns ein Glas Bier zum Boot zu ſchicken. Das Hy
denn auch, getragen von einem Pikkolo, der würdevoll fruf, detentGeggenauer
Sind Sie die Männer, die dem Herrn Referendar das komifiz / Gasherden
Boot gezeigt haben? Er ſchickt Ihnen dafür ein Glas Biet‟ / / Badeöfen
Es krähte kein Hahn zum drittenmal, aber mein beſter Freuuf 141 Gasheiröfen.
Pras Sie in d. einsch

Meidt

hatte mich mit kalter Stirn verleugnet: ich kenne dieſen Mell= , Gegehältgan dam
ſchen nicht. Erſt am Nachmittag, im entlegenen Gehölz, gerulte.

der Herr Referendarius, mit vielen um ſich geworfenen, ſorgey=Rix ist4 aum-
den
Blicken uns zu begrüßen. Ich glaube heute noch, er hat keilt zschmuck
reine Freude au dieſem Wiederſehen gehabt.
Eiuauſt unterm Ein=
Und all die Tage voll herrlicher Sonne und all die Nächä /ffüpreis Stand
Mmm auf de
voll unendlicher Rühe, wenn leiſe die Wellen gegen das Ufeſt
S4:Matz am Schwimn
plätſcherten und uns in einen labenden Kinderſchlaf murmeliens 10Neihe, (338
wvenn wir erwachten im heraufdämmernden Morgen, um im.
Waſſer zu ſpringen. Das heißt: manchmal. Mauchmal ging 2/ htelllengeſuche ?
uns auch ſo wie Jerome K. Jerome und ſeinen Freunden, wi
zogen die Wärme unſerer Decken dem angeblich ſo erfriſchendy. Weiblich
Bade vor.
Uinin ſucht Stelle
Und all die unbändige Jugend mit ihrem Drange nach 4/ Fühnarzt. An=
ſunder
Freiheit, all die köſtliche Freude an der Ungebundenhe. 1 0. 68 an die

die ſo hell lachen konnte, und das aufnahmefähige junge Fühlllushit tiſt.
das die Schönheit ſtiller Waſſerlandſchaft, die blaue Weite f
ner Berge ganz erſchöpfen konnte, die ungebärdige Kraft, die un dMiom imlierte Herrenl
langer Paddelarbeit noch in Purzelbäumen in den Heuhauuan
am Ufer ſich austoben mußte. All die Jugend, die unendliſch
glückliche Jugend! Schon zwanzig Jahre vorbei, ſchon zw
zig Jahre!

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Seite 18

Sonntag den 18. Dezember 1927

Nummer 3300

Sport, Spiel und Turnen.
Darmſtädter Sportkalender.
Kraftſport.

Stutigart.

Meiſterſchafts=Mannſchaftskämpfe im zweiten Kreis des D.A.S.V.
im Ringen.
Der vorletzte Kampfſonntag brachte auf der ganzen Linie höchſt
intereſſanten Sport. Beachtenswert iſt die Tatſache, daß faſt alle Kämpfe
mit dem hohen Reſultat 12:2 für die Sieger endigten. Dieſe Ergebniſſe
dürrfen aber keines egs zu falſchen Räckſchlüſſen führen, denn der Ver=
lauf
einzelner Kämpfe ſpricht eine allzu deutliche Sprache. Das einwand=
freieſte
Spiel erzielte Frankfurt gegen Eiche=Hanau.
Der erſte Bezirk
hatte im Treffen Kreuznach-Mainz ſeinen Hauptſchlager. Ob Mainz je
ernſtlich an eine Revanche gedacht hat, iſt ſehr zu bezweifeln. Trotzdem
eiberraſcht die Höhe des Sieges, zumal Mainz doch unbeſtrittener Tabel=
lenzweiter
iſt. Schunk rettete für Mainz den Ehrenſieg. Letztere gingen
ohne Schwergewicht in den Kampf. Der Vorkampf in Mainz endete be=
kanntlich
10:4 für Krenznach. Eine Ausnahme bildete der Kampf Bingen
gegen Büdesheim. Die Scharlachberger konnten ihren Vorkampfſieg
nicht wiederholen und prußten der Binger Mannſchaft, die im Schwer=
und Federgewicht durch zwei Dieburger Ringer vertreten iſt, den Sieg
überlaſſen. Den Koſtheimern gelang es ebenfalls nicht, ihren Vorkampf=
ſieg
zu wiederholen. Mit 12:2 und einer Geſamtſiegeszeit von 32 Min.
ſiegte diesmal Oberſtein unerwartet hoch. Nur der ſtarke Lind im
Schwergewicht erlitt eine Niederlage durch Gries=Koſtheim. Die Wie=
dergabe
unſerer Tabelle war ſeither für den Laien ſchwer verſtändlich,
da er aus den Siegverhältniſſen nie recht klar wurde. Wir ſagen nun
in Zukunft ſtatt 12:2 6:1, d. h. ein Sieg wird ſtatt mit 2 Punkten
nur mit 1 Punkt bewertet. Nachſtehend die Tabelle des 1. Bezirks=

Vereine Kämpfe Siege Niederlagen Punkte Kreuznach 2 Mainz Bingen Oberſtein Büdesheim Koſtheim 22 41

Der kommende Sonntag bringt im erſten Bezirk folgende Kämpfe:
Büdesheim muß nach Oberſtein und Koſtheim kämpft in Bingen. An
den Reſultaten des Vorſonntages gemeſſen, ſollten die Platzbeſitzer je=
weils
in Front enden, d. h., wenn die Gegner damit einverſtanden ſind.
Jedenfalls wird es harte Kämpfe abſetzen.
Im zweiten Bezirk
erregte ſelbſtverſtändlich der Kampf Sachſenhauſen Neu=Iſenburg
das größte Intereſſe. Er war ausſchlaggebend für die Bezirksmeiſter=
ſchaft
, die in Sachſenhauſen wiederum den Meiſter ſieht, denn es iſt
kaum anzunehmen, daß Sachſenhauſen noch gegen die beiden Tabellen=
letzten
Punkte einbüßt. Sachſenhauſen ſiegte 8:6 nach härteſtem
Kampfe. Frankfurt hatte mit Hanau keine allzu große Mühe, um ſo
mehr, als Hanau ſeinen Kampf ohne den bewährten Grasmück beſtritt.
Lediglich Müller im Bantamgewicht kam zu ſeinem erwarteten Siege.
Hanau kann ſich durch eigene Kraft nicht mehr vom Tabellenende weg=
ſchaffen
, und die Mannſchaft wird wohl in den ſauren Apfel beißen
müſſen. Zimmern wollte Dieburg den Beweis erbringen, daß die hohe
Vorkampfni derlage heute nicht mehr zu Recht beſteht, was aber nicht
gelungen iſt. Ueber die Begleiterſcheinungen deckt man am beſten den
Mantel chriſtlicher Nächſtenliebe. 12: 2 lautete das Endreſultat für
die Vorwärtsmannſchaft.
Die Tabelle:
Kämpfe Siege Niederlagen Punkte
Vereine
18
45
Sachfenhauſen
16
Groß=Zimmern
14
Neu=Iſenburg
12
Frankfurt
43
Dieburg
4:
19
Damm
10
Hanau
ger Plan zu Fall zu bringen, der jedoch, falls ein Dieburger Sieg ein=
tritt
, am Tabellenſtand nichts mehr ändert. Hanau und Damm dürften
das einzige B ſtreben zeigen, die Niederlage ſo glimpflich wie möglich
zu geſtalten. Inwiefern dies gelingen ſollte, werden wir die nächſte
Woche erfahren.
Handball.
Jugendverbandsſpiele der D.S.B. am 18. Dezember 1927.
Sport=Verein 98 1. Jgdm. 1. Jgdm. Sp.=Vgg. Arheilgen dort 10 Uhr
Jgdm. Rot=Weiß 10 Uhr R.=W.=Platz
Sport=Verein 98 2. Jgdm.
Sport=Verein 98 3. Jgdm. 2. Jgdm. Rot=Weiß 11 Uhr Stadion
Sport=Verein 98 5. Jgdm. 3. Jgdm. Rot=Weiß 10 Uhr Stadion

2.00 Uhr:
2.00 Uhr:
2.15 Uhr:
11.00 Uhr:

Fußball.
Spvg. Arheilgen Alemannia Worms.
Pol.=Sp.=V. Darmſtadt T.= u. Spv. Mörfelden.
F.=C. Eintracht Sp.=V. Lengfeld.
Handball.
Akad. Sportklub V. f. L. Rot=Weiß 1922.

Fußball.

F C. Eintracht Darmſtadt.
Bezüiglich des Spiels gegen Sp.V. Lcngfeld tritt inſofeen eine
Aenderung ein, als dieſes nicht vormittags 11 Uhr, ſondern 14,15 (2.15
Uhr nachm.) beginnt.
*Kreisliga Südheſſen.
Der Goldene Sonntag dürfte auch in der ſüdheſſiſchen Kreisliga
endlich den Meiſter bringen, zumal dies der letzte Perbandsſpielſonntag
dieſes Jahres iſt. Es ſtehen ſich diesmal folgende Rivalen gegenüber:
Lorſch-Lampertheim; Biblis-Bürſtadt;
PfeddersheimWorms; HeppenheimHochheim.
Das Haupttreffen in Lorſch wird zweifelsohne die Entſcheidung um die
Meiſterſchaft bringen. Wer hätte noch vor wenigen Wochen im Lorſcher
Lager gedacht, daß die Sache mit dem diesjährigen Meiſter noch ſo ver=
zwickt
würde. Der kommende Sonntag, der die Tabellenerſten gegenüber
ſieht, wird erbringen, ob Lorſch trotz der mißlichen Umſtände die Mann=
ſchaft
iſt, die ſich aus dem Sattel heben laſſen wird. Man iſt zwar all=
gemein
der Anſicht, daß die Gäſteelf einen knappen Sieg erzielen wird.
doch ſtützen ſich dieſe Vermutungen nur auf die Mißerfolge, die der ein=
heimiſchen
Elf in den letzten Spielen unterlaufen ſind. Lampertheim iſt
in letzter Zeit wieder gut in Form, und die Lorſcher Elf ſegelt nicht
mehr allzu ſicher im Meiſterſchaftsfahrwaſſer, das ſtimmt; aber auf alle
Fälle wird ſich ein Lohrbacher und Genoſſen auf eigenem Platze nicht ſo
leicht unterkriegen laſſen. Man kann deshalb mit einem, wenn auch ſehr
knappen Sieg der Platzmannſchaft rechnen. In Biblis dürfte es den
Einheimiſchen diesmal nicht allzu ſchwer fallen, ihr Punktkonto auch
weiterhin zu erhöhen. Funktioniert der in den letzten Spielen gut an=
gedrehte
Mechaniswus der Platzmannſchaft auch diesmal wieder, könnten
die Gäſte unter Umſtänden eine Packung faſſen. Einen ſchweren Gang
haben die Wormſer nach Pfeddersheim. Hier wird alte Rivalität evlt.
eine Rolle ſpielen, und kann man der Platzmannſchaft, ſo ſie komplett
antritt, ein kleines Plus zuſchreiben. Da beide Mannſchaften nicht viel
zu gewinnen und auch zu verlieren haben, kann man bei einigermaßen
Vernunft beiderſeits einen recht ſchönen Kampf ſehen, der den Beſten
beim Schlußpfiff als Sieger ſieht. In Heppenheim dürfte diesmal die
Platzmannſchaft ihren erſten Sieg in der Kreisliga erfechten. Zwar wird
die Gäſte=Elf, die ſich erſt am verfloſſenen Sonntag in Worms mit eini=
gen
Erſatzleuten ganz hervorragend ſchlug, alles daran ſetzen, wemiaſtens
ein Unentſchieden zu erzwingen, wird aber letzten Endes wohl doch die
Segel ſtreichen müſſen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 18. Dez. 8.30: Morgenfeier. Baptiſtengemeinde
Frankfurt a. M. Anſprache: Prediger Huten en. O 10: Dr. Laven.
Führung durch den Zoologiſchen Garten. o 11: Rektor Ullius
aus Freiendiez: Heimiſche Weihnachtsfeier im Familienkreiſe. O 12:
Männerquartett 1925 Hanau. Geis: Abendſchatten Hanſen:
Sonnenlicht. Wengert: Heimatliebe. Silcher: In der Ferne.
Schulken: Sternennacht. Kern: Noch denk ich an die Stunde.
Pauli: Geſtörtes Ständchen. Appun: Am Rhein. o 15:
Hanna Lüngen: Die Schneelönigin (Anderien). O 16:* Neue geiſtliche
Muſik. Frankf, a=capella=Chor für geiſtl. Muſik. Leit.: Frhr.
v. Dröſte Soliſt: H. Leicht O 17: Hausorcheſter. C. M. von
Weber: Ouv. Turandot. Ouv. Abu Haſſan. Grande Polonaiſe
für Klavier. Ouv. Prezioſa. Lied der Prezioſa: Einſam bin ich.
Klaviertrio in B=dur Ouv. Euryanthe. Arie der Euryanthe:
Hier dicht am Quell. Fant. Oberon. Mitw.: Thea Böhm=
Linhard (Sopran) 18: Stadtbaumeiſter Kepler=Amſterdam:
Das holländiſche Ziel. S 18.30: Verbd. für Volksbildung. o 19.30:
Sportnachrichten. O 20.30: Bunter Abend. Mitw.: Harmonie=
orcheſter
. Leit.: Kapellm. Weilert. Anſchl.: Tanzprogramm.

Sonntag 18. Dezember. 11.30: Morgenfeier. Friedrich Nietzſsi
Ausf.: O. L. Brandt, Berlin (Rez.), Eliſabeth Schlotterbecl=Tertotz
Heidelberg (Alt). O 13.15: Schallplattenkonzert. O 15: Lie. Walderu
maier: Im Zauberkreis der deutſchen Weihenacht 15.30, D..4
Volkslied. Leit.: C. Strupe. Mitw.: Sängerbund Plochingro
Funkorch. 35 Darbietungen. O 18.45: Hanns Otto Roecker; Ueh.4
Bücher, Bücherlefen und Bücherſchenken. 19.15: Hch. Büogelrch
Reiſeerlebniſſe in Südſlavien. O 20: Markuskirche Stuttgart: Meilte
nachts=Muſik des Singkreiſes des Stuttgarter Jugendbundes. Leitztu,
Wirſching. Orgel: Prof. Dr. H. Keller. Bach: Orgelchoral urm
Chor: Vater unſer im Himmelreich. Hammerſchmidt: Motztig
G5ſtimmig): Zion ſpricht, der Herr hat mich verlaſſen. Schäut
Geiſtliches Konzert: O lieber Herre Gott. Hasler: Orgelchorm
und Chor: Nun kommt der Heiden. Josguin des Pres: Eboun
Et incarnatus eſt. Bach: Orgel: In dulce jubilo. Drei Melt=
nachtslieder
. Orgelchoral und Chor: Nun freut euch, ſie ſit
Chriſtenheit. Gemeinde: Macht hoch die Tür. Bach: Sehell
welch eine Liebe. O 21.15: Bunter Abend. Leit.: C. Strun=
Mitw.: Hilde Binder. Ilſe Schlöſſingk, Hans Hanus, Fred 8.
ger. H. Lingor, M. von Wiſtinghauſen, C. Struve, Funkorcheſtel
Wagner: Ouv. Rienzi Puccini: Fant. aus Das Mädch.
aus dem goldnen Weſten Goldmark: Arie aus Die Könial
von Saba‟. Gounod: Ständchen des Mephiſto aus m
garethe‟ Delibes: Ballettmuſik aus Coppelia. Au
Arie aus Fra Diavolo‟. Mozart: Champagnerlied aus
Juan. Offenbach: Melodien aus Die ſchöne Helena. s
tere Poelie. Rollins: Laß mich träumen dieſe Nacht. Güb=
Ich glaub, ich hab eine Dummheit gemacht. Lehar: Auftrittslist
der Gräfin Mariza. Walzer aus Paganini. Kempner:
kleine ſchmutzige Hände. Aubry: Der tanzende Mond. Eaf,
und Doelle: Sag nicht Du zu mir. Markuſch: Jung, ſchön uu6.
ſchlank mußt Du ſein. O. Straus: Lied aus Tereſinon
Chanſon aus Tereſina Raymond: Wenn die Garde marſchi=
Komzak: Petersburger Schlittenfahrt. Anſchl.: Sport,

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Heute iſt Lout

Sonntag, 18. Dez. 9: Morgenfeier. Collegium muſieun
Weißenſee. Elſe Hammerſchmidt Rezit.). Luiſe Hahn (Soprama 1 tztzoliſchen Chrilt
Pfarrer Siebert, Neukölln (Anſprache). O 11.30: 4. Funk=Matinen I
Mitw.: J. Plaut. Märſche aus deutſchen Gauen. Adolf=Bedetz 1 f50000 bis 20
Orcheſter. 14: Die Abenteuer des Kapitän Funk. o 14.30,
hen iegt mit eit
Lindenberg: Der Briefmarkenverbrauch großer und kleiner Staate,
15: A. Födiſch: Winterarbeiten auf Wieſen und Dauerweideg
16: L. Spitzer: Kinder, die darben müſſen. O 16.30: Kape ue
Hoffmann. O 19.05: Chefred. Huſſong: Das Recht der öffentlichdt
Kritik. 19.30: H. Ph. Weitz: Die Funk=Literatur.
Dr. Stein: Die Muſik der Chineſen und Japaner. 20.30:
Winteridyll von Karl Stieler. O 21: Die Geburt Chriſti
Kirchen=Oratorium für Soloſtimmen, gemiſchten Chor und Kindercku=
von
H. v. Herzogenberg. Dir.: Prof. Rüdel. Mitw.: H. Wutzboc,
(Sopran), v. Ei enhart=Rothe (Alt), W. Schmidt (Tenor),
Driſſen (Baß=Bariton), der Chor und das Orch. der Funkſtunde
Anſchl.: Tagesnachr. O 22.30: Tanzmulik. Kapelle Weber.
Stettin. 9: Morgenfeier Wege zur Weihnachtsfreuzg,
Anſprache des Superintendenten Zitzke, Belgard.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 19. Dezember 19277 1

(Nach der Wetterlage vom 17. Dezember 1927.)
Wolkig mit ſtellenweiſer Aufheiterung, Abſchwächung des ſtad
Froſtes, meiſt trocken.
Winterſportverhältniſſe in Heſſen und im Sauerland.
Vogelsberg, Hoberodskopf: Temp.: 18 Grad, Scht
decke: 18 Zentimeter, gekörnt, Sportmöglichkeit gut.
Odenwald, Tromm: Temp.: 8 Grad, Schneedecke: 12 3
meter, Pulverſchnee, Sportmöglichkeit gut.
Sauerland, Winterberg: Temp.: 15 Grad, Schnei
30 Zentimeter, Pulverſchnee, Sportmöglichkeit ſehr gut. W
lingen: Temp.: 14 Grad, Schneedecke: 2530 Zentimeter, Pult
ſchnee, Sportmöglichkeit ſehr gut.
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Veranwortlich für Poltil und Wirtſchaft: Rudoll Maupe; füt Feuſtlian, Nich 7M
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmanm
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Baue/,in
Die Gegenwart, Dr. Herbert Nettei ſür den Inſeratentel. Willn Küle: 2uc1 t Mat das welipers
und Verlag: L. C. Wittich jämtlich in Darmſiadt

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Die heutige Nummer hat 28 Geiten.

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die traurige Bel
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ig ſie ihre Ho
Ind der kleinen
Kopf und in ihr
großen Erſtaun
Mden, als ſich
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Hederholten. S
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[ ][  ][ ]

18. Dezember 1927

Zlluſtrierte Wochenbeilage

IHAAEAIHAInIInnannnnnagnnnnnnnnnnnnannnang

Nummer 51

HauBBUBI AIÄ

Lourde s.

Lourdes war bis 1858 ein kaum noch dem Namen nach
be kanntes armſeliges Gebirgsdorf am Suße der Ober=
Pyrenäen. Illuſtre Reiſende, die hier vorbei kamen, wie
6 eorge Sand, H. Caine, Heinrich Heine uſw., haben es kaum
oper überhaupt nicht beachtet.
Heute iſt Lourdes der bedeutendſte Wallfahrtsort der
kntholiſchen Chriſtenheit und man zählt dort jchrlich
1500 000 bis 2 000 000 Pilger und Reiſende. Das Städt-
chen
liegt mit ſeiner ſchönen gotiſchen Baſilika, der welt=

herühmten Grotte von Maſſabielle und dem hiſtoriſchen
Gchloß äußerſt maleriſch am Gave de Lourdes. Das alte
Gchloß Le Chäteau Fort, auf einem ſteilen hohen Felſen=
kegel
mitten ins Cal gebaut, verlieh ihm einſt eine außer=
erdentliche
ſtrategiſche Bedeutung.
Ein armes, einfaches Mädchen, Bernadette Soubirous,
het das weltvergeſſene Gebirgsdörfchen zu einem der be=
rüühmteſten
Sammelpunkte der leidenden und hoffenden
Menſchheit gemacht. In einer engen ſteilen Straße, in der
nie des Petits Foſſés, in einem ärmlichen düſteren Hauſe
rrohnte die Samilie Soubirous. Die beiden Eltern und
junf Kinder hauſten in einem einzigen Naum im Erdgeſchoß.
9er Vater war Müller und verdiente im Dienſte fremder
Brotherren nur mühſam den kargen Unterhalt für ſich und
tie ſeinigen. An einem Februar=Donnerstag des Jahres
1858 verließ Bernadette, die älteſte der fünf Geſchwiſter,
mit Marie, der jüngſten und Jeanne, einer kleinen Freundin,
(7e traurige Behauſung, um Holz zu leſen.
Die Kinder gingen den Gave (Gebirgsfluß) entlang und
grelangten bis vor den Felſen von Maſſabielle, von dem ſie
fuir ein ſeichter Waſſerarm trennte. Marie und Jeanne
luurchwateten ihn, weil drüben das Holz reichlicher lag. Die
jartere, ängſtlichere Bernadette blieb zurück. Als ſie ſah,
daaß ihr die anderen Mädchen nicht behilflich ſein wollten,
iSg ſie ihre Holzſchuhe aus und ſchickte ſich an, der Schweſter
und der kleinen Freundin zu folgen. Da überraſchte ſie eine
außerordentlich tumultuöſe innere Bewegung. In ihrem
Kopf und in ihren Ohren brauſte es wie ein fürchterlicher
Sturmwind . . . an den Bäumen regte ſich aber, zu ihrem
großen Erſtaunen, kein Blatt. Sie glaubte ſich getäuſcht zu
aben, als ſich die außerordentlichen Gefühle und Empfin=
dungen
in ihrem Körper noch ſtärker als das erſtemal
wiederholten. Sie ſah dann die Bäume überhaupt nicht
riehr, war aber geblendet von einem hellen Schein, der einen
o valen dunklen Felſenſpalt der Grotte verklärte. Und plötzlich
4=laubte ſie eine helle Sigur mitten in der Lichtflut zu er=
Alicken. Ihr fielen Geſpenſter= und Ceufelgeſchichten ein, die
ſie an düſteren Winterabenden gehört hatte. In ihrer
Herzensangſt betete ſie ihren Noſenkranz.
Marie und Jeanne hatten gar nichts geſehen und be=
merkt
. Auf dem Heimweg beſprachen die drei Mädchen das
ſeltſame Erlebnis. Bernadette war aber verlegen und ver=
nhämt
. Sie wollte nicht mehr antworten. Doch das Gerücht
deer außerordentlichen Erſcheinung verbreitete ſich raſch im
nanzen Dorf. Die Eltern Soubirous waren gar nicht erbaut
von dem Aufſehen, das die Geſchichte machte und verboten
Bernadette den weiteren Beſuch der Grotte. Aber man
prach ſchon überall von der Erſcheinung und am nächſten
Sonntag mußten die Eltern Bernadette mit einer Flaſche
Weihwaſſer nach der Grotte gehen laſſen, da man es ja
Dielleicht mit dem Ceufel zu tun haben konnte, der gebannt
werden mußte. Am Donnerstag darauf ging Bernadette
noch mit anderen Perſonen zur Grotte und an dieſem Cage
mahm die lichtverklärte Erſcheinung die Geſtalt einer himm=
iſch
ſchönen Frau an, wie man ſie nur auf Bildern ſehen
ann. Die Augen waren blau und unſagbar ſanft, die roſigen
Lippen lächelten in himmliſcher Milde und nie geſchauter
Anmut. Das ovale Geſicht ſtrahlte in jungfräulichem Lieb=
reiz
und mütterlicher Zärtlichkeit und Güte zugleich. Das
Skleid war blendend weiß und aus koſtbarem, nie geſehenem
Otoff. Der wallende Schleier war himmelblau. Der Noſen=
ranz
, der an dem rechten Arm hing, hatte milchweiße
Steine, aber die Kettenglieder und die Kreuze waren aus

leuchtendem Goid. Auf den weißen zierlichen Füßen blühten
zwei goldene Noſen. Dieſe Erſcheinung ſprach zu Bernadette:
Faites-moi la gräce de venir iei pendant guinze
jours. (Erweiſe mir die Liebe und komme 14 Cage lang
hierher.)
Dieſer folgten noch andere Erſcheinungen und die himm-
liſche
Geſtalt ließ ſich ein andermal vernehmen:
Allez dire aux pretres auil faut bätir iei une cha-
pelle
. (Sage den Prieſtern, daß ſie hier eine Kirche bauen
ſollen.) Dann:
Crinke von der Quelle, waſche dich in ihrem Waſſer
und von dem Gras daneben.
Den Sinn dieſer Worte verſtand Bernadette, als ſie
unter ihren Singern eine Quelle ſpürte, die in der Grotte
rieſelte.
Nachher erſchien die holde Frau noch am 4. März, am
25. März (wo ſie ſich mit gefalteten Händen und himmel=
wärts
gerichtetem Blick zu erkennen gab): J6 suis UImma-
eulée
Conception (Ich bin die unbefleckte Empfängnis),
und dann die letzten Male am 7. April und am 16. Juli, das
erſte Mal für das Miracle du Cierge (das Kerzenwunder),
wobei Bernadette in Ekſtaſe unbewußt ihre Hand lang über
die Kerzenflamme hielt, ohne ſich zu verbrennen, und das
letztemal zum Abſchied. Nach dieſer 18. Erſcheinung zeigte
ſich die Jungfrau nie mehr.
In Lourdes hatte ſich Aller eine ungeheure Bewegung
bemächtigt. Man kam aus den Nachbarorten. Die erſten
Wunder vollzogen ſich. Die Verfolgungen und Anfeindungen
ſetzten ebenfalls ein und beſchleunigten den unerhörten Erfolg
des neuen Kultus, des neuen Wunderortes. Pilger kamen
von weit her, beteten an der Grotte, tranken von der Quelle,
wuſchen ſich in ihrem Waſſer und verbreiteten den Nuhm
von Notre Dame de Lourdes in aller Welt.
Die Grotte von Maſſabielle, wo die Jungfrau Maria
im Jahre 1858 der vierzehnjährigen Bernadette Soubirous
achtzehnmal erſchienen iſt, iſt eine kaum 5 Meter tiefe halb=
kreisförmige
, durch ein Gitter abgeſchloſſene Felſenhöhle.
In einer Art oväler Niſche hat man die Statue der Jung=
frau
(des Bildhauers Fabiſch) aufgeſtellt, etwa 5 Meter
über dem Boden, genau an der Stelle, wo die Jungfrau ſich
Bernadette gezeigt hatte. Cauſende von Krücken und an=
deren
Apparaten geheilter Kranken, die an dem Felſen und
Gitter aufgehängt ſind, zeugen von der Dankbarkeit der
Gläubigen. In der Grotte brennen Cag und Nacht um=
zählige
Kerzen. Sie haben die Grotte und den Selſen tief=
ſchwarz
gerußt.
Vor der Grotte befindet ſich die ehemalige Quelle mit
der Inſchrift:
Allez boire ä la fontaine et vous F laver 25 férrier
1858.
Gläubige kamen das ganze Jahr nach Lourdes, aber die
bedeutendſten Prozeſſionen und Umzüge finden während der
Monate Auguſt und September und ganz beſonders vom
18.21. Auguſt während des Pelerinage National ſtatt.
4050 übervolle Süge bringen aus allen Provinzen Frank=
reichs
die Gläubigen mit ihren zahlreichen Biſchöfen und
Prieſtern und einer großen Sahl von der Wiſſenſchaft auf=
gegebener
Kranken vor die Grotte von Maſſabielle. 50000
Stimmen ſingen bei der 5-Uhr=Prozeſſion vor der Kirche
des Noſaire Ave, Ave, Ave Maria ohne Unterlaß, un=
ermüdlich
.
Die eindrucksvollſte Feier in Lourdes, die ſelbſt den Un=
beteiligten
tief ergreift, weil ſie in dem großartigen Nahmen
einer herrlichen Natur ein erſchütterndes menſchliches Schau=
ſpiel
großartig darſtellt, iſt die Benddiction des Malades‟
(Segnung der Kranken), wenn ein Biſchof vor den links
und rechts auf der (in der Mitte freigehaltenen) Eſplanade
aufgebahrten Schwerkranken mit der Monſtranz langſam
vorüberſchreitet und jeden Kranken einzeln ſegnet. Es ſind
manchmal 23000 Kranke, um die ſich die freiwilligen
brancardiers (Krankenträger), zu denen auch die (vom
Papſt exkommunizierten) Garnelots du Roi, die Leibgarde
Léon Daudets früher gehörten, kümmern müſſen. Die
brancardiers, die an ihren breiten Craggurten erkenntlich
ſind und meiſt vornehmen Samilien angehören, halten auch
überall eine ſtrenge Ordnung aufrecht. Der train blane‟
(weißer Sug) bringt faſt nur Kranke ſchwerſter Art.
Ich ſtand hinter einem totkranken etwa 3ojährigen
Mann, der mit glänzenden Augen die Monſtranz anſchaute
und mit übermenſchlicher Anſtrengung verſuchte, ſich von
ſeiner Cragbahre aufzurichten, als ihn die erhobene Hand des
Biſchofs ſegnete. Auf dem großartigen weiten Plan der
Eſplanade zwiſchen den hufeiſenförmigen mächtigen Nampen,
die über kühne, hohe Bogen zu der Baſilika hinauf führen
und Umzüge rieſiger Ausmaße ermöglichen, ſtanden zwei
Prieſter. Sie beteten und riefen abwechſelnd mit lauter
herausfordernder Stimme, immer dringender, immer be=
fehlender
, immer leidenſchaftlicher:
Seigneur, faites que Jentende .. !
Seigneur, faites que Ventende ..!
Seigneur, faites due je voie .. !
Seigneur, faites aue je voie 1
Seigneur, benissez notre Patriel
Seigneur, benissez notre Patriel
Seigneur, guérissez nos Malades!
Seigneur, guérissez nos Malades!

Die letzten Anrufe ſchleuderte der Prieſter mit weithin
hallender wilder Stimme über die 2000 Kranken, über die
50000 Pilger hinweg und ſeine mit äußerſter Energie
emporgeworfenen Arme, ſeine in der Ekſtaſe nach oben
greifenden Hände ſchienen in höchſter bebender Erwartung
das Wunder um jeden Preis vom Himmel reißen zu wollen.
Das war kein demütiges Flehen mehr. Die Bitten hatten
ſich in wilder Begeiſterung zum kategoriſchen Befehl ge=
ſteigert
:
Seigneur, guérissez nos Maladesl!!
Herr, heile unſere Kranken!!
Die Menge war von dieſer führenden Begeiſterung er=
griffen
worden und 50 000 Stimmen forderten: Seigneur,
guérissez nos Malades! indem ſie alle Worte des
Prieſters, der unten auf der freien Eſplanade ſtand, wieder=
holten
. Ueberall, wo ſich der Biſchof mit der Monſtranz
näherte, knieten alle nieder. Hier und dort küßten Pilge-
rinnen
in verzückter Inbrunſt die Erde. Manche weinten,
andere murmelten unverſtändliche Wünſche, oder beteten in
tiefſter Weltvergeſſenheit. Hinter dem totkranken Mann
ſtand ſeine blühende Schweſter. Das ſchöne ſtarke Mädchen
war totenbleich. Als der Biſchof nahte, krampfte ſie die
Fäuſte der ausgeſpreizten Arme. Sie zitterte am ganzen
Körper und ſprach in tiefſter Ergriffenheit:
Seigneur, guérissez nos maladesl
Seigneur, guérissez mon malade!
Herr, heile unſere Kranken!
Herr, heile meinen Kranken!
Die Monſtranz funkelte einen Augenblick in der Abend=
ſonne
über dem kranken Bruder. Dann neigte ſie ſich über
die nächſte Bahre. Das bleiche ſchmerzliche Antlitz des
totkranken Mannes war noch fahler geworden und mit
einem Ausdruck unbeſchreiblicher bitterer Enttäuſchung ſank
er erſchöpft auf ſeine Bahre zurück. Er lag mit geſchloſſenen
Lidern, wie tot! Der hohe, ſeit Monaten erwartete, mit ſo
viel Hoffnung herbeigeſehnte Augenblick war vorüber. Das
Wunder war nicht auf ihn herabgeſtiegen! Er war ver=
ſtoßen
aus der Neihe der Auserwählten! Das Leid, die
Schmerzen, die Hoffnungsloſigkeit nahmen von neuem Beſitz
von ihm mit ihrem ganzen fürchterlichen Schrecken. An der
Bahre des Bruders ſank die Schweſter nieder und ſchluchzte
bitterlich ...
Seigneur, guérissez nos malades!
Gewaltig, wie aus einem Munde klang der leidenſchaft=
lichhe
Schrei von 50 000 Pilgern zum Himmel empor. Die
leidende Menſchheit rief um Hilfe 1 und plötzlich eine Be=
wegung
, Stille . . . Gewirr, Caumel ..." Un miracle!"
(Ein Wunder!) Ein Mann war von ſeiner Bahre aufge=
ſtanden
, die er ſeit Jahren nicht verlaſſen hatte können. Er
ging .. . er weinte leiſe vor ſich hin. Man ſchob ihn nach
dem bureau des constatations, wo geprüfte Aerzte den
Kranken und ſeine angebliche Heilung aufs ſorgfältigſte
unterſuchen. Erſt nach Prüfung aller Papiere und viele
Monate ſpäter kann ein in Lourdes geheilter Kranker als
wunderbar geheilt erklärt werden. Alle Einzelheiten
bringt dann Le Journal de la Grotte. Die Sehntauſende
von Pilgern ſind aber in lodernder Aufregung. Notre Dame
de Lourdes hat ſich wieder einmal in ihrer ganzen Güte ge=
zeigt
und vieltauſendſtimmig klingt das Magnificat in den
ſpäten Sommernachmittag.
Lourdes iſt vielleicht der außerordentlichſte Ort nicht nur
der katholiſchen Chriſtenheit, ſondern der gläubigen Welt
überhaupt. Es iſt in ſo gedrängtem Naum ſicherlich die ge=
waltigſte
Goldſchmiede der Welt. Von hier aus floſſen und
fließen Millionen nach Nom. Der aufrichtige, unbeteiligte
Beobachter kann in Lourdes vielerlei wahrnehmen. Innigſte

Frömmigkeit, gütige Einfalt des Gemüts, aufrichtiger
Glaube, Mittel zum Sweck, unerhört betriebſamer He=
ſchäftsgeiſt
, irdiſche Eitelkeit, Neugierde oberflächlicher
Couriſten, religicſe Gleichgültigkeit, merkantile Ausbeutung
der Neligion in den verſchiedenſten Formen, leidenſchaftliche
Hoffnung kranker Menſchen, denen kein Arzt helfen konnte,
Uebung chriſtlicher Cugenden und auch heuchleriſche Sur=
ſchauſtellung
ſolcher zu einem beſtimmten ego tiſchen Sweck,
all dies bietet Lourdes in reichſter Abwechſelung. Selbſt

Na

Hnnngannnnnnnnnnnnnrn
IHAHHnRaAHHHIIzänEHAHhann

[ ][  ][ ]

füdiſches Kapital iſt in dieſem grandioſen und grandios organi=
ſierten
katholiſchen Wunderort reichlich inveſtiert. Und iſt es
nicht beißende Sronie, daß es der Pariſer Baron von Nothſchild
war, der verhinderte, daß Lourdes von der franzöſiſchen Negie=
rung
geſchloſſen wurde, als damals unter dem Miniſterium
Combes (Briand war Napporteur und ſein erſtaunliches Redner=
talent
machte ihn in dieſer, das ganze Land intereſſierenden An=
gelegenheit
mit einem Schlage berühmt) der Streit um Crennung
von Kirche und Staat in Frankreich ſo leidenſchaftlich ent=
brannt
war?
Es war, als man die Kongregationen auflöſte, als der fran=
zöſiſche
Klerus hart bedrängt und machtlos war, als viele
Prieſter, die ſich dem Staat und ſeinen neuen Dekreten nicht
unterwerfen wollten, das Land verlaſſen mußten. Man ſchonte
auch die geiſtlichen Induſtrien nicht und die Kartäuſer Mönche,
die Péres Chartreux, welche ſo viele Jahre die berühmte
Chartreuſe, den köſtlichen Likör, hergeſtellt hatten, mußten
ihre Domänen laſſen und nach Spanien auswandern.
Der Baron von Nothſchild drohte, als Gegenmaßnahme,
leine bedeutenden Kapitalien aus der Compagnie des Chemins
de Ser du Midi zu ziehen, wenn der Sanctuaire von Lourdes
geſchloſſen würde.
Die betriebſamen Peres de UImmaeulée Conoeption
(Väter der Unbefleckten Empfängnis) ſind zwar nicht mehr die
allmächtigen Herren der gewaltigen Organiſation von Notre=
Damerde=Lourdes. Seit der Auflöſung der Kongregationen
und Vertreibung der Väter liegt die Leitung des religiöſen
Lourdes in den Händen des Biſchofs von Carbes und Lourdes.
Aber iſt es nicht eine höchſt kurioſe Catſache, daß ſich die heute
wie einſt ohne Unterlaß nach Lourdes ſtrömenden unzähligen
Scharen der wundergläubigen Chriſtenheit noch immer vor der
Grotte von Alaſſabielle proſternieren können, weil ein einfluß=
reicher
Jude vor zwei Jahrzehnten ſein Veto einlegte, daß der
Sanctuaire von Lourdes nicht geſchloſſen würde?

An Annelies.
Von Julia Virginia Laengsdorff.
4. Advent 1927.

Mein liebes Mädel!
Noch immer nenn ich dich ſo, obgleich du ſchon eine ganze
Weile als züchtige Hausfrau walteſt. Alſo nun die trauten vier
Lichtlein des Adventkranzes daheim bald herabgebrannt ſind
ſoll ich dir mit meinem Nat für die Seſtgeſtaltung beiſtehen und
dir dieſe Weihnacht im Süden ein bißchen ſchmackhaft machen
auch wortwörtlich mit ein paar alterprobten Nezepten aus
meinem unerſchöpflichen Vorrat (Dank für das Kompliment).
Lieb Annikind, ich kann dir deine Stimmung nachfühlen. Hab
ich mein erſtes Chriſtfeſt am eigenen Herd doch auch fern der
Heimat verbracht, in Paris du weißt es kurz vor der
Exploſion, und das Jahr darauf gar in der kalten Pracht eines
Grand Hotel in Neutralien, wo die verſchiedenen Nationen an
ihren Ciſchen einander feindſelig gegenüberſaßen, kein Baum
verſöhnlich niederſtrahlte, und erſt als jedes traurig auf ſein Sim=
mer
geſchlichen war, der Hotelier es wagte, draußen auf der
Cerraſſe eine alte weihnachtliche Weiſe ſpielen zu laſſen.
Aber zur Sache. Daß du deinem Detlev nicht etwa unter
dem landesüblichen Lorbeer beſcherſt, daran Goldorangen im
dunkeln Laube glühn, verſteht ſich von ſelber. Längſt flammt ja
im Quirinal zur Beſcherung der Lichterbaum, und ſomit werden
dir auch an allen Straßenecken Noms die ſchönſten lombardiſchen
Cannen zur Mitnahme winken. An immergrünen Gewächſen
habt ihr glücklichen Sonnenkinder vollends keinen Mangel, und
ſo könnt ihr die hohen Wände eures alten Palazzo nach Be=
lieben
mit lebendigem Grün ausſtaffieren. Neuerdings hat man
bei uns z. B. ganz raffiniert zuſammengeſtellte Weihnachts=
kronen
wahre Gedichte aus Cannen, Stechpalmen und bunten

Das zerbrochene Pferd.
Von Alfred Nichard Meger.
Immer wieder ſieht man es erſt zu ſpät ein, daß es nichts
mit einem vorweg bis in alle Einzelheiten genau ausgearbeiteten
Neiſeprogramm iſt, das man gewiſſenhaft zu erledigen hat, um
dann reſtlos befriedigt wieder heimzukehren. Man macht ſich
zum Sklaven ſeiner ſelbſt, wird, ohne es gleich zu wiſſen, ärger=
lich
über ſich, holt ſich eine Erkältung weg nur weil man
ſtarrſinnig iſt, nur weil man, da man vielleicht im Leben nie
wieder hierher kommt, den oder ſenen Ort nicht auslaſſen darf.
Nebel lag über der weiten, winterlich kahlen, hügeligen
Landſchaft, da ich mich gleich nach dem Mittageſſen aufmachte,
meine Wanderung fortzuſetzen, eine Bergkuppe zu erſteigen,
deren Ausſicht an einem ſommerlichen Cag vielleicht gar ſehr
gelockt hätte, deren Neiz heute jedoch allenfalls darin be=
ſtehen
konnte, in der beträchtlichen Ausdehnung eines alten
Schloſſes ein unmodernes Zuchthaus eingebaut zu finden. Ein
Reiſeprogrammpunkt mehr mußte pflichtgemäß erledigt werden,
ohne Nückſicht auf Wetter, Wohlbehagen, Senſation.
Serweichte, naſſe Wege= geſpenſtiſch drohende, nackte Baum-
äſte
, unwirklich verſchwommene Häuſer, Abend ſchon am Mit=
tag
, kalter und ſcharfer Wind ins Geſicht, Fröſteln, Verloren=
ſein
das war mein Wanderthema? Gebot nicht ſelbſtver=
ſtändliche
Vernunft, es kurz entſchloſſen abzubrechen und re=
ſigniert
umzukehren, am warmen Ofen des nächſten Bahnhofes
irgendeinen Sug geduldig abzuwarten und dieſe verlaſſene, ver=
lorene
Gegend mit der heimlichen Craulichkeit eines noch ſo
kleinen Städtchens ſchleunigſt einzutauſchen? Ja, dreimal ja
und dennoch obſiegte der Starrſinn.

Beeren. Vornehm wirkt auch immer die weiße Chriſtroſe in der
Kriſtallſchale. Aber um all ſolchem Schmuck, der ja im Grunde
doch nur aus Cannen und Wachslichtern beſteht, zur vollen Wir=
kung
zu verhelfen, iſt für mein Gefühl Hauptſache, nie ein an=
deres
Licht daneben leuchten zu laſſen (nebenbei eine gute Lebens=
regel
zur Beobachtung bei jeder Art Leuchte, du kleine Diplo=
matenfraul
). Genügt der Lichterglanz des Baumes und der
Krone nicht zur Erhellung der Cafel, dann kannſt du ein paar
Deiner alten ſilbernen Leuchter daraufſtellen oder ſchlichter, weih=
nachtsgemäßer
vor jedes Gedeck einen richtiggehenden Cannen-
zapfen
, meinetwegen auch einen rotbäckigen Apfel, worauf du
mit einem Kerzenhalter ein Lichtlein piekſt aber bitte nie
Stearin=, nur pures Wachslicht verwenden. Der Duft des ver=
brennenden
Wachſes, vermiſcht mit dem harzigen Geruch der
Cannennadeln, das gibt ſchon ein gut Ceil deutſche Weihnachts=
ſtimmung
. Und den ſchönen Brauch einer Krippe unterm Baum
läßt du dir juſt im katholiſchen Italien erſt recht nicht entgehen,
wenn du’s freilich auch nicht ſo machen kannſt, wie dort vor 700
Jahren der große Cierfreund, der heilige Franz, der die ganze
rührende Szene in der Chriſtnacht in einer Waldlichtung vor
kerzenbeſteckten Bäumen in natura mit Ochs, Eſelein und allem
Subehör darſtellen ließ und dazu eine Predigt über das Leben
und Sterben des Knaben von Bethlehem hielt.
Wo aber bleiben die kulinariſchen Genüſſe, hör ich dich
rufen, denn zu all dieſen Neizen für Geruchs=, Seh= Gefühls=
nerven
gehören nicht zuletzt auch die des Gaumens? Gemach,
lieb Nichtchen, das von dir ſo begehrte Nezept meiner Coulouſer
Gänſeleberpaſtete, das man mir nicht wie meine Kleider, Pelze,
Silberſachen als deutſches Eigentum beſchlagnahmt und ver=
ſteigert
, ſondern großmütig zurückgegeben hat, dieſe Pariſer Er=
rungenſchaft
erhältſt du heut nicht, wohl aber anſtatt des Ne=
zeptes
... doch das iſt Chriſtkindchens Angelegenheit. Als
Hauptgericht rate ich dann zur juten Jabe Jottes ſo ein
gelbbrauner, knuſperiger Gänſebraten, ſchreibt einmal Cheodor
Sontane an ſeine Frau, der vermöge über mancherlei Unbill zu
tröſten. Iſt dieſer Vogel dir nicht erhältlich, ſo tuts auch der
welſche Hahn, woran in Welſchland ja kein Mangel. Hernach
kannſt du um wieder mit einem Dichter zu reden, und zwar
mit dem liebevollſten Schilderer der Weihnachtsfeier, mit Dickens
zwiſchen der gefleckten Kanonenkugel des Plumpuddings
und ſonſt einer Süßſpeiſe wählen; jedenfalls empfehle ich aber
eine, die brennend ſerviert wird. Das ſieht ſo hübſch feſtlich
aus. Hier eine ſchnell zu bereitende, effektvolle aus Kaſtanien:
Die entſchälten, gekochten Maronen werden in geläutertem
Puderzucker raſch glaciert, auf flacher Schale mit ſilbernem
Nand angerichtet, mit Arrak übergoſſen, und flammend aufge=
tiſcht
. Als Zugabe kleine, trockene Butterkeks. Willſt du noch
ein übriges tun, ſo kannſt du als Abſchluß deines Weihnachts=
diners
einen Siſch aus Quittenpaſte reichen . . . Du weißt doch,
wieſo der Siſch als Symbol des Namens Chriſti zum Er=
kennungszeichen
der erſten Chriſten geworden, und wenn du’s
nicht weißt, kannſt du dich nirgends beſſer als in euren Kata=
komben
darüber bilden . . . Hier beim Nachtiſch fällt mir ein:
Cante Nore erzählte dir von meiner Pralinenfabrikation und
meint, ſeit ich im Sommer bei Suchard in Neuchatel hinein=
geguckt
habe, ſeien meine diesbezüglichen Möglichkeiten ins Un=
gemeſſene
geſtiegen. Die Prämiſſe ſtimmt nicht ganz, denn die
Sirma läßt die Beſucher ihrer Werkſtätten grad ihre Pralinen
nur im Zuſtand glorreicher Vollendung beäugen. Und ſo ſollſt
auch du über die Geheimniſſe meiner Schokoladenknölleriche
heute nichts erfahren (boshafte Anmerkung: Solche Cücke mag
wenigſtens deiner Kalorienmerktafel zugut kommen)...
Stattdeſſen ſei noch mit einigen Cips zum Silveſtereſſen ge=
tröſtet
. Hier heißt’s vor allem pikante Sachen, damit die mit
Süßigkeiten überfütterten Magen nicht ganz ſtreiken und nicht
das Inſtrument cher à Monsieur de Poureeaugnac‟ . . . na,
du weißt ſchon. Eine hübſche Vorſpeiſe zur Jahreswende, die
den Vorzug hat, daß ſie nicht erſt im letzten Augenblick fertig-
geſtellt
werden muß, beſteht in folgendem: Hartgekochte, ent=
ſchälte
Eier werden in Magonnaiſe geſetzt, mit halbierten und
etwas ausgehöhlten Comaten behutet, darauf man noch ein paar
gelbe Mayonnaiſenſtipſe kleckſt und das Gericht roter
Glückspilze iſt fertig. Nun die Salate: Sehr wohlſchmeckend, bei
uns noch wenig bekannt iſt der Chryſanthemumſalat, der natür=
lich
aus dem Lande dieſer Blume, aus Japan, kommt. Er wird
genau wie unſer Salat von den Blütenblättern der Kapuziner=
kreſſe
mit Oel und Eſſig angerichtet. Der König aller Salate
iſt dir gewiß nicht fremd: der Demidoff=Salat, der zu drei
gleichen Ceilen aus Crüffeln, Sellerie, Mäuschenkartoffeln be-
ſteht
, und der in Mayonnaiſebindung angerichtet wird. Eine
weniger koſtſpielige Zuſammenſtellung erzielt ähnliche Wirkung:
Sellerie, Salzgurken, Note= und Gelberüben heißt die Loſung.
Ich habe dieſen Bunten Salat füngſt in Urgroßmutters Koch=
buch
entdeckt, das immer noch meine beſte Quelle iſt.
Was nun euren Silveſterpunſch betrifft, ſo will ich, liebe
Annelies, deinem Detlev wohlweislich nicht dabei ins Handwerk
pfuſchen . . . Vier Elemente, innig geſellt‟ Nebenbei ſcheint
Schiller in der PPraxis kein Meiſter der Punſchbereitung ge=
K
Ich hatte faſt die doppelte Seit gebraucht, wie ich ſie mir
nach der Landkarte ausgerechnet hatte, den Berg zu erklimmen.
Ich hatte es geſchafft. Aber ſelbſt des geringſten Criumphgefühls
war ich ohnmächtig, da ich in die kleine Schloßſchänke ſtolperte
und ſo gar keinen Sinn für etwaige landſchaftliche Neize da tief
unter mir aufbringen konnte. Wenn man mich jetzt angeſprungen
und gefeſſelt hätte, mich in das Zuchthaus hier einzuſperren,
keiner Abwehr wäre ich fähig geweſen. Wie ein leerer Sack
fiel ich auf den erſten beſten Stuhl; und es dauerte eine geraume
Weile, bis des alten Wirtes Frage an mein Ohr kam, ob er mir
mit etwas Eßbarem oder Crinkbarem dienen könne; ein Nührei
mit etwas Schinken und Bratkartoffeln könne ich haben, und der
junge Rote gäbe einen ganz guten Glühwein ab. Ich nickte
ſtumm, um mich dann langſam zu mir zurückzufinden und meiner
näheren Umgebung bewußter inne zu werden.
Nett ſah der alte Mann aus; gemütlich und auch ziemlich
durchwärmt war dies Stübchen, obgleich ein ſcharfer Wind am
ächzenden Gefüge des altersſchwachen Häuschens immer brutaler
rüttelte, wie wenn er es mit einem hölliſchen Hohngelächter am
liebſten in der nächſten Sekunde ins nebelwogende Cal herab=
ſchmettern
wolle. Nein ſo ganz durchwärmt war das Sim-
mer
, trotz des faſt theatraliſch ſchön glühenden Ofens, doch wohl
nicht. Ein feiner eiſiger Sugwind griff da nach meinen abge-
ſtorbenen
Beinen; daran konnte auch der prächtige Ilühwein
ja, bitte, noch ein zweites Glasl vorläufig nichts ändern.
Es zieht hier durch die Cür, bemerkte der Wirt ſozuſagen
entſchuldigend, wie wenn er den Grund meines ſtummen Miß=
behagens
kenne. Aber dem wird gleich abgeholfen ſein. Die
abgetretene Schwelle jeden Augenblick muß der Ciſchler
kommen, den Schaden zu beſeitigen. Iſt meine Schuld, daß mir
die Neparatur nicht ſo wichtig erſchien. Nun baben wir auf

je,
ſanf
Uhrpe
P0

weſen z ſein. Su einem regelrechten Punſch gehören dekonmt
lich fünf Ingredienzien: hat doch das aus Oſtmdien ſtammond
Getränk Pantſcha, aus dem die Engländer punch machat
ſeinen Namen von dem der Sahl Fünf im Sanskrit. Als a
muffel zu dieſem glühenden, labenden Quell muß unbedingt
Schluß deinen fremdländiſchen Gäſten ein gutdeutſches Speill
gericht imponieren: unſere Berliner Pfannkuchen deich=
Mutter gelangen ſie ſtets trefflich , und wer weiß, ob du 1
mit . . . doch heute nichts von Politik.
Mit dem alten Weihnachtswunſch: Und Friede auf Erd/4
laß mich, gut Kind, dieſes lange Schreiben beenden. Es umauth
dich und deinen Detlev
eure euch liebende Cante Ligi
Der Abſprung.
Von Hans Niebau.
hatte ſch
iten n
2000 Meter, 2100 Meter, 2200 Meter. Der Zeiger
Kalſich
Sifferblattes zitterte, zögerte, rückte: 2500 Meter..
Der Propeller ſang ſein Lied. Die lederne Kappe des F0ß,
zeugführers, wenige Sentimeter vor ſeinem Geſicht, ſchob 70
langſam von links nach rechts: Eine Kurve.
Gran
von Fr404
ſavere pirtſcheft
m Ceil der C
R er
grund, ſüdlich
ſind, zwingt de
vra 4 ur den Kriege
rend früher die 5
Mie, Heringse oder
Mihr Sieinen GSelſen), die
Susiug inden, mit 14 *
ie wu auch nach Gran
IEd Iis Kiel preußiſche
ptchenden preußiſchen
Iirzu Ceil der Oſtſee ſehr
F A die unzähligen C.
Rei Eictun in jeder Jahres;
Pchifen Venown
MELindten Hau und ul
Nolf Manhagen blicke nach unten. Die Landkarte, wiuf Mkzutn und großen Kre.
immer war, rollte ſich ab: Flußlinien, neblige Schattien, wuaß kſtlltewerbänden lowie
ſchnurgerade Chauſſeen, von Pünktchen in abgezirkelt gleioleMM4thilung der Artiſer
Abſtande eingefaßt; ein verſchleierter Fleck auf weißem Grun ſeahnit worden ſind, lie
Ein Auto. Oder war es nicht doch anders? Fühlte er hErihtgänger oder 2y0
3000 Meter nicht wie ſonſt als Abſtand, ſondern als Ciſ.eWunndt des Meeres.
Nolf Manhagen betaſtete den breiten Lederriemen um /. * Süntliche Kalber,
Leib. Er folgte den Schnüren, die in ſtrenger Ordnung zuſelnbiſüſte mit Sand und
mengepreßt, in ein unſcheinbares Paket führten, den SallſchidnLitalen gefüllt (damit 91
AMie Sentimeter-Geſcho
3600 Meter, 3700 Meter.
Jetzt waren ſie über dem Flugplatz. Das weiße Landum=ſirzmeter=Granate mit
kreuz war umgeben von unzähligen winzigen Punkten: ſchrmzdc prtketen.
die meiſten, einige weiß. Die Pünktchen warteten, daß er, 28/1 Bei hartem Sandd
Manhagen, abſprang. Nolf fröſtelte. Angſt? Unmöglich. A=Gumnd, im Lehm ſteckt
die Seit, die verſtrich, bis der Seiger 4500 zeigte, war unerträglihitllef im Boden und w.
4500 Es war ein Nekord, der Abſprung aus dieſer Höhe, u 303um man den Inhalt e!
die ſchwarzen Punkte dort unten wollten einen Vekord ſehen , I. ſi4n uund it verloren.
* Dus Eiſchen der Gr
4400 Meter. Nolf Manhagen ſtand auf.
Langſam ſchob er ſich auf die Karoſſerie des Slugzeugusf unm begleitenden A
Mächtig drückte der Wind gegen den Körper. Angeſchmiegt ku nund abſuchen.
das glatte Holz des Slugzeugrumpfes, wartete er, dicht vor zaß Hierzu ſteht der Ce
die runde Scheibe des Höhenmeſſers. Sekunden noch, danns mnn am Bug des
4500 Meter. Er mußte ſpringen. Jetzt. Deutlich jallrif uud herabgelaſſen=
das
Landungskreuz; der Seiger des Sifferblatts vor IM7 ganz langſam de
vibrierte. In ſchneeweißen Konturen leuchtete ſchräg unter I9M4M des Meeres
der Abhang eines ungeheuren Wolkengebirges. Wa/;Fhurakteriſtiſchen k
ſprang er nicht? Die braune Kappe des Flugzeugführers dr /t I0 das Waſſer
ſich langſam. Und obgleich er nichts ſah als zwei ſturm KA die Sichtweit
Brillengläſer, in denen das Licht blendete, fühlte er dochsi0- Meter nach
jtein auf dem
Frage: Nun?
Er löſte die Hände. Schwindel erfaßte ihn, und wieder prefM lichrlich für de
er ſich an das Furnierholz. Löſte die Hände zum zweitenmart //4brund plötzlie
packte der Winddruck den Körper, ließ ihn am gluMAhr gezwi
Numpf entlang ſchräg nach hinten gleiten, fallen, ſtürzen W Pimie vort
Jetztl dachte Volf Manhagen. Und dann: Ich bin aclMzſt
ſprungen. Gleich muß der Schirm ſich entfalten. Gleich Millilliatt der
der Schirm ſich entfalten. Gleich. Sofort. Warum W Fu An eine (
faltet er ſich noch nicht? Er entfaltet ſich nicht. Ich ſ0Mikuſeine das S
Eine Störung? Oder wird er noch ? Herrgott. S6A Fa uf den Gr.
zu Ende. Verſagt! Der Schirm hat verſagt. Gleich JauMPAnd un
ich auf. Sofort. Auf dem Flugplatz, dem zertretenen V.N
Swiſchen die Menſchen, die Punkte, die Pünktchen, die wa
und ſchwarzen. Not. Blut! Mein Gott! Elfran.
Ach, Elfriede, Mutter? Mutter? Warum verſag !

un

Aro

einmal Winter bekommen. Und der Wind hat uns hier
gleich doppelt am Wickel. Unſereins hat ſich ja ſchon im
nel
der Jahrzehnte dran gewöhnt; und vielleicht hätte ich s
weiterhin vergeſſen, wenn nicht noch etwas anderes Me:
Ciſchlerhand bedürfte müſſen Sie wiſſen.
Dieſes andere intereſſierte mich, offen geſtanden,
wenig. Einen deſto böſeren Blick legte ich dafür auf die 0
hafte Türſchwelle. So etwas erſt jetzt einigermaßen wicht 9
nehmen! Ja, die enge Nachbarſchaft mit einem Suchta.
mochte im Laufe der Jahre ſchon hart machen ... Duric?
nicht jeder hier nach Belieben einen Glühwein oder auch .
deren zwei einverleiben. Irrſinn, bei ſolcher Witterung
Bergkuppe erklimmen zu müſſen! Irrſinn!. Den ich wahrl!?
lich mit einer tüchtigen Erkältung zu büßen hatte. Und
baute ich mich in die dampfenden Bratkartoffeln und II
Nührei hinein.
So beſchäftigt war ich mit dieſer leben=erwärmenden 2
legenheit, daß ich gar nicht bemerkt hatte, wie zwei 2llann.
die Stube traten. Mit raſſelndem Schlüſſelbund, mit Liem
und Gummiknüppel ein Gefängniswärter. Mit einen *
mit Nagelkaſten und Leimtopf der Ciſchler, ein Suchthc.
ohne Mütze din kur geſchorenen Schädel zur Phrenologle
bietend.
Mein Eſſen ſchmeckte mir plötzlich nicht mehr. E
Dunkles, Schweres, Undeutbares war da ins Simmer ge*
ein Menſchenſchickſal, von dem ich nichts wußte und das
Augen an mir, dem Fremden, wie wenn ich hier gar nichtl.
handen wäre, vorbeigleiten ließ. Das Schickſal wer T
ſagen, nach wie langer Seit es ſich vielleicht ſeiner Ver9e1, die es nach hier brachte, ſchmerzhaft entſinnen mochle
ihr fieberhaft zu entrinnen verſuchte, um nur krampihelt"1

im der Man
Meuſte der

[ ][  ][ ]

wauc warun? Der Monteur hat ihn liederlich zuſammen=
Liederlich! Liederlich! Der Monteur, der Hund. Der
Warum hat er ihn nicht gut zuſammengelegt? Warum?
FParum? Warum bin ich noch nicht aufgeſchlagen? 4500
Für einen Stein, das ſind doch Sekunden. Iſt nicht eine
mgie vorüber, zwei Minuten? Wie kann ich dies alles den=
keig
: Sekunden, Minuten, wieviel? Daß ich das Be=
wuntit
- nicht verloren habel Luftdruckwechſel und Geſchwindig=
keieſücſen
mich betäuben. Wie war das Fallgeſetz, Seit im
autta- mal 4,9 iſt gleich ... Egal. Warum bin ich nicht
beuſit, nicht tot, zerquetſcht nach dieſer endloſen, unaufhör=
lichMv
eit . .. warum? Jetztl Jetzt wird es zuviel, der Kopf
plagench muß ſchreien, ſchreien. Bin ich unten? Brei, Blut...
Sa miswagen
iI Manhagen ſchrie, daß es ihm ſelbſt in den Ohren gellte.
Dowfählte er einen ſanften Schmerz um den Leib. Ueber ihn
rausſe es; wie ein Uhrpendel ſauſte er durch die Luft. Sehr
deuſch hörte er den Propeller des Slugzeuges ſurren.
r Schirm hatte ſich geöffnet, nach dem er fünfzig Meter
in /ᛋ Sekunden gefallen war. Das war genau die Strecke, die
nötztchſt- um einen Sallſchirm zum Oeffnen zu bewegen.

N

Granatenfiſcher!
Bon Franz Heinrich Laboe=Kiel.
ſchwere wirtſchaftliche Not der Siſcher, beſonders der
im ſ ſt ichen Ceil der Oſtſee tätigen, die durch den Verluſt
ihriuf ngplätze von Apenrade (heure däniſch) bis einſchließlich
deat z eitgrund, ſüdlich der Slensburger Förde, am ſchwerſten
geſſchint ſind, zwingt dieſe, auf Sangobjekte ſich umzuſtellen, wie
mausrvor dem Kriege nicht für möglich gehalten hätte.
zi rend früher die Siſcher, je nach Jahreszeit, dem Sprott=,
Dollſ=, Herings= oder Plattfiſchfang oblagen, fiſchen ſie heute
nebtlnSTeinen (Selſen), die bei Deich= und Uferſchutzbauten Ver=
wenndte
finden, mit 14 Motorbooten mit etwa 100 Mann Be=
ſatziw
ruch nach Granaten. Bekanntlich iſt ſeit dem Jahre
186/ass Kiel preußiſcher Kriegshafen wurde, von der ſtändig
wanchlen preußiſchen und ſpäter deutſchen Marine im weſt=
lichſeikeil
der Oſtſee ſehr viel geſchoſſen worden.
7 ſie unzähligen Cauſende von Granaten, die in den fünfzig
Jalhr, in jeder Jahreszeit, Cag und Nacht, von den Artillerie=
ſchu
ſiffen Nenown, Mars, Carola, Blücher, den
Cenhln Hau und Ulan, den hunderten von Corpedobooten,
kleitin und großen Kreuzern, Linienſchiffen, Geſchwader= und
Floiſtürzerbänden ſowie den zahlreichen Landbefeſtigungen zur
Aulsldang der Artillerieoffiziere und der Geſchützführer ver=
feuge
worden ſind, liegen teils in Stücken, teils ganz, wenn
Bliſitemger oder ohne Sünder verſchoſſen, friedlich auf dem
Grmte i des Meeres.
Enkkliche Kaliber, von der alten 24pfünder Vollkugel, zur
Hältf mit Sand und anderenteils mit Erbſen, Bohnen oder
Linuſt gefüllt (damit die runde Kugel beim Flug ſich drehte), dem
3,74F/Mkimeter-Geſchoß der Maſchinenkanone bis zur 38- Gen=
timier
-Branate mit modernſter Sprengladung gefüllt, ſind da
vermiiett.
9i hartem Sandboden liegen die Granaten platt auf dem
Grihu, im Lehm ſteckt das Geſchoß etwa einen halben Meter
tiefffPBoden und wirft einen kleinen Hügel vor ſich auf, an
demn ar den Inhalt erkennen kann, im Schlick ſinkt die Granate

ein /wliſt verloren.
1s Siſchen der Granaten geſchieht durch Caucher, die, von
inegtgegleitenden Motorboot mit Luft verſehen, den ganzen
Grnu Abſuchen.
Hizu ſteht der Caucher zunächſt mit beiden Beinen auf
einum am Bug des Bootes hängenden, bis dicht über den
Grzu ſerabgelaſſenen Anker und wird in dieſer Stellung von
den anz langſam dampfenden Boot unmittelbar über den
Bcit Des Meeres geſchleppt, bis er eine Granate oder einen
den/ Arakteriſtiſchen kleinen Granatenhügel oder ſonſt etwas ſieht.
ſas Waſſer klar und oben heller Sonnenſchein, ſo be=
träyde
Sichtweite des Cauchers aus dem Helm ſechs bis
ſießlſe Meter nach jeder Seite, ſo daß jede größere Muſchel,
jedlmstein auf dem Grund gut ſichtbar iſt.
(f0 hrlich für den Caucher iſt es, wenn beim Schleppen über
den rand plötzlich große Steine im Wege liegen, ſo daß der
Calner gezwungen iſt, ſich mit den Füßen an einem ſolchen
Hiltknäs vorbeizubugſieren oder bei kleineren an Stein zu
Stlzl itu ſpringen.
Gbäckt der Caucher bei dieſer langſamen Fahrt über den
Gyfy run eine Granate oder ſonſt etwas, ſo gibt er mit der
Silmliine das Signal Stopp! nach oben und ſteigt vom
Anm auf den Grund herab. Das Boot oben dreht ſofort auf
deunsind und hält ſich auf der Stelle. Auf ein weiteres Zeichen
mitle Signalleine wird dem Caucher nach Bedarf, entweder
eim/ zarnge oder eine Drahtſchlinge mit einer ſtarken Croſſe
heunye aſſen, die er an der mittlerweile freigekratzten oder frei=
gel
ſtzelten Granate befeſtigt und dann nach gegebenem Signal

Gihtnart zu ſein, die da das und nichts anderes zu bedeuten
ha/t ſthnelle Ausbeſſerung einer ſchon lange ſchadhaften Cür=
Aie.
deſſen der Mann ſich auffallend emſig an ſeine Arbeit
mache, ſchenkte der Wirt dem Gefängniswärter, der etwas
danſibel und ſchlechtem Wetter einherredete, ein unwahr=
ſch
Pigo großes Glas mit Kirſchwaſſer voll. Kluckernd ſchoß
9a Beu erwaſſer aus der Flaſche; und bei dieſem Kluckern ja,
20 Bas ja auch ein ſo merkwürdig luſtiges Geräuſch drehte
lahn Suchthäusler in jähem Nuck von ſeiner Arbeit um, ſah
P eink) aufblinken im golden ſchwimmenden Lichte der Petroleum=
An; rvas ihm vielleicht ſchon ſeit Jahren verwehrt war, was
990i lleicht für immer verboten bleiben ſollte. Ja für
mut! Das wußte ich, das las ich aus dieſem langen, gierigen
Be! DDer ſich jetzt langſam und bitter, ach ſo namenlos bitter
DVer da umwandte, der Cürſchwelle zu, vor der er kniete,
AN4 die es ihn eiſigkalt anfuhr.
0 und dann hätte ich hier noch etwas zu reparieren
ſchus da ziemlich leiſe aus des Wirtes Munde. Wird wohl
mal zu machen gehen, denke ich. Kann dann noch einmal
UA ſeem Weihnachtsbaum ſtehen, mein Enkelchen erfreuen.
LAs doch eigentlich ein ganz hübſches Pferdchen iſt, wenn
AAund Beine wieder geleimt ſind. Den Leimtopf haben Sie
aNpit lei Dank mitgebracht. Kann ſchnell in der Küche heiß=
9 Ah- werden. Aber eigentlich müßte das Pferdchen doch
geich wieder neu angeſtrichen werden. Dann erkennt’s der
Skd vielleicht gar nicht wieder und hat eine doppelte Weih=
ireude
dran, wenn er’s nachher doch erkennt.
Deder hatte ſich der Suchthäusler umgewandt, aber mit
Banz anderen Blick denn eben. Ja das war ein zer=
Nu2s Kinderpferd aus Holz! Hals ab, zwei Beine an. Da

aufheißen läßt. Steckt eine Granate größeren Kalibers im
Lehm, ſo gehört eine gehörige Portion Kraft dazu, um die feſt=
ſitzende
aus dem Lehm herauszureißen.
An Stellen, an denen früher Scheiben oder Sielſchiffe (das
alte Panzerſchiff Baden, die Wittelsbach wird zurzeit dazu
hergeſtellt) verankert gelegen haben, liegen die Sprengſtücke ſo
dicht, daß die Caucher in der Inflationszeit dieſe Granatſtücke
in Drahtkörben geſammelt, ja ſogar den Sandboden mit Kratzern
durchwühlt haben, nur um Schrotteiſen bzw. Kupfer von den
Sührungsringen und Meſſing von den Sündern zu finden.
Nicht immer iſt der Meeresgrund reiner Sand= oder Lehm=
doden
. Es liegen da gewaltige Steine, große Strecken ſind
völlig verwachſen mit Cang und Seegras. Einen herrlichen An=
blick
gewähren die Steine, mit großen Blumen, wie Bauerroſen
in allen Farben bewachſen, die bei der Berührung durch den
Caucher, will er ſie pflücken, ſich ſofort wie eine Muſchel
ſchließen. Seegras wächſt noch bis etwa 12 Meter Ciefe, dann
herrſcht mehr das ſogenannte Steinkraut mit großen, 50 Senti=
meter
breiten Blättern, 2 Meter lang, vor.
Geradezu unheimlich iſt die in der Ciefe herrſchende Stille,
nur manchmal leiſe unterbrochen von einem feinen, am Helm
fühloaren Cicken der Unterwaſſerſchallſignale.
Eigenartig iſt das Verhalten der dieſe Gewäſſer bevölkern=
den
Fiſche gegenüber dem Caucher. Während der Goldbutt
ſofort beim Erblicken des Cauchers die Flucht ergreift, läßt der
Dorſch, als Naubfiſch dreiſter, erſt den Caucher ruhig an ſich
herankommen und flüchtet dann. Seeteufel und ähnliches Ge=
lichter
glotzen den Caucher an, ſträuben ihre Stacheln in die
Höhe und bleiben ruhig ſtehen. Heringsſchwärme weichen dem
ihnen Unbekannten im großen Bogen, ohne ſich zu teilen, nach
einer Seite aus. Strupbutt und Platten gucken neugierig den
fremden Eindringling an, ja ein zirka 10 Pfund ſchwerer Stein=
butt
, platt auf dem Grund liegend, blieb ruhig liegen, wurde
vom Caucher zunächſt feſt auf den Meeresboden gepreßt, dann
gepackt und trotz heftigen Widerſtandes von dem nach oben
gehenden Caucher ins Motorboot gereicht.
Hochintereſſant iſt es, was von dieſen 14 Cauchern, die bis
zu 6 Stunden ununterbrochen in 15 bis 20 Meter Waſſertiefe.
auf dem Grunde der Oſtſee herumwandern und alles abſuchen,
dort gefunden wird und zum größten Ceil liegen gelaſſen wer=
den
muß.
So fand ein Caucher 5 Seemeilen öſtlich der Heultonne‟
das Wrack eines ſchwediſchen Seglers, der etwa 10 000 Stück
feinſte ſchwediſche Kopfſteine für Straßenbauten geladen hatte
und der verſchollen ſein mußte, denn ſein Untergang war in den
letzten fünfzig Jahren hier nicht gemeldet, weiter etwa 6 See=
meilen
nordoſtlich der Gabelsflach=Weſttonne das ausein=
andergeborſtene
Wrack eines großen Seglers, der Kalkſteine mit
ſich führte. In der Stollergrund=Ninne entdeckte ein anderer
Caucher ein Segelſchiff mit Siegelſteinen und dicht daneben einen
wertvollen neuen Segler mit feinſten Klinkern beladen.
Welche Kataſtrophen, welche Schreckensſzenen furchtbarſter
Art mögen ſich beim Untergang dieſer Fahrzeuge, die vielfach
ganze Samilien an Bord hatten, in dunkler Nacht und ſchwer=
ſtem
Wetter, angeſichts des rettenden Hafens abgeſpielt haben.

Unheimlich ſchreckhaft iſt für den Caucher die Begegnung
mit dieſen, im fahlen grünen Dämmerlicht plötzlich auftauchen=
den
, ſehr vergrößert erſcheinenden Schiffswracks.
Alle dieſe Werte liegen heute noch dort und bleiben auch
liegen, da der Wert des Schiffes und der Ladung in keinem
Verhältnis zu den Koſten der Bergung ſtehen. Bilden ſie ein
Schiffahrtshindernis, ſo werden ſie zerſprengt.
Von einem anderen Caucher wurde der 5 Connen (60 Zent=
ner
) ſchwere Anker mit 50 Meter Kette des in Kiel erbauten
großen Hamburger Viermaſters Magdalene Vinnen den
dieſer auf einer Probefahrt verloren hatte, durch Zufall, beim
Granätenſuchen gefunden und geborgen. Wieder ein anderer
fand eine Dampfpinaſſe der Marine aufrecht auf dem Grund
ſtehend, derſelbe einen etwa 4 Connen ſchweren Buganker des
alten Sielſchiffes Baden
Corpedos und Minenanker gehören nicht zu den aufgefun=
denen
Seltenheiten. Einen gewiß eigenartigen Fund machte ein
Caucher, der bei ſeiner Wanderung plötzlich auf 5 aufrecht=
ſtehende
Kannen Sprit (je 10 Liter) ſtieß. Mit einer langen
Kette untereinander verbunden, ſtanden dann, wie ausgerichtet,
noch weitere achtzehn ſolcher Gruppen, zu je 5 Kannen, die
Spritſchmuggler verloren oder dort verſteckt haben mochten.
Dieſe etwa 100 Kannen mit zirka 1000 Liter Sprit wurden ge-
borgen
und im Sreihafen abgeliefert.
Die allmählich knapper werdenden Granaten und die noch
immer ſteigende Not unter den Fiſchern zwingt auch die Gra=
natenfiſcher
jetzt ſchon klar zu ſtehen, wenn eins der Schiffe
unſerer Reichsmarine ſeine Schießübungen erledigt. Kaum iſt
der Stander 2 (Beendigung des Schießens) niedergeholt, ſo
jagen ſchon die Motorboote der Granatenfiſcher mit äußerſter
Kraft zur zuletzt beobachteten Einſchlagſtelle einer Salve in der
Nähe des Zielſchiffes oder der Scheiben, die angezogen klar
ſtehenden Caucher ſpringen, ſobald das Boot auf der Stelle an=
gekommen
iſt und ſteht, buchſtäblich über Bord, tauchen auf den
Grund und nun entwickelt ſich auf dem Grunde des Meeres ein
Wettſuchen nach den ſoeben verſchoſſenen Granaten.
Alle gefundenen Geſchoſſe, auch die ganz alten, werden dem
Munitionsdepot in Kiel=Dietrichsdorf abgeliefert, das die alten
Kaliber, die Vollkugeln uſw. verſchrotten läßt. Die Geſchoſſe
neuerer Herſtellung werden aus Sparſamkeitsgründen, nachdem
ſie neu beringt und überholt ſind, der Slotte zu Schießübungs=
zwecken
erneut zur Verfügung geſtellt.
Daß dieſer eigenartige Sweig unſerer deutſchen Fiſcherei
außerordentliche Gefahren in ſich birgt iſt begreiflich. So iſt es
vorgekommen, daß einem Caucher von der Schraube des be=
gleitenden
Motorbootes der Luftzufuhrſchlauch abgeſchlagen
wurde. Einem anderen Siſcher fiel eine 28-Sentimeter=Granate
beim Uebernehmen im Seegang aus der Sange ins Boot, durch=
ſchlug
den Boden des Motorbootes und brachte dieſes in
wenigen Minuten zum Sinken. Mit knapper Not gelang es
einem in der Nähe fiſchenden Boot, die Mannſchaft zu retten.
Auch haben Caucher und Beſatzung bei ihrer langſamen Such=
fahrt
unter der Kälte ſchwer zu leiden.
Sehr ſchwer iſt der Beruf der Siſcher, viel ſchwerer aber
und gefahrvoller iſt es, Steine oder Granaten zu fiſchen.

ſtand er auch ſchon aus ſeinem Knien auf, hielt das Pferd mit
groben, ja mit zitternden Händen gepackt, ſo wie wenn er es
gar vollends zerbrechen wolle, und jetzt doch ſchon wieder ſo
ſanft, ſo zärtlich, wie wenn er es liebevoll ſtreicheln müſſe.
Wenn ich es mitnehmen könnte, es wieder heil zu machen..."
ſagte er ganz dumpf; und ſeltſam flackernd gingen ſeine ver=
größerten
Augen zwiſchen dem Wirt und dem Gefängniswärter
hin und her.
Da aber war auch zugleich ein ſtummes Spiel zwiſchen Ge=
fängniswärter
und Wirt, der noch einmal zu der Flaſche Kirſch=
waſſer
griff, das unwahrſcheinlich große Glas noch einmal
kluckernd voll zu gießen, freilich doch nicht ganz ſo ſehr voll
denn eben. Weder ein Ja noch ein Nein ſprang aus dem ja
ich ſah es ganz genaul , aus dem jetzt ganz weichen Blick des
Gefängniswärters. Dann aber nickte er leiſe.
Haſtig ergriff der Suchthäusler das Glas und leerte es auf
einen Sug. Dann machte er ſich mit ſchier noch ſchnellerem
Eifer über die Arbeit an der Cürſchwelle her, ſchon hatte er
das alles da tadellds fertig, dann nahm er Nagelkaſten und
Leimtopf und das zerbrochene Pferd, ging durch die Cüre hin=
aus
, ohne mir einen Blick zuzuwerfen, ohne ſich überhaupt um=
zuſehen
und ohne hinter ſich das fühlte ich tiefſt, den ewigen
Schattenfluch des bewaffneten Wärters zu wiſſen, im Herzen
dafür das ach ſo lange verbannte Licht, das wir Menſchen das
weihnachtliche nennen und das nun für Cage, da er eines Kindes
zerbrochenes Pferdchen wieder leimen und hübſch bemalen
würde, die Einſamkeit ſeiner engen Selle erhellte . . . Brüder=
lich
und freundſchaftlich geleitete ich im Geiſte dieſen Menſchen
durch Nebel und Kälte; und es war mir, als ob ein Leuchten
um ihn wäre, ein weihnachtliches Leuchten...

Ja, ſagte der Wirt, eigentlich mehr zu ſich ſelbſt und nicht
deshalb etwa, weil er in meinen heißen Augen irgendeine Sen=
ſationsgier
geleſen haben mochte. Ja das war ein Lebens=
länglicher
. Das war ein Mörder. Noch keine dreißig Jahre alt.
Was wiſſen wir davon, wie ſolch einer zu einem Morde kommt!
Iſt ein guter Arbeiter. Kommt wohl ſchon noch einmäl hier
heraus, möcht’ ich meinen. Bin doch hier ſchon lange genug, um
ſo etwas zu wiſſen. So traurig ſind Sie auf einmal geworden.
Crinken Sie noch getroſt einen dritten Glühwein. Welchen Weg
wollen Sie denn hernach einſchlagen? Den Abendzug von Holz=
hauſen
erreichen Sie noch bequem.
Nein, jeder Appetit zum Weintrinken war mir vergangen.
Ich werde weiter wandern. Ich zahlte. Da ich aus dem Häus=
chen
trat, hatte ſich der Winde Gewalt gelegt. Ciefer war der
Nebel in die Cäler geſunken. Nein und verklärt ſpannte ſich
über mir das Gewölbe des weiten Himmels. Ganz ſchwach er=
ſtrahlten
die erſten Sterne. Auch in dem ſchwarz geduckten
Kaſten des Suchthauſes drüben waren Lichter angeſteckt, viel
freundlicher als ſie ſonſt wohl hier ſcheinen mochten wollte
mich bedünken ...
Man ſoll immer ſein Reiſeprogramm einhalten, möchte ich
meinen. Man kann nie wiſſen, wozu es gut iſt. Selbſt wenn das
andere, das immer ganz unerwartet dazwiſchen kommt, nur
ein zerbrochenes Kinderpferdchen iſt . . . Was wiſſen wir davon,
was bisweilen ein Menſchenſchickſal, ein ärmſtes, wandelt . . .
Dir juble ich zu, o Stern, der du aus dieſen nebligen Cagen und
Nächten allen Menſchen bald das Licht der Weihnacht wieder
erſtrahlen läßt . . .

[ ][  ][ ]

Ein Reporterſtückchen.
Von Cimglas.
Kürzlich beſuchte ich wieder einmal eines der unſcheinbaren
ruſſiſchen Emigrantenlokale, um meinem alten Petersburger
Kollegen ein Plauderſtündchen zu widmen.
Der Neporterkönig ſaß, nur durch Schnaps und Sakuſka‟
(ruſſiſche Vorſpeiſe) von ſeinem Suhörer getrennt, mir gegen=
über
und war ſo recht im Suge. Das ſtraffe, eisgraue Haar
leuchtete, im Schein der elektriſchen Lampen, mit den lebhaften
und klugen Augen um die Wette. Das ausdrucksvolle Mienen=
ſpiel
, die knappen plaſtiſchen Handbewegungen unterſtrichen jeden

Satz und verliehen ihm eine dramatiſche Bildhaftigkeit von
geradezu fabelhafter Wirkung. Eigentlich muß man das alles
ſehen, um auf ſeine Koſten zu kommen; man muß in den Bann
dieſer Erzählerkunſt geraten, um das Gehörte zu erleben.
Vieileicht tötet der Buchſtabe hier Saft und Kraft und läßt wr
das dürre Gerippe übrig. Crotzdem will ich den Verſuch wagen,
ein Berichterſtatterſtückchen möglichſt wortgetreu nachzuerzählen.
Es war während des Krieges und ich war damals Kriegs=
derichterſtatter
der Birſhewyja Wedomoſtji in Petersburg.
Ich hätte aus authentiſcher Quelle in Erfahrung gebracht, daß
General Nadko=Dmitriſew (der Bulgare in ruſſiſchen Dienſten)
von der Nigaer Front kommend, Pleskau paſſieren werde. Da
war alſo etwas zu holen: Ein Interview ein Senſatiönchen!
Ich klopfte beim Chefredakteur an und trat zu ihm ins
Simmer: Wie wär’s mit einem Interview mit General
Nadko? Wo? Pleskau. Wann? Mor=
gen
. Losl. Müſſen wir haben. Erſtklaſſiger Schlager!
Fahren Sie..."
Was ſchaut dabei heraus? Cauſend Nubel, wenn wir
es zuerſt haben. Abgemacht!
Ich überlegte mir noch ſchnell, ob ich mir von irgendeiner
prominenten Perſönlichkeit ein Empfehlungsſchreiben an den
General erwirken ſollte. Ach was, Gott und dem Neporter
iſt kein Ding unmöglich es mußte auch ſo gehen.
Am andern Morgen traf ich, trotz drangvoll fürchterlicher
Enge, leidlich wohlbehalten in Pleskau ein. Gleich auf dem
Bahnhof ging das Fragen los: Wann kommt General Nadko=
Dmitriſew? Wo hält der Extrazug? Wie lange ſteht er hier?
Achſelzucken und verſtändnisloſe Geſichter: Der General?
Hier iſt nichts bekannt. Die Beamten, die Bahngendarmerie,
das Militär alles ſchweigt und ſcheint erſtaunt: Wir wiſſen
nichts, haben keinen Befehl..."
Nun war guter Nat teuer. Ich lief in die Stadt und ver=
ſuchte
dort etwas näheres zu erfahren: Ergebnislos hoff=
nungslos
. Was tun? Zurück auf den Bahnhof und direkt
ins Allerheiligſte des Stationschefs. Und ſiehe, mein altes Glück
war mir hold: Der Bahngeſtrenge erwies ſich als engerer Lands=
mann
und guter Bekannter. Mein Herz jubelte: Menſch, wo
iſt der General? Eben eingetroffen. Der Extrazug hält
auf dem dritten Geleiſe. Kommt man da heran? Aus=
geſchloſſen
, abgeſperrt.
Ich ſtürzte auf den Bahnſteig. Catſächlich Gendarmerie=
poſten
. An den nächſten Höheren heran: Ich muß den
Herrn Adjutanten in äußerſt wichtiger Angelegenheit ſprechen.
Aus Petrograd ſehr dringend!"
Er wollte nicht: Hab’ nicht das Necht. Keine Inſtruktion
jemand vorzulaſſen. Swanzig Nubel halfen und fünf Minuten
ſpäter ſtand ich vor dem Adjutanten: Herr Oberſt, Exzellenz,
haben die Güte. Eben aus Petrograd eingetroffen.
Journaliſt. . . Die Reichshauptſtadt verlangt nach einem er=
mutigenden
Wort aus dem Munde des Heerführers. Geſtatten
nur wenige Worte mit dem Herrn General ..."
Der Adjutant war einſichtsvoll und menſchenfreundlich:
Gut da iſt ſchon ſo ein Herr von der Nowoje Wremja,
mit hohen Empfehlungen. Ich ſchieb Sie hinterdrein in den
Salonwagen. Verhalten Sie ſich ſtill und hören Sie zu.

Nowoſe Wremſa verflucht nochmall. Doch lieder ſo,
als gar nicht. Kommt Seit, kommt Natl
Nach einer halben Stunde geleitete mich ein Offizier zum
Salonwagen und ich trat gleich hinter dem Kollegen von der
Konkurrenz ein. Nadko=Dmitriſew hielt das verdammte Emp=
fehlungsſchreiben
in der Hand und begann ſofort zu ſprechen.
Was er dachte, das ſagte er nicht, und was er wußte das ver=
ſchwieg
er wie immer in ſolchen Fällen. Er beſchränkte ſich
hauptſächlich darauf, uns zu erklären, was die Deutſchen denken
und wollen. Und das wußte er natürlich erſt recht nicht. Immer=
hin
ließ ſich aus dem Interview etwas Zugkräftiges machen, und
das war die Hauptſache.
Nach der Unterredung begrüßte ich den Kollegen. Wir
ſchüttelten uns die Hand und ſahen uns ſauerſüß an.
Unſere Miſſion war beendet und wir hatten nur noch die
Aufgabe, möglichſt ſchnell nach Petersburg zu berichten. Mein
Kollege begab ſich auf die im Bahnhofsgebäude befindliche Cele=
graphenſtation
und ſetzte alle Hebel in Bewegung, um ſeinen
Bericht nach Petersburg durchzugeben. Crotz aller guten Worte
und klingender Münze zeigte es ſich ſehr bald, daß die Linie im
Dienſt der militäriſchen Stellen abſolut beſetzt war, und daß
man nicht vor zwölf Stunden mit dem Eintreffen eines Cele=
gramms
in Petersburg rechnen konnte. Eine telephoniſche Ver=
bindung
ſchien ebenfalls gänzlich ausgeſchloſſen.
Es blieb uns alſo nichts übrig, als den nächſten Sug nach
Petersburg, der nach 20 Minuten abgehen ſollte, zur Nückreiſe
zu benutzen.
Kaum eingeſtiegen, nahm mir der Kollege das Verſprechen
ab, das Interview nicht bereits in unſerer nächſten Abendaus=
gabe
zu veröffentlichen. Ich gab bereitwillig mein Verſprechen
und habe es auch gehalten.
Nachdem ſich der Sug in Bewegung geſetzt hatte, ſagte ich,
daß ich mich zurückziehen wollte, um ein wenig zu ſchlafen und
begab mich in den nächſten Wagen. Dort riß ich die Cür auf,
ſchleuderte mein Köfferchen hinaus und ſprang mit einem ge=
waltigen
Satz aus dem fahrenden Suge. Die Sache ging glatt
und ohne ſchmerzhäfte Komplikationen. Nachdem ich mein
Köfferchen gefunden hatte, wanderte ich im Eilmarſch zum Bahn=
hof
zurück und begab mich ſofort zu meinem Freunde, dem Sta=
tionschef
. 50 Rubel genügten und nach kaum einer Stunde
konnte ich meinen Bericht an einen mir befreundeten Eiſenbahn=
telegraphenbeamten
in Petersburg durchgeben, der ihn dann
ſofort der Birſhewyja Wedomoſtji zukommen ließ.
Als mein Kollege von der Nowoje Wremfa am anderen
Morgen in Petersburg eintraf, konnte er unſer Interview be=
reits
am Kopfe meines Blattes leſen. Mein Verſprechen habe
ich aber gehalten in der Abendausgabe ſtand es nicht.
Der Kollege von der Nowoje Wremja hat mich danach
allerdings nicht mehr gegrüßt. ..
Von einer Bücherkiſte, Erinnerungen
und einer Freundin.
Von Walter Anatole Perſich.
Verſtaubte Bodenwinkel beſitzen für alle romantiſchen Ge=
müter
einen unnennbar geheimnisvollen Reiz. Kindheitsgedanken
an gruſelige Einbildungen erwachen beim Oeffnen der ſpinnüber=
zogenen
Cüre, zumeiſt findet ſich ein vor Seiten rot geweſenes
Großmutterſofa zwiſchen dem hundertfachen Krimskrams, unter
grauer Staubſchicht gealtert und ſehr in den bergigen Federn
krachend, ſobald man ſich ſetzt. Die ganze Atmoſphäre iſt erfüllt
vom Moderduft entſchwundener Jahrzehnte, ein Geruch mottigen
Cuches, gilbender Bücher und ausgetrockneten Holzes liegt
regungslos unter der drückenden Hitze des ſpitzigen Dachfirſtes.
Es iſt die geſchaffene Umgebung, um in alten Cruhen und Koffern
nach verlegten Gegenſtänden, aber auch, um in den Cruhen der
Erinnerung zu kramen.
Ein geringfügiger Anlaß bot mir völlig unerwartet vor
wenigen Cagen Gelegenheit zu Betrachtungen ähnlicher Art.
Eine ſeit Monaten im Ausland weilende Freundin richtete in
einem Schreiben an mich die Bitte, eine ihr vor Jahren zu=
geeignete
Liederhandſchrift ihrer auf dem Boden des elterlichen
Hauſes befindlichen Bücherkiſte zu entnehmen und ihr zuzuſenden.
Um mir einen vergeblichen Weg zu erſparen, hatte meine Freun=
din
fürſorglich einen Cag beſtimmt, an dem ich ihre Angehörigen
nicht verfehlen könne.
hatte meine Freundin fürſorglich einen Cag beſtimmt, an dem ich
ihre Angehörigen nicht verfehlen könne.
Soweit der Brief, der das Seichen eines herzlichen Gedenkes
für mich nur erfreulich ſein konnte.
Am bezeichneten Nachmittag, nach einer Caſſe herrlichen
Kaffees in dem mir ſeit langem vertrauten Hauſe, ſtieg ich die
knarrenden Stufen ins Dachgeſchoß hinauf.
War es anfänglich nicht meine Abſicht, von dem angebotenen
Necht des Stöberns Gebrauch zu machen, ſo lag in der Not=
wendigkeit
des vollkommenen Ausräumens gleichzeitig die Ver=
ſuchung
, es doch zu tun. Ganz natürlich mußten mir im Verlauf
der Arbeit alle Bücher meiner Freundin durch die Hände gehen
und da die übergroße Mehrheit derſelben aus Geſchenken von

Nummer 237.
Partie Nr. 46.
Geſpielt zu Buenos Aires als 32. Partie um die Weltmeiſterſchaft
im Schach am 22. und 23. November 1927.
Daß dieſer Wettkampf ſogleich einen neuen Weltmeiſter ermittelte,
war ſicher für unſere Leſer nicht minder überraſchend wie für uns. Die
Ueberraſchung liegt erſtlich in dem Endergebnis, ſodann auch in der
Tatſache, daß Capablonca nicht die große Form fniherer Spiele zeigte,
und drittens darin, daß der jetzige Weltmeiſter Dr. Aljechin eine andere
Taktik, nämlich diejenige unbedingter Sicherheit, anwandte, ſo daß mit
Recht geſagt wird, er hat ſeinen Gegner mit deſſen eigenen Waffen
beſiegt.
Damenbauernſpiel.

Weiß:
Dr. Aliechin
1. d2d4
2. C2c4
3. Sb1o8
4. L01g5
5. 628
6. o4Xd5
7. Lf1d3
8. Sg1-e2
9. 8e9g8
10. h2h4
11 Dd1c2
12. Sg315
13. Ld3xt5
14. Lf5d3
15. Lg 5f4
Schwach geſpielt

Schwarz:
Capablanca
8g816
ef
d7d5
Sb8d7
G7e8
e6xd5
Lf8e7
00
Sf6e8
8d7f6
Lo8e8
Loß sts
8e8d6
h7h8
Ta8c8?
Verteidigung des

K.=Flügels durch Te8 nebſt Lf8 war ge=
boten
.
16. g284
16e4
Greift Bh4 an. 8g4: wäre wegen Ld6: 35. Te5Xd5
mit nachfolgendem L45 ein Fehler.
17. g4g5
h6h5
Schwarz hat nichts Beſſeres, als zur 38. Kg3-g4
Abſchwächung des Angriffs einen B zu
opfern.

18. Ld8Xe4 Sd6xe4 19. So3xe4 d5ke4 20. Do2ke4 Dd8a5r 21. Ke11 Da5d5! 22. De4xd5 o6Xd5 23. Kf1g2 To8c2 24. Thlc11 T18o8? Beiſer erſcheint 24. .. . . Tb2: To7 La3 26. Td7 Tb5. 25. Telko9 Toßkes 96. Ta 1b1 kg8h7 27. Kg2g8 Kh7g6 28. 1913 1716 28. . . . K151 29. e4+ dXe30.1X
Ket: 31. Tel+. 29. g5X16 Lexfé 30. a 2241 Kgé15 31. a4a5 Tc22 32. Tb1e11 Teexb2 33. Tc1c6 K15e6 34. 63o41 Li6xd4 Ld4c3 88. Td5xh5 27a6 37. L14c7 Lc3e1* Te2g2t 39. Kg4h3 ng2f2 40. Kh284 rf282*

Weiß:
41. Kg4h8
42. 1314
43. Kh3g2
44. Kg2h3
45. Kh9g2
43. Kg2g1
47. Lc7b6

Schwarz:
Tg212
Df2184
Df3124
T12f34
T13t24
71262
TC2e4

52. Te5h5
To4e3+
53. K19g4
Tc3-c4
54. Kg415
Le1ka6!
55. Th6h74
55 La5:7? To5
+56. Kg6 Th5: und Schwarz gewinnt.

55.
56. Lb6Xa5
57 K13o6
59. 1516
60. 16f7
61. Th7h5
63. e4X15

Kd7e6
Tc4c5+
Te5xa5
48. Kg1g21 um auf Te4: mit Kf3 58. 1415
Ta5a3
Ta313
g7g6
b7b5
Keßd7
h4h3
Weiß gelangt da- 62. Th5t5
Tr8Xf5
Schwarz gibt auf.
g6xh5
(63. . h2 64.
h5h4
18 Dh1 D65. Da8+ mit 66. Dh1:).
Briefkaſten: L. S. In Aufg. 348 befindet ſich der ſchw. B auf e4. In Ihrer
Endſpiel=Studie Nr. 1 überſehen Sie daß nach dem Vorrücken des ſchw. B auf b3

nebſt Teb+ den I. zu gewinnen.
48.
49. Th5e5*
50. h4h5!
urch zu zwei verbundenen Freibauem
5o.
51. Kg218
Beiß auch gewinnt, wenn ſein K auf el ſteht, z. B. 1. Kg1 b5 2. Kf1 8. Kel
4. 8: 64 5. K(4)d21 6. Sc3½.
R. S. Aufg. 348. 1. Dr17 St2 oder 8f41

Magiſche Quadrate.
I.

III.

a e m I

Die Buchſtaben ſind ſo zu ovdnen, daß die wagerechten und die ſenk=
rechten
Reihen gleichlautende Wörter von folgender Bedeutung enthalten:
I. Quadrat: 1. Vogel, 2. füdiſcher Schriftgelehrter vor Chriſti,
3. Frauenname, 4. natürlicher Schmuck; II. Quadrat: 1. Zahl, 2 Muſe,

Drnck u. Verlag: 9. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. B. Verant wortlich f. d. Redcktion: Dr. 6. Nette. Fernſpr

1. 2892392. Alle Rechte

mir ſtammte, ſchlug ich dan dieſe oder jene Widmmng g.v.
zu ſehen, unter welchen Eindrücken das Buch gegeben mi
empfangen ſei.
Wie manches wurde zu einem freundlichen Wiederſehen n.
manches gab in ſeinem Erſcheinen den Extrakt eines einſt micht
tigen Erlebniſſes. Hier wurde offenbar, wie ſehr uns die Bügi=
im
Laufe der Jahre zu Begleitern werden, wie lie bedeutunen=
reiche
Einſchnitte unſeres Lebens bekunden, unſer Ooſein=
eine
große Sreude reicher machen, unſeren Genuß vertiefen u. 44
unſer Leiden verklären. Da waren Bücher aus hellen Sommich
tagen. Sorgloſe Luſt hatte uns helle Wege geführt, nirgenc

wohnte ein Schatten in unſerem Sinnen und die Welt ſchtz,
einzig zu unſerer Verfügung geſchaffen. Da waren Bücher zn
er ge‟
Wochen harten Ningens mit den Begebenheiten der Umwelt.
ſich
M
jeder von uns zu Seiten völlig wandeln, ja zerſtören möchte rAKf

jemanl
ſolche, die bereit waren, die Ueberwindung auch dieſer Schmann 4
Glaaw
dem 8u.
zu bekunden. Da waren Bücher aus böſen Cagen gegenleitiſtenA

däßjen
Verſtimmtheit, aus Cagen, da man dem Anderen überlegt uv
eint Aſct. 2

abſichtlich einen Schmerz zufügen wollte, und ſei es durch nin
me u hot A.
Geſchenk. Denn auch Geſchenke verwunden zuweilen. Bücktt
aichelt. e
die wir gemeinſam an Winterabenden am molligen Ofen gelall=
ir
devor ſälte
iche hots ftie
hatten und ſolche, die unſere Herzen mit den Rhythmen eilte!
diß i8 anger
Hedichte begeiſterten. Bücher der Erholung und Hingabe 17"
Bücher voll großer Probleme, bitteren Entſagens und menſitd 3:fir f0 Aüt wie iwhr.
e in Beie
licher Not. Alle gemeinſamen Stunden hatten noch ein Wortntntdch
uf e8 n0t dhet.
ſagen, jedes kleinſte Erlebnis erhielt aufs neue Geſtalt, ſoünwl Lmit ich alle di
Geſten, Blicke, Stimmen wurden wieder lebendig, und alles

Naum, das feingerundete Antlitz, der Neit einer jugendſtarnzn ult. 2
ſchleierees,
Geſtalt ward gegenwärtig in der Wehmut der nun dopcwil Fel
Haiff gnt zud ſche.
empfundenen Crennung durch tauſende von Kilometern, die ſoldy, 7 de wo in dem Fül
durch keine Herzlichkeit im Briefwechſel zu überbrücken warenm.
beſeelt ſin, u
Stunden rannen in den Sand des Vergehens gleichdni wi. ſimmt Zeit, kimmlt
laab aach kaum,
reicher geworden, erhob ich mich endlich mit dem Verſuch, //
Spuren inneren Geſchehens in meinem Ausdruck möglichſt zu ERAA weriganer. Awiche:
bergen. Doch auf der Stiege ſtockte mein Schritt aus 121 AM Mieſedulet Aellt

Erdgeſchoß, offenbar aus dem Muſikzimmer, klangen jene Ginwtudiche Begrelſih.
elte Glicksbrie
herauf, deren Niederſchrift ſich wohlgebunden unter dem AKr hin ich grad noch
trug. Anfangs meinte ich, unter dem Eindruck des verträumezueictriefKetehennlern
Kramens einer Sinnestäuſchung zu unterliegen, doch wurdelt,gg A dene, die vun
bald klar, daß ein Irrtum unmöglich ſei. Warum ſollte m4t ſndung Glick frank.
jemand in dieſem Hauſe mit Melodien vertraut ſein, die ſog /1 un ich glaab aach n
ur zit e gewichdich Perſee
hier zu Gehör gebracht worden waren?
An der Wendung der Creppe mußte ich jenes Simmer ülltzerHisAlehe äbbes er Züh.
blicken können, aber ſchon brach das Spiel ab und ich hätte wateiti wäirklich ungeheier
lich keine Gewähr für die Nichtigkeit meiner Eindrücke undzeunch Nindshiechet, Ii.
nommen, wenn nicht der Willkommengruß des Mädchensn;
natürlich, zu lebendig geweſen wäre, als daß ſich jene Geſſtt
der eben noch mein Sinnen gegolten und die ich weit von diele=
Orte wähnte, für ein Schemen hätte halten können. Es mn
meine Freundin, faſt hätte ich für eine Weile vergeſſen, daß z0
Freunde waren und nicht mehr unmenſchliche Freude wonlt
mich überwältigen.
Nachher, in unſerer gemütlichen Plauderecke auf der 2e
randa verriet mir meine Freundin auch die Gründe, die ſie mr
anlaßt hatten, unſer Wiederſehen ſo eigenartig zu geſtalten:
Es wäre mir ein Greuel geweſen, dich auf dem Bahnhof, Ie
mitten von Canten und Couſinen zu begrüßen. Die Menſchlspttelterſchicke, un zweide

nſſodiert, ſundern un

verſtehen nicht, Feſte zu feiern. Wir wußten durch die lange Crnukeens de Poſt, fors P
nung kaum noch voneinander, die Seit hat uns beide vor Aus=Wchr Unfinn mn Bier
gaben geſtellt, die wir allein, ohne die Hilfe des Anderen 10)mpue ſe mm Thrjader ſ.
mußten. Ich konnte dir trotz allem viel enger verbunden bleillis) h.cichnt der Städte‟
in der ländlichen Einſamkeit du lebteſt in der Stadt, die 10 F/)mibt ernſthafte Liit.
lich tauſend Ereigniſſe bietet. Konnte die Entfernung nicht gleiſuend noch kridiſch aus
zeitig zu einer Entfremdung geworden ſein? Nichts wäre I.4 40 Jetzt, un um widder
ſchmerzlicher geweſen daher bat ich dich um dieſen Dienſt, jellt / bedrift, ſo bin ich
du, ich wußte es ſicher, unter keinen Umſtänden verweigteiſueiwes beglidt t
würdeſt. Du mußteſt unſere ganze Vergangenheit wiederfinnnfchdk Glick grad laa V
im mwer die 3
du mußteſt mich wiederfinden und vielleicht auch dich.
IMint zuzich
Es blieb mir nichts übrig als ſchweigend und ehrfürchtig /müt, d
ſchmale Hand zu küſſen.
Mundes
MMin
Ednran
neitait
Muartz dab ich
MaiA berieenlich
Mutr ie im neun
Metzufst walt
Uhrim iwpwrt

3. Ortsbeſtimmung, 4. Brennſtoff; III. Quadrat: 1 Begriff deis
endlichkeit, 2. Frauemame, 3. Inſekt, 4. chimeſiſche Münze

Schiebt man zwiſchen das erſte Wort der drei Qugdrate ſe W
wohl leicht zu erratenden Buchſtaben, ſo erſcheint ein ganz beſach
Carl Deubl
ſchöner Zeitabſchnitt.

Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 50.
Auflöſung des Figuren=Rätſels:
1. Nachmittag, 2. Uberfluß, 3. Reuter, 4. Nachen, 5. Bermi
6. Eiſenſtein, 7. Roſe, 8. Gera, 9. Edelſtein, 10. Rechenbuch, 11. E*
12. Jgel, 13. Einſiedler.
Nürnberger Eier.
Magiſche Figur.
1. 2. 3. 4. 5.

B R U
* U D
U D W
3 E E
RI
S.
Silbenkreuz

einzelnen Pe
Beſetzt.
Neidh Eſchier
Mnn des Ech.
2nich Luich
Aſichen.

2 E W A UI 2 E 2 WI 1610 S. E A A 1 B EE

Die fehlende Mittelſilbe.
Alkoven, Alkohol, Arkona, Dakota, Jakobus, Krokodil, Na
Nikotin, Okonom, Synkope.
vorbehalten. Nachdruck verb. Kliſches: J. Haußmamn,allein Duraite*

[ ][  ][ ]

AudagsPaskſtaskä
Slafg.

e lich, frieher, ganz frieher, wie ich noch jung un knus=
beymtsar
, do hawwe die Weihrachte aach noch däß for ſich
gehch ich mer net bloß Sorje driwwer hab mache miſſe, was
ich ſiue unern all zum Kriſtkinuche ſchenke ſoll, ſundern do hab
ich u aach ſchun vorher als ſchwere Sorje driwwer gemacht,
wai annern mir ſchenke. Dann es war aam doch hinne=
nonech
ſchenierlich, wann däß, was mer geſchenkt hott,
gääch äß, was mer geſchenkt hott krickt, zu aſch abgeſtoche
botzſu hrendem mer ſich en Galleſtagbruch in de Leib geärchert
hotzchnmin mer ſich jemand gäächeniwwer barwariſch eneigerennt
hatztn dem gude Glaawe, mer dhet mit de Worſcht nooch’m
Schhe wärfe, un däßjeniche is hinnenooch anſtatts mit dem,
wowir in ſeine Affalt druff gerächent hatt, mit=eme ſießſauere
Geuff umme un hott aam mit de Worte: Wenich, awwer vun
Häy usgerächent däß unnern Baam geleecht, wo merm
dirnee Johr devor ſälwer drunner geleecht hatt. So haam=
dicht
Menſche hott’s frieher gäwwe.
hwer däß is annerſter worrn mit’em Alder, indem daß
ich iie Fogut wie iwwerhaubt nix mehr krick. Dofor is awwer
meſch rwandte= un Bekanntekreis mit de Johrn ſo ausgedehnt
wom naß es not dhet, ich dhet e Auslands=Aleihe uff=
mewm
, damit ich alle dißbeziechliche Weihnachtswinſch einicher=
macv
friedriche kennt. Awwer ich glaab, 8 Kriſtkindche fellt
netz iner die broduckdieſe Auslands=Aleihe. Aaach weer
meyaſgenzlich ſchleierees, wie ich die Zinſe uffbringe ſollt, vum
Kaſtkiheal ganz zu ſchweife. Un leider geheer ich net zu dene
Leiſtie, wo in dem Fall vun=eme gradezu unverwiſtliche Obb=
dimſEß
beſeelt ſin, un wo drufflos wärtſchafte un ſich afach
ſagiet? immt Zeit, kimmt Draht!
h=glaab aach kaum, daß ich wit=ere Aleihe Glick hett bei
de zite iganer. Awwer nixdeſtowenicherdrotz, ich hab doch dieſer
Dag;Rieſeduſel gehatt, indem daß ich aus dem Land der un=
mersiche
Begrenztheite zwar kaa Geld, awwer en ganz ächte
färütw le Glicksbrief krickt hab, en ſogenanmte Kettebrief.
und in ich, grad noch zu rechter Zeit, iwwer Nacht zu=ere
Glildr ef=Kettehennlern worrn un bin dodorch in die Lag ver=
ſetztt
! dene, die vun mir was zu Weihnachte hawwe wolle,
e Aſtung Glick franko Haus zu liwwern.
läch glaab aach net, daß unſer Reichsbankdiräckter odder
ſuziſt gewichdich Perſeenlichkeit gääche die auslendich Dumm=
heiytzl
eihe äbbes ei zuwerne hott, dann erſtens ſin die Glicks=
brioefv
rklich ungeheier broduckdief, indem ſich in Deitſchland
gemy Mindsviecher finwe, die wo den Quatſch abſchreiwe un

Awwer dißmol hab ich mir geſagt, wann doch emol de Un=
ſinm
Drumb is, warum ſoll ich do net aach e bißche mitmache.
Dann es hott abſelud kaan Zweck, wann mer ſich dodriwwer
ärchern d:t, ſundern es is viel vernimfdicher, wann mer die
Sach vum Amiſierſtandpunkt aus aguckt, däß is bekömmlicher
un fördert die Verdauung. Alſo un ſo hab ich den Glicksbrief
net abgeſchriwwe, ſundern hab merin bunnerdmol häckdografiern
loſſe. De erſte Schtudd is dieſer Dag enausgange. Nadierlich
hab ich die Glicksbrief erſters annoniem geſchickt, un zwei=
dens
unfrankiert. Dann erſtens meecht ich mer net de
Buggel vollſchälle loſſe, un zweidens, die Poſt ſoll an mir net
reich wären. Wer ſich awwer driwwer ärcherd, daß er for den
ſaudumme Glicksbrief, wo nix is wie en ausgemachte Schwindel,
daß er do aach noch Strofporto defor bezahlt hott, der ſoll
ſich weider net muckſe, ſundern ſoll ſich ſage, daß er ſälwer
gans is
Allerdings, vun däre Sort gibt’s im allgemeine mehr, als
unſer Schulweisheit ſich draame leßt. Un däß is aach ſcheint’8
unſere hoche Bollezei bekannt, dann ſie hott for einicher Zeit
äxdra for die, ſo in de Irr erumlaafe, en Leitfadem eraus=
gäwwe
, gewiſſermaße un ſozuſage e leichtfaßlich Bärgerfibel, wo
alles drinn fei ſaiwerlich vermerkt is, was in=eme bollezeiliche
Freiſtaat e gewiſſenhafter Steierzahler, wiſſe muß, wann=er
obrichkeitlicherſeiz net peinlich un uagenehm uffalle will. Däß
Bollezeikonnfermatzionsläxigon geheert däßhalb in jede Famillje.
Awwer es ſcheint net in jeder drinn zu ſei; wenichſtens ich hab
noch kaans, un wann ich was wiſſe wollt, do hab ich afach de
nechtbeſte Schutzmann gefrogt, un der hott mer geſprächsweis
un recht leitſeelich Auskunft gäwwe.
So hott mich aach neilich widdermol de Vorwitz geſtoche, un ich
bin in meine Unwiſſenheit zu=eme Schutzmann un hab en äbbes
froge wolle. Awwer ich hatt kaum des Maul geſpitzt, do hott
der mich gefrogt un hott geſagt: Nor emol langſam, Froache,
wolle Se ſich mit mir unnerhalte odder wolle Se nor e korz
Auskumft?"
Ich hab=en dodruffhie ganz pärbläx ageguckt un hab=em be=
ſcheide
geſtanne, daß ich nor e korz Auskumft wollt. Soſo,
hott=er druff geſagt, dem ſteht nix im Wähk, do muß ich Ihne
heeflich un zuvorkommend anworte, un do hott=er e Verbeichung
gemacht, hott ſein Rock zurecht gezoge un ſei Handſchuh glatt
geſtriche. No, hab ich gedenkt, a: Ehr is die anner wert, un hab
äwenfalls en Knix gemacht un hab geſagt: O bidde recht ſehr,
dhun Se ſich wääche mir net in Unkoſte ſtärze un mache Se kaa
Umſtend. Un dodruff hott er widder geſagt: Gor net die Ur=
ſach
, liebe Frau, un bidde ſcheniern Ee ſich net. Un do hab
ich widder geſagt: O, Sie ſin ſehr güdich, un ich bitt vielmols
um Entſchuldichung, wann ich ſteer, un er hott zur Antwort
gäwwe: Awwer ganz im Gäächedaal, un ich bin ganz zu Ihre
Dienſte, wann ſich’s bloß um e korz Auskumft hannelt, un
do hab ich widder druff geſagt: O, es is mir eine große Ehre‟;
zwwer er war mir gewaxe gewäſe un hott erwidert: Ganz uff

weiltch icke, un zweidensmal bringt’s en Haufe Geld ei, wenich=
ſtentte
Poſt, for’s Porto. Un drittens wärd meines Wiſſens
dery mſſinn un Bleedſinn in Deitſchland net börſeamtlich
nohbit, ſundern unnnerliggt noch dem freie Verkehr. Sunſt
bhritie zam Therjader fo kag Stickelcher uffgäwwe, wie däß: Im
Dichüit wer Städte‟ (awwer ich will nix geſagt hawwe, dann
* ht ernſthafte Leit, die ſetze ſich waaß Gott mit ſo=eme Blech
aack och kridiſch ausenanner!).
Htr, un um widder uff den Glicksbrief zu kumme, alſo was
miäch en rifft, ſo bin ich bereits for Johrn ſchun emol mit ſo=eme
Schitzſnes beglickt worrn. Awwer domols hatt ich for den
Hauiu/(;lick grad kaa Verwendung gehatt. Un im erſte Rooches,
iwan die Zumudung, ich ſollt den Bleedſinn innerhalb vierun=
zwrmch
= Stund neu mol abſchreiwe un ſollt=en an neu Perſone
ſchitch dene wo ich äwenfalls Glick winſche dhet, alſo im erſte
Roſets iwwer ſo=e Zumudung hab ich domols den Glickskette=
briusfn
Owe gefeiert; obgleichs ausdricklich drinn gehaaße hott,
wariger däß dhet un gebt=en net weider, daß aam do am
neumt Dag e grauß Unglick dräffe dhet.
wvwer drotz daß ich die Glickskedd frävelnderweis unner=
browhab
, ich mißt lieje, wann ich ſage wollt, daß ich außer dem
mirs ei eenlich a geborene Väch, irchendwie Unglick gehatt hett,
weſte mn neunte Dag noch im neunte Monat, ſundern de Herr
Stährg walt is noch immer gnädichlich an mer vabei gange.
Und i hpwrige bin ich geſund.

meiner Seit. Un weil nu middlerweil de ganze Schnellver=
kehr
in’s Stocke kumme is un alle Audo ſteh gebliwwe ſin, do
hott=er zu mer geſagt: Bidde en Aageblick u Entſchuldichung
un dann hott=er e paarmal mit de Arm geſchlenkert, die Audos
ſin widder weiter gefahrn, un dann hott=er zu=mer geſagt: Soo,
Fraache, un was wolle Se wiſſe? Awwer wie’s als ſo geht,
nemlich in dem Moment is mer genzlich entfalle gewäſe, was ich
eichentlich hab froge wolle; alſo ich hett in die Erd eneiſinke
kenne. In meiner Verzweiflung hab ich widder e Heeflichkeit
abringe wolle, un do hab ich in de Angſt geſtammelt: Ach bitte
um Entſchuldichung, awwer ich wollt mich bloß emol korz nooch
dem Befinde vun unſere hochwohllöbliche Bollezeidiräcktzion er=
kundiche
, un wie=ſer geht . . ." Un do hott mein Schutzmann
ganz vergniecht un ſichtlich erfreit geſagt: Mer kann net klage,
recht gut gäächewärdich Awwer uff gamol hott er gedha,
als wann=em äbbes haaß eigefalle weer, un er hott geſagt:
Hobbla, Fraache, däß is jetzt kaa korz Auskumft mehr, ſun=

dern däß ſieht ſchun mehr eve Unnerhaldung gleich, un
die ſin ſtreng verbodde. Un do hott er e ganz milidäriſch
Geſicht gemacht un hott mich wääche däre Auskumft uff’s Revier
verwieſe. Awwer ſo wichdich is mer die Sach dann doch net.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. No, däß hette=ſe aam awwer aach
frieher ſage kenne, nemlich daß dem Brecht ſei Stickelche Im
Dickicht der Städte nor for Erwachſene geminzt is; ich
nemm alſo die Bemärkung, die wo ich vorhind beilaifich hab
falle loſſe, hiermit offiziell widder zurick. Awwer däß konnt ich
nadierlich net riche, daß ſe am Therjader jetzt gach Stickelcher
gäwwe Nur für Erwachſene, dann offe geſtanne, was mich
bedrifft, ſo geh ich liewer in ſo Kinnerſticker, wie ſe als
frieher die Geethe geſchriwwe hott un de Schiller un de Kleiſt
un der Art Dichter, un die wo unſeraaner mit ſeine kimmerliche
Volksſchulbildung wenichſtens aaech kabiert. Awwer Stickcher
Nur für Erwachſene wo ſo ſaffdiche Sätz drinn vorkumme
naa, do is mer ſo e Kinnerſtück wie 8 Kathrienche vun Heil=
bronn
doch liewer. Dann gottſeidank, em Therjader gääche=
niwwer
hab ich mer noch mei kindlich Gemiet erhalte. Un ich
hab gach, trotz allem, die Hoffnung un glaab feſt un ſteif dra,
daß es mitm Therjader gach widder mol ufſwärts geht. Un
däß wärd dann ſei, wann der Inszehnierer, der Reſchiſſeer,
der Bihnebildner, der Beleichter, die Gaddrobbjeer un jeder
aanzelne Kulliſſeſchiewer net ſich for die Hauptperſon hellt, ſun=
dern
wann ſe dem Dichter, ſoweit’s aaner is, un dem Schau=
ſpieler
, ſoweit er richdich ſchwäzze gelernt hott, alſo wann=ſe
dene zwaa widder’s Theater iwwerloſſe, un die anmern ver=
halte
ſich beſcheide im Hinnergrund . . .
Wie geſagt, ich geh for mei Läwe gern in Kinnerſticker, un
beſunners ſo um die Weihnachtszeit erum. Nadierlich erſtens
dene klaane Bälg zulieb, un zweidens, weil in ſo Kinnerſticker
widdermol der ganze Biehnezauwer in Bewechung geſetzt wärd,
un drittens, weil ſich die Schauſpieler widdermol vun ihre aller=
beſte
Seit zeiche kenne un kenne Faxe wache un Fratze ſchneide
nooch Härzensluſt . So war ich die Woch aach im dißjähriche
Kinnerſtick Trilltrall un ſeine Brieder, Kinner, was=es do all
zu ſähe gibt! Alſo; e abgebrennt Schulhaus! däß is allaa
ſchun ſähenswärt , un dann: en verdrehte Schulmagſter! ſo
ſin ſe heit aach net mehr all , un dann: die fimf luſtiche Brie=
der
, die wo in die Welt ziehe un dhun was lärne, un rette die
Prinzeſſin Pimpernell, naa Pimperlein, un dhun dodebei
die gefehrlichſte Abendeier erläwe, wie ſich däß gach geheert; un
en Wald ſieht mer, mit ere Nachteil un=ere wärkliche Wildſau,
un viele, viele Vögel, die wo ſo ſchee zwitſchern kenne; un en
forchtbare Storm uff hocher See, daß die Welle bis an die Deck.
ſchlage; un en Keenich, der wo ſo aſch greine dhut, daß die Sack=
dicher
iwwerlaafe, un un un . . . . . ach, ich waaß gor net
mehr alles un de Kobb is mer ganz dumm; awwer die Haubt=
ſech
: däß Prinzäßje wärd errett un ganz hinne am Schluß därf
ſe de Trilltrall heirate. Un wann ſe net geſtorwe ſin, läwe ſe
heit noch .

Do, guckt’s Eich a', mein Ooſepfeil hott’s Eich ärdra hie=
gemolt
. Un jetzt geht enei, un wann’s Eich gefalle hott, ſchreibt
mer’s.
Die große Kinner avwer, un meintswääche aach die ganz
große, wann die widdermol e ſchee Buch läſe wolle, dann ſolle
ſe ſich noch vum Kriſtkindche die ſchee Geſchicht vum Grießemer
Haus unnern Weihnachtsbscm leeche loſſe, däß is äbbes for
Härz un Gemiet un e ſchee Stickche Heimatspoeſie owedrei, womer
widdermol ſein Spaß dro hawwe kann, un wo=en richdicher
Dichter geſchriwwe hott; mehr ſag ich net.
For die Sparbix: Vum Stammdiſch der Unſchuldichen
Kindlein beim Sitte: fuffzeh Mack.

Der zeitgemäße Haushalt.

ſenn Pelzwerk nicht vorzeitig verbraucht
wocklein ſoll. Bei underhofftem Schneefall oder Regen wer=
denaſe
einzelnen Pelzſtücke mehr oder minder großer Durch=
näfſſig
ausgeſetzt. Werden nun die Pelze auf ihrer Haarſeite,
wile wielfach geſchieht, ſchon unterwegs oder daheim zwecks
Emlinung des Schnees mit den Händen abgeklopft, ſo bekom=
meige
leicht Druckſtellen, an denen ſich die Haare ſpäter nicht
wiltl wufrichten. Selbſt wenn der Pelz durch plötzlichen Forſt=
zuhln
unterwegs kleine Eiskriſtalle erhalten ſollte, ſchaden dieſe
ihnk ineswegs. Zu Hauſe angekommen, ſchüfttele wan nun Pelz=
ſtoll
rawatten, =muffe, =hüte, =mützen uſw. von der linken
SchlAmrit beiden Händen angefaßt, tüchtig aus, um die meiſte
Nclſhrrauszuſchleudern, und hänge ſie auf Bügel zum Trocknen
gal edwch nicht in der Nähe des Ofens, weil durch die große
DiiRufſtrahlung desſelben das Leder trocken und ſpröde und
diesurbarkeit beeinträchtigt wird). Muffen ſtopfe man im
mun mit zuſammengeballtem Papier oder Lappen aus, damit
ſie ihrend des Trocknens ihre Form behalten. Herren=
Peilſe und Damenpelmäntel und =jacketten überlaſſe
mowehenfalls auf Bügel gehängt, dem allmählichen Trocknen,
Em inn die Haarſeite mit einer Bürſte nach dem Strich zu
gldßr.
beckmäßige Behandlung erfrorener Nah=
ams
mittel. Erfrorene Gemüſe, wie Rot=, Weißkohl,
Bliag,. Möhren, Sellerie, rote Rüben u. a. bringe man in dem
Aüuhen Raume zum Auftauen. Zum Herausziehen des
BA92 lege man ſie in ein großes Becken mit kaltem Waſſer
Eltar, um ſo beſſer die Wirkung) und laſſe ſie darin ſo=
AAelliegen, bis ſich Eiskriſtalle an der Oberfläche zeigen, die
DNIn emtfernt werden, wie auch das Waſſer, das durch friſches
E wird. Dieſes Verfahren wiederholt man, bis ſich keine
Eyßiſtulle mehr zeigen. Nach fünf bis ſechs Stunden ſind die
2A%ſe wieder froſtfrei, dürfen aber nicht mehr lange auf=
*e Att. ſondern müſſen ſofort verbraucht werden. Erfrore=
AIh ſt, wie Aepfel und Birnen, werden auf gleiche Weiſe
wie oben angegeben, auch ſie müſſen ſofort verbraucht
Erfrorene Eier lege man ebenfalls, jedoch ganz vor=
a
und ſo, daß ſie ſich nicht gegenſeitig berühren (da ſie in
2 Zuſtande ſehr zerbrechlich ſind) in eine Schüſſel mit eis=
W Waſſer, das man ſo oft erneuert, bis das Waſſer eisfrei
Worſichtig Stück um Stück abgetrodlnet, können die Eier
MAiche verbnaucht werden.

Vorzüglicher Honigkuchen nach altem Fami=
lienrezept
. In einem Pfund heißem Honig ſchmilzt man
60 Gramm friſche Butter, fügt ein Viertel Liter heißes Waſſer,
einen Eßlöffel Süßſtofflöſung und ein Pfund Weizenmehl dazu,
ſowie ſieben Gramm in etwas Rum aufgelöſte Pottaſche, die
man nach dem Erkalten darunter rührt. Nach drei Tagen
Ruhens gibt man einen Eßlöffel geriebene ſüße Mandeln,
die abgeriebene Schale einer Zitroue, einen Eßlöffel geſchnittenes
Zitronat dazu, knetet gut durch, mangelt den Teig fingerdick aus,
ſticht runde Plätzchen davon, ſpickt ſie mit geſtiftelten ſüßen Man=
deln
und bäckt ſie gut.
Schokoladen=Glaſur. 75 Gramm feingeriebene Schoko=
lade
ſetzt man mit 75 Gramm Zucker und drei Eßlöffeln Waſſer
aufs Feuer und läßt ſie ſolgnge kochen, bis ſie Faden zieht.
Noch bis zum Abkühlen weiter gerührt, wird ſie wie oben auf=
getragen
.
Puterhahn mit Maronen (Feſttagsgericht). Ein
fetter junger Puerhahn wird vorbereitet und dreſſiert, der
Kropf mit Farce gefüllt, Bruſt und Keulen geſpickt, mit Salz
beſtreut und im Ofen unter fleißigem Begießen mit heißer brau=
ner
Butter langſam goldbraun gebraten. Die Maronen werden
nur ſolange in Waſſer gekocht, bis ſie ſich abſchälen laſſen. Wenn
der Puter etwa 20 Minuten im Ofen ſtand, gibt man ½ bis ¼4
Liter Fleiſchbrühe daran. Beim Anrichten rührt man die Soße
mit etwas kaltem Waſſer glatt, entfettet ſie, verdickt ſie mit wenig
Kartoffelmehl und reicht ſie durchgeſeiht. Zur Farce wird
Leber, Herz und Magen des Puters mit kleiner Zwiebel und
etwas Peterſilie recht feingehackt, mit 100 Gram Butter gedün=
ſtet
und mit ½. Pfund feingewiegtem Kalbfleiſch, 50 Gramm
Speck, 50 Gramm eingeweichter Semmel, 2 Eiern, Salz und
Pfeffer nach Geſchmack gemiſcht.
Speiſezettel.
Sonntag: Pilzſuppe; Rotkraut mit Gänſekeulchen.
Monntag: Dampfnudeln. Dienstag: Grünkohl mit
Schweinefleiſch. Mittwoch: Hammeleurry im Reisrand.
Donnerstag: Sauerkrautauflauf. Freitag: Fiſchklopſe.
Samstag: Quarkſpitzen.
Zuverläſſige Leute. Nun. was für Leute haben denn dieſes
Jahr die Jagd gepachtet? fragt ein Bekannter den Förſter. Zuder=
Leute erwidert dieſer. Sie verſprachn alles, was ſie ſchießen
würden, ins Krankenhaus zu ſchicken, und jetzt ſind ſchon drei Treiber
drin. Süße Erinnerung Sprickt Dein Mann noch manch=
mal
von Eurer Hochzeilsreiſe? Oh ja, ſehr oft er wünſchte, er hätte
das Geld, das wir damals ausgegeben haben.

Wec

Humor

Arbeitsloſe.

Hier in der Nähe gibt’s keine Arbeit?
Ausgeſchloſſen! Da wäre ich meilenweit von hier!
Vorſichtig. Soll ich nach Ihrem Ge äck ſchicken? fragt die Haus=
frau
die neue Köchin. Danke ſchön, erwidert dieſe, ich laſſe es
immer die erſte Woche auf dem Bahnhof.
Kleine Schwächen. Mary, ſagt die Penſionsinhaberin zu dem
Mädchen, paſſen Sie mir recht gut auf die M ſſer auf; ich habe das
Vorderzimmer an einen Schwertſchkucker vermietet.
Immer bei der Sach:. Der Führer hat der Geſellſchaft die ſchönſten
Werke der Gemäldegalerie gezeigt und ſagt ſchließlich: Wenn eine von
den Damen oder Herren noch eine Frage hat, ſo bin ich gean bereit,
Auskunft zu geben Ach, ſagt eine ältere Frau, können Sie mir
ſagen, womit der Fußbode, hier ſo großartig poliert iſt2

[ ][  ][ ]

Leibwäſche und Hauskleider für den Winter

Die moderne Frau iſt durchaus auf elegante
Wäſchemoden eingeſtellt und will demnach natür=
lich
zwiſchen ſommerlicher und winterlicher Wäſche
möglichſt keinen Unterſchied machen. Die dünne
Seiden= oder Linonwäſche wäre aber für den Win=
ter
doch allzu leicht, ſo daß damit Erkältungen Tür
und Tor geöffnet wäre. Daher haben die führen=
den
Wäſchateliers zu einer neuen Art der Unter=
kleidung
gegriffen, die die Figur nicht ſtark erſchei=
nen
läßt und trotzdem ſehr gut warm hält. Es
ſind dies die dünn geſtrickten Schlüpfer, die den
Oberkörper und die obere Partie der Beine ein=
ſchließen
, in Elfenbein, Blaßroſa und Blaßlila er=
zeugt
werden und immer in der Farbe mit der
jeweiligen Wäſche übereinſtimmen ſollen.
Die Schattierung der verſchiedenen Wäſcheſtücke
iſt heuer von Wichtigkeit, denn die Kleider ſind
ob es ſich nun um nachmittägliche oder abendliche
Schaffungen handelt ziemlich tief ausgeſchnit=
ten
, ſo daß das betreffende Wäſcheſtück gleichzeitig
die Stelle des Plaſtrons zu vertreten hat und in
den meiſten Fällen im Ausſchnitt ſichtbar wird.
Der Wäſchemode zu Ehren ſei es geſagt, daß
trotz dieſes Umſtandes, der zweiſellos zur Erzeu=
gung
überladener Wäſcheſtücke verleiten könnte, die
neueſten Modelle ungemein einfach ſind und auf
Stickerei und Spitzen ſowie alle ähnlichen Beſätze
vollkommen verzichten. Dadurch unterſcheidet ſich
die neue Mode ſehr weſentlich von den früheren
Schaffungen, die ſich an Beſätzen und Garnierun=
gen
kaum genug tun konnten und oft Stickereien,
Spitzen und Bänder derart reichlich anbrachten,
daß man dieſe Stücke damals weder als ſchön noch
auch als zweckentſprechend bezeichnen konnte.
Ganz anders ſind die Schaffungen, die von den
Wäſcheateliers für dieſen Winter gezeigt wer=
den
. Gs ſind Modelle von großer Einfachheit und
Kultur und darum auch von erleſenſtem Geſchmack;
ſie verzichten auf jeden kitſchigen Effekt und halten
ſich in der Hauptſache an feine Handarbeiten mit
linearer Wirkung. Daher kommt es, daß zur Gar=
nierung
der neuen Wäſcheſtücke in der Hauptſache
Ajouren herangezogen werden, die ihren feinen
Effekt und ihre edle Arbeit niemals verleugnen
können. Den Ajouren verwandt iſt die ſeine To=
ledo
=Arbeit, die gewiſſermaßen als Karo=Ajour
angeſprochen werden kann und die oft ſehr feine
Blütenmuſter, natürlich in ſtiliſierter, niemals in natraliſtiſcher
Art hervorzubringen vermag. Dieſe Toledo=Arbeit iſt noch
viel ſchwieriger als die feinſten Ajouren, ſtellt aber eine ſehr
edle und wirkungsvolle Handarbeit dar, die man ſtets willkom=
men
heißen und im übrigen gerne ſelbſt ausführen wird.
Wir zeigen in unſerer Bildgruppe einige Modelle, die ſich an
die neuen Ajourſtickereien halten:
Die zweite Figur trägt ein Nachthemd, das ganz glatt ge=
arbeitet
iſt und auf alle Säumchen und Pliſſees verzichtet, alſo
viel beſſer zu reinigen iſt als alle anderen Wäſcheſtücke. Der ein=

Jumper=Kleider für den
Abend.

und auch die Dreieck=Ajourornamente wiederb,c,
ſich hier zu beiden Seiten.
Wie elegant Toledo=Stickereien wirken, zezu
wir an der Rock=Kombination, die von der ſiße
den Figur gehalten wird. Dieſe Fadenzugauge
bildet hier den bogenförmig abſchließenden Ss, fh-9 M. HNe
und den unteren Rand. In der Regel handells/ U4

Er hat
ußerde
tillio
on Herrn
aod dein Chodſet.
ien haite, erwies
e irmtenſcheine hon
WWit
MM3 um beiſte

ſich um ſtiliſierte Blumen= oder Früchtenmuſter, 71 k14 1c Pelüige ie.
on im Liſt
eben in Toledomanier wiedergegeben werden, 1 94

zige Aufputz beſteht in Ajouren, die den Pullover=Ausſchnitt um=
rahmen
und an deſſen Ende ein ſchönes Dreieck=Motiv bilden,
außerdem aber noch zur Garnierung der trompetenförmig erwei=
terten
langen Aermel herangezogen werden.
Dieſe Figur hält eine Hoſenkombination in Händen, die für
die kommende Wäſchemode als durchaus vorbildlich anzuſehen
iſt. Die Träger beſtehen aus ſchmalen, ſchmuckloſen Bändern,
der obere Saum dieſes Wäſcheſtücks wird durch eine Ajour ge=
ziert
, die in ſpitz zulaufender Bahn auch die Vorderpartie gar=
niert
. Ebenſo wird der untere Rand mit einer Ajour verſehen

Urſprünglich war das Jumperkleid nur für
ausgeſprochene Strapazierzwecke, für ſportliche Ge=
legenheiten
und für die Reiſe gedacht, erſt viel
ſpäter erſtreckte es ſich auch auf die nachmittägliche
Mode, um nun heuer auch auf die Abendſchaffun=
gen
überzugreifen
Für den erſten Augenblick wird einem wohl der
Gedanke eines abendlichen Jumperkleides etwas
abſurd, vielleicht paradox erſcheinen. Stellt doch
der Jumper den Inbegriff alles Praktiſch= Sport=
lichen
dar, ſo daß man ihn auf die große Abend=
gewandung
vielleicht ewas fehl angebracht finden
könnte. Dem iſt aber keineswegs ſo, wenn man
dieſe neue Mode näher und eingehend betrachtet.
Vor allen Dingen iſt es das zur Verwendung
gelangende Material, das dem Jumper ſeinen ur=
ſprünglichen
ſportlichen Charakter vollkommen be=
nimmt
. Die gegenwärtige Mode, die ſich ausge=
ſprochener
Schlichtheit befleißigt, geizt nämlich nicht
in der Verarbeitung koſtbaren Materials, was in=
ſofern
weſentlich iſt, als die neuen jumperartigen
Abendkleider jetzt aus zweierlei Geweben herge=
ſtellt
werden, und zwar in ihrem Oberteile aus
einem ſchweren Brokat, einer ſchönen Stickerei oder
einem anderen effektvollen Stoffe, während die
Rockpartie aus ſehr duftigem Material gearbeitet
wird. Der Oberteil iſt alſo mehr oder weniger
ſchlicht im Schmitt, prunkvoll im Material, die
Rockpartie im Gegenſatz dazu kompliziert in der
Form und einfach in dem zur Verarbeitung ge=
langenden
Gewebe
Man ſieht die verſchiedenſten Rocktypen. Stil=
artige
Nöcke, die außerordentlich intereſſant ſind,
weil ſie durch den Jumperoberteil eine ruhige Note
erhalten und demnach nicht nur für ganz anmutige
Geſtalten, ſondern auch ſür die herberen Erſchei=
nungen
und klaſſiſch wirkenden Frauen geeignet
ſind, die ſonſt das oft allzu ſüßlich wirkende Stil=
kleid
prinzipiell ablehnen müſſen.
Gewickelte und drapierte Röcke ſind in Verbin=
dung
mit den modernen Abendjumpern, an der
Tagesoronung. Glockentypen werden ganz beſon=
ders
geſchätzt, und die ſeitlich verlängerten Röcke,
wie auch alle Formen, die Wimpel und Zipfel auf=
weiſen
nehmen ſich ſehr gut aus.
Iſt das Material des Oberteiles dieſer neuen
Abendkleider wie ſchon früher erwähnt oft

spoulos
Bei dieſer Gelegenheit ſei erwähnt, daß i
on Aigl
neuen Wäſchemodelle der Glockenlinie entſpreaaty
Ril dem Argosbeſte.
in ihrem Oberteile meiſt ſchmal und ziemlich zu sic de echulbdigen ei9
liegend, in ihrer Rockpartie aber glockig gearbiſtztſt4n zgworfen!
werden, wodunch ſich die Notwendigkeit ergibt, 1
m, ſagte der 2e
liche Einnäher, das heißt verkehrte Säumchen N.
bis auf weiteres
zuſehen, die im übrigen häufig eine nette Garmtliwhitürbeit umöglich
rung des betreffenden Wäſcheſtücks darſtellen.
Verbrecher.
Sehr beachtenswert ſind heuer die neuen Hoßu
8! Es war eine
kleider, die argeſichts eines gewiſſen kunſtgewutgtgü zuf ihren 4opf zu
lichen Einfluſſes ungemein intereſſant ausſeſe,
denn im ſeben
In der Regel verfertigt man den ſchönen Schtunttäſt Vorſcht beokad
rock, der unter Umſtänden auch für kleine, inin mtirn ugel
en wäre
Geſellſchaften im eigenen Heim verwendbar iſt, zu
er Schloß und 9
ſchwarzer Seide (wobei, man ein ſolches Sälft. fnl und Sie gbel
gelegentlich auch aus einem ſchon vorhandect nwinhſchen Siegeskranz
und nicht mehr tragbaren Kleide umarbeiten laug / Ze hören, was ic
Die Seide wird nun entweder reich beſtickt, hoßmihit vergeſen ſt und
bemalt oder mit Applikationen verſehen, die Unü, hon aus ihrem ec
Stickerei umrandet werden. Ein helles Futter ri. ). Alhon Argyrobaulo
der Hauptfarbe der Stickerei bzw. der Applikalu
5n
nen) wirkt immer ſehr dekorativ. (Sitzende Figgr
beifſtecken.
Im Hintergrunde ſieht man, das geſtrioſtheun
Bettjäckchen, das heute ſchon ungemein ieſmeis 9
liebt geworden iſt und in keinem Wäſcheſchrau
fehlen darf. Die Nachtwäſche iſt nämlich im Unmn
gemeinen ſo leicht, daß ſie ein derartiges Wollillgsſo
chen, das ſehr duftig wirkt und in einer feiuge
Paſtelfarbe gehalten ſein ſoll, unbedingterforderkt
wacht. Man nimmt dieſe Jäckchen natürlich aut
auf Reiſen und für Weekend=Fahrten mit und fad Biaute
auf dieſe Weiſe ſchweren Erkältungen vorbeugeſſ. ,
Das Pyjama ſoll einfach und ſchmucklos fe341
Man verwendet dazu entweder Flanell der Seiſt
je nachdem ob es ſich um ein Bett= oder Hm=
Pyjama handelt. Die Form der ruſſiſchen Bln=
(evenmell an Stelle des halbhohen Leiſtchens, der praktiſchte!
Bubenkragen) iſt hier ſehr beliebt, ein breiter Gürtel wt=
immer
flott, Kragen, Manſchetten, Gürtel und Aufſchläge el
Hoſe ſowie die Knöpfe werden im der Regel, in abſtechenre
Farbe gewählt (Bild 1). Eingeſchnittene Taſchen ſind prakt
und flott zugleich.
Man ſieht aus allen Zeichnungen der Bildgruppe, daß
Wäſchemode ſich großer Einfachheit befleißigt und vielleicht z
rade deshalb bedeutend eleganter wirkt, als die überladens
Schaffungen der vergangenen Saiſon.

ziemlich ſchwer, ſo verwendet man für die Ril
um ſo ſchmiegſamere Gewebe: Gaze, Gewar
Tüll, Kreppſatin und vor allem der neue 8=
Velourſchiffon, der ſo weich fällt wie die dufttiſt
Seide, wären in erſter Linie zu erwähnen.
Markant für dieſe neuen Abendkleider iſtn
Verwendung von Gürteln, die in der Regel wool
aus dem Material des Oberteils noch aus jes
des Rockes, ſondern aus einem durchaus abſteat
den Gewebe verfertigt werden.
Die beſte Ueberſicht über die neuen abendliftl
Jumperſchaffungen, die für die kommende Ail
ſaiſon ſehr bedeutungsvoll zu werden verſpreiss!
gibt unſere Bildgruppe, die einige der interef.:
teſten Schaffungen auf dieſem Gebiete vor Aus/
führt. Im erſten Bilde ſieht man einen vocl
landblauen Kreppſatin=Rock, der durch ſeine abo
ſeitlich verlängerte Form angenehm auffällt. 29
über wird eine ſeitlich verſchloſſene, mit einer 190
ten Gürtelpaſſe verſehene Bluſe getragen, diei
Metallſtoff am beſten ausſieht. Silber wirkt 1
Beiſpiel zu dem früher erwähnten Porzellanlu4
ganz ausgezeichnet. Als Verſchluß wäre eine hn
mondförmige Straß=Agraffe zu empfehlen.
Einen glatten, langärmeligen Pullover
Brokat (auch langärmelige Modelle dieſer Art
für den Abend heuer, wie man ſieht ſehr be=
und inſofern praktiſch, als man ſie für größere 9
legenheiten ebenſo gut wie für kleinere Zrt
heranziehen kann) zeigen wir im zweiten Be‟
Da der Brokat an ſich ſchon ſehr wirkungsvolfi
wird der einfache, ſchwarze, in der Mitte A.2
geſchnittene Velourſchiffon=Rock dazu einen
pikanten Kontraſt Larſtellen.
Aus Glanzſeide oder aus Metallſtoff wird
die mit einem Gürtel geteilte, obere Partie
dritten Bildes herſtellen, einen viereckig gut
ſchnittenen, ebenfalls langärmeligen Jumper,
ſeitlich durch eine große Blüte in aparter Schan !
rung geziert wird. Dazu nimmt ſich der vierel
abgeſtufte, gezogene und dadurch ſtilartig wirle*
Tüllrock ſehr graziös aus.
Den verlengeſtickten Jumper zeigen wir im
ten Bilde in praktiſcher Anwendung. Man ſt
ſich ihn etwa aus weißem Brokat vor, der noch 1
Perlen und Straß überſtickt wird, um noch 1
kungsvoller zu erſcheinen, ſo daß ſich hier eine
willkommene Handarbeit bietet, die man unſcher
ſelbſt herſtellen kann. Ein Silberbandgürtel nirr
ſich immer ſehr vornehm aus. Der doppelte, ſei.*
in Zirfel auslaufende Rock aus Georgette a4
Caze ergibr in Verbindung mit dieſem Zumn
die typiſch mondäne Linie der neuen Abendm=

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Von Frank Heller.
Berechtigte Uaberſetzung von Marie Franzos.
(Nachdruckverboten)
III.
Nachricht von Herrn Argyropoulos' neuer Offenſive ver=
brane
ſich noch am ſelben Nachmittag in Paris. Nie hatte ſich
eimglthe Poſt in die Rue Jéruſalem (wo das Hauptquartier
deyrll zei gelegen iſt) oder in das Hotel Continental (wo Mr.
geleu wohnte) ergoſſen. Vierzigtauſend Franken für Aus=
rinn
vie zu Herrn Collins Feſtnahme führten! Man hatte
Heſwollin und ſeine Freunde in ganz Frankreich vom Kanal
visam. Mittelmeer geſehen. In Paris logierten ſie in ſchäbi=
gewaen
ſionen auf dem Mont Parnaſſe und in Luxushotels in
gen humps Elyſées. Sie frequentierten Apachenkneipen und
wawleliebte Gäſte im Café de Paris. Aber wo ſie auch wohn=
zewaee
ſich zeigten, ſie verſtanden es, ſich im entſcheidenden
Aumbtick unſichtbar zu machen. Lauter falſche Fäden!
in Morgen des ſiebenten Tages begab ſich Kenyon aber=
mia
=u Ceſarini. Er hatte dem Millionär aus Griechenland
etww zut ſagen. Außerdem fiel ihm ein, daß er eine Extra=
unngeiHung
, den Millionär betreffend, im Gang hatte eine
ummurhung von Herrn Argyropoulos' eigenen Transaktionen.
and den Chauſſeur in der Hotelhalle. Was der Chaſſeur
mitſtellen hatte, erwies ſich als ſo intereſſant, daß ganze drei
Zwwixfrankenſcheine von Kenyons Taſche in die ſeine wander=
temr
ls guter Hotelmann wußte der vielverſprechende Jüng=
lintſaufß
alles am beſten und vorteilhafteſten à la carto ſer=
vienavrd
, Neuigkeiten geradeſo wie Speiſen. Es war halb
einſl:- Kenyon im Lift zur Wohnung des Millionärs hinauf=
fußz
.
E on Aigyropoulos empfing ihn ſelbſt.
ell dem Argosbeſieger! Was gibt es Neues von Themis?
Sinzſe Schuldigen ergriffen, in Ketten gelegt und in Kerker= der Hand trug, und ſtellte eine geflüſterte Frage, die der Mil=
höß
) eworfen?"
ſeien, ſagte der Detektiv kurz. Ich ſchließe die Unter=
ſuchhzEbis
auf weiteres ab. Ihre Idee mit der Belohnung hat
meizyrrbeit unmöglich gemacht. Sie war nur eine Hilfereichung
fürn Werbrecher.
Zus? Es war eine Hilfereichung für die Verbrecher, einen
Prikelaruf ihren Kopf zu ſetzen?"
ha. denn im ſeben Augenblick ſagten ſie ſich, daß ſie die
äußitzee Vorſicht beobachten müßten. Wenn ihnen keine War= ſchon getroffen.
numnſungekommen wäre, hätten ſie ſich bloßgeſtellt und ich hätte
ſie ftrr Schloß und Niegel.
vonl Und Sie geben die Jagd auf und reichen ihnen den
olylm ſchen Siegeskranz?
ſie hören, was ich ſage: bis auf weiteres! Wenn Ihr
Priksſtergeſſen iſt und der ganze Lärm ſich gelegt hat, kommen
ſie ſr. aus ihrem Schlupfwinkel, und dann
kuon Argyropoulos ſah ſeinen Mitarbeiter blinzelnd an.
bm! Wiſſen Sie was? Ich glaube gar nicht, daß ſie ſich
vertſten. Ich glaube, ſie ſind frech gemug, mitten under uns
herhuzwgehen. Ich glaube, ſie ſcheren ſich gar nicht um meinen
Prekioder Ihre Nachforſchuugen!"
E4! fluchte Kenyon Sie haben ja eine ſehr hohe Mei=
vumvon
ihnen. Sollten Sie ſie beſſer kennen, als Sie vor=
gegſten
, haben ſie und Leute ihrer Klaſſe überhaupt?
ei Graubart ſtarrte ihn verblüfft an.
Zu im Hades, ich verſiehe Sie nicht!
Sle2. Laſſen Sie mich geradezu fragen: was ſind das für
Leich eren Beſuch Sie hier im Hotel empfangen?

Sonntag, den 18. Dezember 1927

Seite 25

Der Mann aus Hellas blieb ihm die Antwort ſchuldig.
Etwas wie wirklicher Reſpekt malte ſich in ſeinem Geſicht.
Kenyon war im Begriff, ſeine Frage zu wiederholen, als die
Türen zu dem Privatſpeiſeſaal aufgeſchlogen wurden und ein
Oberkellner verkündigte, daß das Lunch ſerviert war. Alkyon
Argyropoulos ſchüttelte ſich vergnügt wie ein Bär, der Weißbrot
bekommt.
Mehl, das Mark der Männer! Wollen Sir mir Geſell=
ſchaft
leiſten, Kyrie?. Dann können wir weiter ſprechen.
Nun war es an dem Detektiv, erſtaunt zu ſein.
Ihnen Geſellſchaft leiſten? Aber ich glaubte doch, Sie könn=
ten
es nicht vertragen, andere Menſchen eſſen zu ſehen!
Hat das Gerücht dies geſagt? Es hat die Wahrheit ge=
ſerochen
, doch mit einer Einſchränkung: inſofern es nicht meine
Gaſtfreunde ſind.
Kenyon verbeugte ſich förmlich und ging vor ſeinem Gaſt=
geber
in den Speiſeſaal.
Uebrigens, ſagte der Millionär, ſind Sie nicht mein erſter
Gaſt in dieſem Hotel. Schon vor meiner Ankunft hier hatte ich
die Freude, vier Gaſtfreunde zu bewirten. In einem Uebermaß
von Feingefühl hatten ſie es mir erſpart, ſie eſſen zu ſehen oder
wir danken zu hören. Meiner Anſicht nach waren das die Ver=
brecher
aus dem Zuge!
Kenyon verwunderte ſeinen Wirt plötzlich dadurch, daß er
ebenſo rot wurde wie ſein eigenes Haar. Er ſtammelte etwas,
daß es höchſte Zeit ſei, daß ſolche Kerle ihre Strafe erhielten,
als die Tür aufging und ein neuer Gaſt hereinkam. Es war der
Mann, den er in dieſem Augenblick zu allerletzt hätte ſehen wol=
len
. Es war der geſchwätzige Franzoſe, der ihn in der Halle an=
geſprochen
hatte der Mann, der behauptete, ihn als ungebete=
nen
Gaſt des Millionärs bei dem erwähnten Frühſtück geſehen
zu haben.
Alkyon Argyropoulos eilte ihm entgegen.
Und haben Sie das Erforderliche mitgebracht?
lionär mit den Worten beontwortete:
Sie kommen um zwei Uhr. Sie wollten nicht, aber ſie haben
nachgegeben.
Er führte ſeinen letzten Gaſt zu dem Detektiv.
zuſtellen! Mr. Kenhon, dies iſt Monſieur Duval, ein Kenmer Sie mir ſagen, wer die Leute ſiud?
ſchöner, ſeltener Dinge.
Danke, ſagte Kenyon eiskalt. Ich habe Monſieur Duval
Um ſo beſſer! rief der Millionär. Zu Tiſch!
Kenyon zögerte. Aber die primitivſte Höflichkeit verbot ihm,
ſich zurückzuziehen, und außerdem war ſeine Wißbegierde im zu ſagen, daß ich dieſe Herren, die Sie beſuchen, beobachtet habe.
bezug auf einen gewiſſen Punkt noch lange nicht befriedigt.
einen Fries von Pferden mit nackten Reitern. Die Speiſen waren:
Hors doeurres variés
Coguilles Poseidon
Cötelette Telämaaue
Pommes Soufflées
Fromage Fruits.
Nicht ohne Genugtuung glotzte er den Kunſtexperten an.
Wie iſt es heute mit dem Menü? fragte er. Es iſt wohl
nicht ſo ſtilvoll wie letzthin?

Wie das? Was meinen Sie? fnagte der Hausherr neu=
gierig
.
Kenyon verbeugte ſich ironiſch vor dem einäugigen Franzoſen.
Monſieur behauptete, daß man, wenn es ſich um le Déjen=
ner
du Millionaire handelt, die Stilreinheit ſo weit treibt, daß
die Anfangsbuchſtaben der Speiſen griechiſche Worte bilden.
Was ſagen Sie? rief Alkyon Argyropoulos eifrig aus.
Welche Worte zum Beiſpiel?
An jenem Tage war es das Wort Homeros, fuhr Kenyon
in demſelben ſatiriſchen Ton fort.
Homeros!, Seltſam! Welcher Tag war das?
Es werden wehl drei Tage her ſein. Heute "
Heute, räumte Monſieur Duval lächelnd ein, heute wäre
es ſchwer, aus den Initialen der Speiſen griechiſche Worte zu
bilden.
Verletzt das nicht Ihr Stilgefühl? fragte Kenyon in den=
ſelben
Ton.
Nein, denn ich habe es erwartet, und nichts bereitet dem
Menſchen größere Befriedigung, als etwas eintreffen zu ſehen,
was er erwartet hat.
Kyrios Duval hat recht, und er ſpricht, als wäre er ein
Jünger des Pythagoras, Menſarchos: Sohn, der als erſter von
allen die Harmonie des Weltalls entdeckte!
Sie haben es erwartet! beharrte Kenyon eigenſinnig.
Warum nicht lieber zugegeben, daß Sie ſich eingebildet haben,
etwas zu ſehen, was gar nicht vorhanden war?
Meinetwegen! ſagte der Kunſterperte lächelnd. Ueber=
haupt
fange ich an, ein Spielball von Einbildungen zu werden.
Sie wiſſen ja, ich glaubte geſehen zu haben, wie Sie hier im
Hotel lunchten, obwohl Sie gar nicht dageweſen ſind!
Kenyon verſtummte plötzlich. Als das Lunch vorbei war,
führte der Millionär Herrn Duval in ein Seitengemach und
Kenner kryselefantiniſcher Dinge, ſeien Sie willkommen! übergab ihm ein größeres Paket. Kenyon ſah es zu flüchtig, um
ſich von deſſen Charakter überzeugen zu können. Herr Duval
Der einäugige Kunſtexperte deutete auf die Taſche, die er in öffnete ſeine Taſche. Soweit Kenyon ſehen konnte, enthielt ſie
einen photographiſchen Apparat. Herr Argyropoulos verſchloß
die Tür zu dem Seitengemach und begann ſchmunzelnd auf und
ab zu promenieren. Kenvon nahm ſofort ſeine unterbrochene
Attacke wieder auf.
Wir ſprachen gerade von gewiſſen Beſuchern, die zu Ihnen
Geſtatten Sir mir, Sie dem Feind aller Verbrecher vor= kommen. Ich habe Grund, mich für ſie zu intereſſieren. Wollen
Soge mir, mit wem du umgehſt, und ich werde dir ſagen,
wer du biſt. Iſt das der Grund?
Ja!
Laſſe deine Zunge deinem Verſtand im Stadion nicht vor=
anlaufen
.
Sind Sie das delphiſche Orakel? Geſtatten Sie mir, Ihnen
Wer ſie ſind, weiß ich nicht ſo wenig ich weiß, wer Sie ſind,
Er ſetzte ſich und griff mechaniſch nach dem Menü. Es trug dies nebenbei , aber vorgeſtern hörte man Sie zu einem von
ihnen ſagen: Und Sie garantieren, daß das nicht geſtohlen iſt?
Wir garantieren, daß die Ware echt iſt! antwortete Ihr Be=
ſucher
. Wollen Sie mir ſagen: was ſind das für Leute, die ſo
reden? Und was haben Sie mit ihnen zu tun?
Der Millionär ſtand mitten im Zimer und wiegte ſich hin
und her. Er glich einem Bären, der auf einer Kugel balanciert.
Das ſind Geſchäftsleute, murmelte er endlich.
Was für Geſchäftsleute? Und was ſind das für Geſchäfte,
die Sie mit Ihnen machen?
Gerade da drangen Stimmen aus dem Arbeitszimmer des
Millionärs, und der Sekretär zeigte ſich auf der Türſchwelle.
Sch! flüſterte Alkyon Argyropoulos Kenyon zu. Da
ſind ſie!
(Fortſetzung folgt.)

T4
Dalad

Motsrmns Tatziatlans
für damrns umd Malgansaittng

19980

[ ][  ][ ]

Seite 26

Sonntag, den 18. Dezember 1927

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Chöre: Berthold Sander
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