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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iEuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrſchten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 347 Donnerstag, den 15. Dezember 1927. 190. Jahrgang.
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ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerichtiſcher Beltreibung ſällt jeder
Nabat weg. Bankonto: Deutſche Banl und Darme
ſtädter und Naiſonalbant.
/1Reichstag ging die Beſprechung ihren
ordnnungs=
mäßürge Weg, ſo daß ſogar die großzügig bewilligte Redezeit
Anahme der Beſoldungsvorlage
hat doch noch einen Kampf gekoſtet, bis der Reichstag
ſich üſſuh den Schluß der zweiten Leſung und die ganze dritte
Leſunnhedurchgearbeitet hatte. Die Regierungsparteien hätten
ſich Qſieltebeit erleichtern können, wenn ſie nach dem Muſter der
Preuuſkoalition gehandelt hätten, die erſt im Aelteſtenrat
weit=
geheihz) Buſagen machte, dann aber plötzlich einen Antrag auf
Echlunder Beſprechung ſtellten und damit der Oppoſition das
Vort uf ach abſchnitten.
von ᛋmhi Stunden von einzelnen Parteien noch erheblich
über=
ſchritzſ wurde. Beſonders lebhaft wurde es bei dem von den
Sozuilsemokraten eingebrachten Antrag auf
Kür=
zunſgſer hohen Penſionen, wobei der
Deutſchnatio=
nale /Smidt=Hannover eine ſcharfe Attacke ritt. Er ſtellte dabei
auch Gn ral Mackenſen Herrn Scheidemann gegenüber mit dem
Hinmrei Daß ſchließlich die Verdienſte des Generals Mackenſen
zweifſels, ebenſo groß ſeien wie die Scheidemanns, deſſen
Pen=
ſion Ifü benſo hoch ſei, wie die Bezüge des Generals nach 58 gutt jähring Pienſtzeit. Der ſozialdemdkratiſche Antrag wurde
ſchließ=
lich yimi iner Mehrheit von nur 10 Stimmen abgelehnt, und
ſauch ſur, wweil die Demokraten mit der Regierung ſtimmten. In
ſöritteinr e ung wahmen die Sozialdemokraten dieſen Antrag
noch=
mals X af. Das Zentrum ertragierte aus dem Finanzminiſter
üne Elürung, daß er das Penſionsgeſetz der politiſchen Be=
Aiter emnächſt einbringen würde und fand ſo die Möglichkeit,
pgeim in ſozialdemokratiſchen Antrag zu ſtimmen, der mit einer
ſehriſht won 50 Stimmen abgelehnt wurde. Damit gaben die
ſyigilin okraten das Rennen auf und ſtimmten dann zuletzt
mtz thibblicher Mängel der Vorlage” für das Geſetz. Die
Kom=
yui E und ein Teil der Wirtſchaftlichen Vereinigung blieben
ſein, ſwhlend der diſſidente Teil des Zentrums und der Bayern
hus ſtricken abgaben. Der Reichsfinanzminiſter und die
Regie=
zbrteien können ſchließlich mit der erreichten Mehrheit
ſidee ſein. Der Finanzminiſter hat ſofort die
efeifferlichen Awweiſungen erteilt; ſo daß
eemſ wie in Preußen die rechtzeitige
Aus=
zuhſtug der neuen Gehälter vor Weihnachten
ſchänf ſtellt iſt.
/Oen (ntrag auf Penſionskürzung abgelehnt.
* Berlin, 14. Dezember. (Eigene Meldung.)
Daſeichstag ſetzte heute vormittag 10 Uhr die Einzelberatung
der Bédungsvorlage fort. Zunächſt drehte ſich die Ausſprache um die
Ueberteyiworſchriften und den Abſchnitt „Wartegelder, Ruhegelder
ſw,” 8 ſie Abſtimmung über die zu den einzelnen Paragraphen
vor=
egeE Anträge wurde wegen zu ſchwacher Beſetzung des Hauſes
vor=
ſigh zuckgeſtellt.
nferlaufe der Ausſprache über die Penſionsparagraphen kam es
M eiklrrieſt igen Auseinanderſetzung zwiſchen dem Abg. Roßmann (Soz.),
der eithe Untrag ſeiner Partei begründet hatte, wonach die
Ruhege=
gſterh en aliger Offiziere den Betrag von 12000 Mark nicht
über=
heittndürften, und dem Abg. Schmidt=Hannover (Dntl.), der jede
ſenſigmützung als Verfaſſungsbruch ablehnte und dem Abg. Roßmann
iſcwurf machte, ſich deshalb eifrig für eine Aufbeſſerung der
irel Aingehälter in Gruppe 13 einzuſetzen, nachdem er ſelbſt durch die
ehob un Direktor eines Verſorgungsamtes in Gruppe 13 geworden
2c Roßmann ſtellte entſchieden in Abrede, daß er ſich für eine
ibshſſang der Direktoren in Gruppe 13 einſetze. Dieſe Behauptung
eitlein che und unverſchämte Lüge. Die von dem Abg.
Schmidt=
ungen vorgebrachten perſönlichen Aeußerungen ſeien eine Gemein=
Mt. ACſibent Loebe rief den Abg. Roßmann wegen dieſer Bemerkung
F OAlun g.
AME=ſing (Zentrum) bedauerte die von dem Abg. Schmidt=
Han=
unre Art der Auseinanderſetzung. Damit werde den
Regie=
eien kein Dienſt geleiſtete. Abg. Schmidt=Hannover erklärte, er
n ſeinen Ausführungen nicht behauptet, daß Abg. Roßmann
Ahſt 9 perſönliche Vorteile verſchaffen wolle.
Ehn2 Uhr wurden dann die Abſtimmungen über die zu den Pen=
SP rrphen vorliegenden Anträge vorgenommen. Die Anträge,
Pſizialdemokratiſche, wurden in namentlicher Abſtimmung
ſämt=
aßzehmt. Beſonders zu erwähnen iſt, daß bei der Abſtimmung
ſ zialdemokratiſchen Antrag, die Penſionen auf den Höchſtbe=
12000 Mark jährlich zu beſchränken, für den Antrag neben
Salvemokraten und Kommuniſten auch viele Zentrumsabge=
End die Wirtſchaftliche Vereinigung ſtimmten. Dagegen ſtimmten
Mtwoſition die Demokraten gegen dieſen Antrag. Auch dieſer
Fde mit 200 gegen 190 Stimmen mit 17 Stimmenthaltungen
Ner Antrag der Regierungsparteien
NF Stelleneinſparung angenommen.
Swrterung kam dann der geſtern von den Regierungsparteien
t Antrag, wonach freiwerdende Stellen durch Beamte ferner
beſetzt werden ſollen. Von ſozialdemokratiſcher und demo=
Sreite wurde bezweifelt, ob dieſer Antrag nicht eine
Verfaſ=
ang bedeute. Dies ſtellte Reichsfinanzminiſter Köhler in einer
lärung in Abrede und betonte ausdrücklich, daß die Regierung
Antrag der Regierungsparteien einverſtanden ſei. Er hob
Tor, daß der Antrag ſich bemühe, die vielen Reden über die
ssreform endlich in die Tat umzuſetzen.
Untrag der Regierungsparteien, bezüglich der
Stelleneinſpa=
e ſchließlich in namentlicher Abſtimmung mit 218 gegen 171
ei 5 Stimmenthaltungen, angenommen. Angenommen wur=
Nacher Abſtimmung die einzelnen Beſoldungsordnungen 4, B,
und zwar ſtimmten nur die Kommuniſten und die Wirtſchaftl.
ug dagegen. Unter Ablehnung aller ſonſtigen
Aenderungs=
rden auch die Schlußvorſchriften angenommen.
Noch die Diätenordnung für die außerplanmäßigen
Beam=
aIs nach den Ausſchußbeſchlüſſen angenommen worden war,
Ebeite Leſung der Beſoldungsordnung geſchloſſen. Die dritte
—) zunächſt zurückgeſtellt, da das Haus ſich vorerſt noch mit
neren Vorlagen beſchäftigen wollte.
Zunächſt wurde der Geſetzentwurf, durch den die
Sozialverſiche=
rung und die Erwerbsloſenfürſorge auf die bei Reparationsarbeiten im
Ausland beſchäftigten Arbeiter bis zum 31. Dezember 1929 weiter
aus=
gedehnt werden ſoll, mit großer Mehrheit angenommen.
Das Haus wandte ſich dann dem geſtern im ſozialpolitiſchen
Aus=
ſchuß angenommenen Antrag über
die Weihnachtsbeihilfe für die Kleinreniner
zu. In der Ausſprache darüber richteten die Vertreter der Oppoſition
hauptſächlich gegen die Deutſchnationalen ſcharfe Angriffe, denen ſie den
Vorwupf machten, kein ſoziales Verſtändnis für die Nöte der
Klein=
rentner zu zeigen. Im Ausſchuß ſei erſt mit Unterſtützung anderer
Par=
teien der Zentrumsantrag angenommen worden. Bei der
Hauppver=
ſammlung des Kleinrentnerverbandes hätten die Vertreter der
Regie=
rungsparteien mit ihren Reden den Eindruck erweckt, als wollten ſie im
Ausſchuß den demokratiſchen Antrag auf ſchleunige geſetzliche
Rentner=
fürſorge durchſetzen. Im Ausſchuß hätten aber die Deutſchnationalen
und die Deutſche Volkspartei das verhindert. Nachdem ſich die
Aus=
ſprache über mehrere Stunden hingezogen hatte, wurde der
Ausſchuß=
antrag ſchließlich angenommen.
Das Haus trat nunmehr in die dritte Leſung der Beſoldungsvorlage
ein. Das Wort nahm zunächſt Abg. v. Guerard (Z.), der auf den
ſozialdemokratiſchen Antrag bezüglich der Beſchränkung der Penſionen
bis zu 1200 Mark zurückkam. Auch das Zentrum, erklärte der
Redner, wünſche eine Beſchränkung der Ruhegehälter
nach oben. Eine Begrenzung der Zuſchläge habe es ſchon
durch=
geſetzt. Es habe auch die Vorlage eines Penſionsgeſetzes
für politiſche Beamte gefordert. Bisher habe es mit ſeinen
Forderungen noch nichts erreicht. Nach Annahme der vorliegenden
Beſol=
dungsondnung werde es jedoch ſeine Forderungen nach einer
Begren=
zung der Penſionen nach oben erneuern. Redner richtete an die
Re=
gierung die Frage, ob und wann ein Penſionsgeſetz für die politiſchen
Beamten zu erwarten ſei. Der vorliegende ſozialdemokratiſche Antrag
ſei allerdings für das Zentrum nicht annehmbar, weil er dis Ziel nicht
erreiche, das dem Zentrum vorſchwebe.
Ein Miniſierpenſionsgeſetz in Sicht.
Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler erklärte kurz, daß im
Reichs=
kabinett ſchon ſeit langer Zeit der Entwurf eines Miniſterpenfionsgeſetz
vorliege, das nicht nur für die aus dem Beamtenſtand hervougegangenen
Miniſter, ſondern für alle Miniſter dieſe Frage regeln ſoll. Das Kabinett
ſei nur wegen Arbeitsfülle noch nicht zur Erledigung dieſes Entwurfes
gekommep— Er werde aber ſehön m allernächſter Zeit dem Reichstag,
zugehen.
Abg., Roßmann (Soz.) bezeichnet die Erklärungen des Abg.
Guérard als ein Meiſterſtück der Zentrumstaktik. Grundſätze, die auf
dem Papier ſtehen bleiben, ſeien billig wie Brombeeren. Die
ſozial=
demokratiſiche Fraktion ſei bereit, den vom Zentrum bemängelten Teil
ihres Antrages zurückzuziehen, ſo daß nur der Teil beſtehen bleibe, daß
Penſionen den Betrag von jährlich 12 000 Mark nicht überſteigen dürfen.
Der ſozialdemokratiſche Antrag wird darauf mit 217:176 Stimmen
bei 13 Enthaltungen abgelehnt. Vor der Schlußabſtimmung gibt der
Abg. Steinkopf (Soz.) eine Erklärung ab, wonach ſeine Fraktion
alles verſucht habe, das unſoziale Klaſſenfyſtem der Vorlage zu
beſei=
tigen. Trotzdem wolle ſeine Fraktion es nicht verantworten, daß dio
unteren und mittleren Beamtengruppen auf die ihnen ſeit Jahren
ver=
ſprochene Gehaltserhöhung noch länger warten müßten, und ſie
werd=
daher der Vorlage zuſtimmen. Der Antrag Eiſenberger auf
Zurüick=
ſtellung der Vorlage wird abgelehnt. An namentlicher
Schlußabſtim=
mung wird dann die Vorlage mit 333:53 Stimmen der Kommuniſten,
des Bayeriſchen Bauernbundes und der Wirtſchaftspartei bei 16
Ent=
haltungen des Zentrums und der Bayeriſchen Volkspartei
angenom=
nen. Unter lebhaftem Beifall des Hauſes dankt dann Präſident Loebe
den Abgeordneten für ihre muhevolle Arbeit. Die Entſchließungen
wer=
den auf Donnerstag verragt. Das Haus vertagt ſich dann auf
Don=
nerstag, 14 Uhr: Verſorgungsgeſetz, Entſchließungen zur
Beſoldungs=
vorlage. Schluß 20.30 Uhr.
Die Tagesordnung der Länder=
Konferenz.
Der Einladung, die der Reichskazler Dr. Marx au die
Mi=
niſterpräſidenten der Länder zu der Januarkonferenz über
Ver=
waltungsreform gerichtet hat, und die den Ländervertretern
vor=
geſtern zugegangen iſt, hat der Reichskanzler eine umfangreiche
Erläuterung beigefügt, die ſich auf alle drei Punkte der
Tage sordnung bezieht.
Zu Punkt 1 befaßt ſich das Schreiben mit
verfaſſungs=
rechtlichen Fragen, der Zuſtändigkeit und
Auf=
gabenverteilung zwiſchen Reich und Ländern.
Auf die Nouwendigkeit einer Aenderung der verfaſſungsrechtlichen
Beſtimmungen in den Beziehungen zwiſchen Reich und Ländern
und der Länder unter ſich wird hingewieſen. In dieſem
Zuſam=
menhang deutet der Kanzler auf die finanziellen Schwierigkeiten
einzelner Länder hin, die ohne durchgreifende Maßnahmen kaum
behoben werden können. Allerdings ſoll „die hiſtoriſche
Eigenart im Rahmen der Möglichkeit gewahrt
werden”
Zu Punkt 2: „Maßnahmen zur Gewährleiſtung
ſparſamſter Finanzpolitik”, nennt der Reichskanzler
Geſetzes= oder Verwaltungsmaßnahmen, die ſich gegen ein
Ueber=
maß laufender, beſonders aber auch einmaliger außerordentlicher
Ausgaben richten ſollen. Die Stellung des Finanzminiſters im
Miniſterkollegium und die Stellung der Regierung gegenüber dem
Parlament in Ausgabefragen wird unterſucht. Der
Reichskanz=
ler hält es für notwendig, zu prüfen, ob nicht dunh geſetzliche
Bindungen grundſätzlicher Art eine Einſchränkung der Ausgaben
erzielt werden kann. Dabei iſt wohl an ein Vetorecht des
Finanzminiſters gedacht, das nurdurcheine
quali=
fizierte Parlamentsmehrheit beſeitigt werden
kann.
Zu Punkt 3: „Verwaltungsreform im Reich und
in den Ländern” verlangt der Kanzler ein einheitliches und
gemeinſames Vorgehen. Er ſpricht von der Notwendigkeit
wirt=
ſchaftlichen Zuſammenſchluſſes zu Zweckverbänden und hebt
her=
vor, daß die Verwaltungsorganiſation den Bedürfniſſen der
Wirtſchaft anzupaſſen iſt. Schließlich enthält die Schrift des
Reichskanzlers auch einen Hinweis auf das
Enklavenpro=
blem und auf eine verbeſſerte Grenzziehung unter
den Ländern.”
Sachſen und die Zentraliſierung.
Den nachſtehenden Ausführungen unſeres
ſtän=
digen ſächſiſchen Mitarbeiters geben wir beſonders
gern Raum, da ſie ein Problem behandeln, das ja
auch in Heſſen viel erörtert wird. Die Schriftl.
In Sachſen hat in der letzten Zeit, wenn auch nicht gerade
ein Kampf, ſo doch eine beinahe unausgeſetzte, in Rede und
Preſſe mit außerordentlicher Lebendigkeit geführte
Auseinander=
ſetzung ſtattgefunden, die ſich in Anlehnung an die gleichartigen
Erörterungen, zu denen der Schritt des. Reparationsagenten
Parker Gilbert wohl allenthalben im Reiche Anlaß gab, mit dem
Problem der Reichsvereinheitlichung befaßte. Ehemalige
Mini=
ſter, Parteiführer, augeſehene Parlamentarier, die mehr oder
wewiger öffentlich letzthin in Sachſen ſich zum Wort meldeten,
ſind immer wieder auf dieſes ungemein ſchwierige Thema zu
ſprechen gekommen und haben teils, wie der frühere
Reichs=
finanzminiſter Dr. Reinhold unlängſt vor dem Verband
ſäch=
ſiſcher Induſtrieller ausführte, die Preisgabe der ſächſiſchen
Staatsſelbſtändigkeit bejaht, teils in außerordentlich vorſichtigen
Darlegungen das Für und Wider dieſer wichtigſten
Entſchei=
dung, die ein deutſcher Gliedſtaat über ſeine eigene Exiſtenz zu
treffen vermag, erörtert, ohne einer ganz beſtimmten
Ueber=
zeugung Ausdruck zu geben, wie es auch der Staatsſekretär im
Reichsfinanzminiſterium Dr. Popitz getan hat. Es erſcheint
darum durchaus angebracht, einmal wenigſtens die
Hauptgeſichts=
punkte zuſammenzufaſſen, die bei der Betrachtung des Problems
der Reichsvereinheitlichung, des reichsdeutſchen Einheitsſtaates,
vom ſächſiſchen Standpunkt aus maßgebend ſein müſſen, und die
Ausſichten zu ſkizzieren, die die Verwirklichung dieſes Gedankens
genießt. Nach der Maſſe gerechnet, iſt die Neigung, Sachſen im
Reiche aufgehen zu laſſen, unter der ſächſiſchen Bevölkerung
zweifellos ſtark, ſtärker jedenfalls als in deutſchen Gliedſtaaten,
die ihrer Größe nach einigermaßen mit Sachſen verglichen
wer=
den können, wie Württenberg, Thüringen und Baden. Das iſt
durchaus erklärlich. Denn rund die Hälfte der ſächſiſchen
wahl=
fähigen Bevölkerung gehört zum Anhang der Sozialdemokratie
und der Komuniſten, für die jede ländermäßige
Selbſtändig=
keit, ob innerhalb oder außerhalb des Reiches,
parteiprogamma=
tiſch ohne allen Belang iſt und die in untilgbarem Haß gegen
die einſt herrſchenden Dynaſtien, deren Wiederkehr durch die
landesmäßige Autonomie Sachſens wie jedes deutſchen
Glied=
ſtaates als erleichtert angeſehen wird, lieber heute als morgen
die weiß=grünen Grenzpfähle fallen ſehen würde. Aber weit
über die Einflußſphäre der ſächſiſchen Linksradikaliſten: hinaus
hat in Sachſen der Gedanke, früher oder ſpäter einmal im Reiche
aufzugehen und die ſächſiſche Selbſtändigkeit aufzugeben; mehr
und mehr an Boden gewonnen. Der frühere
Reichsfinanz=
miniſter Dr. Reinhold, der ja bekanntlich ſächſiſcher Demokrat iſt,
gab bei der erwähnten Gelegenheit ſeiner perſönlichen Anſicht
und der ſeiner Partei dahin Ausdruck, daß man doch nicht um
einer dynaſtiſchen Zwiſtigkeit willen, die ſeinerzeit Sachſen von
Thüringen oder beſſer die Albertiniſche Linie der Wettiner von
der Erneſtiniſchen getrennt hat, auf die Dauer den Rieſenapparat
zweier ſelbſtändiger Länderverwaltungen aufrechterhalten könne.
Selbſt wenn wan berückſichtigt, daß dieſe hiſtoriſche Reminifzenz
des ehemaligen Reichsmimiſters nicht durchſchlagend ſein kann,
und zwar ſchon deshalb nicht, weil die Herrſchaft der
Erne=
ſtiniſchen Linie nur einen beſcheidenen Bruchteil der wettiniſchen
Lande darſtellte, während das heutige Thüringen aus dem
Zu=
ſanmenſchluß einer ganzen Anzahl kleiner thüringiſcher
Fürſten=
tümer hervorgegangen iſt, ſo kann das nicht über die Tatzſache
hinwegtäuſchen, daß auch in weiten Kreiſen der Anhängerſchaft
der politiſchen Mitte in Sachſen, alſo bei der Deutſchen
Volks=
partei und der Wirtſchaftspartei, der Anſchluß= oder
Zuſammen=
ſchlußgedanke unverkennbare Sympathien genießt. Erklärlich iſt
das vor allen Dingen daraus, weil gerade die wirtſchaftlich
ſelbſtändigen Exiſtenzen Sachſens in Handel, Handwerk,
Ge=
werbe und Induſtrie ſchon längſt unter kaum mehr haltbarem
Druck von Steuern ſich beſchwert fühlen und auch tatſächlich
lei=
den, und weil ſie ganz zweifellos zur Befürwortung des
Reichs=
vereinheitlichungsproblems von der Hoffnung veranlaßt werden,
daß namhafte finanzielle Erſparniſſe gemacht werden würden,
die nicht ohne Rückwirkung bleiben könnten auf die
wirtſchaft=
liche Lage auch der unternehmenden Kreiſe.
Aber es iſt eine Frage, ob dieſe Erwartungen für Sachſen
wie für alle übrigen deutſchen Gliedſtaaten in Wirklichkeit
zu=
treffen würden. Den Löwenanteil des nahezu 400 Millionen
Mark umfaſſenden ſächſiſchen Etats und damit des
Geſamtauf=
kommens an ſächſiſchen Steuern beanſprucht, wie das ja ganz
natürlich iſt, die Unterhaltung der Beamtenſchaft, der
ſelbſtver=
ſtändlich mit dieſer Feſtſtellung nicht der geringſte Vorwurf
ge=
macht werden ſoll. Sachſen hat heute 44 152 Staatsbeamte.
Hinzu kommen die Gemeindebeamten, die Beamten der
Reichs=
verwaltungen, die Reichsbahnbeamten, die Reichspoſtbeamten,
die Reichsfinanzbeamten und für alle dieſe verſchiedenen
Kate=
gorien von Dienern am öffentlichen Wohle die Penſionäre und
Ruheſtandsgeldempfänger. Jeder ſechſte Mann in Sachſen ſteht
nach vorſichtigem Ueberſchlag in öffentlichem Dienſt und wird
von der öffentlichen Hand beſoldet. Dieſer Zuſtand iſt aber
mehr oder weniger aus der Entwicklung der letzten Jahre
her=
aus zwangsläufig, und niemand wird ſagen dürfen, daß die
Preisgabe der ſächſiſchen Staatsſelbſtändigkeit mit einer auch
nur ins Gewicht fallenden Verminderung der öffentlich
unter=
haltenen Staatsbürger identiſch wäre, ja auch nur ſein könnte.
Man muß ſich die Kapitel des ſächſiſchen Etats einmal von Titel
zu Titel durchſehen und wird dann ohne weiteres wahrnehmen,
daß die Ueberführung der rein ſächſiſchen Obliegenheiten in die
Hand des Reiches ſich im weſentlichen in einer äußerlichen
Um=
benennung der Funktionen und der Funktionäre erſchöpfen
müßte. Und ſelbſt wenn man den ſächſiſchen Landtag, den
Staats=
rechnungshof, die Staatszeitung, das Eichamt, das Landesgeſtüt
und andere Einrichtungen möglicherweiſe aufgeben könnte, ſo
wären damit geldmäßig ſo geringe Erſparniſſe erzielt, daß im
Rahmen der ſächſiſchen Geſamtausgaben kaum eine weſentliche
Verminderung eintreten würde. Der Gedanke, aus Gründen
der Verbilligung die ſächſiſche Staatsſelbſtändigkeit aufzugeben,
iſt darum abſolut abwegig, denn auch der deutſche Einheitsſtagt
Seite 2
Donnerstag, den 15. Dezember 1927
könnte nicht auf Einrichtungen verzichten, die unter der
Auto=
nomie entſtanden ſind, ſich bewährt haben und als
ſelbſtverſtänd=
liche Pflichtleiſtungen des Gemeinweſens mit Fug und Recht
betrachtet werden. Und ganz ähnlich ſteht es mit den
Erwar=
tungen, die mit der Verwirklichung der Reichsvereinheitlichung
gewöhnlich verbunden werden. Es iſt richtig, daß auch Sachſen
gerade in Verwaltungsangelegenheiten an einer Ueberbürdung
mit Inſtanzen leidet. Die notwendige Vereinfachung, die hier
vorgenommen werden muß, kam aber durchaus unter
Aufrecht=
erhaltung der ſächſiſchen Selbſtändigkeit durch
Zuſammenlegun=
gen und anderes erreicht werden. Dabei darf nicht vergeſſen
werden, daß gerade in der Verwaltung des Staates der
Ueber=
gang der bisher ſächſiſchen Aufgaben auf Reichsinſtanzen eine
nicht zu unterſchätzerde Benachteiligung der Geſamtbevölkerung
inſofern mit ſich bringen kann, als die Blutwärme der
Bezie=
hungen zwiſchen Bevölkerung und Behörden, die heute ohne
weiteres vorhanden iſt, erkalten muß. Als unlängſt in Sachſen
mit beſonderer Intenſität der
Steuervereinheitlichungsgeſetzent=
wurf beſprochen und kritiſiert wurde, waren es nicht zuletzt die
Kreiſe, die gegenwärtig die Reichseinheit ſo ſtark befürworten,
die ſich mit Nachdruck gegen den Gedanken des
Anpaſſungs=
geſetzes wandten, die Grundſteuer fortan nicht mehr durch die
örtlichen Grundſteuerbehörden, ſondern durch die Finanzämter
einheben zu laſſen. Handel, Handwerk und Induſtrie machten
einſtimmig geltend, daß ja die Reichsbeamtenſchaft bei allem
guten Willen gar nicht über die lokalen Kenntniſſe und
Bezie=
hungen verfügen könnte, die für eine gerechte Anwendung der
Steuerbeſtimmungen unbedingt erforderlich ſind. Der Wunſch
nach Preisgabe der ſächſiſchen Selbſtändigkeit kann demmach in
wirtſchaftlich=bürgerlichen Kreiſen ſo feſt nicht verankert ſein,
wie es unter dem vorübergehenden Eindruck zweifellos zu weit
gehender Forderungen von Idealiſten erſcheinen mag. Und
ſchließlich darf auch noch ein Gedanke nicht vergeſſen werden,
der Sachſen wie die Geſamtheit der deutſchen Gliedſtaaten, ja
das Deutſche Reich in gleicher Weiſe berührt. Wemn heute, wie
es beiſpielsweiſe der Reichskanzler Dr. Marx empfiehlt, die
ihrer Selbſtändigkeit überdrüſſigen Länder ſich denen anſchließen
dürfen, ja vielleicht ſich denen anzuſchließen gehalten werden, die
ihre Selbſtändigkeit nie preisgeben wollen, ſo kam aus
Ver=
wirklichungsverſuchen des Reichseinheitsproblems letzten Endes
nur eine große Blockbildung entſtehen, nämlich die Bildung
zweier Staatenblocks im Norden und Süden, zwiſchen denen ſich
zur gegebenen Stunde der Kampf um die Suprematie abſpielen
muß. Zu dieſen Staaten erſcheinen von vornherein natürlich
Preußen und Bavern berufen. Käme Deutſchland einmal dahin,
daß der bayeriſch=ſüddeutſche Block dem preußiſch=norddeutſchen
Block gegenüberſtünde, ſo wären wir in der Emichlung trotz
des Vorhandenſeins eines Reichsbegriffs ungefähr dort, wo wir
uns 1865 befunden haben. Vernünftig wäre es darum, wenn in
Sachſen wie anderwärts die Auseinanderſetzung über eine Frage,
deren Hintergründe nicht ungefährlich erſcheinen, die aber auf
keinen Fall vor Ablauf vieler Generationen gelöſt werden kann
und die darum nur den Charakter einer die Wirren der
Gegen=
wart noch weſentlich belaſtenden Illuſion trägt, künftig
unter=
bliebe. Jedes deutſche Land ſuche ſich in ſich zu vereinfachen,
zu vereinheitlichen und ſeine Bevölkerung zum Geiſt eines guten
Nationalbewußtſeins zu erziehen, dan iſt durch dieſes
Ver=
halten für die Reichseinheit tauſendmal mehr geleiſtet, als wie
durch das Spiel mit Idealismen, denew der praktiſche Boden
fehlt.
Nach derfranzöſiſchen Budgeidebatie
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 14. Dezember.
Die franzöſiſche Kammer hat das Budget als Ganzes votiert.
Man ſpricht von einem Rekordbudget; denn es iſt wirklich
unge=
wöhnlich, daß in Frankreich das Budget innerhalb von fünf
Wochen von der Kammer votiert wird.
Was noch übrig bleibt, iſt nicht viel. Die Budgetdebatte
vor dem Sewat wird im allgemeinen wenig gefürchtet, und es
ift mit einiger Sicherheit damit zu rechnen, daß ſie dieswal
be=
ſonders glatt verlaufen wird. Das „Pendeln” das Abſtimmen
des Willens des Senats auf den der Kammer wird zwiſchen
Weihnachten und Neujahr erfolgen.
Man hat 53 Millionen Ueberſchuß beibehalten. Trotzdem läßt
ſich kaum von einem ſtarben Budget reden. So manches auf der
Einnahmeſeite ſieht mehr oder weniger fragwürdig aus. Alles
in allem iſt aber jedermann zufrieden. Das Budget iſt nicht
ſchlecht, und die Debatte iſt zufriedenſtellend verlaufen, denn
das Schlimmſte hat wan hinder ſich.
Poincaré mag alſo zufrieden ſein. Die Deputierten haben
ſich ſo ſtill verhalten, wie niemals vorher, ſelbſt die Sozialiſten
*Guſtav Frenſſen: „Möven undMäuſe.”
Von D. Dr. M. Schian.
1. Frenſſen als Selbſtſchilderer.
Frenſſen gab 1920 einen Band „Grübeleien” heraus. Jetzt
komnt eine „Neue Folge‟. Wenn ich mich als der von der
Redaktion um des bekannten Raummangels willen zu
gedrunge=
ner Kürze verpflichtete Rezenſent fühlte, ſo würde ich den Leſern
folgendes mitteilen: Auf 359 Seiten bringt das Buch eine
un=
gemeine Fülle teils längerer, teils knapperer oder auch ganz
knapper Betrachtungen, Erinnerungen, Beobachtungen,
Gedanken=
ſplitter, kritiſcher Anmerkungen. Sie ſind weder ſyſtematiſch noch
chronologiſch geordnet, ſondern ſtehen bunt durcheinander. Sie
ſind alles andere, nur nicht langweilig. Sie laſſen ſehr tiefe
Bliche in das Weſen des Dichters tun. Der merkwürdige Titel
kommt daher, daß der Verfaſſer meint, es ſei hoffentlich Hohes,
Helles, Fliegendes darunter, aber auch Kleines und Dunkles.
Das Buch iſt ſehr gut ausgeſtattet, koſtet gebunden 7 Mark und
ift in Berlin bei G. Grotes Verlagsbuchhandlung erſchienen.
Und damit Schluß!
Vielleicht wäre die Redaktion zufrieden, wenn ich ihr dieſe
übrigens nicht erbetene — Rezenſion ſchickte? Ich glaube doch:
ſie wäre es nicht. Der Leſer will doch nehr wiſſen. Mindeſtens,
wem er das Buch zu Weihnachten ſchenken kann. Und da bin
ich nun in Verlegenheit. Ich fürchte, Frenſſen wird darüber
anderer Meinung ſein als ich. Um nicht mich, der ich im
Augen=
blick das Wort habe, allein ins Recht zu ſetzen, vermeide ich die
beſtimmte Antwort und leſſe den Leſer lieber auf Grund
ſach=
licher Mitteilungen über das Buch ſelber „erarbeiten” (modernes
Prinzip der „Arbeitsſchule”), wem er das Buch ſchenken ſoll.
Ein großer Teil der Einzelſtücke gibt Bruchſtücke aus
Lebenserinnerungen. Aber nicht einfach als
Erinne=
rungen, ſondern meiſt verbunden mit allerhand Gedanken,
Mei=
nungen, Kritiken. Am meiſten tragen die Art von
aufſchluß=
reichen Mitteilungen die Berichte über die Entſtehung mehrerer
Frenſſenſchen Bücher ſowie über die Beweggründe und die
Phaſen ſeines literariſchen Schaffens. So findet ſich ein längerer
Bericht über die Entſtehung von „Peter Moors Fahrt nach
Süd=
weſt‟ Es wäre wohl un atürlich, wenn ich nicht bei dieſem
Anlaß meiner Freude dar r Ausdruck gäbe, daß dabei der
Anteil meines inzwiſchen u., ſtorbenen Bruders, der als
General=
oberarzt und Chefarzt des Sanitätsweſens der Schutztruppe den
Hererofeldzug in Südweſtafrika mitgemacht hat, erwähnt wurde.
Mein Bruder hat im Geſpräch Frenſſen die Anregung zu dem
Buch gegeben und in dreitägigem, auf alle Fragen antworten=
Vom Tage.
Die Spätzenverbände der ſächſiſchen Induſtrie des
Handels und des Handwerks ſowie der Landwirtſchaft
haben ſich zu einer Arbeitsgemeinſchaft der
Spitzen=
verbände der ſächſiſchen Wirtſchaft
zuſammen=
geſchloſſen
Die Düſſeldorfer Schlichtungsverhandlungen
wurden am Mittwoch um 10 Uhr abends auf Donnerstag vormittag,
10 Uhr, vertagt.
Der Jahresbericht des Reparationsagenten iſt, wie
wir erfahren, jetzt fertiggeſtellt. Seine Veröffentlichung
wird jedoch, wie von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird, in dieſer
Woche nicht mehr erfolgen.
Der öſterreichiſche Geſandte Dr. Frank iſt von der
ſchweren Operation, der er ſich im Oktober unterziehen mußte, und von
der anſchließenden Venenentzündung ſoweit hergeſtellt, daß
er nunmehr nach Berlin zurückkehrt, wo er bereits heute
eintreffen wird
Präſident Sunila von der Agrarpartei ſſt mit der
Bil=
dung der neuen finniſchen Regierung beauftragt.
Briand empfing den litauiſchen
Miniſterpräſi=
denten Woldemaras ſowie den litauiſchen Gefandten in Paris,
Klimas, zum Mittageſſen.
Im dritten Vierteljahr betrug der Geburtenüberſchuß in
Frankreich 47878 gegenüber 30411 im gleichen Vierteljahr des
Vorjahres.
Sir Auſten Chamberlain übergab dem engliſchen
Premierminiſter einen Bericht über die Vorgänge und
Er=
gebmiſſe der letzten Ratstagung in Genf. Im Anſchluß hieran
fand eine Kabinettsſitzung ſtatt.
Im Unterhaus erklärte auf eine Anfrage der erſte Lord der
Admi=
ralitat, für die engliſche Regierung enthalte die kürzlich
er=
folgte Erklärung des Präſidenten Coolidge keinen Grund,
ihren Entſchluß rückgängig zu machen, wonach der
ur=
ſprünglich vorgeſehene Bau von zwei Kreuzern aufgegeben werden ſoll.
Der italieniſche Senat genehmigte die
italieniſch=
albaniſchen Verträge. Der Beſchluß wurde mit großer
Be=
geiſterung aufgenommen.
Die amerikaniſche Geſandtſchaft in Bukareſt
ver=
öffentlicht eine Mitteilug, in der erklärt wird, der Eeſandte habe von
dem Außenminiſter Tituleſcu erfahren, daß die Regierung die
Ent=
ſchädigung des während der Unruhen in Großwardein
miß=
handelten amerikaniſchen Bürgers Keller beſchloſſen
habe. Die Entſchädigung werdo nach der Unterſuchung feſtgeſetzt.
Die Vorlage über Rückgabe des beſchlagnahmten
fremden Eigentums ſieht eine ſofortige Rückgabe
aller aus deutſchen Vermögenswerten erwachſenen Einkünfte vor. Wie
man annimmt, wird die Vonlage am 1. Januar 1928 in Kraft treten.
haben nur dort interveniert, wo dies wegen ihrer
Partei=
doktrinen als unbedingt notwendig erſchiem Die einzigen
Ruhe=
ſtörer waren die Kommuniſten. Ohne ſie wäre man bei den
Debatten beinahe eingeſchlafen. Sie haben ſich als richtige
enfant terribles betätigt, eine unendliche Anzahl von völlig
un=
nützen Abſtimungen provoziert und, was die Zahl der
Zwi=
ſchenrufe betrifft, etwas bisher nie Dageweſenes geleiſtet. Dabei
haben ſie nicht die geringſte Spur von politiſchen Erfolgen
auf=
zuweiſen, vielmehr haben ſie allen Sachen, denen ſie angeblich
dienen wollten, nur geſchadet.
Die wirkliche Innenpolitik hat ſich während dieſer Zeit auf
den Parteikongreſſen und =Verſcmlungen abgeſpielt. Man
er=
fuhr manch Intereſſantes und Neues, beſonders in bezug auf
die Rechte. Sie erwies ſich als völlig zerſplittert, uneinheitlich
und von den Führern vernochläſſigt. Es iſt zu verſtehen, daß
man jetzt die Wahlchancen wieder wehr zugunſten der Linken
beurteilt.
Poincaré kümmert ſich herzlich wenig um die Partei und um
die Sache der ſogenannten kleinen Deputierten. Man fühlt jetzt
in den zahlreichen Fraktionen und Parteiſplittern, aus denen
die franzöſiſche Rechte zuſammengeſetzt iſt, daß die „union
natio=
nale” eigentlich ſehr wenig Vorteile für die Rechtsparteien —
wir ſprechen hier von Gruppen und Einzelintereſſen — mit ſich
bringt. Die Wahlausſichten werden durch den Umſtand, daß
Führerperſönlichkeiten fehlen, verſchlechtert. Franklin=Bouillon
hat ſich mit ſeiner diſſidenten radikalen Gruppe beiwahe zum
Führer der Rechten aufgeworfen. Gewiſſe Parteigrüppchen
wehren ſich dagegen, ſie betonen, daß die Rechte ihre Kampfkraft
behalten muß und ſich keineswegs nach der Mitte orientieren
darf. Sie wollen ſich um keinen Preis „verkartelliſieren” und
wollen aus dieſem Grunde — die Idee iſt nicht ſchlecht — bei
den Wahlen für die Abſchaffung der Staatsmonopole kämpfen.
Sich noch ſchärfer gegen das Kartell wenden kann wan wirklich
mit dem beſten Willen nicht.
den mündlichen Erzählen den meiſten Stoff geliefert. Es haben
außerdem andere Berichterſtatter geholfen. Frenſſen hatte dann
„nach ſoviel Lektüre, ſoriel Grübeln und geiſtigem Sehen, ſoviel
genauer Befragung nicht mehr das Gefühl, daß ich nicht
Selbſt=
geſehenes und Erlebtes darſtellte‟. Er „hatte den Sand nun
zwiſchen den eigenen Zähnen”. Gerade dieſer Bericht iſt höchſt
bemerkenswert; es gibt ſelten ein Erzähler ſo genauen Aufſchluß
über die Entſtehung eines ſeiner Werke. Nehmen wir die
An=
gaben über das innerfte Motiv des Buches hinzu. Alle ſeine
Erzählungen — ſagt Frenſſen — ſeien ſo entſtanden, daß irgend
ein ungerechter Zuſtand ihn quälte, und daß dann, indem die
Phantaſie ſich mit heißem Intereſſe mit dieſem Zuſtand befaßte,
wie aus Dunſt und Nebel heraus Menſchen traten, Geburten
dieſer Phantaſie, die ſich gegen dieſen ungerechten Zuſtand
be=
haupteten, oder ſich in ihm wohl ſein ließen, mühſam gegen ihn
kämpften oder ihn in Flor brachten, ihm unterlagen oder mit
Narben gegen ihn ſiegten. Beim Hererofeldzug kränkte es
Frenſſen, daß unſer Volk nach dem ruſſiſch=japaniſchen Kriegs=
ſchauplatz ſtarrte und für die heiße Tapferkeit unſerer eigenen
Leute kein Herz hatte. In dieſe Stimmung hinein zündete die
Anregung, die aus der Erzählung meines Bruders an ihn kam.
Und wer Peter Moor kennt, weiß, daß die Mitteilungen über
die Stoffquellen dem Dichter nichts von ſeinem Ruhm nimmt.
Es finden ſich ähnliche Berichte auch zu anderen Werken.
Nicht ſo ruhig erzählend ſind ſie gehalten, ſondern vielfach im
Ton der Auseinanderſetzung des Verfaſſers mit ſich ſelbſt oder
mit anderen. Danach iſt das Verhältnis von „Hilligenlei” zu
dem angefügten „Leben des Heilands” doch anders, als man
meiſt gemutmaßt hat. Beide waren urſprünglich ſelbſtändig
ge=
dacht: Hilligenlei als ein „lebensvolles Buch”, in dem der
Ver=
faſſer in verſchiedenen Menſchen und Lebensläuften zeigen wollte,
wie wir ein Diesſeitsgeſchlecht ſind, aber freilich eines, das in
Zufälligem und Schwankendem nach dem Ständigen und Ewigen
unterwegs iſt. Das „Leben des Heilandes” aber entſtand aus
dem Wunſch, nach dem Scheiden aus dem Pfarramt darzulegen,
was Frenſſen gegen die Lehre der Kirche hatte; wenigſtens die
Grundlage zu dieſer Auseinanderſetzung ſollte das Leben des
Heilandes ſein. Erſt kurz vor der Vollendung von Hilligenlei
hat ſich Frenſſen entſchloſſen, das eben vollendete Leben des
Hei=
lands dem Buch anzufügen.
Man hat viele Vermutungen darüber angeſtellt, welchen
Vorbildern der Erzähler Frenſſen gefolgt ſei. Jetzt ſagt er es
mit nüchternſter Offenheit. In ſeinem erſten Buch (Sand=
gräfin) hat er Gartenlaubengeſchichten nachgeahmt; danach haben
Goethe, Keller und Raabe Einfluß gehabt, ſpäter Dickens. Aber
er wehrt ſich auch gegen falſche Deutungen. Da hat einer
ge=
ſchrieben, Frenſſen habe ſeinen Stil aus Storm, Keller und
Der Streſemann=Brief.
Eine Erklärung des Auswärtigen Amtes
Das Auswärtige Amt ſieht ſich veranlaßt, angeſichts der
lehnenden Kommentare, die der Streſemann=Brief an den
Ros=
präſidenten gefunden hat, zu dieſer Angelegenheit Stellungg=
Nummer 347
nehmen. Darnach hätten in der deutſchen Delegation
Beden=
beſtanden gegen die Anberaumung der Nachtſitzung, in der d.0
bekanntlich die vorläufige Einigung in dem Wilnakonflilt
errep=
wurde. Namentlich der Außenminiſter Dr. Streſewann
me=
darauf hin, daß ein derartiger Termin für eine
Nachtſitzungn=
uußergewöhnlicher Anlaß ſei, und daß der Eindruck
entſtathz=
könne, als habe die Sitzung unter Druck oder auf Grund ein
Ultimatums anberaumt werden müſſen. Tatſächlich hättenn
deutſchen Bedenken auch am folgenden Tage eine Beſtätjam,
durch die Berichte der franzöſiſchen Preſſe gefunden. Vorneun
lich der „Matin” glaubte darauf hinweiſen zu können, gla n4.
es erſt eines energiſchen Auftretens Pilſudſkis bedurft, um 1.
Verſtändigung zu erreichen. Infolgedeſſen wurde der Auuon
miniſter beim Ratspräſidenten vorſtellig und legte den weſry
lichen Inhalt ſeiner Unterredung noch einmal ſchriftlich niesſe=?
Dieſer Brief iſt in voller Uebereinſtimmun
mit dem franzöſiſchen Außenminiſter geſchn
ben worden.
Zur Sache ſelbſt wird mitgeteilt, daß es natürlich unmä ün &
war, den Wilnakonflikt ſelbſt zu löſen. Immevhin bedeutend
IM
Ratstagung doch einen weſentlichen Erfolg, weil man einer ro. Naab erkärt: 9
teren Löſung den Weg geebnet habe. Polen habe ſich vor wie Xund lzne Regierung”=
AAien
verpflichtet, die Selbſtändigkeit Litauens nicht anzutaſten, „). im/
nachge
allem aber mußten jetzt die Beziehungen zwiſchen den benuie Kud
Kun
Regierm
Staaten aufgenommen werden, denn die ungellärten un
ziehungen zwiſchen Litauen und Polen haben die größte Geßymn
gebildet. Die Möglichkeit lag auf der Hand, daß die Polemufme=
Regierung
ſagten, wenn der Kriegszuſtand theoretiſch beſteht, kann er mu.
Volksrechtsparte.
auch in die Praxis umgeſetzt werden. Die Polen werden m
follsrochts
vähr
mutlich während der nächſten ſechs Monate ſich ruhig verhau 5
n die
und in dieſer Zeit werden die beiderſeitigen Diplomaten ſnofn
n; de
handeln, um den theoretiſchen Kriegszuſtand aus der Wells /c.
ſchaffen. Wahrſcheinlich werden ſchon im Februar die Urülerüs
händler zuſammenkommen, ſo daß der Rat bei ſeiner nächut 4
Sitzung im März wieder zu der Angelegenheit Stellung neblns in
kann.
Hi2
Um die Rückgabe des deutſchen Eigentuelcg
Nach hier vorliegenden Meldungen aus New York iſty Bo
Geſetzenowurf über die Rückgabe des deutſchen Eigentums geie ,
durch den Abgeordneten Green, im Repräſentantenhaus ey.,
bracht worden. Wie ſchon bekannt, gleicht der Enwurf uſt
jenigen des Vorjahres. Die Verabſchiedung im
Repräſentanarzü=
haus wird wohl noch vor Weihnachten zu evwarten ſein.
EI
Wie wir weiter hierzu erfahren, ſcheint diesmal aucht Foch=
Paſſierung des Entwurfes im Senat weniger Schwierigkn
Ay.
Rei=
zu machen. Vor allem wirkt günſtig, daß die Kongreß=Seni /undes hin;
diesmal bis Ende Mai, wahrſcheinlich aber bis Anfang 1 Fmazminiſter hob
dauert, ſo daß jede Obſtruktion zwecklos erſcheint. Die amer1 Fmauzminiſter
niſchen Claiments, die bisher dem Endwurf zwar freunzn; Fderungen de
aber nicht begeiſtert gegenüberſtanden, ſind diesmal einmütiih e Mittel. Die
ſeiner Unterſtützung. Während der Entwurf des Repräſemr
tenhauſes die ſofortige Rückgabe von 80 Prozent, des deutſwh Eine geſck
Eigentums und die einſtweilige Einbehaltung von 2 Pran,
vorſieht, ſchien der Senat im letzten Jahre geneigt, nur 60 2b
zent freizugeben und 40 Prozent einzubehalten. Sollten Beſchlef
dieſer Art gefaßt werden, ſo iſt mit einem Kompromiß zu r0
nen, das eine ſofortige 70prozentige Freigabe und eine 3prosen
tige einſüweilige Einbehaltung bringt.
Ein Ultimatum der polniſchen Eiſenbald
direktion an die Danziger Eiſenbahner.
Pſ.ächtungen auf
ſiech wären die Ru
rg nicht eine derartigt
Abg. Glaſer (Land
ESeuchtgens an.
oflI ſchlechter gehe als
MEs ſei fraglich. ob di
räne an=
Ayg. Galm (Komm.)
hreng ihres Antre
m 1ia geben
Swiſchen haben die
ch die rückſtändigen
—forderlichen Sun
In einem Schreiben der polniſchen Eiſenbahndirektion /— Dr. Verner (8
die hieſige Gruppe der deutſchen Eiſenbahnervereinigung 5 Lcmmung der Stim
zum Ausdruck gebracht, daß die hieſige Organiſation des E. de Vrantwor
Ach längerer Debatte
bahnerverbandes nur eine Kreisabteilung eines ausländi ihreng der Ausſchuß be=
Verbandes iſt, und zwar eines Verbandes, der „Einheitsben in der Vollsnechtsvar
der Eiſenbahner Deutſchlands” heißt und ſeinen Sitz in Bc0 dem Antran Gnalm
hat. Die polniſche Eiſenbahndirektion fordert, daß die halx-Nchunde Antrog wir
Organiſation ſich in eine vollſtändig unabhängige und ſelln .) dem Antrag Delb e
dige Organiſation mit dem Sitz in Danzig umformt. Das SnM.00; dieſer Antrag n
ben ſchließt mit der ultimativen Forderung, daß dieſe Umnth lngenommen iſt.
A-in, die Kommuniſten
lung bis zum 1. April 1928 durchgeführt wird, ſonſt könnn hä nd die Volkerocht
Eiſenbahndirektion nach dieſem Termin die Eiſenbahnerbex)Ffmmung. Als auf der
gung nicht als Kontrahenten anſehen und nicht zu Verhamnliöhrn mit deren Näun
gen zulaſſen.
Liliencron. „Als ob es überhaupt möglich wäre, aus mehleis Min drückt ihm d
ſt. Ihn quält irgen
Stilen etwas zu mochen. Das geht nicht.” Wohl kann man Wis Pier Moors
Stil eines Anderen nachahmen. „Selbſtverſtändlich kanr Mlg deutſche Vole
das . . . Aber wie ſollte es einer mit ſolcher Begabung vorts) ke/ üder bergißt men
Hndker UInrche ſi
ein fremdes Pferd zu leihen und gar mehrere abwechſelnw ſichntüchnde
Schilderu=
hat ja ſein eigenes, gutes im Stall?”
Frenſſens Bismarckepos iſt beſonders viel erörtert w.ämie.
Das Buch zeigt, daß er ſich ſelber ſehr viel Gedanken d094MF Mderem ?
gemacht hat. Schon über die äußere Form! Proſa? urck4/ Md einſenti
lich, Bismarck in Romanform! Unmöglich, ihn im R04Aye r hn, daß
reden zu laſſen! In beglaubigt Bismarckiſcher Form: 4000y Jwk. Natür
nicht zu machen. In des Erzählers eigenem Stil? Erf7)4! A Penus hal
nicht. Alſo Vers. Welcher Vers? Jamben? Hexameter? ſay0 Jeue wie
Zeiten hindurch gehen dieſe Erwägungen, geht die innereseſamn
einanderſetzung mit dem Stoff: „Es war ein ſchweres
nehmen, den Bismarck zu ſchreiben. Aber ſoll er ebenſſ
Luther unſerem Volk verloren gehen?” Gegenfrage: Wärt!)
marck ohne das Frenſſenſche Epos uſerem Volk verlorek
gangen?
Auch über die Pfarramtszeit und ihr Ende, über die B..
gründe ſeines Ausſcheidens aus dem Amt und vieles ande:”
das Buch Nachricht. Aber davon kann ich hier nicht meel
richten. Das alles iſts ja nicht, was dem Buch zu ſeinenl.
verholfen hat. In dieſen Berichten ſieht man ſelten 2
fliegen, hört man ſelten Mäuſe nagen. Was des Buches
ausmacht, iſt ja eigentlich etwas anderes: es iſt die rückt
loſe Enthüllung des eigenen Denkens, S
und Vollens. Nun iſt jedes rechte Buch eine An /
enthüllung des Verfaſſers, ſofern er das Prädikat Dichſch
dient. Jedes Frenſſenſche Buch iſt es erſt recht. Der eiſſe*
der „Grübeleien” gab weitere Aufſchlüſſe. Iſt da une
noch etwas zu enthüllen? Mir ſcheint doch, auch wenn, I..
erſten Band der „Grübeleien” vergleiche, als ſei Frenſich
noch rückhaltloſer, noch offenherziger und noch ſchärfer geie
Das iſt es, was das Geſamtbild des Mannes, der C.
redet, beſtimmt: Er iſt kein Mann der Theorie. Philoſon"
Schulſinn liegt ihm nicht. Sein Geiſt iſt durchaus —
lichem Grad einſeitig — auf das Sinnliche gerichtet. Pbe.
auf den Menſchen. Er iſt ſonſt ein guter Zuhörer.
Abe‟-
einer von Sachen redet und nicht von Menſchen, ſind e8I
verlorene Stunden. „Denn ich bin auf Menſchen gerichte
beſtimmt aber ſelber die innerſte Art ſeines Inierelle
anders: „Im tiefſten Grund iſt all mein Sinnen auf Ne—
Unrecht gerichtet, ſo, als wenn ich die eine Aufgabe hatt
zu finden und auf eine ewige Formel zu bringen.” Dlele
Art macht ihn zum Kritiker, macht ihn zum Reforme..
vergleiche, wa3 oben über den inneren Anlaß ſeine.
tmimer 347
Hefſiſcher Landtag.
gfchent Adelung eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 45 Minuten.
ſerntvortung einer Kleinen Anfrage des Abg. Maurer (Ztr.)
s Siedlungsweſens in Lanzenhain im Kreiſe Lauterbach durch
alrat Schäfer tritt das Haus in di
Gemzucurg einer Winterbeihilfe an Erwerbsloſe, Sozial=, Invaliden=
„ud4 bürrentner (50 Mark) und ein Antrag der Volksrechtspartei auf
Gehrwurg einer Weihnachtbeihilfe an Kleinrentner (60 Mark), für
Ehezuse 100 Mark und jedes zuſchlagsberechtigte Kind 30 Mark. Der
fozi enokratiſche Antrag fordert, daß die Negierung auf die
Fürſorge=
vern Hie und Gemeinden einwirkt, daß ſie die Beihilfen gewähren, wäh=
„eniot anderen Anträge unmittelbar vom Lande die Bereitſtellung der
Gel.)fordern.
h. Widmann (Soz.) erſtattet Bericht über die
Ausſchußver=
bamchegrn. Er weiſt darauf hin, daß der ſozialdemokratiſche Antrag
in iwcer Form ſchon früher dem Landtag vorgelegen hat. Durch
einggſerttrumsantrag im vergangenen Jahre war die Regierung
er=
ſuchtsoben, die Handhabung dieſer Angelegenheit in anderen
Län=
aſzſtellen und dem Landtag darüber Miteilung zu machen. Abg.
m keilt die Antwort der Regierung mit, aus der u. a.
hervor=
gehtz6 Preußen, Bayern und andere Länder keine derartigen
Bei=
miffe uewähren, dagegen hat Sachſen dieſe Beihilfen in den Jahren
92549 9Swährt, aber für dieſes Jahr ſeien ſie auch nicht geplant. Die
heſſiiſh egierung lehne aus Etatsgründen die Beihilfe ab, denn ſie
erfolrce 7—800 000 Mark. Der ſozialdemokratiſche Antrag ſei mit 6:6
Hi
NE
hen Guno
äſen
die An
Stirw bei einer Stimmenthaltung abgelehnt worden, ebenſo wären
der ſchmniſtiſche und der Antrag der Volksrechtspartei abgelehnt
wor. b
M. Dr. Leuchtgens (Landbund) begründet die Ablehnung der
Anturn durh ſeie Partei.
Mſter Raab erklärt: Zurzeit gibt es keine verantwortliche
Re=
gier u und keine Regierungsparteien. Die Regierung verlange bei
den vürägen, die Ausgabebewilligungen enthalten, daß auch die
ent=
ſpre cden Einnahmen nachgewieſen werden. Es fehle aber an
Vor=
chlä m hierüber; die Regierung könne zurzeit kemen Ausgaben
zu=
ſtimn; für die keine Deckung vorhanden ſei. Wenn der Landtag den
Ant in zuſtimme, gleichzeitig aber auch die Deckungsmöglichkeiten
ſchatRſo werde die Regierung ſich wicht widerſetzen.
A.. Axt (Volksrechtspartei) begründet die geſondecte Einbringung
des Aunges der Volksrechtspartei. Beſſer ſei es, den Rentnern Geld
als 1Auralien zu gewähren. Zur Deckumgsfrage bemerkt der Redner,
daß ) Kleinrentnern die Renten vom Reich entzogen worden ſeien,
die iſrn eigentlich gehörten; der heſſiſche Staat ſollte die notwendigen
Betuä vom Reih einfordern.
A. Delp (Soz.) empfiehlt dann den ſozialdemokratiſchen
An=
tragy z: Annahme.
A. Heinſtadt (Ztr.) bemeikt, daß die Zentrumsfraktion den
Antuin wegen der ſchwierigen Finanzlage Heſſens nicht zuſtimmen
könniangelndes ſoziales Empfinden dürfe man der Fraktion aber
deshral richt vorwerfen.
A. Dingeldey (D.V.P.) erklärt im Namen ſeiner Partei,
daß z) Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft bei einer früheren
Gelegen=
heit xſon darauf hingewieſen habe, daß Preußen, Bahern und andere
ſcht dß Läur läe Winterbeihilfen nicht kennen. Nachdem auch der Finanz=
gm9e iHargelegt habe, daß die Zuſtimmung zu den Anträgen von
kata —iſaler Wirkung auf die Verhandlungen Heſſens wit dem Reich
eaganan ſeinnmden, und da die Kleinrentner in erſter Linie der Verſorgung
eint dier des ᛋAche3 unterſtehen, wäre ſeine Partei nicht in der Lage, die
Zu=
ſtimrmug zu den Anträgen zu geben.
A. Reiber (Dem.) weiſt auf die ſchwierige finanzielle Lage
he mᛋ, des /2ies hin; größere Länder gäben die Winterbeihilfe nicht, und
der „ſfianzminiſter habe erklärt, daß keie Mittel vorkanden ſeien.
ßur zminiſter Henrich ſtellt feſt, daß keine Deckungsmittel für
wurf Re, die ſöcd rungen der Anträge vorhanden ſind; auch die Städte hätten
diesm; keines itel. Die Regierung dürfe in der gegenwärtigen Lage micht
urf Mi½ Verhſchtngen auf ſich nehmen, die geſetzlich niht notwendig ſind. Be=
Prozm; denkut wären die Nückwirkungen auf die Verhandlungen mit dem
Reicky Eine geſchäftsführende Regierung dürfe einer kommenden Re=
A8 M' giermeinh nicht eine derartige Verantwortung auferlegen.
G./Glaſer (Landbund) ſchließt ſich den Ausführungen des Abg.
ten Sa. dr. „Lu tgens an. Er behaudtet, es gebe vicle kleine Landwirte, denen
e Komr 8 uFſplechter gehe als den Perſonen, die die Beihilfen erhalten
ſoll=
ihe u” tn. 6Tei fraglich, ob die Regierung die Beſchlüſſe ausführe, wenn die
Autwä/ angenommen würden.
A5. Galm (Komm.) erklärt, ſeine Partei werde im Falle der
Molhung ihres Antrages dem Antrage der Volksrecltspartei ihre
Zu=
ud mug geben
den
In iſchen haben die Soialdemokraten einen Antrag emgebracht.
womatk läe rückſtändigen Realſteuern zur Deckung der durch die An.
näg: rforderbichen Summe verwendet werden ſollen.
A. Dr. Werner (Dntl.) führt aus, daß ſeine Partei ſich bei
der vAltirmmung der Stimme enthalten werde, um den
Sozialdemokra=
ten lmit die Verantwortung abzunehmen.
Ah längerer Debatte wird über den Antrag Axt abgeſtimmt, deſſen
einet w Ablüſung der Ausſchuß beantragt. Der Ausſchußantrag wird gegen die
der „Guk. Stiufmn der Volksrechtsparteiler und der Kommuniſten angenommen.
3 dem Antrag Galm empfiehlt der Finanzausſchuß Ablehnung;
Fiße T dieſiet Hlehnende Antrag wird angenommen.
dem Antrag Delp empfiehlt der Finanzausſchuß ebenfalls die
Ableſung; dieſer Antrag wind aber abgelehnt, womit der Antrag
Deillangenommen iſt. Für den Antrag ſtimmten die
Sozial=
dem uk n, die Kommuniſten, vom Zentrum die Abgeordneten Weſp und
Spzah und die Volksrechtspartei. Die Deutſchnationalen enthalten ſich
derXAſtimmung. Als auf der Tribüne Bravorufe ertönen, droht der
Prilſim mit deren Räumung.
e gemiſt
geſſiſt. Ihn quält irgend etwas, was ihm unrecht ſcheint;
die Fein drückt ihm die Feder in die Hand. Wenn es ſo iſt,
wieh li Peter Moors Fahrt nach Südweſt, wen es ihn quält,
daßß is deutſche Volk ſeiner eigenen im fernen Erdteil
kämpfen=
ders Rüder vergißt, wenn er, um dem abzuhelfen, eine plaſtiſche,
auſſhtelnde Schilderung gibt: prächtig, wundervoll! Aber wenn
es Im andere Unrechte ſind, gegen die er angeht, vielleicht ſolche,
die aderen in anderem Lichte erſcheinen? Wenn er die Dinge
ein fig ſieht und einſeitig bekämpft? „Ich geſtehe, daß ich
er=
ſtanm darüber bin, daß Frenſſen dieſe Seite ſeiner Dichtungen
deuhßen betont. Natürlich ſahen wir die „Tendenz” ſeiner
Rolnne; oft genug habe ich ſelbſt ſie hervorgehoben. Ich
er=
ſemgiaach heute wie immer rückhaltlos an, daß — eine ſolche
Leſſcz noch lange keinen „Tendenzroman” macht; es iſt
not=
we weini,, daß der Dichter mit ſeinem Buch ewas ſagen will.
Da4’axt pour Part — das auch Frenſſen verwirft — iſt abſtrakt,
ſſund falſch gedacht. Es tut der Dichtung keine Ehre an.
AbMh—
muß
ſie mehr ſein
Geſſe darum: Daß er ihren Abſichtscharakter ſelber ſo ſtark
heibkehrt, iſt mir eine Ueberraſchung.
ſielleicht wirkt dieſe Ueberraſchung deswegen, weil die
„Aſan und Mäuſe” zeigen, daß Frenſſens Anſchauungen ſehr
Mauusgeprägt, ſehr (ſagen wir) reformeriſch=revolutionär,
ſa Mneiner perſönlichen Anſicht auch ſehr einſeitig ſind.
ber hier endet, was ich ſozuſagen berichtend über „Möven
EAſäuſe” zu ſagen hatte. Jetzt beginnt ein zweites Kapitel:
F) er als Reformator.
* Heſſiſches Landestheater.
Oroßes Haus. — Mittwoch, den 14. Dezember.
Erſies Gaſiſpiel der ruſſiſchen Tanzgruppe
Diaghileff
Rent: Generalmuſikdirektor Michael Steimann von der
*n Oper in Moskau; Ballettmeiſter: Léonide Maſſine
PBalanchine; Generalregiſſeur: Serge Grigorieff.
Dieſes ruſſiſche Ballett iſt fabelhaft in ſeiner Tanzkunſt=
” rauſchend in der Farbenfrohe ſeiner Koſtüme, und iſt
anſtändigſt angezogene (wenigſtens ſoweit die Damen in
Eomn en), das wir ſeit langem auf der Bühne ſahen. Es
uich das Ballett ſchöner (ſchön gewachſener) Menſchen
— In allen Solo=Aufgaben — es gab deren viele — glän=
Mrchtraiwierte, ſtahlſehnig; gertengeſchmeidige Körper von
Donnerstag, den 15 Dezember 1927
Der ſozialdemokratiſche Antrag auf Beitreibung der
rück=
ſtändigen Realſteuern wird abgelehnt.
Es folgt eine Pauſe. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen
wird eine kleine Anfrage des Abg. Dr. Keller durch Miniſterialrat
Friedrich beantwortet.
Präſident Adelung teilt mit, daß Profeſſor Jeſionek in Gießen
den Landtag zum 17. Dezember zur Eröffnung der
Univerſitätshaut=
klinik eingeladen habe.
Es wird ſodann ein Antrag der Abgeordneten Galm und Gen. auf
Gewährung einer Winterbeihilfe (Teuerungsbeihilfe) an alle Arbeiter
und Angeſtellten in Staatsbetrieben beraten und in Verbindung damit
ein Antrag Widmann und Gen. auf Gewährung einer
Wirtſchaftsbei=
hilfe an alle ſtändig in Staatsbetrieben beſchäftigton Arbeiter.
Abg. Widmann teilt als Berichterſtatter mit, daß der Ausſchuß
be=
ſchloſſen hat, den kommuniſtiſchen Antrag abzulehnen und den
ſozial=
demokratiſchen Antrag abgelehnt hat mit 7 gegen 5 Stimmen bei einer
Stimmenthaltung.
Nachdem die Abgeordneten Widmann und Galm für ihre Anträge
geſprochen hatten, wird der Antrag Galm gegen die Stimmen der
Kommuniſten und der Aufwertungspartei abgelehnt, ebenſo der Antrag
Widmann gegen die Stimmen der Sozialdemokratie und der
Volksrechts=
partei.
Auf der Tagesordnung ſteht nunmehr ein Antrag der Abgeordneten
Galm und Gen. auf Unterſtützung der im November 1927 ausgeſperrten
Tabakarbeiter und Tabakarbeiterimnen, ferner eine Eingabe der
Tabak=
arbeiterſchaft in Lorſch ſowie ein Antrag der Abgeordneten Heinſtadt
und Gen. (Ztr.) wegen Bereitſtellung von Mitteln für die ausgeſperrten
Zigarrenarbeiter und =Arbeiterinnen.
Abg. Widmann erſtattet Bericht hierüber. Zu dem Antrag Galm
hat die Regierung eine Antwort erteilt, wonach es geſetzlich nicht
zu=
läſſig iſt, daß Streikende oder Ausgeſperrte durch eine genevelle
Für=
ſorge unterſtützt werden, nur eine individuelle Fürſorge wäre ſtatthaft.
Der Ausſchuß beantragt den Antrag Galm für erledigt zu erklären. Zu
dem Antrag Heinſtadt und Gen. hat der Ausſchuß mit 9 gegen 4 Stimmen
die Ablehmng beſchloſſen und empfiehlt die Lorſcher Vorſtellung für
er=
ledigt zu erklären.
Der Antrag Galm (Komm) wird in der Abſtimmung für erledigt
erklärt, gegen die Stimmen der Komminiſten und der
Volksrechts=
partei. Ebenſo wird die Eingabe der Lorſcher Tabakarbeiter für
er=
ledigt erklärt. Der Zentrumsantrag wird abgelehnt gegen die Stimmen
des Zemtrums, der Kommtniſten und der Volksrechtspartei.
Das Haus ſtimmt hierauf der Gewährug eines Vorſchuſſes für die
Kleiderkaſſe für die Beamten der heſſiſchen Staatspolizei im Betrage
von 98000 Mark zu.
Eine Eingabe des Vorſtandes des Heſſiſchen Beamkenbundes wegen
Gewährung einer Weihnachtsunterſüitzung an die Schutzpolizeibeamten
der Gehaltsgruppen 2 und 3 wird abgelehnt, nachdem Miniſter
Kivn=
beuger goltend gemacht hat, daß bein anderer Staat dieſe Unterſtützung
gewähre und die finanziellen Folgen einer Zahlung für die
Verhand=
lurngen zwiſchen Heſſen und dem Reich ungünſtig ſeien.
Ohne Debatte wird eine Regierungsvorlage für bauliche
Ausfüh=
rungen in Bad=Nauheim bewilligt. Es handelt ſich im ganzen um
109 000 Mark. und zwar für Beſchaffumg von Badewäſche, Errichtung
eines Veſtibüls, Verglaſung eines Teils der Wandelhalle und ſonſtige
Herrichtungen. Die Kommniſten ſtimmen dagegen.
Ein Antrag der Abgeordneten Dr. Keller, Dingeldey und Gen.
D.V. P.), auf Vorauszahlung der Januargehalte für die Beamtenſchaft,
wind abgolehnt. Regierung und Ausſchuß hatten ſich für die Ablehnung
ausgeſprochen.
Einſtimmige Amnahme findet ſodann folgende
Entſchließung:
Mit großem Schmerz muß der Heſſiſche Landtag bei Beginn
ſeiner neuen Tagung feſtſtellen, daß das heſſiſche Landesgebiet
immer noch in unverändertem Umfange beſetzt iſt. Auch die
Her=
abſetzung der Truppenzahl im beſetzten Gebiet hat ſich für Heſſen
kaum fühlbar gemacht. Insbeſondere iſt bei den Städten Mainz,
Worms und Bingen eine Verminderung in der Belegung durch
die Befatzung und die Beſatzungsangehörigen überhaupt nicht
eingetreten. Der Heſſiſche Landtag ſpricht der Bevölkerung des
beſetzten Gebietes ſeinen Dank für ihre ſtets erwieſene Treue aus
und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es ſich bald wieder der
vollen Freiheit erfreuen möge. Er erwartet von der heſſiſchen
Regierung, daß dieſe alles tut, was der Verwirklichung dieſes
Zieles dienlich iſt.
Mit Wünſchen auf ein geſegnetes Weihnachtsfeft, ſchließt
Präſident Adelung gegen 4 Uhr die Sitzung.
Hermes in Berlin.
Der deutſche Unterhändler für die deutſchepolniſchen
Wirt=
ſchaftsverhandlungen, Dr. Hermes, iſt in Berlin eingetroffen, um
der Reichsregierung einen Zwiſchenbericht zu erſtatten. Am
Mitt=
woch hat er mit Reichsaußenminiſter und dem
Ernährungsmini=
ſter geſprochen. Am Donnerstag wird er mit dem
Reichswirt=
ſchaftsminiſter eine Unterredung haben. Die Warſchauer
Beſpre=
hungen wurden auch mit Rückſicht auf die in Genf geführten
Unterhaltungen zwiſchen Dr. Streſemann und Zoleſki und
Pil=
ſudſki über einzelne Punkte des künftigen Handelsvertrages
unterbrochen. Jetzt handelt es ſich namentlich darum, vor
Aus=
arbeitung des in Ausſicht genommenen kleinen Handelsvertrages
die Einzelheiten mit den Reſſortminiſtern noch zu Hären.
Seite 3
Schwierigkeiten bei der Lohnſteuer.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Steuerſachverſtändigen der Regierungsparteien gehen
ſeit einigen Tagen wit ſorgenſchweren Geſichtern umher, weil
ſie keinen Weg aus den Schwierigkeiten ſehen, die ſich aus der
Einkommenſteuernovelle der Regierung ergeben. Ausgangspunkt
iſt ja dabei bekanntlich die vor zwei Jahren angenommene lex
Brünning, die vorſieht, daß das Exiſtenzminimum hinaufzuſetzen
iſt, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Vierteljahren die Steuer
mehr als 300 Millionen jeweils einbringt. Die Vorlage der
Regierung iſt ja bekannt, und die Länder haben im Reichsrat
die Erhöhung des Exiſtenzminimums abgelehnt und nur die
Familienbeträge erhöht, weil ſie auf keinen Pfennig Steuer
verzichten wollen. Demgegenüber verlangen die
Sozialdemo=
kraten noch eine ſtärkere Heraufſetzung des ſteuerfreien Betrages
als in der Regierungsvorlage. Die Deutſche Volkspartei will
eine Relation zwiſchen der Lohnſteuer und der allgemeinen
Ein=
komenſteuer. Das Zentrum wieder liebäugelt mit dem
ſozial=
demokratiſchen Antrag. Es ſtehen ſich alſo nicht nur
Reichs=
regierung und Reichsrat, ſendern auch Reichsregierung und
Regierungskoalition in teilweiſe ſehr ſcharfen Gegenſätzen
gegen=
über. Wie da eine Brücke zu finden iſt, weiß noch niemand.
Es iſt ſehr ernſthaft damit zu rechnen, daß das Zentrum den
ſozialdemokratiſchen Antrag auf Erhöhung des
Exiſtenzmini=
mums unterſtützt und ihn dadurch in Ausſchuß und Plenum zur
Annahme bringt. Das Zertrum muß ſich allerdings ſagen, daß
dadurch die Schwierigkeiten im Reichsrat erhöht werden und
daß mit der Möglichkeit einer Ablehnung dieſer Steuer durch
den Reichsrat zu rechnen iſt. Das würde heißen, daß im Januar
eine Steuererleichterung überhaupt nicht eintritt, während eine
Annäherung des Zentrums an die Regierungsvorloge und an
die Wünſche der Koalition einen praktiſchen Erfolg haben könnte,
da dann die Vorlage verabſchiedet werden und die Vorteile
allen Steuerzahlern in gleicher Weiſe zugute kämen.
Abbruch der Saarverhandlungen.
* Berlin, 14. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die ſeit einiger Zeit zwiſchen Deutſchland und Frankreich
in Paris geführten Verhandlungen über die weitere zollpolitiſche
Stellung des Saargebietes ſind ſo gut wie geſcheitert. Offiziell
ſind ſie zwar „unterbrochen” mit der Begründung, daß der
fran=
zöſiſche Unterhändler im Augenblick durch die Verhandlungen
mit der Schweiz in Anſpruch genommen wurde. Tatſächlich ſind
ſie aber ſo gut wie abgebrochen, weil Frankreich nicht die
geringſte Neigung mehr zeigt, den deutſchen Forderungen
wach=
zukommen, wie das die fvonzöſiſche Regierung früher in bezug
auf die Sonderſtellung des Saargebietes ſtets tat. Sie ſtellt ſich
auf den Standpunkt, daß nach dem Abſchluß des deutſch=
fran=
zöſiſchen Handelsvertrages kein Grund mehr vorliege, die Saar
beſonders zu berückſichtigen. Der Zweck iſt zweifellos der, daß
man befürchtet, daß eine Sonderftellung des Saargebietes auf
Koſten der franzöſiſchen, und vornehmlich der elſaß=lothringiſchen
Induftrie gehen könne. Frankreich ſucht daher noch Hemmungen
zu ſchaffen, in der Hoffnung, daß die dadurch der Saarinduſtrie
verloren gehenden Aufträge, dann der franzöſiſchen Induſtrie
zufallen können.
Erſie Sitzung des neuen Verwaltungsrgtes
der Reichsanſialt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſicherung.
Berlin, 14. Dezember.
Der Verwaltungsrat der neuen Reichsanſtalt für
Arbeits=
vermittlung und Arbeitsloſenverſicherung iſt am 13. und 14.
Dezember zu ſeiner erſten Tagung zuſammengetreten. Der
Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns begrüßte perſönlich die
Ver=
ſammlung. Der Präſident der Reichsanſtalt, Dr. Syrup,
be=
richtete über die bisherigen Arbeiten zur Einführung des
Ge=
ſetzes und über die finanzielle Lage der Reichsanſtalt. Dieſe hat
ſich infolge des ſtarben Rüchkganges der unterſtützten Arbeitsloſen
im Sommer dieſes Jahres günſtig entwickelt, ſo daß die
Reichs=
anſtalt dem winterlichen Anſteigen der Arbeitsloſigkeit ſchon
durch ihren eigenen Notſtock begegnen kann. Der
Verwaltungs=
gat befaßte ſich hauptſächlich mit Arbeiten, welche die
Eingliede=
rung der Arbeitsnachweisämter in die Reichsanſtalt vorbereiten.
Trotz mancher widerſtreitenden Intereſſen gelang es bei der
erſten Sitzung, eine weitgehende Uebereinſtimmng zwiſchen den
drei Gruppen des Verwaltungsrates, Arbeitgebern,
Arbeitneh=
mern und Vertretern öffentlicher Körperſchaften, zu erzielen.
einer unübertrefflichen Sicherheit in der Bewegung und einem
ebenſo ſicheren Gefühl" für äſthetiſche Ausdrucksform in der
Plaſtiſierung von momentan Bildhaftem. So gibt es im Grunde
geſehen eine ununterbrochene reiche Fülle vielſeitigſter und
ein=
ander ſtändig übertreffender Plaſtiken, die Leben erhalten durch
fieberhaft gepeitſchtes inneres Mitſchwingen und innige
Ver=
bundenheit mit der Muſik. Die Erhöhung der Bildwirkung, des
Sinmlichen dieſer Tanzkunſt wird erreicht durch den
Farben=
rauſch, der in den Koſtümen widerſpiegelt, und dem ſtrengen
Rhythmus (der ſogar nicht vor kalten kriſtallenen Glaskuliſſen
zurückſcheut), der Bühnendekorationen, die dieſe Tanzkunſt
um=
rahmen.
Wenn trotzdem die Tanzkunſt der Ruſſen nicht nachklingend
in uns weiterſchwingt, iſt das wohl, weil in allem die Technik
in ihrer Vollendung brutal alles Seeliſche erſtickt. Dieſes Manko
fühlen wir vielleicht darum ſtärker, weil die Ruſſen ihnen Volks=
und Weſenfremdes tanzen. Demm wohl kaum ein Volk außer
dem ruſſiſchen gibt ja gerade in ſeinen Tänzen ſo unendlich viel
Seele, Innerlichkeit. Das Techniſche dieſer Tanzkunſt aber iſt,
wie geſagt, hinreißend, und ihm galt wohl in erſter Linie der
rauſchende Beifall des — leider — ſpärlich beſetzten Hauſes.
Das Programm war italieniſch, franzöſiſch und ſpaniſch.
Daß die Ruſſen nichts Ruſſiſches brachten, war bedauerlich,
wenngleich ihre Tanzkunſt auch im Italieniſch=Franzöſiſch=
Spaniſchen ſtets ruſſiſch blieb, vielleicht auch — abgeſehen
von der Technik — international und zeit(ſtil)los iſt.
Die Cimaroſiana (Domenico Ciwaroſa), von Léonide
Maſſine in Tanz umgeſetzt, blieb, weil hier im Gegenſatz zu
den beiden folgenden Stücken, keine Handlung auszudeuten war,
die beſte Tanzkunſt des Abends. Nach dem Programm iſt die
Inſtrumentation einem handſchriftlichen Manuſkript des
Kompo=
niſten entnommen, das die Grundlage für die erſte Aufführung
in Neapel (1794) bildete. Alſo eine nicht moderniſierte, ſondern
Zeitinſtrumentation: Muſik und Tanz finden hier beſten
har=
moniſchen Zuſammenklang und zeigen eine innige
Verbunden=
heit, wie ſie in kaum einer Pantomime erreicht werden kanm.
Die Cimaroſiana iſt eine Reihe von Tänzen, die nur durch die
Muſikeinheit verbunden, ſonſt loſe und unabhängig
aneinander=
gereiht: pas de trois und de six, Tarantelle, Contre, pas de
deux und ein großes Finale. Unübertrefflich war in der
fabel=
haft diſziplinierten Technik und Exaktheit der Ausführung die
Tarantelle von Vera Petrova und Léon Woizikovſky.
Ein Tanz, der, ſelbſt als Akrobatik gewertet (wovon er ſehr
weit entfernt war) das Prädikat „hervorragend” verdient.
„Die Katze” ein Ballett in einem Akt von Sobeka nach
einer Fabel von Aeſop, iſt von Henry Sauguet in Muſik geſetzt.
Hier hatten die Soloaufgaben Serge Liſar (mit Lsonide
Maſſine und Léon Woizikovſky die ſtärkſten Kräfte des
wänn=
lichen Enſembles) und Alice Nikitina zu löſen. Ein ganz
hervorragend aufeinander eingeſpieltes Tänzerpaar, das im
ein=
zelnen pas=Sprünge und Tanzbewegungen wie mit der Zeitlupe
aufgenommen =bot. Daneben wirkte ein männliches Sextett,
deſſen Enſembletänze, ſich durch vorbildliche Exaktheit und
Diſziplin auszeichneten.
„Der Dreiſpitz” bildete den Schluß des Abends. Eine
ſpaniſche Komödie aus dem 18. Jahrhundert nach Marcon, von
Martinez Sierra in Ballett umgeſetzt, zu dem Manuel de Falla
eine heitere, prickelnde, ſtark illuſtrative Muſik geſchrieben hat.
Die umfangreiche und komplizierte Handlung iſt im Programm
erläutert, ſie findet eine gute pantomimiſche Ausdeutung, in der
Léonide Maſſine und Lubov Tſchernicheva
Rieſenauf=
gaben auf tanzkünſtleriſchem Gebiete ſpielend löſen.
Das große Geſamtenſemble dieſes Balletts iſt in beiden
*.*
Geſchlechtern ganz hervorragend.
Ap. Der Weg zum Lebenskünſtler. Von Robert Scheu. (UUlſtein=
Verlag, Berlin.) Das Buch, dos in 50 einzelnen Kapiteln die Abſ=hnitte
„Weltbild”, „Geſellſchaft” und „Geſchäfte” behandelt, erfüllt eine
dank=
bare Aufgabe. Es will uns, frei von jedem Idealismus und auf dem
Boden des wirklichen Lebens ſtehend, zeigen, wie wir es anfangen
müſſen, um uns in der Welt mit Erfolg behaupten zu können, eine
Frage, die wir uns ſtündlich vorlegen. Oft paſſiert es uns, daß wir über
allerlei Forderungen des Tages das Wichtigſte vergeſſen, oder daß wir
um den einfachſten und nächſtliegenden Weg zum Erfolg verlegen ſind.
Auf Grund ſeier vielen und ſcharfſinnigen Lebensbeobachtungen zeigt
der Verfaſſer den Weg, wie wir unſere Fähigkeiten ausnutzen und alle
auch nur denkbaren Kräfte mobil machen können; denn brochliegende
Fähigkeiten ſind umverzinſtes Kapital. Man ſoll ſich ſelber ganz
er=
obern, und das kann man unter Vermeidung koſtſpieliger Umwege,
in=
dem man die Hemmungen beſeitigt und ſein Gemüt entlaſret von
Feind=
ſchaften, die man nur zu leicht geneigt iſt, mutwillig aufzupeitſchen, ſich
ſelber beſſert, ſeinen Charakter, ſeine Manieren und ſeine geſamte
Hel=
tung auf die Forderungen des Lebens hin überprüft. Wir haben nur
die Wahl, leben und Konzeſſionen zu machen, oder ſich auf das Leben
überhaupt nicht einzulaſſen. Aber dieſe Konzeſſionen dürfen nicht
Merk=
male der Schwäche, ſondern Ausdruck der Stärke, Beſonnenheit und
Ueberlegenheit des Willens ſein. Wer die Bedingungen und
Verwicke=
lung des Lebens kennt, der wird durch weiſe Konzeſſionen verſuchen,
Spannungen zu löſen. Der Weisheit letzter Schluß iſt: Menſchen,
Dinge, Pläne, ja unſere ganze Einſtellung zum Leben nicht nach den
zeitlichen Erfahrungen endgültig abzuurteilen, ſondern alle dieſe Dinge
immer nur als vorläufig zu betrachten und ſtets auch die Konſtellation
in Erwägung zu ziehen und immer wieder die Probe auf die Wirkung
der Zeit zu machen. Dieſe iſt wohl ein grauſamer Räuber, aber auch
ein freigebiger Fürſt voll unberechenbarer Launen. Laß darum die
Mo=
tive deines Lebens immer wieder erklingen, ob nicht doch das volle
Orcheſter des Glücks eines Tages brauſend einfällt. — Wer das Buch
mit richtigem Verſtändnis lieſt, kann ſich vielleicht eigene
Enttäuſch=
gen und manche Umwege erſparen.
ſa t. mn einer Auſage
iu üen ſind md der Lot
e Wiellger Abend, der no
Rtuf den 1ſ. Dezember, vo
Eilanen iteren Termin
Litgewerbeverein und
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EMedniſſe vom Schtfsl,
Fwnak. und zu zahlreich
* Aünſtleriſche Krippeufi
Praktisches Weihnachtsgeschenk:
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MAGGlS Würze, MAGGlS Suppen in Würfeln, MAGGl5 Fleischbrühwürfel
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Einde m Auifkau Du
Seite 4
Donnerstag, den 15 Dezember 1927
Iſit das auch Locarno?
Die Geheim=Diplomatie von Genf. — Eine
Warnung. — Miniſierbeſprechungen im
anderen Geiſie.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 13. Dezember.
Es war unvermeidlich, daß ſich in kurzer Zeit, bei dem
Zu=
ſammentreffen der leitenden Außenminiſter in Genf, ein Etwas
von immer größerer Ausdehnung und Bedeutung geltend machen
würde, was man wicht gerade geſchmackvollerweiſe die „
Hotel=
politik” genannt hat. „Genfer Ratskonferenzen gliedern ſich in
zwei Teile,” ſagte ein neutraler Staatsmann, „in die eigentlichen
Ratsbeſprechungen und in die Unterhaltungen von leitenden
Staatsmännern unter vier Augen in die ihre „H. Q.” bildenden
Hotels.” Auf letztere richtet ſich die Hauptaufmerkſamkeit. Die
erſteren treten immer mehr im den Hintergrund und werden
ſelbſt in großen Blättern kaum noch kommentiert, ſondern nur
in mehr oder weniger kurzen Inhaltsangaben regiſtriert. Die
Privatunterhaltungen finden auch nicht mehr, wie zu Anfang,
zwiſchen den leitenden Außenminiſtern ſtatt, ſondern aus Nord
und Süd und Oſt eilen die prominenteſten Perſönlichkeiten
her=
bei, wie z. B. der Herr Marſchall Pilſudſki, um Vertretern der
anderen Völker ihre maßgebende Anſicht kund zu tun. Sind denn
das nun noch Locarno=Beſprechungen oder nicht vielmehr
zum größeren Teile Vertretungen von
Sonder=
intereſſen? Gewiß muß jede Anbahnung zum Ausgleich
von Gegenſätzen zur Stärkung des Friedens beitragen. Aber
auch dann, wenn ſie einſeitig erfolgt? Das ſind eben die
Unvollkommenheiten des Syſtems. Iſt es denn irgendwie
ſicher=
zuſtellen, daß ſich dieſe paarweiſen oder Gruppen=Einigungen in
weiterer Folge nicht gegen vitale Intereſſen eines Dritten
rich=
ten werden? Wo iſt die Garantie dagegen, daß die
Geheim=
diplomatie wieder ihre ſchönſten Blüten treibt? Hier liegt ein
ſehr ſchwieriges Problem. Wie iſt das zu löſen? Würden die
Locarnomächte insgeſamt die Verpflichtung eingehen, daß ſie alle
und jede Verhandlungen untereinander und mit Außenſtehen=
Nummer 347
den in jeder einzelnen Etappe allen irgendwie intereſſierten
Mächten mitteilen müſſen? Nomina eind odiosa.
Wir wollen alſo ganz allgemein einen theoretiſchen
Fall ſetzen: Die Macht A hat durch Verſailler Spruch an den
feindlichen Nachbarn B Gebietsteile herausgeben müſſen, dabei
aber die Zuſicherung erhalten, daß ſie auf friedlichem Wege
ſpäter über eine Rückerſtattung verhandeln dürfe, und ſich
ihrer=
ſeits verpflichtet, nur auf dieſem Wege ihr Ziel zu verfolgen.
Selbſtverſtändlich tut B alles in ſeinen Kräften Stehende, dieſe
Möglichkeit auszuſchließen, bevor ſie aktuell wird. Es hat auf
der anderen Seite von A einen ſehr mächtigen Freund C. A hat
auf der anderen Seite von B auch einen guten, ſehr ſtarken
Freund D, der B nicht freundlich geſinnt iſt und es gegenüber A.
in Schach hält. Nun iſt C auf die naheliegende Löſung
gekommen und hat ſich, zum Hauptziel ſeiner
Geheimdiplomatie gemacht, den Freund A auf
ſeine Seite zu ziehen. Auf dieſe Weiſe iſt B aus aller
Not, denn wenn D ſeine Feindſchaft fallen läßt und für die
Intereſſen von B eintritt, kann A ſeinen legitimen
Plänen Lebewohl ſagen, und C hat ſeine
Stel=
lung durch eine Gruppen=Konſolidierung um
den Kern B—D erdrückend verſtärkt. Iſt das auch
Locarno?. Es würde alles andere, es würde eine
Verge=
waltigung von A gegen den Buchſtaben von
Ver=
ſailles ſein. Die Sache hat vur einen großen Haken:
D braucht A wirtſchaftlich unbedingt. A kann nur hoffen, mit
der Wiedererlangung ſeiner alten Wirtſchaftsgebicte ſeinen jetzt
auf die Höhe gelangenden Kriegsverpflichtungen gerecht zu
wer=
den.” — „Aber es kann doch joder für die Buchſtaben Namen
ſuchen und finden,” warf ich ein. „Ihre Leſer mögen es tun,
ich nicht,” ſagte die Exzellenz lächelnd. „Daß die in C aber mit
dem obigen Gedanken ſpielen und mehr als ſpielen, halte getan haben. Nur daß inzwiſchen in ſo manchen Punkten 7 mnzu
ich für ſicher. A möge ſcharfe Ausſchau halten. Ich wollte nur
ſchaffenen Außenminiſters nicht gegen
Geheim=
diplomatie ſchützen kann.”
Der „Evening Standavd” ſchreibt: „Die franzöſtſcheruſſiſchen
Beziehungen haben ſich durch die Unterhaltungen zwi=
ſchen Briand und Litwinow zweifelsohne
gebeſſen
Erſterer hat, wie ich höre, das Verſprechen gegeben, daß zie
Verhandlungen in Betreff der ruſſiſchen Vorſchläge zur Nonc
lung der Schulden und des Nichtangriffs=Vertrages zwiſchch=
Frankreich und Rußland nach dem Eintreffen des auf der Reig”
nach Paris befindlichen neuen ruſſiſchen Botſchafters aufgenonn
men werden ſollen, anſtatt bis wenigſtens nach den franzöſſchtz,
allgemeinen Wahlen aufgeſchoben zu werden.”
Eine beſondere Aufmerkſamkeit erregen hier die Nachrichn,
über die eventuell bevorſtehende Zuſammenkunft zm!
ſchen Briand und Muſſolini. Aber es wird durchmu
in Abrede geſtellt, daß die britiſche Regierung daran dendt. 79.
etwa als ehrlicher Makler, hineinzumiſchen. Die Zuſammm ”
kunft iſt einerſeits ja nicht ſchon für morgen oder übermorenun
anberaumt. Eine gewiſſe diplomatiſche Klärung über die beitzn
ſeitige Beurteilung von großen Prinzipien muß erſt vorhergelv
und ebenſo über die Auswahl des zu beſprechenden Stoffes. 90,0
unter befindet ſich gewiß die Balkan= und Balkan=Vertrous
politik beider Regierungen, und Sir Auſten wird ſich
ſchn=
hüten, in dieſe von delikaten Empfindlichkeiten ſtarrende Matm;
die Finger zu ſtecken, an der Britannien direkt in keiner
WRice=
beteiligt iſt. Ebenſo iſt es mit dem zweiten Fragenkompler.
ſich auf die Landesangehörigen beider Staaten in den beißſn,
ſeitigen nordafrikaniſchen Hoheitsdiſtrikten bezieht. Das leld Kugot
Thema könnte Tanger bieten. Ueber dieſe Differenzen hat 9.6, 10
ning Street ſchon ſeit ſehr langer Zeit eine Verſtändigung zy.!
ſchen Frankreich und Italien empfohlen und aus ſeinen eigeue
Anſchwrungen kein Hehl gemacht. Es liegt alſo eine große Woch”
ſcheinlichkeit vor, daß ſich Briand und Muſſolini unter
Augen in ähnlicher Weiſe unterhalten werden, wie es Sir Auues.
Chamberlain und Muſſolini bei ihrem erſten Zuſammentre e)
Intereſſengemeinſchaft zwiſchen Britannien und Italien us 4u
klarlegen, daß aller Locarnogeiſt eines recht= wickelt worden iſt. Briand ſteht erſt am Anfang. Was er usw
ſtande bringen wird dem Duce gegenüber, der ſich in feſter Scu
lung befindet, bleibt abzuwarten. Daß ſich der beiderſei=!
Freund gern bemühen würde, auf beide einzuwirken, iſt ſes)entnt
verſtändlich. Aber Kreiſe der hieſigen öffentlichen Meinnnathn”
Uiteht
haben in Betreff der Herſtellung einer franzöſiſcheitalieniſiſe rrſtiche Fier duirſte
Entente doch recht gemiſchte Empfindungen.
ſimnnt übermmmt Frau E.
= Beiſnachtsmeſſe der Kün
letzten
Familiennachrichten
Statt Karten.
Die Verlobung unſerer Tochter
Lili mit Herrn Martin
Glöckner beehren wir uns
anzuzeigen
Johannes Vonderheit
u. Frau Auguſie, geb. Braun
Lili Vonderheit
Martin Glöckner
Verlobie
Darmſtadt, im Dezember 1927.
Liebigſfraße 12
(Zu Hauſe: Sonntag, den 18. Dezember.)
Statt Karten.
Die Verlobung ihrer Kinder
Erna und Hans
beehren ſich anzuzeigen
Wilhelm Barth und Frau
Mina, geb. Bürgermeiſier
Jakob Lutz und Frau
Elſe, geb. Hoffmann
Grafenſtr. 27
Heinrſchſtr. 112
Erna Barth
Hans Lutz
Verlobte
Grafenſtr. 27
Darmſtadt, 15. Dezember 1927.
Heinrichftr. 112
( 33341
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach kurzem Teiden mein lieber Mann,
unſer gütiger Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel
Gendarmerie=Stationsführer i. R.
Beonhntd Moint
im 80. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Nicolai, geb. Emich.
Darmſtadi, Gutenbergſir 24, Mannheim, Walldorf, Hildburghauſeni Th.,
Bad Neuenahr, Bodenheim (Rheinheſſen).
Die Beerdigung findet Samstag, den 17. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr,
von der Kapelle des alten Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſtraße
aus ſtatt.
(19644
Teilzah ung geſatksrüutene aßzezachete M
bei Barzahlung huce-luten Gazanne: „Der Jun
Rabatt. lar ſtdteutiſhen Zeitungen
Zürtr en dunz, der die Pi=
13 Ludwaſtroße Lm iſntermelnug i1
d vic ich befichigt net.
Bildliche. An der
SbrenlsmrMea Klittgichen Du
Ehepaar wün chs- M wngille unter
ſpiritiſtiſchen Sitzuwe /—t ſeiſt du, Jeſu Ch.
teilzunehmen. 17 um Saß von Adam
geb. unt. N 21 1AllWielichl, im Zſtimn
die Geſchſt eust lid geboren zu Be
Bitte den Herrmc
mir am h. 14.1
Anſicht v. BEu
waldhausl
geſand. hat, umnel
Adreſe
poſtlan=
unt. 1000.
Witwl ſ. ehrb Tc
k. z. . zw. 0974
Angebote u. 27N
Geſchäftsſt A
Ich möchte eie
lieben, braven:
im neuen Jahr1
nen lernen
Heirat /
Er ſoll nicht IR
abergroß, mintrft
5 Jahre, Beil
od. beſſerer Ar:/
ſein. Briefe
unter N 235 G
Todes=Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod
hat es gefallen, meinen lieben
Gatten, unſeren treuſorgenden
Vater, Bruder und Schwager
Herrn Karl Gilbert
Ober= Telegrapheninſpektor
Major der Reſ. a. D.
nach langem, durch ſeine Teilnahme
am Krieg verurſachten Le den im
54. Lebensjahre heute unerwartet
heimzuholen
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Dorothee Gilbert
Gertrud Gilbert
Irmgart Gilbert.
Darmſtadt, den 14. Dez. 1927.
Kiesſtraße 181
19658
Die Beerdigung indet Samstag,
den 17. Dezember, nachm. 3½ Uhr.
von der Kapelle des alten Friel
hofes aus ſtat.
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Koffergram=
nophon Columbia)
zu verk. oder gegen
Schreibmaſch. z
tau=
ſchen geſ. Kehsler,
Mauerſtr. 15, II., täg.
lich 2-3 Uhr (e333:0
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Anteil=
nahme bei dem Heimgange unſrer lieben
Ent=
ſchlafenen, namentlich für die troſtreichen Worte
des Herrn Dekans Weißgerber am Grabe,
ſagen wir herzlichſien Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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„Isnannt wurden: Am 12. Dezember: die Seminarlehrerinnen
Stupzprrt an dieſer Anſtalt.
„fr den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 7. Dezember: der Lehrer
gecwßs uerbach an der Volksſchule zu Mainz auf ſein Nachſuchen
weg zge chwächter Geſundheit vom 1. Januar 1928 ab. — Anf Grund
besH‟ des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom
31. Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Okteber
993/6 ==Bl. S. 249) tritt am 1. Januar 1928 in den Ruheſtand: der
vhareſendirektor an der Ludwigs=Oberrealſchule im Darmſtadt, Dr.
Aucwls turmfels.
hFſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute findet die erſte
Wie=
derßzuy von Bert Brechts Schauſpiel „Im Dickicht der Städte” ſtatt.
Die g euxalintendanz weiſt darauf hin, daß die Aufführung dieſes
Stür=ſſch an Erwackſene wendet und nicht für Jugendliche gedacht iſt.
Die 5bfahrung beginnt um 19½ Uhr.
9der heutigen Erſtaufführung des Kindermärchens „Trilltrall
undw i. Bruder” von Erich Ponto wirken mit die Damen: Blum,
Gutwi, Keßler, Knott, Randolf, Wiegandt und die Herren Ebert=
Behysiolkmar, Gallinger, Jürgas, Keßler, Klix, Maletzki, Paryla,
Vorztl Schettler, Weſtermann. Regie: Hans Joachim Weitz,
muſika=
liſchzerrung: Erwin Palm, Bühnenbild: Wilhelm Reinking. Die
Voryüuugg findet im Großen Haus ſtatt und beginnt um 15 Uhr.
9 Diaghileff=Ballett gibt heute im Großen Haus des
Landes=
we ut ein zweites, letztes Gaſtſpiel mit folgendem Programm:
Eipkwſſana”, Muſik von Cimaroſa, „Die Katze (La Chatte), Muſik
von „Eizet. „Polowetzertänze” von Borodin. Beginn 20 Uhr.
is Schnurrbuſch=Quartett veranſtaltet am Sonntag, den 18.
De=
zemä/e vormittags 11½ Uhr, im Kleinen Haus eine Weihnachts=
Movſyöe er. Es kommen zu Gehör ein Streichquartett von Mozart
und Eyann Zilchers Marienlieder. Das Mozartſche Quartett dürfte
ſich zaiſiiner feierlichen Einleitung und dem prächtigen Adagio
beſon=
derst ſrrungsvoll dem Rahmen der Programmfolge anpaſſen. Das
allen) ſöperen Städten Deutſchlands mit großem Erfolg aufgeführt.
Dem /lerkrois zugrunde liegen meiſt geiſtluche Dichtungen aus frühe=
Gzuwir des Vermittags — Zilchers Marienlieder — wurde faſt in
en „AiHunderten. Es ſind vorwiegend Weihnachtslieder und der
Pafſiüſtzrit angepaßte Geſänge. Dabei vereinigt ſich die Singſtimme
mit ris Streichquartett zu einer eigentümlih reizvollen Klangwirkung.
Die nyufsreiche Feier dürfte vielſeitigem Intereſſe begegnen. Den
Sop zuart übernimmt Frau Suſanne Horn=Stoll.
sBeihnachtsmeſſe der Künſtlerhilfe 1927. Beſuch, Verkauf und
Loſe tnriebb hat in den letzten Tagen zugenommen. Die Ziehung der
Lott anf ſimdet am Montag, den 19. Dezember, ſtatt. Es wird
voraus=
ſichtlüchrf jedes 12. Los ein Gelvinn fallen. Die Gewinne beſtehen in
aus N Weihnachtsmeſſe angekauften Oelbildern und Aquarellen.
Außyzru wurden 4 Künſtler beauftragt, Originalſteinzeichnungen zu
liefeum dee, in einer Auflage von nur je 100 Blatt, im Kunſthandel
nichtᛋ)haben ſind und der Lotterie als Seriengewinne dienen. — Ein
zweitzugiß elliger Abend, der nach dem glänzend verlaufenen erſten für
Samchtt, den 17. Dezember, vorgeſehen war, muß aus außeren
Grün=
den zwienien ſpäteren Termin verſchoben werden.
v. H.
sdi4sgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Auf
den uiſie ebend im „Fürſtenſaale” (Grafenſtraße) ſtattfindenden
Licht=
bildelspikrag des Herrn Kapitäns a. D. W. v. Senden über ſeinte
See=kſuh niſſe vom Schliffsjungen zum Kapitan wird nochmals aufmer”.
ſam ugeuck und zu zahlreichem Beſuch eingeladen.
ſünſtleriſche Krippenfiguren, holzgeſchnitzt, in edler ſchlichter
Auffüxſta, ſind zurzeit in der Buchhandlung Säng, Kirchſtraße,
aus=
geſtehllt Gerr Gebhard, Holzbildhauer, hat es verſtanden, durch die
ſeinen Aevergabe der einzelnen Geſtalten den Veſchauer in echte
Weih=
nachti ſumung zu verſetzen.
499ucherſtube Alfreb Bodenheimer. Alfred Bodenheimer zeigt
vr 1/Bygehten eine größere Ausſahl der bekannten Piperdrucke,
ayum: ausgezeichnete Wiedergabe der kürzlich in Frankfurt
aus=
nſtehtch Cezanne: „Der Junge mit der roten Weſte‟. Eine der
größ=
in ſſertſchen Zeitungen bringt folgendes Urteil: Der Grad der
Vellellylyss, der die Piverdruicke auszeichnet, wurde bisher von keiner
udenwt Enternehmung ähnlicher Art erreicht.‟ Die Ausſtellung kann
me:/ch 4 ich beſichtigt werden.
=Stadtlirche. An der heute abend 8 Uhr ſtattfindenden
birchen=
uſchücliturgiſchen Adventsfeier ſingt der kleine Chor der
Yuſk irengilde unter Leitung von Günther Simony folgende Chöre:
Gell chn Teiſt du, Jeſu Chriſt”, als Kanon zu 2 Stimmen und in
ſimwert Satz von Adam Gumpeltzheimer (1559—1625), „Ein Kinde=
lein zſolbselich”, in 2ſtimmigem Satz von M. Prätorius (1571—1662),
geb P Eim inv geboren zu Bethlehem” in 2= und mehrſtimmrigen Sätzen
von iN Prätorius und Hans Leo Haßler (1564—1612) und „In dulci
BeteP” ubih en 4ſtimmigem Satz von einem unbekannten Meiſter. Auf der
mir u/ Drax1 ſ It Studienrat Borngäſſer eine Reihe von Orgelchorälen von
Anſc / 3ßhrh. — Der Eintritt iſt frei. Die Kinche iſt geheizt.
=Beihnachtsfeier im Verein ehemaliger Angehöriger be3
Groß=
herzichzhmm Artilleriekorps. Der Konkordiaſaal war bis auf das letzte
Pläxm beſetzt; weihnachtlich grüßten eine mächtige Tanne und ein
richſ garkter Gabentiſch, zum größten Teil Kameradenſpenden und
ſolchle eſiger Geſchäfte. Nach einigen von Mitgliedern des Bundes
beutrch MMilitärmuſiker ſchneidig geſpielten Märſchen begrüßte der
Ahtzimde, Kam. Hauptmann a. D. Bickel, die Kameraden. Er
hütz niar den tiefen Sinn des Weihnachtsfeſtes an, das als Feſt der
Gem ülwie kein anderes geeignet ſei, alle Glieder zu einen, und
er=
maherdie Kameraden, als eine große Soldatenfamilie feſt
zuſammen=
zuhc E, daß unſer Verein als eine geſunde, ehrenwerte Famibie im
Vatyßlde am Aufbau Deutſchlands mitwirke. Frl. M. Knuſt ſprach
danpe nerr Weihnachtsvorſpruch, dem das gemeinſam geſungene Weih=
nachtd folgte. Herr Uhrmacher Kemptzow erfreute durch Vortrag
zbenErſl annter Schubertlieder für Bariton. Frl. Aenne Haas ſang
zweill nzübs vurgetragene Nokokolieder: „Meitzner Porzellan” und
Griciſkerchen‟. Die angehende Künſtlevin berechtigt zu guten
Hoff=
hun=g „Hoffentlich bewahrt ſie unſerem Kameradenverein ihre Gunſt
und im hört ſie bei uns noch öfters. Kam. Metzger (der neue
Ka=
lonvenri) ließ den Humor zu Wort kommen; ſein „Pechvogel” war
Holldert. Ein luſtiger Schwank „Prinz Guttalin” ſchloß ſich an und
wurceſurch die bewährte Theatergruppe des Vereins beſtritren. Die
Fawayen Wenner, Krautwurm und Eckers und die Damen Frl. Breu=
merub Becker ſah man ja ſchon öfters auf unſerer Bühne, ihr
Zu=
ſancEſpel war von anerkennenswerter Friſche. Die Zuhörer hatten
hel9 Alchen und die Darſteller verdienten Applaus. Nach der
Be=
ency der Kinder und hochnotpeinlichem Verhör durch St. Nikolaus
beenüt der Fridericus=Rex=Marſch den erſten Teil der Feier. Der
Ballyſſc wurde verteilt, und dann rüſtete alt und jung zum Tanz,
er! Kameraden noch lange zuſammenchielt. Alles in allem ein
ſoß Aunc äußerſt harmoniſch verlaufenes Feſt, getragen von dem
Gtland kameradſ haftlichen Geiſt des 25er Vereins.
— Vogelsberger Höhenklub. Im Reſtaurant Sitte fand die
ordent=
liche Mitgliederverſammlung für das abgelaufene Geſchäftsjahr ſtatt.
Die ſatzungsmäßige Tagesordnung wickelte ſich unter reger Mitwirkung
der Anweſenden glatt ab. Der Jahresbericht meldete den Abgang von
7 Mitgliedern durch Tod, darunter 2 der älteſten, nämlich den
lang=
jährigen, hochverdienten Verſitzenden und nachmaligen
Ehrenvorſitzen=
den, Geh. Schulrat Dr. Schweisgut, und Rechnungsdirektor Leutzer,
welcher viele Jahre das Rechner= und Schriftführeramt bekleidete.
16 Wanderungen kamen zur Ausführung. Von den Teilnehmern
wer=
den am nächſten Samstag abend 78 ausgezeichnet. Die treffliche
Ge=
ſangsabteilung, welche auch ehrenvoll am Geſangswettſtreit in
Gries=
heim teilnahm, verſchönte die Wanderungen und Veranſtaltungen. Die
Kaſſenverhältniſſe ſind in Ordnung, ſo daß der bisherige Jahresbeitrag
mit 5 RM. beibehalten werden konnte. Hierin iſt der Preis für den
„Friſchauf” begriffen. Der neue Wanderplan fand Billigung.
Herr=
liche Wanderungen ſtehen in Ausſicht. So ſoll außer einem ſchönen
Teil des Odenwaldes der Rhein und Taunus beſucht werden. Auch
unſer oberheſſiſches Heimatgebirge kommt nicht zu kurz. Zur
Haupt=
verſammlung im ſchönen Nidda iſt eine zweitägige Wanderung
vor=
geſehen, ferner eine ſolche in den hohen Vogelsberg, die auch unſeren
Hoherodskopf, Taufſtein uſw. berührt. Endlich kommt noch das Geſamt=
Treffen des Vogelsberger Höhenklubs in Laubach. Aber auch eine
Zwei= bis Dreitageswanderung wird uns die ſchönſten Teile des
Schwarzwaldes vor Augen führen. Alle Touren ſind ſo ausgewählt,
daß nur mäßige Koſten entſtehen. Die Vorſtandswahl ergab die
vor=
jährige Beſetzung, mit einigen durch Wegzug uſw. notwendigen
Aende=
rungen. Es ſei nochmals auf die am kommenden Samstag abend im
Mathildenhöhſaale ſtattfindende Weihnachtsfeier, verbunden mit der
Auszeichnung der treuen Wanderer, hingewieſen.
Heute
letztes Gastspiel
des großen ruſſiſchen Balletts
(19656)
20 Uhr
Piaghileft
im Großen Haus des Landestheaters
Mutitiltutitilf
50 Tänzer und Tänzerinnen / 60 Muſiker des Landestheater=Orcheſſers
— Die plaſtiſche Kunſt der Griechen. Vortrag vm Studienrat
Dr. Karl Liſtmann. Der Vortrag findet am nächſten Samstag,
den 17. Dezember, abends 8 Uhr, im Feſtſaale des Realgymnaſiums
ſtatt. Der Redner zeigt die Entwickelung der griechiſchen Plaſtik durch
acht Jahrhunderte im engſten Zuſammenhang mit der Futwickelung
des geiſtigen, kulturellen und ſtaatlichen Lebons des griechiſchen Volkes.
Von den urwüchſig friſchen Schöpfungen der archaiſchen Kunſt über die
reizvolle frühklaſſiſche Periode zum Höhepunkt der phidiaſiſchen Zeit,
über die wundervollen, medernen Schöpfungen eines Praxiteles
Sko=
pas und Lyſipp zu der das menſchliche Gemüt beſonders ergreifenden
Kumſt der helleniſtiſchen Schaffensepoche: duuch dieſe wechſelvolle
Ent=
ſaltung hin werden die Wandlungen der griechiſchen Seele verfolgt.
Der Vortrag wird daxtun, wie viele Ewigkeitswerte im Kunſtleben
des griechiſchen Volkes ruhen, welche Fülle von edlen und reichen
Bil=
dungskräften, und wie wertvoll es iſt, dieſe unſerer Zeit nutzbar zu
machen. Die Ausführungen werden begleitet ſein von einer großen
Zahl lebensvoller Bilder,
— Turngemeinde Beffungen 1865 E. V., Darmſtadt. Wie
alljähr=
lich, findet am 1. Weihnachtsfeiertag, abends 8 Uhr, im großen Saale
Weihnachtsfeier ſtatt. Dieſes Jahr hatte der Veranſtaltungs=Ausichuß
beſondere Schwierigkeiten zu überwinden, um eine Veranſtaltung zu
bringen, die für jedermann etwas bietet. Das Programm, welches reih
ausgeſtattet iſt, zerfällt in zwei Teile, einen ernſten und einen heiteren.
Die nötigen Vorbereitungen, wie Proben und dergleichen, ſind in vollem
Gange. Auch ſoll in dieſem Jahre, genau wie in den Vorkriegsjahren,
eine Weihnachts.Tombola ſtattfinden. Hierzu bedarf der Veranſtaltungs=
Ausſchuß die Hilfe der Mitglieder unbedingt, damit die Verloſung re=ht
ſtattlich ausgeſtattet werden kann. Es wird deshalb die Bitte
aus=
geſprochen, Gegenſtände zu ſtiften, die Hausmeiſter Demmel bei ſeinem
Beſuch in den nächſten Tagen wüitnehmen kann. Der Veranſtaltungs=
Ausſchuß iſt überzeugt, daß alle Mitglieder gerne zur Verherrlichung
unſerer Veranſtaltung beitragen, damit der Weihnachtsfsier ein voller
Erfolg geſichert iſt.
Besachrate Ketändentstttessemnder Kirensn,
Vorteilhafte Angebote
(19624a
— Hohes Alter. Herr Georg Kraft, früherer Portier der Firma
Ludwig Alter, hier, feiert am 16. d. M. ſeinen 80. Geburtstag in voller
geiſtiger und körperlicher Friſche.
— Jedes zehnte Los gewinnt! Die Heag teilt mit: Jeder
Strom=
abnehmer, der von jetzt bis Weihnachten einen elektriſchen
Gebrauchs=
gegenſtand kauft (ausgeſchloſſen ſind: gewerbliche Motoren, Radio=
Apparate, Beleuchtungskörper und Lampen), iſt berechtigt, an der
Ver=
loſung teilzunehmen. Bedingung iſt, daß der Gegenſtand in unſerem
Verſorgungsgebiet zum Anſchluß kommt. Dagegen iſt es gleichgültig,
ob der Gegenſtand in unſerer Ausſtellung ausgewählt, in einem in
unſerem Verſorgungsgebiete zugelaſſenen Inſtallationsgeſchäft gekauft
oder in unſerem Ueberlandgebiet einem unſerer Gelderheber beſtellt
wird, ebenſo ob der Kauf gegen bar oder Teilzahlung erfolgt. Es iſt
folgendes zu beachten: Der Verkäufer (Lieferer) ſtellt einen
Verloſungs=
ſchein auf einem ihm von uns gelieferten beſonderen Vordruck aus, der
vom Käufer (Stromabnehmer) an uns einzureichen iſt und, um
Gültig=
keit zu haben, folgende Angaben enthalten muß: 1. Angabe des
ge=
kauften Gegenſtandes mit Preis. 2 Unterſchrift mit Stempel des
Verkäufers (Lieferers). 3. Genaue Adreſſe des Käufers (
Stromabneh=
mers). 4. Ordnungs=Nummer der Stromrechnung des
Stromabneh=
mers. Für Gegenſtände, die unſeren Gelderhebern im Ueberlandgebiet
beſtellt und von uns geliefert werden, wird der Verloſungsſchein von
uns aus geſtellt und direkt an die Verloſung gegeben. In Gemeinſchaft
mit den Inſtallationsgeſchäften ſtiften wir für je 10 gekaufte
Gegen=
ſtände einen gleichwertigen Gegenſtand in die Verloſung, ſo daß jedes
zehnte Los geſvinnt und Gegenſtände aller Art zur Verloſung kommen.
Gewonnene Gegenſtände können gegen gleichwertige bzw. bei
entſpre=
chender Aufzahlung gegen andere elektriſche Geräte umgetauſcht werden.
Einlieferungsſchluß für Verloſungsſcheine iſt der 19. Dezember, die
Ver=
loſung findet im Anſchluß daran unter Hinzuziehung einer
Vertrauens=
perſon ſtatt, derart, daß die Gewinne noch vor Weihnachten zur
Ver=
fügung geſtellt bzw. bekannt gegeben werden können. Verſäumen Sie
alſo nicht, bei Ihren Einkäufen Verloſungsſcheine zu verlangen.
Eliktriſche Geräte eignen ſich, wie kaum ein anderer Gegenſtand, zu
Weihnachtsgeſchenken. Dieſelben ſind außerordentlich praktiſch im
Gebrauch und bedeuten für die Hausfrau eine beträchtliche
Erleichte=
rung ihrer Pflichten, ſind neuzeitlich, preiswert und gefällig in Form,
ſo daß ſie berufen ſind, als Geſchenk überall Freude auszulöſen.
Oezemberſitzung des hiſtoriſchen Vereins.
In dieſer hielt zur Feier des 150. Geburtstags von Heinrich
v. Kleiſt Geh. Rat Prof. D. Dr. A. E. Berger einen Vortrag über
dieſen. Nach einer längeren tiefgründigen, inhaltsreichen
geſchichts=
philoſophiſchen Einleitung über die Entwicklung des Weſens vom Staat
bei Fichte und Anderen, deren Gedankengehalt wegen Raummangels
hier auch nicht entfernt ausgeſchöpft werden kann, ging der Vortragende
auf das Leben und das Werk Heinrich von Kleiſts näher ein.
Heinrich von Kleiſt entſtammte dem älteſten preußiſchen
Waffenadel. Er wurde am 18. Oktober 1777 zu Frankfurt a. O.
geboren, mit zehneinhalb Jahren verlor er ſeinen Vater, einige Jahre
ſpäter auch ſeine Mutter. Mit 15 Jahren trat er, der
Familienüber=
lieferung nach, in das Heer ein, machte den Koalitionskrieg gegen
Frankreich mit und lebte dann als preußiſcher Gardeleutnant in
Pols=
dam. Er fügte ſich aber nicht recht in den Drill des Soldatenlebens,
machte ſich durch nichtmilitäriſche Neigungen bekannt. Er bekennt auch,
wie er in einen fortwährenden Konflikt der Pflichten geraten ſei, indem
er gezwungen geweſen, dort zu ſtrafen, wo er gern verziehen habe,
oder dort zu verzeihen, wo er ſeinem Gefühl nach habe ſtrafen müſſen,
und in beiden Fällen hielt ich mich ſelbſt für ſtrafbar.” Oſtern 1799
verließ er den Heeresdienſt und begab ſich in ſeine Vaterſtadt, um an
der dortigen Univerſität ganz ſeinem Drange nach Wahrheit und
Bil=
dung zu leben. Alles, was Kleiſt in den nächſten Jahren begann, dachte
und erlebte, hatte gleichſam bloß den myſtiſchen Zweck, den Dichter in
ihm, der es nur dunkel fühlte, zu fördern. Das Schickſal erzog ihn
ſelber, ohne ſein Zutun, zum Dichter. Die Bekanntſchaft mit der
Kantiſchen Philoſophie trieb ihn in eine dumpfe
Ver=
zweiflung hinein. Kleiſts Unruhe ließ ihn unſtät umher reiſen.
Von Berlin ging er über Dresden, Leipzig nach Paris, wo
ſeine Stimmung in eine tiefe Zweifelſucht umſchlug. Von da ging er
Shakeſpeare nahe herankommt und von Tieck günſtig beurteilt wird.
Vor hier aus ging er nach Weimar, wo er ſehr freundſchaftlich mit
Wieland auf deſſen Landgut verkehrte. Aus dieſer Zeit ſtammen die
Anfänge von „Robert Guiskard”, unter dem Anſporn von
Wie=
land entſtanden, das in Paris vollendete Stück hat dann Kleiſt ſelbſt in
der Raſerei des Fiebers, das ihn in Mainz überfiel, vernichtet; es iſt
nur ein Fragment erhalten. Nach ſeiner Wiedergeneſung fand er eine
Anſtellung in Königsberg, und die beiden Früchte dieſes Aufenthalts
ſind das Luſtſpiel nach Moliere „Amphitryon” und Der
zer=
brochene Krug”. In erſterem ſteht er Moliere ganz ſelbſtändig
gegen=
über, erfüllt den Stoff mit eigenen Gedanken. Der „Zerbrochene
Krug” geht in ſeinen Anfängen bis in den Schweizer
Aufent=
halt zurück. Ein Kupferſtich von Le Beau „Der zerbrochene Krug”
gab den Anſtoß, im Bſchokke’ſchen Kreiſe genoß er zum erſten
Male die Vollkraft ſeines Könnens. Zſchokke machte gleichzeitig eine
Novelle daraus. In dieſer Zeit entſtanden auch ſeine vielgeleſenen und
bewunderten Novellen, vor allem Michael Kohlhaas, das
tra=
giſche Seitenſtück zum Zerbrochenen Krug. Anfang Februar
1807 kam Kleiſt wieder nach Berlin. Hier wurde er wegen
Spionage=
verdacht mit einigen anderen früheren Offizieren gefangen und nach
Frankreich gebracht. In dieſer Not dichtete er die „Pentheſilea”.
Der Dichter bekennt: „Mein inneres Weſen liegt darin . . . Der
ganze Schmerz und Glanz meiner Seele‟. Inzwiſchen waren die
deut=
ſchen Verhältniſſe immer trüber geworden. Kleiſt ſtellte ſich mit ſeiner
„Hermannsſchlacht” ganz in den Dienſt des Augenblicks, des
Januars 1809, einzig auf dieſen Augenblick iſt das Stück berechnet. Mit
friſchem Pulsſchlag, unter einem durchſichtigen Schleier ſtellt er die
Tat=
ſachen der Gegenwart dar. Das Stück hat hiſtoriſchen Wert. Der hündiſche
Rheinbundfürſt iſt entweder der König Friedrich von Württemberg oder
der Kurfürſt von Sachſen. Die politiſche und militäriſche
Ueberlegen=
heit der Römer, aber der bis zum letzten bereite Hermann, der zugleich
der große Negliſt, überwindet ſie. Vergeblich verſucht Kleiſt ſein Stück in
Wien zur Aufführung zu bringen, nicht einmal ein Verleger wagt es
ſich dem Zorn Napoleons in den Weg zu ſtellen. Zum Schluß beſprach
der Vortragende noch eingehend die bekannten Stücke, die Heinrich von
Kleiſt am meiſten bekannt machten, das „Käthchen von
Heil=
bronn” und den „Prinzen von Homburg”, wovon wir hier
abſehen können, da ihre Größe allgemein anerkannt iſt. Der treffliche
Vortrag, der aus der Fülle der Erkenntnis und in vollendeter Form
dargeboten wurde, fand rauſchenden Beifall der Zuhörer. Direktor
Dr. Dieterich ſprach ihm den verbindlichſten Dank des Hiſtoriſchen
Vereins aus.
K. Noack.
— Marineverein Darmſtadt und Umgegend. Am Sonntag feierte
der Marineverein Darmſtadt ſein Weöhnachtsfeſt. Der
Mathilden=
höhſaal war bis auf den letzten Platz beſetzt. Nach dem flott geſpielten
Eröffnungsmarſch einer Abteilung der Kapelle Weber ſowie dem
er=
hebenden, von dem Ehrenmiglied Herr Fritz Gottmann verfaßten und
von deſſen Tochter ſehr ſchön zum Vortrag gebrachten Vorſpruch ergriff
der erſte Vorſitzende des Vereins. Herr Ihrig, das Wort zu einer kurzen
Begrüßung, wobei er auf die Bedeutung des Feſtes als Feſt der Liebe
und Freude hinwies und an die Pflege der Kameradſchaft mahnte. Der
folgende Geſangsvortrag der Jungmannſchaft unter der vortrefflichen
Leitung des Herrn Simmermacher jun. fand den wohlverdienten Beifall.
und die Anerkennung aller. Acht lebende Bilder mit begleitendem Text
und Muſik: „Der Traum eines alten Seemann3”, ebenfalls von dem
Ehrenmitglied Herrn Gottmann dem Marieverein gewidmet, ernteten
ihres packenden und ergreifenden Inhalts und der ausgezeichneten
Dar=
ſtellung wegen nichrendenwollenden Beifall. Ein ſeemänniſches
Weih=
nachtsſtück: „Peter Claaſens Heimkehr”, brachte nicht nur
Weihnachts=
ſtimmung, auch der Humor kam hierbei zu ſeinem Recht. Daß auch der
Nikolaus nicht fehlte, verſteht ſich bei einer Weihnachtsfeier von ſelbſt.
Das Leuchtkeulenſchwingen der Jungmannen zeigte, daß dieſe auch in
turneriſcher Beziehung Gutes leiſten. Wahre Lachſalven rief „Die
In=
ſtruktionsſtunde in Kamerun” mit ihren „waſchechten” Negern hervor,
Eine reichhaltige Tombola, zum großen Teil geſtiftet von Mitgliedern,
Freunden und Gönnern des Vereins, brachte Vielen ſchöne Gewinne,
Zwiſchen den einzelnen Darbietungen war Herr Obermuſikmeiſter Weber,
der den muſikaliſchen Teil des Feſtes übernommen hatte und perſönlich
leitete und mitwirkte, unabläſſig bemüht, die Pauſen abzubürzen, was
ihm, nach dem erteilten Beifall zu ſchließen, auch vollkowmen gelungen
iſt. — Das Ehrenmitglied Herr Fritz Gottmann wurde wegen ſeiner
hervorragenden Verdienſte um den Verein durch Ueberreichnung eines
goldenen Lorbeerkranzes mit Schleife geehrt; die übrigen Mitwirkenden
(Damen und Jungmannen des Vereins) mögen ſich mit einem
Geſamt=
lob begnügen; ſie alle haben hervorragenden Anteil an dem Gelingen
des Feſtes. Bemerkt ſei noch, daß die Mutter eines ehemaligen
Jung=
mannen, der ſich zur Zeit bei der Reichsmarine befindet, als
Anerken=
nung eime prächtige, ſelbſtgeſtickte Schleife für den Wimpel der
Jung=
mannſchaft überreichte.
Die Feuerſicherheit der Autogaragen. Das Heſſiſche Polizeiamt
gibt bekannt: Auf Grund des § 38 Abſ. 2 der Polizeiverordnung vom
24. Oktober 1927, die Beſchaffenheit und den Betrieb von Anlagen zur
Unterbringung von Kraftfahrzeugen betreffend, werden hiermit alle
Beſitzer von Anlagen zur Unterbringung von Kraftfahrzeugen
aufge=
fordert, dieſe ſpäteſtens bis 1. Januar 1928 ſchriftlich bei dem
Polizei=
amt anzuzeigen.
Reude ſtt
*
at
9
wenn beim Backen alles gut geraten ist. Auch zu Weihnachten daher mt Dr. Oetker’s Back-
Sie werden mit Ihren guten und reichlichen Zu- pulver „Backin” nach dem neuen farb. illustr.
taten nicht gern experimentieren, sondern lieber Rezeptbuch, Ausg. F das Ihnen viele neue
An-
mit dem wundervollen Gefühl der Sicherheit regungen bietet. Sie lesen darin auch Näheres
über den vorzüglichen Backapparat „
Küchen-
backen wollen, das Ihnen
Dr. Oetker’s Backpulver „Backin”, wunder”, mit dem Sie auf kleiner
Caskocher-
flamme backen, braten und kochen können.
verbürgt. Es gibt keinen besseren Beweis der
Zu-
verlässigkeit, als die Tatsache, daß sich „Backin” Verlangen Sie das Buch in allen
seit über 30 Jahren glänzend bewährt hat. Was einschlägigen Geschäften für 15
Millionen von Hausfrauen wissen und schätzen, Pfennig, wenn nicht vorrätig, gegen
darf Ihnen nicht unbekannt bleiben. Backen Sie Einsendung von Marken von=
V.11968
[ ← ][ ][ → ]Geite 6
Donnerstag, den 15. Dezember 1927
Am. Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Vortragsabend.
Am Mittwoch abend veranſtaltete die Städviſche Akademie ſür Tonkunſt
einen Vortragsabend der Schüler der Meiſterklaſſen von Willy
Hutter. Die Bezeichnung „Meiſter”=Klaſſe iſt ja nicht anſpruchslos,
aber die durchweg noch recht jungen Meiſterſchüler entledigten ſich ihrer
Aufgabe recht gut. Die wohl beabſichtigte geſchickte Steigerung der
Leiſtungen riß das den Saal in dichten Reihen füllende Publikum auch
zu immer ſteigerndem, ehrlich verdientem Beifall hin. Etwas ſei
vor=
weggenommen, eine Bemerkung über das Auswendigſpielen, da bis
auf eine Dame alle vom Blatt ſpielten. Es bvilliert ja auf den erſten
Blick, aber äußerlich geſehen führt es leicht zu nachläfſiger Haltung.
Andererſeits wird hierbei unwillkürlich die techniſche Komponente zu
ſehr betont, aber auch im rein Techwiſchen des Vortrags kommt es zu
leicht zu einem laisser faire, laisser aller! Die beſten Leiſtungen des
Abends waren zweifelsohne die der Damen Lutz und Mann. Marie
Lutz, die nicht auswendig ſpielte, wußte den Abegg=Variationen von
Schumann ein harmoniſch beſeeltes Leben einzuhauchen, das Techniſche
dabei ſergfältig pointierend. Erna Mann ſpielte Brahms, in rein
ſelbſtverſtändlich anmutender Schulung, in höchſter muſikaliſcher
Deu=
tungskraft. Daneben hatten die anderen Vortragenden einen ſchweren
Stand. Die Orgelchoral=Vorſpiele von Bach=Buſoni, mit denen ſich
Grete Ritſchl hören ließ — an ſich auch eine gute Leiſtung —, eignen
ſich doch nicht reeht für Klavier, ſie wirken zu ſchwer und zu getragen.
Bei der Sonatine von M. Ravel, die eine andere Schiilerin ſpielte,
hätte man den erſten Satz etwas läſſiger gewünſcht. Fritz Breidert
der Reger vorſpielte, zeigte eine gute Anſchlagskultur, aber die
Hal=
tung muß anders werden. Das wird nicht nur äußerlich wirken. Er
und die Schilerin, die eingangs die D=Dur=Novelette von Schumann
brachte, gaben ſich muſikaliſch gut, aber etwvas hart (Auswendigſpielen!)
Zum Schluß durfte auch Willy Hutter dem die Leiſtungen des
Abends nicht zuletzt zu danken ſind, ſich blumengeſchmückt zeigen.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Auf den heute abend 8 Uhr
im Saale der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtr. 36,
ſtattfindenden Wagner=Vertrag des Herrn Dr. Kulz wird nochmals
hingewieſen.
— Orpheum. Erſtaufführung: Das Blaue vom Himmel”
Der luſtige Operettenſchwank. „ Das Blaue vom Himmel” geht heute in
Anweſenheit ſeines Verfaſſers erſtmalig in Szene. Wie der Titel
ver=
muten läßt, handelt es ſich um einen muſikaliſchen Schwank, der ganz
auf Komik eingeſtellt iſt, zum Zwecke einer lachfreudigen Untorhaltung
des Zuſchauers; wer alſo ein paar frohe Stunden nötig hat, beſuche
heute und folgende Tage „Das Blaue vom Himmel‟. Es
gel=
ten gewöhnliche Eintrittsprciſe von 1—3 Mk. (Siehe Anz.)
— Die Darmſtädter Spielſchar bringt heute abend um 8 Uhr in der
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3, die beiden Spiele „Gevatter
Tod” und „Lanzelot und Sanderein” zur Aufführung. Der Beſuch kann
empfohlen werden.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Die Konzertſängerin. Hede
Vogt=Wachendorff, die Gattin des Mitgliedes unſerer Oper
Eugen Vogt, ſang kürzlich in einem Bachkonzert in Güſtrow in
Mecklen=
brirg. Die dortige Tageszeitung ſchreibt darüber: „Die Altarie iſt mit
unerhörter Kunſt als Zwiegeſang zwiſchen Alt und Oboe da caccia
gearbeitet. Sie wurde geſungen von Frau Hede Vogt=
Wachen=
dorff Darmſtadt. Nach langer Zeit hörte man wieder einmal eine
wirkliche Altſtimme, leuchtend im Ton und voller Seele. Daß
außer=
dem die rein muſikaliſchen Kräfte in dieſer Künſtlerin m ſeltenem
Grode walten, bowies die völlig einwandfreie Wiedergabe dieſes
tech=
niſch äußerſt anſpruchsvollen Stückes.”
— Weihnachts=Vortrag. Johannes Thielemann, Pfarrer in der
Chriſtengemeinſchaft, ſpricht Freitag, den 16. Dezember, abends 8½ Uhr,
in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt über „Weihnachten als
Bild=
erlebnis des mittelalterlichen Menſchen”. Eine wundervolle Tiefe
weih=
nachtlichen Erlebens der alten Zeiten leuchtet uns noch heute aus ihrem
küinſtleriſchen Niederſchlag entgegen. Aus allen Lagen menſchlichen
Bewußtſeins heraus hat das Weihnachtserlebnis ſeine künſtleriſche
Ge=
ſtaltung gefunden: Ganz erdennahe und ganz himmelhoch, — aus
from=
mem, traumhaftem Schauen und aus ehrfurchtsvoll tiefer
Wahrheits=
erkenntnis entſtand immer wieder das Bild von der Mutter mit dem
Kinde, von den Hirten und den Königen. Die mehr Uiſtoriſche
Be=
trachtung dieſes Abends ergänzend, wird am Samstag abend als
Ab=
ſchluß des Kurſus über Sakramentale Naturbetrachtung von der Seite
der Naturanſchauung her über Weihnachten geſprochen werden. (Vgl.
die heutige Anzeige.
— Die Arbeitsſchule des Ev. Bundes, die dank der Hilfsbereitſchaft
ihrer Freunde durch ſchwere Zeiten gehalten werden konnte, hat
Sams=
tag, den 17. Dezember, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle der
Runde=
turmſchule ihre Weihnachtsfeier. Die Schule hat den Zweck, an
den ſchulfreien Mittwoch= und Samstagnachmittagen der
heranwachſen=
den weiblichen Jugend unter der Aufficht tüchtiger Lehrerinnen
Ge=
legenheit zu nützlicher Beſchäftigung zu geben und ſie vor den
Ge=
fahren der Straße zu bewahren. Eltern der Schülerinnen und Freunde
der Schule ſind zu der Weihnachtsfeier herzlichſt eingeladen.
— „Liederkranz”. — Weihnachtsfeier. Sonntag, den 18. Dezember,
nachm. 4 Uhr, findet unſere alljährliche Weihnachtsfeier im Feſtſaale
der Turngemeinde am Woogsplatz ſtatt, zu der ein ſehr reichhaltiges
Pro=
gramm zuſammengeſtellt wurde. Am Anfang ſingt der Chor des „
Lie=
derkranz” unter Leitung ſeines Ehrenchormeiſters, Herrn
Kammer=
muſikers M. Stetefeld, Männerchöre mit Klavierbegleitung und a capella
von Schubert, Arnold Mendelsſohn uſw. dazwiſchen wechſeln
Einzel=
vorträge gegenſeitig ab. Den Schluß bildet ein Singſpiel, welches von
Damen und Herren des Vereins geſpielt wird und die Regie in den
bewährten Händen des Mitgliedes Wilhelm Bitter liegt. Alles in allem
verſpricht dieſe Feier den Beſuchern einige genußreiche Stunden. (Siehe
Anzeige.)
— Reichsbeihilfe für Kleinrentner. Aus den im Haushalt des
Reichsarbeitsminiſteriums für die Kleinrentnerfürſorge zur Verfügung
geſtellten 25 Millionen Reichsmark erhalten die Kleinrentner, die eine
ſolche Unterſtützung im Auguſt d. J. bezogen haben und die ſich noch
in Kleinrentnerfürſorge befinden, alsbald nochmals eine einmalige
Unterſtützung. Kleinrentner, die erſt nach dem 1. April 1927, aber vor
dem 25. November 1927 in die Kleinrentnerfürſorge aufgenommen
wor=
den ſind und die ſich zurzeit noch in dieſer Fürſorge beſinden, erhalten
ebenfalls dieſe einmalige Beihilfe. Die Auszahlung der dem
Bezirks=
fürſorgeverband Darmſtadt=Stadt für dieſen Zweck zur Verfügung
ge=
ſtellten Gelder erfolgt am kommenden Samstag, den 17.
Dezem=
ber, vormittags, durch die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28.
Klein=
rentnerausweis iſt vorzulegen.
— Die Heilsarmee beabſicknigt, wie in den Vorjahren, auch dieſes
Jahr zur Weihnachtszeit eine größere Anzahl ertsarmer Familien zu
beſcheren und mit Lebensmitteln und anderen Gegenſtänden zu
ver=
ſorgen. Zu dieſem Zwecke ſind in verſchiedenen Stadtbezirken die
be=
kannten „Weihnachtstöpfe” aufgeſtellt, deren tatkräftige Benützung der
Bürgerſchaft dringend empfohlen wird. Auch nimmt die Leiterin der
hieſigen Station, Schulzengaſſe 3, gerne Zuwendungen an
Lebens=
mitteln und Kleidungsſtüicken uſw. entgegen.
— Weihnachtsſpiel der Kleinkinderſchule der Barmherzigen
Schwe=
ſtern, Nieder=Ramſtädter Straße 30. Dasſelbe findet ſtatt am
Donners=
tag, den 15. Dezember, nachmittags 5 Uhr, und zwar für die
Wohltäte=
des Hauſes. Von den 6 Nummern des Programms heben wir hervor:
„Des Heidenkindes Weihnachtsglück”. „Die fröhlichen Schuſterbuben”
„Englein halten heilige Waclſt”. Alle Freunde, Gönner und
Wohl=
täter des Hauſes ſind zu unſerer Veranſtaltung herzlähſt eingeladen.
Wir benutzen dieſe Gelegenheit gerne, um auch an dieſer Stelle unſeren
verehrten Wohltätern, die uns in dieſem Jahre wiederum gütigſt
unter=
ſtützt haben, unſeren aufrichtigſten Dank auszuſprechen und dieſelben
gleichzeitig zu bitten, daß ſie auch in Zukunft uns und unſerom Hauſe
ihr ſeitheriges Wohllvollen bewahren mögen.
— Lukasgemeinde. Die Wiederholung des am Montag durch
un=
ſere Spielſchar mit großem Erfolge aufgeführten Märchenſpiels „Zwerg
Naſe” findet Sonntag, den 18. Dezember, abends 7½ Uhr, im
Ge=
meindehaus, Kiesſtraßze 17, ſtatt. Die geſamten Mitwirkenden,
ins=
beſondere die Darſtellerin der Titelrolle, boten unter der geſchickten
Spielleitung des Herrn Herm. Gebhardt ganz Vorzügliches und
ver=
ſetzten die zahlreichen Zuhörer von Akt zu Akt in ſteigernde heitere und
beifallsfrohe Stimmung. Ebenſo erregten die ſchönen, von Herrn
Bernh. Franz gemalten und geſtellten Vühnenbilder allſeitige
Bewun=
derung. Karten zu 1,20 und 080 Mark für die Sonntagsvorſtellung ſind
im Vorverkauf noch erhäl lich in den bekannten Verkaufsſtellen,
Schüler=
karten zu 0,50 Mark nur bei Heckmann, Mühlſtraße, im Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, und ſoweit noch vorhanden an der Aßendkaſſe. Der
Be=
ſuch der Verſtellung wird in Anbetracht des guten Zweckes der
Veran=
ſtaltung warm empfohlen.
— Kameradenverein der 10. Reſerve=Diviſion in Heſſen und
Um=
gebung. Alle alten Kameraden der ehemaligen 10. Reſerve=Diviſion
(Füſ.=Regt. 37, J.=R. 155, R.=J.=R. 37, Reſ.=Feld.=A.=R. 10 und andere),
die in Heſſen und Umgegend ihren Wohnſitz haben, werden gebeten,
ihre Adreſſe an Leutnant a. D. T. Balthaſar in Darmſtadt,
Schießhaus=
ſtraße Nr. B, zwecks kameradſchaftlichen Zuſammenſchluſſes
einzu=
ſenden. Falls eine genügende Anzahl von Anſchriften (ev. auch bereits
beſtehender Vereine pp.) vorliegt, wird ein beſonderer Aufruf zur
Gründung erfolgen, wozu Vorſchläge über Zeit und Ort ſchon jetzt
er=
wünſcht ſind.
Aufwertung von Sparguthaben. Bekanntlich hatte die
Städ=
tiſche Sparkaſſe in Darmſtadt bereits an Weihnachten 1926 ihren alten
Sparern die erfreuliche Mitteilung machen können, daß die alten
Spar=
guthaben mit 20 Prozent des Goldmarkwertes der Einlage
auf=
gewertet würden. Im Laufe der verfloſſenen Monate wurden die
Sparer aufgefordert, die alten Sparbücher zum Zwecke der
Beiſchrei=
bung der 20prozentigen Aufwertungsbeträge vorzulegen. Dieſer
Auf=
forderung haben die Sparer außerordentlich zahlreich entſprochen. Von
den noch im Verkehr befindlichen rund 65 000 alten Sparbüchern
wur=
den bis Ende November 1927 zuſammen 53 015 Stück oder über 80
Pro=
zent aller Bücher vorgelegt. Soweit die alten Bücher noch nicht
vor=
gelegt ſind, werden ſie durch eine Anzeige in der heutigen Nummer
nochmals zur Vorlage aufgerufen. Die Städdiſche Sparkaſſe in
Darmſtadt iſt ferner, ihrer früher gegebenen Zuſage entſprechend, den
alten Sparern bei der vorzeitigen Auszahlung von
Aufwertungs=
beträgen in weitgehendſtem Maße entgegengekommen. Sie hat bis
Ende November 1927 an ihre Einleger zuſammen 19 310 Teilzahlungen
geleiſtet im Geſamtbetrage von 976357 Mauk; ſie hat alſo ſchon rund
eine Million Mark vorzeitig ausbezahlt. Hierdurch konnte in
zahl=
loſen Fällen große wirtſchaftliche Not gelindert und ſoziale Hilfe
ge=
leiſtet werden. Es wurde dabei feſtgeſtellt, daß dieſe Beträge zum
überwiegenden Teil zur Abdeckung von drückenden Schulden und zur
Anſchaffung dringend notwendiger Bedürfniſſe des täglichen Lebens
verwendet wurden und damit im weſentlichen der hieſigen
Geſchäfts=
welt, den Gewerbetreibenden und Handwevkern zugute gekommen ſind.
Die Städtiſche Sparkaſſe wird auch weiterhin Wünſche auf vorzeitige
Auszahlung im Geiſte ſozialen Mitempfindens im weitgehendſten
Maße berückſichtigen und macht die Spareinleger im Hinblick auf die
bevorſtehenden Weihnachtsfeiertage hierauf nochmals beſonders
auf=
merkſam.
— Kauft rechtzeitig! Nur noch wenige Tage trennen uns von dem
Weihnachtsfeſt. Leider zeigt ſich auch wieder in dieſem Jahre, daß die
Weihnachtseinkäufe in den letzten Tagen erfolgen. Dadurch entſteht in
den Geſchäften ein außerordentlicher Andrang, insbeſondere in den
Nachmittagsſtunden. Den Einkaufenden iſt dann die Möglichkeit
ge=
nommen, in Ruhe die Waren ausſuchen zu können, da ja die
Verkäufe=
rinnen und die Verkäufer überlaſtet ſind. Wie oft wird auf dieſe Weiſe
etwas eingekauft, was man nicht ſuchte, und zwiſchen Geſchäft und den
Einkaufenden entſtehen dann Differenzen, die vermieden werden
konn=
ten. Erfreulicherweiſe haben die Weihnachtsſparkaſſen ſchon faſt alle
ihre Spargelder ausgezahlt, ſo daß auch dieſe Perſonen jetzt ſchon ihre
Einkäufe machen können. An das Publikum ſei aber die Vitte gerichtet,
aurh daran zu denken, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihr
Weih=
nachtsfeſt in Ruhe feiern wollen. Sind ſie aber in den letzten Tagen
übeplaſtet worden, dann ſind für ſie die Feiertage keine Erholung mehr.
Darum richtet der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (G.d.A.) auch
in dieſem Jahre wiederum die Bitte an das einkaufende Publikum,
vecht=
zeitig zu kaufen und die Morgenſtunden zu benutzen.
Wandergewerbeſcheine für bas Jahr 1928. Nach § 60 der
Ge=
werbcordnung ſind Wandergewerbeſcheine nur für die Dauer des
Ka=
lenderjahres gültig, für das ſie erteilt worden ſind. Wer daher den
Gewerbebetrieb im Umherziehen im nächſten Jahre fortſetzen oder
beginnen will und in Darmſtadt wohnt, muß Antrag auf Erteilung
eines Wandergewerbeſcheins für das Jehr 1928 alsbald bei dem für
ſeine Wohnung zuſtändigen Polizeibezick ſtellen. Der Gewerbebetrieb
im Umherziehen darf nicht eher begonnen wenden, als bis der
Gewerbe=
treibende im Beſitz des Wondergewerbeſcheins iſt.
Zuwiderhandlun=
gen werden mit Geldſtrafe bis zu 150 Matk und im Unvermögensfall
mit Haft bis zu vier Wochen beſtraft.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt im Monat November 1927.
Vorgeſpro=
chen haben 15 Perſonen, davon war eine vom hier. Es erhielten:
6 Perſonen Fahrkarten nach Arbeitsſtellen oder nach dem Wohnort,
6 Perſonen Kleidungsſtücke, 1 Perſon Obdach und Verpflegung, 1
Per=
ſon Schuhreparatur und 1 Perſon Auslöſung des Gepäcks.
Wohl=
fahrtsſcheckhefte ſind im Verkehrsbureau
erhält=
lich mit folgendem Zuſatz: Mit der jetzt einſetzenden kalten und naſſen
Jahreszeit folgt für unſere arbeitſuchenden, auf der Wanderſchaft
be=
findlichen Volksgenoſſen wieder eine Zeit der Entbehrungen und
Stra=
pazen. Für Unterkunft ud Verpflegung iſt geſorgt. Dagegen fehlt
den Wanderern die zweckdienliche Vekleidung, wie Röcke, Hoſen,
Unter=
wäſche uſw., in der Hauptſache Schuhwerk. Die
Hausbettelbekämp=
fungsſtelle beim Städtiſchen Wohlfahrts= und Jugendamt hat ſtets die
Not dieſer Volksgenoſſen abzuhelfen verſucht, wo es nur irgend
mög=
lich war. Wir möchten auch dieſen Winter wieder helfen und richten
deshalb an die Eintohnerſchaft die herzliche Bitte, uns abgelegte
Klei=
dungsſtücke, Unzerwäſche, Strümpfe und Schuhe auch dieſes Jahr
wie=
der zu überlaſſen. Wir ſind gerne bereit, die Sachen abholen zu laſſen,
wenn man uns ſchriftlich oder fernmündlich (Stadtamt 600) davon
benachrichtigt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die dierunter erſcheinendm Nottyen find ansſchlieällich as Hinweife auf Hmeinen m betrachten.
in keilnem Falle irgendwie als Deſprechung oder Kritk.
— Der Neugeiſtkreis muß den angekündigten Vortrag des
Herrn Dr. med. B. Günther wegen beruflicher Ueberlaſtung des
Redners auf Freitag, den 13. Januar, verſchieben. Im Dezember
fin=
det dann kein Vortrag mehr ſtatt.
Nummer 347
Große Strafkammer.
p. Auf Berufung des Angeklagten und der Staatsanwaltſchaft wirdt
gegen den Kaufmann Willi Landau von Dornheim wegen Betrugs hom
handelt. Der Angeklagte hat in der erſten Inſtanz 10 Monate Gefänet
nis erhalten. Es handelt ſich hier um die Geſchäftsbeziehungen zu del
Eheleuten Jakob Treber in Groß=Gerau, über die wir gelegentlich du
Verhandlung vor dem Bezirksſchöffengericht am 14. Oktober ausführln.
berichtet haben. Die Beweisaufnahme wird wiederholt, diesmal bleis
die Zeugin Käte Schleidt, da ſie zugibt, daß ein Eheverſprechen m.
dem Angeklagten vorliegt, unbecidigt.
Der Staatsanwalt betont die raffinierte Ausnutzung der Ebelein
Treber durch den Verurteilten Herold, ihren in Ausſicht genommen
Geſchäftsteilhaber, Landau, habe die Briefhypothek ſich zu beſche
gewußt und ſich dabei 1500 Mark Proviſion für Geldbeſchaffung
aus=
bedingen verſtanden. Landan habe nun die Treber Eheleute veranlai
ihr Haus an Küte Schleidt um 6700 Mark zu übertragen, das eim
Wert von 9000 Mark darſtellte. Auf dieſe Art ſeien die Treber
En=
leute ihr Haus los geworden mit einem Wohnrecht für 1 Jahr
handele ſich um eine abgefeimte, abgekartete Schwindelſache. Die m
trauensſeligkeit einfacher Leute ſei in ſchwindelhafter Weiſe
ausachbenmol=
worden. Es wird eine Gefängnisſtrafe von 1 Jahr 6 Monaten bestz,
tragt. Der Verteidiger verneint ein Vorliegen von Wucher, da deſ
Requiſiten nicht gegeben ſeien. Bedauerlich ſei der ſtreng formaliſtiſü,mu
Charakter unſeres Grundbuchweſens. Die Hypothek ſei niht in Hö5 7000 Mark valutiert geweſen. Der Angeklagte habe annehm
dürfen, daß nur ein Teil der Hypothek auf ihn übergehen folle, Tn
Eheleute Treber hätten bei einer Zwangsverſteigerung nie mit einlndf
Erlöſe von 9000 Mark rechnen können. Die Treber Eheleute bnin,7ten
die Situation ausreichend überſehen und, wenn dies nicht geweſis a0
hätten ſie ſich nicht in derartige Geſchäfte einlaſſen dürfen; ſie hätn,Hu c
die Ratenzahlungen wohl nicht einhalten können. Unwahre VorſpieNo. ſtDciu!
lungen ſeien ihnen nicht gemacht worden, über den Inhalt der u .— Ach dm
kunden ſeien ſie aufgeklärt geweſen. Mildernd komme in Betract, aſ yAzeit von Le
der Angeklagte beſtrekt geweſen ſei, den Schnden wieder auszuglacht. 7 Suta ud groheh. 2
Das Urteil ändert das erſte Erkenntnis dahin ab, daß die Strt=Fyrmon esfreute R. S
auf 1 Jahr Gefängnis erhöht wird.
Eerfch Labietunge.
Der Kaufmann Ludwig Strauß von Frankfurt a. M. hat im Sos,m uf Koher, Mo. Dt.
mer d. J. auf dem Wege von Schöllenbach=Ort zum Schöllenbemngter Beiſe W Wolle.
Bahnhof ein Handwägelchen mit dem Auto überfahren und dabei nsuc 10 Mever, ”0 S
Kind ſchwer verletzt. Wir haben gelegentlich der Veuhandluug win esltrbch 14. Ve
20. Oktober d. J. vor dem Bezirksſchöffengericht ausführlich über i m4Auden wm Wele.S"
Tabeſtand berichtet. In erſter Inſtanz wurden 6 Wochen Gefänau=, uniächrn Liches i. 5e
ausgeſprochen, auf Berufung des Angeklagten erkannte das Gericht zuen hrtzewvorftand Woid”
200 Mark Geldſtrafe.
gtfit, daß die Arbeiten v0
fu wönlichſt umgehend in
Ju—m Beſchemahend die Kin=
Kieine Straffammer.
Brüfung der Kirch
p. 1. Wegen Widerſtands ſoll gegen Agenten Joh. Bickent in Frem 1714. I Aeichke. Lais
furt a. M. verhandelt werden. Der Angeklagte, der Berufung a nu ver ehmngeliſchen Ruick.
gelegt hat, iſt nicht erſchienen. Er ſoll plötzlich erkrankt ſein. Ein u— Enſichwahme Dſel.
getroffenes Telegramm vermag die Krankheit nicht glaubhaft zu machuu/= jutz gröhener ſcit.
Das Gericht verwirft die Berufung und überläßt dem Angeklagimnasutz mit einem ucheiſ
Wiedereinſetzung in den vorigen Stand zu beantragen.
er ins Schlierbach.
2. Hch. Merker in Offenbach hat ein unter Eigentumsvorbehalt I.=fiu Schliernich, Ele
kauftes Fahrrad weiterveräußert. Er iſt in erſter Inſtanz zu 3 Monot,W, ch
Gefängnis verurteilt und nimmt die eingelegte Verufung zuruck. 6 u0 S
is Jub
3. Der Joſef Nachor von Zellhauſen wollte arbeitslos un=
Aſchaffenburg fahren, um Verdienſtgelegenheit zu ſuchen. Mit einsn! 2
gewiſſen Gevfelder ging er in den Wald und hantierte da mit eium — wiche
Etier wer
entwendeten Revolver. Er achtete nicht darauf, daß noch eine Ausexktlzug ab
im Laufe ſaß, die den anderen in die linke Schulter traf, wo ſie
r=
ſitzt. Der Vorfall ereignete ſich im Mai d. J. gelegentlich eines Wa.e Sdlehlran.
gelages. Das Amtsgericht hat den Nachor wegen Diebſtahls, unbein wer, i. *
ten Waffentragens und Körperverletzung zu einer Geſantgcfänon,2‟ ment. M Me.4
ſtrafe von 5 Wochen 3 Tagen verurteilt. Der Staatsanwalt hat W Jſhren aich E.
rufung verfolgt, die auf die Anklage wegen Körperverletzung beſchrärl . ſahr weder
wird. Einen Strafantrag hat der Verletzte nicht geſtellt, ebenſoweim” Sensweiſhle L2. 2
c=
da er erſt 20 Jahre alt iſt, ſein Vater als geſetzlicher Vertreter, 24. wmſtielhar amß Jabe.
Staatsanwalt bezeichnet das Urteil des Amtsgerichts Seligenſtadt ſ.= Hrm Proſ, AI.
unhaltbar. Es ſeien Bedenken, ob vorfätzliche Körperverletzuu=s von 360hh Merid
vorliege, vorhanden, zweifellos ſei aber fahrläſſige Körperverletzuſt= der Dernlſmige
in Frage, wozu Strafantrag nötig ſei. Würde vorſätzliche Körverme., wrgen. —VomRr
letzung angenommen, ſo möge die erkannte Strafe weſentlich erhi-! en am Rreicza
Grurre. aus
Zir=
werden, im anderen Falle wäre auf Einſtellung des Verfachreus zu Ffarn Poſten verle
kennen.
rh” an heſichen La.
Das Urteil hebt das erſte Erkenmtnis auf und erkennt wegen fagn ietpenheim g. d. B.,
läſſiger Körperverletzung auf=Einſtellung des Verfahrens; wegen zweix eveſiverſammlun
Diebſtähle erkennt das Gericht auf 4 Wochen 3 Tage Gefinonis. de Vorſitzende noch
teu 9 Pfennig beträg
2ich einen ſo hohen Au
zur erreten, wird übe
Kunſinotizen.
hl. Der Bau= und 7
deder Weiſt, Künfiler eder künftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehender Gikrien eer Stadt als Nolſta
geſchieht, bebält ſich die Redaſßon ihr Urieil vas
na-zkommiſſion wird
— Union=Theater. „Swengali‟ Die unheinns Mn belaufen, wol
Figur wird in machtvoller Weiſe durch Paul Wegener verkörpert, /00 nicht
zurückzahlba=
wie das geheimnisvolle, dunkle und rätſelhafte Schickſal durch die Kcr Mzebracht würden.
lung ſchreitet, noch im Sterben ein gewaltiges Bild. Anita DacM um noch Erwer
gibk der Trilby die ganze Anmut ihrer Perſönlichkeit und weiß in n i zu können, mehr
heiteren und tragiſchen Szenen gleichertveiſe zu feſſeln. Die Regie 70 00 Mk. ſtellen n
in den Händen von G. Righelli, und das wirkungsvolle Manuſ M ren, falls es n
ſtammt von Max Glaß, der die packende Erzählung vorzüglich Em — Die Jahre
modernen Leben anpaßt und dadurck= unſerer Vorſtellung nahebring7 A0 gepruſt und
Eine fobelhafte Bildtechnik gibt dieſem etwas breiten, aber interexuſmEmmig genehn
ten Film den Charakter der Atemloſigkeit — im ganzen: Ein 75/ x Vortrag des 9
reich an dramatiſchen Szenen, formvollendet in ſeiner Geſtaltung. nS für 1928
Ratiet. — 2
A ni Rleindf
Aus den Parteien.
EA licließt die Ve=
— Nationale Arbeitervereinigung Darmſt 1k7. Mſr Etadt da
Auf unſere Samstag, den 17. Dezember, abends 8 Uhr und nachmürd d ſtitz Schim
4 Uhr, im Saale des „Rummelbräu” ſtattfindende Weihnachtsfeien 7. L—” enſchmmig genel
Kinderbeſcherung ſei hiermit nochmals hingewieſen und um pünkttrch Meſchräziſſionst
Erſcheinen gebeten. Die Feſtfolge beſteht aus Theater, Konzert, Gesi0 cu pertagt. — Das
und Geſangsvorträgen, Lebenden Bildern, Tombola und Tauz. 92des 3. Nach
Feſtrede hält der Landesvorſitzende der Partei, Herr Rechtsart g45, Schluſſe der 5
Dingeldeh, M. d. L. Saalöffnung 7.30 Uhr pünktlich. Der Eintrittcgm n in Saden der
beträgt 50 Pfg. und für Erwerbsloſe, Klein= und Sozialrentner 30 09) . Mſchuß zum Tarif
Rentiche Eitzung
Rr, 1 P, Oie
Tageskalender für Donnerstag, den 15. Dezember 1927 ſs Mſ im Tal ha
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 15 Uhr,
2 Dnr in Geilkrmn
Decherum iy
17½ Uhr: „Trilltrall und ſeine Brüder”. — Anfang 20 Uhr, Ilg
gegen 22 Uhr: „Diaghileff”. — Kleines Haus, Anfang 19½
liefer,
Ende 22 Uhr: „Im Dickicht der Städte‟. — Orpheum, Alusaein ſeier letzte
20 Uhr: „Das Blaue vom Himmel” — Konzerte: Hotel Som Bchrnctung des dau
Schloßkaffee, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen; Perkeo: Bar 7eiß wichen Betieh das
Rheingold: Geſellſchaftsabend. — Städt. Akademie für &e
Ren der
kunſt, abends 8 Uhr: Lichtbildervortrag über Richard Wagne:”
Dr. Werner Kulz. — Kinoporſtellungen: Union=, Rel/
Theater.
Der arossté Dunsch-
ist oft leicht zu erraten. Was man täglich mit neuem Behagen verwendet,
was zu Wohlbefinden und vorteilhaftem Aussehen gehört, das erfreut als
Weihnachtsgabe um so mehr. Darum steht das herrliche Haarpflegemittel
86
auf unzähligen Gabentischen. Das Beste gewinnt an Wert, wenn
liebe=
volles Verständnis es zum Geschenk darbringt.
Preis RM 2.— und 3.75
½ Liter RM 6.—. 1 Liter 10.50
Donnerstag den 15 Dezember 1922
d.Iſch f. D, 14. Dez. Autounfalk. Ein Autounfall, der
„chaſtlich ablief, ereignete ſich geſtern abend in unmittelbarer Nähe
2 Basſhrführung in der Neckarſtraße, Herr Peter Bär, Ober=Moſſau,
ahr mMſtiener Limouſine die ſteile, ra. 5 Meter hohe Böſchung hinab.
oer Bi wurde demoliert. Bär wurde herausgeſchleudert und erlitt
Sie duwen Wunder nur umbedeutende Hautabſcürfungen. — Herr
Geite 2
mier uen Leitung e8 der Verein zu einer, bei us ſelten erreichten
Höhe zuge ſanglichem Gebiet gebracht hat.
m yeifelden, 14. Dez. Die Wiederholung der Abendunterhaltung
zee hiusfa Turnvereins D. T. brachte wieder ein muſterhaft
durchge=
fhrtes hogramm und ſehr zahlreichen Beſuch. Die turneriſchen
Dar=
betugsſaben gewiß auf die Jugend ihre werbende Kraft für die ſchöne
Furneyygücht verfehlt. — Der letzte Woche in der Nähe des Etzeaner
hofs n üurgegangene Eindecker trat vorgeſtern ſeine Rückreiſe an; ſein
Geräuſtchruchte auch hier manche Neugierige auf die Straße.
Bl.8 flenbach bei Fürth, 14. Dez. Weihnachtsfeier der
schul Am Samstag, den 17. Dezember, veranſtaltet die Schule
Erlenbtai die auch von den Kindern von Linnenbach und Seidenbach
beſucht /c. im Saale des Peter Bitſch 4. ihre Weihnachtsfeicr.
Nellngotzgedichte, dreiſtimmige Lieder, Vorträge der Schülermundhar.
monikaFulle und lebende Bilder werden den Abend ausfüllen. Zum
Echlußu d noch das Beihnachtsmärchen in 5 Bildern: „Peters
Ehriſtann” aufgeführt werden.
Bac ſirſchhorn, 14. Dez. Im Erbach=Fürſtenquer Hof fand der
gemeſdeabend, der evangeliſchen Gemeinde Hirſchhorn ſtatt.
Noch ai kurzen Begrüßung durch den Ortsgeiſtlichen, Herrn Dekan
Hernbeuc trach Herr Pfarrer Marx aus Darmſtadt über ſeine Reiſe
nach Süfankreich, die er mit mehreren Freunden und Kollegen
unter=
uommer glte, um mit den dortigen Glaubensgenoſſen brüderliche
Ge=
meinſchſgfanzubohnen und zu bflegen. Die Reſſe führte an verſchiedene
biſtoriſſch uchtige Stätten, welche an die Drangſale der Hugenotten er=
imertan Pach dem Vortrag wurden lebende Bilder aus der
Advents=
ud Wlhachtszeit von der Jugend geſtellt, die von feinem Kunſtſinn
Zeugnigs legten und großen Beifall fanden. Am Anfang und Schluſſe
der Auſſirungen erfreute der ewvangeliſche Kirchenchor die Anweſenden
dunch liſſilirhe Darbietungen. Die Herren Lehrer Heberer und
Benz=
ſer brachn auf Klavier und Pioline Werke hervorragender Meiſter in
femſinwmr Weiſe zu Gehör. — Waſſerſtand des Neckars am
13. Deiſiwer 107 Meter, am 14. Dezember 1,00 Meter.
4. 16lerboch, 14. Dez. Elektriſche Beleuchtung der
girchlte Nachdem vom Heſſ. Kreisbauamt Bensheim Pläne zur
Ein=
rſchtun eltriſchen Lichtes in hieſiger evangeliſcher Kinche ausgearbeitet
und dumſirchenvorſtand vorgelegt wurden, hat dieſer numehr
Be=
ſchluß uſtißt, daß die Arbeiten von dem Inſtallationsgeſchäft Buchmann=
Lindenvel rröglichſt umgehend in Angriff genommen werden ſollen,
da=
mit bisy m Beſcherabend die Kirche in elektriſchem Lichtſchein erſtrahlen
lmn. —=rüfung der Kirchenrechnung vom
Rechnungs=
jahr 7126. In gleicher Kirchenvorſtandsſitzung wurde die
Kirchen=
rachnun er evangeliſchen Kirche Schlierbach für 1926, die acht Tage
vorher Einſichtnahme offen lag, geprüft und für richtig befunden,
und ſchlüt trotz größerer notwendig gewordener Renovierungsarbeiten
am Pf hrzaus mit einem Ueberſchuß ab. — Jubiläum des
Krie=
gervrins Schlierbach. Vor B Jahren wurde der hieſige
Kriegenwent Schlierbach, deſſen Mitglieder zum Teil auch außerhalb,
Mflin Wi ſull Glattbach, Seidenbuch, Schannenbach, Knoden, Eulsbach,
Nolmbzickund Seidenbach, wohnen, gegründet. Aus dieſem Anlaß ſoll
ſte ch ein Uelln Jubiläumsfeſt veranſtaltet werden, und zwar innerhalb des
zu ſute „Verein m. Sonntag, den 8. Januar 1928, wozu auch die
Nachbar=
ſantun bereiner beikichſt eingeladen werden, Vertreter zu entſenden. Bei
gün=
ſ. dnmſüigem „Etier werden die Gründer und Jubilare des Vereins durch
ſter m einen iſc4 zug abgeholt zum gemütlichen Zuſammenſein und Ball.
leganlz=Kommenm Sonntag, den 18. Dezember, veranſtaltet der Verein eine
en 2u Weihnchickziier, zu der auch Gäſte duuch Vereinsmitglieder eingeführt
einer Kawerdemn laen. Da die Weihnachtsfeiern des Kriegewvereins in den ver=
Stuntzu gangenen rhren auch bei Nichtmitgliedern großen Anklang fanden, darf
detnign auch diſtzch Jahr wieder mit gutem Beſuch gerechmet werden.
4nu ſersheim, 13. Dez. Villenverkauf. Das in der
Ludwig=
ien ſraße lymſttelbar am Fuße des Kirchbergs gelegene große
Villenbeſitz=
um dult hrrrn Prof. Dr. v. Oettingen iſt in der vergangenen Woche
zum Prr3 von 36 000 Reichsmark vom heſſiſchen Staak angekauft wor=
2ndr geräumigen Villa ſollen 2 bis 3 Veamtenwohnungen
ein=
chyzurden. — Vom Kreisamt Bensheim. Der ſeit mehre=
Jcczn am Kreisamt zu Bensheim wirkende Regierungsrat Dr.
ſo 0 hri- aus Zieingenberg ſtammend, wird in aller Kürze ſeinen
ſchering Boſten verlaſſen, um einer ehrenvollen Berufung als
Landes=
ſuchen u am heſſiſchen Landeskirchenamt zu Darmſtadt Folge zu leiſten.
Wü etwenheim a. b. B., 14. Dez. Deffentliche
Stadtver=
uhn virperſammlung. Vor dem Beginn der Tagesordnung
ſum 1 ½ Vorſitzende nochmals auf die Bierſteuer zu ſprechen, welche
w Akte9 Pfennig beträgt. Er geißelt dabei, daß die Wirte
darauf=
ſ aht” einen ſo hohen Aufſchlag ankündigten. In die
Tagesord=
ung ſimerreten, wird über die Kanaliſation verſchiedener Straßen
rhme. Der Bau= und Finanzausſchuß hatte beſchloſſen, verſchiedene
Eitaßa es Stadt als Notſtandsarbeiten zu kanaliſieren. Dem Antrag
FünzEommiſſion wird zugeſtimmt. Die Koſten würden ſich auf
100 0MrE belaufen, wovon 34 300 durch Staatsdarlehen, 7000 Mark
durch jen nicht zurückzahlbares Darlehen und 10 300 Mark durch die
Stadt hagebracht würden. — Ferner hat der Bau= und Finanzausſchuß
ſchlalſe, um noch Erwerbsloſe, beſonders die bereits Ausgeſteuerten,
beſchäfſtim zu können, mehrere Straßen zu pflaſtern, wobei die Koſten
ſct aun 4 000 Mk. ſtellen wuirden. Hier wird beſchloſſen, die Pflaſterung
borzurgckien, falls es möglich iſt, die nötigen Gelder als Darlehen zu
erhaltk: — Die Jahresrechnungen für 1924 und 1925 ſind von
Kom=
miſſionaa geprüft und für richtig befunden, weshalb ſie die
Verſamm=
lmg ſſtürmig genehmigt. — Auch die Wirtſchaftsrechnungen wurden
nach einn Vortrag des Beigeordneten Nupp genehmigt. — Die
Hunde=
ſeuerund für 1928 genau wie die ſtaatliche auf 12 Mark für den erſten
Gund ſtgeſetzt. — Da die Provinzialverwaltung beſchloſſen hat, die
noch juch rnit Kleinpflaſterung verſehenen Teile der Fürtherſtraße zu
blaſteken beſchließt die Verſammlung einſtimmig, die Koſten von 18 000
Marka hlche der Stadt dabei entſtehen, zu übernehmen. — Das Geſuch
des Cſwirts Fritz Schömperle um Erweiterung der
Wirtſchaftskon=
zſſion tro einſtimmig genehmigt. — D: die Frage über die Beſchaf=
Fng farr Fleiſchpräziſſionswage noch nicht ſpruchreif iſt, wird dieſe
Angelrenheit vertagt. — Das Baugeſuch des Martm Schüßler um
Dspeßsvon 8 2 des 3. Nachtrags zum Ortsbauſtatut wird ebenfalls
genehianit. Zum Schluſſe der öffentlichen Sitzung wird über ein Geſuch
der 2mütsloſen in Sachten der Holzfällerarbeit verhandelt. Man be=
ſchließ inen Zuſchuß zum Tariflohn beim Wellenmachen zu zahlen. —
eine hnuüffentliche Sitzung ſchloß ſich an.
T Pmpfen, 14. Dez. Die Ende vergangener Woche in der
Orts=
ſtraßst Wimpfen im Tal von dem Perſonenauto des Pferdehändlers
Siegran Meier, in Heilbronn, angefahrene Frau von Langen iſt im
Amn Aauaus Neckarſulm ihren ſchweren inneren Verletzungen erlegen. —
in 9 getzten Tagen lieferten die Landwirte ihren Tabak ab. Sie
er=
hultenken Durchſchnitt 52 Mk. für den Zentner. — Der Gemeinderat
genehmie in ſeiner letzten Sitzung den Umbau der Villa Orterberg
und Ere5errichtung des dazu gehörigen Grundſtücks zu einer
Kurpark=
anlaslr Zu welchem Betrieb das Anweſen verwendet werden ſoll, ſoll
erſt ien Frühjahr entſchieden werden. — Nach einſtimmigem Gemeinde=
rotshikauße errichtet die Gemeinde dem verſtorbenen Ehrenbürger Dr.
Ned. 44 Geiger ein Grabdenkmal. — Der von dem ev. Frauenverein
Nmar der Ausſchmückung des Gemeindehauſes veranſtaltete Baſar
hatech nen vollen Erfolg. Die Reineinnahmen betrugen etwa 1200 Mk.
Offenbach a. M., 12. Dez. Auf Einladung des hieſigen „
Orts=
ausſchuſſes für Jugendbewegung” ſprach Herr Schulrat
Haſſinger von der „Zentralſtelle zur Förderung der
Volksbildung und Jugendpflege” im großen Saal der
Turnhalle vor der zahlreich erſchienenen Jugend. Nach dem
gemein=
ſamen Lied „Wann wir ſchreiten” begrüßte der Leiter des
Ortsaus=
ſchuſſes, Herr Prediger Erich Schramm, die Erſchienenen und ſprach
einleitende Worte über die Ziele des Ortsausſchuſſes. Dieſer ſoll durch
die Zuſammenfaſſung der Jugendbünde aller Nichtungen nicht nur
herbeiführen die örtliche Menſchen= und Volksgemeinſchaft aller, die
guten Willens ſind, ſondern es harren ſeiner auch praktiſche
Auf=
gaben der Löſung, z. B. der Bzu eines „Hauſes der Jugend”
in Offenbach. Möge das, was den Aelteren nicht möglich war, der
Jugend dunch gemeinſames Handeln beſchieden ſein. Möge das „Haus
der Jugend” ein Symbol ſein der Ziele, der neuen Jugend. —
Dann hielt Herr Schulrat Hafſinger, von der Jugend mit
fröh=
lichem Heil begrüßt, einen groß angelegten, vorzüglich aufoebauten und
tief dunchbachten Vortrag „Jugend und Volk”. Herr Haſſinger
griff hinein in das Leben der Jugend und ſtellte nebeneinander die
Be=
siehungen der Jugend zur Familie und zum Voll, Rechte und Pflichten,
Wollen und Handeln, Gewolltes und Erreichtcs. Alles zog wie in
Licht=
bidern an unſern Augen vorüber. Nicht nur die Jungen, ſondern auch
tiele Aeltere hörten viel Neucs, das ſie bisher vielleicht kaum beach= mit einen guten Griff getan. Die Aufführung des Schauſpieles
teien und nun für ihre Pflicn halten und erfüllen werden, nicht nur
zum Heil ihrer Mitmenſchen und ihres Volkes, ſondern auch zu ihrem
eigenen Segen. — „Die Jugend iſt ſchon darum ſo glücklich, weil ſie eine
Zukunft hat‟. Dies Wort Gogol’s heißt: Jung ſein iſt deshalb
ein Glück, weil der junge Menſch immer wieder von vorn anfangen
kann; ein Irrweg braucht für ihn nichts Endgültiges zu ſein, er kann
es ſich leiſten, umzudrehen, weil er den Tag noch vor ſich hat. Alles
hat für iEn Ausſicht, ſich noch irgendwie und irgendſvann verwirk= Beifall für ſeine wohlgelungene Aufführung. Das fünfaktige Schauſpiel
lichen zu laſſen. Und das Beſondere an dieſem Glück iſt, daß es der
junge Menſch einfach hat, ob er nun darum weiß oder es einfich
un=
bewußt lebt. Meine lieben jungen Freunde, die Ennſtehung der
Jugend=
bewegung fällt in das erſte Jahrzehnt unſeres Jahrhunderts. Da finn
die Jugend an, ſich dieſes Glückes bewußt zu werden. Sie ſagte ſich,
irgendwie lege ihr dieſer glückliche Vorſprung vor den Aelteren auch die
oder jene Verpflichtug auf. Dieſe Gedanken konnten natürlich nur
dadunch entſtehen, daß in dem Zuſammenleben mit der älteren
Gene=
ration ſich immer mehr Gegenſätze auftaten zu dem, was die Jungen
wollten. Dieſe Gegenſätze, die ſich i vielen kleineren oder größeren
Zeiterſcheinungen äußerten, ſind — auf eine einfache Formel gebracht —
eben die, daß da3 Leben, wie es ging, nach und nach zu erſtarren
drohte, während die Jugend ſich nach Lebendigkeit ihrer Umwelt, nach
Leben, nach wirklichem innerlichen, gshaltvollen Loben ſehnte. — Nicht
immer waren ſich die jungen Menſchen der tiefen Zuſammenhänge dieſer
Gegenſätze bewußt. Daß es jedoch ein Kampf war und noch iſt gegen
die dingliche Ziviliſation, das beweiſen alle Beſtrobungen und
Rich=
tungen der Jugendbewegung. Ueberall ſehen wir i der
Jugendbewe=
gung das Beſtreben, die ſeeliſchen Werte über die Verſtandes= und
Sach=
werte zu ſtellen. Wir ſehen die jungen Menſchen, wie ſie durch Wan= beſſer, ſchoß man doch 63 Haſen, 11 Faoſanen und einen Fuchs. Hafen
und wahrhafter Frömmigteit erfüllen, wieder andere, die den
Beziehun=
gen zwiſchen den Geſchlechtern wieder den rechten Sinn geben wollen,
überall ſehen wir das Beſtreben, wahres Menſchentum zu
leben. Bei dieſen Betrachtungen dürfen wir jedoch auch einen andern
großen Teil der Jugend nicht überſehen, der nicht den Willen oder nicht zu übertragen. Leider hoben wir hier trotz der vielen und ſchönen
Jugend, die wohl auch im Gegenſatz ſtand zu der alten Generation,
jedoch dieſen Gegenſatz nur darin ſah, daß die Aelteren ihnen verboten,
was ſie ſelbſt taten. Dieſer Teil denkt: Wer weiß, was wir ſpäter
was ſich nur eben bietet, und das iſt z. B. rauchen, Nächte durckhtanzen,
ſich vorzeitig alt macht, weil ſie in die Welt der Aelteren
hinein=
drängt, das weiß ſie nicht, und tennoch iſt es ſo. Das iſt die
Situation unſerer heutigen Jugend. Auch die Pflege
des deutſchen Volkstums im Ausland iſt nicht ein politiſches Spielen, ſtande einſtimmig das Vertrauen ausgeſprochen. Alsdann ſchritt man zu
Sie iſt eine kulturelle Notwendigkeit. Der Minſch in der neuen Heimat
bedarf der Zufuhr geiſtiger Kräfte noch mehr, wie der Menſch in der
ſein heißt, gemeinſames Schickfal haben. Und nur
der das Gemeinſame ſeines Volkes kennt und fordert. Seid Volk, ihr
jungen Menſchen, ſeid es mit denjenigen, denen ihr zuſtimmt, und ſeid
es mit denjenigen, denen ihr zu widerſprehen und die ihr zu bekämpfen
gehen, daß es eure Pflicht iſt, eure ſtarken und uwerbrauchten Kräſte
einzuſetzen für die Geſamtheit und alles zu tun, um das Schickſal
unſeres Volkes zum Beſſeren zu wenden. Hier türmt ſich ein Werk auf,
deſſen gerechte und ſinnvolle Geſtaltung nur von der Geſamtheit, von hat die Verfolgung mittels Polizeihumde aufgenommen.
der umfaſſenden Gemeinſchaft des Volkes, gewährleiſtet werden kann.
— Und nun eine weitere Seite des Gemeinſchaftslebens: Das
Be=
rufsleben. Hat nicht auch hier die Jugend eine Sendung zu
er=
füllen?. Man darf in ſeinem Beruf nicht nur die dunklen, ſondern man
muß vor allem die lichten Seiten ſehen. Der Beruf muß als
Be=
rufung aufgefaßt werden. Es wird eben ſo viel und mit Necht von
der Freizeit der Jugend geſprochen und die Induſtrie, der
Staat, die Kirche und die Arbeitgeber ſollten ihr Möglichſtes tun, der
Jugend dieſe Freizeit zu geben. Dieſer Gedanke lag auch der großen
junge Deutſchland” am 24. Nobember zugrumde. Wir wollen
hoffen, daß dieſe Kundgebung reiche Früchte trägt. Aber wenn wir verletzungen, ſein Nad wurde erheblich beſchädigt. Der andere kam
ſie eihalten, dieſe freie Zeit der Jugend, ſo muß ſie uns wieder zu den
Gefilden hinfuhren, wo die Freude am Menſchſein ſtärker und reinen
wächſt. Wenn wir ſo die Zuſammenhänge erkengen, uns ſo der Sinn
und die Bedeutung der Gemeinſchaft im Kleinen aufgegangen iſt,
er=
halten wir auch das Verſtändnis für die große Gemeinſchaft, wie ſie
gegentritt. Mitzugeſtalten wird uns dann zur Selbſtverſtändlichkeit auf dem Prinzip des mechauiſch=biologiſchen Reinigungsverfahrens
kämpfenden Menſchheit. Dann wird unſer Leben
wieder einen Sinn haben. Dann werdet ihr, wenn ihr ſelbſt
einſt ſeßhaft gewonden, die Liebſte geholt und ein Haus euch beſtellt. Vilmvorführug im Viktoria=Fheater voraus, die Bürgermeiter Dr. Ahl
auch ſtehen und grüßen die Jugend, die ſo verbeizielt: „Glückanf
in die Welt!”
Die offenen, herzerfriſchenden Ausführungen verbanden von Beginn
bis zum Schluß den Redner mit den Zuhörern ſie, fanden bei der miniſters, Beamte der hieſigen und Friedberger Bauämter, Vertreter
lauſchenden Jugend fröhliche Zuſtimmung. Herzlicher und ſtürmiſcher
Beifall wurde dem Redner zuteil. Mit dem gemeinſamen Liede „Ade
zur guten Nach=” ſichloß der Verſammlungsleiter die ſtimmungsvoll
terlaufene Verſammlung.
— Gernsheim, 14. Dez. Wafſerſtand des Rheins am
13. Dezember —48 Zentimeter, am 14. Dezember —51 Zentimeter.
8. Lampertheim, 13. Dez. Elternabend. Eines ſehr zuten
Beſuches erfreute ſich der von der evang. Jugend veranſtaltete Abend.
Aus der Jugenobewegung. Nach einem Vortrag des unter Leitung von Bahnpraktikant Alls
ſtehen=
den Poſaunenchors begrüßte Pfarrer Dörr Eltern und Freunde der
Jugend. Er wies hierbei auf den Segen der Arbeit an derſelben hin
und betonte, daß mit dem Abend gleichzeitig die Feier einer 30jährigen
Jugendarbeit in der Gemeinde verbunden ſei. Anſchließend folgten
Gedichte, Einzelgeſang, Chorgeſänge, Darbietungen des Poſaunenchors
und ein Märchenſpiel „Die Regentrude”, ſowie ein Schauſpiel „Deutſche
Treue‟. Sämtliche hielbei mitwirkenden jugendlichen Spieler erfüllten
ihre Aufgabe mit Begeiſterung. Um die Einübung der Sticke, Geſünge
uſw. haben ſich neben Pfarrer Dörr die Lehrerin Frl. Limberger und
Lehrer Moos ſehr verdient gemacht. Zum Schluß richtete Pfarrer Dörr
an die Anweſenden die Bitte, auch ſernerhin der chriſtlichen
Jugendbe=
wegung das nötige Verſtündnis entgegenzubringen. — Ausſtellung.
Die vom Kaninchen= Geflügel= und Vogelzuchtverein am Samstag und
Sonntag in den Räumen des „Rheiniſchen Hof” veranſtaltete
Aus=
ſtellung war überaus gut beſchickt. Es lagen 475 Anmeldungen vor,
wegen Platzmangel mußten aber 100 Bewerber zurückgewieſen werden.
Alle ausgeſtellten Tiere waren Prachtexemplare. Man konnte hieraus
ſeben, daß die Züchter ſich auch ihrer Aufzabe voll und ganz bewußt ſind.
Die Ausſtellung erfreute ſich nicht nur allein gines ſtarken Beſuches durch
Einheimiſche, ſondern auch von auswärts.
Bm. Hofheim (Ried), 12. Dez. Weihnachtsfeiern. Die
Weihnachtsfeier des Krieger= und Soldatenvereins im „Kaiſerhof”
über=
traf alle Erwartungen. Der Verein hatte auch dieſes Jahr wieder den
Theaterverein „Dramatia”=Lorſch zu ſeiner Feier verpflichtet und da=
Henkersſohn und Zigeunerkind” brachte einen großen Erfolg. Jeder
Darſteller verdient warmes Lob. — Im gutbeſetzten Saale „Zum
Kaiſerhof” hielt abends der katholiſche Kirchengeſangverein. Cäcilia”
ſeine Weichnachtsfeier ab. Der Eröffnungschor „Hoch die
Weihnachts=
glocken klingen” wurde unter der bewährten Leitung von Herrn Lehrer
Brunner ſehr gut vorgetragen. Ein Schattenſpiel „Der Geiger von
Gmünd”, aufgeführt von der oberen katholiſchen Schuilklaſſe, fand reichen
Brücken” ging dank der vorzüglichen Leiſtumgen aller Mitwirkenden gut
über die Bretter. — Landwirtſchaftlicher Vortrag. Der
am Sonntag nachmittag im „Schwarzen Adler” von Herrn
Landwirt=
ſchaftslehrer Fröſch gehaltene Vortrag über „Düngungsmethoden und
Milchwirtſchaft” war für die erſchienenen Landwirte ſehr intereſſant und
lehrreich. An Hand von einwandfreien Lichtbildern erklärte der Lehrer
eingehend die richtige, erfolgbringende Kalkſtickſtoffdünung und wie vor
allem die richtige Miſchung vor ſich gehen muß. In Bezug auf
Milch=
wirtſchaft erklärte und zeigte der Redner die richtige Behandlung des
Milchviehes, Fütterung, und in erſter Linie, daß beim Melken die
drin=
gend nötige Reinlichkeit geübt werden muß. — Die erſte Mannſchaft des
hieſigen Fußballvereins konnte am Sonntag in ſehr erſatzgeſchwächter
Aufſtellung gegen die gleiche Elf des FC. Concordia Gernsheim mit
einem 2:1 Sieg ihren dritten Tabellenplatz erneut ſichern. — Die
Neu=
eröffnung des hieſigen Lichtſpieltheaters „Zum ſchwarzen Adler”
geſtal=
tete ſich zu einem anſehnlichen Erfolg des Unternehmens, und waren
alle Zuſchauer über das Gebotene ſehr zufrieden.
D. Biblis, 14. Dez. Verſchiedenes. In der letzten Woche
wurden bei einer Treibjagd i der hieſigen Gewarkung 49 Haſen und
1 Raubvogel erlegt. Bei der geſtrigen Treibjagd war das Neſultat
derungen ihre Heimat wieberfinden, andere ihr Leben mit neuer, ſtarker und ſonſtiges derartiges Wild hat durch die teilweiſe ſehr ſchlechte
Witte=
rung des Sommers fehr gelitten, und iſt die Jagd hier nicht beſonders
gut, während beim Vogelwild von einem guten Jagbjahre geſprochen
werden kann. — In der letzten Gemeinderatsſitzung wurde beſchloſſen,
das Ergebnis der Korbweiden auf der Gipfelhorſt einem Unternchmer
die Kraft aufbrachte, der drohenden Gefahr entgegenzuarbeiten; die Weiden keine Korbmacher größeren Stils, ſo daß meiſt auswärtigen
Unter=
nehmern die Ernte zugeſprochen werden muß. Des weitenen wurde die
Erhöhung der Miete für die Wohnungen im Roſenheim zurückgeſtellt.
Für das Jahr 1928 gelten bei der Hundeſteuer dieſelben Sätze wie 1927.
noch alles entbehren müſſen, darum wollen wir beizeiten mitnehmen, — Generalverſammlung. Bei Gaſtwirt Wilh. Reiling hielt
die Gemeinnützige Baugenoſſenſchaft ihre Generalverſammlung ab, die
trinken, Kartenſpiel, Kino= und Theaterheſuch uſw. Daß dieſe Jugend einen ſehr guten Beſuch aufzuweiſen hatte. Der Vorſitzende des
Auf=
ſichtsvates eröffnete die Verſammlung und erteilte dem Rechner, Herrn
Beigeordneten Kärcher, das Wort zu Punkt 1: Prüfung der Bilanz von
1926. Nachdem die Bilanz ordnungsgemäß befunden, wurde dem Vor=
Punkt 2: Neuwahl des Kaſſierers. Der ſeitherige Kaſſierer, Herr Hch.
Hanel, der ſein Amt recht gut verſah, iſt leider geſchäftlich verhindert,
Geſchloſſenheit des Kulturverbandes des bodenſtändigen Volkes. Volk die Sache weiter zu verſehen, und ſchritt man zur Neuwahl. Es wurde
mm Herr Val. Kappel einſtimmig als Kaſſierer gewählt. Zum Schluſſe
der trägt bei zur Erhaltung und zur Höherführung ſeines Volkes, ergriff der 1. Vorſitzende, Herr Hch. Reis, das Wort und legtze in kurzen
Worten das Streben und Wirken der Gemeinnützigen Baugenoſſenſchaft
klar.
z.,Groß=Gerau, 14. Dez. Einbruch in der
Ortskranken=
müſſen glaubt. Mit der Förderung eures Rechtes muß die Erkenntnis kaſſe. In der Nacht zum Dienstag haben Einbrecher m der
Orts=
krankenkaſſe eingebrochen. Sie haben den oberen Teil des Kaſſenſchrankes
abmontiert und mit einem Fahrzeug abtransportiert. In dem Schrank
befanden ſich 1000 Mark Bargeld und Geſchäftshücher. Die Gendarmerie
Bo. Ginsheim, 14. Dez. Der neue Kraftomnibus, der die
Linie Ginsheim—Biſchofsheim befährt, erfreut ſich eines guten
Zu=
ſpruchs. Beſonders die in den Opelwerken beſchäftigten hieſigen
Ar=
beiter benutzen die neue Verkehrseinrichtung recht rege. Zum
Unter=
ſtellen des Wagens wird auf dem alten Friedhofe eine Wagenhalle
ge=
baut werden.
Bo. Biſchofsheim, 14. Dez. Zuſammenſtoß. Am Dienstag abend
kam es auf der Rüſſelsheimer Chauſſee, zu einem Zuſammenſtoß zweier
Radfahrer, die trotz der eingetretenen Dunkelheit, die Räder nicht be=
Kundgebung am Schluſſe der gpoßen Ausſtellung in Berlin „D42 leuchtet hatten. Der eine, ein Arbeiter aus Manz, erlitt ſchwere
Arm=
außer einigen Schürfugen mit dem Schrechen davon.
Oberßeſſen.
v. Bab=Rauheim, 13. Dez. Inbetriebnahme der neuen
uns in Volk und Nation, im Vaterland und in der Menſchheit ent= Klärbeckenanlage. Die neue Kläubeckenanlage an der Uſa, die
Dann werden wir auch die Wege finden und gehen, beruht und mit einem Koſtenaufwand von rund 250 000 Mark im letzten
die uns im beſten Sinn hinführen zu unſerm Voll, Jahre ephgut worden iſt, wurde geſtern offiziell dem Betriehe
über=
zu unſerm Vaterland und zu der Geſamtheit der geben, nachdem in Gegenwart von ſtädtiſchen und ſtaatlichen Vertretern
die Abnahme durch die Behörden erfolgt iſt. Der Beſichtigung ging eine
mit einer Begrüßung der zahlreich erſchienenen Gäſte eröffnete. Er konnte
u. a. Provinzialdirektor Graef (Gießen), Obermedizinalrat Dr. Freſeniuz
(Darmſtadt) als Vertreter der Geſundheitsabteilung des
Innenmini=
ſteriums, Bad= und Kurdirektor v. ,Boehmer als Vertreter des
Finanz=
der Nachbarſtädte willkommen heißen. Anſchließend zeigte Stadtbaurat
Röder in einem ſehr inſtruktiven Film die Wirkungsweiſe der
biologi=
ſchen Reinigungsanlage. Die geſamte Anlage wurde als
Notſtands=
arbeit in Eiſenbeton ausgeführt. Die Projektierung und die Bauleitung
erfolgte durch das Tiefbauamt der Stadt Bad=Nauheim. Die Erd= und
Betonarbeiten führte die Firma Reuß in Friedberg, die maſchinelle
Einrihtung die hieſige Firma Imhof u. Co. aus.
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Donnerstag, den 15. Dezember 1927
Siarkenburg.
— Erzhauſen, 14. Dez. Man ſchreibt uns: Nachdem die Frage der
Aufwertung und ihre Löſung ſich geklärt hat und die ſtädtiſchen
Spar=
kaſſen mit der Umſetzung in die Tat vorangegangen ſind, hat auch die
hieſige Spar= und Leihkaſſe, G. m. u. H., beſchloſſen, dem allgemeinen
Zuge folgend, auch ihren Mitgliedern, ſoweit ſie der Kaſſe angehört
haben, die ſo ſehr gewünſchte Aufwertung den Verhältniſſen
entſpre=
chend zugute kommen zu laſſen. Seit einigen Tagen iſt ein Beamter des
Raiffeiſen=Verbandes Ludwigshafen damit beſchäftigt, die notwendigen
zeitraubenden und ſchwierigen Umrechnungen vorzunehmen. Die
Um=
rechnung wird ſo vorgenommen, wie das Geſetz es vorſchreibt für die
Inſtitute, die geſetzlich aufwerten müſſen. Auch glaubt man annehmen
zu können, daß man 12 Prozent aufwerten kann. Doch alles das kann
erſt feſtgelegt werden, wenn die aufgewerteten Hypothelen feſtgelegt ſind.
Jedenfalls iſt feſtzuſtellen, daß die Leitung der Kaſſe von dem Willen
durchdrungen iſt, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Wenn dann
jedem Sparer ein neues Sparbuch mit dem aufgewerteten Betrag
zuge=
ſtellt wird, dann ſollte man wünſchen und hoffen, daß dieſe Zahlen durch
neue Einlagen vergrößert werden. Auch ſollte man die Spargelder der
einheimiſchen Einrichtung mehr zuführen. Dem größten Teil der
Ein=
wohnerſchaft wird ſicher das Vorgehen des Vorſtandes ſehr willkommen
ſein und er wird es mit herzlichem Dank begrüßen.
J. Griesheim, 14. Dez. Auszeichnung hieſiger Geflügelzüchter.
Bei der Starkenburger Provinzial=Ausſtellung in Neu=Iſenburg wurde
auf Gold. Wyandottes Herr Kurt Schoeneweiß mit gut auf
rebhuhn=
farbige Italiener Peter Wilhelm mit gut, auf Schneeputen Herr Phil.
Müller mit ſehr gut und auf Schneeputen Herr Heinrich Avewarie mit
ſehr gut und Ehrenpreis bedacht. — Die
Generalverſamm=
lung des Kleintierzuchtvereins im „Schützenhof” war gut beſucht und
unter Leitung des Vorſitzenden Herrn Lautenſchläger verlief die
Ver=
ſammlung in anregender und muſterhafter Weſe. Dinn ſprach Herr
Lehrer Boller über Praktiſches aus der Nutzgeflügelzucht. Um eine
Geflügelzucht lohnend zu geſtalten, dazu gehören 4 Punkte: 1. Erzielung
von viel Wintereiern; 2. Aufzucht von gutem, jungem Schlachgeflügel;
3. frühzeitige Glucken; 4. die Raſſe allein tut es nicht, auch die
Kreu=
zung hat ihr Gutes. Großes Intereſſe wurde gezeigt, als der
Vor=
tragende an Beiſpielen nachwies, wie durch Fütterung von Fiſchmehl,
Garnelen, Grünzeug die Eier an Jodgehalt ſehr zunehmen, was
gun=
ſtig auf die Legetätigkeit wirkt und der Eiergenuß bei ſolchen Menſchen
heilend iſt, die an der Schülddrüſen=Krankheit (dem Knopf) leiden.
Aa. Pfungſtadt, 14. Dez. Winterbeihilfen. Wie im
ver=
gangenen Jahre, beabſichtigt man hier, auch in dieſem Winter beſondere
Die Beihilfen follen, wenn es irgend möglich ſein ſollte, nach Maßgabe
der ſtaatlihen Sätze noch vor Weihnachten zur Auszahlung gelangen. —
Die Gemeindehundeſteuer wird im kommenden Jahre nach
dem Schema von 1927 erhoben. Für jeden erſten Hund ſind 4 RM. zu
zahlen, für jeden weiteren Hund müſſen 2 RM. erhoben werden. —
Sport beim Baden. Vielfachen Wünſchen entſprechend ſoll im
hieſigen ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad ein Drei=Meter=Sprungbratt
an=
gebracht werden. Dieſe Neuerung wird von allen Waſſerſportlern aul auch die Orgel brachte unter den Künſtlerhänden des Lehrers Weber,
das wärmſte begrüßt werden. — Kleine Bauarbeiten. Auf
Grund eines Beſchluſſes des Gemeinderates ſollen die neuen Fachbal”, wie in der Begleitung es wieder an den Tag, daß ſie doch die Königiu
ten demnächſt eingefriedigt werden. Außerdem ſellen 16 Schuppen und
zwei Wohnhäuſer zur Errichtung gelangen. — Zur
Zollamts=
frage. Wie wir bereits vor kurzem melbden konnten, iſt hier die
Er=
richtung eines neuen Zollamtsgebäudes geplant, da die jetzigen
Näum=
weilig dachte man an einen eventuellen Ankauf eines anderen Gebäudes.
Von dieſem Plan iſt man jetzt wieder abgekommen. Der Gemeinderat
von Pfungſtadt hat ſich ſogar bereit erklärt, ein neues Zollamtsgebäude
zu errichten, und zwar unter der Bedimgung, daß außer den
Reichs=
oder Staatszuſchüſſen für 2 Wohnungen noch Zuſchüiſſe für eine dritte
—Nieder=Mamſtadt, 13. Dez. Am Somtag nachmittag hielt der
Turwerein (Deutſche Turnerſchaft) im neuen Saale von Fiſcher ſein
Weihnachtsturnen der Schüilerinnen, Schüler und der Kleinſten
ab. Nach Begrüßungs= und Einleitungsworten der zweiten Vorſitzenden
Häußer führte Turnerin Frau Lilly Mahr mit den Kleinſten ſchöne
Bil=
der aus der Turnſtunde vor. Es war eine Freude, die lieben Kleinen
beim Turnen und Spielon zu ſehen. Die Schülerinnen führten Reigen,
Frefübungen, Laufen und Schwebekanten und Spiele unter Leitung
von Frau Mahr auf. Unter Leitung des Jugendturnwarts Reitz
führ=
ten die Schüler prächtige Uebungen am Barren ſowie Stab= und
Frei=
übungen und Turnſpiele aus. Rheinzauber und ein lebendes Bild mit
Turnvater Jahr beſchloß die in allen Teilen gut verlaufene Veranſtal= vier Jahre ſeines Beſtehens ſo gut emtwickelt, daß er dieſes
Kou=
tung. Die Klavierbegleitung hatten Frau Mahr und der Zögling Weihnachten ſeinen Mitgliedern einen Teil ſeines Gewinnes in 9.
Ring übernommen. Zwei vom Turnverein geſtiftete Wimpel wurden eines Weihnachtsgeſchenkes ausſchütten kann.
der Schüler= und Schülerinnen=Abteilung überreicht.
— Ober Ramſtadt, 14. Dez. Zu dem am Sonntag abend, 8 Uhr,
im „Schützenhof” ſtattfindenden Theaterabend werden alle Eimvohner am kommenden Sonntag vom hieſigen ev. Mädchenverein im Saalu
aufs herzlichſte eingeladen. Zur Aufführung gelangt das oberbaheriſche Baſthauſes Zur Spitze” aufgeführt werden wird, beginnt nachmm
Vollsſtück: „Dort unten in der Mihle‟. Da die Rollen im mur um 4 Uhr für Kinder und abends acht Uhr für Erwachſene (nchi
gute Hünde verteilt ſind, ſteht ein genußreicher Abend bevor. Der Rein= 7 Uhr, wie im der letzten Nummer dieſes Blattes angegeben warſt
ertrag iſt für die Weihnachtsbeſcherung der Kriegshinterbliebenen=Kinder
beſtimmt.
Nummer 347
B. Grof Bmmtern, 14. Dz Dr Vieſſe Maifeendenno.
über 400 Mitglieder zählt, will ſeinen Mitgliedern zu Beihnm
eine angenehme Uebernaſchung und Freude in Geſtalt eines Veſwe,
geſchenles bereiten. Aus dieſem Grunde beranſtaltet die Genoſwnc
am kommenden Samstag, den 17. Dezember, abends 774 Uhr im i.
bau (Beſitzer Auguſt Pullmann 2.) chre erſte Familien= und
Weihnö=
feier. Das reichhaltige Programm enthält unter anderem das
Mänchenſpiel: „Der armen Kinder Weihnachtsmann” von e
Faber in 5 Aufzügen. Der Veronügungsausſchuß hat ſich alle nind
denkliche Mühe gegeben, um den Mütgliedern des Vereins einige g.
reiche Stunden bereiten zu dürfen. Der Verein hat ſich wühren=
Ha e
aus lrischer Butter,
Rahm und Zucker
hergestellt in Bad Schwartau
Englische Orlginalgualttät
Deutsche Arbelt
Köstlichstes Genussmittel
V.13760)
für alt und jung!
Wohnung geleiſtet werden.
— Eſchollbrücken, 14. Dez. Kommenden Sonntag hält der hieſige
Turnverein e. V. in ſeiner Turnhalle einen Nikolaus=Abend ab, der
als Familienabend gedacht iſt. Knecht Rupprecht wird allen Kleinen
ſchöne Ueberraſchumgen bereiten. Die Turnerinnen und die
Schülerin=
nen werden mit hubſchen Reigen aufwarten und den Alten die Zeit
vertreiben. Im Mittelpunkt des Abends wird eine
Weihnachtsver=
loſung ſtehen, wozu die Gewinne zum größten Toile von den
Mitglie=
dern aufgebracht wurden. Der erſte Preis jedoch, ein emaillierter
Küchenherd, iſt eine Stiftung des Herrn Fabrikanten Konzelmann, des
Inhabers der bekannten Darmſtädter Firma, Herdfabrik und
Emaillier=
werk Darmſtndt. Auch die Bronze=Plakette, die feit eimigen Wohen
unſere Turnhalle ſchmückt und das Bildnis, des Turnvaters Jahn zeigt,
iſt dem Verein von genanntem Herrn zum Geſchenk gemacht worden.
— Roßdorf, 14. Dez. Der Evangeliſche Frauenverein hatte aus
Anlaß ſeines Jahresfeſtes die Geueinbe zu einem Kirchenkonzert
eingeladen, das eine feine kirchenmuſikaliſche Darbietung von erhebender
Wirkung ward. Bach, Händel, Schubert, Cornelius Gounod waven
Wmnterbeihilfen an bedürftige Perſonen und Familien zu verteilen, die Meiſter, die zu der andächtigen und dankbaren Gemeinde redeten
aus den beſten ihrer Werke. Und die Künſtler, die ſie uns lebendig
machten, gaben dazu ihr Beſtes. Wie lieblich waren die vier
Weih=
nachtslieder von Cornelius und die „Ehre” wie das Largo von Händel,
die Fräulein Marie Koch ſang. Prüchtig waren auch die Barſtonlieder,
die Hermann Ormanns, der Künſtler und Leiter der Darmſtädter
Ge=
langsſchule, darbot. Einen Violinvirtuoſen von ſeltener Tochnik und
wunderſameme Ausdruck lernten wir in Oskar Kleinberg kennen. Und
des Organiſten der Darmſtädter Schloßkirche, i Prä= und Poſtludium
der Inſtrumente iſt. Der Frauenverein hat mit dieſom Kirchenkonzert
ein gutes Werk getan, für das ihm alle, die es hörten, danköar ſein
werden. — Sonntag, den 18. Dezember, abends 8½ Uhr,
lichkeiten nicht mehr den Bedürfniſſen des Verkehrs entſprochen. Zeit= ſindet im Saale „Zur Sonne” die diesjährige Weihnachtsfeier mit
Be=
ſcherung der hinterbliebenen Kinder der Ortsgruppe der
Kriegsbeſchä=
digten und Hinterbliebenen ſtatt, wozu jedermanm höflichſt eingeladen
iſt. Eintritt frei.
* Groß=Bieberau, 14. Dez. Gerſprenzgau des Heſſiſchen
Sängerbundes. Herr Chormeiſter Kuſchke=Lichtenberg berief eine
Gauvertreterverſammlung nach Reinheim in die Buxmannſche Wirtſchaft.
Die Verſammlung war ſtark beſucht. Herr Beigeordneter Walter=
Leng=
feld, der das auf treue Vereinsumterſtützung angewieſene Amt des erſten
Gauvorſitzenden jahrelang mit vorbildlicher Liebe und Ruhe leitete, trat
zuuick. Seine treuen Anhänger werden ihm verdiente Ehrmg bieten.
Lichtenberg durfte ſich den erſten Gauvorſitzenden in der Perſon des
er=
folgreichen und wohlbekannten Dirigenten Heun Kuſchke, der
ein=
ſtimmig gewählt wunde, buchen. Groß=Bieberau erhielt gegen mir zwei
Stimmen den 2. Vorſitzenden und Schriftführer. Herrn Gärtner
Haber=
mehl. Leider durſte Fränkiſch=Crumbach keinen Anteil an der
Vorſtands=
neubildung nehmen. Es waren nur Anweſende wählbar. Die Vertreter
betonten ſtark treueſte Mitarbeit. Am Schluß der Tagung wies Herr
Gauchormeiſter Grimm=Darmſtadt auf die zu leiſtende Arbeſt des neuen
Vorſtandes hin, die ſich zum Wohle des Geues und des Heſſiſchen
Sän=
gerbundes auswirken müſſe.
f
i0 40
— Reinheim, 14. Dez. Krippenſpiel. Das Krippenſpeh
Aan
Als Fe
pir in dieſe
— Altheim, 14. Dez. Der vom Männer=Geſangverein Altbeinth
anſtaltete Volks=Theaterabend war aufs beſte beſucht. Pünktlich „
fe in
die Veranſtaltung durch Vortran, eines Muſikſtückes am Klabial
Geigenbegleitung eröffnet. Des Sängers Gruß erſcholl von der m.
und die ernſten, der Jeßtzeit angepaßten, ermahnenden Worte desrt
Hu n
ſitzenden zur Förderung und Stärkung des deutſchen Volksliedes
ſtärkſten Wiederhall. Die Aufführung „Der Retter ſeines a91
feſſelte alle Zuhörer. Es war ein großes Stück Volksbildung, dad.
Männergeſanoverein dunch Vorführung dieſes Stückes allen
ſchichten geboten hat. Als zweiter Abſchnitt kam „Die ſpaniſche 7
auf die Bühne. Alle Mitſpieler ohne Ausnahme gaben ihr Beſt0l
Me
und ſei hier die einfache ländliche Kleidung ohne Schminke
Perücke mit der rein klingenden ländlichen Ausſprache allgew5 bezeichmet. Die Spielleitung kam auf alle Mitwirkendem
ſein und nicht wemiger der veranſtaltende Verein, der in geſonnt
Darbietung einzelner Muſikſtücke unter Leitung ſeines Bize=Diriucy
reichen Beifall erntete.
Aw. Heubach i. D., 14. Dez. Die Frage der Errichtung eines 0
mals für unſere gefallenen Krieger iſt jetzt in ein entſchrich
Stadiu getreten. Der hieſige Kriegerverein hat ſchon zu Anfam
ſes Jahres die Finanzierung des Denkmals in die Hand genom
und dank der Opferfreudigkeit der Einwohnerſchaft Heubachs
erhr=
eime Hausſammlung den ſtattlichen Betrag von über 200 Marl.7
früheren Gelegenheiten iſt außerdem eine namhafte Summe vorh f.
—Jagdabgabe. Wie unlängſt berichtet, trug ſich der jetzigesu
ter der hieſigen Gemeindejagd mit dem Gedanken, ſeinen Jagig
vertrag zu löſen. Die diesbezüglich gepflogenen Verhandlungen fiün
Moent
zu dem Ergebnis, daß die Jagd ab 1. Januar 1928 an einen Offemm
Herrn übergeht. Der ſeitherige Pächter, Herr Kaufmann Goorg 64
Frankfurt a. M., hat dem Denkmalfonds imn hochherziger Weiſe 2u
zugewieſen. — Kriegervereinsfeier. Am verfloſſenen Sant
abend hielt der Kriegerverein ſeinen diesjährigen Vereinsabemm
Die Feier verlief in ſehr gefälliger und harmoniſcher Weſſe min
gut beſucht.
Al. Höchſt i. O., 1. Dez. Der Odenwälder Radfah!
bund, Sitz Höchſt im Odenwald, hielt im Hotel „Zur Poſt” eirn
beſuchte Bundesverſammlung ab. Der Bundesvorſitzende, Herr Amm
Höchſt, begrüßte die zahlreich erſchienenen Vertreter der eim
Vereine. Für das nächſtjährige Bundesfeſt meldeten ſich die VN
Germania” Groß=Umſtadt ud „Wanderluſt” Rai=Breitenbach an. 1
hierauf vorgenommene geheime Abſtimmung ergab eine Mehrhen
Weihn
Wanderluſt” Rai=Breitenbach, woſelbſt das Feſt vorausſichtlich wo
Jum 1938 abgehalten werden ſoll. Die vom Bumdesvorſtmd
än
ſchlagemen kleinen Satzungsänderungen wurden von der
Verſamm=
genehmigt. Als Tagungsort für die Frühjahrs=Hauptverſammlum
Pfund nur
4. März 1988 wurde Michelſtadt beſtimmt. Der Radfahrervereinnd
ſtadt, welcher ſich ebenfalls um dieſe Tagung beworben hatte, wird 49
eine Budeswanderfahrt, bei der auch Dorndiel und Wald Amrs
beſucht werden ſollen, entſchädigt. Im Intereſſe einer raſchen Acß
lung der Geſchäfte bat der Vorſitzende, Korreſpondenzen des Bundesu 3
gehend zu beuntworten. Weiterhin erſuchte der Vorſitzende, für du
1. Januar 1938 erſcheinende Bundeszeitung ſchon jetzt zu werben. (h=
Einladung des Unterfränkiſchen Radfahrerbundes, Sitz Aſchaffenn4
wird intereſſenhalber Folge geleiſtet, eine evtl. Verſchmelzung mittzt
ſem Bund ſoll aber abgelehnt werden.
Aunstsa.
I. Michelſtadt, 14. Dez. Hausverkauf. Das in der Frien”
ſtraße gelegene, früher Herrn Hans Schuchmann gehörende Wohnhlu
ging durch Kauf in den Beſitz der Geſchwiſter Strauß=Micheſiat ibn. 91Ul. V16
Motorradunfall. Geſtern nachmittag ereignete ſich in der
Bri=
ſtraße ein Unfall dadurch, daß ein noch nicht ſchulpflichtiges and erſichützenstrasse
Kraftfahrer in das Motorrad lief und derart zu Fall kan, dau
eine klaffende Wunde an der Stirn davon trug. Das Kind muſte ſiy Gemälde
m ärztliche Behandlung gegeben werden, doch iſt die Verletzung
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ſchwerer Natur.
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in dieſen Jagen mit dem Jabak beſchäftigen müſſen,
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gabe erfreuen wollen. Gie UJahrſcheinlichkeit i4te
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Trittstraße.
Die Preisträger sind durch
Ein-
schreibebrief verständigt und
kön-
nen ihre Wahl in den nächsten
Tagen treffen.
Wir danken allen Teilnehmern,
deren große Zahl uns überrascht
hat, für ihr Interesse, in
Sonder-
heit den vielen, die ihren Pegasus
gesattelt hatten. — Im Uebrigen
glauben wir mit unseren Auslagen
gezeigt zu haben, daß der Kauft
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[ ← ][ ][ → ]Nuhmer 347
Mich und Ausland.
Im Rhein ertrunken.
fmz/rdwigshafen. Als zwei Mädchen
„ Altngor 18 und 20 Jahren nach einem Einkauf
in der „Ee ſich auf zwei beim Oppauer Werk der
,6.5weninduſtrie vor Anker liegende Schiffe
be=
gehen uwen, ſtieß die jüngere mit ihrem Korb an
das Gohmord an und fiel in den Rhein; ſie riß
zabei dgikere Mädchen mit. Der Vater, Kapitän
des eingschiffes, ſprang ſeiner 18jährigen Tochter
nach un Yurachte ſie an Land. Da für das andere
mädchec N aria Vohwinkel, nicht ſofort
hilfe zumötelle war, ertrank es. Die Leiche iſt
noch ninh zekandet.
Den/ /0 000=Mark=Verluſt der Stuttgarter
era ßenbahnen=A.=G. vor Gericht.
runſtuttgart. Im Stuttgarter
Wittmann=
grozeß=ſs am zweiten Verhandlungstag die
Ange=
ſegenheitr Gelder der Stuttgarter
Straßenbahnen=
uu A.=G, jtbeim Zuſammenbruch der Wittmann=Bank
einen 2 8ut von 650 000 Mark erlitten hat, zur
Verhanwirg. Die Angeklagten Bankiers Wittmann
und Wibcher, ſollen den Hauptbuchhalter Mayer der
u Aü Straßerzlinen=A.=G. durch Zuwendung von
Vor=
die My zeilen a mtiftet haben, der Wittmann=Bank
Straßen=
hahngelld zur Verfügung zu ſtellen. Mayer, der
wegen ingeſetzter Untreue durch die erſte In=
Oſtanz zu/ ben Monaten Gefängnis verurteilt
wor=
den wam, ut ſeine Berufung gegen dieſes Urteil vor
einiger n9e zurückgezogen. Er beſtreitet erneut, vom
Gutze Vorſitze zuu der Straßenbahn=A.=G. bindende Wei=
Maruch ſungen rz Abbruch der Beziehungen mit dem
Bank=
haus Wlinann bekommen zu haben. Der Vorſitzende
ſtillt deſm genüber feſt, daß nach der Weiſung des
Direktouz dr mals tatſächlich ein Abbau des Gut=
Lachmzabens ᛋ Oer Wittmann=Bank vorübergehend
er=
häng; ſolgt ſeiſe die Vernehmung der Angeklagten Wechſler
ung hm und WTſtann ergab keinerlei neue Geſichtspunkte.
frei zu die Veuth=dung geht weiter.
Der Lr=antsführter Mörder hingerichtet.
TU.ſhürnberg. Mittwoch morgen, kurz nach
½ Uhl= warde im Hofe des Nürnberger
Unter=
üuchungsrgein gniſſes der 25 Jahre alte Dienſtknecht
fmil Eſhlrnger aus Rockenbach, der am 5. April
J. die lleinſtehende 48jährige Gütlerin Möhring
z Dem mufärth überfallen und in beſtialiſcher Weiſe
ormordeſſt und beranbt hatte, durch das Fallbeil
ingenhtet.
Schivees Schadenfeuer auf dem Lande.
Lpdu le ſſel. Am hellen Tage brach in der
cheunen ds Landwirts Eiße in Weiſenhaſel
lötzlich AFu— aus und griff auch auf das
Nachbar=
ebäudey48 Landwirts Magkranz über. Die
tſchelffz Behrenu de ganzen Nachbarorte waren zur Stelle
chelfſch ünd rickrteun ihr Augenmerk beſonders auf die
An=
hne 2M ſuten, u ein Uebergreifen zu verhindern. Die
Ln9 iden gw nten Scheunen und Stallungen ſind
lian
Unßſah! s ninſgebrannt; das Vieh iſt gerettet, bis auf
fautz H. M Sch
am Freihz utbraf
das verbrannte. Die Wohnhäuſer ſind
und auch durch die Löſchung faſt ver=
-Brand ſoll infolge Kurzſchluß entſtan=
Vom Starkſtrom getötet.
IMMkaſſel. Der beim Ueberlandwerk Crum=
ſäut) Elektromonteur Kurt Althans kam
ſüge ilhläcksfalles mit der Starkſtromleitung in
jeder
Rührur ſund wurde ſofort getötet.
Wieder=
eebungäpuche waren erfolglos.
de7 Bcäf von Liverppol von Feuer bedroht.
1ü.Fſerlin. Wie die „B. Z.” aus London
neſdet, iſn der vergangenen Nacht auf dem Fluß
Aerſeh oE Liverpool der amerikaniſche Deldampfer
Zu Seminmit, mit einer Ladung von
zehntau=
ſend Zſunen Naphtha, Benzin, Oel und
an=
eren mnbaren Stoffen, geſtrandet. Dabei
Mtſtandta ei großes Leck, durch das der größte Teil
der Ladimin den Fluß lief. Außerordentliche
Vorſicht enßnahmen wurden ſofort an den mehrere
Meilen nd Fluß hinaufgelegenen Docks
unternom=
ſen, uun en Ausbruch einer großen Feuersbrunſt
verncſien. Auf den Fährbooten auf dem Fluß
burde 1uc Rauchen ſtreng unterſagt. Alle Dampfer
Ihd aurwordert worden, das geſtrandete Schiff in
ſem rlw ichſt weiten Umkreis zu umfahren.
Poli=
biübtei gwen, die herbeibeordert ſind, und die
Arkeuerwc) vatrouillieren beide Seiten des Fluſſes
ehrerekleilen hinauf ab. Mehrere Tauſend Meter
Woſſerſichluche wurden an den Ufern ausgebreitet.
Oelturkiſche Siegesdenkmal
in Angora.
idbild Kemal Paſchas in Angora
Troßen Feierlichkeiten enthüllt. Es ſtellt
den Befreier der Türkei und Gründer der
Republik in der modernen Felduniforn
als, und zwar ohne Fez, mit Mütze dar.
Der Chor der Großmütterchen im Altersheim
bereitet ſich zum Heiligen Abend vor. Gefühlvoll erklingen die mit brüchiger Stimme rührend
vorgetragenen Weihnachtslieder aus dem Munde der alten Mütterchen.
Die einzige Weichſelbrücke zwiſchen Oſtpreußen und Polen
wird abgeriſſen.
Die Weichſelbrücke bei Marienwerder=Münſterwalde
ſoll läut Bekanntmachung der polniſchen Regierung abgeriſſen werden. Sie iſt die einzige
Ver=
bindung zwiſchen Oſtpreußen und Polen über die Weichſel. Durch die Beſeitigung der wichtigen
Brücke würden die wirtſchaftlichen Verbindungen mit /Oſtpreußen ſtark leiden.
Der ſcharlachrote Nord—Süd=Expreß.
FU. Berlin. Die Mitropa hatte am Dienstag
zur Beſichtigung neuer Schlaf= und Speiſewagen
ein=
geladen, die in den nächſten Tagen als beſonderer
Schlaf= und Speiſewagenzug in den
Winterſportver=
kehr Berlin—Thur eingeſtellt werden ſollen, der nicht
nur für Deutſchland, ſondern durch eine
Zweigfüh=
rung von Amſterdam nach Frankfurt auch für
Hol=
land, England und Skandinavien, im Hinblick auf
die bevorſtehenden Olympiſchen Winterſpiele in St.
Moritz eine beſondere Bedeutung für die
internatio=
nale Repräſentanz des deutſchen Eiſenbahnverkehrs
hat. Im Gegenſatz zu dem bisherigen unauffälligen
Dunkelgrün, iſt der neue Zug in leuchtendem Rot
gehalten und mit Goldlinien abgeſetzt. Die neuen
Schlafwagen ſind auch im Innern ſehr zweckmäßig
und neuzeitlich ausgeſtattet. Sie beſitzen modern
ge=
ſtreifte Sitzbezüge aus Plüſch mit dem dazu
paſſen=
den, durch zwei Abteilungen durchgehenden Teppich,
neuzeitliche Flettner=Entlüftung nach oben; jedes
Abteil beſitzt fließendes warmes und kaltes Waſſer
und ein beſonders gebautes Sicherheitsſchloß, das
dem Schaffner nur das Oeffnen eines ſchmalen
Sprechſpaltes, nicht aber die Entriegelung der Tür
geſtattet. Jeder Wagen enthält Schlafabteile, die nach
Wahl, als erſte oder zweite Klaſſe (mit einem oder
zwei Betten) benützt werden können. Der neue
Speiſewagen iſt einfach und zweckentſprechend in ſehr
guter Holzarbeit ausgeſtattet. An die Stelle der loſen
Stühle ſind Klappſitze getreten. Der Zugang zur
Speiſewagenküche iſt von den Zugängen der
Reiſen=
den völlig getrennt worden.
Die „Emden” in Santos.
TU. Berlin. Der Schulkreuzer „Emden” iſt
am 11. Dezember in Santos (Braſilien) eingetroffen
und geht am 21. Dezember nach Rio de Janeiro in
See.
Doppeltes Todesurteil in einem Mordprozeß.
TU. Wittenberge. Vor dem Schwurgericht
in Neuruppin hatten ſich der Arbeiter Willi Peeſt
aus Guhlsdorf wegen Mordes und der Vater des
Peeſt wegen Anſtiftung zum Morde zu verantworten.
Vor Gericht ſtanden ferner die Ehefrau und die
Tochter des alten Peeſt. Dem Prozeß lag folgender
Tatbeſtand zugrunde: Der Arbeiter Walter Sünder,
der früher gemeinſam mit dem Peeſt eine Reihe
von Diebſtählen verübt hatte, unterhielt mit der
16jährigen Schweſter des Angeklagten ein
Verhält=
nis. Die Peeſts wollten ſich ſeiner jedoch gern
ent=
ledigen und verſuchten ihn zu überreden, aus
Guhls=
dorf fortzugehen. Als Sünder ſich weigerte und
außerdem mit einer Anzeige der gemeinſamen
Dieb=
ſtähle drohte, beſchloſſen die Peeſts, ihn zu ermorden.
Sie gingen gemeinſam mit Sünder zum Holzfällen
in den Wald und erſchlugen ihn dabei. Willi Peeſt
und ſein Vater wurden wegen gemeinſamen Mordes
zum Tode verurteilt, der Vater erhielt
außerdem wegen ſchwerer Kuppelei ſechs Monate
Gefängnis. Die Ehefrau Peeſts wurde wegen
Ver=
heimlichung des Mordes und wegen ſchwerer
Kuppe=
lei zu einer Geſamtſtrafe von zwei Jahren, acht
Monaten Gefängnis und die Tochter Helene wegen
Verſchweigens eines geplanten Mordes zu einem
Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt.
Ungetreue Rechtsanwälte.
Lpd. Das Große Schöffengericht befaßte ſich
mit den Malverſationen der Rechtsanwälte Dr.
Heinrich Bieber und des Notars Auguſt
Mül=
ler, die beide inzwiſchen aus dem Anwaltsſtand
ausgeſchieden ſind. Während Dr. B. ſeit Ende
No=
vember in Haft weilt, kam ſein Sozius bereits im
September in Unterſuchungshaft. M. mußte bereits
mehrfach vor Gericht erſcheinen und erhielt eine
Ge=
ſamtſtrafe von vierzehn Monaten Gefängnis. In der
letzten Verhandlung hatte ſich ergeben, daß auch Dr.
B. ſtraffällig erſchien, und der damals noch als
Zeuge gehörte Anwalt wurde alsbald in Haft
ge=
nommen. Auf Wunſch des M. aſſozierte er ſich mit
dieſem Anwalt, wobei ausgemacht wurde, daß die
Einnahmen halbiert werden ſollten. Dr. B.
be=
hauptet, daß er ſeinerzeit erſtaunt war, wie man im
Büro mit den Eingängen verfuhr, er habe aber den
geldlichen Teil Müller überlaſſen. Dem Angeklagten
wird vorgeworfen, daß er Gelder, die ein von Berlin
aus verklagter Geſchäftsmann für den Berliner
Ge=
genanwalt auf dem Büro in Gegenwart von Dr. B.
und M. einzahlte, zu Privatzwecken benutzte, und
zwar wurden 150 Mark einer Firma überſandt, die
für die Privatwohnung Dr. Biebers Möbel geliefert
hatte. Der Geſamtbetrag, der damals veruntreut
wurde, belief ſich auf etwa 1300 Mark. M. iſt in
dieſem Falle ſchon abgeurteilt. Erwähnt wird, daß
der Berliner Anwalt durch inhaltlich falſche Briefe
und Depeſchen hingehalten wurde, und daß der
Scha=
den inzwiſchen wieder gedeckt wurde. Der weiter zur
Erörterung ſtehende Fall der Untreue betraf beide
Anwälte. Ein in Frankfurt anſäſſiger Kaufmann
betrieb vor dem Kriege in London ein Geſchäft. Der
Kaufmann wurde das Opfer der engliſchen
Zwangs=
kriegsgeſetzgebung, denn das Geſchäft fiel unter
Se=
queſter. Dr. B. bemühte ſich um eine Entſchädigung,
die der Kaufmann auch mit B60 Mark überwieſen
bekam. Dann zahlte das Reich ſpäter durch eine
Großbank eine Nachentſchädigung von 13 000 Mark.
Die Nachricht von der Auszahlung traf im
Anwalts=
büro zu einer Zeit ein, als Dr. B. das Waſſer am
Hals aus Not ſtand; in die Summe teilten ſich die
beiden Anwälte und verbrauchten ſie in der
Hoff=
nung, durch einen Effektengewinn ſich wieder aus der
Patſche herausreißen zu können. Das Gericht
verur=
teilte Dr. B. zu ſieben Monaten Gefängnis, M. zu
einer Geſamtſtrafe von einem Jahr und fünf
Mo=
naten Gefängnis.
Drei Todesopfer einer ſelbſtangelegten
Gas=
leitung.
TU. Berlin. Wie ein Morgenblatt meldet,
wurden am Dienstag nachmittag im Hauſe Kleine
Markusſtraße 3 drei Perſonen tot aufgefunden. Sie
waren durch ausſtrömendes Gas aus einer
ſelbſt=
angelegten Gasleitung ums Leben gekommen. Die
Leichen wurden von der Polizei beſchlagnahmt.
Weihnachtsruhe im Luftverkehr.
TU. Berlin. Nach einer Mitteilung der
Deut=
ſchen Lufthanſa ruht von Samstag, den 24.
Dezem=
ber, bis einſchließlich Montag, den 26. Dezember, der
Luftverkehr auf allen Strecken, während am 31. Dez.
der Flugbetrieb in vollem Umfange dürchgeführt
wird.
Der rheiniſche Fakir To Kha,
ein 54jähriger Mann aus Düſſeldorf, hat in
Stutt=
gart ein bisher nur von Indern gezeigtes, ſeltenes
Experiment mit hervorragendem Gelingen
durchge=
führt. Er gab ſich ſelbſt den Befehl, 120 Stunden
lang zu ſchlafen, ließ ſich in ſeinem erſtarrten
Zu=
ſtand begraben und wurde erſt nach Ablauf von
fünf Tagen aus ſeinem Sarge gehoben. Der 200
Pfund ſchwere Fakir hat im Grabe 20 Pfund
ab=
genommen. Der Blutdruck war beim Erwachen 180,
der Puls 104. Vor der Eingrabung hat To Kha mit
langen Nadeln ſeine Wangen, Ohren und Hals
durchbohrt.
Seite 13
Ueber 100 Schweine verbrannt.
TU. Heide (Holſtein). In einem Anweſen in
Wiſchreihe brach ein Brand aus, der das Wohnhaus
und die Wirtſchaftsgebäude bis auf die Grundmauern
einäſcherte. Ueber 100 Schweine ſind in den
Flam=
men umgekommen. Auch der geſamte Heuvorrat iſt
verbrannt.
Die Erpreſſungsaffäre Weiß.
EP. Wien. Der ehemalige Chefredakteur des
ſozialiſtiſchen „Abend”, Alexander Weiß, der wegen
Erpreſſung an Camillo Caſtiglioni ſeinerzeit zu
ſieben Monaten ſchweren Kerkers verurteilt wurde,
die er zurzeit in einem Wiener Gefängnis verbüßt,
dürfte, den Blättern zufolge, zu Weihnachten vom
Bundespräſidenten begnadigt werden.
Schweres Autvunglück in der Tatra.
TU: Warſchau. In der Nähe des polniſchen
Kurorts Sakopane, in der Tatra, ſtieß auf einer
Gebirgsſtraße ein Autobus mit einem
Perſonen=
auto zuſammen, wobei fünf Perſonen ſchwer
ver=
letzt wurden. Das Perſonenauto wurde
vollſtän=
dig zertrümmert, während der Autobus ſchwer
be=
ſchädigt wurde. Nur der Geiſtesgegenwart des
Auto=
busführers iſt es zu verdanken, daß die Fahrzeuge
nicht in die Tiefe ſtürzten.
Schwere Sprengſtoffexploſion in Dorpat.
TU. Reval. In Dorpat explodierte unter
heftiger Detonation die Sprengſtoffabteilung der
Chemiſchen Fabrik Helios. Das Fabrikgebäude
wurde vollſtändig zerſtört. Sieben Arbeiter
wurden getötet und einer ſchwer verletzt. Der
Sachſchaden iſt erheblich.
Vier Börſenmakler in Brüſſel verhaftet.
TU. Brüſſel. In Brüſſel ſind vier
Börſen=
makler verhaftet worden. Das Defizit beträgt
etwa neun Millionen Franken.
Wo iſt Lindbergh?
EP. Paris. Nach einer Meldung der „
Chi=
cago Tribune” befürchtet man, daß Oberſt
Lind=
bergh auf ſeinem Fluge von Waſhington nach
Mexiko in den zwiſchen Briſtol (Tennneſſee) und
Lynchburg (Virginia) gelegenen Bergen entweder
abgeſtürzt oder notgelandet iſt. Seitdem
er Lynchburg überflogen habe, lägen keine weiteren
Nachrichten von dem Flieger aus anderen an ſeiner
Flugſtrecke gelegenen Ortſchaften vor.
Zum Unglück auf der Pariſer Untergrundbahn.
FU. Paris. Auf der Strecke der Pariſer
Un=
tergrundbahn, auf der ſich am Montag nachmittag
das Zugunglück ereignete, iſt der Verkehr erſt am
Dienstag vormittag wieder aufgenommen worden.
Der zertrümmerte Wagen iſt während der Nacht
abgeſchleppt worden. Nach Mitteilung von offizieller
Seite iſt das Unglück auf den Bruch der Lagerung
eines Rades des Wagens 1. Klaſſe zurückzuführen.
Von den zahlreichen Verletzten hat ſich ein großer
Teil in Privatpflege begeben. Den drei
Schwerver=
letzten geht es verhältnismäßig gut.
Das Dorpater Exploſionsunglück.
Dorpat. Zur Exploſion in der Chemiſchen
Fabrik Helios wird noch gemeldet, daß die
Explo=
ſion in der Abteilung für Pulververarbeitung,
ver=
mutlich durch unvorſichtiges Oeffnen einer Kiſte
Pulver erfolgte. Fünf Pulverkiſten
explo=
dierten. Die ganze Abteilung iſt in die Luft
geflogen. Die Hauptgebäude haben jedoch nur wenig
gelitten. Unter den acht Opfern befinden ſich
ſieben Frauen.
Zehn Tote bei einem Schiffszuſammenſtoß.
Rangoon. Eine Motopbarkaſſe ſtieß auf dem
Rangoon=Fluß mit einer Dampfbarkaſſe zuſammen.
Die erſtere ſank mit 17 chineſiſchen Paſſagieren.
Sieben wurden gerettet.
Geplantes Sprengſtoffverbrechen in einer Kirche.
Mexiko. Eine große Kerze, die zu Ehren
der heiligen Jungfrau in einer Kirche in Guadalupe
geſtiftet wurde, war, wie ſich kurz vor dem
Anzün=
den herausſtellte, mit einem ſtarken Sprengſtoff
gefüllt. Die in der Kirche anweſenden
Andäch=
tigen wurden durch die Entdeckung dor ſchwerem
Schaden bewahrt.
120 Stunden lebendig begraben.
Das Wunder eines Fakirs in Stuttgart.
Dounerstag den 15 Dezembei 1927
„O du fröhliche, o du ſelige‟
Seite 12
Donnerstag, den 15. Dezember 1927
Nummer 3471
Deutſche Winter=Sport=Plätze
Von Kafimir Edſchmid.
Im nordiſchen Muſeum in Stockholm, gibt es eine große
Scmmlung von Skiern. Man ſieht durch Jahrhunderte hindurch,
welche praktiſchen Zwecke und welche Vorftellungen von Eleganz
die nördlichen Skandinaven für die Vehikel hatten, ohne die ſie
ſich nicht bewegen konnten. Der Schneeſchuh mußte erfunden
wer=
den wie der Kajak und das Segel. Je nach dem Schnee, der
launenhafter als Frauen iſt, waren die Skier breit, kurz, ſpitz,
ſchmal, phantaſtiſch lang oder mittelmäßig, unten hohl oder
ge=
rieft oder glatt. Der Schnee wechſelt jeden Tag, er verändert
ſich jede halbe Stunde. Es bedarf einer langen Erfahrung, um
die richtigen Skier zu haben und ihnen Glätte oder Rauheit durch
Wachſen oder durch angeſchnallte Seehundfelle zu geben, um
auf dem Schnee abzufahren, zu ſtehen oder ſteigen zu können.
Das iſt eine große Wiſſenſchaft, um die ſich vor fünfzehn Jahren
ein paar Fanatiker kümmerten, und die heute die Mode einer
Generation geworden iſt, die in dem Sport eine große Idee
unſeres maſchinellen Zeitalters ſieht. Es iſt amüſant, zu ſehen,
daß dieſer total vergeſſene, erſt kurz wieder aufgeblühte Sport
ſchon vor dem Dreißigjährigen Kriege in Kärnten bekannt war.
Es gibt Inkunabeln, die beſtimmt darauf hinweiſen. Zweifellos
iſt das Schneeſchuhlaufen vollkommen vergeſſen worden. In den
nördlichen Ländern war das unmöglich, weil die Skier die
Ver=
kehrsvehikel waren. Es gibt Laxpengeſchichten, in denen mit
derſelben Selbſtverſtändlichkeit ſich überhaupt nur auf Skiern
bewegt wird wie bei uns auf Bürgerſteigen. In Finnland iſt es
das gleiche. Boote und Skier. Die Geographie und das Klima
einer Nation beſtimmen nicht nr das Leben, ſondern auch ſeine
Imponderabilien und Moden.
Natürlich iſt es einer der groteskeſten Witze der Schöpfung,
daß dieſelben Mittel, welche den armen Häuslern in Nordland
erlauben, nicht zu verhungern, in gewiſſen Partien der gleichen
Welt der Grund ſind, einen enormen Luxus zu entfalten oder
einen neuen Sport zu ſtarten. Wenn ſkandinaviſche Dichter wie
Jenſſen oder Didring oder der Grönländer Rasmuſſen ſchildern,
wie ein nordländiſcher Jäger tagelang auf Skiern einen Wolf
verfolgt, oder wenn der Finne Kiwi zeigt, wie ein Bauer zehn
Stunden auf Schneeſchuhen aus iſt, um etwas Heu und Mehl zu
holen, ſo iſt das ein gewiſſer Gegenſatz zu den aufs höchſte
ele=
ganten Frauen und Männern, die am Morteratſch oder am
Julierpaß, ihr Leben aufs Sriel ſetzen, des Vergnügens halber
mit der Geſchwindigkeit von Schnellzügen über die Gletſcher
zu fahren. Es iſt bekannt, daß man vor zwanzig Jahren an den
berühmteſten Ski=Orten der Welt ausgelacht worden wäre, wenn
man damals dort nur hätte überwintern wollen. Es gab nicht
die Rieſeninduſtrie der heutigen Sporthotels für den Winter,
es gab nicht einmal Heizanlagen, wie es ſie heute am Meer auch
noch nicht gibt.
Ein halbes Dutzend Jahre vor dem Krieg war Partenkirchen
ein Dorf, das, an der Zugſpitze liegend und wahe der Straße
über den Brenner, auf der Goethes Kutſche ſchon nach Italien
rollte, wohl im Sommer beſucht war, im Winter aber Zeitungen
an die Fenſter pappte. Garmiſch=Partenkirchen iſt in
Deutſch=
land heute wohl das elegarteſte Dorado für Winterſport und
verfügt über eine Anzahl berühmter Hotels. Nach dem Krieg
war es der einzige mondäne Ort. Jetzt fahren die Deutſchen viel
ſtärker nach Kloſters, Pontreſina, St. Moritz, Gſtaad, Lenzerheide,
Davos, Grindelvald, Aroſa und den vielen kleinen billigen
Orten des Oberlandes zwiſchen Bern und Montreux. Garmiſch=
Partenkirchen mit dem Rieſer= und Eibſee haben eine angenehme
Lage, entzückende Partien im Schlitten nach Klofter Ettal und
Linderhof und Oberammergau. Es liegt nah von Innsbruck,
wohin eine bezaubernde Bahn hinführt, nah den veizenden
Neſtern von Mittenwald bis Elmau und den Skiplätzen Tirols
von Lermoos bis Bärwank und bis Seefeld, wo ſchon der
Sirocco über den Brenner geht. Partenkirchen iſt mehr ein Ort,
um zu leben. Es gibt eine Bob= und Rodelbahn und gute
Uebungshänge. Zum Skilaufen iſt jedoch wenig Gelegenheit und
nicht viel Apartes. Erſt durch die Bahn auf Kreuzeck und die
Zugſpitze werden jetzt herrliche Terrains erſchloſſen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
In der Nähe liegt auch Oberammergau. Für Sportleute iſt
da aber nicht ſehr viel zu finden. Eher ſchon in Oberſtdorf, wo
allerdings nicht der Clanz Partenkirchens zu Hauſe iſt, aber
immerhin mehr Sport und beſſere Tourenmöglichkeit. Im
Oden=
wald, im Speſſart iſt wenig Gelegenheit, weil das Terrain zu
tief iſt. Der nördliche Schwarzwald und der Taunus taugen
auch nicht viel. In der Eifel und Rhön ſind vorzügliche
Gelegen=
heiten zum Abfahren, aber ohne große Bequemlichkeiten in bezug
auf Hotels und geſellſchaftliche Dinge. „Nur” Sport iſt Sache der
Fanatiker. Der geſellſchaftliche Reiz gerade der Geſelligkeit in
Sporthotels iſt enorm, und Orte wie St. Moritz, wo um die
Touren herum der Karneval einer phantaſtiſchen internationalen
Geſelligkeit tobt, ſind in Deutſchland nicht zu finden. Die
Ber=
liner fahren gern nach Oberhof, wo ausgezeichnete und elegante
Hotels und ſchöne Sportgelegenheiten ſind. Die weſtlichen
Deut=
ſchen kennen Rieſen= und Erzgebirge wenig. An der böhmiſchen
Grenze liegt Oberwieſenthal mit dem ſchönen „Sporthotel”, eine
Gelegenheit zu glänzenden Sxortpartien und ein originelles
Ge=
lände mit guter Geſellſchaft. Man erreicht es über Dresden. Im
Rieſengebirge ſind die Bauden von großer Originalität, jene
hochgelegenen Hütten, wie man ſie auch in Vorarlberg findet,
mit der Atmoſphäre der Dramen Karl Hauptmanns, deſſen
Hei=
mat Schreiberhau auch beliebt iſt. In Oeſterreich gibt es
zahl=
loſe kleine Sportplätze für die Kenner. Sehr elegant und ſchön
iſt Kitzbühl mit großen internationalen Hotels und zahlloſen
Tourenmöglichkeiten. St. Anton im Arlberg iſt der Mittelpunkt
aller Beſtrebungen und Touren, die auf Hannes Schneider
zu=
rückgehen, ein Ort voll Sportgeiſt, von dem ein neuer Stil und
eine neue Sprungtechnik ausgegangen iſt.
Ich kenne die Skiplätze Europas von Lappland bis Chateau
d’Oeux, aber meine Liebe iſt der ſüdliche Schwarzwald. Ich kenne
die Sonnen aller Winter, aber ich liebe am meiſten die des
Feld=
bergs. Der Feldbergerhof iſt ein glänzendes Hotel, und man iſt
etwa 1500 Meter hoch in der Lage, vom Hotel aus dreißig
ver=
ſchiedene Touren zu machen. Der Schwarzwald iſt das deutſcheſte
Gebirge und im Winter ein Märchengarten von Rauhreif.
Da=
bei iſt man immer „oben” und ſchwingt zwiſchen Himmel und
Rheinebene mit wundervollen Blicken. Von Freiburg iſt man
n drei Stunden auf dem Feldberg mit der Schwarzwaldbahn.
Ueber das Gebiet des Winterſports empfehle ich die Bücher von
Luther und beſonders diejenigen von Henri Hoek, der darüber
ausgezeichnete Aphor’smen geſchrieben hat. Hoek, halb
Hollän=
der, halb Engländer, aber Deutſcher geworden und deutſch
ſchrei=
bend, iſt ein Gründer des erſten engliſchen Skiklubs und das
Muſterbeiſpiel eines jener Männer, die ſportlich und
geſellſchaft=
lich repräſentativ für den Winterſport ſind. Das präziſeſte und
modernſte Buch über den Skilauf iſt von Hannes Schneider. Das
befte Buch über das Skiſpringen iſt von Dr. Baader, dem großen
Springkünſtler, und von dem Tiroler Schweeberger, dem
popu=
lären „Schneefloh”.
Donuerstag, 15. Dezember. 15.30: Ak. Hering: Das Nucd
16.30: Konz. des Hausorch.: Alte Operetten. Strauß: Ond
„Prinz Methuſalem”. — Genee: „Annen=Walzer” aus „Manorm
Millöcker: Potp. aus „Der Feldprediger” — v. Suppe: Du d
zu „Fatinitza” — Strauß: „Tauſend und eine Nacht”. Walzho=
aus „Indigo”. — Suppe: Potp. aus „Boccaccio”. — Millöciltz. U
Hochlandsklänge, Marſch aus Das Sonntagskind. o 17.45. n
Leſeſtunde. O 18.15: Vereinsnachr. 18.30: Kaſſel: Vortrad
19.30: Wirtſchaftsmeldungen. 2 19.35: Aus der Dreitöniont 1
kirche: Orgel= und Chorkonzert. Mitw.: Org. Eduard Gelbart.
Chorleit.: Cäcilie Geis. Anſchl.: Kaſſel: Rezitationsſtunde. Darguch
Opern=Abend. Ferner: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Donnerstag, 15. Dezbr. 12.30: Schallplattenkomzert. 181.
Konzert. Einl.: Hans Hofele. O 18.15: Stuttgart: Frau
Kronon=
berger: Das moderne Bilderbuch. Freiburg: Anton Myrm.,
lieſt aus eigenen Schriften. O 18.45: Ueber menſchliche Blri”.
gruppen und ihre Bedeutung in der Medizi. O 19.15: Prof. m)5
Nagel: Engliſche Muſik zur Zeit Shakeſpeares. O 20: Mozart=Abenw
Walter Rehberg mit Kammerorch. Mitw.: Hilde Häuſer, EMf er
Herold. Konzert Es=Dur. — Sonate B=Dur. — Variationen 955e A=
„Unſer dummer Pöbel meint” aus Glucks „Pilgrime von Mekfall w
— Konzert für drei Klaviere mit Orch. Anſchl.: Wunſchabenn ſt4A
Leit.: Struve. 12 Darbietungen
Ar.
Berlin.
Dr. Bollmann: Die Sportſchau des Monats. 16: H. Ralalt.
Das Buch. In der Werkſtatt eines Verlages. O 16.30: Bach. VK.
ludium und Fuge C=moll und E=moll. P. Schmidt (Orgell. eI!.-
Beethoven: Sonate für Klavier (Appaſſionata). Karol Sreinn
O 17.30: Violinvorträge. Reger: Sonate für Violine allein, Adtk
— Suk: Vier Stücke. Konzertm. van den Berg (Violine)
Flügel: Seidler=Winkler. — Danach: Unterhaltungsmuſik
Kapelle Rooſz. 19.05: Eſperanto. Poſtrat Behrendt: ZGhNS‟
Geburtstage Zamenhofs, des Begründers der Eſperantoſprau!"
O 19.30: Geh. Reg.=Rat Prof. Booſt: Eiſenbeton im Tief= unm
Hochbau. O 19.55: Einf. in das Sendeſpiel am 16. Dez. o 2zuvert
Prof. Dr. Bonn: Der Londoner Zahlungsplan und die ſogenonn c—l
Erfüllungspolitik. O 20.50: Stunde der Lebenden. Einl. Wonmrit.
Prof. Weißmann. Petyrei: Nächtlicher Zug. Ercentric. Wurſir”e gwuvgl: Grſchichte der ite
prater. — Hauer: Aus den Hölderlin=Liedern. Der gute Glauukgnes 1.Bd. Das 14.
Vanini. — Piſk: Aus: Geſänge eines fahrenden Spielmann
it. Verlag R. Pper
So ich traurig bin. Drittes Lied des Zwerges. — Webern: Win”
Stücke. — Großz: Lieder an die Geliebte. Nach Worten / v Ksmird keinem in dei eil
Dſchenab Schehabbüdin Bey. Du allein. Schickſal. Wenn ich num diſer ita
Dichter wäre. — Das Singen deines Mundes. — Und doch, „rrn”
Weigl: Aus der Sonate für Violine und Klavier. — Anſchii ſkhine
Tagesnachr. O 22.30: Funk=Tanzſtunde. Gel. von W. Carlos. „Frahrftli
Anſchl.: Tanzmuſik (Hoffmann).
Husr
Stettin. 20.30: Für die Kinderſtube. Mannfred: Kinddle zü.ſe
lieder=Potp. — Humperdinck: Wiegenlied. — Clutſam: Neggrehüiren
wiegenlied. — Reger: Mariä Wiegenlied. Joh. Buchheim vums ur der g
Stadt=Theater Stettin (Sopran). — Gretſchaninow: Wiegenliill, Hlnmt der
— Koſakiſches Wiegenlied ruſſ. Volksweiſe. — Brahms: Wiegenlitill. 5ſaen Kur
Mily Petrikowski vom Stadt=Theater Stettin (Alt). — Reine2 ferütz
Schneewittchen. Ein Serenädchen. Tanzlied. — Strauß: Beiik-,=
Birnbaumſchütteln. — Blech: Goldhähnchen. — Humperdinck: Fauk. 51.
aus der Oper Hänſel und Gretel. — Frank: Prinz Siſi und 1.
Frau Mama. Mein Schweſterlein zieh ich. Drei ſüße kleiim!
auus dem Kapitel „Die
Donnerstag, 15. Dez. 12.30: Für den Landwirt. o 15:3
Dirnen. — Humperdinck:
Ein Männlein ſteht im Walde, aus .
groß
at der A
Hänſel und Gretel. Suſe liebe Suſe. Knuſperwalzer. Abendſegek rAsardt !.
di
— Noack: Heinzelmännchens Wachtparade. Kapelle Heinz Fuchtu
in der
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[ ← ][ ][ → ]
Näurner 6
R
Darmſtädter Tagblati / Heſſiſche Neueſie Nachrichten
15. Dezember 1927
2euKunft und Kunftgeſchichte und von Künſtlern.
aw.½. Neuß (Profeſſor der Theologie an der Univerſität Bonn): Die
154 der alten Chriſten. Verlegt bei Benno Filſer=Augsburg 1928.
auch zwei Vorzüge muß ſich heute ein kunſtgeſchichtliches Buch
aus=
zeiuchu, wenn ſein Autor erwartet, daß es ſich über den engen Kreis
dev zlforſcher hinaus eine größere Leſegemeinde erobern ſoll.
Kunſt=
gef=otliche Bücher mit ſolcher Anwartſchaft müſſen lesbar geſchrieben
un digleich auf einem ſiher unterbauten wiſſenſchaftlichen Fundament
ſtehizeu das nicht allzu offen zutagetritt. Das Buch von Prof. Neuß
Düſanſt der alten Chriſten” beſitzt in hohem Maß dieſe Vorzüge.
Bühſg über altchriſtliche Kunſt ſind in den letzten Jahrzehnten mehrere
erſichtat, aber dieſe Darſtellungen von Fr. X. Kraus, O. Wulff und
vorxydel dürften kaum über einen fachwiſſenſchaftlichen
Seminar=
gehuch hinausgreifen. Prof. Neuß hat den erſten und geglückten
Verzy gemacht, die Kunſt der alten Chriſten in ſich und im ihrem
Zwſtamenhang mit der Kunſt ihrer Mitwelt nach Inhalt und Form,
Geßgurd Geſtalt dem Chriſtenmenſchen von heute nahezubringen.
Schzudas erſte einführende Kavitel „Der Weg zur kunſtgeſchichtlichen
Wichtzung der altchriſtlichen Denkmäler” von der entſcheidenden
Eni=
dechtw der altchriſtlichen „Roma ſotterranea”, bei dem Einſturz des
Boßdez einer Vigna am der Via Salaria am 31. Mai 1578 bis zu dem
graße grundlegenden Werk von Giovanni Battiſta de Roſſi über
alt=
chrifye Kunſt gibt auf der Grundlage einer erfriſchenden, kritiſchen
Wühtyung der nachmittelalterlichen Aeſthetik einen jeden Leſer
feſſeln=
denulberblick über die Etappen der altchriſtlichen Kunſtforſchung und
hreröifreiung aus den Banden einer nur literariſchen „altchriſtlichen
Avſtogie‟. In der gerechten Würdigung aller Strömungen, die zur
Syfzutſe der althriſtlichen Kunſt geführt haben, der helleniſtiſch=antiken
wier r orientaliſch unantiken, ſteht der Verfaſſer auf hoher
über=
ſchauiher Warte. Um den Text nicht zu belaſten, wurden in einem
beſynnen Anhang alle Problemſtellungen berührt. Auch das nicht
unmorige Format des Buches iſt inſofern ein glückliches, als auf 92,
teileue farbigen Tafeln ein mit dem Text in imiger Vewbindung
ſtehwns Lichtbildermaterial in würdigem Maßſtab vor dem Leſer
aus=
gebugeet wird. Das Buch von Neuß gehört unter die ſeldenen
Stan=
danchris vorbildlicher populär=wiſſenſchaftlicher kunſtgeſchichtlicher
Litaaur, und in die Hände deutſcher Chriſten jeder Konfeſſion.
M. Lorak: Geſchichte der italieniſchen Kunſt im Zeitalter der
Renaif=
ſo m. 1. Bd. Das 14. und 15. Jahrhundert. 2. Bd. Das 16. Jahr=
Hmek. Verlag R. Piper und Co., München 1927.
Ewird keinem in den Sinn kommen, zu behaupten, daß mit dem
Er=
ſche u dieſer italieniſchen Kunſtgeſchichte von Dvorak Burckhardts
Cillene” und Wöllflins „Klaſſiſche Kunſt” nun überflüſſig ſeien; aber
es ſſtane Frage, daß uns erſt mit dieſen zwei Bänden die modern
wiſſſenchaftliche Geſhichte der Kunſt der italieniſchen Renaiſſance in
deurſer Sprache geſchenkt wurde. Dvoraks nun vorliegende „Geſchichte
der rüirniſchen Kunſt” reiht ſich würdig an ſeiner letzten im Jahre 1918
erſätztieren geiſteswiſſenſchaftlichen Arbeit „Idealismus und
Naturalis=
musm i der gotiſchen Skulptur und Malerei”, neben Worringers „
Form=
prolzat der Gothik” am tiefſten gehenden Strukturerforſchung der
gotinin Kunſt. So iſt denn auch Dvoraks poſthume „Geſchühte der
italueſesen Kuuſt” nicht nur eine zeitliche Ausbreitung der
Form=
charnku, der italieniſchen Renaiſſance, ſondern zugleich auch Lotung
in juſteg iſtige Tiefe jener Zeit, deren elementarer künſtleriſcher Drang
ſich ſz s herrlichem Blühen entfaltete. Nur der eine fundamentale
Satzu at dem Kapitel „Die Patres der Renaiſſance” im 1. Bö. S. 59
ſcho zurider Weltanſchauung der Gotik vollzogen iſt, ſondern die
Ent=
deckuch ger materiellen Geſetzmäßigkeit und der objektiven Kauſalität
ale 4 wwichtigſten Aufgabe in der Beobachtung der Körper ihrer
Funzſtyn und ihres räumlichen Zuſammenhanges” möge als Beiſpiel
für uſche, über Burckhardt und andere hinausgehende Tiefenlotung
ana yzuſt ſein. Dvoraks „Geſchichte der italieniſchen Kunſt” iſt ein von
ſeinunsFülergemeinde beſorgter Druck der letzten Vorleſungsceihe des
Uzu/ zc) verſtorbenen großen Forſchers aus den Winterſemeſtern
MSi 2. Das für dieſe Vorleſungen genau ausgearbeitete
Manu=
ſtigt vrrde in ſeinem Nachlaß gefunden. Stenogramme dieſer
Vor=
leſuwgn wurden berückſichtigt. Ergänzungen aus früheren Vorleſungen
ſbem itz=am und die Entſtehung des Barocks eingereiht. Die den zwei
Bäufche beigegebenen Abbildungen bieten eine befriedigende Auswahl
ausaſr Lichtbildern, welche die Vorleſungen begleiteten. Im erſten
Zaucch urden die Meiſter der Frührenaiſſance behandelt, aber auch noch
Liontuo, der aus Verrochios Werkſtatt hervorging und die italieniſche
Kur)n, ein neues Fahrwaſſer lenkte. Seine wiſſenſchaftliche und
lim riſtiſche Auseinanderſetzung „mit dem Univerſum im Licht
ſubiel=
tiver, irEenntnis einerſeits, mit der geiſtigen Perſönlichkeit
andever=
ſeitz edeutet das Aufriegeln einer neuen geiſtigen und künſtleriſchen
Betuntung der Welt im Zeitalter der Renaiſſance. Aber ſchon war zu
derhn Zeit, als die naturaliſtiſche Kunſt Lionardos ihren Höhepunkt
errach, der „formale Idealismus” aufgekommen; er übernahm die
Fülling dieſer Hochrenaiſſance, um ſich im Spätſtil Michclangelos zur
volleg Köhe des Barocks zu entfalten. Von Michelangelos „Jüngſtem
Geuach an wird die ganze italieniſche Kunſt mibelangelesk, von „einer
nie beweſenen geiſtigen Pathetik” erfüllt. Nr. das Problem der
Fonm drs in der Hochrenaiſſance in der Ibealiſierung der Natur
gpFA), wie ſie Raffael vertritt, wie ſie den Jugendwerken
Michelange=
los 7n) die Richtung gab, wird nun als höchſtes Geſetz maßgebend „die
bilE U. Geſtaltung des fubjektiven künſtleriſchen Erlebniſſes‟. Dieſen
Vech er von Naffael über Michelangelo zu dem großen Tintoretto
füihis urhallt von dem Feldgeſchrei: hier Raffael, Antike, Tizian —
dorm Lichelangelo und Tintoxetto, gehen wir unter Führung Dvoraks
im giten Band ſeiner. „Beſchichte der italieniſchen Kunſt” in einer
Spimmg, wie ſie nur ſtärkſtes künſtleriſches und geiſtiges Nacherleben
dieß a Hoche von weltgeſkücktlicher Bedeutung zu wecken vermag. Und
S üſline Ueberhebung, wenn der Verlag N. Piver und Co.=München,
deu ir die Herausgabe dieſer dramatiſch geſtalteten, dieſer beſten
GeKhe der italieniſchen Kunſt” in deutſcher Sprache verdanken, in
ſein rAnzeige ſchreibt, daß nach dieſer Geſ hichte der italieniſchen Kunſt
allb geiſen werden, die „ſich wit dieſen überragenden Epoche der
bil=
dent Kunſt beſchäftigen wollen.
AdchfFulner: „Kunſtgeſchichte des Möbels”. Propyläen=Verlag,
Bſan.
gab bisher keine zuſammenfaſſende moderne Geſchichte des
Nölk. Zwar exiſtieren Teildarſtellungen, aber niemand hat es in
den ſtem Jahrzehnten gewagt, ein Geſamtbild zu geben. Das
vor=
ec,R Werk von Feulner, dem Direktor des Münchener Reſidenz=
Mu xns, wird daber ſeinen Platz in der reichen Möbelliteratur ein=
Ney als ein unentbehrliches Standardwerk, da es im Rahmen eines
eingich ſtattlichen Bandes ein Kompendium darbietet, das eine
abge=
kumct und einheitlihe Zuſammenfaſſung unſerer heutigen Kenntniſſe
ADeE 2cs Buch iſt ſehr reich illuſtriert. 500 Abbildungen zeigen die
Gic an, wertvollſten und markanteſten Beiſpiele der verſchiedenen
Möchtat tungen der Länder Europas in den einzelnen Stilepochen vom
Mekelter bis etun zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dennoch iſt das
Dihin bloßer Bilderatlas, ſondern hat ſeine eigene Note und ſeinen
bei Arear Wert in dem umfangreichen und ausführlichen Text. Der
Dehter, der Sammler, der Hausfreund, der Muſeumsfachmann, der
u Murd Antiquitätenhändler, der Innenarchitekt, der
Kunſthandwer=
er” Möbelfabrikant, ſie alle werden in dieſom Buch Aufklärung
imibelchrung finden, die ſie an anderer Stelle vielleicht vergeblich
ſe R So alſo wird das Buch ein Handbuch der Möbelkunde ſein für
Meßk aus Neigung oder Beruf an dieſem ſchöuen und vielgeſtaltigen
e der Kunſt und des Gewerbes in irgend einer Weiſe intereſſiert
ſintig
Si Tbolf Platz: „Die Baukunſt der neu ſten Zeit”. Propyläen=
Gy Berlin.
* Architektur der Gegenwart iſt dieſer Band gewidmet, jenem
eSh, wirklichen „Sitl” in der Entwicklungsgeſchice, der aus einer
Se Thſcerung von Ingenieurbau und Naumkunſt im letzten Jahr=
Sp Rla5 19. Jahrhunderts aufkeimt und mit Kraft und Folgerichtigkeit
eireitct. Einheitlicher und geſchloſſener als die Malerei und
herei geht dieſe moderne Baukunſt ihren Weg, verlüſiert da und
D Die alles Neue, um ſo freudiger legrüßt und anerkannt von
vor=
oſen Gegenwartsmenſchen. Aber was ſind die Abſichten und
ur allem, zuas ſind die Taten und die bisherigen Leiſtungen die=
Me: Architektengeneration?. Gufrad Adolf Platz hat als der erſte
dieſer Moderne in ſeinem Buch das Werden und Wachſen
den Bewegung in der Baukunſt geſchildart, eine Fülle von
Be=
uIs allen Gebieten der Architektur zuſammengeſtellt und Sinn
Mar Einheit imn der Vieffältigkeit der Erſcheinungen aufgezeigt.
Weit über 100 Architekten mit ihren Schöpfungen ſind in den 540 Ab= Der gefangene Pfarrer. Eine geſchichtliche Erzählung aus der Zeit des
Ausſtellungsbauten, Muſeen, Theater, Schulen, Kirchen, Wohnkäuſer, buchdruckerei, Abteilung Buhverlag.
Villen, Landhäuſer, Siedlungen, Innenräume, Brücken, Hallen, Bahn= Die erſte und zweite Auflage waren in wenigen Wochen vergriffen,
tektur unſerer Zeit.
R. Piper u. Co., München. In Halbleinen 18.— Mk.
Um ſo wichtiger ſind dadurch ſeine Zeichnungen geworden. Visher fehlte und für jeden jungen Menſchen als ſchönſtes Geſchenk.
eine Zuſammenſtellung ſeiner ſchönſten Blätter. Die als Leonardo= und
ein glänzendes Material zuſammengetragen.
H. Maer=Heuſer, Vertraute Stunden mit Thoma. Mit 16 teils
erſt=
mals veröffentlichten Bildern Thomas. Rotapfel=VVerlag, Zürich und
Leipzig. Gebunden 5,20 Mk.
um mancherlei Dinge, irdiſche und unirdiſche, ſeine Gedanken ſpann.
Wo immer es angeht, läßt ſie dem alten Manne das eigene Wort, jene eine neue Weſensſchau Friedrichs, den anderen Leſern iſt ſie ein Weg
auch anderen viel bedeuten müſſe. Noch unter ſeinen Augen hat ſie
alles aufgeſchrieben.
Aus Moritz v. Schwindt’s Füllhorn. Ueber 100 ſeiner ſchönſten Bilder
mit Porträt und Biographie des Malers ſowie verbindendem Text Guſtav Freytag, Bilder aus der deutſchen Vergangenheit. Einzig
doku=
anſtalt Peter Luhn G. m. b. H., Barmen.
Die Litergtur über unſern Moritz v. Schwind iſt eine ſo ungeheure,
Meiſters und ſeiner einzigartigen Stellung im deutſchen Kunſtleben zahlreichen glänzenden Urteile der deutſchen Preſſe, die von dieſer
entſpricht. An Biographien, Briefſammlungen, Bildermappen exiſtiert
alles nur Wünſchenswerte und in jedem beliebigen Umfang. Und doch
bleiſbt da überall für den, der ein klares Bild von dieſer höchſt mevk=
Schwächen, daß er eigentlich aus freien Stücken kaum je einen Stoff, dem auch gegen bequeme Ratrnzahlungen bei joder Reiſe= und
Verſand=
anging, der ihm nicht aus deutſcher Quelle zufloß, das iſt gerade
heute ein Grund mehr, eine ſolche Publikation zu wagen, heute, wo die
Feinde innen und außen auch daran gehen, uns unſeve deutſchen
Geiſtes=
güter zu rauben, ſie mindeſtens im Werte zu verkleinern und
verächt=
lich zu machen.
Wilhelm Repſold, Don Quijote. 2 Oitographien im Originalgröße nach ſinniger Darſtellung. Es iſt eine grundlegende Arbeit, die Aufſehen
ming und C. T. Wiskott, A.=G., Berlin W. 50.
„The Studio” ſchreibt u. a.: Im Gegenſatz zu den meiſten
ſoge=
nannten Silhouetten ſind die Wilhelm Repſolds nicht nachträglich
ge=
ſchwärzte Zeichnungen, ſondern nach der alten Methode unmittelbar, die Grundzüge der romantiſchen Denkform und im 3. ihr Ausdruck und
mit der Schere ausgeſchnitten. Es war ſeine Abſicht, zu zeigen, daß es ihre Darſtellung geſchildert.
in dieſer Technik gut möglich iſt, einen bildmäßigen, plaſtiſchen Eindruck
mit Bewegung und Perſpeltive zu geben. Seine Blumen ſchnitt er
nach der Natur. Es iſt ſelbſwverſtändlich, daß nicht alle Blumen
gleich=
mäßig für dieſe Technik geeignet ſind, ſondern hauptſächlich ſolche, bei
denen die Farben weniger weſentlich ſind als die ſchöne und elegante
Form.
Meiſterwerke der Malerei. Vierfarbige Kunſtblätter. Jedes Blatt
2,50 Mk.
Unter dieſem Titel gibt der Verlag Knorr u. Hirth G. m. b. H.,
München eine Sammlung von Neprodukuonen im Vierfarbendruck
heraus, die breits auf 126 Bilder angewachſen iſt. Neben einer Reihe
von Werken alter Künſtler wurde eine große Anzahl Meiſterſchöpfungen
unſerer Malerpoeten Anſelm Feuerbach, Moritz von Schwind und Karl
Spitzweg aufgenommen. Der Vierfarbendruck, um deſſen Entwicklung
ſich der genannte Verlag ein bleibendes Verdienſt erwonrben hat,
er=
möglicht eine nahezu vollkommen farbengetreue Wiedergabe der
Origi=
nalgemälde.
Das beste Geschenk für lode Gelegenhelt
Ist eine Originalradlerung oder ein
OrUOK
Radierungen von 3.—, Reichsdrucke schon
von 75 Pfg. an in reicher Auswahl vorrätig
(19312a
bei
Heinrich Schroth, vorm. Karl Buchner
Hofbuchhandlung
Rheinstraße 15
Prinzeſſin Anna von Preußen, Landgräfin von Heſſen. Ihr Weg zur
katholiſchen Kirche. Von P. Du. Kamſtran Romeis, Franziskaner).
Verlag Herder, Freiburg.
Der Verfaſſer bietet hier dem Leſer ein reizvolles Lebensbild in
anſprahender, zeitgeſchichtlicher Umrahmung, voll Licht und Schatten
des wandelbaren Schickſals, ſorgfältig und lebenswahr gezeichnet auf
den Goldgrund der Tatſachen, anmutreich umrankt vom Immergrim
bibliſcher Gedanken. — Ein deutſches Frauenleben wird da beſchrieben,
das reich iſt an Inhalt und denkwürdig für die Mit= und Nachwwelt, das
unſern Volksgenoſſen mit echt deutſchem Weſen und warmem
vaterlän=
diſchen Empfinden zu Herzen ſprechen muß.
Das Leben Cäſar Borgias. Von Raffgel Sabatini. Mit 17
Abbildun=
gen. Oktavformat. In Leinen 10.50 Mk. Verlag von Julius
Hoff=
mann, Stuttgart.
„Keine Heiligen und auch keine Teufel” will Sabatini beſchwören,
wenn er das Problem der Vorgia mit all ſeinen menſchlichen
Abgrün=
den von neuem vor uns entrollt. Sein Ziel iſt: Gerechtigkeit auuch für
Wrlunz. Muntig rift er ute den Schichſchrehern eiter und Feuese
Zeit ſellſt einem Gregorovius und Jakob Burckhardt entgegen, indem
er bis auf die letzen Quellen zurückgräft und nur das als erwieſen
gelten läßt, was einwandfrei überliefert iſt.
Deutſches Anekdotenbuch. Eine Sammlung von Kurzgeſchichkten au3
vier Jahrhunderten. Herausgegeben vom Kunſtwart durch Hermann
Rinn und Paul Alverdes. Oktav 315 Seiten, geh. 4,50 Mk.
In Fortführung der vom Kunſtwart durch Ferdinand Avenarius
herausgegebenen, bekannten und geſchätzten Dichtungsausleſen legt der
Kunſtwart dunch Hermamn Rinn und Paul Alverdes ſoeben ein „
Deut=
ſches Anekdotenbuch” vor, eine Sammlung von Kurzgeſchichten
aus vier Jahrhunderten der deutſchen Proſa. Unter „Anekdote”
ver=
ſteht man zumeiſt, mit Unrecht, uur die kurze Darſtellung einer
Situ=
ation, die mit einem witzigen Schluß, einer humorvollen Pointe endigt.
Wenn dieſe Art von Anekdoten hier auch nicht gänzlich fehlt, ſo bilden
den Hauptinhalt der Sammlung doch die echten Anekdoten, das heißt,
kurze Berichte ven Taten, Leiden und Opfern des Menſchen, die
ent=
weder wirklich geſchehen oder doch in dieſer Welt als möglich betrachtet
werden können. Das Buch darf mit Recht als die erſte und vollſtändige
Anthologie der deutſchen Aneldote, d. h. der kurzen deutſchen
Proſa=
erzählung, oder beſſer noch der Kurzgeſchichte überhaupt gelten. Als
kurzweiliges, ſehr unterhaltſames und zugleich lehrreiches
Geſchicbten=
buch, dann auch als kulturgeſchuhtlich wertvolles Zeugnis des Dentens,
Sagens und Treibens von allerhand Volk aus deutſcher Vergangenheit
terdient die Sammlung weiteſte Verbreitung.
bildungen vertreten. Geſchäftshäuſer, Fabriken, Verwaltungsgabäude. Dreißigjährigen Krieges von Wilhelm Diehl. L. C. Wittich’ſche
Hof=
höfe, Stadtanlagen uſw. geben ein umfaſſendes Bild der Geſamtapchi= weil hier nicht der trockene Bericht eines Forſchers vorliegt, ſondern
lebendig gewordene Geſchichte. Prälat D. Dr. Wilhelm Diehl hat die
Anny E. Popp, Leonardo=Handzeichnungen. Mit 90 großen Tofeln. Erzählung als Stadtpfarrer in Darmſtadt, als Kenner unſerer heſſiſchen
Geſchichte, uſt warmem Herzen als rochter Volksmann geſchrieben. Mit
kräftigen, ſicheren Zügen hat er das Schickſal des gefangenen Pfarrers
Durch ein merkwürdiges tragiſches Geſchick ſind faſt alle Werke geſtaltet, zugleich ein kerniges Troſtſprüchlein für jeden ringenden
Leonardos entweder zugrunde gegangen oder unvollendet geblieben. Menſchen unſerer Zeit. Das Buch kommt als rechte Weihnachtsgabe
Michelangelo=Forſcherin beſtens bekannte Verfafſerin hat auf Grund Friedrich der Große, Briefe und Schriften. Ausgewählt, eingeleitet
mehrjähriger Reiſen, die ſie in faſt alle Sammlungen Europas führten, und erläutert von Richard Feſter. Mit 6 Bilderjafeln und 2
Hand=
ſchriftwiedergaben. 2 Bände, in Liebhaber=Leinenband 10 Rm. Verlag
des Bibliographiſchen Inſtituts in Leipzig.
Aehnlich packend, aufrüttelnd und erzieheriſch wie Bismarcks „
Ge=
danken und Erinnerungen” wirkt die vorliegende Auswahl aus den
Werken Friedrichs des Großen auf den Leſer. Warum?. Wie bei Bis=
Ein Büchlein Erinnerungen, aufgeſchrieben von einer Frau, die marck das ſtaatsmänniſche Denken und der ſtaatserzieheriſche Wille die
Hans Thoma und ſeiner Schweſter nahe geſtanden. Schlicht erzählt ſie ganze Schrift durchzieht, ſo hebt auch dieſe Auswahl überall die
ſtaats=
von den ſtillen Alterstagen, wo ſie am Lehnſtuhl des greiſen Künſtlers pädagogiſche Fähigkeit hervor, die in Friedrichs ganzem Wirken zutage
ſaß und ſeinen Worten lauſchte, wenn er erzählte und plauderte und tritt. Der Leſer erleßt die zentralen Gedanken des großen Königs
in ihrer Entwicklung mit. So bedeutet die Auswahl für den Kenner
klaren und ſtillen Worte, die ſo tief zu ergreifen bermögen. Sie hat zu ſeinem immerſten Denken und wird, ſie zu ausgedehnterer Lektürg
ſie getreulich bewahrt, im Glauben, daß das, was ihr ſo viel gegeben, ſeines Schriſtums aufs beſte ausrüſten und anleiter. — Dieſe Auswahl,
zeitgemäß und jeden angehend, iſt einer großen Wirkung ſicher. Gleich
den anderen Bänden der Sammlung ſind auch die Briefe und Schriſten
Friedrichs des Großen vom Verlag geſchmackvoll ausgeſtattet.
von Freiherrn Fritz v. Oſtini (München). Kunſt= und Verlags= mentierend iluſtrierte Ausgabe. Paul Liſt Verlag, Leipzig,
Carolinen=
ſtraße 22.
Mit dem Schlußband liegt dieſe klaſſiſche deutſche Kulturgeſchichte,
wie ſie eben der geradezu phantaſtiſchen, ſchöpferiſchen Kraft dieſes um die das ganze Ausland uns neidet, nunmehr vollſtändig vor. Die
illuſtrierten Ausgabe der Freytag’ſchen Bilder in zahlreichen Fällen von
einer Glanzleiſtung deutſchen Verlagsfleißes ſprechen, zeugen am beſten,
daß der Verlag müt dieſer Neuausgabe eine Kulturtat gab, auf deren
würdigen Künſtlernatur und von dem Menſchen Schwind zu beſitzen Erfolg er berechtigt ſtolz ſein darf. Gerade dieſes Buch iſt für unſere
wünſcht, gar manches ungelöſte Problem. Und daß er ſo urdeutſch Gegenwart nicht mur kulturpſychologiſch, ſondern auch kulturpolitiſch
in ſeinem Weſen war, in ſeinen großen Vorzügen wie in ſeinen kleinen, wichtig. Das Werk ſſt durch jede Buchhandlung zu beziehen, aber
außer=
buchhandlung.
Das Weſen der deutſchen Romantik. Kritiſche Studien zu ihrer
Ge=
ſchichte. Von Dr. Georg Stefansky. J. B. Metzlerſche
Verlagsbuch=
handlung, Stuttgart.
Dieſes Buch iſt eine ſeltene Vereinigung von Scharfſinn und
fein=
handgeſchnittenen Silhouetten. In Mappe 5.— Mk. Carl Flem= erregen wird. Hat doch gerade unſeve Zeit ein ganz beſonders
lebhaf=
tes Intereſſe an allem, was mit der Romantik in Vewbindung ſteht.
Im einzelnen teilt ſich das Werk in 3 Hauptabſchnitte. Während der
1. Teil die geſchühtlichen Vorausſetzungen behandelt, werden im 2. Teil
Die beutſche Dichtung im Mittelalter (800—1500). Von Wolfgang
Gol=
ther, Geheimer Hofrat, Profeſſor an der Univerſität Roſtock. Eine
Geſchichte der deutſchen geiſtigen Kultur im Mittelalter. Mehr als
eine Litzerſturgeſchichte: ein die ganze Frühzeit unſerer Dichtung
widerſpiegelndes Volksbuch. J. B. Metzlerſche Verlagsbuchhandlung,
Stuttgart.
Dieſes Buch ſtellt die brauchbarſte und, was man gerade von einer
Literaturgeſchichte verlangen darf, auch lesbarſte Zuſammenfaſſung dar.
Die Entwvicklung des Volksliedes, die Mannigfaltigkeit ſeiner Motive,
die Einfachheit ſeiner Ausdrucksmittel und doch wieder die Gewalt und
Zauberkraft dieſer Volksdichtungen iſt in keiner literaturgeſchichtlichen
Dayſtellung ſo packend und trefflich geſchrieben wie hier.
Paul Wentzcke: Rheinkampf. Erſter Band: Tauſend Jahre deutſcher
Schickſalsgemeinſchaft. Ortav, 400 Seiten, 8 Karten und eine
graphiſche Zeittafel. Federleicht=Dickdruckpapier. Leinen 10 Mk.
Zweiter Band: Im Kampf um Rhein und Ruhr 1919—1924. Oktav,
92 Seiten, 7 Karten Federleicht=Dickdruckpapier Ganzleinen 10 Mk.
Kurt Vowinkel Verlag.
Der erſte Band enthält die leicht geſchriebene, überſichtlich nach
neuen Geſichtspukten gegliederte Geſchichte der Lande am Rhein, die
die geſchihlliche Einheit des ganzen Rheintals und ſeine
bedeutungs=
volle Verbundenheit mit Geſamtdeutſchland und mit den Schichſalen
Europas aufs ſchärfſte betont. Der zweite Vand gibt eine rheiniſche
Geſchichte der allerletzten Jahre bis auf unſere Tage. Er verſetzt uns
mittem in den Kampf, deſſen ungeheure Bedeutung für uſere Kultur
und für den Beſtand unſerer Wirtſchaft wir mit jedem Tage beſſer
er=
kennen. Bevichte, die das einzelne Tagesereignis prüfend und wertend
im den großen Zuſammenhano weltpolitiſcher Fragen hineinſtellen,
weiſen zugleih auf die natuonalen Pflichten der deutſchen Zukunft. „In
Rheinlands Geſihick wird ſich das Schickſal des Reiches vollenden”, ſchrieb
der Verfaſſer 1919 bereits m viel beachteten Sätzen.
Die Markgräfin von Bchreuth, Friedrichs des Großen
Lieblings=
ſchweſter. Von A. v. Gleichen=Rußwurm. Mit 18 Abbildungen,
Oktavpformat, Einband von Walter Tiemann. In Leinen 8,50 Mk.
Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart.
Zum erſten Mal wird hier eine geſchloſſene, reich illuſtrierte
Bio=
graphie der Lieblingsſchweſter Friedrichs II. geboten, der einzigen Frau,
die dem großen König geiſtige Gefährtin war. Auf den neueſten Quellen
fußend, beginnt Gleichen in geiſtvoller und feſſelnder Weiſe mit Bildern
vom Hof Friedrich Wilhelms I. und aus der Jugend der Geſchwiſter.
Wir verfolgen Friedrichs II. Aufſtieg, ſeine Wandlung vom
empfind=
ſamen Kronprinzen zum großen Preußenkönig, wir erleben ſeinen
Streit und die Ausſöhnung mit der geliebten Schwveſter in ihren
eigenen Briefen mit. Häufig flicht Gleichen=Rußwurm ſolche Zeugniſſe
in ſeime Darſtellung; als feiner Pſycholog motiwiert er die berüchtigten
Memoiren der Markgräfin, Geiſt und Ton des höfiſchen 18.
Jahrhun=
derts kennzeichnet er aufs treffendſte und erweitert damit ſoin Buch zu
einem Zeitbild, das als pſychologiſche Studie, wie als wihtiges Stick
deutſcher Geſchichte hohe Werte bietet. Achtzehn zeitgenöſſiſche Bildniſſe
zeigen die füihrenden Perſönlichkeiten beider Höfe.
Von Rudolf Hägni erſchien: Alfred Huggenberger. Perſönlichteit und
Werk. Mit zahlreichen Bildern und Kunſtbeilagen, 64 Seiten
Um=
fang. Kart. 0,80 Mk. L. Staackmann Verlag, Leipzig.
Auf Grund intimſter Kenntnis des großen Schweizer Dichters iſt
hier vom Verfaſſer der vorliegenden, literariſch ebenſo feſſelnden wie
menſchlich ergreifenden Monographie Leben, Weſen, Werden und
Wir=
ken Huggenbergers derart geſchildert worden, daß alle ſeine Werke,
Romane, Erzählungen und Gedichte, ihre Geſtalten und Eigenarten
aus dem Weſen des Dichters ſelbſt abgeleitet werden.
Im gleichen Verlag erſchien:
Alfred Huggenberger, Die Brunnen der Heimat. Jugenderinnerungen.
Broſch. 3.— Mk.
Beim Niederſchreiben dieſer Erinnerungen war es dem Dichter
vicht um ein trockenes Aneinanderreihen von biographiſchen Notizen
zu tun; ihn drängte der warme Wunſch dezu, längſt entſchwundene
Jugendtage noch einmal andächtig zu durchlelen. Im erſten größeren
Teil ſeines Buches gibt er uns in zwanglos aneinandergereihten
Epiſo=
den ein anmutige Schilderug ſeiner arbeits= und entbehrungsreichen,
eber doch unter freundliche Sterne geſtellten Kinderzeit auf einem
ab=
gelegenen Bauernhof. Im zweiten Teil erleben wir mit ihm das
all=
mähliche Erwachen ſeines beweglichen Geiſtes.
René Venjamin, Balzac. Sein wunderbares Leben. Deutſch von
Hein=
rich Ehrmann. Urban=Verlag, Freiburg i. Br.
Das intime Leben großer Männer begegnet heute brennendem
In=
tereſſe. Man will es nicht mehr durch eine trockene Aufzählung don
Begebenheiten, durch ein Aneinanderreihen einzeln Züge
kennen=
lernen. An Stelle nüchtern angeordneter Daten, aufgeſpießt wie
Schmetterlinge im Kaſten, ſucht der moderne Menſch das lobendige Bild
des Genies. Balzaes wunderbares Leben tritt uns zum erſtenmal
entgegen in Benjamins Werk. Ein Lebensroman iſt auch dieſes Buch
durch die Lebendigkeit der Eindrücke, das Tempo der Entwicklung, das
Unerwariete der Stimmung, das ſchmerzliche Ausklingen ungewöhnlicer
Abenteuer und übermenſchlichen Strebeng.
Nummer 6
Literatur und Kunſi
15. Dezember 1927
Romane, Nobellen, Erzählungen
Der Brockhof und ſeine Frauen. Von Guſtav Schröer. 322 Seiten.
Geheftet 4 Mk. (Verlag von Quelle u. Meher in Leipzig.)
Was von Schröer nach ſeinen bisherigen Büchern erwartet werden
durfte, ein ganz großes, alle Tiefen aufwühlendes Werk, das hat er uns
in ſeinem neuen Roman: Der Brockhof und ſeine Frauen gegeben. Das
Buch iſt mit Hebbelſcher Kraft geſchrieben. Tiefſte Nacht im Schickſal der
Brocks, eines mit jahrhundertalter Tradition belaſteten und durch
ſchwe=
res Geſchick, verhärteten Bauerngeſchlechts; Schuld und Größe der
Brock=
hoffrauen, deren letzte ihre Männer erſt zu Spielern gemacht haben, die
aber auch den heiligen Bannwald um den Hof bilden, ſo daß er dem
Geſchlecht erhalten blieb. Neben die Unerbittlichkeit dieſer Frauen ſtellt
der Dichter das reine unverbildete Menſchentum der menſchenſtarken
Chriſtliebe Bergmann, die ihr Kind am grauen Moor erzieht und in
und mit der Natur ihr tatenfrohes Leben führt.
„Schickſale und Menſchen.” Novelle von Dr. S. Aſchner. Dresden,
E. Pierſons Verlag. Preis 3 Mk.
Der Verfaſſer, ſchon durch eine Deutſche Literaturgeſchichte, eine
Studie „Rafgel”, eine „Kunſt der Gemäldebetrachtung” erfolgreich
ein=
geführt, ſowie durch ein kleines aktuelles Drama „Sirenen”, das den
Nuhreinbruch der Franzoſen bloßſtellte (1924, Emil Ebering, Berlin),
hat nunmehr eine Reihe origineller, abwechſlungsreicher Novellen
ge=
boten. „Wer vieles bringt, wird vielen etwas bringen.”
Betriebſamkeit. Vier Novellen aus Berlin von Martin Keſſel.
Um=
fang ca. 180 Seiten Oktavformat. In Leinen 5 Mk., broſchiert ca.
3 Mk. Iris=Verlag, Franbfurt a. M.
Auf dem ſoziologiſchen wie biologiſchen Grund Berlins entwickeln
dieſe vier Novellen ein fe nach Charakter, Herkunft und ſeeliſcher
Ver=
faſſung der Hauptfigur charakteriſtiſches Geſchehnis, an dem ſich die
wir=
kenden Kräfte der Gegenwart von der verhängnisvollen Vereinſamung
bis zum kritiſchen Zynismus ofſenbaren. Alle Figuren dieſer Novelle
treibt das ſeeliſch Erregende, hochgradig ziviliſatoriſche Moment der
Be=
triebſamkeit zu einer Kataſtrophe, an der ſie ſich je nach Veranlagung
bewähren.
Karin Delmar, Sextett in Moll. Novelle, Broſchiert 2 Mk. Gebrüder
Enoch Verlag, Hamburg.
Karin Delmar iſt bereits mit einem viel beachteten Buch „Geſpräche
im Zwielicht” hervorgetreten. Für Feinſchmecker iſt auch die aparte, mit
ſprühender Lebendigkeit geſchriebene Novelle, die das Leben eines kleinen
Freundeskreiſes in einem Badeort der Tauern ſchildert. Heitere,
an=
regende Geſpräche und ein frohes Ferienleben geben den Grundton an.
Eine mit außerordentlicher Diskretion gezeichmete Herzensverwicklung
ungewöhnlicher Art gibt die ſpannende, mitreißende Handlung.
Von Zauberern und Solbaten, Geſchichten von Wolfgang Goetz.
Ge=
heftet 3 Mk. Verlag von Adolf Bonz u. Comp., Stuttgart.
Ein Band Erzählungen von dem Verfaſſer des Dramas „Gneiſenau”
Das Drama hat von Stuttgart aus ſeinen Siegeslauf über alle
bedeu=
tenden Bühnen Deutſchlands angetretem; es wurde geradezu als ein
Wendepunkt in der modernen Dramatik bezeichnet, als eine Verbeißung
und Erfüllung zugleich. „Unſere Zeit leidet an der Ueberbetonung des
Intellekts, ſie ſehnt ſich nach Dingen, die ihr unmittelbar aus dem
Her=
zen kommen.‟ Das iſt zweifellos in den Werken von Wolfgang Goetz
das Geheimnis des Erfolges und trifft auch auf dieſe Erzählungen zu,
von denen nicht weniger als drei bei Wettbewerbem mit Preiſen
aus=
gezeichnet wurden.
Timm Kröger, Eine ſtille Welt. Bilder und Geſchichten aus Moor
und Heide. 310 Seiten. 8‟. In Ganzleinen 4 Mk. (Verlag Georg
Weſterwann, Brauſchweig.)
Detlev von Liliencron war es, der ſeinerzeit zuerſt auf Timm
Krö=
ger aufmerkſam machte und den nahezu Sechsundfünfzigjährigen
an=
regte dieſes Buch als erſtes hereuszugeben. Sechzehn kleine Skizzen
hat Timm Kröger hier vereinigt, die eine innige Naturverbundenheit
und eine Beſeelung des Dargeſtellten erkennen laſſen, wie ſie uns nur
ſelten begegnen. Seinen „Dreſchermelodien” hat unſere Literatur wohl
weniges an die Seite zu ſtellen, was von gleicher Gewalt der poetiſchen
Stimmung wäve. Auch der Humor kommt in dieſen Erzählungen nicht
zu kurz. Leiſe klingen ſeine Schellenglöcklein in faſt alle Krögerſchen
Geſchichten hinein.
Wilhelm von Poleng: Wald. Novelle. Mit einem Nachwort von
Hanns Martin Elſter. 157 Stimmen. Reclams Univerſal=Bibliothek
Nr. 6789/90. Heft 80 Pf., Band 1,20 Mk.
Die Novelle „Wald” iſt beſonders kennzeichnend für die Art des
Dichters: er ſah das Leben, wie es wirklich iſt, ohne jede Schönfärberei
oder Stimmugsmache. Charakter und Unelt ſind die Faktoren, die
das Schickſal ſeiner Geſtalten bilden. Naturnotwendig und von
drama=
tiſcher Wucht iſt dieſe Geſchichte eines Ehebruchs, meiſterhaft die
Schil=
derung der düſteren Waldeinſamkeit, in der ſich die Tragödie abſpielt.
Man glaubt dieſe Perſonen zu kennen, ſo lebenswahr ſind ſie dargeſtellt:
den alten vewwitterten Förſter, für den der Wald nur ein numerierter
Holzbeſtand und dem die Jagd die einzige Paſſion iſt — die zarte,
ſen=
ſible junge Frau, die an ſeiner Seite verkümmert, bis ſie eines T.ages
durch die nicht einzudämmende Leidenſchaft zu dem Gaſt des Hauſes aus
ihrer Bahn geriſſen wird.
Ludwig Bäte: Gang ins Geſtern. Eine Novelle. Machwvort von Ernſt
Sander. 78 Seiten. Neclams Univerfal=Bibliother Nr. 6781. Heft
40 Pf., Band 80 Pf.
Ludwig Bätze hat eine ganz eigene Art, Landſchaft zu erleben,
Land=
ſchaft und Menſch als Ganzheit zu erfaſſen. In der vorliegenden
Rah=
menerzählung beſchwört er die Schatten bedeutender niederdeutſcher
Menſchen, mit denen er ſich, aus dem gleichen Mutterboden entſproſſen,
innerlich eins fühlt. Seine Menſchen erſcheinen mehr als Farben und
Farbwerte eines Gemäldes, denn als Handelnde; in ihnen ſpiegeln ſich
die weſentlichen Züge des Landes: in Johanna von Voigt, der Tochter
Juſtus Möſers, die unbedingte Zuverläſſigkeit und Dauer, i die nur
einmal, doch für ein Leben aufwühlend, ein großes Schickſal bricht; in
Jeruſalem die Schwermut der Ebene, in Hölty das ernſte, gehaltene
Träumen, in Grabbe der wittekindſtarre Trotz.
u. Becker, Verlag.
Diberius. Hiſtoriſcher Roman von Wilhelm Walloth. Leipzig, Heſſe
362 Seiten. In Leinen gebunden 2,85 Mk.
durch gute Ausſtattung und Villigkeit auszeichnen, iſt ſoeben der
hiſto=
riſche Roman „Tiberius” des wohlbekannten Schriftſtellers Wilhelm
Walloth erſchienen. Das Buch ter viele Jahre ve=griffen; für dieſe
neue Ausgabe hat es der Verfaſſer ſorgfältig dunhgeſehen und zum
Teil neu bearbeitet. Walloth unternimmt den Verſuch, die räiſelhafte
Geſtalt des römiſchen Kaiſers Tiberius, eines Zeitgenoſſen Jeſu, zu
durchleuchten und die vielfachen Widerſprüche ſeines Charakters
ver=
ſtändlich zu machen.
Nobert Michel: Jeſus im Böhmerwald. Roman. 775 Seiten. F. G.
Speidelſche Verlagsbuchhandlung, Wien und Leipzig. 1937. Broſch.
4 Mark.
Behutſam und zart ſeuchtet ein Dichter in die Werkſtatt der
Le=
gende unb erzählt mit keuſcher Herbheit den Roman des Knaben im
Böhmerwald, deſſen Schickſal es iſt, das äußere Geſchehen des
Leidens=
weges Chriſti nachzuerleben und deſſen Geſtalt, trotz allem Erdhaften,
ins Myſtiſche emporwächſt. Bangenden Herzens und verhaltenen Atems
erlebt man der Mutter Gläubigkeit, die den Dornemveg des Sohnes
bereitet, das Weſen von Landſchaft, Tier und Menſch, das dem
ſproſſen=
den Jüngling tief verbunden iſt, und ſeine Paſſionsgeſchichte von der
aus lichten Wolken ſich formenden Verkündigung an bis zum
Martertode.
Gudmundur Kamban: Das ſchlafende Haus. Roman. Berechtigte
Uebertragung aus dem Däniſchen von Elſe von Hollander=Loſſow.
176 Seiten. 80 In Ganzleinen 5 Mk. (Verlag von Georg
Weſter=
mann, Braunſchweig.)
Deutſche Ausgabe und Verfilmung des Buches erſcheinen
gleich=
zeitig. In dieſem Roman ſteckt eine Knappheit und Anſchaulichkeit, die
mit guten Filmſpielen gewiſſe Verwandtſchaft hat, und doch iſt er als
dickteriſches Kunſtwerk mit eigenem Zeitſtil zu werten. Sicher und ſchauf
umriſſen zeichnet Kamban ſeine Geſtalten, erzählt er die Ereigniſſe
ohne ſentimentales Beiwerk, herb und ſchlicht — und gerade darum
ſo packend. Der Dichter hat mit dieſem unpathetiſihen, ſtraff geſtalteten
Buche Zeitſtil geſchaffen; das macht es beſonders lsſenswert.
Curwood. John Oliver: Thrr, der Grislybär. Mit 12 Vollbildern
und vielen Nandzeicmungen nach Originalen von H. Linzen. Gzlw.
5,60 RM. Franckhſche Verlagshandlung, Stutrgart.
Mit großer Liebe und viel Gebuld muß Oliver John Curwood die
Tiere in der amerikaniſchen Wildnis beobachtet und kein noch ſo
be=
ſckoverliches Nachſſpüren geſcheut haben, ehs er ſeinen Tyrr, der
Grislt=
bär, ſchreiben konnte. „Nicht im Tüten wird dem Jäger die größte
Freude,” iſt der Grundgedanke und das Ziel, zu dem der Verfaſſer durch
die bei den Jägern immer mehr dunFbrechende Erkenntnis hinleitet.
Mittelp ink: der Erzählung iſt der Grislybär Tyrr, klug und überlegen
in ſeinem Neich herrſchend.
Friedel Merzenich: Der gelbe Schrecken. Roman. Preis broſch.
3 Mk. Brunnen=Verlag (Karl Winckler), Berlin SW. 68.
Ein heiterer und buntbewegter Roman, wie er heutzutage ſehr
ſel=
ten geſchrieben und doch von vielen ſo gern geleſen wird! Was iſt
der „Gelbe Schrecken‟? Ein Auto, gelenkt von eiem entzückenden
Mädel, deſſen friſche Natürlichkeit, deſſen herzhaſte Tüchtigkeit, deſſen
deutſches Gemüt Friedel Merzenich meiſterhaft gezeichnet hat. Die
viel=
fältig und ſpannend verflochtenen Ereigniſſe führen den Leſer in das
Bureau eines Rechtsanwalts, in die Villa eines Großinduſtriellen, von
Berlin nach Südrirol und nach Thüringen. Dieſer Roman quält nickt
Jedes Biatt iſt von der Sonne des Humors durchleuchtet. In der
Geſellſchaft der hier geſchilderten Menſchen fühlt man ſich wohl.
Das deutſche Morgenrot. Ein Arndt= und Stem=Roman von Oskar
Anwand. Mit 22 Abbildungen nach hiſtoriſchen Darſtellungen.
Einband= und Umſchlagzeichnung von Jürgen Wegener. Verlag von
Rich. Bong, Berlin. Ganzleinen 6,50 Mk.
Ein Buch ſtarken inneren Erlebens, das die Zeit gewaltigen
Rin=
gens um eine neue Entwicklung Deutſchlands, in die bisher nur der
Hiſtoriker klaren Einblick beſaß, geſchichtlich getreu und mit dichteriſcher
Kraft der Vergegenwärtigung darſtellt. Die Epoche Friedrichs des
Großen iſt verſunken. Drohend ſteigt eine neue Zeit, die des
Zuſam=
menbruchs vor der Napoleoniſchen Macht, herauf, zugleich die Zeit der
Sehnſucht nach einem großen deutſchen Vaterlande, nach Freiheit und
Volksrechten. Neben den Führergeſtalten ſind es Scharnhorſt und
Gneiſenau, Friedrich Wilhelm III. und Zar Alexander I., die eine
be=
deutſame Rolle ſpielen. Dazu tritt Jahn, Arndt verwandt durch die
Freude am Wandern und an der Stählung des Körpers, zu der er die
Jugend, die er um ſich ſammelt, durch ſein Turnen erzieht. Auf die
Frauengeſtalten um Arndt und Stein mit ihrem Lieben und Entſagen
ſtreut die große ſchwere Zeit reühes Licht und Schatten.
Joſeph von Lauff: Perdje Puhl. Roman vom Niederrhein.
(Groteſche Sammlung von Werken zeitgenöſſiſcher Schriftſteller,
Bd. 169.) Geheftet 5,50 Mk. (Berlin, G. Grote.)
Unermüblich ſchöpft Lauff aus der ewig jugendlichen Kraft ſeiner
Phautaſie und dem reichen Born ſeiner Lebenserfahrung. Der
urwüch=
ſige Interpret rheiniſchen Denkens und Fühlens ſchaut noch mit
den=
ſelben hellfrohen Augen in das bunte Weltgetriebe wie vor 40 Jahren,
als er ſein erſtes Epos ſchrieb, und weiß treffſicher ſeine Originale
auf=
zuſtöbern, um ſie und ihre Umwelt in ſeinen ſchalkhaften und tragiſchen
Romanen in di hteriſchen Bildern widerzuſpiegeln. „Perdie Puhl”, iſt
zweifellos eine der beſten und eigenarkigſten Schöpfungen des
rheini=
ſchen Dichſters.
Chriſche Gedichte — Balladen.
Johannes N. Becher, Maſchineurhythmen. Roter Marſch. Broſchiert
1,50 Mk., Pappband 2,50 Mk. Verlag die Schmiede, Berlin W. 35.
Im Gegenſatz zu den meiſten Lyrikern der Gegenwart hat Becher
den Mut zur Aktualität. Dieſes Werk kann als eine der wichtigſten
Mitſchöpfungen an der Deutung unſerer Zeit angeſehen werden.
Heinrich Ruppel, Der dunkle Weg. Balladen. Heimatſchollen=Verlag
A. Bernccker, Melſungen. In Ganzleinen 5.— Mk.
Dieſes Werk, zweifellos dazu beſtimmt, überall dort Aufſehen zu
erregen, wo Sinn für ſprachliche Geſtaltung merbwürdigen Schickſals
lebendig iſt, zeigt größtenteils Motive heutigen Alltags in balladesker
Form und eben darin die für den Dichter Heinrich Ruppel ſo
kenn=
zeichnende Einheit menſchlichen Mitlebens und Mitleidens und ſtrengen
künſtleriſchen Willens zur Form.
Am Rhein beim Wein. 44 ausgewählte deutſche Rheinlieder für Klavier
mit vollſtändigen Texten herausgegeben von Hermann Krome,
illuſtriert von F. Staſſen, mit einem Vorwort von Wilhelm
Schmidtbonn. Drei Masken Verlag, Berlin N. 24.
Es wird ſicher, namentlich in muſikaliſchen Kreiſen, freudig begrüßt
werden, daß ein prächtig ausgeſtatteter Band erſcheint mit allen
bekann=
ten und volkstümlich gewordenen Rheinliedern. Es war kein ſchlechter
Gedanke, die ſchönen alten Rheinlieder zu ſammeln, ihnen neue
zuzu=
geſellen, und mit ſtimmungsvollen Illuſtrationen vom Rhein geſchmückt
herauszubringen! Der Band iſt durch jede Muſikalien= und
Buchhand=
lung zu beziehen.
Balladenbuch. Geſammelt von Ferdinand Avenarius. Erneuert von
Hans Böhm. Mit Werken deutſcher Graphik vom 15. bis 30.
Jahr=
hundert. Herausgegeben vom Kunſtwart. 356 Seiten, geh. 6.— Mk.
Verlag Georg D. W. Callwey, München.
Die wohlbekannte, vor zwei Jahrzehnten zum erſten Male
erſchie=
nene Balladenſammlung von Abenarius liegt nunmehr in einer durch
Hans Böhm vorgenommenen durchgreifenden Neubearbeitung vor. Auch
für dieſes Hausbuch erzählender Dichtung ließ ſich Avenarius von
der=
ſelben Abſicht wie für ſein „Hausbuch deutſcher Lyrik” leiten. Die
Illuſtrierung der Sammlung erfuhr ebenfalls in obigem Sinne eine
Veränderung, es wurden lediglich Werke deutſcher Graphik verwendet.
So darf das Balladenbuch” auch in ſeiner neuen Geſtalt als eine
unſe=
rer bedeutendſten volkstümlichen Gedichtausleſen auf die gleiche große
Verbreitung und Wertſchätzung hoffen, die der erſten Ausgabe ſo
reich=
lich beſchieden waren.
Kinder=Bücher und=Spiele.
Der Verlag O. Maher Ravensburg, der ſich bekanntlich um die
Herausgabe ſowohl alter bekannter Kinderſpiele in neuer Form, wie
beſonders neuer, der Zeit angepaßter Kinder=Geſellſchaftsſpiele, auch
ſolcher für Erwachſene, alljährlich aufs neue verdient macht, hat auch
heuer wieder eine Reihe von Neuerſcheinungen auf den Weihnachtsmarkt
gebracht. Da iſt ein hübſchrs Unterhaltungsſpiel, das auch zum Berechnen
und Nachdenken anregt: „Fang den Hut”, ein Würfelſpiel, das von
zwei und mehreren Perſonen geſpielt werden kann und zu ſehr hübſchen
Ueberraſchungen und damit zu anregender Unterhaltung Anlaß gibt. —
Belehrend zum mindeſten auf dem Gebiete der Geographie und
Völter=
kunde iſt ein weiteves Würfelſpiel: „Reiſe um die Erde” das
außerdem mit luſtigen Verſen und Bildern verſehen iſt und beſonders für
die Kinder anregende Unterhaltung bietet. Sehr hübſch iſt auch das
Neimguartett für Kinder, ein Kartenſpiel, ähnlich dem Frage=
und Antwortſpiel, aber nach ſehr vielſeitigen Spielregeln ſehr viel
unter=
haltender und durch die hübſchen, anſpruchsloſen Verschen, die jedes
Kärtchen enthält, intereſſant geſtaltet. — Ein Spiel mit Buchſtaben heißt
„Ich habs”. Auch dieſes kleine Spielchen iſt ſicher ſehr unterhaltend.
Es bietet aber, und darin liegt ſein größerer Wert, den Kleinen neben
der Unterhaltung Belehrung durch Leſenlernen und Zuſammenſetzen von
Buchſtaben zu Worten. — Neben den Spielen bringt der gleiche Verlag
eine Anzahl von Bichern und Heften heraus, die der Unterhalwng, aber
auch der Ausbildung von Kunſt und Kunſtgewerbe für die Kleinen dienen.
Dieſe Büchlein ſind darum von doppeltem Wert, weil hier mit Anregung
zum Spielen gleichzeitig ein Wegweiſer auch zu praktiſcher Arbeit
ge=
geben wird. Zu dieſen zählt in erſter Linie „Der Stempeldruck”,
eine Anleitung zum Stempelſchneiden und Drucken. Eine ganze Reihe
geſchmackvoller Vorlagen erzieht die Spielenden zu gutem Farbenſinn
und läßt nebenbei der Phantaſie freien Spielraum zur Erfindung neuer
Formen. Zu dieſem Stempeldruck gehören keine gtoßen Nebenausgaben
und die Betätigung iſt faſt unerſchöpflich. Für reifere Kinder ſind
ge=
eignet die Anleitungen zum Modellieren in Plaſtilin und
praktiſchen Geſtalten Anleitung zum Modellieren in Ton.
Auch hier ſind die gegebenen Fingerzeige und die hübſchen Bildvorlagen
päbagogiſch aufgebaut, das heißt, mit einfachen Vorlagen beginnend,
in den folgenden Heftchen größere Anforderungen ſtellend. Auch eine
Anleitung zur Töpferarbeit für Kunſtgewerbler und Laien:
Kerami=
ſche Arbeiten, dürfen in dieſer Reihe genannt wenden, wenngleich
dieſe Arbeiten ſchon größere Anforderungen ſtellen und in erſter Linie
wohl ſiir Erwachſene in Frage kommen. Sehr hübſch, unterhaltend und
belehrend iſt auch das Formenklebeſpiel, in dem die Anleitung
gegeben wird, wie aus buntem Papier allerlei ſchöne Formen, Blumen,
Ornamente uſw. geklebt werden können. Ebenſo die Herſtellung von
Buntpapier, Kleiſter=, Tunk=, Oel= und Schablonenpapier. Dieſe
An=
leitung iſt ebenfalls mit ſehr geſchmackvollen Muſtern verſehen, dient
zur Herſtellung von Vorſatzpapieren, Bucheinbänden uſw. — Auch die
Anleitung zum „Spanflechten” und die „Baſtarbeiten” gibt
ſowohl Kindern wie Erwachſenen viel Anregung zu belehrender
Selbſt=
betätigung. Ebenſo ein umfangreiches Heftchen mit
Scmittmuſtervor=
lagen, nach dem Stofftiere und Stoffpuppen hergeſtellt
wer=
den können. Die Silbouettenſchule, ein Mal= und
Ausſchneide=
buch und eine hübſche, ſehr vielſeitige Anweiſung zir Verwendung von
leeren Streichholzſchachteln, luſtige Spielereien für Kinder
vervollſtändi=
gen die uns vorliegende Sammlung. Drucktechniſch und in der äußeren
Aufmachung ſind alle die genannten Kinderbüchlein und Spiele ganz
ausgezeichmet.
Vom Verlag G. Löwenſtein in Fürth iſt die Reihe „Das
Ahein=
gold”, ein Jugendhort in Bild und Wort herausgegeben von Dr. Alb.
Sergel, ebenfalls durch hübſche Illuſtrationen gut aus eſtattet, im Preis
von ſehr wohlfeilen Heftchen fortgeſetzt worden. Neben ſchönen alten
Weihnachtsliedern mit Noten ſind in dieſer Reihe Märchenbüchlein und
i=
von gutem Humor durchwehte kleine Reimbüchlein verſehen, die deng
Kleinen zum mindeſten als Beigabe zu den Weihnachtsgeſchenken ſehrt
viel Freude machen.
— Die Paradiesfibel. Ein neuartiges Tierbilderbuch. 12 ganzſeitiget
bunte Bilder von Profeſſor R. Seewald. Text von J. und M. gochdt
Frebebeul u. Koenen, Verlag, Eſſen. Preis in Halbleinen geb. 490 Mug
„Adam konnte wohl lachen. Der hatte es fein im Paradies. Er konnte
den ganzen Tag draußen ſein, Blumen pflücken, Aepfel und Pflaumen Bthl
eſſen und mit den Tieren ſpielen. Er brauchte nicht die Schule, unn
und J.
leſen zu lernen.” So lautet der Vorſpruch zur Paradiesfibel. Wie deg
Struwelpeter, dies ausgeſprochene Lieblingsbuch der Kinder, Bühchzun
aru Sic
und Mädchen in kleinen draſtiſchen Vorfällen zeigt, ebenſo lebenshol,”
führt die Paradiesfibel, die kein Schulbuch, ſondern ein luſtiges Tieru
bilderbuch iſt, der Jugend ihre vier= und mehrbeinigen Fneunde vom
Augen.
— Richard Rieß: Marion, das Buch vom Kinde. Die kleine Mariau=
— das iſt eine Welt für ſich. Man ſollte es kaum glauben, welche tielit
gründigen Philoſophien ſo ein kleines Mädel entwickeln kann. Dags
verſchwinden alle Weiſen Aſiens und Europas. Vatl und Muttk müſſe,
ſich da oft ſehr anſtrengen, um den Anſprüichen Marions gerecht zu
wen=
den, deren Taten und Erlebniſſe eine ganze Bibliothek füllen könntmm Ve eshauſel
Mit 27 Textilluſtrationen und einem Vollbild in Braundruck von Wernon 4.3 gruſt, !.
Schmidt. 171 Seiten. Einband biegſam Ganzleinen.
A2, AII.
Karl Ettlinger: Der Bub muß einmal ſeine Prügel haben, Dieſotzt 4—uch
2it
Lausbub braucht ſie wirklich. Aber das iſt nur der ſchlagende Abſchlinb
dieſes Buches. Die Hauptſache iſt, wie Frau Mariechen, die ehrſanm Ms
Gattin des Schneidermeiſters Guſtav Bürſtenkorn, dieſem den Koof u.t,
ihrem in Reinhultur hochgezogenen Frankfurteriſch zureckntſetzt: „Guſtam
du biſt e Kameel‟. Dieſe Worte ſcheinen, wenn man ſe ſo lieſt, hart. w-Kuſſt
jia brutal. Aber man muß eben das Ganze kennen, um zu entdeckeib
daß eine ganze Welt von Gerechtigkeitsſinn, Liebe, Sorge und Engrau / mu
darin liegt.
— Mehr Verſtändnis für dein Kind. Von Miriam F. Seot/
In Halbleinen 5,50 Mark. Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgan !!
„Mehr Verſtändnis für dein Kind!” ruft die Verfaſſerin allen Mütteme uBeh. m
BI
II
8III
zu, und es gilt dies Mahnwort auuch manchem beruflichen Erzieher. 1 Mmſt P4
gemigt nicht, die Kleinen zu herzen und zu küſſen, ſie mit Spielzeug Tait Guischeint
überſchütten und vor jeder äußeren Gefahr zu ſchützen. Wer die aum e Acheügen
ſchlaggebenden Kinderjahre nützen will, muß in ſeinen Kindern leben / mſ. 2
Theorien mögen der Wiſſenſchaft nützen. Hier ſpricht eine Praktikerim
indem ſie praktiſche Einzelfälle ſchildert und die Nutzanwendung ziehr
Der Zweck ihres Buches iſt es, den Eltern das Weſen ihrer Kinder ; MchMdAngeN
verdolmetſchen, ihnen die reichen, bisher kaum geahnten Keime und Ag
Bolizeiſportbereit
lagen der Kinderſeele zu enthüllen, damit ſie zu voller Entfaltung a/
m. ic Litl de8 Polalmeint
racht werden können.
M
zmmitag, 1080 Uhr, af deis
Miteuften. leher die Mam
ef i der Darmtädter Ha.
gfuneien wenden wohl bei
hat das Leben felbſt einen Roman geſchrieben, es ſind wahre Erlebnimſt Mtaut muh em Mebertis
Reiſe=Literatur
Verlag Brockhaus=Leipzig
zm. Oieier wird ſchon gen
Beſtie Ich in Mexiko, ein ganz ungewöhnliches Buch, du/ beeriſche Können auß
Aufſehen erregen wird, iſt im bekannten Verlag Dieck u. Co., Stuttgaue M. ahne zu heſten. Wem
erſchienen. (Ernſt F. Löhndorff, Beſtie Ich in Mexiko. 523 Seiten, „1 Pamafſtürke vom vergan
Ganzleinen 6.80 RM.) Wir haben dieſes Buch mit außerordentlicht „en doch nicht ausgeſch
Spannung geleſen und ſind ſicher, es wird jedem ſo wie uns gehen. 6
Es iſt ein junger Deutſcher, den fein unruhiges Blut in die Fremm Blalmeiſterd ersſſgen Hitz
treibt, der an der mexikaniſchen Küſte durch den Weltkrieg von dew ſelem, wiw aich wie
Heimat abgeſperrt wird. In Mexiko wütet ſeit Jahren die Nevoluticſ Me=ſer den Platz verlahſſen
Der junge Löhndorff geht in dieſem unruhigen, fremden Volk der Mezu ;üu mit einem ſehr imten
kaner unter, wird einer der Ihren. Als Deutſcher iſt er willkommer 5u lohnen wird. — Die zw
Auf und ab treibt ihn die Woge des Schichſals. Plantagenarbeiter gun m der Polalnmde die
Majordomo, Ladendiener, Holzfäller, Küſtenſchiffer das alles iſt M
Sechzehnjährige, bis er vom Schiffbruch krank ins Hafenſtädtchen zurüc 9 MNk, weint aich Rr.
wankt, keine Hilfe findet und ſich den indianiſchen Revolutionäre in B/½ ſſo ſind hoch ebeier i.
Arme wirft. Mit ſeinen braunen Freunden durchzieht er das phmntt. w Svielromtme angergne
ſtiſche Kakteenland, kämpft an ihrer Seite, erlebt Furchtbares, fühlt ſi1ge ſportvereins die gleicher
ganz als Indigner. Als Hauptmann bricht er mit dreihundert Ihym
dianern zu einem wilden, Hunderte von Meilen langen Ritt auf, es ge.Ry
zum Revolutionshelden Pancho Villa, mit dem nun eine ununterbrocheig
Kette wilden Erlebens einſetzt. Mexiko das Land der Bodenſchätzz
ſteht überall im brennenden Intereſſe. Wer hat uns ſchon das
meg=
kaniſche Volk ſo wahrheitsgetreu gezeigt? Wer hat ſo offen und unoc
ſchminkt gebeichtet? Wer hat ſo Außerordentliches zu erzählen? r
Sonntag auf dem
FC. Gimt
* lommenden Sonn.
Ewiges Stromland. Land und Menſch in Aegypten, vonc un zwar den Eu 9. Len
Alfred Kaufmann. Oktav, 250 Seiten, mit 125 Abbildungen auu ℳZelm weit ſchlechter abge
Tafeln und im Text und 8 Karten. Geheftet 7.50 RM., Leinenbamm ihlm. Während letzterer
10.— RM., Strecker u. Schroeder, Stuttgart.) Alle, die das Wunderlann •, Kommt Lengfeld nicht re
der Pyramiden löckt, mögen zu dieſem Buch greifen; ſei es zur Vons ge-Dengfelds nicht zahlreich
bereitung auf eine Fahrt zum ſonnigen Nilſtrand, ſei es zur Vertieſunx u0 Sieger recht lnapp a
perſönlicher Eindrücke nach der Rückkehr von Aegypten; ſei es, daß / Aach die Punlte. Auch in
ihr Wiſſen von Länder= und Völkerkunde durch nähere Bekanntſchaft mi b.a Punktgewhn zu ſprt
dieſem uralten Kulturland erweitern wollen, aus dem ſo viele geiſtic=m noch mehr Punkte gbzu
Nachwirkungen bis auf den heutigen Tag unter uns lebendig ſind. Manſchaſten zueinander 1ä
M in Lengfeld ausfallen
In das Wunderland Südamerikas, das Land der Zukunſt, ſür m iele ausgetragen, die
uns das neue Buch: Im dunkelſten, Bolivien, Andew oben. für Verbaudäy
Pampa= und Urwaldfahrten von Rudolf Dienſt. Mit einem LFMx, und man dark der
leitwort von Prof. Dr. Theodor Herzog. Oktav XII und 20 Seittes Messall zu unterſchätzen
Mit 60 Bildern auf Tafeln und 1 Karte. Holzfreies Papier, Gehelis im Natzr am Finanzmmt
6.— RM., in Leinenband 8.— RM. Strecker und Schröder, Stunga
— Mit friſch=fröhlichem Wagemut und offenen Augen hat der Verſam
Fußball im
das ſchöne, unbekannte Land der Zukunft mit ſeiner erhabenen Nam
durchſtreift, und er verſteht es ſeine mannigfachen abenteuerlichen EM der geſtrigen Runk
lebniſſe dem Leſer in einer packenden, mitreißenden Form zu bieten, I* Euia Griesheim mit
ihm die fremde, wilde Welt vor das geiſtige Auge zaubert. Die ſtzigl ſ ſhe Telephonüben
liche Literatur über Bolivien iſt hier durch ein fpannendes Buch ſeWenſconis wieder, wi
reichert, das jeder mit Dank und Achtung für den küihnen Verfaſſer
der Hand legt.
Hermann Heinrich Schefter: Yankees und Indiann
Spiegel=Verlag, Wien, Berlin, Leipzig. Kartonniert 1.50 RM., Leu=
2.50 RM.) Der amerikaniſche Kontinent iſt noch immer das Land /e
Sehnſucht für viele Millionen Europäer und Bücher über dieſes Wc?
Jabe
derland begegnen ſtets ſtärkſtem Intereſſe. Aus der Flut der belehreme
und belletriſtiſchen Erſcheinungen, die oft ein allzu ſubjektives XA
geben, oft ſich in Oberflächlichkeit verlieren, ragt Schefters „Namr,f l 78 Zweiſitzer, nen
und Indianer” bedeutſam hervor. In durchaus origineller, noch nie
ſuchter Art wird es hier mit vollem Gelingen unternommen, durchgs wwwerhſier
Bau=
künſtleriſch geſtaltete Wiedergabe einer Reihe höchſt intereſſang. M preis.
abwechſelungsreicher, ſcharf pointierter Erlebniſſe, die dem Laufe S
Reiſe durch Nord= und Südamerika folgen, in amüſanteſter Form e9
Querſchnitt des amerikaniſchen Weſens zu geben.
Uand des Melaft
Joſeph Delmont: Die Sieben Häuſer. Wane
fahrten eines Lausbuben. Roman. 450 Seiten. Ganzleinen gebuln
7.— RM. Grethlein u. Co., Leipzig. — Ein Abenteuerbuch des Le2,
— bunt, farbig, ſpannend — und zudem von ſo viel Wirklichtei
Wärme durchſtrahlt, daß es packt und mitreißt. In einer Wiener
ſtadt beginnt es, dem Siebenhäuſerviertel auf der Brigittenau, waß, Wvuß
Menſchen in Alltagsleidenſchaft verſinken, Großmut und Liebe anl.
Straße geht, und wo die Starken hinausziehen, um die Welt 3u
„Sch
ſuchen. Auch Hartl, der Held, erprob,t was es zu erproben
vom verlorenen Sohn, bis zum Liebling der großen Welt. Anls
verträumten Wiener Kind wird in leidenſchaftlicher Wirklichteitsme
der ſich den Weg des Lebens durch Urwald und Wüſte bahnt und de
lich iſt, wenn Gefahren winken — ein Kampf um die Perſönlichſen!
dem es hart auf hart geht.
Pio Baroja: „Jahrmarkt der Geſcheiten"
dem Spaniſchen übertragen von Eliſobeth Wacker. (Romane der *"
Herausgeber: Thomas Mann und H. G. Scheffauer. Th. Fa.
Nachf., Verlag, Berlin W 50.) Umfang 324 Seiten. In Ganäl. 2.85 RM. — Der große Meiſter des realiſtiſchen Ror?
in Spanien gibt hier ein buntes Moſaik ſeiner bewegten Lehl"
Wanderjahre. Von heiterſten Eplfoden erfüllt, entrollt ſich die feſ ih.
und kurzweilige Geſchichte des eigenartigen Quentin. Als junge.
dent aus England in ſeine Heimat Cordoba zurückgekehrt, veſſe.
romantiſche Abenteuer ſeltſamſter Art. So erleben wir eine Be4
wegter Geſtalten, eine „Menſchliche Komödie” großen Stils, wir Fr*”
kein romantiſch gefärbtes, ſondern das moderne, lebendige Spälſe*
Ichund meine Wilden. Acht Jahre im Auſtraliſchen 2
Von J. Maclaren. Der Verlag Dietrich Reimer (Ernſt Poyl.
Berlin gibt unter dieſem Titel ein fehr leſenswertes Buch heräl.
die amüſante Schilderung der Erlebniſſe enthält, die der BEn
J. Maclaren, während ſeines Aufenthalts unter den ſteinzeitlichel.
madenſtämmen im nördlichſten Auſtralien hatte. Maclaren Mi
glaubt, durch die Niederlaſſung an einem feſten Ort in der 9ch.
Yorks ſeiner abenteuerlichen Odyſſee im Infelmeer der Süchſe.
Ende zu bereiten, allein das Abenteuer fing hier eighwrlich
erſt an. Zeitweiſe iſt der Verfaſſer, wie einſtmals Robiſon, ale
ziger Menſch an dieſer entlegenſten Stelle des fernen Erdtells Ruit
ſich und ſeine eigene Findigkeit angewieſen. Das kleine Buch Di."
viele Freunde finden. Es koſtet in Leinenbanb 4.80 Nuſ.
ſamer 347
Donnerstag, den 15 Dezember 4922
Seite 15
Sport, Spiel und Turnen.
Handball
derbandsrunde 1927/28 der 4-, B-
und Jugendklaſſe.
Kreis Starkenburg der D.S.B.
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1:13
20:0
8:8
6:8
6:10
4:12
2:6
0:2
10:10
8:12
6:12
4:2
0:20
Entheidungsſpiel um die Pokalmeiſierſchaft.
Polizeiſportverein I—Sportverein 98 1b.
Iydem Titel des Pokalmeiſters ſtreiten ſich am kommenden
Sonn=
tag wittag, 10,30 Uhr, uf dem Platze des Polizeiſportvereins, obige
Mamwſaften. Ueber die Maunſchaften etwas zu ſchreiben erübrigt ſich,
da ſiüle i der Darmſtädter Handballgeweinde hinlänglich bekannt ſind.
Beidit ſarteien wenden wohl beſtrebt ſein, den Titel eines Meiſters zu
emimm. Dieſer wird ſchon genügend Anſporn ſein, bei den Spielern
alles ſeleriſche Können aus ſich herauszugeben, um den Sieg an die
Verenpahne zu heften. Wenn auch die 1b=Mannſchaft von 98 nicht mehr
dieſe mpfſtärke vom vergangenen Jahre beſitzt, ſo können
Ueber=
raſchtinen, doch nicht ausgeſchloſſen ſein, und die
Polizeiſportvereins=
mamſatz= muß ein ausgeglichenes Spiel liefern, wenn ſie den Titel
einec felmeiſters erringen will. Der Gegner, der auch verſteht
Hand=
hall ſmſtZelen, wird auch alle Regiſter ſeines Könnens aufziehen, um
als 1 Rſter den Platz verlaſſen zu können. Aus dieſen Erwägungen
heramſt mit einem ſehr intereſſanten Spiele zu rechnen, deſſen Beſudl
ſichernt lohnen wird. — Die zweite Mannſchaft des Polizeiſportvereins
mpftint in der Pokalrude die 1. Mannſchaft von Viktoria Griesheim
u 191/r, wenn auch der Gegner hier erſt kurz das Handballſpiel
be=
treibll, o ſind doch Spieler uter ihm, die bei den Turnern ſich die
nöttgtr Mkelroutie angeeignet haben. Sollte die zweite Mannſchaft das
Poliſſadrrtvereins die gleichen Leiſtungen aufbringen, wie am
ver=
gangum Sonntag auf dem Rot=Weißplatz, dann wird ihr der Sieg
ſcherr 6.
Fußball.
F.C. Eintracht—Sp. V. Lengſelb.
Nälommenden Sonntag erwartet Eintracht Gäſte aus dem
Oden=
alb) a) zwar den Sp.V. Lengfeld. Lengfeld hat bisher in den
Veu=
indücleſen weit ſchlechter abgeſchnitten, als der andere Neuling, Sp.V.
(mrhm. Während letzterer ſich einen guten Mittelplatz erkämpfen
hus kammt Lengfeld nicht kom Ende der Tabelle. Wenn auch die
ſüſorg Lenafelds nicht zahlreich waren, ſo fielen die Ergebniſſe für den
wherſſen Sieger recht knapp aus und oft genug verlor Lengfeld nur
undhd ſas die Punkte. Auch in dem Spiel gegen Eintracht wird wohl
hu du Punktgewlun zu ſprechen ſein, denn Eintracht iſt nicht
ge=
ſumnrn noch mehr Punkte abzugeben. Ueber das Stärkeverhältnis
bei=
der Nanſchaften zueinander läßt ſich nichts Beſtimmtes ſagen, da das
Vortrzu u Lengfeld ausfallen mußte. Bwar haben beide Gegner ſchon
Prittzbſele ausgetragen, die beide Male Emtracht als überzeugenden
Sſeatxſahen. Für Verbandsſpiele iſt nun aber ein anderer Maßſtab
munſrn, und man darf der Eintrachtmannſchaft empfehlen, den
Geg=
ner ubresfalls zu unterſchätzen. Das Spiel beginnt vormittags 11 Uhr
mi fey Platze am Finanzamt.
* Fußball im Kreis Starkenburg.
Die „zehn beſien Frauen” 1927.
Nach dem Muſter ihrer Liſte der „Zehn Beſten” gibt die Deutſche
Sportbehörde jetzt auch eine Aufſtellung der „zehn beſten Frauen” in der
deutſchen Leichtathletik heraus. Die Grundſätze bei der Aufſtellung ſind
die gleichen wie bei den „zehn Beſten”. Im Allgemeinen ſind erhebliche
Fortſchritte zu konſtatienen, in den Läufen, Sprüngen ſowie im
Kugel=
ſtoßen. Beim Speerwerfen iſt der Fortſchritt nur ein ſcheinbarer, da die
Gewichtsverringerung des Speeres von 800 auf 600 Gramm in Betracht
gezogen werden muß. Im Diskuswerfen ſind die Leiſtungen
zurückge=
gangen. Mit der Entwicklung des deutſchen Frauenſportes lann man
immerhin auf Grund der vorliegenden Aufſtellung durchaus zufrieden
ſein, die folgendes Bild zeigt: cinter jeder Uebungsart iſt die
be=
ſtehende deutſche Höchſtleiſtung angegeben.)
100 Meter=Lauf (12,4 Sek.)
800 Meter=Lauf (2:23,7 Min.)
12.4 Gladitſch=Karlsruhe,
2:23,7 Batſchauer=Karlsruhe
12,4 Lorenzen=Eimsbüttel
126 Steinhorſt Braunſchweig
12,7 Haux Frankfurt
12.8 Gelius=MMünchen
12,8 Kellner=München
12.8 Grieme=Bremen
12,8 Wittmann=Charlottenburg
12,9 Gerhardt=Breslau
129 Voß Berlin
Hochſprung (1,525 Meter.)
1,525 Bonnetsmüller=München
1,517 Amthor=Schweinfurt
1,505 Elſer München
1,495 Gütſchom=Dresden
1,455 Weck=Solingen
1.45 b. Bredow=Berlin
1,45 Steinhorſt=Braunſchweig
1.45 Krauß=Berlin
1.45 Gladitſch=Karlsruhe
144. Jacke Magdeburg
Diskuswerfen (38.34 Meter.)
35,28 Lange=Charlottenburg
34.,38 Reuter Frankfurt
33,69 Mäder=Bernau
32,78 Henoch Berlin
31,89 Tettenborn=Halle
80,94 Bittermann=Arnſtadt
30,84 Luxem=Eimsbüttel
30 88 Elſer=Jahn=München
30,36 Schöner=Nürnberg
30 21 Mäckelmann Charlottenburg
2:26,3 Spangenberg=Apolda
2:29,3 Roeſtel” 1.,Gharlottenburg
9:309 Lane 1=Charlottenburg
2:32,4 Lingner=Berlin
2:32,5 Backe Neiſſe
9:34,2 Oeſtreich=Jeng
2:34,7 Zeſtermann=Dresden
2:35 Martin=Frankfurt
2:35,4 Pfeil=Halle
Weitſprung (5,60 Meter.)
5,60 Gladitſch=Karlsruhe
5,45 v. Bredow=Berlin
5,415 Bonnetsmüller=München
5,37 Mäckelmann=Charlottenburg
5,28 Alpen=Itzehoe
5,26 Brachert=München
524. Berg Berlin
5,94 Gütſchow=Breslau
5.19 LaudenſackMünchen
3,12 Degenhardt=Charlottenburg
Speerwerfen (37,575 Meter.)
37 575 Haugus=Lübeck
9,52 Schumacher=Berlin
33,94 Lautemann=Gharlottenbung
33,42. Jacke=Magdeburg
31.,86 Köhler=Berlin
31,82. Gütſchow Dresden
30,30 SchillingMürnberg
30 42 Haux Frankfurt
30,89 Kloſe=Halle
30,94 Heeder=Verlin
Kugelſtoßen (11,39 Meter.)
11,32 Lange=Charlottenburg
11,02. Heublein=Elberfeld
10,71 Mäder Bernau
10,68 Leskien=Königsberg
10,645 Genoch=Berlin
10,35. Jungkunz=Ulm
1028. JackeMagdeburg
1025 Alt=München
1021 Grieme=Bremen
1011. Luxem Eimsbüttel
Gder geſtrigen Rundſchau wurde der Sieg des 1. F.C. Langen
üben koria Griesheim mit 5:1 angegeben. Die Zahl, die durch eine
ſehrt ſlachte Telephonübermittelung zuſtande kam, gibt aber nur das
hallwzergebnis wieder, während das Endreſultat 11:2 lautete.
züchter iſt nach umfangreichem Vorbereitungen in Erfüllung gegangen.
Im November hat die oſtfrieſiſche Fahre und Neitſchule in Ler ihren Hausfrau die Kocharbeit.
Betrieb aufgenommen, und die Tatſache, daß gleich der erſte 4monatige — geine Weihnachten ohne Dralle! Die Wahl verläuft
Lehrkurſus eine faſt vollzählige Beſetzung erfahren hat, dürſte beweiſen, ohne Qual, wenn man ſich in den Fachgeſchäften die wirklich
entzücken=
daß die Bewhungen der intereſſierten Kreiſe auf fuuchtbaren Boden den neuartigen Geſchenkäſtchen von Dralle zeigen läßt. Es handelt
gefallen ſind. Das unter der Leitung des Herm Hans Andrae ſtehende ſich um Höchſtleſtungen in tünſtleriſcher Beziehung, um Schmuchſtücke
Inſtitut verfügt wohl über beſondere praktiſche und geräumige Baulich= für jeden Weihnachtstiſch. Für die Güte des Juhalts, erleſene
Par=
keiten, wie die Vorbedingungen für eine derartige Schule in Oſtfries= füms und Feinſeifen bietet Gewähr der Name „Dralle‟. Dabei ſind=
Stadt auch beſonders günſtig erſcheinen. Infolge Verlegung des welt 1.— RM. bis 5.— RM. kann jedermann mit dieſen kleinen
Koſtbar=
bekannten Leerer Blehmauktes an eine andere Stelle der Stadt konnte keten Ueberraſchung und Freude bereiten,
der Fahr= und Reitſchule die alte Markthalle zur Verfügung geſtellt
wer=
den, im welcher ſich die Schule geräumig einrichten konnte. So iſt eine
Reitbahn entſtanden, die hinſichtlich ihrer Größe wohl auch von wenigen / Proſpekt, der Firma Heſnrich Lautz, Darmſtadt, Ecke
Bahnen unſerer Gegend übertroffen wird, Stallungen für zurzeit bis Rhein= und Grafenſtraße, bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle
zu 30 Pſerden ſind im zweiten Teil der Halle eingebaut worden und aufmerkſam machen.
laſſen ſich ohne große Koſten nach Bedarf noch für eine größere Anzahl
Pferde erweitern, Sattelkammern, Umkleideräume, ein Naum für die
Stallwache und Büro konnten ebenfalls im ſelben Gebäude eingerichtet
werden, während der dritte, wieherum in ſich abgeſchloſſene Teil der Autlſand und Heſſche Nachrichten: Mar Streeſe: für Gpont: Dr. Cugen Buhlmann
Halle zurzeit zur Wagenabſtellung und zur Aufbewahrung von Futter= für den Handel: Dr. C. 8. Quctſchi ſür den Schlußdienſt: Andreat Baue!” für
vorräten dient.
Oſpfriesland als Hochzuchtgebiet hat ja ein berechtigtes Intereſſe an
einem ſolchen Inſtitut, dient es auch indirekt wiederum der Hebung ſeiner
Pferdezucht und zur Anregung ſeiner Züchter, einwandfreies Material
zu züchten und ſachgemäß ausbilden zu laſſen, um hierourch erweiterte
Propaganda und Abſatzmöglichkeit für das in jeder Beziehung vielſeitige
Mfrieſiſche Pferd zu ſchuffen. Die erforderlichen Mittel zur
Einrüch=
dung einer ſolchen Schnule ſind nicht ge n0., uurden aber von Stadt und
Land, wie auch durch tatkräftige Mitatbeit aller landwirtſchaftlichen und
zichteriſchen Organiſationen, beſondels des landwirtſchaftlichem
Haupt=
vereins für Oſtfriesland, des oſtfrieſiſchen Stutbuches und anderer mehr
aufgebracht. Somit war es möglich, dem Unternehmen gleich zu
Be=
ginn eine feſte Grundlage zu geben und den überall auftretenden
Kinder=
krankheiten vorzubeugen. Es konnte gleich zu Beginn eine genügende
Anzahl Schulpferde eingeſtellt werden, die denjenigen Schülern zugeteilt
werden, die aus irgend eirem Grunde nicht in der Lage ſind, ein eigenes
Pferd aus dem väterlichen Betriebe mitzubringen. Alle erforderlichen
Geſchirre ud Wagen konnten angeſchafft werden.
Die Unterbringung und Verpflegung der Schüler in einem eigens.
für dieſen Zweck hergerichteten Gebäude direkt neben der Schule iſt
ebenfalls praktiſch und gut, bei ſelbſtredend größter Einfachheit.
Einheſtliche Kleidung der Scküler ſowie ein ſachgemäß geleiteter
und durchdachter ſtrenger Schulbetrieb vervollſtändigen das Geſamtbild,
Naben Fahren und Relten wird theoretiſcher Unterricht in der
Huf=
beſchlagslehre und tierärztlichen Kunde durch Spezial=Lehrkräfte
durch=
geführt, ſowie das Turnen unter Leitung eines ausgebildeten
Sport=
lehvers eifrig betrieben. Es iſt ja auch ein Hauptzweck der Schule, den
jungen Leuten einen fürs Leben nun mal nötigen Schliff mitzugeben,
ihnen das richtige Geſühl für Pflichterfüllung, notwendiger Diſziplin
und Pünktlichkeit einzuimpfen, und ſchon aus dieſen Guüinden iſt ein
ſtrammer Dienſtbetrieb erſtes Erfordernis und wird rückſichtlos
durch=
geführt.
Am 28. Novenber ds, Js. fand eine Beſichtigung der Einrichtungen
der Fahr= und Reitſchule durch die maßgebenden Behörden und
inter=
eſſierten Kreiſe Oſtfrieslands ſtatt. Als Vertreter des Reichskuratoriums
war Herr Oberſt Adam aus dem Reichswehrminiſterium Berlin ſowie
Herr Wolff=Wietzowv als Vertveter des Reichsbundes deutſcher Reit= und
Fahrſchulen erſchienen. Die Herren nahmen alle Einrichtungen der
Schule in Augenſchein, nahmen Einblick in den Dienſtbetrieb und
äßer=
ten ſich in anerkennender Weiſe über das Geſchaffene. Der Herr
Negie=
rungspräſident für Oſtfriesland verſprach ebenfalls der Schule
weit=
gehendſte Förderung, wie auch zahlreiche andere prominente
Perſönlich=
keiten, insbeſondere der Protektor der Schule, S. D. der Fürſt zu Inn=
und Anyphauſen, in ſeiner Eigenſchaft als Vorſitzender des
landwirt=
ſchaftlichen Hauptvereins für Oſtfriesland dem Unternehmen
weit=
gehendſte Mithilfe in Ausſicht ſtellte. Das Reichskuratorium deutſcher
Reit= und Fahrſchulen hat die Schule als für Oſtfriesland etatsmäßig
anerkannt und gew hrt ihr ebenſo wie den übrigen von ihm im Reiche
anerkannten Reit= und Fahrſchulen die vorgeſehene Subvention.
Es kann heute ſchon als ſicher angenommen werden, daß die
Oſtfrie=
ſiſche Fahr= und Reitſchule in Leer” für die nächſten Lehrkurſe Zuſpruch
aus allen Teilen des Reiches haben wird; iſt es doch für jeden
Landwirts=
ſohn heute ein abſolutes Erfordernis, eine ſolche Fadſchule zu beſuchen.
Die überaus günſtige Gelegenheit, die ſich für alle aus dem übrigen
Reiche kommenden Schüler in Leer dadurch bletet, daß ihnen die
Mög=
lichkeit gegeben iſt, bei dieſer Gelegenheit einen Einblick in die über die
Grenzen des Reiches weltbekannte oſtfrieſiſche Viehzucht zu bekommen
und auch hieraus manches Lehrreiche für den eigenen Betrieb mitzunehe
men, werden ſich hoffentlich recht viele nicht entgehen laſſen. Die
Koſten=
froge iſt minimal gehalten und entſpricht genau derjenigen aller übrigen
anerkannten Schrlen. Es werden tatſächlich lodiglich die effektiven
Selbſtkoſten in Anrechnunng gebracht, eine Tatſache die abſoluter
Un=
eigennützigkeit entſpricht, da die Schule in keiner Weiſe ein
Erwerbs=
untemehmen iſt.
Alle gewinſchten, weiteren Angaben, ausführliche Proſpelte uſt.
können jederzeit bei der Geſchäftsſtelle der Fahr= und Reitſchule in Leer
bezogen werden, woſelbſt auch ſtets Anmeldungen für die kommenden
Lehrkurſe (der nächſte beginnt am 15. März 1928) entgegangenommen
T. 4.
werden.
Geſchäftliches.
Bald läuten die Weihnachtsglocken. Fürſorgende
Liebe ſinnt, mit welchen Gaben ſie Freude bereiten kann. In heutiger
ſchwerer Zeit wird man in erſter Linie zum praktiſchen Geſchenk greifen,
Menuen wir z. B. nur Maggls bewährte Erzeugniſſe: Maggis Würze,
Oitfrieſiſche Fahr= und Reſtſchule Leer e. P. Maggis Suppen, Maggis Fleiſchbrühwürfel, die jedem Haushalt will=
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Nummer 347
Domerstag, den 15. Dez.
Vom ſüddeutſchen Holzmarkt.
Während bei den letzten größeren Holzverkäufen die Kaufluſt im
allgemeinen recht rege war, zeigte ſich bei den in der Berichtszeit
vor=
genommenen Verkäufen aus badiſchen Privatwaldungen nur recht mäßige
Kaufluſt. Die Käufer ſetzten ſich im allgemeinen ausſchließlich aus
Säge=
werben zuſammen. Die Preiſe haben ſich allerdings zu einem großen
Teil noch gut gehalten. Bei einer Bauholzſubmiſſion des FA. II in
For=
bach kamen aus Murg.=Schifferſchaftlichen Waldungen am 6. Dezember
zum Verkauf Fi.= u. Ta.=Stämme 3.—6. Kl. 403, 177, W5. 88 Fm.,
Ab=
ſchnitt 1.—5. Kl. 180, 91, 81, 36, 2 Fm., Forlenſtämme 3.—6. Kl. 138,
62, 29, 3 Fm., Abſchnitte 1.—4. Kl. 1, 4, 19, 2 Fm. Der
Durchſchnitts=
erlös ſtellte ſich auf 123,2 Prozent der neuen Landesgrundpreiſe bei
einem Fuhrlohn von 2,50—4,50 Mk. Die Fürſtlich=Fürſtenbergiſche
Kam=
mer in Donaueſchingen verkaufte zirka 600 Fm. Buchenſchwellen 1. und
2. Kl. Die Gebote lagen zwiſchen 82 bis 121,6 Prozent der neuen
Lan=
desgrundpreiſe bei einem Fuhrlohn von 2—5 Mk. Die Gemeinde
Schlechtnau verkaufte Fichtenſtammholz 1.—5. Kl. und Fichtenabſchnitte
1.—3. Kl. zu 132 Prozent der alten Landesgrundpreiſe, während die
Forſttaxe 130 Prozent betrug. Der Fuhrlohn betrug hier 4 Mk. Bei
der Starkholzſubmiſſion des FA. II in Forbach am 10. Dezember,
eben=
falls aus Murg=Schifferſchaftlichen Waldungen, wurden für Fi.= u. Ta.=
Stämme 1.—2. Kl. 3 719, 11 Fm. und Abſchnitte 1.—3. Kl. 385, 40, 9 Fm.
Gebote von 102—128 Prozent, d. ſ. im Durchſchnitt 114,8 Prozent der
neuen Landesgrundpreiſe, erlöſt. Für Brennholz war die Nachfrage
größer. Auch die Käuferbeteiligung ließ weniger zu wünſchen übrig.
Zum Verkauf kamen in der Berichtszeit von der Stadtgemeinde
Bonn=
dorf im Schwarzwald 600 Ster Brennholz. Die Taxpreiſe wurden um
10—30 Prozent überſchritten.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 14. Dezember.
Im vorbörslichen Verkehr neigte die Tendenz zunächſt etwas zur
Schwäche, da die Spekulation auf die bisher unbeſtätigte Meldung des
„Evening Standard”, wonach die deutſch=engliſchen Chemieverhandlungen
geſcheitert ſeien, Realiſationen vornahm. Zum offiziellen Beginn
er=
fuhr die Stimmung jedoch eine Beſſerung und Belebung, da lebhafte
N rage nach einigen Spezialwerten anregte. Dazu kam die
Erwar=
tung, daß bei den heute fortgeſetzten Schlichtungsverhandlungen im
Konflikt in der Großeiſeninduſtrie ein Ergebnis erzielt wird. Dann
glaubt man durch die Genehmigung der Freigabebill im Budgetausſchuß
mit ihrer Annahme noch vor Weihnachten vechnen zu können. Schließlich
befriedigte der glatte Verlauf der geſtrigen Liquidation. Bei der erſten
Kursfeſtſetzung ergaben fich überwiegend neue Kursbeſſerungen von
1—3 Prozent. Außerordentlich lebhafte Umſätze fanden wieder in
Elektroaktien ſtatt unter Führung von Siemens u. Halske bei
Kurs=
ſteigerungen von 1½—3½ Prozent (für Bergmann). A. E.G. eröffneten
allerdings nur knapp behauptet. Starke Nachfvage beſtand ferner für
Mannesmann (plus 1 Prozent), Gelſenkirchen (plus 3½ Prozent),
Har=
pener (plus 1 Prozent) und Buderus (plus 1½ Prozent), letztere auf die
vorausſichtliche Wiederaufnahme der Dividendenzahlung. Am
Banken=
markt traten Danatbank mit plus 3½ Prozent und Deutſche Bank mit
plus 1½ Prozent hervor. J. G. Farben blieben aus dem erwähnten
Grunde vernachläſſigt und 2½ Prozent ſchwächer. Der Handel in J. G.=
Bonds hat infolge des Beſchluſſes der Großbanken ebenfalls nachgelaſſen.
Man nannte einen Kurs von 144 Prozent. Scheideanſtalt verloren
2 Prozent, da die 9prozentige Dividende enttäuſchte. Zellſtoff Waldhof
gleichfalls 2 Prozent niedriger. Rentem hatten weiter ſtilles Geſchäft
bei wenig veränderten Kurſen.
Im Verlaufe wurde die Stimmung unſicher. Man verwies auf die
ſchlechte Arbeitsmarktlage und beachtete auch das Dementi der Siemens
u. Halske Verwaltung ſtärker. Die anfänglichen Kursgewinne gingen
größtenteils wieder verloren. J. G. Farben gaben erneut 3 Prozent
nach. Rheinſtahl minus 2 Prozent, Mannesmann minus 1½ Prozent
und Siemens 3½ Prozent. Tägliches Geld unverändert 6½ Prozent.
Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1858, gegen Pfund
20.433, London=Kabel 4,8827½, London-Paris 124,02, Mailand 89,95,
Madrid 29.15.
Die Abendbörſe lag außerordentlich leßhaft unter Führung
einiger Spozialwerte, wobei in erſter Linie Stahlverein und
Freigabe=
werte lebhaft umgeſetzt wurden. Elektroaktien ruhiger, doch
gleich=
falls feſt, ebenſo Farbeninduſtrie 2 Prozent höher. Anleihen
vollkom=
men ſtill. Der Verlauf und der Schluß der Börſe blieben lebhaft und
feſt. Im einzelnen nannte man: Danat 234, Dresdener 156,
Metall=
bank 138,75, Brderus 96, Gelſenkirchen 138,5, Harpener 189,
Mannes=
mann 151,5, Rheinſtahl 171,5, Phönix 97,75, Stahlverein 106,5, Hapag
147,75, Nordd. Lloyd 154, A.E. G. 162,5, Daimler 84, Erdöl 130.5, Licht
und Kraft 198, Farben 271,5, Gesfürel 279, Metallgeſellſchaft 190,
Nüt=
gers 90,5, Schuckert 180,5, Siemens 284,25, Wayß u. Freytag 141,
Wald=
hof 261.25.
Im Frankfurter „Abenddeviſenverkehr war Mailand
etwas erholt, Holland dagegen ſchwächer. London gegen Paris 124,02,
gegen Mailand 89,95, gegen New York 4,8835, gegen Holland 12,08,
gegen Madrid 29,11, gegen Zürich 25,28, Pfunde gegen Mark 20,/44½,
Dollar gegen Mark 4,1865.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 14. Dezember.
Die ſtärker erhöhten Aktienkurſe gaben der Spekulation heute
Ver=
anlaſſung zu Gewinnmitnahmen. Aus dieſem Grunde eröffnete die
Börſe teilweiſe etwas ſchwächer. Trotzdem blieb die Grundſtimmung
zuverſichtlich, insbeſondere wegen der lebhafteren Intereſſennahme des
Privatwublikums und der Provinz am Effektengeſchäft, das ſich in der
erſten Stunde verhältnismäig lebhaft geſtaltete. Zunächſt beſtand noch
eine gewiſſe Zurückhaltung, weil der Abbruch der deuiſch=engliſchen
Chemieverhandlungen, die Verſchlechterung der Arbeitsmarktlage und
die Verſteifung des Termingeldes verſtimmten. Danach ſetzten aber
ver=
ſchiedene Spezialbewegungen ein, denen ſowohl Anſchaffungen der
Kund=
ſchaft als auch der Börſe zugrunde lagen. Im Vordergrunde ſtanden
Freigabewerte, Schultheiß, Oſtwerke, Elektrizitätsaktien und verſchiedene
Montanpapiere. Aus dem Rheinland wurden Kaufaufträge erteilt,
woraus die Börſe auf einen günſtigen Verlauf der
Schlichtungsverhand=
lungen in der Eiſeninduſtrie ſchloß. Monatsgeld war mit 8½—9½
Pro=
zent ſtärker geſucht und knapp. Dagegen war Tagesgeld infolge der
um=
faſſenden Ultimovorbereitung mit 6—8 Prozent leicht. Warenwechſel
zirka 7½ Prozent. Die Privatdiskontverkäufe der Reichspoſt ſollen nicht
den Umfang erreicht haben, wie er in einem ſüddeutſchen Blatt gemeldet
wurde. Am Deviſenmarkt übten die Bankzuſammenbrüche in Belgien
auf den Wechſelkurs dieſes Landes keinen Einfluß aus. London-
Brüſ=
ſel 34,8975. In Berlin waren Dollars und Pfunde eher angeboten. Der
Dollar ging auf 4,1852 und das Pfund auf 2,43½ zurück. Im
Außen=
handel nannte man London=Kabel 4,8826, London-Mailand 90,0,
Lon=
don—Madrid 29,09.
Im weiteren Verlauf wurde die Tendenz einheitlich ſchwächer, da
wiederum eine Erhöhung der Privatdiskontnotiz befürchtet wurde. Die
Kuliſſe nahm Gewinnſicherungen und zum Teil ſpekulative Abgaben vor,
die auf das Kursniveau drückten. Entgegen den Beſorgniſſen der Börſe
wurde das am Privatdiskontmarkt herauskommende Material glatt
auf=
genommen und der Satz auf 6¾ Prozent belaſſen. Widerſtandsfähig
blieben Montanwerte. Man ewwartet, daß der für morgen vorgeſehene
Schiedsſpruch in der Eiſeninduſtrie eine Einigungsbaſis darſtellen wird.
Ver. Glanzſtoff konnten einen weiteren Gewinn von 5 Prozent ſpäter
nicht behaupten. Die Börſe ſchloß auf Spezialgebieten angeregt in
un=
ſichever, eher jedoch in etwas freundlicherer Stimmung.
An der Nachbörſe wurden die Gewinnſicherungen der Spekulation
fortgeſetzt. Mit einzelnen Ausnahmen ſchwächte ſich daher das
Preis=
nibeau leicht ab. Zu den feſten Werten gehörten Ludwig Loewe mit
253, Klöckner mit 125 und Schuckert 180,5. Schubert u. Salzer gingen
auf 328,5, Stolberger Zink auf 213 zurück. Zemendwerte angeboten in
Nachwirkung der Meldungen über Verſchlechterung der
Abſatzverhält=
niſſe. Man nannte nachbörslich u. a. J. G. Farben 269,25, Siemens
282,5, Schultheiß 400, Oſtwerke 362, Gesfürel 276, Mannesmann 149,
Ver. Glanzſtoff 570, Ver. Stahl 104, Hapag 146,5, Nordd. Lloyd 152,5,
Danatbank 231, Commerzbank 172.5, Chade 538, Neubeſitzanleihe 12,80,
Ablöſungsanleihe I und II 52,60, dto. III 55,60.
Aſchaffenb. Zellſtot
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin".
Berlin el. W.
BerlinKarlsruheInd.
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlan i. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel..
Deutſche Erdöl. ..
Teutſche Petroleum.
Tt. Kaliwerke. ..
Donnersmarckhütte .
Tynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung. .
J. G. Farben.
R. Friſter..
Gaggenau Vorz.. ..
Eelſenk. Berg. . .
G. f. elektr Untern. .
Salle Maſchinen.
Han. Maſch. Egeſt. . .
Sanſa=Dampfſchf. .
Deviſenmarkt.
Helſing ſors..
Wien..
Prag ....
Budapeſt
Sofia”
Solland. . . . ."
Cslo ........"
Kopenhagen..
Stockholm. . . .
London. . . . . .
uenos Aires.
New York".
Belgien.
Ftalien".
Paris ..
Schweiz.
Spanien.
Danzig
Rio de Janeiro.
Portugal
Athen
Uruguay.
13. 12.
Geld/ Brief
22.695 22.73.
16.465/16.50‟
180.765 80.925
70.28/ 70.42
81.62/ 81.78
1.924/ 1.928
b.5005/o.5025
1.368/ 7.382
20.68 20.72
s.594/ 5.604
2in7 2.185
4.177 4.181
4.326/ 4.335
14. 12.
Geld / Brief
ke2.71 22.75
16.46 16.50
30.765 80.925
70.15/ 70 29
81.64 81.80
1 9221 1.926
0.5005 0.5025
1.365/ 7.379
20.68/ 20.72
5. 644 5.656
2.172/ 2.176
4.177/ 4.185
4.326/4.334
Die Kohlenproduktion in Heſſen im November
Die monatliche Statiſtik der Kohlenproduktion Heſſens für
No=
vember 1927 weiſt folgende Zahlen auf: An Rohbraunkohlen wurden
gefördert 36 287 To., verkauft wurden davon 14 944 To., der größte
Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet. Unter Berückſichtigung
der aus Vormonaten übernommenen Beſtände, ſowie des Anſatzes des
Selbſtverbrauchs bleiben am Monatsſchluß abſatzfähig: 5663 To.
Roh=
kohle, 186 To. Briketts, 1084 To. Naßpreßſteine, zuſammen 6933 To.
Braunkohle und Braunkehlenprodukte im Geſamtwerte von 48 635 RM.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Zur Ausſtattung der J. G. Schuldverſchreibungen erfahven wir: 9 1x
huldverſchr
n Rückzahlunh /Z.
die jederzeit mit viermonatiger Kündigungsfriſt erfolgen kann. In z.
ſem Falle kann der Inhaber das vorgeſehene Erwerbsrecht auf Atl., 7
zu 90 Prozent des in dem betreffenden Jahre gültigen Kuyſes, jehreu
nicht unter pari, ausüben. Nehmen wir dieſen Fall für das Jahr uun/4. Welche Leiſtungen und welche Vergütungen ergeben ſiche 100 no
Schuldverſchreibungen koſteten 1000 RM. und werden zu pari auisgeret
net. Der Beſitzer kann darauf 500 RM. Aktien zu 90 Prozent des u
dieſem Jahre geltenden Kurſes, alſo zu 140/4 Prozent, d. h. zu 702 PM.
erwerben. Den Unterſchied von 238 RM. erhält er in bar verwümt
Anders ſtellt ſich der Fall beim einfachen Bezug dar. Dann hat der 1:0
ſitzer, der 1935 ſein Bezugsrecht ausübt, 156 Prozent beim Obligatim
umtauſch zu zahlen, alſo 700 RM. für 500 RM. Aktien; 220 RM
hält er in dieſem Falle nach Wahl. der Geſellſchaft in bar oder Obſig,
tionen ohne Erwerbsrecht, in ſogenannten „leeven” Stüchen. Auch disüu=
Verhältnis ſtaffelt ſich entſprechend der Skala der Bezugsrechtshuch=
Für das Jahr 1930 ergibt ſich bei einer angenommenen Rückzohl,
alie B50.
eine Aufwendung des Inhobers für den Aktienbezug von 855 RM., „N.ür/ 9r
regulärem Bezug von 950 RM. Vom Jahre 1940 ab würde der roFelnd
prozentige Evwerbskurs bei einer Rückzahlung unter pari zu ſtehen Iub
„M
men; in dieſem Falle kann der Erwerb aber nur zu pari erfolgen, 89.=wde.
d
Verhältnis wäre in den beiden Fällen 500 bzw. 550 RM. 1941 iſt ins ruföhr af der
Erwerbspreis beiderſeits mit 500 RM. gleich.
Hue n
Großer Auslandsauftrag der Wayß u. Freytag=A.=G., Frankfüu.—
em Mienu zeigte N0
a. Main. Die braſilianiſche Tochtengeſellſchaft der Wahß u. Freytag=A.:1122 Huglitäten fanden au
Frankfurt a. M., hat, wie wir hören, an beſonders bemerkenswenm,
Materigl blebt 90
Aufträgen die Herſtellung von 1041 Wohnhäuſern in Roſario, und 9ü—— en in beiden Brotge
Grweiderungsbauten der Depots im neuen Hafen von Buenos Aies gy , der Auslandsofferte
Geſamtbetrage von ca RM. 17 Millionen übertragen erhalten.
z die Preiſe ausübten.
Frankfurter Pfandbriefbank, Frankfurt a. M. Das zur Gemm” nen um ea 5 Pf
ſchaftsgruppe, deutſcher Hypothekenbanken gehörende Inſtitut errecltze” in maſten Grenzen.
zum Ende dieſes Jahres ſeine Maximalnettomaſſe mit 73,22 Mill. M9. I.w. mter Bevorzugung
(zum 30. Juni mit 72,94 Mill. RM.), bei einem Pfandbriefumlauf
310,70 Mill. (315,45 Mill.) M. Demnach wurden im letzten halle,
Jahr rund 5 Mill. M. — rund 1 Mill. RM. effektiv getilgt.
Maximalquote ſtellt ſich auf 2,53 (B3,12) Proz. Die feſtſtehenden g9 Aufwerlan
wertungsanſprüche betragen 60,06 Mill. (61,07 Mill.) RM., die r
nicht feſtſtehenden, aber lebenden Hypotheken betragen 0,09 G00n4) geün Hpärgulya
RM., die noch nicht feſtſtehenden Rückwirkungshypotheken 1,21 (B/0
Mill. RM. Werden die Anlagen von 3,44 Mill. RM. und die Oüie zur Beiſchreibung der
haben der Maſſe von 4,41 Mill. RM. mit zuſammen 7,86 (7,23) MAmmsbeträge noch n
RM, zuſammengeſtellt zu den vorſtehenden Poſten der Minimalmon gei, allen Sparbüchel
ſo ergeben ſich 99,22 Mill. RM. und 22,60 Prozent Quote. Bekanninsd, mmeut zur umgehend
iſt Generalabfindung mit 9½ Prozent angeboten und von der PYuFen,
ſichtsbehörde genehmigt. Die perſönlichen Anſprüche werden mit
Mill. RM., die Saarhypotheken mit 0,62 Mill. RM., die ausländiſtüitr icher können Veoer”,
Forderungen, einſchließlich Danzig, mit 1,24 Mill. RM. und die Mzbl hen Raſieſtmngen
ſtände insgeſamt mit 0,69 Mill. RM. — 1,28 Prozent auf den Umlellfat mgsſtelle im erſten
bogen angegeben. Die Maſſe der kommunalen Schuldverſchreibungnn widen.
für die gleichfalls 22½ Prozent abgefunden werden, wird mit B Auſſctunden: Vormitte
(22 613) RM. Maſſeninhalt, bei 1,29 Mill. M. anſpruchsberechtigeurr. nachm. von 3—4
Obligationen, von denen 1,16 Mill. M. Umtauſchobligationen ſind, a Smlags nachmittags ge
gewieſen. Als Abfindungsbeiſteuerung des Inſtituts werden aus 6=
Schuldenbetrag von zuſammen 1,6 Mill. RM. 0,27. Mill. RM. beine tiſche Sparkaſſe De
ſteuert.
Verlegung einer Schuhfabrik in den Odenwald. Die Schuhfabl.
Löffler u. Wolf, Meßkirch, wird nach Erbach im Odenwald verlegt, R½
wegen iſt zum 24. Dezember den Arbeitern im jetzigen Betrieb gekündät ſueegerangs
worden.
„n3Freitag, den 16.
Gebrüder Himmelsbach A.=G., Freiburg i. B. Das weitere Schck :. m 7 Uhr, verſteigere ic4
der Geſellſchaft dürfte ſich derart geſtalten, daß die Werke und A0
lagen, wobei es ſich, abgeſehen von den Sägewerksbetrieben, in da/ kgumngsloigle Hügelſt
Hauptſache um die wertvollen Imprägnieranſtalten handelt, in eine non1 Qigenſtände:
zu gründende Aktiengeſellſchaft einzubringen ſind, an der neben d41 erfchrank mit Glgstürer
Banken die Firma J. C. Vowinkel in Berlin=Charlotzenbur 1 7g runder Tiſch. 1 S.
teiligt iſt. Es iſt alſo nicht ſo, daß die Firma Vowinkel die geſamte 5rſäbtiſchſeſſel, 2 Fahrre
Anlagen ewwirbt, ſondern ſie wird womöglich ſogar maßgebend m Iſt
neuen A.=G. beteiligt ſein. Mit welchem Kapital die neue Geſellſchy 2rgenbuſeit, Kredenz,
aufgezogen werden ſoll, darüber läßt ſich einſtweilen noch nichts hörrn. Ms (Adler), 1 Gasherd,
Endgültiges wird ſich erſt in der nächſten Zeit ſagen laſſen.
1 Schreibtiſch (Diplon
Zu den deutſch=engliſchen Chemieverhandlungen. Zu den engliafue Schreibmaſchine (O.
eal Indnſtries Ltd.) wird erklärt, daß es vüchtig ſei, daß zurzeſt IIZmpiahrad („Vadg
Verhandlungen ſtattfinden. Nicht richtig ſei aber, daß die
engliſſt=
oder deutſchen Unterhändler erklärt haben, es ſeien überhaupt 14n ſe5) 4 verſenkbar
Verhandlungen mehr mögkich. Gleichwohl ſei es aber nſcht qu Puppenwagen, 4
ſchloſſen, daß die Verhandlungen bei ſich bietender Gelegenheſt FMachl, Perſonentraftm
auch aus ſonſt einem Grunde wieder aufgenommen werden.
MSitzig, 1 neue Sie
1 Schreibmaſchit
WM Wellblechgarage,
Metallnotierungen.
u ka. 4 Meter lang,
Die Berliner Metallnotierungen vom 14. Dezember ſtellten ſich 6230 (Roſenkranz), 1 ar
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teil
„III. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ..."
4% Dt. Schutzgeb.-
Anl.
b)Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914
5%L.Inv. 1914
4½% 1898 ...
4½% „1902 ...
4% Bosnien".
5% Bulg. Tabak.02
* ½%Oſt. Staatsr.
1.1913. Kdb.1918
4 ½%Oſt. Schatz. 14
4½,% Oſt. Silberr.
4½ Goldr
4½ Oft. Goldrente
t. Innsbr. Abk.
4F „einh. R. (k.
8 % Bort. (Spz.) III
6% Rum.am. R.03
4½%-Gold. 13.
4% am. kon.
4% am.05
52:1.
55.5
13.05
7.5
R5
2.5
2.25
12
AA
29.1
4
9.5
Sil,
420 Türk. (Adm. 03
4% (Bagd.)
13.75
4% • (Bagd II 12.5
12 unif 1903 19
4% . 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 1913/ 25.5
4½%
1913
(lt. Tnnsbr. Abk.)
4½½ Ung St. 1914
4½% Ung. St. 1914
(lt. Innsk:. Abk.)
4X Ung. Goldr. ..
4% Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
4% Ung Staatsr.
v. 10 .... ....
4¾Ung. Kronr. . .
3% Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro.
päiſche
5%Mex.am. in. abg.
5% „ äuß. 99 „
42 Golb04ſtf.
3½ „ konſ. inn. . .
4½%, Irrigat.
5% Tamaulipas I ,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bt. G./105.25
8% „
6% Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.=G./ 93
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf
7% Dresb. St.=G.
7% Frkf. St.=G..
6%
826 Frkt. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
70 Frkſ. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
7% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
8%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
7% Frkf. Goldpfbr.
6%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
5%0 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
H.-St.=
Gold=
anl.
8% Heſſ. Land.=Bk.
Golopfbr.
7% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
18% Klöchn.-Werk. 26
24.1
1.9
16
27n5
—
18.25
98
98.5
94
89
87
89.75
821/,
98.5
93.5
78.25
99.5
92
90
78
85
98
94.5
95.5
10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl. ......
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe II
3% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf Stadt=
Goldanl.. .
7%M. KraftHöchſt
2 Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.=
7% M.=Stahlw. 27
3½ Naſſ. Ldb. Gold
3% Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
2 Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . ...
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr. ...."
% Pforzh. St.-G.
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.-
Cr.=Bk. Gldpfbr.
O Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
7% Pr. Centr.=St.-Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
62
4½%„Lig. Pfb.
½% „Anteilſch
7 ½%Rh. Stahlw
75
..
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
8%
7% „ „„
18% Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. mit Option
20 V. Stahl w.
Düſ=
eldorfHyv.=Gd.. ohne Option
7½ Viag(B. Ind.=
Unt. Bln.) 27.
80.9
92.5
102
101.25
98
95.5
92.75
88
88.5
95
91
98.5
92
95
98.5
94 25
89.5
81.25
57 25
129
97
93.5
8% Voigtebäffner
Goldobl. ......
3%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6%Großkr. Mannh.
Kohl. 23 . ..."
6%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .. . . . 23
5% Pr. Kaliw. ..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Sortriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bayr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp. u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bob.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B. =Cr. B.
Preuß Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ Hyp Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heiſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel.
Naſſau Ldsb. .
90.75
87
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr
4% Galiz. Carl=
Lud.=B
„ abg.
SBoſt. Sd. (L.)ſtfr.
93
95.25
12.6
13.5
6.45
8.75
9.1
15.8
17.07
13.875
13.5
13.8
11.95
9.21
3.9
2,6%AlteOſt. Südb.
2,6% Neue
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E. ..
folgt: Elektrolytkupfer 134,75, Original=Hüttenalumin. A0.—, dital 9, 1 Schreibtiſch
Walzen 214.— Reinnickel 350,—, Antimon Regulus 91,5—1005, Sie B 1 Schreihmaſth
in Barren 80,5—81,5.
„Nurolichrant, 1 Tiege
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel
14. Dezember ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar und AE. 01I weißer Wäſ
191 (121½), April 121½ (121½), Mai, Juni und Juli 121½4 (12:0:/0, IWaſchkomr
W großer Aleid=
Mlich mit Auf
WD-4 Nähmaſt
P I8, Armolt
drantſürter Narsderict voir 14. Bei. LeMMh
inrolf
3%Oſt.
3% „
3% „
3½
30 „ „
3%Oſt.
„ „abg.
„9.Em.
„abg.
1885 ..
abg. .
Erg. Netz
3%Oſt. „ „abg.
3½ RaabOebd. 83
3%
91
97
4% Rud. Silber ..
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½% Anat.. S. II
4½% Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
14
14
5.5
21.5
19
5.2
18.25
17.25
15
Zank=Aktien
Allg. D.=Kredit. . .
Bad. Bk. ... . . . . ."
Bk. f. Brauind.
Barmer Bankv. .
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank...
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein..
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch. .
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth=Bk.
Frkf. Pfdbr. Bk.. . .
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur. Intern. Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditb
Pfälz. Hyp.=Bf.
Pr. Bd.=Creditban
„Hyp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbr. . .
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.=Freditbk.
143.5
173
142
168
Südd. Disc.-Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Banwerein
173.75
232
159
126
137
103
54.75
157
117.5
143.25
148.75
Bergwerks=Ak:.
Buderus...... . .
Eſchw. Bergw. ..
Gelſenkirch. Bgw..
Harp. Bergb. ..
Ilſe Bergb. St..
„Genußſchein .."
Kali. Aſchersleben.
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr
Mansfelder ....."
Oberbedarf.. . . . ."
Otavi=Min.=Ant. . .
Phönix=Bergb. .
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . . .
Riebeck Montan. . .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb. .. . . ..
Ver. Laurahütte.
Ver Stahlwerke.
Induſtrie=Akt
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger.
Hereules beſſiſche
Löwenbr.=Münche
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof( Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher. Nürnberg
Berger
138
135
150
178.25
123.5
Artum. Berlin.
Adler & Oppenh
Adlerw. (v. Rleyer)
6%E. A. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B
A. E. G. Stamm.
Bad. Maſch. Durla
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin".
Baſt Nürnberg ...
135
39.5
1721,
190
137
208
120.25
163
232
170
125.5
149.4
38.6
95.75
170
152
180
119
82
101.5
181.s
Rr
344
187
161
164
149.75
Mi Hecee
Beck & Henkel .."
Bergmann El .. ..
Bing. Metall. . .
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. .
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. . . .
Chem. Albert ... ."
Chem. Brockh.
Chem. Milch .
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl.
D. G. u. Silb. Scheid
D Linoleumw. Bln.
Dingler. Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkoppw. (St)...
Dürr Ratingen
Dyckerhoff & W
Eiſenw. Kaiſersl.
E Licht u. Kraft.
G Lieferung
Elf Bad. Wolle
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn...
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens
Farbenind J. G..
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Fetter)
Feiſt, Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof..!.
Frkf.-M. Pok. u. W
Geiiing & Cie.
Goldſchmidt, Th
Gotha Waggon
Gritzner Maſch. .
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle, Frkft.
Haid & Neu
Hammerſen
Hanfw. Füſſen..
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun. /155
37
199.75
133
72.5
24
56
69.5
230
0
98
45.5
271
125
93.4
42
101.5
75.5
72.75
276
121
165
131.
48
Lahmeyer . . . . . ..
Lech. Augsburg.
Lederw. Rothe ...
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh Walzm
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frkf
Miag Mühlenb
Moenus Stamm
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26
119
133
199
145.5
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A
141
108.5
52
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Randatan2
1 Chaiſ
gru Hant 1 Schwanent
Mung (Album
g:1 Mcinf
Beie Daen dn
den 15. Dez. 19
Portner
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Weide Mechite, 1u
NRN
S Met wrs D iſe gegen Bo
185
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26s m 90 Knabe
Dden Wdbeſonder
13
1
167
[ ← ][ ][ → ]
Momer 347
Donnerstag, den 15. Dezember 1927
Geite 17
Aoril // (52½), Mai 51½ (52), Juni und Juli 51 (52), Auguſt 51½
ſeotember, Oktober und November 51 (51¾), Dezember 52 (54).
517
Fendemmrhig. — Die erſten Ziffern bedeuten Geld, die in Klammern
jef.*
Duſetallnotierungen an der Londoner Börſe vom 14. Dezember
geltenᛋ für Kupfer: (Tendenz: willig) Standard per Kaſſe 59½
bis 598 drei Monate 59¾ bis 59½, Settl. Preis 59½, Elektrolyt 66
zis 66/ANſt ſelected 64½4—66, Elektrowirebars 66½. — Zinn: (
Ten=
denz: 9 Standard per Kaſſe 266½—36½, drei Monate 263¼ bis
3½4hil: Preis 266½, Banka (inoff.) 269½, Straits (inoff.) 2657½4
Bsl: (Tendenz: unregelmäßig) ausländ, prompt B2uo, entf.
Sichttm? u, Settl. Preis 22. — Zink: (Tendenz: ſtetig) gewöhnl.
grompmt ” ue, entf. Sichten 251ſy, Settl. Preis 26½. — Queckſilber
(inoff.5) Wolframerz (inoff.) 15½.
Produktenberichte.
Frhakurter Produktenbericht vom 14. Dezember. Das Geſchäft iſt
ruhig, greide unverändert. In Mehl iſt die Stimmung ganz Iuſtlos,
wobei en die nahen Feiertage bereits bemerkbar machen. Die
ſüddeut=
ſchen 9 Plen haben für Weizenmehl ihre Preiſe um eine viertel Mark
mmäß i/ Das Futtermittelgeſchäft zeigt weiter eine feſte Tendenz, doch
ſiegt Kün etwas leichter. Weizen I 25,25, II 24, III 22,50—23, Noggen
A.73—5 Sommergerſte 27—28, Hafer inl. 22,75—23,75, Mais 21.
Wei=
znmehll ſſ.25—37,75, Roggenmehl 35—35,75, Weizenkleie 13,75—13,85,
Weizenllie 15,50.
Bwiſer Prodnkenbericht vom 14. Dezember. Die wiederum
ſchwä=
chenen „Wlandsmeldungen, vor allem aber das nach wie vor völlig
un=
befriedunde Mehlgeſchäft bewirkten ein weiteres Nachgeben der Preiſe
zr Büretreide. Das inländiſche Angebot von Weizen und Roggen
hält ſiuſhngefähr auf der Höhe der Vortage, die Preiſe waven aus den
oben nwaft gemachten Gründen etwa 2—3 Mark rückgängig, auf
die=
ſem ewmtzigten Niveau zeigte ſich aber bereits wieder einige Nachfrage
ud imn en Qualitäten fanden auch mehr Umſätze als an den Vortagen
hatt. hanges Material bleibt dagegen vernachläſſigt. Am
Lieferungs=
markten eolgten in beiden Brotgetreidearten im Zuſammenhang mit der
Ermäßiigug der Auslandsofferten Realiſationen, die einen ſtärkeren
Druck ſo die Preiſe ausübten. Weizen= und Roggenmehle waren in
den Fißyrungen um etwa 25 Pfennig ermäßigt, das Geſchäft hielt ſich
jedoch iwier in engſten Grenzen. Für Hafer zeigt ſich ewas regeres
Kaufimmeſſe unter Bevorzugung guter Qualitäten. Gerſte ruhig.
Viehmärkte.
Ferkelmarkt in Groß=Bieberau. Auf dem letzten Ferkelmarkt waren
ugefähr 90 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Bei einem Preis von
18—22 Mark pro Paar wurden die Ferkel ziemlich ausverkauft. Der
nächſte Markt findet am 19. Dezember ſtart. Der Auftrieb beginnt um
8½ Uhr.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 14. Dez. (Priv.=Tel.)
Weizen: Auf Grund von günſtigen Wetterprognoſen und großen
kanadiſchen Zufuhren verlief der Markt bei whiyem Geſchäft in
ab=
geſchwächter Haltung. Später trat teilweiſe Erholung ein.
Mais: Die Preiſe konnten ſich heute etwas befeſtigen auf die in
allen Staaten ungünſtige Wetterlage und die beſſere Lokonachfrage. Auch
erwartet man, daß die Tendenz in nächſter Zeit weſentlich durch das
Exportgeſchäft beſtimmt wird.
Hafer: Die Haltung war befeſtigt auf die kleinen kontraktlichen
An=
dienungen und feſte Lokopreiſe.
New York, 14. Dez. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Nach der letzttägigen Abſchwächug konnten die Preiſe
heute etwas anziehen auf den großen Novemberverbrcuch an Baumwolle
in den Staaten. Im Verlauf ſetzten wieder Nealiſationen ein, doch
war der Schluß wieder befeſtigt.
Kaffee: Der Markt ſtand unter dem Einfluß der gümſtigen
braſi=
lianiſchen Kabel und Käufe der europäiſchen Firmen. Später ſetzten
Realiſationen ein.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. Dez.:
Getreide. Weizen: Dez. 126½, März 129½, Mai 130½; Mais:
Dez. 85¾, März 90½, Mai 93½; Hafer: Dez. 50½, März 54½,
Mai 56¾; Roggen: Dez. 106½, März 107½, Mai 107½.
Schmalz: Dez. 11,40, Jan. 11,92½, Mai 12,30.
Fleiſch: Dez. 10,87½, Jan. 11,12½, Mai 11,35: Speck, loko:
11,—; leichte Schweine 7,50—8,15, ſchwere Schweine 8,00—8,45;
Schweinezufuhren: Chicago 25000, im Weſten 135 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 14. Dez.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 1478, hart 142½; Mais, neu
ank. Ernte 99½; Mehl: ſpring wheat clears 6,60—6,90; Fracht:
nach England 1,9—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 13—14 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,15; Talg, extra 8½.
Kakao. Tendenz: flau; Umſatz in Lots: 182: Loko: 12¾4;
Nov. —, Dez. 12,65, Jan. 12,63, Febr. 12,68, März 12,72, April
12,78, Mai 12,86, Juni 12,91, Juli 13,07, Auguſt —, Sept. 13,16.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Im November hat der Verſand der deutſchen Zementwerke erneut
eine erhebliche Abſchwvächung erfahren. Es wurden nur noch rd. 500 00
Tonnen verkauft gegenüber dem bereits ungünſtigen Ergebnis von
690 000 Tonnen im Oktober.
Am 1. Januar 1928 verläßt, wie wir erfahren, der Präſident der
Baheriſchen Statsbank, Arnold, wegen Erreichug der Altersgrenze
ſeinen Poſten. Hierdurch ſcheidet Herr Arnold auch aus der
Beratungs=
ſtelle für Auslandsanleihen beim Reichsfinanzminiſterium aus. An ſeine
Stelle tritt einer ſeiner drei bisherigen Stellvertreter, Staatsrat Dr.
von Wolff.
Am fenſeitigen Maimufer wird zurzeit ein größeres Werk für die
Firma Dyckerhoff u. Söhne, Amöneburg, errichtet. Das neue Werk
dient zur Entlaſtung der Amöneburger Werke.
Die luxemburgiſche Spezialkommiſſion nahm die Regierungsvorlage
über die Errichtung einer luxemburgiſchen Effektenbörſe an, ſo daß die
Kammer bereits nächſte Woche das Projekt ſelber behandeln und
wahr=
ſcheinlich annehmen wird.
Der Wert der engliſchen Ausfuhr im November hat ſich gegenüber
dem Vorjahr um 17,5 auf 70,6 Mill. Lſtr, erhöht, während die Einfuhr
um 5,9 Mill. Lſtr. auf 107,4 Mill. Lſtr. zurüchgegangen iſt.
Bei der Wiederaufnahme der Londoner Kolonialwollauktionen am
12. Dezember ließ die Kaufluſt nach. Von den angebotenen Loſen
wur=
den etwa nur 80 Prozent verkauft und insgeſamt wurden 30—40
Pro=
zent des Totalangebotes wegen zu hoher Preislimite zurückgezogen.
Die Konkurrenz kam nicht über eine gewiſſe Mittelmäßigkeit hinaus.
Trotzdem konnten ſich die Preiſe auf der Eröffnungsbaſis halten.
Es wird gemeldet, daß das Schichſal der Ruſſiſch=Aſiatiſchen Bank
Anfang nächſten Jahres endgültig entſchieden werden wird. Dem
Ver=
nehmen nach beſteht bei der franzöſiſchen Regierung die Abſicht,
gelegent=
lich der nächſten Generalverſammlung die Bank als aufgelöſt zu
erklä=
ven. Die Fortſetzung der Tätigkeit ſoll der „Banque de Chine
Indu=
ſtrielle” übertragen werden.
Die Unterzeichnung des Abkommens zwiſchen den Beſitzern türkiſcher
Vorkriegswerte und der türkiſchen Regierung über die Negelung der
türkiſchen Vorkriegsſchulden, die geſtern hätte ſtattfinden ſollen, wurde
im letzten Augenblick erneut vertagt.
Die amerikaniſchen Zuckerproduzenten haben beſchloſſen, ſich an der
von Kuba ausgehenden Bewegung zur Feſtigung des Zuckermarktes zu
beteiligen. Sie haben zu dieſem Zweck mit Zuſtimmung der
amerika=
mirchen Negierung eine Organiſation zur Prüfung der Zölle, der
Pro=
duktion und der Verteilung gebildet; ſie lehnen jedoch eine
Preisfeſt=
etzung ab.
Aufwertung
vom Sparguthaben
Diiſt ar Beiſchreibung der 20½igen
Aufweutngsbeträge noch nicht vor=
Lu gelegiite alten Sparbücher werden
n m, hierminr in eut zur umgehenden Vorlage
Waufgeſriſen.
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Mnder ülblhen Kaſſeſtunden bei unſerer
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Residenz-Theater
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gelesenen Roman „Drllby‟
Paul Wegener, Anlta
Dorris, André Mattoni Hans
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Anfang 15.00 Uhr Ende gegen 17.30 Uhr
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Trilltrall und ſeine Brüder
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Clemens Brentano von Erich Ponto
Muſik von Arthur Chitz
Reg e: Hans=Joachim Weitz
Muſikaliſche Leitung: Erwin Palm
Bühnenbild: Wilhelm Reinking
Mitwirkende
Felicitas Guttmann, Trude Keßler, Elſa
Knott, Claere Randolph. Mela Wigandt,
Johanna Blum, Karl Ebert=Beyer, z erner
Finck, Ulrich Folkmar, Hermann Gallinger,
Richar) Jürgas, Hugo Keßler, Rudolf Klix,
Paul Maletzki, Hans Ney, Karl Paryla,
Gothart Portloff, Artur Schettler,
Kurt Weſtermann
Spielwart: Willy Krichbaum
Preiſe der Plätze: 0.50—2.50 Mark
Aufang 20,00 Uhr Ende gegen 22.00 Uhr
Letztes Gaſtſpiel
der ruſſiſchen Tanzgruppe
Diaghileff
Programm:
Cimaroſiang
Die Katze (La Chatte)
Polowetzer Tänze
Preiſe der Plätze: 1—10 Mark
Kleines Haus
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Donnerstag, den 15. Dezember 1927
Ende 22.00 Uhr
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Donnerstag, den 15 Dezember 1927
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Berechtigte Ueberſetzung von Marie Franzos.
(Nachdruck verboten)
Aetps Augen liebkoſten wiederum das ſchwarze
Wachs=
fuyztal. Mr. Kenyon fixierte abwechſelnd ihn und die
Brief=
shaben ſie im Auto gefunden, als wir die Champs
Ely=
ſumg fuhren?”
Gut verborgen, an der Stelle, wo ich mir dachte, daß
wwürde, zwiſchen Sitz und Rückenlehne. Sie lugten nach
ſwlünderern aus und werkten nichts!”
Aücenvon ſchäumte.
„wietzt möchte ich mir geſtatten, Ihnen, Mr. Kenyon, die
giebsthte aus dem Blauen Zug zu übergeben. Sie ſind beſſer
geeigyg ſie für Rechnung der rechtmäßigen Eigentümer zu
ver=
waltem’s ein Menſch von meitem zweifelhaften Charakter. Ich
habe rm erlaubt, zurückzunehmen, was man mir und meinen
Freumde geſtohlen hat. Hier iſt der Reſt — bitte ſehr!”
Enberreichte das ſchwarze Wachstuchfutteral. Der Detektiv
öffnetes. Er ſah ein Meer von Banknoten, ganze Hände voll
Ringm nd. Armkänder. Mit einem harten Lachen ſteckte er alles
zu ſichi
„50a! Sie ſpielen vortrefflich den Detektiv, Herr
Pro=
feſſorn ger Sie begehen einen Fehler: Sie ſpielen zu gut! Kein
Letekuſtkönnte das tun, was Sie getan haben — ich möchte es
nicht ſa mich nehmen. Haha! Glauben Sie micht, daß ich dieſe
Fintel Lrchſchaue?"
„As für eine Finte?” frogte Philipp ſanftütig.
AZen Mr. Kenyon weniger von ſeiner Strafpredigt in
Aw=
ſpruchy enommen geweſen wäre, hätte er gemerkt, daß Philipp
Lavemüe ein paar Geſten machte, und daß Lavertiſſe durch eine
Luke viu Fenſter einige haſtige Worte mit dem Chauffeur
wech=
ſelte, öe nickte und lächelte.
„As iſt das für eine Finte, die Sie durchſchaut haben, Mr.
Kenywn”
„Se ſelbſt waren derjenige, der auf das Auto aus Dijon
ge=
warteht at! Sie ſind der Chef der Verbrecher! Darum wußten
Sie, „w das Auto halten würde! Darum ließen die Leute Sie
die Atete nehmen! Jetzt heben Sie ſie entwiſchen laſſen und
wolleſach von mir freikaufen, indem ſie die Diebesbeute
zurück=
erſtatme. Aber ſo wahr ich hier in dieſem Auto ſitze —‟
„Aprtiſſe! Graham!” ſagte Philipp. „Ich glaube, wir
habern enug von dieſer Geſellſchaft — eins, zwei, drei —‟
2)6 Auto war in eine ſtille, verlaſſene Quengaſſe der
Chamy Elyſées eingebogen. Plötzlich ſpürte Mr. Kenyon ſich
von aes ſtarken Armen ergriffen, das Auto verlangſamte die
Fahry, ine Tür wurde aufgemacht, und ehe der Detektiv wußte,
wie h geſchah, taumelte er über die Straße, das ſchwarze
Wachtstch futteral in der Hand.
Abeor das Auto ſich in Bewegung ſetzte und verſchwand,
hörten Herrn Collin rufen:
„2s geſtohlene Gut habe ich zur Stelle geſchafft — die
Zug=
plünsperr können Sie ſelber finden! Und bezahlen Sie zur größe=
ren Sicherheit das Lunch bei Ceſarini! Ein anderwal iſt die
Reihe an mir, Sie einzuladen.”
Alkyon Argyropoulos: Lunch.
„Sage mir, Muſe, die Taten des viel gewanderten Mannes,
welcher” — mitten auf der Straße, ſagten Sie, Kyrie? Und
keine Spur des Liſtigen? Mitten in einer von ſauſenden
Gefähr=
ten lärmenden Straße wirft er Sie hinaus und verſchwindet
gleich einem lärmenden Schatten aus dem Hades — ja, genau ſo,
denn was bleibt von einem Auto anderes übrig als Rauch?
Beim alten Wolkentürmer, wohlgetan!”
„Es war nicht in einer von ſauſenden Gefährten lärmenden
Straße, es war in einem menſchenleeren Seitengäßchen. Sonſt
wäre der Coup nicht gelungen. Aber wenn Sie es wohlgetan
finden, daß der Verbrecher entkommt und ich mißhandelt werde,
glaube ich nicht — Kenyon erhob ſich —, daß wir dieſes Geſpräch
länger fortzuſetzen brauchen. Das Wachstuchfutteral mit der
Diebsbeute iſt bei der Polizei deponiert, und Sie können Ihr
Geld jederzeit gegen Legitimation beheben. Guten Morgen!”
Der griechiſche Millionär hatte ſich ebenfalls erhoben. Seine
Hände waren dem Detektiv flehend entgegengeſtreckt.
„Warum wollen Sie gehen? Ich brenne ja geradezu vor
Verlangen, alles zu erfahren. Wie ſind Sie dem Liſtigen auf
die Spur gekommen? Wo haben Sie ihn gefaßt? Wie iſt es
Ihnen gelungen, ihm das goldſtrotzende Futteral zu rauben?”
Kenyon ſah ſeinen Gaſtgeber, deſſen ſchwarze Augen vor
erwartungsvoller Neugier wie die eines Kindes leuchteten, ein
wenig milder an. Die Fragen, die er jetzt ſtellte, waren nicht
ſo verletzend wie ſein erſter Ausruf.
Er ſetzte ſich. Viele eigentümliche Klienten hatte er im
Laufe der Zeit gehabt, aber keinen ſonderbareren als dieſen
Mil=
lionär. Kenyon ſah von ſeinem Lederkittel auf ſeine weiten
Samthoſen, von einer Art phrygiſchen Mütze, die auf einem
Stuhl hingeworfen lag, auf den wallenden grauen Bart. Wer
war er? Was machte er in Paris?”
„Iſt das Ihr erſter Beſuch in — Europa?” ſagte er mehr
gerade zur Sache als eigentlich diplomatiſch.
Herr Argyropoulos brach in ein ſchallendes Gelächter aus.
Sein Mund war enorm; wenn er ſeiner Heiterkeit freien Lauf
ließ, verſchwanden die Augen ſo ziemlich, und der Bart ſchien
ſich mit den Auge brauen zu vereinigen.
„Europa!” ſagte er. „Rechnen Sie Griechenland nicht zu
Europa? Was wäre Europa ohne Griechenland geweſen?”
„Nein, ſelbſtverſtändlich”, ſtammelte der Detektiv. „Homer
und Plato und — und Homer. Nein, natürlich. Aber ich meinte
nur —‟
„Es war dies meine Kleidung? Sagen Sie es frei heraus!”
„Wie in aller Welt können Sie ſo etwas glauben? Ich
küm=
mere mich wirklich nicht darum, wie die Leute angezogen ſind!
Ich habe ſchon zu viele gutgekleidete Schwindler geſehen, um —‟
„Um ſich darum zu ſcheren, wenn einer anders gekleidet iſt!
Was waren das für Worte, die dem Gehege der Zähne
entſchlüpf=
ten? War er, der den Zug plünderte, gut gekleidet? Davon bar
ich Sie zu erzählen.”
Kenyon errötete leicht und kam der Aufforderung nach. Der
Millionär lauſchte mit aufgeriſſenen Augen.
„Er ſelbſt hat die Beute zurüchgegeben?”
„Ja.‟
„Sie haben ſie ihm nicht mit Liſt oder Gewalt abgenommen?”
„Nein, er hat eingeſehen, daß das Spiel verloren war, und
hat die Diebsbeute zurückgegeben, um ſich der Strafe zu
ent=
ziehen.”
„Aber das hätte er ja gar nicht nötig gehabt. Im nächſten
Augenblick iſt er doch entwiſcht!“
Kenyon preßte die Lippen feſt aufeinander.
„Möglicherweiſe für den Augenblick. Aber es wird nicht
lange dauern, bis ich ihn wieder habe.”
„Wie wollen Sie den Liſtigen fangen?”
„Mit Hilfe der franzöſiſchen Polizei. Ich habe ihr ein
aus=
führliches Signalement gegeben, und mit ihr iſt nicht zu ſpaßen.
Alle Eiſenbahnſtationen und Häfen ſind benachrichtigt, alle
Ban=
ken und Verſatzämter ſind auf ihrer Hut. Die Polizei in den
Straßen arbeitet mit den Detektiven Hand in Hand.”
„Auch die Polizei der Straße, wo er Sie
hinausgewor=
fen hat?”
Kenyon fuhr in die Hkhe.
„Beſoinenheit! Sot hroſyne! Wißbegierde war die Mutter
meiner Frage. Denn es will mich bedünken, daß ein Mann, der
ſich gleich einem Schatten aus dem Hades in Raich auflöſem
kann, ſchwerlich durch ſtealbriefliche Verfolgung zu fangen ſein
wird. Gibt es kein anderes Mittel? Halt! Wo zwei Augen
nichts ſehen — aber glauben Sie ja nicht, daß ich Ihre Augen
meine, Kyriel —, wo ein Dutzend Arme nicht genug ſind, um zu
greifen, da ſieht die Menge, die hundertköpfige, alles, da greift
ſie mit tauſend Händen. Machen wir die Hydra zu unſerer
Bundesgenoſſin! Eine Belohnung dem Auge, das ſieht, eine
größere Belohnung der Hand, die ergreift!“
Kenyon ſtarrte.
„Sie wollen eine Prämie ausſetzen?”
„Ja.”
„Sie wechſeln den Standpunkt raſch, das muß ich ſagen.
Eben noch applaudierten Sie dem Verbrecher, weil es ihm
gelang —‟
„Sie aus dem ſauſenden Auto zu werfen und ſich in Rauch
aufzulöſen. Beim Hund, ſo denke ich noch immer! Aber wenm
ich gleichzeitig einen Preis für ſeine Ergreifung ausſetze, ſo iſt
das keineswegs ein Beweis, daß ich meine Anſicht geändert habe.
Einen würdigen Kampf dem Würdigen! Wird er durch meine
Belohyng gefaßt, wohlan! Möge er ſeine Strafe erleiden, ſie
iſt verdient.”
Kenyon muſterte ſeinen Gaſtgeber.
„Alſo Sie ſetzen eine Belohnung — von wieviel aus?”
„Sind zehntauſend Drachmen genug? Sagen wir
zwanzig=
tauſend! Einen würdigen Kampf dem Würdigen! Aber wie zur
Kenntnis der hundertköpfigen Hydra bringen, daß ich gegen ihn
kämpfe? Wollen Sie mir dabei behilflich ſein?”
„Ich ſtehe Ihnen zur Verfügung”, ſagte der Detektiv. „Aber
im ſelben Augenblick, in dem ich Ihren Namen nenne, werde ich
mit Fragen beſtürmt werden. Was ſoll ich den Zeitungsleuten
antworten, die mich fragen, wer Sie ſind?”
Mit offenſichtlicher Ungerechtigkeit ſuchte er die Zeitungsleute
einer Neugier zu beſchuldigen, die aus jeder Pore ſeines eigenen
Geſichtes leuchtete. Herr Argyropoulos ſah mit zwinkernden
Faunaugen zum Plafond auf.
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