Darmstädter Tagblatt 1927


09. Dezember 1927

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urnallgem Erſcheinen vom 1. Dezember
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Beicher ncht zur Kürzung des Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 341
Freitag, den 9. Dezember 1927. 190. Jahrgang

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und Natſonalbant.

Deafde Biodiene i Genf.

dicht berſchleſiſche Schulfrage
rot dem Völkerbundsrat.

ifääzru
nder Au. Aruluis des Haager Gerichtshofes. Fort=
due
hungder Prüfung der Schulkinder bis zur
btſchteung des Internationalen Gerichtshofs
* Genf, 8. Dez. (Priv.=Tel.)
En)tHeutigen Nachmittagsſitzung vor dem Rat begannen
Werſtiorungen über die oberſchleſiſche Schulfrage. Deutſch=
haß
er in Genf, im November gegen die Fortſetzung der
795 Polen Einſpruch erhoben. Man bringt einen Be=
decr
=Außenminiſter Streſemann heute morgen Chamber=
beArittet
hat, mit dieſer Angelegenheit in Verbindung und
2er deutſche Reichsaußenminiſter Chamberlain über
Fdeiger Standpunkt unterrichtet hat. Dr. Streſemann
chu brattzduß die Entſcheidung über die Auslegung der Artikel
beutv.Uniſchen Konvention, die auf Erſuchen der deutſchen
Nutzenl
bruy=mn dem Internationalen Gerichtshof in Haag gegeben
en 119 auch für die Kinder des Jahrganges 1927/28, um
fet! Streit geht, maßgebend ſein ſoll. Dr. Streſemann
dſibu ſeine Erklärungen im Herbſt, wo er ſchon ausge=
hohl
daß es ſich bei der Unterſuchung nur um eine Aus=
weml
ttel handeln dürfte, da ſich die deutſche Regierung
Frifung nicht einverſtanden erklären könne. Der Be=
91Arutia bedauerte, daß ſeine Bemühungen nicht er=
Apfen ſeien, den Konflikt durch einen Ausgleich zu be=
Streſemann dankte Urutia für ſeine Bemühungen,
hr kubaniſche Delegierte Aquero ſich im weſenilichen
Streſemanns angeſchloſſen hatte, beſchloß der Rat,
ADeutſchen Regierung einzufordernde Entſcheidung
1Zregung der in Frage kommenden Beſtimmung ab=
Biy Sachverſtändigen fortzuſetzen und die Entſchei=
W 1227/28 nachträglich noch zur Anwendung zu brin=
F/aſſo die Haager Entſcheidung für Deutſchland aus,
u jetzt bei den Prüfungen der polniſchen Schule zu=
nder
, die von den Eltern für die deutſche Schule an=

mei
(s
4

Whren, nachträglich in die deutſche Schule eingeſchult.
Elicheidung dagegen anders aus, ſo ſoll ſie ebenfalls
ax hentiſche Juterpretation der Genfer Konveution
Uüüfſien gelten.

ſar Sireitfall Polen- Danzig.

* Genf, 8. Dez. (Priv.=Tel.)
awolniſch=ruſſiſchen Krieg hat die Frage der Durch=
onniſcher
Munition durch das Gebiet des Freien
iy an Wichtigkeit gewonnen. Urſprünglich lagerte
Qunition auf dem ſogenannten Holm im Zentrum
Slls Danzig eine Intervention des Völkerbundes
Pectimmte der Nat im März 1924 die Weſterplatte
es Munitionslager. Die Koſten für den Neubau
göhe von ſechs Millionen Schweizer Franken zut
Mi len und Danzig getragen. Der neue Standort iſt
Uncklich, daß jedes in den Hafen einlaufende Schiff
kinslager in der Entfernung weniger Meter vorbei=
teigem
wurden auf der Weſterplatte 75 Villen aus
miedergelegt und 130 Familien ausgeſiedelt. Da
en überliegenden Seite des Hafenkanals die Stadt
ei und der Freihafen ſich befinden, müßte jeder
wer gar eine Exploſion einen ungeheuren Schaden
deir neue Munitionshafen wurde Anfang dieſes Jah=
Meirt. Kaum war das Lager dem Betrieb übergeben,
eeche Streitfälle entſtanden. Während Polen meinte,
ſtarplatte nach Belieben vorgehen zu dürfen, legte
Asto ein und forderte die unerläßlichen Sicherheits=
Außerdem ſollten Danziger Zollbeamte dafür ſor=
Weſterplatte nicht zum Schmuggel benützt werde.
eeike, das Mnnitionslager genieße die Nechte der Ex=
und kein Danziger Veamter dürfe auf der Weſter=
Hümn. Der Völkerbundsrat, der ſich bereits mehrfach
angelegenheit beſchäftigte, verſuchte zuerſt eine Ver=
2won Polen eingeführten und vom Hohen Kommiſ=
Wn Methoden des Verkehrs ſollten vorläufig in Kraft
½ vom neuen Referenten für Danziger Fragen im
nat (Villegas=Chile) in der kleinen Weſterplattei=
eu
=beitete Gutachten iſt jetzt in Genf bekanntgegeben
uBig will aber die Entſcheidung des Völkerbunds=
n
Jahre 1924 unter allen Umſtänden anfechten, wo=
Mnturrierende Rechte, nämlich die Durchfuhr der polni=
unt
und Danzigs Anſpruch auf entſprechende Sicher=
un
. Im Laufe der letzten drei Jahre iſt aber durch
Goolniſchen Hafens im benachbarten Gdingen eine
entſtanden, ſo daß der Senat im Juli die Ver=
Aunitionslagers auf der Weſterplatte nach Gdingen
Der Nat hat bisher nur einen Unterausſchuß mit
der formalen Frage beauftragt, ob eine juriſtiſche
d8 Völkerbundsrates, wie es die Angelegenheit
Munitionslagers ſei, überhaupt aufgehoben wer=

Das juriſiiſche Gutachten in der Weſierplatte=
Frage anerkennt Danzigs Hoheitsrecht.
Der Bericht des Berichterſtatters Villegas zu der Frage der
Weſterplatte enthält nur eine Wiedergabe des Rechtsgutachtens
der Juriſten Ceeil Hurſt und Pilotti, ohne Anträge zu ſtellen.
Das juriſtiſche Gutachten kommt zu der Auffaſſung, daß das daß man nicht nach Genf, ſondern nach Rom ſieht.
tätsrechte genießen darf. Trotz aller Rechte, die Polen auf dem
Gebiet der Weſterplatte habe, bleiben die Rechte Danzigs auf
ſeinem Gebiet unberührt. Die polniſchen Bewachungsmannſchaf=
vergewiſſern
, daß die Vorſchriften durchgeführt werden. Die
für die deutſchen Minderheitsſchulen angemeldeten Danziger Beamten müſſen daher zur ueberwachung der Vor=
ſchriften
Zutritt zu dem Gelände der Weſterplatte haben. Das
juriſtiſche Gutachten ſtellt weiter feſt, daß Polen nicht das Recht Boden als den von Genf.
zuſchalten. Hinſichtlich der Auslegung des Begriffes Kriegs=
material
lehnt die juriſtiſche Kommiſſion die weitgehende Auf=
faſſung
der Polen ab und erklärt, daß die Beſchränkung dieſes
Begriffes auf Waffen und Munition zu Recht beſtehe. Das
juriſtiſche Gutachten hat alſo die Danziger Auffaſſung als völlig
berechtigt anerkannt und die Danziger Hoheitsrechte auf dem
Gebiet der Weſterplatte beſtätigt.
Polen gibt ſich nicht zufrieden.
Da der Bericht ſich für die Aufrechterhaltung der Danziger
Zoll= und Polizeihoheit auch in dem polniſchen Munitionsdepot
auf der Weſterplatte ausſpricht, erklärte ſich Präſident Sahm mit
dieſem Bericht einverſtanden, während der polniſche Delegierte
Strasburger praktiſche Bedenken geltend machte und Verweiſung
iu nufrichtig beſtrebt geweſen ſei, das Recht zu ſinden, an den Juternationalen Gerichtshof beantragte. Sowohl Präſi=
dent
Sahm wie der deutſche Außenminiſter Streſemann und der
engliſche Außenminiſter Chamberlain erklärten die nochmalige
Verweiſung einer von Juriſten bereits behandelten Frage an
den Haager Schiedsgerichtshof für unmöglich, und den Hagger
Schiedsgerichtshof überdies für wenig zuſtändig zur Entſchei=
is
dahin die Prüfung der Schulkinder durch den dung einer rein praktiſchen Frage. Schließlich machte der pol= andere Frage freilich iſt die praktiſche Bedeutung der ganzen
niſche Delegierte Stresburger den Vorſchlag, eine Kommiſſion
arger Gerichtshofes dann auch für die Kinder des unter Vorſitz des Völkerbundskommiſſars, beſtehend aus Zoll= delt es ſich hier nur um ein Detail. Frankreich hat den erſten.
und Nechtsſachverſtändigen, einzuſetzen, die ein praktiſch an=
wendbares
Reglement auf der Grundlage des juriſtiſchen Gut=
Sahm wurde die Frage auf eine ſpätere Sitzung vertagt, um in=
zwiſchen
den Kommiſſionsanttag zu formulieren.
Periageng der Frage des polniſchen Kriegs=
hafens
in Danzig.
Vorher hat der Rat einen Antrag Villegas angenommen,
der die ſeit dem Jahre 1920 ſchwebende Frage der Schaffung
zig zur nochmaligen Verhandlung an Polen und Danzig zurück= blem für äußerſt leicht lösbar halten. Das iſt aber keineswegs
verweiſt. Falls die Parteien bis vier Wochen vor der nächſten
Natstagung ſich nicht geeinigt haben, ſoll der Völkerbundskom=
miſſar
den Präſidenten der Marinekommiſſion um Ernennung
von zwei Sachverſtändigen erſuchen und mit ihrer Hilfe Vor=
ſchläge
zur endgültigen Regelung machen. Präſident Sahm er=
gegenüber
den neuen Vorſchlägen des Völkerbundskommiſſars
ſich die Geltendmachung aller ſeiner Rechte vorbehalten müſſe.
In einer Geheimſitzung beſchäftigte ſich dann der Rat mit
einigen Ernennungen und der Fortſetzung der Debatte über die Europa handelt. Nur gewiſſe Hitzköpfe in den Reihen der
Verminderung der Zahl der jährlichen Natstagungen.
Nächſte Sitzung Freitag vormittag 10.30 Uhr.
Errichtung einer polniſchen Werft im Gdinger es ſich nur um adminiſtrative und wirtſchaftliche Fragen handelt,
Hafen mit franzöſiſchem Kapital.
Danzig, 8. Dezember.
Warſchau mit franzöſiſchen Firmen über die Errichtung einer
großen Werft in dem polniſchen Hafen Gdingen. In Danzig
dieſe Errichtung eine Konkurrenz für die Danziger Werften er= will und er hat daraus niemals einen Hehl gemacht , iſt
blickt, die durch die Abtrennung von Deutſchland und die damit aber eine politiſche Expanſion. Und in dieſer politiſchen Expan=
geſchaffenen
Zollſchranken ohnehin ſchwer geſchädigt ſind.
Das polniſche Hafenpoſiamt in Danzig.
Danzig, 8. Dezember
Polen hat geſtern durch ſeinen diplomatiſchen Vertreter das
polniſche Hafenpoſtamt in Danzig einweihen laſſen, deſſen Er=
richtung
ihm vertraglich zuſteht. Eigenartig berühren muß es
aber, wenn der polniſche Legationsrat Laliſki bei dieſer Gelegen=
heit
ſich veranlaßt fühlte, die polniſche Loyalität in der Poſtfrage
Konkurrenz für die Danziger Poſt bedeuten ſolle. Man braucht j
in dieſem Zuſammenhange nur an die widerrechtlich angebrach= pläne fordert.
ten Briefkäſten durch Polen in Danzig zu erinnern. Das Poſtamt
geht in ſeinen Ausmaßen jedenfalls weit über die Bedürfniſſe
eines Umſchlagpoſtamtes hinaus. Dieſes große Bauwerk, direkt
zwecken als der Beſtimmung, ein= oder höchſtens zweimal monat= r
lich Poſt auf Ueberſeeſchiffe abzugeben.

Frankreich und Italien.
Von unſerem A=Korreſpondenten
Paris, 8. Dezember.
Während in Genf die politiſche Spannung den Höhepunkt
erreicht, beſchäftigt ſich die politiſche Welt nur mit einer Frage,
mit der des franzöſiſch=italieniſchen Verhältniſſes. Da aber ſogar
offiziös ausdrücklich betont wird, daß Genf nicht der ge=
eignete
Boden für eine franzöſiſch=italieniſche
Verſtändigung iſt, kann man in aller Objektivität feſtſtellen,
Man konnte in der engliſchen Preſſe in dieſen Tagen einige
Gebiet des polniſchen Munitionslagers keinerlei Exterritoriali= intereſſante Verſuchsballons ſehen. Man wollte in London wiſ=
ſen
, wie man ſich in Frankreich zu dem Gedanken einer eventuel=
len
engliſchen Vermittlung zwiſchen Paris und Rom ſtellen
würde. Die Antwort der franzöſiſchen Preſſe lautet nicht gerade
ten haben nur ein Aufſichtsrecht. Danzig liegt es ob, ſich zu ſchmeichelnd für die engliſche Diplomatie. Man betont in Paris
in allem Ernſt, daß die franzöſiſch=italieniſchen Fragen keine
dritte Micht etwas angehen. Um eine Verſtändigung zu erzie=
len
, braucht man einen von Jutrigen weniger durchwühlten
Die Argumente in der italieniſch=franzöſiſchen Frage wurden
habe, die Danziger Zollverwaltung auf der Weſterplatte aus= ſchon ſo oft wiederholt, daß ſie banal wirken. Neu iſt nur, daß
man ſie in Paris jetzt an erſter Stelle und oft wiederholt. Man
hat Muſſolini gegenüber die Politik des Totſchweigens ſchein=
bar
endgültig fallen laſſen. Die Situation in Italien war aber
nachgerade ſchon unhaltbar geworden. Der Ton der fasciſtiſchen
Preſſe übertraf ſeit der Unterzeichnung des franzöſiſch= jugoſla=
wiſchen
Vertrages alles bisher Dageweſene an Schärfe, und in
den italieniſchen Städten, ſelbſt in den kleinſten, hat man gnti=
franzöſiſche
Demonſtrationen gehalten. Und das alles wog um
ſo ſchwerer in den Augen des Quai dOrſay, da in Italien alles,
was geſchieht, als eine Aeußcrung des diktatoriſchen Willens ge=
wertet
werden kann. Die friedlichen Parolen Brignds waren
darauf gerichtet, eine Entſpannung herbeizuführen; ſie wurden
aber kalt oder mißtrauiſch aufgenommen. Man forderte Taten.
Und es kam übrigens nicht beſonders überraſchend die
Unterzeichnung des neuen modus virendi, welcher die Rechte
der Franzoſen in Italien und der Italiener in Frankreich auf
eine beſonders weitgehende Weiſe regelt. Da es ſehr wenig
Franzoſen in Italien und ſehr viel Italiener in Frankreich gibt,
handelt es ſich hier unbeſtritten um ein Entgegenkommen von
franzöſiſcher Seite. Selbſt in Italien wird dies anerkannt. Eine
Geſte. Sie iſt keineswegs zu unterſchätzen; aber trotzdem han=
Schritt getan oder markiert , und man betont in Paris,
achtens ausarbeiten ſollen. Unter Zuſtimmung des Präſidenten gleichzeitig mit dem größten Nachdruck, daß jetzt an Italien die
Reihe iſt.
Zweifellos gibt es noch eine ganze Reihe von Fragen, über
die ſich zwiſchen Paris und Rom eine Einigung erzielen läßt.
Hier zeigt man ſich aber wieder etwas zurückhaltender. Ver=
traulich
erklärt man es damit, daß eine weitere unerwiderte
Nachgiebigkeit dem franzöſiſchen Preſtige ſchaden würde.
Wie man ſieht, arbeitet die franzöſiſche Außenpolitik in der
Richtung einer Verſtändigung. Da Frankreich ſich nachgiebig ge=
eines
Auslandshaſens für die polniſchen Kriegsſchiffe in Dan= zeigt hat und zeigt, könnte man das italieniſch=franzöſiſche Pro=
der
Fall. In einer ganzen Reihe von praltiſchen Fragen, unter
anderem auch in der Frage der Rohſtoffverteilung, kann die fran=
zöſiſche
Politik Italien gegenüber nachgeben. Es gibt aber einen
Punkt, an dem die franzöſiſche Nachgiebigkeit aufhört und ſich in
klärte, daß er für den Fall, daß keine Einigung zuſtande komme, eine Starre verwandelt, und über dieſen Punkt wird die fran=
zöſiſche
Politik niemals hinausgehen, welche Mehrheit und wel=
ches
Kabinett auch in Paris regieren mag. Das ſind die terri=
torialen
Fragen, einerlei, ob es ſich um Afrika, Aſien oder
Fasciſten ſprechen von einer italieniſchen Expanſion nach dem
europäiſchen Frankreich hin. Aber gewiſſe kolonialpolitiſche
Wünſche werden ſelbſt von den Gemäßigſten zugegeben. Inſoweit
wäre eine Einigung zwiſchen franzöſiſcher und italieniſcher Kolo=
nialpolitik
auch noch denkbar. Aber niemals würde Frankreich
ein koloniales Gebiet an Italien abtreten; in dieſem Punkte iſt
Die polniſche Regierung verhandelt nach Meldungen aus die franzöſiſche Politik unveränderlich. Denn man ſieht in Frank=
reich
in den Kolonien nicht nur Wirtſchaftsobjekte. In der fran=
zöſiſchen
Koloniſierung handelt es ſich im Gegenſatz zu der
ſieht man dieſem Plan mit Beſorgnis entgegen, da man durch engliſchen ſtets um eine politiſche Expanſion. Was Muſſolini
ſion ſieht er ſich durch Frankreich gehemmt, gehemmt nach allen
Richtungen hin. Seit der Unterzeichnung des franzöſiſch= jugo=
ſlawiſchen
Vertrages ſogar nach dem Balkan hin. Vielleicht ſiud
die Italiener in dieſem Punkte nur in ihren Illuſionen gehemmt,
denn die Muſſoliniſche Balkanpolitik war ſtets eine Politik der
Selbſttäuſchung; aber trotzdem hatte man in Rom plötzlich das
Gefühl, daß der Kreis um Italien geſchloſſen iſt. Aus dieſem
Grunde war man wegen dieſer vielleicht nicht beſonders
geſchickten Geſte der franzöſiſchen Politik ſo ſehr verſtimmt.
zu betonen und zu erklären, daß der polniſche Poſtdienſt keine Und es iſt heute evident, daß man hier von den Italienern für
jedes weitere Entgegenkommen den Verzicht auf gewiſſe Balkau=
Trotz alledem wird aber in den hieſigen politiſchen Kreiſen
die Ausſicht einer Verſtändigung mit Italien nicht beſonders
peſſimiſtiſch beurteilt. Man glaubt, daß binnen einigen Mona=
an
der Hafenrinne, dient ſchon rein äußerlich mehr Propaganda= ten, wenn die Gemüter ſich etwas beruhigt haben, eine Annähe=
rung
möglich ſein wird, ſchon deshalb, weil die Muſſoliniſche
Politik der Reſultate dringend Reſultate braucht.

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Geite 2

Freitag den 9 Dezember 1927

Nummer

Bevorſiehende Zuſammenkunft
Briands mit Muſſolini.
Briands Taktik.
EP. Paris, 8. Dezember.
An gutunterrichteter Stelle erfährt man zu dem Gerücht halten.
Muſſolini, daß eine ſolche unter keinen umſtänden, wie behaup=
tet
worden war, noch dieſe Woche ſtattfinden wird. Bevor dieſe nicht beendet.
in die Wege geleitet werden kann, möchte Briand nämlich von
den zuſtändigen Stellen des Quai dOrſay verſchiedene Berichte
Fragen ausarbeiten laſſen. Andererſeits hält man es für ebenſo
unwahrſcheinlich, daß Muſſolini an einer überſtürzten Zuſam=
menkunft
gelegen iſt. Man hält dafür, daß die öffentliche Mei=
nung
in Italien dieſe plktzliche Schwenkung kaum verſtehen geſtellt hatte, abgelehnt.
würde und daß ſie deshalb zumindeſt darauf vorbereitet werden
müſſe. Aus allen dieſen Gründen hält man es für unwahrſchein=
lich
, daß die Zuſammenkunft noch anläßlich der gegen=
wärtigen
Ratstagung zuſtandekommen wird, und man rechnet
damit nicht vor Anfang oder Mitte Januar. Sie iſt, von Genf kommend, in Paris eingetroffen. Er hat bereits mit
dürfte vorausſichtlich in der Schweiz erfolgen, da verſchiedenen politiſchen Perſönlichkeiten Fühlung genommen.
aus diplomatiſchen Gründen weder dem einen noch dem anderen
Staatsmann daran gelegen zu ſein ſcheint, ſich in das andere ſchafter auf den ſeit einiger Zeit verwaiſten Brüffeler
Land zu begeben. Auf alle Fälle ſcheint es aber, daß Briand
viel darauf hält, wenigſtens den Anſchein einer franzöſiſcheitalie=
niſchen
Annäherungspolitik zu erwecken.
Italien verhält ſich abwartend.
EP. Mailand, 8. Dezember. in London eingetroffen.
Der Genfer Sonderberichterſtatter des Popolo d’Italia
ſchreibt ſeinem Blatte: Die Stimmen über eine bevorſtehende
Begegnung Muſſolinis mit Briand haben in der internationalen Repräſentantenhaus über 5400 Geſetzentwürfe vor.
Preſſe einen großen Optiismus ausgelöſt. Einige höfliche
Worte Briands haben hier genügt, dieſe Zuſammenkunft als nächſt zurückzutreten, um ſeine Kandidatur für die Präſident=
ſicher
zu betrachten, was uns beweiſt, daß eine franzöſiſch= italie=
niſche
Spannung als für alle gefährlich betrachtet wird. Wenn Nach einer Meldung aus San Salvador iſt dort ein Auf=
ſchwer
, aus den Ereigniſſen der letzten Tage eine Berechtigung
für den ausländiſchen Optimismus zu finden. Wir erklären
toffen, daß die Lage noch in keine neue Phaſe getreten iſt. Die
Begegnung Muſſolinis mit Briand iſt noch nicht feſtgeſetzt. Dies
kann erſt nach einer gründlichen diplomatiſchen Vorbereitung
geſchehen. Wenn es Briand wirklich mit der Beſeitigung der
Mißverſtändniſſe zwiſchen den beiden Ländern ernſt iſt, muß er Löſungs=Möglichkeiten. Der Stachel bleibt.
ſeine nächſten diplomatiſchen Mitarbeiter im Quai dOrſay in
dieſem Sinne beeinfluſſen. Aus allen dieſen Gründen kann eine
Begegnung Muſſolinis mit Briand nicht für die nächſte Zeit als vorüber. Der Nat hat den holländiſchen Außenminiſter mit der
bevorſtehend angeſehen werden.
Nicht verſiummende Gerüchte
EP. Paris, 8. Dezember.
Muſſolini. Dieſe Zuſammenkunft ſei keineswegs aufgegeben,
ſie halte ihre Nächricht, wonach Briand eine offizielle Einladung zu beendigen, wobei allerdings Litauen das
Intranſigeant ſchreibt, es ſei nahezu ſicher, daß die Unter= den Polen damit gedient iſt. Sie wollen vor allem die Möglich=
Verſchärfung ſeiner Beziehungen zu Italien zuſehen.

Vom Tage.

Auf einer Studienreiſe durch Deutſchland kam der Leiter des
Internationalen Arbeitsamtes in Genf, Direktor
Thomas, geſtern in Frankfurt an.
Die Kopenhagener Studenten=forening hat durch
ihren Vorſitzenden, Reichsgerichtsadvokaten Schiörring, den deutſchen
Außenminiſter Dr. Streſemann eingeladen, einen Vor=
trag
über Deutſchland nach dem Beltkriege zu
Nach einer Meldung aus Kairo ſind die Auseinanderſetzungen zwi=
über
die bevorſtehende Zuſammenkunft zwiſchen Briand und ſchen der ägyptiſchen und der deutſchen Regierung über die Frage der
Rückgabe des Bildwerkes der Königin Nefretiti noch
Die elſaß=lothringiſche Beamtenvereinigung hat
beſchlofſen, die Leitung der Zeitſchrift Der Be=
über
die zwiſchen Italien und Frankreich ſchwebenden politiſchen amte, die der verhaſtete böherige Schrftleiter, des Elſäſſchen
Kuriers, Roſſe, innegehabt hatte, dieſem zu entziehen.
Die franzöfiſche Kammer nahm das Budget des
Penſionsminiſteriums an. Sämtliche Abänderungsanträge
wurden, nachdem der Miniſterpräſident wiederholt die Vertrauensfrage
In Paris liegen Meldungen, aus Tokio vor, wonac) der gegen=
wärtige
japaniſche Vertreter im Völkerbund und Brüſſeler Bot=
ſchafter
Adatſchi zum Nachfolger des Grafen Iſhii
in Paris ernannt werden dürfte.
Der tſchechoflowakiſche Außenminiſter Beneſch
Italien will noch vor dem B. Dezember einen neuen Bot=
Poſten entſenden.
Das Unterhaus hat das Tadelsvotum der Arbeiter=
partei
mit 347 gegen 142 Stimmen abgelehnt.
Der Rücktritt des ägyptiſchen Geſandten in Lon=
don
Jzzet Paſcha iſt von der ägyptiſchen Regierung genehmigt
worden.
Der neue ungariſche Militärattachee Major Beldy iſt
Im amerikaniſchen Repräſentantenhaus iſt die
Freigabevorlage in der in der letzten Seſſion angenommenen
Form wieder eingebracht worden. Im ganzen liegen dem
Der amerikaniſche Handelsminiſter Hoover bebſichtigt dem=
ſchaftswahlen
des Jahres 1928 aufzuſtellen.
italieniſcherſeits dies auch eingeſehen wird, ſo hält es immerhin ſtand ausgebrochen. Die Regierung verhängte das Standrecht
und erließ einen Haftbefehl gegen den früheren Präſidenten Melendez.
Oer Wilna=Konflikt in Genf.
Der erſte Akt des polniſch=litquiſchen Schauſpiels in Genf iſt
Ausarbeitung eines Berichtes betraut. Am Samstag ſoll, wenn
inzwiſchen Pilſudſki eingetroffen iſt, der zweite Akt ſteigen, von
dem immer noch niemand ſagen kann, ob er nicht doch noch zu
einer Trogödie ſich auswächſt. Es iſt unverkennbar, daß Herr
Woldemaras nicht ungeſchickt gefochten hat. Sein Hinweis auf
über eine Zuſammenkunft BriandMuſſolini, die letzte Verſöhnungsſzene zwiſchen Polen und Litauen und
dann wenige Wochen ſpäter der Einmarſch des Generals Zeli=
gowfki
in Wilna iſt nicht ohne Eindruck geblieben. Begreiflich
Allen Dementis zum Trotz ſpricht die Pariſer Preſſe weiter genug, denn der Völkerbund hat eben ein ſchlechtes Gewiſſen und beſchuldigte das imperialiſtiſche Frankreich, ſein iM
von einer bevorſtehenden Zuſammenkunft zwiſchen Briand und wegen Litauen, weil die Zuweiſung Wilnas an Polen nun ein= ſichtlich der Achtung der elſäſſiſchen Freiheit gebrocherad
mal ein ſchweres Unrecht bleibt. Es wird alſo dahin kommen, Wieder erhob ſich ein gewaltiger Eatrüſtun=g
daß der Rat eine Entſchließung annimmt, worin Litauen auf den die Kommuniſten mit Pultdeckelgeklapper reggrn
ſondern nur aufg ſchoben worden. Die Information erklärt, aufgefordert wird, den Kriegszuſtand mit Polen/ Kammerpräſident entzog ſchließlich Huber das Wort, A
tades italieniſchen Regierungschefs erhalten habe, aufrecht. Der Rechthaben ſoll, eine Rechtsverwahrung wegen
Wilna erneut auszuſprechen. Es fragt ſich nur, ob laufen ſei. Unter ohrenbetäubendem Lärm und den
redung ſtattfinden werde, nur der Zeitpunkt ſtehe noch aus. Der keit haben, auf der Memel Holz zu flößen. Theoretiſch hat büne. Poincaré hatte mittlerweile zum.ß
Genfer Sonderberichterſtatter des Blattes will wiſſen, daß die Litauen auch nichts dagegen einzuwenden, praktiſch aber vertritt des Proteſtes den Sitzungsſaal verlaf
Zuſammenkunft urſprünglich auf den 8. Dezember feſtgeſetzt Litauen den Standpunkt, daß das polniſche Holz, das aus den Präſident ſetzte die Verhandlungen aus.
Fiskalwaldungen von Wilng kommt, das aber rechtmäßig Litauen
worden ſei. Die darüber von der Chicago Tribune gebrachten gehört, der Beſchlagnahme unterliege. Polen würde daher auch faſt ſämtliche elſäſſiſchen und lothringiſchen Abgeor
Einzelheiten ſeien durchaus zutreffend geweſen. Inzwiſchen nur geholfen ſein, wenn Litauen auf dieſe Kampfmaßnahme ver= Wort, um gegen die Erklärungen Hubers zu proteſt
ſei aber Briand zu der Ueberzeugung gelangt, daß es unnütz zichtet. Woldemaras weiß aber, daß jede Nachgiebigkeit ihn im Abgeordnete Weill erklärte, man könne nicht dulder
ſei, mit Muſſolini zuſammenzutreffen, bevor er ein genaues Pro= eigenen Lande die Stellung koſtet. Die Dinge drehen ſich alſo im franzöſiſche Regierung als ausländiſche Regierungy?
Kreis. Selbſtverſtändlich iſt mit einer Neſolution auch nicht werde. Die kommuniſtiſche Propaganda im Elſaß /
gramm ausgearbeitet habe, das den Beſprechungen zugrunde= viel erreicht, ſelbſt wenn der Rat noch eine Grenzkommiſſion ein= ruſſiſchen Rübeli finanziert. Im Elfaß gebe es übru/
gelegt werden könne. Was aber am 8. Dezember nicht geweſen ſetzen ſollte zur Nachprüfung der Verhältniſſe im Wilnagebiet, kommuniſtiſch= Partei, ſondern nur eine autonomiſt i
ſei, könne vielleicht ſich am 15. Dezember ereignen. Die Liberts‟ Das bedeutet ſchließlich doch nur eine formelle Erledigung, poli= die nach dem Abſchluß des Locarnovertrages entſtantchll
ſchreibt gleichfalls, die Zuſammenkunft Briands und Muſſolinis tiſch aber eine Vertagung der Schwierigkeiten ins nächſte Jahr, dem Deutſchland ſeinen Verzicht auf Elſaß=Lothring-l
und bedeutet weiter keine Garantie dafür, daß nicht eines ſchönen habe. Anſchließend erklärte der Kammerpräſident, e.
ſei in Vorbereitung. Frankreich, das überall für die Befriedung Tages doch auf Grund irgendeiner Kleinigkeit auf einer Seite daß das Elſaß zu Frankreich und zu der eigen und
und den wahren Frieden arbeite, könne unmöglich einer weiteren, die Gewehre losgehen und der Krieg dann von ſelbſt ausbricht, Republik gehöre und gehören werde. Das BudgetiM
während der Völkerbundsrat noch berät.

Frankreich und Elſaß=Lothringt
Ein Zwiſchenfall in der franzöſiſchen Kaczl
Paris, 8. Deng
Die Kammer nahm heute nachmittag das Budget.

und Lothringen in Angriff. Miniſterpräſident Poinean=
an
die elſäſſiſchen Abgeordneten die Aufforderung, die 944 U GieM!O
über die Regierungspolitik in Elſaß=Lothringen bis
abſchiedung des Budgets, alſo bis zum Januar, zu. 441Lzuzugelt 9
Dieſem Wunſch kamen die elſaß=lothringiſchen Wouuſf
nach, indem ſie auf das Wort in der allgemeinen Dau
zichteten. Der kommuniſtiſche Abg. Huber beſteht inane
ſeinem Rednerrecht und verlieſt, wie Havas berichtet.
ſiſcher Sprache eine wegen ſeines elſäſſiſchen Akzents nu
ſtändliche Rede, die im Bericht der Agentur nicht wies=
wird
. Das Haus nimmt ſie gleichgültig entgegen bu
Augenblick, in dem ſich
Poincaré
plötzlich erhebt und den Kammerpräſidenten erſucht, miu
rungen durchzulaſſen, die außerhalb Frankreichs das ge
in eintel. t
heil anrichten könnten, und alsdann zu Huber gewendt
ui das politiſch
Sie ſind einer der kommuniſtiſchen Autonomiſten, dierd
Fühlungneh
Anſchluß an Deutſchland wünſchen. Dieſer Tage I9

eſeaice
WieAich
arbeismt
zeudilkei e
ter üher
eicht erſtate
r Angeleg‟.
ſienfuihlt. it
Entſch.

Luich des gebunet.
unter dem Schutz ihrer parlamentariſchen Immunitäz
Fiage Peitet.
in einem Koffer, deſſen Schlüſſel Sie verſteckten, dertt,
des Kabinetts
autonomiſtiſche Zeitungen zu befördern. Sie werdennſ.
mchne, daß mart
leugnen. Das alles treiben die Kommuniſten im Extt

fiaen wird Ageil
dem Teil Frankreichs, der allen Franzoſen am heiutz
zuſewerkichelte
ſollte.
teiner Weiſe den
Die elſäſſiſchen rechtsſtehenden Abgeordneten Mf U. uicht aus der Abſid
Kammerpräſident Bouiſſon droht mit Aufhebung den ſeu
wenn derartige Zwiſchenfälle ſich wiederholten und erkalnt gti m Gſeginduſtie
elſäſſiſchen Abgeordneten gewendet: Sie haben auf 144 ſanſchlch hie=
verzichtet
. Ihre Zwiſchenrufe ziehen die Debatte unrüchr hitertrunpft und
Länge. Die antinationalen Worte des Abg. Huber, Miutg ucht Znfogedeſſe
dem ſtenographiſchen Bericht über die Kammerſitzunggng tichtefel, dem Reich=
FIu ie Vant berich,
genommen werden.
Als Huber trotzdem mit ſeinen Kritiken fortfuhr, E4M Mr de Abeitsze.
ſchiedene Abgeordnete dazwiſchen: Wenn Sie ſo fent Fälſzudent betagen 1d
land nachtrauern, dann gehen Sie doch in den Reichs=n zuztaendgleiten der. 4
Sie nach Moskau! uſw. Die Kommuniſten ve =ſtbruſlſch die Sache ſo.
dieſe Zwiſchenrufe durch wüſten Lärm Mil de brſchiedenen
ſticken, worauf ſich ein ungeheurer Tumult enttſtzteilu uibh. 23 1d
Huber proteſtierte weiter gegen die Beſchlagnahme baſu dir Arbeitszeit
gen und die Verfolgungen gegen die Kommuniſten, uu ſti tüuſtie niemals gefatd
nicht im geringſten ſeine Neigung für eine aufgtn lufen die Lohnber
elſaß=lothringiſche Republik unter de ſu ſ bindere Bedeutu
tur des Proletariats. Poincars bezeichneteurufzue zineinſbielen. 2
dem Abgeordneten gezogenen Vergleich zwiſchen ſnlug abeitet ud an 1
land und Frankreich als ſchändlich und rief7 ): 4mlch ſchwver, ihm
Rede iſt eine Beleidigung für das Elſatn kuch Er kam aber au
Frankreich. Huber ließ ſich jedoch durch den rilcles vorübergehen,
Sturm nicht aus dem Konzept bringen.
fruſte hmd hat.

Huber forderte das freie Selbſtbeſtinn
recht ſir die Eſäſſe.
drücklich erklärt habe, daß er mit ſeinen Ausführumd
reich bileidigen wolle, und da außerdem ſeine ReE
Abgeordneten Hinaus, hinaus verließ Hubst
Nach Wiederaufnahme der Sitzung ergriffen der
lothringiſchen Verwaltung wurde ſodann angenommal

in criſtliche Mei
iedenden Bel

suüche Metallarbeiter
riebsſtillegung an
leichtet, in dem es un
Aiſtet, Ihnen mitzutet
MNalarbeiterberband
Aum die Induſtrie beh
AN durchführung des ſe
4if eienſchaffende
ünnisgleich uſw. Wi
eund deren ſich die deu
L im 2. Dezember bed
Aung it erfolgt, bebor
Lind bebor nament
dueichend geprüſt word
Nu eranlaſſen zu

iltzüit in der
in der die Reic
m die Ach
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Müher das 9.
Linichaft und d
Meren Katg

Die Würfelbücher.

Die von der Geſellſchaft der Heſſiſchen Bücherfreunde ins Leben
gerufene Sammlung Würfelbicher hat ihre eigenen Gedeihens= und
Waclstumsgeſetze.
In ihrer Reihe finden ſich alle jene novelliſtiſchen, poetiſchen uſw.
Erzeugniſſe einer reifen Kleinkunſt vereint, denen Zeitſchriften, Maga=
zine
und ähnliche Orgaue nicht den geeigneten Rahmen für eine ſinn=
gemäße
künſtleriſche Wirkſamkeit geben würden. In dieſe bunten
Sammelkäſten einer geräuſchvollen Erzählungs= und Tagesberichterſtat=
tungs
=Literatur aufgenommen, würden ſie ihres gpparten Reizes ver=
luſtig
gehen.
Indem ihnen aber für ihr öffentliches Erſcheinen eine Art eigener
Ort geſchaffen und eine Art eigenes Kleid entworfen iſt, treten ſie mit
der ihren Inhalt kennzeichnenden geiſtigen Note giner gutgepflegten
Kabinettkunſt beſter Ueberlieferung vor das kritiſche Auge des tunſt=
verſtändigen
Bücherfreundes.
Wir betrachten es als unſere vornehmſte Aufgabe alle Bücher=
freunde
, und jene, die es werden wollen, ſtändig auf ihre Gegenwart
und auf Neuerſcheinungen in ihrer Reihe aufmerkſam und mit dem
Inhalt eines jeden Bändchens in Form kurzer Beſprechungen vertraut
zu machen.
Wir ſagen nicht zu viel, wenn wir behaupten, daß ein jedes dieſer
zierlichen und ſImucken Liliput=Werkchen wie geſchaffen iſt, dem Wunſche
nach Pflege der ſchönen Sitte des Schenkens mit geringem Geldauf=
wande
in zweckentſprechender Weiſe entgegenzukommen.
Bis jetzt ſind 12 Bändchen in die Reihe aufgenommen. Darunter
vom Grafen K. von Hardenberg:
Kartoffel=Feuerpoeſie. Dieſe Novelle berichtet uns von
der ſeltenen Erfindungsgabe des Poeten Nittelbuſch. Wir hören, wie
ihn die Veröffentlichung ſeiner Kartoffel=Feuerpoeſie und deren luſtige
Interpretg ion im Geiſte altgermaniſcher Mythologie in Konflikt mit
einem Folkloriſten von Auf bringt, der die in dem Gedicht von Rittel=
buſch
vorgetäuſchten Forſchungsergebniſſe energiſch beſtreitet. Und wir
hören nach Uebermittlung der wütenden Anklugerode des Profeſſors
durch den Poeten Freund, den R dakteur, die fan=ſe, ebenſo geiſtvolle
Rechtfertigung ſeiner genialen Erfindungskunſt: Er habe mit dem
rrachtvollen Einfall, der dem Cedicht zum Leben verhali, und dem Ver=
ſuch
ſemer Herleitung aus dem Reich der Mythologie zu ſeiner Freude
nicht nur Loki, der Feuergott, ſondern auch Loki den Lügengott erlebt.
Graf von Hardenberg hat die luſtige G=ſchichte der Vergeſſenheit
entriſſen. Ihre novelliſtiſch ſtilvolle Einkleidung iſt ihm meiſterhaft
gelungen.
Trinaerins und Priseilla. Eine Sage vom Tarasper
See. Graf Hardenberg vertieft ſich hier in den Sageuſtoff, der Einzel=
heiten
aus der Goſchichte des Schloſſes und Sees Tarasp zum Gegen=
ſtand
hat. Priseilla, die Sklavin des römiſhen Kaſtell=Präfekten
Tringcrius, hatte ſich zur Chriſtin bekehrt zu einer Zeit, als das =
miſche
Kaſtell von einer furchtbaren Ueberſchwemmungskataſtrophe heim=
geſucht
und das Land, mit Ausuahme des Schloſſes, ringsum über=

ſchwenmt wurde. Nur dieſes hielt bis zuletzt den Fluten ſtand und

uahm die ü verlebenden Menſchen und Tiare auf. Da die Vermurung
beſtand, daß der hämiſche Verrat der Chriſtin Buiseilla, an den heid=

niſchen Göttern mit ihrem Glaubensabfall geübt, das Unheil verſchul=
dete
, beſchloß der Präfekt Trinacrius, das Mädchen zur Verſöhnung
den erzürnten Göttern zu opfern. Insgeheim war der Präfert jedoch
in Liebe zu dem Chriſtenmädchen entbrannt. Den alten heidniſchen Göttern
als römiſcher Beamter zugeſchworen, durfte er jenem Verlangen nicht
wvillfahren. Er verſuchte aus dieſem Grunde, zwar ganz im Sinne
des der Pflicht gehorchenden römiſchen Beamten, Priscilla dem alten
Götterglwuben wieder zuzuführen. Sie ließ ſich durch ſeine Drohungen.
ſie zum Tode zu verurteilen, jedoch nicht beirren, und als der römiſche
Scharfrichter ſich anſchickte, den endgültig gegebenen Befehl der Ent=
hauptung
in Gegenuart des Präfekten zu vollziehen, ward ihr der
Dank ihres Gottes für ſtandhaftes Beharren im neuen Glauben.
In der Notzelle wird der Inhalt einer ſo folten unſprünglichen, von
der Wundertat göttlicher Dankbarkeit für die Beharrlichkeit eines Men=
ſchen
in chriſtlichem Glauben dunchdrängten Mythe mit meiſterhafter
Hand zu einem reifen Kunſtwerke geformt. In der Graf Hardenberg=
ſchen
ſtilreinen Faſſung kommt ihr tiefer Sinn, einen Menſchen im
Widerſtreit ſeiner Neigung mit der Pflicht und dem daraus erwachſen=
den
Kaupf um ihren Ausgleich zu zeigen, zu formgeprägtem Ausdruck.
Die Sandale der Nitagrit, eine luſtige Liebeserzählung
mit viel Freude, Tränen und gewürztem Leid, die von der ſeltſamen
Begegnung des ägyptiſchen Königs Mentuhotep mit der Auserwählten
ſeines Herzens, der zukünftigen Königin, berichtet. Die ſtiliſtiſch fein
ziſelierte Novelle hohen Kunſtformniveaus zeichnet einen übermütig
heiteren Lebensausſchnitt, der an die galante Zeit des ſinnen= und
liebesfreudigen Hoflebens eines Ludwig XIl. erinnert. Es ließe ſich
gewiß der kulturhiſtoriſtle Nachweis erbringen, daß die alten ägypti=
ſchen
Könige der Franzoſen jener Zeit Lehrmeiſter waren. Wahrſchein=
lich
hat auch Graf Hardenberg während ſeiner literariſchen Studien
hier angedeutete kulturlle Berührungspunkte aufgefunden, die ihn,
ohne ihrer jedoch beſonderde Erwähnung zu tun, zur Verarbeitung des
vorliegenden Stoffes veranlaßt haben mochten.
Eva Rhode=Fenner: Von dir, von mir und ande=
rem
. Die Gedichte im erſten Abſcmitt Jahreszeiten ſpiegeln Er=
lebniſſe
aus der Natur. Auch ſie bedeuten Erlebniſſe des eigenen Her=
zens
, gleichwie die Gedichte unter: Du und ich

tenswertem Vers= und Ebenmaß.
Heinrich Aull: Das Reiſeerlebnis des Herzogs
von Norfolk. Der Herzog von Norfolk iſt der feinkultivierte Ver=
treter
des engliſchen Hochadels. Er intereſſiert ſich für die Erzeug=
niſſe
großer Kunſt ferner Länder. Auf ſeiner Reiſe von Köln nach
Mainz begegnet er einem auch in ſeiner Heimat bekannten Sonderling,
dem deutſchen Baron von Dünewald, der m den verwöhnten Geſell=
ſchaſtskreiſen
des Kurfürſtlichen Hofes zu Mainz verkehrt. Während
einer Beſichtigung des Mainzer Domes verfällt er ſchwermütigen Be=
trachtungen
, als er des Grabmals des Obriſten Karl Adam Grafen wältigenden Eindruck, den die Heilige Stadt mit ihren 1ut
von Lamberg anſichtig wurde. Das Grabmal ſymboliſiert in eigen= Gen, Niuchlein und antiken Baudenkmälern auf ſie malt=

Bmemem meeeemem EmEHH
gegenübergeſtellt wird. Aus der myſtiſchen, welt= und licbemü
Auffaſſung vom Tode führt dieſe Novelle zu der Erkemtmr!
ſicheren Lauf der Welt nur das Bekenntnis zu einer
Lebensweisheit gerecht zu werden vermag.
Fritz Droop ſchrieb die unterhaltende Novelle".
Neuberin den Hanswurſt begrub. Um 17385
Neuberin im Zotenhof zu Leirzig das Theaterregimentt
unterſtützte ſie eifrig im Kampfe um den Wiederaufſtieg deunil
land im argen liegenden Bühnenkunſt. Die klaſſiſche Koril
ſtiefmütterlich behandelt, dafür beherrſchten die Hanswurſti 4
mehr die Bretter. Das eigens für den genannten Zwech
Stück Der Sieg der Vernunſt gewährt beiden vollen Eilt
Nun ſuchte Gottſhed ſeine Rechte geltend zu machen,
hofmeiſtert, ſchurigelt und dazu eine Vandalin nuß
ſie nicht geſonnen war, ſeinem Verlangen entgegenzukonn!
ging der Neuberin zu wveit. Von der Bühnenkunſt verſar
ſched nach ihrer Meinung nichts mehr. Seine beleidigen-l
mußten pariert werden. Sie brackte, deshalb ein Stück aurß
in dem Gottſched iu der Perſon des Tadlers porträtierttn
hieſt: Der allerkoſtbarſte Schatz‟ Das Spiel verlief ausges
jeder erkannte in der komiſchen Type den Profeſſor. Gottt
jedoch allen Angriffen gegenüber die Ruhe. Am Schluſſe!
mit Beifall. So erreichte er, das Publikum auf ſeine Seites)
Dadurch endete eing große Freundſchaft, die der Kus
die ihr vielleicht noch mehr gegeben, wenn ſie nicht vorzeiti
giſche Ende gefunden hätte. Droop ließ es ſich nicht der Mühe!
dem Begebnis eine ausgezeichnete Bearbeitung zu geben. 2d
geſchichtlichen Einzelheiten fand er in der Darſtellmg von*
der, wie der Hinweis auf eine Fußnote bemerkt.
Karl von der Heydt: Sibylla von Jer=
Raymond von Tripolis ſaß ſich in ſeiner Jugendliebe euti
duin, der Ausſätzige, hatte die Hand ſeiner ſchönen verwituarnlt
ſter nicht ihm dem tapferen Vafallen, ſondern dem Mame.
Guido von Luſignan, dem ſchwachen Jüngling, gegeben.
dem mit den Sarazenen um den Beſitz der Heligen Stuos
geführten Kampfe unterlegen. Nun konnte Nahuond de
ſtunde ſeiner Liebe doch noch kommen ſehen. Die Heilige Gs4
hat das Wunder vollbracht, daß er in ſeiner verblendetet
irnten Liebe Beſangene ſehend, all aber der ſakranenglen
haſtig wurden, die die begnadete Würde des liebenden Weikk=
erhöhten
, und ſie den als König anerkannten, den ſie die
vor, von jenem Verblendeten mitverführt, des Waltens L=
Amtes auf Heiligem Boden nicht fähig und geeignet biguhres
Karl von der Heydt: Oſter=Geſpräch
Palatin. Zvei Freunde haben Rom, die ewige
Ktimans sautz beſucht. Sie halten ſich draußen in der urr
farneſiniſchen Gärten, auf dem Prlatin, auf und erließen

artiger Da=ſtelluug den Kampf des ſterbenden Menſchen mit dem Tode. Stunden bietet ſich ihnen das unvargeßliche Schauſpiel enl.
Dieſer ſein ſeeliſches Gleichgewicht wenn auch nur vorübergehend uutergaugs, wie ihn nur die römiſche Campagna hervorzet
bedrohende Vorfall wirkt um ſo ſonderbarer, als er auch im Hauſe des mag, und erhöht inſtinktiv und unabweisbau die uhſtiſche 22
deutſchen Barons bei Gelegenheit einer von dieſem geſchaffenen geheim= vieltauſendjährigen Geſchichte der Stadt auf ihre reliois e

[ ][  ][ ]

er 341

Freitag, den 9. Dezember 1927

Seite 3

Manpf int der Chen Hoafttie
Reichskabinett
Die Verhandlungen in der weſideutſchen

undEiſen=Induſtrie=Konflikt.
Die ſwerungen der Gewerkſchaften unan=
nehnhif
. Keine Aufhebung der Arbeitszeit=

veronztung. Die Richtlinien für den Reichs=
arbeitsminiſter
.
gareichskabinett, das ſich am Mittwoch abend von
em Rysurbeitsminiſter über die Vorgänge in der
fifenoſd uſtrie Bericht erſtatten ließ, hat ſich am Donners=
ia
nich=vieder mit der Angelegenheit beſchäftigt. Rechtlich iſt
g90t itsminiſter in der Lage, im gegebenen
tlugenhch von ſich aus Entſcheidungen zu treffen.
ain es ſiſvier aber um einen äußerſt komplizierten Streitfall
zondelueſr auch auf das politiſche Gebiet hinüberſpielt, will er
mſcht olch vorherige Fühlungnahme mit dem Kabinett vorgehen.
ſtha ſorgussſtlrch wird das Kabinett am Freitag wieder zuſammen=
bten
zu dabei die Frage weiter beraten. Soweit ſich die Ein=
mullungg
! Mehrheit des Kabinetts abzuzeichnen beginnt, beſteht
aſundſ// der Annahme, daß man ſich dem Druck der Gewerk=
ſaften
ſch4 fügen wird. Allgemein hält man die Forde=
Aneaht ung jeder Gewerkſchaften für viel zu weitgehend. Sie
n Außz ſtiſpräch in keiner Weiſe den Intereſſen der Arbeiterſchaft,
ſe ſie ſichgar nicht aus der Abſicht geboren ſeien, für die werk=
derho

Sie ſ, tigenu geſſe der Eiſeninduſtrie Vorteile herauszuſchlagen. Es
Taamsfſenſichtlich, daß hier eine Gewerkſchaft die
des Yu zude eüHertrumpft und ihr die Mitglieder ab=
mwor
liggſe ſ ucht. Infolgedeſſen wird auch das Kabinett ent=
rechevodtſchließen
, dem Reichsarbeitsminiſter zu empfehlen,
inn ungs letzte Wort ſpricht, ſo zu operieren, daß er ſeine
grordmig über die Arbeitszeit, die ab Januar für die Warm=
griebe
Stunden betragen ſoll, etwas lockert. Hier ſoll auf
Lekyyotwendigkeiten der Werke Rückſicht genommen wer=
h
. Mtudenkt ſich die Sache ſo, daß unter beſtimmten Voraus=
ſungexnür
die verſchiedenen Betriebe eine längere Anlaufs=
ſt
zu gunden wird. Das bedeutet natürlich keine Auf=
buſſder
Arbeitszeitverordnung, die ja auch
mn deinnduſtrie niemals gefordert worden iſt. Ganz unab=
ngign
wen laufen die Lohnverhandlungen in Eſſen, die nur
ſoferm ire beſondere Bedeutung beſitzen, weil ſie in die
ſbeitstuff age hineinſpielen. Da der Schlichter vollkommen frei
0 unſutſäeigig arbeitet und an keinerlei Vorſchriften gebunden
iſtᛋratürlich ſchwer, ihm beſtimmte Richtlinien an die
ind zuneben. Er kann aber auch an dem Beſchluß des Kabi=
ſts
nuct achtlos vorübergehen, während er in der Lohnfrage
Momam freie Hand hat.
Dr chriſiliche Metallarbeiterverband
F drohenden Betriebs=Stillegung.
Duisburg, 8. Dezember.
Dearſſtliche Metallarbeiterverband hat im Hinblick auf die
ſhenwBetriebsſtillegung an den Reichsarbeitsminiſter ein
chreiltnge richtet, in dem es unter anderem heißt: Wir halten
* mſtichtet, Ihnen mitzuteilen, daß die Forderungem des
tiſtlichp Metallarbeiterverbandes klar erkennen laſſen, daß es
ſch inſvenn die Induſtrie behauptet, die Gewerkſchaften ver=
her
? Durchführung des ſchematiſchen Achtſtundentages für
gechlite eiſenſchaffende und eiſenverarbeitende Induſtrie,
mMnausgleich uſw. Wir müſſen Einſpruch erheben gegen
Da ilung, deren ſich die deutſche Großeiſeninduſtrie in ihrer
ſihrkäom 2. Dezember bedient. Die Androhung der Be=
Bftühung iſt erfolgt, bevor die eigentlichen Verhandlungen
unswund bevor namentlich die Auswirkungen unſerer Vor=
ſſäge
Breichend geprüft worden ſind. Wir bitten Sie daher,
letße veranlaſſen zu wollen.
iſt z aldemokratiſche Reichstagsfraktion hat zu dem dro=
dend
bu flikt in der Eiſeninduſtrie eine Interpellation ein=
brachſtn
der die Reichsregierung gefragt wird, was ſie zu
m gezwre, um die Achtung des Staatswillens auch den Unter=
uiekigigenüber
durchzuſetzen, um die Durchführung ihrer
rorlhmg über das Dreiſchichtenſyſtem zu ſichern und um die
eitſche Lirtſchaft und die Finanzen ſowie das deutſche Volk
R einee ſchweren Kataſtrophe zu bewahren.
Der den ſinnlichen Eindrücken zu berdankende Gedanken=
üört
ihre unbewußten Ahnungen und Gefühle und führt ſie
WEniſicht in die den Glauben betreffende Bedeutung Noms:
ſis) ihrem viſionären Geſicht als die Urſprungs= und Pflanz=
Wriſtentums und älter als das hiſtoriſche Auftreten Chriſti.
ehne vort Opfertod, von der Taufe und vom Abendmahl be=
Abnm Totenkult wieder. Der ohne Pflege eines Gärtners
Dirachtbaren Erdreich ſeine unvergängliche Kraft ſaugende
Auſtes fand in Chriſtus ſeinen Frühling. Das Reli=
har
Karl von der Heydts Stärke. In dieſer Erzählung geht
Aſpringen des Chriſtentums nach und kommt zur Erkenntnis
zclenn Zuſammenhang zwiſchen der Perſon Chriſti und dem
A Geſteht, aber nicht ein ſolcher, in dem Chriſtus die Rolle
Pichen Gründers, des geiſtigen Urhebers, zukommt.
9rießer von Karl von der Heydt. Die höchſt
kswegte Handlung, knapp und markant gezeichnet, wie ihr
ſek in der abenteuerlichen Zeit der herüchtigten Goldfunde
Rordamerikas. Der Silver=Palace=Saloon in El Oro im
einem jener dürftigen Prärie=Städtchen, iſt ihr engerer
Die agierenden Perſonen ſchlagen ſich zwar nicht um den
d nen Goldes Ei Oro führt ſeinen Namen mit Unrecht ,
Sitten und die Art ihrer Lebensführung erſcheinen denen

Eiſen=Induſirie.
* Eſſen, 8. Dezember.
Die Lohn= und Arbeitszeit=Verhandlungen zwiſchen den
Führern der weſtdeutſchen Eiſeninduſtrie und den Führern der
Gewerkſchaften ſind geſtern ergebnislos abgebrochen worden. Da
die Gewerkſchaften ihre Lohn= und Arbeitszeitforderungen voll=
inhaltlich
aufrecht erhielten, während die Arbeitgeberverbände
erklärten, die Vorſchläge ablehnen zu müſſen, weil die Wirt=
ſchaftlage
keine weitere Steigerung der Geſtehungskoſten zu=
laſſe
. Als ſchließlich die Gewerkſchaften erklärten, daß eine Er=
örterung
über die Arbeitszeitverordnung vom 16. Juli aus=
geſchloſſen
ſei, wurden die Verhandlungen, die trotz der zutage
getretenen ſcharfen Gegenſätze ſachlich verliefen, abgebrochen.
Das war bei der Haltung beider Parteien vorauszuſehen, denn
die Induſtriellen erklärten ſeit langem, daß ſie den Forderungen
der Gewerkſchaften keineswegs zuſtimmen könnten, ſollten nicht
die Betriebe ſowohl der eiſenerzeugenden wie der eiſenverarbei=
tenden
Induſtrie unrentabel werden. Jetzt wird der Schlichter
zu entſcheiden haben, der in der Perſon des Oberlandesgerichts=
rats
Dr. Joetten die große Verantwortung dafür trägt, daß der
Schiedsſpruch ſo ausfällt, daß er für die Induſtrie tragbar er=
ſcheint
. Das iſt natürlich nicht leicht und es kommt darauf an,
die Intereſſen der Arbeiterſchaft und die der Induſtrie und
damit der geſamten deutſchen Wirtſchaft genau abzuwägen. Wohl
ſelten iſt ein Schiedsſpruch von ſo ungeheuerer Tragweite ge=
fällt
worden.
Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach
über die Lage der Eiſen=Induſirie.
In der Hauptverſammlung der Friedrich Krupp A.G. führte der
Vorſitzende des Aufſichtsrats Dr. Krupp von Bohlen und Halbach nach
Darlegung der Lage der Fr. Krupp A. G. zu dem Konflikt in der Eiſen=
Induſtrie u. a. aus:
Die Exportfähigkeit der Eiſeninduſtrie iſt für die deutſche Volkswirt=
ſchaft
von größter Bedeutung. Als einer der größten Produktionsfak=
toren
iſt die Eiſeninduſtrie mit in erſter Linie berufen, durch Export zu
einer Verzimſung und Abbürdung unſerer Auslandsverſchuldung beizu=
tragen
. Zwiſchen den wirtſchaftlichen Bemühungen der Induſtrie und
den geſetzlichen Belaſtungen hat ſich ein Wettlauf entwickelt, bei dem die
Induſtrie auf die Dauer unterliegen muß. In den letzten Tagen haben
ſich neue Wolken über der Eiſeninduſtrie zuſammengezogen; die neuen
Fordenungen auf dem Gebiete der Arbeitszeit und der Löhne laſſen lei=
der
jedes Augenmaß für das wirtſchaftlich Mögliche vermiſſen. Ihre Er=
füllung
wirde die Aufhebung jeder Verdienſtſpanne und die Wiederkehr
der Verluſtwirtſchaft bedeuten. Im allgemeinen iſt, wie bekannt, die bis=
herige
Verdienſtſpanne der Eiſeninduſtrie ſehr knapp bemeſſen. Ertrag=
los
arbeitende Werke aber können auf das Vertrquen des in= und aus=
ländiſchen
Kapitalmarktes nicht mehr rechnen. Wir werden aber ich
ſpreche hier von der deutſchen Wirtſchaft im allgemeinen noch auf
Jahre hinaus auf ausländiſche langfriſtiſche Kredite angewieſen ſein, um
eine volle Ausnützung unſerer Leiſtungsfähigkeit erzielen zu können.
Nur erhöhte deutſche Produktion und daraus folgende Mehrausfuhr,
begleitet von einer Verringevung der Einfuhr, kann unſeren ausländi=
ſchen
Neparctionsgläubigern zur Erfüllung ihrer Forderungen verhelfen,
wenn auch die Gefahr einer falſchen Einſchätzung der allgemeinen Trans=
fermöglichkeiten
bei einem weiteren Zuſtrom ausländiſchen Leihgeldes
beſtehen bleibt, ſo lange eine endgültige Vereinbarung über die Höhe
unſerer Geſamtleiſtung an Reparationszahlungen noch nicht einwandfrei
feſtſteht. Zu der neuen Arbeitszeitverordnung übergehend, ſagte der
Redner, die Eiſeninduſtrie denkt nicht daran, ihrer Einführung grund=
ſätzliche
Schwierigkeiten zu bereiten. Wir ſind keine Feinde des ſozialen
Fortſchritts. Verfrühte und übereilte Maßnahmen können jedoch nur
zum Schaden derer ausſchlagen, zu deren Nutzen ſie erdacht ſind. Hoffen
wir, daß die bevorſtehenden Verhandlungen im Geiſte der Verſtändigung
geführt werden und daß ſich ein Arbeitskampf vermeiden läßt, der ſchließ=
lich
nur neue Schäden für alle Beteiligten und die geſamte Volksgemein=
ſchaft
bringen würde.
Die Schwierigkeiten bei der Einführung
des Achtſtundentags in der Eiſen=Induſtrie.
Von Induſtrieſeite wird die Geſamtbelaſtung der eiſenſchaf=
fenden
Induſtrie durch die Erfüllung der gewerkſchaftlichen For=
derungen
auf ein jährliches Mehr von etwa einer Viertel=
milliarde
berechnet. Die Berechnungen der Gewerkſchaften wei=
ſen
allerdings ziemlich erhebliche Differenzen auf. Der Zentral=
punkt
des ganzen Konflikts liegt zunächſt in der Arbeitszeit=
notverordnung
des Reichsarbeitsminiſters, die für die Eiſen=
induſtrie
bereits zum Jahresanfang den Achtſtundentag bringt.
Am 1. Januar ſollen nach der Verordnung ſtatt zwei Schichten
drei Schichten arbeiten. Die Induſtrie hat ſich verſchiedentlich
an den Reichsarbeitsminiſter gewandt und ihm mitgeteilt, daß

kann, ſofern er ihre Fermem und deren Bildungsgeſetze nicht nur
kopiert, ſondern als Ausdruck lebendiger Allkräfte ſinnvoll zu
verſtehen trachtet.
Darboven belvegt ſich in Bekenntnis ganz in den Denkbahnen der
Sinnes= und Ausdrucksphiloſophie des Grafen Keyſerling.
Der Druck der neizvollen Bücher erfolgte vorbildlich in der L. C.
Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei und der Druckerei H. Höhmann.

Deutſcher Sport in Bild und Wort
heißt der vom Hofphotographen Eduard Zinſel, Darmſtadt, heraus=
gegebene
, nunmehr zum 4. Male in der L. C. Wittich’ſchen Hof=
buchdruckerei
gedruckte. Deutſche Pferdeſportkalender 1928. Dieſer druck=
techniſch
und beſonders bezüglich der Illuſtration ganz hervorragend aus=
geſtattete
hochkünſtleriſche Wandkalender erfreut ſich ſteigender Beliebt=
heit
. Inhalt und Ausſtattung dieſes vornehmſten deutſchen Sport=
kalenders
ſind von Jahr zu Jahr geſtiegen, der vorliegende Kalender für
1928 umfaßt 65 Blatt, deren jedes einzelne mit ganz neuen Illuſtra=
tionen
nach in der letzten Saiſon aufgenommenen Photogrgphien ver=

aer eng verwandt: Cowpboys, Viehfarmer, Trapper, Deſpe= ſehen iſt. Dieſe photographiſchen Aufnahmen, in denen Eduard Zinſel
hine Männer mit ebenſolchen Frauen, derb, rückſichtslos und bekanntlich Meiſter iſt, führen durch ſaſt alle bedeutenden Rennen des
Jahres, durch viele einzelne Züchtereien und Ställe, ſie zeigen im Bild

Nich heftig im Denken, Handeln und Lieben, wie es der be=
anggle
for life hier erheiſcht, treiben die in der Luft lie=
tſheidungsdurſtigen
Geſchehniſſe vom Beginn über ihren
Bölhepunkt hinweg bis zum Schluß in gleichem Tempo unauf=

rwärts,
Eche Märchen von Edith Mikeleitis=Winkel=
Lu Stein im Ofen. Die ſieben Totſünden. Das Mädchen
ülber. Der Kürbis. Das Mänchen vom Spiegelchen. Der
tcen Narr. Eins, zwei, drei und fünf wird man zu deu

die hervorragendſten Reiter und Pferde, daneben auch Aufnahmen aus
der Reichswehr und von den reiterlichen Vorführungen gelegentlich der
landwirtſchaftlichen Ausſtellung zu Darmſtadt. Weiter Studien aus
Züchtereien, Schul= und Kunſtreiten und ſonſt intereſſante Sportauf=
nahmen
, die ihre Entſtehung einem mehr oder weniger glücklichen oder
unglücklichen Zufall verdanken. Neben den ausgezeichneten Illuſtrationen
enthält dieſer Kalender eine Unmenge literariſcher Beiträge über Reiten,
Reitſport und Pferdezucht aus fachmänniſcher Feder. Daß neben den
chen rechnen müſſen, zwei als, wenn auch nicht reines, aus= auf das rein Sportliche gerichteten Aufnahmen in den Bildern Eduard

3. Tiermärchen beſonders bezeihnen. Vier gehört zur Mär= Zinſels ſtets auch das Landſchaftliche ſchön zur Geltung kommt, gehört
zu ſeiner eigenen individuellen Lichtbildkunſt.

die vom Teufel, bzw. vom Pfarrer, handelt. Mit ſahs
Iat der umfangreiche Typus der teils von Luſt und Freude,
üuurcht und Schrecken berichtenden Legendenmärchen aus
Im feinſinnigen Märchenerzählerin Edith Mikeleitis= Winkel=
hwlle
Bereicherung erfahren.
Begendariſches kennzeichnet alle ihre Märchen, wenn man
ſie die chriſtliche Auffaſſung vertreten, Gott beſtraft die
E gute aber belohnt er, anders geſagt: inſofern ſich die in
der Handlung eingreifenden, auf ihre Requlierung nach
ſichen Richtlinien gut, böſe hinwirkenden Wunder= bzw.
E gottgewollt erweiſen.
Darboven: Bekenntnis. Ein junger Zünſtler,
Dormann, ringt um Erkenntmis der in der Natur, in allem
Waltenden Lebens= uud Geſtaltsgeſetze. Er möchte die hohe
nn, dem Prinzip des in der Technik der Zeitz zaghaft
oen und nach der Meinung des Künſtlers unter Anlehnung
½e geborenen Fermwillens nahezukommen, um es auf das
nſtſchaffen zu übertragen. In einer licnten Stunde wird
daß hier die Natur des Menſchen beſter Lehrmeiſter ſein

Ganz hervorragend iſt, wie oben ſchon bemerkt, die drucktechniſche
Ausſtattung des Kalenders. Die Photographien, durch feinſten Raſter
zu Autotypien umgewandelt, wirken auf dem Kunſtdruckpapier und in
kleinſtem Format wie originale photographiſche Abzüge, teilweiſe noch
viel beſſer, da die Verwendung beſter Illuſtrationsfarbe und fach=
männiſcher
Zurichtung das Herausheben intereſſanter Einzelheiten noch
beſſer ermöglicht wie der rein photographiſche Abzug. Ueber dieſen
Kalender liegt eine ganze Reihe von Kritiken vor, von denen wir die
der Sportwelt hier einfügen wollen:
Gerade in den Wochen, in denen die letzten Blätter des alten Wand=
kalenders
zum Abreißen reif geworden ſind, und an die Beſchaffung
eines neuen ſtummen Ratgebers mahnen, kommt zum erſten Male auch
ein Pferdeſport=Kalender heraus. Hier wird wirklich einmal die ſprich=
wörtliche
Lücke ausgefüllt. Denn der Freund des edlen Pferdes hatte
bisher noch nie Gelegenheit, ſeine Liebhaberei auch in dem Bilderſchmuck
ſeines Wandkalenders zum Ausdruck zu bringen. Und es handelt ſich
nicht etwa um einen jener Kalender mit abgegriffenen, nichtsſagenden
Dutzendkliſchees, die eine Geſchmacksverirrung ſchlimmſter Art vorſtellen

ſie nicht in der Lage ſei, die Verordnungen durchzuführen, da
weitgehende techniſche Umſtellungen und Neubauten erforderlich
ſein würden, um durch die Einführung des Dreiſchichtenſyſtems
keine Schädigung der Produktion und der Qualität eintreten zu
laſſen. Die Betriebsumſtellungen würden längere Zeit erfordern,
und nur allmählich können dieſe vorgenommen werden. Die
Eiſeninduſtrie hat in Erwägung gezogen, das Bauprogramm in
drei Perioden durchzuführen, und zwar ſollen in der erſten Bau=
periode
die Stahlwerke, in der zweiten die Walzwerke und in der
dritten die ſich daran anſchließenden Anlagen umgebaut werden.
Die Durchführung dieſes großen Programms ſetzt jedoch voraus,
daß nicht unvorhergeſehene Kriſen in der Wirtſchaft oder auf
dem Geldmarkt eintreten. Nur allmählich kann die Induſtrie
durch weitere Mechaniſierung und durch Vergrößerung der Oefen
die Produktionsverhältniſſe umgeſtalten, ſo daß durch die Ein=
führung
der dritten Schicht keine Schädigung der Produktion
eintritt und auch beim Dreiſchichtenſyſtem die Rentabilität der
Werke gewahrt wird. Bei einer Reihe von Werken befinden ſich
ſolche Einrichtungen bereits im Bau, während andere erſt die
Beſtellungen herausgegeben haben. Auch die Walzwerke und die
weiterverarbeitende Induſtrie iſt gegenwärtig im Hinblick auf
die Einführung des Dreiſchichtenſyſtems in einer techniſchen Um=
ſtellung
begriffen, die ſich aber auch nur in einer längeren
Periode durchführen läßt. Die Umgeſtaltung der Betriebe erfor=
dert
aber ſehr viel Geld, und bei der gegenwärtigen Lage des
Kapitalmarktes dürfte die Aufbringung dieſer gewaltigen Mittel
nicht leicht ſein. Nach Lage der Dinge ſcheint es jedenfalls nicht
möglich, von der Induſtrie bereits zum 1. Januar die Umſtel=
lung
auf das Dreiſchichtenſyſtem zu verlangen.
Die rumäniſchen Studenten=
Unruhen in Großwardein.
Verſchärftes Standrecht über Großwardein.
Bei den Studentenunruhen in Großwardein und in anderen
Städten Rumäniens kam es, wie bereits gemeldet, zu blutigen
Ausſchreitungen, die urſprünglich antiſemitiſchen Charakter tru=
gen
und ſich ſpäter gegen die Ungarn wandten. Die Redaktionen
und Druckereien zweier ungariſcher Blätter ſowie die ganzen
Einrichtungen der katholiſchen Vereine wurden von den Demon=
ſtranten
, die ſogar in die Privatwohnungen eindrangen, zerſtört.
Die Polizei ſah den Ausſchreitungen untätig zu. Ein ungariſcher
Schauſpieler wurde durch Meſſerſtiche ſchwer verletzt und war
ſofort tot. Auch der Beſitzer des Park=Hotels erlitt ſo ſchwere
Verletzungen, daß er in lebensgefährlichem Zuſtande ins Spital
gebracht wurde. Er iſt ſpäter ſeinen Verletzungen erlegen. Auch
ein Fleiſchergehilfe wurde, als er den Rolladen des Geſchäfts
herunterziehen wollte, durch mehrere Meſſerſtiche verletzt. Zahl=
reiche
Flüchtlinge, insbeſondere Frauen und Kinder, ſind in
Budapeſt eingetroffen, wo man für heute weiteren Zuzug der
Flüchtlinge erwartet.
In der rumäniſchen Kammer kamen die Studenten=
krawalle
in Großwardein zur Sprache. Der Miniſter des
Innern Duca erklärte, es ſeien ſtrenge Maß=
nahmen
getroffen worden, um eine Wieder=
holung
ſolcher Unruhen zu vermeiden. Ueber
Großwardein wurde das verſchärfte Standrecht verhängt. Poli=
zei
und Gendarmerie wurden durch Militär abgelöſt. Heute be=
gann
der Abzug der Studenten aus Großwardein, ſo daß weitere
Ruheſtörungen nicht zu erwarten ſind. Die in Großwardein
erſcheinenden Zeitungen, wie überhaupt die Blätter in Rumä=
nien
, dürfen über die Ereigniſſe in Großwardein nicht berichten.
Der Prager Geſandtenmord.
*b. Das Verfahren gegen den Mörder des Prager albani=
ſchen
Geſandten Cena Beg, Algiviad Bebi, geht, wie man uns
aus Prag berichtet, nur langſam vorwärts. Das Prager Gericht
hat ſich mit dem Erſuchen an das Gericht in Rom gewendet
nachzuforſchen, über weſſen Auftrag Bebi nach Prag zur Er=
mordung
des Geſandten gekommen ſei und von wem er das
Geld für die Reiſe erhalten habe. Aehnliche Anſuchen gingen
auch nach Belgrad ab, doch trafen bisher weder von Rom noch
von Belgrad Antworten ein. Das einzige Gericht, welches dem
Anſuchen des Prages Gerichtes nachgekommen iſt, iſt das Wie=
ner
Gericht. Da die tſchechoſlowakiſche Republik mit Albanien
keinen Vertrag beſitzt, wurde der tſchechoſlowakiſche Konſul in
Tirana namens Kadlec beauftragt, die zuſtändigen Behörden zu
erſuchen, das Prager Gericht bei dieſen Nachforſchungen zu unter=
ſtützen
. In Prag trafen dieſer Tage der Geſandtſchaftsſekretär
des albaniſchen Staatspräſidenten Dr. Titoni und der Bruder
des Ermordeten, Beni Crieſiu, ein und ſtellten ſich dem Unter=
ſuchungsrichter
zur Zeugeneinvernahme zur Verfügung. Die
Familie des Ermordeten hat ſich dem Strafverfahren gegen Bebi
angeſchloſſen.

und daher die Zimmerwand nicht ſchmücken, eher ſchänden, ſondern um
ein echtes und rechtes Kunſtwerk. Dafür bürgt ſchon der Name des
Herausgebers, des Darmſtädter Hofphotographen Ed. Zinſel, eines alt=
bekannten
Meiſters ſeiner Zunft, der ſchon ſeit vielen Jahren die bild=
liche
Darſtellung des Pferdes als ein Sondergebiet betreibt und ſie auf
eine unvergleichliche Höhe gebracht hat. Seine Aufnahmen aus dem
Pferdeſport ſind als wahre Muſter geſchätzt. In dem Kalender ſind
jedem Monat zwei Blätter gewidmet, jeder Monat trägt am Kopf eine
ebenſo vollendet erfaßte wie wiedergegebene Originalaufnahme aus dem
Rennſport oder dem Turnierſport, teils eine große Vergangenheit, teils
die lebendige Gegenwart feſthaltend. Dieſe zwei Dutzend von Bildern
ſind die ſchönſte und ausdrucksvollſte Verkörperung ſportlichen Geiſtes,
die ſich denken läßt, das einzelne Bild findet außerdem eine kurze, den
Kern des Zuſammenhanges ſchlagfertig herausholende textliche Er=
läuterung
. Die Bilder ſind ſchwarz, der Umſchlagsdeckel des Kalenders,
der in keinem von Freude am Sport erfüllenden Heim fehlen dürfte,
bringt eine farbige Reproduktion. Ein vornehmes und der Leiſtungs=
fähigkeit
der Darmſtädter Firma hohe Ehre bereitendes Werk iſt es
jedenfalls, das uns vorliegt.
Der Kalender iſt in allen Buchhandlungen, beim Herausgeber Eduard
Zinſel. und in der Geſchäftsſtelle des Darmſtädter Tageblatt, zu
haben. Er eignet ſich beſonders als Weihnachtsgeſchenk für Spxtfreunde
und in erſter Linie für Reiter.
*Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Profeſſor Dr. Erich Tiede von der Ber=
liner
Univerſität hat den Ruf an die hieſige Univerſität abgelehnt.
Der Ordinarius für deutſche Philologie an der hieſigen Univerſität Dr.
Hans Naumann hat zu der Einladung nach Chicago jetzt auch noch
den Ruf auf die Karl Schurz=Profeſſur der Univerſität Madiſon ( Wis=
gonſin
) erhalten.
Bonn: Der Wiener Profeſſor Dr. Hermann Junker hat den an
ihn evgangenen Ruf an die hieſige Univerſität nicht angenommen.
Dem beauftragten Dozenten in der philoſophiſchen Fakultät Dr. Georg
Neuhaus, iſt ein Lehrauftrag zur Vertretung der Statiſtik erteilt
worden.
Göttingen: Der Imsbrucker Profeſſor. Dr. Georg B.
Gruber hat einen Ruf an die hieſige Univerſität auf den Lehrſtuhl
der Pathologie als Nachfolger von Geheimrat Kaufmann erhalten.
Profeſſor für theoretiſche Phyſik Dr. M. Born, wurde von der
Univerſität Briſtol zum Ghrendoktor ernannt.
Berlin: Der Tübinger Profeſſor der Phyſik Dr. Walther
Gerlach iſt als Nachfolger des Geh.=Rat F. Kurlbaum an die Tech=
niſche
Hochſchule nach Berlin berufen worden. Er hat die Berufung
abgelehnt. Dem Ordinarius Geh.=Rat Dr. Hermann Oncken
(München) iſt ein Lehrſtuhl der neueren Geſchichte an der hieſigen Uni=
verſität
angeboten worden. Profeſſor Dr. Wevner Jäger, der be=
kannte
Berliner Philologe, wurde von der Schwediſchen Wiſſenſchaft=
lichen
Geſellſchaft in Lund zum Mitglied ernannt.
Breslau; Profeſſor der deutſchen Sprache und Literatur Geh.
Regierungsrat Dr. Theodor Siebs, iſt zum Mitglied der Maat=
ſchappy
der Nederlandſche Letterkunde zu Leyden gewählt worden.

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Zuſammentritt
des Heſſiſchen Landtags.
Die konſiituierende Sitzung. Die Ausſchuß=
und Kommiſſionswahlen.
Geſtern Vormittag trat der am 13. November gewählte IV. Land=
tag
im Landtagsgebäude zur konſtituierenden Sitzung zuſammen. Trotz=
dem
die Tagesordwung lediglich die innere Neugliederung des Landtags
vorſah, waren lange vor Beginn der Sitzung die Galerien von Inter=
eſſentenr
dicht gefüllt, auch die Journaliſtentribüne war ſtark beſetzt.
Kurz nach 12 Uhr erſchienen die Abgeordneten und begaben ſich an
ihre ſeither innegehabten Plätze. Die drei Abgeordneten der neuen
Volksrechtspartei nahmen ihre Sitze in der Reihe der deutſchnationalen
Abgeordneten ein. Im übrigen waren außer Abg. Kindt, der erkrankt
iſt, alle (69) Abgeordneten anweſend, Präſident Adelung nahm in den
Reihen ſeiner Fraktion Platz, während Abg. Staatspräſident Ulrich als
Senior des Parlaments die Sitzung mit kurzen Begrüßungsworten an
das hohe Haus eröffnete. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die
Abgeordneten in ihrer Betätigung Befriedigung finden mögen und die
Arbeit des Landtages zum Wohle des Landes gedeihen mögen. Nach=
dem
er die Abg. Schott (D.V.P.) und Fenchel (Landbund) als Schrift=
führer
zu ſich gebeten und durch Verleſen der Anweſenheitsliſte die
Abgeordneten vorgeſtellt hatte, ſchritt er zur Wahl des Präſidenten
des Landtages. Faſt einſtimmig, mit 68 Stimmen, wurde
Abgeordneter Adelung zum Präſidenten des Landtags
wiedergewählt.
Präſident Adelung trat ſein weues Amt mit folgender Anſprache an:
Meine Damen und Herren, nehmen Sie herzlichen Dank entgegen
für das überaus große Vertrauen, das Sie mir durch die Wahl zum
Präſidenten des Landtags entgegenbrachten. Ich will mich bemühen,
Ihr Vertrauen zu rechtfertigen und mit ſtrengſter Unparteilüchkeit meim
Amt verſehen. Mit dieſer Verſicherung derbinde ich die feſte Zuver=
ſicht
, daß mich die Mitglieder dieſes Hohen Hauſes in der gleichen kolle=
gialen
und verſtändnisvollen Weiſe in der Leitung der Geſchäfte unter=
ſtützen
werden, wie ſie es im Verlaufe der verfloſſenen neun Jahre
taten, ſeitdem ich die Ehre hatte, an dieſem Platze zu ſtehen. Beſon=
deren
Dank muß ich dem Senior unſeres Parlaments, dem Herrn Ab=
geordneten
Ulrich, für ſeine Mühewaltung als Alterspräſident
fagen. In wenigen Wochen vollendet er ſein 75. Lebensjahr: faſt
43 Jahre dieſes langen, arbeitsreichen Lebens gehörte er der heſſiſchen
Volksdertretung an und ſeit 9 Jahren bekleidet er das hohe Amt des
Staatspräſidenten. Er war uns ſtets ein Vorbild treuer und gewiſſen=
hafter
Pflichterfüllung.
Meine Damen und Herren, den neuen Landtag evwarten ſehr
ſchwere Aufgaben, die im Lande Heſſen infolge der Belaſtung
durch die fremde Beſatzung beſonders ſchwierig zu löſen ſein
werden. Unſere Hoffnung, das Land alsbald von der Fremdherrſchaft
befreit zu ſehen, hat ſich leider noch immer noch nicht erfüllt. Auch
die Erwartung, daß die verſprochene Beſatzungsverminde=
rung
eine Entlaſtung bringen werde, hat gerogen. Im heſſi=
ſchen
Gebiet iſt keine Erleichterung eingetreten.
Gegenwärtig hat noch z. B. die Stadt Mainz mit Vororten allein eine
fremde Beſatzung, deren Zahl ſo groß iſt, wie die der geſamten Be=
ſatzung
der Pfalz. Die wirtſchaftliche und kulturelle Endwicklung iſt
und bleibt dadurch behindert. Heſſen kann und muß evwarten, daß im
Deutſchen Reiche ſeinen beſenderen Nöten und Schwierigkeiten weit=
gehendes
Verſtändnis und Entgegenkommen dargebracht wird. Die
materielle Mehrbelaſtung, die uns drückt, muß uns das ganze deutſche
Volk tragen helfen, die ſeeliſchen Laſten kann man uns nicht abnehmen,
die müſſen wir ſolange tragen, bis endlich die politiſche Vernunft und
der Friedenswille ſich in der Welt durchſetzt und Deutſchland von frem=
dem
Druck befreit ſein wird.
Meine Damen und Herren! Gehen wir vun an die Arbeit. Laſſen
wir uns dabei leiten von dem Bewußtſein, dem Wohle des Volkes zu
dienen. Unſere Arbeit wird darauf gerichtet ſein miſſen, den Intereſſen
unſerer heſſiſchen engeren Heimat im Rahmen des großen deutſchen
Vaterlandes gerecht zu werden.
Die beſtehende Geſchäftsordnung wird auf den Landtag übernommen.
Es folgt nun zunächſt die geheime Wahl des Vizepräſidenten und
deſſen Stellvertreter. Abg. Kaul gab den Vorſchlag der Fraktions=
führerkonferenz
bekannt, der die Abgg. Nuß und v. Helmolt nennt. Abg.
Angermeyer (Komm.) ſchlägt die Abgg. Galm (Komm.) und Von=
derſchmitt
(Komm.) vor. Mit Stimmengleichheit wird Abg. v. Hel=
molt
(Landbund) zum Vizepräſidenten und Abg. Nuß (Zentrum) zu
deſſen Stellvertreter gewählt.
In weiterer Erledigung der Tagesordnung wurde die Zahl der Mit=
glieder
, die dem Aelteſtenrat angehören, auf 10 feſtgeſetzt, und dieſe Mit=

glieder, ſo die der drei Ausſchüſſe gewählt. Danach ſetzt ſich der Aelteſten=
rat
aus den Abgg. Kaul, Delp, Lux, Zinnkann (Soz.), Reiber (Dem.),
Dingeldey (D.V. P.), Glaſer (Landbund), Hoffmann, Heinſtadt (Zentrum)
und Galm (Komm.) zuſammen. Zu Schriftführern wurden die Abgg.
Storck (Soz.), Eberle (Dem.), Fenchel (Landbund), Schott (D.V.P.) und
Angermeier (Komm.) gewählt. Die Ausſchüſſe ſetzen ſich aus folgenden
Mitgliedern zuſammen:
Erſter Ausſchuß die 13 Abgeordneten: Delp, Lux, Widmann,
Storck Reuter, Reiber, Glaſer, Dr. Leuchtgens, Dingeldeh, Blank, Hein=
ſtadt
, Weckler, Angermeier. Zweiter Ausſchuß die 13 Abge=
ordneten
: Kaul, Ritzel, Zinnkann, Sturmfels, Rechthien, Schreiber, Dr.
Niepoth, Fenchel, Dr. von Helmolt, Galm, Schüil, Weſp, Frau Hattemer
Dritter Ausſchuß die 9 Abgeordneten: Frau Noll, Anthes,
Lückel, Balſer, Wolf, Winter, Lautenbacher, Vonderſchmitt und Birn=
baum
. Anſchließend wurden die Vertreter zu den verſchiedenen Kom=
miſſionen
gewählt, und zwar zum parlamentariſchen Theateraus=
ſchuß
(6 Mitglieder), 2 Vertreter in den Verwaltungsbeirat der Heſſiſchen
Landesbank, 3 Vertreter in die Zentrale für Mütter= und Säuglings=
fürſorge
, 3 Vertreter in das Kuratorium des Eleonorenheims, 6 Ver=
treter
in den Heilſtättenverein, Vertreter in das Säuglingsheim Gießen
(Thereſienheim), 6 Vertreter in den Schutzverein für entlaſſene Gefangene.
Die Wahl des Präſidenten, eines Gegenbuchhalters und deſſen Stellver=
treters
zur Staatsſchuldenverwaltung fiel auf die Abg. Delp, Oberregie=
rungsrat
Werner und Rechnungsrat Wagner. Während bei den vor=
ſtehenden
Wahlen Einſtimmigkeit des Hauſes erzielt ſurde, war dies bei
der Wahl zum Staatsgerichtshof nicht der Fall. Die Kommuniſtiſche
Partei wünſchte ſtatt des Abg. Schreiber den Abg. Galm berückſichtigt
und ſprach ſich dann, nachdem Stimmenmehrheit die Ablehnung ihres
Kandidaten ergeben hatte, gegen die Einrichtung aus. In den Staats=
gerichtshof
wurden die Abgeordneten Kaul, Sturmfels, Ritzel (Soz.),
Dr. Müller (Ldbd.), Nuß, Schül (Ztr.), Scholz (D.V. P.) einſtimmig und
Schreiber (Dem.) mit Stimmenmehrheit gewählt.
Es lag noch folgender Antrag der ſozialdemokratiſchen Fraktion betr.
Winterbeihilfe vor, den Abg. Delp begründete: Wir beantra=
gen
: 1. Der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu erſuchen, auf
die Bezirksfürſorgeverbände und Gemeinden einwirken zu wollen, an alle
Perſonen, die von den Bezirksfürſorgeverbänden und den öffentlichen
Arbeitsnachweiſen unterſtüitzt werden, eine Winterbeihilfe im Durchſchmitt
von 40 Mark zu gewähren. Die Auszahlung der Beihilfe erfolgt unter
Berückſichtigung der Kopfzahl der Familie und ſoll nach Möglichkeit in
Form von Lebensmitteln oder Brennmaterial gewährt werden. Die Bei=
hilfe
kann auf die laufende Monatsunterſtützung vom 1. Dezember 1927
bis 30. April 1923 umgerechnet werden; 2. die Regierung zu ermäch=
tigen
, den Bezirksfürſorgeverbänden die Hälfte der hierdurch entſtehen=
den
Aufwendungen aus Landesmitteln zu erſetzen.
Die kommuniſtiſche Fraktion ſtellt einige Anträge zur Winterbeihilfe,
die über die Anträge der ſozialdemokratiſchen Fraktion hinausgehen. Abg.
Galm beantragt die Dringlichkeit der Anträge und ihre ſofortige Be=
ratung
.
Staatspwiſident Ulrich ſtellt auf Grund des Art, 37 der Verfaſſug
die Regierungsämter zur Verfügung; die Geſchäfte werden bis zur Neu=
verteilung
dieſer Aemter von den ſeitherigen Inhabern weitergeführt.
Der Aelteſtenrat zog ſich zu einer kurzen Beratung zurück und ver=
kündete
die Einberufung des Finanzausſchuſſes auf Dienstag, und des
Landtagsplenums zur Beratung über die vorliegenden Anträge auf Mitt=
woch
nächſter Woche. Gegen halb 2 Uhr wind die Sitzung durch den
Präſidenten geſchloſſen.

Die Zerſetzungserſcheinungen in der Kommu=
niſiſchen
Partei.
Die deutſchen Kommuniſten machen genau dieſelben Er=
fahrungen
durch wie die Ruſſen. Auch bei ihnen zeigen ſich
ſtarke Zerſetzungserſcheinungen nur mit dem Unterſchied, daß es
bei uns eigentlich vom erſten Tag an an Köpfen fehlte, dieſen
Widerſpruch im eigenen Lager zu unterdrücken. Die deutſchen
Kommuniſten ſind die Partei der Mittelmäßigkeit geweſen. Eine
Linie haben ſie nicht immer eingehalten, ſondern ſind bald nach
links, bald nach rechts abgerutſcht. Sie haben dementſprechend
auch ihre Führer gewählt. Die Oppoſitionellen von heute ſind
die Klaſſe derer von morgen, um übermorgen ſchon wieder auf
der andern Seite in Oppoſition zu ſtehen. Die Dinge gehen ſo
durcheinander, daß es ſchwer iſt, einen Ueberblick über die ein=
zelnen
Gruppierungen zu gewinnen. Wie die doch gewiß un=
verdächtige
Zeugin Rote Fahne weiß, denkt die Gruppe Mas=
low
auch eine der 14 Gruppen daran, zu gegebener Zeit
eine neue Partei zu gründen und bei den kommenden Wahlen
auch eigene Kandidaten aufzuſtellen. Sie habe außerdem die in
Suhl erſcheinende Parteizeitung dem amtlichen Kommunismus
ausgeſpannt und für ihre eigene Partei gewinnen wollen."

Die Frage der Verwaltungste
* Berlin, 8. Dezember. (Prio=
Die Parteivertretung der Deutſchnationalen iſt für
nach Berlin einberufen worden und wird ſich bei dief
legenheit mit der Frage der Verwaltungsreform und deu
bau der Reichsſtruktur beſchäftigen, die ja offiziell im
durch die Beſprechungen mit den Ländern in Angniff gene
werden ſollen. Den mechaniſierten Einheitsſtaat wolo
Deutſchnationalen ablehnen, weil ſie an dem Eigenlen=
Länder nichts ändern möchten und auch an nennensſwm=
ſparniſſe
nicht glauben. Teilweiſe erkennen aber auch ſie eu
manches geſchehen muß. Sie werden alſo vermutlich do=
gramm
ausgeben, daß der Aufgabekreis zwiſchen Reich.
und Gemeinden neu aufgeteilt werden muß. Darüber
erſtreben ſie eine Beſchneidung des überſteigerten Parlann=
mus
und eine Beſeitigung des Kampfes zwiſchen RA.
Preußen. Von einem Aufgehen Preußens in das RA=
ſprechen
ſie ſich nichts, glauben aber, daß die Wiederhenz
der Perſonalunion nicht nur der Staatsoberhäupter da
fung des preußiſchen Staatspräſidenten , ſondern
Miniſterpräſidenten das Allheilmittel zur Beſeitigung den=
rigkeiten
ſein könnte.
Die Beſoldungsordnung vor dem Auge

Das Ende der Selbſiverwaliung
der preußiſchen Studenten.

Der Reichstag hat am Donnerstag wegen des kaz
Feiertages ſeine Sitzung ausfallen laſſen. Dagegen
Hauptausſchuß den ganzen Tag über beraten, weil allmigu
Beratung der Beſoldungsreform unter den Nägeln breru
iſt auch am Donnerstag nicht ferng geworden und er
daß man früheſtens am Samstag zum Schluß kommtue
dann am Montag die Plenarberatungen beginnen könnm=
Donnerstag iſt es wenigſtens gelungen, die Frage der PA,
endgültig in Ordnung zu bringen. Die Regierung hamſt.
den Vorſchlägen der Koalitionsparteien einverſtanden erd
von uns vor einigen Tagen ſkizziert worden ſind, uln
gleichzeitig mit allem Nachdruck erklärt, daß es ihr auuſä
ziellen Gründen unmöglich ſei, weitergehende Wünſche ./
Beamtengruppen zu berückſichtigen. Es ſcheint, daß darr
mehr ein offizieller Beſchluß des Kabinettes vorliegt. 29
Sachlage bann es ſich um neue Forderungen für den I
nicht mehr handeln, ſondern höchſtens darum, AusgabexImnn!
einzelnen Stellen mehr bewilligt werden, an anderern m
wieder einzuſparen, was natürlich doppelt ſchwer iſt.
Der preußiſche Kultusminiſter hat aus der Abſtim 1941
Studentenſchaft die Folgerung gezogen. Er hat verfügt 1oſtz
bisher ſtaatlich anerkannten Studentesſſa
ten aufgelöſt und von den Univerſitätsim
den liquidiert werden ſollen. Die ſtudenüſche
waltung iſt damit alſo zu Grabe getragen. Das wau
vor der Abſtimmung vorauszuſehen. Die Mehrheit
ßiſchen Studentenſchaften hat ſich darauf eingerichtet uriſirral, da
alle Vorbereitungen getroffen, um an allen preußiſchennFx-er
täten in Form eines eingetragenen Vereins freie Suſt-uuch die beiden Gr
ſchaften zu gründen. Herr Becker legt nun aber Wer= KAwr Gbenfad
Betonung, daß dieſe freien Vereine keinen Anſpruch ä.M Tmſe
Haite weſentlich erhöl
heben können, als Rechtsnachfolger der bisherigen Smeiaauf hingewieſen
ſchaften angeſehen zu werden. Das mag formell zutre. 4r de Bezahlung von
Die Auslegung, die das preußiſche Kultusminiſterium Siu ſum
ſcheint uns jedenfalls doch etwas kleinlich. Die Studemzt teue
hat faſt überall ſich Einrichtungen geſchaffen, wie LeſehrlArrn
und da überall die Mehrheit der Studenten in dieſer S
ſchaft organiſiert ſind, wäre es eigentlich eine Pflichtn
tiſchen Gerechtigkeitsgefühls geweſen, dieſen freien Sul
ſchaften den Erwerb ſolcher ſozialen Einrichtungen zu Aus
und zu erleichtern, nicht aber durch juriſtiſche Spitzfind;
erſchperen.

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Freitag den 9 Dezember 1927

Geite 5

zus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 9. Dezember.
Neue ſiädtiſche Steuerpläne.
Von G. Ziegler, Darmſtadt.
z/Ptiſche Finanzlage zwingt die Stadtverwaltung, neue Ein=
nahmetzwer
zu erſchließen. Die Notwendigkeit der Erhöhung der ſtäd=
chen Gyahmen mag als gegeben vorausgeſetzt werden. Nachſtehend
zeu nugeFFrage behandelt werden, in welcher Weiſe die Stadtverwal=
na
Acttlicht der Einnahmeerhöhung zu verwirklichen ſucht.
Fanw, wohl kaum Zweifel darüber beſtehen, daß das ſtädtiſche
geſüitzs kin vermehrte Ausgaben im allgemeinen Intereſſe entſtanden
un1 es demzufolge auch Aufgabe der Allgemeinheit iſt, zur Be=
jüiguir
ſes Defizits beizutragen.
Dnuſrdtverwaltung beabſichtigt drei neue Gebühren einzuführen,
Mſne Kanalbenutzungsgebühr, eine Müllabfuhr= und eine
aßa zigungsgebühr. Dieſe drei Gebühren, die rund 700 000 Mark
ach ringen ſollen, ſollten nach dem erſten Vorſchlag der Stadt=
03 ausſchließlich von den Hauzeigentümern, ohne Umlagemög=
ſcen
werden. Dieſer Plan fand nicht die Zuſtimmung der
irde, ſo daß ein zweiter Vorſchlag ausgearbeitet wurde, der
ſwi! Erhebung durch die Hauseigentümer, aber die Umlegung
grſamten Hausbewohner vorſah. Dieſer, kurz vor den Wahlen
zudesordneten gemachte Vorſchlag fand nunmehr deren Zuſtim=
da vor den Wahlen keine Partei das Odium dieſer Be=
uſch nehmen wollte. Nunmehr iſt der dritte Vorſchlag gemacht
emer dahin geht, daß die Kanalbenutzungsgebühr von den Haus=
zom
ohne Umlagemöglichkeit getragen werden ſoll, und daß die
gügen Gebühren zur Hälfte ebenfalls von den Hauseigentümern
anderen Hälfte von der übrigen Bevölkerung getragen wer=
ehseigentümer
ſollen demnach die Koſten der ſtädtiſchen Kanal=
von
jedem einzelnen Wohnungsinhaber in Anſpruch genom=
ült
anz bezahlen. Dieſe Belaſtung beläuft ſich für die etwa
Hiltigentümer auf rund 200 000 Mark. Wenn dieſer Vorſchlag
Ureün det wird, in der Friedensmiete ſei bereits eine Kanalgebühr
ltmeleſen, ſo mag das ſtimmen. Jedoch in der heutigen geſetz=
ſen
Selle iſt dieſe Gebühr nicht euthalten, da ſie ſeither nicht erhoben
nd im üſheſſen in die geſetzliche Miete nicht einkalkuliert wurde. Des
ſeitersmtl die Sätze der heutigen Gebührenordnung durchſchnittlich um
wa M0lkrizent höher als die von 1914.
Uu T. Dais ſſache gilt von der Müllabfuhr= und Straßenreinigungsgebühr.
u ſie Mkülbſtuhr iſt eine Sache, die jeden einzelnen Wohnungsinhaber an=
hucht. /9 Hausbeſitzer mit der Hälfte der dadurch erwachſenden ſtädti=
den
, m u. ben Aithſi im Voraus zu belaſten, dazu fehlt jeglicher Nechtsgrund. Den
woeſt üzwu Rüseiugüutter kann man mit den Koſten, die ſeine eigene Müllabfuhr
Frurſarch Gelaſten, nicht aber mit den Koſten, die die Müllabfuhr drit=
Peuszget verurfacht. Was die Reinigung der Straßen angeht, ſo
iverhlind diegeamt den Bürgerſteigen Eigentum der Stadt. Die Stadt be=
rgt
auude Reinigung. An der Verunreinigung der Straßen iſt der
Piudenic ausei würrer nicht mehr beteiligt, als jeder andere Stadtbewohner.
Fhat ty Eein größeres Intereſſe an der Reinigung, als jeder andere.
hm die äilkte der Straßenreinigungskoſten aufzuerlegen, wäre eine rein
Mürkt and ungerechte Maßnahme. Erſt recht ungerecht in einer
eit, wiu uch die behördliche Mietfeſtſetzung jede Mark Miete ihren be=
nderatz
ſeiwendungszweck hat. Den Hauseigentümern wäre jede Mög=
leit
4zwramen, dieſe neue Belaſtung in der Miete wieder hereinzu=
ſingenx
Zie müßten dieſe neuen Ausgaben aus anderen Mitteln, falls
ſche züuur den ſind, beſtreiten. Dadurch würden die Hauseigentümer
ſaleiay ſher belaſtet, als die übrigen Steuerzahler, was ſich um ſo
ehr aubi kt, da die Zahl der Hauseigentümer nur etwa 20 Prozent
F StAmhler darſtellt. Die Vorausbelaſtung des Grundbeſitzes er=
ſat
biaes durch die beiden Grundſteuern, von denen z. B. die ſtaat=
be
Gmöſteuer ebenfalls erſt nach 1914 hinzugekommen iſt. Es
uuit nus weiter hinzu, daß auch alle übrigen Hausgebühren gegen
14 hſleiſe weſentlich erhöht worden ſind. Es muß im Uebrigen

ſer uwder darauf hingewieſen werden, daß es ſich im Grunde genom=

mnmrſctu. die Bezahlung von Leiſtungen, ſondern einfach um neue

werw Form von Gebühren handelt, weil die Möglichkeit der Be=
uit
) Steuerzahler durch die Städte faſt ausſchließlich auf Gebüh=
Werkzann beſchränkt iſt. C3 kommt hinzu, daß bereits im Jahre
diſcwire Gebühren erhoben wurden. Da damals die betreffende
ar im Verwaltungsſtreitverfahren erfolgreich angefochten
de die Erhebung eingeſtellt und der Ausfall auf die ſtädtifchen
Furn zugeſchlagen. Der Hausbeſitz bezahlt alfo bereits dieſe Ge=
ider
erhöhten Grundſteuer. Nunmehr ſoll er ſie nochmals un=
higen
Namen bezahlen.
ſabſolut nicht einzuſehen, was die Erhebung von Steuern zu
das ſtädtiſche Defizit zu beſeitigen, mit der Eigenſchaft der
als Vermieter oder Mieter zu tun hat. Wenn ſtädtiſche
Ehoben werden müſſen, ſo hat dafür die Geſamtheit der Steuer=
autehen
. Einen Stand vorzugsweiſe zu belaſten, wäre eine
Wicligkeit.
Hier nicht eingegangen werden auf die ſteuerliche Ungleich=
dics
uah den Vorſchlag des Herrn Oberbürgermeiſters hervorge=
tnde
. die Steuern auszuſchlagen auf Grund der Größe der
nig anfläche vor jedem Haus, da er ſich in der Zwiſchenzeit ſelbſt
Mi bützeugt haben dürfte, daß eine derartige Verteilung unbillig
Frais wäre.
De kſorſchlag des Herrn Oberbürgermeiſters, die Hauseigeutümer
deilk inalbenutzungsgebühr ausſchließlich und mit den übrigen Ge=
reng
/ Sälfte zu belaſten, würde ſich zahlenmäßig dahin auswirken.
6 dic z0 Hausbeſitzerfamilien rund 445 000, die übrigen rund 20 000
Miliſteaſen Reſt mit ettua 240 000 Mark aufzubringen hätten. Es
Mürde aal jeder Hauseigentümer mit durchſchuittlich 111 Mark im Jahr
jeiſtendere Familie mit etwa 12 Mark im Jahr belaſtet. Allein
Nacy laſſen die Ungerechtigkeit des gemachten Vorſchlages klar er=
ſan
sbeſitz erklärt ſich bereit, ſein Teil zur Aufrechterhaltung
tällher Wirtſchaft beizutragen. Er lehnt es aber mit aller Ent=
Sertuf elb, daß er 910mal höher herangezogen wird, als die übri=
Stlnzhler. Er will nichts mit der Einziehung von Steuern bei
9e Ru zu tun haben, da ihm dies nur Aerger und Verluſte ein=
ſiſt
.,s e Steuerbehörden ſollen ſich direkt an die Steuerzahler wen=
K und hmicht der Vermieter als Steuereineieher bedienen.
ElIß erwartet werden, daß in der Stadtverordnetenverſammlung
beſſic Ernſicht pbſiegt. Sollte wider Erwarten eine ungerechte Vor=
hosbe
Azu des Hausbeſitzes beſchloſſen werden, ſo wwird der Hausbeſitz
rraus onſequenzen ziehen. Er wird eine derartige ungerechte Be=
ſhunsck
5 Feinen Fall hinnehmen. Den maßgebenden Inſtanzen den
deer Ses Hausbeſitzes und ſeine Gründe in letzter Stunde noch=
8 tAiwen zu halten, ſoll der Zweck dieſer Zeilen ſein. Unklarheit
HeAIsi niemand mehr beſtehen.

horunt wurden: am 30. Nobember die Lehrer Peter Becker
IStorck an der Volksſchule zu Eberſtadt (Kreis Darmſtadt)
Relſcten aan dieſer Schule; am 2. Dezember der Lehrer H. Schäfer
Frity, zum Reallehrer an der Taubſtummenanſtalt dafelbſt.
ſiches Landestheater Darmſtadt. Das Diaghileff=Ballett, das
20 5. Dezember im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
ierc ine Ballette nach Borodin, Limaroſa, De Falla, Roſſini und
Eaundau führen.
A* Aufführung von Bert Brechts Schauſpiel Im Dickicht der
ithen mit die Damen: Käthe Gothe, Beſſie Hoffart, Charlotte
and die Herren: Hansſoachim Büttner, Werner Finck. Her=
Linger, Oskar Grauert, Richard Jürgas, Hugo Keßler, Rudolf
Ln Klupp, Hans Neh, Gotthart Portloff, Kurt Weſtermann.
den 16. Dezember, wird Figaros Hochzeit zum erſtenmale
TSvielzeit aufgeführt. Muſikaliſche Leitung: Generalmuſik=
Fr. Böhm.

Manda von Kreihig
Tanzaßend

Die Rechtfertigung der Stadiverwaliung. Zurückweiſung der Vorwürfe gegen die Beamten=
ſchaft
. Die Winterbeihilfe. Bebauungspläne und Straßenbild.
könne, da die Unterſuchung noch laufe, und daß dieſes Urteil, ſowie die
Bekanntgabe des tatſächlichen Sachverhaltes damn ſelbſiverſtändlich ge=
* Die Stadtverordnetenvenammlung gegeben werde. Vorerſt laſſe ſch noch gar nicht ermeſſeu, ob überhautt

Zu der geſtrigen Sitzung der Stadtberordnetenverſammlung, die
um halb 6 Uhr eröffnet wurde, lag eine umfangreiche Tagesordnung vor,
die aber eine verhältnismäßig ſ hnelle Erledigung fand. Zu der Sitzung
waren die Stadtverordneten faſt vollzählig erſchienen; auch im Zuhörer=
raum
hatten ſich zahlreiche Intereſſenten eingefunden.
Proteſt des Oberbürgermeiſieis
zum Krankenhaus=Fall.
Anlaß zu einer lebhaften und eingehenden Ausſprache gab folgende
Erklärung des Herrn Oberbüngermeiſters Dr. Gläſſing:
Unter der Ueberſchrift Unregelmäßigkeiten im
Städtiſchen Krankenhaus iſt von ſeiten eines Mit=
gliedes
der Stadtverordnetenverſammlung ein Aufſatz in einem
hieſigen Blatt erſchienen, gegen den ich hiermit für unſere Be=
amtenſchaft
und das geſamte ſtädtiſche Perſonal den ſchärf=
ſten
Proteſt einlege. Es wird darin geſprochen von der
Beunrühigung in der Büngerſchaft, es ſei nicht richtig, die Zu=
ſtände
zu vertuſchen oder beſchönigen zu wollen, und es wird
eine abſichtlich verallgemeinernde Darſtellung gewählt. Der Tat=
beſtand
des Falles im Städtiſchen Krankenhaus liegt wie ſolgt:
Aus Anlaß hoher Preiſe eines Lieferanten fand die Verwaltung
eine Unterſuchung für nötig. Sie hat unverzüglich die Staats=
anwaltſchaft
gebeten, die Undrſuchung zu führen. Der Stand
unſerer Beamten, Angeſtellten und Arbeiter
ſtehtehrenhaft und unbeſcholten da. An dieſer Tat=
ſache
kann nicht das Geringſte dadurch geändert werden, daß
einige Fälle vorliegen, in denen die Verwaltung die erforderliche
Sühne ſofort hat eintreten laſſen. Wenn in einem Privatbetrieb
eine Unregelmäßigkeit vorkommt, ſo wird gleichfalls ſofort ge=
handelt
, ohne daß eine öffentliche Erörterung Platz greift. Nach
meiner Ueberzeugung hat erſt der vörliegende
Artikel die Beunruhigung in der Bürgerſchaft
verurfacht. Es iſt unverantwortlich, eine ſolche
Erregung im Wege der Verallgemeinerung her=
vorzurufen
. In einer öffentlichen Verwaltung ſoll ſelbſt=
verſtändlich
die Kritik nicht unterbunden werden. Ich begrüße
ſogar die Kritik, wenn es ihr wirklich um die Sache zu tum iſt.
Die Richtlinien und Vorſchriften der Städtiſchen Verwaltung
für, die Anweiſung von Rechnungen ſind diejenigen, die auch in
allen öffentlichen Körperſchaften gang und gäbe ſind. Die Ver=
waltung
wird im Anſchluß an das Unterſuchungsergebnis der
Staatsanwaltſchaft ihr Urteil ausſprechen und diejenigen Maß=
nahmen
treffen, die erforderlich erſcheinen und von keinem unſe=
rer
durchaus ehrlichen Beamten als Kränkung empfunden wer=
den
können. Die Verwaltung hat es an Strenge wirklich nicht
fehlen laſſen, wenn ſie durch die Tatumſtände des Falles ge=
boten
war.
Die Stellungnahme der Etodtverordneten.
In der nun folgenden Stellungnahme der Stadtverwaltung und
auch aller Stadtverordneten, die zur Sache ſprachen, kam wviederholt zum
Ausdruck, daß die Stadtverwaltung und die Stadtverordncten in der
Lage ſind, Unregelmäßigkeiten in ihrem Betriebe feſtzuſtellen, zu klären
und zu gegebenen Zeit die Oeffentlichkeit zu unterrickten, auch ohne vor=
eilige
Veröffentlichung ſolcher Angelegenheiten durch einen Stadtver=
ordneten
.
Stadtv. Schneider (Dn.) nahm zu dieſer Erklärung als Erſter
Stellung und betonte, ſich mit dem Vorwurf des Oberbürgermeiſters in
dieſer Form nicht einverſtanden erklären zu können. Auch ohne Namens=
nennung
richte ſich die Erklärung gegen ſeine Perſon. Seiner Anſicht nach
habe aber ein Stadtverordneter das Recht zur freien Meinungsäußerung
und die Pflicht, Kritik zu üiben, wo er es für nötig halfe. Er habe mit
ſeiner Veröffentlichung lediglich beruhigend wirken wollen und habe
betont, daß allen Fraktionen an einer orduungsmäßigen Klärung der
bewußten Angelegenheit gelegen ſei. Eine Beleidigung der Beamten
habe ihm fernelegen; außerdem ſei die Angelegenheit durch ſeine Dar=
legungen
nicht zuerſt an die Oeffentlichkeit gebracht worden. Lautere
Motive hätten ihn zu ſeiner öffentlichen Stellungnahme veranlaßt.
Stadtv. Goſenheimer (Dem.) ſtimmte mit der Auffaſſung ſeines
Vorredners überein, daß auch Stadtverordnete das Necht öffentlicher
Stellugnahme in Zeitungen hätten; aber in dieſem Falle wäre eine
Beunruhigung der Oeffentlichkeit in dem Maße durchaus unnötig ge=
weſen
, da es dem Stadtv. Schneider bekannt war, daß die Stadtverwal=
tung
in weiſer Vorſicht zunächſt eine Klärung der ganzen Angelegenheit
vornehmen wollte, ehe darüber unrichtige Auslaſſungen veröffentlicht
würden. Er halte die Tendenz dieſer Veröffentlichung für eine ganz
andere. Außerdem ſeien in dem Artikel gegen die Beamten ſchwere Be=
leidigungen
ausgedrückt und allenthalben eine unglaubliche Unruhe her=
vorgerufen
worden, die erklärlich ſei, wenn eim Stadtverordneter unter
voller Namensnennung derartige öffentliche Erklärungen abgäbe. Da
ſich die Stadtverwaltung mit der Angelegenheit befaßt habe, wäre ein
ſolch übereiltes öffentliches Vorgehen vor Klärung des ganzen Sachver=
haltes
unnötig geweſen.
Stadtv. Metzler (Soz.) bezeichnete das Vorgehen des Stadto.
Schneider in gewiſſem Grade als politiſche Ausnutzung. Die Stadtver=
ordneten
ſeien i der Lage, einer ſolchen Angelegenheit auf den Grund
zu gehen. Zu der öffentlichen Erklärung der augegriffenen Firma wäre
noch keine Stellung genommen von der Stadtverwaltung, eine ſolche ſei
aber zu verlangen.
Die Unterſuchung der Anſchuldigungen im Gange.
Bürgermeiſter Ritzert wies darauf hin, daß allerdings von ſeiten
der Stadtverwaltung eine Erklärung bereits abgegeben ſei, daß aber
eine endgültige Stellungnahme begreiflicherweiſe von Feſtſtellung des
Tatbeſtanes nicht genommen werden könne. Die Unterſuchung ſei im
Gange. Die Erörtevung des Falles in breiter Oeffentlichkeit halte er
für tief bedauerlich, da es ſchon rein menſchlich ein Unding ſei, defmi=
tive
ſchwere Anſchuldigungen von Vergehen zu erheben, die noch gar
micht erwieſen ſeien. Die Unterſuchung der Angelegenheit ſei ſofort
von der Stadtverwaltung eingeleitet worden.
Stadtv. Nöllner (D. V.P.) hält die Vorwürfe gegen die Beamten
für unberechtigt. Stadtv. Schneider hätte keinen Anlaß gehabt, derartige
Vorwürfe zu erheben.
Stadtv. Schneider erwidert ſeinen Vorrednern auf ihre Aus=
ſühwungen
und betont nochmals, er habe lediglich bewuhigend wirken
wollen.
Stadtv. Leuſchner (Soz.) wendet ſich ebenfalls entſchieden gegen
die erhobenen Vorwürfe gegen die Beamten. Er ſtellt an Bürgermeiſter
Ritzert einige Fragen, die den Zeitpunkt der Aufdeckung dieſer Angelegen=
heit
betrafen.
Bürgermeiſter Ritzert erklärt, die genauen Termine jetzt nicht
feſtſtellen zu können und weiſt insbeſondere die aufgeworfene Frage zu=
rück
, daß der Fall bzw. der Terminr der Aufrollung vielleicht mit den
Landtagswahlen etwas zu tun habe.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing machte uun ſeinerſeits darauf
aufmerkſam, daß man unmöglich von der Stadtverwaltung genaue Ter=
mine
verlangen könne, ehe man der Stadtverwaltung Gelegenheit ge=
geben
habe, dieſe Termine an Hand ihrer Akten und Aufzeichnungen
nochmals genau feſtzuſtellen. Er könne vor Klarſtellung des Falles, die
zur Zeit vorgenommen werde, keine Stellung nehmen, hofft aber, noch
in dieſem Jahre den wirklichen Sachverhalt mitteilen zu können.
Stadtv. Hütſch will eine Stellungnahme der Krankenhausdeputa=
tion
und eine Erkläuung, wo die Fehler liegen,
Bürgermeiſter Ritzert betonte nochmals, ebenſo wie der Obei=
bürgermeiſter
, daß noch gar kein abſchließendes Urteil gegeben werden

und natürlich auch ganz und gar nicht, in welcher Höhe Unregelmäßig=
keiten
vorgekommen ſeien. Die Angelegenheit wurde nach dieſen Er=
klärungen
zunächſt zurückgeſtellt.
Die Tagesordnung ſelbſt befaßte ſich zunächſt mit der Erhöhung der
Unterſtützungen der allgemeinen Fürſorge und der Gewährung einer
Winterbeihilfe für 19R7/98. Stadtv. Aßmuth (Sotz.) erſtattet Bericht
und erklärt, daß, bedingt durch die Erhöhung der Lebenshaltungskoſten
und in Angleichung an die Richtſätze anderer heſſiſcher Städte, die Unter=
ſtützungen
der allgemeinen Fürſorge durch Beſchkuß der Wohlfahrtsdepu=
tation
ab 1. November 1927 durchſchnittlich um 10 Prozent erhöht wor=
den
ſind. Durch dieſe Erhöhung entſteht bis zum Schluſſe des Rechnungs=
jahres
ein Mehraufwand von rund 45 000 Mark, für den entſprechender
Kredit aus Ergänzungsmitteln zu bewilligen iſt. Es wird Zuſtimnung
beantragt. Weiter ſoll an alle vom Wohlfahrtsamt Betreute, ſowie an
die Erwerbsloſen, eine Winterbeihilfe in Form von Breunmaterialien
wie im vergaugenen Jahre gewährt werden. In der Unterſtel=
lung
, daß der Staat ſich mit einem gleich hohen Zuſchuß beteiligt, wird
beantragt, den zur Beſtreitung des ſtädtiſchen Anteils erforderlichen
Kredit von 30 000 RM. zur Verfügung zu ſtellen.
Stadtv. Schneider (Dn.) ſtellt den Antrag, in dieſe beiden An=
träge
auch die Klein= und Sozialrentner mit einzubeziehen.
Stadto. Goſenheimer (Dem.) beantragt, dieſen Antrag zur
Stellungnahmne zurüchzuſtellen.
Bürgermeiſter Delp nimmt gegen den Antrag Stellung, da an
ſich ſchon die Sätze für die Klein= und Sozialrentner in Daruſtadt, im
Vergleich zu andeven Sätzen, die höchſten ſind. Nach der Neuordnung
wird auch den Sozial= und Kleinrentnern ſtatt der nach dem Reichsſatz
vorgeſehenen 2 Prozent in Darmſtadt 33½/ Proz. gezahlt, außerdem
entſtehe der Stadt durch Annahme dieſes Antrages eine erhebliche un=
tragbare
Mehrbelaſtug. Zu bedenken ſei ferner, daß jedem Haushal=
tungsvorſteher
der Sozial= und Kleinrentner in dieſem Monat eine Bei=
hilfe
von 40 Mark, für deſſen Frau 20 Mark und für 1 Kind 10 Mark
ausbezahlt werden. Weiter wies er auf die diesbezüglichen Anträge, die
im Landtag geſtellt wurden, hin.
Stadtv. A ßmuth hält ſchnelle Hilfe für geboten, und bittet um
Annahme der beiden Vorlagen, die einſtimmig erfolgt. Der Antrag
Schneider wird dem Finanzausſchuß zur Beratung überwieſen.
Punkt 3, Zuſchuß zu den Koſten der Ausſtellung der Freien Ver=
einigung
Darmſtädter Künſtler betreffend, und Punkt 4, die Einrichtung
der Gasheizung in der Schulzahnklinik betreffend, werden debattelos ge=
nehmigt
. Ferner hat die Verwaltung beantragt, dem Beiſpiel anderer
Städte folgend, die hieſige gemeindliche Hundeſteuer von bisher 24 Mk.
im Jahr, für das Steuer=(Kalender=)Jahr 1928 um 12 Mk., alſo auf 36
Mark, zu erhöhen. Der Finanzausſchuß empfiehlt eine Erhöhung um
nur 6 Mark, alſo auf 30 Mark. Der Berichterſtatter, Stadtv. Geißner
(Zentr.), ſchlägt hierzu vor, daß für nach dem 1. Juli eines Jahres an=
geſchaffte
Hunde nur die Hälfte der vorgeſehenen Steuer bezahlt werden
ſoll. Ein Antrag, Wachhunde ſteuerfrei zu laſſen, wurde zur Be=
ratung
zurückgeſtellt. Dem Vorſchlag des Finanzausſchuſſes, die Steuer
auf 30 Mk. feſtzuſetzen, wird zugeſtimmt: Der Voranſchlag der ſtäd=
tiſchen
Sparkaſſe für das Kalenderjahr 1928, die Benutzung von Näumen
in den Schulgebäuden durch Vereine, die Ergänzung verſchiedener Devu=
tationen
und Ausſchüſſe, die Umwandlung der Saalbaudeputation in eine
Wirtſchaftsdeputation, und die Neuwahl der Steuerausſchüiſſe wird ein=
ſtimmig
genehmigt. Gegen den von der Stadtverordnetenverſammlung
au 10. März d. J. gutgeheißenen Fluchtlinienplan für die Dieburger=
Straße zwiſchen Odenwaldbahu und Foſanerie wurden drei Cinwendun=
gen
erhoben. Da dieſe Einwendungen aber unbegründet ſind, werden ſie
im Einvernehmen mit der Baudeputation auch von der Stadtverord=
netenſitzung
abgelehnt.
Auf Grund der Verordnung des Reichsminiſters der Finanzen über
die Gemeindebierſteuer vom 23. Juli 1327 hat der heſſiſche Miniſter des
Innern durch ſein Ausſchreiben vom 21. Oktober 1927 den heſſiſchen
Gemeinden empfohlen, eine Nachtragsortsſatzung zu erlaſſen, des Ju=
halts
, daß dem 8 1 der Ortsſatzung vom 26. Juni 1927 folgender Satz
hintzugefügt wird: Der Okerbü=germeiſter iſt ermächtigt, die Vierſteuer
innerhalb der Höckſtarenze von 7 v. H. des Herſtellerpreiſes in Reichs=
markbeträgen
je Hettoliter feſtzuſetzen.
Stadtv. Wieſenecker lehnt im Namen ſeiuer Fraktion dieſen
Nachtrag ab, mit der Begründung, daß ſeine Fraktion überhaupt gegen
die Einführung der Bierſteuer geſtimmt habe. Der Nachtrag wurde
durch Stimmenmehrheit genehmigt.
Bürgermeiſter Buxbaum referiert über die Aenderung der
Fluchtlinien auf der Nordſeite der Annaſtraße zwiſchen Wilhelminen=
und Karlſtraße, und über den projektierten
Bau der Landesverſicherungsanſtalt.
Er beleuchtet kurz die vorgelegten Projekte und wendet ſich gegen eine
Erſchwerung ſolcher geplanter Umbauten, die nur zur Verſchönerung der
Stadt dienen könnten. Die vorliegenden Einwände von verſchiedener
Seite ſeien nicht ſtichhaltig, auch werde die Wilhelminenſtraße durch dieſen
Neubau in ihrer Schönheit keineswegs beeinträchtigt. Der Umbau
müßte außerdem ohne Störung des Betriebs vorgenommen werden, an=
dere
Projekte kämen für reſtloſe Befriedigung der Naumbedürfniſſe nicht
in Frage.
Stadtv. Walbe (DVP.) will den vornehmen Charakter der Wil=
helminenſtraße
gewahrt wiſſen. Er glaubt, daß er durch den Neubrir
geſtört wird. Eine andere Löſung des Problems ſei für die Landes=
verſicherungsanſtalt
ſicher zu finden. Er ſtellte einen diesbezüglichen
Antrag.
Stadtv. Tempel (Soz.) unterſtützt den Plan des Neubaues.
Der vorliegende Antrag, die Fluchtlinienänderung betpeffend, wurde ein=
ſtimmig
angenommen, während der Zuſatzantrag des Stadtv. Walbe
zurückgeſtellt wurde.
Im Einvernehmen mit der Baudeputation wird beantragt, die Stra=
ßen
der Flachbauten=Kolonie auf der Südſeite der Pallaswieſenſtraße
nicht mit beſonderen Namen zu verſehen, ſondern die Häuſer zu benen=
uen
Kolonie Grohberg, Haus Nr. 1 uſw. Die Bezeichnung Groh=
berg
iſt die Bezeichnung der dortigen Gewann. Der Antrag wird an=
genommen
. Punkt 15, die Erhebung von Gebühren für Kanalbe=
nutzung
, Straßenreinigung und Müllabfuhr betreffend, wird zurückgeſtellt.
Nach Erledigung der oben erwähnten Krankenhausaffäre wird fol=
gender
Antrag der Stadtverordneten Weſp. Geißner, Goy (Zentr.) ein=
gebracht
: Wir beantragen, die Stadtverordnetenverſammlung möge be=
ſchließen
, daß im Martinsviertel eine Apotheke errichtet wird. Ferner
beantragen wir, das Polizeiamt zu erſuchen, daß die Mühlſtraße zwiſchen
ſtädtiſchem Schwimmbad und Woogsplatz als Einbahnſtraße erklärt wird.
Von Bürgermeiſter Mueller wird die Beſeitigung der Wohnungs=
freimachungsprämie
vorgeſchlagen. Er wird von Stadtv. Haury lebhaft
interſtützt. Auch die übrigen Stadtverordneten billigen dieſen Vorſchlag.
Stadto. Walbe rügt die Verſchandelung der Straßen durch alle
mögliche Reklameaufſtellung, wie z. B. die Neklameuhr vor dem Landes=
theater
. Frau Nick (Dn.) ſpricht ſich gegen die Aufſtellung anſtößiger
Plakate aus. Stadv. Goſenheimer (Soz.) wünſcht eine Verbeſſe=
rung
des elektriſchen Straßenbahnverkehrs zur Taunusſtraße für die
Mittagszeit. Stadtv. Friedrich (Soz.) ſchlägt die Anlage einer
Rodelbahn nahe der Faſanerie vor. Frau Keun (Soz.) wünſcht die
Verlängerung des Autobusverkehrs nach dem Martinsviertel in den
Abendſtunden. Die Anträge bzw. Anregungen wurden von der Stadt=
verwaltung
zur Kenntnis genommen und ſollen erörtert werden. Im
Verlauf der Sitzung begrüßte der Oberbürgermeiſter den für den verſtor=
benen
Stadtv. Schnauber neu eingetretenen Stadto. Balth. Finger.
Gegen 8 Uhr wurde die öffentliche Sitzung geſchloſſen.

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Freitag den 9. Dezember 1927

Markusgemeinde. Um eine Ueberfüllung des
ieg
Familienabend am nächſten Sonntag zu verme
karten zum Preiſe von 30 Pfg. ausgegeben, die bei Frau=
Luft, Soderſtraße 55, und bei dem Hausverwalter des Gemein
(Kiesſtraße 17) zu haben ſin?. Der Familienabend findet am
den 11. Dezember, ſtatt.
Jugendbünde der Johannesgemeinde. Unſere Woche
(Adventsfeier) findet am Samstag, 10. Dezember, abends 8 ner
Paul=Gerhardt=Haus ſtatt. Alle

Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Der Beſuch der Techniſchen
Hochſchule Daumſtadt ſtellt ſich für das laufende Winterſemeſter wie folgt:
2352 Studierende, 34 Hörer, zuſammen alſo 2386, die ein regelrechtes
Fachſtudium betreiben. Dieſe Zahl verteilt ſich auf die einzelnen Ab=
teilungen
wie folgt: Architektur 220, Bauingenieurweſen 280, Maſchinen=
ban
784, Papieringenieurweſen 86, Elektrotechnik 577, Chemie einſchließ=
lich
Elektrochemie, Gerbereichemie, Pharmazie 134, Mathematik und
Navurwiſſenſchaften 126, Kultur= und Staatswiſſenſchaften 179. Zu
dieſen 2386 kommen noch 254 Gäſte, ſo daß ſich die Geſamtbeſucherzahl
der Techniſchen Hochſchule für das laufende Winterſemeſter auf 2640
ſtellt. Im Vergleich zum vergangenen Sommerſemeſter (2524) iſt daher
im Winterſemeſter ein Zuwachs zu verzeichnen.
Viertes Akademie=Konzert. Wir machen nochmals auf den heute
abend 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz ſtartfindenden Lieder=
Abend von Kammerſänger Paul Bender=Minchen aufmerkſam.
Die noch reſtlichen Karten ſind in dem Sekretariat der Städtiſchen Aka=
demie
(Eliſabethenſtraße 36) und an der Abendkaſſe erhältlich. Kammer=
ſänger
Bender ſingt Lieder von Schubert, Schumann, Wolf, Kowalski

nzu herzlich e
Ausſtattungsr
Das Gaſtipir
ſe ſein, daß der
kriegszeiten d
dresden nach Darmſte

Namen wie Trude Troll, Hanni Weiſe, Lea Seidel, Maud Hon
ter Ritter. Alfred Indra u. a. dürften noch in guter Erſnne
Dieſe Gaſtſpiele waren die Vorläufer der großen Nevuen in
Schwarz brachte als erſter die große Ausſtattungs=Revue
Acht, im Ronnacher=Theater in Wien heraus. Von dort au

und Loewe.
Die Darmſtädter Spielſchar Bühnenvolksbund bringt ſeinen
Mitgliedern und Freunden zur Kenntnis, daß die zwei geplanten
Myſterienſpiele (Paradeis= und Kain und Abel=Spiel) nicht
zur Aufführung gelangen, weil in hieſigen Kirchen zu ſpielen nicht er=
laubt
wurde. Daſſr werden, dem Feiercharakter der Weihnachtsvor=
wochen
gemäß, aus der Spielfolge Zwei Spiele der Liebe‟:
Gevatter Tod von R. Mirbt und Lanzelot und Sanderein, ein alt=
flämiſches
Liebesſpiel, gebracht. Erſteres iſt die Bearbeitung des
Grimmſchen Volksmärchens, die ſymboliſche Geſtaltung der über den All=
bezwinger
Tod triumphierenden Menſchenliebe. Lanzelot u. Sanderein,

Weg mit unerhörten Folgen durch alle deutſchen Großſtädte
Anhänglichkeit wurde auch Darmſtadt nicht vergeſſen. (Sie
Anzeige.)
Die Geſchäftseröffnung der Bäckerei und Konditorei Wiſſ
Roßdörfer Straße 16, erfolgte geſtern. Die Beſichtt

Vin aslastan, minn samn

völlig neu und hochmodern eingerichteten Geſchäftsräume zeig=
freuliches
Bild und ſpricht ebenſowohl für den fortſchrittlichen
Inhabers als auch für die Leiſtungsfähigkeit des einheimiſchen
bes. Die Heſſiſche Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft, Daruſtoſg
Geſamtleitung unterſtand, erſtellte den Dampfbackofen nebſt mmit
Einrichtung nach den neuzeitlichen Geſichtspunkten einer rm
hygieniſch einwandfreien Betriebsſührung. Die Ausſtattung
kaufsräume präſentiert ſich wirkungsvoll in der Hauptſache
durch H. Dörſam hier, Ladeneinrich ung, unter Mitarbeit
Architekt Möſer hier, H. Dieter hier, Innendekoration, K. Tg
Glaſerarbeiten, Ph. Schmidt hier, Schloſſerarbeiten, A. Gunzo
Spengler= und Inſtallationsarbeiten; geſamte Bquausführung
hier.
Kunſknotizen.
Ueber Werte, Künfier oder künſtleriſche V. ranſtaltungen, deren im Nachſiehendm ahte
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor
Union=Theater. Um Himmelswillenn
Film iſt ein Triumph des Gags, des Bildwitzes, der gedrehiß,
ionen, die keines Zwiſchentitels bedürfen. W

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die leiswehmitige Weiſe von der Liebe des hohen Ritters zu der ſchönen
Magd, ſtellt die Uebertragung (von Guſt. Grund) eines der älteſten
Minnelieder unſerer Literatur dar. Schon jetzt ſei auf die Aufführung
der beiden Spiele am 14. und 15. Dezember in der Aula der Landes=
bauſchule
aufmerkſam gemacht. Karten ſind in den nächſten Tagen er=
hältlich
in der Muſikalienhandlung Chriſtian Arnold, Ernſt Ludwigſtr.
Sektion Darmſtadt des Deutſchen und Oeſterr. Alpenvereins. Die
Mitglieder der Sektion werden an dieſer Stelle nochmals auf die Monats=
verſammlung
heute abend 8.30 Uhr im Gelben Saal bei Sitte aufmerk=
ſam
gemacht, in der Herr Dr. Theodor Schmidt über Touren in der
Seeſaplana= und Silvretta=Gruppe und der Umgebung von St. Anton
und der Darmſtädter Hütte ſprechen und eine Reihe von Lichtbildern
vorführen wird. Die Mitglieder der Sektion Starkenbung ſind zu dieſer
Veranſtaltung höflichſt eingeladen.
Heſſiſche Landespolizeiſchule. Am letzten Samstag hat der dies=
jährige
zweite Fortbildungslehrgang für Gendarmeriebeamte ſeinen Ab=
ſchluß
gefunden. Zu dem 14tägigen Kurſus, der unter Leitung des
Herrn Oberregierungsrats Lauteſchläger ſtattfand, waren 20 Gen=
darmeriemeiſter
(Stationsführer) aus Heſſen bei der Landespolizeiſchule
vereinigt und untergebracht. Dieſe kurzen Fortbildungslehygänge wollen
in erſter Liie auf die Beamten anregend wirken, ſowie ihre theoretiſchen
und praktiſchen Kenntniſſe erweitern und vertiefen. Neben dem Unter=
richt
in Polizeirecht, Staatsbürgerkunde Strafrecht und Kriminaliſtik
werden insbeſondere durch erfahrene Praktiker wichtige Gebiete der
Nahrungsmittel= und Veterinärpolizei behandelt und durch Unterweiſun=
gen
im hieſigen Chemiſchen Unterſuchungsamt und Schlachthof ergänzt.
Den Unterrichtsſtunden im Erkennungsdienſt, über Fingerabdruckverfah=
ren
und Spurenſicherung ſchloß ſich eine lehrreiche Beſichtigung der
Kriminalzentrale bei dem hieſigen Polizeiamt an. Mit Rückſicht auf
den geſteigerten Straßenverkehr waren diesmal in den Unterrichtsplan
guch die Behandlung verkehrspolizeilicher Fragen und praktiſche Unter=
weiſungen
im Kraftfahrzeugweſen aufgenommen. Schließlich wurden
noch in wenigen Stunden die wichtigſten Polizeigriffe geübt und Ziel=
und Schießüibungen abgehalten. Erfüllt von den vielſeitigen Anregungen
auf den verſchiedenſten polizeilichen Gebieten, kehrten die Kurſusteil=
nehmer
befriedigt zu ihren Stationsorten zurück.
Obermuſikmeiſter Matthias Weber im Frankfurter Sender. Am
Sonntag, den 11. Dezember, gibt Herr Obermuſikmeiſter Matth. Weber
mit ſeinem Orcheſter im Frankfurter Sender von 121 Uhr ein Sonder=
Konzert nach folgendem Programm: W. A. Mozart: Chor der Prieſter
und Arie des Saraſtro aus Zauberflöte; R. Wagner: Einzug der Gäſte
auf der Wartburg aus Tannhäuſer; A. Leuthner: Feſt=Ouvertüre;
Joh. Brahms: Ungariſcher Tanz Nr. 5 und 6; Matth. Weber: Freund=
ſchaft
, Mut und Treue‟, Feſtmarſch für das 33. Mittelrheiniſche Kreis=
turnfeſt
.

Kaufmänniſcher Verein. Am Mittwoch abend hielt Herr Felix
Graetz in Firma Heſſiſche Treuhandgeſellſchaft Felix Graetz und Dr.
jur. Michel den angekündigten Voxtrag über Die rechtliche Bedeu=
vung
des Handelsregiſters und die verſchiedenen Geſellſchaftsformen‟. Der
Vortragende erwähnte zunächſt die hauptſächlichſten Rechte und Pflichten,
die ſich aus der Eintragung is Handelsregiſter ergeben und ging dann
zu der Erklärung über, welche Perſonen und Firwen überhaupt durch
das Geſetz zur Eintragung verpflichtet ſind. Dan ſchilderte er die ver=
ſchiedenen
Geſellſchaftsformen, ihre Eigenarten und ſteuerlichen Belaſtun=
gen
. Er ging zunächſt davon aus, die verſchiedenen Formen zu kenn=
zeichnen
, erwähnte die damit verknüpften Haftungen und geſetzlichen
Vorausſetzungen und gab zum Schluß einen kurzen Abriß über die
ſteuerlichen Verhältniſſe der einzelnen Geſellſchaftsformen. Die überaus
intereſſanten Ausführungen, denen zum Schluß noch eine kurze Allge=
meinbeſprechung
der Verträge und des Schiedsgerichts angefügt wurde,
fanden den lebhaften Beifall der Verſammlung, dem der Vorſitzende Herr
Vierheller noch mit einigen Dankesworten beſonders Ausdruck gab.
Zum Schluß erläuterte der Vortragende noch in einem kurzen Anſchluß=
vortrag
die Verjährungsfriſten, die jetzt vor Jahresſchluß erhöhtes In=
tereſſe
haben.
Die ſchleſiſchen Spitzenſchulen, die bekanntlich Hunderte von
Arbeiterinnen in Heiwarbeit beſchäftigen, und dadurch dieſen Frauen

beſchreiben, das muß man geſehen haben." Da wiederholt ſichche
Situation, da treten Verwicklungen ein, die niemand vogn
konnte, da kann man nur lachen, lachen, lachen! Eben wieder=
mit
Harold Lloyd . . ., turmhoch über dem üblichen Luſtſpielnim
Reſidenz=Theater. Die drei Mannegu in
Das luſtige Trio beſchert auch dieſes Mal einen Saiſonerfrcz
Glaß kennt ſich aus, er ſchreibt einen Filmroman, an dem nicht 1in
zuviel oder zu wenig iſt; nicht eine Paſſage ohne Witz, ohne Sc
Verbindung . . . Amüſant, ſpannend, prickelnd, . . . Man wirn
gehalten, ſoll lachen. Das Geſchick des Terzetts wird technifü
dernswert durchgeführt. Modeköniginnenwahl, Kinopremiere aw=
pfiff
, Entlobung, Verhältniſſe, Verlobungen , es tut ſich dii
Darſtellerinnen: Helga Molander, die ihre Tugend mit reizordk
ſtand trägt, Grit Haid, Eliſabeth Pinajeff, die im wirklichen K49/
wegs ausgepfiffen zu werden verdient alle drei am rechtem!
rechten Milieu: Tugendpfad, Mulackpflaſter. Divakuwen. *

ihren Lebensunterhalt ermöglichen, veranſtalten am Sonntag, den 11.,
und Montag, den 12. Dezember, eine Ausſtellung in den Räumen
des Kunſtgewerbemuſeums in der Neckarſtraße 3. Die Leiterin

der Schule, Frau Margarete Siegert, wird am Sonntag um 11 Uhr
einen kleinen Vortrag halten über dieſe wunderbaren Arbeiten, die in
keiner Weiſe denen der bekannten Brüſſeler Spitzen=Induſtrie nachſtehen.
Alle diefenigen, die ſich für ſoziale Hilfsarbeit, für die Technik dieſes
Gewerbes und für die hohe Kunſt dieſer Erzeugniſſe intereſſieren, wer=
den
herzlich eingeladen, dieſe Ausſtellung zu beſuchen.
Hegezeit für Haſen. Der Boginn der Hegezeit für Haſen für das

laufende Jagdjahr iſt auf den 1. Januar 1928 feſtgeſetzt.

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Absatz

nnd

ut

A

19231

[ ][  ][ ]

Unser großer Erfolg
Unsere große Auswahl

341

*Schwurgericht

Aubeſter Adam Jakob Adler von Offenbach
e Anklage des Totſchlags und der fahrläſſigen Körperver=
ur
Mieter im Hauſe des Spezereihändlers Weider, Großer
Nur B. Weider verklagte den Adler beim Amtsgericht auf

Freitag, den 9 Dezember 1927

7

maturmung. Am 19. Auguſt 1927 erging nach Beweisaufnahme
winach das Mietverhältnis mit ſofortiger Wirkung aufgehoben
Lemſcher eine Räumungsfriſt bis 1. Januar 1938 bewilligt wurde.
ingenmin vom 19. Auguſt war e3 zwiſchen den Parteien zu er=
Mſſchanderſetzungen gekommen, und während der Beratung des
asᛋſain. Adler mit einem Totſchläger auf Weider ein. Letzterer
nate ber Beſitz der Waffe, die der Nichter einzog. Am Tage dar=
nachicmags
gegen 3 Uhr, wollte Weider auf ſein Feld und dazu
beie/ den Abfall, die ſich nahe der Adlerſchen Wohming befanden,
w Der Inhalt wurde aus der Grube auf einen Stoßkarren
stch Reinigen des Hofes ging Weider nochmals in ſeine Woh=
gm
) angeblich durch den Geruch beläſtigt, hatte ſchon vorher
Emtä mi des Karrens gedrungen. Weider kam dieſem Verlangen
ſofricngch. Adler machte ſich nun ſelbſt am Karren zu ſchaffen,
auf 2/30c Rückkunft des Weider zum Worwechſel kam, Ehefrau
dem 2jährigen Kinde, ſtand dabei und ſuchte zu beſchwich=
mAich
ergriff Weider einen Stein und warf ihn, ohne zu tref=
nach
Ac wie angenommen wird, weil er plötzlich in der Hand
Aſdleue nert Revolver ſah. Kurz darauf fiel auch ein Schuß. Adler
ſich uiſchen dem Weider mit einigen Sätzen ud den Worten:
zt gmuf genähert und auf ihn geſchoſſen, obwohl ſich Ehefrau
er zmdm Kinde ihm entgegenſtellte. Inzwiſchen waren Weider
oleze FReichweite aneinandergekommen und hatten ſich gegenſeitig
W allernächſter Nähe gab nun Adler noch zwei Schüiſſe auf
güft beide trafen. Durch einen Schuß wurde auch das Kind
Riter ſtarb alsbald an den Folgen der Verletzung. Adler
alsumös und leicht reizbare Perſon geſchildert, die ſich nur gut
ſielleml hne, die aber durch die Vorgänge am Tage vorher lowie
ach 6e/eim der nächſten Umgebung, dann aber auch dadurch, daß
ſider guf eine Wünſche nicht einging (betr. Wegſchaffens des Karvens),
ch m gui gewiſſe Erregung verſetzt worden iſt, die das Tatbeſtands=
almal
/* Ueberlegung bei Ausführung der Tat als nicht gegeben er=
nen
170
Der undarmſtadt gebovene Angeklagte iſt ſei 21. Auguſt 1927 in
gerſuchſushaft. Es ſind 30 Zeugen und ein Sachverſtändiger (Amts=
Dr. dMliig) zur Stelle.
Der Gichtsvorſitzende gibt zur Erwägung anheim, ob demn der
nze au morene Zeugenapparat vernommen werden ſolle; es werde

der Angeklagter ein leicht erregbarer Menſch ſei, wurde Totſchlag ange=
nommen
. 8 213 St.G.B. ſei nach den Tatbeſtandsmomenten nicht an=
wendbar
. Von mildernden Umſtänden könne zudem keine Rede ſein. Es
ſei wie ein Wunder, daß das Kind am Leben geblieben iſt.

m doach migen, zumächſt die Zeugen der Tat zu hören und ſonach
ter deuß ugen, die ſich über Führung und Charakter des Angeklagten
des Güßricken ausſprechen ſollen, eine Auswahl zu treffen. Eine Be=
nkungen
Rechte der Verteidigung wie der Staatsanwaltſchaft ſolle
rnliſe ſtattfinden; der Vorſchlag werde nur im Intereſſe einer
derlichmSachbehandlung gemacht. Die Beweisarfnahme ſelbſt
get keizn ſonderes Intereſſe. Erwähnenswert iſt die Aeußerung des
geklag=unyach vollbrachter Tat, er habe ſich jetzt Ruhe verſchafft. Der
ſuß iſt es nächſter Nähe erfolgt, der Schußkanal verlief nach dem
wen zuchder Schuß durchſchlug die Herzſchlagader und den Rücken=
Gel, ni ich die Kugel vorfand. Ein weiterer Schuiß hat die Lunge
Jof
Der S5uerſtändige ſtellt bei Adler eine ſtarke Erregbarkeit feſt, die
in eim Affekthandlung entladen kann. Bewußtſeinstrübung ver=
m
deufftle. Die Anklage, ſo führt der Staatsanwalt aus, führt
m Müſ-=Fin einAietkaſerne am Großen Biergrund, in der 78 Parteien
inen unlir, der der Hausherr keinen leichten Stand hat. Die Urteile
WFdenn busherrn lauten verſchieden, zum Teil gehen ſie von exmit=
1.4Izen Punnn aus; das Urteil anderer iſt von Leidenſchaft getrübt. Die
wängee lgen zudem weit zurück. Aöler zählt viele Vorſtrafen. So
ßdie tEuld auf beiden Seiten geweſen ſein. Adler und Weider
n früh= die beſten Freunde. Ein gerütteltes Maß von Schuld
aufret des Angeklagten. Der Staatsanwalt hebt das Gemeine
d6) Tu lros. Der Angeklagte habe nach abgegebenen drei Schüſſen
Hal=Bten, noch mit dem Revolver drei oder viermal ins Geſicht
ſlagern. Die Tat grenze nahe an Mord. Aus naher Entfernung ſei
abgewult vorſätzlich mit dem Revolver geſchoſſen worden. Sehr
ſprean gfür, daß die Tat mit Ueberlegung ausgeführt wurde. Aber
demt ſqverſtändigen Gutachten kommt der Staatsanwalt mit Rück=
uf
he Ervegungszuſtand des Angeklagten dazu, die Ueberlegung
ſühing der Tat zu verneinen. Mildernde Umſtände ſeien in

ertzen des Angeklasten nicht zu finden. Der Strafantrag geht
füre 1 Monat Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen
ſedrtuf die Dauer von zehn Jahren.
r iſediger ſchildert die Mißſtände der Zwangswirtſchaft; Streit
ſcteſzt, als der Angeklagte nicht mehr ein gefügiges Werkzeng
föta habe ſein wollen. Des weiteren gibt er ein Charakterbild
ſ4Am Tage der Tat habe der Getötete den Angeklagten durch
Umg des Grubeninhalts vor dem Fenſter des Mieters provo=
ſu
dgenſatz zu dem Staatsanwalt vertritt der Verteidiger die
der Angeklagte habe erſt, durch den Steinwurf gereizt, zum
ffen. Sonach ſei nur der in § 213 St. G.B. normierte
ſällt. Erſt durch den Steinwurf ſei der Angeklagte zu der
ueer worden. Sein Kopf ſei durch den Steinwurf geſtreift
19 Verteidiger exemplifiziert auf den Fall der Krankenſchwe=
eſſth
Frankfurt a. M. Nach der Tat, die im Erregungszuſtand
end urden, ſei bei dem Angeklagten Apathie eingetreten; die
belrch ing habe ihn voll und ganz verlaſſen. Ja, man könne
29urarh dem Steinwurf an eine Notwehrhamdlung bis zu einem
enFörde denken. Mildernde Umſtände ſeien nach der ganzen
jeAheten. Man habe es hier mit eimem ſchwverkranken Menſchen
Dachon Blutſtürze gehabt habe; einen ſolchen Mann könne man
ins ſch haus ſchicken, auf eine angemeſſene Gefängnisſtrafe möge
mnt Awenr. Der Staatsanwalt erwidert, der Fall Fleſſa ſei hier
zu ſEte; wenn Angeklagter ſchwer krank ſei, ſei dieſer Umſtand
Fbeinykril, ſondern in einem ſpäteren Verfahren zu berückſichtigen.
DasAltz il erkennt auf ſechs Jahre einen Monat Zucht=
usuſrölberkennung
der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre. Die
meu)ſhue der Staatsanwalt ausgeführt habe, nahe an Mord. Da

DeutſcherPferdeſport=Kalender
Pferdefreunde
verwenden als Weihnachtsgabe
Zinſels Pferdeſport=
Abreiß=Kalender 1928
Deutſcher Sport
in Bild und Wort
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Dieſer Kunſtkalender erſcheint ſeit bſelen Jahren und gibt
in ausgewählten Bildern und von bekannten Fachleuten
geſchriebenen Texten einen Ueberblick über den derzeitigen
Stand von Zucht und Rennen, Turnierſport,
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Zu haben in allen Buchhandlungen, beim Verlag Ed. Zinſel,
Darmſtadt, Riedeſelſtr. 39 und in der Geſchäftsſtelle des
Darmſtädter Tagblattes.
(192471g

Lokale Veranſtaltungen.
Die dierunter urſcheinenden Notigen find ansſchileklich als Hinwelſe auf Anzeigen uu beirachten.
in keinem Faſie irgendwis alt Beſprechung oder Kriik.
Deutſchorden. Kommende Darmſtadt. Die auf
den 10. Dezember angeſetzte Weihnachtsfeier der ſechſten Gefolgſchaft
fällt aufs.
Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
Darmſtadte. V. Die Wanderabteilung unternimmt am Sonntag, den
11. Dezember, ihre letzte Wanderung in dieſem Vereinsjahre in Geſtalt
eines Nachmittags=Spaziergangs durch den Park nach Meſſel. Abmarſch
nachmittags 1.30 Uhr ab Rathenau=Anlage (Dieburger Straße). Marſch=
zeit
zirka zweiundeinehalbe Stunde. Einkehr bei Gaſtwirt Laumann in
Meſſel (Torbogen). Rückfahrt von da 7.18 bzw. 9.32 Uhr. Die Mitglie=
der
, ſowie Freunde der Wanderabteilung ſind hierzu freundl. eingeladen.
Aus den Parteien.
Frauengüuppe der Deutſchen Volkspartei. Wir
erinanern unſere Parteifreundinnen an unſere geſellige Zuſammenkunft
am Samstag, den 10. Dezember, nachmittags 4 Uhr, auf dem Heiligen
Kreuz und bitten um recht zahlreiche Beteiligung.

Tageskalender für Freitag, den 9. Dezember 1927.
Landesth eater Großes Häus, Anf. 19½ Uhr, Ende nach
22½ Uhr: Schinderhannes. Kleines Haus. Anf. 13, 15, 17
Uhr: Märchenfilme. Orpheum, Anf. 20 Uhr: Wiſſen Sie
ſchon. Konzerte: Hotel Schmitz; Schloßkaffee; Weinhaus
Maxim; Perkeo Varieté: Waldſchlößchen. Kinovorſtellun=
gen
: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Gottesdienſt der iſrgelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraßeſ.
Freitag, den 9. Dez.: Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 10. Dez.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min.
Predigt. Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 30 Min
Abends 6 Uhr 00 Min.
Gebetszeiten in der Shnagoge der iſraelitiſchen Neligionsgeſeillſchaft.
Samstag, den 10. Dez.: Vorabend 4 Uhr 00 Min. Morgens
Uhr. Nachm. 4 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 7 Uhr 15 Min. Abends 4 Uhr.

Aus Heſſen.
Starkenburg.

O. Erzhauſen, 7. Dez. Der Geſangverein Germania veranſtaltet
am 11. Dezember in ſeinem Vereinslokal Zur Krone einen Theater=
abend
. Zur Aufführung kommt Der geplatzte Strobwitwer, Luſtſpiel
von C. Sieben. Die bieſige Waſſerleitung geht ihrer Fertigſtellung ent=
gegen
; ein großes Hindernis an dem Vorwärtsſchreiten der Arbeiten
bildet der hohe Waſſerſtand, mit dem die Firma L. Nohl zu kämpfen
hat. Die Erwerbsloſenzahl beträgt hier wieder über 60, davon ſind
21 bei Notſtandsarbeiten verwendet.
An. Arheilgen, 8. Dez. Ausftellung. Nächſten Samstag und
Sonntag veranſtaltet der hieſige Geflügel= und Kaninchenzuchtverein im
Gaſthauſe Zum weißen Schwanen eine lokale Geflügel= und Kanin=
chenausſtellung
. Damit iſt zugleich eine reichhaltige Tombola mit vielen
lebenden Gewinnen verbunden. Die Eröffnung findet Samstag, nach=
mittags
3 Uhr, ſtatt. Für Kriegsbeſchädigte und =Hinterbliebene
wird nächſten Sonntag, nachmittags 1 Uhr, im hieſigen Schulhauſe eine
Beratungsſtunde abgehalten. Die Hebeliſte über die Bei=
träge
der Viehbeſitzer zur Deckung der gezahlten Entſchädigun=
gen
auf Grund des Reichsviehſeuchengeſetzes vom 29. Juni 1900 und
der heſſiſchen Geſetze über Entſchädigung für an Maul= u. Klauenſeuche
gefallene Rinder und Ziegen und für an anſtechender Gehirn= Rücken=
marksentzündung
gefallene Pferde liegt während der Dienſtſtunden bei
der hieſigen Bürgermeiſterei zur Einſicht für Intereſſenten offen. Ein=
wendungen
dagegen können daſelbſt gemacht werden.
J. Griesheim, 7. Dez. Der Adventſonntag (4 Dezember), war
für den Arbeſtergeſangverein Laſſalia ein Tag, auf den er noch lange
mit freudiger Gemugtuung zurückblicken wird. Der von ihm veran=
ſtaltete
Liedertag, an dem alle unter Leitung des Herrn Chordirektors
Herfurth=Darmſtadt ſtehenden Geſangvereine in Darmſtadt, Traiſa,
Roßdorf und Klein=Gerau mit über 300 Sängern teilnahmen, brachte
ihm einen neuen ſchönen Erfolg. Der große Saal Zur Straßenbahn,
war bis zum letzten Platz beſetzt. Die imn erſten Teil des Programms
zum Vortrag gebrachten Chöre waren mit beſondever Sopgfalt aus=
gewählt
, ſie wunden von allen Vereinen mit feinem Empfinden vorge=
tragen
und zeugten von liebevoller, nie wahender Arbeit, der ſich
Sänger und Dirigent hingaben, um vor allem die Stimmbildung und
die dynamiſche Schulung zu erreichen, um alle die Schönheiten der
Partitur zu klingendem Leben zu wecken. Der zweite Teil des Pro=
gramms
, der uns die Maſſenchöre der mehr als 300 Sänger brachte,
zeigte, mit welch qußerordentlichem Geſchick der Dirigent ſeine große
Sängerſchar zu meiſtern verſteht und mit welcher Gewiſſenhaftigkeit
dieſe allen ſeinen Antentionen Folgel eiſtet. Mächtig brauſten die
Akkorde der vorgetragenen Chöre durch den weiten Saal und jeder ein=
zelne
begeiſterte das aufmerkſam zuhörende Publihum zu wahren Bei=
fallsſtürmen
. Zur Unterſtützung ihres Liedertages hatte ſich die
Laſſalia unſer Philharmoniſches Orcheſter geſichert, das ſich auch
diesmal wieder beſtens bewährt hat. Die von ihm am Anfang des
erſten Teils zum Vortrag gebrachte Quvertüre Orpheus in der Unter=
welt
und im zweiten Teil die Operette Der Zigeunerbaron voiß
Strauß, fanden überaus reichen Beifall.
F. Eberſtadt, 8. Dez. Zur Bürgermeiſterwahl. Der 2.
Bürgermeiſterkandidat ſpricht. In einer öffentlichen
Sitzung des Gemeinderates, die geſtern abend im Schwanenſaal vor
zahlreich verſammeltem Publikum ſtattfand, referierte Bürgermeiſter=
kandidat
Gerichtsaſſeſſor Dr. Hugo Wolf=Mainz. Nach einer Be=
grüßung
durch den Beigeordneten Flick, der die Sitzung leitete, wies
der Redner zunächſt darauf hin, daß er erſucht worden ſei, über Ziele
und Aufgaben der Gemeinde Eberſtadt zu ſprechen. Obwohl dieſer
Gegenſtand ein dankbares Thema bilde, könne niemand verlangen, daß
er ſich in Fragen der internen Gemeindepolitik feſtlege. Das ſei erſt
dann möglich, wenn man die örtlichen Verhältniſſe genau kenne und
wiſſe, was die Gemeinde bisher geleiſtet habe umd noch leiſten wolle.
Redner ging dann ſogleich auf die Finanzpolitik der Gemeinden ein. Der
Berufsbürgermeiſter müſſe in erſter Linie ein tüchtiger Kaufmann ſein.
Als ſolcher müſſe er ſtets herausfinden, was gut und ſchleeht für die Ge=
meinde
ſei. Die Geldbeſchaffungs= und =Deckungsfrage ſei die Frage,
um die ſich alles drehe. Mit ihrer Löſung ſtehe und falle die Gemeinde.
Der Bürgermeiſter müſſe auch zeigen, daß er Menſch ſei, und dürfe die
Notleidenden nicht weiter Nor leiden laſſen, ſondern müſſe ihnen mit
Rat und Tat jederzeit treu zur Seite ſtehen, wenn es auch nicht angehe,
und möglich ſei, alle Forderungen zu erfüllen. Der Bürgermeiſter muß
auch wiſſen, mit den Geſetzen umzugehen. Der Redner wies weiter dar=
auf
hin, daß die Wahl eines Bürgermeiſters für Eberſtadt eine große
Lotterie ſei. Der Aufgabenkreis eines Bürgermeiſters ſei ein ſehr großer
und ein weit größerer, als an allgemein annehme. Er müſſe jeden
Augenblick das für die Gemeinde Nützliche erkennen und Gemeindepolitik
auf weite Sicht treiben. Auf die Frage der Eingemeindung eingehend,
bemerkte Redner, daß dieſe ſehr vorſichtig angefaßt werden müſſe. Redner
führte weiter aus, daß er darüber, was man aus der aufſtrebenden Ge=
meinde
Eberſtadt machen könne, nicht ſprechen wolle. Er kenne ihre Ver=
hältniſſe
und ihre ſozialen und kulturellen Fortſchritte nicht. Zunächſt
müſſe ſich der Berufsbürgermeiſter einarbeiten. Das Neferat wurde
mit Beifall aufgenommen.
Aa. Pfungſtadt, 8. Dez. Hausbeſitzerverein. Der Pfung=
tädter
Hausbeſitzerverein E. V. hält am Samstag dieſer Woche abends
im Rheiniſchen Hof (Koch) eine ordentliche Mitgliederverſammlung ab.
Auf der Tagesordnung ſteht u. a.: Vorſtandswahl. Waſſer=
ſport
. Am kommenden Sonntag, den 11. Dezember, findet im hie=
ſigen
Gemoindeſchwimmbad ein von der Freien Turngemeinde abgehal=
tenes
Werbeſchwvimmen ſtatt, an dem u. a. der Turn= und Sportverein
Arheilgen, der Freie Waſſerfportverein Darmſtadt und der Sportverein
Rheingold Erfelden teilnehmen werden.
Aa. Pfungſtadt, 8. Dez. Kohlenverein. Die erſte Pfung=
ſtädter
Kohlenkaſſe nimmt am Samstag und Sonntag dieſer Woche die
Jahresabrechnung vor. Die Mitglieder werden aufgefordert, ſich im
Lokal Stoltze und bei J. Götz zu melden.

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Umtausch bis nach dem Feste.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Freitag, den 9.Dezember 1927

Nummer

Traiſa, 8. Dez. Der erſte Unterhaltungsabend der Muſikfreunde
Traiſa wird in allen hieſigen Kreiſen lebhaft begrüßt, und dürfte zu
einer ſtarken Kundgebung auf muſikaliſchem und geſanglichem Gebiete
werden. Unſere Muſikfreunde, unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn
Karl Simon, haben nach mühevoller Arbeit einen Propaganda=Abend für
Muſik und Geſang in die Wege geleitet, welcher die Aufmerkſamkeit aller
Einwohner erweckt hat.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 8. Dez. Die Frage der Errichtung der Elektri=
ſchen
Straßenbahn von Darmſtadt nach hier und weiter das Modau=
tal
entlang ſcheint wieder ins Stocken geraten zu ſein. Man hört und
ſieht nichts mehr von dem geplanten Projekt. Da wirft ſich doch die
Frage auf, welche Kräfte ſind am Werke, um die ſo notwendig erſcheinende
Verkehrsförderung zu hintertreiben. Für die Vororte Nieder=Ramſtadt
und Traiſa muß mit dem kommenden Jahre eine Beſſerung der Ver=
kehrsverhältniſſe
eintreten. Man ſoll ſich doch einmal die Züge in der
Richtung Darmſtadt betrachten. Sind ſie von hier aus nicht immer
vollgepfropft wie ein Heringsfaß. Die elektriſche Straßenbahn würde
ohne Zweifel rentieren und der Einwohnerſchaft ſowohl als auch der
Geſchäftswelt wäre Rechnung getragen. In einer am letzten Montag
abend ſtattgefundenen Verſammlung maßgebender Perſönlichkeiten
wurde eine Kommiſſion beſtimmt, die ſich der Förderung der Verkehrs=
verhältniſſe
annehmen wird. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß für den
Fall des Scheiterns der Verhandlungen über die Errichtung der
Elektriſchen Straßenbahn die Reichsbahn zur Entlaſtung ihrer fahrplan=
mäßigen
Züige einen Pendelverkehr einrichtet. Etwas muß nach der
einen oder anderen Seite hin geſchehen.
G. Ober=Ramſtadt, 8. Dez. Gelegentlich der am 1. d. M. ſtattgefun=
denen
Viehzählung wurden hier feſtgeſtellt: 196 Pferde, 453 Stück Nind=
vieh
, 257 Schafe (nur zur Winterweide hier), 1097 Schweine, 708 Ziegen,
6193 Stück Federvieh und 34 Bienenvölker. Durch Betriebseinſchrän=
kungen
in der Kammbranche iſt die Zahl der Arbeitsloſen ſtets im Stei=
gen
begriffen, ſo daß jetzt ſchon rund 90 Arbeitsloſe in Fürſorge ſtehen.
f. Roßdorf, 7. Dez. Vogelſchutz. Im Auftrag des Heſſiſchen
Vogelſchutzvereins hielr Förſter Kirſchner am verfloſſenen Sonntag
im Gaſthaus Zum Sportplatz einen Vortrag über praktiſchen Vogel=
ſchutz
. Die Verſammlung erfreute ſich eines guten Beſuches, ein Zei=
chen
, daß man Intereſſe für unſere heimiſche Vogelwelt hat. Redner
zergliederte ſeinen Vortrag an Hand von Beiſpielen in folgende Punkte:
1. Iſt es nützlich, praktiſchen Vogelſchutz zu treiben? 2. Iſt es nötig?
3. Iſt es möglich? 4. Wer kann praktiſchen Vogelſchutz treiben? Als
einen ganz wichtigen Faktor bei Vogelſchutzmaßnahmen nannte Herr
Kirſchner die Schulen, und es war intereſſant, zu hören, was im
Saargebiet von den Schulen im Vogelſchutz jetzt ſchon geleiſtet wird.
Allgemein wurde es bedauert, daß von unſerem hieſigen Lehrerkollegium
trotz Einladung niemand erſchienen war. Nur durch verſtändnisvolle
Zuſammenarbeit aller Natur= und Vogelfreunde könnte auch an unſerem
Orte Erſprießliches geleiſtet werden, ſo ſchloß der Redner ſeinen ſpan=
nenden
Vortrag, der mit Beifall aufgenommen wurde. Die größte An=
zahl
der Anweſenden trat auch ſogleich als Mitglied dem Heſſiſchen
Vogelſchutzverein bei. Zum Schluſſe berichtete noch ein Schüler von der
Oberrealſchule Darmſtadt, was man dort an der Schule ſchon zum
Schutze unſerer Vögel getan habe, und wies insbeſondere darauf hin
daß durch Auregungen der Lehrerſchaft auf dieſem Gebiete vieles ge=
leiſter
werden könne. Auch dieſem Redner wurde Beifall gezollt.
Z. Groß=Umſtadt, 7. Dez. Erſatzwahl zur Handelskam=
mer
. Da Abraham Rapp ſein Amt als Mitglied der Induſtrie= und
Handelskammer Offenbach a. M. freiwillig niedergelegt hat, findet am
Freitag, den 9. Dezember 1927, eine Erſatzwahl für den engeren Wahl=
bezirk
Groß=UmſtadtReinheim im Bureau der Heſſiſchen Bürger=
meiſterei
Groß=Umſtadt ſtatt, und zwar fällt die Wahl in die Zeit von
1012 Uhr vormittags.
Groß=Ukmſtadt, 8. Dez. Am Sonntag hielt der Verein ehemaliger
Schüler der Landw. Schule hier ſeine 2. Winterverſammlung ab, die
außerorden=lich gut beſucht war. Auf der Tagesordnung ſtand an erſter
Stelle ein Vortrag über die ehemaligen Kelonialgebiete Deutſchlands,
gehalten von Herrn Polizei=Oberleutnant Götzinger=Darmſtadt. Der
Redner, der dieſe Gebiete, beſonders Oſtafrika, aus ſeinem langjährigen
Aufenthalt daſelbſt kennt und unter General Lettow=Vorbeck jenen
ewig denhwürdigen Kolonialkrieg von Anfang bis zum Ende mitge=
macht
hat, war beſonders berufen, über dieſes Thema zu ſprechen. Er
zeigte, wie ſich uuter der deuthchen Schutzherrſchaft aus den öden Step=
pen
fruchtbare Pflanzungen entwickelten. Die deutſche Verwaltung ar=
beitete
unter dem Erfahrungsſatz, daß der Eingeborene das Wertvollſte
in den Kolonien ſei. Die Eingeborenen erkannten dies an, ud viele
haben ihre Treue im Kriege mit dem Tode beſiegelt. Der beſte Be=
weis
für die richtige Behandlung der Schwarzen durh die Deutſchen
ſei der, daß ſie heute reſtlos die deutſche Verwaltung wieder herbei=
ſehnen
. Ein Häuptling, der nach 26jähriger deutſcher Untertanſchaft
dem Engländer Dienſte leiſten ſollte, nahm lieber Gift und ging in den
freiwilligen Tod. Durch die Mitarbeit der Eingeborenen kamen die
Kolonien raſch wirtſchaftlich zur Blüte. Die Kolonien trugen ſich ſelbſt
und warfen noch einen recht bedeutenden Ueberſchuß ab. Sie ſtanden
vor Ausbruch des Krieges in einem Stadium der beſten Entwicklung,
und die Erträge konnten von Jahr zu Jahr ſteigen. Schmerzlich muß
man bedauern, daß, wie früher, auch heute noch weite Volkskreiſe über
die Wichtigkeit der Kolonien noch völlig im Unklaren ſind. Unſere paſ=
ſive
Handelsbilanz mit 2,2 Milliarden Mark Einfuhrüberſchuß bis zum
1. Okrober d. J., alſo in 9 Monaten, ſollte ſie eines Beſſeren belehren.
Sehr ſchöne Lichtbilder ließen die Zuhörer einen Blick in jene verlore=
nen
Gebiete tun. Der Vortrag, ebenſo die Ausführungen der Dis=
kuſſionsredner
, klangen in dem Gedanken aus: Kolowien ſind eime
Lebensnotwendigkeit, wir müſſen wieder Kolonien haben. Die aus=
gezeichneten
Ausführungen des Redners fanden umeingeſchränkten Bei=
fall
. Sie boten für junge Landwirte beſonders viel Wichtiges. Sodann
teilte der Vorſitzende mit, daß an der Landw. Schule die Abhaltung
eines Kurſus in Feldgemüſebau und Treiberei unter Glas gehalten
werden ſoll, als deſſen Leiten der anerkannt tüchrige Inſpektor des Ver=
ſuchs
= und Muſtergutes der Landwirtſchaftskammer gewonnen werden
ſoll. Die Genehmigung der Landwirtſchaftskammer hierzu wird noch
erwartet. Zahlreiche junge Leute zeichneten ſich ſofort als Teilnehmer
ein. Der Provinzialverſitzende des Junglandbundes gab dem Wunſche
Ausdruck, in engem Anſhluß mit dem Landwirtſchaftsamt und der
Landw. Schule arbeiten zu können, was von dem Direkter mit Freuden
zugeſagt wurde Praktiſch ſoll dies ſchon in allernächſter Zeit bei Ein=
richtung
eines Fortbildungskurſes für Jungbauern ſich auswirken. Mit
Rüchſiht auf die Landw. Woche und den vorgenannten Kurſus wird
die Januarverſammlung ausfallen.

Bd. Heubach, 7. Dez. Am kommenden Samstag abend veranſtaltet
der hieſige Kriegerverein in dem Saale des Kurhauſes Waldesruh ſein=
diesjährige
Abendunterhaltung. Das Programm iſt ſehr reichhaltig.
Das geſamte Heubacher Muſikkorps hat in bereitwvilliger Weiſe zur Ver=
ſchönerung
der Weihnachtsfeier ſeine Mitwvirkung zugeſagt. Am
4. b. M. feierte der hieſige Ortsbürger Herr Jakob Zieres 5. in
körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit ſeinen 85. Geburtstag.
L. Michelſtadt, 8. Dez. Sport. Am vergangenen Sonntag er=
kämpfte
ſich der V.f.L. gegen Seeheim mit einem 3:2 Sieg im einem
harten Spiele 2 Punkte. Michelſtadt war hauptſächlich in der zweiten
Halbzeit ſtark überlegen und hätte ein beſſeres Torverhältnis verdient.
Vor dem Spiel der eiſten Mayſchaſten ſchlug Michelſtadts zweite Elf
die erſte Mannſchaft Beerfeldens mit 7:2. Die zweite Mannſchaft des
V.f.L. hat in letzter Zeit ſehr gute Ergebniſſe gezeigt, ſo in Lengfeld
10:1 gegen Lengfelds Zweite, in Groß=Umſtadt gegen die dortige erſte
Mannſchaft 4:1. Man iſt deshalb auf den Ausgang des Spieles der
zweiten Mannſchaft gegen Erbachs erſte Elf am kommenden Sonntag
geſpannt.
b. Erbach i. O., 8. Dez. Am Freitag, den 9. Dezember d. J., finden
im hieſigen Rathausſaale, von nachmittags 3½ bis 5 Uhr, wieder Sprech=
ſtunden
der Handwerkskammer=Nebenſtelle Offenbach ſtatt Am Frei=
tag
, den 9. d. M., abends 8½ Uhr, ſpricht in einem Vortragsabend der
Odenwälder Vereinigung für Kunſt und Wiſſenſchaft Herr Dr. Kiesgen=
Michelſtadt über das Thema Aus der Praxis des Nahrungsmittel=
chemikers
. Das geſtrige Konzert des Kuban=Koſaken=Chors war, wie
die erſte Veranſtaltung, ſehr gut beſucht. Hundebeſitzer, die im Jahre
1927 oder bereits früher Hunde abgeſchafft haben, müſſen dieſe bis 31.
d. M., bei der zuſtändigen Bürgermeiſterei abmelden, da ſonſt für das
kommende Jahr die volle Steuer entrichtet werden muß.

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eseitigt sofort Spröcligkeit und Röte.

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Hirſchhorn, 8. Dez. Waſſerſtand desNeckars am 7. Dez.:
1,11 Meter; am 8. Dez.: 107 Meter.
Bn. Hirſchhorn, 7. Dez. Nachdem im Laufe des vergangenen Som=
mers
eine Glocke der hieſigen katholiſchen Kirche geſprungen iſt, deren
Neparatur ſich nicht mehr lohnt, hat man beſchloſſen, ein neues Geläute
anzuſchaffen. Die Lieferung ſoll noch in dieſem Jahre erfolgen. Der
Spauverein in Kortelshütte bei Rothenberg hält am kommenden Sonn=
tag
, den 11. Dezember, abends, ſeine diesjährige Weihnachtsverloſung
für ſeine Mitglieder ab. Als Brandurſache des füngſt im nahegelege=
nen
Mückenloch ausgebrochenen Brandes, den wir an dieſer Stelle be=
richteten
, dürfte mit ziemlicher Sicherheit die Aufbewahrung noch glim=
mender
Aſche in Holzgefäßen angenommen werden. Möge dies Vielen
als Warnung dienen, friſch aus dem Ofew kommende, noch glimmende
Aſche in Holzgefäßen aufzubewahren. Der Geſangverein Eintracht
Hirſchhorn hält am Sonntag, den 8., und Sonntag, den 15. Januar
1928, im Gaſthaus Zum Erbach=Fürſtenauer Hof dahier ſeine dies=
jährige
Abendunterhaltung ab. Unter anderen Auffführungen wird das
Theaterſtück Die Altweibermühle gegeben werden.
S. Lampertheim, 8. Dez. Zur Ehrung des nunmehrigen Ehren=
chormeiſters
Lehrer Michael Keilmann und des Ehrenvorſitzenden Philipp
Martin Wetzel hatten ſich nicht nur die Mitglieder des Männergeſang=
vereins
, ſondern auch Mitglieder anderer hieſiger Geſangvereine und
viele Freunde der beiden Jubilare im Darmſtädter Hof eingefunden.
Mit dem Sängergruß wurde die eindrucksvolle Feier eingeleitet, worauf
der Vorſitzende des Vereins, Herr Friedrich Boxheimer, die Anweſenden,
insbeſondere Herrn Schulrat Haſſinger, begrüßte. Alsdann wandte ſich
Herr Fabrikant Jakob Eberhard als einer der älteſten Vereinsmitglieder
an die beiden Jubilare. Ausgehend von dem Lied Aus der Jugend=
zeit
ließ er zunächſt im Geiſte die 37jährige Wirkſamkeit Lehrer Keil=
manns
vorbeiziehen. Viel hat dieſer während dieſer Zeit in der Ge=
meinde
geleiſtet, nicht nur als Lehrer an den Kindern, ſondern auch in
kultureller Beziehung. Gar viele verdanken ihm ihre muſikaliſche Aus=
bildung
; für das Leben in den heimiſchen Geſangvereinen war er bahn=
brechend
. Sie hat er zu lichten Höhen geführt. Daher Dank und zwar
aufrichtiger Dank. Nicht minderen Dank aber auch dem Vorſtandsmit=
glied
und langjährigen Vorſitzenden. Viel, gar viel hat er für den
Verein getan. In ſchwerſten Zeiten hatte er ihn durch alle Fährniſſe
hindurchgeführt. Bereits hatte der Verein ſeine Verdienſte durch Er=
nennung
zum Ehrenvorſtandsmitglied gewürdigt, jetzt, nach 25jähriger
Tätigkeit, ernennt er ihn zum Ehrenvorſitzenden. Mit der Verſicherung,
daß der Verein ihre geleiſtete Arbeit nie vergeſſen werde, ſchloß Herr
Eberhard ſeine mit großem Beifall aufgenommenen Worte. Drei ehe=
malige
Muſikſchüler von Lehrer Keilmann, die Herren Willy Grunert,
Krämer und Komba brachten hierauf ein Violinterzett zum Vortrag und
bezeugten damit, welche gründliche Ausbüldung ſie von ihrem Meiſter
empfangen haben. Herr Schulrat Haſſinger beglüchwüinſchte nun als
Vertreter des Heſſ. Sängerbundes und Leiter der Zentralſtelle für Volks=
bildung
und Jugendpflege die beiden Geehrten. Er bedauerte, daß
man in unſerer heutigen, ſo raſchlebigen Zeit das Danken ſo ſehr
vergeſſen habe. Um ſo erfreulicher ſei es aber, daß dies der Männer=
geſangverein
nicht vergeſſen habe. Auch im Heſſ. Sängerbund ehre
man verdiente Männer, wie es die beiden ſeien. Aus Dankbarkeit über=
reichte
er dem zum Ehrenchormeiſter ernannten Lehrer Keilmann die
Chrennadel und Ehrenurkunde des Sängerbundes und dieſelbe Aus=
zeichnung
ebenfalls dem Ehrenvorſitzenden Wetzel. Mit dieſer Ueber=
reichung
verband er die Hoffnung, daß die beiden noch recht lange für
den edlen Männergeſang wirken möchten. Nach einem unter Leitung von
Lehrer Moos geſungenen Chor üüberbrachte Herr Bürgermeiſter Keller
die herzlichſten Glückwünſche der Gomeinde. Er wies auf den hohen
Wert des Geſanges hin und gedachte auch des erzieheriſchen Wertes der
Volksbühnen, den man eigentlich noch nicht ſo recht würdige. Tief=
gerührt
dankte ſowohl Herr Keilmann als auch Herr Wetzel für die
ihnen zuteil gewordene Ehrung. Beide ſind keine Freunde davon, daß
man um ihre Perſon viel Aufhebens macht und ſie hätten es lieber
geſehen, wenn man ihrer nur im engſten Kreiſe gedacht hätte. Auf eimen

Vortrag des Männergeſangvereinsquartett übermittelt,
des Männergeſangvereins Sängerroſe‟. Herr Wegerle im
aller anderer hieſigen Geſangvereine die herzlichſten Glückwünſcht
tonte, wie ſehr Ehrenchormeiſter Keilmann in allen Vereinen
und wie oft derſelbe in uneigennütziger Weiſe ſchon gar manch=
mit
Rat und Tat zur Seite geſtanden. Aber auch der Ehren
ſei ein Mann, der ſtets das beſte Einvernehmen mit den j.
Vereinen gepflegt habe. Darum ſchauten alle mit Verehrungn
Herr Schulrat Haſſinger, der leider infolge noch anderweitige
tungen frühzeitia wieder abreiſen mußte, gedachte zum Schluf
und Familie des Ehrenchormeiſters. An die Anweſenden richtst
Bitte, ohne Unterſchied an den volksbildneriſchen Beſtrebunn
Wohle unſeres Vaterlandes mitzuarbeiten. Dieſe und auch ſeine ers
führungen wurden von allen Teilnehmern der Feier ſeh= h=
genommen
. Eim anſchließender gemütlicher Teil hielt die 3
längere Zeit beiſammen.
Bm. Hofheim (Ried), 7. Dez. Die Zahl der hieſigen Erm
die ſich in letzter Zeit bedeutend geſenkt hatte, wird ſich leidern
Weihnachten wieder erhöhen. Eine Anzahl junger Leute, diſ
umliegenden Bahnmeiſtereien als Zeitarbeiter beſchäftigt ſind
reits ihre Kündigung erhalten und müſſen am 17. ds. Mts
Arbeitsverhältnis ausſcheiden. Auch eine größere Anzahl Arbch
in abſehbarer Zeit, wenn die Rübenkampagne der Zuckerfahrn
beendet iſt, ebenfalls wieder der Arbeitsloſigkeit zum Opfer
Kommenden Samstag, den 10. ds. Mts., begeht der hieſige Kr=
Soldatenverein ſeine diesjährige Weihnachtsfeier im Kaiſerh=
im
Vorjahre, ſo hat der Verein auch dieſes Jahr wieder die ho=
Theatervereinigung Dramatia Lorſch zu einem Gaſtſpiel mer
Zur Aufführung gelangt Henkersſohn und Zigeunerkind g
ſpiel mit Geſang in 5 Aufzügem. Wahrſcheinlich wird dieſes
Zugſtück ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen.
Bm. Hofheim (Rieb), 8. Dez. Als Nikolaus verung
Ein hieſiges Mädchen, das am Nikolaustage als Nikolaus beu
den Kindern eines Verwandten gehen wollte, begegnete auf K.
einem jungen Mann, der ſein Kind an der Hand führte,
das ſich ſcheinbar vor der vermummten Geſtalt fürchtete, fif
ſchreien, worauf der Vater dem verkleideten Mädchen mit eife
ſo heftig auf den Kopf ſchlug, daß es bewußtlos vom Platy
werden mußte. Wie man hört, iſt der Fall zur Anzeige gebnn
D. Groß=Rohrheim, 7. Dez. Der ev. Kirchengeſangvereiri
Saale von Valentin Schmitt ſeinen erſtem Lieder= und Werbch.
Unter Leitung ſeines jungen, temperamentvollen Dirigenten7 4
Hanna Menger, brachte der ſehr ſchön ausgeglichene Chor eirtr=
und Kirchenlieder. Den klaſſiſchem Teil hatten die Damen
Bernhard=Darmſtadt, Lieſel Böhm Goddelgu und Herr Kör
Worms übernommem. Fräulein Waldraut Bernhard mit Uſ
lichen Sopran ſang Mendelsſohn= und Schubertlieder, Fräwuf
Böhm einige Schubert= und Brahmslieder. Herr Hoch, e=
ſprechender
Tenor, ſang Mendelsſohn und Schubert. Am ge
gleitete Herr Rudi Stumpf, der es ſehr gut verſtand, ſich de
anzupaſſen. Herr Pfarrer Körbel forderte die Anweſendern
Verein tatkräftig zu unterſtützen, auf daß er im nächſten Jahre
20jährigen Beſtehen ſein Banner, das Groß=Rohrheimer Wcty
ſtellend, weihen kann. Alles in allem war es ein wohlgelunge
g. Gerusheim, 6. Dez. Theateraufführung.

jeweils vollöcſetzten Hauſe gelangte am vergangenen Sau=
Sonntagabend im Saalbau Deutſches Haus, Eigentünn=
Haas 5., ſeitens des Geſangvereins Sängerluſt unter der Die
Dirigenten Herrn Lehrer Müller die Operette in 4 Akten F-)
Liebe, Text und Muſik von Georg Mielke zur Aufführurn.
liche Mitwirkenden leiſteten wirklich Anerkennenswertes un
ſo zum beſten Gelingen des Singfeiels bei. Bühnenausſton
Dekoration gefielen allgemoin. Ehrung. Der Etex=
verein
Gabelsberger hatte es ſich nicht nehmen laſſen, ſeiner
rigen ehemaligen Vorſitzenden, den verſtorhenen Studienra=,
Ludwig Dörr, der im Laufe dieſes Jahres ganz unerwartee
Schnitter Tod hinweggerafft wurde, zu ehren. Es gal T
hüllung eines Bildes, enthaltend das Porträt des veru
Führers des Vereins im Unterrichtsraume der Unterſekumr
Realſchule. Aus dieſem Grunde rerſammelten ſich am Sn
mittag um 11 Uhr im Realſchulgebäude außer den Vereinss=
geladene
Gäſte, u. a. auch die Witwe und Tochter des V4,
Im Mittelpunkt der Feier ſtand eine tief durchdachte An.
ſtellvertretenden Vorſitzenden, Herrn Buchhändler Jean Gury
Redner entwarf ein getreues Bild der Tätigkeit des in de
des Vereins unvergeßlichen Vorſitzenden. Nach der Enthü in
gab Herr Gutjahr das Bild zu treuen Händen der Real:
11.30 Uhr war die Gedenkfeier beendet. Am Sonntag, .
zember hält der Turnverein (D. T.) im Saalbau Haas ſeine,
Weihnachtsfeier ab. Bei dieſer Gelegenheit findet auch ü=
von
12 Mitgliedern ſtatt, die 25 und mehr Jahre getreu
als Mitglieder angehören. Das diesjährige Preiskegeln de:
tagskegelklubs fidet am nächſten Samstag abend im Gaſtu
weißen Roß ſtatt.

Oberheſſen.

Friedberg, 8. Dez. Flugverſuche im hohen Vog.n
Die Räumlichkeiten, für die flugwiſſenſchaftliche Abteilung
technikums ſind jetzt fertiggeſtellt. Der Leiter der Abteilung
auf der Rhön die B= und C=Prüfung abgelegt. Die Uebungs=
auf
dem Hoherodskopf ſtatt; ſie werden im Frühjahr au 10
Auf dem Hoherodskopf ſoll auch eine Flugzeuighalle errichr!
Gießen, 5. Dez. Einweihung des neuen Imiſ
ſchaftlichen Inſtituts der heſſiſchen Landesi
ſität Gießen. Am Samstag, den 10. Dezember, finder
liche Einweihung des neu eingerichteten landwirtſchaftliche
ſtatt, das durch die Einbeziehung der Räume des ſeitherig-
giſchen
Inſtituts eine bedeutende Erweiterung erfahren h=
leitet
wird die Feier dur= einen Feſtakt in der veuen Aut /
Verlauf Se. Magnifizenz der Herr Rektor Profeſſor Dr.
ſowie die Direktoren des landwirtſchaftlichen Inſtituts das
greifen werden. Am Nachmittag folgt eine Veſichtigung di
Senkenbergſtraße 17 und Braugaſſe 7 unter Führung der
Ihren Abſchluß finder die Feierlichkeit mit einom Feſtball i
men des Geſellſchaftsvereins.

Af

Die Wissenschaff über des neue
Verfüngungsmittel

Die Medizin steht nicht mehr weit von der Ey-
kenntnis
, daß alle Krankheiten im Grunde nur Er-
krankungen
der Drüsen sind.
Drüsen-Therapie wird darum das zukünftige
Schlagwort der Heilkunde werden. Die Drüsen-
Therapie hat sich in jüngster Zeit so rapid ent-
wickelt
, daß eine Neu-Orientierung der medizi-
nischen
Wissenschaft die Folge ist, Seit langem
sucht die medizinische Wissenschaft nach einem
Präparat, das bei Störungen die gesamte innere
Sekretion wieder anzuregen vermag. Dieses Drüsen-
mittel"
haben wir nunmehr in dem indischen
Beeren- und Frucht-Erzeugnis Lukutate‟" ge-
funden
. Nach den bisherigen Erfolgen ist es sicher,
daß Lukutate sich zu einem Blutdrüsenfaktor
ersten Ranges entwickeln wird.
In der modernen Naturwissenschaft taucht diese
exotische Pflanze erstmalig bei Hacckel und bei
Wallace bekanntlich zwei Koryphäen ihres
Forschungsgebietes als wahres Phänomen ge-
heimnisvoller
Naturkräfte auf. Haeckel hebt sie
unter den Tropenpflanzen, die eigentümliche
Lebenstätigkeiten besäßen, besonders hervor; und
A. R. Wallace erklärt wörtlich, daß es eine Reise
nach dem Osten wert sei, nur um diese Frucht
zuessen! Der Holländer de Welkens berichtet über
die eigenartige, belebende, erfrischende, regenerie-
rende
Wirkung der Frucht bei fast allen Tier-
gattungen
, vom Elefanten bis zum Affen und
Murmeltier, sogar bei sonst nur fleischfressenden
Raubtieren, die sigh oft um den Besitz der Frucht
blutige Kämpfe liefern.
Die Versuche mit den Lukutate-Erzeugnissen,
deren Herstellung der ständigen Kontrolle eines
beeidigten Nahrungsmittel-Chemikers u. mehrerer

Arzte untersteht, an mehreren Universitäten und
Kliniken, sowie durch zahlreiche praktische Arzte
und Tierärzte haben gezeigt, daß die natürliche
Verjüngungswirkung der Lukutate sich nicht nur
auf die Drüsen, sondern auch auf Atmungs-, Ver-
dauungs
-, Sexual- und sonstige Organe erstreckt,
und daß der gesamte menschliche und tierische
Organismus eine Verjüngung durch Stofferneuerung
und Steigerung der Lebensenergie erfährt.

Wie beurteilen Ärzte Lukutate?

Geheimer Medizinalrat Kreisarzt
Dr. Schrader:

Auf Grund der an mir persönlich und an
Patienten erzielten Erfolge mit ihren Lukutate- Prä-
paraten
ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen folgendes
mitzuteilen: Die Drüsen belebende Wirkung der
Lukutate steht außer allem Zweifel. Meine Beob-
ichtungen
mit Lukutate haben sich deshalb be-
sonders
in der Richtung bewegt, die Wirkung auf
die Drüsen festzustellen, und ich kann sagen, daß
ich über die Wirkung oft überrascht war. lch selbst
war noch vor wenigen Monaten ein müder, nervöser
(67 Jahre alter) Mann, der seinen anstrengenden
beruflichen Pflichten nur schwer und mit Unlust
nachkommen konnte. Heute bin ich arbeitsfreudiger,
in jeder Weise verändert und kann dies nur auf die
Beeinflussung der Drüsen durch Lukutate zurück-
führen
.
Da Lukutate in erster Linie die Drüsen belebt
und den Darm reinigt und entgiftet, so kann es nicht
nur als Drüsenmittel, sondern auch als Entgif-
tungsmittel
ein wichtiger Beitrag zur modernen
Therapie werden. Um diese zwei Pole dreht sich
eigentlich jede Krankheit. Wenn es uns gelingt, den
Darm rein von Selbstgiften zu halten und die Drüsen
funktionstüchtig zu machen, dann sind wir der
meisten Krankheiten Herr geworden.

Ich stelle Ihnen diese Zeilen gerne zur Ver-
igung
, um Ihnen bei der weiteren Einführung Ihres
prächtigen Mittels behilflich zu sein; denn durch den
Genuß von Lukutate werden auch Arbeitsfreudig-
keit
und Arbeitsleistungen des Volkes gesteigert.

Hofrat Professor Dr. med. Pliawski
Ich habe eine Anzahl meiner Patienten zu
Versuchszwecken über einen Zeitraum von 3 Mo-
naten
Lukutate diätetisch verabreicht und bin dabei
zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Lukutate wirkt belebend auf die Funktion der
Drüsen mit innerer Sekretion. Der Stoffwechsel
wird beschleunigt und gefördert, alle physiologischen
Lebensvorgänge erfahren nach dem längeren Genuß
von Lukutate eine Steigerung und Belebung. Der
Appetit und die Verdauung werden besser, die Herz-
tätigkeit
und die Blutzirkulation, die Funktion der
Nieren und der Keimdrüsen werden angeregt,
Lukutate macht den Menschen lebensfreudiger und
widerstandsfähiger, bringt also eine Lebenserneue-
rung
, die man auch als Verjüngung bezeichnen
ann.
Die praktische Erfahrung hat einwandfrei fest-
gestellt
, daß wir in Lukutate ein wertvolles Drüsen-
belebungsmittel
gefunden haben."

Oberstabsarzt Dr. med. Bremer:

Lukutate ist gar keine neue‟ Entdeckung.
Die Frucht ist in gewissen Distrikten Indiens wohl
bekannt und steht bei den Eingeborenen wegen
ihrer unerklärlichen verjüngenden und heilen-
den
Eigenschaften in hohem Ansehen.
Mir persönlich sind die in Lukutate verarbeiteten
Früchte von meinen Weltreisen bekannt. Tch habe
die Früchte an Ort und Stelle frisch verzehrt, wo
sie auch viel von der Bevölkerung verspeist werden.
In meinen Notizen finde ich verzeichnet, daß diesen
Völkern gewisse Stoffwechselkrankheiten wie Gicht,

Diabetes usw. unbekannt sind. Tch begrä
die Einfuhr der Früchte. Es hat mich gan.
rascht, daß bisher sehr viele günstige
verzeichnen sind, darunter von ärztlichee
die mit Skepsis an die Erprobung gingen
Ich möchte die Zusammensetzung,
Lukutate gewählt haben, eine glücklic-
In dieser Form wirkt Lukutate tatsächl!
anregend und günstig auf das Allgemer
wie ich nicht nur an geeigneten Fälen, 8Cr
an mir persönlich feststellen konnte.
Wer selbst in Indien war und dort d-
kennen
zu lernen Gelegenheit hatte, W
Bedeutung die Einführung der Frucht m
land für unsere Volksgesundheit hat.

Krankenhaus-chefarzt Dr. medlil

Meine persönlichen Erfahrungen m. ich dahin zusammenfassen, daß ie-
sehr
wirksames Unterstützungsmittel ge
erscheinungen im Allgemeinen, im Beson-.
die Arteriosklerose und als ein vortrettl
zur unschädlichen Erstarkung der Leisfun
erachte, In einem Falle von Erschöptung
nie und in einem anderen von Diabel-
Lukutate vortrefflich bewährt. lch werdg.
der durchaus befriedigenden Ergebniee
suche in noch größerem Maße als bishet
Zahlreiche weitere medieinische Aufg
Sachverständige haben sich in ähnliehet
Lukutate geäußert.
Sicherlich wird dieses von Medl-
Wissenschaftlern so glänzend begutgelle
Beerenfruchterzeugnis, das bis vor wellk-
in
Europa noch ziemlich unbekannf V
zeitliches Drüsen- und Verjüngungsmite.t
machen.
Do
19257)

König 1.H
ber 192

Sal

Todes=Alt

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gut einge
richret werden. An=
gebote
ſind an Herrn
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Pfungſtadt, Melibo=
kusſtr
. 53, zu richten.
(19194dfs)

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[ ][  ][ ]

und Ausland.
torat für den Dichter
ſhelm Schäfer.

Wilhelm Schäfer,
ivter und Herausgeber der Monats=
MMueinlande iſt von der Univerſität
m. Ehrendoktor ernannt worden.
fer Romane Karl Stauffers Lebens=
ᛋe enstag eines Menſchenfreundes
Veuſuig fanden, begeht am 20. Januar
19263 Feſt ſeines 60. Geburtstags.
Rühtt des Direktors der Frankfurter
S tädtiſchen Bühnen.
furt a. M. Zum Rücktritt des
drs zupfleankfurter Städtiſchen Bühnen A.=G.,
), wird vom Magiſtrat mitgeteilt, daß
ſüchzu richt mit der Finanzlage der Stödt.
m in uſummenhang ſteht, ſondern nur zu=
in
eingn?nigenblick erfolgt, in dem die Finanz=
aſt
(SSidtiſchen Bühnen zur Debatte ſteht.
kückt:li vielmehr dadurch notwendig ge=
dewin
der Geſchäftsführung Müller= Wie=
deſſechreidienſte
um die Frankfurter Bühnen
n dein näſen ſeiner Gegner durchaus aner=
9 Alſwerdchuint e Auffaſſung zutage getreten iſt, die
alsd mrhenswert erſcheinen ließ, ihn weiter
er SEzun zu belaſſen. Es handelt ſich darum,
zuge /ſülekzteund entgegen ſeinen vertraglichen
ſchturtzz ich auf Nebengeſchäfte eingelaſſen
i deitzze die Zuſtimmung ſeines Aufſichts=
ſicht
1f. So hat er z. B. am Schauſpiel=
reik
½5 für eigene Rechnung Operetten=
le
mhilne der Theaterferien veranſtaltet und
bef rum Abſchlüſſen, die die Theater A.=G.
nit dAuſtandfunk getätigt hat, ſich ſelbſt Pro=
gußyhäeben
, kurz, ſeine Stellung zu per=
Ehäften in einer Weiſe benutzt, die über
ubich las weit hinausgeht. Wenn auch, wie
je m des Defizits der Städtiſchen Büih=
duß
=Tängen nichts zu tun hat, ſo iſt man
Ehl gt, von einer Mißwirtſchnft in der
Theater A.=G. zu reden, die ein
MEtteuerzahler mit Recht erzeugte und
ſunberechtigt das Urteil über die
Mvilltung der Städtiſchen Bühnen be=
Int. Es iſt zu hoffen, daß nunmehr nach
FſTaſteten Direktors durch eine von
ßtrruen getragene Perſönlichkeit auch
iAZFchuſſes für die Städtiſchen Bühnen
bomm Standpunkt betrachtet werden wird,
ſieß geehen werden muß, nämlich von dem
unſſtr Löſung einer kulturellen Aufgabe
Riſna men der finanziellen Möglichkeiten.
ſt Y/Aufſichtsrat der Städtiſchen Bühnen
die biſe durch rechtzeitiges Eingreifen
rbehet lönnen und wie es möglich iſt, daß
1MEhu-ückgreifenden Tatbeſtände erſt jetzt
wtnMs s=Aufſichtsrats gekommen ſind, dürfte
udA/Beſprechung im Ausſchuß der Stadt=
ſeng
un=mlung werden, und man wird
etriiſſe dieſer Beratung abwarten
Xns auf weiteres iſt der bisherige
diſs tcDtiſchen Bühnen A.=G., Dr. Seckel,
½ ahrelang bearbeitet, mit der Füh=
Mſte als Direktor betraut worden, und
e nicht fehl, in ihm den zukünftigen
äotiſchen Bühnen A.=G. zu ſehen.

341

neut tſche Maler Wilhelm Trübner
hen, am 21. Dezember 1917, 66jährig
aeiim deutſchen Geiſte gemalten Bild=
9 durch feſte Formzeichnung aus und
ſegen in düſteren Farben.

helendiebſtahl im D=Zug.
imfurt a. M. In einem zwiſchen
und Frankfurt verkehrenden D=Zug
un Handkoffer Juwelen im Werte
50 MMark geſtohlen. Von den Dieben
zähriger Todestag
ABeim Trübners.

Freitag, den 9 Dezember 1927
Wiederherſtellung der Neidenburg.
Ein Denkmal aus der Zeit der Deutſchordensritter.

Die alte Ordensburg Neidenburg
in Oſtpreußen wurde gründlichen Wiederherſtellungsarbeiten unterzogen. In der Nähe von Nei=
denburg
=Tannenberg hat das 1. preußiſche Armeekorps am 29. Auguft 1914 das ruſſiſche 1. Korps
vernichtend geſchlagen.

Frankfurter Chronik.
WSN. Der Einbruch in die Frank=
furter
Ortskrankenkaſſe. Zu dem in der
vergangenen Nacht verübten Einbruch die Orts=
krankenkaſſe
erfahren wir noch: Mit den modernſten
Werkzeugen ausgerüſtete Einbrecher, anſcheinend Geld=
ſchrankſpezialiſten
, drangen während der Nachtſtunden
in den im erſten Geſchoß gelegenen Kaſſenraum, wo
in einem ſchweren eiſernen Kaſſenſchrank zur Nacht=
zeit
die Kaſſetten der verſchiedenen Zahlſtellen des
Hauſes aufbewahrt werden. Um ungeſtört ihrer
Tätigkeit nachgehen zu können, ſtellten die Einbrecher
die in dem Raum befindlichen Schränke um den
Geldſchrank und überſpannten ſie mit Wachstuch, um
den Lichtſchein abzublenden. Mit einem modernen
Schweißapparat mit Sauerſtoffflaſche gingen ſie dann
ans Werk, den ſchweren dreitürigen Kaſſenſchrank an
drei Schweißſtellen zu öffnen. Während ſie das
kleinere Wechſelgeld unberührt ließen, füllten ſie das
vorgefundene Silbergeld in Säcke, ließen es jedoch
am Tatort zurück und nahmen als Beute nur die
Papierſcheine mit, deren Betrag man auf immerhin
10 00015000 Mark ſchätzt. Es erſcheint einfach un=
glaublich
, daß die Einbrecher der von fachverſtändiger
Seite auf zirka zwei Stunden geſchätzten Arbeit des
Aufſchweißens ungeſtört obliegen konnten. Verſchie=
dene
Gründe ſprechen dafür, daß man es anſcheinend
mit internationalen Geldſchranhſpezialiſten zu tun
hat, nicht zum wenigſten die Tatſache, daß die Ein=
brecher
ihr Glück gerade an dieſem Schrank und nicht
in der in einem andern Stochwerk befindlichen Haupt=
kaſſe
verſuchten. Die Kriminalpolizei dürfte an den
durch die umſtändliche Arbeit ſicher zahlreich verur=
ſachten
Spuren genügende Anhaltspunkte zur Er=
mittlung
der Einbrecher haben. Vielleicht iſt auch
ein gewiſſer Zuſammenhang dieſes Einbruchs mit
einem ähnlichen, erſt kürzlich in Berlin verübten nicht
von der Hand zu weiſen.
Richard Lert nach Breslau berufen.
Lpd. Mannheim. Generalmuſikdirektor Rich.
Lert iſt auf Grund eines Dirigier=Gaſtſpiels von der
Generalintendanz der Städtiſchen Bühnen in Bres=
lau
als muſikaliſcher Oberleiter der dortigen Oper
engagiert worden. Lerts Mannheimer Engagement
läuft mit der gegenwärtigen Spielzeit ab.
Aus dem Zuge geſprungen.
Lpd. Kaſſel. In ſelbſtmörderiſcher Abſicht
ſprang nachts zwiſchen Immenhauſen und Mönchehof
eine Frau aus Günterſen aus dem fahrenden Zuge.
Sie wurde ſchwer verletzt und mußte in ein hieſiges
Krankenhaus überführt werden.
Schwerer Unglücksfall beim Holzfällen.
Lpd. Idar. Beim Holzfällen begrub eine um=
ſtürzende
Tanne vier Arbeiter unter ſich, von denen
einer ein Vater von zwei Kindern, lebensgefährlich
verletzt wurde. Die übrigen Arbeiter wurden ſchwer
verletzt.
Schlägerei in einem Gotteshaus.
Lpd. Siegen a. W. Ein bedauerliches Vor=
kommnis
, das ein grelles Schlaglicht auf die Verroht=
heit
der Täter wirft, ereignete ſich in der katholiſchen
Marienkirche. Ein 68 Jahre alter Invalide hat es
unternommen, nachts nach der Heizung der Kirche zu
ſehen. Zu dieſem Zwecke begab er ſich mit zwei Män=
nern
, die dem Alkohol ſtark zugeſprochen hatten,
gegen 2 Uhr nachts in die Kirche. Während der In=
valide
nun die Heizung beſorgte, benutzten ſeine Be=
gleiter
die Gelegenheit, um die Einrichtungen und
Gebräuche der Kirche verächtlich zu machen, wobei ſie
das Zeremonial des Prieſters am Altar nachahmten.
Dies erboſte den Keſſelwärter derart, daß er dem
Hauptübeltäter eine geſalzene Ohrfeige verſetzte,
worauf dieſer einen Kerzenſtänder ergriff und dem
alten Manne über den Kopf ſchlug. Der Dritte im
Bunde, ein Kellner aus Hagen, der übrigens von
der Staatsanwaltſchaft geſucht wird, miſchte ſich nun
auch in die Schlägerei ein, die bald allgemein wurde.
Der Keſſelwärter, der blutig geſchlagen wurde, mußte
noch in derſelben Nacht ärztliche Hilfe in Anſpruch
nehmen.
Ein neuer Poſtraub.
Halle. Am Donnerstag früh gegen 6,20 Uhr
war ein Beamter in der Hauptpoſt mit Geldzählen
beſchäftigt. Er legte 5000 Mark in Scheinen ge=
bündelt
an das nach dem Hof gelegene Fenſter. Ein
bisher unbekannter Täter warf einen Mauerſtein
durch das Fenſter und benutzte die Verwirrung des
Beamten, um das Geld an ſich zu reißen und zu
flüchten. Unterwegs verlor er 3200 Mark. Die
Reichspoſt hat 300 Mark Belohnung für die Er=
greifung
des Täters ausgeſetzt.

Schiffszuſammenſtoß im Altonger Hafen.
Altona. Der engliſche Dampfer Auk ſtieß
auf der Ausreiſe von Hamburg nach London am
Mittwoch abend mit dem Schleppdampfer Johannes
Körner III. zuſammen. Der Schleppdampfer iſt ge=
ſunken
, wobei der Maſchiniſt ertrunken iſt. Drei
Mann der Beſatzung des Schleppers retteten ſich
durch Ueberbordſpringen und wurden von dem
Dampfer und einem in der Nähe liegenden Schlepper
aufgenommen. Der Dampfer iſt aufgelaufen. Ver=
ſuche
, ihn freizubekommen, ſind bisher ergebnislos
geweſen. Auch der engliſche Dampfer iſt nach Aus=
ſage
der Beſatzung leck geworden, und wird eine
Werft in Hamburg anlaufen.
Das Auto auf den Schienen.
Wien. Am Dienstag abend geriet zwiſchen Neun=
kirchen
und Pottſchach ein Auto auf die Strecke der
Südbahn und wurde von der Lokomotive eines Eil=
güterzuges
erfaßt. Der Beſitzer und ein Mitfahrer
wurden vom Zug mitgeſchleift und getötet, zwei wei=
tere
Inſaſſen des Wagens leicht verletzt.
Lacazes und de Fallois und die Angelegenheit
der ungariſchen Wertpapierfälſchungen.
Paris. Havas berichtet über das Verhör der
in der Angelegenheit der fälſchlich abgeſtempelten un=
gariſchen
Wertpapiere verwickelten beiden Franzoſen
Lacazes und de Fallois. Lacazes ſagte aus: Im
Jahre 1921 ſei zwiſchen de Fallois und Bankier
Blumenſtein, ein Kaufvertrag über 6½ Millionen
Gulden ungariſcher Renten; abgeſchloſſen worden.
Blumenſtein, der ſeine Verpflichtungen nicht einhielt,
habe ihn, Lacazes, im April 1927 gebeten, an ſeiner
Stelle in den Vertrag einzutreten. Er, Lacazes, habe
dagegen keine Bedenken gehabt, da die ungariſchen
Wertpapiere durch einen vor 1921 getätigten Kauf
Eigentum de Fallois, alſo eines Franzoſen, gewor=
den
waren. Für ſein Eintreten in den Vertrag ſollte
er 150 000 Franes bekommen, die er übrigens nicht
erhalten habe. Der Unterſuchungsrichter wies auf
die Unwahrſcheinlichkeit dieſer Angaben hin, da die
ungariſchen Wertpapiere von 1921 bis 1927 nicht ab=
geſtempelt
worden ſein ſollen. Alsdann konfronierte
der Unterſuchungsrichter de Fallois und Lacazes.
de Fallois behauptete, mit dem Baukier Blumenſtein
niemals einen Vertrag abgeſchloſſen zu haben, ſon=
dern
Lacazes habe immer direkt mit Blumenſtein
wegen der Abſtempelung der ungariſchen Wertpapiere
verhandelt, de Fallois fiel während der Konfron=
tation
vor Lacazes auf die Knie und bat ihn, er
möge ihn doch nicht belaſten. Er habe geglaubt, ihm
einen Dienſt zu leiſten dadurch, daß er ihm Blumen=
ſtein
vorſtellte, da er wußte, daß er in finanziellen
Schwierigkeiten war. Lacazes hielt nichtsdeſtoweniger
ſeine Ausſagen aufrecht.
Die Ueberſchwemmungen in Algier.
EP. Paris. Nach einer Meldung aus Oran
haben in der dortigen Gegend die Ueberſchwemmun=
gen
von neuem eingeſetzt. 24 Stunden lang iſt ein
ſintflutartiger Regen gefallen, und die Verbindung
zwiſchen Oran und Arzew iſt von neuem unterbrochen
worden. Eine Brücke in der Nähe von Krouf iſt fort=
geſchwemmt
und das Dorf Macta unter Waſſer ge=
geſetzt
worden. Das Waſſer ſteht in den Straßen
40 Zentimeter hoch. Ein in der Nähe gelegenes
Kloſter iſt ebenfalls überſchwemmt worden.
Eine Forſchungs=Expedition für Zentralaſien.
EP. London. Nach einer engliſchen Meldung
hat die Akademie für Wiſſenſchaft in Leningrad ſich
entſchloſſen, eine neue Expedition zur Erforſchung
des Pamir=Gebirges in Zentralaſien zu entſenden, an
der auch deutſche Wiſſenſchaftler teilnehmen ſollen.
Feuerbeſtattung in Helſingborg.
Mit den Bauarbeiten einer vorbildlichen Anlage
für Feuerbeſtattung in Helſingborg, für die in
dieſen Tagen die ſchwediſche Regierung einen Bau=
zuſchuß
von 100 000 Kr. bewilligte, iſt jetzt begonnen
worden, nachdem bereits die Vorarbeiten im Laufe
des Jahres von der Stadt Helſingborg, ebenfalls mit
Staatszuſchüſſen, durchgeführt wurden. Auf einer
Inſel in einem künſtlichen See unweit von Helſing=
borg
wird ſich der Tempel nach Zeichnungen des be
kannten Stockholmer Stadthausarchitekten, Profeſſor
Nagnar Oeſtberg erheben. Die Anregungen für den
Bau dieſer Anlage gab der Sekretär des Inter=
nationalen
Feuerbeſtattungsbundes, Stadtſyndikus
Guſtav Schlyter in Helſingborg, der Herausgeber
eines bekannten Werkes über die Feuerbeſtattung,
Herr Schlyter beabſichtigt, im nächſten Jahre den
Papſt aufzuſuchen, um auch die katholiſche Kirche für
den Gedanken einer reformierten Feuerbeſtattung,
wie ſie ſich in der Muſteranlage in Helſingborg dar=
ſtellt
, zu geſvi.

Geite 11
Der neue Direktor
des Beriiner Schloßennieums.

Prof. Dr. Robert Schmidt,
Direktor des Kunſtgewerbemuſeums in Frankfurt
am Main, iſt zum Direktor des Berliner Schloß=
muſeums
anſtelle des in Ruheſtand tretenden Ge=
heimrats
v. Falke ernannt worden. Prof. Schmidt,
geboren am 2. Dezember 1878 in Oeynhauſen, ſteht
ſeit 1904 im Muſeumsdienſt und hat ſich mit zahl=
reichen
kunſtgewerblichen Veröffentlichungen einen
Namen gemacht.
Hochwaſſer in Italien.
EP. Mailand. Die bereits ſeit einer Woche
andauernden außerordentlichen Regengüſſe haben in
verſchiedenen Teilen von Ober= und Unteritalien be=
trächtliche
Verheerungen angerichtet. In Bologna iſt
das Waſſer in über 200 Häuſer eingedrungen. Die
Eiſenbahnlinie BolognaAncona wunde durch, Gin=
dringen
der Fluten in einer Unterführung unter=
brochen
. In der Provinz Cvemona führen die Flüſſe
mit Ausnahme des Po alle Hochwaſſer. Infolge von
Dammbrüchen ſind einige Gebäude der Stadt ernſtlich
bedroht. Auf dem Lande wurden zahlreiche Wein=
keller
überſchwemmt. Bei Oſtiano führt der Fluß
Oglio bedrohliches Hochwaſſer. Ein Stück des nach
Cremona führenden Straßenbahngleiſes wurde weg=
geriſſen
. Aus Calabrien wird der Einſturz mehrerer
Häuſer in Apico gemeldet. Bei Grotteria wurden
durch einen Erdrutſch zwei Perſonen verſchüttet und
großer Sachſchaden angerichtet. Auch in Sizilien
dauert das verheerende Unwetter an, beſonders die
Provinzen Cattania und Meſſina wurden heim=
geſucht
.
Zum 100. Geburtstag Henrik Ibſens.
TU. Oslo. Die norwegiſche Regierung hat ein
Spezialkomitee eingeſetzt, um das Programm für die
Feier des 100. Geburtstages Henrik Ibſens auszu=
arbeiten
. Am Sonntag fand in der Univerſität eine
große Verſammlung ſtatt, auf der die näheren Ein=
zelheiten
beſprochen wurden. Es beſteht die Abſicht,
eine Ibſen=Woche abzuhalten, während der all=
abendlich
ein Werk des großen Bühnendichters im
Nationaltheater zur Aufführung gelangen ſoll.
Gleichzeitig werden in der Univerſität Vorträge über
Ibſens Bühnenwerke ſtattfinden. Die Stadtverwal=
tung
wird am erſten Tage der Ibſen=Woche eine
große Feier veranſtalten, während am Geburtstag
des Dichters ſelbſt, alſo am 20. März, ein Feſt=
bankett
des Norwegiſchen Schriftſtellerverbandes ſtatt=
finden
wird. Den Höhepunkt der Woche wird eine
Jubiläumsfeier in der Aula der Univerſität unter
dem Vorſitz des Miniſterpräſidenten bilden.
Bergwerksunglück in Spanien.
EP. Madrid. In einem Kohlenbergwerk in
der Nähe von Oviedo in Nordſpanien wurden
durch eine Exploſion 11 Perſonen getötet und 4 ver=
letzt
. Zwei weitere wevden vermißt.
Abſturz aus dem 42. Stock.
EP. NewYork. Ein Unbekannter ſtürzte ſich
am Mittvoch aus dem 42. Stockwerk des Woolworth=
Gebäudes. Der Körper prallte auf einen Vorſprung
des N. Stocks auf und ſtürzte dann vollkommen zer=
ſchmettert
auf die Straße.

Kein mi telalterlicher Helm,
ſondern Raske einer Befeballſpielerin

34.6 Con in,
er der trefflichen amerikaniſchen Baſe=
ball
=Mannſhaf Fleiſcher=Girls macht, in ihrer
neueſten Baſeballmaske.

[ ][  ][ ]

Geite 12

Freitag, den 9.Dezember 1927

Nummer 341

Torteile Unseros Systems

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aus Kunstleder bezw. echtem Leder. Nickelbeschläge.
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kenwerk
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Metallschlangentonarm mit Kippgelenk. Erstkl. Zweſ-
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mitags
ohnehin starker Kaufandrang herrscht

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Rehrücken=, Vanille=,
Königskuchen=,
Streußelkuchen=
formen
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ſpritze
, Koufekt=
ſpritzen
, üllen,
Spritzſäcke, Bäcker=
meſſer
, Torten=
ferteiler
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Blindenbeſchäftigungsvereins Darmſtadt.
Karlsſtraße 21.

Untenſtehende Nummern haben einen Gewinn. Die Gns
ſind bis ſpäteſtens 24. Dezember 1927 abzuholen. Nach 50
Termin ſind die Loſe verfallen und werden keine Gewinnn
verabfolgt.

Ernſt Crämer

Marktſtraße 1
Marktplatz 18199a

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SaMSkag Wochen=
markt
ſind, friſch ge=
ſcho
ſene Waldhaſen,
das Pfd. 1.30 ab=
gezogen
, im Aus=
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1.60 . (32758
Johannes
Wörtche 10.
Groß=Zimmern.

Beſtellungen auf
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geſchlachtet, u. ſauber
gerupft. 4 Pfd. 1.50.,4,
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17 2 49 55 71 74 88 96 113 116 123 124 126 127 135 136 150 152 155 158 160 176 178 186 187 201 27 211 224 225 227 228 229 230 249 261 262 264 265 268 271 274 M5 284 294 300 304 311 315 320 321 324 335 341 342 365 367 368 369 373 377 382 388 394 396 399 406 428 430 438 469 472 473 475 477 491 498 499 500 517 520 521 523 540 542 543 544 546 554 558 568 569 575 576 583 585 591 608 611 615 628 630 633 635 641 644 663 664 666 667 668 671 68 687 708 719 721 727 738 749 761 781 783 790 800 804 805 808 810 816 823 829 830 868 875 876 879 880 890 893 8 896 903 909 910 919 921 923 924 928 929 938 939 941 942 944 947 948 957 968 995 996 90 1006 1018 1027 1030 1032 1085 1046 1048 1055 1056 1063 1083 1085 1101 1106 1121 1122 1128 1133 1134 1141 1149 1155 1159 1186 1190 1193 1204 1214 1218 1221 1223 1227 1238 1240 1247 1249 1251 1253 1256 1238 1259 1276 1284 1302 1312 1313 1318 1319 1320 1324 1340 1344 1355 1357 1360 1364 1368 1369 1378 1387 1388 1396 1337 1401 1402 1404 1412 1424 1430 1431 1432 1443 1448 1449 1450 1454 1458 1475 1476 1483 1486 1488 1494 1498 1500 1501 1507 1511 1516 1547 1548 1553 1558 1563 1568 1588 1592 1602 1603 1611 1613 1619 1621 1639 1653 1671 1686 1695 1718 1721 1728 1733 1736 1764 1779 1780 1783 1796 1799 1800 1807 1810 1823 1833 1836 1841 1843 1884 1866 1870 1873 1886 1892 1894 1896 1897 1902 1906 1918 1920 1938 1939 1949 1950 1953 1956 1958 1960 1962 1977 1983 1992 1993 1994 1999 2000 A48 2011 2033 88 2046 2049 250 2051 W52 A53 W54 2064 M65 2067 A6g 2082 ABT 2105 2108 21m7 2137 2138 2140 2146 2147 2149 2150 2153 2156 2173 2176 2179 2182 2185 2186 2194 2201 2208 2218 2229 2230 2238 2261 2270 2272 2273 2382 283 2289 2290 2293 2296 2301 2302 2309 2311 B18 2330 2332 2333 2335 2339 2340 2351 2363 2373 2385 2391 2392 2410 2411 2412 2415 2427 2447 9448 2451 2452 2456 2458 2460 2461 2468 2490 2495 2502 2505 2508 2512 2514 2551 2557 2569 2578 2582 2595 2602 2615 2617 2631 2634 2643 2645 2649 2683 2688 2695 2701 ZiG. M12 2794 2732 2758 Z759 2765 2767 2779 278 2789 2798 2800 2809 214 2818 9825 2829 283: 9843 2869 2874 2876 2883 2887 2888 9893 2896 2900 2917 2922 2923 2928 2934 2935 2937 2944 2952 2963 2971 2975 2977 2978 2979 2981 2984 2986 2992 2993 2996 3005 3008 3013 3018 3019 3024 3089 3041 3043 3046 3057 3061 3065 3071 3078 3101 3105 3106 3107 3116 3128 3134 3135 3138 3146 3148 3165 3169 3170 3171 3174 3176 3177 3190 3196 3197 8201 3202 3204 3206 3a7 3209 3214 3216 3218 3221 3236 3243 3260 3264 3268 3314 3319 3320 3321 3324 3332 3336 3337 3340 3357 3360 3371 3375 3377 3378 319 3389 3393 3408 3412 3413 3420 3421 3424 3425 3426 3433 3452 3455 3474 3479 3484 3505 3506 3528 3509 3529 3534 537 3541 3553 3554 3555 3530 3564 3565 3589 3593 3602 3611 3613 3618 3628 3630 3634 3679 3694 3/ 3704 3705 3707 3713 3718 3724 3730 3741 3743 3750 3755 3759 3764 3774 3775 3787 3797 3800 3802 3804 3805 3808 3813 3817 3820 3821 3824 3838 3842 3816 3856 3862 3867 3890 3892 3893 3895 3896 3903 3911 3912 3925 3931 3946 3948 3953 3954 3980 3981 3984 3995 3986 4004 4007 4014 4015 4017 4022 4030 4031 483 4041 4046 4049 4053 4054 4055 4057 4065 4068 4091 4101 4103 4105 4115 4119 4120 4131 4143 4153 4155 4156 4157 4159 4160 4162 4172 4188 4197 4198 4199 4202 4203 4216 4219 4220 4223 4259 4270 4274 4276 4290 4291 4294 4311 4314 4323 4331 4333 4334 4338 4344 4345 4349 4356 4383 4391 4414 4419 4422 4429 4437 4438 4444 4469 4472 4475 4478 4489 4490 4497 4490 4502 4 4522 405 4529 4537 4539 4542 4548 4552 4553 4561 4568 4572 4574 4580 4584 4591 4593 4594 4606 4i 4609 4610 4621 4622 4623 4625 4627 4640 4655 4657 4663 4671 4679 4686 4696 4698 4719 4721 4723 4724 4725 4727 4737 4743 4736 4764 4770 4774 4777 4779 4792 4797 4817 4820 4822 M 4845 4847 4848 4851 4864 4865 4868 4879 4880 4892 4901 4902 4903 4905 4910 Afn 4931 4947

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Nuum er 4

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſie Nachrichten

9. Dezember 1927

Reiſe=Literatur.

eite viel gedruckt und gern geleſen wird. Je mehr dem Deut= u. Amelang. Ganzleinenband 1,85 Mk.
Flug in die Welt verbaut wird, je ſtärker ſein Sehnen, in
ſcerke liegen uns zur Beſprechung vor, von denen wir die nach=
m
mit kurzer Inhaltsangabe gern empfehlen.
Stollfuß, Bonn. Gebd. 1.20 RM. Mit wirklicher Freude
niat der deutſchen Lande und der Segen des Wanderns vertieft
üſch ausgeſtattete Bändchen, welches größte Verbreitung ver=
gleichen
Verlag erſchienen:
Sonn’ entgegen. Ein Leitfaden für Wanderungen von
ſondern auch einen geſchichtlichen Rückblick. Er behandelt
ge neuzeitliche Entwicklung und den Wert von Wandern und
iuſe Weitere Kapitel gelten dem Sehen, dem Landſchaftsbild, und
nie ſobachtung, dem Wald, dem Winterwandern uſw. Vorbereitung
ziſ arcführung einer Wanderung ſowie Ausrüſtung ſind natürlich
iſnBändchen nicht vergeſſen.
om grünen Dom heißt ein deutſches Waldbuch, das im
janheher Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen her= Antike, aus dem die innere Tat wächſt.
invenr wurde von Walther Soenichen, unter Mitwirkung
ſiſtmeiſter Otto Feucht, Prof. Dr. Hans Hausrath und Prof.
Is Wolff. (Georg D. W. Callwey, München.) Das Verſtändnis

Ler und Bedeutung des Waldes, ſeinen vielfältigen volkswirt=
aLue
, ſozialpolitiſchen und ethiſchen Wert zu verbreiten, zu wecken
Awortiefen, iſt die Aufgabe des gehaltvollen Buches. Es will die
nnſerem Volke wurzelnde gefühlsmäßige Vorliebe für den Wald
ſte Schönheit zu einer auf Wiſſen und Ueberzeugung gegrün=
n
henden Hochſchätzung des Waldes ſteigern und die Erkenntnis
Notwendigkeit ſeiner Erhaltung und ſorgſamen Pflege und
Uezues gegen Schädigung und Vernichtung ſeiner Pflanzen= und
An zum Allgemeingut werden laſſen. Das Buch verdient zu einem
eih für alt und jung zu werden und ſei beſonders auch unſerer
heihen Jugend ans Herz gelegt.
cratt und Heide, Feld und Forſt. Von Hans von
ädrrark. Mit Bildern von Alfred Mailick. 1927, Hiel. (Robert
eVerlag.) Den neuen Löns nennt der Verlag Hans von der
der ſich ſchon als Mitarbeiter der illuſtrierten Jagdwochen=
3. Hubertus. Der Heger einen Namen gemacht hat. Beide
. Hans von der Nordmark ſteht Löns, in nichts nach. Und
ber beide ihre Eigenart. Wenn man den Verſuch eines Ver=
Entellen wollte, ſo könnte man ſagen: Löns ſchildert uns Natur,
ih rd Wald und erzählt in ſeinen Werken von ſeinem Erleben,
aißson der Nordmark dagegen führt uns hinein in Feld und Wald
at= und Heide und läßt ſie uns ſelbſt erleben. Er ſtellt uns
nüern Gottes freie ſchöne Natur und öffnet uns Herzen und Sinne,
t ernen ſchauen, geführt von einem rechten ſtarken Weidmann,
ſeihts Sentimentale fremd iſt, deſſen Liebe zur Heimat, zum deut=
nd
aber auf jeder Seite, in jedem Satz hell aufleuchtet.
h Goethe und der Harz darf in dieſer Reihe genannt
(Dr. Friedrich Dennert. 2. Auflage; Quedlinburg, H.
cke. Leinenband 4.25 RM.) Goethe und der Harz! Wie
zuiſſen, welche Bedeutung der Harz für unſern größten Dichter
ite Entwicklung gehabt hat. Der Harz hat ihn als Naturforſcher,
ülogen, gefeſſelt und hat ihm die Grundlagen für ſeine ſo be=
un
Gedanken über die Entwicklung der Erde gegeben. Goethe
Harz eigentlich erſt, kann man faſt ſagen, geologiſch entdeckt.
a ihm handelt es ſich nicht um das Einzelne, wie es die Geo=
cur
ihm ſahen, ſondern um die großen Zuſammenhänge, um den
s Innere der Natur. Und den hat ihm das Harzgebirge mit
meelogiſchen Wundern zuerſt gegeben. Noch 1830, alſo 53 Jahre
Mſuteht ihm die Herrlichkeit des winterlichen Brockens bei ſeiner
htze teigung an jenem Dezembertage des Jahres 1777 klau und
tivor Augen. Das war der Harz dem Naturfotſcher Goethe.
Der Volksverband der Bücherfreunde
MlCharlottenburg 2) gibt in prachtvoller Ausſtattung ein Buch
mrzonenſtrom heraus: Das urwaldſchiff von Nichard
drmann, mit acht farbigen Aquarellen von Franz Heckendorf.
ulte, unverändert ſtark gebliebene Sehnſucht im Menſchen, fremde
Mzu erforſchen, hat der mehrfach um den Erdball gereiſte, inter=
Hekannte Schriftſteller Rich. A. Bermann in ſeinem neueſten
HDas Urwaldſchiff zum Vorwurf eines vortrefflichen
Femacht. In genialer Weiſe entwickelt er das Problem an den
Aswegen zweier äußerlich grundverſchiedener, innerlich jedoch
Hgleich veranlagter Menſchen verſchiedener Zeitepochen, eines
Untiaklehrers, deſſen Lebenstraum von Kindheit an der Verwirk=
einer
Reiſe auf dem Amazonenſtrom zuſtrebt, und des Spaniers
ro de Orellana, des erſten Befahrers desſelben geheimnisvollen
B8. Die Parallelſtellung dieſer beiden verſchiedenen Menſchen iſt
Von glänzend gelungen. Die Sehnſucht beider, das Paradies
Preumphantaſien zu erreichen, ſeine Schätze mit eigenen Händen
ſeifen, ſeine Pracht mit eigenen Augen zu erblicken, und die
der unenlöſt zu Tode Gehetzten iſt mit unerhörtem Können von
Aunskraft, ſprachlicher Lebendigkeit und Farbenpracht meiſterhaft,
igertig, von der erſten bis zur letzten Seite geſchildert. Franz
s orf, der eminent begabte Künſtler, hat für das Werk eine
o Aquarellen geſchaffen, die der Phantaſtik des Dichters in
Beiſe endgegenkommen.
ütr: O. G. von Weſendonk: Aus der kauka=
en
Welt Mit zahlreichen Illuſtrationen nach Originalen von
eis v. Weſendonk. Mit umfaſſender Kenntnis beſchreibt der
Generalkonſul in Tiflis Schickſal und Volk des Kaukaſus=
. Mur wenige Menſchen ahnen etwas von der Bedeutung dieſes
Eulturlandes, das heute noch als wichtiger Träger abendlän=
9ärltur an der Oſtarenze Europas eine bedeutende Rolle ſpielt.
eilg der bisher im V. d. B. erſchienenen Reiſewerke namhafter
ſteller und Fachgelehrter wird durch das Weſendonkſche Buch
bereichert. Die techniſche und künſtleriſche Aufmachung iſt auch
em Buch, wie bei allen V.d.B.=Erſcheinungen, vorbildlich.
in Drinneberg: Von Ceylon zum Himalaja.
Originglaufnahmen des Verfaſſers. Ein Malersmann ſchil=
e
in lebhafter und anſchaulicher Sprache die Erlebniſſe ſeiner
uuch Indien. In ſeiner Darſtellung zeigt ſich die ganze geſunde
ies Menſchen, der mit offen, wachen Augen durch das Land
Ser alles ſieht und alles auf eine Weiſe darzuſtellen verſteht,
:von trockenen Begriffen und jedem in jeder Weiſe berſtändlich Erlehnis, wie der Anabe in der Ginſaukeit dieſe Fähigt
ur großen Zahl von Originalaufnahmen des Autors und Künſt=
3 mit erſtaunlicher Lebendigkeit entgegentritt. Bereits einmal
vorragend und ſpannend geſchriebenes Reiſewerk erſchienen; machen.
Der Heilige Nil‟. Das überaus ſtarke Intereſſe, das die
dr des Verbandes dieſer Erſcheinung entgegenbrachten, hat die
Ar itung dazu beſtimmt, nunmehr im Nahmen der Jahresreihe
Regende Reiſewerk über Indien erſcheinen zu laſſen. Der Preis
3 hresreihenbandes beträgt 3,10 Mark.

ſiſhnachten Neujahr Geburtstag lauter Feſte der
ſe*. Was ſoll man bieten, die leidige Frage! Immer
A ein Soennecken=Füllhalter, man kann ihn mit
eu wertvoll vornehmes Geſchenk nennen.

Romane, Nobellen, Erzählungen
in gewiſſem Sinne ein Zeichen unſerer Zeit, daß Reiſelite= Jula Hartmann, Die Frau im Spiegel. Leipzig 1997. Koehler
Von der berauſchenden Macht der Muſik, die heiße Liebe und un=
i
44 hinauszukommen und aus dieſer Welt zu berichten. Auf bezwingbare Sehnſucht weckt, im Leid tröſtet und die Menſchen, die ihr
iebiet darf ohne weiteres zugegeben werden, daß die Mehrzahl verfallen ſind, erhebt über die Nöte dieſer Welt, klingt und ſingt es in
eſcheinungen ſowohl, wie der neuen Auflagen älterer Reiſe= fünf formſchönen Nobellen. Mit dem vornehm ausgeſtatteten Geſchenk=
Ausſtattung und Inhalt ausgezeichnet ſind. Gine große Reihe band wird man allen Freunden der Muſik eine große Freude bereiten.
Rudolf Elbershaus: Das grüne Fieber. Roman. 208 S. 8;
zidern, das heißt Leben! Von M. Selter. Ver= reich illuſtriert; Preis broſch. 3 Mk. Be=Vau=Verlag, Elberfeld.
Die Geſchichte des deutſchen Niederganges im Verlaufe der letzten
m dieſes lyriſche Büchlein, das von unſeren älteren und neueren ſieben Jahre enthält Kapitel, die niemals unaktuell werden, die viel=
ve
rine reiche Auswahl von Liedern und Sprüchen enthält, die in mehr ſtets von neuem broiteſten Volkskreiſen nahegebracht werden
oieder neuer Form ſingen und ſagen von Wandern und Singen, ſollten als Spiegelbild der verzerrten Maſſenphyſiognomie aus einer
z1. Wald und Flur, von Sonnenſchein und Regen und der Zeit, von der man ſchon heute nur allzu leicht zu ſagen geneigt iſt:
ar der Natur. Ein feinſinniges Büchlein, durch welches die Sie kommt nie wieder! Es iſt die Zeit der beginnenden Inflation.
Liebevoll ſtudiert und treffſicher wiedergegeben iſt die geiſtige Einſtel=
Zwar kein Reiſeführer, aber ein trefflicher Reiſebegleiter iſt lung gewiſſer kleinbürgerlicher Kriegs= und Inflationsgewinnlerkreiſe;
ſcharf und markant gezeichnet jener beſondere Typ internationalen
Gauner= und Glücksrittertums, der damals mit ſo erſtaunluh wenig
Aufwand an wirklicher Intelligenz ſo manches runde Tauſend biederer
Schafe über einen Kamm zu ſcheren vermochte.
Baberowſky. In dem in hübſcher Aufmachung vorlie= Felis Braun: Die Taten des Herakles. Ein Roman. 4. bis 6., durch=
Kichlein gibt der Verfaſſer nicht nur praktiſche Winke für das geſehene Auflage, 458 Seiten. F. G. Speidelſche Verlagsbuchhand=
lung
, Wien, Leipzig, München, 1927. Broſch. 6 Mk.
Aus einer Kulturepoche, die mit der unſerigen in manchem Sinne
Aehnlichkeiten aufweiſt, ſchöpft der Dichter ſeinen Stoff: aus der Zeit
der erſten Anfänge des Chriſtentums mit ihren gegeneinander ſpielen=
den
und wirkenden geiſtigen Strömungen und der Zwieſpältigkeit ihrer
Menſchen. Ein ſeltſam ſchönes, in eine erlauchte Sprache gegoſſenes
Buch von den heißen Kämrfen einer wumden Seele der Gegenwart, ez=
füllt
von dem überſchäumenden, alle Grenzen übereilenden Leben der
Anderlieb. Ein Roman aus Brandenburgs, alter Zeit von Adolf
May. 247 Seiten. Preis gebunden 3 Mk. Verlag J. Wieſike,
Brandenburg (Havel).
Iſt’s Schwveſterlieb, die ſich um mich bangt! Gibt’s denn auch
eine andere Lieb? fragt der angenommene Bub des Colpiner Fiſchers
ſeinen neuen Brotherrn, da er mit ihm der fremden Heimat Branden=
burg
entgegenzieht. Anderlieb, der Name blieb dem Valentin Nauh
in Scherz und Spott, bis er erfahren mußte, daß es freilich eine andere
Liobe gibt, eine, die ſüßer iſt und bitterer denn Schweſterliebe. Die
Geſtalt dieſes reinen Toren hebt der Vorfaſſer aus der ſchweren Zeit
empor, in deren Tagen der Dreißigjährige Krieg ſeine erſten Schrecken
und Brandfackeln über Mark und Stadt Brandenburg warf. Plünde=
rung
, Hungersnot und Peſt folgten den grauſigen Spuren der Kriegs=
furie
, die vor den Kaiſerlichen einherraſte. Und Menſchenſchickfale, vor=
worren
in Qual und Glück, werden von den Flammenbränden des
Krieges überloht.
Friedrich Reinhardt in Baſel.
J. Jörger, der uns bis dahim bekannt war als einer der boſten und
urwüchſigſten Schweizerdialektſchriftſteller, zeigt in dieſem großangeleg= in herrlichen Abenteuem ſein weitgeſtrecktes Ziel erreicht.
ten ſchriſtdeutſchen Bauernroman erſt ſein volles Können. Er, der Der deutſchen Jugend neues Wunderhorn. Frido=
langjährige
Leiter der bündneriſchen Irrenanſtalt, iſt ſolbſt aus dem lin, der Freund der Jugend, hat es unternommen, ein Jahrbuch heraus=
ſie
deshalb bis in die innerſten Falten ihres Herzens. Mit großer, ſo kennt er aus den vielen Hunderttauſend Briefen an ihn ihr Weſen
gang eines einſamen Berghofes und ſeiner ſtolzen Bewohner.
Schickſal und Schelme. Neun Erzählungen von Alfred Bock. Neue, buch iſt wirklich ein neues Wunderhorn.
erweiterte Anflage mit einem Bild des Dichters und einer Lebens=
beſchreibung
von ihm ſelbſt. Zeichnungen von Otto Ubbelohde.
Heſſendeutſcher wvie irgendwer, zwingt den Sohn, zu der verlaſſenen birtuos die vielfältigen ebensformen der Gegenwart, wie ſie dieſer
Geliebten und deren Töchterchen reumütig und gern zurückzukehren. Schwärmer ſieht und em findet.
Der neue Pfarrer, das iſt gar keiner, aber ein drolliger Schelm der
das ganze Dorf einen Tag lang begeiſtert und ſchröpft. Eine Schel= kannte Schriftſteller und Wirtſchaftspolitiker, deſſen bisher erſchienene
min iſt die Gritt, aber eine tüchtige, die von dem alten Bauern und Veröffentlichungen ſtets ſtarken Widerhall fanden, ſchildert in dieſem
deren Geſchichten geht es um das Lebensſchickſal zweier feiner Men= zelnen Abſchnitte des Buches leſen ſich dank der überaus plaſtiſchen und
Klinger aus der Sturm= und Drangzeit, dort um das Gewittermänn= mane. Sie ſind mit Dokumenten, Porträts und andeen intereſſantem
chen, wie der Klaſſenwitz den zarten Sohn des Muſikdirektors nennt. Bildern geſchmückt.
Die Traud kehrt zu ihrem gutartigen Kraftrieſen von Mann zurück
und wendet ihr beiderſeitiges Schickſal zum Guten. Schichſal iſt auch Jahre Weltreiſe auf Kamel und Schiene, Schiff und Auto. Richard Katz
die Geſchichte von der Annekett und ihrer Lore, ſowie ſchließlich die iſt nicht wie andere Reiſende mit den ſchnellſten Verbindungen von Ort
abſonderliche vom Stammhalter.
Mandelſtamm. Autoriſierte Ueberſetzung aus dem Franzöſiſchen ſtraße, dort, wo es ihm gefiel, und wo er Intereſſantes fand, länger
von Elſe Baronin, Werkmann. Leipzig, Heſſe u. Becker, Verlag, verweilend, um dann wieder bekannten, oſt beſchriebenen Stätten aus
280 Seiten. Broſch. 2,50 Mk.
Die Filmſtadt Hollywood mit ihren Regiſſeuren, Schauſpielern, und Stelle niederſchrieb. Afrikaniſcher Buſch, Cehlons Oſchungel, Süd=
Schauſpielerinnen, Statiſten, Abenteurern, geſ heiterten Exiſtenzen,
ihren prachtvollen Kinos, ihrer Scheinarchitektur, ihrem Prunk und ſee=Lagunen über Korallengätten, Bambushäuschen in jabaniſchen
ihrem lärmenden Betriebe dieſe ganze bunte Welt iſt hineingeſtellt in erſten Male erſchienen ſind.
ein Land, in dem die blauen Geſetze regieren, d. h. alle die läſtigen
Vorſchriſten, die die Puritaner in Kalifornien zum Proteſt gegen Thea=
ter
und Film durchgeſetzt haben. Ein ſeltſamer Widerſpruch! In die= Eine Frau aus dem Berlin von heute zwanzig Jahre alt, wundenbar
ſer Umwelt läßt der Verfaſſer eine bewegte, ſpannende Handlung ſpie= hübſch, von graziöſeſter Unraſt, gepflegt, verwöhnt, von den Männern
len. Dieſes Buch iſt in der Tat ein Sittenroman. Die vielgeſtaltige angebetet und trotzdem bei den Frauen beliebt, zu alledem hinreißend
der Verfaſſer aus genaueſter Kenntnis heraus berichtet, ſo kann man das ihr eine wärchenhafte Summe verſpricht, aber erſt in ein paar
aus ſeinen Schilderungen allerlei lernen.
Die letzte Liebe des Kaiſers Hüan Dſung. Roman von Hanns Georg
Faber. Mit Vierfarbendruck=Titelbild nach einem chineſiſchen Ori=
ginal
. In echte chineſiſche Rohſeide geb. 4,50 RMN. Heinrich Min= iſt dies ein Kriminalroman, aber er beginnt da, wo Derektivgeſchichten
den, Verlag, Dresden.
Der Roman Die letzte Liebe des Kaiſers Hüan Dſung enthält die öfſentliche Meinung and das eigene Gewiſſen. Der Held dieſes
kein überflüſſiges Wort. Mit feſten, ſicheren Strichen entwirſ: Hanns Nomans kämpft ſich durch. Daß er das kanu, verdankt er freilich vor
Georg Faber erſtaunliche Bilder, die unaufhaltſam ohne Ueber= allem der Frau, die neben ihm ſteht. Ohne Vivian könnte ihr Mann
gang durch neue verdrängt werden. Sprungartig ſtürmt die Schil= nicht beſtehen,
derung der Löſung entgegen. Die Geſchichte von der ſagenhaft
ſchönen Yang Knei Fei und dem Kaiſer Hüan Dſung ſpielt ungefähr
zur Zeit des Nwelungenliedes. Der Vergleich Gunther Hagen, Kai= Borodin iſt, im wirklichen Leben, der geniale Organiſator der chineſiſchen
ſer Hüan Oſung und ſein Geheimkanzler Kao Li Shih drängt ſich un= Nevolution, der Aſien in Bewegung und Aufruhr brachte. Nicht zu=
willkürlich
auf. Als Geſchenkwert darf der Noman beſonder3 empfohlen fällig trägt der Held dieſes Nomans den gleichen Namen Borodin, der
werden.
Olaf Baker: Der Staubige Stern. Ein Indiqner= und Wolfsroman braucht. Jeder Zoll ein Held, bezwingend, üiberwältigend bricht er ein
aus dem Amerikaniſchen von Curt Theſing. 240 Seiten. Ganz= in das dumpfe Elend des ſibiniſchen Rußland. Und was er erlebt, iſt
leinen 5 Mk. Grethlein u. Co., Leipzig, Zürich.
Dieſe Erzählung iſt mehr als eine der jetzt ſo beliebten Tier=
eſchichten
. Sie ſchildert die enge Verbindung eines Indiauerknaben Dekobra, einer der erſolgreichſten jüngeren Autoren, hat mit Fürſt

Hans Gaede: Von den Wanderwegen des Lebens. Zwei Novellen.
Hübſch kartoniert 1 RM. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt
in Baſel.
Hans Hermann Gaede bietet uns hier eine vielverſprechende Erſt=
lingsgabe
: Zwei wunderfeine, zarte Novellen. Thema derſelben iſt die
Innerlichkeit und das Geheimnis von den feinſten Schwingungen lieben=
der
Herzen, oder konkreter ausgedrückt, die Freundſchaft und das Zu=
einanderfinden
von Mann und Frau, obwohl ein Dritter am Kreuzweg
ſteht. Daher und auf Grund ſolcher Haltung wird nicht geräuſchvoll,
ſondern ſchlicht und eindringlich erzählt aus liebevoller, aber ſicherer
Lebensbeobachtung heraus.
Zwei Geſchichten von Theodor Storm. Herausgegeben von der Ver=
einigung
für Arbeitsunderricht und Kunſterziehung. Bilder von K. A.
Wilke. 84 Seiten. Preis kart. 1,90 RM. (Oeſterreichiſcher Bundesver=
lag
Wien=Leipzig.)
Von Theodor Storm ſtammt das berühmte Wort: Wenn du für
die Jugend ſchreiben willſt, ſo darfſt du nicht für die Jugend ſchreiben.
Das klingt paradox und ſteckt doch voll von dem ſonnigen Tieſſinn, der
eine Eigentümlichkeit Storms iſt. Die beiden Geſchichten dieſes Buches:
Hinzelmeier und Bulemanns Haus ſind Märchen, unheimliche,
ſchaurige, die den Kindern Unterhaltung bieten werden, bis eines Tages
wie ein Erwachen die wunderſame Lebensweisheit in ihnen aufgeht, die
in den Zwei Geſchichten ſteckt.
Horſt Wolfram Geißler, Traum in den Herbſt. Leipzig 1927. Koeh=
ler
u. Amelang. Ganzleinenband 1,85 Mk.
Reife, nachdenklich ſtimmende köſtlich=ſchlichte Dichtungen, beiden ge=
meinſam
der ſchmerzlich=ſüße Klang vom Abſchiednehmen nach glücklichen
Stunden. Mit unendlicher Zartheit hat der Dichter in beiden Novellem
das unerbittliche Fortſchreiten der Zeit gezeichnet, und ſo gibt es wohl
niemand, der dieſes Buch ohne tiefere Bewegung aus der Hand legen
wird.
Die Schützen. Eine vaterländiſche Geſchichte. (Neucuflage der Erzählung:
Auf unſeren ewigen Bergen.) 272 S. Halbleinen. Verlagsanſtalt
Tyrolia A.=G., Innsbruck=Wien=MMünchen.
Eine Kriegsgeſchichte? Nein! Und dennoch ein ergreifendes Bild aus
dem letzten heldenhaften Kampfe um das ſüdlichſte deutſche Land um
Tirol. Mag damals die Zeit, die vorübergeht und die wandelbar iſt,
den Kampf anders entſchieden haben, unverlierbar und unzerſtörbar
aber auch nie beſiegt bleibt, was in dieſem Kampf an Opfer, Mut,
Heimatliebe und Begeiſterung auferſtanden und wiedergeboven wordem
iſt. Darin liegt die unvergleichliche Jugendlichkeit dieſes Romanes.

Allftein=Bücher
(Verlag Ullſtein, Berlin.)

un überaus wertvollen Schmuck erhält das Werk durch die Bei= und wie er ihrer Wirkung allmählich bewußt wird, iſt prachtvoll ge=
ſchildert
. Er wäyſt in die Wolfsfähigkeit hinein, bändigt und unter=
denen uns der lendende Reichtum der alten Kulturſtätten wirft ſich die Ticre der Wildnis, fihlt ſich in das Weſen und die
Lebensweiſe der Tiere ein und wird zuletzt zum allesbeherrſchenden
exer der Jahresreihen des Volksverbandes der Bücherfreunde Medizinmann, deſſen Zauberfähigkeiten ihn zum großen Wundermann
Komiſches und Tragikomiſches. Von A. P. Tſchéchow. ( Novellen=
bücherei
fürs deutſche Haus.) Auswahl aus dem Ruſſiſchen, übertragen
von A. D. Braun. (Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig.)
Anton Tſchéchow, der große ruſſiſche Schriftſteller vom Ende des
vorigen Jahrhunderts, iſt den deutſchen Leſern ſchon lange kein Frem=
der
mehr. Viele ſeiner Erzählungen und Dramen ſind ſchon zu ſeinen
Lebzeiten und auch ſpäter noch mehrfach ins Deutſche überſetzt worden,
manche ſeiner Dramen gingen ſogar über deutſche Bühnen. So wird
auch das vorliegende neue Bändchen der beliebten Novellenbücherei
fürs deutſche Haus ſich ſchnell einen großen Leſerkreis erobern. Es
bietet eine kleine Ausleſe von acht Humoresken aus den unendlich vie=
len
, die der Dichter in ſeiner Frühzeit (18851887) geſchaffen.

In neuer Auflage erſchien Günther Plüſchows Flieger von
Tſingtau und ſteuert damit in das zweite Hunderttauſend ſeiner
Auflage. Seit der Flieger von Tſingtau unter dem Hagel japaniſcher
Granaten die zerſtörte deutſche Feſtung im fernen Oſten verließ, iſt eine
J. Jörger: Die letzten Schattemauer. R4 Seiten. Broſch. 6 Fr. neue Generation der deutſchen Jugend herangewachſen. Sie wird ge=
(4,80 Mk.), Leinenband 8 Fr. (6,40 Mk.). Druck und Verlag von wiß mit Freurde nach dieſem Buch greifen, das ihr den jungen Deutſchen
zeigt, der, im Kampf und in Gefahr ganz auf ſich ſelbſt geſtellt, mit
Mut und Tatkraft und mit dem friſchen, glücklichen Humor der Jugend
Kreis der ſtolzen Bergbauern Graubündens hervorgegangen und kennt zugeben, wie er es ſich ſür Knaben und Mädchen denkt. Wenn einer,
Einprägſamkeit und einer unerbittlichen Logik zeichnet er den Unter= und ihre Wünſche. So hat er das Beſte zuſammengeholt, was gnaben
und Mädchen intereſſiert. Und alles funkelnagelnen. Fridolins Jahr=
Felix Holländer: Das Erwachen des Donald
Weſthoff. Das iſt ein Roman, der ganz von dem jagenden Tempo
Ein ſchickſalsreiches, kräftiges Buch: neun Erzählungen. Da iſt unſerer Zeit erfüllt iſt. Er ſetzt gleich mit einem überraſchenden Höhe=
der
großſpurige Plätſchmüller, der Napoleon des Dorfes, den zum == punkt ein und bleibt bis zum Ende geladen mit Spannung. Felis Hol=
der
wird. Der alte Barbarino, trotz ſeines Namens ein ſo guter länder führt ſeinen Helden durch alle Schichten des Lebens und zeichnet
Morus: Wie ſie groß und reich wurden. Der be=
ſeinem
Sohn ſich Ausſteuer und Hochzeitsmahl erliſtet. In zwei an= Buche die Lebensſchickſale großer und erfolgreicher Männer. Die ein=
ſchen
, hier um Albertine von Grün, eine Jugendliebe des Dichters lebendigen Darſtellungsgabe des Verfaſſers wie ſpannende kleine No=
Richard Katz: Ein Bummel um die Welt. Zwei
zu Ort, von Erdteil zu Erdteil geraſt, ſondern er iſt hibſch langſam um
Hollywood. Sittenroman aus den Welt des Films von Valentin die Welt gebummelt. Am liebſten ging er abſeits der großen Heer=
dem
Wege zu gehen. Katz hat, wie er im Vorwort ſelbſt ſagt, ſeine Er=
lebniſſe
in der Schilderung des Tages gelaſſen, an dem er ſie an Ort
Dörfern und Wolkenrratzer in Chicggo ſtehen ſo da, wie ſie ihm zum
Charlott etwas verrückt. Roman von Wilhelm Speher.
Welt des Kinos wird vor den Augen des Leſers lebendig. Und da verrückt das iſt Charlott. Es gibt in Charlotts Leben ein Teſtament,
Jahren und wie könnte Charlott in ihrem 130 Kilometer=Tempo war=
ten
! Sie ſtürzt ſich begeiſtert in den Kampf.
Vivian und ihr Mann. Von Robert Hichens. In ſeiner Art
ſonſt zu enden pflegen: mit dem Urteil. Das Gericht hat geſprochen
aber es gibt zwei Mächte, die ſich dem Spruch der Nichter nicht beugen:
Marge Paſſon: Michael, der Abenteurer Mich.
Abenteurer, iſt vom gleichen Format, ein Mann, dem Europa zu klein
iſt, der zur vollen Entfaltung ſeiner Kraft die ungeheueren Maße Aſiens
eben ein Heldenſchickſal.
Maurice Dekobra: Fürſt oder Clovn. Maurice
oder Clown einen Roman geſchaffen, der ihm viele neue Verehrer ge=
winnen
wird. Ein Schwank in Romanform mit phantaſtiſchen Verwick=
lungen
, die ſich üiberraſchend und doch folgerichtig löſen, erzählt mit
einem Temperament, das nicht mehr losläßt. Humor ſpricht aus jeder
Zeile, ein bizarrer und doch nicht überſteigerter Witz, der ſelten gewor=
den
iſt.
Peter Bolt: Braut Nr 68 Auf einem Weiberſchiff
beginnt dieſer Roman auf einem Schiff, das, abgeſehen von der Be=
ſatzung
, nur Frquen an Bord hat. Es bringt ſeine koſtbare Ladung
nach Auſtralien, wo man zu jener Zeit vielleicht Gold finden konnte
niemals aber eine europäiſche Frau. Zwiſchen dieſen Goldſuchern und
Koloniſten, die durch das Klima, das Goldfieber und vor allem durch
den Mangel an Frauen halb verrückt ſind, ſpielt ſich die Handlung des
Buches ab.
Marie Eugenie delle Grazie: Das Buch der
Liebe‟. Ein Frauenſchickſal! So oder ſo ähnlich mag es ſich tquſend=
mal
abſpielen. Vertrauende Hingabe, die getäuſcht wird und die in
täglichen ſtillen Kämpfen Betrug und harte Selbſtſucht kennen lernen
muß. Marie Eugenie delle Grezie, die öſtorreiciſche Diclterin, hat in
ihrem Roman Das Buch der Liebe dieſes alte Thema mit ſeltenem
Reiz umkleidet.

[ ][  ][ ]

Ein ungewöhnlicher Lacherfolg ist die Luxtspielwoche im U. r.

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Freunde u. Gönner sind herzlich willkommen.
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I. Sperrſitz und Logen Mk. 1.50
Parterre u. II. Sperrſitz 1.
Galerie und II. Nang ,50
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Rheinſtr. 6, ſowie Sonntag abend
an der Theaterkaſſe. (19281
Anfang 20 Uhr. Ende 25 Uhr.

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Schloß-Café-Ensemble
Leitung: Kapellmeister Curt Fischer

Freitag, den 9. Dezember 1927

Großes (19252
Sonder-Konzert

(Beginn abends 8½ Uhr)

1. Teil: Mozart, Weber, Lortzing.
2. Teil: Strauß, Millöcker, Suppé

Freitag, 9. Dez., abds. 8½ Uhr, in d.
Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtr.
Die Menſchheitsaufgabender
altteſfamentl. Propheten.
Oeffentlicher Vortrag von Dr. AUlfred
Heidenreich=Frankfurt a. M., Pfarrer
in der Chriſtengemeinſchaft.
Freiwillige Unkoſtenbeiträge. (*32780
Die Chriſtengemeinſchaft.

Darmſtadt u. Umgeg;
Sonatag, den 11. 2
nachm. 5 Uhr, Maikil
höbſaal, Dieburgern

Große, ſeemännſſchk
folge. Orcheſter unter perlönlicher Leituu
Herrn Obermuſikmeiſter M. Weber.
Eintritt 1 Mk., 1 Dame frei.
zviele im M
Turne
Es ladet freundlichſt ein Der Voräiſl=

Heſſiſches Landesthen
Großes Haus
Miete D (8. Vorſtellung)
Freitag, den 9. Dezember 1907
Anfang 19.30 Uhr Ende nach 22.:,,
Schinderhannes
Schauſpiel in 4 Akten ſſieben Bilderrn
Carl Zuckmayer
Mitwirkende:
Fohanna Blum, Margarete Carlſen,,
Gothe, Elſa Knott, Martha Zieglern
Baumeiſter, Hansjoachim Büttner,,
Debus, Eduard Domek, Karl Ebert=
Werner Finck, Ulrich Folkmar, He
Gallinger, Eduard Göbel, Otto 2io
Friedr. Jachtmann Nichard Jürgass
Keßler, Rudolf Klix, Adolf Klotz,
Klupp, Joſef Kreuter, Willy Krick./
Hans Lange, Paul Maletzki, Hamu
Karl Paryla, Gothart Portloff,
Schaaf, Hans Schambach, Artur Soe
Artur Seidler, Franz Wolfgang Sen
brunn=Mainz, a. G., Arthur Ve==
Kurt Weſtermann
Spielwart: Willy Krichbaum
Preiſe der Plätze: 110 Mar=

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Kräften an eig. Garderobe gründl. erteilt/
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Außer Miete
Freitag, den 9. Dezember 19
Aufang 20.00 Uhr Ende gegen 22.1
Wiederholung des
Tanzabends
Manda von Kreib=)
Am Klavier:
Berthold Goldſchmidt HansM
Tänze von Bartök Caſella de 75
Poulene Scott
Preiſe der Plätze: 1, 2, 3. Mask

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Gaues ir Gnde
der Ruhe h.
bedürftig ſt
mungen:
laffe: Sprelt
an der erſten Halbz
meu, bis in der
ſeGeraus den
brachte und das
ſomte. Der Au=
Hrich mit großer E
m ewartet werden.
Aelaffe: Arheilgen
ſ der dritten Grupp
Sreſien liefern, bei
m Tabellerſtellung z
Auuife: Das einzig
Di wiſchen Langen
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kiſſern kann.
Waife: Darmſta
ſash lann, wenn ſich h
3u hunkte hier behalt
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Nach was Zu Luſt und Geld,
Und laſſe Dich beraten,
Dam nehm’, was Dir gefällt
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Dem Sohne Hemnd und Schuh,
Auch andere hübſche Sachen,
Die kaufe noch dazu.
Dann kannſt am Weihnachtsſeſie
Dich wirklich freu’n und ruh’n
Und ſpäter kannſt Du zahlen,
Ohne Dir weh zu tun.

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und Puppenwagen, Uhren, Schuhe.
Durchgehend geöffnet von 2T
An allen Advent=Sonntagen geöffnei.

[ ][  ][ ]

wei 341

Freitag, den 9 Dezember 1927

Geite 15

Sport, Spiel und Turnen.

Handball.

zwerein Darmſiadt 98 Polizeiſport=
verein
Babenhauſen.
1äe große Bedeutung des Treffens in Babenhauſen iſt ſchon
ſer worden. Die derzeitige Tabellenſrellung ergibt ohne
der Ausgang des Spieles für die diesjährige Meiſterſchaft
tTaggebender Bedeutung ſein wirb. Gewinnen die 98er in

glen, dann dürfte ihnen die Mciſterſchaft kaum mehr ſtreitig
m ſein, wie eine Niederlage für Babenhauſen gleichbedeutend
derr endgültigen Verluſt aller Meiſterſchaftsausſichten der Poli=
ir
Sieg von Babenhauſen wäre umgekehrt die Meiſterſchaft
Beziehung von dem Ausgang der beiden noch ausſtehenden
98er gegen Schwanheim abhängig machen.
épiel findet, da Babenhauſen nachträglich ſeine Einwilligung

iklenmäßige Zug 1 Uhr 26 Min. (ab Darmſtadt Hauptbahnhof.
beſte Mrxelegenheit bietet.
zaumittrſchaftsſpiele im Main=Rhein=Turngau der Deutſchen
Turnerſchaft.
kommenden Sonntag finden die Meiſterſchaftsſpiele
b des Gaues ihr Ende, und auf einige Zeit dürften ſich
hen ſchaften der Ruhe hingeben, der ſie nach dem heißen

mvollauf bedürftig ſind. Der Schlußtag bringt nun noch
Begegnungen:
ſhiſterklaſſe: Sprendlingen Groß=Gerau. Im Vor=
mte
in der erſten Halbzeit Sprendlingen ſogar die Füh=
einehmen
, bis in der zweiten Halbzeit der Führungs=
Broß=Geraus den Zuſammenbruch der Sprendlinger
wiaft brachte und das Spiel Groß=Gerau mit 7:2 für ſich
konnte. Der Ausgang des Treffens am Sonntag
rduſerlich mit großer Spannung in der Handballgemeinde
nkuir erwartet werden.
elaſſe: Arheilgen Walldorf,, die beiden zähen
uin der dritten Gruppe, dürften ſich ein nicht uninter=
Treffen liefern, bei dem Arheilgen alles daranſetzen
ine Tabellerſtellung zu behaupten.
ßelaſſe: Das einzige in dieſer Klaſſe noch fällige Rück=
nd
zwiſchen Langen und Darmſtadt (Turngeſellſchaft)
ſeigen, bei welchem letztere mit einem Sieg ihren Tabellen=
ncrheſſern
kann.
ſlaſſe: Darmſtadts Turngemeinde hat Nieder=Roden
Eſteſund kann, wenn ſich bei Darmſtadt alles gut zuſammen=
Willz gnzieſindelt e Punkte hier behalten.
ſigendklaſſe: Die Jugend der Griesheimer Turn=
Plätze
mgſiut ſtellt ſich derjenigen von Sprendlingen und wird die
ines Haus ſuntreort laſſen müſſen.
ßer Miete
Aſf4hut=Weiß Polizeiſportverein (alte Herren und 2. Mſchft.).
ſen 9. Lezenſt
.L. Rot=Weiß (1. Jgd.) Sportverein 98 (1. Jgd.).
r Endeym!
Acommenden Sonntag iſt die 1. Mannſchaft ſpielfrei; ihr iſt die
erholung M
inrente Ruhe nach der Erringung der A=Meiſterſchaft zu gönnen.
rzeres Intereſſe finden deshalb die Spiele der unteren Mann=
öAbend
Fianz geren Kämpfe dieſesmal über die ſonſtige allgemeine Bedeutung
Yger. In erſter Linie iſt hier das Spiel der beiden alten
Don hie zrdtemſchaften zu nennen, die morgens um 11 Uhr das fällige
berustragen. Das Vorſpiel brachte einen überraſchenden 4:1=Sieg
RZeißen. Vielleicht drehen die Polizeileute diesmal den Spieß
iſs abgeſehen von dem Spielausgang wird auch dieſe Begegnung
mit nicht entbehren.
ſtütags um 2 Uhr trifft die 2. Mannſchaft von Rot=Weiß auf
des Polizeiſportvereins im Pokalſpiel. Der Unter=
Beidet ohne weiteres aus. Die Ordnungshüter werden wohl
ir ſetzen, um ihre Spitzenſtellung, die ſie in der B=Klaſſe inne
Rter Beweis zu ſtellen.
ceiteres Spiel, das ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen wird,
Arſammentreffen der beiden 1. Jugendmannſchaften des V.f. L.
ſud des Sportvereins 98. Beide Mannſchaften haben ſich in
ſahrigen Vevbandsſpielen ſchon harte Kämpfe geliefert, die
reiſt als Sieger ſahen. Sportverein hat diesmal das Glück,
ſtrrk erſatzgeſchwächte Mannſchaft zu treffen, da gerade die
ſieler verletzt, teils disqualifiziert ſind; trotzdem iſt dieſes
mtereſſant, da es immerhin ein Vergleich der Mannſchaften
a guch einen Schluß auf den Ausgang der Verbandsſpiele zuläßt;
ſtehen beide Mannſchaften bis jetzt noch ungeſchlagen an der
eies Jugendpokalſpiel findet morgens 10 Uhr auf Rot= Weiß=
ider
Rheinallee ſtatt. Nachfolgend Spiele der übrigen Mann=

Zeſtern

Samstag: 1. Schüler Rot=Weiß Handelsſchule, 15 Uhr Stadion.
2. Schüler Rot=Weiß Realgymnaſium, 15 Uhr Rot=Weiß=Platz.
Sonntag: 2. Jgd. Rot=Weiß 2. Jgd. Sportv. 98 um 10 Uhr
Stadion. 3. Jgd. Rot=Weiß 1. Jgd. Viktoria Griesheim um 15 Uhr
in Griesheim.
T.V. Seeheim I.T.V. Bickenbach I. 1:5 (1:2).
Das letztſonntägliche Spiel des T.V. Bickenbach i Seeheim endete
nicht, wie geſtern angegeben, 5:5 (2:1), ſondern 5:1 zugunſten Bicken=
bachs
. Während Seeheinn durch ſeinen großen Eifer in der 1. Halbzeit
das Spiel offen halten konnte, zeigte ſich Bickenbach m der 2. Halbzeit
überlegen, was ſich auch in 3 weiteren Toren ausdrückte.
Schwimmen.
Um den Wanderpreis des Amtes für Leibesübungen.
Die am Mittwoch, den 7. Dezember 1927, nachm. 2½ Uhr,
ſtattgefundenen Schwimmwettkämpfe um die Wanderpreiſe des
Amtes für Leibesü bungen und der Firma Stempel=Schulz zwi=
ſchen
den Darmſtädter Schulen wurden in Anweſenheit
des Vertreters des Landesamtes für das Bildungsweſen, des
Vertreters des Stadtſchulamtes und der Herren Direktoren und
Rektoren der verſchiedenen Schulen ausgetragen. Die Kämpfe
beſtanden in der Austragung einer 10=mal=50=Meter=Staffel für
Schüler unter 14 Jahren beliebig und einer 10=mal=50=Meter=
Staffel für Schüler über 14 Jahren Bruſt. Neun Schulen traten
an. Verteidiger des Wanderpreiſes für Schüler unter 14 Jah=
ren
war die Gartenarbeitsſchule.
Sieger wurde in der Klaſſe über 14 Jahren:
Realgymnaſium in 7:00,3 Minuten und ſomit erſtmaliger Errin=
ger
des von dem Amte für Leibesübungen neu geſtifteten Wan=
derpreiſes
. Es folgten ſodann: Liebigs=Oberrealſchule mit 7:15
Minuten und Ludwig=Georgs=Gymnaſium mit 7:30 Minutem.
In der Klaſſe unter 14 Jahren wurden Sie=
ger
: Realgymnaſium in 6:43,3 Minuten. In 1926 Garten=
arbeitsſchule
in 7:41 Minuten. Es folgten ſodann: Ballonſchule
8:18 Minuten und Mornewegſchule 9:11 Minuten. Außer Kon=
kurrenz
ſchwammen in 1927: Dieſterwegſchule 1. Mannſchaft
6:40 Mimten und die Liebigs=Oberrealſchule 7:34,1 Minuten.
Um etwa 4 Uhr ſchloß der glatt durchgeführte und gut be=
ſuchte
Schulwettkampf.

Fußball.

F. C. UnionMünſter.
Am kommenden Sonntag begibt ſich die Ligamannſchaft und Liga=
Reſervemannſchaft des F. C. Union nach Münſter zu den fälligen Nück=
fpielen
der Verbandsrunde. Die Vorſpiele wurden reichlich hoch, 6:1
bzw. 6:0, gewonnen. Wenn auch der Sp.V. Münſter erſatzgeſchwächt
(3 Mann geſperrt) antreten muß, ſo darf die Mannſchaft keinesfalls
unterſchätzt werden, zumal auf eignem Platz und vor eignem Publikum.
Andererſeits wird ſich die Union nicht ſo leirht die Meiſterſchaftsaus=
ſichten
verderben laſſen. Und ſo ſteht ein ſpannender und feſſelnder
Kampf zwiſchen 2 Meiſterſchaftsanwärtern bevor. Hoffentlich ereignen
ſich nicht wieder irgendwelhe Beeinfluſſungen durch Zuſchauer, wie es
letzthin vorgekommen.
Intereſſenten und Anhänger des Fußballs werden gebeten, recht
zahlreich unſere Ligamannſchaft auf ihrem ſchweren Gang zu begleiten.
Die Abfahrt erfolgt um 10.30 Uhr für die Reſevre=Mannſchaft und um
12 Uhr für die Liga=Mannſchaft mit Omnibus ab Vereinslokal
Ludwigshöhſtraße.
Geſchäftliches.
Alle Kunden der Firma J. Rehfeld, Ludwigſtr. 15, wiſſen es,
daß jeder einzelne Kunde auch bei allerkleinſten Einkäufen auf das ſorg=
fältigſte
bedient wird. In den letzten Tagen vor Weihnachten, wen
die notwendigen Einkäufe erledigt werden ſollen, iſt der Andrang in
den Geſchäften erfahrungsgemäß am größten. Es iſt mein Beſtreben,
um Sie auch in dieſer Zeit des ſtärkſten Geſchäftsverkehrs ſorgfältig zu
bedienen, wie Sie es bei mir während des ganzen Jahres gewöhnt
ſind. Ich habe das Verkaufsperſonal durch tüchtige branchekundige
Aushilfen erheblich verſtärkt. Warten Sie mit Ihren Einkäufen nicht
bis zum letzten Augenblick. Benutzen Sie bitte die Vormittagsſtunden
zum Einkauf. Man achte genan auf die Firma J. Rehfeld, Ludwigſtr. 15.
Ein Freudenſpender.
Es iſt bekannt, daß guter Sekt die Freude erhöht, Stimmung her=
vorzaubert
und ſie ſteigert! Daran ſollte jeder denken, der die kom=
menden
Feiertage Weihnachten, Sylveſter und Neujahr im Kreiſe
ſeiner Familie oder mit Gäſten und lieben Freunden zu verbringen ge=
denkt
. Deinhard gehört zu den Sektmarken, die ſeit Jahrzehnten
von Kennern in aller Welt bevorzugt werden. Hervorragende Quglität
und langjährige Ablagerung zeichnen die bekannten Marken Deinhard
Kabinett Deinhard Hochgewächs Deinhard Lila in beſonderem

Zugaben sinc nichts anderes als Lodtmittel.
Bleiben Sie bei der beuährten Rama Margarine
butterfein! Beim Einkauf von Rama erhalfen
Sie keine Zugaben, sondern nur Qualität, die
Ihnen wertvoller sein muß als zweifelhafte
Geschenke‟
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Sie sparen viel Geld
wenn Sie bei uns kaufen.
Kurta-Mulf
Pädagogstraße 2.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.

6 19.15: Fr. Rothſtein: Die Heilsarmee. g 19,85: Ing. Naudewig:
Die Sorah=Expedition. Moderne Höhentransporte w 20.05: Film=
Wochenſchau. O 20.15: Großſtadtluft. Schwank von Blumenthal und
und Kadelburg. Leit.: Ben Spanier. Anſchl.: Kaſſel: Spätkonzert
der Hauskapelle.

Stuttgart.

Freitag. 9. Dezember. 12.30: Schallplattenkonzert. O 16: Aus
dem Reiche der Frau. o 16.15: Konzert d. Funkorch. Einlagen:
Maria Nagel=Matterſtock. O 18.15: Anna Blos: Die Frauen um
Schiller. O 18.45: Landwirtſchaftsfunk. 19.15: Vortrag Dr. L.
Hirſchberg: Carl Loewe, ein Tonkünſtler des Chriſikinds. (Vom
Vortragenden am Flügel und d

konzert. Leitung: M. Hahn. Mitw.: A. Rappold (Tenor), Herm.
Conzelmann (Baß), der Verein für klaſſiſche Kirchenmuſik. Corelli:
Weihnachtsmuſik. Haydn: Sinfonie in B=Dur. Bach: Weih=
nachtskantante
: Sie werden aus Saba alle kommen. Anſchließend:
Grotesken=Abend. Unter anderem: Der häusliche Friede Komödie
in einem Aufzug von George Courteline.
Berlin.
Freitag, 9. Dez. 15.30: Charlotte Mühſam=Werther: Aus=
wüchſe
des Zugabeweſens.
0 16: Stunde mit Büchern. O 16.30:
Kapelle Rooſz. Mendelsſohn: Ouv. Nun Blas. Thome: Simple
aveu. Smetana: Böhmiſche Tänze. d’Albert: Fant. Tiefland.
Händel: Largo Wieniawski: Kuyawiak. Popper: Ung.
Rhapſodie. Meine Sonne. Paraphraſe über neapolitaniſche
Lieder. Cortopaſſi: Ruſticanella. Maſſenet: Fant. Manon.
Kacſoh: Spät im Herbſt, ung. Lied. Beethoven: Menuette
G=dur. Strauß: Schatz=Walzer. Kodaly: Adagio. Goens:
Scherzo. Ung. Lieder, Potp. Eysler: Wienerſtadt, mein
Paradies. O 19.05: Italieniſch. o 19.30: Dr. Schwiefert: Jüngſte
ruſſiſche Dichtung. o 19.55: Prof. Dr. Hirſch: Die modeine
Induſtriewirtſchaft. D 20.30: Sinfoniekonzert. Bach: Branden=
burgiſches
Konzert Nr. 3, G=dur. Strauß: Konzert für Horn
und Orcheſter. Beethoven: Sinfonie Nr. 5. C=moll, op. 67.
D 22.30: Nachtmuſik Conradi: Ouv. Berlin, wie es weint und
lacht. Wanda: Gib acht, du kleines Mädchen, Walzerlied.
Hollgender: Der Vorſchuß auf die Seligkeit. Kollo: Es war
in Schöneberg. Holländer: Der letzte Taler. Mendelsſohn:
Da kommt ſo mancher nicht mehr mit. Lincke: Berlin bei
Nacht. Potp. Mendelsſohn: Die Zeitlupe. Lincke: Im
Walzerrauſch, aus Halloh, die große Revue. Knopf: Berlin,
du kannſt beruhigt ſein. Guttmanns Ufa=Sinfoniker. Grete Wiedecke,
Am Flügel: Ben Geyſel.
Stettin. 13.05: Mitteilungen für den Landwirt. O 19.50:
Perſonenverzeichnis und Inhaltsangabe zur nachf. Uebertr. aus dem
Stadttheater Stettin um O 20: Joſeph und ſeine Brüder in
Egypten, lyriſches Muſikdrama in 3 Aufzügen von Mehul.
Königswuſterhauſen. Freitag, 9. Dezember. 14.20: Kinderlieder,

atmung. 16.30: B. K. Graef: Sprechtechnik. O 17: Dr. Hans
Roeſeler: Das bürgerliche Mittelalter. o 17.30: Prof. Dr. Hil=
pert
: Moderne Schweißtechnik. o 13.30: Engliſch für Anfänger.
O 18.55: Min.=Rat Kralik: Die Entwicklung der Kohlewirtſchaft
ſeit der Vorkriegszeit. O 19.20: Wiſſenſchaftl. Vortrag für Aerzte.
20: Uebertr. aus der Liederhalle Stuttgart: Sinfonie=Konzert.
Bruckner: Neunte Sinfonie und Tedeum. Dir. Haan. Anſchl.:
Berlin: Preſſenachr. O 22.30: Nachtmuſik.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 10. Dezember
(ngeh der Wetterlage vom 8. Dezeiber).
Bei wenig veränderten Tmperaturen meiſt wolkiges Wetter.
Die Hefſiſche Wetterdienſtſtelle.

Hauptſchriftiettung. Rudo / Maup=
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; ſtür den Schlußdieuff: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeraienieil: Willy Kuhle; Drud
und Verlag: L. C. Wittſch ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.

2604

Aese

1 Waggon Sperrholz eingetroffen
Stets bedeutende Vorräte in allen Sorten
Hölzern für Induſirie und Baubedarf.
Neu & Henſchke, Darmſtadt
Holzhandlung
19215a
Weiterſtädterſtr. 56 (am Güterbahnhof) Fernruf 1926/27

[ ][  ][ ]

Vom Hoizmartt

ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Geſchäftslage am Holzmarkt iſt abge=
flaut
, die Umſätze haben ſich etwas verringert, die Preiſe für Rohholz
zeigen eine geringe Abſchwächung. Die Holzverbraucher erklären, daß
die Beſtellungen langſam eingehen, daß zwar noch Beſchäftigung aus
älteren Aufträgen vorliege, daß aber bald wieder Arbeiterentlaſſungen
notwendig werden würden, wenn ſich die Geſchäftslage nicht beſſere.
Vor allem wird in denienigen Kreiſen der Sägewerksinduſtrie, die Auf=
träge
auf Dimenſionshölzer aufzunehmen pflegen, die Nachricht von der
bevorſtehenden Einſchränkung der kommunalen Bauten, zu denen Holz
gebvaucht wird, dahin gedeutet, daß man mit ſinkenden Preiſen für ge=
ſägte
Bauhölzer werde rechnen und daher mit billigeren Bauholzpreiſen
auch im Walde werde kalkulieven müſſen. In den bevorſtehenden forſt=
fiskaliſchen
Verkaufsterminen ſollten alle Sägewerksbeſitzer der Tatſache
eingedenk ſein, daß die allgemeine Wirtſchaftslage undurchſichtig iſt,
und daß wahrſcheinlich mit einer geringeren als der diesjährigen Bau=
tätigkeit
für 1928 zu rechnen ſein wird. In Bayern haben einige Holz=
verkäufe
eine verhältnismäßig geringe Beteiligung aus den Kreiſen des
Sägemühlengewerbes gebracht, vor allem will man eine Zurüickhaltung
gevade bei denfenigen Werksbeſitzern beobachtet haben, die zugleich Bau=
geſchäfte
betreiben. Lebhafter iſt dagegen der Geſchäftsgang im Schwel=
len
=Handel geworden, weil man ſich hier Aufträge vom Eiſenbahn=
zentralamt
, auch in Auslandsſchwellen, vevſpricht. Die Leiſteninduſtrie
iſt noch befriedigend beſchäftigt, infolgedeſſen beſtand Nachfrage nach
Blauen aſtreinen Seitenbrettern, die in größeren Mengen umgeſetzt
werden konnten. Sperrplatten bleiben geſucht, ſie verdrängen immer
mehr die aſtreinen blanken Seitenbretter. Erle wurde gut umgeſetzt.
Die Preiſe hierfür ſtiegen um 34 Mark je Kubikmeter.

Frankfurier Effekienbörſe.

Frankfurt a. M., 8. Dezember.
An der heutigen Börſe konnte ſich die Haltung weiter befeſtigen. Die
Stimmung war allgemein etwas zuverſichtlicher, da man in Börſen=
kreiſen
damit rechnet, daß das Inkrafttreten der Arbeitszeitverordnung
um einige Zeit hinausgeſchoben wird. Dann wirkte der Krupp=Abſchluß
weiter günſtig, ferner bewwies man auf die Hauſſebewegung der deut=
ſchen
Anleihen in New York. Die Umſatztätigkeit blieb jedoch einge=
ſchränkt
, da die Beteiligung des privaten Publikums am Börſengeſchäft
nach wie vor gering blieb. Zur Zurückhaltung mahnte der unüberſicht=
liche
und immer noch angeſpannte Geldmarkt. Man vermutet hier wie=
der
ſtärkeren Bedarf von kommunaler Seite. Lebhaftere Umſätze ver=
zeichnete
der Farbenmarkt im Zuſammenhang mit der Aufſichtsratsſitzung
am 10. Dezember. J. G. Farben konnten zum erſten Kurs bereits 4
Prozent anziehen. Gegenüber den Kurſen der geſtrigen Abendbörſe
wurden im übrigen durchſchnittliche Kursbeſſerungen von 1 bis 3 Proz=
erzielt
. Stärker gefragt waren Rheiniſche Braunkohlen mit plus 5,5
Prozent; Th. Goldſchmidt mit plus 4 Prozent und Zellſtoff=Waldhof mit
plus 3,75 Prozent. Schiffahrtswerte lagen vernachläſſigt und eher an=
geboten
. Hapag verloren 0,5 Prozent, Nordd. Lloyd 1,25 Prozent. Elek=
trowerte
konnten überwiegend 1 bis 3 Prozent anziehen. Am Banken=
markt
blieben Deutſche Bank nach ihrer geſtrigen Kursſteigerung nur be=
hauptet
, Dresdner Bank eher etwas ſchwächer. Der Anleihemarkt hatte
nur geringes Geſchäft. Ablöſung blieben behauptet, Türken rückgängig.
Nach den erſten Kurſen wurde das Geſchäft, vom Farbenmaukt aus=
gehend
, allgemein lebhafter. Am Montanmarkt trat ſtärkere Nachfrage
nach Mannesmann und Rheinſtahl ein, die erneut 4 bzw. 2 Prozent ge=
wannen
. J. G. Farben plus 2 Prozent. Es machte ſich wieder ein ge=
wiſſer
Materialmangel bemerkbar. Später bröckelten die Kurſe auf
Realiſationen verſchiedentlich etwas ab. Tägliches Geld zu 7 Prozent
etwas leichter. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1865,
gegen Pfund 20,440; London=Kabel 4,8817½; London-Paris 124,02;
Mailand 90,00; Madrid 29,60.
Die Abendbörſe war ſehr widerſtandsfähig, doch durch Gewinn=
mitnahmen
der Tagesſpekulation nicht mehr einheitlich feſt. Höher
lagen noch Bankaktien und Elektrowerte mit Ausnahme von Siemens
u. Halske, ferner die meiſten Montanwerre. Etwas leichter waren die
Farbenaktie, Waldhof, Schiffahrtswerte weiter freundlich. Der weitere
Verlauf blieb lebhaft bei allerdings leicht ermäßigten Kurſen.
Im einzelnen nannte man: Danat 221, Dresdner 153,5, Metall=
bank
138,5, Gelſenkirchen 131,5, Harpener 183, Mannosmam 142,
Rheinbraun 2,6, Rheinſtahl 159, Stahlverein 100, Nord=Lloyd 148,55,
A. D. G. 156,25, Daimler 81,25, Farbeninduſtvie 258,75, Gesfürel 272,5,
Metallgeſellſchaft 181, Petersunion 106, Rütgerswerke 88,5, Siemens
u. Halske 266,5, Zellſtoff=Waldhof 252,
Im Abenddeviſenverkehr lagen Deviſen-Mark etwas feſter.
London-Paris 124,02, Mailand 89,90, New York 4,8821, Zürich
25,27½, Holland 12,007, PfundeMark 20,/44½, Dollar-Mark 4,1875.

Berliner Effektenbörſe.

Berlin, 8. Dezember.
Noch im heutigen Vormittagsverkehr war eine einheitliche Tendenz
nicht zu erkennen. Die Kursentwicklung war recht unſicher, da eine
Preſſenotiz über ungünſtige Dividendenausſichten beim Stahlverein ver=
ſtimmt
hatte und die Aktien dieſes Unternehmens mit 97,5 Prozent ange=
boten
lagen. Später griff jedoch eine ruhigere Auffaſſung Platz, indem
man die Anſicht hören konnte, daß alle Verwaltungserklärungen betreffs
Ausſichten im Kohlenbergbau, im Zuſammenhang mit den Schlichtungs=
verhandlungen
zu werten ſeien. Auch wurde von zuſtändiger Stelle er=
klärt
, daß ſie auch weiterhin Dividendenſcheine mit 5,75 Prozent aufneh=

en. An der Borſe ſelbſt traten dann nur die günſtigen Momente in
den Vordergrund und beſonders die tiefen Zahlen des Kruppabſchluſſes
fanden Beachtung. Man bezeichnete die ſeit einigen Tagen anhaltende
Bewegung als techniſche Hauſſe, die noch verſtärkt werden könnte, wennn
eventuell noch laufende Stellagen umgeworfen würden; denn man konnte
in erſter Linie auch heute nur Deckungen in großem Stile beobachten,
denen ſich allerdings die Spekulation mit kleinen Meinungskäuſen an=
ſchloß
, während ſich bei den Banken der Ordereingang kaum vergrößert
haben dürfte. Auch heute traten zwei Großbanken als Käufer auf, die
man ſchon in den letzten Tagen mit Auslandskäufen, angeblich für ein
internationales Hauſſekonſortium in Zuſammenhang gebracht hatte. Die
Kursgewinne zu den exſten Notierungen betrugen im Durchſchnitt 14
Prozent, Spezialwerte waren bis 10 Prozent geſteigert. So konnte
Mitteldeutſche Kredit 4,5 Prozent, Deutſche Waffen 4 25 Prozent, Berger
10 Prozent, Bemberg 7 Prozent, Glanzſtoff 5 Prozent, Waldhof 5
Prozent, Spritwerte 55,5 Prozent, Maximilianshütte 6,25 Prozent,
Rheiniſche Braunkohlen 4,75 Prozent, Goldſchmidt 425 Prozent und
Chadeaktien um 6 Mk. anziehen. Im Verlaufe der erſten Börſenſtunde
änderte ſich die Tendenz mindeſtens dreimal, doch blieb der Grundton
immer feſt und per Saldo erzielten die Mehrzahl der Werte neue 12 Gewinne. Recht lebhaftes Geſchäft hatte der Farbenmarkt.
Rheinſtahl, Bankaktien unter Führung von Danat= und Kommerzbank,
Waldhof, die zeitweiſe faſt 7 Prozent über Anfang lagen, und von Mon=
tanwerten
Mannesmann, Rheiniſche Braunkohlen und Harpener. Auch
die führenden Elektrowerte weiter lebhaft. Anleihen und Ausländer
eher feſter, nur Türkenloſe minus 0,5 Prozent, Pfandbriefe vernachläſ=
ſigt
, es trat eine leichte Realiſationsneigung hervor. Deviſen relativ
kleine Umſätze, Mark feſter Geldſätze unverändert, nur Tagesgeld er=
fuhr
eine weitere Erleichterung auf 78,5 Prozent.
An der Nachbörſe bröckelte ein Teil der Montaaaktien um 0,25
bis 0,5 Prozent ab. Auch Elektrizitätswerte und Spritaktien behaupteten
die Schlußkurſe nicht. Dagegen blieben Zellſtoff=Waldhof mit 253,5;
Schiffahrtsaktien und Bankaktien ſowie die Neubeſitzanleihe mit 13,12 ge=
ſucht
. Gute Meinung beſtand für Zuckerwerte auf Grund der internatio=
nalen
Abmachungen. Textilwerte zogen nachbörslich teilweiſe leicht an.
Schleſiſche Textil 82. Man nannte im einzelnen: J. G. Farbeninduſtrie
260; Siemens 267,5; Schuckert 169,5; Geſ. für Elektr. 272,5; Schultheiß
377,5: Oſtwerke 327; Ver. Glanzſtoff 550; Bemberg 417; Hapag 143,5;
Nordlloyd 148,5: Danatbank 222,5; Altbeſitzanleihe 1 und 2 52,90; dito 3
55,80.

Aſchaffenb. Zellſtof
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin
Berlin el. W.
Berlin Karlsru
Braunkohl.-T
Bremer Vulkat
Bremer. Wolle
Deutſch.=Atlan 1.
Deutſche Maſchit
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl.
Teutſche Petroleu:
Dt. Kaliwerke.
Tonnersmarckhütte".
Tynamit Nobel
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
R. Friſter..
Gaggenan Vo=
Eelſenk. Ber=
G. f. elektr Untern. .
Kalle Maſchkinen
Han. Maſch. Ege
Sanſa=Dampfſchf.

12. 8. 12 7 12 8 12 163. 1172. Hemoor=Zement. . . . 1240. 238. 99.25 99. Hirſch Kupfer.. 106. 106.5 30. 30. Höſch Eiſen.. 135.5 138. 70.5 70.5 Hohenlohe Werke 17.625 18.75 72.25 74.5 Kahla Vorzellan. 95. 99. 181. 1181. Lindes Eismaſch.. . 144 147. 140. 141.- Lingel Schuh. . . 63. 67. 185. 193 Linke u. Hofmann . 102.5 104. L. Loewe u. Co. . 236. 242.5 62.875 63.75 C. Lorenz... 1075 109.25 Niederlauſitzer Kohl 152.5 153. 118. 122.5 Nordd. Gummi. 65. 65. Orenſtein. . 128.25 127.5 Rathgeber Waggon. Rombackeer Hütten .." 71. 73. 109.25 121.75 Roſitzer Zucker. 2. 76. 157.25 1160.75 Rütgerswerke 86.875 88.5 252 25 258. Sachſenwerk. 109. 111. 105.5 1106. Sächſ. Gußſtahl. 132.75 135. 33. 33.375 Siemens Glas. 147.5 149.5 Ver. Lauſitzer Glas 132. 132. 269. 270 Volkſtedter Porzell.. 52. 55 75 148 153. Weſtf. C. Langendreer 60. 61. WittenerGußſtahl. 43.5 43.5 210. 1213. Wanderer Werke.. 216.5 220.

Deviſenmarkt.

Kelſing ſors. . .
Wien...."
Prag ...."
Budapeſt.
Soſia.
Kolland.
Lslo.
Kopenhagen.
Stockholm. .
London.. . . ."
uenos Aires.
New York ..."
Belgien.. ..

7. 12.
Geld / Brief
0.54 110.56
59.03 59.15
12.403/12.423
73.23/ 73.37
3.022/ 3.028
169.29 169.63
111.39 111.61
112.26/1 12.48
113.04 113 26
0.431120.471
1.191/ 1.795
4.1845/4.192:
58.55 58.67

g. 12.
Geld / Briefl
10.527 10.547
58.93 59.05
12.395 12.415
73.20/ 73 34
3.022/ 3.02
69.16 169.5
111.29 111.51
112.19 112.4
12.93 113.15
20.421/20.46
1.789 1.79.
1.1835 4 1915
58.49 158.6

Italien.
Paris ..
Schweiz ..
Spanien. .
Danzig.
Japan. . .
Rio de Janeiro
Jugoſlavien".
Portugal .
Athen ..
Konſtantinopel
Tanada. ..
Urugugy.

7. 19
Geld Brie
22.72 22.76
H16.47 16.51
30.785 80.945
69.28 69 42
81.69/ 81.85
1.920/ 1.924
7.373/ 7.387
20.78 20.8
5.594/ 5.606
2.179 2.183
4.181/ 4.18s
4.436/4.344

8. 12.
Geld / Brief
22.665/22.705
16.455 16.495

80.79
69.13
s1.67
1.918
0.4985 0.5005/0.498510.5005
7.373
20.66

0.95
69.27
81.83
1.922
7.387
20.70

5.594/ 5.608
2.177/ 2.181
4.179/ 4.18
4.336/ 4.34

Wirtſckaftliche Rundſchau.

J. Ph. Müller A.=G., Holzhandlung in Hanau. Die Bilanz dieſer
Geſellſchaft, die ſich in Liquidation befindet, weiſt per 31. Oktober 1926
einen Verluſt von 50 307 Mark aus. Die Kreditoren hoben ſich in der
Zeit von der Liquidationseröffnungsbilanz am 30. Juni 1926 bis zum
31. Oktober 1926 nur unweſentlich erhöht auf 49 933 Mark (46 667 Mk.),
desgleichen Debitoren 19576 Mark (19896 Mark), Mobilien, Waren=
und Autokonto ſind weiter vermindert worden. Das Beteiligungskonto
ſteht in Höhe von 45 000 Mark ebenſo wie das Kapitalkonto unverändert
mit 45 000 Mark bzw. 100 000 Mark zu Buch. Zu Mitgliedern des Auf=
ſichtsrates
wurden die Herren J. Ph. Müller und Fabrikant Julius
Brüning, beide in Hanan, und Herr Max Hüther in Frankfurt a. M.,
wiedergewählt.

1927 erwähnt zunächſt nochmals die kürzliche Verwaltungsmit
über geringen Auftragseingang und Stilliegen von faſt vier Fünne

Werkſtätten. Die Wieder=Ingangbringung der Werksanlagenn
erhebliche Unkoſten verurſacht, auch mußten wieder erhebliche 80
an Außenſtänden abgebucht werden. Die Erfolgsrechnung ſei einn
triebsüberſchuß von 774 000 (209 000), wovon für Unkoſten 1,1-,
Millionen RM. und für Abſchreibungen 0,103 (0,111) Millione
nodwendig wurden, wodurch ſich ein erneuter Verluſt von rund
RM. ergibt, der aus der Sanierungsreſerve von 510 000 RM.,
wird. Die Bilanz zeigt das A.=K. mit 1,52 (4,06) Mill. RM.,
theken 1,49 (0,8) Mill. RM., Kreditoren 0,72 (1,94) Millionen RA2.;
zahlungen 0,7 (0,27) Millionen RM., Akzepte 0,50 (0,14) Millionera
andererſeits Vorräte 225 (2,07) und Debitoren 0,42 (0,3) Min=

Beſſerung in der Hanauer Diamanteninduſtrie. Die Kriſe aun
Weltdiamantenmarkt im Sommer d. J. hatte auch bei den Diog
ſchleifereien Hanaus ſich beſonders bemerkbar gemacht, nachdem
die belgiſche Inflation ebenfalls dazu beigetragen hatte, lähmen=
den
Geſchäftsgang der Hanauer Induſtrie zu wirken. Viele B8
der Diamantſchleifereien in Hanau und Umgebung mußten ſchn
ſo daß 75 Prozent aller Diamantarbeiter arbeitslos wurden.
einigen Wochen iſt nun ein neuer Lohntarif in Geltung, der ſich=
belgiſchen
Lohntarif anlehnt und zu dem jetzt noch gearbeitet:,
Die ſeitherige Kriſe konnte weſentlich zurückgeſchraubt werden. T8 haben größtenteils ihre Produktion wieder aufgenommen=
erhöht
, ſo daß die Zahl der arbeitsloſen Diamantarbeiter hs
10 Prozent zurückgegangen iſt. In Unternehmerkreiſen wird
giſche Konkurrenz jedoch noch nach wie vor als drückend empfundenn
Weihnachtsgeſchäft hat bis jetzt nicht die Belebung gebracht, wie u.
angeſichts des günſtigen Vorjahresgeſchäfts erwartet hatte.
Hafenmühle A. G. in Frankfurt a. M. Die Generalverſammlrln
der 6 Aktionäre ein Kapital von 1 707 800 RM. mit 85 390 Stin
vertraten, genehmigte den bekannten Abſchluß mit 5 Prozent Dictt
Direktor H. Lévy=Straßburg und Direktor Fritz Mehr=Berlin
aus dem Aufſichtsrat aus. An ihrer Stelle neu gewählt als Vié=
der
neuen Gruppe wurde Direktor Jakob Dreyfus (Bankhaus 22e
Frankfurt a. M.).
H. Fuchs, Waggonfabrik, A.=G., Heidelberg. Der Bericht füül

In das neue Geſchäftsjahr ſei man mit einem Auftragsbeſtandt
treten, der eine Beſchäftigung für meherere Monate gewährleiſtes
Triumphwerke Nürnberg A.=G. Das Geſchäftsjahr 1926/27
mit einem Reingewinn von 436,479 RM. ab, woraus der ng
5. Jauar einberufenen G.=V. die Verteilung einer Dipidenr
10 (i. V. 5) Prozent auf 3,085 Mill. RM. Aktienkapital vorgsihl
werden ſoll. Im neuen Jahr ſei der Auftragsbeſtand befriediger)
Die Brotkorn= und Kartoffelernte Preußens im Jahre 1925
den Mitteilungen der Statiſtiſchen Korreſpondenz über die W.r
und Kartoffelernte Preußens im Jahre 1927 ſtellt ſich die Geſa
menge nach den vorliegenden Zahlen beim Brotgetreide auf 71,55!
uien Doppelzentner gegenüber 65,7 Millionen Doppelzentner
jahre. Dieſe Zunahme ergibt ſich in erſter Linie aus der Erhöhan
Winterweizenernte; dieſe iſt, nicht zuletzt infolge eines umfang=rin
Anbaues, auf 17,9 Millionen Doppelzentner geſtiegen (1926 14,65M‟
nen Doppelzentner). Die Winterroggenernte erreicht insgeſamt 5,/ nn
lionen Doppelzentner (1926: 48,9 Millionen Doppelzentner).
ſamtmenge der geernteten Kartoffeln beträgt 248,7 Millionen
zentner (1926: 215,8 Millionen Doppelzentner). Es zeigt ſich eiſſth Wei
in dieſer Beziehung ein kleiner Fortſchritt gegenüber den ſehr r.// Mehl
gen Verhältniſſen des Vorjahres. Leider iſt der Anteil der err F0n.
Kartoffeln mit 5,7 Prozent der geſamten Ernte verhältnismäfky
Die Produktionskapazität der größten amerikaniſchen Stahlunce W Zrima. 2
men. Das Erzeugungsvermögen der wichtigſten amerikaniſchert/ 4
fabriken wird zurzeit auf folgende Ziffern geſchätzt: An der Sſe.
die U. S. Steel Corporation mit 23,3 Mill. Tonnen, hierauf fa/// / 1370, Jur
Bethlehem Steel Corporation mit 6,7 Millionen Tonnen, die W
tovn Shect and Tuße Co. mit 3.2 Millionen Tonnen und di5
Laughlen Steel Corporation mit 3 Milliopen Tonnen. Die
R
des füngſten Konzern, der durch die Fufion der Nepublic F
IABr.
Steel Co. mit der Trumbull Steel Co. entſtanden iſt, wird auf
0t Katze
lionen Tonnen geſchätzt.

tat
nuar 1.

Viehmärkte.

Mun und
Fyet

Darmſtädter Viehmarkt vom 8. Dezember. Aufgetrieben 9
138 Kälber, 20 Schafe, 7 Ochſen. Die Preiſe ſtellten ſich fün m
a) 6770, b) 5966, c) 5258, für Schafe 4045 pro Pfu vFr
Marktverlauf war ſchleppend. Ueberſtand.
Mannheimer Viehmarkt vom 8. Dezember. Zum heutigen K.1
markt waren zugeführt und wurden die 50 Kg. je nach Klaſſe gn
75 Kälber 5268; 14 Schafe 4046; 54 Schweine 5863; 493 Fuhl
Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 814; über 4 Wochen 1521; Au
bis N. Marktverlauf: Kälber ſchleppend, langſam geräumt, ch
ruhig, Ferkel und Läufer mittel.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 8. Dezember. Der Auff=P
heutigen Nebenmarktes beſtand aus 95 Rindern, 874 Kälbern, 40ck!
und 884 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebexwel
der Vorwoche waren 20 Kälber und 380 Schweine mehr ans.
während 175 Schafe weniger zum Verkauf ſtanden. Bezah
für: Kälber b) 7277, c) 6371, d) 5862. Schafe a) 4449, H
() 3035. Schweine b) 6366, c) 6265, d) 6063, e) 55
Vergleich zu den Preiſen vom Montag zogen Kälber 35 RM
13 RM. an, während Schweine his 2 RM. nachgaben. FLI
markt: Ochſen= und Rindfleiſch T 90100, II 8085. Bmen
8893, Kuhfleiſch I6070, II 5060, III 4050, Kalbfleiſch ImA
Hammelfleiſch 7585, Schweinefleiſch 7080, Gefrierfleiſch, Ru
Vorderviertel 52 und Hinterviertel 62. Geſchäftsgang: mäßigan

Durmtädter u.

Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Tei=
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
.. .
4% Dt. Schutzgeb.=
Anl.

4% Ung. Goldr.

4ſ Ung Staatsr.
v. 10 ..... ..."

52.7

320 Ung Eiſ Tkor

13

Außereuro=
päiſche

7.3

20

äuß. 99

b)Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914/ 38.25
5%L. Inv. 1914/ 38
4½% 1898 ....
4½% 1902 ... 2.2!
4½ Bosnien ..

konſ. inn.
Irrigat.

Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

6% Bulg. Tabak. 02/ 17

Mit Zinsberech
nung

4 ½%Oſt. Staatsr.
u.1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4:/s%0 Oſt. Silberr.
4% Goldr.
4% Oſt. Goldrente
(t. Innsbr. Abk.
4% einh. R. (k.

3% Port. (Spz.) III

5%Rum.am. R.03
4½%Gold. 13.
4½ am.kon.
4½ am.05

28.8
4.25

9.5

4% Türk. (Adm. 03
(Bagd.)
4% (V
d
4½u
190
4% 1911
Zoll

4½% Ung. St. 1913
4½%
(lt. Tnnsbr. Abk.
4½% Ung St. 1914
4½% Ung. St. 191.-
(lt. Innsbr. Abk.)
** Ung Goldr.

Meining. Goldpf.

Dresd. St.

Frkf. Hy
Goldpfbr.

Goldpfbr.

Goldpfbr.

Goldpfbr.

Goldpfbr.
% Frrf. Pf
Goldpfhr.

an

Gold

Mar vant, Nr Min anditge 10%Komm.Elektr.
Mark (Hagen) 8½ Voigt &Häffner
Goldobl. .... . . Goldobl.
.. 01 3% Württbg. Hyp.= 8% Komm. Ldsbk. Bank Goldpfbrf. Darmſt., Reihe I 96 Aré 8% K. Landesbank Darmſt. Reihe II 96 Ohne Zins= 8% Ldwgshf Stadt=
Goldanl. 92.5 berechnung
5% Bdw. Kohl 23 7% M. KraftHöchſt 88.25 6% Großkr. Mannh. 8% Mainz.=St.=G. Kohl. 23
.. 8% Mannh. St.=G. 6%Heſ. Brk.=Rg. 23 6% Mannh. St.=G., 78.75 5% Heſſ. Volksſtaat 7%6 M.=Stahlw. 27 90 Roggen .. . . . 23 18 8% Naſſ. Ldb. Gold 102 5% Pr. Kaliw. . .." 8% Nbg. St. Gldal. 5% Pr. Roggenw. 8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
% Pfälz. Hyp.=Bk. 98 5% Südd. Feſt. B. G
Vorkriegs=Hyp.=B. Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bl
Goldpfbr. 94 Pfandbriefe 1105.25 88.5 Bahr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb. 98 8% Pforzh. St.=G. Bayr. Hyp. u. Wechſ 82.25 8% Pirmaſ. St.=G. 91 Berliner Hyp.=Bk. 93 8% Pr. Centr. Bd.= Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk. 98 Cr.=Bk. Gldpfbr. 99 8 Pr. Centr.=St.= 94 ſchafts=Goldpfbr. 92 Mecklb. Hyp.=u. Wb. 89 0 Pr. Centr.=St.* Meining. Hyp.Bk.. ſchafts=Goldpfbr. 25 Nordd. Gr.=Cr.=Bk. 8%Rh.=Hyp.=Bk. Pfälz. Hyp.=Bk. 81 Goldpfbr. 96.5 Preuß. Bod.=Cr.=B. 98.5 94 25 Pr. Cent.=B.=Cr. B. 4½%0 Lig. Pfb. 89.5 Preuß Pfdbr.=Bk. Anteilſch. 815 93.5 89 2%Rh. Stahlw.
. 123 Südd. Bodenkr.
Württ Hyp Bk. 99.5 10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 102.75 Staatl. od. prov. r. / 94 9. garantiert 90 Maan. 92 Heiſ. L.=Hyp.=B. Landeskr. Caſſel 76 Goldpfdbr. 96.7 Naſſau Ldsb % V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld= Obligationen v. 86 ob mit Optior 92 Transportanſt. 2 V. Stah. w. Düſ= 4½ Eliſ.=Bahn ſtfr. eldorfHyv.=Gd. 42 Galiz. Carl= obl. ohne Option 90 25 Lud.=B. 7½ Viag( B. Ind.- abg. Unt. Bln.) 27 87 Oſt. Sd. (L.)ſtfr.

Brantfärter Karsderice vont 0. Bti-

2,6%AlteOſt. Südb.)
2.6% Neue
4½Oſt. Staatsb. 83
%Oſt. 1. b. 8. E. ..

32Oſt. abg.
3 9.Em.
%
3% 1885.
3% abg.
3%Oſt. Erg. Netz
3%Oſt. abg.
3% Raab Oebd. 8:

abg.
91

14:
14:
5.25
21.1

Südd. Disc.=Geſ. ,131

Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein

172

20.8

21.5
19.25

4% Rud. Silber
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½%0 Anat.. S. I
4½% Anat., S.III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec. .
4½%0

1405

170
179

13.3

AJr
4 2

3.3

Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.
Bad. Bk.
Bk. f. Brauind.
Barmer Bankv. . . 135
Bay. Hyp.=Wchſ. 1154.5
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. 169
Darmſt. u. Nat.=Bk. 219.5
Deutſche Bank . . . 153.5
D. Eff. u. Wchi.=Bk. 123.5
D. Hyp.=Bk. Mein. 135.5
D. Vereins=Bk.
101
Disk.=Geſellſch
1143.25
Dresdener Bf.
151.25
Frankf. Bf.
1115
Frankf. Hypth •Bk./141.5
Frkf. Pfdbr. Bk.
148
Gotha. Grundkr. Bk. /145
Lur Intern. Bank
Metallbank
138
Mitteld. Creditb
Pfälz. Hyp.=Bf.
Pr. Bd.=Creditbank 135
Hyp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant 178.75
Rhein. Creditbk. 125
Rhein=Hyp.=Bk. .. 167.2
Südd. B.=Creditbk.

Bergwerks=Ak!.
Buderus.
Eſchw. Bergw.
Gelſenkirch. Bgw. .
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St.. ..
Genußſchein .. .
Kali. Aſchersleben.
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln. .
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr .
Mansfelder
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant. .
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw.
Riebeck Montan. . . .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb..
Ver. Laurahütte
Ver. Stahlwerke.

197
129
183
200
123
154.75
228
167

141
113.5
85
38
89.25

157
145
180
17
75.75

Induſtrie=Akt
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)/271
187
Henninger
Hercules Heiſiſche /152
Löwenbr.=Münche /330
Mainz. Aktier Jr. 35
Schöfferhof(Bind.) 321
Schwarz=Storchen
Tucher. Nürnverg
Werger.
162

Attum. Berlin
Adler & Oppenh
Aolerw. (v. Kieyer)/ 83
6%E. A. G. Vzg. A 84.5
5% A. E. G. V;g. B
A. E. G. Stamm 155
Bad Maſch. Durla 1137.5
Bad. Uhren, Furtw. 10.5
Bamag=Mequin ..! 29.5
Baſt Nürnberg .. . 221

Bahr. Spiegel.
Beck & Henkel
Bergmann El
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb.
Cement. Karlſtad
Cement. Lothr.
Chem. Albert ... .."
Chem. Brockh.
Chem. Milch
Daimler=Benz
Dt. Eiſenhande
Deutſche Erdö
D. G. u. Silb.
D Linoleum
Dingler, Zweibrück
Dresd. Schnellpr.
Dürkoppw. (St). ..
Dürr. Ratingen
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl..
E. Licht u. Kraft
El Lieferung
Elſ Bad. Wolle
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Ezlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens
Farbenind J. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter
Feiſt, Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof.
Frrf.=M. Pok. u. W
Beiung ECie
Goldſchmidt, Th
Gotha Waggon
Gritzner Maſch
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft
Haid & Neu
Hammer en
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..

70

133.5
176

125
85
37
8).5
85.75
121.25
129.25
240

Heyl genſtgedt.
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kurfer
Hoch=Tief Eſſen
Holzmann".
.11
Holzverk. Ind.
Hydrom. Breslau
Jnag .."
Junghans St.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt. N.

Schulßs. Grünlack
Seilind Wolff.
Siemens Glas
Siemens & Halsk.1
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.-O
Thür. Lief. Eotha
Uhren Furtwängs
Unter fr. Kr.=El.=*
Beithwerke

Ver f. Chem. Im=
Ver. d. Olfbr. Manz

Klein. Sch EBecker/110

106

Knorr, Heilbronn . /167
Konſerv. Barun,
Kriv. All=Württbg./ 95
Krauß E Co
Lahmeyer
161.5
Lech, Augsburg
Lederw. Rothe
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle .I. 40.25
Ludwigsh Walzm. /119.25
Lüdenſcheid. Metall 101
Mainkraft Höchſt 113
Mars=W. Nürnberg 1.)
Metallgeſ. Frkf. 123
Miag Mühlenb 1141
Moenus Stamm 67.25
Motorent. Deutz . / 61
Motoreni. Oberurt./ 78.5
Münch. Lichtſpielk. 94
Neckar). Fahrz
Neckarw. Eßlingen /133.75
Beters Union
196
Pfälz. Näh Kayſe
Philipps
55
Porzellan Weſſel
Rein Gebb.&Schal/100
1149
Rhein Eleftr
Ryenania,Kunheim! 54
Rütgerswerte
Schneid & Hanau./ 53
Schnellpr Fran: 80
Schramm Lackfr 1124.5
Schriftg Stemp 113.5
Schuckert Elettr. 116 1.2-
Schuhfbr. Weſſel.. / 62
Schuhf. Her. .. . . . 35

Ver. Faßf Caſſel=
Gummi. Bln.=FrL
Pinſel=Nürnberg
Ultramarin
Zellſtoff Berl.
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffnerz.
Polthom Seil
Wayß & Freytags-
Wegelin Rußfbr
Zellſt Aſchaffenbe
Zellſt Meme.
Zellſt. Waldhof
Zucker: Rheing-

Transport= un
Verſicherungs-I.
Dt Reichsb.=Vors.
A. Dt. Eiſenbahn
A. Lokalb u. Kra-
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E.B.
Südd. Eiſenb.-GS
Hapag
Nordd Llohyd

Frtfi. Allg. Ver
Frankonia Rückv.

Darmſtädter Be=

Bahnbedar
Dampfk. Rodber
Helvetia Konſ.
Gebr. Lutz.
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder
Wrdtste

[ ][  ][ ]

Drner 341

Freitag, den 9. Dezember 1927

Geite 17

Produktenberichte.
neimer Produktenbericht vom 8. Dezember. An der heutigen
örſe hielt die Nachfrage nach Futtermitteln an, dagegen lag
e ruhig. Man verlangte für die 100 Kg. waggonfrei Mann=
9 eichsmark ohne Sack: Weizen inl. 26,527; ausl. 2931,5:
B,75; ausl. 27; Hafer inl. 21,524; Braugerſte 28,530,5;
2394; Mais mit Sack 21,5; Südd. Weizenmehl Spezial
Weizenbrotmehl 2930; Südd. Roggenmehl je nach Ausmah=
36; Kleie 13,75; Biertreber 1818,5.
ſchturter Produktenbericht vom 8. Dezember. Bei kleinem Bör=
war
das Geſchäft im allgemeinen ſehr ruhig, beſonders in
ſuch das Kleiegeſchäft blieb klein trotz guter Nachfrage, da das
ſihr gering iſt und in Roggenkleie ſo gut wie keine Offerten
Kraftfuttermittel nach wie vor ſehr feſt. Weizen I 25,2525,50,
5. III 22,5023 Roggen 2525,10, Sommergerſte 2728,
22,7523,75, Mais 21,25, Weizenmehl 37,5038, Roggen=
5,75, Weizenkleie 13,7513,90, Roggenkleie 15,5015,75.
vver Produktenbericht vom 8. Dezember. Bei unveränderter
atfluſt, andererſeits aber ausreichenden Angeboten an der Küſte
aer in Bahnware, war die Tendenz nicht ganz behauptet. Für
eigen ſowohl Weizen= wie auch Noggen=Notierungen, eine Ab=
von
etwa 0,5 Mark. Für Hafer liegen die Terminangebote
erinter geſtrigem Stand. Für Gerſte ſind die Gebote gleichfalls
Etwas entgegenkommender, doch hält hier die Kaufunluſt an.
err klogen durchweg über ſchleppendes Mehlgeſchäft.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.

* Chicago, 8. Dez. (Priv.=Tel.)
: Unter dem Eindruck der Meldungen, daß im Weſten und
der Winterweizen durch eine dicke Schneeſchicht geſchützt ſei,
mugreiche argentiniſche Verſchiffungen, nahm der Markt einen
Verlauf.
Die heute veröffentlichte größere Ernteſchätzung und die er=
Lokopreiſe wirkten verſtimmend, ſo daß am Schluſſe die Notie=
52,5 C. niedriger lagen, als geſtern.
er: Stärkeres inländiſches Angebot und das Fehlen jeglicher
Frage ließen den Maukt ſchwächer tendieren.
Auf Grund der baiſſelautenden Schätzungen und die unge=
ᛋofituation gingen die Preiſe auch hier zurück.
* New York, 8. Dez. (Priv.=Tel.)
wolle: Die heutige Baumwollbörſe nahm einen ruhigen Ver=
f
den erwarteten Bürobericht kam es unter Liquidationem zu
ig eiten der Preiſe, zumal das Publikum kein Inteueſſe zeigte.
em doch im allgemeinen der weiteren Entwicklung angeſichts der
Futtiebseinſchränkungen der Spinnereien und die wenig verſpre=
lnsſichten
am Baumwollwarenmarkt nur mit geringem Ver=
nttegen
.
ſce: Lebhafte Lokonachfrage und Gerüichte über eine Beſchrän=
NAio=Zufuhren bewirkten eine Befeſtigung.
ſise: Günſtige ausländiſche Berichte veranlaßten den Handel und
Firmen zu Anſchaffungen, die eine Preisſteigerung bewirkten.
olierten näch Meldungen aus Chjcago am 8. Dez.
zide: Weizen, Dez. 128½, März 131½, Mai 13334: Mais
½ März 92½, Mai 95¾: Hafer, Dez. 51½, März 53½,
54 Roggen, Dez. 108½, März 108½, Mai 108¾.
Etal z: Dez. 11,575, Jan. 12,075, Mai 12,425.
Rith: Dez. 10,45, Jan. 11,375, Mai 11,625: Speck loco 11:
ſcheichweine 7,858,75, ſchw. Schweine 8,408,90; Schweine=
zſufſtr
icago 49 000, im Weſten 105 000.
0ßorierten nach Meldungen aus NewYork am 8. Dez.:
blide: Weizen Nr. 2 rot 149½; hart 146½: Mais neu ank.
MMZ: Mehl ſpr, wheat clears 6,757, Fracht nach Eng=
mſta
6, n. d. Kontinent 1415.
detal z: Prima Weſtern loco 12,35; Talg extra 838.
erika
Iſto: Tendenz kaum ſtetig, Umſatz in lots 128, Loco 13½
übr 13,23, Januar 13,05, Februar 12,94, März 13,95, April
AKLar 13,70, Juni 13,20, Juli 13,27, Sept. 13,37.

Die Buttereinfuhr in Deutſchland.
Von jeher hat Deutſchland einen Teil ſeines Bedarfes an Butter
aus dem Auslande bezogen. Im Jahre 1913 waren das mehr als
50 000 Tonnen. Davon kam der bei weitem größte Teil aus Rußland
ein kleinerer Teil aus Holland, während Dänemark nur mit einem ganz
geringen Anteil beteiligt war.

Nach dem Kriege war zur Zeit der Inflation im Jahre 19B der
Auslandsbezug von Butter naturgemäß außerordentlich ſtark zurück=
gegangen
. Er hat ſich aber dann in den folgenden Jahren ganz ge=
waltig
gehoben und wird in dieſem Jahre beinahe das Doppelte der
Menge vor dem Kriege erreichen. (Die in dem Schaubild dargeſtellten
Zahlen für 1927 ſind aus dem Einfuhrergebnis der erſten zehn Monate
unter der Annahme errechnet, daß ebenſo wie in den letzten beiden
Jahren in den zehn erſten Monaten des Jahres etwa 83 bis 84 Prozent
der Jahreseinfuhr hereingekommen ſind.) An der Einfuhr iſt heute am
ſtärkſten Dänemark beteiligt, in faſt eben ſo hohem Maße Holland. Ein
weiterer ſehr beträchtlicher Anteil der deutſchen Buttereinfuhr wird
durch Eſtland und Lettland gedeckt, wobei namentlich die Einfuhr aus
Lettland in den letzten Jahren ſehr bedeutend zugenommen hat.
Die ſtarke Zunahme der Einfuhr an Butter nach Deutſchland, der
keine nennenswerte Ausfuhr gegenüberſteht, iſt um ſo erſtaunlicher, als
der Rindbiehbeſtand in Deutſchland gegenüber dem Jahre 1913 nur
verhältnismäßig wenig (von rund 18,5 auf rund 17 Mill. Stüick) zurück=
gegangen
iſt. Der Butterverbrauch pro Kopf muß alſo ganz außer=
ordentlich
geſtiegen ſein.
Dänemarks Außenhandel im September. Das däniſche Statiſtiſche
Amt veröffentlicht ſoeben die amtlichen Ziffern über den Außenhandel
im September. Bei einer Geſamteinfuhr von 143 092000 Kr. und Aus=
fuhren
von insgeſamt 139423 000 Kr. ſtellt ſich der Importüberſchuß auf
3 669000 Kr. gegenüber einemEinfuhrüberſchuß von 15 902 000Kr. imSep=
tember
1926, wo die Einfuhr 142 369 000Kr. und die Ausfuhr 126 467 000
Kr. betrug. In den neun Monaten Januar bis September ergeben die
Austveiſe insgeſamt ein Paſſivum von 66469000 Kr. Die Einfuhren
erreichten zuſammen 1215 083 000 Kr. und die Exportel 1148 614000 Kr.
während in den erſten neun Monaten des Jahres 1926 einer Geſamt=
ausfür
in Höhe von 1144 399000 Kr. ein Geſamtimport von 1169041000
Kr. gegenüber ſteht, ſich alſo der Paſſivſaldo auf 27 702000 Kr. ſtellt.

Metallnotierungen.
Süddeutſche Metallbörſe vom 8. Dezember. Der in Heidelberg vom
Verband Süd= und Südweſtdeutſcher Eiſenmetall= und Schrottgroß=
händler
abgehaltene Trefftag (Metallbörſe) hatte regen Beſuch aufzu=
weiſen
. Das Geſchäft in Schrott iſt nach wie vor ruhig. Lebhafte Nach=
frage
herrſcht dagegen nach Metallen, in denen größere Abſchlüſſe ge=
macht
wurden. Man hörte folgende Preiſe: Stahlſchrott 60, Kern=
ſchrott
56, Blechabfälle 50, Eiſenſpäne 50, Schmelzeiſen 4041, alles per
Ruhrrevier. In Kupfermetallen wurden 110115 Mark je 100 Kilo=
gramm
gezahlt.
Die Berliner Metallnotierungen vom 8. Dezember ſtellten ſich wie
folgt: Elektrolytkupfer 135, Orig. Hüttenaluminium 210, dto. in Walzen
214, Rein=Nickel 350, Antimon Regulus 9499, Silber in Barren 8081.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 8. De=
zember
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 193,75 (124), Februar 124
(124,25), März 124 (124,25), April 124 (124,25), Mai 124 (124,25) Juni
124 (124,50), Juli 124 (124,25), Auguſt 124,25 (194,50, September 124,25
(124,50), Oktober 124,25, (124,50), November 124,25 (124,50), Dezemher
123,50 (124). Tendenz: behauptet. Für Blei: Januar 44 (44,25), Fe=
bruar
44 (44,25), März 44,25 (44,50), April 44,25 (44,50), Mai 44,25
(44,50), Juni 44,25 (44,50), Juli 44,50 (44,75), Auguſt 44,50 (44,75),
September 44,25 (44,50), Oktober 44,25 (44,50), November 44,25 (44,50),
Dezember 43,50 (44,50). Tendenz: ſchwächer. Für Zink: Januar 52,25
(52,75), Februar 52 (52,75), März 52 (52,75), April 51,50 (52,50), Mai
51,75 (52,25), Juni 51,50 (52), Juli 51,75 (52), Auguſt 51,25 (51,75),
September 51,25 (51,75) Oktober 51 (51,75), November 51 (51,75), De=
zember
52,75 (53,50). Tendenz: ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Metallbörſe vom 8. De=
zember
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz willig): Standard p. Kaſſe
60½/, 3 Monate 60½1/, Settl. Preis 60½, Elektrolyt 66½67,
beſt ſelected 6566½, Elektrowirebars 67; für Zinn (Tendenz ſtetig):
Standard p. Kaſſe 270½3, 3 Monate 264½265, Settl. Preis N0½,
Straits (inoff. Not.) 2731 für Blei (Tendenz ſtetig): ausländ, prompt
22, entft. Sichten 222/., Settl. Preis 22; für Zink (Tendenz wilkig);
gewöhnl. prompt 26½, entft. Sichten 26½, Settl. Preis 26½; Queck=
ſilber
(inoff. Not.) B; Wolframerz (inoff. Not.) 15; Weißblech (inoff,
Not.) 18½.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie das Leipziger Meſſeamt mitteilt, wird die franzöſiſche Regie=
rung
ſich offiziell an der Leipziger Frühjahrsmeſſe beteiligen. Bor=
ſitzender
des Organiſations=Komitees für die Beteiligung iſt der Prä=
ſident
der Lyoner Meſſe, Herr Frugérs.
Die Zuckerproduktion Oeſterreichs iſt ſeit 4 Jahren um zirka
150 Prozent geſtiegen. Während die Zuckerrübenernte im Jahre 1923
nur 2,4 Millionen Meterzentner betrug, wird ſie in dieſem Jahre auf
etwas über 6 Millionen Zentner geſchätzt.
Havas berichtet aus Luxemburg, daß morgen die Internationgle
Rohſtahlgemeinſchaft in Brüſſel zuſammentreten wird, um über die
Frage der Schaffung internationaler Verkaufskontore zu beraten.
Die Banque Nationale in Brüſſel beabſichtigt, die vom Amor=
tiſationsfonos
zurückgelegten Beträge für Stützungskäufe in Renten=
papieren
zu benutzen.
Die belgiſchen Automobilfirmen beabſichtigen, den Abſatz durch
Gründung einer Automobilbank zu heben, die ermöglihen ſoll, bei An=
zahlung
eines Viertels des Kaufpreiſes den Reſt in Raten abzuzahlen.
Der Londoner Goldpreis beträgt von Mittwoch, den 7. Dezember,
ab für eine Unze Feingols 84 ch 11½ d, für 1 Graumm Feſingold dem=
nach
32,7777 Pence.
In Mancheſter haben ſich etwa ein Dutzend Firmen, die an der
Verſchiffung von Baumwolle vorwiegend noch Süidamerika intereſſiert
ſind, zuſammengeſchloſſen. Der neue Konzern beſitzt ein Kapital von
ctwa 40 Millionen RM. Man hofft, durch den Zuſammenſchluß im
Baumwollhandel dem ausländiſchen Wettbewerb beſſer als bisher be=
gegnen
zu können.

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Seite 18

Freitag, den 9. Dezember 1927

Nummer 34

Odhſſeus oder die ſieben Menüs.

Von Frank Heller.
Berechtigte U=berſetzung von Marie Franzos.
(Nachdruck verboten)

VI.

Was iſt hilfloſer als ein Schlafwagen=Expreß?
Der Zug raſt durch die Nacht. In ſeinem Abteil am einen
Ende des Wagens ſitzt der Wagenkondukteur zuſammengeſunken.
In einer Taſche hat er die Fahrkarten der Paſſagiere, in einer
anderen die Patentſchlüſſel zu den Coupés, zur elektriſchen Licht=
und Wärmeleitung. Er wacht, indes das Salz der Erde ſchläft.
Aber wenn der Wächter zu wachen vergißt, wer wacht dann?
Vielleicht Perſonen, die ſchlafen ſollten, aber anſtatt deſſen auf
lautloſen Filzpantoffeln durch die Gänge ſchleichen. Wenn der
Kondukteur wach iſt und ſie ſieht was weiter? Sie wandeln
auf höchſt legitimen Wegen; ſie erhalten einen Gruß, denn bald
kommt der Morgen mit Abrechnung und Trinkgeldern. Aber
wenn der Kondukteur nicht wach iſt? Oder wenn er erſt auf=
wacht
, wenn die lautloſen Schritte dicht neben ihm ſind? Dann
kann es geſchehen, daß ein Schwamm, den man aus einer
braunen Apothekerflaſche befeuchtet hat, auf ſeine Naſe und
ſeinen Mund gedrückt wird. Der Schwamm ſorgt für einen
noch beſſeren Schlummer, als er ſonſt erhoffen könnte; einen
Schlummer, während deſſen man ihm vielleicht alle Schlüſſel aus
der Taſche nimmt, damit ſie ihn mit ihrem Raſſeln nicht auf=
wecken
. Und mit dieſen Schlüſſeln, mit dem Schwamm und der
Flaſche in ihrem Beſitz können unternehmende Leute recht viel
ausrichten. Das Licht im Korridor wird gelöſcht, um nieman=
den
aufzuwecken; das Geräuſch einer Tür, die man vorſichtig
öffnet, wird von dem Dröhnen der Räder übertönt; und faſt
alle Menſchen ſchlafen mit dem Kopf zunächſt der Coupétür
das will ſagen, gerade recht in Reichweite für den Schwamm.
Ja, unternehmende Leute können viel ausrichten, wenn ſie den
rechten Griff und die rechte Behendigkeit der Bewegungen haben.
Sie können Zeit finden, in einem ganzen Wagen Viſite abzu=
legen
ja, warum nicht in einem ganzen Zug?
Als der Blaue Zug, Europas Stolz, der von einem Glorien=
ſchein
umwoben über die Schienen ſauſte, am nächſten Morgen
in die Gare de Lyon dampfte, war er ein Dornröschenzug. Um
halb ſechs Uhr desſelben Morgens hatte er Dijon paſſiert. Von
ſeiner Tür hatte der Oberkondukteur leicht kenntlich an ſeiner
Mütze und ſeiner Uniform Alles in Ordnung ſignaliſiert;
nach kaum einer halben Minute war der Goldexpreß weiter durch
die Morgendämmerung geſauſt. Als er zweieinhalb Stunden
ſpäter zum erſtenmal ſtehen blieb, auf der Gare de Lyon in
Paris, da war im ganzen Zug mit Ausnahme der Loko=
motive
und des Gepäckwagens kein wacher Menſch. Der Ober=
kondukteur
ſchlief in ſeinem Abteil im letzten Wagen, die Unter=
kondukteure
ſchliefen in ihren Verſchlägen, alle Paſſagiere ſchlie=
fen
in ihren Betten, alles ſchlief, und nichts fehlte nur das
Geld und der Schmuck ſämtlicher Paſſagiere!
Es dauerte eine Weile, bis die Gare de Lyon ſich entſchloß,
dies als etwas anderes als einen ſchlechten Witz zu beirachten.

Aber ſo allmählich wußte man es doch. Poliziſten und Aerzte
wurden gerufen, Paſſagiere und Perſonal wurden einer nacht
dem anderen aus ihrem Morphiumrauſch geweckt, unterſuchr
und verhört. Unterſuchungen und Verhör ergaben dasſelbe Re=
ſultat
: niemand wußte etwas, niemand hatte etwas in ſeinem
Beſitz. Irgendeinmal im Laufe der Nacht vermutlich ſpät
nachts, hatten eine oder einige Perſonen den Oberkondukteur
im letzten Wagen betäubt, ihm ſeine Schlüſſel genommen, ſich
Zutritt in die Coupés verſchafft und die Reiſenden derſelben
Vehandlung unterzogen. Hierauf waren ſie weiter von Wagen
zu Wagen gegangen. Aber wer war es geweſen? Niemand
tußte es. Wo befanden ſich die geſtohlenen Sachen? Niemand
konnte es ſagen; nur eines war ſicher: keiner von den Reiſen=
den
oder dem Zugperſonal fehlte; und bei keinem von ihnen
wiar etwas zu finden. Dies ſtellte die überaus gründliche Leibes=
viſitation
feſt.
So, allmählich durften die Paſſagiere ſich entfernen, nach=
dem
jeder von ihnen Namen und Adreſſe angegeben hatte.
Philipp Collin und ſeine zwei Freunde blieben auf dem
Platz vor dem Bahnhof ſtehen und ſtarrten ſich gegenſeitig an.
Dies ſchlug ſo ziemlich alles, was ſie miteinander erlebt hatten.
Wieviel haben Sie, Graham?
Nichts.
Und Sie, Lavertiſſe?
Keinen Sou Und Sie ſelbſt, Profeſſor?
Genau ebenſoviel.
Folglich hat man uns alles geſtohlen!
Es ſieht ſo aus.
Wer kann das geweſen ſein?
Ja, wer kann das geweſen ſein?
Mr. Graham murmelte zwiſchen den Zähnen:
Ich weiß, wer es war. Das iſt dieſer ſogenannte Millio=
när
. Wenn man ſich nicht entblödet, Menſchen, die Hungers
ſterben, das Brot aus dem Munde zu reißen, dann wann
glauben Sie, bekommen wir das nächſte Mal etwas zu eſſen,
Profeſſor?"

Mr. Graham erhielt keine Antwort. In dieſem Auano
kam der rothaarige Engländer vom Zuge, Mr. Kenvonu

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der Bahnhofhalle geſtürzt, auf die drei Kompagnons zuo
legte Philipp Collin die Hand auf die Schulter und ris
erregter Stimme:
Ah, ich bin alſo noch zurecht gekommen. Diesmal hußt
Sie auf friſcher Tat ertappt, mein lieber Profeſſor! Der=
werden
wohl nicht zu leugnen wagen, daß Sie und
Freunde den ganzen Blauen Zug geplündert haben?
Frülſtück für drei.
I.
Philipp Collin ſah den Londoner Detektio an. Keinn
fel, er meinte, was er ſagte, und gedachte danach zu hckn
Zehn Jahre der Differenzen harrten der Abrechnung. 3
ben, ſeine Anklage war lächerlich aber mit der franze=
Polizei iſt nicht zu ſpaßen, wenn ihre Neugier einmall
iſt. Zwei Poliziſten in ſchwarzen Capuchons bekon
treten franzöſiſche Poliziſten immer paarweiſe auf wie diezu
in den franzöſiſchen Alexandrinern patrouillieren vor
Vahnhof auf und ab. Mr. Kenyon erhob bereits die Hanf
ihnen zu winken. Wenn etwas geſchehen ſollte, mußte g
geſchehen!
Meinen Sie wirklich, daß Sie mich arretieren laſſen
Mr. Kenyon?
Darauf können Sie Gift nehmen.
Wegen Plünderung des Blauen Zuges?
Zunächſt deswegen. Verſuchen Sie nur keinen Ihre=
Kniffe! Das hat keinen Zweck. Diesmal
Kniffe? Ich verſuche keine Kniffe. Aber ich würde=
gern
ſehen, daß Sie ſich in geradezu heilloſer Weiſe blarn=
Mr. Kenyon wurde rot.
Was meinen Sie?
Daß wir den Blauen Zug nicht geplündert habenn
man uns ebenſo beſtohlen hat, wie alle anderen Res
Sehen Sie ber!
Philipp Collin drehte ſeine Brieftaſche um.
Das iſt meine Kaſſa.
Lavertiſſe und Graham folgten ſeinem Beiſpiel.
Das iſt meine!
kind das meine!"
Mr. Kenyon hohnlachre.
Bah: Sie zeigen mir drei leere Brieftaſchen und
daß ich Ihnen glaube. Natürlich haben Sie die Diehlz
bei irgendeinem Spießgeſellen verſteckt. Und jetzt genn
Reden!
Mr. Kenyon glich in einer Beziehung den Djintn
Tauſendundeine Nacht: er liebte es, mit ſeinen Opfern zru
tieren. Aber es war klar, daß er nun an dem Meinu ug
tauſch genug hatte. Er packte den Profeſſor mit feſter,
am Arm und winkte den franzöſiſchen Poliziſten.
Philipp Colloin hatte noch zwei ſchwache Karten:
würde er die Zeit haben, ſie auch vur auszuſpielen,
Poliziſten kamen?
Mr. Kenyon, haben Sie je erlebt, daß wir Helfe/
gehabt haben? Wir ſind drei, wir waren immer dre
wiſſen Sie! So wahr ich hier ſtehe, man hat uns ſelkär
abgeknöpft!
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