Einzelnummer 15 Pfennige
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d-geholt 225 Reichsmart, durch die
Dichemart frei Haus. Poſtbezugspreis
Etſfellgeld monatlich 2.45 Reichsmart.
u für Aufnahme von An eigen an
wird nicht übernommen. Nicht=
„Nucmern inſolge höherer Gewalt
Pezieher nſcht zur Kürzung des
6-ellungen und Abbeſtellungen durch
oiSindlichkeit für uns. Poſtſchecklonio
Faanfurt a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 322 Sonntag, den 20. November 1927. 190. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreite Darmſtad/ 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Rellamezelle (92 mm
breitl 2 Reichsmarl. Anzeigen von auswärts 40 Reickspfg.
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zeiſe 3.00 Reichsmari. Alle Preiſe m Reichemark
f1 Dolſar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr Streit uſw. erliſcht
ſede Verpſichtung au Erfüllung der
Anzeigen=
zuſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Bettreibung jällt eder
Nabat weg. Banikonto. Deutſche Ban und Darme
Nädte und Natonalban
Miniſterbeſuch in Leipzig.
degt und Brauns beim
Reichsgericht.
ſAltisminiſter Or. Hergt über die Aufgabe des
lrchts: Wahrung der Rechtseinheit. — Die
echtſprechung auf politiſchem Gebiet.
Leipzig, 19. November.
billinsteten Reichsjuſtizminiſter Dr. Hergt dem
Reichs=
ſnnät ihm der Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns dem
Euktte: Reichsarbeitsgericht einen Beſuch ab. Bei der
iyſerhsgericht begrüßte Exz. Dr. Hergt die Richter mit
Allunge in der er ausführte:
diche unn verfaſſungsrechtlichen Verhältniſſe führten dazu,
n ipsgericht neben ſeiner zivil= und ſtrafrechtlichen
Tä=
ſie tiaame Entſcheidungen auf ſtaats= und
verwaltungs=
chlſußbiet übertragen wurden und ſich damit der Kreis
mit ortungsvollen Aufgaben weſentlich erweiterte. Was
Heer in die Verhältniſſe des Reichsgerichts eingriff,
paine aaußerordentliche Ausdehnung der erſtinſtanzlichen
ſchhrn Rechtſprechung auf politiſchem Gebiet, die ihm
ſſel tiſch bewegte Zeit nach der ſtäatlichen Umwälzung
hüb eteen iſt. Von ſcharfer und übelwollender Kritik ſind
dhcerren, nicht verſchont geblieben. Um ſo wehr aber
A echt Denkenden anerkennen müſſen, daß das
Stre=
ehher Gerechtigkeit auch in der politiſchen
Strafrechts=
ſz;Hr vorehmſtes Ziel und Ihre Richtſchnur geweſen
be ſteht es mit Ihrer Betätigung heute? Jetzt gilt es,
b beten wieder Aufbauarbeit zu leiſten und dabei har=
MRre, als der höchſten Richter, gewaltige Aufgaben. Auf
ſts der Rechtspflege bedarf es wehr als fonſtwo
ernſte=
ſtuffbaues. Als derjenige, dem das Rechtsreſſort des
mri gut iſt, appelliere ich hier am Ihre tätige Mitarbeit
Mahter des Reiches. Möge das Amt der höchſten
ſpets in der Hand von Perſönlichkeiten des Charak=
3 Geiſtes ſein! Möge dus Reichsgericht ſtets die
ires wahrhaft oberſten Richteruums darſtellen. Dann
kigkeit dem Volke zum Segen gereichen und umge=
Volksgemeinſchaft dies Ihnen danken und Sie
anſehen als ſeine höchſten Führer auf dem Wege
Daß es ſtets ſo ſein und bleiben möge, das iſt der
dem ich Sie heute begrüße.
ri cktspräſident Dr. Simons über die
Bukunftsaufgaben der Juſiz.
EAiſprache des Reichsjuſtizminiſters erwiderte Reichs=
*ſcnir Dr. Simons mit Dankesworten für den Beſuch
aſttzminiſters: Es iſt unſer aller eniſchloſſener Wille,
94räſident fort, das teure Gut der Rechtseinheit treu
M8 und innerlich zu mehren. Wir können nicht leugnen,
WArbeit neuerdings immer größere Widerſtände zu
aNehat. Es handelt ſich dabei um die Fülle ſchwerer
Auf=
mien die Rechtsumwälzungen der letzten Zeit die
rckhüttet haben. Eine Entlaſtung ſcheint uns drin=
Arſch. Der Gerechtigbeit wird mehr gedient, wenn in
Wmiſtanz eine Auswahl von Streitſachen mit volllom=
Meutt entſchieden wird, als wenn dort eine Ueberzahl
und Zivilprozeſſen mehr handwerksmäßig erledigt
te Vertrauenskriſen der Juſtiz hat es zu allen Zei=
Eine ſolche Erſcheinung bietet, auch wenn ſie auf
ausſetzungen beruht, ſtets Anſtoß zur Selbſtprüfung.
ſoit d uns nie zu Popularitätshaſchern machen. Ein
iſt das der echten Volls=ümlichkeit. Ihr kann und
e Rechtsgelehrſamkeit nachſtreben. Neue große
Auf=
e Bem Reichsgericht auf dem Gebiete des Strafrechts
eht llig neues Problem wird dabei hervortreten, das
Be Sechtseinheit nicht vur im Deu ſchen Reiche ſelbſt,
Afn dem öſterreichiſen Bruderſtaate in Auslegung
heung des materiell, gleichen Strafgeſetzbuches zu
8 ſind Zukunftsſorgen, bei deren Bewältigung wir
A Imatt der Juſtizverwaltung Sand in Hand arbeiten zu
elverſtändnisvolle Zuſammenarbeit zwiſchen der
ethval ung und dem Reichsgericht iſt ja überhaupt
ehuung für eine gedeihliche Enzwicklung des deutſchen
„Sie allein hat damals, als alle Rechtsbegriffe ins
ch, den Wiederauſbau unſeres ſtaatlichen und
wirt=
eAsens gewährleiſtet. Laſſen Sie mich der Hoffnung
von, ſo ſchloß Präſident Simons, daß die Zeit nicht
Neurn iſt, wo die böſen Rech=sfolgen, einer ſchweren
Arvertungs= und die Hochverratsprozeſſe, mit dem
eſthaftlich und politiſch geſunderer Verhältniſſe für
H Merung wie für das Reichsgericht überwunden ſein
AAbeitsminiſter Dr. Brauns über die
auuung des Reichsarbeitsgerichts
7 Beſuch des Reichsgerichts durch den Reichsjuſtiz=
21, ſchloß ſich ein Beſuch des Reichsarbeitsgerichts
Gsjuſtizminiſter und durch Reichsarbeitsminiſter
eS an. An der Feier beim Reichsarbeitsgericht
Präſident des Reichsgerichts, die richterlichen Mit=
Meichsarbeitsgerichts und die drei Reichsarbeits=
Der Re chsjuſtizminiſter hieß in einer Anſprache den
Saminiſter namens der Reichsjuſtizverwaltung und
michts willkommen. In ſeiner Antwort würdigte der
Diniſter gleichfalls die Bedeutung des beim
Reichs=
eten Reichsarbeitsgerichtes und führte dann aus:
Berichtsgeſetz bringt für das Reichsarbeitsgericht
noch eine beſondere Neuerung, deren Bedeutung für die
Ent=
wicklung unſeres Rechtslebens nicht hoch genug eingeſchätzt
wer=
den kann. Zum erſten Male gehören einem höchſten deutſchen
Zivilgericht auch Richter an, die nicht dem
Berufsrich=
terrum entſtammen. Die Herren Reichsarbeitsrichter, die ich
gemeinſam mit dem Herrn Reichsminiſter der Juſtiz zu ihrem
ſchweren, aber auch dankbaren Amt berufen habe, ſind
hervor=
ragende Vertreter des deutſchen Rechtslebens von der
Arbeit=
geber= und von der Arbeitnehmerſeite. Ihr hoher Beruf, meine
Herren Arbeitsrichter, iſt es nun, getreu der Reichsverfaſſung,
entſprechend ihrem Artikel 165, auch in der Rechtspflege an
höchſter Stelle „an der geſamten wirtſchaftlichen Entwicklung der
produktiven Kräfte mitzuwirken.” So ſoll das
Reichsarbeits=
gericht ein Stück des Aufbaues und des Aufſtieges der neuen
deutſchen Republik ſein. Alle Teile des Volkes hätten ein
In=
tereſſe daran, daß die Grundſätze des neuen, zu einem guten
Teil noch in der Entſtehung begriffenen Rechts, einheitlich von
den dazu berufenen Gerichten ausgelegt würden. Abgeſehen
von anderen Fortſchritten, ſcheine es das beſondere Verdienſt
des Arbeitsgerichtsgeſetzes zu ſein, daß es für alle
Streitig=
keiten des Arbeitslebens eine höchſte Inſtanz ſchaffe, die der
Wahrung der Rechtseinheit und der einheitlichen
Fortentwick=
lung des Arbeitsrechtes dienen könne und werde. Das
Arbeits=
gerichtsgeſetz bringe aber für das Reichsarbeitsgericht noch eine
beſondere Neuerung inſofern, als einem höchſten deutſchen
Zivil=
gericht erſtmalig auch Richter angehörten, die nicht dem
Berufs=
richtertum entſtammten. Zum Schluß wünſchte der
Reichs=
arbeitsminiſter dem neuen höchſten Gericht, daß es das
Ver=
ſtändnis aller Vollsteile finden möge.
Der Vorſitzende des Reichsarbeitsgerichts, Senatspräſident
Oegg, begrüßte ſodann als Vorſitzender des
Reichsarbeits=
gerichts alle die, die berufen ſeien, an der Rechtſprechung des
neuen Geſetzes mitzuwirken. Ihre Mitwirkung werde wefentlich
dazu beitragen, die Entwicklung des Arbeitsrechts zu fördern,
cas allgemeine Verſtändnis für Recht und Rechtsſprechung zu
ſtärken und in weite Kreiſe des deutſchen Volkes
hinauszu=
tragen.
Anſchließend folgten die Vorſtellungen der
Reichsarbeits=
richter und der übrigen geladenen Gäſte. Hierauf waren die
Miniſter und eine Reihe anderer führender Pcrſönlichkeiten
des Reichsgerichts und des Reichsarbeitsgerichts Gäſte des
Reichsgerichtspräſidenten Dr. Simons bei einem Frühſtück.
Die Schulfrage.
Ein neues Proviſorium im Bildungsausſchuß.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Nach wehrtägiger Debatte iſt es am Samstag im
Bildungs=
ausſchuß zur Abſtimmung über den Abſatz 3 des § 4 des
Schul=
geſetzentwurfs gekommen. Die Ausſprache hat ſich ſehr eingehend
um die Frage gedreht, wie die Berenninisſchule in ihrem inneren
Weſen eigentlich ausſehen ſoll. Eine Klarheit iſt aber darüber
nicht geſchaffen worden. Sämtliche Anträge der Kommuniſten,
Sozialdemotraten und Demolraten wurden abgelehnt. Eine
Miehrheit von 16:12 Stimmen, alſo die Regierungsparteien gegen
die geſame Oppoſition, nahm eine Formulierung an, wonach der
Abſatz lautet:
„Die Bekenntnisſchule wird nach dem Bekenntnis der
Kin=
der, für die ſie beſtimmt iſt, bezeichnet. Sie erſüllt die
Unter=
richts= und Erziehungsaufgaben der deutſchen Volksſchule auf
evangeliſcher, katholiſcher oder ſonſt durch die Benenmng
gekenn=
zeichneter Grundlage. Die für alle Schularten geltenden
allge=
weinen Lehrpläne der Voltsſchule ſind der Eigenart der
Be=
kennuisſchule anzupaſſen. In den Schulbüchern ſind die
Be=
dürfniſſe der Belenntnisſchule zu berückſichtigen. Im Leben der
Schule ſind, unbeſchadet der Beſtimmugen der Artikel 136 Abſ. 4
und 149 Abſ. 2 der Reichsverſaſſung die dem Bekenntnis eigenen
religiöſen Uebungen und Gebräuche zu pflegen und die dem
Be=
kenntnis eigenen Feier= und Gedenktaze zu berückſichtigen. Der
Religionsunterricht iſt für alle Klaſſen ordentliches Lehrfach."
Auch hier hat, wie ſchon beim § 1, die Volkspartei nur
be=
dingt abgeſtimmt und ſich ihre endgültige Stellungnahme bis zur
weiteren Klärung vorbehalten. Sie iſt alſo ihrer Taltik treu
ge=
blieben, daß ſie ein Valuum vermeiden und mithelfen will, den
ganzen Enzwurf durchzuberaten, ohne daß ſie jedoch eine
Bin=
dung eingeht, die ſie für ſpäter feſtlegen könnte. Der Ausſchuß
iſt dann zur Beſprechung der beiden folgenden Abſätze desſelben
Paragraphen übergegangen und hat ſich dann bis zum Mittwoch
vertagt. Das Tempo der Beraungen, iſt alſo außerordentlich
langſam und wird ſich während der in der nächſten Woche
begin=
nenden Plenaxſitzungen noch weiter verlangſamen. Rechnet man
dazu, daß mindeſtens noch eine zweite Leſung notwendig iſt,
dann iſt kaum mehr damit zu rechnen, daß noch vor den
Weih=
nachtsferien das Plenum ſich mit dem Geſetz beſchäftigen kann.
Nach den Weihnachtsferien kommt vor allen Dingen die
Etat=
bergtung, und das bedeutet dann unter Umſtänden eine
Verſchie=
bung des Geſetzes bis in den April hinein.
Kardinal Pacelli?
* Berlin, 19. November. (Priv.=Tel.)
Mitte Dezember findet in Rom ein Konſiſtorium ſtatt, in
dem die Ernennung neuer Kardinäle erwartet wird. Man ſpricht
davon, daß auch der jetzige päpſtliche Nuntius in Berlin Pacelli
den Kardinalshut bekommen ſoll, allerdings erſt, wenn die Ver=,
handlungen über das preußiſche Konkordat abgeſchloſſen ſind.
Wie weit ſie inzwiſchen gediehen, darüber iſt etwas Sicheres
nicht zu erfahren. Zweifellos iſt wohl, daß über einzelne
Ge=
biete bereits Verſtändigung erzielt iſt, darunter auch über die
Errichtung neuer Bistümer in Preußen.
* Ortskrankenkaſſen
und politiſche Propaganda.
Von
Generalſekretär Wilhelm Fecht.
Die Geſchäftsführung, die bei manchen ſozialiſtiſch
geführ=
ten Ortsirankenkaſſen vorhanden iſt, hat in der Preſſe in der
letzten Zeit vielfach mehr oder minder ſcharfe Kritik erfahren.
Dieſe Kritik war zum Teil durchaus berechtigt. Wenn ſie gerade
in der jetzigen Zeit in Erſcheinung tritt, ſo einmal deshalb, weil
in zahlreichen Orten Ortskrankenkaſſenwahlen bevorſtehen, weil
daneben aber auch Beſtrebungen im Gange ſind, geſetzliche
Aen=
derungen in der Reichsverſicherungsordnung herbeizuführen.
Beides hatte eine Beſprechung der Verwaltung bei manchen
Ortskrankenkaſſen zur Folge, die nicht gerade günſtig für dieſe
ausfielen. Wenn aber Mißſtände vorliegen, ſo iſt Kritik
not=
wendig, wenn nicht unſer geſamtes ſoziales Verſicherungsweſen
auf die Dauer ſchweren Angriffen ausgeſetzt werden ſoll. Eine
ſolche Kritik entſteht nicht aus unſozialen Geſichtspunkten,
ſon=
dern ſie wird aus dem eben Angeführten heraus im Intereſſe
unſerer ſozialen Einrichtungen ſogar erforderlich Auch die
nachſtehenden Ausführungen, die kaum glaubliche Vorgänge
be=
handeln, ſind unter dieſen Geſichtspunkten gemacht.
Vor nicht zu langer Zeit berichteten zwei führende ruſſiſche
Zeitungen, die „Prawda” und die „Isweſtija”, daß die erſte
Gruppe deutſcher Arbeiter in Moskau eingetroffen ſei, die „auf
Koſten ihrer deutſchen Krankenkaſſe die Kurorte der Krim und
des Kaukaſus” beſuchen wollten. Nach den Darlegungen der
ruſſiſchen Zeitungen handelte es ſich dabei um Arbeiter, die
herz=
leidend, lungenleidend oder an Nervoſität und Rheumatismus
erkrankt waren und in die Mineralbäder des Kaukaſus und an
die Südküſte der Krim je einen Monat verſchickt werden ſollten.
In den ruſſiſchen Zeitungen wurde dann genau mitgeteilt, daß
man zum Empfang dieſer deutſchen Arbeiter ein Muſikorcheſter
an die Bahn beſtellt hatte, außerdem waren Vertreter der
kom=
muniſtiſchen Gewerkſchaftszentrale, der ruſſiſchen
Geſundheits=
kommiſſion und der Hauptkurortverwaltung anweſend. Deutſche
Blätter hatten dieſe Meldung übernommen.
Auch der Reichsarbeitsminiſter mußte ſich mit der
Ver=
ſchickung von kranken oder geneſenden Verſicherten nach dem
Kaukaſus und der Krim befaſſen und hat in einem Rundſchreiben
an die Regierungen der Länder zu der Frage Stellung
genom=
men. In dieſem Rundſchreiben wird aber mitgeteikt, der „
Haupt=
verband deutſcher Krankenkaſſen” habe das ihm von Rußtand
zugegangene Angebot abgelehnt und dabei im weſentlichen
aus=
geführt: „Die Krankenkaſſen pflegen in Kurheimen nur Kranke
und Rekonvaleſzenten, die einer Kräftigung bedürfen,
unterzu=
bringen. Nach Auffaſſung unſerer Aerzte aber können ſolchen
Patienten die Strapazen einer derart weiten Reiſe nicht
zugemu=
tet werden. Es wäre unverantwortlich von einer Krankenkaſſe
gehandelt, wenn ſie ihre Patienten nach dem Kaukaſus entſenden
würde, obwohl in Deutſchland genügend gleichwertige Bäder
vorhanden ſind. Wir ſind daher nicht in der Lage, den
Kranken=
kaſſen die Entſendung von Patienten in die kaukaſiſchen Kurorte
zu empfehlen.‟ Ein flüchtiger Ueberblick über dieſe Auslaſſung
des Hauptverbandes deutſcher Krankenkaſſen, der die
Zuſammen=
ſaſſung der ſozialiſtiſchen Ortskrankenkaſſen darſtellt, ſcheint alſo
die Behauptungen der ruſſiſchen Zeitungen Lügen zu ſtraſen.
Der Hauptverband hat aber viel Unglück; denn einige der nach
Rußland entſandten Krankenkaſſenmitglieder haben das
Gegen=
teil brieflich beſtätigt. Nach Feſtſtellungen der
zivilwirtſchaft=
lichen Korreſpondenz „muß feſtgeſtellt werden, daß dieſe
Kran=
kenkaſſenmitglieder ſich perſönlich meldeten und aus Piatigorſk
brieflich und mit proletariſchem Gruß (!) mitteilten, daß ſie ſich
auf Grund der Einladung, die die Hauptverwaltung an den
Hauptverband der deutſchen Ortskrankenkaſſen geſandt habe, im
Sanatorium „Medſantrud II” im Kaukaſus befänden. Von
ihren Ortskrankenkaſſen bzw. den Wohlfahrtsämtern hätten ſie
175 Mk. erhalten; davon wären die Reiſekoſten von Berlin bis
Leningrad gedeckt worden, alle übrigen Koſten trage die ruſſiſche
Hauptverwaltung. In dieſen Darlegungen wird weiter
feſt=
geſtellt, daß als Spender dieſer 175 Mk. Fahrtkoſten die
All=
gemeinen Ortskrankenkaſſen in Kaſſel und
Solingen und das Wohlfahrtsamt Berlin=Treptow
in Frage kommen. Ferner bringt die kommuniſtiſche „Dresdener
Arbeiterſtimme” einen Reiſebericht des kommuniſtiſchen
Bürger=
meiſters Schleiter aus Zſchachwitz bei Dresden über eine
ſechswöchige Kur im Kaukaſus und nennt als weitere
Ent=
ſendeſtellen die Ortskrankenkaſſen Breslau. Nach ihrem
Be=
richt iſt der erſte Krankenkaſſentransport ſchon zurück, ein
weite=
rer mit 47 Teilnehmern befindet ſich noch in den Kurorten, und
ein dritter Transport geht bald dorthin ab. Schließlich findet
ſich in der Zeitſchrift der deutſchen Arbeitgeberverbände in einem
Artikel über das Geſetz über ſoziale Wahlen vom 28. April 1927
die weitere Feſtſtellung, daß auch die Ortskrankenkaſſe Halle
anf Beſchluß ihrer Vorſtände Angehörige ihrer Kaſſe nach dem
Kaukaſus und der Krim geſandt hat.
Dieſe Feſtſiellungen dürften genügen, um die Tatſache der
Verſendung ſelbſt klarzuſtellen. Die Gründe für dieſe
Verſen=
dung brauchen wir wohl kaum näher auseinanderzuſetzen, denn
daß dadurch der ruſſiſchen kommuniſtiſchen Politik Vorſchub
ge=
leiſtet werden ſoll, liegt auf der Hand. Die andere Frage iſt
die, wieweit die deutſchen geſetzlichen Beſtimmungen eine
der=
artige Verſendung zulaſſen, denn man wird nicht dulden können,
daß mit Mitgliedsgeldern der Krankenkaſſe eine derartige
par=
teipolitiſche Propaganda bezahlt wird. Wenn Vorſtände von
Krankenkaſſen derartigen Dingen zugeſtimmt haben, dann iſt
der Beweis dafür erbracht, daß ſie für ihr Amt nicht geeignet
ſind.
Der Reichsarbeitsminiſter hat ſich denn auch ſehr eingehend
mit der Frage der verſicherungsrechtlichen Berechtigung einer
ſolchen Verſchickung beſchäftigt. Er erklärt, daß nach § 216 der
Reichsverſicherungsordnung ein Verſicherter, der im Inland
er=
krankt und ſich dann ins Ausland begibt, keinen Anſpruch
auf Krankengeld und Krankenpflege hat, denn die Krankenkaſſe.
könne im Ausland die Verſicherten nicht ſo überwachen und die
Geite 2
Sonntag, den 20. November 1927.
Nummer
Krankenhilfe nicht fo geſtalten, wie es der Zweck der Verſicherung
verlange. Sie werde daher in der Regel in dieſem Falle von
der Verſicherungsleiſtung befreit. Einen Anſpruch aber, der
ruhe, dürfe die Kaſſe nicht erfüllen. Dagegen ruhe der Anſpruch
nicht, wenn der Vorſtand vom Standpunkt der Krankenkaſſe dem
Uebertritt ins Ausland zugeſtimmt habe. Nach der Anſicht des
Arbeitsminiſters darf aber für Gebiete, in denen die
Ueber=
wachung des Verſicherungsfalles und die Einwirkung auf das
Hauptverfahren dem Kaſſenvorſtand tatſächlich unmöglich iſt —
und das trifft in dieſem Fall unzweifelhaft zu — dieſe
Zu=
ſtimmung vom Krankenkaſſenvorſtand nicht erteilt werden. Eine
Leiſtung, für die der Kaſſenvorſtand nicht eintreten könne und
die ſeinem Einfluß völlig entrückt ſei, werde aber nicht als eine
Verſicherungsleiſtung angeſehen werden können. Mit Recht weiſt
der Arbeitsminiſter darauf hin, daß die Verſchickung, die die
Förderung einer fremdpolitiſchen Abſicht darſtellt, ohnehin gegen
ein geſetzliches Verbot verſtoße. Daneben erklärt der
Reichs=
arbeitsminiſter, daß es den Verſicherungsträgern auf keinen Fall
zuſtehe, die Verſicherung in Form oder unter örtlichen
Umſtän=
den durchzuführen, die den Aufſichtsbehörden die
Aus=
übung ihrer Aufſicht tatſächlich unmöglich machen. Der
Reichs=
arbeitsminiſter hat zum Schluß die Bitte ausgeſprochen, den
Aufſichtsbehörden von dieſer ſeiner Auffaſſung Kenntnis zu
geben. Die Kaſſen ſeien verpflichtet, ihnen darüber Mitteilung
zu machen, ob und in welchen Fällen ſie Verſicherte zur Kur
oder zur Pflege nach dem Kaukaſus oder der Krim verſchickt
haben.
Die Stellung des Reichsarbeitsminiſters iſt zweifellos
durch=
aus korrekt. Vielleicht wird ſich aus der Umfrage, die der
Reichs=
arbeitsminiſter beabſichtigt, noch weiteres Material ergeben.
Man wird aber die Frage aufwerfen müſſen, ob derartige
rechtliche Darlegungen überhaupt notwendig waren. Denn
ſchließlich iſt nicht die Abwehr von Vorkommniſſen wie die
Ver=
ſchickung von Frankenkaſſenpatienten ngch Rußland das
Ent=
ſcheidende. Entſcheidend iſt vielmehr, daß derartige Dinge
über=
haupt vorkommen können.
*Die jugoſlawiſche Brille.
Paris und die zentraleuropäiſche Politik.
Die Einſiellung zur Anſchlußfrage. — Briands
Siellung im Kabineit Poincaré.
Von unſerem 2.=Korreſpondenten.
Paris, 18. November.
Man konſtatiert jetzt eine gute Harmonie zwiſchen den Reden
der deutſchen Staatsmänner in Wien und zwiſchen denjenigen
Briands und Baldwins. Man findet, daß Streſemann und
Marx in Wien ſehr vorſichtig geſprochen haben, und eben deshalb
werden alle Redewendungen auf die goldene Wage geſetzt.
Trotz=
dem ſind die Kommentare, welche die Pariſer Preſſe zu dieſen
Reden gibt, oft unſicher und gewunden.
Die Politik von Locarno ſoll eine Neubelebung erfahren.
Jedermann hofft dies. Nur gehen die Meinungen darüber
aus=
einander, nach welcher Richtung dieſe Neubelebung erfolgen wird.
Jene deutſchen Preſſeſtimmen, die den jugoſlaſp ſch=franzöſiſchen
Vertrag mit der Wiener Reiſe der deutſchen Miniſter in
Ver=
bindung bringen wollten, wurden hier ſehr beachtet. Ueberhaupt
betrachtet man jetzt hier die ganze zentraleuropäiſche und
Bal=
kanpolitik, ſo überraſchend dies auch klingt, durch eine
jugo=
ſlawiſche Brille. Der Rechten gefällt dies ſchon gar nicht,
ſchon deshalb nicht, weil ſie darin eine ſtärkere Einflußnahme der
Kartellparteien auf die Außenpolitik ſieht. In der Tat gibt es
einige äußerſt links ſtehende Politiker, die von einer „
Einkrei=
ſung” Italiens träumen.. ..
Die Einſtellung zu der Anſchlußfrage hat ſich
prinzipiell kaum geändert. Praktiſch betrachtet man aber die
Dinge mit noch mehr Phlegma als früher. Es werden von dieſer
Seite keine Ueberraſchungen befürchtet, und der fernen Zukunft
ſieht man mit einer guten Portion Gleichgültigkeit entgegen. Was
die Franzoſen an der Anſchlußfrage am meiſten intereſſiert, iſt
die Stellungnahme Italiens dazu. Freilich ſpricht man dies
nicht offen aus.
Man erwartet übrigens von der Entvicklung der
Außen=
politik auch eine Erſtarkung der parlamentariſchen
Poſition Briands. Einige Anzeichen davon ſind bereits
ſichtbar, trotzdem man kaum von einer Erſtarkung des Preſtiges
der Regierung ſprechen kann. Wenigſtens in der Kammer nicht.
Die Art und Weiſe, wie das Budget durchgepeitſcht wird —
man plant ſogar Samstag= und Nachtſitzungen — iſt den
Depu=
tierten ſchon mit Rückſicht auf die kommenden Wahlen ſehr
wenig angenehm. Sie rächen ſich dafür, indem ſie den
Budget=
überſchuß langſam verſchwinden laſſen.
Vom Tage.
Raichspräſident von Hindenburg hat angeordnet, daß zur
Erinnerung an die Seeſchlacht vom Skagerak und zur
Ehrungder Toten am 31. Maz die Wache an ſeinem Palais durch
die Reichsmarine geſtellt wird.
Die deutſche Delegation für die Saarverhandlungen mit
Frankreich iſt in Paris eingetroffen.
Auf der Reiſe von Göttingen nach Bielefeld iſt dar frühere
Präſident des Evangeliſchen Oberkirchenrates der einer Sitzung zuſammen, auf deren Tagesordnunn
Altpreußiſchen Union und des Deutſch=Evangeliſchen
Kirchenausſchufſes, Dr. Reinhold Möller, ver= Der Ausſchußberichterſtatter, der braunſchweigiſcha
ſchieden.
Etwa 10000 Mann der 14. ſowjetruſſiſchen Diviſion Reichspoſt bisher noch nicht vorgelegt ſei, weil
ſind an der chineſiſchen Grenze zuſammengezogen wor= kungen der Beſoldungsvorlage noch nicht zu
übe=
den Dieſe Truppenkonzentration hat in Pekinger Regierungskreiſen Der Redner giig nochmals auf die Gründe ein, dige
ziemlich große Beunruhigung hervorgerufen. Die Pckinger Regierung
beabſichtigt, diplomatiſche Schritte in Moskau zu unternehmen.
Nach einem B=ſchluß des Präſidiums des Zentralexekutivkomitees
der Sowjetrepublik wurde Beloborodow von ſeinem Poſten
als Volkskommiſſar enthoben und ſein bisheriger Stell= Situation ſei daher lange nicht mehr ſo kritiſch, 44u
vertretar Jegorow auf ſeinen Poſten berufen.
Aus Völkerbundskreiſen höven wir, daß der bisherige ſtändige 80 Millionen Mehrausgaben für das laufende Riy
Delegierte Finnlands, Prof. Erich, Geſandter in Bun, dem bringe, bleibe eine ungedeckte Spanne von 116 Mill
Völkerbundsſekretariat ſeine Abſicht mitgeteilt hat, demnächſt von ſeinem dieſe müſſe ein Ausgleich geſucht werden. In erſte
Poſten zurückzutreten.
Wie man in Völkerbundsbreiſen erfährt, wird der
franzöſiſch=
ſüdſlawiſche Vertrag wahrſcheinlich Ende dieſes Monats dem an das Reich abzuliefernden 70 Millionen RM. Hu
Generalſekretariat des Völkerbundes zur Regiſtrierung
übegeben werden.
In Brüſſeler politiſchen Kreiſen hält man es nicht für
ausge=
ſchloſſen, daß es wegen der Frage der Militärdienſtzeit zu einer Kabi= betrage 150 Millionen. Hinzu komme noch ein Reſtt
nettskriſe k.mmen könne
Die engliſche Preſſe ſetzt den Feldzug gegen Lord lionen aufzunehmen ſeien. Die Reichspoſt habe ſig
Ceeil wegen deſſen letzter Oberhausrede fort.
Nach einer im offiziellen Organ des engliſchen Arbeitsminiſteriums das Ausland weuden wollen. Im Vordergrum
veröffentlichten Statiſtik iſt die Mitgliederzahl der angliſchen
Geweurſchaften in dieſem Jahre um 239 000 Perſonen mühuugen ſtehe eine Inlandsanleihe. Zurzeit
ſe=
zurückgegangen. Die Geſamtmitgliederzahl der Gewerkſchaftn ſolche unmöglich. Die Verhandlungen würden
betrug im letzten Jahre 5 28 000 gegen 5 497 000 im Vorjahr.
Lord Rothermere richtet einen neuen Angriff gegen die
konſarvative Regierung Englands, deren Methoden nach dieſes Geld mit Hilfe der Reichsbank auch tatſcih
ſeiner Anſickt nicht dazu beitragen, den Frieden in Europa zu erhalten. halten. Die Verwaltung habe daher die Hoffnn
Er wendet ſich ſcharf gegen Churchill, der wie die Enthüllungen Ceeils
zeigten, ſeine Hand zu größeren Ausgaben für Rüſtungen geliehen habe.
Der Präſident der Republik Kuba unterzeichnete einen Erlaß, wonach tung Kenntnis zu nehmen und dieſe zu erſuchen,
alle Petroleumvorkommen, auf dem Boden der tragshaushalt vorzulegen und die Bemühungen
Republik Kuba zum Nationaleigentum erklärt und vom Anleihe fortzuſetzen. Staatsſekretär Sauter gab
Staat in Betrieb genommen werden.
Die mexikaniſche Polizei hat Kenntnis von einer über den ganzen Mark ſeien in Wertpapieren feſtgelegt, 95 Millicn
Süden der Vereinigten Staaten verbreiteten mexikaniſchen
Ver=
ſchwörung zum Sturze des Präſidenten Calles erhalten.
ind
Die Verbandlungen mit Polen.
Verſtändigungs=Ausſichten. — Einſogenannter
„kleiner Handelsverirag”
* Berlin, 19. Nov. (Priv.=Tel.)
Die Beſprechungen zwviſchen dem Reichsaußenminiſter und
dem polniſchen Sonderdelegierten haben in den letzten Tagen
ihren Fortgang genommen. Da der Außenminiſter zu der
Sitzung des Zentralvorſtandes der Deutſchen Volkspartei nach des Rechnungsjahnes 1927 etwa verbleibenden
Braunſchweig fahren muß, ſind ſie vorübergehend unterbrochen.
Man rechnet damit, daß ſie bereits am kommenden Dienstag
zum Abſchluß gebracht werden, und zwar werden die Ausſichten
gar nicht ungünſtig beurteilt, weil auf beiden Seiten der ernſte
Wille zu einer Verſtändigung beſteht. Es ſcheint, als ob der
Gedanke an ein Proviſorium, das der Uebergang zum
endgül=
tigen Handelsvertrag fein ſollte, mehr in den Hintergrund
ge=
treten iſt, und daß dafür ein ſogenannter „kleiner
Handelsvertrag” in Frage kommt, der aus dem Gebiet
der geſamten Handelsbeziehungen die wichtigſten Gebiete
her=
ausnimmt. Dabei muß aber immer Vorausſetzung bleiben,
daß die politiſchen Differenzen auch im Rahmen dieſes kleinen
Handelsvertrages geregelt werden.
Der in Berlin weilende Sonderdelegierte der polniſchen
Regierung, Departementsdirektor Jackowſki, äußerte ſich in
einer Unterredung optimiſtiſch über ſeine Verhandlungen mit
dem Reichsminiſter des Aeußern. Nach Feſtlegung der
Grund=
züge würden die Verhandlungen über einen deutſch=polniſche.
Handelsvertrag auf diplomatiſchem Wege durch Vermittlung
des Geſandten Rauſcher und in beſonderen Wirtſchaftsfragen
von Fachmännern geführt werden. Jackowſki beſtätigte
gleich=
falls den Rücktritt des bisherigen Vorſitzenden der polniſchen
Handelsvertragsdelegation Dr. Prondzyſki.
Unterwegs.
Ein Reiſeblatt von Johannes Schlaf.
Von Weimar her auf der Fahrt über Naumburg aus dem
Sagletal heraus über die Stationen Klein=Jena, Freiburg (die
alte, graue, runde Neuenburg hoch auf ihrem Berg, die ſich
Kaiſer Barbaroſſas erinnert), Laucha, durchs Unſtruttal nach
Vitzenburg, von da aus der Heimatſtadt Querfurt=Dingsda nach
Jahren wieder mal einen Beſuch abzuſtatten.
Zur Herbſtzeit, Anfang Nopember. Auch der Lebensherbſt
iſt da. Doch gilts, hoffentlich bis zum „letzten Schnaufer” und
gern, gern, weiteres Voran. Ich könnte mich wundern, aber
freue mich vor allem, Mitte meiner Sechziger immer noch dies
Gefühl, dieſen Trieb zu haben. Doch iſts wohl gut, ſich ab und
zu beſinnlich Kraft zu holen aus dem Boden, in dem man
wur=
zelt. Aber daß man nie aufhörte, ihn zu lieben, iſt ſchon Kraft.
Und ich liebe meine heimatliche Unſtrutgegend (deren weitere
Umgebung übrigens Luthers, Goethes Vorfahren, Novalis,
Ranke und noch manch Anderen hervorgebracht hat).
Der Zug bummelt hinreichend, daß man etwas von ſeiner
Umgebung hat.
Der Vormittag iſt herbſtlich grau, im ganzen trocken, ab und
zu aber ſprüht ein Regen gegen die Coupéſcheiben, der unter
einem leichten Prickeln feinperlige, ſchnurgerad geſchrägte
Sträh=
nen über ſie hinwirft, weit genug auseinander, daß es einem
den Ausblick nicht verſagt.
Große, heroiſch geballte Grauwolkenmaſſen ziehen von der
weſtlichen Hügelivand her über die Talfläche, aber hier und dort
zeigt ſich zwiſchen ihnen ein Stück ſehr reinen, erquickend blauen
Himmels. Auf beiden Seiten des grauen Unſtrutbandes
Wieſen=
flächen, Brachland, Kartoffelfelder, auf denen die Ernte
einge=
holt wird. Aus einem Haufen Kartoffelkraut treibt der Wind
von roter Lohe in niedriger Schräge eine weißliche Rauchfahne
ab, man glaubt, die würzige Beize ihres Rauches zu verſpüren.
Braune, herbſtlich blaßgrüne, ausgelaugt gelbe Farben vom
wei=
ten, trockenen Grau gebunden. Eine licht vergilbte Weidichtreihe
am IIfer hin, Baumgruppen im Gelände mit ihren noch grünen,
hier und da ſchon ausgeroſteten Maſſen, Büſche, die roten
Dächer eines fernen Dorfes, überragt vom Kirchturm, der meiſt
eine ſchiefergedeckte Kuppelhaube hat. Aber mich intereſſieren
die im Schatten des Gewöltes liegenden Hügelwände.
Beiderſeitig befinden ſie ſich hier, wo das Tal meiſt ſehr breit
und flach iſt, in ziemlicher, doch nicht ſo großer Entfernung, daß
man die Einzelheiten ihrer Flanken nicht mit Deutlichkeit
wahr=
nehmen könnte.
Die ſo gut wie gar nicht in einzelne Hügelkuppen zerteilte,
mit immer gleicher Höhe ſchnurgerade ſich erſtreckende,
meilen=
weit das Tal begleitende, weſtliche Wand, nach der hin ich
ge=
rade ſitze, iſt nur wenig mit zuſammenhängender Waldung
be=
deckt, aber für dieſe Einförmigkeit, Unſcheinbarkeit entſchädigt
und feſſelt ſie durch reichſte Belebung.
Da ſind die länglichen Vierecke von Weinbergen mit den
zuhlloſen feinen, mit mathematiſcher Regelmäßigkeit gereihten
grauen Strichen ihrer Stöcke. Ueberall, in mannigfaltigſter
Ver=
teilung, oft grotesk, ſchwärzlich grüne oder roſtbraune
Baum=
maſſen, grüne, gelbe, roſt=, wein=, karminrote, braune Gebüſch=
und Geſtrüppballen; in ſeltſam gezackt= und rundgebogenen
Figuren blaßgrüne Raſenſtrccken und nacktes, bleichgraues
Kalk=
geſtein überall dazwiſchen. Hier und da in ſchräg geſchichteter
Formation, teraſſenförmig, baſteihaft vorgebuckelt, von oben
nach unten von tief eingeſchnittenen, gezackten oder gebogenen
Riſſen zerfurcht, die oft ein wunderlich arabeskenhaftes Spiel
von Linien machen. Manche von dieſen Riſſen ſind mit
ſchwärz=
lichem oder buntem Gebüſch ausgewachſen. Manchmal zieht ſich
an ſteiler Felswand karminrotes Gebüſch wie eine lange Braue
hin, oder macht wunderliche Bogenlinien und Figuren, oder
hängt als ein dicker Klumpen. Gruppen, Reihen von Obſtbäumen
(die Kirſche gedeiht hier prächtig), oder auch einzelne, in
wei=
teren, unregelmäßigen Abſtänden gruppiert. Von dunklen
Laub=
kugeln kribbelnde, bleichgrau glimmende kleine Schluchtungen,
Buchten, Wände. Alles ſtill und groß mit Farben und Formen
ins Grau des Gewölkes gebunden. Und bannt in ſeinem
un=
erſchöpflichen Vielerlei doch mit einem einheitlich
zuſammen=
gefaßten Eindruck.
Die ſo außerordentlich differenzierte und in ihrer
Linien=
führung doch zuſammengefaßte „Maſerung”, die weißlich=grauen,
ſchwärzlichen, dunkelgrauen, rötlichen, braunen, rot=gelben, wein=
und karminroten, mit maſchen Schatten hier und da bläulichen
oder violetten Tönungen machen die meilenlange,
zuſammenhän=
gende Wand wie zu einem einzigen Gebilde aus Wolken= oder
Trümmerachat oder Onyx, das ſich an der braunen, grau=
gilb=
lichen oder blaßgrünen Talfläche hinzieht.
Dieſe untere Unſtruttallandſchäft iſt, gegen die obere, von
Vitzenburg=Nebra bis Memleben hin, gehalten, wo die
Hügel=
rücken ſich einander nähern und überaus abwechſlungsreich ſind,
wohl ziemlich einförmig und, wenn man will, unſcheinbar: aber
wenn man den Sinn für die vielen kleinen und doch in eine
eindrucksvolle Einheit gebundenen Einzelheiten hat, ſehr reich.
Und dieſer Blick iſt ja unſerem modernen Empfinden, deſſen
ſo fein und differenziert wahrnehmender künſtleriſcher „Impreſ
Die Finanziage vei Reich
Der Anleihebedarf 174 Millionen
Poſianleihe bis Ende März 1931
Berlin, 19. 2.
Der Verwaltungsrat der Reichspoſt trat am o
Punkt die Beſprechung der Finanzlage der Reich=
Boden, hob hervor, daß ein Nachtragshaushmu
bührenerhöhung geführt hatten und erklärte, daßß
zungen der Einnahmen ſich als richtig erwieſen
Jahre 1927 habe man 186 Millionen mehr eingenmn
abſchiedung der Vorlage. Da nun die
Beſoldungs=
an Bauten, Telegraphie, Telephonie, Vorräten
werden. Der Reſt ſolle gedeckt werden durch Herau
durch Heranziehung der Rücklagen. Auch könnte A
fcheckgeldern eine Anleihe aufgenommen werden, nu
auch gewiſſe Bedenken beſtünden. Der AnleihebeSu
lionen aus dem Bedarf von 1926, ſo daß insgeſchn
äußerſten Not bei den Verſuchen, das Geld aufzz
ſetzt und man habe die Abſicht, in Etappen nach
nächſt 100 Millionen aufzunehmen. Es beſtehe
Abſchluß ohne Fehlbetrag zu erreichen ſein werde.
erſtatter empfahl zum Schluß, von dem Bericht
Ueberſicht über die Finanzen der Reichspoſt. 2
Staatsbauken der Länder, 117 Millionen Mark ſe=/
Privatdiskonten vorhanden. Die Feſtlegung in
ſei auf den Druck der Reichsbank zurückzuführen.
der Poſt ſollten wieder der Wirtſchaft zugeführt p
Reichsbank habe das ganze Geſchäft vermittelt umd
Wertpapiere lombardieren. Veräußerungen
ſeie=
haupt nicht möglich ohne Erſchütterungen des K=
Die Reichsbank hoffe, bis Ende März 1928 eina
die Poſt zu erhalten.
Nach längerer Ausſprache über die Frage der
der Poſtſcheckgelder wurde folgende Eutſchließung
ausſchuſſes angenommen:
Der Arbeitsausſchuß nimmt von den Ausfäh
Reichspoſtminiſters Kenntnis und erhebt gegen
erörterten Maßnahmen wegen Vermeidung eine
keine Erinnerungen.
Der Verwaltungsrat nahm dann die Richtli
Reichsſparkommiſſar ſür Durchführung der Deu
poſt an. Das für die Durchjührung erforderliche
der Reichspoſtminiſter zur Verfügung und die K
trage von etwa 75 000 Mark trägt die Reichspoſt.
der Prüfung wird dem Verwaltungsrat vorgeleg/
Der fronzöſiſch=jugoſlaviſhe Pakt—
den Parlamenten vorgelegn
EP. Belgrad, 19.
ſit, der
Der franzöſiſche Geſandte Daria ſtattete heu
fone hißte,
miniſter Marinkopitſch einen Beſuch ab und teilte ih/ühln die Rebolut
Rüber und drur
franzöſiſche Regierung habe beſchloſſen, den fran. /50
Evan
wiſchen Freundſchaftsvertrag nicht dem Parlama/
Die Bolſch
fizierung vorzulegen. Der Vertrag werde
ledigli=
denten der Republik unterzeichnet werden. Dau
wird die ſüdſlawiſche Regierung, wie die „Pramaſt
haben will, den Freundſchaftsvertrag ebenfalls n 9b
ſchtina unterbreiten, ſondern ihn nur dem Könw
zierung vorlegen.
ſionismus früherer romantiſcher Geſtimmtheit
denkbar ſchlichteſten Motive liebt uns ſie ausholt, I
Empfinden, Erlebens=, ſchließlich alſo doch wohl arg
drang einer Zeit, der in die Tiefen des Kosmos hire
ſpektroſkopiſchen Feinbeobachtung, die unter An
„Dopplerſchen Prinzipes” Nebelmaſſen um fermt”
und deren Bewegung feſtſtellt, einer Zeit, die das
und die Syftemordnung ſeiner Jonen um ſeines
mittelpunkt oder „Zentralkörper” beobachtet.
Eine Akribin, die man, zum mindeſten im RN
ja bereits an den erſtaunlichen „Fragmenten”
Unſtrutumgeb ngen beheimateten Novalis bewunck."
Eine Zeit, die in der Natur „romantiſch” dem
wildromantiſch Großdimenſionalen ſich zuwandte,
dem expandierenden Steam der Leidenſchaften, mal
zu ſehr überwältigt. Oder fuhr ſie aus (denken mr
heben der Moderne in der Renaiſſance), ſich dieſ
ſo ſtürmiſch groß überwältigenden Eindruckes der
welt erkenntnismäßig zu bemächtigen, um ihn zu
und verſtehend zu beherrſchen? So gelangte ſie D
Weg, als aus dem erſten, ſtürmiſchen Rauſch des
eindruckſamen Wahrnehmens ihr Wille ſich auf
Heimlichſte, Verborgenſte, Unſcheinbarſte zu ſanm.
alſo ſie die Richtung gewann zu dem einen m
Punkt” hin, um den alle Ordnung des gewaltigel
bewegt und der ſie beherrſcht. Er iſt kleiner als G
Atoms, größer und gewältiger zugleich als
Dimenſionalität des Kosmos. Er iſt wahrlich 92
Der Menſch war auf dem Wege zu ſeiner letzten 7
die Natur, als er ſich zum Kleinſten, ins Innerſthl
gewandt. Die „Mütter”, zu denen er hinabſteigtt
das Geheimnis lüften.
Zur 2. Gemälde=Ausſtellung Hefſiſcher Künſiler in Be
(Verke von Beithan=Buchſchlag, Deppert=Larm.
Kempin=Darmſtadt, Mager=Benshein, Vielm.
ſtadt.) In der Zeit vom B.—30. November veraunſtag
ſträßer Anzeigeblatt” (Verlag G. Beger G. m. b. Ca
diesfährige 2. Gemäldeausſtellung Heſſiſcher Küuſtler
der Vereinigten Geſellſchaft in Beushein. Die Ausſtei*
net am Mittwoch, den 23. November, nachmittags 3½ U.
ter heſſiſcher Kunſtkenner — Herr Graf Kuno von Ho.”
aur darauffolgenden Sonntag, den N. November, vorſ.
(inen inleitendem Vortrag in den Räumen der Ausſecht.
Veranſtaltung dürfte zuie im vergaugeten Jahre auch. 9e*
beſonderes Ereiguis für das heſſiſche Kunſtlehen, Al.
ner 322
Sonntag, den 20 November 1927
Fer Mampftunn die Machr in Mograg.
Geite 3
elbſtmord des
Sowjet=
diplomaten Joffe.
u uſammenbruch infolge
Arbeitsüber=
wder aufgrund der letzten politiſchen
Ereigniſſe in Moskau?
Moskau, 19. November.
f— Botſchafter der Sowjetregierung in Deutſchland,
ſuriowitſch Joffe, hat, wie bereits von uns kurz
eslbſtmord begangen. Als Grund der Tat wird
u menbruch angegeben.
oh amowitſch Joffe wunde im Jahre 1883 in Simferopol
„eim. Bereits mit 16 Jahren begann —, ſich politiſch in der
u ſchen Partei zu betätigen. Da er deswegen keine ruſſiſche
ſ uchen konnte, bezog er zunächſt die Berliner Univerſität.
„ doch aus Deutſchland 1906 als läſtiger Ausländer
aus=
gen war, ging er nach Wien, wo er zum erſten Male mit
urmenkam. Bei einer ſeiner illegalen Reiſen nach
Ruß=
ze 1912 verhaftet und zu lebenslänglicher Verbannung nach
amteilt. Durch die Märzrevolution 1917 aus den
ſibi=
marniſſen befreit, ging er nach Petersburg, wo er in den
9. Soldatenrat zum Mitglied des Zentralexekutivkomitees
nesählt wurde. Durch die Oktoberrevolution wurde er
tes Kriegsrates, in welcher Eigenſchaft er die
Verhand=
yom Mittelmächten in Breſt=Litowſk führte und den
Waf=
tuetrag unterzeichnete. Als er 1918 Botſchafter in Berlin
hüirte er ſich an den Vorbereitungen der deutſchen
Revo=
i Tage vor Ausbruch der Novemberrevolution wurden
un der kaiſerlich=deutſchen Regierung die Päſſe zugeſtellt.
m Kommiſſar für auswärtige Angelegenheiten und für
sh rung. 1921 nahm er an den Verhandlungen in Genua
f wurde er zum Botſchafter für China und Japan
be=
hwerer Krankheit geneſen, nahm Joffe 1924 an den
e zwiſchen Sowjetrußland und England in London teil.
Arußenpoſten war Wien wo er bis 1925 Bolſchafter der
wDar. In der letzten Zeit war Joffe ohne offizielle
Be=
uu arbeitete an den Orientinſtituten.
Diplomaten, von der damals noch kaiſerlichen Regierung ſeine
Päſſe zugeſchickt. Die deutſchen Truppen hielten Kowno
be=
ſetzt und ſperrten, trotz aller Proteſte Radeks und Joffes, die
direkte Zugverbindung zwiſchen Moskau und Berlin. Aus
Moskau waren damals zwei Propagandazüge, bunt bemalt
mit den Bildern Lenins und Trotzkis, mit den zu jener Zeit
ſo raren Lebensmitteln abgelaſſen, ſie wurden aber an der
Grenze zurückgehalten und der von Joffe vorbereitete
Bol=
ſchewiſtenaufſtand in Deutſchland aufgehalten. Da die rote
Revolutionierung des Deutſchen Reiches mißlungen war,
mußte Joffe ſein diplomatiſches Tatenfeld wo anders hin
ver=
legen.
Das Nätſelra en über Trotzti und Sinowiew.
kelwung von dem Selbſtmord des früheren Berliner
ſezinſchafters und Wiener Geſandten Adolf
Abramo=
iy bat auch in Berliner politiſchen Kreiſen erhebliches
rigegt. Die Behauptung, daß Joffe zum Revolver
NSe, weil er ſeit Jahren an einem unheilbaren
Aen litt, wird mit erheblicher Skepſis aufgenommen.
Huf grohl ſehr wahrſcheinlich ſein, meint man, und es
ſies auch derartige Verſionen aus dem Oſten ſelbſt
ſpe auf Grund der letzten politiſchen Ereigniſſe,
ins=
ein olge des Ausſchluſſes Trotzkis, mit dem er ſeit
befreundet war, zur Waffe gegriffen hat, um
n ein Ende zu machen.
von den
erheht vm !
Die Beiſetzung Joffes.
Moskau, 19. November.
ae Joffes wurde heute auf dem Friedhofe des Klo=
biſche 90
dei
Aurwitſchi beigeſetzt. Die Grabrede hielt namens des
hates der Kommuniſtiſchen Partei der Sowjetunion,
wei Volkskommiſſare der Sowjetunion und des
Außen=
ſüts Tſchitſcherin, namens der Volkskommiſſare
Inner=
erhawa und namens des Moskauer Komitees der
ſoen Partei Rjutin. Weitere Grabreden hielten als
* Werſtorbenen Trotzki, Sinowjew, Kamenew und
Aus Joffes Berliner Zeit.
der erſte, der auf dem Botſchaftsgebäude Unter den
Mote Fahne hißte, damals als man ſich in
Deutſch=
ſicht an die Revolution gewöhnt hatte, als auch in
ülles drüber und drunter zu gehen drohte, und der
reml ſein Evangelium auch über Deutſchland zu
ujuchte. Die Bolſchewiſten=Regierung hatte Joffe
eiummen zur Verfügung geſtellt, um den Sparta=
K) zu fördern. Roſa Luxemburg und Liebknecht
fihe Gäſte Joffes, und der Traum der Weltrevo=
Bernichtung alles deſſen, was jahrtauſendalte
Kul=
deu, wurde von Moskau aus gepredigt. Drei Tage
Fohemberrevolution wurden Joffe, als unliebſamen
Der Enthuſiasmus der erſten Jahre in der Bolſchewiſten=
Revolution iſt verrauſcht. Grauer Alltag herrſcht im Kreml. Der
Kampf gegen die Bourgeoiſie hat dem Kampf in der eigenen
Partei Platz gemacht, und Proletarier ziehen gegen Proletarier
blank. Lenin, Trotzki, Sinowjew und alle die Prominenten
waren Kampf= und Zeitgenoſſen Joffes. Lenin liegt als
koſt=
bare Reliquie einbalſamiert im Mauſoleum vor dem Kreml.
Die Kämpfe verſchärfen ſich in Moskau immer mehr.
Wäh=
rend bisher immer nur von Parteimaßnahmen gegen Trotzki und
ſeine Genoſſen die Rede war, handelt es ſich jetzt offenbar für
die herrſchende Gruppe Stalin—Bucharin darum, den Punkt zu
finden, wo ſtatt Parteimaßnahmen die Staatsgewalt eingeſetzt
werden kann. Wie aus dem Oppoſitionsmaterial, das in den
Diskuſſionsblättern der Moskauer „Prawda” veröffentlicht wird,
hervorgeht, hat es die herrſchende Machtgruppe nicht verſchmäht,
zu dieſem Zwecke die Mittel der politiſchen Polizei, der früheren
Tſcheka, gegen ihre Genoſſen aufzubieten. Nach altem bewährten
Syſtem iſt mit Provokateuren gearbeitet worden, und zwar
haben frühere Offiziere der Wrangelarmee und der
Koltſchak=
armee als Agenten gewirkt. Der Oppoſition wird nicht der
direkte Vorwurf gemacht, daß ſie konterrevolutionär ſei, wohl
aber wird behaustet, daß ihre Tätigkeit einen Spalt in die
Partei treibe und daß unausbleiblich die Konterrevolution ſich
durch dieſen Spalt durchzwängen werde. Auf Trotzkis Ausruf:
„Ihr habt uns einen Agenten der Tſcheka auf den Hals geſchickt!“
antwortet Stalin: „Selbſtverſtändlich, dazu haben wir die G. P.1.,
damit ſie die Konterrevolution ans Licht zieht.‟ Eine
Ueber=
ſicht über
Trotzki,
Führer der Oppoſition.
Stalin,
Vorſitzender des Rates der Volksbeauftragten.
Ueber Trotzki und Sinowjew iſt der Bannfluch geſchkeudert, die
alten Kameraden Joffes ſind nicht mehr, und ſo mag er denn
als müder und enttäuſchter Mann zur Piſtole gegriffen haben,
um die letzten Akte der Tragödie nicht miterleben zu müſſen.
Die Tatſache, daß jetzt alle jene geiſtigen Köpfe aus der erſten
Zeit des Bolſchewismus durch die nicht ungefährliche
Gewalt=
herrſchaft Stalins zur Strecke gebracht werden, läßt kein gutes
Ende in Moskau ahnen. Das Rätſelraten über Trotzki
und Sinowjew und einige andere geiſtige Kapazitäten aus
Lenins Zeit zeigt mindeſtens, daß das Regiment Stalins gegen
dieſe für ihn unzweifelhaft gefährliche Oppoſition mit den
aller=
ſchärfſten Mitteln arbeitet und daß es offenſichtlich auch nicht
vor dem Aeußerſten zurückſchrecken wird. Man darf ſich darauf
gefaßt machen, daß die Dinge in Rußland ſich recht bedenklich
zuſpitzen und daß man mit der Möglichkeit neuer ſchwerer
Er=
ſchütterungen dort rechnen muß.
Tſcheka gegen die Oppoſition.
die heutigen Gruppen der kommuniſtiſchen
Partei in Rußland
ergibt folgendes Bild:
Erſtens die Rechtsgruppe, die aus den führenden Männern
der Regierung und der Repräſentation beſteht, und zwar
beſon=
ders Kalinin als Präfident der Exekutive und Rykow als
Prä=
ſident des Rates der Volkskommiſſare. Dieſe Gruppe will
be=
ſonders auf praktiſche Erfolge der ſtaatlichen und wirtſchaftlichen
Entwicklung hinarbeiten. Sie ſucht das Zuſammengehen mit
den Fachkräften, unbekümmert, ob Kommuniſt, ob Bürgerlicher.
Man wirft ihnen ſogar vor, daß ſie ſich den Sozialdemokraten
nähern.
Die zweite Gruppe iſt das Zentrum, der ſogenannte „
Appa=
rat der Partei‟ Er wird beherrſcht durch den Generalſekretär
Stalin. Bucharin laviert zwiſchen Rechtsgruppe und Zentrum.
Als dritte kommt dann die Oppoſition, die übrigens
keines=
wegs einheitlich iſt. So betrachtet ſich der Petersburger Teil der
Oppoſition als unabhängig von Trotzki. Die Oppoſition erklärt,
nicht von ihr aus, ſondern von Stalin werde die Partei geſprengt.
Die ruſſiſche Oelegation für die
Abrüſtungskonferenz.
EP. Genf, 19. November.
Nach einem heute vormittag bei dem Generalſekretär des
Völkerbundes aus Moskau eingetroffenen Telegramm
Tſchit=
ſcherins beſteht die zirka zehn Perſonen umfaſſende Delegation
für die Abrüſtungskommiſſion aus folgenden Mitgliedern: Als
Führer der Delegation fungiert der Präſident des
Zentralexe=
kutivkomitees und Beigeordnete des Volkskomitees für
auswär=
tige Angelegenheiten, Litwinow, und zu ſeiner Unterſtützung
der Volkskommiſſar für Volksaufklärung, Lunatſcharſki.
Fer=
ner gehört der Delegation an das Mitglied des
Zentralexekutid=
komitees Theodor Ugarow und der Chef des Generalſtabs der
Roten Armee, Pugatſchew. Ferner iſt genannt ein gewiſſer
Eugen Behrens, doch iſt aus dem Telegramm nicht erſichtlich,
ob es ſich um den bekannten ruſſiſchen Admiral handelt. — Der
Delegation gehört an als Dolmetſcherin Frau Litwinow und
als weitere Mitglieder Wladimir Egoriew ſowie der
General=
ſekretär Boris Stein, der von der Weltwirtſchaftskonferenz her
bekannt iſt und für die ruſſiſche Telegraphenagentur „Taß” als
Spezialkorreſpondenten Rajewſki und Roſenblatt. Die
Dele=
gation dürfte am 28. November hier eintreffen und
wahrſchein=
lich wieder im Hotel d’Angeleterre Wohnung nehmen.
Atwragsabend der Opernſchule
Mädtiſchen Akademie für Tonkunſt.
Wen nſchule der Städtiſchen Akademie ſtellte ſich heute
tm Muſikvereinsſaal im zweiten Jahre ihres Be=
HSIe ud rechtfertigte von neuem ihren guten Zweck und
Baic Jaitereſſe, das ihr, geſtützt durch hochherzige Stif=
ReaN A gengebracht wird. Es iſt eine Freude, Künſtler=
Werm 2. Es liegt im Sinne des Erziehungsplanes,
mög=
auf eine öffentliche Probe zu ſtellen. Heute waren
Wer Zahl. Von der Geſangsklaſſe des Profeſſors
eich emen Luiſe Müller, Anny Kaiſer, Annelieſe Wehner,
naid Joſef Herrmann teil, Marie Koch von der Klaſſe
Rauche wegeiſtert für ihren künftigen Beruf, heranreifen,
WuMers voll ſich einſetzen zu ſehen, wenn er, wie hier,
DMay. Geiſt beſeelt und von ſo vortrefflichen Lehrkräften
elöllners, Klara Herber von der Klaſſe Mathilde
Mecter Schäfer als ein Schüler von Prof. Dr. Noack,
ai8 als Hoſpitantin der Opernſchule. Die Aufgaben
umeiſt ſchon vorgeſchrittenen Können entſprechend,
lund wursen zum Teil in erſtaunlicher, allenthalben
Dr Weiſe gelöſt. Ueberſchießendes Temperament iſt
i Jugend.
ichen geſungen Stücke aus „Bajazzo”, „Samſon und
Lurmen”, „Fidelio”, „Figaros Hochzeit” „Julius
JJunnhäuſer”, und Enſembles aus „Rheingold”
Luder Holländer”. In einer Opernſchule wird
iheuf ankommen, zunächſt das vorhandene, mehr oder
SVebildete Material zur freien Entfaltung zu bringen,
Jummungen organiſcher und ſeeliſcher Art hinwegzu=
9 ihm die Methodik zu geben, um ſich frei von
M wickeln und vermehren zu können. Nach Beherr=
Dandwerkszeugs kommt dann erſt die geiſtige
Er=
ſeeliſche Durchdringung; und zuletzt der Zuwachs
ſcer Note. Für alles als Vorbedingung eine ſtarke
mbſolutes Gehör, geſunde Nerven, natürliche innere
Eſlähigkeit und Temperament.
Sinen Zeilen beurteilt, ſcheinen mir die beiden Herren
Imn und Schäfer am weiteſten gefördert; ſie ſind
Mie Bühne reif. Als Pizarro und Alberich der
letz=
lar und Holländer der erſtere, gaben ſie hervor=
ben ihres techniſchen Könnens, ihrer geiſtigen Be=
Mid ſeeliſchen Geſtaltungskraft. Eine wundervolle
I lehr intelligent verwendet, hat Geo Mayer.
Von den Damenſtimmen ſchienen mir die größten im Beſitz
von Marie Koch (Senta und Woglinde), die neben Lieſel
Richartz (Wellgunde) wohl am fertigſten iſt, und Annelieſe
Wehner (Eliſabeth). Die ſchönſten beſitzen Anny Kaiſer
(Suſanne) und Luiſe Müller (Dalila und Carmen). Auch
Klara Herber iſt ſehr ausſichtsvoll. Eine Ueberraſchung
freu=
digſter Art war die vollſtändig gebrachte erſte „Rheingold”=
Szene. Da ſaß ſchon alles feſt wie bei Künſtlern. Als ſtarke
Stütze und ein einfühliger Führer bewährte ſich in vollendeter
Ausübung der oft klippenreichen Begleitungen am Flügel Paul
Ottenheimer, der Leiter der Enſembleklaſſen,
Wie wäre es, wenn einmal der Verſuch gemacht würde, den
Ausübenden Spielfreiheit zu geben? Ich glaube, ſie würden
ſich freuen, von ihrem in Händen zerknäulten Taſchentuch
los=
zukommen und die Rolle wirklich ſpielen zu dürfen, die ſie ſich
jetzt mühſam einbilden müſſen. Gleichzeitig könnte ihre
Aus=
bildung im dramatiſchen Unterricht des Herrn Kuhn gezeigt
wer=
den. Alle Mitwirkenden wurden mit Beifall überſchüttet, wie
v. H.
das ganz in Ordnung iſt.
Eine neue Chorkantate
für gemiſchten Chor, Solofopran und Orcheſter von Dr. Hans J. Wedig.
(Verlag Bote u. Bock, Berlin.)
Der jetzt 30jährige Komponiſt zog a s Abiturient in den Krieg,
ſtudierte nach Kriegsſchluß am Kölner Konſervatorium (Abendroth) und
an der Bonner Univerſität (Schiedermayr, Clemen), wo er in
Muſik=
geſchichte, Literatur und Kunſtgeſchichte mit einer im Verlag des Bonner
Beethoben=Hauſes veröffentlichten, beifällig aufgenommenen Arbeit über
Becthovens Streichquartett, Op. 18 Nr. 1 zum Dr. phil. promovierte.
Von 1921—1924 war er Solorepetitor und Chordirektor unter Guſtav
Hartung am Landestheater Darmſtadt, dann erſter Kapellmeiſter in
M.=Gladhach und iſt zurzeit erſter Opernkapellmeiſter am Stadttheater
Ulm a. D. Tonſchöpferiſch arbeitet er ſchon ſeit 8 Jahren, trat aber
nie an die Oeffentlichkeit, da er ſich ſcheute, nicht ganz Perſönliches und
völlig Ausgereiftes an die Oeffentlichkeit zu bringen. Zum erſten Male
brachte Dr. Hugo Holle, der Leiter der durch die Mitwirkung bei den
Baden=Vadener Muſikfeſten rühmlichſt bekamnien Stuttgarter
Madrigal=
vereinigung Madrigale Wedigs mit Erfolg in Bonner und Kölner
Konzerten zur Aufführung. Eine erweiterte Neufaſſung dieſer Chöre
iſt die Chorkantate mit hleinem Orcheſter, Op. 2.
Die neue Chorkantate umfaßt drei 4—7ſtimmige Chöre mit Orcheſter
und ein Orcheſter=Zwiſchenſpiel. Der Tert des erſten und dritten Chores
iſt „Aus den Hymnen an die Liebe” und den „Späten Hymnen” von
Hölderlin, der Text des zweiten Chores iſt die Inſchrift auf dem Grabe
Charlotte von Lengefeld im alten Bonner Friedhof. Klänge dunkler
Melancholie umhüllen zu Anfang den ſchwermütigen Text, die innere
menſchliche Qual auslöſend, um ſich im Zwiſchenſpiel zu verklärendem
Glanz zu ſteigern, wieder ſchmerzlich düſter zu werden und im
Schluß=
chor markig und kraftvoll, in leuchtender Offenbarung und Jubel
auszu=
klingen. „Durch Nacht zum Licht” könnte man dieſe Kantate nennen,
denn gleich ſtrahlender Sonne überragt der Schlußchor die düſtere
Stimmung der Einleitung. Die Muſik Wedigs klingt alt und iſt doch aus
ganz modernem Empfinden geboren, ſtellenweiſe archaiſch, und erhält ihre
beſondere Eigenart dunch Verbindung ihm oigener Schwermut mit
harmoniſcher Differenziertheit und dabei doch ſehr ſtark ausgeprägtem
Rhythmus. Die nene Chorkantate gelangt am 16. und 17. November
1927 unter Generalmuſikdirektor Profeſſor Dr. Peter Raabe in
Aachen zur Uraufführung und iſt außerdem noch vom ſtädt.
Geſang=
verein Bonn und dem Ulmer Konzertbund zur Aufführung
angenom=
men. Mit mehreren anderen namhaften Orcheſterdirigenten ſchweben
bereits Abſchlußverhandlungen. Zurzeit geht des hoffnungsvollen
Künſt=
lers erſte Sinfonie ihrem Abſchluß entgegen
g. p. Nachrichten von der Landesuniverſität Gießen. Vortragsreihe
über Gegenwartsfragen der Wirtſchaftsordnung. Die
Vortragsveran=
ſtaltung des ſtaatswiſſenſchaftlichen=ſtatiſtiſchen Inſtituts der Univerſität
Gießen am 15. November war von zirka 250 Vertretern der Wirtſchaft
und Verwaltung des Lahn= und Rhein=Main=Gebietes beſucht. Man
bemerkte u. a. den heſſiſchen Finanzminiſter Henrich, den
Provinzial=
divektor von Oberheſſen Graef, den heſſ. Schlichter Staatskommiſſar Dr.
Bernheim und neben den Vertretern der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Be=
hörden zahlreiche führende Perſönlichkeiten der heſſiſchen Wirtſchaft
ſowie Vertreter ihrer Kammern und Verbände. — Der Rektor der
Landesuniverſität, Prof. L. Roſenberg, begrüßte die Erſchienenen im
den Räumen der Hochſchule und verlas ein Telegramm des im letzten
Augenblick verhinderten Miniſters Kirnberger, der dieſer erſten Tagung
einen anregenden Verlauf und vollen Erfolg wünſchte. Die Vorträge
hielten Prof. Friedr. Lenz über „Freie und gebundene
Wirtſchafts=
ordnung”, Prof. Wilh. Auler über „Unternehmungsmehr= und =
minder=
wert in der Bilanz” und Prof. Hans Gmelin über „Bedeutung der
Wirtſchaft in der Politik”. Außerdem ſprach anſtelle des verhinderten
Klotzbach=Eſſen Dr. Reichert=Berlin, M. d. R., Eiſen= und Stahl=
Induſtrieller über „Die Internationale Rohſtahlgemeinſchaft”. — Die
„Ausſtellung moderner Bürohilfsmittel” in den Räumen der
Univer=
ſität war von zirka 20 führenden Firmen Deutſchlands beſchickt und
zeigte eine lückenloſe Reihe aller einſchlägigen Büromaſchinen und
Kar=
tothek=Syſteme ſowie Büromöbel uſw. Sie fand lebhaftes Intereſſe, das
ſich auch in Kaufabſchlüſſen erfreulich äußerte. Im Rahmen dieſer
Aus=
ſtellung ſprach Direktionsaſſiſtent Müller von den Mercedes=Werken,
Zella=Mehlis (Thür.) über „Rationaliſierung in der Bürotechnik”. — Wie
wir hören, iſt, dem Wunſche vieler Teilnehmer gemäß, eine regelmäßige
Wiederholung dieſes erfolgreichen erſten Verſuches einer gkgdemiſchen
Wirtſchaftstagung geplant.
Seite 4
Sonntag, den 20 November 1927
Nummer
Faseiſtiſche Propaganda.
Von unſerem „=Korreſpondenten.
Rom, 19. November,
Der italieniſche Fascismus hat mit dem ruſſiſchen
Bolſche=
wismus außer anderen Aehnlichkeiten eine Leidenſchaft
gemein=
ſam: die Propaganda außerhalb der eigenen Landesgrenzen.
Wenn dieſer Bekehrungseifer ein Zeichen dafür wäre, daß beide,
der Bolſchewismus und der Fascismus, eine wirkliche Idee
als Grundlage ihrer politiſchen Auswirkung hätten, ſo läge die
Gefahr nahe, daß aus der politiſchen Richtung eine
religiös=
ſittliche Lehre entſtehen könnte. Und das wäre eine harte und
häßliche Bedrohung des Begriffes der Humanität, ſei es durch
den Glauben eines reinen Chriſtentums oder die Gedankenwelt
Kants umſchloſſen. Da jene beiden modernſten
Regierungs=
formen Europas aber ihre Werbetätigkeit nur ausüben, um
da=
mit politiſche Machterweiterungen zu bewirken oder
vorzube=
reiten, nicht aber nur um des Prinzips geiſtiger Beglückung
willen, ſo bleibt nicht eine Idee als Pfeiler hinter der Faſſade
der beiden Diktaturen, ſondern nur der reine, nackte und
nüch=
terne Machtwille. Die Propaganda im Auslande iſt eine
uner=
betene Proſelytenmacherei, keine Aufklärung oder Erbauung.
Weder von Moskau noch von Rom her. Sie kann es auch nicht
ſein, weil beide Formen der Diktatur und ſozialen Theorie, der
bolſchewiſtiſchen und der fasciſtiſchen, ausſchließlich an den Boden
ihrer Entſtehung gebun den erſcheinen. Ohne die Struktur
Ruß=
lands ſcheint ſich kein Bolſchewismus entwickeln zu können, und
der Faseismus iſt in ſeiner heutigen Form nur in Italien
unter einem Muſſolini denkbar. Aehnliche ſchwächere
Nach=
ahmungen des Fascismus können ſich überall dort bilden, wo
überſpanntes Nationalgefühl bei geringer Bewegungsfreiheit
und mangelnder Bildung der Bevölkerung einem tatkräftigen
und imponierenden Maune eine Diktaturmöglichkeit bieten. Aber
dieſe Nachahmungen werden nur ebenſo vorübergehende und oft
naive Formen annehmen wie etwa die Nachahmungen des Hofes
des Sonnenkönigs durch die weiland deutſchen Duodezfürſten.
Zum echten Fascismus gehört ein Mann wie Muſſolini, der ein
Journaliſt und Leitartikler iſt und die Schwäche ſeines Volkes
beſſer kennt als die Stärke ſeiner Geguer. Vor allem aber
ge=
hört ein Volk wie das italieniſche dazu, das gewöhnt iſt, ſeit
Jahrhunderten aus einer Tyrannei in die andere zu ſchlittern.
Wie lauge iſt es denn her, daß die Italiener unter dem Joch
der Bourbonen ächzten, oder die Römer die Herrſchaft der
Päpſte nur grollend ertrugen? Und war die Macht des
ent=
giteten Parlamentarismus im vorfasciſtiſchen Italien und der
Nepotismus um die Jahrhundertwende letzten Endes nicht auch
eine Tyrannei, wenn ſie auch durch Geſchrei auf Markt und Gaſſe
gemildert und verſchleiert wurde? Dieſes Volk Italiens, das
ſo genügſam iſt, ſo leicht enthuſiasmiert und ebenſo leicht aus
Furcht gehorſam, iſt eine Nation, die immer einzelne Leiſtungen
von hoher Tugend und hohem Mut gezeitigt hat, während die
breite Maſſe feig blieb. Denn ſie war ſtets trotz
Spitzenleiſtun=
gen einzelner begnadeter Nachkommen aus dem Völkerchaos des
Imperium Romanum nur Epigonentum einer überſättigten
Kaiſerzeit. Hier kann auch heute noch wie in vergangenen
Jahr=
hunderten die Tyrannei gedeihen, und wer richtig zugreift, kann
herrſchen. Ohne Theorien und Ideen, aber mit der Fuchtel und
dem anfeuernden und beherrſchenden Wort.
Die Kraft des Wortes in dem Lande der wohltönenden
Phraſe iſt aber auch der Anſtoß zur Propaganda. Der
preu=
ßiſche Militarismus eines ganzen Jahrhunderts hat nie
An=
ſtrengungen gemacht, ſich im Ausland Anhänger zu werben.
Wenn er welche hatte, ſo waren es Leute, die ihn in Preußen
kennen und bewundern gelernt hatten. Man hatte ihn ſich ins
Ausland geholt, er war nicht dorthin verſandt worden.
Ita=
liens Fascismus hat mancherlei äußerliche Formen des
Mili=
tarismus angenommen. Er ſchwelgt in Diſziplin und
Unfor=
mierung und fordert ſtummen Gehorſam, aber er kennt nicht die
ſtille Treue des alten preußiſchen Beamten und die
pflichterge=
bene Beſcheidenheit. Der Fascismus iſt modern und hat
Re=
klame nötig. Er will wirken und glaubt dies durch den
Ver=
trieb fasciſtiſcher Ideale und Forderungen nach allen Strichen
der Windroſe ins „Ausland erreichen zu können, als ob es gälte,
Politik wie Pakete aus einem amerikaniſchen Warenverſandhaus
zu verſchicken.
Dazu hat er ſich eine recht umfaſſende Organiſation
ge=
ſchaffen. Man hat in allen bedeutenderen Städten im
Aus=
lande, in denen italieniſche Kolonien ſind, ſogenannte Fasci,
das heißt Ortsgruppen der fasciſtiſchen Verbände unter den
Mitgliedern dieſer Kolonien gegründet. Wer nicht zum „Fascio
locale” gehört, gilt als Feind des Vaterlandes und kann ſicher
ſein, daß er bei jeder Gelegenheit mit der Feindſchaft ſeines
Konſuls rechnen und ſelbſtverſtändlich niemals auf die
Vertre=
tung ſeiner Intereſſen durch dieſen Konſul zählen kann.
Zu=
gleich hat man in dieſen Fasci einen Kontrollapparat über die
Italiener im Auslande und eine Nachrichtenagentur, von der
die römiſche Zentrale mit allem Klatſch und prompten
Mel=
dungen über alle antifgsciſtiſchen Begebenheiten verſorgt wird.
Mancher hat bei einer Reiſe nach Italien merken müſſen, daß
über ſeine Weſensart oder ſeine Aeußerung daheim auf
irgend=
einem geheimen Wege nach Italien berichtet ſein mußte. Das
Fascio ſeines Heimatortes hat ihn beobachtet. Dieſe Fasci im
Auslande ſind aber auch die Keimzellen, von denen aus die
Beeinfluſſung der nichtitalieniſchen Umwelt geſchehen ſoll und
geſchieht. Von hier aus erfolgt die Propaganda im Einzelnen,
die der Faseismus im Auslande treibt. Darum ſind auch dieſe
zahlreichen Fasei im Auslande ſtraff organiſiert und
unter=
ſtehen einem „Generalſekretär für die Fasci alleſtero‟. Dies
iſt zurzeit der Doktor Di Marzoio, der eine wichtige Perſon im
fasciſtiſchen Großrat iſt und zu den Vertrauten Muſſolinis
ge=
hört. Man hat ihn erſt unlängſt in Deutſchland bei einer ſeiner
ſtändigen Inſpektionsreiſen geſehen.
Für dieſe Propaganda im Ausland wird ſehr viel Geld
ausgegeben, denn der fasciſtiſche Patriotismus iſt auch in der
Fremde nicht umſonſt. Poſten und Pöſtchen ſind auch heute,
genau wie in der „elenden demokratiſchen” Zeit, eines)
der Geſinnung. Die Propaganda ſelbſt hält ſich me=if
üblichen Formen der Gründung eines eigenen Heimalt
Fascio, eines Leſezirkels, und, wenn möglich, einm!
italieniſchen Schule. Aber es gibt vielerlei Spielarten,
Propaganda getrieben wird, und nicht alle ſind ſo
ehrlich deklariert wie Schule und Leſezirkel.
Ob freilich dieſe Propaganda auf die Dauer winnl
Durchſchlagendes erreichen wird, muß dahingeſtehl
Wenn man die mit ungleich größeren Mitteln und
Kühnheit und Energie unternommene Werbearbeitzt
ſchewismus in Europa und in Oſtaſien in Vergleich
ſo kommt man zu dem Ergebnis, daß die mit der 9
Beglückten die Arbeit der fremden Einflüſſe dulden, „I
ihnen nutzt. So war es in Ch.na und in Perſien,
Türkei die bolſchewiſtiſche Freundſchaft ausgenützt, un
abzuſchütteln, und ſo hat Afghaniſtan gerade in
ebenfalls gehandelt. Ueberall ſchien Rußland FornN
machen, und als man dann den Schaden
war es nich,s oder wenig. Nun iſt die fasciſtiſche
nicht rein deſtruktib wie die bolſchewiſtiſche, und 3
liegt vor allem nicht peripher wie Rußland zu ſeinen 8.
feldern, ſondern Italien liegt nur exzentriſch, aber Se
direkten Wirlungstreiſe europäiſcher Machtfaktoren. Vi
zwingen die fasciſtiſche Propaganda zu einer weni=
Aktion und erheblich zahmeren Wirdungsmitteln, auf
trotzdem dieſem Propagandopunkte im ſaseiſtiſchen R.
noch einen bedenklich weiten Spielraum.
Nun ſieht man, wie gefährlich für Rußland die
von Kraft und Geld durch Propaganda in allen mögs!
ten des Auslandes geworden iſt. Man kann ſich faſtile
wie viel weiter die heutigen Machthaber in Rußland”
ſolidierung Rußlands ſein könnten, wenn ſie
Arbes=
nicht utopiſtiſch ins Ausland getragen hätten. Sie
ohne die Auslandspropaganda ſicher heute ſchon mitn !
Ländern in vernünftigen und nutzbringenden Beziekl.
können. Wenn man nun die ruſſiſchen älteren Erfi
abgeſchwächter Form auf Jtaliens Propaganda im
wendet, ſo kommt man zu dem Schluß, daß in dem
Tag vermehrten Auslandspropaganda des Fascismſ
ment großer Schwäche ſteckt. Man wird ſich mit Gell
feſtlegen, ohne Früchte ernten zu können. Denn polig
tungen werden nicht durch Propaganda verbreitet.
anſtecken, wenn ihr Zeitalter gekommen iſt. Wber darm
ſich über die Grenzen ihres Urſprungslandes aus, orti t
pagandiſten dafür ausgeſchickt werden.
Der Fascismus vergeudet dabei, aber nicht mu
Mittel auf meiſt unfruchtbarem Boden, ſondern ſchiſſ
noch Feinde, die er ohne Propaganda gar nicht kaß
Es ſind aber Gegner, die er nicht durch irgend auß
oder eine andere Offenſivmaßnahme ſaſſen kann. Deuf
auf fremdem Boden, auf einem Boden, auf dem deu
dige Feind ihn, nicht aber er den Feind finden kanu
an Navoleons Zug nach Moskau denken. Er ſtic ſt
Heute läutft Rom Gefahr, mit ſeinem Propogandaz al
wie Napoleon ſich zu übernehmen und einmal vor eit=P
den Moslau zu ſtehen. Wenn nicht vorher Moskuuf
kommt.
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Gchſt:
Durch den Tod ihrer 2
42 Jahr. ebgl., häuslich
an genehm. Weſen, chr.
ſchöner Ausſtattung u. 4t2
Wern
ſucht Lebensverbind. i.
nittl Beamt auch Witr R=
Zuſchriften mit Bild undh.=ſ4
unter K177 an de Geſs=
pmer
322
ms der Landeshauptftadt.
Darmſtadt, 20. November.
„Altes Gymnaſium”.
Taudwig=Georgs=Gymnaſium feiirt demnächſt ſein 300jähriges
„d hat deshalb ſchon ein neues Kleid angelegt. Es täuſcht
ct über die Gebrechen ſeines alten Leibes hinweg, die mir
SVennälerzeit und nun als Schularzt — nur zu ſehr bekannt
auch die Stadt und die Staatsbehörden wiſſen davon. Und
ſn. Realgymnaſium und Ludwigs=Oberrealſchule, wurde
er=
iſoliert liegenden Abortanlagen können erſt nach Einrich=
Zentralheizung neuzeitlich hergerichtet werden, da ſie ſonſt
ürden.
ſtgatlichen Turnhalle der Soderſtraße wurden Braurſebäder
ſkiUfe von Vereinen vorbereitet, ihre Einrichtung aber aus
miicht abgeholfen worden?. Wen trifft die Schuld?
chmner des Grundſtücks und der Gebäude iſt die
Landeswaiſen=
ernoch Trägerin von Vermögensrechten iſt. Nunmehr iſt abr
wmchfolger der Staat. Dieſer hat die Unterhaltungspflicht des
r beſorgt durch das Hochbauamt den Neuanſtrich und andere
änderungen im Inneren. Die Stadt kommt nur für die
Ausgab.n auf: Schulgeräte, Lehrmittel uſw. Es ſchwebten
Verhandlungen zwiſchen Staat und Stadt über die Anlage
ſtlheizung. Koſtenvoranſchläge waren ſchon 1914 aufgeſtellt,
— wiederholt „vorläufig” abgelehnt, der Koſten wegen. Auch
Xhlheizung der drei benachbarten Anſtalten: Ludwig=Georgs=
mu Mitteln erlaſſen. Kurz, für die einfachſten Verbeſſerungen
cheln da!
—r 1925 ſprach Stadtverordneter Dr. Noellner energiſch für
ſillung der nötigſten Verbeſſerungen. Am 19. März 1927
emer öffentlichen Elt unverſammlung im Anſchluß an einen
m. Direktors über „Schule und Elternhaus” auf Anregung des
w Feerrn Kirnberger alle dieſe Mißſtände zur Sprache, Abhilfe
nicht geſchaffen. Alſo trifft die Schuld an dieſen groben
mu nicht die Leitung der Schule, auch nicht den Schularzt,
eſtyn Staat, der ſehr wohl darum weiß.
Dr. Leydhecker, Schularzt.
ſerigt iſt eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der
nda
ollsſſt e Friedberg.
Seunzexamen. Herr Dr. jur., Dr. rer. pol. Otto Mickley
dßn Vehramt an der ſtaatlichen Höheren Handelsſthule in
Karlé=
idr zweite Staatsprüfung für das höhere Lehramt an
badi=
äl=Sſchule mit „gut” beſtanden und wirde zum
Handelsſchul=
eryrnnt.
fnches Landestheater. Heute wird im Großen Haus die
hle” von Richard Wagner — der zweite Teil der Ring=
Tetru=
igeführt. Es wirken mit die Damon Albrecht, Jacobs,
Kap=
irg, Landwehr, Licbel, Merker, Muller=Wiſchin, Opitz, Penſe
„ür een Balve, Biſchoff und Theo Herrmann. Muſikaliſche
Lei=
ſe almuſikdirektor Dr. Böhm; Inſzenierung: Haus Esdras
e; Bühnenbild: Arthur Pohl. Die Vorſtellung beginnt um
Erſtaufführung von Donizettis „Liebestrank” (Ein=
Felix Mottl; Dienstag, den 22. November, wirken mit die
ſe und Walter und die Herren Barczinski, Kuhn und
) November wird im Kleinen Haus der Schwank „Mein
(duard” von Ralph Arthur Roberts und Fritz
Fried=
erich zum erſten Male gegeben. Juſzenierung: Robert Klupp.
rchts Drama „Im Dickicht der Städte” wird, inſze=
Ceneralintendant Ebert, Anfang Dezember im Kleinen Haus
iHrung gelangen.
4hTdervortrag über „Das Handwerk in alter und neuer Zeit;
durch das alte Nürnberg und die Münchener Handwerks=Aus=
92" halten. Der Eintitt zum Lichtbildervortrag iſt frei;
ſhes Handwerks ſind herzlich willkommen. (Nähcres ſiehe Anz.)
Ehicher und Oeſterreichiſcher Alpenverein. Die Sektion
Darm=
cn letzten Freitag in der Aula des Ludwig=Georgs=
Gym=
urkeir gut beſuchte Monatsverſammlung ab. Nach kurzer
Be=
ßüſurh den Schriftführer berichtete der Vorſitzende, Herr Dr.
Ten=
u ich über ſeine Reiſe nach Wien zur Haupwerſammlung des
Fütrreichiſchen Alpewvereins. In Geſellſchaft von zwei
Sektions=
m, die Fahrt am 31. Auguſt nach Frankfurt und von da mit
mach Paſſau. Hier fand am Abend eine Begrüßungsfeier
ASStion Paſſau mit bengaliſcher Beleuchtung des maleriſch ge=
A. Domes ſtatt. Am nächſten Morgen um 5 Uhr ging die
iht mach Wien beim herrlichſten Wetter vor ſich. Vorbei an
Mnn, alten Burgen und Klöſtern. Ueberall wurde das
Extra=
ſor Bevölkerung begeiſtert mit Böllerſchüſſen begrüßt. Nach
Fahrt langte das Schiff abends in Wien an. Am nächſten
d.der feierliche Empfang des Alpenvereins durch die Stadt
n=Sofienſälen ſtatt, und am Samstag die Haupvverſammlung
feſtſaal der neuen Hofburg. Viel Schönes und Intereſſantes
ſer edner von den Sehenswürdigkeiten der alten Kaiſerſtadt,
Rutt es der Raum nicht, alles zu berichten. Von Wien aus
Durzer Abſtecher nach Budapeſt unternommen, wo trotz der
ſnct nnglaublich viel Schönes geſehen wurde. Auf der Heimreiſe
n, Dr. Tenner die Rieſeneishöhle bei Werfen. Sie ſtellt mit
MMilrmeter langen Gängen, die teilweiſe 50 Meter hoch und von
hee Liletſchern erfüllt ſind, eine der größten Sehenswürdigkeiten
K2ſſ0 inr. Der mit vielen Lichtbildern begleitete Vortrag erregte
FMtreſſe und allgemeinen Beifall.
Erdbünde der Johannesgemeinde. Wir machen hiermit
noch=
uf aufmerkſam, daß wir das heldiſche Spiel Glum von Ger=
Lemm Donnerstag, den 24. November, abends 8 Uhr, in
unſe=
eick dehauſe, Kahlertſtraße, wi derholen, und laden zu recht
m Beſuche ein. Das Spiel — aus dem Gemeinſchaftsgeiſt der
Ingend hereus — ſtammt aus dem Beihnenvolksbundverlag
ie deutſche Vorzeit und deutſches Schickſal zu einer ganz
WnkAnſchauung. — Um recht vielen Kreiſen die Möglichkeit zu
ſe letzte Wiederholung des Spieles zu beſuchen, haben wir
t preis ermäßigt und beträgt für Mitglieder der Darmſtädter
hande 30 Pfa. und für Erwachſene 60 Pfg. Programmfolgen,
dM5mttritt berecktigen und für numerierte Plätze gelten, ſind im
Wim haben bei: Haus der Jugend (Stiftſtraße 45). Pavierhand=
1 (Wendelſtadtſtraße 20), Werkſtube Glock=Orth (Saalbau=
und in der Verkaufsſtelle Deutſche Wertarbeit (gelbe Läden,
WSrwrgſtraße).
Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Der Vortrag, ben
Wiichel=Darmſtadt morgen Montag, 8 Uhr, im Feſt=
Bereiigten Geſellſchaft über „Die Unſchuld des
ſält, wird mit den Ergekniſſen der Weltanfchauungsfragen
EI. Zeit in Fühlung ſtehen und in dieſer Richtung eine inter=
In lele zu den füngſten Ausführungen von Ludwig Klages
*durfte jedem einzelnen eine wertvolle innere Bereicherung
ſten bei Buchhandlungen Bergſträßer und an der Abend=
Anz.)
Towner=Denkmal. Am Totenſonntag wird zum ehrenden Ge=
Gefallenen der beiden Großherzoglich Heſſiſchen Dragouer=
Sir. 23 und 24 um 6 Uhr abends die Feuerſchale des
Denk=
adet. Bei den zum nächtlichen Himmel emporſchlagenden
ſa m aller Stille jener Treuen gedacht, die ihr Leben für
Searmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
inrag abend 8½ Uhr Vortragsabend im Eintrachtſaal,
rraße 12. Herr Profeſſor Dr. Eſſelborn. von dem
ane Neubearbeitung der Erzählung „Das Griesheimer Haus”
eicht über: „Das Grieshcimer Haus und ſeine Geſchichte‟
Snbieler Ed. Göbel wird bei dieſer Gelegenheit aus den
er=
wriſten von Niebergall rezitieren. (Geſchloſſener Kreis, nur
And Angehörige und durch Mitglieder eingeführte Gäſte.
In
einen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Buter Sonntag, den 20. November, 15 und 17 Uhr
des Films: „Phantom” nach Gerhart Hauptmann
(18142
Preiſe 0.80 bis 2.— Mark
Beittwoch, den 23. November 15, 17 und 20 Uhr
Die Abenteuer des Prinzen Achmed
Scherenſchnittfilm von Lotte Rein ger
NerEile 1,80 bis 1.50 Mark, für Kinder die Hälfte.
Sonntag, den 20 November 1927
Seite 5
Totenfeſ
„Alle Menſchen müſſen ſterben,
Alles Fleiſch vergeht wie Heu;
Was da lebet, muß verderben,
Soll es anders werden neu;
Dieſer Leib, der muß verpeſen,
Wenn er anders ſoll geneſen
Zu der großen Herrlichkeit,
Die den Frommen iſt bereit.”
Nach den Befreiungskriegen beſtimmte König Friedrich
Wil=
helm III., daß der letzte Sonntag des Kirchenjahres dem
Ge=
dächtnis der Gefallenen geweiht ſein ſollte. Hieraus entwickelte
ſich das Totenfeſt, wie wir es kennen, in der Weiſe, daß wir an
dieſem Tage mit beſonderer Liebe aller von
uns Gegangenen, inſonderheit der im Laufe
des Jahres Verſtorbenen, in Treue gedenken.
Das Totenfeſt iſt ein ſtilles Feſt, aber ſo
volkstümlich wie kein anderer Tag im Jahr.
Selbſt an den größten Feſttagen des
Kirchen=
jahres ſind die Gotteshäuſer nicht ſo
ge=
füllt, wie am Totenfeſt, und die Friedhöfe
erſcheinen zu klein, für die großen
Pilger=
züge der Leidtragenden, die mit Bumen und
Kranzen in den Händen und mit Tränen
in den Augen hinauswandern, um an den
Gräbern der lieben Verſtorbenen oder an
den Denkmälern der Gefallenen in Andacht
zu verweilen und ein ſtilles Gebet zu
ver=
richten.
Am Totenfeſt regiert die Majeſtät des
Todes! Sie erinnert uns in ſtummer, aber
eindringlicher Sprache an die
Vergänglich=
keit alles Irdiſchen, verſchönt unſere
ſchmerzlichen Erinnerungen, läßt alle
bitte=
ren Klagen verſtummen und ſpendet über
die Crebhügel hinaus den Troſt und die
zu=
verſichtliche Hoffnung, daß die von uns
Ge=
ſchiedenen in Frieden ruhen und wir ein
Wiederſehen mit ihnen in der ewigen
Hei=
mat haben werden.
Der Weltkrieg hat eine ganz beſonders
eindringliche Sprache geführt; er verſchonte
kein Haus in unſerem deutſchen Vaterlande
und forderte ſeine Todesopfer gleichermaßen
in Hütten, Häuſern, Paläſten und Schlöſſern:
des Blumenſchmuckes, aber mit tiefſter Wehmut gedenken wir
dieſer frommen Lieben, die ſich in unſeren Herzen ein Denkmal
der Dankbarkeit errichtet haben, das dauernder iſt als Erz und
Stein.
„Haß und Lüge” haben zunächſt den Sieg über uns
davon=
getragen, aber ſchließlich muß der Haß ſich ſelbſt verzehren, und
die Lüge wird an ihrem eigenen Gift ſterben!
Wenn der Landmann ſäet, dann bleiben die Saatkörner
lange unſichtbar, aber ſie wachſen dennoch, und ihre Zeit kommt.
Und ſo ſind — ſofern wir an die ewige Gerechtigkeit glauben
und Gott im Herzen haben — alle unſere deutſchen Brüder nicht
Set
hatte der feldgraue Rock nicht nur äußerlich, ſondern auch in
wahrſter und aufrichtigſter, innerſter Kameradſchaft alle
Vater=
landsverteidiger ohne Rückſicht auf Stand, Beruf, Alter und
Intereſſen in ungeahntem Zuſammengehörigkeitsgefühl geeinigt,
ſo krönte und heiligte der Soldatentod dieſes unzerreißbare
Band deutſcher Einigkeit, die in einer lebenden feldgrauen
Mauer unſer Vaterland über vier Jahre gegen eine ungeahnte
Uebermacht faſt der ganzen Welt geſchützt hat!
Viele von den ſtolzen deutſchen Schläfern ruhen nicht in
heimatlicher Erde, und ihre Grabhügel entbehren am Totenfeſt
umſonſt geſtorben, ſondern ihre Heldenſaat wird aufgehen, und
das Totenfeſt wird ſich für uns in ein Erntedankfeſt verwandeln!
„Ruh’ aus und laß das Kümmern ſein
Du Kind der Gnade biſt geborgen.
Nur weſenloſe Träumerei’n
Sind deine Acngſte, deine Sorgen.
Ruh’ aus! Ob es gleich ſtürmt und blitzt
Und tauſend Barken rings zerſchellten:
Am Ruder deines Schiffes ſitzt
Der große Steuermann der Welten.”
Ei.
Reichsverband Deuticher Tonkänftler u. Muſiklehrer-
Ortsgruppe Darmstadt
Freitag, den 25. November 1927 abends 8 Uhr
im Saale der Städt. Akademie, Elisabethenstr. 36
Komponisten-Abend
von M.tgliedern der Ortsgruppe Darmstadt des R. D. T. M.
zum Besten der Hilfskasse der Ortsgrupge
Kompositionen von Julius Klaas, Auerbach, Otto Hauske,
Bernd Zeh und Ernst Guido Naumann
Mitwirkende: Fr. Horn-Stoll (Sopran), Fr. Aga Zeh-
Landzeitel (Alt), Konzertmeister
Schnurr-
busch (Violine), Kammermusiker Horn
(Bratsche), Kammermusiker Tilling (
Violon-
cello), tierr Kleinberg (Vloline), am Flügel
Frl. Elisabeth Klaus und die Komponisten
Klaas und Zen
(18108
Karten zu 1 Mark im Sekretariat der Städt. Akademie
für Tonkunst, Elisabethenstraße 36
— Orpheum: Gaſtſpiel Kammerſänger Karl Jörn. Das erfolgreiche
Gaſtſpiel des Kammerſängers, Karl Jörn in Franz Lehärs Meiſter.
operette „Paganini” endet mit der heutigen Sonntagsaufführung. Preiſe
1—4 Mk. Numerierte Plätze von 1,50 Mk. an. Es ſei nochmals darauf
hingewieſen, daß Sonntags bis zum Beginn der Vorſtellung eine
An=
zahl guter numerierter Karten aufgehoben wird. — Montag, 21., und
Dienstag, 22. November, gelangt „Pagamni” letztmalig, und zwar mit
Hans Gleixner in der Tenorpartie, zur Aufführung. (Preiſe 1—3 Mk.)
Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt: Verkehrsbureau
von 9—12 Uhr, Zeitungskiosk, Ernſt=Ludwigsplatz, von 11—18 Uhr,
ſo=
wie Kaſſe des Orphcums ab 15 Uhr. Telephoniſche Beſtellungen Nr. 339.
Sonntags Anfang 12/45 Uhr, Ende 22,15 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.)
* Darmſtädter Künſtler auswärts. Einer Konzertbeſprechung von
Emmendingen entnehmen wir: Eine ganz beſondere Note erhielt das
Konzert durch die Soliſten des Abends. Hier überraſchte beſonders
der Gaſt, die Violiti tin Frau Gräfin von Schwerin=
Darm=
ſtadt. Mit ſicherer Bogenführung entfaltete ſie eine hochſtehende
Tech=
nik und Temperament. In den verſchiedenen Adagioſätzen wußte ſie
ihrem Inſtrument außerordentlich warme, zu Herzen dringende Töne
zu entlocken. Das ſchwierige G=Moll=Konzert von Bruck und
nament=
lich die Ballade und Polonäſe von Vieuxtemps brachte ſie wirklich
meiſter=
haft zu Gehör.
Heute
große Badendekoration
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Budwigsplats 5
Budwigsplats 5
— Zweites Konzert des Muſikvereins. Es wird nochmals darauf
hingewieſen, daß das zweite Konzert des Muſikvereins, wie bereits
be=
kannr gegeben, nicht am Totenſonntag ſtattfindet. Es iſt nunmehr
end=
gültig auf den 15. Dezember feſtgeſetzt. Zur Aufführung kommt „Ein
deutſches Requiem” von Brahms unter Mitwirkung von Frau Theg
Böhm und Herrn Hans Komregg als Soliſten.
*Die Grundſätze der Erbgeſundheitslehre
(Raſſenhngiene.)
Ueber dieſes gerade jetzt hochwichtige Thema ſprach in der November=
Sitzung der Familiengeſchichtlichen Vereinigung, der
Profeſſor O. Prätorius aus der Fülle ſeiner Erkenntnis heraus. Er
führte etwa folgendes aus: Nicht um Förderung einer beſtimmten
Eizelraſſe handelt es ſich, ſondern um das Wohl künftiger Geſchlechter,
ſoweit es abhängt von den angebovenen körperlichen und geiſtigen
Eigen=
ſchaften, die ſie durch Vererbung empfangen von den ſetzt Lebenden.
In=
ſofern iſt die deutſche Bezeichnung Erbgeſundheitslehre viel beſſer und
ſachgemäßer als die frühere Raſſenhygiene. Dieſe natürlichen Anlagen
können durch Erziehung, Fürſorge und andere Einflüſſe zwar in dem
Einzelnen mehr oder weniger ausgebildet, aber, als vererbbaves Gut,
nicht verbeſſert, nicht aber durch keimſchädigende Einflüſſe (z. B. Alkohol
oder die Gifte gewiſſer Krankheiten) verdorben werden. Die
Kultur=
bedeutung eines Volkes, ſeine geiſtige Weltgeltung, hängt von der
Durch=
ſchnittshöhe der Begabung ab und noch mehr von der Zahl der
über=
ragend Begabten. Dieſe ſtammen oft in größerer Zahl aus beſtimmten
Kreiſen oder Familiengruppen, z. B. die Mmſiker Bach, Mozart und
Weber (letztere beiden waren nahe verwandt miteinander), die
Mathe=
matiker Bernouilli, die Erfinder Siemens, die Maler Tizian,
die Gelehrten und Maler Feuerbach, die Naturforſcher Darwin=
Galton, die Familie Mendelsſohn, (der Muſiker Felix M.
war ein Enkel des Dichter=Philoſophen Moſes M., unſer Darmſtädter
Arnold M. iſt auch ein Verwandter); die ſchwäbiſchen Dichter
Uh=
land, Mörike, Hölderlin, Gerok und der Dichter=Philoſoph
Schelling, nebſt dielen anderen bedeutenden Männern ſind
Nach=
kommen eines gemeinſamen Vorfahren, eines Tübinger Profeſſors
Bur=
kardt u. a. m. Ebenſo treten oft auch geiſtige und ſittliche
Minder=
heiten familienweiſe gehäuft auf. Z. B. brachte eine Familie in den
Vereinigten Staaten von Nordamerika 600 Schwachſinnige und 130
Ver=
brecher hervor und koſtete dem Staat 10 Millionen Mauk an
Armen=
unterſtützung, Anſtaltskoſten u. dgl.. Für eine Schweizer Familie
mußte die Heimatgemeinde binnen 10 Jahren mehr als 13 000 Franken
aufbringen uſw.; ein deutliches Zeichen der Vererbung! Die
durch=
ſchnitliche Begabung und die Zahl der Hochbegabten könnten in der
Zukunft gehoben werden, wenn die gegenwärtig lebenden
Höchſt=
begabten mehr Kinder heranziehen würden als die weniger
Begabten. Tatſächlich iſt es gerade umgekehrt! Die höherſtehenden
Völ=
ker Weſt= und Mitteleuropas haben kleinere Geburtszahlen als die
Oſteuropäer, und innerhalb jedes, auch des deutſchen Volkes, iſt die
durchſchnittliche Kinderzahl der einzelnen Schichten um ſo kleiner, je
höher ihre Angehörigen vermöge ihrer Begabung aurfgeſtiegen ſind. So
beſteht die Gefahr einer Verarmung fedes Volkes und der ganzen
weißen Raſſe an Begabungen, ſchließlich des Ausſterbens der eigentlichen
Kulturträger und damit des Unterganges umſerer europäiſchen Kultur.
Auch die antike Kultur iſt hauptſächlich untergegangen infolge der
Kinderarmut und des Ausſterbens der führenden Geſchlechter
Griechen=
lands und Roms. Dieſer Gefahr gilt es zu begegnen, vor allem durch
Vertiefung und Verbreitung der Einſicht in dieſe Zuſammenhänge als
erſte Vorausſetzung öffentlicher Maßnahmen und durch Bekämpfung
ihrer äußeren und inneren Urſachen. Dazu kann und ſoll auch die
Familienforſchung beitragen. Der Vortragende, der ſelbſt Forſcher auf
dieſem Gebiet und ein genauer Kenner der einſchlägigen Literatur iſt,
ging am Schluß noch auf einzelne praktiſche Vorſchläge, Verordnungen
und Maßnahmen zur Hebung der vorhandenen Mißſtände ein und gab
ein wiſſenſchaftliches Urteil über die Ergebniſſe ab, doch kann an dieſer
Stelle aus Mangel an Raum nicht näher darauf eingegangen werden. —
Die zahlreichen Zuhörer folgten geſpannt den feſſelnden Darlegungen
des Redners und dankten ihm durch lebhaften Beifall. Der Vorſitzende
K. Noack.
ſprach ihm den Dank der Vereinigung aus.
— dieber „Rohkoſt, ein natürliches Heil= und Verjüngungsmittel”
ſpricht Herr Dr. med A. Kennel im Auftrage des Vereins für
natur=
gemäße Lebens= und Heilweiſe E. V., Darmſtadt, am Mittwoch, 8 Uhr,
in der Aula des Realgyunnaſiums. (Vergl. Anzeige.)
— Eleetrola=Konzert. Es ſei auf das am Donnerstag abend
ſtatt=
findende „Electrola=Konzert” der Firma K. Jäger, Georgenſtraße 11, im
Kleinen Haus hingewieſen. Die Konzerte der veranſtaltenden Firma
ſind noch heute in beſter Erinnerung. Nach dem uns vorliegenden
Pro=
gramm verſpricht auch dieſer Abend allen Beſuchern einen hohen
künſt=
leriſchen Genuß. (Näheres ſiehe Anzeige.)
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Seite 6
Sonntag den 20. November 1927
Nummer:)
Wohnungsbau oder Wohnungsnot?
Nachdem in den letzten Tagen in dieſem Blatte die Stadtverwaltung.
ein anſcheinend prominentes Mitglied der Induſtrie= und
Handelskam=
mer und der Bund Deutſcher Architekten in der Wohnungsbaufrage zu
Wort gekommen ſind, iſt es wohl nicht mehr wie recht und billig, wenn
auch einmal ein Angehöriger des Handwerkerſtandes in dieſer
Ange=
legenheit vor die Oefentlichkeit tritt, der ja ſchließlich auch etwas daran
üntereſſiert iſt, ob wir bauen oder nicht.
Es wird wohl von keinem vernünſtigen Menſchen beſtritten werden,
daß es im Augenblick und für die nächſten Jahre die allerwichtigſte
Auf=
gabe des Staates, der Gemeinden und aller beteiligten Kreiſe ſein muß,
die Wohnungsnot, das ſchlimmſte Uebel der Nachkriegszeit, durch eine
rege Bautätigkeit zu bekämpfen und hoffentlich auch zu beſiegen. In
dieſem Kampfe darf keine Pauſe eintreten, denn wohl nirgends
bewahr=
heitet ſich das Wort, daß Stillſtand Rückſchritt iſt, ſo ſehr wie hier.
Einig ſind wir uns wohl alle auch darin, daß zum Wohnungsbeu Geld,
Geld und nochmals Geld gehört.
Ueber die Frage der Beſchaffung der nötigen Gelder zur
Beſeiti=
gung der Wohnungsnot iſt es nun zu Streitigkeiten gekommen, und das
hat die betrübliche Folge, daß vorläufig die Bautätigkeit ſo gut wie
ruht. Betrüblich in erſter Limie für die Wohnungſuchenden, die ihr
Ziel, zu einer Wohnung zu kommen, wieder langfam in nebelhafte Ferne
gerückt ſehen, in zweiter Linie aber auch für das Bauhandwerk und ſein
Nebengewerbe, die dadurch zum Feiern gezwungen werden.
Um was geht nun der Streit? Auf der einen Seite verlangt die
Reichsbank, daß zu mproduktiven Ausgaben — und dazu rechmet ſi:
offenbar den Wohnungsbau — kein Auslandsgeld in Amſpruch
genom=
men werden dürfte, weil ſie ſonſt eine Gefährdung unſerer Währung
befünchtet infolge zu ſtarker Verſchuldung an das Ausland. Sie lehnt
daher alle derartigen Geſuche mit Hilfe der Beratungsſtelle für
Aus=
landsanleihen ab, verweiſt alſo indirekt die Gemeinden und
ſon=
ſtigen Intereſſenten an den Inlandsgeldmarkt. Direkt uut das in
dem vorſtehend erwähnten Artikel des Mitglied der Induſtrie= und
Handelskammer.
Wie iſt es nun mit dem inländiſchen Geldmarkt in bezug auf
Bau=
gelder beſtellt? Unſer Volksvermögen ruht zum großen Teil auf den
Schlachtfeldern des Weltkrieges, wohin es in vierjähriger, wirklich
un=
produktiver Arbeit befördert wurde. Die Ruhrbeſetzung und die
In=
flation taten ein Uebriges, und nur langſam fließen die
Sparbäch=
lein, die es wieder ergänzen ſollen, weil die früheren Hauptſparerkreiſe
durch den Krieg und die Nachkriegszeit proletariſiert wurden, alſo heute
dafür nicht mehr in Betracht kommen. Wenn wir unſere dringend
nöti=
gen Wohnungsbauten auf dem heimiſchen Kapitalmarkt finanzieren
wollten, dann bliebe eben nichts anderes ubrig, als in Ruhe zu warten,
bis dieſer Markt wieder ſeine Vorkriegsfuktionen erfüllen kann. Ob
das viele von uns erleben werden, erſcheint mir fraglich; jedenfalls
wäre dann die Wohnungsnot ſo unheimlich angewachſen, daß ſie wohl
gar nicht mehr zu beheben wäre. — Dieſer Weg iſt alſo nicht gangbar,
trotzdem ihn eine ſo hervorragende Perſönlichkeit unſerer Vaterſtadt
empfiehlt, weil wir keine Zeit zum Warten haben. Wenn er uns jedoch
inländiſche Quellen m hinreichender Stärke und zu angemeſſenen
Zins=
ſätzen erſchließen kann, ſo ſind wir ihm ſehr dankbar.
Vielleicht klärt ſich bei dieſer Gelegenheit auch einmal das Dunkel,
das über den Geldanlagen der privaten Verſicherungskonzerne, der
An=
geſtelltenverſicherung, der Invalidenverſicherung und ähnlicher Inſti.
tute liegt, die früher den Baumarkt ſpeiſten. Laufen dieſe Gelder alle
kurzfriſtig bei den Banben, oder wo ſtecken ſie jetzt? —
* Jubiläum der Turngemeinde 1846.
Die Turngemeinde 1846 feierte das 30jährige Jubilium der
Grün=
dung ihrer Frauenabteilung im kleinen Saale der Turngemeinde durch
einen mehr internen geſellſchaftlichen Abend, nachdem vorgeſtern
be=
reits der Werbeabend mit den hervorragenden turneriſchen Leiſtungen
ſtattgefunden hatte. Mit dieſem Abend bewies die Turngemeinde, daß
ſie auch harmlos fröhliche und luſtige Feſte zu feiern verſteht, die dun!
Darbietungen eigener Mitglieder verſchönt wurden. Den muſikaliſchen
Teil beſtritt die Hauskapelle, und zwar beſonders die Herren Schulz
(Violine) und Reich (Klavier). Turnwart Biſchoff hielt eine
kurze, herzliche Begrüßungsanſprache, in der er dio anweſenden
Ehren=
gäſte und beſonders Hern Schulret Hafſinger willkommen hieß. Herr
Rachtsanwalt Kalbhenn, der 1. Sprecher der Turngemeinde
Dauu=
ſtadt, dankte in einer Anſprache allen Turnern, u. a. beſonders den
Turnwarten Biſchoff und Maurer für ihr unentwegtes Eintreten für
die Turnſache. Gauwvertreter Norh bezeichnete die Abteilung als
vor=
bildlich im Gau und mahnte zur weiteren tatkräftigen Werbung für die
ideale Turnſache. Schulrat Hafſinger fand im Namen der
Zentral=
ſtelle für Voltsbildung und Jugendpflege anerkennende Worte für die
ſeitenden Perſönlichkeiten der Turngemeinde 1846. Turnwart
Hofferbert erinnerte an die Gründungszeit der Abteilung,
wäh=
rend Turner Imbeſcheid ein Bild von der Enwicklung der
Abtei=
lung gab. Die Singmannſchaft uter Leitung ihres Choymeiſters Kehr
brachte hübſche Lieder zu Gehör, Turnerim Dörſam trug einige ſehr
gute Gebichte vor. Mit Begeiſterung wurde das Jubiläumslied „Des
Turners Geiſt” geſungen. Jeder der Anweſenden war bemüht, ſei e8
auch nur durch ein fröhliches Geſicht, zum Gelingen des Abends
beizu=
tragen, der dank der friſchen Fröhlichkeit der Turner und Turnerimen
einen dumhaus harmoniſchen Verlauf nahm.
— 20 Jahre Stenograpben=Verrinigung „Gabelsberger”. Am 30.
Sep=
tember 1927 waren 20 Jahre vergangen, ſeitdem mehrere von ibealer
Auffaſſung beſeelte Kuſtgenoſſen die Stenographen=Vereinigung
„Gabelsberger” gründeten. Bald hatte ſich in der Oeffentlichkeit die
Erkenntnis dunchgerungen, daß der Hauptzweck der Stenographen=
Ver=
einigung in der Pflege einer Kenntnis beſtand, die der ſchreibenden
Welt durch Erſparung von Zeit und Mühe den größten Nutzen bringt
und die darum für jeden, der ſie verwendet, wirtſchaftliche Vorteile im
Gefolge hat. Dieſen Hauptzweck ſuchte die Stenographen=Vereimigung
in erſter Linie durch gründliche Ausbildung der Mitglioder in Theorie
und Praxis zu erreichen. Das zunehmende Verwendungsgebiet der
Stenographie im kaufmänniſchen Leben, im den ſtädtiſchen, ſtaatlichen
und induſtriellen Betrieben war eine günſtige Begleiterſcheinung für
das Blühen und Wachſen der Stenographen=Vereinigung. Daß dieſe
Aufgabe von der Stenographen
Aufrdfen Die der deif i veier Danchie if der der
einigung blicken, die ihnen Vermittler und Förderer ihrer Kenntniſſe
war und der ſie dadunch Stellung und gutes Fortkommen verdanken.
Das hat aber auch das am 6. November 1927 ſtattgefundene
Jubiläums=
wettſchneiben bewieſen, an dem ſich eine ſchöne Zahl vorwärts ſtrebender
Mitglieder in den höheren Geſchwindigkeiten beteiligte, darunter eine
Leiſtung von 880 Silben i der Minute und einer wortgetreuen
Ueber=
tragung. Nachdem der Traum der Stenographen von einer Deutſchen
Einheitskurzſchrift durch Beſchluß der Länderregierungen endlich in
Er=
füllung gegangen war, mußte die Stenographen=Vereinigung ihren faſt
17 Jahre treu gehaltenen Standpunkt „Für Gabelsberger und ſein
Werk” aufgeben und ſich auf den Boden der Einheitskurzſchrift
um=
ſtellen. 20 Jahre Stenographen=Vereinigung iſt gleichbedeutend mit 20
Jahren Arbeit im Dienſte des Volkes und Vaterlandes. Der Vorſtand
nahm gerne die Gelegenheit wahr, dieſen Tag durch eine ſchlichte Feier
würdig zu begehen und lud deshalb alle Mitglieder und Gönner unſerer
Sache zu ſeinem 20. Stiftungsfeſte im Fürſtenſaale ein. Der
Vor=
ſitzende hieß die Verſammelten herzlich willkonrmen, dankte ihnen für ihr
ſo überaus zahlreiches Erſcheinen und begrüßte die Etern und
Ange=
hörigen der jüngeren Mitglieder ganz beſonders. Alsdann erteilte er
Auf der anderen Seite ſtehen die Gemeinden, Baugenoſſenſchaften
uſw. und wollen ausländiſches Geld herbeiziehen, da ſie kein inländiſches
haben können. Kann man ihnen das verdenken? Nein! Wenigſtens
nicht, ſolange der inländiſche Geldmarkt verſagt. Bis wir wieder auf
unſere eigenen Erſpraniſſe zurückgreifen können, und bis es für den
Geld=
geber des Inlandes einmal unmöglich ſein wird, ſein Geld günſtiger
an der Börſe und in der Induſtrie anzulegen, bis dahin müſſen wir für
Bauzwecke den ausländiſchen Geldmarkt mit langfriſtigen Anleihen in
Anſpruch nehmen, ſoweit das ohne Gefährdung unſerer Währung geht.
Und das muß gehen, trotzdem in unſerer Lage die größte Sparſamkeit
am Platze iſt. Allerdings müſſen die Sparmaßnahmen nicht am
ver=
kehrteſten Teil, bei den Lebensnotwendigkeiten des Volkes, zu denen ein
geſundes Wehnen in erſter Linie zählt, einſetzen, ſondern bei den
koſt=
ſpieligen Nichtigkeiten.
Ein Weg dazu wäre zum Beiſpiel, unſere Luxuseinfuhr zu
er=
droſſeln und dadurch im Inland gewaltſame Erſparniſſe zu erzielen.
Rieſige Beträge fließen für Sachen ims Ausland, die ſich ein Volk nach.
oinem verlorenen Kriege einfach nicht leiſten darf. Kein ausländiſcher
Staat kann uns das übel nehmen, wenn auch die Intereſſenten in den
einzelnen Ländern großes Geſchrei erheben werden. Je raſcher uns
ſolche Erſparniſſe vom Ausland als Geldgeber unabhängig machen, deſto
beſſer. Solange das aber noch nicht der Fall iſt, iſt oben die
Kapital=
einfuhr zu Bauzwecken in vernünftigen Grenzen ein notwendiges Uebel.
Würden wir darauf verzichten, ſo wäre die nächſte Folge, wie ſchon
ge=
ſagt und wie es ſich jetz ſchon bei einer hoffentlich nur vorübergehenden
Stockung herausſtellt, das Aufhören jeder Bautätigkeit,
Arbeiterentlaf=
ſungen im Bau= und verwandten Gewerben von ungeahntem Ausmaß
— die Anfänge zeigen ſich ja jetzt ſchon in den Berichten über den
Ar=
beitsmarkt — und weiteres Verbluten der kümmerlichen Reſte des
ehe=
maligen Mittelſtandes.
Deswegen iſt im Intereſſe des geſamten Handwerks, ſeiner
Ange=
ſtellten und ſeiner Arbeiter zu wünſchen, daß es in dieſer lebenswichtigen
Frage mit ſeiner Anſicht durchdringt, trotz Schacht und eventuell gegen
Schacht und kleinere Schächer. Es muß ſich alſo regen, wie ſich die Induſtrie
ja beim Ruhrkrieg auch gewaltig gerogt hat. Mit welchem Erfolg, haben
wir bei der Verteilung der Ruhrentſchädigung geſehen. Geſchenkt will
es allerdings nichts haben, aber es will auch nicht ruhig zuſehen, wenn
man ihm durch falſche Maßnahmen der Regierung und Reichsbank den
Lebensfaden abſchneidet, und wehrt ſich dagegen, genau wie die Induſtrie
ſich wehren würde, wenn auch nur der Verſuch gemacht würde, an ihren
Belangen zu rühven.
Eben geht es allerdings der Induſtrie gur, und ſie ſcheint
anzu=
nehmen, daß das auch für die anderen ein Grund zur Zufricdenheit ſein
müſſe, denen es nicht ſo gut geht.
Wemn alſo die Wohnungfuchenden und das Handwerk nicht an die
Wand gedrückt werden wollen, ſo müſſen ſie dafür ſorgen, daß dieſes
Problem ſolange nicht zur Nuhe kommt, bis es in ihrem Sinne gelöſt
iſt. Das geſchieht aber nur, wenn ſie es verſiehen, ſich ebenſo nachdriick
lich bemerkbar zu machen, wie die Induſtrie es tut, wenn ſie ihre
Inter=
eſſen gefährdet glaubt. Einen Vorteil haben wir ihr in dieſem Kampfe
unbedingt voraus, wir vertreten die Intereſſen der Allgemeinheit, keine
Sonderintereſſen, und hoffen deshalb auch auf die Unterſtützung der
Allgemeinheit.
Auf die gegen die Städte und ſpeziell gegen unſere Stadtverwaltung
erhobenen Vorwürfe in dem einen Artikel wegen der vielen
unproduk=
tiven Bauten gehe ich hier nicht ein, da ich annehme und hoffe, daß die
ſtädtiſche Verwaltung die Antwort hierauf nicht ſchuldig bleiben
K.
wird.
Herrn Heinrich Böhmann das Wort zu ſeinem Vortrag über die
Ver=
einsgeſchichte. Der Vortrag wurde mit großem Intereſſe verfolgt und
durch lebhaften Beifall belohnt. Alsdaun nahm der Vorſitzende die
Ehrung verdienter Kunſtgenoſſen vor. Herr Reichsbahnamwärter Wilhelm
Seipel wurde in Anerkennung ſeiner langjährigen erſprießlichen
Tätig=
keit im Dienſte der Vereinigung zum Ehrenmitglied ernannt und ihm
hierüber eie Urkunde überreicht. Herr Seipel dankte in bewegten
Wor=
ten für die ihm erwieſene Ehrung. Unſer Mitglied Herr Karl
Böh=
mann wurde für ſeine langjährigen vorzüglichen Leiſtungen in der
Stenogrephie durch eine Gabelsberger=Plakette geehrt. Dem 2jährigen
Stiftungsfeſt verbunden mit Preisverteilung, ging das aus dieſem
An=
laß am 6. November Ifd. Js veranſtaltete Jubiläumswettſchreiben
voraus, das den Kernpunkt dieſer Feier bildete und ein glänzendes
Er=
gebnis zeitigte. Nachſtehend geben wir die Namen der Preisträger
be=
kannt: In Gabelsberger, 380 Silben: 1. m. Ehrenpreis Karl Böhmam.
In Gabelsberger, 280 Silben: 1. Preis Heinrich Böhmann. In
Ein=
heitskurzſchrift, 220 Silben: 1. m. Ehrenpreis Emmy Holletſchek, Wilh.
Schlicht, Aenne Kräuter, Ludwig Kräuter. 200 Silben: 1. m.
Ehren=
preis Werner Holletſchek, Frau Gretel Schäfer, 180 Silben: 1. m.
Ehren=
preis Eliſabeth Fuchs. 160 Silben: 1. m. Ehvenpreis Marie Wenzel,
Martha Semmelmann, 1. Preie Elfriede Marmor. 140 Silben: 1. m
Ehrenpreis Ilſe Balſer, Karola van Engelen, Gretel Spehyer, Willi
Hartmann, Wilhelm Brunner, 1. Preis Marie Schmitt, Philipp
Schä=
fer. 120 Silben; 1. m. Ehrenpreis Jakob Walther, Gretel Hartmann,
Georg Fuchs, Sofie Ihrig, Anny Bender, 1. Preis Lotte Lauckhard=
Soehcim. 100 Silben: 1. m. Ehrenpreis Wilhelmine Ihrig, Gertrud
Münk. Franz W. Baher, Philipp Adloff, Wilhelm Hinkel, 1. Preis
Heinrich Schneider, Herta Roth, Karl Leonhard, Peter Schmidt.
80 Silben: 1. Preis Margarete Zimmer 2. Preis Lconhard Weidmann.
60 Silben: 1. m. Ehrenpreis Jakob Schäfer, Ludwig Erne, 1. Preis
Gretel Kraft, Wilhelm Neuhaus, Karl Hummel, Arthur Schäfer,
Rein=
hold Reißmann, 2. Preis Hans Döring, Wilhelm Ihrig, Georg
Pfeif=
fer, 3. Preis Wilhelm Steiger, Franz Leps. 40 Silben: 1. m.
Ehren=
preis Antonie Zeſchky, Elſe Euler, Anny Gerſt, Georg Schupp,
Anne=
lieſe Meyer, Julius Eckert, 1. Preis Lieſel Schweinsberger, 3. Preis
Kark Theodor Landmann.
Am. Laienſpiel in der Petrusgemeinde. Am Samstag abend brachte
im Gemeindehaus der Petruskirche die Jugendvereinigung der
Ge=
meinde ein Spiel zur Aufführung, genannt „Der Ackermann aus
Böhmen”. Wenn das Laienſpiel auf religiöſer Grundlage, das in
ſo mancher Beziehung zur Vertiefung des Lebens beiträgt, eine ſo gute
und geſunde Entwickelung genommen hat, ſo haben einen erheblichen,
verdienſtvollen Anteil hieran die evangeliſchen Jugendvereinigungen,
die ſich des Laienſpiels mit liebevoller Eindringlihkeit annehmen. Auch
die ſichtlich ſorgſam vorbereitete Aufführung des „Ackermann aus
Böh=
men” hinterließ bei den Buhörern einen nachhaltigen Widerhall. Das
Stück ſpielt in dem großen Peſtjahr 1400 und läuft im Rahmen eines
Geſprächs zwiſchen Ackermann und dem Tod ab. Perſonen der
Hand=
lung ſind Ackermann, der Kläger, der Tod als der Beklagte, und Gott,
der Rüchter. Vor ſich geht das Geſchehen „irgendwvo im Ewigen”. Und
doch mutet ſo manches in dem Werke, deſſen Aufführung am Vorabend
des Totenſonntags uns beſonders ergreift, uns zeitgemäß an. In
ſchöner, wuhtiger, bilderreicher Sprache erklingen die Worte, mit denen
Ackermann, der von dem Glauben an die Bejahung des Lebens nicht
laſſen will, gegenüber dem Tod die Ideale der frommen Liebe
vertei=
digt und bis zum gläubigen Ende durchringt. Die ungenannt blelberie
den Mitwirkenden des Spieles — die Darſteller in der Handlung auf
der Bühne, der Chor, der Begleiter am Flügel und der Leiter des
Spie=
les — haben ſich mit Eifer und Geſchick und ſo auch mit vollem Erfolg
ihrer gewiß nicht leichten Aufgabe unterzogen. Die Bühne wir im
ein=
fachen und doch wirkſamen Nahmen der Stilbühne hergerichtet. Vor Be= Heſſ Landestheater, Großes Haus, Anfang 174
ginn des Stückes, das von Johannes Saaz geſchrieben iſt, ſprach Herr
Pfarrverwalter Zurnieden einige einführende Worte. Die Aufführung
fand, wie ſchon betont, eine dankbare Aufnahme.
— Orpheum. Die Bemerkung in unſerer geſtrigen
Beſpre=
chung betr. die „Paganini”=Wiederholungen iſt dahin zu
berich=
tigen, daß auch heute Sonntag noch eine Paganini=Vorſtellung
mit Karl Jörn ſtattfindet.
Beiträge und Leiſtungen in der Angeß
verſichei ung.
Unter dieſer Ueberſchrift wird uns geſchrieben:
Die bisher ſtattgefundenen Wahlen haben für die Hon
verbände eine überwiegende Mehrheit erbracht. In Beulf;
die Hauptausſchußverbände insgeſamt 85 850 gegenüber 52 90
der Afaverbände. Das Ergebnis in Frankfurt a. M. iſt ähro
erhielten die Hauptausſchußverbände 12 058 Stimmen, während
bund nur 5523 bekam. Von den Hauptſitzen erhielt der Geßt,
und V.w.A.) 2 Vertrauensleute — ſein bisheriger Stand—
der Afabund einen Sitz verlor und jetzt nur noch 2 ſtatt 3
leute hat. Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (G.3.9
Sitz gewonnen und hat jetzt 3 Vertrauensleute, ſtatt bisb5
in Berlin konnte der G d.A. die meiſten Stimmen auf ſichs
Da nun in Heſſen die Wahlen erſt am 4. Dezember ſtatml
der Afabund unter der oben bezeichneten Ueberſchrift nochrnu
Wahlen Stellung genommen. Er gibt an, daß er eine G==
Rentenleiſtungen ohne Beitragserhöhung fordert, die aus don
uſw. gedeckt werden könnten. In einer ſtatiſtiſchen Aufſtell k.
er dann noch nachzuweiſen, daß die Zahl der Verſichertenn
Steigen begriffen ſei und ſomit weitere Einnahmen zurr
ſtänden. Allerdings wird verſchwiegen, welche Leiſtungserhs.
fordert werden. Betrachtet man nun die Forderungen dess
und vergleicht ſie mit dem, was jetzt der Afabund ſagt, danrt
kein Zweifel, daß er die Einführung des Umlageverfahrern
Wie ſich das Umlageverfahren auswirkt, kann man arn
der Entwicklung der Invalidenverſicherung ſehen, die ja or
gezwungen wurde, zur Einführung des Umlageverfahrens
In der J.=V. iſt die Zahl der Nuhegeldempfänger von 12300)
1891 auf 1,7 Millionen, in der Jetztzeit geſtiegen und dür/
im Neichsverſicherungsamt aufgeſtellten verſicherungstecknifti
auf 2,7 Millionen weiterer Jahrzehnte ſteigen, ſodaß diee
verſicherung gezwungen iſt, nach immer neuen Einnahm.
ſuchen.
Dieſe Verſicherungstechmik wird allerdings vom Afabum
weil ſie angeblich die Entwicklung der Sozialverſicherur,
Daß dieſe Verſicherungstechnik aber notzwendig iſt, zeigt die 34
verſicherung. Auch hier wurde das Umlageverfahren ein:
Gefahren, die durch das Umlageverfahren entſtehen, ſind ahlr
in einem größeren Maße vorhanden, weil, die Leiſtungen
Tatſächlih iſt die Knappſchaſtsverſicherung in eine Notlage
ſodaß ſogar an einen Abbau der Leiſtungen gedacht wird.
Wie ſich aber die Verhältniſſe bei der A.V. entwickelt A1
die nachfolgenden Zahlen:
1920 gab es 1 245 Ruhegeldempfänger
1924 „ „ 24 645
1926 „ „ 50 382
Die anderen Leiſtungen ſind in noch größerom Maß
Wobei noch zu beachſten iſt, daß die Leiſtungen keine kurzfi
denn die Ruhegelder laufen jahre=, ja jahrzehntelang, nochk
laſtung eine gleichmäßige. Es liegt im Gegenteil in der
derartigen Rentenverſicherung, daß ſich die Zahl der
Nen=
von Jahr zu Jahr vermehrt, wie aus den vorangefuhrten
vorgeht. Daß der Afabund ſelbſt mit dieſer Entwicklung
aus ſeinen eignen Ausführungen hervor, denn er ſagt:
„Man muß auch annehmen, daß beſſere Konjunkturen
Heranzichung der Allgemeinheit zu den ſozialen Laſten
ſo daß dann, wenn die Einnahmen aus den heutigen Bil
R. f. A. wirklich nicht mehr ausreichen ſollten, eine evi.
erhöhung bei weitem nicht mehr ſo ſchwer fällt wie heute.
Hier wird demnach ſelbſt zugegeben, daß mit eim
erhöhung zu reehnen iſt. Wenn man aber beachtet, daß dr.u
lageverfahren bei der Knappſchaftsverſicherung heute ſchonu!
des Gehalts als Beitrag erhoben werden und dieſe
Beiträi=
einmal ausreichen, um die Rentenleiſtungen zu decken, dam
ſich ungefähr ausrechnen, wie die Beitragserhöhnng dann
vom Afabund ſelbſt als notwendig bezeihnet wird.
Aus dieſem Grunde haben die Hauptausſchußverbände
dem Standpunkt geſtanden, daß das Kapitalsdeckungsberfahn
Verſicherung nur allein möglich iſt. Die bisherige
Enwicklur=
in joder Weiſe recht gegeben, denn nur auf Grund dieſess
war es ihnen möglich, die Verſicherung weiter auszubad
weitere Ausbau kann auch nur auf dieſer Grundlage erfolg:
Lokale Veranſialtungen.
Die bierunter erſcheinenden Notlzen ſind an ſchließilich as Sinweiſe auf Amelm
in keinem Falle irgendwie ale Beſbrechung oder Krill.
— Bayreuther Bund der deutſchen Juc
gruppe Darmſtadt. Auf den Vortrag von Herrn Dr. Joſe= /Mniu prd. 9
„Händel und unſere Zeit” wird beſonders aufmerkt. N4cA n ſn Eüſenhal
Die Mitglieder haben freien Eintritt und Anſpruch auf eirm
ten Platz. Mitgliedskarte mitbringen! — Auf den Händel=Sp/04e0 y ſal frügsſten
Anfang Dezember an zwei Abenden ein Lichtbildervortr
Werner Kulz über Wagners Leben, und Mitte Dezember i
muſikaliſche Abendfeier.
Kunſtnotizen.
Ueber Weckt, Rünſier oder Hünkleriſche Vrranſtaltungen, deren im Nachſietes FT4n de Tat
geſchieht, bebält ſich die Redaktion ihr Urtell vor
mglickli
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Mithtet.
Drich
—Union=Theater. Carlo Aldini, einer uf Bekentd Znülag werden
Schauſpieler, weilt nur noch Sonntag in Darmſtadt und ſ.rNMMmun der eon
nem ganz hervorragenden Senſationsfilm „Der Mann oEi
Es dürſte bei dem Publikum größtes Intereſſe hervorrufen, HöſteM M 0 Nch.
Künſtler hier begrüßen zu können. — Ab Dienstag komar!“
„Chang”, der in allen Städten mit dem größten Erfol.
wurde, zur Darſtellung.
— Reſidenz=Theater. Henny Portens groß /
„Die große Pauſe”, der ſich würdig an die große 2e
geſpielter Filme anlehnt läuft zurzeit im Reſidenz=Theg-
Film iſt deshalb für das Schaffen der großen Künſtlerin inteich.
Henny Porten mit dieſem Film ihre langjährige künſtleriſ7
unterbrechen mußte. Bekanntlich erkrankte ſie während der 28
zur „Großen Pauſe” derart ſchwer, daß ſie eine große Pauß!!4
Monaten in ihrer Arbeit eintreten laſſen mußte. Lange
durch war die an einer Gelenkentzündung ſchwer erkrankt, 6i.
gezwungen, das Bett zu hüten. Der Titel des Films „Die ardſtl
iſt dadurch für Henny Porten ein böſes Omen geworden.
eine große Pauſe geht zu Ende. Mit um ſo größerem 27
folgt man die Uraufführung des Films, die unter neuer 1.18
Onheſterbegleitung im Reſidenz=Theater ſtattfindet.
Tageskalender für Sonntag, den 20. November
23 Uhr: „Die Walküre‟. — Kleines Haus, 15 u. 17 Uhr:
20 Uhr: Rezitationsabend Generalintendant Karl
Orpheum, Anfang 20 Uhr: „Paganini.”
Verkeo, Frankfurter Hof. Reichskrone, Rheingold Schloß:4
Schmitz, Kaffee Haury, Wa
ßchen, Weinhaus Maxing
Idſch
— Kinovorſtellungen:
Lichtſpiele.
Union=, Reſidenz=Thear
„Ee geht doch nichts über Gemätlichkeif,
Ob’s draußen regnei, ob’s ſfürmt, ob’s ſchneit,
Wenn im Ofen proſſell ein heiles Feuer.
Sei dann die Butter auch noch ſo teuer,
Was ſchiert’s den Oeppl. wos ſchiert’s die Tante,
Es gibt doch noch friſche Reſi im Lande!
Bei heißem Kaffee und Reſi=Brol.
Vergißt man Arger, Sorge und Not.*
Denn dieſe bayeriſche Kernmargarine aus den
VMWIürnßen vereinigt Zum erſten Mal höchſte Nähr
Fraft und höchſten Wehlgeſchmack:
Pitamine und Alpenmilch.
Zu jedem Pfund der Tafelmarg
„Friſche Reſi” verlange man gratis den neueſten Band der Reſi=Hausbü
r der V. M. W. Nürnberg: M. Kaufmann, Darmſtadt, Al=
Sonntag, den 20 November 1927
Aus Heſſen.
Starkenburg.
19. Nov. Wie bereits durch die Vovanzeige bekannt,
VFängervereinigung „Germania” ihr diesjahriges Winter=
Fussvember im Feſtaale „Zum grunen Lauo” (Inh. Peter
Koae Leitung ſteht in den Handen des weit und breit
be=
wers A. Simmermacher=Darmſtadt. Aus dieſem Grunde
ar ſchon ſehr viel. Da aber auch die Griesheimer
San=
ſcher ein ſehr gutes Stimmenmaterial verfügt, ſo darf
hirgen, daß ein jeder Sangesfreund (auch der dem Geſang
45) an dieſem Tag einen außerordentlichen Genuß an
baren Liedern hat. Einlagen von Solos erſter Sänger,
Bet, ſondern auch noch ein Künſtler=Klavier= und Streiſch=
Rdsfem Tag gewonnen. Die Beſetzung iſt wie folgt: A.
AAlwier und Bratſche, Dragan Kardiieff, 1. Geige und
Remberg, 2. Geige, A. Simmermacher jun. Cello. Alio
warwmden ſt Rchnung getragen. Zu dieſer Veranſtaltung
ke=ſowie Muſikfreund und alle Griesheimer Geſang= ſowie
os herzlichſte eingeladen. Es ſollte ſich niemand dieſen
Werd am 27. November entgehen laſſen. Der
Eintritts=
hor, daß ſich jeder erlauben kann, einem ſchönen Konzert
5. dürfte noch ganz gut in Erinnerung ſein, welchen
aavereinigung im letzten Jahre bei ihrem Liedertag im
de rin Zeichen, daß ſich dieſer Verein nicht nur in der
Un uch in der weiteren Umgebung einer großen
Beliebt=
aen ſind jetzt ſchon bei allen Sängern erhältlich. Wir
3rrein auch dieswal einen vollen Erfolg. Schon jetzt
uf das Weihnachts=Schauſpiel in drei Aufzügen mit
igrng am 1. Weihnachtsfeiertag hinweiſen. Am
Toten=
gtags ½4 Uhr, nimmt der Verein geſchloſſen an der
Ri4riegerehrenmal tail. — Nachdem feſtgeſtellt worden iſt,
„okrachne in verſchiedenen Hofreiten, durch Ueberdrehung
ſea tzraltanwendung abgebrochen und unbrauchbar geworden
Waſſerabnehmer gebeten, bei etwaigem Abſtellen des
fäuſern Vorſicht zu üben und keine Gewalt anzuwenden.
hap welche Anſtände ergeben, ſo wende man ſich an die
. Bimmer 8. — Bei der Totengedenkfeier am Ehrenmal
fichten an der Friedrich Ebert=Schule, die von der Orlsgruppe
ſhrz Der Kriegsbeſchädigten am Sonntag nachmittag 3 Uhr
u. wwird außer dem Arbeitergeſangverein „Laſſallia” auch
Flvreinigung mitwirken. Anſchließend findet dann um
ſeggedenkfeier auf dem neuen Friedhof under Mitwirkung
„hurs ſtatt. Die Gedächtnisrede hält Pfarraſſtent Kalb=
Mrweiſen auf die Bekanntmachung des Fimanzamts Darm=
Auiſigen Lokalblatt, wonach bis zum 25. November die
„AoHmſatzſteuer für das britte Vierteljahr 1977 für
Ge=
uufd die Umſatzſteuer für die Landwirte für das dritte
79 eidung der Beitreibung bezahlt ſein müſſen. — Der
niſt am Sonntag in der Zeit von 8½4 Uhr vormittags
Umrtags abgeſtellt. — Die am verfloſſenen Mittwoch ab=
Migrrung der gemeinheitlichen Weidenernte erbrachte einen
133 Mark.
ibl 18. Nov. Straßenherſtellung. Die
Fran=
ſall demnächſt vom Schloßplatz bis zur Dieburgerſtraße
m. — Der Arbeitsmarkt weiſt in den letzren
au dauernde Verſchlechterung auf. Die Zahl der
Ar=
n eſteiFlich der der Kriſenfürſorge unterliegenden Perſonen
Heiſtet, 1 9. Nov. In dem am Totenſonntag ſtattfindenden
Vor=
ieierſt wird Pfarrer Paul predigen und der
Kirchengeſang=
na hnAm Schluſſe des Gottesdienſtes iſt im der Kirche eine
euitkechmgemeindevertretung. Um 3 Uhr nachmittags iſt eine
uner auf dem Friedhofe, anſchließend daran eine
Ge=
ſaihüüffeier am Denkmal. Bei beiden Feiern wirkt der Po=
Daſe oberſte Mädchenklaſſe, welche ſingen wird, mit. —
un 2 Kubikmeter Kies vom Bruch am Odenwälderweg
Ebeum in Abt. 18, Forſtort Frankenſtein, und von weiteren
he m den Herrnweg in Abt. 19 iſt durch das Forſtamt
uweben. Auskunft erteilt Förſter Pfänder, Forſthaus
att, 19. Nov. Tatbeſtandsaufnahme. Die
aluuwungen zu dem Tatbeſtand über den bedauerlichen
An der 13jährige Schulknabe Stemm zum Opfer ge=
Eſiren Fortgang gonommen. Es waren eine ganze Reihe
chunien, die auf dem Rathauſe einem eingehenden Verhör
ſtungen, benck dri. Allgemein herrſchte die Auffaſſung vor, daß es
arllich unglücklichen Zufall handelt. Die Beerdigung des
ſechn Samstag nachmittag ſtatt. — Ein neues Bahn=
(En für Pfungſtadt?. Wie zuverläſſig verlautet, iſt
k4, paß das hieſige Bahnhofsgobäude demnächſt durch einen
Rentylu erſetzt wird. Wie weiter verlautet, waren nämlich
ſCakätster der Eiſenbahndirektion Mair= in Pfungſtadt, die
Mirt Amofsanlagen einer eingehenden Beſichtigung und Prü=
Mteitk. Es ſoll feſtgeſtellt worden ſein, daß die Dienſträume
Rüfliethrudes und dieſes felbſt den modernen verkehretoch=
Grſtahzm nicht mehr entſprechen, ſodaß dem Uebel am beſten
eritGbnar abgeholfen werden könnte. In dieſen Neubau ſollen
ſenüſtumgen für Eiſenbahnbeamte untergebracht werden. Fu
ienMül wülnde es zweifellos begrüßt werden, wenu die
Plän=
zmhzweE Möl lich in die Tat umgeſetzt werden würden.
RMtackt, 19. Nob. Kirchäckerverpachtung. Am kom=
Aiie machmittag, werden auf dem Rathaus ein Acker und
ieik Eigentum der evangeliſchen Pfarrei ſind, anderweitig
i k werpachtet.
RülMamſtadt, 18. Nov. Gemeinderatsbericht. Die
wicheg der kürzlich abgebrannten Zelloidfabrik M. Richter
Fmlle ger letzten Sitzung nochmals Gegenſtand eingehender
Meiſtlſchter möchte gerne die Tahrik an der alten Stelle wieder
drr richtet ſich infolge der Feuersgefahr für die
Nachbar=
eänſpruch der Anlieger, dem ſich der Gemeinderat in
WAlit aangeſchloſſen hat, weil die von den Anliegern gemach=
AMlict haltig und nicht von der Hand zu weiſen ſind. Auch
lſtg war ein anderes Refultat nicht zu erzielen, der
Ge=
aru. auf ſeinem urſpuüinglichen Beſchluß, da er glaubt
wMür enden Anliegern ſolange Rochnung tragen zu müſſen,
E ilbe nſpruch ſelbſt aufrecht erhalten und auch Nichter
Ge=
alicn iſt, ſeinen Betrieb an einer anderen, weniger gefähr=
Beihe e öffnen. Im Zuſammenkang damit wurde beſchloſſen,
Nk4s Gelegenheit zu geben, das Anweſen der ehemaligen
ei unerhalb kürzeſter Friſt käuflich zu erwerben. Ab=
Peni /F ion d die Verwaltumg ermächtigt, mit den übrigen
Reflek=
weilſiu wverhandeln und den Kauf zum Abſchluß zu bringen.
Eieitruch des M. Nichter um billigere Berechnung ſeines
enelle d), an die Elektrlzitätskommiſſion verwieſen. — Die vor=
FMteungen des Bauunternehmers A. Bernhardt über
gefer=
eu beiten werden genehmigt. — 7. Wagner ſucht
Lung zur Errichtung einer Verſandbäckerei im
eichwiſter Wagner — Villenviertel „Trautheim”
Deiteyreinderat hat in anbetrackt der Notlage, in der
ſich Wagner befindet, nichts gegen die Eröffnung des
Ge=
ſchäftes einzuwenden, macht jedoch den Vorbehalt, daß auch von
ſeiten der Nachbarn hiergegen kein Einſpruch erhoben wird. — Das
Schreiben der Anſtalt für Epileptiſche, wegen Einräumung eines
be=
ſonderen Quartiers für die Anſtaltspfleglinge auf dem neu zu
eröffnen=
den Friedhofsteil, wird der Friedhofskommiſſion als Material zu den
Verhandlungen überwieſen. — Die Beſchwerde der Gemeinnützigen
Baugenoſſenſchaft „Wildnis” an das Kreisamt, wegen des
Waſſerdurch=
laſſes am alten Dieburger Weg wird zur Kenntnis genommen. Der
Ge=
meinderat beharrt nach wie vor auf ſeinem früheren Standpunkt, da er
der Anſich iſt, daß die Waſſerableitung Sache der Baugenoſſenſchaft
„Wildnis” iſt. Auch der Gründung einer Waſſergenoſſenſchaft, unter
Beteiligung der Gemeinde, ſteht der Gemeinderat nicht gerade ſympa
tiſch gegenüber — Major a. D. Hauſt ſucht nochmals darum nach, den
in der letzten Sitzumg ſeinem Bauvorhaben gegerüber gefaßten Beſchluß
zu revidieren. Auch hier nimmt der Gemeindergt einen ablehnenden
Standpunkt ein, da an den geltenden Beſtimmungen für Bauvorhaben
außerhalb des Ortsbauguartiers uter allen Umſtänden feſtgehalten
werden muß. — Das Anſimen der Bezirksſparkaſſe Reinheim, die
Ge=
meindeanleihen über 12½ Prozent hinaus auf 15 Prozent aufzuwerten,
wird ebenfalls abſchläglich beſchieden. — Die Wohnungskommiſſion iſt
nicht mehr paritätiſch zuſammengeſetzt. Es muß eine Ergänzung der
Beiſitzer der Mieter vorgenommen werden. Die Angelegenheft wird bis
zur nächſten Sitzung vertagt, da bis dahin geeignete Vorſchläge gemacht
werden.
G. Ober=Ramſtadt, 19. Nov. Bubenſtreiche. Auf der
Kreis=
ſtraße Ober=Ramſtadt—Nieder=Ramſtadt wurde zur Nachtzeit ein dort
entleertes eiſernes Teerfaß mitten auf die Fahrbahn gerollt, ſo daß
ein Motorradfahrer dagegen fuhr und glücklicherweiſe noch mit dem
Schrecken davonkam. Ein weiterer derartiger Streich beſteht darin, daß
hier auf der Hauptdurchgangsſtraße ebenfalls nach eingetretener
Dun=
kelheit ein ſchwerer Senkkaſtenroſt vom Kanalſchacht abgehoben und auf
die Straße gelegt wurde. Wie leicht ſolche Lausbubenſtreiche die
ſchwer=
ſten Unfälle hervorrufen können, iſt dieſen „Helden” anſcheinend nicht
klar. Im Intereſſe der Sicherheit des Verkehrs ſollte aber Jedermann
mithelfen, ſolche Taten zu verhüten und etwa dabei Betroffene durch
Mitteilung an die betreffenden Stellen einer ganz exemplariſchen
Be=
ſtrafung zuzuführen.
* Roßdorf 16. Nov. Liedertag. Der Geſangverein „
Lieder=
zweig” Roßdorf, der unter der trefflichen Leitung des Herrn
Chor=
meiſters Bäniſch=Darmſtadt, Mitglied des Städt. Orcheſters, ſteht, hielt
einen Liedertag ab. An demſelben beteiligten ſich außer dem
feſtgeben=
den Verein noch 8 weitere Vereine, und zwar die Geſangvereine
Sän=
gervereinigung Weiterſtadt. Konkordia Darmſtadt, Männergeſangverein
Groß=Zimmern, Sängerluſt Wixhauſen. Sängerluſt Spachbrücken,
Ar=
beitergeſanaverein Einigkeit Roßdorf. Sängerluſt Roßdorf, Liederkranz
Roßdorf. Der große Saal des Gaſthauſes „Zur Sonne” Inh. Ldg.
Kaffenberger, war ſchon lange vor Beginn bis auf den letzten Platz
ge=
füllt. Mit dem Sängergruß „Grüß Gott mit hellem Klang” eröffnete
der feſtgebende Verein die Veranſtaltung. In einer Anſprache begrüßte
der 1. Vorſitzende die Vereine und ihre Herren Dirigenten und dankte
dieſen Herren, deren Tätigkeit es hauptſächlich zu verdanken iſt, daß
Liedertage zuſtande kommen. Da es der Wunſch aller beteiligten
Ver=
eine und ihrer Dirigenten war, ihre geſanglichen Leiſtungen einer
ein=
wandfreien Kritik zu unterziehen, ſtellte ſich in liebenswürdiger Weiſe
Herr Brückmann, OrcheſterVorſtand des Landestheaters, zur
Ver=
fügung. Daß die geſanglichen Leiſtungen der einzelnen Vereine, die ſich
teilweiſe bis zur Höchſtleiſtung ſteigerten, auf die Zuhörer eimen
be=
friedigenden Eindruck mackten, bewies der in reichem Maße geſpendete
Beifall. Der noch junge feſtgebende Verein kann ſtolz auf den Erfolg
des Liedertages zurückblicken.
Roßdorf 19. Nov. In einer öffentlichen Bekanntmachung fordert
die Bürgermeiſterei zur Zahlung der Einkommen= und Umſatzſteuer für
3. Vierteljahr 1927 für Gewerbetreibende und Umſatzſteuer 3.
Viertel=
jahr 1827 für Landwirte bis 25. d. Mts. an die Untererhebeſtelle auf.
— Die Ausgabe der Steuerkarten für 1938 erfolgt am Montag, den
21. d. Mts., nachm. von 4 bis 6 Uhr, auf dem Nathauſe.
* NiederModau, 19. Nov. Die hieſige Landw. Bezugs= und
Ab=
ſatza=moſſenſchaft hatte dieſer Tage ihre Mitglieder von hier und
aus=
wärts mit ihren Familienangehörigen zu einem Filmabend in den
großen Saal des Gaſthauſes „Zur Krone” eingeladen. Die Leitung
des Abends lag in den Händen des Direktors Schuchmanm. Der erſte
Teil des Abends galt der Belehrung, und der zw ite der Unterhaltung.
Die Vorträge hatten übernommen Diplom Landwirt Geber von der
J. G. Farbeninduſtrie, Aktiengeſellſchaft. Landw. Beratungsſtelle
Mann=
heim, der nach einem kurzen einleitenden Vortrage den Film „
Lim=
burger Hof” mit ſunen vielen Verſuchsfeldern den Anweſenden vor
Augen führte. Daran ſchloß ſich ein intereſſanter Wachstumsfilm, der
ebenfalls das größte Intereſſe der Anweſenden erweckte. Im Anſchluß
ſprach Landwirtſchaftslehrer Frech von Darmſtadt im Auftrage des
Verbants der h.ſſ. landw. Genoſſenſchaften über „Die Milch als Quelle
der Volkskraft” und zeigte darauf ebenfalls einen Film, der uns mit
der volkswirtſchaftlichen Bedeutung der Milch, ſowie mit der
zweck=
mäßigen Gewinnung und Behandlung derſelben vertraut machte. Jeder
Landwirt und vor allen Dingen die Hausfrauen verfolgten mit
In=
tereſſe die Vorführung, die noch zu lebhafter Ausſprache Anlaß gab.
Umrahmt wurdm die Vorträge und Filmvorführungen durch Muſikſtücke
der Kapelle Breitwieſer, ſowie durch Geſangsvorträge des
Geſana=
vereins „Liederkranz” unter der bewährten Leitung des Lehrers Jung.
Bis lange nach Mitternacht zogen ſich die Veranſtaltungen hin und alle
Awweſenden waren ihnr Genoſſenſchaft für dieſen Abend dankbar. Wie
wir hören, ſoll im Laufe des Winters ein weiterer Filmabend folgen.
* Brandau i. Odw., 18. Nov. Mit dem heutigen Tage verließ Herr
Lehrer W. Lampert, ein geborener Brandauer, unſeren Ort, um nach
ſeinem neuen Wirkungskreis Arheilgen überzuſiedeln. Wenn auch ſein
Weggang der Gemeinde nicht unbekannt war, derſelbe hatte ſchon vorher
Dekret nach Grube Meſſel, ſo ſieht man ihn doch nur ungern von hier
ſcheiden. Beinahe 24 Jahre konnte er in ſegensreicher Tätigkeit hier
wilken. Jung und alt haben bei ihm oder ſeinem Herrn Vater, der
ebenfalls eine Bjährige erfolgreiche Tätigkeit hier vollbrachte ihre
Schulbildung genoſſen. Sein Wirkungskreis erſtreckte ſich aber nicht nur
auf die Schulſtube. Längere Zeit gehörte er dem hieſigen Gemeinderat
an. Bis zu einer Erkranbung im vorigen Jahre war er langjähriger
Dirigent des hieſigen Geſangvereins. Der Abſchied von ſeinem
Heimat=
ort, mit dem er ſich ſo eng verwachſen fühlte, fiel ihm deshalb auch
nicht leicht. Obwohl er alle Ehrungen ſeitens der Gemeinde dankend
abgelehnt hatte, ließ es ſich der hieſige Mädchenbund nicht nehmen,
einige Lieder zum Vortrag zu bringen. Herr Pfarrer Gebhardt=
Neun=
kirchen ſprach im Namen des Kirchen= und Schulvorſtandes ſeinen Dank
aus und überreichte ein kleines Geſchenk. Herr Lampert ſtattete in
bewegten Worten ſeinen Dank ab, nochmals betonend, daß er nur aus
Rückſicht ſeiner Familie gegenüber von hier weggehe. Möge ihm in
ſeinem neuen Witkungsort alles Gute und Gottes Segen beſchieden ſein!
Geite 7
Gresß Biehernu, 1. Noh. Der Pfarer Viſcher hut binche
20 Jahre lang hier als treuer Seelſorger in ſegensreicher Weiſe
ge=
waltet und ſiedelt nun nach Nieder=Weiſel in Oberheſſen über, die im
Schellhaas’ſchen Saale veranſtaltete Abſchiedsfeier war ſehr gut beſucht
und zeigte, daß das offene, unverzagte und geduldige Arbeiten für das
Epangelium recht zahlreiche und dankbare Herzen gefunden hat.
Wäh=
rend Lehrer Heyd in längeren Ausführungen die Verdienſte des
ſchei=
denden Pfarrers pries und ihm ein Gemälde von Kirche und Pfarrhaus
überreichte als Erinnerung an ſeine Wirkungsſtätte, ſprach
Bürger=
meiſter Daab für die politiſche Gemeinde ſeinen Dank aus für das
langjährige pflichtgetreue und gerechte Wirken als Pfarrer. Rektor
Ehrhardt ſchilderte das köſtliche Lehrgeſchick des Scheidenden und dankte
für das harmoniſche Zuſammenarbeiten mit der Lehrerſchaft.
Ver=
ſchiedene gut vorgetragene Gedichte der Schulkinder, ſowie ſchöne Weiſen
des unter Leitung des Lehrers Rüder ſtehenden Kirchengeſangvereins
halfen mit, die ernſten Abſchiedsſtunden doch zu einer recht traulichen
Feier zu geſtalten. Herr Fiſcher, der in herzlicher Weiſe allen dankte,
gab einen Rückblick über die verfloſſenen Jahre, unter denen beſonders
die Kriegsjahre mit ihren Nöten wahre Prüfungsjahre waren und
„Freunde in der Not” auch dem Pfarrhaus nicht fern blieben und bei
ihm noch in dankbarer Erinnerung bleiben werden.
Be. Ober=Kainsbach, 18. Nov. Bei Herrn Gaſtwirt Adam Nicklas
fand eine Filmvorführung über künſtliche Düngung ſtatt. Der Beſuch
von ſeiten der hieſigen Bevölkerung war ein ſehr guter, ſo daß in dem
neu renovierten Saale des Herrn Nicklas alles beſetzt war. Nach der
Vorführung, die etwa bis 22 Uhr dauerte, ſang der hieſige Damenchor
unter der Leitung des Herrn S. Nicklas jr. welcher auch Dirigent
un=
ſeres Männergeſangvereins „Arion” iſt, noch einige Lieder.
— Schaafheim, 19. Nov. Herr Pfarrer Reichert verläßt in den
nächſten Tagen unſere Gemeinde, in welcher er ſeit 1915 ſegensreich
gewirkt hat, um die Pfarrſtelle in Nieder=Gemünden in Oberheſſen
an=
zutreten. Unſere herzlichſten Glück= und Segenswünſche begleiten ihn.
Hainſtadt, Kr. Erbach, 19. Nov. Nachdem die Bautätigkeit nunr
zu Ende geht, iſt feſtzuſtellen, daß hier 4 kleinere, einſtöckige Häuschen
und 2 große Bauernhäuſer im letzten Jahre neu erſtanden ſind. Von
erſteren ſind zwei bis jetzt bezegen, beide machen einen recht neten
Ein=
druck. Die anderen beiden ſind erſt unter Dach. Die größeren
zwei=
ſtöckigen Häuſer ſtehen im Dorf, während die kleineren der Straße nach
Neuſtadt entlang gebaut ſind. Die Häuſer im Dorf waren beide
bau=
fällig und mußten abgetragen werden, es iſt dies das Gaſthaus „Zum
Löwen” und das Elternhaus von Herrn Fabrikdirektor Hild (Firmmn
Clemens Müller, Dresden). Dieſer ließ es auf ſeine Koſten neu
er=
ſtehen, während ſein Schwager mit Familie es bewohnt. Beide Häuſer
gereichen dem ganzen Dorfe zur Zierde.
b. Erbach i. O., 19. Nov. Das nächſte Gaſtſpiel des Frankfurter
Künſtlerthegters für Rhein und Main (Heſſiſches Künſtlertheater) am
Donnerstag, den 24. November 1927 im Hotel Schützeuhof, um 8 Uhr,
bringt uns die Hauptmannſche Diebskomödie. Der Biberpelz‟. Dieſem
heiteren Werke war es beſtimmt, aus dem Spielplanvorſchlag für die
neue Spielzeit den meiſten Beifall zu ſinden. So wird dieſes Luſtſpiel
auf Wunſch der Städte vorausſichtlich in 50 verſchiedenen Spielorten
der Bühne gegeben werden. Das Stück darf zu den wenigen
ausgezeich=
netzen Luſtſtbielen gerechet werden, über welche die deutſche
Bühnen=
literatur verfügt. Es hat nach 40jährigem Leben nichts von ſeiner
Wirk=
ſamkeit und dichteriſchen Fülle für uns eingebüßt. Gine Dichtung, die
uns Fröhlichkeit und Nachdenken bringt, eine Komödie, die uns erheitert
und doch auch zur Betrachtung anregt.
m. Beerſelden, 19. Nov. In einer gemeinſamen Sitzung der
Vor=
ſtände des Kriegervereins und der 115er=Vereinigung wurde beſchloſſen,
zu Ehren der Gefallenen ſich als Vereine geſchloſſen nur an
dem „Gefallenen=Gedächtnistag” zu betoiligen. Am Totenſonntag, der
dem Gedenken aller Toten geweiht iſt, wird vollzähliges Erſcheinen zum
Gottesdienſt empſohlen. — Wie man hört, ſoll die Autolinie
Beer=
felden—Hirſchhorn ab 1. Dezember eingeſtellt werden, da die in Frage
kommenden Gemeinden nicht alle ſich zur Uebernahme der Garantieſumme
bereit erklärten. Im Intereſſe des Verkehrs iſt dies bedauerlich ebenſo
im Intereſſe der Arbeiter, die dieſe günſtige Gelegenheit, zur
Arbeits=
ſtätte zu gelangen, jetzt verlieven. Dieſe Verbindung war für die
Be=
wohner hieſiger Gegend von großem Vorteil bei dem Verkehr ins
Neckar=
tal und nach Mannheim, mehrene Stunden konnten weiter ausgenutzt
werden.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 17. Nov. Das große Schweineſterben,
das alljährlich um dieſe Jahreszeit auf dem Lode einſetzt, hat auch
heuer begonnen. Die Metzger ſind ununterbrochen bald hier, bald dort;
wo kein Metzger im Ort iſt, muß er aus der Nachbarſchaft herbei, um
die gewohnte Hausſchlachtung zu vollziehen. Nach mühevoller
Sommer= und Herbſtarbeit kann nun der Schweinehalter einigen Genuß
von ſeiner Arbeit haben. Außer der Annehmlichkeit iſt aber die
Haus=
ſchlachtung auch eine ganz neutable Sache; gegenwärtig werden für fette
Schweime pro. 1 Pfund Lebendgewicht bezahlt je nach Qualität 57—60
Pfennig, das Pfund Schweinefleiſch koſtet 1,2 Mark, die Wurſt 1.40
Mark. Wenn nun auch beim Schlachten einiger Abgang zu verzeichnen
iſt (nicht 1. des Gewichts, wie oft behauptet wird), ſo kürften die dabei
erzielten Produkte immerhin noch verhältnismäßig recht billig ſein.
Nun, die Hausſchlachtungen werden auf dem Dorfe auch deshalb
vor=
genommen, weil in der Regel kein Metzger im Ort iſt, bei dem Fleich
zu bekommen wäre. Will der Dorfbewohner ſolches haben, dann muß
er es oſt auswärts holen, was auch ein Kontopoſten vom „billigen
Land=
leben” bedeutet. Gegen die Kriegszeit ſind die Hausſcklachtungem
weſentlich zurückgegangen, denn damals hielt man ſich ein Schwein, und
wenn es in einer Ecke der Waſckkiche einlogiert wurde.
H. Von der Beraſtraße, 18. Nov. Ueberfallen. Auf der
Land=
ſtraße zwiſchen Großſachſen und Leutershauſen wurde der
Schmiede=
lehrling M. Bernhardt von Großſachſen von zwei unbekannten
Män=
nern überfallen und auf einem Acker geſchleiſt und ausgeraubt. Durch
die Hilferufe eilte ein in der Nähe vorbeigehender junger Mann zu
Hilfe, worauf die Täter reißaus nahmen. — Erhöhung des
Zinsfußes. Die Bezirksſparkaſſe Weinheim ſah ſich veranlaßt, auch
ihrerſeits eine Erhöhung des Zinsfußes vom 1. Dezember ab eintreten
zu laſſen. Die Zinſen für Spareinlagen betragen dann 7 Prozent; im
Scheck= und Giroverkehr 5 Prozent. Für Hypothekengelder werden
9 Prozent und für Schuldſcheindarlehen 10 Prozent berechnet.
W. Heppenheim a. d. B. 19. Nov. Geſellenprüfung. Die
feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe an die Junggeſellen findet
am Sonntag vormittags um 11 Uhr im Gaſthaus zum „Goldenen Anker”
ſtatt. — Feuerwehrfeſt. Nachdem im benachbarten Kirſhhauſen
die Waſſerleitung ſoweit ferliggeſtellt iſt, findet am kommenden Sonntag
das Bjährige Stiſtungsfeſt der freiwilligen Feuerwehr Kirſchhauſen ſtatt,
ſolvie die Eröffnung der Gemeindewaſſerleitung. Einige Hydranten
hat man ſchon ausprobiert, da eine Anzahl der Bewohner die Meinung
vertrat, daß mit den etwa 3,5 Atmoſphären Druck der Waſſerſtrabl uicht
die genügende Höhe erreichte. Cs zeigte ſich jedoch, daß man von der
Erde aus das höchſte Haus überſpritzen konnte.
HI. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 18. Nov. Schutz der
Wafſer=
leitungen. Das Kreisamt macht bekannt, daß bei Eintritt der
kalten Jahreszeit beſondere Aufmerkſamkeit dem Schutz der
Waſſer=
leitungen, Kloſetteinrichtungen uſw. zuzuwenden ſei. Beſonders ſei
darauf zu achten, daß Gartenleitungen und ähnliche im Freien endende
Leitungen rechtzeitig abgeſtellt oder gut verwahrt würden. Die
Bürger=
meiſtereien ſind gehalten, dies öffentlich bekannt zu machen und
bezüg=
lich der gemeindlichen Anlagen das Nötige zu veranlaſſen,
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mne
Eeite 8
Sonnteg den 20 November 1927
Bb. Beusheim, 18. Nov. In der geſtrigen öffentlichen
Sitzung der Stadtperordnetenverſammlung gelangten
11 Punkte zur Verhandlung. Den Vorſitz führte infolge Behinderung
des Bürgermeiſters während der erſten halben Stunde Beigeordneter
Krenkel, dann Bürgermeiſter Dr. Angermeier. Die Herſtellung von
Bür=
gerſteigen in der erweiterten Friedhofsſtraße und im Hohenweg, erſtere
zu 3200 Mark, letztere zu 3500 Mark veranſchlagt, haben den
Bauaus=
ſchuß beſchäftigt, der Genehmigung befürwortet, doch ſoll die
Arbeits=
ausführung mangels der notwendigen Mittel vorerſt ausgeſetzt werden,
trotzdem die dringende Notwendigkeit insbefondere der leßzteren
Straßen=
herbeſſerung von allen Seiten anerkannt werden muß. Falls ſich die
Verhältniſſe der Geldbeſchaffung nicht günſtiger geſtalten, ſoll im
Hohen=
weg vorerſt ein proviſoriſcher Bürgerſteig erſtellt werden. Auch die
ſüdliche Seite der Rhoonſtraße ſoll einen Bürgerſteig erhalten deſſen
Herſtellung nur 150 Mark und Arbeitsloſe beanſprucht, da das
Platteu=
material bereits vorhanden iſt. Die Debatte erſtreckt ſich über die
vorherrſchende Notwendigkeit, dieſer drei Bürgerſteiganlagen, wobei
durch die Fertigſtellung des letztgenannten Bürgerſteiges die Stadt in
die Lage verſetzt wird, die Geſamtkoſten der bereits früheren Herſtellung
der Straße, die gepflaſtert wurde, anteilsmäßig auf die Anlieger
um=
zulegen, was für die Stadt das Dreifache der ſonſt unverzinslich
aus=
ſtehenden Herſtellungskoſten in der Einnahme ausmacht. — In der
Bismarckſtraße ſoll eine Straſenlampe angebracht werden, entſprichend
einem Antrag der Anlieger. Die auf die Stadt entfallenden Koſten in
Höhe von 110,68 Mk. werden genehmigt, während das Gas= und
Elektrizitätswerk die reſtlichen 22132 Mk. der Geſamtherſtellungskoſten
trägt. — In gleicher Weiſe genehmigt die Verſammlung eine weitere
Straßenlampe am Saurerſchen Hauſe in der Wilhelmſtraße bei einem
Koſtenaufwand von 38,66 Mk. zu Laſten der Stadt Folgende
Mit=
teilungen macht der Bürgermeiſter bekannt: Von Berlin wurde für die
feitens der Stadt geleiſtete Hindenburgſpende von 300 Mark Dank
er=
ſtattet. Der diesjährige Ertrag der geſamten ſtädtiſchen Weinberge
be=
trug in der Vorleſe 1960 Liter in der Nachleſe 5450 Liter, insgeſamt
7410 Liter guten Weines. — Der beſtehende Ortsbauplan nördlich der
Roonſtraße findet auf Vorſchlag des Bauausſchuſſes dergeſtalt eine
Aendcrung, daß die Straßen dieſes Quartiers eine Verbreiterung von
5 auf 7 Meter, die Vorgärten dagegen eine Schmälerung von 5 auf
4 Meter erfahren ſollen. — Der Straßenzug in ſüdlicher Verlängerung
der Rodenſteinſtraße längs des Bahnkörpers, der ſpäter als Entlaſtung
des Autoferwverkehrs dienen wird, ſoll von 6 auf 18 Meter verbreitert
werden. Eine Verbreiterung des Babnkörters iſt dabei ausgeſchloſſen
und kemmt auch nicht in Frage. — Das Miniſterium hat empfohlen.
hen Bürgermeiſter durch einen Nachtragserlaß zu ermächtigen, die
feſt=
geſetzte Bierſteuer von 3 Mark je 100 Liter entſprechend einer 7
pro=
zentigen Beſteverung vom feweiligen Herſtellerpreis, der ſich ändern
kann, zu geſtalten, was die Verſammlung genehmigt. — Die katholiſche
Kleinkinderſchule gibt zu allerhand Ausſtellungen Anlaß. Die
Her=
ftellung eines neuen Fufbodens heiſcht einen Kredit von 350 Mark, der
bewilligt wird. — Nachdem das Aeußere der evangeliſchen Volksſchule
recht zufriedenſtellend hergerichtet worben iſt, erbitten verſchiedene
Stadt=
berordncte auch Neutünchung der durch die Ofenheizung ernſt
mit=
genommenen Schulſäle, die wach Angabe des ſtädtiſchen Bauinſpktors
vorſchriftsgemäß regelmäßig alle drei Jahre erfolgt. — Dem im
Inter=
eſſe des Singvogelſchutzes tätigen Verein Canaria” wird als
Ehren=
breis ſeiner diesjährigen Jahresausſtellung wieder der Betrag von
15 Mark zugewendet. — Eine Anfrage ſeitens cies ſozialdemokratiſchen
Stadtberordneten, die Erbauung von Wohnungen betreffend führt zu
längerer Debatte, die erkennen läßt, daß betr. der außerordentlich großen
Wohnungsnot infolge der kataſtrophalen Lage auf dem Geldmarkt
vor=
erſt mit keiner Beſſerung der Verhältniſſe zu reihnen iſt. Wie auch in
bielen anderen Städten bieten dieſe Verhältniſſe vorerſt Einhalt jeder
kommunalen Bauluſt auch in Bensheim, trotzdem auf allen Seiten die
Dringlichkeit der Wohnungserſtellung voll erkannt wird. An die
öffent=
liche Sitzung ſchloß ſich eine nichtöffentliche Sitzung an.
— Hirſchhorn, 19. Nov. Bafſerſtand des Neckars am
18. November 2,04 Meter, am 19. November 1,92 Meter.
— Gernsheim, 19. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
19. November 0,98 Meter.
S. Lampertheim, 19. Nov. Freiwilliger Tod. Ein ältever
Invalide L hat geſtern nacht ſeinem Leben durch Erhängen im Garten
bei ſeiner Wohnung ein Ende gemacht. — Ausſperrung. Von der
Ausſperrung in der Tabakinduſtrie ſind hier 1100—1200 Arbeiter
betrof=
fen. Man hofft, daß die Lohnſtreitigkeiten in Sachſen und Schleſien bald
beigelegt werden und dann die Fabriken ihren Betrieb wieder in vollem
Umfang aufnehmen. Für die hieſige Geſchäftswelt bedeutet die
Aus=
ſperrung ebensfalls, eine große Schädigung, da die Kaufkraft der
Be=
troffenen ſtark zurückgegangen iſt. — Ueberreichung der
Geſel=
lenbriefe. Im Anſchluß an eine Sitzung des Ortsgewerbevereins
findet dieſen Sonntag nachmittags 5½ Uhr, die Ueberreichung der
Ge=
ſellenkriefe ſtatt, wozu die Mitglieder des Vereins und die Eltern der
Junggeſellen eingeladen ſind. — Standesamtliche
Nachrich=
ten. Vor dem Standesamt wurden im Monat Oktober 29 Geburten,
15 Eheſchließungen und 10 Sterbefälle beurkundet.
D. Hofheim, 19. Nov. Der hieſige Turnverein begeht am
kommen=
den Sonntaa, 20, November, den 75jchrigen Todestag des Turnvaters
Fr. Ldwg. Jahn damit, daß er zu gleicher Zeit ein Werbe= und
Schau=
turnen veranſtaltet. Die Feier findet im „Kaiſerhof” ſtatt und hat hierzu
der Turnverein Worms=Neuhauſen ſein Erſcheien mit verſchiedenen
Riegen zugeſagt. Es werden Geräte=, Stab= und Freiühungen zur
Vor=
führung gelangen, wohei die Muſikkavelle des bieſigen Turnvereins
zeit=
weiſe ſvielen wird. Es wäre zu wünſchen, daß alle Intereſſenten des
ſchönen Turnſportes ſich recht rege an dieſer Feier beteiligen zum Nutzen
und Frommen der ſchönen Sache, die hier vertreten wnd.
Rheinheſſen.
Ober=Ingelheim, 19. Nov. Einbrecher drangen mittels
Nach=
ſchlüſſel in das hieſige Finanzamt. Sie erbrachen in einigen Zimmern
die Schubladen, fanden aber keine nennenswerte Beute. Dr das
Ge=
bäude, in dem ſich die Finanzkaſſe befindet, bewohnt iſt, wagten ſie ſich
nicht dorthin. Die Tageseinnahmen werden aber regelmäßig abends
dorthin abgeführt, ſo daß den Dieben nur ein Betrag von 24 Mk., der
ſich in einer Schublade befand, in die Hände fiel.
U. Framersh=im, 19. Nob. Die Eheleute Weinhändler Heinrich
Scheuer feierten das Feſt ihrer goldenen Hochzeit. Der Jubilar iſt 81,
ſeine Gattin 74 Jahre alt.
* Gau=Weinbeim, 18 Nov. Unſere evangeliſche Gemeinde
ſteht in bezug auf die von der Kirche erfaßte Wohltärigkeit im Dekanat
Wöllſtein unter 31 Gemeinden an erſter Stelle. Im Jahre 1926 wurden
hier aufgebrachkt 1585 RM., was auf den Kopf der hieſigen ebangeliſchen
Bevölkerung 596 RM. ausmacht.
U. Engelſtadt, 18. Nov. Ein Schadenfeuer entſtand in dem
neuerbauten Anweſen von Phil. Müller 1. Kinder hatten mit offenem
Lichte hantiert und dabei Stroh in Brand geſetzt. Nur beherztem
Zu=
greifen war es zu danken, daß kein größerer Branſchaden entſtand und
die alarmierte Feuerwehr keme Arbeit mehr vorfand.
Winterkur tür
Nervenkragke
u. Nervös-Erschöpfte Speztalkuranstat Hofheim im Taunus
(I.83-6
bei Frankfurt am Main — Pro-pekte durch:
Dr. M. Schulze-Kahleuss. Vervenar,t.
* Das Reich um 18 —20 M ilionen /
Ein itereſſanter Prozeß wegen Zoll= und
Steun=
ziehung in ungefährer Höhe von 18—20 Millionen Mo”,
teil des deutſchen Staates kommt am Montag, den 21. 9
dem Mainzer erweiterten Bezirksſchöffengeri
urteilung. Zu verantworten haben ſich der 46jährige Fai.=
Nödling aus Oppenheim, der frühere Rechtsanho
ſpätere Direktor des Schutzverbands Macinzer Hauseiit=
56jährige jetzige Kaufmann Peter Wirth aus Sin”
wohnhaft Mainz, der Wjährige Kaufmann Ernſt Grös,
Wiesbaden, wohnhaft in Oppenheim, und der 44jährf
Rottmann aus Oppenheim. Ein fünfter Beteiligdr.
Otto Wirth von Mainz, ein Sohn des Angeklsgten ag
vorläufig nicht zur Verantwortung gezogen werden, da er u
der Straftat, unbekannt wohin, ins Ausland flüchtig gi
wie angenommen wird, mit einem erheblichen Teil 8
ſeines Vaters. Nach Aufdeckung der Hinterziehung wurßin
W. die vorhandene War=, der Betrieb, Mobilien, Imm;
weit erreichbar, auch das noch vorhandene Vermögen
Die Angeſchuldigten ſollen in ganz raffinierter Wei= Jahren die Zollkehörde bei der Zollabfertigung
getäuſcht haben, indem es ihnen durch geheim angebrack”
an den mit Branntwein gefüllten Keſſeln gelang, eiinern
tigen Brennwein vorzutäuſchen, während es ſich imn Wirn
hochprozentiges Deſtillat handelte. N. war Beſitzer dor
brennerei Mariakron” in Oppenheim und
ſchäft gemeinſchaftlich mit dem Angeklagten Peter W.
delsgeſellſchaft. Wirth war als Geſellſchafter im der
der kaufmänniſchen Leitung auf dem Büro in Mainz
Deſtillat wurde größtenteils aus Spanicn bezogen und /n
land durch die beiden erſtgenannten Angeklagten weit
Angeklagten Gr. und R. waren bei der Täuſchung 7
während der Zellabfertigung dem N. behilflich und ſoli
der Beihilfe ſchuildig gemacht haben. Währendd er UL,
markierte N. den Geiſteskranken und wurde deshalb in
m Alzey unterſucht. Er wurde als für ſeine Straſta
erklärt. Wirth war ron Mitte März bis Ende Avrr
falls in Unterſuchungshaft, aber wieder entlaſſen, da
e=
ſein ſoll. Zur Verhandlung ſind nur wenige Zeugen mu
ſtändiger geladen, doch wird die Verhandlung wahrſchcin
Tag in Anſpruch nehmen. Nödling wird durch R.=
Peter Wirth durch R.=A. Dr. Heinrich Winter
anderen Angeklagten durch R.=A. Dr. Drucker verteizü
Overgenen.
WSN. Gießen, 19. Nov. Ein Brieffallenſch:
Gericht. Das hieſige Schöffengericht gab einem
Brieffallenſchwindler, der ſeine Betrügereien in vielena
deutſchlands verübte, den verdienten Lohn. Der Gaunes,
derholt mit dem Strafgeſetz in Konflikt gekommen war:
Städten des Rhein= und Maingebiets, i der Pfalz, in
auch im Badener Lande kleinere Geſchäftsleute dadur
er Hartgeld gegen einen Papiergeldſchein eingetauſcht
Ei=
letzten Augenblick aber angab, ſein Hartgeld reiche und
wolle ſich bei einem B=kannten in der Nachbarſchaft etmn!
Hierbei vertauſchte er durch einen geſchickten Kniff, unk!
Geſchäftsinhaber, ein Kuvert, in das er vorher den G
hatte, mit einem gleichartigen anderen Kuvert, das nur
blatt enthielt. Auf dieſe Weiſe hat er, wie in der
Ge=
nachgewieſen wurde, allein in 2 Fällen in den verſchiedä.
folg gehabt. Wieweit er darüber hinaus noch Geſchäff
har, konnte nicht mit Sicherheit feſtgeſtellt werden. Der
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feiorf jetzt Brasilien. Die Kaffeeländer Mittel- und z
Südamerikas haben das Erbe des Lrandes Kaffa
angetreten. Im Sommer 1727 brachte der Maſor
Francisco de MNello Palkete 5 Kaffeebäumchen und
ewa 1000 reife Beeren nach Para, wo dann die ersten
Kaffeepflanzungen entstanden.
Heute, nach 200 Jahren wachsen dort Über 1
Milli=
arde Kaffeesträucher in endlosen Reihen. In diesen
Lrändern reift die Kaffeebohne, die durch die Kaffee
Hag in Bremen vom schädlichen Coffein befreit wird
und sich in der Regel bereits 24 Stunden nach der
Röstung im Ladengeschäft befindet.
In unserem sonnenarmen Klima ist der Stoffwechsel
Selten stark genug, um das mit dem edlen
Kaffee-
getränk von uns aufgenommene schädliche Coffein
genügend auszuschelden, deshalb wird der Kaffee
coffeinfrei gemacht. Der coffeinfreie Kaffee Hag
ist das Ergebnis hochwertiger Plantagenzucht und
die Köstlichkeit seines Aromas ist unübertroffen.
ſämige Weihnachtsmeſſe fin=
—24. Dezember auf dem
1I und der Chriſtbaummarkt
Wepplatz ſtatt. Plätze für die
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ehen. Anmeldungen hierfür
täotiſche Marktmeiſter wäh=
Lienſtſtunden entgegen. Be=
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aen Freitag, den 2.
De=
kurm. von 10 Uhr ab, im
Zmmer 26, melden.
W.pen 20. Nov. 1927. (st18 63
Ih erbürgermeiſter.
urgern von Wintervorräten
dwingend, darauf zu achten,
ſpichähne für Gas und Waſſer
Pafiſermeſſer ſtets leicht zu=
di den 18 Nov. 1927. (st18121
der ſtädtiſchen Betriebe.
9, den 21. November
ags 3 Uhr, verſteigere
R
gen Bar=
Kaffee Bag schont
Herz und Nerven
den 19. Nov. 1927.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher.
Geite 10
Sonntag den 20. November 1027
Nummen
Familiennachrichten
Die Eeburt eines geſunden
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Albert Storper und Frau
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Klempner= und Inſtallateurmeiſier
und
Frau Katharina
geb. Kaiſer (30941
Darmſiadt, den 19. November 1927.
Für die uns anläßlich unſerer
ſilbernen Hochzeit erwieſenen
Aufmerkſamkeiten danken wir
herzlich
Otto Treuſch u. Frau
31015) Math ldenplatz 13.
Todes=Anzeige.
Allzufrüh nach langem und
ſehr ſchwerem Leiden verſchied
heute früh meine liebe Frau,
unſere treubeſorgte Mutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
geb. Jockel
im Alter von 38 Jahren.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Chriſtian Leichtweiß
Landwirt.
Eſchollbrücken, den 19. Nov. 1927.
Die Beerdigung findet am Mon
tag, den 21. d. Mts., nachmitiags
2 Uhr ſtatt. (18102
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft unſere geliebte und treuſorgende
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau
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geb. Kredel
im Alter von 80 Jahren.
In tiefem Schmerze:
Luiſe Kredel
Heinrich Kredel, Regierungs= und Baurat
Georg Wilhelm Kredel, Landwirt
Käthchen Lamb, geb Kredel
Ludwig Kredel, Bergrat u.
Knappſchafts=
direktor
Luiſe Kredel, geb. Knod
Greichen Kredel, geb Oſierheld
Jakob Lamb, Fortbildungsſchullehrer
Georg Maurer, Vermeſſungsrat
und T Enkelkinder.
Kirch=Brombach, Aſchersleben, Darmſiadt. Saarbrücken,
den 18. November 1927.
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Die Beerdigung findet zu Kirch=Brombach am Montag, den 21.
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Für die vielen Beweiſe
herzlicher Teilnahme, ſowie
für die zahlreichen
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ſpenden beim Heimgange
unſeres lieben Entſchlafenen
dankt herzlichſit im Namen
aller Hinterbliebenen:
Familie Johann Schnauber.
Darmſiadt, den 19. Nov 1927
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Leiden meine li be, gute Frau, unſere über alles
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Marie Prieſter
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im 79. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Prieſter
Eiſenbahnwerkführer i. R.
Darmſtadt, den 19. November 1927. (18118
Gutenbergſtr. 41.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. November,
nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des
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hofes aus ſtatt.
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Hein umbau
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Oankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem ſchweren
Ver=
luſte unſerer lieben entſchlafenen
Tochter Sophie ſagen wir hiermit
nnigſten Dank. Beſonders danken
wir allen denen, die ihr während
ihrer Krankheit zur Seite ſtanden,
ſowie Herrn Pfarrer Weißgerber
für ſeine troſtreichen Worte am
Grabe, ſowie den Schulkameraden
und=Kameradinnen und
demJugend=
bund für ihre Kranzniederlegungen,
ferner für die reichen
Blumen=
ſpenden und allen denen, die ihr
das letzte Geleit gaben.
Fr. Scheerer V.
Landwirt.
Fraiſa, den 19. Nov. 1927. (18131
Mein Sammtmantel
iſt wieder wie neu ſeit er b. „Blitz” Ballon latz 6
für 2.— K aufgedämpft wurde.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn
Pfarrer Köhler bei dem Heimgange unſerer
lieben Mutter, Großmutter und
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mutter
Berta Rueß Wwe.
ſagen innigen Dank
3ogzo) Die trauernden Hinterbliebenen.
Statt Karten.
Dankſagung.
Allen, die in ſo herzlicher Weiſe an dem
Teid, das uns getroffen, teilgenommen haben,
ſagen wir auf dieſem Wege vielen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
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niöglich,” ſtieß der Bankier hervor und lief vor dem
Ariſtokraten auf und nieder, während die hellſte
us ſeinen Worten und Mienen ſprach, „wir haben
eme ſchöne Geſchichte eingelaſſen. Wiſſen Sie auch,
omß man uns das Dach über dem Kopfe anzünden
allgemeine Empörung wird wachſen, man wird
und uns für ſchuldig erklären, dieſe Niederlage
ſerurſacht zu haben.”
icht ganz unrichtig iſt,” erwiderte Düſtingen gelaſſen.
Ernſtheimer verwundert anſtarrte, winkte er ihm
nne ganz unmerklich zu, ſich vor Gubaſſy in acht zu
weit wollte der Gatte der Amerikanerin dieſen
leen.
der Bankier kannte keine Zurückhaltung mehr. „Hätte
ſchſach niemals in dieſes Unternehmen eingelaſſen,”
äyrend er ſeinen Weg vor dem Lehnſtuhl des
Ver=
nortſetzte, „wären Sie nie nach England gegangen,
Aber wer konnte auch dieſe Wirkung des Aquanits
Mit ein paar tauſend Gramm haben die Engländer
a lacht gewonnen!“
ach nicht wundert,” gab Düſtingen zur Antwort,
öür ſich nur, was ich Ihnen damals erzählte, als ich
in eine große Granate vielleicht zweihundert Gramm
ſchte ſich Gubaſſy in das Geſpräch. „Ich habe
da=
machgedacht und auch früher berechnet, worauf dieſe
ant des Aquanits beruhen mag,” rief er plötzlich.
nmer fah ihn fragend an, aber es lag wenig Geiſt
wlrk, denn ſeine Gedanken weilten bei ſeiner Tochter
mer Frau und ſeinem Sohne. Ganz teilnahmslos
Erklärungen des früheren Artillerieoffiziers zu.
eiinnen draußen in Stubinten aus etwa dreißig
2 aſſer ſo viel Knallgas, daß wir durch den hohen
üer weiteren chemiſchen Prozeß daraus einen
Trop=
h nicht einmal ein Gramm unſeres Präparates
her=
z” führte er eifrig aus. „Sie müſſen ſich eine
Vor=
ſon machen, was dieſe Menge an Knallgas zu be=
Mun wird das Aquanit entzündet. Innerhalb
mte 18 einer Sekunde geht der flüſſige Körper in den
ſigrtzuſtand über, entwickelt ſich alſo das Lnallgas,
den Tropfen dreißig Hektolitern Waſſer entſpricht,
zu= und verbrennt. Hier haben wir die Erklärung
geleeure Hitze. Sie muß wirklich ſo enorm ſein, daß
Banzerplatten ſofort ſchmelzen und das Meer für
bichfam zu brennen beginnt. Die Erſchütterung iſt
ebenfalls begreiflich, ebenſo die ſtarken Nebelmaſſen, von denen
der letzte Bericht in den Abendblättern erzählt. Ich glaube
ſogar, daß . . ."
„Schon gut, ſchon gut,” unterbrach ihn Ernſtheimer wenig
höflich, „das alles hilft uns nicht darüber hinweg, daß wir uns
in einer üblen Lage befinden.”
„Nicht doch,” belehrte ihn Düſtingen, der wieder völlig Herr
ſeiner Nerven war, „Sie nehmen die Sache zu ernſt. So etwas
geht vorüber. In ein paar Wochen kräht kein Hahn mehr danach,
wodurch England geſiegt hat. Im Gegenteil, ich für meine
Per=
ſon ſehe ſehr heiter in die Zukunft. Man wird uns zwar im
Augenblick Schwierigkeiten machen, wird uns die Fabrik ſperren,
uns zur Verantwortung ziehen, beſchimpfen, kurz alles tun, was
in ſolchen Fällen immer geſchieht, um einer ſchlechten Laune des
Volkes zu begegnen. Sräter aber werden ſich die Wogen der
Erregung glätten und unſere Zeit wird wiederkehren. Gut
ſo werden wir eben in Stubinten für die deutſche Regierung
fabrizieren! Aber an der Erzeugung des Aquanits wird man
uns nicht hindern. Und verdienen werden wir, wie immer es
kommen mag.”
„Aber mein Schwiegerſohn? Soll er ſich von der Menge in
Stücke zerreißen laſſen?”
„Pah . . . er iſt in ſeine junge Frau verliebt und wird jetzt
beſonders froh ſein, mit ihr auf einige Zeit auf den Semmering
zurückgehen zu dürfen. Der Herbſt ſoll dort beſonders ſchön ſein.
Oder er kann mit Käthe nach England flüchten. Dort wird er
gefeiert werden, wie kein zweiter Fremder je auf den Inſeln
gefeiert wurde.”
„Wenn wir ihn nur dazu bewegen könnten,” preßte
Ernſt=
heimer hervor, „aber gerade mit ihm ſteht uns Schlimmes bevor.”
„Ihn überlaſſen Sie nur mir,” ſagte Düſtingen mit ſeltſamer
Betonung, „den nehme ich ein für allemal auf mich!” Und er
ſetzte ein hämiſches Lachen hinzu.
Die Unterhaltung der beiden Herren wurde durch das
Er=
ſcheinen eines Kellners geſtört, der aus einem nahen Hotel eine
Mahlzeit für Düſtingen und Guſſaby brachte.
„Wir haben nämlich die Abſicht, heute hier zu bleiben, bis
alles in Ordnung iſt”, erklärte der Ariſtokrat entſchloſſen, als er
ſich an dem kleinen Tiſch niederließ, auf dem gedeckt wurde.
„
In allen Apotheken erhältlich.
Geite 11
„Sie ſollten einen Arzt aufſuchen”, rief der Bankier.
„Auch ihn laſſe ich mir kommen. Sie werden ſchon ſehen,
Ernſtheimer, trotzdem wird mir die Zeit zu kurz werden.”
Nach dieſen Worten ließ es ſich Alfred von Düſtingen ſo gut
ſchmecken wie noch ſelten zuvor. Von der Kraftbrühe bis zum
Eis mundete ihm das Mahl vortrefflich, und er bereitete ſich
überdies das Vergnügen, Robert Ernſtheimer durch ſeine
Aus=
rufe zu ärgern. Wie glänzend ſei der Hummer zubereitet, eine
ſo ſchmackhafte Mayonnaiſe habe er ſeit langer Zeit nicht
ge=
geſſen. Und dieſe Trüffelſauce zur Poularde . . . den Koch
wurde er ſich am liebſten nach Hauſe mitnehmen. So ging es
weiter, bis er endlich geſpeiſt hatte und ſich wieder in den
Lehn=
ſtuhl ans Fenſter ſetzte.
Uebrigens hatte er prophetiſch geſprochen, denn ſeine
An=
weſenheit in den Bureaus der Aquanit=Werke war an dieſem
Nachmittag unbedingt notwendig. Man wurde ſchon eine Stunde
nach der Mittagspauſe überlaufen. Vor allem erſchienen etwa
ein Dutzend Journaliſten, die näheres über die Geſellſchaft, deren
Geſchäfte und die engliſchen Lieferungen der Firma erfahren
wollten. Düſtingen erledigte ſie einzeln. Er kenne die Art, mit
Hexen umzugehen, flüſterte er Ernſtheimer zu und empfing die
Berichterſtatter in Smoleks Arbeitszimmer. Selbſt den
geſchick=
teſten Zeitungsmann verſtand er einzuſeifen. Wenn am nächſten
Morgen die Blätter durchweg eine ſanftere Sprache gegen die
Aquanit=Werke führten, ſogar gewiſſe Entſchuldigungen für die
Handlungsweiſe der Geſellſchaft fanden, ſo war dies Düſtingens
Verdienſt. Ein anſtändiger Zug dieſes Mannes aber beſtand
darin, daß er beſonderes Gewicht darauf legte, Doktor Brakke
zu entlaſten. Die Lieferungen ſeien hinter dem Rücken des
Er=
finders auf Verantwortung der Geſellſchaft erfolgt, die aber frei
von Schuld ſei, da ſie die Erfindung eben im Inland nicht habe
anbringen können. Und ſo beeinflußte er die Oeffentlichkeit.
Bald darauf kam der Hausarzt Düſtingens, um ihn zu
unterſuchen Er ſtellte feſt, daß es ſich nur um belanglaſe
Ver=
letzungen handle, die ſchnell wieder verheilen würden. Nach
dem Verbandwechſel konnte der Doktor ſeinen Patienten ruhig
wieder verlaſſen.
Es war dies gerade die Zeit, da die Herren vom
Verwal=
tungsrat erſchienen. Man hatte ſie in aller Eile
zuſammengeru=
fen, und mit begreiflicher Haſt bedrängten ſie Ernſtheimer und
Düſtingen mit Fragen. Am lebhafteſten wie immer Profeſſor
Ender, etwas ruhiger der Bankdirektor Probſt und ganz kühl
und ſachlich der Juriſt Rechtsanwalt Köſtler. Er meinte trocken,
man könne ſeine Ware dorthin verkaufen, wo der höchſte
Ge=
winn locke.
Fünf Uihr war bereits vorüber. Die Angeſtellten verließen
bis auf wenige, die Direktor Smolek zu bleiben bat, die
Bureau=
räume. Man hatte bereits an dem großen grünen Tiſch Platz
genommen, um die Sitzung aufzunehmen. Das Geſpräch
ver=
ſtummte keinen Augenblick, denn die Verſammelten hatten ſich
viel zu ſagen.
(Fortſetzung folgt.)
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- u. Der Kaufmann Rieth von hier,
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t den hochtrabenden Namen „
Heſſiſch=
t)wirtſchaftliche Ein= und
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sInhauſen, Sitz Hanau” gab, iſt ver=
Zor einigen Monaten iſt dieſe Geſell=
Mtus geraten und das zu deckende De=
3p00 Mark. Die Summe iſt von den
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a ßer ſeinem Geſchäftsanteil von 200
ar zahlen. Es hat ſich nun
heraus=
r Verhaftete ſich ſchon bei der Grün=
1 chaft und bei der Geſchäftsführung
ſfel en in großem Umfange hat
zu=
ſEte laſſen. Die große Zahl der
Ge=
uh. Teil in ärmlichen Verhältniſſen
ſte, daß ihnen die Beitrittserklärung
hft nur aufgeredet worden ſei. In
11 Dorfe Aura ſind allein 48 haft=
Hſen. Der Unterſuchungsrichter vom
uricht wird ſich dorthin begeben, um
ri. der Zeugen vorzunehmen.
Tragiſcher Tod.
pf. Einen tragiſchen Tod fand der
ss Fiſchelbach. Er fuhr mit ſeinem
ſta das Dorf Eibelhauſen. Im Ort
ſtübäkanlage, zu der eine zweigleiſige
. Das eine Gleis war wegen
Repa=
t worden. Der Lehrer glaubte nun,
Fwhren zu können. Er ſtieß jedoch mit
RDie hochgelegten Schienen, die ihm die
riſſen. Der Tod trat auf der Stelle
yrord eines Liebespaares.
In einem Hotel in der Altſtad
häprige Schubert und die 24jährig
lles st
rlle aus Patſchkau in Oberſchleſie
aufgefunden. Nach den polizeiliche
megt offenbar gemeinſamer Selbſt
iſſen Motiv bisher noch nicht
gena=
orr konnte.
FHE/Amung für die Ermittlung von
Brandſtiftern.
Die Brandverſicherungskammer ha
Bür die Ermittlung von Brandſtifter
W1D000 Reichsmark erhöht, un
DVoMezun Monaten immer mehr zunehmen
Schuehlt
Zerunweſen beizukommen.
dort zügtl k 1 Schweres Bauunglück.
Geſtern vormittag ſtürzte be
em Prenzlauer Tor eine Maue
Preöie D RMu, mehrerg Arbeiter unter ſich. D
eogeilten Rettungsmannſchaften de
lmig es, zwei Arbeiter mit beden
Angen unter der Mauer hervorzuziehe
ähn
Rumgen ruſſiſcher Tſchernowetznote
Weitere Verhaftungen.
Wor einiger Zeit wurde in Frankfu
Buchdrucker Böhle, in Zuſamme
Gmtdeckung einer Druckerei in Fran
exhaftet, in der falſche Tſchern
ueſigen Mengen hergeſtellt worl
ſäind weitere Verhaftungen vorg
n9
de, und das Unterſuchungsergebn
W RoR S ſich um einen Georgier name
Guä handelt, der erklärte, daß er d
eict nur in Deutſchland, ſondern ar
d in Frankreich ausgeführt habe. 2
hrrnowetznoten ſollen dazu beſtimn
ie georgiſche Freiheitsbewegung
Lun d Platin auf Neu=Guineg.
Adminiſtrator der Goldfelder a.
Ac. Lean, berichtet, wie die „Time
den gewaltigen Mineralreichtu
In den Goldwäſchereien haben
reu ts für 300 000 Pfund Sterling Go
Ai den Konzeſſionen bei Dah Dawn
des Geſteins 20 Unzen je Tonne ur
hat man Steine mit einem Goldgehe
a gefunden. Die Abbauſchwierigkeit
ör groß, da es an geeigneten Tran
tan fehlt und die Ausbeute der Fell
zu den Verſchiffungshäfen gebra
SHegenwärtig ſind ſechs Flugzeuge
fihrenſt. Auch die Maſchinenanlagen
ſehr primitiv. Mc. Lean berich
chem Platinfund in Neu=Guinea, u
echen laſſen auf das Beſtehen aust
ührumfelder ſchließen.
Ein Stadtrat von Birmingham bekränzt das Grab eines deutſchen Soldaten.
Auch die Schulkinder von Birmingham haben die Gräber der dort ruhenden deutſchen Krieger
mit Blumen geſchmückt.
Sonntag den 20 November 1927
England ehrt deutſche Kriegsgefallene.
Die amerikaniſche Hochwaſſerkataſtrophe.
Die überflutete Stadt Brattleboro.
Das Gebiet von Connecticut in den Vereinigten Staaten wurde von einem kataſtrophalen
Hoch=
wäſſer heimgeſucht. Zahlreiche Häüſer ſind fortgeriſſen, Bahnlinien zerſtört worden. Auch viele
Menſchenleben fielen den Fluten zum Opfer.
Draktloſe Telephonie mit Ozeandampfer.
Der erſte telephonierende Dampfer „Hüxter”.
Die drahtloſen Telephonie=Verſuche, welche die Deutſche Betriebsgeſellſchaft für drahtloſe
Tele=
graphie zwiſchen dem Feſtlande und dem Dampfer „Hüxter” angeſtellt hat, brachten ſehr
befrie=
digende Ergebniſſe. Die Sicherheit der Schiffahrt wird mit Hilfe des neuen Telephonieſenders
weſentlich erhöht.
Einbruch in die Lützowſche Familiengruft.
Im Teſſiner Forſt bei Wittenburg in
Mecklen=
burg wurde ein Einbruch in die Familiengruft der
Famlie v. Lützow verübt. Für die Ergreifung der
Gruftſchänder iſt eine Belohnung ausgeſetzt. Man
vermutet, daß es ſich um Berliner Einbrecher
handelt.
Eine Million tſchechiſcher Kronen unterſchlagen.
Prag. Der Präſident der Filiale Pilſen der
Tſchecho=Slowakiſchen Nationalkank, Khun, wurde
verhaftet, weil er von mehreren Perſonen
größere Geldbeträge für Börſenſpekulationen in
Empfang genommen hatte, ohne die Aufträge
auszu=
führen. Die Höhe der veruntreuten Gelder ſoll eine
Million Kronen erreichen.
Auf einem Waſſerfahrrad über den Kanal.
TU. Paris. Der junge Pariſer Savard,
der es ſich in den Kopf geſetzt hatte, auf einem
Waſſerfahrrad den Aermelkanal zu überqueren, hat
am Donnerstag nachmittag ſein Vorhaben
durch=
geſetzt. Bei vuhiger, glatter See fuhr Savard um
10.47 Uhr vormittags von Calais ab und traf in
Dover um 17 Uhr ein. Savard war bei ſeiner
An=
kunft vollkommen erſchöpft und wurde
ohn=
mächtig.
Grubenunglück in Sibirien.
Kowno. Nach Meldungen aus Moskau hat
ſich im Grubenbezirk Tſcheremchowo in Sibirien eine
Exploſion ereignet, bei der neun Arbeiter
den Tod fanden. 12 Bergarbeiter wurden
ver=
wundet. Die Bergungsarbeiten werden fortgeſetzt.
Eine ganze Stadt verkauft.
London. Lord Derby hat Bootle, eine
Stadt mit 22 000 Häuſern, zum Preiſe von 1 750 000
Pfund Sterling verkauft. Mit Ausnahme der Docks
gehörte ihm die ganze Stadt.
Deutſche Phosphateinfuhren aus Afrika.
DKK. Im erſten Halbjahr 1927 führte
Deutſch=
land aus Algier, Tunis und Franzöſiſch=Marokko
insgeſamt 224 063 Metrictonnen Phosphate ein
ge=
genüber 90 731 Metrictonnen in der gleichen Zeit
des Vorjahres. Wichtigſter Lieferant iſt Algier mit
81 127 Metrictonnen (46 003); es folgt Tunis mit
77 599 Metrictonnen und Franzöſiſch=Marokko mit
65 337 Metrictonnen. Die afrikaniſchen Lieferungen
machen bei einer Geſamteinfuhr von 454 535
Metrie=
tonnen ſomit die Hälfte der Phosphateinfuhren in
Deutſchland aus.
Die gefälſchien ungariſchen
Rentenbriefe.
iner der 60 000 ungariſchen Rentenbriefe,
die von dem Bankier Blumenſtein und deſſen
Komplizen durch Fälſchung „aufgewertet” wurden.
Ganze Säcke voll gefälſchter Wertpapiere
haben die Beamten der Pariſer Polizei
beſchlag=
nahmt und vor den Unterſuchungsrichter geſchleppt.
Der Schaden, den der ungariſche Staat durch die
Machinationen Blumenſteins erlitten hat, wird auf
30 Millionen Franken beziffert.
Die Affäre Blumenſtein.—— Ein zweites Panama.
EP. Paris. Die ungariſche Fälſchungsaffäre
nimmt immer phantaſtiſchere Formen an. Die
Blät=
ter ſprechen bereits von einem neuen Panama und
behaupten, daß Verſuche im Gange ſeien, die
wirk=
lich verantwortlichen Perſönlichkeiten der
Strafver=
folgung zu entziehen und die ganze Affäre zu
ver=
tuſchen. Ein Mittagsblatt behauptet, daß ein mit
den Sowjets in guten Beziehungen ſtehender
ehe=
maliger Finanzminiſter in den
Rie=
ſenſchwindel verwickelt ſei. Obwohl ein
Name nicht genannt wird, könnte es ſich nur um den
Senator de Monzie handeln. Dieſer ließ deni
auch am Nachmittag eine Erklärung verbreiten,
daß er den verhafteten Induſtriellen de Fallois
überhaupt nicht kenne, und daß im Einvernehmen
mit ihm der Sequeſter des ruſſiſchen Beſitzes in
Frankreich die Zahlung aller Papiere abgelehnt
habe, deren Herkunft verdächtig ſei. Der. „Paris
Midi” will wiſſen, daß die Polizei demnächſt eine
hochgeſtellte Perſönlichkeit —
wahr=
ſcheinlich handelt es ſich wieder um de Monzie —
zu einem Verhör vorladen müſſe. Ein
an=
deres Blatt ſpricht ſogar von einer
Verneh=
mung dreier Senatoren und eines
kommu=
niſtiſchen Abgeordneten. Eine ſeit wenigen Tagen
erſcheinende Mittagszeitung, „La Rumeur”, berichtet,
die Oeffnung der Säcke mit den beſchlagnahmten
Wertpapieren habe nicht nur ungariſche Papiere,
ſondern auch Titel aller möglichen anderen Länder,
vor allem Oeſterreichs, zutage gefördert. Es ſehe
faſt ſo aus, als ob es ſich um eine rieſige
Machen=
ſchaft zu dem Zweck handle, alle Staatspapiere zu
diskreditieren und daurch die Rückzahlung der
Vor=
kriegs= und Nachkriegsſchulden unmöglich zu machen.
Noch kein Start Cobhams.
London. Sir Allan Cobham der am
Frei=
tag von Southampton nach Bordeaux zur erſten
Etappe ſeines 20 000=Meilen=Fluges rund um Afrika
ſtarten wollte, iſt durch ungünſtige
Wetterbedin=
gungen zurückgehalten worden.
14 Todesopfer des Tornados in Waſhington.
FU. New York. Der Tornado, der in
der Nacht zum Freitag und am Freitag morgen die
Stadt Waſhington und die Gegend öſtlich des
Miſſiſſippi heimſuchte, hat nach den letzten
Be=
richten 14 Todesopfer gefovdert. Der Schaden
beläuft ſich auf Millionen Dollar. Im Oſten
ver=
urſachte der Tornado längere Störungen der
Elek=
trizitätsverſorgung. Sieben Perſonen
ver=
loren ihr Leben und über 100 wurden verletzt,
der größte Teil von ihnen in Waſhington.
Ein Blizzard über Chicagv.
TU. New York Ueber Chicago ging ein
Blizzard hinweg, der auch das nördliche Illinois
und den Süden von Wiscounſins heimſuchte und
andere Staaten berührte. Die Zahl der Toten
be=
läuft ſich hier auf fünf, davon drei in Chicago,
Eine Hilfsaktion wurde ſofort eingeleitet.
Exploſion einer Torpedo=Fabrik.
Coffeyville (Kanſas). Durch die Exploſion
von 300 Quart Nitroglyzerin ſind die
Anlagen der Independence Torpedo Company bei
Jofferſon zerſtört worden. Sämtliche Gebäude
im Umkreis von über 30 Meilen wurden erſchüttert.
Da der Exploſion ein Brand vorausging, hatten
ſich die Angeſtellten rechtzeitig flüchten können. Es
wurde niemand verletzt.
Neuer Banditenüberfall auf einen Eiſenbahnzug
in Mexiko.
New York. In der Nähe von Palmira,
nördlich von Agnas Calientes, wurde, wie aus
Mexiko gemeldet wird, ein Eiſenbahnzug von einer
etwa fünfhundertköpfigen Banditenbande überfallen.
18 Paſſagiere und 32 Mann der
mili=
täriſchen Begleitung wurden
nieder=
gemetzelt. Unter den Ermordeten befinden ſich
acht Frauen und vier Kinder.
Seite 14
Eonntag, den 20 November 1927
Nummem
Oron Splet und Tatnen.
Handball.
Turngemeinde Darmſtadt 1846 I—Turnverein Eberſtadt I.
Turngemeinde Darmſtadt 1846 II—Turnverein Eberſtadt II.
Die Pflichtſpiele im Mgin=Rheingau der Deurſchen Turnerſchaft
gehen ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Spiele, die beſonderer
Umſtände halber an den feſtgeſetzten Tagen ausfallen mußten, ſind
nach=
zuholen. Die Turngemeinde Darmſtadt 1846 hat für heute, Sonntag,
an, dem ihre beiden Mannſchaften von Pflichtſpielen frei ſind, die beiden
erſten Mannſchaften des Turnvereins Eberſtadt zu Freundſchaftsſpielen
eingeladen. Die erſte Mannſchaft Eberſtadts ſpielt in der Meiſterklaſſe
und iſt ein ſehr ſtarker Gegner. Deshalb wird die Darmſtädter Erſte
alles aufbieten müſſen, um in dieſem Spiel in Ehren zu beſtehen. Es
muß allendings zu Ehren der Darmſtädter geſagt werden, daß ſie in den
diesjährigen Pflichtſpielen eine bedeutende Formverbeſſerung gegenüber
früheren Spielen aufzuweiſen hatte. Wenn die 1846er den gleichen
Sie=
geswillen wie in der letzten Zeit aufbringen, iſt es nicht ausgeſchloſſen,
daß ſie auch in dieſem Kampf Sieger bleiben. Jedenfalls darf mit
Sicher=
heit angenommen werden, daß bei dieſem Spiel die den Punktſpielen oft
anhaftenden unſchönen Begleiterſcheinungen nicht zu ſehen ſind, ſondern
die ſchöne Seite des Handballſpiels in den Vordergrund tritt. — Vor
dieſem Spiel treffen die zweiten Mannſchaften beider Vereine zufammen.
Die Eberſtädter Zweite ſpielt A=Klaſſe, diefenige der Turngemeinde
C=Klaſſe. Die aufſtrebende Mannſchaft der Turngemeinde hat in den
letzten Pflichtſpielen gezeigt, daß ſie Handball zu ſpielen verſteht, und
wird auch in dieſem Spiel alles aufbieten, dem Gegner den Sieg ſtreitig
zu machen. Selbſtverſtändlich wird auch hierbei eine anſtändige
Spiel=
weiſe erwartet. — Beide Spiele finden in Darmſtadt auf dem Platz am
Fianzamt ſtatt. Das Spiel der 2. Mannſchaften beginnt um 13.45
Uhr, dasjenige der 1. Mannſchaften um 15 Uhr.
Fußball.
V. f. L. „Rot=Weiß= Darmſtadt im ſüddeutſchen Fußballverband.
Nach langwierigen Verhandlungen hat V. f. L. Rot=Weiß
end=
lich Startberechtigung im ſüdd. Fußballverband erhalten. Die Aufnahme
hat ſich durch die Vereinigung des S.F.V. und des D.S.B. von ſelbſt
ergeben. Der Verein wird in allernächſter Zeit mit ſeiner 1. Mannſchaft
an die Oeffentlichkeit treten; leider kann er an den diesjährigen
Ver=
bandsſpielen nicht mehr teilnehmen; die ſportliche Leitung wird jedoch
keine Mittel unverſucht laſſen, um gute Privatgegner hierher zu
ver=
pflichten. Ein Hauptaugenmerk wird auf den Nachwuchs gelegt werden.
Wie in den anderen Abteilungen, ſo werden auch die Fußballer jetzt
da=
für Sorge tragen, daß die Jugend= und Schülermannſchaften in erſter
Linie zur Geltung kommen. In den Ferien werden beſondere
Schüler=
kurſe eingerichtet werden. Daß in techniſcher Beziehung einwandfreie
Ausbildung erfolgt, ſowie daß auch anſtändige und kameradſchaftliche
Geſinunng im Süinne des deutſchen Sportgedankens herrſcht, dafür bürgen
der Vorſitzende der Abteilung, Herr Lehrer Schneider, und der dechmiſche
Leiter, Herr Giſinger, an die auch die Anmeldungen zu erfolgen haben.
Es ergeht deshalb an alle Fußballſportfreunde, ſoweit ſie noch keinem
Verein angehören, der Ruf, ſich der fungen Abteilung onzuſchließen und
Fußball zu ſpielen. Beſonders gilt dies an ſolche, die im Weſt= und
Nord=Weſtviertel unſerer Stadt wohnen, da gerade hier, trotz dem
gro=
ßen Exerzierplatz, ſeither der Sport etwas vernachläſſigt wurde. Rot=
Weiß iſt hier, ausgenommen den Polizeiſportverein, der einzige Verein,
welcher eine Spovtplatzanlage beſitzt, die eine eimwandfreie
Sportaus=
übung ermöglicht. Möge die Fußballabteilung dieſelben raſchen
Fort=
ſchritte machen, wie die Handballer und Schwimmer uſw., dann wird
auch ſie bald in der Oeffentlichkeit Beachtung finden und mithelfen, den
Darmſtädter Fußballſport aufwärts zu bringem.
Den Bohkott Wiens beſchloß auf Grund der Vorfälle beim Endſpiel
um den Mitropa=Pokal in Wien der tſchechiſche Fußballverein Sparta
Prag. Die Prager wollen bis Ende 1928 nicht mehr in Wien ſpielen.
Sportliche Tagesſchau.
Handball.
11.00 Uhr: Rot=Weiß 22 — Akad. Sportklub (Rheinallee).
15.00 Uhr: Turngemeinde Darmſtadt — Turnverein Eberſtadt.
15.00 Uhr: Polizeiſportverein — Hakoah=Wiesbaden.
Fußball.
14.30 Uhr: Sportverein 98 Darmſtadt
Spv. Wiesbnden
(Stadion).
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonutag, 20. Nov.*8.30: Morgenteier, veranſt. von der Evang.
Gemeinſchaft. Gemeinde Frankfurt 2. O 11: Von Kaſſel: Die
Elternſtunde. Prof. Fechner: Die Erziehung meines Kindes zur Kunſt
und durch die Kunſt. o 11.30: Von Kaſſel: Ernſte Muſik für
Blasinſtrumente. Bach: Wenn ich einmal ſoll ſcheiden, aus der
Matthäus=Paſſion. — Händel: Trauermarſch a. Samſon. —
Schubert: Litanei. — Kienzl: Geiſtliches Lied a. Evangelimann.
— Mendelsſohn=Bartholdy: Trauermarſch Es=moll. — Wagner:
Pilgerchor und Lied an den Abendſtern. Tannhäuſers Pilgerfahrt
und Gebet der Eliſabeth. — Grieg: Solveigs Lied aus Peer Gynt.
Altbayriſcher Trauermarſch. Blasorcheſter des Deutſchen Muſiker=
Verbandes Leit.: Muſikdir. Kneifel o 14.30: Feier des
Volks=
bundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge. Vortrag: An den geweihten
Stätten unſerer gefallenen Brüder. Mitw.: Roſa Sacerdoti (Sopr.),
Fr. Geis (Vortrag), E. Kohlhöfer (Kaim=Kantator). O 16: Stunde
der Jugend. Märchenſtunde von Liſa Tetzner. O 17: Konzert des
Hausorcheſters O 18: Gedanken zur Zeit eine neue Vortragsreihe,
veranſt. von Dr. Fleſch. Prof. Schubotz und Prof. Wichert. O 18.30:
Stunde des Rhein=Mainiſchen Verbandes für Volksbildung: Wilh.
Hauff. zum 100. Todestag des Dichters. A. Auerbach: Aus
ſeinen Dichtungen. O 19.30: Sportnachrichten. O 20.30: Konzert
Bach: Sonate in A=moll für Violine allein. Arie. Sonate für
Cello allein. Arie. Sonate in C=moll für Violine und Klavier.
Ausf.: Roſe Walter (Sopran), Licco Amar (Violine), Maurits Frank
(Cello), Dr. Ludwig Rottenberg (am Flügel).
Stuttgart.
Sonutag 20. November. 11.30: Morgenfeier: Aus dem Buch
Hiob. Ausf.: Prof. Feuerlein (Rez.), Prof. Keller (Harm.). a 15:
Prof. Verweyen: Bedeutung der Form. 15.30: Anni Geiger
erzählk Märchen. O 16: Uebertr. aus der Stiftslirche Oehringen:
„Judas Makkabäus”, Ausf.: Männergeſangverein und Kirchenchor
unter Mitw. des Orcheſtervereins Oehringen. Sol.: Helene Geray=
Scheel (Sopr.). Martha Fuchs (Alt), Ad. Harlacher (Tenor),
Kammerſänger Fritz (Baß). O 18: Sport. O 18.15: Dr. Schefold:
Das Kind und das Spielzeug. O 18.45: Uebertr. aus Karlsruhe:
Redakteur Joho ſpricht über den Dichter Hermann Burte. O 19.45:
Aus Stuttgart und Freiburg: Sport. o 20: Ein Spiel vom Tode,
von Georg Terramare. 5 Bildfolgen für den Rundfunk eingerichtet.
Muſik von Emi Kahn. O 21.15: Literariſch=muſikaliſche Abendfeier.
Ausf.: Marga Muff (Rez.), Eliſabeth Schlotterbeck (Alt), Arthur
Haagen (Klavier). Anſchl.: Sport.
dem Unternehmen des finniſchen Meiſterläufers um eine reine Sportreiſe.
Paovo Nurmi reiſt von Helſingfors aus am 21. Dezember nach
Amerika. Entgegen andersla itenden Mitteilungen handelt es ſich bei
Hauptſchrittleinung. Ruhol/ Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudelf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann,
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſeuſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Berlin.
Sonntag. 20. November. 9: Morgenfeier. Min
Quartett: B. Kohlmetz, L. Krug, E. Piſchel, O. Stock. g5
ning (Bariton). Am Flügel: W. Welſch. Bibelrezitationm
Schulzke. Anſprache des Pfarrers Kroppenſtedt. Anſchl..
geläut des Berliner Doms. o 11.30: Konzert des 8o
Bläſerbundes E.= V. Leit.: Obermuſikmeiſter a. D. Au
15.45: Für unſere Kleinen. Die Abenteuer des Kavittt
O 16.30: Wilhelm v. Kügelgen (geb. 20. 11. 1802). I. Einn
C. M. Köhn. 2. Aus „Jugenderinnerungen eines alten:
A. Kraußneck (Rezit.). o 17: Unterhaltungsmuſik dem
Gebr. Steiner O 19.05: Gartendirektor Leſſer: Unſere
0 19.30: Th. Kappſtein: Vortragsreihe „Die Welt de
Myſtik” (Meiſter Eckehart). O 20: Prof. Utitz, Halle: Dif
Grundlagen der gegenwärtigen Kunſtbewegung. O 20.307
ſonntag. Der 90. Pſalm. — Claudius: Der Saemann. —
Hyperions Schickſalslied. — Goethe: Ganymed. Geleſ.
Loſſen. — Brahms: Aus den „Vier ernſten Geſängen”
(Baß). Am Flügel: Ben Geyſel. — Goethe: Selige
— Keller: Stille der Nacht. — Meyer: Chor der
Liliencron: Auf dem Kirchhof. — 1. Korinther 15, 51—;
Zeit und Ewigkeit, Kantate nach Worten der Heiligen 0c4
Soloſtimmen. Chor und Orcheſter, von M. Blumner (ar
1827). Dir.: Prof. Rüdel. Mitw.: Margarete Schrel
(Sopran), Lilli Dreyfuß (Alt), G. Funck (Tenor),
(Baß). Der Chor und das Orcheſter der Funkſtunde 23
Anſchl.: Tagesnachrichten. Sport
Stettin. 9: Morgenfeier Zum Feſt der Toten,
König=Wilhelm=Gymnaſiums. Leit.: Akadem. Muſikleche
Paſtor Langkutſch (Rezit.). Anni Selmer (Mezzoſopran),
(Violine). Anſprache des Paſtors Handtmann,
Königswuſterhauſen. Sonntag, 20. November. 9: TI
O 11.30: Blas=Orcheſter=Konzert. o 14: Uebertr. L.
Uebertr. aus dem Kölner Stadion: Länder=Fußballſpiel
ſchen Fußball=Bundes: Deutſchland-Holland. Am
Dr. Ernſt. 16.30: Schachfunk. O 17: Uebertr. Berlim
O 18: Stadtrat May: Das ſoziale Moment im neu
O 18.30: Dr. Karl Würzburger: Das Antlitz des Todes=
Eva Holberg. O 19: Prof. Dr. Anna Siemien: Märchei,
und Legenden primitiver Völker. O 19.30: Dr. Heinriche?
Vorleſung aus Märchen und Legenden. O 20.15: Ary
Mozart: Requiem. O 22: Uebertr. Berlin: PreſſenachrFi
Geſchäftliches.
Ein vernachläſſigtes Genußmit=
Bei unſeren Vorfahren gehörte der Honig zu deu
und geſuchteſten Genuß= und Nahrungsmitteln. „Um
Milch und Honig floſſen” führten die Völker ſchwere
wußten, daß in dem Honig alle zum Aufbau des Dän
erforderlichen Nahrungsſtoffe enthalten ſind, daß er dass
und den Körper friſch, geſund und ſtark erhält, daß
e=
vorbeugt und heilt, und ſie ſtellten ihn deshalb an die Spiie
von der Natur gebotenen Genußmittel. Unſere Gegenwat
Vorzüge dieſes Nahrungsmittels nicht genügend bewußt,
unſer Volkswohl und unſere Volksgeſundheit von außervme
deutung, daß dem Honig wieder ſeine alte, anerkannte W
unſerem Tiſch zuerkannt wird. Der Lehrer a. D. P
Hude in Oldenburg, verſendet nach allen Orten Deutzfſt
feinſter Qualität in größeren und kleineren Mengen zu
ihn mit Rückſicht auf ſeinen hohen Nährwert zu einem ä
Nahrungsmittel machen. (Siehe heutige Anzeige.)
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 21. Noven!
(Nach der Wetterlage vom 19. November.)
Demperaturen nachts ſtellenweiſe unter dem Gefr.
fach wolkig und meiſt trocken.
Hefſiſche Wetterdie!
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Vogelsberg, Hoherodskopf: Temperatur —
decke 15 Zentimeter, Beſchaffenheit: pulverförmig; S
für Ski vorhanden.
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322
9
Bautt(
TdldlSyſ
Neueſte
e Beitein
rzöfiſcher Wirtſchaftsbrief.
n unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 18. November.
wungen über das Budget von 1928 gehen auseinander. Man
SStimmen behaupten, daß dieſes Budget ſchwächer auf
das vorjährige. Immerhin iſt aber der Budgetüberſchuß
n.ig.
„kret jetzt allgemein mit der Stabilität des Franken als mit
ren Tatſache. Es ſteht jetzt feſt, daß es — wie wir an
Einerzeit vorausſagten — keine ſchwere „Sanierungskriſe‟
muiuagt man über einen chroniſch gewordenen lauen
Geſchäfts=
ſor hängt aber mit der Stabiliſierung nur wenig zuſammen,
/i:zig und allein auf die hohen St. uerlaſten zurückzuführen.
4rarkt zeigt keine großen Aenderungen. Für die
Unter=
ü-es etwas leichter geworden, ſich langfriſtige Anleihen zu
ſeither. Die Zinsſätze der langfriſtigen Anleihen weiſen
Tendenz auf, während das burzfriſtige Geld etwas teurer
Die Effektenbörſe zeigt jetzt nach einer plötzlich
gekom=
ſut rmiſchen Baiſſe beſſere Dispoſitionen.
il-mmarkt lag ruhig, ohne jede nennenswerte Aenderung.
Aufſchwung der Textilinduſtrie iſt für ihn zwar vorteil=
: der Verbrauch der anderen Induſtriezweige bleibt aber
ger, auch wollen Käufe von Privatwirtſchaftsſeite nicht
ein=
a nahen Zukunft kann man keum auf eine Aenderung der
h enmarktes rechnen. Die Kohlenwerte lagen
dementſpre=
irmarkt lag ruhig, aben mit einer feſten Tendenz. Auf dem
uy Stahlmarkt iſt die Lage ziemlich dieſelbe wie vor
eini=
tagegen zeigte ſich der franzöſiſche Innenmarkt ſehr
leb=
krhauptet, daß die Gußeiſen=Vorräte ſchon gänzlich
auf=
ſer— Die Produktion dis Gußeiſens wind alſo eine ſtarke
filen.
kktion der Hochöfen und der Stahlwerke hat ſich in den
Gitri wenig geändert. Die Gußeiſenproduktion der letzten
m Seträgt 6 940 959 Tonnen, die Stahlproduktion d’sſelben
1-3820 Tonnen. Die Schwerinduſtriewerte haben eine
trurchgemacht, aus der ſie ſich nur langſam zu erholen
aulrmarkt war im allgemeinem ſchwach. Die
Kursſchwankun=
kallwerte waren zwar groß, die Metallpreiſe jedoch ſehr
1 Metallmarkt wird vor allem von der Lage der
amerikani=
hufskonjunktur beeinflußt. Dieſe ſoll zur Zeit keine günſtige
AuuSmen. Der Metallmarkt ſſihlt b ſonders ſtark die rück
Awicklung in Amerika. Der Druck dieſes Marktes in Amerika
1e kürzliche Belebung des europäiſchen Metallmarktes
rela=
ſu; gend kompenſiert. Der Kupfermarkt war noch am
leb=
ribrigens nur mäßige Hauſſe des Kupfers wurde mehrfach
Die Vorräte ſollen um etwa 10 Prozent niedriger ſein
Eta.. Die engliſchen Kupfervorräte machen zu: Zeit nur
E3 gegenüber 34 630 To. am Anfang des Jahres. Große
hton ſollten die zeitweilige Hauſſe d.s Kupfers hervorge=
Da aber infolge der Preiserhöhungen die Käufe wieder
huſt die Tendenz wieder ſchwächer gewordm. Das Kupfer=
Eruſch am Werke; bisher hat es ſich jedoch nur mit wenig
. Die Kupferwerte, beſonders die ausländiſchen, lagen
tuarkt blieb weiter deprimiert; man hat außerordentlich
ke verzeichnet. Die Produktion iſt im Steigen begriffen.
ſE=Bniſſe iſt alſo keineswegs ausgeſchloſſen. Die Produktion
hns auch bei niedrigeren Kurſen, als die jetzigen, gewinn=
1 An Prokuktionseinſchränkung denkt man nicht. Die
Blei=
oc immer ſehr ni drig, zeigen jedoch eine feſte Tendenz.
0auch für die Zinkpreiſe. Die Bildung eines Zinkkartells
m Schwierigkeiten.
mrkt war feſt. Der Kaliabſatz iſt im Wachſen begriffen.
yarkt verkehrte ſehr lebhaft. Die verſchiedenen Sorten
Mitrates werden in immer größeren Mengen verkauft.
in Induſtrie ſcheint es etwas beſſer zu gehen. Die in dia
vrbreiteten ſehr günſtigen Nachrichten über die Zukunft
m Mitrates muß man vorſichtig beurteilen. Die
Spekula=
hieniſchen Werten iſt ſehr waghalſig geworden. Die Lage
ky narkte iſt günſtig. Die Geſchäfte ſind rege und von
f n, beſonders in den tuniſiſchen Phosphaten. Der Um=
An—tlich um 10—20 Prozent höher als im Vorjahre.
Nichts=
urn die Phosphatwerte ſelbſt ſchwach. Von den
eiſen=
olmiten wurdem beſonders viele verkauft.
an Petroleummarkt iſt etwas günſtiger geworden. Mit
Din=Aufſchwung iſt jedoch vorläufig nicht zu rechnen. Die
Ae roleumproduktion iſt im September bedeutend
zurſück=
ſr Rückgang iſt wegen d’s Einſtellens der neueren Boh=
2, rwelche die dortigen Geſellſchaften infolge Kapitalmangel
können.: Kapitalien zu verſchaffen iſt aber wegen der
eren politiſchen Verhältniſſe unmöglich. Die Petroleum=
Rermmen die rumäniſchen — lagen im allgemeinen etwas
eiſe der Werte ſind aber noch immer ſehr niedrig.
an Kautſchukmarkt iſt günſtiger geworden. Die Preiſe
Man rechnet hier nach wie vor auf ein Abkommen zwi=
Weſchen und holländiſchen Produzenten. Die Kautſchukwerte
ſſeine Wrtſchaftsnachrichten.
eeugung des Rheiniſchen Braunkohlenbergbaues in Köln
rektor Silverberg über die Lage des Braunkohlenberg=
Was befriedigend bezeichnete.
Berhöht. Bekanntlich waren die Preiſe ar
21 um 1½ Prozent herabgeſetzt worden.
MAusſchuß für Landwirtſchaft des großen Enquéteausſchuſſes
tten verſchiedener Sachverſtändiger über die Maſchinen=
Rin landwirtſchaftlichen Betrieb auf Grund eines
Frage=
ider Fragen enthält üßer die Maſchinen im Betrieb,
N mtion des Betricbes der Maſchinen, über Normen und
umer Finanzkreiſen gerüchtweiſe verlautet, iſt die Mög=
Lgeſchloſſen, daß die für den 28. November nach Paris
ſen=Konfezenz der Nachfolgeſtaaten neuerlich verſchobei
angliſches Textilinduſtrie=Konſortium, das über 15
Mil=
eterling A.K. verfüigt, beabſichtigt, in Ungarn eine
T zu errichten. Es handelt ſich um die Gründung einer
Edeln arbeitenden Vaumtvollſpinnerei, einer
Baumwoll=
ium eine Bleiche und Färberei.
Fes Jahres iſt in Athen die griechiſche Telephon=
Aktien=
nem Kapital von 500 000 engl. Pfund gegründet
wor=
wekanntlich die deutſche Firma Siemens u. Halske mit
ligen wollte. Wie nunmehr gemeldet wird, iſt die
Neutſchen Kapitalanteils inzwiſchen erfolgt und auch die
an Höhe von 125 000 engl. Pfund vorgenommen worden.
Teer Blättermeldungen forderte eine große Anzahl
wirt=
ationen den Handels= und Außenminiſter auf, in
Natifizierung des neuen Handelsvertrages mit Deutſch=
N. Dieſer Forderung ſchloſſen ſich auch der Zentral=
Induſtriekorporationen an.
Laceldung des „Ambroſiano” ſoll eine italieniſch=ameri=
SDeſellſchaft mit einem Ka ital von 30 Millionen Dolla=
— Die die Erwerbung der Aktien italieniſcher
Elektrizi=
maen zum Ziele hat.
Madrider Meldung hat der ſpaniſche Miniſterrat die
VeiMeillionen=Peſeten=Obligationsanleihe beſchloſſen, die
„Silenbahnlinie von Tanger nach Fez dienen ſoll. Fer=
N Nae Nordbahngeſellſchaft die miniſterielle Genehmigung
Auer Anleihe von 25 Millionen Peſeten erhalten.
der Blüttermeldungen wird Ende November oder A=
N Mailand eine Konferenz von Vertretern aus allen
SJandern ſtattfinden, um einen Verband zum Schutze
* Slideninduſtrie zu begründen. Auf der Konfereug
SEutſchland, Frankreich, England, die Tſchechoflouaker
bertreten ſein.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. November hat die
ge=
ſamte Kapitalanlage der Bank in Wechfeln und Schecks, Lombards und
Effekten um 210,2 Mill. auf 2302,0 Mill. Reichsmark abgenommen. Im
einzelnen ſind die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 220,6 Mill. auf
2167,6 Mill. Reichsmark zurückgegangen, während diefenigen an
Lom=
bards eine Zunahme um 10,3 Mill. auf 42,4 Mill. Reichsmark erfahren
haben. Die Anlage in Effekten iſt mit 92,1 Mill. Reichsmark annähernd
unverändert geblieben.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 289,0
Mill. Reichsmark in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen, und zwar hat
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 233,0 Mill. auf 3787,4 Mill.
Reichsmark, derfenige an Rentenbankſcheinen um 56,0 Mill. auf 800,3
Mill. Reichsmark verringert. Dementſprechend und unter
Berückſich=
tigung, daß in der Berichtswoche 25,0 Mill. Reichsmark
Rentenbank=
ſcheine gemäß § 11 des Geſetzes über die Liquidierung des Umlaufs an
Nentenbankſcheinen und 8,0 Mill. Reichsmark gemäß § 7a desſelben
Ge=
ſetzes getilgt wurden, ſind die Beſtände der Reichsbank an
Rentenbank=
ſcheinen auf 187,9 Mill Reichsmarr geſtiegen. Die fremden Gelder zeigen
mit 643,7 Mill. Reichsmark eine Zunahme um 26,9 Mill. Reichsmark.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
ins=
geſamt um 8,9 Mill. auf 2141,6 Mill. Reichsmark vermindert; im
ein=
zelnen zeigen die Goldbeſtände eine Vermehrung um 2,4 Mill. auf 1854,5
Mill. Reichsmark, während die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um
11,2 Mill. auf 287.1 Mill. Reichsmark abgenommen haben. Die Deckung
der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 46,1 Prozent in der
Vor=
woche auf 49,0 Prozent, die durch Gold und deckungsfähige Deviſen von
53,5 Prozent auf 56,5 Prozent ſtiegen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 19. November.
Zum Wochenſchluß verkehrte die Börſe wieder in luſtloſer und ſehr
zurückhaltender Stimmung. Vorbörslich bereits erfuhren die Kurſe
überwiegend Abſchwächungen, da die geſtrige Rede des
Reichsbankpräſi=
denten Dr. Schacht mit ihrer ſcharfen Kritik der deutſchen Finanzpolitik
die Börſe verſtimmte. Zum offiziellen Beginn konnte ſich die Tendenz
wieder etwas erholen, da von Großbonkſeite offenbar intervenierend
ein=
gegriffen wurde. Hinſichtlich der Beurteilung der Schachtrede ſetzte ſich
im Verlaufe eine ruhigere Auffaſſung durch. Man wies darauf hin, daß
die Rede nichts Ueberraſchendes gebracht habe und Dr. Schacht nur ſeinen
alten Standdunkt aufrecht erbalte. Die Tatſache, daß am Geldmarkt
auch heute keine ſtärkere Entſpannung eingetreten war, mahnte jedoch
weiter zur Zurückhaltung. Bei kleinſten Umſätzen war die
Kursgeſtal=
tung bei der erſten Notierung nicht einheitlich, die Grundtendenz jedoch
etwas behauptet. Die Kursveränderungen gingen n ch heiden Seiten
nur vereinzelt über 1 Prozent hinaus. So eröffneten J. G. Farben und
Scheideanſtalt fe 2 Prozent ſchwächer. Rütgerswerke konnten dagegen
2½ Prozent anziehen Elektrowerte blieben im allgeweinen behauvtet.
Montanwerte waren ebenfalls nur wenig verändert. Frankfurter
Ma=
ſchinen konnten auf wahrſcheinliche Wiederaufnahme der
Dividendezah=
lung 1 Prozent anzieben. Voigt u. Haffner lagen in Nachwirkung der
Eimigung der Veraltung mit Eohraim Meyer mit mims 11 Prozent
ſcharf gedrückt. Von Bauunternehmungen gaben Wayß u. Freytag
1 Prozent nach. Holzmann dagegen dlus 1 Prozent. Ablöſung lagen
an=
geboten und ſchwächer. Ausländ’ſche Renten blieben ohne Umſatz.
Im weiteren Verlaufe konnte ſich die Stimmung zunächſt weiter
heſſer, da der Reichsbankauswe’s der einen Rüchaang der Wechſels und
Scheckbeſtände um rund 220 Millionen aufweiſt befriedigte. Das
Ge=
ſchäft blieb jedech klein, nur Stahlverein wurden etwas lebhafter
ge=
handelt. Gegen Schluß ſenkte ſich das Kursnibeau wieder etwas auf
Realiſationen zum Wockerichluß. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 6½
Rrozent etwas leichter. Das De iſna ſ ft war ſtill. Man nannte
Mark gegen Dolſar 4.1880, gegen Pfund 20 418. London=Kabel 4,8750.
London-Paris 124,02, Mailand 89,60, Madrid 28,66.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 19. November.
Die Börſe eröffnete überwiegend 1—2 Prozent ſchwächer, zeigte
je=
doch auf dieſer Baſis bereits eine kleine Erholung im Vergleich zu den
während der Vormittagsſtunden genannten Notierungen. J. G. Farben,
die vorbörslich bis 250 Prozent ermäßigt waren, geſtriger Schluß 255,
ſetzten an der Börſe wieder mit 251½ ein. Gesfürel=Aktien begannen
mit 262 nach 259 im Vorverkehr (geſtern 264). Die Ausführungen des
Neichsbankpräſidenten wurden lebhaft beachtet, gaben der Börſe aber
einen Grund zur Beunruhigung. Die Spekulation war eher zu
Deckungs=
käufen geneigt, nachdem ſie am Vortage größere Blankogbgaben getätigt
hatte. Eine günſtige Aufnahme fand der Reichsbankausweis. Außerdem
hörte man zuverſichtliche Meinungen über das vorausſichtliche Ergebnis
des deutſchen Außenhandels im Oktober. Nach Feſtfetzung der erſten
amtlichen Kurſe gab, das Niveau leicht nach. Später machte ſich aber
auf weitere Deckungskäufe eine merkliche Befeſtigung geltend, die ihren
Ausgang vom Elektromarkt nahm und an der ganzen Börſe
Kurs=
erholungen von durchſchnittlich 2—3 Prozent zeitigte. Die Verſteifung
am Geldmarkt dauerte an. Tagesgeld wurde mit 5½—7½ und
Monats=
geld mit 8—9½ genannt. Für Warenwechſel mit Bankgiro mußte ein
Diskont von 7½ und darüber angelegt werden. Die Geldverknappung
machte ſich auch am Deviſenmarkt bemerkbar, wo heute ausländiſche
Va=
luten angeboten wurden und der Dollar auf 4,1880 zurückging. De
in=
ternationale Valutengeſchäft lag ſehr ruhig. Eine geringe Abſchr d ng
trat für den holländiſchen Gulden mit 12,0685 gegen London ein. Das
engliſche Pfund ſtellte ſich gegen New York auf etwa 4,8750.
Im weiteren Verlauf der Börſe ſtagnierte das Geſchäft. Die
freund=
licheren Kurſe behaupteten ſich. Spezialbewegungen fanden nicht ſtatt,
da die Spekulation die Umſatztätigkeit faſt ganz allein beſtritt. In der
zweiten Runde gingen zwar Kaufanträge für Induſtrieaktien ein, die
aber ſo niedrig limitert waren, daß ſie zum größten Teil nicht
ausge=
führt wurden. Die Befürchtung einer Privatdiskonterhöhung trug
eben=
falls dazu bei, die Unternehmungsluſt der Börſe einzuſchränken. — An
der Nachbörſe bröckelten die Aktienkurſe teilweiſe leicht ab. Die
Rück=
gänge hielten ſich aber in Grenzen von Bruchteilen eines Prozentes.
Gedrückt lag weiter die Neubeſitzanleihe des Reiches mit 12,30 Prozent.
Die Altbeſitzanleibe ſtellte ſich auf 50.20 Prozent. Man nannte
nachbörs=
lich u. a.: J. G. Farben 250,75, Gesfürel 260, Siemens 252,5.
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Stodkholm.
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Aires
New York .."
Belgien. . . .
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Da amerikaniſche Meldungen behaupteten, die argentiniſche und
auſtraliſche Weizenernte werde ſich zuſammen um 85 Millionen Buſhels
niedriger als im Vorjahre ſtellen, und da der hohe Prozentſatz
geringe=
ren Kanada=Weizens die für Mahlzwecke verfügbare Ware in
ihrer Geſamtmenge ſtark herunterdrücken dürfte, habem in dieſer Woche
ſowohl England, das ſich bisher im Einkauf gauz außerordentlich
zu=
rückgehaltend hatte, als auch Holland und der Niederrhein ſtarke Käufo
vorgenommen, was den bisher von naher Ware ausgehenden Preisdruck
aufhob und auch hier zu einer Befeſtigung der Stimmung führte. Im
Vergleich mit der Vorwoche konnten die Weizenpreiſe eine Beſſerung
von 30—40 Gordcents je 100 Kilo durchſetzen. Von einer Lebhaftigkeit
des Geſchäftsganges an den ſüddeutſchen Märkten kann fedoch noch nicht
geſprochen werden, weil die auf Monate hinaus ſtark und zu billigen
Preiſen verſorgten Verbraucher nur mäßige Käufe vornehmen. Dieſe
erfolgten hauptſächlich in Plata=Weizen für Dezember=Abladung.
Kanada=Weizen wurde reichlich angeboten, die Mühlen wollen
f.doch abwarten, wie ihre nach Standardmuſter bisher gekaufte Ware
ſich bei der Vermahlung verhält. Die Geſamtlage läßt ſich dahin
feſt=
ſtellen, daß die zweithändigen Angebote wieder aus dem Markt
ver=
ſchwunden ſind und daß dort, wo wirklicher Bedarf iſt, der geforderte
Preis angelegt werden muß. Dieſe Forderungen lauteten zuletzt für
die 100 Kilo Plata=Weizen, je nach Hektolitergewicht und Lieferzeit, auf
13,67½ 13,75 Gulden; für verfügbaren Donauweizen, übergeladen, auf
13,50—14,00 Gulden, je nach Muſter; für Canada Weizen, Manitoba III,
ſeeſchwimmend, 13,65—13,75 Gulden, Novmber=Abladung 13,60 Gulden,
Hard Winter II, rheinſchwimmend eif Mannheim, 13,60 Gulden,
ſee=
ſchwimmend eif Rotterdam 13,60—13,85 Gulden; Red Winter II,
rhein=
ſchwimmend, 13,55—13,65 Gulden, eif Mannheim; Auſtral=Weizen, rhein:
ſchwimmend, 14,50—14,60 Gld. eif Mannheim. Am Roggonmarkt
blieb die Haltung feſt und im Waggongeſchäft mußten 0,25 RM. für die
100 Kilo mehr als in der Vorwoche angelegt werden;
rheinſchtvimmen=
der Weſtern II ging zu 12 Gulden eif Mannheim; in Mannheim
verfüg=
baver Weſtern=Roggen II wurde mit 26,25 RM. bezahlt. Gerſte hatte
unveränderten Markt. Von Futtergetreide lagon Hafer und
Mais feſt; für letzteren mußten 19,75—20,00 RM. (Vorwoche 19,75
RM.) die 100 Kilo mit Sack waggonfrei Mannheim bezahlt werden.
Mehl lag etwas feſter; es liegt offenbar einige Kaufneigung vor, wie
ſich auch der Abruf bei den Mühlem um eine kleine Nüance gebeſſert hat
Die ſüddeutſchen Mühlen verlangten zuletzt für die 100 Kilo mit Sack
ab Mühle: Weizenmehl Spezial Null 38,25 RM. (37,75—38 RM.),
Weſ=
zenbrotmehl 29.25—3000 (29—30,00) RM., und Roggenmehl, je nach
Ausmahlung, 34,50—36,00 RM. (33,75—35,75 RM.). Es wird jedoch
angenommen, daß Roggenmehl in ſeiner weiteren Preismtwicklung durch
das Wizenbrotmehl zurückgedrängt wird, da dieſes ſich um 5—6 RM.
die 100 Kilo billiger ſtellt. Von Futtermitteln waren Mühl
n=
erzeugniſſe, Sohaſchrot, einige Oelkuchenſorten und Melaſſefutter
ge=
fragt. Für letzteres hat der Preis um etwa 1 RM. die 100 Kilo gegen
die Vorwoche angezogen auf Erhöhung der Rohmelaſſepreiſe hin, die
gegemwärtig für induſtrielle Zweike von Brennereien und Hefefabriken
gekauft wird. Trockenſchnitzel für prompte Lieferung befeſtigt.
Letzte Forderungen je 100 Kilo: Weizenkleie 13—14, desgl. Nachmehl
13,75—14,00, Futtermehl, je nach Fabrikat, 14—16,00, desgl. Nachmehl
22,50—23,00, Maisſchrot 21,50, Sohaſchrot 20,90—21 25; Biertreber und
Mal=keime 16,50—17,25, Ravskuchen 16.25—16,75, Erdnußkuchen 24.00,
Leinkuchem 23—23,50, Trockenſchnitzel heuriger Ernte, ohne Sack, ab
Sta=
tion 10,75—11,00 RM. Rauhfutter unverändert.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. In der vergangenen Woche verlief
der Einkauf in neuen Tabaken ſehr flott. Es erfolgten Umſätze
in H ddesheim zu 65,00 RM., in Reilingen zu 62—65 und in Walldorf
zu 65,00 RM. Unter Hinzurechmung von Verkäufen bei etwa ähnlicher
Preislage in einigen anderen badiſchen Orten dürften zuſammen rund
20000 Zentner umgeſetzt worden ſein. Leutershauſen., Seckenheim und
H:ddesheim verkauften Sandblatt zu 60—68 RM. je Zmtner.
Käufer waren einige Großfabrikanten. Infolge des Ausſtandes in der
Zigarreninduſtrie beſtand für Rippen mehr Nachfrage.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 19. November
waren zugeführt 393 Schweine. Verkauft wurden 304 Stück.
Milch=
ſchweine wurden verkauft das Stück ven 6 bis 13 Mark, Läufer das
Stück von 20 bis 36 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 19. November. (Priv.=Tel.
Baumwolle: Am Wochenſchluß gingen die Preiſe am
Baumvoll=
markte bei ruhigem Handel wieder etwas zurück, und das Geſchäft
be=
ſchränkte ſich in der Hauptſache auf Liquidation per Dezember. Dig
Spekulation drehte ihre Poſition und nahm an Stelle der aufgelöſten
Dezemberengagements Käufe in den ſpätren Sichten vor, während die
Locofirmen weiterhin die angebotene Dezemberware aufnahmen. Im
übrigen beſtand ein großer Teil des Geſchäftes aus Glattſt llungen,
an=
geſichts des Anfangs nächſter Woche fälligen Regierungsberichtes.
Kaffee: Der Kaffeemarkt ſtand zu Beginn unter dimm Einfluß der
enttäuſchenden Nachrichten von den Auslandsplätzen. Im Verlaufe
er=
folgte denn wieder eine Erholung auf Grund des kleinen Ang=botes
unnd neuer Käufe der Kommiſſionäre.
Zucker: Der Handel am Zuckermarkte bewegte ſich in ruhigenn
Bahnen. Verſtimmend wirkten das vermehrte Angebot am Locomarkte
und kubaniſche Verkäufe.
* Chicago, 19. November. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Weizenmarkt ſtand am Wochmſhluß unter dem
Ein=
fluß des ungünſtigen Wetters im Staate Kanſas und der ſtetigen
Hal=
tung des Winnipeger Marktes ſowie der kleineren Ernteb wegung in
Kanada. Im Verlaufe ſetzten Liquidationen, namentlich in
Dezember=
termin ein. Ferner verſtimmte die geringe Exportnachfrage und das
Niodergehen wohltuender Regenfälle in Teilen von Argentinien.
Mais: Auch Mais mußte etwas im Preiſe nachgeben. Anfänglich
war die Stimmung freundlich, da aus dem Staate Indiana geringe
Druſchergebniſſe gemldet werden und die feſte Haltung der
Provinz=
plätze anregend wirkte. Außerdem zeigte ſich Exportnachfrage aus
Eng=
land. Später erfolgte auch hier ein Rückgang der Preiſe im
Zuſammen=
hang mit der kleinen Loconachfrage und wohltuender Regenfälle in
Argentinien. Vorſchiedentlich wurden Realiſationen vorgenommen.
Roggen: Am Roggenmarkte wurde die Preisgeſtaltung durch das
unbeſtändige Wetter und die geringe Qualität der Zufuhren in
Zentral=
europa beſtimmt. Im Verlaufe wurde es wieder ſchwächer, da
beſon=
ders Liquidationen in Dezembertermin einſetzten und die nordweſtlichen
Firmen Verkäufe tätigten.
Hafer: Am Hafermarkte wirkte anfänglich das kleine
Provinzan=
gebat und die beſſere Verfaſſung des Locomarktes anregend. Später
griff auch hier eine Abſchwächung Platz in Uebereinſtimmung mit des
Kursgeſtaltung an den übrigen Getreidemärkten.
Fette: Am Fettwarenmarkte boten das höhere Liverpool und Käufe
der öſtlichen Hänſer für Anlagezwecke anfangs einige Anvegung. Im
Verlaufs kam es aber zu einem neuer Rückgang der Preiſe, da die
ſchwache Haltung des Schweinewarktes verſtimmte.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 19. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 126½, März 130½, Mai 133½;
Mais: Dez. 86¾, März 90½, Mai 935; Hafer: Dez. 49½,
März 51½, Mai 52½; Roggen: Dez. 103½, März 106½, Mai
1071
Schmalz: Dez. 12,02½, Jan. 12,37½, Mai 12,65.
Fleiſch: Dez. 10,37½, Jan. 11,45, Mai 11,60; Speck, loko:
11,00; leichte Schweine 8,00—8,90, ſchwere Schweine 8,75—9,25;
Schweinezufuhr: Chicago 60 000, im Weſten 300 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 19. Nov.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 147½, hart 140½: Mais, neu
ank. Ernte 95½, Mehl, ſpring wheat clears 6,50—6,90, Fracht:
jach England 2,3—3,0 Schilling, nach dem Kontinent 14—15 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,80; Talg, extra 8¾.
Kakao. Tendenz: flau; Loko: 14½; November 14,57,
De=
zember 14,20, Januar 14,02, Februar 13,95, März 13.30. April.
14,07, Mai 14,11, Juni —, Juli 14,23, Auguſt —, September
14,37.
Seite 16
Sonntag, den 20 November 1927
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Goldanl.. .
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3% Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.=
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8% Naſſ. Ldb. Gold
30 Nbg. St. Gldal. —
826 Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ..."
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
8% Pforzh. St.=G./ 94
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Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
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6 V. Stahlw.
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Unt. Bln.) 27..
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8% Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf./ 96
Ohne
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Schuckert Elektr. 159
Schuhfhr. Weſſel.
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Alluſtrierte Wochenbeilage
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2o. Nobember 1925
Nummer 4¾
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O2 VOEROETONRALA
Nacht geht durch die Straßen Berlins. Der Nebel
ſarhr wie marſchierende Geſpenſter über das Pflaſter.
ſſcher=ch von Kleiſt ſteht am Fenſter, er ſucht einen
üſty am Himmel, aber das Auge findet keinen.
So iſt dieſer Abend ſternenlos, — und eine leere,
15 ülle iſt die Welt, und leer iſt ſein Leben, der In=
14 weggeworfen. Jener Inhalt, den er
verſchen=
ollte, wie ein Gott Welten verſchenkt.
Areiſt wendet ſich. Der Vorhang des Fenſters fällt
M9, die Bewegung iſt wie ein Strich unter der
Ahrung. Dort, — auf dem Nuhebett ſitzt Henriette
e, die Gefährtin dieſer Cage, er blickt wie
zu-
ſi in ihr Geſicht, und mit einem Male
es dieſem Abend, — nein, dieſes
Ge=
ſt keine ausgeſchöpfte Welt, — dieſe
die war nicht voll.
„Warum iſt ſie dann meine Freundin?”
Iter ſich. — Gefunden in der Liebe zur Ab=
Son allen Dingen der Welt, eins ſind ſie
ſeallein in dem Drang nach Hinſinken,
Un=
even, ſonſt iſt keine Gemeinſamkeit in ihnen.
Keiſts Kopf ſinkt auf den Ciſch, neben der
Ll, graue Strähnen gehen breit durch ſein
Nr. Kleiſts Hirn beginnt zu arbeiten. Er
zer=
ſeie Gedanken, die aus ihm ſinnen. Die
Rise Möglichkeit, ihnen zu entfliehen. Ach,
e5 immer das gleiche: Flucht vor den
Ge=
ſten, die ihn überfallen.
Em kennt die Ueberfälle, Geſtalten, die auf
Andringen, bis er ſie packt, ballt,
zuſam-
eißt. Das iſt ein gigantiſcher Kampf, —
Reiſt war glücklich, wenn er ſo kämpfen
ſie, aber jetzt iſt der Kampf und die Kraft
Eude, — es iſt aus.
Nie große Müdigkeit iſt da, ſie lag ſchon
ſex in ihm, und er nannte ſie die
Sehn=
zum Cod. Jeder Cag iſt eine Mauer,
a: die er mit der Stirn rennt, und er fällt
ſarr wieder zuſammen, er liegt da wie ein
Ligen Schutt, durch den der Wind bläſt.
Nat Gott die Welt nicht auch lich ſelbſt
Ruſt erſchaffen? Was ſind Kleiſt die
Ge=
ian, die er dichtet, — was ſind ſie, wenn
Nicht Sleiſch werden auf der Cribüne der
t, — dem Cheater? Aber da iſt kein
Von Kurt Heynicke.
Widerhall, — und Nacht iſt, und kein Stern iſt da
und keine Hoffnung und kein Glaube.
„Henriette, du verſprachſt mir, durch das dunkle
Cor zu gehen, mit mir!”
„Ich will es, Heinrich!”
„Da iſt keine Wiederkehr zu den Dingen,
Hen=
riette. Die Sonne wird ſterben, und das Grün und
die Welt, aber auch die Nebel werden ſchwinden, —
und ob wir die Sterne ſehen da drüben? Was wiſſen
wir? Schwärze hüllt mich ein, ſie wärmt mich, ſie gibt
mir Frieden, — und Frieden erlöſt meine Seele. Das
iſt meine ganze Hoffnung.”
Henriette nimmt Kleiſts Hand. Und ſeine Hand iſt
feucht von Cränen, ſein Haar aber duftet wild, und
dann hebt er den Kopf und Henriette erſchauert.
Dieſes Antlitz iſt unirdiſch, befreit, erlöſt. Der letzte
Entſchluß durchſtrahlt Auge und Stirn. Kein Sweifel:
dies iſt Erlöſung ...
Die Nacht vergeht, der Morgen kommt, grau und
grämlich. Der Himmel will die Erde nicht anſehen, er
bleibt in Wolken, und Regen fällt. Kleiſt kleidet ſich
an wie zu einem Feſt. Henriette geht und kehrt wieder,
dann kommt der Wagen, und dann fahren ſie.
Kleiſt ſieht verwundert auf die Frau, und er denkt
daran, daß er ſie vergeſſen hatte. Dieſe Fraul Warum
nehme ich ſie mit? — Nachts, wenn die Wege dunkel
werden, fürchten ſich die Wanderer. Dann ruft einer
den anderen an und nimmt ihn mit. Das iſt alles.
Dies iſt der Weg zum Cod, und da ſind zwei
Wan=
derer, die nicht mehr zurückblicken werden. Es iſt gut,
eine Seele bei ſich zu haben, denkt Kleiſt. Gefährtin
zum Cod, das iſt Henriette Vogel. Und ſonſt iſt ſie
nichts ihm, gar nichts.
Am Weg ſchwinden die Felder dahin. Grau dehnt
ſich die Ebene, dann kommen Kiefernwälder. Naben
krächzen über den Kronen. Näſſe der vergangenen
Nacht ſprüht in den dunklen Nadeln.
Ein Kiefernzweig ſtreift Kleiſts Geſicht. Jäh reißt
er ihn, während die Räder des Wagens weiter rollen,
mit einem Nuck an ſich. Dies grüne Stück Leben. —
nun geriſſen vom Aſt, der ihm Saft und grünes
Ge=
deihen gab! Nicht auch ich, denkt Kleiſt, — bin nicht
auch ich abgeriſſen, abgetrennt von allem?
O Craum vom Nuhm! Seine Augen
wer=
den naß, er weiß es, ſchuld iſt nicht er, daß der
Lorbeer flieht, er hat genug geſtritten.
Plötzlich weiten ſich ſeine Augen. Am
Himmel, groß und unerwartet, rund und rot
brennt ſich der Ball der Sonne durchs
Ge=
wölk, die Kronen der Föhren zittern im Kuß
des Weltgeſtirns, — und die Sonne küßt
auch ihn, Heinrich von Kleiſt.
So groß und neu grüßt der Sweig in
ſeiner Hand, der Kiefernzweig, den er jetzt an
die Lippen führt, — iſt Lorbeer ihm, —
Lor=
beer des Codes, vom Nebel naß, — Sonne
aber öffnet nun Kleiſts Seele dem Jenſeits. —
und das Jenſeits grüßt mit der Verheißung:
Unſterblichkeit!
Der Wannſee, dem die beiden jetzt
zu=
ſchreiten, ſpült Sand und Kiefernwurzeln
rundum, durch den Mund ſeiner Wellen redet
er von der Unvergänglichkeit der Erde. Und
dieſe märkiſche Erde duftet herb, — und
Kleiſt legt kniend die Hände auf dieſe Erde,
wie man eines Freundes Herz berührt, wenn
man ihn wiederſieht, nach langer, langer Seit.
Die Schüſſe, die Kleiſt gegen die
Ge=
fährtin und ſich richtete, löſten den Leib von
der Seele, und ſie waren Geläut für die
Un=
ſterblichkeit des größten Preußen. Kleiſt litt,
— und er litt ſich empor zu den Göttern. —
er ſtarb wie Empedokles, in Sehnſucht nach
der Gemeinſchaft mit den Unſterblichen.
IAAHAAHHAHHAEAR
BHLnEHHarzraggnngnnggnnnnnnan
IAHAAHAAAA
AERAHARAAHAHAAHAARAHAAAAIA
[ ← ][ ][ → ] Sonntag, den 21. Oktober.
Die blaue Linie der Nankauberge ſteht am Horizont in der
klaren Herbſtluft. Die wirbelnden Staubwolken, die wimmelnden
Straßen Pekings verſchwinden, wir fahren nach Norden zu den
Däſſen, von denen die Mongolen niederſtiegen nach dem
ge=
ſegneten Wunderland China.
Die Bahn nach Nankau fährt durch die Ebene, die ſeit
Jahr=
tauſenden Süge von Heerſcharen geſehen hat und in friedlichen
Seiten unabſehbare Karawanen von Kamelen und Maultieren.
Mächtige Kaiſer ſind dieſe Straße gezogen, große Crauerzüge
der Mingherrſcher ſind darauf zu den Bergen gepilgert, in
denen die heiligen Grabſtätten der Dynaſtie liegen: große
Cem=
pelhallen, Marmorpforten und die berühmte Geiſterallee aus
überlebensgroßen Menſchen und Cierfiguren, die zu Kaiſer
Yun=
glo’s majeſtätiſchem Grabhügel führt. Schöne liebliche
Land=
ſchaften in unſerem Sinne gibt es nicht, aber Sonne, Wolken
und Wind, bergiges Land in großartiger Weite, und einer
gott=
erfüllten Seit gewaltige ſtaunenerregende Crümmer!
Am Ende der Pekinger Ebene liegt Nankau. Hohe Berge
umſtehen den Ort rings nach Norden. Die Bahn windet ſich
langſam durch das enge Cal zur Höhe des Nankau=Paſſes. Die
Berge zu beiden Seiten ſind von gezackten Mauern, und in
Ab=
ſtänden von Kaſtellen gekrönt. Die ſteinige Straße ſchmiegt ſich
dicht an den Suß der Berge und führt durch Slecken, in denen
Kamele raſten und große Schaf= und Ponyherden dahingetrieben
werden. An einzelnen Perſimonenbäumen leuchten die roten
Früchte im herbſtlichen Laub — wahre Aepfel des Paradieſes.
Von der lattform des Wagens ſieht man die gewaltige Szenerie
der Berge. In Chinglunchiao, der Paßſtation, ſteigen die
Nei=
ſenden aus, die die große Mauer beſichtigen wollen; die Kaſtelle
und Mauerkrönungen liegen zum Greifen nahe vor dem blauen
Himmel. Hinter der Station führt ein langer Cunnel durch den
Berg des Paſſes. Auf der anderen Seite beginnt die Ebene der
Mongolei, die wieder von hohen Gebirgen eingefaßt iſt. Einige
Gipfel ſind ſchon mit Schnee bedeckt. Auf einem ſteilen Hang
weiden Kamele.
Um 4 Uhr hält der Sug in Kalgan, das im Kreuz ſeiner
Berge eine prächtige Lage hat. Auf der Fahrt im Auto, durch
7
die zum Ceil ſehr holprigen, zum Ceil mit knöcheltiefen Staub
bedeckten Straßen der wichtigen Handelsſtadt fallen die großen
Stapelplätze von Fellen und Nohwolle auf, Lagerplatz an
Lager=
platz. Hochbepackte Laſtautos ſtarren zur beſchwerlichen
fünf=
tägigen Fahrt durch die Gobi nach Urga. In einem um ſeine
Moſchee gruppierten Mohammedanerviertel ſind die Haustüren
mit ſchönen Steinſchnitzereien geſchmückt.
22. Oktober.
In wolkenloſem Himmelsblau liegt der Shih=Erhl=Shan, ein
taoiſtiſcher Cempel auf einem der Berge Kalgans. Die
Cempel=
anlage iſt am Berg hinaufgebaut und hat verſchiedene klare
Quellen und abſeitsliegende verfallene Klauſen, in denen wohl
gut über Seit und Ewigkeit nachzudenken und zu träumen war.
Steigl klimmt man zur höchſten Bergſpitze mit dem alten
Seuer=
ſignalturm und ſieht über dichte Sipfelreihen mit Warttürmen,
von denen beim Herannahen des Feindes die Signale loderten.
Um 5 Uhr geht der Sug weiter nach Catungfu, dem
Aus=
gangspunkt für den Beſuch der Höhentempel von Yünkang,
ſtundenlang fährt man durch Gebirgsland an rieſigen ſteinigen
Slußbetten mit wenig Herbſtwaſſer vorbei. Sand aus der Gobi
erfüllt die Luft. Er verdichtet ſich gegen Abend zu einem
ge=
waltigen Staubſturm, der über das Land brauſt und am Sug
rüttelt, als ob er ihn umwerfen wolle. Um 8 Uhr iſt Catungfu
erreicht. Man kann ſich kaum auf den Beinen halten oder aus
den Augen ſehen vor Sturm, Staub und Kälte. Gepäck und
Paſſagiere werden auf geſpenſtig ausſehende Reiſekarren
ge=
laden, und bald iſt der ſchützende Hof der chineſiſchen Herberge
erreicht, wo der vorausgeſchickte Diener die Simmer behaglich
eingerichtet hat.
25. Oktober.
Der Gaſthof liegt, wie das die Negel iſt, vor den Coren der
ummauerten Stadt. Ein Neiſewagen für das Gepäck, Pony
und Eſel zum Neiten ſind gemietet und bei ſchönſtem froſtklarem
Weiter wird aufgebrochen.
Chang Hua Se heißt Catung’s großer Cempel mit beſonders
ſchönem drachengeſchwänztem Dachfirſt, eigenartigen
Drachen=
köpfen und einer eindrucksvollen alten Cempelhalle von weitem
Ausmaß, in der 5 große Buddhaſtatuen faſt barock mit goldenem
und buntem Schmuck überladen ſind. Noch
ſehenswerte=
große in 5 Farben glaſierte Geiſtermauer aus der Mingz /t
Farben ſind matt und prachtvoll abgetönt: dunkellil!
türkisblau, braun und grün. Die Cechnik iſt noch
vollendet und glatt, wie ſpäter bei der bekannten Mul
Pekinger Winterpalaſt aus Chien Lung’s Seit, aber d0
kung der drei rieſigen Drachenpaare noch wuchtiger
ſprünglicher.
Sum faſt eingefallenen Weſttor hinaus führt der Z
Yünkang durch die fruchtbare von Bergen begrenzte
Dieſe weite Ebenen haben etwas Großartiges, jeder
jeder Menſch und jedes Cier wirkt typiſch darin. TI
Stunden Marſch kann man noch immer die hohen C—
kung’s ſehen. Dann tritt man in Bergland ein und iſtpo
einer anderen Welt. Der Weg folgt den Windungen Eic
ten Strombettes, in dem jetzt nur ein kleiner Fluß über
rauſcht. Wie eine Burg liegt das Cempelchen Kuan 2r
am Weg, mit ſeiner prächtigen Geiſtermauer aus lent
türkiſchen und gelben Siegeln. Auch die Dachziegel heut
Ceil noch dieſe wunderſchöne Cönung. Kuan Ain Cay
auf der Hälfte des Weges nach Yünkang als gegebener 9.
Die Landſchaft iſt ſehr einſam, kahle Berge ringsum
Ciefe der über Felsblöcke dahinrauſchende Fluß, ſteile F.
die die Sonne brennt. Der Weg iſt auf halber Höh=
Berg gehauen, und bei einer der letzten Biegungen tart
Cempeldach von Yünkang auf; man ſieht den Nauch
Lehmhütten des Dörfchens aufſteigen, und kommt an dr.
öſtlichen Grotten vorbei, zwei mittelgroßen, ſtark vern
Höhlen, deren Bildwerke aber z. C. gut erhalten ſind.
Um 4 Uhr iſt Yüngkang erreicht. Im einzigen em
Cempel der ehemals ausgedehnten Anlage liegt das Gcr
das der freundliche Abt und Cempelhüter zur Verfügnn
und deſſen Einrichtung ſogleich vorgenommen wird.
fenſter werden neu verklebt, der Steinboden gefegt, Strr.
aufgelegt, der geſchnitzte runde Ciſch mit einer Dechet
Vorräte, Spirituskocher und Petroleumofen ausgepack ?
Mit anbrechender Dämmerung und aufgehendem AE.N
noch ein Nundgang am Yünkang gemacht. Der erſte
der über den Dorfhütten ſich erhebenden gelben Bergy
Figur mit
in üppiger ſchn
uſte und ihr Weg
age.
der Halle i
Der Cod des Freundes
Von Erich Ebermayer.
Ein heißer, ſonniger Maitag des Jahres 1805 ging endlich
zur Neige. Die Hitze lagerte noch ſchwül in den engen Straßen
Weimars, und an den niedrigen Häuſerreihen rechts und links
der Gaſſe waren die Fenſterflügel weit geöffnet, um die erhoffte
Kühle des Abends in die dumpfen Stuben einzulaſſen. Vor den
Haustüren hatten ſich allerorts Gruppen ſchwatzender Bürger
gebildet. Kinder ſpielten in den Gärten ihre letzten heißen Spielt
vor dem Schlafengehen.
Die Erwachſenen ſprachen nur gedämpft heute abend, als
bände ſie irgend ein Gemeinſames, das ihnen nicht erlaube, ſo
harmlos laut wie ſon ſtzu ſein. Ihre Geſten waren haſtig und
verhalten, ihr Sprechen eher ein Flüſtern und bedächtig=ernſtes
Einanderzunicken. Unruhe lag über allen. Eine geheime, mühlam
beherrſchte Unſtetigkeit fiberte durch die Stadt.
Am Markt, der ſich in der Dämmerung übergroß ausnahm,
war Jugend verſammelt. Wagen waren auf einer Seite
aufge=
fahren, die Mitte des Marktes jedoch war ſchwarz von einer
Kopf an Kopf ſich drängenden Menge. Halblautes Gemurmel
vieler Stimmen erfüllte hier die Luft. Studenten aus Jena waren
herübergekommen, und zwiſchen ihnen ſtanden eingekeilt die
Jüngeren, Gymnaſiaſten und Handwerksburſchen.
Keiner mochte nach Hauſe gehen heute abend oder ſich in
eine der Kneipen ſetzen, die leer waren, und deren Wirte ſich
mißmutig unter die Bürger gemiſcht hatten.
Allmählich wurde es völlig finſter in den Straßen. Aus den
Senſtern leuchtete erſter Lichtſchein: Mütter, die ihre Kinder zu
Bett brachten, während die Väter noch draußen, vor dem Hauſe
ſtanden. Im Dunkeln ballten ſich die Wartenden zu
unkennt=
lichen, kaum bewegten grauen Kiumpen, aus denen dann und
wann ſich eine Geſtalt loslöſte, um ſchnell, als ob ſie das
Allein=
fein fürchtete, mit einer anderen Gruppe zu verſchmelzen.
Bei Goethe brannte nur nach der Straße zu Licht. Ein
einziges Senſter hart unterm Dach war erleuchtet, ſonſt lag das
weite Haus in völliger Dunkelheit.
Im Arbeitszimmer ließ der Widerſchein des blaſſen Himmels
die Umriſſe der Möbel geſpenſtiſch aus der Dämmerung ragen.
Die beiden kleinen Fenſter nach dem Garten zu ſtanden offen;
fliederſchwere Abendluft drang herein.
Meyer hatte den Stuhl des Meiſters ganz nah an das rechte
Fenſter gerückt. Er hatte es ſo gewollt. Auch daß kein Licht
angebrannt würde, hatte er befohlen. Niemand ſolle vorgelaſſen
werden, Boten jedoch, die Nachricht für ihn hätten, ſeien
keinesfalls abzuweilen.
Seit dem Abendbrot ſaß er nun, ohne ſich zu bewegen, in
ſeinem Stuhl am offenen Fenſter und ſchaute hinaus in das
dichte Gezweig des Gartens und in den Abendhimmel.
Goethe war heute nicht geſprächig. Ob man ging und ihn
allein ließ? Ob er es wünſchte? Sollte man fragen? Nein,
beſſer nicht, er würde es andeuten, wenn er allein ſein wollte, er
tat es lonſt ja auch. Ahnte er, was die ganze Stadt befürchtete?
Niemand hatte mit ihm davon zu ſprechen gewagt, keiner hatte
eine Andeutung gemacht, daß ſeit geſtern mittag ſich die
Krank=
heit zum Schlimmen gewendet hatte, und daß nichts, nichts mehr
zu hoffen war. Es galt, ihn zu ſchonen, denn noch zeigten die
tiefen blauen Ninge, die ſeine Augen unterhöhlten, von der
kaum überſtandenen Krankheit. Wie würde er es tragen, das,
was kommen mußte, jetzt oder morgen oder übermorgen? Würde
der Wille, der rieſenhafte Wille, auch diesmal wieder Herr über
den noch kranken Körper bleiben?
Meyer ging im dunklen Simmer auf und ab. Er kannte
jedes Möbelſtück, wußte, wo es ſtand, und brauchte nicht zu
fürchten, anzuſtoßen. Die Dielen knarrten unter ſeinen Critten.
Er konnte nicht mehr ruhig neben ihm ſitzen, wie ſeit Stunden
ſchon. Es war qualvoll dieſes Warten und nicht ſprechen dürfen,
von dem, was die Gedanken doch einzig ohne Unierlaß
um=
kreiſte.
Da ragte ſich die große Geſtalt im Seſſel am Fenſter, und
ſeine Stimme, die heute milder und weicher klang als ſonſt und
alle Schärfe vermiſſen ließ, ſagte: „Kommen Sie, Alleg!
Sie ſich zu mir, hier ſteht ihr Stuhl, kommen Sie her.”
Dann ſaßen ſie wieder nebeneinander am Fenſter un d
ſchweigend die ſchwere Nachtluft. Die Decke war vonn
Schoß herabgeglitten, Meuer hob ſie auf und legtal
neuem um ſeine Knie. Ohne den Verſuch der Abwehr.
nicht fehlte, ließ er es geſchehen. Später fragte er: 7
iſt es?
Meyer konnte es aber nicht erkennen, und als er
wollte, um Licht zu ſchlagen, drückte ihn die ſchwere
anderen ſanft auf den Stuhl zurück.
„Bleiben Sie, laſſen Sie. Es muß ja von derd
ſchlagen. Dann werden wir es hören.”
Vor dem Fenſter balgten lich kreiſchend drei Sl
einen Biſſen Semmel, den Reſt des Brotes, den 9.*
hinausgelegt hatte. Goethe beugte ſich vor, um 94
beſſer ſehen zu können. Als eins der Ciere mit dem
weit geſperrten Schnabel entfloh, ſank er in den Ol—
und beſchattete die Augen mit der Hand. Er ſtohnln
daß Meger erzitterte.
„Haben Sie vom Hofrat Schiller Nachricht?
es plötzlich die Stille. Meuer fuhr zuſammen. Leün
das Wort ausgeſprochen, dieſer Name, der hinter alls-
„Heute . .. heute noch nicht..” antwortete er ver *
ſchlug den Blick zu Boden, denn er fühlte, daß de2
Auge ſchwer auf ihm ruhte. Noch während er ſtammel.
Goethe ſich ſchnell wieder von ihm ab, als ob ihn die *
Dann fiel alles wieder in Stille zuſammen. Aulck.
zwitſcher der Vögel im Weinlaub an der Mauer *
mählich müder. Von der Straße drang fernes Sülht
licher Stimmen ins Simmer und ab und zu das hält
von Schritten auf dem Pflaſter vor der Hausfrolte
„Viel Lärm heute draußen,” äußerte Goeiher4
lag in ſeiner Stimme. „Was haben die Menſchen Ne
Warum liegen ſie nicht in ihren Betten?”
„Es ſind die erſten warmen Nächte,
Exzellen‟=
freut ſich des Srühlings. Der Winter war hart !0
vie wie leere Fenſterhöhlen ausſehen, iſt häßlich.
täge Oſt= und Weſtdorftore, viel zu groß für dies
e ſcheinen zu den Mingbefeſtigungen gehört zu
z. noch als Mauerreſte oben auf dem Berg ſtehen.
„u wohl, wie jetzt noch bei dem erhaltenen
Haupt=
z. H vor den großen Steinhallen und Niſchen
Cempel=
cidie man zu den einzelnen Grotten mit ihren Kunſt=
„a.Mfin konnte. Jetzt ſind die Cempel bis auf den einen
Vor der kahlen Bergwand ſitzt ein großer
ddhg, /41 lickt über die Dorfhütten und auf halbzerfallene
und A llen, deren Dächer noch einige wenige türkisblaue
trun, die einzigen Neſte verſchwundener Pracht. Su
e Hämt. auf der Höhe des Berges iſt noch der
Schluß=
vol enſcher; das Licht des ewigen Lämpchens flackert im
ndwir
m vamirhem noch einen Blick im ſinkenden Licht auf die
Hen Aithu verborgenen heiligen Siguren zu werfen, ſteigen
Idie mothie Berghöhe hinauf. Dort träumen ſie zu Hun=
Sn ſeitt h- als tauſend Jahren, und dort an der Erde, das
tau genalz ſitzt die lieblichſte der Göttinnen, als ob ſie ſich
anmzl riiedergelaſſen hätte. Ein eigener Sauber liegt
Adieſeitzekalt, und der Beſchauer verweilt in Andacht und
üickend
n deunw illonartigen Simmer, deſſen Wände von
Bruſt=
ab nilluus Papierfenſtern beſtehen, zwingt die Kälte zeitig
ett zu ten. Draußen im Hof wird kunſtvoll Banjo
ge=
derſ ir des Cempelgongs klingt in den Schlaf.
24. Oktober.
ogell tinm und die im Wind anſchlagenden Glocken am
dagh innern beim Aufwachen gleich an die
weltabge=
me n8 12. Der 12jährige Prieſterlehrling, ein
aufge=
r. n.mer er Kerl, öffnet zuerſt die hinter dem
Cempel=
de liſtuade gut erhaltene Halle mit dem ſitzenden
Nieſen=
g. 4:0u ſprüngliche Steinarbeit iſt mit einer dicken, ge=
Lelchih cht überzogen, doch wird dadurch der Eindruck
ſuhen/ Erhabenheit nicht ganz zerſtört. Von da geht es
weuſhtr: Ceile der Grotten. Die Cürrahmenfüllung der
Fo Liezur g iſt beſonders ſchön, dort überraſcht das pracht=
Reliksliter Europa auf dem Stier, eine Craube in der
haltuet Darunter ſteht ſchon ſtark verwittert Neptun mit
freizzgt Den gegenüberliegenden Cürrahmen ſchmückt eine
iengr ſin enut nackte Figur mit 5 Köpfen auf einem Vogel
r aus der A. x, Lüwr ein üppiger ſchwebender Engel. Der ſtarke
uaß dach lrtike und ihr Weg über Gandhara nach China
ueſier hiky ugend zutage.
Aſährunkt jeder Halle iſt eine große Buddha=Figur
n in ruakgeſchmückter Pagodenturm, rechts und links von
ſigurfankiert. Die Wände der Hallen ſind ganz mit
beiitt. Dazwiſchen ſchieben ſich Niſchen mit Siguren.
jentw ! Pflanzen, Wolken und Engeln wechſeln mit
mrelgi und tauſenden von kleinen Buddhas ab, die dicht
ingize ingehauen ſind und von weitem faſt wie ein
hmurſtn irken. In vielen Hallen ſind die Bildwerke bei
ſüb’ſern mit einer Lehmſchicht überzogen worden
ſſey barbariſche Bemalung in grellen Farben bis zur
Unkenntlichkeit entſtellt. Vielleicht iſt darunter noch viel Schönes
verborgen, das durch die Schutzſchicht vor der Verwitterung
bewahrt bleibt. Wie ſehr ſich das weiche Geſtein auflöſt, ſieht
man in den dunklen Näumen hinter den Hallen, wo beim
un=
ſicheren Schein der flackernden Kerzen ſtark verwitterte
Engel=
frieſe ſich andeuten, die aufſchwebend die Wöldung mit
wunder=
baren Linien füllen.
Die ſchönſten Figuren ſind in Niſchen, die wie kleine Bühnen
wirken, mit gerafften ſteinernen Faltenvorhängen. Hunderte, ja
Cauſende ſolcher Gruppen in allen Größen ſind in den Stein
geſchnitten. Aber auch die Nieſenbuddhas — 6 dieſer Koloſſe
ſitzen allein weſtlich vom Haupttempel — ſind in ihrer
Ver=
witterung ſchön und eindrucksvoll. Die Dorfbewohner haben ſich
in dieſen 6 Hallen häuslich eingerichtet und darin Lehmmauern
zum Abteilen von Wohn= und Vorratsräumen gezogen. In
einer dieſer Hallen, zu der man hinunter kriechen muß, ſind
ſchöne Neliefs und ausdrucksvolle Köpfe und im Cürrahmen die
vollendetſte der hundertfach wiederholten Gruppe von den drei
Göttinnen: Kuan Ain, die Göttin der Barmherzigkeit in der
Mitte im weich ſich anſchmiegenden Gewand mit gekreuzten
Beinen, ihr zur Seite 2 liebliche Geſtalten, das geneigte, ſchmale
aufgeſtützte Haupt mit der hohen Wei=Krone geſchmückt; das
ganze iſt von unvergeßlichem Liebreiz. Von roher Hand ſind
die kleinen Köpfe der Seitenfiguren kürzlich abgeſchlagen. (In
Derezniſki’s Buch: „Von Chinas Göttern” iſt noch eine
Auf=
nahme dieſer Gruppe in unverſehrtem Zuſtand.)
Dieſe frühe Kunſt der Weizeit iſt ähnlich wie unſere
früh=
gotiſche Skulptur, von einer Innigkeit und Ausdrucksfähigkeit,
wie ſie ſpätere Kunſt ſelten erreicht. Wir gehen von Grotte zu
Grotte, um neue Herrlichkeiten zu entdecken. Die Dorjjugend
zieht ſtaunend mit. Man achtet nicht auf den vom in die Höhe
ſchauen ſchmerzenden Nacken, die Entdeckerfreude läßt weder
Hunger noch Durſt verſpüren, man klettert weiter zu den
weſt=
lichſten Niſchen, die dort zwiſchen kleineren Grotten die
Berg=
wand bedecken. Da ſind roſettengeſchmückte Deckenhimmel, in
alten Farben braun und dunkelblau und rot, an pompejaniſche
Wandmalereien erinnernd. Einfaſſungen von Girlanden
tragen=
den Engeln, ſchlanke Seitenfiguren in fließenden Gewändern,
wovon manche wie Nitterfräulein, andere wie Siguren an
goti=
ſchen Domen ausſehen, einzelne Köpfe ſind von ſolch bewegtem
Ausdruck, daß man, ſo merkwürdig es klingt, etwa an einen
plaſtiſchen Mona Liſa=Kopf denken kann. Hier halten
Ver=
gleiche mit der beſten Kunſt aller Seiten ſtand und doch iſt es
eine typiſch chineſiſche Kunſtäußerung, von der Buddhalehre
in=
ſperiert und der Antike beeinflußt, der man gegenüberſteht.
Auf der Höhe des Berges üer den Köpfen der Götter in
den Höhlen zieht der Landmann ſeinen Pflug im rieſigen Viereck
der Mingbefeſtigung, deren Mauern aus Löß und Lehm auf der
Krone wohl 2 Meter breit ſind. Hier von der Berghöhe
über=
ſchaut man das Hochland nach allen Seiten. Weite braune
Wellen in allen Schattierungen, kaum ein Baum oder Strauch,
bis zum blauen Horizont; der Klang der Dreſchflegel kommt von
den Dorftennen.
Vom Berg herunter führt der Hſiao Shih So, der „kleine
Meiſter vom Buddha” nach der großen Pfeilerhalle des
Haupt=
tempels. Ciefe Dunkelheit empfängt den Eintretenden, der
Schein der Kerzen beleuchtet Bildwerke und Reliefs mit Szenen
aus dem Leben Buddhas: ſein Brautzug, Geſpräche mit Schülern,
die Gruppe des von ſeinen Getreuen umgebenen ſterbenden
Buddhas und viele andere. Der ganze Naum mit der ungeheuren
Sülle von Bildern, die Menſchenhand dieſem Bergdom zum
Preis der Gottheit eingemeißelt hat, macht einen überwä igenden
Eindruck. Erſt allmählich bei längerem Verweilen iſt man
im=
ſtande, die Einzelheiten in ſich aufzunehmen.
Von den öſtlichen Grotten ſind nur die zwei anfangs
er=
wähnten noch einigermaßen erhalten, mit wohl uralten ſkytiſch
anmutenden Neliefreſten von Bogenſchützen und ſteif daſtehenden
Kriegerfiguren.
In zwei anderen großen Hallen ſind nur noch die Umriſſe
der rieſigen Buddhas zu ſehen.
Es iſt Abend, Krähen entfliegen aufgeſchreckt mit lautem
Geſchrei dem unheimlichen Ort. Leuchtend kommt der Mond
über die Berge.
25. Oktober.
Die Serſtörung durch Menſchenhand iſt bei den Bildwerken
von Yünkang weniger ſchlimm wie die Serſtörung des weichen
Sandſteins durch Verwitterung. Wie überall in China gehen
Kunſtwerke von höchſtem Wert zugrunde.
In einer verſteckten Grotte finden ſich ein paar ganz von
Löß eingekruſtete kleine Gruppen. Mit der Bürſte jäßt ſich der
feſte Lößſtaub entfernen. Ein ſchönes Nelief wird freigelegt und
die freudige Senugtuung iſt groß, als die ſchönen Sormen
ſicht-
bar werden. Der Morgen vergeht ſchnell mit dieſer Arbeit und
mit photographieren. Leider ſind aber mr die wenigſten aller
Gruppen der photographiſchen Aufnahme erreichbar.
Karren, Pony und Eſel ſind aus Catung zum Abholen
ein=
getroffen. Auf dem Rückweg zieht das unvergleichliche Erlebnis
Yünkangs noch einmal durch die Seele. Man bedauert nicht,
daß es nur in langer, mühſamer Fahrt zu erreichen iſt, daß es
abſeits liegt von der großen Straße; und daß man ſeine
Schön=
heiten ſuchen muß.
In rüſtigem Schritt geht es in den warmen ſonnigen
Herbſt=
nachmittag hinein und nach Catung zurück. Die abendlichen
ſtillen Gaſſen der einſt bedeutenden Stadt, die Läden mit den
durch Holzpfeilern geſtützten Laubengängen ziehen noch einmal
auf dem Weg zum Gaſthaus vorüber.
26. Oktober.
In der Morgendämmerung — der Mond ſteht noch am
Him=
mel — geht es zur Fahn. Der Sug nach Peking fährt gegen
7 Uhr ab. Ein Händler bietet auf dem Bahnſteig ein zierliches
eekännchen aus weißem Meſſing an, in das ein
Bambus=
ornament und ein Spruch eingeſchnitten iſt, der in der
Ueber=
ſetzung etwa ſo lautet:
Wie der Sonne ſtrahlende Kraft,
Wie des Mondes lieblicher Schimmer,
Wie des Berges reine Höhe,
Wie des Herzens reiche Ciefe,
So ſollſt du ſein,
Der dieſen Krug gebraucht.
So iſt China: voll verborgener Schönheit und Weisheit für
den, der dieſe Schätze finden kann.
e recht, die Leute, ſollen ſie.” Auf einmal klang
ei er mild, und ſeine Hand, die auf der Lehne des
weiß aus dem Dunkel aufleuchtete, machte
mehr=
ge müde Bewegung.
ie nicht zu reden. Er ſaß da, ohne ſich zu rühren.
aren zum Serſpringen geſpannt. Es muß etwas
enhah nichts. Es blieb alles ruhig wie zuvor.
auch der Lärm von der Straße waren erſtorben.
himrats ſchwerer, ein wenig röchelnder Atem
. Naum.
Senſter ſchließen, Meger?” fragte nach einer
lmme aus dem Dunkeln. „Sehen Sie, — Wind
a cht, es wird doch kühl mit der Seit.”
Die ſich und ſchloß klirrend die kleinen Scheiben.
Aals er ſich wieder auf den Stuhl neben Goethe
pfte es mehrmals, kaum hörbar an der Cür, die
juhrte. Meyer erſchrak; er hatte keine Schritte
er das Klopfen nicht gehört zu haben; er rührte
katte die Augen geſchloſſen. Langſam, wie ge=
Dren, bleiernen Schritten taſtet ſich Meyer durch
Nier zur Cür. Seine Hand ſtreifte gleitend
Blät=
stat des Nachmittags noch auf dem Ciſche lagen.
—Ich zu Ende; dann kam freies Stück; dann das
n rechts der Ofen, dann wieder freies Stück;
ſunkel unentſcheidbar, nur Maſſe ſtand ſie vor
u dahinter? Er zitterte. Einen Augenblick lang
ASlos da und bohrte ſeinen Blick in die
Finſter=
ſuicht, die Klinke zu faſſen.
Dies er. Warme, dumpfe Luft ſchlug ihm entgegen.
Ncein flackerte von irgendwo über die
abgetrete=
age leiſe, halb erſtickte Stimme flüſterte:
Nut kommen Sie kommen Sie doch ...!"
Den Gang hinaus und ſchloß leiſe hinter lich die
mius trat auf ihn zu. Sie trug ein leichtes, weites,
Mid aus hellem Stoff und geſtickte Pantoffeln an
den Füßen. Ihr Geſicht, das von der Kerze, die ſie in der Hand
hielt, voll beleuchtet wurde, war rot und verweint.
„Um Himmelswillen, Herr Hofrat, was tun wir? Schiller iſt
eben geſtorben. Man hat geſchickt. Schiller iſt tot. Wie ſagen
wir es ihm? Man muß es ihm ſagen; ich kann es nicht. Cun
Sie’s, Freund, tun Sie’sl. Ich bitte Sie bei allem, was Ihnen
heilig iſt: Helfen Sie mir, ſagen Sie’s ihm; langſam, ſchonend
müſſen Sie es ihm ſagen! Mein Gott, es iſt ſo furchtbar! Er
war der Einzige, den er hatte, der Einzige! Nun iſt alles aus,
nun verſteht ihn keiner mehr. Wie wird alles werden? Jetzt iſt
er ganz allein. Er trägt es nicht, er ſtirbt mir, Sie werden ſehen,
Meger, er ſtirbt mir, wenn er’s erfährt. .
Schluchzen erſtickte ihre Stimme nun vollends. Sie lehnte
mit geſchloſſenen Augen an der kahlen grauen Wand, während
Ströme von Cränen über ihre Wangen rannen. Das Licht, das
ihre Hand ſchief hielt, tropfte und war am Verlöſchen. Meyer
war fahl im Geſicht und ſeine Augen ſtarrten ins Leere. Mit
der Rechten ſtützte er die wankende Frau, ſeine Linke ergriff
den Leuchter, der ihrer Hand entſinken wollte, um ſeine Lippen
ſpielte ein Lächeln, wie Kinder es haben, bevor das Weinen aus
ihnen hervorbricht.
„Sie können es nicht ſagen, Demoiſelle Vulpius, Sie nicht
und ich auch nicht. Niemand kann das. Das iſt übermenſchlich.
Gehen Sie hinaus, ſchlafen Sie weinen Sie ich verlaſſe
das Haus, ich gehe nicht wieder zu ihm hinein. Er wird es
ohne=
hin wiſſen, wir brauchen es ihm nicht zu ſagen, er wird es fühlen,
er fühlt ja alles. Ich weiß keinen anderen Nat.”
Flüſternd, drängend hatte er es zu ihr geſagt. Schweigend
zog er ſie nun mit ſich fort durch den Gang; er ging auf den
Sehenſpitzen und hielt die Singer ſchützend vor die flackernde
Kerze.
Sie begleitete ihn bis an die Haustür. Als er ihr die Hand
reichte, brach ſie in lautes Schluchzen aus. Da wandte er ſich
ſchnell ab und ging die Stulen hinunter auf den Platz, hinaus
in die warme, duftende Nacht..."
Goethe hatte zuerſt nicht bemerkt, daß Meger nicht mehr
neben ihm ſaß. Seine Gedanken waren fern, bei ihm — dem
Krauken. Es war kein Sweifel, es konnte kein Sweifel mehr
ſein: Schiller war ſehr, ſehr krank. Er wußte nichts
Be=
ſtimmtes, er hatte mit niemanden darüber geſprochen, man ſagte
es ihm nicht. Aber es war ſicher, daß es ſchlimm ſtand, und daß
man es ihm verheimlichte. Seit Cagen keine Nachricht, kein
Brief, kein Settel wie ſonſt immer. Dieſes Schweigen war hart,
es war das Schlimmſte! Wenn er wenigſtens wüßte, wie es
ſtand um ihn! Dann wäre alles ſo viel leichter zu ertragen ..."
Die Coren, die glaubten, ihn dadurch zu ſchonen, daß ſie ihn im
Sweifel ließen!
Er ſah auf und glaubte die Geſtalt Megers neben ſich. Aber
der Platz war leer, die Kanten des Stuhles gleißten ihn an. Er
wendete ſich um nach dem Simmer.
„Meger!” ruft er halblaut. „Meyer!”
Keine Antwort. Da wirft er mit einem Ruck die Decke von
den Knien, ſtößt den Stuhl zurück, ſpringt auf und geht zur
Cür. Er reißt ſie auf.
„Meger!” ruft er in die Gänge hinaus. „Meyer!”
Aber es hallt nur ſeine eigene Stimme aus dem Dunkel ihm
entgegen. Doch nein — da iſt noch ein anderes zu hören, vorn
im Creppenhaus Was iſt das? Getrapp von Schritten,
Cuſcheln von Stimmen und da, — jetzt, — leiſes, unterdrücktes
Weinen einer Frau Chriſtianes Weinen — Chriſtiane weint!
Sie haben ſein Rufen gehört, keiner kommt, Chriſtiane nicht
und Meyer nicht Man flieht ihn. —
Da wendet er ſich zurück zum Simmer, ſchließt leiſe und
vor=
ſichtig die Cür, taſtet ſich langlſam am Ofen vorbei und am Ciſch
entlang zu der bleichen Helle der Fenſter zurück. Er öffnet die
Flügel weit, ſchlägt den Kragen des Schlafrockes hoch und atmet
tief die reine, kühle Nachtluft. Seine Hand umklammert mit
eiſernem Griff das Holz des Senſterrahmens, ſein Blick ſtarrt
hinauf in das ragende Gewirr der Aeſte, über das fahl ein
ſtern=
beſäter Himmel ſich ſpannte. Cränen fließen über die Wangen
herab, und ſeine Lippen zittern, ohne daß ein Laut ſich von
ihnen zu löſen vermag.
S
Sch ach
Nummer 233.
Minit
Joſeph Juchli in Zür ch.
Schweizer Schachzeitung 1800.
t in dr
Mie ch
Prüi ſtiellung: Weiz: KnéD331.d4f1 Ja5Bcieze5 14n2h3 11)
Schwarz: Ket In8 Lh1 Sel giBat 15 g6 h7 9
*.
Heute eine Aufgabe von Juchli, deſſen Kompoſitioner
annlic
ſehr ſchwierig und gedan entier ſind
Von Michail Jemtſchik.
Alles Kochen iſt auf der einen Seite eine Serſtörung
von Lebenszuſammenhängen, dann aber auch wieder eiue
Steigerung des Lebens mit Bezug auf beſtimmte
Lebens=
funktionen. Wir wiſſen, daß in der Kälte die Pflanzen
ſtufen=
weiſe ihre Lebenskeime einkapſeln in das, was wir Samen
nennen, daß aber bei ſteigender Wärme alle Criebe ſich bis
zum Außerſten entwickeln. So, wie faſt alle Gerüche bei
zu=
nehmender Wärme ſtärker und ſtärker werden, ſo iſt es nicht
ſchwer, zu wiſſen, daß die bei Wärme und Hitze von einem
Stoff ausgehenden Emanationen an ſich wohl im Durchſchnitt
als diejenigen Werte zu betrachten ſind, die den beſten und
höchſten Lebenswert enthalten.
Um nun gründlich zu ſein, müßten wir genau
unterſchei=
den, wieweit wir die Gerüche und leichtflüchtigen Emanationen
aus unſerer Nahrung durchaus für uns zu behalten
wün=
ſchen, wie weit ſie für uns zuträglich und geſund ſind, welche
anderen Emanationen der Nahrungsmittel dagegen für uns
unwillkommen ſind. Es iſt aber eine ſolche Gründlichkeit aus
zwei Gründen nicht notwendig, denn erſtens würde der Menſch
ſich niemals nach ſeinen Erkenntniſſen richten, wenn ſie
voll=
ſtändig gegen ſeinen Geſchmack verſtoßen würden, das heißt, er
würde nicht dauernd zu eſſen ſuchen, was ihm im Geruch und
Geſchmack beſonders widerſtrebt, und zweitens glauben wir
auch, daß dieſer Geſchmack des Gaumens und der Naſe
durch=
weg für den Menſchen ganz verläßlich iſt, daß auch unſer
geſamter Organismus aufnehmen kann, worauf ihn der
Ge=
ſchmack verweiſt..
Es gibt hier natürlich Grenzen der Cäuſchung, denn
mancher Menſch wird den Geruch von Chloroform,
Bromo=
form, Ather uſw. als angenehm empfinden, während dieſe Stoffe
ſelbſt ihm durchaus ſchädlich ſind, ſo wie auch für Blauläure
und andere Stoffe ſolche Cäuſchungen vorliegen können. Aber
in der Küche können wir mit einer großen Summe ſicherer
Erfahrungen rechnen, wo die Grenzen der Schädlichkeit
ſchwerſter Art liegen, und nun wollen wir uns alſo einen
Augenblick mit einer Cheorie des Kochens uſw. befaſſen.
Bei Nahrungsmitteln, die wir verwenden wollen, kann es
ſein, daß ihre Emanationen in zwei Teile zerfallen. Es kanu
bei zu ſtarker Düngung uſw. vorkommen, daß an der Pflanze
ziemlich unverarbeitete Exkremente uſw. haften, die
beiſpiels=
weiſe im Stock des Kohls uſw. aufgeſpeichert ſind, und noch
nicht von der Pflanze am Licht, innerhalb der Blattſchicht,
verarbeitet ſind. Es fragt ſich, ob dieſe Beſtandteile ſich nun
auch leichter verflüchtigen, ſo daß ſie ſich beim Kochen von
ſelbſt aus den Nahrungsmitteln ausſchalten, ins Kochwaſſer
übergehen uſw. Um dieſen nicht ganz einfachen Punkt zu
um=
gehen, wollen wir einmal annehmen, daß auch die Herkunft
unſerer Nahrungsmittel dafür bürgt, daß das Fleiſch nicht zu
ſehr angemäſtet, ſondern wirklich gewachſen iſt, und daß auch
das Wachstum der Pflanzen in geſunder Weiſe erfolgt iſt, alſo
beſonders geſundheitswidrige Stoffe beim Kochen gar nicht
auszuſchalten wären. Dann aber bliebe es nun bei einem
Grund=
prinzip: Was in der Nahrung enthalten iſt, will auch der
Menſch in der Cat für ſich haben, und es ſoll für ihn nicht
zu ſchwer zugänglich ſein.
Wir können bei unſerer Nahrung theoretiſch drei
Beſtand=
teile unterſcheiden: die höchſten Werte, die faſt nur durch die
Naſe wahrnehmbar ſind, die, wie die Gerüche der Harze, des
Weihrauchs, Benzoe, Maſtix, auf uns gute Wirkung haben.
es folgen dann die mittleren Werte, die beſonders im Ge=
ſchmack feſtgeſtellt werden, und endlich die ſchwerſten
Nah=
rungswerte, die nur für unſere gröbere Muskulatur uſw. in
Frage kommen. Wir können alſo von der Geiſtigkeit, den
organähnlichen und den fleiſchlichen Beſtänden der Nahrung
ſprechen. Von dieſen dreien ſoll uns gar nichts entgehen, und
ſo kommen wir zu den Catſachen. In einer Küche dürfen
Speiſen ſolange unbedeckt bleiben, als die vorhin erwähnten
ſchlichten Gerüche abzuſcheiden ſind. Iſt dieſer Augenblick
vor=
über — und natürlich kann nur gute Erfahrung ihn richtig
be-
greifen —, ſo liegt die Doppelaufgabe, vor die uns die Küche
ſtellt, alſo darin, die in den Nahrungsſtoffen vorhandenen
ver=
ſchiedenen Stufen von Werten einerſeits durch die Hitze zu
ver=
anlaſſen, ihre Bindungen ſoweit aufzugeben, daß ſie bereit ſind,
auf uns ſelbſt und unſere verſchiedenen Organe wirkend
über-
zugehen, zugleich aber ſollen wir erreichen, daß dieſe Werte für
uns an keine andere Subſtanz verloren gehen. Die beſten
Werte einer Nahrung dürfen alſo weder im Waſſer aufgelöſt
werden, noch als Abwaſſer verſchüttet werden, ſie dürfen
eben=
ſowenig in die Luft gehen, und es iſt immer ein Seichen für
ſchlechte Küche, wenn es dort „gut riecht”, weil man dann
ſicher ſein kann, daß die Speiſe ſelbſt von ihrem Aroma
außer=
ordentlich viel verloren hat. So muß nun zwiſchen die Pflanzen,
die wir beiſpielsweiſe zur Speiſe machen wollen, und uns ſelbſt
ein Vermittler treten, ein Etwas, das fähig iſt, die feinſten und
flüchtigſten Werte der Nahrung vorübergehend in ſich
aufzu=
nehmen.
Das Grundbeiſpiel, an dem man zweckmäßiges Kochen
ſtudieren kann, iſt das, was wan Auflauf, Pai uſw. nennt.
In einer Schale werden die Pflanzenſtoffe, wie Nhabarber,
Spinat uſw. eingelegt, nachdem man vielleicht eben, um gewiſſe
ſchlechte Emanationen abziehen zu laſſen, ein kurzes Vorbrühen
vorgenommen hat. Dann bedeckt man die Speiſe mit einer
eng aufliegenden Mehldecke, die vorher als Ceig dünn
aus=
gewalzt iſt, und nun wird das Ganze gebacken. Daß man den
Geruch von backendem Brot wahrnimmt, iſt natürlich nicht zu
vermeiden, aber unter dieſem vollkommenen Luftabſchluß
nimmt ſowohl das Eigenwaſſer der Gemüſe, wie die indifferente
Stoffmaſſe der Gemüſe und des Mehles alle feineren
Beſtand=
teile desſelben in ſich auf. Man wird, wenn man dieſes
Ver=
fahren, das ich übrigens zuerſt Prof. Graef, Jena, häufig
an=
wenden ſah, vorher nicht kannte, finden, daß das Aroma in
außerordentlicher Weiſe erhalten worden iſt. In gleicher Weiſe
kann natürlich das Einfüllen von Gemüſe in Mehlklöſe oder
andere Subſtanzen durchgeführt werden, während vor allen
Dingen immer darauf zu achten iſt, daß niemals Waſſer in zu
hohem Grade angewandt wird, ſo daß es ſpäter weggegoſſen
werden muß.
Das Kochen oder Backen ſelbſt hat alſo einerſeits dafür zu
ſorgen, daß die Stoffe mit langſam anſteigender Wärme
ver=
anlaßt werden, ihre Werte loszulaſſen, während gleichzeitig
empfängliche Stoffe in den Suſtand verſetzt werden müſſen,
in ſich alle freiwerdenden Werte aufzunehmen. Daß man bei
uns überwiegend Kartoffeln neben den Speiſen ißt, während
ſie in Wirklichkeit nur beſonders dazu geeignet ſind. Werte
anderer Kräuter und Gemüſe in ſich aufzunehmen, daß man bei
uns überwiegend falſch macht, was nur möglich iſt, das brauche
ich hier wohl nicht weiter auszuführen, aber unſere ganze
Lebensform bringt es mit ſich, daß wir das Kochen als eine
ſehr läſtige Sugabe zum Leben betrachten müſſen. Wenn
dieſe Arbeit ſo als läſtig erledigt wird, ſo iſt es kein Wunder,
wenn wir viel eſſen müſſen, aber wenig Werte dabei wirklich
in unſeren Organismus aufuehmen, obwohl Nahrung
natür=
lich auf den Menſchen einen außerordentlichen Einfluß hat und
durchaus nicht jeder Körper fähig ſein kann, in ſich all die
Werte zu deſtillieren und an ihren Ort des Verbrauches zu
bringen, die an ſich vielleicht verborgen in der Nahrung
ent=
halten waren.
Der mißhandelte Schriftſteller
Von Walter Haſenclever.
In Paris herrſcht noch die ſchöne, mittelalterliche Sitte des
Stadtzolles. Wer aus der Provinz in die Metropole kommt,
dem kann es paſſieren, daß man ſeigen Koffer nach Spirituoſen
und ähnlichen Nahrungsmitteln unterſucht. Das wäre weiter
nicht ſchlimm. Wir müſſen durch ſoviel Sperren durch; es kommt
auf eine mehr oder weniger nicht an.
Was ſoll man aber dazu ſagen, daß eine Millionenſtadt rings
einen Gürtel um ſich gelegt hat, durch den alle Straßen mit
Barrieren geſperrt ſind. Das ſind die ſogenannten Core. Wer
mit ſeinem Auto aus den Voxorten ins Sentrum will, muß am
jewbeiligen Core ſeinen Benzinvorrat angeben, weil innerhalb der
Stadt der Liter Benzin ein paar Sou teurer iſt als außerhalb.
Dieſe Differenz erhebt die Stadt Paris als Steuer.
Aufgabe 346.
W. B Rice in Phiadelphia.
(1. Preis im Good Companion”=Prob emturnier 1914.)
Weiß: Kb5 Dd4 ThzLesh8 Sb3 (6);
Schwarz: Kc2 Dc1 Sf2 Bb2 d5 (5.
Matt in zwei Zügen.
Kätſel
ID
Silben=Rä ſel.
bach, be, bern, bert, cenz, che, chel, chen, del, diens, dol, dorff,
, e, e, ei, ei, ei, ei, erz, glau, gnei, gramm, hard, i, il, in, iſth,
lach, lar, lau, lent, li, li, ly, mi, mus, na, nau, ni, no, o, phi, pi, pi,
ra, ri, ro, ſchar, ſe, ſen, ta, tag, tau, ter, tis, tri, um, um, va.
Aus obigen Silben bilde man 25 Wörter von folgender Bedeutung:
1. altes Muſikinſtrument, 2. Stadt im früheren Mähren, 3. deutſcher
Dichter, 4. Männername, 5. bibliſcher Frauenname, 6. Raubtier, 7 rotes
Tuch, 8. Vogel, 9. Geldſtück, 10. Name mehrerer Päpſte, 11. Ort in
Steiermark, 12. berühmter preußiſcher General, 13. Arzneimittel,
14. Stadt in Heſſen, 15. alte griechiſche Stadt, 16. Metall, 17.
Sinn=
gedicht, 18. Blume, 19 Baumfrucht, 20 Land nge 21. Naturgabe,
22. Laubbaum, 23. italieniſche Stadt, 24. Tag, 25. Männername.
Die Anfangs= und Endbuchſtaben nennen einen Spruch.
Carl Deubel.
Die wandernden Buchſtaben.
Mufikſtück,
M.
Aergernis,
Kreislinie,
Stimmlage,
Schwimmvoge
Der Vorgang vollzieht ſich folgendermaßen. Moo
Motor ab, ſteigt fluchend aus ſeinem Wagen, ge
trolle und verlangt einen grünen Schein, auf dem
angegeben iſt, mit der man Paris verläßt. Dieſenn
man bei der Einfahrt wieder abgeben; eine etwgſit,
iſt nachzuzahlen. Da man die Jahrt mehrmals am
ſo kennen einen die Beamten, und keinem fällt
Benzin nachzuprüſen. Wegen zwei oder drei Son
Sache nicht. Catſächlich hat die Stadt Paris kesu
Druck n. Verlag:
Buchſtaben: A. 4. D. D. E. E, E, E, I,
T., T., T. T ſind ſo an die Stlle der Punkte zu ſetzen, daß ſich Wörter
der nebenſtehenden Bedeutung ergeben.
ſondern nur Koſten dadurch. Publikum und Koot
ſtillſchweigend übereingekommen, dieſen lächerlich.n
bi. okratychen Verwaltung zu ignorieren. Swei Zu
ſchen von Clamart nach Paris und noch nie he
Sperre auch nur einen Centime bezahlt. Dagegen
loren.
Dies iſt die Vorgeſchichte. Man muß ſie ker
gendes Ereignis zu verſtehen.
Einer der geiſtvollſten und amüſanteſten Schrifft
reichs iſt Georges de la Fouchardiere,
„Oeuvre” einer ſeiner wunderbaren Gloſſen ſchreibe,
Seit die Auflage der Seitung von 60 000 auf 300
erhöhten. Wir haben etwas Aehnliches in Alfr=
Peter Panter. Aber ich will nicht vergleichen, ſoot
La Fouchardiere erließ eines Cages im „
Aufruf an ſämtliche Autofahrer in Paris, die S.
der ſtädtiſchen Verwaltung durch eine Man
abſurdum zu führen. Am Sonntag nachmittag
Seit des größten Weekend=Verkehrs, ſollten ſich
Wagen vor der Porte Maillot verſammeln, um bei
in Paris ihr Benzin zu kontrollieren und zu
Folge davon würde eine ungeheure Verſtopfun
ſein. Die Behörde wäre gezwungen, das Cor fr
Unhaltbarkeit eines veralteten Geſetzes lei erwäſ
Der Sonntag kam. Viele Neugierige mit u:
hatten ſich an der Porte Maillot verſammelt. Gau
den Auſſatz geleſen. Aber auch auf der Polizerin
man ihn geleſen..
Die Pariſer Poliziſten ſind im allgemeine
liebenswürdige Leute. Nur bei Demonſtrationm:
keinen Spaß. Wehe, wenn ſie einen „Ordnungsdrin
Und das taten ſie an dieſem Scnntag.
Um 5,30 Uhr gingen ſie zum Sturmangriff gig
Maillot vor. Die Straßen wurden geräumt, ha
gänger von den Crottoirs gefagt. Sobald ein Hul
Auto hielt, um den Cribut zu entrichten, nötigten
erhobenen Säuſten und drohenden Nufen den Füh-n
fahrt. Das Groteske trat ein, daß die Staatsgem.ß
zu geſetzwidrigem Verhalten zwang. Es war eie
mäßig durchgeführte Nevolution.
In Srankreich gibt es Schriftſteller, die nich=/
ſondern auch handeln. Um 6 Uhr erſchien La —
Auto, begrüßt von der Menge, ſtieg aus, um 9/
ſeinen Benzinvorrat feſtzuſtellen — und war K
Schar Poliziſten umringt, die nach Kräften auf
Es hagelte Fauſtſchläge und Sußtritte, bis de-
Boden lag. In dieſem Augenblick durchbrach Ve
Abſperrung und kam ihm zur Hilfe. Der Mifßt Eſe 19,0 bin dehag
ms ſich gehe
ämt haßt, da.
Maffe ich un
aufgerichtet und zur nächſten Polizeiſtation gebr:2//01Aſ unner meine
Vorgang zu Protokoll gab.
Tuß es net, es is
in dehaam
Auch in Paris laſſen die Leute ſich viel ge
gibt Grenzen. Am nächſten Morgen erſchien den?
Herr Chiappe, höchſtſelbſt in der Wohnung des
um ſich zu entſchuldigen. Er ſei leider an dieſerr
reiſt geweſen. Und da er Witz und Geiſt beſitzt-/ Mi 2u i0 gach aus
ſonſt hätte er ſich gerne der Manifeſtation angeſl))
als Poliziſt, ſondern als Demonſtraut.
Beethoven=Rätſel.
Mer Landsleit
A2bRrun un dra
Wrch unſengt en
0 ie noch gornet
W3 erzehle: Ich
„Heſſever
Stolz kon
geſtellt
te
lied
ſen ihr li
m mer ſe bald u
die Stimmung in
hots mich net mi
uh baar Vers
ners doch ſo ei
im Saal die vie
A herlinerpreiß
mir,
Die Zahlen ſaut den dabeiſtehenden Buch
ordnen, daß 1. die mittleren drei wagerechten und
als Summe je das Sterbejar Beethovens, 1820
die ſieben wagerechten Reihen abgeleſen, zwei L—,
nennen. Die fettgedruckten Zahlen ſamt den dabe Me
ſtaben behaupten ihren Platz.
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 4.
Auflöſung des Kreuzworträ-I
wagrecht: 1 Daun, 3 Turm, 6 Regen, 8 Mai I9
Oka, 15 Elf, 17 Pol, 20 Inn, 22 Aga, 23 Zltis, 22
2. C. Wittichſche 6
M
rantwortlich f. d. Redcktion:
ſenkrecht: 1 Dame, 2 Uri, 4 und, Moor, 7
Gün=
fug, 12 Kap, 13 Hel, 16 Liſt, 18 Oſt, 19 Pair.”*
Dr. H. Nette, Fernſpr. 1, 989—B82. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſches: F. Haußmann, d.
[ ← ][ ][ → ] 5 mer mich demnechſt an de Blaggadſaile unner de
eht, als nei endeckter Fixſtern am Leinwandhimmel,
Aſta Porten odder als Hennie Nielſen, mit aam
Imdiefah odder als Flimmerſchennie, alſo falls daß
auch niemand zu erſchrecke. — Nemlich allem Aſchei
ſar ſe in Berlin mei Talent als Filmſchauſpielern
em daß ſe mer uff de Gaß dauernd mit ihre
Kaffee=
tsemacht ſin un hawwe mich vun alle Seite
abgekur=
aleritt hott en annerer gerüfe: „Sie wurden ſoäben
ſich alſo niemand wunnern, wann nechſtens im
vder im „Pallaſt” odder meintswääche im „Klaane
zälm laafe dhut mit dem erſchitterliche Tiddel;
N
RADSELHAFTE
411z
„ALl BEnLIM
ſürr im voraus bemeike mecht, daß, falls in dem neie
RApnumendal=Sennſatzions=Wildweſt=Tedäckdief=
Film=
ück, wo jedenfalls ich un de Herr Eddward vun de
efnnnſchaft die Haubtroll drinn mieme dhun, daß,
hmaiche Lieweszehne drinn vorkumme ſollte, odder
„drdſchlag, Flucht, Verfolchung per Flugzeich, Audo=
Unnergrundbahn odder gar mit dem „Eilige Emil”,
Gt un Staa, Dächer un Giwwel, dorch Borzzelahnläde,
uige un derordiche gruſeliche un uffrechende
Begäb=
ülſo do kaa wahr Wort dra is. — Sunndern
gottſei=
tus, was ſich geheert, wann ich aach for Berliner
Be=
v m Land bin. Wann alſo in dem Film etwas
vor=
äch net baßt, dann wärrn mer e ganz ennärſchich
losloſſe, ich un die Heſſiſch Geſannſchaft. —
hrhab jo noch gornet geſagt, um was ſich’s dreht.
e: ſich’s erzehle: Ich war nemlich widdermol raſch in
uhbb mit=em „Heſſeverein” des erſte Stifdungsfeſt
be=
lie därf mit Stolz konnſchtadiern: was ſe do in dem
muff die Baa geſtellt hawwe, däß kann ſich ſchun ſähe
Aübrnnehr! Mir braiche uns vor der annern
lands=
huiche Vereinichunge net zu ſchenniern! Ich hab
jeden=
rnit all meine Aage, wie ich in den Feſtſaal
enei=
geſchwabbelt voll Heſſe un annere Velkerſtemm, un
all unſer heſſiſche Farwe flattern ſähe. Alſo do is
/ir, uffgange wien Heweklees. Un wie dann de Herr
Ariaurer ſei kraftvolle Begrießungsworte geredd hatt
zwwe’s Deitſchlandlied druff geſunge, un wie dann
füVerner=Jenſen ihr lieb Stimm hott erklinge loſſe
ühsern mer ſe bald widdermal hier in Darmſtadt),
kün die Stimmung immer wärmer un wärmer is
wlwo hott’s mich net mehr gelidde, ich weer verblatzt,
ſltet gach e paar Vers hett vun mer gäwwe därfe.
is mer’s doch ſo eiche heit ums Härz
9ſäh im Saal die viele Lichter ſtrahle,
äh die liewe Aage allerwärts,
Sene ſich die helle Freid dhut male,
hnvaaß es net, es is mer wie im Draam.
hbin dehaam — un bin doch net dehaam!
boch, ich bin dehaam, ich fiehl des Härz mir
Ein jo unner meine liewe Heſſe! ſgliehn,
en unner Landsleit — do kann mer Berlin,
rwas ſo drum un dra henkt leicht vergeſſe
um mich umfengt en heimatlicher Duft,
IIs der berliner=preißiſch ſchaffe Luft.
IIo wie mir, ſo geht es Eich gewiß,
2ſtrahlt jo aach aus Eich mit dauſend Kerze,
ie, s bei=re richdiche Famillie is,
ſoimer ſich driff: mit frohbewegte Herze,
ann 2 is jo aach en familljäre Grund,
e uns hier ſieht in frohbewegter Stund.
S Bilt doch en Geburtsdag zu begeh‟
k eſſebiebche gilt es heit zu feiern;
ochaaßt’s nadierlich trei zuſammeſteh
1Des Geleebnis widder zu erneiern,
ann urſer Bub is doch en ganzer Borſch,
ei ſetzt aach in Berlin ſich tabfer dorch.
Er hott jo ſchün gezeigt im erſte Jahr,
Sei heſſiſch Eigenart ſich zu erhalte,
Un wie er drum ſo dringend needich war,
Wie ſei Talent ſo ſchee ſich konnt entfalte
Die Kinnerkrankheit is er lengſt ſchun los,
Sowohl die Maſern, wie die Mumms un aach die Roos.
Js mit Erfolg geimbft zu guder Zeit,
Gääche alles, was ſo klaane Dobbcher krieje,
Vor allem gääche Schäälſucht, gääche Neid,
Damit er weiter waxe kann un bliehe;
Vun „engliſch Krankheit” is bei ihm kaa Redd.
Gottlob, kaa „abgeſetzte” Glidder hott er net.
Sei klaare Aage un ſein hatte Kobb,
Ohut uff ſei kattiſch Abſtammung wohl zeige,
Dogääches Härzche vun dem klaane Krobb
Ohnt, dem Gemiet nooch, mehr in’s fränkiſch neige
doch ihn dorchpulſt e kattiſch=fränkiſch Blut,
No un ich denk, die Miſchung is grad gut.
So wärd er weiderhie endwickle ſich,
Zu unſerm Stolz un aach zu unſerer Freide;
Nu' awwer aans, gell, loßt en net im Stich,
Halt feſt zu ihm aach in de kimfdiche Zeite,
UIn loßt en Eich im trauliche Verei”,
Doch ja recht feſt an’s Härz gewaxe ſei!
Behalt=en all ſo recht vun Härze lieb,
Dann mag dodraus die Großſtadt haſt” un jage,
Dann ſchafft er in dem Druwel un Bedrieb
Manch Stindche Eich voll haamlichem Behage
Ihr fiehlt dann in dem ganze Wuſt un Kram
Bei ihm Eich widder grad ſo wie dehaam!
Die alte Grieche — wann die mol ihr Tritt
Enaus gefiehrt in fremdes Land un Lärme,
Die nahme ſich vum Herd e brennend Köhlche mit,
Um ſtets am Heimatfeier ſich zu wärme
Däß weer for Eich e ſehr beſchwerlich Sach
Doch unſer Bub hellt ſich däß Feier wach.
Die Haubtſach is, behalt=en nor im Härz,
Dann kann däß Heimatfeier nie erkalte,
Un er wärd hier ſowohl wie annerwärts
Mit annern Landsmannskinner treie Freundſchaft
Dann eihte Freundſchaft, treier Heimatſinn, (halte,
Die bleiwe ſtets en köſtliche Gewinn!
So loßt uns heit den ſcheene Dag begeh,
Des erſte Wiegefeſt loßt froh uns feiern,
Un loßt uns treilich feſt zuſammeſteh,
Un loßt uns des Gelöbnis heit erneiern:
Was aach die Zukumft bringt, ob froh ob driewe Stund,
Der Heſſebub — er läwe hoch — lang — un geſund!
Dodruffhie ham=mer mitnanner ageſtutzt un hawwe „Proſt
zu=nanner geſagt, un dann ham=mer em Herr Lenz aus
Darm=
ſtadt ſei „Heſſelied” geſchmättert, daß die Wend gewackelt hawwe.
— Un dann is de Kluh vum Awend kumme, en Akt vum „Dolle
Hund”. — Ich glaab, die Schlierſeer, die wo grad aach ihr Wäſe
in Berlin dreiwe, ich glaab, die Schlierſeer, wann die däß geſähe
hette, die weern for Neid verblatzt. So hott die Fraa Dockter
Wolf e Knibbeliuſſen hiegeleicht, alſo die hat Band an de Hoſe,
bildlich geſproche; ’s Herr Dockter Götze hawwe’s Knibbeliuſſe
ihr Kinner gemacht, daß es nor ſo e Art hatt, un der Valltien,
der Ritter vun de drauriche Geſtalt, war zum verknalle.
Beſunners awwer de alt Knibbelius vum Kall Kriegbaum,
dem „Mädche for alles” beim Heſſeverein, alſo der hott bewieſe,
daß aaner weder in Afriga noch in Berlin ſein Mudderwitz un
ſei Mudderſprach zu verlerne brauch, 8 war affach e
Glanz=
leiſtung un mer hett ſich grad ſchiewele kenne. Un mit aam Wort,
ich war widdermal ſo recht ſtolz uff mein Niewergall, do kenne
doch die annern all dehaam bleiwe.
Net vergäſſe mecht ich aach den Owwerheſſer Nachtwächte.
vum Fritz Euler. Korz un gut, es war alles aa Mehl, un mei
Kolleech vum „Berliner Lokahl=A’zeicher” e Vollblutberliner, der
hott’mer aa” iwwers annermol verſichert, ſo gut hett’s em ſchun
laug net mehr wo gefalle,, un ſo Vera’ſtaldunge weern echter
Dienſt am deitſche Volksdumm. Ich hab’s em net abgeſtritte.
Nadierlich ham=mer aach zum Schluß „geſchaabt” odder, wie
die Berliner ſage, „geſchärwelt”, daß die Strimb gerutſcht ſin
Un zwar die älſte Denz, beiſpielsmeßich den ſamfte Walzer
„Denke dir’s, mein Liebchen” odder den gemietvolle Rheinlender
„Im Grunewald, im Grunewald is Holzaukzion”, odder den
Galobb „Hobbſa, Marie, mit d: Baa, hobbſa, Marie, mit de Baa,
hobbſa, Marie, mit de dicke Baa” odder den Kreizbolka „Siehſte
wohl, do kimmt er”, odder den Maſchwalzer „Es geht nix iwwer
die Gemietlichkeit”, odder den echt Odewäller Dreher:
Ach was bobbert, bobbert, bobbert,
Ach was bobbert, bobbert, bobbert,
Ach was bobbert, bobbert mir mei Härz.
So hatt ich noch kaa Härz gehatt,
Däß mir ſo ſehr gebobbert=bobbert hat,
Ach was bobbert, bobbert mir mei Härz.
Alſo korzum, lauder Denz, bei dene die luſtich Gäälerieb des
Haubtwort fiehrt, un net däß derſchlofene Saxofon, däß wo ſe
for die verſchlofene Denz erſt erfinne mußte. Un die Juchend
hott ſich drotzdem großordich ammeſiert. Un däß — mitte in de
Großſtadt Berlin!!! — Alſo als Beweis: wann Härz un Gemiet
bei=ere Geſellichkeit ſin, do geht’s aach ohne den kitſchiche
Pro=
grammzauwer un die bleedſinnich Danzerei. Un mer kann aach
mit aaffache Middel froh un luſtich beiſamme ſei, un kann e Feſt
feiern, gääche däß kaa Pchker Gilbert was eizuwenne hott.
Ab=
geſehe devo, daß mer aach in dem Fall nix nooch dem ſeine
Maa=
nunge un Aſihte froge dhet. Dann ſo en harmloſe un heitere
Heimat=Awend is e wahr Labſal un unſere Zeit, wo des
Boden=
ſtendiche un Perſeenliche langſam die Auszehrung krickt for
lauder „Reechelmacherei” un „Sachlichkeitsduſel”. Un däß is
de Sinn un de Zweck vun de Heimatvereine. Däß is ſelbſt meim
Vollblutberliner ei gange, wie er vun de Erhaltung des „
deut=
ſchen Volkstums” geſproche hott.
Daß awwer der Heſſeverein in Berlin noch en diefere
Sinn krieje ſoll, däß hott mer de Herr Finanzrat Schäfer, wo de
Kaſſewatt is, unnerm Siechel der Verſchwiechenheit geſtanne
— nemlich kimfdich aach for die in Not geratene Heſſebrieder
eizuſteh —, awwer däß ſoll ich vorerſt noch net weiterſage, bis
die Kaſſeverhältniſſe ſo ſin, daß ſe aach en Puff verdrage kenne.
Alſo mit aam Wort, unſer Heſſeverein in Berlin is in beſte,
Hend, un däß vorſtendliche Driumfirat „Maurer-Kriegbaum—
Schäfer” die wiſſe, was ſe wolle.
Zum Schluß mecht ich net verfehle, all dene noch emol
herz=
lich zu danke, die wo mich mit Speiß un Drank un Nachtquadier
ſo fierſorglich verſorcht hawwe. Unſer Herrgott vergell’s en,
dann mir is es ganz unmecchlich.
Däß awwer, was ich ſunſt noch erläbt un geſähe hab in
Ber=
lin, däß verzehl ich e annermol. Nemlich es is mer noch net ganz
äxdra, dann die Teller=Görls in dere Rewieh, die wo ich mer
im Vorbeigeh ageguckt hab, die hatte ſo wenich a', daß ich mich
dodal verkelt hab debei. No, awwer däß vergeht widder; bis zu
de nechſte Wahl wärd’s iwwernubbt ſei!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Alſo do ſchlag doch en lahmer Eſel
enei, ſie kenne’s awwer aach niemand recht mache. —Jetz hawwe
ſe beiſpielsmeßich des alte Gumminaſium, s „Waiſehaus”, nei
agebinſelt, daß es ausſieht, wie en gerobbte Genshals, hawwe
die Beem am /Eigang ewäck gemacht, die wo die ganz
Vorder=
faſad „verſchandelt” hawwe, was nadierlich all die Johrn doher
niemand uffgefalle is, im Gäächedaal, es gibt ſogar noch
rick=
ſtendiche Menſche, die hawwe’s for beſunners ſchee gehalte, wann
do im Mai un Juni ſo freundlich die Nägelcher geblieht hawwe
no alſo korz un gut, jetzt hawwe ſe ſich ſtaatlicherſeitz de
Wille gedha un hawwe mit ihre neie Sachlichkeit des alte
Gumminaſium vun auße friſch uffboliert, — jetzt kumme widder
ſo e paar Gribbebiſſer un verlange, s mißt aach innwennich
in die Reih gemacht wärrn. Ja, ſie redde ſogar vun „ſannidäre
Zuſtend”, die wo unnerm Hund weern=
Allerdings, in de „Elternvereinichung” hott mer ſich ſchun
vor iwwerme Johr iwwer die „ſannidäre Zuſtend” unnerhalte,
un ich hab meines Wiſſens aach ſchun emol druffhie geſtichelt.
Awwer ich hab mich mittlerweil eines Beſſeren belehrn loſſe un
ſag mir heit: wen kratze die „ſannidäre Zuſtend” in=ere Schul
vas, die ſieht doch kaa Menſch, außer de Schieler un de Lehrer
— un die ſolle däß dehaam abmache. Un wann aach ſunſt die
Verhältniſſe als ungeſund bezeichent wärrn miſſe, — du liewer
Himmel, die paar Stund, wo die Buwe in de Klaß ſitze, gehn
rum, un for die „Geſundheit; ham=mer jo unſer — Sportblätz.
— Im Gäächedaal, däß alte Gumminaſium is in ſeiner neie
Uffmachung ſehr zeitgemäß, dann heit is mer doch bloß
for „owwe druff” — die Haubtſach, wann äbbes pun auße
glenze dhut un ſchee ausſieht, innwennich därf’s morſch un
faul ſei, däß macht nix, däß is zeitgemeß! — „Du ſiehſt die Weſte,
nicht das Herz”, ſeecht de Wilhelm Buſch.
Däßhalb is mer aach ſehr dehinner her, daß die Leit in de
Altſtadt ihr Baijes recht bundich a’ſtreiche loſſe. Un wann ſe
allaans des Geld net uffbringe kenne, dann hilft merin
gebb=
ſchnitzich mit=ere Bezuſchuſſung — („Bezuſchuſſung”! — Herr
Pickert, halt mich, ſunſt fall ich um!) Nor die Haiſer
aus=
wennich ſchee bundich ageſtriche, däß macht en aude Eidruck.
Innwennich därfe ſe zu ſiwwet in aam Bett lieje, un es därf
dorch drei Stodlwerk räächene, macht all nix. Un was die „
ſanni=
däre Zuſtend” bedrifft, die ſin ſo wichdich net, dann es beſte
Gäächemiddel gääche ungeſunde Wohnungsverhältniſſe ſin —
Sportblätz un Stadions un ſo. No un ich maan, in däre
Be=
ziehung wärd doch alles menſch= un meechliche geleiſt, däß ſoll
mer dankbar a’erkenne
ar zeitgemäße Haushalt.
Fußböden und ihre Urſachen. Mit dem
i kalten Jahreszeit wird in vielen Familien wieder
ner kalte Fußböden laut, die namentlich von jenen
2, deren Wohnung im Parterre oder Erdgeſchoß liegt.
ſgen Fällen werden dieſe „fußkalten” Fußböden als
S keſp. unabänderliches Uebel in Kauf genommen,
zur denken, daß dieſes abzuſtellen iſt, wenn man
fol=
wääge befolgt. Die Haupturſache kalter Fußböden ſind
leecht mangelhaft ſchließenden Zimmertüren, deren
gerbreite Zwiſchenräume an der Schwelle und im
Ngen Luft ungehinderten Zutritt läßt, die ſelbſt den
ha um erheblich abkühlt. Nagelt man jedoch die billig
Lochtungsſtränge zwiſchen jede abſtehende Tür, auch
—, ſo wird das Eindringen der kalten Außenluft
Auf gleiche Weiſe werden ſchlecht ſchließende
Fen=
en Watteſteifen (eingeklebt) gedichtet, ſowie durch
ick, die handbreit auf dem Boden aufliegen ſowie
Guiſterbrett und an den Seiten ebenſo breit überragen
Gug abgehalten. Ferner erweiſt ſich eine dicke Lage
i er, unter den Teppichen ausgebreitet, als
vorzüg=
gegen die kalten Fußböden.
und echtſeidene Herrenſchals auf
Walchen. Die jetzt modernen buntfarbigen, ge=
Smhals und Kragenſchouer bedürfen von Zeit zu Zeit
i ſichen Reinigung, da bei längerem Gebrauch ſich
Sautfet, durch Berührung des Halſes, darin
feſt=
en darunter getragenen weißen Kragen, raſch be=
Drden. Die Reinigung geſchieht am beſten auf naſſem
Wege. Wenn man dabei wie folgt verfährt, iſt ein Auslaufen
der Farben und Einlaufen und Verdehnen des Gewebes nicht zu
befürchten. Man bereitet ſich eine Waſchlauge von 2 bis 3 Liter
handwarmem Waſſer und 1 gehäuften Eßlöffel Perſil, drückt
darin den Schal leicht durch, um ihn dann, in handwarmem
Eſſigwaſſer geſpült, fadengerade auf einer glatten Stange
auf=
zuhängen oder in alte dicke Tücher gewickelt, zu trockuen.
Sicheres Mittel zur Entfernung alter
Tintenflecke aus farbloſen Stoffen. Man miſcht
½ Liter Waſſer mit 50 Gramm Salzſäure und 50 Gramm
Zinn=
ſalz, betupft den Fleck damit und ſpült nach dem Schwinden in
reichlich klarem Waſſer nochmals gut durch.
Pommerſches Gänſe=Schwarzſauer. Dazu ſetzt
man das Gänſeklein mit einer nelkengeſpickten Zwiebel, 3 bis 4
Gewürz= und Pfefferkörnern und erbſengroß Lorbeerblatt, mit
Waſſer bedeckt, zum Kochen auf. Wenn es weich iſt, hebt man es
aus der Brühe in eine vorgewärmte Schüſſel, fügt das mit dem
Eſſig verquirlte Gänſeblut und eine braune Mehlſchwitze oder
braunen dicken Honigkuchen bei, ſchmeckt ſie mit Zucker ab und
fügt reichlich geſondert gekochte Birnen bei.
Sveiſezettel.
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe; Pikantes Haſenpfeffer;
Apfelmus. — Montag: Gefüllte Kohlrabi. — Dienstag:
Grünkohl mit Schweinebauch und Bratkartoffeln. —
Mitt=
woch: Makkaroni, in der Form gebacken, mit Tomatenſöße.
Donnerstag: Linſen mit Backpflaumen und gek.
Schwarz=
fleiſch. — Freitag: Brennſuppe; Fiſchmayonaiſe mit
Sellerie=
ſalat. — Samstag: Reis mit Blumenkohl und Gänſeklein.
Hu
mor
Der erſte Gedanke.
Sieh” mal, Kurt, was ſie für einen altmodiſchen Hut hat! (Life u. S. A.)
„Was wvollen Sie, ich babe ja eine Fahrkarte für meinen Fifi.”
„Gewiß, Madame, aber haben Sie auch ſütr die Flöhe bezahlt?”
(Ve Rire.)
Lüßt tief blicken. „Tommy,” fragt der Bräutigam der Schweſter
den kleinen Jungen, „ſiehſt du manchmal abends einen jungen Mann
bei deiner Schweſter?” — „Nein,” antwortet Tommy treuherzig, „ſehen
m. Zimmer immer
ſtock=
tue ich ihn nicht, denn wenn der kor
, iſt
dunkel.
O 24 O 2 2
Der Pelz bedeutet für die elegante Frau die
Erfüllung ihrer modiſchen Wünſche, ſtellt er doch
nicht nur einen Wertgegenſtand dar, ſondern ein
Kleidungsſtück, das jahrelang vorhalten ſoll und
darum mit beſonderer Sorgfalt und mit großer
Vorſicht gewählt werden muß. Eben weil man den
Pelz ſo intenſiv ausnützen muß, wird man es
un=
bedingt zu vermeiden trachten, ihm eine auffällige
Form zu geben oder ihn derart zu arbeiten, daß ihm
angeſichts eines paranten Schnittes ſozuſagen die
Jahreszahl aufgeprägt wird. Man tut alſo
allen=
falls gut daran, ſich bei der Linienführung der neuen
Pelzumhüllen größter Einfachheit zu befleißigen.
Die Wahl des Felles ſelbſt bedeutet natürlich
neuerdings einen ſehr vorſichtig zu faſſenden
Ent=
ſchluß; vor allen Dingen aber muß man ſich
dar=
über vollkommen im Klaren ſein, für welche
Gelegen=
heiten man die Fellumhülle zu verwenden gedenkt.
Soll das betreffende Stück für Gebrauchszwecke
herangezogen werden, iſt natürlich helles Pelzwerk
anzuraten, das aber wieder nicht allzu licht ſein darf,
fondern einen ſchönen Mittelton bringen ſoll. Wenn
man aber einen Pelz für nachmittägliche
Gelegen=
heiten zu verwenden beabſichtigt, ſo iſt ein dunkles
Modell immer am ſchönſten, ganz beſonders aber die
ſchwarzen Felle finden ungeteilten Beifall. Für den
Abend wird man gerne Pelze wählen, die aus
klei=
nen Fellen zuſammengeſetzt ſind, da man in dieſem
Falle ſehr ſchöne Muſterungen hervorzubringen
ver=
mag, die ſich natürlich aus großen Fellplatten
nie=
mals herausholen laſſen.
Beachtenswert für die heurige Pelzmode iſt der
Umſtand, daß man Kragen und Manſchetten mit
einem von dem Pelzmantel ganz unterſchiedlichen
Felle garniert, was dem ganzen Stück eine flotte
und ungewöhnliche Note gibt. In der Regel ſchafft
man auf dieſe Weiſe auch ſehr intereſſante Kontraſte,
indem helle, flachhaarige Mäntel mit dunklem,
lang=
haarigem Felle beſetzt werden, dunkle Fellmäntel
aber in den meiſten Fällen helle Verbrämungen
aufweiſen.
Die gegenwärtige Pelzmode zeichnet ſich dadurch
aus, daß ſie glatte, undeſſinierte Felle vernachläſſigt
und die Ornamentik liebt. Darauf iſt es auch
zurück=
zuführen, daß Seal und Nutria weit in den Hintergrund
ge=
drängt erſcheinen und zweifarbigen, wie auch in ſich gemuſterten
Pelzen der Vorzug gegeben wird. Zu den deſſinierten Sorten
ſind vor allen Dingen die verſchiedenen kurzhaarigen und ſehr
originell gefärbten Ziegenfelle zu zählen, denen man in
erſtaunlich aparten Streifenmuſtern begegnet. Solche Mäntel
werden, da ſie an ſich hinreichend auffällig ſind, ganz gerade
und ſchlicht geſchnitten und nur mit einem großen Schalkragen
und entſprechenden Manſchetten aus langhaarigem Felle (Fuchs,
Luchs, Dachs oder Seewolf) verbrämt. Unſere zweite Skizze
unterrichtet über einen derartigen Mantel, der für Gebrauchs=
VOM NEUEN HUTE
Die Hutmode hat inſofern während der letzten
Saiſon eine ungeheuere Umwälzung erlebt, als man
ſich endlich doch entſchloſſen hat. mit dem ſchon allzu
monoton wirkenden Fabriks=Filzhute zu brechen,
bzw. ihn auf rein ſportliche Gelegenheiten zu
be=
ſchränken oder ihn gegebenenfalls auch für
Ge=
brauchszwecke heranzuziehen. Ein eleganter Hut iſt
aber jetzt allenfalls handgearbeitet und von
den banalen Fabrikstypen weit entfernt.
Das Material, das für die neuen Formen in
Frage kommt, iſt nach wie vor ſehr ſchlicht.
Haar=
filz und Velour, Sonnenfilz und Pann, dann auch
der viel beobachtete „Doppelfilz” (das iſt eine
Ve=
lourart, die zweiſeitig gewebt wird und auf der
einen Seite hell, auf der anderen dunkel oder aber
auf beiden Seiten ganz verſchiedenfarbig iſt) wären
in erſter Linie zu nennen.
Sehr beachtenswert ſind auch die aus zweierlei
Material kombinierten Formen. So ergibt zum
Beiſpiel matter Filz mit dem glänzenden Pann
wunderbare Kontraſte, ebenſo aber liebt man es,
verſchiedenfarbige Filzſorten zuſammenzuſtellen,
wo=
bei insbeſondere die hellere und dunklere Tönung
ein und derſelben Farbe ſehr feine Wirkungen
ſichern. Solche Effekte kommen allerdings in der
Hauptſache für ſportliche Hüte in Frage, bei denen
die Farbkontraſte ſehr gut zur Geltung kommen,
während man für elegante Gelegenheiten nur die
Verſchiedenheit des Glanzes ſucht und
für richtig befindet.
Die Modefarbe der neuen Hutformen iſt
ganz entſchieden Schwarz, denn dieſe Modelle kann
man ſowohl zu den neuen Kleidern wie auch zu den
Umhüllen und Pelzmänteln tragen (auch wenn ſie
eine andere Farbe haben), alſo am beſten ausnützen.
Natürlich werden auch hellere Farben — wenn
ſie auch viel weniger Beachtung finden — nicht ganz
vernachläſſigt. Ein ſchönes Mittelblau iſt ſehr beliebt und kann
zu den allerverſchiedenſten Garderobeſtücken getragen werden.
Beige und Grau ſind neutral und darum ſehr verwendbar. Ein
feines tiefes Grün ſetzt ſich vielfach durch, und ein mattes
Ziegelrot erweckt lebhaftes Intereſſe.
Neu in der Hutmode iſt die Tatſache, daß man die Formen
wieder garniert, ſei es nun in Geſtalt von Inkruſtations=
Arbei=
ten oder von Schnallen, Agraffen und ähnlichen Dingen, oder
aber, indem man ſie mit einem kleinen Geſichtsſchleier verſieht,
zwecke, für die Reiſe und für Wochenend=Fahrten ſehr gute
Dienſte leiſten wird.
Einen breiten Raum in der gegenwärtigen Mode nimmt
der Mantel aus raſiertem Lammfell ein. Dieſes Fell
iſt in ſeiner Wirkung etwa mit Breitſchwanz zu vergleichen,
doch hat es einen ganz hellen Farbton und iſt ſowohl in
Silber=
grau wie auch in einem ſchönen Beige zu ſehen. Auch dieſes
Fell wird der Strapaziermode dienſtbar gemacht, gilt als
ziem=
lich dauerhaft und iſt von ausgezeichneter Wirkung. Dieſe
Män=
tel werden entweder — genau wie die früher beſprochenen —
mit langhaarigen Schalkragen garniert oder aber in Paletotform
der ebenſo eigenartig wie kleidſam iſt und
beſon=
ders für den Abend ausgezeichnet wirkt. Sprach
nan während der vergangenen Saiſon von einem
geſchnitten und in dieſem Falle mit Leder.:9
oder Kamelhaar eingefüttert, das dann in 1
aufgeſchlagenen Manſchetten und der breit 10
Revers ſichtbar wird. (Modell 3 unſeren
veranſchaulicht eine ſolche Umhülle, die ru
ſchmalen Gürtel in ſportlicher Art zuſamm
ten wird.)
Für ganz ſportliche Gelegenheiten undſf
Wetter, wie auch für die Reiſe, für Auu
und Wochenend=Ausflüge ſtellt eine kur
jacke ein ſehr beliebtes und verwendbarns
robeſtück dar; man ſetzt ſie gerne aus kleii
zuſammen und erreicht auf dieſe Weiſe EN
Wirkungen. Unſere vorletzte Skizze ſtellt i
Sportjacke aus dem heuer wieder moderpein
braunen Naturbiſam dar, der durchg
gen= und Manſchetten=Garnitur aus F7
Luchsfell eine aparte Note erhält. Zu 7n
Beige dieſer Fellart paßt faſt jede
Farn=
man leicht unter einer ſolchen Sportjacke
Stoffkleid oder ein ſchickes Strickmodell tr.ud
Als „klaſſiſcher” Mantel der Saiſonn
ſicherlich der ſchwarze Perſianer anzund
zwar iſt der groß und weich gelockt1
ſchwänz=Perſianer ganz beſondet
zugt. Zwar handelt es ſich hier um enſ
koſtſpieliges Fell, doch haben die darau=”
ten Umhüllen den Vorteil, geradezu urnd
zu ſein und für jedwede Gelegenheit im
kommen. Kragen und Manſchetten arn
entweder aus gleichem Pelz oder verferr.
abſtechenden Fellen, und zwar hebt ſich ſcoll
als auch Braun von dem ſchwarzen Grr.
fein ab. (Letzte Skizze.)
An Stelle des Breitſchwanz=Perſiann
ſehr häufig Perſianerklauen verad
nicht weniger dekorativ ſind und — in ſchnn
lität — ſogar von echtem Breitſchwanz 10
ſchieden werden können. Allerdings
Klauen=Mäntel, die aus ganz kleinen
Fe=
ſammengeſetzt ſind — weil ſie viele Nähr
müſſen — weniger haltbar, ſo daß die 2
eines ſolchen Stückes eine ausgeſprondl
trauensſache gegenüber dem Kürſchner
Für abendliche Zwecke zieht man am liebſten
Maulwurf heran, da — wie ſchon früher erwäru
dieſen kleinen Fellen ſehr ſchöne ornamentale Effeitl
reichen ſind. Im erſten Bilde zeigen wir einen
Maulwurfmantel, der ſehr weit geſchnitten iſt, ſo daßf
genommen — im Rücken leicht überfällt, was bei Abv
immer gut ausſieht. Man entnimmt aus dieſer
genau, wie feine Deſſinierungen ſich aus der Verarln
Maulwurf=Felle in den verſchiedenen Richtungen erge
gleiche gilt natürlich auch für Feh, das auch heuer
abendliche Gelegenheiten viel Beachtung finden wird.
7
und Rot
jun schwarr iäg
ü Haaichste
Mirchalier „Heim ivor.,
Meri Wismarchktr., 8.
Wiederkommen der großen Hüte, ſo hat ſich dieſe modiſche
Prophezeiung nur zum Teile verwirklicht. Zwar gab es während
des Sommers ab und zu auch breitrandige Formen zu ſehen,
doch verſchwanden ſie wieder bald aus dem Modenbilde, weil
man ſich mit ihnen nicht recht befreunden konnte.
Erfolg hatten die eng anliegenden Typen, die als „D1
„Lindbergh”=Kappen einen geradezu imponierenden
antraten. Auch jetzt ſieht man noch
eine=
eng anliegender Hüte, vornehmlich Barz,
dann wieder Hüte mit hoch aufgeſchlau
dern, andere wieder mit halbbreiter Kres
aber bleibt die moderne Hutform und
fein in der Linienführung, äußerſt
ziemlich klein.
In unſerer Bildgruppe verweiſen
neueſten Hutmodelle, die man für denn
ſehen bekommen wird.
Für den Abend kann man ſich keim.
Hutform denken, als das unten abgebill.
mit dem weichen Hutkopfe und dem hock
genen Rande. Eine ſeitlich geſteckte 7
nierung kann man für größere abendliat
heiten verwenden, ſonſt aber abnehmern
eine einfache Schmucknadel erſetzen.
Schmucknadeln und Schnallen aller
überhaupt auf den modernen Hüten ein!
Rolle. So ſieht man auch auf dem lex:
der oberen Reihe einen Aufputz
dieſern=
dies ein ganz weich gearbeitetes Modes
astiger Form, dem ein ſchmaler Geſichtst
ſehr eigenartige Note verleiht.
Für ſportliche Gelegenheiten
verkä=
nach wie vor den ſchmuckloſen, allenfals
einem Bande garnierten Velourhut
der oberen Reihe).
Wie apart der Kontraſt zwiſchen
Material= und dem glänzenden Sons
Geltung kommt, zeigt das obere Mittels
Zweifarbige Filze ſind auf dem el4
der zweiten Reihe zu ſehen; am beſtent
dieſer Ausarbeitung zwei Schattierung.”
derſelben Farbe zur Geltung, alfo eih ?
Braun, helles mit dunklem Grau, helle 2
Efeugrün uſw. Ein ſolcher Hut kann AI.
allerverſchiedenſten. Gelegenheiten D
werden und verfehlt niemals ſeine 9ie
Daß das Barett noch immer vies
findet, beweiſt unſere letzte Skitze, died
kleidſames wie originelles Model
licht, das vielſeitige Verwendungsmöglichkeiten.
ebenſo gut zum nachmittäglichent, wie zum cheidlis.
aber auch zum Wintermantel und zur Pelzuſhilt.
werden kann.
ier 322
Ränſtl.
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Mor
abeme Uhr.
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