Ginzelnummer 10 Pfennige
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Hefſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 311 Mittwoch, den 9. November 1927. 190. Jahrgang
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Gewalt wie Krieg. Aufruhr Sireil nſw erliſcht
ede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtlicher Beſtreibung fällt jeder
Nabail weg. Banſtonto: Deutſche Boni und Darm=
(ädter und Nationalbant
ngeſiſch ſagoſſälcher Tanontg.
Felgrads Rückendeckung
in Paris.
deikzkäderſtreit der franzöſiſch =italieniſchen
fntliſſen auf dem Balkan. — Jugoſlawiens
beſtfätze zu Jtalien. — Die Betonung der
neuen Freundſchaft.
* Paris, 8. November. (Priv.=Tel.)
eA4
Rollmonz, Br
zumt
Enlfeli
dsrrie der franzöſiſchen Freundſchaftsverträge mit den
smm Staaten im Oſten und Südoſten Europas wird in
mm Tagen durch die Unterzeichnung eines neuen
Ab=
ſty xviſchen Paris und Belgrad vervollſtändigt werden.
ta=dlungen über den Abſchluß dieſes Vertrages dauern
ilſiit dem Friedensſchluß an. Ihr Abſchluß wurde nach
ſymmenden Berichten bereits vor längerer Zeit gemeldet,
9e Unterzeichnung ſollte aber beſonders feierlich
voll=
trden. Nun heißt es, daß der jugoſlawiſche Außenmini=
Mowitſch und gleichzeitig das jugoſlawiſche Königspaar
Myiraf ſt nach Paris begeben werden, und daß gelegentlich
ir Aufenthaltes die Unterzeichnung der Verträge
vor=
wwerden ſoll. Ein feſter Termin hierfür iſt noch nicht
ſit ſder von der Preſſe vielfach genannte 15. November
auai d’Orſay abgeleugnet, gerüchtweiſe verlautet aber
v Siöhr 9 benruhdS Briand bereits von dem Abſchluß der
Verhand=
mGelle n AP A den engliſchen Außenminiſter Chamberlain als
Pfund 2uia ud chſeäni lohal verſtändigt habe.
ſcharfehünk liſſen Verträgen handelt es ſich ſowohl um einen
en ge 4/Bülſich end Freundſchaftsvertrag, als auch um ein
militä=
ſich Allmnmen. Beide Staaten garantieren ſich darin
gegen=
zarzeit beſtehenden Grenzen und verpflichten ſich zu
ſſchte militäriſcher Hilfe, im Fall eines Angriffs von
dritten Macht. Die Verträge ſollen ſich im übrigen
oſtlaut des füanzöſiſch=rumäniſchen Vertrags anlehnen
Feine ſonderliche Ueberraſchung bringen. Zur
Be=
imer Bedeutung für die gegenwärtige politiſche Lage
Heimopc muß jedoch ihre Veröffentlichung abgewartet
MS’s den Verträgen ohne Zweifel aber bereits jetzt ihre
juterſchätzende Tragweite gibt, iſt die Tatſache ihres
”, Ider demonſtrativen Betonung der
franzö=
etzgpſlawiſchen Freundſchaft. Die gegenwär=
E0 gung auf dem Balkan zeigt eine ſtändig zunehmende
hag des italieniſchen Einfluſſes. Frankreich, das in der
Mdrr Kleinen Entente und in dem Beſtreben, das
Schick=
degs men Völker auf Gedeih und Verderb an ſich zu ketten,
ſenſe furß hinreichend zu ſichern glaubte, fand bald in Rom
en, der in ſeinem geſchickten Ausſpielen der kleinen
Wen einander die alte Legende von Frankreich, als dem
Nsſwn, der kleinen Völker, langſam zerſtörte. Rom ſagte
Kampf an, und ſeit geraumer Zeit tobt auf dem
Men Widerſtreit der franzöſiſch=italie=
Röntereſſen, in dem die kleinen,Balkanſtaaten in
flinltt mur Figuren auf dem Schachbrett der beiden Gro=
Ahräſe der Balkanvölker war die Lage Jugoflawiens
eieBeſondere. Größer und in ſich geſchloſſener als die
erchlackanſtagten zeigte die Linie der politiſchen Entwick=
D uoflawien eine aufſteigende Tendenz. Eine verſtän=
PMce Führung könnte ohne Zweifel das Land der
Ser=
i Flcen und Slowenen weiter emporführen und ihm eine
Min aſccenttung ſichern, die es vielleicht zum Mittelpunkt
10 chenden Faktor in der Balkanpolitik machen würde.
Lur-ung des jugoflawiſchen Staates hat man in Paris
Wene 14 Aich erkannt und iſt deshalb gewillt, Belgrad ent=
Bc Am en, um ſich ſeine Freundſchaft zu ſichern. Hingegen
Deilbſi ſchen Jugoſlawien und Italien alte
N Gegenſätze, und die von Rom betriebene
Er=
im ln ik auf dem Balkan tut ein Uebriges dazu, um den
Wyas zwiſchen Rom und Belgrad zu verſchärfen und
e. Der Vertrag von Tirana, der Rom den dominie=
iiruß in Albanien ſichert, hat darum in Belgrad ſo
Lauung ausgelöſt, weil die jugoſlawiſche Regierung
Meiteres Zeichen der ſtändigen Zunahme des italie=
Iuſſes auf dem Balkan erblickte. Eine geſchickte
Poli=
hat es weiterhin vermocht, ſich nicht nur der Athener
ſ zu verſichern, ſondern auch die Grundlagen der
Sielun nte dadurch ins Schwanken zu bringen, daß
Buka=
aA Suam, aber ſicher von Paris abwandte und ſich in zu=
EMaße nach Rom orientierte. In dieſer politiſchen
I auf dem Balkan bedeutet das Zuſtandekommen
aRjugoſlawiſchen Vertrages ein weiteres Merkmal
Daris und Rom ihre Hilfstruppen ſammeln. Er be=
Endes eine Verſchärfung der Lage, da Jugo=
2werheitsgefühl gegenüber Italien natürlich im
glei=
iß nimmt, als es ſeine Rückendeckung in Paris erlangt.
Der Inhalt des Vertrags.
EP. Belgrad, 8. November.
Aeme” beröffentlicht in ihrer heutigen Nummer den
½ hnzöſiſch=jugoflawiſchen Vertrages. In Artikel 1
Ech die vertragſchließe iden Parteien, keinen Angriff
läu unternehmen und an keinem von anderer Seite
Angriff gegen die Sicherheit des Vertragspartners
Ausnahmen bilden nur etwaige, ſich aus den In=
Selbſtvert
uren zu unterwerfen. In
dieſer Hinſicht wird ein eigenes Abkommen geſchloſſen. — In
Artikel 3 verpflichten ſich Frankreich und Jugoſlawien, alle Be= Gegenüber den Bemühungen der Großſtaaten, die poſitiv
ſchlüſſe des Völkerbundes oder des Völlerbundsrates, die die
Sicher=
heit der Vertragspartner in Frage ſtellen könnten, gemeinſam zu
prüfen. — Artikel 4 beſagt: Wenn Frankreich oder Jugoſlawien
trotz ihrer friedlichen Tendenzen und ohne jemand provoziert zu
haben, angegriffen werden, werden die beiden Regierungen
ſo=
fort in Fühlung treten, um eine Aktion zum Schutze ihrer
natio=
nalen Intereſſen zu unternehmen, wobei ſie ſich immer die aus
dem Völkerbundspakt ſtammenden Verpflichtungen vor Augen
halten werden. — In Artikel 5 verpflichten ſich beide
Regierun=
gen, jeden Verſuch einer Aenderung der gegenwärtigen
politi=
ſchen Lage gemeinſam zu bekämpfen und über die in einem ſolchen
Falle zu unternehmenden Aktionen eine Verſtänvigung
anzu=
ſtreben. — In Artikel 6 erklären die Vertragſchließenden, daß
keine Beſtimmung dieſes Vertrages ſo gedeutet werden könne, mächte entſprungen iſt.
als ob darin ein Gegenſatz zu den von Frankreich oder
Jugo=
ſlawien abgeſchloſſenen anderweitigen, auf die europäiſche Politik den ſtehen zwei allen anderen voran, nämlich die
augenblick=
bezüglichen Verträge liege. Die beiden Regierungen verpflichten
ſich weiter, über alle Fragen der europäiſchen Politik ihre
An=
zu unterſtützen. Sie werden einander über alle Verträge
unter=
richten, die ſie noch mit dritten Mächten abſchließen ſollten. —
Artikel 7 ſtellt feſt, daß dieſer Vertrag in keinerlei Gegenſatz zu
den für beide Staaten aus ihrer Zugehörigkeit zum Völkerbund
erwachſenden Verpflichtungen ſteht. Der Vertrag wird beim
Völkerbund regiſtriert und tritt nach der Ratifikation in Kraft.
Er läuft zehn Jahre, kann aber am Ende des neunten Jahres
im gegenſeitigen Einverſtändnis verlängert werden.
Der Zweck der franzöſiſchen Feſtlandsverträge:
Verhinderung der germaniſchen Koloniſierung.
EP. Paris, 8. November.
Im „Echo de Paris” erklärt Pertinax, daß der
franzöſiſch=
jugoſlawiſche Freundſchaftsvertrag keine Militär=Konvention
ent=
halte. Die beiden Vertragsſchließenden vereinbarten, ſich den
Genfer Regeln zu unterwerfen, Jeder Streitfall ſolle dem
Schiedsſpruch eines Ausſchuſſes und in zweiter Inſtanz dem
Völkerbundsrat unterbreitet werden. Damit ſei das Netz der
franzöſiſchen Feſtlandperträge vollendet.
Frank=
reich helfe im Rahmen des Möglichen mit zu der
Konſoli=
dierung der im Kriege entſtandenen oder
ver=
größerten Staaten, die, falls ſie die nötige Lebenskraft
beſäßen, jede Rückkehr der germaniſchen
Koloni=
ſierungverhindern würden. Italien könne verſichert ſein,
daß Frankreich in Belgrad immer zur Klugheit und Mäßigung
raten werde. Die Verſchärfung des italieniſch=jugoſlawiſchen
Zwiſtes würde für die franzöſiſche Sache eine ſchreckliche
Kata=
ſtrophe ſein. Im übrigen ſei zu hoffen, daß Italien ſelbſt eines
Tages bei den Staaten der Kleinen Entente den Platz einnehmen
werde, der ſeinen Intereſſen entſpreche.
Italien und der franzöſiſch=ſüdſſawiſche
Bündnisvertrag.
EP. Rom, 8. November.
Dem bevorſtehenden Abſchluß eines franzöſiſch=ſüdſlawiſchen
Bündnisvertrages ſieht die italieniſche Preſſe mit Mißtrauen
entgegen. Der „Secolo” ſchreibt, alle Verſuche der
fran=
zöſiſchen Regierungspreſſe, zu beweiſen, daß der
neue Vertrag nicht gegen Italien gerichtet iſt,
wirktei wenig überzeugend. Dieſer Bündnisvertrag
mit Südſlawien erſcheine nicht der geeignetſte Schritt Briands,
um jene italieniſch=franzöſiſche Annäherung zu begünſtigen, die
auch in Frankreich von vielen gewünſcht werde. Der
Ver=
trag werde gewiß nicht die Friedensgarantien verſtärken, da
er die Reibungen zwiſchen Frankreich und
Ita=
lien zu vermehren drohe. Italiens gefaßte Ruhe
gegen=
über dem Vertrag ſei nicht Gleichgültigkeit. Die jedem Befehl der
Regierung ſtrikte gehorchende und diſziplinierte öffentliche
Mei=
nung wiſſe die Freundſchaftsnote und die feindſeligen Akte
Frankreichs richtig zu beurteilen und ſie für ihre endgültige
Orientierung einzuſchätzen,
Paul=Boncour Nachfolger Franklin=Bouillons.
EP. Paris, 8. November.
Die außenpolitiſche Kammerkommiſſion wählte
heute nachmittag den ſozialiſtiſchen Abgeordneten und
Delegier=
ten Frankreichs beim Völkerbund Paul=Boncour mit 21
gegen 9 Stimmen zum Vorſitzenden an Stelle des kürzlich
zurückgetretenen radikalen Abgeordneten Franklin=Bouillon.
Paul=Boncour dankte in einer kurzen Anſprache für die Wahl.
Wenn die Kommiſſion einen Mann wähle, der ſeit dem Kriege
ſeine ganze parlamentariſche Tätigkeit den Problemen des
Frie=
dens und der nationalen Verteidigung gewidmet habe, ſo habe
ſie damit kennzeichnen wollen, daß die Wahl eine innerpolitiſche
Bedeutung, aber einen ſehr klaren Sinn auf außenpolitiſchem
Gebiet habe. Die Kommiſſion, die faſt einſtimmig den Bericht
über das Genfer Protokoll und über das Locarno=Abkommen
gebilligt habe, bekunde damit neuerlich kurz vor den Wahlen nicht
nur ihren Friedenswillen, ſondern auch ihren Willen, den
Frie=
den zu organiſieren und die franzöſiſche Außenpolitik im Rahmen
und im Geiſte des Völkerbundes fortzuführen. Paul=Boncour
wies weiter auf die noch beſtehenden Schwierigkeiten hin und
erklärte, Frankreich wolle keines ſeiner eigenen Sicherheitsmittel
opfein, bevor ſie nicht durch eine gleichwertige internationale
Sicherheit erſetzt ſeien. Es werde nicht müde werden, den
ande=
ren die neue Ordnung, die europäiſche Ordnung, vorzuſchlagen,
die allein keine Möglichkeit neuer Konflikte in ſich trage.
Um Krieg, Frieden
und Rheinlandsbeſetzung.
Wir erhalten nachſtehende intereſſante Zuſchrift:
auf Erhaltung des Weltfriedens und Schaffung einer allgemeinen
Friedensordnung gerichtet ſind, dürfen meines Erachtens
die=
jenigen Umſtände nicht vernachläſſigt werden, die dem Frieden
deshalb zugute kommen, weil ſie, für den Augenblick wenigſtens,
den Ausbruch eines großen Krieges erſchweren, ja nahezu
un=
möglich machen. Sie unterſcheiden ſich von den erſtgenannten
Faktoren dadurch, daß ſie nicht aus dem Willen der Staatslenker
hervorgehen, ſondern unabhängig von demſelben, ja vielfach in
offenem Gegenſatz zu dieſem auftreten und wirkſam werden. Wir
ſehen daher im Folgenden auch von der durch den Verſailler
Vertrag erzwungenen Entwaffnung Deutſchlands als
Friedens=
faktor ab, da dieſe Entwaffnung, wenn ſie überhaupt als
Frie=
densfaktor angeſehen werden kann, ſicher dem Willen der Sieger=
Unter den hier zu beſprechenden friedenerhaltenden
Umſtän=
liche Unmöglichkeit, einen großen Krieg wirtſchaftlich
durchzu=
führen, zu finanzieren, und die Abneigung der unter
kommu=
ſichten auszutauſchen und ihre friedlichen Abſichten gegenſeitig, niſtiſchem Einfluß pazifiſtiſch geſinnten Arbeitermaſſen aller
euro=
päiſchen Staaten gegen einen neuen Weltkrieg.
Was den erſten Faktor anlangt, ſo iſt nach den Erfahrungen
des Weltkrieges ein großer Krieg heute nur zu finanzieren
ent=
weder durch Anleihen oder durch Vermehrung der
Zahlungs=
mittel (Inflation). Die Anleihen können innere, d. h. in dem
briegführenden Lande ſelbſt aufgenommene, oder äußere (in
fremden Ländern aufgenommene) Anleihen ſein. Die Aufnahme
innerer Anleihen zum Zweck der Kriegführung iſt heute in
Europa keinem Lande möglich, außer England. Aeußere
An=
leihen in der nötigen Höhe ſind nur von England oder von den
Vereinigten Staaten zu erhalten. Da die Vereinigten Staaten
als Geldgeber für einen enropäiſchen Krieg ausſcheiden, ſo bleibt
nur England übrig, das die zu einem ſolchen Krieg notwendigen
Mittel in der Anleiheform als Selbſtkriegführender oder als
Geldgeber beſchaffen könnte. Da nun England einem
kriege=
riſchen Austrag europäifcher Konflikte durchaus abgeneigt iſt
und ſelbſt Rußland gegenüber ſchwerlich zum Schwert greifen
wird, ſo iſt den Kontinentalſtaaten dieſe Quelle der
Kriegsfinau=
zierung ſo gut wie verſchloſſen.
Was nun die Beſtreitung der Kriegsausgaben durch
Jufla=
tion anlangt, ſo kann und wird jeder Staat dieſes Mittel im
Kriegsfall ergreifen. Jedoch wird bei den noch beſtehenden oder
kaum überwundenen Währungsſchwierigkeiten in allen Staaten
die Geldentwertung im Kriegsfalle ſo rapid ſein, daß auch dieſe
Finanzquelle in wenigen Monaten verſiegen wird. Inwieweit
eine naturalwirtſchaftliche Beſtreitung der Kriegsausgaben etwa
in Verbindung mit hohen Steuern möglich ſein wird, entzieht
ſich jeder Vorausſicht und vernünftigen Berechnung.
So ſteht dem Ausbruch eines europäiſchen Krieges als ſchwer
zu überwindendes Hindernis die Unmöglichkeit der
Finanzie=
rung entgegen. Allerdings werden die einmal erregten
Leiden=
ſchaften der Völker durch ſolche Bedenken wohl kaum abgekühlt
werden, aber für die Staatslenker, die ja dieſe Leidenſchaften
regieren, bilden dieſe finanziellen Schwierigkeiten eine Drohung,
deren Beachtung ſie ſich nicht entziehen können.
Während dieſer Umſtand nur den führenden Kreiſen als
Kriegshindernis zum Bewußtſein kommt, beherrſcht der andere
die Maſſen der Völker. Unter dem Eindruck der
Kriegserfah=
rungen und genährt durch die kommuniſtiſche Agitation hat ſich
gerade in der europäiſchen Arbeiterſchaft eine tiefe Abneigung
gegen den Krieg ausgebildet, die Hand in Hand geht mit einer
leidenſchaftlichen Bekämpfung aller militäriſchen Einrichtungen
und der möglicherweiſe zum Krieg führenden Gedankengänge
(Imperialismus, nationale Expanſion und dergl.). Sie ſteht in
erbittertem Kampfe mit der nationaliſtiſchen Richtung, iſt aber
heute ſo mächtig, daß ſie die Baſis der Heeresverfaſſung der
europäiſchen Staaten, die allgemeine Wehrpflicht, unterwühlt
und damit die nationale Machtentfaltung auf das ernſteſte
be=
droht. Keiner der auf der allgemeinen Wehrpflicht beruhenden
Nationalſtaaten iſt heute ſicher, ſeine Mobiliſation ungeſtört
durchführen zu können. Eine ernſthafte Niederlage kann zu
Meutereien, ja zur Auflöſung des Heeres führen. Natürlich läßt
ſich die Tragweite dieſer Kriegsgegnerſchaft der Maſſen nicht mit
derſelben Sicherheit vorausſehen wie die Unmöglichkeit, einen
Krieg im gegenwärtigen Zeitpunkt zu finanzieren, aber die
Ge=
fahr, der gerade die auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht
gebildeten Heere ausgeſetzt ſind, iſt ſehr groß und bildet
zweifel=
los ein ſtarkes Argument für die Erhaltung des Friedens im
Rate der Staatslenker.
Aus dem Geſagten folgt nun, daß die Armeen je nach ihrer
Zuſammenſetzung und Entſtehung in ſehr verſchiedener Weiſe
den pazifiſtiſchen Einflüſſen zugänglich ſind. Wir unterſcheiden
zwei Hauptgruppen, Berufs=(Söldner=)Heere und Volksheere,
d. h. auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht gebildete Heere.
Während die Berufsheere, wie die engliſche Armee und die
Deutſche Reichswehr einen ziemlich gleichartigen Charakter
be=
ſitzen, ſind die Volksheere in ihrer Organiſation und moraliſchen
Beſchaffenheit ſehr verſchiedenartig und auch innerlich nicht
homogen. So bilden in Rußland und Italien militäriſch
orga=
niſierte Parteien den Grundſtock, auf dem ſich das Volksheer
aufbaut, in anderen Ländern, wie in Frankreich, fehlt dieſe
Par=
teiorganiſation als Baſis der Armee völlig. In allen
Volks=
heeren gibt es eine aktive, d. h. im Dienſt befindliche Armee,
deren Offiziere und Unteroffiziere Berufsſoldaten ſind, und die
damit wieder dem Söldnerheere ähnlich wird. Im allgemeinen
wird nun das Soldheer, und nächſt ihm die aktive Armee des
Volksheeres, am wenigſten, das Volksheer ohne
Parteiorgani=
ſation in ſeinem ganzen Begriff, am meiſten der pazifiſtiſchen
Propaganda zugänglich ſein. Die Wirkſamkeit dieſer
Propa=
ganda hängt natürlich nicht allein von der Organiſation der
Armee ab. Im gegebenen Fall werden die Natur des Krieges
(Offenſiv= oder Defenſiv=Krieg), der Kriegsgegner und andere
Umſtände ebenfalls eine ergebliche Rolle ſpielen. Aber deuernd
und allgemein wird nur die Organiſationsform des Heeres über
das Maß der Empfänglichkeit für die Friedenspropaganda
ent=
ſcheiden. Auf Grund dieſer allgemeinen Erwägungen, deren
Richtigkeit wenigſtens in den Hauptpunkten wohl kaum beſtritten
werden kann, gewinnt nun eine aktuelle politiſche Frage, die
Rheinlandsbeſetzung, und zwar vor allem die franzöſiſche
Rhein=
armee, eine beſondere Beleuchtung. In keinem europäiſchen
Großſtaat iſt die pazifiſtiſche Agitation der Kommmniſten
leb=
hafter und wirkſamer als in Frankreich. Dabei iſt das
franzö=
ſiſche Volksheer in keiner Weiſe parteipolitiſch unterbaut, wie
etwa das italieniſche. Es iſt natürlich ſchwer zu ſagen, wie weit
dieſe Unterwühlung bereits vorangeſchritten iſt, daß aber gerade
in Hinſicht auf eine allgemeine Mobilmachung und die
Durch=
führung eines langandauernden Großkrieges ernſte Beſorgniſſe
beſtehen, iſt ſicher. Trotzdem würde meines Erachtens ein
Defen=
ſivkrieg gegen das fasciſtiſche Italien durchaus möglich ſein,
während ein Offenſivkrieg gegen Deutſchland alle pazifiſtiſchen
Hemmungen im Volksheer neu beleben würde. Denn für
Frank=
reich müßte ein Krieg gegen Deutſchland ein Offenſivkrieg ſein,
da anders die ſtrategiſch ungünſtig gelegenen Oſtprovinzen nicht
zu ſichern wären. Nun ſteht auf deutſcher Seite eine zwar kleine
und unvollkommen ausgerüſtete, aber glänzend ausgebildete und
politiſch immune Berufsarmee Frankreich gegenüber, und
nie=
mand weiß, welche Kräfte das durch einen franzöſiſchen Angriff
in ſeiner Exiſtenz bedrohte Deutſchland aufbringen könnte. So
betrachtet, iſt die militäriſche Ueberlegenheit Frankreichs
gegen=
über Deutſchland nicht ſo groß, wie es den offiziellen Zahlen
nach erſcheinen könnte. Denn die Hauptwaffe Frankreichs, das
Volksheer, iſt gerade für einen Offenſivkrieg durchaus
unzuver=
läſſig. Aus dieſen Umſtänden erklärt ſich nun auch das zähe
Feſthalten Frankreichs, bzw. ſeiner Generäle, an der
Rhein=
landsbeſetzung. Man will für den Fall eines Krieges gegen
Deutſchland eine pazifiſtiſch nicht verſeuchte, ſchlagfertige Truppe
haben, die den erſten Offenſivſtoß ohne Bedenken unternehmen
würde, und die der Reichswehr moraliſch ebenbürtig, techniſch
aber überlegen wäre. Denn die franzöſiſche. Rheinarmee iſt eine
ſolche Truppe, erſtens weil ſie ihrer Zuſammenſetzung nach einer
Berufsarmee nahefteht, und zweitens, weil ſie vermöge ihres
Standortes im fremden Land der pazifiſtiſch=kommuniſtiſchen
Agitation ziemlich entzogen iſt. Bei dieſen Erwägungen ſpielt
das Bewußtſein der eingangs erwähnten finanziellen
Hinder=
niſſe des Krieges keine Rolle, da ſolche Gedanken den hier
maß=
gebenden militäriſchen Gewalten fernliegen. So iſt es eine
eigen=
artige Kombination inner= und außenpolitiſcher Erwägungen,
die Frankreich an der Rheinlandsbeſetzung feſthalten läßt. Dieſe
Beſorgniſſe werden weder durch den Vertrag von Locarno, noch
durch die Entwaffnung Deutſchlands zerſtreut, auch können ſie
in der öffentlichen Diskuſſion gar nicht und in den
Unterhal=
tungen der Staatsmänner nur mit äußerſter Vorſicht berührt
werden. Daher rollt die Diskuſſion über die Beſetzung in
er=
müdendem Gleichmaß um Sicherheit Frankreichs vor Deutſchland
und um Beteuerung der völligen Entwaffnung, während die
Maßnahme ſelbſt zu einem guten Teil aus dem Bewußtſein der
Schwäche entſpringt, die die eine Partei nicht eingeſtehen will
und die andere Partei zu betonen kein Intereſſe hat.
Zu dieſen beiden wichtigſten friedegebietenden Umſtänden
tritt nun als dritte ins Gewicht fallende Tatſache hinzu, daß
der Sturz der beſtehenden Staatsform, die innere Revolution,
als Folge der militäriſchen Niederlage zu einer Art Regel
ge=
worden iſt. Dieſe im Kriege von 1870/71 erſtmals aufgetretene
Erſcheinung hat ſich im Weltkrieg allgemein beſtätigt. Jede
Regierung riskiert alſo im Kriege ihre eigene Exiſtenz. Dieſer
Umſtand mag der Erhaltung des Friedens ebenfalls häufig
zu=
ſtatten kommen, obwohl er an Wichtigkeit hinter den beiden
erſtgenannten Faktoren weit zurücktritt. Denn jede Regierung,
die einen Krieg unternimmt, glaubt des Sieges ſicher zu ſein
und ſtellt demgemäß die Folgen der Niederlage wenig oder gar
nicht in Rechnung.
Wir haben ſo diejenigen Umſtände, die objektwv, d. h. ohne
Zutun und Willen der Staatsmänner heute für den Frieden
wirkſam ſind, beſprochen. Allen gemeinſam iſt, daß ſie in ihrer
Stärke nicht gleichbleibend ſind, ſondern langſam, je weiter wir
uns zeitlich vom Kriege entfernen, an Wirkſamkeit und Gewicht
verlieren. Es gilt dies ſowohl für die Unmöglichkeit der
Kriegs=
finanzierung, wie für die pazifiſtiſche Agitation des
Kommu=
nismus, wie endlich für das Bewußtſein des eigenen Sturzes im
Falle einer entſcheidenden Niederlage. Der wachſende Wohlſtand
wird auch Kriegsanleihen und Inflation wieder geſtatten, der
Kommunismus wird ſich der Ordnung der Welt einfügen und
von der pazifiſtiſchen Agitation Abſtand nehmen, oder aber jeden
Einfluß verlieren, das noch heute lebendige Bewußtſein des
Niederlagenriſikos wird den Staatsmännern ebenſo
entſchwin=
den, wie die Leiden und Drangſale des Krieges dem
Bewußt=
ſein der Völker. Dann werden die alten Probleme, die der
Kriegsausgang aufgeworfen hat, und die heute unter Herrſchaft
der „Kriegswüdigkeit” einer friedlichen Löſung zugänglich
er=
ſcheinen, dem kriegeriſchen Austrag zudrängen, neue Probleme
werden auftauchen, ſür welche die alten Friedensformeln
unzu=
reichend ſind. Allerdings ſchafft ein dauernder Friede auch neue
Vom Tage.
Das Verſicherungsamt Kattowitz hat den Proteſt der
pol=
niſchen Parteien gegen die Gültigkeit der Wahlen
am 9. Okcober für die Ortskrankenkaſſe Kattowitz
abgelehnt. Die deutſche Liſte wurde für gültig erklärt.
Der Oberſte Rat der Sozialiſtiſchen Partei
Po=
lens hat beſchloſſen die oppoſitionelle Haltung
gegenüber der Regierung des Marſchalls Pilſudſki aufrecht zu
erhalten.
Zum Nachfolger des vor eimigen Tagen
zurückgetre=
tenen eſtländiſchen Außenminiſters Dr. Akel iſt
nun=
mehr endgültig der bisherige eſtländiſche Geſandte in
Helſingfors, Hellat, ernannt worden.
Der finniſche Geſandte in Bern, Erich, hat ſein
Rücktritesgeſuch eingereicht.
Der ägyptiſche Premierminiſter Sarwat Paſcha
iſt geſtern morgen von London abgereiſt.
Der franzöſiſch=belgiſche
Niederlaſſungsver=
trag iſt ratifiziert worden und tritt ſofort in Kraft. Die
beiden Länder ſichern ſich darin für ähre Staatsangehörigen gegenſeitig
auf allen Gebieten die Meiſtbegünſtigung zu.
Der Kronprinz von Italien wird im nächſten
Frühjahr Paläſtina einen Beſuch abſtarten. Der
Beſuch ſoll den Charakter einer Vergnügungsreiſe tragen, aber
gleichzeitig dazu dienen, der italieniſchen Propaganda
im Mättleren Oſten eine Folie zu geben.
Friedensbande zwiſchen den Völkern, vornehmlich auf
wirt=
ſchaftlichem Gebiet. Aber die Erfahrung hat gelehrt, daß ſie
zer=
reißen wie Spinngewebe, wenn der Krieg auftritt.
Wirkſam ſind nur die objektiven, ſpezifiſchen
Kriegshin=
derniſſe und dann der Wille der Völker und ihrer Gewaltigen
zum Frieden. Daß dieſer Wille zur Tat werde, ſcheint ihr
augen=
blickliches Bemühen zu ſein. Sicher iſt der Augenblick, eben
dank der objektiven Kriegshinderniſſe, ſo günſtig, wie er nie
zuvor war und wohl nie wieder werden wird. Daher ſollten
alle, die guten Willens ſind, gerade jetzt an dem Friedenswerk
arbeiten. Denn wie ein chineſiſches Sprichwort ſagt: „wer ſchläft
in der Windſtille, rudert im Sturm”
Die neue Front des Zentrums.
Ausſöhnung mit Wirth.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Zwiſchen dem Prälaten Schofer und Dr. Wirth hat dieſer
Tage in Freiburg eine Beſprechung ſtattgefunden, die ſich nicht
nur um die Spannung zwiſchen Dr. Wirth und den badiſchen
Parteiinſtanzen drehte, ſondern ſich insbeſondere auch auf die
geſamten Probleme der gegenwärtigen politiſchen Lage bezog.
Dieſe Beſprechung, zu der Dr. Wirth die Anregung gegeben
haben ſoll, hat einen befriedigenden Verlauf genommen. Die
„Weſtdeutſche Volkszeitung” die über dieſe Zuſammenkunft eine
kurze Notiz bringt, knüpft daran noch folgenden Kommentar:
„Wir verzeichnen dieſe Nachricht mit großer Genugtuung und
knüpfen daran die Hoffnung, daß die wertvolle politiſche
Arbeits=
kraft von Dr. Wirth für die Zentrumspartei und die
Zentrums=
fraktion wieder voll nutzbar gemacht wird.” Aus dieſem Zuſatz,
der doch wohl nur aus der Kenntnis der Dinge heraus geboren
ſein kann, darf man wohl ſchließen, daß der Friede zwiſchen
Dr. Wirth und dem Zentrum — ganz allgemein geſprochen —
wieder hergeſtellt worden ift, nicht aber in der Weiſe, daß Dr.
Wirth zu Kreuze gekrochen iſt, dafür iſt es viel zu ſtarrköpfig.
Eher wird Herr Schofer ihm auseinandergeſetzt haben, daß man
ſich in den maßgebenden Zentrumsinſtanzen allmählich zu den
gleichen Anſchauungen bekehrt hat, wie ſie Herr Dr. Wirth üben
die Zuſammenarbeit mit den Deutſchnationalen vertreten hat,
ſo daß die Gegenſätze nicht mehr ſo ſcharf ſind. Die nächſte
Zu=
kunft wird zu zeigen haben, welche tatſächlichen Ergebniſſe in
der Ausſprache erzielt worden ſind.
Annäherungsverhandlungen zwiſchen
Zentrum und Bayeriſcher Volkspartei.
* Berlin, 8. Nov. (Priv.=Tel.)
Von den Verhandlungen zwiſchen dem
Zen=
trum und der Bayeriſchen Volkspartei iſt es eine
ganze Zeit lang ſchon ſtill geworden. Jetzt erfährt man, daß in
der kommenden Woche eine neue Beſprechung in
Regensburg angeſetzt iſt. Beide Parteien hatten
bekannt=
lich eine Verhandlungskommiſſion eingeſetzt, die über die letzten
Beſprechungen in Berlin bereits zu beſtimmten Vorſchlägen
ge=
kommen war. Dieſe Vorſchläge waren aber wieder bedingt
durch die Lage der Pfalz, weil das Zentrum dort ſeine eigene
Organiſation opfern muß, wenn es den Bayern entgegenkommen
will. Es ſcheint, als wenn hier im weſentlichen eine
Einigungs=
möglichkeit ſich eröffnet.
Nach dem enderrscheindragt
Kriſengerüchte. — Das Schickſal derK
In der Wandelhalle des Reichstages erzählt mog
man demokratiſchen Blättern glauben darf, daß die
Reichsfinanzminiſters unhaltbar geworden ſei, do=
Regierungsparteien ungern an die Frage herangel.”
fürchten, daß im Falle des Wechſels im Finanzmirnt
ganze Frage der Kabinettsbildung aufgerollt we
Das klingt faſt wie die Einleitung einer neuen gru
ſoweit wie die Dinge ſehen, ein taktiſch nicht einmu
geſchickter Vorſtoß, deſſen Wirkung nur nach der enten
Richtung gehen kann. Es iſt ganz zweifellos, daß
innerhalb der Koalition nicht gerade an Anſehen gee
Ihm wird der Vorwurf gemacht, daß er den garn
wechſel mit dem Reparationsagenten beſſer vermieder
die Art, wie Herr Gilbert hier auftritt, doch ſehrn
Finanzkontrolle ſchmeckt. Aber ebenſo ſicher iſt es
daß niemand daran denken kann, Herrn Dr. Köhlern
blick fallen zu laſſen, weil das doch ſo ausſehen muf
wir dem Reparationsagenten recht geben und ihmn=
Finanzminiſter opferten. Den Eindruck gilt es nagu
allen Umſtänden zu vermeiden, und deshalb denkt ſioit
daran, wegen des Finanzminiſters eine Kriſe heragt
ren, ganz abgeſehen von den Schwierigkeiten, dies
ſolchen Wechſel für die Koalition entſtehen müßteny
Das Schickſal der Koalition wird vorerſt beſtim=n
Beamtenbeſoldung und das Schulgeſetz. Solange ketn
darüber geſchaffen iſt, ob bei beiden Fragen eine poſſti
gefunden werden kann, wird auch ganz ſicher an derrs
ſetzung des Kabinetts nichts geändert. Geht das S.
Bruch, dann ſpricht eine große Wahrſcheinlichkeit davi
Koalition in dieſen Strudel hineingezogen wird. D2u
man ſich alſo über einzelne Miniſter überhaupt nica
Köpfe zu zerbrechen. Gelingt es aber, über die Scuſe
hinwegzukommen, dann wird vermutlich auch niün
haben, gerade bei dem Finanzminiſter den Hebelll
weil dann die Frage akut wird, wie die Stellung dar
Parteien im Wahlkampf zu einander abgeſtimmt un
Um Gilberis Bericht.
Eine ſozialdemokratiſche Korreſpondenz hat he:en
hauptung aufgeſtellt, daß die Antwort des Reichsfinnn
auf das Memoxandum Parker Gilberts von dieſenn
unbefriedigend betrachtet werde. Nach unſeren Im
kaun davon gar keine Rede ſein, zumal da doch die un
Antwort erſt vor kurzem überreicht worden iſt und 2e
nicht vorſchnell ein Urteil abgeben, ſondern erſt einmn)
wort genau durchprüfen wird. Im übrigen darf
daran erinnert werden, daß doch die Antwort nur dieich
für einen weiteren Meinungsaustauſch ſein ſoll.
Engliſche Verleumdungen.
Die „Morningpoſt” hat ſich wieder einmal auf
Polizei geſtürzt und die Behauptung aufgeſtellt, deß
Umſege über die Polizei die militäriſch Ausgeln
Deutſchland fortlaufend vermehrt würden. Es iſt eigem
flüſſig, auf derartige Behauptungen einzugehen. E
Beruhigung nur an die Vereinbarung erinnert ſe3
ſeinerzeit mit der Botſchafterkonferenz getroffen halh
nicht nur die Kopfſtärke der Polizei feſtſtellt, ſondesn
Einzelheiten der Ausbildung der Polizeibeamten
kommt der Nachwuchs der Polizei aus den Polize
aber nicht nach militäriſchen, ſondern nach polizeilichat-)
punkten ausgebildet wird. Im übrigen kann nocht
werden, daß z. B. die preußiſche Polizei keineswegss)
zuſweiſt, die ihr auf Grund der Vereinbarungen mn
ſchafterkonferenz geſtattet iſt.
Die Reiſe des Kanzlers nach W.
Der Reichslanzler wird am kommenden Sonntag!
tung des Außenminiſters nach Wien fahren, um denns
erwidern, den der Bundeskanzler Rameck im vergangg!
in Berlin abgeſtattet hat. Eine aktuelle politiſche Bec.
dieſe Reiſe ſomit nicht. Es iſt aber nur zu ſelbſtn1
daß dabei über die Stellung der beiden Länder nicht 7u
liche Reden ausgetauſcht werden, ſondern auch vertr y
ſprechungen ſtattfinden. Der Kanzler beabſichtigt, din
über München anzutreten, um mit dem bayeriſchen:
präſidenten in Fühlung zu treten. Hier wird es an i.
fehlen. Am Freitag der nächſten Woche will der N0
dem Bankett des Vereins der Berliner Preſſe eine
tiſche Rede halten, die gleichzeitig wohl als Auftaſ
Wintertagung des Reichstages gedacht iſt.
420 Jahre Heſſiſche Volksbücher.
Motto: Viel löblicher, ein Buch zu leſen,
Denn Feſt und lautes Gaſſenweſen.
Dieweilen vieles Dir wird klar,
Was lange Zeit verborgen war.
Und aus der Chronika ſteigt auf
Der Städt’ und Chriſten Lebenslauf. (1462)
Wenſt man die Preſſe= und Zenſurakten des 19.
Jahrhun=
derts durchblättert, dann iſt man erſtaunt über die Menge von
Zeitſchriften, Zeitungen und Werken, die für eine mehr oder
minder kurze Zeit ein mehr oder minder großes Leſepublikum
befriedigten und bald ſang= und klanglos verſchieden. Wie
groß aber iſt erſt die Zahl derjenigen „Werke”, die trotz
Ein=
gaben, trotz Aufrufen, trotz mannigfacher Bemühungen
über=
haupt nicht zum Leben kamen!
Heute, im Zeitalter der Buchgemeinſchaften haben wir uns
daran gewöhnt, die große Organiſation nebſt zugehörigem
Apparat, um die Mitglieder zu ſammeln und regelmäßig mit
Werken zu verſorgen, als ſelbſtverſtändilche Notwendigkeit
hin=
zunehmen. Daß es aber ſchon vor 20 Jahren möglich war,
ähnliche Ziele ohne den modernen Apparat zu verfolgen,
beweiſen die Heſſiſchen Volksbücher, die Wilhelm
Diehl, der Prälat der heſſiſchen Landeskirche, zuſammen mit
einigen Freunden *) begründete und vom November 1908 an
in über 60 Bänden, von denen alle Nummern bis auf die
Bände von 52 an vergriffen ſind, herausgibt.
Wohl vorbereitet, ſollte die Sammlung den in weiteſten
Kreiſen unſeres Heſſenvolkes vorhandenen „Hunger nach
Hiſtorie” ſtillen. Es ſollten bewährte ältere heſſiſche
Volksbücher in neuem Druck und volkstümlich abgefaßte
neuere Arbeiten aus dem Gebiete der heſſiſchen Geſchichte in
guter Ausſtattung und zu mäßigem Preiſe erſcheinen: jedes
*) Der Aufruf vom 14. November 1908 iſt unterzeichnet von:
D. Dr. Wilhelm Diehl, Stadtpfarrer; Karl Noack,
Biblio=
thekar der ſtädtiſchen Leſehalle; Prof. Dr. Eduard Anthes
(inzwiſchen †), Overlehrer am Neuen Gymnaſium; Prof. Dr.
Karl Bader, Bibliothekar bei der Hofbibliothek: Dr. Karl
Eiſelborn, Hilfsbibliothekar bei der Hofbibliothek; Lie
Fritz Herrmann, Oberlehrer an der Viktoriaſchule und dem
Lehrerinnenſeminar.
Jahr etwa 3 Bändchen im Umfang von 20—25 Bogen, broſchiert
gegen ein jährliches Bezugsgeld von 2.— und gebunden für
Mk. 3.—. „Das Unternehmen, (ſo heißt es in dem Nachwort zu
dem erſten Band) das ſich an alle Heſſen, ohne Unterſchied der
Konfeſſion, des Standes und der politiſchen Partei, wendet, kann
ſelbſtverſtändlich nur dann ſeinen Zweck erſüllen, wenn es
ge=
lingt, ihm den Weg in möglichſt viele Büchereien und Häuſer zu
bahnen. Nur unter dieſer Bedingung kann es auch beſiehen.”
Das Unternehmen brachte es ſchon im erſten Jahr auf
1000 feſte Bezieher. An ſeinem 4. Geburtsrag waren insgeſamt
20 000 Bände abgeſetzt; bis Kriegsausbruch 30000 Bände. Die
Abonnenten und Leſer der Volksbücher rekrutierten ſich aus allen
Kreiſen des Landes; Reiche und Arme, Alte und Junge erfreuten
ſich an ihnen. Und das mit Recht, weil die Eigenart der
Volksbücher nämlich Volkstümlichkeit, mit gediegener
wiſſenſchaftlicher Arbeit vereint, mehr als flüchtigen
Stunden=
rauſch gab, — echtes Gut, daß zu den Quellen der Heimat, in
der wir alle wurzeln und zu der wir einmal, früher oder
ſpäter, doch alle zurückſtrömen. Beſonders die Bändchen von
Diehl ſind Muſterbeiſpiele für die Eigenart und das
beſon=
dere Ziel, das einige der Bändchen verfolgen. Ich denke
dabei an Band 1: Friedrich Peppler, Schilderung meiner
Gefangenſchaft in Rußland vom Jahre 1812 bis 1814; Band
13/14: Die Heſſen in Spanien und in engliſcher
Gefangen=
ſchaft 1808—1814; Band 15: Landgraf Georg der
Zweite. Ueber dieſes Bändchen ſchrieb Diehl am 20. Oktober
1912: „Es kam mir darauf an, einem Mann, der in vielen
großen Geſchichtswerken ſehr übel wegkommt, Gerechtigkeit
wider=
fahren zu laſſen. In dieſer Tendenz reiht ſich das 15.
Volks=
buch an die Bände 1 und 13/14 an, die ja auch darauf ausgehen,
nach und nach einer tendenziöfen Geſchichtsbetrachtung den Reſt
zu geben, für die nicht die geſchichtliche Wahrheit, ſondern der
zufällige Erfolg den Maßſtab für die kritiſche Beurteilung
abgibt, und für die nicht das groß iſt, was
wirk=
lich groß war, ſondern nur das, was ſich in der
geſchichtlichen Entwicklung als Vorſtufe zu dem
darſtellt, was heute als groß gilt.” Mit Recht konnte
von einem Kritiker feſtgeſtellt werden, daß kein anderes
deut=
ſches Land deutſcher Zunge ein gleich wertvolles Unternehmen
der Art beſitzt, das den gemeinen Mann begeiſtert und den
Ge=
lehrten fördert.
getragen wurde von dem einen Wilhelm Diehl. Ma/!
ſo gern von dem gefährlichen roten Sozialismus; mi
dafür und dagegen. Aber das entſcheidende im Lele
ſoziale Geſinnung, die zur Tatwird. Wie 9
anderen Fällen und bei anderen Gelegenheiten, ham
Diehl auch bei den Heſſiſchen Volksbüchern ſeinen
ſeine Kraft und wenn’s drauf und dran ging, ſein ?
Schätze zu ſammeln, die Motten und Roſt freſſen) Ma
Ich befürchte, daß dafür ſchon vor dem Krieg keine 2
gegeben wurden; und heute? —
Manches Mal mußte die Trommel gerührt werie
in bedrängten Zeiten wird bekanntermaßen die
Nahrung zuerſt abgeſtellt. „Lärmenſchlagen macht
der heſſiſche Chroniſt Winckelmann ſchreibt, noch keiſe!d
Kriegsmann. Aber ohne Lärmenſchlagen werden biete
kinder nicht wacker.” So erging Pfingſten 1910 ein S
an die Freunde der Heſſiſchen Volksbücher, wobei
wurde, daß von den heſſiſchen Schulen noch nicht 10 PA
die Sammlung abonniert waren. In einem launigeng.
zu einem anderen Bändchen nahm Wilhelm Diehl Bezülg
Loblied, das ein frommer Mann vor 350 Jahren deid
November ſang, „wenn unſer Herrgott die Keller Mia. ”
verſorgt, wenn das Schlachten angeht und der K0de‟”
kammer) mit Speckſeiten, mit Schmeer und Meusſel), Mit
und Knackwürſten ausſtaffiert” wird, wenn mal.
Würſte, Schweinswürſte, Engelwürſte, Leberwürſte.
zu bereiten pflegt: „da gehet an die Jagd von maſch.
pret. Auch kommet es in dieſem Monat, daß Mad
Eicheln und Kaſtanien.”
Der Herausgeber mit ſeinen Mitarbeitern hat. He
der Geſchichte unſeres Heſſenvolke? geſche
Früchten trug es über 60 Volksbücher ein und."
Abonnenten waren „die Strecke” der waghalſigen 3cd.
So nun Andere Luſt heben, mit dem Herausgeber 104
Baum „mancherlei Wildpret” zu genießen als da ſc
Sagen, Heſſiſche Heimatbücher (Oberheſſen, Rheinhell.
ſale und Lebenserinnerungen unſerer Altvorderh, L
werksmeiſter bis zum Fürſten, ſo müſſen ſie dem beilt.
im neuen Jahr Gefolgſchaft leiſten und — 4b91LLLJ
Dr. III
Möglich war die Arbeit nur, weil das von Herausgeber und
Mitarbeitern ſelbſtlos begonnene Werk letzten Endes
*) Prälat D. Dr. Wilhelm Diehl, Darmſtchi.
Poftſcheckkonto Frankfurt a. M., Nr. 135.94
Mittwoch, den 9 November 1927
Seite 3
abeſſiniſche Standamm=
Angelegenheit.
inſetzen amerikaniſcher Intereſſen.
Verſiimnmung in England.
u unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 8. November.
„u emierminiſter Aegrptens, Satwat Paſcha, und Sir
ſteen hier in Ruhe und Frieden über anglo=ägyptiſche
ur chen können. Auch der britiſche Oberkommiſſar in
9ord Lloyd, iſt hier geweſen. Man kann im allgemei=
voi W
uich Ppänden/k, ſſchon vor ein paar Jahren in einem ausgedehnten
enicm! Bwiſchen dem Marquis Curzon und dem
amerika=
chen Mät= ſekretär Hughes erledigt worden iſt. Das war alſo
ge Elſcher Beförderung des Wilajets Moſſul und Meſopo=
elsen, daß man ſich auf der ſicheren Straße, zu einer
befindet, die Aegyytens Selbſtändigkeitsbeſtrebungen
iWberung der Intereſſen des britiſchen Weltreichs und
msl und Eigentums beziehungsweiſe Handels und Wan=
Me-gehörigen fremder Nationen in Einklang bringt.
ai Paſcha und Lord Lloyd beabſichtigten, dieſer Tage
oSurückzureiſen. Da ſchlug eine Bombe ein! Sie kam
geinem unfreundlichen Kabinett, noch von
anarchiſti=
z ſondern von einer amerikaniſchen Ingenieurfirma
bllttuke nichts wenicer, als daß eines der Hauptprivilegien
ſrita)wa” im Sudan und Aegypten, das der
Waſſerregulie=
ung. u /heide Länder plötzlich eine ernſte Bedrohung dadurch
videllmaf: es in Zukunft den Segen erſt aus zweiter Hand
Nyll. Die amerikaniſche Korporation, welche ſo „ſmart”
illim ſchen Abeſſinien und Britannien zu ſchieben, erklärt,
hallzu beiner Weiſe daran gedacht, politiſche Schwierigkeiten
ſe wollen, und die ganze Sache als ein reines
Geſchäfts=
gzertllvel- betrachtet. Letzteres iſt zweifelsohne richtig, und
eun 9: wie angekündigt, der ſchlaue Unterhändler Dr.
Mar=
nallwo don kommt, wird ſich ja zeigen, was er für den
An=
w W arſtin Gewäſſern des Tſana=Sees verlangt, die Aegypten
d dſeupan haben müſſen.
afdage iſt nur, ob die britiſche Regierung überhaupt
uſt E)ſiziw auf eine geſchäftliche Behandlung der Sache
ein=
laſſelſnear vom internationalen Standpunkt aus in
„M8Verantwortliche iſt Abeſſinien. Es bleibt abzuwarten,
eshz sür Sache ſtellt und wie weit es dem Abkommen
ſierrechtsgültigen Abſchluß gegeben hat. Ein ſolcher
ſt des hie bie iſt Sohne ein Vertragsbruch, und Abeſſinien iſt
tglhld des Völkerbundes. Man iſt hier jedoch der
ſchutz, 6 die britiſche Regierung auch ohne Anrufung des
lkerſtyess in der Lage wäre, bei der abeſſiniſchen Regierung
ſellhen Wunſch zu erwecken, ſie hätte Herrn Martin nie
heiſh. /S deſſen Korporation anlangt und deren Erklärung,
haklſee Daran gedacht, politiſche Schwierigkeiten zu machen,
alds chon richtig ſein. Aber die Verträge Englands mit
ſſithiſiad allgemein bekannt geweſen, und wenn die
ameri=
ſchiee nooration ſich nicht ſcheut, mit einem Kontrahenten
ter)ſt Fücken des anderen einen Vertragsbruch gegen die=
Wm anſet In, ſo nennt man dies hier nicht „Smartheit”
ſon=
eſſaterfidie. Gegen ſolche Eeſchäftspraktiken gibt es
tüihel.‟ Das waren die eindeutigen Worte
Feſligen Politikers. Und er fügte noch hinzu:
Bn ton hat man ſchwerlich Luſt, ſich in einer ſolchen
1FFniger zu verbrennen.”
MeSwert iſt, daß die anerikaniſche Regierung, die
1munen Vertreter in Aden hatte, demnächſt über einen
Fräger in Addis Abeba verfügen können
rd. ſ hm Kreiſen der Baumwollinduſtrie gibt es
matde jede Verbeſſerung in der Bewäſſerung der weiten
baumimürrikte willkonimen heißen würde. Es wäre im
bor=
genüſtFille doch erſt ſorgfältig feſtzuſtellen, von welchem
ufluzſäeſamerikaniſchen Siauanlagen ſein müßten. Aber es
iſtufair, Britanuien zu hintergehen, das für die
Kul=
verypten und im Sudan ſolche Opfer gebracht habe.
Efinigung mit der amerikaniſchen Korporation mög=
10 müßte jedenfalls die Bedingung geſtellt werden, daß
ſch) awerſtändige, ſowohl ſolche, welche in den dortigen
ichſeFrigationsarbeiten wie in der Pflege der
Baumwoll=
der eſſeh erfahren ſeien, zur Mitarbeit herangezogen würden.
Einſtevrhtige Vertretung amerikaniſcher
Inter=
ienyin den neuen Oelfeldern im Wilajet Moſſul
der foſſer, im Königreich Frak geſichert worden, aber es muß
eichtſſurk werden, daß alles vollſtändig korrekt zugegangen
mR und!” rvas an politiſchen Momenten mit der Sache ver=
und die Erbohrung der „Guſhers” bei Kirkuk tat den Reſt. Es
hat ſich nun endlich eine amerikaniſche Gruppe gebildet, und
der=
ſelben gehören — o Wunder! — die beiden feindlichen Brüder:
die Standard Oil von New York und die Standard Oil von
New Jerſey, an, woraus, nebenbei bemerkt, wohl der Rückſchluß
gezogen werden könnte, daß Herr Deterding ſo klug war, die
wegen der ruſſiſchen Oellieferungen erhobene Streitaxt wieder
zu begraben. Außer den beiden genannten Geſellſchaften gehören
die Panamerican Petrolcum and Transport Co., die Atlantic
Refining Co. und die Golf Oil Corporation zur Gruppe, die
25 Prozent Intereſſe an der Türkiſchen Petroleum=Kompagnie
erhalten ſoll. Eine franzöſiſche Gruppe war ſchon mit 25
Pro=
zent beteiligt. England iſt durch die Anglo=Perſian beteiligt,
Holland durch die Royal Dutch. Aber England iſt auch der
Mehrheitsanteilbeſitzer der letzteren, ſo daß ſelbſt bei dieſem
Arrangement der Löwenanteil England verbleibt. Und man
könnte glauben, daß es ſich im Sudan an die zweite Stelle
drän=
gen läßt? Ausgeſchloſſen!
Die Erklärung des abeſſiniſchen Vertreters Dr. Martin bei
ſeiner Ankunft in Liverpool betreffend den Dammbau am blauen
Nil, ſteht im Widerſpruch zu der Behauptung der White
Corpo=
vation. Die Beamten der letzteren gaben heute nachmittag zu,
daß tatſächlich ein Kontrakt noch nicht unterzeichnet worden iſt,
wiederholen aber, die Gefellſchaft habe eine fehr beſtimmte
Ver=
einbarung mit der abeſſiniſchen Regierung über die frogliche
Konzeſſion, wenn dieſe Vereinbarung auch noch der
Unterzeich=
nung bedürfe, bevor ſie rechtskräftig werde. Der Vizepräſident
der Corporation erklärte, er verſtehe die Erllärung Dr. Martins
nicht, und lehnte es ab, ſich näher dazu zu äußern.
ensEn Königreich Irak. Auch bis in die neueſte Zeit
ſe ic mi den Intereſſentenkreiſen jenſeits des Atlantil
en is gr vollen Optimismus bezüglich des Wertes der Oel=
Wmin Nord=Frak. Das iſt jedoch jetzt anders geworden,
entäußert ſich des vornehmſien Rechts
des Sigatsbürgers.
Sahten dais Beiſſthen Talsiag
Sonnig, ver 19. keurmorr
Zuſammeniritt des engliſchen Anterkauſes.
EP. London, 8. November.
Nach dreimonatiger Pauſe iſt heute das engliſche Parlament
wieder zuſammengetreten. Als Kurioſum wurde viel belächelt,
daß der Abg. Nelſon bereits heute morgen 4,35 Uhr erſchien, um
ſich einen Sitz zu ſichern. Chamberlain begründete im
Parla=
ment den Standpunkt der engliſchen Regierung in der Frage des
abeſſiniſchen Staudammes und führte u. a. aus, daß eine
der=
artige Konzeſſion an Amerika, wenn ſie datſächlich gemacht
wor=
den ſei, einen Bruch des Abkommens vom Jahne 1902 darſtelle.
Er hoffe, daß die abeſſiwiſche Regierung ſich dieſer Lage bewußt
ſei. — Im Foreign Office hat ſich der abeſſiniſche Delegierte
noch nicht angemeldet, doch wird dort erklärt, ſobald ſeime
Anmel=
dung erfolge, würde er ſicherlich empfangen. Man ſieht alſo, daß
die Verhandlungen noch nicht durch die ofſiziellen diplomatiſchen
Kanäle gegangen ſind.
Die amerikaniſch=franzöſiſchen Zollverhandlungen.
EP. Paris, 8. November.
Dem franzöſiſchen Botſchafter in Waſhington, Claudel,
wurde geſtern vom Staatsdepartement der Text der
amerikani=
ſchen Antwort auf die letzte franzöſiſche Zollnote bebannt gegeben.
Die amerikaniſche Antwort iſt geſtern abend an die amerikaniſche
Botſchaft in Paris abgegangen und wird vorausſichtlich heute
der franzöſiſchen Regierung überreicht werden. Wie aus
Waſhing=
ton gemeldet wird, zeigt man ſich in dortigen offiziellen Kreiſen
optimiſtiſch und rechnet damit, daß ein vorläufiges Abkommen
underzüglich abgeſchloſſen werden kann, um den Weg für die
Verhandlungen über einen endgültigen Handelsbertrag frei zu
machen. Man glaubt, daß nur noch ein einziger Punkt,
näm=
lich die kürzlich von den Vereinigten Staaten vorgenommene
Er=
höhung gewiſſer Zölle einer Klärung bedarf. Der Ort für die
endgültigen Verhandlungen iſt noch nicht beſtimmt worden.
Schluß der Geufer
Ein= und Ausfuhrkonferenz.
Die Unterzeichnung der Konvention.
EP. Genf, 8. November.
Der heutigen Nachmittogsſitzung der Regierungskonferenz für
die Aufhebung der Beſchränkungen und Verbote der Ein= und
Ausfuhr lagen die definitiven Texte der Konvention, des
Pro=
tokolls und des Schlußaktes vor; ſie wurden von folgenden 18
Staaten unterzeichnet: Deutſchland, England, Frankreich,
Oeſter=
reich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Aegypten, Ungarn, Japan,
Holland, Rumänien, Schweiz, Siam, Tſchechoſlowakei,
Luxem=
burg, Jtalien und Finnland.
Der Vertreter der Vereinigten Staaten, Wilſon, erklärte die
Zurückhaltung ſeiner Delegation und wies darauf hin, daß er in
Anbetracht der räumlichen Entfernung ſeiner Regierung nicht
habe rechtzeitig im Beſitz von Inſtruktionen ſein können, die
dem Stande der Arbeiten entſprochen hätten.
Aus den Schlußreden iſt hervorzuheben, daß ſowohl der
Präſident der Internationalen Handelskammer, Rochert, wie der
holländiſche Delegierte Wibaut und der gegenwärtige Präſident
der Wirtſchaftskonferenz des Völkerbundes, Brunet=Belgien, die
Bedeutung der zuſtandegekonemenen Konvention kennzeichneten,
die Mitwirkung des deutſchen Delegierten, Staatsſekretär v.
Tren=
delenburg ſehr rühmten und im übrigen nicht verſchwiegen, daß
die Konvention beſonders wegen der unvollkommenen
Beſtim=
mungen über die Schiedsgerichtsbarkeit vielfach ſcharfe Kritik
finden wird. Dieſen Punkt betonte auch der Präſident der
Kon=
ferenz, Coliin, in ſeiner Schlußxede. Er wies darauf hin, daß
die öffentliche Meinung noch nicht genug erzogen worden ſei, um
eine integrale Durchführung des Prinzips des
Schiedsgerichts=
gedankens auf einem rein techniſchen Gebiet zu ermöglichen.
Viel=
fach handle es ſich natürlich bei der Abſchaffung der Verbote und
Beſchränkungen der Ein= und Ausfuhr um Fragen politiſcher,
humanitärer und ſanitärer Art. Es ſei ihm leider nicht möglich
geweſen, auch hier allgemein die Schiedsgerichtsbarkeit, den
Leit=
gedaiken des Völkerbundes, zur Durchführung zu bringen.
Prä=
ſident Colijn hofft aber, daß bis zur Julikonferenz vom nächſten
Jahre, die endgültig die Inkraftſetzung der Konvention
be=
ſchließen ſoll, die Regierungen in direkten Verhandlungen dazu
kommen werden, die Zahl der noch beſtehen bleibenden Verbote
und Beſchränkuigen des freien Handels auf eine Mindeſtzahl
herabzuſetzen. Als außerordentlich bemerkenswert bezeichnete
Präſident Coliin die Tatſache, daß hier zum erſten Male in
einem gemeinſamen internationalen Abkommen Fragen der
zwiſchenſtaatlichen Handelsbeziehungen verhandelt wurden. Das
ſei ein großer Erfolg, und wenn es ſich hier auch um ein neues
Experiment handle, ſo berechtige es jedenfalls zu den beſten
Hoffnungen.
Damit fanden die 3½ Wochen dauernden Verhandlungen der
Regierungskonferenz, die eine erſte praktiſche Folge der im Mai
abgehaltenen Weltwirtſchaftskonferenz darſtellt, gegen 17½ Uhr
ihr Ende.
Das Ergebnis der Ausfuhrkonferenz.
Genf, 8. November.
Die beendete Konferenz zur Beſeitigung der Ein= und
Aus=
fuhrbeſchränkungen hatte die Aufgabe, die rein platoniſchen
Er=
klärungen der Weltwirtſchaftskonferenz in eine feſte Form zu
bringen. Die Ein= und Ausfuhrperbote gehören an ſich einer
ver=
gangenen Epoche an und ihre Abſchaffung und Einſchränkung iſt
ein rein europäiſches Problem, an dem insbeſondere die öſtlichen
Staaten interefſiert ſind. Der erſte Entwurf der Konvention
ent=
hielt eine Anzahl vager Klauſeln. Artikel 4 z. B. hätte Ein= und
Ausfuhrverbote auf Grund der Klauſel der Landesverteidigung
ermöglicht. Mit Erfolg kämpfte die deutſche Delegation auf der
Grundlage des deutſch=italieniſchen und des deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertrages gegen die zu loſe Faſſung dieſes Artikels an,
ſo daß England gezwungen war, ſeinen Vorbehalt auf die
Bei=
behaltung der Einfuhrverbote auf Farbſtoffe anzumelden. Wenn
die deutſche Delegation zuerſt für die völlige Streichung des
Artikels 5 eintrat, ſo konnte ſie ſich doch damit begnügen
er=
reicht zu haben, daß dieſer Artikel lediglich die Form einer
Kata=
ſtrophalklauſel erhalten hat, denn keines der Verbote kann unter
dieſem Artikel beſtehen bleiben. Der engliſche Farbſtoffvorbehalt
hatte zur Folge, daß Deutſchland ſeinen Kohlenvorbehalt und
Frankreich ſeinen Schrottvorbehalt anmeldeten. Dieſe riefen dann
ihrerſeits eine Reihe vor Vorbehalten hervor, die weniger
inter=
nationale Bedeutung haben. Der rumäniſche
Petroleumvorbe=
halt beſtand in ähnlicher Form ſchon vor dem Kriege. Den
An=
trag der weinbautreibenden Länder nahm Deutſchland nicht an,
da es den Standpunkt vertrat, daß er in der vorliegenden Form
aus innerpolitiſchen Gründen gemacht war. Wenn heute die
Kondention 18 Länder unterzeichneten, ſo iſt das als ein großer
Erfolg der Konferenz zu bezeichnen.
Heſſiſches Landestheater.
mes Haus. — Dienstag, den 8. November.
Gaſtſpiel des Jeßner=Enſembles, Berlin.
„Muſik””
Liſtengemälde von Frank Wedekind.
PSsttengemälde, das den Aufbau eines Schauſpiels
häs auf ganz kurze Szenen, in denen gemartertes
pr Verzweiflungsſchreien um Wahnſinn fleht, kalt,
Fſeleier Eiſeskälte aber, weil ſie brutale Wahrheit aus=
SSite, 9A icf tragiſch. Das macht, es iſt bar dichteriſcher Er=
uwlis m eigekind beſchränkt ſich darauf, Geſtalten zu zeichnen,
ſcvhkusten Strichen zu zeichnen, wie ſie der Großſtadt=
Dn —) nicht nur dieſer — täglich gebiert. Der „Geſangs=
W Becls)er ſeine Schülerin verführt, die Verführte einer der
iier Echer die Strafgerichte beſchäftigenden „helfenden” Frau
Der Tſhitt, dieſe Schülerin, die Verführte, ſelbſt, die dem
Sioernks n auch noch ihr Vermögen opfert, die ſeichte, leichte
Ai Deh se Führers, die ihre Freundin iſt, die Mutter ſchließ=
MndRr Arzt, das alles ſind Menſchen, die leben. Auch der
Wieißt. A3 daus Gute will, ohne es ſelbſt zu lieben, und der
Der Socn Dft das Böſe ſchafft, dieſer Mephiſtomenſch ohne es
e- — Max Bing ſtellte ihn in Wedekinds Maske
nai nicht alltäglich, aber er iſt auch immer
irgend=
die da.
Undiu
gemäldeh Menſchen ſtellt Wedekind in ſeinem „
Sitten=
idie Bühne, ohne jede dichteriſche Vertiefung, nur
Ale4. Daſeins kraſſer Vorhaudenheit zu zeigen. — Dich=
Siſchesri chi enſt” — Vielleicht auch das.
enner=Enſemble” Berlin bot eine im ganzen
ſorg=
n2 A Dummte, ganz Wedekind=Geiſt atmende Aufführung.
leiſtungen nicht überragend. Ferdinand Bonns=
Seſar
ugene4. ge Reißner trug weder äußerlich irgendwie
über=
ſenrkmale des unwiderſtehlichen Verführers, noch
LS AA lin Spiel oder Sprache glaubhaft verkörpern. Aber
Nattel
lalt bis auf einige Momente, die allerdings in der
N uckgedämmten, grenzenloſen Verzweiflung, in dem
iene mſtzhmſinnsſchrei, tief ergriffen. Auch die Gefängnis=
Eindeku/les ezeichnet. — Max Bing geſtaltete den Literaten
Efe//l’ Sekind?) ſo gut wie möglich. Die übrigen Rollen
Aufſeher: Hans Fließner, Aufſeherin und ſpäter Frau Oberſt
Hühnerwadel: Emilie Unda, Dr. Schwarzkopf: Otto Storm
— ſtellen keine erheblichen Anforderungen. — Es wurde im
gan=
zen genommen der Eindruck gefeſtigt, daß auch in der „Provinz”
gute Künſtler=Enſembles wirken.
Leopold Jeßners Regie war ſtraff und hielt ſich ſtreng in
dem realiſtiſchen Rahmen, der einzig Wedekinds Sittendrama
gebührt. Mehr konnte auch ſie aus dem ſchwachen Werk nicht
*7
machen. — Der Beifall war ſtark.
*Kirchenmuſikaliſche Abendfeier.
In der heute Mittwoch abend in der Stadtkirche
ſtatt=
findenden Abendfeier kommt zu Anfang eine Variationenreihe
für Orgel über „Ein’ feſte Burg” zum Vortrag. Sie iſt das Werk
eines Danzigers der Zeit Bachs, Daniel Magnus
Gro=
nau mit Namen, von dem man nur weiß, daß er von 1730 bis
1747 als Organiſt an der damals muſikaliſch ſehr angeſehenen
Kirche St. Johannes in Danzig tätig geweſen iſt. Nach ſeinem
Tode ſind zwei Bände Choralvariationen des Organiſten durch
vier Kirchenvorſteher „zum rühmenswürdigen Andenken des
Komponiſten” für die Kirche angekauft worden. Dieſe beiden
Bände hat vor kurzem der Danziger Privatdozent Dr. Frotſcher
wieder aufgefunden und eine Auswahl von Stücken daraus
drucken und erſcheinen laſſen. Das zur Aufführung kommende
Werk Gronaus hat fünf Sätze. Der erſte verwendet die einzelnen
Verszeilen der Melodie als Themen zu kleinen vierſtimmigen
Fughetten, am Ende jeder dieſer Fughetten erklingt die
Choral=
zeile noch einmal in der Oberſtimme. Die dann folgenden vier
Variationen über die dier Strophen des Liedes ſind cantus
firmus=Choräle, die Melodie liegt bei der erſten im Diskaut,
bei der zweiten und dritten im Tenor, bei der letzten im Baß.
Sie wird jeweils umſpielt von Motiven, die aus dem Gehalt
der betreffenden Textſtrophe hergeleitet ſind. Bemerkenswert iſt
namentlich die dritte Variation über „Und wenn die Welt voll
Teufel wär”, ſie iſt für Pedal allein geſchrieben, der rechte Fuß
bringt die Spitzennoten der Melodie, der linke die entſprechenden
kung iſt die Bearbeitung der
es peinlich genaue Anweiſungen über das Regiſtrieren enthält,
ſo daß es als eine der wichtigſten Quellen für die Regiſtrierung
von Orgelmuſik der Bachiſchen Zeit gelten kann. Als oberſter
Grundſatz läßt ſich aus Gronaus Angaben die Einheit der
Regiſtrierung innerhalb desſelben Satzes aufſtellen. Die
not=
wendige dynamiſche Schattierung geſchieht lediglich durch
Manualwechſel. — An dritter Stelle, der Vortragsfolge ſtehen
drei Orgelchoräle J. S. Bachs, in denen ſich eine Fülle
muſika=
liſcher Kunſt findet, trotz ihrer Kürze, und die zugleich beredtes
Zeugnis ablegen von der tiefen Religioſität des Meiſters. „Vater
unſer —, gib, daß nicht bet’ allein der Mund, hilf, daß es geh
aus Herzensgrund”, die Muſik hierzu bedarf nicht der Worte.
„Nun freut euch, lieben Chriſten gmein” die Melodie im Pedal,
in der linken Hand der eigentliche Baß, Achtelgänge, in der
rech=
ten auf beſonderem Manual ein „Springen” und „Singen” „mit
Luſt und Liebe”, das einem „fröhlich” und „getroſt” macht.
„Wir glauben all an einen Gott”, eine Phantaſie über die erſte
Verszeile, dazu im Baß ſechsmal dasſelbe in Terzen voll „
Zu=
verſicht” bis zur Oktav emporſteigende Achtelſchrittmotiv, dem
ein abwärts gerichtetes, gehaltenes Sechzehntelmotiv folgt, deſſen
Schluß dann der ungemein „gewiß” wirkende Tonſchritt von der
Quinte zum Grundton nach unten bildet. — Als letzte Nummer
der Vortragsfolge findet ſich ein durch zahlreiche Echowirkungen
beſonders anziehend und abwechflungsreich wirkendes
Prälu=
dium in G=Moll von J. S. Bach, mit einer thematiſch eng darauf
bezogenen Fuge. — Die zum Vortrag gelangenden Geſänge
bie=
ten dem Verſtändnis keine beſonderen Schwierigkeiten. Bg.
Aus den Kindertagen des Shampoo. Wenige wiſſen wohl,
aß das Shampoonieren, die moderne Kopfwäſche, chineſiſchen
Urſprungs und uralt iſt, ſowie daß es früher etwas ganz
ande=
res bedeutete als heute. Eine nordchineſiſche Zeitung brachte
unlängſt eine längere Abhandlung darüber, nach der im Jahre
1616 zum erſten Male der Engländer Ferry das Shampoo in
einer europäiſchen Reiſebeſchreibung über China erwähnte.
Da=
mals verſtand man darunter eine Art Maſſage, durch die die
Glieder, die durch die Hitze ſchlaff geworden waren, belebt
wur=
den. Dabei verwandte man auch noch kühlende Flüſſigkeiten und
Salben, durch die ſich der alſo Behandelte ſchließlich wie neu
geboren fühlte. Aber höchſt ſeltſam muß es berühren, wenn man
hört, Taß auch die Mütter unartige kleine Schreihälſe auf dieſe
Weiſe ſhampoonierten, um ſie zur Ruhe zu bringen. Und daß
ſie ihnen dabei Märchen erzählten, die ſo voller Wunder waren.
wie die aus Tauſendundeine Nacht.
Mittwoch, den 9. November 1927
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Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Ober=Ingelheim, Wiesbaden.
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Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. November,
nachmittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhor ſiatt.
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des Körpers sind abhängig vom Gehirn. WI
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und allgemeine Körperschwäche sind Zeichenm.
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geb. Schreiner
nach längerem, ſchwerem, mit großer Geduld und
Ergebung getragenem Leiden ſanft entſchlafen.
Im Aamen der trauernden Hinterbliebenen:
Fritz Scharmann
Rechnungsrat i. R.
Darmſtadt, den 8. November 1827. (30002
Beckſtraße 63.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abſehen zu wollen.
in Silber 800
und 90er Alp.
Dankſagung.
Für die vielen Ehrungen unſeres
teuren Heimgegangenen und alle Liebe
und Teilnahme, die uns in dieſen Tagen
erwieſen wurde
innigſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Helene Ganß.
Darmſtadt, November 1927.
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geb. Balz
nach langem, ſchwerem, mit größter Geduld
getragenem Leiden im 71. Tebensjahr ſanft
entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Jacqnette Trümpert, geb. Meſenzaßl
Frau Sona Koch, geb. Reiſenzahl
Oberregierungs= u. Baurat Trümpert.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10 November,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes an
der Nieder=Ramſtädterſiraße aus ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen wird höfl. gebeien abzuſehen.
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im Alter von 57 Jahren nach langem, mit großer
Geduld ertragenem Leiden ſanft dem Herrn
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nachmittags 1.3 Uhr ſtatt.
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und Erwachsene zum Frühstück und Hbendessen. Brotella verleiht dem Darm
mmer 311
aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt. 9 November.
ar Gefallenen=Gedenk=Gottesdienſi
am Totenſonntag, den 20. November 1927,
S uhr vormittags in der Stadtkirche ſtatt. Die
Gedenk=
äx Herr Stadtpfarrer Lautenſchläger. Der Reichsbund
Mittwoch, den 9. November 1927
i5tärmuſiter und Herr Stadtorganiſt Studienrat Born=
E ſoaben ihre Mitwirkung zugeſagt. Die Vereine ſollen außer=
Ao4ürche entveten und geſchloſſen anrücken. Angehörige der Ka=
und Mitglieder der Stadtgemeinde können nur auf der
ſüd=
wre Platz finden. Das ganze Kirchenſchiff muß für die Ver=
4.beiben; erſt nach Einnicken aller Vereine, früheſtens ab 7.55
.ſar noch freie Plätze im Kirchenſchiff anderweitig beſetzt werden.
L.usfahnen und die befreundeten Vereine ſtehen 7 Uhr 50 Min.
vs=zeiwache neben der Kirche. Der Einmarſch erfolgt nach
An=
ya roßherzogs, und zwar durch den Mittelgang. Die Vereine
Lſacht, ſich mit ihren Fahnen und Abordnungen zu beteiligen,
„SBeſchloſſenheit aller ſoldatiſch und vaterländiſch denkenden
urm Ausdruck kommt.
„ Landtagswahl. Die Wahlberechtigten werden darauf
Prunr gemacht, daß es ſich empfiehlt, bei der Stimmabgabe
Aagswahl am 13. d. Mts. nur durch ein Kreuz im Kreis
uu machen, tvelchem Wahlvorſchlag der Wähler ſeine
ſtundben will, und alles andere zu unterlaſſen, da ſonſt die
igeßeht, daß der Stimmzettel für ungültig erklärt wird.
e Rlken in der L. C. Wittichſchen Hofbuchdruckerei. Ihr 25
jäh=
usjubiläum feierten geſtern die Herren Korrektor Jean
zug d Maſchinenſetzer Otto Wilhelm in der Offizin der L. C.
m Hofbuchdruckerei, bzw. des Darmſtädter Tagblattes. In
öſe wurden die beiden Jubilare durch Ehrengeſchenke der
Ser Kollegenſchaft geehrt.
„ſitches Landestheater Darmſtadt. Der aurßerordentliche Erfolg
Eſiftlhrung von Muſſongskiis „Boris Godunow” hat die
General=
eſtüßzeranlaßt, mit dem Gewerkſchaftskartell ein Abkommen zu
tref=
ſoch Für die heutige Vorſtellung eine beſchräukte Anzahl von
mlnallgemeinen Verkauf an den Tageskaſſen freigageben
wwie die nächſte Wiederholung des Werkes, die urſprüinglich
an 19. November vorgeſehen war, bereits auf Sonntag, den
or, feſtzuſetzen. Die für dieſen Tag angekündigte Vorſtellung
wwird um einige Zeit verſchoben.
ri=Aufführung von Carl Zuckmahers Schauſpiel „Schüinder=
En Samstag, den 12. November, iſt Wahlvorſtellung.
aa erkauf für Mieter hat bereits begonnen; allgemeiner
Ver=
peise ab an der Tagtskaſſe.
Xihms=Zyklus des Schnurrbuſch=Quartetts. Die Aufführung
iswreichquartette, Quintette, Sextette durch obige Vereinigung
ſte anen Anklang finden. Der erſte Abend am Samstag,
ſ vember, 20 Uhr, bringt die beiden Streichquartette
MAU und Op. 65 B=Dur und das herrliche Klarinettenquintett
ſch ze Grundſtimmung dieſer Quartette iſt eine durchweg
freund=
yaenſatz zu dem ſchmerzlich reſignierten Charakter des
Quin=
her ganzen Werk ſein eigentümlich reizvolles Gepräge verleiht.
örſſte Komponiſt, hat auch Brahms um dieſe ſchwerſte
muſika=
tfmm gerungen und, wie er ſelbſt erzählte, mindeſtens 20
ahſäatzrte entworfen, ehe er eines der Ausführung und
Veröffent=
ie vert hielt.
EBtwochſchule. Am 17. und 18. November ſpricht der Aſtronom
uſſu Bürgel in Darmſtadt. Er iſt durch ſeine zahlreichen
ei= bekannt, ſo daß die Gelegenheit, ihn hier ſprechen zu
W begrüßt wird. Sein erſter Vortrag behandelt das Thema:
ſinmer und Trümmerwelten‟. Er findet ſtatt im
oaus des Landestheaters. Der zweite Vortrag: „Die
des Aſtronomen” wird am 18. November in der
am Woogsplatz abgehalten. Beide Vorträge
be=
ü.-8 Uhr. Unſere Mitglieder erhalten Karten in der
Ge=
ör- Volkshochſchule zum Preiſe von 1 Mk., 1.50 und 2 Mk.
mds auch im Vorverkauf an der Kaſſe des Kleinen Hauſes
bruchhandlung Schroth, Rheinſtraße, zum Preiſe von 1,50,
ſu) Mk. Die Buchhandlung Schroth hat auch eine
Aus=
un ; Aerke Bruno H. Bürgels übernommen.
1:dm Heufer veranſtaltet am Dienstag, den 15. November, im
oge, Sandſtr. 10, einen Schüler= und
Schülerinnen=
ortiſtsrbend. Kartenvorverkauf bei KlavierArnold,
Eliſa=
emtiſt 2s, und Arnoſo, Rheinſtraße 31.
tnllbünde der Johannesgemeinde im B.D.J. Es ſei hiermit
3cErtruf hingewieſen, daß unſer Spiel „Glam” von Gerh.
ſü nie mitgeteilt, am Samstag, ſondern am Sonntag, den
a ends 8 Uhr, im Gemeindehaus (Kahlertſtraße 26)
ſtatt=
i dies ein Spiel aus dem Gemeinſchaftsgeiſt der deutſchen
Erllvereen herzlichſt einladen. Numerierte Programmfolgen zu
LMd 1,50 Mark ſind bei Papierhandlung Paul, Wendelſtadt=
uß Yſ0rd im Verkehrsbureau zu haben.
Mdirchenmuſikaliſche Abendfeier in der Stadtkirche findet heute
ittM, abends 8 Uhr, ſtatt. Es wirkt dabei mit Fräulein Paula
1ch Mm—rtſängerin von hier, mit drei Liedern von Bach und einer
ie boſſat ngel. Der Eintritt zu der Veranſtaltung iſt frei.
*Mſexer”, ein Kriminalſtück von Edgar Wallace gelangte
Anayem erſtklaſſigen Berliner Enſemble im Orpheum im
weie s Gaſtſpieles zur Erſtaufführung. Das Werk iſt eines der
gent Arhen Theaterſtücke; d. h. es gibt dem Theater, was es
:Mhlrfenen Dialog, Humor, ſogar viel Humor, und weit über
Auen hinausgehende Spannungsmomente, ohne dabei, wie
un=
heiue rnodernen Werke ſo oft, literaturbelaſtet zu ſein. Das
u Aui), ehe es ſich deſſen bewußt iſt, zum eifrigſten Detektiv.
aſetgan der Löſung des ſchier unlösbaren Knotens in fieber=
Mcnchme mit: „Wer iſt der Hexer”. — Die Darſtellung iſt
dyande, was bei den Namen der im Reich bekannten Schau=
Pichkeiten nicht verwundert. Mierendorff, Lobe, Wendt,
an. Bode, Harnier, Lieske, Schindler und Schmidt bilden
u ſelten Geſehenes: ein Enſemble! Auch die kleinſte Rolle
HAhAb ſetzt. — Wir bringen in der morgigen Nummer eine aus=
W brechung.
Datterich
in der neuen Ratsſiube
Drei Holzgeſtalten über dem
Eingang der neuen Ratsſtube.
Entwurf und Modelle von
Bild=
hauer Well Habicht,
Aus=
führung in Holz von
Holzbild=
hauer Martin Gebhardt. Die
50 Zentimeter großen Geſtalten
ſtellen von links nach rechts
Karl Schmidt, Datterich und
Dummbach (aus Niebergalls
„Datterich”) in holzgemäß
ein=
facher und humorvoller
Aus=
führung dar.
Phot. Fr. van der Smissen, Darmstadt.
Verloſung bei der Gaswerbewoche.
Die von der Firma Herdfabrik und Emaillierwerk G.m.b.H. (
Konzel=
mann) anläßlich der Gaswerbewoche zur Verfügung geſtellten Gasherde
md Kocher ſind in Anweſenheit zweier Vorſtandsmitglieder des hieſigen
Hausfrauenbundes im Stadtbureau des Städtiſchen Gaswerkes verloſt
worden.
Im nachfolgenden geben wir die gezogenen Nummern und die
ge=
wonnenen Gegenſtände bekannt:
Nr. 9493
Nr. 292
Nr. 3504
Nr. 2016
Nr. 8732
1. Preis
2. Preis
3. Preis
Preis
5. Preis
1 Gasherd,
1 Gasherd,
1 emaill. Gaskocher,
1 emaill. Gaskocher,
1 emill. Gaskocher.
Die Gewinne können gegen Rückgabe der gelben
Preisnummern=
ſcheine in der Darmſtädter Herdfabrik und Emaillierwerke,
Landwehr=
ſtraße 63, abgeholt werden. Letzter Abholungstermin: 30
Novem=
ber 1927. Die bis dorthin nicht abgeholten Gewinne werden einem
Wohltätigkeitsfonds überwieſen.
Im Stadtteil Darmstadt-Süden haben wir wieder eine
Anzeigeni
Annahmestelle
errichtet und zwar bei der Firma
Ring & Göhring
Heidelbergerstraße 108, Ecke Weinbergstraße
Der Verlag-
17419md)
— Martinsgemeinde. Heiterer Märchenabend der
Darmſtädter Spielſchar. Die für nächſten Sonntag, den 13.
Novewber, im Gemeindehauſe beſtimmte Vorſtellung zu Gunſten des
Kirchenbaufonds muß wegen Unfalls eines Hauptſpielers auf Sonntag,
den 4. Dezember, verſchoben wevden. Die ſchon verkauften Karten
blei=
ben gültig. Allen denjenigen, denen es an dieſem Zeitpunkte nicht
paſ=
ſen ſollte, kann von Herrn Hausverwalter Keil (Liebfrauenſtraße 6,
Ge=
meindehaus), der bereits gezahlte Betrag gegen ſofortige Ablieferung
der Karten zurückvergütet werden.
Dr. Meu. H. 1. Gbordorkier
spricht
(17424
Näheres siehe Anzeige in der Freitags-Nummer und Plakate.
— Für Gartenfreunde wird es von Intereſſe ſein, daß das von Graf
MArur, wozu wir die Freunde unſerer Sache, ſowie alle Kreiſe Tarouca und Camillo Schneider herausgegebene Handbuch über die
Freiland=Stauden in neuer Bearbeitung erſchienen iſt. Das
Buch, an deſſen Herſtellung auch der Darmſtädter Anton Purpus
beteiligt iſt, behandelt die Anzucht, Pflege und Verwendung aller
kraut=
artigen Gewächſe, die in Mitteleuropa kulturfähig ſind. Für den
Garten=
freund hat es ſich in den drei früheren Auflagen als ein wertvoller
Ratgeber erwieſen. Das Buch iſt in der Bücherei des Heſſiſchen
Ge=
werbemuſeums erhältlich.
Neue Schallplatten.
Die November=Abende werden von Tag zu Tag länger, aber der
Beſitzer eines Elektrola=Muſikinſtrumentes fürchtet auch dieſe langen
Abende nicht; ganz im Gegenteil, er freut ſich der ruhigen Mußeſtunden,
die ihm das Muſikinſtrument zu Feierſtunden macht durch Darbietungen,
die auf hohem künſtleriſchem Niveau ſtehen. Das ſoeben erſchienene
große November=Repertoire beweiſt aufs neue die beinahe unbegrenzten
Möglichkeiten, die „Electrola” bietet. Orcheſter, Chor, Militärorcheſter,
Salon Orcheſter wechſeln in bunter Reihe ab mit Vorträgen erſter
Kunſt=
ler von Weltruf und Inſtrumentaliſten wie Mark Hambourg, der durch
die Wiedergabe des Klavierkonzertes in B=Moll von Tſchaikowſky am
deutlichſten die großen techniſchen Verbeſſerungen zeigt, die erſt die
Wiedevgabe des bisher ſehr beanſtandeten Klaviertones ermöglichen.
Unter den Orcheſter=Aufnahmen iſt neben der Symphonie in P=Moll
von Tſchaikowſky (E.) 24 bis B) die glänzende Wiedengabe der Leonoren=
Ouvertüre Nr. 3 (E/ 131—132) hervorzuheben, die zu hören den gleich
großen künſtleriſchen Genuß bietet wie der Beſuch des Symphonie=
Kon=
zertes des Orcheſters unſerer Staatsoper, das auch auf der Platte von
ſeinem anerkannten Führer, Generalmuſikdirektor Leo Blech, dirigiert
wird. Zum erſten Male erſcheinen die großen Choraufnahmen, die kein
geringerer als Profeſſor Siegfried Ochs geleitet hat, der heute mit Recht
auf dem Gebiete des Chorgeſanges als erſte Autorität anerkannt wird.
Die beiden Volkslieder, die der Chor gewählt hat (PW 24), bringen das
bekannt ſchöne Stimmaterial des vorbildlich geſchulten Chores voll zur
Geltung. Eliſabeth van Enderth hat ſich mit Marek Weber vereint, um
„alte Weiſen auf neue Weiſe” zum neuen Leben zu erwecken. Das iſt
ein beglückendes Muſizieren (EG 543 und 552), zu dem nicht nur die
Künſtler, ſondern auch die „Electrola” zu beglückwünſchen ſind, die durch
die Ausgeſtaltung des populären Teiles ihres Repertoires gerade in der
jetzigen Zeit der Jazzmuſik vielen Electrola=Fveunden eine beſondere
Freude bereitet.
Keine geringere als die gefeierte Eliſabeth Schumann ſingt zwei
Mozart=Arien aus „Don Giovanni” und „Figaros Hochzeit: (D4 844)
und zeigt aufs Neue, daß ſie mit Recht zu den beſten Interpretinnen
Mozartſcher Muſik gezählt wird. Duſolina Giannini hat bei uns oft
gaſtiert und ihre Rückkehr nach Deutſchland wird mit Ungeduld
erwar=
tet. Sie ſteuert zwei ſpaniſche Volkslieder bei, die in ihren Konzerten
immer beſonderen Beifall gefunden haben. Göta Lfungberg, die erſt
vor kurzem gelegentlich der Erſtaufführung von „Jonny ſpielt auf”
große Triumphe feiern konnte, ſingt zwei Arien aus. Parſifal”, die ihr
Gelegenheit bieten, ihre glänzenden Stimmittel und durchgeiſtigte
Vor=
tragskunſt voll zur Geltung zu bringen (DB 862). Weiter ſind erſchienen
Armee Märſche, Potpourri aus „Die Fledermaus” und aus „Der
Ober=
teiger”, ein Orgel=Solo und Tänze.
Die intereſſanteſte Wiedergabe iſt aber fraglos die erſte und einzige
Auf=
nahme der ſingenden Nachtigall und der Waldvögel, die zum erſten Male
in England in freier Natur aufgenommen werden konnten (EC 532) und
es wirklich ermöglichen, alle Schönheiten des Nachtigall=Geſanges zu
genießem, wenn auch die Novemberſtirme toben.
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Polizeibericht. In einer Gartenhütte am Seitersweg wurde ein
64jähriger Mann erſchoſſen aufgefunden. Es liegt Selbſtmord vor.
Ge=
ſtohlen wurden zwei Herrenfahrräder, Marke „Alemannia” Nr. 72048
und Marke „W.K.C.‟ Nr. 20937. — Der zur Strafverbüßung
ausge=
ſchriebene Maurer Konrad Herth aus Langen wurde hier feſtgenommen
und dem Amtsgericht zugeführt.
— Wanderabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846. Am
Sonn=
tag, den 13. November 1927, findet unſere Novemberwanderung ſtatt.
Sie führt diesmal auf weniger bekannten Wegen von Lengfeld über den
Otzberg, die Haſſenrother Höhe nach Mümling=Grumbach, Rimhorn und
weiter nach Neuſtadt und dem Breuberg. Sie verſpricht eine genußreiche
Herbſtwanderung zu werden, zumal es über ausſichtsreiche Punkte des
nordöſtlichen Odenwaldes geht. Wir treffen uns u 348 Uhr am
Oſt=
bahnhof und fahren bis nach Lengfeld. Für Jugendliche unter 20
Jah=
ren liegt beim Hausmeiſter die Einzeichnungsliſte für den
Jugendfahr=
ſchein offen. Der Fahrpreis von 1 MM. iſt bei der Einzeichnung zu
end=
richten. Aeltere Teilnehmer löſen Sonntagskarte bis Höchſt. Die
Mit=
dagsraſt halten wir in Rimhorn im Gaſthaus Eckhardt. Wer an dem
gemeinſamen Mittagstiſch teilnehmen will, wird gebeten, ſich in die beim
Hausmeiſter offen liegende Liſte bis Freitag abend einzutragen. Von
Rimhorn geht es alsdann weiter nach dem Breuberg und dem Endziel
Neuſtadt. Im Gaſthaus zum Schwanen werden wir bis zum Abgang
des Zuges noch einige gemütliche Stunden verbringen. Da am Sonntag
die Landtagswahl ſtattfindet, empfehlen wir den wahlberechtigten
Teil=
nehmern, ſich mit einem Wahlſchein zu verſehen, damit ſie in Rimhorn
ihrer Wahlpflicht Genüge leiſten können.
— Berichtigung. In einer Preſſenotiz über die Heſſiſche
Sängerwarte wurde von der Ueberſiedlung des bisherigen
Schriftleiters Herrn Profeſſor Dr. Friedrich Noack nach
Frank=
furt a. M. geſprochen. Wir ſtellen feſt, daß Herr Profeſſor Noack
trotz Uebernahme der hauptamtlichen Tätigkeit an der
Päda=
gogiſchen Akademie in Frankfurt a. M. und der Uebernahme der
muſikgeſchichtlichen Vorleſungen an Dr. Hochs Konſervatorium
an Stelle von Profeſſor Dr. Hans Joachim Moſer, ſeinen
Wohn=
ſitz in Darmſtadt beibehält, wie auch ſeine Tätigkeit an der
Tech=
niſchen Hochſchule. Ebenſo hat Herr Dr. Noack ſeine hieſige
Tätigkeit als Dirigent beibehalten.
neue bewegende Kraft und Energie, reinigt, glättet, ernährt, kräftigt die Magen-Darm-Schleimhäute
und belebt dadurch wobltuend den ganzen Verdauungstraktus.
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Geite
Mittwoch den 9. November 1927
Nummil
der heſſiſchen Hausfrauenbereine.
Der Landesverband Heſſen der Hausfrauenvereie hatte ſeine
Mit=
glieder zu einer Tagung nach Darmſtadt eingeladen, der zahlreiche
Damen, auch aus Maiz, Worms und Frankfurt, Folge geleiſtet hatten.
interne Fragen behandelt wurden. Anſchließend hielt im Fürſtenſaal
der Leiter des Chemiſchen Unterſuchungsamts, Prof. Kreutz, einen
eingehenden, intereſſanten Fachvortrag über das Thema „Neues zur
Ernährungsfrage‟. Der Redner wies zunächſt auf die enorme
Wichtig=
keit der Kenmtnis des Ernährungsproblems gerede für die Hausfrau
hin, damit ſie in ihrem Haushalte eine ökonouiſch richtige Ernährung
durchführe. Leider wurde hier noch Vieles nicht zweckentſprechend
ge=
macht, ſo habe zum Beiſpiel die Luxusfleiſchernährung wieder viel zu
ſtark zugenommen. Eine richtige Umſtellung in der Ernährungspolitik,
die ſi5 nach dem Bedürfnis des Verbrauchers richte, ſei zu fordern.
Auch ohne tiefere Kenntnis der allgememen Chemie müſſe man ſich klar
ſein über die Ernährungsvorgänge und den Zweck der Ernährung
er=
kennen. Die Ernährung diene zur Erhaltung des Lebens und dann zum
Erſatz der verbrauchten Stoffe. Letzten Enides iſt die Pflanze neben
Licht, Luſt und Waſſer die eigentbiche Nährmutter, da ſie in
hervor=
ragender Weiſe die für den Körper ſo notwendigen reſtaurierenden
Be=
ſtandteile habe. An Hand überſichtlicher Tabellen und anſchaulicher
Bild=
darſtellungen zeigte der Redner das richtige Verhältnis der Ernährung
für den menſchlichen Körper durch pflanzliche und andere Nahrung. Er
wies nach, daß das Fleiſch der Tiere nur einen verhältnismäßig
ge=
ringen Prozentſatz vieler wichtiger pflanzlicher Nährbeſtandteile hat.
Jede Azbeit, die der menſchliche Körper leiſtet, erfordert Aufwand von
Kraft, alſo einen Verbrauch an Energie, die durch Nahrung wieder
er=
ſetzt werden muß. Die Pflanzenzellen und die durch pflanzliche
Nah=
rung aufgenommenen Eiweißkörper bieten dieſen notwendigen Erſatz,
daneben haben die Pflanzen weitere weſentliche Subſtanzen, u. a die ſo
wichtigen Vſtamine, über die ſpäter zu ſprechen ſein wird. Ein
viel=
ſeitiger Unbau der einzelnen Nährſtoffe muß ſchon in der Küche vor
ſich gehen, die Hauptarbeit hat allerdings der Menſch ſelbſt durch ſeine
Verdauungsorgane zu leiſten. Die Ausnützung der Nahrung erfolgt
bereits bei Aufnahme der Nahrung in den Mund und wird immer
weiter durch den Verdaungsprozeß erhöht, ſodaß jedes einzelne Organ,
jede Zelle des menſchlichen Körpers automatiſch die erforderlichen
Er=
ſatzteile erhält, falls ihm die richtige Nahrung zugeführt wird. Der
Betriebsſtofſverluſt wird ebenſo wie der Aufbau des Körpers dunch die
Nahrung reguliert. Zum Aufbau ſind beſonders die Eiweiskörper
wichi=
tig, die getiſſermaßen aus 18 „Bauſteinen” ſich in uwendlich vielen
Variationen verbinden können und als ſolche Verbindung in der
Nah=
rung dem Körper zugeführt werden. Durch die innerliche Verteilung
erhält jede Zelle täglich die gleichmäßige notwendige Koſt. Einige dieſer
Bauſteine vermag der Menſch ſelbſt aufzubringen, andere aber, und
gerade die wichtigſten, muß er ſich durch Pflanzen= oder Tiernahrung
zuführen. — Der Redner kommt nu im einzelnen auf die Zerlegung
dieſer pflanzlichen Nahrung zu ſprechen und behandelt im
Zufammen=
hang damit die nachhaltige Wirkung auf die einzelnen Organe durch
unrichtige Nahrungszafuhr. — Ungeheuer wichtig iſt der Stofſwachſel.
Die Wiſſenſchaft hat nachgewieſen, daß Kinder, die nach dem 6. oder
7. Monat ausſchließlich mit Miſch ernährt werden, durch zu geringe
Bil=
dung von roten Blutkörperchen krank werden, da i der Miſch das
nötige Eiſen fehlt. Die Kinder werden, falls ſie nicht auch Spinat oder
Karottennahrung erhalten, blutarm, und können dauernden Schaden
leiden. Kinder bis zum 7. Monat haben geringere Eiſenzufuhr aus
dem Reſervoir der Leber. Von beſonderem Wert für den Körper ſind
die Mineralſtoffe und die Salze zum Aufbau des Knochengerüſts. Im
Gegenſatz zu früher hat man die hohe Bedeutung der Nährſalze
wiſſen=
ſchaftlich erkannt man darf aber in Laienkreifen nicht in das Extreme
fallen und dieſe Bedeutung heute überſchätzen. Wie ſchon oben erwähnt,
muß unbedingt Sorge für die nötige Vitaminzufuhr getragen
werden. Vitaminpräparate unter Aufſicht der Aerzte ſind ratſam,
jedoch hat der Menſch auf Grund der neueſten Forſchungen Gelegenheit,
Vitamine auch in matürlicher Nahrung, z. B. den Gemüſen aller Art
und dem Obſt zu ſich zu nehmen. Rohkoſt iſt infolge der
Vitaminhaltig=
keit geſünder als gekochte, aber es iſt nicht jedermanns Geſchmack.
Roh=
koſt zu ſich zu nehmen. Sehr häufig würden ganz auffällig Krankheiten
durch Genuß von Fruchtfſäften oder Gemüſen gebeſſert, ein Beweis, daß
in dieſen Nahrungsmitteln ein für den menſchlichen Körper
unentbehr=
licher Beſtandteil, eben das Vitamin enthalten iſt. Noch heute wird auf
dem Gebiete der Vitaminforſchung gearbeitet. Man hat bisher fünf
Vitaminarten entdeckt, die man mit Vitamin a, b, e, d und e bezeichnet.
Vitamin 2 iſt beſonders geeignet zur Krankheitsüberwindung. Mangel
an ſolchen Vitaminen kann bei Kindern zu bösartigen Augenkrankheiten
uſw. führen. Die Vitamine a befinden ſich hauptſächlich u. a. in
Lebertran, Karotten, Tomaten, Butter, Hefe uſw. Die Vitamine b
för=
dern den Appetit, Blutkreislauf und das Wachstum, ſie befinden ſich
zahlreich im Kochwaſſer der Speiſen, das alſo nach Möglichkeit nicht
ab=
geſchüttet, ſondern als Tunke oder für Suppen verwendet werden ſoll.
Vitamin e wirkt ebenſo günſtig auf das Blut. Vitamin d hat ähnliche
Eigenſchaften wie Vitamin a. Intereſſant war hier, daß die
Vitamin=
vorkommen in der Milch durch Beſtrahlung mit ultravioletten Strahlen
erheblich erhöht werden. Das Vitamin e iſt noch nicht reſtlos erforſcht,
jedoch ſeine Notwendigkeit für den menſchlichen Körper bereits
wiſſen=
ſchaftlich erkannt. Die Vitamine dürfen alſo als Nahrungsmittel nicht
unterſchätzt werden, d. h., die Speiſen, die vitaminreich ſind, wie
Ge=
muſe und Obſt, ſollen bevorzugt werden. Im übrigen muß der
Speiſe=
zettel möglichſt abwechflungsreich gehalten werden, die Ausbildung der
künftigen Hausfrau muß ſich beſonders auch auf Kenntniſſe im richtigen
Kochen und der richtigen Auswahl der Speiſen erſtrecken. Der Redner
betonte zum Schluß, daß ſein Vortrag nur einen ganz flüchtigen
Ein=
blick in die ſo überaus wichtige Ernährungslehre geben konnte. —
Leb=
hafter Beifall dankte ihm für ſeine wertvollen Ausführungen. — Frl.
de Weerth betonte in ihrem Schlußwort, daß der Vortrag von hohem
Wert für die Zuhörerinnen war, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß
noch öfter Gelegenheit ſei, Fachworträge aus dem berufenen Munde des
Herrn Referenten zu hören.
Die Beſichtigung des neuen Freundinnen=Heims,
die nach dem gemeinſamen Mittageſſen torgeſehen war, wurde bis zur
Vollendung des Baues verſchoben, jedoch können wir aus eigener
Ein=
ſichtnahme in das noch im Rohbau ſtehende „Freundinnen=Heim”
ver=
raten, daß hier ein großzügiges Unternehmen ſeiner Vollendung
ent=
gegenſieht. In dieſem Hauſe (Sandſtraße 24, Ecke Saalbauſtraße)
wer=
den etwa 52 Zimmer für Damen in den drei Stockwerken eingerichtet,
während ſich in dem unteren Stockwerk nach vollkommener Renovierung,
ein großer, luftiger Verſammlungsraum, eine Kapelle zur Verrichtung
der Andachten Leſe=, Muſik= und Spielräume befinden, ſo daß den
Damen ein möglichſt angenehmer Aufenthalt geſichert ſein wird. In
einer großen, neuzeitlichen Küche wird für die leiblichen Bedürfniſſe Sorge
getragen werden.
An die gemeinſame Kaffeeſtunde, in der die Damen ſich in lebhaftem
Gedankenaustauiſch über die Belange der Hausfrauen unterhielten, ſchloß
ſich ein Vortrag mit Lichtbildern von Frau Räte Kruſe,
die — ausgehend von der tiefen Veranlagung der Frauen zu allem
Schönen und Idealen — erklärte, wie, aus dem Inſtinkt des Geſühls
geboren, die beliebten Kruſe=Puppen entſtanden. Dieſe Puppen ſollen
nach dem Willen der Erfinderin den Mädchen die Liebe zum
Puppen=
ſpiel geben mit dem weit idealeren Ziel für die Zukunft, die Kinder
ſchon von Klein auf zu liebenden Müttern mit Herz und Gemüt zu
er=
ziehen. In den folgenden Lichtbildern wurden zunächſt Schöpfungen des
Bildhauers Max Kruſe, des Gemahls der vortragenden Künſtlerin, und
dann Familienbilder gezeigt, die Anlaß zur Geſtaltung der Kruſe=Puppen
gaben. — Fräulein de Weerth, gab dem lebhaften Beifall in warmen
Worten beredten Ausdruck. — Den Höhepunkt des Spätnachmittags
bildeten die entzückenden
Kinder=Tanz= und Spiellieder,
die von Fräulein Lili Hickler mit den 30 kleinen Mädels und
Jungens mit geradezu rührender Geduld und Sorgfalt einſtudiert waren.
Es machte den Kleinen und Kleinſten ſichtlich Freude, in ihrem duftigen
Koſümchen als Elfchen, Blumen uſw. zu tanzen; dabei gaben ſie ſich
große Mühe, die ſchwierigen Tanzſtellungen möglichſt fehlerlos
auszu=
führen. Begeiſtert ſangen die lieblichen Kinderſtimmchen eie zu den
Bildern gedichteten Liedchen und ernteten damit ebenſo wie ihre
bewun=
dernswerte Lehrmeiſterin, den herzlichſten und ungeteilten Beifall der
zuhlreichen Zuſchauer. — So hatte der Tag der heſſiſchen
Hausfrauen=
vereine in dem prächntig mit friſchem Grün geſchmückten Fürſtenſaal einen
durchaus harmoniſchen Verlauf. Er brachte den Teilnehmerinnen nicht
nur wertvolle geiſtige Anregungen, ſondern, dank der gemütlichen
Stun=
den und reizenden Kindervorführungen, auch Gewinne ganz eigener Art
die unvergeſſen bleiben werden.
— Die Mercedes=Benz Propagenda=Kolonne, wird auf ihrer Fahrt
durch Deutſchland in den nächſten Tagen auch in Darmſtadt
ein=
treffen, und es finden ſowohl hier wie auch in den Städten Wiesbaden
und Mainz Ausſtellungen, der Fahrzeuge dieſes befannten
deut=
ſchen Werkes ſtait. Die Meroedes=Benz=Autvmobile gehören zu den
ſihnellſten Fahrzeugen der Welt. Das beweiſen erneut die Rekordſerjen,
die dieſe weltbekannte Marke in wenigen Wochen erringen konnte. Sieg
auf Sieg und Preis auf Preis konnten die Mercedes=Benz=Wagen in
den Schönheits=Konkurrenzen in Wiesbaden, Köln, Wien, Baden=Baden
und erſt vor wenigen Wochen auch in Dresden für ſich buchen. Dieſe
Wagen, die nach einem engliſchen Urteil bequeme Tourenwagen mit der
Seele eines Rennwagens, die mit ausnahmsloſer Bewunderung ob ihrer
äſthetiſchen, geradezu vollendeten Schönheit allgemein angeſtaunt wurden,
werden nun am Mittwoch, den 16. Nov., von 11 Uhr vormittags
bis 4 Uhr nachmittags, vor dem Hotel „Zur Traube” dem hieſigen
Publi=
kum zur Begutachtung vorgeführt nerden. Es ſind vor allem die
Standardtypen der Daimler=Benz=Werke, die zur Ausſtellung gelangen.
Der „Kleine Mercedes”, der durch ſeine hervorragende
Geſamtkonſtruk=
tion, ſeine elegante Ausrüſtung, ſeine raſſige Edellinigkeit der Karoſſerie
und nicht zuletzt durch ſeine fabelhafte Leiſtungsfühigkeit und enorme
Elaſtizität des kleinen 8/38 PS Sechszylindermotors einen wahren
Sie=
geszug durch die Welt angetreten hat, kann infolge der Nachfrage den
Eindruck erwechen, als gäbe es nur dieſen kleinen Wagen auf dem
Auto=
mobilmarkt. Auch die nächſtgrößere Type, der 12/55 P8=Wagen, der
ſelbſt die verwöhnteſten Anſprüche des Herrenfahrers an ſeinen
Reiſe=
wagen übertrifft, wie auch die Senſation des deutſchen Automobilmarkts,
die Kompreſſorwagen, die mit ihrem 4= und 6=Liter=Zylinderinhalt 100
und 140 P8 leiſten ud, wie der Engländer behauptet, die Seele eines
Rennwagems haben, werden zur Aufſtellung gelangen und auch hier den
impoſanten Eindruck machen, der andernorts als automobiliſtiſches
Er=
eignis die motorſportliche Welt in Aufregung und Begeiſterung verſetzte.
Kunſknotizen.
Ueber Wertt, Künfſier oder fünftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtchendt
geſchieht, bebält ſich die Redattion ihr Urteil vos
— Union=Theater. „Die Frau mit dem
Welt=
rekord”, — eine Verfilmung für jedermann — Sport — heißt
näm=
lich heute das Banner unſerer Zeit. Ob man wohl gerade deshalb
die=
ſen ausgeſprochen originellen Sportfilm mit der entzückenden und
be=
liebten Lee Parry in der Hauptrolle verfaßte? Vielleicht! Auf alle
Fälle iſt der Film mit einer reizenden, pikanten Handlung verknüpft, ein
Roman, deſſen Zauber man miterlebt, inmitten ſportlich geſtählter
Figuren, und vom weiblichen Geſchlecht aus angefangen, geradezu mit
„Schönheiten” zu bezeichnen iſt. Es iſt daher wohl eine begründete
Tat=
fache, daß viele unſerer entzückenden Filmſtars nur durch den heute ſo
modern gewordenen Sport ihre Schönheit geerntet haben. Unbedingt
ein äußerſt beachtenswertes Problem für unſere heutige weibliche
Jugend, für die ein Film wie „Die Frau mit dem Weltrekord” nach
dieſem Geſichtspunkte hin auch lehrreich iſt.
— Reſibenz=Theater. „Rätſel einer Nacht” iſt wohl
zurzeit das größte Erlebnis für das Darmſtädter Publikum. In Form
eines zweiſtündigen Filmes beſitzt es die Macht, ſeine Zuſchauer direkt
oder indirekt zu bannen; hält ſie einfach feſt; greift lückenlos von
Senſa=
tion zu Senſation, mit einer unwiderſtehlichen Ausdauer, und um ſich
greiſende Spannkraft, die geradezu atemraubend wirkt. Harry Piel,
einer unſerer beliebteſten Filmſtars, beliebt einzig und allein durch
ſeine tollkühnen abenteuerlichen Erlebniſſe, die er im Film meiſterhaft
regiſtriert und ſpielt, als auch durch ſeine gute Erſcheinung, er bleibt
unumwunden für die Zuſchauer immer derſelbe: ein guter Bekannter,
beliebt und gern geſehen. Sein neueſter Film „Rätſel einer Nacht”, der
augenblicklich einen gewaltigen Zuſpruch genießt, beweiſt dies wieder zur
Genüge. Wer dieſen Film noch nicht geſehen hat, verſäume nicht, heute
oder morgen noch das Reſidenzthegter am Weißen Turm zu beſuchen.
———
Tageskalender für Mittwoch, den 9. November 1927.
Landestheater,
Maxim; Pe kco Varieté; Bockshaut; Café Waldesruh; Ludwigshöhe;
Oberwaldhaus. — Café Rheingold: Tanz. —
Kinovor=
ſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Lokale Veranſfaltungen.
Die Sierunter esſcheinenden Nolizen ſind an iſchlleſlich a s Hinweiſe auf Anzsigen z betrachten,
imn keinem Faſle irgendwie ale Beſrechung oder Kritt.
— Kapelle „Hammelbacher”. Fröhlichſte Stimmung,
luſti=
ges Leben und Treiben herrſchen ſeit Samstag nachmittag in der
Beſ=
unger Turnhalle, die zeitweiſe die große Zahl von Beſuchern
kaum zu faſſen vermochte. Es darf auch geſagt werden, daß Kapellmeiſter
Hohmann mit ſeinen Oberbayern das hält, was er verſprochen hat.
Einerlei, ob man den traulichen Weiſen eines ſchönen Heimatliedes
Bayriſch Zell” lauſcht, oder ob die Kapelle in dem herrlichen rheiniſchen
Potpourri die Schönheiten unſeres deutſchen Rheines, rheiniſche Mädchen
und rheiniſchen Wein preiſt —, einerlei, ob die Kapelle einen ſchneidigen
Marſch, einen alten bayeriſchen Ländler oder einen modernen Schlager
mit allen möglichen originellen Vorſührungen zu Gehör bringt — die
Oberbayern verſtehen es meiſterhaft, das Publikum zu feſſeln,
mitzu=
reißen und zu ſtürmiſchen Beifallskundgebungen zu veranlaſſen. Wer
noch keine Gelegenheit hatte, die Hammelbacher zu beſuchen, ſollte dies
unter keinen Umſtänden verſäumen. Die Konzerte finden täglich bis
einſchließlich Sonntag, den 13. November, ſtatt.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Deröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Nedaltien keinertet
Ver-
anmortung: für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem
Umfang=
der Einſeiider verantworiſich.) — Einſendungen, die nicht verioendet werden, lönnen nich
zurückge andt. die Ablehnung nſcht begrſinde‟
— Zur Zeit läßt die Landesverſicherungsanſtalt die Arbeitgeber
durch Einſichntnahme der Invalidenverſicherungskarten der von ihnen
beſchäftigten Perſonen kontrollieren. Nun glauben faſt alle Arboitgeber,
ſie hätten die Marken in vorſchriftsmäßiger Höhe, d. h. in der richtigen
Lohnklaſſe, verklebt. Welche Enttäuſchung erlebten aber einige
Arbeit=
geber, als ſie hörten, daß ſie verhältnismäßig hohe Nachzahlungen an
Beiträgen für ihr Dienſtperſonal inſofern zu zahlen hatten, als ſie die
von ihnen vertragsmäßig oder freiwillig übernommenen Anteile der
Verſicherungsbeiträge, die geſetzlich die Verſicherten zu zahlen hätten,
nicht als Lohn mitberückſichtigt haben und infolgedeſſen
Invalidenver=
ſicherungsmarken in einer wiederen Lohnſtufe verklebt hatten. Es iſt
zweifellos ein Akt des Entgegenkommens, wenn die Arbeitgeber die
Ver=
ſicherungsanteile der Verſicherten aus eigener Taſche zahlen. Wenn nun
dieſe Arbeitgeber durch dieſes Entgegenkommen in der Weiſe beſtraft
werden, daß ſie Beſträge in einer höheren Lohnklaſſe verwenden müſſen
und weiterhin, weil dieſe Vewwendung nidt rechtzeitig erfolgt iſt, die
Beiträge in einer noh höheren Lohnſtufe als Nachzahlung zu leiſten
haben, ſo wird dies vielleicht geſetzlich zu rechtfertigen ſein, aber rein
Praktiſch gedacht iſt es für die Arbeitgeber eine große Härte, zumal die
Verſicherungsanſtalt eine diesbezügliche Aufklärung in den Zeitungen
noch nicht hat erfolgen laſſen. Wenn die Verſicherungsanſtalt mit dieſem
Modus glaubt fortfahren zu müſſen, dann werden die Arbeitgeber die
Konſequenzen ziehen und die Beitragsanteile der Verſicherten künftig
nicht mehr übernehmen.
Briefkaſien.
Aus den Parteien.
Beamtenverſammlung der Deutſchen Volksvod
Die Deutſche Volkspartei hatte auf Montag
in dem großen Saale der Vereinigten Geſellſchaft eine 23
verſammlung mit dem bekannten Vertreter der
Deu=
partei im Reichstag, Herrn Reichstagsabgeordneten
Poſtinn=
rath als Redner, einberufen. Die Verſammlung war auss
der Beamtenſchaft außerordentlich gut beſucht. Herr
Dingeldey eröffnete ſie und wies auf die jetzt im
beſonn=
unkt des Intereſſes ſtehende Frage der Beſoldungsordnunm
Abgeordneter Morath führte in einem mehr als einundn IWöen
gen glänzenden und großzüigigen Referate ſeinen Hörern;
Beſoldungsordnung im Zuſammenhang ſtehenden großen AN. t
Er ſprach von der Vongeſchichte der Beſoldungsrefoym umm
insbeſondere darauf hin, daß der demokratiſche Finanzminüfe
eine ſolche Reform weder in Angriff genommen noch auch=
bereitgeſtellt habe. Erſt der jetzigen Regierung ſei es vorz
weſen, dieſe Reform durchzuführen, die ſeit, vielen Jahren
U.=O. Wir müſſen Sie ſchon bitten, wegen der geſtellten 8 Fragen
das Geſetz über die Feldbereinigung vom 22. November 1923 (Heſſ.
kegierungsblatt von 1923 S. 440 flgg.) nachzuleſen.
M. K. in L. Sie werden ſich um Auskunftserteilung an die
In=
tereſſengemeinſchaft wenden müſſen.
Biglirigh-Hagenssalg
gendes Bedürfnis anerkannt ſei. Die Gehälter der Beamter
jetzt, und auch das nicht einmal vollſtändig, der Vorkriegss
maßen angeglichen. Da die reale Kaufkraft der Vorkriegss
bei weitem nicht erreicht ſei, die Beamten aber wie alle In
ihr Vermögen und ihre Erſparniſſe verloren hätten, bleibe=
Beamten nach wie vor ernſt. Redner ſchilderte die einzelnes
kommenden Beſoldungsordnung. Er gab die
Verbeſſerunns=
kannt, welche durch die Regierungsparteien gegenüber dem
des Neichsfinanzminiſters jetzt eingebracht werden. Er wamn
dem lebhaften Beifall der Verſammlung wit Schärfe gegan
demokratiſchen und demokratiſchen Angriffe und wies daraufz
demokratiſche Beamtenreferent im Reichstag während der
des Reichsfinanzminiſters Dr. Reinhold nicht ein einziges!
geübt habe an der Unterlaſſung beamtenfreundlicher Maßsu
beſonders warmen und eindrucksvollen Worten pries dem
Treue und Unbeſtechlichkeit des Berufsbeamtentums und geu
den Linksparteien obwaltenden Abſichten, das Beamtentumny
zu politiſieren. Unter ſtürmiſchem Beifall konnte der Reble
daß auch der heſſiſche Staat vor manchem „Fall” bewahſ;
wäre, wenn man die Parteipolitik bei der Ernennung ryy
aus dem Spiel gelaſſen hätte. — In der ſehr lebhaften
An=
ſuchten einige Redner ſozialdemokratiſcher Beamtenorganifſſ.
Deutſchen Volkspartei und dem Redner des Abends Feinäug
über der unteren Beamtenſchaft zu unterſtellen. Es wurde
hauptung aufgeſtellt, die Deutſche Volkspartei träte für W
Erhöhung der Mieten und Schutzloſigkeit der Mieter ge==
Hausbeſitzer ein. Dieſe Behauptungen wurden von Herrn:
Morgth als eine Lüge ſcharf zurückgewieſen. Er konnte W
weiſen, daß gerade in Heſſen die Deutſche Vokspartei an
Haury eingebracht habe, wonach bei Aufhebung der Bwon
und der Wohnungsämter der Mieterſchutz als folcher aun
und die Mieter vor jeder wucheriſchen Ausbeutung bennh
ſollten. Seine glänzende und müheloſe Erledigung der:9
Behauptungen und Angriffe riefen zum Schluß lange anhout/
miſchen Beifall der Verſammlung hervor.
— Frauengruppe der Deutſchen Volksp.=
Samstag, den 12. November, findek nachmittags 4 Uhr im
unſere gefellige Zuſammenkunft ſtatt. Diesmal foll eine II.F
rung uns die Stunden angenehm geſtalten. Wir hoffen mm
Beſuch.
— Deutſche Volkspartei. Die vege
Verſammn=
der Partei in den letzten Tagen wird nun, wo wir uns die
Wahlkampfes nähern, noch in verſtärktem Maße fortgeſetzt:=Mig
der anregend verlaufenen Verſammlung in Ober=Ingelheinuyſe
tagZabgeordneten Dr. Becker werden in der laufenden Woch,zy
Städten Mainz und Bingen große Verſammlungen abgeho =
Weitere Verſammlungen ſind vorgeſehen in Harxheim, Erd
Grolsheim und Budenheim.
— Jugendgruppe der Deutſchen Vol liſe
Darmſtadt. Der heutige Gruppenabend findet Ecke Heiß Ur
Eſchollbrücker Straße ſtatt. Die Mitglieder werden gebete,f!
zu erſcheinen, da ſehr Wichtiges über die Wahl ſowie Weihn,ᛋ
beſprechen iſt.
— Deutſchorden. Die Deutſchnationale Volksparrik un
beſonderes Schreiben zu der am Mittwoch, 9. November, a um
in der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindenden Wahlverſax+
geladen.
— Deutſchnationale Volkspartei, Darnac
bereits bekanntgegeben, ſpricht heute — Mittwoch — abenan
der Spitzenkandidat der Provinz Starkenburg, Herr Lanä.y
neter Kindt, in öffentlicher Wahlverſammlung in der Zich
Woogsplatz. Näheres ſiehe Plakatanſchlag. Unſere Mi.FMN
Parteifreunde ſeien hierdurch zum Beſuche dieſer Verſamn
lichſt eingeladen.
Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Einem hieſigen Kaufmann wird zur Laſt gelegt, auf
auf Mobiliarfeuerverſicherung in Höhe von 30060 M. fälſchlich-W
mit dem Namen eines Dritten unterſchrieben zu haben. Den
ſtellte Urkunde ſoll er alsdann, um Proviſion zu erhalten
riſcher Vorſpiegelung der Verſicherungsgeſellſchaft eingereichet.
noch zwei Zeugen vernommen werden ſollen, wird die 24
ausgeſetzt.
Die weiter vongeſehenen Sachen werden vor dem erweiti.
fengericht verhandelt.
2. Eine Reihe von Betwugsfällen, die in Biblis und
verübt wurden, wird einem in Ludwigshafen wohnhafken, irſ
geborenen Reiſenden zur Laſt gelegt. Die betrügeriſchen AA
gen ſollen bei Beſtellung von Zeitſchriften geſchehen ſein.
anwalt beantvagt die Beiziehung noch fehlender Akten, da din *
Rückfalls zu prüfen iſt. Die Sache muß deshalb vertagt wail
3. Aus einem vor dem Amtsgericht Gernsheim verham
mentationsprozeſſe heraus iſt eine Anklage wegen Untermm
Verleitung zum Meineid gegen einen Einwohner aus Kleis
erwvachſen. Deſſen Sohn war wegen Unterhalts für ein unecll
in Anſpruch genommen, und beſtritt jeden Verkehr. Der Vaye
einen Zeugen aufgeſucht und dahin bearbeitet haben, er ſog-
Amtsgericht Oſthofen als Zeuge bekunden, er habe auch ſchil
mit der Kindsmutter gehabt, denn dann wäre ſein Sohn auss”
Sache heraus. Der Zeuge beſtritt jeglichen Verkehr. Mit 1 A
wurde gelegentlich einer Weinkoſtprobe und dann in
einen=
über die Sache vom Angeklagten eingehend geſprochen unddr
ausgefragt, namentlich in der Richtung, ob er (Zeuge) den””
Wenn er ſo ausſage, ſei die Sache für ſeinen Sohn erled‟,
geklagte ſprach mit dem Zeugen dann nochmals vor deſſeon Sl
in Oſthofen und meinte da, er (Zeuge) wiſſe ja, was er zu 10
— Der Staatsanwalt betont, Angeklagter habe alles aufgebog”
Situation im Prozeſſe für ſeinen Sohn zu retten. Lhaka.”,
dafür auch ſein Verhalten einem anderen Zeugen gegembe.
Beſtreben, Zeugen für ſeinen Sohn zu gewinnen, ſei Anße.
nach Bechtheim gefahren; er ſei taſtend vorgegangen und
gemein vorgefühlt, um nachher zu ſagen, wemn der Zeuge.
zugäbe, ſei ſein Sohn aus der Sache heraus. Dieß ſei
wi=
einer anderthalbſtündigen Unterredung geäußert
wordel=
dabei die Einſtellung des Angeklagten berückſichtigen, der a
über die Situation habe verſchaffen wollen. Der Bewels,
geklagte nicht guten Glaubens geweſen ſei, ſei mathemär,u h
führen. Es wird die Mindeſtſtrafe in Antrag gebracht=.
Der Verteidiger meint, man ſolle grundſätzlich nicht A
ſprechen; aber Ausnahmen von dieſer Regel gäbe (K: I
der Angeklagte auf Rat des Andvalts ſeines Sohnes gehanee.
mittelaungen angeſtellt. Er ſei dabei von der Meinung 29b
der aufgeſuchte Zeuge habe wirklich Beziehungen zu der Me *
gehabt. Der Zeuge habe auch die Unterredung unter vie.
anlaßt. Ein plonmäßiges Vorhaben des Angelagten ſet. Noe B.
wieſen. Den Gedanken, der Zeuge habe doch Atwas mit D
gehabt, ſei Angeklagter nicht losgeworden. Ein unbilioge
ſei nn ben Zeuugen nicht geſtellt, auch von dieſem nicht empſth.
Ein ausreichender Beweis ſei nicht geführt.
Das Urteil fpricht den Angeklagten frei..
geklagte habe mit der Möglichkeit gerechnet, ein Verkehr. ie
Zeugen und der Kindsmutter habe beſtanden.
Nur echt in blauer Packung mit dem Bilde des Erfinders. 100 Jalre unüke
troffen geg. Folgen ſchlechter Verdauung u. Sodbrennen. Ford Sie grat.
frk. Probe mit Gebrauchsanw. Pulver250g 0.60, Tabl. 0.25 1.50. Bullrich,
Berlin, Flottwellstr. 3. Erhältlich in Apotheken u. Drogerien. (1.BIn. 14416
EC
MIS
NA
KANTHI-OVA
RANTHI-VAKA
XANTHI
ZICHNA
MAHALLA
CAVALLA
PRAWISTA
—SERRES-
DoVISTA
SERRES-
SARMUSAKLI
DUBNITZA
KUSCHUkAVAK
DJoumA
AYASOLUK
LvGDA
AK-HISAR
SAMSUN-
BAFFRA
EALATSHAM
ERBAA
HENDEK
RIRLIKOVA
PURSUTSCHAN
DRAMA-BASMA
16491
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Mittwoch, den 9. November 1927
Rumm
Aus Heſſen.
Starkenburg.
o. Erzhauſen, 8. Nob. Unter Mitwirkung des bieſigen
Eirchen=
geſangvereins fand unter Leitung ſeines Dirigenten Herrn Lehrer Kaut
in der Kirche die Reformatioasfeier ſtatt.
An. Arheilgen, 7. Nov. Gemeinderatsbericht. Nach
Mitteilung des Vorſitzenden iſt, wie aus einem Schreiben des
Kreis=
amts hervorgeht, eine Neuregelung des Fuß= und Radfahrverkehrs in
der nördlichen Frankfurter Straße in Ausſicht genommen. — Die
Weiß=
binderarbeiten am Faſelwärterwohnhauſe wurden dem
Weißbinder=
meiſter Adolf Weſp hier übertragen. — Die Arbeiten an den zu
er=
bauenden Holzſchuppen zu den Notwohnungen am Dieburger Wege
wur=
den m drei Gruppen an die Zimmermeiſter Peter Bauer, Jakob
Tra=
ſer und die Firma Schmitt u. Bihl vergeben. — Bezüglich Oeffnung
der verlängerten Karlſtraße wurde beſchloſſen, bei den ſich weigernden
Grundſtückseigentümern das Enteignungsverfahren eizuleiten. — Mit
der Anſchaffung von Werkzeugen für die Freiwillige Feuerwehr zur
Ausbildung bei Bränden, veranlaßt durch elektriſche Stromleitungen,
erklärte ſich die Verſammlung einverſtanden. — Der Ankauf der
Wald=
parzelle des Johannes Schäfer=Darmſtadt findet bedingte Genehmigung.
— Betreffend Anbringung weiterer Straßenladernen wurde die
Ver=
waltung beauftragt, das Nötige zu veranlaſſen. — Die Neuregelung
des Plakatweſens wurde gleichfalls der Verwaltung anheimgegeben. —
Es folgte eine geheime Sitzung. — Die hieſige Freiwillige
Sanitäts=
kolonne vom Roten Kreuz beginnt am 18. 0. M. mit einem
Unterrichts=
kurſus. Leiter iſt Herr Dr. med. Walter Ritſert. Perſonen
beider=
lei Geſchlahts können davan teilnehmen und erſtreckt ſich der Kurſus auf
erſte Hilfeleiſtung bei Unglücksfällen, Anlegung von Verbänden und
Belehrung in der Krankenpflege. — Die Provinzialſtraße vom
hieſi=
gen Orte nach Kranichſtein iſt wegen Ausführung eines
Entwäſſerungs=
kanals durch die Reichsbahnverwaltung bis zum 17. Dezember d. J.
für Kraftfahrzeuge und Fuhrwerke geſperrt. Die Umleitung iſt durch
die aufgeſtellten Schilder gekennzeichnet und ſind dieſelben gemam zu
beachten.
Griesheim, 8. Okr. Wie die „Heag” heute bekamt gibt, fahren
die Wagen der Straßenbahn am Mättwoch, den 9. d. M., den ganzen
Tag wegen Gleisaubeiten nur bis zum neuen Betriebsbahnhof am
Orts=
eingang. — Deutſche Volkspartei. Am Mittwoch abend ſpricht
im kleinen Saale des Gaſthauſes „Zum grünen Laub”, Herr
Landtags=
abgeordneder Dingeldey über „Heſſiſche Politik”, wozu Freunde und
An=
hänger der Partei höflichſt eingeladen ſind.
J. Griesheim, 8. Nov. In den letzten Tagem hat hier ein fremder
Mann Uhren, die er für goldene ausgab, feilgebotzen. Einem hieſigen
Landwirt ham der Handel verdächtig vor, weshalb er die Polizei
be=
jachrichtigte. Der Händler, der ganz genau wußte, daß der Handel mit
Uhren verboten iſt, nahm davaufhin Reißaus, konnte aber von dem
Landwirt wieder geſtellt ud der Polizei übergeben werden. Hier ſtellte
es ſich hevaus, daß der geriſſene Händler die Uhren aus Frankfurt von
einem Uhrmacher zum Preiſe von 9,50 Mk. pro Stück bezog und ſie in
ſer Umgebung für 50 bis 60 Mark weiterverkaufte. Er wunde deshalb
von der hieſigen Polizei, nach Feſtſtellung ſeiner Perſonalien, wegen
werbotenen Handelns mit Uhren, zur Strafanzeige gebracht.
F. Eberſtadt, 8. Nov. Wählerverſammlungen. Am
Mittwoch (9. November) ſprechen in einer öffentlichen
Wählevverſamm=
lung im Saale des Gaſthauſes „Zum Schwanen” (Schmitt)
Arbeits=
miniſter Raab und Frau Röhle=Frankfurt a. M. für die
Sozial=
demokratiſche Partei. — Am Donnersvag (10. November) veranſtaltet
die Omsgruppe Eberſtadt der Deutſchen Demokratiſchen Partei m Saale
des Gaſthauſes „Zur Eiſenbahn” (Gruß) eine öffentlühe
Wählerverſamm=
lung, in der Stadtverordneter Goſenheimer=Darmſtadt über die
Landtagswahl ſprechen wird. Liederabend. Wie alljährlich im
Herbſte, ſo trat auch dieſes Jahr wieder der Geſangverein „
Männer=
quarbett Harmonie” mit einem Konzert an die Oeffentlichkeit, um von
neuem Proben ſeines Könnens abzulegen. Das Konzert fand am
letz=
ten Sonntag im Saale „Zum Bergſträßer Hof” (Fiſcher) ſtatt und
er=
freute ſich eines guten Beſuches. Es verdient hervorgehoben zu
wer=
den, daß der Verei bemüht war, ein würdiges Programm zu ſchaffen
und dieſes von dem nicht zu einem Liederabend paſſenden Ballaſt zu
befreien, den man früher glaubte dem Pubhikum bieten zu müſſon. Und
ſo gelang es denn vollauf! Ein herrlicher Abend, ganz dem deutſchen
Liede gewidmet! Nur ſo kann ein Geſangverein ſeinen Zweck erfüllen
und wahrer Träger edelſten Kulturgutes werden. Und der Eindruck
eines ſolchen Liederabends maiß nachhaltig wirken und iſt der beſte
Werber um Freunde des Sanges, die unſer Volk in viel größerer
Zahl braucht. Einen beſonderen Anreis des Abends bot das Auftreten
des Darmſtädter Lehrers Landzettel den aus ſeiner früheren
beruflichen Tätigkeit i Eberſtadt noch freundſchaftliche Beziehungen
mit dem Verein verbinden. Seie Liader „An die Hoffnung” von
Beet=
hoven und „Geſang des Harfners” von Schubert im erſten und „
Ständ=
chen” von Schubert, „Waldeinſamkeit” von Reeger und „Mein Mädel
hat einen Roſenmund” von Brahms im zweiten Teil klangen lieblich
und rein, zeugten von geſanglicher Begabung und guter Sümme. Das
Publikum dankte dem Tenor für den wirklich ſchönen Genuß durch
un=
ermüdlichen Beifall. Der Liederſchatz, den der Verein mit ſeinem gut
geſchulten Chor darbot, war außerordentlich reichhaltig. Er enthielt
ausgoſuchte Chöre von Heim, Schuwbert, Danneffel, Koſchat, Böhme,
Hilger, Wilhelm, Werth, Othegraven und Schiebold, die, alle
zuſammen=
genommen, den ſchön verlaufenen Liederabend ausmachten und ihn ſo
würdig geſtalteten. Der Dirigent des Vereins, Lehrer Knöß, der
ſich, um das Gelingen des Abends i reichem Maße verdient gemacht hat,
durfte den Dank des Publikums für den Verein in Form immer neuen
Beifalls entgegennehmen. Die muſikaliſche Umrahmung des Programms
ſtellte der Muſikverein „Edelweiß”, der es durch ausgewählte und gute
Muſik verſtand, dem Abend ein künſtleriſches Gepräge zu geben.
Aa. Pfungſtadt, 8. Nov. Volkshochſchule. Am Montag
abbend begann auf Veranlaſſung der hieſigen Volkshochſchule ein mehrere
Abende umfaſſender Kurſus über „Die Geologie unſerer Heimat.”
* Traiſa, 8. Nov. Die hieſige Zahlſtelle der Bezirksſparkaſſe Groß=
Bieberau macht im Anzeigenteil bekannt, daß ſie für Einlagen 7 Proz.
Zinſen und für größere Beträge nach Vereinbarung höhere Sätze
ver=
gütet.
(. Ober=Ramſtadt, 7. Nov. Turnverein D. T. Das für
kom=
menden Sonntag vorgeſehene Schau= und Werbeturnen im
Schützenhof=
ſaale mußte wegen der Landtagswahl verlegt werden ud findet
nun=
mehr am Sonutag, den 4. Dezember, im gleichen Lokale ſtatt. Die
Vor=
bereitungen hierzu ſind in vollem Gange und verſpricht die
Veranſtal=
tumg auf turneriſchem Gebiete eine hervorragende zu werden.
Einzel=
heiten des Programms werden an dieſer Stelle noch veröffentlicht.
* Roßdorf, 8. Nov. Liedertag. Der Geſangverein „
Lieder=
zweig” Roßdorf, der unter der zielbewußten Leitung des Herrn
Chor=
meiſters P. Bäniſch, Darmſtadt, Mitglied des Städtiſchen Orcheſters.
ſteht, veranſtaltet am kommenden Sonmtag, den 13. ds. Mts., im Saale
„Zur Sonne” (Inhaber Ludwig Kaffenberger Wwe.) einen Liedertag
bzw. Kritikſingen. Da Vereine aus Roßdorf und Umgegend, die ſich in
geſanglicher Hinſicht auf der Höhe fühlen, ihre Mitwirkug zugeſagt
haben, iſt ſicher zu erwarten, daß den verehrlichen Beſuchern ein
genuß=
reicher Sonntag nachmittag in Ausſicht ſteht.
* Groß=Zimmern, 8. Nov. Theaterabend. Einen in der beſten
Weiſe mit einem echten Odenwälder Volksſtück „Knäächt Valdin”, von
Georg Löffler=Roßdorf ausgeſtatteten Abend bot am Sonntag, den
6. November, im Vereinslokal „Kaiſerſaal” die hieſige
Sängervereini=
gung Männergeſangverein 1863 und Liederkranz 1874 ihren Mitgliedern
und Anhängern. Nach einer kurzen Anſprache des 1. Vorfitzenden, Herm
Gg. Ehrhard, in welcher derſelbe mit von Herzen kommenden Worten
für das ſo zahlreiche Erſcheinen dankte und auf die demnächſt unter der
muſikaliſchen Leitung und Einſtudierung von Herrn Lehrer Hunecke zur
Aufſührung kommende Operette „Rheiniſche Liebe, rheiniſcher Wein”
hinwies, öffnete ſich der Vorhang. Vor einem mit über 600 Perſonen
beſetzten Hauſe ging ein echtes Odenwilder Heimatſtück mit ernſten und
z. T. auch recht heiteren Szenen über die Bühne. Sämtliche
Mitwirken=
den erſüllten, unterſtützt durch eine vorzüglich wirkende
Bühnenausſtat=
tung, in hervorragender Weiſe ihre Aufgabe. Der reich geſpendete Beifall.
gab Zeugnis devon, daß die Zuhörer von echter Heimatliebe zum
Oden=
wald beſeelt waren, des weiteren, daß die Abſichten des veranſtaltenden
Vereins, zwecks Vertiefung der Volksbildung gut ausgeſtattete und
vor=
züglich einſtudierte Heimatſtücke zu bietm, allſeitigen Beifall finden. Es
dürfte ſich empfehlen, das Stück noch einmal zu wiederholen, da dasſelbe
großen Anklang gefunden hat und außerdem die Erſtaufführung bei
aus=
verkauftem Saale ſtattfand, ſodaß viele Beſucher, ohne Platz zu finden,
umkehren mußten.
r. Babenhauſen, 7. Nov. Liedertag. Im großen Saalbau des
Gaſthauſes „Deutſcher Hof” veranſtaltere der Geſangwerein „
Sänger=
bund”, der älteſte Geſangverein am Platze, unter der Leitung ſeines
Chormeiſiers Küchler, einen Liedertag, der einen ſehr ſchönen Verlauf
nahm. Außer dem „Sängerbund” wirkten noch mit die Geſangvereine
Germania=Dudenhofen, Liederkranz=Schaafheim, Eintracht=Babenhauſen,
Liederkranz=Hergershaurſen und Liederkranz=Langſtadt. Von früheren
Liedertagen her iſt es hier bekannt, welch eifriges Streben in den
genann=
ten Vereinen lebt. Darum hatte ſich eine große Anzahl Sangesfreudiger
einge undem, die dankbar fedes Lied aufwahmen und mit lebhaftem
Bei=
folk gwittierten. Die Veranſtaktung von Liedertagen wird imner eine
Notzwendigkeit bleiben. Iſt doch jedem Sänger Gelegenheit gegeben,
andere zu hören, andere Literatur kennen zu lernen, und andere
Leiſtun=
gen anzuerkennen. Die Auswahl der Chöre zeigte im allgemeinen guten
Geſchmack. Nichts Wertloſes enthielt das Programm, das eine Kürzung
in Ambetracht der begrenzten Aufpahmefähigkeit der Zuhörer hätte
ver=
tragen können. Mit Freuden kann aber feſtgeſtellt wenden, daß der
Lie=
derdag in Babenhauſen künſtleriſch auch für den Kenner manch guten
Eindruck hinterließ, und man ſich an dem guten Geſchmack der meiſten
Dirigenten nur erfreuen konnte. Solch friedlicher Wettſtreit wirbt für
den Geſang und ſchließt die Freundſchaftsbande inniger.
* Dieburg, 6. Nov. Unſere Kreisſtadt war heute das Ziel der
Sternwanderung des Nordkreiſes des Odenwaldklubs, die ſich in jedem
Jahre — heuer war es das fünftemal — an einem gemeinſamen Ziel
als Endpumkt ihrer Wanderung treffen. In der Mittagsſtunde kamen
die erſten Gäſte und bis drei Uhr nachmittags war der ganze Nordkreis
mit Ausnahme von Biſchofsheim in Dieburg verſammelt. Es erſchienen
die Ortsgruppen Fvankfurt, Offenbach, Hanau, Sprendlingen, Langen,
Rüſſelsherm. Dreieichenhain, Oberroden, Babenhauſen, Iſenburg,
ins=
geſamt über dreihundert Wanderer und Wanderinnen, die ſämtliche
Räume des Mainzer Hofes in Dieburg füllten, nachdem ſie vorher die
Sehenswürdigkeiten der Stadt, insbeſondere die Mithrasfunde,
beſich=
tigt hatten. Zu Beginn der gemeinſamen Tagung begrüßte namens
der Ortsgruppe Dieburg deren Vorſitzender, Herr Amtsgerichtsrat
Bek=
ker, alle erſchienenen Gäſte, den Zweck der engeren Vereinigung des
Nordkreiſes betonend, darüber hinaus aber auf das Ganze weiſend; mit
einem „Friſchauf” auf Heimat und Vaterland ſchloß die Anſprache.
Dar=
auf ſprach Herr Studienvat Dr. Götz von Darmſtadt, der Schriftführer
des Hauptausſchuſſes des Odenwaldklubs, deſſen Wünſche zur Tagung
des Nordkreiſes aus, dem Nordkreis ein „Friſchauf” widmend, während
Herr Direktor Sauer, der Vorſitzende der Ortsgruppe Frankfurt, dem
Odenwaldklub ſeie Worte weihte. Im Verlauf der Tagung ſprachen
noch die Herven Kunz=Frankfurt, Altſtadt=Hanau, Huber=Langen und
Schepp=Babenhauſen zu den Belangen des Klubs und des Nordkreiſes.
Im übvigen war der Tag der Unverhaltung und dem Frohſinn
gewid=
met, die Ortsgruppen boten Vorträge aller Art. Frl. Kath. Maier von
Dieburg trug zwei Gedichte von Franz Herz vor, die in Mundart die
Vorzüige der Feſtſtadt ſchildern, die Babenhwuſer und Oberröder
erfreu=
ten wit Klampfen= und Mandolinewvorträgen, die Sprendlinger
Ge=
ſangsabteilung wit Chören, Hanau ſtellte mit Herrn Ihm und
Frank=
furt mit Herrn Knittel zwei Komiker auf die Bühne, die ſchon etwas
zum Lachen bieten konnden. Alle Reden und Darbietungen weckten
leb=
haften Beifall. Mit dem Ausdruck des Dankes an die feſtgebende
Orts=
gruppe ſchieden abends die Gäſte von Dieburg.
* Fränkiſch=Crumbach, 8. Nov. Hier fand eine gut beſuchte
Ver=
fammlung der Evangeliſchen Volksgemeinſchaft ſtätt. Der Wunſch nach
einer ſolchen Verſammlung war vielfach und lebhaft in der Gemeinde
geäußert worden, nachdem durch die Unterſchriftsſammlung für die
Wahlvorſchläge der Partei, deren Reſultate ganz hervorragend waren,
etwas von der Exiſtenz einer evangeliſchen Partei in die Gemeinde
ge=
drungen war. Die Verſammlung verlief zur äußerſten Zufriedenheit.
Herr Reichsgeſchäftsführer Pfarrer=Weidner von Ober=Ls und Herr
Diplom=Ingenieur Ludwig aus Darmſtadt ſprachen in ſehr itereſſanten
Ausführungen über Weſen, Ziele und Notwendigkeit einer evangeliſchen
Partei. Die Vorträge wurden mit großer Aufmerkſamkeit und
Inter=
eſſe von der ganzen Verſammlung, die ſich aus allen Schichten der
hie=
ſigen Bevölkerung zuſammenſetzte, verfolgt. Am Schluß der
Verſamm=
lung wurde namentlich von ſeiten der Landwirte der lebhafte Wunſch
geäußert, daß weitere Verſammlungen hier ſtattfinden ſollten. Die
deut=
liche und reſtloſe Zuſtimmung der Verſammlungsteilnehmer zeigte, daß
die Gründung einer Ortsgruppe nur noch eine Frage der Zeit iſt. Die
Anfänge dazu ſind in zahlreichen Meldungen zum Abonnement der
„Evangeliſchen Warte”, des Zeitungsorgans der Evangeliſchen
Volks=
gemeinſchaft, gelegt. MMit freundigem Beifall wurde die Mitteſilung Herrn
Pfarrer Weidners aufgenommen, daß Ende Januar, Anfang Februar
1928 ein mehrtägiger Rednerkurſus in unſerer Gemeinde ſtattfinden ſoll,
der die Aufgabe haben wird, der Kreis Dieburg und die in nächſter
Nähe gelegenen Gemeinden des Kreiſes Erbach mit den Zielen der
Evangeliſchen Volksgemeinſchaft bekanntzumachen.
Aw. Aus dem Kreiſe Dieburg, 8. Nov. Das Anfahren von
Zucher=
rüben bei der Zuckerfabrik A.=G. Groß Umſtadt hat in dieſer Kampagne
einen rieſigen Umfang angenommen. Ungeheure Mewgen dieſer Früchte
lagern auf dem Fabrikgelände und unzählige Fuhren werden jedtäglich
noch angeliefert. Der Preis der Früchte beträgt, wie man hört, pro
Zentner 1,80 Mk. — Der Omnibusverkehr zwiſchen Dieburg—
Semd—Groß=Umſtadt und Heubach iſt derzeit ein ſehr reger. Am 5. ds.
Mts. wurde ein zweiter Omnibus in Verkehr geſtellt. Begrüßt wird dies
ganz beſonders von vielen Arbeitern der Gemeinde Semd, die ſo leicht
zum Bahnhof Dieburg gelangen können, vom wo aus ſie die Zige zu den
etwas entfernt gelegenen Induſtrieſtädten bemitzen.
L. Michelſtadt, 8. Nov. Aus der Wahlbewegung. Die
Wahlbowegung verläuft verhältwismäßig ruhig. Von den
Rechtspar=
teien wurde hier noch keine Wählerverſammlung veranſtaltet. Das
Reichsbanner ließ ſeinen Oberpräſidenten Hörſing hier ſprechen. Für
die Demokraten ſprach Reichstagsabgeordneter Korell vor ſchwach
beſetz=
tem Hauſe. Am letzten Sonntag ſprach namens der Volksrechtspartei
der dritte Kandidat auf der Landtagsliſte dieſer jüngſten heſſiſchen
Par=
tei, Nechtsanwalt Dr. Wolf, Mainz. Allgemein vermutet man eine
ſchwache Wahlbeteiligung, zumal in verſchiedenen Verſammlungen, die
im Odenwald ſtattfanden, Wahlenthaltung proklamiert wurde. So
bei=
ſpielsweiſe von den Nationalſozialiſten. — Beförderung. Der
Forſtwart bei dem Forſtamt Michelſtadt, Heinrich Weber, wurde durch
Verfügung der Staatsregierung unter Belaſſung an ſeinem Amtsſitze
zum Förſter ernannt. Weber iſt geborener Michelſtädter.
* Hirſchhorn, 8. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
7. Nobember: 0,82 Meter; am 8. November: 0,89 Meter.
A. Schlierbach, 7. Nov. Kindergottesdienſt. Der geſtern,
am Reformationsfeſt, zum erſten Male veranſtaltete Kinderdgottesdienſt
war von den Kindern recht gut beſucht, ſo daß eine öftere derartige
Veranſtaltung, zunächſt allmonatlich, nunmehr vorgenommen werden ſoll.
— Endgültige Beſetzung der hieſigen Pfarrſtelle,
Herr Pfarrverwalter Hartmann, der ſeit einem Jahre die hieſige
Pfarrſtelle verſieht, iſt minmehr laut Dienſtnachrichten des Evangeliſchen
Landeskirchenamts in Darmſtadt zum Pfarrer des hieſigen Kirchſpiels
ernannt, was in den 15 Filialgemeinden ſehr begrüßt wird. Denn
in ſeiner ſeitherigen Tätigkeit hier hat es Pfarrer Hartmann bereits
bewieſen, daß die Gemeinde in ihm einen tüchrigen Seelſorger beſitzt,
denn der Dienſt in dem weitausgedehnten Kirchſpiel iſt nicht gerade
leicht. Kommenden Sonntag, den 13. November, ſoll die Vorſtellung
und beſondere Einweihung unſeres neuen und doch bereits bekannten
Pfarrers ſtattfinden. Herr Dekan Bernbeck von Hirſchhorn wird dieſe
feierliche Handlung im Auftrag der oberſten evangeliſchen
Kirchen=
behörde vornehmen. — Erntedankfeſt. Nächſter Sonntag, der 13.
November, war bereits als Erntedankfeſt=Scnntag vorgeſehen. Der
Gottesdienſt wird an dieſem Tage beſonders feierlich durch ein kleines
Feſtſpiel, das auf dieſen Feſttag zugeſchnitten iſt und von größeren
Schnlkindern vorgeführt wird, eingeleitet. So wird dieſer Sonntag ein
doppelter Feſttag für das ganze Kirchſpiel.
N. Aus dem Odenwald, 7. Nob. Ueberangebot von
Fer=
keln, fallende Schweinepreiſe. Veranlaßt durch die vor
Jahvesfriſt noch ziemlich hohen Ferbelpreiſe haben ſich die Landwirte in
erhöhtem Maße der Zucht von Mutterſchweinen und Ferkeln zugewandt.
Die Folgen ſind ein Ueberangebor von Ferkeln; in manchen Bauernhöfen
ſieht man große Scharen der jungen Borſtentiere; hiermit ging ein
raſches Sinken nicht nur der Preiſe für Ferkeln, ſondern auch der fetten
Schweine Hand in Hand. Während vor einem Jahre noch 15—20 Mark
für das Stück Saugferkel bezahlt wurden, wenden fetzt auf den Märkten
nur noch 8—10 Mark bezahlt. Auch für die fetten Schweine werden
jetzt bedeutend geringere Preiſe bezahlt, durchſchnittlich 65 PPfg. für das
Pfund Lebendgewicht. Trotzdem beharren die Metzger bei ihren noch im
Spätſommer erhöhten Preiſen für Schweinefleiſch, Wurſt und Schmalz
in ihren Läden (1,20 Mk. pro Pfund Fleiſch und Schmalz). Viele
Privatleute, die keine Schweine züchten, laſſen daher Hausſchlachtungen
vornehmen und tun gut daran.
H. Aus dem Weſchnitztal, 7. Nov. Buchführ
Die Heſſiſche Landwirtſchaftskammer Darmſtadt läßt
der Bahnhofswirtſchaft in Mörlenbach einen
Bur=
abhalten. Der Kurſus umfaßt 36 Ausbildungsſtunden
durchgreifende Erlernung gewährleiſtet. Die Koſten hetm=
10 Mark. Teilnehmer wollen ſich bei dem Obermeſſter=
Mörlenbach melden. — Reiche Dickwurzelernte
ernte geht nun zu Ende. Dieſes Jahr kann man resht
Rekordernte ſprechen, denn die Keller reichen bei weitern
Menge der Dichwurzeln zu faſſen, und der Landwirt be=,
den Ueberſchuß i großen Gruben auf dem Felde auf.
Frühjahr hereingeholt und verbraucht wird.
H. Von der Bergſtraße, 7. Nov. Grober Unfy=
der ſind einige Lausbubenſtreiche aus Weinheim zu
me=
der letzten Nächte wurde von rohen Menſchen ein Blumss
Bahnhofsanlage zertreten, der Telephonkaſten des T.—
aufgeriſſen und der Telephonapparat ſchwer beſchädigt.
eine Ruhebank der Werderanlage in die Anlage gewors
gelingt es doch einmal der Polizei, dieſe Rohlimge zuu
ſie zur Verantwortung zu ziehen.
Ay. Bensheim, 8. Nov. Lutherabend derev
Gemeinde Am Sonntag abend beging die evangs
Bensheim ihren diesjährigen Lutherabend, welcher dri
und muſikaliſche Darbietungen eingeleitet und beſchlof
Mittelpunkt ſtand die Feſtanſprache des Herrrn Pfar=
Buchſchlag, welcher ſich über „Luthers Teſtament an die G
ließ. Der Abend nahm einen erhebenden Verlauf. Vo
bacher Kirchweihe. Am Sonntag und Montgg
nahen Auerbach das Feſt der Kirchweihe, die ſog. „Aum
Wie alljährlich, ſo hatte ſie auch dieſes Mal wieder esun,
von Beſuchern nach dem gaſtlichen Be=gſtraßenort a—
W.Heppenheim, 8. Nov. Evangeliſche Gere
ſchöner Weiſe beging am Sonntag die evangeliſche Genm;
mationsfeſt. Morgens fand ein Feſtgottesdienſt ſtatt, Ei
Nalbhennſche Hornquartett aus Gießen mitwirkte. Absron
im Parkhotel Halber Mond eine Feſtſeier ſtatt, welche
Verlauf nahm. Herr Profeſſor Dr. Zimmermann hieu
bildervortrag über Luther und Dürer, welcher von allern!
großem Intereſſe aufgenommen wurde. Zur Verſchönernn
trugen die Darbietungen des Kalbhennſchen Hornquartell
Bläſerchors Heppenheim und des Kirchengeſangvereins Ei
weihung der erneuerten Orgel findet am 13. Navember
iſt ein Feſtgottesdienſt und nachmittags die Vorführung
lich im Bau begriffenen Orgel. Soliſtiſche Kräfte hall,
Dienſt der guten Sache geſtellt, um Orgel ſowohl in Sooy
als Begleitinſtrument zu Violine und Geſang vorzuführr
waldklub Heppenheim. Mit Rückſicht auf dies
hat die Ortsgruppe Heppenheim des Odenwaldklubs
ehrungsfeſt, welches am 12. November ſtattfinden ſollle
. Januar 1928 verlegt. In einer gut beſuchten Wande—,
wurde um eine allzudichte Aufeinanderfolge der Wer
neuer Wanderjahre zu vermeiden, beſchloſſen, die Anzal
rungen gegen das vergangene Jahr etwas zu kürzen ſotz.
wanderung nach Lindenfels noch in dieſem Jahrs am 2
unternehmen. Im neuen Wanderplan wurden 4
Tac-
feſtgelegt — Kreidach—Eichelberg, Hetzbach-Krähenbe—//
Wegſcheide — die beiden Siegfriedbrunnen—Gras=Ellenu7ß=
Bechtheim ſowie zwei 1½tägige Wanderungen nach denn
em Pfälzerwald und ſechs Nachmittagswanderungen, nall
nahme einer Beſichtigung von Speyer den Odenwald zun
— Winzerverein. Bei der Verſammlung des Er
fand neben dem geſchäftlichen Teil ein Vortrag des Landrf
Herrn Dr. Schül über Weinbergsdüngung ſtatt. Der Se
aus, daß an der Bergſtraße die Düngung der Weinklrm
künſtlichen Düngemitteln gegenüber anderen Weinbaugebom
zurück ſei. Reiche Anregung erhielt auch mancher Win ch
dom Raiffeiſenverband entſandten Oberreviſor Andon/
ausgezeichneter Kenner winzergenoſſenſchaftlicher Verhälu iſ
S. Lampertheim, 7. Nob. Vom Tabak. Gegenn:
Landwirte mit dem Abhängen des Tabaks beſchäftigt.
die Quantität als recht gur zu bezeichnen war, ergibt
ſich=
die Qualität ſehr gur iſt. Bereits halten die Händler N.*
aber den Pflanzern keinen Preis. Hoffentlich kommen
Angebot heraus, das den Erzeugern auch ihre viele Müh /
bezahlt macht. Sollte dies wicht der Fall ſein, ſo könn
Landwirten nur heißen: Zuſammenſchluß zu gemeinſamen
an den Fabrikanten.
D. Biblis, 7. Nob. Einen eigenartigen Fun?
hieſiger Landwirt auf ſeinem Acker. Er hatte dortſelbſt ei ſi
loch, und fand nunmehr darin ein Kalb verſcharrt, dass
mißlicher Umſtände halber von einem anderen Landwirt da M
wurde. Mon hat die Sache zur Aufklärung der Polizei 1
Der Gaſtwirt Peter Kiſſel beabſichtigt, in den nächſten Tan
Radioanlage mit Lautſprecher anzulegen, unn P
Neuerung, die vom intereſſierten Publikum ſehr begrüßz !
man nun auch ſchon am Sonntag den Spielverlauf größe —
wie die Reſultate der bedeutungsvollſten Kämpfe
erfahrennk-
günſtigt durch die herrlichen Herbſttage ſind die Feldar
faſt vollkommen beendet, und auch die Herbſtfrüchte unter Zu
Zum größten Teil iſt nunmehr auch ſchon die Winterfrn
kommt für den Landwirt nun die Zeit der Ruhe und Er.5
auch nach den harten Erntemonaten tatſächlich nötig hat.
Gernsheim, 8. Nov. Waſſerſtand des R
7. November: —24; am 8. November: —27.
g. Büttelborn, 7. Nov. Am Samstag vormittag zweid
12 Uhr, als ein Elektromontenr der Rheiniſchen Schuck 21
auf dem Anweſen der Schneiderin Daniel Hirſch 4. Wwe.
ſpannung beſchäftigt war wurde der Scarkſtrom eingeſche=
Monteur blieb an der Leſrung hängen. Glücklicherweiſe 5
ten Moment der Draht, wodurch dem Verunglückten das 2.
wurde.
Aa. Seligenſtadt a. M., 8. Nov. Gaslieferung”
mit Darmſtadt. Die Verhandlungen der Gememde 24
wegen Gasbelieferung mit der Kommunalen Gasgeſellſcha,
ſtehen vor dem Abſchluß. Die maßgebenden Kreiſe in
haben den vorgelegten Lieferungsvertrag einer
eingehemüc=
unterzogen und ſind im Prinzip mit der Unterzeichnung cs
einverſtanden. Die endgültige Entſcheidung wird in den mi
im Gemeindergt fallen.
Rheinheſſen.
Ac. Worms, 6. Nob Magnuskirche. Amläßlich dch
begangenen Feier des 400jährigen Beſtehens der Wormer
Gemeinde wurde eine Sämmlung zur Wiederherſtellung O
kirche am Weckerlingplatz, die als älteſte deutſche evangelt!
ſtätte anzuſprechen iſt, beſchloſſen und in die Wege geleiter.
tauben. Die 4. Allgemeine Süd= und Mitteldeutſche 2
aul=
det vom 25. bis 27. November hier ſtatt. Es ſind ſehr bielen
eingegangen, ſo daß mit einer ſehr großen Beſchickung gere?
kann.
KaisersBrust-Caramellen
mit den STonnen:
schützen mich vor Erkältung Husten und Kataurh! — Weder Regen.
Schnee, noch Kälte können Ihnen schaden wenn Sie dieses seit 35 Jahren
bewährte Hustenmittel bei sich haben. Schnell und sicher
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seitigen Sie damit Husten, Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung
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(II. St. 15730
Oberbeſſen.
4k. Friedberg, 7. Nov. Geſtern abend ſprach im hüin
tochnikum Herr Dr. Krämer über Land und Leute auf D.
Er ſchilderte die Schönheit der Inſel und hob hervor, Laß 2
letzten Inſeln iſt, die ſich ihre alte Kultur erhalten hat Ue
den Trubel der Neuzeit gezogen iſt. Neben der Inſel ſe4 noch die Gewohnheiten der Bewohner, ihre Arbeieeina”
Kunſt, Theatergebräuche und dergleichen. Neicher Beifau Neis
ten Hauſ=s belohnte ihn am Schluſſe ſeiner Ausführunge
geſtrige Abſchwimmen der Turngemeinde Friedberg Na9
Verlauf und wurden ſehr gute Leiſtungen gezeigt. Nach Prole
das Lied „Turner auf zum Streite” begannen die Schwihſi.
turchweg ein gutes Reſultat zeitigten. Anſchließend hierdti
zu Gaſt weilende Turnverein 1846 Gießen ſehr gute Risho
einen wundervollen Fackalreigen auf. Schließend wit”
Waſſerballſpiel zwiſchen Gießen ud Friedberg ausgetron..
3 den Gießener gelang, durch ein wundervolles Spie 8
großer Wurfſicherheit und Spielerfahrung, 5:2 zu Ne9‟
wort erwähnte Herr Thierolf, daß jeder Turner em D
Schwimmer ſein müſſe.
WSN. Schotten, 7. Nov. Die Häuſer müſſen.
weichen. Der Geminderat hat in ſeiner füngſten Sizih
in der Mitte der Stadt, an der Hauptſtraße, mehrene bäh.
um ſie niederzulegen. Die Häuſer ſtehen an der ſchnch.
Hauptdurchgangsſtraße der großen Lardſtreße Lauiſrud
Nidda—Frankfurt und ſind für den rieſig angewachen.
Fuhyrwerksverkehr ein ſtarkes Verkehrshindernis gewo.
Abbruch der Häuſer wird die Straße genügend verm.
daß dann der Au erkehr glatt raſſienen Lamt.
rulgf der Beſſunger Knabenſchule,
30,
Fughöhſtraße Nr. 42.
ſol Mfdirraße, Poſtſtraße, Rabenauſtraße, Rodenſteinweg,
ape, Traubenweg, Wedekindweg.
mmer 311
Mittwoch den 9 November 1927
WBahl findet Sonntag, den 13. November 1927 ſtatt. Die
tl dauert von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags
uerbrechug.
Wahlbezirke:
Wahllokale:
hm Saalbau Riedeſelſtraße Nr. 40 . 1,35, 36, 37, 38, 39, 40
der Dieſterwegſchule, Ecke
Lager=
uund Blumenthalſtraße Nr. 35 . . 4, 5
der Eleonorenſchule, Eingang
Landtagswahl 1927.
Geite
Aſtadtſtraße
der Goetheſchule, Viktoriaſtraße
uee, Emilſtraße Nr. 10
ſe der Schillerſchule, Müllerſtraße
der Ballonſchule, Ballonplatz
ſe der Peſtalozziſchule, Stiftſtraße
.
etin der Soderſtraße Nr. 30
der Ludwigs=Oberrealſchule,
2, 3, 6
7. 8
9, 10, 11, 12
Paraße Nr. 5
de der Viktoriaſchule,
14, 15, 16, 17
13, 18, 19, 42
20, 21
22, 23, 24, 25
Hochſtraße
26, 41, 45
27, 28
Mr. 21 .
der Beſſunger Mädchenſchule,
mgerſtraße Nr. 67 . . .
29, 34
32, 33
urzee der Rundeturmſchule, Eingang
Oſtmrf=Georg= und Rundeturmſtraße
31
43, 44
einzelnen Wahlbezirke umfaſſen
fol=
nſhieſtraßen:
ühszirk 1. Exerzierplatz, Hindenburgſtraße,
Landgraf=
hiltzAlage, Luiſenplatz, Luiſenſtraße, Rheinſtraße.
Müh=zirk 2. Bleichſtraße, Georgenſtraße, Grafenſtraße,
arbort ße.
Mob=zirk 3. Bismarckſtraße, Friedrichsſtraße, Fuchsſtraße,
hitſmaße, Wieſenſtraße.
Mobz zirk 4. Allee, Bahnhofsplatz, Dornheimer Weg,
mihze atz, Illigweg, Külpſtraße, Mettegangweg,
Michaelis=
owenhauerweg, Mornewegplatz, Mornewegſtraße, Otto=
Ab Birk 5. Bachgang, Feldbergſtraße, Gräfenhäuſer Straße,
teracker, Kirchenallee, Lagerhausſtraße, Rößlerſtraße,
ten traße Weiterſtädter Straße.
6hBirk 6. Blumenthalſtraße, Helfmannſtraße, Johannes=
Anselſtadtſtraße.
bgirk 7. Jakobiſtraße, Im tiefen See, Kahlertſtraße,
ußt; Parkusſtraße, Pfarrwieſenweg, Sensfelderweg.
ſbwirk 8. Landwehrſtraße, Viktoriaplatz,Viktoriaſtraße.
ſbgirk 9. Alicenſtraße, Emilſtraße, Frankfurter Straße,
uie Am Nordbahnhof.
ihisirk 10. Gardiſtenſtraße, Mollerſtraße, Pallaswieſen=
„ſumniesſtraße.
sirk 11. Barkhausſtraße, Beckerſtraße, Friedrich=
M1.Eckhardſtraße, Löffelgaſſe, Schuhknechtſtraße.
lbwirk 12. Rhönring, Schwanenſtraße.
Gesirk 13. Arheilgerſtraße, Hochſchulſtraße, Ruthsſtraße,
ſiſten, Schloßgartenplatz, Schloßgartenſtraße.
befrirk 14. Elfeicherweg, Fuhrmannſtraße, Pankratius=
ſGeſ irk 15. Heinheimerſtraße, Kaupſtraße.
chink 16. Kittlerſtraße Lichtenbergſtraße Müllerſtraße,
Meärk 17. Liebfrauenſtraße, Speſſartring.
Moef irk 18. Kaſtanienallee, Kranichſteiner Straße, Laute=
me rplatz.
erfe.
2Nche. irk 19. Alfred=Meſſel=Weg. Am Breitwieſenberg,
er. Heinz=Heim=Weg, Gutenbergſtraße, Hohler Weg,
9 Rathenauanlage, Heinrich=Rinck=Weg, Aeußere
Ring=
noßeM un usſtraße, Voglerweg, Weberweg.
Zſchen irk 20. Alexandraweg, Dieburger Straße,
Fiedler=
en=Bracht=Weg, Mauerſtraße, Nikolaiweg, Olbrichweg,
Miſiäans=Weg, Schollwveg.
SRuefirk 21. Erbacher Straße, Seiters Weg, Stiftsſtraße,
9ABeigſtraße.
MEhefirk 22. Adolf=Spießſtraße, Beckſtraße, Darmſtraße,
nen ſtraße, Gabelsbergerſtraße, Heidenreichſtraße, Hein=
Frſße, Inſelſtraße, Landgraf=Geongſtraße, Merchplatz.
ueſirk 23. Gervinusſtraße, Riedlingerſtraße, Soder=
BErertändigungen des Kreisamts
M MWM den Beranntmachungen des Pelannimächung.
Wahlbezirk 24. Erlenweg, Frankenäckerweg, Hicklerſtraße,
Roßdörfer Straße. Schloſſerſtraße, Wienerſtraße, Wilhelm=
Jäger=
ſtraße.
Wahlbezirk 25. Atzwinkelweg, Am Erlenberg, Hobrechtſtraße,
Kekuléſtraße, Nieder=Ramſtädter Straße, Roquetteweg,
Stein=
bergweg, Teichhausſtraße.
Wahlbezirk 26. Hoffmannſtraße, Kiesſtraße.
Wahlbezirk 27. Grünerweg, Heinrichſtraße (die geraden
Nummer 42 bis Schluß; die ungraden Nummern 63 bis Schluß),
Hochſtraße.
Wahlbezirk 28. Heinrich=Wingertsweg, Herdweg,
Martins=
pfad, Martinsſtraße, Mathildenſtraße, Moſerſtraße Rückertſtraße,
Steinackerſtraße.
Wahlbezirk 29. Bruchwieſenſtraße, Bruſtftraße,
Büchner=
ſtraße, Clemensſtraße, Im Geiſenſee, Küchlerſtraße, Niebergallweg,
Niederſtraße, Ohlyſtraße, Oſannſtraße, Paulusplatz,
Schießhaus=
ſtraße, Uhlandſtraße, Wittmannſtraße.
Wahlbezirk 30. Freiligrathſtraße, Goetheſtraße, Herderſtraße,
Herrngartenſtraße, Klappacherſtraße, Landskronſtraße,
Moosberg=
ſtraße, Orangerieallee, Orangerieſtraße, Seekatzſtraße.
Wahlbezirk 31. Forſtmeiſterplatz, Forſtmeiſterſtraße,
Ludwigs=
höhſtraße, Sandbergſtraße.
Wahlbezirk 32. Felſingſtraße, Frankenſteinſtraße,
Kiesberg=
ſtraße, Paul=Wagnerſtraße, Tannenſtraße, Weinbergſtraße, Im
Wingert.
Wahlbezirk 33. Beſſunger Straße, Donnersbergring,
Eich=
wieſenſtraße, Molkeſtraße, Seeſtraße.
Wahlbezirk 34. Ahaſtraße, Eichbergſtraße, Hermannſtraße,
Neue Niederſtraße, Wilhelmsſtraße.
Wahlbezirk 35. Heidelberger Straße.
Wahlbezirk 36. Artillerieſtraße, Eſchollbrücker Straße, Groß=
Gerauer Weg, Holzhof=Allee, Am Hopfengarten, Philipp=Röthweg,
Schrautenbachweg, Stadt=Allee, Thylmannweg.
Wahlbezirk 37. Annaſtraße, Heinrichſtraße (die geraden
Nummern 2 bis 40; die ungraden Nummern 1 bis 61),
Sand=
ſtraße, Steinſtraße, Weyprechtſtraße, Wilhelminenplatz,
Wilhel=
minenſtraße.
Wahlbezirk 38. Riedeſelſtraß=, Saalbauſtraße, Waldſtraße.
Wahlbezirk 39. Eliſabethenſtraße, Marienplatz, Neckarſtraße,
Schuchardſtraße, Zimmerſtraße.
Wahlbezirk 40. Ernſt=Ludwigs=Platz, Ernſt=Ludwigs=Straße,
Hügelſtraße, Kirchſtraße, Ludwigsplatz, Ludwigsſtraße,
Parade=
platz, Schulſtraße, Schützenſtraße.
Wahlbezirk 41. Hölgesſtraße, Kapellſtraße, Karlsſtraße.
Wahlbezirk 42. Alexanderſtraße, Ballonplatz,
Magdalenen=
ſtraße, Mathildenplatz, Schleiermacherſtraße. Schloßgraben,
Theaterplatz, Zeughausſtraße.
Wahlbezirk 43. Geiſtberg, Marktplatz, Marktſtraße, Neugaſſe,
Obergaſſe, Große Ochſengaſſe, Kleine Ochſengaſſe, Schillerplatz,
Schloß, Schloßgaſſe, Schuſtergaſſe.
Wahlbezirk 44. Döngesborngaſſe, Lindenhofſtraße,
Mühl=
ſtraße, Rundeturmſtraße, Sackgaſſe, Woogsplatz, Woogsſtraße.
Wahlbezirk 45. Große Bachgaſſe, Kleine Bachgaſſe,
Brand=
gaſſe, Hinkelsgaſſe, Holzſtraße, Große Kaplaneigaſſe, Kleine
Kap=
laneigaſſe, Langgaſſe, Pädagogſtraße, Schulzengaſſe.
Zu Wahlvorſtehern und deren Stellvertreter habe ich auf
Grund des Artikels 11 des Landtigsgeſetzes ernannt:
1. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Schubkegel, Gg., Kaufmann;
St Ivertreter: Bernhardt, Ph. Kauſmann.
2. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Sehnert, Heinrich,
Metzger=
meiſter; Stellvertreter: Mohrmann, Ernſt, Schmiedemeiſter.
3. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Goy, Jgnatz, Rektor;
Stell=
vertreter: Kling, Karl, Oberſekretär.
4. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Michel, Ludwig, Werkmeiſter,
Stellvertreter: Michel, Gg. Vermeſſungs=Ober=Inſpektor.
5. Wahlbezirk: Wahlvorſteher: Schmidt, Gg., Betr.
Werk=
meiſter; „Stellvertreter: Gieſelmann, Guſt, Obermeiſter.
6. Wahlbezirk. Wahlvorfteher: Knapp, Adam, Werkmeiſter;
Stellvertreter: Bauer, Wilh., Metzgermeiſter.
7. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Stahl, Friedr., Gewerkſch.=
Beamter; Stellvertreter: Glenz, Karl, Kaufmann.
8. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Rödelſperger, Hans, Zoll=
Inſpektor; „Stellvertreter: Kenner, Hrch., Kaufmann.
9. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Guntermann, Rud.,
Kauf=
mann; Stellvetreter: Köhler, Adolf, Prokuriſt.
10. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Schubert, Gg.,
Schloſſer=
meiſter; Stellvertreter: Stammler, Jul., Kaufmann.
11. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Gils, Jak, Hauptkaſſier;
Stellvertreter: Kirſten, Karl, Ingenieur.
12. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Welker, Friedr.,
Verwal=
tungs=Inſpekt.; Stellvertreter: Bohnſack, Ernſt, Kaufmann.
13. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Möſer, J. H., Kaufmann,
Stellvertreter: Kugler, Adolf, Ober=Aſſiſtent.
14. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Krätz, Jak., Kaufmann;
Stellvertreter: Klotz, Anton, Handels=Inſpektor.
15. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Baßler, Gottfr., ſtellv.
Ge=
ſchäftsführer; Stellvertreter: Dietz, Gg., Juſt.=Sekretär.
16. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Jüngling, Aug., Gefängn.=
Oekonom; Stellvertreter: Linck, Adam, Lehrer.
17. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Göbel, Ludwig, Kaufmann;
Stellvertreter: Grebert, Dr. Ludwig, Studien=Aſſeſſor.
18. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Creter, Wilh., Oberſt.=
Sekre=
tär; Stellvertreter: Herold, Oskar, Prokuriſt.
19. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Merkel, Hrch., Büro=Direkt.;
Stellvertreter: Schäfer, Hrch., Rechnungsrat.
20. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Gieg, Gg., Kaufmann;
Stellvertreter: Büttenbender, Gg., Studien=Aſſeſſor.
21. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Geider, Karl,
Dachdecker=
meiſter; „Stellvertreter: Schwarz, Karl, Landwirt.
22. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Gunder, Jak., Privatier;
Stellvertreter: Diflo, Frz., Kaufmann.
23. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Fiſcher, Gg., Steuer=Inſp.;
Stellvertreter: Silz, Ernſt, Bankkaſſier.
24. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Höchſt, Otto, Ober=Steuer=
Sekretär; Stellvertreter: Gemündt, Jean, Schloſſermeiſter.
25. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Scheich, Friedr., Oberlehrer;
Stellvertreter: Ranft, Ludwig, Rechnungsrat.
26. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Krumb, Phil., Verwaltungs=
Sekretär; Stellvertreter: Seeber, Adolf Prokuriſt.
27. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Finger, Balth., Bäckermeiſt.;
Stellvertreter: Mayer, Auguſt, Metzgermeiſter.
28. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Ewald, Phil., Kaufmann;
Stellvertreter: Steger, Emil, Kaufmann.
29. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Daum, Emil, Bankbeamter;
Stellvertreter: Ausfeld, Dr. Karl, Profeſſor.
30. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Wörtge, Gg., Miniſterial=
Ober=Reviſor; Stellvertreter: Seibold, Phil. Lehrer.
31. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Hoffmann, Karl, Bau=Ober=
Inſpektor; Stellvertreter: Maurer, Herm., Expedient.
32. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Aßmuth, Phil., Bauführer;
Stellvertreter: Hanauer, P., Rechnungsrat.
33. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Künzel, Gg., Buchdr.=Beſitzer;
Stellvertreter: Roth, Gg. Friedr., Kaufmann.
34. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Hamel, Wilh.,
Schloſſer=
meiſter; Stellvertreter: Klar, Emil, Eiſenbahn=Oberſekretär.
35. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Hornung, G. L., Privatier;
Stellvertreter: Hüfner, Wilh., Vermeſſungs=Inſpektor.
36. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Brehm, Aug., Verwaltungs=
Sekretär; Stellvertreter: Spielmann, Ludwig, Zollſekretär.
37. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Schweingel, Wilh.,
Eiſen=
bahn=Beamter; „Stellvertreter: Graßmann, Ludw.,
Kon=
ditoreibeſitzer.
38. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Euler, Johs., Zahlmeiſter
a. D.: Stellvertreter: Weißmüller, Adolf, Kaufmann.
39. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: König, Jak.,
Buchbinder=
meiſter; Stellvertreter: Mohr, Fritz, Schmiedemeiſter.
40. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Kinsberger, Aug., Lehrer;
Stellvertreter: Menzlaw, Hans, Zoll=Inſpektor.
41. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Meyer, Rob.,
Poſamentier=
meiſter; Stellvertreter: Rebelein, Aug., Metzgermeiſter.
42. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Curth, Paul, Elektro=Ing.;
Stellvertreter: Lenmartz, Karl, Drogiſt.
43. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Klepper, Ludwig, Kaufmann;
Stellvertreter: Wagner, Valent. jun., Brauereibeſitzer.
44. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Kahrhof, Karl,
Schreiner=
meiſter; „Stellvertreter: Schellhaas, Karl, Wohnungs=
Inſpektor i. R.
45. Wahlbezirk. Wahlvorſteher: Engel, J. G., Bürobeamter;
Stellvertreter: Webekind, Paul, Kaufmann.
Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß die Stimmzettel amtlich
hergeſtellt ſind, daß ſie alle zugelaſſenen Wahlvorſchläge, die
Partei und die Namen der erſten vier Bewerber jedes
Vor=
ſchlages, bei einem nach Artikel 17 des Landuagswahlgeſetzes
provinziell gegliederten Wahlvorſchlages den Namen des erſten
und zweiten Bewerbers in jeder Provinz enthalten, daß der
Wahlberechtigte bei der Stimmabgabe durch ein Kreuz oder
Unterſtreichen oder in ſonſt erkennbarer Weiſe den Wahlvorſchlag
bezeichnet, dem er ſeine Stimme geben will, und daß
Stimm=
zettel, die dieſer Beſtimmung nicht entſprechen, ungültig ſind.
(St. 17373
Darmſtadt, den 5. November 1927.
Der Oberbürgermeiſter.
ABeiamts Darmſtadt.
een 1 ſilberne Damen=
Arm=
ſarvar;weißer Schal mit ſchw.
Iſust. 1 kle nes ſchwarziedernes
ie mit Inhalt. 1
Füllfeder=
eiſorauner Damenhut. 1 Paar
2e Handſchuhe. 2 einz braune
Nce. 1 hellbrauner geſtrickter
1 ſchwarzer Damenhandſchuh.
1 Schlüſſel am Ring und ein
Wüüberner Ohrring mit weißer
eines ſchwarzes Portemonn ie
Rhe, 1 leeres braunes Porte=
Mcket gefütterter, Herren Nappa=
Wich 4211 / Autokurbel. 1 kleimes ſilb
die leer). 1 Paar
Gummi=
churhe mit Etu. 1 Iraunled
Taſtche mit Inhalt (Viſitkarten
U kleiner Schlüſſel mit Kette.
Feia: 1 deut cher Schäferhund
ſchwarzem Rücken). 1 junger
ferhund mit gelben Pfoten
Arange Angeige.
mnerstag, den 10. Nov.
Wei, W Imattags 3 Uhr, verſteigere
emmem Verſteigerungslokale
Luifer
bietendPe N 32 zwangsweiſe
meiſt=
n Barzahlung: (17438
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wer 8Rchine, 4 Kiſten mit
Feuer=
wont”e amorgarnituren, 12
Alten=
andie Möbel aller Art.
2a
A. den 9. Nov. 1927.
„Weinheimer,
Gerichtsvollzieher.
Ergänzung der Stadtvererdgeten=
Verſammlung.
Die Stadtwahlkommiſſion hat
feſtge=
ſtellt, daß an Stelle des verſtorbenen
Herrn Gaſtwirts Schnauber
Herr Bäckermeiſter Balthaſar Finger
in die Stadtverordneten=Verſammlung
einzutreten hat. Das Protokoll liegt am
9., 10. und 11. ds. Mts. im Stadthaus,
Zimmer 33, während der Dienſtſtunden
offen. Einwendungen gegen die Wahl
und dem Gewählten ſind während dieſer
Zeit ſchriftlich oder zu Protokoll bei dem
Unterzeichneten, bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes, vorzubringen.
Darmſtadt, den 8 Nov. 1927. (st17434
Der Stadtwahlkommiſſar.
J. V.: Delp. Bürgermeiſter.
17400
Wir
vergäten
ab 1. Oktober 1927
für Mormal-Spar-Ein.
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[ ← ][ ][ → ]den 9 November 1927
Mittwoch
Ka 2
Der Herzo? von Natibor 41
Wegen fahrläfſiger Töty
TU. Ratibor. Vor dem Große= Ratibor begann am Montag 45
gegen den Herzog von Ratibor wo
Tötung. Aufgeboten ſind 11 Zeuan
verſtändige. Die Anklage beſchuldigt:
5. Februar d. J. durch Fahrläſſigkei:
60 Tote im Hafen von Sidney,
Reich und Ausland.
Tagung der Notgemeinſchaft der Deutſchen
Wiſſenſchaft.
Am 12. und 13. November findet in
Stutt=
gart die diesjährige Hauptverſammlung der
Not=
gemeinſchaft der Deutſchen Wiſſenſchaft ſtatt. Die
Be=
ratungen erfolgen im weſentlichen am 12. November
in den Räumen des deutſchen Auslandsinſtituts, wo
eine öffentliche Kundgebung ſtattfindet, in der
her=
vorragende Redner über Arbeiten und Erfolge der
deutſchen Wiſſenſchaft ſprechen werden.
Ein Faſſadenkletterer abgeſchoſſen.
WSN. Bad Homburg. Ein Einbrecher
ver=
ſuchte in der Nacht zum Sonntag in eine an der
Wegekreuzung Ober= und Niedererlenbach gelegene
alleinſtehende Villa einzubrechen. Er kletterte an der
Veranda empor, muß aber ſo viel Geräuſch gemacht
haben, daß ein Hausbewohner erwachte. Dieſer nahm
kurz entſchloſſen ſein Gewehr zur Hand und ſchoß
den Einbrecher in die Beine. Mit einem ſchweren
Knieſchuß wurde er in die Villa gebracht und nach
Herbeiholen eines Arztes in die Klinik nach Vilbel
überführt. Seine Komplizen haben ſich angeblich per
Auto aus dem Staube gemacht. Der unſchädlich
ge=
machte Einbrecher ſoll früher als Knecht in
Gonzen=
heim in Dienſt geweſen ſein.
Der explodierende „Neue‟.
Lpd. Eberbach a. N. Daß der neue Wein
nicht mit ſich ſpaßen läßt, beweiſt folgender Vorfall:
Ein Weingärtner in Ellhofen bemerkte abends ein
ſonderbares Geräuſch in ſeinem Keller. Als er
nach=
fah, bemeukte er, daß der Spunden ſeines
Wein=
faſſes ſich feſtgeſetzt hatte. Raſch entſchloſſen wollte
er dieſen entfernen, doch in demſelben Moment wurde
ihm der Spunden mit ſolcher Wucht ins Geſicht
ge=
ſchleudert, daß er nicht unerheblich verletzt wurde und
ſeine Naſe genäht werden mußte. Wäre das
Vor=
kommnis nicht rechtzeitig entdeckt worden, ſo hätten
die Weingaſe ſicher das Faß in Stücke geriſſen.
Wenn Raufbolde Sport treiben.
Lpd. Heidelberg. Als beim Fußballſpiel in
einem Dorfe der Schiedsrichter den Namen eines
un=
fair ſpielenden Mitgliedes des einen Vereins
feſt=
ſtellen wollte, ſchlug dieſer nach dem Unparteiiſchen.
Es entſtand eine allgemeine Keilerei, bei der ein
Teil der Zuſchauer und Spieler ſich gegenſeitig mit
Stöcken und Knüppeln bearbeiteten. Glücklicherweiſe
ging es ohne ernſthaftere Verletzungen ab.
Beim Spielen tödlich verunglückt.
Lpd. Mannheim. Drei Mittelſchüler hatten
am Abhang eines Baggeploches im früheren
Schar=
höfer Wald bei Sandtorf aus Spielerei eine Höhle
gegraben. Plötzlich löſten ſich größere Erdmaſſen und
ein 15 Jahre alter Realſchüler aus der Riedfeldſtraße
wurde verſchüttet. Er konnte erſt nach etwa einer
halben Stunde ausgegraben werden. Bei ſeiner
Ein=
lieferung in das Städtiſche Krankenhaus war der Tod
bereits eingetreten.
Ein Schwerverbrecher feſtgeſtellt.
Lpd. Ludwigshafen. In der Perſon des
Metzgermeiſters Wilhelm Martin wurde in
Saar=
brücken durch Zufall ein ſeit 1922 von der
Staats=
anwaltſchaft Landau geſuchter Schwereinbrecher
feſt=
genommen. Martin gewann erſt kürzlich in einer
Verſicherungsausloſung 10 000 Franken.
10 000 Mark unterſchlagen.
Lpd. Speyer a. Rh. Der 20 Jahre Angeſtellte
Alfred Fuß, der 10 000 Mark Lohngelder für die
Baumwollſpinnerei abholen ſollte, iſt verſchwunden.
Er kehrte von der Bank nicht zu ſeiner Arbeitsſtelle
zurück, weshalb man ſofort die Polizei benachrichtigte.
Bald darauf wurde in der Nähe der Fabrik die
Brief=
taſche und Mütze des Fuß ſowie ein Geldſäckchen mit
100 Mark Inhalt gefunden. Ein Raubüberfall oder
Selbſtmord erſcheint ausgeſchloſſen; man vermutet
vielmehr, da in der Brieftaſche Reiſepaß und
Per=
ſonalausweis fehlen, daß der junge Mann ſich ins
Ausland geflüchtet hat.
Ein ſpaniſcher Expreß verunglückt.
TU. Berlin. Wie die Morgenblätter berichten,
entgleiſten in der Nähe von Escorial infolge
Schie=
nenbruches fünf Waggons des Nord=Weſt=Expreß. Im
Speiſewagen waren gerade 40 Perſonen beim Eſſen.
Der Speiſe= und Schlafwagen ſtürzten eine hohe
Böſchung hinab und wurden vollſtändig
zertrüm=
mert. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten,
jedoch wurden 20 Perſonen zum Teil ſchwer verletzt.
Das Fährſchiff im Hafen von Sidney (Auſtralien),
das von dem aus London einlaufenden Ozeandampfer „Tahiti” gerammt wurde.
Das Grabmal des Fliegerhelden
Paul Bäumers letzte Ruheſtätte in Ohlsdorf.
Unter dem Flugzeugpropeller ruhen die irdi
Ueberreſte des mit ſeiner Maſchine kürzlich in den
däniſchen Sund geſtürzten kühnen Fliegers Paul
Bäumer.
Junggeflügelſchau in Berlin.
Der Leipziger „Studentenvater” geſtorben.
TU. Leipzig. Ein bei allen alten Leipziger
Akademikern bekannter Mann, Georg Grimpe, der
langjährige Wirt des „Thüringer Hofes”, der „
Stu=
dentenvater” Leipzigs, iſt im Alter von 74 Jahren
geſtorben.
Selbſtmord eines Berliner Kommerzienrats.
In ſeiner Wohnung in der Kaiſerallee nahm ſich
am Montag abend Kommerzienrat Heinrich Siegel
durch einen Kopfſchuß das Leben. Die Gattin des
Kommerzienrates weilte zur Zeit des Selbſtmordes
ihres Mannes bei einem Konzert. Die Gründe, die
Siegel in den Tod getrieben haben, ſind noch völlig
ungeklärt.
Die Selbſtnordtragödie in Köpenick.
Der 25jährige Albert Haak, der nach ſeiner
An=
gabe zuerſt geſchoſſen haben will, wird, nach dem
bis=
herigen Verlauf zu urteilen, mit dem Leben
davon=
kommen. Es wird jedoch kaum möglich ſein, ſein
Augenlicht zu erhalten. Der Verletzte iſt vollkommen
bei Beſinnung. Auf Befragen gab er an, er und
ſeine beiden Freunde hätten am Sonntag lebhaft
philoſophiert und ſeien dabei zu der Ueberzeugung
gekommen, daß es am beſten ſei, mit dem Leben
Schluß zu machen. Im Zuſammenhang damit
äußerte er die Abſicht, wenn er hinauskäme, die
un=
ſelige Tat nochmals zu wiederholen.
Schadenfeuer in einem Alpenort.
Innsbruck. In der Ortſchaft Egg im
Patz=
mauntal wurden durch Feuer ſechs Häuſer ſamt
Nebengebäuden vernichtet. Auch die eingebrachte
Ernte verbrannte. Bei der Fahrt zum Brandplatz
ſtürzte eine Spritze um, wobei zwei Feuerwehrleute
verletzt wurden.
Ein groß angelegter Betrug.
EP. Paris. Dem „Matin” zufolge iſt hier eine
große Fälſchungsaffäre aufgedeckt worden, die in
mancher Beziehung an die ungariſche Frankenfälſcher=
Affäre erinnert. Der Wiener Bankier Blumenſtein
und zwei Komplizen ſeien verhaftet worden, weil ſie
ungariſche Wertpapiere nach Frankreich gebracht und
ſie mit falſchen Stempeln verſehen hätten, um ſie auf
dem franzöſiſchen Markt zu verkaufen. Eine große
Zahl dieſer Papiere ſei beſchlagnahmt worden. Der
Zweck dieſes Schwindels wird klar, wenn man ſich
daran erinnert, daß auf Grund des Vertrages von
Trianon die im Beſitz von ungariſchen
Staatsange=
hörigen befindlichen Wertpapiere den Stempel der
ungariſchen Regierung tragen und in Papierkronen
verzinſt werden, während die im Beſitz von
Fran=
zoſen befindlichen Stücke mit dem Stempel der
fran=
zöſiſchen Regierung verſehen ſind und mit 32
Pro=
zent ihres Goldwertes verzinſt werden müſſen. Die
ungariſche Regierung iſt dem „Matin” zufolge dor
dem rieſigen Schwindel unterrichtet worden und hat
durch Vermittlung des Profeſſors für internationales
Recht, Rechtsanwalt Brunet, bei den franzöſiſchen
Ge=
richten Klage erhoben.
Die prähiſtoriſchen Ausgrabungen in Frankreich.
EP. Paris. Die ſeit drei Tagen im Gange
be=
findlichen Ausgrabungen der internationalen
Unter=
ſuchungskommiſſion auf dem prähiſtoriſchen Felde
von Glozel ſollen, wie gemeldet wird, ſo günſtig
aus=
gefallen ſein, daß ſie vorläufig abgebrochen worden
ſind. Die Kommiſſion wird morgen das auf dem
Fundort eingerichtete Muſeum beſichtigen und in
einigen Tagen in Paris zur Abfaſſung ihres
Be=
richtes an das Miniſterium der öffentlichen Arbeiten
zuſammentreten. Bisher iſt der Preſſe über das
Er=
gebnis der Unterſuchungen keine Mitteilung gemacht
worden, doch nimmt man allgemein an, daß der
Bericht ſich für die Echtheit der Funde ausſprechen
wird.
Die engliſche Schwimmerin Dr. Logan wegen
Meineids verurteilt.
EP. London. Die engliſche Schiwimmerin Dr.
Logan, die ſeinerzeit die Oeffentlichkeit mit einer
angeblichen Kanaldurchquerung hinters Licht geführt
hat, wurde wegen Abgabe einer falſchen
eidesſtatt=
lichen Erklärung zu 100 Pfund Geldſtrafe und 10
Pfund Koſten verurteilt. Ihr Trainer Carey hat
50 Pfund Strafe und fünf Pfund Koſten zu
ent=
richten.
Victor Auguſt Herzoe
Corvey, Prinz v. Hol
Leibkutſchers Hytrek verſchuldet zu h75
zog hatte ſich im Schlitten auf die 8
begeben. Während der Schlitten auu
weg ſtehen blieb, begab ſich der He=
Stelle, wo Wildſchweine geſichtet
Nachdem zweimal Wildſchweine deuzi
Waldweg geſehen wurden, ſchoß der
rtichu
Safe
dunkler Gegenſtand zum dritten Ar
Gleich darauf hörte man Hilferufe
den Leibkutſcher, der Wagen und Ze
hatte und in den Weldweg gekommen :
letzte ſtarb am Abend nach einer Aem
Der Herzog und die an der Jagd baen
beamten gaben an, daß der Kutſcher
in=
die Pferde verlaſſen durfte. Am Dich
Lokaltermin ſtatt.
Zwei prachtvolle Toulouſer Gänſe
zeichnen ſich auf der 4. Berliner Junggeflügelſchau durch Größe, Geſtalt, Gewicht und Gefieder
beſonders aus.
Senſationsaffäre in der Prager Geſellſchaft.
b. In den Prager Geſellſchaftskreiſen wird eine
Affäre viel beſprochen, die überaus intereſſant iſt.
Der Direktor einer der größten Induſtriegeſellſchaften
in der Tſchechoflowakei iſt trotz ſeiner geſetzten Jahre
noch immer ein großer Verehrer von Frauenſchönheit
und weiblichem Charme. Vor nicht allzu langer Zeit
vermählte ſich der Direktor zum drittenmal, obwohl
ſeine vorausgegangenen Gattinnen noch am Leben
ſind und auch mit ihm in freundſchaftlichem Verkehr
ſtehen. Die neue Frau Generaldirektor war eine der
intereſſanteſten Erſcheinungen der Prager Geſellſchaft.
Von blendender Schönheit und durch eine in
franzö=
ſiſcher Erziehung gewonnene reiche Bildung wußte
ſie ihre Umgebung ausnahmslos ſo ſehr zu entzücken,
daß des Glückes ſchier kein Ende ſchien. Das ging
ſo nahezu ein Jahr, als man in politiſchen, aber
auch in geſellſchaftlichen Kreiſen allerlei zu munkeln
begann. Man beſchuldigte die junge Frau
General=
direktor nicht weniger, als eine Emiſſärin der
Mos=
kauer Sowjets zu ſein und in deren Auftrag ſehr
ſchwierige politiſche Miſſionen zur Erledigung zu
haben, die teilweiſe auch in das wirtſchaftliche
Mo=
ment einſchlugen. Die Behörden waren in größter
Verlegenheit, weil die für die Vermutung
ange=
gebenen Gründe keineswegs ausreichen konnten und
weil es andererſeits die Dame glänzend verſtand, alle
Zweifel im Keime zu erſticken. In jüngſter Zeit
allerdings ſcheint die Behörde in den Beſitz ernſter
Dokumente gekommen zu ſein, denn der betreffende
Generaldirektor und deſſen Gattin wurden unter
ſchärfſte Bewachung der politiſchen Polizei geſtellt,
da man auch für das Leben des Induſtrieführers
fürchtete. Zu einem direkten Einſchreiten iſt es
bis=
her noch nicht gekommen, doch bildet natürlicherweiſe
dieſe Affäre den Gegenſtand der ungeheuerlichſten
Gerüichte und Behauptungen, die in allen Prager
Salons, beſonders aber in Induſtriekreiſen
be=
ſprochen werden.
Bovtsunglück auf der Dc
Budapeſt. Ein mit Kohlen El
auf dem ſich fünf Matroſen befandel,
Montag nachmittag auf der Donau. 9
wurden gerettet, zwei ertranken.
Das Schickſal der Entfürt
TU. London. Nach einer „Eu
aus Marokko ſind die Verhandlungemi
laſſung der entführten Verwandten Ssſ
Generalreſidenten ergebnislos abgebr)
Die Behandlung der Gefangenen ſa!
ſein. Die Ablehnung der Bedingungr
kaner hat unter den benachbarten Su.
niserregende Unruhe ausgelöſt.
Die Flutkataſtrophe in Neu=a4
FU. London. Nach Meldungen
hat ſich die Lage im Ueberſchvemmimg
Neu=England erneut verſchlechtert.
mit der Möglichkeit neuer Dammbrr. K
droht iſt gegenwärtig Hartford, die .
Connecticut. Ueber 15 000 Arbeiter f7
Ueberſchwemmungen, für längere Zer
worden.
Eine Stiftung Rockefellersl
Paris. Dem „Matin” zufolge haf
feller die Summe von zwei Millionen
für den Bau und die Ausſtattung einrR
bliothek in Genf, die unter den Auſpiz /
bundes und des Internationalen A.Rl
denen zur Verfügung geſtellt werden ſad.
Genf, ſei es offiziell, ſei es privat, beg.
das Studium der großen Weltproblema/
im Anfert
Held. rnäh
Nach dem Höhen=Weltrekorder
Erſtickungstod des Fliegers
R—
Kapitän Gray
ſtürzte in Sparta (Tenneſſee) mit ſeinens
ab. Der unter den Trümmern gefun!
meſſer gab die Weltrekordhöhe von 13 0,0
Der waghalſige Ballonführer iſt ſeiner
achtſamkeit zum Opfer gefallen. Mit
das in ſeiner Hand gefunden wurde,
verſehentlich die Zuleitung des Sauerſtil.
In der dünnen Luft erſtickte Gray. Sed
gewordener Ballon ſtürzte ſodann !
Mittwoch den 9 November 1927
Seite 11
München 1882.
garinnerung an die Kinderſtube der Elektrotechnik.
WVon Dipl.=Ing. Adolf von Lippmann.
mniſche Glühbirne brennt heute in der beſcheidenſten Stube
weidenſte Haushalt verfügt mideſtens über ein elettriſches
„ie eleltriſche Zimmerſonne ſpendet Wärme, und daß man
Atriſchen” fährt, iſt heute eine abſolute Selbſtwverſtändlichkeit.
grechmen mit Kilowattſtunden wie mit Mark und Pfennigen.
ſwirzlich die Freude hatte, mit dem Altmeiſter der
Elektro=
r Geheimrat Profeſſor Dr. Kittler, Erinnerungen zu
tau=
ſro=chen wir davon, daß es gar nicht ſo lange her iſt, daß das
nicht ſo war. Und gedachten der beſcheidenen Anfänge zur
ſes rotechniſchen Ausſtellung im Jahre 1882 im Münchener
„mtlichen Clou der Ausſtellung von 1882 bildete der Verſuch
wühen Kraftübertragung, den Deprez unternommen hatte.
aub wurden auf 57 Klm. Entfernung nach München etwa
gim rhen mittels gewöhnlicher Telegraphenleitung und mit
wanng von 120 Volt übertragen. In Miesbach war eine
wefaßt worden, die mit Hilfe eines Waſſerkraftmotors einen
wrieb, der den Strom für einen im Glaspalaſt aufgeſtellten
lieferte. Der Elektromotor im Glaspalaſt in München
mive an, die das Waſſer ſür einen künſtlichen kleinen Waſſer=
MNan hatte alſo ſozuſagen den Waſſerfall von Miesbach auf
ASege nach München verſetzt und hoffte, durch dieſe finn=
Krxung die Bedeutung des Vorganges dem allgemeinen
Ver=
geszubringen. Aber das verſtand damals keiner. Das
Publi=
ſweiſt achtlos an dem ſchönen kleinen Waſſerfall vorüber.
ſwildeten den tatſächlichen Clou der Ausſtellung ein rieſiger
„e, der gleich am Eingang des Glaspalaſtes aufgeſtellt war=
„ar Strom einer Dynamomaſchine erregt wurde. Dieſer
nvm Publikum umlagert, und halb München, Groß und
rrit ſeinen Hausſchlüſſeln an den Polen des Magneten
weute ſich ob der ſtarken Anziehungskraft.
drrem fand ſich auf einem Tiſch eine kleine Dynamomaſchine,
Arlühlampe angeſchloſſen war. Mit Hilfe eines mächtigen
das an dem Tiſch wontiert war, konnte die Dynamo in
ßh werden. Und ſo konnte man ſo manchen biederen
Mün=
r im Schweiße ſeines Angeſichts die ſoeben beim
Mathä=
tines Weißwurſtfrüihſtückes eingenommene Kraft vergeudete
ibs die Lampe endlich zu leuchten begann. Und befriedigt
lich erzielten Erfolg die Kurbel mit den gewichtigen Worden
ge. Hand gab: „Herrgott! Dös Licht braucht a Kraft!”
hm Seiten des Hauptganges der Ausſtellung waren
Telephon=
ſpett. Man konnte von der einen Seite nach einer Zelle der
Gt. mit einer korreſpondierenden Nummer ſprechen. Die
ty ver Zellen war aber ſo merkwürdig, daß man ausgerechnet
ſad anderen erwiſchte, nur gerade den nicht, mit dem man
weerr Pfarrer von Hohenpeißenberg hatte ſich in den Dienſt
aſtClt und ſein ſtilles Pfarrhaus mit einem Telephonanſchluß
min. Jeder, der Luſt hatte, konnte den alten Herrn von dem
ſhydrspalaſt aus anrufen, was für den alten Herrn reichliche
ſornnit ſich brachte, die er im Intereſſe der guten Sache
ge=
meBeit gab es in München einen Telephonanſchluß mit der
ehhumner 1. Und zunächſt nur dieſen. Glücklicher Beſitzer war
tehhönrnt Kils Koloſſeum, ſeinerzeit bewihmt durch ſeine
Karne=
eſſn Der Leidtragende war der biedere Hausknecht des
ſtd— ſich andauerd die Anrufe der für das neue
Verkehrs=
tt ten mit mehr oder weniger Widerſtreben gefallen laſſen
Läedere verfügte zwar über ein gewiſſes Maß von Geduld
haezit, das ſich aber für dieſe Belaſtung nicht ausreichend
war er nicht verheiratet und hatte keine Kinder. So kam
eines Tages, als ein hoher Staatsdiener, der auch
ein=
tiven wollte, ſich bei ihm nach dem Befinden ſeiner Frau
ſünver erkundigte, mit einem zwar bekannten, aber unſchönen
höm Götz von Berlichingen antwortete, den die gefügige
welrizität ſo klar und deutlich übermittelte, daß dawit die
er neuen Einrichtung für angenehme Verkehrszwecke un=
Aafen ſchien.
ſihe Senſation bildete auch die Muſikübertragung durch das
ſtn:Münchener Hoftheater nach dem Glaspalaſt. Wer er=
/h an die hübſchen Bilder in den Münchener „Fliegenden
ung de
ejehr anſchaulich die an den Strippen hängenden und im
den
hr reinbart hatte, was zu allerhand ſcherzhaften
Verwirrun=
ſn uuch zu kleinen Gröblichteiten, reichlich Veranlaſſung gab.
Walzertakt zappelnden Männlein und Weiblein zeigten während der
ſ en Walzers im Glaspalaſt?
Sonſt gab es damals noch nicht allzu viel zu ſehen, denn die
Eleltro=
technit war noch in den Kinderſchuhen, und über ihrem Wirken ſchwebte
noch myſtiſches Dunkel. Ich entſinne mich noch, wie ich, ein für Ediſon
begeiſterter Gymnaſialſchüler, in ſtummem Staunen vor einer der Ediſon=
Coptinſon=Dynamomaſchinen mit den rieſig langen Magneten ſtand und
beobachtete, wie der Kollektor Funken ſprühte. Wenn ich auch damals
nur über recht dunkle Begriffe von dieſen Vorgängen verfügte, ſo ſchien
mir das Feuerwerk denn doch inſtinktiv nicht ſehr zweckmäßig. Und ſo
fragte ich ſchüchtern den dabeiſtehenden Maſchiniſten. Mit einer der
Bedeutung der neuen Sache voll entſprechenden Großartigkeit erwiderte
dieſer: „Das muß ſo ſein! Sonſt konſtruiert ſie nicht!“
Eine hribſche Modelleiſenbahn war auch da; aber es ſtörte uns
Jüng=
linge ſehr, daß ſie nicht elektriſch betrieben wurde. Daß das Modell
nur dazu da war, um an ihm neue Signaleinrichtungen zu demonſtrieren.
Uppenborn hatte mir eine Jablochkoffkerze geſchenkt. Die nahm
mir mei Vater weg, da er fürchtehe, ich könne damit Unfug anſtellen.
War aber ſehr erſtaum, als er nach geraumer Zeit in ſeiner
Schreib=
tiſchſchublade die zerbrochene Kerze wieder vorfand und erkannte, daß
ſie außer ein paar Stückchen Kohle und Gipsmaſſe weiter keine
gefähr=
lichen Beſtandteile enthielt.
Um dieſe Zeit hatte die damalige Deutſche Ediſon=Geſellſchaft, die
ſpätere A. E. G., die elektriſche Beleuchtung im Münchener Hof= und
Nationaltheater eingerichtet. Man gab die Premiere von Viktor
Neß=
lers „Trompeter von Säckingen”, als das Haus zum erſtenmale im
Glanz der elektriſchen Glühbirnen erſtrahlte. So rührend ſchön auch
der Trompeter ſang und blies, das Publikum hatte wenig Intereſſe
dafür. Alles ſah nach den elektriſchen Glühbirnen und bewunderte das
neue Licht. In einem Stadel in der Wurzerſtraße hatte man die Ediſon=
Dynamomaſchinen mit den langen Magneten aufgeſtellt, die den Strom
für die Theaterbeleuchtung lieferten. Staunendes Publikum ſtaute ſich
des Abends vor den offenen Toren, wenn die Maſchinen liefen. Freilüh
Schalter, Sicherungen, Meßinſtrumente und die ſonſtigen
Betriebsein=
richtungen, das Alles, war noch reichlich primitiv. So Manches der
erſten Meßinſtrumente trug den uverkennbaren Chara”ter des
phyfi=
kaliſchen Laboratoriums, aus dem die Elektrotechnik herausgewachſen iſt.
„Bindfaden und Sieglack” pflegten die an die Konſtruktionsarbeit
ge=
wöhnten Maſchinenbauer dieſe Inſtrumente zu ſchimpfen. Weil die
Phyſiker ihre Laboratoriumsapparaturen höchſt unkonſtruktib wit
Bid=
faden und Sieglack zuſammenbauten.
Wenige Tage nach der Inbetriebſetzung der neuen Beleuchtung im
Hoftheater gab es irgendwo in einer Loge ein kleines Feuerwerk. Das
Schlagwort „Kurzſchluß” durchlief die Stadt. Was man ſich nun darunter
vorſtellen ſollte, wußte zunächſt Keiner recht. Um ſo mehr wuchſen die
Vorſtellungen, die man ſich davon machte, ins Abenteuerliche. Für Tage
und Wochen verdrängte der Kurzſchluß das politiſche Tagesgeſpräch am
Biertiſch. Mehr oder weniger ſachverſtändig wurden die entſetzlichen
Wirkungen und fürchterlichen Folgen des Kurzſchluſſes eingehend
erör=
tert. „Ja, ja, der Kurzſchluß! Dös is was!” ſeufzte Herr Hinterhuber
tiefbekümmert und ertränkte ſeinen Schunerz im friſchgefüllten Maßkrug.
So wenig die elektrotechniſche Ausſtellung von 1882 m München
noch bieten konnte, ſo wird ſie doch als Markſtein in der Geſchichte der
Elektrotechnik betrachtet werden können. Denn mit der Löſung des
Problems der Kraftübertragung begann der ungeahnte Siegeslauf der
Elektrotechnik. Freilich war der erſte Deprezſche Verſuch der
Kraftüber=
tragung von Miesbach nach München nicht gerade ſehr glücklich
verlau=
fen. Die für die Anforderungen der Praxis noch viel zu zarten
Maſchinen verſagten nach kurzem Betrieb infolge eines
Jſolations=
fehlers. Beſſer glückten Deprez ſpätere Kraftübertragungsverſuche in
Paris, Grenoble und Ceeil in den Jahren 1883 bis 1885. Für die
Praxis =brauchbare Ergebniſſe zeitigten ſie auch noch nicht. Der
Frank=
furter elektrotechriſchen Ausſtellung im Jahre 1891 blieb es vorbehalten,
eine brauchbare Löſung zu bringen, als es Dolivo Dobrowolsky gelungen
war, 300 Pferdeſtärken der Waſſerkraft des Neckars von Lauffen nach
Frankfurt auf eine Entfernung von 175 Kilometer mit einem
Wirkungs=
grad von über 70 v. H. zu übertragen. Schon war man mit der
Be=
triebsſpannung bis auf 16000 Volt heraufgegangen. Wie die Prüfungs=
Kommiſſion gegen Ende der Verſuche feſtſtellte, hielt aber dia
Leitungs=
anlage auch bei einer auf 30 000 Volt geſteigerten Spannung vorzüglich.
Und heute nach Verlauf von 3½ Dezennien maht auch die Verwendung
von Betriebsſpannungen von mehr als 200 000 Volt keine Beſchwerden
mehr.
Reihlich beſcheiden, wie die Darbietungen der Münchener
elektri=
ſchen Ausſtellung waren auch die Einrichtungen, die in den Laboratorien
der Hochſchulen den Jüngern der neuen techniſchen Falultät
Elektrotech=
nik zur Verfügung geſtellt werden konnten. Und da, als die bisher in
den phyſikaliſchen Laboratorien ſorglich gehütete und gepflegte
ange=
wandte Elektrizitätslehre auf einmal mit mächtigem Schritt als
Elek=
trotechnik in das praktiſche Leben hinaustrat, war es vor Allen Kittler.
der zuerſt für die Lehre und weitere Entwicklung der neuen techniſchen
Fakultät in Darmſtadt eine Hochburg ſchuf, die ſie bis heute geblieben iſt.
Emdenempfang und Hindenburgfeier
in Solparaufo.
Am 30. September, morgens um 9 Uhr, kam der Kreuzer
„Emden” hier an. Wir waren mit unſerer Schule auf einige
Pascos (Art Promenade am Rande der Berge) gegangen, von
wo aus man einen wunderbaren Rundblick über die Bai genießt.
Mit hellem Jubel begrüßten unſere Jungens und Mädels den
ſchlanken, hellgrau geſtrichenen Schiffskörper, als er in flotter
Fahrt aus dem Nebel hervorkam und vor Anker ging. Welche
Unruhe, Freude und Begeiſterung dieſes deutſche Schiff doch in
Valparaiſo hervorgerufen hatte, kann ſich ein Außenſtehender
gar nicht vorſtellen. Nicht nur wir Deutſche waren es, die den
Kreuzerbeſuch feierten, nein, auch die Chilenen, alle, von den
Arbeiterorganiſationen bis zu den Spitzen der Behörden und
Militärs, kamen den „marineros alemanes” mit einer direkt
rüh=
renden Herzlichkeit und Freude entgegen. Die Zeitungen waren
voll von Artikeln über Deutſchland und die Feierlichkeiten zu
Ehren der „Emden‟ Die anderen Ausländer, vor allem
Eng=
länder, Franzoſen und Italiener, müſſen darüber grün und blau
vor Aerger und Neid werden. Als im Anfang dieſes Jahres der
engliſche Kreuzer „Colombo” hier war, war wenig los. Die
Chilenen kümmerten ſich um denſelben gar nicht. Unſere Leute,
Offiziere und Mannſchaften, ſahen auch viel ſtrammer und
ſchneidiger aus. Es war eine Freude, die vielen blauen Jungen
zu ſehen, und ſtolz war man darauf, ein Deutſcher zu ſein. Die
Menſchen drängten nur ſo, an Bord zu gehen. Am 1. Oktober
war Hindenburgfeier der deutſchen Schule in Anweſenheit des
Kommandanten, der Offiziere, Kadetten und Mannſchaften. Am
2. Oktober vormittags fand Feldgottesdienſt zu Ehren von
Hindenburg im Hofe der deutſchen Schule ſtatt. Die „Emden”
und die geſamte chileniſche Kriegsflotte hatte über die Toppen
geflaggt. Abends war dann großer Hindenburg=Feſtkommers in
den Räumen des Deutſchen Hauſes. Die Emdenfeiern nahmen
noch die ganze Woche in Anſpruch. Montag waren wir mit der
Schule an Bord, Dienstag Herreneſſen im Deutſchen Klub,
Mitt=
woch, Donnerstag und Freitag Bordfeſt. Am Samstag abend
volkstümlicher Abend des Deutſchen Sängerbundes zu Ehren
der Emdenbeſatzung im Deutſchen Hauſe. Noch nie habe ich hier
bei Feſtlichkeiten einen ſolchen Betrieb geſehen. Diesmal war
anſcheinend die geſamte deutſche Kolonie von Valparaiſo
vertre=
ten, von den beſten bis zu den einfachſten Kreiſen. Alle Räume
zum Berſten voll, ſchließlich wurde noch im Hofe auf rauhem
Sand getanzt. Zweimal ſpielte auch die Bordkapelle auf der
Plaza Viktoria unter großem Beifall der zahlreich anweſenden
Zuhörer. Heute nachmittag iſt ſie nun abgedampft, unſere ſchöne,
ſtolze „Emden”, ſüdwärts nach Talcaluano und Puerto Morett.
Da ſteht den wackeren Seeleuten, noch mancherlei bevor. In.
Morett wird der 75. Jahrestag der Einwanderung der Deutſchen”
in dieſe Gegenden gefeiert, und morgen abend iſt ſchon wieder
Ball in Concepcion.
Die ſchönen Feſttage ſind nun verrauſcht, und mit einem
Gefühle der Erleichterung begrüße ich wieder den Alltag.
Brach=
ten doch die Vorbereitungen zu den muſikaliſchen Aufführungen
für die verſchiedenen Feſtlichkeiten, die zahlreichen Proben mit
Schülerchor und Sängerbund mir viel Mühe und Arbeit. Aber
es hatte ſich gelohnt. Alles iſt gut und flott verlaufen, fand
all=
gemeine Anerkennung, und das iſt die Hauptſache.
Willy Dietrich.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſeuft: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”; Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenieil: Willy Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt .
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Abernommen.
Die hrutige Nummer hat 16 Seiten.
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[ ← ][ ][ → ]Sport, Spiel und Turnen.
Turnen.
Gauturntag des Odenwald=Turngaues. D. T.
Am letzten Sonntag fand in Brensbach der Hevbſt=Gautag des
Oden=
wald=Turngaues D. T. ſtatt. Das reichhaltige Programm, das ſich in
reinſter Harmonie abwickelte, gibt Zeugnis von echt turneriſchem Geiſt,
von dem auch die Turner des O.T.G. durchdrungen ſind. Eröffnet
wurde der Gautag gegen halb 10 Uhr von dem erſten Gauvertreter
Dr. Spalt mit Worten herzlicher Begrüßung. Seine markigen, tief zu
Herzen gehenden Ausführungen klangen in die Mahnung aus, weiter
mitzuarbeiten an dem Werke Jahns zum Segen der Deutſchen
Turner=
ſchaft, zum Wohle von Volk und Vaterland. Im Mittelpunkt des
Gau=
tages ſtand der Vortrag, des Gau=Kinderturnwarts Nebeling: „Warum
fordern wir auch in der Deutſchen Turnerſchaft Höchſtleiſtungen‟. Seine
lehrreichen Ausführungen gaben manchem denkenden Turner viel
An=
regung. Aus den Berichten der Fachwarte war zu ſehen, daß der
Oden=
waldgau bei allen Veranſtaltungen innerhalb und außerhalb des Gaues
mit ſeinen Leiſtungen zufrieden ſein kann und mit an führender Stelle
ſteht. Für ſegensreiche Arbeit konnte der Gauvertreter zwei
verdienſt=
volle Mitglieder des Gauvorſtandes, Oberturnwart Hübner=Erbach und
Gaukaſſenwart Eidenmüller=Kirch=Brombach mit dem Kreis=Ehrenbrief
auszeichnen. Ebenſo erhielten für langjährige, treue Mitarbeit fünf
bewährte Turner des Turwvereins König i. O.: Jakob Jäger, Joh.
Geidel, Gg. Luſt 2., Phil. Schlößmann und Gg. Adam Leudemann, den
Gau=Ehrenbrief. Gegen 16 Uhr waren die Verhandlungen zu Ende und
der Gauvertreter ſchloß nach Abſingen eines Liedes die in allen Teilen
würdevoll verlaufene Verſammlung mit einem kräftigen „Gut Heil”.
Fußball.
Kreisliga. — Südheſſen.
Wie vorauszuſehen war, mußten die linksrheiniſchen Vereine
durch=
weg eine zum Teil ſehr hohe Niederlage einſtecken. Windiges Wetter
und recht windige Tore ſtanden am vergangenen Sonntag auf der
Tagsordnung, brachten jedoch außer der Verbeſſerung Lampertheims
keine weſentliche Aenderung in der Tabelle. Dieſe zeigt nunmehr fol=
5 Spiele gew. un. verl Tore Punkte Olympia Lorſch 25:4 Olympia Lampertheim 10 30:18 Olympia Worms 17:7 Bürſtadt 20:9 Biblis 18:13 Pfeddersheim
Pfiffligheim 11:17 14:32 Hochheim 10:23 Heppenheim . . . . 9 6 12:27
Die einzelnen Spiele wurden größtenteils ſehr fair durchgeführt und
von den Schiedsrichtern diesmal gut geleitet. In Lorſch mußte
Pfed=
dersheim (5:0) unvermutet hoch Federn laſſen. Wenn auch
vorauszu=
ſehen war, daß der Meiſterſchaftsanwärter ſich in ſeinem Siegeszug
nicht würde aufhalten laſſen, ſo kommt ein ſolch hoher Sieg des
Favori=
ten doch etwas überraſchend. Daß Lampertheim das Spiel gegen
Pfiff=
ligheim für ſich entſcheiden würde, war für den Kenner von vornherein
ſchon eine ſichere Sache, doch wehrten ſich diesmal die Gäſte wie die
Löwen. Nur mit dem Winde als Bundesgenoſſen vermochte denn auch
Olympia das Spiel für ſich zu entſcheiden, während die Sache in der
erſten Halbzeit, trotz der 1:0 Vorlage für den Platzverein ziemlich
brenz=
lich ausſah. 5:0 endete dieſer „windige” Kampf. Mit 2:1 ſiegten die
Wormſer im Vorſpiel, und mit dem umgekehrten Reſultate mußten ſie
in Biblis die Segel ſtreichen. Der Kampf wurde ſehr hart, jedoch fair
durchgeführt, und wurde von der eifrigeren und teilweiſe auch beſſeren
Bibliſer Elf verdient gewonnen. Auch in Bürſtadt ſpielte der Wind die
Hauptrolle, konnte Hochheim ſich doch bis zur Halbzeit recht gut halten.
Mit Wiederbegim ſetzte die Platzelf, der Wind, und das anfeuernde
Publikum mächtiger ein und kam denn auch ein 4:0 zuſtande.
Sportverein Weiterſtadt — Chattia Wolfskehlen 3:0 (1:0).
Vor zirka 400 Zuſchauern ſtanden ſich vorgeſtern die erſten
Mann=
ſchaften genannter Vereine zum fälligen Verbandsrückſpiele in
Weiter=
ſtadt gegenüber. Bei nicht gerade günſtigen Witterungsverhältniſſen
ſtellten ſich punkt 2½ Uhr die Mannſchaften in ſtärkſter Aufſtellung.
Gleich nach Antritt, ſetzte auf beiden Seiten ein ſehr ſtarkes Tempo ein,
in welchem ſich die Mannſchaften ſchnell fanden, und entſtanden auf
bei=
den Seiten vor dem Tore gleich gefährliche Situationen. Der
Platz=
verein ſtellt die techniſch beſſere Mannſchaft, was bald zum Ausdruck
kam, denn in der zehnten Minute hieß es 1:0 für Weiterſtadt. Die
Gäſte boten nun alles auf, um zum Erfolg zu kommen, konnten aber
dank der guten Weiterſtädter Hintermannſchaft nichts ausrichten. Der
Kampf tobte fetzt bei ziemlich gleichen Chancen bis zur Halbzeit, ohne
weiteren Erfolg beiderſeits. Nach Seitenwechſel drückt Weiterſtadt und
iſt ſichtlich überlegen, durch ſchöne Vorlage des Mittelſtürmers ſandte
der Rechtsaußen unhaltbar Nummer 2 ein, dem kurz danach das dritte
Tor folgte. Weiterſtadt hat ſich mit dieſem Spiel wieder zwei weitere
wertvolle Punkte geſichert. Als Schiedsrichter funktionierte Herr A.
Rapp aus Gernsheim, welcher ſehr gut gefiel. In der Kritik von
Weiterſtadt wäre zu viel geſagt, wenn man einen oder den anderen
hervorheben wollte, denn ausſchließlich wurde heute von jedem einzelnen
Gutes geleiſtet. Bei Wolfskehlen gefiel am beſten Verteidigung und
Tormann, welche ſaubere Arbeit leiſteten, im Sturm fehlt der Schuß.
— Am Sonntag findet das Entſcheidungsſpiel um die Meiſterſchaft
zwi=
ſchen Groß=Zimmern und Weiterſtadt in Weiterſtadt ſtatt, auf welches
wir heute ſchon hinweiſen.
V. f. R. Beerfelden—Sportverein Höchſt 3: 1 (3:0).
Der Tabellenführer Höchſt mußte die Feſtſtellung machen, daß in
Beerfelden ſehr ſchwer Punkte zu holen ſind, und verlor, abgeſehen von
der nicht normalen 2. Halbzeit, verdient. Beerfelden hatte den Wind in
der erſten Halbzeit zum Bundesgenoſſen und führte ein ſehr gutes Spiel
vor, deſſen Ausbeute drei ſchöne Tore waren. Als dann Beerfelden
gegen den ſtarken Wind zu ſpielen hatte, tat es das taktiſch Richtigſte,
wenn es durch eine verſtärkte Verteidigung den Vorſprung zu behauwpten
ſuchte. Wohl kam Höchſt noch zum wohlverdienten Ehrentor, verſchoß
ſogar kurz vor Schluß noch einen Elfmeter, der eine Verbeſſerung des
Reſultates hätte bringen können, an ein Aufholen war aber nicht mehr
zu denken. Beide Mannſchaften zeigten anſprechende Leiſtungen.
Straßburger Schwimmer
in Darmſtadt.
Internationales Schwimmfeſt „Jung=Oeutſchland”
am 12. und 13. Nobember.
Geſchaftliches.
Der neue Weltuntergang. — Eine Berliner Phtbioe
legerin Karoline Mudik aus der Müllerſtraße 293b, bo=
Hilfspoſtſchaffner Saftig den endgiltigen Weltuntergo
Am 18. September ſollte die Erdkugel explodieren und
darunter auch Herr und Frau Saftig, würde bei dieſer
Gelegenheit vertilgt werden. Eines Tages kam nun
ſchaffner mit einem gar bösartig klingenden Huſten
nach=
huſtete ſeine treue Gattin ebenſo wie er, denn mit der Aun
bei ſo etwas bekanntlich raſch. Herr Saftig war aber inttte
ſich aus der Apotheke Kaiſer’s Bruſt=Caramellen zu hole=
Arzt ſchon bei früherer Gelegenheit verordnet hatte. Fnu
Die für internationale ſportliche Treffen günſtige geographiſche Lage
Darmſtadts und das Beſtreben, durch eine möglichſt großzügige
Veran=
ſtaltung weite Kreife unſerer tadt für den Schwimmſport zu werben,
hat den obigen Klub veranlaßt, ſein diesjähriges Hallenfeſt „
Inter=
national” auszuſchreiben. Alte Beziehungen ausnützend, wurde zur
Wahrung dieſes internationalen Charakters eine Straßburger
Mann=
ſchaft eingeladen, das Feſt zu beſuchen. Damit iſt eine Verbindung
wieder aufgenommen worden, welche während des Krieges ſchon
be=
ſtand, wo Straßburger Schwimmer in Darmſtadt ſtarteten, deren Beſuch
der Schw. Kl. Jg.=Deutſchland mit einer Mannſchaft erwiderte, welche
im Jahre 1918 am letzten Schwimmfeſt des Straßburger Schw. Ver.
Argentoratum teilnahm. Das Elſaß gehörte vor dem Kriege mit ſeinem
Gau 7 zum ſüddeutſchen Kreis des Deutſchen Schwimmverbandes. Der
im Jahre 1901 gegründete S. V. Argentoratum war der älteſte und
führende Verein dieſes ſtrebſamen Gaues.
Die Veränderungen der politiſchen Verhältniſſe zwangen die
elſäſſi=
ſchen Schwimmer zum Anſchluß an den franzöſiſchen Schwimmverband,
wo ſie infolge ihres ſportlichen Könnens bald eine gewiſſe Spitzenſtellung
erreichten, zahlreiche Landesmeiſterſchaften und Rekorde fielen elſäfſiſchen
Schwimmern zu. — Die Mannſchaft, welche kommenden Sonntag in
Darmſtadt ſtarten wird, entſtammt teilweiſe dem früheren Argentoratum
und gehört heute der „Aſſociation Sportiv de Straßbourg” an (früher
Straßburger Sportverein). Der Führer der Mannſchaft, R. Fleck, iſt
einer der fähigſten Köpfe der elſaß=lothringiſchen Schwimmbewegung,
der mit R. Weil, dem 8fachen franzöſiſchen und 2fachen engliſchen
Meiſter im Kunſtſpringen bis zum Ende des Krieges im S. V.
Argen=
toratum eine gute deutſche ſportliche Schulung erhalten hat. Die
Mannſchaft beſitzt in „Klein” einen vorzüglichen Schwimmer über kurze
Strecken, der ſeit Jahren elſaß=lothringiſcher Meiſter, und als
Ange=
höriger der franzöſiſchen Nationalmannſchaft mit R. Weil bei den
„Europäiſchen Meiſterſchaften” in Bologna ſtartete, wo ja auch Berges
teilnahm, ſo daß in Darmſtadt mehrere internationale Schwimmer
zu=
ſammentreffen werden. Zur Mannſchaft gehören ferner der
elſaß=
lothringiſche Rückenmeiſter Rudolf und E. Roth, einer der beſten
fran=
zöſiſchen Torwächter (internationale Reſerve) und R. Fleck, ein alter
erfahrener Waſſerballſpieler ſowie weitere aufſtrebende Kräfte.
Die Mannſchaft der „Aſſociation Sportiv” iſt die beſte
Schwimmer=
mannſchaft in Elſaß=Lothringen und ſteht auf dem Gebiete des
Waſſer=
ballſpiels in Frankreich an zweiter oder dritter Stelle. Die
Entwick=
lung des ſportlichen Schwimmens im Elſaß wird ſehr dadurch behindert,
daß die Mannſchaften nach franzöſiſchen oder belgiſchen Zentralen im
Schwimmen wie: Paris, Tourcoing, Nizza oder Brüſſel ſehr weite,
koſt=
ſpielige Reiſen unternehmen müſſen, wenn ſie gegen gute Mannſchaften
ihre Kxäfte meſſen wollen. Daher ſtarten die elſäſſiſchen Mannſchaften,
insbeſondere aus den Städten Colmar und Straßburg (in Lorhringen
ſtehr der Schwimmſport noch in den Anfängen), gerne gegen die
näher=
liegenden Mannſchaften ſüddeutſcher Städte. Waſſerballſpiele, welche
in den letzten Jahren gegen Augsburg, Ludwigsburg, Göppingen und
Heidelberg durchgeführt wurden, gewann der Aſſociation Sportiv
über=
legen.
Von großem Intereſſe wird es ſein, feſtzuſtellen, in welchem
Kräfte=
verhältnis die Straßburger Schwimmer zu den vorzüglichen
Mann=
ſchaften der deutſchen Seniorklaſſe ſtehen werden, welche zum
bevor=
ſtehenden Internationalen gemeldet haben.
Die Hauptſache der elſäſſiſchen Mannſchaft wird jedenfalls im
Waſſerballſpiel liegen, trotz eines Erſatzmannes und des in Frankreich
ungewohnten Fünferſpiels. Nach langer Zeit werden wir in Darmſtadt
wieder einmal ein hochintereſſantes Spiel zu ſehen bekommen. In der
erſten Mannſchaft des „Schw. Cl. Jg.=Deutſchland” werden die
Straß=
burger einen ſehr guten Gegner bekommen, der ſicher ſein Beſtes geben
wird, ebenſo wie die Straßburger das tun werden. Hoffen wir, daß
trotz aller ſcharfer Kampfmomente, welche ſich bei Spielen gegen
aus=
ländiſche Mannſchaften vielfach in vermehrter Weiſe zeigen, das Spiel
von beiden Seiten in fairſter Form durchgeführt wird und dieſe rein
ſportliche Einſtellung ſich auch auf die Zuſchauer überträgt.
Auch in den Schwimmwettkämpfen werden wir ſehr intereſſante
Wettkämpfe erwarten können. Auf dieſem Gebiete werden die
Straß=
burger ſicher die ſcharfen Wettbewerbe finden, welche ſie zu ihrer
wei=
teren ſportlichen Förderung in Darmſtadt geſucht haben.
Wertvolle, wirklich hochſtehende Springwettkämpfe waren ſelten
ge=
wovden in den letzten Jahren, wir werden nun aber nächſten Sonntag
ein Kunſtſpringen zu ſehen bekommen, welches in ſeiner Beſetzung durch
den franzöſiſchen Meiſter „R. Weil” den Deutſchen „Riebſchläger”
Boſſo, Herbert uſw., ein Erlebnis für jeden Kenner zu werden
ver=
ſpricht. Man kann geſpannt ſein, wie ſich Weil, der in der deutſchen
Springerſchule die Grundlagen zu ſeinem Können gelegt hat, gegen
Riebſchläger, den europäiſchen Meiſter im Springen, halten wird. Die
Kampfrichter im Springen werden vor einer ſchwierigen Aufgabe ſtehen.
Neun Jahre ſind vergangen, ſeit dem Tage, wo im Oktober 1918
eine Mannſchaft des Jung=Deutſchland in Straßburg ſtartete. In den
erſten Anfängen ſteckte damals die ſchwimmſportliche Entwicklung in
Darmſtadt. Am kommenden Sonntag wird eine Straßburger
Mann=
ſchaft als Gaſt des feſtgebenden Klubs feſtſtellen können, daß aus der
damals beſcheidenen Darmſtädter Mannſchaft ein ſtarker, erfolgreicher
Gegner geworden iſt.
Die elſäſſiſche Mannſchaft wollen wir in Darmſtadts Mauern in
ehrlicher ſportlicher Kameradſchaft willkommen heißen.
A. G.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 10. November
(nach der Wetterlage vom 8. November).
Zeitweiſe ſtärker bewölkt, Temperaturen ſchwankend und noch ver
einzelte Niederſchläge wahrſcheinlich.
Die Heſſiſch
erdienſtſtel
gegen weigerte ſich, das Mittel zu gebrauchen, da das ja
ſeehenden Weltuntergang doch zwecklos ſei. Die Folge d=,
die occultiſtiſch angehauchte Dame ſchwere Diphtheritis h.
der Herr Hilfspoſtſchaffner ſchon am Tage nach dem
Kaiſer’ſchen Bruſt=Caramellen (mit den drei Tannen
geſund war. Ergo: Frau Saftig, die keinen Weltuntergot
Arzt= und Apotheker=Rechnungen ſah, hatte daraus zu
le=
erſtens nicht alles glauben muß, was weibliche Provl
Dann aber noch, daß ſich viel Geld und Schmerz
erſpa=
man ſchon bei dem erſten Anzeichen von Huſten oder H6
das richtige Mittel anwendet.
Die Uebergangszeit vom Herbſt zum Wime
wird von ſchwächlichen und alten Perſonen mit Recht gefürd
dert die meiſten Opfer im Jahre. Aber auch Geſunde,
diefer Zeit in Acht nehmen, ſich vor Erkältung ſchützen.
zufuhr wird hierbei neben zweckmäßiger Kleidung gurt
denn Fett wärmt den Körper. Daß bei höherem Fettbee
halt das Budget nicht überſchritten und trotzdem der
Gaumen befriedigt wird, dafür ſorgt die bekannte Fes
„Blauband friſch gekirnt”. Sie iſt mit der Zeit ein
Volksnahrungsmittel geworden und iſt nicht nur äußeFf
nahrhaft und ergiebig, ſondern auch billig. Die Hau ry
deshalb die Ernährung ihrer Schutzbefohlenen, wenn diü
erfordert, ohne allzuviel Mehrkoſten entſprechend verböſ.
Mittwock, 9. Nov. 11.55: Glöcentpiel aus Darmſtoaiſlt
Rektor Wehrhan: Ritterſagen. Triſtan und Jſolde.,
Konzert des Hausorch. Mozart. Muſikal. Leit.: Kape=n
Mitw.: Thea Böhm=Linhard (Sopran), Konzertm. Caſxzu
O 17 45: Bücherſtunde O 18.15. Vereinsnachrichtem
Von Kaſſel: Gartening. Hinze: Haus und Garten. o 1:
Taesler: Kungfutſes Leben. Lehre und Nachfolger.
Wirtſchaftsmeldungen O 19.20: Erläuterungen von 0‟
O 19.45: Dr. Sittig: Symbioſe und Paraſitismus in
Pflanzenreich. O 20: Von Aſchaffenburg: Im Rahmer;
Muſikkultur Aſchaffenburg: Konzert der Meininger Auar
Bruckner: Sinfonie Nr. 6 in A=dur. — Mozart: En
zertante für Violine und Viola. — Reger: Variatio=
Thema von Mozart Leit.: Kapellm. Bongartz. Soliſtes:
Reichel (Violine). Solobratſchiſt Freudenthal (Viola)
Uebertr. von Kaſſel: Kreizſchwerneng — Spaß muß ſs
in Schwälmer Mundart von J. H. Kranz. Ausf. LM
Stuttgart.
Mittwoch 9. Nov. 12.30: Schallplattenkonzert.
von Strümpfelbach erzählt. G. Ott. Funkorch. o
mittagskonzert. Funkorch. Einl.: Jo Lutz=Fricke. o 1
ſchaftsnachrichten. o 18.15: Empfangsſchaltungen.
Landtagsabgeordneter Fiſcher: Berufsmöglichkeiten im
O 19.15: Einf. in die ſpaniſche Sprache. O 20: S-i
Einführungs=Abend. Schiller. Geſtalt und Idee. Leit.;
Gedichte „geſpr. von Frau Elſe Johannſen und O.
O 21.30: Gitarre=Konzert des ſpaniſchen Gitarriſten 2
Llobet (Barcelona). Sor: Menuett. — Bach: Sarabarnel
Etude brillant — Granados: Spaniſcher Tanz.
Souvenir de UAlhambra. — Zwei vollstümliche katad
lodien. — Torroba; Allegro, O 22: Tanzmuſik. O 22.45
Mittwoch. 9. Nov. 15.30: Dr. Haupt: Das Kin
der Zeit. Das Kind im Altertum. O 16: Dr. Blurn
einſamte Menſchen o 16.30: Dichter im Eril.
Rezitationen von Leo Lania. o 17: Unterhaltungsmmil
Funkkapelle . Leit.: Konzertm. v. Szpanowski. O 18.5
mann: Doktor Eiſenbarth, der populärſte Wanderarzt in
O 18.40: Dr. Reichenbach: Der Aufbau der Materie.
der Materie. O 19.05: Prof. Jäckh: Weltrevolution n
Sendeſpiel. „Der Liebestrank”, Komiſche Oper in zwsi
Donizetti. Perſ.: Adina, eine reiche, junge Pächterin: )
Nemorino, ein uinger Landmann: E. Transky; Belco I,B‟
C. Bronsgeeſt: Dulcamara, ein Quackſalber: E. Habict
in Adinens Dienſten: Emmy Göttinger; Landleut!
Muſikanten. Ort der Handlung: Ein Dorf im Florest!
Anſchl.: Nachrichten. 22: Die letzte Stunde
Sechstagerennens Uebertr. aus dem Berl. Sporten
Mikrophon: Fr. Budzinski.
Königswuſterhauſen. Mittwoch, 9. Nov. 12: Ein.
für Schüler. 6 12.30: Mitteil. des Reichsſtädtebunder
Mitt, des Verb. der Preuß. Landgemeinden. e E
kurzſchrift für Anf. 15.35: Wetter und Börſe. 2/1
Rat Hylla: Amerika im Spiegel ſeiner Schulen. Reiſer
den Ver St. O 16.30: Franzöſiſch. o 17: Feldherr
mann. Oberſt Schwertfeger: Napoleon I. 0 17.30: P.0=
Violinſonate. O 18: Dipl.=Ing. Müller: Techn. Lehrgerg
arbeiter: Konſtruktionselemente. O 18.30: Franzöſiſſie
O 18.55: Prof. Meerwarth: Aufbau und Wandlung irr!
und berufl. Schichtung des deutſchen Volkes. o 19.230
Landsberger: Der hohe Gaumen und ſeine Einwirkung.
Organismus. 20.10: Uebertr. Berlin. Sendeſpiel
trank”, Komiſche Oper von Donizetti. 22: Ueber.7
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wird ur=
Adreſſ7
J40 C-
Schöne d
beſte A
gute Ho
Saa=
wuſtſchen Eiſenmarkt hat ſich die Lage in der Verichtswoche
trſchlechtert. Die Nachfrage hat nachgelaſſen ſowohl von der
n, wie von der Bauinduſtrie. Stabeiſen wurde zwar immer
ſeü amat, doch iſt auch hier ein Nachlaſſen des Bedarfs unver=
Niumiger groß waren die Umſätze in Formeiſen, das ebenfalls
reiſen in der Hauptſache von den Saar= und
Lothringer=
was Lieferungstermine angeht, den rheiniſchen Werken
nraus ſind, geliefert worden. Bandeiſen und Bleche wurden
—tzt. Hier ſind vor allem die Erzeugniſſe der rheimiſchen
ur doch iſt der Konkurrenzkampf der Werke gerade in Blechen
ſah ſtart, ſodaß bei Feinblechen die Preiſe ziemlich gedrückt
Cngpeit die allgemeine Wirtſchaftslage auf den Eiſenmarkt
.ds einwirkt, iſt nicht abzuſehen. Jedenfalls kann man feſt=
„d— immer mehr fortſchreitende Geldverknappung außerordent=
„Kdcuf den Abſchluß neuer Käufe wirkt, nachdem die Abnehmer
wwie Verbraucher — ſtark engagiert ſind und die Herein=
Außenſtände ſich immer ſchwieriger geſtaldet, da eine
aſwlge auch mit einer weiteren Diskonterhöhung der
Reichs=
u iſt ſo wird ſich eine weitere Verſteifung des Geldmaukies
uexve Droßelung der Wirtſchaft nicht vermeiden luſſen. Dieſe
rverden ſe bſtrebend auch auf den Eiſenhandel einwirken.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
ue Konſervenfabriken Georg und Joſef Seidel A.=G.
efle Mam. Die Geſellſchaft, die erſt im vorigen Jahre ihr Kapital
güngung der Unterbilanz von 500 000 RM. auf 315 000 RM.
uhtt nunmehr den Konkurs eröffnet.
we Drehfuß & Moritz, Frankfurt a. M. Wie wir bereits
iyv dieſe Kommanditgeſellſchaft in eine A.=G. umgewandelt.
erahme von Abſchreibungen wird zunächſt das Kapital der
3—kerei= und Strickerei, deren Aktien größtenteils im Beſitze
a ſind, von 91000 RM. auf 80000 RM. herabgeſetzt und
be: auf bis 1 Million RM. erhöht. Gleichzeitig wird Anderung
s beantragt.
Pähmaſchinenfabrik von Joſef Wertheim A.=G., Frankfurt
/ Die G. V. dieſer Familienunternehmung (1 Mill. RM.
inhe über einen Intereſſengemeinſchaftsvertrag Beſchluß zu
Im.
ein=Oſtwerke=Konzern. In einer Sitzung des Präſidiums der
hierreinſchaft Oſtwerke=Schultheiß=Patzenhofer berichtete der
wbar die Lage in den verſchiedenen Geſchäftszweigen des
Min als günſtig bezeichnet wurde. Er trug ferner die Pläne vor,
lie veitere Zuſammenfaſſung vorhandener Unternehmungen
landbeſondere beſteht die Abſicht, die ſchleſiſchen Brauerei=
„eis Oſtwerke auf die Schultheiß=Patzenhofer Brauerei A.=G.
1me. Im Zuſammenhang damit wurde die in letzter Zeit
wieder=
erſixe Frage beſprochen, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen, die
rüharübernahme der ſchleſiſchen Brauereien erforderliche Maß
uslith Es wurde jedoch beſchloſſen, hiervon zur Zeit abzuſehen.
en haftsausſchuß der Intereſſengemeinſchaft und die Auf=
W
Arſer beiden Geſellſchaften werden, wie der W. T. B, Handels=
/krt auf den 30. Noveiber zu Sitzungen einberufen, in denen
hidſün ffertigzuſtellenden Abſchlüſſe für das Geſchäftsjahr 1926/27
Eiſtm der Zuſammenfaſſung der Brauereien vorgelegt werden
AAmgung in Koblenz. Beim Oberpräſidenten fand in An=
ſon: Behördenvertretern und Delegierten der
Weinbau=
ider Rheinprovinz eine Beſprechung ſtatt, in der über Auf
i Kleinparzellenwirtſchaft und der Zuſammenlegung
ſey en verhandelt wurde. In dieſer Beſprechung wurde der
EAusdruck gegeben, daß die Zuſammenlegung der kleineren
auz beſonders geeignet ift, die Wirtſchaftlichkeit kleinerer
ite jöhen und die Erzeugerkoſten bei Klein= und Mittelwinzern
„de—n. Es wurden Richtlinien aufgeſtellt, nach denen die
ſſchen ung kleiner Parzellen, Neuanlagen von Weinbergswegen,
tgrlter Wege und Verbeſſerung des Wegenetzes durchgeführt
Her.
ſtmrnaſchinenfabrik Ludwigshafen H. Heſſenmüller A.=G. Die
Awellſchaft beſchloß die Liquidation. Das Fabrikanweſen mit
m An und Betriebseinrichtung geht auf die Firmen S. L.
Weil=
gshafen, H. Heſſenwiller Söhne, Ludwigshafen, und
Mieſ ler=Ludwigshafen über.
oividende vom Stahlverein. Bekanntlich iſt die Börſe trotz
Mr Aluslaſſungen über die Dividendenfrage beim Stahlverein
Küi idendenausfall eingeſtellt. Wie der OPD. erfährt, wurden
ußtam Abendbörſe von wehreren Seiten 5½ Prozent für jeden
Racke Aividendenſcheinen der Stahlvereinsaktie geboten.
FElnsAldanleihe der Naſſauiſchen Landesbank. Die 10 Millionen
RMAMemleihe, Ausgabe 6, rückzahlbar zu 100 Prozent, ſind zur
iſhe eörſe zugelaſſen. Die Anleihe kann früheſtens Ende 1932
Plerhen und wird mit ½ Prozent jährlich getilgt, zuzüglich der
whytſen; Verſtärkte Tilgung oder Geſamttilgung bleibt vor=
W5u die Sicherheit der Anleihe, für die Antrag auf Ver=
M Peichswündelſicherheit geſtellt iſt, haftet mit ihrem ganzen
ſb: Naſſauiſche Landesbank einſchließlich der ausgeliehenen
W iarner der Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden
ENDArmögen und ſeiner Steuerkraft. Die Naſſauiſche Landes=
WSCxrantieträger der Bezirksverband Wiesbaden (beſtehend aus
elr4 Frankfurt a. M., Wiesbaden uſw.) iſt, hat nach dem Pro=
EMAu und Grundvermögen von 3,96 Mill. RM. Beigefügt 7d
z der Naſſauiſchen Landesbank per Ende 1926. Die end=
VeMMenlrug der Aufwertgsverpflichtung erfolgt bei der Naſſau=
Erckank mit rd. 12,5 Prozent des Goldmarkbetrags, der rd.
Miſcher RM. beträgt.
WiMbent ſchluß in der Holzſtabgewebeinduſtrie. Bekanntlich
WFWbriken der Holzſtabgewebe=Induſtrie, daß die Preiſe für
NichBeige teilweiſe noch unter dem Friedensſtand ſtehen, und daß
eeu in ihrer Notlage ſich zur Preisſchleuderei hergeben. Um
ade, der eine große Anzahl Fabriken in ihrer Exiſtenz be=
Meues zu machen, haben in den letzten Wochen Vorverhandlungen
die den Zuſammenſchluß zu einem feſten Verband zum
2 dar dann entſprechend den heutigen Holz= und Drahtpreiſen
Syunen vornimmt. Die Verhandlungen ſind ſoweit gediehen,
WW Aevember in Frankfurt a. M. die Gründung des Verbandes
BoafBenoen ſoll.
Sieniſhen Auslandsanleihen im September unb Oktober. Die
Mrgfriſtiger Auslandsanleihen im September überſtieg laut
und Statiſtik” die Ausgabe feſtverzinslicher Werte im
In=
hnig um 14,5 Prozen über die Aufnahme im Vormonat
Sebtember wurden insgeſamt 161,77 Mill. RM. gegen
Fäſt. im Auguſt und 383,53 Mill. RM. im Juli aufge=
Dr beitaus größte dieſer Summe wurde in den Vereinig=
Imgergebracht. Demgegewüber betrug die Emiſſion von feſt=
Tiönlandswerten im September nur 111 (127 bzw. 154) Mill.
öige Anleihe öffentlicher Körperſchaften war die in den
tagten von Amerika aufgelegte Nürnberger Stadtanleihe
TZbllar. Von den Anleihen der Privatunternehmungen
Nuden bedeutendſten die Anleihe der Deutſchen Bank in Höhe
Dolar und die Anleihe der Sächſiſchen
Landespfandbrief=
ee von 2 Mill. Dollar ſür die Finanzierung der
Mittel=
chrrie beſtimmt. Im Oktober ſind die Auslandsanleihen
im ſult erreichten bisherigen Höchſtbetrag geſtiegen (vor=
Ln76 Mill. RM.).
ſihr Biehhof=Marktbericht vom 8. November. Auf dem
Waren 92 Stück Großvieh und 43 Kälber mehr und 45
e angetrieben als auf dem Vormarkt. Bei gutem Beſuch
anr ziemlich ruhig. Die Großviehpreiſe gingen bei Ochſen
Bayſen und Kühen 1—3 Mark und bei Schweinen 2—3
lagh Qualität, folgende Preiſe erzielt: Ochſen 48—58,
Jayen und Kühe 54—64, 38—50, 23—38, 18—22, Kälber
Ramweine 65—68, 64—88, 69—65 und Kauen 59—57 Mk.
4U dem Großviehmarkt wurde langſam geräumt, bei
* das Geſchäft langſam und verblieb ein kleiner
Ueber=
epen waren 19 Ochſen, 14 Bullen, 519 Kühe und Färſen,
D U33 Schweine. Im einzelnen wurden pro 100 Pfund
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 8. Nobember.
Nach den geſtrigen ſchweren Kurseinbrüchen war die Börſe heute
erholt, doch konnten die großen Abſchläge längſt nicht aufgeholt werden.
Die an der geſtrigen Abendbörſe ſchon erkennbar eingetretene Beruhigung
machte Fortſchritte, und nach den Leerabgaben der letzten Zeit ſchritt die
Spekulation zu größeren Deckungen. Etwas zuverſichtlicher ſtimmte, daß
die Veröffentlichung des Memorandums des Reparationsagenten im
Auslande das Echo nicht gefunden hat und ruhiger aufgenommen wurde,
als man in Börſenkreiſen befürchtete. Dann befriedigte es, daß trotz den
bedeutenden Kursrückgängen an den deutſchen Börſen die deutſchen
Anleihen in New=York infolge umfangreicher Fürſorge gut erhalten
blieben. Trotzdem blieb die Grundſtimmung unverkennbar unſicher.
Zu den erſten Kurſen kam verſchiedentlich neues Material heraus, zum
Teil wohl wieder aus ängſtlich gewordenen Provinzkreiſen. Größere
Exekutionen als Folge der geſtrigen Kursrückgänge blieben jedoch aus.
Verſchiedentlich war zu beobachten, daß das herauskommende Material
von Großbankſeite aufgenommen wurde. Gegen die geſtrige Abendbörſe
waren durchſchnittlich Kurserholungen von 4—5% zu verzeichnen.
Stärker erholt lagen die Zellſtoffwerte; Aſchaffenburg konnten 7½%
und Waldhof 6½% anziehen. J. G. Farben eröffneten 5% höher. Am
Montanmarkt gab es überwiegend Kurserholungen von 3½—5%=
Mansfelder und Rheiniſche Braunkohlen 6% und Riebeck 8% feſter.
Banken blieben im allgemeinen nur behauptet. Zement Heidelberg nur
1% erholt trotz der Dividendenerhöhung auf 10%. Deutſche Anleihen
blieben weiter vernachläſſigt. Ausländiſche Renten lagen überwiegend
geringfügig höher. Im weiteren Verlaufe machte die Erholung
Fort=
ſchritte. Die Kurſe zogen überwiegend 1—2% an. Zement Heidelberg
2% nachgebend. Der Geldmarkt war leicht. Tägliches Geld zu 6%
reich=
lich angeboten. Am Deviſenmarkt lagen Deviſen, namentlich der Dollar,
merklich feſter. Mark gegen Dollar 4.1952, gegen Pfund 20.429, London=
Paris 124.02, Mailand 89.15, Madrid 28.70, London=Kabel 4.87.
Die Abendbörſe war weiter freundlich und etwas angevegt. Die
verſchiedentlich beobachteten Käufe von Großbankſeite aus gaben auch der
Spekulation Veranlaſſung, ſich wieder etwas ſtärker hervorzuwagen.
Banken lagen durchweg ½ Prozent feſter, nur Danat etwas nachgebend.
Montanwerte im Ausmaße bis zu einem halben Prozent nach oben
und unten veründert. Die Stahlvereinsaktie konnte 1,5 Prozent
an=
ziehen, Elektrowerte verſchiedentlich bis 2 Prozent höher. Farben im
Verlauf 1,5 Prozent feſter. Die Nachbörſe war bei kleinem Geſchäft
weiter gut behauptet und teilweiſe noch bis zu einhalb Prozent feſter.
Im einzelnen nannte man: Kommerzbank 154, Danat 204, Deutſhe
150,5, Dresdener 145, Metallbank 126, Buderus 89, Gelſenkinchen 133,75,
Harpener 173,25, Weſteregeln 156, Mannesmann 136, Phönix 94, Rhein=
Braunk. 205,25, Rheinſtahl 150, Ver. Stahlwerke 103,5, Hapag 131, Lloyd
137, AGG. 148,5, Bergmann 173, Zement Heidelberg 128, Daimler 93,5,
Erdöl 115, Scheideanſtalt 178, Lüht und Kraft 182, Farbeninduſtrie 254,5,
Holzmann 155, Frankfurter Maſchinen 65, Metallgeſellſchaft 173, Peters
Union 101, Schuckert 157, Siemens u. Halske 249, Voigt u. Häffner 161,
Zellſtoff Waldhof 240, Gesfürel 254. — Im Abenddeviſenverkehr lagen
Deviſen gegen Mark weiter feſt. London gegen Mark 20,43¾, Dollar
gegen Mark 4,19,65, London gegen Paris 124,04, gegen Mailand 89,200,
gegen Holland 12,07, gegen Madrid 28,68, gegen Zürich 25,25), gegen
New York 4,8697½.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 8. November.
Auf dem ermäßigten Kursniveau fanden heute Rückkäufe und
Deckungen der Börſenſpekulation ſtatt. Die befürchteten großen
Zwangs=
exekutionen blieben aus, ſodaß die Stimmung weſentlich ruhiger und die
Tendenz allgemein erholt war. Die Kurſe befeſtigen ſich um 3—4 % und
vielfach, insbeſondere in den geſtern am ſchärfſten in Mitleidenſchaft
ge=
zogenen Papieren noch weſentlich ſchärfer. Die ſchon ſeit Monaten
be=
ſtehenden Baiſſepoſitionen eines holländiſchen Konſortiums wurden zum
größten Teil geſtern eingedeckt, während angeblich die in neuerer Zeit
eingegangenen Baiſſe=Engagements der gleichen Gruppe noch laufen
ſollen und von dieſer Seite heute weitere Deckungskäufe erfolgten.
Gleichzeitig lagen Kaufaufträge aus der Schweiz und New York vor, die
jedoch zum Teil ſo niedrig limitiert waren, daß ſie zunächſt nicht zur
Aus=
führung gelangen konnten. Man beobachtete auch vereinzelt rheiniſche
Firmen als Käufer, wobei auf die beruhigenden Ausführungen einer
weſtdeutſchen Zeitung über die Lage bei den Vereinigten Stahlwerken
verwieſen wurde, Die Geldmarktlage blieb unverändert flüſſig, ſoweit
Tagesgeld in Frage ſteht. Der Satz lautete auf 6—7 %. Das Angebot an
Monatsgeldern war dagegen vorſichtig (zirka 8—9%). Für Warenwechſel
mit Bankgiro nannte man einen Diskont von zirka 7:/,0. Am
Deviſen=
markt zogen die ausländiſchen Valuten an. Der Dollar befeſtigte ſich in
Berlin auf 4,1950 und das engliſche Pfund auf 20,43, /.. Die
Ver=
ſchlechterung der Mark ſoll in der Hauptſache darauf zurückzuführen ſein,
daß ein Teil der ausgeliehenen Deviſen neuerdings zurückgewieſen wurde
ind auf der anderen Seite ſeinerzeit per Berlin abgegebene Deviſen jetzt
zurückgekauft werden. Außerdem hatte es den Anſchein, als ob einzelne
Großbanken, die ſich durch die Geldverſteifung zu Deviſenrealiſationen
veranlaßt ſahen, jetzt das Beſtreben zur Wiederauffüllung ihrer
Deviſen=
fonds zeigen.
Im weiteren Verlauf der Börſe neigten die Kurſe unter kleinen
Schwankungen zunächſt nach unten, doch trat in der Mitte der zweiten
Stunde wieder eine Beſſerung ein, als in der Beſprechung der Banken
über die Höhe der Medio=Reportgeldſätze eine Ermäßigung um 1,
Prozent auf 8:/.—8¾ Prozent beſchloſſen wurde. Auf die Mitteilung der
Liquidationskaſſe, daß die Zahlungen bisher glatt eingelaufen ſeien,
ver=
ſchärfte die Börſe in ihrer ruhigen Auffaſſung. Etwas lebhaftere
Be=
achtung fanden ſpäter neben Montanwerten J. G. Farbeninduſtrie und
Elektroaktien, auch Schiffahrtswerte.
Privatdiskont 637 0 für beide Sichten. Die Börſe ſchloß weſentlich
befeſtigt und zu den höchſten Tageskurſen, die ſich im Nachbörſenverkehr
behaupteten. Beſondere Kursgewinne erzielten einige
Schiffahrts=
aktien, anſcheinend auf neue Hoffnungen in der Freigabeangelegenheit.
Hanſa Dampf erzielten einen Tagesgewinn von 7% (201,5) und Hamburg
Süd von 4½% (187,5). Nordlloyd notierte nachbörslich 136,25, Hapag
130,25. Im übrigen hört man an der Nachbörſe u. a.: J. G. Farben 252,
Gesfürel 253, Siemens 247,5, Schultheiß 372 Oſtwerke 333, Rheinſtahl
154,5, Ver. Stahlwerke 101,75, Ver. Glanzſtoff 531, Bemberg 406,
Soenska 399,5, Danatbank 204, Neubeſitzanleihe 10,80, Altbeſitzanleihe
50,10.
Aſchaffenb. Zellſtof
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin ..
Berlin el. W. ..
BerlinKarlsruhe
Braunkohl.=Brikett=
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlan 1. Tel
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.,
Deutſche Erdöl.. ..
Teutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke. ..
Donnersmarckhütte
Tynamit Nobel".
Elektr. Lieferung.
J. G. Farben. . .
R. Friſter..
Gaggenau Vorz
Gelſenk. Berg. ..
G. f. elektr Untern. .
Halle Maſchinen. ..
Han.Maſch. Egeſt. . . .
Hanſa=Dampfſchf. ..
11.
144.—
29.—
136.25
56.5
1625
137.—
159.—
84.—
59.—
105.—
69.—
113.5
141.5
244.—
99.—
35.875
246 5
158.—
65.—
191.—
8 11.
152.—
95.—
29.—
1138.75
57.25
162.—
134.—
164.—
89.50
61.50
413.50
68.—
114.—
145.875
250 50
99.—
35.—
252.—
155.—
71.25
195.—
Hemoor=Zement. . . .
Hirſch Kupfer. . . . .
Höſch Eiſen. ....
Hohenlohe Werke. ..
Kahla Borzellan..
Lindes Eismaſch.. .
Lingel Schuh. ..
Linke u. Hofmann ..
8. Loewe u. Co. ...
KC. Lorenz... . . . . . .
MNiederlauſitzer Kohle
Nordd. Eummi. . . . .
Orenſtein. . . . . . . . . .
Rathgeber Waggon.
Rombacher Hütten ..
Roſitzer Zucker. . ... .
Rütgerswerke . . . . . ."
Sachſenwerk .. . . . . ."
Sächſ. Gußſtahl. . . . .
Siemens Glas.... . .
Ver. Lauſitzer Glas..
Volkſtedter Porzell. .
Weſtf. C. Langendreer
WittenerGußſtahl. . .
anderer Werke. .. .
7. 11
210.—
100.—
137.5
16.25
89.—
135.—
58.—
212.—
103.—
Ar—
110.—
70.25
69.—
77.5
146.—
45.—
A5
210.25
3 11.
205.50
99.50
138.—
16.625
90.25
13150
56.—
219.50
104.—
145.50
112.50
65.—
77.—
105.25
140.—
146.—
118.25 117.—
43.75
49.—
205.25
Deviſenmarkt.
Selſing ſors.
Wien.. . .
Prag ..
Budapeſt
Sofia".
Holland. .
Lslo ....."
Kopenhagen..
Stockholm. . .
London. . . . .
uenos Aires.
New York ..
Belgien. .. . .."
7.11
Geld / Briefl
1o.542 10.562
59.02/ 59.2
12.405 12.4251
73.281 73. 42
3.022/ 3.028
(168.75/ 169.09
1ro.41/110.63
Hie.19112.41
12.57/112.79)
20.331 120.421
1.785/ 1.7891
4.18504 1935
58.33 58.45
8. 11.
Geld / Brief
10.547110.567
59.18/ 59.30
12.425/12-445
73.37/ 73.5
3.022/ 3.02
169.05/169.39
10.541110.70
112.34/1 12.56
12.72/112 94
20.408 20.441
1.787/ 1.781
4.1910/4.1990
58.411 58.531
Italien".
Paris ..
Schweiz
Spanien.
Danzig .
Japan. .
Rio de Janeiro.
Jugoſlavien ..
Portugal ...
Athen ......."
Konſtantinopel.
Kanada. . . . . .
Urngnay . . . . .
1
Geld
16. 425/16.46e
80.70 180.805
71.31
0.5015
7.313
20.53
11.
Brieſ
22.865 22.96
71.43
81.51/ 81.551
1.9381 1.97u 1.94
7.342
20.45
5.5641 5.578
2. 233/ 2.237
4.189/ 4.19
4.288/ 4.307
Geld
16.45
71.2:
81.6(
0.505710.501
.383
11.
Brie
22.89/ 22.93
16.49
80.82/ 80.98
71.37
81.76
1.944
0.5035
7.397
20.53/ 20.62
5.5641 5.576
2.233/ 2.237
1.196 4.204
4.3061 4.314
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 8. 11. ſtellten ſich für: Elektro=
Ihtkupfer 128½, Original=Hüttenaluminium 210, dto in Walzen 214,
Rein=Nickel 340—850, Antimon Regulus 91—96, Silber in Barren
79—79½.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
8. 11. 27. ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz feſt) Januar 1191/, (119:/.),
Februar 119:/, (1191/.), März 1191/, (119½), April 1191/. (119½),
Mai 119:/, (119:/.), Juni 119:/, (119½), Juli 119:/. (119½), Auguſt
119:/. (119:/.), September 1191/, (119½), Oktober 1191/, (119½),
November 1191/, (120½), Dezember 119½ (119½); für Blei (Tendenz
ſchwächer) Januar 40¾ (41:/.), Februar 41 (41:/.), März 41 (41:/.),
April 41:/, (41½), Mai 41:/, (41½), Juni 41:/. (41¾), Juli 41½ (42),
Auguſt 41½ (42:/.), September 41¾ (42½),), Oktober 42 (421).),
Novem=
ber 40½ (41½), Dezember 40¾ (41); für Zink (Tendenz ſchwächer)
Januar 51¾ (52), Februar 51¼ (51¾), März 51:/, (51½), April 51
(51½), Mai 51 (51:/.), Juni 50¾ (51), Juli 51 (51), Auguſt 50¾ (51),
September 50¾ (51), Oktober 50¾ (51), November 521/, (52¾),
Dezem=
ber 52 (52½).
Die Metallnotierungen ſtellten ſich an der Londoner Börſe am 8. 11.
für Kupfer (Tendenz feſt), Standard p. Kaſſe 58¾—, 3 Monate
587/,—/, Settl. Preis 58¾, Elektrolyt 631/.—¾, beſt ſelected 62½ bis
63¾, Elektrowirebars 63¾, Zinn (Tendenz unregelmäßig) Standard p.
Kaſſe 258½),—½, 3 Monate 252—1/,, Settl. Preis 2581/,, Banka (inoff,
Not.) 270¾, Straits (inoff. Not.) 2661)., Blei (Tendenz willig) ausländ.
prompt 20:ſ,, entft. Sichten 207/,, Settl. Preis 201/,, Zink (Tendenz
flau) gewöhnl. prompt 25‟,, entft. Sichten 25‟/,, Settl. Preis 25‟,
Queckſilber (inoff. Not.) 23, Wolframerz (inoff. Not.) 13, Weißblech (inoff.
Not.) 177½-
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 8. 11. Weizen wird nach wie vor
beſſer angeboten als in der vergangenen Woche bei unveränderten
Preiſen. Dagegen halten die Erzeuger mit Roggenangeboten zurück.
Mehl liegt weiter ruhig. Kleie iſt geſucht bei unverändertem Preis, doch
erwartet man bei Eintritt der kälteren Witterung eine Preiserhöhung.
Gutes, geſundes, trockenes Heu iſt ſehr geſucht, während Stroh ſelbſt bei
verhältnismäßig niederem Preis ſchwer verkäuflich iſt. Olkuchen mit
Ausnahme von Raps und Palmkuchen, die vernachläſſigt ſind, werden
weiter gut gefragt. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen I,
26, II 24,75, III 22,75—23,50, Roggen 25, Sommergerſte 26—28,
Hafer inl. 22,75—24, ausl. 24,50—25, Mais 19, Weizenmehl 37,75 bis
38,25, Roggenmehl 34,25—35, Weizenkleie 13,00—13,25, Roggenkleie
13,75—14.
Berliner Produktenbericht vom 8. 11. 27. Von Argentinien lagen
wiederum ungünſtige Nachrichten über die Entwicklung der Ernte vor,
die Cifforderungen für Plataweizen waren auch erhöht, die
nord=
amerikaniſchen Offerten blieben dagegen unverändert. Hier geſtaltete
ſich die Tendenz weiter ſchwächer, da das Provinzangebot in
Brotge=
treide eher kleiner geworden iſt. Weizen iſt in gutem Material ziemlich
knapp, die Konkurrenz amerikaniſcher Provenienzen macht ſich aber
ziemlich ſtark fühlbar. Geringe Qualitäten drücken in ziemlich
erheb=
lichem Maße auf den Markt. Roggen iſt in guten Inlandsqualitäten zun
prompten Bahnverladung von den kleineren Provinzmühlen begehrt
und feſter gehalten. Die Großmühlen bevorzugen Auslandsmaterial, das
zu unveränderten Preiſen offeriert iſt. Am Lieferungsmarkte waren
ſowohl Weizen als auch Roggen feſter gehalten, Weizen= und
Roggen=
mehl hatten bei geſtrigen Preiſen kleines Konſumgeſchäft. Hafer iſt
knapper angeboten und begegnet etwas beſſerer Kaufluſt, Gerſte weiter
ſtill.
Häuteauktion in Hamburg. Für die heute ſtattfindende
Verſteige=
rung des Verbandes Norddeutſcher Häuteverwertungen ſind zum
Ver=
kauf gemeldet: 15 507 Kalbfelle, 740 Freſſerfelle, 17 631 Großviehhäute,
641 Roßhäute und 12 525 Kchaffelle.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 8. November. (Prib.=Tel.)
Weizen: Die Feſtigkeit Winnipegs, ungünſtige Wetterberichte und
Anlagekäufe ließen im Markt nach ſchwächerem Beginn eine Befeſtigung
platzgreifen. Im Verlauf überwog dann das Angebot.
Mais: Die Aufwärtsbewegung ſetzte ſich heute fort, da aus dem
Südweſten Regen= und Schneefälle gemeldet wurden und die beſſere Loko=
und Exportnachfrage anregte.
Hafer: Ungünſtige Wetterberichte, beſſere Lokonachfrage und
An=
ſchaffungen der Kommiſſionäre hatten eine Preisſteigerung zur Folge.
Gegen Schluß erfolgten Gewinnmitnahmen.
Roggen: Geringes Inlandsangebot und die Stetigkeit Winnipegs
ließen den Markt anfangs feſt tendieren. Unbefriedigende
Exportnach=
frage führte im Verlaufe zu einer Abſchwächumg.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 8. Nov.
Getreide: Weizen, Dez. 12534, März 1295, Mai 132½; Mais,
Dez. 85½, März 89½, Mai 9234; Hafer, Dez. 49½, März 51½,
Mai 52½: Roggen, Dez. 98½, März 101½, Mai 103½.
Schmalz: Dez. 12,17½, Jan. 12/47½, Mai 12,86.
Fleiſch: Dez. 10,55, Jan. 11,60, Mai 11,75; leichte Schweine
8,75—9,75, ſchwere Schweine 9,60—10,00; Schweinezufuhr
Cht=
cago 31000, im Weſten 110 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 8. Nov.1
Schmalz: Prima Weſt. loco 12,95. — Die übrigen Märktg
hatten Feiertag.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Entwicklumg des Rohkupfermaktes entſprechend hat die
Ver=
kaufsſtelle des Kupferblechſyndikats in Kaſſel den Grundpreis für
Kupfer=
blechfabrikate mit Wirkung vom 8. November auf 180 RM. pro 100 Rilg
herabgeſetzt. (Letzter Preis am 5. Nov. 181 RM.)
In der Sitzung des Miniſterrats Polens unter Leitung Pilſudſkis
wurde die Aenderung der Statuten der Bank Polski beſtätigt, die auf
der vorhergehenden Generalverſammlung der Aktionäre der Bank
be=
ſchloſſen worden war. Die Verordnung über die Statutenänderung
wurde vom Staatspräſidenten unterzeichnet.
Wie verlautet, ſoll zwiſchen der Sowjetvegierung und türkiſchen
Fir=
men demnächſt ein Abkomen über größere Lieferungen von ruſſiſchem
Zement wach der Türkei unterzeichnet werden. Der Lieferungsvertrag
ſoll für zwei Jahre Gültigkeit haben und die Finanzievung durch die
tütrkiſche Staatsbank erfolgen.
Die Zuckerrübenbauern der Bukowina, Beſſarabiens und des
Moldau=
gebietes haben ein Syndikat gebildet, das die Zuckerfabriken zwingem
ſoll, gleichförmige Li ferungsbdingungen zu ſchaffen. Wie gemeldet wird,
hat die Kampagne durch dieſe Verhandlungen eine Verzögerun erfahren.
Wie in italieniſchen Finanzkreiſen verlautet, wird das Verbot den
Aufnahme von Auslandsanleihen in naher Zukunft wieder aufgenome
men werden. Es wird erwartet, daß die großen Städte, wie Mailand,
Genua und Turin, ſich wieder aufs neue an die Wallſtreet wenden
werden.
Die Vorarbeiten für die endgültige Stabiliſierung der Lira ſind
ſo weit vorgeſchritten, daß mit ihrer baldigen Durchführung zu rechnen
fiſt. Außer bedeutenden Deviſenbeſtänden ſind auch große Kredite bei den
Notenbanken verfügbar. Als Stabiliſierungskurs dürfte etwa die jetzige
Liranotierung gewählt werden.
Die Bank von England brachte geſtern 6000 Pfund Sterling in
Gold=
münzen zum Export nach Italien.
Die Zufuhren am ſüdafrikaniſchen Wollmarkt in Super Farmers
Clips beginnen, aus Porr Elizabeth ſtark zurückzugehen. Die Saiſon
für Karroowollen iſt bereits beendet. Die Auswahl an Kammwollen iſt
gut, während die Auswahl in Waſchwvollen für ſchlecht bezeichnet werden
muß. Die Markttendenz iſt äußerſt feſt. Hauptkäufer Amerika.
Wie die „Ekonomitſcheskaja Shiſn” meldet, betrug die
Naphthage=
winnung im Bakugebiet im Oktober 632 102 To. gegenüber 562007 To.
im September. Im Durchſchnitt wurden täglich 20 776 To. Naphtha
gewonnen.
Nach einer Veröffentlichung des japaniſchen Finanzminiſteriums iſt
der Metallgeldbeſtand Japans in der Zeit vom 30. April bis 30.
Septem=
ber um 69 Mill. Yen auf 1286 Mill. Yen zurkichgegangen, wovon 1,081
Mill. Den im Beſitz der Bank von Japan und 205 Mill. Yen bei der
Regierung lagen. Der von der Regierung im Ausland unterhaltene
Goldvorrat wird auf 199 Mill. Dem ve=
Seite 14
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80
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101
96.5
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95
88
97.25
90
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(Nachdruck verboten)
damit gewvonnenes Spiel. Die Arbeiter waren mit
„äſtanden, was er ihnen riet. Ohne Wahl ſchien er
geworden. Durch Zuruf erklärten ſie ihm auf ſein
tre Bereitwilligkeit, alles andere ihm zu überlaſſen,
ower erſt auf ſein Geheiß aufzunehmen. Er ordnete
Männer, mit denen er am geſtrigen Abend beraten
ſooe Aufrechterhaltung der Ordnung ſorgen und das
anmen ſollten. Vor allen Dingen aber verſprach er,
mung der Löhne zu veranlaſſen, denn es beſtand die
ldie Gefellſchaft die Streikenden auf dem Trockenen
Tein Streik, den ihr durchführt, geute,” rief der
„hmen zu, „es iſt der Vollzug einer höheren
Gerech=
drem ihr beitragen werdet. Vertraut auf mich, ich
nicht enttäuſchen.”
nurz darauf die Verſammlung verließ, dauerte es
bis er ſich zur Tür hindurchgearbeitet hatte. Von
drängten die Arbeiter auf ihn ein, um ihm die
„utteln. Noch draußen vor der Kantine ließ man ihn
davon. Sogar die Frauen kamen jetzt freundlich
mnd dankten ihm. Er aber ſtreichelte ihre Kinder
wen Kleinen ein paar Silbermünzen, damit ſie ſich
ſtoleufen konnten.
ſiä digt von dem Verlauf dieſer Auseinanderſetzung
heugen, kam er bei der Mutter an. Er fand ſie in der
vüe wirtſchaftete, obgleich ſie eine Köchin beſaß. Aber
Grü aute die alte Frau dieſer Stütze nicht. Lieber
Sie ſich noch um das Mittageſſen. Jetzt allerdings
ihrem Jungen hinauf in ſein altes Arbeitszimmer
uoch immer ſo ausſah wie damals, als er von der
bpewonnenen Behauſung Abſchied genommen hatte.
ur ſchilderte Herbert der Mutter, wie es ihm drüben
Zuſke ergangen war.
an ja ſo froh, Mutter,” ſetzte er hinzu, „denn nun
ſo miigſtens in den Augen meiner Arbeiter ſchuldlos
hlerwicklungen eintreten, wie ich ſie befürchte. Denke
newie Leute mich verachtet hätten, wenn mein Aqua=
Engländern plötzlich verwendet worden wäre, ohne
ſeicenheit gehabt hätte, mich zu rechtfertigen.”
itzer ſtreichelte ſeine Hand.
Aut ſein guter Junge mit einer reinen Seele,” ſagte ſie,
Daß ſie niemals duich das Leben vergiftet würde!”
yeſe, Mutter, wie ſollte denn das geſchehen?” lachte
ſti) ſieh einmal, . . . daß ich mich ſo der Sache
an=
twohl in meinem eigenen Intereſſe. Ueber die erſte
ſüftztſub ai ich hinweg, denn ich hoffe doch, daß das Aergſte
relsttig abgewendet wurde. Was alſo wird die Zukunft
gerztlii, werden ſich fügen müſſen, die Herren, die gegen
mn ivag gehandelt haben. Ich werde ſie alle zwingen,
AichtüoUten zu laſſen, auch Düſtingen, auch Käthes Vater,
niſſen muß. Und dann bleibt mir nichts mehr zu wün=
9 Mutter. Ich habe dich und habe meine geliebte
91Was fehlt mir alfo?"
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„Man ſoll ſein Glück nie berufen, Herbert.”
„Du haſt recht, ich bin übermütig. Aber ich bin ſo zufrieden
über meinen Erfolg bei den Arbeitern, daß ich aufjubeln könnte.”
Er hatte ſich erhoben und ſchritt vor dem Lehnſtuhl auf und
nieder, in dem die Mutter ſaß. Sie ſah auf ihn voll Stolz und
Freude. Und er ſprach weiter und redete von der Zukunft und
davon, wie er alles in O=dnung zu bringen gedachte, damit die
Fabrik recht bald wieder in Tätigkeit wäre.
Aber plötzlich wurde die Tür aufgeriſſen, und das
Dienſt=
mädchen erſchien. „Es iſt unten ein Automobil vorgefahren, in
dem Herr Gubaſſy mit einem zweiten Herrn ſitzt,” meldete ſie.
Düſtingen, ſagte ſich Herbert Brakke ſofort. Er entſchuldigte
ſich bei ſeiner Mutter und trat gleich darauf in den Hof. Er
fand ſeine Vermutung beſtätigt.
Auf den erſten Blick aber ſah er, daß es mit dem Beſuch der
beiden Herren eine ganz eigene Bewandtnis haben müſſe. Denn
Gubaſſy war gerade aus dem Wagen geſtiegen, der Chauffeur
war an ſeine Seite geeilt, und beide halfen Düſtingen, das
Ge=
fährt zu verlaſſen. Doktor Brakke erſchrak bei ſeinem Anblick.
Das Antlitz des kahlköpfigen Kavaliers war über und über
mit Blut bedeckt. Aus einer Wunde am Scheitel quoll es, eine
zweite Verletzung wies die linke Schläfe Düſtingens auf. Er
war einer Ohnmacht nahe, ja er ſtützte ſich ſo ſchwer auf ſeine
beiden Begleiter, daß ſie alle Kraft zuſammennehmen mußten,
ihn nicht umſinken zu laſſen.
„Was bedeutet das?” rief der Chemiker und ſprang ſofort
hinzu, um Gubaſſy und dem Lenker des Wagens behilflich zu
ſein.
„Das werden Sie ſpäter erfahren,” antwortete ihm der
Ungar und ſagte es in einem Tone, aus dem Herbert Brakke
knirſchende Wut zu vernehmen glaubte.
„Eilen Sie und benachrichtigen Sie meine Mutter,” wandte
ſich der Doktor an das Mädchen, das ihm gefolgt war, „wir
bringen einen Verwundeten.”
Von den Männern halb getragen, langte Düſtingen in der
Halle des Herrenhauſes an. Man bettete ihn auf ein Sofa.
Frau Brakke erſchien und war nicht weniger als ihr Sohn
entſetzt über den Anblick des Verletzten. Aber die Mutter war
eine reſolute Perſon. Sie nahm ſich Düſtingens in hilfreicher
Weiſe an und wuſch ſeine Wunden in wenigen Minuten ſo weit
aus, daß man erkennen konnte, wie wenig tief ſie gingen. Ein
ſtärkender Kognak brachte überdies den Verwundeten bald
wie=
der zum Bewußtſein. Ermattet, durch den überſtandenen
Schrecken noch immer benommen, lag er auf dem Sofa und
über=
ließ ſich den milden Händen der Gutsfrau und ihres Mädchens.
Gubaſſy beobachtete, wie Düſtingen zu ſich kam. „Die
Beſtien,” hörte ihn Dr. Brakke vor ſich hin murmeln.
„Haben Sie einen Unfall mit dem Automobil gehabt, Hert
Direktor?” wandte ſich der Chemiker an den Ungarn.
Ein höhniſches Lachen war die Antwort. „Ein Unfall war
es wohl,” ſagte Gubaſſy danach, während er es vermied, dem
Doktor ins Geſicht zu ſehen, „aber kein Zufall. Eher ein
Ueberfall.”
Eine Ahnung erfaßte Herbert Brakke und zwang ihn, ſeine
Frage dringender zu wiederholen: „Was hat alſo die
Verwun=
dung Herrn von Düſtingens zu bedeuten? So antworten Sie
mir endlich!”
„Wir ſind heute früh aus der Stadt gekommen, um die
Ver=
handlungen mit den Arbeitern aufzunehmen,” erzählte der
ehe=
malige Artillerieoffizier im Tone eines Menſchen, der nur
widerwillig Auskunft gibt, „und weil ich erfahren hatte, daß
Sie die Leute in die Kantine gerufen haben, fuhren wir dort
vor. Als wir erſchienen, ſtürzten die Arbeiter aus der Schänke
und umringten den Wagen. Männer, Frauen und Kinder
waren es. Sie ſchrien und zeterten wie die Verrückten. Nun
ja,” hier warf er dem Doktor einen biſſigen Blick zu, „man hatte
ſie wohl genügend aufgehetzt. Herr von Düſtingen wollte zu
ihnen ſprechen, aber ſie ließen ihn nicht zu Worte kommen.
Plötzlich ſprang ein Burſche rückwärts auf den Wagen und
ſchlug ihm den Hut herab. Ein zweiter Schlag traf ihn auf den
Kopf und brachte ihm die erſte Verwundung bei. Der
Chauf=
feur hatte inzwiſchen die Gefahr bemerkt und ließ den Wagen
anfahren. Die Leute wichen zurück, wir hatten freie Bahn.
Aber ein Hagel von Steinen folgte uns. Herrn von Düſtingen
traf eines der Geſchoſſe an der Schläfe. Ein Wunder, daß er
ſo davongekommen iſt. Auch ich habe meinen Anteil daran, die
linke Schulter tut mir noch jetzt weh. Aber ſo iſt es mir doch
nicht ergangen wie ihm.”
Herbert Brakke ſchwieg betroffen. Nur kurz war ſeine
Be=
fangenheit, dann richtete er ſich auf und ſagte ruhig:
„Der Vorfall iſt außerordentlich zu bedauern. Und was die
Verhetzung der Leute betrifft, ſo beſtand ſie darin, daß man
ihnen die Wahrheit über das Vorgehen der Geſellſchaft
mit=
teilte. Es war eben ein unglücklicher Zufall, daß Herr von
Düſtingen wenige Minuten nach Schluß meiner Beſprechung mit
den Arbeitern dort auftauchte. In einer Stunde hätte ſich die
erſte Wut der Leute bereits gelegt.”
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