Einzelnummer 10 Pfennige
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ſ.Movember 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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Pmeiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
F Sohne Verbindlſchkeit für uns. Poſiſcheckionio
Franffurt a. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 305 Vonnerstag, den 3. November 1927. 190. Jahrgang
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Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Rellamezelle (92 mm
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., eriſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigene
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung fällt jeder
Nabatt weg. Bankkonto: Deutſche Banl und Darm=
Kädter und Natſonalbant.
eutſchlands Antwort an Parker Gilbert.
Por der Veröffentlichung
des Memorandums.
Ambeutſcher Reparationskommiſſar. /
Schaf=
fMleines beſonderen Reſerats im Rahmen
des Reichsfinanzminiſteriums.
Von unſerer Berliner Redaktion.
i zuſtändigen Reſſortminiſter ſind am Mittwoch zu einer
Blßrchung zuſammengetreten, um ſich über die Probleme zu
vomtägen, die durch das Memorandum des
Reparations=
asſen aufgeworfen worden ſind. Nach außen ſichtbar dreht es
ſidwhcfi in erſter Linie um die Antwort, die von
deut=
ſch Seite ausgearbeitet iſt. Sie ſteht in großen Zügen feſt,
ungugo über den Inhalt der Beweisführung kann nach den
Re=
ddwie vom Finanzminiſter, dem Wirtſchaftsminiſter und dem
Riſzb—mppräſidenten vor dem Hauptausſchuß des Reichstags
Aibn wurden, kein Zweifel beſtehen. Die deutſche Regierung
howe AAufgabe, die Anſchauungen Parker Gilberts zu
wider=
le/wa2s ob die Zahlung der Reparationen durch ihre
Finanz=
pdwl ingendwie gefährdet ſei. Sie wird dabei von der Tatſache
güſſeer, daß nach der Stabiliſierung alle Ausgaben auf das
damr geringſte Maß zuſammengeſtrichen wurden, damit wir
ülſſ uot einmal ſeſten Boden unter den Füßen belamen, daß
dillunter doch ein gewiſſes Nachgeben gegenüber den
dringend=
ſt ſruwaben notwendig war, und daß die Regierung gerade die
Släzut des Dawesplanes benutzte, um den Verwaltungsappa=
Eſm Prdnung zu bringen, und dabei auch an eine
Beſſerſtel=
lIchBeamten dachte. Ein Staat, der ſeine Beamten ſo be=
M F zuNdrß ſie gerade davon leben können, kann ſich nachher nicht
wm,, wenn Unredlichkeit oder Beſtechung um ſich greift.
GlAs Einreißen derartiger Balkanſitten wehren wir uns ja
a0 dhßlich mit Händen und Füßen. Zudem kann auch die
Rllengierung darauf hinweiſen, daß nach den Angaben des
Flichnliniſters, die allerdings von der Oppoſition beſtritten
wA, wDie wirtſchaftliche Entwicklung wenigſtens für die
näch=
ſtel Kiganzjahre noch die Zahlung der Kriegsentſchädigungen
ſichth.. Auf längere Sicht aber Finanzpolitik
3 Mle ben, iſt jedoch für Deutſchland ein Ding der
UMöſrlichkeit. Wir nehmen an, daß die Anzwort in einer
Ac/usſitzung am Donnersdag endgültig feſtgelegt wird.
Eſßweite Frage, die für die Regierung akut iſt, beſteht
daultz wie ſich künftig der Verkehr mit dem Repa=
Fansagenten abſpielen ſoll. Daß in der Vergangenheit
Ncals nach Wunſch geklappt hat, ſteht außer allem Zwei=
Rehlh)warauf iſt eben der Gedanke eines eigenen
Reparations=
wDmmags auf deutſcher Seite zurückzuführen. Als wir von
die=
ſer u bh chkeit zum erſten Male ſprachen, haben wir bereits
dryſhrigewieſen, daß alles verwieden werden ſollte, um be=
TeNN Empfindlichkeiten des Reichsfinanzminiſters Dr. Köhler
W M r. Herr Köhler iſt nun nicht damit einwerſtanden, daß
K r Teil ſeines Einfluſſes an eine ſolche neu zu ſchaffende
DeRbroben ſoll. Der Plan wird deshalb wahrſcheinlich
an=
wiaA ſpezogen, daß wenigſtens eine Zentralſtelle geſchaffen
MrMzon, der aus die Beziehungen zwiſchen dem Kabinett und
Veruſzarker Gilbert vewwaltungstechniſch einheitlich behandelt
Reim DDieſe Zentralſtelle würde als beſonderes Referat dem
Rin/ſezmiſterium angegliedert werden. Der frühere
Staats=
ſerdſ Bergmann kommt natürlich dann nicht mehr in Frage.
Dahhn. vermutlich auf einen Beamten zurückgreifen, der früher
Hmadm Finanzminiſterium angehört hat. Im übrigen aber
wirhg s=Kabinett ſich mit dem ganzen Fragenkomplex mehr als
DisYnſſchäftigen müſſen und hierüber beſtimmte Richtlinien
iz ſler haben, an die ſich der Finanzminiſter dann zu halten
Mattuh 2ns wäre alſo eine 50prozentige Löſung, die aber nur
Hentlls hann, wenn das Kabinett als neuer Faktor eingeſchaltet
Dird cie Rdas ja ſchon bei der Schlußbeſprechung mit dem
Repa=
kariaelganten durch die Teilnahme des Reichsaußenminiſters
Bſchat =ſt. Aus dem Reichs ag wird außerdem Propaganda
BanuEmuacht, dieſem neuen Referenten einen Spezialausſchuß
His Nc Beichstagsparteien beizugeben. Ob das gerade beſon=
Prsle ihiſch iſt, dagegen haben wir vorläufig noch ſtarke
Be=
denr
Daß tbert=Memorandum wird am Sonntag
veröffentlicht.
Tiach wird mitgeteilt: Das Reichskabinett beſchäftigte ſich
N Ie MMittwoch=Sitzung mit Reparationsfragen und dabei
mich R ſoer Beantwortung des Memorandums des Repara=
Honslithten. Nachdem im In= und Ausland die verſchiedenſten
lreſs ahgen Mitteilungen über ſeinen Inhalt veröffentlicht
Wee Linkd, hält es die Reichsregierung im Einvernehmen mit
Nei M dyrationsagenten für richtig, den vollen Wortlaut des
Wem Ddmums zuſammen mit der Antwort der Reichsregierung
Wäm uasben. Die Veröffentlichung wird vorausſichtlich am
bmnchen Sonntag erfolgen.
TIi8 Finanzpläne. — Um die Befoldungsteſorm.
Demn Haushaltsausſchuß des Reichstags wurde am Mitt=
Dnwea ullgemeine Ausſprache über unſere finanzielle und
wirt=
ei2 R LSage zu Ende geführt. Zum Schluß hieit der Finanz=
Mui ALuach eine Rede, worin er ſich mit der Krilik
auseinan=
e S5err Köhler machte dabei auch Andeutungen über
EiceTſiaren Steuerpläne. Er kündigte einen
Geſetzent=
die Nacherhebung der Vermögensſteuer
den Abbau der Lohnſteuer entſprechend der
ſring. Auch die Frage der vorläufig ſuspendierten
WSzuwachsſteuer wird gelöſt. Es ſcheint, als wenn noch
irgendwelche Pläne um die Zigarettenſteuer herum
beſtanden, obwohl das vielleicht auf eine mißverſtändliche
Auf=
faſſung einer Aeußerung zurckzuführen iſt, die Dr. Köhler im
Zuſammenhang mit der geſtundeten Zigarettenſteuer machte. Es
wird, ſich nun zeigen müſſen, wie der Ausſchuß ſich mit der
Beſoldungsreform ſelbſt auseinanderſetzt. Ohne Schwierigkeiten
wird es dabei nicht abgehen. Die Wirtſchaftspartei hat
neuer=
dings den Vorſchlag gemacht, die Einführung der
Beſoldungs=
ordnung abhängig zu machen von der Geſtaltung des nächſten
Etats, der in den Ausgaben um wenigſtens 10 Prozent
gegen=
über 1927 herabgeſetzt werden müſſe. Von anderer Seite wird
wieder der Vorſchlag gemacht, die ganze Beſoldungsordnung
fallen zu laſſen und lediglich auf einen prozentualen Zuſchlag
von durchſchnittlich 15 Prozent abzukommen, während ganz
kluge Leute erwogen haben, ob es nicht praktiſch wäre, die
Be=
ſoldungsordnung zwar anzunehmen, aber mit dem Zuſatz, daß
ſolange die Finanzlage nicht geklärt ſei, alſo zum mindeſten für
das Finanzjahr 1928, etwa 90 Prozent der neu feſtgeſetzten
Ge=
hälter ausbezahlt werden ſollten. Das ſoll alſo heißen, daß den
Beamten das Riſiko für die weitere Entwicklung aufgebürdet
wird, eine nach unſerer Auffaſſung unmögliche Konſtruktion. Wir
können uns vorläufig auch noch gar nicht vorſtellen, daß nach
allem, was geſchehen iſt, eine der großen Parteien den „Mut”
aufbringen wird, die Beamten jetzt wieder um die Einlöſung
eines ſeit Jahr und Tag gegebenen Verſprechens zu bringen.
Ebenſo wie die Deutſche Volkspartei bereits erklärt hat, daß ſie
unter allen Umſtänden an dem Prinzip der Regierungsvorlage
feſthält, wenn ſie auch im einzelnen noch Verbeſſerungswünſche
hat, haben auch am Mittwoch die Deutſchnationalen einen
ähn=
lichen Beſchluß gefaßt. Die Entſcheidung wird alſo jetzt beim
Zentrum und den Bayern liegen.
Der Kampf um das Schul=Geſetz.
Von unſerer Berliner Redaktion.
In politiſchen Kreiſen wird erwartet, daß der
Reichsinnen=
miniſter in den nächſten Tagen aus ſeiner Reſerve heraustritt
und den Verſuch macht, die Fraktionen der Regierungsparteien
auf gemeinſame Anträge zu einigen. Handhaben dazu kann ihm
das Programm bieten, das ihm von der Deutſchen Volkspartei
unterbreitet worden iſt. Als Auftakt für dieſe Verhandlungen
iſt vielleicht eine Artikelſerie in der „Germania” gedacht über das
Thema „Reichsrat und Reichsſchulgeſetz”. Ihre Herkunft aus
parlamentariſchen Kreiſen iſt beſonders gekennzeichnet. Vielleicht
darf man alſo als Verfaſſer auf den Abg. Dr. Schreiber tippen,
der bei der Schlußberatung im Reichsrat eine etwas hell=dunkle
Rolle geſpielt hat. Deswegen iſt es auch intereſſant, daß der
Verfaſſer behauptet, der Reichsrat habe eine Reihe von
Be=
ſchlüſſen gefaßt, „die von der Mehrheit des deutſchen Volkes
geradezu als Herausforderung empfunden” würden. Die
Ueber=
treibung von der Mehrheit des deutſchen Volkes wollen wir
nicht allzu tragiſch nehmen, wollen aber doch dazu bemerken,
daß die Deutſche Volkspartei im weſentlichen auf dem Boden
der Beſchlüſſe ſteht, die im Reichsrat gefaßt wurden. Wenn das
Zentrum dieſe Anträge in der Tat als Herausforderung
an=
ſieht, dann iſt nicht zu ſehen, wie man ſich einigen ſoll.
Heſſen zum Schulgeſetz.
Im Bildungsausſchuß des Reichstages gab am Mittwoch
Miniſterialrat Dr. Edward als Vertreter Heſſens folgende
Er=
klärung ab: „Hefſen lehnt den Entwurf ab. Er iſt
verfaſſungswidrig. Die Gemeinſchaftsſchule muß durch
poſſitive Beſtimmungen tatſächlich zur Regelſchule gemacht
wer=
den. Die Simultanſchulländer müſſen dauernd beſonders
berück=
ſichtigt werden in der Weiſe, wie es Heſſen im Reichsrat bei
§ 20 beantragt hat. Die Defintion des geordneten Schulbetriebs
muß den Ländern überlaſſen werden, desgleichen die
Beſtim=
mungen des Abſchnittes III und IV. über Schulaufſicht und
Schulverwaltung und über den Religionsunterricht an den
Volksſchulen. Die jetzt geltenden heſſiſchen Beſtimmungen gehen
zum Teil im Entgegenkommen gegenüber den Kirchen weiter als
der Entwurf. Sie laſſen ſich aber nur im Rahmen der
Simul=
tanſchule aufrechterhalden. Die Mehrkoſten ſind gerade
für die Simultanſchulländer, mit ſehr ſtarker
Miſchung der Konfeſſionen ſehr hoch. Heſſen
muß darauf beſtehen, daß ſie in vollem Umfange
vom Reich getragen werden.
Miniſterialrat Löffler vom Reichsminiſterium des
Inuern gab aisdann, eine ausführliche Ueberſicht über
die Rechtslage und die tatfächliche Lag= an den
öffentlichen Volksſchulen in den verſchiedenen
deut=
ſchen Ländern. Für Heſſen ſtellte er u. a. folgendes feſt: Auch
in Heſſen iſt, wie in Baden, die Gemeinſchaftsſchule geſetzlich als
Regelſchule eingeführt, wenn auch nicht als einzige Schulform.
Nach Artikel 4 des Volksſchulgeſetzes vom 16. Juni 1874 in der
Verfaſſung vom 25. Oktober 1921 ſind hier die öffentlichen
Volks=
ſchulen gemeinſame Schulen, d. h. ſie ſind für die Kinder
ſämt=
licher Angehöriger einer politiſchen Gemeinde beſtimmt. Bei dem
Unterricht der Religion ſind die Kinder getrennt. Nach Artikel
5 und 6 des Geſetzes können in denjenigen Gemeinden, in denen
zwei oder mehrere Schulen und verſchiedene
Konfeſſionsgemein=
den vorhanden ſind, Bekenntnisſchulen beibehalten oder errichtet
werden, ſofern gewiſſe Vorausſetzungen hinſichtlich der
Schüler=
zahl erfüllt ſind. Es gab in Heſſen im Schuljahr 1926/27 unter
den 1015 Schulen 960 Geweinſchaftsſchulen und 27 evangeliſche
mit 104 Klaſſen und 28 katholiſche Schulen mit 126 Klaſſen. Von
den 146 924 Schülern beſuchten 136 893 die Gemeinſchaftsſchule,
4436 die evangeliſche Schuke und 4695 die katholiſche Schule. Von
den Schulkindern waren 96 222 evangeliſch, 46 120 katholiſch, 904
iſraelitiſch, 2708 ſonſtigen Bekenntwiſſes. Von den 3848
Lekrkräf=
ten waren 2560 evangeliſch, 1225 katholiſch, 22 iſrgelitiſch und
41 ſonſtig.
Der Wettbewerb Hamburg—Trieft.
Die Adriapolitik der Prager Regierung.
Von unſerem H=Korreſpondenten.
Prag, Anfang November.
Schon aus den Vorbereitungen zu der für den 17. Dezember
1925 angeſetzten Eiſenbahnkonferenz in München, welche
dar=
über entſcheiden ſollte, ob der Warenverkehr aus der
Tſchecho=
ſlowakei nach Trieſt oder nach Hamburg bzw. Bremen geleitet
werden ſolle, ging hervor, daß die auffällig in Erſcheinung
ge=
tretene Begünſtigung des Trieſter Hafens durch die
tſchecho=
ſlowakiſche Negierung gegenüber Hamburg und Bremen
keines=
wegs aus Gründen volkswirtſchaftlicher Vorteile geſchah, ſondern
in der Hauptſache auf politiſche Motive zurückzuführen geweſen
iſt. So hatte der tſchechoſlowakiſche Berichterſtatter bei der
da=
maligen Konferenz die Aufgabe, die Teilnehmer der Beratung
davon zu überzeugen, daß die auffällige Bevorzugung des
Hafens von Trieſt durch die Prager Regierung für den
Ueber=
ſeeverkehr aus der Tſchechoſlowakei aus rein wirtſchaftlichen
Rückſichten erfolge, eine Behauptung, die in offenſichtlichem
Widerſpruch zu den tatſächlichen Verhältniſſen ſtand, denn die
durch eine von tſchechiſcher Seite geförderte unwirtſchaftliche
Tarifpolitik geſchaffene Situation konnte (und kann) nicht
geeig=
net ſein, Vorausſetzungen zu ſchaffen, die vom wirtſchaftlichen
Standpunkte aus gutgeheißen werden lönnen. Das Problem,
den Verkehr, aus der Tſchechoſlowakei nach Trieſt oder nach
Hamburg und Bremen zu leiten, ſollte durch einen Tarifkampf
zwiſchen den tſchechiſchen, öſterreichiſchen, italieniſchen und
jugo=
ſlawiſchen Eiſenbahnen einerſeits und den reichsdeutſchen
Bah=
nen anderſeits gelöſt werden. Da die am Adriaverkehr
inter=
eſſierte Bahngruppe am italieniſchen Gütertarif beteiligt war
und dadurch Vorteile genoß, wie ſie der reichsdeutſchen
Kon=
kurrenz in keinem Falle zugute kamen, war die deutſche
Reichs=
bahn von vornherein in dieſem Tarifkampf benachteiligt.
Immer=
hin aber wickelte ſich ein großer Teil des Güterverkehrs aus der
Tſchechoſlowakei noch eine Zeit lang über Hamburg und Bremen
ab, bis im Transport aus der Tſchechoſlowakei nach Trieſt jene
Frachtſätze für die Güterbeförderung eingeführt wurden, die im
Verkehr aus der Tſchechoſlowakei auf den reichsdeutſchen Linien
nach Hamburg bzw. Bremen in Geltung waren; von dieſem
Zeitpunkt an ging dank der Unterſtützung der tſchechiſchen
ſtaat=
lichen Behörden durch eine ſtändig wachſende Einflußnahme auf
die Induſtriekreiſe und mit Rückſicht auf die zahlreichen
Begün=
ſtigungen, die auf tſchechiſcher Seite den Transporteuren gewährt
wurden, um die ſtarke Konkurrenz auf den deutſchen Bahnen
auszuſchalten, der tſchechoſlowakiſche Verkehr nach Ueberſee über
Hamburg und Bremen ſtark zurück, trotzdem beide Häfen aus
der Tſchechoſlowakei viel leichter und in kürzerer Zeit erreicht
werden können als der Trieſter Hafen, der übrigens mit ſeiner
Einrichtung und ſeinem Schiffsverkehr keinen Vergleich mit der
Ausſtattung und den Verkehrsmöglichkeiten der reichsdeutſchen
Häfen aushalten kann.
Um nicht des geſamten Frachtenverkehrs aus der
Tſchecho=
ſlowakei über die Nordſechäfen durch die auffallend hohen
Frachtbegünſtigungen, die von tſchechiſcher Seite den
Transpor=
teuren zugebilligt wurden, verluſtig zu gehen, revidierte die
deutſche Reichsbehn ebenfalls die bisher gültigen Frachtſätze
und verbilligte ſie weſentlich; aber die am Adriaverkehr
betei=
ligten Bahnen, (die tſchechoſlowakiſchen, öſterreichiſchen,
jugo=
ſlawiſchen und italieniſchen) beantworteten dieſen Schritt mit
einer neuerlichen Ermäßigung der ohnedies unter der
Grenze der Wirtſchaftlichkeit angeſetzten Transporttarife, ſo daß
der Erfolg der von deutſcher Seite zugeſtandenen Herabſetzung
der Transportſpeſen ausbleiben mußte. Dem daraus
entſtehen=
den Konflikt wollte die deutſche Reichsbahn dadurch ein Ende
bereiten, als ſie ſchließlich kundmachte, daß ſie die
Bahnfracht=
ſätze für den überſeeiſchen Verkehr von und nach Trieſt und
Fiume ihrerſeits für die Strecke bis Hamburg und Bremen
übernehme. Dieſer Entſchluß hatte eine vorübergehende
Be=
lebung des Verkehrs zu den Nordſeehäfen zur Folge, aber ſie
war nicht von langer Dauer, da man in Prag ſchon im Februar
1926 daran ging, den langfam wachſenden Warenverkehr nach
Hamburg und Bremen neuerlich abzudroſſeln: der
wichtigſten Exportinduſtrie Nordböhmens (Eiſen, Porzellan,
Papier uſw.) wurden neuerlich bedeutende
Fracht=
vergünſtigungen zugeſtanden, ſo daß der Frachtſatz bei
einer Beförderung von 1000 Kilogramm auf einen Kilometer auf
durchſchnittlich 3 bis 5 tſchechoflowakiſche Heller herabgeſetzt
wurde, alſo gegenüber dem reichsdeutſchen Tarif auf mehr als
die Hälfte, wodurch die für den Ueberſeeverkehr in erſter Linie
in Frage kommende Induſtrie abermals geködert werden konnte.
Dieſe beiſpielloſe Verbilligung der Frachtſätze hat in der
Oeffentlichkeit zur Erörterung der Frage geführt, auf welche
Weiſe das aus der übermäßigen Herabſetzung der Tarife
zwei=
fellos hervorgehende Defizit gedeckt wird, aber die
verkehrs=
amtlichen Stellen haben ſich bisher zu dieſen Fragen nicht
ge=
äußert. Mit Rückſicht darauf, daß die Transportſtrecke zu den
Adriahäfen zum größten Teil über tſchechoſlowakiſches und
öſterreichiſches Gebiet läuft, muß angenommen werden, daß die
tſchechiſchen und öſterreichiſchen Bahnen zu den offenſichtlich
gegen die deutſche Wirtſchaft gerichteten Ermäßigungen
bei=
tragen bzw. den größten Anteil an den daraus entſtehenden
Unterſchieden zwiſchen Koſten und Koſtendeckung tragen. Von
tſchechiſcher Seite iſt die Welt an ſonderbare Schachzüge
poli=
tiſcher und wirtſchaftlicher Natur ſo ſehr gewöhnt, daß auch das
Vorgehen Prags gegen den reichsdeutſchen Seehafentarif nicht
mehr allzu ſehr verwundert hat; verwunderlich aber blieb die
Tatſache, daß Oeſterreich ſich auf die Seite der Förderer des
Adriahafenverkehrs geſtellt hat, obzwar ſeine wirtſchaftlichen
Vorteile kaum nennenswert für Oeſterreich ſein können und
ob=
zwar es weiß, daß dieſe Förderung auf Koſten Deutſchlands
geſchieht, daß es alſo ſeine Sekundantenhilfe einem Staate
zu=
wendet, welcher ſeine politiſchen Nadelſtiche gegen dasſelbe Reich
durch wirtſchaftliche Droſſelungsmanöver unterſtützt, das man
ge=
rade auf öſterreichiſcher Seite ſo oft des „brüderlichen
Verſtänd=
niſſes” verſichert . . . Der widerſinnige Kampf kann keineswegs
dazu beitragen, das Verhältnis der hier in Betracht kommenden
Staaten zueinander zu beſſern. Wenn die Tſchechoſlowäkei
zu=
gunſten ihrer notleidenden Induſtrie die Frachtſätze ſoweit
herab=
mindert, daß das daraus reſultierende Defizit aus Staatsmitteln
getragen werden muß, ſo iſt ſie dazu wahrſcheinlich in gewiſſem
Sinne verpflichtet. Nicht verpflichtet aber, einen Teil dieſer
Laſten auf ſich zu nehmen, iſt der öſterreichiſche Staat, dem es
bekannt ſein muß, daß er ſich hier gegen Deutſchland ſtellt und
daß es in einem ähnlichen Falle nie geſchehen könnte, daß
bei=
pielsweiſe die Tſchechen mit der deutſchen Reichsbahn zuſammen
etwa einen Tarifkampf gegen einen ſlawiſchen Staat führen
würden.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß nach ſolchen Praktiken die
Ver=
treter der deurſchen Reichsbahn den Vorſchlag des Vertreters
der tſchechoſlowakiſchen Staatsbahnen auf der kürzlich
abgehal=
tenen Tarifkonferenz in Marienbad ablehnen mußten, der
darauf abzielte, daß in Zukunft die tatſächliche überſeeiſche
Be=
ſtimmung bzw. Abſendung der Ware beim Transportweg
be=
rückſichtigt werde. Die Annahme dieſes Antrages würde
be=
deuten, daß die Nordſeehäfen auf die meiſten Ueberſeetransporte
aus bzw. nach der Tſchechoſlowakei verzichten würden, nachdem
alle dieſe Transporte bis zum Jahre 1919 ihren natürlichen Weg
über Hamburg bzw. Bremen genommen hatten und erſt durch
die Orientierung der tſchechoſlowakiſchen Republik nach der Adrig
auf künſtliche und den klaren wirtſchaftlichen Grundſätzen
zu=
widerlaufende Weiſe abgelenkt worden ſind. In Prag iſt man
beſtrebt, die Welt glauben zu machen, daß der Kampf zwiſchen
Hamburg und Trieſt aus rein wirtſchaftlichen Gründen geführt
werde und daß die Tarife der deutſchen Reichsbahn der
tſchecho=
ſlowakiſchen Exportware den Weg nach Ueberſee zu erſchweren
geeignet ſeien. Wie wenig ſtichhaltig dieſe Behauptung iſt, geht
ja ſchon daraus hervor, daß gerade der ſtarke
Durchzugs=
verkehr über die Nordſechäfen die Reichsbahn in die Lage
verſetzt hat, eine ſehr erhebliche Ermäßigung der Gütertarife
vorzunehmen. Berückſichtigt man hingegen den Umſtand, daß
der größte Teil der tſchechoſlowakiſchen Exportinduſtrie ſich in
Gebieten befindet, die von Trieſt zweimal ſo weit entfernt ſind
wie von Hamburg und daß die an der Adria intereſſierten
Bahngruppen mit bedeutenden Verluſten zu arbeiten gezwungen
ſind, dann iſt nicht länger mehr daran zu zweifeln, daß die
Ver=
quickung der politiſchen Abſichten mit der Wirtſchaft in der
Tſchechoſlowakei auf eine Art betrieben wird, die keineswegs
dazu beitragen kann, erträgliche Verhältniſſe zu ſchaffen. In
der Hamburg=Trieſter Frage, die ſich zu einem ausgeſprochenen
wirtſchaftlichen Verluſtpoſten für die Tſchechoſlowakei geſtaltet,
iſt eine Löſung um ſo dringlicher notwendig, als die natürliche
Entwicklung ſchon länger gehemmt worden iſt, als gut und
erträglich ſein kann.
Gowjetrußland für Neutraliſierung
des Stillen Ozeans?
* Kowno, 2. Nov. (Priv.=Tel.)
Wie aus Moskau gemeldet wird, wird die Beteiligung der
Sowjetregierung an der Genfer Abrüſtrngskonferenz in
diplo=
matiſchen Kreiſen lebhaft beſprochen. Gegenwärtig iſt von der
Sowjetregierung eine beſondere Kommiſſion eingeſetzt worden,
die das Programm der ruſſiſchen Delegation ausarbeiten ſoll,
Die Kommiſſion arbeitet unter dem Vorſitz Tſchitſcherins. Es ſind
Vertveter vom politiſchen Bureau und der Roten Armee und
Flotte in der Kommiſſion tätig. Wie es heißt, will die
Sowjet=
regierung ſich mit der Abrüſtung einwerſtanden erklären, wenn
die beſondere Stellung der Sowjetunion gegenüber Rumänien,
England, Indien und China (Tſchangtſolin) berückſichtigt wird.
Nur wenn die Gegner der Sowjetnion abwüſten, würde auch
die Sowjetregierung ſich zur ſofortigen Abrüſtung bereit erklären.
— Eine beſondere Bedeutung wird in Moskau der Frage des
Stillen Ozeans beigemeſſen. Man ſpricht davon, daß die
Sow=
jetregierung eine Neutraliſierung des Stillen Ozean=Beckens
vor=
ſchlagen will. Nach ruſſiſcher Auffaſſung muß jedoch, um die
Konferenz erfolgreich zu geſtalten, auch Ameriba daran
teilneh=
men. Nach in Moskkaut vorliegenden Angaben wird aber Amerika
nur einen Beobachter entſendem.
Die Aufnahme des ruſſiſchen Entſchluſſes
in Frankreich.
EP. Paris, 2. November.
Das „Journal des Débats” nimmt bei Beſprechung der von
der Teilnahme Rußlands an den Abrüſtungsarbeiten zu
erwar=
tenden Folgen eine Haltung ein, die von der der übrigen Blätter
ſtark abweicht. Es ſei unnötig, hinter dem Entſchluß der Ruſſen
außerordentliche Motive zu ſuchen, und es ſei bedeutungslos,
ob ſie zu dem Gang nach Genf durch Streſemann veranlaßt wor=
Grabftätten berühmter Deutſcher.
Zu den Toten=Gedenktagen.
Von Franz F. Schwarzenſtein.
RDV. Da iſt wieder jener ſtille Herbſtſonntag, der uns
nach=
denklich ſtimmt und unſere Gedanken vom Trubel der Gegenwart
hinweg auf das hinlenkt, was war, und uns daran erinnert, daß
alles Irdiſche einmal ein Ende haben, wieder ausgelöſcht werden
muß auf der farbig=frohen Pglette des Lebens. „Der
Toten=
ſonntag iſt ein Durchhau in das Unendliche” hat der große
Pre=
diger Schleiermacher einmal geſagt. Der Menſch fühlt an dieſem
Tage die Majeſtät des Todes ganz nahe. Ein Stückchen
Unend=
lichkeit ſchleicht langſam an ihm vorüber und flößt den meiſten
unter uns am Totenſonntag mit ſeinen ſeltſam hängenden
Nebelſchwaden und den faſt lautlos zu Boden gleitenden
Blät=
tern der Bäume eine eigene Stimmung ein. Es beſteht eine
ge=
wiſſe Furcht vor der Begegnung mit dem Unendlichen.
Uind doch: Wir ſollten dieſe falſche Scheu vor dem Friedhof,
dieſes Ausweichen vor dem Naturgewollten, überwinden! Wer
mit innerlicher Anteilnahme einen Friedhof aufſucht, kehrt
erbaut und geſammelt heim. Es gibt in deutſchen Städten
un=
endlich viele dieſer Weiheſtätten.
Eine Fülle berühmter Männer ſind auf den Berliner
Friedhöfen zur ewigen Ruhe beſtattet worden. Viele Männer
aus Kunſt, Literatur und Wiſſenſchaft liegen hier — oft nur
durch ſchwache Backſteinmauern vom großſtädtiſchen
Straßen=
lärm getrennt — unter knorrigen, weithin ſchattenden Bäumen
begraben. Auf dem Friedhof an der Belle=Allianceſtraße ruht
der „Geſpenſter=Hoffmann” Seine Freunde haben ihm
1822 einen ſchlichten Grabſtein geſetzt. „E. T. W. (er hieß
eigent=
lich Wilhelm, nicht Amadeus) Hoffmann, Kammergerichts=Rath,
ausgezeichnet im Amte, als Dichter, als Tonkünſtler, als Maler”
ſteht darauf. Weiter ruhen hier u. a. Adalbert v. Chamtſſo
Friedrich Spielhagen, Adolf Glasbrenner und der
Schauſpieler Iffland. Auf dem ſogenannten
Dorotheenſtädti=
ſchen Friedhof liegen Auguſt Borſig, der „Lokomotivenkönig”,
der Architekt Schinkel, der Arzt Hufeland, die
Philo=
ſobhen Hegel und Fichte, der Bildhauer Schadow, der
Schriftſteller Varnhagen von Enſe und ſeine Gattin Rahel,
der Baumeiſter Stüler und der Miniſter v. Delbrück. Auch
der Erfinder der weltberühmten Litfaßſäule, die nach ihm
be=
nannt iſt, ward hier beſtattet. Auf dem Franzöſiſchen Friedhof
finden wir die Gräber von Theodor Fontane, Ludwig
Dep=
rient und Profeſſor Dubois=Reymond, auf dem
Drei=
faltigkeitskirchhof diejenigen von Theodor Mommſen,
Predi=
ger Schleiermacher und Adolf v. Menzel. Den Bei=
Vom Tage.
Der von der Regierung eingeſetzte Ausſchuß zur
Verein=
fachung der Verwaltung hat am Mittwoch ſeine erſte Sitzung
zur Feſtſetzung ſeines Programms und die Inangriffnahme ſeiner
Auf=
gaben gehabt.
Wie wir erfahren, wird Generaldirektor Dr. Vögler,
der bekannte Großinduſtrielle, ſeinen Vorſitz im Aufſichtsrat
des Rheiniſch=Weſtfäliſchen Kohlenſyndikats
in=
folge Arbeitsüberlaſtung niederlegen.
Der Reichskanzler und der Reichsaußenminiſter
werden anläßlich ihres bevorſtehenden Beſuches in Wien auf der
Hin=
oder Rückreiſe auch München beſuchen.
Das Völkerbundſekretariat erhielt ein Telegramm des
litau=
iſchen Außenminiſters, nach dem er an der Ratstagung
im Dezemberteilnehmen wird. Bekanntlich wird die litauiſche
Beſchwerde gegen Polen auf die Tagesordnung geſetzt.
Wie aus Moskau gemeldet wird, wird vorausſichtlich der
Ber=
liner Sowietbotſchafter Kreſtinſki an der
Ab=
rüſtungskommiſſion in Genf teilnehmen.
Als Nachfolger Mac Neills als
Unterſtaatsſekre=
tär im engliſchen Schatzamt wurde der bisherige
parlamen=
tariſche Sekretär des Departements für Ucberſeehandel Samuel
er=
nannt.
Der internationale Kongreß der demokratiſchen Parteien
wurde geſtern in Paris geſchloſſen. Der nächſte Kongreß
ſoll im Jahre 1928 in Amſterdam ſtattfinden.
In Paris verſtarb infolge einer Gehirnblutung der
ehe=
malige Senator Charles Humbert, der während des
Krieges als Direktor des „Journal” durch ſeinen Feldzug für dio
Inten=
ſivierung der Munitionserzeugung ſeinen Konflikt mit Clemenceau und
durch ſeinen Freiſpruch vor dem Kriegsbericht bekannt wurde.
König Alfons von Spanien iſt an Bord des
Kriegs=
ſchiffes „Principe Alfonſo” nach Neapel abgereiſt, wo er an
der Hochzeit des Herzogs von Apulien mit der Prinzeſſin Anna von
Orleans teilnehmen wird.
Für den 11. November wird die Ankunft zweier
eng=
liſcher Kriegsſchiffe in Tanger angekündigt.
Kemal Paſcha wurde geſtern einſtimmig zum
Präſi=
denten der rürkiſchen Republik wiedergewählt.
Die Stadtkommiſſion von Hoboken ſetzte einſtmmig die
Verſtei=
gerung der im Weltkrieg beſchlagnahmten
Hoboke=
ner Piers des Norddeutſchen Lloyd für das nächſte
Jahr an
den ſeien oder nicht. Die Ruſſen würden ihre Politik unter
Ausnutzung aller ſich bietenden Unterſtützungen weiter verfolgen,
und eine deutſch=ruſſiſche Allianz in Genf könne ſich leicht gegen
Deutſchland wenden und würde, da ſie in den Augen der meiſten
Bundesgenoſſen kompromittierend ſei, nicht weiterführen. Die
Gefahr liege ganz wo anders. Es ſei wahrſcheinlich, daß die
Sowjetdelegierten ſich als Mitarbeiter am Friedenswerk
auf=
ſpielen würden, um das Mißtrauen zu beſeitigen und Kredite
zu erlangen. Deshalb müſſe man die Delegierten Tſchitſcherins
aufmerkſam beobachten und ihrer Aktion entgegenwirken. Die
negative Kritik vieler franzöſiſcher Blätter diene nicht den
fran=
zöſiſchen Intereſſen. Man müſſe manövrieren. Die
Manöver=
gelände ſeien zahlreich und groß und das von Genf ſei beſonders
wichtig. Statt zu polemiſieren, müſſe gehandelt werden.
Der neue finniſche Geſandte in Berkin.
Exz. Wuolijoki
verläßt den Sitz eines Reichstagspräſidenten in Helſingfors, um
die Nachfolge Holmas als Geſandter von Finnlond in Berlin
anzutreten.
namen „Profeſſorenkirchhof” trägt der Matthäikirchhof. Hier
lie=
gen die Gebrüder Grimm Rudolf Virchow. Heinrich
v. Treitſchke und Albert und Hedwig Niemann. Auf dem
Sophienfriedhof begegnet man den Gräbern Leopold v.
Ran=
kes und Heinrich Zelters, des einzigen Duzfreundes
Goe=
thes, auf dem „Jüdiſchen Friedhof” denen des Komponiſten
Meyerbeer und der berühmten Freunde und Gönner Leſſings,
Moſes Mendelsſohn und Friedrich Nicolai. Außerhalb
der Stadt ruhen in Tegel die Gebrüder Humboldt und in
Wannſee Heinrich v. Kleiſt.
Auf Berlin folgt Bonn, die ſchöne Univerſitätsſtadt am
Rhein. Auf ihrem alten Friedhof liegen Auguſt Wilhelm
v. Schlegel, Berthold Niebuhr, Chriſtoph Dahlmann,
Robert und Claua Schumann Ernſt Moritz Arndt,
Char=
lotte v. Schiller, Mathilde Weſendonck und Adele
Schopenhauer. Auguſt Schopenhauer ſelbſt hat in
Frank=
furt a. M. ſeine Ruheſtatt gefunden.
In Stuttgart ſind auf dem Hoppenlaufriedhof viele
Namen von gutem Klang zu finden. Die Dichter Guſtav
Schwab und Wilhelm Hauff wurden hier in die kühle Erde
gebettet; Graf Ferdinand v. Zeppelin iſt auf dem Prag=
Friedhof begraben. In Württemberg finden ſich noch zahlreiche
andere Erinnerungsſtätten dieſer Art, ſo Tübingen mit dem
Grab des unglücklichen Hölderlin Echterdingen mit
dem des Begründers der württembergiſchen feinmechaniſchen
Induſtrie, des Pfarrers und Mechanikers Ph. Matth. Hahn.
Profeſſor Fr. W. v. Bunſen, der Erfinder des
Bunſen=
brenners, iſt in Heidelberg beſtattet, ebenſo wie der erſte
Reichspräſident Friedrich Ebert. Der Dichter von „Soll und
Haben”, Guſtav Freytag, ruht in Wiesbaden.
Mün=
chen weiſt die letzte Ruheſtätte der Maler Moritz v. Schwind
und Lenbach und des Erfinders der Röntgenſtrahlen auf.
Im Garten der Villa „Wahnfried” zu Bayreuth ſchläft Rich.
Wagner. Nürnberg hütet die Gräber von Hans Sachs
und Albrecht Dürer, deſſen Todestag ſich übrigens im
näch=
ſten Jahre zum 400. Male jährt. In Iſenheim ruht Hans
Holbein der Aeltere, und ein anderer Großer unter den
Malern, Hans Thoma, in Karlsruhe. Regensburg
beſitzt das Grab des Aſtronomen Kepler. Weimar darf ſich
nicht nur rühmen, die Ruheſtätten Schillers und Goethes
in der Fürſtengruft zu beſitzen, ſondern auch einer unſerer
größ=
ten Maler, Lucas Cranach der Aeltere, ſchläft hier den
ewi=
gen Schlaf.
In der Johanniskirche zu Leipzig ſind Johann Sebaſtian
Bach, der berühmteſte der Thomaskantoren, und Chriſtian
Fürchtegott Gellert beigeſetzt. Auf dem alten
Johannisfried=
hof ruht übrigens Käthchen Schönkopf, die Geliebte des
Die Gemeindewahlen in Engli
Der Erfolg der Arbeiterpariei.
* London, 2. Nov. (Prixt=
Die Würfel ſind gefallen und die engliſchen
Gemeim=
haben zu Gunſten der Arbeiterpartei abgeſchloſſen, ein
ſchmack für die nächſtjährigen Parlamentswahlen. In
gemeinden Englands und Wales (Diſtrikt London mu
men) wurde gewählt, und der Tag endete mit einesn
Erfolg für die Arbeiterpartei, die 97 Sitze, wohl haa.,
auf Koſten der Konſervativen und Liberalen, gewoon
Die Konſervativen haben nur 7 Sitze gewonnen unu
loren, und die Liberalen konnten mit einem Verluſt v.im
einem Gewinn von 12 Sitzen aus dem Kampf hervorc
Unabhängigen haben 16 Sitze gewonnen und 25
Einen vollen Sieg konnte die Arbeiterpartei in den
gebieten Mittel= und Nordenglands verzeichnen, wo ſſ.,
in den Gemeinderäten ſchon eine ſtarke Vertretung hau
in Liverpool, als auch in Bootle gewann die Partei fi
ebenſo in Nelſon. Andere beträchtliche Gewinne verne
auf Mancheſter, Bolton, Blackburne, Churchill, Hull zu
Weiter nördlich und in Cardiff ſchnitt die Partei ebe=ſ
günſtig ab, ebenſo in Birmingham, Nottingham,
Portsmouth, Briſtol und im Schiffbauzentrum. In
waren die Arbeiter weniger erfolgreich. Auch in
Glaz=
ben ihre Anſtrengungen verhältnismäßig erfolglos,
Auf der ganzen Linie zeigt ſich alſo ein Vormer
Linken auf Koſten der Konſervativen
beralen. Die heutigen Wahlen ſind aber nicht nur
tom der kommenden Unterhauswahlen zu werten.
hier vielmehr kommunalpolitiſche Intereſſen mit, die
letzten Jahren, nicht zum mindeſten durch den Bergarzef
geweckt worden ſind. Standen die Kommunalwahlemh
England nie ſo im Vordergrund des politiſchen
Inu/=
haben die neuen Wahlen gezeigt, wie ſich das Augerm
Wähler mit größter Intenſität auf die Gemeindewahg.
Das beweiſt die Propaganda, mit der die einzelnem
in den Kampf zogen. Durch den Bergarbeiterſtreik wu
ſoziale Kampffragen wieder aufgerüttelt und der Sth.
„Hie ſozialiſtiſch, hie antiſozialiſtiſch” hat die Gemüter In
in Bewegung gebracht.
Die Arbeiterpartei zog ins Feld mit mehr Kand
irgendeine andere Partei und hauptſächlich wohl
Grund, weil die Konſervativen und Liberalen eine
ſtiſche Front gebildet hatten. Mit einem neuen Zunnſt
die Arbeiterpartei zum Entſetzen der Liberalen umn
vatien, die fürchten, daß der ſozialiſtiſche Druck weite!1
wird, in die Gemeinderäte einziehen. Das Programm
terpartei, möglichſt überall Herr der lokalen Regierum
zu werden, iſt den Gegnern ein Dorn im Auge, eim
während des Bergarbeiterſtreiks ſtark in den
Vorde-
rückt iſt und ein ſtändiges Kampfobjekt zwiſchen Arbef.
ſeits und Liberalen und Konſervativen andererſeity
Zweifellos wird nach dem bisherigen Ergebnis die
partei erſt recht entſchloſſen ſein, ihre bisherige Polt ſt
terhaus mit aller Energie fortzuſetzen und in weitz:
Oppoſition zu der Regierungspartei zu treten.
Beibehaltung der Todesſtrafe.
* Berlin, 2. Nov. (Prx
Der Rechtsausſchuß des Reichstags hat ſich ber
vergangenen Woche mit der Beibehaltung der Tode
ſchäftigt und einen geiſtigen Kampf geführt, in den
ſchauungen ſehr heftig aufeinander platzten. Am
Mitta=
iſt die Entſcheidung gefallen: mit 17:11 Stimmen
ſchloſſen, die Todesſtrafe auch im neuen Strafgeſetzlle
behalten. Präſident Kahl gab die Erklärung ab, O
ſeine letzte Stellungnahme noch vorbehalte, da er ſich
tigung der Todesſtrafe nur dann denken könne, wei
chende Sicherheitsmaßregeln in das Geſetz eingebaut 71
dieſe Möglichkeit glaube er vorläufig noch nicht.
heitsverhältniſſe im Ausſchuß laſſen es als ſicher erſah
auch im Plenum der ganze Streit noch einmal an
werden wird, ſich aber eine Mehrheit für die Beibehe
Todesſtrafe auch hier zuſammenfindet, aus der Erwo
aus, daß der Staat zur Aufrechterhaltung der Onn
dieſes letzte Mittel der Gerechtigkeit noch nicht verzen
Studenten Goethe. In Jena iſt Ernſt Haeckel He
Röcken bei Lützen Friedrich Nietzſche und in 5
fels der Dichter Novalis.
Die Gebeine des großen Reformators Mariinn
bewahrt die Wittenberger Schloßkirche auf; die
ihrer Echtheit ſind durch eine vor Jahren erfolgte gen!
ſuchung endgültig beſeitigt worden. Das Grab Gonrn
raim Leſſings befindet ſich auf einem alten 5e
Braunſchweig. Auf dem Friedhof von Corben
an der Weſer träumt hinter der alten Kirche das Gie)
Hoffmanns von Fallersleben, der uns das 2‟
lied ſchenkte.
Auch der Oſten und der Norden des
Vaterlanch=
manches erinnerungswerte Grab auf. In Hamp;
z. B. der Dichter des „Meſſias”, F. G. Klopſtock. 1e
hinauf, in Hademarſchen in Holſtein, ſchlaf
Storm. In Lübben im Spreewald ſtarb 1770 90
liederdichter Paul Gerhardt. Joſef Freiherr h.
dorff liegt in Neiſſe in Schleſien begraben, del
geiſtliche Dichter des 17. Jahrhunderts, Johann S
(Angelus Sileſius), ſowie Karl v. Holtei und Ge*
in Breslau. Und in Oſtpreußen endlich rühle.
Deutſche guten Namens: Deutſchlands größter Phloſe.
nuel Kant in ſeiner Geburtsſtadt Königsbe.*
laus Kopernikus, der große Aſtronom und Sb9e
in dem Städtchen Frauenburg.
Es gibt auf deutſchen Friedhöfen noch unzählige 9
berühmten Namen. Mau kann ſie leider nicht all. "
vielmehr man kenut ſie nicht, weil ſie nur ſelten, I.b
führern vermerkt ſind. Das iſt unrecht! Alte Fried)ee
eigenartig feſſelnden Stiumung, Gräber von Mehle
Werke uns Lebenden auf unſeren Wegen ſtändig Pel”
ebenſo wertvoll für den Beſucher einer Stadt wie Nt
Sehenswürdigkeit.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
—Amerika und Europa. Graf Hermall"
leiſtet bekanntlich im Dezember einem Rufe 30..
Vortragsreiſe nach den Vereinigten Stagten vol. d
Folge. Die Abweſenheit iſt auf etwa fünf Mongte Lelke.
in faſt allen bedeutenden Städten ſprechen wird.
trage „Amerika und Europa” bietet ſich noch einhct.
den Philoſophen vor ſeiner Abreiſe zu hören. De. S
det am 12. November, abends 8 Uhr, in der Lich.
Alexanderſfraße 22) ſtat. Karten durch die Geſchet.
Geſelſchaft für Freie Philoſothie, Paradeplatz 2 Gc
ſuummer 305
Donnerstag, den 3. November 1927
Seite 3
cn Shlonagefnnt in Beſfen.
M hefſiſcher Regierungsrat unter dem
Werdacht des Landesverrats.
Regierungsrat Fuchs vom Heſſiſchen
Näniſier ium des Innern vorläufig ſeines
Amtes enthoben.
im heſſiſchen Miniſterium des Innern tätige
Regierungs=
ſrchs iſt vorläufig ſeines Amtes enthoben worden, weil,
rs von zuſtändiger Stelle erklärt wird, er außerdienſtlicher
ahwungen beſchuldigt wird. Die Telegraphen=Union meldet
im Mainz wurde von der Polizei eine Frau verhaftet, die
irlyewacht ſtand, mit den Franzoſen in Verbindung zu ſtehen
uhüüf ſen Spionagedienſte geleiſtet zu haben. Bei ihrer
Feſt=
nche Fand man eine Mappe mit Akten, die den Verdacht
be=
ſtchwe. Im Zuſammenhang hiermit wurde dieſer Tage der
ſollch ſeines Amtes enthobene Regierungsrat Auguſt Fuchs
znlinh mſtadt verhaftet, der zuletzt Referent über das
Polizei=
ia ſwſz eim heſſiſchen Miniſterium des Innern war. Fuchs be=
Mm krcke urſprünglich die Stellung eines Bürgermeiſterſekretärs
inſynfenheim, war ſpäter Kreiswohlfahrtsinſpektor in Dieburg
Furzwſde nach dem Umſturz in das heſſiſche Miniſterium be=
/B: erfahren wir noch: In Heſſen iſt man einem Spionage=
Fallf wie Spur gekommen, der in Berlin ungeheures Aufſehen
hele ief, da im Mittelpunkt der Affäre, der im heſſiſchen
Ihminiſterium tätige Referent für das Polizeiweſen, der der
Soldanokratie angehörende Regierungsrat Fuchs, ſteht, der
belſ mm vorigen Freitag unter dem Verdacht des
fLſluesverrats ſeines Amtes enthoben worden
Rſt.K ics, der früher Bürgermeiſterſekretär in Gonſenheim bei
M ſſr und ſpäter Kreiswohlfahrtsinſpektor in Dieburg war,
ſwiſſtorgeworfen, den Franzoſen wichtige Geheimakten in die
Sälnasſpielt zu haben.
n etwa zwei Wochen wurden die Polizeibehörden des
ien no bunzſizuen Gebietes auf drei Frauensperſonen aufmerkſam, von
n Au Fderlſuſeitgeſtellt wurde, daß ſie enge Beziehungen zu den
fran=
den g=zöfiſin Beſatzungsbehörden unterhielten und Spionage
zugun=
ichn! ſteiſer Franzoſen trieben. Nach längerer Beobachtung ſchritt
andeu fmchſeuu; Verhaftung. Bei der einen Verhafteten
Ergc kwiſten wichtige Geheimakten gefunden, die die
Fherigt / Frlwofzenbar an die Franzoſen ausliefern wollte. Sie er=
FkllſiteTbei ihrer Vernehmung, daß ſie die Akten von
delieegierungsrat Fuchs im heſſiſchen Innen=
Imſſüſt=rium erhalten habe. Weitere Nachforſchungen
erd m.ſdaß Fuchs tatſächlich vor zwei Jahren die Bekanntſchaft
diſſ;cau gemacht hatte. Dagegen bleibt noch zu klären, ob
erſüjurem Zeitpunkt mit ihr wieder in Verbindung getreten
iſt.ſt m. andere der verhafteten Frauen gibt ſich als die Braut
leinllufmnzöſiſchen Offiziers in Mainz aus. Ihre Freundin
ſollAe Beit lang von deutſcher Seite aus in Mainz beſchäftigt
wolht ſein. Die fiel jedoch den Franzoſen in die Hände und
MKtrcſen ſich vor Beſtrafung zu ſchützen, in den Dienſt der
fran=
zöflin Spionage. Der Stein kam überhaupt erſt ins Rollen,
alslce Frau, bei der man die Akten gefunden
1haſſ, den Regierungsrat Fuchs belaſtete ſo
Wdalllie der Reichsanwalt veranlaßt ſah, ſofort
udiſeſſiſche Regierung zu benachrichtigen, die
KäuMorläufigen Amtsenthebung des Beamten
ichMlt. Fuchs ſelbſt beſtreitet energiſch die ihm zur Laſt
ge=
egtlet. Der Verdacht, der durch die Ausſage der Verhafteten
Wentſiſher, iſt, hat ſich bisher noch nicht weiter verdichtet, ſo daß
der ſasanwalt die Verhaftung noch nicht beantragt hat.
Rechging srat Fuchs ſteht im Alter von 40 Jahren, iſt
verhei=
rgtelkt dWVater mehrerer Kinder. Seine Amtsführung hat
bis=
her kiemals zu irgendwelchen Klagen Anlaß gegeben.
er Angelegenheit erfahren wir noch weiter: „Die nun=
wehlſtrhgftete Spionin hat eine Zeit lang mit dem heſſiſchen
Regierungsrat Fuchs ein Verhältnis gehabt. Bei ihrer
Ver=
nehmung durch den Reichsanwalt ließ die Verhaftete
Bemer=
kungen fallen, die ihren ehemaligen Freund Fuchs belaſteten.
Der Reichsanwalt hat hiervon der heſſiſchen Regierung
Mittei=
lung gemacht, die daraufhin den Verdächtigen, ſofort ſeines miniſters Dr. Reinhold mit dem Reichsbankpräſidenten Or.
Dienſtes enthob. Eine Unterſuchung iſt gegen ihn eingeleitet.
Irgendwelche Verdachtsmomente, die eine Verhaftung
rechtfer=
tigten, haben ſich noch nicht ergeben. Um der Sauberkeit der
Verwaltung willen hat die heſſiſche Regierung ſchon auf die
durch eine Dirne ausgeſprochenen Verdachtsmomente hin den
Regierungsrat Fuchs außer Dienſt geſetzt und begründet dies
damit, daß ein Beamter auch außerdienſtlich genau wiſſen müſſe,
was er ſeiner Stellung ſchuldig ſei.”
Wegen des gewaltigen Aufſehens, das der Fall überall
er=
regt, wäre es zu wünſchen, daß auch die zuſtändigen Stellen in
Heſſen nunmehr aus ihrer Reſerve heraustreten.
Die deutſch=polniſchen
Luft=
fahrtverhandlungen.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Unabhängig von den diplomatiſchen Verhandlungen über den
Handelsvertrag, gehen ſeit längerer Zeit Beſprechungen zwiſchen
Deutſchland und Polen über den Abſchluß einer
Luftfahrtkon=
vention hin und her. Aus der polniſchen Preſſe hört man jetzt,
daß von deutſcher Seite vorgeſchlagen worden ſei, daß
Deutſch=
land die Linie Gleiwitz — Lemberg — Kiew — Charkow befliegen
will, während Polen dafür die Linien Kattowitz-Breslau-
Ber=
lin und Poſen-Berlin eingeräumt haben will. Soweit wir
unterrichtet ſind, ſind die Verhandlungen bis zu dieſen
Einzel=
fragen noch gar nicht gediehen. Aus der Warſchauer Meldung
geht aber hervor, wie brennend das polniſche Intereſſe in dieſer
Frage iſt. Man hat es dort ſchon immer peinlich empfunden,
daß man keine direkte Verbindung mit dem Weſten hat, weil
Deutſchland dazwiſchen liegt. Deutſchland dagegen darf nach
dem Verſailler Vertrag den Korridor nach Oſtpreußen
über=
fliegen, iſt alſo im Oſt=Flugverkehr von Polen unabhängig und
ebenſo in der Richtung nach dem nahen Orient.
Selbſtverſtänd=
lich haben auch wir ein gewiſſes Intereſſe an einer
Luftkonven=
ton mit Polen, die einen erſprießlichen und gleichberechtigten
Luftverkehr zwiſchen den beiden Nachbarſtaaten garantiert. Bis
zum Abſchluß einer ſolchen Uebereinkunft werden aber noch
einige Wochen vergehen.
Die Deutſchen=Unterdrückung in
Oſiober=
ſchleſien. — Proteſi gegen die Auflöſung des
Kattowitzer Stadtparlaments.
Kattowitz, 2. November.
Der Deutſche Volksbund hat, wie angekündigt, wegen der
Auflöſung des Kattowitzer Stadtparlaments beim
Minderheits=
amt in Kattowitz Proteſt eingelegt. Die Beſchwerde richtet ſich
gegen den Wojewoden Grazinſki und gegen den
Wojewod=
ſchaftsrat, der zu Ungunſten der deutſchen Minderheit das
Er=
mächtigungsgeſetz vom 11. Mai 1919 angewandt hätte. Die
deutſche Minderheit hat, ſo heißt es weiter, in freier Wahl im
Kattowitzer Stadtparlament von 60 Sitzen 34 erhalten. Dieſes
Verhältnis iſt bei der Zuſammenſetzung der kommiſſariſchen
Verwaltung nicht berückſichtigt worden, und dadurch, daß man
den Deutſchen von 15 Sitzen nur 5 eingeräumt hat, ſind ſie
wird die ſofortige Aufhebung des Beſchluſſes vom 29. Oktober
1927 bzw. die Neubeſetzung der kommiſſariſchen Verwaltung in
der Weiſe gefordert, daß die Deutſchen im Verhältnis der
ab=
gegebenen Stimmen im Stadtparlament eine dementſprechende
Vertretung finden.
Einigung zwiſchen Schacht
und Reinhold.
Eine gemeinſame Erklärung.
Berlin, 2. November.
Geſtern fand eine Beſprechung des früheren Reichsfinanz=
Schacht über die Frage ſtatt, wieweit die Reichsbank bei der
Auflegung der 500=Millionen=Anleihe des Reiches hinzugezogen
und über die Einzelheiten der Anleihe unterrichtet worden iſt.
Wie wir hören, hat ſich bei der Beſprechung beſtätigt, daß die
Reichsbauk tatſächlich von dem Bevorſtehen der Anleihe
unter=
richtet geweſen iſt, wie ſie ja dann auch bei der Auflegung der
Anleihe die Führung des Anleihekonſortiums übernommen hat.
Der Tatbeſtand, über die damaligen Verhandlungen zwiſchen
Reichsbank und Reichsfinanzminiſterium wurde in einem
Com=
muniqué feſtgelegt und von Dr. Schacht und Dr. Reinhold
ge=
zeichnet. In dem gemeinſamen
Communigué
heißt es: „Zu den Ausführungen, die der Reichsbankpräſident
am 27. vorigen Monats vor dem Haushaltsausſchuß des
Reichs=
tages über die 5prozentige Reichsanleihe gemacht hat, ſtellen wir
gegenüber irrigen Ausdeutungen in der Preſſe gemeinſam feſt:
Es iſt richtig, daß die Reichsbank, als ſie am 11. Januar den
Diskontſatz ermäßigte, von der Abſicht der baldigen Begebung
einer Reichsanleihe keine Kenntnis haben konnte, da zu jener
Zeit die Regierung ſelbſt ſich nicht mit einer ſolchen Abſicht
trug. Als indeſſen die ſich häufenden Anleihepläne von Ländern
und Gemeinden nach Anſicht des Reichsfinanzminiſteriums
be=
fürchten ließen, daß der Markt ſich erſchöpfen würde, ehe das
Reich mit ſeiner Anleihe herauskäme, entſchloß ſich die
Reichs=
regierung zur ſofortigen Auflegung einer Anleihe, zumal der
Markt der feſtverzinslichen Werte eine lebhafte Nachfrage zu
ſteigenden Kurſen zeigte. Wie dieſe Marktlage damals in der
Oeffentlichkeit aufgefaßt wurde, illuſtriert ein beliebig
aufge=
griffener Artikel im Handelsteil einer großen Tageszeitung, wo
es wörtlich heißt:
„Unter dieſen Umſtänden ſcheinen die Ausſichten einer
Reichs=
anleihe gerade in dem jetzigen Augenblick beſonders günſtig und
laſſen deutlich in Erſcheinung treten, in wie großem Umfange
ſich der Handelszinsfuß wieder dem Normalmaß nähert. Noch
vor einem halben Jahre wäre die Auflegung einer Reichsanleihe
mit 5 Prozent Normalverzinſung bei einem Ausgabekurs von
92 Prozent undenkbar geweſen. Heute, wo 5prozentige
Hypo=
thekenpfandbriefe zwiſchen 93½ und 97½ Prozent, 5prozentige
Stadtanleihen zwiſchen 93 und 95 Prozent notieren, erſcheint
der Ausgabekurs nicht mehr wie günſtig. Allerdings iſt zu
befürchten, daß bei den genannten Papieren die Kursbildung
weſentlich dadurch beeinflußt wird, als es ſich um
Zwergemiſ=
ſionen handelt. Trotzdem iſt anzunehmen, daß die Reichsanleihe,
von der 200 Millionen Mark bei öffentlichen Stellen zur
Ver=
rechnung untergebracht und auch die reſtlichen 300 Millionen feſt
von den Banken übernommen ſind, glatt beim Publikum Abſatz
finden wird.”
Dieſe Beurteilung der Marktlage war dem
Reichsfinanz=
miniſterium für die Auflegung eines 5prozentigen Typs
maß=
gebend, dem die Reichsbank, die am 20. Januar von der
Anleihe=
abſicht informiert worden war, zuſtimmte, während ſie
hinſicht=
lich des Betrages eine niedrigere Summe empfahl. Nachdem
aber das Reichsfinanzminiſterium die vom Konſum gewünſchte
Marktfreiheit von weiteren Reichsanleihen bei einem niedrigen
Betrag nicht glaubte zuſagen zu können, haben weder die
Kon=
ſortialmitglieder noch die Reichsbank Einwendungen erhoben.”
Dr. Reinhold fügt hinzu, daß er der heute früh in der „Voſſ.
Zeitung” veröffentlichten Notiz völlig fern ſteht und ihren
In=
halt nicht billigt.
Die deutſch=rumäniſchen Beſprechungen.
Zu den Meldungen über die bevorſtehende Entſendung einer
deutſchen Delegation nach Rumänien wird von zuſtändiger Seite
mitgeteilt: Bekanntlich hat Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
bei ſeinem letzten Aufenthalt in Genf eine Reihe von
Beſpre=
chungen mit dem rumäniſchen Außenminiſter Titulescu
abge=
halten, an denen auch verſchiedene Male der rumäniſche
Miniſter=
präſident Bratianu teilnahm. Dieſe Beſprechungen dienten der
gewaltſam in die Minderheit gedrückt worden. In der Eingabe Wiederanbahnung jener deutſch=rumäniſchen
Wirtſchaftsverhand=
lungen, die im Frühjahr d. J. abgebrochen wurden, da die
Regierung Averescu geſtürzt worden war. Im Anſchluß an die
Genfer Beſprechungen iſt der Gegenſtand auf diplomatiſchem
Wege weiter behandelt worden mit dem nunmehrigen Ergebnis,
daß vorausſichtlich bereits in nächſter Zeit ein deutſcher
Unter=
händler nach Rumänien reiſen wird.
*Berliner Premieren.
Gin ganzes Jahr läng hat es gedauert, bis Gerhart
baudmanns „Dorothea Angermann” den Weg von
Wiengy Berlin machte; nun brachte ſie Reinhardt im
Deut=
ſce ir ſeater (ſchon auf dem Sprunge, nach Amerika)
Verattkl
Meſp=kt vor dem Dichter Hauptmann. Aber: Stoff
And A3khaft gedehnte Bearbeitung dieſer „Schickſalstragödie‟
erinng um Kolportageromane vergangener Zeiten. Und nur
Sigen Mreſpekt kann den ſachlichen Kritiker daran hindern,
Sinenſnckleich mit Frau Helene Courts=Mahler zu ziehen.
Ileſthea Angermann, die Tochter eines Geiſtlichen, begeht
eigench hſritt und wird von ihrem Vater gezwungen, den ihr
Niot A4hürtigen Verführer zu heiraten und nach Amerika aus=
2twhancn Sie iſt ihrem Schickſal rettungslos verfallen, ſinkt
Don A Jefzu Stufe und nimmt ſich nach langem, vergeblichem
Kamttlugs Leben.
bie innere Abſicht Hauptmanns bei der Abfaſſung
i raliſtiſchen Dramas war, kann man höchſtens nur
natt eine Tendenz, eine ſogenannte „große Linie” tritt
und wir müſſen uns mit wenigen dramatiſch wir=
Szencn begnügen.
ſtkerariſch beſchwertes Schauſpiel, das hinter dem
in der naturaliſtiſchen Dramen zurückbleibt, da es,
ob=
unnerlichem Ernſt getragen, leider nicht menſchlich und
Bwingend geſtaltet iſt.
Smtdermanniade mit lyriſcher Grundmelodie und kino=
Mcre mis Aufmachung: das iſt das neue Stück Hauptmanns,
Ds ehrx und allein das Spiel der beteiligten Künſtler rettete.
Mig war zwar eine Fehlbeſetzung, Werner Krauß
PPaſtor Angermann offenbart höchſte Kraft. Eine
Leonard Nelſon †
Der bedeutende Göttinger Philoſophgeſtorben.
uü=dts Regie verſuchte die Fehler des Stückes durch
me
Regie vergeſſen zu machen. Trotzdem hat
Haupt=
sichticn A ſchrieden keinen Sieg davongetragen; die Huldigungen
lehſo nicht mehr kritikfähigen Premierenpublikums
gal=
ſeinem Namen.
iky brachte im Theater in der Königgrätzer Straße
Schauſpiel „Guſtav III.” die Volksbühne Ibſens
in einer Vorſtellun=
lebendigſter Wirklichkeit, die die Szene beherrſcht.
Man Buſonis problemreiches Verk „Doktor Fauſt”,
Dr. Leonard Nelſon,
Profeſſor der Philoſophie an der Univerſität Göttingen, iſt 45 geſtorben. Der Gelehrte hat ſeit 1909 in Göttingen
ge=
wirkt. Seine grundlegenden Werke über die ethiſche
Methoden=
lehre, über das Syſtem des philoſophiſchen Rechtslebens und
über die Reform der Geſinnung haben ihm einen weithin
bekannten Namen gemacht.
das bereits durch verſchiedene Provinzbühnen ging, in einer
muſikaliſch und ſzeniſch vollendeten Aufmachung unter Leo
Blechs Leitung.
Die Berliner Buſoni=Eiſtaufführung war, in den letzten
Wochen die einzige Premiere, an der man ſeine hellſte Freude
haben konnte.
Die „großen Theaterabende” ſpielen ſich neuerdings im
Kino ab. Auch ein ausſchlasgebender Beweis dafür, daß es aus
der Sackgaſſe, in die unſer heutiges Theater geraten iſt, kaum
einen Ausweg mehr gibt!
Daß die „großen” Filmereigniſſe dagegen auch recht oft
ver=
ſagen, gehört auf ein anderes Blatt.
So ſtand der Amerikaner „Die große Parade”
wochen=
lang vor ſeiner hieſigen Erſtaufführung im Mittelpunkt des
Intereſſes. Ein Millionärsſohn lernt hier, durch das Grauen
des Krieges gewandelt, das wahre Menſchenantlitz kennen und
wird zu einem „ganzen Menſchen‟ Der Streifen war
deutſch=
feindlich, wurde durch zahlreiche (leider nicht immer gelungene)
Schnitte entkräftet und — die Operation gelang ſo famos, daß
das Werk in ſeiner heutigen Form beſtenfalls als guter
Durch=
ſchnitt bezeichnet werden kann. Edelpazifismus mit
großangeleg=
tem Aufkeimen einer „echten” Liebe und gutgemachte
Kriegs=
ſzenen; dies alles wurde in „Stacheldraht” viel beſſer gezeigt.
Cecil B. de Mille drehte mit 3 Millionen Dollar
Koſten=
aufwand einen Chriſtus=Film „König der Könige‟. Es
muß geſagt werden, daß das Wagnis im Rahmen der
Möglich=
keiten gelungen iſt; der Film iſt ertmiglich, der bibliſche Stoff
mit Takt behandelt und die filmiſche Geſtaltung künſtleriſch
an=
ſtrechend. Manche werden dieſen Film nur als eine „Senſation”
empfinden; eine Anzahl von Menſchen wird er aber beſtimmt
innerlich bewegen.
— „Heſſiſche Sängerwarte‟. Der Heſſiſche Sängerbund, Kreis 12
des Deutſchen Sängerbundes, der mit ſeinen 28 000 Mitgliedern einen
der ſtärkſten Unterbünde der vorgenannten Organiſation darſtellt,
hat=
ſich zu einem großzügig durchzuführenden Auf= und Ausbau ſeines
Or=
gans, der „Heſſiſchen Sängerwarte” entſchloſſen und anſtelle des nach
Frankfurt verzogenen Prof. Dr. Noack den Studienrat Heinrich
Werlé berufen. Werle, der bekanntlich bereits in der Bewegung
zu=
gunſten einer Reform der Muſikerziehung der deutſchen Jugend in der
Schule eine führende Rolle ſpielt (er iſt u. a. Mitherausgeber der
Halb=
monatsſchrift ſür Schulmuſikpflege), wartet nun ſoeben mit der erſtem
unter ſeiner Verantwortung veröffentlichten „Heſſiſchen Sängerwarte‟
(Grſcheinungsort Darmſtadt) auf. Sie gilt als Feſtnummer zum
Darm=
ſtädter Bundesſängertag, iſt auf Kunſtdruckpapier hergeſtellt und gefällt
ſchon durch die vornehme Aufmachung. Aus Werles Feder ſind darin
u. a. enthalten: ein groß angelegter Aufſatz: Von den Zielen einer
Chor=
zeitſchrift und den Aufgaben ihres Schriftleiters; eine Abhandlung:
Franz Schubert: Das Todesjahr 1828; ein Artikel zu Max Friedländers
75. Geburtstag (mit Bild), Programmporſchläge für Weihnachtskonzeide,
eine Ueberſicht auf das kompoſitoriſche Schaffen Arnold Mendelsſohns
u. v. a. m. Außerdem wird durch Werlé das Inkrafttreten einer
Be=
ratungsſtelle für alle Fragen des Volksmuſiklebens unter ſeiner Leitung
angekündigt. Daß eine Zeitſchrift von ſolch ernſter und doch
volkstüm=
licher Prägung Eindruck macht, beweiſt ſchon die Tatſache, daß ſofort
nach Erſcheinen aus Mainz allein 300 Neubeſtelluungen eingingen; denn
das Blatt wendet ſich unter der Deviſe „Muſikerziehung und Muſikpflege
in Schule, Haus und Volk!” an alle die, denen es um die Pflege der
deutſchen Muſik in unſerer Heimat ernſt iſt.
Seite 4
Der nächſie Krieg. — Schubert=Zentenar.
Britiſhte Sklaven.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 2. November.
Die Bewegung gegen ausgedehnte Feſtlichkeiten am
Waffen=
ſtilſtandstage hat in dieſem Jahre in ſtarkem Verhältnis
zu=
genommen. Von allen Teilen des Landes mehren ſich die
Be=
richte, daß ſich die öffentliche Meinung immer mehr von dem
Abhalten geräuſchvoller, ausgelaſſener Feiern abwendet und für
die Begehung des Tages als eines weihevollen Gedenktages
ein=
tritt. Die Behörden der großen Städte ſind nicht geneigt, eine
Ausdehnung der Polizeiſtunden zu gewähren. Aber nicht nur
das! Liverpool hat ein Geſuch um Ueberlaſſung einer ſtädtiſchen
Halle glatt abgelehnt und eine ganze Reihe von Lordmajors
und Majors haben offen ihre Zuſtimmung zu der dadurch
dar=
getanen Auffaſſung zu erkennen gegeben. Blackpool, Cardiff,
Plymouth, Mancheſter, Leeds und andere werden weder Feſte
noch Tänze abhalten laſſen. Brighton hatte ſchon im vorigen
Jahre einem Tanzralaſt die Bitte um Verlängerung der
Frei=
ſtunden abgeſchlagen. In dieſem Jahre hat gar keine Bewerbung
vorgelegen. In London will man am Abend vorher oder an
dem nächſten zur Feier des Sieges tanzen laſſen. Da der nächſte
Abend, der des 12. November, aber auf einen Samstag fällt, an
dem ſowieſo mit der Mitternachtsſtunde Ruhe eintreten muß, ſo
werden die meiſten der großen Weſtend=Reſtaurants und
Hotel=
reſtaurants am Vorabend tanzen laſſen. Aber das
Bemerkens=
werte iſt, daß die ganze Geſchichte ſozuſagen nicht mehr aktuell
iſt. Es wird ſoviel getanzt — ſchon am Nachmittag von der
Tee=
ſtunde ab überall, wo Charleſton= oder Jazz=Muſik die Gemüter
ſtachelt, und das iſt eben überall, wo Platz zum ſogenannten
Tanzen mit Tee vorhanden iſt —, daß man die Erinnerung des
Waffenſtillſtandes gar nicht mehr braucht. Die endloſen
Verfil=
mungen von Denkmalsenthüllungen und die Kriegsfilme bieten
ja ſchon übergenug Erinnerungen. Es wird nicht mehr lange
dauern, dann ſind auch mit ihnen keine Kaſſenerfolge mehr zu
erzielen.
Eine eigentümliche Erſcheinung iſt, daß ſich Schriftſteller
häufiger wie je zukünftigen Kriegsmöglichkeiten
zuwenden, um dem Publikum klar zu machen, daß ſolche Schrecken
unter allen Umſtänden Unmöglichkeiten bleiben müſſen. Und das
Merkwürdige iſt, daß dieſe Schilderungen große „Reißer” ſind,
Man verabſcheut den Krieg, und läßt ſich doch von der
Schilde=
rung ſeiner Greuel anſcheinend gern, faſzinieren. Das neueſte
Buch ſtammt von dem bekannten Parlamentsmitglied
Comman=
der Kenworthy und hat den Titel „Will eivilisation crash?"
Amerika bedeuten? „Wenn Kanada einwilligte, würden
Bri=
tannien und Japan große Armeen auf kanadiſchem Boden
lan=
den laſſen, um von dort eine Invaſion in das Gebiet der
Ver=
einigten Staaten zu unternehmen. Der Krieg würde ſich über die
halbe Erde ausdehnen. Er würde das Ende der Ziviliſation
und den Ruin der menſchlichen Kultur bedeuten, und die
Zivili=
ſation — was wir darunter verſtehen — würde zerſchmettert zu
Boden ſtürzen. Eine Unzahl von Raids und Bombardements von
Küſtenſtädten! Das neuzeitliche Unterſeeboot kann ja jetzt ſchon tered Company beſſer geſtanden hätten.
30=Zentimeter=Geſchütze tragen und ein Geſchoß von 9 Zentnern
15 (engliſche) Meilen weit ſchleudern. Die U=Boote könnten mit
Giftgas enthaltenden Zylindern ausgerüſtet werden. Natürlich
Nepreſſalien! Die Bewohner von Liverpool würden kaum
auf=
gehört haben, ſich darüber zu freuen, daß vielleicht 30 000
Men=
ſchen in Manhattan im Schlafe erſtickt ſind, weun ſie eine
ähn=
liche Heimſuchung erleben, wenn amerikaniſche Unterſeeboote
Giftgaſe den Merſey hinauf blaſen würden, um ſie in ihren
Betten zu erſticken.
Das „Schubert=Zentenarfeier=Komitee”, deſſen
britiſchem beratenden Ausſchuß der frühere Vizekönig von In= vor nicht allzu langer Zeit die Stadtvertretung von Rybnik
Birmingham und Mancheſter, Sir Oliver Lodge Compton dieſem Beiſpiel, folgen mußten, geht die ungeheuerliche
Mackenzie, der Herausgeber des „Obſeiver” J. L. Garvin und
der Oberrabbiner Dr. Hertz augehören, macht die Bedingungen derheit ſo weit, daß jetzt der Wojewode Graczinſky
für das große Preisausſchreiben um die Vollendung von=
Schu=
berts unvollendeter Sinfouie bekannt. Sie ſind jetzt in 16
Spra=
chen verſandt worden. Ju zehn verſchiedenen Zonen der Erde zu 80 Prozent deutſch ſind, aufgelöſt hat.
Bekannt=
ſollen zehn Jurys zehn erſte und zehn zweite Preiſe ſowie zehn lich hatte ſich der Wojewode Graczinſky vom ſchleſiſchen Seim
ſoll eine internationale Jury die Preisträgerin auswählen. Den polniſchen Sozialiſten auch zuſtande kam. Auf Grund dieſes
Wettbewerbern iſt geſtattet, an Stelle einer Vollendung der (
Schubertſchen Sinfonie eine eigene im Geiſte Schuberts als vertretung auflöſen, und zwar ohne Angabe von
Gegenſtück zu ihr einzureichen.
Die Gattin des Sir John Simon, Lady Simon, die ſich mit er verpflichtet iſt, Neuwahlen in einem beſtimmten
Zeit=
ihrem Manne um die Befreiung der Sklaven im Sierra raum auszuſchreiben. Mit dieſem „Geſetz” kann man die Ge=
Donnerstag den 3. November 1927
Leone=Protektorat ſo verdient gemacht hat, ſtellte kürzlich auf
einer Demonſtrationsverſammlung der Anti=Sklaverei=
Geſell=
ſchaft in Hull feſt, daß in China und in Abeſſinien je 2 Millionen
Sklaven unter ſchrecklichen Verhältniſſen lebten. In einer der
letzten Genfer Sitzungen wurden ebenfalls viele Reden gegen die
Sklaverei gehalten und es wurde auch von den
Sklavereiverhält=
niſſen an der britiſchen Weſtafrikaküſte geſprochen. Aber gerade
jetzt wird von der „Weſtminſter Gazette, berichtet, daß in Süd=
Rhodeſia kürzlich erſt ein Geſetz angenommen wurde,
wel=
ches die Verdingung von Kindern beiderlei
Ge=
ſchlechts zur Arbeit in Bergwerken und „anderswo” geſtattet,
und zwar, ohne ein Mindeſtalter feſtzuſetzen. Nach
dem Buchſtaben können glſo die Kinder in die Gruben gebracht
werden, ſobald ſie nur gehen können. Es wird ferner feſtgelegt,
daß Knaben unter 16 Jahren wegen Ungehorſams gegenüber
einem Beamten ſummariſch zur Prügelſtrafe verurteilt werden
können. Der geſetzgebenden Verſammlung von Süd=Rhodeſia
liegt ferner ein Antrag „zur Kontrolle der
Eingebore=
nen” vor, der harte Beſtrafungen für „Unverſchämtheit” oder
„mißachtendes Benehmen” gegenüber einem Eingeborenen=
Kom=
miſſar vorſchlägt. Die Antiſklaverei= und Eingeborenenſchutz= das Deutſchtum in dem abgetrennten Gebiete iſty
geſellſchaft hat bereits an den Kolonialſekretär einen Appell
ge=
richtet, aber ohne Erfolg. Die Geſellſchaft hat nun einen Tagen. In den polniſchen Zeitungen werden die
Der=
neuen Appell an die Parlamentsmitglieder verſandt, in welchem
ſie die unglaubliche Entwicklung der Dinge rückhaltlos darlegt.
Bei der Debatte über die Bill hat der Generalanwalt ſelber geſagt,
er habe allerdings nicht die Abſicht gehabt, Kinder unter 8 und
9 Jahren zu einer kontraktlichen Verdingung zu bringen. Aber genten, ſondern um Vorfälle, die offeneunter
ein Mindeſtalter wurde trotzdem nicht
feſt=
geſetzt. Während der Debatte wurde feſtgeſtellt, daß die
Mica=
felder faſt ganz mit Kindern männlichen Geſchlechts betrieben
würden. In den Gruben würden Mütter mit beſonderen
Ratio=
nen gehalten, damit ſie ihre Jungen dort arbeiten ließen. Die
Gewalt, welche das Geſetz zur Beſchränkung der
Frei=
heit junger Mädchen verleihe, errege ſehr ſchwere
Beden=
ken. Es ſei als ein neues Prinzip eingefügt, daß der
Einge=
borenen=Kommiſſar eine Art von
Regiſtrie=
rungs=Zertifikat an die Mädchen ausgeben
könne. Dieſe Bindung der jungen eingeborenen Mädchen
er=
ſcheine ganz beſonders wegen der ſexuellen Fra= rend die früheren Wojewoden ſich wenigſtens zum T—u
gen verwerflich, die eutſtehen könnten. Die Eingeborenen=
Kommiſſare ſeien hinfort nicht mehr die Beſchützer, ſondern die
verhaßten Sklavenmeiſter. Ganz beſonders ſchlimm ſei auch der
Geſetzvorſchlag zur Kontrolle der Eingeborenen. Da
heißt es tatſächlich: „Keine Beſtimmung irgendeines Geſetzes
kann einen Eingeborenen=Kommiſſar oder einen Vertreter eines
ſolchen daran hindern, jeden Eingeborenen zu vernehmen, teſten zu veranlaſſen, damit er dann durch ein Dekret Eeſe
und zubeſtrafen, der ſich eines unverſchämten oder „
ver=
ächtlichen” Benehmens ihm gegenüber ſchuldig gemacht oder kann. Vorläufig richtet ſich ſein Hauptkampf
der einem geſetzmäßigen oder vernünftigen Befehl nicht prompt Minderheitsſchule und gegen die Stadtyf
gehorcht hat.” — Der an die Parlamentsmitglieder gerichtete
d. h. wird ſie zerſchmettert ſtürzen, wie ein Flugzeug?. Was Appell weiſt mit Recht darauf hin, daß der Eingeborenen=Kom= heit bilden,
würde ein Krieg, zwiſchen Großbritannien und miſſar nach dieſer Beſtimmung unglücklicherweiſe zu gleicher
Zeit die Stellung des Anklägers, des Richters
und der Jury einzunehmen ſcheine, wobei es in ſeiner Macht
ſtehe, ohne Appellation, nach eigenem Gutdünken
ſolche Ausdrücke von „verächtliches Benehmen” oder „vernünf= ſchließlich Arbeiter ſind, die ihre Kinder in dieſe
Sch-
tigen” Befehl auszulegen. Wo iſt denn da noch ein Unterſchied richtet ſich der ganze Haß gegen die deutich!
zwiſchen dieſen gänzlich rechtloſen Eingeborenen im britiſchen
Süd=Rhodeſia und einem Sklaven?. Der Appell endet mit dem werkſchaften und die kulturellen Organiiol
Schluß, daß ſich die Eingeborenen unter der Regierung der Char= der deutſchen Arbeitnehmer. Die Behördnn
Nummen
meindeverwaltut gen poloniſieren, ohne daß die deut,3
wohner etwas dagegen ausrichten können; es iſt
eber=
ſchleſiſchen Seim bewilligtes Geſetz. Nach der
der Gemeindevertretung von Rybnik ſchrieb man ſou,
wahlen aus, ſperrte aber gleichzeitig die Liſten d u
ſchen Parteien aus politiſchen Gründen,
ver=
den Terror, entließ maſſenweiſe deutte
beiter und verſprach denen Beſchäftigung, die
Organiſationen beitreten würden. Der von allen deuttiy,
teien Oſt=Oberſchleſiens eingelegte Proteſt gegen dos
hörten Willkürakte wurde von der Warſchauer
zurückgewieſen, das Verlangen der deutſchen
Ai=
auf Ungültigkeitserklärung dieſer „Wahlen” und Aussa.
von Neuwahlen, bei denen ſelbſtverſtändlich auch die
Liſten zugelaſſen werden müſſen, abgelehnt. Die
ſame Poloniſierung einer überwiegen.
ſchen Stadt iſt dadurch zur Tatſache ge
Das gleiche Schickſal, droht nun den beiden rein:
Städten Kattowitz und Königshütte. — Der Kamw
Die Gefahr der Poloniſierung Oft=Oberſchleſiens.
Von einem aus Oberſchleſien vertriebenen Deutſchen, der
von den Aufſtändiſchen ſchwer mißhandelt wurde, wird uns
geſchrieben:
Die Gewaltmaßnahmen gegen die deutſche Bevölkerung in
Oberſchleſien ſcheinen keine Grenzen mehr zu haben. Nachdem
dien, der Marqueß of Reading, Lord Riddell, die Biſchöfe von mit Gewalt poloniſiert wurde und auch andere Gemeinden
Vergewaltigung der Rechte der deutſchen
Min=
die Gemeindevertretungen der beiden größten Städte
Oſt=Oberſchleſiens, Kattowitz und Königshütte, die
Ehren=Zertifikate zuerkennen. Und aus dieſen 30 Kompoſitionen ein Ausnahmegeſetz bewilligen laſſen, das mit Hilfe der
Geſetzes kann der Wojewode jede Stadt=bzw. Gemeinde=
Gründen. Er kann kommiſſariſche Vertretungen einſetzen,
deren Amtsdauer er beliebig zu verlängern vermag, ohne daß
mals in ſo ſcharfer Form geführt worden wie in 74
größte Gefahr für Polen bezeichnet, ſo daß man ſich
blutigen Auswirkungen dieſer Hetze nicht zu wundem
Es handelt ſich dabei nicht nur um Aktionen der
durch den Wojewoden finden. Graczinſty iü ſh
ſator und Ehrenvorſitzender des berüchtigten „Weſtmſ
Vereins”, der mit allen Mitteln die
Poloniſierun=
maligen deutſchen Gebiete betreibt. Was man frühe
Korfanty zu hören gewohnt war, kann heute ohne
ſchränkung auf den derzeitigen Wojewoden übertrage=
Der Unterſchied liegt nur darin, daß Korfanty mehr auzo
perſon handelte, während Graezinſty der höchſte
der Wojewodſchaft Schleſien iſt. Er betrachtet ſich Euſe
nur als Beamten, ſondern auch noch als Beauftragtern!
ſtändiſchen, der Oſt=Oberſchleſien reſtlos poloniſieren ſ.0
Beſchlüſſe und die Entſcheidungen der „Gemiſchten Kewy
hielten, hält Graczinſky von dieſer Kommiſſion nichlzfei
Beſtreben geht dahin, die Autonomie Schleſiens a=
Da dem das Organifationsſtatut entgegenſteht, ſo hoff1m
ſeine Drangſalierungsmaßnahmen die Deutſchen zu gr.:3
rung in Warſchau die Aufhebung der Autonomie
tungen, in denen deutſche Mitglieder diaf
Im Kampf gegen die Minderheitsſchule werden auf
in Bewegung geſetzt, um die Eltern davon abzuha
Kinder der deutſchen Schule zuzuführen. Da es nunuff
überall angeordnet, daß den Familien deutſcher Kinde /
Minderheitsſchule gehen, auch die
Arbeitsloſem=
ſtützung entzogen wird. Selbſtverſtändlich iſt, de
betracht der herrſchenden Wirtſchaftskriſe keine polniſſe
dern nur deutſche Arbeiter von den polniſchM
toren der einzelnen Werke entlaſſen werden.
Privatwerke findet die Genfer Konvention ke—
wendung, ſie werden deshalb beſonders benutzt,
mn=
ſalien ausüben zu laſſen und ſo die Poloniſierung
ſchleſiens durchzuführen.
Wenn die deutſche Reichsregierung nicht endlich an
giſch beim Völkerbund die Erfüllung der verbria!
garantierten Rechte der deutſchen Minderheit †
und durchſetzt, iſt der Zeitpunk der vollſtä
Poloniſierung Oſt=Oberſchleſiens
nich=
fern. Da der Völkerbund duich ſeine Sanktion
der Abtrennung Oberfchleſiens zum 27/
ſchuld iſt, daß hier ein ſchlimmer Brandherd entſtand.,
europäiſchen Frieden und das nachbarliche Verhältnih
Nationen dauernd ſtört, ſo hat er auch unbedingt dio
dafür Sorge zu tragen, daß die deutſche Bevölkerung”
ſchleſien endlich den notwendigſten Schutz erhält und
Rechte geachtet werden!
mmmer 305
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſiadt, 3 November.
FSrnannt wurde: Am 29. Oktober der Kanzleigehilfe Hermann
ſu ck zu Darmſtadt, mit Wirkung vom 1. Oktober an, zum Kanz=
— Die Stelle des Amtsvorſtandes des Forſtamts Fruedberg
mm 1. Dezember I. J. zur Erledigung. Schluß des Melde=
15. November 1927.
„Techniſche Hochſchule. Im Winterſemeſter lieſt Herr Profeſſor
Neck an der Techniſchen Hochſchule eine Vorleſung über Franz
— um Muſikfreunde auf das vielſeitige Lebenswerk des Meiſters
Xham zu machen, der im nächſten Jahre in ſtarkem Maß das
tezuen beherrſchen wird, da ſein 100jähriger Todestag wohl von
nkſikaliſchen Vereinen und Körperſchaften begangen wird.
Außer=
iart Noack ſeine Darſtellung der Muſikgeſchichte weiter und
be=
z jin dieſem Semeſter die Blütezeit der a Cappella=Kunſt und den
ſurng des Stils um 1600 bis zur Zeit von Händel und Bach.
0.—— Lebungen des Collegium musicum, des Studentenorcheſters,
n auch Muſikfreunde herzlich willkommen ſind, nehmen am
Don=
nſ gdobend wieder ihren Anfang.
* Werkmale der falſchen Rentenbankſcheine zu 10 Rentenmark.
shahs der Fälſchungsklafſe II 4.) Kennzeichen:
Eindrucks=
uihi, die durch das aufgedrückte, ſcharf umriſſene
Waſſerzeichen=
nln zffällt. Papier: Gewöhnlich, ſtärker als das echte und im
cſlgfarter. Waſſerzeichen: Fehlt. Durch Aufdruck eines dem
„l ulichen Muſters mit ſcharfen Umgrenzungslinien auf dem
a—) nachgeahmt. Stoffauflauf: Dnuh Uebertünchen mit
Firbe auf Vorder= und Rückſeite vorgetäuſcht. Auf den echten
befindet ſich der grüne Stoffauflauf nur auf der Vorderſeite
Donnerstag, den 3. November 1922
Seite 5
dit auf der Rüickſeite mehr oder wewiger ſtark durch. Faſern:
AMueln der im Papier eingebetteten Jurefaſern weiſt die Fälſchung
Fumsepreßte Leinenfaſern auf. Riffelung und
Trocken=
ſtütge” ſind im Muſter den echten ähnlich, jedoch verſchwommen
Twhugeeben. Druckbild: Das in der Breite um etwa 2
Milli=
mllnevl=kleinerte Druckbild der Vorder= und Rückſeite zeigt einen in
dellurgen etwas dunkler gehaltenen Untergrund und im Druck der
eftmg und der Unterſchriften eine unſcharſe Wiedergabe. Die
g-fgetauchten Scheine tragen die Nummer E 0809188.
Her=
buugsart: Auf photographiſcher Grundlage im Buchdruckver=
Fuergeſtellt. Verbreitungsgebiet: Be=lin. Herſteller
„ymeiter ſind am 8. Oktober 1927 m Verlin verhaftet worden.
HFſiſches Landestheater Darmſtadt. Die Rollen in der Komödie
tei org” von Curt Goetz, die heute zum erſten Male gegeben
iu folgendermaßen beſetzt: Ingeborg: Annelieſe Born, Ottokar:
Unparmm Bürtner, Tante Ottilie: Käthe Meißner, Peter Peter:
Aupp, Herr Konjunktiv: Richard Jürgas. Inſzenierung: Hans
iltfgenburg, Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp. Die
Elug g findet im Kleinen Haus ſtatt und beginnt um 19,30 Uhr.
earl Zuckmayers Schauſpiel „Schinderhannes” deſſen
„ffurung Samstag, den 12. November, im Großen Haus ſtatt=
„izwelt Morrha Ziegler das Julchen Blaſius und beginnt
da=
miwe Tätigkeit am Heſſiſchen Landestheater.
ver Caſtaufführung von Frank Wedekinds Drama „Muſik”, die
aſſkei ner =Enſemble Dienstag, den 8. November, im Kleinen
Geichemnſtaltet, erhalten die Mieter Karten zu ermäßigten Preiſen
5SMk.) am Freitag und Samstag; der allgemeine Vorverkauf
PF 120 bis 6 Mk.) beginnt am Sonntag.
eſtrrgſkys muſikaliſches Volksdrama „Boris Godunon”
pis Kaufführung am Sonntag, den 6. November, ſtattfindet, wird
hör, von Hans Esdras Mutzenbecher; Bühnenbild: Lothar
f. v. Trapp.
Bozart=Verein. Der Revue „Ganz Darmſtadt ſpricht
u, deren Schleier wir nicht vorher lüften wollen, folgt ein
allen Räume des Saalbaus. Drei Kapellen werden zum
zuſfpielen. Die Muſik der Revue wird ausgeführt durch die
Eauskapelle, die durch das Städtiſche Orcheſter verſtärkt iſt. Das
ſu. wird wieder die von der Firma Sallwey u. Co.
profizier=
t hr=eime mitſingen. Karten für Mitglieder bei O. Titze, Eliſa=
IRtße 4.
ſieas Schnurrbuſch=Quartett bringt in dieſem Winter ſämtliche
äa=artette, Quintette und Sextette von Johannes Brahms an
Ab=den zur Aufführung. Der erſte Abend findet am Sams=
„m. 12. November, 20 Uhr, im Kleinen Haus ſtatt, und zwar
„*ur Zyklus wit den beiden Streichquartetten Op. 51 A=Moll,
O0AMDun und dem Klarinettenquintett Op. 115 H=Moll. Mietkarien
NSwelkanten zum erſten Abend an der Kaſſe des Kleinen Hauſes.
hrmmerſänger Karl Jörn und Pianiſt Johann Verſter den
DMeranſtalten Donnerstag, den 10. November, abends
un Konzert im Kleinen Haus des Landestheaters. Herr Jörn
ren und Lieder von Mozart, Donizetti, Gounod, Maſſenet,
Plc nnd R. Strauß. Herr Verſter ſpielt Kompoſitionen von
Kifx Whopin, Albeniz, Dirk Schäfer und Prokofiew. Karten von
inlt. Vorverkauf: H. Arnold, Wilhelminenſtraße 9,
Verkehrs=
beyſſeuc an der Kaſſe des Kleinen Hauſes.
Kmvierabend Guſtav Beck. Ueber Guſtav Beck, der am Don=
M hen 3. November, im Saale der Loge, Sandſtraße 10, einen
Klalkammd gibt, ſchreibt Profeſſor Dr. Springer, Berlin: Guſtav
Geikl ieigte ſorgſame Anſchlagskultur und eine ſinnvoll beherrſcte
mSheiſe. — „Hamburger Echo‟. . . . mit einem intereſſanten
Priſam: und einem bedeutenden Können die Zuhörer lebhaft inter=
.. wobei das Publikum ſchließlich zu einer wahren
Beifalls=
guhſngriſſen wurde. Karten ſind noch zu haben bei Schutter,
Eli=
ſab/eitr k 12, und an der Abendkaſſe.
Fortrag. Martha Heimeran=Frankfurt a. M., Pfaurer in
MAMangemeinſchaft, ſpricht am Freitag, den 4. November, abends,
in 9baücdtiſchen Akademie für Tonkunſt über Beichte und Abendmahl.
Audſher d iſt Gelegenheit zur Fragenbeantwortung. Solche Frage=
Ku9iMol en von Zeit zu Zeit an Stelle der Vorträge ſtattfinden. Sie
ſecutter ſich zuſammenhängen und eine fortlaufende Beſprechung
Am/chriſtlichen Sakramente darſtellen. Am Freitag werden im
DüheWGang mit Beichte und Abendmahl u. a. die folgenden Gebiete
ahgwrden: Seelenführung und der freie Menſch; — Natur und
Suug- Leib, Seele, Geiſt; — Pſhchoanalyfe; — Heilung der Sün=
Den sſglett; — Wandlung der Erde; — Die Gemeinſchaft freier
Men=
ſce)ſhl die heut. Anzeige.)
kyntrag Dr. Wauer. Wir machen nochmals darauf aufmerkſam,
WBIE Pnertrag des Herrn Dr. Max Wauer über Galsworthy
üems um 8,30 Uhr in den Geſchäftsräumen der Buchhandlung
Donyß ila u. Rühle, Eliſabethenſtr. 5, beginn= und daß zu dieſem
Vor=
eclf ninige Karten zu haben ſind.
E. Farbenabend der AHV. des KSC. und WSC. im Monat
Rohne ffällt aus. Nächſter Farbenabend findet als Weihnachtskneipe
i. tuher auf dem Heſſenhaus ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Berufsausbildung.
Ju zahlreichen Ortsgruppen des Deutſchnationalen
Handlungsge=
hilfen=Verbandes beginnen ſoeben die Winterlehrgänge zur Beſeitigung
von Lücken und zur Erweiterung der Berufsbildung. Gerade heute
tut Berufsbildung doppelt not! Der D.H.V. hat ſchon lange vor dem
Weltkriege beſondere Abteilungen für das berufliche und allgemeine
Bildungsweſen eingerichtet und in ſeiner Jugendabteilung, dem „Bund
der Kaufmannsjugend” ſtets auf eine entſprechende Beteiligung an den
Lehrgängen geſehen. Erfreulich iſt die Tatſache, daß überall unter den
Jugendlichen in der letzten Zeit, die Beteiligung an den
Bildungsver=
anſtaltungen ſtärker geworden iſt. Beſonderes Intereſſe finden immer
wieder die Briefwechſelbundfirmen, die als Uebungskontore
Gewandt=
heit und Geſchäftsbeſchlagenheit vermitteln ſollen, desgleichen auch der
Briefwechſelbund, in dem Briefwechſel mit jungen Kaufleuten der
ver=
ſchiedenſten Handels= und Induſtriezweigen in allen Sprachen und
Kurzſchriftſyſtemen vermittelt wird. Zahlreiche Vorträge berühren alle
Gebiete des kaufmänniſchen Wiſſens. Beſichtigungen, Film= und
Licht=
bildervorführungen ergänzen aufs beſte das geſprochene Wort. Zu
allen Veranſtaltungen des Bundes der Kaufmannsjugend ſind auch
Nichtmitglieder gern zugelaſſen. Näheres iſt durch die örtlichen
Or=
ganiſationen oder durch die Landesgeſchäftsſtelle in Frankfurt a. M.,
Elbeſtr. 52, zu erfahren. Bei dieſer Gelegenheit ſei auch die durch den
D.H.V. ins Leben gerufene Hamburger Kaufmannsſchule erwähnt, die
am 1. Januar 1928 wieder ihren Tagesunterricht eröffnet. In
drei=
viertel Jahren werden hier die beruflichen Kenntniſſe vom
Berufs=
ſchulwiſſen zum reifen Kaufmannswiſſen gefördert. Aufgenommen
wer=
den hier nur ſolche Kaufmannsgehilfen, die eine praktiſche kaufmänniſche
Lehre durchgemacht haben. Für alle diejenigen, die an ihrem Wohnorte
keine Gelegenheit zu einem für ihre Bedürfniſſe zugeſchnittenen
Unter=
richt haben, bietet ſich hier die gediegenſte Ausbildungsmöglichkeit,
Bei Unfall und Krankentransporken-
Verleihen von Krankenbedarfsartikeln
Ht44
m Nein Ar)
Derdeet.
((15580a
ist ſelefonruf Janikäts-wache Rotes Kreuz.
Telefon:4oo Darrnskadt.
Orpheum: Erſtaufführung. Heute abend 8 Uhr findet die
Erſt=
aufführung der Operette. Ihre Hoheit, die Tänzerin” (Die
Zigeuner=
braut), Muſik von Walter W. Goetze, ſtatt. Im der Rolle der „Helma”
gaſtiert Erna Kerſtens, vormals 1. Sonbrette des Gäroerplatztheaters
München. Die Opcrette „Ihre Hoheit — die Tänzerin” zählt zu den
beſten und meiſtgeſpielteſten Operetten des bekannten Komponiſten
Walter W. Goetze. Spielleitung: Curt W. Behrenſen. Muſikaliſche
Leitung: Kapellmeiſter Kurt Ludwig. Vorverkauf bei Hugo de Waal,
Verkehrsburecu, ſowie Zeitungskiosk Ernſt=Ludwigplatz. Eröffnung der
Abendkaſſe 7 Uhr. (Siehe Anzeige.)
— Ueber Koos Jooſte, den ehemaligen Burenkommandanten, der
anr Donnerstag, den 3. November, abends 8,30 Uhr, im Weißen Saale
bei Chrift, Grafenſtr. 18, für den Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=
Verband ſprechen wird, wurd uns noch mitgeteilt, daß er am
Buren=
kriege einen hervorragenden Anteil genommen hat. Neben verſchiedenen
Aufgaben im Aufklärungsdienſt hatte er u. a. die Aufgabe, mit einemr
berittenen Freikorps in das engliſche Kapland einzufallen und dort die
rückwärtigen Verbindungen der Engländer zu ſtören. Er harte dabei
ſehr guten Erfolg, und ſein Name war bei den Buren ſo volkstümlich,
wie bei den Engländern verhaßt. Deshalb auch wurde er nach dem
Burenkriege des Landes verwieſen und darf heute noch nicht in ſeine
Heimat zurück. Ueber ſeine Erlebniſſe wie auch über ſeine Reiſe durch
faſt ganz Europa weiß Herr Jooſte in ſeinem gemütvollen und doch
urkräftigen Burendeutſch ſpannend zu erzählen. Er verfügt auch über
eine Menge Stoff aus allen Gebieten und weiß ſo intereſſant zu
plau=
dern, daß man ihm ſtundenlang ohne Ermüdung zuhören kann. Jeder,
der ſeinen Vortrag beſucht, wird mit tiefſter Befriedigung und mit einer
Fülle von neuen Eindrücken heimkehren. Deshalb ſeien alle, Männer
und Frauen, zum Jooſtevortrag herzlichſt eingeladen.
Sie huſten?
Fah’s echte Sodener Mineral=
Paſtillen helfen beſtimmt. (.14492
Der Unterricht des 62. Jahrgangs der Landwirtſchaftlichen Schule
Darmſtadt beginnt am Montag, den 7. Notember, um 8,30 Uhr. Etwaige
Anmeldungen ſind alsbald bei dem Landwirtſchaftsamt (Landw. Schule),
Riedeſelſtraße 61 — hinterer Hof der ehemaligen Roten
Dragoner=
kaſerne —, en tätigen.
— Schloß=Café. Morgen Freitag, 4. d. M., finden anläßlich der
Eröffnung des vollſtändig neugeſtalteten Tagesraumes große
Sonder=
konzerte ſtatt, auf die hierdurch ſchon beſonders hingewieſen ſei. (
Nähe=
res ſiehe Anzeige.)
— Städtiſches Orcheſter. Das Städtiſche Orcheſter ſpielt heute von
4—5 Uhr auf dem Theaterplatz nach folgender Vortragsfolge: 1. Marſch,
2. Ouvertüre zur Oper „Das Glöckchen des Eremiten” von Maillart,
3. Vogelhändler, Fantaſie von Zeller, 4. Zwei elſäſſiſche Bauerntänze,
Solveygs Lied von E. Grieg, 6. Wiener Madeln von A. Ziehrer,
7. Marſch. Leitung: Städt. Kapellmeiſter Ernſt Guido Naumann.
— Die Landestagung der Kriegsbeſchädigten und
Kriegshinterblie=
benen der Kriegerkameradſchaft Haſſia, dem Deutſchen Reichskriegerbund
Kyffhäuſer angeſchlofſen. Am 6. November 1927, vormittags 9 Uhr,
hält der obige Verband im Städtiſchen Saalbau in Darmſtadt ſeine
diesjährige Landestagung ab, zu der Verſorgungs= und
Fürſorge=
behörden und ſonſtige namhafte Stellen Vertreter entſenden werden.
Es wird ein eingehender Jahresbericht erſtattet und der
geſchäftsführende Vorſitzende der Spitzenorganiſation in Berlin,
Kamerad Major Gödicke, gleichzeitig Mitglied des Reichsausſchuſſes
für Kriegsbeſchädigten= und Kriegshinterbliebenen=Fürſorge im
Reichs=
arbeitsminiſterium, hält ein Referat über unſere Forderungen zu den
gegenwärtigen Geſetzen ud Novellen über Verſorgung und
Für=
ſorge. Der Leiter der Untevſuchungsſtelle Heidelberg, Herr
Ober=
medizinalrat von Schnitzer, ſpricht über ärztliche Begutachtung. Es
liegt im Intereſſe aller Kriegsopfer, Altrentner, Unfall= und
Invaliden=
rentenempfänger, die der Haſſia angeſchloſſen ſind, an der Tagung
teil=
zunehmen. Die geringen Koſten, die mit der Reiſe verbunden ſind,
lohnen ſich, indem das Gehörte bei Anträgen verwendet werden kann.
Am Schluſſe werden wichtige Anträge beraten.
p. Ruhegehaltsverhältniffe und Hinterbliebenenverforgung der
Mit=
glieder der Regierung. Das am 8. Okrober 1927 in Kraft getretene
heſſiſche Geſetz gewährt den Mitgliedern der Regierung Anſpruch auf
Ruhegehalts= und Hinterbliebenenverſorgung nach Maßgabe der für
die Reichsminiſter beſtehenden Beſtimmungen, ſoweit nicht im
Einzel=
falle mit Zuſtimmung des Landtags eine hiervon abweichende
Verein=
barung getroffen wird. Für die am 8. Oktober 1927 im Amte
befind=
lichen oder nach den Beſtimmungen des Geſetzes vom 16. Juli 1919
pen=
ſionierten Mitglieder der Regierung gelten die in Artikel 1 und 2 des
1919er Geſetzes enthaltenen Beſtimmungen als im obigen Sinne
ver=
einbart.
— Zur Weihe des Paul=Gerharbt=Hauſes ſei noch ergänzend
be=
richtet, daß für den Gemeindeabend im Rummelbräu der Steinwah=
Flügel von der Firma Karl Arnold u. Sohn (Ecke Erbacherſtr.)
liebenswürdiger Weiſe zur Verfügung geſtellt war, und die
ausge=
zeichnete Begleitung der Sängerin in den Händen des Herrn Lehrer
Niebergall lag.
— Neue Kurſe. Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft E. B.
eröffnet, wie aus dem Anzeigenteil unſeres Blattes bereits mehrfach
er=
ſichtlich, am kommenden Freitag, den 4. d. M., abends 8½ Uhr, in
ihren eigenen Unterrichtsräumen. Ecke Wieſen= und
Schleiermacher=
ſtraße 26 (himter dem Amtsgericht) neue Kurſe in Reichskurzſchrift und
Maſchinenſchreiben. Der Unterricht, der unter bewährter Leitung ſteht,
findet wöchentlich zweimal ſtatt, und kann das Unverrichtsgeld, das als
niedrig bezeichnet werden darf, in Raten beglichen werden. Die
Ge=
ſchäftsſtelle der gewannten Geſellſchaft dortſelbſt gibt bereitwilligſt auch
während der Tagesſtunden Auskunft.
— Wanderklub „Falke” 1916, Darmſtadt. Unſere 10. Wandorung,
welche als Schwitzeljagd geführt wurde, brachte uns diesmal
außer=
ordentlich viel Freude. Begünſtigt vom ſchönſten Herbſtwetter,
ver=
ſtanden es die Führer bzw. die Füchſe, uns die Schönheiten unſeres
Odenwaldes ſo reiht zu zeigen. Von Weinheim aus folgten die meiſten
am frühen Morgen zunächſt einer Fuchsſpur, welche uns durchs
Birken=
auer Tal am Hange des Wachenberges her durch die noch in Nebel
ge=
hüllten Buchenwälder bis zum Kallſtädter Tal führte, welche ſich dort
aber leider als eine Finte erwies, ſo daß wir zuruck bis nach Weinheim
Tal mußten, um dort die nächſte Fährte zu verfolgen. Auf ſchönen
Fußpfaden überquerten wir den Hirſchkopf, genoſſen eine prachtvolle
Fernſicht über die noch von dichtem Nebel erfüllten Täler, und wurden
von den ſchlauen Füchſen dann über Nächſtenbach auf großen Umwegen
durch Steinbruche und Schluchten nach Nieder=Liebersbach geführt. Nach,
einer wohlverdienten Mittagsraſt im Gaſthof „Zur Roſe” ging die Jagd
in unvermindertem Tempo wüter über Waldner Turm und Hof, bis
wir auf einer ſoonigen Felſenpartie am Abhang des Kreuzberges na5
einigem Suchen die Füchſe ausheben konnten. Große Freude herrſchte,
als feſtgeſtellt werden konnte, daß ſämtliche ausgezogenen Jäger ſich
eingefunden hatten und wohl erſtmalig keine Verſprengten feſtgeſtellt
wurden, welche ſich, wie früher ſchon oft, in dem verzweigten Fährtennetz
nicht mehr durchgefunden hatten und dann auf eigene Fauſt marſchierten.
Gemeinſam erfolgte der Weitermarſch über die Höhe des Kreuzberges
hinab nach Laudenbach, wo die Jagd ihren Ausklang fand. Für die
reichlichen Anſtrengungen entſchädigten uns Landſchaftsbilder von
ſel=
tenen Schönheiten, wie ſie in unſerem Odenwald wohl nur ſelten zu
ſehen ſind.
— Deutſcher Mandolinen= und Gitarrenſpieler=Bund e. V. Maingau.
Am Sonntag, den 6. Nopember, findet anläßlich der in Darmſtadt
ſtattfindenden Gautagung des Maingaues ein Feſtkonzert des Gau=
Mandolinenorcheſters ſtatt. Als Soliſtin wurde die jugendliche
Mando=
linenvirtuoſin Friedel Edinger, Ludwigshafen, verpflichtet. Der
Kar=
tenverkauf hat ſchon recht lebhaft eingeſetzt. Da in den nächſten Jahren
ein größeres Konzert dieſer Art in Darmſtodt nicht zu erwarten iſt,
wird der Beſuch des Konzerts allen Freunden ſchöner Volksmuſik
empfohlen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Fünftes Stiftungsfeſt des Katholiſchen Kirchenchors St. Martin
und St. Marien. Im überfüllten Konkordiaſaal in der Waldſtraße hat
letztvergangenen Sonntag der Beſſunger Kath. Kirchenchor St. Martin
und St. Marien ſein fünftes Stiftungsfeſt in vereinsüblicher Weiſe
gefeiert. Wiederum darf dem jungen Verein das höchſte Lob, das ein
Geſangverein ernten kann, atteſtiert werden: die geſanglichen
Dar=
bietungen ſtellten gegenüber den früheren Leiſtungen einen
bemerkens=
werten Fortſchritt dar. Aus der Vortragsfolge ſeien hervorgehoben
„Stiftungsfeier” von Mendelsſohn=Bartholdy, „Frühling am Rhein”
von Breu und „Rothaarig iſt mein Schätzelein” von Kirſchl neben
einigen Darbietungen aus der bekannten Miſſa Virgo potens von
Wiltberger. Ungeteilten Beifall fanden die humoriſtiſch=muſikaliſche
Küchenſzene „Kochſtudien in der Muſterküche” von Thiele, ſowie die
humoriſtiſche Pantomime „Die Bürgſchaft” und das Terzett „Eine
fidele Gerichtsſitzung”, Begleitet von Richaud Wolff=Frankfurt auf dem
Klavier brachte der Dirigent des Vereins, Kammermuſiker Karl
Lind=
ner drei Soli für Horn von Matys prachtvoll zu Gehör. Er und
Fräulein Greta Kremer ernteten wohlverdiente Blumenſpenden. Tanz
beſchloß die Feier.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Pro=
vinz Starkenburg am Samstag, den 5. November 19M7, vormittags
9 Uhr: 1. Klage des Bezirksfürſorgeverbandes Frankfurt a. M. gegen
den Bezirksfürſorgeverband Offenbach=Land wegen Erſtattung von
Krankenhauskoſten für die Helene Kühnly. 2. Klage des
Bezirksfürſorge=
verbandes Worms=Stadt gegen den Bezirksfürſorgeverband Bensheim
wegen Erſatz von Krankenhausverpflegungskoſten für die Kathauine
Gansmann aus Biblis. 3. Antrag der Gemeinde Mö=felden auf
Unter=
ſtützung auf Grund des Art. 17 des heſſiſchen Geſetzes vom 17. Juni
1926 zur Ausführung der R.F.V. vom 13. Februar 1924. 4. Geſuch des
Karl Glenz zu Darmſtadt um Erteilung der Erlaubnis zum Betrieke
einer Schankwirtſchaft mit Brauntweinausſchank im Hauſe
Kahlert=
ſtraße 41. 5. Klage des Moritz Oppenheimer 2. zu Fränkiſch=Crumbach,,
Kreis Dicburg, gegen den Beſcheid des Kreisamts Dieburg vom
24. Anguſt 1927 wegen Nichterteilung eines Wandergewerbeſcheins.
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Stimmnungsbeleuchtung.
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Donnerstag, den 3. November 1922
Nummer=
Aus den Parteien.
Eine Verſammlung des Reichsbanners.
In einer öffentlichen Verſammlung im Saalbau ſprachen geſtenn
abend der Bundespräſident des Reichsbanners Hörſing und
Reichskanz=
lex a. D. Dr. Wirth. Nach kurzen Begrüßungsworten des Abg. Storck
führte
Hörſing
u. a. aus: Wahlen ſtehen vor der Tür, aber in Heſſen merkt man no.h
nichts von einem Wahlkampf. Dieſe Genritlichkeit des Wahlkampfes
ſcheit wir über das Maß des Erlaubten hmauszugehen. Nur die
Trommler der Republik, wie wir genannt worden ſind, wir haben es
ſcheinbar als erſte für nötig gehalten, ſo ein klein bißchen Aufmrunterung
zu treiben. Die Wahlkämpfe fpitzen ſich immer mehr zu zu einem
Kampf zwiſchen Schwarz=Rot=Gold und Schwarz=Weiß=Rot. Redner
ubte Kritik an allen Parteien, mit Ausnahme derer der Weimarer
Koalition. Seine Ausführungen klingen aus in die Mahnung: Jetzt an
die Arbeit! Wir müſſen zeigen, was wir wollen. Wir müſſen zeigen,
daß wir da ſind. Tragt unſere Farben, den republikaniſchen Gedanken
ins Land.
Reichskanzler a. D. Dr. Birth
brachte Hörſing eine Huldigung dar und kam ſodann auf den Zweck der
Verſammlung zu ſprechen. Es iſt, ſo führte Redner aus, der Appell
an die politiſchen Parteien, die der deurſchen Republik innerlich
zuge=
wvandt ſind, damit ſie aufwachen, damit ſie im Wahlkampf tätig werden.
Durch das Reichsbanner allein kommt wiemand zur Herrſchaft im
Staat. Schwarz=Rot=Gold allein verbürgt nicht den Republikanern, daß
die Republik ihnen gehört. Wenn wir Schwarz=Rot=Gold populär
machen wollen, haben wir damit nur die Hälfte unſerer pflichtmäßigen
Arbeit erfüllt. Was wir erſtreben, iſt, daß man zum Staate will, daß
man die politiſche Macht erobern will. Zum Staat kommen wir nur
über die politiſche Partei. Unſer politiſches Ziel iſt die Republik, in
der der ſoziale Gedanke mit aller Macht und mit aller Leidenſchaft
vorangeſtellt iſt. Schwarz=Rot=Geld iſt heute die Hoffnung des
arbei=
tenden Volkes in Deutſchland. In dieſem Symbol wollen wir den
völ=
kiſchen und kommuniſtiſchen Radikalismus überwinden. Schwarz=Rot=
Gold muß uns helfen, aus den amorphen Maſſen eine organiſierte neite
Geſellſchaft zu machen. Der Politiker ſchaut auf das Morgen, aber nicht
nur auf Morgen, ſondern auf lange Sicht mit einem Blick in eine
mög=
liche Entwicklung des deutſchen Volkes wicht nur zur Einheit, ſondern
auch zur nationalen Freiheit. Redner kommt ſodann auf die
außen=
politiſche Entwicklung und in dieſem Zuſammenhang auf die Bedeutung
der Erfüllungspolitik zu ſprechen. Bei uns, ſo führte Redner ſodann
noch u. a. aus, dreht es ſich um das Wohl des Volkes, nicht um das
Wohl einer dahingegangenen Dynaſtie. Wir wollen das Volk
empor=
heben zur Freiheit und Licht, wir wollen den ſozialen Gedanken die
Bahm ebnen, wir wollen zu einer Verſtändigung mit den anderen
Völ=
kern komnen. Mit einem Aufruf zum Wahlkampf ſchloß Dr. Wirth
ſeine Ausführungen.
Nach einem Hoch auf die Republik und dem Abſingen einer Strophe
des Deutſchlandliedes wurde die Verſammlung geſchloſſen.
— Hausfrauenbund. Am 8. November findet ein Verbandstag der
heſſiſchen Hausfrauenvereine ſtatt. Herr Prof. Kreuz, Leiter des
chem. Unterſuchungsamts, ſpricht über „Neues zur Ernährungsfrage‟
um 11½ Uhr im Fürſtenſaal in der Grafenſtraße. Bei der Wichtigkeit,
welche die Ernährungsfrage heute im Wirkungskreis der Hausfrau
ein=
nimmt, machen wir alle Hausfrauen, Mitglieder und Nichtmitglieder
beſonders auf den Vortrag aufmerkſam. Grade auf dieſem Gebiet ſind
in den letzten Jahren gewaltige Fortſchritte der Wiſſenſchaft zu
ver=
zeichnen, über die ſich zu unterrichten Pflicht jeder
verantwortungs=
bewußten Hausfrau iſt. Die hier behandelten Fragen berühren in
gleicher Weiſe die Geſundheit der Familie wie die Wirtſchaftlichkeit der
Haushaltsführung. Ueber Käthe Kruſe, welche um 17 Uhr einen
Vortrag mit Lichtbildern hält, ſagt u. a. der General=Anzeiger in
Mühlheim a. d. Ruhr: „Das Thema der Sprecherin brachte drei Dinge
miteinander in Beziehung, hinter denen das große Wort Mütterlichkeit
ſtand. Und zu dieſem Wort, das heute ſo oft von Berufenen und
Un=
berufenen behandelt wird, wußte dieſe Mutter und Kunſtwerte
ſchaf=
fende Frau, die K. K. iſt, viel Gutes zu ſagen und neue Geſichtspunkte
aufzudecken, weil ſie aus ihrem eigenen, höchſt perſönlichen Erleben
fprach mit jener Herzenswärme und Ehrlichkeit, die den Zuhörer
nie=
mals unberührt laſſen.” — Ueber Lili Hickler und ihre
veizen=
den muſikaliſchen Kindervorführungen brauchen wir wohl kaum
rüh=
mende Worte zu ſagen, da ſie in ihrer Vaterſtadt genügend bekannt iſt.
(Alles Nähere iſt noch aus der Anzeige zu erſehen.)
— Tanz=Unterhaltung. Die Abteilung Geſelligkeit der
Kauf=
männiſchen Stenographen=Geſellſchaft E. V. veranſtaltet am kommenden
Samstag, den 5. d. Mts., von abends 8 Uhr ab im „Konkordiaſaal”,
Waldſtraße, eine Tanzunterhaltung, wozu die Mitglieder, deren
An=
gehörige ſowie Freunde und Gönner freundlichſt eingeladen ſind.
Im Städtiſchen Leihamt, Kirchſtr. 9, fmdet am Mittwoch, den
9. November d. J., von 9 Uhr ab, Verſteigerung der verfallenen
Pfän=
der ſtau. (Siehe heutige Bekanntmachung.)
Aus Anlaß des Hochheimer Herbſtpferdemarktes am 6. und 7.
November werden auf der Reichsbahn=Auto=Omnibuslinie Mainz—
Hochheim (Main) und zurück neben den planmäßigen Fahrten zahlreiche
Sonderfahrten von Mainz Hauptbahnhof und Mainz=Kaſtel nach
Hoch=
heim (Main) und zurück ausgeführt. Ein beſtimmter Fahrplan wird
für dieſe Sonderfahrten nicht vorgeſehen, ſie werden vielmehr nach
Bedarf eingelegt.
— Nächſte Dampferfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (
einſchließ=
lich Deutſch=Auſtral=, Kosmos= und Hugo=Stinnes=Linien). Ohne
Ver=
bindlichkeit, Aenderungen vorbehalten. NachNew York: D.
Cleve=
land ab Hamburg am 9. 11., ab Cuxhaven am 10. 11., M. S. Louſſa
ab Hamburg am 12. 11., D. Hamburg ab Hamburg am 17. 11., ab
Cuxhaven am 18. 11., D. Weſtphalia ab Hamburg am 23. 11., D. Albert
Ballin ab Hamburg am 1. 12., ab Cuxhaven am 2. 12., D. Thuringia
ab Hamburg am 7. 12., D. New York ab Hamburg am 8. 12., ab
Cur=
haven am 9. 12. Nach Philadelphäa, Baltimore,
Nor=
folk: D. Kiel am 11. 11., D. Legie am 25. 11., D. Altmark am 9. 12.
Nach der Weſtküſte Nordamerikas: M.S. L. A. Chriſtenſen
am 12. 11., M.S. Odenwald am 3. 12. Nach Weſtindien=
Weſt=
küſte Zentralamerikas: D. Amaſſia am 5. 11., M.S. Erfurt
am 12. 11., D. Teutonia am 19. 11., M. S. Marie Horn am 26. 11., D
Eupatoria am 3. 12., D. Mexiko am 10. 12., D. Galicia am 17. 12. Nach
Porto=Rico, San Domingo Haiti, Jamaica und
Santſago de Cuba: D. Mira am 18. 11., D. Kreta am 22. 11.,
M. S. Waldtraut Horn am 6. 12., D. Troja am 2. 12. Nach Cuba:
D. Cuba am 15. 11., D. Danzig am 15. 12., D. Antiochia am 14. 1. 28.
Nach Meriko: D. Weſterwald am 10. 11., M.S. Rio Panuco am
22. 11., D. Schleswig=Holſtein am 3. 12., D. Seſostris am 17. 12., M. S.
Rio Bravo am 3. 1. 28. Nach der Oſtküſte Südameritas:
D. Liguria am 5. 11., D. Bayern am 12. 11., D. Uruguay am 18. 11.,
D. Harburg am 19. 11., D. General Belgrano am 30. 11., D. Albingin
am 3. 12., D. Kellerwald am 17. 12., D. Württemberg am 14. 12., D.
Wasgenwald am 17. 12. Nach der Weſtküſte Südamerikas:
D. Planet am 5. 11., D. Schwarzwald am 19. 11., M. S. Spreewald am
23. 11., M.S. Rhein am 14. 12. D. Rhodopis am 17. 12., D. Ammon
am 24. 12., D. Poſeidon am 31. 12. Nach Niederländiſch=
Indien: D. Halle am 23. 11., D. Caſſel am 21. 12. Nach
Auſtra=
lien: D. Eſſen am 5. 11., D. Menes am 3. 12., D. Höchſt am 4. 1. 28.
Nach Oſtaſien: D. Ludendorff am 5. 11., D. Albert Vögler am
12. 11., M. S. Münſterland am 19. 11., D. Oldenburg am 26. 11., D.
Hindenburg am 3. 12., D. Adolf von Baeher am 10. 12., M. S.
Havel=
land am 17. 12., D. Saarland am 24. 12., D. Uarda am 31. 12.
Ham=
burg=Rhein=Linie; wöchentlich ein Dampfer. Mitgeteilt durch
die Vertretung der Hamburg=Amerika=Linie, Bankgeſchäft Friedrich
Zaun, Darmſtadt, Luiſenplatz 1.
Amtsgericht I
Tageskalender für Donnerstag, den 3. November 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anf. 20 Uhr, Ende 2134
Uhr: „Salome”, Kleines Haus, Anf. 19½ Uhr, Ende 22 Uhr: „
Inge=
borg”. — Orpheum, Anf. 20 Uhr: „Ihre Hoheit, die Tänzerin”.
Konzerte: Hotel Schmitz, Schloßkaffee, Waldſchlößchen, Städt.
Saalbau, Perkeo, Weinhaus Maxim. — Loge, Sandſtraße:
Klavier=
abend Guſtav Beck. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Briefkaſien.
p. 1. Daß unter Eigentumsvorbehalt verkaufte Räder veräußert
werden, was als Unterſchlagung beſtraft wird, iſt heute keine Seltenheit
mehr. Auch heute ſteht wieder eine ſolche Sache zur Aburteilung.
Ur=
teil: Geldſtrafe von 50 Mark.
2. An einem Hauſe im Grmen Weg hier findet ſich ein Anſchlag
Heilpraxis (Namc), (Apotheker=Staatsprüfung). Daraufhin iſt ein
Straf=
befehl über 25 Mark ergangen, weil der Angeklagte, ohne approbiert
zu ſein, und trotz der vom hieſigen Polizeiamt an ihn ergangenen
Un=
terſagung an dem Hauſe das genannte Schild angebracht habe. Der
Anklage ſei nach Anordnung des Miniſteriums nur berechtigt, ſich
als Kandidat der Pharmazie zu bezeichnen oder „Apothekerprüfung
be=
ſtanden” ſeinem Namen beizufügen; Vergehen gegen §§ 29 und 147
Ziffer 1 und 3 der Gewerbeordnung. Nach kurzer Verhandlung beſchließt
das Gericht, zur Aufklärung die Akten vom Miniſterium einzufordern.
3. Anklagen wegen fahrläſſiger Körperverletzung ſind heute faſt
immer die Folgen von Zuſammenſtößen mit Verkehrsmitteln des neuen
Typs. Am 23. Juli d. Js. wollte ein Radfahrer aus der Zeughausſtraße
Richtung Poſt im großen Bogen fahren, während ein Droſchkenauto, das
nach der Frankfurter Straße fuhr, plötzlich nach links abbog und den
Radfahrer zu Fall brachte. Die Anklage betont, der Autofahrer ſei nicht
ſo langſam gefahren, daß er ſein Fahrzeug zum Stehen bringen konnte.
Es handelt ſich hier um zwei ſehr gefährliche Ecken. Von beiden Teilen
wurde Signal gegeben. Eine Radfahrerin, die vor dem Radfahrer
vorn=
herfuhr, b=kundet, der Autolenker ſei ganz rechts gefahren. Der
Sach=
verſtändige hält dafür, daß der Radfahrer die Kurve mit beſonderer
Vorſicht hätte nehmen müſſen, zumal es ſich um die Einbiegung aus
einer Nebenſtraße in eine Hauptverkehrsſtraße handelte; er verneint
deshalb ein Verſchulden des Autolenkeus. Der Amtsanwalt beantragt
Frcäſprechung mangels Beweiſes. Der Verreidiger bekont das
Vor=
fahrtrecht auf der Hauptſtraße. Urteil: Freiſprechung.
4. Ein Arzt fuhr am 4. Juli 1927 abends mit ſeinem Kraftwagen
(Vierſitzer, offener Opel) auf der Heidelberger Straße Richtung
Eber=
ſtadt, als eine junge Radfahrerin in die Moosbergſtraße einbiegen
wollte. Ein Motorradfahrer war vorbeigefahren, und jetzt kam das
Auto daher; die Radfahrerin hatte nur auf den Motorradfahrer
ge=
achret, den ſie vorbeilaſſen wollte. Die Kolliſion ging ohne größere
Ver=
letzungen der Radfahrerin ab. Ein Zeuge bekundet, der Autolenker hätte
ſofort halten wüſſen. Der Sachverſtändige hält dafür, der Autofahrer
hätte die Abſicht der Radfahrerin, in die Moosbergſtraße einzubiegen,
nicht zu erkennen vermocht, zumal ſie kein Zeichen mit der Hand gab.
Der Amtsanwalt beantragt Freiſprechung, auf die erkannt wird.
5. Es folgt wieder eine Anklage wegen fahrläſſiger Körperverletzung.
Ein Chauffeur kam, wie er angibt, vom Hauptbahnhof und bog von der
Rheinſtraße in die Neckarſtraße ein. Zwei weibliche Pecſonen wurden
verletzt und ein Baum, der faul war, gerade abraſiert. Der Autofahrer
behauptet, die Steuerng ſci behindeat geweſen, da die Feder am rechten
Vorderrad gerade gebrochen geweſen ſei. Der an der Eche Rhein= und
Neckarſtraße poſtierte Verkehrsſchutzmann bekundet dagegen, der
Chauf=
ſeur ſei beſtimmt vom Schloß gekommen. Nach dem Unfall ſtand der
Wagen auf dem Trottoir feſt. Ein Fräulein lag unter dem Wagem und
wurde ſchwer verletzt nach dem Krankenhaus gebracht. Es geht heute
noch am Stocke und iſt noch in ärztlicher Behandlung in Eberſtadt. Eine
Beſichtigung des Wagens ergibt die Richtigkeit der Behauptung, daß die
Feder gebrochen ſei und deshalb die Steuerung verſagt habe. Der
Wagen mußte ſo eine Rechtshurve beſchreiben. Brüche bereiten ſich
langſam vor infolge von Ermüdungen des Materials und ſind nicht
ſichtbar.
Die Sache bleibt im Endergebnis unaufgeklärt, ſodaß
Freiſpre=
chung erfolgt. Es iſt nicht feſtſtellbar, wann der Federbruch erfolgt iſt.
6. Gelegentlich eines Sonnenſtrandbades am Woog ſoll ein Fräulein
von hier ein Batiſtkleid ſowie ein lila Kleid nebſt Schlupfhoſe entwendet
haben. Einem Badegaſt wurden ſo alle Kleider geſtohlen, ſodaß er im
Trikot daſtand. Das war am 30. Auguſt. Anderen Tags förderte eine
Hausſuchung die entwendeten Gegenſtände zu Tage. Urteil:
2 Monate Gefängnis. Die Woogdiebſtähle nehmen überhand.
Geldſtrafe iſt da nicht am Platze.
p. Bezirksſchöffengericht. Ein Kaufmann von Heiligkveuzſteinach,
1901 daſelbſt geboren, iſt wegen Urkundenfälſchung und Betrugs
ange=
klagt. Als Probiſionsreiſender von Buchhandlungen in Köln, Hagen,
Bielefeld, Duuisburg, Nürnberg und Darmſtadt hat er nach der Anklage
Beſtellungen gefälſcht; des weiteren wird ihm zur Laſt gelegt, ſich in
Karlsrihe und Stuttgart durch betrügeriſche Manipulationcn
Bücher=
werke herausgeſchwindelt zu haben. Er iſt im weſentlühen geſtändig.
Er reiſte auch mit Rückſicht auf Vorſtrafen unter ſalſchem Namen, ohne
daß die Prinzipale anſcheinend deſſen bewußt wurden. Dem wirklichen
Träger eines Namens, auf ken er reiſte, hat er durch dieſes Gebaren
ernſte Unannehmlichkeiten bereitet, ſo daß dieſer verſchiedentlich wider
Willen mit der Polizei in unliebſame Berührung kam. Im Juli 1927
in Frankfurt a. M. feſtgenommen, nannte er ſich Neumayer und wies
cine Geburtsurkunde auf dieſen Namen vor. In Darmſtadt ſtellte er
ſich unter falſchem Namen vor und brachte Beſtellungen für die
Zeit=
ſchrift „Gebrauchsgraphik‟. Der Angeklagte bekam eine
verhältmis=
mäßig hohe Proviſion. Der Schwindel kam heraus, als eine
auswär=
tige Firma die Beſtellung als fingiert bezeichneke. Der Staatsanwalt
betont, daß der Angeklagte den reellen Buchhandel ſchwer gefchädigt
hat; er habe ſeinen Lebensunterhalt durch das Treiben gefriſtet. Es
wird eine Geſamtſtrafe von 1 Jahr, 8 Monaten, 2 Wochen Gefängnis
beantragt. Das Urteil erkennt auf 1 Jahr 2 Monate
Gefäng=
nis, im übrigen erfolgt Freiſprucch. Mildernde Umſtände (Krankheit)
wurden zugebilligt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ansſchliedſich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Faſſe irgendwie als Deſprechung oder Kritlk.
— Stahlhelm Bund der Frontſoldaten. Am
Frei=
tag, den 4. b. M., findet im Saale der „Eintracht” (Gliſabethenſtraße)
abends um 8½ Uhr Kameradſchaftsabend ſtatt. Vollzähliges Erſcheinen
wird unbedingt erwartet, da wichtige Fragen zur Sprache kommen. Gäſte
willkommen!
Der Deutſchnationale Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, ladet zu dem am Donnerstag, den 3. d. M., bei Chriſt,
Grafen=
ſtraße 18, Weißer Saal, abends 8,30 Uhr, ſtattfindenden Vortrag des
ehemaligen Burenkommandanten Koos Jooſte ein. Die Kameraden
werden aufgefordert, zu dem äußerſt intereſſanten Vortrag möglichſſt
zahlreich zu erſcheinen.
W., Odenwald. Sie werden gut daran tun, dem Ge=
Ihnen die Nachricht zugehen ließ, mitzuteilen, daß Sie n.
Urteilserlaß ſich auf eine gezahlte Abfindungsſummn
haben, damit wäre das Urteil aus der Welt geſchafft. Sie
das am Gericht (wo?) niedergelegte Schriftſtück ausdrücklich
men. Das Gericht wird dann Vergnlaſſung nehmen müſſen.,
nachzugehen.
Geſchäftliches.
Wenn es kalt wird, muß man auf eine
kräftige=
reichende Ernährung, beſonders bei heranwachſenden
Kinde=
ſein. Kinder aber wollen oft nicht das, oder nicht reickti
davon eſſen, was ſie vorgeſetzt erhalten, und ſo iſt Mühe
Geld oft vergeblich aufgewandt. Niemals aber wird mant
ſein, wenn Oetker=Puddings auf den Tiſch kormn
werden von jung und alt mit freudigen Augen begrüßt und rau
Wohlgeſchmacks reſtlos verzehrt, ſo daß es eine Freude iſt.
aber dürfte ganz auf ſeiten der Mütter und Hausfrauen liee
Unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt der
Durch alle Welt” bei, worauf wir unſere Leſer an d
aufmerkſam machen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 3. Nov. 11.55: Glockenſpiel. o 13.5
Kaſſel: Mittagskonzert der Kaſſeler Hauskapelle. Leit.: A.
O 15.30: Stunde der Jugend. Hering: Das Motorrſ,
16.30: Konzert des Hausorcheſters. Neue Schlager.
Die Nächte von Paris, aus Nur du. — Fall: Wenn ich
falſchen Augen ſchaue, Tango. Was haſt du für Gefühle,
Foxtrot. — Erwin: Auf der Wartburg, Lied. — Fall: 2
Foxtrot. — So Blue (Ninon), Boſton. — Kollo: Die kleinz
Foxtrot aus Nur du. — Borchert: Hören Sie zu!
Potp. — Benatzky: Ein bißchen Feuer, Tango. — Kollo
ins Bett. o 17.45: Leſeſtunde. Aus dem Roman Du
Bomberg, von J. Winkler. O 18.15: Vereinsnachrichten ur
Mitteil. S 18.30: Von Kaſſel: Gartening. Hinze: He
Garten. O 18.45: Von Kaſſel: Stadt=Med.=Rat: Dr.
Der Herbſt und die anſteckenden Krankheiten. o 19.m.
Kreutzberg: Bali, das Wunderland. O 20.15: Huber=
Pieus: Jagd, Jäger und Jägerſprache. — Jägerpoeſie: G.
ſpuk. — Picus: Paule, mein Jagdfreund. Humoreske.
O. Specht (Vortrag und Rezit.), Hausorcheſter. O 21.15:
Mannheimer Beſprechungsraum. Neuere Muſik. Hindem
der Suite 1922. — Huber: Drei Geſänge. — Stolcer=S
Jugoſlawiſche Suite für Klavier, op. 2. — Sekles: Vie
— Muſſorgsky: Das große Tor von Kiew Mitw.: Der
Frauenchor, Elſe Landmann (Klavier), K. Fiſcher (Flöte),
muſiker Neblung (Horn), Dr. Brandt (Bratſche), Leit.:
Fetſch. Sol.: Luiſe Schatt=Eberts. Anſchl.: Konzert der
funk=Jazzband.
Stuttgart.
Donnerstag, 3. November. 12.30 u. 13.20: Schallpll
16.15: Konzert des Funkorch. Einlagen in den Pauſen:
Blank. O 18.15: Dramaturgiſche Funkſtunde: Der Weg
ters Hans Elſas zum Drama. Freiburg i. Br. ſendet:
Mock: An der Weſtküſte Afrikas. O 18.45: Aus Freiburg=
Vortrag: Die techniſche Entwicklung der Röntgenſtrahlen
Anwendung in der inneren Medizin. O 19.15: Funk
O 19.45: Bäderſtunde. o 20: H. Bühler: Der Sternenh
Monat November. O 20.15: Aus Mannheim: Konzert
Der Rockeſche Frauenchor. Elſe Landmann (Klavier),
(Flöte). Kammermuſiker H. Neblung (Horn). Dr. Brandt
Muſik. Leitung: Kapellm. R. Fetſch. Soliſtin: Frau L
Eberts. Hindemith: Aus der Suite 1922. — Huber: Dre5
für Frauenchor Klavierbegleitung, Flöte, Horn, und Bra
Stolcer=Slavensky: Jugoſlaviſche Suite für Klavier. — B
Vier Lieder für dreiſtimmigen Frauenchor mit Klavierb
— Muſſorgsky: Das große Tor von Kiew. Anſchl.:
Orcheſter=Konzert des Philharm. Orcheſters, Stuttgart. E
pellmeiſter Emil Kahn. Serenaden=Abend.
Berlin.
Donnerstag, 3. Nov. 12.30: Für den Landwirt.
A. Zieſenitz: Dichtkunſtſtücke. O 16.30: Dr. Mühſam: Va=
Dichter der Vormärzzeit. o 17: Alte Muſik. Alice
(Cembalo) und P. Hermann (Cello). O 18.20: Gartendin=
Rundſchau für Blumen= und Gartenfreunde. o 18.45: P
Ing. Riebenſahm: Aus der Geiſteswerkſtatt des Ingenieurs
und Konſtruieren. S 19.10: R. H. Pender: The Engliſh Nacsl
19.40: Prof. Jäckh: Deutſchland, das Herz Europas.
Sendeſpiel Mascottchen”. Operette in drei Teilen von Of 10
Perſ.: Gräfin Gunilde v. Caſtell=Steensdorf: Eliſe Ewers;
ihre Tochter: Hilde Wörner; Graf Friis von Friſenk
Hainiſch; Eric, ſein Sohn: A. Fleßburg; Krag von Weſi=
Kapitän der „Swea”: H. Sternberg; Harald von Weſtergari
Neffe: E. Lichtenſtein; Marion de Lorm. Tänzerin amm
Theater: Frida Weber; die Verwandten der beiden eſ
perſonal. Der erſte Teil ſpielt am Spätnachmittag ur
Villenvorort einer großen Hafenſtadt, der zweite Teil ann
desſelben Tages im Salon eines größeren Vergnügengsull,
der dritte Teil acht Tage nach dem zweiten in einem
blockhaus. Zeit: Gegenwart. — Anſchl.: Sport. O 22.30I
Tanzſtunde. Geleitet von W. Carlos. — Anſchl.: Tanzmu l=
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 3. November. 19:
Gans (Zentr. d. Hausfr.=Vereine). 15.35: Wetter undh
O 15.40: Adele Lüderitz:Ramelow: Kochanweiſungen und
folgen. O 16: Dr. Klopfer: Erziehungsberatung. O 16.—
dem Zentralinſtitut für Erziehung und Unterricht. O 170,
mittagskonzert Berlin. O 18: Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche
O 18.30: Spaniſch für Fortgeſchrittene. o 18.55: Oberfor
Hauſendorf: Die Jagd im deutſchen Walde. o 19.20: Dra
mann: Das Volkslied.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Freitag, den 4. Novembern.
(Nach der Wetterlage vom 2. November 1927.)
Wechſelnd wolkig, Temperaturen wenig vexändert und
etwas Regen.
Heſſiſche Wetterdienſt”
Haupiſchriftleſtung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; ſür Feule.
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Elgen 2
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; ſür den Schlußdienſt: Andres
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r 0.95 rre 1.95 TI 2.95 [ ← ][ ][ → ]
Seite 8
Donverstag, den 3 November 1927
Nummer 20
Aus Heffen.
Starkenburg.
F. Eberſtadt, 2. Nob. Wählerverſammlung. Im
Gaſt=
haus „Zur Traube” ſprach geſtern abend in einer Wählerverſammlung
der Deutſchen Volkspartei Landtagsabgeordneter Dr. Niepoth=Schlitz
über die kommende Landtagswahl. Nach einer Begrüßung durch den
Vorſitzenden der hieſigen Ortsgruppe, Forſtrat Hofmann, beleuchtete
Redner zunächſt die großen Fragen der außen= und innenpolitiſchen
Reichs=
politik. Er bezeichnete es als wertvoll, die Deutſchnationalen in die
Regierung hereinbekommen zu haben, die damit Anhänger
volkspartei=
licher Außenpolitik geworden ſeien und heute das wenigſtens billigten,
was ſie früher bekämpft hätten. Das Reichsſchulgeſetz, das alle
Ge=
müter bewege, düirfe nach ſeiner Anſicht nicht ſang= und klanglos
ver=
ſchwinden, ohne daß die Volkspartei ausſchlaggebend daran beteiligt
geweſen ſei. Drei Bedingungen knüpfe ſie daran: 1. Erhaltung der
Simultanſchnile überall da, wo ſie geſchichtlich geworden iſt; ſie ſolle den
Schutz des 8 174 der Reichsverfaſſung genießen, dauernd erhalten bleiben
und nur durch Landesgeſetz geändert werden können; 2. unbedingte
Auf=
rochterhaltung der Staatsſchule und Staatshoheit, Zulaſſung der
geiſt=
lichen Aufſicht und Feſthalten daran, daß die Simultanſchule eine
chriſt=
liche Simultanſchule ſei, in der Religion Pflichtfach ſein müiſſe; 3.
Auf=
rechterhaltung eines geordneten Schulbetriebs. Redner ging ſodann auf
die Finanzpolitik des Reiches und des Landes ein, ſchilderte die
troſt=
loſe Lage Heſſens, über die man glaube durch das Geſchrei nach dem
Einheitsſtaat im Wahlkampfe hinwegzukommen. Redner führt aus, daß
auch die Volkspartei den Einheitsſtaat fordere, ſie lehne es aber
grund=
ſätzlich und entſchieden ab, ihn mit Gewalt herbeizufüihren, da dies das
Ende des Deutſchen Reiches bedeute. Die Volkspartei ſei daher gegen
einen Volksentſcheid über dieſen Punkt. Die Frucht wüſſe auf dem Wege
einer langſamen oder auch ſchnelleren Entwicklung heranreifen. Sie
vertrete auch den Standpunkt, daß nicht nur Heſſen allein, ſondern
größere Länderkomplexe Schrittmacher zum Einheitsſtagt ſein ſollten.
Auch wolle ihm nicht ein Aufgehen Heſſens im Nachbarſtaat Preußen,
ſondern ein ſolches in eäner Reichsprovinz als das zweckmäßigere
er=
ſcheinen. Zunächſt müſſe jedoch für Ordnung im eigenen Hauſe geſorgt
werden, denn der richtige Weg ſei nicht nur der der Hoffmung auf den
Einheitsſtagt, ſondern der Weg, vorerſt ein geſundes Staatsweſen zu
bekommen. Es müſſe aus dieſeon Grunde auch eine Verwaltungsreform
nicht nur im Reiche, ſondern auch im Staate angeſtrebt werden. Bei dem
Abbau müſſe oben, nicht unten angefangen werden. Daraus ergebe
ſich die Forderung auf Verringerung der Miniſterien. Man müſſe ſich
weiter entſchließen für Verlängerung der Legislatur=Perioden des
Land=
taos, für ein zweijähriges Budget und eine ſtraffere Geſchäftsordnung,
ferner auch, daß die Zahl der Feſte nicht ins Unermeßliche wächſt. Was
im Syarprogramm des Finanzminiſters ſtehe, müſſe den lebhaften
Wider=
ſpruch der Wähler hervorrufen. Sie wünſchten nicht die beabſichtigte
Aufhebung der Kreiſe als Selbſtverwaltungskörper. Wenn auch die
Kreisämter ihrer Zahl nach beſtehen bleiben ſollten, müſſe aber darin,
daß die Kreisdirektoren Staatsbeamte werden ſollten, die Möglickkeit
der Politiſieaung der Beamten erblickt werden, was abzulehnen ſei. Der
Reichsſparkommiſſar habe feſtgeſtellt, daß der beſtehende Zuſtand in
Heſſen nicht nur gut ſei, fondern anderen Staaten ſogar empfohlen
werden könne. Von den Realſteuern forderte Redner, daß ſie den
Ge=
meinden mit überlaſſen und nicht grundſätzlich dem Lande vorbehalten
ſein ſollten. Redner behandelte ſodann noch ausſüihrlich die
Landes=
ſteuergeſetzgebung, ſowie die Kleinrentnerfürſorge, Schul= und
Be=
amtenfragen, um zum Schluſſe zu betonen, daß es der Volkspartei bei
den Landtagswvahl nicht darauf ankomme, Miniſterſeſſel zu erobern,
ſondern Einfluß auf die Regierung zu gewinnen, was ſie den Wählern,
die hinter ihr ſtünden und die nicht die ſchlechteſten Kräfte ſeien,
ſchul=
dig ſei. Jeder, der dies wolle, müſſe am 13. November der Volkspartei
ſeine Stimme geben.
42. Eberſtadt, 2. Nov. Arbeitsmarkt. Die Verhältniſſe auf
dem hieſigen Arbeitsmarkt haben ſich im Laufe des letzten Monats
weſentlich verſchlechtert. Das kommt daher, daß aine Reihe von
Not=
ſtandsarbeiten beendet ſind und viele Saiſonarbeiter nicht mehr tätig ſein
können. Die Zahl der der Arbeitsloſenfürſorge unterſtehenden
Per=
ſonen beträgt einſchließlich 88 Zuſchlagsempfängern 148; woruter 52
Männer unter 21 Jahren ſind. Der Kriſenfürſorge unterſtehen
eben=
falls einſchließlich Zuſchlagsempfängern 44 Perſonen. Darunter werden
16 männliche Perſonen über 21 Jahre von der Kriſenfürſorge betreut.
—Wählerliſte. Wahlberechtigt zur Landtagswahl ſind in dieſem
Jahre, einſchließlich von 391 Wählern in der Provinzial=Pflegeanſtalt,
5601 Perſonen. Die Zahl der Männer nach der allgemeinen örtlichen
Wählexliſte beträgt 2450 und diejenige der Frauen M60. Bei der letzten
Landtagswahl im Jahre 1921 waren 4608 Perſonen wahlberechtigt.
f. Roßdorf, 2. Nob. Die Bürgermeiſterei hat bekanntgegeben, daß
das Pachtgeld und rückſtändige Holzgeld bis 20. d8. Mts. an die
Ge=
meindekaſſe entrichtet werden muß. — Morgen, Donnerstag, findet
öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
Herbſitagung des Kreisverbandes Freiwilliger
Feuerwehren des Kreiſes Erbach in Steinbach.
Die diesjährige Herbſttagung des Kreisverbandes Freiw.
Feuer=
wehren fand unter zahlreicher Beteiligung der Wehren des Kreiſes
Er=
bach in Steinbach ſtatt. Unter den Anweſenden befanden ſich auch wieder
eine Anzahl Vertreter der Gemeinden. Seitens des Kreisamtes war
Herr Kreisfeuerwehrinſpektor Maher erſchienen. Im Anſchluß an die
Begrüßung des Vorſitzenden, Herrn Bürgermeiſters Dengler, berichtete
Herr Jakob Horn, Erbach, über den in dieſem Jahre in Worms
ſtatt=
gefundenen Landesfeuerwehrtag. Herr Kreisfeuerwehrinſpektor Mayer=
Erbach berichtete anſchließend über den Stand der Freiwilligen Wehren
und Pflichtfeuerwehren im Kreis Erbach und gab dabei manche
intereſ=
ſante Belehrung über die Behandlung von Feuerlöſchgeräten und den
Löſchdienſt. Veranlaßt durch den letzten Nachtbrand in Beerfelden wurde
auf Anregung des Vorſitzenden bezüglich der Einführung von
Erken=
nungszeichen bei telephoniſcher Anforderung von Nachbarhilfe, ein
be=
ſonderer Ausſchuß gebildet, der ſich mit dieſer Frage näher befaſſen wird.
Die Aufnahme der neu gebildeten Freiwilligen Feuerwehr in Würzberg
in den Kreisverband fand einſtimmige Zuſtimmung. Eim Vertreter der
Wehr Würzbergs dankte für die Aufnahme, beklagte aber, daß man
leider noch in verſchiedenen Kreiſen der Heimatgemeinde die edle Sache
der Freiwilligen Feuerwehren vollſtändig derkenne. Nach ſehr anregend
verlaufener Ausſprache ſchloß der Vorſitzende die Tagung mit dem
Wunſche, die Belehrungen in den einzelnen Wehren praktiſch zu
verwer=
ten zum Wohle des geſamten Feuerlöſchweſens und damit der
All=
gemeinheit.
Aa. Pfungſtadt, 2. Nob. Hohes Alter. Frau Anna Geiſel,
wohnhaft Mainſtraße, konnte am Mittwoch ihren 81. Geburtstag
be=
gehen. Am Samstag dieſer Woche kann die Witwe Margarethe
Hoch=
ſchild, wohnhaft Eberſtädterſtraße, ebenfalls ihren 81. Gebuztstag feiern.
— Herbſtkonzert. Das diesjährige Herbſtkonzert der „
Sänger=
vereinigung Pfungſtadt” findet am kommenden Sonntag ſtatt. Die
Ver=
anſtatlung iſt für den Herbertſchen Saal vorgeſehen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 2. Nov. Gemeinderatsſitzung. Der
Wiederaufbau der in letzter Woche niedergebrannten Zelluloidfabrik M.
Richter veranlaßte die Verwaltung zur Einberufung einer dringlichen
Gemeinderatsſitzung. Nichter beabſichtigt, neben dem Wiederaufbau des
niedergebranntem Anweſens noch einen Erweiterungsbau zu errichten.
Gegen dieſes Vorhaben, wie überhaupt gegen die Wiederinbetviebnahme
der Zelluloidfabnik richtet ſich der Einſpruch der Anlieger, die ihre
An=
weſen wegen der damit verbundenen Feuersgefahr gefährdet ſehen. Der
Gemeindenat konnte ſich dieſer Anſicht nicht ganz verſchließen, ſo ſehr er
auch darauf bedacht ſein muß, geweſene Induſtriezweige am Orte zu
er=
halten, welches auf andere, weniger gefährlicheve Art möglich wäre. —
Nie Fa Beganie” Galalithbearbeitungswerkſtätte, ſucht darum nach,
während der Zeit der Hochkonjunktur noch einen 5 PS=Kraftmotor an
das Gemeinde=Elektrizitätswerk anſchließen zu dürfen. Dem Geſuch wird
ſtattgegeben. — Ein Bürgſchaftsübernahmegeſuch wurde der Konſequenz
halber abſchläglich beſchieden. — Wählerverſammlung der
Demokratiſchen Partei. Am Samstag, den 5. ds. Mts., abends
8 Uhr beginnend, findet im Saale des Gaſthauſes „Zum Schwanen”
(Inhaber Leißler, früher Krug) eine öffentliche Wählewverſammlung
ſtat. Die Referenten des Wbends ſind Fraur Balſer und Oberſekvetär
Dörr aus Darmſtadt.
Z. Groß=Umſtadt, 31. Okt. Sport in Groß=Umſtadt. Der
geſtrige Nachmittag brachte uns zwei Handballſpiele. Zuerſt ſpielte die
erſte Mannſchaft des Groß=Zimmener Turnvereins gegen die zweite des
hieſigen Vereins. Wie borauszuſſehen, endete der Kampf mit 3:2 für
Groß=Zimmern. Intereſſanter war das Pflichtſpiel, das zwiſchen der
Spielmannſchaft „Vorwärts” Langen und der erſten Mannſchaft des
Groß=Umſtädter Turnvereins ausgetragen wurde. Mit Recht war man
auf den Ausgang des Spieles geſpannt, denn der gute Ruf der Langener
iſt in Turnerkreiſen rühmlichſt bekannt. Iſt doch der Torwächter Jron
bei den im nächſtem Jahre ſtattfindenden olympiſchem Spielen zu
Amſter=
dam als Tormann beſtimmt. Iron machte ſeinem Namen auch heute
wieder Ehre. Mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit und Nuhe
wehrte er alle wohlgezielten Bälle des Gegners ab; das Geſamtſwpiel
des „Vorwpärts” war ausgeglichen und zeichnete ſich durch ein
meiſter=
hafts Zuſpiel aus. Aber auch die junge Spielmannſchaft Groß=
Um=
ſtadts bewies, daß ſie im Laufe des Sommers im Wettſtreit mit
über=
legenen Gegnern manches gelernt hatte. Das Spiel war äußerſt lebhaft
und fair, was man bei dem Gegner manchmal vermißte und
verſchie=
dene Strafſtöße nach ſich zog. Wenn auch das Spiel mit 3:1 für
Lan=
gen endigte, ſo kann die Groß=Umſtädter Mannſchaft mit dem Erfolg
zu=
frieden ſein. Der Schiedsrichter war ganz an ſeinem Platze.
r. Babenhauſen, 2. Nob. Seine 5. Tagd veranſtaltet der Heſf.
Reitervarein, dem der Frankfurter Reit= und Fahrklub, der
Darm=
ſtädter Reiterverein, der Offenbacher Reiterverein, der Turnier=Herren=
Reiter= und Fahver=Verband und der Herrenreiter=Verband angehören,
MeeE e
in Babenhaufen. Sie findt auf dem Exerzierplatze ſtat. Anut
an die Jagd werden 5 Rennen auf dem Platze ausgetragen,
Babenhaufen=Flachrennen, ein Amazonen=Rennen, von Dawern
liebigen Sattel geritten, ein Hubertus=, ein Senioren= und —
rennen. Abends wird ein Hubertus=Eſſen die Teilnehmerſchar
haus „Zum Löwen” vereinen, wo auch die Preisverteilung fiü.
Die Vorbereitungen zu dieſer groß angelegten 5. Jagd des Het;
vereins ſind in vollem Gange und liegen in den bewährten Hc
bekannten Maſters Carl Loeſch von hier. — Bahnhofs.
Die Fahrkartenausgabe, Gepäckabfertigung und
Stationskaſſe=
hieſigen Empfangsgebäude infolge baulicher Aenderungen vortr
verlegt. Die beiden Warteſäle 2. und 3. Klaſſe werden hierzs
weiteres benutzt. Der Zugang zum Warteſaal 3. Klaſſe erffe
Flur und Bahnſteig, wo entſprechende Schilder darauf hintn
Während dieſer Woche finden jeden Abend in der Stadtkirches
geliſationsvorträge ſtatt, die Herr Miſſionar Schäfe=
— Groß=Zimmern, 2. Nob. Der Turnverein 1863 beranſtanl=
Familienabend mit Preisverteilung vom Abturnen. Die eigentultz
wurde durch einen Eröffnungsmarſch der bekannten
Vereinsko=
anſchließender Anſprache des erſten Vorſitzenden, Herrn Ludmnu
eingeleitet. Der Vorſitzende begrüßte zunächſt die paſſiven Al
ſowie Freunde und Gönner des Vereins aufs herzlichſte, undo
lauf ſeiner Anſprache forderte er die Turner und Turnerinnen aa
zu bewahren und mitzuhelfen an der edlen Turnerſache. Er
kurzen Umriſſen das Kreisfeſt in Darmſtadt, wo Hunderte von
vom Schüler bis zum Greis aufwärts, an den Freiübungen ſick
haben, und richtete zugleich auch einen Appell an die anweſenden
doch ihre Jugend zu ſchicken, damit auch dieſe in turneriſcher aul
Männern wie Jahn erzogen werden. Die turneriſchen Dary
wurden von den Turnleitern Oberturnwart Obmann. Turnwon
brecher und Schülerturnwart Nauch vorzüglich geleitet und
dieſer Stelle nicht nur den Turnern und Turnevinnen, ſon
deren Leitern volle Anerkennung ausgeſprochen werden. Die Py
zirka einer Viertelſtunde wurde mit dem Vertrieb von Tom
und Muſikſtücken ausgefüllt. Der zweite Teil wurde ebenfallss
Muſikſtüick eingeleitet, dem anſchließend Liedervorträge, Coutzt4
ein Einakter (Im Turnverein „Gut Heil”) folgten. Gegen 121
das ſehr reichhaltige Programm beendigt und zur vollen Zuz1
durchgeführt. Im Anſchluß dankte der erſte Vorſitzende nochmnt
die mitgeholfen haben am Gelingen dieſer Veranſtaltung.
— Groß=Zimmern, 2. Nov. Das wohl in den meiſten Ordc
Heſſenlandes und Nachbarländer aufgeführte Odenwälder
„Knäächt Valdin”, wird am Sonntag, den 6. November, im
von Karl Pullmann gegeben. Die Sängervereinigung „Mänrn
verein 1863 — Liederkranz 1874 e. V.”, die über eine gute um
bewährte Spielergruppe verfügt, hat bereits mit wehrenen
Heimatſtücken großen Erfolg erzielt.
4i. Vielbrunn, 1. Nob. Odenwaldklub. Bei prat
Herbſtwetter konnte die hieſige Ortsgruppe mit dem deutſchen:
gruß „Friſch auf” himauswandern in die von der lackenden S.
ſchienene, vom Morgennebel erfriſchte Natur, den zwiſchen 291
und Maintal ſchon von den Römern bevorzugten Höhenzum
Die Natur redete gleichzeitig eine ernſte und heitere Sprache.
Bäumen raſchelnde, roſtbraune Blätter, ſproſſende Saaten aufi!
durchwanderten Fluren gemahnten an Werdem und
Vergeha=
auch die Freude kam zu ihrem Recht, ein maleriſches Landc
breitete ſich vor uns aus. Rechts unten in einem idylliſchen Täü
Breitenbrunn, in einiger Entfernung vor uns Rimhorn, anm
an ſonnigen Abhang, von dieſem ſeitwärts Lützel=Wiebelsba:
entfernt lugt Hainſtadt und Raibreitenbach zu uns herauf, 4an
Höhe grüßt die Burg Breuberg herab, alles umrahmt von
he=
färbten Wäldern. Wir bogen links ab, um der jungen Ortss=
Mümling=Grumbach einen ſchon längſt beabſichtigten Beſuch as
und den derſelben ſchon längſt fälligen Tribut zu zollen. In
lichen Klublokal des Herrn Fuhr vereinten wir uns mit umſ i.
derortsgruppe. Ein humorvoller Geiſt durchwehte unſer au
Beiſammenſein, und als ſchon längſt das Elektriſche auf
tvenmte mom ſich mit dem gegenſeitigen Wunſche, die freund
Beziehungen zwiſchen beiden Ortsgruppem feſter zu knüpſen.
— Brensbach, 2. Nov. Auch in dieſer Jahreszeit iſt es e
Sache, wenn Turnfreunde Gelegenheit haben, ſich ihren Sache zu—
Unſer Gau=Frauenturnwart Adrian hat ſich diesbezüglich bensr
am Vorabend des Herbſtgauzages, Samstag, den 5. Novembe=
8 Uhr, im Vereinslokal „Zur Poſt” einen Werbeabend mit ſeines
riege zu veranſtalten. Der Turnverein Brensbach
übernimn-
tereſſe der deutſchen Turnſache die Unkoſten und iſt für jeden
Eintritt frei. Vor allem ſind die Damen, die noch fern den
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[ ← ][ ][ → ]hurter 305
Donnerstag, den 3. November 1922
Seite 9
HoR t. Dow, 3. Nob. In einer am Dmmrenden Sandtan.
lürhr, ſtatfindenden Wählerverſammlung des
demo=
er-eisvereins Erbach ſpricht Herr Landtagskanddat Donat,
iber „Stellungnahme der Demokratiſchen Partei zu den
gewerblichen Mittelſtandes‟ — Die „Gvangeliſche
Volks=
die die erforderlichen 7000 Unterſchniften für den Wahl=
„nt. — oder mur zu ſpät — zuſammengebracht hat, fordert
mr zur Stimmentchaltung bei der Landtagswahl auf, da keine
—Intereſſen vertrete. — Am Freitag, den 4. November ds.
8½ Uhr, findet eine öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
vogrenbeim a. b. B., 1. Nch. Einbrüche. In einr der
wurden in Heppenheim, wahrſcheinlich durch eine Diebes=
Fuer Einbrüche verübt. Von dem Schaden wurden drei
Ge=
emmd ein hieſiger Schriftſteller betroffen. Den Dieben fielen
Zigawtten und Lebensmittel, auch Silbergegenſtände in
Bs jetzt gelang es noch nicht, die Ginbrecher feſtzuſtellen. —
ſe der Bezirksſparkaſſe Heppenheim. Durch
des Reichsbankdiskonts veranlaßt, vergütet die
Bezirks=
tenwenheim zurzeit für Spareinlagem 7 Pwozent, für
Gut=
rcheck= und Kontokorrentverkehr 5 Prozent Zinſen. — Der
u uchtverein Heppenheim hielt eine Verſammlung ab.
ſunkt ſtand eine Beratung über die bevorſtehende
Ausſtel=
e ffür unſere Stadt verſchiedenes Neue bringen wird —
hiſwerre. Die Straße nach Heidelberg, welche vorläufig
müber geſperrt war, bleibt weiter geſperrt, da die
Straßen=
sch nicht bendet ſind.
ſchorn 2. Nob. Waſſerſtand des Neckars am
m e87 Meter, am 2. November 0.88 Meter.
Rpatheim, 1. Nov. Konzert. Das Konzert des uter Lei=
Ayazſikdivektor LandhäußerMannheim ſtehendem Männerge=
Pääilig”, darf als ein durchſchlagender Erfolg für den
Atchnet werden. Mit einem ſolch ſtarkem Beſuch ſowohl von
Falähch won auswärts hatte man wohl nicht gerechmet. Die Hoff=
Aman auf das zu Erwartende geſetzt hatte, wurdem auch voll
hmnthällt. Im Volkslied mit „Ich ſahre dahin” von H. Bungart
„ußs mein Schätzle ſein” von E. Landhäußer, Männercho=
Ea auf dem Meere” von G. A. Heintze, „Zu ihwem Füßen”
abusg” von A. b. Dihengraven, und den Kunſtchöven „Hoch
wAid. Gurti und Die Wblöſung” von E. Huttev, zeigte der
fehtzuhres geſangliches Können. Als Soliſten hatte ſich der Verein
Feriſcmmmermuſiker Felie Anger (Cello) und Herrn Kapellmeiſter
A IKlavier), beide vom Nationaltheater Mannheim, zwei
jeßewmende Kräfte geſichert, deren Leiſtungen auch die
Konzert=
rAchweichen Beifall würdigten.
SAſcriradt, 2. Nov. Wohltätigkeitskonzert. Die freie
Fatteirung beubſichtigt, nächſten Sonntag abend im „Darm=
A0ſre erſte Winterveranſtaltung abzuhalten, und zwar in
eühnſtuengents, umter Mitwirkung des ev. Bläſenchors (26 Mann)
AuKtbmg, ſowie einiger befreundeter Geſangvereine. Der
Rein=
fſtzum Beſten der zuzeit in Renovierung beſindlichen Orts=
Bhrtung finden, und es ſteht zu erwarten, daß ſchon des guten
G Anr der Beſuch des Konzerts ein allſeitiger iſt. Die
Reno=
waskunn unſeres Kinchleins, das in ſeinem neuen äußeren
Ge=
yurundlich entgegenblickt und eine Zierde des Ortes iſt,
ſchrei=
nichch Irmern der Vollendung entgegen, und am 1. Advent wird
aufchtſtzuung derſelben vollzogen. Wir werden gelegentlich darauf
Rc
Aſtruen 1. Nov. Beethovenfeier. In dem Beſtreben,
im rne Gemeinde Beethovens, des umſterblichem Tonkünſtlers.
hſurdähriger Todestag im März d. J. über Deutſchlands
hrrals zu mehr oder weniger großen Muſikfeiern Veranlaſſung
ecken, veranſtaltete der Geſanaverein, Sängerluſt” hier,
Lürzgt ſeines rührigen Dirigenten Herrn Lücker aus Arheilgen
=itzhnun ntag im „Frankfurter Hof” einen Liederabend, an dem
ſamf4 ſieſigen Geſangvereine beteiligten und an dem noch die
Aeß (Klavier) und G. Dieter (Bariton) aus Arheilgen
mit=
mütrwrſte Teil der ſich in zwei Wbſchmitte gliedernden
Vor=
folfizg, ausſchließlich dem Gedächtnis des Herrſchers im Reiche
Preise für Zigarettentabake steige
der Tonwelt gewidmet. Nach der Begrüßung der Zeilnehmer dunch den
Vorſitzenden, Herrn H. Heller, hielt Herr Rektor Kadel einen Vortrag,
worin er verſuchte, den Anweſenden das Werden und Schaffen
Beetho=
vens in kurzen Strichen vor Augen zu fühnen. Die im zweiten Teil zu
Gehör gebrachten Chöre zeigten durchweg gute Leiſtungen und zeugten
von der fleißigen Arbeit der leitenden Divigenten; ſie verfehlten darum
ihre Wirkung auf die zahlreichen Zuhöver nicht. Die ſchöne, von
ein=
mütigem Geiſt getragene örtliche Gedächtmisfeier nahm einen der
Be=
deutumg des Wbends würdigen Verlauf.
42 New=Fſenburg 1. Nov. Neuer Triebwagenanſchluß.
Seit Begimn dieſer Woche verkehrt der Triebwagen 878 (Mühlheim—
Offenbach-Neu=Iſenbupg) ab Frankfurt=Süd 17 Minuten früher, d. i.
ab 14,05 Uhr und Neu=Iſenburg an 14,14 Uhr. Durch dieſe Früherlegung
hat der Triebwagen Anſchluß an den Zug 940 nach Darmſtadt—Heidels
berg bekommen.
. Offenbach, 31. Okt. Die Wohnungsnot hatte hier die Gründung
mehrerer Wohnungsbaugenoſſenſchaften gezeitigt. Ihre Mitgliederzahl
ſchnellte anfangs ſehr raſch in die Höhe, iſt aber gegenwärtig wieder ſehr
zuſammengeſchmolzen. Der Heimſtättenbildungsverein zählte
beiſpiels=
weiſe zur Zeit der höchſten Blüte 900 Mitglieder, heute dagegen nur
noch 100. Die Genoſſen ſahen eben ein, daß auch eine Genoſſenſchaft
nicht mit einem Schlage jedem eine Wohnung und vor allem zu
außer=
gewöhnlich billigem= Preiſe beſchaffen kann. Letzten Endes
muß das, was gebaut wird, immer wieder von jemand bezahlt werden.
Wie jetzt in Kreiſen, die dem Wohnungsbau, lebhafte Aufmerkſamkeit
zuwenden, immer beſtimmter verlautet, iſt eine Genoſſenſchaft, die
Mieterbaugenoſſenſchaft, auch in Zahlungsſchwierigkeiten
geraten, ſo daß die Stadt die angefangenen Bauten wohl fertig machen
laſſen muß, um größeres Unheil zu verhüten. An der Spitze dieſer
Genoſſenſchaft, einer Gründung des Mieterſchutzvereins, ſteht der
Vor=
ſitzende des Mieterſchutzvereins, der auch die Mieterſchutzeitung für
Heſſen herausgibt. Mit der Geſchäftsführung der Genoſſenſchaft, für
die hauptſächlich der Vorſitzende verantworklich gemacht wird, beſchäftigt
ſich eben die Staatsanwaltſchaft. Es iſt auch ein ſtädtiſcher Baurat,
dem das Siedlungsweſen unterſtellt iſt und der Muſterſchutz für einen
Kunſtſtein beſitzt, der bei den Siedelungsbauten anfänglich viel
verwen=
det wurde, in das Verfahren verwickelt. Dieſer ſtädtiſche Beamte iſt
ſeit einiger Zeit beurlaubt. — Von Hermn Dekan Lehn wurde geſtern
uter dem Beiſtande der Pfarrer Hofmeher und Dr. Hallier der neue
Seelſorger der Stadtkirchengemeinde, Pfarrer Karl Knodt, ein Sohn
des ehemaligen „Waldpfarrers” und Dichſters Karl Ernſt Knodt in
Ober=Klingen, bisher in Wimpfen, in feierlichem Feſtgottesdienſt in ſein
hieſiges Amt eingeführt. Der Kinchenvorſtand hatte den neuen
Seelen=
hirten im der Sakriſtei erwartet. Das ſchlichte Kinchlein in der
Herrn=
ſtraße war feſtlich geſchmückt und gedrängt voll. Im Anſchluß an den
Altardienſt begrüßte Dekan Lehn den neuen Amtsbruder und ſtellte ihn
der Gemeinde vor. Der Antrittspredigt lag 2. Petri 1, 19 zugrunde.
Pfarrer Kwodt betonte darin, daß es ſein Bemühen ſein werde, mit
Gottes Hilfe ein würdiger Nachfolger ſeines verdienſtvollen und allſeitig
beliebten Vorgängers zu werden. Aus einer Stadt mit glanzvoller
Ver=
gangenheit, reicher Kultur und einer Bevölkerung, deren Leben in
un=
ſerer haſtenden Zeit immer noch verhältnismäßig ruhig und geſichert
dahinfließe, komme er nun mit einem gewiß berechtigten Bangen in den
bedentend größeren Pflichtenkreis einer faſt großſtädtiſchen Gemeinde,
deren Arbeit und Leben mehr auf die Gegenwart eingeſtellt ſei und mit
der nahen Groß= und Weltſtadt Frankfurt auch deren ſoziale Nöte und
Gefahren der Seele teile. Seine Arbeit werde vornehmlich denen zu
gelten haben, die mühſelig und beladen ſeien. In Glaubenstrotz,
Liebesdrang und Gotteshoffnung möchten Gemeinde und Seelſorger
künftig verbunden ſein und zuſammenarbeiten. Geſänge und
Mädchen=
vereinigung verſchönerten die feſtliche Stunde. — Necht ſtörend mackte
ſich während der Predigt bemerkbar, daß die Herrnſtraße während des
Gottesdienſtes immer noch für Fahrzeuge aller Art freigegeben iſt,
ob=
wohl das Gotteshaus faſt unmittelbar an der Fahrbahn ſteht. Ein
Rad=
fahrer verſuchte ſogar, durch die Menge, die am Schluſſe des
Gottes=
dienſtes aus der Kirche ſtrömte, zu fahren. — Der Frauenverein der
Stadtkirche hielt ebenfalls geſtern einen Verkaufstag ab, auf dem nur
geſtiſtete Gegenſtände feilneboten waren. Der Erlös dient kirchlichen
Zwecken, für die andere Mittel nicht vorhanden ſind. Das Gedränge
war in den Nachmittagsſtunden beängſtigend und auch die Einnahms
recht befriedigend. Die evangeliſche Jugend ſorgte, für Unterhaltung.
Heute Montag findet der Verkaufstag ſeinen Abſchluß.
* Biſchofsheim, 1. Nov. Walter=Flex=Abend des
Evange=
liſchen Jugendbundes. Am kommenden Samstag, abends 20 Uhr,
ver=
anſtaltet der Evangeliſche Jugendbund Biſchofsheim im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zum Adler” eimen Walter=Flex=Abend, der dem Gedächtnis des
auf Oeſel den Heltentod geſtorbenen Dichters gewidmet iſt. Die
Spiel=
ſchar der Jugendvereinigung der evangeliſchen Stadtgemeinde
Darm=
ſtadt führt dabei das Spiel „Die Bauernführer” auf (etzwa 2—30
Mit=
wirkende). Am Sonntag finden ab 14 Uhr für die Jugend luſtige Spiele
ſtatt; u. a. kommt Hans Sachs zu Wort. Ein Beſuch der
Veranſtal=
tungen dürfte ſich ſehr empfehlen.
Oberheſſen.
Bg. Vilbel, 2. Nov. Am Sonntag fand hier ein bunter Abend ſtatt,
der von anderen Vilbeler Veranſtaltungen deutlich abſtach. Mehrere
be=
kannte Kräfte wirkten mit. Herr Operettenſänger Alois Resni, Frau
Opernſängerin Foitz Herr Kammerſänger Sievert und die Tänzerin
Frl. Schneider aus Frankfurt. Die Bühnenausſtattung hatte Herr
Mar=
timi übernommen. Es war ein modernes Großſtadtprogramm, das der
Abend bot, und die Herven ſpendeten reichlichen Beifall. — Gin hieſiger
Geſchäftsmann verlieh ſein Perſonenauto an eimen anderen
Geſchäfts=
mann. Dieſer nonnte damit gegen einen Baum, der geknickt wurde. Das
Auto wurde ſtark beſchädigt; die Inſaſſen, darunter die Frau des
Auto=
beſitzers, zum Teil leicht, zum Teil ernſtlich verletzt.
Lpd. Gießen, 2. Nov. Selbſtmord auf den Schienen.
Heute früh um 5.45 Uhr, warf ſich der Taglöhner Paul Jakob aus
Saaſen im Bahnhof Saaſen der Strecke Gießen—Fulda vor die
Loko=
motive eines einfahrenden Perſonenzuges. Er war ſofort tot. Der Tote
war Epileptiker und hat ſich vermutlich in ſelbſtmörderiſcher Abſicht
überfahren laſſen.
Lpd. Biedenkopf, 2. Nov. Unfall bei einer
Denkmals=
weihe. Bei der Einweihung des Kriegerdenkmals in Breidenſtein
er=
eigmete ſich ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein Junge kletterte auf einen
Leichenſtein, um die Feier beſſer überſehen zu könnem. Plötzlich ſtürzte
der Stein um und zerſchmetterte dem Jungen die Knieſcheibe volſtändig.
Verbeſſerung der Hutweiden im Vogelsberg.
Lpd. Lauterbach. Eine Sitzung der Kommiſſion für
Verbeſſe=
wung der Hutweiden im Vogelsberg fand dieſer Tage hier unter dem
Vorſitz von Kreisdirektor Dr. Michel=Lauterbach ſtatt. Aus dem
Be=
richt über die im Rechnungsjahr 1986 ausgeführten
Hutweidenverbeſſe=
rungen geht hervor, daß in 15 Gemarkungen 435 Morgen mit einem
Koſtengufwand von 81 755 Mark melioriert wurden. Die Meliorationen
haben in den betreffenden Gemeinden ſehr ſegensreich gewirkt und zur
wirtſchaftlichen Hebung der Bevölkerung beigetragen.
Landwirtſchafts=
direktor Glafer eferierte über die vorhandenen Gemindeviehweiden.
Eine neuzeitliche Umarbeitung der beſtehenden Weideſatzungen wurde
beantragt und eine Kommiſſion unter den beiden Kreisdirektoven von
Lauterbach und Schotten mit dem neuen Entwurf betraut. Mit
Be=
friedigung wurde feſtgeſtellt, daß die bäuerliche Bevölkerung des
Vogels=
bergs den Körnerbau vermindert und ſich der rationelleren Grünland=
und Weidewirtſchaft zuwendet. Von der Durchführung der
Feldbereini=
gung erwartet man für den Vogelsbeng weitere Fortſchritte. Der
Vor=
ſitzende erſtattete den Bericht über die im Rechmungsjahr 1926 verteilten
Belohnungen für gute Weidepflege.
Hutweidemeliorationen und Weideeinrichtungen für das
Betriebsjahr 1927/28 wurden beſchloſſen; in Bermutshain, Engelrod,
Jübeshauſen, Lanzenheim, Altenſchlirf Eichelhgin, Burkhards
Buſen=
born, Feldkrüchen, Gedern, Kaulſtoß, Nebgeshain, Ulrichſtein,
Volkarts=
hain, Sichenhauſen, Helpershain, Oberſeibertenrod und Verſuchsgut
Sel=
genhof. — Gemeindeviehweiden ſollen errichtet werden in:
Engelrod, Herbſtein, Burkhards, Michelbach, Herchenhain und
Nebges=
hain.
WMonatelang iſt in den Tabakzentren des Orients bein Fopfen Peßen gefallen.
Die Ernre iſt ſehr Gerind. Ein Anzichen der lababpreise wird unausbleiblich lein-
Hiller Vorausſicht nach wird auch ein Mangel an gewillen Jorren eintreren, die Für
DasAroma einer Guren LiGarette von beſonderer Bedeutund Lind. Mir haben
Vedoch rechtzettic vorgelorgt und uns auf lange Zeit hinaus eingedeckt. Unſere
Von allen Qualitärsräuchern geprielenen Miſchungen erleiden keine Veränderung.
P2 2U
02V
diele ideale Ziarerte aller Anſpruchs vollen,wird auch weiterhin an Güre
unüvereroffen pleiben.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Donnerstag, den 3. November 1927
Numm.
Familiennachrichten
Dr. Otto Berth
Trude Berth
geb. Pitz
Vermählte
(*29220
Am 30. v. Mts, wurde mein
lieber Mann, der Rentner
Gebhard Käſtle
in eben vollendetem 70.
Lebens=
jahre von ſeinem ſchweren Leiden
erlöſt.
Im Ramen der Hinterbliebenen:
Louiſe Käſtle, geb. Gutſahr.
Die Beerdigung hat in der Stille
ſtattgefunden *29428
St. Huberkus-
D Jüngere d. beiden
Herren /F. B.), w. a
Montag, den 17. Okt
nachm. zw. ½5 u 6
Uhr d. Marktpl. pa
Rothſch —Ma=Wa ),
w. v. d. D. i. gr. M. u.
Lebenszeichen gebet.
Darmſt., hauptpoſtl.
Poſtlagerkarte Nr. 22
(293721
Jg. Herr, 26 J., ſ.
zw. bald. Heirat
ſol. Mädch. mit etw.
Vermög. kennen zu
lernen. Angeb. unt
H 99 an die
Ge=
ſchäftsſtelle. (*29292
Domerstag u.
Sams=
tag trifft auf dem
Schillerplatz gegenüb.
der Firma Heß und
am Freitag auf dem
Riegerplatz eine
Sendung Cabliau
in.
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Statt Karten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme an
dem ſchweren Verluſt, der uns durch den Tod
meines unvergeßlichen Mannes
Jaob Cangaber
vetroffen hat, ſage ich Allen hiermit meinen
innigſten Dank.
(229335
Im Namen der traueruden Hinterbliebenen:
Frau Eliſe Schnauber, geb. Wagner.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen und
wohl=
tuenden Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Oekonomierat
Geufg ent
ſprechen wir hiermit unſeren innigſien Dank
aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Marie Heil.
Wickſtadi, den 1. November 4927.
(17073
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme beim Hinſcheiden meines
ge=
liebten Mannes danke ich herzlich.
Louiſe Kelter.
Darmſiadt, den 2. November 1927.
Landwehrſir. 17.
(17086
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Heimgange unſerer lieben Entſchlafenen
Frau
Rayalnnd Derr aue.
geb. Engel
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten herzlichſten Dank. Beſonders danken wir
den verehrlichen Schweſtern des Eliſabethenſtiftes für
die liebevolle Pflege während ihrer ſchweren
Krank=
heit, dem Herrn Pfarrer Waldeck für ſeinen Beiſtand
und die tröſtenden Worte und allen denen, die durch
Blumen und Kranzſpenden der Verſtorbenen die letzte
Ehre erwieſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Aus den deutſchen Weinbaugebieten.
In Franken iſt die Leſe im bayeriſchen Untermaingau beendet. Die
Qualität ſowie die Quantität waren mittelmäßig. Am Mittelmain
koſtete das Hektoliter 70—80 RM., in Bürgſtadt b. Miltenberg wurde
für das Viertel 4—5 RM. bezahlt.
An der Nahe haben jetzt die letzten Weinbauorte mit dem
Weißwein=
herbſt begonnen. Der Ertrag iſt im allgemeinen nicht groß, meiſt kann mit
einem Drittel= bis Viertelherbſt gerechnet werden. Die Qualität iſt
beſſer. Moſtgewichte wurden bis 75 Grad feſtgeſtellt bei 10—12 pro Mille
Säure. Die Moſtpreiſe ſchwanken zwiſchen 7—8 RM. pro. Viertel
(81). An der unteren Nahe wurden allgemein Moſtgewichte von 65—80
Grad n. Ochſle gemeſſen.
In Rheinheſſen hat ſich gleichfalls gezeigt, daß die Winzer, die mit
dem Herbſten zuwarteten, beſſere Ergebniſſe aufzuweiſen haben. In
Gemarkungen, die erſt jetzt herbſteten, wurden Moſtgewichte von 66 und
70 Grad gewogen, während die übrigen nur ca. 50 Grad und wenig
darüber erzielten. In Ockenheim wurde bei einem Moſtgewicht von bis
75 Grad ein Zentnerpreis von 40—50 RM. erlöſt. In Bingen und
Um=
gebung, ſo in Dienheim hört man von Moſtgewichten bis zu 80. Grad, in
Bingen ſelbſt von 72—90 Grad, in Genſingen, Dromersheim uſw.
65—75. Für die Eiche (56 Liter) erlöſte man in Bingen 52—60 RM., in
Horrweiler, Dromersheim, Genſingen, Wolgesheim und Zotzenheim
45—47, Wörrſtadt 40 für den Zentner, in Fürfeld 7—7,30, in Zotzenheim
7 RM. je Viertel, in Oberingelheim 40—42 RM. pro Zentner.
Im unteren Rheingau konnte die Traubengüte befriedigen.
Moſt=
gewichte 72—90 Grad bei 12—13 pro Mille Säure. Für die Ohm
Traubenmaiſche wurden 175 RM. erzielt. In Lorſch wurde bei lebhafter
Nachfrage auf dem Traubenmarkt im Bodental (einer Lorcher
Gemar=
kung mit einem der beſten Weine) für die Eiche 55—60 RM. erzielt.
Bei ſtändigem Wachstum ſtellte ſich der Preis für die Ohm Maiſche auf
241 RM.
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Frankfurt a. M., 2. November 1927.
Vorbörslich konnte die Kurserholung zunächſt Fortſchritte machen
Die Spekulation ſchritt weiter zur Deckung ihrer umfangreichen
Baiſſe=
engagements. Zur Beſſerung der Stimmung trug im weſentlichen die
weitere Erleichterung am Geldmarkte bei. Zum offiziellen Beginn
ſchwächte ſich die Haltung jedoch ab, und es zeigte ſich, daß die
Grund=
ſtimmung immer noch recht unſicher blieb. Kursdrückend wirkte vor allem
die faſt völlige Geſchäftsloſigkeit. Da das Publikum weiterhin dem Markte
vollkommen fernbleibt, verharrten auch die berufsmäßigen
Börſen=
beſucher in Luſtloſigkeit und Zurückhaltung. Nach dem überwiegend
günſtigen Monatsbericht der Dresdner Bank blieb heute der Bericht der
Commerzbank, der ebenfalls die Lage nicht ungünſtig beurteilt, ohne
merklichen Einfluß, ebenſo der Bericht des Stahlwerksverbandes über
weiter befriedigendes Geſchäft. Bei den beſcheidenen Umſätzen bewegten
ſich die Kursveränderungen gegen die geſtrige Abendbörſe in den engſten
Grenzen. Es überwogen die Kursabſchwächungen von ½—20 J. G.
Farben eröffneten bei kleinen Umſätzen knapp behauptet. Stärker
an=
geboten lagen Gesfürel mit minus 41/,.%o= Schiffahrtswerte und die
Mehrzahl der Banken blieben behauptet, Montanwerte gaben
über=
wiegend 19 nach. Rheiniſche Braunkohle 2½=% niedriger. Elektrowerte
eröffneten 1—2½% abgeſchwächt. Licht und Kraft konnten ſich
be=
haupten. Von Lokalwerten lagen Scheideanſtalt 2 und Wahß & Fretztag
21/,26 ſchwächer. Am Anleihemarkt waren Ablöſumgsſchuld angeboten,
ausländiſche Renten geſchäftslos.
Im weiteren Verlaufe war kaum noch Geſchäft, die Kurſe blieben
jedoch behauptet, da ſich auf dem niedrigen Kursniveau etwas
Deckungs=
neigung bemerkbar machte. Am Geldmarkt war Tagesgeld immer noch,
etwas geſucht, ſo daß der Satz auf 7½% belaſſen wurde. Am
Deviſen=
markt konnten Deviſen anziehen. Mark gegen Dollar 4, 189, gegen Pfund
20,399, London=Kabel 4,8680, Paris 124,08, Mailand 89,15, Madrid
28,50.
Die Abendbörſe verlief ſehr luſtlos. Die Umſätze waren
wiederum äußerſt gering. Kursmäßig neigte man wieder zu Abgaben,
ſodaß ſir die wenigen notierten Werte kleinere Kursverluſte bis zu
einem Prozent und darüber zu verzeichnen ſind. Die Nachbörſe war
weiter ſchwach geſtimmt, ohne daß es überhaupt noch zum Umſätzen kam.
Im einzelnen nannte man: Kommerzbank 161, Danat 211, Deutſche
153, Metallbank 131, Buderus 96, Gelſenkirchen 136, Harpener 179,5,
Kali Aſchersleben 153, Klöckner 136, Mannesmann 145, Mansfelder
110,25, Phönix 96,25, Rheinbraun 217, Rheinſtahl 172, Riebeck 152,
Stahlverein 107, Norddeutſcher Lloyd 141, Kleher 93,5, A.E.G. 160,
Bergmann 184, Daimler 102, Erdöl 128, Scheideanſtalt 194 Licht u.
177. Rüitgers 82,5. Schuckert 174, Siemens u. Halske 262, Südd. Zucker
130,5, Wahß u. Frehtag 142,75 Zellſtoff Aſchaffenburg 168. — Im
Abenddeviſenvenkehr lag die Neichsmark weiter international etwas
London Paris 124,07, Mailand 89,10, Holland 12,08½, Madrid 28,50,
New York 48685.
Berliner Effekienbörſe.
Berlin, 2. November 1927.
Während im Vormittagsverkehr die Haltung der Aktienmärkte
freundlicher war und auch die erſten amtlichen Kurſe überwiegend kleinere
Beſſerungen zeigten, ſchwächte ſich das Niveau ſpäterhin wieder ab.
Die freundlichere Stimmung ging verloren. Die Baiſſe=Partei, die
geſtern Deckungskäufe vornahm, war heute wieder geneigt, ſich nach Aufgeldern, während greifbare und baldfällige Ware leicht ſchwächer
unten zu engagieren. Man erwähnte insbeſondere die Zunahme der
Konkurſe im Oktober, die Ungewißheit darüber, wie der Ultimoausweis
der Reichsbank ausfallen werde, die wenig zuverſichtlichen Berichte vom
Schrottmarkt und insbeſondere die faſt vollkommen fehlende Beteiligung
des Publikums. Aus der Provinz lagen ſo gut wie keine Aufträge vor.
Die vorbörsliche Erwartung einer freundlicheren Tendenz baſierte
insbeſondere auf der günſtigen Entwicklung des Börſengeldmarktes.
Tagesgeld war mit 6—71 % und für erſte Firmen bereits mit 5—51 %0
angeboten. Auch Monatsgeld war heute erſtmalig zu haben. Der Satz
lautete unverändert auf 8½—9½ %o. Im Deviſenverkehr lag der Dollar
international feſter, London=Kabel ſtellte ſich auf 4,8684 und Kabel
Berlin auf 4,19. Etwas lebhafter war das Geſchäft in franzöſiſchen
Fran=
ken. Der Wechſelkurs London=Paris gab infolge der politiſchen
Er=
örterungen leicht nach. Per Ultimo November wurde ein Kurs von 124,17
genannt. Die italieniſche Valuta zeigte eine weichende Tendenz. London
Mailand 89,15.
Im weiteren Verlauf der Börſe fand die Herabſetzung der
Privat=
diskontnotitz für beide Sichten um 1 2 auf 639 ſtarke Beachtung. Die
Börſe nahm daraufhin kleine Rückkäufe vor; die das Kursniveau
vorüber=
gehend günſtiger geſtalteten. Die Beſſerung war aber nicht von langer
Dauer, da ſich infolge der außerordentlich geringen Geſchäftsbeteiligung
bald wieder neue Blankoabgaben einſtellten. Am Ende der zweiten
Börſenſtunde waren die Terminkurſe gegenüber dem Beginn um etwa
1—2%0 ermäßigt.
Bis zum Schluß der Börſe unterlag die Tendenz mehrfachen
Schwan=
kungen. Die Kurſe gaben nach vorübergehenden geringen Erholungen
erneut nach, ſo daß die Börſe beinahe zu den tiefſten Tageskurſen ſchloß.
Auch an der Nachbörſe bröckelte das Kursniveau weiter leichter ab.
Gegen 2,30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: Ver. Glanzſtoff 580,
Waldhof 267, Schultheiß 388, Oſtwerke 369, J. G. Farben 26834,
Deſſauer Gas 170½, AEG. 160, Bergmann 186, Gelſenkirchen 136½
Harpener 180, Holzmann 168½, Mannesmann 145!),, Phönix 97½
Rheinſtahl 172½, Schuckert 173, Siemens 262½, Hapag 138, Lloyd
141½, Kommerzbank 161, Danatbank 211, Dresdener Bank 149,
Alt=
beſitz 507,, Neubeſitz 12,40.
Aſckaffenb. Zeliſtof!.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin ...
Berlin el. W....
BerlinKarlsruheInd.
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Bulkan.
Bremer, Wolle..
Teutſch.=Atlan 1. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Teutſch.=Nied. Tel..
Teutſche Erdöl. ...
Teutſche Petroleum.
Dt. Kakiwerke. .. ..
Tonnersmarckhütte".
Tynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung.
J. G. Farben..
R. Friſter..
Gaggenau Vorz.
Geſſenk. Berg...
G. f. elektr. Untern
Salle Maſchinen. .
Han. Maſch.Egeſt. . .
Sanſa=Dampfſchf. ..
224.5 2 11
224.5 1117.5 1117.75 Hirſch Lupfer.. 103.5 30.— 31.— Höſch Eiſen..... 150.75 150.— 149.— Hohenlohe Werke.. 18.25 18.5 60.75 61.— Rahla Borzellan.. 94.75 91.5 174.5 1178— Lindes Eismaſch. 1. 133.5 139 25 141.— 142.— Lingel Schuh. . ... 65.— 64 875 173.— 172 — Linke u. Hofmann .. 100.5 101.— L. Loewe u. Co. .. 240.5 245.— 72.875 73.— . Lorenz.........." 107.125 198.25 129 625 51129.5 Niederlaufitzer Kohle
Nordd. Gummi. . . . 150.— 150 25 72.— 70.71 Orenſtein......... ." 121.— 123.5 Rathgeber Waggon. 73.— 71.5 100.—
125.— 100.—
126.25 Rombacher Hütten..
Roſitzer Zucker. ..... 72.— 74 75 157 25 157.— Rütgerswerke ...... 81.25 83.5 267.5 270.— Sachſenwerk ......." 111.5 111.— 99,5 104.75 Sächſe Gußſtahl. . 145.— 145.— 40.— 39.— Siemens Glas.. .... 148.— 150.— 266.75 258 5 Ver. Lauſitzer Glas..
Volkſtedter Porzell. 121.—
44.— 125.—
45.— 155.— 159.— Weſtf. C. Langendreer 80.— 73.— WBittenerGußſtahl. . 53.5 52.5 208.— 12 209.— Wanderer Werke. . .. 218.— 222.—
Deviſenmarkt.
Selſing ſors,!.
Wien...
Prag....
Budapeſt ..
Soſia ..
Solland...
Cslo ......
Kopenhagen..
Stodholm. . . .
London... . .."
Ruenos Aires.
New York ...
Belgien.. ..
Ftalien.
Paris..
Schweiz.
Spanien.
Danzig
Japan.
Mio de Jan
Jugoſlavie
Portugal
Athen ..
Konſtantinopel.
Kanada. . .
Uruguay. . . ."
11.
Brief
22.91
16.46
80.85
71.50
gi.85
1.950
0. 5o9
7.385
20.57
5.556
2.231
4.195
4.284
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 2. November 1927. Die
allge=
meine Marktlage iſt ziemlich unverändert. Roggen iſt mehr angeboten
und im Preiſe nachgebend, ſo daß die amtliche Notitz um eine viertel
Mark ermäßigt werden mußte. Mais wird ein wenig beſſer gefragt.
Kraft 185, Farbeninduſtrie 267, Holzmann 163, Lahmeher 158, Metallgeſ. Futtermittel zeigen befriedigendes Geſchäft mit Ausnahme von
Weizen=
futtermehl. Weizenkleie iſt ſogar mehr geſucht und der Preis bewegt ſich
in aufſteigender Linie, wenn auch heute die amtliche Notiz dies noch nicht
zum Ausdruck bringt. In Braugerſte liegt das Geſchäft ſehr ruhig.
ſchwächer Pfunde gegen Mark 20,/40, Dollark gegen Mark 4,1835. Geſucht iſt lediglich Ausſtichware, die bis zu 30 RM. bezahlt wird. Die
Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen I. 26, II. 24,75, III. 22,75—
23,50, Roggen 25, Sommergerſte 26—28, Hafer inl. 21,75—25, ausl.
24,50—25, Mais 19, Weizenmehl 37,75—38,25, Roggenmehl 34,25—
35, Weizenkleie 13, Roggenkleie 13,75—14.
Berliner Produktenbericht vom 2. November 1927. Die keine
Anregung bringenden überſeeiſchen Preisberichte halten die
Unter=
nehmungsluſt im Berliner Produktengeſchäft weiter zurück. Die
Inlands=
angebote waren für Weizen umfangreicher als der Bedarf. Die erſten
Kurſe eröffneten unverändert. Roggen kam wieder in größeren Poſten
heran, auch reizen die vereinzelt ſchweren Qualitäten hier und da zu
notierte, war der Lieferungshandel etwas feſter, Gerſte, Hafer und Kleie=
Artikel bei einiger Frage für gute Sorten verhältnismäßig ſtill. Mehl
unverändert.
Die wirtichaftliche Lage des Handwun
im Monat Oktober.
Bei der Beurteilung der Wirtſchaftslage des Handwerks
auch für den Monat Oktober zwiſchen ſtädtiſchem und ländlickn
werk unterſcheiden. Der Beſchäftigungsgrad des ſtädtiſchen
iſt im allgemeinen als zufriedenſtellend zu bezeichnen. Das Z.
war noch während des ganzen Monats begünſtigt durch die A
vevhältniſſe. In den ländlichen Gebieten kann man von eine
lebhaften Bautätigkeit nicht ſprechen. eluch da, wo das Harn
beſchäftigt war, war jedoch der wirtſchaftliche Ertrag nur gee
Wettbewerb um zur Vergebung gelangende Arbeiten war
und die erzielten Preiſe daher ſehr niedrig. Die Verdienſtſe;
zum Teil ſo minimal, daß ſogar ſtädtiſche Regiebetriebe bei.
bewerb nicht mehr mitkommen konnten. Das Unkoſtenkonto
werker erhöht ſich dabei dauernd. Verſchiedene Handwerkszwog
Tapezierer Elektrotechniker, Uhrmacher, Photographen und am
ſteigende Materialpreiſe zu verzeichnen. Auch die Löhne ſind
Mietsſteigerung am 1. Oktober d. J. faſt in allen Handwerksso
ſtiegen. Hinzu kommt, daß das Arbeitszeitnotgeſetz die Ausmt
Betriebe erheblich erſchwert und die Fertigſtellung eiliger Arn
beſonderen Unkoſten belaſtet. Aus den Großſtädten wird fernn.
geklagt, daß die Geſchäftsunkoſten des Handwerks ſtark ſteigemd
unvermeidlichen Ausbau der Geſchäftsräume. Der Zahlunz
war auch in dieſem Monat ſehr ſchlecht, nicht allein auf dön
ſondern auch in der Stadt, wo das Publikum ſeine Gelder h6u
für den Einkauf von Wintervorräten verwendete. Da ſich der
verſteift hat, wirkt dieſe ſchlechte Zahlungsweiſe dahin, daßt
als in den Vormonaten das Verlangen nach Beſchaffung von!
Handwerk bemertbar macht.
Betrachtet man die Zweige des Handwerks im einzelner
der Beſchäftigungsgrad des Bauhandwerks noch als
befriedig=
net werden. Allerdings gehen Neuaufträge nicht mehr ein, 77.
überall handelt es ſich um die Fertigſtellung der im Sommer 1.9
Bauten. Die öffentlichen Hypothekengelder ſind verbraucht
kaſſen ſowie Private kommen augenblicklich als Baugeldgeber
in Frage. Die ungünſtige Lage des Hypothekenmarktes um
höhung des Diskonts haben teilweiſe ſogar zu Zahlungsſchucg
bei Bauunternehmern geführt. Die Lage des Malerhandri
allgemein nicht ſehr günſtig beurteilt. Günſtiger beurteilt wir
des Glaſer=, Töpfer=, Dachdecker=, Stukkateur= und Pflaſterern
Für das Bildhauerhandwerk lauten die Berichte nicht gleichrm
den Bekleidungshandwerben iſt mit Beginn der kälteren Jahr/
eine leichte Beſſerung im Auftragsbeſtand eingetreten, doch bl!
ſchäftigung in der Maßſchneiderei überwiegend mäßig. Für d
neuhandwerk hat die Herbſtſaiſon im großen und ganzen gu-1
In der Bautiſchlerei war dort, wo das Bauhauptgewerbe ec
gaug zu verzeichnen hatte, ein allmähliches Nachlaſſen der Tärd
ſtellbar. Das Geſchäft der Möbeltiſchlerei hielt ſich nach wie
ſcheidenen Grenzen. Da das erwartete Weihnachtsgeſchäft in
handwert noch nicht eingeſetzt hat, blieb die Geſchäftslage diae
werks in allen Branchen unbefriedigend. Im Buchdruckerhan uo
zum Teil von einer guten Enzwicklung des Abſatzmarktes beu=
Teil bezeichnen die Kammern die Beſchäftigung dieſes Har.
ſehr flau. In den metallverarbeitenden Handwerten war 40
tigung im allgemeinen befriedigend. Das Schwiedehandwer
allerdings ſchleppendem Zahlungseingang ausreichend beſchäf.
Geſchäft des Machanikerhandwerks hat größtenteils mit Ag
Herbſtes nachgelaſſen. Das Klempper= und Inſtallateurhmup
gut beſchäftigt. Das Goldſchmiedehandwerk meldet ebenfallss,l
eine geringe Beſſerung gegenüber den Vormonaten. Der Geu
im Uhrmacherhandwerk war währnd der Berichtszeit überwi *
Im Müllerhandwerk war die Lage uneimheitlich.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 2. November 1927
für Elektrolytkupfer 127½, Remelted Plattenzink 47—48,/
Hüttenaluminium 210, Original Hüttenaluminium in Wi4
Rein=Nickel 340—343, Antimon Regulus 93—95, Silber
78—78½
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminharm
2. November 1927 ſtellten ſich für Kupfer: Januar 11710
Februar 117½ (117½4), März 117½ (117½), April 117½ T.:
1171 (117½), Juni 117½ (117½4), Juli 117½ (117341, Auuch
(11734), September 117½ (117½4), Oktober 117½ (11794h
1173 (118½), Dezember 117½ (11734), (Tendenz ſtramm);
Januar 421/ (42½), Februar 421/. (42½), März 42½ (43),
(431/.), Mai 42¾ (43), Juni 42¾ (43), Juli 42¾ (43), Auguſt4 4
Septemder 43 (43½/.), Oktober 43 (43½), November 411
Dezember 42 (423) Tendenz ruhig; für Zink: Januar
Februar 53 (53½), März 53 (53½/,), April 52½ (53), Mai
Juni 52½ (5234), Juli 521/, (5234), Auguſt 52½ (52941, OAl
521/, (5234), Oktober 52 (5234), November 53 ½ (54), Dez.
Die Metallnotierungen an der Londoner Metallbörſe vo0
1927 ſtellten ſich wie folgt: für Kupfer (Tendenz feſt); Stel
Kaſſe 571/,—12/, 3 Monate 5711/,—34, Settl. Preis 57"n
627——63½), beſt ſeleted 62—631),, Elektrowirebares 631/,: 3C
denz willig), Standard p. Kaſſe 2581/.—½/ 3 Monate 255½—
Preis 2581) Banka (inoff.) 27034, Straits (inoff. 265½; Blei 14
willig), ausl. prompt. 201 enft. Sichten 20¾., Settl. P
Zink: (Tendenz ſtetig), geivöhnl. prompt 26 ½, enft. Sicht
Settl. Preis 26½, Queckſilber 23, Wolframerz (inoff, 12.
blech (inoff.) 177.=
Frankfurter Kursbericht vom 2. Nad
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teil/ 50.3
II. Teill 50 3
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine .../ 12.7
420 Dt. Schutzgeb.
Anl. .
7.4.
b) Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914/ 34.7
5%„L. Inv. 1914/ 34.75
41:% u 1898..
4½% „1902 ..
*
47 Bosnien ...
5% Bulg. Tabak. 02/ 17
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4Is% Oſt. Silberr. 4.8
Goldr.
425 Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk.
47 „einh. R. Ck.)
A0.
3% Port. (Spz.) IIII 10.1
2"
52Rum.am. R.03 6.1
4½¾„Gold. 13.../ 15.*
am.kon.
5.3
4% am.05
5.
"
49 Türk. (Adm.) 03
„ (Bagd.)
48; Bagd.) Ik 1.
4
unif. 1908
47 „1911 Boll.
4½% Ung. St. 1913/ 26
4½% „
(lt. Tnnsbr. Abk. )
41,% Ung. St. 1914/ 27
4½2 Ung. St. 1914
(lt. Innsbr. Abk.) 24
4¾ Ung. Goldr. . . 25.
148 Ung. Goldr.
(t. Innsbr. Abk.)
4%0 Ung Staatsr.
v. 10 ........
4¾ung. Kronr. . .
3% Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche
5%Mex.am. in.abg.
5% „ äuß. 99 „
47 — Goldo4ſtf.
3% konſ. inn. „
4½% Irrigat. .„
5%Tamaulipas I.,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G.1103.5
8% Berl. St. Gold
880 Darmſt. St.G. 96.25
8 % D. Hyp.=Bank!
Meining. Goldpf. 99.5
18
35.5
26
1100
93
91
85.5
86
83.5
% Dresd. St.=G.
7% Frkf. St.=G..
1 18%Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
%0 Frkf. Kyp.=Bk.
3 Goldpfbr. .
% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
320 Frrf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
97.5
o Frkf. Goldpfbr. 95
8% Frkf. Bfbr.=Bk.
Goldpfbr. ..
90
5% Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
77
2 H.=St.=
Gold=
anl. . ..
% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
99
720 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
05 1 8%Klöchn.=Werk.26
98
95
89
96.25
10%Komm.Glektr.
Mark (Hagen)
Goldobl. ......
1 8% Komm. Lösbr.
Darmſt., Reihe 1
8% K. Landesbank
Darmſt.Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldanl. ..!.
72M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
5%Mannh. St.=G.=
7%0 M.=Stahlw. 27
8% Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St. Gldal
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr. ..
72 Pfälz. Hhp.=Bk.
„Goldpfbr. ”..
6% Pfälz. Hyp.=Bkl
Goldpfbr. . ....
820 Pforzh. St.=G.
8% Pirmaſ. St.=G.
82 Pr.Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
7%0 Pr.Centr.=St.=Goldpfbr.
8%Rh.=Gyp.=Bk.
Goldpfbr. .. ...
4½% „Lig. Pfb.
4½%0n „Anteilſch
7½%Rh. Stahlw.
25 ..
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
„„ „ „„
% Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr. . ...
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfEyp.=
Gld=
obl. mt Option
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=Gd.. ohne Option
72Biag/B. Ind.=
Unt. Bln.) 27..
95.5
80
89
103.25
98
90
94.25
93
98.5
95
90
75
48.75
97
88
8%BoigtéHäffner
Goldobl. .....
82Württbg. Hhp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6%Großkr.Mannh.
Kohl. 23 ....
6%Heſ.Brk.=Rg.23
15% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .....23
5%0 Pr. Kaliw. . ..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B.6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe.
Bahr. Vereinsb. ..
Bahr. Handelsb.
Bayr. Hhp.u.Bechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk..
Medklb. Hhp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B...
Rh.=Wſtf.B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr..
Bürtt Hyp. Bk..
Staatl. od. prov.
garantiert.
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. . . ..
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
142 Galiz Carl=
Lud.=B.
ab
5%Oſt. Sd./L.)ſtfr.
12.62
147.
1 2,6GAlteOſt. Südb. 14.
92.5 2.60 Neue „
42Oſt. Staatsb. 83
95.25 1 3%Oſt. 1.b. 8.E. ..
3%Oſt. „abg. 21.5
2.--A.Em.
„abg.
2.
32o u „ 1885 21
„ „ abg. 21.25
3%Oſt. , Erg. Netz/ 21.25
13.6 3%Oſt. nabg.
6.45 13% RaabOebd. 83 20.5
„ 91
„ 97 —
6.1 /42 Rud. Silber .. 6.4
—
42o Rud. (Salzkg.)
3.7
4½%Anat., S. I 17.25
4½% Anat., S. II
4½% Anat., S.III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
14.7 Allg. D.=Kredit.. . . 135
15.82 ) Bad. Bk. . . . . . . . . 163
Bk. f. Brauind. . . . 166
Barmer Bankb. ../130
11.85 Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ. 228
8.1 Eomm.u. Privatb. 161.5
11.85 Darmſt.u. Nat.=Bk. 214
Deutſche Bank.
154.5
12
D. Eff.u.Wchſ.=Bk. 124.5
D. Hhp.=Bk. Mein. /122
—
D. Vereins=Bk. ./101
Disk.=Geſellſch. .1147
Dresdener Bk. ../149.5
Frankf. Bk. . . 123
Frankf. Hypth.=Bk./133,5
Frkf. Pfdbr. Bk. . 133.5
10.75 Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank . 6.75
8.7. Metallbank.
1131
Mitteld. Creditb. /212
Pfälz. Hyp.=Bk. . . /180
Pr. Bd.=Creditbank 123.5
3.95 „ Hyp.=Akt.=Bank 1136
Reichsbank=Ant.
4.3 Rhein.Greditbk. . 129
31. /Rhein=Hyp.=Bk. 167.5
Südd. B. Creditbk.
Südd. Dise.=Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankerein
Bergwerks=Akt.
Buderus..
Eſchw. Bergw. ..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St...
„Genußſchein ...!!
Kali. Aſchersleben
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln. 1
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte) 1
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ......!1
Oberbedarf ......
Otavi=Min.=Ant...
Phönix=Bergb. ...
Rhein Braunk. . .
Rhein, Stahlw. . 1
Riebeck Montan. .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb....... /!
Ver. Laurahütte ..
Ver. Stahlwerke.. 11
137
40.6
177,
97.25
175
135.5
181.5
112.75
154.75
228
161
137.5
146
112.5
85
180
114.75
Nnze
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)/271
Henninger ....... /190
Hercules, Heſſiſche 1142
Löwenbr.=Münche 331
Mainz. Aktienbr. 1237
Schöfferhof(Bind.)
Schwarz=Storchen 1176
Tucher, Nürnberg
Verger
1171
Akkum. Berlin.
Adler &Oppenh. 1160
Adlerw. (v. Kleher)/ 94
6SE. A. G. Vzg. A. 821,
520 A. E. G. Vzg.B. 74
A. E. 6. Stamm . ../168.25
Jad. Maſch. Durla 154
Bad. Uhren, Furtw./ 15.5
Bamag=Meguin ..! 30
Baſt Nürnberg ...
Bahr. Spiegel ..
Beck & Henkel..
Bergmann El ....
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfor. Erlan
Cement. Heidelb..
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr.
Chem. Albert. ....
Chem. Brockh.
Chem. Milch ..."
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ..
D. G. u. Silb. Scheid.
2 Linoleumw. Bln.
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkoppw. (St)...
Dürr. Ratingen ..
Dhckerhoff & B.
Eiſenw. Kaiſersl..
E. Licht u. Kraft.
El. Lieferung ....
Eſi. Bad. Wolle .
Email. Ullrich .
Enzinger Werke
Eslinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind J. G.,ſ.
Felten & Guillegu.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof .!=
Frkf.=M. Pok. u. W. 64.25
Geiling ECie..
Goldſchmidt, Th. .11
Gotha Waggon
Gritzner,. Maſch. ..11
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Haid & Neu
Hammerſen
Hanfw. Füſſen. ...!1
Hanſa=Lloyd, Br..
Hartm. & Braun. 1
58.5
188
59.5
135.5
191
124.5
74
43
103.5
194
38.5
196.25
156
Hehligenſtaedt.
26.5
uos
110
115
157
142
51.75
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm./415
Hirſch. Kupfer .... 103.5
Hoch=Tief Eſen ... 96
169 75
Holzmann.
62
Holzverk. Ind.
Hydrom. Breslau
99
Fnag ..."
87
JunghansSt.
Kammg. Kaiſersl. 193
Karlsruher Maſch.. 17.6
1142
Karſtadt. N.
Klein, Sch EBecker/124
Knorr, Heilbronn /160
Konſerv. Barun ../ 56.5
Krwv. All. Württbg. 103
Krauß & Co. ..
55
Lahmeher ..."
158
Lech, Augsburg . .. 118.5
Lederw. Rothe ...
Lederw. Spicharz. 17
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Ludwigsh. Walzm /117
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Nordd. Lohd.
—
mmer 305
Donnerstag, den 3. November 1927
Geite 13
Wirtſchaftliche Rundſchau.
weutſch=franzöſiſche Außenhandel von Januar bis September
zden erſten neun Monaten des Jahres 1927 ſtellt ſich der
Ge=
ag der franzöſiſchen Einfuhr auf 38 529047000 Franks und die
Fausfuhr auf 40283850 000 Franks Es ergibt ſich alſo ein Aus=
Ly chuß von 1755 000 000 Franks. Bei der Einfuhr nach Frankreich
euutſchland mit 3092756 000 Franks an der vierten Stelle der
lnnder, mit 4536813000 Franks an dritter Stelle der
Bezugs=
ufmanzöſiſcher Erzeugniſſe. Gegenüber dem Vorjahre hat ſich die
raus Deutſchland um 333 546000 Franks verringert, und die
fralkſiche Ausfuhr nach Deutſchland um 1799488000 Franks
ver=
lein während des Monats September verzeichnet die Einfuhr
idP
Waren mit 305 026000 Franks gegenüber dem Vorjahre eine
von 205 149000 Franks, während die franzöſiſche Ausfuhr nach
aid im September mit 594 032000 Franks gegenüber dem
seitraum des Vorjahres eine Zunahme von 201 776000 Franks
früddeutſchen Kohlenmarkt. Am ſüddeutſchen Kohlenmarkt iſt
Ahmefähigkeit ſtetig geblieben. Die Abrufe ſeitens der Induſtrie
„GAank. Der größte Teil der von der Ruhr verſandten
Kohlen=
aäng nach Karlsruhe, von wo ſie auf die Eiſenbahn überſchlagen
„ährend die Kohlenumſchlagseinrichtungen in Mannheim und
wimRheinau weiter unbefriedigend beſchäftigt blieben. Fettnüſſe
riedigend abgerufen, ohne daß die Lieferungsmöglichkeiten
ganutzt worden wären. Eiformbriketts in normalem Maße ver=
Saargruben haben vor ihrer neuen Preisregelung verſtärkten
m ierzeichnen. In den erſten acht Monaten des laufenden Jahres
„uſer Saar rund 7,14 Mill. d3 Kohle hereingekommen gegen
Hei gleichen Zeit des Vorjahres. Engliſche Kohle wird in
geſteiger=
temlhtze, wieder zum Oberrhein nach Süddeutſchland verfrachtet. Man
nan/migetzt für Weſt Yorkſhire etwa 40—60 Pfennig mehr, alles pro
o/wlr gramm frei Bahnwagen Mannheim-Ludwigshafen. Die
ndbau en in holländiſchen Kohlen hielt ſich in normalem Rahmen.
Eingl eixerung iſt hier nicht eingetreten, trotzdem die Preiſe ziemlich
untdhum der Ruhr geſtellt werden.
ter Aufnahme des Effekten=Ferngiroverkehrs. Der Beitritt
RSener Kaſſenverein A.=G. zur Arbeitsgemeinſchaft Deutſcher
ör robanken ſteht, wie wir erfahren, bevor. Der Effekten=
Fern=
ſoh wird dann die Effekten=Girobanken in Berlin,
Frank=
e M., Leipzig, Hamburg, Köln, Dresden, München, Eſſen und
Stutſttt rimfaſſen. Ueber den Beginn und den Umfang des Verkehrs
gerdkeſi Mitglieder der Effekten=Girobanken durch beſondere
Rund=
dndhi” knachrichtigt.
ABlange reicht die Holzverſorgung der Welt? Wie Chriſtian
telſe in, einer der früheren ſchwediſchen Holzinduſtriellen, vor
dFührte, hat die Welt in abſehbarer Zeit mit einem ernſten
Holz=
lzumechnen. Anzuerkennen ſei das enrgiſche Beſtreben der
ſchwe=
ſchiſnferſtleute, die zukünftige Verſorgung Schwedens mit Holz
ufrdküz, erhalten und zu ſichern. Unverantwortlich ſei dagegen das
lanlſos l—llen der Bäume in Amerika und in Kanada, wo außerdem
=hrände rieſenhaften Schaden verurſachen. Rußland verfügt
Herroausgedehnte Waldreſerven, doch kann wegen der ſchlechten
ſüm glichkeiten nur ein geringer Teil hiervon verwertet werden.
röördlichen Ländern nimmt nur Schweden die Abholzung im
nküſtrnät der Neuaufförſtung vor und ſichert ſich dadurch eine
gleich=
biſa Aolzverſorgung. Zurzeit werden außerdem Schritte erwogen,
mihi” u. a. wertloſe Gebiete in Waldländereien zu verwandeln,
äh: eines Hplzmangels für die ganze Welt iſt auch von dem
iſſe SSachverſtändigen, Profeſſor F. Story, dem Herausgeber
3 UEn Foreſtry Journal, feſtgeſtellt worden.
Mäng u. Co., Maſchinenbauanſtalt, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
beiſkſe Firma, die ſeit etwa einem Jahre unter Geſchäftsaufſicht
ſt./ſims Konkursverfahren eröffnet werden.
J. G. Farbeninduſtrie A.=G., Frankfurt a. M. Am 10. November
findet in Frankfurt eine Verwaltungsratsſitzung der J. G.
Farben=
induſtrie A.=G. ſtatt. Wie wir von zuſtändiger Seite erfahren, handelt
es ſich dabei jedoch nur um eine der üblichen Monatsſitzungen, deren
Datum bekanntlich ſtets von einer Sitzung zur anderen feſtgeſetzt wird.
Erwartungen, wie ſie von der Börſe an dieſe Sitzung (Erörterungen
der Kapitalbeſchaffung uſw.) und wie ſie bereits in Blättern gemeldet
wurden, ſind lediglich Kombinationen in der gleichen Richtung, die
früher von einer Aufſichtsratsſitzung an dieſem Tage wiſſen wollten.
Die 50 Millionen=Dollaranleihe der Vereinigten Elektrizitätswerke.
Zu der 50 Millionem=Dollaranleihe der Vereinigten Elektvizitätswerke
Weſtfalen, G. m. b. H., beſchloß die Gewerkenverſammlung der
Gewerk=
ſchaft Gottesſegen, auf die 5 Millionen Dollar entfallen, den
Gruben=
verband zu ermächtigen, die 5 Millionen Dollar hypothekariſch auf das
Grubeneigentum eintragen zu laſſen. Entſprechende Beſchlüſſe wurden
auch in der darauf folgenden Generalverſammlung der Ge verkſchaft
Kavoline gefaßt, ebenſo für „Alter Haaſe” und „Kleine Windmühle‟
Inkrafttreten der Getreideverkehrskonvention der Donauſtaaten.
Vor Monaten fanden bereits Verhandlungen zwiſchen den Vertretern
des Produktenhandels der Donauſtaaten, betreffend die Schaffung
ein=
heitlicher Uſancen ſtatt. Auf Grund längerer Unterhandlungen iſt es
gelungen, einheitliche Uſancen auszuarbeiten, die nunmehr ſeitens der
Börſen der Donauſtaaten genehmigt wurden. Die bezüglich der
Ein=
haltung dieſer Uſancen geſchloſſene Konvention tritt in der erſten
No=
vemberhälfte in Kraft.
Die Ausſichten für den englichen Handel. Im Vierteljahresbericht
des Verbandes der britiſchen Induſtrien wird ausgeführt, daß der
Aus=
blick für das nächſte Jahr, was den britiſchem Handel anbelange,
gün=
ſtiger ſei als in irgend einem Zeitpunkt ſeit der Beendigung des Krieges.
In den Maſchinen= und Schiffsbauzentren iſt der Beſchäftigungsgrad
wieder geſtiegen ud in der Eiſen=, Spahl= und Kohlewinduſtrie werfe
der Exporthandel wieder Gewinne ab.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 2. Nov. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Am Baumwollmarkt kam es zunächſt zu einer
Auf=
wärtsbewweglmg von 27—53 Pkt. auf Anſchaffungen des Handels und
die Feſtigkeit der Lokomärkte. Später traten allerdings Realiſationen
ein, die aber gegen Schluß einer feſten Tendenz wichen,
Kaffee: Nach ſtetigem Beginn wurde die Haltung ausgeſprochen feſt
auf Käufe des Handels.
Zucker: Anfänglich wurden am Rohzuckerterminmarkt Liquidationen
vovgenommen. Dann wurde die Haltung feſt auf Meldungen über
pol=
niſche und tſchechiſche Beſchränkungsmaßnahmen nach kubaniſchem
Vorbild.
Chicago, 2. Nov. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die rückläufige Bewegung ſetzte ſich zunächſt fort, dann
aber trat ein Stimmungswechſel ein auf den wöchentlichen Wetterbericht.
Mais; Anfangs beſtand Kaufluſt auf kleineres inländiſches
An=
gebot. Dann aber wurde der ſchwächen auf den Wochenwetterbericht.
Hafer: Der Markt war ziemlich gut behauptet, doch drückten gegen
Schluß Abgaben des lokalen Handels.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 125½, März 128½, Mai 131½:
Mais: Dez. 82½, März 86,5, Mai 89,5; Hafer: Dez. 48½,
März 49½, Mai 50; Roggen: Dez. 99½, März 101½, Mai
102½.
Schmalz: Dez. 11,90, Jan. 12.30, Mai 12,60.
Fleiſch: Dez. 10,65, Jan. 11,62½, Mai —; Speck, loko 1225;
leichte Schweine 8,85—10,00, ſchwere Schweine 9,75—10,30;
Schweinezufuhr: Chicago 13 000, Weſten 75 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 2. Nov.:
Getreide: Weizen Nr. 2: rot 149½, hart 139,.; Mais: neu
ank. Ernte 91½; Mehl: ſpring wheat clears 6,50—6,90; Fracht:
nach England 2,6—3,6 Schilling, nach dem Kontinent 14—15 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,65; Talg extra 9.
Kakav. Tendenz: feſt; Umſatz in Lots: 239; Loko: 15½;
November 15,24, Dezember 14,74, Januar 14,/42, Februar 14,35,
März 14,34, Aprfl 14,40, Mai 14,45, Juli 14,61, September 14,70.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die in Berlin geführten Verhandlungen zur Erneuerung des
Stein=
ſalzſyndikates haben entgegen den urſprünglichen Ausſichten noch nicht
zu einer Verlängerung der Syndikatspertvage geführt. Vorausſichtlich
werden die Syndikatsverhandlugen am 13. November wieder
aufge=
nommen.
Wie die Hamburg=Amerika=Linie mitteilt, hat ſie in Verbindung
mit der Wiedevaufnahme ihres Kanada=Dienſtes vor kurzem ein eigenes
Bureau in Montreal und Winnipeg (Kanada) eröffnet.
Die geſtern aufgelegte 5prozentige dämiſche Staatsanleihe von 30
Millionen Kronen wurde in zwei Stunden vollſtändig gezeichnet.
Der Wert der belgiſch=luxemburgiſchen Einfuhr im Monat
Sep=
tember betrug 244,3 Mill. Frs., der Wert der Ausfuhr 228,1 Mill. Frs.,
ſo daß der Einfuhrüberſchuß ſich auf über 162 Mill. Frs. beläuft, alſo
etwa 100 Mill. Frs. mehr beträgt als im Auguſt.
Wie aus Paris gemeldet wird, wunde mit Wirkung vom 1.
Novem=
ber der Preis für deutſche Neparationskohle, Griesqualität, auf 2—5
Francs puo Tonne ermäßigt. Dieſe Maßnahme wurde getroffen, um die
Preiſe für deutſche Reparationskohle der Marktlage anzupaſſen und den
Abſatz nicht zu gefährden.
Die Geſellſchaften. Tramway Liegois und Tvamwev Eſt=Oueſt de
Liege berufen Hauptverſammlungen auf den 21. Nobember zum Zwecke
der Genehwigung der völligen Fuſion. Die neue Geſellſchaft unter der
Firma S.A. des Tramways Unifiés de Liege et Extenſiors wird ein
A.=K. von M7 Mill. Franes haben.
Das jugoſlawiſche Poſtminiſterium bereitet eine Reduktion der
Poſt=
tarife vor. Es werden bereits zwiſchen dem kompetentem Faktoyen in
die=
ſer Angelegenheit Verhandlungen gepflogen und die Redukuon ſoll noch
im Laufe dieſes Jahres durchgeführt werden.
Die wummäniſche Wegierung hat eine Verordnung enlaſſen, wonach
ausländiſche Firmen nur dann handelsgerichtlich eingetragen werden
dürfen, wenn ſie auf Vorſchlag der Handelskammern vom
Handelsmini=
ſter beſtätigt werden. Vor Erledigung dieſer Formalität dürfen keinerlei
Handelshäuſer von Ausländern errichtet werden.
Die portugieſiſche Regierung beabſichtigt in London eine neue
An=
leihe in Höhe von 200 bis 240 Millionen Pfund Sterling aufzunehmen,
um wit Hilfe des Ertrages dieſer Anleihe die Reform der Bank von
Portugal durchzuführen.
Nach einem ſoeben gemeldetem Abkommen hat die auch in
Deutſch=
land durch ihre Emiſſionstätigkeit bekannte Bank Haxris Forbes
u Co., New York, den Alleinvertrieb der Obligationen der Mortgage
Bank Company, New York, übernommen, die bisher ihre Obligationen
größtenteils direkt verkauft hat.
Die Septemberproduktion der ſüdafrikaniſchem Diamantfelder hat
wieder eine beträchtliche Zunahme erfahren. Die Produktion hat bei
einem Durchſchmittspreis von 45½ ſh. pro Karat einen Wert vom 549 700
Lſtr. gegen 470 000 Lſtr. im Vormonat. Die Ziffer iſt etwa 2000 Lſtr.
niedriger als die für den Rekordmonat April 1927.
repariert und
hie ttböden teinigt
Gebrüder Lang
HF 26 15665a) Telephon 1433
Adreßbuch der
verſteigerung
Kraftfahrzeugbesitz
i ſtält. Leihamt, Kirchſir. 9
Bſſſthuch, den 9. Nov. 1927,
u ſſva rmittags 9 Uhr ab,
e grrung der bis Ende
Oſſhex ds. Js. verfallenen
Pfänder.
Hlſien= und Damenmäntel,
Eſſunren, Gold= und
Silber=
mſſm Taſchenuhren, Anzüge,
Wſle Stiefel, Operngläſer,
PMhowparate, Fahrräder,
uäkinſtrumente uſw.
4Dienstag, den 8. Nov.
193ſril ibt das Amt wegen der
Vollleien zur Verſteigerung
ge=
ſch itzn.
(st17092
nſcdt, den 3. Nov. 1927.
(äbtiſches Leihamt.
Mfunntmachung.
Betre//de Erbauung eines
Rat=
hau/künx Ober=Ramſtadt.
Dielſ tiewerbsunterlagen ſind ver=
Aiſſen A; bönnen ſolche nicht mehr
ab=
ſegeberchrſ en.
(17096
ObdEuaſtadt, den 1. Nov. 1927.
HRce Bürgermeiſterei.
Rückert.
Am Mürg, den 4. November1927,
Vorm. Aucr, ſollen in meinem
Ver=
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[ ← ][ ][ → ]pmer 305
ſich und Ausland.
y EBerkbundausſtellung „Die Wohnung”,
Stuttgart 1927.
Eerkbundausſtellung „Die Wohnung” in
murde am 31. Oktober geſchloſſen, nachdem
„lt verlängert werden mußte, wegen des in
Monaten beſonders regen Beſuches. Das
itarreſſe hat allenthalben die vielumſtrittene
Mung am Weißenhof erregt, die nach Vor=
3. Deutſchen Werkbundes von 16
führen=
retten des In= und Auslandes errichtet
ese modernſte Siedlung der Welt hat ſich
yklren Anlage auf einem der ſchönſten
witygarts, mit ihren ſchlichten, ſauber geglie=
„rpern, den flachen Dächern, den
wun=
u raſſen und Dachgärten, den lichten Räu=
„Noa einfachen, zweckmäßigen
Inneneinrich=
iei Freunde erworben, wenn auch, wie vor=
” sie zum Teil grundlegenden Neuerungen
yruktion und der Grundrißgeſtaltung, und
ſn Tich ergebenden neuen Formen gelegent=
Legteſten Widerſpruch ſtießen. Der Erfolg
beslel- Der Beſuch von auswärts und aus
Aitzen), wuchs ſtetig und ſteigerte ſich nach
Fer=
ſerſſuder Siedlung im Herbſt ſo außergewöhn=
„ocAſe SStuttgarter Hotels wochenlang überfüllt
m.Aß rordentlich rege war das Intereſſe der
fe,K ſar die Stuttgarter Werkbundausſtellung
anſezuopa und Ueberſee in ausführlichen
Be=
en ſrügte und durch viele reiche
Sonderver=
dalAegm unterſtützte. Eine erſte umfaſſende
hriFüher die neue Baukunſt war in der
ange=
ſſeMP an= und Modellausſtellung gegeben, die
AuSotographiſche Vergrößerungen aus allen
erßi ke. Dieſer wertvolle Teil der
Ausſtel=
plleifüftig als Wanderausſtellung vom Deut=
Etaund verwaltet und iſt bereits von
Beutſchen, ſchweizeriſchen und holländiſchen
egiwen worden.
für rückſichtsloſer Autofahrer.
.i, sbaden. In der Nacht vom B. zum
tᛋz gegen 1334 Uhr, wurde in der Biebricher
ſehvss unterhalb der Nußbaumſtraße, ein
bfßter von einem von Biebrich kommenden
mſſuo von hinten angefahren und ſchwer
Wellet as Auto, bzw. deſſen Führer, fuhr nach
„Uiſhn uierkannt davon und ließ den Verletzten
sAo; Unfallſtelle liegen. Perſonen, die den
arftgob achteten oder ſonſtige Angaben machen
nM zr Ermittlung des Autos und deſſen
eerſtrigen, wollen auf Zimmer 36a der
Wies=
eitt l eiverwaltung, Friedrichſtraße 25,
Mit=
imghihm. Eine entſprechende Belohnung wird
ſichſe Bemerkt wird noch, daß an der
Unfall=
ellsſrrtzgummireifen, Fabrikat „Good Year
ſoo ffan, eine elektriſche Sucherlampe
aufgefun=
wſſn, die ſehr wahrſcheinlich von dem in
ge warnden Auto herrühren.
ölelſenſtürze am Ritterſturz.
LuſAiederlahnſtein. Große Felsmaſſen
weilliegenden Ritterſturz löſten ſich und
dunnerartigem „Knall in die Tiefe. Im
mmöſral an den beiden Weihnachtstagen des
ahlſtsfüen ſchon bedeutende Felsmaſſen
her=
ſrß nunmehr die Brüche geſichert werden
is der Stadt Koblenz gehörende
Reſtau=
ſex Ritterſturz iſt nicht gefährdet.
Ne. Wohnhäuſer eingeäſchert.
Tnihlenburg. Im benachbarten
Straß=
wach Aren am Dienstag morgen durch Groß=
MMNAwohnhäuſer mit ſämtlichen Wirtſchafts=
Mudchſklungeäſchert. Durch das Feuer ſind fünf
liean ganzen 30 Perſonen,
obdach=
aſſtdr:. Ueber die Entſtehungsurſache des
rs Hvo nichts bekannt.
Großfeuer.
Lülſlung. Dienstag abend, gegen B Uhr,
and il di Lauenſteinſchen Maſchinenfabrik m
wſtehE Zuoßfeuer. Die umfangreiche Fabrik
* hur ein Stallgebäude ein Raub der
tpmeh” all lreiches Arbeitsmaterial iſt verbrannt.
Schfſteler Dr. Ludwig Staby, der im
Fabrik=
bileſite aber infolge Krankheit nicht allein
„iche, wurde noch im letzten Augenblick von
Felelehrleuten unter eigener Lebensgefahr
9Urſache des Brandes iſt noch nicht
ge=
e mnordverſuch aus Spielerei.
AuAe Magdeburg. In Schennen bei Burg
B eitzhl baiter mit ſeinen Kollegen eine Wette
er uſe Selbſtmord begehen, wenn ſie vorher
halcheonne Bier zum Beſten geben. Er ging
naglhauffe und erhängte ſich. Sein
Vor=
en wMhx von Leuten beobachtet worden und
Ranhſln wieder ins Leben zurückzurufen.
ſunderbare Lebensrettung.
C. rſ in. Wie der Märkiſche Landesdienſt
Guklſemldet, ſtürzte dort aus einem Fenſter
britt/ Siock eines Hauſes ein Kind auf die
WBe. madfahrer, der vorüberkam, ſah das
heMerſrürzen und konnte es auffangen, ſo
dem ſſ öman nichts paſſierte.
Betriebsunfall in Eisleben.
in. Die Morgenblätter melden aus
dem Vitzihum=Schacht der Mansfeld=
Egbau und Hüttenbetrieb in Eisleben
amm Dienstag durch den
exploſionsar=
ſch nicht atembarer Gaſe ein ſchwerer
Von den neun am Unglücksort
be=
iAlleuten gelang es, ſechs außer
Lebens=
uigen, die übrigen drei konnten trotz
angen nicht mehr ins Leben
zu=
beucden.
un der Tochter ermordet.
ein. Wie der „Tag” meldet, iſt vor
2ni der Gutsbeſitzer Paul Sas in
Szol=
geſſtorben. Die Polizei ließ, veranlaßt
wonymen Brief, die Leiche ausgraben
.. Die chemiſche Unterſuchung hat
er=
e Magen des Verſtorbenen auffallend
etthielt. Hierauf wurden die Frau und
Lochter des Verſtorbenen verhaftet. Die
Leugeſtanden, ihren Vater vergiftet zu
ſie in einer Erbſenſuppe 20 Blatt
dier aufgelöſt hatte. Sie habe den
weil er die Mutter und ſie ſchlecht be=
Donnerstag, den 3 November 1927
Dem Andenken des großen deutſchen Volkswirts.
Ein Friedrich=Liſt=Denkmal
iſt m Leipzig zur Aufſtellung gekommen. Der berühmte Volkswirt hat nicht nur eine
über=
ragende theoretiſche, ſondern auch eine praktiſche Bedeutung gehabt, indem er neben dem gleichfalls
in Marmor verewigten Harcort einer der Hauptſchöpfer der Leipzig—Dresdener Eiſenbahn war.
Sturmverwüſtungen in London.
Die Folgen des Nordſee=Orkans.
Trümmer eines 50 Meter hohen Gerüſtes in London.
Der orkanartige Sturm im Nordſeegebiet hat in England mehr als 70 Menſchenleben vernichtet.
In London ſind Dächer abgedeckt, Kräne umgeworfen, Gerüſte zerſtört und zahlreiche Fußgänger
verletzt worden.
Ruſſiſche Millionärsſöhne wegen Spionage für England
in Leningrad hingerichtet:
Die Verurteilten des großen Leningrader Hochverratsprozeſſes
ind hingerichtet worden. Die Anklage warf ihnen vor, daß ſie im Auftrage engliſcher
Botſchafts=
eamten Spionage getrieben hätten. Auf unſerem Bilde ſind von links nach rechts: W. Prowe
d K. Prowe, die Söhne des bekannten früheren Millionärs, ferner Podreskow und Manow
zu ſehen. Im Vordergrund der Verteidiger.
Beginn des Gattenmordprozeſſes Heydebrand.
Breslau. In dem am Mittwoch vor dem
hieſigen Schwurgericht begonnenen Prozeß gegen den
Regierungsrat von Heydebrand und der Laſa, dem
vorgeworfen wird, ſeine Frau ermordet zu haben,
erklärt der Angeklagte bei ſeiner Vernehmung, er
ſei vom erſten Tage ſeiner Ehe an ſich klar geweſen,
daß er nur die Rolle des Prinzgemahls ſpielen müſſe
und habe ſich nicht um die Bewirtſchaftung des
Gutes gekümmert. Es ſei ſchwer geweſen, mit ſeiner
Frau auszukommen. Wegen der Rente für ſeine
Kin=
der erſter Ehe ſei es zu Streitigkeiten zwiſchen den
Eheleuten gekommen. Seine Frau habe ein
Teſta=
ment gemacht, in dem ſie ihm ſeinen Pflichtteil
ent=
zog. Schließlich habe ihn ſeine Frau aus dem Haus
geworfen. Später ſei es jedoch wieder zu einer
Ver=
ſöhnung gekommen. Wie erinnerlich behauptet der
Angeklagte, daß ſeine Frau Selbſtmord verübt habe.
Schweres Flugzeugunglück im Fernen Oſten.
TU. Kowno. Nach Meldungen aus
Blago=
weſchtſchenſk iſt dort ein Flugzeug im Nebel
abge=
ſtürzt. Sechs Paſſagiere und der Führer
fanden den Tod.
Die gefährlichen Bären von Schönbrunn.
TU. Wien. Wie die Blätter berichten, ereignete
ich am Dienstag vor dem Bärenkäfig in
Schön=
brunn, wo drei Bären untergebracht ſind, ein
ſchwerer Unfall. Ein Beſucher warf den
Bären Zuckerſtücke zu. Als eines davon außerhalb
des Käfigs liegen blieb, ſtieg der Mann trotz des
Verbots über die in einer Entfernung von 117 Meter
vor dem Käfig errichtete Barriere und wollte dem
Bären das Stück Zucker durch die Gitterſtäbe
zu=
reichen. Einer der Bären bekam die Hand des
Mannes zu faſſen, riß ihm den Zeigefinger und
Mit=
telfinger, außerdem ein etwa 30 Zentimeter langes
Stück der Sehne des Handrückens ab. Der Mann
fiel in Ohnmacht und wäre zweifellos von den Tieren
noch ärger zugerichtet worden, wenn er nicht von den
Gitterſtäben raſch hätte weggeriſſen werden können.
Die Wolga vereiſt.
FU. Kowno. Aus, Kaſan wird gemeldet, daß
dort der erſte Schnee gefallen iſt. Die Kälte beträgt
20 Grad unter Null. Die Wolga iſt zugefroren, der
Schiffsverkehr iſt vollkommen eingeſtellt.
Geite 15
Die amtliche Totenliſie über den
„Mafalda”=Untergang.
TU. New York. Laut amtlicher Mitteilung
ſind bei dem Undergang der „Mafalda” 322
Per=
ſonen, derunter der Kapitän und acht Offiziere,
ertrunken.
Das Schickſal der Deutſchen auf der „Mafalda”.
TU. Berbin. Nach einem Telegramm der
deutſchen Geſandtſchaft in Rio de Janeiro iſt der
Deutſche Vollrath, der ſich auf der
unterge=
gangenen „Mafalda” befand, in
Rioeingetrof=
fen. Von den anderen bisher gemeldeten Deutſchen,
v. Lucken, Schneider und Kappus, fehlt
bisher jede amtliche Nachricht, ſo daß man damit
rechnen muß, daß auch ſie zu den ums Leben
Gekommenen gehören.
Sturmtragödien in der Iriſchen See.
DD. London. Nach den letzten aus dem Weſten
Irlands in Dublin eingelaufenen Berichten iſt die
Zahl der ertrunkenen Schiffer im
Laufe des Sturmes in der Freitagnacht auf 51
ge=
ſtiegen. 31 ſind in der Cleggan=Bai, 10 in der
Lackanbucht und 10 bei der Inſel Inneſkea ums Leben
gekommen. 16 Mann der kleinen Siedlung
Roſſa=
diliſh, d. h. faſt die ganze männliche Bevölkerung,
ſind ertrunken. Ein gleiches Schickſal betraf die Inſel
Innisboſſin, die 15 Männer verloren hat. Die
Be=
völkerung in den weſtlichen Fiſchereidiſtrikten iſt ſo
arm, daß ſie ſich ſeetüchtige Fiſcherboote nicht kaufen
kann. Alle untergegangenen Boote ſind entweder
ge=
wöhnliche Ruderboote oder kleine, mit Wachstuch
überzogene Fiſcherboote, die kaum beſſer ſind als
Kanus. Bei günſtigem Wetter erfüllen ſie ihre
Zwecke, ſind aber auch gegen geringeren Sturm als
in der Freitagnacht vollkommen widerſtandslos.. In
verſchiedenen Fällen ſind Vater und Sohn zuſammen
ums Leben gekommen, in anderen die Väter von acht
und zehn Kindern ertrunken. Jede der 27 Familien
auf der Inſel Inniſkea iſt um einen oder mehrere
Angehörige beraubt worden. Der Untergang des
200 Tonnen großen, voll ausgerüſteten Schoners
„Fortuna” der von Liverpool nach Buenoz
Aires unterwegs war, iſt auf eine Exploſion in
der Kabine und den darauf folgenden Ausbruch eines
Feuers zurückzuführen. Der Kapitän und 20 Mann
wurden von den Rettungsbooten aufgenommen.
Fünf Mann werden vermißt und ſind
wahrſchein=
lich ertrunken. Mit Ausnahme eines Schweden
beſtand die ganze Beſatzung aus Norwegern.
Ein Hochſeeſchlepper geſunken.
TU. Dirſchau. Dienstag nachmittag iſt der
Hochſeeſchlepper „Görnik” an der Küſte bei
Bix=
höft geſunken. Der Schlepper gehörte der Wisla=
Baltik in Dirſchau und befand ſich auf dem Wege von
Kopenhagen nach Schiewenhorſt. Im Schleppzug
be=
fanden ſich zwei Seeleichter, deren Schickſal ungewiß
iſt. Man nimmt an, daß ſie angetrieben ſind.
Er=
trunken find zehn Mann der Beſatzung, die ſich
auf dem Schlepper befanden, darunter vier Offizere,
und zwar ſind der Kapitän und der erſte Steuermann
Deutſche, der erſte Mechaniker ein Pole und der
zweite Mechaniker ein Danziger.
Aus Seenot gerettet.
FU. London. Der deutſche Dampfer „Hanng
Cords” iſt am Dienstag mit der 15 Mann ſtarken
Beſatzung der finniſchen Barke „Lagomar”, die in
der Nordſee geſunken war, im Tyne
einge=
troffen.
Graf Solms in Heliopolis eingetroffen.
TU. London. Nach einer Reutermeldung iſt
Graf Solms von Bender Abbas mit einem
Flugzeug der Imperial Aireway in Heliopolis
ein=
getroffen.
Abkehr der Indianer vom Chriſtentum.
EP. London. Aus Montreal wird gemeldet,
daß die Vertreter mehrerer Indianerſtämme,
dar=
unter die der Jrokeſen, der Mohaes, der Oneids
Onandegas, der Konjugas und der Sanacas, auf
einer Konferenz beſchloſſen haben, das Chriſtentum
wieder aufzugeben. Der Gott der Weißen, erklärten
ſie, habe ihnen nur Unglück gebracht. Man habe ihnen
ihr Leben, ihre Freiheit und ihre Rechte genommen
und ihnen nichts gelaſſen. Die Indianer werden jetzt
wieder zu ihrem alten Manitu=Kult zurückkehren.
Der „Gorillamenſch”=Prozeß.
EP. London. In Winnipeg (Kanada) begann
am Dienstag der Prozeß gegen Earl Nelſon, der
wegen ſeiner rieſigen Körpermaße, ſeiner ſtarken
Be=
haarung und ſeines beſtialiſchen Geſichtsausdrucks als
der „Gorillamenſch” bezeichnet wird. Nelſon ſteht im
Verdacht, in einem Zeitraum von zwei Jahren
min=
deſtens 22 Frauen und Mädchen erdroſſelt
zu haben. Offiziell ſteht er zwar vorläufig nur wegen
der Erdroſſelung einer Frau und einer 14jährigen
Schülerin unter Anklage, jedoch deuten alle äußeren
Umſtände darauf hin, daß zahlreiche, bisher
unaufge=
klärt gebliebene Morde in verſchiedenen
amerikani=
ſchen Städten auf ſein Konto zu ſetzen ſind. Die
Anklage hat 60 Zeugen geladen. Nelſon, der
einen teilnahmsloſen Eindruck macht, leugnet alle
ihm zur Laſt gelegten Morde. Sein Verteidiger
ſucht ſeine Unzurechnungsfähigkeit nachzuweiſen.
Zu dem Brand in einem türkiſchen Bleibergwerk.
Angora. Bei dem Brande in dem
Bleiberg=
werk in Balia haben vier Arbeiter den Tod
gefunden. Durch die durch den Brand angerichtete
Zerſtörung der Anlagen hat ſich die Ausbeute um
80 Prozent verringert. Die Geſellſchaft ſah ſich
des=
halb genötigt, 800 Arbeiter zu entlaſſen.
Zuſammenſtoß zwiſchen Lokomotive und
Flug=
zeug.
EP. New York. Bei Newmarket, im Staate
New Yerſey, ſtieß bei dichtem Nebel ein
Regie=
rungspoſtflugzeug mit der Lokomotive eines
Per=
ſonenzuges zuſammen. Das Flugzeug wurde
voll=
ſtändig zertrümmert, jedoch kam der Pilot
unver=
letzt davon. — Ein Zuſammenſtoß zwiſchen
Flug=
zeug und Eiſenbahn dürfte ſich damit wohl zum
erſten Male in der Weltgeſchichte ereignet haben.
Großfeuer.
EP. Mailand. In einer calabreſiſchen
Ge=
meinde bei Maropati hat ein Großfeuer zahlreiche
Häuſer eingeäſchert. 36 Familien ſind
ob=
dachlos.
Ot. 44
Donnerstag, den 3. November 1927
Nummer=
Sport, Spiel und Zurnen.
Handball.
Die Aufſieliung der Balten.
Der Baltiſche Raſenſportverband nimmt das Vorrundenſpiel gegen
Süddeutſchland ſehr ernſt. Die Balten wiſſen auf der einen Seite zwar
ſehr genau, daß ſie in Darmſtadt eine ſchwere Aufgabe zu löſen haben,
wenn ſie die Süddeutſchen auf deren eigenem Boden bezwingen wollen;
auf der anderen Seite haben jedoch die Oſtpreußen, geſtützt auf die nur
knappe Niederlage gegen den Brandenburgiſchen Landesverband, der
bekanntlich als ſpielſtärkſter zu betrachten iſt, genug Selbſtbewußtſein,
um auf ein günſtiges Abſchneiden in Darmſtadt zu hoffen. So haben
ſie ihre Vertretung für Darmſtadt, wie wir „Oſtpreußens Sportwart”.
dem amtlichen Organ des Baltiſchen Verbandes, entnehmen, ſchon vor
Wochen auf das Sorgfältigſte zuſammengeſtellt. Man hat allerdings —
zum Urterſchied gegenüber der ſüddeutſchen Mannſchaft — bei der
Zu=
ſammenſtellung der Mannſchaft keinen Wert darauf gelegt, von
vorn=
herein die Einheitlichkeit zu wahren, ſondern hat vielmehr die beſten
Seieler aus ſämtlichen Vereinen herausgezogen. Während demgemäß
Süddeutſchland in ſeiner Auswahlelf nur Spieler aus drei verſchiedenen
Voreinen ſpielen läßt, haben die Balten Spieler aus nicht weniger als
6 Vereinen mit der Repräſentation in Darmſtadt beauftragt, wobei
allerdings zu bemerken iſt, daß 9 Spieler durch die Stettiner Vereine
geſtellt werden. Durch letzteren Umſtand war es den Balten möglich,
ihre Mannſchaft mehrere Uebungsſpiele abſolvieren zu laſſen, mit dem
Zweck, daß die einzelnen Spieler ſich kennen lernen und aufeinander
einſpielen.
Wenn wir mitteilen, daß die Baltenmannſchaft an jedem der drei
vergangenen Sonntage Uebungsſpiele austragen mußte, bedarf es wohl
keines weiteren Beweiſes mehr, welche Wichtigkeit der Baltenverband
der Darmſtädter Begegnung beimißt. Während die in Frage
kommen=
den Stettiner Spieler am 15. Oktober ein Uebungsſpiel unter ſich
ab=
ſolvierven, ſpielte die Mannſchaft dann am 22. Oktober in Schneidemühl
und trat noch am 30. Oktober gegen eine andere Auswahlmannſchaft an.
So ſſt zu erwarten, daß auch die Baltenmannſchaft ſich in Darmſtadt als
einheitliches Gebilde repräſentieren wird.
Die Aufſtellung im einzelnen wird die Folgende ſein.
Wendorff
(Greif Stettin)
Arndt
Anſcheid
(Sportklub Stettin) (D.S.V. Stettin)
Martens
Samuſch
Thiele
(DS.V. Stettin) (Preußen Stettin) (Königsberg
Kobieter Butrock. Rabſahl Ehnke
Franz
(Greif Stettin) (Danzig) (D.S.V. Stettin) (Greif) (D.S.V. Stettin)
Die Balten erwarten von dieſer Aufftellung ein günſtiges
Ergeb=
nis. Insbeſondere erhoffen ſie von ihrer Stürmerlinie große
Leiſtun=
gen, da dieſe — ohne Kobieter — als Teil der Stettiner
Städtemann=
ſchaft gegen dem deutſchen Meiſter 6 Tore fertigbrachte; intereſſant in
dieſem Zuſammenhang iſt wohl die Tatſache, daß die Städtemanmſchaft
dieſes Spiel wit dem gleichem Reſultat verlor, mit welchem der
Sport=
verein Darmſtadt 98 gegen die Breslauer Poliziſtem den Kürzeren zog.
Nachdem durch den Danziger Kobieter dieſer Strm noch verſtärkt iſt,
gibt man im Baltenverband allgemein der Meinung Ausdruck, daß
die=
ſer ſich auch in Darmſtadt durchzuſetzen verſtehen wird, zumal in den
beiden Stettiner Poliziſten (Franz und Rabſahl) — der Stettiner Pol.=
Sportverein nennt ſich Greif und beſitzt die Meiſterwürde ſeines
Landes=
verbandes — ſehr durchſchlagskräftige Stürmer zur Verfügung ſtehen.
Auch in weiterer Beziehung läßt der Baltenverband es an nichts
fehlen, um ſeiner Vertretung ein günſtiges Abſchneiden in Darmſtadt
zu ermöglichen. Damit die Balten völlig ausgeruht in den Kampf
gehen können, fährt die Manſchaft, die ja auf ihrer Fahrt nach
Darm=
ſtadt über 700 Kilometer zurückzulegen hat, ſo zeitig ab, daß ſie ſchon
am Samstag vormittag 9,57 Uhr hier anlangt. Sie wird dann, um
ſich an die Darmſtädter Platzverhältniſſe zu gewöhnen, am Nachmittag
noch ein Ueines Training am Böllenfalltor veranſtalten.
Wahrlich, eine beſſere Vorbereitung konnte der Spfelwart des
Baltenvereins ſeiner Auswahlelf wohl kaum gewähren. Für die
Süd=
deutſchen heißt es, vor einer in ſolcher Weiſe vorbereiteten Mannſchaft
auf der Hut zu fein, wenn nicht das Ergebmis eine ſchmerzliche
Nieder=
lage bringen ſoll.
Meiſterſchaftsſpiele im Main=Rheinturngau=
Deutſche Turnerſchaft.
Der vergangene Sonntag brachte wiederum einige Ueberraſchungen
in der Handballrunde im Turnerlager. Wenn auch ſoweit einzelne
Tabellenführer mit Sicherheit feſtſtehen, ſo macht ſich ein erbitterter
Kampf um die Punkte der in der Tabelle weiter Zunickſtehenden
be=
merkbar, und ſo glaubt eine jede Mannſchaft, alles aufraffen zu müſſen,
um noch einen beſſeren Platz in dieſer einnehmen zu können. Der
Spiel=
verlauf brachte folgende Engebniſſe:
Meiſterklaſſe: Pfungſtadt — Groß=Gerau 4: 2 (1:2) Groß=
Gerau wehrte ſich tapfer der Niederlage und brachte es ſogar fertig, in
der erſten Halbzeit überlegen zu ſpielen, doch Pfungſtadt war, wie es
nicht anders erwartet wurde, auf dem Damm, konnte für ſich die Punkte
herausholen und gewann ſomit ſein neuntes und vorletztes Spiel um
die Meiſterſchaft. — Eberſtadt — Neit=Iſenburg 3 2 (3:0).
Eber=
ſtadt hatte in Neu=Iſenburg mehr zu tu wie im Vorſpiel. Obwohl
Eberſtadt in der erſten Halbzeit mehr vom Spiel hatte, wie auch das
Ergebnis beſagt, glich Iſenburg durch Eifer die Techmik der Eberſtädter
aus. Trotz allem verſchoß Eberſtadt vier, Iſenburg zwei 16,50 Meter.
Auch konnte Buttler=Eberſtadt nicht begreifen, daß allzu viel Alleinſpiel
ſchließlich hart werden muß. Das ſonſt als gefährlich geſchilderte Plaſter einzelnen Wettkämpfe werden wir an dieſer Stelle zurückommen und
Neu Iſenbungs war diesmal ungefährlich. — Im Spiel Nauheim —
Sprendlingen 8: 2 (5:0) gelang es erſtevem, nicht nur einen, ſondern ſuch ſein Invereſſe am Schwimmſport zu bezeugen.
zwei Punkte mit nach Hauſe zu nehmen. Mit 5:0 für Näuheim ging
es in die Halbzeit, aber Sprendlingen kann trotz allem Eifer in der
zwveiten Halbzeit nur zwei Tore erzielen und muß der Torhüter
noch=
mals dreimal das Leder einlaſſen. Beſondere Erwähnung verdient der
letzte Torſchuß des Nauheimer Sünner, der aus 30 Meter Entfernung
dem Torhüiter Spuendlingens in die Maſchen gejagt wurde.
4=Klaſſe: Erfelden — Wolfskehlen 4:2 (2: 1). Wolfsbehlen
anfangs ſehr eifrig, ging durch 16,50 Meter in Führung, dem alsbald
durch Strafſtoß der Ausgleich Erfeldens folgte. Die vier erreichten
Tore der Erfelder verdanken ſie dem wackeren Halbrechten. Die
glück=
liche Mannſchaft ſiegte. — Wolfskehlen — Ober=Ramſtadt (Tv.) 16: 3
(8:2). Die Niederlage der OberRamſtädter war vorauszuſehen, doch
wäre die hohe Torziffer nicht zuſtande gekommen, wenn Ober=Ramſtadt
nicht einen Statiſten im Tor gehabt hätte, und war ſo allerdings jeglicher
Eifer der übrigen Mannſchaft vergeblich. — Arheilgen — Griesheim
2: 1 (2:1). Arheilgen verdienter Sieg. — Beſſungen — Darmſtadt
(Tgf.) 3: 3 (2: 1). Beſſungen anfangs ſehr überlegen und kommt zu
zwei Toren. Gegen Schluß der Halbzeit taut Darmſtadt etwas auf
und kann das Ergebnis auf 2: 1 ſtellen. In der zweiten Halbzeit kann
Beſſungen 3:1 führen und holt Tgſ. zur Entſcheidung mächtig aus.
Der Eifer, den Darmſtadt nun an den Tag legt, wird mit zwei weitenen
Toren belohnt. Mit dem obigen Reſultat endete das mit Spannung
erwartete Spiel, welches jeder Partei, einen Punkt einbrachte.
Bensheim — Eberſtadt 5: 0 (4:0).
B=Klaſſe: Bensheim — Alsbach 4:2 (2: 1). Hier mußte der
Tabellenführer die Punkte in Bensheim laſſen. — Arheilgen
Langen 2: 2 (1:0). Ein äußerſt ſpannendes ausgeglichenes Spiel, in
welchem Arheilgen bis 10 Minuten vor Schluß mit 2:0 in Führung
lag. Langen konnte im Endlauf zwei Tore erzielen. Es war dies, wie
vorauzgeſehen, ein ſcharfer Kampf um die Punkte. S
C=Klaſſe: Hähnlein — Alsbach 16: 1 (7: 1). Alsbach, das mit
neun Mann antrat, nahm die Niederlage mit turneriſchem Anſtande hin.
— Nicht unerwvartet war die Niederlage Sprendlingens in Eſchollbrücken
mit dem Ergebnis 0:5 (0:2) für letzteres. Im Spiel hatten beide
Torhüter ziemlich zur tun, und erwies ſich derjenige der Eſchollbrücker als
der Beſſere. — Beſſungen — Nieder=Roden 7: 1 (4: 1). Beſſungen
zeigte keine Luſt, das Engebnis der Vorrunde zu wiederholen, ſondern
kehrte diesmal den Spieß um und ſchickte Nieder=Roden mit einer
erheb=
lichen Niederlage nach Hauſe. — Nauheim — Erfelden 1:0 (1:0)
Die Führung übernahm Nauheim in der zehnten Minute und kämpfte
Erfelden bis zum Schluß ohne Erfolg. — Im harten Spiel
Zwingen=
berg — Jugenheim gab es ein unentſchieden 1: 1 (1: 1).
Jugendklaſſe: Seeheim — Heppenheim 6: 4 (3: 2) ein ſehr
ſcharfes und hartes Jugendſpiel, bei welchem Heppenheim eine etwas
laute Rolle ſpielte. — Hähnlein — Bensheim 6: 0 (4:0). Bensheim
überlegen und immer vor dem Tor des Gegners. Auch die
verzweifel=
ten Durchbrüche der von Hähnlein bringen keinen Erfolg, ſondern
ſchei=
tern immer an der Bensheimer Hintermannſchaft oder der Abwehr des
Tormanns. Der Verteidigung und dem Tormann Hähnleins iſt es zu
danken, daß Bensheim ein nicht höheres Reſultat erzielen konnte.
Griesheim (Tgd.) — Langem 8:0 (3:0). — Griesheim (Tgſ.) —
Beſſungen 8:1 (4: 1). Griesheim dauernd in Beſſungens Spielhälfte.
Durch 13 Meter erzielt Beſſungen ſein einziges Tor. — Kamplos
wurde Pfungſtadt gegen Groß=Gerau Sieger.
Turnen.
68. Gauturntag des Main=Rheingaues D. T.
Am Sonntag, den 6. November 1927 machmittags ½2 Uhr, tritt
in Nieder=Ramſtadt im Turnerheim des dortigen Turnvereins
die Vertretzung des Main=Rhein=Turngaues, 9. Kreis Gittelrhein), der
Deutſchen Turuerſchaft zum 68. Gauturntag zuſammen. Ihm gehören
an die Mitglieder des Geuvorſtandes, des Gauausſchuſſes, ſowie über
100 Abgeordnete aus dem Gaugebiet, die die nahezu 10 000 Mitglieder
der Gauvereine, deren Zahl ſich auf 68 beläuft, vertreten. Die Tagung
umfaßt:
1. Bericht über das 46. Gauturnfeſt ſowie das 33. Mittelrheimiſche
Kreisturnfeſt in Darmſtadt.
2. Bericht über das Ehrenmal auf dem Frankenſtein.
3. Wahl der Feſtorte für das Jahr 1928. (GausMänner= und =
Fmauen=
turnfeſt liegt bereits feſt.)
4. Das 14. Deutſche Turnfeſt in Köln.
5. Wahl des Tagungsortes zum 69. Gauturntag.
6. Erledigung der geſtellten Anträge.
7. Verſchiedenes.
Internationales Schwimmfeſi
„Jung=Deutſchlands”
Glänzendes Meldeergebnis.
Samstag und Sonntag in acht Tagen.
Ein ſportliches Ereignis erſten Ranges verſpricht das internationale
Schwimnnfeſt „Jung=Deutſchlands” am Samstag und Sonntag in acht
Tagen zu werden. Die Meldeeröffnung am geſtrigen Abend brachte ein
ausgezeichnetes Meldeergebnis, denn aus ganz Deutſchland und aus
Stvaßburg liefen Meldungen ein, die ganz hevvorragende Kämpfe
er=
warten laſſen. So werden die ſportlich führenden Vereine wie Hellas
Magdeburg. Sparta Köln, V. f. v. S. München, S.V. Göppingen,
Magdeburg 96, S.V. Zeitz, S.V. Vierſen, U. S.V. Breslau, S. V.
Karls=
ruhe, S. C. 09 Düiſſeldorf, S.V. Augsbuurg, Bayern 07 Nürnberg, S.V.
79 Hamburg, Nickar Heidelberg, S.V. Ulm, die Frankfurter Vereine
E.F.S. C. und S.V., die Offenbacher Vereine Moenus und 96 u. a. am
Start erſcheinen, zu denen ſich die Straßburger ſowie die Mannſchaft des
feſtgebenden Vereins geſellen. Namen wie Küppers, Riebſchläger,
Derichs, Berges, Schumbuurg, Budig, Staudt, Weiß, Kurmmert,
Rinder=
ſpacher, Dex uſw. gerantieren für einen glönzenden Verlauf der
Veran=
ſtaltung. Insgeſamt meldeten 33 Veveine mit rund 150 Meldungen, ein
Ergebnis, das als ſehr gut zu bezeichnen iſt. Auf die Kämpfe und die
bitten ſchon heute das verehrte Darmſtädter Publikum, durch guten Be=
K.W.L.
16 Skiläufer entſendet der norwegiſche Skiverband zu den
olympi=
ſchen Winterſpielen in St. Moritz.
Die nächſtjährigen Davispokalſpiele wird Amemka aus
Zweckmäßig=
keitsgründen in der europäiſchen Zone beſtreiten.
Tebdy Sandwina ſchlug in London den Engländer Robinſon
be=
reits in der zweiten Runde entſcheidend.
Freier Wassersport-Verein
Darmstadt
9. Kreis. Mitglied des 2. Bezirk
Arbeiter=Turn= und Sportbundes
Am Sonntag, 6. November 1927,
nachm. 2 Uhr findet das
3. Hallenschwimmfest
im Städt. Hallenſchwimmbad ſtatt.
Der Vorſtand.
Der Landesverhand der bessischen
afHenfende
ladet zum 8. Nov. 1927 zu folgenden
Veranſtaltungen im Fürſtenſaal in der
Grafenſtraße ein:
11½ Uhr Vortrag v. Herrn Prof. Kreutz
„Neues zur Ernährungstrage‟.
Eintritt frei auch für Nichtmitglieder.
14 Uhr: Gemeinſame Kaffeſtunde im
Reſtaurant Chriſt in der Grafenſtr.
17 Uhr Vortrag mit Lichtbildern von
Frau Käthe Kruſe
Eintrittspreiſe: Sitzplatz 0.80, Stehplatz
0.50.—Karten ſind bei all. Mitgliedern,
ſowie an der Kaſſe erhältlich (17076
Jae
Schulſtraße 8
Donnersiag, den Zehnten
November abends 8 Uhr
II. Dressola-Honzert
Gediegenes Programm
(Überraſchungen)
Eintritt frei Programml. Pf.
Karten ab heute in der
Dreſ=
ſola=Verkaufsſtelle (R. Hinz
Darmſtadt, Ecke Riedlinger=
und Niederramſtädterſtraße
Adreſſe genau beachten.
„Frauenberule Erziehungstragen und Puppen”.
Im Anſchluß daran:
„Kinderlieder und Kinderreigen von Lil1 Hickler”.
Eintritt für Mitglieder M. 1.—
für Nichtmitglieder M. 1.50
Karten ſind zu haben in der
Geſchäfts=
ſtelle des Hausfrauenbundes, Rheinſtr. 7
vormittags von 10 bis ½a1 Uhr und
abends an der Kaſſe. (17069dg
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Fußball.
Sportverein Darmſtadt 98 — Maim
Da durch das Pokalvorrundenſpiel Süddeutſchland-Baltemn
der 98er am Sonntag nachmittag beſetzt iſt, mußte das Fußball,
ſpiel gegen Mainz 05 auf den Vormittag angeſetzt werden.
wird dieſe Spielverlegung dem Beſuch des Spieles mr wemin
tun; den vorjährigen Bezirksmeiſter des Rheinheſſen—Saarba=
Kampfe mit den Einheimiſchen zu ſehen, dürfte ſich wohl kaunne
ballintereſſent entgehen laſſen.
Bekanntlich befinden ſich die Mainzer auch in dieſem
Jarl=
in guter Form. Wenn ſie auch zu Beginn der Verbandsſpiele
Art noch der Höhe nach erwartete Niedeulagen einſtecken mußtoo
in Neu=Iſenburg (4:7) und gegen Wormaria Worms (1:4)—
ſie doch im weitevem Verlauf der Verbandsſpiele das ſchon foſtn
Gelände wieder gewinnen. Mainz 05 belegt zurzeit den zu
bellenplatz und iſt die einzige Mannſchaft, die Wormatia Wé.
den Titel eines Heſſenmeiſters ſtreitig machen kann. Gerade
der letzten Zeit laſſen erkennem, daß der vorjährige Bezirksmein
auf dem beſten Wege iſt, die Spielſtärke, die ihn dazu befähige
Endſpielen um die Süddeutſche Meiſterſchaft des Vorjahres gu
ballſportverein Frankfurt zu beſiegen und dem 1. F.C. Nüm
Remis abzutrotzen, zurückzugewinnen. Viel zu dem ſportl5
ſchwung der Mainzer dürfte die Tatſache der
Wiedereinſtellun=
garn Heſſer beigetragen haben, der neben Otto Freitag
B=
ſpielt, ſo daß der für viele Poſten talentierte Seck für den S.
geworden iſt. Weiterhin hat Mainz 05 durch die Verwendung
teldeutſchen Neiſche einen ſehr gutem Mittelläufer erhalten,
ſondere dunch ſtets verwendbare Vorlagen auf die Flünel
ſeinz=
für dieſen Poſten bewieſen hat. Mit Karſt und Willi Freitag o4 bildet die Läuferreihe heute das Rückgrat und die G.
der Elf. Die Durchſchlagsfähigkeit und Gefährlichkeit des
dürfte durch die Namen Lipponer und Kaiſer gekennzeichnet fin
die Mainzer auf ihrem Platz am Fort Bingen im Vorſpiel nur
gegen Darmſtadt erzielen konnten, war ausſchließlich der gläm
wehrarbeit des Darmſtädter Torwächters Bärenz zuzuſchreibern
Man wird nach dem Leiſtungen des Vorſonntags den Dam
wohl allenthalben nicht zutrauen, den Kampf gegem Mainz
ſieer=
auch nur mit dem Gewinn eines Punttes beſtehen zu können.
müßte dazu eine ganz andere Leiſtung notwendig ſein, wie ſiü
in dem klaſſearmen Spiel gegen Höchſt zeigten. Und doch glant
daß die Sportvereinself den Mainzern einen hartnäckigen
Wide=
ten wird. Nicht allein die Tatſache, daß die Darmſtäſtdter im
Spielen an beſſeren Gegner ihre eigene Leiſtungsfähigkeit ſtetss)
und ſo manchem unerwarteten Sieg herausgeholt haben, läßs
beſſeres Spiel der Darmſtädter erwarten, ſondern der Umſtarn.
in einem Spiel gegen den vorjährigen Bezirksmeiſter, der jar
Flachſpiel bevorzugt, den Darmſtädtern leichter fallen wird, jün
Spielweiſe beizubehalten. Es war ja gerade das Hauptübel 7n
gegen Höchſt a. M., daß man die ſinnloſe hohe Svielweiſe des /
wit fortſchreitendem Spielverlauf immer mehr ſelbſt annahm 1n4
Erfolgloſigkeit der Kraftaufvendung beitrug. Wenn man
diat=
des letzten Sonntags berückſichtigt, und wvenm der Umſtand4
Sieg gegen Mginz dem Tabellenſtand weſentlich verbeſſem dürt5
Darmſtädter der Anſporn dazu wird, daß ſie ſich auf die frürg
ſtungsfähigkeit beſinnen, dann dürfte gerade das Spiel gegen
wohl das ſpannendſte und itereſſanteſte Treffen der diesjährnt
bandsſpiele in Darmſtadt werden.
D. V. f. R. Bürſtadt — F.V. Biblis 0:0.
Am Sonntag weilte die Bibliſer Mannſchaft in Bürſtadt 1
das fällige Verbandsſpiel auszutragen. Beide Munnſchaften
ſtärkſter Aufſtellung an und lieferten ſich einen hartnäckigen 42./
jedoch dank der guten Leitug des Unparteiiſchen faſt imm==
Grenzen des Erlaubten blieb. Der Ausgang des Spielverk:
ſpricht den gezeigten Leiſtungen, ſelbſt wenn man berückſickn
beiderſeits einige totſichere Chancen vermaſſelt wurden. Dial
Elf bewies, daß ſie, wenn der gute Wille vorhanden iſt, zu ſmül
ſteht. Sie lieſerte dem techniſch etwas überlegenen Gegner dum
Eifer und Hingabe eines jeden Spielers ein vollkommen glei:4
Spiel. Das Rückgrat der Elf war Nock auf dem Mittelläug
der diesmal wieder ein Spiel hinlegte, wie man es lange nichthd
ſah. Es iſt zu hoffen, daß er in den folgenden Punktkämpfen Erl
demſelben Eifer ſpielt, denn das Können iſt hier ja vorhanden=
Verteidigung überragte Kohr, der zuverläſſig, wie immer, dem
wenig Chancen zum Toremachen überließ. Erwähnt ſei noch
Läufer Seib, der es verſtand, den ſtarken rechten Flügel der T
im Schach zu halten. Im Sturm klappte es immer noch nich=
Hier muß, wenn es beſſer werden ſoll, ein regelmäßiges Tmimt
greifen. Mit dieſem Spiel beſchließt der Fußball=Verein EA
Vorrunde und hat ſich mit 9 Punkten einen guten Platz in des
geſichert. Man hofft, daß bei den folgenden Rückſpielen die
Tabellenſtand noch erheblich verbeſſert.
Germania Dieburg—Sportverein Weiterſtadt 1:7 (0:010
Zum fälligen Verbandsſpiel ſtanden ſich vorgeſtern die BM
1. Mannſchaften in Dieburg gegenüber. Die Gäſte haben ini
eine Umſtellung vorgenommen, welche ſich als ſehr brauchbarrel
und zwar der neue „Halblinks” ſowie der Rechtsaußen. AS
konnte im Vorſpiel gegen die gleiche Mannſchaft nur ein 33 45
ker Ueberlegenheit herausholen, was es nun wieder wettzumackh=
Um 2½ Uhr iſt Spielbeginn und ſofort ſetzte ein eifriger KiN
beiden Seiten bei ziemlich gleichen Chancen ein. Weiterſtadt / 9
gute, durchgebildete Mannſchaft ins Feld, die ſich bemüht, duchz
Spielweiſe ihr Spiel zu ihren Gunſten zu entſcheiden. Nur 79
wanchmal im Sturm am Schießen, was ja auch das Halhe:
beſagt, 0 :0. In der zweiten Spielhälfte wurde die Sache etwotz
denn kurz nach Antritt geht Weiterſtadt durch ſeinen Halbrechtutz
in Führung, der auch nach kurzer Zeit Nr. 2 einſandte. Be4
Stande verſucht Dieburg aufzuholen, jedoch ſcheiterten ſelbſt ..
ſten Angriffe und Vorlagen an der flinben Verteidigung Weis=
Mit dieſem Reſultat wauen die Weiterſtädter nicht zufrieden u9
ten ſomit ihre Punkte durch ein höheres Torverhältnis ſicherrd
und bei wunderſchönem Kombinationsſpiel brachten ſie es fertan
halb 18 Minuten 4 weitere Tore zu erzielen. 22 Minuten vore”
konmten die eifrigen Diebunger das Ehrentor einſenden. Drei s
vor dem Schlußpfiff beendete der Halblinke dem Torrigen 19
7. Treffer für Weiterſtadt. Für die Tore ſind veunntwortlichke
und Gwald je zwei, Dahn, Becker und Weſterwald je einz. Tn=
Weiterſtädter die kommenden Spiele mit demſelben Ehrgeiz un
an wie diesmal, dann ſteht die Meiſterſchaft dieſes Jahr nicht i1 0
Oer verwchnie Raucher und uicht”
liche Renner der feinen Unferschiedel/
einer individuellen Geschmacksabe!
fönung weiß, daß er diesen selſenent
Vorzug bei unserer neuen Liga findel-
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mamer 305
Seite 17
Donnerstag, den 3 November 1927
Ras fammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
gurveigen Sie!” brauſte der Mann auf, der all dieſen
g bisher zuſammenzuckend ertragen hatte, als beuge er
Fe— den Anklagen des Chemikers. „Schweigen Sie".
hehren mir Rechenſchaft geben!“
zwenſchaft! Nicht, wie Sie es verſtehen. Nein,
Düſtin=
etwerden von mir vor ein Forum gefordert werden, vor
uch erweiſen wird, wer an dem ungeheuren Verrat die
müägt, der verübt wurde. Denn ein Verrat war es, da
uderſten Tropfen dieſes furchtbarſten aller Sprengſtoffe
„uuſde unftres Vaterlandes auslieferten. Wiſſen Sie denn
wes die Folge eines engliſchen Sieges wäre? Sind Sie
Umiwtig, daß Sie in England nicht unſeren Gegner, in
auley mber nicht das Gegengewicht zu der Zentnerlaſt von
eutt g ſehen, die uns von ſeiten der Briten droht? Und
bhm Sie getan? Sie haben vielleicht den Kampf durch
rlpehandliche Tat zugunſten unſeres Feindes gewendet!
Eſgbei Tauſenden von wackeren Männern das Leben
ge=
uKtaben ein Drama auf dem Weltmeer verſchuldet, wie
AGib=ltgeſchichte noch nie zuvor geſchrieben hat!”
oſtuand während dieſer Worte dicht vor Düſtingen und
t, ihm ſeine Anſchuldigungen ins Geſicht. Und bei
ühum Anklage ſchüttelte es den Sprecher in wildem Zorn,
ſtzo ſegs zyniſche Lächeln von dem bleichen Antlitz des
kahl=
fe Mannes ſchwand und dem Ausdruck hilfloſer Verlegen=
4 machte.
yhm Sie . verlaſſen Sie ſofort mein Haus,” preßte
Bzu, dann mühſam hervor, „Sie quälen uns beide.
Mücl”
4 nem tiefen Atemzug trat Herbert Brakke zurück. „Ja,
ei fſagte er mit düſterer Entſchloſſenheit.
ſp wenn Sie bei ruhiger Ueberlegung darauf kommen
oültdkeues Sie mir unrecht getan haben, ſo will ich gern Ihre
mtſſſtgung annehmen,” fuhr der andere fort, indem er alle
net att zu dieſem ſchwachen Verſuch zuſammenraffte,
Hal=
gil ihr ucheln.
I½ und nimmer werde ich auch nur ein Wort von dem
eille as ich ſoeben geſagt habe. Und noch heute werde ich
rſthtet, Szu retten, was zu retten iſt.”
s gedenken Sie zu tun?” fragte Düſtingen, von einer
inylaet faßt.
z rrſten Richter, die zwiſchen uns entſcheiden ſollen, ſind
mſeiter eiter. Sie, die den Fleiß ihrer Hände einem
fluch=
bürden Verbrechen geliehen haben, mögen mir beiſtehen,
wie=
er Aaumachen, was noch gutzumachen iſt.”
i ſtud toll!” ziſchte Düſtingen.
MetiUl,” höhnte der Chemiker, während er ſich zum Gehen
pancſt,daß ſch in dieſer Stunde noch nach Stubinten fahren
d ſtärute aufklären werde. Wir ſehen uns wieder, Düſtin=
gen, vor irgendeinem Gerichtshof dieſer Welt. Wollte Gott, daß
es für Sie milde Richter in dieſem Lande gibt. Denn tagt über
Sie einmal das Gericht der Straße, dann wehe Ihnen! Und
ich will dafür ſorgen, daß alle erfahren, wer Sie ſind und welcher
Handlung fähig.”
„Bleiben Sie, ich bitte Sie, Brakke, bleiben Sie!” klang es
hinter dem Doktor. Aber ſchon hatte er das Zimmer verlaſſen,
und Alfred von Düſtingen ſtand allein.
Für Augenblicke verharrte der Ariſtokrat in unheimlicher
Regungsloſigkeit. Erſt jetzt, da der Angreifer geſchieden war,
kam ihm ſo recht zum Bewußtſein, was geſchehen, was
geſpro=
chen worden war. War es denn möglich? Dieſer ſonſt ſo ſtille
Doktor Brakke, den er ſtets für die Harmloſigkeit in eigener
Per=
ſon gehalten hatte, er hatte vor ihm in raſender Erregung
ge=
ſtanden und ihn geſcholten wie den niedrigſten Diener, ihm
Be=
ſchuldigungen zugerufen, wie ſie Alfred von Düſtingen noch nie
zuvor gehört. Und er ſelbſt hatte faſt durchweg geſchwiegen, ſich
gehütet, den Tobenden noch mehr zu reizen. Hatte ſich ganz
ſachte nur gewehrt und keine Kraft gefunden, ihm mit
Ent=
ſchiedenheit witgegenzutreten.
Ah ... da wandelten ſich die Empfindungen in der Bruſt
des Gedemütigten. Sinnloſe Wut erfaßte ihn. Er ſchäumte in
dieſem Zorn gegen den Mann auf, der ihn ſoeben verlaſſen
hätte. Aber es war ein ohnmächtiges Aufbrauſen ſeiner
Ent=
täuſchung; er war ſich ſofort darüber klar, daß ihn Doktor Brakke
in die Verteidigungsſtellung gedrängt, ihm gewiſſermaßen die
Hände gebunden hatte.
Als Düſtingen an dieſer Stelle ſeiner Ueberlegung
ange=
kommen war, hörte er plötzlich ein halblautes Hüſteln im
Neben=
zimmer. Er ſtutzte, und ein Zug von Aerger flog über ſein
ohne=
hin in ſolchen Momenten unſchönes Geſicht. Teufel . . . er hatte
hinter der Portiere die Tür zum Rauchzimmer halb offen
ge=
laſſen. Ohne zu ahnen, daß es zu ſolch heftigem Redegefecht
führen würde, hatte er ſich gegen das andere Zimmer ſo wenig
abgeſperrt. Und dort ſaß Karen. Kein Zweifel, der Baron
mußte alles vernommen haben, was hier geſprochen, nein,
ge=
ſchrien worden war.
Düſtingen hob den Vorhang zu Seite. Nichtig, ein Spalt
der Tür war offen. Drinnen faß Karen und rauchte aus der
Waſſerpfeife, während er, wie um ſeine Verlegenheit zu
ver=
bergen, zur Decke ſtarrte.
Der Gatte der Amerikanerin trat zu ihm. „Sie haben alles
gehört, Karen?” ſtieß er kurz hervor.
„Es war nicht anders möglich,” entgegnete der Baron und
erwiderte ſeinen Blick mit ſeltſamer Feſtigkeit, „die Herren waren
etwas laut.”
„Es iſt mir peinlich, daß Sie auf dieſe Weiſe Zeuge einer
Szene wurden, in deren Verlauf man mich beſchimpft hat.”
„Und mir tut dies außerordentlich leid. Im übrigen ſeien
Sie berſichert, Herr von Düſtingen, daß Sie dadurch in meinen
Augen nichts verloren haben. Was ein halb verrückter Menſch
ſpricht, kann Sie nicht beleidigen.”
Düſtingen ſah ihn forſchend an. Dann erinnerte er ſich
plötzlich, daß ja der Baron dem Chemiker keineswegs
freund=
ſchaftlich geſinnt ſei. Hatte ihn Brakke nicht aus dem Sattel
gehoben, als ſie ſich im Kampfe um Käthes Herz getroffen?
Konnte ein Waldemar von Karen eine derartige Zurückſetzung,
nein, noch mehr, eine ſolche Schädigung je vergeſſen? Und
Düſtingen war es, als hätte er einen Halt gefunden. Er hatte
hier gewiß einen vor ſich, der ihm keinen Schaden zufügen
würde, mit dem er ſich aber um ſo beſſer über den Zwiſchenfall.
beraten konnte.
Er rief nach Sam, ließ ſich das Nargileh ſtopfen und ſetzte
ſich wieder ſeinem Gaſt gegenüber in den breiten Klubſeſſel. Als
der Neger ſie allein gelaſſen hatte, ſagte er Karen ruhig ins
Geſicht:
„Sie ſind dem Doktor feind, Baron?”
„Warum ſollte ich es leugnen?” gab der dunkelhaarige junge
Edelmann zur Antwort, „ich haſſe ihn. Sie wiſſen wohl am
beſten, Herr von Düſtingen, woher dieſe Abneigung ſtammt.”
„Gewiß kenne ich die Quelle Ihres Haſſes. Raten Sie mirz
Was würden Sie an meiner Stelle gegen ihn unternehmen?”
Karen zuckte die Achſeln. „Ihre Situation iſt fatal. Denn
Sie haben etwas getan, was Sie kaum verantworten können.”
Dunkle Röte ſchoß in das Antlitz des kahlköpfigen Mannes.
„Sie hätten an meiner Stelle nicht anders gehandelt. Wenn
dieſer Narr ſich nicht weigern würde, meinen Plänen
zuzuſtim=
men, ſo würden wir alle an ſeiner Erfindung unermeßlich reich
werden, er aber am reichſten. Ich war ſelbſt in England, Karen,
ich habe dort geſehen, welche Wirkung der Sprengſtoff hat,
ſo=
bald man ihn in Granaten füllt. Und ich habe die Angebote der
Engländer entgegengenommen. Nein, kein anderer an meiner
Stelle hätte dem widerſtanden. Ich fühle mich frei von jeder
Schuld. Ich wollte uns allen Nutzen bringen. Oder glaubem
Sie vielleicht, daß Ihre Frau Mama, die Aktien ſür
hundert=
tauſend Mark beſitzt, die Millionen von ſich weiſen würde, die
man ihr einmal für dieſe Papiere bezahlen wird?”
„Ganz gewiß nicht.”
(Fortſetzung folgt.)
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Nummel
Donnerstag, den 3. November 1927
Neu für Darmstadt!
Russisches
Balalaika-
Orchester
begleitet den
Film
Haupt-Darsteller
Grete Moosheim, Paul Wegener
*29444
Haupt-Darsteller:
Mary Christians, Wilhelm Dieterle
Im Beiprogramm:
Wie ein Briefumschlag en
Sing-Sing! Das Haus ohne Hoffnung
der große Abenteurerfilm
Mfanr 77 6.56
HHGBAEAR IE RAÄGBEA
Café Rheing
ele
Ps
Der Film der deutschen Nation:
Donnerstag, den 3. Nocn
Gesellschaf
Abend
Freitag, den 4. Novernl
Verlosun
Abend
Jeder Gaſt erhält ein ”
Hnnannnninaaanaananz
Heute Donnerstag
Erstaufführune
17113
Meistrade 2 Schloß-Cafe raid
Schloß-Café-Ensemt
Leitung: Kapellmeister Cur
Karten: Verkehrsbüro u. Zeitungs-Kiosk, Ernst-
Ludwigsplatz, sowie de Waal, Rheinstraße 14
Ein weltgeschichtliches Dokument
Dieser Film spricht aus Bildern zu uns, die zum
großen Teil während der Ereignisse entstanden und
zu einem historisch. Film hier aneinander gereiht sind.
Die Darsteller sind wir selbst, wir alle, die wir draußen
an der Front standen oder in der Heimat darbten.
Ein Spiegelbild jener Zeit entsteht, in welchem wir
alle in wechselnden Rollen erscheinen! Nicht immer
denken wir gerne an jenen Abschnitt dieses Erlebens
zurück. Dem einen werden kaum vernarbte Wunden
autgerissen, dem anderen ist jene Zeit stolzer
Lebens-
inhalt. — Jeder achte daher die Gefühle seiner
Mit-
menschen, in der uns alle verbindenden Erinnérung
an unsere Gefallenen!
Donnerstag, den 3 Novemii
Gesellschafis-48
(Beginn 8½/ Uhr)
Freitag, den 4. November
nachmittags und abe
Grosse Sonder-Kon
anläßlich der Eröffnung des vor
neu gestalteten Tagesraums
Telephon 389
„Waldſchlößche
Griesheim b. Darmſtas.
Halteſtelle der Linie Nr.
Donnerstag ab 4 ue
Freitag und Samstag al!
KonzertundTi
Vorzügliche Speiſen und Ge‟
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Heute
Eine Wahrbeitsgetreue Schilderung des großen Krieges
Vorher:
Das niederländische Dankgebet
mit verstärktem Orchester!
Das übrige Beiprogramm
Jugendliche haben Zutritt!
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Ausgezeichnete Ausschank- u. Flaschenweine
Wriſſes
Bruhaus
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Klavierstimn
durch erſtklafſigen Stimmer ſeſok
Piano Mk. 4.50. — Flüge!
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einge=
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tr. 15, part (16866a
Landestheater.
Großes Haus.
G 3 Darmſt. Volksbühne
Donnerstag, 3. Nov.
Anfang 20 Uhr
Ende 21.45 Uhr
In der Neuinſzenierung
Salome
Drama in kAufzug
Muſikaliſche Leitung:
Dr. Karl Böhm
Inſzenierung: Hans=
Esdras Mutzenbecher
Mitwirkende:
Anna Jacobs
Ellen Kiesling
Roſe Landwehr
Grete Penſe
Rudolf Balve
Guſtav Dehard=
Oscar Grauert
Herbert Grohm
Theo Herrmann
Fritz Iſterling
Alfred Karen
Hans Komregg
Heinrich Kuhn
Chriſtoph Möbus
Hans Ney
Jakob Schaaf
Eugen Vogt
Spielwart: Fr. Wilde
Preiſe: 1—10 Mk.
Kleines Haus.
Zuſatzmiete III, 3
Donnerstag, 3. Nov.
Anfang 19.30 Uhr
Ende 22 Uhr
Zum erſten Male:
Ingeborg
Komödie in 3 Akten
von Curt Goetz
Inſzenierung:
Hans Aſchaffenburg
Bühnenbild:
L Schenck von Trapp.
Mitwirkende
Annelieſe Born
Käthe Meißner
Hansjoach Büttner
Richard Jürgas
Robert Klupp
Spielwart: (.17079
Antafg 3½ Uhr. — Letzte Abendvorstel ung 8 Uhr
empf. Drog.2*
Ludwigshöhſtrr.
im November (29339
fällt aus.
Heute Donnerstag, den 3. Noo
Torpedo
Mozart-Verein
Konkordia-Sazl
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Waldſtraße 33 *29341
billigſt (16987a
Donges & Wiest.
Samstag, 5. November, 20 Uhr
im „Städtischen Saalbau‟
Uraufführung:
Ganz Darmſtadt
ſpricht dauon
Revue in neun Blldern von Arno Egelasa
Unter Leitung des Komponisten
Siegfried May
Brauerei=Ausſchank Zur Kronet
Schuſtergaſſe 18
Donnerstag, 3. Nobbr. und Freitag, 4. N0bbſ.
Heute Donnerstag von 18 Uhr ab
Feinst. Nordsee-Kabliaufilett
geb. mit Remoul.-Tunke und K’salat
Mk. 1.00
Freitag und Samstag
Großes Schlachtfest
Kulmbacher Reichelbräu (ärztlich empfohlen)
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Gesellschaftszimmer für 20—25 Personen
der geſamten Harmonie=Orcheſter=PBereinigung üühle.
perjönlich. Leitung ihres Oirig nter Herrn Kammel.
virtuoſen Louis Kümmel (1700
Ve
Gäste:
Käthe Walter vom Hessischen
Landes-
theater, IIse Petersen und Alois Resni
von der Frankfurter Oper.
Turnhalte Woogspiell
Sonntag, dens. Nevember 1921,2bd3ie
Fest-Konzel
des 120 Spieler starken Mandolinenorehese"
im Maingau des D. M. G. B.
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am Kapellplatz
ach der Aufführung:
NALLENSALEN
Solistin:
Frledel Edinger, Ludwig
Mandolinenvirtuosin
Eintrittspreise: Num 1.—- un
Konzert-Arnold (Wilhelminenstraße 3
Bich. Hinz (Nieder-Ramstädters
S0wle an der Abendkaese ab
Federweißen Sprerdüinger (Rheinhell.), eig. Wachst
verbunden mit Schlachtfest
Stim mungsmusik
Es ladet hötlichst ein
Joh. Peter Bernhardt, Weingutsbesitzer.
Karten für Mitglieder bei O- Titze, Elisabethenstr. 4
Doſe 354
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Joſef Kreuter
Preiſe: 1.20—6 Mk
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