Einzelnummer 10 Pfennige
che Neueſte Nachrichten
g der Landeshauptſtadt
ſe: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
ufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
z, den 1. November 1927. 190. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfs.
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Konturs oder gerichtlicher Beſtreibung ſällt jedesr
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ſtädien und Natlonalbant.
helſn, uſw. entſpreche nicht unſerer wirklichen Lage und den
Beritimſſſen des größten Teiles des Volkes, es erwecke im
Aus=
hndſſn/ Eindruck, als wenn das deutſche Volk, das den Krieg
herlſſt gabe, ſich das leiſten könne. Dies ſei eine ſchwere wirt=
8 lichaflſiel und politiſche Gefahr für uns, der mit allen Mitteln
htaſ tgetreten werden müſſe. Dr. Streſemann wies auf den
ſrofltälünterſchied zwiſchen dem Sein des deutſchen Volkes, das
va durdſliſeſtrengte Arbeit gekennzeichnet ſei, und dem Schein der
Sonſchigkeit und Genußfreudigkeit, die ſich leider in Deutſchland
ge meh y mehr zeigten. Es ſei bedauerlich, daß man im Aus=
2 lauu hu igt ſei, mehr nach dem Schein zu urteilen, namentlich
dernſhe! Teil des Auslandes, der mit der Behauptung gegen
e Beuſſtand arbeite, daß das deutſche Volk abſichtlich über ſeine
Verlſchfſe lebe, um die Unmöglichkeit der Erfüllung ſeiner
Perülnzutngen darzutun.
wpeiteren Verlauf ſeiner Rede wies der Außenminiſter
auf Arotwendigkeit der von der Reichsregierung erſtrebten
ABertlau=gsreform hin. Ein Volk könne nicht den größten Krieg
der Myſ=ſchichte verlieren und ſich dann ein Durcheinander und
Nebelſnuhider von Behörden leiſten, wie es in Deutſchland der
NFall DDer ſchroffe Gegenfatz zwiſchen der Rationgliſierung
„er Mkſtcaft und der Verwaltung ſei ein Schulbeiſpiel dafür,
Daß von der Reichsregierung begonnene Reform der
Ver=
ſſchaltuſt Gerechtigt ſei. Dr. Streſemann zitierte die Meinung
GleineslEkmnotibführers am Liſt=Denkmal in Leipzig, in welcher
er Aſc; ausgeſprochen worden ſei, daß der Deutſchen
Reichs=
bahn M d) auch die Vereinheitlichung des Reiches folgen müſſe.
Wir Ilax und wollen kein Land zwingen, ſeine Selbſtändigkeit
mßuthlsy, fuhr der Miniſter fort, aber wer den Weg zum Reich
ſindenſ enr darf er nicht verwehrt werden. Wir brauchen die
Feiſhtſä=chung der Verwaltung aus den verſchiedenſten Grün=
Den, AXfzuletzt, um unſere wirtſchaftlichen
Aufſtiegsmöglich=
eſten i en halten. Wir können nicht der optimiſtiſchen Auffaſſung
ſehen,Aß wir als Volk auf die Dauer in den Verhältniſſen
hee füetzt, wenn wir nicht den Mut aufbringen,
entſchei=
dendelßyi tte in dieſer Hinſicht zu tun. Nur wenn wir uns des
Ernſtchthar Lage bewußt werden, wenn wir die Gefahr, die
unſerelſt wärtſchaftlichen Zukunftsentwicklung hier droht,
er=
lenneilsvan wir vor allem die Zeichen, die im Ueberwiegen
des Kllbrns gegenüber dem Export liegen, verſtehen und für
die Alldorung der beſtehenden Verhältniſſe ſorgen, wird unſere
ſeBigeſt imriv günſtige Lage ſich aufrecht erhalten laſſen.
Als Echo der Kanzlerrede.
Bon unſerer Berliner Redaktion.
ur dem Reichskanzler Dr. Marx am Sonntag in Eſſen
BehaltA3Mede findet merkwürdigerweiſe in der Berliner Preſſe
bisherK ehr geringes Echo, obwohl ſie zweifellos als große
bolitiſch ktion gedacht war. Das ergibt ſich ſchon aus der
Hanzerd-t wie die „Germania” die Rede aufzieht, indem ſie ihr
de UeAchrrift gibt: „Das Zentrum im Wahlkampf‟. Das er=
Bibt ſieſ her auch daraus, daß gleichzeitig der Fraktionsführer
des 3 Qunis, Herr von Guérard, in Duisburg geſprochen hat,
Bobei Mälonliche Töne wie Herr Marx anſchlug. Es iſt alſo
licht u0 ſhrſcheinlich, daß beide Reden aufeinander abgeſtimmt
warenMoſßurückgeführt werden müſſen auf einen Beſchluß des
Fraltis vorſtandes des Zentrums. In politiſchen Kreiſen wird
daher Adſder Rede des Kanzlers außerordentliche Bedeutung
beigemiſt, weil ſie, wenn auch vorläufig nur verſteckt, den
WahlkAbf einleitet, oder ſich wenigſtens für den Wahlkampf
aule Miähkeiten vorbehält. Herr Marx hat noch einmal die
Gründol ſwickelt, die das Zentrum zu dem Zuſammengehen
mit deſtzhemutſchnationalen veranlaßt haben. Er hat auch, wozu
er ſchoſen eigenen Intereſſe gezwungen war, die Erfolge der
KoalithA herausgeſtrichen, hat aber doch die Möglichkeit einer
andere Umentierung des Zentrums wenigſtens angedeutet.
egierung das Geſpenſt einer Kriſe in dieſer
he Handelsvertrag. Setzen beim deutſch=
pol=
wird bei ihnen die Neigung zur Fortſetzung
en ſolch negativen Ausgang jetzt wenigſtens in
n —, dann hat das Zentrum kein maßgebendes
O,8
bei die Komplikationen, die ſich auch bei der
und dem Reparationsproblem ergeben, noch
d. In dem Fall wäre es eine Selbſtverſtänd=
Zentrum ohne Bindung in den Wahlkampf
u bilden haben. Gehen aber die großen
Vor=
t einzuſehen, weshalb der Reichstag nicht bis
Koalition die Wahlen machen, und wenn dabei
ablehnt, dann bleibt doch aus der Verteidigung deſſen, was die
Koalition geleiſtet hat, eine ſtarke Annäherung, die zu einer
wäre alſo auch indirekt der Schluß geſtattet, daß der
Reichs=
kanzler, ebenſowenig wie das Zentrum, an eine ſolche Entwick= erinnert zu werden, daß der Streit, den der Miniſterpräſident
hält, den Boden der Wählermaſſen für alle Fälle vorzubereiten.
Die franzöſiſche Preſſe
zur Rede des Reichskanzlers.
EP. Paris, 31. Oft.
Die Eſſener Rede des Reichskanzlers Marx wird von der geſamten
Morgenpreſſe ausführlich wiedergegeben, jedoch nur vom „Echo de
Paris”, dem „Figaro” und von „Gaulois” kommentiert, deren einſeitiger hohem Intereſſe auf die Aufklärungen des Finanzminiſters über
Standpunkt zur Kriegsſchuldfrage und zur Rheinlandräumung
hin=
reichend bekannt iſt und deren Auslaſſungen daher kein allgemeines Bild
für die Aufnahme der Rede geben können. Am heftigſten kritiſiert Per= dieſe Divergenzen auch keine Verminderung durch die
Abnei=
tinax im „Echo de Paris” die Ausführungen des Reichskanzlers. Er
erklärt, die Diskuſſion zwiſchen dem Reichsfinanzminiſter und dem
Ge=
neralzahlungsagenten habe deutlich bewieſen, daß die Beſetzung ſchon Fumetti in den Kreiſen entgegengeſtellt wird, die der Meinung
ſein könne, von der Sicherheit ganz zu ſchweigen. Die Forderung nach
einer wiſſenſchaftlichen Unterſuchung der Kriegsſchuld lehnt Pertinax
natürlich rundweg ab, da die Schuld Deutſchlands ſonnenklar ſei. Nach
der Eſſener Rede, die die Tannenbergrede Hindenburgs ausdrücklich
be=
ſtätige, müſſe man ſich fragen, was mit der Politik des franzöſiſchen
Außenminiſters gewonnen worden ſei.
Aehnlich äußert ſich der „Figaro”, der die Rede als den Beweis eines
Feldzuges für die Reviſion des Verſailler Vertrages auffaßt. Die Rede
des Kanzlers beweiſe, daß alle Zugeſtändniſſe gegenüber Deutſchland toto anſieht, hat es mit der ſächſiſchen Verordnung zum Abbau
vergeblich geweſen ſeien und daß der Pangermanismus fortbeſtehe.
des Kanzlers als ausgemacht, daß Deutſchland das ihm durch den Frie= geſetzgebung, das Land Sachſen natürlich nur einen
außerordent=
densvertrag auferlegte Joch abſchüitteln wolle.
Der „Temps” und das „Journal des Débats” glauben die
Eſſener Rede des Reichskanzlers Marx vor allem auf wahlpro= aufs ſchärfſte aufeinanderplatzen laſſen wird. In einem
parla=
pagandiſtiſche Gründe zurückführen zu dürfen. Trotzdem hebt der mentariſch reifen Staate wäre das ganz ſicher nicht notwendig,
„Temps” aus der Rede drei wichtige Punkte hervor: 1. die denn in der einen Frage handelt es ſich um ein kulturelles,
feierliche Verſicherung, daß nur das Ehrgefühl die Deutſchen in
der Kriegsſchuldfrage beſeele, und daß das Reich unter allen wirtſchaftliches Problem. Sachſen iſt aber das typiſche Land
2. eine offene Mißbilligung der von der konſervativen Preſſe be= Wohnungsfrage ſind in Sachſen weſentlich mehr als in anderen
triebenen Kampagne gegen den Generalzahlungsagenten wegen. Gliedſtaaten oder im Reiche Streitobjekte des politiſchen
Macht=
feines an die Reichsregierung gerichteten Memorandums; 3. die kampfes. Es wird hier ſchwere Auseinanderſetzungen im
ſäch=
formelle Erklärung, daß die Republik die Staatsform Deutſch= ſiſchen Landtage koſten, deren Ausdehnung jeder ohne weiteres
daß man zwar an der Aufrichtigkeit des Kanzlers nicht zweifeln ment unter 96 Abgeordneten mehr als 10 umfaßt, die im
Lehr=
könne, daß aber nach Anſicht der Rechtsparteien der Feldzug in berufe tätig ſind. Aber kaum geringer werden die Spannen
der Kriegsſchuldfrage logiſcherweiſe zu einem entſcheidenden und Spaltungen ſein, die ſich auf Grund des demokratiſchen
Vorſtoß gegen die Reparationen und den Dawesplan führen Nadelſtichs in die kaum erſt oberflächlich geheilte Wunde der
müſſe. Dadurch ſei das Mißbehagen hervorgerufen worden, das wohnungswirtſchaftlichen Auseinanderſetzungen vom
Frühſom=
zum Stillſtand der Annäherungspolitik geführt habe. Das Blatt mer dieſes Jahres ergeben werden. Obwohl ſie die ſächſiſche
findet es ferner intereſſant, daß der Kanzler es im Hinblick auf Abbauverordnung vom 6. 4. 1927, wie ein ſozialiſtiſches
Blatt=
die bevorſtehenden Wahlen für notwendig befunden habe, die dieſer Tage ironiſch bemerkte, mit aus der Taufe gehoben haben
republikaniſchen Tendenzen ſeiner Partei hervorzuheben.
Das „Journal des Débats” wendet ſich nur gegen die Aus= Verordnung geſchaffenen Zuſtands dokumentierten, haben es die
führungen des Kanzlers in der Kriegsſchuldfrage. Das Brand= Demokraten, für gut befunden, dem dafür verantwortlichen
deutſche Regierung von 1914, auf Kaiſer Wilhelm und ſeine Teil der Verordnung wieder zurückzuziehen. Sie fürchten näm=
Ratgeber, und nicht auf das deutſche Volk, das, wie faſt alle lich, daß die in der Verordnung für 1. April 1928 vorgeſehene
Völler unter ähnlichen Umſtänden, ſeiner Regierung gefolgt fei. Kündigungsmöglichkeit bei beſonders teueren Gewerberäumen
Schließlich wende ſich der Artikel 231 des Verſailler Vertrags dazu führen könnte, die Patienten ärztlicher Privatkliniken zu
nicht nur gegen Deutſchland, ſondern auch gegen ſeine Verbün= gefährden, indem die Grauſamkeit der Hausbeſitzer dieſe
un=
deten. Man habe niemals behauptet, daß Deutſchland allein an glücklichen Menſchen mitten im Krankheitsverlauf um ſchnöden
der Entfeſſelung des Krieges ſchuld ſei, ſondern habe ſtets die Geldes willen auf die Straße ſetzen könnte. Dieſe Befürchtung bat
g von Wien und Berlin miteinander verknüpft.
4Auſpizien für das politiſche Sachſen.
Von unſerem ſtändigen ſächſiſchen Mitarbeiter,
Dr. Gr. Dresden, Ende Oktober.
Die Periode der politiſch=parlamentariſchen Ferien, die mitz
id malt, iſt immerhin unmöglich. Es läßt ſich knappen Unterbrechungen, von dringenden Beratungen zur
inreichend erklären daß er vor den Zentrums= großen Unwetterkataſtrophe in der Nacht vom 8. zum 9. Juli
be=
ſtens ſprach, die ja ſcharf nach links neigen, dingt, gerade vier Monate währte, nimmt in Sachſen am 1.
No=
eichendeuterei wird man da ſchon tiefer graben, vember ihr Ende. Für dieſen Tag iſt das Landesparlament zur
bnis kommen müſſen, daß im Augenblick die erſten Sitzung der Winterſeſſion auf den Beſchluß des Aelteſten=
Dauer der Koalition auch im Zentrum nicht ausſchuſſes vom Präſidenten wieder zuſammengerufen worden,
beurteilt werden. Schalten wir das Liquida= um die Arbeit am Staatswohl erneut zu beginnen. Die
Aus=
aus, dann bleiben an Schwierigkeiten die Be= ſichten, die der kommenden Arbeitsleiſtung des ſächſiſchen
Land=
as Schulgeſetz, das Reparationsprohlem und tags und der Wirkſamkeit der Politiker geſtellt werden müſſen,
können leider, wie es in Sachſen nun einmal ſeit Jahr und Tag
rtrag die Deutſchnationalen ihre Forderungen, der Fall iſt, keineswegs als ſonderlich befriedigend angeſprochen
werden. Einmal ſind es die Verwicklungen, die aus der letzten
tik wahrſcheinlich ſehr abkühlen. Erreicht das Tagungsperiode ihren Schatten noch herüberwerfen, die
Un=
ibſchiedung des Schulgeſetzes nicht — und der ſtimmigkeiten auch, die in der jungen, ſechs Parteien
umfaſſen=
den Koalition während der Ferienzeit entſtanden ſind, die keine
ran, ſich weiter mit den Deutſchnationalen zu rechte Zuverſicht auf eine beſondere Fruchtbarkeit der
bevor=
ſtehenden parlamentariſchen Auseinanderſetzungen aufkommen
Dann iſt es unausbleiblich, daß die Koalition laſſen; dann aber ſind es vor allem auch jene großen Spannun=
und als letzter Ausweg der Appell an die gen, die die Gemüter des deutſchen Volkes nicht nur in Sachſen
in den letzten Monaten beſonders ſtark bewegt haben, von denen
aber die von Gegenſätzen ohnehin überſättigte ſächſiſche
Wähler=
ſchaft und ihre parlamentariſchen Vertreter in wenig
beneidens=
ſich eben ein Wahlkampf aller gegen alle, und wertem Maße bevorzugt ergriffen wurden und die ihrerſeits
ag wird unter neuen Mehrheitsverhältniſſen Befürchtungen für eine Zeit des Haſſes und Kampfes nur allzu
berechtigt erſcheinen laſſen. Die kleinen Häkeleien, die auf
Ge=
litiſche und vor allem parlamentariſche Bühne, dankenloſigkeiten begründeten Gegenſätze nicht ſelten
perſön=
licher Art, mit denen das politiſche Ferienintereſſe geſpeiſt wurde,
ſchſten Jahres durchhalten ſollte. Dann wird bilden natürlich einen außeroidentlich triftigen Nährboden für
die Wurzeln der Unverſöhnlichkeit, die Begriffe wie
Reichsſchul=
das Zentrum offiziell jede Bindung mit den anderen Parteien geſetz und Wohnungsgeſetzgebung, ſobald über ſie geſprochen
wird, unter den Parteien unmittelbar wachrufen. Daß es an
derartigen noch ungelöſten, wenn auch minutiös erſcheinenden
Frontverengung gegen die Oppofitionsparteien führt. So herum Differenzen zwiſchen führenden ſächſiſchen Politikern nicht fehlt,
bedarf keiner beſonderen Betonung. Es braucht hier nur daran
lung auf ſo lange Sicht glaubt und es deshalb für notwendig / Heldt im Koalitionshaus durch ſeine allenthalben wenig auf
Verſtändnis geſtoßenen Kritik an ſeinem ehemaligen
Miniſter=
kollegen, dem früheren Wirtſchaftsminiſter Dr. Wilhelm, erregte,
noch keineswegs geſchlichtet worden iſt, und auch daran, daß
die Differenzen, die Herrn Heldt von der Zwei=Männer=Grupte
der Nationalſozialiſten trennen, ſelbſt dann nicht als aus der
Welt geſchafft betrachtet werden dürfen, wenn vielleicht Herr
von Mücke das politiſch=parlamentariſche Leben ſatt bekommen
und einem Nachfolger Platz machen ſollte. Weiterhin warten
mit der Regierungsgegnerſchaft auch gewiſſe Koalitionsteile mit
ſeine Delmenhorſter Rede, in der er zu Wert und Bedeutung
der Staatsbetriebe Stellung genommen hatte. Natürlich erfahren
gung, die der ſtürmiſchen Aufwertungsluſt des der Volksrechts=
und Aufwertungspartei angehörenden Juſtizminiſters Dr. von
zur Durchführung der Londoner Abkommen vom Auguſt 1924 wützlich ſind, daß die Aufwertungsgeſetzgebung endlich einmal zur Ruhe
kommen muß. Auf dieſem Boden der Spannungen und der
Ungeklärtheiten, den die ſozialiſtiſchkommuniſtiſche Oppoſition
um= und aufzupflügen hurtig bemüht iſt, wird ſich die
Erörte=
rung des vielleicht für die ganze bevorſtehende Landtagsperiode
bedeutſamen Programms der erſten Sitzung abſpielen. Es ſtehen
nur ein paar Anträge auf dieſer Tagesordnung. Der eine davon
richtet ſich gegen das Reichsſchulgeſetz, d. h. gegen den
Keudell=
ſchen Entwurf, und der andere, dem man deutlich das pars pro
der Wohnungsgeſetzgebung zu tun. Obwohl auf die Geſtältung
Auch der „Gaulois” hält es trotz der gegenteiligen Verſicherungen beider Geſetzesmaterien, das Schulgeſetz wie die
Wohnungs=
lich mittelbaren Einfluß auszuüben vermag, ſo ſteht doch zu
erwarten, daß die Debatte über dieſe Punkte die Meinungen
wohl auch um ein wirtſchaftliches, in der anderen um ein rein
Umſtänden loyal ſeinen Verpflichtungen nachkommen werde; der Politiſierung um jeden Preis. Die Schulfrage wie die
lands bleiben müſſe. — Zum erſten Punkt bemerkt der „Temps”, erkennen wird, der ſich vor Augen hält, daß das Landesparla=
und damit ihrer Zuverſicht auf die Erträglichkeit des mit der
mal, von dem Marx geſprochen habe, beziehe ſich nur auf die Arbeitsminiſter in einer Anfrage nahezulegen, wenigſtens einen
etwas ungemein Romantiſches an ſich. Wenn ſie indeſſen etwas
beſtätigt, ſo iſt es das, daß der Mangel an anderen Gründen, der
Abbauverordnung vom April auf den Leib zu rücken, die
Trag=
barkeit der Verordnung beweiſt. Nichtsdeſtoweniger ſtehen
natür=
lich Sozialiſten und Kommuniſten, die mit Recht in dem
ſeiner=
zeit durchgeführten Abbau eine Maßnahme des auch demei atiſch
Trotz großer Preiserhöhungen seitens der Fabrikanten, he
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„Allustrierten Blatt” läuft ferner der unerhört spannende
hn „Der Unheimliche‟. Sein Verfasser ist Edgar Wallace,
„ Autdgs Schauspiels,„Der Hexer”, das überall den größten Erfolg
„e te. Silſel nen den Roman, der gerade auf dem Höhepunkt seiner
annuchls.- sofort mitlesen, da die bisher erschienenen
Fortsetzun-
in d/k Mmmer 45 kurz vekapituliert sind.
Leufen , also das nächste Heft Nummer 45.
Das Illuſtrierte Blatt
FRANKFURT AM MAIN
Wöchentlich ein Heft.-Preis 20 Pfennig
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ichen A üſw. entſpreche nicht unſerer wirklichen Lage und den
Verhältuſm des größten Teiles des Volkes, es erwecke im
Aus=
and dßGendruck, als wenn das deutſche Volk, das den Krieg
verlorat gwe, ſich das leiſten könne. Dies ſei eine ſchwere
wirt=
iſchaftlitzund politiſche Gefahr für uns, der mit allen Mitteln
mtgegttzltgeten werden müſſe. Dr. Streſemann wies auf den
großenu trſchied zwiſchen dem Sein des deutſchen Volkes, das
durch Rutzwengte Arbeit gekennzeichnet ſei, und dem Schein der
Sorglätzfer und Genußfreudigkeit, die ſich leider in Deutſchland,
mehr 40 rehr zeigten. Es ſei bedauerlich, daß man im
Aus=
land Ak A. ſei, mehr nach dem Schein zu urteilen, namentlich
derjenſſchkeil des Auslandes, der mit der Behauptung gegen
Deutſcluld arbeite, daß das deutſche Volk abſichtlich über ſeine
Verhäulfe lebe, um die Unmöglichkeit der Erfüllung ſeiner
Verpſttüätungen darzutun.
Zunlelteren Verlauf ſeiner Rede wies der Außenminiſter
auf dic owpendigkeit der von der Reichsregierung erſtrebten
Verwalf ig, reform hin. Ein Volk könne nicht den größten Krieg
der Welltiſesichte verlieren und ſich dann ein Durcheinander und
Nebenelitder von Behörden leiſten, wie es in Deutſchland der
Fall ſell er ſchroffe Gegenfatz zwiſchen der Rationaliſierung
der Wiültzfia t und der Verwaltung ſei ein Schulbeiſpiel dafür,
daß diet in der Reichsregierung begonnene Reform der
Ver=
waltungy erechtigt ſei. Dr. Streſemann zitierte die Meinung
eines Alütnptibführers am Liſt=Denkmal in Leipzig, in welcher
der Wuun) a usgeſprochen worden ſei, daß der Deutſchen
Reichs=
bahn ballanch die Vereinheitlichung des Reiches folgen müſſe.
Vir kömm and wollen kein Land zwingen, ſeine Selbſtändigkeit
Mufzugeliz furhr der Miniſter fort, aber wer den Weg zum Reich
ſindet, 1iß warf er nicht verwehrt werden. Wir brauchen die
Vereinhißihung der Verwaltung aus den verſchiedenſten
Grün=
den, nicſctzuletzt, um unſere wirtſchaftlichen
Aufſtiegsmöglich=
eiten zu halten. Wir können nicht der optimiſtiſchen Auffaſſung
eben, dAwir als Volk auf die Dauer in den Verhältniſſen
eben wiß eist, wenn wir nicht den Mut aufbringen,
entſchei=
ende Sichte in dieſer Hinſicht zu tun. Nur wenn wir uns des
Ernſtes 74 Page bewußt werden, wenn wir die Gefahr, die
Uinſerer urfſchaftlichen Zukunſtsentwicklung hier droht,
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ennen, n wir vor allem die Zeichen, die im Ueberwiegen
es Imuns gegenüber dem Export liegen, verſtehen und für
ie Abäum urig der beſtehenden Verhältniſſe ſorgen, wird unſere
eöige, rI hich günſtige Lage ſich aufrecht erhalten laſſen.
Dltz Echo der Kanzlerrede.
ᛋ= unſerer Berliner Redaktion.
Die 1A dem Reichskanzler Dr. Marx am Sonntag in Eſſen
haltengs ar findet merkwürdigerweiſe in der Berliner Preſſe
Ishet eü leſr geringes Echo, obwohl ſie zweifellos als große
olitiſche tion gedacht war. Das ergibt ſich ſchon aus der
anzen Aknne die „Germania” die Rede aufzieht, indem ſie ihr
e Uebeckſuſtt gibt: „Das Zentrum im Wahlkampf‟. Das
er=
bt ſich ir auch daraus, daß gleichzeitig der Fraktionsführer
s Zentünz, Herr von Guérard, in Duisburg geſprochen hat,
Lobei er” nſiche Töne wie Herr Marx anſchlug. Es iſt alio
ſcht unwucſcheinlich, daß beide Reden aufeinander abgeſtimmt
aren ur urückgeführt werden müſſen auf einen Beſchluß des
raltionss ſtandes des Zentrums. In politiſchen Kreiſen wird
her augher Rede des Kanzlers außerordentliche Bedeutung
igemeſſgl” neeil ſie, wenn auch vorläufig nur verſteckt, den
Wahlkamſenrleitet, oder ſich wenigſtens für den Wahlkampf
e Mög g kn ten vorbehält. Herr Marx hat noch einmal die
ründe 2wi=kelt, die das Zentrum zu dem Zuſammengehen
it den Tahnationalen veranlaßt haben. Er hat auch, wozu
ſchon Aleggenen Intereſſe gezwungen war, die Erfolge der
oalitiong ru usgeſtrichen, hat aber doch die Möglichkeit einer
deren Alnkierung des Zentrums wenigſtens angedeutet.
egierung das Geſpenſt einer Kriſe in dieſer
rtrag die Deutſchnationalen ihre Forderungen
tik wahrſcheinlich ſehr abkühlen. Erreicht das
Dann iſt es unausbleiblich, daß die Koalition
bei die Komplikationen, die ſich auch bei der
d. In dem Fall wäre es eine Selbſtverſtänd=
Zentrum ohne Bindung in den Wahlkampf
ſchſten Jahres durchhalten ſollte. Dann wird
ablehnt, dann bleibt doch aus der Verteidigung deſſen, was die
lung auf ſo lange Sicht glaubt und es deshalb für notwendig Heldt im Koalitionshaus durch ſeine allenthalben wenig auf
Die franzöſiſche Preſſe
zur Rede des Reichskanzlers.
EP. Paris, 31. Oft.
Die Eſſener Rede des Reichskanzlers Marx wird von der geſamten
Paris”, dem „Figaro” und von „Gaulois” kommentiert, deren einſeitiger hohem Intereſſe auf die Aufklärungen des Finanzminiſters über
Standpunkt zur Kriegsſchuldfrage und zur Rheinlandräumung
hin=
reichend bekannt iſt und deren Auslaſſungen daher kein allgemeines Bild, der Staatsbetriebe Stellung genommen hatte. Natürlich erfahren
erklärt, die Diskuſſion zwiſchen dem Reichsfinanzminiſter und dem
Ge=
neralzahlungsagenten habe deutlich bewieſen, daß die Beſetzung ſchon
zur Durchführung der Londoner Abkommen vom Auguſt 1924 nützlich
ſein könne, von der Sicherheit ganz zu ſchweigen. Die Forderung nach kommen muß. Auf dieſem Boden der Spannungen und der
einer wiſſenſchaftlichen Unterſuchung der Kriegsſchuld lehnt Pertinax Ungeklärtheiten, den die ſozialiſtiſch=kommuniſtiſche Oppoſition
natürlich rundweg ab, da die Schuld Deutſchlands ſonnenklar ſei. Nach um= und aufzupflügen hurtig bemüht iſt, wird ſich die
Erörte=
der Eſſener Rede, die die Tannenbergrede Hindenburgs ausdrücklich
be=
ſtätige, müſſe man ſich fragen, was mit der Politik des franzöſiſchen bedeutſamen Programms der erſten Sitzung abſpielen. Es ſtehen
Außenminiſters gewonnen worden ſei.
Aehnlich äußert ſich der „Figaro”, der die Rede als den Beweis eines richtet ſich gegen das Reichsſchulgeſetz, d. h. gegen den Keudell=
Feldzuges für die Reviſion des Verſailler Vertrages auffaßt. Die Nede
des Konzlers beweiſe, daß alle Zugeſtändniſſe gegenüber Deutſchland
vergeblich geweſen ſeien und daß der Pangermanismuis fortbeſtehe.
Auch der „Gaulois” hält es trotz der gegenteiligen Verſicherungen
des Kanzlers als ausgemacht, daß Deutſchland das ihm durch den Frie= geſetzgebung, das Land Sachſen natürlich nur einen
außerordent=
densvertrag auferlegte Joch abſchlitteln wolle.
Der „Temps” und das „Fournal des Débats” glauben die
Eſſener Rede des Reichskanzlers Marx vor allem auf wahlpro= aufs ſchärfſte aufeinanderplatzen laſſen wird. In einem
parla=
pagandiſtiſche Gründe zurückführen zu dürfen. Trotzdem hebt der mentariſch reifen Staate wäre das ganz ſicher nicht notwendig,
„Demps” aus der Rede drei wichtige Punkte hervor: 1. die
der Kriegsſchuldfrage beſeele, und daß das Reich unter allen wirtſchaftliches Problem. Sachſen iſt aber das typiſche Land
Umſtänden loyal ſeinen Verpflichtungen nachkommen werde; der Politiſierung um jeden Preis. Die Schulfrage wie die
2. eine offene Mißbilligung der von der konſervatwen Preſſe be= Wohnungsfrage ſind in Sachſen weſentlich mehr als in anderen
ſeines an die Reichsregierung gerichteten Memorandums: 3. die kampfes. Es wird hier ſchwere Auseinanderſetzungen im
ſäch=
daß man zwar an der Aufrichtigkeit des Kanzlers nicht zweifeln, ment unter 96 Abgeordneten mehr als 10 umfaßt, die im
Lehr=
könne, daß aber nach Anſicht der Rechtsparteien der Feldzug in berufe tätig ſind. Aber kaum geringer werden die Spannen
der Kriegsſchuldfrage logiſcherweiſe zu einem entſcheidenden und Spaltungen ſein, die ſich auf Grund des demokratiſchen
findet es ferner intereſſant, daß der Kanzler es im Hinblick auf Abbauverordnung vom 6. 4. 1927, wie ein ſozialiſtiſches Blatt:
die bevorſtehenden Wahlen für notwendig befunden habe, die dieſer Tage ironiſch bemerkte, mit aus der Taufe gehoben haben
republikaniſchen Tendenzen ſeiner Partei hervorzuheben.
deten. Man habe niemals behauptet, daß Deutſchland allein an glücklichen Menſchen mitten im Krankheitsverlauf um ſchnöden
Die von Marr geforderte wiſſenſchaftliche Nachprüfung ſei über= beſtätigt, ſo iſt es das, daß der Mangel an anderen Gründen, der
flüſſig, denn die Verantwortung ſei durch authentiſch= Doku= Abbauverordnung vom April auf den Leib zu rücken, die
Trag=
adun Staatspolitik treiben will, die auf der bisherigen und Fran: Joſeph hätten 1914 die Wahl zwiſchen Krieg und lich Sozialiſten und Kommuniſten, die mit Recht in dem ſeiner=
ihee weſ lubeiten wollen. Daß der Reichskanzler und Führer, Frieden gehabt, und ſie hätten den Krieg gewählt.
4Auſpizien für das politiſche Sachſen.
Von unſerem ſtändigen ſächſiſchen Mitarbeiter,
Dr. Gr. Dresden, Ende Oktober,
Die Periode der politiſch=parlamentariſchen Ferien, die mit
d malt, iſt immerhin unmöglich. Es läßt ſich knappen Unterbrechungen, von driugenden Beratungen zur
inreichend erklären daß er vor den Zentrums= großen Unwetterkataſtrophe in der Nacht vom 8. zum 9. Juli
be=
ſtens ſprach, die ja ſcharf nach links neigen, dingt, gerade vier Monate währte, nimmt in Sachſen am 1.
No=
eichendeuterei wird man da ſchon tiefer graben, vember ihr Ende. Für dieſen Tag iſt das Landesparlament zur
bnis kommen müſſen, daß im Augenblick die erſten Sitzung der Winterſeſſion auf den Beſchluß des Aelteſten=
Dauer der Koalition auch im Zentrum nicht ausſchuſſes vom Präſidenten wieder zuſammengerufen worden,
beurteilt werden. Schalten wir das Liquida= um die Arbeit am Staatswohl erneut zu beginnen. Die
Aus=
aus, dann bleiben an Schwierigkeiten die Be= ſichten, die der kommenden Arbeitsleiſtung des ſächſiſchen
Land=
as Schulgeſetz, das Reparationsproblem und tags und der Wirkſamkeit der Politiker geſtellt werden müſſen,
he Handelsbertrag. Setzen beim deutſch=pol= können leider, wie es in Sachſen nun einmal ſeit Jahr und Tag
der Fall iſt, keineswegs als ſonderlich befriedigend angeſprochen
wird bei ihnen die Neigung zur Fortſetzung werden. Cinmal ſind es die Verwicklungen, die aus der letzten
Tagungsperiode ihren Schatten noch herüberwerfen, die
Un=
bſchiedung des Schulgeſetzes nicht — und der ſtimmigkeiten auch, die in der jungen, ſechs Parteien
umfaſſeu=
en ſolch negativen Ausgang jetzt wenigſtens in den Koalition während der Ferienzeit eutſtanden ſind, die keine
— dann hat das Zentrum kein maßgebendes rechte Zuverſicht auf eine beſondere Fruchtbarkeit der
bevor=
ran, ſich weiter mit den Deutſchnationalen zu ſtehenden parlamentariſchen Auseinanderſetzungen aufkommen
und als letzter Ausweg der Appell an die laſſen; dann aber ſind es vor allem auch jene großen
Spannun=
gen, die die Gemüter des deutſchen Volkes nicht nur in Sachſen
und dem Reparationsproblem ergeben, noch in den letzten Monaten beſonders ſtark bewegt haben, von denen
aber die von Gegenſätzen ohnehin überſättigte ſächſiſche
Wähler=
ſchaft und ihre parlamentariſchen Vertreter in wenig
beneidens=
ſich eben ein Wahlkampf aller gegen alle, und wertem Maße bevorzugt ergriffen wurden und die ihrerſeits
ag wird unter neuen Mehrheitsverhältniſſen Befürchtungen für eine Zeit des Haſſes und Kampfes nur allzu
u bilden haben. Gehen aber die großen Vor= berechtigt erſcheinen laſſen. Die kleinen Häkeleien, die auf
Ge=
litiſche und vor allem parlamentariſche Bühne, dankenloſigkeiten begründeten Gegenſätze nicht ſelten
perſön=
t einzuſehen, weshalb der Reichstag nicht bis lcher Art, mit denen das politiſche Ferienintereſſe geſpeiſt wurde,
bilden natürlich einen außerordentlich triftigen Nährboden für
Koalition die Wahlen machen, und wenn dabei die Wurzeln der Unverſöhnlichkeit, die Begriffe wie
Reichsſchul=
das Zentrum offiziell jede Bindung mit den anderen Parteien geſetz und Vohnungsgeſetzgebung, ſobald über ſie geſprochen
wird, unter den Parteien unmittelbar wachrufen. Daß es an
Koalition geleiſtet hat, eine ſtarke Annäherung, die zu einer 9ekartigen noch ungelöſten, wenn auch minutiös erſcheinenden
Frontverengung gegen die Oppoſitionsparteien führt. So herum Differenzen zwiſchen führenden ſächſiſchen Politikern nicht fehlt,
wäre alſo auch indirekt der Schluß geſtattet, daß der Reichs= bedarf keiner beſonderen Betorung. Es braucht hier nur daran
kanzler, ebenſowenig wie das Zentrum, an eine ſolche Entwick= erinnert zu werken, daß der Streit, den der Miniſterpräſident
hält, den Boden der Wählermaſſen für alle Fälle vorzubereiten. Verſtändnis geſtoßenen Kritik an ſeinem ehemaligen
Miniſter=
kollegen, dem früheren Wirtſchaftsminiſter Dr. Wilhelm, erregte,
noch keineswegs geſchlichtet worden iſt, und auch daran, daß
die Differenzen, die Herra Heldt von der Zwei=Männer= Grüpze
der Nationalſozialiſten trennen, ſelbſt dann nicht als aus der
Welt geſchafft betrachtet werden dürfen, wenn vielleicht Herr
von Mücke das politiſch=parlamentariſche Leben ſatt bekommen
und einem Nachfolger Platz machen ſollte. Weiterhin warten
Morgenpreſſe ausführlich wiedergegsben, jedoch nur vom „Echo de mit der Regierungsgegnerſchaft auch gewiſſe Koglitionsteile mit
ſeine Delmenhorſter Nede, in der er zu Wert und Bedeutung
für die Aufnahme der Rede geben können. Am heftigſten kritiſiert Per= dieſe Divergenzen auch keine Verminderung durch die
Abnei=
tinax im „Echo de Paris” die Ausführungen des Reichskanzlers. Er gung, die der ſtürmiſchen Aufwertungsluſt des der Volksrechts=
und Aufwertungspartei angehörenden Juſtizminiſters Dr. von
Fumetti in den Kreiſen entgegengeſtellt wird, die der Meinung
ſind, daß die Aufwertungsgeſetzgebung endlich einmal zur Ruhe
rung des vielleicht für die ganze bevorſtehende Landtagsperiode
nur ein paar Anträge auf dieſer Tagesordnung. Der eine davon
ſchen Entwurf, und der andere, dem man deutlich das pars pro
toto anſieht, hat es mit der ſächſiſchen Verordnung zum Abbau
der Wohnungsgeſetzgebung zu tun. Obwohl auf die Geſtaltung
beider Geſetzesmaterien, das Schulgeſetz wie die
Wohnungs=
lich mittelbaren Einfluß auszuüben vermag, ſo ſteht doch zu
erwarten, daß die Debatte über dieſe Punkte die Meinungen
denn in der einen Frage handelt es ſich um ein kulturelles,
feierliche Verſicherung, daß nur das Ehrgefühl die Deutſchen in wohl auch um ein wirtſchaftliches, in der anderen um ein rein
triebenen Kampagne gegen den Generalzahlungsagenten wegen Gliedſtaaten oder im Reiche Streitobjekte des politiſchen
Macht=
formelle Erklärung, daß die Republik die Staatsform Deutſch= ſiſchen Laudtage koſten, deren Ausdehnung jeder ohne weiteres
lands bleiben müſſe. — Zum erſten Punkt bemerkt der „Temps”, erkennen wird, der ſich vor Augen hält, daß das Landesparla=
Vorſtoß gegen die Reparationen und den Dawesplan führen Nadelſtichs in die kaum erſt oberflächlich geheilte Wunde der,
müſſe. Dadurch ſei das Mißbehagen hervorgerufen worden, das wohnungswirtſchaftlichen Auseinanderſetzungen vom
Frühſom=
zum Stilſtand der Annäherungspolitik geführt habe. Das Blatt mer dieſes Jahres ergeben werden. Obwohl ſie die ſächſiſche
und damit ihrer Zuverſicht auf die Erträglichkeit des mit der
Das „Journal des Debats” wendet ſich nur gegen die Aus= Verordnung geſchaffenen Zuſtands dokumentierten, haben es die
führungen des Kanzlers in der Kriegsſchuldfrage. Das Brand= Demokraten, für gut befunden, dem dafür verantwortlichen
mal, von dem Marx geſprochen habe, beziehe ſich nur auf die Arbeitsminiſter in einer Anfrage nahezulegen, wenigſtens einen
deutſche Regierung von 1914, auf Kaiſer Wilhelm und ſeine Teil der Verordnung wieder zurückzuziehen. Sie fürchten näm=
Natgeber, und nicht auf das deutſche Volk, das, wie faſt alle lich, daß die in der Verordnung für 1. April 1928 vorgeſehene
Völler unter ähnlichen Umſtänden, ſeiner Regierung gefolgt fei. Kündigungsmöglichkeit bei beſonders teueren Gewerberäumen
Schließlich wende ſich der Artikel 231 des Verſailler Vertrags dazu führen könnte, die Patienten ärztlicher Privatkliniken zu
nicht nur gegen Deutſchland, ſondern auch gegen ſeine Verbün= gefährden, indem die Grauſamkeit der Hausbeſitzer dieſe
un=
der Entfeſſelung des Krieges ſchuld ſei, ſondern habe ſtets die Geldes willen auf die Straße ſetzen könnte. Dieſe Befürchtung bat
Verantwortung von Wien und Berlin miteinander verknüpft, etwas ungemein Romantiſches an ſich. Wenn ſie indeſſen etwas
mente aus dem Wiener und Berliner Archis geklärt. Wilhelm II. barkeit der Verordnung beweiſt. Nichtsdeſtoweniger ſteheu
natür=
zeit durchgeführten Abbau eine Maßnahme des auch demol gtiſch
Seite 10
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Nummer 303
Dienstag, den 1. November 1927. 190. Jahrgang
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ſädier und Nationalbant.
OOMErnſt der Wirtſchaftskage.
Auftg diſche Anleihen nur für produktive
Bwfe — Gegen die Feſiſeuche. — Noi=
Hndigkeit der Verwaliungsreform.
Dresden, 31. Oktober.
Abßiich des Jahreseſſens der Dresdener Kaufmannſchaft,
as /v kionsgemäß am Reformationstage ſtattſindet, führte
Dr. ſemann u. a. aus: Wenn auch die wirtſchaftliche
Entwipung in den letzten Jahren eine günſtige geweſen ſei, und
venn lrcheute auf einen Tiefſtand der Erwerbsloſigkeit zurück=
Mlickenn imten, wie er ſelbſt in Vorkriegszeiten nicht erreicht
vordigei, ſo dürfe doch kein Zweifel darüber beſtehen, daß dieſe
eſicentwfllug erhebliche Gefahren in ſich berge; weniger Gefahren
ür diſeſigenwart, als vielmehr Gefahren für die Zukunft. Wir
rauchch, wie Milliarden, die in Geſtalt von Auslandskrediten
ſn un ſz Wirtſchaft gefloſſen ſeien, und die Tatſache, daß durch
ieſe kdute das Schickſal unſerer Nation mit der
wirtſchaft=
ſchen / ntwicklung Deutſchlands verbunden werde, ſei zu
be=
rüßetaAger nur die Milliarden und Millionen, die
hundert=
rozertfi fütr produktibe Zwecke Verwendung fänden, ſeien eine
erechtimitte Kapitalanlage, während jede nicht produktive
luslatinanleihe eine ſchwere Belaſtung für unſere Geſamtheit
edeutſte2— Streſemann wandte ſich dann unter dem lebhaften
Zeifalfür! Verſammlung gegen die Art und Weiſe, wie ſich die
ebenh alität in Deutſchland gegenwärtig Ausdruck verſchaffe.
das Mübrmaß an Feſten, Veranſtaltungen, Bauten aller
mög=
ſchen 4nſw. entſpreche nicht unſerer wirklichen Lage und den
ferhättyſſan des größten Teiles des Volkes, es erwecke im Aus=
und zm Cündruck, als wenn das deutſche Volk, das den Krieg
erlor ce obe, ſich das leiſten könne. Dies ſei eine ſchwere
wirt=
ſchaftliſi unid politiſche Gefahr für uns, der mit allen Mitteln
ſitgegyieteten werden müſſe. Dr. Streſemann wies auf den
roßerm inerſchied zwiſchen dem Sein des deutſchen Volkes, das
zurch eenrengte Arbeit gekennzeichnet ſei, und dem Schein der
Sorglyſuent und Genußfreudigkeit, die ſich leider in Deutſchland
nehr // riehr zeigten. Es ſei bedauerlich, daß man im
Aus=
u and Alük ſei, mehr nach dem Schein zu urteilen, namentlich
derjenm Zeil des Auslandes, der mit der Behauptung gegen
enLeutſchſ4d arbeite, daß das deutſche Volk abſichtlich über ſeine
WVerhchäſ” lebe, um die Unmöglichkeit der Erfüllung ſeiner
Verpfülktngen darzutun.
einer Koalitionsregierung das Geſpenſt einer Kriſe in dieſer
auch nicht dahin hinreichend erklären daß er vor den Zentrums= großen Unwetterkataſtrophe in der Nacht vom 8. zum 9. Juli
be=
arbeitern des Weſtens ſprach, die ja ſcharf nach lints neigen, dingt, gerade vier Monate währte, nimmt in Sachſen am 1. No=
und zu dem Ergebnis kommen müſſen, daß im Augenblick die erſten Sitzung der Winterſeſſion auf den Beſchluß des Aelteſten=
Ausſichten für die Dauer der Koalition auch im Zentrum nicht ausſchuſſes vom Präſidenten wieder zuſammengerufen worden,
tionsſchädengeſetz aus, dann bleiben an Schwierigkeiten die Be= ſichten, die der kommenden Arbeitsleiſtung des ſächſiſchen
Land=
amtenbeſoldung, das Schulgeſetz, das Reparationsproblem und tags und der Wirkſamkeit der Politiker geſtellt werden müſſen,
der deutſch=polniſche Handelsvertrag. Setzen beim deutſch=
pol=
niſchen Handelsvertrag die Deutſchnationalen ihre Forderungen
der Koalitionspolitik wahrſcheinlich ſehr abkühlen. Erreicht das Tagungsperiode ihren Schatten noch herüberwerfen, die Un=
Rechnung zu ſtellen —, dann hat das Zentrum kein maßgebendes
Intereſſe mehr daran, ſich weiter mit den Deutſchnationalen zu
kompromittieren. Dann iſt es unausbleiblich, daß die Koglition ſtehenden parlamentariſchen Auseinanderſetzungen aufkommen
Wähler bleibt, wobei die Komplikationen, die ſich auch bei der
unberückſichtigt ſind. In dem Fall wäre es eine
Selbſtverſtänd=
zieht. Dann ergibt ſich eben ein Wahlkampf aller gegen alle, und wertem Maße bevorzugt ergriffen wurden und die ihrerſeits
der neue Reichstag wird unter neuen Mehrheitsverhältniſſen Befürchtungen für eine Zeit des Haſſes und Kampfes nur allzu
lagen über die politiſche und vor allem parlamentariſche Bühne, dankenloſigkeiten begründeten Gegenſätze nicht ſelten
perſön=
zum Dezember nächſten Jahres durchhalten ſollte. Dann wird
das Zentrum offiziell jede Bindung mit den anderen Parteien geſetz und Wohnungsgeſetzgebung, ſobald über ſie geſprochen
ablehnt, dann bleibt doch aus der Verteidigung deſſen, was die
wäre alſo auch indirekt der Schluß geſtattet, daß der
Reichs=
kanzler, ebenſowenig wie das Zentrum, an eine ſolche Entwick=
Die franzöſiſche Preſſe
zur Rede des Reichskanzlers.
EP. Paris, 31. Oft.
Die Eſſener Rede des Reichskanzlers Marx wird von der geſamten
w teren Verlauf ſeiner Rede wies der Außenminiſter Morgenpreſſe ausführlich wiedergegeben, jedoch nur vom „Echo de
Nf diſſtlorwendigkeit der von der Reichsregierung erſtrebten Paris”, dem „Figaro” und von „Gaulois” kommentiert, deren einſeitiger
WZerwaliſk usreform hin. Ein Volk könne nicht den größten Krieg Standpunkt zur Kriegsſckuldfrage und zur Rheinlandräumung hin=
Er Wſſ ſtichte verlieren und ſich dann ein Durcheinander und reichend bekannt iſt und deren Auslaſſungen daher kein allgemeines Bild
weDengeider von Behörden leiſten, wie es in Deutſchland der für die Aufnahme der Rede geben können. Am heſtigſten kritiſiert Per=
Nau /eder ſchroffe Gegenfatz zwiſchen der Rationaliſierung tinax im „Echo de Paris” die Ausführungen des Reichskanzlers. Er
wer Wiſ yaft und der Verwaltung ſei ein Schulbeiſpiel dafür, erklärt, die Diskuſſion zwiſchen dem Reichsfinanzminiſter und dem Ge=
4R Diakm, der Reichsregierung begonnene Reform der Ver= neralzahlugsagenten habe deutlich bewieſen, daß die Beſetzung ſchon
balyenkt vrechtigt ſei. Dr. Streſemann zitierte die Meinung zur Durchführung der Londoner Abkommen vom Auguſt 1924 nützlich
ues ZEimptibführers am Liſt=Denkmal in Leipzig, in welcher ſein könne, von der Sicherheit ganz zu ſchweigen. Die Forderung nach
D Wuuh rrusgeſprochen worden ſei, daß der Deutſchen Reichs= einer wiſſenſchaftlichen Unterſuchung der Kriegsſchuld lehnt Pertinax
Vn bail atch die Vereinheitlichung des Reiches folgen müſſe, natürlich rundweg ab, da die Schuld Deutſchlands ſonnenklar ſei. Nach
Dir konfu uund wollen kein Land zwingen, ſeine Selbſtändigkeit der Eſſener Rede, die die Tannenbergrede Hindenburgs ausdrücklich be=
Wuger ſuhr der Miniſter fort, aber wer den Weg zum Reich ſtätige, müſſe ma ſich fragen, was mit der Politik des franzöſiſchen
Aehnlich äußert ſich der „Figaro”, der die Rede als den Beweis eines
en, ni Hzuletzt, um unſere wirtſchaftlichen Aufſtiegsmöglich= Feldzuges für die Reviſion des Verſailler Vertrages auffaßt. Die Rede
ien 31 hrlten. Wir können nicht der optimiſtiſchen Auffaſſung des Kanzlers beweiſe, daß alle Zugeſtändniſſe gegenüber Deutſchland
Auch der „Gaulois” hält es trotz der gegenteiligen Verſicherungen
ende Stie in dieſer Hinſicht zu tun. Nur wenn wir uns des des Kanzlers als ausgemacht, daß Deutſchland das ihm durch den Frie=
Der „Temps” und das „Journal des Débats” glauben die
innen, A, wir vor allem die Zeichen, die im Ueberwiegen Eſſener Rede des Reichskanzlers Marx vor allem auf
wahlpro=
e8 Imſns gegenüber dem Export liegen, verſtehen und für pagandiſtiſche Gründe zurückführen zu dürfen. Trotzdem hebt der
ſe Abäſſaeung der beſtehenden Verhältniſſe ſorgen, wird unſere „Temps” aus der Rede drei wichtige Punkte hervor: 1. die
feierliche Verſicherung, daß nur das Ehrgefühl die Deutſchen in
der Kriegsſchuldfrage beſeele, und daß das Reich unter allen
Umſtänden loyal ſeinen Verpflichtungen nachkommen werde;
2. eine offene Mißbilligung der von der konſervatien Preſſe
be=
triebenen Kampagne gegen den Generalzahlungsagenten wegen
dia unſerer Berliner Redaktion.
ſeines an die Reichsregierung gerichteten Memorandums; 3. die
Die A4 ſoem Reichskanzler Dr. Marx am Sonntag in Eſſen, formelle Erklärung, daß die Republik die Staatsform Deutſch=
ShältenR ebe findet merkwürdigerweiſe in der Berliner Preſſe lands bleiben müſſe. — Zum erſten Punkt bemerkt der „Temps”,
ISher e uater geringes Echo, obwohl ſie zweifellos als große, daß man zwar an der Aufrichtigkeit des Kanzlers nicht zweifeln
Aitiſcheſe uon gedacht war. Das ergibt ſich ſchon aus der könne, daß aber nach Anſicht der Rechtsparteien der Feldzug in
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e Uebeſrift gibt: „Das Zentrum im Wahlkampf‟. Das er= Vorſtoß gegen die Reparationen und den Dawesplan führen
er ſich er auch daraus, daß gleichzeitig der Fraktionsführer müſſe. Dadurch ſei das Mißbehagen hervorgerufen worden, das
SS Zen ſs. „Herr von Guérard, in Duisburg geſprochen hat, zum Stillſtand der Annäherungspolitik geführt habe. Das Blatt
Nobei er nliche Töne wie Herr Marx anſchlug. Es iſt alſo findet es ferner intereſſant, daß der Kanzler es im Hinblick auf
icht unm urſctheinlich, daß beide Reden aufeinander abgeſtimmt, die bevorſtehenden Wahlen für notwendig befunden habe, die
uren u mzurückgeführt werden müſſen auf einen Beſchluß des republikaniſchen Tendenzen ſeiner Partei hervorzuheben.
Das „Journal des Débats” wendet ſich nur gegen die
Aus=
rkattiongurſtandes des Zentrums. In politiſchen Kreiſen wird
der auſden Rede des Kanzlers außerordentliche Bedeutung führungen des Kanzlers in der Kriegsſchuldfrage. Das Brand=
Eigemeſſek „eil ſie, wenn auch vorläufig nur verſteckt, den mal, von dem Marx geſprochen habe, beziehe ſich nur auf die
Pahlkan eyaleitet, oder ſich wenigſtens für den Wahlkampf deutſche Regierung von 1914, auf Kaiſer Wilhelm und ſeine
le Mö4 leäten vorbehält. Herr Marx hat noch einmal die Natgeber, und nicht auf das deutſche Volk, das, wie faſt alle
tüde Acockelt, die das Zentrum zu dem Zuſammengehen. Völker unter ähnlichen Umſtänden, ſeiner Regierung gefolgt fei.
den A uhchnationalen veranlaßt haben. Er hat auch, wozu Schließlich wende ſich der Artikel 231 des Verſailler Vertrags
Son R egenen Intereſſe gezwungen war, die Erfolge der nicht nur gegen Deutſchland, ſondern auch gegen ſeine Verbün=
OatintonAlgrausgeſtrichen, hat aber doch die Möglichkeit einer deten. Man habe niemals behauptet, daß Deutſchland allein an
der Entfeſſelung des Krieges ſchuld ſei, ſondern habe ſtets die
aderen A enttierung des Zentrums wenigſtens angedeutet.,
Dalth wuir aber emmal drei Bemerkungen des Kanzlers Verantwortung von Wien und Berlin miteinander verknüpft.
Sammelih zuunächſt, daß es noch keineswegs ſicher wäre, wann. Die von Marx geforderte wiſſenſchaftliche Nachprüfung ſei über=
* Sa90Mzu, erwarten ſind; dann, daß das Zentrum ohne jede flüſſig, denn die Verantwortung ſei durch authentiſche Doku=
Siteungl ſoen Wahlkampf hineingeht; endlich, daß es mit mente aus dem Wiener und Berliner Archis geklärt. Wilhelm II.
neu Pgſen Staatspolitik treiben will, die auf der bisherigen und Fran; Joſeph hätten 1914 die Wahl zwiſchen Krieg und
fe weſſan beiten wollen. Daß der Reichskanzler und Führer Frieden gehabt, und ſie hätten den Krieg gewählt.
ſindet, 65 warf er nicht verwehrt werden. Wir brauchen die Außenminiſters gewonnen worden ſei.
Fereinhn chrung der Verwaltung aus den verſchiedenſten Grün=
Di, Ech meir als Volk auf die Dauer in den Verhältniſſen vergeblich geweſen ſeien und daß der Pangermanismuis fortbeſtehe.
eben wlrießst, wenn wir nicht den Mut aufbringen,
entſchei=
ernſtes 9* Wage bewußt werden, wenn wir die Gefahr, die densvertrag auferlegte Joch abſchüitteln wolle.
nſerer A in ſchaftlichen Zukunftsentwicklung hier droht, er=
Bige, Iſſn, günſtige Lage ſich aufrecht erhalten laſſen.
Oſt Echo der Kanzlerrede.
4Auſpizien für das politiſche Sachſen.
Von unſerem ſtändigen ſächſiſchen Mitarbeiter,
Dr. Gr. Dresden, Ende Oktober.
Die Periode der politiſch=parlamentariſchen Ferien, die mit
Form an die Wand malt, iſt immerhin unmöglich. Es läßt ſich kuappen Unterbrechungen, von dringenden Beratungen zur
Nein, auch ohne Zeichendeuterei wird man da ſchon tiefer graben, vember ihr Ende. Für dieſen Tag iſt das Landesparlament zur
ſonderlich günſtig beurteilt werden. Schalten wir das Liquida= um die Arbeit am Staatswohl erneut zu beginnen. Die
Aus=
können leider, wie es in Sachſen nun einmal ſeit Jahr und Tag
der Fall iſt, keineswegs als ſonderlich befriedigend angeſprochen
nicht durch, dann wird bei ihnen die Neigung zur Fortſetzung werden. Einmal ſind es die Verwicklungen, die aus der letzten
Zentrum die Verabſchiedung des Schulgeſetzes nicht — und der ſtimmigkeiten auch, die in der jungen, ſechs Parteien umfaſſen=
Kanzler ſcheint einen ſolch negativen Ausgang jetzt wenigſtens in den Koalition während der Ferienzeit eutſtanden ſind, die keine
rechte Zuverſicht auf eine beſondere Fruchtbarkeit der
bevor=
laſſen; dann aber ſind es vor allem auch jene großen
Spannun=
in die Luft fliegt und als letzter Ausweg der Appell an die gen, die die Gemüter des deutſchen Volkes nicht nur in Sachſen
in den letzten Monaten beſonders ſtark bewegt haben, von denen
Beſoldungsreform und dem Reparationsproblem ergeben, noch aber die von Gegenſätzen ohnehin überſättigte ſächſiſche
Wähler=
lichkeit, daß das Zentrum ohne Bindung in den Wahlkampf ſchaft und ihre parlamentariſchen Vertreter in wenig
beneidens=
ſeine Regierung zu bilden haben. Gehen aber die großen Vor= berechtigt erſcheinen laſſen. Die kleinen Häkeleien, die auf
Ge=
dann iſt nicht recht einzuſehen, weshalb der Reichstag nicht bis licher Art, mit denen das politiſche Ferienintereſſe geſpeiſt wurde,
bilden natürlich einen außerordentlich triftigen Nährboden für
die gegenwärtige Koalition die Wahlen machen, und wenn dabei die Wurzeln der Unverſöhnlichkeit, die Begriffe wie
Reichsſchul=
wird, unter den Parteien unmittelbar wachrufen. Daß es an
Koalition geleiſtet hat, eine ſtarke Annäherung, die zu einer derartigen noch ungelöſten, wenn auch minutiös erſcheinenden
Frontverengung gegen die Oppoſitionsparteien führt. So herum Differenzen zwiſchen führenden ſächſiſchen Politikern nicht fehlt,
bedarf keiner beſonderen Betonung. Es braucht hier nur daran
erinnert zu werden, daß der Streit, den der Miniſterpräſident
lung auf ſo lange Sicht glaubt und es deshalb für notwendig Heldt im Koalitionshaus durch ſeine allenthalben wenig auf
hält, den Boden der Wählermaſſen für alle Fälle vorzubereiten. Verſtändnis geſtoßenen Kritik an ſeinem ehemaligen
Miniſter=
kollegen, dem früheren Wirtſchaftsminiſter Dr. Wilhelm, erregte,
noch keineswegs geſchlichtet worden iſt, und auch daran, daß
die Differenzen, die Herrn Heldt von der Zwei=Männer=Gruppe
der Nationalſozialiſten trennen, ſelbſt dann nicht als aus der
Welt geſchafft betrachtet werden dürfen, wenn vielleicht Herr
von Mücke das politiſch=parlamentariſche Leben ſatt bekommen
und einem Nachfolger Platz machen ſollte. Weiterhin warten
mit der Regierungsgegnerſchaft auch gewiſſe Koalitionsteile mit
hohem Intereſſe auf die Aufklärungen des Finanzminiſters über
ſeine Delmenhorſter Rede, in der er zu Wert und Bedeutung
der Staatsbetriebe Stellung genommen hatte. Natürlich erfahren
dieſe Divergenzen auch keine Verminderung durch die
Abnei=
gung, die der ſtürmiſchen Aufwertungsluſt des der Volksrechts=
und Aufwertungspartei angehörenden Juſtizminiſters Dr. von
Fumetti in den Kreiſen entgegengeſtellt wird, die der Meinung
ſind, daß die Aufwertungsgeſetzgebung endlich einmal zur Ruhe
kommen muß. Auf dieſem Boden der Spannungen und der
Ungeklärtheiten, den die ſozialiſtiſch=kommuniſtiſche Oppoſition
um= und aufzupflügen hurtig bemüht iſt, wird ſich die
Erörte=
rung des vielleicht für die ganze bevorſtehende Landtagsperiode
bedeutſamen Programms der erſten Sitzung abſpielen. Es ſtehen
nur ein paar Anträge auf dieſer Tagesordnung. Der eine davon
richtet ſich gegen das Reichsſchulgeſetz, d. h. gegen den
Keudell=
ſchen Entwurf, und der andere, dem man deutlich das pars pro
toto anſieht, hat es mit der ſächſiſchen Verordnung zum Abbau
der Wohnungsgeſetzgebung zu tun. Obwohl auf die Geſtältung
beider Geſetzesmaterien, das Schulgeſetz wie die
Wohnungs=
geſetzgebung, das Land Sachſen natürlich nur einen
außerordent=
lich mittelbaren Einfluß auszuüben vermag, ſo ſteht doch zu
erwarten, daß die Debatte über dieſe Punkte die Meinungen
aufs ſchärfſte aufeinanderplatzen laſſen wird. In einem
parla=
mentariſch reifen Staate wäre das ganz ſicher nicht notwendig,
denn in der einen Frage handelt es ſich um ein kulturelles,
wohl auch um ein wirtſchaftliches, in der anderen um ein rein
wirtſchaftliches Problem. „Sachſen iſt aber das typiſche Land
der Politiſierung um jeden Preis. Die Schulfrage wie die
Wohnungsfrage ſind in Sachſen weſentlich mehr als in anderen
Gliedſtaaten oder im Reiche Streitobjekte des politiſchen
Macht=
kampfes. Es wird hier ſchwere Auseinanderſetzungen im
ſäch=
ſiſchen Landtage koſten, deren Ausdehnung jeder ohne weiteres
erkennen wird, der ſich vor Augen hält, daß das
Landesparla=
ment unter 96 Abgeordneten mehr als 10 umfaßt, die im
Lehr=
berufe tätig ſind. Aber kaum geringer werden die Spannen
und Spaltungen ſein, die ſich auf Grund des demokratiſchen
Nadelſtichs in die kaum erſt oberflächlich geheilte Wunde der
wohnungswirtſchaftlichen Auseinanderſetzungen vom
Frühſom=
mer dieſes Jahres ergeben werden. Obwohl ſie die ſächſiſche
Abbauverordnung vom 6. 4. 1927, wie ein ſozialiſtiſches
Blatt=
dieſer Tage ironiſch bemerkte, mit aus der Taufe gehoben haben
und damit ihrer Zuverſicht auf die Erträglichkeit des mit der
Verordnung geſchaffenen Zuſtands dokumentierten, haben es die
Demokraten, für gut befunden, dem dafür verantwortlichen
Arbeitsminiſter in einer Anfrage nahezulegen, wenigſtens einen
Teil der Verordnung wieder zurückzuziehen. Sie fürchten
näm=
lich, daß die in der Verordnung für 1. April 1928 vorgeſehene
Kündigungsmöglichkeit bei beſonders teueren Gewerberäumen
dazu führen könnte, die Patienten ärztlicher Privatkliniken zu
gefährden, indem die Grauſamkeit der Hausbeſitzer dieſe
un=
glücklichen Menſchen mitten im Krankheitsverlauf um ſchnöden
Geldes willen auf die Straße ſetzen könnte. Dieſe Befürchtung hat
etwas ungemein Romantiſches an ſich. Wenn ſie indeſſen etwas
beſtätigt, ſo iſt es das, daß der Mangel an anderen Gründen, der
Abbauverordnung vom April auf den Leib zu rücken, die
Trag=
barkeit der Verordnung beweiſt. Nichtsdeſtoweniger ſtehen
natür=
lich Sozialiſten und Kommuniſten, die mit Recht in dem
ſeiner=
zeit durchgeführten Abbau eine Maßnahme des auch deme: atiſch
prientierten Geſamtkabinetts erblicken, auf dem Sprung, um mit
Hilfe des politiſch gefärbten Wohnungsproblems einen Keil in
die Koglition zu treiben und durch Unterſtützung der
demokra=
tiſchen Anfrage und vielleicht auch durch ihre Verdichtung zu
einem Antrag die Demokraten der gegenwärtigen Regierung zu
entfremden. Man kann ſchon hoffnungsfreudigen Optimismus
genug in ſich haben und man wird doch ſagen müſſen, daß es
des ganzen Führerverantwortungsgefühls der ſächſiſchen
Koali=
tionsparlamentarier bedürfen wird, um dieſe Menge von
Nei=
bungen und Gegenſätzlichkeiten in ihrer Entwicklung ſo weit zu
hemmen, daß es möglich iſt, den an ſich begrüßenswerten
Koali=
tionsverſuch von den Deutſchnationalen bis zu den Altſozialiſten
vor einem vorſchnellen Ende zu bewahren.
Kriegsvorbereitungen an der
ſerbiſch=bulgariſchen Grenze.
* Sofia, 31. Oktober. (Priv.=Tel.)
Der bulgariſche Außenminiſter hat in ſeiner Kammerrede
zur Begründung des in den mazedoniſchen Grenzdiſtrikten
ver=
hängten Belagerungszuſtandes augeführt, daß dieſe Maßnahme
aus Rückſichten auf die Staatsſicherheit diktiert ſei, und zwar
hat ſowohl der Außenminiſter als auch der Miniſterpräſident zu
verſtehen gegeben, daß eine Bedrohung der bulgariſchen Grenze
ehenſogut von außen her möglich ſei, wie die Entſtehung einer
inneren aufſtändiſchen Bewegung. Es ſei in dieſem
Zuſammen=
hang nur an die Konvention von Niſch erinnert, die vor fünf
Jahren Jugoflewien das Necht gab, bei Verfolgung
mazedo=
niſcher Banden auf bulgariſches Gebiet überzutreten. Die
Kon=
bention wurde nach dem Tode Stambulinſtis aufgehoben, doch
läßt ſich bei den eigenartigen Grenzbeziehungen ſehr leicht der
Fall denken, daß ein auf der Verfolgung befindliches
Detache=
ment im Eifer der Arbeit die Grenze überſchreite, um ſo mehr,
da die bulgariſchen Grenzſtellungen in den letzten Tagen einige
Genigranten. Mit Recht hat Buroff darauf hingewieſen, daß
wohl eine Tolerierung dieſer gegen das Beſtehen der Regierung
in Bulgarien gerichteten Bewegung durch Zugoſlawien ſehr
wahrſcheinlich ſei, daß aber die bewaffneten Angriffe auf
bul=
matiſche Aktion ausgelöſt hätten, da die Beziehungen zu
Jugo=
lawien von ſolchen Zwiſchenfällen nicht abhängig ſein dürften.
Daß das offizielle Jugoſlawien an dieſen Dingen zum
min=
deſten früher keine ganz reinen Hände hatte, beweiſe ein geſtern
bei dem Städtchen Ferdinand, unweit der ſerbiſchen Grenze,
aufgedecktes Waffenlager durch die bulgariſche Polizei. Der
Fund beſtand aus mehreren Hundert ungebrauchten
Militär=
gewehren mit den dazugehörigen Patronen. Die Swobodna
Retei” hebt hervor, daß es ſich um ausländiſche Militärwaffen
handelt, die in der Weiſe verpackt waren, wie dies in
militä=
riſchen Depots üblich iſt. Die Zeitung „Sora” berichtet von
lebhaften militäriſchen Arbeiten an der ſerbiſchen Grenze. Die
alten Grabenſtellungen werden ausgebaut, und ein neueß
Grabenſyſtem wird noch angelegt. An einzelnen Punkten
wur=
den ſogar Geſchütze in Stellung gebracht, zweifellos Bewegungen,
die ſelbſt für einen verſtärkten Grenzſchutz übertrieben ſind, wenn
man bedenkt, daß es ſich um die Bekämpfung von Banden in
nur aus Gewehren und Handgranaten beſteht.
Daß die ungewöhnlichen Truppenbewegungen an der
jugo=
ſlawiſchen Grenze in Bulgarien ſchärfſte Kritik finden, geht
dar=
aus hervor, daß noch in einer der letzten Nächte eine ſchwer
be=
waffnete Emigrantenbande ungehindert den vierfachen ſerbiſchen
Poſtenring durchſchreiten konnte und auf bulgariſchem Gebiet
einen Ueberfall auf den Poſten von Trekliano ausführen konnte.
Am auffallendſten iſt dabei, daß dieſe nächtliche Schießerei die
ſerbiſchen Grenzpoſten nicht glarmierte und die
Emigranten=
trupps ungehindert auf ſerbiſchem Gebiet verſchwinden konnten,
Von dieſen Tatſachen bis zu der Schlußfolgerung, daß dieſe
Tätigkeit durch die jugoſlawiſchen Behörden geduldet wird, iſt
es nicht weit. Selbſt der bulgariſche Kriegsminiſter Volkoff hat
Journaliſten gegenüber dieſe Beobachtungen beſtätigt und
hin=
zugefügt, daß der bulgariſche Grenzſchutz ſich auf alle Fälle nicht
Eindringlinge abzuwehren.
*Ein Prophet des Deutſchtums.
Von Dr. Karl Nerthus.
können, wenn es den Sinn ſeiner Siege, der von 1866 und 1870
zum Beiſpiel, ſogleich immer erfaßt hätte. Indeſſen ſcheint hier der, ſtreitbarer Wiſſenſchaft lebenslang verkörpert ſchien. Lagarde
den einzig ſteilen Aufſtieg zur Höhe nimmt, daß nach großen
Erſchlaffung und materieller Genußſucht aufzurütteln iſt. Um ſehen, echtem Glauben ſein eigenes Feld reſervierend. So wurde
man erſt ſpäter aus viel weiterer Perſpektive wahrnimmt, wie einerſeits bahnbrechendſter Forſcher auf dem Gebiet der
Orien=
ſolch zeitweiſer Niedergang dann keineswegs alle Teile des
Vol=
kes gleichmäßig erfaßt hat, daß im Gegenteil gerade dieſen Epochen, an die philologiſchen Urſprünge und Tendenzen auch des jungen
geborene Führernaturen angehörten, die bloß die allzutiefe
wußten. Sie bekommen hierdurch unwillkürlich, wie ſehr ſie
tiſches, — ihr Los iſt meiſt ein tragiſches, wie denn bereits die
Volkes, ihrer Nation, im Grunde Einſame und Unverſtandene
die drohende Gefahr vonNorden, von Mazedonien her, zu bannen
vermochten.
So haben auch wir Deutſchen — mag es denn erſt heute mit 2
voller Klarheit, aber zu deſto größerem Segen für die Zukunft z
innerlichen Deutſchtums — keine Geringeren als Jacob Burck=
In gewiſſem Sinne gehören auch Guſtav Freytag und Heinrich
von Treitſchke noch hierher, aber an perſönlich=tiefer Leidens= chriſtliches Gemeinſchaftsleben und eine „nationale Religion”
fähigkeit und tragiſch faſt gewollter Vereinſamung, rücken doch j
äußerlich ohne Berührung geblieben) dem heutigen Blick immer
enger zuſammen. Paul de Lagarde — übrigens nicht franzöſiſcher
Vom Tage.
Wie das V.D.3.=Bureau erfährt, iſt die Sitzung der
Reichstags=
fraktion des Zentrums, die am 3. November ſich unter dem Thema
„Reich und Länder” mit dem Reichsſchulgeſetz und dem
Beſoldungs=
problem befaſſen ſollte und zu der auch die Hinzuziehung von
preußi=
ſchen Abgeordneten des Zentrums geplant war, einſtweilen abgeſagt
worden. Der neue Termin dieſer Beſprechung der
Zentrumsparlamen=
tarier ſteht noch nicht feſt.
Die Liſſaboner Polizei hat eine ziemlich ausgedehnte Verſchwörung
linksſtehender Elemente aufgedeckt, die im Anſchluß an die vorbereiteten
Attentate den allgemamen politiſchen Umſturz herbeiführen wollten.
Mehrere Arbeiter, die Bomhen fabrizierten, wurden verhaftet. Der
Anführer der Verſchwörer, Americo Villa, konnte ſich der Verhaftung
entziehen.
Die Regierung in Angora hat nunmehr endgültig beſchloſſen, das
alte türkiſche Paviergeld am 15. Nobember in neues umzutauſchen. Das halb ſoll die Freigabe von Funkanlagen dunch Geſeis
neue Geld iſt in England gedruckt und im Laufe des Sommers in der werden. Gleichzeitig ſoll dem Poſtminiſterium ein uu
Türkei eingstroffen. Die Regierung hofft, durch den Umtauſch des ge= tes Hausdurchſuchungsrecht nach Funkanlagen unmu
ſamten Geldes ungefähr 30 Millionen t. Pf. zu erübrigen, da man ziehung von Poſtbeamten zugeſtanden werden. Scht
annimmt, daß durch Brand, Krieg und andere Umſtände ein großer noch eine Verſchärfung der Beſtimmng vongeſehen
Teil der alten Scheine verloven gegangen iſt.
Der neuerliche Verſuch der katgloniſchen Unzufriebenen, einen Auf= den. Soviel iſt jedenfalls ſchon durchgeſickert, daß das 7
ſtand in Shanien herbeizuführen, wird nach den letzten Meldungen völlig ugeapbeitet werden ſoll. Der Referentenenmam
aus Andorra als gänzlich geſcheſtert betrachtet. Die Ausweiſung des
Lehrers Armegol, des Vertrauensmannes von Oberſt Maeigs, der von in abſehbarer Zeit fertiggeſtellt ſein, ſo daß er vielleichk
Brüſſel aus, wohin er ſich nach ſeiner Ausweiſung aus Frankreich Weihnachten an das Kabinett gehen lann, falls es 7.
zurückzog, die Verſchwörung geleitet haben foll, wird als ſicheres An= ſterium nicht noch im letzten Augenblick vorziehen ſollte rn
zeichen hierfür angeſehen. Auc die Nachforſchungen der Miliztruppen ſicht auf die zahlveichen Widerſtände, die ein ſolches 79
im Walde von Fencamp nach den dort angeblich verſammelten Kata= Reichstag finden wird, einen anderen Weg einzuſchckug
loniern blieben ergebnislos.
Wie aus Bukareſt gemeldet wird, iſt in allen Garniſonen in Rumäe ſetzen.
nien für den 1. November die Kriegsbereitſchaſt angeordnet. An
die=
ſem Tage ſoll nämlich die bereſits angekündigte große
Maſſenverſamm=
lung der Bauernpartei in Kronſtadt abgehalten werden. Die Regierung
hat in Anbetracſt deſſen umfangreiche militäriſche Vorkehrungen ge= Der Reichsinnenminiſter hat ſich bisher bei den Korſ
troffen.
Prüfung und Feſiſetzung der beſſiſchen
Wohlorſchläge.
Montag nachmittag fand im Sitzungszimmer des Staatsminiſteriums Plenum zurück ſoll. Vorläufig überſieht noch niemanin
Male Angriffen ausgeſetzt waren. Die Angreifer beſtanden aus in Darmſtadt die Prüfung und Feſtſetzung der Wahlvorſchläge für die Dinge überhaupt weiterlaufen ſollen. Auch Herr vong!.
Landtagswahl 1927 durch den Landeswahlleiter und den Landeswahl= ſcheint ſich darüber im Unklaren zu ſein. Um voranFühe
Angehörigen der in Jugoſlawien lebenden agrarkommuniſtiſchen ausſchuß ſtatt. Dieſer Ausſchuß beſteht aus ſechs Vertretem, die den hat jetzt die Deutſche Volkspartei die Initiative ergmſty
Parteien des Landtags (mit Ausnahme der Kommumſtiſchem Partei) hat Herrn von Keudell ſchriftlich die Forderungen zuan
angehören. Den Porſitz führte der Landeswahlleiter, Miniſterialrat ſie zum Reichsſchulgeſetz erhebt, alſo gleichſam das Bel
Bornemann. Dieſer ſtellte nach Grüffnung der Sitzung feſt, daß ſie
ordonungsgemäß einberufen wurde und verpflichtete durch Handſchlag von deſſen Erfüllung ſie ihre Zuſtimmung abhingbi ßel
die Ausſchußmitglieder. Der Vorſitzende teilte ſohmnn die Wahlvor= muß. Sie hat dabei nicht nur die eigentlich kulhrnge
gariſche Poſten und Dörfer noch nie bulgariſcherſeits eine diplo= ſchläge mit und die Kennworte; ſie wurden in folgender Reihenfolge Fragen, ſondern auch den Koſtenpunkt, einmal angagl
verleſen und erſcheinen auch ſo auf dem Wahlzettel:
1. Sozialdemokratiſche Partei.
2. Zentrum.
3. Demokratiſche Partei.
4, Heſſiſcher Landbund und Rheinheſiſche Landliſte.
3. Deutſchnationale Volkspartei.
8. Kommuniſtiſche Partei.
7. Deutſche Vollzspartei.
8, Volksrechtspartei (Reichspartei für Aufwertung).
Die Wahlvorſchläge der Demokraten, des Heſiſchen Landbundes und grundſätzlicher und taktiſcher Art aufzuräumen.
der Deutſchnationalen ſind provinziell gegliedert, die übrigen ſind
Land=
liſten. Alle Vorſchläge wurben in Ordnung befundeu; in einigen Fällen
wurden allerdings Namen geſtrichen ſaber ganz am Ende der Liſten). Die Beratungsſtelle für Auslandsanhilk.!
weil die Annahmeerklärungen der Kandidaten fehlten. Auch wurde
auf einem Wahlvorſchlag der Zuſatz M. d. L. Mitglied des Landtags)
geſtrichen, weil dies früher auch ſo üblich war.
Zu den Untznſchriften, die mch den geſetzlichen Vorſchriften beöizut=, dem Finanzminiſter Dr. Köhler, dem Wirtſchaftsminiſter Druicäl
bringen waren, bemerkte Mimiſterialrat Bornemann, daß ſich zahlreiche Reicksbankpräſident Dr. Schacht und Parker Gilbert ſtatzgefumafit
Mängel” ergchen haben, gerade ſo wie im vergangenen Jahre beim / Beſprechung galt der Arbeit der Beratungsſtelle und ma. 4
Vollsbegehren. Trotzdem die Unterſchriffen diesmal auf den Bürger” annehmen, daß für deren zukünftige Tätigkeit die Grundſätze n
meiſtereien geleiſtet werden mußten, ſo genügten ſie aftmals nicht den ſein werden, die Röhler und Curtius im Haushaltsausſchuf i9.
Stärke von höchſtens zehn Mann handelt, deren Bewaffnung geſetzlichen Vorſchriften; 28 fehlte z. B. die Berufzangabe oder= der haben. In Zukunft wüird alſo ein ſtrengerir. Präfungsſtab 1
Wohnort. Bedauerlich bleibt, daß ſich die Bürgermeiſteweien ſelbſt an
der Zurachtmachung der Liſten beteltigt haben. Wäre ſtatt des jetzigen Ieih.
Offenlegungsverfahrens der Liſten wieder das Hauſierverfahren
zu=
läfſia geweſen, ſo hätte unter Umſtänden die Volksrechtspartei nicht die Liſienverbindung der Parteien in Dauch
erforderliche Zahl gültiger Unterſchriften beigebracht. Auf manchen
Un=
terſchriftsliſten ſind Ergänzungen von dritter Hond vongenommen
wor=
den, einige Bürgermeiſtereien haben nicht einmal die Zahl der
Unter=
ſchriften richtig beſcheinigt, und zwar zum Nachteil der Intereſſenten. Wahlleiten die Verbindung ihrer Liſten erklärt: Deutſchnationgul
Wieder ſind unglaublich viele Strichelungen vorgekommen, trotzdem das
unterſagt böar; ſogar ſind Unterſchriften nicht eigenhändig geleiſtet
wor=
den. In einem Ortz hat ein Herr aus Leipzig feinen Namen in die Liſſe ein= Bürgerpartei und Danziger Hausbeſitzerpartei, Mieter= und Gücheill
getragen; es iſt unberſtändlich, wie den Bürgermeiſter das zulaſſen konnte.
Es ſind — damit auch nicht der Schenrz fehlt — Untorſchriften für die niſtiſche Partel, Deutſchliberale und Partei der Fiſcher und brsch.;
Vollsrechtspartei vollzogen worden mitz dem Zuſatz, daß dadurch keine
Haftung für die 500 Mark Kaution übernommen werde. Die Volks= ſchaldner=Partel,
rechtspartei hatte am B. Oktober ſam V. Oktober war der Termin
ab=
gelgufen) noch nachträglich Unterſchriften eingereicht, doch konnten dieſe
nach Artikel 38 Abſatz 3 der Landeswahlordnung nicht mehr
berüchſich=
tigt werden.
Am Schluß der Sitzung wurde ein Antrag angenommen, worin
ausgeſprochen wird, daß ſämtliche Wahlvorſchläge die notwendige Zahl
aus der Nuhe bringen laſſe und ſich darauf beſchränten werde, von Unterſchriſten aufweiſe ud den Erforderniſſen der
Londeswachl=
ordnung entſprechen.
D
Vater hieß Bötticher und war Lehrer am Friedrich=Wilhelm=
Gymnaſium zu Berlin — war freilich der um volle 17 Jahre
Zu Paul de Lagardes 100. Geburtstag, am 2. Rovember. Aeltere; um ſo eher werden wir einen Einfluß des ſchon vor
ſeiner Göttinger Profeſſur (ſeit 1869) als politzſch=kultureller überraſchende Schauſpiel, wie damals zwei große Deutſcheel.
Schriftſteller hervorgetretenen Mannes auf den jüngeren Nietzſche in einer Zeit von Müdigkeit und allzu ſatter Selbſtzuſtiolk 2
Es läßt ſich kaum abſehen, was aus Deutſchland hätte werden annehmen können, als gerade hier das von dieſem ja immer
ge=
ſuchte Vorbild von „gara seionza”, von fröhlicher, d. i.
kämpfen=
doch ein Naturgeſetz vorzuliegen, daß keine Nation gradlinig, nämlich war zwar von Haus aus Theologe geweſen, wollte aber mitleidloſeſte Wahrheiten ſagten, Schäden und Gebiechdrel.
aus innerer Religioſität eben die an den Univerſitäten zu leh=
Anſpaunungen und Erhebungen immer wieder auch flache Sen= rende „Gottesgelahrtheit” allein auf Geſchichte und ſprachlich= geißeln, gerade ſo unſäglich liebten! Jusbeſondere iſt de o
ſ=
kungen und Täler kommen, in denen das Ganze nur ſchwer aus ethnographiſche Unterſuchung der heiligen Urkunden beſchränkt einſtimmung von Anſichten, wie ſie aus der berühmten. h.
b=
ſo betrübender und herztrauriger läßt dieſer Anblick nur, wenn er, Schüler noch des überſetzungsgewaltigen Friedrich Rückert, Hiſtorie” und ſolchen „Deutſchen Schriften” Lagardes wie b.
taliſtik, Bibelexegeſe und Textkritik — wieder werden wir hier Religion der Zukunft” (1878) und „Ueber die Klage. d.
wiederum größte Geiſter und Erkenner, auch unzweifelhaft Nietzſche erinnert! —, andererſeits verlor er dabei nie die
all=
gemein=menſchlichen Geſichtspunkte, Anknüpfung an die Zeit Gefühl haben, hier rede einfach nackteſte, unverhülltene .
Kluſt zwiſchen ſich und den anderen nicht unmittelbar zu nehmen ſowie das Bedürfnis des einfachen Mannes aus den Augen. heitsliebe und fördere hauptſächlich darum beinahe geich.
Es konnte gar nicht anders ſein: Lagardes „Deutſche Schriften” tage. Und welches iſt der Kern dieſer Anſchauugen”.
auch als Mahner gerade ihrer Zeit auftreten, etwas Prophe= — Schriften zu aktuellen deutſchen Problemen, die der Autor, beide haben es insbeſondere mit dem Begriff der Bilhn,
16 an der Zahl, 1886 zu einer Geſamtausgabe zuſammenfaßte — tun — über die „Bildungsbarbarei” ſeiner Zeit klogt
io=
bibliſchen Propheten, obwohl vollendete Sprecher nur ihres hatten, oppoſitionell gegen den herrſchenden Zeitgeiſt, wie ſie Nietzſche prägt den „Bildungsphiliſter”! — weil die C0he
waren, vermutlich ſchon von der früheſten an einen verſtänd= damals unter einem glänzeuden Firnis von Kosmobols 9
blieben. Aber auch an Thukydides, an Demoſthenes oder Philo= nisinnigen Leſer in Deutſchland: Friedrich Nietzſche! Tatſächlich und phraſenhafter Vielwiſſerei verloren zu gehen drohle 2.
vömen, zweifellos noch immer edelſte Exponenten des Griechen= beſitzen wir lediglich eine einzige, aber höchſt bezeichnende Aeuße= legen den höchſten Wert auf Individualität und Per)o.
tums, kann erinnert werden, die dennoch mit keiner „Philippika” rung von ihm Erwin Rohde gegenüber, die ſeine Bewunderung beide kümpfen gegen die Ueberfritzung der Staatzide o 1.
das Verhältnis des deutſchen Staates zur Theologie, Kirche und den (mehr innerlichen) Gebieten der Religion, Kunſ 10.
Religion” ausſpricht (Lagarde ſeinerſeits ſcheint ſeinen faſt ein= fernhalten. Dagegen ſieht Lagarde weit ſchärfer 9. 2.
zigen Waffengefährten noch kaum bemerkt zu haben . . .). Höchſt auch die poſitiven Lehrinhalte alles Geſchichtlichen, de
erkannt werden! — in der freilich leicht verhängnisvollen Luft bezeichnend, meinen wir: denn ſchon dort kritiſiert gerabe auch Gewordenen, und gibt infolgebeſſen den einzelnen Lo hte
des Siegertums, des tatſächlichen Nachlaſſens ethiſcher Energien Lagarde das Chriſtentum ſeiner Zeitgenoſſen, das des zer= gaben, Ideen, Idegle, die ſie zu erfüllen hätten. Den Pe. =5
im Taumel der „Gründerjahre”, uns dennoch niemals ganz ver= bröckelnden Proteſtantismus wie das des internationalen, ge= menen „Kulturtbegriff will er — und hier ſpricht wo) göucl ?
loren; hätten wir nur auch damals ſchon die Ohren gehabt wie wiſſenbetäubenden Jeſuitismus, um nur auf das Epangelium loge aus ihm — durch ſtändige Annäherung an ” he
heute, wir hätten ſie ſämtlich in den 70er und 80er Jahren be= als wahre Quelle der Religion hinzuweiſen. Freilich ſchoßz der Ideales, ein „Reich Gottes”, beſonders für die 9 nterſe
reits hören und beherzigen können, dieſe Vorkämpfer wahren Füngere ja dann bald über alle poſitiben Grenzen hinaus, wäh= niſche Raſſe, erſetzt ſehen; denn lange vor Spengler z. Geelt
rend ſich Lagarde ein fruchtbar=aktives Eingreifen in den eben auch Lagarde nach njungen” und „alten” Völkern, vo9
hardt, Friedrich Nietzſche, Karl Hillebrandt Paul de Lagarde, entfeſſelten ſogenannten „Kulturkampf” vorgeſetzt hatte, und als Blüte und Verfall von Kulturen wie von Pflanzen, 9. 2 I
wahres Ziel — leider genau ſo vergeblich — nur ein wirklich Volk aber ſieht er noch jung und voller Aufgaben.
jeuſeits aller Spaltungen und Parteien zeigen wollte. Aber ob= Lagarde ſtändig die Reihe ſeiner Gelehrten ſſeine vl.
nun hauptlſächlich dieſe beiden, Nietzſche und Lagarde (obwohl wohl Lagardes Namen in den unmittelbar, das Jahr darauf liche Fruchtbarkeit nannte ein Engländer phenomend
folgenden (1274) „Unzeitgemäßen Betrachtungen” Nietzſches gar Cermann”, phäromenal felsſt für Deutſchland!), h.
nicht fällt, muß es heute doch erſtaunlich wirken, wie ſein Geiſt, 2. Dezember 1891, mitten in ſeiner Götinger Sch
Aenderung des Telegraphengel
Von unſerer Berliner Redaktion
Wie verlautet, beabſichtigt das Reichspoſtminiſter
Vorlage auszuarbeiten, die auf eine weſentliche Aeußze.u
gegenwwärtigen Telegraphengeſetzes abßielt. Die Entworl
Fungweſens macht nach Anſicht des Mimiſteriums eine
des Telegraphengeſetzes unbedingt notwendig, da es
mit Hilfe der techniſchen Verbeſſerungen aus eimem 1
gpparat ſehr raſch eine Sendeanlage zu machen und au
an amtlicher Stelle daraus ſchließt, daß andere Funm
Staates in die Gefahr geraten, geſtört oder lahmgelegg
ein geheimer Nachrichtendienſt auſgezogen werden kömu
Verletzung des Telegraphen= und Fernſprechgeheimmmi
uamentlich den Schutz des Telegraphengeheimmiſſest
* Um das Schulgeſetz.
beratungen des Reichsſchulgeſetzes eine auffallende
tung auferlegt. Er hat es nicht einmal für nötig
geru=
den Sitzungen regelmäßig teilzunehmen. Das iſt zur
bar, ſolange die allgemeine Beſprechung dauert.
drängt aber doch die Zeit, wenn das Zentrum wirliIhn
beſtehen ſollte, daß das Geſetz noch vor Weihnachten,
Die Deutſche Volkspartei will alſo darauf hinarbeiten, ched
von Keudell jetzt die Verhandlungen mit den Führern Arſe.
tionsparteien aufnimmt und den Verſuch macht, mit Uhr
einer Verſtändigung zu kommen, um dabdurch die hel
beſprechungen abzukürzen. Die übrigen Koglitionf
haben bereits erkennen loſſen, daß ſie zu Zugeſtändninſ /
ſind. Es fragt ſich aber nur, ob jie weit genug entgegsn!
wollen, um die von der Volkspartei geltend gemachten 4
Berifn, IR
Die Beratungsſtelle für Auslandsanleihen nimmt morge 11.6
keit wieder auf. Aus dieſem Anlaß hat heute eine Beſprichumnſtr
Danzig, &.
Für die Volkstagswahlen in Danzig haben folgende Pautdl.
partei, Berufsſiſcher und bürgerliche Arbeitsgemeinſchaft Mtck.1
dung Deutſchnationale Volkspartei und Berufsfiſcher, NatzonerBiEul
partei und allgemeine Nentnerpartei, ſozialdemokratiſche ud Shw)
Berufe, Danziger Wirtſchaftsblock und Wirtſchaftsliſte und BuFSiy
Die von der Nationalliberalen Paxtei angeſtrebte Liſtelwrd.
aller hürgerlichen Parteien iſt nicht zuſtande gekommen, wei 1964
Parteien — beſonders kommt nach unſeren Informationen dus Fhallt
in Frage — dadurch nicht die Splitterparteien unterſtützen woldich
verlautet auch, daß von rechtsſtehender Seite für eine Liſteubenden
die Forderung aufgeſtellt woorden iſt, daß die Parteien ſich vondlin
pflichten ſollen, ſpäter keine Nogierungskoglition mit dem eusFü
einzugehen.
ſein Pathos, ja manchmal ſelhſt ſein Stil und Tonfal, hi0lk.
all hindurchzuklingen ſcheinen. Dies kann Zufall ſein, aber adde
oder nicht; jedenfalls bietet ſich hier wieder dem Betrachth”
heutigen Hiſtoriograrhen, dem Enkel nach fünſzig Fche ch
ihr Volk zum Höchſten und Reinſten nochmals emnvorreifet
ten, ohne ſchon in der Gegenwart irgend ein tieferes 90.
ſinden. Zwei Männer, die, während ſie ihren Volzalst ”
Zeit unermüdlich bloßſtellten, ihr Deutſchland, währendik.
ten „Unzeitgemäßen” Nietzſches: „Vom Nutzen und Nchd” .
die gegenwärtige Lage des Deutſchen Reichs” (1875), übch Ei
deutſchen Jugend der Idealismus fehle” (18ch) hervorgehobke n.
auch deshalb ſo überwältigend, weil wir bei beiden 9ak 904h
Auſt
gerade über das ſchon Januar 1873 gedruckte Schriftchen „Ueber len ihren knebelnden, allzu gleichmacheriſchen Einfuß 30 No
F
genls
Afe
Neben dieſen „Deutſchen Schriſten” nun gug be.
n70
Seite 3
MMer 303
MM Kongreß der Radikalen
in Frankreich.
en unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 31. Oktober.
urd auf des radikalen Kongreſſes war konfus und erregt,
uuſtand, welcher bei derartigen Verſammlungen nicht
aſAherrſchen pflegt.
Fecmpf zwiſchen Unioniſten und Kartelliſten, das heißt
em rechten und linken Flügel der Partei, iſt
entſchie=
suzhän Bouillon und ſeine Anhänger haben eine ſchwere
eder ” gerlitten. Sie mußten den Kongreß verlaſſen, um
„nngeſtimmt zu werden. Selbſt Chautemps, der
ela=
ſchſtehti, radikalen Politiker und noch dazu ein perſönlicher
Feundwrurnklin Bouillons, hat klar gegen ihn Stellung ge=
Zommeſy2iie Partei iſt entſchloſſen — eigentlich handelt es ſich
er urzyviei Parteien, um die Linksradikalen und die Radikal=
zialift; Alſo um den größten Teil der bürgerlichen Linken —
n Welamnpf Hand in Hand mit den Sozialiſten
durchzu=
npfe/tzllan ſieht, es handelt ſich hier um eine unzweideutige
ſenduſ umch links, das Kartell der Linken ſoll für
jie Aſch en aufrechterhalten werden.
Bilſ den Wahlen geht man mit der Rechten, mit
Poin=
drs, wg kens wenn man den Eindrücken über den Kongreß
Maubeilw. Aber man weiſt es ganz energiſch zurück, bei den
ahlenkue nationale Einigung” aufrecht zu erhalten. Und auch
m eirtwſttweve des partis”, von einem innenpolitiſchen Waffen=
Uſtanwſir, fünf Jahre, will man nichts wiſſen. Sogar um den
reis Yarweiterung der Regierungskoalition für die
Sozia=
ten mut
Oflfſax verläßt man ſich darauf, daß bei den Wahlen die
pzialiſiß ſoie bürgerliche Linke retten werden. Die Ausſichten
r Solbinen für die nächſten Wahlen ſollen wirklich
vorzüg=
mh ſeilſuncd wenigſtens behaupten es ſchlimme Zungen. Léon
Rü um Aſ ſie bürgerliche Linke für das richtige Gleichgewicht
zur Diſ riötig halten. Selbſt wenn die Sozialiſten dafür
uige ihd ate opfern ſollten. An dem guten Willen der
So=
tliſterſall, man alſo nicht zweifeln. Immerhin halten viele
s Scitzal, einer Partei, welche ſich auf die Unterſtützung einer
„derertuno nur darauf, baſieren will, für etwas zweifelhaft.
Diſſeinkswendung der Radikalen kam auch in der Wahl
8 Pdmpräſidenten zum Ausdruck. Da man aus taktiſchen
Fündelterhar einen Senator als einen Deputierten zum Präſi=
„nten tlxe, wählte man Daladier.
Troſu, der Kongreß nicht den Wunſch verriet, eine Kriſe
rbeiz)wnen, wird die Lage Poincarés während der
kommen=
n Taſſurg nicht erleichtert. Denn ſehr viele radikale Politiker
d deſürk/knung, daß man die endgültige Stabiliſierung
be=
its hAniſt ihren könnte.
„Die urteierklärung des neuen Präſidenten
er radikalen Partei Frankreichs.
TU. Paris, 31. Oktober.
Dick iner Vorſitz des neuen Präſidenten verleſene
Partei=
eläruümerrthält über die auswärtige Politik der radikalen
artei ſſeirde Sätze: „Zwei große Akte, die Ratifizierung und
Inyſtſttzung des Dawesplanes ſowie der Locarnoverträge
en d de ſintritt Deutſchlands in den Völkerbund kennzeichnen
Etdkin, einer notwendigen Annäherung Deutſchlands an
Sankrettzi deren Verſtändigung die Grundlage jeder europäiſchen
Auſamuwallbeit bildet. Mit Hilfe des Dawesplanes, der
henkrohm in dieſem Jahre ſechs Milliarden Franken brachte,
das) unruhigende Problem der Reparationen dem
poli=
chen Aei und der militäriſchen Intervention entzogen und
einele hare wirtſchaftlicher Abmachungen überführt worden,
fren =ſwuf=ſte Einhaltung durch eine internationale Kontrolle
Narant /Mü-. Durch die Locarnoverträge, die von Deutſchland
s frAA AVillen unterzeichnet wurden, iſt der Rhein zu einer
ſternchmoen Grenze geworden. Die meiſten europäiſchen
Sationrnocen das feierliche Verſprechen gegeben, alle
Streitig=
diten /öchiedsgerichtlichem Wege zu regeln. Getreu dem
rotokſlahnt Frankreich im Schoße des Völkerbundsrates die
M Bundmnd Paul Boncour unternommenen Anſtrengungen
ktzuſcht, wum die Zahl der regionalen Pakte zu vermehren,
e Or)ſgiſtrtion der Sicherheit zu verbeſſern, die Abrüſtung
Nd digſ te—nationale wirtſchaftliche Zuſammenarbeit
vorzube=
iten. nſtkreich hat die Grundlagen für eine dauerhafte
An=
herunſaen. Deutſchland durch eine annehmbare Löſung der
nzelnelmireiſchen Deutſchland und Frankreich beſtehenden
cwiermſttrn, insbeſondere durch europäiſche
Sicherheitsgaran=
en, zu hei. Moskau gegenüber iſt eine Politik des
Abwar=
us zuſ lolgen. Jede Einmiſchung in die inneren
Angelegen=
uten uhuusgeſchaltet. Bis zur vollſtändigen Konſolidierung
armkroch dahinraffte. In der Gedächtnisrede auf ihn ſagte
SuamocT, „daß er in mehr Sprachen Texte drucken ließ, als
de ſeinwAmtsgenoſſen in Göttingen auch nur buchſtabieren
ounten / Dennoch lag ihm eigentlich immer nur ſein
aktiv=
oraliſch Ginwirken auf die Zeit und Zeitgenoſſen am Herzen,
Soeſſen/lme er ſich erſt bei höheren Jahren eines lebhafteren
cos werzſ ens bei der Jugend erfreuen; ſeine Altersgenoſſen
eden Alewegt, wie ſie es auch Nietzſche gegenüber geblieben
aren. 2 fiſt nun heute freilich ganz anders geworden: mit
En fung ham oben genannten Männern gehört Paul de
La=
rde hem ganz unbeſtritten zu den Vorkämpfern eines
belenſhutſchland, und wird immer wieder zitiert. Und
er je iA Beiſpiel einen Briefbogen des für deutſche Kultur
weſeyuh kämpfenden Verlages Eugen Diederichs in Jena
mpfangenhu=t, findet an der Spitze ein Motto von Paul de
GgardeMuss ſeiner ſchönſten, vorwärtstreibenden Worte:
„Gauuz tvenigſtens Verſchworene unter uns, einen heimlich
ſſenen Ra), der für das große Morgen ſänne und ſchaffte und
” den / Aſurh anſchließen könnten, deren ausgeſprochenes
Seh=
en er ALort böte! Wir ſind es müde, mit Geſchaffenem
no Benwiam abgefunder zu werden. Wir wollen Geborenes.
im mit AA zu leben, du um du. Wenn die Winde nur wehen
vollten!6.
„Joltp ſpielt auf” von Ernſt Krenek
in der Frankfurter Oper.
Ein Ahhafter Kampf iſt um die Würdigung dieſer Oper
Uenthauuch nentbrannt. Der anfangs vielleicht umſtrittene Er=
A1g iſt einem unbeſtreitbaren inſofern geworden, als zahl=
Eiche Bwher das Werk angenommen haben. Wie iſt das zu
kllarenM Es bedarf keiner weiteren Ausführungen darüber
aß wirAch in künſtleriſcher Beziehung in einem Zeitalter der
Seelenlollſſeit, der Technik, des Amerikanismus leben. Mit das
iichſte rodukt dieſer Einſtellung iſt „Jonny ſpielt auf” und
iſt ar darr wenn auch nur äußerliche Erfolg zu erklären.
kenek, a)oem Text und Muſik ſtammen, iſt techniſcher Mu=
Eek, eim Rbei dem die Beherrſchung des zeitgemäß
Handwerks=
aBigengh eieſter Linie ſteht. Er hat den Sinn für den
Rhyth=
uus densanzmuſik, und er iſt auch in überzeugender Weiſe
9ig, duſn Rhyrhmus zur Charakteriſierung zu verwenden.
dieſgekeigermuſik, die durchaus naiv empfunden iſt, nicht
Eelgnet Aim=der Weiterentwicklung des muſikaliſchen Ausdrucks
ine Rollzu: ſpielen, ſteht dahin. Es ſteht aber auch dahin,
2 die 2/Aweie ſie von Krenek verwandt wird, die einzige Art
Mer VaMwung iſt. Es ſcheint mir, als habe man dieſen durch
Dienstag, den 1. November 1923
des Friedens werde die radikale Partei allen nötigen
Forde=
rungen für die Verteidigung Frankreichs zuſtimmen. In dem
finanziellen Teil erkennt die Parteierklärung die Bemühungen
Poincarés an, den franzöſiſchen Franken wieder aufzurichten,
kritiſiert jedoch in ſcharfen Worten deſſen Amortiſationspolitik.
Die Partei wird Poincaré Zeit laſſen, ſeinen Verſuch zu
been=
den. Auf dem Gebiete der Monopole verlangt die Partei deren
Weiterbeſtehen und Kontrollierung durch den Staat. Inner=
Folitiſch ſpricht ſich die Erklärung für eine Union der
Links=
barteien aus und betont die Gegnerſchaft zum Klerikalismus,
Fascismus und Kommunismus.
Seinen Abſchluß fand der Kongreß mit einem Bankett, bei
dem der ſcheidende Präſident der Partei, Sarraut, der Partei
Diſziplin und Solidarität empfahl.
Der neue Präſident der radikalen Partei, der Abg. Daladier,
iſt erſt 43 Jahre alt. Er wurde zum erſten Male zum
Abgeord=
neten gewählt im Jahre 1919. Im erſten Kabinett Herriot hatte
er das Kolonialportefeuille übernommen, im zweiten Kabinett
Painlevé das des Unterrichtsweſens. Er gehörte dann in der
gleichen Eigenſchaft dem Kabinett Briand vom November 1925
und dem zweiten Kabinetr Herriot von 1926 an.
Rußland nimmt an der vorbereitenden
Abrüſiungskommiſſion teil.
TU. Genf, 31. Oktober.
Der Generalſekretär des Völkerbundes hat ſoeben vom
Außenminiſter der Sowjetunion, Tſchitſcherin, das folgende
Tele=
gramm erhalten: „Nach Erhalt der Note des Völkerbundsrates
vom 12. Dezember 1920 mit der Einladung an Rußland, ſich
auf der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz vertreten zu laſſen
und nach durchgeführter Korreſpondenz war die Sowjetunion
verhindert, an der vorbereitenden Abrüſtungskommiſſſion
anläß=
lich ihrer Einberufung in der Schweiz teilzunehmen. Da der
Zwiſchenfall zwiſchen Rußland und der Schweiz am 14. April
1927 geregelt worden iſt, habe ich die Ehre, witzuteilen, daß die
Sowjetunion bereit iſt, an der vorbereitendem
Abrüſtungskom=
miſſion teilzunehmen. Ich bitte Sie daher, mir Ort, Zeit und
Tagesordnung der nächſten Tagung der vorbereitenden
Ab=
rüſtungskommiſſion mitzuteilen.”
Zu dem Attentat auf Konduriotis.
EP. Athen, 31. Oktober.
In einer geſtern nach dem Attentat auf Konduriotis
abge=
haltenen Sitzung beſchloß der Miniſterrat, energiſche Maßnahmen
zur Bekämpfung des Kommunismus und zur Verteidigung der
ſozialen Ordnung in Griechenland zu treffen. Vor allem wurde
eine Vorzenſur für die kommuniſtiſchen Blätter angeordnet. —
Die Kommuniſtiſche Partei hatte geſtern morgen in einer großen
Verſchmmlung dagegen proteſtiert, daß die Regierung den
kommu=
niſtiſchen Delegierten für den zehnten Jahrestag der ruſſiſchen
Revolution die Ausreiſe vewweigert hatte.
In einem geſtern abend veröffentlichten Communiqus heißt
es, die Regierung entſpreche nur dem Volksempfinden, wenn ſie
die notwendigen Maßnahmen treffe, um gegen den Staat
ge=
richtete rebolutionäre Bemühungen zu unterdrücken.
Der ägntiſche Premierminiſter in London
EP. London, 31. Okt.
Der ägyptiſche Premierminiſter iſt in London eingetroffen und hat
in der ägyptiſchen Geſandtſchaft Wohwung genommen. Sirwat Paſcha
beabſichtigt, die Fortſetzung ſeiner Beſprechungen vom Juli dieſes
Jah=
res. Es iſt zurzeit noch unbekannt, welche Vorſchläge der ägyptiſche
Premierminiſter mitbringt. In der engliſchen Preſſe wird in dieſem
Zuſammenhang auf die Bedeutung des Todes Zaghlul Paſchas
hinge=
wieſen. Große Schwierigkeiten in den Verhandlungen, ſo ſchreibt die
„Morning Poſt”, beſtünden darin, daß, wenn von England Konzeſſionen
gemacht würden, dies eine Stärkung der Stellung der Extremiſten in
Aegypten bedeutenr wüirde.
Der Praſident des ägyptiſchen Senats, Huſſein Paſcha Ruſchdi, iſt
ernſtlich erkrankt.
Beilegung der rumäniſchen Kriſe?
EP. London, 31. Oktober.
Zur Lage in Rumänien meldet ein Sondertelegramm der
„Weſtminſter Gazette”, das über die bulgariſche Grenze
ge=
ſchmuggelt worden iſt, daß die Beilegung der Kriſe in der
Haupt=
ſache auf die Intervention des Patriarchem Miron Criſtea
zu=
rückzuführen iſt. Dieſer habe Bratianu den Rat gegeben, mehr
als verfaſſungsmäßiger Miniſterpräſident als Diktator zu
han=
deln, da ſeine energiſchen Maßnahmen die Kriſe nur verſchärfem
könnten. Er ſetzte es durch, daß im Falle der Nowendigkeit
Prinz Nikolaus und nicht der von Bratianu ernannte General
zum oberſten Chef der Armee gemacht werde.
Rhythmus gekennzeichneten, aber in ihrer Melodie durchaus
gefühlsmäßig erfaßten Weiſen in der Verwendung bei Krenek
das Gefühlsmäßige genommen. Denn es gibt Melodien in der
Negermuſik, die muſikaliſch wertvoll ſind; hier iſt der Rhythmus
abſolut nicht die Hauptſeche, ſondern Mittel des Ausdrucks, er
hat alſo formelle Bedeutung. Da die muſikaliſchen Einfälle bei
Krenek im allgemeinen fehlen, iſt er naturgemäß gezwungen, den
Rhythmus als ſolchen in den Mittelpunkt zu ſtellen. Für die
Mehrzahl der Hörer genügt dies, um dem Werk ſchon deshalb
eine größere Bedeutung zuzumeſſen, als ihm eigentlich zukommt.
Um es vorwegzunehmen: Der Erfolg der Aufführung war
groß. Man darf dabei nicht vergeſſen, daß der Text
außerordent=
lich geſchickt zurechtgemacht iſt, ſo geſchickt, daß der Handlung ein
größerer Anteil am Erfolg wie der Muſik zuzuſchreiben iſt.
Ich halte es für falſch, denen Recht zu geben, die eine
Ent=
weihung der Opernbühne in der Wiedergabe der Krenek’ſchen
Oper erblicken und allzu ſtreng mit ihr ins Gericht gehen. Die
Bühne ſoll ein Spiegel der Zeit ſein und demgemäß hat ſie dem
Jonny ihre Pforten zu öffnen. Im übrigen ſoll man dem Jonny
und ſeinem Schöpfer Gerechtigkeit widerfahren laſſen. Er hat
in jeder Beziehung der Zeit Rechnung getragen und der Zeit
ge=
geben, was ihr gehört. Sein Werk hat auch ſein Gutes. Es
iſt nur zu hoffen, daß es einen Endpunkt in der Entwicklung
darſtellt. Eine Weiterentwicklung in der Richtung des Jonny
iſt nicht zu erwarten. Wir wollen auch endlich wieder etwas
hören, was nicht nur Technik iſt.
Die Wiedergabe des Werkes weiſt dem Regiſſeur die
Haupt=
rolle zu. Der Leipziger Oxerndirektor Walter Brügmann, der
den Jonny in der Leipziger Uraufführung inſzeniert hat und
der uns von ſeiner Tätigkeit am Schauſpielhaus her kein
Frem=
der iſt, war als Regiſſeur verpflichtet. Er hat ganz richtig das
eigentlich Opernhafte zurücktreten laſſen und nach Filmes Art
inſzeniert. Der Vorhang iſt wie eine Blende geſchaffen, die
vor jeder Szene ſich auseinanderſchiebt — ein glänzender, den
Jonny durchaus charakteriſierender Einfall. Wie in Leipzig iſt
auch hier ein Hauptverdienſt W. Brügmann zuzuſchreiben.
Sein Helfer im muſikaliſchen Streit war Kapellmeiſter Klaus
Nettſtraeter. Er wurde dem durch die Muſik gezeichneten Weſen
der zwei Welten gerecht und zeigte ſich als ſouveräner
Beherr=
ſcher der ſchwierigen, mit allen Waſſern der Technik gewaſchenen
Partitur. Die ſoliſtiſchen Leiſtungen waren durchweg
ausge=
zeichnet. Benno Ziegler als Jonny war prägnant und
über=
zeugend im muſikaliſchen und darſtelleriſchen Ausdruck; famos
in ſeiner karikaturiſtiſchen Auffaſſung des Geigerkönigs Danielo
Robert vom Scheidt. Die ſchwierige, ſehr hochliegende
Tenor=
rolle des Komponiſten Max ſang Franz Völker mit einer Frei=
Ruhigere Beurteilung in Paris. — Der „Abenir” für
Aufnahme direkter Verhandlungen.
* Paris, 31. Oktober. (Priv.=Tel.)
Nach dem erſten Entrüſtungsſturm über das Erſcheinen der
italieniſchen Eskadre in den Gewäſſern von Tanger ſchlägt die
Pariſer Preſſe einen ruhigeren Ton an. Im „Matin” erklärt
Sauerwein ſogar, daß gar kein Grund für Frankreich vorliege,
die italieniſchen Wünſche, ſoweit ſich dieſe auf die internationale
Zone von Tanger beziehen, abzulehnen. Die italieniſchen
Wünſche faßt Sauerwein dahin zuſammen, daß die Italiener
den diplomatiſchen Charakter, für den italieniſchen
General=
konſul in Tanger verlangen, weiter, daß an den gemiſchten
Ge=
richten von Tanger ein italieniſcher Richter ſich beteiligen und
daß die vollſtändige Neutralität der Meerenge von Tanger durch
die Anweſenheit eines italieniſchen Offiziers kontrolliert werden
ſoll. Auch wenn die Ankunft der italieniſchen Eskadre nicht
ord=
nungsgemäß augekündigt wurde, gebe deren Erſcheinen, ſchreibt
Sauerwein, daher zu keinerlei Beunruhigung Anlaß, da die
Italiener bereits dreimal erklärt hätten (1900, 1902 und 1912),
an den marokkaniſchen Angelegenheiten desintereſſiert zu ſein.
Der offiziöſe „Petit Pariſien” meint, die
Flottendemonſtra=
tion vor Tanger ſei unerwartet gekommen. Die Erklärungen,
die der Korreſpondent der „Times” über die Bedeutung des
Beſuches der italieniſchen Eskadre in Tanger gebe, habe die
offiziellen Kreiſe überraſcht. Die Ausführungen zeigten aber
eine derartige Verkennung der Sachlage ſeitens Italiens, daß
man bezweifeln müſſe, daß die Veröffentlichung tatſächlich als
offiziös anzuſehen ſei. In der italieniſch=franzöſiſchen
Erklä=
rung vom 28. Oktober 1912 habe ſich Frankreich an den
Ereig=
niſſen in Lybien und Italien an den Angelegenheiten von
Ma=
rokko desintereſſiert erklärt. Aus dieſem Grunde ſei Italien
nicht eingeladen worden, an den Beratungen von 1923
teilzu=
nehmen und nehme auch deswegen nicht an den gegenwärtigen
franzöſiſch=ſpaniſchen Tangerverhandlungen teil.
Das „Journal” vertritt ebenfalls die Anſicht, daß die
italie=
niſche Kundgebung in Tanger nur den Wunſch Muſſolinis zum
Ausdruck bringe, daß Italien entſprechend ſeiner
Großmacht=
ſtellung im Mittelmeer ſich für das Statut von Tanger
inter=
eſſiere. Frankreich hätte kein Recht, ſich über die italieniſchen
Wünſche aufzüregen, da Tanger international ſei, vorausgeſetzt,
daß die herrſchende Stellung Frankreichs in Marokko nicht
ge=
ſchwächt werde.
In nationaliſtiſchen Kreiſen verſucht man unter Hinweis
auf die durch die „Geſte” Muſſolinis geſchaffene Lage, Briand
davon zu überzeugen, daß er direkten Verhandlungen mit
Muſſo=
lini nicht mehr länger aus dem Wege gehen könne. Direkte
Ver=
handlungen, ſchreibt der „Avenir” Millerands, ſeien der einzige
Ausweg, zu denen ſich der Quai dOrſay trotz ſeines
Wider=
willens werde entſcheiden müſſen.
Der 5. Jahrestag des Marſches auf Rom.
EP. Rom, 31. Oktober.
Der fünfte Jahrestag des Marſches auf Rom wurde am
Sonntag in ganz Italien hauptſächlich durch die Einweihung
neuer Eiſenbahnen, Straßen, öffentlichen Bauten uſw. gefeiert.
So wurde die neue direkte Schnellzugslinie Rom-Neapel vom
Miniſter der öffentlichen Arbeiten offiziell eröffnet und der
elek=
triſche Betrieb der Linie Florenz—Bologna aufgenommen.
Muſſolini nahm in Rom eine eindrucksvolle Truppenſchau
des Heeres, der Marine, der Luftſchiffahrt und der Miliz ab.
Zahlreiche Miniſter hielten in der Provinz Gedenkreden.
Der Unterſtaatsſekretär des Aeußeren, Grandi, führte auf dem
Domplatz von Mailand aus, die zukünftige Loſung der
Fas=
ciſten heiße: Eintracht, Diſziplin, politiſche und beſonders
mora=
liſche Unverſöhnlichkeit, denn neue Aufgaben erforderten
unver=
wüſtliche Leiſtungsfähigkeit. Die Gegner der Fasciſten ſeien
endgültig zerſtreut, und die Feinde des Fascismus ſeien jetzt
die Feinde Italiens, weil Fascismus und Italien untrennbar
ſeien. Die fasciſtiſche Revolution will ein einträchtiges und
gehorſames Italien, das keiner Freundſchaft mehr traut (großer
Beifall), das ſeine Söhne niemandem mehr ſchenkt und überall
zugegen iſt, wo eine kühne Tat zu leiſten und eine Gefahr zu
beſtehen iſt. Die fasciſtiſche Revolution will ein Italien, das
keine Literaten, ſondern Soldaten, keine Philoſophen, ſondern
Matroſen, keine Rechtsanwälte, ſondern Landwirte beſitzt, das
nicht mehr von ſeiner Vergangenheit ſpricht, weil es ganz von
ſeiner Zukunft eingenommen iſt, ein Italien, das den Fremden
zuerſt ſeine Fabriken und Bodenverbeſſerungen vor ſeinen
Mu=
ſeen und Denkmälern zeigt. Das fasciſtiſche Italien verkündet
an Stelle der Menſchenrechte die Rechte des Staates und der
Nation.
heit und Macht der Töne, wie man ſie von ihm bisher nicht
ge=
hört hat. — Die Anita der Eliſabeth Friedrich war
ausge=
glichen in der Tongebung — die Rolle liegt ebenfalls ſehr
hoch —, faſt etwas zu mondän in der Darſtellung. In kleineren
Rollen ſind lobend die Damen Bößnicker und die Herren
Schramm und v. Schenck zu eiwähnen. Der techniſche Apparat
funktionierte unter der verantwortlichen Leitung Walter Duiſe’s
prompt.
Von ſonſtigen muſikaliſchen Veranſtaltungen iſt die
Erſt=
aufführung der Operette „Alexandra” von A. Szirmai zu
er=
wähnen, die im Rahmen der erſten Veranſtaltung der „
Gemein=
nützigen Krankenhilfe” ſtattfand. Sie wurde von den Kräften
des Operettentheaters in deſſen Räumen gegeben, Erik Wirl
war als Gaſt verpflichtet. Die Operette verblüffte durch
Er=
findungsloſigkeit und zeigte einen rührenden Sinn ihres
Schöp=
fers, bereits bekannte Melodien ungeſchickt zu verwenden. Dem
half auch die im übrigen unzureichende Wiedergabe durch die
Soliſten nicht ab, von denen Liſa Rado und Reul allein
Er=
ſprießliches leiſteten. Auch Erik Wirl hat nicht mehr die
Ueber=
zeugungskraft früherer Jahre, wenn er es auch vermieden hat,
etwa wie R. Tauber maniriert und unnatürlich in der
Darſtel=
lung zu werden.
Maximilian Harden †
* Montana Vermala (Schweiz), 31. Oktober. Maximilian
Harden (Jſidor Witkowſki) iſt Sonntag abend plötzlich in
Montana geſtorben.
Harden wurde am 20. Oktober 1861 in Berlin geboren. Er
war urſprünglich Schauſpieler und widmete ſich dann der
Schriftſtellerei. Im Jahre 1892 gründete er die Wochenſchrift
„Die Zukunft” die hauptſächlich von der Kritik der
wilhelmi=
niſchen Aera lebte. Sein Kampf gegen den Kaiſer trug ihm
mehrfach Feſtungsſtrafen ein. Beſonders bekannt wurde er durch
ſeine im Jahre 1907 eingeleiteten heftigen Angriffe gegen den
Fürſten Philipp Eulenburg, die dazu führten, daß gegen den
Fürſten 1908 ein Meineidsprozeß angeſtrengt wurde. Während
des Krieges ſchrieb Harden nach einem politiſchen Frontwechſel
linksradikale Artikel und verteidigte die Ententepolitik. Seine
Artikel in amerikaniſchen, in alliiertenfreundlichen Blättern
wur=
den gegen Deutſchland ausgenutzt. Eine Vortragsreiſe, die er
1921 in Amerika unternehmen wollte, mußte wegen des
ener=
giſchen Proteſtes der Deutſch=Amerikaner unterbleiben. Im
Jahre 1923 mußte Harden „Die Zukunft” eingehen laſſen.
Maximilian Harden wird in Lauſanne beſtattet werden.
moderne fesche Formen,
hochwertige Stoffe und
billiger als je zuvor!
Damen-Kleider
aus reinwollenen Ripo-Stoffen, in
gangbaren Macharten.
Damen-Kleider
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Stoffen, Rock mit reichhaltiger
Faltenpartie
Mantel
Damen-Kleider
aus reinwoll. Popeline, in streng
modernen Farben, jugendl fesche
Formen".
Damen-Kleider
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Geor
aus reinwollenem Rips-Ottomane,
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Imitation-Garnierung . . . . .
Damen-Mantel
aus Ia reinwollenem Ottomane,
Fassons, auf
Kragen
Pelz-Garnierun
Das jagendliche
Crepe de
chine-
n frischen, von der Mode be-
Orzugten Farben und Hotten
Macharten
22.50, 18.50,
besetzt
Das Damenkleid
aus Veloutine, Crépe-Georgette u.
Crépe de chine, in all. apart. Farben
Plüsch-Mantel
aus Seal-Plüsch, ganz gefüttert,
in divers. Oualitäten und Mach-
A
), 48 00
ass. 45.00, 37.50.
sow. in viek eleg
arten
A
Tummer Zi
Dienstag, den 1. November 1927
Seite 4
Neuheiten
in
Damen-Westen
und
Pullovers
Kinder-Sweaters
und
Pullovers
in allen Größen und Preislagen
Billige
für
Bunlsche Welne
in reicher Auswahl
Panades
weiß
Excelente, feiner Tischwein
Dorado, sehr fein
Manzanares sehr stark
Sauternes, Typ süßlich.
1921 er Ghateau Beaulieau, Bordeauz
Span Riesling, hochfein
„
Diamante
rot
Sabroso, feiner Tischwein
„
Priorato, sehr kräftig.
Alicante, hochfein
s
Rioja, alt .
1920er Chateau Liversau, Bordeaux.
Cbianti d oro Rufina (Original)
Ltr. Fiascko"
Blutroter
Süßwein
Tarragona, gold .
Tarragona, rot . . .
Vermouth — Cazzolo .. . . ..
Vermouth
.. .
Malaga dunkel, Superior .
*
Malaga golden,
Malaga dunkel, Extra.
Malaga golden,
Moscatel, Superior
Moscatel, Extra.
Samos, Extra .
Mistela, weiß .
Mistela, rot . ..
Lacrima Christi .
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[ ← ][ ][ → ]Dienstag, den 1. November 1927
Geite 3
Mirner 303
ſas der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 1. November.
twnnt ſpurden: Am 4. Oktober der Verſorgungsanwärter
ühler aus Alzeh zum Amtsgehilfen an der Oberrealſchule
Asregymnaſium in Alzeyz mit Wirkung vom 1. Oftober abz
tober der Lehrer Philipp Hangen an der Volksſchule zu
uDarmſtadt zum Rektor an dieſer Schule; der Lehrer
Jo=
ann ſa hu an der Volksſchule zu Oppenheim zum Nektor an dieſer
ſten, 6. Oktober der Lehrer Johannes Wetzel au der
Volks=
chule ſtRfungſiadt, Kreis Darmſtadt, zum Rektor an dieſer Schule;
am DIhc tü der der Lehrer Heinrich Otto Kreßs zu Rhein=Dürkheim,
Greis ſt uums, zum Lehrer an der Voltsſchule zu Oſthofen, Kreis
Wornn Am 20. Oktober 1927 wurde der Hilfsförſter. Wilhelm
Bomſſrisheim aus Villingen auf Grund des Art. 4 des Geſetzes
„ACmächtigung der Staatsregierung zur Neuregelung der
Dienſthagg der Kommunalforſtwarte ſowie zur Neueinteilung der
Jörſteſte vom 30. Juli 1920 unter Vorbehalt der Regelung der
Dienſttausnolge vom 1. Oktober 1927 an zum Fürſter der Förſterei
ngchrumnnnt. Am 22. Oktober 1927 wurden die Anwärter für den
gatli,tt Aorſtdienſt, Forſtwart Philipp Nicolaus Carl zu
Duden=
bofen, / üwpp Hirſch zu Weiterſtadt, Franz Kaiſer zu Dieburg,
o M5 Bu Leihgeſtern, Rudolf Ritter zu Grünberg, Konrad
Schwwi zu Dürr=Ellenbach, Johann Heinuich Urbach zu
Büdin=
nen aſäuu ud des Art. 3 des Geſetzes über die Ermächtigung der
Staatsiszenuing zur Neuregelung der Dienſtbezüge der
Kommunalforſt=
warte IIſe szur Neueinteilung der Förſtereien vom 30. Juſi 1920 unter
Lerbelluidmr Regelung der Dienſtaltersfolge unter der Amtsbezei hnung
Förſtomdmn 1. Oktober 1927 an in den Staatsdienſt übernommen.
Am 1.Ahanber 1927 tritt der Förſter Heinrich Hammel zu
Lieder=
nach auttſrurnd des 8 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staats=
gamteſtim 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 in Verbindung mit Art. 2
s Gdbis über die Einſtellung des Perſonalaböaues imn Heſſen und
ir Agfrumg des heſſiſchen Perſonglabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925
den 1 h itand.
1dun Ruheſtand verſetzt wurden: Am 20. Oktober der Lehrer
iy ffaxzh en der Volksſchule zu NiederMMörlen, Kreis
1e f ſein Nachſuchen wegen geſchwächter Geſundheit vom
ſobſtzru, 1927 ab; am 21. Oktober der Oö=rreallehrer an dem Land=
Lu ;=ymnaſium zu Gießen Auguſt Haggenmüller auf
Nßlagen vom 1. Dezember 1927 ab. Auf Grund des 8 1 des
eAse die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw.
ge 1923 in der Faſſung des Gefetzes 6 — 8. Oktober 19255
Ei3. 249) treten am 1. Novemßer 1927 in den Ruheſtand: der
to; Müller an der Volksſchule zu Dittelsheim, Kreis
ür Lehrer Peter Ludwig Siefert an der Voltsſchule zu
1p Erbach; die Lehrerin im einſtweiligen Ruhcſtand
Katha=
zu Mainz.
ſedagt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
Vllaurle zu Allertshauſen, Kreis Gießen:
Dienſt=
uurtkeir Frei.
=Kiraatsanwalt Bechtold geſtorben. Der Oberſtaatsauwalt der
naß inheſſen, Philipp Bechtold, iſt an den Folgen eines
Eüſp weſtorben. Bechtold war lange Jahre Landgericntsrat in
z fü1 ganach Oberlandesgerichtsrat in Darmſtadt und ſeit 1924
berſtautin walt von Rheinheſſen. Oberſtaatsanwpalt Bechtold ſtand im
BFAf. Jahren.
Benung. Unter zahlreicher Beteiligung fand die Beſtattung
enſoh ufmanns J. Plaut auf dem israelitiſchen Friedhofe ſtatt.
Bll. Der am Doynerstag früh an einem Schlaganfall plötzlich
rbſthuſt, war der Begründer der Firma Plaut u. Vogel, Kaffee
Lellſenſttel engros. Die Firma wurde im Jahre 1881 gegründet.
Jalßu1O4 trennte ſich die Firma und wurde weitergeführt unter
ut um oin u. Simon Vogel. Die Firma Plaut u. Sohn beſteht
1f1 Simon Vogel iſt erloſchen, wurde aber weitergeführt unter
Naiu =Heuß u. Simon. Der Verſtorbene iſt bekannt als ein
gey) ſchäftsmann und war in weiten Kreiſen geachtet und beliebt.
/Eſzes Landestheater. In der Komödie „Ingeborg” von
rt Gſſu eren Erſtaufführung Donnerstag, den 3. November, im
inen u ſtattfindet, wirken mit die Damen Born und Meißuer
d die tun Büttner, Jürgas und Klupp.
jieſſciee Neuheit der Oper iſt nicht, wie irrtümlich geſtern mit=
Fte, Lortzings „Wildſchuitz” — dieſer wird vielmehr demnächyſt
läu yr PPauſe zvieder aufgenomen —, ſondern „Der
Liebes=
nkſſrTonizetti.
Die ſt=ufführung von Zuckmahers Schauſpiel „
Schinder=
in dEiſit det am 12. November im Großen Haus ſtatt. Inſzenie=
Ichrth Neubauer.
eutube Alfred Bodenheimer. Anläßlich des Werbetages für
haln zuidene Buch, der am 1. November in ganz Deutſchland
ſindlistellt Thea Schenck in der Bücherſtube eine Reihe von
Hand=
bändelan den verſchiedenſten Ausführungen aus. Neben koſtbaren
bändter s Leder und Pergament werden Leinenbände gezeigt, die
Belſy tringen, daß auch bei Verwendung eines einfachen Ma=
2 ſſt gediegene gute Wirkung erzielt wird.
Awhäge Dr. Wauer in der Buchhandlung Müller u. Rühle. Im
chlußt ; ſeen bei Publikum und Preſſe mit großem Erfolg
auf=
nommakt erſten Vortrag des Herrn Dr. Wauer über Rolland,
det dül Donnerstag, den 3. November, 8½ Uhr abends, in
n Räuſtt eer Buchhandlung Müller u. Rühle der zweite Abend der
brtragsſie „Der Menſch und das Buch” über John
Gals=
rthſtit. Das Intereſſe für dieſen Vortrag iſt ein ſehr großes;
ſoch Aſtenworthy durch ſeine Geſchichte der Forſytes der meiſtgele=
Sch Fitller der Welt und der größte Epiker Englands geworden.
ge Kllin für dieſen Vortrag oder für die ganze noch folzende Vor=
Sreih’k,n noch zu haben.
Df. Wortrag über religiöſe Fragen in der Erziehung findet
iem 4, den 1. November, abends 8 Uhr, im Chriſtl. Verein
Mſte., Alexanderſtr. 22, ſtatt. Das Thema lautet: Die Bibel
Haustlt. DDie Eltern und alle pädagogiſch Intereſſierten ſind
herz=
nach 41u
R1Mrehchichtliche Geſellſchaft. Die nächſte Sitzung der
Kunſtge=
hichtlichett ie ellſchaft findet am Donnerstag, den 3. November, um
Uhr in ewerbemuſeum ſtatt. Herr Profeſſor Haupt ſpricht über
ge Slki aus dem Krönungsſchatz der Deutſchen Kaiſer. Eintritt
für Neylt eder.
Mwrein. Es ſei nochmals auf die am Dienstag (
Allerheili=
ſtatttſſue Aufführung der Brucknerſchen F=Moll=Meſſe und des
Pſalſſaaf fmerkſam gemacht. Kein muſikaliſcher Menſch ſollte ſich
Erlebt Geſer wundervollen Werke entgehen laſſen, aber auch der
it dem =Bruckners noch niht Vertraute wird einen bleibenden
ſindruck ſu ſch nehmen, denn hier ſpricht echtes Gefüihl, tiefſtes
Er=
einehknfrhafr Begnadeten zu uns. Prach volle Harmonik,
un=
jeglichſt tenodik vereinigen ſich zu plaſtiſcher Gegenſtändlichkeit des
ſſe=Texc alle ſeine Geheimniſſe werden überzeugend aufgeſechloſſen.
Der nem2r rigent, Generalmuſikdirektor Dr. Böhm, der ſich mit der
Sinfomimiyeits als ein berufener Ausbeuter Brucknerſcher Kunſt
geführtzä t, wird auch die Chorwerke in ihrer vollen Prackt
eu=
laſti
BumRnigin Luiſe. Wir machen unſere Mitglieder nochmals
den eirbend am 2. November, abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal
feuſtrſtn, gan dem unſere Bundesführerin, Frau Netz aus Halle,
weſeid au=fmerkſam. Es iſt Pflicht aller Kamerndinnen, zu
er=
nen. / ſte herzlich willkommen
eiein Sireit Fien eie ehdun el
einer Krüppelanſtalt. Vor allem will er zeigen, wie es
nen Krüppeln arbeitsfähige, nützliche Glieder der
menſch=
hust zu machen. Solche Arbeit ſoll nun auch in der neu
bauten MOyſelwerkſtätte der Inneren Miſſion in Nieder=Ramſtadt
ge=
ieben we m. Zum Beſten dieſer Anſtalt iſt der Reinertrag der
Vor=
ſihrung betynrt. Unſere Leſer werden empfehlend darauf aufmerkſam
4 Grintrittspreis beträgt für Erwachſene 50 Pfg., für Kinder
Pekſgueinde. Am Montag, den 14. November d. J.,
veran=
dunnverein der Petrusgemeinde Beſſungen im Gemeindeſaal
ſaruſtraße einen Konzert= und Vortragsabend, der den Be=
AGenuß verſpricht. Frau Anna Baumeiſter=Jacobs und
die beliebten Künſtler des Landestheaters, haben ihre
Sſagt und Frau Dingeldey (Violine) und der Darmſtädter
werden ihre Kunſt der guten Sache zur Verfügung
u inerläs dieſes Abend iſt dazu beſtimmt, dem
Frauen=
tzuzuführen, damit er im bevorſtehenden Winter nach
uunken und Hilfsbedürftigen in der Gemeinde Y-lien kann.
tüauf der Eintrittstarten wird das Nähere bald veröffent=
Werbung des deutſchen Buchbinderhandwerks.
Am 1. November 1927 ſetzt einheitlich in ganz Deutſchland die
Wer=
bung für das handgebundene Buch ein.
daß im Zeitalter der Maſchine und des Radio deutſche
Handwverker=
arbeit ihre Bedeutung nicht verloren har. Das handgebundene Buch
ger Bemittelten iſt es heute möglich, ein lieb gewordenes Buch nach
ſeinem Geſchmack einbinden zu laſſen.
Die Freude an dem ſchön gebundenen Buche muß in unſerem Volke
wieder gehoben werden.
Wer den Wunſch hat, daß deutſche Handwerkskunſt nicht verloren
geht, der unterſtütze die Werbung des Buchbinderhandwerks.
Wer ſeine Bücher erhalten und an ihnen Freude
haben will, der laſſe ſie beim Buchbinder
ein=
binden!
Hindenburgſpende.
9. Ouittung. A. S. 1 M., H. D. 1 M., Frau Auna Eichel
10 M., Kindergärtnerinnenſeminar des Alicevereins für
Frauen=
bildung und Erwerb 9 M., E. F. und F. F. 20 M., M. J. in
A.
zuſammen 43 M.
255.50 Mark,
1. Quittung
498.— Mark,
2. Quittung
3. Quittung
387.— Mark,
4. Quittung
221.— Mark,
5. Quittung
401.— Mark,
6. Quittung
637.— Mark,
7. Quittung
186.— Mark,
1251.— Mark,
8. Quittung
43.— Mark.
9. Quittung . .
3379.50 Mark.
Zuſammen .
Die Liſte iſt geſchloſſen.
— Vortrag Dr. Gertrud Bäumer. In dem großen Saale der
Ver=
einigten Geſellſchaft ſprach am Sonntag abend Frau Miniſterialrat Dr.
Gertrud Bäumer über den „Kampf um die Schule”. Frau Karoline
Balſer begrüßte mit warmen Worten die große Verſammlung; alsdann
ergriff Frau Dr. Bäumer das Wort, um gleich in ihrer Einleitung auf
die Ueberparteilichkeit der Veranſtaltung hinzuweiſen. Sie wolle aus
dieſem Grunde nicht über Kampf, ſondern von der Verſtändigung über
die Schule ſprechen. In dieſem Sinn= führte ſie ungefähr folgendes
aus: Die Gemeinſchaftsſchule iſt die Schule des Ausgleichs und des
inneren Friedens, ein Schulweſen, welches den Reichtum und die
Man=
nigfaltigkeit unſeres genreinſamen Kulturgutes und unſere
Zuſammen=
gehörigkeit pflegt. Der Verſuch einiger Kreiſe, durch juriſtiſche
Umdeu=
tung den Begriff der Einheitsſchule aus der Verfaſſung herauszudauteln
zu wollen, bedeutet eine große Gefahr. Die höheren Schulen ſind ein
Beiſpiel für dieſe Gemeinſchaftlichkeit, da ſie in ganz Deutſchland von
Kindern aller Bekenntniſſe b ſucht werden. Der Unterricht hat ſich
Unſere verehrlichen Leſer in Beſſungen machen
wir darauf aufmerkſam, daß unſere Annahmeſtelle
Heidelbergerſtraße 102 mit dem heutigen Tage
auf=
gehoben iſt. Zur Annahme von Anzeigen in
Beſſungen iſt alſo nur noch unſere Agentur
Beſſungen, welche ſich in den Händen des Herrn
Hch. Blößer, Beſſungerſtraße 47, befindet, berechtigt.
17002)
ganz naturgemäß dem angepaßt. Er pflegt das deutſche Kulturgut und
ſomit auch das chriſtliche, denn das eine iſt ohne das andere nicht zu
den=
ken. In der Volksſchule ſoll es genau ſo ſein. Bekenntnisſchulen haben
da Berechtigung, wo ſie aus einer Tradition heraus entſtanden ſind, wo
die Bevölkevung ungemiſcht iſt, abe das iſt in weiten Kreiſen
Deuntch=
lands nicht der Fall. Die konfeſſionellen Schulen Preußens werden von
Kindern aller Bekenntniſſe beſucht. Die Weltlichkeit des Unterrichts hat
ſich da von ſelbſt entwickelt, genau wie in der Simultanſchule Heſſens
oder Badens. Die weltliche Schule ſoll nicht die Schule derer ſein, die
keiner Konfeſſion angehören. Sie könnte die Schule werden für ſolche,
walche einen intenſiveren Religionsunterricht anſtreben außerhalb der
Schule (England, Amerika uſw.). Ein Amerikaner ſagte einmal: „Die
Deutſchen ſind oft ſo irreligiös, weil der Religionsunterricht ein profanes
Fach getrorden iſt‟. Die weltliche Schule ſoll nicht als
Bekeuntnis=
ſchul= der Konfeſſionsloſen gelten. Gegenſätze, welche ſich im Leben durch
laugſame Eutwicklung ganz von ſelbſt überbrücken, ſollen nicht durch
Paragraphen getrennt und dadurch verſchärft werden. — Der Gedanke
des Elternrechtes im Intereſſe des eigenen Kindes und der Verbindung
zwiſchen Schule und Haus iſt ſehr wertvoll, aber als kulzurpolitiſche
Gruppe würden die Elternſchaften eine Organiſation darſtellen, welche
große Unruhe und Kämpfe in die Gemeinde hineintragen; ſie könnten
durch Anträge im Ablauf von ganz kurzen Zeiträumen ein glücklich
auf=
gebautes Sckmlſyſtem wieder umwerfem. Dieſe Ausgeſtaltung des
Elternrechtes wäre ſehr bedenklich. Der Typus der Gemeinſchaftsſchule,
wie er ſich naturnotwendig herausgebildet hat, iſt für die Vertreter des
Gemeinſchaftsgedankens ein Glück im heutigen Kampf. — Vorausſichtlich
wird im Gefetz ein Schutz für die Simultaaſchulländer erreicht werden,
aber gerude dieſe Sonderbehandlung verpflichtet die Länder als
Vor=
kämpfer für ganz Deutſchland aufzutreten. Die Gemeiuſchaftsſchule iſt
das Schulideal der Volksgemeinſchaft. Sie iſt ein hiſtoriſcher Beſitz und
gegenſeitigen Verſtändnis. — Die Zuhörer danten der Rechnerin mit
lebhaftem Beifall
An den Dank, den Frau Balſer deu Rednerin im Namen der
Ver=
ſammlung ausſprach, ſchloß ſich eine Diskuſſion, deren Ausführungen ſich
ſämtlich in der Nichtung der Ausführungen von Frau Dr. Bäumer
be=
wvegten, was dieſe in einem Schlußwvort mit Befriedigung feſtſtellte.
Denjenigen Banen
(ISt. 242
und Herren, welche ihre Haare selbst waschen, rate ich,
nur noch das altbewährte Helipon-Kopfwaschpulver zu
verwenden. Zum Dank dafür erhalten Sie wunderbar schönes,
duftiges Haar und 277 (ciche Rückseite der Helipon-
Dr. Hr.
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Dessen einzigartige Wirksamkeit und sichere Unschädtichkeit. 1 Päckchen für
30 Pfg. enthält „Für langes Haar”, stets 2 abseteilte Waschungeu oder (Neu)
„Für Bubikopt” 3 abgeteilte Waschunge
— Lichtbildervortrag. Dem Dr. med. Otto Greither=Mninchen iſt es
auf Grund langjähriger Studien= und Forſch rarbeit gelungen, ein
Syſtem auszuarbeiten, das in der Tat eine Neuerung auf dem Gebiete
der erfolgreichen Krankheitsbehandlung darſtellt. Dieſe Methode, die
an die Entdechung Prof. Metſchmikoffs anlehut, bewirft bei individueller
Anwendung eine gründlich= und exakt nachweisbare innere
Selbſtreini=
gung des Körpers von den angehäuften Kraukheitsſtoffen, da nur eine
wirkliche Reinigung des Blutes und der Organe nach ſeinen
Feſtſtellun=
gen eine Heilung und Erhaltung der Geſundheit ermöglicht. Ueber dieſes
Thema ſpricht Dr. med. Otto Greither, der ſich wur durch ſein Syſtem
von jahrelangem, ſchwverem, als unheilbar erklärtem Siechtum geheilt
hat, unter Vorführung hochintereſſanter mediziniſcher Lichtbilder am
kommenden Donnerstag, abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal, Grafenſtr. 20.
Eintritt frei! (Siehe Anzeige.
Stadtkirchenchor. Die Prohe iſt von Dienstag auf
Don=
uerstag abenb 8 Uhr (Gemeindehaus) verſagt. Für den
Chor=
geſang im Hauptgottesdienſt des Reformationsfeſtes findet am Sonn=
Vorprobe ſtatt.
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Die von der Direktion der ſtädtiſchen Betriebe in der Zeit vom
22. bis 29. Oktober 1927 veranſtaltete Gaswerbewoche hat mit der am
Das deutſche Buchbinderhandwerk will in Bild und Schrift zeigen, Samstag abend ſtattgefundenen Verlofung ihren Abſchluß gefunden.
Im nachfolgenden geben wir die gezogeuen Nummern und die
ge=
wonenen Gegenſtände bekannt: Nr. 4845: 1. Roeder=Gasherd, Nr. 7981:
iſt nicht nur das ſchönſte, ſondern auch das haltbarſte. Auch dem weni= 1 Konzelmann=Gasherd (Alkodaherd), Nr. 281: 1 Junkers=Waſſererhitzer,
Nr. 536: 1. Vaillant=Waſſererhitzer, Nr. 655: 1 Kaffee=Perkulator,
Größe 1. Nr. 5202: 1 Kaffee=Perkulator, Größe 2, Nr. 13 368: 1 Kaffce=
Perknlator, Größe 3. Nr. 1200: 1 Küchenwunder=Backapparat, Nr. 9708:
1 Küchenwunder=Backapparat, Nr. 11320: 1 Küchenwunder=Backapparat,
Nr. 11088: 1 Küchenwunder=Backapparat, Nr. 2040: 1 Gasbügeleiſen,
Nr. 425: 1 Gasbigeleiſen.
Gegen Rückgabe der vorgenannten Nummernausweiſe, die beim
Beſuch der Gaswerbewoche am Saaleingaug als Eintriltskarte koſtenlos
abgegeben wurden, können die gowonnenen Gegenſtände im
Ausſtdl=
lungsraum der Direktion der ſtädtiſchen Betriebe, Grafenſtraße 30
(Laden), in Empfang genommen werden.
Die Verloſung der Firma Darmſtädter Herdfabrik und
Emaillier=
werk G. m. b. H., Darmſtadt, auf Grund der am Ausſtellungsſtand im
Saalbau ausgegebenen gelben Verloſungsblätter, findet in eimigen
Tagen ſtatt. Das Ergebnis wird an dieſer Stelle bekannt gegeben.
Zur Angeſtelltenverſicherungswahl.
Wer iſt wahlberechtigt? Wahlberechtigt ſind außer den
Arbeitgebern alle verſicherten Angeſtellten, die am Wahltage 21 Jahre
alt ſind und ſich durch ihre Angeſtelltenverſicherungskarte, auswveiſen.
Auch Stellenloſe ſind wahlberechtigt; jedoch muß in der
Verſicherungs=
karte in den letzten 12 Monaten mindeſtens eine Beitragsmarfe
ge=
klebt ſein. Alle freiwillig Verſicherten können ebenfalls wählen, ſofern
ſie noch Angeſtellte ſind; ſchließlich können alle diejenigen Ar eſtellte
wählen, die von der eigenen Beitragsleiſtung befreit oder in einer
Erſatzkaſſe verſichert ſind.
Wann undwowirdgewählt? In jedem Stadt= oder
Land=
kreis findet die Wahl ſtatt an dem Tage und zu der Zeit, die bekanut
gegeben. Jeder wählt in dem Wahlbezirk, wo er wohnt und nicht,
wo er beſchäftigt iſt. In allen Zweifelsfällen erteilen die
Geſchäfts=
ſtellen des D.H.V. oder ſeine Vertrauensmänner gern Auskunft.
Als Wahlausweis gilt die grüne Vevſicherungskarte, die der
Arbeitgeber zum Zwecke der Wahl ſeinen Angeſtellten aushändigen
muß. Bei den Erſatzkaſſen wird ein beſonderer Ausweis ausgeſtellt;
Vordrucke zu dieſen Ausweiſen ſind koſtenlos bei den Geſchäftsſtellen
des D.H.V. erhältlich. Wer am Wahltage verreiſt iſt, kann ſchriftlich
wählen; der Wahlleiter ſtellt zu dieſem Zweck auf Antrag gegen
Hinterlegung der Verſicherungskarte oder der Erſatzkaſſenbeſcheinigung
einen Wahlſchein aus und gibt zugleich einen Wahlumſchlag ab.
Wahl=
ſchein und Wahlſcheinumſchlag ſind mit dem betr. Stimmzettel innerhalb
einer vom Wahlleiter beſtimmten Zeit brieflich einzuſenden.
Der Stimmzettel darf nicht verändert werden.
Streichuin=
gen und Zuſätze machen ihn ungültig.
— Ein zweiter Lehrfilm aus dem Druckgewerbe. Unter dem
be=
ſcheidenen Titel „Wie ein Druckbuchſtabe entſteht” lief am Sonntag
vormittag auf Veranlaſſung der Darmſtädter Ortsgruppe des
Bildungs=
verbandes d. D. B. im Lichtſpielhaus der Grafenſtraße vor einer
zahl=
reichen Zuhörerſchaft ein Werk= und Werbefilm der „Bauerſchen
Gießerei” in Frankfurt a. M., der die Schriftgießerei in ihrem
geſchicht=
lichen Werden und ihrer Vervollkommnung in der Gegenwart durch eine
höchſt anſchauliche Folge ſeiner Werkbilder darſtellte. Das wichtige
Gebiet des Schriftguſſes iſt der großen Allgemeinheit wenig bekannt
und als Teil des Druckgewerbes noch ſeltener erſchaut. Um ſo
dankens=
werter war dieſe mit feinem Verſtändnis zuſammengeſtellte Ueberſicht
zu begrüßen, zu der der hier langjährig bekannte und beliebte Vertreter
des Hauſes, Herr Schäfer, einige willkommene Erklärungen
voraus=
gab. Die Schriftgießerei behauptet nach Gutenbergs weltbewegender
Erfindung durch faſt vier Jahrhunderte eine ſich nahezu gleichbleibende
handwerkliche Technik. Die erſte Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte
auf dem Anbruch des Maſchinenzeitalters auch ihr die große
Um=
ſtellung; und in eben dieſer Zeit lebte der Gründer des Frankfurter
Haufes, Joh. Chr. Bauer, 1802—1867, deſſen heutiger rühriger
Nach=
folger Herr Hartmann, die Tätigkeit ſeines unweit der Feſthalle in
Frankfurt gelegenen Welthauſes als muſtergültig für das ganze wichtige
Schriftgießergewerbe aufzeigen kann. Statt vieler Zahlen nur drei:
ein Handgießer von ehemals leiſtete täglich 5000 Druckbuchſtaben, die
Handgießmaſchine, die Bauer in Deutſchland einführen half, 20 000, die
heutige ſogen. Komplettmaſchine, ganz automatiſch, 40 000, eine desgl.
gekuppelte Doppelmaſchine 70 000 Lettern pro Tag. Wir ſind nach der
Inflation ja an hohe Ziffern gewöhnt, aber 150 Gießmaſchinen und
1 Million Kilogramm Schriftenlager (— 128 Eiſenbahnwaggons)
im=
onieren denn doch noch. Die jungen Leute, die dem Druckgewerbe
zu=
ſtreben, können Näheres über die gezeigten Schriftſchablonen mit
Storchſchnabelverkleinerung, die Stahlſtempel oder Patrizen, die
kupfer=
nen Matrizen, die Metallmiſchung, den Gießvorgang, den Gießzettel und
das Fertigmachen aus den guten Handbüchern erſehen, ebenſo wie aus
den neuzeitlichen, reichbebilderten Zeitſchriften des Bildungsverbandes
der Deutſchen Buchdrucker „Mitteilungen” und „Der graphiſche
Be=
trieb”, die ihnen jeder Fachmann nachweiſt. Intereſſant auf ſozialem
Gebiete iſt bei der Schriftgießerei der Anteil der weiblichen
handwerk=
lichen Arbeit: das frühere, den Aelteren noch wohlbekannte Abbrechen,
Schleifen und Aufſetzen der Typen durch Hilfsarbeiterinnen haben—
geſund=
heitlich erfreulich — die Maſchinen in Fortfall gebracht, Frauenarbeit
blieb nur noch das geſchickte Abteilen der fertigen Typen, die
alpha=
betiſche Zuſamenſtellung in Mengen und das Einpacken. Ein hübſches
kleines Werbeheft mit Bildern bot jedem Beſucher ein dauerndes
An=
denken an dieſe „Matinee” der Schriftgießerei, während die Deulig=
Filmwoche zuvor ein buntes Allerlei aus aller Welt zur Schau brachte.
— Mozart=Verein. Das bunte Bild der Revue „Ganz
Darm=
ſtadt ſpricht davon” wird noch verſchönt durch das Auftreten der
gefeierten Prima Ballerina, vom Frankfurter Opernhaus, Ilſe
Peter=
ſen wird einen Bauern=Polka tanzen, dann ihren großen Schlage=
„Zirkus” vorführen und zuletzt den „Radetzky” tollen. — Die Mozart=
Girls werden unter Leitung der Ballettmeiſterin Luiſe Rehr
entzückende Tänze tanzen. Die Koſtümentwürfe ſtammen von Nuth
Praſſel. Karten bei O. Titze, Eliſabethenſtr. 4.
* Ein Kellerbrand entſtand geſtern abend im Hauſe Soderſtraße 64,
der zum Glück von den Hausbewvohnern rechtzeitig bemerkt wurde, ſb
daß die herbeigerufene Berufsfeuerwehr den Brand raſch erſticken konnte.
Die Urſache des Brandes dürfte Vorſatz ſein. Eine
Hausbe=
wohnerin, die bereits früher gedroht hatte, das ganze Haus in Brand
zu ſtecken, gibt zu, daß ſie im Keller auf einem Tiſch und Stuhl Holz
und Briketts aufgeſchichtet hatte, wie etwa zum üblichen Feuermachen.
Sie beſtreitet jedoch, das Brennmaterial angezündet zu haben. Wie uns
mitgeteilt wird, laſſen aber alle Umſtände nur den Schluß zu, daß auch
das Feuer von ihr gelegt worden iſt. Die eingeleitete Unterſuchung wird
ergeben, ob tatſächlich Brandſtiftung der Hausbewohnerin vorliegt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſiler eder künſleriſche Vrranſialtungen, deren im Nachſiehenden Erwähnang
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urtell vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Die Familie ohne
Mo=
ral‟. Ein Sittenbild nach der Komödie „Ledige Leute”.
Ein Film, wie man ihn ſich wünſcht, wie das Publikum ihn
haben will, wie er auf gleichem Nivcau wirtlich von allen
Produzenten gebracht werden könnte. Für das nötige Nibeau in
vor=
liegendem Fall ſorgt in erſter Linie die Regie Mas Neufelds mit
der=
bem, feſtem Griff. Der Film iſt wirklich diskutabel. Schon die
Manuſtriptwahl zeigt, daß man ſich vom abgeriſſenen Geure freigemacht
hat. Die Darſteller können ſich bei ihrem Regiſſeur bedanken. Sie
haben Gelegenheit, ſich auszuſpielen. Hermann Thimig tobt ausgelaſſen
durch den Film, ein netter Junge, anmutig Carmen Cartellieri, die
man gern wieder einmal ſieht. Auffallend ſauber hat der Kameramann
Hans Theher gearbeitet. Im Beiprogramm: „Der große Preis
von Kentucky”. Ein Senfations=Schauſpiel von Meuſchen und
Pferden, geladen mit Spannung und großen Senſationen. 6 Akte!
Clara Horton und Culion Landis verkörpern die Hauptrollen, bieten
beiden Geſtalten ihr belebtes, intelligentes Spiel, den Scharm ihrer
Er=
ſcheinung und die Natürlichkeit einer edlen und ungezwungenen
Schau=
ſpielkunſt.
Alus den Parieien.
Der Bundespräſident des Reichsbanuers, Otto Hörſing,
und Reichskanzler a. D. Dr. Wirth ſprechen am Mittwoch, den 2.
No=
vemher, 20 Uhr, im Saalbau. Alle deutſchen Frauen und Männer ſind
zu der Kundgebung herzlichſt eingeladen. (Siehe beſondere Anzeige)
Tageskalender für Dienstag, den 1. November 1927.
Heſf Landestheater, Großes Haus. Anfang 19½ Uhr:
1. Konzert des Muſikvereins. — Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr,
Ende 22 Uhr: „Spiel im Schloß”. — Orpheum Aufang 20 Uhr:
Frau von Koroſin”.
Konzerte: Schloßkaffee, Ho=I
Schmitz, Herrngartenkaffee. — Tanz: Kaffee Rheingold. —
Kino=
vorſtellungen: Union=, Reſidenz=Thegter, Pglaſt=Lichtſpiele.
Seite 6
Aus Heſſen.
Starkenburg.
An. Arheilgen, 30. Okt. Reformationsfeſt. Ein
Reforma=
konsfeſt beſonderer Art war es, das dieſes Jahr unſere Gemeinde feiern
konnte. Waren es doch jetzt 400 Jahre, daß Heinrich Moter oder
Moterer (lat.: Uoterus) in Arheügen einzog, und mit ihm die
Refor=
mation hier ihren Einzug hielt. Unſer Ort hatte zur Feier des Tages
Flaggenſchmuck angelegt, und im Vormittagsgotteßdienſt, der durch
Vor=
träge des Kirchengeſangvereins und des Poſaunenchors verſchönt wurde,
ſprach der Ortseiſtliche über das Wort: „Seid Täter des Worts‟. Nach
Schluß dieſes Gottesdienſtes begaben ſich die Gottesdienſtbeſucher auf den
ſüdlichen Teil des Kirchhofs, wo zum Andenken an dieſe Begebenheit
nicht weit von der im Jahre 1883 gepflanzten Lutherlimde eine Heinrich
Moter=Eiche durch den Ortsgeiſtlichen und die gegenwärtigen
Kir=
chenvorſtandsmitglieder eingepflanzt wurde. Die nachmittägige Feier
galt in enſter Linie der Vergrößerung und Neutherrichtung des
Gemeinde=
hauſes, und ſprach Herr Pfarrer Grein begrüßende Worte an die
zur Feier erſchienemen Hernen: Prälat D. Dr. Diehl, Dekan Weißgerber=
Meſſel, den Vertreter der Baubehörde, an den Herrn Bürgermeiſter
Jung, die Hernen Lehrer und alle Erſchienenen. Nach Geſang des
Kir=
chen= und Vortrag des Bläſerchors überreichte Herr Kirchenvorſteher
Schmitt eine nach dem aus dem Jahre 1482 ſtammenden Kelch, der
noch heute im Gebrauch iſt, angefertigte Abendmahlskanne: Frl. Blaiſe
im Namen des Frauenvereins eine Altardecke und Kanzelſchmuck, Frau
Ingenienr Stumpf für die Helferinnen des Frauenvereins zwei
Va=
ſen; ferner folgten: vom evangeliſchen Männervevein ein Werk, die
„Wittenbergſche Nachtigall”, beſtehend aus ainer großen Anzahl von
Bänden, vom Jüinglingsbevein ein Latherbild und vom
Jungfrauenver=
ein ein Altarteppich, während die Jungſchar ein Bibelzeichen überreichto,
Das neu hergerichtete und durch einen Seitenflügel ſtark vergrößerte
Gemeindehaus macht nun einen vorzüglichen Eindruck, und dankte Herr
Pfarver Grein allen Handwerkern für die vorzügliche Arbeit, und
be=
ſonders für die rünktliche Vollendung. Als Stiſtung überreichte der
Ortsgeiſtliche Luthers Sakriſteigebet, das in der Sakriſtei aufgehängt
werden ſoll. Hierauf ergriff Herr Prälat D. Dr. Diehl das Wort zu
ſeinem Feſtvortrage: „Hemuich Moter aus Weißenburg und die
Einfüh=
rung der Reformation in Arheilgen‟. Demſelben iſt zu entnehmen, daß
Pfarrer Heinrich Moter im Jahve 1527 hier ſeinen Einzug hielt.
Arheil=
gen hatte damals zwei Gotteshäuſer; das eine vor dem Dorſe mit fünf
Altären, das andere, die „Marienkirche”, ſtand im Orte und beſaß zwei
Altäre. Von ihr iſt der ſchöne gotiſche Chor erhalten und ziert noch
jetzt unſer Gotteshaus. Der Deckenſchlußſtein trägt die Jahreszahl 1482.
Der etwa aus derſelben Zeit ſtammande, noch in Gebrauch befindliche
Helch trägt die Aufſchrift „Maria‟. Nach ihm iſt die neue
Abendmahls=
kanne in Pforzheim angefertigt worden, und trägt dieſe die Inſchrift:
„Halt im Gedächtnis Jeſu Chriſt”. Als 1526 allgemein im Heſſen die
Neformation eingeführt wurrde, begehrte auch Arheilgen einen Prediger
des Evangeliums, und dieſer Wunſch wunde der Gemeinde erfüllt, als
1527 Heinrich Moter von Kron=Weißenburg (im Elſaß) als Geiſtlicher
hierher kam. Seit 1517 hatte er als katholiſcher Geiſtlicher in
Weißen=
burg gewirkt, wo er mit dem ſpäter berühmt gewordenen Reformator
Buger arbeitete bis beide zur Lehre Luthers übergingen, im Jahre 1523
dieſen Ort verließen und ſich nach Straßburg wandten. Bucer wurde
Pfarrer und Reformator dieſer Stadt und Moter, vorläufig ſtellenlos,
kam endlich in unſere Gemeinde. Er wurde Prediger und Reformator
Arheilgens und ſpäter nach Griesheim verſetzt, wo er im Jahre 1543
ſtarb. Einer ſeiner Söhne wurde Pfarrer in Beſſungen und ſpäter, wie
ſein Vater, in Arheilgen. Ein jüngerer Sohn ſtand anfangs in Groß=
Gerau und ſtarb als Geiſtlicher in Roßdorf, woſelbſt noch heute ſeine
Nachkommen leben. Sie ſchieden allerdings aus den Reihen der
Gelehr=
ten aus und wurden Handwerker. Vielerlei Schickſale hatte unſere
Ge=
meinde zu ertragen: Brand, der 30jährigg Krieg und die Peſt
dezimier=
ten die Einwohnerſchaft bis auf wenige Familien. Trotzdem ſind nach
noch vorhandemen Kirchenbüchern eine Reihe Familien hier ſeßhaft, deren
Namen in dieſen Chroniken aufgeführt ſind. Der von dem
Kirchenober=
haupt tieſdurchdachte und geſchichtlich hochintereſſante Vortrag fand die
größte Aufmerkſamkeit bei allen Zuhörern, und ſtimmten alle mit voller
Begeiſterung am Schluſſe in das Lutherlied „Ein feſte Burg” ein, von
dem zwei Verſe geſungen, den Abſchluß dieſer Feier bildeten. Am Abend
folgte die Aufführung „Luther auf der Wartburg”, Schauſpiel in fünf
Aufzügen von Friedrich Lienhard (3. Teil der Wartburgtrilogie), das,
da alle Karten für den Abend verkauft waren, eine Wiederholung finden
Dienstag, den 1. November 1927
wirb. — Der Feier am Sonntag ging am Samstag gleichfalls im
Gottes=
hauſe ein Feſtakt für die Jugend voraus, wobei mehrſtimmige Chöre,
Gedichte und Anſprache des Geiſtlichen die Vortragsfolge bildeten. Den
älteren Kindern wurde ein Feſtſchriftchen („Martin Luther” von D. Dr.
Buchwald) überreicht, während die unteren Klaſſen mit Brezeln beſchenkt
wurden.
An. Arheilgen, 30. Okt. Landtagswahl. Am Dienstag ſpricht
Herr Laudtagsabgeordneter Dr Keller abends 8.30 Uhr im Gaſthaus
„Zur Sonne‟. Das Thema lautet: „Heſſiſche Politik und die
Bedeu=
tung der bevorſtehenden Landtagswahl”. — In dieſen Tagen wurden
von der hieſigen Bürgermeiſterei Benachrichtigungskarten ausgegeben,
wo=
durch den Betreffenden mitgeteilt wird, unter welcher Nummer ſie in der
Wählerliſte aufgeführt ſind. Die Karten ſind bei der Ausübung der
Wahlpflicht mitzubringen — Die von der Gemeinde für die Freiwillige
Feuerwehr neu angeſchaffte mechaniſche Schiebeleiter wurde
in Anweſenheit des Herrn Kreisfeuerwehrinſpektors Schnell geprüft und
gab zu keinerlei Beanſtandung Anlaß. Dieſelbe wurde von der Firma
J. G. Lieb Söhne in Blaubeuern (Württemberg) geliefert und hat eine
Höhe von 16 Mtern. Die Oberleiter iſt kontaktfrei und die Naben ſind
mit Kugellagern verſehen. Die Getriebe ſind durch ſelbſtwirkende
Bvems=
vorrichtungen geſichert. Hiermit iſt für unſere Gemeinde ein weiterer
Schritt vorwärts auf dem Gebiete des Feuerlöſchweſens getan. —Nach
Verfügung des Kreisamtes Groß=Gerau iſt die Polizeiverordnung, betr.
Vertilgang des Froſtſpanners, für dieſes Jahr für
ſämt=
liche Gemeinden des Kreiſes in Kraft geſetzt. Dieſelbe iſt im
Aushänge=
kaſten der hieſigen Bürgermeiſterei für die Intereſſenten ausgehängt.
F. Eberſtabt, 31. Okt. Erntedankfeſt. Nach altem Brauche
feierte die Gemeinde in den geſtrigen Gottesdienſten das Erntedankfoſt.
Beſonders feierlich geſtaltete ſich der Vormittags=Gottesdienſt, in dem
der Poſaunenchor und der Kinchengeſanoverein mitwirkten. Pfarrer
Paul predigte über Jeremia 5. 24. Am Schluſſe and eine
Abendmahls=
feier ſtatt. Für den evang. Bund wurde eine Kollekte erhoben. Die
auf den Tag des Erntedankfeſtes fallende Kartoffelkirchweihe verlief
ver=
hältnismäßig ruhig. — Konzert. Der Geſangverein „
Männerquar=
tett Harmonie” veranſtaltet am Samstag (5. November) im Saale des
Gaſthauſes „Zum Bergſträßer Hof” (Fiſcher) ſein diesjähriges
Herbſt=
konzert. — Bühnenturnen.: Die Freie Turnerſchaft wird am
Samstag (5. November), im Saale „Zum Schwanen” (Schmitt) im
Bühnenbüld alles das zeigen, was ihre Gruppen und Niegen auf den
verſchiedenſten Gebieten modernen Turnens zu leiſten imſtande ſind.
Bei der großen Bedeutung, die heute den Leibesübungen und der
Körperkultur für unſer geſamtes Volk beizumeſſen iſt, darf allen
Turn=
freunden der Beſuch der Veranſtaltung empfohlen werden.
4a. Pfungſtadt, 31. Okt. Hohes Alter. Philipp Büttel 5.
kann am Mittwoch dieſer Voche ſeinen 78. Geburtstag feiern.
— Mutterberatungsſtunde. Die näcſte Veratungsſtunde
für Mütter= und Säuglingsfürſorge findet am Dienstag dieſer Woche,
nachmittags 183 Uhr, in der Handwerkerſchule ſtatt. — Am
ſchwar=
zen Brett. Die kreisamtlichen Bekanntmachungen über die Wahlen
zur Handwerkskammer und über die Regelung des Ausverkaufsweſens
Sawtihr
Hrznelmittel.
vor allem de
AsPiFIH- Tabletten
werden häufig nachgeahmt. Um sich
vor Verfälschungen zu schützen, fordere
man stets die Orislnalpackung „Bayel”
mit der voletten Banderole.
ſind gegenwärtig am Aushangkaſten des Rathmuiſes umf dies1
14 Lagen zur allgemeinen Cinſichtnahme angeſchlagen. —
verſteigerung. Die Bürgermeiſterei hält am Donne==
Woche eine Verſteigerung von Weiden ab. Zur Verſteigerul
Weiden von vier Morgen in der Klingsackertanne und fimr 70
der Gemeinde=Torfgrube. Die Verſteigerung findet an Ort i
und zwar nachmittags um 2 Uhr bzw. 4 Uhr ſtatt.
— Trgiſa, 31. Okt. Lichtbildervortrag des;
werbevereins. Als erſte Veranſtaltung unſeres neun=
Ortsgewerbevereins fand im Saale der „Starkenburg” einn!
vortrag ſtatt. Herr Handwerkskammerſyndikus Dr. Koll:/
zunächſt über die Hauptfragen, die heute das deutſche Handichel
tigen, und zeigte dann unter entſprechender Erklärung wundahel
der „vom Handwerk in alter und neuer Zeit, Aufahmen don
chener Handwerksausſtellung 1927‟. Der Vortrag fand unggel
fall, den der Vorſitzende, Herr Schreinermeiſter Hofmanm
liche Worte kleidete. Nachher ſprach noch Herr Grätz aisn!
über den Wert der Buchführung in handwerkerlichen Bert
Einführung zu einem Buchführungskurſus, der
auch begonnen wurde. Der Lichtbildervortrag war auch bou
gut beſucht, namentlich waren die Mitglieder des Ortsgend
Nieder=Ramſtadt unter Führung ihres Vorſitzenden, Herrm
meiſters Keil, zahlreich erſchienen.
4k. Nieber=Ramſtadt, 31 Dkt. Heute früh hat ſich der
Sohn Karl des Beigeordneten Regalia in der elterlichen Wäyll
einem Browming erſchoſſen. Der junge Mann hatte die Nagl
Tanzvergwügen bei der Saaleinweihumg im Gaſthaus „Zuu
Anker” mitgemacht und kam erſt gegem 7 Uhr früh nach Hauut
weggründe zu der unſeligen Tat ſollen in einem Liebesbskz
ſuchen ſein, das der junge Mann mit einem hieſigen Mäützyul
hielt und das von den Eltern nicht gebilligt wurde. Der ſonzll
ſonnene junge Mann hätte es nicht notwendig gehabt, denvol
werten Eltern, ſolchen Kummer und Sorgen zu bereiten. —
bar nach dieſer Schreckensnachricht verbreitete ſich eine andere 2n
ſonſt ruhigen Orte. In der Frankenberger Mühle in der T5.
zu unſerer Gemeinde gehört, wurde der Beſitzer des Anml
Architekt Aug. Wilh. Drücke, tot aufgefunden. Der hers=
Arzt, Herr Dr. Gaßner zu Eberſtadt, ſtellte eine Schußwumt
Waffe konnte zunächſt nicht aufgefundem werden. Die Stztal
ſchaft Darmſtadt weilte an Ort und Stelle, um die nähenenn!
gen zu treffen. Die Frage, ob Mord vder Selbſtmord vorlientl
ungeklärt. Drücke ſelbſt iſt erſt im Dezember 1926 hier zugenuu
dem er das Anweſen Frankenberger Mühle auf einer Zwamn3!
rung erworben hatte. Er iſt 4 Jahre alt und verheiratg
Brandſtelle an der Zelluloidfabrik M. Richter dahier war /
Ziel vieler Ausflügler. Der Fremdenberkehr war ein ſehr rnd
geſetzt umſtanden kleinere oder größere Gruppen den Brandpay
die Entſtehungsurſache des Feuers ſelbſt konnte Näheres nicht
werden. Die Aufräumungsarbeiten ſind ſoweit beendet, dan
Wiederaufbauarbeiten in Kürze begonnen werden kann. Wiexu
ſoll Fabrikant Richter beabſichtigen, in den unteren Fabrihtiag
vom Brande weniger heimgeſucht wurden, den Betrieb in bc4
Umfange in etwa drei Wochen wieder aufzunehmen. Außer 70
bau der alten Fabrik beabſichtigt Herr Richter aber auch 9
Neubau zu erſtellen. Wie man hört, ſollen die Angrenzer beastt
Einwendungen gegen die Wiederinbetriebwahme der Zelluloi74
erheben, da ſie ihre Anweſen infolge der Feuergefährlichke=tz
Verarbeitung gelangenden Stoffe und Materialien gefähnft
Die in Fuage kommenden Behörden werden wohl darauf ſehck
daß die Genehmigung nur unter der Bedingung erteilt wirm
brikräume feuerſicher herzuſtellen. — Aus dem Neubau der
werkſtätte der Anſtalt für Epileptiſche wurden jetzt ſchon zunn
mal Wandplattendiebſtähle gemeldet. Die Platten gehönennt
führenden Fa. M. Kienzle=Darmſtadt und waren innerhalb ich
baues in einem verſchloſſenen Naum untergebracht. Der Nam
gewaltſam geöffnet und es kommt einem Einbruch gleich, Strar)
erſtattet, der Täter noch unbekamnt.
* Erbach i. O., 31. Okt. Die heimatkundliche 4.4
gemeſinſchaft im Kreis Erbach hält, am Mittw
2. November, auf dem Breuberg eine Arbeitstagung ab. 9
Vortrag über die Burg und eine Führung auf derſelben durn
rat Morneweg in Erbach ſtattfindet. Die Veranſtaltung
ben=
mittags 2 30 Uhr
— Hirſchhorn 31. Okt. Wafſerſtand des Nedd=
30. Oktober 0,93 Meter, am 71. Oktober 0,90 Meter.
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dieser Art in Darmstadt
an der Bauſtelle Ludwigſtr. 7 (neben Gebrüder Unger) ſtatt. Sobald
es die baulichen Verhältniſſe erlauben, wird die Auslage täglich gewechſelt.
Mein Pelzgeſchäft befindet ſich jetzt im Ausſtellungsraum des Seidenhauſes
Bolz, Lndwigſtraße 13 Eingang durch das Geſchäftslokal)
Belzhauz Friedrich Hau
Gunst. 2
9. Donges
zegründet 18
etzt Ludwigſtr
[ ← ][ ][ → ]Dienstag, den 1. November 1927
Geite 7
HArenfale, 21. A.
e! Martin Selzer ein Motornad, auf dem ſich ein Herr und eine
oiom Darmſtadt befanden, während der Fahrt in Brand. Als
Stichflamme zwiſchen den beiden Perſonen plötzlich auftauchte,
Dame entſetzt ab. Der Herr folgte ihr, während das
Motor=
naſtin hellen Flammen, ſtand. Da ein Beſchütten mit Waſſer
nutz=
enen wäre, holte ein hinzukommender Feuerwehrmann den ſich
der hieſigen Feuerwehr befindlichen Minimax=Löſchapparat.
eagsgezeichnet ſeine Pflicht tat, daß das Feuer innerhalb weniger
ſe igelöſcht war. Das Motorrad war allerdings in einem ſolchen
3, Kdaß die Beſitzer es als zertrümmerte Ruine hier zurücklaſſen
p=eimfahrt nach Darmſtadt mit der Bahn antreten mußten. —
ſDpannſchaft unſerer Polizeihandballer, die am Sonntag nach=
* eigenem Platze ihr Pokalſpiel gegen die gleiche des
Polizei=
is s Darmſtadt ausfocht, holte ſich dank ihres nicht gut zu be=
Zuſamrgenſpiels und infolge der allzu großen
Eigennützig=
eiher Spieler eine Niederlage. Die Gäſte ſiegten mit dem
Er=
ſo4 bei Halbzeit ſtand das Spiel 4:0. Der Schiedsrichter waltete
teäomer, wohltuender Ruhe ſeines Amtes.
ſalbach, 31. Okt. Am letzten Sonntag wurde die hieſige edan=
Kirche nach ſchöner Wiederherſtellung im Innern wieder
meisdienſt gebraucht. Zu der Feſtfeier war Hern Dekan Reichert
tilld erſchienen, der auch die Grüße des Herrn Superintendenten
töt.— Herr Pfarrverwalter Hahn von Großt=Umſtadt, der die
jüßngrugeliſche Gemeinde zu verſehen hat und der ſich viel Mühe
dMriederherſtellung gemacht hatte, hielt die reich ausgeſtattete
tunſwarlid die Feſtpredigt. Es wirkten bei der Feier mit ein gemiſchter
ſio der Männergeſangverein, beide unter Leitung unſeres
Or=
miflſit ig erun Schulamtsaſpirant Krauß von Groß Umſtadt, und zwei
Balälimblläſer. Die Ausmalung der Kirche hatten vorgenommen Herr
Lirchſtater Kienzle von Eberſtadt und nach ſeinen Angaben die
hie=
ſigenſhufchindermeiſter Glaſer und Höfler; rechte dörfliche Kunſt war
gebot ſuc.d warm und freundlich erſchien das 294 Jahre alte Kirchlein.
üntsltell Opferwilligkeit der Gemeinde war das Werk vollendet
wor=
em. I cher Schmuck an den Häuſern zeigte die Freude der Gemeinde
n ikl Werk.
Einserkaſten, 31. Okt. Am Donnerstag, den 27. Oktober, abends
uhttnel, die diesjährige ordentliche Generalverſammlung der hieſigen
Land uchaftlichen Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft e. G. m. b. H.
ſtatzt, nerhältnismäßig gut beſucht war. Der bisherige Rechner
Adanipfurgnn erſtattete den Geſchäftsbericht. Der ausgewieſene
Rein=
gewirtzuuf=de hälftig deur Reſerbefonds und der Betriebsrücklage
über=
des bisherigen Rechneus Adam Hofmann 4, wurde
Mirf Eiie erien dun. e e eien Aufcegseitaſie
der Aemneiſter Kaffenberger und Beigeordneter Peter Vetter
wur=
en eſtsmm nig wiedergewählt. Der künftige weitere Ausbau der
Ge=
auoſſerfielt wurde eingehend beſprrchen und die „nötigen B=ſchlüſſe
in dickt
verdet!.
Ofßlüwelsheim i. D., 31. Oft. Folgen einer Blutvergif=
A0 Fart hieſiger, verheirateter junger Handwerksmeiſter zog ſich
zürzlittchimr Fahren mit ſeinem Fuhrwerk eine Verſetzung am rehten
Fllenkſta zu. Bald zeigte ſich, daß die anfangs nicht beachtete Wunde
unſte toNt tur war, als er annahm. Der zu Nate gezogene Arzt ſtellte
Blutohleſtung feſt und ordnete deſſen Ueberführung in ein
Darm=
tädtennnd kenhaus an. Der fleißige und geachtete Bürger konnte nur
tſadurſiſtn Leben erhalten werden, daß ihm dort der Unterarm
ab=
denonity ruurde. — Förderung der Bautätigkeit durch
die iſtn inde. Einen für Bauluſtige begrüßenswerten Beſchluß
ßte hi0 eſige Gemeinderat. Die Gemeinde beabſichtigt zwar nicht,
bſt A N0— zu bauen. Dagegen fordert die Gemeindeverwaltung ſoſche
rgckeuenhe eine Wohnung ſuchen, auf, ſich bald bei der
Bürgermei=
ierei Hm den, damit uſnen, falls ſie zu bauen beabſichtigen, der
reſer=
vierte tſche Bauzuſchuß zugute kommt. Denn der Gemeinderat iſt
ereit Ai, hm Bauluſtigen, die das erforderliche Viertel des Baukapitals
icht Urumingen vermögen: mik Unterſtitzung aus Gemeindemitteln
kn: zu gehen.
iunzelutfu fFalle vor,
Doch behält er ſich die Entſcheidunn in jedem
ob eine derartige Unterſtützung gewährt
ſhierombach, 31. Okt. Landtagswahl. Die national=ſoz.
zlrbeitztersi emtfaltet hier eine lebhafte Propaganda, indem ſie
wie=
verhollien ammlungen veranſtaltete, ſo auch vorgeſtern abend im
„Gaſtkiſa zrm Engel‟. Die andern größeren Parteien haben ihre vor=
ereitgimg Aätigkeit bis jetzt noch micht aufgenommen, da immerhin bis
ur Lütrasswahl noch 14 Tage Zeit ſind. — Obſtbauliches. Bei
ſets Obſtbauverſammlung, wpurde darauf hingewieſen, die Obſt=
ausſtellung zu beſuchen, die am 6. November von nachmittags
12 Uhr ab im Saale des Bürgermeiſters Hofferberth
zu Niederkinzſig zu ſehen iſt. Die Veranſtalter teilen mit, daß
ſie ihre Anregung zur Ausſtellung von der Darmſtädter Ausſtellung
haben und daß ſie vornehmlich ſolche Obſtſorten zeigen werden, deren
Anbau für unſere Gegen im Betracht kommt. Einige bekannte
Sor=
ten werden wegen ihrer Empfindlichkeit gegen Schorf zurücktreten
müſſen. Welche für ſie zu wählen ſind, ſoll die Ausſtellung zeigen. In
Einheitskiſten verpacktes Obſt 1. und 2. Sortierung ſoll Fingerzeige für
den Verkauf geben. Verpackung und Sortierung werden von Heren
Obſtbau=Inſpektor Behne perſönlich vorgenommen. Auch iſt Herr Behne
Sonntags vormittags als Preisrichter tätig. Ein Beſuch der Ausſtellung
dürfte ſomit überaus lohnend ſein.
H. Wahlen i. O., 31. Okt. Folgenſchwerer Streit. Zwei
im gleichen Hauſe wohnende Frauen gerieten miteinander in Streit,
wobei man ſich allerlei „Höflichkeitsworte” an den Kopf warf. Andern
Tags lauerte der Hausbeſitzer der Mietfrau auf, warf dieſelbe zu
Bo=
den und ſchlug derart auf dieſelbe ein, daß ſie nun ſchon nahezu fünf
Wochen das Bett hüten muß. Man fünchtet, daß die mißhandelte Frau
noch in die Klinik nach Heidelberg verbracht werden muß.
Ay. Bensheim, 31. Okt. 25jähriges Beſtehen des
Bens=
heimer Amtsgerichts. In dieſem Jahre ſind es 25 Jahre her,
ſeitdem das Amtsgericht zu Bensheim beſteht. Daß die Beſtrebungen,
Bensheim zum Sitze einer Gerichtsbeyörde zu machen, nicht
ungerecht=
fertigt geſpeſen ſind, beweiſt ſ hon allein die Tatſache, daß an dieſein
Gerichte heute fünf ortsanjäſſige Nechtsanwälte tätig ſind, in
Zoingen=
berg jedoch, von deſſen Sprengel Bensheim damals losgelöſt wurde,
keiner mehr. — Uebrigens wurde vor kurzem Beusheim zum Sitze
einer der vier in der Provinz Starkenburg neuerrichteten
Aubeits=
gerichte, ein Beweis ſeiner ſteigenden wittſchaſtlichen Bedeutung.
Kammermuſikabend. Eine außergenöhnliche muſikaliſche
Dar=
bietung ſteht uns Bensheimern in acht Tagen bevor. Die bekannte
Pianiſtin, Frl. Ida Biel, die Tochter des Bensheimer
Gymnaſial=
profeſſors Dr. Biel, wird gemeinſam mit den Herren Konzertmeiſtern
Kraus und Schuyer, beide vom Frankfurter Muſeumorcheſter, in
Bensheim, einen Kammermuſikabend veranſtalten, in welchem Werke
don Brahms und Schumann zur Aufführung gelangen. —
Schluß=
übung der Bensheimer Feuerwehr. Die freiwillige
Feuet=
wehr Bensheim hatte am Sonutag nachmittag auf dem Hoſpitalplatz
ihre Jahresſchlußübung, die in einer Schul= und Angriffsübung beſtand.
Am Sonntag abend verſammelte, ſich in den Sälen des Deutſche
Hauſes” das geſamte Corps zu einer ſtimmungsvollen Familienfeier.
W. Heppenheim a. d. B., 31. Oft Volkstrauertag. In der
würde= und weihevoll geſchmückten Turnhalle fand geſtern vormittag
eine Gedächtnisfeier für die Opfer des Weltkrieges ſtatt, an welcher ſich
die Bevölkerung Heppenheims zahlreich beteiligte. Die Feier wurde
durch den Orckeſterverein mit „Largo” von Händel eingeleitet. Darauf
folgte das Lied „Der treue Kamerad” von Attenhofer vorgetragen
durch den Männergeſangverein 1843 Heppenhein. Herr Pfarver Storck
gedachte darauf imn einer ergreifenden Anſprache unſerer im Weltkrieg
gefallener Helden. Ihr folgte „Aſes Tod aus Peer Gynt” von Grieg,
vorgetragen durch den Orcheſterverein. Vor einem Katafalk wurden
nun Kränze von der Stadt, dem Kriegerverein und anderem
Vereinigun=
gen niedergelegt. Darauf folgte der Maſſenchor, ſämtlicher
Geſang=
vereine Heppenheims „Selig ſind die Toten” von N. Arnold. Die
wür=
dige Feier fand ihren Abſchluß durch das „Ave verum” von Mozart. —
Ebangeliſche Gemeinde. Das Reformationsfeſt am
kommen=
den Sonntag im Hotel „Halber Mond” wird einen bedeutſamen
Licht=
bildervortrag von Profeſſor Dr. Zimmermaun=Darmſtadt über Luther
und Dürer bringen. — Hohe Moſtgewichte. Bei der in den
letzten Tagen erſt ſtattgefundenen Spätleſe in dem Weingut „Steinkopf”
des Hotels „Halber Mond” wurden 80 Grad Dechsle erzielt, der
Zucker=
gehalt betrug 16 Prozeut und die Säure nur 103 Prozent, alſo ein
Qualitätswein. In derſelben Lage wurden bei einer Vorleſe etwa
14 Tage früher nur 58 Grad Oechsle feſtgeſtellt. Hoffentlich ziehen
daraus die Weinbergsbeſitzer in den kommenden Jahren die Lehre.
iſt folgender: Nehmen
Unſer Rat für Korpulente Sie morgens nüchtern.
nach dem Mittageſſen und vor dem Schlafengehen jeweils 2 bis 3 Toluba=
Kerne. Dieſe Kerne wirken fettzehrend und anſatzverhindernd und ſind fürs
Herz unſchädlich. Sie erhalten Toluba=Kerne mit genauer Beſchreibung
über Wirkung, Zuſammenſetzung, desgl. mit ärztlichen Urteilen in den
UV 610
Apotheken.
N. Ind dem Kriſe Kederleim, Z. 5f.— e In
Freitag, den 4. November, vormittags 10 Uhr, hält das Kreisamt auf
dem Rathaus in Hirſchhorn eien Amtstag ab. Die
Bürgermei=
ſtereien ſind gehalten, dies in den im Betracht kommenden Gemeinden
ortsüblich bekannt machen zu laſſen.
4a. Groß=Gerau, 31. Okt. Gründung eines
Automobil=
klubs. Nach einer dieſer Tage ſtattgefundenen Beſprechung ſoll hie”
Anfang November eine Ortsgruppe des Allgemeinen Deutſchen
Aute=
mobilklubs ins Leben gerufen werden.
Rheinheffen.
Ac. Worms, 31. Oft. Volkspark. Nach der einmütigen
Ableh=
nung der Stadionvorlage durch alle Kreiſe hat der Oberbürgermeiſter
dieſe wieder zurückgezogen mit der Begründung, daß er dabei auf die
Zuſtimmung der Nächſtbeteiligten nicht mehr rechnen könne. — 75.
Ge=
burtstag. Der Generaldirektor Oto Bonhaid der Hehl’ſchen
Leder=
werke Liebengut konnte in dieſen Tagen ſeinen 75. Geburtstag in voller
Rüſtigkeit und Schaffenskraft begehen. Er arbeitet tagtäglich in dieſem
Werke mit bewutndernswerter Friſche und Tatkraft. — Ein
Rieſen=
tank erregte vorgeſtern in den Straßen der Stadt ungeheures
Auf=
ſehen. Es iſt für die Wergerbrauerei beſtimmt und faßt bei, einem
Durchmueſſer von mehr als 3 Metern etwva 40 000 Liter Bier. — Ein
Gänſedieb wurde hier feſtgenommen, der mit außerordentlicher
Ge=
ſchicklichkeit ſich auf das Stehlen von Gänſen verlegt hatte und dabei ſchon
weit über 100 Stück in ſeinem Anweſen zuſammengebracht hatte. Wo
ſie alle herſtammten, konnte er nicht mehr angeben. Jetzt werden die
vielen Eigeutümer geſucht!
Oberheſſen.
4f. Friedberg, 28. Oft. Stadtverordnetenſitzung.
Bür=
germeiſter Dr. Seyd eröffnete die Sitzung und nahm gleich zur
Tages=
ordnung das Wort. Die Tagesordnung war bedingt durch den Antvag
des Abg. Beutel (Kom.) betreffs des Reichsſchulgeſetzes. Die Herren
Schröder und Prof. Gebhard erklärten ihr Nichterſcheinen durch einen
Brief mit der Ausführung, daß ſie eine Debatte innerhalb der
Stadt=
verordnetenſitzung über das Reichsſchulgeſetz ablehnen. Dr. Sehd, der
perſöulich auf dem Boden der Simultanſchule ſteht, lehntodeshalb und
aus Sparſamkeitsgründen das Geſetz ab. Abg. Beutel ergriff hierauf
das Wort zur Begründung ſeines Antrages und lehnt in ſeinen
wei=
teren Ausführungen überhaupt jede Bekenntnisſchule ab. Als Vertreter
der Deutſchen Volkspartei verlieſt Geh. Nat Windecker folgende
Er=
klärung ſeiner Parteifreunde: Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei
der Stadtverordnetenverſammlung ſteht auf dem Standpunkt, daß im
Reichsſchulgeſetz die dauernde Erhaltung der chriſtlichen Simultanſchule
in Heſſen im Intereſſe des konfeſſionellen Friedens und zur
Vermei=
dung finanzieller Mehrbelaſtung der Städte und Gemeinden unbedingt
ſichergeſtellt werden muß. — Wir halten eine Beſchlußfaſſung der
Stadtverordnetenverſammlung um ſo weniger für veranlaßt, als die
heſſiſche Staatsregierung bereits Stellung genommen hat, und werden uns
bei der Verhandlung und Abſtimmung über den Antrag des Herrn
Stadtverordneten Beutel nicht beteiligen. Rektor Koch bedauert, daß
eine Debatte über eine ſo bedeutende Frage ſo wenig Anklang findet
und ſtellt den Antrag, die Stadtverordnetenverſammlung möge in Form
einer Reſolution das Reichsſchulgeſetz ablehnen. Der Vertreter der
MMieterpartei betrachtet das Geſetz von finanzieller Seite aus und
be=
antragt eine Kommiſſion zu ernennen, die ſich damit eingehender
be=
ſchäftigen ſoll. Dieſer Antrag wurde abgelehnt, ebenſo der des Herrn
Beutel. Der vorne erwähnte Antrag des Nektor Koch erfährt eine
Annahme mit 12 Stimmen. Um 13 Uhr ſchloß Herr Bürgermeiſter
Dr. Seyd die öffentliche Sitzung. Die anſchließend geheime Sitzung
fand ihr Ende gegen 3 Uhr, woran ſich eine gemeinſame Beſichtigung
der Kläranlage zwiſchen Friedberg und Nauheim anſchloß. Herr
Bau=
rat Röder lieferte hierbei eine ſehr gut erläuternde Ausführung über
den Bau und die Zweckmäßigkeit derſelben.
h. Laubach, 31. Okt. Wichtige Altertumsforſchungen
ſtellte im Auftrag, der Römiſch=deutſchen Kommiſſion des Deutſchen
archäologiſchen Inſtituts der Kammerdirektor Müller an. Die
Forſchun=
gen haben gezeigt, daß manche Straßenzüge, z. B. Laubach—Schotten,
Laubach-Hungen-Grünberg, Laubach-Ulrichſtein ſchon in der Vorzeit
dem Verkehr dienten, denn man fand in ihrer Nähe uralte Siedlungen
und Grabſtätten. Gräber, Gegenſtände, Schmuckſtücke aus der Latzne=
und Hallſtattzeit ſind wiederholt aufgefunden worden. Kammerdirektor
Müller wird ſeine Forſchung 1928 abſchließen und das Ergebnis
zu=
ſammenſtellen.
erTkrankheiten Arterienverkalkung
(Gefäßkrankheiten) von Sanitätsrat Dr. Mathias, Leipzig
Wie oft lesen wir, daß diese oder jene bisber auscheinend gesund gewesene Person plötzlich einem Herzschlag erliegt. — Die Ursache für diesen
uuerwarteten und überraschenden Ansgang findet sich in einem anfangs ollne wesentliche Störung der körperlichen und geistigen Leistungstähigkeit des
betrofkenen Menschen entstandenen Herzleiden — Hei zmuskelschwäche, Herzneurogen, Herzklappenfehlern, Herzerweiterung — meist einer Verkalkung
der Schlagader, der Arteriosklerose. Alles, was zur Heilung und Hinhaltung dieser so verbreiteten Krankheit dieut, ist mit Frende un begrüßen. In
dem Tasosalrin ist das Mittel gekunden, das anf alle Teile des Blutgetäßesystems seiue wohltätigen Wirkungen ausübt. Der erhöhte Blntdruck ging von
190 anf normale 120—130 zurück. Bei einem ausergewöhnlich schweren Fall sogar von 240 auf 170.
Deshalb sollte sich jede Person anf den Zustand ihres Gefäßsystems prüfen und von ihrem Arzte untersuchen lassen.
Die Herzmuskelschwäche entsteht aus vielerlei Ursachen: durch Herzklappenfehler, Blutarmut oder Bleichsucht, sie tritt im Anschluß an schwere, fieberhafte
Krankheiten Crippe, Typhus, Diphterie, Lungenentzündung usw.), durch Ueberanstrengungen und dergleichen auf, während die Arterienverkalkung der Verlust der
Elastizität der Arterienwandungen, zunächst als Erscheinungen des Alterns, als Teilerscheinung der Abnahme der Leistungsfähigkeit der Organe sich bemerkbar macht.
Diese mit Verkalkung verbundene Erkrankung der Schlagader wird täglich schlimmer.
Viele haben Hemmungen, die sich beim Treppensteigen größeren Anstrengungen bemerkbar machen, Schlafbeschwerden, Herzklopfen, leichte Atemnot,
dauernden Druck in der Herzgegend, Beklemmungegefüht aut der Brust, Angstaustände usV,
Oedematöse Schwellungen der Knöchel, der Beine usw. gehen zurück, selbst ausgedehnte Wasseransammlungen in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht) sah
Mani Gebrauch des Vasosalrin völlig schwinden. Die Harnsekretion wird vermelrt, die Nierentätigkeit gesteigert. Bei Wassersucht ist in Gebrauch mit Vasosalvin das Nephrisan zu nehmen
Mi oEigkeit, Magendruck, Leberschwellungen und sonstige unangenehme Begleitsymptome des rundleidens sind meistens in kürzester Zeit überlebte Ercheinungen. Schon nach Verabreichung von
eu. Flaschen Vasosalvin hat Sich der Zustand der Kranken bedeutend gebessert. Hauptsächlich trat schon nach einigen Tagen eine ganz bedeutende Herabminderung des Blutdruckes ein „Vasosallin”,
Frt Ut. von dem Vasosalfin-Laboratium Leipzig, hat bei zahlreichen Patienten übertaschend große Erfolge erzielt. Vasosalvin ist zusammengesetzt aus: Aeid., Gitr., Fol salf., Bulb. scillge., Calg.
MHeine bisherigen Erfahrungen mit dem Mittel sagen, daß ich das Vasosalvin für ein außerordentlich geeignetes Medikament halte, um in der Entstehune begriklene oder bereits entwickelte
Mnu ungen der Giefäßwände günstig zu beeinklussen, den im Blutz kreisenden Giftstoff zu entsikten und dadureh die Lebenslust und Arbeitskreudigkeit zu hebenk, Sowie den Lebensabend zu einem
Rliheren zu gestalten und unter Umständen Sogar das Leben selbst zu Verlängern.
Allgemeine Urteile über Vasosalvin:
Kammin in Pomm., den 7. April 1925.
Bückeburg, den 26. 3. 1926.
ria as0salvin hat mir große Dienste gelan, ich bin im achzigsten Lebensjahre; wahrscheinlich
m Iie, iHer Grippe re-p. Verkalkung bekam ich große Atemnot und heftige Herzkrämpfe, 80 da8
jehR ing zehn Schritte gehen konnte ohne die heftigsten Herzschmerzen, die sich dann über den
gelka 1Oberkörper verbreiteten, selbst bis an die Fingerspitzen, konnte auch bei diesen kurchtbaren
KMäoten kaum verständlich sprechen Kurz und gut, der Zustand war schrecklich. Mein
HMtaut verschrieb mir Vasosalrin Schon bald nach dem Gebrauch des Vasosa vin bekam ich
beiktetade Linderung, und nach dern ich 6 Flaschen Vasosalvin verbraucht hatte, war der Herzkrampf
TeRM unden lel, fühle mieh jetzt wieder recht, wohl, kann Treppen au wärts steigen ohne Be-
Krden und hokke, daß ich von dieser schrecklichen Not dauernd bekreit bleibe lch habe Uhr
Au-in schon vic len Leidensgenossen empfolllen und möchte IInen hiermit auch herzlich danken
der-S (a mir öfters gesagt wurde, es gübe kein Mittel zur Wiederherstellung, es nären
AIIlerp cheinungen, und doch bin jclt durch dieses vorzügliche Mittel wieder hergestelt.
ILit Hochachtung W. K., Hoflieferant.
Iispsalvig ist in allen Apotbeken zu haben.
BUng:ſoder Schrotlimte 3u
Pitreine
Auf Anraten meines Aiztes Dr. med II., Stet(in, gebrauchte ich eine Kur ihres Vasosalvin.
Dieses hat mir gute Wirkung gegen Herzlälmung und Arterienverkalkung getan ich bitte Sie
liedurch, mir nochmals 4 Plaschen zu senden. — In Erwartung der baldigen Uebersendung
Anna I.
zeichne ich dankend
Fischendorf bei Leisnig, den 19. 4, 1925.
Seit einem Jahre litt ich an einer lochgradigen Wassersucht, an eine Rettung war nicht melr
zu denken. Es standen mir acht Aerzte zur Seite. Keiner konnte mir helfen. Es waren die letzten
Stunden an mich herangetreten. 80 daß der Tod stündlich eintreten konnte. Durch Zufall liest
meine Frau im „Leisniger Tageblatt” über das Herzmittel Vasosalvin, lch lies mir dieses IIerzmittel
senden, leh kann Ihnen berichten, daß schon nach zwei Tagen eine wesentliche Besserung eingetreten
war. Am dritten Tage hatte ich. so viel Wasserabkluß wie nie gelabt. leh verlor in 3 Wochen 50 Pfund.
so daß mein Gewicht von 190 Pfund auf 140 Pfund zurtückging, leh bin seit dieser Zeit vollauf gesund und
glaube heute nicht mehr an einen Rückschleg, lch gebe Ihnen diese Zeilen aus Dankbarkeit, u. Können
diese unter meiner Namensunterschrift verökkentlicht werden.
tizer.
Mitz vorzüglicher Hochachtung Reinhold Ou., Mühlenb
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Hon. erteilt. 13793a
L. Indorf, Darmſt.,
slSchwanenſtr. 72, III.
geb. Steckenreuter
im 54. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johannes Anders, Zugführer
Ferdinand Flach und Frau Marie,
geb. Anders.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1927.
(*29126
Liebigfraße 10.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. November 1927,
nachmittags 3½ Uhr, von der Kapelle des
Waldfried=
hofes aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am 34. Oktober iſt meine liebe Frau, meine treue
Lebensgefährtin, unſere herzensgute Mutter und
Schwiegermutter
Anna Jungmann
geb. Appfel
nach einer Leidenszeit, die ſie 35 Jahre mit Geduld und
Ergebung getragen hat, zur ewigen Ruhe eingegangen.
Ueberzeugt, daß Alle, die uns naheſiehen, den
herz=
lichſten Anteil an unſerem Verluſt nehmen, bitten wir
Beileidsbeſuche gütigſt unterlaſſen zu wollen.
Wilhelm Jungmann, Rechnungerat i. R.
Lidy Häuſel, geb. Jungmann
Emma Jungmann
Heinrich Häuſel, Oberbaurat.
Die Feuerbeſtattung ſindet Mittwoch Nachmittag 3 Uhr
ſtatt.
(*29082
Vollständige Ausbildung in allen
Zweigen der Hauswirtschaft, Molkerei
und Kleintierzucht, ferner gründliche
Unterweisung in der Fertigung von
Handarbeiten, Weißzeugnähen,
Klei-
dermachen, sowie theoretischer
Unter-
richt auf den verschiedensten Gebieten.
Billigster Pensionspreis einschließlich
Schulgeld usw. Beginn des nächsten
Kursus 2. Januar 1928. — Auskunft
so-
wie Versand der Aufnahmebedingungen
durch die Landwirtschaftskammer in
Darmstadt, Rheinstraße 62 (15821a
Statt Karten.
Für die ſo überaus zahlreichen
Be=
weiſe inniger Teilnahme an unſerem
Ver=
luſte herzlichen Dank.
Zm Ramen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Lambert.
Darmſiadt, den 30. Oktober 1927. (16930
Soderſtraße 77.
Todeg=Anzeige.
Verwandten, Freunden und
Bekannten die traurige Nachricht,
daß unſer lieber Sohn, Bruder,
Enkel, Neffe und Vetter
Na. Hegaiea
heute plötzlich und unerwartet
von uns geſchieden iſt.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Regalea.
Nieder=Ramſtadt, 31. Okt. 1927.
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 2. November, nachm. 3 Uhr
(17007
ſtatt.
Elertriſche
Fahrrad=
Be=
leuchtungen
Ia Ausführung, von
2 Mk. an. (14980=
Donges & Wiest
afenſtr. 43/45
Graue Haare rauben
dem Antlitz die Jugendfriſche!
Man bevorzuge zur Haarpflege:
Haarfarbe=
„1 4.50, 6.—
Wieder=
extra ſtark
Bertele „Odar wie nell „Hh.
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Kranß-
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mit anwärmen, den Patlenten hinein und das
Holsklssen auf den Körpor gelegt. er wird
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Magen- und Herzleiden.
Dia jch mich nach Gebrauch Ihrer Salus6l-Kur wohl fühle und
Mier- gehen kann ohne Stütze, habe jch diese Kur auch einer
Aue in Worms empkohlen.
Zh enso bin ich bereit, für jedes Andere, das Auskunft über den
An-Verlaut meiner Kür haben will, dieselbe zu geben.
Du rmstadt.
Fr. E. B.
Bronchial-Asthma.
„-,Teile Ihnen mit, daß ich seit meinem 7. Lebensjahre an
1Bukialasthma litt. Dieses Asthma artete manchmal bis zu den
Nuersten Erstickungsanfällen aus, lch glaube, daß es mir ge-
Reiz ist, die keinsten Bronchien vom Schleim zu lösen. ...
Minienn man das Buch die „Saluskur” grandlich Studiert hat,
BFällt es einem wie Schuppen von den Augen.
Darmstadt.
F. D.
Verdauungsstörungen.
Sel-t 3 Monaten gebrauche ich Ihre Glkur und ist dieselbe seit
lead das erste Mittel, welches mir bei meinen Verdauungs-
MKugen hilft, ohne Durchfall zu erzeugen. lch möchte nicht
ar Ohne das Gl sein. Meine leidenden Gedärme spüre ich nicht
Nr. ...
Darmstadt.
Frau H. E.
Gelenkrheumatismus, Nierenleiden, Wassersucht,
Nervenkopfschmerzen.
Un terzeichneter litt an schwerem Gelenkrheumatismus,
anschen Vierenleiden, Wassersucht und über 20 Jahren
beukopkschmerzen, Alle ärztliche Hilfe Magneopathen Homö-
Uhnen konnten mir nur vorübergehend Besserung bringen aber
(e THeilung. Durch einen Vortrag und das Lesen von Herrn
Inted. Greither, München verfaßte Buch über die Salus-Kur
Ehttießlich Bauchschnellen aufmerksam gemacht, hatte ich die
Neir ur angewandt, Sodaß ich jetzt, wie durch ein Wunder von
Reia Leiden betreit bin.
Dsshalb spreche ich den Herrm Dr. med. Greither, München
Neia besten Dank aus und kann nur bei irgend einem Leiden
Sctluskur dringendst empfehlen.
Darmmstadt.
G. II.
Darmentzündung.
litt an einer heftigen Darmentzündung, die sich bei mir als
EAlge einer jahrelang bestandenen Darmträgheit eingestellt
e. Trotz ärztlicher- und Krankenhaus-Behandlung ver-
Emrmmerte sich mein Leiden zuschends, Sodaß meine Erwerbs-
W Akteit in Frage gestellt wurde. Durch die Salusölkur und die
Rus Anwendung des Dr. med. Greither-Systems wurde ich in
beichen vollkommen wieder hergestellt.
aunkkurt g. I.
E. E.
ſch - selbst habe die Kur gemacht — sie hat mir großartig ge-
Mein Arzt Sagte mir vorher, ich solle mich wieder operieren
n. (Verwachsungen). Heute habe ich kei
hmerzen melrtz
nuunkkurt
LichebIId-Vortragsl
Dr. med. Otto Greither aus München
hält am Donnerstag, den 3. November 1927. abds.
8 Uhr im Fürstensaal, Grafenstraße 20
über die
Krundarsachen der Chron. Krankheien n. ihre erfotar. Bekämpig.
nach seiner natürlich, unschädl. Methode, beschrieben
in dem Buche: Die radtoaktive
SALUS-KUR
einen populärmedizinischen hochinteressanten Vortrag.
Durch gein bewährtes System der inneren Reinigung
des Gesamtorganismus wird dauernde Gesundheit
bei höchster körperlicher u. geistiger Leistungstähiskeit
erreicht, nach dem neuen Grundsatz:
„Heilen heißt Reinigen‟
Lebensreformer, Geistliche, Lehrer und Erzieher werden
zu diesem aufsehenerregenden Vortrag ganz besonders
eingeladen.
Prospekte und Auskunft kostenlos
vom Salus-Werk München 9.
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Asthma.
. . Kann Ihnen sagen, daß ich mein sehr schweres
Asthma-
leiden, besonders den Darm- durch Ihr Salusöl so gut gebessert
habe, daß ich meinem schweren Beruf als Kapellmeister nachgehen
kann, mas mir vorher okt unmöglich war.
F. D.
Prankkurt a. M.
Gallensteine.
„Teile Ihnen mit, daß ich mit mit meinen 73 Jahren selir
gute Erfolge mit Ihrer Salus-Olkur hatte. Mein Leiden machte
Sich schon vor zirka 30 Jahren bemerkbar. Zuerst waren die
Be-
schwerden nur leichterer Art und wurden von mir wenig beachtet,
teilweise auch mit klausmitteln bekämpkt. Bis im Jahre 1217 bei
einem schweren Anfall von einem Arzt Gallensteinleiden
festge-
stellt wurde. .... . und glaubte, es gäbe für mich keine Hilte mehr.
Mein Zustand wurde immer schlimmer und von Dezember v. J. an
mußte ich im Bett liegen. . .. Im April ds. Js. hörte ich von Ihrer
.. bin seit kurzem wieder
Saluskur, lch habe damit begonnen.
rgünge machen kann. Auch
someit, daß ich Stundenlanse
bekommt mir das I.
Gallensteingries.
. ... lch litt seit längerer Zeit an heftigen Leibschmerzen (
an-
scheinend Gallensteingries) die nach Gebrauch von einigen
Flaschen Salusöl und Tabletten vollständig verschwunden sind.
lah war einige Zeit in ärztlicher Behandlung; der Arxt sprach
von einer Operation, aber durch die Saluskur ist mein Leiden
vollständig verschwunden.
M. T.
Darmstadt.
Hämorrhoiden — Sodbrennen.
Schon seit längerer Zeit an Verdauungsschwierigkeiten leidend
(Verstopkung), wurde ich bei Beginn des Winters ernstlich krank,
insbesondere gesellten sich dazu noch hektige Magenschmerzen,
die mich entsetzlich quälten. Im Verlauf derselben zog dann der
Schmerz auf die linke Brustseite (genau wie Sie in Ihrem Buche.
Die radioaktive Salus-Glkur von 1924 aur Seite 99 oben,
be-
schreiben./ Durch die empfohlene Salus-Glkur hat sich mein
Be-
finden überraschend gebessert.
leh konnte auch konstatieren daß durch die Glkur sowohl
Schmerzen, wie auch die belästigende Säurebildung (
Magen-
brennen) usw. verschwunden sind, was ich Ihnen dankbarst
be-
stätige, wie ich auch die Kür im Bekanntenkreise überall empfelle.
Seit ich Salus6l gebrauche, habe ich auch von meinen
Iämor-
rhoidalbeschwerden nichts mehr gespürt.
J, H. II.
Frankkurt a, II.
Darmleiden.
Vor allen Dingen will ich hier vorausschicken, daß ich Ihre
hervorragende Salusölkur mit großem Ertolg bei einem schon seit
2 Jahren und noch länger hartnäckigem Darmleiden meiner
Mutter das drohte sogar krebsartig zu werden, angewendet habe.
Meine Mutter nimmt die Kur nunmehr immer noch weiter und
wir können kest behaupten, die Wirkung, der Erkolg, war ein ganz
erstaunlicher, selbst für den Chirurgen, der eine Operation 2war
vorgeschlagen, aber wegen Gefahr einer ertl. Bauchkellenent.
zündung Wieder Abstand davon nahm. Der S-körmige Teil des
Dickdarm war völlig besetzt mit Geschwüren. Es ist uns noch wie
ein Traum, daß ein so schnelles Resultat schon nach
vierwöchent-
lichem Gebrauch der Kur erzielt wurde..
Frau E. L.
Mainz-Mombach.
Engl. Krankheit.
Ich gab auch heimlich von Ihren Kurmitteln meinen 7 Kindern
etwas, was heute noch geschieht, hat wunderbar gewirkt, Ihre
Mlittel ließen sogar bei meinem Jüngsten die Beine grad werden.
E. A.
Uainz-Mombach.
Nierenbeckenkatarrh
Was den Erkolg betrifkt, 8o bin ich wirklich sehr zutrieden, aber
sehr. Ulein Nierenbeekenkatarrh ist, kast gänzlich verschwunden
jch spülce abends absolut
und was ich
besond=
keine Müdiskei
Seite 10
Dienstag, den 1. November 1927
Reich und Ausland.
Hindenburg
auf der Werkſioffſchau.
Reichspräſident von Hindenburg
hat die Werkſtoffſchau am Kaiſerdamm in Berlin
beſichtigt. Er wurde vom Reichswirtſchaftsminiſter
Dr. Curtius auf dem Rundgang durch die
Aus=
ſtellung begleitet.
Frankfurter Chronik.
Lpd. Eine ſchreckliche
Familientra=
gödie. Eine ſchreckliche Familientragödie hat ſich
am Samstag in der Riederwaldkolonie in einem
Hauſe in der Straße Am Erlenbruch abgeſpielt.
Dort hat die Ehefrau des Eiſenbahnarbeiters
Deckert ſich und ihre drei Kinder im Alter von
1 bis 8 Jahren dadurch ums Leben gebracht, daß ſie
den Gashahn öffnete und durch das ausſtrömende
Gas ſich und die ſchlafenden Kinder tötete. Die
Haus=
bewohner, denen der intenſive Gasgeruch auffiel,
drangen zuſammen mit der Polizei in die Wohnung
ein, jedoch zu ſpät, um eine der vier Perſonen noch
zu retten. Unglückliche Familienverhältniſſe ſind, wie
aus einem Schreiben der Frau hervorgeht, ſchuld an
dieſem Drama.
Schweres Autounglück.
Lpd. Kaſſel. Die Familie des zurzeit auf
einer Geſchäftsreiſe in Spanien weilenden
Fabri=
kanten und demokratiſchen Stadtverordneten Ernſt
Rocholl unternahm mit dem Auto einen Ausflug nach
der Wartburg. Die Frau des Fabrikanten lenkte
ſelbſt den Wagen. Zwiſchen Riethmannshauſen und
Ifta, etwa 12 Kilometer von Eiſenach entfernt,
ver=
lor ſie in einer S=Kurve die Gewalt über die
Steue=
rung, der Wagen flog gegen einen Baum und ſtürzte
eine zwei Meter tiefe Böſchung hinab, ſämtliche
In=
ſaſſen unter ſich begrabend. Die Bergungsarbeiten
der Verunglückten geſtalteten ſich ſehr ſchwierig, Frau
Rocholl und ihr elfjähriger Sohn erlitten ſchwere
Schädelbrüche. Die Mutter des Fabrikanten, Frau
Großvend=Rocholl, erlitt Quetſchungen, einen
Blut=
erguß, und das aus Berlin zu Beſuch weilende
62jährige Frl. Eliſabeth Heinemann einen
Schädel=
bruch. Lediglich der 37jährige Chauffeur Willi
Bommhardt kam mit geringeren Verletzungen davon.
Der Sohn des Fabrikanten ſowie Frl.
Heine=
mann ſind inzwiſchen geſtorben, während Frau
Rocholl noch in Lebensgefahr ſchwebt.
Verurteilung eines Werbers für die Fremden=
Legivn.
Lpd. Ludwigshafen. Das Schöffengericht
verurteilte den Gelegenheitsarbeiter Heinrich Deld
aus Kornweſtheim, der verſucht hatte, drei junge, auf
der Wanderſchaft befindliche Burſchen der
Fremden=
legion zuzuführen, zu drei Monaten
Ge=
fängnis. Der Staatsanwalt hatte ſechs Monate
Gefängnis beantragt. Der Verurteilte hatte ſich ſchon
wegen des Vergehens der Spionage vor einer
deutſchen Behörde zu verantworten.
Neun Verletzte bei einem Verkehrsunfall.
Berlin. Bei einem Zuſammenſtoß zwiſchen
einem Perſonenkraftwagen und einem
Pferdefuhr=
werk, der ſich in der Nacht zum Montag auf der
Potsdamer Chauſſee in Zehlendorf ereignete, trugen
der Führer des Laſtwagens und ſämtliche acht
Inſaſſen des Autos Verletzungen davon,
die teilweiſe ernſten Charakter tragen.
Amundſen=Skandal in Amerika.
Roald Amundſen,
der große Nord= und Südpolentdecker, hat ſich
der feierlichen Sitzung des Forſcherklubs und d
überreichung der Großen Ehrenmedaille nach Euro
eingeſchifft. Sein Mauager gibt als Grund für d
Verſchwinden Amundſens eine romantiſche Lieb
geſchichte an. Es iſt aber möglich, daß nur ein St.
zwiſchen Manager und Forſcher vorliegt.
ift
Sächſiſche Landesſchule für Kriegerwaiſen.
Die Landesſchule für Kriegerwaiſen in Klotzſche bei Dresden
feierlich eingeweiht worden. Sie iſt in den Räumen der früheren ſächſiſchen Kadettenanftalt
untergebracht.
Europas größte Tennishalle.
Die neue Tennishalle in Nürnberg
mit ihren ſieben bereits fertiggeſtellten und drei projektierten Spielplätzen, die größte
Tennis=
halle in Europa.
Der deutſche Luftverkehr im beſetzten Gebiet
genehmigt.
TU. Trier. Nach einem Schreiben der
Rhein=
landkommiſſion iſt der Deutſchen Lufthanſa die
Ge=
nehmigung erteilt worden, das beſetzte Gebiet auf
folgenden Linien zu überfliegen: Frankfurt—
Saar=
brücken, München — Stuttgart — Karlsruhe —
Saar=
brücken, Stuttgart — Mannheim, — Kaiſerslautern —
Saarbrücken, Düſſeldorf — Köln — Trier —
Saar=
brücken. Im Zuſammenhang mit der Genehmigung
ſieſer Linien ſteht die grundſätzliche Erlaubnis der
Rheinlandkommiſſion zur Errichtung von
Luftver=
lehrslandeplätzen bei Koblenz und Kaiſerslautern.
Sechs Zuchthäusler ausgebrochen.
Berlin. In der Nacht zum Montag ſind ſechs
Zuchthäusler, die ſich als Transportgefangene auf
dem Wege von Münſter nach Lüttringhauſen
befan=
den, aus dem Elberfelder Polizeigefängnis
ausge=
brochen und entflohen. Sie haben das
Fenſter=
gitter durchſchnitten und die Flucht über die Dächer
nach dem Wall, der Hauptgeſchäftsſtraße, ausgeführt.
Bisher hat man von ihnen noch keine Spur. Sie
ſind in Anſtaltskleidung.
Zum Sturm in der Nordſee.
Hamburg. Der Sturm am Samstag hat in
dem deutſchen Nordſeegebiet vielfach Schaden
ange=
richtet und eine Anzahl von nicht unbeträchtlichen
Schiffsunfällen zur Folge gehabt. Der
Dampfer „Pax” verlor beim Feuerſchiff „Elbe III‟
ſeinen Anker und Kette. Dem däniſchen Dampfer
„Margit” brach bei Terſchelling das Steuergeſchirr.
Bei Vogelſand verlor der amerikaniſche Dampfer
„City of Amaha” beide Anker. Auf ſeine drahtloſen
Hilferufe wurden von Cuxhaven mehrere Schlepper
entſandt.
Eine unglaubliche Mordgeſchichte.
IU. Wien.: Der „Montag” meldet aus
Klau=
ſenburg eine unglaubliche Schreckenstat, die ſich in
der ſiebenbürgiſchen Gemeinde Cſiktaplocza
ereignet hat. Hier lebte in voller Einſamkeit ein
70jähriger Greis Stephan Czedö, der in dem Rufe
ſtand, mehrere Millionen Lei in einem Schrank
der=
borgen zu halten. Eines Tages erſchien bei ihm eine
behördliche Kommiſſion, beſtehend aus dem
Gemein=
devorſteher Cſergö, dem Notar und dem Landwirt
Draſaditſch, ſowie einem Gendarmen. Die
Kommiſ=
ſion teilte dem alten Mann mit, daß ſie gekommen
ſei, um ein Inventar aufzunehmen, das die
Ver=
mögensſteuer bekommen müſſe. Czedö müſſe ſich auch
entſchließen, wen er zum Erben machen wolle. Der
Greis, der nicht ſprechen konnte, war darüber ſehr
erſchrocken. Man fand in dem Schrank tatſächlich
1½ Millionen Lei verborgen. Der
Gemeindevor=
ſteher rief nun dem Alten zu, es werde jetzt ein
Teſtament aufgenommen, in dem die Mitglieder der
Kommiſſion als Erben eingeſetzt würden. Das
Schriftſtück wurde dem Greis vorgelegt. Man drückte
ihm die Feder in die Hand und ſeine Hand wurde
von Draſaditſch geführt. Mit großer Mühe kam
ſchließlich die Unterſchrift zuſtande. In ſeiner
Auf=
regung verlor der Greis das Bewußtſein. Er wurde
nun auf Veranlaſſung des Gemeindevorſtehers in
einen Sarg gelegt und am nächſten Tag begraben.
Der Gemeindevorſteher ſetzte ſich nun in den Beſitz
der 1½ Millionen Lei. Seine Komplizen forderten
die Teilung der Beute, doch wies ſie der
Gemeinde=
vorſteher ab, worauf Anzeige erſtattet wurde. Eine
Gerichtskommiſſion nahm die Mordbande feſt.
Die Schulden der Filmdiva Grete Reinwald.
* Berlin. Der Fall der Filmſchauſpielerin
Grete Reinwald beſchäftigte dieſer Tage das
Erwei=
terte Schöffengericht Charlottenburg, Es handelte ſich
hierbei um Anzeigen von ſechs Einwohnern aus
Schlierſee und die einer Charlottenburger
Penſions=
inhaberin. Umfangreiche Strafverfahren ſchweben
noch bei der Staatsanwaltſchaft I Berlin, wobei es
ſich um die Koſtümankäufe von Frau Grete
Sens=
burg=Reinwald in Höhe von 24 000 Mark handelt.
Auch in München war das Ehepaar kürzlich
ange=
klagt geweſen, weil es in einem Hotel die letzte
Wochenrechnung nicht bezahlt hatte. Hier wurde aber
eine Freiſprechung erzielt. Jetzt hatte ſich nur der
Kaufmann. Guſtav Sensburg, der Ehemann der
Filmſchauſpielerin, wegen fortgeſetzten Betrugs in
den Schlierſeer und Charlottenburger Fällen zu
ver=
antworten. Urſprünglich war Grete Reinwald auch
angeklagt geweſen, dann aber außer Verfolgung
ge=
ſetzt worden. Der Vorſitzende, Landgerichtsdirektor
Crohne, ſtellte aus den Akten feſt, daß das lediglich
aus Verſehen während ſeiner Ferien geſchehen ſei,
denn er habe ausdrücklich in den Akten
Außerver=
folgung abgelehnt. Das Ehepaar Sensburg, das
nach Angabe des Angeklagten jetzt in Scheidung
liegt, war im Frühjahr 1925 nach Schlierfee
überge=
ſiedelt, weil die Filmſchaufpielerin ihrer Entbindung
entgegenfah. Dort hatten ſie auf ziemlich großem
Fuße gelebt, waren die Rechnungen für Miete, für
den Arzt, den Maſſeur und bei verſchiedenen
Kauf=
leuten ſchuldig geblieben und hatten ſich auch noch
bei mehreren Stellen bares Geld geliehen. Sensburg
hatte immer verſichert und auch ſein Ehrenwort
ge=
geben, daß die Schulden in ganz kurzer Zeit bezahlt
werden würden. Im Oktober 1925 hatte Frau Grete
Reinwald wieder günſtige Engagements mit 200 bis
300 Mark Tagesgage abgeſchloſſen. Als die
Gläu=
biger die Gage pfänden wollten, war ſie an den
Bru=
der des Sensburg in München zediert worden.
Dar=
aufhin erfolgten die Strafanzeigen. Der Angeklagte
berief ſich darauf, daß er immer mit den
Verdienſt=
möglichkeiten ſeiner Frau rechnen konnte, und daß es
ſich nur um eine vorübergehende Verlegenheit
gehan=
delt habe. Inzwiſchen ſeien auch die Schlieſeer
Gläu=
biger und die Penſionsinhaberin in Charlottenburg
zum größten Teil befriedigt worden. Es ſei auch ein
Abkommen getroffen, daß der Hauptteil der
Ein=
nahmen von Frau Reinwald an Rechtsanwalt Sack
gehe, damit dieſer alle Gläubiger zufriedenſtelle. Eine
Täuſchung liege bei den Schlierſeern nicht vor, denn
im Ort ſei ſeine Frau als bedeutende
Filmſchau=
ſpielerin bekannt geweſen, da ſie in einem in
Schlier=
ſee gedrehten Film die Hauptrolle geſpielt habe.
Staatsanwaltſchaftsrat Buddeberg beantragte ſechs
Monate Gefängnis. Das Schöffengericht hielt den
Angeklagten Sensburg des fortgeſetzten
Be=
trugs für ſchuldig und verurteilte ihn zu drei
Monaten Gefängnis. Leider ſei, ſo betonte
Landgerichtsdirektor Crohne im Urteil, Grete
Rein=
wald aus Verſehen außer Verfolgung geſetzt worden,
ſonſt wäre es auch für ſie anders gekommen. Die
Be=
zahlung der Schulden ſei nicht freiwillig erfolgt. Erſt
als es hieß: „Grete, du mußt brummen”, habe ſie
ſich zur Abzahlung bequemt. Das Ehepaar habe eine
unglaubliche Lotterwirtſchaft geführt, um auf Koſten
anderer glänzend zu leben.
Die Opfer der „Prinzeſſin Mafalda‟.
EP. Genua. Die Zahl der Opfer beim
Untergang der „Prinzeſſin Mafalda” beträgt nach
den Feſtſtellungen der Agentur der Nabigazione
Generale Italigna in Rio de Jgneiro 29 5.
Luftfahrtminiſter Balbo (Mitte) be
Ozeanflieger Pinedo (links). Rechts iſt
verneur von Rom zu ſehen. Auf dem IV.
kongreß ſind alle Kulturvölker vertreten,
ſchen Delegierten wurden mit beſonderer 6
empfangen.
Schweres
Eiſenbahnun=
in Italien.
TU. Mailand. Auf der Linie Bol
rotondo ſtieß ein Extrazug mit einem Pe=u
zuſammen. Der Extrazug entgleiſte. Diſt
ſtürzten um und wurden zum Teil zertrüm
jetzt ſind ſieben Tote und 106 Veu
darunter 30 Schwerverketzte feſtgeſtellt worun
aus Anlaß des 5. Jahrestages des Marm
Rom organiſierten Feſtlichkeiten wurden zun
der Trauer abgeſagt.
Opfer des Sturmes in Eng
FC. London. Die Zahl der Tode
bei dem verheerenden Sturm, der in der
nacht über England hinwegging, wird nunmm
etwa 70 angegeben. Am heftigſten wind
Sturm an der Weſtküſte Englands, wo
all=
unddreißig Schiffer ums Leben kamen.
In=
wurden durch den Sturm auf dem Friede
Särge und Skelette freigelegt. Der Geſar
iſt außerordentlich groß und noch nicht zun!
Verlegung eines ganzen Stadtteiſchl
WSN. Kripp. Um endlich die Hud
gefahr zu bannen, hat der Magiſtrat beichal=
Verlegung der unteren Ortſchaft auf hochwur.d
Gelände vorzunehmen, wenn ihm Reichs= ua2x
zuſchüſſe bis zu ³⁄₈ Prozent hierzu zur PSüt
geſtellt werden. Den Reſt kann die Gemeis
der Erwerbsloſenfürſorge als langfriſtiges, /9
Darlehen erhalten.
Zwei Todesopfer eines Autobranddl O/
Inſterburg. Ein Kraftwagen, in A
Handlungsgehilfe mit mehreren Bekannten o
gnügungsfahrt unternommen hatte, fuhr ge99 ie
Baum und ſtand ſofort in hellen Flammen, uh43
Inſaſſen ſind infolge der erlittenen Verlld)
geſtorben. Ein Teil der übrigen 200
ſchwebt ebenfalls in Lebensgefahr.
Motorradunfall des Prinzen Schoeno//nd
Carolath.
Saabor (Kreis Grünberg). Priut /Eich
Wilhelm von Schoenaich=Carolath, der zweihu2 AM
der Gemahlin des ehemaligen Kaiſers, führſtel W
tag abend in der Nähe von Saarbo= mit nuchetze
Motorrad auf den Wagen eines Gutsbeith””fal
und erlitt bei dem Sturz einen Schädel a
Nach einer am Abend vorgenommenen Opeichr/ Un
Grünberger Krankenhaus Bethesda hat ich Heuf
finden etwas gebeſſert, doch beſteht noch imureh iht
bensgefahr. Sein Soziusfahrer und eine 998
wurden leicht verletzt.
Abſturz eines amerikaniſchen Pafſagierfudsit
New Brunswick (New Jerſeh). Einle
gierflugzeug ſtürzte aus einer Höhe 1olt Abrickt.
ab. Der Pilot und drei Paſſagiere
getötet.
40. Todestag
der „ſchwediſchen Nachtisddl!
Jenny Lind,
die größte Sängerin ihrer Zeit, !
am 2. November 1887, geſtorben. 2ie ner MAMS
Vachtigal”, war ein Stimmwunder
Oienstag, den 1. November 1927
muner 303
Spotn Shlel un Tarnen.
Eiddeutſchland — Balten.
4 tadion am Böllenfalltor hat in den beiden letzten Jahren
urach die Handball=Repräſentativmannſchaft des Süddeutſchen
ſt für Leichtathletik im Kampfe gegen die anderen
Landesver=
iohen. Dieſe Begegnungen bedeuten jeweils ſportliche
Höhe=
wiyral ſie von vornherein, befreit von der oft umnötigen Härte
m3—dsſpiele und der Meiſterſchaftsendkämpfe, dem propagan=
ESſyarakter in erſter Linie Rechnung trugen. Gevade bei dieſen
nm faltete ſich das wahre Können der Mannſchaften und die
S Handballſpieles in einer Weiſe, daß der den Zuſchauern
MSwort wohl jeden einzelnen voll und ganz befriedigte. Waren
é Jahren die Weſtdeutſchen, die den Süddeutſchen in einem
All ein wirklich ſchönes Spiel lieferten, das die Süddeutſchen
ck mit einigen Toren Unterſchied für ſich entſcheiden konnten,
nei zu Beginn dieſes Jahres die Repräſentativen des Branden=
Werbandes, die in Darmſtadt in einem gigantiſchen Kampf
ſedamals ſenſationell wirbenden Sieg der Süddeutſchen (8:7)
ſh weiteren Wettbewerb um den Hadballpokal der Deutſchen
ſhure ausſcheiden mußten.
bi. November bringt alſo das dritte Treffen zweier
Landes=
undich Darmſtadt. Süddeutſchland-Balten heißt die Paarung,
c Worrunde des Wettbewerbs 1927/28 um den deutſchen
Hand=
fu Darmſtadt um deswillen das größte Intereſſe hat, weil
Barnung nach Darmſtadt auf dem Platz des Sporwereins 98
ft.
Aber iß in Darmſtadt zurzeit über das ſportliche Können der
Baltenig eid? Sportliche Beziehungen zwiſchem Süddeutſchland und
gem Bleizem Raſenſportverband ſind haum vorhanden, die große
äum/ WGritfernung ſetzte bisher der Anknüpfung ſolcher Beziehungen
in. HYwmäs. Und doch hat ſich der Baltiſche Raſenſportverband
ge=
ade äucnen letzten Jahren auch in Süddeutſchland einem vorzüglichen
Euf gürfien. Nicht die ſtetigen Fortſchritte in der dortigen
Entwick=
ug ih0 7ßballſportes ſind hier gemeint, ſondern die vorzüiglichen
Frfolgttie die Stettiner und Königsberger Leichtathleten erzielen
onntenmlär erinnern nur an Preußen Stettin, alſo an den Verein
on Dkrßültzer, der durch glänzende Staffelſiege, hauptſächlich über
Ruodaß eger, ſich überall in Deutſchland Anerkennung verſchafft hat,
zir ert ſanant weiter, daß die beiden einzigen deutſchen Vertreter, die
ür diche hripiade im Speerwurf in Frage kommen, zwei Angehörige
es Biſtch—m Raſenſportverbandes ſind, wie auch in anderen
Kon=
urvendk— Hochſprung (Roſenthal), 3000=Meter=Lauf (Boltze) — die
altenu er einen vorzüglichem Nachwuchs verfügen. Zweifellos hat
ter diſeäſge Berlins befruchtend gewirkt; wenn mo weiß, daß die
Froßo/krewon Balten faſt ausnahmslos Berliner Sportlehrer in ihren
dienſtetturhen, iſt der Aufſchwung erklärlich. Selbſtverſtändlich iſt, daß
nir dilhrt Elufſchwung der Leichtathletik auch eine rapide
Aufwärts=
wwickfüu es Handballſportes eintrat. Auch hier war es die
Mög=
keit,/ reoe mit den ſpielſtärkſten Handballverbänden (Berlin und
Litkelüttea and) ſportliche Beziehungen pflegen zu können, die
be=
rktentt 5. die Stettiner, Königsberger und Danziger Vereine raſch
Sllyteke hoben.
5cſrgen zweifellos die Süddeutſchen in den Balten einen
voll=
digᛋmürtigen Gegner zu beſtehen haben. Wenn man ſich noch
eger trugt, daß die Oſtpreußen wohl den körperlich ſtärlſten und
Fößtertt ei ſchenſchlag unſeres Vaterlandes ſtelſen, ſo weiß man, daß
e Balſſteme Mannſchaft auf das Spielfeld bringen werden, die über
beſüſte: türlichen Vorausſetzungen für ein Handballſpiel verfügt.
Wiſſeh die kampferprobte ſüddeutſche Mannſchaft gegen dieſen
ner)reſſetzen wird, iſt eine vollſtändig offene Frage, die erſt das
nel ᛋh= entſcheiden kann. Wohl hat gerade Süddeutſchlands Elite
den / e igen Großkämpfen in Darmſtadt mit erſtklaſſigen
Leiſtun=
n muuſti tet; doch wär bisher Südbeutſchland faſt ausſchließlich
urch SiEte: des Sportvereins Darmſtadt 98 vertreten, ſo daß die Ein=
eitlichttluh— Mannſchaft von vornherein garantiert war. Durch die
nwwichtin ſder anderen Vereine mußte man mit Notwendigkeit zu
m beſſangenden Spiel auch Spieler aus anderen Mannſchaften
panzi ſi. Sa zumal einige Spieler aus dem Polizeiſpoxtverein
Ba=
auſeſſeie überraſchend gut entwickelt haben, ſo daß ihnen
Gelegen=
geſſit werden muß, ſich auch in repräſentativen Kämpfen die
Mi verdienen. Die Einheitlichkeir der ſüddeutſch Vertretung
eriß jedoch wohl nicht geſtört ſein. Nach wie vor bildet das
P=EMannſchaft die Spieler des Sportvereins 98, der
haupt=
ſch)) rmer ſtellt, die in dem Linksaußen Müller vom 1. F. C.
ſunnb whr Ergänzung finden. Während der linke Teil der Hinter=
Hamichm benfalls von den 98ern geſtellt wird (Reuter, Allwohn),
dewdemy abenhäuſer Poliziſten auf der anderen Seite zu beweiſen
Der Reiz des Spieles vom 6. November dürfte gerade darin liegen,
daß man die Spielſtärke der beiden Landesverbände nicht genau
ein=
ſchätzen konn. Die Balten komen überhaupt das erſtemal nach
Süd=
deutſchland; die Süddeutſchen ſelbſt machem dadurch ein Experiment,
daß ſie eine neu zuſammengeſtellte Mannſchaft auf den Plan bringen.
So hat das Spiel ſelbſt erſt die Fragen zu löſen, die ſonſt zu
beant=
worten auch Aufgabe einer Vorbetrachtung ſein muß.
Wir machen darauf aufmerbſam, daß ab Mittwoch vormittag bei
Pelzhaus Schmidtwann und in der Sportbuchhandlung Skurnik der
Vorverkauf eröffnet iſt.
Schwimmen.
„Jung=Deutſchland‟ DarmſiadtinWiesbaden
Einer Einladung des S.C. 1911 Wiesbaden leiſtete am latzten
Sonm=
tag „Jung Deutſchland” mit einer 6 Mann ſtarken Mannſchaft Folge,
um anläßlich eines Schulſchwimmfeſtes einige Staffeln und ein
Waſſer=
ballſpiel gegen die Wiesbadener auszutragen. Dank der
freundſchaft=
lichen Beziehungen, die ſeit jeher die beiden Vereine verknüpfen, nahm
die Veranſtaltung, die nicht das Gepräge eines offiziellen Klubkampfes
trug, einen ſehr harmoniſchen Verlauf. Obwohl die Darmſtädter
Mann=
ſchaft ſämtliche Staffeln und Waſſerballſpiele gewinnen konnte, brachten
die Kämpfe durch die Gleichwertigkeit der Mannſchaften eine ſehr
inter=
eſſante Abwechſlung in das ſonſt eintönige Schulſchwimmfeſt. Die
Wett=
kämpfe, die in dem 19,25 Meter langen Wiesbadener Auguſta=Viktoria=
Bad ausgetragen wurden, führten über 5 X2 Bahnen Freiſtil und über
3 X 4 Bahnen Bruſt.
Nachſtehend die genquen Ergebniſſe:
1. Freiſtilſtaffel 5X2 Bahnen: 1. Jung=Deutſchland,
1,53,3 Min. (Ober, Maher, Laumann, Orlemann, Kloſtermann);
2. S. C. 1911 Wiesbaden, 1,55 Min. Wiesbaden ſührt durch den erſten
Mann mit Körperlänge, Mayer holtze etwas auf; dann gehen Laumann
und Orlemann knapp in Führung und Kloſtermann veugrößert den
Vor=
ſprung auf 2 Meter.
2. Bruſtſtaffel 3X4 Bahnen: 1. Jung=Deutſchland,
3.11,6 Min. (Ober, Hirſchauer, Orlemann); 2. S.C. 1911, 3,12,6 Min.
Ober verliert gegen Schellenberg, den beſten Wiesbadener, 3 Sekunden,
zu denen Hirſchauer noch etwas zuſetzt, ſodaß Orlemann mit 4—5 Meter
Nachteil abgeht. Er erreicht jedoch Carſtanjen an der letzten Wende und
fiegt mit einer Länge.
3. Freiſtilſtaffel 3X4 Bahnen: 1. Jung=Deutſchland,
2,35,3 Min. (Orlemann, Lcrmann, Kloſtermann); 2. S.C. 1911
Wies=
baden, 2,37,8 Min. Die beiden erſten Darmſtädter gehe mit 4—5 Meter
in Führung, Schellenberg holt etwas auf, kann aber Kloſtermamn wie
gefährden.
In dem anſchließenden Waſſerballſpiel ſiegte Jung=Deutſchland mit
4: 1 Toven mit der Mannſchaft: Hirſchau=er (Tor); Mayer, Orlemann;
Laumann, Kloſtermann. Die geringe Waſſertiefe ſowie das kurze Bad
ſind für die Darmſtädter ſehr ungewohnt, ſodaß Wiesbaden das Spiel
ziemlich offen halten kann. Trotzdem führt Darmſtadt bei Halbzeit 3:0
und kann in der zweiten Halbzeit, nachdem Wiesbaden das Ehrentor
ge=
ſchoſſen hatte, noch einmal erfolgreich ſein.
Der Abend vereinte die Wiesbadener und die Darmſtädter noch ein=
K, W. L.
mal ein gemütlicher Geſellſchaft.
Geite 11
dieſes Medikament „Vaſoſalvin” anderen gebräuchlichen Mitteln
erheblich überlegen. Es empfiehlt ſich deshalb, die Anzeige in der
vor=
liegenden Nummer genau durchzuleſen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 1. November. 11.55: Glockenſpiel. 2 15.30: Stunde
der Jugend. Lehrer Stricker: Bunte Bilder und Geſchichten aus der
heimiſchen und fremdländiſchen Tierwelt. Sonderlinge. o 17.45:
Leſeſtunde. Aus der Geſchichte der Abderiten von Wieland. O 18.15:
Vereinsnachrichten und andere Mitteilungen. O 18.30: Von Kaſſel:
Mathilde Meißel: Die Stunde der Frau (Kinderſtunde). O 18.45:
Uebertr. von Kaſſel: H. Müller: Arbeitsnachweis —
Erwerbs=
loſigkeit. O 19.15: Funkhochſchule. Dr. Götz: Altdeutſche
Tafel=
malerei. O 19.45: Taubſtummen=Oberlehrer Nitſchke: Die
Be=
deutung der Taubſtummenbildung. O 20.15: Kammermuſik=Konzert.
Arioſti: Sonate für Cello und Klavier. — Bach: Choralvorſpiel
Das alte Jahr vergangen iſt. — Faure: Elegie. — Lulli:
Gavotte. — Grieg: Sonate für Cello und Klavier. Ausf.: A.
Bariansky (Cello), H. Simon (Klavier). O 21.15: Konzert des
Hausorcheſters. Corelli: Kirchen=Sonate in H=moll. — Stradella:
I mici ſoſpiri. — Dall Abaco: Kirchen=Sonate G=dur. — Pergoleſi:
Zwei Duette aus d. Stabat mater. — Cherubini: Ave Maria.
— Franck: Erlöſung, ſinf. Stück. — Verdi: Recordare aus dem
Requiem. — Franck: Panis angelicus. Muſ. Leit.: Kapellm.
Merten. Mitw.: Annie Guſſe (Sopran), Paula Ley (Alt),
Kon=
zertm. Caſpar und Lenzewski (Violine). — Anſchl.: Schallplatten=
Konzert: Kirchliche Muſik,
Stuttgart.
Fußball.
aben, A2ſ= auch für ſolch große Spiele reif ſind. Wir zweifeln nicht
aran, Hhe dieſen Beweis erbringen — allerdings unter der
Erfül=
ma dMmausſetzung, daß ſie, denen der Kontakt unter ſich wohl
ſchr mae) dieſen Kontakt auch mit ihren Nebenſpielern und
ins=
eondeßtwi dem Sturm der Süddeutſchen finden werden. Hier wird
tel vonam zweifellos talentierten Böhm abhängen, dem der wichtige
Nittllicſmp ſten anvertraut iſt.
Sportverein Lengfeld 2—Sportverein Roßdorf 1. 0:2.
Sportverein Roßdorf 2.—Sportverein Höchſt 2. 5:2.
Die am Sonntag feſtgeſetzten Verbandsſpiele konnte Roßdorf für
ſich entſcheiden. Die 1. Mannſchaft, mit Erſatz und 10 Mann
angetre=
ten, erfüllte in Lengfeld die in ſie geſetzten Erwartungen und
revan=
chierte ſich für die hier erlittene Niederlage. Die 2. Elf gewann
ver=
dient das Rückſpiel gegen Höchſt, ſo daß beide Vereine, punktgleich, ein
Ausſcheidungsſpiel auszutragen haben. Fritz Ruhl war ein prächtiger
Sturmführer, der allein drei Bälle verwandeln konnte. — Am nächſten
Freitag abend findet im „Darmſtädter Hof” Mitgliederverſcmmlung ſtatt.
Charlie Chaplin’s große Leidenſchaft.
Unter dieſem Titel bringt „Das Illuſtrierte Blatt”, Frankfurt a. M.,
die größte deutſche Kupfertiefdruckzeitſchrift, in ſeiner neueſten Nummer
einen feſſelnden und aufklärenden Bericht über Werdegang und Leben
des genialen, in der ganzen Welt bekannten und beliebren
Filmſchau=
ſpielers.
„Das Illuſtrierte Blatt” iſt für 20 Pfg. bei jedem Zeitungshändler
zu erhalten, oder vom Verlag, Frankfurt a. M., Große Eſchenheimer
Straße 31—37, zu beziehen. Der Verlag iſt gern bereit, auf Wunſch
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Wir machen unſere Leſer auf den beiliegenden Proſpekt aufmerkſcm.
Dem Vaſofalvin=Laborgtorium in Leipzig C. 1 iſt es gelungen, ein
erfolgreiches Mittel zur Behandlung des Herzens und der Gefäße zu
finden. Seine völlige Freiheit von ſchädlichen Nebenwirkungen machen
Dienstag, 1. November. 13.20: Schallplattenkonzert. O 16.15:
Konzert. 8 Darbietungen. Einlagen in den Orcheſterpauſen: Annie
Weegmann=Schmitt 18: Landwirtſchaftsnachrichten. O 18.15:
Prof. E. Beutel: Das aſtronomiſche Weltbild der Gegenwart (
Fort=
ſetzung und Schluß). O 18.45: Rolf Formis: Empfangsſchaltungen.
O 19.15: Frau Dr. Eliſabeth Rupp=Gerdts: Seereiſen auf
deut=
ſchen Schiffen. O 19.45: Nachrichten der badiſchen und
württem=
bergiſchen Funkvereine O 20: Freiburg i. Br.: „Requiem” von
Verdi Mitw.: Lore Reichenbach=Neumeyer, Luiſe Strauß,
Kammer=
ſänger Karl Jank=Hoffmann=Duisburg, Fritz Neumeyer Der gemiſchte
Chor des Chorvereins, verſtärkt durch Herren des Männer=
Geſang=
vereins das verſtärkte ſtädtiſche Orcheſter. Dir.: M. Albrecht.
O 22: Das deutſche Gedicht und die deutſche Proſa der letzten 100
Jahre. Die napoleoniſche Zeit. Mitw.: Elſa Pfeiffer, H. Conzelmann,
P. Enderling, Karl Köſtlin Einf. Worte: Paul Enderling. Werke
von E. M. Arndt, v. Schenkendorf, Chamiſſo. Fichte. Rückert,
Körner.
Berlin.
Dienstag, 1. November. 12.30: Für den Landwirt. O 15.30:
W. Goetz: Einf. zu der Uebertr. aus dem Gr. Schauſpielhaus am
2. Nov. O 16: Korvettenkapitän a. D. Albrecht: Praktiſche
deutſche Jugendarbeit. O 16.30: Unterhaltungsmuſik der Berliner
Funkkapelle. Leit.: Konzertm. v. Szpanowski. O 18.20: Einf.
zu der Uebertr. aus der Staatsoper am 2. Nov. o 18.45:
Stunde mit Büchern. Dr. Langheinrich=Anthos. o 19.10: Dr.
Kuhn: Das Muſeum der Vergangenheit. Die Kunſt= und
Wunder=
kammern. O 19.40: Prof. Oeſſoir: Erſcheinungen und Theorien
des Okkultismus. Schreib= und Sprechmedien. O 20.15: Uebertr.
von Leipzig: Romaniſcher Abend. Dir.: A. Szendrei. Soliſt:
Aleſſandro Granda (Tenor). Sinigaglia: Ouv, zu Goldonis Luſtſpiel
Die zänkiſchen Frauen von Chioggia. — Italieniſche Volkslieder. —
Soro: Sinfoniſche Suite Nr. 2 (Uraufführung für Deutſchland).
—Spaniſche Volkslieder. — Reſpighi: Roſſiniana=Suite (zum erſten
Male). — Puccini: Arie aus Tosca und La Boheme. — Verdi:
Ballettmuſik aus Otello, Arien aus La Traviata und Rigoletto.
Leipz. Sinfonie=Orcheſter.
Stettin. 18.45: Dr. Asmus: Die verſchiedenen Arten von
Detektor=Apparaten.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Mittwoch, den 2. November 1927.
(Nach der Wetterlage vom 31. Oktober 1927.)
Temperaturen wenig verändert, morgens ſtellenweiſe neblig,
tags=
über vielfach wolkig und vorwiegend trocken.
Heſfiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polliik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reſch und
Ausland und Heiſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdleuſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
en, melllre Bilder,
rund. / 1 oval.
Dinega u Gths, Im
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Hände.
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N. Ramſt.=Str. 65p.
Vom Holzmarkt
ſchreibt uus unſer Mitarbeiter: Die zurzeitz zwiſchen der deutſchen und
der polniſchen Regierung ſchvebenden Verhanolungen ſind für die
Holz=
wirtſchaft von äußerſter Wichtigkeit. Es hängt von ihnen ab, ob die
Ausfuhr des poiniſchen Rohholzes, das die deutſchen Sägewerke
ge=
brauchen, geſperrt oder zumindeſt weſentlich derteuert werdeſt wird,
und weiter, ob die Zeutſche Regierung das
Einfuhrkontingentierungs=
ſyſtem für Schnittholz fallen laſſen oder erheblich wildern wird. In
den Kreiſen der Holzwirtſchaft Polens beklagt man ſich darüber, daß
diele Sägewerksbeſitzer polniſcher Nationalität gezwungen ſind, um
ihre Erzeugtiiſſe nach Deutſchland abzuſetzen, die Mitwirkung derjenigen
früher deutſchen Firmen zu beanſpruchen, die Einfuhrgenehmigungen
erhalten, wodurch erhebliche Kapitalausfälle entſtehen. Alles iſt noch
im Fluß, ſiher iſt nur, daß unter Umſtänden die Ausfuhr von
Rund=
crlen nach Deutſchland durch einen geplanten Ausfuhrzoll von 2 Dollars
vollſtändig abgeriegelt werden ſoll. Es beſteh: die Abſicht, vor allem die
Schäl= und Furnierinduſtrie, die auf den Bezug von wolhyniſchen Erlen
angewieſen iſt, durch einen hohen Ausfuhrzoll zu ſchützen, und die
Sperrplatteninduſtrie in Polen, die gar nicht das herſtellen kann, was
das Ausland fordert, nicht ohne Rohſtoffe zu laſſen. Das
Bruholz=
geſchäft hat nachgelaſſen, die Preiſe ſind auf dem Stand geblieben, den
ſie anfangs Ottober hatten. Vielfach beſteht Nachfrage nach Erlen, die
zu Modellzwecken gebraucht und zu Preiſen von 85 bis 95 Mark frei
Grenze unverzollt gehandelt werden. Aſtreine Seiten werden von
Möbelfabriken in Bielefeld, Hannover, Oeynhauſen und Herford
ge=
ſucht. Man zahlt frei Empfangsſtation 125 bis 140 Mark, je nah
Durchſchnittsbreiten. Die Nachfrage nach Eichen guter und beſter Art
hat ſich belebt. Allerdings iſt das Angebot aus Wolhynien (ohne
Ein=
führ) recht ſtark.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 31. Oktober 1927.
Zu Beginn der neuen Woche erfuhr die Tendenz eine neue
Ab=
ſchiächung. Das Geſchäft war außerordentſch ſtill und zurückhaltend.
Entgegen den Erwartungen kam zum heutigen Zahltag doch noch
ver=
ſpätetes Ultimomaterial an den Markt, das bei dem Fehlen der zweiten
Hand wieder nur ſehr ſchlecht aufgenommen wurde. Daneben dürfte die
Spekulation, ſoweit ſie in der vergangenen Woche zu den niedrigſten
Kurſen gekauft hatte, zu Gewinnſicherungen geſchritten ſein. Die Baiſſiers
benutzten die herrſchende Unſicherheit zu neuen Blankoverkäufen. Das
drohende Geſpenſt einer Diskonterhöhung rief wieder lebhafte
Beun=
ruhigung hervor. Außerdem mahnten einige Konjunkturmeldungen zur
Zurückhaltung; bei faſt unveränderter Ruhrkohlenförderung haben die
wegen Abſatzmangels eingelegten Feierſchichten zugenommen; und am
Arbeitsmarkt geht die Erwerbsloſenziffer nur noch ſehr langſam zurück,
wobei man für die nächſte Zeit bereits mit einer Verſchlechterung der
Arbeitsmarktlage rechnet. Bei der erſten Kursfeſtſetzung verzeichnete man
für die Mehrzahl der Papiere neue Kursabſchwvächungen von
durch=
ſchnittlich 1½—4½½: Am Farbenmarkt war das Angebot wieder
größer. J. G. Farben eröffneten 5½ ſchwächer, ebenſo Scheideanſtalt
50 abgeſchwächt. Am Elektromarkt gab es für Gesfürel mit minus 99
und für Siemens &. Halske mit minus 5½0 ſchärfere Kurseinbußen.
Banken gaben nur 2% nach, Deutſche Bank blieben gut behauptet.
Von Montanwerten waren Mannesmann und Rheinſtahl (je minus
5!/,%) ſtärker angeboten. Am Anleihemarkt herrſchte ebenfalls
Abgabe=
neigung. Ablöſung lagen beſonders ſchwach. Im weiteren Verlaufe konnte
ſich das Geſchäft zwar nicht beleben, doch bewirkten leichte Deckungen
ver=
ſchiedentlich kleine Kurserholungen. Der Geldmarkt war im
Zuſammen=
hang mit dem Zahltag ſtark angeſpannt. Der Satz für Tagesgeld wurde
auf 7½% erhöht. Am Deviſenmarkt lagen Deviſen etwas erholt. Mark
gegen Dollar 4,1870, gegen Pfund 20,398, London=Paris 124,07
Mailand 891/., Madrid 28,48, Kabel 4,8705.
Die Abendbörſe war ſehr zurückhaltend und uneinheitlich. Auch
die heutige Auszahlung des Gegenwertes der preußiſchen 30=Millionen=
Dollaranleihe blieb inſofern wirkungslos, da ja dieſe Auszahlung nur
formale Bedeutung hat, da Preußen den Erlös bereits vorſchußweiſe
erhalten hat. Auch die Amerika=Anleihe=Verhandlungen des
Norddeut=
ſchen Lloyds, die über die Darmſtädter Bank geführt werden, laſſen noch
keine Schlüſſe auf Art des Zinsfußes und des Auflegungskurſes zu. So
konnte ſich keinerlei Bewegung herausſchälen, und man war bis zum
Schluß ohne jegliche Anregung. Dir Kurſe waren im Ausmaße bis zu
1 Prozent nach oben und unten verändert. Im einzelnen nannte man:
Kommerzbank 160, Dawar 209, Dresdner 149, Buderus 96 Harpener
178, Weſteregel 161,67, Mannesmann 145,25, Phönix 97,75, Rhein.
Braunk. 216, Rheinſtahl 173, Stahlverein 106,5, Nordd. Lloyd 143,
Hapag 139, Adlerwerke 93,5, A. E. G. 160, Daimler 101,5, Erdöl 127,25,
Licht u. Kraft 192, Farbeninduſtrie 266,5, Holzmann 168, Lahmeyer
156, Metallgef. 175,5, Schuckert 173, Siemens u. Halske 261, Zellſtoff
Waldhof 269. Im Abenddeviſenverkehr nannte man London=Paris
124,08, gegen Mailand 89,12,5, gegen Zürich 25,25, gegen Newyork
4,8708, gegen Madrid 28/44, gegen Holland 12,08¾, Pfunde gegen Mark
20,38/, Dollar gegen Mark 4,1855.
Berliner Effektenbörſe.
ſind bis zum Augenblick nicht bekannt getorden. Im Zuſammenhang mit
dem Zahltag war aber Tagesgeld ſtärker gefragt, zumal die heutigen
Neuausleihungen über dem Ultimo laufen. Der Tagesgeldſatz zog bis
9½ an. Der Markt tvar zu dieſen Sätzen genügend verſorgt. Monatsgeld
8—9½½: Für Warenwechſel mit Bankgiro wurde ein Diskont von 72/,0
und darüber verlangt. Das Angebot an Privatdiskonten war nicht ſo
erheblich, da man eine Erhöhun, der Notiz erwartete. Am Deviſenmarkt
zeigte der Dollar eine etwas feſtere Haltung, da die Ultimoverkäufe
an=
ſcheinend beendet ſind. Der Freiverkehrkurs ſtellte ſich auf 4,1882. Das
engl. Pfund notierte gegenüber dem Dollar mit 4,87 etwas niedriger.
Die franzöſiſche Valuta war ebenſo wie die italieniſche trotz der politiſchen
Meldungen kaum verändert. Brüſſel befeſtigte ſich gegen London auf
34,941/..
Im weiteren Verlauf der Börſe gaben die Kurſe unter kleinen
Schwankungen erneut nach. Man wollte auch Abgaben für Paris und
Brüſſeler Rechnung beobachten. Der Geſchäftsumfang war nach wie vor
unbedeutend. Die Neubeſitzanleihe ging vorübergehend auf 11,9 zurück.
Erholt ſich dann aber leicht. Ver. Stahltverke verloren zeitweiſe 210‟
(105,5), Ver. Glanzſtoff notierten 570—564. Einiges Intereſſe lag für
Oſterreichiſch=Ungariſche Renten infolge der energiſchen Haltung der
Gläubigerverbände bei den Pariſer Verhandlungen vor. Der
Pridat=
diskont war, wie erwartet, unverändert 6‟/, Prozent.
Bis zum Schluſſe der Börſe erfuhren die Kurſe auf allen Märkten
eine kräftige Steigerung, die in der Hauptſache auf Deckungskäufe
zu=
rückzuführen iſt. Die Schlußkurſe lagen überwiegend etwa 2% über den
heutigen Anfangsnotierungen. Auch an der Nachbörſe hielt die Erholung
an, ſo daß das Kjursnveau eine überwiegend ſteigende Tendenz zeigte
pener 178, Mannesmann 145 1 Rheinſtahl 173, Ver. Stahlwverke 107½,
Schultheiß 288½, Oſtwerke 366, Ver. Glanzſtoff 574, Hapag 138½
Nordd. Lloyd 1411 Kommerzbank 160, Danatbank 208, Dresdener
Bank 149, Altbeſitz 50,70, Neubeſitz 12,20.
Aſchaffenb. Zellſtof
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin".
Berlin el. W.
BerlinKarlsruheInd.
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlan 1. Tel
Teutſche Maſchinen
Teutſch.=Nieb. Tel.. .
Deutſche Erdöl. .
Teutſche Petroleum.
2t. Kaliwerke.
Tonnersmarckhütte
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
R. Friſter.
Gaggenau Vo
Eelſenk. Ber=
H. f. elektr Unt
Kalle Maſchine
Han. Maſch. Egeſt
Sanſa=Dampfichf.
174.— 131. 10.
168.— Hemoor=Zement. 29 10.
219.— 118.12: 1117.875 Hirſch Kupfer.. 100.25 28.75 29.— Höſch Eiſen.. 151.— 61.75 59.75 Hohenlohe Werke.
Kahla Porzellan.. 18.90
90.— 176.5 174.— Lindes Eismaſch.. 145 — 141.— 140.5 Lingel Schuh.. 62.— 175.— 174 — Linke u. Hofmann 1101.25 1101— L. Loewe u. Co. 243.5 74.— 72.75 C. Lorenz 107.375 Niederlauſitzer Kol 150.— 130.— 123.— „Nordd. Eummi. 71.5 70.— Orenſtein. 124.5 Rathgeber Waggon 74.— 105.— 105.— Rombacher Hütten .. 124.875 124.25 Roſitzer Zucker. ... 70.— 1615 157.75 Rütgerswerke .. 269.5 265.— Sachſenwerk .. 112.— 109.— 101.— Sächſ. Gußſtahl. 145.— 41.5 41.5 Siemens Glas. 149.— Ver. Lauſitzer Glas. / 125.— 270.— 155.- 263 875/Volkſtedter Porzell. 43.— 155.— Weſtf. C. Langendreer 54.5 80.— 1 79.5 : 212.— 09.5 Wanderer Werke. 220.—
31. 10
221.—
100.—
150.—
18.25
92.
139 5
61.875
Zuſammenſchlußbeſtrebungen im ſüddeutſchen
Tabakbou=
gegründete Tabakbau=Verein Haßloch (Pfalz) iſt auf 15o
angewachſen; es beſteht die Abſicht, den Verein in 5
R=
teilen. Zurzeit ſind außerdem Verhandlungen im Gang
Gründung eines ſüddeutſchen Tabakbau=Verbandes zum 3i
Zahlungseinſtellung der Bensheim u. Hermann A0./
furt a. M. Die mit einem A.K. von 250 000 RMN. arbeitens
gründung (Herren=, Damen= und Knabenkonfektion) geriet iun
ſchwierigkeiten und hat die Zahlungen eingeſtellt. Die
Paſüſi=
mit zirka 400 000 RM. beziffert. Vergleichsverhandlungen :
führung des Geſchäfts ſchweben noch.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen an der Londoner Metallbörſe (10
tober 1927 ſtellten ſich wie folgt: Kupfer (Tendenz feſt
Kaſſe 56‟/——F, 3 Monate 56‟/„——, Settl. Preis 565.
62¾—, beſt ſelcted 61½—63, ſtrong ſheets 86, Elektrowim;
Zinn: (Tendenz willig), Standard p. Kaſſe 261½—
236.—
107.—
50——
121.5
75.—
73.5
82.5 80.75
111.5
144.75
149.5
123.—
43 75
54.5
222.75
Deviſenmarkt.
258½—¾, Settl. Preis 261½, Banka (inoff.) 274, Strmd
Blei (Tendenz ſtetig), ausl. prompt 201‟., enft. Sichten 2:9/
Preis 20¾; Zink (Tendenz willig), gewöhnl. prompt 267, e360 1
26‟ „ Settl. Preis 26¾., Aluminium für Inland (inoff.) 107, .000
für Ausland (inoff.) 112, Antimon Regulus Erzeug.=Preis ſirnt
65, Antimon Regulus chineſ. per (inoff. 421 Quechſilber (in
Platin (inoff. 137/, Wolframerz (inoff.) 12¾, Nickel für Jnln
175, Nickel für Ausland (inoff.) 175, Weißblech (inoff. 17
ſulphat (inoff.) 24½—25, Cleveland Gußeiſen Nr. 3 (inoff.)
Die Berliner Metallnotierungen vom 31. Oktober 1927
wie folgt: Elektrolytkupfer 126½, Remelted. Plattenzink 7
Original=Hüttenalumin. 210, dto. in Walzen 214, Rein=Nicke
Antimon Regulus 89—93, Silber in Barren 77—78.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhoſd
31. Oktober 1927 ſtellten ſich für Kupfer: Januar 114u
Februar 1141/, (114½), März 114 (114:/.), April 114 (114:.
114:).), Juni 114 (114:/.), Juli 114 (114), Auguſt 114 (114)
14 (114:/.), Oktober 114:/. (114½), November 114 (11430 Iys
1141)/, (114½), Tendenz unregelmäßig; für Blei: Januar 4:1/0
Februar 42:/, (42½), März 42½ (42½4), April 42½ (43), Mamitt
Juni 43 (43½), Juli 43 (43½), Auguſt 43:/, (43½), Septeanl
43 ½), Oktober 43½ (43½), November 41½ (41¾), Dezemben
Tendenz ſtetig; für Zink: Januar 53½ (53¾), Februar
März 53 (531/.), April 53 (53), Mai 52¾4 (53), Juni 523415—
52¾ (53), Auguſt 52¾4 (53), September 52¾4 (53), Oktober 79,
November 53¾4 (54:/.), Dezember 54 (54:/,),
Kelſing ſors. .
Wien.. . . .
Prag .....
Budapeſt.
Sofia ....
Kolland. .
Cslo ......"
Kopenhagen..
Stodholm. .
London. . . . . .
nos Aires.
New York .."
Belgien..
Brief
22.90
16.46
71.70
81.63
1.950
0.502
7.385
20.52
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Berlin, 31. Oktober 1927.
Die Effektenmärkte hatten am Monatsſchluß ein ruhiges Geſchäft
Die Kurſe bröckelten bei Eröffnung allgemein ab, da im Zuſammenhang
mit Diskonterhöhungs=Befürchtung und innerpolitiſchen Erörterungen
einiges Material zum Verkauf ſtand. Die Terminkurſe ſchwächten ſich
durchſchnittlich um 2—3 Prozent und vereinzelt auch ſtärker ab. Die zweite
Hand fehlte wieder faſt völlig. Zwiſchenfälle bei den Differenzzahlungen
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten im Oktober 1927.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung,
Woh=
nung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und ſonſtiger Bedarf) beläuft
ſich nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für den
Durch=
ſchnitt des Monats Oktober auf 150,2 gegen 147,1 im Vormonat. Sie
iſt demnach um 3,1 Prozent geſtiegen.
Rheiniſch=Weſtfäliſches Elektrizitätswerk A. G., Eſſen. Aus der ſoeben
im „Reichsanzeiger” zur Veröffentlichung kommenden Einladung des
R.W. E. zur außerordentlichen und ordentlichen Hauptverſammlung auf
den 30. November, vormittags 10,30 Uhr, entnehmen wir folgende
Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geſchäftsbevichts über das
Geſchäfts=
jahr 1926/27, der Jahresbilanz und der Gewinn= und Veuluſtrechnung,
2. Beſchlußfaſſung über die Genehmigung der Jahresbilanz nebſt
Ee=
winn= und Verluſtrechnung ſowie über die Verwendung des
Rein=
gewinns. 3. Erteilung der Entlaſtung an die Mitglieder des
Vor=
ſtandes und des Aufſichtsrats. 4. Beſchlußfaſſung über die Erhöhung
des Grundkapitals um nom. 15 Mill. RM. auf nom. 155 Millionen
Reichsmark durch die Ausgabe von nom. 15 Millionen auf den Inhaber
autende Stammaktien im Betrage von je 400 Mk. unter Ausſchluß
des geſetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre, Feſtſetzung des
Mindeſt=
ausgabekurſes und der Gewinnanteilberechtigung der neuen Aktionäre.
Mannheimer Produktenbericht vom 31. Oktober. Die Man
Produktenbörſe lag ſtevg. Hafer befeſtigt, Mehl auziehend. Win
langte für die 100 Kg. waggonfrei Mannheim ohne Sack i Mic4
Weizen inl. 26—26,50, ausl. 28,50—31,50, Noggen inl. 25,50, gu4
bis 26, Hafer inl. 22,50—23,75, ausl. 24,50—25,50, Braugenſtä ta
eſſiſche, württembergiſche 26—28,50, pfälziſche 27—30, Futtergrftau
bis 94. Mais mit Sack 19,50—19,75, Mehl mit Sack ab Mulkal
Weizenmehl Spezial Null 38,25, ſüdd. Brotmehl 30,25, ſüdds Hie
mehl, je nach Ausmahlung, 34,25—36, Kleie 12,75—13.
Frankfurter Produktenbericht vom 31. Oktober 1927. Dieiz
börſe neigte allgemein wieder ſehr zur Feſtigkeit, beſonders:
Weizen in erſter und zweiter Qualität von ſeinen früheren Wc
wieder etwas erholen. Auch Weizenkleie zog 25 Pfennig ann ſel
die übrigen amtlichen Preiſe noch unverändert waren. Es uns0
100 kg: Weizen: 1. gut, geſund, trocken bis zu 1% Auswuchs 26,7
E=
trocken bis zu 30 Auswuchs 24,75, 3. geringerer Beſchaffenhersdtzu
Feuchtigkeit 22,75—23,50, Roggen 25—25,25, Sommergerſti.2
Hafer inl. 22,75—24, ausl. 24,50—25, Mais gelb 19, Weizenna=
38,25 Roggenmehl 34,25—35, Weizenkleie 12,75—13, Roggenn4
Erbſen für Speiſezwecke 35—66, Linſen 40—80, Heu ſüdd. 8—-
und Roggenſtroh drahtgepr. 5,50, dto. gebündelt 3,25—3,7,
getrocknet 17—17,50.
Die amtlichen Notierungen für Speiſekartoffeln in Frankf!m
vom 31. Oktober 1927. Die notierten Preiſe ſind Großhandes
50 kg. — Frachtparität Frankfurt bei Waggonbezug. Induſtring
Gegend 3,75 RM. weißſchalige hieſiger Gegend 2,60 RM.
Tem=
ruhig.
Berliner Produktenbericht vom 31. Oktober 1927. Amerall.
ſeine Forderungen erhöht, doch bot dies dem Berliner Getresſ
keine Anregung, aus der Reſerve der letzten Wochen herauau=!
Bei kleinſten Umſätzen waren die Notierungen kaum verändernne
Oktober hereinkommenden Andienungen genügten vollauf ſch.
ledigung der Verbindlichkeiten. In Roggen wurde weiter umfah/
Material angemeldet. Der größte Teil hiervon erweiſt ſich als kone-
Lieferung wurde per Oktober auf letzter Baſis, ſpätere Sichten
höher notiert. Hafer und Gerſte bei mäßigem Angebot luſtlos, Nal.
Mainzer Biehhofmarktbericht vom 31. Oktober. Der heuhn
trieb war wiederum wie auch auf dem Vormarkt geringer. Ge9-
66 Stück Großtieh, 63 Kälber und 18 Schweine weniger angb.
Auch der Beſuch des Marktes ließ zu wünſchen übrig. 2
gingen bei Ochſen 2, bei Färſen 1, bei Kühen 2 und bei See
3—5 Mk. zurück. Auf dem Großdiehmarkt war das Geſchäſt uim
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Tei
„II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine
49 Di. Schutzgeb.=
Anl. . .
50.4
50.4
12:
b)Ausländiſche
59 Bos. E. B. 1914 33
5%„ L. Inv. 1914/ 33.75
41,% 1898
4½% „ 1902
3
4½ Bosnien".
5% Bulg. Tabak. 02 18.25
4½,%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4½% Oſt. Silberr.
42e
Goldr.
4% Oſt. Goldrente
ſt. Innsbr. Abk.
4½ „einh. R. (k.)
4.15
28.5
5
2.1
3% Port. (Spz.) III
52Rum.am. R.03
4½½,Gold. 13...
4½ „am. kon.
4½ „ am.05
4½ Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.
4½ Ung Staatsr.
v. 10 ....."
4%Ung. Kronr.
3%6 Ung. Eiſ. Tor.
Außereuro=
päiſche
5%Mex.am.in. abg.
30 „ äuß. 99
4½ „ Gold04ſt
30 „ konf. inn.
4½%y Irrigat.
5%Tamaulipas I,
24.25
24.75
A.
35
25.5
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
91
83.5
Ung. St. 1913/ 25.15
Tnnsb
% Un
22, Ung. St. 191
It. Innsbr. Ab.
23
4B Ung. Goldr.
21.5
26
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G./103.5
100
6% Berl. St. Gold/ 85
8% Darmſt. St.=G. / 96.25
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. 99.75
93.5
Dresd. St.=G.
72Frkf. St.=G.. . . 86
60
89 Frtf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. .
97.5
7% Frkf. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
95
6% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
88
8%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
97.5
Frkf. Goldpfbr. 95
Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
91
O Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
75.5
770 H.=St.=
Gold=
nl.
8% Heſſ. Land.=Bk.
(oldpfbr.
99
Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr. . . . . . / 96.25
3%Klöckn.-Werk. 26
10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I
2 K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldanl.
7%M. KraftHöchſt
80 Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.
70 M.=Stahlw. 27
8 Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St. Gldal.
82 Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
%0 Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
8%0 Pforzh. St.=G.
82 Pirmaſ. St.=G
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
½% „ „Lig. Pfb.
% „Anteilſch.
% Rh. Stahlw.
25
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 103
½ Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=Gld... m t Option!
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyw.=Gd.
obl. Uhne Option
Viag(V. Jud.=
Unt. Bln.) 27.
102.25
97.5
97.5
87.5
80
89.5
100
A
94.25
93
99.5
100
97
97.5
95
90
75.5
47
98
93
97
91.25
88
8% Voigt EHäffner
Goldobl. .. . . ..
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 .....
6%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heff. Volksſtaat
Roggen .. . . . 23
50 Pr. Kaliw. ...
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp. Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hhp.=B..
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr..
Württ Hyp. Bk. ..
93
96
13.8
8.25
6.1
2.22
14.5
15.7
Staatl. od. prov
garantiert
Heſſ. L.=Hhp.=B..
Landeskr. Caſſel".
Naſſau. Ldsb. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
„ abg.
5%Oſt. Sd. (L.)ſtfr.
11.82
8.05
11.85
11.85
12
10.9
8.75
4.2
2,6GAltebſt. Südb.
2,60 Neue
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b. 8. E.
3%Oſt.
3%0 „
3%o
3%0 „
3% „
3%Oſt.
3%Oſt.
„abg.
„9.Em.
„abg.
1885
abg.
Erg. Netz
„abg.
3% Raab Oebd. 83
91
3
97
4½ Rud. Silber ..
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½‟ Anat., S. II
4½0 Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 134.75
Bad. Bk. ........
Bk. f. Brauind. .
Barmer Bankv. ..
Bay. Hhp.=Wchſ. .
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb. .
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. . . 101
Disk.=Geſellſch. ..
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth=Bk./133
Frkf. Pfdbr. Bk. . . . 133.5
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hhp.=Vk.
Pr. Bd.=Creditbank 120
„ Hhp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Creditbk. . . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südd. B.=Creditbk.
8.75
As
21
21
6.7
3.6
17.1
16.05
163
165.5
131
147.25
226.75
160
210
152
124.5
121
145.5
147.5
123
Südd. Dise.-=Geſ. 137
Oſterr. Creditanſt. 40.5
Wiener Bankverein! 17‟,
Bergwerks=Akt.
Buderus. . . .
Eſchw. Bergw.
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb. .. ..
Ilſe Bergb. St...
„Genußſchein".
Kali. Aſchersleben
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln. .
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ...
Oberbedarf. . . .
Otavi=Min.=Ant. .
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . .
Riebeck Montan. . .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb..
Ver. Laurahütte
er. Stahlwerke
96.5
210
136
177
109.5
151
223
163
137
146.25
87
36
96.5
171.5
150.25
180
114.75
105 25
184
25
130
136
165.2:
129
67
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh. )/271
Henninger.
Hercules, Heſſiſche 1143
Löwenbr.=Münche 1330
Mainz. Aktienbr. 1234
Schöfferhof(Bind.) 310
Schwarz=Storchen 1171
Tucher, Nürnberg
Werger
. 1171
Akkum. Berlin.
Adler &Oppenh /163
Adlerw. (v. Kleher)! 91
6%E. A. G. Vzg. A. 81.5
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm . . . 1160
Bad. Maſch. Durla 154
Bad Uhren, Furtw./ 15.25
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg .. . 223
Bahr. Spiegel .."
Beck & Henkel ...."
Bergmann El ..."
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. ..
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. .
Chem. Albert.
Chem. Brockh.
Chem. Milch ..
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl .. . 112g
D. G. u. Silb. Scheid.
D Linoleumw. Bln
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr. .
Dürkoppw. (St).
Dürr. Ratingen ..
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl..
E. Licht u. Kraft. 1192
El. Lieferung ...
Elſ. Bad. Wolle".
Email. Ullrich ....
Enzinger Werke ..
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn. . .
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind. J. G... /265
Felten & Guilleau
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof ..1105
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling E Cie.
Goldſchmidt, Th
Gotha Waggon
Gritzner. Maſch. . . 1115
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle, Frkft.
Haid & Neu
Hammerien
Haufw. Füſſen....".
Hanſa=Llohd, Br.
Hartm. & Braun.. 1
73.5
1.35. 25
192.75
124.5
40
102.5
194
240
130.5
70
66
A
230
61
97
50
90
39
63
153
Heyligenſtaedt. .
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer.
Hoch=Tief Eſſen..
Holzmann".
Holzverk. Ind
Hydrom. Bresle
Inag.
JunghansSt
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt. N.
Klein, Sch EBecker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Barun
Krw. All=Württbe
Krauß & Co. ..
Lahmeher
Lech, Augsburg
Lederw. Rothe.
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw..
Löhnberg. Mühle.!
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt.
Mars=W. Nürnberg .
Metallgeſ. Frkf. ſ.
Miag. Mühlenb.
Moenus. Skamm".
Motorenf. Deutz.
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Reckarſ. Fahrz.
Neckarw. Eßlingen I.
1
Peters Union
Pfälz. Näh. Kal
Philipps
Porzellan Weſſel..
Rein. Gebb.ESchal 1
ihein. Elektr. . ...
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank
Schramm Lackfr. 11
Schriftg. Stemp 1
Schuckert Elektr. 1
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz.....!"
G5
Kuue
Seilind. Wolff. ..
Siemens Glas
Siemens & Halsle
31
5= Südd. Immob
Südd. Zucker=A.=G.A I
Thür. Lief. Eotha
Uhren Furtwängl
Unterfr. Kr.=El. B. 89
Beithwerke
Ver. f. Chem. 3nd.
Ver. d. Olfbr. Mann ! /
Ver. Faßf. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frhi
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin ..
Zellſtoff Berl.
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner.
Volthom Seil
Banß & Frehtag.
Wegelin Rußſbr.,
Zellſt Aſchaffenbo=
Zellſt. Memel..
i.*
Zellſt. Waldhe
Zucker f. Rheingau
Trausporte und
Berſicherungs Au.
Dt. Reichsb.=30.
A. Dt. E.
1. Loka.
Dt. Eiſenb.=”
Schantung E.b
Südd. Eiſenb.=6‟
Hapag
Nordd. Llohd
Frrft. Al
Frankonia R
Iunn
Bahnbedart
Dampft. 30
31
Helvetia Koni=
Gebr.
Motorf. 30
121
enulethé
mmer 303
Dienstag, den 1. November 4922
Seite 43
ym geringer Ueberſtand, während auf dem Schwainemarkt das
üchr langfam verlief und ein größever Ueberſtand zu verzeich=
Angetrieben waren 27 Ochſen, 8 Bullen, 425 Färſen und
„uß Kälber und 1138 Schweine. Im einzelnen wurden, je nach
Hual6 ſrür 100 Pfund Lebendgewicht folgende Preiſe erzielt: Ochſen
uſüllen 42—52, Färſen und Kühe 54—65, 38—51, 2—38, 20—25,
—72, 50—60, Schweine 66—71, 65—70, 63—67 und Sauen
nbeimer Viehmarkt vom 31. Oktober. Zum heutigen
Vieh=
irmn zugeführt und wunden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach
ſqarndelt: 406 Ochſen 32—60, 161 Bullen 30—58, 327 Kühe 15
A1. Färſen 36—61, 589 Kälber 52—80, 89 Schafe 42—43, 3504
7466. Markwerlauf: Mit Großvieh ruhig, Ueberſtand, Käl=
Kſ geräumt, Schweine ruhig, Fettſchweine über Notiz.
yarter Viehmarkt vom 31. Oktober 1927. Der Auftrieb des
euti/t4Mkarktes beſtand aus: 1423 Rindern, darunter 321 Ochſen
Ang, 665 Kühen, 332 Färſen, 434 Kälbern, 107 Schafen und
579 ſangeinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der
vergaſtea: Woche waren heute 282 Rinder, 112 Schafe und 421
Schwene Geniger angetrieben; während 32 Kälber mehr zum Verkauf
tandeſſAhſen A, I. 61—63, II. 57—60, B, I. 54—56, II. 50—53,
Rullezu /6—60, B, 50—55, Kühe A, 49—53, B, 43—48, C, 36—42,
). 30ſ.,R Färſen A, 59—63, B, 54—58, C, 48—53, Kälber B, 76—80,
681S, D, 55—67, Schafe A, I. 46—50, B, 36—45, C, 30—35,
SchwwlA, 64—67, B, 63—66, C, 63—66, D, 60—65, E, 58—62,
— N-F7 52—58. Im Vergleich zu den Notierungen des Hauptmarktes
der poltmiEWoche waren Rinder im Preiſe unverändert. Zu den Preiſen
es NMkom arktes gaben Kälher und Schafe bis zu 2 RM. und Schweine
—s An vach. Marktverlauf: Rinder ruhiges Geſchäft, geräumt. Kälber
uind Ssſel ruhig, ausverkauft. Schweine ſchleppend, etwas Überſtand.
Fſeiſchtßwiarkt: Ochſenfleiſch I. 100—105, II. 85—95, Bullenfleiſch
ſa—9fcüuofleiſch 1. 70—80, II. 60—70, III. 40—60, Kalbfleiſch 100—
10. HEai-lfleiſch 80—90, Schaffleiſch 60—70, Schweinefleiſch I. 80 bis
5, Gibeanf leiſch; Rindfleiſch, Vorderviertel 52 und Hinterviertel 62,
beſcheFfiang ſchleppend.
Fihfurter Pferdemarkt vom 31. Oktober. Auf dem geſtrigen
Fferdtſert) ſtanden ca. 300 Pferde aller Gattungen und Qualitäten zum
„Ferkat/de Handel war ruhig wegen des Zuſammenfallens des Pferde=
„markteczur Ortenbeng mit dem Frankfurter. Ein größerer Teil der
händlſuan dort vertreten. Schlachtpferde wurden mit 25 Mark pro
0 Kilſſamm Schlachtgewicht bezahlt. Der nächſte Pferdemarkt findet
m 5. Mzerrber ſtatt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chieago, 31. Oktober. (Priv.=Tel.)
Weizen: Ungünſtige Wettermeldungen und größere Verſchiffungen
an den öſtlichen Häfen veranlaßten einen feſten Markwbeginn. In den
Nachmittagsſtunden änderte ſich das Bild auf die Winnipeger
Notierun=
gen und die Zuahme der ſichtbaren Vorräte. Auf die geringe
Export=
nachfrage erfolgten damn Liquidationen.
Mais: Der Markt verlief heute abgeſchwächt auf günſtige
Wetter=
berichte und baiſſelautende Ernteerträgniſſe. Später wurden noch
Ver=
käufe vorgenommen.
Hafer: Nach feſtem Marktbeginn ſetzte ſich in Uebereinſtimmung mit
Mais eine Abſchwächuung durch.
* New York, 31. Oktober. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Heute gingen die Preiſe wieder etwas zurück, da die
freundliche Anfangshaltung auf größere Liquidationen des Handels
und der Spekulation nicht anhielt.
Kaffee: Der Markt verlief überwiegend ſtetig auf die braſilianiſchen
und Hamburger Kabelmeldungen. Gegen Schluß wurden Realiſationen
beobachtet.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 31. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 125½, März 129, Mai 131½: Mais:
Dez. 82½, März 86½, Mai 89; Hafer: Dez. 47,75, März 48½,
Mai 49,75; Roggen: Dez. 98½, März 101, Mai 10228.
Schmalz: Okt. 11,62½ Dez. 11,72½, Jan. 12,27½.
Fleiſch: Okt. —, Dez. 10,87½, Jan. 11,62½; Speck, loko 12,25,
leichte Schweine 8,90—10,06, ſchwere Schweine 9,75—10,40;
Schweinezufuhr: Chicago 30 000, Weſten 82000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 31. Okt.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 149½, hart 139½; Mais: neu
ank. Ernte 91½; Mehl: ſpring wheat clears 6,50—6,90; Fracht
nach England 2,6—3,6 Schilling, nach dem Kontinent 12—14 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,40; Talg: extra 9½.
Kakav. Tendenz: willig; Umſatz in Lots: 64; Loko: 15½;
September 14,48, Oktober —, November 15,10, Dezember 14,60,
Januar 14,28, Februar 14,17, März 14,17, April 14,22, Mai
14,27, Juni —, Juli 14,33, Sept. 14,48.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Aluminium=Walzwerk=Verband in Köln teilt mit: Grundpreiſe
für Alumintm=Halbfabrikate je nach der Größe der Abſchlüſſe bzw.
Aufträge 256—268 RM. per 100 Kilo.
Dieſer Tage trat der Reichsforſtwirtſchaftsratz zu ſeiner 6.
Vollver=
ſammlung i Berlin zuſammen.
In der Nacht zum Sonntag iſt der Vorſitzende des Aufſichtsrats der
Harpener Bergbau=A.G., Geheimrat Robert Müſer, im 78!
Lebens=
jahre geſtorben. Geheimrat Müſer war der Sohn des Begründers der
Harpener Bergbau=A. G.
Die lothringiſchen Kohlengruben ermäßigten die Kohlenpreiſe um
10 bis 25 Frs. pro Tonne, je nach Qualität.
Wie aus Paris gemeldet wird, hat ſich bereits zwei Tage nach dem
erſten Zuſammentreffen der ſtaatlichen Vertreter mit den beauſtragten
Vertretern der verſchiedenen Schutzvereinigungen die Notwendigkeit
er=
geben, die Konferenz der öſterreichiſch=ungariſchen Nachfolgeſtaaten mir
der Reparationskommiſſion in Paris zu unterbrechen. Die
Verhand=
lungen wurden auf den 28. November vertagt.
In Amſterdam wurde eine neue Bank, die Holländiſche
Orient=
bank, mit 1½ Mill. Gulden Kapital und dem Hauptſitz in Amſterdam
errichtet.
Der Kapitalexport aus Schweden nimt ſtändig zu. Nach den
neueſten amtlichen Ermittelungen hat ſich die Ausfuhr von Kapital im
dritten Quartal (Juli bis September) 1927 auf 62 140 000 Kr. belaufen.
Dieſe Ziffer iſt die höchſte, bisher in einem Vierteljahresabſchnitt
er=
reichte.
Das Paſſivſaldo der polniſchen Handelsbilanz für September 1927
beträgt 13 407 000 Zloty, iſt alſo erheblich höher als das Auguſtſaldo.
Die Einfuhr betrug 218½ Mill. Bloty, die Ausfuhr 25,1 Mill. Bloty.
Da in nächſter Zeit viele Ausfuhrverbote aufgehoben werden ſollen,
rechnet man wit einer Beſſerung der Handelsbilanz.
Der polniſche Miniſterrat unterbreitete dem Staatspräſidenten ein
Dekret, das die Ausgabe von Goldmünzen vorſieht. Es werden Stücke
zu 100, 50 und 25 Bloty geprägt. Die 25=Zlotyſtücke erhalten den
hiſto=
riſchen Namen Dukaten.
Laut Kabelmeldung aus New York iſt der Gegenwert der 30=
Millio=
nen=Dollar=Anleſihe des Freiſtagtes Preußen am 31. Oktober zur
Ans=
zahlung gelangt.
Sſſu geld=Mahnung.
Datlſch ulgeld der hieſigen höheren
ſchuldsü; den Monat Okt. 1927 iſt
ei MMdu.ng der Beitreibung bis
labtkaſſe Darmſtadt.
Eirſſity in das Handelsregiſter
Ab=
ilungig Mm 27. Oktober 1927
hinſicht=
ch deſſeimna: Karl Löb, Darmſtadt:
er Oymterk Niederlaſſung iſt jetzt
Frank=
ſrt a ſalbgin. Am 28. Oktober 1927
mſichtül ſoer Firmen: 1. Gebrüder
tarſotzlitz, Darmſtadt: Die Firma
muubrikt )t inrich Portune,
Darm=
aadt: ½ Firma iſt erloſchen. —
Ab=
ilungth. fAm 18. Oktober 1927 hin
htlichy=Firma: Bahnbedarf,
Ak=
enggreiſwaft, Darmſtadt: Die Pro
ra d/klllwys Steinhage in Darmſtadt
erlilgen. Am 28. Oktober 1927:
it hchjänkter Haftung. Sitz:
usarmſtüe Gegenſtand des
Unterneh=
ſt ens: e Vertretung und Förderung
ie Outze i des Verbandes können der
„eſellſot nurch Beſchluß weitere
Auf=
iben Yütigen. Stammkapital: 5000
eichsiti. Geſchäftsführer: Dr. jur.
„Aingelſi4 Rechtsanwalt in Darmſtadt.
der G)Achaftsvertrag iſt am 28.
Fe=
ruar, /. März und 23. September 1918
eſtgeſtiſt Durch die Beſchlüſſe der Ge=
Aſchallvef ſammlung vom 11. Juni
920, Mdigember 1923, 29. November
924 uſure! Dezember 1925 iſt der Ge=
WUlſchafſten rag geändert und
vollſtän=
ig neikleſaßt, ſodann durch die
Be=
hlüſſeſr Geſellſchafterverſammlung
dm 8ᛋ ezember 1926 und 17. Mai
27 eimt geändert. Die Geſellſchaft
ſird dyin urnen oder mehrere
Geſchäfts=
häftsfürhr Beſtellt, ſo vertreten je zwei
ſeſchäfth mer gemeinſchaftlich die Ge=
Uſchaftl ie Beſtellung und Abberufung
Fr Geſſlttsführer geſchieht durch den
uſſicht/k. Durch Beſchluß der
Geſell=
haſterrlbmemlung vom 8. Dezember die Wahlordnung der Kaſſe.
N6 iſhhr Sitz der Geſellſchaft von! Darmſtadt, den 1. Nvvember 1927.
berlin Mne Darmſtadt verlegt. (16929
Darnk di. den 29. Okt. 1927.
Amtsgericht I.
Dowursſtag, den 3. November
B27, vllniktags 9 Uhr, wird in der
aſtwirAſyſ, auf der Ludwigshöhe
as Strcluſe von Wegen und Schneiſen
28 Stagtwal des der Förſtereien
Böllen=
iltor /r BBeſſunger Forſthaus
ver=
eigert.
(16822
Darnſ di. den 22. Okt. 1927.
Heſlſfeerſtamt Darmſtadt.
Delp.
Donmysſag, den 3. November
927, wdſln die Weiden von 4 Morgen
der Mkglsackertanne, Abt. 73, und
Morgeſſin, der Gemeinde=Torfgrubei
Ort Ay Stelle öffentlich verſteigert:
uſammgninft der Steigerer nachmit”
39S 2 I k dan der Griesheimerbrüce
ind nan=hit tags 4 Uhr an der
Ge=
einde=A gn ube (Bickenbacher Chauſſee,
(16924
AfahrMa
Pfun/ſöt. den 29. Okt. 1927.
He/ite Bürgermeiſterei.
V.: Weigel.
traut
Kraut wird einge
Grau 40 bſchuh, ſchnitten. Barkhaus=
Rhön n/ 101.
ardegt (r 29162
AA
„R.
albau=
I. un
ſtr. 15, part (16866a
AStellengeſuche K
Wetblich
Frau
3 Std.
ſchäftig. i. nur beſ
Haush. Angb. u. G 208
a. d. Geſchſt. (*29030
Blumenthalſtraße 7.
Die Wahl der Bertreter und Stellvertreter zum
um 1AMiop. 1927 hierher zu zahlen. Ausſchuß der Kaſſe für die Amtsperiode 1928—1932 fin=
Dayfmitt, den 30. Okt. 1927. (st16938 den für Arbeitgeber und Verſicherte am Samstag, den 17.
De=
zember 1927, von 13—18 Uhr, und Sonntag, den 18.
De=
zember, von 9—18 Uhr, im Verwaltungsgebände,
Blumen=
thalſtraße 7, ſtatt.
Zu wählen ſind:
von den Arbeitgebern 30 Vertreter und 60
Stellver=
treter,
von den Verſicherten 60 Vertreter und 120
Stellver=
treter.
zt erllſver, 2. Darmſtädter Rad= Wahlberechtigt ſind alle volljährigen Arbeitgeber und
Verſicherten der Kaſſe.
Wählbar als Vertreter der Arbeitgeber wie Verſicherten
ſind nur volljährige Reichsdeutſche. Für die Wählbarkeit
ſtehen den Arbeitgebern bevollmächtigte Betriebsleiter,
Ge=
ſchäftsführer und Betriebsbeamte der beteiligten
Arbeit=
geber gleich.
Die Vorſchlagsliſten ſind geſondert für Arbeitgeber und
eueitnag: Firma: Verband der Verſicherte bis ſpäteſtens 10. November 1927 an das Wahl=
eutſchth Faßjabriken, Geſeuſchaft büro der Kaſſe, Blumenthalſtraße, 7, einzureichen.
Die einzelnen Bewerber ſind nach Familien= und
Vor=
namen, Beruf und Wohnort zu bezeichnen, bei den
Verſicher=
ten iſt auch der Arbeitgeber, bei dem ſie beſchäftigt ſind, an=
*Intisier der deutſchen Faßinduſtrie, zugeben. Die Benannten ſind in ſortlaufender Nummer
auf=
zuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt.
Die Vorſchlagsliſten wirtſchaftlicher Vereinigungen von
Arbeitgebern oder von Arbeitnehmern oder von Verbänden
ſolcher Vereinigungen müſſen von denen zur Vertretung der
Vereinigung oder des Verbandes geſetzlich berufenen
Per=
ſonen, Vorſchlagsliſten von Arbeitgebern von den Vertretern
von mindeſtens 200 Stimmen und ſolche von Arbeitnehmern
von mindeſtens 400 Wahlberechtigten unterzeichnet ſein. Ver=
(
bundene Vorſchlagsliſten ſind nicht zugelaſſen.
Mit den Vorſchlagsliſten für Verſicherte iſt von jedem ;
Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur
An=
nahme der Wahl bereit iſt. Bei den Vorſchlagsliſten für
Arbeitgeber iſt eine ſolche Erklärung nur erforderlich, ſoweit
ein vorgeſchlagener Bewerber nach 8 17. der
Reichsverſiche=
rungsordnung zur Ablehnung der Wahl befugt iſt.
Die Wählerliſten (Mitglieder= und
Arbeitgeberverzeich=
niſſe) können bis einſchließlich 10. November 1927,
werktäg=
hrer Aursten. Sind mehrere Ge= lich von 77,—12:, Uhr auf dem Büro der Kaſſe,
Blumen=
thalſtraße 7, eingeſehen werden.
Einſprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliſten ſind
bis einſchließlich 30. November 1927 unter Beifügung von
Beweismitteln bei dem Vorſtande vorzulegen.
Im übrigen gelten die geſetzlichen Beſtimmungen und
Der Vorſtand.
J. A.: Knoblauch, I. Vorſitzender. (16978 u. G 241 a. d. Geſch.
Freiwiltige Berſteigerung. Junge, ſaubere Frau
Mittwoch, den 2. November I. J., vorm. 9‟, Uhr
anfangend, verſteigere ich auf freiwilligen Antrag im großen
Saale der „Ludwigshalle‟, Obergaſſe Nr. 12, die dort
lagernden (gebrauchten) Hausmobilien meiſtbietend gegen/Prlu im Schneidern Erſte Referenzen Bedingung. Angabe der
(16989
Barzahlung, und zwar:
15 Fremdenzimmer=Einrichtungen in gut. Damenſchnei= At
mit zuſammen 18 vollſtänd. Betten,
je 1 Spiegelſchrank, 1 Waſchtiſch mit Marmor und
Spiegel, 1 Nachttiſch mit Marmor (event, auch
ein=
zelne Stücke). Ferner: 1 Schreibtiſch, 3 Chaiſelong.
mit Deche, Fenſtergardinen, kompl.
Waſchgarni=
turen, Tiſche und Stühle, Bettvorlagen, Kleider=
und Handtuchhalter, Bilder, 1 Küchenſchrank
ſo=
wie Küchengeräte all. Art, Teller, Platten, Taſſen,
Beſteche u. a. m.
Anzuſehen eine Stunde vorher.
Darmſtadt, am 31. Oktober 1927.
Kapp, Verſteigerer,
Gerichtsvollzieher i. R. Mauerſtraße 11.
Gebild. jg. Mädchen,
das mit jeder Haus=
Belſteigerängs Anzkige. ſorb. vertr. iſt, möchte
ſich unter Leitung d
Am Mittwoch, den 2. Nov. 1927, Hausfrau im Kochen
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich im vervollkommnen. An=
Verſteigerungslokale Wendelſtadtſtr. 24 gebote unter C 221 Eilben ſchreibend, in ädlädldide
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung: au die Geſchſt. 729081 2nuerestetzurg Le
Beſſeres Mädchen,
eine Rapidwage
(16983 Landwirtst., 18 J.,
und Möbek adler Art.
ſ. St. a. Haust., Fa=
Darmſtadt, den 31. Okt. 1927.
milanfchl. u. Tſchgeld
erw. Zu erfr. Sand=
Weber
ſtr. 42, III., Meiſter
9070)
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Mädchen, 18½ J. alt, Saub. unabh Frau Ehrliches Mädchen
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Seite 14
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Dienstag, den 1. November 1927
Die Gelegenheit ſchien ſehr günſtig. So guter Stimmung
hatte Waldemar den Gatten der Amerikanerin noch ſelten
an=
getroffen.
„Machen Sie keine Witze, Karen,” hatte er auf die
anfäng=
liche Weigerung des Barons geantwortet und ihn halb mit ſich
nach ſeinem Hauſe gezogen, „Ellen freut ſich, wenn Sie ſich bei
uns ſehen laſſen. Und was können Sie ſchließlich mit dem
ange=
brochenen Abend anfangen? Wieder Weiber, wieder Spiel ..
das muß einem doch auf die Dauer langweilig werden. Auch
haben wir uns viel zu erzählen, denn die Weltgeſchichte ſchreitet
eilenden Fußes dahin, und wer weiß, wo ſie im Augenblick
ſchon iſt.”
Sie traten in den gemütlichen Rauchſalon des Palais, das
ehemals dem Kohlenmagnaten Sendtheim gehört und dem der
gute Geſchmack Ellens zu ſeiner Größe und Pracht eine
perſön=
liche Note verliehen hatte. Die Frau des Hauſes ließ ſich für
den Moment entſchuldigen. „Die Modiſtin iſt bei ihr,” ſagte
Düſtingen und grinſte dabei, daß ſein kahler Kopf hin und her
geriſſen wurde. „Wiſſen Sie, Karen, was das bei einer Frau
bedeutet? Stunde des Gottesdienſtes.”
Sam brachte die Waſſerpfeifen und zündete ſie an. Beide
Erſcheinungen waren für das Haus Düſtingens typiſch. Der
alte Nigger, den Ellen aus ihrer Heimat nach Europa verpflanzt
hatte und der ſeit ihrer früheſten Kindheit in ihren Dienſten
ſtand, das Nargileh, das der neue Herr des Palais Sendtheim
mit Vorliebe rauchte, da er es ſeit ſeiner perſiſchen Reiſe für
den höchſten Genuß auf Erden erklärte. Er nötigte meiſt ſeine
Gäſte, es ihm gleichzutun. Bei Waldemar von Karen erſparte
er ſich allerdings derartiges Zureden, denn der Baron ſchwärmte
ebenfalls für den gekühlten Rauch. So dampften ſie denn blaue
Wolken vor ſich hin und ſahen zu, wie Sam das elektriſche Licht
aufflammen ließ und die Jalouſien herabrollte.
„Ein muſterhafter Diener,” begann der Baron, als ſich die
Tür hinter dem lautlos einherſchreitenden Alten geſchloſſen hatte.
Düſtingen ſog noch einmal tief an dem Ende des Schlauches,
das er zwiſchen den Lippen hielt, und als würde es ihm ſchwer,
zu ſprechen, erwiderte er ſchleppend: „Wie die meiſten Neger.
Ererbte Unterwürfigkeit, Geſchicklichkeit und eine oft ehrliche
Anhänglichkeit.”
„Er würde für Ihre Gattin jedenfalls durchs Feuer gehen,”
fuhr Waldemar von Karen fort.
„Durch die Hölle.‟ Düſtingen wurde geſprächiger. „Wäre
es Ellens Wunſch, daß der alte Sam in einem Boot auf den
Ozean rudern und ſich während der großen Seeſchlacht zwiſchen
den feindlichen Flotten aufhalten ſollte, der Neger würde
jeden=
falls verſuchen, ihrem Verlangen nachzukommen.”
„Damit wären wir beim Tagesgeſpräch angelangt,” meinte
der Baron lächelnd. „Wie denken Sie über die nächſte
Entwick=
lung der Dinge, Herr von Düſtingen?”
„Ich denke, daß ich glücklich bin, nicht dabei zu ſein.”
„Wird uns der Verlauf des Krieges überhaupt berühren?”
„Unter Umſtänden ſogar außerordentlich ſtark. Denken Sie,
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
hoſse Baronin Karen war es nicht leicht, die paſſende
Bri ihren Sohn Waldemar zu finden. Dazu kam, daß
felhych, ſeither weigerte, einen Schritt zu ſeiner Verheiratung
undhen men. Er hatte Käthe ſehr geliebt, fühlte es vielleicht
tzt nBhtürker als früher, und wollte von den Frauen, ſoweit
kürſhe) Ehe in Betracht kamen, nichts mehr wiſſen.
Wenig=
ms ihſligenblick war mit ihm nichts anzufangen. Vor
weni=
n Tuhalwar er zwar erſt aus Wiesbaden zurückgekehrt, wo
einhllſeinen Schauſpielerin zuliebe zwei Monate geweilt
ſtte. ei, das koſtete Geld. Und die Baronin beſchwor ihn,
ſch miſſuüt tingen zu verhalten und ſich mit ſeiner Hilfe in den
ufſichtat, der neugegründeten Geſellſchaft zu drängen. Sie
ußte.)e reichliche Prozente die Berater der Aquanit=Werke
komyfy würden.
Ddlu jahnte ſie noch nicht einmal, wie es um Waldemar
Waſtai= ſtand. Es war auch gut ſo, und er hütete ſich, die
cht etzeykaare Mama in ſeine Verhältniſſe einzuweihen. Wozu
Ute sſſa)r, auch noch wehtun? Ihr Leben barg ſowieſo wenig
neudch= /,id hätte ſie gehört, daß ihm ſeine Gläubiger mit
ſchrittwezir drohen begannen, die ihn in der Geſellſchaft
un=
öglichtgachen konnten, ſo hätte ihre Verzweiflung den
Höhe=
ſnkt uchit. Er trug lieber ſeine Sorge allein und baute ſeine
ffnußm aeif Düſtingens Freundſchaft auf. Erſtens ſollte er
was unſer Schickſal wäre, wenn England ſiegte.”
„Ausgeſchloſſen. Ich möchte wetten, daß die Amerikaner
glatt die Oberhand behalten. Sie kennen doch wohl die
Lands=
leute Ihrer Frau Gemahlin am beſten.”
Düſtingen ſchnitt eine Grimaſſe, durch die er ſeinen Zweifel
andeuten wollte. „Nun ja, aber wie, wenn die Engländer beſſere
Waffen hätten?”
„Wie wäre das möglich? Ich traue den Yankees eher
Ueber=
raſchungen zu.”
Düſtingen erwog gerade, ob er dem Baron eine Andeutung
über das ſonderbare Ziel aller bisherigen Aquanit=Sendungen
machen ſollte oder ob es beſſer wäre, hierüber zu ſchweigen, als
Sam eintrat und mit einer leichten Verneigung meldete:
„Herr Doktor Brakke wünſcht den gnädigen Herrn in einer
dringenden Angelegenheit zu ſprechen.”
„Doktor Brakke,” ſtieß Düſtingen überraſcht hervor und
ſprang auf, „führe den Herrn, bitte, in mein Arbeitszimmer
nebenan. Was ſagen Sie zu dieſem Beſuch, Karen?” wandte er
ſich an den jungen Ariſtohraten, der mit recht gemiſchten
Ge=
fühlen der Meldung des Dieners gelauſcht hatte.
„Daß es irgend etwas zu bedeuten hat,” gab Waldemar zur
Antwort. „Vielleicht bringt Ihnen Doltor Brakke wichtige
Neuigkeiten.”
„Gutes beſtimmt nicht,” ſagte Düſtingen halblaut, mehr zu
ſich ſelbſt.
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