Einzelnummer 15 Pfennige
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Franfurt a. M. 1304
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iünftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 301
Gonntag, den 30.Oftober 1922.
190. Jahrgang
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Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg., Reliamezelle 92 mm
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Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Streit uſw., erliſcht
jede Verpnichtung au Erfüllung der
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auffräge und =Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konfurs oder gerſchtlicher Beitreibung fällt jeder
Nabaß weg. Bankkonto‟ Deutſche Ban und
Darm=
ſädien und Natſonalbon
Der Vorſtoß Muſſolinis.
Bedenktagfeier des Marſches auf Rom
in Tanger.
* Paris, 29. Oktober. (Prib.=Tel.)
(Sine italieniſche Flotte, beſtehend aus dem Kreuzer „Bari”
ü üden Zerſtörern „Nazarino Sauro” und „Daniele Manin”
btei dem Befehl des Prinzen von Udine, eines Neffen des
Rriggs, iſt im Hafen von Tanger eingelaufen. Die Nachricht hat,
1ſn, ſie auch nicht unerwartet kam, in politiſchen Kreiſen
Frank=
hus großes Aufſehen erregt. Da Tanger nach wie vor ein
Aürrwinkel der europäiſchen Politik iſt, ſo werden Parallelen
z ſichen dem Beſuch des Prinzen von Udine und der ſenſationel=
KLmndung Kaiſer Wilhelms in Tanger im Jahre 1905 gezogen,
Aidie Welt damals in Flammen zu ſetzen drohte und die
ſeülich zu den aufregenden Konferenzen von Algeciras führte.
ßim hat als einzige Großmacht das herrſchende Tangerſtatut
wiäſanerkannt und dadurch den anderen Staaten empfindliche
Oſbrnatiſche Verlegenheiten bereitet. Bekanntlich proteſtiert
a/4 Spanien gegen das Statut und verlangt eine Abänderung
z1wemven Gunſten, da der franzöſiſche Einfluß in Tanger
maß=
gſkn- iſt und die ſpaniſchen Intereſſen fortlaufend verletzt
wer=
d)/ Im Jahre 1926 ſchloß Spanien mit Italien in Madrid
eifn /Freundſchaftsvertrag, der angeblich auch ein ſpaniſch=ita=
Eilſsches Einverſtändnis in der Tangerfrage enthält. In Paris
amei damals der Abſchluß des italieniſch=ſpaniſchen Vertrages
abhißr=unrühigung aufgenommen, da man nicht mit Unrecht eine
Sſtung der italieniſchen Poſition am Mittelmeer dadurch
ver=
mute. Da nun Italien das Tangerſtatut nicht anerkannt hat,
Nolfmeriert auch die italieniſche Flotte jetzt die Sonderſtellung
Elſnexs, und der Prinz von Udine wird ebenſo wie ſeinerzeit
Kſſr/Wilhelm, Tanger nur als unter der direkten Souveränität
ddh=sſiltans ftehend betrachten. Deshalb wird auch nur der
Mſhucb (der Vertreter des Sultans) allein und nicht die
Mit=
gllſirß der Lolalverwaltung zum offiziellen Empfang in die
ita=
lichſch- Geſandtſchaft eingeladen werden. Die Spitze des ita=
Tichſhnn Flottenbeſuches iſt ſo offenſichtlich, daß ſie garnicht
ab=
geſſlzwet werden kann, und ſo iſt denn die Beunruhigung in
Plſr mur zu verſtändlich.
i. Zuſammenkunft Primo de Riveras mit Chamberlain im
HdR zon Mallorca, bei der gleichſalls das Tangerproblem
be=
ſpiber wurde, findet durch den Beſuch der italieniſchen Flotte
Kaſtſeu, unternommen haben wird. Die IFtaliener beabſichtigen
feryn nn Tanger den fünfjährigen fasciſtiſchen Gedenktag des
Moyeis auf Rom feſtlich zu begehen. Die Erfolge Muſſolinis
ſollſledan dortigen Bewohnern augenſichtlich vorgeführt werden.
Füſſrunnkreich bedeutet der italieniſche Schritt eine ernſte
War=
nurt, Waris wird ſich, trotz ſeiner bisherigen Weigerung, dazu
entſſſtensen müſſen, das Tangerproblem wieder zur Diskuſſion
zuz)ſiſan, wenn ſich die Gegenſätze nicht noch mehr verſchärfen
undttol eßlich zu einer Kataſtrophe führen ſollen. Es wird
be=
reit//eynteldet, daß die ſpaniſch=franzöſiſche Marokkokonferenz, die
in ſtr; Sackgaſſe verlief, von neuem aufgenommen werden ſoll.
Abeſeral die Stellung Primo de Riveras durch die
Zuſammen=
unſſi: Chamberlain und durch die Haltung Italiens geſtärkt
geſtätl
wornd Aiſt, ſo wird Spanien noch mehr als bisher auf ſeinen
Forſſum gen in Tanger beſtehen. Damit wird Tanger wieder,
wie r20 Jahren, in den Mittelpunkt des Weltintereſſes
Franzöſiſche Beunxuhigung.
EP. Paris, 29. Oktober.
Machmittagspreſſe beſpricht den italieniſchen
Flotten=
beſu/ttn! Tanger. Allgemein wird das Zuſammentreffen dieſer
Demtutyaation, deren ganze Aufmachung ihren fasciſtiſchen
Chamker zeige, mit dem fünften Jahrestag des Marſches auf
Ronnſirnvorgehoben und ein Vergleich mit dem Pantherſprung
nach A ſaſoir gezogen. Ausführlich wird von allen Blättern die
heutc üe von der „Times” veröffentlichte anſcheinend offiziöſe
italiehly Erklärung wiedergegeben.
Wiberté” meint zu der darin geäußerten Anſicht, daß
Italilein. Tanger ein günſtiges Abſatzgebiet für ſeinen
Bevöl=
kerunanerſchuß ſehe, die franzöſiſche Regierung werde, ſelbſt
wenrky fäch in ihrer Eigenliebe verletzt fühle, der Angelegenheit
kühl Ay mnparteiiſch gegenüberſtehen. Frankreich könne Italien
die LMtmechtigterweiſe geforderte Vorzugsbehandlung nicht
zu=
geſtekſll helndererſeits ſei Italien, das ſich beim Friedensſchluß
bei dſſe=ßarteilung der Kolonialmandate nicht genügend zur
Gel=
tung / e bringen können, jetzt beſſer dazu in der Lage, und
dieſerknoſktor müſſe Frankreich vom realiſtiſchen Geſichtspunkt
aus Ihnaung tragen. Marokko ſei groß.
EGyanderer Meinung iſt der „Temps”, der zunächſt die
bekan4y Pheſe wiederholt, daß die Lage in Tanger durch den
Vertr/kſom Jahre 1923 zwiſchen Frankreich, Spanien und
Eng=
land /eqüfltig geregelt worden ſei und daß die italieniſche
Re=
gierunuoc her nicht das Recht habe, eine internationale
Kon=
ferenze it gleichberechtigter Teilnahme Italiens zu fordern.
Italichi aſse ſich außerdem durch das franzöſiſch=italieniſche
Ab=
kommhlezm 28. Oktober 1912 zugunſten Frakreichs an ganz
Ma=
rokko Mämſtereſſiert, und man könne daher nur ſagen, daß
Frank=
reich / hunter allen Umſtänden vom Eeiſte und vom Buchſtaben
der Ae ſränge inſpirieren laſſen werde.
A Kund dieſe Blätter in bezug auf die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhaſſt uungen wieder die ſchon arg abgenutzte Redensart von
dem i herrſchenden freundſchaftlichen Geiſt hervyrheben,
hält das „Journal des Debats” es für richtiger, Spanien ſeine
bisherige Ungeſchicklichkeit bei dieſen Verhandlungen
vorzu=
werfen. Statt durch den mit großer Orcheſterbegleitung
erfolgen=
den Flottenbeſuch die Verhandlungen zu ſtören, ſollte Italien
von unerfüllbaren Forderungen abzubringen und zu dem von
Frankreich im Einvernehmen mit England vorgeſchlagenen
Syſtem zu bekehren.
Eine engliſche Erklärung zu Italiens
Tangerpolitik.
w. London, 29. Oktober.
Die „Times” veröffentlicht eine autoriſierte Erklärung über
die italieniſche Tangerpolitik, in der es heißt: „Die Stellung das Vorbringen der verſchiedenen Parteien lediglich auf ſeinen
Italiens als größte Mittelmeermacht und die Tatſache, daß
ſeine Bevölkerung jedes Jahr um ½ Million zunimmt, macht es
erforderlich, daß die italieniſche Regierung bei jeder in
irgend=
einer Weiſe die Küſten des Mittelmeeres berührenden
Neu=
regelung größte Aufmerkſamkeit zeigt. Insbeſondere iſt dies
notwendig, wenn es ſich, wie im Falle Tanger, um den Zugang
zum Mittelmeer handelt. Eine weitgehende Aenderung des
Status von Tanger von 1923 iſt ohne Mitwirkung der
italieni=
ſchen Regierung zuſtande gekommen und ohne ihre Zuſtimmung
durchgeführt worden. Die italieniſche Regierung hat daher
nie=
mals den internationalen Stauus Tangers anerkannt. Der
Be=
ſuch eines italieniſchen Geſchwaders unter dem Befehl des
Prin=
zen von Udine iſt jetzt, wo in Paris zwiſchen der franzöſiſchen
und ſpaniſchen Regierung die Verhandlungen über die
Tanger=
frage eröffnet werden ſollen, eine Erinnerung daran, daß die
italieniſche Regierung ihre Politik der Nichtanerkenung des
be=
ſtehenden Status aufrechterhält und keine Neuregelung dieſer
Frage annehmen wird, die ohne ihre Mitwirkung zuſtande
ge=
kommen iſt. Die italieniſche Regierung iſt bereit, an der
end=
gültigen Regelung der Tangerfrage mitzuarbeiten; es muß
je=
doch betont werden, daß eine ſolche Mitwirkung nur möglich iſt,
wenn Italien auf der zu dieſem Zwecke ſtattfindenden Konferenz
gleichberechtigt mit den anderen Mächten vertreten iſt.
in Frankreich und England.
Vor neuen Parteigruppierungen.
In Frankreich und in England, ja auch in Deutſchland,
rüſten die Parteien mit Macht für die bevorſtehenden
Parlä=
mentswahlen. Innen= und Außenpolitik beginnen unter
Wahl=
geſichtspunkten betrachtet zu werden. Die Parteien ſuchen nach
Wahlparolen, die Oppoſition tritt mit verſtärkter Kritik gegen
die gegenwärtig am Ruder befindliche Regierung hervor, und die
Regierungsparteien verteidigen ihre Politik nach allen
Richtun=
gen. In dem Verhältnis der Parteien untereinander und in ſich
zeigen ſich Verſchiebungen an, und neue Männer erſcheinen am
politiſchen Horizont.
Die Radikalſozialiſten, die ſtärkſte Gruppe der derzeitigen
Koglitionsregierung, halten in Paris ihren Parteitag ab. Mit
großer Mehrheit iſt der Parteikongreß von dem rechten Flügel
Franklin Bouillons und von der nationaliſtiſchen Rechte ſamt
ihren Regierungsvertretern abgerückt. Man hat eine Wahlparole
unter dem Zeichen des Nationalen Blocks abgelehnt und ſich
gegen ein Wahlbündnis mit der Rechten ausgeſprochen.
Aller=
dings wird auch Poincaré von den Radikalſozialiſten anerkannt,
aber man trennt ſeinen Namen von der Parteigruppierung der
Rechten. Die Radikalſozialiſten haben ſich für eine ausgeſprochene
Politik der Linken entſchieden, wenn auch von einem direkten
Anſchluß an die Sozialiſten nicht die Rede iſt. Sie haben ihre
Wahlparole gefunden und die deutet, was auch ſchon in der
fran=
zöſiſchen Rechtspreſſe ſtark zum Ausdruck kommt, auf ein
Wieder=
aufleben des Linksblockes, auf ein wiedererſtehendes Kartell der
Linken hin. In ihren Entſchließungen ſchreibt die Partei daher
auf ihr Programm: die realiſtiſche Politik des Friedens,
Ver=
ſtändigung mit Deutſchland und Fortſetzung der Friedenspolitik
von Genf und Locarno. Die Stimmen mehren ſich in Frankreich,
wonach die Radikalſozialiſten mit verſtärkten Kräften aus den
nächſten Wahlen im Parlament einziehen werden, zumal zum
erſten Male nach dem Krieg wieder das Syſtem der
Einzel=
wahlkreiſe zur Anwendung kommen wird, das vor dem Krieg
den Radikalſozialiſten große Macht verſchaffte und gegen deſſen
Wiedereinführung ſich die Rechte kräftig widerſetzte.
Auch in England regen ſich die Parteien. Die Liberalen und
Arbeiterparteiler rüſten zu verſtärkten Vorſtößen gegen die
kon=
ſervative Regierung und üben aktive Kritik an der Friedens=
und Abrüſtungspolitik der Torries. Lloyd George, der Führer
der Liberalen und damit der Oppoſition, regt ſich mit Eifer und
prophezeit ſchwere konſervative Verluſte bei den nächſten Wahlen,
die auch von anderer Seite vorausgeſagt werden. Er glaubt,
daß die Liberalen nach den nächſten Wahlen in angemeſſener
Weife vertreten ſein würden als heute. Dagegen hält er es für
unwahrſcheinlich, daß eine der Parteien ſich die abſolute
Mehr=
heit wird ſichern können. Einem Zuſammengehen mit der
eng=
liſchen Arbeiterpartei ſcheint man auf liberaler Seite nicht
ab=
geneigt zu ſein, wenn man auch die beſtehenden
Meinungsver=
ſchiedenheiten betont.
Alle dieſe Wahlvorbereitungen verdienen bei uns die größte
Beachtung, wenn man ſich auch klar ſein muß, daß auch die
außenpolitiſchen Richtlinien der Parteien im Ausland auch auf
innerpolitiſche Erwägungen zurückgehen. Immerhin werden die
möglichen Verſchiebungen in den Machtverhältniſſen der
Par=
teien in den Parlamenten Frankreichs und Englands und ein
Wechſel der Regierungen unter führenden neuen Männern nicht
ohne Rückwirkungen auf die Außenpolitfk und damit auch auf
Deutſchland bleiben.
Die Woche.
Verhältnismäßig ruhig hat der heſſiſche Wahlkampf
ein=
geſetzt, und das iſt im Intereſſe des Landes jedenfalls zu
begrü=
ßen. Die Fragen, die zur Erörterung ſtehen, ſind ja nun einmal
in erſter Linie Verwaltungsfragen, die bei aller Bedeutſamkeit
die Leidenſchaft der Maſſen im allgemeinen nicht zu erregen
vermögen. Um ſachliche Fragen handelt es ſich, ſachlich ſollte
beſſer ſeinen Einfluß auf Primo de Rivera ausüben, um dieſen man ſie auch allſeitig erörtern, und man ſollte es überall
ver=
meiden, lediglich zu propagandiſtiſchen Zwecken Wahlparolen
aufzuſtellen, die mit den Aufgaben des Heſſiſchen Landtags zuw
mindeſten nur in eine recht lockere Verbindung zu bringen ſind
Daß der deutſche Einheitsſtaat von einem großen, ſicherlich dew
überwiegenden Teil der heſſiſchen Bevölkerung erſehnt wird, iſt
eine allgemein bekannte Tatſache, ebenſo aber auch, daß der
Heſ=
ſiſche Landtag nach Lage der Dinge für die Verwirklichung
die=
ſes Ideals kaum etwas zu leiſten vermag. Auch die Wählerſchaft
ſollte auf klingende Wahlparolen wenig Wert legen, ſondern
ſachlichen Kern prüfen.
Zu den alten bisher ſchon im Heſſiſchen Landtag vertretenen
Parteien wird ſich aller Vorausſicht nach die Volksrechtspartei,
welche die neuerdings vorgeſchriebene Anzahl von 7000
Stim=
men nicht nur erreicht, ſondern ſogar nicht unweſentlich
über=
ſchritten hat, geſellen. Wir ſind ſeinerzeit ſehr nachdrücklich für
eine gerechte Aufwertung eingetreten und haben jahrelang Herrn
Oberlandesgerichtspräſidenten Dr. Beſt zu unferen geſchätzten
Mitarbeitern gezählt. Als dann das Aufwertungsgeſetz vom
16. Juli 1925 zuſtandekam, haben wir dieſe „Löſung” ſehr ſcharf
abgelehnt. „Daß das Aufwertungskompromiß”, ſo ſchrieben wir
damals an dieſer Stelle, „eine befriedigende Löſung dieſes
bren=
nenden Problems nicht bedeutet, kann keinem Zweifel
unter=
liegen, und die Erregung der weiten Bevölkerungskreiſe, die
durch die Geldentwertung um ihr Vermögen gekommen ſind, iſt
nur allzu verſtändlich. Es iſt nicht ſo, daß ſich in dieſer Frage
nur wirtſchaftliche und ſoziale Erwägungen gegenüberſtünden,
ſondern das Bedenklichſte iſt, daß das Rechtsgefühl, der Glaube
weiteſter Kreiſe an den Schutz des Rechts durch den Staat, durch
eine derartige „Löſung” auf das Schwerſte erſchüttert wird.”
Das Unheil, das wir damals warnend vorausſahen, iſt
ein=
getreten. Hunderttauſende, die, ihres zum allergrößten Teil doch
ſauer verdienten Vermögens beraubt, nun ſoweit ſie keine
Er=
werbsmöglichkeit mehr hatten, der furchtbarſten Not
gegenübei=
ſtanden, haben das Vertrauen verloren, das ſie bis dahin zum
Staate hatten, und das iſt um ſo bedenklicher, als es ſich ja
gerade um Kreiſe handelt, deren Staatsgeſinnung bis dahin dem
Staate eine feſte Stütze war.
Was man aber menſchlich nur allzugut verſteht und billigt,
iſt trotzdem unter Umſtänden vom Standpunkt, der praktiſchen
Politik höchſt bedauerlich. Wir haben ſtets volles Verſtändnis
für die Opfer der Inflation gehabt, und haben uns für eine
gerechte Löſung eingeſetzt, ſo lange wir ſie für möglich hielten.
Gerade deswegen aber halten wir uns für verpflichtet, es
ein=
mal offen auszuſprechen, daß wir den jetzigen Erfolg der
Volks=
rechtspartei keineswegs freudig begrüßen, da neue
Enttäuſchun=
gen folgen müſſen. Die Enteignung der Erſparniſſe eines großen
Teiles des deutſchen Volkes, insbeſondere des deutſchen
Mittel=
ſtandes, durch die Inflation iſt und bleibt in der Geſchichte ein
ſchier beiſpielloſes Vorkommnis. Man hat den Boden des
Rechts verlaſſen, und das Aufwertungsgeſetz vom Jahre 1925
hat eine wirkliche Abhilfe nicht geſchaffen. Und das iſt um ſo
bedenklicher, als damals unſerer Ueberzeugung nach eine zum
mindeſten gerechtere Löſung des Aufwertungsproblems möglich
war. Seitdem aber haben ſich die Dinge wefentlich geändert.
Eine ſchwere Wirtſchaftskriſis hat die finanzielle Kraft des
deut=
ſchen Volkes in ſeiner Geſamtheit abermals außerordentlich
ge=
ſchwächt, wobei es im Augenblick unerörtert bleiben mag, ob
nicht durch eine gerechte Löſung des Aufwertungsproblems, die
ja damals zweifellos die Kaufkraft des innerdeutſchen Marktes
geſtärkt hätte, die Stabiliſierungskriſis wenigſtens zu einem
ge=
wiſſen Teil eingeſchränkt worden wäre. Wenn dieſe Kriſis jetzt
auch im großen und ganzen behoben ſcheint, wenn ſogar, eine
günſtige Wirtſchaftskonjunktur den Schein eines gewifſen
Wohl=
ſtandes vortäſiſcht, ſo darf dabei doch nicht überſehen werden,
daß dieſe Wendung der Dinge nur mit einer erheblichen
Ver=
ſchuldung an das Ausland erkauft werden konnte. Was das
aber bedeutet, hat ja erſt in dieſen Tagen, der Einſpruch des
Reparationsagenten Parker Gilbert gegen die Pläne des
Reichs=
finanzminiſters auch für den politiſchen Laien ſinnfällig bewieſen.
Es kann aber im Zuſammenhang mit den Wahlen zum
Heſſiſchen Landtag ganz unerörtert bleiben, ob eine Reviſion des
Aufwertungsgeſetzes von 1925 gegenwärtig möglich und für die
Geſamtheit tragbar wäre, ob alſo bei der Verbundenheit
des Einzelſchickſals mit dem der Geſamtheit eine Reviſion des
Aufwertungsgeſetzes für die Geſchädigten ſelbſt von
irgend=
welchem Nutzen ſein könnte. Hier handelt es ſich ja zunächſt
ledig=
lich um die Frige, ob durch den Einzug eines oder zweier Vertreter
der neugegründeten Volksrechtspartei in den Heſſiſchen Landtag
den durch die Inflation Enteigneten irgendwie genützt wird.
Die Antzvort aber auf dieſe Frage kann eigentlich nicht
zweifel=
haft ſein. Praktiſche Aufwertungsfragen gehören, ſo gut wie
nicht zum Aufgabenkreis des Heſſiſchen Landtags. Abgeordnete
alſo einer Partei, deren einziges Ziel die Wiederaufrollung des
Aufwertungsproblems iſt, werden in unſerem Landesparlament
kaum jemals Gelegenheit haben, ſich mit ihrer eizentlichen
Auf=
gabe zu befaſſen. Aber auch wenn dem nicht ſo wäre, müßten die
Abgeordneten einer Partei, die ſich eine ſo ſpezizielle Aufgabe
geſtellt hat, notgedrungen ihre Wähler enttäuſchen. Wenn man
die Zahl der jetzt beendeten Unterſchriftenſammlung zugrunde
legt und annimmt, daß ſich dieſe Stimmzahl bei der
eigent=
lichen Wahl noch um etwa 50 Prozent erhöht, ſo kann man für
die Volksrechtspartei bei normaler Wahlbeteiligung etwa ein
bis zwei Mandate herausrechnen. Eine ſolche Splitterpartei
aber, welche die Fraktiousſtärke (im Heſſiſchen Landtag fünf
Abgeordnete), nicht erreicht, iſt, da ſie von der praktiſchen Arbeit
in den parlamentariſchen Kommiſſionen ausgeſchloſſen iſt, von
vornherein mehr oder weniger zur Einflußloſigkeit verurteilt.
Sie nützt alſo ihren Wählern nicht, ſondern ſie ſchadet ihnen im
Seite 2
Gegenteil, da die Bildung einer Sonderpartei die anderen
Par=
teien praktiſch von der Rückſichtnahme auf die Intereſſen der
Abgeſplitterten mehr oder weniger entbindet. Enttäuſchte
Hoff=
nungen aber werden das Ergebnis ſein.
In den Ländern, die ſchon länger das parlamentariſche
Syſtem haben, hat man das Weſen der politiſchen Parteien
ſchon längſt erkannt, hat auch gelernt, mit dem Parteiapparat
zuſammenzuarbeiten. Dort weiß man, daß die Wähler die
Par=
tei ſind, und verſucht dementſprechend der eigenen Meinung
durch die Partei Ausdruck zu geben. Man weiß zum Beiſpiel in
England längſt, daß nur eine große Partei wirklich etwas
er=
reichen kann, und auch die Wähler ſchließen mit in Einzelfragen
anders eingeſtellten Parteifreunden gegebenenfalls ein
Kom=
promiß. Bei uns verfährt man anders. Bei uns legt man
gruppenweiſe den Parteien Forderungen vor. Wenn dieſe nicht
gebilligt werden, ſo gründet man eben eine neue eigene Partei.
Daß damit für die Spezialwünſche ſehr wenig erreicht wird,
haben ſchon die Erfahrungen der letzten Jahre zur Genüge
be=
wieſen. Sie haben auch bewieſen, wie verhängnisvoll die
Zer=
ſplitterung des deutſchen Bürgertums ſich für die deutſche
Geſamtpolitik auswirkt. Nur durch dieſe Zerſplitterung des
Bürgertums hat der Marxismus ſeinen Einfluß auf unſer
ſtaat=
liches Geſchehen gewonnen, der tatſächlich ja weit ſtärker iſt, als
er nach der Zahl ſeiner Anhänger ſein müßte. Für die heſſiſchen
Landtagswahlen liegt der Fall diesmal, noch beſonders ernſt.
Es iſt ja kein Geheimnis mehr, daß ſich allmählich bei uns in
Heſſen der Gedanke durchgeſetzt hat, daß die bisherige
Zuſam=
menſetzung der Regierung nicht unſeren ſtaatlichen
Notwendig=
keiten entſpricht und daß weite Kreiſe der heſſiſchen Bevölkerung
der Auffaſſung ſind, daß eine Verbreiterung der
Regierungs=
baſis eine Notwendigkeit für unſer Land iſt. Glaubt man nun
aber ernſtlich, daß man dieſe Entwicklung dadurch fördert, daß
man durch eine weitere Zerſplitterung des Bürgertums die
Macht der Sozialdemokratie ſtärkt? Erbitterung über
wider=
fahrenes Unrecht iſt faſt immer ein ſchlechter Ratgeber, verleitet
leicht dazu, ſich ſachlichen Erwägungen zu verſchließen. Die
bür=
gerlichen Parteien haben damals unrecht und unklug gehandelt,
als ſie ſich nicht genügend für eine gerechte Löſung des
Auſwer=
tungsproblems einſetzten. Die Inflationsopfer handeln jetzt
ebenſo unklug, wenn ſie dieſen Parteien einfach den Rücken
kehren und ihr Ziel durch die Bildung einer eigenen,
natur=
gemäß ſchwachen Partei zu erreichen verſuchen. „Eiatz Justitia,
vereat mundus” iſt ein altes ſtolzes Wort. Es auf die praktiſche
Politik anzuwenden, dürfte ganz gewiß faſt niemals im Inter=
M.
ſſe der Beteiligten liegen.
* Die Richtlinien.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Deutſchnationalen haben einen Kommentar
heraus=
gegeben zu der Mitteilung des Zentrumsführers Guérard über
die Beſprechungen zwiſchen ihm und Graf Weſtarp. Sie kommen
dabei zu dem Ergebnis, daß ſie herabſetzende Verunglimpfungen
der Reichsfarben mißbilligen, behaupten aber, daß
übereinſtim=
mend feſtgelegt worden ſei, daß die Richtlinien kein
Geſinnungs=
bekenntnis enthälten, und daß alſo die Deutſchnationalen das
Recht haben, auch öffentlich für ihre Geſinnung einzutreten. Dem
wird von der „Germania” widerſprochen. Sie meint, ganz ſo
harmoniſch wären die Verhandlungen nicht ausgegangen. Sie
erklärt ſich zwar im allgemeinen mit der von den
Deutſchnatio=
nalen jetzt gegenüber den Symbolen der Republik geübten
Zurückhaltung einperſtanden, will aber doch die Meinungsfreiheit
nicht ſo weit gehen laſſen, daß eine Partei, die in einer
republi=
kaniſchen Regierung arbeite, gleichzeitig für die Monarchie
amtieren kann. Eins müſſe das andere ausſchließen, und die
Schlußfolgerung klingt ziemlich ſchroff: „In dieſem Punkt iſt
keine Einigkeit erzielt worden, und es bedeutet weiter eine
Ge=
fährdung des Zuſammenhaltes der Koalition, wenn die
Deutſch=
nationalen offiziell in ihrer monarchiſtiſchen Propaganda
fort=
fahren”, woraus man aber nicht zu ſchließen braucht, daß das
Zentrum jetzt eine ultimative Forderung an die
Deutſchnatio=
nalen ſtellen wird.
Das erſte Teilgutachten zum Entwurf
des Arbeitsſchutzgeſetzes.
Berlin, 29. Oktober.
Der Sozialpolitiſche Ausſchuß des vorläufigen
Reichswirt=
ſchaftsrates verabſchiedete das erſte Teilgutachten zu dem
Ent=
wurf eines Arbeitsſchutzgeſetzes. Auf beſonderen Wunſch des
Reichsarbeitsminiſteriums iſt nämlich aus dem Entwurf der
Paragraph 22, der den Mutterſchutz behandelt, vordringlich
erle=
digt worden, um mit einem Geſetzentwurf über die Ratifizierung
eines internationalen Abkommens ähnlicher Art ſofort dem
Reichstag vorgelegt zu werden.
Das gewaltigſte Erdbeben,
das je in Alaska getobt hat.
Von Profeſſor Robert F. Griggs.
Wir meldeten kürzlich, daß ſich der Herd der überall in
Amerika verzeichneten Erdſtöße allem Anſchein nach in Alaska
befinde. Dieſes Land iſt vulkaniſcher Nadur und hat zu
allen Zeiten zahlreiche Erdbeben erlebt. Allerdings waren
dabei erfreulicherweiſe vielfach nur wenige oder gar keine
Menſchenleben zu betlagen, weil der Herd der Beben meiſt
in der Nähe unbewohnter Stätten lag. So ſcheint es auch
ſetzt bei dem neuen Erdbeben zu ſein. Ein ähnlicher Fall
ereignete ſich im Jahre 1912, wo der Katmai ausbrach. Dieſe
bedeutendſte Kataſtrophe der Neuzeit iſt aus dem
oben=
genannten Grunde bis vor kurzem in Europa unbekannt
geblieben, ebenſo das neue Weltwunder, das bei dieſem
Ausbruch entſtanden iſt: „Das Tal der 10000 Dämpfe‟.
Aus dem jetzt im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig,
vor=
liegenden gleichnamigen Buch des Entdeckers nachſtehend eine
Schilderung über den Ausbruch und ſeine Folgen.
Viel=
leicht iſt auch die neue Kataſtrophe dem Katmai oder einem
anderen Vulkan auf Algska zuzuſchreiben?
Niemand ahnte etwas von der Naturkataſtrophe, bis ar
6. Juni plötzlich Vukanaſche über ganz Nordweſtamerika regnet
Es hieß, daß Kodiak in Südweſtalaska am ſchwerſten betroffe
ſei. Da Kodiak aber 170 Kilometer vom nächſten Vulkan en
fernt liegt, tappte man über den eigentlichen Herd des Unheil
im Dunkeln. Der Katmaivulkan ſſprich: Kätt=mai mit dem To
auf der zweiten Silbe) wurde in den erſten Drahtmeldunge
zwar erwähnt, aber lange war man ſich nicht darüber klar,
gerade er ausgebrochen war.
Der Ausbruch zählt zwar zu dem Dutzend der größten in
geſchichtlicher Zeit, lenkte aber die allgemeine Aufmerkſamkeit ve
hältnismäßig wenig auf ſich. Die betroffene Gegend iſt zu ab
gelegen. Katmai war einfach nur ein Name auf der Karte. (
war höchſtens den Lotſen bekannt, welche die ſelten beſuch
Küſte der Schelikofſtraße befuhren.
Von der Größe des Ausbruchs erhält man vielleicht eine
Vorſtellung, wenn man ſich die Wirkung vergegenwärtigt, die ein
ähnliches Naturereignis in einer bekannteren Gegend, etwa in
der Hauptſtadt des Deutſchen Reichs, zeitigen würde.
Fände ein ſolcher Ausbruch in Berlin ſtatt, ſo wäre di
Dampfſäule bis Jena zu ſehen. Das Getöſe der Exploſioner
wäre in Rom deutlich hörbar. Die Dämpfe würden über gan=
Weſteuropa hinwegfegen. In Kairo würden ſie ungeſchütztes
Meſſing blind machen; ſelbſt zum Trocknen aufgehängte Wäſch
würde von der darin enthaltenen Schwefelſäure ſo
zerfreſſe=
daß ſie auf dem Plättbrett in Stücke zerfiele. Bis nach Wier
Sonntag, den 30. Oftober 1927
Vom Tage.
Zwiſchen Muſſolini und dem deutſchen Botſchafter, Baron v.
Neu=
rath, hat geſtern im Palazzo Chigi der Austauſch der
Ratifikations=
urkunden des am 1. September 1927 zwiſchen Italien und Deutſchland
abgeſchloſſenen Abkommens ſtattgefunden, das ſich auf Fragen bezieht,
die mit den Artikeln 296 und 297 des Friedensvertrages von
Verſaille=
zuſammenhängen und hauptſächlich den Poſtanweiſungsverkehr und die
gegenſeitigen Verſicherungsguthaben der Vorkriegszait, ſowie die
deuſt=
ſchen Güterrechte und Intereſſen in Italien betreffen.
Die Reichstagsfraktion der Deutſchnationalen Volkspartei iſt zu
einer Sitzung am Mittwoh, den 2. November, einberufen worden, um
zu den laufenden Angelegenheiten Stellung zu nehmen.
eichstages verſammelt ſich
im
tag, den 3. November.
Die Kommiſſion für die Verwaltungsreform iſt nunmehr unter dem
Vorſitz des Reichsfinanzminiſters Köhler zuſammengeſetzt worden.
Be=
kanntlich hat Köhler bereits in ſeiner Rede die Einſetzung dieſer
Kom=
miſſion angekündigt.
Das amerikaniſche Schatzamt hat die Zollbehörden angewieſen, das
deutſche Kriegsſchiffe künftig Waren, aus den Zollſpei hern
kaufen und dieſe zollfrei an Bord nehmen dürfen. Es handelt ſich
um eine auf Gegenſeitigkeit beruhende Maßnahme, da Deutſchland
amerikaniſchen Kriegsſchiffen die gleiche Vergünſtügung
gewährt.
Revolutionsſtimmung in Bukareſt.
Die Bauernpartei für Carol,
Ex=Miniſter Maniu,
der Führer der Bauernpartei im Parlament, hat gleich dem
Ex=Miniſterpräſidenten General Aavarescu, dem Bauernführer
im Senat, lebhaft gegen die Verhaftung des Staatsſekretärs
Manoileseu proteſtiert und das Eintreten der Bauern für den
Ex=Kronprinzen Carol angekündigt.
Erklärungen des Prinzen Karol.
EP. Paris, 29. Oktober.
Der „Intranſigeant” veröffentlicht ein Interdiew mit dem
Prinzen Karol von Rumänien, in dem dieſer wiederholt, er
werde ſich niemals in die Politik ſeines Landes einmiſchen, um
Unruhen zu vermeiden. Aber wenn er vom rumäniſchen Volk
gerufen werde, könne er ſich dieſem Appell nicht verſchließen. Seit
drei Monaten härten ihn gewiſſe Perſönlichkeiten, namentlich die
Führer der Natiowalen Bquernpartei, gedrängt, ſeine
Thronkan=
didgtur zu erklären. Drei Monate lang habe er gezögert, endlich
habe er nachgegeben. Manoilescu, der Träger dieſer Erklärung,
die nur eine Antwort auf an ihn geſtellte Fragen ſei, ſei
ver=
haftet, eingekerkert und vor ein Kriegsgericht geſtellt worden.
Wenn die Lage in Rumänien ruhig ſei, müſſe man ſich über dieſe
Diktaturmaßnahmen wundern. Wenn aber die öffentliche
Meinung ſeine Rüdlkehr fordere, dann ſeien alle dieſe Druck= und
Terrormaßnahmen wur dazu beſtimmt, den Volkswillen zu
er=
ſticken. Man ſchreibe ihm zu Unrecht die Abſicht zu, eine Aktion
zu unternehmen. Er werde vielmehr ſeine Stunde abwarten,
die eines Tages ſchlagen werde.
würden die ſäurehaltigen Regentropfen auf Geſicht und Händen
ſchmerzende Brandwunden hervorrufen.
In Leipzig läge die Aſche etwa 30 Zentimeter hoch. Was
vor allem den Schrecken der Naturerſcheinung erhöhen würde:
dieſe Stadt würde 60 Stunden lang in völliger Dunkelheit
lie=
gen — einer Dunkelheit, ſchwärzer als alle erdenkliche
Finſter=
nis, ſo tief, daß eine Laterne nicht zu ſehen wäre, die man mit
ausgeſtrecktem Arm vor ſich hält. Von den entſetzlichen
Vor=
gängen, die ſich in Groß=Berlin abſpielen würden, kann man
ſich ein Bild im einzelnen gar nicht machen. Irgendwelche
Ret=
tungstätigkeit wäre unmöglich, denn es gäbe keinen
Ueberleben=
den. Ganz Groß=Berlin und außerdem noch ein ebenſo großes
Gebiet würde ſich in gewaltigen gähnenden Schlünden öffnen,
und glühende Ströme geſchmolzener Lavax) ergöſſen ſich aus
jeder Spalte.
Die Lava würde ſich, von den entweichenden Gaſen
zertrüm=
mert, in rotglühenden Sand verwandeln, der, alles verzehrend,
was ihm in den Weg käme, wie griechiſches Feuer durch die
Stadt raſte. Der Strom glühenden Sandes würde jegliche Spur
der einſtigen Stadt völlig auslöſchen. Beſäße Berlin die
Hoch=
häuſer New Yoiks, ſo würde an den tiefſten Stellen der faſt
ge=
ſchmolzene Sand wahrſcheinlich die höchſten Wolkenkratzer
über=
decken, wenn auch die Spitze des Woolworthturmes herausragen
könnte, falls fein Stahlgerüſt überhaupt in dem feurigen Ofen
ringsum ſtandhielte. Es fragt ſich in der Tat, ob nennenswerte
Trümmer zurückblieben, um die Stelle kenntlich zu machen, wo
einſt die Weltſtadt gen Himmel ragte.
Jedenfalls könnte ſich monatelang niemand näher
heran=
wagen als bis Potsdam. Außerdem würde ein Loch im Boden
ausgeblaſen ſein, groß genug, um alle Gebäude von Groß=Berlin
verſchiedene Male aufzunehmen.
Wenn man ſich ſo die Ausmaße der Naturerſcheinung
ver=
deutlicht, wird man beſſer vorbereitet ſein, den Bericht einer
Verheerung zu leſen, wie ſie wohl in der Geſchichte der
Vulkan=
ausbrüche einzig daſteht. Aber in einem Punkt mag der Leſer
von vornherein beruhigt ſein: Gewiß ſpielte ſich Entſetzliches ab,
aber Menſchenleben wurden nicht vernichtet. Nicht eine einzige
Perſon kam bei dem Ausbruch um.
So war die Menſchheit in der glücklichen Lage, die
mannig=
faltigen Fragen des Vukanismus unter ſo günſtigen
Bedingun=
gen unterſuchen zu können wie noch nie zuvor, und zwar ohne
den ſchrecklichen Blutzoll zahlen zu müſſen, den ſolche
Kataſtro=
phen gewöhnlich fordern.
Der obenerwähnte glühende Sandfluß kennzeichnet eine neue
Art von Ausbruch, der von allen bisher beobachteten Eruptionen
Nummer 301
Das Schulgeſetz
vor dem Bildungsausſchuß.
Berlin, 29. Oktober.
„Der Bildungsausſchuß des Reichstages ſetzte die allgemei!
Ausſprache über das Schulgeſetz fort. Für die oldenburgiſn
Regierung gab zunächſt der oldenburgiſche Geſandy
eine Erklärung ab, wonach Oldenburg dem Entwurf, ſoweit
eine Ausführung des Artikels 148, Abſatz 2, der Reichsverfaſſun
enthält, grundſätzlich zuſtimme. Die demokratiſche Abgeordna=
Frau Bäumer, bezeichnete die Erklärung der
Reichsrew=
rung über die Verfaſſungsmäßigkeit des Schulgeſetzes als ni=t
ausreichend. Dann nahm für Preußen Miniſterialdire
tor Käſtner das Wort zu einer längeren Erklärung.
preußiſche Unterrichtsverwaltung, ſo heißt es darin, müſſe
Gegenſatz zur Auffaſſung des Miniſters den Bildungsausſcht
erneut bitten, daß er in ſeinen Verhandlungen zu den rechtlich
Grundlagen des Geſetzentwurfs und zu den ihm
gegenüberr=
ſtellten Rechtsausführungen Preußens eingehend Stellzun
nimmt. Wenn der Miniſter von der jeweiligen neueſten AAf
faſſung Preußens geſprochen habe, ſo habe er anſcheinend
völlig verſchiedene Natur der jeweiligen Reichsentwürfe zuu
Schulgeſetz überſehen. Wenn der Miniſter die Interpretation 50
Artikels 146 den Ländern überlaſſen wolle, ſo ſei eine derarttin
Stellungnahme mit den Beſtimmungen der Reichsverfaſſung ü 1n
Grundſatzgeſetzgebung des Reiches unvereinbar. Unverſtändlag
ſei es, weshalb die ſonſt von der Reichsregierung wenig
örterte Koſtenfrage gerade den preußiſchen Vorſchlägen geg
über in den Vordergrund gerückt werde, zumal gerade
preußiſche Vorſchlag die Erhaltung der beſtehenden Entwicklun
ſichern wolle und mit beſonderen Koſten nicht verbunden ſei.
Nach längerer Ausſprache vertagte der Bildungsausſchuß
Weiterberatung der Schulgeſetzvorlage auf Mittwoch nächf
Woche.
*
* Der Bildungsausſchuß des Reichstags hat zunächſt eimm
eine große allgemeine Debatte über das Reichsſchulgeſetz in 9g
griff genommen, die einigermaßen ins Uferloſe geht, aber MR
leicht hier doch notwendig iſt, um die grundſätzlichen Fragen
klären. Herr von Keudell hat auch hier in der Vertretung ſeim
Vorlage nicht ſehr geſchickt operiert. Er hielt es für notwendich
die preußiſche Regierung anzugreifen und ihr den Vorwurf
machen, daß ſie ihre Einſtellung zu den verſchiedenen
Geſetzen=
würfen ſeit 1925 ſehr geändert habe. Die preußiſche Regierunn
hat natürlich mit Recht darauf verwieſen, daß ihre Krieik bedinen
war durch den verſchiedenen Inhalt, der im Innenminiſtertnz Wgh
ausgearbeiteten Vorlagen. Herr von Keudell hat diesmal veint ummnd
ſucht, die Schwierigkeiten aus der verſchiedenen Interpretierump
der Artikel 146 und 147 der Reichsverfaſſung zu umgehen, indenn
er ſich ſehr eng an den vieldeutigen Wortlaut hält. Das iſt h Ih.
quem, aber doch wohl unzureichend. Auch die Deutſche Volin „A.
partei hat ja bereits erklärt, daß ſie eine ſolche Politik der A04 Heb
ſchiebung nicht mitmachen könne, ſondern ebenfalls Wert durutzu ſ
miw=
legen müſſe, die Probleme grundſätzlich zu bereinigen, die mür Mwe
den beiden Artikeln in Verbindung ſtehen.
Sitzung des preußiſchen Landesausſchuſt
der katholiſchen Schulorganifattonel
Düſſeldorf, 29, Oltühkf.
Zu der Sitzung des preußiſchen Lanbesausſchuſſes der ſahle
liſchen Schulorganiſationen Deutſchlands ſind etwa 130 Me9
glieder aus allen preußiſchen Diözeſen erſchienen. Auch e3
Reihe von Gäſten hat ſich eigefunden. Reichskanzler Dr. Manm
eröffnete die Sitzung mit herzlichen Begrüßungsworten. Er M69
auf die große Bedeutung hin, die die Schulfrage gerade heultem
habe. Das beweiſe auch die Tagesordnung der heutigen Sitzünſe.0
Die Frage des Reichsſchulgefetzes ſei mit Recht an die eiſeN
Stelle geſetzt worden. Hierauf ſprach Univerſitätsprofeſſok Luke0
ſcher über das Reichsſchulgeſetz. Nach einer rurzen Distuſſohſige, 1
berichtete Studienrat Dr. Keller=Düſſeldorf über das katholſchren !
Auslandsſchulweſen. Am Nachmittag werden noch Referate /0e9h
die neue Pädagogik und über die Probleme des höheren Soh0e9
weſens erſtattet. Morgen ſollen organiſatoriſche Fragen
handelt werden.
verſchieden iſt. Die Erkeuntnis, daß derartige Ergüſſe voſe
ſcheinlich auch in der Vergangenheit vorkamen, dürſte viele Ach e n
lagerungen erklären helfen, die jetzt den Geologen ein Rätzel ſoh —
Die Erſcheinungen, wie ſie hier an der Oberfläche auſtrſgeom chlſie
laſſen ahnen, wie manche erzreiche Gegend zuſtande gekonink w E
ſein mag. Eine Unterſuchung der Fumarolen verſpricht, 0l 9
Bildung metallhaltiger Adern in den Tiefen der Etde neichlt Eeiceh
Licht zu werfen. Wenn wir uns die Vorgänge, die ſich hief. A Leoch
geſpielt haben, in befriedigender Weiſe werden erklären kohſéeod L
ſo dürfte das ein wichtiger Schritt ſein, die Entſtehung.we ſt.
ſcher Erze im allgemeinen zu verſtehen.
Auch die Entladungen bieten viel Reizvolles und Wichiche n.
Aehnliche Ausbrüche in der Vergangenheit haben uns nur wei N
Anhaltspunkte hinſichtlich der Vorgänge gegeben, die d0s Oe
werden jener rieſigen Energiemengen bewirkt haben, die doh Lehie
ausgelöſt werden. Bis auf den heutigen Tag gibt es keine NocD La
haltige Erklärung für vulkaniſche Ausbrüche. Auch hier geweh. n
uns der Katmai infolge gewiſſer Begleitumſtände eine, ſce
wöhnliche Einſicht in die Ereigniſſe, die den großen Entladchce. enh.
vorangehen. Es ſcheint, als könnten wir dieſe nunmehr peilſcl LA
verſtehen lernen.
Nicht minder wichtig als die Rätſel des Vukanismutsz 4N
die Fragen der Neubildung der Pflanzendecke in der verwüſte.
Gegend, ſowohl in landwirtſchaftlicher wie in wiſſenſchaftſche
Hinſicht. Die Ausdehnung der aſchebebeckten Fläche beie.
beiſpielloſe Gelegenheit, zu unterſuchen, wie Aſche 3u. Sic
Boden wird, auf dem höhere Pflanzen wachſen könnel.
Vorgänge, durch die eine ſolche Menger roher Geſteinskro.
zu einem an organiſchen Stoffen reichen Boden ungevo.
werden, ſind von größter Bedeutung für gewiſſe Proß.
Landwirtſchaft.
Das Tal der Zehntauſend Dämpfe übertrifft allt Al.
Vulkangebiete in der Anzahl ſeiner Schlote und der Meſt.
entwickelten. Dampfes. Es iſt nicht übertrieben, zu bepl.
daß, von Zeiten gefährlicher Ausbrüche abgeſehen, die Seic
ſumme der Aushauchungen aller anderen Vulkane di.
Welt, von den Aleuten bis Patagonien, nicht an das Nerglte. .
was ſtändig innerhalb des Geſichtsfeldes des Beebſchte.
Tal der Zehntauſend. Dämpfe entſtrömt.
Volen wir ein Seitenſtüick zu dieſem Tal finden, ie Holt.
vir uns den Dentmälern der Geologie zuwerden; dent he
delt ſich um einen Vulkanausbrich, wie ihn der Geglod. L.
in den Geſtein aus vergangenen Zeitaltern verewigt ſiy.
er aber in zitſerer gegenwärtigen Welt noch nie bechochte. Ho
den konnte.
Die heftigen Entladungen, wie ſie die erſte Zeitſtule.
Tätigkeit keinzeichuen, ſind überdies gänzlich verſchwün.
ch
unzähligen Schlote wirfen wie ein rieſiges Sichern”.
Nummer 301
Sonntag den 30 Oktober 1927
Der lettländiſch =rufſiſche
Handelsvertrag.
Gegenſeitige Meiſibegünſtigung
TU. Riga, 29. Oktober.
Der am 2. Juni in Moskau unterzeichnete Handelsvertrag
zen Lettland und der Union der Sozialiſtiſchen
Räterepu=
bey—, um deſſen Ratifizierung in Lettland bekanntlich ein ſchar=
Sampf entbrannt iſt, iſt auf fünf Jahre abgeſchloſſen und
ᛋ am Tage des Austauſches der Ratiſikationsurkunden in
4f.— Nach Ablauf des erſten Jahres haben jedoch beide Seiten
Frecht, den Vertrag zu kündigen, der dann noch ſechs Monate
hiſt-aft bleibt. Die Präambel und der Artikel eins des
Ver=
eis bringen den Wunſch beider vertragsſchließenden Seiten
w Ausdruck, die gegenſeitigen wirtſchaftlichen Beziehungen zu
ſte n und bei der Stabiliſierung und dem Ausbau des
Waren=
meurs und Tranſits ſich von wirtſchaftlichen Geſichtspunkten
1ſa zu laſſen.
Im Artikel 2 verpflichten ſich beide Staaten, dem Vertrags=
1bwer alle die Rechte, Vorrechte und Privilegien zu erteilen, die
daidere Vertragspartner auf Grund ſeiner inneren
Geſetz=
gauny oder eines zwiſchenſtaatlichen Abkommens einem dritten
Sit erteilt hat oder erteilen wird, und zwar in bezug auf
Ein=
um Ausreiſe, Aufenthalt, Eigentumserwerb, Berufsausübung,
Axt ſchutz, Erhebung öffentlich rechtlicher Zahlungen uſw.
Tbſe Saaten verpflichten ſich ferner, beim Abſchluß neuer oder
Gſie Verlängerung beſtehender Wirtſchaftsverträge mit einem
dhn; en Staat die einander gewährten oder zu gewährenden
Ab echte nicht als Meiſtbegünſtigung auf dieſen
Sftt zu beziehen und nicht den Waren eines dritten Staates
d bützen oder noch günſtigere Zollnachläſſe zuzubilligen, wie ſie
inbedem Vertrage vorgeſehen ſind.
Ittikel 3 beſagt, daß die Beſtimmungen des Vertrages ſich
nißterſtrecken auf die beſonderen Vorrechte, die erſtens einer der
beein, Staaten einem benachbarten Staat in der 15 Kilometer
Gſtzione erteilt oder erteilen wird; zweitens einer der beiden
Sſſtm einem dritten Staat auf Grund einer abgeſchloſſenen
vübabzuſchließenden Zollunion erteilt oder erteilen wird:
duftns, Lettland an Eſtland, Finnland und Litauen gewährt
vübgewähren wird: viertens, Rußland an Eſtland, Finnland,
Liften oder einem ſeiner kontinentalen Nachbarſtaaten in Aſien
erku wder erteilen wird.
Uy=ikel 4 enthält eine beſondere Konſularvereinbarung.
ſuirikel 5 regelt die Stellung der ruſſiſchen
Handels=
bie netung in Lettland, und zwar in der gleichen Weiſe wie
imt urtſch=ruſſiſchen Handelsvertrag. Der Handelsvertreter, ſein
Syfeertreter und die Mitglieder des Rats der
Handelsvertre=
tinderen Zahl durch ein beſonderes Abkommen feſtgeſetzt wird,
geſchel zum diplomatiſchen Perſonal der Sowjetgeſandtſchaft
unihmießen die entſprechenden Rechte. Die Dienſträume der
Sdwelssvertretung ſind exterritorial.
rüikel 6 beſtimmt, daß die Handelsvertretung für die
Rechts=
haſmungen der Sowjetunternehmungen die außerhalb der
Han=
dellimretung in oder mit Lettland Geſchäfte treiben, die
Ver=
anſſru ung zu übernehmen hat. Dieſe Unternehmen unterliegen
ebdeallss der lettländiſchen Geſetzgebung und Rechtſprechung,
wahtl ichr Eigentum uneingeſchränkt zur Haftung herangezogen
weſiml kann.
rülkel 7 verweiſt auf die Zollkonvention, nach der beide
Palwer ſich gegenſeitig Zollermäßigungen zugeſtehen. Rußland
erhlys weſentlich ermäßigte Zollſätze für Salz, Petroleum, Wein
un)dsmnzen.
ttikel 8 und Artikel 9 enthalten Beſtimmungen über den
Triſrtz erkehr und die Konſignationsläger, wobei den
lettlän=
diſt Wäfen dieſelben Vergünſtigungen gewährt wird, wie den
Oſtſihuffen anderer Staaten.
tükel 10 ſieht Vereinbarungen über Veterinär= und
Sani=
tät/gen vor.
rz. Schlußprotokoll enthält eine Reihe von
Spezialbeſtim=
muſmn. An den Vertrag iſt ferner die Zollkonvention
ang/alſeſſen, die die Verzeichniſſe der Waren enthält, auf die die
beisſſ eötaaten ſich gegenſeitig Zollermäßigungen gewähren.
n. Anzahl Sonderabkommen ergänzen einige
Beſtimmun=
genh s! Vertrages. So iſt vereinbart worden, daß nur drei
Fuſut/=onäre der Handelsvertretungen
diplo=
maß/ße Sonderrechte genießen (bisher war die Zahl
der eyxitorialen Funktionäre unbegrenzt). Ferner hat ſich die
Sorſprogierung verpflichtet, keine Filialen der
Handels=
verttmmg im Lande zu eröffnen. Sodann iſt vereinbart
wor=
den,/ß, die Handelsvertretung, die bisher ſteuerfrei war, mit
eineſſtrihrrlichen pauſchalen Umſatzſteuer belegt wird
elnzeßlich iſt zwiſchen den vertragsſchließenden Parteien ein
ehſm es Zuſatzprotokoll vereinbart worden, deſſen
Inhſſrwicht bekannt gegeben worden iſt.
Seite 3
Duwelsverkägsverhimeiangen iiin Buien.
Um ein Proviforium.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Beſprechung, die der Reichsaußenminiſter, am Freitag
mit dem polniſchen Geſandten hatte, gibt zu verſchiedenen
Kom=
mentaren Anlaß. Tatſächlich haben ſie wohl einen ganz
beſtimm=
ten, vorbeugenden Zweck gehabt. Dr. Streſemann wollte
ver=
hindern, daß in Warſchau Tendenzmeldungen ausgegeben werden
könnten, die darauf hindeuteten, daß die Reichsregierung die
Verhandlungen mit Polen in die Länge zu ziehen ſuche,
wäh=
rend tatſächlich nach wie vor der Wille zur Verſtändigung beſteht
und die Entſcheidung nur durch die Rheinlandreiſe des Kanzlers
um einige Tage verzögert worden iſt. Es kann ſich bei den
kom=
menden Verhandlungen — nach unſeren Informationen — nicht
um einen endgültigen Handelsvertrag handeln. Beide Parteien
gehen vielmehr darauf hinaus, erſt einmal zu einem längeren
Proviſorium zu kommen, damit der Handelsverkehr überhaupt
eiſt einmal in geordnete Bahnen gelenkt wird. Die Zeit des
Proviſoriums ſoll dann zur Schaffung eines endgültigen
Han=
delsvertrages benutzt werden, genau wie wir das mit Frankreich
auch gemacht haben. Deutſcherſeits muß aber diesmal darauf
geſehen werden, daß die bei dem Abſchluß der verſchiedenen
proviſoriſchen Abmachungen mit Frankreich eingetretenen
nach=
teiligen Folgen diesmal vermieden werden, daß wir nicht
jedes=
mal kleinere Zugeſtändniſſe machen, die ſich ſummieren und die
wir dann als Konzeſſionen für den endgültigen Handelsvertrag
vorweggenommen haben. Auch für das Proviſorium wird
ent=
ſcheidend die Schweineeinfuhr und die Kohleneinfuhr nach
Deutſchland ſein, alle anderen Fragen treten mehr oder weniger
in den Hintergrund. Polen legt ausſchlaggebendes Gewicht
dar=
auf, daß es einen Teil ſeines Schweineüberfluſſes an
Deutſch=
land abſtoßen kann. Die deutſche Landwirtſchaft hat ſehr erheb=
Olſchowfki,
der Berliner Geſandte der polniſchen Republik, iſt bevollmächtigt
worden, die abgebrochenen Handelsvertragsverhandlungen mit
dem Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann wieder aufzunehmen.
liche Bedenken dagegen, will ſich aber wenigſtens zu einer
be=
ſchränkten Schweineeinfuhr verſtehen, wenn es möglich iſt, dafür
auf anderem Gebiete Zugeſtändniſſe einzuhandeln. Auf der
Einfuhr lebender Schweine beſteht auch Polen nicht mehr, weil
in Pommerellen eine noch nicht erforſchte Viehkrankheit auftritt,
die eine ſtrenge veterinäre Abſperrung der Grenze notwendig
macht. Diskutieren können wir daher auch nur die Einfuhr
geſchlachteter Schweine. Hier wird nun der Streit hauptſächlich
über die Höhe des Kontingents gehen. Genannt iſt einmal die
Ziffer von 50 000 Schweinen im Monat. Die Polen verlangen
aber ein Vielfaches davon. Die durch den Beſuch des
Reichs=
kanzlers im Rheinland entſtandene Pauſe ſoll jetzt dazu benutzt
werden, um im Ernährungsminiſterium nachzurechnen, wie hoch
das Kontingent ſein kann, das wir zu tragen vermögen ohne
Schädigung unſerer eigenen Schweineproduktion, und der
weſent=
lichen techniſchen Bedingungen, die wir zu ſtellen haben. Daß auf
beiden Seiten die bisherigen Verhandlungsführer gewechſelt
werden ſollen, haben wir bereits geſagt. Die Polen wollen ihren
disherigen Berliner Handelsattaché mit der Führung der neuen
Verhandlungen betrauen, der bisher ſchon immer für den
Ab=
ſchluß eines Handelsvertrages eingetreten iſt. Auf deutſcher
Seite iſt ein Nachfolger für den früheren Staatsſekretär Lewald
noch nicht beſtimmt.
Die polniſche Regierung geht jetzt daran, ihre amerikaniſche
Anleihe den vertraglich feſtgelegten Zwecken zuzuführen. In
erſter Linie will ſie ihre Währung ſtabiliſieren und dazu einen
neuen Wertbegriff einführen, den ſie Dukaten nennt. Der
Duka=
ten ſoll 25 Zloty umfaſſen.
Vor einem deutſch=ſponiſchen Luftabkommen
Berlin, 29. Oktober.
Bekanntlich ſchweben zurzeit Verhandlungen bezüglich eines
ſpaniſch=deutſchen Luftfahrtabkommens, die bald zu einem
gün=
ſtigen Abſchluß gelangen dürften. Es iſt zu hoffen, daß die
neu=
gegründete ſpaniſche Luftverkehrsgeſellſchaft Iberia noch in
die=
ſem Jahre gemeinſam mit der Deutſchen Lufthanſa die Linie
Marſeille-Barcelona—Madrid betreiben wird. In Madrid wird
Anſchlußmöglichkeit nach Paris, der Schweiz und an das
Streckennetz der Deutſchen Lufthanſa vorhanden ſein. Bis
Ma=
drid werden mehrmotorige Großflugzeuge verwendet. Die reine
Flugzeit auf der Strecke Marſeille-Barcelona—Madrid wird
etwa ſieben Stunden betragen. Der Zeitpunkt des Flugbeginns,
die Fahrtzeiten und Preiſe ſtehen noch nicht feſt, werden aber
nach Abſchluß des Abkommens noch mitgeteilt werden.
Zweifel=
los wird es während des Winters möglich ſein, die Strecke
Baſel—Marſeille—Madrid mit Uebernachtung in Marſeille in
zwei Tagen zu bewältigen.
Das Sefretariat der Südtiroler deutſchen
Abgeordneten geſchloſſen.
TU. Innsbruck, 29. Oktober.
Das Sekretariat der deutſchen Abgeordneten in Südtirol in
Bozen iſt auf Anordnung der Präfektur geſchloſſen worden. Die
Maßnahme wurde mit einer allgemein gehaltenen Beſchuldigung,
das Sekretariat diene anti=italieniſcher Propaganda und damit,
daß dort häufig reichsdeutſche Beſucher erſchienen ſeien,
begrün=
det. Irgendwelche Beweiſe für dieſe Anſchuldigung ſind nicht
er=
bracht worden.
Die Zollkonferenz in Genf.
EP. Genf, 29. Oktober.
Die Regierungskonferenz für die Aufhebung der Ein= und
Ausfuhrbeſchränkungen, deren Hauptausſchuß ſeine Arbeiten noch
nicht beendet hat, wird ihre öffentlichen Sitzungen kaum vor
nächſten Mitzwoch wieder aufnehmen. Eine grundſätzliche
Eini=
gung konnte die Kommiſſion, wie verlautet, für die Artikel 4 und
5 hexbeiführen, die nunmehr in klarer Faſſung die zuläſſigen
Ausnahmen und die Umſtände für die Zulaſſung dieſer
Aus=
nahmen feſtſetzen. Es wurde alsdann beſchloſſen, für eine
Ueber=
gangszeit, deren Dauer noch zu vereinbaren bleicht, eine Liſte
ſolcher Ausnahmen feſtzuſetzen, auf die die verſchiedenen
Regie=
rungen vorläufig mit Nachdruck Anſpruch erheben. — Auch über
die für die Schiedsgerichtsbarkeit feſtzuſetzenden Bedingungen iſt
ein endgültiger Beſchluß von der Kommiſſion, derem Mitglieder
zu den einzelnen Punkten noch die Zuſtimmung ihrer
Regierun=
gen werden einholen müſſen, noch nicht gefaßt worden. Man hofft
indeſſen, auf Grund der unverkennbaren Vorteile, trotz aller noch
beſtehenden Schwierigkeiten zu einem Ergebnis zu kommen.
Oaladier Führer der Radikalſozialiſiten.
EP. Paris, 29. Oktober.
Die Delegierten der Radikalſozialiſten wählten den
Abgeord=
neten Daladier mit 413 von 784 abgegebenen Stimmen zum
Parteivorſitzenden. Dieſe Wahl dürfte für die künftige
Entwick=
lung der franzöſiſchen Politik von außerordentlicher Bedeutung
ſein, da Daladier in der Kammer immer gegen die Regierung der
nationalen Einigung geſtimmt hat. Er gilt als ausgeſprochen
anti=poincariſtiſch. Poincaré hat denn auch den ganzen Tag über
verſucht, die Wahl Daladiers zu hintertreiben und die
Senato=
ren Dalbier oder René Renauld zur Kandidatur zu bewegen.
Die gemäßigteren radikalſozialiſtiſchen Führer, Herriot, Sarraut
und Chautemps, bemühten ſich vergeblich. Daladier davon zu
überzeugen, daß ſeine Wahl inoppormn ſei. Als Herriot das
Abſtimmungsergebnis erfuhr, verließ er mit ziemlich
enttäuſch=
tem und verärgertem Geſicht das Sitzungszimmer.
durchha; die gewaltigen Kräfte, die ſich darunter ballen, einen
Wegym. harmloſen Entweichen finden.
Meür daher höchſt unwahrſcheinlich, daß hier wieder
gefähr=
liche enchältniſſe eintreten. Der Beobachter kann alſo überall
im Mangebiet ſicher umherſtreifen, ohne einen plötzlichen
Um=
ſchwſty Fürchten zu müſſen. Er kann ſogar völlig ungefährdet
über in sſand der Mundlöcher blicken, aus denen die Gaſe
aus=
ſtröww uund hinein in die Tiefe ſchauen, durch wirbelnde
Ströſſin ülberhitzten Dampſes, die gerade neben ſeinem Ellbogen
herautrrlen.
Evügele für die Allgemeinheit wie für den Forſcher reizvolle
Natuach einungen enthält dieſe Gegend, daß Präſident Wilſon
mitteſam. Weltkrieg das ganze Gebiet zum Katmai=Nationalpark
erklä ſn der 4500 Geviertkilometer umfaßt.
S Eiefßlich geſtattet ein neuer Hafen, den die Expeditionen
entddlah; das Gebiet dem Reiſeverkehr zu erſchließen. Ein paar
Kiloymrl Landſtraße, die den Hafen mit dem Vulkangebiet
ver=
bindeymerden das Tal der Zehntauſend Dämpfe ebenſo leicht
zugämoch machen wie die Geiſer des Yellowſtone=Parks.
Britz Friedrich Jilig — der
Guten=
werg der Papiermacherkunſt.
1Zu ſeinem 150. Geburtstag, dem 30. Oktober.
2 Adenn heutigen Tage müßten eigentlich alle deutſchen
Zei=
tungehunteht bloß die Darmſtädter, die Verdienſte des Mannes
feiernm,rKdurch ſeine epochemachende Erfindung eine der
Grund=
lagenmſchaaffen hat, damit die heutige Zeitung in der
Geſchwin=
digkeil duen Tag hergeſtellt werden kann. Lange Zeit war er
als EAider des Leimens des Papiers in der Maſſe faſt ganz
vergeſſeſ / So ging es auch Gutenberg, deſſen Erfindung
jahre=
lang ADjämmer ſagenhafter Ueberlieferung ſchlummerte.
Merk=
würdmoſeiſe trat zuerſt ein franzöſiſcher Papierfabrikant als
ZeugerIllig auf, bis dann ſein engerer Landsmann, der zu
Erbadczeborene Profeſſor der chemiſchen Technologie Fr.
Knaſwſi. a. auch in d. Bl. 1892, Nr. 158, in der 2. Beilage)
ſeine /Zieſhungen zu ihm und ſeine Erfindung ſchilderte.
„„„um das erſte Viertel des vorigen Jahrhunderts wurde
das Paur in einzelnen Bogen hergeſtellt und mit tieriſchem
Leim ſu der Oberfläche geleimt. Man erhielt ein Schreibpapier,
das ſieſleuch Feſtigkeit und Glätte auszeichnete, das aber durch
das ußwinſdliche Leimverfahren den Preis erhöhte, und wo durch
Radielizg und dergl. die Leimſchicht an der Oberfläche des
Papieſiemtfernt war, floß es.‟ Auch ging der Leim leicht in
FäulrAlüver und verunreinigte ſtark die Hände der Arbeiter.
Hier Wandlung zu ſchaffen und den tieriſchen Leim durch einen
anderen geeigneten Stoff zu erſetzen, war Illigs eifrigſtes
Be=
mühen. Wie er dazu gekommen iſt, ſoll im folgenden dargelegt
werden.
Der Name Illig iſt eine mundartliche Form für den heiligen
Aegidius und kommt beſonders in der Schweiz vor. Die
heſſiſche Familie ſoll auch daher eingewandert ſein, wie ſo viele
nach dem 30jährigen Krieg in den Odenwald kamen. Ein Glied
dieſer Familie gründete im Mühltal eine Papiermühle, die noch
jetzt betriebene Papierfabrik. Sein Sohn, der 1748 geborene
Johannes J., ließ ſich dann in Erbach als Papiermüller nieder
und verheiratete ſich am 28. 7. 1775 mit der Tochter des
Amts=
verweſers Wittich in Dornberg. Der älteſte Sohn aus dieſer
Ehe iſt der am 30. Oktober 1877 geborene Moritz Friedrich
J. Sein Vater gründete dann noch eine zweite Papiermühle in
Amorbach, und hier kam dieſer zu einem Uhrmachen in die
Lehre. In dieſer Zeit fertigte er ſich eine Taſchenuhr an, ſie
trägt die Aufſchrift „M. F. Illig, Amorbach 1792” und iſt im
Beſitz S. K. H. des Großherzogs. Nachdem er einige Zeit in
der Schweiz gearbeitet und die Geſchäfte infolge des Krieges
immer ſchlechter gingen, kehrte er nach Deutſchland zurück, fand
hier endlich Arbeit als Papiermacher und fing ſchon ſeine
Ver=
ſuche, das Papier in der Maſſe zu leimen, an. Bald kehrte er
wegen mangelnder Arbeit in die Heimat zurück und übernahm
die Leitung der elterlichen Papiermühle in Erbach. Hier glückte
ihm nun ſeine epochemachende Erfindung. Am 1. Dezember
1805 kündigte er ſie an und erbot ſich, ſein Geheimnis gegen
eine Vergütung von 21 Gulden 26 Kreuzern mitzuteilen, ſobald
ſich eine genügende Anzahl Abnehmer gefunden. Daraufhin ließ
er die „Anleitung, auf ſichere, einfache und wohlfeile Art Papier
in der Maſſe zu leimen, 1807” (die Vorrede iſt vom Januar 1806)
erſcheinen. Illig gibt nicht nur an, wie man das Harz auflöſen
ſoll, ſondern beſchreibt auch eingehend die beſonderen
Eigen=
ſchaften der Rohſtoffe. Er ſchickte nun ſeinen Bruder Louis
damit auf Reiſen, hatte aber nur geringen Erfolg. Als dann
die Papiermaſchinen zur ſchnellen Herſtellung endloſen Papiers
eingeführt wurden, wurde das Verlangen nach Leimung des
Papiers in der Maſſe immer dringender. Doch war ſeitdem
ſoviel davon durchgedrungen, daß Papiermaſchinenlieferer ihre
Abnehmer auch im Harzleimen unterweiſen konnten. So hatte
Illig von ſeiner wichtigen Erfindung, die ſozuſagen die
Her=
ſtellung des endloſen Papiers erſt ermöglichte, nur
Enttäuſchun=
gen. Inzwiſchen war das elterliche Geſchäft in den Kriegszeiten
zuſammengebrochen, und Illig ließ ſich 1813 in Darmſtadt als
Uhrmacher nieder, kam aber, obwohl er auch hier ſehr Tüchtiges
leiſtete, nicht vorwärts und ſtarb 1845 in großer Armut. Mit
Mühe gelang es 1904 Profeſſor Lincke, auf dem alten Fried=
hof Illigs Grab ausfindig zu machen und vor dem Umlegen zu
bewahren, und auf ſeine Anregung ſetzte der Verein deutſcher
Papierfabrikanten ihm einen Grabſtein. Neuerdings ehrte die
Stadt Darmſtadt ihn durch Benennung einer Straße im
Johannesviertel, dem Gewerkviertel, mit Illigweg. So gibts
hier neben einer Gutenbergſtraße auch einen Illigweg. Damit
iſt wenigſtens dem Toten, der im Leben kein Glück hatte, ſein
Recht geworden.
K. Noack.
Das Deutſche Ledermuſeum zuOffenbacha. M.
eröffnete aus Anlaß ſeines zehnjährigen Beſtehens eine
Ju=
biläumsausſtellung ſeiner neuen in den letzten drei
Jahren zuſammengebrachten Beſtände. Oberbürgermeiſter
Gran=
zin begrüßte im Namen des Senats des Muſeums die
zahl=
reich erſchienenen Gäſte, die Regierungsbehörden,
Landtagsab=
geordneten, Vertreter der Induſtrie= und Handelskammer, der
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ſowie den Ehrenſenator des
Muſeums, Generaldirektor Bonhard der Heyl’ſchen Lederwerke
in Worms, die Gönner und Stifter und die Preſſe. Er ſprach
dem Gründer des Muſeums, dem durch ſeine Bauten und als
Leiter der Offenbacher Kunſtgewerbeſchule bekannten Architekten
Prof. Hugo Eberhardt den Dank der Stadt für ſeine Schöpfung
aus. Das bedeutungsvolle Werk zeige, was auch in der heutigen
Zeit die Kraft und Energie einer einzelnen Perſönlichkeit zu
ſchaffen vermöge.
Die Ausſtellung umfaßt in 78 Schränken den erſtaunlich
reichen eine Reihe von prachtvollen Hauptſtücken umfaſſenden
Neubeſitz des Deutſchen Ledermuſeums, das der Reichskunſtwart
in ſeinem Glückwunſchſchreiben als das Muſeum bezeichnete, das
unter den fachlich gerichteten Spezialmuſeen eine vorbildliche
Stellung einnehme und in ſeiner Verbindung mit lebendiger
Arbeit einen Muſeumtyp darſtelle, dem die Zukunft gehöre.
Man ſieht an einer Fülle von ſchönen Beiſpielen in
über=
raſchender Vielſeitigkeit die künſtleriſche und kunſtgewerbliche
Be=
arbeitung des Leders in allen Zeiten und — in einer ſehr
an=
ſehnlichen ethnographiſchen Abteilung — bei den verſchiedenſten
Völkern. Europäiſche Kunſtwerke aller Art des Mittelalters, der
Renaiſſance und der ſpäteren Stilepochen primitiver Völker von
größter Schönheit, chineſiſche, japaniſche, indiſche, perſiſche,
mexi=
kaniſche Prunkſtücke, Schuhe und Ledertapeten früher Zeiten
fin=
den eine bedeutende Vertretung.
Die Ausſtellung, die in den Räumen der Techniſchen
Lehran=
ſtalten ſtattfindet, iſt bis zum 20. November täglich bei freiem
Eintritt geöffnet.
Seite 4
Sonntag, den 30. Oktober 1922
Nummer 301
Ru ſiſch=japaniſche Annäherung?
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
ni. Moskau, Ende Oktober 1927.
Wenn man der ruſſiſchen Preſſe Glauben ſchenken darf, dann
iſt eine Annäherung zwiſchen Rußland und Japan nur noch
eine Frage der Zeit, da bereits jetzt Verhandlungen über den
Abſchluß eines Garantievertrages im Gange ſind und
auch in den anderen ſtrittigen Fragen eine baldige Einigung
bevorſteht. Japaniſcherſeits iſt man hingegen etwas vorſichtiger.
Man dementiert alle derartigen, bezeichnenderweiſe von
franzö=
ſiſchen Agenturen verbreiteten Nachrichten und iſt auf das
ängſt=
lichſte beſtrebt, der im Novemiber dieſes Jahres erfolgenden
Reiſe des bekannten Vorkämpfers japaniſch=ruſſiſcher
Zuſammen=
arbeit in Oſtaſien, des Barons Goto, jeden Anſchein
irgend=
welcher Offizioſität zu nehmen. Auch die Reiſe von zwölf
japa=
niſchen Induſtriellen nach Moskau wird, als privates
Unter=
nehmen gekennzeichnet, obgleich der eigentümliche Umſtand, daß
ausgerechnet dieſe Induſtriellen Beſitzungen in der Mandſchurei
und in Nordchina haben, keinen Zweifel an dem wahren
Cha=
rakter dieſer Miſſion läßt. Man verfolgt alſo offenbar zweierlei
Taktik, die das im Grunde genommen einfache Problem der
ruſſiſch=japaniſchen Beziehungen in einen Schleier von
Geheim=
niſſen hüllt, der dem Außenſtehenden die Möglichkeit der
Ein=
miſchung in die Angelegenheit beider Mächte erſchweren ſoll.
Man wendet ſich gegen die Franzoſen, die die Engländer und
Amerikaner aufmerkſam zu machen wüinſchen, man will dieſe drei
Mächte nicht weiter hinzuziehen, als notwendig iſt!
Dabei darf das eigentümliche Aneinander=Vorbeireden, das
die offiziellen Kundgebungen der Ruſſen und Japaner
vortäu=
ſchen, nicht als nur zu dieſem Zwecke beſtimmt anſprechen. Ohne
dieſen Moment wäre eine Fortſetzung der ruſſiſch=japaniſchen
Beſprechungen unmöglich, da eine offene Kennzeichnung der
wah=
ren Lage durch einen der beiden Verhandlungspartner dem
anderen die Möglichkeit nehmen würde, die Verhandlungen fort=
zuſetzen. Offenheit wird erft möglich ſein, wenn die
Verhand=
lungen tatſächlich zu dem ruſſiſch=japaniſchen Garantievertrag
geführt haben. Ob dann allerdings auch wirklich alles der
Oeffentlichkeit übergeben werden wird, iſt zu bezweifeln, da
gewiſſe Abreden anläßlich der Rückgabe Sachalins an
Rußland, die ſich nur auf das Verhalten der Ruſſen in der
Mandſchurei bezogen haben können, noch bis zum heutigen Tage
geheim gehalten werden.
Immerhin iſt von den zur Verhandlung ſtehenden Punkten
einiges bekannt — man braucht nur die mandſchuriſche Preſſe
(auch das gibt es: eine Preſſe eines Volkes ohne Staat!) auf
die Berichte über die Tätigkeit japaniſcher Agenten hin zu
prü=
fen. Danach iſt Japan bemüht, alle die Vorrechte, die ihm das
Konzert der europäiſchen Mächte und Rußland vor dem Kriege
verweigerten, ſunmehr doch von den Sowjets konzediert zu
er=
halten. Das iſt unter anderem der volle und unbeſchränkte Beſitz
aller mandſchuriſchen Bahnen, ſowie die Aufhebung
aller Klauſeln über das Verbot von Neu= oder Umbauten der
Bahnen, die Anerkennung des Rechts aller Japaner auf
unbe=
ſchränkten Landkauf in ganz Nordchina und der
Mandſchurei, auf eine ganze Reihe von Zoll= und
Schifferei=
gerechtſamen, die Beſtätigung des abſoluten Vorrechtes Japans
auf die Mandſchurei in ſchwächerem Grade auch in
Nord=
china, ſowie endlich zuletzt die Anerkennung des Grundſatzes der
offenen Tür für alle jadaniſchen Handelsunternehmungen in
ganz Oſtſibirien, der Mongolei und Transbaikalien. Daneben
werden Abreden über die Geſtaltung der Verhältniſſe in China,
Propagandaverbotsklauſeln für kommuniſtiſche Agitation auch
auf chineſiſchem Boden, ſowie endlich eine Einigung über die
Abgrenzung von Kohlen= und Erzintereſſen in Nordchina und
Sibirien gewünſcht. Ein Programm, das, wie man ſieht, an
Umfang nichts zu wünſchen übrig läßt, da es ganz Nordchina
de kasto zu einer japaniſchen Kolonie machen würde.
Obgleich man ſich japaniſcherſeits hütet, dieſes Programm
irgendwie zuzugeben, und im Gegenteil in allen möglichen
Com=
muniqués die abſolute Selbſtloſigkeit der Japaner vorzugeben
verſucht, iſt man ruſſiſcherſeits über den Umfang des japaniſchen
Appetits durchaus im klaren, wie das aus den Aeußerungen derr
ruſſiſchen Preſſe immer wieder hervorgeht. Offiziell könnte Ruß=n
land ein ſolches Programm der japaniſchen Regierung aberr
ſelbſtverſtändlich niemals annehmen, da man damit auf alle Ein= in Oſtaſien verzichten und die japaniſche Vorherrſchaftt!
in Oſtaſien für Jahrzehnte ſtabiliſieren würde. Deshalb ſchläatt
die Sowjetdiplomatie, die ſich in dieſen Fragen ja in der
Oefen=
ſive befindet, einen anderen Weg ein. Sie ſtellt ſich taub, ſoweitz
es um Konzeſſionen in China (alſo auch in der Mandſchurei,;
die ja immer noch zu China gerechnet werden muß!) handelt:
und behauptet, daß die Sowjetregierung nur über ihr eigeness
Gebiet zu verfügen vermöchte, daß ſie alſo über chineſiſche An=)
gelegenheiten nicht beſtimmen könne. Auch die Zuſtimmung zu
irgendwelchen Verträgen, die Japan mit der chineſiſchen
Regie=
rung ſchlöſſe, wäre nicht möglich, da die Sowjetregierung
Ver=
träge Japans mit der „gegenrevolutionären Regierung im
Peking” nicht anerkennen würde . . .
So ergibt ſich die groteske Situation, daß die Japauer ſicht
über das, was ſie haben möchten, offiziös in Stillſchweigenn
hüllen und die Sowjetruſſen dieſe „uicht erhobenen” japaniſchem
Forderungen ablehnen zu müſſen glauben, weil für ſie nichn
Moskau, ſondern China, und zwar das (im Augenblick
über=
haupt nicht vorhandene!) repolutionäre China
zuſtändig=
ſein ſoll!
Aber trotz dieſer nach außen hin von beiden Seiten
aufrech=
erhaltenen Farce darf man annehmen, daß in Wirklichkeit hintearg
den Kuliſſen die Einigung weiter gegangen iſt, als man zuzu=u
geben bereit iſt. Denn im Lichte der Tatſachen, die die mandſchu=u
riſche Preſſe enthüllte, bedeutet die Moskauer Reiſe der java=e
niſchen Induſtriellen, daß man die genauen Forderungen dern
Japaner im einzelnen bereits feſtzulegen bereit iſt, d. h. glſo.0
daß die Einigung in Wirklichkeit ſchon ſehr weit gediehen ſeinn
muß. Die Tatſache, daß Rußland ſeinen Tokioter Botſchäf=”
ter nach Paris verſetzen ließ, und zwar nach einem Pariz./
das auf das dringendſte die Verhandlungen mit Moskau zuu
einem Erfolg zu geſtalten wünſcht, darf dahin gedeutet werden.
daß man in Moskau glaubt, dieſer Mann habe ſeine Miſſion ing
Japan bereits erfüllt: den Beweis, daß man auch mit einers
kommuniſtiſchen Macht ar ßenpolitiſch zufammenarbeiten kann.
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Sonntag, den 30. Oktober 1927
Seite 3
Nummer 301
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt. 30. Oktober.
Auf Grund des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staats=
mmten vom 2. Juli bzw. 19. Dzember 1923 in der Faſſung des Ge=
Eies vom 8. Oktober 1925 tritt der Oberrechnungsrat bei der Abteilung I
eis Neviſionsamtes der Oberrechnungskammer Valentin Franz am
Dezember 1927 in den Ruheſtand.
— Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
uurden übertragen: dem Pfarrer Fritz Weiß zu Bieber die
evange=
ſſ ce Pfarrſtelle an der Petrusgemeinde zu Darmſtadt (Dekanat
Darm=
cot) und dem Pfarrverwalter Erich Gaßmann zu Ober=Ohmen die
pingeliſche Pfarrſtelle zu Ober=Ohmen (Dckanat Grünberg).
— Dr. Heinrich Heil †. Am Freitag, 28. Oktober, wurde Herr
udienrat Prof. Dr. Heinrich Heil zu Grabe getragen.
üiice ungemin zahlreiche Trquergemeinde zeugte von der großen
Be=
iheit, deren ſich der Entſchlafene in allen Kreiſen der Bevölkerung
terfreuen hatte. Herr Pfarrer Rückert hielt eine tiefimpfundene
Grab=
t—, der Kriegerverein „Haſſia” ehrte ſein langjähriges Mitglied durch
n- Abordnung mit Fahne, ſowie durch eine Kranzſpende, und ſie
ver=
mite die würdige Feier durch wuſikaliſche Vorträge ſeiner Kapelle.
mens des Gaues Darmſtadt des Heſſiſchen Philologenvereins legte
tüdienrat Dr. Türk einen Kranz nieder. Der Direktor der
Liebigs=
brrrealſchule, Herr Oberſtuidendiraktor Dr. Kammer, ſpendete einen
rmz namens der Anſtalt, der der Verblichene zuletzt angehört hatte.
ſchilderte den Heimgegangenen als einen Mann von untadeligem
rrakter, deſſen hervorſtechendſte Eigenſchaft unbedingte Pflichttreue
Uroßen wie im Klcinſten geweſen iſt. Schon im Elternhaus nahm
Fieſen Geiſt in ſich auf, ebenſo wie die Liebe zum Lehrerberuf und zu
eranwachſenden Jugend. Nach Beendigung ſeiner wiſſenſchaftlichen
ien ging er nicht ſofort in den praktiſchen Dienſt über, ſondern er
ſich ſeino pädagogiſche Ausbildung angelegen ſein, indem er in
sWPädagogiſche Seminar an dem Gymnaſium zu Gießen eintrat, deſſen
ar der weit über die Grenzen unſeres Vaterlands hinaus bekannte
lmann Schiller ihm ſein pädagogiſches Rüſtzeug gab. In Dank=
Sit und mit Stolz hat der Entſchlafene immer die Fördgrung
er=
utt, die ihm dort zuteil geworden war. Nach einer erſten Verwendung
wer höheren Büngerſchule zu Beerfelden finden wir ihn 18 Jahre
an der Real= und Landwirtſchaftsſchule zu Groß Umſtadt tätig,
ir von 1905 an in Darmſtadt an der Oberrealſchule; bei der
Abtren=
i der Liebigs=Oberrealſchule trat er an dieſe Anſtalt über, an der
2 zu ſeinem Ausſcheiden aus dem Dienſt am 1. Mai 1924 ſegensreich
uce. Heinrich Heil war ein Mann von altem Schrot und Korn, offen
v anſpruchslos, dabei ſtets bereit, zu helfen, wo es nottat. Im
Welt=
t=e, ſtellte ſich der bereits 55Jährige dem Vaterland als Offizier zur
ri igung. Die hinter uns liegende ſchwere Zeit hat er mit ſeiner
An=
ſit mit ſchwerem, aber aufrechtem Herzen getragen. Auf Grund der
Brumaßnahmen mußte er am 1. Mai 1924 Abſchied nehmen von der
o lieben Tätigkeit, der ſein Leben gewidmet war, und von der
Ju=
der ſein Herz ſchlug. Nur drei Jahre hat er die wohlverdiente
genießen düirfen; allzu früh iſt er abgerufen worden. Alle aber,
Im im Lebem nahetreten durften, werden ſein liebensvürdiges,
ſiſtToſes Weſen in ehrendem Andenken behalten.
— Im Gewerbemuſeum ſind während der Photographiſchen
Aus=
ſſtumtg in einer Vitrine 32 Schachfiguren ausgeſtellt, die von
en: Schüler der Fachſchule in Erbach entworfen und in
Elfen=
im meſchnitzt ſind.
— Heſſiſches Landestheater. Carl Ebert wurde von der Stadt
Unffurt a. M. aufgefordert, im Rahmen der Feſtaufführungen, mit
den das 25jährige Beſtehen des Schauſpielhauſes gefeiert wird, den
ſiert Guiskard zu ſpielen.
Im Muſſorgskys muſikaliſchem Volksdrama „Boris Godunow”.
Erſtaufführung Sonntag, den 6. November, ſtattfindet, ſingt Johs.
Awhoff den Boris.
DSegen auswärtiger Gaſtſpiele des Landestheaters und wegen des
ſima=Gaſtſpieles im Großen Haus kann die nächſte Wiederholung des
hchen von Heilbronn” erſt Mittwoch, 2. November, ſtatt=
Hien.
Die nächſte Neuheit der Oper nach der Erſtaufführung des „Boris
Euxow” iſt der „Wildſchütz” von Lortzing.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Im Neuen Operettentheater in
u (Direktor Steffter) wurde dieſer Tage die Operette „Dgs
Muſi=
ßeemmädel” von Jarno zur Aufführung gebracht. Dabei trat Frl.
Ee Fiſcher von hier erſtmalig als Prinz Eſterhazy auf. Dawber
Abket die „Deutſche Reichszeitung” in Bonn unter dem 24. Oktober:
uunge Prinz Eſterhazy wurde durch Elſe Fiſcher reizend dargeſtellt;
in Neuling noch, aber in Spiel und Geſang ſo ſicher und
aller=
daß man wohl noch manches Gute von ihr erwarten darf.” —
nin Fiſcher iſt bekanntlich aus der Opernſchule der Städt.
emie für Tonkünſt als Schüilerin von Profeſſor Carl
zn es hervorgegangen
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Stefan Zweig wird auf
Eatuung der Bücherſtube Alfred Bodenheimer am Mittwoch, 9. Nov.,
Uſ „.Romain Rolland” ſprichen. Stefan Zweig will durch
Worte nicht nur Darſteller eines Mannes ſein, deſſen Werk
euro=
ſapei Bedeutung hat, ſondern vor allem Bekenner zu einem Menſchen,
Oſrhm und manchem das ſtärkſte moraliſche Erlebnis der Weltwende
M Da dieſer Vortrag großes Intereſſe erregt, hat ſich die Bücher=
1.—. Bodenheimer entſchließen müſſen, den Vortrag Stefan Zweigs
großem Saal der Vereinigten Geſellſchaft zu verlegen.
Zu Dr. Gertrud Bäumers Vortrag „Der Kampf um die
zaſ e” werden abends am Saaleingang noch reſervierte Karten
abpüben, damit auch die auswärtigen Beſucher noch gute Plätze
er=
hihn. Der Vortrag muß pünktlich beginnen, um auf Wunſch eins
ſyonache zu ermöglichen. Die Referentin muß am Abend noch ab=
Wir machen noch beſonders die Eltennkreiſe auf die Wichtigkeit
Wortrags aufmerkſam. (Siehe Anzeige.)
Reichskurzſchrift. Neue Kurſe. In ſeinen beiden Unter=
Ko alen (Ballonplatz und Beſſunger Knabenſchule) eröffnet der
Wltei n von 1861 don nächſter Woche ab wieder noue
Anfänger=
zu beſonders ermäßigten Preiſen. Die Kurſe werden von
hervor=
rcyyden Kräften geleitet. (Alles Nähere ſiehe heutige Anzeige.)
Wefeabende der humaniſtiſchen Vereinigung. Die wöchentlichen
Ld Fbende beginnen wieder am Mittwoch, den 2. November,
abps/ 8.30 Uhr, im Lehrerzimmer des Ludwig=Georg=Gymaſiums.
GlSſind willkommen.
Gum erſten Konzert des Muſitvereins (Große Meſſe in F=Moll
uußſlsſ alm 150 von Bruckner) wird uns geſchrieben: In den beiden
Aufwun dieſer Woche ſind die Tagespreiſe für das Konzert
irrtüm=
licſoefſe nicht ganz richtig angegeben worden. Sie betragen 1.50 bis
ſtM2., die für die Hauptprobe 1.50 bis 3.50 RMM. Die Preiſe
ver=
ſch einſchließlich Steuer. Der Verkauf der Karten findet bei
Srnold, Wilhelminenſtraße, ſtatt.
Die drei evaugeliſchen Jugendbünde der Johannesgemeinde
ver=
am Sonntag abend um 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kahlert=
2.:, einen Walter=Flex=Abend, zu welchem ſie ihre Mitglieder und
Mitglieder des Ortsverbandes vom B. D. J. herzlich einladen.
Uhr findet Mitgliederaufnahme in der Jugendvereinigung
Mr), ſtatt.
Der Weltſpartag.
Als im Jahre 1924 ſich in Mailand die Vertreter von Sparkaſſen
aus allen Teilen der Welt verſammelten, um das hundertjährige
Be=
ſtehen der Mailänder Sparkaſſe zu feiern und bei dieſer Gelegenheit
über ihre gemeinſamen Aufgaben zu ſprechen, da ahnte niemand, daß
dieſe Tagung die Geburtsſtunde einer Idee werden ſollte, die in weniger
als drei Jahren ihren Siegeszug durch die ganze Welt machte: die Idee
des Weltſpartages! Mehreve Tage lang hatte man in Mailand
über die neuzeitlichen Aufgaben und Probleme der Sparkaſſen beraten,
und immer deutlicher hatte ſich dabei herausgeſtellt, daß, wie verſchieden
auch die Verhältniſſe in den einzelnen Ländern lagen — ob es ſich um
das reiche Amerika handelte oder um die durch die Auswirkungen der
Nachkriegsjahre beſonders hart betroffenen verarmten kleineren
euro=
päiſchen Länder — das eine große Problem doch überall für die
Spar=
kaſſen das gleiche iſt: nämlich mit allen ihren Kräften innerhalb ihres
Wirkungskreiſes an der Erziehung zur Sparſamkeit oder — unter
einem weiteren Geſichtspunkt geſehen — an der Erziehung zur
Wirt=
ſchaftlichkeit zu arbeiten.
Amerikas Stärke liegt in ſeiner Wirtſchaftlichkeit
Deutſchlands Hoffnung iſt das Tempo, in dem auch unſere
Wirtſchaftsführung rationeller ausgeſtaltet wird — und das Schick=
ſal vieler anderer Länder iſt, daß ſie noch nicht die Mittel
haben, an die Durchführung eines ähnlichen Programms zu denken:
überall dreht es ſich um das gleiche Problem, und je mehr ſeine
zen=
trale Bedeutung erkannt wird, deſto deutlicher tritt auch die Erkenntnis
hervor, daß es mit einer Rationaliſierung der Wirt=
Kt
Mmahnf zum Sparen
Spare bei der
Städtische SparkasseDarmstad
(St. 16551)
ſchaft allein nicht getan iſt, daß dieſe vielmehr erfolglos
blei=
ben muß, wenn ſie nicht getragen wird von dem Verſtändnis
aller perſönlich in der Wirtſchaft Tätigen, wenn alſo
nicht für jeden einzelnen die wirtſchaftliche Verwaltung
des ihm anvertrauten Produktionsgutes Selbſtverſtändlichkeit
iſt. Ueberall wird deshalb die Erziehung der geſamten Bevölkerung zu
wirtſchaftlicher Denkungs= und Handelsweiſe immer ſtärker das
eigent=
liche Grundproblem der wirtſchaftlichen Zukunft: kein Reichtum kann
ſich erhalten, wenn er nicht ſinnvoll verwaltet wird — kein Wohlſtand
ſich entwickeln, wenn nicht ſyſtematiſch von kleinſten Anfängen an auf
ſeine Erreichung hingearbeitet wird. Das gilt für das Taſchengeld
des Schulkindes und für das Wirtſchaftsgeld der
Hausfrau in gleichem Maße, wie für die Geſamtproduktionsmittel
einer Wirtſchaft: Haushalten mit den vorhandenen Kräften,
rich=
tige Verwendung der gegebenen Mittel, planmäßige Einteilung der
verfügbaren Zeit ſind einige der hierfür weſentlichen Grundelemente.
Alles kommt darauf an, daß es gelingt, dieſe Auffaſſung zum
Ge=
ſamtgut einer Nation, zu machen.
Der Erfolg dieſer Erziehungsarbeit beſtimmt letzten Endes das
wirt=
ſchaftliche Schickſal der Nation. Niemand iſt aber beſſer geeignet,
Träger dieſer Arbeit zu werden, als die Sparkaſſen. Sie haben in ihrem
über das ganze Land verzweigten Apparat ein Mittel in der Hand, die
geſamte Bevölkerung zu erfaſſen. Sie gehen in die Schulen, um dort
in verantwortungsbewußter Zuſammenarbeit mit der Lehrerſchaft die
erſten Fundamente für die Erziehung der Jugend zu
wirt=
ſchaftlichem Denken zu legen; und ſie verſuchen durch
Bera=
tung jedes einzelnen, der zu ihnen kommt, das Verſtändnis für
wirt=
ſchaftliche Zuſammenhänge immer mehr zu vertiefen. Aus den
Möglich=
keiten, dieſe Aufgabe zu erfüllen, folgt aber auch ihre Pflicht, mit
allen Kräften hieran zu arbeiten — und aus der Erkenntnis dieſer
Pflicht ergibt ſich die Begeiſterung und der Schwung, mit denen
in allen Ländern die Sparkaſſen ſich dieſer Aufgabe widmen.
Dieſe Begeiſterung war es auch, die in Mailand anläßlich der
er=
wähnten Tagung ein ſo ſtarkes Zuſammengehörigkeitsgefühl zwiſchen
allen Anweſenden ſchuf, daß alle nationalen Verſchiedenheiten weit
hinter dieſem Gefühl der gleichen Verantwortung zurücktraten, und daß
aus dieſem Gefühl heraus der Gedanke auftauchte, die Idee dieſes
Tages, an dem vor Auseinandergehen der Verſammlung dieſes
Ge=
meinſamkeitsgefühl noch einmal mit größter Deutlichkeit allen
Amweſen=
den zum Bewußtſein gekommen war, dadurch in allen Ländern ſtändig
wach zu erhalten, daß man dieſen Tag in aller Welt in jedem Jahr als
einen Tag beſonders intenſiver Werbung verwenden würde. Man fand
den Namen „Weltſpartag” für ihn und ſetzte ihn ein= für
alle=
mal auf den 3 1. Oktober, den Schlußtag jener Mailänder Tagung,
feſt.
Weltſpartag! Er bedeutet für jeden einzelnen, der Mahnung
der Sparkaſſen an dieſem Tag zu entſprechen. Der
Weltſpartag iſt ein Tag der Arbeit für die Sparkaſſen und ſoll
ein Tag der Beſinnung für alle ſein. Weltſpartag iſt die
Mahnung, daß überall in der Welt nur durch ſparſame, alſo
wirtſchaft=
liche Lebensführung ein Aufſtieg möglich iſt, für den einzelnen und für
ein Volk.
Orpheum.
„Die Frau von Korvſin.”
Die Programmwechſel des Operettengaſtſpiels von Indendant Dr.
Friedmann brachte mit dem Gaſtſpiel von Steffi Thaller die
Bekanntſchaft mit einem der intereſſanteſten Werke der
Operettenlitera=
tur, zu dem Rudolf Frank den Text geſchrieben hat und Toni
Thoms die Muſik. „Die Frau von Koroſin” iſt im Grunde keine
Operette, wenigſtens keine, wie ſie heute allgemein als ſolche aufgefaßt
und verſtanden werden. Die Handlung iſt ernſt, faſt tragiſch, und im
Aufbau von guter dramatiſcher Steigevung und Löſung. Der Charakter
der Operette kommt in wenigen Szenen zum Ausdruck, in demen die
handelnden Houptperſonen ſich an Orten bewegen, wo im allgemeinen
heitere Lebensluſt herrſcht; aber auch hier iſt die Tragik der Handlung
mnit hineinverwoben. Die Frau von Koroſin iſt die zweite Frau eines
reichen rumäniſchen Gutsbeſitzers, die, durch einen gewiſſenloſen
Lebe=
mann verführt, ihren Mann verläßt und von dem Verführer für ſeine
Zwecke ausgenutzt wird. Ein tragiſches Zuſammentreffen mit dem erſten
Gatten öffnet der Verführten die Augen, und nach allerlei
Zwiſchen=
fällen erfolgt Verſöhnung.
Dank der ganz ausgezeichneten Aufführung, in der jede Rolle ſehr
gut beſetzt war, erzielte die Operette bei dem gutbeſetzten Haus einen
reſtloſen Erfolg. Ein Beweis daſüir, daß die Beſucher unſeres
Operet=
tentheaters nicht nur ſeichten Handlungen ihren Beifall zollen.
Beſon=
deres Intereſſe erhielt die Aufführung durch die Tatſache, daß Herr Dr.
Martin Friedmann ſelbſt das Orcheſter dirigierte, das die nicht leichte
Muſik, die beſonders in den Gefangsbegleitungen nicht leicht iſt, ebenſo
wenig wie viele Geſangspartien ſelbſt, recht gut wiedergab. Als
Kon=
ſtantin von Koroſin ſtellte Herr Hans Shavill eine ſehr ſympathiſche
Figar auf die Bühne, der viele warme menſchliche Züge gegeben waven.
Auch Rurh Shavill als Klara hatte ſich gut in die Zweigeſtaltigkeit
ihrer Nolle eingelebt. Sie gab die verführte Verführerin ebenſo
glaub=
lwürdig und lebenswahr wie die reumütig einſichtige Sünderin. Sehr
temperamentvoll, wiederm durch herzlichen Humor belebt, ſpielte Steffi
Thaller die Priska. Sie und Fritz Keilholz (Boris), dieſer in
gewohnter herzlicher Friſche, verkörperten das heiteve Element äußerſt
wirkungsvoll. Hans Gleixner war in Spiel und Geſang in der
Nolle des Hochſtaplers Lazewſki ganz in ſeinem Element; auch Eva
Wendlandt als Stanja fand ſich mit diefer für ſie ſchwierigen Aufgabe
recht gut ab. Aus den zahlreichen übrigen Rollen traten noch Eugen
Suſſek als Lazarus Fritz Falkenberg als Janescu, Hanny
Barnekow als Madame Philomene und Anny Sliwinsky
an=
erkennenswert hervor. Die Spielleitung Curt W. Behrenſens
ſorgte für das notwendige flotte Tempo. Koſtüme und Ausſtattung
waren recht gut. Das Publikum ſpendets den Darſtellern und dem
*
Dirigenten ungewöhnlich viel Bluwen.
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Verkehrsbureau von 9—12 Uhr, ferner Zeitungskiosk Ernſt=L.rdwigsplatz
von 11—18 Uhr, ſowie Kaſſe des Orpheums ab 15 Uhr ununterbrochen.
Beginn der Sonntagsvorſtellung 19.45 (348) Uhr, Ende zirka 22.45
(1034) Uhr. Preiſe der Plätze 1—3 Mk.; numerierte Plätze von 1,50
Mark an. Telephoniſche Beſtellungen Nr. 389. (S. heutige Anzeige.)
— Das Darmſtädter Flugzeua „Pelikan” brennend abgeſtürzt.
Jähr=
ling unverletzt. Das Flugzeug „Pelikan” der Firma Boßler, ein
Dop=
peldecker Raab=Katzenſteinſcher Konſtrktion, das von dem bekannten
Piloten Jährling geſteuert wurde, ſtürzte bei Gersfeld brennend ab.
Jährling befand ſich auf dem Rückflug von einem Flugtag in Eiſenach.
Unterwegs mißte er ſchon wiederholt wegen Sturmes und
Motordefek=
tes notlanden. Bei Gersfeld entſtand ein Vergaſerbrand. Beim
Ver=
ſuch, notzulanden, blieb das Flugzeug in den Bäumen hängen und
wurde reſtlos zerſtört, während der Pilot unverletzt blieb.
— Odenwaldklub. Man ſchreibt uns: Mit dem Vortrag „Das
Leben der Vögel” eröffnete die Oxtsgruppe Darmſtadt des
Oden=
waldklubs den Reigen ihrer beſonderen Veranſtaltungen für den Winter.
Vortragender war Herr L. K. Malchus aus Guſtavsburg. Ausgehend
von der modegewordenen einſeitigen Beforſtung unſerer Wälder und
der Beſeitigung aller Hecken auf dem Felde zur intenſiveren Ausnutzung
des Geländes, zeigte der Vortragende, welche Nackteile es für die
Wirt=
ſchaft im ganzen hat, wenn man den nützlichen Vögeln die Gelegenheit
nimmt, zu niſten. Er erinnerte an die Kiefernſpinnerinvaſion 1887 bis
1890 im Raunheimer Forſt (Kreis Groß=Grau). Kuckucke, Eichelhäher,
Pirole, Kohl= und Blaumeiſen, Grüinſpechte, Grauſpechte vernichtcten
damals die Raupen und Puppen in größeren Mengen. 1890 war bereits
eine weſetliche Abnahme des Umgeziefers zu bemerken, und 1891 galt die
Plage als beſeitigt. Nach Altum hat die Kiefernbuſchhornblattweſpe von
1892 bis 1896 in Oſtpreußen ungeheueren Schaden angerichtet. Ganz
ähnlich ſoll es ſich verhalten haben in der Zeit von 1904 bis 1909 in Oſt=
Thüringen, wo der Eichemwickler in ſo ungeheuren Maſſen aufgetreten
ſei, daß Mitte Mai ſchon ſelbſt die größten Eichen völlig entlaubt waren.
Auch hier erwieſen ſich die Vögel als die Retter aus der Not. Zu dieſer
ungeheueren Schädigung wäre es nicht gekommen, wenn ſchon damals
ein planmäßiger Vogelſchutz betrieben worden wäre. In großer Zahl
zeigte der Vortragende darauf Bilder von großer Klarheit, Bilder von
Vögeln, auch von ſehr ſelten gewordenen. Der Hausrotſchwanz, der
Zaunkönig, die Singdroſſel, der Kirſchkernbeißer, die Blaumeiſe, die
Kohlmeiſe, der Baumläufer, der Rotrückenwürger, der Rotkopfwürger,
der Schwarzſtirnwürger und andere Vögel zogen an den Augen der
auf=
merkſam lauſchenden Gäſte vorüber. Auch größere Vögel, wie Seeadler,
Uhu uſw., ſtellten ſich in prachtvollen Exemplaren vor. Schließlich zeigte
der Vortragende auch Säugetiere, namentlich wilde. Inrereſſant war
zu ſehen, wie ſich Stare auf Damwild niederlaſſen, um das Fell dieſes
Wildes nach Nahrung zu durchſuchen. Auch Vögel, die in Seegegenden
leben, wurden gezeigt, wie Lumen, Möven und ein Kormoran, der ſich
vertrauensſelig auf das Boot eines Paddlers geſetzt hatte und ſich nicht
verjagen ließ. Lehrreich ſür den Abend warcn beſonders die
Schatten=
bilder fliegender Raubvögel. Wer ſie ſich eingeprägt hat, vermag in
Zukunft leichter zu beurteilen, wer die Segler der Lüfte ſind, die wir
bei unſeren Wanderungen ſo oft beobachten können. Auf beſonderen
Karten wurden die Wege vorgezeichnet, die die Wandervögel wählen,
wenn ſie aus unſeren rauheren Gegenden nach dem Süden ziehen. Alles
in allem handelte es ſich um einen genußreichen Abend. Der Beſuch
war zufriedenſtellend — Die Geſangsabteilung eröffnete und ſchloß die
Veranſtaltung mit ihren Liedern. Stadtdirektor Schrauth, dr die
Verſammlung und den Vortragenden begrüßt und auf den Zweck der
Vortragsveranſtaltungen des Odenwaldklubs hingewiefen hatte, dankte
dem Vortragenden mit herzlichen Worten der Anerkennung.
— Schneeſchuhlaufen. Wie in den dergangenen Jahren, werden
auch in dieſem Winter von der Turngemeinde Darmſtadt 1846 (
Vereins=
haus Woogsplatz) wieder Trockenſkikurſe durchgeführt. Durch
dieſe Kurſe ſollen die Neulinge in die Geheimniſſe der langen Bretter
eingeweiht werden, damit ſie auf dem Schnee, der ja in dieſem Jahre
reichlich fallen ſoll, mit denſelben ſchon etwas anzufangen wiſſen.
Vor=
b=reitende Uebungen — auch Körperſchüle bzw. Gymnaſtik genannt —
werden auch den Ungeübten befähigen, an dieſen Lehrgängen mit Erfolg
teilzunehmen. Der erſte diesjährige Kurſus beginnt Mitte November,
und können auch Intereſſenten, die nicht Mitglied der Turngemeinde
ſind, an demſelben teilnehmen. Anmeldungen durch Einzeichnung in
die bei unſerem Hausmeiſter Herrn Heid aufliegende Liſte oden
ſchrift=
lich an die Turngemeinde Darmſtadt (Woogsplatz) erbeten.
Muſikverein. Am Feſt Allerheiligen führt der Verein, unter
be=
wußter Berückſichtigung dieſes Feiertags, die F=Moll=Meſſe und den
150. Pſalm des Meiſters Anton Bruckner auf. Man erwartet dem
Feſt=
tag entſprehend eine rege Anteilnahme der katholiſchen Bevölkerung
unſerer Stadt. Kleineren Vereinen, und leider den
Kirchengefang=
vereinen, bleibt die Aufführung ſolcher großen Meſſen verſagt, die
einen großen Chor, erſte Soliſten und vor allem, neben der Orgel, ein
großes Orcheſter erfordern. Der Muſikverein hat keine Koſten geſcheut,
dem Meiſterwerk Bruckners eine würdige und feſtliche Aufführung zu
gewährleiſten. Bleibt auch der Theaterraum nur ein Notbehelf
gegen=
über der Aufführung im Gotteshaus, gar während eines feſtlichen
Hoch=
amts, ſo müſſen wir damit vorlieb nehmen und immerhin dankbar ſei,
daß uns dieſe große Kunſt wicht vorenthalten bleibt.
Denn dieſe baheriſche Kernmargarine aus den V. M. W. Nürnberg
ver=
einigt zum erſten Mal höchſie Nährkraft und höchſten Wohlgeſchmack
Ditamine und Alpenmilch.
sbücherei! Vertreter der V. M. 8. Nürnberg: M. Kaufmann, Darmſtadt, Alice
nneueſten Band der Re
d der Tafe
Seite 6
Sonntag, den 30. Oktober 1927
Nummer 301
Eröffnung der Wohlfahrtsſchule.
Die Entwicklung der ſozialen Idee und die Frau.
Wergangene Woche fand die feierliche Eröffnung der Wohlfahrtsſchule
des Heſſiſchen Diakonievereins im Beiſein der Vertreter verſchiedener
Miniſterien und anderer hoher Behörden, ſowie der Abgeordneten
ver=
wandter Beſtrebungen in den Räumen des neuen Diakoniehauſes ſtatt.
Die Feier wurde eindrucksvoll umrahmt von muſikaliſchen Darbietungen.
Herr Pfarrer Lic. Waas begrüßte die Verſammlung und vor allem auch
die Schülerinnen. Er wies darauf hin, daß der Diakonieverein ſeit
ſeiner Gründung das Ziel der allſeitigen Schweſternausbildung
ver=
folgt habe. Zu dieſer gründlichen Schweſternausbildung gehört aber
nicht wur die krankenpflegeriſche Vorbildung, ſondern ebenſo die
Ein=
führung in das Weſen und die Aufgaben der kirchlichen und der
ſozialen Fürſovge. So führt die neugegwindete Wohlfahrtsſchule in
Verbindung mit der ihr angegliederten Pfarrgehilfinnenſchule
tatſäch=
lich die Aufgaben des Gemeindepflegeſeminars, das ſchon im Jahre 1908
von Pfarrer D. Joh. Guyot ins Leben gerufen worden war, fort. Ein
Vergleich des Lehrplans dieſer beiden Schulen macht dieſe geſchichtliche
Entwicklung deutlich. Herr Pfarrer Paul D. Guyot, der Leiter der
neuen Wohlfahrtsſchule, betonte darauf in einer kurzen Anſprache, aus
welchem inneren Grund gerade der Diakonieverein berechtigt iſt, eine
Wohlfahrtsſchule zu eröffnen. Er zeigte, daß die geiſtige Struktur des
Diakonievereins eine wichtige Vorausſetzung für die richtige Einführung
der Wohlfahrtsſchülerinnen in die ſoziale Arbeit ſei, die zugleich Gewähr
dafür bietet, daß den Schülerinnen nicht nur der nötige Wiſſensſtoff
übermittelt werde, ſondern daß ſie auch in dem Geiſt, in dem ſoziale
Arbeit allein recht und fruchtbringend geſchehen kann, erzogen werden.
Darauf nahm Frau Regierungsrat A. Keller das Wort zu einem
Vortrag über die Entwicklung der ſozialen Idee und die Frau.
Aus=
gehend von dem Gedanken, daß das Wort ſozial urſprünglich die
Ver=
wirklichung der menſchlichen Einheit und der von der Lebensgemeinſchaft
erzeugten Kultur umfaſſe, führte die Vortragende aus, daß die ſoziale
Idee in ihrer Entwicklung in den letzten Jahrhunderten vergeblich nach
einer Lebensform geſucht hat, in der eine harmoniſche
Entfaltungs=
möglichkeit, gleichzeitig für den Einzelnen und die Gemeinſchaft gegeben
iſt. Die wechſelnden wirtſchaftlichen und politiſchen Verhältniſſe haben
in den europäiſchen Kulturländern Staatsmänner und Philoſophen,
Pädagogen und Theologen ſich immer aufs neue mit der Frage
be=
ſchäftigen laſſen. Das 19. Jahrhundert mit ſeinem Wandel der
wirt=
ſchaftlichen Grundlagen und ſozialen Schichtungen und die
fortſchrei=
tenden, die Menſchen über Zeit und Raum verbindeden
Verkehrsver=
hältniſſe haben das Problem des Gemeinſchaftslebens in den
Mittel=
punkt gerückt. Wurzelnd im deutſchen Idealismus, aufbauend auf den
Ideen Herders, Goethes und Humboldts haben die großen
Arbeitsge=
meinſchaften in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wie der
„Deutſche Verein für Sozialpolitik” die umfaſſende ſozialpolitiſche
Ge=
ſetzgebung der letzten Jahrzehnte vorbereitet. An ihrer Durchführung
wurden zur Mitarbeit während des Krieges die Frauen, die bis dahin
nur in einzelnen und kleineren Lebensgemeinſchaften, wenn auch mit
Erfolg gewirkt hatten, zur Mitarbeit berufen. Die neuen Geſetzgebungen
auf dem Gebiete der Jugendwohlfahrt, der Sozialhygiene, der
Erhal=
tung der Familie, der Urzelle einer geſunden Entwicklung des
Ein=
zelnen, wie der Geſamtheit, ſind Gebiete, auf denen die Frau,
ausge=
rüſtet mit allen Kenntniſſen, ihrer Weſensart entſprechend, werwolle
Arbeit leiſten und an ihrem Teil dazu beitragen kann, die ſoziale Idee
zu verwirklichen. Vielleicht gelingt es unſerer Zeit und der jungen
Generation, der engen Zuſammenarbeit von Männern und Frauen
neben der Sozialpolitik eine Sozialethik zu vewwirklichen, die allein ſtark
genug ſein wird, den Wert des reinen Menſchentums dem fortſchreitenden
Sieg der Technik gegenüberzuſtellen.
Als erfreuliches Zeichen dafür, daß die Errichtung der
Wohlfahrts=
ſchule einem dringenden Bedürfnis entgegen kam, kann die Tatſache
be=
trachtet werden, daß die Schule jetzt ſchon 21 Schülerinnen in dem
erſten Lehrgang aufnehmen konnte.
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte
und Heimatkunde. Die 223. Veranſtaltung des Vereins geſtaltete
ſich zu einem Abend, der litevariſch abgeſtimmt war. Wenn neben der
Hiſtoria, der Heimatliteratur und =Dichtung die in Alt=Darmſtadt
ge=
pflegt wird, auch einmal die Grenzen etwas weiter gezogen werden,
ſo hat dies ſein gutes Recht, denn all das Gute und Bodenſtändige ſoll
in einer Heimatvereinigung Raum haben. So galt dieſer Abend dem
wurzelechten Altbayer Ludwig Thoma. Herr Dr. A. Büchner, der eine
fein abgeſtimmte literariſche und biographiſche Einleitung über Thoma,
gab, ſtimmte das Bild Thomas als Heimarſchriftſteller auf den Ton,
den er ſelbſt mit den Worten geprägt hat: „Drei Schaufeln Tegernſeer
Erde, ſind mir lieber als ein Park im Grunewald‟. Er zeichnete das
Bild von dem am 21. Januar 1867 geborenen Dichter in feinen Stri=
Gen, wie er als Vertreter des Simpliziſſimus unter dem Namen Peter
Schlemihl herzhaft Schäden der Zeit geißelte und wie ſeine Satire
ge=
recht, grob, beißend, aber immer am rechten Platz war. Ein Dichter,
der ſeine Altbayern in ihrem Fühlen und Denben, in ihrem Tun und
Treiben kannte, der mit ſeinem Volk verwachſen war, und der
einer=
ſeits in echt bayeriſcher Grobheit, andererſeits aber auch in gemütlicher
Art ſeine Geſtalten zeigte, ein Mann, der bei aller Herbheit der Satire
voll begeiſternder Vaterlandsliebe war, und bei Kriegsausbruch mit in
den erſten Reihen ſtand und ernſtlich mit ſeinem Freunde Ludwig
Ganghofer erwog, ob ſie nicht gemeinſam ein Bayeriſches
Volksſchützen=
chor gegen die Welſchen, die Deutſchland den Krieg erklärt hatten
füh=
ren wollten. Der Redner verſtand es in meiſterhafter Weiſe, ein echtes
Thomabild, dem er nach jeder Seite gerecht wurde, zu zeichnen.
Nach=
dem der Redner ſo ein Fundament gelegt hatte, war es der zweite
Red=
ner des Abends, der weirhin bekannte Schauſpieler Eduard Göbel, der
das Bild beſeelte. In der ihm immer eigenen feinen Art gab damn
Herr Edwuard Göbel in reicher Auswahl Proben von Thomas Schaffen.
Er rezitierte von Gedichten: Der Herbſt; In der Berliner Siegesallee
(1901); Deutſche Kunſt (1903); An Wilhelm Buſch, den aufgehörten
Dichter (1907); Mein Dorf (1914); Der Sieger (an Hindenburg). Von
den Novellen: Das Volkslied, eine volkskundliche Studie. Zwei
Stim=
mungsbilder: Unſer guter Herzog Karl und Auf der Elektriſchen.
Fer=
ver: Ein kalter Wintertag; Aus den Lausbubengeſchichten: Das Baby.
Mit drei Filzer=Briefen beſchloß Herr Göbel die fein getroffene
Aus=
wahl. Durch die eigene Art der Rezitatioyen trat noch einmal das
ganze Bild Thomas, als Mann des Schaffens, als feiner Beobachter
und als Künſtler im beſten Sinne des Wortes vor die Augen der Hörer.
Reicher Beifall der zahlreichen Verſammlung lohnte die beiden Redner
des Abends für ihre Darbietungen, und mit der Zuſammenfaſſung,
daß dieſer Thoma=Abend ein rechter Heimatabend geweſen ſei, und mit
Dankesworten an die Redner ſchloß der Vorſitzende, Herr Ph. Weber,
die wohlgelungene Veranſtaltung. Nächſter Vereinsabend am 10. Nov.
Es ſpricht Herr Franz Harres über das Thema: E Stickelche vum
„werkliche‟ Datterich.
— Juſtitut für wiſſenſchaftliche und angewandte Photographie der
Techniſchen Hochſchule. Die Vorleſungs= und Uebungszeiten für das
Winterſemeſter 1927/28 werden in einer am Montag, den 31. Oktober,
mittags 12 Uhr, im Inſtitut ſtattfindenden Beſprechung der Teilnehmer
feſtgelegt. Die Einzeichnungsliſte für den Bromöldruck=Sonderkurs liegt
im Inſtitut auf.
— Darmſtädter Spielſchar. Aus Offenbach wird uns geſchrieben:
Gaſtſpielabend der Darmſtädter Spielſchar. Ein genußreicher Abend
harrte der am Samstag im großen Saal des Gewerkſchaftshauſes
(Saalbau) verſammelten Gemeinde. Es war eine Veranſtaltung, die
auswuchs zu einer Kundgebung für jugendlichen Geiſt und neues
Wollen. Schlichte Volkskunſt wurde uns geboten, und in ſeiner einfachen
Natürlichkeit wirkte das Spiel dieſer Laiendarſteller harmoniſcher, als
es vielleicht ein durchgebildetes Theaterenſemble hätte wiedergeben
können. Ehrliche Begeiſterung und ernſter Wille errangen einen
wohl=
verdienten Erfolg. Das Urſprünglich=Primitive, das Naive dieſer
alt=
deutſchen Spiele, das Kernige und Urwüchſige ihrer Motive und deren
Geſtaltung verſtand die Darmſtädter Spielſchar wirklich meiſterhaft
wie=
derzugeben, da ja alles das, was man in ihnen findet, auch in der
un=
verfälſchten Volkstümlichkeit der Jugendbewegung enthalten iſt. Die
Aufführung von „Lanzelot und Sanderrein”, einem altflämiſchen
Minneſpiel, das ernſthaften Charakter hat, zeugte von geſundem
Emp=
finden. Unſere heutige Zeit kennt nicht dieſe natürliche Unbefangenheit.
Mit großer Offenheit ſpricht das Spiel zu uns, prüde Ziererei gibt es
in dieſen alrdeutſchen Spielen nicht, ebenſowenig aber auch frivole
An=
züglichkeiten und laſſive Seichtigkeit bekundende Auslaſſungen. In der
Jugendbewegung lebt der Geiſt der Wahrheit und offenen Natürlichkeit.
Auch das heitere Spiel „Pechvogel und Glückskind” konnte Zeugnis
ab=
legen von dem ehrlichen Wollen der Jugend, etwas Neues aufzubauen,
Ueberlebtes abzuſchütteln und etwas Beſſeres zu ſchaffen. Naiv, drollig
und witzig waren die Einfälle der Spieler, und in flotter, friſcher Art
zogen die lieben Märchengeſtalten an uns vorüber. Wir wünſchen, daß
die Darmſtädter recht bald wieder kommen und uns Zeugnis ablegen
von ihrer ernſten Arbeit.
Reichsbahn=Omnibuslinie. Am Montag, den 31. Oktober,
er=
öffnet die Reichsbahndirektion Mainz im Einverſtändnis mit dem
Heſ=
ſiſchen Miniſterium des Innern eine Reichsbahn=Omnibuslinie
Darm=
ſtadt-Meſſel.
Die Feſiveranſialtung der Train=Abteilung 18.
* Anläßlich der 60jährigen Wiederkehr des Grüdungstags der Train=
Abteilung Nr. 18 hatten ſich zahlreiche Mitglieder der Vereinigung Train
Nr. 18 geſtern abend in den Räumen der Turngemeinde Beſſſungen
zuſammengefunden, um die Feier würdig zu begehen. Die befreundeten
Korporationen hatten Vertreter entſandt, u. a. die Kriegerkameradſchaft
Haſſia in der Perſon des Oberregierungsrats Lindenſtruth, die
Regi=
mentsvereine 115, 116, 117, Dragoner 23 und 24, die Kurmärker 14, der
Marineverein Darmſtadt und Umgebung 1874, das ehem. Großh.
Artil=
leriekorps und viele andere Vereine. Zum Teil waren die Vereine mit
ihren Fahnen erſchienen, die rechts und links der feſtlich geſchmückten
Bühne Aufſtellung nahmen. Der ganze Feſtſaal trug reichen
Flaggen=
ſchmck. Mit dem flotten Marſch des 18. Trains warde der Abend
er=
öffnet. Die vorzügliche Kapelle ſtand unter der Leitung des früheren
Hoboiſten Jürgen, der während des Feſtes durch einen hervorragend
guten Fanfarenmarſch zuſammen mit dem Hoboiſten Schomburg die
Zuhörer erfreute. Eine kurze, aber herzliche Begrüßungsanſprache hielt
der erſte Vorſitzende des Vereins, Herr Heil, der die Ehrengäſte und
Feſtteilnehmer bewillkommnete und auf die idealen Ziele der Vereinigung
hinwies. Sein dreifaches Hoch galt dem deutſchen Vaterland. Die erſte
Strophe des Deutſchlandliedes wurde ſtehend geſungen. Nach einem
weiteren Muſikſtück trug Fräulein M. Reichwein einen ſinnigen
Pro=
log vor, dem ſich die Feſtrede des Oberſtudiendirektors R. Kiſſinger
anſchloß, der auf die Bedeutung des Tages hinwies und auf die
ge=
waltigen Leiſtungen der ehemaligen Train=Abteilung 18 im Weltkriege.
Die übrig gebliebenen wollen treue Kameradſchaft üben. Redner
ſchil=
derte die unvergeßlichen Tage der Mobilmachung, die das Volk in jeder
Beziehung einigte und gedachte in ernſten Worten der Helden, die ihr
Leben für das Vaterland und die ihren ließen. Treue Kameradſchaft im
wahrſten Sinne des Wortes müſſe gehalten werden, das ſei die Pflicht
aller Ueberlebenden. Alle müßten unter ſich einig ſein in dem einen
Grundſatz, dieſe treue Kameradſchaft bis an ihr Lebensende zu halten,
und alle müßten ſich ein Vorbild nehmen an dem Treueſten der Treuen,
dem Größten des deutſchen Volkes, an Hindenburg. Ihm, dem Führer
des Volkes und Präſidenten des deutſchen Reiches galt ſein dreifach
begeiſtert aufgenommenes Hurra. Minutenlanger Beifall dankte dem
Feſtredner für ſeine Ausführungen. — Herr Oberregierungsrat
Lin=
denſtruth, der Vorſitzende der Kriegervereinigung Haſſia, dankte
mit warmen Worten für die Einladung, und wünſchte der
Trainabtei=
lung einen ſchönen und guten Verlauf des Abends und der Tagung
(die heute ſtattfindet). Mit der Mahnung, ſich in einem Verbande zu
einigen, ſchloß er mit dreifachen Hoch auf die Trainabteilung.
Anſchließend brachte die Damenabteilung der Turngemeinde
Beſſun=
gen ganz vorzügliche turneriſche Leiſtungen am Reck, dem ſich eine
graziöſe Tanzvorführung anſchloß. Gleiche Bewunderung wie dieſe
hervorragenden Darbietungen fanden die Pyramiden und erſtaunlich
kunſtvollen Vorführungen der Turner der Turngemeinde Beſſungen,
die von dieſen mit größter Ruhe und Exaktheit ausgeführt wurden. —
Eine ſchöne luſtige Ueberraſchung war das Theaterſtück „Klub der
Männerfeindinnen”, das die jungen Damen Frl. E. Reichwein (als
Vorſitzende des Vereins), M. Reichwein, E. Vogt, A. Mauer, H.
Sa=
lomon und K. Hotz (als Vereinsmitglieder) mit ſprühendem Humor
ſpielten. Schallende Heiterkeit löſte die Handlung aus, die unter dem
Motto ſtand: „Die Männer ſind alle Verbrecher, aber lieb, aber lieb
ſind ſie doch.” Hübſche Blumenſpenden waren das wohlverdiente äußere
Zeichen der Anerkennung, die die Zuſchauer durch lebhaften Beifall
be=
kundeten. Flotte Muſikſtücke beſchloſſen den in jeder Beziehung
har=
moniſch verlaufenen Abend, an den die Zuſchauer noch lange
zurück=
denken werden.
* Photographiſche Ausſtellung
im Gewerbemuſeum.
Heute vormittag um 11 Uhr wird in den Räumm des
Gewerbe=
muſeums die Ausſtellung des Gaues
Südweſtdeutſch=
land im Verband Deutſcher Amateur=
Photographen=
vereine eröffnet. Die Ausſtellung iſt an allen Wochentagen von
11—12.30 Uhr und an den Sonntagen von 11—1 Uhr geöffnet.
Sonder=
beſichtigungen können auf Wunſch auch zu anderen Tagesſtunden
er=
möglicht werden. Der Eintritt iſt frei.
Die Ausſtellung iſt außerordentlich reich beſchickt und bietet einen
guten Ueberblick über die zeitgemäßen Leiſtungen der
Amateurphoto=
graphen. Sie zeigt vor allem, daß vielle — vielleicht kann man ſagen
zu viele — Amateurphotographen das Zeug in ſich fühlen, über den
Photographen hinaus zum Künſtler zu werden, denn die Wenigſten
be=
ſchränken ſich noch darauf, rein photographiſch tätig zu ſein. Die
Edel=
drucke, komplizierte Kopieverfahren, wie Gummi=, Kohle=,
Oelbrom=
uſw. Druckverfahren, ſind in übevgroßer Menge ausgeſtellt. Der
Lieb=
haber ſowohl von künſtleriſchen wie von einfachen Kopiedrucken wird
aber in dem Beſuch dieſer Ausſtellung auf ſeine Rechnung kommen, und,
ſoneit er ſelbſt der ſchönen Kunſt der Liebhaberphotographie verfallen
iſt, Anregungen vielerlei Art finden.
Die Fülle der zur Ausſtellung gelangten Bilder hat es dem
Preis=
gericht, das geſtern vormittag zuſammentrat, außerordentlich ſchwer
gemacht, die vorhandenen Plaketten und Ehrenurkunden zuzuteilen.
Das endgeiltige Ergebnis, das geſtern abend bei der Begrüßungsfeier
anläßlich des 30jährigen Stiftungsfeſtes im Fürſtenſaal bekanntgegeben
wurde, war folgendes: 1. Preis (Medaille) Ausſteller Kennwort „
Ti=
rol” (Photographiſcher Klub Frankfurt a. M.), 2. Preis (Medaille)
Ausſteller Wichmann (Verin von Freunden der Photographie
Darm=
ſtadt), 3. Pris (Medaille) Ausſteller Heußler (Verein für
Lichtbild=
kunſt Altenſteig, Württ.); ferner erhielten Ehrenurkunden:
1. Ausſteller Mäckle (Verein für Lichtbildkunſt Altenſteig, Württ.),
2. P. Werle (Photographiſche Geſellſchaft Ludwigshafen), 3.
Kenn=
wort „Natura in minimis maxima”, B. Elting (Verein
von Freunden der Photographie Darmſtadt), 4. H. Wippern (
Ver=
ein für Liebhaberphotegraphie Stuttgart), 5. A. Schuſtar (Verein
für Liebhaberphotographie).
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen.
vom 31. Oktober 1927 an auf 14 Tage im Leſeſaale zur Anſihr aufgeſtellt:
Becker. Die Riedeſel zu Eiſenbach, 3. Marburg a. d. L. 1927;
Chartularium, Studii Bononienſis, 8. Bologna 1927: Die
Chirurgie herausgegeben von Kirſchner u. Nordmann, 5. Berlin=
Wien 1927; Dacqué, Natur und Seele. München 1927; The
Medical Department of the United States Army in the World
War II. Waſhington 1927; Forſchungen zur deitſchen
Ahnen=
kultur, 1. Regina, die ſchwäbiſche Geiſtesmutter. Ludivigsburg und
Leipzig 1927; Fritſch, Das Deutſche Eiſenbahnvecht. Berlin 1927;
Haller. Die Anfänge der Univerſität Tübingen 1477—1537.
Stutt=
gart 1927; Handbuch der Phyſik, 5, 8, 16. Berlin 1927; Jſay,
Patentgeſetz, 4. Auflage, Berlin 1926; Oſtwald’s Klaſſiker. 221:
Borelli, Die Bewegung der Tiere. 222: Wiedemann u. Franz: Ueber
die Wärmeleitungsfähigkeit der Metalle. 223: Mayer, Beiträge zur
Dynamik des Himmels, Leipzig 1927; Langlotz, Frühgriechiſche
Bildhauerſchulen. Nürnberg 1927; Peſtalozzi=Studien 1.
Berlin=Leipzig 1927; Platz, Die Baukunſt der neueſten Zeit. Berlin
1927: Scheilberg, Joſ. Görres. 1927; Schriften der Goethe=
Geſellſchaft, 39 Weimar 1926; Veth. Der Advokat in der Karikatur.
Berlin; Wach Das Verſtehen, 1. Tübingen 1926; Wieſer. Das
Gefetz der Macht. Wien 1926; Wiſſenſchaft und Bildung. B37:
Zucker, Deutſche Barockſtädte. 238: Vatter, Die Raſſen und Völker der
Erde. 240: Slawyk, Der Mikrokosmos, 241: Baxa, Geſellſchaftslehre
von Platon bis Nietzſche. 242: Malſch, Geſchichte der Mathematik.
Leipzig 1927/28.
Zeitſchriften. Anzeiger des Germaniſchen
National=
muſeums 1916—25. Nürnberg; Archiv für experiment. Pathologie,
123, 124. Leipzig 1927; Bach=Jahrbuch 1926. Leipzig;
Ent=
ſcheidungen des Bundesamts für das Heimatweſen, 65. Berlin
1927; Jahrbuch des Deutſchen Archäologiſchen Inſtituts, 41, 1926.
Berlin=Leipzig 1927; Jahrbuch des Völkerrechts, 9. Kiel 1926;
Jahrbuchdes Zenrralverbandes deutſcher Konſumvereine, 2, 3.
Ham=
burg 1927; Jahresbericht über die geſamte Chirurgie, 31, 1925.
München und Berlin 1927; The Journal of Cancer Reſearch, 10.
Columbia 1926; Monatshefte, Süddeutſche, 24, 2. München
1927; Proceedings of the Rohal Society of London, Series B,
101. 1927: Der Türmer 29, 1926/27, 1. Stuttgart;
Zeit=
ſchrift, Hiſtoriſche, 135. München und Berlin 1927. Vom 14.
Novem=
ber an verleihbar. Vormerkungen werden im Leſ=ſaale
entgegengenom=
men.
Gaswervewoche.
Das am Freſtag, den 28. d3. Mts., im Rahmen der Gasausſtellung
im ſtädtiſchen Saalbau wiederholte Preiswettkochen fand bei unſeren
Hausfrauen, wie dies nicht anders zu erwarten war, großen Anklang
Zehn weitere Schülerinnen der ſtädtiſchen Haushaltungsſchule follten
heute Zeugnis über die für die Küche erworbenen Fertigkeiten vor
einem Saale, der bis auf den letzten Platz von Zuſchauern gefüllt war.
ablegen. Dabei kam es wieder beſonders darauf an, in möglichſt kurzer
Zeit ein ſchmackhaftes Mittageſſen für vier Perſonen mit einem
möo=
lichſt geringen Gasaufwand zuzubereiten. Dank der vortrefflichen
Leitung der ſtädt. Haushaltungsſchule nahm dieſes Wettkochen, wie das
am Mittwoch veranſtaltete, einen flotten Verlauf. Mit großer
Befrie=
digung konnten die Zuſchauer feſtſtellen, mit welchem Eifer die an den
einzelnen Plätzen verteilten Schülerinnen ihre Arbeit aufnahmen. Ein
emſiges Wirken begann und in verhältnismäßig kurzer Zeit meldeten
die Preiswettköchinnen die Vollendung ihrer Arbeit. Geradezu
er=
ſtaunenswert war es, zuzuſehen, mit welcher Sorgfalt und Freude die
Arbeit angepackt wurde. Dabei muß, nachdem eine genaue Prüfung
über die Schmackhaſtigkeit der Speiſen vorgenommen worden war
lobend anerkannt werden, daß auch dieſesmal die Preiswettköbhinnen
die Speiſen vorzüglich zubereitet hatten. Der Gasverbrauch war
hier=
bei wieder ein äußerſt geringer, eine Feſtellung, die nicht allein vom
Gaswerk, ſondern von allen Gasverbrauchern mit größter Genugtuune
entgegengenommen werden kann. Die von den Firmen Gebr. Roeder
und Darmſtädter Herdfabrik und Emaillierwerke G. m. b. H. Darmſadt
für das Praiswettkochen aufgeſtellten Herde arbeiteten vorzüglich, ſodaß
ſich auch unſere einheimiſche Herdinduſtrie dieſes Erfolges erfreuen
kann.
Im Nachfolgenden geben wir die Preisträgerinnen des
Preiswett=
kochens bekannt:
1. Preis: Frl. Tilli Arnold, 1 Satz Deha=Töpfe.
2. Preis: Frl. Frieda Fiſch, 1 Gasbügeleiſen.
3. Preis: Frl. Eva Lummer, 1 Küühenwunderapparat.
4. Preis: Frl. Eliſabeth Petry, 1 Kaffee=Perkulator.
Außerdem konnten Frl. Gretchen Petry und Luiſe Becker für ihre
tüchtige Leiſtung je einen Troſtpreis in Form eines Kochbuches über
reicht werden.
Die Gaswerbewoche hat nm ihren Abſchluß gefunden. Weite
Kreiſe unſerer Bevölkerung haben ſich von den außevordentlichen
Vor=
teilen des Gasverbrauchs und der Gasverbrauchsapparate überzeugt.
Das Ergebnis der Verloſung werden wir an dieſer Stelle noch
bekannt geben.
Schulgeldmahnung. Das Schulgeld der hieſigen höheren Schulen
iſt bis zum 10. November 1927 an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 2, zu
zahlen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werſe, Künfkler oder künffleriſche Veranſtaltungen, deren Im Nachſiehmden Erwihmn
geſchiebt bebält ſich die Redaktion ihr Urtell vor
— Reſidenz=Theater: „Eheferien” — dieſes intereſſae
Problem wird nur noch einige Tage im Reſidenz=Theater über die
Lein=
wand laufen. Ehen werden bekanntlich im Himmel geſchloſſen. Die
Ehe iſt ein Bund auf Lebenszeit. Es ſoll allerdings vorkommen, daß
aus dieſem Bund ein zeitweiſe drückendes Abhängigkeitsverhältnis wird, En ud
ähnlich ingend einem unangenehmen Arbeitsverhältnis. Man wird
zer=
mürbt — man ſehnt ſich nach Ferien. Was würden die vielen
Ehe=
gattinnen ſagen, wenn ihnen die Ehemänner plötzlich erklärten, ſie gingen
auf Ferien? Etwa geſtaffelt, je nach der Dauer des Arbeitsverhälmiſſes
— je eine Woche — zwei Wochen, und mit jedem Jahre eine
Woch=
mehr? Vielleicht würden auch die Herren Ehemänner mit derartig
ge=
ſetzlich feſtgelegten Urlauben nicht ganz einverſtanden ſein? Aber die
ungeſetzlichen, nicht feſtgelegten, gelegentlichen Eheferien — das iſt
viel=
loicht der Wunſch eines manchen Herren; und deshalb iſt gerade dieſer
Film durch ſeine äußerſt luſtige Aufklärung die beſte Löſung im Rahme
eines pikanten Luſtſpiels. In der Hauptrolle die beliebte Lilian Harvy,
— Union=Theater. Der Film „Prinz Louis
Ferdi=
nand”, der zur Zeit im U. T. läuft, zeigt neben den Hauptgiſtalten
des Prinzen Louis Ferdinand, der Königin Luiſe und der Pauline
Wieſel noch andere bekannte Perſönlichkeiten, davunter Blücher, Gnn
ſenau, Scharnhorſt und York, Ernſt Moritz Arndt, Humboldt und Fichte.
Die Grundlage des Films, die das Schickſal des Prinzen Louis Frdi
nand behandelt, gibt reiches geſchichtliches Anſchauungsmaterial
beſon=
ders für unſere heutige Jugend ab. Der zweite Teil des Programms:
„Alaskas weiße Wunderwelt” — mit unvergleichlich ſchönn
Bildern und filmiſch teilweiſe prachtvollen Schilderungen des einigmte
gen Tierlebens — iſt ein weiterer Vorzug ſür das Schlußprogrmm !
Kino=Monats Oktober. — Der nächſte Großfilm „Heimwehl wid mit
Begleitung des original=ruſſiſchen Balalaika=Orcheſters ab. Dienstag 10
Vorführung gelangen.
— Palaſt=Lichtſpiele: „Der Fürſt von Pappen
heim”. Nach der gleächnamigen Operette von Arnold und Bach Vahr
Lachſtürme, großer Heiterkeitserfolg, ungezählte glückliche Einfälle, vol
Anfang bis zum Ende feſſelndes, heiteres Spiel. Das Publikum huſce
tete den Film mit froheſter Laune. Großer Erfolg. Eichberg bewahlt
ſich hier wieder als Mciſter. Unendlicher Beifall. Blitzſaubere Reoie
ausgezeichnete Bilder und friſche Darſtellung führen zum Erfolg. Mond
Maris eine neue Schönheit des Films, bringt beſonderen darſtelleriſche
Liebreiz mit. Sie ſpielt, flirtet, lacht und liebt mit liebenswerie
Charme und Lebendigkeit. Curt Bois als Egon Fürſt läßt alle Reoſſ.
ſeiner grotesben Beweglichkeit ſpielen. — „Zirkuszauber”. Auc
was das ſchauluſtige Auge von einem guten Zirkusfilm erwartet, ſſhc
(3 in dem neuen Univerſalfilm der Ufa. Zirkuszauber. „Ben h0
in der Manege. Anregende Löwenkämpfe, Elefantenſzenen, ein ceu”
beraubendes Wagenvennen, einen rätſelhaften Mord, die Verfolglg
des mitmaßliche Märders und die Errettung des Unſchuldigen bor 6e
Tode im letzten Augenblick.
Lokale Veranſialtungen.
Die Herunter urſcheienden Notlyen find ansſchließlich als Hinwelſe auf Ameigen M en
in leinem Falie irgendwie als Deſprechung oder Kritlk.
— Montag abend 8½ Uhr ſpricht Prediger Walz aus Möttunge.
im Feierabend.
— Im Hotel=Reſtaurant Prinz Heinrich (Bleichſtoß.
am Alten Bahnhof) finden Sie heute Sonntag abend feines Famſie.
Konzert. Der Beſuch iſt ſehr zu empfehlen. (Siehe Anzeige)
Aus den Parteien.
— Deutſchnationaler Frauen=Ausſchuß. EMe
unſeren Mitgliedenn und Freunden heute ſchon mitgeteilt, daß ül
nächſte geſellige Zuſammenkunft Mittwoch, den 9. Nov., wieder Reil. Se
ſein ſoll. Unſere Landtagsabgeordnete Frau Hergeus wird um. "
Reichsſchulgeſetz und die Königsberger Tagung ſprechen. Wir Me
ſchon jetzt, ſich dieſen Nachmittag freizuhalten.
rim
memiſ
drisit,
114
Derm
ratiche
mmintit
Seirit
WA
ofrnit
Hiteſt
Ai
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltien Eimeilt. D
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 9 21 Abſ. 2 des preſſegeſetzet in vollem L0ſe 7.
der Einſender verantwortich.) — Ginſendungen, die nicht verwendet werden. Gand 2e.
zuräckge andt, die Abſehnung nicht bra=ſindet werde
Auf das Eingeſandt im Darmſt. Tagblatt vom 2. Oſtober. "
möchte ich dem Schreiber dieſes Artikels nur beipflichten, dab
Woogswieſen ein Sportplatz nicht paßt. Meine Anſicht geht dohch. .
alle Sportplätze zentral nach dem Böllenfalltor zu verlegt we.
möchten.
Für die Woogswieſen und die ganzen Flächen um den Woog h0. ke
Albin Müller ein großartiges Projekt ausgearbeitet; dies d. *
führung zu bringen, wäre doch, da in nächſter Zeit mit eivel.
Oſtbahnhof zu rechnen iſt, der Beachtung unſerer Verwpalto. .
empfehlen. Auch dem Ausbau der Künſtlerkolonie dürfte mehr Beche.
geſchenkt werden.
Die vorbildlichen Häuſer im Rhönring dürſten auf der Mia d dö
höhe und dem Woogsgelände ihre Fortſetzung finden und Il.
R. P.
ganze Viertel zu einem harmoniſchen Ganzen vereinige.
A
Tageskalender für Sonntag, den 30. Oktober 198"
2
Landestheater, Großes Haus, Anfang 181 Uhr P Gode
Uhr: „Carmen”. — Kleines Haus, Anfang 19½
Or”
nach 22 Uhr: „Der Lumbe=Awend” oder „Mann is Mala
rte‟
Städt.
pheum Anfang 20 Uhr: „Die Frau von Koroſin.—.
Hotel Schmitz, Schloß=Café, Goldener Anker Nied.=amſit. Lud
Saalbau, Bismarckeck, Frankfurter Hof, Reichskrone Oktzobel oßchel
halle=Reſtaurant, Reſtaurant Waldkolonie, Neckartor, Be.
mit ir
Cafe baury, Hotel Prinz Carl, Cafs Jöſt, botel zu Le.
Prinz Heinrich. — Konditorgeh.=Verein: Stiftungsiel.
Ball. — Volkschor; Vereinskonzert. — Männerau.
Eintracht: Stiftungsfeſt mit Tanz. — Kirchweihe. N.
jtadt, Noßdorf, Herchenroden, Traiſat. — Familiehl
gang nach Gberſtadt von Freunden der Drmſtädter Reſche t
Tanz: Café Nheingold. Kinovorſtellungen” L
Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Mummer 301
Sonntag, den 30. Oktober 1927
Geite 7
Aus Heſſen.
R. Eberſtadt, 29. Okt. Wählerverſammlung. In einer am
nmnenden Dienstag (1. November) im Gaſthaus „Zur Traube‟ (
Baum=
mmer) ſtattfindenden öffentlichen Wähleuverſammlung der Deutſchen
Spartei (Ortsgruppe Eberſtadt) wird Herr Landtagsabgeordneter
Miepoth über die Landtagswahl ſprechen. —
Verſteige=
rn. g. Die Laubſtreu von den Wegen und Schneiſen im Forſtort
imn Kackertanne und Prömſter des Gemeindewalds wird am Dienstag
Tovember) vormittags 10 Uhr, öffentlich meiſtbietend im Nathaus=
Serſteigert. Auskunft erteilen die Förſter Kirſchner und Pfänder.
e chöffen= und Geſchworenenwahl. Die Urliſte für die
4h. der Schöffen und Geſchworenen liegt ab 31. Oktober eine Woche
m rauf Zimmer 4 der Bürgermeiſterei zu jedermanns Einſicht offen.
ſnsndungen können während der Friſt ſchriftlich und zu Protokoll
mSracht werden. — Baufluchtlinienänderung. Die vom
Gänderat beſchloſſene Baufluchtlinien=Aenderung an der Ecke der
Augenſteinerſtraße und des Strohweges iſt aufſichtsbehördlich
geneh=
z und der Plan endgültig feſtgeſtellt. Die Einſicht in den Plan, die
ſtrwann freiſteht, kann auf dem Gemeindebauamt erfolgen. — Wahl
Gandwerkskammer 198. Die Vorſtände der
Handwerker=
ſumgen und des Ortsgewerbevereins werden darauf hingewieſen, daß
ſur demnächſtigen Vornahme der Ergänzungswahlen zur
Handwerks=
imr die geforderten Beſtandliſten bis längſtens 15. November an das
43—mt einzureichen haben.
16. Ober=Ramſtadt, 29. Okt. Am Montag, den 31. Oktober 1927,
tmi ttags von 2 bis 3 Uhr, wird im uteren Rathausſaale wieder eine
Eyungsberatungsſtunde abgehalten.
Roßdorf, 29. Okt. Gemeinderatsbericht. Das
Kreis=
uknt die Gewährung von Vorauszahlungen auf die Erhöhungen der
Inngehälter nach ſtaatlicher Richtlinie empfohlen, worüber der
Ge=
udrrat beſchließen ſoll. Der Gemeinderat hält jedoch die Angelegen=
Mir verfrüht und ſpricht ſich für Zurückſtellung aus. 2. Für Johann
Ubtg Landzettel 1., zurzeit in Eberſtadt, ſoll zwecks Aufrechterhaltung
AAsſpruchs auf Invalidenrente die Anwartſchaft auf Koſten der
Ge=
mut erhalten werden. Der Vorſchlag findet Genehmigug. 3. Die
Oßel umg der Floßrinne in der Erbacherſtraße ſoll erfolgen: die
Aſtrn werden im Submiſſionswege vergeben; ferner ſoll das Hoftor
a ms ulhaus Schulgaſſe neu hergeſtellt werden. 4. Der
Stundungs=
aſto eines Bauherrn wegen Nückzahlung des ihm im Jahre 1994
ge=
mütrm Baudarlehens kann Konſequenzen halber nicht genehmigt
wer=
dM: Eine Reihe Geſchäftsleute haben anläßlich der Arbeitsvergebug
in Mathenauſtraße Entſchädigungsanſprüche geltend gemacht und
for=
de indren Zahlung. Nach einer heftigen Ausſprache werden die Anträge
abhfmt. 6. Für die Landtagswahl am 13. k. M. beſchließt der
Ge=
mrierat, daß die Gemeinde wiederum in zwei Stimmbezirke eingeteilt
m4 Abſtimmungsraum für den Stimmbezirk 1 iſt das Schulhaus
Er=
balaſt-aße 18. für den Stimmbezirk 2 das Rathaus. Als
Wahlvor=
ſtelch ſind beſtimmt: Im Stimmbezirk 1: Gemeinderat Grünewald,
Sütztettpeter: Gemeinderat Günther; im Stimmbezirk 2: Beigeordneter
Miſth. Stellbertreter: Gemeindenat Roßmann. Gegenüber der
ſeit=
heuin Einteilung der Stimmbezirke nach Straßen wählen nunmehr
in ſſimmungsbezirk 1 die Wähler mit den Anfangsbuchſtaben A—K.
imd gümmungsbezirk 2 die Wähler L— 3. 7. Bei Punkt
Hindenburg=
ſpectzt eitens der Gemeinde entſpann ſich eine heftige Debatte. Die
ſozſiemokratiſchen und kommuniſtiſchen Gemeinderäte ſchlagen vor, den
hislſin. Kriegsbeſchädigten und Kriegshinterbliebenen an Stelle der
Hin=
deuhnbgrpende einen Betrag an Weihnachten zur Chriſtbeſcherung
zu=
konltn zu laſſen: der Vorſchlag erfährt jedoch keine Gewehmigung. Die
vouegemnten Gemeinderäte verließen ſchließlich den Sitzungsſaal,
wo=
durſäd Sitzung abgebrochen werden mußte, da der Gemeinderat nicht
mertin beſchlußfähiger Anzahl verſammelt war.
Grroß=Umſtadt, 29. Okt. Man ſchreibt us:
Liederkranz=
koſſche k. Um es borweg zu nehmen: Der „Gemiſchte Chor
Lieder=
kraſm darf dieſes, dem Andenken an Johannes Brahms gewidmete
Kon=
zerut z inen vollen künſtleriſchen Erfolg buchen. In einem
tiefſchürſen=
demd emgemeinverſtändlich gehaltenen Vortrag enzwarf der
muſika=
liſchtet ter des Vereins. Hert Bernd Zeh=Darmſtadt, ein anſchauliches
und) ſUndes Bild des Menſchen und Künſtlers Johannes Brahms und
ſchuftig bei dem Publikum einen für des Meiſters Kunſt
aufnahme=
fählfg Woden. Der Chor ſang mit ſichtlicher Freude und Begeiſterung
unät lnte ſeinem feinnewigen Führer mit ſolcher Hingabe, daß auch
die prerigſten a eapella=Chöre ebenſo klanglich tonſchön wie
vortrag=
lich eillt gelangen; ein Beweis dafür, daß hier ordentlich geſchafft
wirft! 2uieſen Eindruck hatte ich noch ſtärker empfunden bei dem
nach=
folgtreen „Schickſalslied”, deſſen Aufführung ſich für die Zuhörer zu
einckkniuſfen Erlebnis geſtaltete, nicht zuletzt dank der trefflichen kurzen
Einlſäk unng in das Werk durch Herrn Zeh. Wie der Chor, unterſtützt
vonſan Inſtrumentaliſten, dieſe beträchtliche Anforderungen ſtellende
Auflſie bewältigte, verdient höchſte Anerkennug und — in Zukunft
nochl yure Unterſtützung ſeitens der muſikliebenden Groß=Umſtädter
Kvelk dunmen ſich dunch das Wirken des Liederkranzes die Welten unſerer
Groltz uand Größten im Reiche der Tonkunſt immer mehr erſchließen
könyiw. — Die Soliſtin des Abends, Frau Konzertſängerin Aga Zeh=
Lanhict l aus Darmſtadt, beglückte mit einer reichen Ausleſe
wunder=
voll //eztahmsſcher Geſänge, mit deren Wiedergabe ſie ſich als Künſtlerin
von tnich reiſem, großem Format erwies. Die ganz unter dem Bann
dieſhtzer feinſten Regungen gehorchenden, ſchön gefärbten und
klang=
volllkzs imme ſtehende Zuhörerſchaft dankte für den ihr gebotenen
Kun tn ß ſo herzlich, daß ſich die Sängerin zu einigen Zugaben
ver=
ſtehel un ßte. — Bernd Zeh aber dem Vielſeitigen, — er war auch
ſeime frdastin ein ausgezeichneter, feinfühliger Begleiter am Flügel und
überſtihte hier durch ein kultiviertes Spiel, das aus dem neuen, aber
unemuuh ſpröden Inſtrument das Letzte an Ausdpucksmöglichkeit
her=
ausbſ4 — ſei für die ſorgfältige Vorbereitung und ſo gelungene
Dunch=
führrin dreſes ſchönen Konzertes, auf das er und der „Gemiſchte Chor
Liedekrungz” mit Stolz zurückblicken dürſen, beſonders bedankt. II.=B.
Suchelsheim i. O., 29. Okt. Den eifrigen Bemühungen der
Vor=
ſitzemſt mnd einiger Mitglieder der Geſangvereime „Gintracht” und
Säunzlüſt” iſt es endlich gelungen, die beiden Vereine unter dem
Namtl, Sängervereinigung Eintracht” zu verſchmelzen.
Jedetn zuunger muß dies freudig begrüßen. Wenn die guten Kräfte
eines) zes in einem Verein zuſammenwirken, dann kann beſſere
Arbettie geiſtet werden. Die Leitung der Sängervereinigung liegt in
den 1huügen des tüchtigen und eifrigen Dirigenten Herrn Lehrer
GreAl=EReichelsheim, der ſeither ſchon Dirigent des Geſangvereins
Ginritht”, war. Es wäre, ſehr zu begrüßen, wenn Männer und
Jüngm”e, die Luſt und Liebe an der Sache haben, in recht großer
Anzazlinl der Singſtunde erſchienen, da doch Reichelsheim i der
glück=
lichemp g”, iſt, über gutes Stimmmaterial zu verfügen. In der
General=
verſattnlung am 1. Oktober 1927 im Vereinslokal. Gaſthaus „Zum
Ableule wurde folgender Vorſtand gewählt: 1. Vorſitzender: Herr
Georzu choll, ſeither 1. Vorſitzender der „Eintracht” 2. Vorſitzender:
Herr änich Trautmann, ſeither 1. Vorſitzender der „Sängerluſt”;
Schricktuer: Herr Adam Volk; Stellvertreter: Herr Leonhard König;
Rechnuz ſöerr Fritz Volk; Kontrolleur: Herr Guſtav Knobloch, und
ſechs AIſtiser.
* rächhorn, D. Okt. Wafſerſtand des Neckars am
28. Qrher-: 0.98 Meter; am 29. Oktober: 0,94 Meter.
Zum vierten Weltſpartage.
Der diesjährige vierte Weltſpartag am 31. Oktober ſoll erneut alle
Völker der Erde auf den Sinn und die Bedeutung des Sparens
hin=
weiſen. Nur ein Volk, bei dem Sparſamkeit Gemeingut geworden iſt,
gewinnt die Achtung und das Vertrauen der Welt. Seit jeher war der
Sparſinn eine beſondere Eigenſchaft des Deutſchen. Zu einem ſehr
er=
heblichen Teil iſt dies auf die Tätigkeit der deutſchen Genoſſenſchaften
zurückzuführen, die es ſtets als eine ihrer vornehmſten Aufgaben
ange=
ſehen haben, den Sparſinn des deutſchen Volkes nachdrücklichſt zu fördern.
Die Notwendigkeit des Spavens ergibt ſich für Deutſchland in der
heuti=
gen Zeit in ganz beſonderem Maße. Krieg und Inflation haben weiteſte
Kreiſe unſeres Volkes um ihre in jahrlanger Arbeit erworbenen
Er=
ſparniſſe gebracht. Wenn das deutſche Volk aber aus ſeiner
wirtſchaft=
lichen Notlage erlöſt und einer beſſeven Zukunft zugeführt werden ſoll,
dann iſt in erſter Linie ſparſamſtes Haushalten eines jeden Einzelnen
erforderlich. Denn mur Sparſamkeit ſchafft die Mittel zu Wohlſtand und
wirtſchaftlicher Freiheit. Sparen iſt deshalb das Gebot der Stunde.
Eingedenk dieſer hohen volkswirtſchaftlichen Bedeutung des Sparens
rufen daher
die deutſchen Genoffenſchaften
am Weltſpartage alle Volkskreiſe auf, ſich ſo fparſam wie möglich
einzu=
richten und den Weltſpartag als Anlaß zur Bildung neuer Spareinlagen
zu benutzen. Die ſtatiſtiſchen Nachweiſe über den Stand der
Sparein=
lagen laſſen erkennen, daß trotz Krieg und Inflation die Wiederbelebung
des Sparſinns bereits erfrenliche Fortſchritte gemacht hat, immerhin iſt
Bd. Heubach i. O., 29. Okt. In der letzten Gemeinderatsſitzung
wurde beſchloſſen, daß für die Gemeinde Heubach eine Bierſteuer im
Höhe von 7 Prozeut erhoben wird. Der Beſchluß hat in
Intereſſenten=
kreiſen großes Aufſehen erregt. — Der Wahlvorſchlag der
Volksrecht=
partei, der bis zum 24. Oktober auf hieſiger Bürgermeiſterei offen lag,
wurde von 14 Perſonen unterſchvieben.
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R
al. Höchſt i. O., 28. Okt. Wahlverſammlung. Die
Orts=
gruppe Höchſt. der Demokratiſchen Partei veranſtaltete geſtern im Saale
des Gaſthauſes „Zur Bury Breuberg” eine Wahlverſammlung, die nicht
ſehr gut beſucht war. Reichs= und Landtagsabgeordneter Pfarrer Korell,
welcher als Redner gewonnen war, verbveſtete ſich in längeren
Aus=
führungen über den neuen Reuchsſchulgeſetzentwurf und beſonders über
die Bildung eines deutſchen Einheitsſtaates. Nach ſeiner Auffaſſung
iſt ein deutſcher Einheitsſtaat eine unbedingte Notwendigkeit, welche in
größtem Maße der deutſchen Wirtſchaft und hauptſächlich unſerem
Heſſenlande wio auch dem Staatsſäckel zugute kommen würde. Die
an=
ſchließend zur Diskuſſion geſtellte Rede fand keinen Widerhall.
b. Erbach i. O., 29. Oft. Die Okva” läßt mit Wirkung vom
Mon=
tag, den 31. Oktober ab, zwiſchen Erbach und Michelſtadt bis auf
weite=
res einen Pendelwagen laufen, der wie folgt verkehrt: Erbach (
Markt=
platz) ab vormittags 8 Uhr. Michelſtadt (Marktplatz) ab vormittags 8,15
Uhr. — Das Kreisamt Erbach fordert die im Kreiſe Erbach amſäſſigen
Handwverkerinnungen und Ortsgewerbevereine zur Einſendung ihrer
Mitgliederliſten für die demnächſt vorzunehwenden Wahlen zur
Hand=
werkskammer auf. — Zur Wahl der Mitglieder und Stellvertreter der
Genoſſenſchaftsverſammlung der land= und forſtwirtſchaftlichen
Berufs=
genoſſenſchaft für Heſſen (Provinz Starkenbupg) werden die Berechtigten
zur Einreichung von Vorſchlagsliſten bis ſpäteſtens 12. November
d. J. an das Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt aufgefordert.
Für die Ausſchußwahlen der Landkrankenkaſſe für den Kreis Erbach iſt
nur ein Wahlvorſchlag abgegeben worden. Eine Wahlhandlung braucht
nicht mehr=ſtattzufinden, da nach der Wahlordnung in dieſem Falle die
vorgeſchlagenen Vertreter als gewählt gelten.
m. Beerfelden, 29. Okt. Die hieſige Ortsgruppe des
Odenwald=
klubs macht am Sonntag ihre letzte Wanderung für dieſes Jahr, und
zwar führt der Weg „Rund um Beerfelden‟. Nach zweiſtündigem Marſch
folgt ein gemütliches Beiſammenſein im Grabſchen Saale; zu demſelben
ſind auch die nichtwandernden Mitglieder eingeladen. An Unterhaltung
wird es nicht fehlen, da Muſik= und Reigenkundige in genügender
An=
zahl zu den Klubiſten zählen. — Der Turwerein hält am Samstag in
ſeiner Turnhalle eine außerordentliche Mitgliederverſammlung ab, deren
Beſuch den ſtimmberechtigten Mitgliedern im Hinblick auf die Wichtigkeit
der Tagesordmung vom Vorſtand dringend empfohlen wird. — Der
hieſige Stenographewwerein Gabelsberger läßt am Letzten dieſes Monats
in Reichskurzſchrift einen Anfängerkurs beginnen; für Mitglieder
be=
trägt die Unterrichtsgebühr 5 Mk., für Nichtmitglieder 750 Mk.
1. Von der Bergſtraße 23. Okt. Einen Akt ungewöhnlich roher
Tiergnälerei beging ein 16jähriger Arbeitsburſche in Woinheim, indem
er Brieſtaußen die Füße abbrach und nach Abnahe, der Ninge die
Tauben wieder fliegen ließ. Gegen den Täter wurde bei der Polizei
Strafantrag geſtellt. Es wird gegen, ihn das Fürſorgeverfahren
hean=
tragt werden.
n. Auerbach, 29. Okt. Gemeinderatsſitzung Mittwoch,
den 2. November, abends 7 Uhr, findet unter dem Vorſitz des Herrn
Bürgermeiſters Blickensdörfer eine öffentliche Sitzung mit nachfolgender
Togesordnung ſtatt: Beſtimmung der Abſtimmungsvorſteher,
Stellver=
treter uſwp. zur Landtagswahl, Vergebung der Plätze uſw. zur
Kirch=
weihe, Verkauf von Grabſtätten, Antrag auf eine Verbindung zwiſchen
Heinrich= und Blücherſtraße, Aeußerung zur Anſtellung eines
Schulver=
walters, Stellungnahme zum Pachtvertrag Boehringer Söhne,
Mann=
heim. — Kirchweihe. Sonntag, den 6., und Montag, den 7. Nov.,
findet das hieſige, ſtets gern und viel beſuchte Rirchweihfeſt ſtatt.
das bisher Erreichte noch unzulänglich. Unſere Währung iſt gefeſtigt,
das ſei allen Inflationsgerüchten zum Trotz auch an dieſer Stelle noch
einmal feſtgeſtellt, ſo daß kein Sparer zu befünchten braucht, noch einmal
um den Ertrag ſeiner Arbeit gebracht zu werden. Wer ſpart, gibt der
Wirtſchaſt Kredit und hilft dadunch mit, daß die Not in allen
Erwerbs=
zweigem, in der Landwirtſchaft, in Gewverbe und Induſtrie gelindert
wird. Ein blühendes Wirtſchaftsleben kommt aber letzten Endes dem
Sparer ſelbſt wieder zugute. Der Weltſpartag ſei deshalb ein Mahnruf
an das deutſche Volk, durch Sparen zur Beſeitigung der wirtſchaftlichen
Not mit beizutragen. Die Spargelegenheiten für das deutſche Volk in
Stadt und Land ſind unſere Kreditgenoſſenſchaften und die
Konſum=
vereine.
Freier Ausſchuß der deutſchen Genoſſenſchaftsverbände.
Reichsverband der deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften e. V.
Gennes.
Deutſcher Genoſſenſchaftsverband e. V.
Stein.
Generalverband der deutſchen Raiffeiſen=Genoſſenſchaften e. V.
Freiherr von Braun.
Zentralverband deutſcher Konſumpereine e. V.:
Bäſtlein.
Kaufmann.
Ap. Bensheim, 28. Okt. Autounglück in der
Roden=
ſteinſtraße. In der Rodenſteinſtraße, an giner gefährlichen Kurbe,
verſuchte ein von einem Geiſtlichen aus Baden geſteuerter, unmittelbar
aus der Fabrik kommender Adlerwagen einen Laſtkraftwagen, zu
über=
holen, wurde jedoch hierbei von dieſem erfaßt, überſchlug ſich und
be=
grub ſeinen Herrn unter ſich, ohne daß dieſer jedoch ernſthaft zu
Scha=
den kam. Nach Anlegung von Verbänden im hieſigen Hoſpital konnte
der unglückliche Automobiliſt — allerdings mit der Eiſenbahn — ſeine
Heimreiſe fortſetzen. — Zinsfüße der Bezirksſparkaſſe
Bensheim=Zwingenberg. Dunch die Erhöhung des
Reichs=
bankdiskonts veranlaßt, vergütet die Bezirksſparkaſſe Bensheim
Zwin=
genberg derzeit für Spareinlagen 7 Prozent, für Guthaben im Scheck=
und Kontokornentverkehr 5 Prozent Zinſen. — Vom Bensheimer
Dürerbund. Der Dürerbund Bensheim hielt am Mittwoch im
Bahnhof=Hotel” ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab, um den
Jahresbericht des Vorſitzenden entgegenzunehmen, den Vorſtand neu zu
beſtätigen und über das nere Jahrespvogramm zu beraten. Für die
nächſte Woche iſt ein. Rilke”=Abend vorgeſehen. — Todesfall. Der
frühere Schutzmann Deſaga, auf Grund ſeiner langjährigen Dienſtzeit
eine ſtadtbekannte und geachtete Perſönlichkeit iſt, 79jährig, geſtorben.
42. Heppenheim (Bergſtr.), B. Okt. Stiftungsfeſt des
katholſſchen Arbeiterinnenvereins. Der katholiſche
Ar=
beiterinnenverein feierte ſeim Stiftungsfeſt. Die Feier wurde
einge=
leitet durch einen Liedervurtrag. Die Begrüßungsanſprache hielt der
Präſes des Vereins, Hockw. Herr Kaplan Lenhard. Im
Mittel=
punt ſtand die Feſtrede des Heurn Kapluns Krüger von Lorſch. In
feſſelndem Vortrag ſprach er über das Thena: „Wie ſtehen Glaube,
Hoffnung und Liebe zur chriſtlichen Arbeit=”, Reicher Beiſall lohnte die
mit vielem Verſtündnis für die chriſtliche Arbeſterjngend vorgetragenen
Ausführungen. Hochw. Herr Prälat Miſchler ſprach daran
an=
ſchließend herzliche Worte zu den Erſchienenen. Hübſche Luſtſpiele,
Singſpiele und Liedervorträge trugen viel zur Verſchönerung des
Abends bei, und die ſehr guten Leiſtungen aller Mitwirkenden wurden
mit reichem Veifall belohnt.
9. Lampertheim, B. Okt. Tödlicher Motorradunfall.
Am Sägewerk von Heß u. Röhrig an der Straße nach Neuſchloß
ver=
unglückte heute vormittag der 18jährige G. F. Wetzel mit dem
Motor=
rad ſeines Schwagers. Kurz vor 8 Uhr hatte er ſeinen 12jährigen
Bruder in der Schule abgeholt, um mit dieſem vor Beginn des
Unter=
richts noch eine kleine Fahrt auf der bezeichneten Straße zu unternehmen.
Auf der Rückfahrt gelang es ihm nicht, bei dem vielleicht etwas
ſchar=
fen Tempo die Kurve richtig zu nehmen, und er rannte gegen eine
Telegraphenſtange. Schwer verletzt blieb er mit einem Schädelbruch
liegen, während ſein Bruder mit einigen Abſchürfungen davonkam.
Nach dem Krankenhaus verbracht, iſt er dort wenige Stunden danach
verſchieden.
a. Aus dem Kreiſe Offenbach, 28. Okt. Wer als Gewerbetreibender
in das Handelsregiſter eingetnagen iſt, muß Beiträge zur Induſtrie=
und Handelskammer zahlen. Es iſt aber nicht ausgeſchloſſen, daß er
daneben noch gehalten iſt, auch Handwerkskammerbeiträge zu
ent=
richten. Es iſt gewiß ein unbefriedigender Zuſtand, daß die größeren
Betriebe in dieſer Beziehung nicht gleichmäßig behandelt werden. In
manchen Gemeinden ſind nämlich die eingetragenen Firmen nur zu
einer Kammer und Leiſtung veunnlagt. Es kommt darauf an, ob das
Amt, das die Verzeichniſſe und damit die Unterlagen für die Erhebung
der Beiträge zur Handwerkskammer zu beſchaffen hat, den Betrieb, der
ſchon mehr fabrikmäßig betrieben wird, in ſeine Liſte aufnimmt. Da
die Induſtrie= und Handelskammer, wie der neuerdings geänderte Name
doch zweifellos auch ausdrücken will, auch die Induſtrie vertreten kann
und ſoll, ſetzt die verſchiedene Behandlung natürlich erſt recht böſes
Blut. Es kommt hinzu, daß die Beiträge zur Handwerkskammer auch
noch größer als die Anforderungen zur Induſtrie= und Handelskammer
ſind. Auf alle Fälle wollen aber auch unſere Induſtriellen nicht der
Hendwerkskammer verpflichtet ſein. Eine Aenderung der Geſetzgebung
in der Weiſe, daß nur Beiträge zu einer Kammer zu leſten ſind, die
willkürliche Behandlung alſo aufhört, iſt dringend zu wünſchen, damit
die Klagen aus den gewerblichen Kreifen aufhören.
I. Gau=Algesheim, B. Dkt. Wegen des auf den kommenden
Diens=
tag fallenden Allerheiligenfeſtes findet der Ferkelmarkt der
ber=
einigten Schweinezuchtvereine des Kreiſes Bingen am
Donnerstag, den 3. November, vormittags, in Gau=Algesheim ſtatt. —
Vom Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt erhielt der Pferdekneht
Franz Joſef Hellmeiſter von hier, imn Dienſten ſtehend bei Bürgermeiſter
Hattemer, für treue Tierpflege eine Ehrenurkunde nebſt einer
Geldprämie. — Der Herbſt iſt dahier in vollem Gange. Die
Quali=
tät iſt gut, während das Quantum zu wünſchen übrig läßt. Es wurden
Moſtgewichte bis zu 87 Grad erzielt.
Lpd. Bad=Nauheim, B. Okt. Vom Dach geſtürzt. Geſtern
nachmittag fiel das ſiebenjährige Kind des Taglöhners Roſenbecker, in
der Hauptſtraße von dem zehn Meter hohen Hausdach, wo die Mutter
Wäſche zum Trocknen aufhängte. Das Kind wurde in hoffnungsloſem
Zuſtand ins Krankenhaus gebracht.
h. Vom Vogelsberg, 28. Okt. Notlandung wegen Nebel.
Das Poſtflugzeug Berlin—Frankfurt, das jeden zweiten Tag den
Vogelsberg paſſiert, mußte geſtern infolge dichten Nebels bei
Ber=
muthshain umkehren und bei Herbſtein notlanden. Tags vorher mußte
ein anderes Flugzeug bei Grebenhain Lehrt machen, da es ihm
unmög=
lich war, die Nebelſchwaden zu durchfliegen, ohne in Gefahr zu geraten,
in die Wälder herabgedrückt zu werden und an den Bäumen zu
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ſchellen.
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[ ← ][ ][ → ] Seite 8
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
1. Eliſe Hugenſchütz, geb. Link, Witwe von Friedrich
Hugenſchütz, Rentner in Darmſtadt, zu //s,
2. Regine Gerlach, geb. Hugenſchütz, Witwe von
Lud=
wig Gerlach, Uhrmacher in Darmſtadt, zu /s,
3. Ludwig Hugenſchütz, Rentner in Darmſtadt, zu is,
4. a) Maria Magdalene Hugenſchütz, geb. Wenzel,
Witwe von Johannes Hugenſchütz, Rentner in Darmſtadt,
b) Minna Schmank, geb. Hugenſchütz, Ehefrau von
Wilhelm Schmank, Innenarchitekt in Darmſtadt,
c) Bertha Söder, geb. Hugenſchütz. Ehefrau von
Al=
bert Söder, Kaufmann in Freiburg i. Br.,
d) Eliſabeth Schmank, geb. Hugenſchütz, Ehefrau
von Theodor Schmank, Kaufmann in Darmſtadt,
e) Johann Hügenſchütz, Bankbeamter in Frankfurt (M.),
1) Henriette Lengfelder, geb. Hugenſchütz, Ehefrau
von Arthur Lengfelder, Diplom=Ingenieur in Zilina
(Tſchechoſlowakei),
g) Margarethe Hugenſchütz, ohne Beruf, Freiburg i. Br.
h) Helene Hugenſchütz, ohne Beruf in Darmſtadt,
Ge=
ſamtgut der ungeteilten Erbengemeinſchaft, zu ᛋ/s,
5. Jakob Hugenſchütz, Rentner in Darmſtadt, zu 1/,
im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 8. November 1927, nachmittags 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt zum Zweck der Aufhebung der
Gemeinſchaft auf Antrag des Privatmanns Jakob
Hugen=
ſchütz in Darmſtadt, Herdweg 93, vertreten durch
Bürger=
meiſter Heinrich Martin Brücher in Groß=Zimmern.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 17. Auguſt 1927 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichnete
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1927.
(142207
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk V, Band XXXIV, Bl. 2233.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am
Schätzung
VII 175” oo Bauplatz Hobrechtſtr. 1466 11728 RM.
2 VII 262½, Bauplatz am Flur=
1166 9328 RM.
graben
Regelung des Aus=
SonderFAngeho
verkaufsweſens.
Ueber die Regelung des Ausverkaufs= 1 1./HL.
weſens treten mit Wirkung vom 1.
No=
bare Ecten
melleng
vember d8. Js. ab neue Beſtimmungen
in Kraft. Dieſe Beſtimmungen ſind in
der Darmſtädter Zeitung vom 21.
Ok=
tober 1927 durch das Heſſiſche Kreisamt
Darmſtadt veröffentlicht worden und
können außerdem in den für den
Aus=
hang ſtädtiſcher Bekanntmachungen
an=
gebrachten Käſten eingeſehen werden.
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Darmſtadt, den 26 Okt. 1927. (ts16668
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öffentlich verſteigert.
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Darmſtadt, den 29. Okt. 1927.
Städt. Güterverwaltung.
Verſteigerung.
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Am Donnerstag, den 3.
Novem=
ber 1927, vormittags 8”, Uhr, wer= 1 PRUFEN
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des Stadtwaldes der Förſtereien
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Kapitänleutnant Joachim Lietzmann.
Die unſerer Schlachtflotte zu Beginn des Weltkrieges durch
ein tragiſches Geſchick aufgezwungene Untätigkeit laſtete im
be=
ſonderen Maße auf den Torredobootsflottillen. In
jahrzehnte=
langer harter Friedensarbeit auf einen Ausbildungsſtand von
den zählenden Beſatzungen nur den einen, ihre ganze
Kampf=
begeiſterung in ſich ſchließenden Leitgedanken „Ran an den
Feind!‟ Dieſer Feind aber, der nach unſeren früheren
Anſchau=
ungen bereits am erſten Kriegstage vor den Toren unſerer
Häfen erwartet wurde, blieb aus, und ſtatt des friſchfröhlichen
Angriffs war unſerer „ſchwarzen Kunſt” das ewige
Einerlei eines ſich ſtets gleichbleibenden Vorpoſtendienſtes
be=
ſchieden, unterbochen nur von Zeit zu Zeit durch die notwendige
Brennſtoffergänzung.
Da brachte endlich Mitte Oktober die Nachricht von einer
geplanten Unternehmung an die feindliche Küſte die erſehnte
Abwechſlung. Es war der erſte weitreichende
Torpedobootsvor=
ſtoß des Krieges. Zur Schädigung des ſtarken Verkehrs an der
britiſchen Küſte ſollte die hierzu auserſehene 7. Halbflottille
die Themſemündung bezw. den Eingang zum Engliſchen Kanal
überraſchend mit Minen verſeuchen.
Bei der Länge des Anmarſchweges und den damit
verbun=
denen Zufälligkeiten ſtand den Booten eine ungemein ſchwierige
Heimkehr mußten in Anbetracht der zu erwartenden feindlichen
Gegenwirkung von vornherein höchſt zweifelhaft ſein. Es war
daher nur zu bedauern, daß die Geſamtkriegslage nicht damals
ſchon die Entſendung modeinerer und ſchnellerer Boote erlaubte.
Begeiſterung der vier Torpedobootsbeſatzungen zu dämpfen,
denen es als Erſten vergönnt war, aus der bisherigen Un= Rohr, auf nur 300 Meter der zweite und dritte. Um
Haares=
tätigkeit an den Feind zu kommen. Und als der
Halbflottillen=
chef, Korvettenkekitän Thiele, gemäß dem Befehl des Flotten=
Betroffenen immer wieder, an Bord gelaſſen zu werden. Das
Vaterland rief. Wie ſollten ſie da zurückſtehen?. Das war
Männer erfüllte. Spätere in der kugelſicheren Nähe des
heimi=
ſchen Ofens künſtlich geprägte Schlagworte vom „
Kadavergehor=
ſam” und „fluchbeladenen Militarismus” waren ihrem
kerndeut=
ſchen Empfinden von Grund aus fremd.
erſten Dämmern des ſchickſalsſchweren Tages die Ems berließen.
das letzte Wahrzeichen der dahinter ruhenden Heimat, dann
wenden ſich die Gedanken vorwärts, dem Feinde entgegen.
Am fernen Horizont gibt die holländiſche Küſte der
weſt=
wärts ſtrebenden Halbflottille das Geleite. Gleichförmig
ver=
engliſchen U=Boot eine kurze Unterbrechung. Mit knapper Not
entgeht letzteres durch Schnilltauchen der drohenden
Ver=
nichtung.
man in England in Kürze von ſeinem Anmarſch unterrichtet
rung ſeiner Aufgabe erſchweren, wenn nicht gar unmöglich
machen. Doch weit davon entfernt, die einmal begonnene Un= aufgenommen.
ternehmung abzubrechen, ſetzt er nach einem zur Verſchleierung
ſeiner Abſichten in Sichtweite des Leuchtturmes von Terſchelling
nordwärts geſchlagenen Haken ſeine Fahrt fort, um im Schutz
bringen. Er ahnt nicht, daß der Feind trotz ſtrengſter Geheim= der Lage, ſich dieſe letzten Fortſchritte in der Technik zu erwerben.
haltung bereits ſeit Tagen über alle Einzelheiten unterrichtet iſt
Ein Unſtern waltet von Anbeginn über der Fahrt. Von
britiſchen Schiffe im Anmarſch: der ſoeben erſt in Dienſt geſtellte
Kreuzer „Undaunted” und vier ſchnelle, unſeren Booten an geſelſchaft werden für ſich ſelbſt ſprechen. Alſo hören Sie ſelber die
artilleriſtiſcher Armierung weit überlegene Zerſtörer. —
Ohne Zwiſchenfall verrinnen weitere 5 Stunden. Es iſt
3 uhr nachmittags geworden. Wallende Dunſtſchwaden ver=
Handelsdampfer zu einem undurchſichtigen Schleier. Die
Span=
nung wächſt. Nicht lange mehr, dann ſind die britiſchen Gewäſſer
De Iim Hihe im Hrgaſife eien erlfir ein
Kreuzer und vier Zerſtörer!
Auf den deutſchen Booten iſt ſofort alles auf
Gefechts=
ſtationen. Die Minen, nunmehr unnötiger Ballaſt, werden
un=
ſcharf über Bord geworfen. Mit höchſter Fahrt dreht die
Halb=
flottille ab. Das Mißverhältnis der beiderſeitigen Kräfte macht
einen Angriff von vornherein ausſichtslos. Doch der Feind iſt
ſchneller. Die Entfernung wird zuſehends geringer. Jetzt, auf
achttauſend Meter, blitzt es drüben auf. Aufſchäumend
zer=
berſten in unmittelbarer Nähe die Granaten. Ein Entrinnen
bis dahin unerreichter Höhe gelangt, kannten ihre nach Tauſen= iſt nicht mehr möglich, zumal ein an ſich gerinfügiger
Maſchinen=
ſchaden S 118 in ſeiner Geſchwindigkeit behindert.
Angeſichts dieſer Lage faßt der Führer einen verzweifelten
Entſchluß. Was er ſo oft geübt, was jedem
Torpedoboots=
fahrer an friedlichen Manövertagen daheim auf Helgolands
wogender See immer wieder das Herz höher ſchlagen ließ, das
macht er zur Tat. Im Augriff liegt ſeine einzige Rettung. Mit
ſchäumender Fahrt bricht die Halbflottille vor. Die
hochauf=
ſpritzende See überflutet das Deck und durchnäßt die
Geſchütz=
bedienungen, die in heißer Erwartung des Augenblickes harren,
da ſie das tödliche Feuer des übermächtigen Gegners mit ihren
5=am=Geſchützen erwidern köynen.
Doch was hilft aller Heldenmut, was nützt es, daß auch der
Feind leidet, und daß ſich, von einem deutſchen Torpedo
her=
vorgerufen, auf einem der Zerſtörer unter ſchwarzem Qualm
eine ſchwere Exploſion ereignet! Das Kriegsglück iſt heute auf
Seiten der Engländer — Ncch 10 Minuten bereits ſchließen
ſich die Wogen über S 115. Nur eine leichte Rauchwolke
kenn=
zeichnet die Stätte, auf der ein Häuflein Ueberlebender ſchiff=
Aufgabe bevor. Der Ausgang und noch mehr die glückliche brüchig treibt. Noch im Angriff begriffen, folgen kurz darauf
S 117 und S 118 mit wehender Flagge den Kameraden in die
Tiefe nich.
Nur einer wehrt ſich noch verzweifelt gegen die Uebermacht:
S 119, das Führerboot. Des raſenden Geſchoßhagels unge=
Der Ernſt ihrer Lage vermochte indeſſen nicht die jubelnde achtet, nähert es ſich auf dichteſte Entfernung dem feindlichen
Flaggſchiff. Auf 800 Meter verläßt der erſte Torpedo ſein
breite entgeht die hart abdrehende „Undanted” ihrem
Unter=
gang. Zugleich aber iſt das Schickſal auch dieſes letzten
Ge=
chefs jedem einzelnen freiſtellte, noch vor dem Auslaufen von treuen beſiegelt. Mehr als die Hälfte der Beſatzung iſt auf den
Bord zu gehen, trat keiner vor. Trotzdem wurde, wer nicht Gefechtsſtationen niedergeſunken. Sämtliche überlebenden
Offi=
dringend gebraucht wurde, zurückgelaſſen. Doch auch dieſe Maß= ziere, darunter der Halbflottillenchef und Kommandant, ſind
nahme begegnete Schwierigkeiten. Tränenden Auges baten die ſchwer verwundet. Um das Boot nicht in Feindeshand fallen zu — Thomas: Arie der Titania: „Titania iſt herabgeſtiegen” as
laſſen, gibt letzterer den Befehl zum Anſchlagen der
Spreng=
patronen. Dann wird er von einem Granatſplitter dahin=
Kameradentreue, das war der echte alte Soldatengeiſt, der dieſe gerafft. Kurz darauf fällt auch der Halbflottillenchef. Das
Boot aber geht in noch immer wütendem Artilleriefeuer des
Feindes mit wehender Flagge in die Fluten.
So fand die Halbflottille Thiele unter Offenbarung des
auch im Sterben noch ſo ſieghaften Torpedobootsgeiſtes unweit
In langen Schwaden lagerte der Oktobernebel auf der glat= der Stätte, da kurz zuvor ein Weddigen ſeine, erſte Großtat
ten See, als die vier Boote S 115, S 117, S 118 und S 119 im vollbrachte ihr ehrenvolles Grab. 1 Offizier, 11 Unteroffiziere
und 21 Mann wurden von den engliſchen Zerſtörern gerettet.
Drei donnernde Hurras grüßen den Leuchtturm von Borkum, 11 Offiziere aber, 61 Unteroffiziere und 152 Mann ſind geblieben.
Geſchäftliches.
„Die Stimme ſeines Herrn” und ihre Dirigenten.
Oskar Fvied. Erich Kleiber Otto Klemperer Pietro Mascagni, Dr.
rinnen die Stunden. Nur einmal bringt im Laufe des Vor= Haus Pfitzner. Dr. Max von Schillngs. Profeſſor Franz Schreker Dr.
mittags unweit der Inſel Ameland die Begegnung mit einen Richard Strauß dirigierten ausſchließlich für die Deutſche Grammophon=
Aktiengeſellſchaft. Dieſe „Grammophon”=Schallplatten, dieſe elektriſchen
Raumtonaufnahmen (Plyfar=Serie) ſind Höchſtleiſtungen phonetiſcher
Kunſt. Die Wiedergabe auch der größten Klangkörper iſt abſolut ori=
Der deutſche Führer erkennt zwar gedankenſchnell die Be= ginaltreu. Jedes Inſtrument kommt voll zur Geltung. Die „
Grammo=
deutung dieſes Zuſammentreffens. Denn ohne Zweifel wird phon’=Schallplatten der Deutſchen GrammophonAktiengeſellſchaft in
ſolcher Vollkommenheit haben natürlich einen unſchätzbaren Kulturwert.
Ganz beſonders ſei auch noch auf die Orgelaufnahmen, geſpielt von
ſein. Die ſofort einſetzende Gegenwirkung wird die Durchfüihs Profeſſor Afrec Sittard, hingewieſen. Dieſe Original=Orgelaufnahmen
ſind in der Michgelskirche in Hamburg, auf der größten Orgel Europas,
Wenn man die nach patentierten neueſten elektriſchen
Aufnahmever=
fahren hergeſtellten „Polyfar”=Raumtonplatten auf dem Muſikinſtrument
„Elektri=Grammophon” hört, ſo iſt das ein Ereignis, das ſich erſtens
niemand entgehen laſſen darf und zweitens iſt durch die verſchiedenen
der kommenden Nacht dennoch ſeine Ausſaat zur Reife zu Preislagen der einzelnen Typen von „Elektri=Grammophon” jeder in
Niemand verſäume, ſich in den offiziellen Verkaufsſtellen der
Deut=
ſchen Grammophon=Aktiengeſellſchaft dieſe Erzeugniſſe unverbindlich vor=
Harwich her ſind ſeit dea frühen Morgen fünf der modernſten führen zu laſſen und man wird ſelber zu der Anſicht kommen, daß es
nichts Beſſeres gibt. — Die Taten der Deutſchen Grammophon=Aktien=
Erzeugniſſe der
„Stimme ſeines Herrn!“
Unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Flugblatt „Weltſpartag Audſand und Heſche Nachichten:Mar Streeſei ſiu Soont: De Eugen Bhlalk.
miſchen ſich mit dem Hauch vereinzelt auftauchender neutraler 1997” bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen. für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſ: Andreas 2u
Das Waſchen farbiger Wolſachen. Gerade jetzt, wo die kalte
Jahres=
zeit einſetzt, wird ein praktiſcher Ratſchlag in dieſer Frage gewiß
be=
erreicht. Gleichförmig nahlen die Schrauben, bahnen ſich die grüßt werden, zumal es ſich bei den Sachen, die gewaſchen werden, ja
vier Boote ihren Weg, dem Feinde, dem Verhängnis entgegen.. oft um farbige und empfindliche Sachen handelt. Das Waſchen farbiger
Da plötzlich zerteilt ſich der Dunſt. Mit Windeseile brichts Wollſachen geſchieht am vorteilhafteſten in einfacher kalter Perfil=
—
Nummer 301
Jauge die unter größter Schonung der Farben jeden Schnutz Delan
löſt. Die Reinigung ſoll nur in leichtem Eintauchen und
Durchdrüche=
beſtehen, niemals ſoll man wollene Sachen reiben oder gar auswringmn
Nach dem Waſchen ſpült man in klarem Waſſer, dem etwas Küchenens
beigegeben iſt und rollt das betreffende Stück, gut in Form gezogen.
einem weißen Tuch ein. — Wollene Unterkleidung wird durch di
Perſilwäſche ſchmiegſam und weich; beſonders ſollte man die Untem
kleidung ſolcher Peronen, die eine etwas empfindliche Haut haben, ime
mer nur mit Perſill waſchen!
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 30. Oft. 8.30: Morgen jer, veranſt. vomt Wartburſt
gerein Frankfurt a. M. O 11.30: Von Kaſſel: Prof. Fechuer
Die Erziehung meines Kindes zur Kunſt und durch die Kunſt glg=
Mittagsſtändchen, veranſt von der Zigeunerkapelle. Desc5 B
die . Caeeilie, Viſion. — Saint=Sgens:= Zwei Arien aus Sonſo
und Dalila. — Maſſenet: Dramatiſche Szenen. Mitw.: Beitu 7
Mergler Alt). o 18: Geheimrat Bieſe: Alekis Kivi, ein fimiſche
Dichter. 6 19: A. Geßner: Die Altersrente und Hinterbliebenen,
verſorgung für die Angeſtellten durch die Angeſtelltenverſicherung
20: Uebertr, aus dem großen Saal des Kurhauſes Wiesbaden=
Konzert des Mexianiſchen Na ional=Orcheſters. Dir.: Prof.
Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag, 30. Oktober. 11.30: Evangeliſche Morgenfeier, Leit,
Stadtpfarrer Fritz, Stuttgart. Mitw.: Adolf Morlang Violnel
Harold Henning (Klavier und Harmonium). 13.15: Schaſt
plattenkonzert. 8 15: Kurzgeſchichten: K. Köſtlin lieſt die Novelle
„Bahnwärter Thiel” von Gerhart Hauptmann. o 16: Konent
Leit. Carl Strupe. Mitw.: Martha Körner. Kammerſänger Julius
Neudörffer=Opitz, Arthur Haagen, Funkorch. 15. Darbietungen
S 18: Sportfunk. o 18.15: Heinz Neuberger. Nürnberg: Go
das älteſte Brettſpiel der Welt. O 18.45: Dichterſtunde: Friedrich
Wolf lieſt aus eigenen Werken. O 20: Bunter Abend. Leit: Henſ
Mitw.: Martha Körner. Käte Mann Elſe Klenke. Mar von
Wiſtinghauſen, Franz Kirchberger. Fritz Künſtner, Fred Högl,
Ernſt Stoclinger, M. Heye Funkors. Keler=Bela: RacoeznLi
„Mignon‟. — Rimsky=Korſakow: Hindulied a. „Sadko‟ — Gol
termagn Andante aus dem 1. Violoncellkonzert. — Brahms: 10g
Tänze Nr. 1 und 3. 0 Strauß: Frühlingsſtimmenwalzer. — Mit
ſorgsky: Der Floh. — Poliakin: Le canari. Raff: Capatin.
(Violinſoli). — „Weißer Wein”, Komödie von Max Hene. Nerl,
Dr. Fred Harms. Lola, ſeine Frau. Ernſt Lauffer. Der Dien
— Ziehrer: Alt Wien, Walzer. — Jeſſel: „Erklingen zum Tan
die Geigen” aus „Das Schwarzwaldmädel”. — Des Kindes Schun
— Lehar: Ging da nicht eben das Glück vorbei. — Larfari W.
Hene).” — Michaelis: Türkiſche Scharwache. — „Die Perle!
Schwank von M. Heye. Perſ.: Der Herr. Die gnädige Faut
Minna. Auguſt. — Siede: Chineſiſche Straßenſerenade. — Miſt
Wenn Charly Charleſton tanzt. — Gruber: Die alte Ur
Strauß: „Spiel ich die Unſchuld vom Lande”, aus der Operit
Die Fledermaus”. — Wörtſchach: In Reih und Glied. Maſt
O 22.40: Sport.
Berlin.
Sonntag, 30. Okt. 9: Morgenfeier (Reformations=Vorf
Mitw.: E. Anderſohn, Chor der Zwinglikirche. J. Schulzke Bi4
rezit.), Gerda Reichert (Violine), Hertha Mack=Reichert (Füud
Pfarrer Lic. Koch. Berlin=Lichterfeld. 0 12: Uebertr, aus imn
Plenarſaal des Herrenhauſes (Veranſtaltung des Verbandes deuſif
Erzähler). Fr. W. Biſchoff. Einf. Worte; J. Schaffner, Gdd
Schneeſturm in Alaska, Hinrichtung nach dem Tode. Gel. vn 9
Franck. — Friedrich Grieſe. Einf. Worte; J. Schaffner, A8 M
Roman Winter. Gel. von Maria von Faber du Faur. 0 11944
Politik und Philatelie. S 15: S. Wilke: Bodenbearbeit/ W
Fruchtfolge vom Standpunkte des Pflanzenſchutzes. 0 153 fi
unſere Kleinen. Die Abenteuer des Kapitän Funk. / 3
Unterhaltungsmuſik. ausgef. von Dr. Becces Kammerorch ” 94.
Köhn: Vom roten Faden und von anderen Sticheleien. 7 96=
Dr. Hoffmann: Sparen — ein moderner Gedanke ſzu M
ſpartag am 31. Oktober) o 19.30: H. J. Jaretzki: Bültt i
der Bildhauerin Renee Sintenis und dem Zeichner Rudoſ ſut
mann. O 20: J. Delmont: Des wilden und des zahmen Tuls
Gefühlsleben. 20.30: Berliner Schauſpieltheater. Mar Reutalt
Einl.: F. Holländer. Mitw.: Lucie Höflich. Hedwig Wangl. 0i
Kanßler. E. v. Winterſtein. 0 22.30: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen Sonntag, 30. Oktober, 14.30: S94
0 18: Prof. Titius: Natur und Gott. 0 18.45: Prof. Hel: 90
gangenes und Gegenwärtiges aus dem Berliner Zoo. 0 19.46. 90
Rieſſer: Weltwartag.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Poliſt und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feutſtan, 901 2 1
„Die Gegenwalt”. Dr. Herbert Neitei ſu den Iergtentel: Wiſit Au0ſich
und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſtadt
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Vaters, die der elb auf Ausſtellungen errun”
hat Wilhelm Brun er denſelben Anteil wie ſeine?.
da derſelbe in den vä erlichen Anlagen ab eiſ
tätig war und die Auszeichnungen mit eringel ”
Groß=Zimmern, den 29. Oktober!
Philipp Ohl, Maurermeisiell
mummer 304
Sonntag, den 30. Oftober 1927
Seite 11
Farbige Wollſachen werden
in kalter Perſillauge leicht
durchgedrückt und in
gleich=
falls kaltem Waſſer mit
et=
was Efſigzuſatz geſpült.
Fommt
die deit del
Gamemmneldang.
Die farbigen Schals, die
bun=
ten Wolljacken, Strickrleider
und Mützen werden wieder
hervorgeholt. Und es macht
gar keine Mühe, ſie zu neuem
Glanz erſtehen zu lafſen!
Etwas Perſil, etwas kaltes Waſſer
das iſt alles, was nötig iſt.
In alter Friſche leuchten die
Farben, duftig und ſchön iſt
jedes gewaſchene Stück!
Wollene Unterkleidung verliert alles
Rauhe und Spröde; ſie wird ſchmiegſam
und weich; ſelbſt die empfindlichſte Haut
verſpürt keinerlei Reiz.
Lernen Sie endlich erkennen, daß es
für Wollſachen kein vorteilhafteres
Waſchmittel gibt als Perſil, und
ler=
nen Sie vor allem verſtehen,
wie billig dieſes Waſchen iſt!
Genaue bebilderte Waſchanleitung verſendet
koſten=
frei der Verlag Henkel & Cie, A.=G., Düſſeldorf.
Zum Trocknen die Stücke
auf weißen Tüchern
aus=
breiten.
Wolle nicht aufhängen.
ut
A
Mroas Scae Sacmiffet fe Sote
4
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Sonntag, den 30. Oftober 1927
Nummer 301
Familiennachrichten
Die Geburt einer Tochter
zeigen in dankbarer Freude
an
Pfarrer Lambert und Frau
Käthe, geb Pültz.
Saalburg (Saale),
28. Oktober 1927.
28919
Statt Karten.
Meine Verlobung mit Fräulein.
Liſelotte Sartorius
Tochter des Herrn
Apotheken=
beſitzers Wilhelm Sartorius und
ſeiner Frau Gemahlin Blandine,
geb. Rall, zu Oxenhauſen /Wttbg.)
beehre ich mich anzuzeigen
Berthold Schwan
Reg.=Ra. 16838
Erbach i. O., z Zt Gießen,
den 30. Oktober 1927.
Profeſſor Ludwig Horſt
Studienrat
Frau Anna Horſt
geb. Frieß ( 28703
Vermählte
Lauterbach
Butzbach
29. Oktober 1927.
Stat Karten.
Heinrich Kehr
und
Frau Käte, geb. Gunder
Vermählte 1228947
Darmſtadt
Lindenhofſtr. 15 Beſſungerſir. 39
Für die uns anläßlich unſerer
Vermählung in ſo zahlreſchem Maße
dargebrachten Glückwünſche ſagen
wir auf dieſem Wege unſeren herz=
28809
lichſten Dank.
Anton Spohr und Frau
Eliſabeth, geb. Vock.
Neuſtadt i. Odw., den 30. Okt. 1927.
Für die uns anläßlich unierer ſilbernen
Hochzeit in ſo reichem Maße erwieſenen
Ehrungen und Aufmerkiamkeiten danken
herzlichſt
Ewald Böttcher und Frau
Lucie, geb. Epheſer
16799)
Nieder=Ramſtadt.
Krieger=
Militär=
verein Blücher.
Geſtern Nacht verſchied unſer
treuer Kamerad und langjähriges
Mitglied
Herr
Jakob Schnauber
Gaſtwirt.
Die Beerdigung findet Montag,
den 31. d. Mts., vormittags 11 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
18881. Der Vorſtand.
Dankſagung.
Für die vſelen Beweiſe herzlichſter
Teilnahme, ſowie die zahlreichen
Blu=
men= und Kranzipenden bei der Be
erdigung unſeres lieben Entſchlafenen
Jean Bernius
ſagen wir Alle unſeren innigſten Dank.
insbeſondere danken wirHerrn Pfarrer
Köhler für die troſtreichen Worte am
Grabe, den Schweſiern, ganz beſonders
Schweſter Martha ſür die aufopfernde
Ofiege und nicht zuletzt den Kranken
im Zimmer 10 des Eliſabethenſtifis für
ihr tiefes Mitemfinden und Mithilie.
ſowie die Kranzniederlegung am Grabe.
Im Namen der Hinterbliebenen
Georg Bernius
Kaupſiraße 51 (*288
Statt Karten.
hre/Verlobung beehren sich
anzu-
zeigen:
Friede Nettesheim.
Dr Kurt Lucken
Gerichtsassessor
(*28812
Darmstadt
Geldern (Rheinland)
Wendelstadtstr. 27
Südwall 35
Oktober 1927
Todes=Anzeige.
Donnerstag, den 27. Oktober 1927 abends
11 Uhr, verſchied unerwartet durch Schlaganfall,
mein lieber, guter Mann, mein treuſorgender Vater,
Bruder, Schwager und Onkel
Sutbe eunaasel
Gaſtwirt und Stadtverordneter
im 58. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſe Schnauber, geb. Wagner
Elſe Schnauber
Katharina Keller.
Darmſtadt, den 28. Oitober 1927. ( 28889
Alexanderſtr. 12.
Die Beerdigung findet Montag, den 31. Oktober
1927, vormittags 11 Uhr, auf dem alten Friedhof
an der Rieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Von Beileids=Beſuchen bitten wir höfl. abſehen zu
wollen.
Nachruf.
Durch den unerwarteten Heimgang unſeres
1. Vorſitzenden des Aufſichtsrates
Herrn
Suiut Sanaser
hat unſere Kaſſe einen herben Verluſt erlitten.
Seit ungefähr 10 Jahren gehörte der Verſtorbene
dem Aufſichtsrat unſerer Kaſſe an und begleitete
während 7 Jahren das Amt des 1. Vorſitzenden.
Wir verlieren in ihm zunächſt einen Freund
und Gönner nnſerer Selbſthilfe=Einrichtung, dem
jederzeit das Wohl der Kaſſe am Herzen lag. Seine
reichen wirtſchaftlichen Erfahrungen und ſeine
aus=
gedehnten Beziehungen zu den übrigen Landes=
und Spitzenverbänden leiſteten uns ſtets wertvolle
Dienſte. Seiner liebenswürdigen Bereitwilligkeit,
ſowie ſeinem energiſchen Eintreten iſt es
mitzu=
danken, daß unſere Kaſſe vor Jahren nicht dem
Inflationsmoloch zum Opfer fiel und den heutigen
Wiederaufſtieg nehmen konnte.
Wir werden ihm für alle Zeit ein ehrendes,
dankbares Andenken bewahren.
Aufſichtsrat und Direktion
der Haftpflichtkaſſe deutſcher Gaſtwirte
B. a. G.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1927.
(16888
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Geſtern Abend verſchied ſanft nach kurzer
Krank=
heit meine innigſtgeliebte Frau, unſre gute,
treu=
ſorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter,
Schwägerin und Tante
Frau
Malhnee Aoraner
geb. Kramer
kurz nach Vollendung ihres 65. Lebensjahres.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. Ludwig Noellner.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1927. 16863
Die Beerdigung finder Montag, den 31. Oktober,
vormittags ½12 Uhr, von der Kapelle des
Fried=
hofs an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Wie ſchütze ich mich vor Grippe und anderen anſteckenden
Krankheiten? Durch
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ermak
hervorragend antiſeptiſche Mundtabletten mit
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extrakt. Zu haben in allen Apotheken und Drogerien.
Medico G. m. b. H., chem. pharm. Fabrik, Konſtanz.
Todes=Anzeige.
Am 28. Oktober 1927 entſchlief
Fräulein
Kargarind Shnt
im 69 Lebensjahre
Seit dem Jahre 1829 in meinem
Eltern=
hauſe tätig, hat ſie faſt 30 Johre in treueſter
Pflichterfüllung und nie erlahmender
Arbeits=
treude meinen Eltern und ſpäter mir bis zum
letzten Atemzug ihre ganze Kraft zur
Ver=
fügung geſtellt.
Meine Familie und ich werden ihrer ſiets
in Dankbarkeit gedenken.
Mathilde Kleinſchmidt
geb. Deininger.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1927. ( 28459
plötzlich und unerwartet geſtorben iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Schütz, Rimbach (Sdenwald)
Adam Schütz, Darmſtadt.
Die Grablegung findet am Montag, 31. Oktober,
3 Uhr nachmittags, von der Kapelle des Friedhofs
Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt. (*289841
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
Blumen= und Klanzſpenden bei dem Heimgang
unſeres herzensguten Vaters, Bruders,
Schwie=
gervaters, Großvaters, Urgroßvaters, Onkels
und Schwage’s
Karl Auracher
Ober=Maſchinenmeiſter i. R.
ſagen wir Allen unſeren innigſien Dank.
Be=
ſonders danken wir dem Herrn Vorſieher der
neuapoſioliſchen Gemeinde für die troſtreichen
Worte
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Geſchwiſter Auracher.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1927
(16908
Im Gebrauch
Dankſagung.
Allen denen die mir bei der
Krank=
heit und dem Heimgange meines lieben
Mannes
Herrn
Auguſt Markert
helſend und troſireich zur Seite
geſian=
den haben, ſowie der vielen
Blumen=
ſpenden, der liebevollen Pflege der
Schweſiern im ſtädtiſchen Krankenhaus
und ganz beſonders der troſireichen
Worie des Heirn Pfarrer Berger am
Grabe ſage ich meinen tiefgefühlteſter
Dank.
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Geite 13
Das flammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
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D — laſſen Sie mich nur weiterreden. Bis vor einer Woche
m. mir auch nicht eingefallen, daran etwas Schlimmes zu
füſn Seitdem aber der Krieg erklärt iſt, beginnen unſere
Hſurkhaften uns zur Lieferung zu drängen, als hinge dieſe
diſingendwie mit dem Krieg zuſammen. Und geſtern habe ich
ſeMl finen Brief in der Hand gehabt, der an Herrn von
Düſtin=
gafürrſönlich gerichtet war und als deſſen Abſender der
eng=
liiſt Botſchafter gezeichnet hatte. Als ich ihn Herrn von
Düſtin=
ge e, war er erſt verlegen und dann recht heftig. „Wie kommt
dam fine private Angelegenheit hierher?” rief er. „Bewahren
Siſrüber Stillſchweigen, Herr Direktor. Zu dumm, daß man
miülhser mit ſolchen Dingen beläſtigt.” Ich habe deutlich
ge=
feih vie peinlich ihm der Zwiſchenfall war. Außerdem aber
gliſne ich bemerkt zu haben, Herr Doktor, daß es ein
Geheim=
buſtir, unſerer Firma gibt, von dem nur Herr Ernſtheimer und
zhron Düſtingen wiſſen.”
zifam,” ſagte ſich Herbert Brakke. Gleichzeitig aber über=
(ehe wie er ſich zu den Mitteilungen Smoleks ſtellen ſollte.
Uuß er ſchwieg, nahm der Direktor wieder das Wort:
öpffentlich verſtehen Sie, Herr Doktor, wie ich es meine,
vae ch mich mit meinen Wahrnehmungen an Sie gewendet
hauſ/ Ich paſſe ſchlecht zur Rolle eines Intriganten, und es
wüthi ebt mir, aus der Schule zu plaudern. Aber es hat mir
ſo ſſa gefallen, daß Sie gegen die Verwendung unſeres
Prä=
panas zur Munitionsfüllung ſind. Es liegt ſo viel
Charakter=
dauff ruf einen großen Gewinn zu verzichten, um bei
Maſſen=
mrſtin nicht mitzuhelfen, wie es tauſend andere kaltblütig tun
würtzn. Da habe ich es für meine Pflicht gehalten, Sie
auf=
zuhMlen.*
5e glauben alſo, daß man an England geliefert hat?”
mrolek zuckte die Achſeln. „Ich will es noch nicht
an=
nebhun. Aber es wird gut ſein, wenn Sie die Augen offen
ffentlich iſt es noch nicht zu ſpät,” murmelte Herbert
. Direktor erhob ſich.
damit iſt meine Miſſion beendet,” rief er, „und ich bitte
ochmals, mir keine Ungelegenheiten zu bereiten, Herr
öiee können ſich auf uns verlaſſen. Ihr Beſuch bleibt unſer
inmis. Und was die Sache ſelbſt anlangt” — hier bemühte
r Chemiker, möglichſt unbefangen zu erſcheinen —, „ſo
nah an, daß Sie ebenſo ſchwarz ſehen wie ich. Es wird
aufklären, und wir werden uns davon überzeugen, wie
unrecht wir Herrn von Düſtingen getan haben. Denn was
meinen Schwiegervater betrifft, ſo ſteht er über jedem Verdacht.
Tröſten Sie ſich damit, Herr Direktor, daß wir uns beide
ge=
täuſcht haben."
„Wollte Gott, es wäre ſo,” gab der Oeſterreicher zur
Ant=
wort.
Herbert gab ihm bis zum Ausgang ſeiner Villa das
Ge=
leit. Aber kaum hatte ſich hinter Smolek die Tür des
Vor=
raums geſchloſſen, kaum war der Doktor allein, als ſich der
Aus=
druck ſeines Antlitzes mit einem Schlage veränderte. Es lag
jetzt eine Spannung in ſeinen Zügen, die deutlich bewies wie
ernſt er ſelbſt die Mitteilungen des ehrlichen Direktors nahm.
Herbert Brakke ließ ſich in der Vorhalle nieder und
über=
legte, was er beginnen ſollte. War es nicht am einfachſten,
Robert Ernſtheimer die Frage vorzulegen, wieviel Wahrheit an
den Beſchuldigungen gegen ihn und Düſtingen war? Oder
ſollte er zuerſt den Gatten Ellens zur Rede ſtellen?
Doch nein, im ſtand der Bankier näher. Und er hoffte auch
von ihm zu hören, daß er ſelbſt wenigſtens ſchuldlos an allem
war, was ſich etwa ereignet hatte. Denn auch der ſchwerſte
Ver=
dacht Herberts ging nicht weiter als bis zu der Vermutung,
daß Düſtingen bei Kriegsbeginn mit den engliſchen Behörden
Verhandlungen angeknüpft hätte. An Aergeres dachte er nicht.
Zwei weiche Hände legten ſich vor die Augen des in
Ge=
danken Verſunkenen, und Käthes Lippen berührten ſeine Wange.
Sie war geräuſchlos eingetreten und überhäufte ihn mit ihren
Zärtlichkeiten, die ihn minutenlang den Sorgen entrückten. Er
nahm ſie auf ſeinen Schoß und erwiderte ihre Küſſe.
„Was wollte Smolek bei dir?” erkundigte ſie ſich.
„Nichts von Belang. Aber kannſt du mir eine Bitte
er=
füllen, Schatz?"
„Jede, Herbert.”
„So verſprich mir, daß du von ſeinem Beſuch keinem
Men=
ſchen, nicht einmal den Deinen, erzählen wirſt.”
Käthe ſah ihn befremdet an. „Gewiß verſpreche ich es. Aber
ſeit wann haſt vu Heimlichkeiten hinter dem Rücken Papas?"
Einen Augenblick lang zögerte er. Dann ſagte er ruhig:
„Nicht ich habe ihm etwas zu verbergen, ſondern er mir. Und
Smolek iſt ein Ehrenmann, der mir die Augen geöffnet hat."
„Herbert!” rief ſie vorwurfsboll. Sie hing mit großer
Liebe an ihrem Vater. Dieſe Liebe war aus dem Stolz
hervor=
gegangen, der ſie erfüllte, wenn ſie ſein Lebenswerk überſah.
„Zwiſchen uns muß Offenheit herrſchen,” antwortete der
Chemiker. Höre mich alſo an!“
In knappen Werten ſchilderte er ihr, was vorgefallen war,
und wie ſich in ihm der Argwohn gegen Duſtingen verdichtete
und der Schatten dieſes Argwohns zugleich auf ihren Vater
fiel. Käthe lauſchte ihm aufmerkſam, und um ihren kleinen
Mund bildeten ſich die Falten des Unmutes. Als er geendet
hatte, fuhr ſie ihm mit ihrer Hand durch ſein blondes Haar und
meinte:
„Du haſt recht. Aber foll ich deine Aufrichtigkeit mit dem
gleichen vergelten?"
„Ich bitte dich darum, Käthe.”
„Ich traue Düſtingen alles zu, denn ich bin die Freundin
ſeiner Frau und weiß, wie es um ſeine Moral ſteht. Ellen hat
ſich mir anvertraut und mir einen Einblick in den Charakter
ihres Mannes gewährt. Was aber Papa anlangt, nun, du
weißt wohl ſelbſt, daß er in erſter Lenie Kaufmann iſt.
Schließ=
lich will er auch nur für dich ſorgen, wenn er beabſichtigt, dein
Aquanit an eine der kriegführenden Mächte abzugeben."
„Es wäre ein ſchändlicher Vertrauensbruch.”
„Nicht ſo heftig, Herbert,” bat die junge Frau und ſchmiegte
ſich feſter an ihn, „und im übrigen geh’ erſt und ſprich mit dem
Papa. Von ihm wirſt du die Wahrheit hören.”
„Ich werde deinen Rat befolgen,” gab Dr. Brakke
ent=
ſchloſſen zur Antwort. Sanft drängte er ſie, ſich zu erheben,
und ſtand ſelbſt auf.
„Du willſt Papa ſogleich aufſuchen?”
„Ja, Käthe.”
„Aber du biſt doch zum Abendeſſen wieder bei mir?"
„Späteſtens um acht Uhr komme ich. Laß auf der Veranda
decken. Der Abend wird wunderſchön.”
„Ach, wären wir doch lieber auf dem Semmering geblieben,”
ſeufzte Käthe, „wie ganz anders war es dort! Da gab es keine
Störung und kein Alleinſein für mich.”
Sie ließ ihn nur ungern von ſich. Kaum hatte er ſich vom
Diener in den leichten Mantel helfen laſſen und den Strohhut
auf das blonde Haar geſtülpt, da fiel ſie ihm um den Hals und
benutzte die Spanne Zeit, die das Automobil zum Vorfahren
benötigte, um ſich an ſeinen Lippen ſatt zu küſſen. Ihre
Innig=
keit rührte ihn immer wieder. Es lag darin etwas
Verlangen=
des und Hingebungsvolles. Und auch ihm wurde es ſtets ſchwer,
von ihr zu ſcheiden, und war es auch nur auf kurze Stunden.
Danach ſaß er in dem Kraftwagen, der ihn in kurzen
Mi=
nuten zur Villa ſeines Schwiegervaters brachte. Aber hier
er=
fuhr er, daß Ernſtheimer noch nicht nach Hauſe gekommen ſei.
Er hatte telephoniſch gebeten, mit dem Abendeſſen auf ihn zu
warten. Es hätten ſich wichtige Dinge ereignet, die ihn in
ſei=
nem Bankhauſe feſthielten.
Doktor Brakke ließ ſich dorthin führen. Mit deutlich zur
Schau getragener Erregung betrat er das Gemach, in dem er
vor einigen Monaten Robert Ernſtheimer zum erſten Male
gegenüber geſeſſen hatte.
„Was willſt du denn bei mir zu ſo ungewöhnlicher Zeit,
Herbert?” fragte der Bankier nach der erſten Begrüßung.
„Ich komme, um dich zu warnen und dich aufzufordern, mir
gegen die geheime Tätigkeit Düſtingens in unſerer Geſellſchaft
beizuſtehen,” ſteuerte der Doktor direkt auf ſein Ziel los.
(Fortſetzung folgt.)
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Naſ an, die ſtatiſtiſche Berechnung und ſonſtige
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madterledigt waren, konnte dem Antrag der
Stadt=
gewat)” entſprechend der Brückenbau endgültig
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nehyut werden.
Tödlicher Autounfall.
elberg. Auf der Eppelheimer Landſtraße
alein 23jähriger lediger Bahnmechaniker von
einge”e rſonenauto erfaßt und zu Boden geworfen.
abeeellitt der junge Mann einen Schädel= und
„Aetkelbruch. Ohne das Bewußtſein
wiederer=
lan/qſhaben, iſt er im Krankenhaus geſtorben.
Zr Mädchenmord im Käferthaler Wald.
Anmheim. Die Mordſache Kettner dürfte
hünlich in der im Januar ſtattfindenden
Sch richtstagung zur Verhandlung kommen. Es
han)cſ—h um ein Eiferſuchtsdrama. Es darfs als
ſicheik enommen werden, daß kein direkter
Ueber=
fall iſa 1—s Mädchen, ſondern daß eine heftige
Aus=
einatgſttzung ſtattgefunden hat, in deren Verlauf
De den Revolver zog und dem Mädchen
zu=
nächfi ren Schuß in den Leib verſetzte. Als es
ſchrick jammerte und bat, er ſolle ſie doch am
„Leberna en, ſchleppte er die Zuſammengebrochene
ins düſch und brachte ihr noch Schüſſe in den
Kopfiſy nnitten durchs Herz bei, die ihren ſofortigen
Tod hih1äführten. Der Täter hatte noch eine Kugel
überſtzt
im 9½ uund verſuchte auf der Flucht, ſich zu
er=
ſchieß / Die Kugel blieb aber im Lauf ſtecken.
Eigenartiger Unfall.
ür igshafen. Der etwa 19 Jahre alte
Sohm)= Polizeidieners Schäfer in St. Alban
(Pfalißlill in dem Augenblick, als er einen Sack
hochhäf” „vollte, tot nieder. Wahrſcheinlich war er
vom qürfſchen Strom getötet worden, denn er hatte
eine giſſtri che Lampe in der Hand und deren Schnur
um dihöl ls gelegt, ſo daß wahrſcheinlich der Strom
Unfall mit Todesfolge.
Pſtädt (Pfalz). Der Korbmacher Peter
Benklite murde in ſchwerverletztem Zuſtande ins
Kranhues eingeliefert, woſelbſt er bald darauf
ſerſtauft? ach den Erhebungen iſt Benkler auf dem
Wege ſſuhz ſeiner Wohnung in ſein Meſſer gefallen,
vodur/ i ſich die ſchwere Verletzung zugezogen
hatte,
Dihürteil im Hanauer Zigeunerprozeß.
i... Der Zigeuner Hermann Herzberg, der
ahl 121 in Salmünſter ſeinen Schwiegervater
tſehä tte, iſt am Freitag vom Hanauer Schwur=
/ſtar Zubilligung mildernder Umſtände zu
ünf Ifßter Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluſt
erurtſt worden. Der Angeklagte hatte 1907 in
Zommps en Zigeuner Roſenberg erſchoſſen und
gfür /& Jahre Zuchthaus erhalten. Nach der
trafttſeiuung ſei er mit der Blutrache der
Zi=
ner riſolgt worden. Auch ſein Schwiegervater
5d/ Onkel hätten ihn mit Blutrache verfolgt.
afſumn zu einer ernſthaften Rauferei zwiſchen
ſhſeinem Schwiegervater, in deren Verlauf
WZiaeuner Roſenberg von ſeinem
Schwieger=
iwreſchoſſen wurde.
Aus Wiesbaden.
ſt” sbaden=Biebrich. Ihren ſchwveren
tſten, erlag die 17jährige Verkäuferin Maria
int, irl deren Verunglückung mit dem Fahrrad
ereits) neldet wurde. Sie war bis drei Stunden
or ihrfi=Tode bei vollem Bewußtſein, wobei ſie den
derganz ges Unglückes genau ſo ſchilderte, wie ſchon
wverichteſtl. PDas junge Mädchen hat vor ihrem
Hin=
eiden/ chl bekundet, daß den Fahrer des Laſtautos
eine El) trifft. — Vermißt wird ſei dem
4. d.*)/. das Dienſtmädchen Suſanna Gerhardt,
AeborenB8. Dezember 1903 zu Wiesbaden, 1,65
aß hellblondes, dichtes Haar, Bubikopf,
noefallenes Geſicht, blaue Augen, kleinen
A4ſtündige Zähne, kleine Hände und Füße.
Lennzeichen: linke Hand gelähmt.
Großfeuer.
ſitadt. In der hieſigen Ziegelei Ritzel
ai mittag aus bisher unaufgeklärter
Ur=
meratorenraum Feuer ausgebrochen. Der
Brand dcerertete ſich raſch über die Hälfte des etwa
Metetſorngen dreiſtöckigen Ziegeleigebäudes. Die
Pflichtfeftavähr von Igſtadt alarmierte um 13,43
Uhr die ſfuällige Feuerwehr Bierſtadt, die mit der
Freis=Lwpenfpritze, und die ſtädtiſche
Berufsfeuer=
vehr in hezchaden, die mit der großen Motorſpritze
zu Hilfeſſrar. Da das Ziegeleigrundſtück von Ritzel
nur eindEisnunnen hat, und dieſer Brunnen noch
dazu ſelſuiff iſt, ſo war es nicht möglich, das
Waſſer Am em Brunnen zum Löſchen zu
verwen=
den. EsE jab keine andere Möglichkeit, als das
Waſſer trdmm 600 Meter entfernt liegenden
Feuer=
gahn derc ſtü=dter Waſſerleitung zu benutzen. Wegen
der groſſü Enntfernung beförderte die Wiesbadener
Motorſpht daas Waſſer bis zur Bierſtädter
Lafetten=
ſpritze, L.äAnfſtellung vor der Brandſtätte
genom=
men hatm= Doie Bierſtädter Spritze gab dann mit
erſtärktcmDruck das Waſſer auf den Brandherd
weiter. etwa vierſtündiger Arbeit gelang es,
das brenfmde, Ziegeleigebäude abzulöſchen, wobei die
Bierſtädtſezeuterwehr in gemeinſamer Tätigkeit mit
er Wie llen=er Berufsfeuerwehr, die die
Löſchlei=
ung hatttſi5 ſehr wacker zeigte. Die
Pflichtfeuer=
vehr Jgſyt, die ſich bald nach dem Eintreffen der
genannteſe ööchzüge entfernt hatte, ſtellte nach 17
Uhr, nachl m! Abrücken der auswärtigen Feuerwehr,
je Braunüchre.
Eume glückliche Gemeinde.
Neugv).. Im benachbarten Freirachdorf iſt
urch dieſEtzö chelle bekannt gemacht worden: „Jeder
Bürger, /a ſſich morgen beim Gemeinderechner 50
Mark ab/cn‟" Die Zuweiſung iſt ein ſogenanntes
Buürgergeh ds s in dieſem Jahr anſtelle von
Holz=
iſen geſßn wird. Eine weitere Zuwendung iſt
ür Deze/ in Ausſicht geſtellt.
* Mochſtedter Mörder gefaßt.
Magüt burrg. Wie die Prefſeſtelle des
Polizei=
räſidiumihlnn eilt, iſt es der hieſigen Kriminalpolizei
gelungen. Mörder Gimſa aus Kochſtedt, der vor
nigen ſhn eine Arbeiterfrau erſchoſſen hat,
feſt=
erd.Dam Mörder iſt geſtändig.
Sonntag den 30 Oftober 1927
Die neuen Nobeſpreisträger für Medizin.
Ein Bekämpfer der Paralyſe.
Ein Krebs=Forſcher.
Prof. Wagener=Jauregg,
der große Wiener Pſychiater hat für ſeine
Ent=
deckung, die Paralyſe mit künſtlicher Malaria=
Infek=
tion zu heilen, den Nobelpreis für das Jahr 1927
erhalten.
Prof. Johannes Fibiger
iſt der Träger des Nobelpreiſes für das Jahr 1926.
Dem berühmten Vertreter der pathologiſchen
Anatomie in Kopenhagen iſt es gelungen, Krebs
experimentell zu erzeugen und die Entſtehung der
Krankheit zu unterſuchen.
Ein Arbeiter=Oenkmal.
Chef und Gehilfen in Erz gegoſſen.
Das Naether=Denkmal in Zeitz
ſtellt nicht nur den verſtorbenen Gründer der bekannten Aktiengeſellſchaft, Kommerzienrat Albin
Naether, ſondern auch die drei treuen Arbeiter, die gemeinſam mit dem Chef die Fabrik zu
ihrem großen Aufſtieg geführt haben, dar. Der in der Mitte ſitzende Korbmachermeiſter war
32 Jahre lang bis zu ſeinem Tode im Werke. Der Meiſter mit dem Rad iſt gegenwärtig noch
im Betriebe beſchäftigt und bereits auch 32 Jahre in der Firma. Der Schmiedemeiſter hinter
dem Amboß arbeitet, ebenfalls noch bei der Firma und iſt 17 Jahre in ihren Dienſten beſchäftigt.
Militäriſche Schulung engliſcher Studenten.
In Zivil auf dem Exerzierplatz.
Studenten der Harrow=Schule
werden in Zivilkleidung, aber unter Leitung eines uniformierten Majors, auf dem Exerzierplatz
gedrillt. Uniform erhalten ſie erſt, wenn ſie ſich endgültig für den Militärberuf entſchieden haben.
Vor Schreck geſtorben.
Herborn. In dem Dorfe Mademühlen
ver=
ſtarb am Donnerstag abend eine ältere Frau vor
Schreck an einem Herzſchlag, als ſie davon erfahren
hatte, daß das Fuhrwerk des Landwirts Becker aus
Mademühlen zwiſchen Rennerod und Herborn an
einem Bahnübergang vom Zuge überfahren worden
war. Bekanntlich wurde bei dem Unfall ein Pferd,
getötet, während der Beſitzer des Fuhrwerks und das
andere Pferd unverſehrt davonkamen.
Jugendliche Mefferſtecher.
Frankenberg. Zwiſchen einem 13jährigen
Schüler und zwei 15= und 17jährigen Burſchen kam
es in dem Dorfe Freudingen zu einem Wortwechſel,
der mit einer Schlägerei endete, in deren Verlauf der
ältere Burſche zum Meſſer griff und dem Schüler in
die Bruſt ſtach. Die Verletzung war, ſo ſchwer, daß
der Geſtochene ſofort in da Krankenhaus überführt
werden mußte.
Raubüberfall in der Hohenſtaufenſtraße.
Berlin. In der Filiale einer Färberei im
Berliner Weſten erſchien Samstag mittag ein
jun=
ger Mann, der als Kunde auftrat. Als die
Filial=
leiterin die Ladenkaſſe öffnete, beugte er ſich plötzlich
über den Tiſch, verſetzte der Ahnungsloſen
Fauſt=
ſchläge ins Geſicht, ſo daß ſie zurücktaumelte und
raubte 250 Mark. Trotz der Hilferufe der
Ueber=
fallenen gelang es ihm, zu entkommen. Auf die
Er=
greifung des Räubers iſt eine Belohnung ausgeſetzt.
Schiffe in Seenot.
London. Mehrere Schiffe wurden in der Nacht
zum Samstag während eines Unwetters an die
eng=
liſche Küſte geworfen. Es ſind Rettungsdampfer
aus=
gelaufen, um einen in Seenot befindlichen ſpaniſchen
Petroleumdampfer, der Hilferufe ausgeſandt hat,
bei=
zuſtehen. Die Fernſprechverbindungen zwiſchen
Ji=
land und England waren mit Ausnahme der Linie
London—Düblin ſechs Stunden lang unterbrochen.
Geite 15
Zum Untergang
der „Mafalda‟
Doch 321 Paſſagiere verloren?
EP. Mailand. Der holländiſche Dampfer
„Alhena” und der franzöſiſche Dampfer „Formoſa”
haben nach einem Kabeltelegramm des „Corriere
della Sera” zuſammen 884 Ueberlebende der „
Ma=
falda” ausgeſchifft. Die Schiffbrüchigen beſtätigen,
daß Kommandant Guli beim Rettungswerk verletzt
wurde, aber dieſes mit verzweifelter Energie bis zum
Untergang des Schiffes fortſetzte. Mehrere
verſtüm=
melte Leichen des Maſchinenperſonals ſchwammen in
der Nähe des Schiffes auf dem Meere. — Der
ita=
lieniſche Botſchafter in Rio de Janeiro, Baron
Atto=
lico, hat mit allen Kräften und Mitteln ſich für die
Ueberlebenden verwandt. Er begab ſich ſofort an
Bord der „Alhena” und veröffentlichte nachher eine
Mitteilung an die Preſſe, in der es u. a. heißt, die
Geſundheit der Ueberlebenden ſei im allgemeinen gut.
Die Paſſagiere der dritten Klaſſe würden nach der
Inſel Fiori in der Bucht von Rio de Janeiro
ge=
bracht, während die Paſſagiere der erſten und
zwei=
ten Klaſſe in den von der braſilianiſchen Regierung
bezeichneten Hotels einquartiert würden. Da zuerſt
für die dringendſten Bedürfniſſe der Auswanderer
geſorgt werden müſſe, könne die Identifizierung der
Ueberlebenden nicht ſofort vorgenommen werden.
Nach dem Schiffbruch waren die Paſſagiere großen
Entbehrungen ausgeſetzt, da ſie auf Deck eines
Fracht=
dampfers zuſammengepfercht waren und faſt
aus=
ſchließlich mit Schiffszwieback ernährt wurden, da die
anderen Vorräte nur für eine Beſatzung von 14
Mann berechnet waren. Der Beſatzung des „
Al=
hena” wird von den Geretteten für ihr Hilfswerk
reſtlos Anerkennung gezollt. Die nur 14 Mann
ſtarke Beſatzung hat mit drei Rettungsbooten 530
Perſonen in Sicherheit gebracht. Der Maſchiniſt
rettete allein 60 Perſonen. Nachträglich erfährt man,
daß eines der von der „Alhena” zur Rettung der
Schiffbrüchigen ausgeſandtes Rettungsboot umkippte,
wobei die heldenmütigen hölländiſchen Matroſen
er=
tranken. — Nach Ausſagen der Ueberlebenden ſind
mit dem Kapitän Guli mindeſtens 10 Offiziere der
„Mafalda” untergegangen. Der italieniſche
Bot=
ſchafter bemerkt zum Schluß, daß das
Unterſtützungs=
werk ohne Unterſchied der Nationalitäten auf alle
Ueberlebenden ausgedehnt werde.
London. Die Berichte über die Zahl der Opfer
und Geretteten der „Mafalda” laſſen noch immer
nicht klar erkennen, wieviel Menſchen verloren ſind.
Jedoch ergibt ſich aus dem Zuſammenzählen der
durch die fünf Dampfer gelandeten
Per=
ſonen, daß etwa 321 Perſonen verloren
ſein müſſen.
Der Vielgeſuchte.
Köln. Von nicht weniger als 20 Behörden
wird ein Schwindler geſucht, der ſich Liſcher
nennt. Der Gauner, der ſeine „Praxis” in vielen
Städten ausübt, kommt in beſtimmten Zeitabſchnittten
wieder nach Köln zurück. Er arbeitet immer mit
demſelben Trick. Vor einigen Tagen ließ er ſich
mit einer Aerztin fernmündlich verbinden, lockte ſie
unter Vorgabe, ſie ſolle zu einer Patientin kommen,
aus dem Hauſe und erſchien dann nach einiger Zeit
mit einem Pafet, das angeblich ärztliche Inſtrumente
enthalten ſolle und für das noch 30 Mark als
Reſt=
kaufſumme zu zahlen ſeien. Die Hausangeſtellte der
Aerztin ließ ſich durch das ſichere Auftreten des
Liſcher täuſchen und händigte für das völlig wertloſe
Paket die geforderten 30 Mark aus. Tags darauf
er=
ſchien Liſcher in einem Hauſe in der Norbertſtraße,
in dem ein ſehr vermögender Herr als Untermieter
wohnt, ebenfalls mit einem Paket, für das noch 180
Mark gezahlt werden ſollten. Die Zimmervermieterin
jedoch hatte einiges Bedenken, worauf der Betrüger
mit dem angeblichen Beſteller ein vorgetäuſchtes
Ferngeſpräch führte, wobei er die Wirtin aufforderte,
mit ihm ins Zimmer zu gehen, da er ſich nicht gern
in fremder Leute Wohnungen unbeobachtet aufhielte.
Die Wirtin hatte aber nicht mehr als 120 Mark im
Hauſe, die ſie Liſcher aushändigte, der verſprach,
ſpäter wiederzukommen, um ſich die noch fehlenden
60 Mark von dem Mieter der guten Frau abzuholen.
Er iſt natürlich nicht wiedergekommen.
Im Tunnel ſchwer verletzt aufgefunden.
Paris. In dem drei Kilometer langen Tunnel
auf der Strecke Lyon—Roanne wurde ein Mann in
ſchwer verletztem Zuſtand aufgefunden. Der
Un=
glückliche war in einem Eiſenbahnabteil dritter
Klaſſe eingeſchlafen und von einem Reiſegenoſſen
während des Schlafes beraubt worden. Als er beim
Erwachen Uhr und Brieftaſche vermißte und gegen
die Beraubung proteſtierte, war er aus dem
fahren=
den Zug hinausgeworfen worden.
Ein Bruder Nungeſſers abgeſtürzt.
Paris. Wie dem „New York Herald” aus New
York gemeldet wird, iſt der jüngſte Bruder des
ver=
mißten franzöſiſchen Ozeanfliegers Nungeſſer bei
ſeinem erſten Flug als Flugſchüler in Amerika
ab=
geſtürzt und verletzt worden.
20 Perſonen bei einem Wirbelſturm ums Leben
gekommen.
Paris. Wie Havas aus Rio de Janeiro
meldet, iſt über dem Bezirk Katto=Groſſo ein heftiger
Wirbelſturm hinweggegangen. Ctwa 20 Perſonen
kamen ums Leben und 30 Häuſer wurden
voll=
kommen zerſtört.
Nachſpiel zum Untergang des Dampfers
„Beſſeggen”.
Paris. Wie dem „New York Herald” aus New
York gemeldet wird, hat der Kapitän des
Fracht=
dampfers „Beſſeggen”, der am 18. September im
Hafen von New York von dem franzöſiſchen
Ueber=
ſeedampfer „Paris” gerammt und verſenkt worden
war, gegen den Kapitän des franzöſiſchen Schiffes
beim Gericht eine Schadenerſatzforderung in Höhe
von 300 000 Dollars geltend gemacht. Der Kapitän
des Dampfers „Beſſeggen” erklärte, daß der Dampfer
„Paris” unachtſam manövriert und eine zu große
Ge=
ſchindigkeit gehabt habe. Bekanntlich hat der
Unter=
ſuchungsausſchuß für Schiffszuſammenſtöße in Le
Havre nach der Rückkehr des Dampfers „Paris” nach
Frankreich den Kapitän und die Mannſchaft dieſes
Schiffes von jeder Verantwortung für den
Zuſam=
menſtoß, der ſechs Mikglieder des Dampfers „
Beſ=
eggen” das Leben koſte
nden Bert
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Geite 16
Sonntag, den 30 Oktober 1922
Nummer 301
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Seite 18
Sonntag den 30. Oftober 1927
Darmſtädter Sportkalender.
Fußball.
13,00 Uhr: V. f. R. Darmſtadt — Sp. V. Lengfeld.
Handball.
Aliechin — vor dem Sieg.
Kampf um die Schachweltmeiſterſchaft.
Sport, Spiel und Turnen.
Turnen.
Vorbereitung des 14. Deutſchen Turnfeſtes 1500 Uhr: Sp. V. 98 Darmſtadt — Sp. Gde. Höchſt (Stadion).
in Köln 1928.
In Köln waren am vergangenen Samstag und Sonntaa die
Fach=
warte der Deutſchm Turnerſchaft uuter der Leitung von Oberzurnwart 10,00 Uhr; Tgde. Beſſungen — T. Geſ. 75 Darmſtadt.
Max Schwarze, Dresden, zur Beſprechung der turnfachlichen
Vor=
arbeiten des 14. Deutſchen Turnfeſt:s verſammelt. Bei der Tagung
waren auch vom Vorſtand der Deutſchen Durnerſchaft Profeſſor Dr.
Berger, Kommerzienrat Schill, Senator Lochmann und Geſchäftsführer
Breithaupt anweſend.
Die Verhandlungen galten der Beratung ſämtlicher
Turnfeſtan=
gelegenheiten. Der ſchon bekaunte Zeitplan wurde in allgemeinem
Umfange gutgeheißen. An Einzelheitem wurde beſchloſſen, daß die
bisher auf Mittwoch, den 25 . Juli feſtgeſetzte Sitzung der Kampfgerichte
und der Obleute bereits auf Dienstag, den 24. Juli, nachmittags 4 Uhr,
anberaumt wird. In dem Zeitplan wird geändert, daß die Turnarbeit
jeweils um 7 Uhr beginnt und bis 12 Uhr dauert, am Samstag jodoch
von 7 bis 13 Uhr. An den Nachmittagen dauern die Vorführungen
von 14 bis 19 Uhr. Für Samstag wird das urſprünglich auf 18 Uhr
angeſetzte Stromſchimmen im Rhein auf 19 Uhr verlegt. Der Start
hierfür iſt im Deutzer Hafen und führt bis zur Dombrücke. Für Turner
iſt die Strecke 5000 Meter, für Turnerinnen 3000 Meter. Bei dem
Gerätekampf wurde beſchloſſen, daß ſämtliche Gerätekämpfe in Zelten
durchgeführt werden, damit die Gleichheit der Bedingungen erfüllt iſt.
Die Vorerhebungen für das Kreisturnen ergaben, daß ſämtliche
Kreiſe ihre ſelbſt gewählten Frei= und Geräteübungen gemeldet haben.
Aus den Meldungen ragt der 14. Turnkreis Sachſen mit allein 6000
Turnern und 1500 Turnerinnen hervor. Ihm folgt der 11. Turnkreis
Schwaben mit 1200 Turmrn und 1000 Turnerinnen. Ebenfalls hat der
6. Turnkreis 1000—1500 Turner gemeldet. Bei den übrigen Kreiſen
bewegen ſich die Zahlen bis 500 und 1000, ſodaß allein das Kreisturnen
insgeſamt 30—35 000 Turner und Turnerinnen beſchäftigen wird. Das
Kreisturnen findet auf der großen Jahuwieſe ſtatt, die in 8
Vor=
führungsfelder geteilt werden ſoll. Von der noch zu ſchaffenden
Schau=
trihine aus geſehen, finden auf dem rechnts liegenden 150X20 Meter
großen Feld, die ſelbſtgewählten Frefübungen der Kreiſe ſtatt. Das
Mittelfeld von 100X250 Meter iſt für die Gerät=übungen vorgeſehen,
während das linke Feld von 100X250 Meter für die Pflichtfreüütbungen
beſtimmt iſt. Der, deu Schautribüne gegenüberliegende Teil der
Jahn=
wieſe dient zur Aufſtelluug der Kreiſe, die ſich auf den Nebenplätzen,
Oſt= und Weſtkampfbahn) ſammeln.
Im Anſchluß an die Hauptausſchußſitzung der D. T. wunde über den
Feſtbeituag verhandelt. Den D. T.=Hauptausſchußbeſchluß wuurde
dahin=
gehend abgeändert, daß der Feſtbeitrag Mk. 7,50 beträgt. Der Kölner
A. 6. hat im Einvernehmen mit dem Vorſtand der D. T. die Möglichkeit
Großmeiſter Aljechin
den Beitrag bei Zahlung an einem noch feſtzuſetzenden Zeitpunkt auf
Mk. 6,50 zu ermäßigen.
hat im Kampf um die Schachweltmeiſterſchaft einen großen Vor=
Am Sonntag vormittag gingen die Verhandlungen des
Turnaus=
ſchuffes weiter. Es wurden nur turntechniſche Fragen beſprochen, aus ſprung. Der Cubaner Capablanca wird ſeinen Titel au Meiſter
Aljechin abgeben müſſen.
denen zu erwähnen iſt, daß der Turausſchuß den Standpunkt vertritt,
die Fachwarte müßten darauf hin arbeiten, den Meldeſchluß der
Aus=
ſcheidungskämpfe für das 14. Deutſche Turnfeſt ſo frühzeitig wie möglich
Handball.
zu legen.
Am Sonntag vormittag um 10½ Uhr vereinigte dann eine ge=
Turngemeinde Beſſungen-Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt.
meinſame Tagung die Kreis und Gauvertreter und die Gqupreſſewarte
mit dem Kölner Hauptausſchuß, in welcher auch der Vorſitzende der D.T.
Zum fälligen Verbandsſpiel, das beſonders für Beſſungen von größ=
Profeſſor Dr. Berger und die Vorſtandsmitglieder Kommerziennat ter Bedeutung iſt, treſſen ſich heute Sonntag, vormittags 10 Uhr, die
Schill und Senator Lochmann, ſowie der Geſchäftsſührer der D.T. beiden erſten Mannſchaften obengenannter Vereine auf dem Sportplatz
Breithaupt teilnahmen. Von dem Pmſſeausſchuß der D.T. war Winter= an der Heidelbergerſtraße. Es ſteht außer allem Zweifel, daß ſich die
Leipzig zur Tagung entſendt worden. Die Mitglieder des Kölner Mannſchaft der Turngeſellſchaft 1875 während der letzten Wochen ſpiele=
Hauptausſchuſſes berichteten über den Stand der Vorarbeiten. Im riſch erheblich gebeſſert hat. Leider zu ſpät, denn für die Führung in der
Rahmen der Tagurug ſprach Schriftleiter Elze=Köln über Turnen und Gruppe 4 reicht es trotz aller Anſtrengungen wohl nicht mehr. Um ſo
Sport in der deutſchen Preſſe.
mehr wird man aber verſuchen, wenigſtens einen noch guten Platz in der
Die beiden arbeitsreichen Tage wurden am Sonntag nachmittag erſten Hälfte der Tabelle zu erreichen. Beſſungen hat deshalb allen
durch einen Vortrag des Oberturnwartes der D.T. Max Schwarze, Grund, auf der Hut zu ſein. Sollen nicht alle gehegten Hoffnungen
Dresden, über Die Deutſche Turnerſchaft und ihre Turnfeſte”, abge= verloren gehen, muß Beſſungen alle noch ausſtehenden Spiele gewinnen.
ſchloſſen. Die Beratungen des Turnausſchuſſes fanden am Montag ihre Wir epwarten ein Handballſpiel, das alle Wünſche der Zuſchauer erfüllt,
Fortſetzung.
das fair, ſchnell und bis zum Schlußpfiff mit Energie durchgeführt wird.
Die Frage des Siegers wollen wix offen laſſen, geben allerdings Beſ=
Im Deutſchen Rugby=Verband iſt der Poſten des zwveiten Vorſitzen= ſungen die größeren Ausſichten, wenn die Mannſchaft nicht, wie gegen
den vakant geworden, da Dr. Schwärzel=Heidelberg ſeine Wiederwahl / Bensheim — müde iſt.
bei dem am 5. November ſtattfindenden Verbandstag bereits abge=
Auch das Spiel der zweiten Mannſchaft, nachmittags 3 Uhr, gegen
lehnt hat.
Nieder=Roden iſt von ausſchlaggebender Bedeutung, denn es wird ſich
Conteſſa Maddalena wird nicht nach England geſchickt werden, da entſcheiden, wer Tabellenführer wird.
im Stall Haniel der Huſten graſſiert und möglicherweiſe die Stute ſchon Vorher, um 12,30 Uhr und 1,45 Uhr, ſpielen die beiden
Jugend=
den Keim der Krankheit in ſich trägt.
mannſchaften gegen die gleichen von Sprendlingen und Griesheim.
Sportverein 1922 Roßdorf e. V.
Am kommenden Sonutag fährt die erſte Elf zum fälligen Nückxy
nach Lengfeld. Leugfelds zweite Mannſchaft hat ſich in der Vorrim
außer Konkurrenz tapfer geſchlagen und gewann das Spiel auf hieff4
Platze 1:3. Wie iſt das Reſultat am Sonntagä. Die zweite Mannfiy
empfängt zum Rückſpiel die zweite von Höchſt i, O. Der zweiten Mäy
ſchaft dürfte die 7:2Niederlage noch in Erinnerung ſein und iſt
zweiten Elf Gelegenheit geboten, auf eigenem Platze die verlorry
Punkte zurückzuholen.
Jiu=Jitſu.
Was es iſt und bezweckt. — Wie es gelehrt wird.,
Jiu=Jitſu (Dſchiu=Dſchitſu) iſt der japaniſche Name für eines
Jahrhunderten von vielen Völkern unter verſchiedenen Namen gru
Kunſt der Selbſtwehr und des Kampfes. Jiu=Jitſu iſt der Siegall
Intelligenz über die rohe Kraft. Es iſt eine unvergleichliche Köö.
kultun und Selbſtverteidigungsart. Sein Urſprung wird meiſt
Japan hergeleitet. Die Jiu=Jitſu=Selbſtwehr ermöglicht ſelbſt
verhältnismäßig ſchwächlichen Menſchen, ſich eines bedeutend ſtärry
bewaffneten Gegners erfolgreich zu wehren. Das unerträgliche Schrnd
gefühl, oder die Lähmung eines Körperteiles, welche die Rius5
Griffe auslöſen, macht den Stärkſten völlig widerſtandslos. Wozuu
ich Jiu=Jitſu lernen?. Ich bin noch nie überfallen worden und
jedem Streit aus dem Weg! Dieſe Frage hört man ebenſo oſt,
Ich bin noch nie ins Waſſer gefallen, wozu ſoll ich ſchwimmen lernu
Träte dieſer Fall aber wirklich mal ein, dann möchten ſie ſehr
ſchwimmen können, um ſich das Leben zu retten! Genau ſo iſt es
dem Jiu=Jitſu. Wenn man nur einmal im Leben ſich durch Kenri
wirkſamer Griffe eines Ueberfalles erwehrt und ſich dadurch Geſundt4
vielleicht das Leben ſchützt, oder aber einem Mitmenſchen in ſodd
Bedrängnis helfen kann, ſo lohnt ſich die Erlernung voll und am
Schon das befriedigende Gefühl, ſich in der Not helfen zu könnentn
wertvoll. Wer Jiu=Jitſu erlernen will, muß es als ernſten Su
auffaſſen, und nur in wirklicher Gefahr dapf er von ſeinen Kenntmſt
ernſten Gebrauch machen.
Zur richtigen Beherrſchung der Jiu=Jitſu=Kampfesweiſe gehört in
genaue Kenntnis des menſchlichen Körpers, um zu wiſſen, auf mud
Muskeln oder Sehnen Druck oder Schlag beſonders wirkt. Grundu
bei Ausübung iſt auch eine richtige Körperkultur. Wenige Körcy
übungen ſind ſo durchgreifend, wie Jiu=Jitſu; ſie beziehen ſich ja
auf einige Muskeln, ſondern arbeiten den ganzen Körper durch, ſiollg
fordern Selbſtzucht und Beherrſchung, neben planvoller Köräu
erziehung beſonders Schulung der Geiſtesgegenwart. Die vorberesm
den Uebungen, die den Körper kräftigen, abhärten und gelenk maach
Freiübungen, Sprung= und Fallübungen; dann folgen die leichteren u
einfachen Griffe, und zuletzt die ſchwierigeren Kunſtgriffe und Jiu349
Ringen und Entwaffnen.
In Deutſchland iſt Jiu=Jitſu ſowohl als reiner Sport, wie beiu
ders zur Ausbildung der Polizei, ſeit etwa zwei Jahrzehnten am
nommen worden und hat in faſt allen größeren Städten begeichſe=
Anhänger gefunden. Seit einigen Jahren veranſtaltet der Darmſäü=
Fechtklub jährlich mehrere Lehrgänge für Anfänger und Fortaeſchb
tene unter Leitung eines bewährten Lehrers und gibt auch nem
ſeinem Fechtſportbetrieb in einer Jiu=Jitſu=Abteilung Gelegenheil
weiteren ſportlichen Uebung. (Siehe Anzeige im Sonntagsblat,
Einigung im Fechtſport.
Der Deutſche Fechterbund gibt amtlich bekannt, daß auf Gruch
einer Unterredung mit dem Fechter=Verband der D. T. folgenſt Wl
einbarung getroffen wurde: Der Fechter=Verband der Deutſchn 4uh
nerſchaft wird korporatives Mitglied des Deutſchen Fechterbundet mtu
gemeinſamer Pflege der internationalen Belange des Fechtſpot
Luch=
dieſe Abmachung ſollen die deutſchen Belange nicht betroffn nnhm 4
Damit iſt ein Schritt zur Verſtändigung in dem unſelign Audien
zwiſchen Turnen und Sport getan, und für den Fechtſport de
Mi=
beigelegt, der ja hier eigentlich nie beſtand. Die Fechter der Auſtk
Turnerſchaft haben jetzt Gelegenheit, auch an internationalen Zuniand
teilzunehmen und es iſt durch die größere Auswahl eine Verſtätluct
der deutſchen Nationalmannſchaften möglich. An den vom Deuſchl
Fechterbund ausgeſchriebenen deutſchen Meiſterſchaften im Fechien
teiligen ſich die Fechter der Turnerſchaft ſchon ſeit Jahren, jaur
aber daneben auch noch Meiſterſchaften der D. T. für ſich allein 1u
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3o. Dktober 1927
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Alluſtrierte Wochenbeilage
Nummer 44
Was Agypten für die vorderaſiatiſche und
klaſ=
ſiſche, das iſt Chineſiſch=Curkeſtan für die buddhiſtiſche
Wiſſenſchaft geworden. Die Ergebniſſe der
Ausgra=
bungen am Nande der Wüſte, die das ganze Gebiet
bildet, haben alle Erwartungen weit übertroffen.
Cau-
ſende von Handſchriftenreſten ſind aus dem Lösſtaub
der Jahrhunderte wieder ans Cageslicht gebracht
wor=
den, Handſchriften auf Palmblättern, Holz, Papier,
PLeder, Bambus, Seide. Die Cexte ſind in etwa einem
Stupa von Borobudur.
Buddha in der Geſte des Lehrens.
Loutzend verſchiedener Sprachen abgefaßt; unter ihnen
junden ſich bisher ganz unbekannte. Zu den wertvollſten
du eſer Handſchriften gehören Neſte eines Kanons in
drer Sanſkritſprache, von dem ſich beweiſen läßt, daß
ei; nicht aus dem uns bekannten Kanon in der
Pali=
ſnrache überſetzt iſt. Die Überlieferung liegt uns jetzt
aſſo in doppelter Geſtalt vor. Wir haben die
Möglich=
kn=it, die gemeinſame Quelle, den Urkern
wiederherzu=
ſtüellen und können künftig genauer zwiſchen der
Ur=
farrm der Lehre und den ſpäteren Zutaten ſcheiden.
Buddha ſelbſt hat, genau wie Chriſtus, nichts
Sſhriftliches hinterlaſſen. Er lehrte nur mündlich. Das
enſttſprach durchaus der Sitte des Landes, das wohl die
Sckhrift ſchon kannte und verwendete, aber nur zu
Sſeſchäftszwecken. Sogar in den Klöſtern war es Sitte,
vyenn eine alte Handſchrift verloren gegangen war,
Lanfß einige Mönche abgeſandt wurden in das nächſte
Zwſter mit dem Auftrag, dort den verlorenen Cext
uusswendig zu lernen und ihn nach der Rückkehr den
indern mündlich zu überliefern. Unmittelbar nach dem
Echde des Meiſters, der etwa in das Jahr 480 v. Chr.
tal, ſoll eine Verſammlung der Jünger ſtattgefunden
aben, um die Lehre zu fixieren. Das iſt möglich; auf
ennen Fall kann aber der hier feſtgeſtellte Kanon mit
eim uns erhaltenen identiſch ſein. Ein weiteres Konzil,
as etwa hundert Jahre ſpäter abgehalten wurde,
akte nur den Sweck, einige Differenzen zu beſeitigen.
Ctwa 250 v. Chr. aber fand ein drittes Konzil ſtatt,
as allen Anſpruch hat, als hiſtoriſch zu gelten. Auf
jeſer Verſammlung entſtand der Urkanon, der in der
ſeimatſprache Buddhas abgefaßt war, und auf den
ſpäteren Cexte, die Palitexte, und die noch
ſpä-
iinen Sanſkritſchriften zurückgehen.
Durch die Forſchung, die ſich in neuerer Seit
ins=
eſondere dem Buddhismus der Pali=Schriften
zuge=
ſandt hat, ſind die Grundgedanken der alten Lehre
ſtogeſtellt worden. Dieſe Grundgedanken ſind ſicher
rſprünglich und unentſtellt geblieben, wenn man auch
„aiehmen kann, daß trotz der unvorſtellbaren
Gedächt=
istfähigkeiten der Inder jener Seit mancher Zuſatz
ennacht, manch unwichtig erſcheinendes Wort
weg=
eltſaſſen worden iſt.
mnnnannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnt
Von Geheimrat Profeſſor Dr. Heinrich Lüders.
Bekannt iſt die Legende vom Buddha, als einem
Königsſohn, der beim Anblick eines Greiſes, eines
Kranken, eines Coten, von Schmerz zerriſſen Haus und
Heimat verließ und in die Fremde ging. Die älteren
Cexte wiſſen nichts davon. Sie melden von Buddha,
daß er ein adliger Jüngling aus wohlhabendem Hauſe
war, der, von quälenden Gedanken über die
Ver=
gänglichkeit alles Ordiſchen erfüllt, auszog, um den
Seelenfrieden für ſich zu finden. Sunächſt ſoll er Croſt
bei zwei Phiſoſophen geſucht, aber nicht gefunden
haben. Jahrelange Kaſteiungen ſchwerſter Art brachten
ihm keinen Aufſchluß über den Sinn des Lebens. Da
gab er die Aſkeſe auf, nahm wieder Speiſe zu ſich und
ſuchte auf dem Wege der Verſenkung nach der
Er=
leuchtung. Unter einem Baume ſitzend empfing er ſie,
ſah plötzlich intuitiv den Strom des Weltleidens, ſeine
Quelle und die Mittel, ihm auszuweichen — das war
die langerſehnte Erlöſung.
Das Leid iſt ohne Anfang und ohne Ende, es geht
ſeinen ewigen Kreislauf durch Geburt, Leben und
Sterben; ewig dreht ſich das Nad des Sanſara. Und
der einzige Lebenszweck kann nur ſein, dieſem Leid zu
entgehen, indem man die Wiedergeburt vermeidet.
Das ſcheint eine peſſimiſtiſche Weltanſchauung zu ſein
— doch iſt ſie es nur in ihrem Ausgangspunkt. Der
buddhiſtiſche Mönch iſt frei vom Leiden, frei vom
Peſſimismus.
Die Lehre von der Wiedergeburt war nichts Neues
im alten Indien, wohl aber die Anſicht, daß ſie Leid
ſei. Als die Arier über den Hindukuſch einwanderten,
waren ſie friſch und froh und unternehmungsluſtig. Die
Lehre von der Wiedergeburt in das Leben war
an=
fänglich eine frohe Lehre, denn ſie liebten das Leben
und wünſchten ſich nichts Beſſeres, als immer wieder
zurückzukehren in die Leiber von Enkeln und Kindern.
In der Seit der Ausbildung des Nituals war es
das Opfer, das Erlöſung brachte. Später war die
Erkenntnis vom Sweck wichtiger als das Opfer
ſelbſt, und als auch die Götter in das Leid des Sanſara
gezogen wurden, da blieb als Erlöſungsmöglichkeit nur
die Erkenntnis vom Urgrunde alles Seins, die
Er=
kenntnis der Upaniſhaden vom Brahman und Atman.
Das Erbgut, das der Buddha aus der Seit vor ihm
übernahm, war das Wiſſen von der Erlöſung
vom Leiden durch Erkenntnis die
Erlö=
ſung durch das bewußte Auslöſchen des Begehrens,
des Lebensdurſtes: Wir ſind, weil wir zu ſein
be=
gehren. Er kennt nicht Gott als den Urgrund alles
Seins. Man darf übrigens nicht die Wiedergeburt
mit der Seelenwanderung verwechſeln. Das, was nach
dem Code eine Wiedergeburt erleben muß, ſind die
Folgen unſerer Handlungen. Buddha
über=
nahm die Lehre vom „Karman”. Das Karman iſt die
Summe alles deſſen, was der Menſch im Leben getan,
geredet, gedacht hat. Wenn die Seele ſtirbt, geht das
Li Ciä Guai.
Der ſechſte der acht Unſterblichen.
Karman mit den Elementen, die den Körper bilden,
eine neue Verbindung ein. So entſteht ein neuer Leib.
Dieſe Lehre hat eine ungeheure Bedeutung erlangt
durch die Befriedigung des Gerechtigkeitsgefühls auf
der einen Seite, und andererſeits, weil ſie dem
Ein=
zelnen die volle Verantwortung für ſein Handeln
auf-
erlegt.
Leiden iſt die Welt, die Erlöſung vom Leiden das
Siel. Der Weg iſt der heilige achtfache Pfad, den
jeder beſchreiten kann und muß, wenn er Erlöſung
erlangen will:
Rechter Glaube — (an die Lehre des Buddha)
Nechtes Entſchließen,
Rechtes Wort, rechte Cat,
Rechtes Leben, rechtes Streben,
Rechtes Gedenken, rechtes Sichverſenken.
Dſchang Go.
Der zweite der acht Unſterblichen.
Die erſten ſieben Stufen ſind mehr ethiſcher Art,
eine ebenſo wichtige Nolle ſpielt die Meditation, das
Sichverſenken. Jeder muß den Weg des Buddha, den
Weg der Erleuchtung ſelbſt gehen. Dadurch wird
die Erfüllung der buddhiſtiſchen Lehre dem im
prak=
tiſchen Leben Stehenden faſt unmöglich gemacht. Der
nach Erlöſung Ningende muß ſich ganz von allem
zurückziehen. Aus dieſer richtigen Erkenntnis heraus
hat auch ſchon Buddha ſelbſt einen Orden für ſeine
Jünger gegründet.
Siel und Sehnſucht bleibt das Nirvana, das
Verlöſchen, das noch bei Lebzeiten erreicht werden
muß. Was iſt Nirvana, iſt es ewige Seeligkeit, iſt es
das abſolute Nichts? Buddha ſelbſt hat darauf keine
Antwort gegeben. Nirvana liegt jenſeits aller
Vor=
ſtellungen und Empfindungen, jenſeits menſchlicher
Saſſungsmöglichkeit.
Überraſchend ſchnell hat ſich der Buddhismus
ver=
breitet. Um an die Gebildeten heranzukommen, wurde
bald nach dem Beginn unſerer Seitrechnung die
Über=
ſetzung ins Sanſkrit vorgenommen, eine ganze
Schön=
literatur buddhiſtiſcher Werke entſtand im Laufe der
Seit. Eine große Umwandlung trat in den erſten
nach-
chriſtlichen Jahrhunderten ein. War der Buddhismus
bisher nur auf die Vervollkommnung des Einzelnen
bedacht geweſen, ſo kam jetzt ein weſentlich
altrui=
ſtiſches Prinzip in ihn, das auf die Erlöſung der
anderen, im letzten Sinne der Menſchheit arbeitete. In
Indien ſelbſt machte ſich eine ſtarke Hinduiſierung
be=
merkbar, die bald den Buddhismus nur noch auf ſeine
Heimatprovinz beſchränkte — bis zu Ende des zwölften
Jahrhunderts der Sſlam auch die letzten Neſte
beſei=
tigte. Doch zählt der Buddhismus außerhalb Indiens
Millionen und Abermillionen zu ſeinen Bekennern.
HaAAnnnnnnnnnnnnnnannEHggnnnnnnnngnnnnnnnnnanz
[ ← ][ ][ → ] Der Cäufling
Von Walter Kern.
„Sagen Sie einmal, Verehrteſter”, meinte einer meiner
Mitreiſenden auf dem Schiff, das eben den Hafen von Patras
verließ, „was war denn das für ein klebriger Onkel, der in
Patras mit Ihnen an Bord kam und beim erſten Huhlen wieder
verſchwand?‟
„Mein Patenkind.”
„Was, der alte Knabe?”
„Nun ja, der iſt einige dreißig.”
„Na, aber ſo einen —‟
„Bitte, ſprechen Sie nicht aus. Sunächſt muß mein
Paten=
kind für Sie eine Art Neſpektsperſon ſein und dann können Sie
doch nicht gut von mir verlangen, daß ich nur Prinzen und
Fürſtenſöhne aus der Caufe hebe.”
„Ich kann überhaupt nichts verlangen. Aber eine beſcheidene
Frage erlauben Sie mir doch: Wie kamen Sie denn eigentlich
zu dieſer Patenſchaft?‟
„Nun, wenn Sie es durchaus wiſſen wollen und es die
anderen Herren auch intereſſiert, will ich erzählen. Laſſen Sie
uns aber zuſammenrücken. Der Abendwind bläſt und in der
Enge plaudert es ſich gemütlicher.”
„Sie, Stewart, bringen Sie amal a Bier,” rief der baueriſche
Neiſegenoſſe.
Das Bier kam.
„Proſt, meine Herren.”
„Proſt — Proſt.”
„Sehen die Herren den Berg über Patras?” begann ich.
„Ja, ja.
„Das iſt der Voidja; der iſt ſchuld daran. Das ſind nun ſo
einige zwanzig Jahre her, ich war damals ein ebenſo
wiſſens=
durſtiger, wie waghalſiger junger Mann. Ich wohnte in Patras
und unternahm einmal mit anderen Deutſchen eine Beſteigung
dieſes von hier ſo harmlos ausſehenden Berges. Die näheren
Umſtände erzähle ich Ihnen ein andermal. Su meiner heutigen
Geſchichte gehört nur, daß ich da oben verunglückte, mit viel
Volk — Soldaten, Hirten, Bauern uſw. geſucht wurde, und daß
der erſte Entdecker des verirrten Schafes einen ſchönen
Finder=
lohn bekam. Da, wo durch dieſe Gabe bei dem Manne das
Ge=
fühl beſonderer Dankbarkeit ausgelöſt wurde, ſetzt meine
heu-
tige Erzählung ein.
Er fühlte ſich nämlich von dieſem Augenblicke an mir
gegen-
über beſonders verpflichtet und hatte für meine Freigebigkeit eine
höchſte Belohnung erdacht. So erſchien er denn nach einigen
Wochen in der Stadt und — ernannte mich feierlich zum Paten
ſeines jüngſten Kindes.”
Am Abend erwähnte ich bei einem älteren Herren, der ſchon
lange in Patras lebte, ſo nebenbei von meiner neuen Würde,
er=
fuhr aber gleich eine ſtarke Abkühlung.
„Das haben Sie angenommen? Na, gratuliere. Wann iſt
denn die Caufe?‟
„Nächſten Sonntag.”
„Nun, dann will ich Ihnen wenigſtens Ihr Schickſal tragen
helfen und mitgehen.”
Wer?
Von E. Carretero.
Der Menſch hat die Gewohnheit, ſich zu allen Seiten: J
zu nennen, und doch muß er gelegentlich geſtehen: Das habe i
zwar getan, aber ich verſtehe nicht, wie ich das tun könnte, de
dieſes Ich, das dies oder jenes tat, iſt mir fremd, und ich kar
dieſes „Ich” nicht mehr in mir wiederfinden.
Wir wiſſen längſt, daß jeder von uns eine Sahl verſch!
dener Seelen in ſich hat. Wir können aber nicht alle Seel
gleichzeitig in uns leben laſſen, denn die Lebensweiſe der Indi
viduen iſt unendlich verſchieden und entgegengeſetzt. Gewiß, di
Sahl der Nätſel im Seelenleben iſt unendlich, und wir wi)
wohl, daß wir aus einem unerhörten Vorrat von
Lebens=
fahrung in jedem Augenblick anfangen können, in uns ein Weſt
entſtehen zu laſſen, das vielleicht ungeheuer eng verküpft iſt n
einem andern Menſchen, von dem wir gerade hören oder leſet
aber wir laſſen auch dieſes Gebilde ſchnell wieder verfallen, w
nahren es nicht, wie laſſen es in uns nicht Wurzel faſſen.
Es ſind aber mit uns zugleich in unſerem Körper eine Neil
von Seelen verankert, die wir niemals in uns zerfallen laſſe
Konnen, weil ſie mit uns zugleich geboren ſind, ja, unſere Gebut
iſt ſchon oft die Folge davon, daß eine Seele in anderen Lebens
bedingungen nicht weiterleben und aushalten konnte.
Denken wir einmal an unſere Eltern. Auch in ihnen
war=
oft mehrere Seelen. Aber ſie mußten entſcheiden über ihr
Lebensweg, und dieſer Lebensweg bedeutete faſt immer, daß ſi
eine Seeie durchgeſetzt hatte im Daſein, daß ſie die abſo
Siegende war, während alle anderen Lebensſeelen nun für ei
ganze Daſeinsdauer unterdrückt werden mußten. Sie beeilt
ſich, ihren Cräger zu verlaſſen, ſobald nur ein Nörper vorbg
Ich nahm dankend an. Etwas nachdenklich war ich aber doch
geworden.
Sonntag darauf ritten wir um drei Uhr morgens zum
Städtchen hinaus, dann weiter auf der ſtaubigen, von
Korinthen=
feldern umgebenen Landſtraße bis zum Kloſter Serokomid. Hier
begann die eigentliche Steigung. Gegen ſechs Uhr erreichten
wir eine Hütte in der wir unſere Pferde der Obhut eines
Jungen überließen. Von da gings dann zu Suß noch gut eine
Stunde aufwärts bis zu einer prächtigen Matte, an deren Ende
ein nach griechiſchen Begriffen anſehnliches Gehöft ſtand.
Mit Gewehrſchüſſen und lauten Freudenrufen wurden wir
empfangen. Alles jubelte uns zu. Der Vater, mein Finder,
lachte, die Mutter und die zwei großen Cöchter lachten, die
Großmutter in einer Ecke des ſo ziemlich das ganze Haus
aus=
füllenden Naumes lachte und der etwa 10jährige Bengel, der vor
der Cüre ſaß und einen ganzen Hammel am Spieß dreht, lachte
auch. Kurz, alles war eitel Luſt und Freude.
Wir traten ein. Auf den geſtampften Boden wurde nun
ſo=
fort eine Art Ciſchplatte gerollt, um die wir uns ſetzten;
natür=
lich auf die Erde, die mit dünnen Ceppichen belegt war. Unſeren
Gaſtgebern war das eine Kleinigkeit; wir, beſonders ich, ließen
uns aber mit einigem Mißtrauen nieder. Das Sitzen auf den
untergeſchlagenen Beinen war ja zunächſt noch erträglich, aber
der Gedanke: Wie ſtehſt du ſpäter wieder auf, ohne von der
ganzen Geſellſchaft ausgelacht zu werden, zum mindeſten
unge=
mütlich.
Anfangs halfen uns der gute griechiſche Kaffee und der
Maſtika, ein über Maſtix=Gumme und Anis deſtillierter
Creſter=
ſchnaps, mit herrlichem Quellwaſſer aufgetiſcht, darüber hinweg.
Später aber, als mich meine Sehnen geradezu ſchmerzten, machte
ich dem Zuſtande ein Ende. Ich erhob mich, wenn auch mit
einigen Anſtrengungen und bat Frau Mama, ſie möchte mir
ihren Cäufling, deſſen Brapheit mich in Bewunderung verſetzte,
einmal vorſtellen.
„Den haſt Du bereits geſehen,” war die Antwort, „der Junge
am Spieß draußen iſt es.
„Der —.
„Ja, bei uns hier oben wird gewöhnlich ſpät getauft. Die
Pappätes kommen ſelten herauf und da läßt man’s
zuſammen=
kommen, bis es in den benachbarten Einöden auch etwas zu
taufen gibt, wie es ſich heute auch trifft.
„Nun, dann will ich mir einmal den Jüngling näher
an=
ſehen und ihn etwas vorbereiten, ſagte ich. Bei dieſen Worten
ging ein ſonderbarer Sug über alle Geſichter aller
Samilien=
mitglieder, der mir zwar auffiel, den ich mir aber nicht zu deuten
wußte.
Ich ging hinaus.
Das Geſpräch mit meinem Patenkind war recht eintönig.
Ich trug allein die Koſten, denn alle meine Fragen blieben von
dem jungen Wildling unbeantwortet. Er drehte ruhig an ſeinem
Spieße weiter und goß mit viel Geſchick Sett auf den ſich
bräu=
nenden Braten. Auf mich achtete er überhaupt nicht. Nun
verſuchte ich mein Letztes.
„Sag mal, Junge,” begann ich, „du freuſt Dich wohl darauf,
heute getauft zu werden?”
Da ſah er mich erſt groß an und dann fuhr er los: „Was
ſagſt Du? Ich, getauft?”
„Natürlich, deswegen bin ich mit da.‟
„Und das erfahre ich erſt jetzt und von Dir und nicht von
meinen Eltern? Ich war einmal in Achiä, da habe ich taufen
ſehen; pfui.‟ Dann fügte er nach kurzer Ueberlegung hinzu,
„nein, das laſſe ich mich nicht — da tu ich nicht —” und dabei
zog er die Hand von der Kurbel des Spießes — und weg war er.
Suerſt mußte ich lachen und ließ ihn laufen. Aber dann ſagte
ich mir doch: „Ohne Cäufling geht es nicht;” alſo feſte hinter ihm
her. Bald merkte ich aber, daß mich der Schlingel zum B
dielt. Er ließ mich nahe kommen, ſprang dann raſch auff
ſchoß wie ein Wieſel ungefähr hundert Meter weiter, unn
auf einem Felsblock oder hinter einem Buſche auszuruhen.
lief keuchend, aber unverdroſſen hinter ihm her, bis mir ſchli=
Atem und Geduld ausgingen. Ein in der Nähe befinds
Siegenhirte nahm um zwanzig Leptä die ſchwere Arbeit alt
fing mein Kerlchen auch wirklich ein.
Dabei entſpann ſich allerdings eine regelrechte Bau
zwiſchen den Beiden, die aber bald durch das Erſcheinen nmil
Gaſtfreunde geſchlichtet ward. Wie ein Schwerverbrecher mil
nun der arme Junge eingeliefert in das grauſame Elternhaun/
dann, wohlverwahrt in engem Naum, für die Caufe aaſ
ſpeichert.
Inzwiſchen war ein ſonderbarer Sug angekommen.
Auf einem kleinen, recht abgetriebenen Pferd ſaß der 2
liche — der Päppa — in ſchwarzem Calare, den bekannternu
geſtülpten Sylinder auf dem Kopfe. Er wurde von allen mit :9
furcht begrüßt. Jedem hielt er die Hand zum Kuſſe hin, nnd
lich mit großem Erfolg, bloß wir zwei Deutſchen überſaher:n
in ſtillſchweigendem Übereinkommen dieſes Seichen geiſtttz
Gunſt. Auf einem zweiten Pferde ſaß ſein Sohn, wie eine klaut
Ausgabe des Vaters genau ſo gekleidet und genau ſo ſchnan
Vor ſich hatte er ein waſchkeſſelartiges Gefäß von gewal!/
Umfange, das ihn erſt völlig verdeckte.
Auch der Päppa bekam ſeinen Maſtika und hielt .
Neden an ſämtliche Glieder der Samilie, während ich miolt
Päppa junjor heranmachte.
„Sag mal, was ſoll denn damit?” begann ich.
„Das iſt der Caufkeſſel. In den muß der Pate den Cäun
dreimal eintauchen; aber erſt wird das Kind am ganzen!!
mit Oel eingerieben.”
„Doch nicht vom Paten?”
„Gewiß.”
„Na, ich —
„Und dann muß der Pate recht acht geben, daß er deu Mund
gut einſchmiert, denn wenn der Cäufling ſpäter lügt, dan einh
es, der Pate hat ſeine Sache nachläſſig gemacht.”
„Necht nett. Wo iſt denn das Oel?”
„Hier im Keſſel.”
den und im Wachſen war, von dem man glauben konnte, daß er
einſt dieſe von irgendwelchen Eltern immer unterdrückte Seele
zum Gedeihen gelangen ließe. Deshalb ſind oft Väter und
Söhne ſo außerordentlich verſchieden. Aber es iſt ebenſo
un=
ſicher, ob der Sohn eine Seele, die der Vater immer unterdrückt
hat oder unterdrücken mußte, wirklich zum Leben gelangen läßt,
ſondern in uns werden immer wieder die Seelen betrogen, und
immer wieder müſſen ſie ſich einen anderen Weg zum Daſein
ſuchen.
Schon in den allereinfachſten Erſcheinungen unſeres Lebens
iſt es ſchwer, einzuſehen, was geſchah, was geſchehen wollte.
Gereon hatte, wie jeder Mann, viele Frauen geſehen.
Wahrhaftig, jedem von uns Menſchen wären ſo viele Verſionen
des Lebens möglich, und immerfort fallen Entſcheidungen, und
wenn zuerſt die Fülle der Begegnungen wächſt, ſo ſchmilzt ſie
nach einer Weile wieder zuſammen, und gerade in dieſer Seit
geſchehen ſaltſame Dinge. Da waren für ihn zwei Frauen übrig
geblieben, und, wie man ſo ſagt, liebten ſie ihn beide. Gereon
war ein junger Mann, der in ſeinem Beruf lebte. Der Beruf
erſchöpfte ihn nicht und riß ihn auch nicht in das
Außerordent=
liche fort. Gereon ſah die beiden Freundinnen nicht ſelten. Es
war eine vollkommene Unentſchiedenheit in ihm, und gerade weil
er nicht entſcheiden konnte, ließ er keine der Freundinnen zu ſich
kommen, ſondern er wohnte in einem Simmer, das er mit einer
gewiſſen Vorſicht ſo ſchlecht hielt und ſo ungünſtig ſein ließ,
daß es nicht möglich war, dort einen Beſuch zu empfangen, wenn
man nicht geradezu Abneigungen erwecken wollte. Gereon
ver=
brauchte ſeine Mittel nicht. Eben ſein Zimmer war beſonders
billig. Geld hatte er immer. Kleiden konnte er ſich gut, wenn
er wollte, aber für dieſe beiden Freundinnen kleidete er ſich ganz
verſchieden.
Mit Maria ging er. Wanderte. Sie waren beide iülle
Wanderer. Sie gingen oft ſpät in die Nacht hinein, und. L
ſie eine Weile ruhen mußten, fühlten ſie ihre Wärme veil.
den. Sie kannten alle Weiten der großen Fluß=Niederung, I
lich der Stadt, bis zum Meere hin. Sie ſaßen in den 14
wirtshäuſern und kannten das Landvolk. Sie waren Ae‟
Sie ſprachen nicht ſelten davon, daß nur ein paar Crpd.
dazu gehören würden, irgendwo in einem ſchönen Or."
Landſchaft ein Haus zu finden, einen Garten anzuball.
paar Stücke Vieh zu halten. Maria arbeitete nach ſeinehilt.
in einer Gärtnerei, denn ſie ſelbſt wollte ſchon für den Eae
Hof ſorgen, wenn Gereon ſeinen Beruf verlaſſen wolt”
er hatte auch ſo ſeine Liebhabereien. Er photographlel..
würde auch am Ende die Bauern in der Ungegend Oüſle.
man würde auch damit ein wenig verdienen. Er Y0it.
Apparate. Er gowann einen Preis bei einem Wetthenl..
Liebhaber. Das Bild ſeiner Freundin in einer Srühlingek
ſchaft. — Nein, ſie waren beide gar keine beſonderen 2uell.
Und Marie war von ihrer Cagesarbeit ſehr erſchoble
ihr kaum auf, daß Gereon nicht an jedem Abend mi. Li
ſammenkam. Sie meinte, auch er könnte müde ſein, At.
hatte er ja eben die Photographie. Er machte wuhde.
farbige Aufnahmen, und es gehörte viel Arbeit d0i4.
wenn ſie ſich trafen, immer etwas Neues zu zei9eh. D
mit ihm nicht ärmlich, er brachte ſich ſchon mit.
Die andere Freundin war Nina. Nun, ſie hieß vo)l
lich Katharina, aber ſie hatte ſich ſchon in ihren Nale. L
gemacht. Sie war außerordentlich lebhaft. Tatüurlo. d
nicht aus der Stadt. Draußen in der Landſchaft kohle. .
nicht begegnen, aber ebenſowenig konnte nan Ward. L.
treffen, im Cheater, in den Kunſtausſtelungen, ud D.
Orten, an denen ein Menſch in den geiſtigen Ausdrich. D
Unf
wien
„zDie Wagenſchmiere da? Das Seug tuſt Du mir aber
ge=
gigſt raus, damit kann man doch keinen Menſchen einreiben.”
„O doch,” meinte der Kleine ganz ernſthaft, „das iſt ſchon
benutzt worden. Wegſchütten darf man es doch nicht, es
ſda geweiht.”
„Ach ſo. Nu ja. Alſo — wo kommt denn das Waſſer her?”
„Hier aus dem Bach.”
SDas iſt ja eiskalt.”
„„Macht nichts. Bloß dreimal untertauchen. Geht ſchnell.”
Und ſchließlich mein geliebtes Patenkind.
„Der hat’s am meiſten verdient ghabt,” meinte der
baue=
riſche Neiſegenoſſe.
Als Erinnerungszeichen bekam jedes von mir eine
Silber=
münze in die Hand gedrückt, das Patchen ebenfalls, natürlich
unbeſchadet des reichlich bemeſſenen ortsüblichen Caufgeſchenks.
Inzwiſchen war es Mittag geworden. Mein Magen knurrte,
und das mit vollem Necht. Drei Stunden zu Pferd, eine ſteigen.
einem Cäufling nachrennen, ihn ſo kompliziert taufen, und dann
ſa wußte genug und kehrte in das Haus zurück. Mein
Gſru; machte ſich an mich heran.
Iuth möchte Ihnen einige Winke geben, ich habe ganz darauf
viſeſſien”, flüſterte er mir zu.
Daanke. bin verſehen. Einölen, beſonders Mund, dreimal
uymta uchen.‟ Er ſah mich groß an. „Stimmt”, meinte er dann
Iäſno.
Alſo los.”
ie Kerzen wurden angezündet. Eine unendliche Lithurgie,
belgstit von viel Seremoniell und dem gräßlichen griechiſchen
Aſſeigeſang mußten wir über uns ergehen laſſen.
ei: Caufkeſſel kam herein. Das Opfer ſtand, nur mehr mit
deiſ)umdchen bekleidet, daneben. Nun mußte der große
Augen=
bliſſitemtreten. Der Päppa gab mir endlich ein Seichen und
milſimer mir heute unbegreiflichen Naubtierluſt ſtürzte ich auf
deſſrungen, zog ihm raſch das Hemd über den Kopf und fing zu
Jall” man.
euotes Bein, linkes Bein, rechter Arm, linker Arm,
Ober=
köſſirnvorn und hinten, Kopf, Mund — klax —, tpf — tpf,
maſſue Der Cäufling — nun noch was auf den ſchwarzen
Woll=
koyſpiockzt feſt gepackt unter der linken Achſel und oberhalb des
recſſch AKnöchels und dann ins Waſſer.
mumal — „prrr” — zweimal „prrr” — drei — das ging
nicſſünt hr. Diesmal hatte er einen Vorteil erfaßt. Er merkte,
dahſel ſeinen öligen, galglatten Körper doch nicht ſo ſehr feſt
zu kem vermochte, ſtemmte ſich mit dem freien linken Suß an
derſſhuſ.d des Beckens und machte ſich frei aus den Seſſeln ſeines
Pelizars. Not wie ein Krebs und heulend wie ein Schloßhund
ſtünſi em davon, auf ſeine Kleider zu und ich ſtand da:
ſchweiß=
trieſted; naß, fettig, ſiegesmatt.
um, daß ich mir nur die Hände reinigen konnte, ſtürzte
aucſwhon die ganze Samilie auf mich zu und beglückwünſchte
micſchr /dem verwandtſchaftlichen Band, das uns nun umſchlang
Deiſnnf Griechenland ſteht der Pate der Jamilie des Cäuflings
ſo iſle, wie ein Blutsverwandter. Meine Einwilligung
natür=
lich ſtrurusgeſetzt, könnte z. B. der „klebrige Onkel”, wie ſich
eingſiſer Herren vorhin ſo unehrerbietig ausdrückte, niemals
mei/ſLtochter heiraten. Doch das nur nebenbei.
ml kam ein Ceil der Feier, der in ſeinen einzelnen
Ab=
ſtufüſiten, recht verſchieden auf mich wirkte, nämlich die bei
feſt=
lichelndtrläſſen hier zu Lande übliche und ſehr reichlich betriebene
Ablibengi.
iſ die Großmutter, dann der Vater, dann nacheinander
die uurer, die beiden Cöchter.
4” warf der Berliner dazwiſchen, „da haben Sie ſich
wohlln) längſten bei aufgehalten.”
noch, wenig gerechnet, zwei Dutzend Knoblauchküſſe vertragen,
das halte aus, wer kann. Die reinſte Sabbatſchändung war es.
Wir gingen, gottlob, ins Freie. Dort war das
Mittags=
mahl gedeckt — natürlich wieder auf dem Boden. — Rechts
vom pater familias ſaß ich, links mein Freund, dann folgten
Pappa ſenior und junior und die verſchiedenen
Familienmit=
glieder dem Alter nach, ſo daß ich meinen Cäufling zur Nechten
bekam.
Ich hatte die Berge im Nücken und den herrlichen Blick
nach unten vor mir.
Es war doch zu ſchön in dieſer Einſamkeit. Zu Füßen, in
üppigem Laubſchmuck gebettet, die Stadt, über dem Eingang zum
Golf von Korinth die akarnaniſchen Berge und in der Ferne,
aus dem blauen Meer tauchend, die Oxia=Inſeln, hinter denen
einzelne ioniſche zum Vorſchein kamen.
Und die Luft. —
Wenn nur nicht das, was vor uns ſtand, ſo durchdringend
gerochen hätte. Der nunmehr zerſtückelte Hammel ſchwaum d.
in unbeſtimmbarer Cunke innerhalb eines rieſigen, hochrandigen
Bleches. In der Mitte aber thronte der Kopf mitſamt den
Augen, wovon mich eines von der rechten Seite her immer ſo
ſtarr und ſo ſonderbar anſah, daß ich ſtets nach links blicken
mußte, nur um ihm auszuweichen.
„Da ſaßen wohl die kleinen Mädchen, was?” meinte der
Berliner.
„Ich bitte, den geehrten Erzähler nicht immer zu
unter=
brechen.”
Alſo, das Mahl begann.
Dem Vater wurde die einzige verfügbare Gabel gebracht.
Er fuhr damit in die Fleiſchſtücke und hatte bald eines ergattert,
das er erſt von allen Seiten beſah und dann anbiß. Es ſchmeckte
ihm offenbar nicht, denn er warf es wieder zurück, und ſo ging
es zwei=, drei= viermal hintereinander. Endlich das fünfte Stück
ſchien ihm Eindruck zu machen, denn nachdem er es angebiſſen,
gab er es mir mit den Worten: „Das mußt du eſſen, das iſt
gut‟. Dann nahm er ſich ſelbſt und gab die Gabel weiter, ſo daß
jedes zu ſeinem Nechte kam. Nun wiſſen Sie ja, meine Herren,
daß im Orient ſelbſt der geſprächigſte Mund verſtummt, wenn
gegeſſen wird. Es geht eben dann alles in der edlen
Beſchäf=
tigung des Kauens auf und niemand hat Aug und Ohr für die
Umgebung. Das war ſehr günſtig für mich. Ich konnte
wenig=
ſtens mein Stück von der Seite anbeißen, wo ich noch keinen
Vorgänger hatte, und die berüchtigte Stelle ſchließlich dem
hinter mir lauernden Hofhund zuſchieben, ohne bemerkt zu
wer=
den. Das gelang auch.
hineliächſt und verſucht, ſich auch dieſer Sprache zu bedienen.
Vinkoarr eine Frau, die viele Menſchen ſah, und die einfach
fort!tz verglich, wählte und verwarf. Es arbeitete in ihr.
Sie Aſtake Gereon einen bedeutenden Widerſtand. Er konnte
vor / micht bleiben, wie er war. Von der Kleidung bis zum
Geſohſtaaz mußte er ihren Wandel mitleben, und wenn auch
irgenkunwas in ihm träge war, ſo gab es unter dieſer Crägheit
doch augg Kräfte, mit denen er ſich auch wandeln konnte. Nina
war ſüwir und immer noch nicht entſchieden, ſie dachte noch nicht
daraſwauß Gereon ſie nehmen ſollte, aber in Maria war ſchon
dieſen Geifühl, daß alles zwiſchen ihnen reif ſei, und daß es
viel=
leich&- an nur dieſe bürgerlichen Gewohnheiten waren, die ſie
noch / dnerten, zuſammenzukommen. Gewiß, ſie hielt es für ihre
eigerhStthuld, dieſe Sitte noch immer nicht durchbrochen zu
habe /tö gwiß, Gereon hätte ſein Nina=Leben auf Maria
über=
trägilesannnen, er hätte von ihr verlangen können, daß ſie in
ſich /emeue Seit des Wachſens begann, und die Stadt und
die E bnwart und alle die geiſtigen Begebenheiten der Seit mit
in ihſſehgen einreihte. Aber was ſagen wir ſo oft im Leben:
Er HFikönnen?
amte er oder konnte er nicht? Fühlte er, daß Maria
nicht!ſes ganze neue Leben in ſich würde aufnehmen können?
Fancn), daß er dann zuviel von ſich ſelbſt dieſem Mädchen
geberklüfste, fürchtete er die Anſtrengungen? Gab ihm Nina
elbſt Wls hſich die Kraft, ein Lebensgebiet zu erobern, in dem er
doch Aiſti faſt fremd geweſen war? Kam er ſo gut vorwärts,
weit /)AANaria die natürlichen Kräfte gab, wie das Land ſie
gibt, /hit eine ſpätere Generation ſie in der Stadt verbraucht.
die
aues gibt in jedem Leben dieſe Reihe von Fragezeichen,
wamoch außerordentlich verlängern kann. Es kam ſo, daß
Rina entſchiedener wurde, denn Gereon faßte eine Aufgabe an
und blieb dabei, bis er fertig wurde, er verſagte nicht. Da
be=
gann Nina nach ſeiner Seit zu fragen, nach ſeiner ganzen Seit
zu verlangen. Er mußte einigemal lügen. Die Lüge quälte ihn.
Er begann Maria die Seit fortzunehmen, und dann kam die
Entſcheidung.
Nina begann, ſich aufmerkſamer im Spiegel zu ſehen, und
ſie fand, daß ſie ſich ſehr veränderte. Natürlich, für den Mann,
der immer noch im Sunehmen war, wollte ſie ſchön ſein, aber es
war Lebendiges in ihr, und als ſie einmal die Veränderung in
ſich ſah, wurde ſie ſcheuer vor dem Spiegel. Und ganz furchtſam
nur ließ ſie dieſes fremde Geſicht vor ſich in irgendwelchen
Nachtſtunden vorüberfliehen. Sie mied den Spiegel mehr und
mehr, ſie brauchte ihn nicht mehr.
Anders lebten Maria und ihr Spiegel. Sie fing an, Gereon
zü bewundern. Sie begann, ſeine Ferne oder ſeine Entfernung
zu fühlen, aber wenn ſie ſich ſelbſt im Spiegel ſah, kam eine
ge=
wiſſe Verzweiflung über ſie, ſie hatte das Gefühl leer zu
wer=
den. Eines Cages hatte Gereon das Erlebnis, daß Maria in
Nina war. Er wußte nicht, iſt es meine Verwirrung? Sind ſie
immer einander ähnlich geweſen? Die ſeltenen Male, die nun
Gereon mit Maria zuſammenkam, fühlte er nur die Särtlichkeit
des Mitleids, Maria aber öffnete ſich mehr wie je vorher, und
Gereon mußte nehmen, von ihrer ausſtrömenden Seele.
Bald darauf fand er an Nina, daß er ſich nicht getäuſcht
hatte. Rina hatte nicht nur das Geſicht, nicht nur manche
Süge, nicht nur die Süge Marias, wenn ſie ihm am meiſten
zu=
geneigt war, ſondern ſie bekam auch manche ihrer Bewegungen,
die Sprache war mit manchen Farben übertragen. Gereon war
enizückt.
Es waren Monate vergangen. Maria war verzweifelt. Sie
konnte ſich nicht mehr in ihrem Spiegelbild finden, und als ſie
nicht
Aber das Auge. Das glotzte und glotzte und ließ mich
Der Hammel ging ſeinem Ende entgegen. Sie werden
ſtaunen über dieſe Leiſtung, aber einmal iſt jedenfalls für
Hoch=
würden etwas zum Mitnehmen auf die Seite gelegt worden, und
dann kann der ſonſt ſo mäßige Grieche bei feſtlichen Anläſſen
Mengen verſchlingen, daß man ſtaunend zuſieht.
Eine Pauſe trat ein. Der Vater griff ins
Univerſal=
magazin, den Gürtel. Da iſt nämlich für gewöhnlich alles drin.
Geld, Cabak, Sigarettenpapier, Mundvorrat, Schnupftuch,
Caſchenkämmchen, bei alten Leuten die Leſebrille, vor allem
aber — das ſtehende Meſſer. Das zog er nun heraus, langte
nach dem Hammelkopfe, bohrte ſeine Waffe hinein und holte
— das Auge heraus, das zitternd auf der Spitze des Meſſers
thronte. Ich muß in Erwartung der Dinge, die da kommen
ſollten, mit offenem Munde dageſeſſen haben, was wohl von dem
Manne als Seichen von beſonderem Verſtändnis angeſehen
wurde. Das Auge näherte ſich mir raſch und immer raſcher, es
drohte herunterzufallen, und ehe ich mich verſah, hatte ich es
im Munde.
„Dem Paten und Gaſte das Beſte”, ſprach der Freund mit
einer Handbewegung von unnachahmlicher Grazie. Sechzehn
Augen hielten mich gleichzeitig gefangen mit dem Ausdruck des
Wohlwollens und der Freude über die mir zuteil gewordene
Ehrung. Ich aber ſaß da, wie ein auf der Cat ertappter
Apfel=
dieb und würgte — und würgte — das Glatte war erledigt —
aber nun kam der harte Glaskörper und machte furchtbare
Schwierigkeiten. Da griff ich in meiner Seelenangſt nach
meinem Wein und ſchüttete das ganze Glas herzlich ſchlechten
Nezinats hinunter.
Das half. Befreit von aller Qual atmete ich auf und
trock=
nete mir die dicken Cautropfen von meiner Stirn.
Dann hob der Alte verſtändigerweiſe die „Cafel” auf. Wir
rüſteten uns zur Heimkehr. Als wir zwei allein waren, meinte
mein Begleiter: „Nun, wie hat es Ihnen denn gefallen?” und
dabei ſah er mich an, als wollte er mir das andere Auge auch
noch vorſetzen.
„Na, einmal und nicht wieder. Verflucht intereſſant, aber
weder ſchön, noch billig.”
Wir ritten ſchweigend weiter. Zu Hauſe überließ ich mich
ganz dem Wohlgefühle der Verdauung. Ich ging bald zu Bett.
Aber das Auge erſchien mir nun auch im Craum. Das ging
mehrere Nächte ſo fort, bis das Unangenehme des Cages immer
mehr der Erinnerung entſchwand und nur noch die Lichtſeiten
im Gedächtnis hafteten.
Die ganze Geſchichte wäre wohl aus meinem Gedenken
ge=
löſcht worden, wenn mich nicht der Herr Cäufling, der ſich vom
Schuhputzer bis zum „Winkeladvokaten” hinaufgearbeitet hatte,
von Seit zu Seit an meine verwandtſchaftlichen Verpflichtungen
erinnert hätte. So oft ich nach Patras komme, ſucht er mich
auf. So auch heute, wo er mich ſogar an Bord gebracht hat.
So, meine Herren, nun wiſſen Sie es. Gute Nacht!”
Huzuznanzunnangn zz unzugnnnnnnnnnvnnnnn
Zum Gaſtſpiel der „Habima”
Der Bote im „Dybuk”
Seichnung von S. Robenitzky
Hunzannag iugnnannnnnnnnnnnnnnng
eines Cages hinſah, konnte ſie nichts mehr finden, nichts,
viel=
leicht einen Menſchen, der ihr vollkommen fremd war, aber ſie
wagte nicht ein, zweitesmal hinzuſehen. Sie wurde einer von den
Menſchen, die auch den Spiegel nicht mehr brauchen.
Die Menſchen möchten im übrigen natürlich gern hören,
wie denn eine ſolche Sache abgelaufen iſt. Sie meinen, wie es
war, als ſich Sereon endgültig von Maria trennte. Das
In=
tereſſe beginnt immer da, wo die Piſtole erſcheint, das Gift —
eben das Dramatiſche; aber das Leben iſt immer vor den Dramen
eutſchieden. Es war das Wunder, daß Gereon die beiden Seelen
in ſich klar fühlte, die der Vergangenheit, der Geſundheit, des
Bodens aus dem er ſelbſt herkam, und jene andere Seele, die in
die Seit und ihren Kampf gehörte. Daß er für dieſe beiden
Seelen einen Partner fand, und daß er Marias Seele ganz in
ſich aufſog, als er wußte, daß der Geiſt der Stadt ihn gepackt
hatte, daß er Marias Seele aber einer anderen Frau gab, in
dieſem ſeltſamen Cauſch, in dem er von Nina all das Leben
nahm, das ſie ihm neu gebracht hatte, und Maria gab er ihr,
weil ſie dieſe Seele mit ihrer anderen Art verbunden als Frau
tragen konnte.
Geroon wuchs heraus aus ſeiner bisherigen Welt, aber die
Seele in ihm, die dem Land gehörte, mußte er ſein ganzes Leben
hindurch unterdrücken, und ſollte er einmal hinauskommen,
irgendwohin, wo der Boden mächtig war, dann mußte Nina ihn
verlieren, und vielleicht forderte er eines Cages Marias Seele
von Rina zurück.
Maria aber ging auf das Land, entſeelt, und vielleicht wird
ſie eines Cages noch gerade mit ihren Kräften dahin kommen,
einem verwitweten Bauern die Wirtſchaft zu führen und Mutter
ſeiner Kinder zu werden..
Ooſamenterien, die neuen Aufputz=Effel
Auf den neuen Kleidern wird bekanntlich
ſehr wenig Garnierung angebracht, denn die
Linie ergibt ſich mehr oder weniger, aus ſich
ſelbſt und bedarf in ihrer Mannigfaltigkeit in
den meiſten Fällen keiner Aufputze mehr, um
dennoch vorteilhafte Wirkungen zu ſichern.
Trotzdem ergibt ſich bisweilen die
Notwendig=
keit, ein oder das andere Modell zu ſchmücken,
da die abſolute Schlichtheit ja nicht jedermanns
Geſchmackt iſt und manchmal ein Kleid
prinzi=
viell auch etwas Garnierung erfordert. Nun
iſt man der alltäglichen Aufputzmöglichkeiten in
Form von Bändern, Blenden, Spitzen, Blumen,
Perlen und Stickereien ſchon etwas müde
ge=
worden, ſieht ſie zwar noch immer gern, möchte
aber oftmals ſchon Neues zu ſehen bekommen.
Lange wußte man in den großen Modeſalons
nicht, auf welche Bahn man ſich wegen der
neuen Garnierungen ſchlagen ſollte, und es
muß wohl oder übel geſagt werden, daß die
verſchiedenen Modekünſtler ſich auch
unterein=
ander über die zu propagierenden Neuheiten
nicht ganz einig waren.
Wie es aber ſo oft zu kommen pflegt, ſo
wurde ein und dieſelbe Idee von verſchiedenen
Modehäuſern zur gleichen Zeit aufgegriffen,
und — wie ein Brand, der an allen Seiten
ge=
legt wurde — erfaßte dieſe Neuheit die Mode
im Fluge, ſo daß man ihr ſchon heute in allen
guten Ateliers begegnen kann. Es ſind damit
die neuen Poſamenterie=Garnituren gemeint,
die als ſehr ausſichtsreich bezeichnet werden
und ſicherlich auf die kommende Mode einen
nicht zu unterſchätzenden Einfluß ausüben
dürſten. Das Wort „Poſamenterien”, mag
keinen guten Klang haben, denn man ſtellt ſich
darunter altväteriſche, ſchwere, faſt plumpe
Effelte, Verſchnürungen und ähnliche Dinge
vor; doch hieße es ganz fehlgehen, wollte man
die neue Mode von dieſem Geſichtspunkte aus
betrachten. Haben doch die Poſamenterien von
heute mit den früher gebräuchlich geweſenen
nicht das Mindeſte gemeinſam und ſind
unbe=
dingt anſprechend und dekorativ zugleich.
Die Poſamenten=Induſtrie bringt viele
Neu=
heiten, die ſicherlich gern Beachtung finden und
ſich unſchwer durchſetzen werden. Da ſieht man
die verſchiedenſten Franſen (die Franſenmode
iſt nämlich keineswegs, wie von verſchiedenen
Seiten fälſchlich behauptet wird, als erledigt
anzuſehen ſondern hat eine Rengiſſance erlebt, die uns dieſe
Mode noch viel geläufiger machen wird, als ſie es im Vorjahr
ſchon war), und zwar Franſen in allen Längen und Arten.
Dünne Schnürchen, die die ganze Länge des Rockes haben, und
wieder andere, die kaum zollang ſind; dann wieder verſchiedene
ſtärkere Franſenſorten, bisweilen ſogar dicke Chenillen, die ſich
ſehr originell ausnehmen. Auch flache Borten werden gern an
Stelle der gedrehten Seidenfranſe verwendet.
Die Bortenmode ſelbſt iſt natürlich ein Hauptfaktor der
neuen Garnierungsart, und man ſieht neben den glänzenden
Seidentreſſen ſehr aparte „gewachſte” Borten, die einen
unge=
mein anziehenden Eindruck erwecken, da ihre durch die
Wachs=
ſchicht hervorgerufene Mattheit unbedingt immer von neuem
verblüfft.
Hand in Hand mit dieſer Mode geht die Suitage= oder
Börtchenarbeit, wobei ſchmale „Lacé”= oder ähnliche
Borten in ornamentaler Art das betreffende Modell garnieren
und eine ſehr wirkungsvolle Stickereiarbeit darſtellen.
Auch kleine Quaſten ſind eine ſehr geſchätzte Garnierung
und erſetzen vielfach eine Perlenſtickerei, wobei den Quaſten=
beſätzen ſicherlich der Vorzug zu gebüt,
ſie nicht nur viel neuartiger, ſondermn
unbedingt vornehmer zu bezeichnen
Chenillen=Pompons, die en
etwa wie auf Halb=Fingernagel=Grö6
nerte Pierrot=Pompons zu denken haut
eine reizende Garnierung des nachmn
Kleides.
Damit iſt natürlich die Reihe
menten=Effekte noch keineswegs erſchch
bei der Verbindung von Franſen mirfol
Borten mit Sticlereien und benat
bunten Treſſen iſt der Phantaſie frex
raum belaſſen.
Um einen Ueberblick über die Mäu
der Poſamenterie=Mode zu geben, wul
die Skizzen unſerer Gruppe näher biA
Da iſt im erſten und zweiten
reizendes neumodiſches Koſtüm=Como)
gehalten. Die Jacke und die untere Pl
Kleides ſind aus petroleumblauem Cuſf
grauem) Zibeline gedacht, der Obictl
Kleides aber aus gleichfarbiger ſchwern
Die apart geſchweifte Jacke wird mit
Phantaſiefell ringsum und an den 19
verbrämt, außerdem noch mit vetrolezn
Borten benäht, die ſich von dem Sti
ſehr eigenartig abheben. Auch das i
ſtark mit Borten garniert, die eim
Uebergang zwiſchen der Seide und M3l
des vorne glockigen, rückwärts glateo!
ſchaffen.
Ornamentale Börtchen= oder Suital
veranſchaulicht der in der Mitte ſkizio!
tel, den man ſich etwa in Schwarz
mrt=
zer Stickerei und grauer oder beigid
Pelzverbrämung zu denken hat, wohrz
ſondere die an der ſeitlichen Kante dar=
Fellglocke Beachtung verdient, da ſie
winterlichen Umhüllen wiederzuſehenſ.
Für Beſuche und abendliche Mum
man das vorletzte Kleid heranziehem
Oberteil zwar im Grunde ganz ſchi4
beitet, aber mit mehreren Reihen kurzel!t
garniert iſt, die dem Modell einen hend
graziöſen Charakter geben, der mit 9.
Linienführung des ganz glockig geſott
Rockes harmoniert, der nach pben zu du4h
loſen, ſeitlich in langen Bandenden heuch
den Gürtel abgeſchloſſen erſcheint. Die Aermel bringenn!
Oberteil, mehrere Reihen gedrehter Seidenfrauſen.
Die früher, erwähnten Chenillen=Pompons, ſind au
Kleid verwertet, das man ſich, da es ſich hier um einnt
das mantelartigen Schnitt hat und darum für ältere Danu
ſtarke Figuren in Frage kommt, handelt, in Schwarz, Tieſbick)
Steingrün zu denken hat, wobei die Pompons natürlich
chen Farbton haben. Wenn man dieſe Chenillen=Ponbal4
kleine nagelgroße Qugſten erſetzt, erzielt man einen ucht )
guten und ebenfalls ſehr diſtinguierten Effekt.
Abendliche Handtaſchen.
Seit einigen Jahren ſchon hat man ſich daran gewöhnt, für
den Abend eine beſonders aparte Handtaſche zu wählen. Um
aber nicht zu jedem Kleide die entſprechende Taſche anſchaffen
zu müſſen, hat man verſucht, ſich an möglichſt vielfarbige
Typen zu halten, die eben zu jedem Kleid paſſen. Ganz
beſon=
ders die „Petit=Point” und die noch viel moderneren und in der
Arbeit bedeutend ſubtileren „Gobelin”=Taſchen, die meiſt nach
Bildern alter Meiſter geſtickt werden und vorwiegend anmutige
Schaferſzenen veranſchaulichen, haben ſich raſch die Gunſt der
eleganten Frau erobert. Da aber ſolche Handtaſchen immer ſehr
koßſpielig ſind, verſucht man neue Typen zu ſchaffen, die
wohl=
feiler und dennoch dekorativ ſind. Eine intereſſante Neuheit hat
man in Form der Pänder=Taſche gefunden, die derart hergeſtellt
wird, daß auf die Seide, aus der das betreffende Pompadour
gearbeitet iſt, ſchmale Bändchen ſo eng aneinandergenäht
wer=
den, daß ſie faſt den Effekt von Straußfedern machen und an
die „Ridieules” der Barockzeit gemahnen. (Unſere Skizze zeigt
eines dieſe. neuen Modelle, die gegebenenfalls auch ohne Bügel
und nur mit Schnurzug montiert ſein können.)
Strickbluſe mit Metalleffekten
iſt als letzte Neuheit der Wollmode anzuſehen. Wie kein anderer
Modezweig verſtehen es die großen Strickfabriken, mit den
Novi=
täten, die in den Modeſalons von Rang gezeigt werden, gleichen
Schritt zu halten. Kaum wurde bekannt, daß die maßgebenden
Modellhäuſer Metalleffekte bevorzugen (und zwar nicht nur für
die nachmittägliche Kleidung, ſondern auch für die einfache
Gar=
derobe), ſuchte und fand die Strickmode mit dieſer neuen
Auf=
faſſung ſofort Kontakt, und man kann wohl behaupten, daß alle
Modelle, die ſich dieſer Neuheit bedienen, ungemein intereſſant
ſind und zweifellos viel Bachtung finden werden. Man
unter=
ſcheidet hier zweierlei Arten von metalldurchwirkten Strickbluſen:
jene, die nur eine ſchlichte Mittelfarbe, etwa grau, beige oder
ſand, bringen und etwas metalliſch durchſetzt ſind, und neben
ihnen die ganz bunten Bluſen, die einen großen Reichtum an
farbigen Streifenmuſtern aufzuweiſen haben, die ebenfalls von
Metalleffekten unterbrochen werden und ſchon durch die
mannig=
faltigen Kontraſte großer Wirkung ſicher ſind. Dieſe Bluſen mit
den neumodiſchen Metallwirkungen ſind aus der Wiener Schule
hervorgegangen und werden zweifellos (worüber die
öſterreichi=
ſchen Stricker ſehr ſtolz ſind) über kurz oder lang einen ſehr
bedeutenden Modefaktor darſtllen.
Derlenſtickereien
auf Kinderkleidern
ſind heuer ſehr beliebt; natürlich dürfen ſie keineswegs
aufdring=
lich, ſondern müſſen unbedingt maßvoll ſein, denn gerade bei
Kindern wirken überladene Effekte ſehr ſchlecht. Ein wenig
Perlenarbeit wird aber den kleinen Mädchen immer Freude
be=
reiten, denn in den „Abendkleidern” werden ſie ſich „Muttern”
ſehr ähnlich dünken und ſich bei der Tanzſtunde, die ja jetzt ſchon
in ſehr frühem Alter beſucht wird, ungemein „erwachſen” fühlen.
Dieſe Kleider werden gern aus Chinakrepp gearbeitet, in ihrem
Oberteil gerade und mit einem quergelegten Halstüchlein
gar=
niert; außerdem ſtellen Perlenlängsbahnen einen reizenden
Auf=
putz dar. Der Rock iſt in drei Reihen von Blättchen aufgelöſt,
deren jedes mit Perlen umrandet wird, was einen ſehr
anmuti=
gen Effekt ergibt. Die Taille umſchließt ein breit gelegter Gürtel
aus gleichem Material, der mit einer verlgeſtickten Schließe
zu=
ſammengehalten wird.
Die neuen Auto=Kappes
zeichnen ſich zum Unterſchied von den ſchon bekannten 9.
durch einen beſonders eigenartigen Schnitt aus. Sichte
dieſe Neuerung fehr begrüßenswert, denn wenn mül 2
darüber einig iſt, daß die ſportliche Mode konſerbatim9
muß, um elegant zu ſein, iſt eine Unfformierung der 994
keineswegs als notwendig zu bezeichnen. Außerdem 10
neuen Kappen den Vorteil, den Kopf viel beſſer zu ſch09
die alten Typen, was um ſo angenehmer iſt, als man ſtündt
kalten Tagen entgegengeht, bei denen die Fahrt imn4
Wagen nur dann ein Vergnügen bereitet, wenu, Mat
wahrt iſt. Die neuen Autohauben laſſen das Geſiche.
durch die großen Brillen hinreichend Schutz erfährt, volich.
ſrei, bedecken aber Nacken und Ohren durchaus. S hed.
einerſeits um Modelle, die einer „Dante=Kkoppe. Hl.
e=Kaptes
Skize), andererſeits um Modelle, die einer „Dälte Beht”
Stzze), andererſeits um ſolche, die den Kawen de.
arbeiter im Schnitt nachemrfunden ſind und rüchwärtz ſih.
Falten gelegt, werden (unterſtes Bild). Nicht ſelten.”
man dieſe Autohauben auch mit Lederblumen im Ne
Farben, die natürlich ſo widerſtandsſähig ſid, Pe. *
ihnen nichts anzuhaben vermag.
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beurteilen iſt. Bemerkenswerterweiſe hat aber auch der Konſum in der
Erwägung, daß die gegenwärtigen Preiſe die niedrigſten der letzten drei
Jahre ſind, alſo nicht viel niedriger gehen könnten, größere Mehlkäufe
abgeſchloſſen, das hat die Mühlen Deckungskäufe vornehmen laſſen zum
Tagespreis, wodurch eine feſtere Stimmung in den Markt kam. Die
Weizenkäufe erſtreckten ſich in der Hauptſache auf ſpätere Ablädungen
in vordamerikaniſcher und argentiniſcher Herkunft, wogegen
rhein=
ſchwimmende Partien noch vernachläſſigt blieben. Am Roggenmarkt
hielt die feſte Stimmung an, da inländiſches Angebot ſpärlich blieb und
ſelbſt die Landmühlen dazu übergegangen ſind, den ſich im Preis nicht
höher ſtellenden Auslandsroggen zu vermahlen, der mit 25,50—25,75RM.
(Vorwoche 25,25—25,50 RM.) gegen 25,50 RM. für inländiſchen Roggen,
zu haben iſt. Am Gerſtenmarkt lagen die Mittelqualitäten ruhig,
wo=
gegen gute Beſchaffenheiten geſucht blieben. Von einem Fortſchreiten
der Druſcharbeiten erwartet man ſtärkeres Angebot. Die ſonſt hier
ge=
handelte Gerſte aus Fehmarn, Holſtein und Dänemarkt fehlt bis jetzt;
pfälziſche und rheiniſche Gerſte koſtete 27—30 RM., Ausſtichqualitäten
über Parität, Gerſte aus Unterfranken, frei Schiff Mainſtation, 28 RM.
Futtergerſte ruhig. Hafer in guter Qualität bei nur mäßigem Angebot
geſucht; badiſcher und Tauberhafer 22—23,50 RM. Mais wenig
ge=
handelt, in Mannheim lagernde Ware mit unverändert 19,50 RM.
an=
geboten. Mehl lebhaft und in größeren Poſten umgeſetzt; Weizenmehl
Spezial 0, nach vorübergehender Ermäßigung auf 37,75 RM. die 100
Kilogramm, wozu große Abſchlüſſe erfolgten, wieder auf 38 RM.
er=
höht; Roggenmehl je nach Ausmahlung 34,50—36,50 RM.,
Weizen=
brotmehl 30 RM. Futtermittel hatten etwas freundlichere Stimmung
ohne weſentliche Preisveränderung.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt.
Leitur
badiſchen Landwirtſchaftskammer erbrachten für Sandblätter in
Blanken=
loch 72 RM. und in Linkenheim 77,75 RM., worauf für gute Partien
Zuſchläge bis zu 200 gegeben wurden. Weſtpreußiſches Sandblatt
wurde ab weſtpr. Station zu 76 RM. je Zentner und eine Partie weſtpr.
hellfarbiger und trockener Grumpen zu RM, 52 der Zentner angeboten.
Pfälzer Sandblatteinlage, entrippt war zut 110 RM der Zentner im
Markte. Angebot beſtand ferner in Virginia=Grumpen der 1926er Ernte
zu 70 RM. je Zentner. ab bayeriſcher Station. Rippen unverändert.
Der Verein ſüddeutſcher Zigarrenfabriken hat nach längerer Ausſprache
einen Beſchlußantrag angenommen, wonach die Mitglieder und zahlreich
erſchienene Nichtmitglieder die vom Ausſchuſſe des Reichsverbandes
deutſcher Zigarrenfabriken beſchloſſenen Maßnahmen billigen und ſie
für den einzigen Weg zur Überwindung des derzeitigen Lohnſtreites und
zur Erhaltung des Tarifwerkes halten. In Verfolg dieſes Beſchluſſes
ſind bereits am 24. d. M. in allen Betriebsſtätten Bekanntmachungen
durch Anſchläge erfolgt, nach welchen die 14tägige Kündigung der
Ar=
beiter am 29. d. M. ausgeſprochen wird.
Vom ſüddeutſchen Hopfenmarkt. Hopfen lag etwas ruhiger als in
der Vorwoche. Die Nachfrage beſchränkt ſich auf prima grüne
Quali=
täten, die jedoch größtenteils bereits in feſten Händen ſind. Mittlere
Beſchaffenheiten waren zu bisherigem Preiſe erhältlich. Genannt wurde
der Zentner badiſcher Hopfen, erſte Koſten ab Produktionsplatz, in
prima grüner Qualität, mit 240—300 RM., Mittelqualität 180—220 RM.
und geringe Qualität mit 100—140 RM., pfälziſcher Hopfen aus der
Bergzaberner Gegend, je nach Qualität und Farbe, mit 100—250 RM.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 29. Oktober.
Die Samstagsbörſe war recht ſtill und faſt geſchäftslos, doch blieb
die Stimmung im allgemeinen freundlich. Die geſtrigen Ausführungen
des Reichsfinanzminiſters Dr. Köhler vor dem Haushaltsausſchuß des
Reichstages, befriedigten und beruhigten. Zur Zurückhaltung mahnte
dagegen der bevorſtehende Zahltag, da man Schwierigkeiten bei ſeiner
Überwindung in den Bereich der Möglichkeiten ſtellt. Die Spekulation
ſcheute ſich, über den Sonntag neue Engagements einzugehen, zumal
auch das Publikum ieder faſt vollkommen am Markte fehlte. So
be=
ſchränkte ſich das Geſchäft im weſentlichen auf Deckungen zum
Wochen=
ſchluß. Da andererſeits kaum Abgaben vorgenommen wurden, konnten
die Kurſe überwiegend etwas anziehen, doch beivegten ſich die
Kurs=
veränderungen in den engſten Grenzen. Durchſchnittlich 10 im Kurſe
beſſern konnten ſich die Mehrzahl der Elektrowerte, die Schiffahrtsaktien,
die Autowerte, am Montanmaukt Buderus und Phönix und die
Bau=
unternehmungen. Holzmann lagen aber in Nachwirkung der
Neu=
gründung in Braſilien erneut 20 feſter, J. G. Farben eröffneten gut
behauptet, ebenſo Rheinſtahl. Banken lagen überwiegend bis 10
niedriger, Dresdner Bank 2% abgeſchwvächt. Kaliwerte gaben auf den
Rückgang des Kaliabſatzes im Oktober 10 nach. Renten hatten kaum
Geſchäft. Im Verlaufe blieb das Geſchäft klein. Die Kurſe bröckelten
verſchiedentlich leicht ab. Rheinſtahl waren jetzt etwas mehr gefragt
und geringfügig gebeſſert. Tägliches Geld 6½‟ Die Nachfrage nach
kurzfriſtigem Geld iſt etwas zurückgegangen. Monatsgeld blieb jedoch
unverändert knapp. Am Deviſenmarkt lag die Mark weiter feſt. Mark
gegen Dollar 4,1860, gegen Pfunde 20,387, London=Paris 124,08
Mailand 89,15, Madrid 28,46, Kabel
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 29. Oktober.
Die Samstagbörſe verkehrte bei ruhigem Geſchäft in freundlicher
Haltung. Aus der Provinz lagen kleinere Kaufaufträge vor, denen ſich
die Platzſpekulation mit Deckungskäufen anſchloß. Die erſten
Termin=
kurſe beſſerten ſich infolgedeſſen um 1,5 bis 2 Prozent, und für die
be=
kannten Kaufpapiere erheblich ſtärker. Lebhafter beachtet wurden
Schiff=
fahrtsaktien, da das unbeſtätigte Gerücht umlief, daß der
Nord=
deuetſche Lloyd im Hinblick auf die zu erwartende amerikaniſche
Vermögensfreigabe Verhandlungen über eine 15 Millionen Dollar=
Anleihe führ. Auch Elektrowerte hatten ein reges Geſchäft. Die
zuverſicht=
licherer Stimmung war in der Hauptſache auf eine günſtigere
Beurtei=
lung der Lage am Geldmarkt zurückzuführen. Obwohl die Anſprüche
der Induſtrie zum Ultimo ziemlich erheblich ſein ſollen, war Tagesgeld
mit 6—8 Prozent verhältnismäßig flüſſig. Auch einige Tage über dem
Ultimo, etivas bis zum 4. oder 5. 11., wurden feſte Summen mit 8,5
bis 9,5 Prozent angegeben. Monatsgeld ſtellte ſich auf 8—9 Prozent.
Für Warenwechſel mit Bankgiro mußte ein Diskont von 7,25 und mehr
angelegt wverden. Am Devifenmarkt notierte der Dollar 4,1865. Die
Um=
ſätze waren jedoch unbedeutend. Am Elektromarkt gewannen Geſ. für
Elektr. 6 Prozent, Akkumulatoren 8,5; Vöge 3; Siemens 3,25; Schuckert
3,5; Bergmann 3,75; J. G. Farbeninduſtrie eröffneten mit 269,75 etwa
2 Prozent höher. Von Montanwerten befeſtigten ſich Eſſener
Stein=
kohlen um etwa 3 Prozent; Mannesmann um 175; Rheiniſche
Braun=
kohlen um 3: Rheinſtahl um 3. Vereinigte Stahlwerke notierten 108,75
nach 108. Feſte Haltung zeigten Bauwerte. Berger plus 5; Holzmann
plus 4,5. Von Textilwerten, die freundlicher notierten, zogen Bemberg
um 6; von Zellſtoffwerten Waldhof um 6; von Spritwerten Oſtwerke um
4,5 Prozent an. Maſchinenfabriken waren teilweiſe geſucht. Schubert
und Salzer plus 6; Ludwig Löwe plus 6; andere Werte plus 2; unter
Metallwerten zogen Hirſch=Kupfer um 5 Prozent an. Am Bankenmarkt
waren vor allem Mitteldeutſche um 6 und Berliner Handelsanteile um
2,75 geſteigert. Schiffahrtswerte etwa 2 Prozent höher. Hamburg=Süd
plus 3,75; Hapag 140½/s; Nordd. Lloyd 143,75. Auslandsrenten ruhig,
deutſche Staatsrenten knapp gehalten. Von ſonſtigen Papieren konnten
Deutſche Erdöl um 3,5 Prozent anziehen.
28 10 29. 10.
128 10 129 10.
Aſchaffenb. Zellſtofl. 1162.75 174.— bemoor=Zement. . . . 220.— 1219.—
99.— 1100.25
Augsb. Nürnb. Maſch. /115.25 118.125/Hirſch Lupfer
Bamag=Meguin
149.75 1151.—
26.— 1 28.75 Höſch Eiſen.
Berlin el. W.
Hohenlohe We
18.10 18.90
BerlinKarlsruheJud. ) 62.— 61.75 Kahla Borzella
88. 1 90.—
Braunkohl.=Briketts. / 174 — 176.5 Lindes Eismaſch.
138 5 145 —
Bremer Vulkan
140.5 141.— Lingel Schuh.
60.— 62.—
Bremer Wolle..
174 — 375.— Linke u. Hofmann
Teutſch.=Atlan:. Tel. / 95.25 101.25 12. Loewe u. Co
242.5 1243.5
Teutſche Maſchinen. / 70.75 74.— FC. Lorenz
107.—
107.375
Teutſch.=Nied. Tel..
Niederlauſitzer K=
1495 1150 —
Teutſche Erdöl. . . . 126.75 130.— MNordd. Gummi
Teutſche Petroleum. / .71.—
71.5 Orenſtein.
120.— 1124.5
Dt. Kaliwerke.
Rathgeber Waggon
77.25 74.—
Donnersmarckhütte
105.— Rombacher Hütten.
Tynamit Nobel
123.375/ 124.875MNoſitzer Zucker.
68 25 70.—
Clektr. Lieferung.
157.75 /1615 Rütgerswerke
80.25
82.5
J. G. Farben
265.— 259.5 Sachſenwerk
111.- 1112.—
R. Friſter.
95.— 109— Sächſ. Gußſtal
145.— 1145.
Gaggenau Vorz.
40.5 41.5
147.— 1149.—
Siemens Gla
Eelſenk. Berg..
124.— 1125.—
Ver. Lau
rGl
G. f. elektr Untern. / 266 75 270.— VVolkſtedter Porzell. 42.
43.—
Salle Maſchinen. . . . /155.— 1155. — Weſtf. C. Langendreer
Han. Maſch. Egeſt. .
78.—
80.— WittenerGußſtaht.
54.5
Sanſa=Dampfſchf.
209.— 212.— 1Wanderer We
223. — 1220.—
Deviſenmarkt.
28. 10. 29 10 28. 10. 29. 10 Geld/ Brie Geld / Brief Gelt Brie Gel: Brief 10.533110.553 0.538/10.554 Italien ... 22.85 22.89 22.835 22.875 59.03/ 59.15 59.04/ 59.16 Paris 16.41 18.455//6.415 16.455 H12.392 12.41 12.395/12.41! Schweiz 180.61 30.77 80.64 80.80 73.131 73 27 73.13/ 73.27 Spanien 71.47 71.6 71.53 71 67 3.022/ 3.028 3.022/ 3.028 Danzig 81.40 81.56 81.47 81.63 168.38 168.72 168.53/168.87 Japan.. 1.948 1.952 1 94 1.952 ro.14110.36 110.14,110.36 Rio de Janeiro. 0.500 0.502 0.500 0.502 H112.04 112.26 12.10/112.32 Jugoſlavien ..Portugal 7.37 7.38 7.370 7.384 W12.58 112.80 12.57112 79 20.58 20.6 20.5 20.62 120.363 20.403 20.37 (20.41 Athen .. 5.5441 5.556 5.544 5.556 1.784 1.788 1.784/ 1.788 Konſtantinopel. 2.22 2.227 2.225 2.229 M.18104 1890 4.1820 4.1900 Kanada. g. 186 4.19 4. 187 4. 195 58.22 58.34 58.27/ 58.39 Uruguah.. 4.256 4.254 4.255 4.264
Selſing ſors..
Wien.. . .
Prag ...
Budapeſt
Soſia ..
Kolland..
Lslo".
Kopenhagen..
Stodholm.
Londen.
nvs Aires.
New York
Belgien.
Auf dem Schweinemarkte in Weinheim a. d. B. am 29. Oktober
waren zugeführt 461 Stück. Verkauft wurden 402 Schweine.
Milch=
ſchweine wurden verkauft das Stück von 6—12 RM., Läufer das Stück
von 12—40 RM.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 29. Oktober 1927. Der
Produkten=
markt nahm heute einen ſehr ruhigen Verlauf. Vom Auslande lagen
durchweg ſchwächere Meldungen vor, das Inland war eher mit
reichliche=
rem Angebot im Markte und in den Forderungen nachgiebiger als an
den Vortagen. Immerhin iſt das Angebot keineswegs dringlich. Der
Konſum verhielt ſich nach wie vor abwartend. Am Lieferungsmaukte
kam für Weizen zunächſt nur die/ Oktoberſicht zur Notiz und war
in=
folge der Unkontraktlicherklärung der reſtlichen Andienungen 1 Mark
über geſtrigem Schluß. Bei Roggen ſind die heute beſichtigten Partien
als kontraktlich erklärt worden.
Deutichlands Außenhandel in Weig
Nach der amtlichen Statiſtik über den Weinverkehr Deutſchln
ſich die Einfuhr von Wein aus dem Auslande im Monat Sem
ds. Js. gegenüber dem Vormonat Auguſt wieder erhöht. Bei S2h
wein iſt eine Erhöhung ſowohl der Einfuhr wie auch der
Auss=
mehr als das Doppelte gegenüber dem letzten Monat zu vern=
Nachfolgend laſſen wir die einzelnen Zahlen folgen, wobei wnu
gleichen Monat des Vorjahres ein= bzwv. ausgeführten Mengen
mern () anführen: Wein und friſcher Moſt von Trauben, auch ,
in Behältniſſen mit einem Raumgehalte von 50 Ltr. oder mehr.,
zur Herſtellung von Weinbrand unter Zollſicherung: Einfuhch
(14926) dz im Werte von 580000 RM. b) Wein zur Herſtelll),
Weineſſig und Zollſ.: Einfuhr 1533 (758) d2 im Werte von 350
c) Wein zur Herſtellung von Schaumwein und Zollſ.: Einfu=
(2404) d2 im Werte von 164000 RM. d) Wein zur Herſtell.,
Wermittwein und Zollſ.: Einfuhr 453 (563) d2 im Werte von 21
) Anderer Wein: Einfuhr 59563 (52903) dz in Werte von
RM., u. a. aus Spanien 36829, Griechenland 8527, Frankre==
Italien 3839: Ausfuhr 1097 (597) Hektoliter im Werte von 162//
1) Stiller Wein und friſcher Moſt in anderen Behältniſſen:
208 (101) Hektoliter im Werte von 32 000 RM.; Ausfuhr 1330 (988
liter im Werte von 523 000 RM. Weine mit Heilmittelzuſätzen
liche weinhaltige Getränke (WZermutwein uſw.): Einfuhr 11.
Hektoliter im Werte von 108000 RM.; Ausfuhr 206 (153) G.
im Werte von 29000 RM. Obſtwein und andere gegorene, de
ähnliche Getränke (Maltonwein uſw.); Reiswein: Einfuhr 411 (—
liter im Werte von 8000 RM. Schaumwein: Einfuhr 8482 (93
ze Flaſchen im Werte von 38000 RM.; Ausfuhr 35 768 (2171I
Flaſchen im Werte von 116000 RM., davon nach England
Ohne Zuſatz von Branntwein oder Wein künſtlich bereitete (
Limonaden: Ausfuhr 1488 (816) Hektoliter im Werte von 1070
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 26. Oktobon
Die auf den Stichtag des 26. Oktober berechnete Großhandelsinne
des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt hauptſächlich infolge ſaiſonmn.
günſtigter Preisrückgänge landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe gegenn
Vorwoche um 0,4½ von 139,9 auf 139,4 geſunken.
Rückgang der unterſtützten Arbeitsloſen am 15. Oktober 104
Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger in der
loſenunterſtützung betrug am 15. Oktober 1927 rund 329000 0
26,000, weiblich 64 000) gegenüber 355 000 (männlich 286 000,
69 00) am 1. Okt. 1927 und 381 000 (männlich 303 000, weiblicn
am 15. September 1927. Der Rückgang in der Zeit vorn
15. Oktobeu 1927 beträgt rund 26 000 — 7,3 v. H. Die
Zuſchlagsempfänger (unterſtützungsberechtigte Familienangehö
im gleichen Zeitraume von 406 000 auf 369 000 geſunken.
Die Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen
Bere=
wurden in der Zeit vom 16.—22. Oktober 1927 im Ruhrgebie:”
Arbeitstagen 2 294 329 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 29275417
in der vorhergehenden Woche in ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Z
erzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtwocheai
Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 543 795 Tonnen
549725 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenhen
auf 71184 Tonnen gegen 72975 Tonnen in ſechs
Arbeitsta=
arbeitstägige Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 16—22.!-
382 388 Tonnen gegen 382 126 Tonnen in der vorhergehenden W
tägliche Koskerzeugung ſtellte ſich auf 77 685 Tonnen (78532/!
beitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 11864 Tonnen (12163
Die Zahl der wegen Abſatzmangels eingelegten Feierſchichten ſt.
auf 33 418 (arbeitstäglich 5 570) gegen 23 522 (3 920) in der vorher.n
Woche.
Mainzer Verlagsauſtalt und Druckerei A.=G., Mainz. 2n.
ſchaft ſchließt bei einem A.=K. von 1,15 Mill. MM. mit einen
gewinn von 316000 (278 342) RM., woraus wieder 15 Prozs
deude verteilt werden ſollen. Der Geſchäftsgang ſei gut, ſo d
dem üblichen Vorbehalt mit einer befriedigenden Weiterentwicht
rechnet wird.
Süddeutſche Drahtinduſtrie A.=G. Mannheim. Die Generaltu
lung der Süddeutſchen Drahtinduſtrie A.=G. genehmigte einſtimn
Anträge der Verwaltung und beſchloß, aus dem Reingewn
134 669 Reichsmark eine Diridende von 6 Prozent zu verkeilerk
Reichsmark für Abſchreibungen zu verwenden und 32 347 Rei
auf neue Rechnung vorzutragen. Der alte Aufſichtsrat wurdes
gewählt.
Waggonfabrik H. Fuchs A.=G., Heidelberg. Das Werk iſt
au=
lich gut beſchäftigt und die Belegſchaft auf rund 1600 Mann
gegen etwa 400 Mann im Vorjahre. Neben Aufträgen der Ro/
liegen auch ſolche aus der Privatinduſtrie vor. Das Unternel.
mit den jetzigen Beſtellungen bis reichlich in das Jahr 1928 h0
ſchäftigt.
Schnellpreffenfabrik Heidelbera A.=G. Wie mitgeteilt wird,
Schnellpreſſenfabrik ihre Produktion dauernd ſteigern können.
jetzt eingegangenen Beſtellungen bieten bis Ende Februar des *
Jahres genügend Beſchäftigung. Die durchſchnittliche Fabrikatl
beläuft ſich auf etwa 140 Maſchinen im Monat, während im Fe
d. Js. nur 80—90 Maſchinen monatlich hergeſtellt wurden.
— Generaldirektor Clemm geſtorben. Generaldirektor Hauss”
der Zellſtoffabrik Waldhof iſt geſtern morgen auf der Fahrl
Sitzung in Darmſtadt in der Rheinſtraße in ſeinem Auto einem
erlegen.
Staatspaviere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Tei
„ II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine
4% Dt. Schutzgeb.
Anl. . .
b)Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914
5% „ L. Inv. 1914
4½%0 „1398 ..
12%0 1902
47 Bosnien
50.70
12.0
2.8
5% Bulg. Tabak. 02/ 18.25
4½%Oſt. Staatsr.
v.1913, Kdb.1918 28
4½%Oſt. Schatz. 14
4½/=20 Oſt. Silberr.
%o
Goldr.
42 Oſt. Goldrent
. Innsbr. Abk. 27.75
4½ „einh. R. (k.)
5% Port, (Spz.) III/ 10.25
Ru
½%0
„
14
4½ „a
420 Türk. (Adm
49 „ (Bag
42 „ (Bagd.)
40 „ unif.
4% 1911
4½ Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.
42o Ung Staatsr.
b. 10
4½Ung. Kronr.. . .
3% Ung. Ciſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche
5% Mex.au. in. abg.
„ äuß. 99
„ Gold04ſtf.
„ konſ. inn.
%, Irrigat.
% Tamaulipas I,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
109 Berl. H.=Bk. G
8 Berl. St. Golt
Darmſt. St.=G
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf
85
96.25
97
St. 19
u.
112e
t.Tnnsbr. 2!
4½%u
Leo
—
Dresd. St.=G.
%Frkf. St.=G..
83.5
Frif. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
97
%0 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
25
Frkf. H
Bk.
Bol
87
5
95
10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl. .. . . . 1102.4
8% Komm. Ldsök
Darmſt., Reihe T/102.4
2 L. Landeshank
Darmſt. Reihe II 1102.4
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldanl.
2oM. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
50 Mannh. St.=G.= 97.5
M.=Stahlw. 27/ 89
82½ Naſſ. Ldb. Gold 1100
8% Nbg. St. Gldal.
2 Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
96
7% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=B
Goldpfbr.
80 Pforzh. St.=G./ 94.25
6 Pirmaſ. St.=G.
₈ Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr. 99.5
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 200
% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 97
8% Rh.=Hhp.=Bk.
Goldpfbr.
97.5
35.4
32 7 „Lig. Pfb.
„ „Anteilſch.
½Rh. Stahlw.
10%Rh.=Weſtf.=B
Cr.=Bk. Goldpf.
Südd. B.=Cr. 3
Goldpfdbr.
V. Stahlw. Düſ
fHhF.=Gld
95
90
75.5
47
103
S0
93
27
8% Boigt &Häffner
Goldobl.
.1 92.5
8% Württbg. Hyp.-
Bank Goldpfbrf. 105
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23/ 12.62
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6%beſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen ... . 23/ B 25
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G/ 2.22
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bayr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.. 14.5
15.75
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bf.
Mecklb. Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp. Bk. 11.8
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz.Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Nhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ Hhp Bk.. ./ 14.13
Staatl. od. prov
garantiert
Heif. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel .. 12
Naſſau. Ldsb.
Obligationen
Transportanſt.
Eliſ.=Bnhn ſt
38
2
2,6%AteOſt. Südb
2,6% Neue
LOſt. Staatsb. 8
%Oſt. 1.b.8. E.
%Oſt. „abg.
„ „9.Em.
„ „ „abg.
„. 1885
abg.
„Sſt. , Erg. Netz
%Oſt. „ „abg.
3% RaabOebd. 83
91
97
40 Rud. Silber
42 Rud. (Salzka.)
4½%Anat., S. I
4½‟ Anat.. S. II
„% Anat., S.III
2% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec..
12/.-io
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit..
Bad. Bk.
Bk. f. Brauind.
Barmer Bankv. ..
Bah. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank...
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. ..
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bf.
Frankf. Hypth=B
Frrf. Pfdbr. Bk...
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank.
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditban
„Hyv.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Creditbf.
Rhein=Hyp.=Bk.
d. B.=Creditb
147.
147.
8.35
20.43
17.5
163
132
Südd. Disc.=Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
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98.5
210
154
64
39
150
113
85.25
971,
175
180
114.75
21
270
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130
36.5
203
159
23
26
55
71.75
230
61
97
50
208
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71s
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89
193
17.5
143
160
168.5
17
125
80
85
105
06
145
Z
125,5
Schuckert Elektr
72.5
Schuhfbr. Weſſe
45
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DarmſtädterBet”.
Zel
[ ← ][ ][ → ]uummer 301
Sonntag, den 30 Oktober 1927
Geite 27
Vom ſüddeutſchen Laubholzmarkt.
dem Eintmitt der neuen forſtlichen Verkaufsſaiſon zeigte ſich für
ſtarkes Intereſſe, ohne daß, jeddch bis jetzt größere Poſten zum
gelangten. Auch nach Rundeichen iſt die Nachfrage ziemlich
Befriedigen konnte das Geſchäft in geſchnittener Eiche. Die
m knoxe nach Eichenholz iſt jedoch gegen frühere Zeiten nicht mehr
Vielfach wird anderes Holz erwartet, beſonders auch in der
gahbrikation, im Waggonbau uſw. Möbeleiche ſtellte ſich mittelgut
arl.h—20 Mark, Ia breite Ware auf 200—300 Mk. franko Waggon
vFll wyer ab Erzeuger. Mittelharte Qualität für Treppen, Stuhlbau
„urde zu 135—175 Mk. pro Kubikmeter, bei geringer Qualität zu
159 Mk. umgeſetzt. Gute trockene Rotbuche, Schnitzmaterial, ſtellte
„Breiſe je nach Breite und Stärke auf 80—100 Mr. Geringere
war dagegen ſchon zu. 75—90 Mk. zu beſchaffen. Ia breiteres
koſtete dagegen bis 140 Mk. pro Kubikmeter. In Weißbuche
a* das Angebot die Nachfrage. Für erſte Qualität konnte man
hi 100 Mk. bis etwa 150 Mk. ankommen. Von anderen
Laub=
iſt Ia Biegeſche zu 250—300 Mk. relativ gut gefragt. Gute
ſelllte ſich auf 180—235 Mk. Geringere Eſche iſt nur ſchwer ver=
Das Geſchäft in Nußbaum iſt mäßig, Ia Ware geeignet fünr
5b=lfabrikation, ſtellte ſich auf 275 bis etwa 320 Mk., allerbeſte
us 400 Mk. pro Kubikmeter. Die Nachfrage für geringeres
II war hier beſſer 150—200 Mk. Befriedigen konnte auch die
„ in Erlen, die ſich auf 100—130 Mk. ſtellten. Modellmaterial
55—90 Mk. Ahorn nach wie vor wenig begehrt, 120—150 Mk.
yeln iſt das Angebot immer noch größer als die Nachfrage. Die
ilgegen gedrückt. Der reguläre Preis von 100—130 Mk. von
„Ee wurde vielfach unterboten. Die Möbelinduſtrie hatte gute
e nach Birke; ſchön gemaſerte Ware ſtellte ſich auf 115—155
mßarſchbaum bei wenigen Umſätzen notierte in guter Qualität
R EMark.
ürizitäts A.=G. vorm. W. Lahmeyer u. Co., Frankfurt a. M.
ei ralverſammlung, in der 7 Aktionäre 14 469 450 Reichsmark
ſwliien und ſämtliche 10 000 RM. Vorzugsaktien vertraten,
ge=
hhr Sebattelos den bekannten Abſchluß mit 10 Prozent (i. V. 9 Pro=
Mrdende. Die turnusgemäß ausgeſchiedenen Aufſichtsratsmit=
Mmurden wiedergewählt. Ausführungem über den Geſchäftsgang
ſet den Jahres wurden nicht gemacht.
ſiep Holzmann A. G. in Frankfurt a. M. Die Philipp Holz=
.W. in Frankfurt a. M. hat, wie W. T. B.=Handelsdienſt erfährt,
Uru, mit der Deutſch=Uebesſeeiſchen Bank eine Baufirma in Rio
Ziwo unter dem Nawen „Cia Geral de Obras e Conſtrucgoes”
179 urit einem Aktienkapital von zunächſt 3000 Contos de Reis, das
617 Mill. Reicksmark. Davon entfallen auf Holzmann 1585 Con=
KK-S.
(öuuutſche Karofſeriewerke Schebera A.=G., Heilbronn. Die
„lc-ſamnlung genehmigte den bekannten Abſchluß mit 6 (10)
vll Aoividende. Es wurde mitgeteilt, daß durch rationelles Arbeiten
Fumrenzfähigkeit gegenüber der amerikaniſchen
Automobilindu=
ſelk aschen werden konnte. Der Umſatz ſei erheblich höher als in
ſte ahren, Beſchäftigung für ein halbes Jahr geſichert und für
pü. Jahr eine noch beſſere Beſchäftigung zu erwarten.
Aus der Rheinſchiffahrt.
Die Lage in der Rheinſchiffahrt iſt ſehr ruhig geworden. Der
Be=
darf zum Oberrhein ging hauptſächlich vom Rhein=Hernekanal aus. Die
Frachten haben keine Aenderung erfahren. Man nannte ab Straßburg
1,50 RMM., ab Rhein=Hernekanal nach Mannheim 1,20 RM., nach
Karls=
ruhe 1,40 RM., nach Straßburg 1,70 RM. Schlepplöhne notierten nach
Mannheim 1,10—1,30 RM. für große, 1,15—1,50 RM. für kleine Schiffe.
Der Verkehr von Mannheim nach Straßburg iſt nur mit erleichterten
Schiffen möglich, während der Verkehr Straßburg-Baſel infolge des
niedrigen Waſſerſtandes vollkommen eingeſtellt iſt. Im Talverkehr ſind
Aenderungen nicht eingetreten.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
* New York, 29. Okt. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Im Einklang mit der feſteren Haltung des Südweſtens
zogen die Preiſe beträchtlich an, da der Handel mit Dechungen
hervor=
trat. Später ſetzten Realiſationen ein.
Kaffee: Abgaben für braſilianiſche und europäiſche Rechnung
ver=
anlaßten eine ſcharfe Eröffnung. Später trat auf Stützungskäufe des
Handels eine Erholung hervor.
Zucker: Auch heute iſt vom Markt nichts Weſentliches zu berichten,
da der Handel und die Spekulation Abwartung zeigten.
* Chikago, 29. Oktober. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm einen überwiegend feſten Verlauf auf
geringes aurſtraliſches Angebot und Berichte, daß man in größeren
Men=
gen überſeeiſches Getreide benötige. Die höchſten Tageskurſe konnten
ſich auf ſpäter einſetzende Realiſierungen nicht ganz halten.
Mais: Der Markt lag auf Anlagekäufe für öſtliche Rechnung feſter.
Ungünſtige Wetterprognoſen wirkten in der gleichen Richtung.
Hafer: Der Markt war auf geringes Inlandsangebot und
Nieder=
ſchlagsprognoſen für die Zentralſtagten befeſtigt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 29., Okt.:
Getreide: Weizen, Dez. 126. März 129½, Mai 131½; Mais,
Dez. 83½, März 87½, Mai 89½; Hafer, Dez. 47½, März 49, Mai
49½; Roggen, Dez. 98½, März 101½, Mai 102½,
Schmalz: Okt. 11,95, Dez. 12,02½, Jan. 12,50.
Fleiſch: Okt. 12,00, Dez. 11.10, Jan. 11,8; Speck loco 12,25;
leichte. Schweine 8,75—9,90, ſchwere Schweine 9,50—10,25;
Schweinezufuhr Chicago 40 000, im Weſten 20000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 29. Okt.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 149, hart 140: Mais neu ank.
Ernte 925; Mehl ſpring wheat clears 6,50—6,90; Fracht nach
England 2,6—3,6, nach Kontinent 12—14.
Schmalz: Prima Weſt. loco 12,70; Talg extra 9.
Kakao: Tendenz ſtramm, Umſatz in lots 226, loco 15½,
No=
vember 15,18, Dezember 14,70, Januar 14,40, Februar 14,25,
März 14,25, April 14,30, Mai 14,35, Juli 14,45, September 14,60.
80000 Tonnen Stickſtoffdünger für die
polniſche Landwirtſchaft
Für das kommende Frühjahr ſind bereits 80 000 Tonnen
Stickſtoff=
düinger ſür die polniſche Landwirtſchaft bereitgeſtellt. 55 000 Tonnen,
die ganze Produktion von Chorzow, ſind bereits aufgekauft und 25 000
Tonnen werden aus dem Ausland eingeführt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Das Angebot der Frankfurter Gasgeſellſchaft an die Stadt Köln
ziecks Errichtung einer Kokerei in Köln wird in den Kreiſen des rhein. Reviers als ein Schachzug gegen die Verhandlungen der
Thyſſengruppe, Kohleverwertungs A.=G., mit der Stadt Köln angeſehen.
Für Nobember wird der Kaliabſatz auf 600 000 Doppelzentner K.0
gegen. 680 000 Doppelzentner i. V. geſchätzt. Der Abſatz für Oktober
dürfte mit 600 000 Doppelzentner ungefähr die Höhe der Schätzung
er=
reichen.
Wie bereits mitgeteilt, hat die Staatliche Kreditanſtalt Oldenburg
die Abſicht, eine Induſtrieanleihe für die mitleren und kleineren
Indu=
ſtrien aufzulegen.
Die bei Phönix=Hörde in Bau genommene Sauerſtoff=Fabrik der
Vereinigten Stahlwerke mit einer Stundenleiſtung von 100 Kubikmeter
99,6prozentigen Sauerſtoffs, wird vorausſichtlich etwa die Hälfte des
Sauerſtoffbedarfs des Konzerns decken.
Die bekannte Schleppkonvention Duisburg=Ruhrort=Mannheim iſt
vorläufig wieder um einen Monat verlängert worden. Die
Verhand=
lungen über eine feſte Schleppkonvention für die geſamte Rheinſchiffahrt
laufen weiter. Ein Abſchluß iſt jedoch vorläufig kaum zu erwarten.
Im Monat Auguſt 1927 wurden aus dem Reichszollgebiet nach dem
Saargebiet 18 646 To. Steinkohlen, 4937 To. Koks, 3041 To.
Braun=
kohlenbrikett, 35 To. Steinkohlenbrikett ausgeführt und 106 948 To.
Steinkohlen aus dem Saargebiet ins Reichszollgebiet eingeführt.
Die Verkaufsſtelle des Kupferblechſyndikats in Kaſſel hat den
Grund=
preis für Kupferblechfabrikate mit Wirkung vom 29. Oktober auf 179
Reichsmark pro 100 Kg. feſtgeſetzt, (Letzter Preis am 28. Oktober 180 RM.)
Die ſcharfen Konkurrenzverhältniſſe, die ſich nach den Austritten
aus dem Syndikat der Wiener Eiſengroßhändler und aus der
Lager=
gemeinſchaft ergeben haben, und bekanntlich zu einer erheblichen
Sen=
kung der Wiener Handelspreiſe führten, haben die Strömungen für
einen neuen Zuſammenſchluß der Wiener Eiſengroßhändler verſtärkt.
Das innerbelgiſche Drahtſyndikat ſah ſich gezwungen, infolge der
Vorgänge in der internationalen Drahtgemeinſchaft die inneren
Draht=
preiſe um 50 bis 150 Franken je Tonne herabzuſetzen.
Die Bank von England ſtellte 8000 Pfund Sterling Münzgold zur
Ausfuhr nach Holland bereit. Für Rechnung der ſüdafrikaniſchen Bank
wurden 500 000 Pfund Sterling reſerviert.
Die Kohlenförderung der Minen Großbritanniens in der am
15. Oktober beendeten Berichtswoche betrug insgeſamt 4 942 000 Tonnen.
Es iſt alſo ein Rückgang um 38 200 Tonnen zu verzeichnen,
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