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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iüuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 299
Freitag, den 28. Oktober 1927.
190. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Streil uſw erſiſcht
ede Verpſſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchtiſcher Beitreibung fällt jeder
Nabatt weg. Bankfonto: Deutſche Vank und Darm=
Kädier und Natſonalban!
Drr einnd der denſcen Tinſhaft.
wunkte der Konjunktur: Kaufkraft und Kapitalverſorgung. —
Schwierig=
ier Kapitalbeſchaffung. — Produktive Verwendung der Auslandsanleihen.
Die Paſſivität der Handelsbilanz eine Folge der Kapitalsbewegung.
OiGrundlagen unſerer Konjunktur.
D/köl=ushaltsausſchuß des Reichstags hat am Donnerstag
en Rſeswirtſchaftsminiſter und den Reichsbankpräſidenten
ge=
ſört, Aſem er gewiſſermaßen ein Korreferat zu dem Vortrag des
Keichs hünfzminiſters angetragen hatte. Die Regierung wird
ſon düſe EMöglichkeit einer offenen Ausſprache gerne Gebrauch
emachtſtagen. Wir waren ja tatſächlich auf dem beſten Wege,
ie gain Ronjunktur totzureden und der gemäßigte Optimis=
uus, um hem vor allem auch der Reichswirtſchaftsminiſter
ge=
procheſtwat, wird hoffentlich weſentlich dazu beitragen, nicht
ur diſ ingerdeutſche Wirtſchaft, ſondern auch das kapitalkräftige
Aſuslännüu beruhigen. Herr Dr. Schacht hat ſich ſehr vorſichtig
eäußeſſy Man hatte den Eindruck, daß er ſich abſichtlich ſehr
ark aſſyſüin eigenes Gebiet der Währungspolitik beſchränkte,
m zuſſ gen, daß hier tatſächlich irgendweſche Gegenſätze nicht
eſteheimMutffallend blieb nur die ſcharfe Kritik, die von ſeiner
eite firder Finanzpolitik des früheren Finanzminiſters Dr.
einhofflgi=äußert wurde. Er gab die Schuld an der Tatſache,
aß er mächſt mit ſeinem Bankdiskont herunterging und jetzt
ieder) naufgehen müßte, lediglich dem Umſtand, daß der
inan zumittter eine inländiſche Anleihe von 500 Millionen Mark
ufgeleſtehut, ohne die Reichsbank von ſeiner Abſicht in Kennt=
9is zu ſein, was in der Tat ein ſtarkes Stück iſt.
Diſſengaben des Reichswirtſchaftsminiſters und des
Reichs=
unkpriſcen ten über die Höhe unſerer Auslandsverſchuldung
eichenſay ſtark von einander ab. Während Dr. Curtius nur
if einm Beſamtbetrag von etwa 7,5 Milliarden kam, rechnet
r. Scht79—10 Milliarden heraus. Dabei iſt der entſcheidende
aktor pe ls die kurzfriſtige Verſchuldung, die durch plötzliche
ündigſez muns unbequem werden kann. Wenn man aber dem
itgegeſellk, daß der inländiſche Kapitalmarkt in den drei
ahrenhen 1924 bis 1927 734 Milliarden Mark feſtverzinsliche
Zerte grenommen hat, wenn man weiter dagegenhält, daß
as eiſbee! Vermögen der deutſchen Induſtrie 34 Milliarden
Lark Mut, dann iſt die Auslandsverſchuldung auch wirklich
icht ’ſchzo, als daß ſie zu ernſten Beſorgniſſen Veranlaſſung
eben Aw. Daran iſt im weſentlichen ſein Optimismus
be=
ründeſt,2n e deutſche Induſtrie gleicht einem Körper, der an
ntereypoming litt, und der deshalb zunächſt einmal ſich
voll=
rugen /ßl um feine Leiſtungsfähigkeit zurückzugewinnen. Dazu
aben im ie Auslandsanleihen in erſter Linie bekommen und
iit ihrireßllfe iſt es gelungen, faſt 2 Millionen Arbeitsloſe in
en Wiſchrftsbetrieben wieder einzuſetzen. Auch die Anleihen
er öffeſkraen Hand ſind im weſentlichen produktiven Zwecken
geleitſſeworden und es wird jetzt dafür Sorge getragen, daß
as kürinr mausſchließlich geſchieht. Von den beiden
Komponen=
en der r on junktur iſt alſo die Kaufkraft in großem Umfange
orhanyc während die Kapitalkraft durch eine vernünftige
aus=
indiſchhelreditpolitik ſichergeſtellt werden ſoll. Die Zahlen, die.
er Reiſüunrtſchaftsminiſter über das langſame, aber ſtetige
An=
eigen reer Fertigwarenausfuhr angeben konnte, das uns
itzt beuts iswar nicht auf den Höchſtſtand von 1913, aber doch
ereits Aa en Durchſchnitt von 1910/11 geführt hat berechtigen
u der /ſmung, daß auch hier die vorhandenen Möglichkeiten
och nilſtenſchöpft ſind.
OiKurtius und Dr. Schacht
voddern Haushaltsausſchuß.
Berlin, 27. Oktober.
Imſ gürshaltsausſchuß des Reichstages wurde heute die
Lusſprehr ütber die Finanz= und Wirtſchaftslage fortgeſetzt.
lbg. /. Hilferding betont, unſere Finanzwirtſchaft
tehe inſur Hauptſache unter dem Einfluß des Dawesplanes.
Seine Fzlſſuon werde von jeder verantwortlichen deutſchen Stelle
ingeregm oiß müſſe unſere Finanzwirtſchaft ſo eingerichtet
wer=
ſen, dalwie, Laſten reſtlos aufgebracht würden. Auf die Rede
des Reihsiranzminiſters kritiſch eingehend, erklärte der Redner
ür notmrdng, bei der Aufſtellung des Etats des nächſten Jahres
die gegehlän tige gute Konjunktur nicht als abſolut ſicher
weiter=
veſtehengku=Vorausſetzung zu nehmen und auch für Deckung
Der auftſrd entlichen Ausgaben zu ſorgen. Die
Verwaltungs=
reform rſ nun endlich einmal mit Beſchleunigung in Angriff
genomnch nerden. Die deutſche Wirtſchaft bedürfe
notwendiger=
eiſe z ynem Aufbau der Anleihen. Eine weitere Erhöhung
des Disßüſaatzes müſſe ſehr genau überlegt werden.
Rſichswirtſchaftsminiſter Dr. Gurieus
erklärte ſaushaltsausſchuß, daß die Reichsregierung aus
Anlaß iſt/eantwortung der ſozialdemokratiſchen Interpellation
über diſſsmtſchaftslage im November eingehende Auskünfte
er=
teilen ᛋy. Sie erkenne aber an, daß bei der Beratung der
Finanzege im Haushaltsausſchuß auch die Wirtſchaftsfragen
erörtertz inſoen müßten. Der Miniſter betonte daß er nicht den
Konjummtwropheten ſpielen wolle, da es gefährlich ſei, in der
Oeffent4leitt mit Schlagworten die Konjunktur zu klaſſifizieren.
Unſer Knonjunktur hänge in zwei Angeln, auf
der einzué eite der Kaufkraft, auf der anderen Seite der
Kapite verſorgung. Durch die Kaufkraft drohe der
Kon=
junkrckehgerinzſte Gefahr. Der Miniſter verwies in dieſem
Zuſa anmang auf die Verringerung der Arbeitsloſigkeit, auf
die Lohlnhip hungen in den letzten Jahren und auf die Erhöhung
der Bäſunngehälter. Zur Preisfrage ſtellte er feſt, daß die
Preisbewegung keineswegs ſchon überſteigert ſei ſondern daß
ſie ſich im großen und ganzen nur langſam aufwärts bewegt
habe und bewege. Auf der anderen Seite drohten uns aber
Konjunkturſchwierigkeiten aus der Frage der
Kapitalbeſchaffung. Der deutſche Kapitalmarkt ſei
allein keineswegs mehr in der Lage, die Konjunktur zu
finan=
zieren. Wir ſeien aauf die Zufuhr von Auslandskapital
ange=
wieſen. Es ſei unerläßlich, daß wir uns das gegenwärtige
Aus=
landskreditvolumen erhielten. Der Miniſter betonte, er ſtehe mit
dem Abgeordneten Dr. Hilferding auf dem Standpunkte, daß
alle Beteiligten gegenwärtig die größte Diſziplin üben müßten,
damit nicht auf dem Gebiete des Vertrauens eine Kriſe eintrete.
Die ausländiſche Verſchuldung
werde ihrer drohenden Gefahr entkleidet, wenn man auf die
ökonomiſchen Gründe zurückgehe, die ſie herbeigeführt hätten.
Deutſchland war nach Beendigung des Ruhrkampfes Neuland
für Auslandskapital geworden, wir bedurften des ausländiſchen
Kapitalſtromes zum Wiederaufbau. Die Frage des Umfanges
der ausländiſchen Verſchuldung ſpiele in der Oeffentlichkeit eine
erhebliche Rolle. Der Miniſter ſtellte feſt, daß Ende Oktober der
Stand der langfriſtigen Anleihen 3,95 Milliarden, der der
kurz=
friſtigen Kredite etwa 3,6 Milliarden betrug. Der Jahreszins,
der für dieſe ausländiſchen Kredite notwendig ſei, werde auf 460
bis 470 Millionen geſchätzt. Unter den 3,95 Milliarden
Aus=
landsanleihen ſeien rund zwei Milliarden, die die
Privatwirt=
ſchaft aufgenommen habe. Wenn man dieſe Summen mit dem
Eigenkapital der Induſtrie vergleiche, ſehe man ſofort, wie
ge=
ringfügig dieſe Verſchuldung ſei. Das Eigenvermögen
der Induſtrie, das der Belaſtung des Dawesplanes zu
Grunde liege, betrage 34,2 Milliarden. Der Miniſter
be=
tont, daß unſere Wirtſchaft in gar keiner Weiſe
gefährdet, und daß ihre Sicherheit über allen
Zweifel erhaben ſei. Das gleiche gelte für die
von der öffentlichen Hand aufgenommenen
An=
leihen, hinter denen die ganze Steuerkraft der Bevölkerung
ſtehe. Im großen und ganzen ſeien ſämtliche Auslandsanleihen
produktiv verwendet worden. Dafür ſorge ſchon das Ausland.
Es ſei ausgeſchloſſen, daß irgendwelche Schwierigkeiten durch die
kurzfriſtigen Anleihen entſtehen können, wenn wir ſelbſt das
Vertrauen des Auslandes hätten. Die Paſſivität
unſe=
rer Handelsbilanz ſei in der Tat auch nur eine Folge
der Kapitalbewegung. Der Miniſter ſtellte dann feſt,
daß die Ausfuhr von Fertigwaren ſeit 1924 dauernd geſtiegen
ſei. Bei Vergleichen mit der Vorkriegszeit dürfe man ſich nicht
immer auf das Jahr 1913 berufen. Wenn man weiter
zurück=
greife, dann ergäbe ſich beiſpielsweiſe, daß die Ausfuhr des
Jahres 1926 die des Jahres 1910 eingeholt habe. Die Ausfuhr
vom September 1927 komme ungefähr den Zahlen zwiſchen 1912
und 1913 gleich. Die Entwicklung unſerer
Export=
bilanz ſei alſo keineswegs kataſtrophal.
Reichs=
regierung und Reichsbankpräſident ſtimmten in der Beurteilung
dieſer Dinge weitgehend überein.
Der Miniſter erklärte weiter, daß in der Frage der
Um=
organiſierung der Beratungsſtellen für
Aus=
landsanleihen augenblicklich noch Verhandlungen mit den
Ländern ſchweben. Es handele ſich darum, die Währung und
wirtſchaftlichen Geſichtspunkte mehr in den Vordergrund zu
ſtellen. Weiter ſolle eine Art von zweiter Inſtanz in der
Be=
ratungsſtelle eingeſetzt werden, in die der Finanzminifter, der
Wirtſchaftsminiſter und der Reichsbankpräſident eintreten,
wäh=
rend die bisherige zweite Inſtanz der Länderausſchuß ſei.
Zum Schluſſe betonte der Miniſter noch einmal, daß es
darauf ankomme, in der gegenwärtigen Lage die Nerven zu
be=
halten und ſich andererſeits in dem Ziel zu vereinigen, die
Ent=
wicklung der Wirtſchaft weder noch weiter anzufeuern noch auch
ſie durch Paniken und Kriſenmacherei zum Abſinken zu bringen.
Auch der Reparationsagent ſtehe, ſoweit er wiſſe,
auf dem Standpunkt, daß die Lage noch nicht
kritiſch geworden ſei. Wir könnten deshalb durch
gemein=
ſome Anſtrengungen und Diſziplin die Konjunktur halten.
Nach dem Miniſter nahm der
Reichsbankpräſident Dr. Schacht
das Wort, um zunächſt auf die Frage der Anleiheberatungsſtelle
näher einzugehen. Er führte u. a. aus:
Die Beratungsſtelle iſt ein Norbehelf. Ich
bin weit davon entfernt, zu leugnen, daß die Gemeinden in
Deutſchland große produrtive Aufgaben hätten. Aber
das Problem ſelbſt liegt ja gar nicht bei der Beratungsſtelle,
ſondern in der zentralen Kontrolle, über die lokalen Finanzen.
Man ſollte auch für unſere künftige lohale Finanzgebarung eine
Form zu ſinden verſuchen, die dem engliſchen Beiſpiel
näher=
kommt. Ich darf betonen, daß
die Reichsbank ſich niemals und in keinem Falle einer
Auf=
nahme von Auslandsanleihen durch die Privatwirtſchaft
widerſetzt hat.
Die Sperre, für Auslandsanleihen war nur
ge=
dacht, um auszuprobieren, wie die Senkung der
inländiſchen Zinsſätze zu Ende 1926 und zu
Be=
ginn 1927 ſich auswirkte. Wir haben in der
Begrün=
dung der Diskontermäßigung im Januar ausdrücklich erklärt,
daß es ſich hier um ein Experiment handele, daß man nun
ein=
mal ausprobieren müſſe, in welchem Umfange der inländiſche
Markt geeignet ſei, den Kapitalbedarf der deutſchem Wirtſchaft
Fortfetzung Seite 2, 1. Spalte.
Lohnpolitit und Wurtſchaftslage.
Von
Dr. W. Brunner, Berlin.
Lohnpolitik iſt heute nicht mehr Sache des einzelnen
Unter=
nehmers. Durch das Tarif= und Schlichtungsweſen iſt das
Lohn=
problem zu einer öffentlichen Angelegenheit gemacht worden,
das wegen des Zuſammenhanges mit dem des Preiſes beſondere
Wichtigkeit erhält; ganz deutlich wird das durch die
Kartell=
verordnung, Kohlenwirtſchaft und Arbeitszeitnotgeſetz. Daher
iſt eine Lohnpolitik nur im Zuſammenhang mit dem
volkswirt=
ſchaftlichen Ganzen und nicht allein vom Standpunkt der
Sozial=
politik zu betrachten.
Die Lohnkämpfe der letzten Monate, beſonders der Streik
im Mitteldeutſchen Braunkohlenbergbau, haben die allgemeine
Aufmerkſamkeit auf ſich gezogen, weil ſie parallel mit einer
Er=
höhung der allgemeinen Lebenskoſten gegangen ſind. Ausgelöſt
wurden ſie weſentlich durch die je 10prozentigen
Mietsſteigerun=
gen am 1. April und 1. Oktober d. J., welche naturgemäß den
Judex der Geſamtlebenshaltung, der den Löhnen zugrunde
gelegt wird, ſteigen ließen. Bei ihren Forderungen nach höheren
Löhnen glaubten ſich die Arbeiter auf die gebeſſerte
Wirtſchafts=
lage ſtützen zu können, weil ſteigende Produktivität
Lohnſteige=
rungen tragbar erſcheinen läßt. Es iſt daher zu fragen, wie die
Lage der Arbeiter war, und wie ſich die Lage der Wirtſchaft
darſtellt.
Im September des Jahres lagen die Löhne für die
unge=
lernten Arbeiter 81 Prozent, die der gelernten 47 Prozent über
denen von 1908. Wobei alſo die 47prozentige Steigerung genau
der allgemeinen Erhöhung des Lebensſtandards gegenüber der
Vorkriegszeit entſpricht. Es zeigt ſich infolgedeſſen die
merkwür=
dige Tatſache, daß der Reallohn des ungelernten Arbeiters über
dem des gelernten liegt. Im Verhältnis zu allen übrigen
Be=
rufen und Beamtenklaſſen, die im Durchſchnitt noch nicht ihr
Friedenseinkommen erreicht haben, ſtehen ſich die Arbeiter am
beſten. Sie waren es, die bei Kündigungen der Tarifverträge
faſt immer ihre Forderungen auf Grund der Schiedsſprüche, die
vom Reichsarbeitsminiſter gefällt wurden, durchſetzten. Wie
weit den Forderungen der Gewerkſchaften in dieſer Richtung
entgegengekommen wird, zeigt der eben im Bräunkohlenſtreik
gefällte Schiedsſpruch; er ſieht eine Erhöhung der Löhne um
11,5 Prozent vor, während die Arbeiter ſelbſt nur eine ſolche von
9,75 Prozent verlangt hatten.
Iſt die Wirtſchaft in der Lage, ſolche weitgehenden Laſten
zu tragen? Daß Deutſchland ſeit einem Jahr eine aufſteigende
Wirtſchaftskurve zeigt, iſt ohne Zweifel. Ein ſichtbares Zeichen
iſt der Rückgang der Arbeitsloſigkeit ſeit dem 1. November v. J.
bis jetzt um über 1 Million Köpfe. Die Konjunktur iſt aber eine
rein binnenländiſche Erſcheinung, denn die Außenhandelsbilanz,
die ſeit dem Ende der Inflation eine Paſſivität von 9 Milliarden
Reichsmark zeigt, weiſt allein in den erſten 8 Monaten des
lau=
fenden Jahres eine ſolche von 2,7 Milliarden auf. Der
Einfuhr=
überſchuß an Lebens=, Genußmitteln und Luxusgütern hat ſogar
ſteigende Richtung, vor allem an Tabak und Automobilen. Die
deutſche Konjunktur iſt zurückzuführen, auf die im Zuge der
Rationaliſierung liegenden Umwändlungen und Ausbauten
induſtrieller Anlagen, auf die Vornahme öffentlicher Bauten, die
zum Teil eigens zum Zwecke der Minderung der Arbeitsloſigkeit
ausgeführt wurden, und Errichtung ſonſtiger Anlagen. Alles dies
iſt aber nur, oder doch zum größten Teil nur durch auswärtige
Anleihen möglich geweſen. Ohne Zweifel iſt dadurch
volks=
wirtſchaftliches Kapital gebildet worden, aber es iſt nicht
laſten=
frei und ſoll erſt produktiv werden. Bei dem augenblicklichen
Stand der deutſchen langfriſtigen Verſchuldung ergibt ſich eine
jährliche Geſamtzinslaſt von 2 Milliarden Reichsmark. Dazu
treten vom nächſten Jahr die laufenden Normalverpflichtungen
aus dem Dauvesplan mit 2,5 Milliarden Reichsmark. Die
Auf=
bringung dieſer 4,5 Milliarden Reichsmark, welche wenigſtens in
den nächſten Jahren aus der Wirtſchaft herausgezogen werden,
wird erſchwert durch die auf der Wirtſchaft ruhenden
öffent=
lichen Laſten, die auf das volle Jahr 1927 berechnet etwa
17 Milliarden gegenüber 5 Milliarden vor dem Kriege
aus=
machen. Davon ſind 12 Milliarden Steuern und 5 Milliarden
Soziallaſten.
Sollten als Folge dicſer Belaſtung die Preiſe nicht ſo
hoch=
ſchnellen, daß Deutſchlands Ausfuhr zur Unmöglichkeit wurde,
ſo mußte verſucht werden, durch Betriebsverbeſſerungen und
Rationaliſierungen ein Ausgleich zu ſchaffen. Dies iſt in
weit=
gehendſtem Maße geſchehen; aber in dieſer Richtung ſind
Gren=
zen geſteckt, die in einzelnen Wirtſchaftszweigen ſchon erreicht
zu ſein ſcheinen. Einmal, weil jede Rationaliſierung an ſich
Grenzen hat, ſodann, weil zu ihrer Durchführung Kapital nötig
iſt. Der alte Satz, daß das Kapital die Induſtrie begrenzt,
ver=
wirklicht ſich hier. Bisher floß das Kapital aus dem Ausland,
bei geſunder Wirtſchaft muß es aber von dieſer ſelbſt gebildet
werden. Dies iſt unmöglich, wenn der ſchon geſchmälerte
Unter=
nehmergewinn durch überſteigerte Lohnforderungen aufgeſogen
wird. Denn die Möglichkeit, den Ausfall durch Preisſteigerungen
zu decken, iſt nicht immer gegeben, wie die Einſprüche des
Reichs=
wirtſchaftsminiſters nach Lohnerhöhungen im Kohlenbergbau
gezeigt haben, oder
verbieten ſich, wie bei Exportinduſtrien,
von ſelbſt.
Leider hat die unbedingt nötige Beanitenbeſoldungsreform
die Gelüſte nach Lohnforderungen und Preisſteigerungen ſo
an=
gefacht, daß der Reparationsagent ſich gezwungen geſehen hat,
darauf hinzuweiſen, auch die reparationspolitiſche Seite des
Lohnproblems nicht außeracht zu laſſen. Es iſt daher dringend
an der Zeit, daß die Regierung die Lohnpolitik wieder in
Bah=
nen lenkt, die niehr mit den Grundſätzen geſunder
Wirtſchafts=
führung übereinſtimmen und der tatſächlichen Wirtſchaftslage
Rechnung tragen.
Seite 2
Freitag, den 28. Oktober 1927
Nummer 290
zu befriedigen. Daß der inländiſche Kapitalmarkt nicht ſo ganz
ſteril war, ſehen wir aus der Statiſtik über die inländiſchen
Emiſſionen. Wenn der Reichsbank ein Fehler vorzuwerfen iſt,
ſo iſt es der, daß wir den Diskont nicht früher heraufſetzten.
Aberwir konnten, alswir den Diskont
ermäßig=
ten, nicht wiſſen, daß das Reich Ende Januar
ganz plötzlich mit einer 500 Mill.=Anleihe an
den deutſchen Kapitalmarkt appellieren würde.
Wenn wir von der Abſicht der Begebung der Anbeihe gewußt
härten, hätten wir vielleicht überlegt, ob wir den 5 Prozend=
Dis=
kont etablieren ſollten. Die Reichsbank hat ſich ſelbſtverſtändlich
dem Reich bei der Emiſſion der Anleihe nicht entziehen können.
Sie hat pflichtgemäß darauf hingewieſen, daß der dem Publikum
zugemutete Betrag nach unſerer Auffaſſung ein zu großer ſei.
Aber wir konnten unmöglich ſelber unſere Bedenken in der
Oeffentlichkeit äußern und mußten ſtillſchweigen zu den
Vor=
würfen, die auf die Reichsbank herunterhagelten. In den
näch=
ſten Monaten haben wir geſehen, daß eine Ausſchöpfung des
imländiſchen Kapitalmarktes nur eine engbegvenzte ſein konnte.
Wir bemerkten, daß die Banken erhebliche Beträge vom
Aus=
landsmarkt hereinnahmen. Ich habe Ende Februar bereits die
Banben darauf aufmerkſam gemacht, daß der Aufbau einer
Börſenkonjunktur, der ja in ſtärkſtem Maße im erſten Halbjahr
1927 ſtattfand, lediglich auf dem Wege des Kredits und noch
da=
zu eines ausländiſchen, eine Sache ſei, die Gefahren bringen
müſſe hinſichtlich der Liquidität.
Der Miniſter hat die kurzfriſtige Auslandsverſchuldung mit
8,6 Milliarden angegeben.
Unſere Geſamtſchätzung der ausländiſchen Verſchuldung
geht nicht viel unter zehn Milliarden.
Die Reichsbank hat ſich nicht gegen
Auslands=
anleihen für die Wirtſchaft und ſür die
Gemein=
den an ſich gewandt ſondern lediglich gegen das
Tempo und die Geſamthöhe der Verſchuldung,
weil die
Rückwirkungen auf die Währung
noch ein ſehr erhebliches Gewicht haben. Die Anträge der
Kom=
munen und zum Teil auch der Länder ſind von der
Beratungs=
ſtelle gar nicht richſtig einzuſchätzen. Man legt ihr Anträge vor,
die für produktive Zwecke beſtimmt ſind, aber was daneben in
der Gemeindeverwaltung ſonſt noch für unproduktive,
uner=
wünſchte, entbehrliche oder nicht dringliche Anlagen ausgegeben
wird, entzieht ſich der Beurteilung der Beratungsſtelle. Darum
iſt ſie nicht imſtande, das Problem zu löſen. Sie muß ſo raſch
wie möglich beſeitigt werden, wenn an ihre Stelle eine zentrale
Kontrolle tritt, die über die ganze Finanzverwaltung eine
ge=
wiſſe Oberaufſicht führt. Ich verſtehe nicht, warum über die
Diskontheraufſetzung der Reichsbank ſoviel Geſchrei gemacht
wird. Die Reichsbank will keine Konjunkrurpolitik treiben, aber
wir können auch unmöglich die Konjunkwur dadurch fördern, daß
wir künſtlich Geld machen.
Die Reichsbank hat nicht konjunkturpolitiſche, ſondern
wäh=
rungspolitiſche Aufgaben.
Sie hat die Kaufkraft der Mark nicht vur gegenüber dem
Aus=
lande, ſondern auch im Inlande in einer gewiſſen Stabilität zu
erhalten. Darum iſt es auch unberechtigt, ihr einen Vopwurf
daraus zu machen, daß ſie nicht mehr Deviſen hereingenommen
hat. Unſere Noten ſind zurzeit in Gold und Deviſen gedeckt,
allein durch die ausgewieſenen Deviſen und das ausgewieſene
Gold. Daneben iſt noch eine kleine, nicht ausgewieſene Reſerve
vorhanden. Wenn wir in der Ausbildung unſeres
Notenumlau=
fes zurückgeblieben ſind, ſo aus der Erwägung heraus, daß das
mit dazu beitvagen würde, daß die Kaufkraft von der Geldſeite
her nicht geſchwächt würde.
In den breiteſten Kreiſen des Laienpublickums und der
Käuferſchichten werden immer Befürchtungen laut in der
Rich=
tung, daß wir vor einer Inflation von der Geldſeite her ſtehen.
Solange die Reichsbank unabhängig iſt, wird ſie ſich nicht
dazu hergeben, irgendeine Inflation entſtehen zu laſſen.
Wir haben dieſes Theater einwal gehabt und eine zweite
Vor=
ſtellung wird beſtimmt nicht ſtattfinden. (Beifall.)
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius
nahm dann im Anſchluß an die Rede des Reichsbankpräſidenten
Dr. Schacht noch einmal das Wort und betonte, er habe nach
den Mitteilungen des Statiſtiſchem Reichsamtes geſagt, daß ſich
die außerordentlichen Anleihen bis Ende Okyober auf 3,9
Mil=
liarden beliefen. Darin ſei aber die Deviſenverſchuldung
einbe=
zogen. Wenn man dieſe Schuld zu den Deviſenanleihen
hinzu=
rechne, dann komme man mit ihrem Betrag von 900 Millionen
auf 4,8 Milliarden Auslandsverſchuldung.
Die Beratungen wurden dann abgebrochen und auf Freitag
vertagt.
* Aus dem Leben einer Vielbeſprochenen
Zur 50jährigen Wiederkehr ihres Todestages
(28. Oktober 1877).
Die am 29. März 1807 geborene Karoline Bauer iſt
wohl eine der gefeiertſten Erſcheinungen geweſen, deren ſich die
Welt der Bretter der 20er und 30er Jahre des vorigen
Jahr=
hunderts erfreut hat. Dennoch würde auch ihr — dem
Dichter=
worte getreu — die Nachwelt keine Kränze geflochten haben,
wären ihr nicht, als ſie ſchon in die Abendſonne ihres Lebens
ſah, zu den dereinſt auf der Bühne gepflückten, neue
unvergäng=
lichere Lorbeeren geworden, indem ſie von 1869 ab ihre Memoiren
unter dem Titel „Aus meinem Bühnenleben” in „Ueber Land
und Meer” erſcheinen ließ. Im Sturme eroberten dieſe die
deutſche Leſerwelt. Im echteſten Plaudertone wußte ſie von
be=
deutenden Perſonen, mit denen die Schreiberin während ihrer
Bühnentätigkeit in Berührung gekommen war, manches Neue
zu erzählen und das ſchon Bekannte in feſſelnder Weiſe
wieder=
zugeben. Der ſie umſchwebende feine Humor und eine große
Herzensgüte, die vor allem durch die neidloſeſte Beurteilung
berühmterer Kollegen und Kolleginnen zum Ausdruck gelangte,
nahm auch für die Verfaſſerin ſelbſt in hohem Grade ein.
Gerüchte, die gleichzeitig über deren ſpätere Lebensſchickſale in
die Oeffentlichkeit drangen, umwoben ſogar ihr Bild —
unter=
ſtützt durch eine geſchickte Reklame ihres literariſchen Beraters,
des Schriftſtellers Arnold Wellmer — mit einem wahren
Glorien=
ſcheine, der ſich jedoch nach ihrem Tode infolge einer Reihe
pein=
licher mit der Veröffentlichung ihrer „Memoiren aus dem
intimen Leben” zuſammenhängender Vorfälle raſch verflüchtigen
ſollte.
Karolinens Vater, ein badiſcher Rittmeiſter, war 1809 bei
Aſbern gefallen. Ihre Mutter, eine geborene Nakmar aus
Koburg, eine Tante jenes Barons Nakmar, der ſpäter als
Ver=
lkauter mehrerer gekrönter Häupter und Verfaſſer inhaltreicher
„Denkwürdigkeiten” viel genannt werden ſollte. Der jungen
Lina Talent zeigte ſich ſchon ſehr früh. Durch eiſernen Fleiß
erreichte ſie es, daß ſie ſchon mit 15 Jahren der Karlsruher
Hof=
bühne angehörte. In der richtigen Erkenntnis, auf ihr keinen
Raum zu weiterer Entwicklung zu finden, folgte ſie ſchon nach
zwei Jahren einem Ruf an das ſocben zu Berlin in der
Grün=
dung begriffene Theater der Königsſtadt, von dem ſie aber ſchon
nach wenigen Monaten zur königlichen Bühne überging.
Wäh=
rend eines fünfjährigen Wirkens an dieſem damals in hoher
Blüte ſtehenden Kunſtinſtitute entfaltete ſich ihr Talent im
Zu=
ſammenſpiel mit Ludwig und Eduard Devrient, Pius Alexander
und Amalie Wolff, Charlotte v. Hagn, Rebenſtein, Louis Schnei=
Vom Tage.
Die im mitteldeutſchen und oſtelbiſchen Braunkohlenbergbau
ein=
getretenen Lohnerhöhungen haben den Reichswirtſchaftsminiſter
veran=
laßt, einen Sachverſtändigenausſchuß mit der Prüfung der Frage zu
be=
auftragen, welche Möglichkeiten beſtehen, die dem Braunkohlenbergbau
durch die neuen Lohnerhöhungen entſtandenen Mehrbelaſtungen unter
Berückſichtigung der geſamten Selbſtkoſten ohne Erhöhung der
Verbrau=
cherpreiſe auszugleichen.
Die Rheinland=Kommiſſion hat dem Koblenzer Aeroblub die
Ge=
nehmigung zur Veranſtaltung von Segelflügen erteilt unter der
Be=
dingung, daß der Name des die Flugübungen leitenden Lehrers den
örtlichen Militärbehörden bekannt zu geben iſt. Die Militärbehörden
können den Uebungen beiwohnen und ſich alle erforderlichen Auskünfte
geben laſſen. Auf den Militärübungsplätzen dürfen keine Flugübungen
veranſtaltet werden.
Der vom bayeriſchen Landtag eingeſetzte parlamentariſche
Unter=
ſuchungsausſchuß veröffentlicht das Ergebnis ſeiner Verhandlungen
über die Münchner Vorgänge am 1. Mai 1923. Anſchließend an die
tatſächlichen Ereigwiſſe wird darin feſtgeſtellt, daß Anhaltspunkte dafür
fehlten, daß die Juſtizverwaltung das ſtaatanwaltliche Verfahven
beein=
flußt habe. Das Gerücht, als ob der bayeriſche Juſtizmimiſter die
Staats=
anwaltſchaft zur Einſtellung des Verfahrens gegen Hittler und Genoſſen
wegen der Vorfälle am 1. Mai 1923 vor Inkrafttreten der neuen
Strafprozeßordnung in der Faſſung der Verordnung vom 4. Januar
1924 angewieſen habe, iſt als unwahr erwieſen.
Die Zentrumsfraktion des Reichstags tritt am
Mon=
tag zur Beſprechung der politiſchen Lage zuſammen und während der
Ferien des Reichstagsplenums außerdem jeden Donnerstag.
Wie wir aus parlamentariſchen Kreiſen erfahren, begibt ſich
Reichs=
kanzler Dr. Marx heute mittag nach Düſſeldorf, um am Samstag
an der Sitzung der katholiſchen Schulorganiſationen teilzunchmen. Am
Sonntag fährt der Reichskanzler zur Teilnahme am Parteitag des
rheiniſchen Zentrums nach Eſſen und weilt am Montag in
M.=Gladbach, wo er vorausſichtlich eine Rede für die Zentrale für
Heimat=
dienſt halten wird.
Nach dem „Temps” hat die Botſchafterkonferenz geſtern
eine Sitzung abgehalten und ſich u. a. mit der Fertigſtellung eines
fran=
zöſiſch=öſterreichiſchen Luftfahrtabkommens beſchäftigt, das
heute nachmittag paraphiert werden ſoll.
Die neuen Richtlinien für die Beratungsſielle
für Auslandsanleihen.
In den letzten Tagen haben bekanntlich Beſprechungen des
Reichs=
wirtſchafssminiſters, des Reichsfinanzminiſters und des
Reichsbankpräſi=
denten mit den Ländervertretern über die Neuformulierung der
Richt=
linien der Beratungsſtelle für Auslandsanleihen beim
Reichsfinanz=
miniſterium ſtattgefunden. Es iſt über die weſentlichſten Fragen eine
Verſtändigung erzielt worden, ſodaß damit zu rechnen iſt, daß in etwa
14 Tagen, d. h. nachdem die Länderregierungen zu den Berichten ihrer
Vertreter Stellung genommen haben, die Richtlinien publiziert werden
können. Nach dem Regierungsentwurf wird die Aenderung der Richt=
Linien keine materielle Verſchärfung bringen. In den neuen Richulinien
wird mit beſonderer Betonung hervorgehoben, daß Wirtſchafts= und
währungspolitiſche Gründe die äußerſte Beſchränkung bei Aufnahme von
Auslandskrediten durch öffentliche Verbände gebieten. Die
Beratungs=
ſtelle ſoll in erſter Linie die Anleihevorhaben under dieſen wirtſchafts=
und währungspolitiſchen Verhältniſſen prüfen und erſt dann auf die
Produktivität und Dringlihkeit des Anleihevorhabens eingehen. Ferner
iſt klarer zum Ausdruck gebracht, daß ſich die Richtlinien auch
auf kurzfriſtige Auslandskredite beziehen ſollen, ebenſo wie auf dem
Aus=
landsverkauf geſchloſſener Poſten Kommunalobligationen ſolcher
Kredit=
inſtitute, zu deren Aufgaben die Befriedigung des kommunalen
Kredit=
bedarfs gehört. In den Richtlinien ſollen ſich die Länder nicht nur wie
bisher zu ihrer Einhaltung verpflichten, ſondern auch dazu, daß ſie ihre
Beachtung ſichern werden. Den Richtlinien ſoll alſo künftig die Bedeutung
eines nicht ſanktionierten ſtaatsrechtlichen Vertrags inmewohnen.
Formell ſoll inſofern eine Aenderung eintreten, als die Möglichkeit
einer nochmaligen Beratung der Amleiheantväge für diejenigen Fälle
vorgeſehen wird, in denen ein Antrag auf Befürwortung eines
Anleihe=
vorhabens gegen die Stimme des Finanzminiſteriums oder des
Reichs=
bankdirektoriums angenommen wird. In dieſen Fällen ſollen bei der
zweiten Beratung der Reichsfinanzminiſter, der Reichswirtſchaftsminiſter
und der Präſident des Reichsbankdirektoriums perſönlich oder deren
je=
weilige ſtändige Vertreter mitwirken. Dieſe Perſönlichkeiten tveten alſo
bei der nochmaligen Beratung an die Stelle der von ihnen für die
vegel=
mäßige Beſetzung der Beratungsſtelle entſandten Sachverſtändigen. Den
Länderausſchuß als zweite Inſtanz (Aufſichtsinſtanz) zu konſtituieren,
hat die Reichsregierung abgelehnt aus der Erwägung heraus, daß damit
der Länderausſchuß zum Kontrollorgan der Reichsregierung werden
würde, weil Reichswirtſchaftsminiſter und Reichsfinanzminiſter in der
Beratungsſtelle ja die Reichsregierung vertreten.
Für die Städte wird in der nächſten Zeit wichtiger als die Richtlinien
an ſich das Konſolidierungsprogramm ſein, das keine Feſtlegung
inner=
halb der Richtlinien findet, aber innerhalb der Beratungsſtelle
aufge=
ſtellt werden ſoll mit dem Ziele, die kurzfriſtigen Anleihen und Kredite,
die den Städten zur Zeit die größten Songen machen, kontimuierlich in
langfriſtige Anleihen umzuwandeln. Dahin geht wenigſtens die Abſicht
der Reichsregierung. Inwieweit kurzfriſtige Kredite die Genehmigung
der Beratungsſtelle zur Umwandlung in langfriſtige Anleihen erhalten,
wird von der Beratungsſtelle nach Lage des einzelnen Falles beurteilt
werden. Es iſt daher nicht damit zu rechmen, daß ausnahmslos alle
kurz=
friſtigen Kredite von der Umwandlung betroffen werden.
Das neue Studentenrecht.
Berlin, 27. Oktobä,
Der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt teilt mit: Nachdem
Staatsrat der Staatsminiſterialverordnung über die Bildung
Studentenſchaften zugeſtimmt hat, iſt vom Kultusminiſter Dr. 2
das neue Studentenrecht ſoeben den preußiſchen wiſſenſchaftlichen.
ſchulen übermittelt worden. Der Miniſter hat in einem Begleitotu
die näheren Anweiſungen über die Ausführung der Abſtimmungern
den einzelnen Studentenſchaften gegeben.
Eine Erklärung der deutſchen Studentenſch a
Der Hauptausſchuß der deutſchen Studentenſchaft, der ſich in
verſammelt hatte, um zu der neuen Miniſterialverordnung übe
Bildung von Studentenſchaften in Preußen Stellung zu nehmen. n.
gegen die Stimmen der Kreisleiter V und X eine Erklärung an, ivi
es heißt: Der Hauptausſchuß der deutſchen Studentenſchaſt ſtehtzn
dem Standpunkt, daß die preußiſche Verordnung über die Neubihli
von Studentenſchaften ſowohl für die deutſche Studentenſchaft als su
für die preußiſchen Studentenſchaften unannehmbar iſt. Der Hautlt
ſchuß der deutſchen Studentenſchaft macht ſich die grundſätzliche Stelsn
nahme des Vorſtandes der deutſchen Studentenſchaft, wie ſie innd
Aufruf des Vorſtandes vom 18. Oktober 1927 zur Frage der Neubiliu
der preußiſchen Studentenſchaften zum Ausdruck kommt, vollinhon
zu eigen. Damit iſt der deutſchen Studentenſchaft ein klarer Weo
gezeichnet. Der Vorſtand wird unverzüglich die entſprechenden ;
linien an die einzelnen Studentenſchaften geben.
*Ogs klägliche Ende einer Haupt= und
Von unſerer Berliner Redaktion.
Das Reichsgericht hat mit einem Entſchluß vom 15. On/
das Verfahren gegen den alldeutſchen Juſtizrat Claß wegen 0
bereitung zum Hochverrat „aus den tatſächlichen Gründennd
mangelnden Beweiſes” eingeſtellt. Damit iſt eine große
tiſche Senſation, die vor eineinhalb Jahren mit einem gertau
gen Auſwand eingeleitet wurde, kläglich geſcheitert. Ma=a
innert ſich noch an die alarmierenden Meldungen aus dem n.
vorigen Jahres, als plötzlich bei einer Reihe führender 20n
ſchaftler, wie Hugenberg, Vögler, Kirdorf, dem Oberbüür
meiſter von Lübeck, Neumann, dem Vorſitzenden der Rheinnt
Landwirtſchaftskammer, Freiherrn von Lüning, und vielerng
deren Hausſuchungen vevanſtaltet wurden, weil, wie es innd
Polizeibericht hieß, „ſich die Anhaltspunkte für eine Untern
mung rechtsradikaler Elemente in ſo bedenklicher Weiſe veml
und zur Geſißheit verdichtet hätten, daß die Polizei ſient
Schritten gezwungen ſah, die über das Maß ſorgfältiger Pg
achtung hinausgehen‟. Obwohl auch der blutigſte Leu einn)
mußte, daß gerade die Wirtſchaftsführer mit dem Wiedermn)/
ihrer Werke genug zu tun hatten, um jegliche Luſt an politity
Abenteuern zu verlieren, wurden ſie als Hochwerräter vennt
tigt, monatelang durch den Schmutz gezogen, und durch emo
Vernehmungen in ihrer Arbeit geſtört. Der Oberbürgermn)
von Lübeck wurde ſogar deswegen ſeines Amtes enthoben..10
das Ergebnis? Nichts iſt übriggeblieben. Der Reihe nach /9
ten die Verfahren eingeſtellt werden, ſo jetzt auch dasjenige 9
den Hauptbeſchuldigten Claß, gegen den wohl die Unterſur!
ſolange verſchleppt wurde, um die Blamage, nicht allzu an
ſichtlich werden zu laſſen. Ueber die Einzelheiten wird ℳ
noch manches zu ſagen ſein, weil die „Deutſche Zeitung”/1
eine Gegenaktion ankündigt und die Gegenoffenſive enrne
will. Aus der umfangreichen Begründung des Reichsgerün
verdient aber jetzt ſchon feſtgehalten zu werden, daß r
Scheidemann bei der Vernehmung zugeben mußte, er habe /)n
feiner Artikel, worin er unter Namenswennung beſtimmter 4/
ſonen von ernſten Verſtößen gegen die deutſche Repuhlil Weſ=,
nur als Verſuchsballon geſchrieben, ohne irgendwelch peſtſitzi
Unterlagen. Das iſt kennzeichnend für die Art, wie ſie wim
Aktion eingeleitet wurde, die wieder einmal handgreiſich /eit
mit welcher Leichtfertigkeit heute der Vorwurf des Hochynie!
gegen den politiſchen Gegner erhoben wird. Herr Severing!/“
froh ſein, daß durch ſeinen Rücktritt ihm die formale Ve2
wortung für dieſen Mißerfolg abgenommen iſt. Aber der
tige Innenminiſter, der damals Polizeipräſident in Berlm .n
wird mit ſeinen wächſten Mitarbeitern wohl noch einige ſch.0
Stunden im preußiſchen Landdag auszuhalten haben.
Sitzung des Reichskabinetts.
Das Reichskabinett hat ſich am Donnerstag nachmittm
einer mehrſtündigen Sitzung zunächſt mit der Lage Oſtprem
beſchäftigt und die Anregungen wegen der Errichtung /9
beſonderen Reichskommiſſariats für oſtpreußiſche Fragen
geprüft und in Verbindung damit die Frage, inwiewen?
materielle Hilfe für Oſtpreußen notwendig ſei, erörtert. .
das Thema des deutſch=polniſchen Handelsvertrages iſt n
ſchnitten worden.
der, dem ſpäteren Vorleſer Kaiſer Wilhelms I., zu ungeahnter
Vielſeitigkeit. So trat ſie in Minna von Barnhelm ſowohl in der
Partie der ernſten Titelheldin wie in der der ausgelaſſenen
Fran=
ziska auf. Die größte Bewunderung fand ſie in dem
ſogenann=
ten Konverſationsſtück durch ihr durchaus natürliches Spiel.
Nicht minder gefiel ſie — wobei ihr allerdings die Begleitung
der Mutter Rittmeiſterin ſehr zuſtatten kam — in der Geſellſchaft
des damaligen Berlin, der 1881 Fontane mit Recht nachſagen
durfte, daß ihr Charlotte v. Hagn dasſelbe bedeutet habe wie
einer ſpäteren Bismarck.
Nicht ebenſo glücklich, wie als Künſtlerin, war Karoline als
Weib. Der in ihren nachgelaſſenen Memoiren befindliche
Ab=
ſchnitt Verſchollene Herzensgeſchichten” erzählt von einer ganzen
Reihe ſchwerer Irrungen. Nach eigenem Geſtändnis mehr ihren
ehrgeizigen Wünſchen als der Stimme des Herzens folgend,
ſah ſie ſich zunächſt zu einer übereilten Verlobung mit einem
verkappten Kammerdiener getrieben, dem es gelungen war, für
kurze Zeit als Graf Samoilow ſelbſt die Berliner Hofkreiſe zu
täuſchen, und um ein Jahr ſpäter in die Arme des Mannes, in
deſſen Perſon ſich ihr eigentliches Schickſal verkörpern ſollte.
Prinz Leopold von Koburg, der für einen der ſchönſten
Män=
ner ſeiner Zeit gelten durfte, war 1814 nach ſeiner Rückkehr aus
dem ruſſiſchen Feldzug mit Kaiſer Alexander nach London
ge=
kommen und dabei ſo glücklich geweſen, ſich Herz und Hand der
Anwärterin auf den britiſchen Königsthron, Prinzeſſin
Char=
lotte, zu gewinnen. Die hiermit verknüpften Hoffnungen auf
eine eigene glänzende Zukunft zerſtoben, als ſeine junge Gattin
bei der Geburt eines toten Knaben verſtarb. Das planloſe
Reiſeleben, dem er ſich von da ab hingab, hatte ihn 1828 als
Gaſt Friedrich Wilhelms III. nach Potsdam geführt. Dort auf
dem kleinen Schloßtheater ſah er Karoline Bauer vor dem Hof
und ſeinen Gäſten ſpielen. Der jungen Schauſpielerin Liebreiz
und deren öfter bemerkte Aehnlichkeit mit ſeiner verſtorbenen
Gemahlin bezauberten ſofort den damals 38jährigen Prinzen.
Im Frühling des nächſten Jahres brach Karoline mit der treuen
Mutter nach England auf, um daſelbſt, wie Varnhagens
Tage=
buch bemerkt, „anderen Glücksſternen zu folgen‟. Daß dieſe ſich
als trügeriſche Irrlichter erwieſen hatten, erfuhr erſt die
Nach=
welt. Die Mitwelt ſah wohl die gefeierte Künſtlerin nach kurzem
ſchon zur Bühne zurückkehren, war aber des Glaubens, daß ſie
nach einem Jahre der glücklichſten Ehe großherzig auf den Beſitz
des geliebten Mannes verzichtet habe. Denn dieſem war
in=
zwiſchen die belgiſche Königskrone angetragen worden, deren
Annahme für ihn wie ſelbſtverſtändlich die Wahl einer
ebenbür=
tigen Gemahlin einſchloß. Dieſe Legende, die Karoline ſo lange
ſie lebte mit dem Nimbus hoher Geiſtesgröße umgab, hat das
Kapitel ihrer nachgelaſſenen Memoiren „Prinz Leopold” für
immer zerſtört. Es erzählt zunächſt von einer Trauuſt.
ſtreng im Geheimen ſtattfand, da der Prinz fürchten
durch ein Bekanntwerden, ſeiner zweiten Heirat die ian
Witwer einer königlichen Prinzeſſin zuſtehende Rente 6.
lieren. Es zeigt weiter die an den allabendlichen Beifall
vielhundertköpfigen Menge gewöhnte Künſtlerin in einell.
ren, weltabgeſchiedenen Villa ihre Tage hinſchleppend, iſt.
Warten auf die ſteifen Beſuche eines Liebhabers, der Iia
ein paar Wochen ſtürmiſchen Glückes als bereits volng
erkaltet erwies. Ihre Erbitterung darob wuchs ins Gie.
bei der Wahrnehmung, daß der Prinz bei ſeiner Erhebal
den belgiſchen Thron ohne Bedenken ſeine Ehe mit 190
werde. Nach einigen heftigen Auftritten verließ ſie Na=
Mutter England. Innerlich zerriſſen und aufs tiefſte gede.
fühlte ſie ſich außerſtande, auf einer Bühne Deutſchlan,)e
zutreten. Die kaiſerliche zu Petersburg nahm ſie mil
Armen auf. Drei Jahre ſpäter vertrieb ſie das Heimwe!
Nach ruhmreichen Gaſtſpielreiſen gelang es der Dresde.”
bühne, den Wandervogel wieder zu feſſeln. Nun ſtand?
der Höhe ihrer künſtleriſchen Entwicklung, indem Ie
ſtarkem Erfolg auch in hochtragiſchen Rollen auf Tiells"
verſuchte. Als erklärter Liebling des alten Dramaturge‟
ſie jahreüber in deſſen Hauſe ein und aus.
Doch wie die Jahre kamen und gingen, ſollten. Le
die trüben Erfahrungen alternder Schauſpielerinnen Aiee.
bleiben. Jüngere traten auf und raubten ihr, von eirn
gelnden Kritik unterſtützt, neben der Gunſt des Publikn.
liebſten Rollen. Durch den Tod der treuen Mutter I.
würfnis mit Tieck doppelt und dreifach vereinſamt, .
ſich mit dem ſchleſiſchen Landrat Wichura, der 1e99.
der Hochzeit als ein Spieler und Schwindler entlarn=
Nicht mehr imſtande, dieſem neuen Schimpfe die Si
bieten, flüchtete ſie ſich in die Arme des polniſch."
Plater, der ſie ſchon als halber Knabe während ihrel
Glanzzeit geliebt hatte. Als Gattin folgte ſie ihſ.
hoch über dem Zürchoſee gelegene Beſitzung Broellwh.S
aus ſandte ſie ſpäter ihre Artikelſerie „Aus meinem Buyſ.2
und noch eine zweite „Komödiantenfahrten” in die Welt.
m 28. Oktober 1877 ſtarb Karoline nach zwei.!
Leiden. Faſt gleichzeitig kündeten die Zeitungen 908*
Erſcheinen ihrer „Memoiren aus dem intimen Lee
deren glücklichen Inhaber, den ſchon erwähnten N.
mer an. Hiergegen erließ Graf Plater öffentlich. S
uiſchten Proteſt, der ſtarke Zweifel an der Gchihei. L
ſtehenden Niederſchriften durchblicken ließ. Arnotd
tief gekränkt in ſeiner ſchriftſtelleriſchen Ehre, le9i
ſchweizeriſchen Gerichten eine Vollmacht von der Hand
Konflikte in Preußen.
Von unſerer Berliner Redaktion.
as Kriegsbeil zwiſchen der preußiſchen Regierung und den
Pll-izialvertretern Preußens im Reichsrat, das von Herrn
ByEy min der vergangenen Woche ausgegraben worden war,
in=
de ſyrl den Provinzialvertretern mitteilte, die preußiſche
Regie=
ruſtwärzichte künftig auf die Vorbeſprechung zu den
Reichsrats=
en)ſrioungen, iſt am Donnerstag vormittag in einer
eingehen=
deſſ fſprechung wieder feierlich in die Erde verſenkt worden.
Diſſirneußiſche Regierung hat in dieſem Fall den Rückzug
an=
geſtu . Sie hat verſprochen, den Wünſchen der
Provinzial=
veſſeen gerecht zu werden. Im übrigen iſt die Regierung in
ihyhANitteilungen ſehr zurückhaltend. Sie begnügt ſich mit der
FeFilyutng, daß die regelmäßigen Vorbeſprechungen vor den
Plleyätzungen des Reichsrates wieder aufgenommen werden
ſollw ?Das Schwergewicht der Zentrumsſtimmen im Reichsrat
un un: Kabinett hat alſo wieder einmal erreicht, daß Herr
Bycyuund ſeine ſozialdemokratiſchen Miniſterkollegen ſich nicht
du ſemsen konnten.
19. Erſatz dafür hat die preußiſche Regierung im Reichsrat
eir i Sisieg über den Reichsinnenminiſter von Keudell erfochten.
Heßev Keudell hatte bekanntlich dem preußiſchen
Miniſterial=
dirſſtr: Dr. Badt Bruch der Vertraulichkeit vorgeworfen, und
Miſherpräſident Braun hatte dafür Genugtuung gefordert.
Au/ſueſthsverhandlungen ſind geſcheitert, ſo daß der Ausſchuß
de hed=chsrates jetzt mit einem ſalomoniſchen Urteil gekommen
iſt:/: bäat feſtgeſtellt, daß Herr v. Keudell nicht berechtigt war,
dererzrußiſchen Vertreter Bruch der Vertraulichkeit vorzuwerfen,
daſßf taber immerhin durch eine irrtümliche Auslegung der
Ge=
ſch/biot=dnung zu einem ſolchen Vorwurf kommen konnte. Dazu
hauhteirr v. Keudell eine allgemeine Ehrenerklärung abgegeben,
daſbf mmiemand im Reichsrat und auch die Würde des
Reichs=
ratzſfundcht habe antaſten wollen. Den verbleibenden Reſt hat
derſeysſchuß auf Sonderverhandlungen zwiſchen Preußen und
denſm cichsinnenminiſter abgeſchoben. Damit iſt der Fall formell
erliſt Man hat aber auch hier den Eindruck, daß Herr v.
Keſeil; nicht eine beſonders glückliche Hand gehabt hat.
Der Krieg im Zentrum.
e Spannung zwiſchen den beiden Zentrumsflügeln hat
einſſirttlaſtung merkwürdigerweiſe auch gefunden bei der
Be=
rufſſi ſeines rechtsſtehenden Zentrumsredakteurs in die
Redak=
tiolwei „Germania”, die durch den Vorſitzenden des
Aufſichts=
raufſsverrn von Papen, erfolgt iſt, aber durch den Einſpruch
derFrriegen Mitglieder des Aufſichtsrates zurückgezogen werden
muſſlſſHerr von Papen hat einen offenen Brief an den früheren
Miſſien ialdirektor Dr. Spiecker gerichtet, der als die treibende
Lunz Krindies linken Zentrumsflügels gilt, und ihm einige bittere
tesn Woſnel=ten geſagt. Herr Spiecker erwidert in einer noch
offen=
e herſpenen Weiſe, indem er Herrn von Papen ſämtliche
journa=
liſt)ſer,, verlegeriſchen und ſonſtigen Qualitäten abſpricht und
dayf drroht, Herr von Papen werde bei den nächſten Wahlen
nichſpiteder als Kandidat des Zentrums aufgeſtellt werden. Die
Toſm ſtiſt eigentlich ſo wenig von Europe,ls übertünchter
Höf=
lichſſt mungekränkelt, daß ſie im Rahmen einer Partei kaum noch
traſſri iſt.
greiflich genug, daß die Zentrumsfraktion in ihrem
Don=
neyſſaglskränzchen, das heute zum erſten Male ſtattfand, ſich
ng!” nichſſhturr mit politiſchen Tagesfragen beſchäftigte, ſondern auch
e, mitſay, Indiskretionen, die wichtige Tatſachen und
Meinungs=
äufmnegen der Partei in ſozialdemokratiſchen und
demokra=
tiſolſt ABlättern hatten auftauchen laſſen. Man hat verſucht, durch
einſrelärung dieſes Loch zu ſtopfen. Ob es freilich etwas
hel=
fen uo, iſt eine andere Frage.
Um Neurath.
TU. Rom, 27. Oktober.
eſ Berliner Meldungen über eine eventuelle Berufung des
Bollrzeſters beim Quirinal, Freiherrn von Neurath, nach
Woß=mrton hat, wenn ſie auch noch nicht beſtätigt wird, in
hie=
ſt ſigelwier der Regierung naheſtehenden politiſchen Kreiſen ein
gerſſas” Befremden hervorgerufen. Ein Botſchafterwechſel würde
herſtyier wenig erwünſcht ſein. Es herrſcht die Anſicht vor, daß
dieſe ri vorſichtig eingeleitete und mit großem Takt ſeitens des
Bol unters fortgeführte. Verſtändigungspolitik fehr ſtark von
ſeirſſy wertrauensvollen und perſönlichen Beziehungen zu
poli=
tiſäſſt Werſönlichkeiten abhänge. Die langjährige Beobachtung
derſtuncwicklung des fasciſtiſchen Italiens in Rom ſelbſt, auf
derſtn einem bedeutenden Teil ein objektives Urteil baſiere,
könſſuntaht ohne weiteres auf den Nachfolger vererbt werden.
ſtoymen vor, die ihn ausdrücklich zu der gedachten
Veröffent=
lichlyr werechtigte. Zugleich erhob er Anſpruch auf 3000 Franken,
dieſſnn Karoline ſchriftlich als Entgelt für ſeine mühevolle
Mit=
arkſſ am ihren bisher ſchon im Drucke erſchienenen Schriften
zusſſchert habe. Der Graf zeigte nun ſeinerſeits ein Dokument
vonſtrs” klar bewies, daß Karoline zu einem derartigen giltigen
Veſſteachen gar nicht berechtigt geweſen war, da ſie ihm, ihrem
Galt, / ſchon Jahre zuvor ihr ganzes Beſitztum — die vom
Pr in: Leopold erſtattete Abfindungsſumme — vermacht hatte.
Dalſuekht auf die Herausgabe der in ſeinem Beſitz befindlichen
Nilſeſagriften konnte Wellmer dagegen nicht abgeſprochen
weiſa nund der gewandte Literat machte jetzt hiervon einen für
dendſaffen verhängnisvollen Gebrauch. Denn die an ihn
gerich=
tetdeeBb riefe, die er nun zuerſt veröffentlichte, enthüllten der
neu wrigen Welt, wie es in Wahrheit mit dem „hervorragenden
Stüfiern”, das die Vorrede zur Buchausgabe der
Bühnener=
inryſngen die greiſe Verfaſſerin hatte führen laſſen, beſchaffen
getllng war. Der Graf erſcheint aus dieſen Briefen heraus als
eimeunggeachtet einer gewiſſen inneren, wie äußeren
Vornehm=
hei vnig umgängliche Perſönlichkeit. Sie zeigen ihn, als
bee enten Polen, für die Wiederherſtellung ſeines damals
ſo/4ücklichen Vaterlandes und die Errichtung des
Polen=
mu mys zu Rapperswyl zu jedem Geldopfer bereit.
Anderer=
ſei hihzer von einem ſo weitgehenden Geize beſeelt, daß er
ſei: hrattin meiſt unter bitterer Geldnot ſchmachten ließ. Sie
au lbagkieben zu einer Abgeſchloſſenheit zwang, die ihrer, der
An Aug bedürftigen Künſtlernatur nur ſchwer erträglich war.
Sc Imer, daß ſie ſogar 1855 mit dem verzweifelten Entſchluß
tar Anu entfliehen und nochmals zur Bühne zurückzukehren.
In ühmm Grade intereſſant iſt es auch, aus dieſen Briefen zu
erſ a, wie Wellmer und Karoline die Bühnenerinnerungen,
ſo y fſſie im Drucke vorliegen, miteinander geſchaffen haben.
Si Suſt: ſorgloſer Hand die Perlen ihrer Erinnerungen
aus=
ſtri ), er mit geübtem Blick das ihm alſo Gebotene ſiebend
un Amm durch ein treffendes Wort hier, eine glücklich
ge ſate Kapitelüberſchrift dort, Lichter aufſetzend oder ſeinen
Sc Ien: vertiefend. Daß ſie ihm aber, wie er in der Vorrede
zu ürmnachgelaſſenen Schriften andeutet, nur Rohmaterial
ge=
lie i0 huabe, erſcheint wenig glaubhaft.
„c eine weiter Behauptung Wellmers: daß dem Bunde
Ko mmens mit Prinz Leopold, wie auch ihrem ſpäteren mit
G: RPllater die kirchliche und geſetzliche Weihe gefehlt habe,
da ßss unbegründet gelten. Denn das, nach dem Erſcheinen
deL,RVerſchollenen Herzensgeſchichten” vielfach erwartete
De u i „der Heirat” von ſeiten des belgiſchen Hofes iſt
aus=
ge 9mm. Und was den Grafen betrifft, ſo liegen Schriftſtücke
ab umhrt vor, in denen er ſeine langjährige Lebensgefährtin
Freitag den 28 Oktober 1927
Franzöſiſcher Miniſierrat.
EP. Paris, 27. Oktober.
Der Miniſterrat hörte heute vor allem ein Expoſé Briands
über die Außenpolitik an. Briand berichtete u. a. über ſeine
letzte Begegnung mit dem deutſchen Botſchafter v. Hoeſch, die,
wie man nachträglich erfährt, ausſchließlich auf die Herabſetzung
der Rheinlandbeſatzung bezug hatte, und zwar auf die Frage,
welche Einheiten im einzelnen zurückgezogen werden ſollen. —
Dann berichtete Briand eingehend über den Prinzen Karol von
Rumänien. Der Aufenthalt des Prinzen in Frankreich iſt der
franzöſiſchen Regierung nicht mehr angenehm. Sie möchte nicht
den Anſchein erwecken, als ob ſie die Beſtrebungen des Prinzen
fördern oder dulde. Sie betrachtet den Prinzen als
deutſch=
freundlich und glaubt, daß, wenn er zur Herrſchaft käme, die
politiſche Einſtellung Rumäniens Frankreich gegenüber eine
Aen=
derung erfahren würde. Aus dieſem Grunde war vor einiger
Zeit ſogar babſichtigt, den Prinzen höflichſt einzuladen, ſeinen
Wohnſitz anderswo als in Frankreich aufzuſchlagen. Immerhin
ſoll von dieſem Plan nun endgültig Abſtand genommen werden,
weil man ſich ſagt, daß der Prinz im Falle der Ausweiſung nur
noch ungünſtiger gegen Frankreich geſtimmt werde, wenn er
ein=
mal zur Herrſchaft gelangen ſollte. Außerdem bietet ſein
Aufent=
halt in Frankreich den franzöſiſchen Behörden ein Mittel, um
ihn genau zu überwachen.
Der Miniſterrat genehmigte ſodann eine Vorlage, wodurch
die Internationale Kolonialausſtellung, die 1929 eröffnet
wer=
den ſollte, auf 1931 verſchoben wird.
Handelsminiſter Bokanowſki berichtete über die
Verhandlun=
gen mit Amerika, erntete dabei aber wenig Beifall, da man ihm
vorwarf, auf der ganzen Linie nachgegeben zu haben.
Vertrauensvotum für die rumäniſche Regierung.
TU. Bukareſt, 27. Oktober.
Die rumäniſche Kammer hat heute nach einer Erhlärung des
Miniſterpräſidenten Bratianu eine Vertrquenserklärung für die
Regierung angenommen. Bratianu ſtellte in ſeiner Rede feſt,
daß die Regierung eine Verſchwörung aufgedeckt habe, und daß
die Juſtiz gegen die Verſchwörer vorgehen werde. Jeder, der
gegen die beſtehende Thronordnung arbeite, die durch den
Ver=
zicht Karols zuſtande gekommen ſei, müſſe als Staatsfeind
gel=
ten. Das Wort nahm darauf der Abg. Maniu, der gegen die
Verhaftung Manoileseus juriſtiſche Gründe vorbrachte und
feſt=
ſtellte, daß Karol ausdrücklich erklärt habe, daß er kein
Thron=
anwärter ſei, wohl aber dem Ruf des Landes folgen werde. Die
Frage, ob Karol ſeinen Verzicht zurücknehmen wolle oder nicht,
müſſe im Parlament beſprochen werden. Bratianu wandte ſich
ſcharf gegen die Erklärungen Manius. Nach Beendigung der
Debatte nahm die Kammer ſchließlich die Vertrauenserklärung
für die Regierung an.
* Die herbſiliche Lohnbewegung.
Die letzten Lohnkämpfe haben in der Oeffentlichkeit einige
Beunruhigung ausgelöſt, die aber, wenn man die Lage ſachlich
und nüchtern betrachtet, vollkommen terminmäßig ſich auslöſten,
abgeſehen natürlich von den Lohnforderungen, die außertariflich
z. B. bei dem Ruhrbergbau, und bei der Reichsbahn geſtellt
wur=
den. Allgemein liegen auf lohnpolitiſchem Gebiet die Dinge ſo,
daß etwa 80—85 Prozent aller Tarifverträge ſtets im Frühjahr
abgeſchloſſen werden, während der Reſt im Herbſt folgt. Auch
jetzt ſind für rund 600 000 Arbeitnehmer neue Lohnvertväge
ab=
geſchloſſen worden, da auch diesmal wieder, wie die
voraufge=
gangenen möglichſt mit einer Laufzeit von einem Jahr
aus=
geſtattet worden ſind. Im Durchſchnitt wurden etwa 15
Pro=
zent Lohnerhöhungen gefordert, vom Schlichter etwa 9 Prozent
zugebilligt. Infolgedeſſen liegen die Herbſttarife etwa 1—1½
Prozent im Lohnſatz höher als die im Frühjahr erfolgten
Tarif=
verträge, die erſt im kommenden Jahr ablaufen. Die
außer=
tariflichen Lohnforderungen ſind daher nicht unbeträchtlich: für
etwa 2 Millionen Arbeiter ſind neue Lohnſätze beantragt. Hier
iſt man zum großen Teil nun bereits über den Berg, abgeſehen
vom Bergbau mit ſeiner allerdings ſehr ſtarken Arbeiterſchaft und
von der Reichsbahn. Dieſe hat aber auch bereits grundſätzlich
erklärt, daß ſie bereit ſei, Lohnangleichungen an die Löhne der
einſchlägigen Berufe am Ort für die Arbeiterſchaft vorzunehmen.
als „meine Frau” bezeichnet. Madame la comtesse de Broél-
Plater — die Inſchrift hat er auch dem Denkſtein gegeben, unter
dem im Hofe des Polenmuſeums zu Rapperswyl die ſterblichen
Reſte der einſtigen Karoline Bauer zur letzten Ruhe gebettet
worden ſind.
*Gaſtſpiel des hebräiſchen Künſtler=
Theaters „Habima”
Ohbuk
Dramatiſche Legende von Anski.
Das Gaſtſpiel der „Hebima” führt in eine fremde Welt, zu
deren Erſchließung einige Worte geſagt ſeien.
Salomon Rappaport, der unter dem Namen S. Anski
in Literatur und Politik eingetreten iſt, iſt in Eliasbergs
ruſſi=
ſcher Literaturgeſchichte nicht verzeichnet. Er war keine große
ruſſiſche Literatur. Er war Spezialiſt: die Erſchließung des
gei=
ſtigen Ghetto war ſeine Aufgabe.
1868 in Witebſk geboren, war er kurz als Handwerker und
Buchbinder tätig, wandt: ſich bald der Arbeiterbewegung zu und
zog als Volksredner und Schriftſteller durch das Kohlengebiet
von Jekaterinoslaw. In den 90er Jahren wurde er in Paris
Sekretär der ruſſiſchen Sozialrevolutionären Partei, ſchrieb eine
Anzahl von Erzählungen in ruſſiſcher Sprache und ſchuf das
berühmte rebolutionäre Arbeiterlied „Der Schwur” das Arno
Nadel, ſein Biograph und Ueberſetzer, als die jüdiſche
Marſeil=
laiſe bezeichnet. Durch die eifrige Sammlung von Sagen,
Legen=
den und Liedern des Ghetto erwarb ſich Anski ſtarke Verdienſte
um die Geſchichte des jüdiſchen Volkes in Rußland. Aus ſeinen
Forſchungen ſind zahlreiche Eſſays erwachſen; aus ihnen iſt auch
die dramatiſche Legende „Dybuk” entſtanden.
„Dybuk” geht auf eine der ſchönen chaſſidiſchen Geſchichten
zurück, wie ſie Martin Buber geſammelt und vor einiger Zeit
in Darmſtadt in der Freien Literariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft
vorgetragen hat. „Dybuk” der Dämon, iſt die irrende Seele
eines Verſtorbenen. Chanan, der arme, begabte Talmudſchüler,
liebt Lea, die Tochter des reichen Sender. Doch Sender hat die
Tochter dem begüterten Menaſcheh verſprochen. Aus Gram
ſtirbt Chanan. Seine irrende Seele fährt als „Dybuk” in Lea
und vermählt ſich mit ihrer Seele. Der Wunderrabbi verſucht
mit immer ſtärkeren Mitteln, den Otbuk zu beſchwören und aus
Lea zu vertreiben. Aber die Verbindung der Seelen iſt
unlös=
lich. Sterbend vereinigt ſich Lea mit Chanan.
Dieſe ſchöne Legende aus dem Lebenskreiſe der Chaſſidim
Seite 3
Was will Frankreich im Saargebiet?
Von unſerem Berichterſtatter.
zb. Saarbrücken, Ende Oktober 1927.
Die Irreführung der öffentlichen Meinung iſt ſeit jeher eim
integrierender Beſtandteil der franzöſiſchen Propaganda
gewe=
ſen. Die deutſche Saarbevölkerung weiß von dem geringen Hang
der Franzoſen zur Wahrheit aber ein beſonderes Lied zu ſingen.
Man darf ſich deshalb im Reich nicht darüber wundern, daß die
franko=ſaarländiſche Handelskammer dieſer Tage in Saarbrücken
einen zweitägigen „Wirtſchaftskongreß” abgehalten hat,
der ſich ſtramm „franzöſiſch=ſaarländiſch” nannte. Es
gehörte eine gute Portion Unverfrorenheit dazu, mit dieſer
Be=
zeichnung einer Veranſtaltung hervorzutreten, an der
ausſchließ=
lich Vertreter der franzöſiſchen Grubendirektion, des franzöſiſchen
Handels neben Vertreter: der Saarregierung teilnahmen, einer
Veranſtaltung alſo, der die geſamte öffentliche Meinung des
Saargebietes bewußt den Rücken gekehrt hat.
Der „franzöſiſch=ſaarländiſche Wirtſchaftskongreß” war eine
reine Angelegenheit des inoffiziellen (und offiziellen?)
Frank=
reich, kein Saarländer har ſich um ihn gekümmert. Die
Fran=
zoſen nahmen einfach die Tatſache, daß die Tagung im
Saar=
gebiet ſtattfand, zum Anlaß, der propagandiſtiſchen Wirkung
wegen in die Kongreßbezeichnung den Begriff „ſaarländiſch”
einzuſchmuggeln. Es beſtand dabei zweifellos die Abſicht, im
Auslande den Eindruck zu erwecken, als ob das Saargebiet, das
durch den Verſailler Vertrag dem franzöſiſchen Zollſyſtem
einver=
leibt worden iſt, bereits ganz in Frankreich, wenigſtens in
wirt=
ſchaftlicher Hinſicht, aufgegangen ſei. Darauf waren auch die
Neden ſämtlicher Referenten abgeſtellt. Die Ungeſchicklichkeit, die
die Herren auf dem Kongreß beliebten, war aber —
gottſei=
dank! — ſo groß, daß es außerordentlich leicht iſt, ihre letzten
Pläne zu enthüllen, ihnen die Maske vom Geſicht zu reißen.
Noch iſt das Seargebiet keine franzöſiſche Kolonie, noch haben
ſich die Franzoſen zu früh dem Gefühl hingegeben, ſie ſeien die
wahren Herrſcher an der Saar. Die Zeit iſt noch nicht
gekom=
men, wo man ſich darüber unterhalten kann, wie das „Fell des
Bären” zu verteilen iſt.
Angeſichts der Tatſache, daß ſich im Saargebiet ein großer
wirtſchaftlicher Kampf vorbereitet, daß das franzöſiſche Element
in Induſtrie und Handel zwar ſehr langſam, aber ſtändig im
Rückgang befindlich iſt, war es natürlich pſychologiſch vom
Standpunkt der Franzoſen ebenſo falſch, wie es vom
Saar=
deutſchtum begrüßt wurde, daß das rein geſchäftsmäßige
Moment der Kalkulation in den Vordergrund geſchoben wurde.
Die Beratungen waren von Anfang bis zu Ende der Frage
untergeordnet: „Was kann Frankreich aus dem Saargebiet
wirt=
ſchaftlich herausholen?” Man kann ſich vorſtellen, wie dieſe
Frageſtellung auf die Pſyche der deutſchen Saarbevölkerung
wir=
ken mußte, nachdem die Karten von den Franzoſen ſelbſt
auf=
gedeckt worden ſind.
Die Reden, die auf dem Kongreß gehalten wurden, beweiſen
einmal, wie Frankreich das Saargebiet in den letzten Jahren
ausgepowert hat, und ſie beſagen zum anderen, welche Mittel
die franzöſiſche Wirtſchaft und der franzöſiſche Handel anwenden
wollen, um ihre immer mehr ins Wanken kommende Poſition
wieder zu befeſtigen. Die Saarländer, die genau wiſſen, daß
ihre Intereſſen heute wie früher trotz des Verſailler Vertrages
beim deutſchen Mutterland am beſten aufgehoben ſind, nehmen
zur Kenntnis, daß Frankreich im Saargebiet lediglich „eine gute
Milch gebende Kuh” ſieht. Der Kongreß hat unzähliche Beweiſe
dafür geliefert, daß man in den maßgebenden franzöſiſchen
Krei=
ſen auf Menſchlichkeit und Recht, auf Freiheit und Wohlfahrt
der Saarbevölkerung pfeift und ſich nur von reiner Profitgier
leiten läßt. Zwei Reden ſind es insbeſondere, die zeigen, was
Frankreich bisher am Saargebiet verdient hat.
Der Generaldirektor der „Mines domaniales de la Sarre‟ Herr
Defline, hat auf dem Kongreß erklärt, daß der verfügbare
Rein=
gewinn aus der Kohlenxroduktion aus der Zeit von 1920 bis
1926 287 Millionen Franken, d. h. 3,50 Franken pro Tonne
ge=
förderter Kohle, beträgt. Man wird in dieſe Zahl einige
Zwei=
fel ſetzen dürfen, denn hinter die Methoden der Finanzgebarung
der franzöſiſchen Grubendirektion iſt man noch immer nicht
ge=
kommen. Soviel ſteht jedenfalls feſt, daß der Raubbau an den
Saargruben Frankreich viel mehr eingebracht haben muß,
als die Franzoſen wahr haben wollen. Man darf in dieſem
Zuſammenhang nicht vergeſſen, daß die Franzoſen unter
Ver=
ragsbruch ſelbſt einen Teil der auf ſaarländiſchem Boden
be=
findlichen Kohlenflöze von lothringiſcher Seite her abbauen.
Man muß auch daran erinnern, daß der franzöſiſche Fiskus,
dem die ehemals preußiſchen Gruben bis zum Jahre 1935, wo die
Volksabſtimmung ſtattfinden ſoll, übereignet worden ſind, es
gibt für Anski die Grundlage, die religiöſen Bräuche des
Ghetto, Brautwerbung, Hochzeit, Beſchwörung zu entwickeln.
Will man dieſe weitgeſponnenen Riten verſtehen, ſo iſt die
Ver=
trautheit mit der hebräiſchen Sprache oder mindeſtens die genaue
Kenntnis der Ueberſetzung erforderlich.
„Dybuk” iſt das erfolgreichſte Stück der „Habima” 1907
gründete der Schauſpieler Zemach in Wilna eine hebräiſche
Wanderbühne, an der ruſſiſche Juden durch Theaterſpiel
ein kümmerliches Brot zu verdienen ſuchten. Zehn Jahre ſpäter
ſiedelte die „Habima” (d. h. Bühne) nach Moskau über. Sie
gewann in dem Ruſſen Wachtangoff einen tüchtigen
Regil=
ſeur aus der Schule Stanislawskis. Mit zweihundert Probem
übte er den „Dybuk” ein. Wachtangoff iſt tot. Die Einſtudierung
ſeines „Dybuk” iſt geblieben. Mit ihm gaſtierte die Habima in
vielen Städten und geſtern auch im Kleinen Haus des
Heſſi=
ſchen Landestheaters.
Wie ſchon anläßlich der Frankfurter Erſtaufführung an
dieſer Stelle ausgeführt, iſt der vorherrſchende Eindruck von der
Habima: eine mit allen künſtleriſchen Mitteln ausgearbeitete, in
allen Einzelheiten feſtgelegte Aufführung! Wachtangoff gab
einen Realismus, der in ſeiner Detailierung an Otto
Brahm erinnert, nur daß zu Brahms Realismus noch die
Seelenkraft ſeiner Darſteller kam!
Der Realismus der Habima iſt in zahlloſen Proben und
zahlloſen Aufführungen zum Teile ſchon zur Starrheit
ge=
worden. Sieht man die Aufführung zum zweiten Male, ſo
be=
ſtätigt ſich dieſer erſte Eindruck. Man kennt den ſich
wieder=
holenden Rhythmus der Geſänge, man kennt die Schritte der
Darſteller, man kennt die Bewegungen ihrer Hände, und man
wird ſich klar über das Undramatiſche des ganzen Vorganges.
Die Handlung der ſchönen Legende iſt beladen und überlaſtet
mit religiöſen Riten und Geſängen. Namentlich der dritte
Auf=
zug wird durch die Beſchwör= (und wohl auch die Traum=
Erzäh=
ung?) bis zur Ermüdung in die Länge gezogen.
Schauſpieler von überragender Größe beſitzt die Habima
nicht. Frau Rowina, die Darſtellerin der „Lea” hat den
Vor=
zug einer melodiſchen, gefanglich geſchulten Stimme. Davon,
Rede ſein.
Wer ſich von der Suggeſtion der Ueberlegenheit alles
Frem=
den freihält, wird in dem Gaſtſpiel der Habima einen
intereſſan=
ten Beſuch, aber durchaus kein überragendes Kunſtereignis ſehen.
Die Aufführung ſpielt in hebräiſcher Sprache. Für
denjeni=
gen, der ſie nicht verſteht, emrfiehlt es ſich, ſich vorher mit der
Handlung in allen Einzelheiten vertraut zu machen, da ihm ſonſt
der Schlüſſel zu den verſchiedenartigen Vorgängen auf der
Bühne fehlt.
Seite 4
Freitag, den 28. Oktober 1927
Nummer 299
5
verſtanden hat, in der großzügigſten Weiſe die Steuern zu
hinterziehen. Daraus folgert, daß der wirkliche Ertrag
aus der ſaarländiſchen Kohlenproduktion für Frankreich viel
höher ſein muß, als die Ziffern beſagen, die Generaldirektor
Defline angegeben hat. Aber auch ſchon dieſe Zahl iſt hoch genug,
wenn man daran denkt, daß die Förderung der Saargruben
lediglich den Produktionsausfall decken ſollte, den Frankreich
durch die Zerſtörung der Bergwerke im nordfranzöſiſchen Revier
erlitten hat. Da die dortigen Gruben ſchon längſt wieder voll
arbeiten und die Ziffer ihrer Vorkriegsförderung bereits
über=
ſchritten haben, iſt die ſaarländiſche Produktion für Frankreich
heute ein glattes Bargeſchäft, zu deſſen Aufrechterhaltung jeder
vertragsrechtliche Grund bereits entfallen iſt.
Aehnlich verhält es ſich mit dem franzöſiſchen
Han=
del mit dem Saargebiet, der Frankreich jährlich
1800 Millionen Franken einbringt, wie der
Gene=
ralſekretär der franzöſiſch=ſaarländiſchen Handelskammer Drou= innerhalb der franzöſiſchen Intereſſentenkreiſe Platz gegriffen
ard auf dem Kongreß ausgeführt hat. Das Saargebiet ſteht heute hätte. Ein lothringiſches Blatt hat dieſer Tage noch einmal ſehr
unter den Kunden Frankreichs an ſechſter Stelle, wohlgemerkt,
vor den Vereinigten Staaten von Nordamerika!
Wenn ſich trotzdem auf dem Kongreß ſtarke Stimmen
des Unmutes über die bisherigen Erfolge zeigten, und wenn
gefordert wurde, daß die franzöſiſche Regierung die Vertreter der
franzöſiſchen Wirtſchaft im Saargebiet mehr als bisher
unter=
ſtützen müſſe, ſo zeigt das zur Genüge, daß Frankreich
immer noch mehr aus dem Saargebiet
heraus=
holen will. Man verſteht es auch, wenn der Wunſch von
allen Diskuſſionsrednern hervorgehoben wurde, daß das
Saar=
gebiet noch lange mit Frankreich verbunden ſein möge. Man
verſucht auf dieſe Weiſe einen Druck auf die franzöſiſche
Regie=
rung auszuüben, daß ſie ſich in den für November angeſetzten
endgültigen Saarzollverhandlungen gegen jede
weitere Erleichterung der deutſchen Einfuhr
ßung, die beſagt, daß durch keinerlei neue Abkommen die
Frank=
reich aus der Zolleinverleibung des Saargebiets erwachſenen
Vorteile abgeändert werden dürften, wird der letzte Sinn und
Zweck des ganzen franzöſiſch=ſaarländiſchen Wirtſchaftskongreſſes
klar erſichtlich.
Dennoch ſtimmt die Rechnung nicht, die die Franzoſen auf
ihrem famoſen Kongreß aufgemacht haben, wenn auch das „Echo
de Paris” die Behauptung aufgeſtellt hat, daß „eine integrale
Rückkehr des Saargebiets zu Deutſchland eine Kataſtrophe
würde‟. Die deutſche Saarbevölkerung kennt die Schwächen der
franzöſiſchen Poſition ſehr genau. Sie hat eine Bevormundung
durch Frankreich ſtets energiſch abgelehnt und erfolgreich
abge=
wehrt. Es zieht nicht mehr, den Saarländern einzureden, ihre
Intereſſen ſeien bei Frankreich beſſer gewahrt als bei
Deutſch=
land, oder gar Kataſtrophen zu prophezeien. Frankreich wird an
der Saar auch in der Zukunft nicht zu ſeinem Ziele gelangen,
weil es einen pſychologiſchen Kardinalfehler begangen
hat, der nie wieder gut gemacht werden kann, und weil es eine
ſoziale Verſtändnisloſigkeit an den Tag gelegt hat, die in der
Tat ihresgleichen ſucht. Im benachbarten Lothringen hat man
dieſe Fehler ſeit langer Zeit erkannt, ohne daß die Einſicht
treffend die franzöſiſche Haltung gegenüber dem Saargebiet
dahin interpretiert: „Ihr Saarländer ſeid uns lieb und wert,
weil wir an euch gut verdienen, — und eben weil wir gut
ver=
dienen, ſollt Ihr uns noch recht lange lieb und wert ſein.”
Die Franzoſen ſind wirklich ſchlechte Kenner der
ſaarlän=
diſchen Volkspſyche, daß ſie in einem Augenblick, wo trotz der
Zollſchranken, der deutſche Handel im Vordringen iſt, wo der
Ruf nach der Rückkehr zum deutſchen Markt wahre Begeiſterung
auslöſt und bis ins letzte ſaarländiſche Dorf an der
lothringi=
ſchen Grenze Reſonanz findet, dem deutſchen Saargebiet und
ſeiner Bevölkerung atteſtieren, daß man eigentlich ſehr gut an
ihnen verdient habe. Man gibt ſich in Paris doch hoffentlich
keiner Täuſchung darüber hin, welche Folgen es haben muß,
wenn Generaldirektor Defline in einem Augenblick, wo man den
Bergarbeitern mit Lohnabbau, Belegſchaftsverminderung und
wendet. Durch eine auf dem Kongreß angenommene Entſchlie= Feierſchichten gewaltſam entgegentritt, die gewinnbringende
Ausbeutung der Saargruben demonſtriert!
Die Zeiten der franzöſiſchen Hegemonie ſind endgültig
vor=
bei. Die Pariſer Regierung und ihre Beauftragten im
Saar=
gebiet haben rechtzeitig genug ihre wahre Geſinnung zu
erken=
nen gegeben.
Eine kataloniſche Verſchwörung.
EP. Paris, N. Oktober.
Havas berichtet aus Perpignan, bereits ſeit einialn
Zeit ſeien die franzöſiſchen und ſpaniſchen Behörden davon
unteſt=
richtet geweſen, daß eine ſtarke kataloniſche Bewegung in Volz
bereitung ſei, an der Perſonen, die ſich in Paris und Brüng
aufhalten, beteiligt ſeien. Die Nachrichten der letzten Tage hätet
näheren Aufſchluß gebracht über die Abſichten der Separatiſten,
durch das Tal von Aix=les=Thermes und Andor einerſeits urm
durch das Tal von Teſch und über die Höhen von Pragon und
Sainte=Laurent de Perdan andererſeits nach Katalonien vorzin,
dringen. Dieſer Tage ſeien Inſpektoren der Sicherheitspolizſ
von Paris eingetroffen, um die nötigen Vorbereitungen zu tren
fen. Jenſeits der ſpaniſchen Grenze habe die ſpaniſche Polixu
ebenfalls entſprechende Maßnahmen getroffen. Seit Dienstüh
ſeien größere Gendarmerieverſtärkungen in Perpagnan
eingetron=
fen und an der Grenze verteilt worden. Andererſeits werde ei
Kompagnie Senegalſchützen in feldmäßiger Ausrüſtung berei,
gehalten, um ſofort mit Laſtautos an Ort und Stelle
befördeo=
werden zu können. Der General Peyrégne, der Kommandate
des Kolonial=Armeekorps, ſei in Perpignan eingetroffen, mn
die Truppen zu inſpizieren und dem Befehlshaber der Stal
die notwendigen Inſtruktionen zu geben. Der Präfekt ſtehe
ſtändiger Verbindung mit den Gendarmeriebrigaden.
Nach einer Meldung aus Perpignan ſin din der letzten Zeit tatſänf
lich zahlreiche Katalonier in der Gegend von Perpignan zuſammenag
kommen, um, wie man vermutet, einen neuen Handſtreich gegen Rutch
lonien auszuführen. Der Anſchlag ſoll von Paris, Brüſſel und Barm
lona aus geleitet worden ſein. In Perpignan gehe das Gerücht un
Oberſt Macia, der Führer des Aufſtandes von 1926, halte ſich
wärtig in der Republik Andorra auf. Ebenfalls in Andorra ſt
Lehrer verhaftet worden, der im Verdacht ſteht, mit den Verſchwöre
zuſammengearbeitet zu haben. Die Verſchwörer waren dieſes Mal
Zivil gekleidet. Sie ſollen beabſichtigt haben, durch die franzöſſch
Täler der Flüſſe Segré und der Rahur nach Katalonien einzumarſchzt
ren. Es wird ſogar behauptet, daß der Anſchlag heute vormittag
zuſ=
ſchen 7 und 8 Uhr hätte ausgeführt werden ſollen. — Die franzöſſt
Regierung habe mehrer Polizei= und Gendarmerie=Abteilungen
ein Regiment ſenegaleſiſcher Infanterie zur ſcharfen Bewachu
Grenze entſandt.
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Mus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 28. Oktober.
meſſiſches Landestheater. Die Erſtaufführung von Muſſorgskys
grd Üper „Boris Godunow” findet am Sonntag, 6. November,
ſtatſtln=uſikaliſche Leitung: Dr. Böhm. — Heute wird als zweite
Gaſt=
ſpigfrſlellung des Moskauer hebräiſchen Künſtlertheaters Habima
die muatiſche Legende „Golem” von Leiwik gegeben. Die
Vorſtel=
lumfyenennt um 19.30 Uhr. — Sonntag, den 30. Oktober, wiederholt die
Heilkfe2 Spielgemeinſchaft im Kleinen Haus zum erſtem Male die
Auf=
fühlßy der Lokalpoſſe „Der Lumbeawend oder Mann is
Mſk= von Dr. Geong Büichner und Robert Schneider.
Pnortrag. Auf Veranlaſſung verſchiedener Frauengwuppen wird
amſ ntag abend Frau Dr. Gertrud Bäumer in Darmſtadt über
demhlanmpf um diedeutſche Schule” ſprechen. Da bei uns in
Heffkidxe Schulfrage beſonders brennend iſt, dürften weite Kreiſe —
Lerſty /Beiſtliche, alle beteiligten Eltern und alle, die für Erhalvung
unfihſ ewährten Schulſyſtems eintreten —, dieſem Vortrag großes
Inſtte entgegenbringen. Der Vortrag wußte auf Sonntag gelegt
werku ſöa Frau Bäumer bereits Montag wieder zu
Ausſchußverhand=
lunſtyür Berlin ſein muß. Da ſie direkt von den laufenden
Beratun=
gemſnniont, wird die Rednerin gewiß intereſſante Mitteilungen über
dem ſencdh der Dinge zu machen haben. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Tmrpheum. Erſtaufführung „Die Frau von Koroſin”.
Gaſſwiäel Steffi Thaller. Dirigent: Intendant Dr. Martin
Friſſinann. „Die Frau von Koroſin”, Operette in drei Akten von
Toyſyuems geht heute abend 8 Uhr erſtmalig in Szene. Die Wahl der
Opoke uvon Toni Toms iſt inſofern beſonders als glücklich zu
bezeich=
vemſr.s dieſelbe ſämtlichen Hauptdarſtellern (darunter in erſter Linie
auchſhnl beliebten Gaſt Steffi Thaller) Gelegenheit bietet, alle Regiſter
ſpieſſicher und geſanglicher Eignung zu ziehen. Sowohl das gehaltvolle
Lib/Er ſals auch die dramatiſch reich gehaltene und mit zündenden
Schich= gewürzte Muſik ſichern der Operette einen hervorragenden
Plaſtu der Operettenproduktion unſerer Tage. Für die Spielleitung
zeichtr Yberſpielleiter Curt W. Behrenſen. Als Dirigent wird ſich
erſt=
maltüfmtendant Dr. Martin Friedmann vorſtellen, wodurch die
Auf=
führffrreu der Operette beſonderen Reiz gewinnen. Karten bei de Waal,
fernſten Verkehrsbureau und Zeitungskiosk am Ernſt=Ludwigsplatz.
Teleſſemiſche Beſtellungen unter Ruf 389.
Der Tod und was dann?, ſo lautete der Tikel eines
außer=
ordetach, ſtark beſuchten Vortrags, den geſtern abend Herr Erhardt
Bäſtier im Saale der Loge (in der Sandſtraße) hielt. Auf den
Stüh=
len In! Werbezettel der Theoſophiſchen Geſellſchaft in Frankfurt, auf
denehms. Zweck der Theoſophie etwa geſagt war, daß ſie ſich dem
Stu=
diunttr Religionsſyſteme, Philoſophien und Wiſſenſchaften des Abend=
und roxenlandes widmen will und die Veredelung und Durchgeiſtigung
der Amhrhheit erſtrebt. Theoſophie ſei keine Lehre, ſondern die
Er=
kennſtt er Einheit des Weſens in allem, das geiſtig=göttliche Leben
odert inllumfaſſende Liebe. Von dem Boden dieſer Weltanſchauung
aus Ahö delte der Redner ſein Thema. Was wird aus mir nach dem
Todiſſeg; iſt der Zweck meines Erdendaſeins, dieſe und ähnliche Fragen
trctamnvie der Redner erklärte — an jeden einmal heran, aber jedem
erſchſt wer Tod anders: als Schrecken, als Freund, und in anderen
Geſtc. Die Anſchauung, daß mit dem Tode alles aus ſei, iſt
zurück=
zuwit;! wenn wirklich alles aus wäre, ſo ſei es am beſten, möglichſt
baldſſhem Leben Schluß zu machen. Alle großen Dichter und Denker,
alle /4tmeilande ſprechen von einem Fortleben nach dem Tode. Die
Geiſifiek iſt nicht verſchloſſen, ſagt Goethe, nur die Sinne ſind
ver=
ſchloſſ / Wir haben außer dem körperlichen noch andere Leiber, z. B.
einenmetverleib, Aſtralleib, Geiſtleib und Auferſtehungsleib. Der
Red=
ner Aichwieb dieſe verſchiedenen Formen und brachte ſie in eine
be=
ſtimum hrdnung, die von einer niederen zu immer höheren Stufen
führſ Wie die äußeren Sinne ſehr verſchieden entwickelt ſind bei den
Mempfi) ſo ſind auch die inneren Sinne verſchieden, und die Menſchen
ſind ſiichieden empfänglich für das Jenſeitige. Das Diesſeitige iſt nur
eine / mrialiſation des Jenſeitigen. Im Augenblick des Todes
voll=
ziehttt unichts anderes, als was der beobachten kann, deſſen Sinn nicht
verſchſer iſt, jeden Abend beobachten kann: der Lebensleib trennt ſich
von greeiſtigen Leib. Bcim Tode iſt dieſe Trennung dauernd. Der
Aeth rh teilt ſich, und es löſt ſich von ihm ein bandartiges Gebilde,
das Aſmralig um den Kopf des Schlafenden legt. Eine ähnliche Form
der /=ſtrahlung findet ſich bei dem Toten; nur kann ſich das aſtrale
Gebiſtlncht wieder in den Körper zurückziehen. In ſeinen letzten
Augißrcn durchlebt der Menſch noch einmal ſein ganzes Leben und
hält / ri ſich Gericht. Menſchen die dem Tode nahe waren, bekunden,
daß /gsterben nicht ſchmerzhaft, ſondern ſchön ſei. Nach dem Tode
geht/4 Mkenſch in einen Schlafzuſtand über, aber er ſieht alle Weſen der
Wurſtveut; mit Gedankenſchnelle vermag er ſich von einem Orte zum
andelmzr bewegen. Der Redner beſchrieb dann eine Reihe von
Ent=
wicklſCyzfrufen, die die Seele zurücklegt, um zu immer höheren Sphären
zu glſngen. Die ganze Betrachtung mündete in poetiſch gefärbte
Schil=
deruſtr aus, die ſich völlig in Phantaſien verloren, aus denen
über=
hauxſſar! Vortrag zum größten Teil beſtand
Zeiußur von Chrismar †. Am Mittwoch abend ſtarb im Alter von
5 Iſtii, im Eliſabethenſtift nach ſchwerem Leiden, das zuletzt eine
Opeiſlan erforderlich machte, unſer langjähriger Mitarbeiter Arthur
von / immar. Arthur von Chrismar iſt am 13. April 1852 in
Rap=
penahstden) geboren. Er ſtudierte die Rechtswiſſenſchaft, war dann
20 I/ße um Buchhandel tätig. Mit ihm iſt wohl der älteſte Darmſtädter
Jouyſuſ, dahingegangen. Vom Jahre 1899 ab wirkte er als
Land=
tagshürterſtatter für die Zentrumspreſſe. Beſonders verdient gemacht
hat ſec in einer über 40jährigen charitativen Tätigkeit. Seine
un=
eigerhtie Tätigkeit wurde ihm zu Anfang dieſes Jahres durch die
papſttfrd MAuszeichnung mit dem Orden „Pro Ecclesia et Pontific”
be=
lohnutt.ine journaliſtiſche Tätigkeit erſtreckte ſich beſonders auf das
nadu me einſchaftliche und das meteorologiſche Gebiet. Weit über die
Zent streiſe hinaus ſtand Arthur von Chrismar durch ſein
beſchei=
dene=hs lüſtloſes und aufrichtiges Weſen in hohem Anſehen. Die
Bei=
ſetzurſtumdet am Samstag nachmittag auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſa= Straße ſtatt.
-i=Ausſtellung der Nähſchule der Martinsgemeinde findet am
Sonßt. wen 30. Oktober, nachm. von 2—6 Uhr, ſtatt. (Siehe Anzeige.)
-Ir ſchweres Automobilunglück ereignete ſich geſtern vormittag
um hſcheiſl. Uhr in der Karlſtraße. Ein die Karlſtraße herunterfahrender
Taxaſtri ſtieß mit einem Fordwagen zuſammen, der, aus Richtung
Nied /=anſtädter Straße kommend, im die Karlſtraße einbog. Der
Zuſaſenttoß war unvermeidlich, da die Bremsſtrecke zu kurz war,
ob=
wohll: Whauffeur des Taxameters Signal gab. Ludwig Kahn
(Rhe/kichze 30), der Beſitzer des Fordwagens, wurde erheblich verletzt;
das =beteil ſeines Wagens wurde vollkommen zerſtört. Die Inſaſſen
er ℳ2howie der Chauffeur blieben unverletzt.
Freitag, den 28. Oktober 1927
Seite 5
tes
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(16644fs
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Lunverbindl. die große Auswahlnoch zu alten Preisen bei
AAIt &Fischer,Alexanderstr. 10
Weltſpartag und Banken.
Das deutſche Volksvermögen betrug 1913 mehr als 300 Milliarden
Mark gegember rund 200 Milliarden Mark um die Mitte der 90er Jahre
des vorigen Jahrhunderts; es hatte ſich in noch nicht einem
Menſchen=
alter um über 50 Prozent vermehrt!
In harter Arbeit, Anſpruchsloſigkeit und weitgehender
Spar=
ſamkeit konnte dieſer Aufſchwung erreicht werden. Krieg und
In=
flation haben dann das deutſche Volk von der Höhe ſeines Wohlſtands
in tiefe Armut herabgedrückt. Gleichwohl können ſich viele Kreiſe von
den durch den Zahlenrauſch der Inflation hervorgerufenen Anſprüchen
immer noch nicht freimachen, und nur allmählich ſcheint das alte
Sprich=
wort „Wer den Pfennig nicht ehrt .” ſich wieder Geltung zu
ver=
ſchaffen.
Und doch müſſen wir heute mehr denn je dem Sparen die
ernſteſte Bedeutung beimeſſen, wenn wir nicht in unſerer
per=
ſönlichen und wirtſchaftlichen Freiheit noch weiter eingeengt werden wollen.
Immer wieder wird von führenden Perſönlichkeiten des
Wirtſchafts=
lebens auf die Notwendigkeit einer Verbeſſerung unſerer Handelsbilanz,
d. h. einer Verminderung der Einfuhr aus dem Ausland im Verhältnis
zur Ausfuhr nach dem Ausland hingewieſen. Der Einfuhrüberſchuß
kann dem Ausland neben den ſonſtigen, die Zahlungsbilanz belaſtenden
Saauten Ein kiitn
(1669
die Angebote der Firma
Womel Tockkäulli!
auf den Seiten 22 und 23.
Verpflichtungen heute nicht anders bezahlt werden, als durch Eingehung
neuer Schuldverbindlichkeiten im Auslande. Zur Retwmg aus dieſer
Lage gibt es ſür Deutſchland zwei Wege:
„Verzicht auf entbehrlichen Import” heißt der eine,
„Erhöhung der Produktivität und Förderung des Exports” der andere.
Wie aber fördern wir unſere Produktivität? Wohl wird es nicht zu
umgehen ſein, daß das kapitalarme Deutſchland auch zu dieſem Zwecke
in gewiſſem Umfange die Kapitalhilfe des Auslands in Anſprch nimmt.
Aber auch im Leben der Völker gilt, wie im Leben jedes Einzelnen:
„Selbſt iſt der Mann!” Nur durch eigene Kraft können
wir wirtſchaftlich und politiſch wieder frei werden.
Darum möge an dem Tage, der dem Gedanken des Sparens dienen ſoll,
jeder Einzelne an ſeinem Teil dazu beitragen, durch Sparen die
Mittel für die Hebung der Produktivität der Wirtſchaft zu ihrem und
letzten Endes zum eigenen perſönlichen Nutzen des Sparers zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Jede Mark, die geſpart und zu den Banken als Kreditvermittlern
getragen wird, bringt dem Inland die Zinſen, die ſonſt ins Ausland
fließen; ſie macht den eigenen Volksgenoſſen ſtatt des Auslandes zum
Mahnf zum Sparen
Spare bei der
Städtische Sparkasse Darmstadt
(St.16551)
Gläubiger und zum Förderer der deutſchen Wirtſchaft; ſie belebt das
deutſche Schaffen in Handel und Induſtrie. Jede Belebung der
Wirt=
ſchaft bringt aber Arbeit und Brot und verbeſſert damit die
Lebens=
haltung des ganzen Volkes.
Damit das Bankgewerbe ſeiner Aufgabe, die Wirtſchaft mit dem
benötigten Kapital zu verſorgen, gerecht werden kann, iſt es erforderlich,
daß jede entbehrliche Mark, die nicht zum Lebensunterhalt gebraucht
wird, ihm von allen Teilen der Bevölkerung zufließt. Das Geld wandert
dann weiter als Kredit an Induſtrie, Handel, Gewerbe und Handwerk
und ermöglicht auf dieſe Weiſe, daß der Einleger als Frucht ſeines
Spa=
rens Zinſen erhält.
In keinen Händen iſt die Verteilung des geſparten Geldes in Form
von Krediten an die deutſche Wirtſchaft beſſer aufgehoben, als in denen
einer ſoliden Bank oder eines erfahrenen und zuverläſſigen
Privatban=
kiers. Auf Grund ihrer kaufmänniſchen Schurlung und Erfahrung, ihres
engen Zuſammenhangs mit allen Zweigen der Wirtſchaft wiſſen ſie
kredit=
würdige von kreditunwürdigen Unternehmen zu unterſcheiden, können
ſie ſich insbeſondere auch ein Urteil über die dauernde Lebens= und
Lei=
ſtungsfähigkeit des kreditbeanſpruchenden Betriebs bilden. Die
bedeut=
ſame Entwicklung von Deutſchlands Induſtrie, Bergbau, Handel,
Schiff=
fahrt und Verkehrsgewerbe vor dem Kriege iſt zum großen Teil der
Mithilfe der deutſchen Banken und Bankiers zu danken. Ihnen fällt
deshalb auch bei Deutſchlands Wiederaufbau eine der wichtigſten
Auf=
gaben zu.
Ein Jeder helfe drum durch Sparen,
Daß wir wieder werden, was wir waren.
— Vereinigte Kriegervereine der Kriegerkameradſchaft „Haſſia”
Samstag, den 29. Oktober, abends, findet in der Beſſunger Tuvnhalle
(Heidelberger Straße) eine Feier der Train=Vereinigung 18 anläßlich
ihres 60fährigen Beſtehens ſtatt, an der die Kriegervereine mit ihren
Fahnen teilnehmen.
Gaswerbewoche.
Einen beſonderen Anziehungspunkt der Ausſtellung im Saalbau bot
am geſtrigen Tage das Preiswettkochen von 10 Schüilerinnen der
Städdi=
ſchen Haushaltungsſchule. Dank der bereitwilligen Unterſtützung des
Lehrkörpers dieſer Schule, insbeſondere Herrn Rektors Schäfer, nahur
dieſes Wettkochen einen flotten Verlauf. Das Ergebnis war ein
üben=
raſchend gutes. Einen hübſchen Eindruck machte es, als die 10
zuhüünf=
tigen Küchenfeen, angetan in gleicher Gewandung und bewaffnet mit
10 gleichartigen Deha=Kochtöpfen, in den Saal marſchierten. Zubereitet
wurde ein vollſtändiges Mittageſſen für vier Perſonen, beſtehend aus
einem Pfund Schweingebraten, der auf dem Grill zubereitet wurde, und
einer geröſteten Griesſuppe mit Kartoffeln und Gemüſe. Es handelte
ſich nun darum, mit dem geringſten Gasverbrauch in der kürzeſten Zeit
ein ſchmackhaftes Gericht herzuſtellen. Alsbald begann eine emſige
Tätig=
keit. In der Zwiſchenzeit gab Frau Eichholtz den Zuſchauern, die den
Vortragsſaal dicht gedrängt ſüllten, einige Aufklärungen über das Kochen
mit Gas, Beſchaffenheit der Herde und insbeſondere der Brenner. Viel
früher, als man es erwarten konnte, meldeten die einzelnen
Preis=
köchinnen die Vollendung ihrer Arbeit. Die Damen des Vorſtandes der
Städtiſchen Haushaltungsſchule nahmen hierauf eine, Prüfung der
her=
geſtellten Speiſen vor. Ihr übereinſtimmendes Urteil lautete dahin,
daß die hergeſtellten Gerichte in vorzüglicher Weiſe zubereitet waren, ſo
daß die Schülerinnen ſich ihres Erfolges freuen konnten. Das
Wett=
kochen hatte auch weiter hervorragendes und befriedigendes Ergebnis
gezeitigt. Befriedigend zunächſt für die Städtiſche Haushaltungsſchule,
da, wie bereits erwähnt, alle Speiſen vorzüglich zubereitet waren, und
auch ſämtliche Preiswettköchinnen in nahezu der gleichen Zeit ſich ihrer
Aufgabe entledigten. Für das Gaswerk iſt das Ergebnis aber auch
durch=
aus befriedigend, da auf Grund der an jedem Gasherd angebrachten
Gasmeſſer feſtgeſtellt werden konnte, daß der Gasverbrauch ein äußerſt
geringer war. Das Ergebnis iſt weiterhin auch durchaus befriedigend
für unſere einheimiſche Herdinduſtrie, da die von den Firmen Gebrüder
Roeder und Darmſtädter Herdfabrik und Emaillierwerk G.m.b.H. zur
Verfügung geſtellten Gasherde äußerſt güinſtig arbeiteten. Der erſte
Preis wurde auf einem Alkodaherd, der zweite und dritte Preis auf
einem Roederherd erzielt. Unter Berückſichtigung der Gasmenge und
des erforderlichen Zeitaufwandes wurden die Preiſe wie folgt verteilt:
1. Preis: 1 Satz Dehatöpfe an Fräulein Mathilde Schnell,
2. Preis: 1 Gasbügeleiſen an Fräulein Aenne Hammann,
3. Preis: 1 Backapparat „Küchentvunder” an Frl. Anni Roßmann,
4. Preis: 1Kaffee=Perkulator an Fräulein Käthe Schmunk.
Ein wichtiger Anziehungspunkt der Ausſtellung iſt im weiteren die
im praktiſchen Betrieb zur Vorführung kommende Kaffee=Maſchine der
Firma Guſtav Hauer, Frankfurt a. M. Alle Ausſtellungsbeſucher
ſind einig des Urteils, daß mit dieſem Apparat ein ganz hervorragender
Kaffee zubereitet werden kann. Der geſtrige Nachmittag, an dem in
einer Stunde weit über 400 Taſſen Kaffee verabfolgt werden konnten,
bewies, daß die Maſchine allen an ſie geſtellten Anſprüchen am beſten
Genüge leiſtet.
Das Preiswettkochen wird am Freitag um 15 Uhr
wie=
derholt. Hausfrauen, laßt Euch dieſe intereſſante Veranſtaltung nicht
entgehen und kommt in den Saalbau. Die Ausſtellung ſelbſt zeigt allen
Kreiſin unſerer Bevölkerung ſo viel Neues, daß der Beſuch dringend
empfohlen werden kann.
Die Ausſtellung iſt von 9—21.30 Uhr ohne Unterbrechung geöffnet.
Am Freitag findet um 20 Uhr wieder ein Vortrag über die
Ver=
vendungsmöglichkeit das Gaſes im Haushalt ſtatt.
Der Jungdeutſche Orden.
Bekanntlich ſchwebten in der letzten Zeit verſchiedene
Beleidigungs=
prozeſſe des Jungdeutſchen Ordens, zu denen uns von der Bruderſchaft
Darmſtadt des Jungdeutſchen Ordens geſchrieben wird: Seit über
Jahres=
friſt werden über den Jungd. Orden und führende Ordensbuüder ſchwere
Beleidigungen und Verleumdungen von den verſchiedenſten Seiten
ver=
breitet, deren Haltloſigkeit ſich in den Verhandlungen erwies. Am
8. Oktober fand in Berlin der Beleidigungsprozeß des Jungdeutſchen
Komturs Haſſo von Treskow gegen Major a. D. Badicke, den
Vorſitzen=
den der Großgrundbeſitzerverſammlung des Kreiſes Königsberg (
Neu=
mark) ſtatt. Der Beklagte hatte H. von Treskow in einer von der „
Deut=
ſchen Zeitung” veröffentlichten Zurſchrift groben Vertrauensmißbrauch
und Gefährdung der allgemeinen nationalen Landesintereſſen
vorgewor=
fen. Bekanntlich hängt dieſe Angelegenheit mit der Einreichung der
Denkſchrift Artur Mahrauns an den Reichswehrminiſter und den
Reichs=
präſidenten zuſammen. Der von dem Beklagten und ſeinen Anwälten
geſtellte Antrag auf Ausſchluß der Oeffentlichkeit wurde abgelehnt, da
kein Grund vorlag, die Oeffentlichkeit zu ſcheuen. Das in den
Abend=
ſtunden verhindete Urteil beſagt: Der Beklagte Major a. D. Badicke wird
wegen Verbreitung nicht erweislich wahrer Tatſachen und Beleidigung
durch die Preſſe zu der Geldſtrafe von 500 Mk. und zur Tragung der
Koſten des Verfahrens verurteilt. In der Urteilsbegründung wird
aus=
geführt, daß die Beweisaufnahme die tatſächliche Feſtſtellung ergeben hat,
daß in dem Artikel des Beklagten nicht erweislich wahre Tatſachen über
den Kläger behauptet worden ſind. Weder bezüglich des erhobenen
Vor=
wurfs des groben Vertrauensbruchs noch bezüiglich des Vorwurfs der
ſchweren Gefährdung der allgemeinen Landesintereſſen iſt der Beweis
geführt worden. Nach den Wirkungen, die die Tat des Beklagten gehabt
habe, ſei die Strafe ſchwer zu bemeſſen,
Haſſo von Treskow iſt alſo vollkommen gerechtfertigt aus dem
Pro=
zeß hervorgegangen. Das Ergebnis ſtellt eine vernichtende Kritik an
dem Verhalten derer dar, die Haſſo von Treskow wegen ſeiner
jung=
deutſchen Geſinnung ächteten und haltloſe Vermutungen als Begründung
angaben. — Da Reichskanzler Dr. Marx im Reichstage den Vorwurf des
groben Vertrauensbruchs gegen Haſſo von Treskow erhob, ſo iſt als
beſtimmt zu erwarten, daß Dr. Marx den Vorwurf auch öffentlich
zu=
rüchnimmt.
— Trockenſkikurſe des Skitlubs Darmſtadt Odenwald. Der Beginn
des für Donnerstag, den 27 Oktober, vorgeſehenen Trockenſtikurſes
wurde auf Mittwoch, den 2. November verſhoben. Die
Uebungen dieſes 6 ſtümdigen Kurſes werden vorerſt Montags und
Mitt=
wochs ab 7.15 Uhr abends, in der Turnhalle, Soderſtraße 30
durch=
geführt, wo auch am Montag, den 31. Oktober, abends 7.30 Uhr, eine
Vorbeſprechung der Teilnehmer ſtattfindet. Weitere Anmeldungen zu
dieſem Kurſe werden in einer Liſte entgegengenommen, welche im
Sporthaus Adelmann aufliegt. Bei genügender Teilnehmerzahl iſt auch
ein Jugend=Trockenſkikurs geplant, deſſen Uebungsſtunden an einem
oder zwei Wochentagen, nachmittags von 6—7 Uhr, durchgeführt werden
ſollen. Anmeldungen zu dieſem Kurſe ſind ebenfalls im Sporthaus
Adelmann in eine Jugendliſte einzutragen. Der Beginn des
Jugend=
kurſes wird noch bekanntgegeben.
— Volkshochſchule. Heute Freitag beginnt Fräulein E. Meyer
ihre Vorleſungen über Goethes Fauſt II. im Saal 182 der
Techni=
chen Hochſchmle. Fräulein Meher iſt durch ihre tiefgründigen Goethe=
Forſchungen beſtens bekannt, ſo daß der Beſuch ihres Kurſes allgemein
empfohlen werden kann. Anmeldungen zu allen Kurſen haben
um=
gehend auf der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule zu erfolgen. Die
Hörgebühr kann geſtndet werden.
— Klavierabend Guſtav Beck. Der bekannte Darmſtädter Pianiſt
Guſtav Beck befindet ſich zur Zeit auf einer größeren Tournee in
Süd=
deutſchland und gibt bei dieſer Gelegenheit auch einen Klavier=Abend
in Darmſtadt, im Saal der Loge (Sandſtraße 10) am Donnerstag, den
3. Novbr., abends 8 Uhr. Das Programm enthält Werke von Brahms,
Schumann, Schubert (Wanderer=Fantaſie) und Liſzt (Mephiſto=Walzer).
Karten bei Schutter, Eliſabethenſtraße 12.
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rnspr:
2187
Seite 6
Freitag, den 28 Oktober 1927
Nummer 29/
Oberrheinfahrt.
In Verfolg der am 18. Oktober 1927 zu Worms ſtattgehabten
Aus=
ſprache, bei der ſämtliche am Oberrhein intereſſierten Städte und
Kör=
verſchaften vertreten waven, hat der Heſſiſche
Verkehrsver=
band, eine eingehend begründete Denkſchrift ausgearbeitet, die
zurzeit der Beratung innerhalb der einzelnen Inteveſſenzenkreiſe
unter=
liegt.
Die Denkſchrift geht von dem Gedanken aus, daß die bereits ſeit
längerer Zeit angeregte Nachmittagsſchnellfahrt der Köln=Düſſeldorfer
Rheindampfſchiffahrt ab Mainz 14.10, an Köln etwa 22.15, die zweifellos
einem ſtarken Bedürfnis entſpricht, ſowie eine entſprechende Gegenfahrt
zu Berg, etwa in der Lage der in der Vorkriegszeit gefahrenen dritten
Schnellfahrt, zum kommenden Sommer eingeführt werden. Von der
Tatſache ausgehend, daß für dieſe Schnellfahrten zwei neue Dampfer
in Dienſt geſtellt werden wüſſen, ſchlägt die Denkſchrift vor, die beiden
Schnellfahrten von Mainz aus rheinauſwärts über die heſſiſchen Städte
Nierſtein, Oppenheim, Gernsheim und Worms nach Mannheim und
Ludwigshafen ſowie zurück zu verlängern. Ein enger Anſchluß der
be=
ſonders verkehrsreichen Fremdenſtadt Heidelberg an dieſe Verbindung
wäre von vornherein zu erſtreben, um eimen möglichſt ſtarken Verkehr
auf die Oberrheinſtrecke zu ziehen. Für die neue Verbinduma werden in
der Denkſchrift folgende Fahrzeiten vorgeſchlagen: Ab Mannheim—
Ludwigshafen 10.15, ab Worms 11.00, ab Gernsheim (mit Anſchlüſſen
von Darmſtadt und der Bergſtraße) 12.00 ab Oppenheim 12.50, ab
Nierſtein 13.00, an Mainz 13.50, weiter ab Mainz 14.10, an Höln 22.15.
In umgekehrter Richtung wird eine Schnellfahrt ab Königswinter 6.00,
ab Koblenz 9.50, an Mainz 16.20 und weiter ab Mainz 16.30, Nierſtein
17.30, Oppenheim 17.40, Gernsheim 18.50, Worms 2.00, Mannheim—
Ludwigshafen 21.10 in Vorſchlag gebracht.
Die bisherigen Verhandlungen, die im Anſchluß an die allgemeine
Wormſer Ausſppache vom 18. Oktober 1927 in Worms am 25. Oktober
und in Mainz am 2. Oktober ſtattgefunden haben, hatten das
Ergeb=
nis, daß man dem in der Denkſchrift niedergelegten Plan allerſeits
durchaus ſympathiſch und mit größtem Intereſſe gegenüberſteht. So
haben in der Wormſer Beſppechug am B. d. M. neben dem Kreis
„Worms der Verkehrsverein Worms, die Städte Worms, Gernsheim,
Oppenheim und Nierſtein, die Indeuſtrie= und Handelskammer Worms,
die Handelsvereinigung und der Verkehrs= und Verſchönerungsverein
Oppenheim, der Verein zur Wahrung der Intereſſen Nierſteins, dem
Plane vorbehaltlos zugeſtimmt. In einer in Mainz ſtattgehabten
Aus=
ſppache am B. Oktober haben die Provinzialdirektion Rheinheſſen in
Mamz, die Stadt Mainz, die Induſtrie= und Handelskammer Mainz,
die Induſtrie= und Handelskammer Wiesbaden und das Städtiſche
Ver=
kehrsamt in Wiesbaden übereinſtimmend zum Ausdruck gebracht, daß
es wünſchenswert ſei, nunmehr baldigſt mit der Direktion der Köln=
Düſſeldorfer Rheindampfſchiffahrt auf Grund der Denkſchrift in nähere
Verhandlugen einzutreten. Der Herr Vertreter des Verkehrsvereins
Mainz mußte ſich mangels ausreichender Vollmachten die Stellungnahme
ſeiner Opganiſation, die nach Lage der Dinge zweifellos auch in
zu=
ſtimmenden Süinne erfolgen wird, vorbehalten.
Nunmehr wird der Heſſiſche Verkehrsverband die Verhandlungen
mit den außerheſſiſchen oberrheiniſchen Intereſſenten ohne jeden Verzug gefertigt, aber nicht vom geſamten Aufſichtsrat unterzeichnet.
weiterführen, ſo daß in aller Bälde die erforderlichen Verhandlugen
mit der Dampfſchiffahrt aufgenommen werden können. Es beſteht ſomit nur Lieferſcheine vom Lagerhauſe Oberroden im Händen. Er verlangt,
bevechtigte Hoffnung, daß der lange erſehnte Oberrheiwverkehr nächſten
Sommer zur Tatſache werden wird.
Ganz ſelbſtverſtändlich iſt es, daß die beteiligten Stellen für die erſtattet werden.
Entwicklung dieſes zunächſt völlig neuartigen Verkehrsweges im
ein=
mütigem Zuſammenarbeiten eine großangelegte Werbegrbeit entfalten
müſſen. Nachdem ſeit Kriegsausbruch der fahrplanmäßige
Perſonenver=
kehr auf dem Oberrhein ſo gut wie völlig geruht hat, ſtellt der
Rhein=
weg MainzWorms—Mannheim verkehrspolitiſch ein völlig
unbe=
achertes Neuland dar, das mit beſonderer Sorgfalt gepflegt werden
muß. Angeſichts der großen Schönheiten, die gerade auch die
Ober=
rheinſtvecke für den Natzurfveund bietet, kann es keinem Bweifel
unter=
liegen, daß das Unternehmen der Oberrheinfahrt, großzügig angefaßt,
ſich, auch vom finanziellen Standpunkt aus geſehen, zum Nutzen aller
beteiligten Städte und Gegenden günſtig entwickeln wird.
Wahlvorſchlag Heſſiſcher Landbund
und Rheinheſſiſche Landliſie.
Provinz Oberheſſen: 1. Dr. Georg v. Helmolt, Nieder=
Wöllſtadt, Rechtsanwalt in Friedberg; 2. Wilhelm Fenchel, Landwirt
in Ober=Höpgern; 3. Dr. Heinrich Leuchtgens, Beigeordneter in
Fried=
berg; 4. Friedrich Joſt, Altbürgermiſter und Landwirt in
Bermuts=
hain; 5. Richard Wolf, Landwirt in Effolderbach; 6. Friedrich Wilhelm
Stein, Landwirt in Stumpertenrod: 7. Konrad Philipp Diehl,
Bürger=
meiſter und Landwirt in Hoch Weiſel; 8. Eduard Lutz, Landwirt und
Mäller in Klein=Felda; 9. Karl Heinrich Zeſchky, Schloſſermeiſter in
Schotten; 10. Ladwig Widdersheim. Landwirt in Obbornhofen; 11. Ed.
Kipp, Landwirt in Ochſtadt; 12. Wilhelm Konrad Fritz, Landwirt in
Crginfeld; 13. Karl Rahn III. Landwirt in Altenhain; 14. Hermann
Reuß, Landwirt in Echzell; 15. Robert Schmidt, Landwirt in
Stein=
heim. — Provinz Starkenburg: 1. Konrad Glaſer Landwirt
in Nordheim; 2. Georg Müller, Dr phil., Dircktor in Darmſtadt:
3. Johannes Gußmann II., Landwirt in Eberſtadt; 4. Johann Peter
Arras, Landwirt und Bürgermeiſter in Ober Oſtern; 5. Philipp Jacobi,
Landwirt in Königſtädten; 6. Heinrich Göckel, Landwirt in Langen;
7. Johann Heid, Gaſt= und Landwirt in Wald=Michelbach; 8. Philipp
Muhl, Landwirt in Dudenhofen. — Provinz Rheinheſſen:
1 Dr. Otto Moebus, Landwirt in Siefersheim; 2. Jakob Göhring IV.,
Landwirt in Dalsheim; 3. Erich Atorff, Landwirt in Bubenheim;
4. Jakob Metzger, Landwirt und Bürgermeiſter in Vendersheim;
5. Friedrich Deichmann, Landwirt in Schafhauſen; 6. Johanm Ga. Ochs,
Landwirt in Blödesheim; 7. Albert Köth, Landwirt in Pfaffen=
Schwa=
benheim; 8. Johann Meitzler II. Landwirt imn Freimersheim; 9. Walter
Wolf, Diplomlandwirt in Eckelsheim.
* Bezirksſchöffengericht.
p. Eine Strafſache, die Klein=Zimmern und Umgegend
leb=
haft intereſſiert ſteht zur Verhandlung und Aburteilung.
Angeklagt der Unterſchlagung und des Betrugs ſind: 1. der in
Klein=Zimmern geborene Kaufmann Adam Göbel, und 2. der in
Landsberg an der Warthe geborene Spenglermeiſter Otto Paul
An=
ton Mitrenga, wohnhaft in Klein=Zimmern.
Nach der Anklage ſoll Göbel als angeſtellter Rechner des Spar= und
Darlehnskaſſenvereins e,G.mu.H. in Klein=Zimmern ſeit dem Jahre
1924 bis zum 1. Mai 1927 der von ihm verwalteten Kaſſe bares Geld
entnommen und für ſeine eigenen Bwecke verwendet haben. Mitrenga
ſoll als angeſtellter Lagerhalter des genannten Vereins um dieſelbe Zeit
an Waren und an für Wann für Rechnung des genannten Vereins
eingemommenen Geldern zuſammen 6745 Mank für ſich verwendet haben.
Göbel iſt weiter hinreichend verdächtig, in der Abſicht, ſich einen
rechts=
widrigen Vermögensvorteil zu verſchaffen, das Vermögen Dritter
da=
durch beſchidigt zu haben, daß er durch Vorſpiegelung falſcher und
Un=
terdrückung wahrer Tatſachen Irrtümer erregte. Die betrügeriſchen
Manipulationen werden in dem Nachſtehenden gefunden: Göbel habe
als Rechner dem für die Auszahlungen der von ihm angeblich für den
Bedarf der Kaſſenmitglieder erbetenen Gelder in Frage kommenden
Hauptverband einen übermäßig hohen Geldbedarf auf dem Wege der
Vorlegung von Mitgliederſchecks vorgetäuſcht, die durch ihn auf den
Verein ausgeſtellt und der Deutſchen Raiffeiſenbank
prä=
ſentiert wurden. Er ſoll ſich hierbei der Vereinsvorſtandsmitglieder in
der Weiſe bedient haben, daß er auch dieſe über die Ordnungsmäßigkeit
und Reellität ſeines Verfahrens täuſchte und ſie zur Hergabe ihrer für
die Feſtſtellung der Ordnungsmäßigkeit der Geldanforderungen
erfor=
derlichen Unterſchriften auf den vorgeſchriebenen Beſtätigeungskarten
veranlaßte. Göbel hat nach der Anklage durch die dargelegten
ſtraf=
baren Handlungen den Raiffeiſenverband bzw. die
obenge=
nannte Bank um einen Geſamtbetrag von 45 000 Mark
ge=
ſchädigt, wobei etwa 10 Prozent dieſes Betrages im Wege der
Unter=
ſchlagung und etwa 90 Prozent im Wege des Betruges erlangt wurden.
In dar ausführlichen Vernehmung beider Angeklagten ſucht
beſon=
ders Mitvanga, den Mitangeklagten Göbel zu belaſten; er führt aus,
Göbel habe mit vier Banken gearbeitet: Reinheim, Dieburg,
Ludwigs=
hafen (Raiffeiſenbank) und dem Verein in Klein=Zimmern. Göbel habe
immer geſagt, er habe ein eigens Konto in Ludwigshafen; auf
Be=
fragen habe ihm (Mitrenga) Ludwigshafen aber geantwortet, es führe
kein eigenes Konto für Göbel, ſondern belaſte alles dem Verein Klein=
Zimmern. Mitvenga betont insbeſondere, in der Buchführung des
Vereins in Klein=Zimern habe eine große Schweinerei geherrſcht.
Pfarrer Boos als Vorſitzender des Aufſichtsrats in Klein=Zimmern habe
ihm Gitrenga) alles, was er gegen Göbel vorgebracht habe einfach
nicht glauben wollen. Reviſor Knörzer ſei mit Reviſion der Bücher des
Vereins betraut geweſen und habe geäußert, für die Inflationszeit möge
man am beſten einen dicken Strich machen. Göbel ſeinerſeits beſtreitet,
je ſeinen Kredit überſchritten zu haben.
Aus der Goldmarkeröffnungsbilanz vom 1. Januar 1924 gehen keine
Warenbeſtände hervor. Dieſe Bilanz iſt indeſſen erſt im Auguſt 1926
Mitrenga hat keine Bücher als Lagerhalter geführt, er hatte immer
daß ſämtliche Bücher des Vereins durch einen unparteiſchen
Sachver=
ſtändigen geprüft und danach von demſelben ein umfaſſendes Gutachten
Dem Angeklagten Göbel wurde in Ludwigshafen ein
Aktivſcheck=
konto eröffnet, das eine lebhaſte Bewegung aufwies. Göbel verhandelte
vielfach in Ludwigshafen perſönlich mit einem leitenden Herm der
Naifeiſenbank.
Das Gericht hat weitere Ermittelungen
angeord=
net und gibt deshalb die Aktem der
Staatsanwalt=
ſchaft zurück. Ein gerichtlicher Bücherreviſor ſoll beigezogen
werden.
Maßregeln zur Verhütung von Unglücksfällen und
Verkehrs=
ſtörungen. Das Polizeiamt nimmt Veranlaſſung, erneut auf die
Poli=
zeiverordnung, betreffend Maßregeln zur Verhütung von
Unglücks=
fällen und Verkehrsſtörungen aus Anlaß des Betriebes der
Straßen=
bahnen in der Stadt Darmſtadt, vom 15. Auguſt 1899 hinzuweiſen.
Sie enthält die Beſtimmung, daß Fußgänger, Reiter, Radfahrer und
Viehtransporte beim Ertönen von Signalzeichen der Straßenbahn ſich
rechtzeitig von den Gleiſen zu entfernem und den Straßenbahnwagen
vollſtändig auszuweichen hoben. Verboten iſt, Fuhrwerke oder Vieh
in denjenigen Straßen, durch welche Straßenbahnen fahren, ohne
Auf=
ſicht oder unter Aufſicht unevwachſener Perſonen frei ſtehen zu laſſen.
Auch müſſen Fuhrwerke oder Vieh bei gehöriger Aufſicht derart
auf=
geſtellt werden, daß der Betrieb der Straßenbahn nicht geſtört wird.
Desgleichen iſt es unterſagt, Vieh frei auf dem Bahnkörper laufen zu
laſſen. An Straßenkreuzungen oder Abzweigungen haben Perſonen,
Fuhvwerke, Handwagen und ſonſtige Fahrzeuge, Reiter, Radfahrer,
Viehtransporte uſw., welche das Gleis überſchreiten wollen, ſo
recht=
zeitig zu halten, daß die Wagen der Straßenbahn in ihrer Fahrt nicht
behindert werden. Fuhrwerke, Fahrzeuge, Reiter, Viehtransporte uſw.
haben, ſobald das Signal der Stwaßenbahn ertönt, wenn nicht beſondere
Tafeln den Haltepunkt bezeichnen, mindeſtens 5 Meter vor der
Straßen=
kreuzung bzw. Abzweigung zu halten. An Straßenkreuzungen der von
Straßenbahnen durchzogenen Straßen habem Leiter von Fuhrwerken,
Automobilen und ſonſtigen Fahrzeugen, ſowie Reiter, Radfahrer uſwv. Sabbatausgang 5 Uhr 55 Min
die Geſchwindigkeit derart zu verkürzen, daß ein Halten vor dem Gleis
noch möglich iſt und der Straßenbahnwagem ungehändert weiterfahren
kann. Die Benutzer der Straßenbahn werden beſonders darauf hin= Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſelſeſ
gewieſen, daß das Ein= und Ausſteigen aus noch in Bewegung
befind=
lichen Straßenbahnwagen oder der Verſuch dazu verbotem iſt. Alle
Polizeibeamten ſind erneut angewieſen, den Befolg vorgenannter
Vor=
ſchriften ſtrengſtens zu überwachen.
Kunſinotizen.
leber Werte, Künſier oder Unſlieriſche Diranſfallungen, deren im Nachſiehenden Cmmt
geſchiebt, behält ſich die Redalion ihr Urtell vor
— Palaſt=Lichtſpiele. Der neue große luſtige Eichbera=
o=
der Ufa mit Mona Maris, dem reizenden neuen deutſchen FilmStat
der Hauptrolle. Der Fürſt von Pappenheim. Ein lnd
Spiel von Fürſten und echten „Pappenheimern‟. Sechs Akte noch.
gleichnamigen luſtigen Oprette von Arnold und Bach. Manuſkriht:
Liebmann, Regie: Rich. Eichberg. Hauptdarſteller: Mona Maris
Cralla, Hans Junkermann, Curt Bois, Werner Fütterer, Lndig
china u. a. Ausgelaſſenheit, Uebermut, ſprühender Humor. Wam
man noch alles aufzählen? Es iſt ja ein echter Eichberg=Film.
luſtiges Spiel von Fürſten und echten „Pappenheimorn”. Miti!
Prunk und Pracht. Dazu ein lebensluſtiges Prinzeßchen. Mm hck
Freude, dieſes Prinzeßchen als Manneguin im luxuriöſen Modenu
wo ſie ihren entzückenden Liebesroman erlebt, bei
zwerchfellerſchin=
den Ereigniſſen bewudern zu können. Mona Maris, eine neue 84
heit des Films, bringt für die Rolle des Prinzeßchens ganz beſomol
darſtelleriſchen Liebreiz mit. Wer einmal ſo recht luſtig ſein wirn
kann es bei dieſem Film. Es iſt ein Film, in dem Auge und Gi.
gleicherweiſe zu ihrem Recht kommen. — Als zweiter Schlager:
kuszauber‟. Dieſer Film ſpielt im Milieu eines Wanderzu=
Alles, was das ſchauluſtige Auge von einem guten Birkusfilm amd
findet es in dem neuen Umiverſalfilm der Ufa. „Zirliszauber.
letzte Senſation des Zirkus Bowman. „Ben Hur” in der Matz
Anregende Löwenkämpfe, Elefantenſzenen, ein atemberaubendes A9.,
rennen, einen rätſelhaften Mord, die Verlobung des mutmaßt
Mörders und die Errettung des Unſchuldigen vor dem Tode im 14
Augenblick.
—unjon=Theater: Prinz Louis Ferdinanda
Filw=, ein Heldendrama mit pſychologiſchem Einſchlag, ein Prinzivieig
mit bürgerlich=menſchlichen Hintergründen, von einer ganz biſuelle n;
ſchütternden Tragik. Hans Stüve verrät ſchon in ſeiner
Erſchet=
das herrliche Feuer ſeiner Jugend. Er gibt hier einen ſehr ſtarkentz
lentbeweis, der vieles erwarten läßt. Jenny Jugo (als Pauline 28/
und Chriſta Tordy (als Königin Luiſe) ſind von bezauberndem Scht,
vom Regiſſeur Hans Behrendt mit großer Stilſicherheit und mit
Geſchmack geſtellt und durchgearbeitet. Die Szenen zwiſchen Lonst
dinand und Luiſe verraten viel Delikateſſe. Hans Stüve bringt allend
die Nolle des Louis Ferdinand mit, Chriſta Tordy iſt der verkörüy
Liebreiz und die wahrhaft königliche Unſchuld. Die ſchöne Jenny /.
... ein Pauſchallob dem übrigen Enſemble. Zu dem wundermt
Programm bringen wir noch den herrlichen Film „Alaskas woa
Wunderwelt”, ein Film von ganz beſonderer Tendenz.
—Reſidenz=Theater am Weißen Turm: „Eheferi”
Lilian Harvey hat unter Richard Eichbergs Regie eine Reihe H0f74
Filmluſtſpiele geſchaffen, zu denen unter anderem der neue, beſoln
übermütige und äußerſt luſtige Film „Eheferien”, deſſen Handlunm)
auf den Schwank „Eheringe” von Hans Sturm und Alexander 0 4
ſtützt. Der Film, der geſtern im Reſidenz=Theater angelaufen nird
mit Begeiſterung aufgenommen wurde, zeigt Lilian Harveh unmſtich
auf der Höhe ihver Kunſt. Die Rolle der Hella gibt ihr Gelegem
ihren ganzen Scharm voll zu entfalten, ſo daß die junge Kmit
heute ſchon als einer der bedeutendſten Stars der jungen Gade an
ſehen iſt. — Zur Vervollſtändigung des guten Doppelprogramms im!
epiſche Drama „Alarm” gewählt. Der Film iſt, alles in alenm
wechflungsreich beſonders aber durch ſeine Hauptdarſtellerin, der bütz
ten May Me Avoy.
— Das religiöfe Problem bei der Erziehung unſerer Kinder' m!
dieſes Thema wird am heutigen Freitag abend, 20 Uhr, Herr Stut
rat Dr. Avemarie einen Vortrag für Eltern und an der
Erzichl=
inteveſſierte Perſonen halten. Der Vortrag iſt veranſtaltet vm n
Chriſtl. Verein junger Männer und findet auch im Heim des Anm
Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne), Hof links, ſtatt. Der Vortma
in erſter Linie den Eltern der Vereinsmitglieder bei ihrer Erzichach
arbeit helfen, und es wird wohl mancher dieſen Gedanken freudn 41
greifen. — Auch Gäſte ſind willkommen. Der Eintritt iſt frei,
Für den Allerheiligen=Feiertaa (1. November) werden Suu/
tags=Rückfahrkarten ausgegeben. Die für Sonnta 910
und für Allerheiligen, 1. 11., gelöſten Sonntags=Rückfahrkanten gütt
zur Hinfahrt vom Samstag, 29. Oktober, 12 Uhr, ab b3 endiahf
lich Dienstag, 1. November. Die für Sonntag, 30. Okt., gelöfn Eunch
tags Rückfahrkarten gelten zur Rückfahrt bis Mittwoch 4 Yall
9 Uhr. Rückfahrten am Montag, 31. Oktober, mit Sonut 54
fahrkarten müſſen um 9 Uhr angetreten ſein
Tageskalender für Freitag, den 28. Oktober .
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uh, Hi nc1
29 Uhr: „Golem”, — Kleines Haus, Anfang 19½ U 64)
22 Uhr: „Die vier Grobiane‟. — Orpheum, Anfang 9 M1
„Die Frau von Korofin”. — Konzerte: Hotel Schnit e0c9h
Café, Waldſchlößchen, Herrngarten=Café. — Tanz: Café Mehl4
— Schlachtfeſt: Reſtaurant Bender. — Vorträg”, and
8 Uhr, Luiſenſtr.: Heag. — Kinovorſtellungen: mad
Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 28. Okt.: Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 00 Mih.
Samstag, den 29. Okt.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 4 900lk
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 15 Mm
Abends 6 Uhr 00 Min.
Samstag, den 29 Okt.: Vorabend 4 Uhr 40 Min. — Mannd
8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabbatausgang 5 Uhr 55 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 30 Min. — Abends4
45 Min.
etat aber sollten Sie daran denken
sich und Ihren lieben Angehörigen kräftiges
Schuhwerk zu kaufen. Sie kennen ia wohl das
Schuhhaus, das sich die Versorgung der
Bevöl-
kerung mit solchem zur besonderen Autgabe
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1 Kochtopf 20 cm . . . . . . . 95₰
1 Ringtopf m. Ausguß 16 cm . . 958
3 Nudelpfannen 10, 12 u. 14 cm . 95d
2 Milchtöpfe m. Ausg. 9 u. 12em. 959
2 Kasserolen 12 u. 14 cm . . . . 95₰
956
1 Salatseiher 24 cm . . .
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1 Spülwanne, groß . . . .
1 Waschbeckenov. m. Seifenbeh. 95₰
1.95
1 Closetbürstenhalter .
1 Teigschüssel, 34 cm, gestanzt . 1.95
1 SSS-Garnitur, m. Aufschr. „ :1.95
1 Löffelblech, weiß . . . . . . . 1.95
1 Wasserkessel, 22, em
1.95
1 Damen-Hemd, solider Stoff . . . 959
1 P. Beinkleider, geschl., Hohlsaum 95₰
1 D.-Hemd, Croisé, Achselschluß . 1.95
1 Nachtjacke mit Umlegkragen . 1.95
1 Paar Beinkleider, Croisé . . . . 1.95
1 Nachthemd mit Stickerei . . . 1.95
hnerhandtuch, ger., f. Küche . 959
brerhandtuch, gestickt . . . . 1.95
Iad dschoner, f. Zim. od. Küche 95₰
brerhandtuch, terb. gestickt . . 95₰
ühtrhtisch-Garnitur, 2teilig . . 958
uirhtisch-Garnitur, 5teilig . . 959
MSsen, weiß Halbleinen . . . . 959
IIscen, schwarz Rips
958
uktlel-Decke, Halbleinen . . . 958
Manamer -Schürzen.
958
ucc ttischdecken, mit Spitze . . 95
Fanlrate, z. zusammenzetzen . . 959
reitrläufer, gestickt mit Spitze 958
Mrtieldecke, Spitze, Eins. Locharb. 959
Unrmer-Ueberhatdtuch, m. Spitze
1.95
M1. Einsatz .."
1 Puppenherd wie Abbild. 50 ₰
3 Weingläser a. hoh. grünem Stiel 95₰
95₰
6 Bierbecher ½„, geeicht.
95 3
6 Goldrandbecher
958
4 Bierbecher, geschliffen.
953
1 Satz Kompottschalen
1 Hemdhose, weiß Trikot,
schwere Qualität
1 Gespann mit 2 Pferden 959
1 Nachthemd, reiche Stickerei . . 2.95
1 Prinzeß-Rock, breite Stickerei . 1.95
1 Kinderstuhl
95 9
Butterdose und
1 Käseglocke.
1 Glas-Aufsatz . .
1 Kompottschale und
6 Kompotteller . . . ."
1 Wasserservice, 4 beilig
1 Tortepplatte auf Fuß
6 Weingläser.
Rahmservice, 3 teilig
Batisttücher mit gestickten Ecken 50₰
12 Batisttücher mit Hohlsaum . . 953
6 Batisttücher, Hohls., gute Oual. 95₰
3 Batisttücher im Karton, reich
gestickte Ecken . . . . . . . 95 H
6 Linontücher, weiß, für Herren . 953
6 Linontücher, bunte Kante.
955
3 Linontücher, besonders groß . 95 H
1 Kaffeekanne für 6 Personen
1 Teekanve, weiß
1 Kuchenteller, desoriert
10 Obertassen, weiß
au Damen-Strümpfe, farb., dop-
Iiie Ferse und Spitze . . . . 95₰
21—Strümpfe, K:Seide, m. Naht
HI. Fehl., mod Farb. u. schwz. 959
Muarf Dam.-Strümpfe, Seidenflor 95 9
arl D.-Strümpfe, Macco, schw. 953
Faauenstrümpfe, schwz., gestr. 953
Lar/ Frauenstrümpfe, schwarz.
bis e, platt
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unarz u. moderne Farben . . 1.95
Da men-Strümpfe, Wäschseide
Eb es Farbsortiment u. schwarz 1.95
irBocken, gestrickt.
958
4 Tassen m. Untertassen
959
3 Goldrand-Tassen m. Untertassen 95
3 Goldrand-Dessertteller . . . . . 958
1 Satz — 3St. Milch-Kannen dec. . 95₰
1 Butterdose, dec. Uberfalldeckel 95 6
1 Obstschale, dec, durchbrochen . 95 ₰
1 Kaffee-Service, 5teil. dee . 1.95
4 Speiseteller, Feston, tief oder H1 1.95
Puppenkopf, Celluloid 509
508
1 Milchtopf mit Ausguß
. 509
1 Schmortopf.
50₰
1 Pfanne m. Griff od. Stiel
1 Kochtopf, 18 cm . . . . . . . 95₰
3 Küchenschüsseln, aus. . . . . . 95₰
1 Essenträger, oval, Gummiverschl. 95 ₰
1 Wasserkonsole mit Maß . . . . 95₰
1 Topflappen- oder Zwiebelbehälter 955
1Kaffee- oder Zuckerdose . . . . 95 ₰
1.95
1 Salatseiher.
Holzpferd
auf Rädern
1 Paar Brises-Bises, Etamin m. Eins
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1 Store mit Einsatz und Motiv..
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1 Leinen-Tischdecke, bedruckt
1 m Tupfenmull, doppelbreit.
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klopfer, Ahorn . . . zusammen 50₰
2Schneidbretter u. 3 Ahornlöffel zus. 50₰
1 Besteckkasten . . . . . . . : 50H
1 Servierbrett . . . . . . . . . . 50₰
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Stein-
gutbehälter u. 1 Kiosettbürste
1 Paar Eßbestecke, Messer u. Gabel 50 ₰
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1 Salatbesteck, Kunsthorn.
509
1 Gasglühstrumpf, Ta.
503
1 Fuß-Matte, Kokos .
508
.:
1 Sternlampe.
50H
1 Nachtlampe, farb. Schirm
1 Küchenlampe mit Zylinder 95₰
1.95
1 Wärmflasche, verzinkt.
6 Alpacca-Kaffeelöffel mit Etui .1.95
1 Tortenplatte Maſol. Nickelrand .1.95
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büffutter ..."
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terret-Handschuhe, Trik., gef. 958
* Küunderhandschuhe,
dlle, gestriokt, zusammen . 90)
lenschal mit Ouaste
953
lich chal
953
nzuen-Schoner, Kunstseide . . 953
95 d
1 Kinder-Kleid, Velour
1 Kivder-Kleid, schön verarbeitet 1.85
1 Jumper, Sport-Flanell.
. 1.95
1.95
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Kostüm-Rock, blau Cheviod
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1 eleg. Jumper, Rohseide natur . 5.95
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1 Kinder-Mantel, Flausch.
Popeline-Kleid, reine Wolle . . 8.95
Handtuchhalter, 3 Porz.-Schilder 95 ₰
1 Putz- oder Wichskasten . .
959
958
1 Eierschrank für 16 Eier
. 958
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1 Kart.-Stößer, 1 Fleischklopfer
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Seite 8
Freitag den 28. Oktober 1927
Nummer 299
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Jumper-Untertaillen
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Damen-Tagbemden
98
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Damen-Taghemden
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und Stickerei
Windel-Hemdhosen
mit Durchbruch und feiner Spitze
garniert . . .
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garniert . . .
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solider Cretonne mit Durchbruch-
Träger und Spitze. . . . . ..
Damen-Reformröcke g
15
Trägerform, mit Durchbruch und
habscher Stlokerel .......
Damen-Nachthemden 95
mit shöner Stickerei verarbeltei Z
Damen-Strümpfe
g
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Damen-Strümpfe
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in farbig und echwarz . . . 1.45,
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Herren-Socken
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Mustern ..
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in vielen Farben
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95
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Farbenwahl
in großer
Waschs amt
50
bedruckt, in aparten Mustern
395, 0
Mantelstoffe
Mantel-Flausch
995
145 cm breit, in verschieden
Farben.
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140 cm breit, solide Qualität,
A
in hübschen Farben.
zunurtitit
heutututintututetututututetutututntntae
* Velour de laine
0
S 130 cm breit, reine Wolle
solide Qualität ..
Mäunnnnunau
zununtuntuntuntununtgntuntuenuntf
Mutaift
Fescher Mantelstoff
0
130 cm breit, in den neuesten
Dessins".
19.0
Mantel-Ottomane
30
130 cm breit, reine Wolle, in
modernen Farben .
Zibeline-Velouté
25
140 breit, der moderne Mantel- /
stoff, in versch. Farben
Velour-Cadrié
130 breit, der reinwollene eleg
Herbstmantel
Mantel-Flausch
140 breit, mit kar. Abseite, in
neuen Herbstfarben.
SKleider-Karo
S doppelbreit, solide Qua-
S litzt .. . . . . 1.50
Mäunnuneuntuntntntfſif
Kleider-Karo
reine Wolle, in neuen Des-
„ . 2.25, 1.95,
sins .
Woll-Ripo
reine Wolle, 130 cm breit, in
3‟
schönen Farben,
Woll-Rips
reine Wolle, 130 cm breit, in
großer Farbenauswahl . . . . "
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Rhein. Köpersamt
5
70 cm breit in neuen Farben /
und tiefschwarz.
Mengers Köpersamt
0
70 cm breit, tiefschwarz und
5
in großer Farbenwahl . .
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Mitnif
Linden. Köperſamt
70 cm br., in schwarz u.
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Kunstseide doppelbreit,
s in großer Farbenauen. Z
Müuuntuntungntntnuntununununguenunentunznuntfſf
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.. 5.75. 9
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reine Seide, ca. 100 cm breit,
5
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Crepe-Satin,
30
Ia Qualität, ca. 100 cm breit,
77
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Damen-Unterijacken
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1.55,
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Damen-Hemdhosen
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Herren-Normalhosen
wollgemischt, in allen Größen.."
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Herren-Futterhosen
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preiswert
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wollgemischt . . . . . . . 1.95, HI
Herren-Normaljacken All
gute, wollgemischte Qualit , 2.60, 1
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wollgem., m. habsch. Eins., 2.95.
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.. 1.65,
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Leder-Imitation u Woll-Trikotl.95, D
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mine Wolle, in vielen hübschen
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Hinder-Röckchen
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Mädchen-Schürzen
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gemustert.
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Servier=Schürzen
teils mit Durchbruch u. Stickerei
1.35, 0.98,
Haus-Schürzen
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Jumper=Schürzen
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Jumper=Schürzen
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Kleider-Velour
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Sortiment . . . . 1 65, 1.50,
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Onalität.
Köper-Schotten
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Dessins
Welliné
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doppelseit., schwere
Winter-
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Bett-Tücher
Bett-Koltern
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moderne Muster
Jacquard-Koltern
Größe 140X190, häbsche Blumen-
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muster
Bett-Koltern
Größe 140X190, in schönen neuen
8.90,
Karos
Bett-Koltern
Größe 140X190, kamelhaarfarbig,
weiche Qualitäten . . 11.50, 8.75,
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75, 9 85,
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Woll-Koltern
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Woll-Kolter
Größe 140X190, geblumt, in
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Bett-Tücher
Fütiß und weiß mit roter Borde
2.95, 2.40,
Bett-Tücher
z0böße 140 X 190, farbig in
ver-
ellgiedenen Streifen.
3ett-Tücher
inäße 140X 200, farbig mit bunten
Siu-eifen
3ett=Tücher
znüße 145X220, weiß mit farbiger
Zarrde, gute Köperware.
3ett-Tücher
inöße 140X 220, farbig, in guter
Kinper-Oualität
3ett-Tücher
itlöße 150 X 200, weiß mit roter
Lrde, gute Köperware
3ett-Tücher
ilöße 150 X220, garngebleicht,
veil B, mit Borde, Ia Köperware
Bettuch=Biber
140 150 cm breit, warme
Winterware . . . . 1.60,
Weiß-Croisé
80 breit, gut gerauhte
Qualität . . 1.15, 0.75,
Hemden-Tuch
80 cm breit, schöne gebleichte
Qualität . . 0.98, 085. 0.68,
Bettuch=Biber
150 cm breit, solide Köper-
.. . 2,65, 2.40.
Oualität
Bettuch-Biber
150 cm breit, bunt gestreift
2.90, 2.10,
Handtuch-Stoff
Gerstenkorn, mit farbig. Kante
080, 0.50, 0.38,
Weiß Molton
75 80 cm breit, warme Winter-
1.25, 0.95,
Qualität".
Flock-Pigue
80 cm breit, für Nachtjacken
und Halbröcke . . 1.30, 1.15,
Woll-Koltern,
Größe 140X190, gute Oualität,
mit hübsch Blumenmust. 22 00
U1lstein=
Schnittmuster
Sehenswerte
Huslagen
Markt
DARMSTADT
Markt
Druck=Barchentfür Hemden und Nachtjacken
in großer Auswahl . . . 1.25, 15 Druck=Barchent
viele dunkle Muster, für Jacken
1.55, 1 30. Sport=Flanell
80 cm breit, in vielen hellen
Streifen Hemden-Flanell
80 cm breit, kariert, gute
Köperware. 50 Normal-Flanell
80 cm breit, gute warme
Qualität 5 Sport=Flanell
80 cm breit, gute Oualität, in
großer Auswahl . . 1.75, 1.65, Pyjama-Flanell
80 cm breit, indanthrenfarbig,
moderne Dessins . . . 1.70, [ ← ][ ][ → ]
Seite 10
Freitag, den 28. Oktober 1927
Nammer 294
Aus Heſſen.
Starkenburg.
O. Erzhauſen, 27. Okt. Aus der Gemeinderatsſitzung.
Zur Erhöhung der Wohnungsmiete in den Gemeindewohnungen von
100 auf 110 Prozent wurde beſchloſſen, den alten Satz beizubehalten.
—Entwäſſerung der Wieſe am Born. Die Gemeindewieſe wurde im
Frühjahr kultiviert; der Bürgermeiſter ſchlägt vor, den tiefliegenden
Teil zu entwäſſern, was der Gemeinderat befürwortet. Die ganze
Bornwieſe ſoll in Abteilungen zu ½ Morgen eingeteilt und im
Früh=
jahr verpachtet werden. — Herſtellung von Pflaſter in der
Weiher=
ſtraße. Der Bürgermeiſter bringt in Vorſchlag, die Chauſſee in der
Weiherſtraße aufzubrechen und zu Wegausbeſſerungen zu verwenden,
und das Stück mit Pflaſter zu verſehen. Der Gemeinderat ſtellt den
Vorſchlag zurück. Als Wahlvorſteher wird Büivgermeiſter Lorenz, als
Stellvertreter Beigeordneter Seibold beſtimmt; zu Schriftführern
Gauß=
mann und Vollrat; zu Beiſitzern: Schmitt, Becker, Pohl und Haaß,
ſämtlich im Gemeinderat.
An. Arheilgen, 27. Okt. Der von unſerem einheimiſchen Tenor
ver=
anſtaltete Konzertabend erbrachte, daß Georg Weicker über eine
aus=
giebige Stimme verfügt und es ſchon zu einem beachtenswerten Können
gebracht hat. Er ſang Arien aus verſchiedenen Opern und Operetten
und gemeinſam mit Frau Staudacher=Klima aus Frankfurt a. M.
Duette, die von Herrn Otzmann gleichfalls aus Frankfurt a. M. in
feinſinniger Weiſe begleitet wurden. Der reiche Beifall veranlaßte den
Sänger zu wiederholten Einlagen und berechtigt das Gebotene zu den
beſten Hoffnungen für den ſtrebſamen jungen Mann. —
Geſellen=
prüfung. Die diesjährige Geſellenprüfungsſchlußfeier mit
Ueber=
reichung der Geſellenbriefe hat diesmal infolge Mitwirkens des
Ge=
ſangvereins „Eintracht” und einer Muſikabteilung einen beſonders
hübſchen Verlauf genommen. Eingeleitet wurde die Feier durch einen
Prolog. Im Auftrage des Prüfuingsausſchuſſes ſprach Herr
Glaſer=
meiſter Werner recht beherzigende Worte an die Prüflinge. Außerdem
waren (s die Herren Bürgermeiſter Jung, Rektor Haſſenzahl,
Tapezier=
meiſter Kunz und Ingenieur Stumpf, die die Junggeſellen zur
Streb=
famkeit aufforderten und ermahnten auf der begonnenen Laufbahn
aus=
zuharren, damit ſie dermaleinſt zu tüchtigen Meiſtern heranreifen. Im
Namen ſeiner Kameradem dankte Leonhard Iſrael den Lehrmeiſtern,
Lehrern, Prüfungsmeiſtern und =Geſellen für ihre Mühen, die ſie
wäh=
vend der Lehrjahre an ihnen bewieſen hätten. Fünfzehn Junggefellen
waren es, denen der Geſellenbrief überreicht werden konnte. Es ſind
dies: Anthes, Gg., Maurer; Bormet, Hch., Maurer; Büttner Gg.,
Schreiner; Engel, Wilh., Spengler; Fornoff, Jakob. Glaſer; Iſrael,
Leonhard, Schreiner; Kurz, Valentin, Spengler; Lindenlaub. Heinrich,
Elektr. Inſtllateur; Luther, Wilh., Schreiner; Merlau, Wilh.
Bau=
ſchloſſer; „Merlau Wilh. Schreiner: Neuſel, Johann, Schreiner;
Schmitt, Lndw., Modellſchreiner; Weſp, Heinr., Glaſer, und Wolf.
Geſellenſtücke erregten allgemeine Aufmerkſamkeit und Anerkennung. —
Der Tagezierer Wilhelm Kunz konnte nach Beſuch der Fachſchule für
Tabezierer, Polſterer und Dekorateure in Franfurt a. M. in dieſen rige Mitgliedſchaft verliehen werden.
Tagen die Maiſterprüfung ablegen. — Zur am Sonntag hier
ſtattfindenden Reformationsfeier ſei noch mitgeteilt, daß am
Feſttage früh iun den Ortsſtraßen durch den Poſaunenchor Choräle zum
Vortrage gebracht werden. Außerdem bittet der Kirchenvorſtand, daß wehren des ſüdlichen Teiles des Kreiſes Dieburg, insbeſondere des
die Einwohnerſchaft zum Zeichen des Feſtes ihre Häuſer beflaggt. — Modautales und des Fiſchbachtales zugezogen. Auch die Vertreter der
Bei der näclſten Samstag durch das Reichsbamner „Schwarz=Rot=Gold” üibrigen Feuerwehren und Gemeinden ſind eingeladen. Vor der
Haupt=
veranſtalteten republikeniſchen Kundgebung, die im Gaſthauſe „Zum
Löwen ſtattfindet, ſprechen: Reichskanzler a. D. Dr. Wirth, Berlin,
und Landtagsabgeordneter Stork, Darmſtadt. Es iſt dies die erſte Schaumlöſchverfahren und ein Trockenlöſcher vorgeſührt werden ſollen.
Verſammlung, die aus Anlaß der bevorſtehenden Landtagswahl hier
ſtattfindet.
ſtein. Der am Sonntag in Dornheim ſtattgefundene Gauturntag Puth wird die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wieder einen
bes Main=Rodgaues hut beſchloſſen, im kommenden Frühjahr wieder Ausbildungskurs in der erſten Hilfe veranſtalten, der Anfang
Novem=
ein Bergturnen auf dem Frankenſtein, und zwar in Verbindung mit ber begimt. Mit Rüchſicht auf den edlen Zweck der Sache, darf wohl
einer Wanderung, abzuhalten. Die örtlichen Vorbereitungsn ſind der erwartet werdem, daß die Deilnehmerzahl eine recht ſtarke werden wird
Turngeſellſchaft C. V. Eberſtadt übertragen. Der genaue Termin der und ſind Anmeldungen in der Drogerie Heinz vorzunehmen. Gin Lehr=
Veranſtaltung ſteht noch nicht feſt.
42. Pfungſtadt, N. Okt. Geſellenprüfung. Der
diesjähri=
gen Geſellenprüfung hatten ſich 26 Lehrlinge unterzogen, darunter ein ebenfalls ſtatt. — Handball. Am kommenden Sonntag wird die
Zimmermann, gin Holzdreher, zwei Schuhmacher, drei Monteure, neun
Schreiner und zehn Schloſſer. Die Ueberreichung der Geſellenbriefe (D. T.) in Erbach gegen die gleichen Mannſchaſten ſpielen.
fand dunch die Handwerker= und Gewerbevereinigung in feierlicher
Weiſe ſtatt. Der Vorſtand des Prüfungsausſchuſſes richtete zu Herzen liſte liegt die ganze Woche noch zur Einſicht aller wahlberechtigten
gehende Mahnungen an die Junggeſellen. Ueber die Pflicht des
Lehr=
herrn und des Lehrlimngs ſprach Schloſſermeiſter Hofmann. Junggeſelle Wähler offen. Bei den letzten Wahlen hat 88 ſich gezeiat, daß eine
ſchule Pfungſtadt hält Dr. Diehl aus Darmſtadt an ſochs Abenden ſenden gehalten, eine Verantwortung jedoch nicht übernommen. Die
einen Kurſus über „Die Geologie unſerer Geimat” ab. Die Vorträg” lolitiſchen Parteien haben kürzlich ihre Zuſammenkünſte gehalten und
finden in der Handwerkerſchule ſtatt.
42. Hohn b. Pfmgſtadt, A. Dkt. Pferdekrankheit, bier Veränderung hat kaum ſtattgefunden, wie auch kaum anzunehmen iſt
iſt unter dem Pferdebeſtand eines Landwirts die anſteckende Blutarmu= daß das Ergebnis der Wahl Ueberraſckungen bringen wird. —
Beſitz=
für Pferde amtlich feſtgeſtellt worden. Die üblichen Vorſichtsmaß= uechſel. Das Wohnhaus Bensheiner Straße 1 ging zum Preiſe
nahmen wurden ſofort ergriffen.
ſoll hier anläßlich der Wimpelweihe der Jugendvereinigung und der das Haus Burgſtraße 6 in anderen Beſitz über. — Unterricht
mittagsgottesdienſt, der um 110 Uhr beginnt, wird der Bundeswart ſchule haben nach dreiwöchigen Ferien geſtern den Unterricht wieder
des Heſſenbundes, Herr Miſſionar Jürgens=Darmſtadt, predigen, auch aufgenommen. Die Kinder haben in den ſchönen Herbſtferien bei den
die Jugend wird mitwirken. Abends 8 Uhr findet dann im Saale „Zum Erntearbeiten, namentlich beim Kartoffelausmachen, withelfen können,
Löwen” ein Familieuabend ſtatt mit Lichtbildervortrag. „Aus der chriſt= ſo daß bis Ende dieſer Woche die meiſten Felder abgeerntet ſind.
lichen Jugendbewegung”, Reigen, Volkstänze und G=ſänge, werden Kaſtanienernte. Die Kaſtanienalle nach dem Gumpener=Kreuz
das Programm ergänzen. Der Eintritt iſt frei.
licher Weiſe wieder zurückgegangen dadurch, daß eine Anzahl Leute auf Zubereitungen werden, die Kaſtanienanlagen immer ſeltener. Die
Kin=
der Kreisſtraße und in ſouſtigen Betrieben vorübergehend Beſchäftigung der freuen ſich aber alljährlich, über die bekannte „Kiſchtelbrüh” und
fanden. Zurzeit ſtehen noch 15 Perſonen in Unterſtützung. Das Streu= ebenſo über die Maronen.
laub von Wegen und Schneiſen des Gemeindewaldes wird in einzelnen
Loſen am Montag, den 31. Oktober, vormittags 10 Uhr, auf dem Nat= 26. Oktober: 1.14 Meterz am P. Oktober: 1.06 Meter.
hauſe verſteigert. Im Rahmen ſeiner diesjährigen
Winterveranſtal=
tungen hält der Turnverein E. V. Ober=Ramſtadt am Samstag, den
einem gemütlichen Teil wird die Siegerehrung aus dem diesjährigen Schmitt, iu Leutershauſen ihre „Goldene Hochzeit‟. Das Feſt feierten
Abturnen vorgenommen und dem jetzt 50jährigen Beſtehen des Vereins mit 6 Kinder, 22 Enkel und 2 Urenkel. Das Jubelpaar iſt noch rüſtig
in einfacher, würdiger Weiſe gedacht
Großfeuer in Nieder=Ramſtadt
Eine Zelluloidfabrik in Flammen. — Erfolgreiche Bekämpfung des Brandes durch
Neder Romſäidter und Darmſädter Keuerwehr.
Geſtern abend um 9.30 Uhr kam die Nachricht „Großfeuer in
Nieder=Ramſtadt” auf unſere Redaktion. Sofort fuhr ein
Redak=
tionsmitglied an die Brandſtätte, das über den Brand bis zum
Abrücken der Darmſtädter Feuerwehr folgendes berichtet:
Das Feuer brach in der Zelluloidfabrik Max Richter in
der Bahnhofſtraße 37 um 8.20 Uhr aus, als gerade die
Nacht=
ſchicht in den Parterreräumen an der Arbeit war. Der Brand,
deſſen Entſtehen zunächſt kaum bemerkt wurde, nahm infolge des
in den oberen Stockwerken lagernden leicht brennbaren Materials
ſofort größeren Umfang an und in Kürze ſchlugen die hellen
Flammen aus Dach und Fenſtern. Die geſamte Nieder=
Ram=
ſtädter Feuerwehr (Freiwillige und Pflichtfeuerwehr) unter
Lei=
tung ihres Kommandanten Wendel nahm ſofort energiſch die
Be=
kämpfung auf, während zu gleicher Zeit die im Betriebe
beſchäf=
tigte Nachtſchicht im Verein mit der Feuerwehr und
hilfsberei=
ten Nachbarſchaft eifrig an der Bergung der vorhandenen
Vor=
räte und an der Räumung der im Hauſe befindlichen Wohnung
arbeitete. Plötzlich verſagte die elektriſche Lichtleitung und das
ganze Gebäude lag in tiefſter Dunkelheit. Die Feuerwehr
arbei=
tete fieberhaft und beſchränkte zunächſt den Brand auf ſeinen
Herd, bis gegen 9.20 Uhr die inzwiſchen alarmierte Darmſtädter
Feuerwehr mit zwei Motorſpritzen unter der Leitung des
Brand=
direktors Winter und Kreisfeuerwehrinſpektors Schnell an der
Brandſtätte eintraf. Auch der Fabrikbeſitzer Max Richter, der in
Darmſtadt ſeinen Wohnſitz hat und, wie er uns perſönlich
er=
zählte, zu Hauſe gerade Radio hörte, hatte von ſeinem
Betriebs=
leiter Knoth die Schreckensnachricht von dem Brand erhalten.
Er begab ſich darauf hin ſofort im Auto zur brennenden Fabrik.
Bei ſeinem Eintreffen brannte der obere Stock lichterloh, das
Dachgebälk, das vollſtändig abbrannte, ſtürzte in ſich zuſamo
Im Mittelgebäude, das beſonders von dem Brande in Mitleu
ſchaft gezogen war, durchſchlugen niederbrechende Balken 71
ſtarkem Getöſe die Decken. Der Brandherd bot einen ſch41
lichen Anblick, ein Bild wilder Verwüſtung. Allmählich wurt
die Flammen unter dem Druck der Waſſermaſſen, die ſichhn
vier Leitungen auf ſie ergoſſen, ſchwächer; das eben nochchn
leuchtende Firmament wurde dunkler, und dank der tatkräf
Arbeit der Wehren war bald nur noch jenes Schwelen zu 79
das nach großen Bränden noch lange zu beobachten iſt. Einenu
triſche Notleitung war inzwiſchen vom Elektrizitätswerk Nit1
Ramſtadt gelegt worden, ſo daß die Löſcharbeit erleichtert hmd
Auch die Freiwillige Sanitätsmannſchaft Nieder=Ramſtadtss
am Platze, die einigen Leichtverletzten, die durch Glasſoctzu
und Brandwunden Scheden gelitten hatten, Verbände any
Gegen 11 Uhr war der Brand ſoweit lokaliſiert und die 6öu
gefahr beſeitigt, ſo daß die Darmſtädter Feuerwehr abrnd
konnte, während die einheimiſchen Wehren noch mehrere Stund
weiterarbeiten mußten. Glücklicherweiſe befanden ſich die Häu
lager der Fabrik auf der gegenüberliegenden Straßenſeitu
daß ſie vom Brande nicht betroffen wurden. Da die Fabriklu
zeit Hochkonjunktur hat, war geſtern, zum erſten Male 70
ſchicht mit etwa 35 Arbeitskräften eingelegt worden, die inm
unteren Stockwerk arbeiteten, und während ihrer Schicht, diu/
gegen 10 Uhr dauern ſollte, von dem Brand überraſcht wund
Menſchenleben ſind glücklicherweiſe keine zu beklagen.
Brandſchaden dagegen iſt erheblich, ſoll aber durch
Verſiche=
gedeckt ſein. Ueber die Entſtehungsurſache iſt bis zur St/
noch keine Klarheit, jedoch wird Brandſtiſtung keinesfalse
genommen.
4a. Dieburg, 2. Okt. Verdiente Sanitätsleute. Den
Geora. Elektr. Inſtallateur. Auch die ausgeſtellten Zeichnungen und ſchon lange in der Outsgruppe Dieburg der Sanſtätskolonne vom Roten ſtädter Straße. Die Telegraphenbauverwpaltung hat am Moll
Kreuz tätigen Sanitätsleuten, Kreiswohlfahrtsinſpektor Ellermann
und Hotelbeſitzer Braunwart, konnte das Ehrenzeichen für 10jäh=
Modautal, N7. Okt. Am Sonntag, den 30. Oktober, findet in
Ober=Modau ein Bezirksfeuerwehrtag unter Leitung des
Kreis=
amts Dieburg ſtatt. Zu dieſem Bezirksfeuerwehrtag ſind die
Feuer=
verſammlung findet eine kombiniarte Uebumg ſtatt, bei der auch die
Kreismotorſpritze aus Darmſtadt ſowie einige Feuerlöſchapparate mit
Zahlreiche Teilnahme an der Veranſtaltung iſt erwünſcht.
L. Michelſtadt, 7. Okt. Lehrkurſus der Freiw Sani=
42. Eberſtadt, P7. Okt. Bergturnen auf dem Franken= tätskolonne. Unter der ärztlichen Leitung des Herrn Dr. med.
gang für Frauen und Mädchen in der erſten Hilfe und häuslichen
Krankenpflege findet unter der Vorausſetzung genügender Beteiligung
erſte Mannſchaft und Jugendmannſchaft der Handballabteilung des Tv.
49. Lindenfels, 2. Okt. Zur Landtagswahl. Die Wähler=
Grünig dankte im Namen der Prüfinge. Muſik und Geſang verſchön= gauze Anzahl Wähler nicht in die Aſten aufgenommen war, und
man=
cher Wähler konnte ſeim Wahlrecht nicht ausüben. Dunh den fort= Verwechſlung mit Heddernheim bei Frankfurt a. M. der 6ch 90
ten die Neier. — Vollshochſchule. Im Nahmen der Volshoch= geſetzten Zu= und Abgang werden wohl die Wahlkarteien auf dem
Lau=
wurden die Spitzenkandidaten bereits veröffentlicht. Eiue weſentliche
von 8400 Mark in den Beſitz von Weißbindermeiſter Ludwig Haller über.
G. Ober,=Ramſtadt, 27. Ott. Kommenden Sonntag, den 30. Oktober, Es wird für die Folge zu gaverblichen Zwecken benutzt. Ferner ging jenten werden weiterhin am Poſtſchalter verabfolgt. — Kraftſ0
Ougendſchar, ein Tugendſonntag gehalten werden. Im Vor= Die Vollsſchule, die Fortbildungsſchule und die Mädchenfortbildungs= klub Lampertheim findet nächſten Samstag, abends 8 Uhr, im Ealt !
liefert in dieſem Jahre wvieder die bekannten braunen Früchte. Trotz
C. Ober=Ramſtadt, 27 Okt. Die Zahl der Enwerbsloſen iſt erfreu= der Schmackhaftigkeit und dem hohen Nährwert in den derſchiedenſten
* Hirſchhorn, V. Okt. Waſſerſtand des Neckaus am
II. Von der Bergſtraße, N. Ott. Goldene Hochzeit. Heute
29. Oktober, abends 8 Uhr, im „Löwen” einen Familienabend ab Neben feierten der Maurer Adam Kanzler und ſeine Ehefrau Kathärina, geb. Wünſche für die weitere Entwicklung der Genoſſenſchaft. Derſelbe 9
und geſund. — ungemein ſtarker Verkehr. In den Monaten I
Mai bis Auguſt dieſes Jahres wurden beim Hauptbahnhof Mannheim
folgende Fahrkarten an die Beroſtraße ausgegeben: nach Heidelberg gemütlichen Beiſammenſein den Reſt des Nachmitags.
200 000 Fahrkarten, uach Ladenburg bzu. Schriesheim 12 000, nach
Großſachſen 4000, nach Weinheim 14 000 und nach Heppenheßm
4000 Stück.
Bb. Bensheim, 25. Okt. Ein verkehrstechniſcher Fortſchritt iſt auf
der Kraftpoſtlinie Bensheim—Lindenfels zu verzeichnen. Die Reichspoſt
hat auf dieſer Linie einen neuen dreiachſigen Wagen eingeſtellt, wie
ſolche anderwärts, z. B. in Dresden, ſchon längere Zeit mit beſten
Er=
folg den Omnibusbetrieb bewältigen. Dieſe ſchönen und eleganten
Auto=
buswagen können 50 Perſonen befördern.
Ay. Bensheim, 26. Okt. Kabelverlegung in der Dam
mit dem Aufbrachen, des Fußſteigs in der Darmſtädter Stufatt
gonnen. Die Arbeiten, die zunächſt bis Zwingenberg weitergeſihnt zu
den ſollen, haben den Zweck, die unterirhiſch verlegten Kabellitzutg
in beſondere Zementröhren einzufaſſen. Durch den Einbau von hüch
deren „Ziehbrunnen’ſchnchten wird zugleich das ſpätere
Nachr=
neuer Kabelſtränge ermöglicht. — Immobilenverkehr
prachtvolle, ehemals von Gaißertſche Herrenſitz in der Darmtäczt
Straße, gegen Auerbach zu. 17 000 Quadratmeter groß, ging durc 2/c
zum Preiſeo von 90 000 RM. in den Beſitz des Direktors Nadti=sal
der Nheinelektra über — Straßenverbreiterung
ſtarke Anwachſen des Verkehrs in der Friedhofſtraße, machte d=
Verbreiterung notwendig. Bekanntlich bildet die Friedhofſtuße n
Eingang in das Zellertal und wird durch den Kraftfuhrverich n
Eulerſchen Maſchinenpavierfabrik mehr und mehr in Andrch
nommen.
4x. Heppenheim (Bergſtr.), 26. Okt. Der älteſte Büreen
Geſtern wurde der älteſte Mann unſerer Stadt, Herr Georg Aeiſt=
Wagnermeiſter, zu Grabe getragen. Er erreichte das hohe Aer 1.
93 Jahren. Bis zu ſeinem Tode erfreute er ſich geiſtiger ud ſimd
licher Geſundheſt bis der Tod durch einen Herzſchlag ſoinen 404
ein ſchnelles, ſchmerzloſes Ende bereitete. Mit dieſem Maune M
einer der letzten zu Grabe, die lebendige Träger der Gihtzu
Heppenheims ſeit nahezu hundert Jahren geweſen ſind. Gern ſnſäu
alt und jung ſeinen Erzählungen aus früherer Zeit. Dem no 4äl
geiſt ſtand er aber mit Mißtrauen und ohne Hoffnung gegemüt 491
in ſein hohes Alter hinein war ſein Leben ein arbeitsreichs ma‟
war geehrt und angeſehen bei ſeinen Mitbürgern: R. i1.)
Heppenheim, 26. Okt. Die kürzlich von verſchiedener kind
gebrachte Nachricht von der Auffindung, einer römiſchen ätz u0
Skulpturem (Jupiterſäule mit Wochengötterbildern) beruht 00 !
römiſchen Nida, wo ſeit Jahrzehnten überaus erfolgreich gegnla!0tk
9. Lampertheim, V. Okt. Rentenzahlung. Die Aitlal
gen von Invaliden= und Unfallrenten zu Anfang der Monate uche 1
folge der unzulänglichen Schaltervorraumberhältniſſe beim Ach
hindernd auf den Poſtverkehr. Die Poſtverwaltung hat deshal ”1
Kaiſerhofſaal für einen Tag zu Monatsbeginn gemietet ud eiohtl!”
ſelbſt erſtmals die Auszahlung für November am 2. kommenden Auczt
in der Zeit von vormittags 8—12 und nachmittags 21.—6 Uhr Mtch
Zwiſchen Stemm= und Aingklub Ludwigshafen und Stemme und R0.
„Nheingold” der Mannſchaftskampf in der 4=Klaſſe im Riugl
Rhein=Neckargaues ſtatt. — Konzert. Kommenden Sonntag nud
ſtaltet der Männergeſangverein „Cäeilig” ſein Winterkonzert, dr!4
ein ſteht unter der Leitung von Muſikdirektor, LandhäuſerM/ß”
und kehrte letztes Jahr von Wettſtreiten mit erſten Preiſen hein. ?
dem wohlgelungenen Konzert der „Sängerroſe” am letzten Som
ſieht man dieſer Veranſtaltung mit Spannung eutgegen.
— Worfelden, 26. Okt. Anläßlich des B5jährigen Beſtehent
Dreſchgenoſſenſchaft 1I Worfelden fand am B. d. M. eine Verſal
lung im Gaſthaus. Zum Schützenbof” ſtatt. Die ſchlichte Zublält
feier wurde durch den Direktor Neumann eröffnet, der in iuterim
ten Ausführungen das Entſtehen der Genoſſenſchaft ſchildert.
ſchließend hieran überbrachte der Vertreter des Verbandes der 9
ſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften in Darmſtadt die 14
alsdann noch über die Aufgaben der Dreſchgenoſſenſchaften ſohie!
Genoſſenſchaftsorganiſation und überreichte dem früheren Rechne:
mann, welcher dieſes Amt 24 Jahre bekleidete, ein geſchmachol. 12
geſtattetes Diblom. Nach der Feier verbrachten die Anpeſendem
für Redner Sänger, Raucher, Sporttreibende
Maltung gic
und bei Ehs
4Perlenn
DoaRheila
1. Etage
Durch Erſparung vieler Speſen auf unſer neu und gut ſortiertes Lager
in guter, ſehr guter und erſiklaſſiger Herren= und Knaben=Kleidung.
mmmer 299
Freitag, den 28 Oktober 1927
Geite 11
ine neue Sämaſchine für die Landwirtſchaft
Oltherung und Steigerung der
Irrnteerträge ohne dauernde
Betriebsausgaben.
Herr Oekonomiergt Fritſch, Dilshofen,
erfand eine neue, rationell arbeitende
land=
wirtſchaftliche Maſchine. Da nach Anſicht von
Sachverſtändigen dieſe Maſchine im Falle ihrer
Verwendung der Landwirtſchaft bedeutende
Vorteile bringen kann, geben wir gerne den
Auslaſſungen des Erfinders Raum.
Die Redaktion.
lurnge ich als praktiſcher Landwirt das von mir gepachtete Hofgut
Dilſtien bewirtſchafte, habe ich mich ſtets bemüht, im Intereſſe meiner
wiyfmflrlichen Exiſtenz aus dem mir anvertrauten Grund und Boden
dieſſerhäge, der hier zum Anbau gelangenden landwirtſchaftlichen
Kul=
turwisen, ſelbſt bei ſchwierigen Boden= und ſonſtigen Verhältniſſen
nacſüügglichkeit zu ſteigern. Selbſt ungünſtige landwirtſchaftliche
Kon=
funſte konnten mich nicht veranlaſſen, von dieſem Prinzip
abzu=
weiki / Hierdurch habe ich es vor dem Kriege erreicht, daß ich auch
die ſe der Landwirtſchaft unausbleiblichen Kriſenjahre ohne beſondere
wirſtrfilliche Schwierigkeiten überwinden konnte. Zur Erreichung dieſes
Bieſſldrenten vor allen Dingen zweckmäßige Bodenverbeſſerungen und
plaherzuge, rationelle Düngung. Düngung in dem Sinne, wie es der
allvſſtenge Altmeiſter landwirtſchaftlicher Wiſſenſchaft, Herr Geheimrat
Dr. kgagner, und ſein Nachfolger, Herr Prof. Dr. Rößler, der
lanſſhy=pge Leiter der Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation
Dayſatt, uns Landwirte gelehrt hat. Die von jedem tüchtigen
Land=
wir kztrlſtſichtigte Steigerung der Ernteerträge durch rationelle Dümgung
undlt llyge unſerer Kulturpflanzen, ſind jedoch nur dann erreichbay,
wentuuch das Wetter mithilft. Gar zu oſt tritt leider der Fall ein,
daß // Mongt Juni eine vielverſprechende Getreideernte auf den
Fel=
derring, welche Lohn und Nutzen nicht allein für den Landwirt,
ſon=
derrin= ſdie weiteſten Kreiſe der deutſchen Bevölkerung verſpricht, denn
alle usrsſtände ſind heute, mehr denn je, in wirtſchaftlicher Beziehung
an 92usfall der deutſchen Ernte intereſſiert. Da wünſcht jedermann,
daß ausſtehende Grnte vor Wetterſchäden bewahrt, raſch und ſicher
I geboltn und der Ertrag auf uſer geſamtes Wirtſchaftsleben ſeinen
Neu 4 befruſtrnoen Einfluß ausüüben möge. Aber was erleben wir leider nur
allziltel / Wetterſchäden aller Art zerſtören unſere Hoffnungen, das im
MoymJuini ſtolz aufrecht ſtehende Getreide liegt gar leicht, infolge
eine lzil, Stürmen begleiteten, ſtarken Regens am Boden, die
Aus=
bildyſty der Körner iſt zerſtört, das Mähen und Binden mit der
Ernte=
nmaſelitz ſiſt ausgeſchloſſen, und nur durch eine mühſelige, koſtſpielige
und nurubende Handarbeit iſt es möglich, die Ernte ſtark liegenden
i Getriues durchzuführen.
78 mermehrte Arbeit allein iſt es nicht, die den Landwirt ſchädigt:
der Matu. Schaden für ihn und die Volksgemeinſchaft beſteht darin, daß
his das gergetreide infolge der Körnereinſchrumpfung, bei weſentlich
vertehlten Druſchkoſten, einen ſehr geringen Ertrag liefert und weit
unte dirn üblichen Marktpreis verkauft werden muß, da naturgemäß
Bei eAesſnchruumpftem Getreide das Hektolitergewicht, welches heute in der
den tHauütuh= den Maßſtab für den Wert des Getreides bildet, überaus
w rantedrMtaif
b.imatiſchen Verhältniſſe faſt in ganz Deutſchland, beſonders
ᛋ” umſerem Heſſenlande, ſind leider derartige, daß die
Landwirt=
yfrwer damit rechnen muß, daß Wetterſchäden beſonders vor und
währnls neer Getreideernte eintreten, Vollſtändig verhindert können
Wettt yuchen leider nicht werden, aber nach meiner felſenfeſten, auf
jahrzf sanger Erfahrung begründeten Ueberzeugug beſteht die
Mög=
lichkellsos Schäden, welche ungünſtiges Wetter bei unſeren
Getreide=
feldeſtn eurſachen, zu mildern und abzuſchwächen. Dieſer Vorteil kann
exreil werden durch
Verbeſſerung der jetzt üblichen Saatmethode,
die Gewähr dafür bietet, daß durch beſſere Abhärtung der
Getreide=
pflanzen bereits in den erſten Stadien ihrer Entwicklung, ſowie durch
leichtere Unkrautbekämpfung, die Halmbildung des Getreides gekräftigt,
und damit in günſtigem Sinne beeinflußt werden kann. Wenn ich hier
von beſſerer Abhärtung des Getreides rede wird vielleicht mancher
Leſer dieſer Zeilen ungläubig den Kopf ſchütteln und wird ſagen:
Jeder mit der Entwicklung der landwirtſchaftlichen Technik
fortſchrei=
tende Landwirt beſitzt heute eine Reihenſämaſchine und iſt hierdurch
in die Lage verſetzt, durch Vergrößerung des Reihenabſtandes der
Lagergefahr des Getreides vorzubeugen, bzw. ſie zu mildern. Die
Ein=
führung der Drillſaat in ununterbrochenen Reihen bedeutet einen
großen Fortſchritt gegenüber der früher üblichen Handſaat, aber die
jetzt übliche Saatmethode, bei welcher die Körner in den Reihen
un=
unterbrochen abgelegt werden, kann noch inſofern verbeſſert werden, daß
man durch eine entſprechend konſtruierte Sämaſchine mehrere Körner
horſtweiſe, mit genau reguliertem Abſtand in den Reihen, im
Kreuzver=
band ablegt, nach dem Vorbilde der Pflanzmethode, wie ſie in
Gärtne=
reibetrieben, beim Handpflanzen der Dickrüben, bei
Obſtbaumpflan=
zungen und auch in der Forſtwirtſchaft mit Erfolg angewendet wird.
Dieſe Pflanzmethode hat den großen Vorteil, daß die in dieſer Weiſe
geſtellten Pflanzen von Luft und Licht in der denkbar beſten Weiſe
um=
ſpült, dadurch abgehärtet, widerſtandsfähig gegen ſchädliche
Witterungs=
einflüſſe gemacht, und damit zur Höchſtentwicklung gebracht werden.
Dieſe Pflanzmethode wird, wenn ſie mit der Maſchine beim
Ge=
treidebau durchgeführt wird, auch eine äußerſt günſtige Wirkung in
bezug auf Ernteſicherung, und damit auch auf die Ertragsſteigerung
unſerer verſchiedenen Getreidearten ausüben.
Nach reiflichem Ueberlegen habe ich eine Sämaſchine erdacht, welche
geeignet iſt, in derſelben Weiſe, ohne jede Leiſtungsminderung, wie eine
gewöhnliche Drillmaſchine auch bei Getreide eine ſogenannte
Kreuzver=
band=Horſtſaat herzuſtellen, bei der mehrere Saatkörner auf einer Stelle,
jedoch mit regulierbaren Zwiſchenabſtänden, kreuzweiſe abgelegt werden.
Die Maſchine habe ich beim Reichspatendamt zum Patentſchutz
an=
gemeldet, und iſt mir nach langem Bemühen für die von mir erdachte
Sämaſchine uter der Bezeichnung „Sämaſchine zur
horſt=
weiſen Ausſagt im Kreuzverband” am Y. Juni 1977
unter der Nr. 447 097 das wachgeſuchte Patzent erteilt worden. Sehr
namhafte Herven Vertreter der landwirtſchaftlichen Wiſſenſchaft, an die
ich mich zur Begutachtung meiner Erfindung wandte, beurteilen dieſelbe
als ausſichtsreich und günſtig, dem die Anwendung der von mir
emp=
fohlenen Saatmethode, mit der mir patentierten Maſchine, wird folgende
Vorteile haben:
1. Bei Wintergetreide wird die Gefahr des Auswinterns dadurch
herabgemindert, da mehrere in einem Horſte zuſammenſtehende
Ge=
treidepflanzen der ſchädlichen Einwirkung des Froſtes mehr Widerſtand
entgegenſetzen, wie einzeln ſtehende Pflanzen.
2. Bei der Horſtſaat wird an Saatgetreide geſpart.,
3. Durch die beſſere Belichtung der in Horſten ſtehenden
Getreide=
pflanzen, werden dieſelben nicht mehr das Beſtreben haben, allzuſehr in
die Höhe zu ſchießen, ſondern die ſich mehr nach den Horſtſeiten
aus=
breitenden Halme werden dicker and kräftiger werden und die unteven
Halmglieder raſcher verholzen Gverhärten), bei kürzer und dichſtengelich
werdendem Stroh und der dadurch bedingten Herabminderung der
Lagergefahr wird der Körnerertrag geſteigert, das Einbringen der
Ernte beſchleunigt und verbilligt, denn jeder Tag früherer
Ernte=
bergung mindert die Gefahr der Ernteſchädigung durch Regengüſſe oder
Hagelſchlag.
Ich bin der Meinung, daß durch die von mir in kurzen Umriſſen
ſtiz=
zierten Vorteile der Getreide=Herbſtſaat nicht allein für die
Landwirt=
ſchaft, ſondern durch die dadurch bedingten, wit Sicherheit zu erwartenden
Vorteile, für unſer geſamtes Wirtſchaftsleben, die weitgehendſte und
raſcheſte Förderung von berufener Seite geboten wäre. Das heſſiſche
Landesernährungsamt, ja ſogar hieſige Bankinſtitute, haben durch
Zu=
ſchriften an das Reichsernährungsamt in Berlin ihr Intereſſe an meiner
Erfindung zum Ausdruck gebracht und darum gebeten, durch
Unter=
ſtützung von ſeiten des Reiches die von mir empfohlene Maſchine und
Saatmethode durch möglichſt viele wiſſenſchaftliche Inſtitute auf
Brauch=
barkeit und Nutzen prüfen zu laſſen. Leider habe ich in den letzten Tagen
durch Vermittelung des mich in dankenswerter Weiſe in jeder Hinſicht
mterſtützenden Heſſiſchen Landesernährungsamtes die Nachricht
e=
halten, daß man im Reichsernährungsamt i Berlin ſich darauf beſchränkt
hat, im ganzen Deutſchen Reich mit ſeinen vielfach verſchiedenen Boden=
und klimatiſchen Verhältniſſen mit nur einer einzigen Maſchine
die von mir empfohlene Saatmethode auszuprobieren. Allem Anſcheim
nach verfügt das Reichsernährungsamt über keine Geldmittel, die für
einen ſolchen Bweck ausreichend verfügbar ſind.
Die Verſorgung des deutſchen Volles mit genügender Menge von
Brot, hergeſtellt aus Inlandsgetreide, liegt doch allein durch die dadurch
eintretende Verbeſſerung unſerer Handelsbilanz und Geldverhältniſſe
im allgemeinen Intereſſe. Es liegen doch wahrhaftig alle Gründe vor,
daß man alle Vorſchläge, welche beſonders auf eine Verbeſſerung der
Ernährungsverhältniſſe des deutſchen Volkes abzielen, gründlich
durch=
prüft und das, was ſich als richtig erweiſt, dementſprechend auch einmal
etwas großzügig fördert, ſelbſt wenn ſolche Anträge von privater Seite
und nur von einem praktiſchen Landwirt geſtellt, aber auf Verlangen
in jeder Weiſe begründet werden.
Nach Mitteilung der Landwirtſchaftskamwer wurden im Jahre 1926
in Deutſchland von den 4 Hauptgetreidearten angebaut:
Ernte
Anbaufläche
Hektavertrag
in
in
in
Tonnen Doppelztr.
Hektar
6 40595
4732 308
18,5
Roggen
16,2
2597 185
1e0 20
Weizen .. .."
633518
Geſamtanbaufläche an Brotfrüchten
Gerſte .... 1485 510
3 476 157
Hafer ...
4961 667
9008000
— 25 334 072 Heſſiſche Morgen
2 462 541
6394 555
8707006
— 199 846 668 Heſſiſche Morgen
Landwirtſchaftliche Sachverſtändige ſind der Meinung, daß durch
Verbeſſerung der Saatmethode eine Ertragsſteigerung von mehr als
1 Zentner pro Heſſiſchen Morgen erreicht werden kamn. Wie groß der
Nutzen einer ſolchen Ernteſteigerung für Deutſchlands Volkswirtſchaft
in Zahlen ausgedrückt, wäre, ergibt eine ſehr große Summe, die, nach
vorſtehender Aufſtellung zu errechnen, ich dem freundlichen Leſer überlaſſe.
Mehr Brot dem deutſchen Volke, herausgeholt aus der deutſchen
Ackerſcholle mit Hilfe der beſſeren Ausnützung des uentgeltlich
ſtrahlenden Sonnenlichtes, das iſt einer der fundamentalſten und beſten
Wege zum Wiederaufſtieg der deutſchen Volkswirtſchaft. K. Fritſch.
Oberheſſen.
WSN. Friebberg, 2. Okr. Ein hartnäckiger Selbſtmord
kandidat. Im Molbach verſuchte geſtern obenb ein Schweizer
ſeinem Leben durch Erhängen ein Ende zu machen. Da man den Mann
aber rechtzeitig abſchnitt und Wiederbelebungsverſuche Erfolg hatten,
verſuchte er dann, ſich aus dem Fenſter zu ſtürzen. Aber auch an dieſem
Vorhaben wurde er gehindert. Der Mann ſoll unter ſtarker
Nervoſi=
tät leidem und ſchon lange die Abſicht haben, freiwillig aus dem Leben
zu ſcheiden.
WSN. Gießen, R. Okt. Die Aufwertung der alten
Gießener Stadtanleihen. Ginem Beſchluß des
Stadtparla=
ments entſprechend, der eine Vorlage der Stadtverwaltung über die
Auf=
wertung der alten Gießener Stadtanleihen bis Ende Oktober gefordert
hatte, veröffentlicht nunmehr die Stadtverwaltung die dahinzielende
Vorlage. Die Verwaltung beziffert in dem umfangreichen Schriftſtück
die Goldmarkſchuld der Stadt Gießen auf 24 035 581 Mk., für die eine
Ablöſungsanleihe von 2,5 v. H. auszugeben wäre, deren Nennwert ſich
auf rund 600 000 RM. belaufen würde. Die Stadtwverwaltung ſchlägt
eine Aufwertung von 12,5 Prozent vor. Nach der geſetzlichen Vorſchrift
beziffert ſich die Geſamtauſwendung für Zinſen und Tilgung in dreißig
Jahren und bei Rückzahlung des fünffachen Nennwertes die
Geſamt=
belaſtung auf rund 5 325 000 Mark. Eine höhere Aufwertung als 12,5
Prozent wird von der Stadtvevwaltung abgelehnt mit dem Hinweis
darauf, daß man im nächſten Rechnungsjahre im ſtädtiſchen Haushalt
mit einem Fehlbetrag von 1,2 Millionen Mark zu rechnen haben werde,
der aus laufenden Betriebsmitteln gedeckt werden müſſe und
infolge=
deſſen eine ſtarke Anſpannung der Leiſtungsfähigkeit der Steuerzahler
durch eine höhere als 12prozentige Aufwertung nicht in Betracht komme.
Den bedürftigen Altbeſitzern, deren Anleiheſcheine der Stadt Gießen
insgeſamt einen Goldwert von nicht mehr als 1000 Mark darſtellen, und
deren Jahreseinkommen 1500 Mk. micht überſteigt, ſoll auf Antrag eine
Barablöſung von 12,5 % des Goldwerts ihrer Anleihe gewährt werden.
Berfkladutl dlo Senlz
ARigge
Gan solleinen ein nicht nach dem ei.
sten Schluck beurteilen,es ist viel wichtiger zu
prufen, ob der letzte Schluck das hält, was der
erste verspricht.
Mit dem TABAKist es wie mit dem WEIN
Dex=
letzte Lug einer Zigarette soll ebenso rein sein
wie der erste, keinerler Nachgeschmack darf zu
rückbleiben. Dann waren die Tabake gut und
ausgereift, dann ist die Zigarette auch bekomm
lich wie ein naturreiner Wein aus guter Lage
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Georg Eiſenhauer
Dina Eiſenhauer
geb. Aßmuth
Darmſtadt
Wilhelm Aßmuth
Anna Aßmuth
geb. Eppelmann
Darmſtadt
Vermählte
Kirchliche Trauung: Samstag, den 29. Okiober 1922, nachmittags 3 Uhr
in der Petruskirche.
Ge 1
Philipp Ekhardt
Auguſte Ekhardt
geb. Bindewald
Vermählte
Rirchl. Trauung: Sonntag, den 30.
Ok=
rober 1922, nachmittags 3 Uhr, in der
Martinskirche. 28581
Gretel Schmidt
Georg Seifrich
Verlobie
Darmſtadt, 28 Oktober 1927.
(*28690)
Krieger=Verein
Darmſtadt
Geſtern verſchied unſer lieber
Kamerad und langjähriges, treues
Mitglied
Herr
Studienrat i. R.
Hauptmann d. Z. a. D.
Die Beerdigung findet Freitag.
1 den 28. Oktober d. Js., vormittags
12 Uhr= auf dem Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teilgung.
Der Vorſtand.
A1 16647)
Hiermit erfüllen wir die traurige Pficht,
unſere A H., A. H, Philiſter, i. a. B., i a. B.
von dem plötzlichen Ableben unſeres Alten
Herrn
Hugo Schleicher
Direktor
der ſtädt. Elektrizitätswerke Pforzheim
in Kenntnis zu ſetzen.
Ehre ſeinem Andenken!
In tiefer Trauer;
Die 9. B. „Germania”
Otto Koch X
(16682
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Hieilnahme bei dem ſchweren Verluſte
trſerer über alles geliebten Mutter
Frau
Marie Müller Wwe.
geb. Schenk
ausen wir allen Verwandien und
Be=
manten für alle Kranz= und
Blumen=
punden, im beſonderen Herrn Pfarrer
zühler, für die ltebevollen und
herz=
gen Worte, ſowie den Schweſtern der
lartinsgemeinde für ihre aufopfernde
ino liebevolle Pflege unſeren
ttefge=
lic tteſten Dant.
Sie trauernden Kinder. Enkelkinder
nebſt Angehörige.
Dermſtadt, 27. Oktober 1927. (28713
Gen nheimerſtr. 80.
Aus dieſer Zeitlichkeit abberufen wurde heute
wohlverſehen mit den hl. Sterbeſakramenten,
Herr
Arthur von Chrismar
Inhaber des Kreuzes Pro Eeelesia et Pontifice
im 76. Jahre ſeines Lebens.
Frau Marie Mieleke
Darmſiadt, den 26. Oktober 1927. (16704
Das Begräbnis findet ſtatt am Samstag, den 29. Okiober,
3 Uhr, vom Portal des Friedhofs an der Nieder=
Ram=
ſtädter Straße aus ſtatt. / Von Beileidsbeſuchen bittet
man abſehen zu wollen. / Das Seelenamt in der
Ludwigskirche am Montag, 31. Oktober, 8”.
Aus arbeitſamem, ſegensreichem Leben
ent=
ſriß jäh und gänzlich unerwartet ein Herzſchlag
mneinen innigſtgeliebten Mann, unſeren
treu=
orgenden, unvergeßlichen Vater, den beſten
Broßvater, Schwiegervater, Schwager und
Onkel
Joſeph Plaut
im 23. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Henriette plaut, geb. Marx
Iſi plaut und Frau Elſe, geb. Sternheimer
Arthur plaut und Frau Elſe, geb. Katz
und 2 Enkelkinder.
9Oarmſtadt, den 27. Oktober 1927. 16713
Laandgraf=Philipp=Anlage 46.
Aie Beerdigung ſindet am Sonntag, den 30. Oktober,
vvormittags 11½ Uhr, vom Portale des iſrael. Friedhofes
aus ſtatt.
ondolenzbeſuche und Blumenſpenden dankend verbeten.
Der K. St. V. Moenania erfüllt
hiermit die traurige Pficht, alle
A. H. A. H. und Bb. Bb. von dem
Tode ihres lieben Gründungs= und
Ehrenphiliſters
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Wir werden des Heimgegangenen
ſtets in tiefer Dankbarkeit und Treue
(*28726
gedenken.
Für das Philiſierium:
Dipl.-Ing. Leo Hainz,
Studienrat
Für die Aktivitas:
stud. mach. Hans Zerbe X
Darmſtadt, 27. Oktober 1927.
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Dabei läßt ſich eine Trübung des
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tungswaſſers nicht vermeiden; auch muß
die Waſſerlieferung von abends 10 Uhr
bis morgens 5 Uhr unterbrochen werden.
Den Waſſerabnehmern wird deshalb
empfohlen, ſich rechtzeitig mit Waſſer zu
verſorgen.
Bei den Druckrohrſpülungen wird die
Wafſerlieferung nur vermindert.
Straßenverzeichnis mit der
Bezeich=
nung der einzelnen Spülabteilungen
kann an den bekannten Aushangſtellen
des Herrn Oberbürgermeiſters eingeſehen
werden.
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Abteilung A Montag, 31.
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b Freitag, 4.
C Samstag, 5.
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D Mittwoch, 9.
d Freitag, 11.
E Samstag, 12.
von abends 10 Uhr ab.
Hauptdruckrohr II Montag, 14 Nov., von
nachmittags 4 Uhr ab.
(st1671
Darmſtadt, den 26. Okt. 1927.
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Nummer 299
Freitag, den 28 Oktober 1927
Seite 15
Das ſammenve Reei.
Roman von Werner Scheff.
4:4)
(Nachdruck verboten)
Hätte ſich Herbert Brakke in den erſten Tagen ſeiner jungen
(She die Zeit gegönnt, ein Wiener Blatt zu leſen, ſo wäre ihm
nie Nachricht vom Ausbruch des Krieges nicht allzu überraſchend
grekommen. In den letzten Wochen hatten auch naivere Gemüter
ßegriffen, wie es um die Ruhe der Welt ſtand. Denn in Genf
ging der Kampf der Diplomaten nur ſcheinbar weiter, weil jeder
non den Streitenden Zeit gewinnen wollte. England verſah in
Aller Eile ſeine Kolonien mit Truppen, da das Ringen der
Flot=
uen erſt darüber entſcheiden ſollte, ob der Seeweg für
Groß=
britannien offen bleiben würde oder nicht, und es ſicherte ſich
berall bewaffnete Plätze, an denen es ſeinem Gegner mangeln
nrußte. Inzwiſchen ließ es durch ſeine Vertreter im Völkerbund
angeblich jeden Vermittlungsverſuch prüfen, lehnte immer nur
healb ab und ſchob, den Abbruch der Verhandlungen hinaus. Bis
hieie eine Bombe mitten in die Verſammlung der Männer des
Wortes die Tat platzte. Unter dem Beifallsgeheul der Straße
und vollſter Zuſtimmung der Preſſe beauftragte die Regierung
deer Vereinigten Staaten ihre Vertreter, das Entweder — Oder
anszuſprechen. Es war ſo gehalten, daß es für England und
ſſänen aſiatiſchen Verbündeten kein Zurück mehr gab. Amerika
farderte die Beſtrafung Japans durch den Völkerbund,
um=
fifſſende Garantien in China, verlangte von England
Einſtel=
lung der Rüſtungen, die den Frieden der Welt bedrohten, und
ſärlug vor, daß die Flotten der Vereinigten Staaten und
Groß=
bikitanniens auf dem Stande von 1:1 belaſſen werden ſollten.
Damit war der Krieg unvermeidlich. Zwar ſuchte der
eng=
ſihche Bevollmächtigte Zeit zu gewinnen, indem er vorgab, ſich
mt ſeiner Regierung verſtändigen zu müſſen, allein wenige
ei unden ſpäter dröhnten die erſten Schüſſe.
Als gerade der Funkentelegraph die Nachricht vom
Ab=
mich der Verhandlungen in Genf über den Ozean geſandt hatte,
ſegegneten ſich auf der Höhe von Georgetown ein kleiner
eng=
iſcher Kreuzer, der wahrſcheinlich in aller Eile einen
heimat=
lögen Hafen zu erreichen ſuchte, und ein amerikaniſches
Torpedo=
wot. Der Brite zögerte nicht, das Feuer zu eröffnen. Was
au 8, daß der Krieg noch nicht erklärt war? Für ſolche
Kleinig=
enxen hatte man jetzt keinen Sinn mehr. Aber der Amerikaner
lüßte blitzſchnell heran und lancierte ſo geſchickt ſein Torpedo,
ais zehn Minuten ſpäter von dem Engländer nichts mehr zu
ihen war als ein paar Trümmer, die auf dem Meere trieben.
Und das, während der Völkerbund noch offiziell beſtand!
lher wer hätte auch die Anklage erledigen ſollen, die daraufhin
ſygland einbrachte? Vielleicht Frankreich, dem dann Italien in
ri. Rücken gefallen wäre? Oder Deutſchland, das froh war,
vi: Frankreich nicht angegriffen zu werden? Gar Rußland, dem
de Macht zur See fehlte? Und die Kleinen, die man noch nie
uwichtig um ihre Meinung gefragt, ſondern nur wie
Stimm=
ſe6 behandelt hatte? Nein, hier gab es keinen Richter. Den
riozeß mußten ſich Kläger und Angeklagter ſelbſt austragen.
Von dem Zwiſchenfall an der Oſtküſte Südamerikas erfuhr
eilbert Brakke noch vor ſeiner Abreiſe von Wien. Die
Nach=
chten jagten einander. Eine Extra=Ausgabe folgte der anderen.
Schon in Wien fiel dem Chemiker die Spannung auf, die
alle Deutſchen in Bann hielt. Man ſtand der Sache der
Ver=
einigten Staaten voll Sympathie gegenüber. Der erſte, wenn
auch noch ſo geringe Erfolg bei Georgetown wurde mit Freude
begrüßt. Das Sternenbanner wehte von vielen Häuſern. Ueber
die Ringſtraße zogen Haufen von Menſchen unter dem Rufe:
„Es lebe Amerika! Nieder mit England!” Und wohin man
hörte, wurde der Meinung Ausdruck verliehen, daß nun wohl
die Nemeſis den Feind von einſt erreicht habe.
Der Doktor fühlte, daß es auch ihm naheging Während
der Fahrt nach der Heimat ſchloß er kein Auge. Käthe hatte ſich
todmüde zur Ruhe niedergelegt, er aber ſtand mit mehreren
Neiſegefährten, die gleichfalls nicht an Schlummer dachten, in
dem engen Gang des Schlafwagens und, ſprach über das
Ge=
ſchehene und das Kommende. Es beſtand kein Zweifel, daß ſchon
in allernächſter Zeit eine Seeſchlacht zu erwarten war, wie ſie
vorher noch nie an Größe und Heftigkeit erreicht wurde. Man
malte ſich dieſe Möglichkeit aus und ſprach von ungeheuren
Flot=
ten, die da zuſammenſtoßen würden. Gegen Morgen warf man
ſich für kurze Zeit auf das Lager, um in Dresden ſofort über die
Morgenzeitungen herzufallen. Sie meldeten, wie man erwartet
hatte. Offizieller Abbruch der Beziehungen zwiſchen den beiden
Verbündeten und Amerika, Abreiſe aller Delegierten aus Genf,
Uebernahme des Schutzes der Amerikaner in Europa durch die
deutſche Regierung, Begeiſterung in den kriegführenden Staaten
und noch vieles andere, was zu den erſten Ereigniſſen eines
Krieges gehört. So beiſpielsweiſe das ſofortige Emporſchnellen
der neutralen Valuten an den Börſen, die Hetzjagden auf dem
Meere, wo ſich Freund und Feind in dieſen erſten Tagen nicht
trauten und alles danach trachtete, ſich in Sicherheit zu bringen,
und Ausſchreitungen des Pöbels in den Hauptſtädten der
betei=
ligten Staaten gegen die feindlichen Ausländer.
„Es iſt bei aller Tragik faſt beluſtigend, ſagte Herbert Brakke
zu ſeiner jungen Frau, als ſie einander im Speiſewagen beim
Frühſtück gegenüber ſaßen und er ihr einiges aus den Blättern
vorlas, „wie ſich alles auf Erden wiederholt. Ich finde viel
Aehn=
lichkeit zwiſchen dem Beginn dieſes Krieges und dem des für
uns ſo unglücklich verlaufenen Kampfes. Schon beſchuldigen ſich
die Gegner aller, möglichen Rechtsbrüche. Und keiner beachtet
eine vorher getroffene Abmachung. Sucht aber ſeine eigenen
Vergehen durch das Geſchrei zu verbergen: Haltet den Dieb!”
„Du haſt recht, es iſt immer dasſelbe”, antwortete ſie
lächelnd, „aber in den Blättern ſteht nichts davon, daß ich
eigent=
lich die erſte bin, die durch den Krieg ſchwer geſchädigt wird.”
„Du ſprichſt von dem jähen Ende unſeres Semmering=
Aufenthaltes?"
„Davon und von der Vernachläſſigung, die mir von deiner
Seite widerfährt, ſeitdem dich Papas Depeſche wieder mitten
ins Leben geſchleudert hat.”
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Aber ſie lachte dabei und drückte verſtohlen unter dem
Tiſch=
chen, das zwiſchen ihnen war, ſeine Hand.
„Laß nur gut ſein, Schatz,” flüſterte Herbert voll Innigkeit,
„bald ſind wir daheim, und dann gehöre ich dir wieder ganz
bis auf die Stunden, die meiner Arbeit gewidmet ſind.”
Bald darauf lag Käthe in den Armen ihrer Eltern und
Bobs, die das junge Paar am Bahnhof erwarteten. Es war ein
herzliches Willkommen, das ihnen geboten wurde. Und auf der
Fahrt nach dem Heim der Jungvermählten mußten ſie von ihrer
Reiſe berichten, von den Sonnentagen des Glückes, deren Zeugen
der Sonnwendſtein und die Rax geworden waren.
„Wir gehen ernſten Zeiten auch in unſerer Heimat entgegen,”
ſagte Robert Ernſtheimer zu ſeinem Schwiegerſohn, „paß auf,
mein Junge, es läuft nicht ohne Durcheinander bei uns ab.”
„Wir denken doch nicht etwa daran, uns einzumiſchen?”
fragte Doktor Bräkke erſtaunt. Denn er wußte, wie gut
unter=
richtet der Bankier von allem war, was mit der Politik
zu=
ſammenhing.
„Nicht doch,” entgegnete der kleine Herr mit dem klugen,
rundlichen Geſicht, „das liegt uns fern. Aber es gärt bei uns
um ſo heftiger. Ueberall regt ſich der Widerſtand gegen eine
Unterſtützung Englands durch unſere Induſtrie. Er hat einen
Umfang angenommen, der bedrohlich wird. Dabei ſehen die
Kurzſichtigen nicht, daß unſer Heil darin liegt, uns währen)
dieſes Krieges auf Koſten der Kämpfenden zu bereichern. Dendk
daran, wie viele Milliarden während des Weltkrieges nach Amos
rika gewandert ſind. So kann es jetzt auch uns gehen. Aber di4
Arbeiter wollen davon nichts wiſſen.”
„Es iſt vielleicht nicht unberechtigt,” meinte der Chemiker
offen.
Ernſtheimers Antlitz färbte ſich blutrot. „Du urteilſt ganz
falſch, lieber Herbert. Wer heute den Briten Gold aus den
Händen reißt, tut es für die Allgemeinheit. Wir werden ja
da=
für Steuern zahlen. Wem aber kommen ſie zugute? Doch allen
Deutſchen.”
Herbert zuckte lächelnd die Achſeln. „Wie man’s nimmt,
Papa.”
Sie kamen in dem neuen Heim der jungen Leute an und
hielten ihren Einzug in die zauberhaft ſchönen Räume. Die
Dienerſchaft war ſchon ſeit Tagen zum Empfang der Herrſchaft
bereit, ſogar der Chauffeur ſtellte ſich Doktor Brakke und Käthe
vor. Er war übrigens der erſte, der zu tun bekam. Denn noch
am Tage ihrer Ankunft fuhren Herbert und ſeine junge Frau
nach Stubinten, um die Mutter aufzuſuchen und gleichzeitig
Herbert Gelegenheit zu geben, ſich in der Fabrik umzuſehen.
Es war die Zeit der zweiten Heuernte, die Mutter weilte
ge=
rade auf den Wieſen, über die die Mähmaſchine dahinrollte. Die
Ankunft des Sohnes und Käthes kam ihr überraſchend. Als die
Beſucher zu ihr eilten, traute die alte Frau kaum ihren Augen.
Dann aber war ihre Freude um ſo größer. Und wieder ging es
an ein Erzählen und Berichten, bis man ins Gutshaus gegangen.
war, wo bald der Kaffee auf dem Tiſch dampfte und Herbert
den beiden geliebten Frauen noch ein halbes Stündchen widmete.
Es drängte ihn aber, in die Fabrik zu kommen. Da er die
Anlagen vor ſich ſah, ſchien es ihm beinahe, als habe ſich in den
letzten Tagen manches verändert.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 299
Freitag den 28 Oktober 1927
Seite 17
Kunſtflieger Doret — König der Lüfte.
Fieſeler in Dorets Flugzeug.
Der große Zweikampf der beiden berühmten Kunſtflieger Doret und Fieſeler um den Titel „König
der Lüfte” wurde auf dem Berlin=Tempelhofer Flugplatz ausgetragen. Sieger blieb mit einem
Vorſprung von nur zwei Punkten der Titelverteidiger Doret.
Abzug farbiger Truppen aus Speher.
Nach Verringerung der Rheinlandbeſatzung.
Schwarze Soldaien beim Verlaſſen der ſchönen Pfalzſtadt Speyer.
Deutſchlands modernſter Flughafen.
Das Modell des Flughafens Halle=Leipzig in Schkeuditz,
welcher nicht nur der modernſte, ſondern auch der verkehrsreichſte Flugplatz in Deutſchland und
auch als Nachtlandeplatz techniſch vollendet eingerichtet iſt. Die Flugzeughalle von Schkeuditz iſt
150 Meter lang. Die Tankſtelle faßt 46 000 Liter Benzin.
Reich und Ausland.
Schwerer Unfall.
g. Wiesbaden=Biebrich. Ein ſchwerer
unfall ereignete ſich am Mittwoch kurz vor 8 Uhr
arrmittags. Die hier, Jahnſtraße 16, wohnhafte 17
fürhre alte Verkäuferin Maria Quint fuhr auf ihrem
(Xhrrad zur Arbeitsſtelle nach Wiesbaden. An der
Ete der Neudorferſtraße bremſte das junge Mädchen,
vFil es durch ein mit Rheinſand beladenes Laſtauto,
as ebenfalls von Biebrich kam, in der Adolfsallee
herholt wurde. Dabei glitt Fräulein Quint das
zuriterrad ihres Fahrrades auf dem feuchten Laub
Straße aus und geriet in ein Hinterrad des
Irttos. Das junge Mädchen kam unter den
Kraft=
naegen und wurde mit ſamt dem Rad elf Meter
fa=t vom Auto mitgeſchleift. Das rechte Bein wurde
z dabei vollſtändig vom Auto abgefahren und hing
u— noch an einigen Sehnen, das linke Bein wurde
uurch Quetſchungen ſchwer verletzt. Trotzdem blieb
Verunglückte bei vollem Bewußtſein. Nach
An=
gen eines Notverbandes wurde ſie von der
Sani=
itwache ins St. Jofefshoſpital gefahren.
Schießerei zwiſchen Zigeunern.
Boppard. Zwiſchen Zigeunern, die unweit
zn. hier im Freien kampierten, entſtand ein Streit,
r ſchließlich in eine große Schießerei ausartete.
iner der Beteiligten wurde durch zwei Kopfſchüſſe
zhrer verletzt. Eine Polizeiſtreife eilte ſogleich zum
armpfplatz, ſtellte die Ruhe wieder her und brachte
e Hauptbeteiligten ins Gefängnis.
Im Steinbruch verunglückt.
Andernach. In einem Steinbruch bei Engeln
rleten drei Arbeiter unter herabſtürzendes Geſtein
id wurden ſchwer verletzt. Einer der
Schwerver=
zuen ſiſt unmittelbar nach der Einlieferung ins
ſankenhaus an innerer Verblutung geſtorben.
Ein Fuhrwerk im Rhein verſchwunden.
loberlahnſtein. Ein ohne Aufſicht in der
ihe der niederländiſchen Landebrücke ſtehendes
pelgeſpann ſcheute durch einen vorbeiziehenden
Unndiſchen Dampfer und lief, ehe Hilfe zur Stelle
m ſchnurſtracks in den an dieſer Stelle ſehr tiefen
ſem. Wagen und Pferde ſind verſchwunden.
Per=
ſeix kamen nicht zu Schaden.
Zwei Arbeiter verſchüttet.
2 berlahnſtein. Bei Kanaliſationsarbeiten
dier Holzgaſſe wurden zwei Arbeiter von
nieder=
zuenden Fels= und Geröllmaſſen verſchüttet. Sie
niötten, bevor Hilfe zur Stelle war.
DDer Binger Mädchenmörder verhaftet.
Miederlahnſtein. Der Mörder des am 30.
eurmber in Bingen ermordeten geiſtesſchwachen
Tdchens iſt in einem hieſigen Matroſen ermittelt
rden. Der Verbrecher wurde verhaftet und dem
Teſ ſuchungsgefängnis Mainz zugeführt.
Einäſcherung einer Schneidemühle.
Furlda. Vergangene Nacht wurde die zwiſchen
bar=z und Niederkalbach gelegene Schneidemühle
2h einen Brand eingeäfchert. Die Urſache des
seſ’s iſt noch nicht geklärt. Beſitzer des verbrannten
Suſſens iſt ein gewiſſer Jordan aus Veitſteinbach.
ie Arbeiten an der Heidelberger Neckar=
Stäuſtufe.
öſcidelberg. Die Stauſtuf=Arbeiten an der
4y. Brücke wurden beendigt. Schon iſt das alte
4fld überflutet und ſein Waſſerſpiegel hat ſich
a—m Waſſerſtand außerhalb des Baufeldes
aus=
giagen. Es iſt feſtzuſtellen, daß ſich am Bauwerk
hautten Brücke für das Auge des Beſchauers nichts
anoert hat. Nördlich des Karlstores ſtehen nun=
Un= zwei Bagger in endgültiger Tiefe. Die neue
„ümauer wird bereits bis zur Herrenmühle be=
Uſer— und mit rotem Sandſtein verkleidet. Die
Egpchaft arbeitet gegenwärtig mit einer Stärke
M5+0 Mann. Oberhalb der Mönchsmühle werden
DAA-beiten beſchleunigt, da mit Beginn des
Eis=
ges! die Spundwände entfernt ſein müſſen. Hier
füſſbereits die oberſten Schichten der
Mönchsmühl=
iſſt nurch Raupenbagger abgetragen.
e).— Kirchenrat Prof. Dr. Ludwig Lemme
geſtorben.
eidelberg. Der Honorarprofeſſor der
Theo=
y run der Heidelberger Univerſität, Geh. Prof.
39 Lärdwig Lemme, der am 8. Auguſt ds. Js.
iſter! 80. Gebudtstag feiern konnte, iſt an „den
Zem eines Schlaganfalles geſtorben.
SShenbahnzuſammenſtoß mit Laſtkraftwagen.
tu nnheim. Beim Ueberqueren der
Secken=
hlmntraße ſtieß ein Laſtkraftwagen mit einem
Setzeuabahnzug der Linie 10. zuſammen. Mehrere
F%äſte wurden verletzt. Der Motorwagen und
d/ſeZaſtkraftwagen wurden ſtark beſchädigt.
KArdinal-Erzbiſchof von Jrlandk
große Rolle geſpielt.
Beiſetzung des Fürſten Wilhelm v. Hohenzollern.
Sigmaringen. Die Leiche des Fürſten
Wil=
helm v. Hohenzollern wurde Donnerstag vormittag
in der Familiengruft feierlich beigeſetzt. Von den
nächſten Angehörigen nahmen u. a. an der
Trauer=
feier der frühere deutſche Kronprinz, der frühere
König Auguſt von Sachſen und der frühere
Kron=
prinz Rupprecht von Bayern teil.
Keine Gnade für Werber der Fremdenlegion.
Der 23 Jahre alte Bäckergeſelle Paul Schwindt
aus Flößberg (Sachſen) war vom Amtsgericht
Lan=
dau wegen Verbrechens der Anwerbung zum
Mili=
tärdienſt im Auslande und wegen Paßvergehens zu
einem Jahr, acht Monaten, 14 Tagen Gefängnis
ver=
urteilt worden. Gegen dieſes Urteil legten der
An=
geklagte und der Staatsanwalt Berufung ein. In
der Verhandlung in der Strafkammer Landau wurde
einwandfrei feſtgeſtellt, daß Schwindt zwei Reiſende
zum Eintritt in die Fremdenlegion bewegen wollte.
Ferner wurde ermittelt, daß dieſe beiden auch
tat=
ſächlich bereits das Reiſegeld von dem franzöſiſchen
Werbebüro erhalten hatten, aber an der Grenze durch
die deutſche Behörde zurückgehalten wurden. Nach
Angaben der Zeugen ſoll Schwindt bereits mehrere
junge Deutſche der Fremdenlegion zugeführt haben.
Das Gericht verwarf daher die Berufung des
An=
geklagten koſtenfällig.
Fabrikbrand.
Berlin. Im erſten Stock eines Hauſes der
Schönhauſer Allee, in den Räumen einer Hutfabrik,
brach Donnerstag mittag aus noch unbekannter
Ur=
ſache ein gefährlicher Brand aus, der ſich in wenigen
Minuten über die geſamten Räume ausbreitete.
Vier Perſonen, die dem Erſtickungstode nahe waren,
konnten von der Feuevwehr unter ſchwierigſten
Ma=
növern gerettet werden. Bei den Löſcharbeiten
wur=
den ein Brandmeiſter und ein Feuerwehrmann ſchwer
verletzt.
Das ausgeloſte Todesurteil.
DD. Paris. Die Morgenpreſſe meldet aus La
Paz in Bolivien: Vier Männer, die ſeit zehn Jahren
im Unterſuchungsgefängnis ſitzen, ſind jetzt der
Er=
mordung des früheren Präſidenten von Bolivien,
Generals Pando, für ſchuldig befunden worden. Dem
boliviſchen Geſetz gemäß haben die vier Verurteilten
öffentlich im Gerichtsſaal das Los gezogen, welcher
von ihnen erſchoſſen werden ſoll. Seit dem frühen
Morgen drängte ſich die Menge vor den Eingängen
des Gerichtsgebäudes und nicht nur auf den
Publi=
kumstribünen des Gerichtsſaales, ſondern auch in
den Gängen, die zu ihm führen. Gleichgültig zogen
die vier der Reihe nach das Los. Der vierte, 28
Jahre alt, zog den Zettel, der das Todesurteil
ent=
hielt. Er erklärte lächelnd, daß er unſchuldig ſei,
aber nicht um Gnade bitte. Er bitte das Gericht
nur, die Hinrichtung zu beſchleunigen, um das
Pu=
blikum zufrieden zu ſtellen. Das Datum der
Hin=
richtung wurde jedoch noch nicht feſtgeſetzt, da mehrere
Perſönlichkeiten Berufung einlegten, ſobald das
Er=
gebnis der tragiſchen Angelegenheit bekannt wurde.
Eiſenbahnunglück bei Serajewo.
Belgrad. Auf der Herzegowiniſchen
Bergbahn=
ſtrecke ereignete ſich am Mittwoch abend in der Nähe
von Moſtar bei der Sation Bradina eine
Eiſenbahn=
kataſtrophe, deren Folgen glücklicherweiſe dadurch
ab=
geſchwächt wurden, daß es ſich um einen Güterzug
handelte. Unter dem mit zwei Lokomotiven
beſpann=
ten Zug ſtürzte die über einen 50 Meter tiefen
Ab=
grund führende Brücke ein. Der Lokomotivführer
und ein Bremſer wurden getötet, ein Heizer
lebens=
gefährlich verletzt. Der Materialſchaden iſt
außer=
ordentlich groß. — In den ſpäten Nachtſtunden hatte
ſich in Belgrad die alarmierende Nachricht verbreitet,
daß der Moſtarer Perſonenzug verunglückt wäre und
mehr als 200 Tote zu beklagen ſeien. Erſt am
Morgen wurde dieſe Hiobsbotſchaft dementiert,
Der Sieger Marcel Doret.
Durchſichtiges Metalſ.
Eine Senſation auf der Werkſtoffſchau
Eine durchſichtige Mejallſcheibe
findet auf der Werkſtoffſchau allgemeine Beachtung.
Dahinter ſcheint das Bild des Reichspräſidenten
durch.
Zuſammenſtoß zwiſchen Güterzug und
Lokomotive.
Warſchau. In der Nähe von Lowicz ſtieß am
Mittwoch ein Güterzug mit einer in entgegengeſetzter
Richtung fahrenden Lokomotive mit Kohlenwagen
zu=
ſammen. Beide Lokomotiven wurden zertrümmert.
Zehn Wagen entgleiſten. 12 Perſonen, ſämtlich
Eiſenbahner, erlitten Verletzungen. Der ſchuldige
Eiſenbahnbeamte wurde verhaftet.
Zyklonverwüſtungen in einer braſilianiſchen
Stadt.
NewYork. Nach hier vorliegenden Meldungen
wurde die zwanzigtauſend Einwohner zählende Stadt
Ponta Groſſa im Staate Parana in Braſilien durch
einen Zyklon zum Teil zerſtört. Der Sachſchaden iſt
beträchtlich. Ueber die Zahl der Toten und
Ver=
wundeten liegen noch keine Meldungen vor:
Eine Tennismeiſterin wird Filmſtar.
Miß Betty Ruthall,
die anmuti. „Junior=Tennismeiſterin von England.
von einer Filmgeſellſchaft für Hauptrollen in
Sportfilmen verpflichtet worden.
Ceite T.
Freitag den 28 Oktober 1927
Einzelheiten über den Untergang der „Principeſſa Mafalda‟ —
Arfache des Unglücks noch nicht aufgeklärt.
34 Todesopfer. — Die
Der 12 000=Tonnen=Dampfer „Principeſſa Mafalda”.
Nach einer Meldung der Aſſociated Preß” aus Pernambuco gab
der Kapitän der „Principeſſa Mafalda”, als kein Zweifel mehr darüber
beſtand, daß das Schiff infolge der Keſſelexploſion untergehen würde,
Befehl, mit Volldampf Kurs auf die Abrolhos=Klippen zu nehmen, die
nur wenige Meilen von der Küſte entfernt ſind. Während dieſer Zeit
ſpielte die Schiffskapelle zur Beruhigung der etwa 800
Zwiſchendecks=
paſſagiere die italieniſche Nationalhymne, und die Offiziere und
Mann=
ſchaften miſchten ſich unter die von paniſchem Schrecken ergriffenen
Aus=
wanderer und ſprachen ihnen Mut zu. Die „Principeſſa Mafalda”,
hielt mehrere Stunden lang unter Volldampf den Kurs nach der Küſte
zu ein und wurde dann in den Küſtengewäſſern von den zur Rettung
herbeigeeilten Dampfern erreicht. Dieſe ſetzten mit bewundernswerter
Schnelligkeit ihre Boote aus und übernahmen die Fahrgäſte von der
„Principeſſa Mafalda” envveder direkt oder aus den bereits
ſchwim=
menden Rettungsbooten dieſes Schiffes. Die Anweſenheit der
zahl=
reichen Rettungsdampfer übte eine beruhigende Wirkung auf die
Fahr=
gäſte aus und erleichterte das Rettungswerk weſentlich, obwohl die
„Principeſſa Mafalda” nun bereits mit ziemlich großer Schnelligkeit zu
ſinken begamn. Eine Menge kleiner Fahrzeuge lief inzwiſchen von der
Küſte nach der Unglücksſtelle aus, um nach weiteren Ueberlebenden zu
ſuchen und Bergungsarbeiten vorzunehmen
Aus weiteren Funkſprüchen der zur Rettung der „Principeſſa
Mafalda” herbeigeeilten Dampfer iſt zu entnehmen, daß kurze Zeit, be=
ror das Unglück geſchah, die Mehrzahl der Fahrgäſte, namentlich die
Auswanderer, nachdem ſie ihr Abendeſſen eingenommen hatten, mit
Vorbereitungen für die am nächſten Tage bevorſtehende Landung
be=
ſchäftigt war. Viele nahmen auch an einer Feier aus Anlaß des
bin=
uen kurzem zu erwwartenden Eintreffens in Argentinien teil. Als das
Schiff plötzlich heftig erſchüttert und zum Halten gebracht wurde als
ob es auf Grund gefahren ſei, hörte das frohe Treiben auf; der Tanz
wurde fäh abgebrochen und Rufe des Schreckens wurden laut. Die
Nuhe des Kapitäns und die Gewandtheit, mit der die Mannſchaft die
Fahrgäſte in die Boote und auf Flöße brachte, verhinderten den
Aus=
bruch einer ernſtlichen Panik. Immerhin ſpielten ſich herzzerreißende
Szenen ab, als bei der Verteilung der Fahrgäſte auf die einzelnen Boote
Familien auseinandergeriſſen wurden. Viele Fahrgäſte konnten auch
nur mit Mühe dauon abgehalten werden, ihre Habfeligkeiten zu retten.
Die Schüffsingenieure ſuchten mittlerweile die Urſache des Sinkens feſt=
Oben: Der Wintergarten der „Principeſſa Mafalda‟
Ein richtiges Gewächshaus ſtand den Gäſten des
Ozeandampfers auf der langen Reiſe zur Verfügung.
Unten: Der Muſikſalon des geſunkenen Dampfers
war im Stile des 18 Jahrhunderts gebaut.
Bedeu=
tende Künſtler haben in dem ſchönen Raum die
Fahrgäſte entzückt.
Nummer 299
zuſtellen. Auf die dann ausgeſandten 8OS=Rufe folgten bange Mi= vu
ten bis die „Elhena”, „Moſella” und „Empire Star” anwworteten /70
ſchließlich in Sicht kamen. Kurz nach ihrer Ankunft erfolgte die 7
ploſion auf der „Prineipeſſa Mafalda‟. Der „Formoſe” gelang
trotz der Dunkelheit ſich an dem ſinkenden Schiff anzulegen, wodurch
Rettung ſehr beſchleunigt wurde, da ſie direkt von Deck zu Deck m.
lich war.
Nach den letzten hier eingegangenen Meldungen hat ſich die 38
der Geretteten des Dampfers „Mafalda” auf etwa 1200 erhöht.
ganzen waren auf dem Schiff 968 Paſſagiere und 240 Mann Beſatzum=
Die Zahl der Opfer iſt alſo weſentlich geringer als man zunächſt
fürchtete. Man hofft, daß ſie ſich noch weiter verringern wird.
Die amtlichen Berichte aus New York und Südamerika geben
Zahl der bei dem Untergang des italieniſchen Dampfers „
Prin=
peſſa Mafalda” ums Leben gekommenen Perſonz
des geſunkenen Schiffes beſagt, daß der verhältnismäßig geringe B.
luſt an Menſchenleben auf die ſchnelle Rettungstätigkeit einiger Damp
fer zurückzuführen iſt.
Muſſolini hat an den Botſchafter in Rio de Janeiro telegy
phiert, und hat ihm die weiteſtgehenden Vollmachten erteilt, um alll
Ueberlebenden die notwendige Hilfe angedeihen zu laſſen, die Lage äb
Paſſagiere und der Beſatzung zu lindern, den Geretteten die Fortſetzmg
der Reiſe ſicherzuſtellen oder ihnen die Rückreiſe in die Heimat zu
möglichen.
Wie berichtet wird, befanden ſich nach Mitteilung des Stuttgartr
Zweigbüros der italieniſchen Schiffahrtsgeſellſchaft auf dem untergegon
genen Dampfer „Principeſſa Mafalda” außer dem ſchon gemeldet *
Dr. Vollrath noch drei Deutſche, nämlich der Auswanderer Eugw
Schneider aus Schramberg, Richard Kappus aus Pforzheim und e
Braunſchweiger, namens von Lucken. Ob die drei Deutſchen ſich mtit
den Geretteten befinden, konnte noch nicht ermittelt werden.
Ueber die Urſache des Unglücks beſtätigt ein Fukſpruch der au
Rettungswerk beteiligten Schiffe, daß der Untergang auf eine Keſſeſ
exploſion zurückzuführen iſt. Dagegen ſteht noch nicht feſt, ob die Exs
ploſion durch das Auflaufen des Dampfers auf ein Felſenriff oder dur=
Ueberflutung des Maſchinenraumes infolge eines Schraubenbruches vein
urſacht wurde. Vor dem Büro von Lloyd wartet eine große Menſchemm
menge auf neue Meldungen über die Kataſtrophe. — Der Schiffsverſiche,d
rungsmarkt in London erleidet durch den Untergang der „Prinibeſſant
Mafalda” beträchtlichen Schaden. Der Schiffskörper war mit 200000
Pfund Sterling in Italien verſichert. Italieniſche Geſellſchaſten wären m
Rückverſicherungen in London eingegangen. Auch die Ladung des 9
Dampfers iſt mit einer bedeutenden Summe verſichert geweſen.
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Nummer 299
Freitag, den 28 Oktober 1927
Geite 19
Meeoſtdel Oſdte Ducraft
bg. Das Buch iſt tot — es lebe das Buch! Seit Jahren
fſitzen Verleger, Buchhändler, Autoren und Künſtler am Kranken=
Bett des deutſchen Buches; man prothezeite Pleite und ſchlug
Produktionseinſtellung für ein Jahr vor. Als wenn ſich’s Schrei=
Sen, Drucken und Verlegen ſo „einſtellen” ließe; jeder Gaul will
Eutte:!
Wenn die Leipziger Internationale Buchkunſt=Ausſtellung in
ſoen Paraterreräumen des Muſeums von Mai bis Oktober
all=
jäglich von über 350 und ſonntäglich von faſt 1000 Menſchen
be=
ſrucht wurde, ſo ſprechen dieſe Zahlen für das Buch. Das Buch
wird leben, hoffentlich in erträglicher Form!
Das ſchöne Buch, beſtimmt durch Harmonie zwiſchen
FSnhalt und Form, braucht gewiß nicht Luxuswerk zu ſein; es
dat es aber in heutiger Zeit in einem Land mit einer
kultur=
wſen reichen Klaſſe und einer verarmten Kulturſchicht ſchwer,
hrundert, vielleicht auch ein paar mehr feſte Abnehmer
zuſammen=
zubringen. Der handgebundene Einband ſucht nach
Käu=
ſtrn; die großen Meiſter dieſer Kunſt müſſen ſchon abſatzkräftigere
Wege einſchlagen, um überhaupt in lieben Stunden dieſer
ſchön=
ſen und ſinnlichſten Liebhaberei zu leben, die ganz Hingabe an
den Stoff iſt und im Rauſch des Könnens Verlebendigung des
Imhalts in gelaſſener Sachlichkeit und überzeugenden Linien ſucht.
Der Buch=Künſtler hat ſich neben der Textſeite, wo ſie
nach ſeiner Illuſtration verlangt, das weite Gebiet der Schrift
enobert. Kein Land hat innerhalb ſo kurzer Zeit einen ſolchen
Reichtum von neuen Schriften hervorgebracht wie Deutſchland.
lwn Behrens bis Renner ſpannt ſich die Brücke, deren Pfeiler
Nramen wie Tiemann, Koch, Kleukens, Weiß
bezeich=
nrn. Gleichzeitig hat man Altes hervorgezogen, nachgeſchnitten
ur=d neu belebt, ſei es für Handſatz oder Maſchinenſchriften: ſo
Utte Schwabacher und Unger=Fraktur, Sonderdruck=Antiqua und
Garamont. Aber der Künſtler eroberte ſich auch den
Verleger=
nband, alſo den maſchinell gefertigten, für hohe Auflagen
hfſtimmten Einband, der ſich meiſt in Leinen präſentiert, einſt
eſeiglich in Goldaufdruck ſchwelgte und jetzt Triumphe in
farben=
riehen Spritzmuſtern feiert. Buchdrucker, Buchbinder,
Rüjnſtler und Verleger haben ſo in gemeinſamer Arbeit
ſem neuen deutſchen Buchſtil geſchaffen. Vielleicht iſt es
ine Doktorfrage, ob dem Buchkünſtler, der heutigen
Führer=
emneration, die entſcheidende Rolle dabei zufiel. Was wäre ohne
Fierleger, die ſich zu dem damals Neuen bekannten (etwa
ſt ſelverlag, Eugen Diederichs), was ohne Drucker (etwa
ſoeſchel), die echte handwerkliche Geſinnung, wie ſie aus
Eng=
nd (William Morris) herüber wehte, bejahten und lebten,
eworden!?
Die Ausſtellung zeigte die Arbeiten einer Generation, die ſich
ſoriſch berechtigt die Führergeneration (vereinigt in
enn die Ausſtellung veranſtaltenden Verein „Deutſche
Buchkünſt=
rI) nennt und das Wertvolle der jungen Generation.
Führergeneration beherrſchte die Ausſtellung ſo ſtark, daß
h. reine Graphik, reine Zeichnung, auch wo ſie ohne
Zuſam=
elrhang mit dem Buch geblieben iſt, ſtellenweiſe zu breit macht,
enrn noch der Name „Internationale Buch=Kunſt=Ausſtellung”
we Berechtigung haben ſoll. Dieſer Nachteil, der den Ueberblick
ſcchwerte, mag damit entſchuldigt werden, daß ſich kaum ſo bald
tecer eine Ausſtellung in dieſem Ausmaß zuſammenbringen
6— Auf der anderen Seite aber war das Werk von Künſtlern,
sl beſtimmt Leiſtung bedeutet, etwa von Chriſtian
Kleu=
u s, nicht vertreten! Das Präſidium der Ausſtellung hat
uus Auswahl der Werke, ſoweit Deutſchland in Betracht
mnt, damit begründet, daß an Qualität von der jüngeren
eneration wenig geboten wurde. „Wir wollen auch nicht, daß
f dem Gebiete der Buchgeſtaltung, in welchem neben großen
nitleriſchen auch bedeutende materielle Werte verankert liegen,
lnich übereilte Verſuche und überflüſſige Drängeleien jene
Un=
verheit und Sprunghaftigkeit einreißt, die ſich manchen anderen
hietes zu ſeinem eigenen Schaden heute bemächtigt hat” (Stei=
E/Prag). Ob dieſer Standpunkt ganz richtig iſt, mag füglich
hreifelt werden. Auch Buchkunſt iſt Bewegung, geiſtiges
Rin=
nmach neuen Formen, das ſich nicht gängeln läßt.
Deutſchland imponierte durch die Fülle des Materials,
Meichtum der Ideen, den Wettſtreit von faſt 200 Künſtlern!
huinge ſind heute gut bezahlte Größen, die noch vor 15 Jahren
teg en und in Zuſammenarbeit mit großen Leipziger
Verlags=
luſern ihr Talent am Tagesbedarf entwickeln konnten. Andere
ſ von zurückhaltender Eigenart, verſchloſſen, ernſt und echt;
rnn muß ſich um ihre Arbeit mühen, wenn man ſie wirklich ganz
giß ßen will. Ganz verſunken in den Zauber der Närchenwelt
ider altbekannte Simpliziſſimus=Zeichner Gulbranſſon.
9 Ding und beſonders in den farbigen Illuſtrationen von
ge=
mmyer Wirkung Walter Klemm (deutſche Märchen; Till
E uſwpiegel). Anſprechend die Koje mit den vielſeitigen
Arbei=
ta 4Mluſtration, Titel, Einbände) von Emil Preetorius:
en Achend in ſeinen farbigen Zeichnungen und immer ein bißchen
inr üſtg=liebenswürdig.
is Holzſchneider sans pareille zeigte ſich Oskar
BKgemann. Stücke nach Zeichnungen Slevogts ſind von
b Anſoernswerter Sicherheit und Leichtigkeit; ebenſo ein
far=
b15 hoolzſch itt nach Menzel und die mit unendlicher Sorgfalt
u/ Rharb=ſinnlichem Ausdruck gefertigte Reihe zu de la Sales
„eſehn Freuden der Ehe” nach Zeichnungen von F. W.
Akurens (gedruckt bei L. C. Wittich, Darmſtadt). Da=
Emil Preetorius.
neben beanſprucht Karl Mahr=Frankfurt Beachtung für ſeine
Köpfe mit eigenartiger Technik (bildhafter Holzſchnitt, auch für
techniſche Reproduktionen!) und im falbigen Holzſchnitt
Hed=
wig Kruſe durch Erzählertalent und wuchtige Größe (
Illu=
ſtrationen zu Eliduc). Tüchtige Form und ſauberes Können
ſpricht aus allem, was Hans Pape (Münſter i. W.) in ſeiner
Hans Pape. Titelholzſchnitt.
beſchreibenden Holzſchnittart liefert, ausgezeichnet durch ſtrenge
Titelgeſtaltung in Uebereinſtimmung mit dem Inhalt des Buches
und meiſterhaft in ſeinen ſparſamen Strichen. Ganz gegenſeitige
Richtung und von beachtlicher Stärke der Kölner Richard See=
Richard Seewald. Holzſchnitt zu Vergils Bucolica.
wald! Einige Koſtbarkeiten in farbiger Lithographie
feſſeln bei dem Werk Georg Alexander Mathéys, des
Herausgebers der Daedalusdrucke: für den Inſelverlag „Das
Buch vom Tee” gebunden in Seide mit farbiger Lithographie,
und Lithographien zum „Hohen Lied” (in der Nachdichtung
Goethes).
Für moderne Umſchlaggeſtaltung — der
Schutz=
umſchlag muß das Publikum aufrütteln und zum Kaufen
über=
reden! — liefert gute Beiſpiele Heinrich Hußmann (
Leip=
zig), der auch vielen Leſern durch Werke der letzten Zeit (
Muſſo=
lini, Ediſon) kein Unbekannter iſt. Gemäßigten Bauhausſtil
ver=
tritt der junge Darmſtädter Ernſt Kellner, aus der Gruppe
um Klippenberg (Inſelverlag) hervorgegangen, in ſeinen
Satz=
troben, Umſchlagentwürfen, Verlagseinbänden uſw.; er kommt
auch in der Feſtpublikation „Leipzigs Wirken am Buch”
(1927: 60 Seiten und 26 zum Teil farbige Beilagen; 4 RM.)*)
mit einem ſehr inſtruktiven Beitrag „Die Aufgabe der
Buch=
herſtellung im modernen Verlag” zu Wort und verſpricht
ſaubere, ſachliche Werkgeſtaltung!
Reich iſt das Können, wo Künſtler Einbände
entwor=
fen haben; ſo der in ſeiner Einfachheit eindrucksvolle Einband
zu „Beethoven”, „Zwei Romanzen” von Walter Tiemann,
rotes Leder mit Handvergoldung. Oder Emil Rudolf Weiß
mit ſeinen Verlegerbänden für den Inſelverlag (farbiger
Um=
ſchlag zu Gerhart Hauptmanns. Anna”) oder dem
Ganzleder=
einband zu Goethes Wilhelm Meiſter. Die Titelſeite zu dieſer
Ausgabe iſt zugleich ein Beweis, mit welcher Sorgfalt und
Ge=
nauigkeit bis ins Kleinſte der Künſtler ſeine Angaben für den
Satz des Titels gemacht hat!
*) Vier Leipziger Druckereien haben ſich in die Heuſtellung der
Auf=
ge geteilt; bedauerlich nur, daß auch keine in einem ſolchen
Doku=
nent Wert auf „Regiſter” (alſo genauem Druck Zeilu auf Zeile)
ge=
egt hat!
Daneben und darüber ſtehen die Buchbinder, die den
Bucheinband ſelbſt entwerfen und ausführen. Aus Darmſtadt
bemerkte man Arbeiten der jungen Buchbindermeiſterin Thea
Schenck und Ernſt Rehbeins (z. B. Band „
Bilderhand=
ſchriften der Landesbibliothek Darmſtadt”; Buch Tobias in
Ganz=
leder mit reicher Handvergoldung).
Die Drucke verſchiedener Preſſen (Rupprecht=Preſſe,
Cra=
nach=Preſſe) gaben zugleich Gelegenheit, die moderne
Einband=
kunſt zu bewundern; ſo zeigte die Cranach=Preſſe (zu
be=
ziehen durch den Inſelverlag) die Eclogen des Vergil (mit 43
Holzſchnitten von Maillol) in einem Handeinband von Otto
Dorfner (Weimar) und einen ſolchen des Engländers
Dou=
glas Cockerell. Die moderne Sachlichkeit war außer durch
Dorfner (z. B. Einbände Buch Ruth und Li Tai Pe) durch
Otto Pfaff (Halle) vertreten. Neben Franz Weiße (
Ham=
burg) iſt es ein Buchbinder, der höchſte Beachtung verdient und
Proben ungewöhnlicher Reichhaltigkeit bei vollendeter
Durchfüh=
rung vorlegt: Jgnaz Wiemeler, ſeit einem Jahr Profeſſor
für Einbandkunſt an der Leipziger Akademie und vorher in
Offenbach. Wiemeler meiſtert die Handvergoldung mit
er=
ſtaunlicher Ausdrucksfähigkeit und unnachahmlicher Leichtigkeit,
wie ein Zeichner, etwa wie Bangemann den Holzſchnitt! Man
bewundere den Einband zu Grimms Märchen, da iſt Muſik,
Hei=
mat, Zauber, alles ganz Märchenwelt!
Was ſich in einer Sammlung von ſchönen kleinen Drucken
bis zur einmaligen (geſchriebenen) Luxusausgabe,
ſelbſtverſtänd=
lich beſtimmt durch den perſönlichen Geſchwack
des Sammlers, vereinigen läßt, zeigte ſich im vornehm
aufgemach=
ten „Zimmer eines Bücherfreundes”, das die bedeu=
Zimmer eines Bücherfreundes.
tendſten Stücke der Sammlung Karl Klingſpor,
Offen=
bach a. M., enthält. Es bildete das Schauſtück der Ausſtellung
und reizte, die koſtbaren Bände aus den Vitrinen zu nehmen und
ſich damit in die (verbotene) Niſche auf die (verbotene)
Ruhe=
bank zurückzuziehen.
Die Arbeiten Rudolf Kochs (Rudolfiniſche Drucke und
Schreibkunſt), uns geläufig durch die Ausſtellung im
Gewerbe=
muſeum, waren repräſentativ untergebracht. Ganz nahe bei das
Werk Gerhart Hauptmanns von den erſten Ausgaben an
bis zur Geſamtausgabe; intereſſant durch den Wandel der
Stil=
formen in der Buchgeſtaltung, der jeweils in den Titelblättern
und Einbänden deutlich wird.
In den übrigen 20 Ländern hatte jeweils ein
Komi=
tee die Auswahl getroffen, in der Abſicht, jedes Land wirklich
Spitzenleiſtungen ausſtellen zu laſſen, die für ſeine Buchgeſtaltung
charakteriſtiſch ſind. Zufällig waren in drei Sälen Frankreich,
England und Rußland nebeneinander zu ſtehen gekommen.
Charles Ricketts (England). Titelſeite.
Frankreich zeigte riel und vielerlei, beſonders Graphit, wenig
eigentliche Buchgeſtaltung, grelle Einbände; esprit, elegance.
leichte Spielerei, beſonders Karikatur. Vielleicht daß wir das
Nummer 299
Freitag den 28 Oflober 1927
ſich eine formſichere, lebendige Buchgeſinnung. So Preißi
in ſeiner für die Staatsdruckerei gezeichneten und geſchnittene
Schrift; Kalab (Direktor der Induſtrie=Druckerei, Prag)
mi=
vorbildlichen Drucken, aus dem Inhalt heraus in ſicherem
Go=
ſchmack geſtaltet, ſachlich ohne jede Spielerei; J. Solar mi
guten Bindearbeiten der ſtaatlichen graphiſchen Schule. Mau
gewinnt gerade hier die Ueberzeugung, daß durchweg
verantwor=
tungsvoll gearbeitet wird und Gutenbergs ſchwarze Kunſt ji.
keinem andern Land allgemein ſo vorteilhaft geübt wird wie bie=
Ungarn zeigte eigenartige, anſprechende Buchtitel voo
Prof. Jaſchik, der außerdem mit bewegten farbigen
Zeichk=
uungen, hinreißend im Rhythmus und erfaßter Bewegum
(Pferde und Reiter überm Feld) vertreten war, Lithograpbie=
und Holzſchnitte von Dr. v. Fay und ſaubere Titelgeſtaltumn
von Ludwig Kozma.
Buch zu ernſt nehmen, als eine moraliſche Anſtalt; aber der Saal
atmet Verwirrung, wenig Zukunft. Daneben engliſche
Buch=
kunſt von geſchloſſener, impoſanter Ruhe. Einige gute Beiſpiele
ſauber geſtalteter Buchtitel und Seiten; Einbände von
vorbild=
licher Geſchloſſenheit und vornehmer Geſinnung, first of all
Meiſterſtücke D. B. Cockerells. Ein Band „Shelley and his
poetry” (1918) in grün Leder mit Handvergoldung von der
noch jungen Kunſtbuchbinderin E. D. Goggs beanſpruchte
be=
ſondere Beachtung. Abgeſehen von einigen guten modernen
Arbeiten (farbige Radierung und Illuſtration) von Edward
Wadeworth und Vera Willoughby durchweg
kon=
ſervativer Stil. Und ſchließlich Rußland! Bei allem
Iſaae Grünewald (Schweden).
Außer Schweden, das gute Titelgeſtaltung, repräſento
tive Einbände, beachtliche Kultur zeigte, erzwingt ſich Pole
beſondere Beachtung. Seine bedeutende Buchkunſt
offein=
bart ungeheure Farbenfreude und gibt in Verbindung vo
Schrift und Zeichnung (z. T. Titel zum Ausſtellungskatalog füu=
Paris 1925) äußerſte Bewegung bei gekonnter Sicherheit unn
Konzentration der Linien.
Franz Maſereel (Belgien). Holzſchnitt zu Romain Rollands
„Jean Chriſtophe‟.
Wladimir Favorſkij (Rußlund).
Stürmen und Drängen, bei allem Herausfordernden und
Ueber=
triebenen, was ſich etwa in Liſſitzky dokumentiert, ſpürt man
Bewegung und Anſatz zu Neuem, das einmal in uns
unbegreif=
licher Form leben wird. Auch im Holzſchnitt, der in allen
Ländern in beſonderen Techniken blüht; wie etwa Belgien
(Maſereel, Flouquet, Cantré), Italien (Bramanti, Moroni),
Tſchechoſlowakei (Spolinſky),
Oeſterreich war mit feinen Buchbinderarbeiten von
Ru=
dolf Junk und Hermann Scheibe vertreten; neben
Alfred Coßmann, dem Radierer und Kupferſtecher, fallen
Arbeiten (darunter farbige Zeichnungen, Radierungen) von
Hans Frank auf.
Die Schweiz hat ſür das Schulbuch, in dem ſich bei uns
gewöhnlich Kitſch, unordentlicher grauer ſtatt ſchwarzer Druck,
ſchlechtes Papier ſeit Jahrzehnten vererben, Ernſt gemacht mit
der Forderung: für die Jugend iſt das Beſte gerade gut genug,
d. i. ein inhaltlich und in der äußeren Geſtalt
vorbild=
liches Leſebuch! Die Schulverwaltung von Zürich darf für ſich
das Verdienſt beanſpruchen, die ſchweizeriſche Buchkunſt, ſo jung
ſie iſt, offiziell in den Dienſt des guten Schulbuchs eingeſpännt
zu haben. Was Martha Riggenbach=Schmidt mit
Zeich=
nungen und Holzſchnitten für das Schulleſebuch getan hat, ſollte
für andere Länder anſpornend wirken!
Bruno Bramanti (Italien).
Die Niederlande zeigten in den Drucken der
Hal=
cyon=Preſſe unter Leitung des Buchdruckers und Verlegers
Alexander Stols Vorbildliches; Format, Satzſpiegel und
Schrift ſind bei aller Eigenart ruhig=eindrucksvoll. Aehnliches
leiſtet Jean Francois van Royen. Schriftproben von
über=
zeugender Sachlichkeit und klarer Gruppierung gab J. van
Krimpen., Mitarbeiter von Joh. Enſchedé. Gute
Holzſchnei=
der Henri Charles Jonas und J. van der Voſſen. Für
den Bauhausſtil Vorbild: Hendricus Theodorus
Wijde=
veld u. a. Während wir noch theoriſieren, ob Bauhaus oder
nicht, hat ſich dieſer Stil in ſeinem Urſprungsland Holland in
Baukunſt und Buchkunſt als Selbſtverſtändlichkeit durchgeſetzt.
Die Tſchechoſlowakei nimmt unſtreitig den erſten
Platz neben uns ein; in allem, gleich, ob von der Prager
Staatsdruckerei oder dem Verein Typografia gezeigt, offenbart
Zygmunt Kaminſki (Polen).
Das einzige, was im Leipziger Stadtbild als
Eriuſie=
rung an dieſe Ausſtellung bleibt, iſt der in Verbindung mit ihr
in den Anlagen hinter dem Muſeum gebaute Pavillon, inn
ſeiner Aufmachung ausgezeichnet und Sommers wie Winters
eine ſympathiſche Stätte, Mokka zu ſchlürfen oder bei modernen
Tänzen entſchwundener Jugend und Genußfähigkeit
nachzu=
träumen. Doch fürs Buch wollen wir die Worte, die Exellenz
Harnack der Ausſtellung mit auf ihren Weg gab, gern in
El=
innerung behalten: „Auch in ſchlichtem Gewand ſind gute Bicher
gute Freunde; die Buchkunſt aber verſtärkt die Freundſchaft und
verleiht ihr Würde und Anmut.”
von Sandboden, zu Tagespreiſen,
frei Keller abzugeben. (16569mtg
Hagedorn, aut Kranichstein
Der Lehrer ſpricht es vom Katheder
A
Der Pfarrer predigt von der Kanzel,
Dem Georg, dem Jakob und dem Franzel
Der Bürgermeiſter auf dem Land
Sagt, Bauern, habet doch Verſtand!
Es mühen ſich die Prominenten,
An allen Ecken, allen Enden,
Drum Frauen, Männer ſeid geſcheit
Und nützet die Gelegenheit.
Denn überall in Stadt und Land
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Führt Qualität und keinen „Miſt”
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Du wirſt es nicht zu bereuen haben,
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 299
Freitag, den 28 Oktober 1927
Seite 21
Fußball.
Abgeſehen von dem in Düſſeldorf ſtattfindenden traditionellen
FFreundſchaftsſpiel der Verbände von Weſtdeutſchland und Oſtholland
Seherrſchen allenthalben im Reich die Punktekämpfe das Fußball=
Pro=
rgramm des Sonntags. In Süddeutſchland bringt der Sonntag
erſchiedenen Bezirken Kämpfe von entſcheidender Bedeutung. So wird
.B. in dar Gruppe Main höchſtwahrſcheinlich ſchon jetzt die Frage
rach dem Meiſter beantwortet. F. S.V. und Eintracht Frankfurt, die
u Frankfurter Waldſtadion vor einer Rekordzuſchauermenge
zuſammen=
weffen werden, überragen alle anderen Vereine ihrer Gruppe derart,
daß nur zwiſchen ihnen die Entſcheidung fallen kann, nachdem ſia in der
„Borrunde 1:1 ſpielten, noch punktgleich. Der Sieger vom 30. Oktober
bat die Meiſterſchaft ſo gut wie ſicher. Welcher Veroin aber den Sieger
Hellen wird, iſt ſchwer zu ſagen. Während der F. S.V. doch nicht mehr
ganz die Kampfkraft der letzten Jahre aufbringt, hat ſich die Eintracht
weſentlich rerbeſſert, ſie iſt dem F. S.V. ebenbürtig geworden. Ein für
die Beſetzung des dritten Platzes wichtiger Kampf iſt das Treffen
zwi=
jNchen Union Niederrad und Rot Weiß Frankfurt. Auch hier ſind die
Mannſchaften ziemlich gleichſtark. In den weiteren Spielen: Viktoria
Aſchaffenburg — Offenbacher Kickers, Fechemheim 03 — F.C. 93
chanau, Viktoria 94 Hanau — Germania 94 Frankfurt und V. f. R.
Offffenbach — Sport 1860 Hanau haben jeweils die Platzherren, alſo
dae erſtgenannten Mannſchaften die beſſeren Gewinnchancen. — Auch
in der Gruppe Baden treffen die beiden Tabellenerſten, Phönig
und F.V. Karlsruhe aufeinander, Phönix ſührt bislang noch mit einem
Puinkt Vorſprung und dürfte im Falle eines Sieges vom Karlsruher
Ftißball=Verein kaum noch eingeholt werden können. Der in dieſer
Sraiſerſon enttäuſchende K. F. V. wird ſich aber ſo leicht nicht ſchlagen
loſſen. Er gewann ja auch das Vorſpiel ſchon 2:1 und hat jetzt,
nach=
dmn auch Vogel wieder nitwirken kann, zumindeſt die gleichen
Aus=
ſicten wie Phönix. Mit Rückſicht auf dieſes Treffim iſt die Begegnung
Vif. R. Karlsruhe — F.V. Offenburg auf den 18. Dezember verlegt
worden. Es gibt alſo am Sonntag in Baden neben dem Karlsruher
Lt kalderby nur noch zwei Treffen: Sp.=Vgg. Freiburg — F. C. Freiburg
uud Freiburger S.C. — F.V. Villingen. Favoriten ſind die beiden
ſtben Freiburger Mannſchaften F. C. und S.C. — In der Gruppe
ſtwrdbayern trifft der 1. F. C. Nürnberg auf den noch
ungeſchlage=
tar V. f. R. Fürth. Der Club, der in der Vorrunde gegen die Fürther
Aᛋſenſpieler nur unentſchieden ſpielen konnte, wird jetzt auf eigenem
Glllände gewiß alles verſuchen, beide Punkte einzuholen, und u. E.
ſü—fte ihm das auch nach hartem Kampf gelingen. Mit hartem
Wider=
tad wird auch die Sp.Vgg. Fürth in ihren Kampf gegen die A. S.V.
Nurnberg rechnen müſſen, doch glouben wir auch hier an einen Sieg
Spitzenmannſchaft. Im dritten Spiel des Tages, dem zwiſchen
„S. Bahreuth und F. S.V. Nürnberg, haben ſchließlich gleichfalls die
Slatzherren, alſo die Bayreuther, die beſſeren Ausſichten auf den
Ge=
inn beider Punkte. — In Südbayern wird ſich die Lage am
Oktober kaum weſentlich ändern. Den führenden Bayern München
aff man wohl einen glatten Sieg über Schwaben Ulm zutrauen.
ſtroas ſchwverer wird es Wucker München haben, das in Augsburg gegen
dortigen Schwaben antreten muß. Nachdem aber Wackers Form
imas beſtändiger geworden iſt, muß man ihm auch die Chance eines
gges in Augsburg geben. — Der Tabellenführer der Gruppe
Züirttemberg, die Stuttgarter Kichers, wüſſen, ihrem
Kräftever=
än-nis entſprechend, auch auf dem Platz der Sportfreunde Stuttgart zu
mem Sieg kommen können. Weſentlich ſchwerer hat es der
Stutt=
ater S. C., der den nicht ungefährlichen Gang zum F.C. Birkenfeld
an muß. Ein Sieg der Birkenfelder wäre nicht einmal eine
Ueber=
ſtchung. Ziemlich ſicher iſt dagegen wieder ein Sieg von Union
ſöflkingen über V.f.R. Gaisburg zu erwarten. Schließlich war noch
n) Spiel zwiſchen V. f. R. Heilbronn und V. f. B. Stuttgart angeſetzt,
tA aber ſcheinbar verlegt worden iſt, da der V. f. B. Stuttgart beſtimmt
WWforzheim zum Freundſchaftsſpiel gegen den dortigen F. C. antreten
I — In der Gruppe Rhein bleibt der mit drei Punkten
Vor=
rung führende S.V. Waldhof ſpielfrei. Sein nächſter Nachbar, der
fſSR. Mannheim, beſucht Ludwigshafen 08. Die Mannheimer
Raſen=
ieler haben dieſes Spiel durchaus noch nicht gewonnen, konnte doch
ubvigshafen 03 noch am letzten Sonntag dem V. f. L. Neckarau im
4=Spiel einen Punkt abnehmen. Neckarau hat dagegen diesmal den
etwinn beider Punkte ziemlich ſicher, denn ſein diesmaliger Gegner,
tmrinheim 08, iſt ihm in keiner Weiſe gewachſen. In den Spielen
hinis Mannheim gegen Phönis Ludwigshafen und Sp.=Vgg.
Sand=
ſenn gegen F.V. Spetzer ſtehen zwar die Gäſtemannſchaften in der
aſcelle beſſer, aber ihr Plus an Spielſtärke kann allzu leicht durch
m! Vorteil, den die Gaſtgeber in der Geſtalt des eigenen Platzes
ban, aufgehoben werden. Im letzten Spiel endlich erwarten wir
nem Sieg von Pfalz Ludwigshafen über Germania Friedrichsfeld. —
errrlich bedeutungsvoll iſt in der Gruppe Saar das Spiel zwiſchen
mi. führenden F.V. Saarbrücken und dem S. C. Saar 05 Saarbrücken.
a9 Spiel der Vorrdnde zwiſchen dieſen beiden Mannſchaften endete
1. diesmal dürfte aber wohl ein Sieg des F.V. herausſpringen, der
mirt den S.C. Saar noch weiter zurückwerfen würde und nur noch die
dm iſſia Neunkirchen in gefährlicherer Nachbarſchaft hätte. Aber
viel=
ch= fällt auch Boruſſia Neunckirchen weiter zurſück, denn die Elf wird
un Kreuznach nicht leicht haben, einen Siog zu erzielen. In Pirma=
13) ſteigt das Lokaltreffen zwiſchen V. f. R. und F.C. Es ſcheint ein
ſen er Kampf zu weiden, wenn ſich der F.C. auch augenſcheinlich in
Elletzten Kämpfen verbeſſert hat. Die Sportfreunde Saarbrücken
rfan den S.V. 05 Trier nicht unterſchätzen, wollen ſie nicht auf
eige=
m! Platze eine Ueberraſchung erleben. Auch der F.C. Idar wird es
E leicht haben, in Trier zu einem Siege über die dortige Eintracht
hemmen. — In der Gruppe Heſſen, wo am letzten Sonntag
es Spiel mit einer Ueberraſchung endete, verſpricht diesmal jedes
ſieT härteſten Kampf. Der Tabellenführer Wormatia Worms hat den
f.22. Neu Iſenburg zu Gaſt, alſo jene Mannſchaft, die ihm in der
irmunde die einzige Niederlage beibrachte. Auf eigenem Platze hat
nswar die Wormatia die größeren Gewinnchancen, aber der Gegner
ißſ ſehr ernſt genommen werden. Ueber das Treffen Sp.V. 98 gegen
ihr haben wir bereits eingehend berichtet. Alemannia Worms reiſt
waſſia Bingen, die noch am letzten Sonntag dem F. S.V. 05 Mainz
en Punkt abnehmen konnte. Mainz 05 ſpielt gegen Arheilgen und
terrania Wiesbaden gegen den großen Lokalrivaſen S.V. Wiesbaden.
mieſe Kämpfe ſind durchaus offen.
Was Fußball=Programm des Auslandes weiſt zwei Länder=
4 auf: Dänemark — Norwegen in Kopenhagen und
Giettland — Wales. Außerdem ſteigt in Prag zwiſchen Sparta
ae und Rapid Win das erſte Endſpiel um den Mitteleuropa=Pokal.
S /ückſpiel findet acht Tage ſpäter in Wien ſtatt.
Boxſport.
MGit einer größeren boxſportlichen Veranſtaltung wartet wieder ein=
1 ſDie Dortmunder Weſtfalenhalle auf. Im
Vorder=
mü des Intereſſes ſollten eigentlich die Ausſcheidungskäwpfe
ſdie deutſche Schwergewichtsmeiſterſchaft ſtehen.
Ieem aber der für Röſemann zum Gegner beſtimmte Hamborner
Imel hüirzlich eine ſo klägliche Rolle ſpielte und von der B.B.D. aus
Wrogramm geſtrichen wurde, bleibt nur eine Ausſcheidung auf dem
da-camm, die zwiſchen Ludwig=Haymann München und Siewert=Ber=
Wir zweifeln nicht im geringſten daran, daß Haymann dieſes
Iffnen glatt gewinnen wird. Nöſemann tritt nun nach dem Fortfall
1 (Lampfes gegen Tauwel gegen den holländiſchen
Schwergewichts=
diarr Piet Vanderveer an, der zwar auch nicht mehr auf der Höhe
ſes Könnens ſteht, aber für den Deutſchen ein gefährlicher Gegner
Gt Das Rahmenprogramm bringt cinen Ausſcheidungskompf um
weutſche Bantamgewichtsmeiſterſchaft zwiſchen Mino.v=Düſſeldorf
v Winke=Duisburg ſorie ein Treffen zwiſchen den Mittelgewichtlern
Fin=en=Düſſeldorf und Hüſebus=Bremen.
Motorſport.
Alls letzte motorſportliche Veranſtaltung des Jahres ſteigt auf der
ſatude bei Stuttgart unter dem Titel „A. D.A. C.=Herbſtrennen
ATotorräder 1227” noch ein Meiſterſchaftslauf. Hier wird die
Ent=
ſdrrng üiber die deutſche Motorradmeiſterſchaft 192 in den Klaſſen
1200, 350, 750 und 1000 Kubikzentimeter fallen. Als Favoriten gelten
älleer=Chemnitz auf DK.W. (Klaſſe bis 250 Kubikzentimeter), Ernſt=
Isluu auf A.J.S (bis 350 Kubikzentimeter), Bauhofer und Henne=
Dargen auf B.M.W. (Eis 750 Kubikzentimerter) und Rüttchen=
Erke=
ozw. Hecl München (bis 1000 Kubikzentimeter). Die Klaſſen bis
mnd bis 500 Kubikzentimeter haben ihre Meiſter in
Sprung=
hotepau auf D.K.W. bzw. Soenius=Köln auf D.K.W. bereits ermittelt.
Pferdeſport.
Luie deutſche Galopp=Rennſciſon geht allmählich zu Ende. Nachdem
ei:s eine ganze Anzahl von Bahnen ihre Pforten ſchloß, gehen am
in Karlshorſt und München=Riem die letzten Rennen über die
Weitere Gglopp=Rennen gibt es in Horſt=Emſcher, Dresden und
Schwimmen.
Das Verbandsoffene Schwimmfeſt des Karlsruher
Schwimm=Vereins hat ein ſehr gutes Meldeergebnis zu
ver=
zeichnen. 29 ſüddeutſche Vereine aus Ulm, Müinchen, Mainz,
Darm=
ſtadt, Göppingen, Stuttgart, Frankfurt a. M., Eßlingen, Freiburg,
Mannheim, Heidelberg, Worms, Pforzheim, Heilbronn uſw. werden
ſich am Sonntag in Karlsruhe ein Stelldichein liefern.
Spieleum die Main=Rheingaumeiſierſchaften
der Deutſchen Turnerſchaft.
Im Main=Rheingau finden in eimigen Gruppen ſehr intereſſante
und ſpannende Spiele am kommenden Sonntag ſtatt. In der
Meiſterklaſſe hat Pfungſtadt die Mannſchaft von Groß=Gerau zu
Gaſt. Sofern die Pfungſtädter auf dem Damm ſind, werden ſich die
Gäſte gewaltig wehren müſſen, wenn ſie einer Niederlage entgehen
wol=
len. Eberſtadt ſpielt gegen Neu=Iſenburg, das in der Vorrunde eine
ziemlich hohe Niederlage einſtecken mußte, und auch dieſes Treffen keine
Ausſicht offen läßt, von dem Tabellenplatz weg zu kommen.
Sprend=
lingen empfängt Nauheim. Letzteres erlitt im Vorſpiel eine nicht allzu
hohe Niederlage und kann ſich, wenn es gut geht, einen Punkt retten.
A=Klaſſe: In der erſten Gruppe gewinnt das Treffen der Beſſunger
mit der Turngeſellſchaft an Intereſſe, zumal es Darmſtadt am
vergan=
genen Sonntag fertigbrachte, Bensheim, den Sieger über Beſſungen,
zu ſchlagen. Eberſtadt geht ausſichtslos in das Treffen nach Bensheim
und wird auch den Schlußmann in der Tabelle machen müſſen. Die
zweite Gruppe ſieht Gernsheim der Darmſtſtädter Turngemeinde
gegen=
über. Hier wird Darmſtadt ſich die Punkte holen, doch dürfte es zum
Tabellenführer nicht mehr reichen. Erfelden wird gegen Worfelden ein
knappes Reſultat erzielen. Wolfskehlen als Tabellenführer wird die
Gäſte aus Ober=Ramſtadt mit einer Niederlage bedenken. Zwei Spiele
der dritten Gruppe wird zunächſt Arheilgen gegen Griesheim (Tgde.)
als Sieger ſehen, ud Langen wird einer unvermeidlichen Niederlage
in Nieder=Roden entgegenſehen.
B=Klaſſe. Die erſte Gruppe hat nur das Spiel Alsbach-
Bens=
heim zu verzeichnen. Das Vorſviel brachte ein muentſchieden und wird
Alsbach als Anführer der Tobelle ſich mächtig anſtrengen müſſen, von
Bensheim die Punkte mitzunehmen. Zwei Spiele ſind in der zweiten
Gruppe vorgeſehen, und zwar geht Darmſtadt (Tgſ.) einen nicht
leich=
ten Gang nach Ober=Ramſtadt. Ob zwar letzteres das Ergebnis wie in
der Vorrunde zeitigen kann, muß das Spiel bringen. Einen ſcharfen
Kampf um die Punkte wird ſich Arheilgen und Langen liefern. Auf
der Spielfolge der dritten Gruppe ſteht zunächſt das Spiel Gernsheim—
Groß=Gerau, bei welchem letzteres ſeine Punktzahl erhöhen wird. Der
Spitzenreiter der Gruppentabelle, Goddelqu, wird in Wolfskehlen ſeinen
Punktvorſprung erweitern.
C=Klafſe. Gruppe 1. Jugenheim ſpielt in Zwingenberg und wird
das zweitgenannte als Tabellenführer alles daranſetzen, um die Punkte
nicht zu verlieren, obwohl ein Punktverluſt vorerſt keinen Einfluß aurf
einen Abſtieg haben kann. Alsbach geht zu dem Nachbarn nach
Hähn=
lein, und wird wohl oder übel die Punkte dort laſſen müſſen. —
Gruppe 2. Beſſungen wird auf eigenem: Platz ſich Nieder=Roden
beu=
gen müſſen. Sprendlingen wird gegen die maſſive Eſchollbrücker
Mann=
ſchaft kein leichtes Spiel haben und wird ſich ergeben müſſem, wer von
beiden die erſten Punkte buchen kann. — Gruppe 3 verzeichnet das
Treffen der an erſter Stelle der Tabelle ſtehenden Tade. Nieder=Roden
—Tv. Ober=Ramſtadt, bei dem die Ausſichten auf Sieg des letzteren
ſehr gering ſind. Ober=Ramſtadt (Tgſ.)Roßdorf wird ein hartes
Tref=
fen geben, und der Platzverein wird diesmal den Gäſten den Sieg nicht
überlaſſen wollen. — Gruppe 4 bringt die Begegnung Worfelden—
Wal=
lerſtädtem. Das Vorſviel ſchloß mit dem Ergebnis 2:3 ab und iſt auch
dieswal ein kmappes Reſultat zu erwarten. Das Plus wird allerdings
Wallerſtädten zu verzeichnen haben. Erfelden muß mach Nauheim und
wird dort die Punkte laſſen müſſen.
Jugendklaſſe. Bensheim wird gleich dem Vorſviel Hähnlein eine
Niederlage bereiten. Das Vorſpiel Heppenheim—Seeheim endete
un=
entſchieden, und wer diesmal den Erfolg davontragen wird, hängt vom
Spielverlauf ab. Auch von Eberſtadt wird erwartet, daß es in
Egels=
bach ein hohes Reſultat zeitigen wird. Beſſungen wird Egelsbach nicht
viel anhaben können, wie auch ſeine zweite Mannſchaft den Gäſten aus
Griesheim nicht gewachſen ſein dürfte. Pfungſtadt, das mit Groß=Gerau
im Kampfe liegen wird, kann einen leichten Sieg erringen.
Für das Vorrundenſpiel um den Handball=Pokal der Deutſchen
Sportbehörde am Sonntag, den 6. November, zwiſchen
Süddeutſchland — Balten
iſt nunmehr endgültig Darmſtadt als Austvagungsort beſtimmt worden.
Das Spiel findet demgemäß nachmittags halb 3 Uhr auf dem Platze des
Sportvereins 98 ſtatt. Infolgedeſſem mßte das auf den gleichen Tag
anberaumte Fußballverbandsſpiel
Sportverein 98 — Mainz 05
auf den Vormittag verlegt werden. Der Spielbeginn wurde hier auf
11 Uhr feſtgelegt.
V.f. L. „Rot=Weiß‟ Darmſtabt.
Am kommenden Sonntag iſt die erſte Mannſchaft ſpielfrei,
nichts=
deſtoweniger herrſcht reger Handballbetrieb; acht Mannſchaftem ſtehen
im Felde. Morgens um 10 Uhr trägt die erſte Jugend von Rot=Weiß
gegen die fünfte Jugend des Sportvereins 98 das fällige Pokalſpiel aus.
Das Spiel findet auf dem Stadion ſtatt, während zu gleicher Zeit auf
dem Sportplatz an der Rheinallee die zweite Jugend gegen die erſte
Jugend der 98er ſpielt. Anſchließend hieran fidet um 11 Uhr ein
intereſſantes Handballſpiel zwiſchen der Paddlergilde des V.f.L. Rot=
Weiß und dem Darmſtädter Kanuklub ſtatt. Das Handballſpiel wird
bei den Kanuſportlern beſonders gepflegt; allſonntäglich kann mie ſie
an den grünen Ufern des Altrheins tummeln ſehen, und als
Ergän=
zungsſport im Winter eignet ſich dieſes Spiel ganz vorzüglich.
Aller=
dings werden ſich die Leute mit dem Paddel erſt an die genauen Regeln
gewöhnen müſſen; denn bei den Kanuten herrſcht noch etwas
urwüch=
ſiger Handball, der unter dem Namen „Handball=Rugby” bis jetzt nur
noch am Altrhein gepflegt wird.
Mittags um 2 Uhr ſpielt dann die zweite Mannſchaft gegen die
dritte Mannſchaft des Sportvereins 98 auf dem Stadion. Die
Schüler=
pokalrunde geht ebenfalls weiter. Am Samstag nachmittags um 3 Uhr
ſpielt die erſte Schülermannſchaft von Rot=Weiß gegen das
Realgymna=
ſium auf dem Stadion, während die zweite Schütlermannſchaft die dritte
Mannſchaft des Sportvereins 98 als Gaſt hat. Anſchließend ſpielt um
halb 5 Uhr die dritte Jugend des Platzvereins gegen die fünfte Jugend
der 98er. Die Darmſtädter Vereine bleiben alſo dieſesmal alle unter ſih.
Ligamannſchaftskämpfe des 2. Kreiſes, 2. Bezirk.
Bei dem Mannſchaftskampf in Dieburg, am 23. ds. Mts., ſiegte der
Athleten=Verein „Vorwärts”, Groß=Zimmern überlegen mit 12:2 Punkt.
gegen die Ringermannſchaft der Turngemeinde Dieburg. Der hohe Sieg
von Groß=Zimmern iſt der beſte Boweis, daß der letzte Kampf mit
Sachſenhauſen nicht dem wahren Kräfteverhältnis entſprach, und wird
ſich dies bei dem Retourkampf wit Sachſenhauſen weiter beſtätigen.
Mit die beſten Leute bei dem Kampfe war das Schiedsgericht. Der
Obmaun desſelben, Herr Schrauder, vom Polizeiſportverein
Darm=
ſtadt, leitete mit Unterſtützung der Herren Vadt Hanau und Fiſcher
Arheilgen den Kampf in ganz vorbildlicher Weiſe, und bewies, daß
jeder Kampf bei energiſchem und verſtändnisvollem Eingreifen ohne
jeden Zwiſchenfall und Proteſte geführt werden kann. Hoffimtlich haben
die Herren noch oft Gelegenheit als Schiedsrichter zu wirken. Der
letzte Kampf in der Vorrunde für Groß=Zimmern, finder am Sonntag,
den 30. Oktober, in Groß=Zimmern gegen Athletik=Sporkverein Hanau
ſtatt. — Dia Einzelergebniſſe des Kampfes mit Dieburg waren folgende:
Fliegengewicht: Poth=Gr.=Zimmern-Ohl=Dieburg. Sieger
Poth nach Punkten.
Bantamgewicht: Schönig=Gr.=Zimmern-Weißbecker=Di. burg.
Sieger: Schönig nach Punkten.
Federgewicht: Joh. Ohl=Gr.=Zimmern — Bonifer=Dieburg.
Sieger: Ohl nach 4,10 Minuten durch Ueberſtürzer am Boden.
Leichtgewicht: Weidner=Groß=Zimmern — Enders=Dieburg.
Sieger Enders nach 4 Minuten durch Armfallgriff am Boden.
Leichtmittel: Juſt. Kraus=Gr.=Zimmern-Ludwig=Dieburg.
Sieger Kraus nach 3½ Minuten durch Halbhamlok mit Halbnelſon.
Schwermittel: Fröhlich=Gr.=Zimmern—Weber. Dieburg. Sieger
Fröhlich nach Punkten.
Schwergewicht: Hch. Kraus=Gr.=Zimmern—Grimm=Dieburg.
Sieger Kraus nach 5 Minuten durch Aufgabe von Grimm.
Fußball.
Germania Pfungſtadt—Union Darmſtadt.
Das ſchon ſeit langem mit großer Spannung erwartete
Zuſammen=
treffen zwiſchen Germania Pfungſtadt und Union Darmſtadt, dem
dies=
jährigen Meiſterſchaftsfavoriten, ſteigt nun am kommenden Sonntag,
nachmittags 3 Uhr, in Pfungſtadt. Beide Vereine haben am
vergange=
nen Sonntag verloren und werden ſich deshalb dowpelt anſtrengen, um
nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Stürmerreihen beider
Mann=
ſchaften halten ſich die Wage. Pfungſtadt beſitzt die beſſeren
Außen=
ſtürmer, jedoch iſt Unions Innentrio ſpielſtärker als das des Gaſtgebers.
Ein Uebergewicht von nicht zu unterſchätzender Bedeutung liegt in der
Läuferreihe der Darmſtädter, die im Aufbau und Abwehr gleich
hervor=
ragend iſt. Pfungſtadts bekannter Verteidigung — Polſter,
Hillgärt=
ner — iſt der Vorzug vor der Unions zu geben. Flaig und Petry ſtehen
ſich nichts nach. Der in ſeinem Ausgang vollkommen ungewiß
er=
ſcheinende Kampf wird ſeiner Bedeutung halber eine außergewöhnlich
große Zuſchauermenge nach dem „Germania”=Sportplatz locken.
Aljechin hat die 21. Partie des Weltmeiſterſchafts=Schachkampfes
gegen Capablanca gewonnen und führt jetzt mit 4:2 Siegen.
14 Nationen mit 72 Teilnehmern haben ſich für die vom 3. bis 6.
No=
vember in Budapeſt ſtattfindenden Europameiſterſchaften der
Amateur=
ringer gemeldet.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqultiung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortei. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
W. Sch. Nach § 910 BGB kann der Eigentümer eines Grundſtücks
von einem Nachbargrundſtück herüberragende Zweige abſchneiden und
behalten, wenn der Eigentümer dem Beſitzer des Nachbargrundſtücks
eine angemeſſene Friſt zur Beſeitigung beſtimmt hat und die
Beſei=
tigung nicht innerhalb der Friſt erfolgt iſt. Dabei müſſen die Zweige
die Benutzung des Grundſtücks beeinträchtigen. Solche
Beeinträch=
tigung ſcheint ja nach Ihrer Darſtellung vorzuliegen. Sie müſſen alſo
eine angemeſſene Friſt (etwa eine Woche) dem Nachbar zur
Beſei=
tigung beſtimmen und dürfen erſt ſelbſt einſchreiten, wenn der
Nach=
bar die Friſt unbenutzt verſtreichen lies. Das abgeäſtete Holz fällt
demjenigen zu, der die Beſeitigung vornahm. Dieſes Recht der
Selbſt=
hilfe ſchließt ein Klagerecht aus. Sie werden gut daran tun, die
Auf=
forderung zur Beleitigung der Zweige unter Friſtſetzung in
einge=
ſchriebenem Briefe an den Nachbar gelangen zu laſſen.
Möblierte Zimmer. Leſen Sie den Aufſatz in Nr. 296 S. 5.
E. W. Ihre Darſtellung wird wohl den Erlaß der Steuer aus
Billigkeitsgründen rechtfertigen. Dem Geſuch wäre eine ausführliche
Begründung anzuſchließen.
Die Irland-Madeira=Fahrt des Norddeutſchen Lloyd=Dampfers
„Bremen‟. Der Norddeutſche Lloyd in Bremen, der ſeinen großen
transatlantiſchen Paſſagierdampfer „Bremen” am 4. Januar 1928
zu einer Sonderfahrt nach Süd=Irland, Madeira und den Kanariſchen
Inſeln bereitſtellt, hat ſoeben eine mit vielen Bildern verſehene
Druck=
ſchrift erſcheinen laſſen, die außer einer kurzen Schilderung des
Ver=
laufs der Reiſe auch den genauen Fahrplan, das Verzeichnis der
beab=
ſichtigten Landausflüge, die Fahrpreiſe, die Reiſeroute und alle jene
näheren Mitteilungen enthält, die die Teilnehmer an der Fahrt vor
ihren Antritt intereſſieren. Die Druckſchrift ſtehr den Intereſſenten beim
Norddeutſchen Lloyd in Bremen oder bei ſeinen Vertretungen im
In=
ind Auslande koſtenlos zur Verfügung. — Mitgeteilt von der
Vertre=
tung des Norddeutſchen Lloyd, Anton Fiſcher, Darmſtadt,
Fvankfurterſtraße 12—14; Telephon 186. (Siehe heutiges Inſevat.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 28. Oktober, 11.55: Uebertr, des Glockenſpiels aus
dem Darmſtädter Schloß. O 13: Schallplatten=Konzert. Fortſetzung
des Wunſchkonzerts. O 15.30: Führung ins Berufsleben durch das
Städtiſche Berufsamt: Berufsberater Steffens: Der Koch und
Kon=
ditor, der Bäcker und Metzger. O 16.30: Hausfrauen=Nachmittag.
Dr. Dora Edinger: Knigge und die Hausfrau. O 17.45: Aus
Mo=
zarts Briefen. Sprecherin: Marg. Wolf. o 18.15:
Vereinsnach=
richten. O 18.30: Dr. Glage: Zeitſchriftenſchau. Aus dem Jahrbuch
der drahtloſen Telegraphie. o 19: Stenographiſcher
Fortbildungs=
kurſus für Anfänger und Fortgeſchrittene (Diktat von 80 Silben
aufwärts) — Anfragen an Georg Kalis, Bergerſtr. 373, 1.
O 19.30: Ing. Randewig: Die Siriono, ein von Prof. Dr. Wegner
entdecktes amerikaniſches Urvolk. — Schwimmende Inſeln für den
Ozeanluftverkehr. O 19.50: Film=Wochenſchau. o 20: Aus dem
Saalbau: Drittes Freitags=Konzert der Frankfurter
Muſeums=
geſellſchaft. Soliſtin: Eliſabeth Rethberg (Geſang). Leit.: Prof.
Cl. Krauß. Anſchl.: von Kaſſel: Heitere Stunde. Sächſiſcher Humor.
— Luſtiges aus dem Tierreich. Ausf.: Elſe Straka=Janſen. Darauf
Tanzmuſik.
Stuttgart.
Frau Sauter=Kindler: Aus dem Reiche
Freitag, 28. Okt. 16
der Frau. 16.15: Nachmittagskonzert. Funkorch. Einl.: in
den Pauſen: Trudel Eipperle. o 18: Landwirtſchaftsnachrichten.
O 18.15: Aus Karlsruhe: Dramaturgiſche Funkſtunde. o 18.45:
E. Br. Haizmann: Stuttgarter Kunſtausſtellungen. O 19.15:
Fr. C. Endres: Türk. Novellen. S 19.45: Ueberſicht über die
Hauptveranſtaltungen der kommenden Woche (Eſperanto). o 20:
Aus dem Saalbau Frankfurt a. M.: Freitags=Konzert der Frankf,
Muſeumsgeſellſchaft. Verſtärktes Opernhaus=Orch.
Berlin.
Freitag, 28. Okt. 15.30: Anna Drewitz: Die Stuttgarter
Bau=Ausſtellung. Betrachtungen einer praktiſchen Hausfrau. O 16:
Dr. Pape: Die Fäulnis des eingelagerten Obſtes und ihre
Ver=
hütung. O 16.30: Unterhaltungsmuſik des Kammer=Orch. Becce.
O 18.10: Obermeiſter Stähr: Wie erhalten wir uns geſunde und
leiſtungsfähige Füße? Werbevortrag. o 18.30: Prof. Fries:
Hans Drieſch, dem Begründer der neuen Metaphyſik, zum 60.
Geburtstag. O 19: Italieniſch. O 19.25: Dr. Schwiefert: Jüngſte
ruſſiſche Dichtung. Das Erbe der Vergangenheit. 19.50: Dr.
Liepmann: Weltanſchauung und Geſundheit. Die ſeeliſchen
Unter=
ſchiede zwiſchen Mann und Frau. O 20.20: Rene Schickele.
Einl. Worte: Dr. Schulze. Ode an die Engel. Weil ihr Kind krank
war Vorſtadtballade. Aus Ein Erbe am Rhein. Gel. von L.
Müthel. O 21: Kammermuſik. Haydn: Stxeichquartett op. 77,
Nr. 2. — Brahms: Klarinettenquintett. Konzertm. van den Berg
(Violine) u. a. O 22.30: Zur Unterhaltung. Balalaika=Orch.=
Vereinigung 1921. Dir.: W. Hoppe, Lotte Appel (Sopran). Am
Flügel: Th. Mackeben.
Königswuſterhauſen. Freitag, 28. Okt. 15: Prof. Dr. Lampe:
Lichtbild und Film. O 15.35: Wetter und Börſe. — 16: San.=Rat
Dr. Kamnitzer: Hygieniſche Ungezogenheiten (Beobachtungen auf
einem Spaziergang). o 16.30: B. K. Graef: Sprechtechnik.
6 17: Prof. Dr. Brackmann: Die Anfänge des alten deutſchen
Kaiſertums. O 18: Prof. Dr. Marcuſe: Wiſſenfchaftl. Grundlagen
der Luftfahrt. 18.30: Engliſch für Anf. o 18.55: Min. Dr.
Schreiber: Die preußiſche Elektrowirtſchaft. O 19.20: Wiſſenſch. Vortr,
für Aerzte. O 20: Uebertr. Frankfurt: Sinf.=Konzert der Muſeums=
Geſellſchaft. Sol.: Eliſabeth Rethberg (Sopran). Bach: Kantate,
Lieder mit Orch. O 22.30: Berlin: Unterhaltung.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 29. Oktober
(nach der Wetterlage vom 27. Oktober).
Kühleres und unbeſtändiges Wetter mit vereinzelten Regenſchquern.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 28 Seiten.
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Nummer 299
Freitag, den 28 Oktober 1927
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Nummer 299
Freitag, den 28 Oktober 1922
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Nummer 299
Freitag, den 28. Oktober
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 22. Oktober hat die
geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und
Effekten um 60,7 Mill. auf 2558,4 Mill. RM. abgenommen; die Abnahme
entfällt auf den Lombardbeſtand, welcher ſich um 63,3 Mill. auf 31,6 Mill.
RM. verringerte, während die Beſtände an Wechſeln und Schecks um
2,6 Mill. auf 2434,8 Mill. RM. angewachſen ſind. Die Anlage in Effekten
ſt mit 92,1 Mill. RM. unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und
Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 198,9 Mill. RM. in die Kaſſen der
Bank zurückgefloſſen; im einzelnen hat der Umlauf an Reichsbanknoten
um 160,9 Mill. RM. auf 3631,8 Mill. RM. und der an
Rentenbauk=
ſcheinen um 38,0 Mill. auf 896,3 Mill. RM. abgenommen.
Dement=
fprechend hat ſich der Beſtand der Reichsbank an Rentenbankſcheinen
auf 129,5 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 831,9 Mill.
eine Zunahme um 142,2 Mill. RM. Die Beſtände an Gold und
deckungs=
fähigen Deviſen insgeſamt haben ſich um 980000 RM. auf 2012,4 Mill.
verringert, und zwar haben im einzelnen abgenommen der Beſtand an
Gold um 113000 RM. auf 1851,5 Mill. RM. und der an deckungsfähigen
Deviſen um 867000 RM. auf 160,8 Mill. RM. Die Deckung der Noten
durch Gold allein beſſerte ſich von 48,8% in der Vorwoche auf 51,0%,
die Deckung durch Gold und deckungsfähige Deviſen von 53,1% auf
55,4 %=
Die Kohlenproduktion des Deutſchen Reiches
im Sepiember.
Nach den Berechnungen des Statiſtiſchen Reichsamtes ſtellt ſich die
Kohlenproduktion des Deutſchen Reiches im Monat September 1927
bei Steinkohlen auf 12906965 Tonnen gegen 12817291 Tonnen im
Vormonat. An Koks wurden 2 697 316 (Vormonat: 2 731 437) Tonnen,
an Steinkohlenbriketts 372652 (405807) Tonnen und an
Braunkohlen=
briketts 3 135 819 (3 205 920) Tonnen erzeugt.
Für die erſten ¼ Jahre 1927 ergeben ſich demnach folgende
Er=
zeugungsziffern: Steinkohlen: 114400410 (in den erſten drei Quartalen
1926: 104575021) Tonnen, Braunkohlen: 110602513 (100 703478)
Tonnen, Koks: 23634302 (18494 240) Tonnen, Steinkohlenbriketts:
3723064 (3941866) Tonnen und Braunkohlenbriketts: 27531 625
(25 109 230) Tonnen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. Oktober.
Die Grundſtimmung blieb auch heute ziemlich unſicher. Bei
all=
gemeiner Zurückhaltung der Spekulation und fehlender
Publikums=
beteiligung bewegten ſich die Umſätze in den engſten Grenzen. Die
Ultimopoſitionen dürften größtenteils gelöſt ſein, ſo daß zur heutigen
Prämienerklärung nicht mehr viel Ware herauskam. Immerhin genügte
das wenige angebotene Material, um bei der anhaltenden
Aufnahme=
unluſt einen Druck auf das Kursniveau auszuüben. Zu den niedrigen
Kurſen zeigte die Spekulation dann eher etwas Neigung zu Deckungen,
zumal die Meldung, wonach die chemiſche Induſtrie gut beſchäftigt ſei,
eine gewiſſe Anregung bot, ferner der Plan der Stadt Berlin, eine
120 Millionen=Anleihe im Auslande aufzunehmen, doch herrſcht in
Börſenkreiſen bei der zu beobachtenden Emiſſionsmüdigkeit im Auslande
über den Erfolg einer derartigen Anleihe eine gewiſſe Skepſis. Zu den
erſten Kurſen geſtaltete ſich das Kursbild nicht einheitlich, doch
über=
wogen die Kursabſchwächungen von 1—20. Am Elektromarkt gab es
dagegen überwiegend Kurserholungen. Gesfürel lagen 41/, %o und
Berg=
mann 21/,%6 höher. Die übrigen Elektrowerte blieben gut behauptet.
Scheideanſtalt waren erneut angeboten und 4% ſchwächer. Am
Anleihe=
markt blieben Ablöſung etwa behauptet. Im weiteren Verlaufe
ver=
ſtärkte ſich das Angebot, und die Kurſe gaben allgemein nach, J. G.
Farben verloren jetzt 2% Rheinſtahl 3%. Gesfürel wurden wieder
ſtärker in Mikleidenſchaft gezogen mit minus 6%.
Der Geldmarkt war infolge des Ultimos angeſpannt, doch konnte
das Angebot in Tagesgeld der geſteigerten Nachfrage glatt genügen, ſo
daß der Satz auf unverändert 6% belaſſen wurde. Am Deviſenmarkt
waren Deviſen angeboten, ſo daß die Mark wieder anziehen konnte.
Mark gegen Dollar 4,1880, gegen Pfund 20,391, London=Paris 124,04, Eeſingſors.
Mailand 89,20, Madrid 28,46, London=Kabel 4,8695,
Die Abendbörſe war auf die ſchwache Nachbövſe gut erholt. Vor
allem brachten die ſehr beruhigenden Aeußerungen von Curtius und Kolland.:
Dr. Schacht, die ſich beide gegen einen Wirtſchaftspeſſimismus wenden, Cslo ...
wieder etwas Zuverſicht. Einzelne Werte, wie Farben, Rheinſtahl, Kopenhagen..
Siemens u. Halske, gewannen bis 4 Prozent. Mit Ausnahme der Stocholm.
Farbenaktie blieben die Umſätze jedoch nur klein. Im Abenddeviſen= London., ....
verkehr lag die Reichsmark wieder feſter. London gegen Paris 124,94, New York
gegen Mailand 89,20, gegen Holland 12,081/g, gegen New York 4,8697,5, Belgien.
gegen Zürich 25,251ſg, gegen Madrid B37, Pfunde gegen Mark
20,39½½, Dollar gegen Mark 4,1875. Amtliche Effekteunotierungen:
Hapag 135,5, Lloyd 137,5, Kommerzbank 160, Danat 208,5, Dresdner September 1927 ſind die Spareinlagen bei den preußiſchen Sparkaſſen
148, Metallbank 127,5, Gelſenkirchen 135,75, Harxener 180, Aſchersleben um 54,2 Mill. RM. auf 2 782,1 Mill. RM. am Ende des Berichtsmonats
Adlevwerke 85, AEG. 160, Bergmann 182, Erdöl 125,25, Daimler 100, angewachſen. Die Giro=, Scheck=, Kontokorrent= und Depoſiteneinlagen
Licht und Kraft 197,5, Farben 265,5, Holzmann 163, Rütgerswerke 80, ſtellten ſich Ende September auf 775,6 Mill. RM. (Einzahlungen:
Schuckert 170, Siemens u. Halske 260,25, Waldhof 262,5, Gesfürel 261,75. 1 750,1 Mill. RM., Rückzahlungen: 1 810,6 Mill. RM.).
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 27. Oktober.
Die Börſe war heute mit der Liquidation beſchäftigt. Es kam noch
weitere Prämienware heraus, ebenſo gelangt aus der Provinz etwas
Angebot an den Markt. Das Material wurde aber von anderer Seite
ziemlich glatt aufgenommen, ſo daß keine größeren Kursveränderungen
eintraten. Die Spekulation verhielt ſich auf ſämtlichen Gebieten äußerſt
zurückhaltend, da die Geldverhältniſſe angeſpannt lagen und bei Beginn
der Börſe eine Erhöhung des Privatdiskonts auf 7% befürchtet wurde.
Das Wechſelangebot war tatſächlich erheblich ſtärker als an den Vortagen,
insbeſondere auch das zum Verkauf ſtehende Material an Warenwechſel,
deren Diskontſatz auf 71), und darüber lautete. Auch Tagesgeld zog
infolge größerer Nachfrage an. Man mußte einen Zinsſatz von 6—7½2
d. h. ein halbes Prozent mehr als bisher bewilligen. Monatsgeld 8—9½
Reportgeld 8½—9. Am Deviſenmarkt notierte der Dollar nach der
geſtrigen Steigerung mit 4,1890 wieder weſentlich niedriger (Vortag
4,1950). Das engl. Pfund notierte gegen New York mit 4,8690 ſchwächer.
Mailand und Madrid konnten ſich gegen London etwas befeſtigen. Die
Deviſe Bukareſt erholte ſich in Zürich auf 3,19. Nach Feſtſetzung der
erſten Kurſe hielt die Luſtloſigkeit an. Teilweiſe fanden im Hinblick auf
den Zahltag noch Verkäufe ſtatt, doch traten im Terminhandel per medio
November, der in der Kuliſſe bereits aufgenommen wurden, geringfügige
Beſſerungen ein.
Im weiteren Verlauf der Börſe war die Haltung außerordentlich
ſchwankend und zunächſt vorwiegend ſchwächer, da bei Feſtſetzung der
Kaſſakurſe neue Prämienware zum Verkauf geſtellt wurde. In der Mitte
der zweiten Stunde trat dann auf die nicht erfolgte
Privatdiskont=
erhöhung eine freundlichere Stimmung ein. Bei der Prolongation
be=
ſtand Nachfrage für einige ſchwere Terminaktien.
Privatdiskont 67/% für beide Sichten: Als ſich bei Feſtſetzung der
Liquidationskurſe ſehr große Differenzen gegenüber dem Medio Oktober
ergaben (Ver. Glanzſtoff minus 65, andere Papiere minus 40—50)
unternahm die Baiſſepartei einen Angriff, der noch von glarmierenden
Gerüchten begleitet war. Unſere Nachprüfung hat ergeben, daß die in
Umlauf geſetzten Gerüchte den Tatſachen nicht entſprachen. Die Börſe iſt zum Teil bereits abgebucht. Die Steuern und Abgaben an die öffenn
ſchloß infolgedeſſen in matter Tendenz. Im Mittelpunkt der
Baiſſe=
bewegung ſtanden Ver, Stahlwerke=Aktien, die auf 105 zurückgingen,
ſowie Phönix mit 95. An der Nachbörſe war nur vereinzelt eine
gering=
fügige Erholung feſtzuſtellen. Die Kurſe notierten zum größten Teil
noch unter dem amtlichen Schlußniveau. Man nannte im Spätverkehr
u. a.: J. G. Farbeninduſtrie 260 ½——262, Rheinſtahl 166 (Beginn 17434). Insgeſamt iſt eine Steigerung des Stromabſatzes von 1157 798847 hnn
Mannesmann 142, Harpener 176, Gesfürel 256 Siemens 255½,
Schuckert 169, Bergmann 179, Hapag 134, Nordd. Lloyd 136½,
Schult=
heiß 373—375 (Beginn 388), Oſtwerke 357—358, Danatbank 206, Chade
517, Spenſka 391, Neubeſitzanleihe 12,25, Altbeſitzanleihe 50,87.
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Augsb. Nürnb. Maſch.
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Berlin el. B....
BerlinKarlsruheInd
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Teutſche Maſchinen
Teutſch.=Nied. Tel.
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92.5 17.75
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71.— Nordd. Gummi.
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80.— 156. — Weſtf. C. Lang
WittenerGußſtah
50.5 5o.5 207.— Wanderer Werke. 210.25 = 213.—
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Süddeutſcher Eiſen= und Metalltrefftag. Auf dem vom Verbon
ſüddeutſcher und ſüdweſtdeutſcher Metall= und Schrottgroßhändler
Heidelberg abgehaltenen Trefftag (Metallbörſe) war die Stimmung ag
Schrottmarkt äußerſt flau. Dagegen herrſchte lebhafte Nachfrage nac
Metall, in denen große Umſätze erfolgten. Man hörte folgende Preiſn
Stahlſchrott 53—54, Kernſchrott 46, Späne 42—45, alles franko Karſſi,
ruhe Hafen, Blechabfälle 27, Eiſen 38, alles franko Ruhrrevier,
Prei=
für Metalle wurden nicht genannt.
Enzinger Union=Werke A.=G., Mannheim. Wir erfahren von Vor
waltungsſeite, daß ſich der A. R. noch nicht mit der Frage, ob und wie dd
Unterbilanz von 1926 von rd. 4 Mill. RM. zu beſeitigen ſei, befaßt hahb
Das hängt in erſter Linie von dem Abſchluß 1927 ab, der noch nicht:
überſehen ſei. Im laufenden Jahre konnte die Geſellſchaft durch
Verka=
ihres Breslauer Betriebes ſich etwas liquider geſtalten. Die Umſad
ſeien bis jetzt gegenüber der gleichen Vorjahreszeit etwas geſtiegen, dom
würden die Verkaufspreiſe durchaus noch nicht befriedigen. Geruchch
einer evtl. Kapitalzuſammenlegung (A.K. 6,2 Mill.) ſind alſo noch ſes
verfrüht und auch unwahrſcheinlich.
Inſolvenz einer Mannheimer Lebensmittelfirma. Die Mannheim
Lebensmittelfirma Rafael Störger Söhne hat ihre Zahlungen eingeſtern
Die Verpflichtungen, die ungedeckt ſind, ſtellen ſich auf ca. 210000 R96
92 Dividende beim Rheiniſch=Weſtfäliſchen Elektrizitätswenu
In der A.=R.=Sitzung wurde beſchloſſen, der auf den 30. November ei
berufenen o. H.V. die Verteilung einer Dividende von 9% (i. V.60
auf die Inhaberaktien und der ſatzungsgemäß entſprechenden Dividenin
auf die Namensaktien vorzuſchlagen. Ferner ſoll die H. V. über eine Gu
höhung des A.K. um 15 Mill. RM. auf 155 Mill. RM. Beſchluß faſſen
Die Notwendigkeit dieſer Kapitalserhöhung ergibt ſich aus dem Ap
geltungserfordernis für verſchiedene Neuerwerbungen, vor allem dio
Elektrizitätswerkes Siegerland. Ferner wird die H. V. über die Aufheburm
der Sonderrechte und Sonderbeſtimmungen für die Namensaktionäin
zu beſchließen haben. — In der Bilanz erſcheint die neu aufgenommern
Tranche der Dollaranleihe mit 63 Mill RM. Das Disagio dieſer Anlenlu
liche Hand betrugen laut Bericht des Vorſtandes, ohne Einrechnung do0
ſozialen Laſten, rund 10%g des A.K. Uber den Geſchäftsgang des veu
floſſenen Jahres wird berichtet, daß der Stromabſatz infolge der gon
drückten Lage der Induſtrie noch bis in den Herbſt 1926 hinein gerim
war, daß dann erſt langſam eine Steigerung des. Abſatzes eingetreten ſen
i. V. auf 1246 315 232 Kmh im Berichtsjahre eingetreten.
Eehöhung der Grundpreiſe für Kupferblechfabrikate. Der Entwicku
lung des Rohkupfermarktes entſprechend hat die Verkaufsſtelle des K5
Kupferblechſyndikotes in Kaſſel den Grundpreis für Kupferblechfabin
kote mit Wirkung vom 28. Oktober auf 180 Mark pro. 100 Kilogrammm
feſtgeſetzt Cetzter Preis am 20. Oktober 179 Mark).
Die Verhandlungen zur Erweiterung des tſchechoſlowaliſchen Bu
Röhrenkartells geſcheitert. Wie von informierter Seite verlautet,
es in den monatelangen Verhandlungen zwiſchen den vereinigten
tſchechoſlowakiſchen Röhrenwalzwerken und der Jäckels Eiſeninduſtiag
A.=G. in Freiſtadt nicht gelungen, eine Verſtändigung herbeizuführenn
obwohl an dieſen Verhandlungen auch Vertreter der anderen Röhrener
walzwerke außerhalb der Tſchechoſlowakei teilgenommen haben, die n
dieſen Verhandlungen durch die internationalen Abmachungen intereſſent
waren. Die vereinigten tſchechoſlowakiſchen Röhrenwalzwerke wolen
nun für den ganzen Umfang der von Freiſtadt hergeſtellten Röhrenſont
und Abmeſſungen Kampfpreiſe einführen, die mit monatelanger Rü
wirkung ausgeſtattet worden ſind. Uber das Ausmaß der
Preisherol=
ſetzung verlautet, daß ſie etwa 20 000 cz. K. per Waggon betragen ſol.
Metallnotierungen.
Deviſenmarkt.
Wien... . ...
Prag......."
Budapeſt ...
Sofia ......
Auenos Aires.
1502
7.384
20.72
5.606
2.231
4.197
4.264
Die preußiſchen Sparkaſſen im September 1927. Im Monat
153, Mannesmann 145, Phönix 95,25, Rheinſtahl 152, Stahlverein 106, (Einzahlungen: 261,7 Mill. RM., Rückzahlungen: 207,5 Mill. RM.)
Die Berliner Metallnotierungen vom 27. Oktober ſtellten ſich wie
folgt: Elektrolytkupfer 126½, Remelted Plattenzink 47—48, brfgndle
Hüttenaluminium 210, dto. in Walzen 214, Rein=Nickel 30-3
Antimon Regulus 90—95, Silber in Barren 77—78.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
27. Oktober ſtellten ſich für Kupfer: Januar 1141/, (114½), Februar
114:/. (114:/.), März 114 (114½), April 1141/. (114½), Mai 114/
(114½), Juni 1141/, (114½), Juli 1141/, (114 ½), Auguſt 114½, (114100
September 114½ (114¾), Oktober 113½ (115), November 1141
(114½), Dezember 1141/, (1141/.), Tendenz: kaum behauptet; für Ble
Januar 421), (42½), Februar 421)/, (42½), März 42r/, (42½h, Apnil in
421). (4234), Mai 42½ (43), Juni 42½ (42½4), Juli 42 34 (42941, Mgüſt i*
42¾4 (43), September 42¾ (43), Oktober 41:), (42) November 410
(421/y, Dezember 42 (421).), Tendenz: befeſtigt; für Zink: Januf 1
531/, (54), Februar 53 (531/), März 53 (53½/), April 5234 (5810
Mai 5234 (53½/.), Juni 52½ (53), Juli 52½ (531/,), Auguſt 521½, 51
September 52½ (53), Oktober 53½ (54 ½), November 53½ 59
Dezember 54 (54), Tendenz: ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten Ge0. ”
die in Klammern Brief.
Die Metallnotierungen ſtellten ſich an der Londoner Börſe bon,
27. Oktober für Kupfer: (Tendenz: ſtetig) Standard p. Kaſſe 56‟
3 Monate 56F— Settl. Preis 567 Elektrolyt 627/,—In M
ſelected 61½—63, Elektrowirebars 627; für Zinn: (Tendenz: will
Standard p. Kaſſe 26434— z, 3 Monate 261 ½—34, Settl. Preis 20
Banka (inoff.) 276½4, Straits (inoff.) 27134; für Blei (Tendenz: 00
ausländ, prompt 20, entft. Sichten 207 Settl. Preis 20½
Zink (Tendenz: willig) gewöhnl. prompt 262/y, entft. Sichten 20
Settl. Preis 26%; Queckſilber (inoff.) 2234, Wolframerz (inoff.) 194
Eiit
Darmſtädter u. Nationalbank. Kommandi
Frankfurter Kurzbericht vom 27. 9it. 190.
Staatspapiere
)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teil
„ II. Teil
D. Reichsanl.Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ...
476 Di. Schutzgeb.=
Anl. . ..
b)Ausländiſche
5% Bos. E.B. 1914
5% ,„L.Inv. 1914
4½%0 n 1898...
4½% „ 1902 ...
4% Bosnien ...
5% Bulg. Tabak. 02
4½%Oſt. Staatsr.
5. 1918, Kdb.1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4/.20 Oſt. Silberr.
Goldr.
425 Hſit. Goldrente
lt. Innsbr. Abk.
„einh. R. (k.)
52 Port.,(Spz.) UI
Ta Rum. am. R.03
„Gold. 18.
am.kon.
„am.05
50.75
2.80
18.25
27.9
48Türk. (Adm.) 08
473 „ (Bagd.)
4% „ (Bagd.)
11.75
4e„ unif. 1908
475 -1911 Zoll.
41.% Ung St. 1913
4½% „ „ 1913
(lt. Tnnsbr. Abk.) 21.4
4½.% Ung St. 19141 25.75
4½.% Ung. St. 19141
(t Innsbr. Abk.) 22.2
420 Ung. Goldr. ..! —
4½ Ung. Goldr.
(t. Innsbr. Abk.) 24
4% Ung Staatsr.
b. 10 ........./ 24.4
48Ung. Kronr.. ..
3% Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche.
5%Mex.am. in. abg.
5% „ äuß. 99
4% „ Goldo4ſtf. 25
3% „ konſ. inn.
4½%0n Frigat.
5% Tamaulipas I,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G. /105.5
100.5
62o Berl. St. Goldl 85
8% Darmſt. St.=G. 96.25
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. 99.5
96
91
7% Dresd. St.:G.
—
7%Frkf. St.=G.
83.5
8BFrkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
100
700 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
85.5
6%o Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
87
3%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
97.5
% Frkf Goldpfbr. 95
5%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
81
5% Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
76
7%o- H.=St.=
Gold=
anl.
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
99.25
7% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
96.25
3%oKlöchn.=Werk.28l
10%Komm.Glektr.
Mark (Hagen)
Golbobl. . ..... !
8% Komm. Odsbk.
Darmſt., Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldanl. ..."
7%M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.=
7%5 M.=Stahlw. 27
8% Naſſ. Sdb. Gold
8% Nbg. St. Gldal.
82 Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
620 Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
82 Pforzh. St.G.
825 Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr. 1100
8% Pr.Centr.=St.=Goldpfbr. 1
72 Pr.Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . .
....
2%0„ „Lig. Pfb.
2%0n „Anteilſch.
7½ %Rh. Stahlw.
25
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
% Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düf=
ſeldorfshp.=
Gld=
ob. mt Option
7%,V. Stahliv.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option
„Viag(B. Ind.=
Unt Bln.) 27
95.5
89.5
99.5
100
97
8%oVoigtcHäffner
Goldobl. ......
82Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zins=
berechnung
1 5% Bdw. Kohl 23
62 Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ...
6%Geſ.Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .. . . . 23
5% Pr. Kaliw. . ..
5%0 Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp.u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk..
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hhp.=Bk.
Mecklb. Hyp. u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß.Bod.=Cr.B.
Pr.Cent.=B.Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein.Hhp.=B.
Rh.=Wſtf.B. Cr.=B.
Südd. Bodenkr..
Württ Hyp Bk...
Staatl. od. prov.
garantiert.
Heff. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel .
Naſſau. Ldsb. .
Obligationen v.
Transportanſt.
425 Eiſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz Carl=
Lud.=B.
aba
„Oſt. Sd./S.)ſtſr.
26GAtebſt. Südb.,
2,6% Neue „
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b. 8.E.
13%Oſt.
3% „
3%
3½
3%0 n
3%Oſt.
320Oſt.
„abg.
„D.Em.
„abg.
1885 ..
„ abg. .
Erg. Netz
„ „abg.
14.8
15.7
10.65
11.75
8.5
3% RaabOebd. 83
91
95
425 Rud. Silber.
4½ Rud. (Salzkg.)
4½=Angt., S. 1.
4½% Angt., S. III
4½%0 Anat., S.III
8% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. .
Bad. Bk........
Bk. f. Brauind. . .
Barmer Bank. ..
Bah. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Pribatb. 159.75
Darmſt.u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank ...
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
D. Hhp.=Bk.Mein.,/122.75
D. Vereins=Bk. ..!.
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bk. . .
Frankf. Hypth.=Bk.
Frkf. Pfdbr. Bk... .
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur Intern.Bank.
Metallbank. ...!1
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. 11
Pr. Bd.Creditbank 1
„ Hyp.=Akt.=Bank 136
Reichsbank=Ant. 1
Rhein Creditbk. 130.
Rhein=Hyp.=Bk. 168
Südd. B.=Creditbk.
Mit
20.75
20
6.5
3.75
162
165
129
149
209.5
152.25
125
101
146.75
148
120
133
132
180
121
168.75
Südd. Dise.=Geſ..
Sſterr. Ereditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus.. ......
Eſchw. Bergw. ...
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb. ...."
Ilſe Bergb. St....
„Genußſchein ...
Kali. Aſchersleben.
Kali. Salzdetfurth. /225
Kali. Weſterregln. /160.5
Klöcknerwerke (abg.
Lothr =Hütte) 136.5
Mannesm.=Röhr
Mansfelder
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant.
Phönix=Bergb.
Rhein.Braunk. . ..
Rhein, Stahlw.
Riebeck Montan. . .
SalzwerkHeilbronn 180
Tellus Bgb.
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke. 1
137
41.25
135
150.5
145
110
85
36
35
218
172.5
150
1117
1m
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)/271
ſ183
Henninger
Hereules Heſſiſche
Löwenbr.=Münche 320
Mainz. Aktienbr. 1236
Schüfferhof(Bind.) /305
Schwarz=Storchen 170.5
Tucher, Nürnberg
Berger ...
172
Akkum. Berlin.
Adler &Oppenh /163
Adlerw. (v. Kleyer)! 85.5
7971,
6SE.A. G. Vzg. A.
74
5%A. E. G. Vzg.B
A. E. G. Stamm . .. 159.75
Bad. Maſch. Durla 154
Vad. Uhren, Furtw. 15
Bamag=Meguin . 29
Baſt Nürnberg ... /231
Bahr. Spiegel
Beck e Henkel.
Bergmann El.
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb.
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr.
Chem. Albert. ....
Chem. Brockh.
Chem. Milch
2aimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl .../125.1
D. G.u. Silb. Scheid. /190
D Linoleumw. Bln.
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr. 130.5
Dürkoppw. (St).
Dürr. Ratingen ..
Oyckerhoff & V.
Eiſenw. Kaiſersl.
E. Licht u. Kraft. 1196.5
El. Lieferung .. . . 1157
Elf. Bad Wolle
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift.
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens. 48.25
Farbenind J. G.. 1265
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Fetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof uos
Frkf.=M. Pok. u. W. / 63.75
Geiling & Cie.
Goldſchmidt, Th 1109
Gotha Waggon
Gritzner Maſch. .I.
Grün & Bilfinger. 1
Hafenmühle Frkft./1
Haid & Neu
Hammerſen
11
Hanfw. Füſſen. .. 1.
Hanſa=Aoyd, Br.,
Hartm. E Braun.
68
131.5
180
3e
122.75
100.75
230
72
38.5
26
50.25
68
230
60
96
Hehligenſtaedt.
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer....
Hoch=Tief Eſſen..
Holzmann".
..
Holzverk. Ind. ..
Hydrom. Breslau=
Inag
JunghansSt.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt N.
Klein, Sch EBecker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Barun
Krw. All=Württbg. 98
Krauß & Co. .
Lahmeher
Lech, Augsburg..
Lederw. Rothe .
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw.. .
Löhnberg. Mühle.
Ludwigsh. Walzm.!
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt 116
Mars=W. Nürnberg 122
Metallgeſ Frkf. 175
Miag Mühlenb.
Moenus, Stamm-
Motorenf. Deutz.
Motorenf. Oberurſ.
Münch.Sichnſpiell.
Neckar). Fahrz.
Neckarw. Eßlingen 1131
Beters Union ....
Pfälz. Näh. Kayſer!
Philipps
Porzellan Weſſel.. 31
Rein. Gebb. &Schal/126
Rhein Elektr.
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke.
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackfr. 11
Schriftg. Stemp.
Schuckert Elektr.
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz..... 4
102
163
99.5
86
193
18.5
140
127
161.5
A
1164.5
104.5
140.5
Schuls, Grünlack
Seilind. Wolff. .
Siemens Glas
Siemens & Halske
Süidd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G./126
Thür. Lief. Eotha
Uhren Furtwängl.
Unterfr. Kr.=Gl.=B.
Beithwerke
Ver f. Chem. Ind.! 96
Ver.d. Olfbr. Mann
Ber=Faßf Coſſel.
Gummi. Blu.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg
Ultramarin .
Zellſtoff Berl.
Bogtl. Maſch.
Boigt & Haeffner.
Volthom Seil
Banß & Frehtag. 11391
Wegelin Rußfbr..
Zellſt Aſchaffenbg. 167250
Zellſt. Memel.
Zellſt. Waldhof
Zucker f Rheingau
Transport= und
Berſicherungs=Akt,
Dt. Reichsb.=Vorz..
A. Dt. Eiſenbahn.
A. Lokalb. u. Kraft
Dt. Eiſenb.=Geſ. 13575
Schantung E.B”
Südd. Eiſenb=Gef. 129
Hapag ......"
Nordd. Llohzd.
m
gs
1131.5 9
153
8
88
475 7R
62
137
13645 8
9911
137
138,727
Frkft. Alg. Berſ..
Frankonia Rüch.,
Darmſtädter Berte
Bahnbedarf ...."
Dampfk. Rodberg
Ranf.
150,5 8
[ ← ][ ][ → ]Nummer 299
Freitag, den 28 Oftober 1927
Seite 25
Produktenberichte.
M kannheimer Produktenbericht vom 27. Oktober. Die
Produkten=
be lag nach den vorausgegangenen dauernden Rückgängen heute
feſter. Man verlangte für die 100 Kilogramm ohne Sack waggon=
Mannheim in Reichsmark: „Weizen inl 26,25—26,75, Weizen ausl.
P ,50, Roggen inl. 25,50, ausl. 25,50—25,75, Braugerſte, pfälziſche
B— badiſche, heſſiſche und württembergiſche 26—28,50, Hafer inl.
22,50, ausl. 24,25—25,50, Futtergerſte 22—24, Mais mit Sack 19,50,
ſ SWeizeumehl Spezial Null 38, Weizenbrotmehl 30, ſüdd.
Roggen=
zutje nach Ausmahlung, 34,75—36, Weizenkleie 12,50—12,75
rirnkfurter Produktenbericht vom 27. Oktober. Die Marktlage iſt
mic) unverändert. Hafer guter Qualität iſt geſucht und etwas über
Rw ezahlt. Futtermittel liegen ſehr ruhig, dagegen iſt Kleie, beſonders
R enkleie, beſſer gefragt. Weizenmehl liegt weiter bei ſtarker
Zurück=
h ux des Konſums ſehr ſtill. Weizen I, 25,50, II, 24,25, III, 22,75
bMe0, Roggen 25—25,25, Sommergerſte 26—28, Hafer inl. 22,75—24
au:=4,50—25, Mais 19—19,25, Weizenmehl 37,75—38, Roggenmehl
3/½—35, Weizenkleie 12,75, Noggenkleie 13,75.
e iner Prodnktenbericht vom 27. Oktober. Die nur ivenig
ver=
ähtr ausländiſchen Marktberichte konnten auch dem hieſigen Markt
kew Unregung bieten. Die Unternehmungsluſt im Brotgetreide iſt
geu, das Geſchäft wird von Tag zu Tag ruhiger. Inlandsweizen iſt
inhfStipwaren ausreichend angeboten, der Zeitmarkt entwickelte ſich
fo hwierig. Die Veränderungen der Preiſe waren unerheblich. Roggen
wztvin Inlande wieder etwas mehr angeboten und für die
An=
di ſen en für laufenden Monat ſcheinen etwas größere Mengen
bereit=
zu ſe . Oktoberlieferungen um 2 RM. ermäßigt, Weſternroggen iſt
zu hueidig eher billiger zu kaufen. Das Exportgeſchäft ſcheint
voll=
koſei ins Stocken gekomnien zu ſein. Gerſte in mittlerer Ware weiter
reiſſtä offeriert und ſchwer verkäuflich. In Hafer bleibt das Angebot
ve enügend, die Kurſe lagen unverändert, Mehle ſtill.
Viehmärkte.
ſrrziſtädter Viehmarktbericht vom 27. Oktober. Aufgetrieben
— Ochſen, 125 Kälber, 11 Schafe. Der Preis betrug für Kälber:
8 Pfg., b) 67—72 Pfg., c) 60—66 Pfg., pro Pfund; für Schafe
Pfg. pro Pfund. Der Marktverlauf ſchleppend geräumt.
inheimer Kleinvieharkt vom 27. Oktober, Zum Kleinviehmarkt
yt ugeführt und wurden die 50 Kilogramm Lebendgewicht, je nach
wehaudelt: 67 Kälber 68—84, 75 Schafe 42—50, 91 Schweine 60
.-480 Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 9—14, über 4
zin 15—19, Läufer 20—26. Marktverlauf: Külber mittelmäßig,
ün— Schweine mittel, ausverkauft, Ferkel und Läufer lebhaft.
Muckfurter Viehmarkt vom 27. Oktober. Der Auftrieb des heutigen
.ßarktes beſtand aus 41 Rindern, 730 Kälbern, 810 Schafen und
guſGSeinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der
Vor=
worcymren 50 Kälber, 120 Schafe und 210 Schweine mehr angetrieben.
Fht purde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b. 78—82, C. 71—77,
AiD. Schafe a. 45—48, b. 38—44, C. 31—37, d. 25—30. Schweine
F 5, C. 63—65, d. 62—64, e. 58—61, Sauen 52—59. Im Ver=
gleich zu den Notierungen des letzten Hauptmarktes waren Kälber
1—2 RM., Schafe 2—4 RM. und Schweine 3—4 RM. billiger.
Markt=
verlauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine ſchleppend,
80—90. Gefrierfl., Rindfl., Vorderviertel 52, Hinterviertel 62.
Ge=
ſchäftsgang: ſchleppend.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 27. Oktober. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt eröffnete befeſtigt auf Käufe der Exporteure,
die Feſtigkeit der ſüdweſtlichen Märkte und ungünſtige Wetterberichte aus
Oklahoma und Illinois. Dann wurde die Haltung ſchwächer auf die
Meldung, daß die kanadiſche Ernte in dieſer Woche beendet wird,
Mais: Nach ſtetiger Eröffnung trat am Maismarkt ein weiterer
Rückgang ein, da das günſtige Wetter anhält und die Kommiſſionäre
Abgaben vornehmen. Käufe für Deutſchland löſten eine Erholung aus
Hafer: Die ſtetige Veranlagung der Lokomärkte hatte ein leichtes
Anziehen der Preiſe zur Folge.
Roggen: Anlagekäufe für öſtliche Rechnung und gute
Exportnach=
frage ließen die Preiſe etwas anziehen. Später löſte größeres Angebot
eine Abſchwäckung aus.
* New York, 27. Oktober. (Priv.=Tel.)
Zucker: Vom Rohzuckerterminmaukt iſt heute nichts Weſentliches zu
berichten, da allgemein die Entwicklung der Dinge in Kuba abgewartet
wird.
Keffee: Baiſſegünſtige europäiſche Meldungen und ermäßigte
Notie=
rungen aus Santos und Rio veranlaßten lebhafte Rcaliſationen.
Baumtolle: Zunächſt ſpurden weitere Käufe vorgenommen. Dann
trat auf enttäuſchende Liverpooler Kabel und umfangreiche
Hedgings=
verkäufe eine Preisermäßigung ein.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Okt.:
Getreide: Weizen, Dez. 124½, März 128½, Mai 130½: Mais,
Dez. 815, März 85½, Mai 88½; Hafer, Dez. 47½, März 48¾,
Mai 49½; Roggen, Dez. 98½, März 100½, Mai 10228.
Schmalz: Okt. 11,80, Dez. 11,90, Jan. 12,46.
Fleiſch: Okt. 12,00, Dez. 11,00, Jan. 11,75: Speck loco 12,25;
leichte Schweine 8,50—9,75, ſchwere Schweine 9,75—10,25;
Schweinezufuhr Chicago 40 000, im Weſten 125 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 27. Okt.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 1473, hart 138½: Mais neu ank.
Ernte 9058; Mehl ſpring wheat clears 6,50—6,90; Fracht nach
England 2,6—3,6, nach Kontinent 12—14.
Schmalz: Prima Weſt. loco 12,50; Talg extra 83.
Kakao: Tendenz willig, Umſatz in lots 89, November 14,99,
Dezember 14,38, Januar 14,08, Februar 13,83, März 13,85, April
13,90, Mai 13,98, Juli 14,08, Sept. 14,27, Loco 15,00.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Magiſtrat der Stadt Berlin beſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung mit
der Deckung der durch früher gefaßte Gemeindebeſchlüſſe notwendigen
Ausgaben. Er will zu dieſem Zweck eine Auslandsanleihe von
120 Millionen RM. in Vorſchlag bringen
Die Verwaltung der Bayeriſchen Handelsbank beantragt, auf einer
höhung des Grundkapitals um 1,75 Millionen Reichsmark. Mit der
höhung des Grundkapitals um 1,75 Mill. Mk. zu erhöhen. Mit der
Durchführung der beantragten Erhöhung wird das Kapital der Bank
7 Mill. Mk. betragen.
Der Londoner Goldpreis beträgt gemäß § 2 der Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken ab 26. Okt.
1927 bis auf weiteres für eine Unze Feingold 84 ſh 10½d, für ein Gramm
Feingold demnach 32,7455 Pence.
Die Indexziffer der engliſchen Einzelhandelspreiſe hat zum 15. Okt.
eine Steigerung um 10 Punkte auf 804 gegen 794 am 15. September
erfahren.
Die Ausfuhr von Blumenzwviebeln im September aus den
Nieder=
landen betrug 20 026 125 Kilogramm im Werte von 20 329911 hfl gegen
15 237 295 Kilogramm für 18415379 hfl im gleichen Monat 1926.
Zu der Gründung einer Tochtergeſellſchaft der Daimler=Benz=A.=G.
in Paris erfahren wir von der Verwaltung, daß die Geſellſchaft auch in
Brüſſel eine eigene Filiale in der Form einer neuen Geſellſchaft errichtet
hat.
Wie die polniſche Preſſe erfährt, beabſichtigt die polniſche Regierung,
eine innere Anleihe in Höhe von 100 Millionen Zloty aufzulegen. Die
Laufzeit der Anleihe iſt für 25 Jahre beabſichtigt. Der Zinsfuß beträgt
7%. Das Geld ſoll in erſter Linie Bauztvecken dienen.
Die Foreigne Seeurities Co. in London hat der Warſchauer
Kredit=
geſellſchaft für die polniſche Induſtrie eine Anleihe von 5 Mill. Dollar
angeboten.
Wie in London verlautet, hat Sojetrußland in den letzten Monaten
bedeutende Mengen chileniſcher Nitrate gekauft. Die gekauften Nitrate
ſeien von hoher Qualität und ſollen ausſchließlich zur Herſtellung von
Exploſionsſtoffen verwandt werden. Die Finanzierung der Ankäufe ſoll
in Berlin erfolgt ſein.
Das Finanzminiſterium in Peking hat, um den Anweiſungen des
Marſchalls Tſchang Tſolin zu folgen, eine Abteilung geſchaffen, die die
Errichtung der Nationalbank der chineſiſchen Republik vorbereiten
ſoll.
Aus Tokio wird gemeldet, daß anläßlich des Aufenthaltes des
Ver=
reters Morgans in Tokio, Lamont, in japaniſchen Wirtſchafts= und
Induſtriekreiſen Gerüchte über eine Intereſſenahme des New Yorker
Bankhauſes J. P. Morgan & Co, an der Banque de Chine
In=
duſtrielle aufgetaucht ſind.
Nach amtlichen Meldungen aus Havanna, ſieht der neue kubaniſche
Zolltarif erhebliche Steigerungen für Zölle auf Woll= und
Baumwoll=
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Abends 8 Uhr
Anfang
Eeite 26
Freitag, den 28. Oktober 1922
Nummer 299
Palast-Lichtspiele
20
Uhr
ORPHEUM
Alles, was das schaulustige Auge von einem
guten Zirkusfilm erwartet, findet es in dem
neuen Universal-Film der Ufa
Heute Freitag, 28. Okt.
Erstaufführung:
je Frau von Korosin
Operette in 3 Akten
Musik von Toni Thoms
mit Steffl Thaller a. G.
Union-Theate
Ein Menschendrama im historischen Rahmen:
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Gewöhnliche Preise: 7. — bis 3.
Aaskas weisse Wunderwelt
Ein Filmbericht v. unvergleichlicher Sachlichkeit, überzeugend schließt
sich um dle Wunder der Landschaften, eine Lückenlosigkeit die
garadezu erblitffend ist.
6 Akte!
( Akte!
Die 1. Emelka-Woche!
( 28728
Das auser wählte Doppelprogramm im R.-T.
O Anregende Löwenkämpfe. Elefantenszenen, ein o
atemberaubendes Wagenrennen, einen
rätsel-
haften Mord, die Vertolgung des mutmaßlichen
Mörders und die Errettung des Unschuldigen vor
dem Tode im letzten Augenblick.
DerFürst von Pappenheim
nach der entzückenden Operette von Hugo Hirsch
in 8 Akten — In den Hauptrollen:
MonaMaris, DinaGralla, LydiaPotechina,
Curt Bois Werner Fuetterer
Hans Junkermann u a. m. (16681
AAANL T
Eine ergreitende Schilderung in 10 Akten mit
May Hc. Avoy und Charles Ray ( 28729
Ferner ein lustig-tolles Filmspiel, eine Abstimmung über:
EHEFERIEN
Wer dafür oder dagegen ist, sollte zur Diskusion „nicht fehlen!
Hauptdarsteller Harry Halm, Lilian Harvey. Die 1. Emelka-Woche
der Nähſchule der Martinsgemeinde
Lieb=
frugenſtr. 6, findet am Sonntag, den 30.
Oktober Nachm. von 2 — 6 Uhr ſtatt.
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neldungen zu den Winterlurſen im
Schnei=
dern und Weißnähen werden noch bei Frl.
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Schluß)
„Täuſcht das Theater etwa nicht, Herr Doktor?” gab die Dame zur Antwort. „Nur: Auf
dem Theater merke ich die Täuſchung. Der Film aber täuſcht ſo meiſterhaft, daß ich glaube.
Und mehr verlange ich nicht.”
„Ich will mich aber nicht täuſchen laſſen,” ſagte der Doktor trotzig.
Lachend antwortete die Dame: „Dann kann ich Sie nur bedauern.”
„In einem, gnädiges Fräulein,” ſagte der Doktor, „kann der Film mit dem Theater
beſtimmt nicht konkurrieren. Im gleichen Augenblick, da ich in Deutſchland ein Stück von
Shakeſpeare genieße, ſieht man in New York vielleicht Goethes Fauſt. Bernard Shaw iſt den
Gebildeten der ganzen Welt ein kluger und vertrauter Freund; und die Komödien Molieres
ſprechen gleichzeitig zu den Kultivierten der ganzen Erde.”
„Gewiß,” ſagte die Dame, „Sie haben recht. „Das Theater verbindet die Gebildeten —
das Kino aber eint die Völker. Zwanzig Millionen Menſchen vernehmen jeden Abend
die ſtumme Sprache des Films. Europa bewundert amerikaniſche Kultur; Amerika ſteht ſtaunend
vor den Zeugen europäiſcher Glanzzeit. Der Finnländer lacht und weint mit Lillian Giſh, mit
Pola Negri; der Rickſcha=Kuli in Panang kennt Emil Jannings ſo gut wie Henny Porten. Die
kleine Zigarettenarbeiterin in Kairo zittert für Harold Lloyd. Dies iſt die große Erkenntnis, die
uns der Film bringt: Daß die Leiden und Freuden der Menſchheit in allen 8onen die gleichen
ſind. Das Kino betont die Dinge, die die Völker verbinden — nicht die, die ſie trennen.”
„Das wäre ja faſt eine Romanze des Films?”
„Verdient ſie dieſen Namen nicht mit Recht? Nichts Schöneres kann ich mir wünſchen:
als fremdes Leben, fremde Sitten, als die Wunder der Ferne mit meinen Sinnen zu erleben.
Nichts bewahrt mich leichter vor einſeitiger Überſchätzung meines kleinen Kreiſes — nichts weitet
mehr meinen Horizont als der Film; er ſtellt mich mitten in den Wirbelſturm der Beit; während
ich die Größe der Welt, die Schmerzen und Freuden des Alls erlebe, begreife ich, wie leicht mein
eigener Kummer wiegt — und wie groß und leuchtend tauſend Möglichkeiten auf mich warten.
Sie haben das Wort ſelbſt gefunden, Herr Doktor: Die Romanze des Films!”
Der Doktor nickte. „Wohin gehen wir alſo?"
Die Dame wies lächelnd hinüber in das leuchtende Portal des Lichtſpielhauſes.
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