Darmstädter Tagblatt 1927


23. Oktober 1927

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Einzelnummer 15 Pfennige

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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 294
Sonntag, den 23. Oktober 1927. 190. Jahrgang

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und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtliſcher Beitreibung jällt ſeder
Nabatt weg. Bankfonto: Deutſche Bani und Darm=
ſädter
und Nationalban

Ber Schritt des Reparationsagenten.
ſive Unterredung des Reichsfinanzminiſters
mit Parker Gilbert.
Von unſerer Berliner Redaktion.

Der Eintritt Parker Gilberts in die Entwicklung der Beam=
tbf
ſoldung hat unſere innere Politik ſtark in Verwirrung ge=
ſatt
, da er leider zunächſt einmal parteipolitiſch ausgetreten
7d. Die Reichsregierung verfolgt die etwas verfehlte Taktik,
tglſichſt abzubremſen. Sie will genau nachweiſen, daß dieſer
ört tt gar kein Schritt geweſen ſei, da ſich die Ausführungen
Meparationsagenten durchaus im Rahmen der regelmäßigen
fittlichen Korreſpondenz hielten, die zwiſchen dem Finanz=
mifterium
und ihm hin und her gehe. Das iſt natürlich ein
ſkar Formalismus. Was Herr Gilbert getan hat, iſt und
uhr etwas Außergewöhnliches. Er hat ſelbſtverſtändlich die
ſerzen gewahrt, die ihm durch den Dawesplan gezogen ſind,
ar; zwiſchen den Zeilen leſen wir doch zum erſten Male mit
er. Deutlichkeit die Kontrolle der Gläubigerſtaa=
ii
heraus. Daran hilft alles Drehen und Deuteln nichts.
r. Gilbert hat das auch zweifellos beabſichtigt, ſonſt wäre es
werſtändlich, daß er den Vertretern der amerikaniſchen Zei=
gun
die notwendigen Unterlagen gab. Tatſächlich wiſſen wir
unr durch Kabeltelegramme aus New York, was eigentlich
wielt wird. Es bleibt auch dabei, daß ein ſolcher Ver=
h
. Ston bisher nicht üblich war und daß ſich dieſe
ialiche Auseinanderſetzung wahrſcheinlich hätte
mmeiden laſſen, wenn der Reichsfinanzminiſter nach dem
Aſrr ſeines Amtsvorgängers Reinhold es verſtanden hätte,
eal vorhandene Bedenken des Reparationsagenten in münd=
ßei
Unterhaltung zu zerſtreuen und ihm auch die Schwierig=
bei
zu entwickeln, die in unſerem ganzen Finanzweſen auf
au d der geſchichtlichen Entwicklung nun einmal vorhanden

cerr Köhler hat am Samstag nachmittag eine mehr=
ndige
Unterredung mit Herrn Gilbert gehabt und
* Werſäumte nachgeholt. Was aber einmal verſäumt iſt, läßt
ᛋüurch nachträgliche Erklärungen ſchwer wieder einholen. Rein
ziſth iſt ſogar der Vorſtoß des Reparationsagenten ein Vor=
fr
die Regierung. Sie hat jetzt gegenüber dem Drängen
8 ASarteien und Ländern ein ſtarkes Druckmittel in der Hand,
beden Verſuch eines weiteren Ausbaues der Beſoldungs=
enm
ebenſo abzubiegen wie die Geldwünſche der Länder,
deir ſie entgegenhalten kann, daß der Reichsetat keine weitere
Yarttung mehr aushalten kann. Doch iſt damit noch nicht geſagt,
wia weit ſich die Länder damit abfinden werden und ob nicht
ſteislich doch Herr Köhler, um im Reichsrat ſich eine Mehrheit
Ac affen, den Ländern Konzeſſionen machen muß, mindeſtens
ſder Geſtalt von Vorſchüſſen, die er ſpäter nicht wieder zurück=
al
.. Völlig unmöglich iſt es aber, die Schwierigkeiten, vor
ſden, wir jetzt ſtehen, wie die Sozialdemokraten das verſuchen,
M4Rregierung auf Schuldkonto zu ſchreiben. Auch die Parteien
I/9 9oppoſition haben mit darauf gedrängt, daß die Beamten
Uber geſtellt werden müßten. Es kann nur fraglich ſein, ob
Unu icht beſſer getan hätten, ſchon früher in meh=
en
Etappen die Beamtenbezüge um kleine prozen=
Uſte Sätze heraufzuſetzen, ſo daß nicht auf einmal das
ſeckhafte Bild einer Milliardenſumme entſtanden wäre, das
1 Meparationsagenten wegen des künftigen Ausgleiches des
hishaushaltes in Sorgen verſetzt.
Nas Rechenexempel, das er ſich aufmachen muß, iſt richtig:
ber Beſoldungsreform, dem Liquidationsſchädengeſetz und
hröcheinlich auch dem Schulgeſetz wird der Reichsetat dauernd
ahl ich belaſtet. Die Mittel müſſen aufgebracht werden, und
froohne daß die im nächſten Jahr ſowieſo ſteigende
ſig gsentſchädigung dafür tangiert wird. Auch die
4ſcen Wirtſchaftskreiſe haben ja ihre Bedenken dagegen. Der
hisverband der deutſchen Induſtrie veröffentlicht eine Ent=
ſent
=ung, worin er die Frage aufwirft, ob die etatmäßige
Zurig dieſer Mehrbelaſtung ohne ſchwere Erſchütterung mög=
ift
. Der Vorwärts zieht daraus den Schluß, daß ein
er Zuſammenhang zwiſchen der Haltung des Reparations=
muen
und den Intereſſen der Unternehmer beſtehe. Er über=
t
ſchabei, daß die Gewerkſchaftsführer des Zentrums bereits
her ähnliche Bedenken haben laut werden laſſen. Er über=
t
mauch dabei, daß die Berechnungen über die Ko=
n
des Schulgeſetzes von demokratiſcher Seite in
ihee einer geſchätzten halben Milliarde Reichs=
Ix Waſſer auf die Mühle des Reparations=
eikten
waren. Mit Parteipolitik allein kommt man aber
ben Problemen, nicht bei, dazu ſind die Dinge zu ernſt.
Tic ßlich ſollten wir ja alle das gleiche Intereſſe haben: die
Eſchrändigkeit unſerer Finanzgebarung vor Eingriffen von
ei her zu fichern.

* Köhlers Schwierigkeiten.
2iie Art, wie der Reichsfinanzminiſter am Freitag über die
unz iellen Schſvierigkeiten hinweggegangen iſt, hat im Reichs=
endcht
allgemeine Zuſtimmung gefunden. Man hätte es gerne
Aum, tvenn er nicht auf den Ausſchuß vertröſtet, ſondern das
Ehwe ſeiner künftigen Etats ſchon dem Plenum vorgelegt hätte.
4hwürdigerweiſe iſt die Verärgerung hierüber im Zentrum,
um ſeiner eigenen Partei, am ſtärkſten, und zwar gerade bei
A Arbeiterflügel. Hier wird ihm vorgeworfen, daß er auf die
(enhken, die aus den Gewerkſchaften heraus gegen den Umfang
Beamtenbeſoldungsreform geltend gemacht worden ſind,
4hmmtpt nicht eingegangen iſt. Nach dem, was wir hörten, iſt
armr Freitag abend in der Zentrumsfraltion ſehr lebhaft her=
gnngen
, und es war vielleickt ein Glück für Herrn Köhler, daß
Sitzung nicht beigewohnt hat. Schon vor einigen Tagen
ſrichm. Dinge geſagt worden, die ihn dazu veranlaßten, dem

Reichskanzler ſein Amt zur Verfügung zu ſtellen. Am Freitag
ſind die Gewerkſchaften ſoweit gegangen, zu erklären, daß ſie nach
der Art, wie Herr Köhler ſich über ihre Bedenken ausgeſchwiegen
hätte, keine Veranlaſſung mehr hätten, in ihren Wahlverſamm=
lungen
auf ihn noch irgend welche Rückſicht zu nehmen. Herr
Köhler iſt alſo, das wird wan zugeben müſſen, in keiner benei=
denswerten
Lage. Er muß ja tatſächlich nach drei Fronten
kämpfen: auf der einen Seite gegen den Reparationsagenten, auf
der anderen Seite gegen die Gewerkſchaften und endlich wenn
ſich das auch ſo klar erkennbar noch nicht herausgearbeitet hat
auch gegen die Landwirtſchaft, die ebenfalls ihre Songen ge=
äußert
hat, daß die Finanzierung der neuen Ausgaben die Mittel
des Reiches reſtlos verſchlinge und infolge deſſen leine Gelder
mehr zur Verfügung ſtehen, um eine Verbeſſerung der Lage der
Landwirtſchaft zu ermöglichen.
Der Reichsverband der deutſchen Induſirie zur
Beamtenbeſoldungsreform und Preisbildung.
Berlin, 22. Oktober.
In einer Vorſtandsſitzung des Reichsverbandes der deutſchen
Induſtrie wurden geſtern die großen ſchwebenden wirtſchaft=
lichen
Fragen eingehend erörtert. Zur Beamtenbeſoldung wurde
einſtimmig eine Entſchließung gefaßt, in der die ſtaatspolitiſche
Notwendigkeit einer angemeſſenen Beſoldung der geſamten Be=
amtenſchaft
, insbeſondere auch derjenigen Beamtenſchichten, die
durch eine langjährige Berufsvorbildung große wirtſchaftliche
Opfer bringen mußten, insbeſondere auch vieler richterlicher
Beamten, anerkannt wird.
Das Geſamtausmaß der durch die Regierungsvorlage be=
dingten
Aufwendungen gebe jedoch zu den größten Bedenken
Anlaß, weil die etatsmäßige Deckung ohne ſchwere Erſchütte=
rungen
nicht möglich erſcheine. Deshalb ſollte eine Erhöhung
nur inſoweit erfolgen, als die tatſächlichen Geſamtbezüge der
einzelnen Beamtenkategorien hinter der allgemeinen Entwicklung
zurückgeblieben ſind.
Der Wunſch der Reichsregierung, Preiserhöhungen vermie=
den
zu ſehen, könne nur erfüllt werden, falls die entftehenden
Ausgaben ohne Erhöhung der Steuern, Abgaben und Tarife
in Reich, Ländern und Gemeinden gedeckt werden können. Dies
laſſe ſich nur im Wege einer durchgreifenden Verwal=
tungsreform
erreichen. Die jetzt ſchon zu beobach=
tenden
Auswirkungen der Ankündigungen des
Reichsfinanzminiſters auf die Lohn= und
Preisgeſtaltung zeigten die bereits entſtan=
denen
Gefahren, für die geſamte Volkswirt=
ſchaft
und drohten die an Gehalts= und Lohn=
erhöhungen
geknüpften Hoffnungen in Frage
zu ſtellen. Denn jede Einkommensſteigerung könne gefahr=
los
nur auf dem natürlichen Fortſchreiten der Produktivität der
Geſamtwirtſchaft aufgebaut werden.
Reichstagspauſe.
Das politiſche Schwergewicht in den Kommifſionen.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichsuag iſt am Samstag nach einer kurzen Sitzung
wieder in die Ferien gegangen und hat ſich bis zum 22. November
vertagt. Die Samstagsſitzung brachte noch einmal den Verſuch
der Oppoſition, die Wirtſchaftslage im Anſchluß an den beige=
legten
mitteldeutſchen Bergarbeiterſtreik zum Tummelplatz partei=
politiſcher
Geſpräche zu wachen; die Regierungsparteien wußten
das aber zu verhindern. Ein ſchmerzliches Beiſpiel für den
Mangel an Diſziplin gaben die Nationalſozialiſten, die aus Ver=
ärgerung
die endgüiltige Verabſchiedung des Abkommens mit der
Regierungskommiſſion des Saargebietes, das die Notlage der
Sozialrentver im Sſaargebiet beſſern ſollte, verhinderten. Dieſe
Haltung der Nationalſozialiſten löſte im ganzen Haus lebhafte
Entrüſtung aus, zumal der Reichsdagspräſident noch mitteilte,
daß durch ihren Einſpruch die bedürftigen Sozialrentner nicht in
den Genuß der Vorteile dieſes Abkommens vor Jamuar nächſten
Jahres kommen könnten. Eine ſolche Ueberſpannung der Min=
derheitenrechte
muß bei anderer Gelegenheit an der Partei ſelbſt
ſich rächen.
In den nächſten vier Wochen wird alſo die Arbeit in den
Ausſchüſſen die Lage beherrſchen. Die Situation iſt und bleibt
geſpannt, es iſt deshalb auch begreiflich, daß die Zentrumsfrak=
tion
beſchloſſen hat, jede Woche einmal zuſammenzutreten, um
den Bericht der Kommiſſionsmitglieder entgegenzunehwen und
die taktiſche Lage zu beſprechen. Beim Schulgeſetz wird der Ver=
ſuch
gemacht werden, ſchon in der Kommiſſion zu einer Verſtän=
digung
zu kommen. Vermutlich wird wan ſich zunächſt einmal
damit begmügen, das ganze Geſetz durchzuſprechen und die Kon=
fliktspunkte
enzweder mit Abſtimmngen nicht zu belaſten oder
durch proviſoriſche Abſtimmungen zunächſt zu übengehen, um
dann zum Schluß das große politiſche Geſchäft einzuleiten. Die
Hoffnung, die ganzen Kommiſſionsberatungen bis zum 22. No=
vember
durchzupeitſchen, ſcheint reichlich optimiſtiſch. Immerhin
hat der Reichstag die Abſicht, vor Weihwachnen noch die zweite
Leſung des Schulgeſetzes vorzunehmen.
Bei der Beamtenbeſoldung läßt ſich jetzt überhaupt noch nicht
überſehen, wie die Dinge gehen werden. Hier kreuzen ſich die
wiſderſtreitenden Intereſſen vorläufig noch derart, daß auch die
Parteiführer nicht wiſſen, wie ſie aus den Verlegenheiten heraus=
kommen
können. Gerade deshalb ſollen ja auch die Fraktions=
vorſitzenden
der Regierungsparteien, den Beratungen dauernd
beiwohnen, um gegen Ueberraſchungen geſichert zu ſein. Eins iſt
jedenfalls ſicher, daß auch während der Vertagung des Reichs=
tages
das politiſche Schwergewicht in den Kommiſſionen liegt,
und daß man infolgebeſſen ben Vorgängen ſowohl, über das
Schulgeſetz wie über die Beamtenbeſoldung Aufmerkſamkeit
ſchenken muß.

Die Woche.
Die Außenpolitik der europäiſchen Staaten durchlebt gegen=
wärtig
eine Pkriode deutlicher Stagnation. Wenn man von dem
ſtändigen Unruheherd auf dem Balkan abſieht, ſo kann man
überall feſtſtellen, daß die eigentlichen großen europäiſchen Pro=
bleme
zurzeit von keiner Seite irgendwie energiſch angefaßt
werden. Das hat ſehr verſchiedenartige Gründe. Einmal ſind
die europäiſchen Staaten, mit Ausnahme natürlich Englands, an
den großen Problemen der Weltpolitik kaum noch irgendwie
aktiv beteiligt und haben ſich faſt ganz auf die Behandlung der
rein europäiſchen Fragen beſchränkt. Eine Löſung der euro=
päiſchen
Probleme iſt jedoch, ſo wie die Dinge nun einmal nach
dem Weltkrieg liegen, nur unter unmittelbarer oder wenigſtens
mittelbarer Beteiligung der Weltmächte möglich. In den Ver=
einigten
Staaten aber von Amerika, deren enorme wirtſchaft=
liche
Macht der Weltwirtſchaftspolitik die Geſetze diktiert, werfen
die Präſidentſchaftswahlen, des nächſten Jahres bereits ihre
Schatten voraus und hemmen wirkliche Aktivität. Zum andern
aber ſind es auch die innerpolitiſchen Verhältniſſe in den maß=
gebenden
europäiſchen Ländern, ſind es ebenfalls bevorſtehende
Wahlkämpfe, die ganz außerordentlich hemmend auf die Außen=
politik
einwirken. In England haben ſich die Meinungsver=
ſchiedenheiten
zwiſchen den verſchiedenen Parteien, auch die
Meinungsverſchiedenheiten innerhalb der Parteien ſelbſt, außer=
ordentlich
zugeſpitzt. In Frankreich ſtehen die kommendem
Kammerwahlen ſo ſtark im Vordergrund des allgemeinen Inter=
eſſes
, daß nur noch wahltaktiſche Erwägungen allein das Feld
beherrſchen. Daß man unter dieſen Umſtänden in Paris ganz
gewiß keine Neigung hegt, das europäiſche Kernproblem, das
Problem des deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs, irgendwie zu er=
örtern
, iſt ohne weiteres verſtändlich, wenn man daran denkt,
wie ſtark die Meinungen darüber in der franzöſiſchen Oeffent=
lichkeit
nach wie vor auseinandergehen.
Auch in Deutſchland beherrſcht im Augenblick die Innen=
politik
das Feld, und wenn auch der deutſche Reichstag bei nor=
malem
Verlauf der Dinge erſt übers Jahr neu zu wählen wäre,
ſo kann man doch faſt ſagen, daß auch bei uns ſchon die kom=
menden
Wahlen ihre Schatten vorauswerfen. Jahrelang hat
die geſamte deutſche Politik ſo ſtark unter dem Druck von außen
her geſtanden, daß eine ernſthafte ſachliche Erörterung unſerer
innerpolitiſchen Probleme kaum in Frage kam, und auch die
Tatſache, daß kaum eine Regierung der ganzen letzten Jahre ſich
auf eine feſte parlamentariſche Mehrheit ſtützen konnte, wirkte
naturgemäß dahin, daß alle entſcheidenden Fragen nach Mög=
lichkeit
zurückgeſtellt wurden. Ein charakteriſtiſches Beiſpiel da=
für
bietet das Schickſal der verſchiedenen Entwürfe zur Aende=
rung
unſeres Reichstagswahlrechts. Schon ſeit Jahren ſind ſich
alle Einſichtigen darüber einig, daß das Liſtenwahlſyſtem, wie
wir es jetzt haben, ganz unmögliche Zuſtände im Gefolge hat
und daß eine Aenderung dieſes Liſtenwahlſyſtems eine abſolute
Notwendigkeit iſt. Wohl ſämtliche Reichsinnenminiſter, die wir
in den letzten Jahren gehabt haben, haben ſich daher auch mit
dieſem Problem befaßt, und eine ganze Reihe von Entwürfen
iſt ſo im Laufe der Jahre entſtanden, die dann beim nächſten
Miniſterwechſel in der Schublade verſchwanden. Als dann die
jetzige Regierungskoalition, die ſich auf eine faſt parlamentariſche
Mehrheit ſtützt, nach langem Hin und Her endlich zuſtande kam,
glaubte man mit Recht erwarten zu können, daß nunmehr end=
lich
einmal die verſchiedenen brennenden Probleme unſeres
innerſtaatlichen Lebens ernſthaft angefaßt werden könnten. Die
Ereigniſſe ſchienen das auch zu beſtätigen. Das Reichsſchul=
geſetz
, das ja ſchon bei dem Zuſtandekommen der Regierungs=
koalition
eine ſehr weſentliche Rolle geſpielt hatte, wurde als=
bald
in Angriff genommen, und auch der neue Reichsfinanz=
miniſter
trat mit dem lange erwarteten Entwurf einer Beſol=
dungsreform
der Reichsbeamten an die Oeffentlichkeit. Daß die
Erörterung einer für unſer kulturelles und ſtaatliches Leben ſo
einſchneidenden Frage, wie es das Reichsſchulgeſetz iſt, den
Streit der Meinungen entfachen mußte, daß auch die Durchfüh=
rung
einer durchgreifenden Beamtenbeſoldungsreform, die unſer
wirtſchaftliches Leben natürlich ſehr ſtark berührt, nicht reibungs=
los
verlaufen würde, war von vornherein klar. Daß man dieſe
Probleme überhaupt in Angriff nehmen konnte, war an ſich
ſchon ein Fortſchritt, ein Zeichen der Feſtigung unſerer inner=
politiſchen
Verhältniſſe. Um ſo bedauerlicher iſt es, daß ſich
die Schwierigkeiten, die ſich in den letzten Tagen herausgeſtellt
haben, ſo groß ſind, daß jeder Optimismus recht unangebracht
erſcheinen muß.
Während man hinſichtlich des Reichsſchulgeſetzes wohl an=
nehmen
darf, daß die weltanſchaulichen Gegenſätze durch ein
Kompromiß überbrückt werden können, daß insbeſondere auch
den Bedürfniſſen der ſogenannten Simultanſchulländer, alſo
auch Heſſens, in befriedigender Weiſe Rechnung trägt, haben
ſich bei der Behandlung der Beamtenbeſoldungsreform Schwie=
rigkeiten
herausgeſtellt, für die eine Löſung zunächſt noch nicht
gefunden werden konnte. Daß eine durchgreifende Reform der
Beamtenbeſoldung zu einer unbedingten Staatsnotwendigkeit
geworden war, iſt oft genug betont und auch überall anerkannt
worden. Die Durchführung der Beſoldungsreform für die
Reichsbeamten im Rahmen des Köhler’ſchen Entwurfs wäre ja
auch nach den Ausführungen des Reichsfinanzminiſters möglich,
ohne daß durch neue Steuern unſer Wirtſchaftsleben eine Mehr=
belaſtung
erfährt. Die Schwierigkeit auf die wir an dieſer
Stelle ſchon unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Entwurfs
hinwieſen ergab ſich daraus, daß ſich eine Beſoldungsreform
ſelbſtverſtändlich nicht auf die Reichsbeamten beſchränken konnte,
daß aber den Ländern, ſo wie die Dinge nun einmal liegen, die
Mittel für eine Beſoldungsreform in dem vorgeſehenen Rahmen
einfach nicht zur Verfügung ſtehen. Eine Aenderung des Finanz=
ausgleichsgeſetzes
, die ſelbſtverſtändlich zu Laſten des Reiches ge=
gangen
wäre, hat der Reichsfinanzminiſter rund heraus abge=
lehnt
. Mußte er wohl auch ablehnen, wenn er nicht den ganzen
Reichsetat über den Haufen werfen wollte. Um aber Ländern
und Gemeinden die Möglichkeit zu geben, von ſich aus die Be=
ſoldungsreform
durchzuführen, hatte er geplant, die Eiſenbahn=
obligationen
zur Deckung der notwendigen Ausgaben heranzu=
ziehen
. Durch dieſe Rechnung gaber hat der Reparationsggent

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Seite 2

einen dicken Strich gemacht durch ſeine Weigerung, für eine der=
artige
Verwendung der Eiſenbahnobligationen ſeine Zuſtimmung
zu geben. So ſtehen im Augenblick die Dinge, und bis zur
Stunde iſt noch nicht bekannt, ob die für den Samstagvormittag
angeſetzte und dann auf den Nachmittag verſchobene Unter=
redung
zwiſchen dem Reichsfinanzminiſter und Herrn Parker
Gilbert ein Ergebnis gezeitigt hat, das einen Ausweg aus der
Sackgaſſe weiſt, in die man hineingeraten.
Herr Parker Gilbert hat ſich während ſeiner bisherigen
Tätigkeit als Reparationsagent als ein Mann erwieſen, der ein
gewiſſes Verſtändnis für unſere Notwendigkeiten beſitzt. Sein
Eingreifen in dieſer Frage bringt dielleicht zum erſten Male der
breiten Maſſe klar zum Bewußtſein, welche Beſchränkungen
unſerer finanziellen Handlungsfreiheit das Dawes=Abkommen
mit ſich bringt. Die politiſchen Folgerungen, die ſich aus der
Entwicklung der Dinge ergeben, ſind noch keineswegs abzuſehen.
Jedenfalls wäre es zum mindeſten nicht ungewöhnlich, wenn der
Reichsfinanzminiſter aus einem negativen Verlauf der Dinge
perſönliche Konſequenzen ziehen würde. Ohne Uebertreibung
und ohne perſönliche Gehäſſigkeit darf man doch wohl ſagen, daß
man die ganze Angelegenheit in verſchiedener Hinſicht geſchickter
hätte anfaſſen können. Ja, man kann ſich des unangenehmen
Eindruckes nicht erwehren, daß das Reichsfinanzminiſterium mit
ſeinem Entwurf für die Beſoldungsreform der Reichsbeamten
an die Oeffentlichkeit getreten iſt, ohne ſich über die finanziellen
Folgerungen klare Rechenſchaft abgelegt zu haben, die ſich aus
der ſelbſtverſtändlichen Uebertragung der Reform auf Länder
und Kommunen ergeben mußten. Die Lage iſt außerordentlich
ernſt und für parteipolitiſche Propagandareden wahrlich nicht
geeignet. Auch die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion, die
offenbar jetzt ihr beamtenfreundliches Herz entdeckt hat, ſollte
ſich der Verantwortung bewußt ſein, die auch eine Oppoſitions=
partei
trägt. Das deutſche Volk erwartet von ſeiner Vertretung
im Reichstag praktiſche, ſachliche Arbeit, es erwartet, daß
unſer parlamentariſches Syſtem ſeinen Befähigungsnachweis
erbringt.
M.

Eröffnung der Werkſioffſchau in Berlin.
Berlin, 22. Oktober.
In der neuen Autohalle am Kaiſerdamm wurde heute vor=
mittag
die Werkſtoffſchau eröffnet, mit der die Werkſtofftagung
verbunden iſt. An ihr beteiligen ſich der Verein Deutſcher In=
genieure
, der Verein deutſcher Eiſenhüttenleute, die Deutſche
Geſellſchaft für Metallkunde und der Zentralverband der deut=
ſchen
elektrotechniſchen Induſtrie. Auf der Tagung werden nicht
weniger als 200 fachwiſſenſchaftliche Vorträge gehalten werden.
Die Tagung wird drei Wochen in Anſpruch nehmen. Der heu=
tigen
Eröffnung wohnten neben den Vertretern der Reichsregie=
rung
, der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden, der Reichsbahn
und der Reichspoſt zahlreiche Fachleute der beteiligten Orga=
niſationen
und viele Vertreter des Auslandes bei. Nach einer
Begrüßungsanſprache des Vorſitzenden des Vereins deutſcher
Ingenieure, Dr. Wendt, ſprach im Namen der Reichsregierung
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius. Er ſagte u. a., die Aus=
ſtellung
werde der Oeffentlichkeit vor Augen führen, wie bedeu=
tungsvoll
zweckmäßiger Ausbau und Verwendung des Werkſtof=
fes
iſt und welche überragende Stellung die Bewirtſchaftung der
Grundſtoffe in der Geſamtwirtſchaft einnimmt. Die Ausſtel=
lung
ſolle nicht abſatzwerbend, ſondern nur aufklärend und be=
lehrend
wirken. Nur durch Höchſtleiſtungen auf allen Gebieten
könnten wir Freiheit und Weltgeltung wieder erreichen.
Die Tagung der deutſchen und öſierreichiſchen
Handelskammern in Stuttgart.
Vom 21. bis 22. Oktober fand in Stuttgart (Handelskammer
Stuttgart) eine Zuſammenkunft von Vertretern der reichsdeut=
ſchen
und öſterreichiſchen Handelskammern ſtatt, die in Verfolg
früherer Zuſammenarbeit und der Anknüpfung an die Ver=
treterzuſammenkunft
im Frühjahr 1926 in Salzburg der Be=
ſprechung
der in beiden Ländern gleichartigen Kammerange=
legenheiten
und der wirtſchaftlichen Annäherung der beiden
Länder diente. Insbeſondere wurde die internationale handels=
politiſche
Lage nach den Beſchlüſſen von Genf und Stockholm be=
ſprochen
und über internationale Fragen des Fremdenrechts und
eines internationalen Zolltarifſchemas, Meiſtbegünſtigung und
Abſchaffung der Ein= und Ausfuhrverbote berichtet. Die Ver=
ſammlung
bekannte ſich hierbei einmütig zu der von
der internationalen Handelskammer befolgten und wirkſam ge=
förderten
Politik der Beſeitigung von Handels=
hemmungen
und begrüßte die Beſchlüſſe von Genf und
Stockholm, durch die aus gemeinſamer Auffaſſung große Ziel=
punkte
aufgeſtellt wurden. Sie forderte, daß dieſen Entſchlie=
ßungen
nun die Praxis der Staaten alsbald folge. Im weiteren
wurde das Problem der Rechtserneuerung und
Angleichung unter wirtſchaftlichen Geſichts=
punkten
von Reichsminiſter a. D. Schiffer behandelt.

Zaghlul Paſchas Memoiren.
Von unſerem Berichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Anm. d. Red. Unſer E. S.=Mitarbeiter iſt in
der Lage, erſte authentiſche Mitteilungen über den
Inhalt der von Zaghlul Paſcha hinterlaſſenen Memo=
iren
zu machen, die um ſo intereſſanter ſind, als ſich
beteiligten Stellen über die Art und Form der
Herausgabe dieſer Hinterlaſſenſchaft des ägyptiſchen
Freiheitskämpfers durchaus nuht einig zu ſein ſcheinen.
E.S. Kairo, Mitte Oktober 1927.
Der am 23. Auguſt d. J. verſtorbene große ägyptiſche Staats=
mann
, ohne Zweifel wohl die bedeutendſte und markanteſte Er=
ſcheinung
unter allen orientaliſchen Politikern der Neuzeit, iſt
von der ganzen iſlamiſchen Welt ſchon ſeit 1912 in ſeiner Bedeu=
tung
richtig erkannt und gewürdigt worden. In Europa wurde
man erſt 1919 in weiteren Kreiſen auf ihn aufmerkſam, als er
zum erſten Male von den Engländern verhaftet und auf Malta
interniert wurde. Von dieſem Zeitpunkt an iſt ſeine politiſche
Laufbahn wohl allgemein bekannt und in den Nekrologen der
europäiſchen Preſſe mehr oder weniger eingehend gewürdigt
worden. Wenig oder gar nichts aber wird man in Europa über
das politiſch: Etſtem und das Weltbild wiſſen, das dieſer Mann
ſich ſchuf und in welchem er für die Freiheit ſeines Vaterlandes
arbeitete.
Nun hat Zaghlul Paſcha Memoiren hinterlaſſen, die ſich
zurzeit noch im Alleinbeſitz ſeiner Witwe befinden und
die über die geiſtigen Triebfedern ſeiner politiſchen Tätigkeit
intereſſante Aufſchlüſſe geben.
Es iſt bemerkenswert, daß dieſer Orientale über den Im=
bekialismus
, den er nur als Leidender geſehen hat, in objektiver
Ruhe ſpricht. Er meint, kurz geſagt, daß Imperialismus, wo er
ſich auswirke, nicht eigentlich Schuld der Mächtigen ſei, die ihn
anwenden, denn dieſe folgen nur allgemein=menſchlichen Eigen=
ſchaften
. Zaghlul Paſcha gibt die Schuld an dem immer noch
und nicht nur in Aegypten herrſchenden Imperialismus den
Unterdrückten ſelbſt. Deshalb hält er intenſive Arbeit
der unterdrückten Völker für das wirkſamſte Kampfmittel gegen
die Deſpotie. Durch die ungeheueren Fortſchritte der abendlän=
diſchen
Ziviliſation, namentlich in techniſcher Hinſicht, und durch
das bedauerliche Zurückbleiben Aſiens in dieſer Beziehung iſt
eine Störung des Gleichgewichts der Kräfte in der Welt entſtan=
den
, ein Mißverhältnis, das nur durch ernſte und zielbewußte

Sonntag den 23 Oktober 1927

Vom Tage.
Der Arbeitgeberverband für den mitteldeutſchen Braun=
kohlenbergbau
hat ſoeben den Schiedsſpruch für den mittel=
deutſchen
Braunkohlenbergbau abgelehnt.
Der Reichstag vertagte ſich geſtern bis zum 22. No=
vember
.
In Berlin wurde geſtern die Werkſtoffſchau 1927 mit
Curtius eröffnet.

Wie Havas mitteilt, rechnet man am Quai dOrſay damit, daß die
amerikaniſche Antwortnote in der Zollfrage an=
fangs
kommender Woche in Paris eingehen wird.

Der ehemalige Botſchaftsrat in der Sowjetbotſchaft in Tobio,
Beſſedowſki, wurde zum Botſchaftsrat in Paris er=
nannt
. Er wird bis zur Ankunft Dowgolewſkis als Geſchäftsträger

Aus Prag kommt die Meldung, daß nach Auffaſſung beteiligter
Stellen mit der Aufhebung des Sichtvermerkzwanges
zwiſchen Oeſterreich und der Tſchechoſlowakei ſpäte=
ſtens
zum 1. Januar 1928 zu rechnen iſt.

Aus Belgrad verlautet, daß tatſächlick Anzeichen dafür beſtan=
den
hätten, daß das mazedoniſche Komätee ſich mit dem
Plan getragen habe, König Alexander, ſowie die ſüd=
ſlawiſchen
Geſandten in Athen, Berlin und Paris
zu ermorden.
Die albaniſche Negierung hat infolge Uncimigkeit der Mi=
niſter
über einige Verwaltungsfragen dem Präſidenten der Repubbik
die Demiſſion eingereicht, der ſie angenommen hat.
Die Mandatskommiſſion des Völkerbundes tritt
am Montag vormittag zu ihrer 12. Tagung unter dem Vorſitz des
italieniſchen Delegierten Marcheſe Teodoli zuſammen.

König Fuad iſt von Briand empfangen worden, der ihm
zu Ehren ein Bankett gab.
Der deutſche Botſchafter von Hocſch hatte eine Unter=
redung
mit dem Außenminiſter Brianb. Es wurde eine Reihe
laufender Fragen beſprochen.
Die von gewiſſen Zeitungen verbreitete Meldung, wonach Prinz
Karol von Rumänien Frankreich verlaſſen habe, wird
von den Pariſer Polizeibehörden dementiert.
Der amerikaniſche Botſchafter in Paris, Herrick, hat
in Cleveland erklärt, daß er nach Weihnachten wieder auf ſeinen Poſten
zurückkehren werde
Die Regierung von Panama beabſichtigt ab Januar
die Zurückziehung aller Geſandtſchaften in Europa;
jedoch ſoll die Pariſer Geſandtſchaft beſtehen bleiben, die für alle
anderen Länder zuſtändig wird.
Die Times behandeln die Frage der möglichen Gefährdung
der Reparationspriorität durch ein Uebermaß von
deutſchen Auslandsanleihen. Das Blatt tritt für die end=
gültige
Feſtſetzung der Geſamtreparationsverpflichtungen Deutſchlands
und die Flüſſigmachung in Form einer Anleihe ein, deren Dienſt aus=
ſchließlich
Sache Deutſchlands ſein würde. In dieſem Falle würde das
Riſiko des Verzugs übertriebenen Ausgaben Deutſchlands Einhalt tun.

Miniſierpräſident a. D. Dr. v. Knilling

Dr. Eugen v. Knilling,
bayeriſcher Miniſterpräſident a. D., iſt im 63. Lebensjahre ge=
ſtorben
. Unter außerordentlich ſtarker Teilnahme aus politiſchen
und wirtſchaftlichen Kreiſen fand am Samstag die feierliche
Beiſetzung des ehemaligen bayeriſchen Miniſterpräſidenten ſtatt.
Dr. Held hielt dabei die Gedenkrede, in der er beſonders auf die
Verdienſte des Verſtorbenen um Bayern und das Deutſche Reich
hinwies. Auch die Reichsbehörden hatten Blumenſpenden nieder=
legen
laſſen.

Arbeit ausgeglichen werden kann. Bisher iſt das von allen
aſiatiſchen und orientaliſchen Ländern nur von Japan richtig
erkannt worden. Zaghlul Paſcha verbreitet ſich in ausführ=
lichen
Darlegungen über die Bedeutung der Einflüſſe der abend=
ländiſchen
Politik und Kultur im Orient, und er iſt ſo gerecht,
deren Wert anzuerkennen. Er wünſcht nur nicht, daß dieſe Ein=
flüſſe
den orientaliſchen Völkern von außen her aufgezwungen
werden, ſondern daß ſie in der freien Befolgung eines guten
Beiſpiels von den Orientalen ſelbſt nach= und umgeſchaffen wer=
den
. Wie die Türkei in letzter Zeit erfolgreich bemüht war, ſich
in Verwaltung, Heeresorganiſation und Wirtſchaftsleben nach
europäiſchen Normen zu richten, ſo ſoll auch Aegypten ſich in
ernſter Arbeit bemühen, die Vorteile europäiſcher Ziviliſation
zu erringen. Ein Kampf der Aſiaten gegen Europa
als ſolcher wird von Zaghlul Paſcha unbedingt verworfen.
Die Bemerkungen des Verſtorbenen über ſein perſönliches
Verhältnis zu England zeigen deutlich, daß alle Aeußerungen
über ſeinen angeblich unverſöhnlichen Haß gegen England durch=
aus
falſch ſind. Er bedauert nur, daß die Engländer den Wert
und den Nutzen eines völlig freien Aegypten nicht einſehen und
daß ſie die Gefahr eines ewig unruhigen und aufſäſſigen Aegyp=
tens
unterſchätzten, aber er ſpricht immer von dem Menſchlichen,
dem allzu Menſchlichen in der engliſchen Politik. Ja, er ſagt,
es ſei für ihn ein Genuß geweſen, mit ſolchen Herrenmenſchen
wie den Engländern politiſch die Klinge zu kreuzen.
Angeſichts der paniſlamitiſchen Strömungen der Jetztzeit,
die nach dem Abtreten der Türkei von der Rolle eines Führers
im Iſlam u. a. auch ſtark nach Aegypten hinneigen, iſt Zaghluls
Stellungnahme zum Paniſlamismus und zur aſia=
tiſchen
Bewegung intereſſant. Er ſagt, daß Aegypten
keineswegs nach einer Vorherrſchaft in der iſlamitiſchen Welt
geſtrebt habe oder ſtreben dürfe. Er ſieht die erſte Aufgabe der
ägyptiſchen Nationaliſten und ihrer Partei in einer Einigung
der inneren Gegner. Er ſcheint zu glauben, daß eine pan=
aſiatiſche
Bewegung zu Katoſtrophen führen könnte, die er im
Intereſſe des Friedens der Welt bedauern würde. Vom Welt=
frieden
ſelbſt und ſeiner Dauer hält er nichts, aber er lehnt die
Verantwortung für deſſen Störung für ſich und ſein Vaterland
ab. Zaghlul berichtet, er ſei in jüngeren Jahren religiös
indifferent geweſen, habe aber im höheren Alter die große Be=
deutung
der Religion immer mehr erkannt und deshalb auch
alle äußerlichen Zeremonien ſtets ſtreng beobachtet. Bei ſeiner
Beurteilung des Iſlams ſteht er im Gegenſatz zu der oft ge=
äußerten
Meinung vom übernationalen Charakter des Iſlam
als Weltreligion auf dem Standpunkt, daß auch auf dem reli=

* Berlin 22. Oktober. (Eig. Ber.)
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 12,00 Uhr.
Ohne Ausſprache und in allen drei Leſungen angenommen wird eis
Geſetzenwurf über die Mündelſicherheit von Wertpapieren um
Forderungen, ferner das internationale Uebereinkommen über über d:8
Krankenverſicherung der Arbeitnehmer in Gewerbe Hond,s
und Landwirtſchaft ſowie ein Geſetzentwurf über Beſchäftigung vor umn
nach der Niederkunft.
Die erſte Leſung des Geſetzentwurfs zur Aenderung des Reich=
verſorgungsgeſetzes
wird darauf fortgeſetzt und nach kurus
Debatte dem Ausſchuß für Kriegsbeſchädigte überwieſen.
Auf der Tagesordnung ſtehen dann die Interpellationen der Soziof.
demokraten und des Zentrums über den mitteldeutſchen Bero
arbeiterſtreik.
Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns weiſt darauf hin, daß d8
Schiedsſpruch geſtern gefällt worden ſei und daß er in den nächſteß
Stunden die Mitteilung der beiden Parteien zu dem Schiedsſpruch a
warte. Falls nicht beide Parteien den Schiedsſpruch annehmen, weriw
er ſich noch heute über die Frage der Verbindlichkeitserklärung zu emo
ſcheiden haben. Aus der Tatſache daß beide ſtreitenden Parteien 5 die Einzelheiten über eventuelle Aufnahme der Arbeit am Montt
freiwillig geeinigt haben, dürfe man den Schluß ziehen, daß auf beid,6.
Seiten der Wunſch und die Hoffnung auf Wiederaufnahme der Arboch
am Montag beſtehen.
Abg. Dr. Scholz (D. Vpt.) betont, daß nach dieſer Erklärung d0
Miniſters im gegenwärtigen Augenblick durchaus verfehlt wäre, 6
Dinge im Reichstage zu behandeln. Er beantrage für die Regierungn
parteien die Abſetzung der Interpellation von der Tagesordnung.
Abg. Koehnen (Kom.) erklärt, gerade, wenn der Miniſter heue
noch zu dem Schiedsſpruch Stellung nehmen müſſe, ſei zu fordern, dacht
auch die Stellung des Reichstages zu dem Schiedsſpruch feſtgeſtellt werſn
Abg. Wels (Soz.) weiſt darauf hin, daß der Rieſenkampf 5.
Braunkohlengebiet wit Energie und Ruhe und ohne Ausſchreitungen
führt worden ſei. Der Redner trat für Beſprechung der Interpellat!
nen ein.
Nach weiterer Ausſprache ſtellt Präſident Loebe feſt, daß infolge 9
Widerſpruchs die Beſprechung der Interpellationen nicht erfolgen könmn
Auch die kommuniſtiſchen Anträge auf Gewährung von Erwerbsloſeſt
unterſtützung an die ſtreikenden Bergarbeiter und das kommuniſtiſzü
Mißtrauensdotum gegen den Reichsarbeitsminiſter werden von 9
Tagesordnung abgeſetzt. Dagegen ſtimmen nur die Sozialdemokratmw
und Kommuniſten.
Es folgt die erſte Beratung des Abkommens mit der Regierman
kommiſſion des Saargebiets über die Sozialverſicherung i
Saargebiet.
Die Vorlage wird in erſter und zweiter Leſung angenommem
Gegen die ſofortige Vornahme der dritten Leſung erhebt Abg. Stönu
(Nat.=Soz.) Einſpruch mit dem Hinweis darauf, daß er nicht genügein
Redezeit gehabt habe. Im Hauſe entſteht eie ungeheure Erregumg
die ſich in Entrüſtungsrufen gegen die Nationalſozialiſten Luft machw
Der Präſident ſtellt feſt, daß, wenn die Vorlage heute nicht vemm
ſchiedet wird, die armen Sozialrentner des Saargebiets bis zum ;
nuar nicht in den Genuß der Erhöhungen treten können. (Hört, hörtm
Auf die Vorhaltungen des Präſidenten erwidert Abg: Stöhr, daß
trotzdem an ſeinem Widerſpruch feſthalte. Die Abgeordneten der m
deren Parteien geben ihrer Empörung in lauten Zurufen Ausdrum=
Der Präſident ſtellt feſt, daß es in der Geſchichte des Reichstags vour=
nicht
vorgekommen ſei, daß jemand ohne Grund in dieſer Weiſe M
Verabſchiedung einer Vorlage verhindere, die armen Sozialrentmnr
einen Vorteil bringen ſolle. Die Oeffentlichkeit müſſe auf dieſen Lob
gang aufmerkſam gemacht werden. (Lebhaſte Zuſtimmung.)
Abg. Koch (Dem.) ſtellt feſt, daß die übergroße Mehrheit des buch
ſes in dem Vorgehen der Nationalſozialiſten einen ungeheuerlichen MFich
brauch der Rechte einer kleinen Minderheit ſehe. Dieſes Vorgelnt
müſſe in der ſchärfſten Weiſe gebrandmarkt werden.
Abg. Graf Weſtarp (Dntl.) ſchlägt vor, dem Abg. Stöhr eimnu
weitere Stunde Redezeit zu bewilligen, wenn er ſeinen Widerſprär
gegen die dritte Leſung zurückziehe.
Abg. Stöhr (Nat.=Soz.) hält unter großer Erregung ds Guuſeä3
trotzdem an ſeinem Widerſpruch feſt.
Die dritte Leſung kaun nicht erfolgen.
Das Haus vertagt ſich. Der Präſident ſchlägt vor, die näüchſte Vol=
ſitzung
am 22. November abzuhalten.
Das Haus beſchließt demgcmäß.
Zum Schluß der Sitzung macht der Präſident die Mittoilung bonn
dem plötzlichen Ableben des Abg. Wormit (Dntl.), der in Oſtpreußen
gewählt war.
Schluß 14,30 Uhr.
Neue litauiſche Beſchwerde beim Völterbunig
EP. Genf, 22. Oktober.n
Der litauiſche Miniſterpräſident, Woldemaras, hat ſoehl
an das Sekretariat des Völkerbundes ein neues Telegramm /
richtet, wit dem die weitere Ausweiſung von 14 Prieſten
litauuiſcher Natiomalität gemeldet wird. Litauen, das gegen dim
ſich häufenden Ausweiſungen beim Völkerbund nachdrualn
Proteſt erhebt, teilſt mitz, daß dieſe Prieſter, um die polniſſi
Maßnahme nicht zu begümſtigen, von den litzauiſchen Behofao
nicht übber die Grenze gelaſſen werden.

giöſen Gebiet die nationale Entwicklung eines Volkes unertls
lich ſei. Auch für den Iſlam ſei es eine Lebensnotwendiglg
daß ſich ſtarke, den Erforderniſſen der Neuzeit Rechnung trage.
Staaten bildeten.
Sollten die Memoiren Zaghluls unverändert und unan
kürzt der Oeffentlichkeit übergeben werden, dann könnten ſie
Aegypten vielleicht die gleiche Bedeutung erhalten, die heuie
Teſtament Sunyatſens in China beſitzt.

Hochſchulnachrichten.
Bonn. Der Profeſſor der klaſſiſchen Philologie Dr. E. Bi0
Königsberg hat einen Ruf an die Univerſität Bonn erhalten. 2=
Spezialgebiet iſt Antike=Philoſophie ſowie römiſche Religionsgeſchſſe
Profeſſor Bickel iſt 1876 in Wiesbaden geboren.

Adieu Berlin, Roman von H. von Wedderkop. S. Fiſcher dete
Berlin. Geheftet 4,50 Mk., in Ganzleinen 6,50 Mk.
Adien Berlin nennt H. von Weddenkop, der Lebenskünſtler.
gentleman Fhilosopher zurzeit Herausgeber des Querſchmitt 2
ſeinen Roman, an deſſen Oberfläche ſich die alljährliche Traguche
des Berliners abſpielt, der vom Kurfürſtendamm und Tievgartenoll.
beiſpielsweiſe nach Sylt flieht, um beides mit Soliſten und Koſſte.
komplett dort wiederzufinden, berauſcht von dieſem Wiederſehen."
der neuartigen Szenerie von Strand und See ſtatt der geliebten Aſh
kuliſſe, die ihm Gewohnheit und Hitze allſommerlich auf kurze 9
leidet. Auf dieſem Grunde iſt dieſer Roman eine beſinnlichkhlt.
Gloſſe eines anderwärts Beheimateten über das neue, friſch wächde.
Berlin, das nach wilhelminiſchem Kadettenſchliff und Inſtlatzoſet
in blühende Flegeljahre ſchießt und allen Charme, alle Unart Dele
verſprechenden Lebensepoche entfaltet: Naibität und Eingebio.
Friſche, Ungeſchmack und Rieſeuappetit auf alles Neue. Eingeh
werden mit Vergnügen liebevolle Porträts lebender und füngſt veil
bener Berliner Typen erkennen, aber der vielbefahrene Erzähler. D
Waterkante ſetzt ſich auf keinen Sand des Schlüſſelhaften felt. A
tiſchem Ausblick nach Realitäten ſpinnt er ſein Garn, und (s w
gerade ſo ein richtiger Roman mit Problem und durchgehaltener. *
bahn, wie ihn akkreditierte Dichter in verantwortungsvollem 2l.
deutſcher Seele immer wieder zu Weihnachten herausbringen, .
etwas viel Netteres, Eigeneres: unbeſchwert im Stoff, unputeſt.
Ton, konſiſtenter und reeller im Gehalt an Wirklichkeit. Tag 10 *
ſchen ſind mit Ernſt und Fronie zu gleichen Teilen endlich eiume.
Uebermaß von Aufwand, ohne Vergrößerungsglas und büch.
Brille geſehen. Wedderkops Geſchmack und Munterkeit kann "
leiſten, mehr zu geben, als er verſpricht und eingeſteht: ein Sit
geſicht, heläugig reif geſehen. Sein wohlgelungenes hnpardt
Selbſtporträt, ins Spiel der Figuren verwoben, iſt übrigens.
mante Draufgabe.

[ ][  ][ ]

Mummer 294

Rationgliſierung der Feſte.
ſirz Appell der Reichsregierung zur Einfach=
ſik
und Sparſamkeit. Schluß der Winter=
ſaiſon
mit dem Faſinachts=Dienstag.
DDie Reichsregierung hat einen ſehr vernünftigen
ſttrhluß gefaßt: ſie iſt ſich darüber einig geworden, ihre
ilnahme bei Veranſtaltungen zu rationieren,
eenn ſie jeweils nur einen Miniſter delegiert und außerdem
Faſtnacht an Ferien von Feierlichkeiten
ſa nſprucht. Dieſe Flucht in die Oeffentlichkeit und Ent=
ſtyamkeit
der oberſten Stellen iſt notwendig geworden, denn
Feiern hat einen bei uns früher nie geahnten Umfang
gmnommen, wodurch eigentlich jeder, der irgendwie in der
ſiirentlichkeit ſteht, in ſeiner Arbeitsleiſtung und Arbeitskraft
ſiarträchtigt wird. Es iſt eigentlich der normale Zuſtand, daß
ſhrend der ſogenannten Saiſon drei bis vier und mehr Ver=
ſtllrltungen
an einem Abend gleichzeitig ſtattfinden und die
ſviellen Perſönlichkeiten gezwungen ſind, ſolche Feſte alle
ſagen mitzumachen. Der Außenminiſter, der durch den Ver=
ſri
mit dem diplomatiſchen Korps beſonders leidet, hat ſchon
pergangenen Jahr mitteilen laſſen, daß er an zwei Abenden
Woche keine Einladungen entgegennimmt. Das Kabinett
iſſich dieſem Beiſpiel der Selbſthilfe jetzt angeſchloſſen. Es
wünſchenswert, wenn der Appell zur Einfachheit
Sparſamkeit überall Erfolg hätte, denn ſchließlich iſt
Wage Deutſchlands doch nicht ſo, daß wir nun gerade tag=
AEh Anlaß zu Feiern hätten. Das Geld, das hierfür ver=
edist
wird, kann weſentlich nützlicher verwendet werden. Den
ſeuen Sommer hindurch hat nachgerade ein Kongreß und eine
gurng die andere gejagt. Die großen Verbände ſind jetzt mit
vern Beiſpiel vorangegangen, ſich Beſchränkungen aufzuer=
ſen
, und nicht jedes Jahr zuſammenzukommen. So hat ja
ſch: die Deutſche Volkspartei ihren diesjährigen Parteitag ab=
arnt
. Das Geld, das durch die vielen überflüſſigen Tagungen
värleudert wird, kann zweiſellos ſehr viel beſſer und volks=
ntiEhaftlich
fruchtbringender angelegt werden.
Zur Nachabmung empfohlen!
Der Appell der Reichsregierung hat folgenden Wortlaut:
932 Reichskabinett kam zu der einmütigen Auffaſſung, daß die
gilſſchaftlichen Verpflichtungen in der Reichshauptſtadt und
ſcüſger hinaus in vielen Teilen des Reiches ein Ausmaß an=
gommen
haben, das mit der wirtſchaftlichen und politiſchen
ſce Deutſchlands nicht vereinbar iſt. Sämtliche Reichsminiſter

ſmmaen mit dem Reichskanzler darüber überein, daß die in
16 Gegenwart und der nächſten Zukunft noch harrenden wirt=

UfS= und ſozialpolitiſchen Probleme nicht der Anlaß zur Ver=
nat
tung unnötiger Feierlichkeiten, Gedenckfeiern und Kongreſ=
voller
Art ſein ſollten. In dieſem Gedanken der inneren Ein=
cr
uind des Gedenkens der Not vieler Brüder und Schweſtern
, ſich die Reichsregierung eins mit dem Reichspräſidenten
Hieie auch mit vielen anderen prominenten offiziellen und pri=
wei
Perſönlichkeiten und Gremien innerhalb des Deutſchen
Aces. Die Reichsregierung kam daher zu der Entſchließung,
jührren eigenen Veranſtaltungen, ohne im übrigen eine wür=
de
Repräſentation des Deutſchen Reiches zu vernachläſſigen,
ſwr, noch als bisher die größtmöglichſte Einſchränkung und
Cfüchheit anzuſtreben und ihre Teilnahme an feierlichen Ver=
aaltungen
von anderer Seite auf da3 äußerſte Mindeſtmaß
zhrſchränken. Der Reichsaußenminiſter wird auf dieſer
anfdlage mit dem Doyen des diplomatiſchen Korps entſpre=
t
)e Vereinbarungen treffen.
18m übrigen wurden ſeitens des Reichskanzlers die aus
hurrer Zeit bereits beſtehenden Richtlinien über die Betei=
urtg
von Mitgliedern der Reichsregierung an Kongreſſen
ungen, Jubiläen, Einweihungsfeiern, Gedenktagen und
ilſtrhen geſellſchaftlichen Vevanſtaltungen in Erinnerung zu=
rarerufen
, die das Ziel haben, die Beteiligung des Kabinetts
lls eine ſolche überhaupt erforderlich nur auf den in
eel! Linie zuſtändigen Reichsminiſter zu beſchränken.
Oie Reichsregierung würde es lebhaft begrüßen, wenn ſich
ligldchſt zahlreiche Veranſtalter öffentlicher und privater Feſt=
ſkenten
in Deutſchland die gleichen Gedankengänge zu eigen
uhan wollten. Insbeſondere möchten wir einen guten alten
duch in Erinnerung zurückrufen, daß die Winterſaiſon mit
a /saſtnachtsdienstag ihr Ende erreichen ſoll. Jedenfalls wird
Rreichsregierung von dieſem Tage ab eine Beteiligung ihrer=
s
han geſellſchaftlichen Veranſtaltungen grundſätzlich ablehnen.

Sonntag den 23 Oktober 19232
Der Auswärtige Ausſchuß
über Genf.
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstages hat ſich
am Freitag und Samstag mit der Außenpolitik der
Reichsregierung beſchäftigt. Der Außenmniſter hat noch=
mals
über die Genfer Verhandlungen berichtet. Er hat nicht
viel Neues bringen können und nur im weſentlichen ſeine ſchon
früher bekannt gegebene Auffaſſung vertreten, daß in der Frage
der Rheinlandräumung vorderhand nichts zu erreichen iſt, weil
jede franzöſiſche Regierung vor den kommenden Kammerwahlen
ſich hüten werde, Zugeſtändniſſe zu machen, die ihr dann unbe=
quem
werden könnten,, daß alſo nach Anſicht des Außenminiſters
dieſe Frage offen bleiben muß, bis ſich im Mai nächſten Jahres
zeigt, welche Zuſammenſetzung die neue franzöſiſche Kammer
guſteiſt. Es iſt deshalb auch wohl vollkommen verfehlt, wenn
aus der Oppoſition heraus, die doch bisher die Locarnopolitik
mitgemacht hat, Angriffe wegen der mangelnden Erfolge der
Locarmopolitik im Auswärtigen Ausſchuß laut werden, die ihren
innerpolitiſchen Hintergrund darin zu ſuchen haben, daß für die
allgemeine Stagnation die Tätigkeit der Deutſchmationalen in
der Regierung verantwortlich gemacht wird. Der Außenminiſter
hat dieſe Behauptungen widerlegt. Er iſt dabei auch noch ein=
mal
auf die Tannenbergrede eingegangen, die in der Argumen=
tation
der Oppoſition ebenfalls eine große Rolle ſpielte. Er hat
dabei den Nachweis geführt, daß eben wegen der Bedingtheit
durch die franzöſiſchen Wahlen die Zuſammenſetzung der deut=
ſchen
Regierung für den Forugang der Verhandlungen ziemlich
belamglos iſt. Da der Autsſchuß wie es im amtlichen Commu=
niqué
heißt wegen der vorgerückten Stunde die Beſprechung
nicht zu Ende führen konnte, ſoll die Diskuſſion am Montag
forvgeſetzt werden.
Dr. Streſemann über die politiſche Lage.
Liegnitz, 22. Okober.
Anläßlich einer Wahlkreistagung der D.V.P. ſprach Reichs
außenminiſter Dr. Streſemann auf einer Parteitundgebung in
Görlitz. Er wies darauf hin, daß er micht in erſter Linie die
außenpolitiſche Lage, ſondern die gegenwärtige Allge=
meinſituation
zum Mittelpunkt ſeiner Darlegungen machen
tvolle. Vom Standpunlt der aktuellen Situation könnten wir
eigentlich poſitive Ergebniſſe verbuchen: Rückgang der Ar=
beitsloſigkeit
und Zunahme der inneren Kauf=
lraft
. Trotzdem könne man keineswegs die wirtſchaftliche Ge=
ſamtlage
als geſichert anſehen. Im Gegenteil bedürfen wir noch
immer ausländiſchen Kapitals. Handinhand mit der Beſol=
dungsvorlage
müſſe eine weitgehende Verwaltungs=
reform
gehen. Die Uebernahme weiterer Laſten
durch das Reichsſchulgeſetz auf das Reich könne
nicht in Frage kommen. Die Deutſche Volkspartei wünſche
die freie Entwicklung aller Schularten, aber durch Fortfall der
fiwanziellen Verantwortlichkeit dürfe kein Anveiz zur Gründung
neuer kleiner Schulen gegeben werden. Dieſe Umbildung dürfe
nur unter voller finanzieller Vevantwortlichkeit, der beteiligten
Länder und Gemeinden erfolgen. Weiter betonte Dr. Streſe=
wann
die Fortführung der Handelsvertrags=
politik
und die Bedeutung des Vertrages mit Frankreich.
Auch die Verhältniſſe mit Polen bedürfen nach zweijährigen
Verhandlungen nunmehr einer Regelung. Dieſe Verhandlungen
würden zwar ſchwierig ſein, aber bei gutem Willen würde man
auf beiden Seiten zu einer Verſtändigung kommen. Zum Schluß
erklärte Dr. Streſemam, daß die künftige Entwicklung
des Reiches, wie bisher von den Parteien der Mitte be=
ſtimmt
würde. Wer eine ruchige, ſtetige, von Experimenten freie
Entwicklung wolle, müſſe vor allem darauf bedacht ſein, die
Mitte zu ſtärken, ohne die in Deutſchland nichſt regiert werden
könne. Die Deutſche Volkspartei werde dabei auch innerhalb
der Koalitionsfreiheit unabhängig auf ihren Grundſätzen be=
ſtehen
. Mit einem Appell an ſeine Parteifreunde, das libevale
Bürgertum in den Städten wieder zu der alten Bedeutung, die
es einſt gerade hier im Oſten gehabt habe, zu bringen und ein=
feitige
Intereſſenforderungen hinter den großen Intereſſen der
Allgemeinheit zurückzuſtellen, ſchloß der Miniſter ſeine Aus=
führungen
.
Japaniſche Wirtſchaftskommiſſion nach Ruß=
land
und Deutſchland.
Nach Blättermeldungen aus Tobio wird eine japaniſche Wirt=
chaftskommiſſion
, beſtehend aus einigen Beamten des Auswär=
tigen
Amts und hervorragenden Wirtſchaftsführern, nach Mos=
kau
reiſen, um die ruſſiſchen Wirtſchaftsverhältniſſe zwecks Vor=
bereitung
eines neuen japaniſch=ruſſiſchen Handelsvertrages zu
ſtudieren. Die unter Führung des hervorragenden Geſchäfts=
mannes
Kuhara ſtehende Kommiſſion wird dann auch Deutſch=
land
beſuchen.

Seite 3

Das Ende des Bergarbeiterſireifs.
Der Schiedsſpruch verbindlich. Vor der Wiederauf=
nahme
der Arbeit. Statt Kohlenpreiserhöhung andere
Tarifpolitik der Reichsbahn?
Der Reichsarbeitsminiſter hat, wie zu erwarten war, den
Schiedsſpruch des Schlichters im Braunkohlenbergbau Mittel=
deutſchlands
für verbindlich erklärt, nachdem die Arbeitgeber
abgelehnt und die Arbeitnehmer angenommen hatten. Der Streik
iſt damit in jedem Falle zu Ende, weil die Gewerkſchaften ſich
von ihm zurückziehen müſſen. Selbſt wenn die Kommuniſten
verſuchen ſollten, aus politiſchen Gründen ihn fortſetzen zu
wollen, werden ſie damit keinen Anklang finden. Am Montag
wird alſo wohl die Arbeit in allen Revieren wieder aufgenom=
men
werden. Wirtſchaftlich iſt der Fall damit noch nicht er=
ledigt
. Die Arbeitgeber haben bereits vorher ſchon zu erkennen
gegeben, daß ſie nicht in der Lage ſeien, eine neue Loky erhöhung
zu tragen und haben auch ſofort den Antrag geſtellt, daß der
Reichskohlenrat einberufen wird, um eine Erhöhung der Braun=
kohlenpreiſe
zu beſchließen. Der Beſchluß wird vermutlich gefaßt
werden, weil auch die Arbeitnehmer einſehen, daß die Betriebe
die durch die neue Lohnerhöhung entſtehende Mehrbelaſtung von
16 Millionen nicht tragen können. Vermutlich wird aber auch
diesmal der Reichswirtſchaftsminiſter Einſpruch erheben. Dann
müßten natürlich die ſchlecht rentierenden Zechen geſchloſſen wer=
den
. Im Reichswirtſchaftsminiſterium hat man ausgerechnet,
daß die Preisſpanne zwiſchen Produzent und Konſument nicht
noch mehr vergrößert werden kann. Da ſie aber bereits mit
ſehr hohen Transportkoſten belaſtet iſt, läßt ſich vielleicht hier
der Hebel einſetzen, ſo daß durch eine andere Tarif=
politik
der Reichsbahn eine Preiserhöhung
vermieden würde, die der Wirtſchaftsminiſter nur ver=
mieden
ſehen will, weil er die vielfachen Auswirkungen auf die
Produkte anderer Induſtrien fürchtet.
Der Einſatz der Techniſchen Nothilfe.
Obwohl ſich die ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften fort=
geſetzt
gegen den Einſatz der Techniſchen Nothilfe im Streik=
gebiet
geſträubt haben, ſind ſie doch nicht ganz durchgedrungen:
in etwa vier Fällen war es notwendig, insgeſamt 250 Nothelfer
in Tätigkeit zu ſetzen. Die Einſetzung erfolgte aber auch auf
Grund der geſetzlichen Beſtimmungen und nach genauer Prüfung
der örtlichen Verhältniſſe. In den meiſten Fällen hat ſich aller=
dings
ergeben, daß die Streikenden die Notſtandsarbeiten ſelbſt
vornahmen und dadurch auch den Stromverbrauch der Groß=
ſtädte
ſicherſtellten. Auf etlichen Gruben aber wurde die Arbeit
reſtlos eingeſtellt, ſo daß die Gefahr des Erſaufens nahelag und
außerdem einige Gemeinden ohne elektriſchen Strom und Licht
blieben. Darauf erſt wurde die Nothilfe alarmiert und ein=
geſetzt
. Sie wird ſelbſtverſtändlich ſofort zurückgenommen, wenn
die Belegſchaften wieder die Arbeiten aufnehmen.
Eine aufſehenerregende Entführung
von Franzoſen in Marokko.
EP. Paris, 22. Oktober.
Der Temps veröffentlicht aus Caſablanca eine aufſehen=
erregende
Meldung, wonach vier Angehörige der Familie des
Gouverneurs von Marokko, Steeg, von marokkaniſchen Aufſtän=
diſchen
200 Kilometer ſüdöſtlich von Caſablanca, in der Nähe
von Beni Melal, im großen Walde von Douara am Fuße des
mittleren Atlas, entführt worden ſind. Es handelt ſich um den
Sohn des Gouverneurs Yves, der früher Direktor der Banc
Ottomane war, ſeine Frau, den Sohn der zweiten Frau des
Gouverneurs Jean Maillet und deſſen Frau. Dieſe vier Per=
ſonen
hatten im Wald von Douara der Jagd obgelegen und ſind
anſcheinend unverhofft überfallen und entführt worden. Am
Entführungsort wurde das leere Automobil aufgefunden und
daneben zwei Hunde, die erdolcht worden waren. In der Nähe
fand man u. a. Perlen einer Halskette, Haarnadeln, ſowie leere
Patronentaſchen, was darauf ſchließen läßt, daß dem Angriff
ein Feuergefecht vorausgegangen iſt. Augenblicklich beſitzt man
nicht die geringſten Anhaltspunkte über den Aufenthaltsort der
Entführten oder über die Perſönlichkeit ihrer Angreifer. Die
Sicherheitspolizei wurde ſofort in Bewegung geſetzt und die
Truppen in der genannten Gegend ſind auf Alarmbereitſchaft
geſetzt worden. In ganz Marokko herrſcht unbeſchreibliche Auf=
regung
.

Rudolf von Delius.
(Zu ſeinem Vortrag im Fürſtenſaal.)
3er philoſophiſche Künder der Liebe iſt in der Gegenwart
Sallf von Delius. Er iſt einer der ſeltenen Philoſophen, der
iklarer Erkenntnis der ſeeliſchen Grundübel unſerer Zeit
B zur Beſſerung weiſt. Die Philoſophie Delius bewegt ſich
hti im Abſtrakten, ſondern iſt in das Praktiſche überſetzt, au
dein und Wirklichkeit eingeſtellt.
Näm Verlage von Karl Reißner in Dresden iſt eine drei=
*dage Folge Bücher der Sehnſucht erſchienen, in denen
ſb. Delius einen tapferen Kampf um das Kommende führt.
ne eignet die glückliche Natur, die Gegenſätze von Idealismus
Mealismus auf einer geſunden mittleren Linie ausgleichend
verreinen.
Oie Probleme der Ehe und des Sexuallebens ſtehen in allen
WBändchen im Vordergrund. Der erſte Band Die Kultun
Ehe legt die inneren Probleme der Ehe dar, die ja im
Eülellen ihre Tragik oder ihre glückliche Löſung finden. Auch
zveite Band: Das Erwachen der Frauen gibt neue Aus=
ke
; ins Geſchlechtliche. Der Verfaſſer ſtellt die große Grund=
ge
: Wird die Frau fähig werden zur eigenen Form? Oder
* ihr Weſen, formlos zu ſein? Iſt dann nicht Anpaſſung an
MMann das allein Entſprechende und Beglückende für die
ſü* gehorſames Sich=Einfügen in die feſte Form einer geiſti=
en
Macht? Der dritte Band: Die Verklärung des Körpers
hließt ein Weltbild von der Verehrung des Wirklichen. Vom
(ynerlichen ausgehend, baut R. v. Delius das Geiſtige und See=
9y auf. R. v. Delius ſagt: Das Leben iſt immer ein Ganzes,
Zentteilbar. Wollen wir einen beſtimmten Teil verſtehen, müſſen
ias Ganze anſchauen und die Verbindungsfäden begreifen.
Wias wärmt denn eigentlich in uns? Die Nahrung. Und
har ſtammt die? Letzten Endes immer von den Pflanzen.
2haben ja das Vermögen, direkt aus Mineralien Protoplasma
qulbauen, und zwar mit Hilfe der Sonnenenergie. Strahlen=
ktſider
Sonne lebt alſo in der Pflanze und heizt ſo auch uns.
Suvarme Innere des Menſchen ſtammt aus der Sonne ſelber.
1ge wandelte Sonnenenergie leuchtet in uns.
Narmſtadt hat die Freude, den erfolgreichen Dichterphilo=
hem
in Kürze hier anweſend zu ſehen. Rudolf v. Delius
ichtt am 25. d. Mts. im Rahmen der von der Buchhandlung
innrich Schroth veranſtalteten Vorträge über Die Philoſophie
98ukunft.

Autobiographiſche Skizze.
Von Alfred Neumann.
Mir ſcheint, die heutige Generation der Dreißiger iſt älter
als ihre Jahre. Der Krieg machte ſie frühzeitig zu Männern.
Ich meine damit nicht die Einberufung als Rekrut, ſondern den
Anſturm des allgemeinen Schickſals zu einer Zeit, in der das
perſönliche Schickſal ſeine erſte Form zu ſuchen pflegt. Ma
hatte eine doppelte Verwirrung zu bekämpfen, verwechſelte gerne
die von außen und die von innen, verlor ſich, verirrte ſich. Aber
man kämpfte doch um den Begriff des brutalen Lebens auf
jede Weiſe und anders als die glücklicheren Väter . Mir
ſcheint alſo, nach meiner ſeeliſchen Konſtitution und nach meiner
Entwicklung bin ich ein typiſcher 1895er. Das Jahr mag mehr
erklären als die Heimat. Da ich in dem Städtchen Lautenburg
geboren bin, iſt Weſtpreußen meine Heimat. Aber ich kam ſchon
2 oder 3 Jahre ſpäter nach Berlin und wuchs dort auf: die
ganze lange Jugendſpanne bis zum 18. Jahr, die ſchön war
durch das elterliche Haus und, gegen Ende, konfliktreich durch das
Gymnaſium oder vielmehr durch mein zu frühes (äußerliches)
Erwachſenſein und der Zuſammenſtoß mit der ſehr ſtraffen
Schuldiſziplin. Alſo iſt Zerlin meine zweite Heimat. Ein
guter Zufall brachte mich, zwiſchen Studium und Verlag ſchwan=
kend
und ſchließlich beides ergreifend, 1913 nach München. Dort
entſchied ſich des 90er Jahrgangs Schickſal: das große Allgemeine
ſtampfte über das winzig Perſönliche, das eben begreiflich wer=
den
wollte. Man drohte zu erſticken, man machte ſich Luft, und
begann zu ſchreiben. So wurde München die dritte Heimat.
Der 25jährige dann ahnte, daß der Süden ihn nicht ſchläfrig,
ſondern klar machen konnte. Denn Klarheit, auch im Formalen,
war ſeine Sehnſucht, und dieſe Sehnſucht ſein beſter Teil. Er
hatte ſich nicht getäuſcht und wurde zum erſten Male von der
Landſchaft wie von einer Mutter empfangen. Seit jener Zeit
arbeitete er zunächſt Wochen, dann auch ein ganzes Jahr und
jetzt wieder die Hälfte des Jahres in Florenz und Fieſole. Auch
Toskana iſt ſeine Heimat. Der Achtzehnjährige mit ſeiner Liebe
zu den Büchern kam nach München zu dem verſtorbenen Georg
Müller, dem genialen Verleger, dem ganz ſeltenen, ſeltſamen,
ungemein liebenswerten Menſchen mit dem ſchönen Romantiker=
kopf
und dem unheimlichen Arbeitstemperament, das in ſein
kurzes Leben das Werk von zwei, von drei langen Leben hinein=
preßte
. Er kam in das Lektorat, das damals von Ephraim
Friſch geleitet wurde, und arbeitet auch in der Redaktion des

Neuen Merkur, den Friſch Anfang 1914 begründete. Dieſe
beiden Männer waren ſeine Lehrer. Er lebte in der Atmoſphäre
des Buches, die bei Georg Müller durchaus nicht ſanftmütig
war. Er begann mit Proſpekten und endete mit Gedichten. Da=
zwiſchen
begann der Krieg, und er ſorgte dafür, daß die Ent=
wicklung
nicht ſpieleriſch war, ſondern ganz unvermutet, faſt
zwangvoll. Man lebt, um zu ſchreiben. Man hätte ſonſt keinen
Sinn und keine Ruhe.
Ein bewunderungswürdiger Bewäſſerungsplan. Das
Klima Südafrikas iſt in den letzten Jahrhunderten, ja ſogar in
den letzten Jahrzehnten immer trockener geworden. Wenn dieſer
Prozeß die Gemüter noch nicht ſtärker erregt, ſo nur deshalb,
weil ſich ſeine Auswirkungen erſt im Ablaufe längerer Zeit be=
merkbar
machen werden. Verſchiedene Geologen vertreten die
Anſicht, daß die erſt 300 Jahre alten Viktoriafälle an der ſüd=
afrikaniſchen
Klimaänderung ſchuld ſind, und daß ſich vor ihrem
Entſtehen der Scmbeſi mit allen ſeinen Nebenflüſſen in die
Kalahari=Steppe ergoß, wo er ein ausgedehntes Seenſyſtem
ſpeiſte. Dieſes rieſige Gebiet birgt zwar auch heute noch zur
Regenzeit beträchtliche Waſſermengen, aber unter der ausdörren=
den
Gewalt der auf die ungeheuere Seeoberfläche herabbrennen=
den
Sonne verdampfen ſie nutzlos. Außerdem verſchwinden er=
hebliche
Teile in ein unterirdiſches Reſervoir, deſſen Lage bisher
nicht feſtgeſtellt werden konnte. Leitete man jedoch den Sambeſi
in ſein altes Bett zurück, ſo würde ſich auch das Antlitz der Kala=
hari
von Grund aus ändern, aus Steppe und Wüſte würde
fruchtbares Land. Und in der Folge würden dieſe weiten bewäſ=
ſerten
Strecken ihren klimatiſchen Einfluß bis nach Kapſtadt
hinunter fühlbar machen, nicht anders als durch die künſtliche
Bewäſſerung Kaliforniens, Arizonas und Texas ſich das nord=
amerikaniſche
Klima bis nach New York hin verändert hat. Die=
ſes
Projekt, das durch ſeine Großzügigkeit und ſeine Auswir=
kungsmöglichkeiten
im erſten Augenblick verwirrt, iſt keinesfalls
bloß ein ſchöner Traum, ſondern die Unionsregierung iſt des=
wegen
bereits mit der portugieſiſchen Regierung in Unterhand=
lungen
getreten. Eine große Expedition unter Führung von
Profeſſor Schwarz aus Grahamstown, dem geiſtigen Vater die=
ſes
bewunderungswürdigen Bewäſſerungsplanes, iſt in Ausſicht
genommen. Als Quelle für dieſen Bericht haben wir das hoch=
intereſſante
neueſte Buch des Weltreiſenden Colin Roß Die
erwachende Sphinx. Durch Afrika vom Kap nach Kairo benutzt.
Es zeigt das moderne Afrika ſo, wie es heute wirklich iſt, und
-hs.
nicht im Schimmer vergangener Romantik.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 23 Oktober 1927

Nummer 294

Der neue Oel=,Guſher im Trak
und ſeine Bedeutung.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 22. Oktober.
Als es um das heutige Nord=Frak hin= und herging, wur=
den
neben den politiſchen alle möglichen wirtſchaftlichen Mo=
mente
hervorgehoben, welche die Verſchmelzung mit Meſopo=
tamien
zu einer abſoluten Notwendigkeit machten. Von einem
wirtſchaftlichen Faktor, der mit zu den mächtigſten der heutigen
Zeit gehört, dem Oel dem König Oel, wie man es jen=
ſeits
des Atlantik gern nennt wurde aber in hieſigen Blät=
tern
ſehr wenig geſprochen, und wenn dies je geſchah, von gut
informierter Seite ſofort erklärt, daß es doch gänzlich uner=
wieſen
und höchſt fraglich ſei, ob man überhaupt je ein Oel=
lager
im Vilajet Moſſul entdecken werde. Das waren anerken=
nenswert
vorſichtige Warnungen. Nur, daß man in Oelkreiſen
etwas anders, bedeutend optimiſtiſcher dachte.
Freilich hatten ſyſtematiſche Bohrungen noch keine feſten
Unterlagen geliefert. Aber die geologiſchen Sachverſtändigen
hatten ſich doch ſchon auf den Standpunkt geſtellt, daß die ganze
Bodenſtruktur des Gebiets der Anglo=Perſian eine ſo ſtarke
Analogie mit der Bergwelt weſtlich derGrenzen biete, daß auch in ihr
reiche Oel=Strata zu vermuten ſeien. Man hatte aber auch noch
einen tatſächlichen Beweis. Ein guſher d. h. ein gewaltſamer
Ausfluß oder Ausbruch des Oels, wenn die Bohrmoſchine
plötzlich in das übervolle Stratum eine Oeffnung ſtößt, war bei
den Arbeiten in Perſien kein ſeltenes Vorkommnis. Im Vilajet
gab es zumal diesſeits des öſtlichen Teiles der nördlichen Grenz=
gebirge
Diſtrikte, in denen das Oel durch durchläſſige Schichten
ſtändig an die Oberfläche gedrückt wurde und ſich in Tümpeln
und ſumpfigen Stellen ſammelte, zum großen wirtſchaftlichen
Nutzen der Bevölkerung. Dies ſtete automatiſche Austreten
konnte nur die Folge vorhandenen Druckes großer Maſſen ſein.
Schon ältere Skizzen zeigen, daß ſich die Strata, in der Haupt=
ſache
den Gebirgszügen folgend, in drei langen, faſt parallelen
Linien ſüdlich Moſſul in ſüdöſtlicher Richtung hinziehen, die
äußerſte von dem Einfluß des kleinen Zab=Fluſſes in den
Tigris ab, die zweite von Kaiyara, am Einfluß des Großen Zab
bis in die Gegend von Kifri, nahe der Südſpitze des Vilgjet,
die dritte von Kowair, am Großen Zab, bis etwas über Kir=
kuk
hinaus. Bei dieſem Ort, bei dem die fertige Strecke
der Bagdad=Bahn wieder beginnt, die am Golf
endet, liegt die Stelle des jetzt erbohrten Guſher, ein Be=
weis
, wie genau ſchon die früheren Schätzungen und Vorprü=
fungen
der Geologen waren. Bei Kirkuk, einem der bedeuten=
deren
Orte des ganzen Vilajet, ſetzt auch die neben dem er=
wähnten
vorausſichtlichen Oel=Stratum bis Moſſul laufende

Bahn=Trace ein. Konzeſſionsinhaber für das ganze
Königreich Irak, ausſchließlich des Basra=Diſtrikts, iſt die Tür=
kiſche
Petroleum=Geſellſchaft, die im Jahre 1912 ge=
gründet
wurde und die Konzeſſion 1925 erhielt.
Wer iſt aber die Türkiſche Petroleumgeſellſchaft? Die
Anglo Perſian beſitzt 47½ Prozent der Aktien, die Royal
Dutch Shell, deren Aktien ſich ebenfalls zum großen oder
größten Teil in britiſchem Beſitz befinden, hat
22,5 Prozent in der Hand, und außer den 5 Prozent des
urſprünglichen Gründers, Herrn C. S. Gulbenkian ſind nur
25 Prozent im Beſitz einer franzöſiſchen Gruppe. Die ſich aus
dieſen Beſitzverhältniſſen ergebenden Folgerungen brauchen nicht
erſt kommentiert zu werden. Für den Irak ſelbſt iſt dieſe mit
abſoluter Sicherheit erfolgte Bohrung, welche eine Gewähr für
die Richtigkeit aller übrigen Schätzungen bietet, die Erſchließung
eines Golkonda. Die Konzeſſion bedingt auch, daß die überwie=
gende
Mehrheit der verwendeten Arbeiter Landeseinwohner ſein
müſſen. Das glückliche Irak wird alſo keine Arbeitsloſigkeit
kennen. Wie die weitere Entwicklung in ſozialer Beziehung
fördernd wirken wird (der Vorſitzende der Geſellſchaft muß
entſprechend der Mehrheit des Aktienbeſitzes ſtets ein Brite ſein),
das zeigt die Entwicklung der großzügigen Arbeiterkolonien der
Anglo=Perſian. Die Bohröffnung des Guſher iſt zunächſt ver=
kappt
worden. Man ſchiebt das auf die ſchweren Bedenken, die
ſich aus einem Loslaſſen der neuen Quellen auf den Welt=
Oelmarkt ergeben würden. Derartige Bedenken pflegen in der
Welt der Oelkönige im allgemeinen kaum vorzuherrſchen. Aber
ſie ſind auch in jedem Falle noch verfrüht. Wie ſoll das Oel
überhaupt zur Ausfuhr gelangen? Als die Anglo=Perſian ihre
letzten Raffinerien unmittelbar an die perſiſch=türkiſche Grenze
brachte, tauchte die vitale Frage der Wahl der Trace für die
Rohrleitung ſchon einmal auf. Golf oder Mittelmeer? Eine
nicht nur techniſche, ſondern auch politiſche Frage? Wie wird
man die Leitung unter Berüchſichtigung aller künftigen politi=
ſchen
Möglichkeiten am ſicherſten legen? Welche politiſchen Er=
wägungen
ſprechen ferner bei der Wahl der Mändungs=
ſtelle
der Leitung außer den kommerziellen mit?
Die Frage iſt hochaktuell. Denn wenn das Oel auch nicht
ſogleich auf den Markt fließen ſoll, ſo muß es doch an richtiger
Stelle verfügbar ſein, um auf kürzeſte Notiz hin eingeſetzt wer=
den
zu können. Der Golf iſt gut für den Oſten des Reiches,
aber die Anglo=Perſian wird dort genügen, zumal wenn ſie jetzt
noch einen großen Schritt nach Nordoſtperſien macht. Für den
Weſten muß es das Mittelmeer, alſo ein großer Oelhafen im
britiſchen Mandatsgebiet ſein. In letzter Zeit geht ruſſiſches
Oel nach dem Mittelmeer, und die kürzlich vom Toten Meer
zurückgekehrte kommerziell=politiſche Sowjetmiſſion hat über den
möglichen Abſatz von Oel berichtet. Die Anglo=Perſian hat es
gegenüber ruſſiſchem Oel nicht leicht gehabt. Der Guſher im
Irak wird wie ein neues Sperrfort auf Moskau wirken. Aber
auch jenſeits des Atlantik dürfte es harte Denkarbeit geben.

Die Situation
der franzöſiſchen Regierung.
Poincarés Sieg über die Finanzkommiſſionn!
Regierung und Kammer.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 22. Oktober,
Poincaré hat einen Sieg über die Finanzkommiſſion davorn
getragen. Das Budget bleibt unverändert; es kommt in der um
ſprünglichen Form vor die Kammer. Das Gleichgewicht iſt ao
vettet und die Kredite für die Einberufung der Reſerwiſten wurt
den von der Kommiſſion votiert. Das heißt, auch der Offenni
gegen Pginlevé wurde die Spitze abgebrochen. Fragt ſich nun
ob ſich die Kammer ebenſo nachgiebig zeigen wwird wie die Finanm
kommiſſion.
Theoretiſch iſt das nicht nur möglich, ſondern auch wahch
ſcheinlich. Ebenſo wie die Fimanzkommiſſion wird auch die Kam
mer nur aus Parteirückſichten das Budget angreiſen. Eine andern
Frage iſt es aber, ob es der Kammer auch gelingen wird, ſo gran
artig auf dem halben Wege ſtehen zu bleiben, wie das der Finanm
kommiſſion gelang. Gewiß will niemand die Regievung ſtürzen
Man will ſie nur angreifen. Aber es iſt immer gefährlich, mm
dem Feuer zu ſpielen.
Vorläufig herrſcht eine Kompromniß=Aera. Poincaré verſtar
es, trotz der ſcheinbaren Starrheit ſeiner Politik, die ſtüillſchwen
gende Unterſtützung vieler linksſtehender Politiher zu gewinnen
Ja er braucht ſeinen Gegnem nicht einmal allzu weit entgegeue
zukommen, denn niemand will die Verantwortung einer Regig
rungskriſe, die nach der allgemeinen Auffaſſung gleichbedeuteny
mit einer Finanzkriſe wäre, auf ſich nehmen. Und Poineau
unterläßt keine Gelegenheit, auf die Gefahren einer enwaigen
Finanzkriſe hinzuweiſen.
Man ſoll aber nicht denken, daß die framzöſiſche Oeffentlicn
keit von dem Budget mit ſeinem 128 Millionen=Ueberſchuß em
zückt iſt. Das Budget iſt glänzend, aber die Lage der Privatwinm
ſchaft wird von Tag zu Tag ſchwieriger. Das Budget erſcheiutz
dem einfachen Manne als eine Art von Moloch, ein Ungeheueu
das alles verſchlingt. Und da gibt es keine Parteizugehörigkein
rechts wie limks urteilt man in dieſer Beziehung gleich.
Aber ſolche Gefühle der Maſſen kommen für den Augenblim
in der Tagespolitik nicht zum Durchbruch. Ob ſie bei den Way
len ſich auswirken werden? Es iſt noch zu früh, darüber z
prophezeien. Denn bis zu den Wahlen wird die leicht beeinflun
bare franzöſiſche Pſyche noch tauſend Eindrücke in ſich aufnehme!

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Rummer 294

Sonntag, den 23. Oktober 1927

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 23. Oktober.
Herbſt.
EIm alten, herrlichen Beowulfliede heißt es:
Weit über Weltmeers Wogen naht ein Nachen. Ihn lenkt
/Steuer; nicht Riemen und Ruder richten den Lauf. Wer
die Segel? Es fehlt die Kunde. Wie ein Vogel durch=
g
es der Fluten Kämme. Ein Knabe ſchläft im eilenden
hiff, auf der Gabe von reifem Korn ein Kind. Schwerter und
künnen umgeben den Schlummernden, Ringe und Halsſchmuck,
bſchimmernder Hort,
Der Heilandknabe auf dem Korn ..."
Welch ein köſtliches Symbol, geſchaut aus deutſcher Sehn=
Ru und mit der wunder=innigen Bildkraft aus unſeres Volkes
gammüt!
Die heilige Einfalt, thronend auf des Lebens Notwendig=
! Keim und Reife zu Einem geſchloſſen, gerundetes Bild
Zuunſerer Väter tiefem Innenwiſſen, der Wihinei!
(Simmel und Erde im lieblichen Vereine, als ſegnete der
mmmel der Menſchen irdiſch Werk und Treue.
Find und Korn".
Brot des Lebens ſein für der Zukunft Mark und Freude:
eſei aller Väter und Mütter Preis und Ruhm!
(Du liebes Bild, das wir dich recht erfaßten in Andacht und
iche, wenn des Volkes Erntedank zu Chören ſchwillt!
Sinn des Lebens weht aus dem Beowulf=Symbol: Vergeßt
Serz nicht über den raſenden Zwecken der Zeit! Vergeßt
urndere Welt nicht über den Formungen eines Verſtandes!
Bkder Einfalt ſeid ihr gefallen, ihr Menſchen und damit aus
irtwahren Glücke! Den Mammon habt ihr auf den Thron
gomen; das goldene Kalb iſt eures Rauſches Mittelpunkt! Die
üucbigkeit ans Leben, das Staunen über ſeine Wunder iſt euch
Uaren gegangen!
Schaut euch den Knaben auf der Garbe an, der da iſt Sinn=
des
Vertrauens, der großen, freien Gotteskindſchaft, der
ültchen Freude, der Luſt am Kleinen und doch Großen, des
dumes der Stille, der ewig neue Zauber der Urſprünglichkeit!
ſHaſt du wieder einmal eine reife Aehre in der Hand gehal=
ſn
oder haſt du zärtlich über eine Garbe hingeſtrichen, andächtig
y ſſinnend? Vielleicht lange nicht! Vielleicht blüht nur Er=
denung
mit goldenen Sommerlichtern her? . . .
Menſch des Eiſens und du, Gewirbelter der tauſend Zweck=
Gket ten und du, du müder Werker, ſiehe zu, daß du wieder
ſemal eine Aehre in die Hand bekommſt und ſuche, ein paar
Amblicke nur, ſo etwas wie dein Erntedankfeſt zu feiern;
Ue Gedanke und Gefühl hin zur Mutter Erde, zu Keim und
Uſnzudem Halm, zu Reife und Aehren wohligem Rauſchen!
ſamft du das noch? Biſt du ſolcher Andacht noch fähig oder
Meiſſt du über den einfältigen Sonntagsſchreiber? Kann es
ſte? Aehre ſein, nimmt eine andere Frucht! Wir nehmen vieles
ſin nlos, gedankenlos hin, ſo ohne Ergriffenheit!
KSomme an des Herbſtes Frucht auf ſolche Weiſe auch wie=
1 ſ0 mu dir, zum Geheimnis des Wachſens! Gib dir Rechen=
yſieft
über deines Weſens Reife, deines Daſeins Fruchtbarkeit!
erbſtzeit iſt Beſinnungszeit. Die Natur lockt mit tauſend
ſchtan Seligkeiten und der duftenden Fülle goldener Tage.
,bel dich geſund mit Herz und Sinnen, erquicke dich am Borne
18 harſprünglichkeit! Herbſt hält ſeine große Predigt von der
Zu= und der Wahrheit, vom Erfolg der Stetigkeit und der
Yoinderheit! Herbſtes Predigt iſt ſtill, aber ſie hat immer eine
n izu deutende Gewalt über des Menſchen Herz, wenn man
m will!
Awandle tätig in eines Lebens Blüte zu ſegensvoller Frucht!

* Orpheum.
Das Muſikantenmädel.
Dieſe ſehr hübſche dreiaktige Operette, zu der Bernharb Buchbinder
den Text und Georg Jarno, der Förſterchriſtlkomponiſt, die reife
und flüſſige Muſik ſchrieb, iſt die beſte Leiſtung, die bisher das Dr.= Fried=
mann
=Enſemble brachte. Es wird hier wirklich ſehr hubſch geſpielt,
vor allem von der waſchechten Wienerin Steffi Thaller, die
in der Titelrolle gaſtiert, und ihrem ſehr intelligent mitſpielenden vier=
füßigen
Partner, dem Reſel ſein Eſel, der das reizende Auftrittslied
ſo aufmerkſam und ſtill mit anhört, als ergriffe es ſelbſt ſeine Eſel=
ſeele
, und dem beim Abſchied von ſeiner Pflegerin und Hüterin faſt
die klugen Aeuglein naß werden (vielen im Publikum gehts ebenſo!),
ſo innig und rührend ſingt und ſpielt die Reſel=Steffi. Was ſie aber
noch viel beſſer entfaltet, iſt ihr ſchlichter und nie übertreibender, herz=
licher
Humor, dem der Dialekt ſo trefflich zuſtorten kommt. Wirklich
eine ganz ausgezeichnete Leiſtung. Sie wird gehoben durch das aner=
kennenswert
flotte, ſichere und fließende Zuſammenſpiel, das der guten
Beſetzung aller Hauptrollen und der routinierten Regie C. W. Behren=
ſens
zu danken iſt.
Träger dieſer Hauptrollen ſind der jugendfriſche, flotte und ſtets
gur gelaunte Peter des Herrn Fritz Keilholz, die, wenn auch ſtark
bösartig veranlagte, aber hübſche Großbäuerin Brigitte, die von Couſſy
Nippelmeyer ſehr feſch geſpielt und gut geſungen wird, das iſt
weiter der ausgezcſchnet charakteviſierte fürſtliche Don Juan Eßterhazy
des Herrn Richard Geyer und ſeiner geſtrengen fürſtlichen Gemahlin
(Eva Wendlandt), der windige fürſtliche Sproß, den Anny Sli=
winſky
gut verkörpert, und das ſind vor allem die neben der
Titelrolle Träger der Handlung, Joſef Haydn, den Curt W.
Behrenſen, und ſein Neffe, der Herr Lehrer, den Hans Gleixner
einerſeits mit der notwendigen Zurückhaltung und andererſeits mit
Friſche und der Entfaltung guten geſanglichen Könnens gaben. Ruth
Shavill ſpielt, ſingt und tanzt flort und Garmant die Tänzerin
Montebelli. Ein Sonderlob auch den Enſemblekräften, die im Chor,
dem eine wichtige Aufgabe zufällt, die Handlung gut beleben und die
kleineren Rollen ausfüllen. Die muſikaliſche Wiedergabe, die teil=
weiſe
auch recht bemerkenswerte Aufgaben ſtellt, wird vom Orcheſter
unter Kurt Ludwig temperamentvoll gelöſt.
Das Muſikantenmädel iſt eie arme, aber mit ihrem Leben ſehr
zufriedene Kuhmagd, eine kreuzbrave Dirne, deren Mutter einſtmals der
Verführung Joſeph Haydns erlag. Sie liebt und wird geliebt vom
Herrn Lehrer, der ſie unterrichtet und der ihretwegen die Hand der
hübſchen Großbäuerin ausſchlägt, ſie wird auch geliebt von dem altern=
den
Kapellmeiſter Haydn, des Lehrers Onkel, bis nach allerlei Wirrniſſen
deſſen Vaterſchaft durch ein einſt der ledigen Mutter geſchenktes Manu=
ſkript
an den Tag kommt, und der Neffe, der inzwiſchen Offizier ge=
worden
, Haydns Schwiegerſohn wird. Das iſt ſehr hübſch und ſehr
wirkſam geſchildert.
Bücherstube Alfred Bodenheimer
Alfred Neumann
spricht in den Räumen der
Vereinigten Gesellschaft
Montag, den 24. Oktober 1927, abends 8½/, Uhr
Karten Mark 2.
16412
Orpheum. Der Sonntagskartenberkauf findet ſtatt: Verkehrs=
bureau
von 912 Uhr, ferner Zeitungs=Kiosk, Ernſt=Ludwägsplatz, von
1118 Uhr, ſowie Kaſſe des Orphcums ab 15 Uhr ununterbrochen. Be=
ginn
der Sonntagsvorſtellung 19,45 (348) Uhr, Ende zirka 22,15 (10,15)
Uhr. Preiſe der Plätze 13 Mk.; numerierte Plätze von 1,50 Mk. an.
Telephoniſche Beſtellungen Nr. 389. (Siehe heutige Anzeige.)

: Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Profeſſor Franz Schveker
mrert heutte die einzſige Aufführung ſeiner Oper Die Gezeichneten;
rii ſeiner Gatin Mavia Schreker (Staatsoper Berlin) wirben in
4mrrollen mit die Herren Barczinski, Hölzlin a. G., Poerner. Die
Sütch=llung beginnt, darauf ſei nochmals hingewieſen, pünktlich um
Aüror. In der Aufführung von Carl Sternheims bürgerlichem
Iſm iel Die Hoſe ſpielt heute Mela Wigandt die Rolle der
ſtrutd Deuter.
: Bücherſtube Alfreb Bodenheimer. Mit ihrem erſten literariſchen
u in dieſem Winter wird die Bücherſtube am Montag, den 24.
Sher, Alfred Neumann in Darmſtadt einführen. Nach dem Krieg
ginste Alfred Neumann lange Zeit in Florenz, Fieſole und Toskana.
ſa=iner autobiographiſchen Skizze ſagt Neumann von ſich: Man
mm zu ſchreiben. Man hätte ſonſt keinen Sinn und keine Ruhe.
Sre: Werke Der Teufel und der Patriot gehören mit zu den ge=
ſafgzen
deutſchen Dichterwerken; die Bekanntſchaft mit der Perſön=
kei
: Alfred Neumann wird vielen eine wertvolle Ergänzung des
wer Lektüre gewonnenen Eindrucks ſein.
Markusgemeinde. Der Gemeindeverei eröffner ſeine Vortrags=
tghhrit
Montag, 24. Oktober, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kies=
ſzel
17, Saal 3. Pfarver Vogel wird ſprechen über Luther als
Ezi eher des deutſchen Volkes und wird darzuſtellen ver=
ſen
,wie Luther zu der Perſönlichkeit geworden iſt, von der dauernd
Gbeude und aufbauende Kräfte auf unſer Volk ausgehen. Im An=
1ß an den Vortrag werden geſchäftliche Verhandlungen ſtattfinden.
(Semeindeglieder werden zu reger Beteiligung eingeladen. Gäſte
willkommen. Am 14. November wird Pfarrer Vogel in einem
Ttem Reformationsvortrag über Zwinglis Bedeutung ſprechen.

Hessisches Landestheater
3 Gastspiele des hebräischen
Künstlertheaters Habima‟-Moskau
DTBUK und GOrEM
27.29. Oktober.
Vorverkaut für Mieter ab Montag, den 24. Oktober. (16480
Als beſondere Seltenheit wurde uns heute der letzte Maikäfer für
das laufende Jahr auf den Tiſch der Redaktion gellegt. Er ſtammte aus
dem Mühltal Nieder=Ramſtadt.
p. Zum Kapitel der Diebſtähle am Woog. Wſie wir vernehmen, hat
das Jugendgericht, das bekanntlich im nichtöffentlicher Sitzung tagt, jüngſt
wegen eines am Woog begangenen Diebſtahls eine Strafe von 3 Mo=
naten
Gefängnis verhängt.

Das Modell eines vollſtändigen javaniſchen Gamelans, Holz=
ſchnitzereien
von Java, Vatikarbeiten und eine büffelledergeſchnittene
Schatkentheaterfigur und anderes ſind zurzeit in den Schaufenſtern der
Buchhandlungen Schlapp und Saeng ausgeſtellt ans Anlaß des Erſchei=
mens
des Buches von Dr. Philipp Krämer über Java und Bali.
Ein neuer Saalbauwirt. Herrn Fritz Niemann, frü=
herer
langjähriger Geſchäftsführer des hieſigen Hauptbahnhof=
Reſtaurants, iſt die Bewirtſchaftung des Städtiſchen Saalbaus
übertragen.

Der Ballon Leipziger Meſſe freigegeben!
Wie wir Blättermeldungen entnehmen eine Mitteilung
des Preſſeausſchuſſes des Ballonwettbewerbes iſt uns noch
nicht zugegangen iſt der Ballon Leipziger Meſſe‟
Führer Hch. Honnerlage, Mitfahrer Herr Redakteur
Eckert=Darmſtadt, in Torga (Rußland) gelandet, und die bei=
den
Herren ſind inzwiſchen nach Moskau gereiſt, der Ballon be=
findet
ſich unter Bewachung an der Landungsſtelle. Eine Ver=
haftung
und Beſchlagnahme hat nicht ſtattgefunden, und auf
Bewenden des heſſiſchen Staatsminiſteriums beim Auswärtigen
Amt in Berlin und der deutſchen Botſchaft in Moskau ſteht der
Rückreiſe nichts mehr entgegen, nachdem die Unionbank
Darmſtadt die Rückzahlung der dazu erforderlichen tauſend
Rubel funkentelegraphiſch garantierte.
Jubiläum. Im Oktober 1927 ſind 30 Jahre verfloſſen, ſeit der
weit über Darmſtadt und des Heſſenlandes Grenzen hinaus bekannte
Kammermuſiker Guſtav Adam ſeine Chordirigententätigkeit begann.
Dieſes bietet Gelegenheit, auf die reichen Erfolge des Muſikers,
deſſen Begabung ſich ſchon in den früheſten Kinderjahren zeigte und
in ihrer Außergewöhnlichkeit geradezu johannchriſtophiſch, anmutet,
zurückzublicken. Guſtav Adam wurde geboren am 16. September 1872
als Sohn des damaligen Muſikdirekvors beim Leib=Garde=Regiment
Nr. 115, Theodor Adam. Frühzeitig kam er auf die damalige Schmitt=
ſche
Akademie, wo er in Klavier, Violine und Theorie Ausbildung
erhielt. Im Alter von 10 Jahren trat er bereits als Violinſoliſt an die
Oeffentlichkeit. Gelegentlich der Anweſenheit des deutſche Kronprinzen,
nachmaligen Kaiſer Friedrich, am 24. Auguſt 1883 in Darmſtadt, iſt der
kleine Virtuoſe in Leib=Garde=Uniform, welche das Offizierskorps noch
in aller Eile hatte fertigen laſſen, mit einer bewunderungswürdigen
Sicherheit aufgetreten, hat die Phantaſie, Andante und Rondo
von Dancla in Begleitung des ganzen Orcheſters in einer vollkommen
gelungenen Weiſe aus dem Kopfe vorgetragen. Ein Jahr ſpäter am
20. Juli 1884, trat der kleine Adam mit einigen Violinſoli in einem
Konzert in Bad=Nauheim vor die größere Oeffentlichkeit und erntete
reichen Beifall. Das Gleiche zeigte ſich bei dem am 15. April 1885
im Darmſtädter Saalbau ſtattgefundenen Abſchiedskonzert ſeines Vaters.
Dieſer übernahm die Leitung der Stadtkapelle Cönnern, wo er aber bald
ſtarb. Der junge Mann vevblieb dann gezwungenermaßen in der Stadt=
kapelle
Cönnern, nachdem er am 3. 12. 1885 im benachbarten Halle a. S.
ſchon mit großem Erfolg in einem Konzert im Neuen Theater als
Violinſoliſt aufgetreten war. Nach dem Tode Theodor Adams ging
die Cönnerner Stadtkapelle in die Hände des Schwiegerſohnes Bienert
(vordem Konzertmeiſter am Tonhalle=Orcheſter in Zürich) über, der
ſich der Ausbildung des jungen Adams mit beſonderer Liebe annahm.
Er verblieb hier bis zu ſeinem im Jahre 1890 erfolgenden Eintritt zum
Militär beim Regiment und der Kapelle ſeines Vaters in Darmſtadt.
Als im Jahre 1896 Adam vor die Wahl geſtellt wurde, entweder die
Militärkapellmeiſterlaufbahn einzuſchlagen und zu dieſem Zweck nach
Berlin zur Muſikhochſchule kommandiert zu werden, oder aber in eine
freiwerdende Stelle im Hoftheaterorcheſter einzurücken, entſchied er ſich
auf Zureden des Hofkapellmeiſters de Haan für das Letztere. Hier
wirkte er 29 Jahre als Tubabläſer und fand als ſolcher nicht nur
bei den eigenen Kollegen, ſondern auch bei Dirigenten wie Wein=
gartner
, Balling, Nikiſch, Blech, Walter u. a. höchſte Anerkennung.
Leider führte die phyſiſche Anſtrengung, die gerade dieſes Inſtrument
beanſprucht, wegen einer vorzeitig eintretenden Berufskrankheit zur
Penſionierung Adams im Jahre 1925. Welche ſegensreiche künſtleriſche
Tätigkeit neben ſeiner Orcheſtermuſikertätigkeit Guſtav Adam als
Dirigent von Männergeſangvereinen und gemiſchten Chören entfaltet
hat, iſt bekannt. Insbeſondere hat er ſich auf dem Gebiet der Kirchen=
muſik
einen Namen verdient.
Evangelifche Jugendgemeinſchaft Darmſtadt. Der Lichtbilder=
vortrag
des indiſchen Profeſſors B. A. Agnihotri aus Agra über
Wirtſchaft und Kultur, iſt am Montag, den 24. Oktober; abends
8 Uhr, im Gemeindehaus, Kiesſtr. 17. Agnihotri hat in faſt allen größeren
Städten Deutſchlands geſprochen und wird an Hand ſeiner ſelbſtge=
fertigten
Lichtbilder (100 Stück) in das Land der Wunder, das Land
der Gandhibewegung einführen, die uns eben ja alle mehr oder
weniger beſchäftigt. Wir hoffen auf einen recht zahlreichen Beſuch dieſes
intereſſanten Vortrages, zumal der Eintrittspreis nur 30 Pfg. für
Jugendliche und 50 Pfg. für Erwachſene beträgt.
Der Mufikverein eröffnet ſeine diesjährige Konzerttätigkeit am
1. November mit Anton Bruckners Großer Meſſe in F=Moll und
Pſalm 150 unter Leitung des Generalmuſikdivektors Dr. Böhm. Nach
dem großen Erfolge, den dieſer im erſten Symphoniekozert des Landes=
theaters
als Brucknerdirigent errungen hat, verſpricht die Aufführung
dieſer beiden herrlichen Chorwerke Bruckners ein muſikaliſchs Ereignis
erſten Ranges für Darmſtadt zu werden. Der Muſikverein hat vor eini=
ger
Zeit ſeine Werbedruckſachen verſandt, aus denen das diesjährige
Winterprogramm und die Beitrittsbedingungen für Mitglieder zu er=
ſehen
ſind. Wer für das erſte Konzert die Vergünſtigungen als inaktives
Mitglied genießen will, wird gebeten, ſeine Mitgliedſchaft umgehend bei
Herrn Auguſt Baumann, Wilhelminenſtraße 17 (Laden), anzumelden.
Der Verkauf der Tageskarten beginnt am Montag, 24. Oktober, bei
Konzert=Arnold. (Siehe heutige Anzeige.) Da zahlreiche Neuanmel=
dungen
von inaktiven Mitgliedern bereits vorliegen, ſtehr wur noch eine
verhältnismäßig geringe Zahl von Tageskarten zur Verfügung. Es
empfiehlt ſich alſo, ſich möglichſt frühzeitig Plätze zu ſichern.
Induſtrie=Normen. Von den Veröffentlichungen des Deutſchen
Normen=Ausſchuſſes ſind die im Beuth=Verlag erſcheinenden
Taſchenbücher im Leſeſaal des Gewerbemuſeums
ausgeſtellt. Dieſe behandeln bisher die folgenden Gebiete aus dem Vo=
reich
der Normengebung: Grundnormen, Schaltzeichen und Schaltbilder,
Techniſche Vorſchriften für Bauleiſtungen, Werkſtoffnormen Verdin=
gungsordnung
für Bauleiſtugen, Werkzeuge und Lehren, Maſchinen,
Transformatoren und Apparate, Inſtallatvonsmaterial, Kabel und Frei=
leitungen
, Normalprofile, Schrauben, Muttern und Zubehör. Ebendort
iſt das Verzeichnis der Normenblätter nach dem Stande vom Herbſt 1927
ſowie die Veröffentlichung von Heilandt und Maier über Zeichnungs=
Normen ausgeſtellt. Für das Baugewerbe ſind von beſonderer Be=
deutung
die Veröffentlichungen des Beuth=Verlags über Ratio=
nellen
Wohnungsbau und über das Nationale Bau=
programm
.

Muanfeg

2 Ver Hrelll 30 Töer alfdes!
je wissen Bescheid: den höchsten Grad einer.
Eigenschaft nennt man Superlativ.
Die meisten Verkäufer und soviele Firmen, die
Reklame machen, reden immer nur in Superlativen.
Es klingt so, als gäb’s nirgendwo auf der weiten Welt
etwas Besseres als was sie verkaufen wollen.
Gemach, gemach! Wir meinen, das soll der Käufer
selber heraustinden. Deshalb arbeiten wir unablässig
an der Veredelung unserer Zigaretten, damit wir auch
vor dem verwöhntesten Raucher bestehen können,
wenn er unserem Werberufe folgt:
Urtelleh Dre ebSL,.
Massary=Perle 4,
Massarv=Deltt 5., Massarv=Ritter 6.,

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 23. Oktober 1922

Nummer 294

Die Gas=Werbewoche in Darmſtadt.

Geſtern vormittag wurde mit der Eröffnung einer reichhaltigen Aus=
ſtellung
, in der die Verwendungsmöglichkeiten des Gaſes, im allen mög=
lichen
Formen gezeigt werden, die diesjährige Darmſtädter Gaswerb=
woche
eingelsſtet. Bahlreiche Ehrengäſte, darunter Bürgermeiſter Ritzert,
Vertreter der Innungsverbände und ſonſtiger Handwerkerorganiſationen
waren der Einladung zu eimer Vorbeſichtigung gefolgt.
Herr Direktor Nuß vom Städtiſchen Gaswerk hielt eine Begrü=
ßungsanſprache
, in der er auf die großen Vorteile der Gasverſorgumg
und des Gasverbrauches hinwies, und übermahm, nachdem die Aus=
ſtellung
für eröffnet erklärt war, eine Führung durch die ſämtlichen
Räumedes Städtiſchen Saalbaues, in dem die Ausſtellung
ſtattfindet. Man fand bei dieſer Beſichtigung die vorſchiedenſten Appa=
rate
, die die Verwendungsmöglichkeit des Gaſes ebenſo im Kleingewerbe
wie im Haushalt und in den verſchiedenſten Induſtriezweigen bewieſen.
Dabei ſind alle dieſe Apparate für die Intereſſenten bequem anſchaffbar
und, namentlich auch die Haushaltungsapparate, für den kleinſten Haus=
halt
ſehr praktiſch.
Bei einem Rundgang durch die Ausſtellung kommt man zunächſt in
den Gartenſaal, i dem die Gegenſtände für Großinduſtrie und Groß=
verbpaucher
umntergebracht ſind, und zwar in erſter Lime die vom Gas=
werk
Darmſtadt gezeigte Garagenheizung mit Gas durch den Darm=
ſtädter
Madiator, ferner von den Vereſwigten Inſtallateurgeſchäften die
mit Gas betriebene Löt= und Schweißwerkſtätte, in der dieſes Schweißen
und Lötzen mit Gas praktiſch vorgeführt wind. In dem Hauptſaal findet
man Haushaltungsgasherde i der verſchiedenſten Art von der Firma
Konzelmann (Darmſtadt), zwei vollſtändige Badezimmereinmchtungen
von den Vereinigten Inſtallationsgeſchäften Darmſtadts. Gasbadeöfen
in den verſchiedenſten Ausfühwungen von den Firmen Vaillant ( Nem=
ſcheid
), Junkers (Oeſſau) Metallwerke Knodt (Frankfurt a. M.). Wei=
ter
finden wir im Betrieb vorgeführte gasbeheizte Waſchmaſchinen und
Zentrſigfugen von der Firma Schenck u. Benda (Darmſtadt), Bügel=
waſchinen
und Bügeleiſen im den verſchiedenſten Ausführungen für
Schneider, Wäſchereien und Haushalt von der Firma Müller u. Kurth
(Ofenbach), Backwunder von der Firma Bachwunder G. m. b. H. (Ber=
Im) Kaffemaſchimen in den verſchiedenſten Ausführungen für Hotels,
Reſtaurationen und Haushalt von der Fiuma Hauer (Frankfurt a. M.),
Küchenausſtattungen von der Firma Franz Schulz (Darmſtadt) Etagen=
heizung
des Darmſtädter Nadſators von der Firma Jak. Nohl ( Darm=
ſtadt
) und Lehrmittel gegen Inſtallationsmängel von dem Verein der
Licht= und Waſſerfachbeamten. Die Firma Möbelfabrik Joſ. Trier
(Darmſtadt) ſtellte eine vollſtändige Wohnungseinrichtung zur Verfügung,
wobet die Tapeten in den Wohnräumem von der Rirma Stützer Nachf.
(Darmſtadt) geliefert wurden. Die Fürma Kohl (Darmſtadt) erſtellte
die Wandtlatten i den Badezimmern. Außer dieſer reſchen Ausſtel=
lung
beſinden ſich in dem freigemachten Garderoberaum gasbeheizte
Wurſtkeſſel in den verſchiedenſten Ausführungen und Gas= Räucher=
ſchränke
von der Firma Joſ. Deutſch (Darmſtabt), ſowie von der Rirma
Roeder AG. (Darmſtadt) eine volſtändige Reſtaurationsküche, Kondi=
torefanlage
, Wurſtkeſſel, Räucherſchränke und Haushaltungsherde. Zit all

Der Meſſingkäfer.
Dieſer Tage fand in dem Kreisamt Darmſtadt in Anweſenheit
berſchiedener Vertreter der Stadtverwaltung, des Hochbauamts, des
Kreisamts und Polizeiamts ſowie eines zoologiſchen Sachverſtändigen
eine Beſprechung übere die Bekämpfung des Meſſingkäfers ſtatt, der
ein Gutachten der Biologiſchen Reichsanſtalt für Land= und Forſtwirt=
ſchaft
Berlin=Dahlem, Königin=Luiſenſtraße 19. zugrunde lag. Danach
ſteht feſt, daß der Käfer nicht ſo gefährlich iſt, wie es in letzter Zeit
in den Zeitungen häufig zu leſen war. Jedenfalls iſt es jedem möglich,
ihn nahezu koſtenlos mit einfachen Mitteln ſo zu bekämpfen, daß ſein
Auftreten keine Gefahr bedeutet. Unter Zugrundelegung des genannten
Gutachtens ſowie unter Berüchſichtigung der bei der Bekämpfung des
Käfers bereits gemachten Erfahrungen wurden von den Behördenver=
tretern
und Sachverfändigen in völliger Uebereinſtimmung für die
Bekämpfung des Käfers folgende Richtlinien gutgeheißen:
A. Als unerläßliche Vorausſetzung, wie bei jedem Ungeziefer, peinliche
Sauberkeit aller bewohnten Räume und ſämtlicher darin befind=
lichen
Gegenſtände, insbeſondere der Schränke, Schubladen und
ſonſtigen Behältniſſe.
2. Das Tränken der Fußböden mit Benzin, das jedoch mit größter
Vorſicht angewandt werden muß und deshalb nur im äußerſten
Falle möglichſt unter ſachverſtändiger Aufſicht zur Verwendung
kommen darf.
3. Allabendliches Auslegen von feuchten Tüchern in ſämtlichen Räu=
men
ſowie das Abtöten der am nächſten Morgen auf oder unter
den Tüchern gefundenen Käfer CTottreten oder heißes Waſſer).
Durch dieſe Maßnahmen, die ſich in der Praxis bisher ſehr gut
bewährt haben, kann jeder mit Sicherheit verhindern, daß der Meſſing=
käfer
überhand nimmt und damit zur Plage oder gar Gefahr wird.
Wo dies aber der Fall iſt, iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß der be=
treffende
Hausbewohner durch ſeine Nachläſſigkeit ſelbſt Schuld an dem
Ueberhandnehmen des Käufers trägt. In ſolchen Fällen iſt es dann
Pflicht der Polizeibehörden, im öffentlichen Intereſſe und um ein
Weitergreifen des Käfers auf andere Häuſer oder Wohnungen zu ver=
hindern
, den Betreffenden zur Vornahme der erforderlichen Maßnahmen
zu zwingen.
Ob die Bekämpfung des Meſſingkäfers mit Blauſäuregas dieſen
und insbeſondere ſeine Brut volſtändig beſeitigt, konnte wiſſenſchaftlich
noch nicht einwandfrei feſtgeſtellt werden. Schon aus dieſem Grunde,
weiter aber auch mit Rüchſicht auf die Tatſache, daß die übrigens
ſehr koſtſpielige Vergaſung nicht ohne Bedenken für die Geſundheit
des Menſchen iſt, ſowie daß durch den Käfer eine Gefahr für das
Gebälk der Häuſer und damit eine Einſturzgefahr nicht beſteht, kommt
eine Vergaſung der Häuſer zum Zwecke der Bekämpfung des Käfers
keinesfalls in Frage. Daß jeder in erſter Linie ſelbſt verpflichtet iſt,
den Käfer in den von ihm bewohnten Räumen mit allen ihm zu Gebote
ſtehenden Mitteln zu bekämpfen, iſt ſelbſtverſtändlich (wie z. B. auch
bei Wanzen und ſonſtiges Ungeziefer).
Unter Bezugnahme auf vorſtehende Notiz, die auf amtlichen Unter=
lagen
beruht, wird dringend davor gewarnt, in Zukunft irgendwelchen
irreführenden Artikeln über die Gefährlichkeit des Käfers, die nur
geeignet ſind, die Bevölkerung zu beunruhigen, Glauben beizumeſſen.

Wer den Meſſingkäfer in ſeiner Wohnung entdeckt, hat dies vorſchrifts=
mäßig
ſofort der Polizeibehörde zu melden, die dann gegebenenfalls
die erforderlich erſcheinenden Maßnahmen gnordnet, bei deren Befol=
gung
der Erfolg nicht ausbleibt, bei deren Nichtbefolgung aber der
Betreffende nach der neuen Polizeiverordnung des Kreisamts Darm=
ſtadt
Zwangsmaßnahmen zu gewärtigen hat und außerdem noch be=
ſtraft
werden kann.

dieſen Gegenſtänden der oben angeführten Firmen kommen noch die
zahlreichen Vorführungen des Gaswerks Darmſtadt ſelbſt, ud zwar die
Beheizung der ausgeſt Uten Wohnräume, ferner der Bolzenöfen, Blut=
glühöfen
, Nietöfen und dergleichen. Weiter werden noch der Quer=
ſchnitt
durch einen Bomdagen=Heizofen, ſowie die ſehr lehrreiche Dar=
ſtellung
der Entgaſung der Stemkohle und der hierbei gewonnenen Pro=
dukte
gezeigt.
Zuſammenfaſſend kenn alſo geſagt werden, daß unſerer geſamten
Bevölkerung mumehr Gelegenheit geboten iſt, ſich bei freiem Eintyitt
von allen Neuerungen auf dem Gebiete der Gasinduſtrie zu überzeugen.
Die Werbewoche will weiten Kreiſen der Bevölkerung zeigen, wie ſich
mit Gas im Haushalt, im Gewerbe und der Induſtrie raſch, ſauber und
billig arbeiten läßt. Die einzelnen Abteilungen legen Zeugnis davon
ab, daß Gas heute ſich als vortreffliche Wärmequelle überall bewährt.
Die neuzeitlichen Gasverbrauchsapparate, die ſämtlich zur praktiſchen
Vorführung gelangen, zeigen aber auch, daß man heute das Gas zu allen
Arbeiten, ſei es in der Küche, Wohnung, Gewerbe oder der Induſtwie,
weit beſſer ausnutzt, als dies noch vor Jahren geſchah. Erimnert ſei
nur nochmals an die vortrefflich gearbeiteten Gasherde, die Gasbügel=
eiſen
, die neuzeitlich eimgerichteten Badezimmer, die überaus beliebten
Einzelzimmer=, Gruppem= und Zentral=Gasheizungsanlagen, den vor=
bildlichen
Daymſtädter Radigtor, die in allen Zweigen des Gewerbes
praktiſch eingerichteten Gasbeheizungsanlagen und die ſich in der In=
duſtrie
bewährenden Gasöfen der verſchiedenſten Arten. Die Werbe=
woche
zeigt derart vieles, daß dies alles wur als kleiner Ausſchnitt be=
trachtet
werden kann. Da aber neben der praktiſchen Vorführung noch
Vorträge ſtuttfinden, konn erwartet werden, daß unſere Bevölkerung
der geſamten Veranſtaltumg veges Intereſſe entgegenbrmgt. In den
oberen Näurmen des Sgalbaues iſt außerdem eimne Tagesveſtauration
eingerichtet. Auch wird, wie im vorigen Jahre, während der Gaswerbe=
woche
vom 22. bis 29. Olſtober eine Veuloſung ſtattfinden, an der jeder
Beſucher koſtenlos teilnehmen kann.
Beſi der geſterm eröffneten Gaswerbewoche im Städtiſchen Saalbau
ſei noch beſonders dauauf hingewieſen, daß die Vereimigten Inſtalla=
tionsgeſchäſte
Darmſtaiſt gemeimſam mit den ſtädtiſchen Betrieben an
der Errichtung der Webeſchau teilgenommen und eine Reihe von An=
lagen
, die im Betrieb vorgeführt werden, montiert haben.
Auch wird i der Induſtrie= und Gewerbeabteilung eim im Betrieb
befindlicher Werkraum dem Beſchauer vorgeführt. Zu dem Gelingen
dieſer Ausſtellung haben folgende hieſige Inſtallationsfirmen beigetra=
gen
, welche auch ſtets bereit ſind, dem Intereſſenten jederzeit Auskunft
zu erteilen: Joh. Beck, Karlſtr. 39; Gebr. Becker, Waldſtr. 39: Th.
Dilling, Kaſinoſtr. R; Alex. Guntrum, Stiſtſtr. 52; Ad. Kling, Graſen=
ſtraße
35, Ludw. Kling, Luiſenſtr. 2; Ludw. Pohl, Heinheimerſtr. 15;
Karl Rühl, Saalbauſte. 94: Otto Schäfer, Landwehrſtr. 29; Franz
Schulz, Karlſtr. 104½: Otto Wambold, Herdweg 2; Ernſt Waſſer, Große
Ochſengaſſe 14.

Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte
und Heimatkunde, Eliſabethenſtraße 12, Gmtrachtſaal. Donners=
tag
abend 8½ Uhr Ludwig=Thoma=Abend. Einleitender bio=
graphiſcher
Vortrag von Herrn Dr. A. Büchner, Rezitation von
Schauſpieler Eduard Eiöbel, Mitglied des Landesthegers. ( Geſchloſ=
ſener
Kreis, Mitglieder und Angehörige und dunch Mitglieder ein=
geführte
Gäſte.)

Kunſfnotizen.

Ueber Werte, Künffler oder Ke ftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtshen
geſchleht, behält ſi0 de Redalſkon ihr Urteil von

Palaſt=Lichtſpiele. Ueb immer Treu und
Redlichkeit, Reinhold=Schünzel=Film der Ufa. Ein Luſtſpiel voll
bezwingender Heiterkeit. Ein mſtreißender Wirbel von Großſtadt=
ſzenen
. Reinhold Schünzel ſpielt den Orje Duff. Folgende Preſſe=
ſtümmen
ſeien angefülfrt: K=Uhr=Abendblatt: Eim Volksſtick. Mit
Rummel, Karuſſell und Konfektion. Mit viel Vergnügtheit. Schünzel iſt
ein ausgezeichmeter Derrſteller. As Regiſſeur hat er viele erfreuliche
Einfälle. Es gibt alſo lebhaften Beifall. Nachtausgabe‟: Das
Publikum brach bei tffener Szene wiederholt in Beifall aus. Eine
ausgewählte Darſtellug hat an dem Erfolg dieſer Filmkomödie teil
Was den Film ſehenswert macht, iſt die vorbildliche Regie Reinhold
Schünzels. B. ,8. am Mittag: Ein ashter Schünzel=Film, der
ſehr gut gefällt. Schinzel könnte ein Künſtler von mternationaler Gel=
tung
ſein. Berliner Börſen=Zeitung: Das Premierenpublikum
war begeiſtert und apzlaudierte ſtürmiſch. Neue Berlimer Zeitung:
Der Schauſpieler, Regiſſeur ud Manuſkrwptverfaſſer Reinhold Schün=
zel
darf einen aufrichrigen Erfolg buchen! Das Ganze verfehlte ſeine
Heiterkeit erzeugende Wirkung keineswegs.

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jeder Art, für Haus u. Gewerbe, erstkl. In Ausführung,
bilig im Preise, bei vortellhaftester Zahlungsweise,
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Aus den Parteien.

Die Volksvechtpartei veranſtaltet am Montag, den 9.
Oktober, 8 Uhr, im Fürſtenſagl eine öffentliche Verſammlung, in
der Herr Kurt Läßig aus Zeitz, Vorſitzender des Landesverbands
Sachſen des deutſchen Rentnerbunds über die Not der deutſchen Rent=
ner
und das Rentnerverſorgungsgeſetz als wichtigſte Aufgabe der Reichs=
geſetzgebung
ſpricht. Wir verweiſen auf die Anzeige im heutigen Blatt.
Die Volksrechtpartei fordert alle Inflationsgeſchädigten,
Sparer. Gläubiger und Rentner, dazu auf, dem Recht wieder Geltung
zu ſchaffen und ſich i die aufgelegten Liſten zum Wahlvorſchlag der
Partei einzuzeichmen. Die Liſten liegen auf dem Stadthaus, Zinmer 17,
bis N Oktober offen. Wir verweiſen auf das Inſerat im heutigen Blatt.

Oie Bedeutung der Augeſellen=
verſicherungs
=Wahlen.
Im überfüllten Saale der Eintracht hielt der Gewerkſchaftsbund
der Angeſtellten (6. D. A.) dieſer Tage eine Wählerverſammlung für die
Angeſtelltenverſicherungswahlen ab. Der Stadtverordnete und Gau=
geſchäftsführer
des G.D.A., Herr A. Geßner=Frankfurt a. M., ſprach
über die Bedeutung der Angeſtelltenverſicherungswahlen. Herr Geßner
ging von dem Standpunkte aus, daß die Wahlen wiederum den Beweßs
erbwingen müßten, ob die Angeſtelltenſchaft für ſich eine Sondergeſetz=
gebung
beanſpruche oder nicht. Schon durch die Kündigungsfriſten uſp.
ſei eine Trennung vorhanden, und aus dieſem Grunde müßten für die
Angeſtellten beſondere ſoziale Geſetze geſchaffen werden. Er zeigte an
viellen Beiſpiglen, wie notwendig es ſei, daß für die Angeſtelltenſchaft
auch beſondere Einrichtungen geſchaffen werden müßten wie z. B. die
Angeſtelltenräte, die im Betriebsrätegeſetz verankert ſind. Er ging dann
davon aus, wie die Gründung der Angeſtelltenverſicherung erfolgte.
Herr v. Orte vom Deutſchen Gruben= und Fabrikbeamtenverband, ein
Gründerverband des G. D.A., habe im Jahre 1901 die Angeſtelltenver=
bände
nach Hannover eingeladen. Auf dieſer Tagung wurde zum erſten
Male der Beſchluß gefaßt, eine beſondere Verſicherung für die Angeſtell
tenſchaft zu ſchaffen. 1911 wurde einſtimmig im Reichstag die Schaffung
der Angeſtelltenverſicherung beſchloſſen. Die weſentlichen Punkte, die
die Angeſtelltenverſicherung von der Invalidenverſicherung trennten,
waren die folgenden: Die Feſtſetzung der Altersarenze betrug 65 Jahre:
gegemüber 70 der J.V., die Arbeitsunfähigkeit mußte bei der Invaliden= 662½ Prozent betragen, während bei der Angeſtelltenver=
ſicherung
nur eine 5oprozentige Berufsunfähigkeit notwendig iſt. Auch
hatten die Witwen Anſpruch auf Witwenrenten, ohne daß ſie arbeits=
unfähig
ſeim müſſen, wie bei der JV. Ferner iſt in den geldlichen Lei=
ſtungen
ein großer Unterſchied vorhanden. Ebenſo iſt das Heflver=
fahren
i einem ganz andeven Rahmen ausgebaut uſw. Dieſe Unter=
ſchiede
wurden auf den beſonderen Bebürfniſſen des Angeſtelltenſtandes
aufgebaut. Er konnte dann weiter an Hand des Zahlemmaterials die
ſegensreichen Leiſtungen der Angeſtelltenverſicherung nachweiſen, ebenſo
zeigte er, daß der innere Stand der Angeſtelltenverſicherung als em
ſehr günſtiger zu bezeichnen iſt. In großen Zügen zeigte er dam
welcha Leiſtungen dem Angeſtellten zuſtehen. Insbeſondere hob er dam
hervor, daß der Gewerkſchaftshund der Angeſtellten ſeit der Schaffung g
an dem Ausbau weiter gearbeitet habe. Sämtliche Verbeſſerungen, die
ſpäter erfolgt ſind, waren von dem G.D.A. und ſeimem Bundesvorſteher
gefordert worden. Aber dennoch ſei die Arbeit noch lange nicht en
ſchöpft, denn der G.D.A. würde auch weiterhin für den Ausbau mit allen g
Mitteln eimtreten. Seſine Hauptſorderungen ſind die Herabſetzug der *
Altersarenze Steigerung der Rentenleiſtungen, Erhöhung des Kinden
zuſchuſſes, Herabſetzung der Wartezeit, Schaffung einer Elternrente,
Aufwertumg der alten Beiträge auch in den niederen Klaſſen, Ausbau
des Heilverfahrens und der Selbſtverwaltumg. Dieſe Forderungen ſnd
aber mir zu verwirklichen, wenn die Angeſtelltenverſicherung als Sonder=
einvichtung
beſtehen bleibt. Die Angeſtelltenſchaft habe nm be der
Wahl die Gelegenheit, zu beweiſen, ob ſie für ihre beſonderen Belange 1
eintreten will oder nicht. Reicher und lebhaſter Beifall zoigte, daß de
Verſammlung mit dieſen Ausführungen einverſtanden war. Es folgte
dann eine Diskuſſion, in der ſich die Redner im zuſtimmendem Schme
äußerten, insbeſondere wurde noch darauf hingewieſen, daß der Spitzen=
kandidat
für Darmſtadt, Hugo Weinberg, auch bisher an dem Ausbm
mitgearbeitet habe. Nachfolgende Entſchließung wurde einſtimmia ae
genommen:
Die heutige, vom Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (G.D.A.), Orts,
gruppe Darmſtadt, einberufene öffentliche Angeſtelltenverſammlung truſt
den Ausführungen des Referenten, Herrn Stadtverordneten Gefneo
Frankfurt a. M., vollinhaltlich bei; ſie iſt der Auffaſſung, daß die Lei=
ſtungen
der Angeſtelltenverſicherung einer durchgreifenden Verbeſſerug
bedüpfen; ſie fordert insheſondere Ausdehnung der Verſicherungspfüichk
auf alle Angeſtellten und Ausbau der freiwilligen Verſicherung, bemb
ſetzug der Altersgrenze für den Bezug von Ruhegeld von dem ch.
auf das 60. Lebensjahr und Abkürzung der Wartezeit auf 60 Monat,
Erhöhung des Rentengrundbetrages und auch der Steigerumgsbetnäg
von 15 Prozent auf mindeſtens 20 Prozent, ſowie Erhöhung des Ainder=
geldes
: Aufwertung der Vorkriegsbeiträge auch für die unteren Alaſſen
und Schaffung von Elternrenten. Das in der Angeſtelltemverſihermg
beſtehende Kapitaldeckungsverfahren iſt eine unerläßliche Vorausſezung
für den Beſtand und den weiteren Ausbau der Angeſtelltenverſchrumg
Ermeut wird die Forderung nach voller Selbſtverwaltung erhobn. 90
Verſammlung erwartet von allen Angeſtellten, daß ſie an der fürderung
der Alters= und Hiterbliebemenverſorgungseinrichtungen nachtrücklicht
mitarbeiten, und vor allen Dimngen wird von allen Angeſtellen Fiüu=
dert
, daß ſie ſich an der am 4. Dezember 1927 ſtattfindenden Neumh der
Vertrauensmänner zur Angeſtelltenverſicherung reſtlos beteiligen ud
die Liſten des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten G.DA.) md der
ihm befweundeten Verbände wählen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Wrter ericheinenben Nottyen find esſchledtich als Hinwefſe auf Kmden w Mtkichte
in keinem Falſe irgendwie ale Beſrechung oder Keliſt.
Die theoſophiſche Loge Shanti‟, Darnſtadi!
(der Theof. Geſellſchaft Adyar) veranſtaltet, ſoit längerer Zeit vorbes
reitet, im den kommenden Monaten eine Reihe theoſophiſcher Wotkey
träge. Als erſter wird am Freſtag, den B. Oktober, abends 8 Uhrzu
Herr Robert Syrmg=Raſtatt über das Thema Die menſchliche Naurd
im okkulten Lichte im großen Logenſaal. Sandſtr. 10, ſprechen. Drmu
Vortrag iſt für jedermann zugänglich:eals Unkoſtenbeitrag werden 30 Mk
berechnet. Karten ſind im Vorverkauf im der Buchhandlung B. Langes
Mühlſtraße 59, und an der Abendkaſſe zu haben. (Näheres im heutgem
Inſergt.)
Gute Mufik finden Sie Sonntag abend im Hotel Prin7)
Heinrich. Der Beſuch wird beſtens empſohlen. (S. Anz)
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krone, Neckartor, Reichshof, Rummelbräu, Hotel Prinz Heiuich
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Winzerfeſt. Tanz: Taunusburg, Zentralhotel, Hotel Hufnggel
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bacher Straße; Schneider, Ecke Darm= u. Gervinusſtr.; Eckart, Bar?
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Geflügeleſſen; Weinhaus Stolzenfels: Haſeneſſen; Hotel zur Poſte
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[ ][  ][ ]

Statt Karten.
Nach ſchwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden iſt unſere
liebe, gute Mutter, Großmutter und Schweſter

geb. Rullmann
am 19. Oktober 1927 in Chemnitz ſanft entſchlafen.
Wir geben dies erſt nach der am 21. Oktober 1927 in Chemnitz
in aller Stille erfolgten Einäſcherung bekannt.
In tiefer Trauer:
Spinnereibeſitzer Ernſt Müller
Emmh Hänſel, geb. Müller
Medizinalrat Dr. Hänſel
Irmgard Müller, geb. Grebe
EEmmy Rullmann
und 4 Enkel.
Gladenbach, Chemnitz (Kronenſtraße 26), Büdingen,
(16428
den 19. Oktober 1927.

Mummer 294

Sonntag, den 23 Oktober 1922

Die Geburt eines Töchterchens
hägen an
Fritz Wolff und Frau
Carola, geb. Reich.
Ie einheim, den 19. Oltober 1927.
(*28264
57 hnſtr. 37.

Das Feſt der
Silbernen Hochzeit
eigehen am 23. bs. Mis. die Eheleute
Ststriebsleiter Ewald Böttcher und
Fixau, geb. Epheſer, Nieder=Ramſtadt.
Glückauf zur Goldnen! (*28233

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat
ſes gefallen, unſere liebe Tochter
Lieſel
am Alter von 25 Jahren nach
hangem ſchweren Leiden in ein
Geſſeres Jenſeits abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Aug. Keune
Lokomotivführer
Ludwigsplatz 6, III.
nebſt Angehörigen.
Die Beerdigung findet am Diens=
ag
, den 25. Oktober 1927, nachm.
Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
(* 28209)

Dankſagung.
DDa es uns unmöglich iſt, für die
Ahe große Zahl von Beileidsbezeu=
ungen
bei dem Hinſcheiden unſeres

Franz

drem Einzelnen zu danken, ſo bitten
in auf dieſem Wege unſeren innig=
ei
-Dank entgegen nehmen zu wollen.
wrrächſt danken wir Allen, die in ſo
argroßer Zahl dem Verſtorbenen
u Geleite zu ſeiner letzten Ruhe=
itzke
gaben, für die Fülle der Kranz=
. Blumenſpenden, der Firma
en & Henſchke für den ehrenden
hruf, dem Herrn Kaplan Dr.
Kuiz, dem Jungmänner=Verein, der
eutſchen Jugendkraft für den Nach=
tf
und Kranzniederlegung, ſowie
ure Beteiligung derſelben. Herz=
hren
Dank Allen, die dem lieben
Mintt ſchlafenen während ſeiner Krank=
ein
, mit ſo herzlicher Liebe bedachten.
iallen Dank den ehrwürdigenBrüdern
N3 Herz=Jeſu=Hoſpitals für ihre ſo
zrwpfernde und liebevolle Pflege,
Aenx hochw. Herrn P Heinrich und
Yrv. Bruder Elezar für den Beiſtand
ſeinen ſchwerſten Stunden des
ſeh ens.
Die trauernde Familie:

Heute Nachmittag 4 Uhr verſchied nach längerem ſchweren Leiden
mein innigſigeliebter Gatte, unſer treuer Bruder, Schwager und Onkel
Herr Eiſenbahningenieur i. R.
WShter Tannnt
im 66, Lebensjahr.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Maria Tamm, geb. Gernand.
Groß=Umſtadt, den 21. Oktober 1927.
(16468
Die Beerdigung findet Sonntag, 23. Oltober, nachmittags um 3 Uhr ſiatt.
Es wird gebeten, von Beileidsbeſuchen abzuſehen.

75)

Jacob Koch.

Unreines Gesicht !!
Pickel, Miteſſer uſw.
verſchwinden ſofort!
Durch welches ein=
fache
Mittel teile
gern koſtenlos mit.
Frau M. Poloni
Hannover N 22, Eden=
ſtraße
304 (IV 13420

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 19. Oktober entſchlief ſanft im Heirn
unſere herzensgute Mutter, Großmutter, Ur=
rroßmutter
und Ururgroßmutter
Frau

ABitwe des Hofjuweliers Ernſt Ludwig Schnitzſpahn
im 88. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Warmſtadt, den 22. Oktober 1927. 16450
WDie Beerdigung fand heute in aller Stille
ſtatt.

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, meinenlieben, treuſorgen=
den
Mann, unſeren innigſtgeliebten
Vater, Schwiegervater, Großvater,
Bruder, Schwager und Onkel
Herrn
Michael Hofferbert
nach langem ſchweren Krankſein
heute Nacht 12½ Uhr zu ſich in
die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Anna Hofferbert, geb. Euler
nebſt Kinder.
Darmſtadt, 22. Oktober 1927. (228241
Die Beerdigung findet am Mon=
tag
, den 24. Oktober, vormittags
11 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Nach bereits mehrjähr. prakt.
Tätigkeit habeich mich hier, Heinrich-
strasse
81, als prakt. Zahnarzt
niedergelassen.
(*28242
Dr. med. denl. Ludwig Geisel
Zu den Krankenkassen zugelassen.
Sprechst : Montag, Mittwoch, Freitag
v. 8-12Uhr, Dienstag, Donnerstag,
Samstag v. 37 Uhr.

Lud. Scharfſcheer, Deniſt
(Kein Verbands=Mitglied)
Darum. die vielen fachmänniſche Angriffe.
Nachweislich billige Preiſe, bei ſchonender
Behandlung und gutem Material. (*28225
Landgraf=Georgſtr. 34. 1. u. 2. St.
(Am Schwimmbad). (*28225
Sprechzeit v. 9-6 Uhr, Sonntags v. 10-2 Uhr.
Behandlung v. Krankenkaſſen=Mitglieder.

Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
id für die in ſo reichem Maße zugegangenen Blumen=
penden
bei dem Heimgange unſeres lieben, unver=
eſilichen

Rudolf

Dankſagung.
Für die wohltuende Teilnahme
und letzten Blumengrüße beim
Heimgang unſres lieben Ent=
ſchlafenen
ſagen herzlichſien
Dank
Frau Eliſabeth Peirh
und Kinder.
Darmſiadt, 22. Oft. 1927.
( 28231
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vnechen wir hiermit allen Verwandten und Bekannten
nſwern herzlichſten Dank aus. Ganz beſonders danken
di:der Liedertafel Darmſtadt für die letzte erwieſene
hrre, dem Vorſitzenden Herrn Mitze für den Nachruf
m. Grabe und Kranzniederlegung, ſeinen beiden
heitfs, den Herren L. Röth, ſowie ſeinen Arbeits=
elegen
für Nachruf und Kranzniederlegung.
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Inflationsgeſchädigte, Rentner, Sparkaſſengläubiger und
Sparer jeder Art, erſcheint alle zur
Oeffentlichen Perſammlung
am Montag, den 24. Oktober 1927, abends 8 Uhr,
im KaiſerſaalFürſtenſaal, Grafenſtraße 18.
Der Vorſitzende des Landesverbandes Sachſen des Deutſchen
Rentnerbundes, Herr Kurt Läßig aus Zeitz, ſpricht über
Die Not der deutſchen Rentner und
das Rentner=Verſorgungsgeſetz als
wichtigſte und dringlichſte Aufgabe
der Reichsgeſetzgebung.
Eintritt für jedermann frei. (16404
Liſteneinzeichnung für den Wahlvorſchlag der Volksrecht=
partei
bis 27. Oktober Stadthaus, Zimmer 17. Der Vorſtand,

Erabemfikäeft!

[ ][  ][ ]

Aus Heſſen.
Starkenburg.
J. Griesheim, 22. Okt. Gemeinderatsbericht. Die Ge=
meinde
übernimmt gegenüber der Heſſiſchen Landesbank i Darmſtadt
für die Gewährung von Zwiſchenkrediten an verſchiedene Bauluſtige
die Bürgſchaft in Höhe von 3500 Mk., 3800 Mk. 5000 Mk. und 4000
Mark. Die Ueberwachung, Inſtandhaltung und Verwaltung des Rohr=
netzes
der Waſſerleitung wird vorerſt bis zur endgültigen Regelung
der Angelegenheit von Beamten der Bürgermeiſterei erledigt. Die
jeweiligen Waſſerleitungsarbeiten werden ausgeſchrieben und mit einer
monatlichen Kündigung an hieſige Geſchäftsleute vergeben. Der Ab=
änderung
der Waſſerbezugsordnung, wie dieſelbe vom Kreisamt Darm=
ſtadt
vorgeſchlagen worden iſt, wurde zugeſtimmt. Die Anſtellung
eines Schuldieners für das 2., 3. und 4. Schulhaus wurde beſchloſſen,
die Stelle ſoll von der Bürgermeiſterei alsbald ausgeſchrieben werden.
Der Gemeinderat ſtimmt dem Protokoll der Heag vom 15. Oktober
1927, betreffend die Gleisverlegung der elektriſchen Straßenbahn nach
dem vorliegenden Plan vom 7. Oktober 1927, zu. Das Geſuch des
Reichsbanners, Ortsgruppe Griesheim, um Erlaß von Billettſteuer
wurde abgelehnt, hiergegen wurde demſelben für ein abgehaltenes Feſt
ein Zuſchuß von 50 Mark nachträglich bewilligt. Der Ankauf von
2 Aktien der hieſigen Gas= und Elektrizitätswerke zum Nominalbetrag
von je 1000 Mark wurde genehmigt. Der Gemeinderat iſt bereit,
bei einem eventuellen Verkauf des Geweindehauſes, früheres. Weißes
Roß, die Tragung der Wertzuwachsſteuer zu übemehmen. Das An=
erbieten
der Zentralſtelle zur Förderung der Volksbildung und Jugend=
pflege
i Darmſtadt, durch das Städtiſche Orcheſter im nächſten Winter
in der hieſigen Gemeinde mehrere öffentliche Konzerte abzuhalten,
wunde angenommen. Der Waſſewverbrauch in den von verſchiedenen
Mietern bewohnten Gemeindehäuſern in der alten Darmſtädter Straße
wurde bis zu 6 Kubikmeter pro Monat und Haushaltung auf die Ge=
meidekaſſe
übernommen.
J. Griesheim, 22. Okt. Auf Grund der Beſtimungen der Waſſer=
bezugsbedingungen
wird ab 1. Oktober von allem Anſchlußnehmern, ob
dieſelben bereits Waſſer entnehmen oder nicht, die pro Monat und Haus=
haltung
feſtgeſetzte Mindeſtpauſchalſume von 1,50 Mark erhoben, zuzüg=
lich
0,35 Mark Waſſermeſſermiete. Waſſerabnehmer, die nur für Garten=
bevbrauch
Waſſer abnehmen und deren Waſſermeſſer keinen Verbrauch
anzeigt, müſſen pro Monat 0,50 Mauk Meſſermiete entrichten. Die
Waſſerbezugsbedingungen werden demnächſt jedem Waſſerabnehmer zr=
geſtellt
. Jede Veränderung in der Zahl der waſſerabnehmenden Heus=
haltungen
muß der Bürgermeiſterei angemeldet werden. An Montag,
den 24., und Dienstag, den 25. Oktober 1927, von 7 bis 11 Uhr vor=
mittags
und 1 bis 5 Uhr nachmittags, wind auf dem hieſigen Schießplatz
mit Gewehren und Maſchinengewehren ſcharf geſchoſſen. Vor einem
Schwindler, der ſich Walke aus Haßloch nennt, den Leuten Wäſcheſtoffe
anbietet, ſich Anzahlungen in Höhe von 210 Mark geben läßt und
nichts liefert, wird gewarnt. Der Schwindler wird von der Polizei geſucht.
Eberſtadt, 22. Okt. Der hier ſtattgehabte Dekanatstag des Deka=
mates
Ebevſtadt wurde mit Schriftleſung und Gebet, geſprochen von
Pfarrer Pal=Gberſtadt, eröffnet. Herr Dekan Vogel begrüßte die
Vertreter der Gemeinden, insbeſondere den Vertreter des Dekgnates
im Landesbirchentag, Dr. Dehlinger=Weilerhof, machte ferner Mittei=
lungen
über die Tätigkeit des Dekanatsausſchuſſes, legte die Rechnung
des Dekanats für 1925/26 zur Prüfung vor und gab den Voranſchlag
für 19R7/28 bekammt, der von der Verſammlung gutgeheißen wurde.
Der von Pfarrer WeigelNieder=Ramſtadt in meiſterhafter Weiſe ent=
worfene
und vorgetragene Jahresbericht über das kirchliche und reli=
giöſe
Leben im Dekanat führte zu mancherlei beachtenswerten An=
egungen
, die hoffentlich nicht ohne Frucht bleiben. Pfarrer Paul=
Gberſtadt behandelte ſodann das vom Landeskirchenamt empfohlene
Thema Sonntagsheiligung und Vergnügungsſucht in tiefſchürfender
Weiſe. In den hier zu Dage tretenden Schäden und ihren Urſachen
erblickt er eine Anklage gegen die ganze moderne menſchliche Geſellſchaft,
wobei Gott allein Wandel ſchaffen ſoll. Pflicht der Pfarrer und kirch=
lichen
Vertreter aber iſt die, daß in ihrem eigenen Wandel die Tatſache
der Auferſtehung Jeſu das alles Beherrſchende bildet. Dieſer Glaube
muß auch Kern und Stern jeder Predigt ſein, denn er iſt der Sieg, der
die Welt überwuden hat und heute noch überwindet. Nach den Be=
richten
der Vertreter für Innere Miſſion (Pfarrer Hofmann=Nieder=
Beerbach) und für Aeußere Miſſion (Pfarrer Högy=Crumſtadt) und Ge=
ſang
ſchloß der Dekan die inhaltwolle und anvegende Tagung.
F. Eberſtadt, 2. Okt. Geſchäftsjubiläum. Die Hirſch=
Drogerie (Inh. Philipp Eyſenbach) konnte dieſer Tage das Jubiläum
ihves Bjährigen Beſtehens feiern. Beratungsſtunde. Am Mon=
tag
, den 24. Oktober, findet von nachmittags 34 Uhr in der Gutenberg=
ſchrle
eine Beratugsſtumde der Mutter= und Säugligsfürſorge ſtatt.
Sanitätsunterricht. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz eröffnet am nächſten Donnerstag, den 27. Oktober, abends
8 Uhr, in der Georgſchule einen Anfänger= und Fortbildungslehrgang
unter ärztlicher Leitung. Dortſelbſt werden Anmeldungen entgegenge=
nommen
. Streulanbverſteigerung. Das Laub von den
Wegen im Staatswald Frankenſtein wird am kommenden Donnerstag,
den R. Oktober, vormittags 10 Uhr, verſteigert. Zuſammenkunft der
Steigerer: Burvg Frankenſtein. Das hieſige Forſtamt hat die Anfuhr
von Schotter und Kies in 7 Loſen an den Odenwälder=, Herren=, Joſephs=
und Hollerhöhweg ſowie das Planieven des Grenzwegs am Nieder= Beer=
bacherſeld
in Abt. 3 Mühlacker in 2 Loſen zur Vergebung ausgeſchrieben.
Näheve Auskunft erteilt Förſter Pfänder, Forſthaus Sommersgrund.
4a. Eberſtadt, 22. Okt. Aus der Schweſternſtation.
Schweſter Katharina von der hieſigen evangeliſchen Schweſternſtation
iſt nach auswärts verſetzt worden.
4a. Dieburg, 22. Okt. Das Amtsgericht Dieburg
bleibt beſtehen. Ein Vertreter des Reichsſparkommiſſars unter=
zoa
in dieſen Tagen den Geſchäftsgang des hieſigen Amtsgerichts,
deſſen Auflöſung beabſichtigt war, einer eingehenden Prüfung. Der Re=
biſor
ſoll zu dem Ergebnis gekommen ſein, daß das Amtsgericht Die=
burg
erhalten bleiben müßte.
Z. Groß=Umſtadt, 22. Okt. Ausdem Gemeinderat. In der
Sitzung vom 20. Oktober wurde beſchloſſen, die zu dem Bau eines Grup=
benwohnhauſes
erforderliche Summe bei der Heſſiſchen Landeshypothekeit=
bank
uter den von derſelben geſtellten Bedingungen aufzunehmen.
Der erforderliche Schuldſchein wurde unterſchrieben. Bei der
Anlage der Kowaliſation in der Bahnhoſſtraße wird die Benutzung
eines Teils der Provinzialſtraße erforderlich; der hierzu erforderliche
Erlaubnisſchein wird unterzeichnet. Nachdem die geplante Kanaliſation
ſoweit beendet iſt, wude die Ortsſatzung über Erhebung einer Kanal=
benutzungsgebühr
aufgeſtellt und genehmigt; desgleichen auch die Polizei=
berordnung
über Entwäſſerung der Grundſtücke in der Gemarkug Groß=
Umſtadt. Bezüglich der Hindenburg=Wohlfahrtsbriefmarken beſchließt
der Gemeinderat, Briefwarken im Werte von 75 Mark anzukauſen.
Die Kanaliſation des Stadtgrabens iſt beſchloſſen. Hierbei kommt ein
Teil des fishaliſchen Geländes in Betracht. Das Forſtamt Lengfeld hat
ſeine Genehmigumg hierzu erteilt, und der Gemeinderat iſt mit dem In=
halt
des Schreibens des Forſtamtes einverſtanden. Ein Bewohner der
Nachbargemeinde Semd hat um die Erlaubnis zur Aufſchlagung des
Schafpferches auf ſeinem Acker in der Gemarkung Groß=Umſtadt nach=
geſucht
. Das Geſuch wird genehmigt. Zum Einſteinen der Ortsſtraßen
werden bei der Odenwälder Hartſtein=Induſtrie Nieder=Ramſtadt 200
Tonmen Hartbaſaltkleinſchlag zum Preiſe von 7,50 Mark pro Tonne frei
Bahnhof Groß=Umſtadt beſtellt. Die an Ludwig Keller 2. Wwe. und
Heinrich Ludwig Karp Wwe, verpachtet geweſenen Grundſtücke der Ge=
meinde
Groß=Umſtadt ſollen ſterbfallshalber neu verpachtet werden.
Bei den Shenitwerken Neidthardt u. Müſſe in Groß=Bieberau werden 100
Stück Parzellenſteine beſtellt. Dem Hilfsnachtſchutzmann Straub wird
ein Rock und eine Hoſe bewilligt. Dem Ortsgewerbeverein werden
10 Kubikmeter Mauerſteine aus dem Steinerwaldbruch koſtenlos abge=
geben
. Die Fiſcherei in den gemeindeeignen Gewäſſern wird dem Hein=
rich
Eidmann auuf 12 Jahre gegen einen jährlichen Pachtpreis von
3 Mark verpachtet.

Eheliche Fruchtbarkeit in den Jahren 1880,
1910 und 1925.
Ueber die Bevölkerungsvermehrung in den letzten Jahrzehnten ent=
halten
die Mitteilungen der Heſſiſchen Zentralſtelle für Landesſtatiſtik
letzten Jahren ſtark zugenommen; trotzdem kommen von Jahr zu Jahr
weniger Kinder zur Welt. Der Geburtenrückgang iſt alſo viel erheb=
licher
, als die ſinkende Geburtenzahl vermuten läßt. Will man ſeinen dungsneuregelung nehmen darf, ſo dürfen dies die hefſiſchen Strat
Frauen im gebärfähigen Alter bezogen werden. Das iſt jetzt durch die
Ergebniſſe der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1925 auch für die beitshauſes Dieburg.
jüngſte Zeit möglich gemacht.
Kinder geboren im Laufe eines Jahres 1880/81 30 028, d. ſ. 246 auf 1000 anders kann, man hob wohl Gendarmerie und Polizei für ſich, gon
d. ſ. 123 auf 1000 Ehefrauen. Die Ehen ſind alſo heute nur halb ſo
fruchtbar wie vor 45 Jahren. Ueberlegt man, daß ein Teil der Frauen Plenum auf dieſen noch beſtehenden Beſchluß des vorigen Jahres.
erſt ſpäter heiratet, ein Teil vor dem 50. Lebensjahre ſtirbt, ſo darf
man wohl annehmen, daß bei den Ehefrauen unter 50 Jahren die durch beamten in 3 Gehaltsklaſſen, der Anfangsgehalt der 1. Gruppe
ſchnittliche Dauer der Che 1516 Jahre beträgt. Während der Dauer von 1740 auf 2100 Mark, der 2. Gruppe von 1800 auf 2400 Manz
ihrer Ehe, alſo im Zeitraum von 1516 Jahren, würden demnach die
Frauen von 1880 durchſchnittlich 4, die von 1910 etwa 3, die von 1925 der 3. Gruppe von 2400 auf 3300 Mark. Mit Ausnahme der hann
aber nur noch 2 Kinder gebären. Wir wären alſo beim Zweikinder=
ſyſtem
angelangt. Das Tempo des Rückgangs hat ſich verdoppelt. War
beimn Uebergang vom Vierkinderſyſtem zum Dreikinderſyſtem noch ein ſehen wir unſere Kollegen in der Gehaltsſtufe 28003830 Mark, 85
bis 1925. Auch unter den füngeren Frauen ſind die Mütter ſeltener
geworden. Bei den Ehefrauen unter 25 Jahren kamen auf 1000 Frauen
1880/81 472 Geborne pro Jahr, 1910/11 446, 1925 nur noch 344. Der
Rückgang von 1880 auf 1910 beträgt alſo nur 5 Prozent, von 19101925
aber Prozent, das heißt faſt ebenſo viel wie bei den Frauen im
Alter von 2535 Jahren. Entweder nimmt die Zahl der kinderloſen
Ehen zu, oder, was mehr zu vermuten iſt, wird die Geburt des erſten
Kindes hinausgeſchoben. Die Urſache dafür wird zum Teil im Woh=
nungsmangel
zu ſuchen ſein; nur bleibt fraglich, ob nach behobener Woh=
nungsnot
ſolche Eheſitten wieder verſchwinden.

h. Erbach i. O., 22. Okt. Das Heſſiſche Künſtlertheater in Frank=
furt
a. M. gibt am 3. November d8. Js. hier im Saale des Gaſthauſes
Zum Schützenhof einen Theatevabend. Zur Aufführung gelangt das
Stück Biberpelz‟. Da der Geſellſchaft ein guter Ruf vorausgeht, dürfte
ein Beſuch der Vorſtellung zu empfehlen ſein. Die Okva läßt bei
genügender Beteiligung zum Wendelimsmarkt in Amorbach am Mon=
tag
, den 24. ds. Mts., einen Sonderwagen laufen. Die Abfahrt erfolgt
in Erbach 8,00 Uhr vormittags. Rückfahrt nach Uebereinkunft mit den
Fahrgäſten. Anmeldungen an die Geſchäftsſtelle erbeten. Gelegentlich
der religionswiſſenſchaftlichen Tagung in Stockheim wurde eine Reſo=
lution
angenommen, die ſich für Erhaltumg der heſſiſchen Simultanſchule
einſetzt. Der Unterricht der Gewerbeſchule in Michelſtadt beginnt am
31. Oktober ds. Js., derienige der landwirtſchaftlichen Schule daſelbſt am
7. November ds. Js.
L. Michelſtadt, 22. Okt. Herr Pfarrer Gußmam, welcher bisher die
zweite Pfarrſtelle, der evangeliſchen Kirchengemeinde Michelſtadt inne
hatte, verläßt am kommenden Montag ſeinen hieſigem Wirkungskreis,
um einen ſolchen in Ober=Ohmen, unweit ſeiner oberheſſiſchen Heimat,
anzutreten. Nur ungern ſieht man Herm Pfarrer Gußmann ſcheiden,
denn in ſeiner nahezu 2½jährigen Tätigkeit am hieſigen Platze verſtand
er es durch ſein durchaus liebenswürdiges und von wahrer Nächſtenliebe
getragenes Weſen, ſich die Zuneigung aller Kreiſe in beſonderem Maße
zu erwerben. Der Jugendverein Michelſtadt, welcher in ihm einen rüh=
rigen
und arbeitsfreudigen Führer fand, der in echt kameradſchaftlicher
Weiſe und ſteter Hilfsbereitſchaft allen mit Rat und Tat zur Seite ſtand,
bedauert den Verluſt dieſes hervorragenden Jugenderziehers aufrichtig.
Die Bewohner der zu dem Kirchſpiel Michelſtadt gehövenden Gemein=
den
, mit denen Herr Pfarrer Gußmann in Ausübung ſeines Dienſtes
ſtändig Fühlung hatte, ſind über die Kunde von ſeinem bevorſtehenden
Weggang ebenfalls ſehr betrübt, denn auch ſie hingen in großer Ver=
ehrung
an ihm, als dem Seelſorger, der ihmen im mancher ſchweren
Stunde des Lebens ein echter Freund und Tröſter war. Am Sonntag
(Erntedankfeſt) werden win letztmalig Gelegenheit haben, ihn zu hören,
nachdem er an dieſem Tage ſeine Abſchiedspredigt hält. Als ſein Nach=
folger
wird Herr Pfarraſſiſtent Hofmeher=Steimbach die zweite Pfarr=
ſtelle
in Michelſtadt übernehmen.
al. Aus der Unterzent, 22. Okt. Das ſchöne Wetter der letzten
Wochen hat die Kartoffelernte dermaßen beſchleuigt, daß heute nur
noch einige Nachzügler damit beſchäftigt ſind. Auch die Dickrübenernte
iſt in vollem Gange und der Bauer beeilt ſich, ſeine Winterſaat in
die Erde zu bringen. Mit größtem Eifer bereitet er ſich auf die kalte
Jahreszeit vor. Für das Kernobſt, welches uns dieſes Jahr in ſo
reichem Maße beſchert wurde, hätten die ſonnigen Herbſttage wohl
etwas früher kommen dürfen. Obwohl der Obſtverſand ungemein ſtark
war, wurden die Obſükeltern auch ſehr reichlich in Anſpruch genommen
und manches Fäßchen, das vergangenes Jahr leer im Keller ſtand,
birgt nun wieder köſtliches Naß. Eppelwei iſt der Haustrunk unſeres
Landwirtes. Auch ueſer ſchöner Odenwald hat ſeine Farbe gewechſelt
und zeigt ſich jetzt im ſchönen Herbſtſchmuck. Der Naturfreund ſollte
ſich nicht entgehen laſſen, jetzt eine Wanderung über die Höhen des
Odenwaldes zu machen. Die Vielfarbigkeit des Waldes wird jedem
Wandernden Auge und Herz erfreuen, der etwas Sinm für die Natur=
ſchönheiten
hat. Gerade unſer Mümlingtal bietet in dieſer Beziehung
ungeheuere Reize.
m. Beerfelden, 22. Okt. Mit Beginn des Winters wird der hieſige
Stenographenverein Gabelsberger der hieſigen Jugend einen Anfän=
gerkurſus
bieten; er ſolgt damit einer ſchon jahrelang geübten Ge=
pflogenheit
. Da gegenwärtig bei ſo zahlreichen Berufen gerade Steno=
graphie
eine Vorausſetzung für Annahme junger Leute bildet, ſo iſt zu
hoffen, daß auch heuere wieder die Teilnahme eine rege ſein wird.
Der hieſige Verem für Raſenſport ſendet am Sonntag ſeine 1. Jugend
nach Michelſtadt zum fälligen Pflichtſpiel, ſeine erſte Mannſchaft trägt
hier das fällige Verbandsſpiel gegen Roßdorf aus; da dieſe beiden
Mannſchaften einander zum erſtenmal gegenüberſtehen, ſo iſt mon auf
den Ausgang dieſes Spiels geſpannt.
Ay. Bensheim, 22. Okt. Offenlegung der Wählerliſten.
Wie der Bürgermeiſter der Stadt Bensheim öffentlich bekannt gibt, wird
die Liſte der wahlberechtigten Einwohner der Stadt für die am 13. No=
vember
ſtattſindende Landtagswahl eine Woche lang, und zwar von
Sonntag, den 23. Oktober bis einſchließlich Sonmtag, den 30. Oktober,
auf dem Rathaus (Zimmer 10) zu jedermanns Eimſicht offen liegen.
Angebot billigen Fleiſches. Eine erſte Friſchfleiſchmetzgerei
am Platze fucht auch der wewiger bemittelten Bevölkerung die Ernäh=
rung
mit kräftiger Fleiſchkoſt zu ermöglichen, indem ſie Maſtochſen=
gefrierfleiſch
das Pfund zu 69 Pfg. zum Verkauf anbietet. Vom
landwirtſchaftlichen Stellenmarkt. Der öffentliche Ar=
beitsnachweis
des Kreiſes Bensheim zeigt 50 offene Stellen für land=
wirtſchaftliche
Knechte an. und dabei zählt unſer Kreis derzeit 458
männliche Erwerbsloſe, die aus öffentlichen Mitteln ihre Unterſtützung
Kaue

Zur bevorſiehenden
Befoldungsneuregelung
bemerkenswerte Mitteilungen. Danach hat die Zahl der Ehen in den ſchreibt und Herr M. Veith=Darmſtadt vom Verein Heſſiſcher
Strafvollzugsbeamten:
Wenn eine Beamtengruppe Kritik an der bevorſtehenden Beſwe
Umfang meſſen, dann müſſen die Geborenen auf die verheirateten vollzugsbeamten und Beamtinnen, einſchließlich die Beamten des Aeb
Der Landtag beſchloß im vergangenen Jahre, Neuregelungen I.
bezug auf Einſtufung uſw. werden bei Gendarmerie=, Polizei= un
In Heſſen gab es im Jahre 1830 122 181 Ehefrauen im Alter Strafvollzugsbeamten gemeinſchaftlich behandelt und verabſchiede
unter 50 Jahren, 1910 182815 und 1925 206 471. Von ihnen wurden Dieſer Beſchluß zeigte im Frühjahr dieſes Jahres, daß man guu
Ehefrauen, 1910/11 32 305, d. f. 177 auf 100 Ehefrauen und 1925 25 42, denſelben eine andere Gruppierung; uns dagegen ließ man ſitzen, trag
des ſchweren Dienſtes. Keiner der Herren Abgeordneten verwies den
In Sachſen gliederten ſich vor dem Kriege die Strafvollzugo=
werksmäßig
vorgebildeten Beamten rekrutierte ſich der übrige Teil fiü
den Polizeidienſt aus Verſorgungsanwärtern. Aehnlich lagen die Vor
hältniſſe in Baden und Hamburg. Bei der Neubeſoldung in Hambun
Menſchenalter, 18801910, nötig, ſo vollzog ſich der vom Dreikinderſyſtem den erſt genannten Ländern nahm man in den letzten Jahren bereiß
zum Zweikinderſyſtem ſchon in einem halben Menſchenalter, von 1910 einen Härteausgleich vor, indem man mehrere Stellen höher eiſt
gruppierte. Was geſchah dagegen in Heſſen, trotz genügender Ein
gaben an Regierung und Landtag? Man genehmigte uns noch niat
einmal die uns nach dem Geſetz zuſtehenden 14 Hebungsſtellen nach
Gehaltsgruppe II. Wir verſtehen nicht die bei unsangewandte Mauey
blümchenbehandlung. Oder kommt das vielleicht durch unſere Dienin
ausführung, die ſich bekanntlich hinter hohen Mauern vollzieht.
Gerechterweiſe gehören die Belange der Sicherheitsbeamten gleioü
heitlich behandelt, gleichviel ob der Sicherheitsbeamte ſeinen Diem
auf der Straße, auf dem Waſſer, im Walde oder hinter den hohot
Mauern zu verrichten hat. Jede Gruppe dieſer Sicherheitsbeamtet
hat ein gerütteltes Maß voll Verantwortung auf ſich. Dankbar ſind da
Strafvollzugsbeamten für jede Beſſerſtellung, ebenſo iſt die Beſchaffurm
z von Spitzenſtellungen zu begrüßen, aber keinenfalls hat man bishg
bemerkt, daß eine Maßnahme einer allgemeinen Aufbeſſerung dieſer B9
amtengruppe in irgend einer Beziehung erfolgte.
Wer die neue Strafvollzugsordnung verfolgt und zieht die Aill
forderungen in Betracht, die man an die Strafvollzugsbeamten infolgl
der Eigenart des Dienſtes und der Tatſache, daß ſich die Tätigkeit dieſiſt
Beamten nur hinter Kerkermauern in dauernd verbrauchter ſchlechtet
Luft unter der Möglichkeit öfterer Ueberfälle ſeitens der Inſaſſen um
der Gefahr der Anſteckung leicht übertragbarer Krankheiten, dem vog
zeitigen Kräfteverbrauch infolge des nervenaufreibenden Dienſtes ſtelnl
ſo kann man die Einſtufung dieſer Beamtengruppe als eine angemeſſere
keinesfalls bezeichnen.
Wir gehen genau in den Ausführungen zur Beſoldungsregelun
mit den ſächſiſchen Kollegen einig. Der neue Strafvollzug ſpricht deu
Aufſichtsdienſt in erſter Linie als Sicherheitsdienſt an und fordert voo
den Strafvollzugsbeamten Einwirkung auf Beſſerung und Erziehunn
der Anſtaltsinſaſſen. Er ſetzt ſomit eine gewiſſe pädagogiſche Vorbin
dung dieſer Beamten voraus, ein Verlangen, das keinenfalls mit den
allgemein zu niedrig bemeſſenen Bezahlung in Einklang zu bringen üſ
Ein Strafvollzugsaufichtsbeamter der dauernd mit wirtſchaftlicheig
Nöten kämpft, der ſich ſtündlich Sorgen um die Seinen macht, deſſisl
Gedanken immer von Unruhe getrieben, bei Weib und Kind weiſem=
kann
nicht von Liebe und Herzensgüte durchdrungen ſein, die er zwäh
Erziehung zur Beſſerung auf ſeine ihm zugeteilten Gefangenen übent
tragen müßte.
Erſt wenn der Staat durch angemeſſene Bezahlung ſeine Strafſt
vollzugsbeamten ſo abfinden wird, daß ſie wirtſchaftlicher Sorgenn
enthoben ſind, dann werden auch ſie ihre ganze Kraft in den Denit
des großen Ganzen ſtellen zum Wohle des Strafvollzuges im alges
meinen und des Gefangenen im beſonderen.
Der Dienſt eines Strafvollzugsbeamten iſt ein ſchwerer, vemm=
wortlicher
, vielſeitiger, und ein Beamter, der mit Luſt und Liebe ſeinenr
Dienſt verſieht, wird auch Befriedigung in ſeinem Amte finden. 9s 4
kann aber, wie bereits evwähnt, nur dann eintreten, wenn der Beamie
frei von allem iſt und Nebenerſcheinungen, hervorgerufen duch wit=
ſchaftliche
Not und Sorge um die Zukunft, verſchont bleibt. 2ß die
Strafanſtaltsbeamtenſchaft nicht einheitlich geſchult und vorgebilet iſt,.
liegt nicht an ihr ſelbſt.
Alles Geſagte gilt im Strafvollzug auch für die weiblichen Be=4
amten mit dem Unterſchied, daß man dieſe Beamtinnen noch weilg
ſchlechter abfindet. Es muß Wunder nehmen, daß man dieſe Be4
amtinnen mit dem geſchilderten ſchweren Dienſt und deſſen hohe Verm
antwortung anderen Beamtinnen gegenüber nicht gleichſtellt und beſoldel=
Die heſſiſchen Strafvollzugsbeamten und Beamtinnen gemeinſand
mit denen des Arbeitshauſes geben ſich der ſicheren Hoffnung hin, das
die in Frage kommenden Stellen ſich der Notwendigkeit bewußt werden=
daß
hier etwas geſchehen muß, wenn man nicht will, daß der neud
Strafvollzug ſchon von Haus aus als totkrank bezeichnet werden ſoll
In gleicher Weiſe iſt von Bedeutung die Uniformfrage, die dood
einen Beſtandteil der Beſoldung bildet. Auch ſie bedarf dringend deit
Neuregelung.
W. Heppenheim a. d. B., 21. Okt. Odenwaldſchule. Vorg
geſtern beging in Berlin der Stadtrat a. D. Mas Caſſierer ſeinen ſielz
zigſten Geburtstag. Die Stadt Berlin hat ihn aus Anlaß dieſes Tage/
zum Ehrenbürger ernannt. Caſſierer hat in Oberhambach die Oders
waldſchule geſchaffen, die ſeinen Namen in gleicher Weiſe ehrt. 90
Odenwaldſchule, eine nach modernen Grundſätzen angelegte Erziehung9
anſtalt, wird von Paul Geheeb, einem Schiler Wynekens, geleitot
Caſſierer hat ſie ſeinem Schwiegerſohne Geheeb gebaut. Der auf eis
arbeitsreiches Leben zurückblickende Siebzigjährige iſt in gewiſſer 98
ziehung auch heute noch der Geiſt 1er Schule. Dienſtjubiläun
Dieſer Tage konnte der Gemeinderechner Georg Rutz in Hambach au
eine 25jährige Dienſtzeit zurückblicken. Die Gemeindeverwaltung unb
ſämtliche Vereine von Hambach ehrten den Jubilar durch einen Fadeul
zug, wobei der Bürgermeiſter dem ſo Geehrten den Dank der Gemeind)
abſtattete und ihm ein Ehrengeſchenk überreichte.
m. Vom füdlichen Odenwald, 22. Okt. Ein großer Nutzhols
verkauf im Wege des ſchriftlichen Angebots findet am 9. Novembe=
vormittags
10 Uhr, im Hotel Zur Poſt in Höchſt i. D. ſtatt. 90
Fürſtl. Oberförſterei Vielbrunn in Laudenbach a. M. bietet aus: Buches
Stammholz, Schwellen und Röller zirka 700 Fm. und Rm. und Kieſern
Stammholz und Schwellen etwa 950 Fm.; die Fürſtl. Oberförſterei Nes
ſtadt: Buchen=Abſchmitte und Röller 90 Fm. und 130 Rm., KiefernAltz
ſchnitte N0 Fm., Röller 1425 Rm., Nutzprügel 815 Rm., Nutzreiſo!
prügel 350 Rm., Bohnenſtangen 22 000 Stück; das Gräfl. Forſtamt Bes
feldem: Buchem=Stammholz 350 Fm., 950 Fm. Röller 240 Nm., Eiches=
Stammholz 100 Fm., Kiefern=Stammholz 60 Fm., 350 Fm., Röller 145
Rm., Fichten=Stammholz 120 Fm., Derbſtangen 110 Fm., Tanne?
Stammholz 130 Fm.; das Gräfl. Forſtamt Wildenſtein in Eſchau: Buche

ee

Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
bei Frankfurt am Main. Prospekte durch:
(I.8386
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Vervenarzt.

Gräfl. Forſtamt Erbach. Buchen Stammholz 6l0 Fm., Schwellen 420 Juu
Kiefern=Röller 520 Rm. Nutzprügel 1660 Rm. Nutzreiſerprügel 168
Rm., Fichten=Stammholz 910 Fm. Losverzeichniſſe und Verkaufs
bedingungen geben die gengunten Forſtverwaltungen unberechnet ab, 11
kannte Holzkäufer erhalten die Losverzeichniſſe ohne Aufforderug *
geſchickt.
Hirſchhorn, 22. Okt. Waſſerſtand des Neckars wi
21. Oktober 0,96 Meter, am 22. Oktober 0,93 Meter.

Reſi=Grießklöße.
Dou Vberbrüht 1 Pfund groben Grieß mit ½. pfund zerlaſſener beißer Beſi, fügt dann
Ned 1. Ssſel Sakz und 2 bis 3 Schöpſöffel kochendes Waſſer hinzu, ſodaß ſich ein
leie zuſammenhängender Teig bildet, formt runde Klöße davon, die mon in
ſedender Brihe oder Woſſer leiſe I. Stunde kocht und zur Guppe. Gemüſe
Srde Wanden Sih ict utlete eite en etete gnse in
friſcher Reſi angebräunt und mit Zucker und Zimt beſtreut,
ein wohlſchmeckendes Abendeſſen.
Geſamte Herſiellungskoſſen
ungefähr 60 pfg.

e
Run4

Denn dieſe bageriſche Kernmargarine aus den 3. M. W. Nürnberg ver=
einigt
zum erſten Mal höchſie Nährkraft und höchken Wohlgeſchmack:
Pitamine und Alpenmilſch.

Tel. 2529. (IV.12623

[ ][  ][ ]

Nummer 294

Sonntag, den 23 Oftober 1927

Seite 9

H. Birkenau, 22. Okt. Suche nach einem Kinde. Vor=
geſſtem
morgen entfernte ſich ein vier Jahre altes Kind im benachbarten
(lnllſtadt aus der elterlichen Wohmmg und irrte immer weiter vom
te ab. Am Mittag ſuchten die Eltern das Kind in ganz Kallſtadt
ic,d der nahen Umgebung, fanden es aber nicht. Sie ſetzten deswegen
ſi Feuerehr in Birkenau davon in Kenntnis, um eine Streife nach
ſmm Kinde in den Wald vorzunehmen, und alsbald ertönte in den
Fſigen Straßen Feueralarm. Doch die Wehrmäner brauchten nicht
nhr in Aktion zu treten, denn inzwiſchen wurde das Kind auf dem
ASandbuckel bei Birkenau aufgegriffem, und konnte ſeinen beſorgten
Eſern wieder zugeführt werden.
* Wixhauſen, 22 Okt. Einen Liederabend gibt am Sonntag,
en 30. ds. Mts., der hieſige Geſangverein Sängerluſt, in ſeinem
su reinslokal Gaſthaus Zur Krone‟ Die Wählerliſte für die
eoorſtehende Landtagswahl liegt auf der Bürgermeiſterei von heute ab
üü einſchließlich 30, ds. Mts. zur Einſicht offen. Beſichtigung kann in
g: Zeit von 101 Uhr erfolgen, ebenſo können Einwendungen dortſelbſt
regebracht werden.
a. Offenbach, 22. Okt. Die Stadtverordneten beſchloſſen, die Er=
gtrung
einer Straßenbahn bis zum Nachbarort Bieber bis auf weiteres
urückzuſtellen. Zum Betrieb der Kraftpoſt dorthin wurde der Ankauf
iiles weiteren Großkraftwagens für 30000 Mark beſchloſſen. Die
heoftwagenlinie innerhalb der Stadt nach der Landesgrenze bei Ober=
ae
erhält ebenfalls eimen neuen Großkraftwagen. Die Mittel für
eiſchde Wagen, 50 000 Mark, werden durch ein Darlehen bei der Städ=
ſyhen
Sparkaſſe beſchafft. Die Beihilfen zur Wohnungsmiete, die Brot=
erſsbilligung
, die Gaspreis= und Badepreisermäßigung für Evwerbs=
die
werden ſeit 1. Oktober nicht mehr gezahlt, da ſie ungeſetzlich ſind
no die Stadt die Mittel dafür nicht mehr aufbringen kann. Ein
wbaldemokratiſcher Antvag, dieſe ſozialen Zuwendungen fortan nach
ei Grundſätzen der gehobenen Fürſorge durch das Wohlfahrtsamt zu
essähren, wurde mit 28 Stimmen der Linben angenommen. Da der
Uwerbürgermeiſter den Beſchluß beanſtandet, wird er der nächſten
5üsung der Stadtverondneten nochmals vorgelegt. Ein kommuniſtiſcher
imkrag, dem Oberbürgermeiſter das Mißtrauen auszuſprechen, wurde
ichet als dringlich anerkannt. Er wird auf der Tagesordnung der
ät5ſten Sitzung wieder erſcheinen.
Rheinheſſen.
U. Wörrſtadt, 22. Okt. Die hieſigen Katholiken, die bisher zur
ffa.rrei Sülzheim gehörten, bilden nun wieder eine eigene Pfarrei.
ſett 1842 haben ſie ein eigenes Gotteshaus. Die alte Kirche wurde
A0, als die Rheingrafen, die in Wörrſtadt das größte Beſitzrecht
twren, vom Katholizismus zur Lehre Luthers übertraten, evangeliſch.
m. 1700 wurde nach langen Prozeſſen den Katholiken die Mitbenutzung
iſnattet. Das änderte ſich auf Drängen der Rheingrafen wieder 1720
won da ab bis heute iſt die Kirche im Beſitz der evangeliſchen Ge=
ſeunde
.
U. Nieder=Ingelheim, 22. Okt. Im hieſigen Krankenhaus verſtarb
nl 17jähriger junger Mann aus Koſtheim, der in Frei=Weinheim ver=
nillückt
war. Der Betreffende war als Begleitmann mit dem Auto
iner Firma nach Frei=Weinheim gefahren. Als dort das Auto wen=
m
wollte, kam er zwiſchen Anhänger und Laſtwagen, wobei ihm der
rirſtkorb eingedrückt wurde. Alsbald nach ſeiner Einlieferung ins
kmmkenhaus erlag er ſeinen ſchweren Verletzungen.
ABa. Erbenheim, 22. Okt. Ut de Franzoſentid‟. Auch
rſa re Gemeinde hat etwas von dieſem Fritz Reuterſchen Buchtitel. Im
ſeiem Gaſtzimmer des alten Gaſthofes Zum Löwen, der ſeit 1797
BBetrieb ſteht, ſind in die kleinen Fenſterſcheiben, die in ihrer Blei=
ſſnmg
ſich über hundert Jahre ſchon erhalten habem, einige Inſchriften
nseritzt. Und zwar aus der Zeit, in der Mainz, 1797 von den Fran=
ſert
evobert, 1801 bis 1814 Hauptſtadt des franzöſiſchem Departe=
eliuts
Donnersberg war. Georg Balthaſar Engelhardt, Sergeant der
Grompagnie, 1. Bataillon, 3. Brigade de Infanterie. 21. Juin 1802
h. da in die Fenſterſcheiben eingegraben. Das einzige Franzöſiſch des
tltzöſiſchen Unteroffiziers mit dem deutſchen Namem iſt die Monats=
hed
chnung. Auf einem anderen Fenſter lieſt man: v. Jochens, Lieute=
m
de la Bataillon de Marbuve 1809 Auch hier wieder ein deut=
ei
Soldatenname aus der Zeit, in der Mainz und die Brückenkopf=
mi
franzöſiſch war. Was hatte die Krieger vor über 100 Jahren nach
Emwenumm getrieben?. Die Sehnſucht nach dem hier berühmten
Taspelwoi, oder die Sehnſucht nach einer Dorfſchönen? Eine dritte
mterſcheibe künder: 1832. Naorné, Bouée, L'Houet‟. Drei franzöſiſche
tunen ſind da aus rätſelhafter Urſache eingeritzt.

Ha. Nackenheim, 22. Okt. Kircheneinbruch. Hier wurde in
der Pfarrkirche ein Einbruch verübt. Die unbekannten Diebe hatten die
äußere Kirchentür gewaltſam erbrochen und gelangten ſo in das Innere
der Kirche. Sämtliche Schränke waren am nächſten Morgen durchwühlt,
die Diebe mußten jedoch ohne Beute abziehen, da die Wertgegenſtände
auf die man es ſicher abgeſehen hatte in geſicherten Schränken auf=
bewahrt
werden. Von den Dieben fehlt jede Spur
Sprendlingen (Rhh.), 21. Okt. Eine Geflügelſchau findet
hier vom 5.7. November I. Js. ſtatt. Es iſt dies die 4. Bezirks= Jung=
geflügelſchau
des Bezirks Alzey. Mit der Ausſtellung findet auch gleich=
zeitig
ein Verkauf und Verloſung von Zucht und Schlachtgeflügel ſtatt.
U. Nieder=Saulheim, 21. Okt. Die für hier angekündigte Ver=
ſammlung
der Evangeliſchen Volksgemeinſchaft, in der deren Reichs=
geſchäftsführer
, Herr Pfarrer Weidner aus Ober=Lais ſprechen wollte,
war ſo ſchlecht beſucht, daß ſie nicht abgehalten werden konnte.
Heidesheim, 22. Okt. Pumpſtation Heidenfahrt. Das
heſſiſche Kulturbauamt Mainz hat den Koſtenvoranſchlag über das
Projekt der Pumpſtation Heidenfahrt ausgearbeitet. Zur Errichtung
des Werkes iſt ein Betrag von 55000 RM. erforderlich, der nach An=
ſicht
des Gemeinderats ganz unmöglich aufgebracht werden kann.
Oberheſſen.
h. Lauterbach, 22. Okt. Eine große Getreidetrocknungs=
anlage
hat das Landwirtſchaftsamt Lauterbach in dem Kieſelgurwerk
der Freiherrn Riedeſel zu Steinfurth eingerichtet. Die
Riedeſelſche Verwaltung hat die erforderlichen Räume dazu in dankens=
werter
Weiſe zur Verfügung geſtellt. Die Einrichtung wird von den
Vogelsberger Bauern, die ihre Frucht infolge des ungünſtigen Wetters
feucht einbringen wußten, mit großer Freude begrüßt. In der Anlage
können täglich edwa 400 Zentner Getreide getrocknet werden.
F. Grünberg, 21. Okt. Der zweite Gallusmarkttag, urſprünglich
von ſchönem Wetter begünſtigt, hatte wiederum eine große Menge Be=
ſucher
aufzuweiſen. Dies läßt ſich hauptſächlich auf den Rindvieh= und
Pferdemarkt ſowie auf die von dem hieſigen Reitverein und Umgegend
veranſtaltete Reitvorführungen zurückführen. Der Handel mit Rind=
vieh
entwickelte ſich raſch und lebhaft, dagegen der bei Pferden ſehr
langſam. Die Reitvorführungen hatten den größten Teil der Markt=
beſucher
an ſich gezogen. Hier war das Publikum beſonders intereſſiert.
Man muß ſich wundern über das von dem Reitverein bis jetzt Ge=
leiſtete
, was auch allgemein Anerkennung fand. Die zum Teil ſehr wert=
vollen
Preiſe waren meiſtens von den Grünberger Geſchäftsleuten, der
Ehrenpreis von der Stadt geſtiftet worden. Nach dieſen Vorführungen
kam auch der eigentliche Markt wieder zu ſeinem Recht, und wenn auch
hier die Geſchäfte nur langſam gingen, ſo waren ſie immerhin für den
zweiten Tag ganz annehmbar. Die Grube Louiſe=Niederohmen beab=
ſichtigt
, eine neue Drahtſeilbahn von dem Gelände zwiſchen dem Walde
und Höllersbrunnen bei Weickartshain zu bauen, um die dort lagernden
hochprozentigen Eiſenſteine abzubauen und nach der Wäſche bei Weickarts=
hain
zu verbringen.

Chinosol
zur hygienischen Mundpflege notwendig.
Zu haben in allen Apotheken und Fachdrogerien.

Geſchäftliches.
Huſten, Schnupfen und Heiſerkeit
ſind läſtige Uebel. Manchmal vergehen dieſe ſchnell, ſehr häufig jedoch
ſind ſie nur die Vorboten böſer Erkältungs=Krankheiten. Huſtet erſt ein
Familienmitglied, dann iſt ſehr bald die ganze Familie angeſteckt. Ein
gutes Vorbeugungsmittel gegen Huſten, Schnupfen, Verſchleimung uſw.
ſind die Huſtoſil=Katarrh=Bonbons. Sie löſen den Schleim,
wirken desinfizierend und ſchützen vor Anſteckung. Da ſie ſehr angenehm
ſchmecken, dürften ſie ſich bei Erwachſenen und Kindern ſehr bald großer
Beliebtheit erfreuen. Ein Beutel koſtet nur 50 Pfg. Wer zunächſt nur
einen Verſuch machen will, um ſich von dem vorzüglichen Geſchmack und
der löſenden und desinfizierenden Wirkung zu überzeugen, der kann
ſchon für 30 Pfg. einen Probebeutel kaufen.
Die Huſtoſil=Katarrh=Bonbons ſind in faſt jeder Apotheke und
Drogerie zu haben. Man präge ſich jedoch den Namen Huſtoſil gut ein,
und laſſe ſich, um keine Enttäuſchungen zu erleben, nicht etwa einen
anderen Bonbon als auch ſehr gut aufreden.

Rundfunk=Vermittlungs=Anlage, Speſſartring.
Der deutſche Unterhaltungsrundfunk ſoll weiteſten Kreiſen des
deutſchen Volkes Belehrungs= und Unterhaltungsmöglichkeit bieten. Er
ſoll nicht nur dem Wohlhabenden und dem ſogenannten Baſtler, welche
ſich eine eigene Empfangsanlage leiſten können, Zerſtreuung verſchaf=
fen
, ſondern auch den weniger Bemittelten in öffentlichen Vorfüh=
rungen
gute und billige Unterhaltung vermitteln. Er ſoll ferner Be=
lehrung
und Ablenkung überall da hinbringen, wo zwar das Be=
dürfnis
dafür vorhanden, die Erfüllung desſelben aber ſchwierig iſt.
Mit obiger Zentral=Groß=Rundfunk=Anlage ſoll vorſtehendes Ziel er=
reicht
werden, wie uns die Rundfunk=Vermittlung Darmſtadt, Mathil=
denplatz
, Ecke Marſtallſtraße, mitteilt. (Siehe Anzeige.)
Aecht Franck mit der Kaffeemühle hat ſich unter allen
Kaffeezuſätzen die unbeſtrittene Führung geſichert. Seit vielen Jahr=
zehnten
haben Millionen deutſcher Hausfrauen ihn als unentbehrliches
Kaffee=Zuſatzmittel ſchätzen gelernt.
Kornfranck, der Erſatz für Bohnenkaffee, hat ſich durch ſeine un=
erreichte
Güte den erſten Platz erobert. Sein Wohlgeſchmack und ſeine
Bekömmlichkeit machen ihn zum Volksgetränk im wahrſten Sinne. Korn=
franck
kann, dank ſeines angenehmen, kaffeeähnlichen Geſchmacks, allein
oder mit Zuſatz eines beliebigen Quantums Bohnenkaffee verwendet
werden. Die Zubereitung iſt die gleiche wie bei Bohnenkaffee; alſo
denkbar einfach.
8 Franckfabriken in Deutſchland und
12
im Ausland
zeugen von der großen Beliebtheit und dem Weltruf unſerer Er=
zeugniſſe
.

Die olympiſchen Spiele. Dieſe Kraftmeſſung der Völker
der Welt findet bekanntlich im nächſten Jahre in Amſterdam ſtatt.
Schon jetzt ſind unſere Sportsleute eifrig dabei, ſich auf dieſen Wett=
kampf
vorzubereiten: iſt es doch ſeit dem Kriege das erſte Mal, daß
unſere Jungmannſchaften ſich mit den fremden Nationen wieder meſſen
können. Mit aller Energie werden die Vorbereitungen zu dieſem be=
deutungsvollen
Kampfe getroffen, damit alle Mannſchaften in großer
Form im nächſten Jahr auftreten. Außer dem Training iſt Haupt=
bedingung
eine gute Ernährung. Ernährt unſere Sportleute gut. Ver=
wendet
bei der Zuberei=ung der Speiſen die köſtliche Feinkoſtmargarine
Blauband friſch gekirnt Sie beſitzt die Nährkraft beſter
Süßrahmbutter und iſt ebenſo verwendbar. Die peinlichſt ſaubere Her=
ſtellung
der Blauband wuß den Sportleuten beſonders ſympathiſch ſein,
denn guter Sport und moderne Hygiene dienen der Volksgeſundheit.
In Holland werden unſere Sportleute ſicher zeigen, daß trotz der aus=
geſtandenen
Not die deutſche Kraft nicht erlahmt iſt.

Alles dreht ſich um die weltberühmten Brunswick= Muſik=
inſtrumente
und Schallplatten.
Brunswick= Muſikinſtrumente ſind die Syntheſe feinſter deutſcher
Qualitätsarbeit und höchſter amerikaniſcher Technik. Dieſe hervor=
ragenden
Muſikinſtrumente werden mit Recht als die Gipfelleiſtung
neueſter Phono=Kunſt bezeichnet. Die beſten amerikaniſchen Schall=
platten
ſind die Brunswick=Platten. Da ſie durchweg nach dem
neueſten amerikaniſchen elektriſchen Aufnahmeverfahren hergeſtellt wer=
den
, ſtehen ſie auf höchſter Stufe techniſcher Vollendung. Dieſes elek=
triſche
Aufnahmeverfahren wirkt ſich gerade markant bei den Bruns=
wick
=Platten aus. Ein weiterer großer Vorteil für das Tanzreper=
toire
iſt, daß die hervorragendſten amerikaniſchen Tanzkapellen für
Brunswick verpflichtet ſind, und in dieſem Zuſammenhang ſeien zwei
ganz außergewöhnliche Schallplatten genannt. Es iſt erſtens Halle=
lujah
, ein moderner Foxtrott, geſpielt vom Philipp=Ohmann= und
Victor=Arden=Orcheſter in Chicago, Brunswick=Aufnahme Nr. 421,
und Yankee=Roſe, geſpielt von Harry Archer und ſeinem Orcheſter
in New York, Brunswick=Aufnahme Nr. 243. Unverbindliche Vor=
ührungen
von Brunswick=Muſikinſtrumenten und Schallplatten fin=
den
in allen offiziellen Verkaufsſtellen der Deutſchen Grammophon=
Aktiengeſellſchaft ſtatt, die bekanntlich leicht zu erkennen ſind durch
die berühmte Schutzmarke: Die Stimme ſeines Herrn

Die Rhein=Saar=Lotterie
finder beſtimmt vom 25. bis 28. Oktober ſtatt. Der Hauptgewinn be=
trägt
100 000 Mark. Loſe 4 1. Mark ſind in den in dem heutigen
Inſerat erwähnten Verkaufsſtellen noch zu haben.

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begunstigt das
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Seite 10

Sonntag, den 23. Oktober 1922

Nummer 294

Sport, Spiel und Turnen.

Fußball.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Das Spielprogramm des 23. Oktober 1927.
Der kommende Sonntag beſcheert den Sportintereſſenten des Kreiſes
wieder eine ganze Reihe recht intereſſanter Spiele. Zu bedauern iſt
allerdings, daß keines derſelben in Darmſtadt ſtattfindet. Nachdem ſchon
des längeren die Nückſpiele der Bezirksliga und damit das Auswärts=
antreten
des Sp. 98 Darmſtadt bekannt war, hätte es ſich irgendwie er=
möglichen
laſſen müſſen, für dieſen Tag eines der Kreisliga= oder
A=Klaſſenſpiele nach Darmſtadt verlegen zu laſſen. So wird man ge=
legentlich
wieder einmal alle Vereine gleichzeitig antreten ſehen und
keiner wird etwas davon haben.
Die intereſſanteſten Paarungen bringt die Kreisliga.
Union WixhauſenUnion Darmſtadt,
1. F. C. LangenGermania Pfungſtadt,
Sportverein Münſter-Viktoria Urberach,
FV. Sprendlingen-Viktoria Walldorf,
T. u. SV. MörfeldenPolizeiſportverein Darmſtadt,
heißen die angeſetzten Begegnungen, die bei der annähernden Gleich=
wertigkeit
der Gegner guten Sport verſprechen. Die Darmſtädter
Unioniſten werden ſich in Wixhauſen ſtrecken wüſſen, wollen ſie unge=
ſchlagen
davonkommen. Das Ergebnis wird nur ſehr knapp ſein und iſt
völlig ungewiß. Die Pfungſtädter, die am Sonntag gegen die Polizei
ſo verſogten, haben eine erneute Mannſchaftsänderung vorgenommen.
Wie ſie ſich bewährt, bleibt abzuwarten; vorerſt tut man gut, mit einem
Erfolg Langens zu rechnen, doch darf auch das Gegenteil nicht über=
raſchen
. Münſter hat daheim Gelegenheit, ſich gegen Urberach die bei=
den
Punkte zu ſichern, und ſollte das auch tun. Recht offen erſcheint da=
gegen
der Ausgang des Kampfes in Sprendlingen, wobei aber ein er=
neuter
Erfolg der Sprendlinger nicht überraſchen würde. In Mör=
felden
wüißte allen bisherigen Ercigniſſen nach die Polizei gewinnen.
Oder kommt von hier die große Ueberraſchung? Warten wir ab.
Die A=Klaſſe hat im Gau Bergſtraße folgende Begegnungen auf
dem Spielplan: F.V. Seeheim-V.f.R. Darmſtadt, Germania=Eberſtadt
gegen Eintracht=Darmſtadt, Sportverein Groß=Gerau-Boruſſia= Dorn=
heim
, V.f.L. MichelſtadtSportverein Lengfeld, Haſſia=Dieburg Sport=
verein
Geinsheim, Spv. 98 DarmſtadtSpogg. Arheilgen (Reſerven),
Man darf hier wohl dem V.f.R. Darmſtadt, Eberſtadt, Groß=Gerau,
Michelſtadt und Dieburg als Sieger erwarten, während das Treffen
der Reſerven offen im Ausgang erſcheint. Im Dreieichgau zieren
ebenfalls einige recht markante Begegnungen das Programm: Sport=
klub
DietzenbachS.V. 1911 Neu=Iſenburg, F.C. 03 EgelsbachF.V.
Eppertshauſen, Germania OberrodenF.C. 02 Dreieichenhain, S.V.
OffenthalSportgemeinde Sprendlingen heißen hier die Treffen, die
Egelsbach und Oberroden als Sieger ſehen ſollten, während der Aus=
gang
der anderen Spiele völlig offen iſt.
In der B=Klaſſe, herrſcht ziemlich Ruhe. Die Abteilung Groß=
Darmſtadt iſt mit der erſten Runde fertig und nur in der Abteilung
Odenwald ſteigt die Begegnung V.f.R. Beerfelden Sportverein Roß=
dorf
. Die neu veröffentlichte Terminliſte wird aber auch hier an dem
folgenden Sonntag wieder neues Leben bringen.
Sportverein 1922 Roßdorf e. V.
Zum letzten Verbandsſpiel in der Vorrunde begibt ſich am Sonntag
die 1. Elf nach Beerfelden. Zeigt dieſe Elf ihr Können und iſt ſie wit
einem guten Siegeswillen beſeelt, ſo dürfte ſie die Punkte aus dem
Odenwald bringen. Die 2. Mannſchaft fährt zum Spv. Viktovia Gries=
heim
, während die 1. Jugend um 10 Uhr vormittags hier ein Verbands=
ſpiel
gegen die 2b=Jugend des Sportvereins 98 Darmſtadt austrägt.
Turnen.
Tv. Noßdorf.
Mit dem am bergangenen Sonntag abgehaltenem Abvurnen der
Zöglings= und Schülerabteilungen und dem Wanderpreisturnen der
Volksturner nahm die wettkampfreiche Sommerarbeit innerhalb des
Vereins ihr Ende und die ſtille Winterarbeit beginnt nun wieder. Dieſe
Arbeit wird in den verſchiedenſten Abteilungen mit größtem Eifer betrie=
ben
werden. So werden die Gerätetumer Dienstags und Freitags
abends ihre Uebungen abhalten, die Volksturner werden Mittwochs und
die Turnerinnen Donnerstags abends üben. Für Schüler und Schüle=
rinnen
ſind die ſeitherigen Uebungszeiten beibehalten und für die Ael=
teren
beider Geſchlechter ſind neue Abteilungen errichtet worden, die auch
dieſen Gelegenheit geben ſollen, ihren Körper zu ſtählen und zu kräftigen.
In dieſen Abteilungen wird weniger Wert auf hohe Turnkunſt gelegt,
vielmehr wird ein Turnen betrieben, das dazu beſtimmt iſt, den Körper
geſund und leiſtungsfähig zu halten, und der Uebungsſtoff iſt ſo gewählt,
daß auch der Ungeübteſte anſtandslos mitturnen kann. Die Frauen tur=
nem
Montags und die Männer Mittwochs abends im kleinen Saal dev
Turnhalle. Beide Abende erfreuen ſich bereits ſteigenden Beſuches.
Länderkampf Deutſchland Frankreich
im Gewichtheben.
Deutſchland erringt einen knappen Sieg.
Abermals haben Deutſchlands Schwerathleten im Länderkampf
gegen Frankreich einen Sieg davongetragen. Allerdings fiel der am
Freitag abend im Pariſer Wagramſaal mit einem Mehr von 35,5 Kg.
errungene Erfolg weſentlich knapper aus, als der im erſten Länderkampf
1926 in Mannheim erzielte. Damals behielten die deutſchen Vertreter
ein Plus von 236,5 Kg. Der Länderkampf wurde wieder als olympiſcher
Dreikampf (beidarmig Reißen, Stoßen und Dmicken) ausgetragen. Im
Federgewicht wurde zunächſt die Leiſtung des Franzoſen Suvigny
mit 245 Kg. angegeben; auf einen Proteſt der Deutſchen prüfte man
jedoch das Gewicht noch einmal, und zwar mit dem Ergebnis, daß ſich
nur 235 Kg. ergaben. Son konnte hier der deutſche Vertreter mit ſeinen
242,5 Kg. ſiegreich bleiben. Auch im Leichtgewicht blieb der Deutſche
Reinfrank=Mannheim, mit ſeinen 307,5 Kg. gegenüber von 285 Kg., des
Franzoſen Meſſe klar in Front. Dagegen ergaben die Kämpfe im
Mittel= und Halbſchwergewicht ein Plus der Franzoſen. Im Mittel=
gewicht
erreichte R. Francois=Frankreich 320 Kg. gegen 312,5 Kg. von
Zimmer=Würzburg und im Halbſchwergewicht ſiegte Rolet=Frankreich
mit 337 Kg. gegen 335 Kg. von Vogt=Ochtendung. Erſt der Schwerge=
wichtler
Straßberger=München konnte mit ſeinen 357,5 Kg. gegen 340
Kg. von Dutrieve=Frankreich den Sieg Deutſchlands endgültig ſicher=
ſtellen
. An bemerkenswerten Einzelleiſtungen ſind noch zu nennen
125 Kg. im Stoßen von Rheinfrank=Mannheim und 112,5 Kg. im Stoßen
von Straßberger=München.

Darmſtädter Sportkalender.
Handball.
11.00 Uhr: Stadion: Spv. 98, II. Pol.=Spv. Darmſtadt, I
11.00 Uhr: Rheinſtraße: Rot=Weiß Sp=Vgg. Arheilgen..
3.00 Uhr: Stadion: Spb. 98 Pol.=Spv. Wiesbaden (Pokal)
3.30 Uhr: Kranichſtein. Straße: Tg. 75 Tv. Bensheim.
3.30 Uhr: Rennbahn: Tgd. Beſſungen Tv. Seeheim.
Fußball.
2.30 Uhr: Finanzamt: Eintracht, I. Germania=Eberſtadt.
3.00 Uhr: Arheilger Mühlchen: Spogg. Arheilgen Spgd.
Höchſt 01.

Handball.
V. f. L. Rot=Weiß 1922, Darmſtadt.
Rot=Weiß hatte für ſeine am Freitag ſtattgefundene Monats=
verſammlung
Herrn Polizeioberleutnant Bayer als Redner verpflich=
tet
, der ſich in uneigennütziger Weiſe bereit erklärte, einen Vorrtag über
ein aktuelles Sportthema zu halten. Der Fürſtenſaal war beſetzt bis
auf den letzten Platz, ein Beweis dafür, daß der Verein auf dem rich=
tigen
Wege iſt, den Mitgliedern den trochenen Stoff einer allgemeinen
Tagesordnung ſchmackhaft zu machen. Das Thewa des Vortragenden
bezog ſich auf das Handballſpiel, ſeine Bedeutung und
ſeine Regeln. Herr Oberleutnant Bayer verſtand es vortrefflich,
die Zuhörer für ſich in Anſpruch zu nehmen und ſeinen Vortrag ſo zu
geſtalten, daß auch Nichthandballer ſeine Anſichten mit Intereſſe ver=
folgten
. Er beſprach zunächſt die Bedeutung des Sportes im allge=
meinen
gerade für unſere heutige Jugend, erinnerte daran, wie man
ſchon im klaſſiſchen Altertum den großen Wert der körperlichen Ertüch=
tigung
erkannt hatte, und kam dann zur Schlußfolgerung daß man
neben der Ausbildung des Körpers die Ausbildung des Geiſtes nicht
vernachläſſigen dürfe. Nur durch ein harmoniſches Zuſammenarbeiten
könne etwas Ganzes geſchaffen werden. Hierzu ſei auch das Handball=
ſpiel
von außerordentlicher Wichtigkeit, da es wie kein anderer Kampf=
ſport
dazu beruſen ſei, Körper und Geiſt zu üben. Stählung der Wil=
lenskraft
, blitzſchnelle Erfaſſung der gegebenen Situationen, die oft
fekundenſchnell wechſeln, Mur, Entſchloſſenheit ſind die Anforderungen
an den Geiſt; Kraft, Ausdauer, Gelenkigkeit, Schnelligkeit die Leiſtungen
des Körpers, die geſtärkt werden. Aufgebaut auf dieſe Begriffe ſeien
auch die Regeln. Das Handballſpiel ſei noch ganz jung noch vor einigen
Jahren hatte man keine beſtimmten Regeln gekamt. Erſt nach ud nach
hätten dieſe die heutige Form erhalten. Der Vortragende kam dann
noch auf die Schiedsrichterfrage zu ſprechen. Eine große Verantwortung
liege in der Hand des Schiedsrichters. Durch ſein Machtwort kann oft
jahrelange Arbeit zunichte gemacht und ein Verein ſchwer geſchädigt
werden. Deshalb könnten nur Sportsleute, die vollkommen charakter=
feſt
und mit den Regeln vertraut ſeiem, zu Schiedsrichtern beſtimmt
werden. Zum Schluß gab der Vortragende der Jugend voch eine Mah=
nung
mit auf den Weg, anſtändige Sportler zu werden und dem
Verein, in welchem ſie groß geworden ſeien und dem ſie letzten Endes
ihr Können zu verdanken hätten, die Tveue zu bewahren, denn die
Treue zur Farbe ſei die erſte Pflicht eines jeden Sportsmannes. Reicher
Beifall belohnte Herrn Polizeioberleutnant Bayer für ſeine vortrefflichen
Ausführungen, die bewieſen, daß er nicht nur die Pfeife zu gebrauchen
verſteht, ſondern ſich auch tief mit dem Sinn des Sportes befaßt hat.
Der Leiter der Verſammlung, Herr Graßmann, dankte dem Redner
und gab der Hoffnung Ausdruch, Herrn Bayer noch öfters als Gaſt be=
grüßen
zu dürfen.
Tgde. Beſſungen 1865Tv. Seeheim.
Die Beſſunger empfangen morgen mittag 3,30 Uhr die 1. Mannſchaft
des Tv. Seeheim zum Rückſpiel auf der Rennbahn, Heidelberger Straße.
Im Vorſpiel konnte Beſſungen Sieg und ſomit Punkte mit mach Hauſe
bringen. Seeheim hat jedoch im Laufe der Punktſpiele viel gelernt, ſo
daß Beſſungen ſchon recht eifrig ſpielen muß, um auch diesmal die
Punkte zu erlangen. Zurzeit führt Beſſungen die Tabelle an und hat
Ausſicht auf die Meiſterſchaft, wenn wan mit dem nötigen Eifer bei der
Sache iſt.
Beſſungen 2. Mannſchaft1. Mannſchaft Eſcholl=
brücken
, vormittags 10 Uhr, Rennbahn. Auch hier führt Beſſungen
die Tabelle an und kann Meiſter werdem. 1. Jgd.1. Jgd. Tgde.
Griesheim, 2.15 Uhr, Rennbahn. 2. Jgd.1. Jgd. Eſchollbrücken mit=
tags
im Eſchollbrücken.

Pferdeſport.

Rennen zu Strausberg am 22. Oktober
1. Preis der Hütte. Jagdr. Für Dreijährige. 200 Mark, 3000
Meter: 1. M. Geſch Florida (H. Kukulies), 2. Bommerlund, 3. Spana=
hild
. Ferner: Fantasca, Norge, Blitzlicht, Brünne, Fairy, Ocker,
Panne, Korea. Tot.: 28, Pl. 18, 30, 90:10. Hals10 Lg.
2. Rheinland=Jagdrennen. Für Vierjährige. 2200 Mark, 3000
Meter: 1. H. Popps Feuermal (H. Lewicki), 2. Peer Gynt, 3. Theano.
Ferner: Mirabelle, Valid, Ardoritin, Treuherz, Baltim, Er kann nicht,
Hünenberg, Filanda. Tot.: 100, Pl. 25, 18, 28:10. 2½4 Lg.
3. Ausbund=Flachrennen. 2200 Mark, 1250 Meter: 1. Abteilung:
1. L. Berkowitz Georgiritter (M. Dreißig), 2. Ottogebe, 3. Proklama=
dion
. Ferner: Kriegsgewinnler, San Marco, Dennar, Rialin, Gaffel,
Lanz. Tot.: 393, Pl. 52, 14, 16:10. Kopf-Kopf. 2. Abteilung: 1. W.
Lindenſtädts Maifahrt (Osw. Müller), 2. City, 3. Mariza. Ferner:
Valant, Beliſar, Semele, Mercurius, Trier, Efeu, Leonarda. Tot.: 20,
Pl. 14, 24, 19:10. 31 Lg.
4. Hürdenrennen der Dreijährigen. Ehrenpreis und 2200 Mark,
2800 Meter: 1. A. Wagners Thales (J. Kohoutek), 2. Franzia, 3. Durſt.
Ferner: Falkner, Die Treue, Schwälbchen, Mansbach, Severa, Arndt,
Macao. Tot.: 34, Pl. 16, 27, 25:10. 24 Lg.
5. v.=Kotzebue=Jagdrennen. Herrenz. Ehrenpreis und 2200 Mk.,
4100 Meter: 1. Frhrn. v. Reitzenſteins Barfuß (Hr. Schnitzer), 2. Hus=
dent
, 3. Phyllis. Ferner: Thalyſia, Heldraſtein, Traumlieſe, Floreſtan,
Laurin, Harzreiſe. Tot.: 82, Pl. 16, 16, 11:10. 123 Lg.
6. Dorn 1.=Jagdrennen. 2200 Mark, 3800 Metzer: 1. O. Cammi=
neccis
Quo vadis (Hr. v. Borcke), 2. Jilderm, 3. Laokoon. Ferner:
Lichtſtrahl, Sturmnacht, Wetterſcheide, Heliade, Parſifal, Caeſar 2.,
Fünf=Uhr, Karrara, Cherry Brandy, Marketenderin. Tot.: 32, Pl. 17,
23, 66:10. 1½5 Lg.
7. Oktober=Ausgleich. 2200 Mark, 2000 Meter: 1. H. Buggenhagens
Alladio (E. Huguenin), 2. Mondnacht, 3. Odaig. Ferner: Piasbö,
Escorial, Ping Pong, Hanumann, Clothilde, Heiliger Narr, Sweet=
Heart, Aaſe, Kronprinz. Tot.: 24, Pl. 15, 25, 28:10. 1 Lg.Hals.

Rudern.
Berliner Hochſchulachter.
Der am Samstag auf der 2000 Meter langen Strecke von der Oberru
bahnbrücke bis zum Ziel in Treptow ausgetragene Berliner Hochſchuno
achter zwiſchen der Univerſität und der Techniſchen Hochſchule brachte
einen überaus ſpannenden Bord=an=Bordkampf. Kurz vor dem Zieſu
klappte der Achter der Techniſchen Hochſchule erſchöpft zufammen, jo daſo
die Unwerſität mit 34 Lg., in 7:31 ſiegte. Beide Mannſchaften haber
in vier Austragungen jetzt je zwei Siege zu verzeichnen.
Die 16. und 17. Partie des Schachkampfes AljechinCapablanca en
gaben wieder remis, ſo daß Aljechin noch immer mit 3:2 Siegen im
Führung liegt.
Reitprüfung für Reitpferde: 1. Turnierſtall Heilbronns. Otbenm
(Zimmermann); 2. Frhr. v. Langens Volt (Beſ.) und H. Marwedeu
Donner 2 (R. Wätjen).
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 23. Oktober. 8.30: Morgeufeier, veranſtaltet von der
Freireligiöſen Gemeinde Frankfurt am Main. O 11.30: Elternſtunde
Rektor Wehrhan: Spielſachen (nachgeholt). 12: Werke von Fr.
Nietzſche. Ausf.: Lotte Kleinſchmidt (Sopran), Oskar Ludwig Brandt
(Rezitation), Erich Kohlhöfer (Am Kaim=Kantator). o 15.30.
Feier zum 75. Todestag Friedrich Ludwig Jahn (15. Oktober),
Schargeſang, Worte über Jahn, Worte über Jahns Werken. Ver=
anſtaltet
von der Turnerjugend des Mam=Taunusgaues der Deut=
ſchen
Turnerſchaft. 16: Konzert des Hausorch. Händel: Oup.
z. Op. Roſalinde‟ Händel: Arie aus Chismonde aus Otto und
Theophano. Beethoven: Sonate appaſſionata für Klavier.
Gade: Ouvertüre Nachklänge von Oſſian Schumann: Drei
Lieder. Wehmut; Schöne Wiege meiner Leiden; Der Rußbaum.
Goldmark: Brautlied aus Ländliche Hochzeit, Muſik. Leit.;
Kapellmeiſter R. Merten. Mitw.: G. Weinſchenk (Alt), H. Kander
(Klavier). O 17: Die Stunde der Jugend. Hanna Lüngen: Von
guten Menſchen und böſen Hexen: Grimm: Der liebſte Roland,
Brüderchen und Schweſterchen. Rapunzel. Hänſel und Gretel. Liſa
Tetzner: Das Pomeranzenfräulein. o 18: Stunde der Heimat: Das
Lahntal, von Leo Sternberg. O 19: Vorleſung aus eigenen Dich=
tungen
. Albert Hirte: Bumcke; Drei Gedichte aus dem Pan=Kreis;
Louis Campanſch. Walter Gutkelch: Aus dem Zyklus Ecce
Mater‟: Das Induſtriegelände; Deutſchland. o 19.30: Aus dem
Frankfurter Opernhaus: Jonny ſpielt auf. Oper in zwei Teilen
von Ernſt Krenek. Anſchl.: Konzert der Rundfunk=Jazzzband.
Stuttgart.
Sonntag, 23. Okt. 12: Uebertr. vom Schloßplatz, Stuttgart:
Promenaden=Koizert, ausgef vom 1. Grenadier=Batl. Nr. 13, unter 7
Leit. von Obermuſikm. Müller. 13.15: Schallplattenkonzert,
O 15: Aus meiner Schulmappe. Plauderei von Schneckenburger,
O 15.30: Onkel Ott erzählt 16: Nachmittagskonzert. Religiöſe
Muſik. Leit.: C. Struve. Mitw.: Eliſabeth Schlotterbeck=Textor, A.
Harlacher A. Haagen Funkorch. O 18.15: Dr. Elwenſpoek:
Momentbilder aus der Sommerfriſche. O 18.45: Dichterſtunde,
Niklaus Bolt lieſt aus ſeiner Jugendnovelle: Der Feuerwehrmam
und ſein Kind. O 19.45: Sport. 20: Bunter Abend. Leits
Max Heye. Strauß: Ouv. Fledermaus. Lee: Corinella, Interm,
Komzak: Wiener Leben, Potp. Das kleine Fräulein
Volksſtück mit Geſangseinlagen von M. Heye. Perſ.: Guſſy
Kayſerling; Kayſerling, Hotelier, ihr Onkel; Auguſte, deſſen Frau,
Baron von Ringwald, Verlagsdirektor; Oberlehrer Dr. Dreieck; Theo
Walter Schriftſteller; Franz Harbach, Inh. des Modehauſes Ha=
bach
. Berlin; Fritz Lerchner, Oberkellner; Hanſi Bomberling, Zoſe bei
Guſſy; Frau Bomberling, deren Mutter; Olly, Gerda, Herta,
Manneguins bei Harbach. Ort der Handlung: 1. Akt: Im Hotel,
Hochſommer. 2. Akt: Im Modehaus Harbach, Oktober, 3. Alt:
In der Wohnung der Frau Bomberling, 2 Tage nach dem 2. Ait,
O 22.40: Sportfunk.
Berlin.
Sonntag, 23. Okt. 9: Morgenfeier. Mitw.: O. Friebe GOpeh,
Frauenterzett, Leit.: Mary Hahn, K. Haas (Rezit.), Pfarrer Pſeiſier
(Anſprache). O 11.15: Aus dem Gr. Schauſpielhaus: Populäfes
Orcheſterkonzert. Dir.: Bruno Seidler=Winkler. Wagna: Lu,
Rienzi. Cui: Cantabile. Sopper: Vito, ſpaniſcher Taß.
Mascagn5: Fant. Cavalleria. Wieniawski: Fauſt=Fanl.
Liſzt: Ung. Rhapſodie Tſchaikowsky: Ouv. 1812. (Berliner
Funkorch.). O 14.30: Major a. D. v. Rudolphi: Politit und
Philatelie. O 15: Dipl.=Landw. Dr. Aßheuer: Die Bodeſe
benutzungserhebung 1927 und ihre Bedeutung für Landwirtſchaft
und Gartenbau. O 15.30: Neue Geſchichten von Bodenſtedt, erzähl
vom Funkheinzelmann. O 16.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle
Hoffmann. O 18.30: Prof. Vollbehr: Als Tropenmaler duich
unſere früheren Kolonien in Afrika. O 19.05: G. Hochſtetter: W0 lachen wir? Die Komik der Tiere. O 19.30: Dr. Staedler,
Das Sphinx= und Pyramiden=Rätſel. O 20: Dr. Orlopius: Siche.
rungskontrolle im Luftverkehr. O 20.30: Konzert des Muſittlorgs &
der 3. Preuß. Nachrichten=Abtl. Potsdam. Leit.: Obermuſich,
W. Harmens. Mitw.: Irene Ambrus (Sopran). Schröder: Gon !
mit uns. Herold: Ouv. Zampa. Buchwald: Hoch deutſchts 2
Lied. Lander: Im Erlengrund ſteht eine alte Mühle,
Spitalny: Schlaf wohl! Träume ſüß! Rollins u. Egen: Wiciſ
leben, wir lieben. Armeemarſch 99. Armeemarſch 176.
Leoncavallo: Fant. Bajazzo. Davis u. Greer: Wo finde ich 9082
Glück? Nelſon: Wenn ein Fräulein eine kleine Frau wird, ausl
Die Lichter von Berlin. Kollo: Du, nur Du! Schröder-
Durch Kampf zum Sieg. Anſchl.: Sport. O 22.30: Tanzmulſtan
Kapelle Gaden.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 24. Oktober 1980
(Nach der Wetterlage vom 22. Oktober 1927.)
Meiſt wolkig, Temperaturen ſpäter wieder etwas zurückgehend A.
Heſſiſche Wetterdienſtſtellel
einzelne Niederſchläge.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleien, Meich *
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Bunns"
für den Handel: Dr. C. H. Quetſchi für den Schlußdieuf: Andreas Dauefiü.
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willy Kuhls "
und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernemihre. "

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

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[ ][  ][ ]

Hrummer 294

Sonntag, den 23. Oktober 1922

Geite 11

Das fammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
(So kam der Ungar durch die Verbindung des Chemikers
r EErnſtheimers Tochter, die ihm anfangs recht gegen den
ſeas gegangen war, zu einer weit einflußreicheren Stellung,
ſee jemals erhofft hatte.
F An Plage fehlte es gerade in dieſer Verlobungszeit Herberts
m. Ernſtheimer drängte ſeinen künftigen Schwiegerſohn, die
4nahme der Arbeit in den Werken zu beſchleunigen. Zu die=
/ 1Bweck mußten die Maſchinen aufgeſtellt, die Arbeiter ange=
ſrhien
und angelernt nerden. So oft eine der Baracken fertig
/Sogen die Leute ein, die darin tätig ſein ſollten. Herbert
wee ſie mit ihren Obliegenheiten vertraut. Zweihundert
Rätchen unterrichtete er ſo, von Gubaſſy allerdings unterſtützt,
It ſooch auf ſeine eigenen Erfahrungen angewieſen.
Robert Ernſtheimer hatte veranlaßt, daß die Arbeiter glän=
pſbezahlt
wurden und alles geſchah, um ihnen das Leben in
En nten ſo angenehm wie möglich zu machen. Die Arbeiter=
Iter waren ſchon im Bau, eine gemeinſame Küche ſollte die
gei gegen eine Kleinigkeit, die ihnen vom Lohn abgezogen
Und,e, verköſtigen. Dafüir hatte man es ſich leiſten können, nur
Alnolote Leute zu nelmen, die ſchon in ähnlicher Verwendung
Aſußden hatten. Es waren durchweg intelligente Arbeiter, die
nGiifer bei der Sache waren, denn ſie merkten bald, wie gut
khrnen in Stubinten gehen würde. Unter ihnen traf Herbert
9Rlr eine engere Auswahl. Vier von den Männern
Oßuinn waren überhaupt nicht beſchäftigt ſollten im Objekt VI
tik ſſein, wo es ihre Aufgabe war. Herbert in dem Teil der
AAü= zu unterſtützen, der ſür die übrige Arbeiterſchaft, ſogar
füſüsllbaſſy und die anderen Beamten der Fabrik, ein ſtrenges
GHemnnis blieb. Der Chemiker wählte aus der Schar älterer
Oßeei durchweg ſolche, die Familie beſaßen und daher vertrau=
eſſwürrdiger
ſchienen. Allen anderen war das Betreten der
Abatke VI verboten.
Agerantwortlich für die Arbeit in dieſem Raum war Herbert
Abilke Wittmann, ein Schleſier von Geburt, den Doktor Brakke
ſlſch Feit Jahren kannte. Der graubärtige, ſchmächtige Menſch
Hſo mls Werkmeiſter in einer chemiſchen Fabrik gearbeitet, in
Bbeiuch Herbert tätig geweſen war. Seine unbedingte Ehrlich=
bigſ
-paart mit Freimut, ließ ihn dem Chemiker als den geeig=
nher
! Mann erſcheinen. Er war wohl der einzige außer dem
GEnſeer, der faſt alles erfuhr, was zur Herſtellung des Spreng=
Brracats erforderlich war. Selbſt ſeine, drei Kameraden im
ODk. AI waren nicht ſo gut unterrichtet wie der Alte. Herbert
Ahke, hatte ſich zu dieſem Schritt entſchließen müſſen, weil er
ſüb nezwungen, geweſen wäre, ſelbſt in Stubinten, ſtändig zu
Wbe.. Für ihn wohl kein Opfer, für Käthe aber einfach un=
Anhrnbar.
Denn ſie verbrachte ſchon heute ihre Tage damit, in Beglei=
tiw
Uhrer Mutter die Möbel und die ſonſtige Einrichtung für
diſafürrſtliche Heim auszuſuchen, das ſie in Bälde mit Herbert
blſehen ſollte. Nur wenige Wochen trennten ſie von dem Tage
bſſegochzeit. Auf die Bitte Herberts, der ſich Käthe wunder=
b’laweiſe
angeſchloſſen hatte, war eine Haustrauung im eng=
ſ
9fezmeundeskreiſe geplant. Nur einmal vorher, wenn die Ar=

beit in Stubinten vollendet war, gedachte Robert Ernſtheimer,
Freunden und Bekannten ſein Haus zu öffnen und eine Feier
für diejenigen zu geben, die an der Gründung der Fabrik betei=
ligt
waren. Auf dieſe Weiſe ſollten die Aktionäre Herbert Brakke
kennen lernen. Zugleich wollte man die Verlobung öffentlich
feiern.
Es wurde Juli, bis die Bauarbeiter Stubinten verließen.
Zwar war man auch jetzt noch nicht völlig fertig, aber alles
übrige erledigte ſich, ohne die Aufnahme der Arbeit in der
Fabrik zu behindern. Am 8. Juli begann das Werk ſeine Tätig=
keit
. Ernſtheimer und Düſtingen weilten mit Profeſſor Erasmus
Ender, Gubaſſy und Doktor Brakke den ganzen Tag über in den
Anlagen. Sie fahen zu, wie in großen Reſervoiren Waſſerſtoff
und Sauerſtoff aufgeſpeichert und dann hinüber in die Preſſen
geleitet wurden. Sie gingen, von Herbert geführt, durch alle
Räume. Bis auf das Objekt VI. Als ſie ſich ihm näherten, be=
merkten
ſie, daß es von allen Seiten mit hohen, eiſernen Gittern
umſchloſſen war. Niemand konnte in die Baracke gelangen, ohne
ſich vorher mit dem alten Wittmann verſtändigt zu haben. Denn
er trug den Schlüſſel und arbeitete mit ſeinen drei Gefährten
bei feſt verriegelten Türen.
Lächelnd ſtanden die Herren vor dem Gebäude. Dann be=
gnügten
ſie ſich mit dieſer äußerlichen Beſichtigung und blieben
in Stubinten, bis am Abend das erſte Aquanit erzeugt war. Es
waren wenige Gramm, denn der eigentliche Erfolg der Arbeit
war erſt am nächſten Tage zu ſehen.
Herbert Brakke verpflichtete ſich, bei der derzeitigen Ausdeh=
nung
der Fabrik täglich vier= bis fünftauſend Gramm des Prä=
parates
herzuſtellen. Aber ſein künftiger Schwiegervater ſprach
ſchon während der Heimfahrt von einer baldigen Erweiterung
der Anlagen. Man hatte ja Platz in Hülle und Fülle.
Am Abend des 10. Juli wimmelte es vor der Villa Robert
Ernſtheimers von Wagen und Automobilen, die ununterbrochen
Gäſte abſetzten. In der Halle ſtanden der Bankier und ſeine
Frau und begrüßten die Ankommenden. Es waren ihrer etwa
fünfzig. Seinen Abſichten entſprechend, hatte Ernſtheimer jede
Einladung unterlaſſen, die nicht mit der neuen Geſellſchaft zu=

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ſammenhing. Die Aktionäre der Aqugnit=Werke, die Ingenieure,
die den Bau durchgeführt hatten, die Beamten und Leiter der
Fabrik, ſogar eine Abordnung der Arbeiter erſchienen. Zwiſchen
den Herren und Damen, die ihr Kapital in das Unternehmen
geſteckt hatten, ſaßen an der fürſtlich gedeckten Tafel, der alte
Wittmann und drei ſeiner Kameraden, ein wenig verwundert
über ihre Umgebung, aber doch voll Freude über die ſeltene
Auszeichnung.
Düſtingen hatte Herbert vor Beginn des Eſſens in ein
Nebenzimmer gezogen, um mit ihm zu plaudern. Er verfolgte
die Abſicht, ſich mit dem Chemiker auf möglichſt guten Fuß zu
ſtellen. Auch gefiel ihm der Doktor ſehr gut. Schließlich gab er
immer etwas auf die Meinung ſeiner Frau. Und Ellen ſchwärmte
geradezu, für dieſen blonden, beſcheidenen Menſchen, der das
Glück genoß, ein erfolgreicher Erfinder zu ſein und der Schwie=
gerſohn
eines Robert Ernſtheimer werden zu ſollen.
Möchten Sie mir ein paar von den Anweſenden mit
Namen zu nennen? bat Herbert im Verlauf des Geſprächs,
denn er ſah von ſeinem Platze aus auf die Geſellſchaft, die ſich
um die Tafel verſammelte.
Mein Gott, um Ihnen das alles zu erzählen, was da an
Intereſſantem beiſammen iſt, müßte ich drei bis vier Stunden
Zeit haben, entgegnete der Ariſtokrat, und auch dann wäre
nur ein kleiner Ueberblick gegeben. Wen kennen Sie von den
Herrſchaften noch nicht?
Sagen wir lieber; wen kenne ich? Es ſind wenige da,
deren Namen ich auch nur weiß.
Düſtingen lächelte ſarkaſtiſch. Was hätten Sie auch davon?
meinte er, nehmen Sie lieber alles, was Sie hier ſehen, in
einem! Mit wenigen Ausnahmen, die ja auch Ihnen bekannt
ſind, hat mein Freund Ernſtheimer nur Aktionäre der Aquanit=
Werke zu ſich geladen. Und was ſind dieſe Leute? Kapitaliſten.
Wiſſen Sie, was das bedeutet?
Es bedeutet . . . Geld!
Düſtingen nickte eifrig. Somit habe ich Ihnen ſo ziemlich
die heutige Geſellſchaft vorgeſtellt, ſagte er und erhob ſich.
Damit wir aber nicht zu ſpät kommen, wird es gut ſein, wenn
wir uns den anderen Herrſchaften in dem Beſtreben anſchließen,
unſere Plätze an der Tafel zu erreichen.
Herbert ſchwieg und trat mit Düſtingen in den Saal, in dem
man gerade an der Tafel Platz nahm. Käthe eilt= auf ihn zu.
Während des Mahls begrüßte der Gaſtgeber die Erſchiene=
nen
und verwies auf das Familienfeſt in ſeinem Hauſe, danach
ſprach Alfred von Düſtingen im Namen der Gäſte und wünſchte
dem jungen Paare alles nur erdenkliche Gute. Aber ſchon ſprach
er davon, daß ſeit zwei Tagen die Fabrik Stubinten, eine Stätte
des Triumphes für Herbert Brakkes Erfindergenie, ihre Tätig=
keit
aufgenommen habe. Und alle Redner, die nun folgten,
wandten ihr Hauptaugenmerk der geſchäftlichen Seite der Feier
zu. Aber es war weniger auffällig, denn ein paar höfliche Flos=
keln
für Herbert und Käthe fand doch jeder.
Die Mitteilung Robert Ernſtheimers, daß bereits Aufträge
für viele Millionen vorlägen, erregte größte Befriedigung.
Direktor Smolek tar allerdings höchſt verwundert, denn ihm war
davon nichts bekannt. Man hatte ihm bis heute noch kein Wort
von dieſen Beſtellungen geſagt. Daß es aber den Tatſachen ent=
ſprach
, was der Bankier ſagte, ſah er an den Mienen Düſtingens,
der ihm gegenüber ſaß und ihm vergnügt zuzwinkerte.
(Fortſetzung folgt.)

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IV.4898

Hbendland und Morgenland

Wie dte Menschen In den tropischen Ländern ver=
schieden
sind von uns, die wir im mäßigen Klima
leben, so sind es auch die Pflanzen. Die Cropen=
pflanzen
enthalten plelfach Siftstoffe als Schutz vor
zu schnellem Verfall oder Verderb. So auch der
Kaffeestrauch (coffeg arabica). Kein Vierfüßler,
kein Reptil, kein Vogel berührt die süße Frucht der
herrlich rot aussehenden Kaffeekirsche.
Der Mensch brach den Totenzauber, der über dem
Kaffeestrauch lag. Die Cropensonne des Morgen-
landes
sorgte für die notwendige Husscheldung
des von der Tierwelt so sehr gemiedenen Coffeins.
Das Abendland mit seinem kälteren Klima griff
begierig zu dem heißen, aromatischen Setränk,
ohne zundchst den geringeren Stoffwechsel unseres
sonnenarmen kandes zu bedenken.
Erst der Kaffee Gag in Bremen blieb es vorbe=
halten
, den Kaffee so herzurichten, daß er sich für
unser Klima eignet. Der coffeinfreie Kaffee Gag
1st das Ergebnis hochwertiger Plantagenzucht und
ddie Köstlichkeit seines Bromas ist undbertroffen.

Kaffee Bag schont
Herz und Herpen

[ ][  ][ ]

Seite 12

Sonntag, den 23. Oktober 1922

Nummer 294

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[ ][  ][ ]

Sonntag, den 23 Oktober 1927

Geite 13

Erſte deutſche Werkſioff=Ausſtellung Berlin.

Ein Nieſen=Jſolator von 500 000 Volt.

Der berühmte Zwölf=Zylinder=Junkers=Motor.
Die in den Ausſtellungshallen Berlin=Kaiſerdamm am Samstag, den 22. Oktober, eröffnete erſte
deutſche Werkſtoff=Ausſtellung gibt ein reiches Bild deutſcher Arbeit.

Kriſtallſpiegel als Trainingskontrolle.

In modernen

Rudertraining vor dem Spiegel.
portſchulen trainieren die Schüler vor Kriſtallſpiegeln, um ihre ſporttechniſchen
Fehler im Spiegelbild ſehen zu können.

Ein Flugzeug, das in der Luft ſtillſiehen kann.

Das Windmühlen=Flugzeug,
welches vor Jahresfriſt auch in Berlin vorgeführt wurde, iſt jetzt ſo vervollkommnet worden,
daß es in der Luft tatſächlich ſtillſtehen kann.

Schulſchiff Großherzogin Eliſabeth in Las
Palmas.
TU. Bremen. Das Schulſchiff des Deutſchen
Schulſchiffvereins Großherzogin Eliſabeth iſt am
Freitag wohlbehalten in Las Palmas angekommen
und wird am 27. Oktober nach Bahia weiterſegeln.
Zwölf Todesopfer einer Pilzvergiftung.
TU. Berlin. Wie die Morgenblätter aus
Bukareſt berichten, ſind in der Gemeinde Pa=
trauti
in der Bukowina 12 Angehörige einer Kauf=
mannsfamilie
unter ſchrecklichen Qualen an Pilzver=
giftung
geſtorben. Nur ein Familenmitglied, ein
dreijähriger Knabe, blieb am Leben.
Wegen Erpreſſung verurteilt.
TU.. Breslau. Der Herausgeber der Bres=
lauer
Wochenſchrift Nachtpoſt, Eduard Golland,
wurde vom Schöffengericht auf Grund des Para=
graphen
253 des St.=G.=B. wegen Erpreſſung zu
ſechs Monaken Gefängnis und zwei Jahren Ehrver=
luſt
verurteilt. Golland hatten einen kompromit=
tierenden
Zeitungsartikel gegen einen Breslauer
Brauereibeſitzer, deſſen Ehe geſchieden worden war,
erſt gegen ein Schweigegeld von 2000 Mark nicht
veröffentlicht.
Ein eigenartiger Flugunfall.
FU. Paris. Bei einem Flug über dem Mili=
tärflugfeld
von St. Cyr bemerkte der Führer eines
Flugzeuges nicht das Kabel, das einen in 700 Meter
Höhe befindlichen Feſſelballon feſthielt. Das Flug=
zeug
zerſchnitt das Seil, worauf der Ballon in
nördlicher Richtung verſchwand. Das Flugzeug ge=
riet
ins Schwanken und ſtürzte zu Boden. Obwohl
es vollkommen zertrümmert wurde, blieb der Führer
merkwürdigerweiſe unverletzt.

Das Gelbe Fieber im Senegal.
EP. Paris. Nach einer Meldung aus Dakar
iſt die Epidemie des Gelben Fiebers dort wieder im
Abflauen begriffen. Ueber ihr Ausmaß ſind in der
Preſſe keine genauen Zahlen veröffentlicht worden,
obwohl Anhaltspunkte dafür beſtehen, daß ſie außer=
ordentlich
ſtark um ſich gegriffen hat. Verſchiedene
Zeitungen haben die Epidemie als erſchreckend be=
zeichnet
. Die Mannſchaften mehrerer Dampfer, die in
der letzten Zeit Dakar anliefen, ſind von der Krank=
heit
ebenfalls befallen worden. Ganz beſonders tra=
giſch
war das Schickſal des franzöſiſchen Frachtdamp=
fers
Sybil, deſſen geſamte Mannſchaft, mit Aus=
nahme
des Kapitäns und des Schiffsarztes, von der
Krankheit befallen wurde, und zwar in ſo hohem
Grade, daß jede Arbeit an Bord eingeſtellt werden
mußte. Das Schiff trieb tagelang ohne Führer und
nachts ohne Beleuchtung auf dem Ozean herum und
bildete eine große Gefahr für die Schiffahrt. Die
Mannſchaft befand ſich um ſo mehr in bedrängter
Lage, als es abſolut an Medikamenten fehlte. Ein
vorbeifahrender franzöſiſcher Dampfer wurde von
der Lage des Schiffes verſtändigt, worauf ſich der
Schiffsarzt, mit Medikamenten verſehen, an Bord der
Sybil begab, während der übrigen Mannſchaft das
Betreten des verſeuchten Schiffes verboten wor=
den
war.
Tödlicher Unfall durch eine Hochantenne.
Warſchau. In Czenſtochau fiel die auf einem
Fabrikgebäude befindliche Hochantenne für Rund=
funkempfang
ſo unglücklich vom Doch, daß das eine
Ende an der Starkſtromleitung hängen blieb, wäh=
rend
das andere ſich um den Hals eines gerade im
Hof befindlichen Mädchens wickelte, das auf der
Stelle tot war.

Theaterſkandal in Budapeſt.
EP. Budapeſt. Am Freitag wurde am hie=
ſigen
Nationaltheater das bereits vor 17 Jahren auf=
geführte
Stück Die große Frau des bekannten
ungariſchen Dramatikers Descider Scomery aufge=
führt
, deſſen Hauptfigur die Kaiſerin Maria The=
reſia
iſt. Die nationaliſtiſchen Studenten hatten
ſchon ſeit Wochen gegen die Aufführung dieſes Stücks
eine lebhafte Propaganda entfaltet, die ſich weniger
gegen das Stück ſelbſt, als gegen deſſen jüdiſchen
Autor richtete. Bei der Aufführung am Freitag kam
es nun zu den befürchteten Demonſtrationen im
Theater ſelbſt und auch vor demſelben. Berittene
Polizei drängte die Menge vor dem Theater in die
Seitenſtraßen und nahm etwa 90 Verhaftungen
vor. Der zweiten Aufführung am Samstag ſah man
mit Beſorgnis entgegen, da die Studentenſchaft einen
großen Teil der Karten aufgekauft hat und im
Theatergebäude zu demonſtrieren beabſichtigt.
Verheerungen durch Orkane.
EP. Paris. Aus Rabat wird gemeldet, daß
über die Stadt Oudida an der algeriſch marokka=
niſchen
Grenze ein Orkan niedergegangen iſt.
Binnen einer Stunde fielen 500 Millimeter Regen.
25 Häuſer wurden vollſtändig zerſtört. Ein
Eingeborener iſt ertrunken. 40 Europäer ſind obdach=
los
geworden und werden von den Militärbehörden
beherbergt.
EP. New York. Durch den Orkan, der am
22. September St. Louis heimgeſucht hat, wurde
ein Schaden von 22 Millionen Dollar
angerichtet. Dieſe Summe wurde von den Stadt=
behörden
als endgültig mitgeteilt.
Ein Ritter der Ehrenlegion als mehrfacher Dieb.
FU. Paris. In Bordeaux wurde ein Arzt
de Ruelle, Ritter der Ehrenlegion, wegen mehrfachen
Diebſtahls verhaftet, de Ruelle, der Vertretungen
ſeiner Kollegen in der Umgebung annahm, benutzte
das Alleinſein in deren Wohnung, um wertvolle Ge=
genſtände
und Schmuck zu entwenden. Im Verhör
begründete der Arzt ſein Vergehen mit krankhafter
Veranlagung. Mehrere der geſtohlenen Gegenſtände
wurden in einer Kiſte verpackt im Keller vergraben
aufgefunden.
Piratenüberfall auf einen Dampfer.
24 Tote.
EP. London. Das engliſche Unterſeeboot L 4
beſchoß den Dampfer Irene in der Biasbucht in
China, der von einem norwegiſchen Kapitän befeh=
ligt
war. Piraten hatten ſich des Schiffes bemäch=
tigt
und kamen der Aufforderung des Unterſeebootes
zum Stoppen nicht nach. Durch einen Treffer in
den Maſchinenraum wurde der Dampfer manövrier=
unfähig
und es entſtand ein Brand. Von den 258 an
Bord befindlichen Perſonen ſind 234 gerettet
und nach Hongkong gebracht worden. Die reſtlichen
24 Perſonen kamen ums Leben.
Das berühmte Karo=Haus
in Amerika.

Das Schulhaus von Franklinville (U. S. A.) hat eine
unterhaltende Geſchichte. Eine Partei der Gemeinde
wollte das Haus weiß, die andere Partei rot an=
ſtreichen
. Weiß ſiegte; aber in einer hellen Mond=
nacht
verſah die gegneriſche Partei das Haus unbe=
merkt
mit roten Karos. Als Anfang dieſes Jahr=
hunderts
das Gebäude eine einheitliche graue Farbe
bekam, beſchwerten ſich die Anſiedler, ſo daß es
wieder mit den alten Farben geſtrichen wurde. Jetzt
fältt es ſchon von Weitem auf und dient zugleich als
zeichen für Automobiliſten.

ienmer 294

Rreich und Ausland.

Brand in einem Kinv.
.. Frankfurt a. M. Freitag nachmittag,
kuſmi5ch 2 Uhr, wurde die Feuerwehr nach der
Sofryraſſe alarmiert, wo in den Luna=Lichtſpielen
einhrand ausgebrochen war. Aus bisher noch nicht
belkktnn Gründen entſtand in der Vorhalle des
Küſr iFeuer, das mit raſender Geſchwindigkeit um
ſichch5= und bald den ganzen Zuſchauerraum erfaßt
hafmt /Oer Brand wütete ſo ſtark, daß die Flammen
amar, Außenwand des Gebäudes bis zum Dach
emnäl lugen. Dem tatkräftigen Eingreifen der
Feſkwyhr gelang es, den Brand alsbald zu löſchen.
Poſeru ſind nicht zu Schaden gekommen, doch
wiſſ ſiie geſamte Inneneinrichtung des Kinos ver=
nidſt

Tödlicher Kraftwagenunfall.
.. Limburg. Auf der Straße nach Weil=
mipir
wurde an einer Kurve ein Motorradfahrer
vol inem übermäßig ſchnell fahrenden Auto umge=
faſph
. Der Verunglückte wurde ſo heftig zu Boden
ge/kſthzvert, daß er mit einem ſchweren Schädelbruch
auſbfri Stelle tot liegen blieb. Der Sozius des
Veſhyüüickten erlitt einen Knochenbruch.
Einbruch in ein Pfarrhaus.
d. Heidelberg. Nachts wurde im katho=
lifdt
WPfarrhaus in Gau=Angelloch einge=
brova
. Sämtliche Opfergelder und ſonſtige Wert=
ſachß
nurden geſtohlen. Wahrſcheinlich hängt der
Diſtäh mit dem vor acht Tagen im Pfarrhaus
Gabig vorgenommenen Diebſtahl, zuſammen, bei
denne Diebe 4000 Mark erbeuteten. Von den
Dickkel gehlt jede Spur.
Ein unglücklicher Schütze.
Landau. In der Nähe der Schule in
Rekſimgen (Saargebiet) ſchoß ein 18 Jahre alter
Bugx auf Spatzen. Plötzlich brach im Schulhof
ein/ᛋ t 2Mitſchülern ſpielendes Kind unter heftigen
Zu/Eym zuſammen. Der aufſichtführende Lehrer
verſtreis zuerſt einen Ohnmachtsanfall, doch ergaben
Blutunngn, daß eine Kugel den Kopf des Kindes
vompreinen zur anderen Seite durchſchlagen hatte.
Deſto) trat nach wenigen Minuten ein. Der un=
glüſtcke
Schütze, der ſich bisher eines guten Rufes
erfrzfr, wurde verhaftet.
Mord auf einem Gutshof.
Halle. Ein auf der Domäne Roſchwitz
befotieter Gutsarbeiter erſchoß ſeine Ehe=
fr
on urid ſeine 17jährige Stieftochter und
hieukz ſich ſelbſt. Der Täter hatte ſeine Stief=
tochttubr
reits ſeit langem mit unſittlichen Anträgen
undt rochungen verfolgt. Die übrigen im gleichen
Zinfur wefindlichen kleinen Kinder konnten ſich durch
das nuer hinaus retten.
FFeuer auf einer Schachtanlage.
hemnitz. Auf der Gewerkſchaft Gottes
Segfy Betriebsabteilung Vgt. Feld Schacht 1, in
Hokfmr im Erzgebirge brach Samstag früh Feuer
aus/ on den Flammen wurde die Materialnieder=
lagce
güiffen. Das geſamte Material iſt vernichtet
worts / Die im feuerfeſten Keller untergebrachten
Berſtz mand Oelfäſſer konnten in Sicherheit gebracht
werſin /as Feuer ſoll durch Selbſtentzündung ent=
ſtan/ft
ſu in. Der Schaden iſt erheblich.
G iſenbahnunglück bei Schönwalde.
WBerlin. Die B. Z. meldet: Auf der
Staltt /Schönwalde der ReinickendorfLiebenwaider
Neb/krrhm ſtießen am Samstag vormittag zwei
Züſltr=uſammen, wobei etwa 30 Fahr=
gäfſilmtehr
oder minder ſchwer verletzt wur=
den
.f erl Unfall ereignete ſich dadurch, daß ein von
Ber//kranmender Zug über das Ausweichgleis hin=
ausfff
Als der Zugführer das bemerkte, drückte
er 16 hug zurück. In demſelben Augenblick kam
aberkeruanderer Zug, der mit dem Berliner Zug
kollifie Vier Wagen des Berliner Zuges ge=
rietsfkru
: den Gleiſen und legten ſich um. Bei
den iſyen Verletzungen handelt es ſich um mehr
vder)f =der erhebliche Hautabſchürfungen. Zur

ſdss Unfalles herrſchte auf der

traße dichter

Drekt) WPerſonen an Fleiſchvergiftung erkraukt.
TWilhelmshaven. Nach dem Genuß
von /lſze ſind in Rüſtringen=Wilhelmshaven und
Bockfih 80 Perſonen an Paratyphus erkrankt.
GegAwi Schlächtereien, aus denen die Sülze
ſtamßu iſſt eine polizeiliche Unterſuchung eingeleitet
worihil
Der König von Aegypten
MAlied der Pariſer Akademie.

(Rönig Fuad I. von Aegypten
ſt i uſnverkennung der Unterſtützung, die er
wiſſeell afttlichen Ausgrabungsarbeiten in Aegypt
zute 1ü erſchen ließ, zum korreſpondierenden Mitgl
der 4=ſcer Akademie gewählt worden. Dem kön
ſichellmtucdemiker wird die Goldene Medaille in 2
yiten Sitzung der Akademie überreicht.

[ ][  ][ ]

Seite 14
Das Wartburgfeſt
der Deutſchen Burſchenſchaft 1927.
Von einem Teilnehmer.
Der Begründer und Träger der deutſchen Einheitsbewvegung
in den erſten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war die aka=
demiſche
Jugend. Ein Markſtein in dieſer Entwicklung war das
erſte Wartburgfeſt am 18. Oktober 1817, das Burſchen der Mehr=
zahl
der deutſchen Hochſchulen vereinte und als Folge die Grün=
dung
der erſten allgemeinen deutſchen Burſchenſchaft hatte, die
unter bewußter Ablehnung der dynaſtiſchen partikulariſtiſchen
Zerriſſenheit Deutſchlands alle Studenten Deutſchlands einen
wollte. Die Gewaltmaßnahmen der Regierungen nach dem
Sandſchen Attentat vermochten zwar die Form zu zerbrechen,
aber der Geiſt war nicht mehr zu töten, die höchſt gefährliche
Lehre von der Einheit Deutſchlands (ſo heißt es in einem Be=
eicht
der Bundesunterſuchungskommiſſion) wurde ins Volk ge=
tragen
und ſelbſt ſchwerſte Strafen (man denke an Reuter) konn=
ten
das Feuer des Einheitsgedankens nicht mehr löſchen.
Der Erinnerung an dieſes erſte deutſche Einheitsfeſt galt
die in den Tagen vom 16. bis 18. Oktober 1927 von der Deutſchen
Burſchenſchaft veranſtaltete Feier. Der Krieg hatte 1917 die
Hundertjahrfeier unmöglich gemacht, nun holte man ſie nach.
Auf Anregung des verdienſtvollen Leiters des Ausſchuſſes für
Leibesübungen, San.=Rat Dr. Wulſten=Berlin, hatten ſich zahl=
reiche
Burſchenſchafter aufgcmacht, um zu Fuß die Wartburg=
ſtadt
zu erreichen. Den weiteſten Weg wohl 350 Kilometer
haben die Herren aus Mannheim zurückgelegt, deren Wander=
fahrt
auch noch dadurch eine beſondere Note erhielt, daß ſie dem
Vorſitzenden der burſchenſchaftlichen hiſtoriſchen Kommiſſion,
Herrn Geh.=Rat Prof. Dr. Haupt in Gießen, der ſo unendlich
viel zur Auſhellung burſchenſchaftlicher Geſchichte und des her=
vorragenden
Anteils der Burſchenſchaft an der Deutſchen Ein=
heitsbewegung
beigetragen hat, einen Eichenzweig vom Grabe
Sands in Mannheim überbrachten.
Die Tauſende, die am Sonntag, den 16. Oktober, dem Wart=
burgfeſte
beiwohnten, wußten, daß ſie ein ernſtes Feſt feiern
würden, daß der ſtudentiſchen Fröhlichkeit nur ein verhältuis=
mäßig
kleiner Spielraum gelaſſen war. Daß die Tauſende kamen,
alte und junge, daß ſich ſogar noch zwei Teilnehmer der letzten
Wartburgfeier im Jahre 1867 einfanden, die noch die Gründer
der Burſchenſchaft damals kennen lernen konnten, beweiſt ihre
Einſtellung: ſie wollten ein Feſt der Erinnerung, der Sammlung
und der vaterländiſchen Geſinnung feiern. Und die Feier in
ihrer Geſamtheit wurde ein tiefes Erlebnis, eine Weiheſtunde
die in den teilnehmenden Burſchen noch lange nachzittern und
ein Quell der Erbauung für ihr Leben ſein wird.
Eingeleitet wurde die Feier durch Gottesdienſte in den drei
Kirchen Eiſenachs, auf die die Teilnehmer wegen ihrer großen
Zahl verteilt werden mußten. In der Georgenkirche ſprach Dom=

Sonntag, den 23. Oktober 1927
prediger Martin aus Magdeburg, in der Nikolaikirche Pfarrer
Wangemann aus Leipzig, in der Annenkirche Oberpfarrer Bürſt=
lein
, aus Offenbach a. M.: Den Predigten war als Grund=
gedanke
Glaube und Volkstum unterlegt. Von beſonderer
Stärke waren die Anſprachen der Pfarrer Martin und Bürſt=
lein
, die infolge ihrer Wucht und ihres Gedankenreichtums auf
die Zuhörer die tiefſte Wirkung ausübten. Unter dem Eindruck
dieſer wahrhaft tief religiöſen Feier verſammelte ſich die Bur=
ſchenſchaft
zum Zug auf die Wartburg. Vorweg die Chargier=
ten
der Vorſitzenden, ſtellv. Vorſitzenden und vorhergehenden
Voxſitzenden; dann das Burſchenſchwert und die ehrwürdige alte
Burſchenfahne von 1816, die ſchon auf dem Wartburgfeſte 1817
dem Zuge vorgetragen worden waren, rot=ſchwarz=rot, quer
durchſtickt mit einem goldenen Eichenkranz, dahinter geſchloſſen
die Jenaiſche Burſchenſchaft und nun die Hochſchulen in alpha=
betiſcher
Reihenfolge, jeweils an der Spitze die Fahnen und
Chargierten, dahinter die alten und jungen Burſchenſchafter in
langem Zuge; es waren weit über 3000 Teilnehmer: ein erheben=
des
, farbenprächtiges Bild, ein Bild der Geſchloſſenheit und
Einigkeit.
Dichter Nebel lagerte auf dem herbſtlichen, farbenglühenden
Bergwald, al3 die Burſchen zur Wartburg emporſtiegen, aber
kaum hatte die Feier begonnen, als die Nebel zerriſſen, der
Himmel über uns blaute und den Blick, über die herrlichen
Thüringer Gaue freigab. Dichtgedrängt ſtanden die Teilnehmer
im Hofe, die alte Fahne und das Schwert auf dem Altane, da=
runter
alle Fahnen und Chargierten, Fanfaren von der Höhe des
Turmes hatten ſie bewillkommt. Nun begrüßte ſie Oberbürger=
meiſter
Dr. Janſon namens des Eigentümers der Burg, des
Vereins der Freunde der Wartburg, ihm folgte Exzellenz
v. Hunnius, der den Willkommgruß des früheren Eigentümers,
des Großherzöglichen Hauſes, entbot, den Reigen der Begrü=
ßungsreden
ſchloß der Rektor der Univerſität Jena, der die Ver=
bundenheit
der Profeſſoren= und Studentenſchaft auf allen deut=
ſchen
Hochſchulen, vornehmlich mit der Burſchenſchaft in Jena,
betonte.
Der Geſang des alten Lutherliedes Ein feſte Burg leitete
zur eigentlichen Feier über. Ausgehend von Geſchichte und
Bedeutung der Wartburg feierte Geſandter Moraht=Kowno
die Tat der Burſchen von 1817, die zum erſten Mal den deut=
ſchen
Einheitsgedanken wirklich ausgeſprochen haben und in die
Tat umzuſetzen verſuchten und führte in meiſterhaften Gedanken=
gängen
ſeine Rede darauf hinaus, aufzufordern, alles Trennende
zurückzuſtellen, für die wahre Volksgemeinſchaft zu arbeiten und
in jedem Deutſchen nur den Deutſchen zu ſehen, als leuchtendes
Vorbild auf den greiſen Reichspräſidenten hinweiſend. Der
Redner der Jugend, Ref. Jarmer, ſprach in gleichem Sinne
und betonte vornehmlich die Pflicht der Burſchenſchafter, alles
zur Ueberbrückung der Gegenſätze im Volke zu tun. Das Deutſch=
landlied
beſchloß den Feſtakt. Am Nachmittag bewegte ſich= der
gleiche feierliche Zug zum Burſchenſchaftsdenkmal, Fahnen und
Chargierte gruppierten ſich um das Wahrzeichen, und in laut=
loſer
Stille laufchte man, nachdem man das Niederländiſche

Nummer 294
Dankgebet geſungen, den ergreifenden Worten des Pfarren=
Mahnert aus Innsbruck, der der Toten gedachte und die Leben=
den
zur Tat, zur Arbeit für den großen deutſchen Staat auffom
derte. Die Fahnen und Schläger ſenkten ſich, die Muſik ſpielit
die immer wieder an die Herzen gehende Weiſe vom guten Komn.
raden, die Teilnehmer entblößten ihr Haupt. Den Willen zum
Leben und zur Tat aber bekundete die Burſchenſchaft durch deu
Geſang des Liedes Burſchen heraus, das weit hinaus in den
deutſche Land erſcholl. Den Abſchluß der Feier bildeten feien
liche Kommerſe mit Landesvater in 3 Sälen. Die Feſtrede=
hielten
die Herren Pfarrer Falk, Dr. Hugo, M. d. R., und Pro=
Dr. Wörner. Sie ſponnen den bei der Wartburgfeier auf
geſprochenen Gedanken der Einheit und Einigkeit fort und he.
tonten die Pflicht des Burſchenſchafters, am und im deutſchoh
Staate mitzuarbeiten. Von den Reden der Feſtgäſte waren hu.
ſonders bemerkenswert die Rede des Oberbürgermeiſters, doo
Vorſitzenden der Deutſchen Turnerſchaft Dr. Berger, ſelbſt wm
ſein Vorgänger, der alte Götz, Burſchenſchafter, und vor allein
die Prof. Dr. Hedemanns aus Jena, dem nicht endenwollenin
ſtudentiſche Ovationen dargebracht wurden. Mit gleicher 9.
geiſterung wurden die Telegramme des Reichspräſidenten un
der Reichsregierung begrüßt. Einen wunderbaren Ausklam
fand das Feſt durch den Feſtakt, den die Stadt Eiſenach d6
Burſchenſchaft am 18. Oktober, dem eigentlichen Jubeltage, bog
Der Oberbürgermeiſter wies in ſeiner akademiſchen Feſtreu
auf die jetzt ſchon über 100 Jahre alten Beziehungen zwiſchoch
Eiſenach und der Burſchenſchaft hin und gab bekannt, daß di
Stadt beſchloſſen habe, in dem neuen Stadtviertel am Warteu
berg die Straßen nach führenden Teilnehmern am erſten Wayy.
burgfeſt zu benennen, wofür er lebhaften ſtudentiſchen Dau
erntete. Ihm dankte Studiendirektor Müller=Oberurſel für di
Deutſche Burſchenſchaft und die die Räume des Stadttheateu
vollkommen füllende Zuhörerſchaft ſang das zum Wartburgfit
1817 von Binzer gedichtete Lied: Stoßt an, Eiſenach leben
Dann hielt Bibliotheksdirektor Dr. Hopf=Kaſſel die Feſtrede.
der er in muſtergültiger, packender Weiſe noch einmal den Ein)
heitsgedanken, den Gedanken der Volksgemeinſchaft, zuſammeu
faßte und verherrlichte und ihn als Leitgedanken für die bum
ſchenſchaftliche Arbeit herausarbeitete. Seine Rede fand jubelrll
den Beifall. Die akademiſche Feſtouvertüre von Brahms ſchlolt
die Feier, deren Schlußmelodie gaudeamus igitur die Veu
ſammlung ſtehend mitſang. Die Beleuchtung der Wartbu=u
beſchloß den denkwürdigen Tag.
Das Wartburgfeſt 1817 hat die geiſtigen Fundamente zuu
deutſchen Einheit gelegt, die 1871 ihre erſte Vollendung erhielue
Möge das 2. Wartburgfeſt die Grundlage für das kommenlm
große deutſche Reich werden und möge es den Teilnehmern au
3. Wartburgfeſt in 40 Jahren, wie der verdienſtvolle Vorſitzendy
der Vereinig ung alter Burſchenſchafter in Eiſenach ſagte, der
nebſt ſeinen Mitarbeitern wir für die muſtergültige Vorberen
tung des Feſtes zu aufrichtigem Danke verpflichtet ſind, veis
gönnt ſein, das Feſt in einem geeinten, großen, freien Deutſch
land zu feiern.

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[ ][  ][ ]

Mammer 294

Sonntag, den 23. Oktober

atte

Hom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Anmerika hat in dieſer Woche weitere anſehnliche Preisermäßigungen
Weizen vorgenommen, obwohl ungünſtige Wetternachrichten aus
krlalien und Kanada vorlagen und das argentiniſche Landwirtſchafts=
rirgerium
die für Ausfuhrzwecke verbleibenden Ueberſchußmengen mit
r R78 000 Tons gegen 1 120 000 Tons in der gleichen Vorjahrszeit an=
Auch ſoll nach dem amtlichen kauadiſchen Bericht ein Teil des
kwen Weizens Froſt= und Roſtſchaden aufweiſen, wozu kommt, daß
1mauptmenge der Prairie=Ernten noch nicht umgedroſchen und des=
Soen Einflüſſen etwaiger ungünſtiger Witterung ausgeſetzt bleibt.
ri die auſtraliſchen Ernteausſichten lag eine private Schätzung vor,
1msr 100 Millionen Buſhels gegen letztjährige 164 Millionen, und
sreurchſchmittserträgnis von 126 Milionen Buſhels annahm. Es
t pedoch für die heranreifenden Ernten in Auſtralien wie in Argen=
und erſt der Monat November die Entſcheidung bringen, nach der ſich
dGnntwicklung am Weltmarkt richten wird. Bei Rußland ſprechen
Unhtedene Gründe für eine weſentlich ſchwächere Weizen=, Roggen=
Uu Werſtenausfuhr, insbeſondere wendet ſich die Bevölkerung ſelbſt
eni immer mehr erhöhten Brotverbrauch zu, wie man das in den
Uen Jahren in Rumänien, Bulgarien, Japan und China beobachtete.
a GGeſchäft am ſüddeutſchen Markt lag weiter ruhig. Es war feſtzu=
ſſt
, daß einige notleidende zweithändige, an der Küſte eingetroffene
UB auf dem Rheinſtrom ſchwimmende Partien von Mühlen zu gedrück=
4bPreiſen übernommen wurden, ſodaß der ſtarke Druck von dieſer
SS,wenn auch noch ſpürbar, etwas nachläßt. In Fachkreiſen rechnet
yb auch mit einem Rückgang der jetzigen hohen Verſchiffungsziffern
ilſynn, nächſten Wochen. Die Umſätze in Inlandsweizen blieben klein.
RWraggongeſchäft gingen die Forderungen für die 100 Kilo zuwick.
B8nlandsweizen von 26,527,5 auf 2627 RM., in Auslandsweizen
WM22.,532 auf 2931,75 RM., bei Inlandsroggen von 25,252,50
c h525,25 RM. Der Gerſtenmarkt wurde zwar von den Vorgängen
cncrotgetreidemarkt nicht weſentlich beeinflußt, immerhin war ver=
eiſnt
etwas billiger anzukommen, ſo für badiſche, württembergiſche
Wmhiſſiſche Braugerſte mit 26B,50 RM (26,50B,50 RM.). Hafer
I9we; da Nordamerika Unterangebote ablehnte; es wurden mehrfach
Abſtsigerungen bis zu 0.25 M. die 100 Kilo durchgeſetzt. Mais lag
A wei unveränderten Preiſen.
lyr Malzmarkt war zu beobachten, daß die Brauereien bei günſtiger
Ahſtellung anfangen, Abſchlüſſe auf ſpätere Lieferung einzugehen.
Bhengt wird für die 100 Kilo Malz aus pfälziſcher Gerſte prompt ab
füſuuſſcher Fabrik 48,5049,50 RM., für Malz aus Gerſte württem=
biwcher
oder bayeriſcher Herkunft ab Fabrik 4547 RM.
ur badiſchen Hopfenmarkt erfolgten in Walldorf einige Abſchlüſſe
auntarinheimer Firmen. Einige Poſten mittlerer Sorte ſollen zu billi=
Ans eiſen nach England gehandelt worden ſein. Das Haupteinkaufs=
g/eiftl
vollzog ſich in dieſer Woche in Württemberg und im Elſaß, wo=
be
kirmna glattgrüne Qualitäten, die knapper werden, bevorzugt blie=
bR
Wie Stimmung war feſt, die Preiſe leicht erhöht.
lur Kartoffelmarkt war die Stimmung ruhig. Man fordert für
wwle ſchige Kartoffeln aus Baden, der Pfalz und Heſſen 55,3 RM.
flſzeibfleiſchige 7,508,40 RM. die 100 Kilo franko Mannheim.
ſonn ſüddeutſchen Tabakmarkt. Im Einkauf der neuen Tabake iſt
diſeattung der Käufer recht kritiſch geworden, da die aus den Früh=
vyß
zur Ablieferung kommenden Tabake recht unterſchiedliche Beſchaf=
feimt
; zeigen; vielfach kommt kranker Tabak vor, auch muß ſich noch
zd, wb die Farbe hält. Wie unterſchiedlich der Tabak ausgefallen iſt,
zelm giie dritte Verkaufsſitzung des Landesverbandes bayeriſcher Tabak=
bdhwäne
. Dabei wurden rund 1000 Zentner Sandblatt aus dem
pflſichen Schneidegutgebiet, 150 Zentner Mittelgut gleicher Herkunft
uyſ.000 Zentner Sandblatt aus pfälziſchen Zigarrengutorten ange=
boſg
= und auch abgeſetzt. Die Preiſe ſchwankten jedoch, je nach Beſchaf=
fellſdes
Tabaks, für Sandblatt zwiſchen 66,10 und 101,00 RM. ie
Zihter- für Mittelgut zwiſchen 72 und 86 RM. Vei Sandblattverkäufen
in ſr adchgau erzielte Spöck 72 RM., Neuthard 75 RM. und Büchenau
7914R1 bei einem Durchſchnittsangebot von nur 6065 RM. je Zentner.
Flſähs Tabake und Rippen erhielt ſich Nachfrage.
MRheiniſch=weſifäliſches Kohlenſendikat.
Die Marktlage und die Wirkungen des Streiks.
meer heutigen Mitgliederverſammlung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Kchluinndikats wurde, wie WTB.=Handelsdienſt hört, die Umlage für
Sillancber auf 1,38 M. je Tonne feſtgeſetzt. Die Einſchränkung der
Belxigungen bleibt unverändert.
el, die Marktlage wurde folgendes berichtet= Wenn wir im Vor=
mou
wereits von einem gewiſſen Beharrungszuſtand ſprachen, ſo
körm nvir heute ſagen, daß dieſer Zuſtand mit kleinen Schwankungen
in oeanzelnen Sorten bisher angehalten hat. Der Koksabſatz iſt unge=
fähſuſ
, gleicher Höhe geblieben. Wir möchten dabei auf eine Frage
einlfeen,, die uns aus Mitgliederkreiſen zugeleitet worden iſt, ob nämlich
diele ſchte Leiſtungsfähigkeit der Kokereien, auf Grund deren zur Zeit
vielelnkräge auf Erhöhung der Koksbeteiligung ſchweben, ſich auf dem
Kolſkaukt ausgewirkt hat. Man hat ſich mit dieſem ſogenannten Koks=
qu
ſokmmpf auch in der Preſſe beſchäftigt. Dabei iſt mit Recht darauf
hinltei ſen worden, daß durch eine erhöhte Leiſtungsfähigkeit der Abſatz
nichßenteigert wird, aber man hat auch bemerkt, daß die Neubauten
ſchllſſaig, doch im weſentlichen einen notwendigen techniſchen Fortſchritt
daugfel. Wir ſind der Anſicht, daß die an ſich unerwünſchee Aufblähung
dern oksbeteiligungen ſchließlich keine wirtſchaftliche Schädigung be=
derlſe
woenn die auf der ganzen Linie erhöhten Beteiligungsziffern in
ein)wrerhniſch=wirtſchaftlichen Verhältnis zueinander ſtehen. Von dieſem
Gelkiu unkt aus kann man die ganze Bewegung als eine beſchleunigte
Mohluf ierung unſeres Koksweſens betrachten.
* Wraunkohlenſtreik hat auf unſeren Abſatz bisher keine fühl=
barleelärkungen
ausgeübt. Während der Abſatz ziemlich unverändert
geblälen iſt, ſind die Erlöſe wieder geſunken. Dies iſt im weſentlichen auf
dasls lmd ifen der älteren unter den Einwirkungen des engliſchen Streiks
zu /tugen Preiſen abgeſchloſſenen Verträge zurückzuführen. Aber auch
die /ewarrtsbewegung der engliſchen Preiſe, die ſich in den letzten Mo=
natzt
ehur verlangſamt hatte, hat ſich im Oktober wieder verſchärft;
einiſſchen, daß der Kampf auf dem Weltkohlenmarkt noch weiter geht.
Undne B emerkung in einem früheren Marktbericht, daß England einen
rüchifslwoſen Kampf gegen die deutſche Kohle führte, iſt in der engliſchen
Falkeſige zurückgewieſen worden, aber in einer Weiſe, die unſere Er=
fohlſch
en nur beſtätigt. Wir müſſen uns darüber klar ſein, ob wir wollen
pde ſrh),, daß wir gezwungen ſind, dieſen Kampf zu beſtehen.
4Awohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnun=
geniſ
äu en in der Zeit vom 9. bis 15. Oktober im Ruhrgebiet in ſechs
Arklſtietuggen 2 292 754 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 228 000 Tonnen Bremer Wolle.
in Eſlſo=hergehenden Woche in ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die Koks= Teutſch.=Atlan1. Tel.
erzcſting ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den
Koklſten, wird auch Sonntags gearbeitet) auf 549 725 Tonnen gegen Teutſch=Nied. Tel.,
533üf/ Aronnen in der vorhergehenden Woche. Die Preßkohlenherſtellung
betychzu 975 Tonnen gegen 66 061 Tonnen in ſechs Arbeitstagen. Die
arb Eährliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 9. bis 15. Ok=
tobſce
8:: 126 Tonnen gegen 371 438 Tonnen in der vorhergehenden Tynamit Nobel ..."
Woll 2u ie arbeitstägliche Kokserzeugung betrug 91 621 (76 147) Ton= Eleltr. Lieferung....
nenilee marbeitstägliche Preßkohlenherſtellung 12 136 Tonnen (11 010) z
TorlR. SDie Zahl der wegen Abſatzmangel eingelegten Feierſchichten
ſtelbl/ gh. auf 23 522 (arbeitstäglich 3920) gegen 17 074 (2846) in der
vorlickelnenden Woche,

Wirtſchaftliche Rundſchau.
qmtliche Großhandelsindexziffer vom 19. Oktober 1927. Die auf
denls ichtag des 19. Oktober berechnete Großhand lsindexziffer des
Ställ ſünen Reichsamtes war mit 139,9 gegenüber der Vorwochze unver=
ändh/
WWon den Hauptgruppen weiſt die Indexziffer für Agrarſtoff=
einilelütckgang
um 0,6 v. H. von 138,5 auf 137,6 auf. Die Indexziffer
ſür is lomialwaren hat um 0,7 v. H. von 131,1 auf 132,0 angezogen. Aien=
Wällltd! die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren mit Budapeſt
13414 nwerändert lag, hat ſich diejenige für induſtrielle Fertigwaren
gegtlser: der Vorwoche um 0,5 v. H. von 152,4 auf 153,2 erhöht.
ſkunrs eines großen oberhefſiſchen Vaſaltwerks. Die Main= Lelo ..
Weſ4=zuſſaltwerke in Keſſelbach ſind in Konkurs geraten. Die Arbeit in / Kopenhagen,
den Autnen iſt vorübergehend ſtillgelegt worden. Es beſteht jedoch Aus= Stodhelm.
ſichtMc ßüder Betrieb in den nächſten Tagen wieder in Gang geſetzt
ſver/tokumn. Wie hoch die Verbindlichke
o, ſteht zur Stunde noch New York ...
nicht!1t

Zum Zuſammenſchluß deutſcher Farbenfabriken der Bunt= und Nutz=
farben
. Zu der Kombination innerhalb der deutſchen Farbenfabriken
der Bunt= und Nutzfarben erfahren wir, daß die Frankfurter Firma
Gebr. Gutbrod G.m.b. H., Chemiſche Fabrik, Frankfurt a. M. nur ihr
Farbengeſchäft in die neue Kombination einbringen will, während die
bisherige Firma mit ihren anderen chemiſchen Arbeitsgebieten weiterhin
ſelbſtändig bleibt. Sie hat übrigens in zwei Poſten zu 1,6 und 1.7 Mill.
Reichsmark, alſo zuſammen 3,3 Mill. RM. das Paket Heyl=Beringer
von 3,25 Mill. nominell übernommen. Ergänzend hören wir, daß für
dieſen Poſten von anderer Seite rund 150 Prozent geboten waren. Das
vermutete finanzielle Intereſſe der Farbeninduſtrie A.G. klärt ſich da=
hin
auf, daß die Farbeninduſtrie an die Hehl=Beringer A.G. größere
Forderungen hatte, die jedoch inzwiſchen faſt reſtlos bereinigt ſein ſollen.
Ein polniſch=adriatiſcher Gütertarif. Die an dem Güterverkehr
zwiſchen Polen und den adriatiſchen Häfen, insbeſondere Trieſt und
Fiume, beteiligten Bahnverwaltungen haben in der letzten Zeit Verhand=
lungen
über einen direkten Gütertarif für den Verkehr Polens mit den
adriatiſchen Häfen geführt. Dieſer Tarif wird bezwecken, die Abwicklung
des Verkehrs zu erleichtern und ſo dem wachſenden Umfange des pol=
niſch
=italieniſchen Handels gerecht zu werden. Die Verhandlungen haben
bereits zu einer Einigung geführt. Auf Grund ihrer Ergebniſſe iſt die
Ausarbeitung des geplanten direkten polniſch=adriatiſchen Gütertarifs
in Angriff genommen worden.
Feſte Schlußpreiſe in Sydney. Die augenblickliche Verſteigerungs=
ſerie
in Sydney ging bei reger Käuferkonkurrenz und äußerſt feſter Preis
bildung zu Ende. Merinoſchweißwollen ſchloſſen mit einer 5 %igen
Preisſteigerung, gleichfalls erſtklaſſige Kreuzzuchten und Comebackwollen.
Minderwertige Ware blieb vernachläſſigt und notierte 5 % niedriger.
Die Hauptkonkurrenz entwickelte ſich zwiſchen kontinentalen und ameri=
kaniſchen
Käufern um Vließwollen,
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 22. Oktober 1927.
Die Wochenſchlußbörſe eröffnete ſehr nervös und in weiter abge=
ſchwächter
Haltung. Neben der Ablehnung des Schiedsſpruches im
Mitteldeutſchen Braunkohlenrevier waren es auch innerpolitiſche Fragen,
beſonders, die neue Beamtenbeſoldungsvorlage, die an der Börſe be=
ſprochen
wurden. Da keine günſtigen Wirtſchaftsnachrichten vorlagen,
waren dieſe Umſtände für die Baiſſepartei ein Anlaß, ihre Poſitionen
erneut zu verſtärken. Im allgemeinen lagen auf faſt ſämtlichen Märkten
die Kurſe im Ausmaße von 13 % niedriger. Die Farbenaktie hatte
beſonders lebhaftes Geſchäft und lag vorbörslich bereits 3 % unter dem
Abendbörſenkurs. Im Verlaufe konnte ſie ſich aber wieder um etwa 2 %
auf Berliner Interventionskäufe erholen. Am Elektromarkt lagen die
Hauptwerte ebenfalls gedrückt, nur Licht und Kraft behauptet. Banken
ebenfalls rückläufig. Schiffahrtswerte dagegen gut behauptet. Zellſtoff=
werte
infolge des zurückgegangenen Exportsgeſchäftes ſtärker nachgebend,
Aſchaffenburg minus 4, Waldhof minus 2,5, auch die Metallbankgruppe
durchweg niedriger. Am Anleihemarkt blieb das Geſchäft ſehr klein. Weizen: Auf Grund der beſſeren Auslandsmeldungen und Wochen=
Anleihen im Geſamtrahmen ebenfalls ſchwächer. Am Geldmarkt iſt die
Lage unverändert. Tagesgeld heute wieder ſehr leicht und 6. %o, Monats=
geld
ebenfalls zu haben, doch bei unverändert 89 %o. Am Deviſen=
markt
gaben Deviſen gegen Reichsmark leicht nach. Pfunde gegen Mark
20,39, 75, Dollar gegen Mark 4,1867, London gegen New York 4,8720,
gegen Paris 124,07, gegen Holland 12,1075, gegen Zürich 25,2511
Der Börſenverlauf blieb unſicher und nur knapp behauptet, da auch weiter
hin die Geſamtlage als ſehr unſicher angeſehen wird.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 22. Oktober 1927.
Die Börſe eröffnete luſtlos und ſchwächer, da das Intereſſe des breiten
Publikums am Effektengeſchäft vollſtändig zum Erliegen gekommen iſt
und nur ſehr geringe Aufträge vorlagen. Die innerpolitiſche Lage, ins=
beſondere
die Erörterungen zur Beamtenbeſoldungsfrage und die Ab=
lehnung
des Schiedsſpruches im mitteldeutſchen Braunkohlenbergbau
verſtärkten die Poſition der Baiſſepartei. Die Abſchwächungen betrugen
etwa ein= bis zweieinhalbProzent und in verſchiedenen Werten erheblich
mehr. Beſonders ſchwach lagen J. G. Farbeninduſtrie mit 175 infolge
des verlorenen Patentprozeſſes gegen die Gewerkſchaft Mont Cenis.
Am Geldmarkt wurde für tägliches Geld ein Satz von 5½ bis 7 %o ge=
nannt
. Erſte Firmen kamen auch darunter an. Monatsgeld blieb dagegen
nach wie vor knapp, zirka 89 % Warenwechſel mit Bankgiro 71
Am Deviſenmarkt notierte der Dollar mit 4,1870 kaum verändert. Auch
das engl. Pfund wurde ungefähr auf geſtriger Baſis mit 4,8717 gehandelt.
Im einzelnen gingen Oſtwerke um 5 % zurück, während Schultheiß
3 %o gewannen. Die Gerüchte über eine in den nächſten Wochen zu
erwartende Kapitalerhöhung bei Schultheiß zu günſtigen Bezugsbe=
dingungen
erhielten ſich trotz der vielfachen Dementis. Stärker gefragt
waren Schubert & Salzer auf die ſchon geſtern von uns angeführten
Verwaltungserklärungen ſplus 4½ J). Auch Kaliwerte notierten teil=
weiſe
freundlicher. Es verlautete, daß der Kaliabſatz in der erſten Oktober=
hilfte
ſehr ſchleppend war, ſich dann aber gebeſſert hatte. Zellſtoff
Waldhof verloren 5½ %. Die Zuſammenſchlußverhandlungen mit den
Ver. Glanzſtofffabriken ſollen eingeſtellt und ausſichtslos ſein. Glanz= ank. Ernte 92½; Mehl: ſpring wheat clears 6,506,90; Fracht:
minus 8 %o, Chade minus 6 0. Elektrowerte abbröckelnd, Bankaktien
1½ bis 2 00 niedriger, Braubank minus 5 0. Von Schiffahrtsaktien
ſetzten Hamburg=Süd 5 2 und Ver. Elbe 2 0. niedriger, dagegen
Hapag 1. 2 beſſer ein, Nordlloyd kaum verändert. Fondswerte ruhig
und ſchwächer. Die Neubeſitzanleihe gab ſtärker auf 13,6 nach. Montan=
aktien
wenig beachtet und ebenfalls ermäßigt.
Privatdiskont beide Sichten 77/, Vo=
Bis zum Schluß der Börſe traten keine weſentlichen Veränderungen
mehr ein. Die Kurſe konnten ſich zum größten Teil behaupten und nur
vereinzelt waren erneute leichte Rückgänge zu beobachten. An der Nach= ſellſchafter= und Mitgliederverſammlung des deutſchen Steinſalz= Syndi=
börſe
machten ſich auf Deckungskäufe eine kleine Beſſerung bemerkbar, kates wurde nunmehr auf den 29. Oktober erneut ſeſtgeſetzt.
die ungefähr 11 bis ½2 ausmachte, wobei Elektrowerte bevorzugt
waren. Gegen 1.30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe:
Zellſtoff Waldhof 286, Ver. Glanzſtoff 593, Schultheiß 408, Oſtwerke 1 ½ %o ermäßigt. Letzte Herabſetzung am 4. Oktober um ebenfalls 1½ Lo.
385. J.G. Farben 276,5, A.E. G. 166, Bergmann 194, Gesfürel 273,
Siemens 272, Rheinſtahl 184,75. Mannesmann Röhren 151,25, Har=
pener
183,5, Gelſenkirchen 139,25, Nordlloyd 143, Hapag 141, Dresdener holländiſche, belgiſche, ſchweizeriſche und franzöſiſche haben auf ihrer
Bank 152,5, Danatbank 212,5, Commerzbank 164,5. Altbeſitz 51,5. Neu=
beſitz
13,80.

Produktenberichte.

Berliner Produktenbericht vom 22. Oktober 1927. Die ſchon in den
letzten Tagen ſich zeigende Feſtigkeit für Roggen hielt auch im heutigen
Mittagsverkehr an der Berliner Produktenbörſe an. Die Angebote in
marktfähigen Qualitäten ſind nach wie vor klein, während Nachfrage
dauernd beſtehen bleibt. So konnte im Zeitgeſchäft nahe Sicht wohl
infolge von Deckungsfrage um eine Mark im Preiſe anziehen. Stärkere
Lieferung nur wenig erholt. Auf dem hieſigen Weizenmarkt blieben die
etwas ſchwächeren amerikaniſchen und engliſchen Marktgerüchte nicht
ohne Einfluß. Während Effektivware unverändert umging, gaben im
Zeitgeſchäft die Preiſe, beſonders für ſpätere Sicht, merklich nach. Hafer
blieb bei kleinem Geſchäft ſtetig, das Angebot bleibt mäßig. Gerſte iſt in
mittleren Qualitäten genügend am Markt, die Nachfrage aber mäßig.
Mehle unverändert.
Die feſte Tendenz am Rohhäutemarkt hielt auch in der Berichtswoche
weiter an, die letzten Verſteigerungen waren wiederum gut beſucht und
es hielt die Aufwärtsbewegung der Preiſe ungefähr in dem Maße an,
wie ſie auf den bisher ſtattgefundenen Auktionen ſich gezeigt hat. Nur
ſchwere Kalbfelle waren weniger begehrt, ſodaß die Preiſe für dieſelben
zum Teil leicht zurückgingen.

Viehmärkte.

Aſchaffenb. Zellſtof!.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin
Berlin el. W....
BerlinKarlsruheInd. / 64.
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan
Teutſche Maſchinen.
Teutſche Erdöl. . ..
Teutſche Petroleum.
Tt. Kaliwerke. ...
Tonnersmarckhütte
3. G. Farben. ......
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Han Maſch.Egeſt.
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21. 10.
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22. 10
218.
105.
155.5
18.25
97.25
145
68.
256.
117.25
158.
124.5
80.75
68 125
84 25

445

22. 10.
Geld Brie
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81.421 21.58
19521 1.956
3.50 15 0.5035
1.373/ 7.387
20.70/ 20.74
5.594/ 5.606
2.213 2217
4.187 4.183
42151 1.224

Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. Bergſtr. vom 22. Ok=
tober
1927 wurden zugeführt 310 Stück. Verkauft wurden 282 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft das Stück von 6 bis 10 Mark, Läufer
das Stück von 14 bis 45 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 22. Oktober. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Die Baumwollpreiſe erfuhren am Wochenſchluß keine
allzu erheblichen Veränderungen gegen den Vortag. Die verſtimmende
Wirkung, die von dem weiter günſtigen Wetter und den ſchwächeren Aus=
landsmeldungen
ausging, wurde durch die Anregung wettgemacht, welche
die Abnahme der Hedgingsverkäufe des Südens auslöſte. Das Geſchäft
bewegte ſich im allgemeinen in ruhigen Bahnen. Anfänglich zogen die
Preiſe auf Deckung der Spekulation und Käufe des Handels etwas an,
doch wirkten im ſpäteren Verlaufe neue Gewinnmitnahmen wieder ab=
ſchwächend
. Hinſichtlich der ſchwimmenden Baumwolle erwartet man
heute Verſchiffungen im Umfange von 133 000 Ballen gegen 154000
Ballen zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
Kaffee: Am Kaffeemarkt war das Geſchäft weniger lebhaft. Die
Stimmung wurde durch die ſchwächeren Meldungen aus Rio und
Wochenſchlußglattſtellungen beeinflußt.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkte traten geringe Käufe des Han=
dels
in Erſcheinung; ſonſt iſt nichts bemerkenswertes zu berichten.
Chicago, 22. Oktober. (Priv.=Tel.)
ſchlußdeckungen eröffnete der Weizenmarkt in ſtetiger Haltung. Später
wurde er aber ſchwächer, da die amtliche Schätzung der argentiniſchem
Anbaufläche und die erheblichen Zufuhren in Kanada verſtimmend wirk=
ten
. Weitere Baiſſemomente bildeten die Vorherſage einer Zunahme der
ſichtbaren Vorräte, ſowie die überall herrſchende ſchöne Witterung.
Späterhin erfolgte auf Grund der guten Mühlennachfrage im Süd=
weſten
eine leichte Erholung.
Mais: Mais zog etwas im Preiſe an, da ungünſtige Berichte aus
dem Staate Illinois und Deckungen der Spekulation anregten. Zeit=
weiſe
griff dann eine ſchwächere Stimmung Platz im Zuſammenhang mit
dem geringen Geſchäft am Locomarkte und den bedeutenden Zufuhren
an den Stapelplätzen im Innern des Landes. Auch das gute Wetter
verſtimmte. Hernach kam es wieder zu einer Befeſtigung im Zuſammen=
hang
mit dem kleineren Provinzangebot.
Roggen: Auch Roggen konnte ſich befeſtigen, da ſich beſſere Export=
nachfrage
zeigte und die Locofirmen Stützungskäufe tätigten. Die Speku=
lation
ſchritt zu Deckungen.
Hafer: Der Hafermarkt ſtand anfänglich unter dem Einfluß der
Vorherſage ſchönen Wetters über Sonntag. Im Verlaufe griff auch hier
auf die beſſere Locofrage eine günſtigere Stimmung Platz.
Fettwaren: Am Fettwarenmarkte drückten die größeren kontrakt=
mäßigen
Andienungen auf das Preisniveau. Ferner verſtimmten die
ſchwächere Haltung des Schweinemarktes und Abgaben der Locohäuſer.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 22. Okt.:
Getreide. Weizen: Mai 12731, Dez. 122½, März 125¾;
Mais: Mai 89½, Dez. 83½, März 87½; Hafer: Mai 4838, Dez.
4558, März 473: Roggen: Mai 993, Dez. 97½, März 9834.
Schmalz: Okt. 1207½ Dez. 12,20, Jan. 12,55.
Fleiſch: Okt. 1200, Dez. 11,90, Jan. 12,45; Speck: loko
12,37½; leichte Schweine 10,2511,35, ſchwere Schweine 11,10
bis 11,75; Schweinezufuhr: Chicago 40 000, im Weſten 20000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 22. Okt.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 143½, hart 1345; Mais: neu
ſtoff minus 4 2, dagegen Bemberg plus 8 2 Aſchaffenburger Zellſtoff nach England 3,03,6 Schilling, nach dem Kontinent 1012 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,85: Talg: extra 9.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 15½: Loko: 157.
Oktober 15,55, November 15,20, Dezember 14,72, Januar 14,45,
Februar 14,20, März 14,23, April 14,23, Mai 14,37, Juni
Juli 14,42.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die urſprünglich auf den 29. und 30. September angeſetzte ar. Ge=
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung, Sitz Frankfurt a. M.,
hat mit Wirkung vom 22. Oktober die Zinkblechpreiſe abermals um
Die Perſonalverbände für Rheinſchiffahrt darunter der deutſche,
Konferenz einen internationalen Kartellvertrag abgeſchloſſen.
Die Klage der J. G. Farbeninduſtrie gegen die Gewerkſchaft Mont=
Cenis wegen Patentverletzung durch die Uhde=Großanlage zur Her=
ſtellung
ſynthetiſchen Ammoniaks wurde von der 4. Zivilkammer der
Landgerichts Dortmund abgewieſen.
Wie aus Paris gemeldet wird, hat die Weſteuropäiſche Roheiſen=
entente
die Beſchlüſſe über die Herabſetzung der belgiſchen Inlandpreiſe
für Gießereiroheiſen von 620 auf 520 Franken je Tonne genehmigt. Die
Exportpreiſe blieben auch diesmal unverändert.
Nach dem letzten Ausweis des Zollamts zeigt die franzöſiſche Handels=
bilanz
für den Monat September dieſes Jahres einen Ausfuhr=Uberſchuß
von rund 973 Mill. Frs. Die Einfuhr beträgt im Monat September
3572 Mill. Frs., die Ausfuhr 4545 Mill Frs.
Die Verhandlungen über die belgiſchen Nachforderungen in Sachen
der internationalen Verkaufsverbände werden fortgeſetzt. Entgegen anders
lautenden Meldungen iſt eine neue Verhandlung für den Monat Oktober
noch nicht vorgeſehen. Daraus geht hervor, daß eine Einigung noch nicht
erzielt wurde.
Der in Holland aufgelegte Teil der polniſchen Anleihe iſt heute voll
gezeichnet worden.
Laut hieſigen Preſſemeldungen iſt in polniſchen Wirtſchaftskreiſen
der Plan gefaßt worden, ein beſonderes Bankinſtitut für Exportzwecke
mit einem Kapital von etwa 100 Millionen Bloty zu gründen.
Das Präſidium des ruſſiſchen Zentralkomitees des Bergarbeiterder=
bandes
beantragte die Bildung eines Kohlentruſts, für den Fernen
Oſten, welcher die Anlegung neuer Betriebe in die Hand nehmen und
ſein Hauptaugenmerk auf die Ausbeutung der Kohlenlager auf Sachalin
richten ſoll.
Aus Paris wird berichtet: Die 25 %ige Steigerung der Petroleum=
preiſe
iſt in Rumänien darauf zurückzuführen, daß die Rohal Dutſch
Petroleumgeſellſchaft ſämtliche rumäniſche Petroleumvorräte aufgekauft
habe, um ihre Konkurrenz gegen die Standard Oil Co, durchführen zu
können.
Die ſtaatlichen Petroleumraffinerien Auſtraliens, an denen die Re=
gierung
und die Anglo=Perſian Lil Cy zu gleichen Teilen intereſſiert ſind,
weiſen einen Reingewinn von 69 200 Lſtr. auf. Der geſamte Gewinn
wurde auf Verbeſſerungsarbeiten und Betriebsſteigerungen verwendet,
um die Konkurrenz der privaten Petroleumraffinerien unterdrücken zu
können.

[ ][  ][ ]

Seite 16

Sonntag, den 23. Oktober 1927

Nummer 294

Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtücke, das zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
der Friedrich Karl Schlamp Ehefrau, Luiſe, geb. Köhl
in Darmſtadt, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 22. November 1927, nachm. 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 21
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 13. September 1927 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſtei=
gerungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auf=
forderung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=

bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(15012a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 23. Sept. 1927.
1
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XII, Blatt 616
Betrag der
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ſchreibt die Gemeinde Ober=Ramſtadt
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zember
1927 ab.
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1. ein erſter Preis mit Mk. 1500
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3. ein dritter Preis mit Mk. 500
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ſind vorgeſehen Mk. 600. Die Unter=
lagen
liegen während den Geſchäfts=
ſtunden
auf der Bürgermeiſterei Ober=
Ramſtadt offen und können auch gegen
Einſendung der Portogebühren bezogen
werden.
(16413gd
Ober=Ramſtadt, den 21. Oft 1927.
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4½Türk. (Abm.) 02
4½ (Bagd.)
15.5
47 (Bagd.) II
4% unif. 1903
4% 1911 Boll. 12r

4½½ Ung. St. 1913
4½½
1913
(lt. Tnnsbr. Abk.)
4½% Ung. St. 1914
4½½ Ung. St. 1914
(lt. Innsbr. Abk.)
ung Goldr. ..

51.75

13.8
n.75

4% Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
4% Ung. Staatsr.
v. 10 ...
4½ung. Kronr. . . .
3% Ung. Eiſ. Tor.
Außereuro=
päiſche

5%Mex.am. in. abg.
5% auß. 99
4% Gold04ſtf.
3% konſ. inn. . .
4½%, Irrigat.
5% Tamaulipas I.
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech=
nung

10%Berl. H.=Bk. G.
88 Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.=G.
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
% Dresd. St. G.
7%Frkf. St.=G...
RS
8%Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . . ."
Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ..
6% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr
3%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
Frkf. Goldpfbr.
% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
30 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
1% H.=St.= Gold=
anl
. . .
% beſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
7% Geſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr
8%Klöckn.=Werk.2

87.5
96.5

83

98
96

90.5

98
97

92
75.25

96.25
96.,5

10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen).
Golbobl.
80 Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Golbanl.
7%M. KraftHöchſt
80 Mainz.=St.-G.
80 Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.=
70 M.-Stahlw. 27
8% Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. .. ..
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr. .. .."
8½ Pforzh. St.=G.
80 Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
70 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ... ..
*

4½% Lig. Pfb.
Anteilſch
½%Rh. Stahlw.
25
10%Rh.=Weſtf.=B
Cr.=Bk. Goldpf.

ietgn.3.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld.
obl. mit Optior
% V. Stahlw. Düſ.
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Optior
% Viag(V. Ind.=
1 unt Bln.) 27

.1102
98
98
97.4
89.6

9n

97.5

00
97

95
91
4.75
75.25

104
99

90.5
B9

8%Voigt cHäffner
Goldobl. ......
8% Württbg. Hyp.
Bank Goldpfbrf.
Ohne Zins=
berechnung

5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ...."
5%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .. . . . 23
5% Pr. Kaliw. . . .
50 Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt.B. 6
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. . .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hhp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hhp.=Bk.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hhp.=Bk.
Preuß. Bob.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B. ..
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. ..
Württ. Hyp. Bk. ..
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel".
Naſſau. Ldsb. . . .
Obligationen v.
Transportanſt.
4 Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
57Oſt. Sb (L.)ſtfr.

2.23

14.5

Mede
2,6% Neue
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b. 8.E. ..
3%Oſt. abg.

9.Em.
abg
1885 .
abg.

gOſt. , Erg. Netz
ZOſt. abg.
3% RaabOebd. 83/ 21.75
8%
9.
30

97
42 Rub. Silber
4% Rud. (Salzkg.) 13.5
4½%Anat., S. T 17
4½% Anat., S. II 16
½%0 Anat., S. III
Salon. Monaſt. / 19.5
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 136
Bad. Bk. .
..1170
Bk. f. Brauind. .
Barmer Bankv. . . 134
Bah. Hyp.=Wchſ. . 1156
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. . 1165
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank .. . 155
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 128
D. Hyp.=Bk. Mein. /124
D. Vereins=Bk. ..1102
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk. .. . 151
Frankf. Bk.
122
Frankf. Hypth =Bk./139
Frkf. Pfdbr. Bk.. . . 134
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank".
Metallbank.
1133
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. . 178
Pr. Bd.=Creditbank 124
Hyp.=Akt.=Bank 1140
Reichsbank=Ant. . . 169
Rhein. Creditbk. . . . 131
Rhein=Hyp.=Bk. . . 175
Sütd, B.=Freditbk./

14.

4.1

Südd. Disc.=Geſ..
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus..

Eſchw. Bergw. .
Gelſenkirch. Bgw. .
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St...
Genußſchein ...
Kali. Aſchersleben.
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln. .
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ......"
Oberbedarf ... ..
Otavi=Min.=Ant. . .
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk. . . .
Rhein. Stahlw.
Riebeck Montan. . .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb. .. . . .."
Ver. Laurahütte,
Ver. Stahlwerke . .
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger
Hereules, Heſſiſche
Löwenbr.=Münche
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger .

Akkum. Berlin.
Adler EOppenh .
Adlerw. (v. Kleher
6%E. A. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm . . .
Bad. Maſch. Durla
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg ...

Ve
zI.
101
140

115
160
232
160
140

103
230
185
156
180
121

271
185
146
335
245
314

175

165
95
83
166
158
168
81

Bahr. Spiegel ..."
Beck & Henkel ..."
Bergmann El".
Bing. Metall. . .
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. . .
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. . .
Chem. Albert.. . . .
Chem. Brockh.
Chem. Milch
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel. . .
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb. Scheid.
D Linoleumw. Bln.
Dingler, Zweibrück.
Dresb. Schnellpr. .
Dürkoppw. (St)...
Dürr. Ratingen ..
Dyckerhoff & W..
Eiſenw. Kaiſersl.. .
E. Licht u. Kraft. .
El. Lieferung ....
Elſ. Bad. Wolle ..
Email. Ullrich ..
Enzinger Werke ..
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn..
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind. J. G...
Felten & Guilleau
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof ..
Frkf.=M. Pok. u. W
Geiling & Cie..
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon.
Gritzner. Maſch. ..
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Haid & Neu".
Hammerſen
Hanfw. Füſſen....
Hanſa=Lloyd, Br.,
Hartm. & Braun..

78
195
63
135
196
33
126
75
105
81
134
200

132
67
40
A
52
230
62
98
49
276
125
95
40
111
67
116.5
115
168
143
51
128

Heyligenſtaebt. . .
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ...."
Hoch=Tief Eſſen.. . 1100
Holzmann".
Holzverk. Ind... . .
Hydrom. Breslau".
Inag
JunghansSt.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch..
Karſtadt. N. ... ..
Klein, Sch EBecker
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Barun
Krw. All=Württbg.
Krauß & Co. ....."
Lahmeher .. . . . . . 470
Lech, Augsburg ...
Lederw. Rothe ...
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw..
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid. Metalll
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frkf.
Miag, Mühlenb. ..
Moenus. Stamm
Motorenf. Deutz
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Neckarf. Fahrz. .. 1102
Neckarw. Eßlingen 1136
Peters Union . . . . 109
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps.
Porzellan Weſſel.
Rein. Gebb. & Schal
Rhein. Elektr.
Rhenania,Kunhein
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackfr.
Schriftg. Stemp.
Schuckert. Elektr.
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz....."

33
103
170
67
30
203
150
120
160
60
99
116
20
118
118
182
129
67
68
95
60
35
132
146
62
85
57
86
121
12.
185
52

Schultz, Grünlack
Seilind. Wolff.
Siemens Glas ..
Siemens & Halske
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G.
Thür. Lief. Eotha .
Uhren Furtwäne
Unterfr. Kr.=El.=
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin ..
Zellſtoff Berl.
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner.
Volthom Seil
Wayß & Frehtag.
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Aſchaffenbg
Zellſt. Memel
Zellſt. Waldhof.
Zucker f. Rheingau
Transport= ud
Berſichernngs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz.
A. Dt. Eiſenbahn.
A. Lokalb. u. Kraft
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E.B:
Südd. Eiſenb.=Ge
Hapag...."
Nordd. Lloyd.
Frkft. Allg. Ver).
Frankonia Rückv.,
Darmſtädter Werte

131
111
1I.2.
100
48
100
21
56

15
611
147 0
146 d
19 &
142
285 S

1400
1432

158

32
7i
32.,
n0
136

[ ][  ][ ]

2z. Oktober 1927

Nummer 43

Mr

IHAAHHHHANEAn

2 Ae O 4

Von Emil Strodthoff.

Em Gang durch Dresden iſt ein Gang durch unerhörte
Koſtbarkeiten, denn wohl an keiner anderen Stätte Deutſch=
lands
hat ſich die Kunſt in ſo bedeutender Vollendung, ſo
wahlverwandt in den Schoß einer heiteren, beſtrickenden
Landſchaft gebettet wie hier. Die Elbe, der mütterlichen
Hut des Gebirges kaum entwachſen, weiß noch nichts von
den Laſten, die ihr der Norden aufbürden wird; noch iſt ſie
jungfräuliches Kind, und be=
kränzt
hebt ſie unter gaukelnden
Silberſtreifen die jungen Brüſte
den Wäldern, den Gärten und
Wieſen ihrer Ufer entgegen.
O, dieſe ſtolze, Jehnſüchtige
Flut! In hellen Frühlings=
nächten
pocht ſie im Herzen
Dresdens an das Herz des Frem-
den
. Wie ein geheimnisvolles
Seſam, öffne dich, iſt dieſes
Nauſchen, und aus der Ciefe
des Stroms ſchwingen Glocken
in das ſüße Blau und künden
uns em verſunkenes, ein von
Schönheit gefättigtes Vineta.
Iſt es der Klang unſerer Seele,
iſt es das leiſe Lied der Wellen
oder iſt es die Sprache der
dunklen Paläſte und Kirchen
dieſer unvergleichlichen Stadt?
Es iſt der Sauber einer reichen
Vergangenheit gelebter oder
egeſtalteter Kultur, der uns ſo
eltſam ans Herz greift wie
ititternder Geigenton, wie der
wehmütige Sang Mignons:
Keunſt du das Land .
Jahrhunderte zogen dahin
mn Welle und Wind, und immer=
ſdar
wiegt ſich der verrlich=
Fflüſſige Säulenturm der Katho=
lliſchen
Hofkirche im Aether,
ifener reifſte und ſüßeſte Kirchen=
Sau italieniſcher Abkunft, den
wwir beſitzen. Dieſe Kirche iſt
in märchenhafter Abglanz der
abgründigen, aber kriſtallklaren
Rünſtlerſchaft Chiaveris,
Oer ſie von 1739 bis 1756 auf
Seheiß Auguſts II. ſchuf. Die
Worgeſchichte des Baues offen=
ſart
eine eigenartige Cragik.
Qluguſt der Starke verriet ſeinen
proteſtantiſchen Glauben um die
wolniſche Königskrone und
wourde katholiſch. Das ſächſiſche
Herrſchergeſchlecht, einſt das
Bollwerk der Neformation,
ſentwaffnete ſich vor Nom, und
ſoer Sohn jenes Konvertiten,
ees erſten Wettiners, Auguſt II.,
waute die katholiſche Hofkirche.
lls immerwährender Seuge,
ſals herbe Gewiſſensmahnung,
ſteht die Frauenkirche da und
ſchaut mit düſterer Erhaben-
ſeit
zur entzückenden Nivalin
ſieinüber. Sie wurde vom Nat=
ſeer
Stadt in bewußtem Gegen=
bdatz
zu dem Bekenntnisabfall des Fürſten in den Jah=
(Gahren von 1726 bis 1758 durch Georg Bähr ge=
ſchaffen
; ein Kuppelbau von impoſanter Wucht, in dem ſich
ſeas graziöſe Nokoko zu rieſenhafter Dimenſion erhob. Iſt
eie Hofkirche hymniſcher Aufſchwung einer von allen Feſſeln
beefreiten und erlöſten Gottſeligkeit, ſo iſt die Frauenkirche
manz ſchmerzliches Ningen: Ich laſſe Dich nicht, Du ſegneſt
mnich denn! Ein überwältigendes Erlebnis, dieſe beiden
(Rirchen zu ſehen, in denen der Atem von Jahrhunderten
weht, die eine in ſtummer Anklage und faſt totenhafter
Sotarre, die andere ſorglos in lächelnder Glückſeligkeit, wie
(ärauen auf den Gemälden Botticellis.
In verwirrender, mannigfaltiger Schönheit beherrſcht
deer Geiſt des 18. Jahrhunderts dieſen Stadtteil Dresdens.
Der Geiſt des Nokoko ſchwebi über der ſteinernen Pracht
mand zieht uns in den magiſchen Kreis einer ſchöneren Welt.
Aleberſchreitet man die Brühlſche Cerraſſe und folgt links
eem Grundriß der Hofkirche und der Königlichen Reſidenz,
ſwo gelangt man zum Palais am Caſchenberg. Beſchwörend
iſſt die Geſte dieſer ſchmuckloſen Faſſade, deren undurchdring=

licher Ernſt kaum gemildert wird durch die zauberhaften
Brunnen träumeriſcher Höfe. Hier beugt ſich Eichendorff=
ſche
Romantik über den Spiegel unſerer Seele, und wir
fühlen das Geheimnis verwunſchener Schlöſſer, ſpielender
Waſſer und einſamer Frauen, wie deren eine, Louiſe, Kron=
prinzeſſin
von Sachſen, hier zu Hauſe war. Weiter geiſtert
die Symphonie der Schönheit; eine düſtere Kantate ver=

klingt, und, von zarteſten Melodien umfloſſen, erhebt ſich
die aphroditeiſche Klarheit des Swingers, ein Phänomen
an Schönheit; unfaßbar, weil Matthäus Daniel Pöppel=
mann
ihn aus Stein erbaute, ein lebendiges, zitterndes und
doch ein ſteinernes Herz.
Wie rührt uns die erhabene Heiterkeit dieſer Schöpfung;
lan um Plan hat es den genialen Bqumeiſter gekoſtet,
ſchier übermenſchliche Hirnarbeit, dieſes Steinmaterial in
das Spiel lichtvollſter Gaukelei, in die Leichtigkeit einer
ewigen Laune aufzulöſen. In dieſem Heiligtum verſtummt
die Unruhe unſerer Cage, und zu nichts anderem iſt der
Geiſt bereit, als ſich dem unerhörten Sauber einer Vergan=
genheit
hinzugeben, die groß war, weil ſie Unſterbliches
ſchuf.
Längſt verſunken iſt Krone, Majeſtät und der ſorgloſe
Hof mit ſeinen ſchönen Frauen, ſeinen galanten Herren;
auch das Naſcheln ſeidener Nöcke, das Klirren zierlicher
Degen und das verſchwiegene Flüſtern heißer Lippen iſt
längſt verweht, nur der Wind koſt wie einſt mit Strauch
und Blume, mit Wolke und Stein.

Providentiae memor ſteht in erhabenen Buchſtaben
über dem Durchgangsbogen der Neſidenz am Elbufer. Wie
ein delphiſcher Orakelſpruch mutet uns, die wir Chrone
haben ſtürzen ſehen, die wir Könige haben außer Landes
gehen ſehen, dieſes Wort an.
Der Stuhl Sachſens im Chronſaal Auguſts des Starken
ſteht verwaiſt inmitten einer kalten Herrlichkeit. Da, wo
noch vor 10 Jahren der Name
Majeſtät durch die Räume
geiſterte, wo ſich die Nacken
ſtolzer Männer bogen und edle
Frauen zu höfiſchen Pagoden
erſtarrten, drängt ſich heute der
Schwarm der Beſucher. Die
Simmer und Säle der ehemali=
gen
Neſidenz ſind von erleſen=
ſtem
Geſchmack und mit faſzi=
nierendem
Neichtum ausge=
ſtattet
.
Sweiunddreißig Räume ſind
dem Beſuch zuganglich gemacht,
und ſollte man unter ihnen
wählen, könnte man ſich gefroſt
dem Zufall des Loſes anver=
trauen
, denn einer iſt ſchön wie
der andere.
Da gibt es einen roten,
blauen, grünen, gelben, einen
lachsroten Salon in duftigen
Halb= und Ganzfarbtönen. Die
Simmerwände ſind mit zar keſten
Seidenmuſtern beſpannt, koft=
bare
ſilber= und goldgetriebeiie
Boulle=Uhren auf rötlichen
Marmorkonſolen, venetianiſche
Spiegel mit Bronzebeſchlägen,
vergoldete Stühle, Schreibtiſche
aus Noſenholz mit reicher Oi=
tarſienarbeit
und vieles andere
mehr.
Aus dem Jahre 1806, der
Seit der Bündnisſchaft Friedrich
Auguſts I. mit Srankreich,
ſtammen die vier Gobelins im
großen Speiſeſaal, Geſchenke
Napoleons. In der reichen
Bordüre dieſe Stücke befindet
ſich ein großes N ſowie das
Wappentier Napoleons, die
kaiſerliche Biene.
Ueber dem Geſimſe der
größeren Säle verlaufen Frieſe,
ſo im Ballſaal Szenen aus dem
Kulturleben der Antike und im
Bankettſaal Darſtellungen aus
der chriſtlichen Kultur. Hoch=
intereſſant
iſt das Gobelin=
zimmer
mit Gobelins aus der
Pariſer Manufaktur. Es ſind
Darſtellungen von bedeutenden
Szenen aus den Werken Cor=
neilles
, Nacines, Moliéres und
Quinaults. In der Bordüre
lehnen die Wappen Sachſens
und Frankreichs.
Schon dieſe knappe Aus=
wahl
gewährt einen Einblick in
den unerſchöpflichen Reichtum dieſes Palaſtes, der nach
außen hin eine beſcheidene Vornehmheit repräſentiert. Das
ganze fürſtliche Europa hat in Jahrhunderten gewetteifert,
dieſe Näume mit den edelſten Erzeugniſſe der Kunſt und des
Handwerks auszuſtatten.

Ueber Dreeden ſinkt die Sonne.
Wie ein Schwertknauf ſticht die Hofkirche in den lodern=
den
Himmel, und verheißungsvoll neigt ſich das goldene
Kreuz dem ſcheidenden Geſtirn entgegen. Eine bauende
und ſchaffende Generation, eine, die zerſtört, das iſt der
Caktſchritt des Lebens, und ſeine Intervalle laſſen Kulturen
erſtehen und vergehen.
Aber das Nauſchen der Elbe wird ewig ſein, und im
Singſang des Windes geht ein Lied durch ihren zeitloſen
Craum von ſtolzen Paläſten, von verlorenen Kronen, von
Kirchen und ſtolzen Cürmen ihrer unvergleichlich ſchönen
Stadt.

Fannnß
IHEEAAHAHEEARAAAEABEIAHZEEEHÄEEAHAAAAAAÄAAAA

[ ][  ][ ]

Das vielſeitige Glas
Die Erfindung des Glaſes. Aelkeſte Seugen der Glasfabri=
kation
. Deutſche Glashütten von einſt. Glasmalerei.
Die erſten Glasſpiegel. Dentſche und venezianiſche Konkurrenz.
Das Brandenburger Glas. Johann Kunckel und Simon de
Conrnay. Glasfabrikation von heute.
Plinius, der bekannte römiſche Hiſtoriker, ſchreibt die Er=
findung
des Glaſes phöniziſchen Seefahrern zu, die eines
Cages am Fluſſe Bolus an der ſyriſchen Küſte in der Aſche ihres
aus Sodaſteinen erbauten Herdes Glasperlen gefunden haben
ſollen; aber dieſe Nachricht hat ſich im Laufe der Seit als un=
richtig
herausgeſtellt. Swar ſind Ort und Seit der Erfindung
des Glaſes nicht mit Sicherheit nachzuweiſen, aber man weiß
heute genau, daß die Aegypter die erſten waren, die Glas
zu ſchmelzen verſtanden.
Bereits im Jahre 1500 v. Chr. muß die Glasfabri=
kation
in Aegypten ausgebildet geweſen ſein, denn man
hat aus jener Seit in Aegypten Schmuckſachen aus Glas und
bildliche Darſtellungen von Glasbläſern auf Sarkophagen ge=
funden
, die Seugnis dafür ablegen.
Die älteſten äguptiſchen Glaserzeugniſſe,
die wir kennen, entſtammen dem vierten vorchriſtlichen Jahr=
tauſend
und ſtellen Paſten aus undurchſichtigem, farbigem Glas

er gleichzeitig. Die älteſte deutſche Werkktäft,;
für Glasmalerei dürfte, einem Brief des Abtes Gozbern
zufolge, das Kloſter Cegernſee ſein.
Die älteſten in Deutſchland erhaltenen Glasmalereien ſinddt
die fünf Propheten im Dom zu Augsburg, die herrlichen gotic
ſchen Schöpfungen in Weißenburg, Straßburg, Fanten, Köln;
Naumburg, München=Gladbach, Freiburg i. Br. und in Sooſt
Aber unübertroffen an Glut der Farbenwirkung ſind in Fronk!
reich die Kirchenfenſter von Poitiers, Le Mans, St. Deniei
Paris (Ste=Kapelle), Amiens, Laon, Evreux, Neims und Sis
Quentin.
Gegen Ende des Mittelalters zieht die Glasmalerei amm
der Kirche ins bürgerliche Heim, davon die ſogen. Kabineit
ſchreiben und die Wappen in den Wohnzimmerfenſtern der
Natſäle und Sunftſtuben ein beredtes Seugnis ablegen.
Aber der Weg vom primitiven zum Kunſtglas iſt ein reckt
weiter. Gut 5000 Jahre mußten verfließen, bis ein uns beutn
unentbehrlich gewordener, täglicher Gebrauchsgegenſtand, den
wohl auch der treueſte Freund unſerer holder Damenwelt iſü

Aegyptiſche Glasbläſer.
arbeitet wurden. Gläſerne Gefäße ſind jedoch aus dieſer Seit
noch nicht nachzuweiſen, obwohl die chemiſche Zuſammenſetzung
der Paſten derjenigen unſeres heutigen Glaſes beinahe gleicht.
Die Farben erſcheinen nur unrein, weil man die metalliſchen Bei=
miſchungen
noch nicht herauszuziehen verſtand. Die älteſten er=
haltenen
altäguptiſchen Glasgefäße der Welt ſind ein ſchön ge=
formter
Krug aus dem Jahre 1500 vor Chr. und zwei kleine
Vaſen, die den Namen des ägyptiſchen Königs Cutmoſis III.,
tragen und die zugleich die Hauptverzierungsart der
vorchriſtlichen Bläſer die bunte Fadeneinlage auf
opalfarbigem Grunde noch ſehr gut zeigen.
Neſte von altäguptiſchen Glaswerkſtätten
ſind in neuerer Seit an verſchiedenen Orten aufgedeckt worden;
ſo z. B. in Cell el Amarna, Cheben, El Kab und Achmunein.
Von ſehr großer Bedeutung für den Wohlſtand Aeguptens war
damals die ſtarke Glasinduſtrie in Alexandrien, die
bis in die römiſche Kaiſerzeit hinein den Weltmarkt unumſchränkt
beherrſchte und ſeine Luxuswaren und Gebrauchsmaſſenartikel
aus Glas bis in die entfernteſten Länder vertrieb. Selbſt Aſſyrien
und Perſien deckten ihren Bedarf an Glasſachen durch ägypti=
ſchen
Import.
Die vorderaſiatiſchen Küſtenländer fabrizierten
zwar auch Glas, konnten aber, da ſie ſelbſt von den alexandrini=
ſchen
Vorbildern abhängig waren, keine wirkſame Konkurrenz
machen und beſchränkten ſich lediglich auf den überſeeiſchen
Handel. Der größte Exporteur unter ihnen war Phönizien.
Späterhin blühte die Glasfabrikation in Vorder=
aſien
gewaltig auf, was man auch aus dem langen Beſtand
der dortigen Glashütten erſehen kann; denn noch im 12. Jahr=
hundert
n. Chr. wurde in Cyrus Glas hergeſtellt. Man
brachte es hier im Glasfärben, im Zuſammenſchmelzen verſchie=
dener
Glasflüſſe und im Schleifen des Glaſes bald zu höchſter
Vollkommenheit. Auch die Nömer entwickelten hieri,, wie
die pompejaniſchen Funde zeigen, großes Geſchick.
In der nachrömiſchen Seit wurde Byzanz für Europa
der Hauptſitz der Glasbereitung und einer orientaliſch beeifluß-
ten
Glasbildnerei, deren Bedeutung man neuerdings 8
ſtark herabzumindern verſucht. Crotzdem erreichte der in Byzanz
hergeſtellte Glasmoſaik Weltruf.
In Griechenland, dem klaſſiſchen Lande der Con=
bildnerei
, hat die Glasfabrikation ſonderbarerweile niemals feſten
Fuß zu faſſen vermocht; denn ſelbſt die in Mykene gefundenen
Wandeinlagen ſind ägyptiſchen Urſprungs.

Su Beginn des Mittelalters erfährt die römiſche Glas=
fabrikation
von enedig aus neue Belebung. Italieniſche
Glasmacher überriehmen die Führung wieder und verpflanzen
die Kunſt, das C5las zu blaſen und der zähflüſſigen, plaſtiſchen
Glasmaſſe dadurch die gewünſchten Formen zu verleihen, in die
dar, die zu Perlen, Amuletten und anderen Schmuckſachen ver= nördlichen Länder, wo die ſiegreichen römiſchen Legionen ihre
Lagerplätze aufgeſchlagen hatten. So entſtanden am Rhein die
erſten deutſchen Glashütten in Köln und Crier.
Von den dort hergeſtellten Glasſorten wird berichtet, daß ſie ſich
durch eine beſondere Farbloſigkeit auszeichneten. Während des
ſpäteren Mittelalters breitete ſich in Deutſchland die Glasfabri=
kation
vom Rhein aus auch über andere deutſche Landesteile
aus. Da aber der primitive Betrieb der damaligen Glashütten
ſeiner Natur nach an waldreiche Gegenden gebunden war, ſo
ſind es namentlich die Waldgebirge, die nach und nach Sen=
tren
der deutſchen Glasfabrikation wurden und
das Rheinland verdrängten. Hauptſächlich in Heſſen
und den angrenzenden Waldgegenden, ſowie Böhmen und den
benachbarten Gebieten Sachſen, Chüringen, Bayern
und Schleſien entwickelte ſich die intenſive Glasbläſerei ſehr
ſtark. Das Vorlcommen von Glashütten in dieſen Gegenden
iſt ſeit dem Jahre 1400 aktenmäßig erwieſen, doch muß man
für das weſtliche Cſebiet ein weſentlich höheres Alter der Glas=
induſtrie
annehmen, da 1406 bereits alle Glasmacher auf und
um den Speſſart eine größere Delegation an ihren Herrn, den
Grafen Ludwig von Nieneck, ſandten. 1450 wurden die erſten
heſſiſchen Hütten im Kaufunger Walde und im Nein=
hardswalde
bei Kaſſel erwähnt.
Faſt zu der gleichen Seit wurde auch in Deutſchland eine
andere Kunſt heimiſch, nämlich die, das Glas zu bemalen und
die Farben einzuſchmelzen. Sie hat ſich vermutlich an verſchie=
denen
Orten aus der altchriſtlichen Moſaikverglaſung entwickelt,
wobei die Schmelzmalerei der alten Cöpferkunſt den Anſtoß
gegeben haben mag. Der Uebergang von geometriſchen Muſtern
zu figürlichen Darſtellungen erfolgte wahrſcheinlich am Ende
des erſten Jahrtauſends; in Frankreich und Deutſchland erfolgte

Gläſer mit farbigen Schlangenfäden.

erfunden wurde: der Spiegel. Erſt im 13. Jahrhundent
wurde die bis dahin als Spiegel gebräuchliche Metallſcheibe duran
den venezianiſchen Glasſpiegel erſetzt. Die Spiegelfabrikatia
wurde bald für die Dogenſtadt Venedig die Quelle ihres Neich d
tums. 1688 begann man dann in Frankreich ebenfalls, Spiege/
größeren Umfangs herzuſtellen, nachdem bereits im 14. Jahry
hundert die noch heute gebräuchlichen, mit Sinnamalgan belegtend
ebenen Spiegel in Deutſchland aufgekommen waren. Im acht=h
zehnten Jahrhundert beſchäftigten die Venezianer etwa zuch
Menſchen i ihren Glashütten, und dieſe 8000 Sklaven ließ dent
Hohe Nat ſtändig ſcharf bewachen, damit keiner die Geheimnſſe 9
der Fabrikation verraten könnte. Crotzdem ſtanden oer ſeit
dem Anfang des 16. Jahrhunderts ein deutſches Ge=
ſchäftshaus
in ſcharfer Konkurrenz mit Venchig.
Jedenfalls waren die in Deutſchland fabriziertea Veneicher 1
nicht nur eine vielbegehrte Ware und daher ein gutes Geſchäft.,
ſondern gaben auch den echten, in Venedig hergeſtellten Spiegend
nichts nach. Da kam dal Gallos, der die geblaſene!
Spiegel erfand und ſetzte durch ſeine Erfindung 200
Venezianer wieder in ihre Führerrolle bei der Spiegelfabrikatioel
ein. In Frankreich und England wuchſen jetzt Spiegelfabrikan
aus dem Boden, und mit dem Jahre 1701 übernahm die Gubri)
St. Gobin in Frankreich die Führung in der Spiegelglasinduſtrün
in der ihr Deutſchland heute mit Erfolg die Vorherrſcho)
ſtreitig macht.
Seit dem 16. Jahrhundert hatte alſo jedes vorgehme Hac
bzw. jede vornehme Dame einen gläſernen Spiegel.
Durch die auch nach Brandenburg gelangten auswärtiggl
Glasprodukte ſah ſich ſchließlich auch Kurfürſt Joachu
Friedrich von Brandenburg veranlaßt, im Jah4

Suſts Bandlung in Katro
Von Siegfried Naekzer.
Ich würde davon abſehen, die folgende peinliche, aber faſt
wahre Begebenheit zu berichten, wenn ich mir nicht davon eine
nützſiche Lehre für manche junge Mädchen verſpräche.
Alſo, die Samilie des Kommerzienrats Nägele aus Cuttlin=
gen
(Württ.), beſtehend aus ihm, ſeiner Frau Elsbeth und ſeinen
Cöchtern Suſi und Hanni, die neunzehn und achtzehn Lenze zähl=
ten
, beſtieg im Frühjahr des vorigen Jahres ein großes ſchönes
Schiff in Genua, um von dort aus eine der ſo beliebten Mittel=
meer
=Nundreiſen anzutreten. Die See war glatt, das Wetter
lind, die Sonne ſchien warm. Kein Wunder, daß ſich alle Rei=
ſenden
an Deck und in beſter Laune befanden. Die älteren
Jahrgänge begnügten ſich mit Schauen und Knipſen. Die Wiß=
begierde
der Jugend aber geht weiter. Und ſo erkundigte ſich
denn Suſi an der geeignetſten Stelle, nämlich bei einem adrett
angezogenen ſchlanken jungen Offizier des Schiffes, nach Schaf=
zucht
, Wolle, Wein, Einwohnerzahl der Inſel Elba, an der man
gerade vorbeifuhr. Von meinem nahen Deckſtuhl aus konnte
ich die Unterhaltung genau verfolgen. Obwohl die meiſten An=
geſtellten
des ſtark von Deutſchen benutzten Dampfers deutſch
ſprachen, kam unſerer Suſi, die eben eine echte Deutſche war,
durchaus nicht der Gedanke, zunächſt einmal ihre Mutterſprache
zu verſuchen! Sie redete vielmehr ein grauenhaftes Penſions=
Engliſch. Wo ihre Sprache nicht mehr ausreichte, redeten die
Augen. Suſi wendete ſchließlich ihr Intereſſe von Elba ab, und
degann, mit dem jungen Italiener im Schlepptau, um das Deck
herumzulaufen, zehnmal, zwanzigmal. Auf dieſe Weiſe konnten
dann auch andere erfahren, wie gut Suſi engliſch zu ſprechen
glaubte.
Am nächſten Morgen liefen wir Neapel an. Der Offizier
hatte dann natürlich Dienſt. Suſi irrte planlos auf Deck umher.
An Land ging’s im Auto nach Pompeji. Dort ſah ich Suſi wie=
der
. Sie hörte kaum den intereſſanten Ausführungen des deut=
ſchen
Führers zu und machte ein durchaus gelangweiltes Geſicht.
Ebenſo auf dem Veſuv. Der Dampfer fuhr um Mitternacht
Geiter. Eine Mimte vor zölf ham der Offizier an Bord,

Suſi hatte bis halb zwölf auf Deck herumgeſtanden und war dann
verſchwunden, vermitlich verbittert und enttäuſcht. Am nächſten
Morgen bei ſtrahlender Sonne Einlaufen in die gefährliche
Meerenge von Meſſina. Der Offizier hatte infolgedeſſen Dienſt.
Ich ſtand auf dem oberſten Decke und verſchlang das unvergleich=
lich
ſchöne Panorama. Hinter mir redete eine wohlbekannte
Stimme ein ſchauderhaftes Franzöſiſch. Der Ceilhaber am Ge=
ſpräch
war ein hübſcher junger Herr mit ſchwarzen Augen und
eben ſolchem Schnurrbärtchen. Wie ich ſpäter erfuhr, ein Arzt
aus Spanien, der in Deutſchland ſtudiert hatte. Man ſah nun
beide, außer beim Eſſen, den ganzen Cag zuſammen. So ging
das drei Cage, bis die lange Nadel des Leuchtturms von
Alexandrien aus dei: Meer auftauchte. Am Gabbari=Quai ſtand
der Sonderzug für die Neiſenden des Dampfers Neptunia
ſchon bereit, und beid ſauſte man durch die üppigen Gefilde des
Nildeltas.
Kairol. Ein betäubendes Leben ſchon auf dem rieſigen
Bahnhof! Eine Flut von elektriſchem Licht auf der Sharia
Kamel, wo das große Hotelauto die Familie Nägele nebſt Gepäck
an der breiten Cerxaſſe des guten, aber etwas altmodiſchen
Shepheards Hotel abſetzte. Suſi ließ ihre Augen unherſchweifen:
weder im Suge noch hier eine Spur von dem jungen Arzt! Aber
alsbald wurden ihre Ohren und Augen gefangen genommen von
dem vielen Neuen. Auf dem Fahrdamm ſauſten Autos in un=
unterbrochener
Neihe, und auf dem Bürgerſteig vor dem Hotel
flutete unaufhörlich, eine bunte Menſchenmenge in orientaliſcher
und europäiſcher Kieidung. In dem Flimmer dieſes märchen=
haften
Bildes blieben ihre Blicke auf zwei großen ſchwarzen
glühenden Augen haften, die auf ſie gerichtet waren. Ein hoch=
gewachſener
ſchlanker Menſch im langen ſchwarzen flatternden
Gewand mit rotem Gürtel, roten Lederſchuhen und einem S8z
auf dem ſchmalen, zieinlich kleinen Kopf war es. Die Süge waren
fein geſchnitten, die Geſichtsfarbe etwas olivfarbig, faſt weiß, die
Hände ſchmal und raſſig, die Haltung hochaufgerichtet und der
Gang königlich. Der Aegypter blickte ſich nach ihr um und ſah,
daß ſie ihm mit den Augen gefolgt war. Leider rüttelte Vater
Nägele ſeine Cochter aus ihren Cräumen auf. Beim Eſſen im
großen Saal wurderte ſich Suſi, daß die eingeborenen Kellner
deutſch ſprachen. Vergebens ſuchten Suſis Augen auf der Cer=

raſſe, wo man, auf den bequemen Korbſeſſeln ſitzend, den Fod
lichen Kaffee trank, wurden aber dann magnetiſch nach der Ghe
deren Straßenſeite gezogen. Dort, unter den Laubengange;
ſtand Er. Vegungslos ſtand er und ſtarrte herüber ...."
Am nächſten Morgen begannen die Sehenswürdigkeiteig
Eine Karawane von Autos für die Reiſenden der Neptun:n
ſtand bereit. Im Augenblick der Abfahrt ſchwang ſich neben?4
Chauffeur des Autos der Familie Nägele Er! Suſit übern
es kalt und heiß. Wahrhaft vornehm nahm er ſich aus nelel!
dem kleinen dicken rabenſchwarzen Wagenlenker. Sauſend 9e
es zur Sitadelle. Zerſtreut hörte Suſi auf den Vortrag
Dragoman, der den Schwarm der Neiſenden zuletzt aul
Mauerbrüſtung führte. Die Ausſicht auf die weite Million ral
ſtadt, auf die Kuppeln und Minarette, auf den breiten, ſch1an
mernden Nil und auf die Pyramiden in der Serne entlocheden
den Fremden Ausrufe des Entzückens.
Ein langer ſchmaler Arm ſtreckte ſich neben Suſi aus: 200
feine Hand mit einem glitzernden Stein zeigte nach Süden, !
wohllautende ruhige Stimme ſagte gedämpft in deutſcher Sprar
Dort liegt meine Heimat.
Suſi ſchrak zuſammen. Sie konnte in dem Wirbel der Oel
danken nur ſtommeln:
Ahl. Iſt es weit?
Nicht weik, ſchöne Deutſche. Viel näher als Deutſchle2
Wie gefällt Ihnen meine Heimat?
Oh, wunderbar!. Wir ſind leider nur wenige Cage EI
Ach, ich möchte viel länger hier ſein; alles ſehen, den Ril T
" Suſi ſal1
hinauf aber wir müſſen weiter
ihm auf. Es wurde ihr ſeltſam.
Bielleicht fönnen Sie er wechſelte plötzlich das Chls?
urd Stimme und dort im Weſten jehen Sie die Pyrällt.
des Cheops und des Chefren=
Erſchreckt gewahrte Suſi, daß Schweſter Hannt 14
getreten war. Darum fragte ſie nach dem Ater der Pyrälſt.
und ihren Erbauern, was Juſſuf ben Omar, wie er ſich 1e5. 2
ſtelte, jangatmig beantwortete. Als man am Nachmitteg.
deit mächtigen Nil zu den Pyramiden fuhr, und das Aena. 2"
Hotel erreichte, war wie von ungefähr Juſſuf an der S
Sulis, half ihr galant auf das Kamel, dabei zart ihre Beit

[ ][  ][ ]

Gläſer mit Spiralfadenſchmnck.
(1 ſeinen Münzmeiſter Heinrich von Nehnen nach Kreibitz
BBöhmen zu ſenden, damit er dort Glasarbeiter für
andenburg anwerbe. Die böhmiſchen Glasarbeiter
lnen damals nämlich neben den ſchwediſchen für die geſchickte-
m
in Europa. Mit Hilfe der in Kreibitz Angeworbenen er=
fmete
der Kurfürſt am 17. April 1602 den Betrieb der erſten
mandenburgiſchen Glashütte in Grimnitzbeiſoachims=
/a!, wo eine beträchtliche Menge emaillierter Gläſer von
ſuer Güte gearbeitet wurden, und das, trotzdem nur ein Maler
i beſchäftigt war. 1607 wurde die Hütte abgebrochen und
ch. Marienwalde verlegt, wo ſie 1611 abbrannte und
ſart wieder aufgebaut wurde. Sechsundzwanzig Jahre ging
FArbeit gut vonſtatten, dann kamen 1657 jedoch kaiſertiche
wpen, ermordeten die Arbeiter und zerſtörten die Hütte.
auch dem weſtfäliſchen Frieden im Jahre 1654 wurde die Hütte
Oerſelben Stelle wieder errichtet, und bald darauf erſtand
e neue wieder in Grimnitz, die bis in das 18. Jahrhundert
turnd.
Wie aus verſchiedenen Akten erſichtlich iſt, haben beide
ſtyen ſeit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts nur gewöhn=
us
Crink= und Fenſterglas hergeſtellt. Für beſſere Glas=
tan
wurde auf Veranlaſſung des Kurfürſten 1674 die Pots=
iner
Glashütte gegründet. Die hier hergeſtellten Pro=
kiee
konnten es an Güte mit allen auswärtigen aufnehmen.
waltete Fohann Kunckel aus Heſſen geſchäftig
nees Amtes. Das rote Nubinglas iſt ſeine Erfindung.
täodem er zehn Jahre in Potsdam gewirkt hatte, wurde ei
ſtzlich vom Kurfürſten dem Réfugier Simon de Cournay unter=
t
, der ſich dem Kurfürſten zur Herſtellung von Cafelglas
gobboten hatte. Dies kränkte Kunckel aber derart, daß er
usdam verließ und nach Schweden überſiedelte, wo er alsbald
n/ Bergrat ernannt und geadelt wurde. Als Kunckel von
menſtern kehrte er nach mehrjähriger Abweſenheit an ſeine
eFArbeitsſtätte zurück, der er nun noch lange Seit vorſtand.
Im 18. Jahrhundert gab es bereits zahlreiche Glashütten
Zi randenburg, in denen auch die Emailleglasmalerei betrieben
rruse.
Woraus beſteht nun das Glas, das durch
hu tauſende im Dienſte der Menſchheit ſteht und ſo vieler
auſ=dlungen in Form, Farbe und Eigenſchaften fähig iſt, und
hämmer noch weiter in ſeinem Verhalten geändert werden
Nun, Glas iſt kurz ein Gemiſch verſchiedener und kompli=
uer
Salze, das durch das Zuſammenſchmelzen von Kieſelſäure
t.D) und anderen Säuren mit verſchiedenen Baſen, wie z. B.
Ar. Kalk, Pottaſche uſw., nach dem Erkalten der Schmelze
ſauten wird, ohne daß eine Kriſtalliſation erfolgt. Sonſt iſt
ſSlas an ſich kein Werkſtoff, der in ſeinen phyſikaliſchen und
m ſchen Eigenſchaften leicht zu durchforſchen iſt. Laſſen wir
ſdiaher bei dem Geſagten bewenden.
Berückſichtigt man, daß heute dem Optiker mehr als
örert verſchiedene Glasſorten für die Herſtellung der Linſen
101 Objektive zur Verfügung ſtehen, und daß all dieſe
sſorten ſich untereinander durch ein verſchiedenes Licht=
Ehrungsvermögen und andere Sarbenzerſtreuung unterſcheiden,
inſiſſen wir ſagen, daß die Cechnik der Glasſchmelzkunſt heute
eas zeichnet iſt. Welche Entwicklungen das vielſeitige Glas
merhin durchmachen wird, iſt heute noch nicht abzuſehen, aber
aglauben ſagen zu dürfen, daß der Schlußpunkt in der Ent=
rnungsgeſchichte
des Glaſes bald geſetzt iſt.
Gotth. Brodt.
Wer leben wird, wird ſehen.
gfand, und ging nebenher, alles erklärend, bis zum Sphinx
zur zweiten Pyramide. Plötzlich entſtand ein Jubel. Die
ge Kamelkarawane ſollte geknipſt werden. Der erſte Gedanke
*s war, daß ſie auf dieſe Weiſe zu einem Bild von Juſſut
emen würde. Aber Juſſuf war verſchwunden.
AAm nächſten Morgen das äguptiſche Muſeum, in dem ſich
löhcſucher drängten. Die Familie Nägele wurde bald in vier
geſprengt. Juſſuf wich nicht von der Seite Suſis. Er
Wie darf ich Sie nennen, ſchöne Deutſche?
Süſi.
Suſi! Das bedeutet: Mein Pferd!. Das Pferd iſt der
Aluchſte Schatz des Arabers. Ich bin ein echter Araber. Ein
Aus fürſtlichem Geblüt. Er dämpfte ſeine Stimme:
Sſalb verfolgt man mich. Man will mir meine Nechte neh=
iP
Der neue König aber reden wir nicht davon. Nicht
/7: Sch ſoll eine Heirat machen mit einer Prinzeſſin, die ich
Iſ4mag. Ich werde fliehen, wo meine Anhänger ſind, meine
( Kax. Hunderte, Tauſende. Ich will in meinem Palaſt ſo
17h,wie mir es gefällt, will in meinen Gärten wandeln, mit
WAimir es gefällt, will auf meinem Nildampfer die Leute
rigen, die mir gefallen. Seine Stimme ging ins Flüſtern
14 Suſi wirbelte der Kopf. Der ſchöne Mann! Und ſo un=
etlch
, trotz ſeinem Reichtum! Wie ein Märchen faſt klang
T Von innigem Mitleid ergriffen, drückte ſie Juſſuf die
w,,die er lange in der ſeinen hielt.
Man brach auf. Alles fuhr, da der Vormittag noch nicht
ſſäillt war, zum Bazar. In dem Labyrinth der Gäßchen
ſitten ſich die Fremden und verloren ſich bald gegenſeitig.
nwar wieder an Suſis Seite. Er wies auf die ehrerbietigen
ßungen mehrerer Ladeninhaber hin.
Dieſe Leute kennen meine Stellung und die Geſchichte mei=
ſaamilie
. Unter ihnen ſind etliche meiner Getreuen. Hier
Suie ſicher. Darf ich Ihnen ein Andenken an unſere kurze,
mar ſo kurze Bekanntſchaft anbieten?
Aſlit dieſen Worten löſte Juſſuf den koſtbaren Brillantring
halleinen Singer und ſtreifte ihn mit leiſem Druck auf den
hiunger Suſis, die errötend erſchauerte.

Silmſchauſpieler im Privatleben
T. Der Schein trügt! könnte man ſagen, wenn
man die Filmſchauſpieler nur nach den von ihnen auf
der Leinwand verkörperten Geſtalten beurteilen wollte.
Wieviele von ihnen ſind nicht in ihrem Privatleben
das gerade Gegenteil davon. Am beſten erkennt man
ſie an den Anekdoten, die man ſich von ihnen erzählt,
oder die ſich in der Wirklichkeit zugetragen haben.
Die hier folgenden Anekdoten werden ſicherlich dazu
beitragen, dem Publikum ſeine Filmlieblinge noch
näherzubringen, als es bisher geſchah.
Die Schriftleitung.
Kunſtausſtellung.
Agnes Gräfin Eſterhazu, eine raſch bekannt gewordene Dar=
ſtellerin
des deutſchen Films, iſt wegen ihrer offenen Natürlich=
keit
in der Berliner Geſellſchaft bekannt und gefürchtet.
Bei einer Abendgeſellſchaft an einem der letzten kalten
Junitage drängen ſich die Damen um die wieder in Betrieb ge=
ſetzte
Heizung.
Komiſch, wie es hier nach Farbe riecht, bemerkt eine
beſonders ſtark zurechtgemachte Dame.
Gnädige Frau, Sie müſſen Ihr Geſicht von der Heizung
wegdrehen, erwidert darauf zum allgemeinen Vergnügen die
junge Gräfin.

00d

Der verkannte Götz von Berlichingen.
Der engliſche Schauſpieler Jack Crevor iſt ein großer Freund
der deutſchen Klaſſiker, macht aber als Ausländer von ſeiner
Beloſenheit nicht immer den richtigen Gebrauch.
Eines Cages erwidert er bei einem kleinen Feſt auf die
maßloſe Verhimmelung, mit der ein Nedner den Filmruhm preiſt:
Ich kann dem Herrn Vorredner darauf nur das bekannte
Wort aus Sötz von Berlichingen zurufen
Allgemeines Entſetzen. Aber unbefangen fährt Crevor fort:
Ich meine, das da lautet: Wo viel Licht iſt, iſt auch viel
Schatten
Gewiſſenhaft.
Bei den Außenaufnahmen zu einem Karin Michaelis=Film
Die heilige Lüge in dem däniſchen Hafenſtädtchen Kjerteminde
wurde der Negiſſeur Holger=Madſen durch kräftiges Pochen
aus dem tiefſten Schlaf geweckt.
Verzeihen der Herr, hörte der entſetzt Aufſpringende eine
demütige Stimme vor der Cür. Ich habe vergeſſen, ob der
Herr um 4 oder 6 Uhr geweckt werden wollten."
Um 5 Uhr, Sie . rief der an ſeemänniſche Pünktlich-
reit
Gewöhnte ärgerlich. Wie ſpät iſt es denn jetzt?!
Sieben Uhr, mein Herr!

Beim Mittageſſen fehlte Suſi. Ein Briefchen von ihr war
abgegeben worden, ſie ſei im Bazar von der Samilie Neudorff
getroffen und zum Eſſen draußen im Heliopolis Palace eingeladen
worden. Als ſich aber nachmittags die Reiſenden zum Ausflug
verſammelten, wußten Neudorffs keine Silbe von einer Ein=
ladung
. Entſetzen packte die Samilie Nägele. Cauſend Ver=
mutung
wurden aufgeſtellt und wieder verworfen. Hanni fiel
ein, daß ſie öfter einen arabiſchen Führer in Geſellſchaft von Suſi
gelehen hatte, denſelben, der auch ſchon einmal vorn in ihrem
Auto mitgefahren ſei. Vielleicht konnte dieſer Aufſchluß geben.
Er war aber nirgends zu ſehen. Der rabenſchwarze Chauffeur
wußte nur, daß er Abd el Abbas hieß und aus dem Dorfe
Heluän ſtamme, wo er gewöhnlich den Fremdenführer nach
Memphis mache. Das war wenigſtens ein Anhalt. Man warf
ſich in die beiden Autos und ſauſte zur Polizei. Der Offizier
ließ ſich alles Gewußte und Vermutete genau erzählen. Bei dem
Namen Abd el Abbas ſtutzte er und lächelte fein. Er ließ ſich
mit der Polizei in Heluän verbinden. Dann ſprach er mit dem
im Dorfe Derxel=Geber an der Straße nach Heluän ſtationierten
Landgendarm. Er legte den Hörer hin, lächelte und ſagte:
Kommen Sie.
Man fuhr mit 80 Kilometer Geſchwindigkeit, ſo daß ſelbſt
die phlegmatiſchſten Kamele auf der Landſtraße intereſſiert die
Köpfe wandten. In Derxel=Geber war der Gendarm zur Stelle.
Haſtiger Wortwechſel. Der Gendarm beſtieg das zweite Auto.
Weiter, weiter.
In El Mäſara meldete wieder ein Gendarm und kletterte
in den Wagen: Weiter, weiter! Bald ſah man auf der Land=
ſtraße
vor ſich einen ſchwarzen Punkt, der ſich ſchließlich als ein
fahrendes Auto entpuppte. Kurz vor dem Kreuzweg, der zum
Palaſt und zum Landgut des Prinzen Huſſein abbiegt, war man
dicht hinter dem Fahrzeug.
Da iſt ſie, da iſt ſie ſchrie Vater Nägele. Der Offizier
feuerte einen Schuß in die Luft, worauf das flüchtige Auto ſofort
hielt. Ihm entſprang ein großer ſchlanker Araber und eine
Dame, die ſich an ihn klammerte, tödliches Entſetzen im Geſicht.
Der Offizier ging mit langen Schritten auf die Gruppe los
und ſagte knapp und energiſch zu Suſi:
Sehen Sie fort!

Das gefährliche Work.
Die bekannte Darſtellerin Lee Parry erzählt mit Vorliebe
folgendes Erlebnis aus ihrer Münchener Seit:
Negiſſeur und Hauptdarſteller trafen ſich häufig im Pſchorr=
Bräu.
Eines Cages hatte ſich Lee Parry beim Abſchminken ver=
ſpätet
und ſah ſich vergeblich nach der gewohnten Begleitung um.
Aber nur der Hilfsregiſſeur ſtand einſam an ihrem Wagen:
Die Herren ſind ſchon vorausgefahren. Gnädige Frau
möchte zu Porſch nachkommen. Wie gewöhnlich, zu Porſch *
Hergott ſaxen, wie ſagen Sie denn immer Porſch? Es
heißt doch Pſchorr .!
Gewiß, gnädige Frau, dienert der ſonſt ſo Nedegewaltige,
aber ich habe ein neues Gebiß und das fällt mir ſonſt raus!

Das Erſte.
Liſſi Arna iſt eine eifrige Blumenfreundin. Bei dem letzten
Preſſebeſuch erzählte ſie von ihrem liebevoll gepflegten Balkon.
In dieſem Frühjahr hat ich Petunien und Wicken gepflanzt
und immer eifrig begoſſen. Was meinen Sie, was zuerſt ge=
kommen
iſt?
Wahrſcheinlich die Wicken, riet einer der Suhörer.
Falſch geraten, lachte Liſſi Arna.
Na, dann alſo die Petunien .. ."
Auch nicht. Der Schupo kam herauf. Ich ſollte gefälligſt
das unvernünftige Gießen laſſen. Es tropfte dauernd auf die
Straße.
Daher auch.
Hermann Picha hat auch, wie ſo viele andere Berühmt=
heiten
, ſchwer gekämpft, ehe er durchdrang. Er hat ſich aber
tapfer durchgebiſſen.
Ach ſo, deshalb hat er auch keine Sähne mehr.

Die verkaunte Diva.
Renia Desni iſt im Atelier die Nuhe und Beſcheidenheit
ſelbſt. Alle, vom Negiſſeur bis zu den Arbeitern, verehren ſie.
Sie kennt keine Launen, ſie fügt ſich ein, ſie iſt nicht Star, ſon=
dern
ein vernünftiger Menſch. Aber gerade dieſe Beſcheiden=
heit
und Surückhaltung führte kürzlich zu einer netten Szene.
Ein berühmter Beſucher wohnte einer Aufnahme bei. Die Desni
hatte gerade nichts zu tun, ſtand in einer Ecke und ſchaute zu.
Der Gaſt wandte ſich, ohne ſich vorzuſtellen, mit einigen Fragen
an ſie, und ſie gab bereitwilligſt Auskunft. Hinterher bemerkte
der Sremdling zu dem Negiſſeur: Die Kleine da, weiß ja fabel=
haft
Beſcheid. Und ſein Geſicht war wenig intelligent, als der
Regiſſeur ausrief: Menſch, die Kleine da iſt Renia Desni, die
Darſtellerin der Citelrolle.

Suſi fuhr einige Schritte ſeitwärts. Sofort hob der Offizier
die Neitpeitſche und verſetzte dem Araber ein paar ſaftige Hiebe
über Schultern und Nücken.
Mein Prinz, mein Prinz, ſchrie Suſi auf.
Ohne ſich um dieſen Suruf zu kümmern, fuhr der Polizei=
offizier
den jammernd und weinend auf die Knie Geſunkenen an:
Du Hund und du Sohn eines Hundes! Nicht genug, daß
du im Bazar bei Suleiman einen Brillantring geſtohlen und
dieſes Auto hier entwendet haſt; nein, du Hund, der du noch
viele andere Sachen auf dem Kerbholz haſt, mußt auch noch dieſe
Dame entführen! Aber wir werden dir es ſchon beibringen!
Vierzehn Cage wirſt du nicht liegen und ſitzen können!
Alläh akbarl, Herr, habt Erbarmen! Ich habe dieſer
Dame nur den Palaſt des Prinzen zeigen wollen; denn ſehet, ich
bin doch Fremdenführer.
Du lügſt auch noch, Hund! Und wieder klatſchte die Neit=
peitſche
, während Suſi, kreideweiß, verzweifelt und ſprachlos die
Hände rang.
Marſch! befahl der Offizier. Die Gendarmen nahmen
Abd el Abbas zwiſchen ſich in den zweiten Wagen.
Suſi ſprach auf der ganzen Fahrt kein Wort. Alle dieſe
Begebenheiten erfuhr ich ſpäter an Bord von Vater Nägele.
Und als ich am erſten Abend auf See in einer dunklen Ecke
auf meinem Deckſtuhl lag, hörte ich auf einmal ganz nahe Suſis
Stimme flüſtern:
und weißt du, Hanni, wie ſo etwas kommt, kann
man ſelbſt nicht ſagen. Man iſt zum erſten Male draußen; es
iſt alles ſo bunt und ſo intereſſant, und ſo anders als zu Hauſe;
der italieniſche Schiffsleutnant, der ſpaniſche Arzt, der falſche
Prinz! Ich habe mich entſetzlich geſchämt, als der Gauner Hiebe
bekam. Alle haben verſagt. Du darfſt es aber niemand ver=
raten
: ich habe heute früh die ſchönſte Karte, die ich in Kairo
finden konnte, an den Aſſeſſor geſchrieben ſiehſt du, die
Deutſchen da weiß man doch ach Hanni
Und ich hörte unterdrücktes Schluchzen.
Am nächſten Abend war in dem eleganten Ballſaal der
Neptunia ein Koſtümfeſt. Man hatte ſich ia Kairo vorgeſehen
und faſt alle erſchienen in orientaliſchen Koſtümen. Suſi aber
kam als Gretchen mit zwei langen wunderſchönen blonden
Söpfen und tanzte nur mit deutſchen Herren!

[ ][  ][ ]

Dimitri hatte das Gefühl, als ob ein unſichtbares Weſen
ihm allnächtlich auf der Bruſt hocke.
Held der Bauer Dimitri Ciocalten iſt, begann recht eigentlich
damit, daß beſagter Bauer allnächtlich Stimmen zu hören
glaubte
Dimitri wach auf!
Dev Bauer ſchrak empor, ſah nichts.
Dimitri komm hinaus auf den Friedhof!
Wer ſprach?
Nichs zu ſehen, nichts zu entdecken.
So ging das Nacht für Nacht. Wurde immer ſchlimmer.
Die Stimme wurde ſtärker und drohender mit jeder Nacht.
Außerdem aber hatte Dimitri allmählich das Gefühl, als ob ein
unſichtbares Weſen ihm allnächtlich auf der Bruſt hocke, leicht
und doch zentnerſchwer. Ein Geſpenſt; ein Coter, der umging
und ſich von ſeinem Herzblut nähren wolle zu ſchattenhaftem
Scheindaſein?!
O, ſo etwas gab es! Dimitri wußte es genau, ebenſo wie
all ſeine bäuriſchen Landsleute!
Schließlich war der nächtliche Spuk nicht mehr zu ertragen.
Verſtört ſchlich ſich der Bauer zu einer weiſen Frau, ſich Nats
zu holen. Bei der wurde ihm ſchreckliche Aufklärung zuteil.
Außer ſich vor Entſetzen, vertraute er ſich ein paar beherzten
Freunden an allein die Cat zu unernehmen, die ihm als
unerläßlich zur Erlöſung von der weiſen Frau aufgetragen wor=
den
war, hätte er niemals den Mut gefunden. Die Freunde
ſagten nach langem Slehen ihre Unterſtützung zu.
Und alſo geſchah es:
In einer dunklen Neumondnacht, nachdem die Kirchfurm=
glocke
blechern ihre zwölf Schläge getan, ſchlich. Dimitri zitternd
und zagend mit ſeinen Kameraden hinaus auf den Friedhof. Dort
grub er ſeinen vor einigen Monaten verſtorbenen Vater aus
und ſchnitt dem bereits in Verweſung übergegangenen Leichnam
das Herz aus.
Dann eilten die Verſchworenen nach Hauſe, wo unter Bibel=
ſprüchen
und feierlichen Beſchwörungen das Herz auf einem
Scheiterhaufen verbrannt wurde.
Natürlich kam die Cat alsbald ans Cageslicht. Die Gen=
darmerie
verhaftete Dimitri und ſtellte ihn vor Gerich.

Abenteuer aus aller Welt

Der Vampyr
Das Schouerdrama, das ſich ſoeben in der nahe bei Crajowa
gelegenen Gemeinde Galiciuca ereignet hat, und deſſen trauriger

Der Angeklagte gab an, ſein Vater ſei ihm unauſhörlich als
Geiſt erſchienen und habe ihm die Nachtruhe geraubt. Er wiſſe
nämlich feſt und untrüglich, daß der Geiſt eines Vampyrs in
den Leichnam ſeines toten Vaters eingedrungen ſci. Jetzt, nach=
dem
das Herz verbrannt ſei, habe er ſowohl ſeinem Vater als
auch ſich ſelbſt Nuhe verſchafft ..
Das Gericht verſchaffte ihm dann mehr Nuhe, als er ſich
vielleicht gewünſcht indem es ihn für einige Monate in das
Gefängnis ſperrte.

Der Mann, der faſt Hungers ſtarb
Die vielen Couriſten bekannte Caverne Herculanum in
Neapel beſitzt einen vorzüglichen Koller, der tief in den Fels
gehauen iſt. Im Lichte einer Kerze erſcheint er als finſtere Höhle,
die einem Näuberſchlupfwinkel gleicht. Die Wirt begibt ſich nur
alle acht Cage einmal dorthin, um neuen Flaſchenvorrat zu holen,
denn ſeine Wohlbeleibtheit macht ihm das Creppenſteigen zur
Qual.
Als er ſich zum letzten Male hinabbemühte, bemerkte er zu
ſeinem Entſetzen, daß ganze Batterien von Champagner= und
Bordeauxflaſchen leer am Boden herumlagen. Er forſchte weiter
und entdeckte ſchließlich in einer finſteren Ecke einen Haufen
Lumpen, der ſich beim näheren Suſehen als ſchlafender Menſch
entpuppte.
Herbeigeholte Beamte zogen das Individuum aus der Ciefe,
aber allen Wiederbelebungsverſuchen zum Crotz ſchlief es noch
einen weiteren Cag und konnte erſt dann vernommen werden.
Der Mam war nicht etwa krank. Er war nur ſternhagel be=
trunken
. Und als man ihm ſeine Aiſſetat vorhielt, entſchuldigte
er ſich damit, daß er aus Not gehandelt habe. Er ſei tagelang
ohne einen Biſſen Brot im Magen herumgeirrt, ſei aus Ver=
ſehen
in das Flaſchenlager hineingeraten und habe lediglich
aus Verzweiflung Quanten von Flüſſigkeiten in ſich hinein=
gepumpt
, die verſichert der Gewährsmann hingereicht
hätten, ein Bataillon auf acht Cage betrunken zu halten".

Er bemerkte, daß ganze Batterien von Weinflaſchen
am Boden herumlagen.

Der Bubikopf
Plauderei von Ciſt.
Könnte man dem Ding nicht einen anderen Namen geben!
Weniger leichtfertig! Denn das Wort paßt zu vielen Crägerinnm
ſo garnicht. Da ſind Frauen ſo bezaubernd weiblich, uud
tragen einen Bubikopf. Und Mädchen ſo herb und friſch.
und tragen einen Bubikopf. Und im Lebenskampf ſtehende Zioi.
bewußte und tragen einen Bubikopf. Mütterliche, Zarnu
Nuhige, Wilde, Naſſige, ſie alle tragen einen Bubikopf. 92),
Wort nur ſteht ihnen nicht. Man ſollte das Ding umtauffu
Joder weiß, wie ein Cituskopf ausſieht. Kann nicht eine andzerl
hiſtoriſche Perſon bei dieſer neuen Haartracht Pate ſtehes!
Vielleicht kann es die äguptiſche Königin ſein, deren Bildnn
figur im Berliner Muſeum ſteht, und die ganz gewiß, nach dies
Darſtellung, einen Bubikopf trug. Hieß ſie nun Nofretttl
oder war es jene kluge, herrſchſüchtige Königin Ceje? Wolln
wir Heutigen einen Ceje=Kopf tragen?
Es gab eine Seit, da wehrte ſich die gute Geſellſchanf
gegen das Abſchneiden der langen Haare. Pflege der Haares
ſchön. Kämmen langer Haare iſt eine Freude, auch ohne
Loreley=Lied! Man liebt auch ſeine langen Haare, die zu eimn
gehören wie die Singer an der Hand. Und doch ſieht man irgen
wie unharmoniſch aus in den modiſchen kurzen Kleidern. F5
auf mit dem Haarknoten. Ueberall. Beim Sport. In der Cas
geſellſchaft. Bei der Arbeit. Jeder ſcheint zu denken: Wie lagu
muß ſie dem Ordnen der kunſtvollen Haarfriſur widmen. Bu
unpraktiſch wirkt ſie. Waxum ſchneidet ſie ſie denn nicht o
Sie weiß nicht, wie ſie ausſieht, wenn die Haare fort ſind.
da kann niemand raten. Das iſt jedem überraſchend. Man mn
mutig zu einem Entſchluſſe kommen. Sonſt wird man vor lari
Ueberlegen die Letzte ſein und wird ausgelacht. Mit etwas An
leid über ſo viel Rückſtändigkeit. Belächelt werden iſt Air
Spaß. Dann noch lieber ſich von dem Langhaar trennen. Ho0
es nicht: Lange Haare, kurzer Sinn? Oh, nun wird es nur mi
langen Sinn geben und die Klugheit triumphiert. Die Friſes
tun das ſchon jetzt. Es iſt ein gutes Geſchäft, das Cejekon
ſchneiden. Und was für amüſante Skalen von Gefühlen ſpiaün
lich in den Salons ab! Enttäuſchung, Schmer;, Freude, St
geweckte Eitelkeit. Modellieren müſſen die Friſeure könny
Aus flachen oder zu runden Köpfen durch geſchickten Schnitt a u
vollendet ſchöne Kopfform zaubern. Sie müſſen Aenſchenkemai
ſein. Denn der Pagenkopf, der Herrnſchnitt, der Cituskopf,
Lockenkopf, der Halblange, die Fragezeichen vor dem Ohr va=
langen
und geben den Cyp. Irgendwie bedingt der Haarſch:41
den Charakter. Erkenne deinen Charakter und du weißt, e
du deinen Cejckopf ſchneiden laſſen ſollſt. Wenn die große Scht=
knirſchend
durch das Haar geht, ſo iſt das Geräuſch ein biſcha
peinlich. Es löſt ein Gefühl des Nichtmehrzurückkönnens ae
Dann einen Blick in den Spiegel. Von vorn iſt man ſich gla½
geblieben. An den Seiten ſtehen ein paar widerſpenſtige Hace
unternehmend in die Luft. Am Hinterkopf wird noch geſchnittn
Man weiß nicht, was da vor ſich geht. Muß eben dem Haop
künſtler vertrauen. Es iſt ein eigentümliches Gefühl, wenn m=
nun
mit der Hand über den kurzgeſihorenen Hinterkopf ſtreia=
Aber gar erſt, wenn man den Kopf ſenkt, und eine elektria
Maſchine einem den Nacken entlang fährt. Dann teilt ein Kunw
die Haare, die kurzen Haare, und legt ſie um Stiru, Scüfeng
Ohren. Eine Brennſchere dreht Locken in die Haarprachta
Haarpracht? Man wirft nochmals einen Seitenblick auf ded
Ciſch. Da liegen die Haare, die noch vor einer Stunde iberall.
hin einem begleiteten. Die man noch am Morgen mit ſo m;
Hartheit gebürſtet hat. Ja, man war ſentimental und halſe M
geküßt und geſtreichelt. Aber jetzt? Ganz ſchnell rafft min
das nun ſo toll Daliegende zuſammen, bindet es in ein ſeide9s
Cuch, das man ganz heimlich zu dem Sweck mitgebracht hue
Und dann ſagt ein unbewegliches Friſeurgeſicht: Gnädigſte
fertig. Gnädigſte ſehen um Jahre jünger aus. Gnädigſte Hal
der Bubikopf ganz ausnehmend gut. Da lacht man.
hört man doch gern. Und dann ſind die langen Haare vergesſl
und man iſt ganz einverſtanden, nun auch einen ſoll er !
Cejekopf heißen? zu haben.

Nummer 229.
Aufgabe 341.
G. F. Blake in Liverpool.
(1. Preis im 6. internat. Problemturnier des Aftonbladet 1906/07.

Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kf1 Dc8 Lb3f4Sb5e5Bc5f6 g3g7 (10
Schwarz; Ke4 Te8 La7 Sb8 d8Bb6 e7 f2 13 höh7 (11f; 3+.
Aufgabe 342.
W. Henneberger in St. Petersburg,
Schweizeriſche Schachzeitung 1907.
Weiß: Kh4 Db8 Td4 Se8 h6 Bg6 (6;
Schwa z: Kh8 Sf6 Bh5 ()
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 329332
329. F. Lindgreen Svenska Dagbladet‟ 1921. (Ke5 Db1 Td8
16 Lf3 14 Sa3d1 Ba5g4g6h5; Kd3 Tc-Ld7 18 Ba4 e6
e7 g7h6: 2S+ 1. Db1b6!, befreit den ſchw. T der das drohende
auf d6 abzuwenden beſtrebt ſein muß. Ueberraſchend ſind die Matt=
bilder
nach 1..... Te2+, 1.... TC4+ und nach 1.
Tc6. De
Satzmatt 1.. . . . 17 bzw. g 7 X 16 Xbleibt unverändert.

330, 7. R. Dawſon. Fata Morgana‟. (K b1 Dc1 Lal Sa6; Kb3
Ba3a4; 3S+.) 1 La1b2! a2-+2. Kal a33 Dc6l a3Xb2x;
1.... a3Xb22 Dc5 a33. Dc6 a2+. Eine reizende Miniatur!
331. Kr. Nielſen. 1. Preis im internat. Problemturnier des deutſch.
Schachb. 1927 (Kg6 Dd8 Lei Sa7 d2 Bb2 c6: Kc5 Dh1 Te3
La6 Sg1 Bb7 c4 d3 e2e4 f4 g4h3; 3+. 1. Bc2c3! Kb4 2;
Da5-+! Ka5: 3. Sc4+; 1... . .C4Xb3 2. Sb3: Kc4. 3. Dg84;
1... . . C4c3 2. Lh4 3. Le74; 1. . . . . Sf3 oder Dh2 2. Se4+F.
Drohung: 2. Sc4: 3. Dd6X.
332. H. Jonſſon. 1. Preis im Turn, des Sporten‟ 1892. (Ka1 Dh2
Le7 g6 Sa5 c7 Bb4 12; Kd4 Lg7 Sc8 g2: 2½) 1. Dh2h6!
mit mehreren hübſchen Wendungen.
Löſerliſte: Reutzel, Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth, Franz Buchty
n Mainz (alle); A. v. S. (329 u. 331); Georg Peter (332); Rolf Schmidt=
hoff
(332; auch 326 und 328).

Rätſel

Deutſch Franzöſiſch.
(Die beiden Silben ſind je ein deutſches, das Ganze aber ein
franzöſiſches Wort.)
Herr Alexander hat ſein Herz verloren;
Und als er ſchließlich zaghaft ſie gefragt:
Mein Fräulein, wollen Sie die Meine werden
Da hat die Erſte ſie darauf geſagt.
Die zweite Silbe eine Frucht bezeichnet,
Die ringsum auf den Feldern gut gedeiht;
Sie war ein ſehr geſuchtes Nahrungsmittel
In der vergang’nen Kriegeszeit.
Monsieur René hat auch ſein Herz verloren,
Und als er zu ihr ſagte: Mademoiselle,
Moi, je rous aime bien! Et rous 2 Direz done
Da ſagte ſie zu ihm das Ganze ſchnell.
Carl Deubel.

Magiſches Quadrat.

A. A A E2 E E E E E 2. I L. 2. 2 12 p * R 8 2. 5

Geldbehälter,
Teil der Kirche,
Stadt in Pommern
Heilmittel,
Enterich.

Senkrechte und Wagrechte ſind gleichlautend.

Zeichenrätſel.

Mit einem ununterbrochenen Strich nachzuzeichnen.

Gasvers=Silbenrätfel.
Von Joſeph Reuter.
de
a a bal be bob burg dda
is jur
C ei eu ga ga ge gens
ker. ki kot ku kus land land lek les
li lon mam me me mie mut na. it
o pe pr ra re ri ri ris ſa 19
ſto ſtör te te te ter ter ta tT
vid - zir
Aus vorſtehenden 66 Silben ſind 2 Wörter zu bilden, derd
fangsbuchſtaben von oben nach unten und deren Endbuchſtahe*
oben nach unten geleſen, einen Gasders ergeben.
Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. Tier der Eiszeit, 2. Nah
Sonntags, 3. Feuerwerkskörper, 4. Teil einer Gasanlage."
6. Reicher Mann, 7. Geſundes Gemüſe, 8. Gricchiſcher Z9l
9. Luftfahrzeug, 10. anſteckende Krankheit, 11. Hafenſtadt in
12. König von Jsrael, 13. bekannter Seeräuber im Mittelalter.
nat, 15. kleine Inſel, 16. unvollendetes Schillerdrama, 1ſ. Dr4
Nchar) Stuuß, 18. Stadt in Bahern, 19. Kunſtreiterſchau, 2.5
nymphe, 21. nordeuroßzäiſche Inſel, 2. eng anliegendes Aleidih
B. Teil des Auges.

Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 42.
Viſitenkartenrätſel.
Privatſekretäri.
Möbelfabrikamt.

Druck u. Verlag: L.C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheir
Verantwortlich f. d. Redaktion:
lette, Fernſpr. 1, 984302, Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb.Kliſches: F. Haußmank,ale inDerh

[ ][  ][ ]

Oe mehr die Mechaniſierung der äußeren Lebens=
umſtände
fortſchreitet und die Kurſe für ſeeliſche Werte
ſinken, um ſo ſtärker wächſt gerade in allerletzter Seit
die Neigung zu okkulten, muſtiſchen und überſinnlichen
Dingen. Die Konjunktur für allerlei Schickſalsdeuter
und Propheten iſt niemals beſſer geweſen als heute.
Hypnoſe, Celephathie, Suggeſtion und Spielleidenſchaft
ſind die Chemen unſerer Geſellſchaft, und bei aller be=
tonten
Aufgeklärtheit ſind wir abergläubiſch geworden,
daß ſich unſere mittelalterlichen Ahnen ſchämen würden.
Die Sahl derer, die nach außen hin abſolute Skeplis
markieren und heimlich dem Aberglauben Opfer brin=
gen
, iſt Legion. Hören wir die Geſtändniſſe einiger
Menſchen verſchiedener Berufe und Geſellſchaftskreiſe,
die den Mut haben, ihren Glauben an den Calisman,
an die ſchwarze Katze, an Kismet und den Freitag, ein=
zugeſtehen
.
Weiche deinen Sreunden aus
Von Paul Samſon=Körner.
(0b wir Berufsſportler abergläubiſch ſind?
NOie einen geſtehen es offen ein, die anderen ſuchen es Ab=
ßreitten
. Ich glaube, daß keiner davon frei iſt.
Wom Beginn meiner Boxerlaufbahn an ſah ich oft und oft,
nſurs die beſten Sreunde und alle, die uns wohlwollen, Un=
gpa
= bringen, wenn ſie uns am Kampftage be=
Sbfn en. Sie meinen es ſo gut mit uns, glauben uns einen
M). zu tun, wenn ſie ihrer Gewißheit um den glücklichen Aus=
ge
es Kampfes Ausdruck geben, und ſind überzeugt, uns weiß
Acwie zu nützen, wenn ſie die Shancen des Segners ver=
Aktenrn.
Dadurch erreichen ſie das Gegenteil: ſie verführen zur Unier=
Fung des Gegners und, erweiſt ſich dieſer nach dem erſten
Jennwechſel als beſſerer Kämpfer, als man erwartet hatte, dann
K oft zu ſpät. Sort iſt die Sicherheit, die Nuhe, fort iſt die
Nulicht.
Seitdem ich dieſe Suſammenhänge kenne, wich ich vor jedem
Hßp: dieſen ſonſt ſo ſumpathiſchen Leuten aus, ging ihnen aus
dſhe Weg, ſo gut ich nur konnte; Briefe öffnete ich an
d)hm) Cagen nicht; auch ſie hätten ſich in einer mir ſchmeicheln=
dſſeASeiſe
mit dem Ausgang des Kampfes beſchäftigen können
uſſunch dadurch unheilvoll beeinflußt.
Sw oft meine Vorſichtsmaßregeln unvollſtändig waren, brach=
tAwte
mir neue Beſtätigungen meiner Anſicht. Aus den zahl=
rſſeer
bekräftigenden Beiſpielen aus meiner Laufbahn und der
eiſrer Berufsfreunde will ich bloß von einem Fall aus jüngſter
Mſharngenheit berichten, von meinem Kampf gegen Hans Brei=
t
9/xätter um die Deutſche Meiſterſchaft.
Dch tat, was möglich: die Poſt war unberührt auf dem
SBellotiſch liegen geblieben, meinen Freunden, die mir unbedacht=
ſczſ
Sienen, war ich entgangen, und ich ſchickte mich an, voll
Slrdicht in den Ning zu ſteigen, als mir meine Frau ange=
ſtſ
mon der mit Elektrizität geladenen Atmoſphäre, einem plötz=
liſſhe
ſImpuls nachgebend zurief, der X. ſei ſicher, daß mein

Srwviel ich auch ſonſt auf X.ens Meinung gebe, an dieſem
noatte ich nicht die geringſte Freude daran, ſie zu hören. So
men meine Vorkehrungen durchbrochen, vorbei war meine
Seeszuverſicht, die Erinnerung an ähnliche Fälle ſtieg in mir
mno machte mich nervös.
Jith verlor.
Uſthnd dann erfuhr ich, daß man im gegneriſchen Lager tat=
ſächt
mit meinem Siege in der ſechſten Nunde gerechnet hatte.
Aßas meine Stimmung keineswegs günſtig beeinfluſſen

Der zeitgemäße Haushalt.

püüftformer und Leibchen lange gebrauchs=
f
0te zu erhalten. Da bekanntlich die Wäſche dieſer
Achiu ungsſtücke zeitraubend und umſtändlich iſt, ſollte man zu
ihſſh etschonung leichte Batiſtſchützer in gleicher Form anfertigen,
irſßwnarch Abnäher leicht zu erreichen iſt. Oben und unten mit
gyſn: Stichen angeheftet, richte man ſie zum Wechſeln ein, und
erſſik auf dieſe Weiſe die darunter verborgenen Stücke wie neu.
O)AMerbiegen der Leibchenſtäbe und Vorderſhlüſſe verhüten
diſinmeftbaren Korſettſtützen, die man in jedem Spezialgeſchäft
erſſek. Nach Ablegen des Leibchens oder Formers hänge man
esſſm Auslüften auf, damit die Stäbe nicht durch Hautfeuchtig=
keſſhiu
roſten anfangen. Angeroſtete Stäbe erſetze man ſofort
dimmeue und drehe auch die verbogenen einmal auf die andere
Sſ* ſoamit die Former nicht ihren guten Sitz verlieren.
ſeale Zierdecken in Form zu bügeln. Nament=
lieſihunge
Hausfrauen haben beim Plätten von Zierdecken in
otſie FFForm über das Welligwerden derſelben ſich öfters ge=
ärm
. Derartige Sachen wollen unter Berückſichtigung eines
klſen Kniffes geplättet werden, d. h., man muß bei ihnen
bowe: Mitte nach außen zu plätten, indem man unter leichtem
Disten von innen nach dem Rande zu plättet, um zuletzt erſt
diſſe mnit der Spitzenumrandung vorzunehmen. Im umgekehr=
teſ
allle würde ſonſt der äußere Rand volantartig gedehnt und
beſeſäteren Gebrauch tütenartig ſtatt glatt und flach aufliegen.

üiße Melonenſuppe. Eine ſchöne reife Melone ſchält
un Achmeidet man in Würfel, um ſie, mit Waſſer bedeckt, zum
K Any aufzuſetzen. Dann ſtreicht man ſie durch ein Haarſieb,
ſenſtl. noch etwas Waſſer bei, verdiar die Suppe mit 1 Ei
ur heenig Weizenmehl, ſüßt ſie nach Geſchmack und ſchmeckt ſie
mſweſtſchlich friſcher Butter und einer Meſſerſpitze Salz ab. Man
re fſſie mit geröſteten Semmelbröckchen oder eingebrocktem
3/uhck.
eſine Fliederbeerſuppe. Ein halbes Pfund mit
de zubel entſtielte Fliederbeeren werden abgewaſchen, mit
ei reStückchen Zimt und Zitronenſchale zum Kochen aufgeſetzt,
de mmaif ein Sieb zum Ablaufen gegeben (die Beeren können
nr iauls ausgekocht werden), der Saft dann nochmals erhitzt
ur henſttweder mit Eigelb und wenig Weizenmehl oder etwas
K ufſelmehl ohne Ei ſämig gemacht. Dann mit einem Eßlöffel
ſtelſe 2Süßſtofflöſung, ſowie einem Teelöfel Rum oder Arrak
urſc inem Teelöffel friſcher Butter abgeſchmeckt, reicht man die
Sillen entweder mit eingebrocktem Zwieback, Kekſen, Suppen=
mſhunchen
oder in Butter geröſteten Semmelbröckchen.

* *

1

Am Dreizehnten
unter Raubtieren
Von Siegfried Freiherrn von Redwitz,
Naubtierdompteur des Sirkus Hagenbeck.
Als Bub ſchon lernte ich die Fineſſen unſeres Berufs, lernte,
wie ſich mit den übermütigen Löwen=, Leoparden- und Ciger=
girls
vertragen, lernte mit der Hyſterie der älteren Beſtien um=
zugehen
und mich mit den bärbeißigen Cieren anzufreunden.
Lernte aber auch von einem vertrockneten, ſteinalten Dompteur:
mich gegen unliebſame Ueberraſchungen zu feien. Man kann nie
wiſſenz wer kennt die ſeltſamen Hirne und Launen dieſer wilden
Beſtien?
So wurde ich abergläubiſch. Um meine Knochen beiſammen-
zuhalten
, darf ich Freitag morgens nicht pfeifen, und
fällt der Freitag noch dazu auf den Dreizehnten, dann
um Gottes willen nur ja nicht lachen! Und um das linke
Händgelenk trage ich ſeit damals ein Armband aus Elefanten=
ſchwanzhaaren
.
Alle dieſe Vorſchriften habe ich immer peinlich genau ein=
gehalten
; außerdem trage ich immer einen Glücksſiegel=
ring
, den mir mein Vater hinterlaſſen hatte.
Einmal aber kam doch mein Unglückstag: ein Freitag, wir
ſchrieben den Dreizehnten. Ich vergeſſe am Morgen, den Ning
anzuſtecken, und als ich das bei meinen Beſtien im Swinger be=
merke
, ſtoße ich unwillkürlich meine üble Gewohnheit den
Luftſtrom durch die geſchloſſenen Sähne. Ich erſchrecke zum
erſten Male über das Geräuſch es klingt wie ein Pfiff , muß
jedoch über den warnenden Suruf des Wärters lachen. Ich will
damit meine Angſt verbergen, es iſt mir wirklich nicht danach
zumute.
Die heute nervöſen Ciere ſcheinen zu fühlen, was ſoeben in
mir vorgegangen iſt: ſie beginnen, angriffsluſtig zu werden. Meine
Lage wird bedrohlich; die immer unruhiger werdenden Ciere
drängen mich gegen die Gitterſtäbe, und nur der Geiſtesgegenwart
der Wärter gelingt es, ſie mir durch die langen Eiſenſtangen vom
Leibe zu halten. Ich ſuche die Cür zu erreichen, werde aber beim
erſten Schritt zur Seite von einem auf mich zuſpringenden Löwen
zu Boden geſchleudert. Schüſſe knallen die aufheulenden
Beſtien ſehe ich vor den entſchloſſen eindringenden Wärtern lang=
ſam
zurückweichen die Sinne ſchwinden mir.
Lange litt ich an den ſchweren Verletzungen. Da hatte ich
Seit, über den Aberglauben nachzudenken, und bin zur Erkennt=
nis
gekommen: hätte ich nie davon gehört und daran geglaubt,
das Unglück an jenem Cage wäre mir nicht widerfahren; ſo aber
werde ich immer achtgeben müſſen auf den Freitag, den Drei=
zehnten
, auf Ning und Armband.

mit deſtillierten Sroſchſchenkeln
Von John Silbert.
Sch bin abſolut nicht abergläubiſch. Sch glaube
nicht an den unheilbringenden Freitag; ich glaube nicht daran,
daß die Sahl 15 Pech bringt; eine ſchwarze Katze kann mir ruhig
über den Weg laufen.
Kurzum: ich bin Rationaliſt und glaube an ſogenannte über=
ſinnliche
Dinge nicht. Crotzdem habe ich einen Calisman.
An ſeine Wunderkraft kann ich alſo nicht glauben. Allein,
es iſt eine Sache des Gefühls, daß ich die kleine ſilberne Kapſel,
in der ſich deſtillierte Froſchſchenkel oder Schlangenaugen oder
ich weiß nicht was befinden, um meine Bruſt baumeln laſſe.
Die Geſchichte, wie ich zu dieſem Calisman kam, will ich er=
zählen
:
Im Jahre 1920 war es, ich hatie mit mancherlei Wider=
wärtigkeiten
zu kämpfen, obwohl ich ſchon ein wenig bekannt
war. Da ſchien es einmal, als ob mein Weg die betrübliche Wen=

Würzige Preißelbeerſuppe. Ein Pfund verleſene
und abgewaſchene Preißelbeeren ſetzt man mit reichlich Waſſer
bedeckt zum Kochen auf, läßt den Saft ablaufen, während man
die Preißelbeeren mit Zucker zu Kompott verkocht. Den gewon=
nenen
Saft ſetzt man nun mit einem Stückchen Zitronenſchale
zum Kochen auf, fügt Zucker nach Geſchmack bei, kocht ihn mit
etwas verquirltem Kartoffelmehl zu ſämiger Suppe, die man
mit Rum, Arrak oder Vanille gewürzt, mit eingebrocktem Zwie=
back
reicht, nachdem man noch einen reichlichen Teelöffel friſcher
Butter beigefügt hat.
Speiſenzettel:
Sonntag: Fliederbeerſuppe mit Zwieback. Würz. Haſenpfeffer.
Montag: Spinat mit Setzeiern. Dienstag: Gefüllte
Tomaten mit Reis. Mittwoch: Selleriegemüſe mit Schweins=
kotelett
. Donnerstag: Pichelſteiner. Freitag:
Gefüllter Seelachs. Samstag: Wirſing mit Rindfleiſch.

Humor
D

Der Stoßſeufzer. Gar viele Amerikaner tragen heutzutage, ſorg=
fältig
auf dem bloßen Körper verborgen, eine Flaſche mit ſich, die den
koſtbaren, ſo ſtreng verbotenen, aber nicht zu entbehrenden Alkohol ent=
hält
. Kürzlich wurde ein Mann auf der Straße von einem Kraftwagen
angefahren, und als er, halb betäubt, wieder zu ſich kam, fühlte er, daß
ſeine Kleider naß waren. Aengſtlich taſtete er hin, und dann ließ er
erleichtert den Stoßſeufzer hören: Gottſeidank es iſt nur Blut!
Kritiken in einem Wort. Daß Kürze die Würze einer guten Kritik
iſt, wird oft behauptet. Aber ſelten hat es jemand ſo weit gebracht, wie
der kürzlich verſtorbene Theaterkritiker der Times A. B. Walkley.
Er faßte ſich ſtets ſehr kurz, doch einmal ſtellte er einen Rekord auf. Er
hatte über ein Theaterſhück zu berichten, das den Titel Ein furchtbarer
Abend führte, und das einzige Wort, das er ſchrieb, lautete: Stimmt.
Ein ähnlicher Nekord iſt von einem amerikaniſchen Kritiker aufgeſtellt
worden, der über ein Buch zu berichten hatte. Nach Anführung des
Titels, des Verfaſſer, des Verlegers und des Preiſes fügte er nur hinzu:
Schlager!
Der erſchwerte Kirchenſchlaf. Der Rev. T. Young, Rektor der
Saint=Mary=Kirche zu Exeter, iſt ein Mann, der die allgemeinen Schwä=
chen
des Menſchengeſchlechts und ſeiner Gemeinde im beſonderen kennt
und in höflicher Form zu bekämpfen weiß. Bei dem letzten Sonntags=
Gottesdienſt hielt er vor der Predigt die folgende kleine Anſprache, die
mit ehrfurchtsvollem Schweigen aufgenommen wurde: Ein Wort zu=
vor
, ſagte er. Ich habe bemerkt, daß ſehr häufig die Müdigkeit
ich möchte keineswegs glauben, daß es Langeweile iſt meine Gemeinde
füberwältigt, während ich ſpreche. Daher möchte ich einen Vorſchlag
machen. Um zu vermeiden, daß der Schlaf Sie überwältigt, bitte icl
Sie, ſich von Ihren Sitzen zu erheben. Ich werde es ganz kurz machen,
und Sie werden nicht ſchlafen.

dung nach der dem Startum abgekehrten Seite nehmen wollte,
zurück zur Komparſerie. Ich ſpielte eine ganz kleine Nolle. In
den Aufnahmepauſen ſagte uns eine alte Sigeunerin wahr, die
vom Hilfsregiſſeur weiß Gott wo aufgetrieben und in die Sta=
tiſterie
geſteckt wurde. Sie konnte alles: aus den Handlinien
deuten und aus dem Kaffeeſatz, und Karten aufſchlagen. Merk=
würdigerweiſe
ſagte ſie allen nur Gutes voraus, reiche Erbſchaf=
ten
, ſchöne Frauen, phantaſtiſche Karrieren. Ich weigerte mich,
auf dieſen Schwindel hineinzufallen. Dem Drängen meiner
Kollegen gab ich jedoch endlich nach und reichte ihr meine Hand.
Sie weisſagte mir als einzigem nur Unglück; ich werde total ver=
kommen
, niemals Glück in der Liebe finden, nur Feinde und keine
Freunde haben. Ich jachte ſie aus, die Alte mit dem verrunzel=
ten
, ledernen Geſicht. Und nur zum Scherz fragte ich, wie denn
dieſes Unheil abzuwenden wäre. Prompte zeigte ſie mir den
Calisman, den ſie mir, meine gute Laune nützend, bald angedreht
hatte.
Und noch am ſelben Tage bekam ich einen herrlichen Antrag,
den Antrag, die Heldenrolle in einem Großfilm zu ſpielen.
Meine Kollegin Lilian Giſh iſt der felſenfeſten Ueberzeugung,
daß ich abſolut gar nichts kann, vollkommen unbegabt bin und
nur ein ſehr mäßiges Silmgeſicht habe. Sie meint, ich verdanke
meine Filmkarriere dieſer ſilbernen Kapſel mit den deſtillierten
Froſchſchenkeln oder Schlangenaugen oder ich weiß nicht was.
Heizer links Führer rechts
Von Lokomotivführer Max Schleif.
Mein Vater galt als ein vorſichtiger und gewiſſenhafter
Lokomotivführer; niemals während ſeiner langen Dienſtzeit gab
es einen Unfall. Und trotzdem war Mutter immer unruhig, wenn
ſie ihn draußen auf der Strecke wußte; ſie atmete immer auf,
wenn er wieder zu Hauſe war.
Und das Mittel, das er gegen die Gefahren des Dienſtes
anwandte, war doch ſo einfach.
Sieh mal, Max, wenn Führer und Heizer nüchtern und
pflichteifrig ſind, dann kann gar nichts paſſieren. Unglückliche
Sufälle? Die gibt es wohl, aber auch ein einfaches Nezept da=
gegen
: Jeder von den beiden muß bloß auf der
Seite auf die Maſchine klettern, wo während
der Fahrt ſein Platz iſt, alſo der Heizer links,
der Führer rechts.
Und als ich ſo weit war, um ſelbſt Fahrdienſt zu machen,
legte er mir noch ans Herz, meine Konfirmationsuhr im Dienſt
ſtets bei mir zu tragen.
Die Jahre vergingen, ich hatte mich an die Natſchläge von
meinem Vater gehclten; nicht das geringſte Unglück war meinem
Sug und mir zugeſtoßen, bis
Eines Tages, es iſt mir ſonſt nie paſſiert, hatte ich es ver=
ſchlafen
. Haſtig fahre ich in die Kleider und ſtürze auf den Bahn=
hof
da ſteht ſchon der Zug fahrtbereit. Jetzt, in der Abfahrts=
minute
, ich habe gerade noch Seit, meinen Platz, auf dem ſchon
der herbeigeholte Erſatzführer ſtand, einzunehmen.
In der Eile war ich auf der falſchen Seite auf=
geſtiegen
; das wußte ich und war bemüht, meine unruhigen
Gedanken während der Sahrt zu zerſtreuen. Es gelang mir auch
bald, ich lächelte bereits über meine abergläubiſche Aengſtlichkeit,
da knapp vor Hannover die Kataſtrophel
Ein unvorſichtig verſchobener Güterzug war in unſeren hin=
eingefahren
, zwei Waggons zertrümmert, die Maſchine beſchä=
digt
. Menſchen blieben unverſehrt.
Ich war troſtlos, obwohl mich nach dem ganzen Sachverhalt
nicht das geringſte Verſchulden treffen konnte!
Nach Hauſe zurückgekehrt, fand ich meine Dreimarkuhr auf
dem Ciſch liegen; ich hatte ſie in der Eile einzuſtecken vergeſſen.
Jetzt war ich noch troſtloſer; ich machte mir Vorwürfe,
führte das Unglück auf mein Verſchlafen zurück und ſchaffte
mir ſofort einen Wecker mit doppeltem Läutwerk an.
Und ſeitdem habe ich mich nie wieder verſpätet, niemals die
Uhr vergeſſen und bin immer auf der Seite aufgeſtiegen, wo der
ordentliche Lokomotivführer aufzuſteigen hat.

Humor des Tages.

Nei
Da können Sie von Glück ſagen.
.... denn ich hab ſie geheiratet.
C.K. Allerlei Humor. Reingefallen. Ein Mann, der gehört
hat, daß der bekannte Arzt für die erſte Unterſuchung 20 Mark nimmt
und für jede weitere 10, beſchließt, ſich dieſe Kenntnis zunutze zu machen
und betritt das Sprechzimmer mit den Worten: Da bin ich wieder,
Herr Profeſſor. Ich erinnere mich nicht, Sie vorher geſehen zu
haben, ſagt der Arzt. Doch, doch, ich war ſchon letzte Woche da."
Das habe ich ganz vergeſſen, ſagt der Profeſſor, wie geht es Ihnen
denn? Gar nicht gut. Nun, meint der Arzt, dann fahren Sie mit
der Behandlung fort, die ich vorige Woche angeordnet habe, dann
brauchen Sie bloß 10 Mark zu bezahlen. Der Sprachfehler.
Nun, wirſt Du das reizende Mädel heiraten, dem Du ſo eifrig den
Hof machſt? Leider nicht; ſie hat nämlich einen Sprachfehler. Wie
ſchade! Worin beſteht er denn? Sie kann nicht ja ſagen. Oh,
dieſe Fremdwörter! Elli beſitzt doch wirklich eine große An=
ziehungskraft
für Männer! Kunſtſtück, wenn der Vater ein Stahl=
magnet
iſt. Kühne Annahme. Du, Dein neuer Freund ſpricht
furchtbar viel. Ja, kas iſt wahr, ich glaube, der muß mit einer
Grammophonnadel geimpft worden ſein. Uebertroffen. Da
hat ſich meine Frau ſchon wieder einen neuen Hut in den Kopf geſatzt,
das iſt doch ſchrecklich, klagt der Ehemann. Bei mir iſt’s viel
ſchlimmer, erwidert der andere, meine hat ſich bereits einen neuen auf
den Kopf geſetzt! Das letzte Mittel. Alſo, nähe mir doch
endlich die Knöpfe an meinem Ueberzieher an! Die Frauen denken
ja ſonft alle, ich ſei noch unverheirgtet, und wollen mit mir pouſſieren.

[ ][  ][ ]

Stilkleider waren immer beliebt und
ſind ſchon ſeit vielen Jahren aus dem
Modenbilde kaum mehr wegzudenken.
Dennoch gibt es Saiſons, die das Stil=
kleid
weniger begünſtigen und anderen
Abendkleidern den Vorzug geben; dies
war zum Beiſpiel vergangenen Winter
der Fall; man ſah damals nämlich viel
mehr große Perlkleider, und wenn ſchon
Stilkleider in den verſchiedenen Mode=
ateliers
gezeigt wurden, ſo waren es
nur in den ſeltenſten Fällen wirklich in=
tereſſante
Schaffungen. In der Regel
handelte es ſich um wenig beachtens=
werte
Modelle, die weder durch ihren
Schnitt noch auch durch Eigenart der
Linienführung oder originelle Aus=
arbeitung
beſonders hervorſtachen.
Heuer haben die führenden Mo=
dellhäuſer
alles darangeſetzt, um das
Stilkleid wieder in den Vordergrund
zu rücken. Man hat dabei auch recht=
zeitig
erkannt, woran es im Grunde
genommen not tat, und erfaßt, daß
für das ſtilartige Kleid die ſorgfäl=
tige
Wahl des Materials, die Auf=
putzeffekte
und vor allen Dingen die
Eigenart der Form von größter Be=
deutung
ſeien.
Banale Stilkleider, wie man ſie
früher zu ſehen bekam, mit geradem
Oberteile und bauſchigem Rocke aus
Taft oder ähnlicher ſteifer Seide ſind
heute dem Verſtändnis der mode=
kundigen
Frau ganz fremd gewor=
den
, denn von einem Stilkleide, das
Anſpruch auf Beachtung erhebt, ver=
langt
man große Eigenart und eine
wirklich perſönliche Note, kurzum, es
muß in ſeiner Art ein kleines Kunſt=
werk
, ein künſtleriſches Ganzes ſein,
um wirklich Beifall zu finden.
Darum heißt es ſchon bei der
Wahl des für das Stilkleid in Frage
kommenden Materiales ſehr vorſich=
tig
ſein; ungemein beliebt ſind heuer für
dieſe Art von Abendkleidern alle ſamt=
artigen
Gewebe, und insbeſondere der
neuartige Gaze=Velourchiffon
eignet ſich angeſichts ſeines weichen, an=
mutigen
und leichten Falles, für dieſe
Modelle ganz ausgezeichnet. Für ſtren=
gere
Linien zieht man den glänzenden
Kreppſatin gerne heran, obwohl
ſeine Steifheit den Stilkleidern nicht im=
mer
und unbedingt zuträglich iſt. Ganz
reizend nehmen ſich dieſe Modelle aber
auch in Gaze aus, jenem feinen, durch=
ſichtigen
Schleierſtoff, der ſo un=
endlich
viel natürliche Anmut verleiht. Dann wäre noch Tüll
zu nennen, bekanntlich jenes Material, das für das Stilkleid
ſeit jeher in allererſter Linie in Frage kommt, denn es gibt wohl
kein zweites Eewebe, das ſich dieſer Form ſo ſehr anzupaſſen
und die Eigenart eines derartigen Kleides in gleichem Maße zu
fördern vermag. Bisweilen pflegt man das Stilkleid auch aus
zwei verſchiedenen Materialien zu kombinieren, was vornehmlich
dann der Fall iſt, wenn man die obere Partie wirkungsvoller
geſtalten will, was für das Getriebe und Gedränge des Ball=
ſaales
, das die Rocpartie eines Kleides bekanntlich kaum zur
Geltung kommen läßt, von nicht zu unterſchätzender Wichtigkeit
iſt. Außerdem iſt es noch üblich, jene Stilkleider aus zweierlei
Material zuſammenzuſtellen, bei denen die Rockpartie aus
einem ſo empfindlichen Gewebe gearbeitet iſt, daß es für die

heuer meiſt ganz enganliegenden, alſo prin=
zeß
geſchnittenen oberen Partien, nicht hin=
reichend
witerſtandsfähig wäre. (Das gilt vor=
nehmlich
für Stilkleider mit Tüllröckchen). Beachtenswert für
die Stilkleider der kommenden Saiſon iſt aber neben dem Mate=
riale
und den originellen Aufputzeffekten, von denen ſpäter noch
die Rede ſein ſoll, vor allen Dingen die außergewöhnlich inter=
eſſante
Form, die alle Arten von Raffungen, Glockenwirkungen
und Zipfeleffekten aus der Abendmode übernimmt und ent=
ſprechend
verwertet.
Unſere Bildgruppe gibt über die kommenden Neuheiten auf
dieſem Gebiete Aufſchluß:
Velourchiffon ſieht man für das erſte Modell der
Gruppe verwertet. Man denke ſich dieſes Kleid eta in Wein=
rot
, Efeugrün, Goldbraun oder Schwarz. Der Oberteil iſt ganz
eng anliegend, die Aermel ſchlank und vollkommen ungarniert.
Die Rockpartie iſt im allgemeinen nicht allzu kurz und ſeitlich

ſtark verlängert (eine Linie, die heueu
ſehr viel Beachtung findet und ſich beu
Stilkleidern ganz beſonders vorteilboßn
präſentiert); die Raffung des Rockes iu
der vorderen Mitte ergibt eine ſchönn
Linie. Da man den Rock infolge den
Verlängerung der Seitenbahnen zum Teig
auch an ſeiner Innenſeite ſehen kanmn
wird man gut daran tun, den unteren=
Rand innen etwa eine Spanne hoch min
Seide zu beſetzen, um den Eindruck zu
erwecken, als ob der ganze Rock innenu
mit Seide ausgeſchlagen ware. So nimmm
ſich zum Beiſpiel bei einem ſchwarzern
Kleide ein roſafarbenes Seidenfunen
ſehr elegant aus, das dann allenfalls iu
der Schattierung mit der Roſe, die dinſt
vordere Mitte ſchmückt, übereinſtimmein
müßte.
Wie duftig und graziös feinemn
Schleierſtoff (Gaze) für Stilkleidem
wirkt, erkennt man aus der zweiteng
Skizze. Man wählt hier natürlich einn
ganz undurchſichtiges Unterkleid, dasn
ziemlich kurz iſt, ſo daß die recht beträchtent
liche Länge des Gaze=Unterkleides um ſn
mehr zur Geltung kommt. Man denlelz
ſich dieſes Modell ganz in Schwarz odermg
aber aus ſchwarzer Gaze mit einem roſen
farbenen Unterkleide. Der Schalkragenm
des Oberteiles und die daraus hervo=n
kommende Maſche, die die vordere Minten
garniert, ſind aus ſchwarzem Velourſchſte M
fon (Seidenſamt) gedacht. Der Auſwy
des hauchdünnen, durchſichtigen Roct 4
beſteht aus antikiſiert, wirkenden, huß z
blauen oder lavendelfarbenen, eventud /
auch altroſa getönten, ſchmalen Seidene
bändchen, die zu Biedermeiermaſchen zu=
ſammengeſtellt
und appliziert werden.
Ein ſolches Kleid kommt ſowohl für
Theaterabende wie auch für göbene
Tanzveranſtaltungen in Frage und lan
jeweils durch ein helles, paſteliſuhens
bzw. ſchwarzes Unterkleid ſeine A0t
vollkommen verändern.
Zweierlei Material iſt ſi
das im dritten Bilde feſtgehaltene Eile W
kleid verwendet. Den Oberteil hat mal M
ſich aus Samt, Kreppſatin oder aber alß 0
Metall=Lams zu denken, den undleig A
langen, glockigen und zipfligen Rock ahe. 9
aus vielen kleinen Quer=Volants außw
Seidentüll in einer ſchünen Paſtellfarn.0
HU
Der ſchief gekreuzte Oberteil wird int Ni0
Taille durch eine große Kunſtblume dEi
geſchloſſen. Wie elegant ſich bei einem verhältnismäßig e0eh
fachen Stilkleide ein wirkungsvoller Oberteil präſentiert, erſeſ i.
man aus der letzten Skizze. Während der unten ausgezachte Mid
glockig fallende Rock hier aus Kreppſatin gedacht iſt, hat Moſche.
ſich den breit gelegten und ſeitlich zu einer großen Maſche Nec
knoteten Gürtel aus gewachſtem Satin= oder Moiré=Bang
der Farbe des Rockes vorzuſtellen. Die obere Partie iſt ſeg
durchaus mit Perlen und Straß beſtickt und ſichert damit eſcal
ſehr großen Effekt. Dieſes aparte Kleid erfordert kräftige i0
ben und ſtarke Kontraſte, etwa biſchofslila oder ſmaragdgiadg.
Seide, ebenſolches Band und dazu den leuchtenden Stichein,
Oberteil.
Wenn man die neueſten Stilkleider in ihrer ganzen Gioe,
art, pikanten Wandlungsfähigkeit und in ihrem großen Iſ0e.
reichtum ins Auge faßt, wird man nicht daran zweifeln
dieſer Modellart während der komenmden Saiſon große Elſ,
Willy ungal.!
beſchieden ſein werden.

Das Kiſſen als Gemälde.
C.K. Wir alle denken mit Schrecken an die greulichen Un=
getüme
, welche ſich unter dem Namen von Sofakiſſen noch vor
wenigen Jahrzehnten in den guten Stuben angeſiedelt hatten.
Wenn auch die letzten Jahre in dieſer Richtung ſchon eine er=
freuliche
Aenderung vorbereitet haben, ſo iſt es jetzt einer eng=
liſchen
Künſtlerin vorbehalten geblieben, das Kiſſen zum Range
eines Gemäldes, eines wahrhaften Kunſtwerkes zu erheben. Die
Wundergebilde Yvonne Chaſtels, die, wie engliſche Blätter mel=
den
, in einer neu eröffneten Ausſtellung zu ſehen ſind und das
Entzücken ganz Londons bilden, ſind auch wie Gemälde ſig=
niert
und jedes mit einem Namen verſehen, der in einem ele=
ganten
Katalog prangt. Die Künſtlerin iſt der Ueberzeugung,
daß das Kiſſen dem Charakter ihrer Beſitzer voll Rechnung tra=
gen
und nach ganz perſönlichen Geſichtspunkten, paſſend zum
Kleid, Hut, Parfüm, ausgewählt werden müſſen. Samt, Brokat,
Federn, Filz, Wolle, Gold= und Silbergewebe werden für dieſe
Riſſen verwandt, die man nach Formen, Farbe und Zeichnung
als wahre Gemälde anſprechen muß, ohne daß damit der An=
forderung
an Bequemlichkeit und Nützlichkeit Abbruch geſchieht.
Großmama, wie eines dieſer Gebilde heißt, hat die Geſtalk
eines Fächers. Es ruft die Erinnerung au längſt vergangene
Tage, an Lavendel und Roſenblätter hervor durch ſeine Farben=
zuſammenſtellung
von leuchtenden paſtellroſa und mauve Brokat=
ſtreifen
. Das kleine Küchlein iſt ein kreisförmiges Kiſſen,
ganz mit blaßgelbem Flaum und Federchen bedeckt. Der Bal=
lon
nimmt ſeine Idee von einem perſpektiviſch erſchauten Luft=
hallon
aus blaſſem Samt mit einem goldenen Netz umgeben
Herbſtliches Blatt heißt ein anderes Kunſtwerk in reichen Far=
ben
von gebrochenem Braun mit dem Rot des Herbſtes. See=
ſtern
iſt eine Studie in ſilbrigem Roſa und Seegrün,

Applikations=Effekte auf Handtaſchen
ſind heute keineswegs mehr unbekannt; brachte uns doch ſchon
die letzte Saiſon vielfach ſolche Wirkungen, jedoch in der Art,
daß man die Applikationen in Form von Bordüren und als

Ausfüllung der Ecken der betreffenden Handtaſche zu ſehen be=
kam
. Die kommende Mode zeigt uns wieder ſehr aparte Neu=
heiten
, die auch auf der Baſis der Applikationen aufgebaut ſind,
jedoch mit dem Unterſchied, daß die in Zukunft gebräuchlich
werdende Arbeit ſich in Streifen=Effekten gefällt, die bisweilen

auch zu Karo=Wirkungen ergänzt werden. In unſerem 200
bringen wir die neueſte Handtaſche (ſchon ihr kofferſorwſichle
Typ iſt ſehr beachtenswert), die man ſich etwa in hellbräun
Leder zu denken hat, das mit Streifen aus dunkelbraunem S
benäht iſt, wodurch ſich ein Karo=Deſſin ergibt. Zu einem 10i
Modell nimmt ſich eine Brieftaſche, die in der gleichen Mch"
jedoch in umgekehrter Farbſtellung (alſo dunkelbrauner Oicb
mit beigefarbenem Karo) gehalten iſt, ſehr gut aus. Sille.
artige Garnitur wird für alle Gebrauchszwecke in dei Si
wie auch für die Wochenend=Fahrt (falls die Handtaſche genubc
geräumig iſt) gute Dienſte zu leiſten vermögen.
Das Bolero=Jäckchen
zum Morgen=Pyjama
iſt eine Neuheit, die von den führenden Ateliers heuer ſeM. 6
gezeigt und ſicherlich von den Damen mit Freude aufgenolt"
und nachgeahmt werden wird. Dieſe Mode iſt inſofern Mt
vernünftig und begrüßenswert, als das Pyjama gerade Moi
der Uebergangszeit am Morgen als zu leicht befunden M.
daß man einer Umhülle bedarf, die zum mindeſten dei *
körper entſprechend zu ſchützen vermag. Das kleine Bolc.
entweder gehäkelt oder geſtrickt wird, iſt in der Regel. "
vornehmlich in Verbindung mit einem farbigen Phläi
bunt gehalten, bringt Blumenmuſter oder ornamentale. 2..
rungen, ſtellt alio eine ganz beſonders reizvolle Handat.
die immer viel Freude bereiten muß und verhältuishabe.
fertiggeſtellt werden kann. Dieſe Boleros werden für del
ärmellos gearbeitet, dürften aber für winterliche Tage. L.
auch mit langen Aermeln zu ſehen ſein, die dann alenick.
Muſterung des Jäclchen=Randes wiederholen ſollen.

[ ][  ][ ]

ſtammer 294

Sonntog, den 23 Oktober 1927

Seite 23

Abnerei=Ausſchank K. Fah
2 m5 derſtraße 23 :: Te ephon 3711
in gerlicher Mittagstiſch von 0.80 an
Eigene Schlachterei
Dwrücher altbekannte Taubfroſch iſt modern
r wiext und ſieht an einigen Tagen der
AN=Wereinen noch zur Verfügung. (*2823
Inh.: M. Fabian.

Die öffentliche Wirtſchaft der
Geſellſchaft Eintracht
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neeu zu verpachten. Zuſchriften an
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Durch die Wahlrechtsbeſchränkungen der Heſſ. Regierung ſind die Ver=
faſſungebeſtimmungen
über das gleiche und geheime Wahlrecht verletzt.
Darum wenden wir uns an Alle, die mit dazu beitragen wollen, dem
Recht wieder Geltung zu verſchaffen, und bitten ſie, ſich auf dem Stadthaus,
Zimmer 12, in unſere aufgelegten Liſien an Wochentagen von 812½ Uhr
und 21/6½½ Uhr, Samstags von 81 Uhr, und Sonntags von 91 Uhr
einzuzeichnen. Die Liſien liegen bis 27. Oktober offen.
Die Volksrechtpartei
(Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung).

16408

Beſuchen Sie die
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22.29.Oktober 1927
Sonntag, den 23. Oktober 1922, nachmittags 3 Uhr
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hionntag, den 23. Oktober, nachm. 4½ Uhr
o am Moniag, den 24. bis Freitag, den
28. Oftober, abends 8½/ Uhr.
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[ ][  ]

Seite 24

Sonntag, den 23. Oktober 1922

Nummer 294

UMIOM-THEATER
D Heute unwiderruflich letzter Tag
wegen anderweitigen Verpflichtungen!
Lola Kreutzberg
spricht heute zum letzten Male zu ihrem selbstaufgenommenen Filmwerk
Bali, das Wunderland
Besonders sei auf die exotischen Tänze, die persönlich stattfinden hingewiesen.
Man versänme nicht sich dieses hochinter. Werk anzusehen.
(16476
Als Einlage kommt von 23½ Uhr
Sturmflut zur Verführung.

Jugendliche haben Zutritt 2 Uhr

RESIDENZ-THEA
Vorletzter Tag das große deutsche Lustspiel.
Ein schwerer Fall‟
OSSIOSVALAA
Alfons Fryland. Henry Bender, Wilh. Diegelmann, Paul Biensfeld. 6 lustige Akte.
Zwei Kinder werden gesucht Groteske
(16477
Die neueste Wochenschau.
Minn, 770

Palast-Lichtspiele
Mur noch heute und morgen!

REINHOLD
HUNZE

BIMMERTRE

akete:
geinsoto,
ScHONZEL

UND REpLIcHREIT.
RoS4 vaierrissreFafd auso- Wilu E. MFLuuun
Lvoit vorectint: Fasr Morptrnt: Ton Mllees-
Bio drobstädt eekt
Ein Schicksals-Drama in 7 Akten mit Oeven
Moore, lvan drawferd, G. Astor u. a. m.
Aufnahmen vom Nachtleben am Broadway
(16392
in New Vork.

Heute Anfang 2½ Uhr

Abends
2. Uhr

SALNAM
Nur noch wenige Tage!
Der große Operetten-Erfolg
Mraufkäftermäder
Muslk van deorg Jarno
mit SteFfi Thaller as Gast

Numerierte Plätze
Kleine Preise Mk. 1. bis 3.
von Mk. 1.50 an Beglnn der Sonntags-Vorstellung
abends 77/, Uhr (19), Ende 101 Uhr

Verkehrs-Büro 912 Uhr, Zeitungs-Kiosk Ernst.
Ludwigsplatz 1118 Uhr, sowie Kasse des
Orpheums ab 15 Uhr. Telefon. Bestellung 389.

Anfang 774 Uhr

Restaurant Rummelbräu
Rheinstr. 101 Gegenüber der Festhalle Tel. 2519
Auswahlreichen Mittagstisch von 122 Uhr
in vorzügl. Zubereitung v. Mk. 0.90, 1.20, 1.50 u. 2.00
Preiswerte Abendkarte (* 28185
Seden Sonntag von 47 und abends 811 Uhr
KONZERT
Eintritt frei!
Eintritt freil
Großer Festsaal für Versammlungen u. Konferenzen
Inh.: K. Heidenreich,


Caritas=Verband Darmſtadttiſten
im Saal des Muſikvereins, 27. Oktober, abends 8 uhr ſ07M
tüide
Deutsche Volksweisen in Lied u. Wortn elg
ANb
Poldi Heyl, Darmſtadt, Geſang
Maria Menoni, Berlin, Rezitationn ick ie
a Auch
Julia Schnitzler am Flügel.
Karten ſind zu haben Wilhelminenſtr., Buchhandl. Grießheime. 99
Wilhelminenplatz, Caritas=Sekretariat, Hügelſtr. 20 und abenß AMh
an der Kaſſe zu 3.
K, 2. und 1.

Hotel und Reſtaurant
Bahnhof zur Poſt Bahnhof
ab 18 Uhr
Konzert
Spezialität:
Feldhühner, Has im Topf
G. Schiel.
*28198

Rheinstr. 50 Hotel Schmitz Telephon192
Mittag- u. Abendtisch von Mk. 1.00 an
Qualitätsbiere. Separ. Weinrest. Ia off. u. Flaschen-Weine
Tägllch Unterhaltungs-Musik

K

Hotel Prinz Heinrich
( 28207
Heute Sonntag abend
Kamilien-Konzert

SeeheimerKeri
Hotel Hufnagel
Sonntag, den 23. Oktober
ab 4 Uhr
TANZ
Traubenmoſt-Seeheim Braudlen
(Eigenes Wachstum länig!

Autoverbindung

Kachelofen, kl. Gas=
herd
zu verk. (*28072
Mathildenſtr. 11, II.

Ludwigshöhe Kaffee Jöſt

Heute Sonntag letzter Tag
des beliebten
(16452

Heute nachmittag 4 Uhr (16192
Konzert
Städt. Orcheſter
Leſtung: Konzertmeiſter Paul Löſche
Eintritt 30 Dig.
Oberwaldhaus
Sonntag, Nachmittag v. 3½ Uhr ab
Kaffeekonzert
(im Gartenſaal)
geſtellt vom StädtiſchenOrcheſter
Eintritt frei!
Das Konzeri findet bei jed. Witterung
(16425
ſtatt.

Muſikverein
1. Konzert
Dienstag, 1. Novbr., 7:/, Uhr
im Großen Haus des Landes=
theaters

Große Meſſe in F-moll
Pſalm 150
von Anton Bruckner
Hauptprobe: Montag, 31. Oft.
z1 Uhr.
Preiſe: 3 bis 7 RM. (Sperrſitz
5 RM.) fur Konzert.
1,50 bis 3,50 RM. (Sperrſitz
2,50 RM.) für Hauptprobe.
Kartenverkauf bei Konzert=S
Arnold, Wilhelminenſtraße.

Am Hauptbahnhof Mornewegplatz 3
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Heute Sonntag
von 4 Uhr ab
Konzer

Telefon
Perkeo
1409
Kroß-Darmstadt
Heute!
HessenFlieger=
Verein
Preisverteilung
für die Sieger
im Ballon-Wettbewerb
Vorträge, Unterhaltung
aller Art
Ueberraschungen
Tanz für das Publikum
Beslauralions-Betriebe
Mittag- u. Abendessen
Huswahl, vonMk. 1.an
im Hbonnement
Ermäßigung
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Hanonen, Gkioderlestes
Mandhoner Hoibrau
Grafenstraße 22,
Bayrische Künstler-Kapelle
Preiswerte Spezialplatten von 70 Pf. an
Mittagtisch von 1 Mark an
Pokal Münchener Hofbräu 25 Pf.

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Tanz

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Herren, können dementſprech. noch jung
Damen teilnehmen. Ang.
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Bei dem Spengler= und Inſtallationsmeiſter
Georg Neher, Kahlertſtr 30

Schwabenmittel

empf. Drog. Secher Nach
Ludwigshöhſtr. 1B 11959

Liederzweig
Inhaber der Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft
gegr. 1855
Leitung: Chormeiſter Wilhelm Etzold
Samstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr
im Feſiſaale der Turngemeinde,Woogsplatz
ROltZeR!
Mitwirkende: Fräulein Roſa Merker,
Opernjängerin. Herr H. Andrea, Solocelliſt
Herr Kapellmeiſter Bohne (Begleitung) vom
Heſſiſchen Landestheater: der 80 Mann
ſtarke Chor des Geſangvereins Liederzweig
Aus der Vortragsfolge: Ballade aus Der fiiegende
Holländer; Lieder von Schubert. Solo für Cello
p. Grell. Chöre p. Hegar, Kitel, p. Hoſfs u. Henkel

Karten zu Mk. 2.50, 1.50 u. 0.25 bei Chriſtian
Arnold, Weißer Turm=Verlag, Ernſi=Ludwigſtr. 5
Für Mitglieder zu ermäß. Preiſen bei K. Koch, Markt 3

Theaterabonnement
Sperrsitz B
den Reſt d. Spiel=
zeit
, wegen Trauer=
fall
abzugeb (16442
Bech, Landwehrſtraße 18.

K
penſtuhl, Treppenlei= Arheilgen, Darm=
links
.
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preßte Plüſchgarn, Flüget ſpottbill für). Nobert Klupp
Sofa, 2 Seſſel, Trep= Reſtaur. oder Verein.
ter, Stiſtſtr. 77 part, ſtädterſt. 50,I. 128094eg

Landestheater.
Großes Haus.
Sonntags=Fremdenmiete
grün u. weiß (3. Vorſt.
Sonntag, 23. Okt.
Anf. 19 Uhr Ende 22 Uhr
Gaſtſpiel
Franz Schrecker und
Maria Schrecker
Die Gezeichneten
Oper in 3 Aufzügen
von Franz Schrecker
Muſikaliſche Leitung:
Prof. Franz Schrecker
a. G.
Inſzenierung: Hans=
Esdras Mutzenbecher
Bühnenbild: Lothar
Schenck von Trapp
Chöre: Berth. Sander
Mitwirkende:
Maria Schrecker a. G.
Regina Eichner
Felicitas Guttmann
Anna Jacobs
Paula Kapper
Ellen Kiesling
Martha Liebel
S. Müller=Wiſchin
Rudolf Balve
Leo Barczinski
Johannes Biſchoff
Guſtav Deharde
Karl Ebert=Beyer
Oscar Grauert
Herbert Grohm
Theo Herrmann
Joſeph Herrmann
Heinr Hölzlin a. G.
Friedr. Jachtmann
Alfred Karen
Hans Komregg
Hans Ney
Joſef Poerner
Kurt Schüppel
Eugen Vogt
Spielwart: Fr. Wilde
Preiſe: 1.2012Mk.
Kleines Haus.
Zuſatzmiete I, 2
Sonntag, 23. Okt.
Anfang 19.30 Uhr
Ende 21.45 Uhr
Die Hoſe
Bürgerl. Luſtſpiel
in vier Aufzügen
Mitwirkende:
Beſſie Hoffart
Mela Wigandt
Richard Jürgas
zu verkauf. Hugo Keßler
Paul Maletzki
Spielwart: (V. 16446
Willy Kriechbaum
Preiſe: 1.206 Mk

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Unsere Autobusse verkehrei
ab weißen Turm:
Vormittags: 822 12,

Nachm.: 2, 50. 70, 8, 109
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