Darmstädter Tagblatt 1927


09. Oktober 1927

[  ][ ]

Einzelnummer 15 Pfennige

Bezugspreis:
B.T wöchentlich 2maligem Erſcheinen vom 1.Okiober
Nt 30. Oktober 2.48 Reiſchsmark und 22 Pfennig
Bragegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmart, durch die
Isnturen 2.40 Reichsmart frei Haus. Poſtbezugspreis
m Olt., ohne Beſſellgeld monatlich 275 Reichemark.
ierontwortiſchtelt ir Aufnahne von An elgen an
ef immten Tagen wird nicht Übernommen. Nche=
riSeinen
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
enschtigt den Bezieher nſcht zur Kürzung des
Ia ugspreſſes. Beſſellungen und Abbeſtellungen durch
enrru ohne Verbindlichkelt für uns. Poſſcheckonto
Franfurt a. M. 1304.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illufrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſkattet.
Nummer 280
Sonntag, den 9. Oftober 1927.
190. Jahrgang

Anzeigenpreis:

27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg, Rellamezelle (92 mm
breil2 Reſchemart Anzelgen von auewärie 4oReſchepſa.
Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg. 92mm breite Rellame=
zeile
300 Reſchsmart. Alle Preiſe in Reichsmart
ſ4 Dollar 420 Markl. Im Falle höherer
Gewalt wie Krleg. Aufruhr. Sſrell uſw. erliſcht
ſede Verpſichtung au Erfüllung der Anzeſgen=
auſträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Beil
Konlurs oder gerſchticher Beltreibung jall ſeder
Rabatt weg. Banklonto: Deutſche Ban und Darm=
Nädter und Natſonglban‟

Das Schulgeſetz vor dem Reichsrat

=Aenderungen
in dem Keudell’ſchen Entwurf.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Beſchlüſſe der Reichsratsausſchüſſe ſind ſtreng vertrau=
ch
. Es war alſo bisher auch noch nichts darüber zu erfahren,
ſi der Ausgang der Beratungen der beiden Ausſchüſſe ge=
egen
iſt.
Das Berl. Tageblatt will nun wiſſen, daß ſehr weſentliche
änderungen augenommen worden ſind, die ſich in der
quuptſache den preußiſchen Anträgen anſchließen, ſo
sSeſondere in der Definition der Volrsſchule,
e der preußiſchen Faſſung vollkommen entſpreche. Die Mel=
ung
fährt dann fort: Es ſind weiter angenommen in 8 3:
dae Geneinſchaftsſchule ſteht grundſätzlich allen Kindern ohne
ngerſchied des Bekenntniſſes und der Weltanſchauung offen.
n78 12a: Von Amts wegen eintzurichtende Schulen ſind Ge=
emſchaſtsſchulen
. In 8 20: In den Ländern Baden,
hu ringen, Heſſen, Hamburg, Anhalt, Bremen, Lippe, Lübeck,
ſeiklenburg=Schwerin und Schaumburg=Lippe ſowie in dem ehe=
dägen
Herzogtum Naſſau und in den Stadtgemeinden Frank=
ri
. a. M. und Hauau verbleibt es bei dem beſtehen=
eur
Rechtszuſtand, ſoweit nicht durch Landes=
ſetz
dieſes Geſetz in Kraft geſetzt wird. Da=
i
- ſind die ſogenannten Simultanſchullän=
in
ihrem bisherigen Rechtszuſtand erhal=
1. Der einzige Unterſchied gegenüber dem preußiſchen An=
a
. der als weſentlich bezeichnet werden könnte, beſteht darin,
ßl die Definition des geordneten Schulbetriebes nicht aus=
ließlich
dem Landesrecht überlaſſen bleibt. Jedoch zieht auch
eri die Faſſung einen ſehr weiten Rahmen, ſo daß eine nähere
hämmung durch Landesrecht notwendig ſein wird. Es darf
rnorgehoben werden, daß in 8 1 die Beſtimmung der Ver=
ſung
, daß die Jugend im Geiſte der Völkerverſöhnung zu
hen iſt, wiederhergeſtellt wurde. Die Mehrheit in den
licsratsausſchüſſen, die der Reichsregierung dieſe Niederlage
tſchaffte beſtand aus den Ländern Preußen, Sachſen, Thü=
gen
, Heſſen, Baden, Hamburg, Bremen, Lübeck und
talenburg=Schwerin.
Soweit das B. T. Unſere Erkundigungen bei den ver=
teigenen
Reichsſtellen, eine Beſtätigung dieſer Mitteilungen zu
eat ten, ſind ohne Erfolg geblieben, weil alle Stellen ſich hinter
Wertraulichkeit verſchanzen und darauf aufmerkſam machen,
mur durch eine ſchwere Indiskretion, etwas durchſickern
tys. Es war nach den Inſtruktionen, die Preußen, Baden,
ten hatten, gewiß anzunehmen, daß wahrſcheinlich Aende=
iy
gen an dem Keudellſchen Entwurf angenommen
ergsen. Wir haben Grund zu der Annahme, daß die Mittei=
tgen
des genarnten Blattes in ihren weſentlichen Sätzen,
Bichüſſe haben jetzt eine kleine Pauſe eingeſchoben, die ver=
dni
ſſe der erſten Leſung noch einmal nachzuprüfen und ihren
WEentſcheidung wird wohl erſt am Freitag der kommenden
ſche in der öffentlichen Sitzung des Reichsrats fallen.
Die Prüfung der Auslands=Anleihen.
* Berlin, 8. Okt. (Priv.=Tel.)
Doie Beſprechungen im Kabinett über die lünftige Behand=
IIy Ider Auslandsanleihen haben mit einem Komprou ß abge=
böſen
. Man hat, zumal an der Börſe, von ſehr ſcharfen
Berenzen zwiſchen dem Reichsbankpräſidenten auf der einen
6e und dem Reichswirtſchaftsminiſter und Reichsfinanz=
nißer
auf der anderen Seite geſprochen, hat ſogar wiſſen
Mlen;, daß Herr Dr. Schacht mit ſeiner Demiſſion gedroht
Kdenheiten ſind vorhanden geweſen, aber ſie waren doch nicht
ſichwverwiegender Natur, daß es zu einem Konflikt kommen
1Bt.. Es iſt auch ſelbſtverſtändlich, daß Herr Dr. Schacht zur
Briendung ſeiner Vorſchläge angeführt hat, er ſtehe ſonſt vor
10 (Sefahr, daß en die Währung nicht halten könne. Was er
taugte, hat er in einer Denkſchrift niedergelegt; damit hat
Rich auch zum Teil durchgeſetzt. Immerhin iſt auch die Um=
Frlrung der Beratungsſtelle in Ausſicht genommen, und hier
ben, die Schwierigkeiten, weil die Länder und Gemeinden ſich
ut Weg zum ausländiſchen Geldmarkt nicht verſperren laſſen
hem und deshalb jeder Erweiterung der Vollmachten des
Ahsbankpräſidenten ſtarken Widerſpruch entgegenſetzen. Ge=
19 oie Gemeinden haben ja in den vergangenen Wochen ſehr
IMae Auseinanderſetzungen mit Herrn Dr. Schacht gehabt. Es
10 ſich alſo jetzt erſt zeigen, was bei dieſen Verhandlungen
Diu, ſehr bald beginnen ſollen herauskommt und ob es ge=
I9t. Formulierungen zu finden, die den Begriff der nicht
Aſu ichen und unwirtſchaftlichen Ausgaben beſtimmter faſſen.
Streſemann berichtet über Genf.
* Berlin, 8. Okt. (Priv.=Tel.)
2oer Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann hat am
(Eusttag endlich dem Reichskabinett ſeinen ausführlichen Be=
uN
üiber die Genfer Verhandlungen erſtatten können. Die
9 m)ſſätzliche Ausſprache über die künftigen Wege der deutſchen
ANeu politit haben ſich daran noch nicht angeſchloſſen, ſie wer=

ARurſt ſpäter erfolgen. Am Samstag hat das Kabinett ſich
4 Ritl begnügt, im weſentlichen den Auſchauungen des Miniſters
z Yüummen. Dr. Streſemann ſelbſt iſt unmittelbar darauf zu
RAmgung der volksparteilichen Jugend nach München gereiſt.

Entſcheidung über
die Befatzungsverminderung?
Der Termin des Abmarſches: 25.28. Okt.
Mainz, 8. Oktober.
Wie wir erfahren, iſt die Entſcheidung über die Form und
das Ausmaß der Truppenverminderung im beſetzten Gebiet ge=
fallen
. Der amtliche Bericht hierüber liegt der Reichsregierung Mächte, daß die Könige von England und Belgien, die Präſi=
in
Berlin vor. Auf Grund eingehender Erkundigungen iſt feſt=
zuſtellen
, daß noch im Laufe dieſes Monats die Zurückziehung
der 10 000 Mann durchgeführt wird. Ein Teil dieſer Truppen
iſt bereits abmarſchiert. Als Termin für den Abzugsbeginn der
verbleibenden Neſttruppen wird die Zeit vom 25. bis 28. Oktober
angegeben. Von dieſem Zeitpunkt ab wird der Abtransport in
einigen Tagen vollzogen ſein. Auf die Art, wie die Truppen
zurückgezogen werden ſollen, haben die deutſchen Stellen beraten=
den
, aber keinen entſcheidenden Einfluß gehabt. Die Verminde=
rung
der Beſatzungsarmee um 10000 Mann geſchieht in erſter
Linie nach militäriſchen Geſichtspunkten. Es iſt den deutſchen
Verhandlungsführern nicht gelungen, die unter Beſetzung leiden=
den
Kurorte von Militär freizubekommen. So werden weder
Kreuznach noch Ems befatzungsfrei. Beide Orte
werden allerdings auf eine Verminderung der Beſatzung rechnen Aber nicht die Fragen der Außenpolitik ſind es, die im
können. Die einzige Stadt, die völlig frei wird,
iſt Diez a. d. Lahn. Soweit wir unterrichtet ſind, gehören
Worms, Trier, Koblenz und einige Orte in der Pfalz zu den
Städten, deren Beſatzungsziffer vermindert wird. Den Haupt=
anteil
an dieſer Verminderungsaktion hat die zweite Zone. Die
Verminderung wird ſo vor ſich gehen, daß einmal eine Zu=
ſammenlegung
der Stäbe ſtattfindet, dann, daß einzelne Truppen=
teile
und Formationen, die ſich zurzeit in Frankreich befinden,
nicht mehr ins beſetzte Gebiet zurückehren. Die Zahl der ab=
ziehenden
Franzuſen allein wird etwa 8000 ſein.
* Die Meldung der Deutſchen Zeitung, daß die Beſatzungs=
mächte
ſich an ihrer Zuſage um die Herabſetzung der Beſatzungs=
truppen
herumdrücken, findet heute von anderer Seite ihre Be=
iſſen
und eine Reihe anderer Staaten ihren Vertretern ge= ſtätigung. Die Kölniſche Zeitung will wiſſen, daß eine ent=
ſprechende
Mitteilung bereits in Berlin eingegangen ſei, und
auch ein Korreſpondenzbüro äußert ſich im gleichen Sinne. Wir
haben uns daraufhin noch einmal an zuſtändiger Stelle erkun=
digt
und wieder die Auskuft erhalten, daß keinerlei Mitteilung
ſon ders was den 8 20 angeht, richtig ſind. Die Reichsrats= über die Abſichten der Beſatzungsmächte vorliege. Denkbar wäre
immerhin, daß zunächſt nur inoffizielle Nachrichten uns zuge=
ntlrch
dazu dient, den Ländern Gelegenheit zu geben, die Er= gangen ſeien, die von deutſcher Seite nur als Verhandlungs=
baſis
benutzt werden ſollen, um ein weiteres Entgegenkommen
ſen=etern zur zweiten Leſung weitere Inſtruktionen zu gebeu, der Ententeſtaaten zu erzwingen. Auch dieſe Deutung wird uns
an amtlicher Stelle beſtritten. Es wäre aber auch nicht zu ver=
ſtehen
, daß die Preſſepolitik der Reichsregierung darauf hinaus=
liefe
, diplomatiſche Schriftſtücke, die zur Beurteilung der ganzen
kuteren, wenn ihre Geheimhaltung doch nicht möglich iſt.
Zentrum und Deutſchnationale.
* Berlin, 8. Okt. (Priv.=Tel.)
Die wiederholt vertagten Beſprechungen zwiſchen dem Zen=
trum
und den Deutſchnationalen haben nun am Samstagvor=
mittag
begonnen. Ueber ihren Inhalt wird ſtrengſte Vertrau=
lichkeit
bewahrt. Es ſcheint jedoch, als ob ſie noch nicht zu einem
Ile. Das iſt zweifellos übertrieben. Sachliche Meinungsver= Abſchluß geführt haben, ſondern beim Wiederzuſammentritt des Verwaltung naturgemäß mit am ſchwerſten leiden. Nicht die
Reichstages fortgeſetzt werden ſollen, wobei nicht allein über die
Richtlinien, ſondern auch über die 8laggenfrage
eine Ausſprache herbeigeführt werden ſoll.
Die 200=Mark=Gabe der Hindenburgfpende.
Die Hindenburgſpende teilt mit: Die Bekanntgabe der Aus=
läßlich
des Geburtstages des Herrn Reichspräſidenten und auf
ſeinen Wunſch geſchah, hat, trotz gegebener Erläuterungen, in
der Oeffentlichkeit Anlaß zur Verbreitung ungerechtfertigter Be=
hauptungen
gegeben. Es wird demgegenüber feſtgeſtellt: Die
Auswahl der zu Bedenkenden haben die über die Lage am
beſten unterrichteten Hauptfürſorgeſtellen der Kriegsbeſchädig=
ſchwierigſten
Fälle bedacht werden. Das waren z. B. in Oſt=
preußen
55, Berlin 77, Hannover 61, Thüringen 34, Baden 42,
Rheinprovinz 145, Freiſtaat Sachſen 109, Württemberg 40 Fälle.
In all dieſen Fällen handelt es ſich um Mannſchaften oder ihre
ſonen aus den Kreiſen der früheren Berufsoffiziere und Heeres=
beamten
und ihrer Hinterbliebenen. Von den 1500 Fällen ent= gewinnen ſein dürſte. Auch in Berlin wird man ſich dieſen
fielen 10 Prozent auf Veteranen und Hinterbliebene früherer (
Kriege und der Kolonialfeldzüge. Soweit Hinterbliebene bedacht
wurden, handelt es ſich vorwiegend um Witwen mit zahlreichen, immer ſehr genau kennt.
Kindern. Es handelt ſich im übrigen bei dieſen Gaben um ein=
malige
Zuwendungen. Die Beſtimmung über die weitere Ver=
toendung
der Hindenburgſpende muß ausſchließlich dem verſön=
lich
mit der Hindenburgſpende bedachten Reichspräſidenten von bar ganz allgemein eine Verwaltungsreform anſtrebt. Ebenſo
Hindenburg vorbehalten werden. Es iſt nochmals zu betonen: h.
Auch nur teilweiſe Erſatz für die Fürſorge des Reiches und der 9
Länder kann und ſoll die Hindenburg=Spende nie ſein.

Die Woche.

Der 2. Ottober 1927 war in Wahrheit ein nationaler Feier=
tag
aller Deutſchen. Wo immer die deutſche Zunge klingt, iſt
der 80. Geburtstag Hindenburgs feſtlich begangen worden, iſt
man ſich deſſen bewußt geworden, was dieſer eine Mann für
uns bedeutet. Nur die letzten Geburtstage des greiſen Fürſten
Bismarck hat das deutſche Volk mit ähnlicher innerer Anteil=
nahme
feſtlich begangen. Länder, Städte, Organiſationen und
Einzelperſönlichkeiten waren in edlem Wettſtreit bemüht, dem
Vater des Vaterlandes ihre Dankbarkeit und Verehrung zu
zeigen.
Daß auch fremde Staatsoberhäupter bei einer ſolchen Ge=
legenheit
unter den Gratulanten nicht fehlen, iſt eine Ange=
legenheit
internationalen Taktes. Daß gerade die Locarno=
denten
von Frankreich, Polen und der Tſchechoſlowakei keine
Glückwünſche geſchickt haben, iſt immerhin bezeichnend für die
allgemeine Situation, und faſt amüſant klingt es, wenn man
ſich etwas betreten von London her damit gewiſſermaßen ent=
ſchuldigt
, daß derartige Glückwünſche liſtenmäßig bearbeitet wür=
den
und daß das Deutſche Reich im Jahre 1914 aus dieſen
Liſten geſtrichen worden wäre. Infolge der Abweſenheit des
Miniſterpräſidenten und des Außenminiſters habe man dann
die Sache vergeſſen!. Man hätte ſich dieſe Erklärung, die faſt
wie ein ſchlechter Witz klingt, ſparen können. Wie lebendig die
Kriegspſychoſe noch immer in den Ländern unſerer Kriegs=
gegner
iſt, hat uns ja erſt vor kurzem wieder der belgiſche Mini=
ſterpräſident
mit ſeiner bekannten ungeheuerlichen Rede ſchla=
gend
bewieſen. Locarno war nur ein Anfang, und ſchon da=
mals
haben wir feſtgeſtellt, daß der Weg bis zu einer wirklichen
europäiſchen Verſtändigung nech lang und ſteinig ſein werde.
Wir ſind auch inzwiſchen auf dieſem Wege noch nicht allzu vies
vorangekommen.
Augenblick im Vordergrund des Intereſſes ſtehen. Schon vor
mehreren Wochen, unmittelbar nach dem Bekanntwerden des
Entwurfs für die Beſoldungsreform der Reichsbeamten, haben
wir an dieſer Stelle auf die Folgen hingewieſen, die ſich für das
Verhältnis zwiſchen Reich und Ländern wahrſcheinlich daraus
ergeben würden. Die Notwendigkeit einer durchgreifenden
Beamtenbeſoldungsreform war für die Länder und Kommunen
die gleiche wie für das Reich. Auf der anderen Seite aber
ſtand von vornherein feſt, daß faſt alle Länder nicht über die
Mittel verfügten, die zu einer Uebertragung der geplanten
Reichsbeſoldungsreform auf die Länder notwendig waren. Bei
dieſer Sachlage konnten die ſchwierigen Beratungen während
der letzten Woche in Berlin niemanden überraſchen. Eine Aen=
deuung
des Finanzausgleichs, welche den Ländern die notwen=
dige
Beamtenbeſoldungsreform finanziell ermöglicht hätte, hat
der Reichsfinanzminiſter rundweg abgelehnt. Und das iſt, wenn
man die Dinge von ſeinem Standpunkt aus anſieht, ja nicht
einmal ſo ganz unverſtändlich. Für die Ausbalancierung des
Reichshaushalts trägt er die Verantwortung. Auf der anderen
Seite haben die Länder nicht zu Unrecht erklärt, daß ihnen für
die Durchführung der Beſoldungsreform einfach die Mittel
fehlten und daß das Reich einſpringen müſſe, da die Weimarer
Verfaſſung den Ländern ihre finanzielle Selbſtändigkeit ſo gut
wvie genommen habe. So ſtehen im Augenblick die Dinge, und
bei den ganzen Berliner Beſprechungen ſcheint man ſich zunächſt
einmal ſo feſtgefahren zu haben, daß es nicht ſo ganz einfach
ſein wird, einen Ausweg zu finden.
Es iſt unter dieſen Umſtänden nur natürlich, daß das
Problem Einheitsſtaat demit wieder an Aktualität gewonnen
außenpolitiſchen Lage von Wichtigkeit ſind, einfach wegzudis= hat, aber auch die grundſätzlichen Anhänger des deutſchen Ein=
heitsſtaates
haben keine Veranlaſſung, ſich deſſen zu freuen. Es
iſt ſchon oft mit Recht darauf hingewieſen worden, daß der
deutſche Einheitsſtaat, wie wir ihn erſtreben, nur die Frucht
einer längeren geſchichtlichen Entwicklung ſein kann. Der deutſche
Einheitsſtaat muß als von allen Gliedern erkannte nationale
Notwendigkeit hergnreifen. Ein durch irgendwelchen Druck er=
zwungener
Einheitsſtaat würde von vornherein den Keim des
Zerfalls in ſich tragen. Dieſer Erkenntnis ſollte man ſich auch
in den kleinen Ländern, z. B. bei uns in Heſſen, nicht ver=
ſchließen
, auch wenn wir hier unter den Laſten der doppelten
Einſtellung der kleinen Länder zum Gedanken des Einheits=
ſtaates
iſt entſcheidend, ſondern lediglich die der großen. Es
wäre aber gefährlich und geradezu verhängnisvoll, wenn man
ſich über die Stimmung in Bayern und auch im größten Teil
von Württemberg irgendwelchen Täuſchungen hingeben wollte.
Für Experimente aber iſt die Gegenwart ganz gewiß nicht=
geeignet
. Noch immer müſſen wir um unſere nationale Exiſtenz
ſchüttung von je 200 Reichsmark an 1500 Kriegsopfer, die an= ringen. Noch längſt nicht ſind trotz einer vorübergehenden Hoch=
konjunktur
die furchtbaren wirtſchaftlichen Schäden behoben, die
der verlorene Krieg uns gebracht. Noch immer ſtehen am Rhein
fremde Truppen. Welcher ſeiner Verantwortung bewußte Staats=
mann
kann unter dieſen Umſtänden ernſtlich an ſtaatliche Um=
gruppierungen
insbeſondere hier im Weſten denken? Sind die
verhängnisvollen Quertreibereien des Jahres 1923 ſchon ver=
tenfürſorge
getroffen. Es konnten naturgemäß nur die aller= geſſen? Das, Spielen mit dem Gedanken einer Aufgabe der
ſtaatlichen Selbſtändigkeit Heſſens iſt im Augenblick nichts an=
deres
, als ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Weder ein
Aufgehen in eine etwa neu zu bildende Reichsprovinz noch ein
Aafgehen in Preußen, kann gegenwärtig ernſthaft in Frage
Hiuterbliebenen. Daneben erhielten die Zuwendung 100 Per= kommen, ganz abgeſehen davon, daß für letzteres die heſſiſche
Bevölkerung in ihrer überwältigenden Mehrheit wohl kaum zu
Erwägungen kaum verſchließen können, wenn man auch in den
dortigen Antsſtuben die Verhältniſſe hier im Weſten nicht
Es iſt durchaus berechtigt, wenn das Reich von den Län=
dern
fordert, daß ſie ihre Verwaltung ſo ſparſam wie möglich
geſtalten, und es iſt durchaus berechtigt, wenn man jetzt ſchein=
berechtigt
aber iſt und bleibt die Forderung der Länder nach der
Reichshilfe, wenn die Mittel, die der Finanzausgleich den Län=
dern
läßt, zu einer ordnungsgemäßen Verwaltumg nicht mehr

[ ][  ][ ]

Seite 2

Conntag, den 9. Oktober 1927

Nummer 280

ausreichen. Nicht der geringſte Zweifel aber kann darüber be=
ſtehen
, daß das Reich verpflichtet iſt, z. B. Heſſen die Schäden
zu erſetzen, die dem Land aus der Beſetzung eines großen Teiles
ſeines Gebietes durch fremde Truppen erwachſen ſind und noch
täglich erwachſen. Wenn jetzt die Aufnahme ausländiſcher Kre=
dite
weſentlich erſchwert werden ſoll, ſo iſt dieſes Vorgehen des
Reichsbankpräſidenten grundſätzlich wohl kaum zu beanſtanden.
Es geht gewiß nicht an, daß durch die Verzinſung leichtfertig
aufgenommener Auslandskredite mehr oder weniger die ge=
ſamte
deutſche Wirtſchaft belaſtet wird. Es geht aber anderer=
ſeits
auch nicht an, daß man in Berlin alles über einen Kamm
ſchert. Etwas anderes iſt es, wenn eine reiche Stadt Anleihen
aufnehmen will, um Meſſehallen zu bauen, etwas anderes, wenn
notleidende heſſiſche Kommunen die ſchweren Folgen des Krie=
ges
für ſie beſeitigen wollen. Das ganze deutſche Volk hat es
gebilligt, daß das Reich ſeinerzeit dem bedrohten Oſten geholfen.
Das Reich kann und darf ſich nicht der Verpflichtung entziehen,
jetzt auch dem Weſten zu helfen.
M.

Geſpannte Lage
an der ſerbiſch=bulgariſchen Grenze.

Unſere Karte zeigt das Balkangebiet, das ſchon im Jahre
1885, dann in den Balkankriegen 1912/13 und auch im Welt=
krieg
Schauplatz der Kämpfe zwiſchen den beiden Völkern war.
die Ermordung des ſerbiſchen Grenzkommandeurs General
Kowatſchewitſch hat zur Sperrung der Grenze und diploma=
tiſchen
Auseinanderſetzungen zwiſchen Serbien (Jugoſlawien)
und Bulgarien geführt.
Die engliſche Preſſe zum Balkan=Konflikt.
EP. London, 8. Oktober.
Die Lage, wie ſie durch die Ermordung des ſerbiſchen Gene=
rals
Kowatſchewitſch geſchaffen worden iſt, hat in diplomatiſchen
Kreiſen Londons natürlich eine gewiſſe Unruhe hervorgerufen.
Die Angelegenheit wird in London genau verfolgt, und in zu=
ſtändigen
Kreiſen hofft man, daß dieſer Zwiſchenfall zu keinen
weiteren Komplikationen führe, die in irgend einer Weiſe die
harmoniſchen Beziehungen, wie ſie zwiſchen den beiden Regie=
rungen
von Jugoſlawien und Bulgarien beſtehen und erſt jüngſt
durch die Beſprechungen in Sofia beſtätigt worden ſind, beein=
flußen
werden. Der Belgrader Korreſpondent der Times
berichtet, däß der engliſchen Geſandte dort einen längeren Be=
ſuch
bei der bulgariſchen Geſandtſchaft abgeſtattet habe, was
darauf ſchließen läßt, daß die britiſche Diplomatie bereits ſich
im Sinne einer Beilegung des Zwiſchenfalles bemüht.
Hoeſch in Berlin.
Berlin, 8. Oktober.
Gegenüber Kombinationen, die davon ſprachen, daß die An=
weſenheit
des Botſchafters v. Hoeſch in Berlin mit der Rhein=
landfrage
im Zuſammenhang ſtehe, wird von zuſtändiger Stelle
den Blättern erklärt, daß dieſer Beſuch des Herrn v. Hoeſch
lediglich der Information diente, wie dies nach den Genfer
Ratstagungen immer der Fall ſei. Der Außenmimiſter habe den
Botſchafter über die Geſpräche informiert, die er mit Briand
gehabt habe. Herr v. Hoeſch iſt geſtern abend wieder nach Paris
zurückgekehrt.

Ludwig Hardt.
Von Thomas Mann.
Ludwig Hardt zu hören, iſt ein großes, ſeltſames Erlebnis.
Man hat ihn den Erben Milans genannt womit man ihm
Ehre erwies, ohne ihn eben zu kennzeichnen. Er iſt es als Rezi=
tator
, überhaupt als vollkommener Meiſter des Wortes; aber
menſchlich, ſeeliſch, geiſtig, ich möchte ſelbſt ſagen: ſittlich trennen
Welten den ſcharfen, ſchwarzen, glühenden, von Geiſt und Talent
beſeſſenen kleinen Mann von ſeinem Vorgänger, jenem From=
men
, Lauteren, Treugeſinnten, der uns mit dem Siebenzigſten
Geburtstag zu Tränen erfreute. Innigkeit oder Glut und
Flammen: wer will ſagen, was das Beſſere, menſchlich Stärkere,
Tiefere iſt? Hardt wird Johann Heinrich Voß wohl niemals
ſprecheu, ſo wenig wie unſerem Milan Heines Revolutionslyrik
recht aus der Seele gekommen wäre. Der Idylliker und der
Empörer, was ſie verbindet, iſt nichts als Talent, was bei Hardt
grotesker in die Augen ſpringt, wahrſcheinlich, weil er, ehrgeizig
höchſter Vergeiſtigung ungeachtet tiefer im Primitiv=
Komödiantiſchen wurzelt und daher den Stempel des Genialiſchen
trägt. Denn es gibt kein Genie ohne Primitipität.
Sein Lieblingsautor ſcheint Heine zu ſein. In Zimmer und
Saal habe ich ihn dieſen Dichter erneuern hören, und hier wie
dort war es nichts Verliebtes, noch Romantiſch=Froniſches, was
er gab, ſondern nackte Revolution. Das iſt nicht meine Sache,
aber es iſt eine große Sache, wenn es Sache des Blutes iſt und
aus menſchlicher Wahrheit kommt wie hier. Denn der Verdacht,
ein dienſtfertiger Nichts=als=Künſtler beeile ſich damit, der Mode=
ſtimmung
des gebildeten Publikums entgegenzukommen, iſt ſofort
zu verwerfen. Dieſen geiſtreichen und leidenſchaftlichen Mund,
der ſchmal iſt wie eines Meſſers Schneide, und der zu lächeln
verſteht wie heute vermutlich kein zweiter, die berühmte Aln=
ſprache
des Deutſchland=Reiſenden an die Mit=Wölfe halten zu
hören, iſt ein Genuß erſten Ranges. Die private und ſchlimme
Heiterkeit, zu der gewiſſe Aktualitäten in Heines 48er Spottgedicht
Aus Krähwin’els Schreckenstagen ihn zu nötigen ſcheinen,
ſprengt den Rahmen der Produktion und wirkt dennoch künſt=
leriſch
. Und daß der Poet, der Menſch ſo ſtark in ihm iſt wie
der Aufwiegler, beweiſt das melancholiſche Gefühl, womit er den
engliſchen Karl an der Wiege ſeines Henkerchens, des Köhler=
rindes
, ſein hoffnungslos=ahnungsvolles Eigpopeia ſingen läßt:
Das Kätzchen iſt tot, die Mäuschen ſind froh
Wir müſſen zu ſchanden werden
Eiapopeia im Himmel der Gott
Und ich, der König auf Erden.

Vom Tage.
Um 20,48 Uhr ereignete ſich in Wien ein heftiges ſekun=
denlanges
Erdbeben, ſodaß die Bevölkerung größtenteils die
ſchwankenden Häuſer verließ. Der Sachſchaden dürfte nach den vor=
liegenden
Meldungen nicht ſehr groß ſein.
Der Aelteſtenrat des Preußiſchen Landtags iſt nun=
mehr
für Dienstag, den 11. Oktober, mittags 12 Uhr, einberufen
worden, alſo eine Stunde vor Beginn der erſten Plenarſitzung des
Landtag3.
Wie die Reichspoſt mitteilt, ſind die zur Luftpoſtbeförde=
rung
nach Amerika aufgelieferten Briefſendungen mit Flugzeug
D 1230 von Norderney abgeſandt worden. Sie haben vor der Beförde=
rung
den Tagesſtempel des Poſtamts Norderney erhalten.
Der Direktor des Internationalen Arbeits=
amtes
in Genf, Albert Thomas, iſt in Berlin eingetroffen.
In parlamentariſchen Kreiſen wird die Meldung, wonach mit einer
Oktobertagung des Reichstages nicht mehr zu rechnen ſei,
als unzutreffend bezeichnet. Es wird verſichert, daß von den beteiligten
Stellen alles aufgeboten wird, damit der Reichstag am 17. Oktober zu=
ſammentreten
kann.
Reichskanzler Dr. Marx, der in ſeiner Eigenſchaft als
Miniſter für die beſetzten Gebiete in das Rheinland abgereiſt
iſt hat, wie mitgeteilt wird, keine Verhandlungen mit den Beſatzungs=
behörden
gepflogen.
Das Evangeliſche Gemeindeblatt berichtet, daß General Luden=
dorff
ſeinen Austritt aus der evangeliſchen Kirche
erklart habe.
Die polniſchen Anleiheverhandlungen ſind erneut
geſcheitert und abgebrochen worden.
An der litaniſch=polniſchen Grenze ſind von litauiſcher
Seite Schüſſe gegen die polniſchen Grenzſchutztrup=
een
abgegeben werden. Verletzt wurde niemand.
Der Kongreß der Spaniſchen Arbeiterpartei, die
200 000 Mitglieder zählt, hat einſtimmig beſchloſſen, ſich in der
Nationalverſammlung nicht vertreten zu laſſen. Dieſe
wird bekanntlich nächſten Montag zuſammentreten.
Aus Konſtantinopel wird gemeldet, daß zwiſchen der Türkei
und Aegypten ein neuer Zollkrieg ausgebrochen iſt.
Die ägyptiſche Regierung eröffnet, trotzdem ſie zur=
zeit
in Verhandlungen mit der Sozjetregierung über den Ankauf von
Baumwolle ſteht, offiziell den Kampf gegen das Eindringen
des politiſchen Kommunismus nach Aegypten.
Eine Kabelmeldung aus New York beſagt, daß die amerika=
niſche
Regierung ihre Antort auf die letzte franzöſiſche
Note in der Tariffrage am Montag oder Dienstag in Paris über=
reichen
laſſen wird.
Die Panamerican Petroleum Transport Company gibt bekannt, daß
ein Teil ihrer Einrichtungen von Mexiko nach Venezuela fortgebracht
wurde, da die Lage in Mexikoallzu unſicher ſei.
Der ehemalige japaniſche Botſchafter in Paris
Viscount Iſhii, der nach Japan zurückgekehrs war, iſt erkrankt und
hat infolgedeſſen in Schanghai nicht an Land gehen können.

Frankreichs Verantwortlichkeit für die lange
Dauer des Krieges. Ein wertvolles
Eingeſtändnis Poincarés.
Poincaré hat gelegentlich der Erinnerungsfeier für die ame=
rikaniſchen
Legionäre in Verdun am 21. September in einer Rede
folgendes zum Ausdruck gebracht:
Als die Vereinigten Staaten an unſere Seite traten, wuß=
ten
ſie auf Grund der wiederholten Erklärungen des Präſidenten
und der Regierung der franzöſiſchen Republik, daß wir, ohne
Provozierung angegriffen, die Waffen nicht niederlegen würden,
bevor wir in der Lage wären, von Deutſchland Repa=
rationen
, Garantien und Rückgabe unſerer
Provinzen zu erhalten. Damit die Vereinigten Staaten
einwilligten, ſich dieſe Bedingungen zu eigen zu machen, die wir
für unerläßlich hielten, mußten ſie Vertrauen in die Energie
und Hartnäckigkeit unſeres Volkes haben. Allem Anſchein nach
war durch Verdun in ihren Augen eine der wichtigſten Bürg=
ſchaften
für die Bravour und Zähigkeit Frankreichs gegeben.
In dieſen Worten des franzöſiſchen Kriegs=Präſidenten liegt
ein ſehr beachtenswertes Eingeſtändnis, daß Frankreich für die
lange Dauer des Krieges die größte Verantwortung trägt. Wir
wiſſen jetzt, aus welchen Gründen die von der deutſchen Regie=
rung
während des Krieges wiederholt gemachten Verſuche, den
Krieg zu beendigen, keinen Erfolg haben konnten. Nicht nur
die beiden Provinzen Elſaß=Lothringen zurückzuerhalten, war
das Kriegsziel Frankreichs, ſondern auch Reparationen und
Garantien, worunter in der Hauptſache wohl die Beſetzung des
Rheinlandes zu verſtehen iſt.
Dieſe Ziele waren es alſo, für die nicht nur die Völker
Europas, ſondern auch die Amerikaner ihre beſten Söhne auf
den Schlachtfeldern opfern mußten.

Aber ſeine Rezitation der Wanderratten iſt ſchlechthin ent=
ſetzlich
! Man kennt dieſes Gedicht, ohne es von ihm gehört zu
haben. Es iſt die ſcheußliche Viſion des letzten und kahlſten
politiſchen Radikalismus, der heute einen ruſſiſchen Namen hat,
vorgetragen von Hardt mit einer Wildheit des Tempos, der
Akzente, des Stimmklangs, der zuckenden Gebärde, die Schrecken
erregt und in die Flucht treiben könnte, aber künſtleriſch un=
zweifelhaft
etwas Aeußerſtes enthüllt. Es bleibt ein Element
von Dämonie in ſeinen Darbietungen, auch wenn er, über Wede=
kind
und Morgenſtern-Palmſtröm, zum Varieté übergeht und
das Podium mit den Masken berühmter Schauſpieler bevölkert.
Aehnliches in dieſem Genre iſt mir nicht vorgekommen. Das iſt
nicht mehr die Salonunterhaltung des Kopierens, die man kennt,
es iſt Verwandlung, ein Hinübergehen in den anderen und ent=
behrt
keineswegs des myſtiſchen Einſchlags. Er läßt Waßmann,
Wegener, Baſſermann, Schildkraut, Mizoſſi und Pallenberg die
erſte Strophe der Glocke rezitieren. Die Treffſicherheit der
Nachahmung iſt in jedem Fall täuſchend bis zur Abenteuerlich=
keit
. Es gibt kurze Paufen des Ernſtes und der Sammlung
zwiſchendurch, während derer er den zu rufen ſcheint, der nun
kommen ſoll. Er wird dieſem dann ſogar ähnlich! Die Komik
Pallenbergs, dem er eine ganze Szene gibt, habe ich nicht ſo
empfunden, wenn dieſes wunderliche Menſchengewächs perſön=
lich
ſein Kauderwelſch exekutierte. Das Vergnügen iſt doppelt.
Man hat Pallenbergs ſpezifiſche Komik, über die Hardt ſelber
lachen muß, und außerdem die vollendete Kopie eine Lächer=
lichkeit
, deren Gründe übrigens dunkel ſind. Das Publikum
jubelt.
Alles in Allem, die Schlußwendung jener Kleiſtiſchen Anek=
dote
aus dem letzten preußiſchen Kriege iſt am Platze, die Hardt
mit Vorliebe wiedergibt, und an deren Ausgang er, nach dem
Furioſo der Erzählung, langſam, mit ſtiller Erſchütterung zu
ſagen weiß: So einen Kerl, ſprach der Wirt, habe ich Zeit
meines Lebens nicht geſehen.

Deutſche Nobelpre’skandidaten.
Nach einer Meldung aus Stockholm werden in der ſchwe=
diſchen
Preſſe als mutmaßliche Kandidaten für den Nobelpreis
Thomas Mann (für den Literaturpreis) und Theodor
Waldhaus (für den Phyſikpreis) genannt.

Ergebnisloſe deutſch=tſchechiſche
Handelsvertrags=Verhandlungen.
Prag, 8. Oktober.

Albert Thomas,
Direktor des Internationalen Arbeitsamts, iſt zur Vorbereitun=)
der am 10. Oktober beginnenden Tagung in Berlin eingetroffenn
Beſchwerde des memelländiſchen Haupt=
ſchriftleiters
Schell.
Der Kriegskommandant für das Memelgebiet hat dem bery
antwortlichen Schriftleiter der Memelländiſchen Rundſchau
Schell, der wegen angeblicher Verſtöße gegen die Kriegszenſurn
mit 250 Lit, bzw. ſieben Tagen Gefängnis beſtraft worden iſttf
mitgeteilt, daß er es ablehne, die Beſchwerde gegen dieſe Very
urteilung an den Landesſchutzminiſter weiterzureichen, da ſie in
deutſcher Sprache abgefaßt ſei. Sollte die Beſchwerde nicht im
litauiſcher Sprache wiederholt werden, werde die Strafe vollſtrea

Nach tſchechiſchen Meldungen wurde im Rahmen der Han= mit Deutſchland abermals über diee
Anwendung des Grundſatzes der paritätiſchen Behandlung
tſchechoſlowakiſcher Güter beim Transport über deutſches Gebiet:
verhandelt. Die Verhandlungen führten bisher zu keinem Re=
ſultat
, da der Standpunkt der deutſchen Delegierten die pral= Anwendung der Gewährleiſtung der Paritätsklauſel im
Frage ſtellt. Trotzdem hofft man, daß es bei den Ende Oktobenr
oder Anfang November in Berlin ſtattfindenden weiteren Ver=
handlungen
gelingen werde, eine für beide Teile befriedigende
Löſung zu finden.
Zur Tagung
des Internationalen Arbeitsamtes in Berlin.)

Ueberfall auf einen deutſchen Oberſchleſie.
Kattowitz, 8. Oktober,
Die Wohnung des deutſchen Bergarbeiters Jendſeln
wurde am Donnerstag von einer Aufſtändiſchenbande überſu=
len
, ſeine Frau mißhandelt und die Wohnungseinrichtung /ee*
trümmert. Als das Ehepaar den Vorfall der Polizei meldeme
wollte, wurde es auf dem Wege dorthin erneut angegriffen.
Mit ſchweren Verletzungen wurde es ins Krankenhaus gebracht.
Strafantrag der Hindenburg=Spende‟
gegen die Rote Fahne‟
Der Leiter der Hindenburg=Spende, Miniſterialrat 97
Karſtedt, hat wegen der in der Roten Fahne am 5, un.n
6. Oktober unter den Ueberſchriften Hindenburg=Spende nuu
für Offiziere und Der Schwindel der Hindenburg=Spende?
veröffentlichten Artikel Strafantrag gegen den verantwoit.
lichen Schriftleiter der Roten Fahne beim Oberſtaatsanwal!
des Landgerichts I geſtellt.

Neue Gelbe Ullſtein=Bücher. In der bekannten Reihe der Gelbe2
Ullſtein=Bücher (Verlag Ullſtein, Berlin) erſcheinen ſoeben 2 neue Band.
chen, die den Freunden dieſer Sammlung wieder wertvolle Unterhaltungs!
lektüre in guter Aufmachung bringen. Peter Murr Die 16
ſtohlene Braut‟. Dies iſt die Geſchichte eines tüchtigen junges
Mannes, der tatenfroh aus Amerika heimkehrt, um einem Freunde cu
Liebes= und Lebensnöten herauszuhelfen. So holt er ihn von ſeiné!
Hauslehrerſtelle auf einem gräflichen Gute weg, verſucht, ihn in Pall
zum Lebemann zu erziehen, kann aber nicht verhüten, daß der Freua
die Braut gewinnt, und auch der paſſende Brauterſatz in unberuſein
Hände kommt. Munteres Tempo, überraſchende Vorfälle, liebenswurole.
Figuren machen dieſe verwickelte Liebesangelegenheit zur angenehmie
Lektüre. Ludwig Wolff. Der Sohn des Hanniball. el
Sportroman. Der Roman eines Rennpferdes eines Außenſeiters, deſſe.
großer, überraſchender Sieg ſeinen Beſitzer zum ſorgenfreien Mäht
macht, ihm aber doch nicht die Hand der geliebten Frau verſchaffen ſcht.
In der Technik ſeiner Dialoge, dem Aufbau des ganzen Romans, 9.
menſchlich feſſelnden Grundſtimmung, gehört dieſer Roman Ludy
Wolffs zu ſeinen beſten und erfolgreichſten, und gibt zugleich ein auß.*
ordentlich anſchauliches Bild von allem, was ſich vor und hinter R
Schranken des grünen Raſens vollzieht.
Der Ruf der Berge. Die Erſchließung der Berner 009
alpen von Edmund von Fellenberg. Geſammelt und M2
Lebensbild verſehen von Ernſt Jenny. Mit 32 Aöbildungen. Veld=
von
Eugen Rentſch, Erlenbach. Zürich und München. Edmund Ne
Fellenberg (18381902) war der erfolgreiche Pionier der Beiſ
Alpen, der alle ihre bedeutenden Gipfel entweder als erſter, als zwei.
oder als einer im erſten Zehnt beſtiegen hat. Nach ſeinem Studing.
Bern unternahm er, angeregt von ſeinem Lehrer Bernhard Singe
(17941807), der, Mineraloge, Geologe und Hiſtoriker, ſelbſt ein füh
Bergſteiger war, ſchon mit 18 Jahren ſeine erſte größere Bergſch.
Nachdem er ſich in der Bergakademie zu Freiberg im Erzgebiige *
Bergingenieur ausgebildet hatte, beging er das Gebiet der Hohen 2"
in den Zentralkarpathen und beſtieg bis zum Jahre 1884 die wichhigſ.
Gipfel und Päſſe der Berner Alpen, mehr als 50, darunter die Wee
Frau, Finſteraarhorn, den Säntis und die Jungfrau. Obwoyl
Grunde mehr erobernder Bergſteiger, war er auch Forſcher aul
Gebiete der Topographie, Geologie und Mineralogie und hat der 1M
zeriſchen Landesaufnahme ſowie dem Bergſteiger unvergängliche 2ue‟
geleiſtet. Das ſchriftliche Ergebnis von Fellenbergs Erſchließertalf‟,
umfangreich und von bleibendem Werte. Es gliedert ſich in tourmſtee
und wiſſenſchaftliche Beiträge. Ueber jene gibt das vorliegende de
genügend Auskunft. Seine rein geologiſchen und mineralogiſchen
beiten umfaſſen 2 Veröffentlichungen. Das Buch will vor allem Ae.
berg als Bergſteiger ſprechen laſſen. Die Abhandlungen ſind zum N.e
ten Teil den alten Jahrbüchern des Schweizer Alpenklubs, deſſen 89.
mitglied Fellenberg war, entnommen. Es ſchildert Fellenverg als D
kühnen Touriſten mit frohmütigem und begeiſtertem Bergſteigel‟
Forſcherherzen, der ſeine Heimat liebte, ſowie auch als Naturfreun..
alles, die Flora, die Tierwelt und das Geſtein anzog, ebenſo aucg
Menſchenfreund, der mit den Bergleuten Leid und Freude teille
mit ihnen wie mit ſeinesgleichen verkehrte und die ihn liebten vus
ehrten. Ein kurzes Lebensbild Fellenbergs beſchließt das intreſlt
---
Buch.

[ ][  ][ ]

Nummer 280

Sonntag, den 9. Oktober 1927

Der franzöſiſch=ruſſiſche Konflikt.

Geite 3
Der Balkan=Konflikt.
Gerüchte über die mazedoniſchen Komitatſchis.

Der Notenwechſel im Fall Rakowſki.
9eer franzöſiſche Vorſioß in Moskau. Tſchitſcherins
Widerſtand. Frankreich beſteht auf ſeiner Forderung.
W. Paris, 8. Oktober.
Das Außenminiſterium läßt durch die Havas=Agentur den
E ortlaut der drei Dokumente über den Fall Rakowſki veröffent=
ſiſchen
. Einleitend wird bemerkt, daß infolge des Beſchluſſes des
Miniſterrates vom 30. September der franzöſiſche Botſchafter in
Moskau beauftragt worden war, bei der Sowjetregierung eine
näindliche Mitteilung zu machen, um die
Abberufung Rakowſkis

fordern. In Abweſenheit des erkrankten Volkskommiſſars
2tchitſcherin wurde der franzöſiſche Botſchafter. Herbette am
Oktober von Litwinow empfangen, dem er eine Mitteilung
Mrtierte, in der es heißt:
Der franzöſiſche Miniſterrat hält zwar die Anſicht auf=
Eht, daß die Frage der Beziehungen zwiſchen Frankreich und
di Sowjetunion in keiner Weiſe mit einer perſönlichen Frage
imbunden werden kann; aber er erkennt einmütig die Notwen=
bigkeit
an, im Intereſſe der laufenden wirtſchaftlichen und poli=
ſitchen
Verhandlungen von der Sowjetregierung die Abberufung
S derzeitigen Botſchafters in Paris zu erreichen. Ich bin alſo
ſeauftragt, in dringlicher Weiſe darauf zu beſtehen, daß dem
Awunſche der franzöſiſchen Regierung unverzüglich entſprochen
erd. Ich halte es für meine Pflicht, Ihre Aufmerkſamkeit auf
ie Tatſache zu lenken, daß die franzöſiſche Regie=
1rng, ſoweit dies von ihr abhängen wird, an der
exennung zwiſchen dem perſönlichen Fall
ſidakowſki und der Frage der Beziehungen bei=
rLänder
feſthält. Die Ablöſung Rakowſkis könnte nur
eir Förderung der Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern
ſüſrnlich ſein. Der Direktor im Volkskommiſſariat für Aus=
virrtige
Angelegenheiten, Kagan, übergab am 4. Oktober dem
tunzöſiſchen Botſchafter Herbette ein
Schreiben Tſchitſcherins,
dem es heißt: Der ſtellvertretende Volkskommiſſar für Aus=
wärrtige
Angelegenheiten, Litwinow, hat der Sowjetregierung
ſem Inhalt der mündlichen Erklärung vom 1. Oktober mitgeteilt.
die Sowjetregierung iſt der Anſicht, daß Ihre Regierung eine
umßerordentlich ernſte Frage der Beziehungen beider Länder auf=
virft
. Die Abberufung Rakowſkis iſt für die Sowjetregierung
ehr wenig wünſchenswert; ſie iſt im Hinblick auf die dank
takowſkis Tätigkeit in der Frage der Regelung der Schulden
ez eits erzielten Erfolge ſo unerklärlich und für die Geſamtheit
ei Beſprechung der Beziehungen der beiden Regierungen ſo=
vhl
über die Schulden= und Kreditfrage als auch über andere
vichtige Fragen ſo gefährlich, daß ich Sie im Namen meiner
Engierung bitte, ein ſchriftliches Expoſé des Beſchluſſes des fran=
öſſſchen
Miniſterrats und die Motive, die ihn zu dieſer Ent=
hieidung
beſtimmt haben, abzufaſſen. Auf Grund dieſer
ſätteilung iſt

der franzöſiſche Botſchafter Herbette

amit beauftragt worden, an den Volkskommiſſar Tſchitſcherin
n. Schreiben zu ſenden, das vom 7. Oktober datiert iſt und in
enr es heißt: Die Tatfache, daß Rakowſki am 9. Auguſt eine
alärung unt rzeichnet hat, derzufolge im Falle eines Krieges
der Sowjetunion die Proletarier der kapitaliſtiſchen Länder
inider Niederlage ihrer Regierungen mitarbeiten und die aus=
nöiſchen
Soldaten auf die Seite der Roten Armee übergehen
uſſen, ſtellt eine flagrante Verletzung der Verpflichtungen der
iteinmiſchung dar, die die Sowjetregierung am 9. Oktober
/A4 gelegentlich ihrer Anerkennung durch die franzöſiſche Regie=
tng
eingegangen iſt. Dieſe Erklärung löſt in Frankreich ſehr
bafte und berechtigte Erregung aus, und der franzöſiſche Bot=
hüfter
in Moskau iſt alsbald aufgefordert worden, eine Des=
zutierung
dieſer Doktrin durchzuſetzen. Auf Grund der Demarche
s. Botſchafters hat die Sowjetregierung auch am 9. Auguſt die
furderte Desavouierung gegeben. Seit dieſer Zeit glaubt die
anzöſiſche Regierung Grund zu der Annahme zu haben, daß
e Sowjetregierung die natürlichen Folgerungen dieſer Des=
ſo
tierung ziehen würde dadurch, daß ſie ihren Vertreter zurück=
rgef
, deſſen moraliſche Autorität von nun ab ſehr vermindert
a.. Inzwiſchen iſt Rakowſki ein zweites Mal aus der Reſerve
rrusgetreten, die ihm ſein Amt zur Pflicht macht, und zwar
trurch, daß er in der Preſſe über die Regelung der ruſſiſchen

*Metropolis.

Ueber die Aufnahme des Ufa=Films Metropolis in
Briſtol erhalten wir nachfolgendes Telegramm: In der
letzten Woche brach Metropolis alle Rekorde der ver=
gangenen
zwölf Monate. Der Film wurde täglich vor
ausverkauſtem Hauſe geſpielt. Das ganze Perſonal hatte
ununterbrochen wie Maſchinen zu arbeiten. Auch Prag
erlebte in dieſen Tagen die Erſtaufführung von Metro=
polis
, über die nachfolgendes Telegramm berichtet:
Metropolis=Premiere unerhörter Erfolg. Anweſend waren
der deutſche Botſchafter, Vertreter der Regierung und der
Preſſe. Thcaterkarten waren bereits vor der Premiere
für drei Tage ausverkauft.
Tun iſt dieſes gigantiſche Filmwerk, das einen Siegeszug
der die Welt hinter ſich und noch vor ſich hat, auch nach Darm=
dt
gekommen. Ohne große Reklame ſind die Palaſt=Lichtſpiele
den erſten Vorſtellungen überfüllt geweſen.
orin beſteht der Erfolg dieſes Films, der faſt alle bis=
ieren
auch der großen Filme in den Schatten ſtellt?
Zweifellos läßt ſich gegen die Handlung, die Thea von
abou geſchrieben hat, in literariſcher und künſtleriſcher Be=
ihrung
auch in der rein pſychologiſchen Durchbildung des
Goifes manches, vielleicht viel ſagen. Aber wer ſtellt an einen
Anr literariſche Anſprüche, der in erſter Linie ja nicht eine
lliß che Handlung darſtellen ſoll, ſondern der im weiteſten Sinn
8 WWortes ein techniſcher Film iſt? Es handelt ſich hier nicht
idie Verfilmung eines klaſſiſchen Werkes, wie etwa den
urſt, nicht einmal um die eines durch Alter oder Qualität
iſſiſch gewordenen Romans. Es handelt ſich um einen Film,
reinem Senſationsroman entwachſen iſt, aus der gegenwär=
mapiden
, von keinem Menſchen vorgeahnten, ſprunghaft ſtei=
aden
Entwicklung der Technik unſerer Tage, vor allem der
hft, die immer noch tiefſt in jede Entwicklung der Technik ein=
tit
, der Elektrizität, mit allen Nebenzweigen ihrer immer
ih mit geheimnisvollem Nimbus umgebenen unerſchöpflichen
laſtkentwicklung, einen Blick zu werfen in eine Zukunft, die
tllä icht nie kommt, die aber mit ebenſo großer Berechtigung
az bald ihre Erfüllung erleben kann.
EEin techniſcher Film in doppeltem Sinne: Einmal, weil er
u=nüberſehbar ſteigende Entwicklung der techniſchen Möglich=
hena
behandelt, zum andern aber, weil die Herſtellung dieſes
ſmss ſelbſt ein Wunder der Technik iſt und auch den in Bann
zut der längſt weiß, daß der Film in der bildhaften, bewegten
Irſtrellung techniſcher Möglichkeiten unbeſchränkt iſt und deſſen
ſöße und Bedeutung darin liegt, daß er die ins Gigantiſch=

Schulden unannehmbare Mitteilungen ergehen ließ zu dem
offenbaren Zweck, die Privatintereſſen in Widerſpruch zu den
Leitſätzen der franzöſiſchen Regierung zu bringen. Dieſe Erklä=
rung
, die eine formelle Dementierung erheiſchen müßte, hat
zwiſchen der franzöſiſchen Regierung und der Sowjetbotſchaft in
Paris eine Polemik ausgelöſt, die nicht dazu beitragen kann,
Rakowſki zu der Perſönlichkeit zu machen, die qualifiziert wäre,
die wichtigen, zwiſchen beiden Ländern zu behandelnden Ange=
legenheiten
zu einem guten Ende zu führen. Unter dieſen Um=
ſtänden
war die franzöſiſche Regierung der Auffaſſung, daß es
unmöglich war, im Intereſſe beider Regierungen und des Er=
folges
ihrer Verhandlungen zuzulaſſen, daß Rakowſki ſein Amt
in Paris beibehält; aus Höflichkeitsgründen aber und um die
Aufgabe der Sowjetregierung zu erleichtern, hat die franzöſiſche
Regierung ihr die Initiative überlaſſen und ſie die Form der
Ablöſung des Botſchafters und ſeines Erſatzes durch eine Per=
ſönlichkeit
, deren Anſehen nicht beeinträchtigt iſt, wählen laſſen.
Die Sowjetregierung hat ſich dieſer Auffaſſung nicht anſchließen
zu dürfen geglaubt. Die franzöſiſche Regierung erneuert daher
durch dieſes Schreiben die bereits mündlich am 1. Oktober zum
Ausdruck gebrachte Forderung nach Abberufung Rakowſkis.

Sowjet=Botſchafter Dr. Rakowſti.
Die franzöſiſche Regierung legt Wert darauf, neuerlich zu
betonen, daß die Frage eines Abbruchs der Beziehungen der
beiden Länder in keinem Augenblick geſtellt war: Der Fall
Rakowſki iſt und bleibt eine perſönliche Frage, und ihre Nege=
lung
hat nur den Zweck, den Erfolg der politiſchen und wirt=
ſchaftlichen
Verhandlungen zu ermöglichen, die nur in einer
Atmoſphäre gegenſeitigen Vertrauens zwiſchen den Vertretern
der Sowjetregierung und der franzöſiſchen Regierung zu einem
guten Ende geführt werden können.
Miniſterrat in Paris.
In dem am Samstag vormittag abgehaltenen Miniſterrat
hat Miniſter des Aeußeren, Briand, über die geſtrige Be=
ſprechung
mit Chamberlain berichtet, in der das vertrauensvolle
Einverſtändnis feſtgeſtellt wurde, das hinſichtlich aller Fragen
zwiſchen beiden Ländern beſteht. Briand verlas außerdem die
zwiſchen der franzöſiſchen und der ruſſiſchen Regierung über den
Fall Rakowſki gewechſelten Noten.
Briand bei Zaleſki.
Briand beſuchte am Samstag den leicht erkrankten pol=
niſchen
Außenminiſter Zaleſki in ſeinem Hotel und hatte eine
einſtündige Unterredung mit ihm über alle die beiden Länder
intereſſierenden Fragen. Das amtliche Communigus ſagt weiter,
daß Zaleſki Mitteilung machte über die zwi=
ſchen
Warſchau und Moskau ſchwebenden Ver=
handlungen
wegen eines Nichtangriffspaktes,
während Briand darauf hinwies, in welchem Geiſte von der
franzöſiſchen Regierung die von Rußland vorgeſchlagenen gleich=
artigen
Verhandlungen mit Frankreich geführt werden ſollen.
Briand verſicherte Zaleſki, daß ein derartiger Vertrag weder dem
franzöſiſchpolniſchen Bündnisvertrag, noch Artikel 16 des Völ=
kerbundspaktes
Abbruch tun würde. Zaleſki reiſt am Sonntag
zu einem zweiwöchigen Kuraufenthalt nach Nizza weiter.

geſteigerten Möglichkeiten gigantiſch verlebendigen kann. Auch
wenn die Vorbilder, wie es hier vielfach der Fall war, Miniatur=
gebilde
waren.
Das iſt das Grandioſe an dieſem Film, der ſicher einmal
als ein feſſelndes Dokument der Kultur unſerer Zeit ausge=
graben
werden wird, daß hier Künſtler, Architekten, Maler,
Ingenieure und fabelhaft begabte Regiekunſt zuſammenarbeite=
ten
, um ein Werk von monumentalſter Wucht, raffiniert berech=
neter
Maſſenbewegung, von Entfaltung einer bis ins Größte
und auch bis ins Intimſte geſteigerten und gebändigten maſchi=
nellen
Bewegung erſtehen zu laſſen. Was verſchlägt es dabei,
wenn der Fachmann Unmöglichkeiten ſieht in der Bedienung
und in der Arbeit von Dampfmaſchinen, was verſchlägt’s, wenn
jeder Einſichtige ſich ſagt, daß in einem wie ein Uhrwerk regu=
lierten
Betrieb, der eine Millionenſtadt, unzählige Stockwerke
über und unter der Erde in ſich ſchließt, in dem das Leben von
Millionen von einer einzigen Maſchine, der Herzmaſchine, ab=
hängt
, unmöglich der Schöpfer und Herr dieſer Rieſenſtadt die
Herzmaſchine einem einzigen Menſchen anvertrauen wird, daß
er an andere Maſchinen, die das ganze Getriebe ſofort vernich=
ten
können, einen einzigen Mann ſtellt, der in zehnſtündiger
Arbeit zuſammenbrechen muß! Das alles iſt hier ja nebenſäch=
lich
, weil es nur zur Tendenz der Handlung dienen muß; es
wird übrigens paralyſiert dadurch, daß dem Herrn dieſer Stadt
die Erkenntnis von der Unzulänglichkeit alles Menſchlichen den
Wunſch erſtehen läßt, auch den menſchlichen Arbeiter durch den
Maſchinenmenſchen oder die Menſchmaſchine zu erſetzen. Hier
ſetzt allerdings auch der ſtarre Einſchlag in Kitſch ein, wenn der
Erfinder der Metropolis einen künſtlichen Menſchen ſo erſchaffte,
daß er von ſeinem Urbild nicht mehr zu unterſcheiden iſt und
wie dieſes ſelbſt nach gegebener Weiſung handelt. Das alles
kann beiſeite gelaſſen werden, man darf ſich ruhig mit dem, was
der Film an Techniſchem und an der ungemein lebendig beweg=
ten
ſzeniſchen Darſtellung bietet, begnügen, das zu Beanſtan=
dende
als Beiwerk hinnehmen und wird auch dann noch unter
dem Eindruck ſtehen, daß die deutſche Filminduſtrie, daß deutſche
Filmregiſſeure und deutſche Filmkünſtler und =küinſtlerinnen hier
Großes geſchaffen haben.
Die Handlung darf als bekannt vorausgeſetzt werden. Die
Tenden; iſt, daß zwiſchen Hand und Hirn, zwiſchen Arbeiter
und Schöpfer als Mittler das Herz gehört, wenn das ganze
Menſchenwerk gelingen ſoll zum Beſten Aller. Joh. Freder=
ſen
, der Schöpfer der künſtlichen Stadt, in der Wolkenkratzer
durch Straßenbrücken verſchiedenſter Stockwerke verbunden ſind,
in denen Tauſende von Autos raſen, zwiſchen denen Flugzeuge
fliegen, landen und ſtarten uſw., kann der Arbeiter nicht ent=

EP. Belgrad, 8. Oktober.
In der Oeffentlichkeit herrſcht große Nervoſität, da aus An=
laß
der jüngſten Ereigniſſe in Belgrad Gerüchte verbreitet ſind,
daß die mazedoniſchen revolutionären Organiſationen zahlreiche
Trofken (Dreier=Mannſchaften) nach verſchiedenen Orten Süd=
ſlawiens
entſandt haben, um einflußreiche Perſönlichkeiten in
Südſlawien zu ermorden und öffentliche Gebäude in die Luſt
zu ſprengen. Solche Trofken ſeien nicht nur nach Südſerbien,
ſondern auch nach anderen Städten des Landes, insbeſondere
nach Belgrad, entſandt worden. Der Belgrader Polizeipräſident
hatte geſtern eine längere Unterredung mit dem ſüdſlawiſchen
Miniſterpräſidenten.
Südſlawien will den Völkerbund anrufen.
Wie die Prawda aus Sofia meldet, macht die ſüdſlawiſche
Regierung in der Note, die der ſüdſlawiſche Geſandte geſtern
der bulgariſchen Regierung überreichte, dieſe Regierung darauf
aufmerkſam, daß ſie ſich an den Völkerbund wenden werde, wenn
die bulgariſche Regierung die Umtriebe der mazedoniſchen Orga=
niſationen
nicht verhindere.
* Die Verhältniſſe auf dem Balkan haben ſich in den letzten
Tagen außerordentlich zugeſpitzt. Es kann kein Zweifel dar=
über
beſtehen, daß der Konflikt zwiſchen Belgrad und Sofin
eine ernſte Wendung genommen hat. Wenn Belgrad ſeine For=
derungen
überſpannt und nicht nur auf der Auslieferung der
mazedoniſchen Mörder, ſondern auch auf der Auslieferung der
Führer der mazedoniſchen Freiſcharen beharrt, dann iſt nicht
abzuſehen, wie Sofia dieſen Forderungen nachkommen ſoll, da
ſelbſt wenn es wollte ihm die politiſchen und militäriſchen
Machtmittel nicht zur Verfügung ſtehen. Man wird trotzdem
hoffen dürfen, daß es den Vermittlungen der Großmächte in
Belgrad und Sofia gelingt, einen Ausgleich zu ſchaffen.. Vor=
läufig
ſind alſo die beunruhigenden Gerüchte, die aus der alten
Märchenzentrale Wien ſtammen, wohl übertrieben. Dort wird
u. a. behauptet, das Perſonal der jugoſlawiſchen Geſandtſchaft
in Sofia habe bereits ſeine Päſſe erhalten, um gegebenenfalls
das Land ſofort verlaſſen zu können.
Zurückhaliung der italieniſchen Preſſe in der
Beurteilung des Balkan=Konſlikis.
EP. Mailand, 8. Oktober.
Zum ſüdſlaſviſch=bulgariſchen Zwiſt nimmt die italieniſche
Preſſe nur zurückhaltend Stellung. Der Corriere dellg Sera
ſchreibt, der alte Haß zwiſchen Südſlawien und Bulgarien
komme wieder zum Vorſchein. Man müſſe nur hoffen, daß die
verantwortlichen Behörden kaltes Blut bewahren, wie es vor=
läufig
den Anſchein habe. Die blutigen Vorfälle ließen ſich nur
als Vergeltungsmaßnahmen gegen das Unterdrückungsregime
erklären und ſtammten von irregulären Banden, die raſch von
Ort zu Ort ziehen und über die Grenze wechſeln, ohne von
einem der beiden Staaten oder ihrer Polizei kontrolliert werden
zu können. Die Banden würden auch von den Sympathien der
mazedoniſchen Bevölkerung unterſtützt und könnten daher leicht
überall auftauchen und ſpurlos verſchwinden. Trotz den wieder=
holten
Forderungen Belgrads könne die Regierung von Sofia
keine gründliche militäriſche Aktion gegen die mazedoniſchen
Komitatſchis durchführen, weil Bulgarien ſeit dem Friedens=
ſchluß
nur über ganz ſchwache Streitkräfte verfüge, die kaum zur
Aufrechterhaltung der Ruhe in den größeren Städten ausreichten.
Zudem würde eine gewaltſame Unterdrückung der Banden als=
bald
zu einem wahren Bürgerkrieg ausarten und die Gefühle
der bulgariſchen Nation ſchwer verletzen, die in den Komitatſchis
zu Recht oder Unrecht die Hüter einer rechtmäßigen, wenn auch
unglücklichen patriotiſchen Sache erblicke. In Belgrad ſollten
dieſe Schwierigkeiten der bulgariſchen Regierung bekannt ſein.
Die Belgrader Regierung nehme denn auch vorläufig nicht eine
unbedingt unverſöhnliche Haltung ein. Nichts wäre gefährlicher,
als die Abſendung eines Ultimatums durch Belgrad und an=
dererſeits
die Verweigerung jener Genugtuung durch Sofia an
Südſlawien, auf die dieſes ein Anrecht habe. Es ſei zu hoffen,
daß ſich Südſlawien mit einer Genugtuung zufrieden gebe, die
mit der Ehre Bulgariens und ſeinen tatſächlichen Möglichkeiten
vereinbar ſei. Auf jeden Fall ſollte Belgrad nicht zu anſpruchs=
voll
ſein, um nicht das Spiel der Revolutionäre zu begünſtigen
und die Regierung von Sofia in eine Sackgaſſe zu treiben.

raten, ſie ſchufen ihm das von ihm gewollte, von ſeinem Er=
finder
erdachte gigantiſch=techniſche Werk, die Lichtſtadt. Sie
müſſen aber ſelbſt in der Tiefe wohnen. In der Tiefe Arbeit
und Darben, in der Lichtſtadt Freude und Genuß. Die Gegen=
ſätze
prallen aufeinander, die Lichtſtadt wird vernichtet, aber der
Abſchluß iſt Verſöhnung und Wiederaufbau mit dem Herzen,
mit der Verbrüderung der Menſchen der Tiefe und des Lichts.
Unter den Darſtellern ragen Brigitte Helm als Maria,
Alfred Abel als Frederſen, Rudolf Klein=Rogge als Rot=
wang
, Guſtav Froehlich als Frederſens Sohn, Heinrich
George als Groth hervor. Fritz Laugs geniale Regie iſt
ſo, daß, wenn er nur dies geſchaffen hätte, er Weltruf gründete.
M. St.

Neue Bücher.
Henry T. Allen, Die Beſetzung des Rheinlandes. Groß=Oktav. 10.
Mk., in Ganzleinenband 12. Mk. Verlag von Neimar Hobbing,
Berlin SW 61.
Jahrbuch 1926 des Allgemeinen Deutſchen Gewerkſchaftsbundes.
Führer für Pilzfreunde. Gebunden 7,50 Mk. Verlag von Quelle
u. Meher, Leirzig.
Pflanzen der Heimat Von Profeſſor Dr. O. Schmeil. Preis in
Leinenband 7. Mk. Verlag von Quelle u. Meher, Leipzig.
Reichspräſident Hindenburg. Otto Stollberg, Verlag für Politik und
Wirtſchaft, Berlin.
Herbert Eulenberg, Ein rheiniſches Dichterleben. Preis 6. Mk.
Verlag Fritz Klopp, Bonn.
Jupp Brand, Roman von Otto Byü=s. Bühnenvolksbundverlag G. m.
b. H., Berlin. Preis Karton 5. Mk., Halbleinen 7. Mk.
Das bürgerliche Haus von Profeſſor Dr. Paul Schultze=Naumburg.
225 Seiten mit 114 Abbildungen. Karton, 5. Mk., Halbleinen
6. Mk. H. Bechtold Verlag, Frankfurt a. M.
Hebels Rheinländiſcher Heusfreund. Verlag von J. H. Geiger (Moritz
Schauenburg), Lahr i. B.
Die Jrrengeſetzgebung in Deutſchland nebſt einer vergleichenden Dar=
ſtellung
des Irrenweſens in Europa. Von Prof. Dr. E. Rittershaus.
Verlag von Walter de Gruyter u. Co.
Merkblatt II/III der Frankfurter Geſellſchaft für Konjunkturforſchung:
Berechnung und Ausſchaltung von Saiſonſchwankungen. Von Dr.
Eugen Altſchul. 180 Mk.
Geſetz über den Vergleich zur Abwendung des Konkurſes ( Vergleichs=
ordnung
vom 5. Juli 1922) von Bücherreviſor und Konkursverwalter
Walther Winkler, Dresden. Verlagsanſtalt Ernſt Mauckiſch in Frei=
berg/Sa
. 48 Seiten rktad, geheftet 2. Mk.
C. J. A. van Bruggen, Das zerſtörte Ameiſenreich. Eine Phantaſie.
Mar Raſcher Verlag, Züirich 1920.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 9. Oktober 1922

Nummer 280

Familiennachrichten

Die Verlobung unſerer Tochter
Elsbeth mit Herrn Dipl.Ing
Alwin Borchers beehren wir
uns anzuzeigen
Oberſiadtſekretär
Joh. Laubenheimer
u. Frau Marie, geb. Krämer
Darmſiadt
Sandbergſir. 62 I.

Meine Verlobung mit Fräulein
Elsbeih Laubenheimer beehrt
ſich hiermit anzuzeigen
Alwin Borchers
Dipl.Ing. bei Emerſon & Co.

St. Louis=Mo.
A. S. A.

10. Oktober 1927.

Stat Karten.

Eliſabeth mit Herrn Poſtreferendar / Eliſabeth Seipke, Tochter des ver=
Dip =Ing Rolf Dentler gebe ich
hiermit bekannt

Frau Franziska Seipke
geb. Schwanengel
Charlottenburg
Leonhardiſir. 23.

Die Verlobung meiner Tochter Meine Verlobung mit Fräulein
ſiorbenen Herrn Poſirats Walther
Seipke und ſeiner Frau Ge=
mahlin
Franziska, geb. Schwan=
engel
, zeige ich hiermit an
Dipl.=Ing. Rolf Deutler
Poſtreferendar
Darmſiadt
Hochſtr. 56
Oktober 1927.
*26672

30. (256.) Preuß.-Süddeutsche
Bilulo Aeilelle
Hiehung der 1. Klasse: Preitag, den 14. Ohihr.

Für alle Klassen

abzugeben, 8o-
Jange Vorrat

habe noc TOsL reicht!
Preise der Lose pro Klasse: 18 3. 1/46. ½½a1. 1121.
(Auswärtige Bestellungen Porto extra)
Staatliche Lotterie-Einnahme:
Külp
Darmstadt, Hügelstr. 2, I. Stck., Ecke Karlstr. Tel.3060.
Postscheckkonto Frankfurt a. M. 33202.
(15608

Brennholz
Buche u. Eiche, 1.60,
ofenfert. Rein Buche,
trock. 1.80, liefert frei
Keller K RAU S
Marienpl. 1. (*26786
Poſtkarte genügt.

Otatt Narten.

Glse Wartensleben
Rudolf Rautenberg
Oerlobte

(*26605

Darmstadt
Creptov
Alicestr. 15
a. d. Rega
Su Hause: Sonntag, den 16. Oktober 1927.

Hanna Jeſche
Fritz Zimmermann
Verlobte 26657
Darmſtadt
München

Hilde Siegrist
Wilhelm UIlert
Verlobte
Oktober 1927
Grötzingen
Darmstadt
*26707)
b. Durlach

Lauteſchlägerſtr. 24
9. Oktober 1927.

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben Mann, unſeren herzensguten Vater, Schwieger=
vater
, Großvater, Bruder und Onkel
Herrn
Wilhelm Dörner
nach kurzen, qualvollen, mit großer Geduld ertragenem
Leiden im 64, Lebensjahre zu ſich in die ewige Heimat
abzurufen,
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Auguſie Dörner, geb. Baſt.
Darmſtadt, Neue Niederſtraße 15.
Die Beerdigung findet am Montag, den 10. ds. Mts.,
nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Wald rie hofs
aus ſtatt.
(156 9

Todes=Anzeige.
Am 7. Oktober iſt meine liebe Frau, unſere
Mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Eliſabeth Schupp
geb. Hild
nach langem ſchweren Leiden ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Hermann Schupp
Otto Seip.
Darmſtadt, den 7. Oltober 1927.
(15587
Die Beerdigung findet Montag, den 10. Oktober,
nachmittags ½3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Todeg=Anzeige.
Unſere liebe Tante und Groß=
tante

Fräulein
Johannette Genf
iſt heute im Alter von 72 Jahren
ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Adam Benz
und Angehörige.
Die Beerdigung findet Montag
nachmiitag um 3 Uhr vom Portale
des alten Friedhofs aus ſtatt,

Samstag Mittag 1 Uhr ent=
ſchlief
plötzlich unſere liebe, gute
Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
und Urgroßmutter
Frau
Marie Schmidt
geb. Durſt
im faſt vollendeten 78. Lebens=
jahr
.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Moſt und Geſchwiſter
Pankratiusſtr. 6.
Die Beerdigung findet Dienstag
nachmittag 2 Uhr auf dem Wald=
friedhof
ſtatt. 26803

Todes=Anzeige
Am 7. Oktober verſchied unertvartet mein lieber
Mann, unſer treuſorgender Vater, Sohn und Bruder
Architekt
Wilheim Lenk
Mitglied des Volkswohlbundes
Lebensjahre.
im
*26801
Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:
Anna Lenk, geb. Wöhrle
und Kinder.
Die Beerdigung finder Dienstag, den 11. Oktober
1927, nachmittags 2½, Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt

Dankſagung.
Für die vielen Zeweiſe herzlicher.
Anteilnahme an dem uns ſo ſchwer
betroffenen Verluſie unſeres lieben
Sohnes, ſowie für die reichen Blumen=
und Kranzſpenden ſagen wir auf dieſem
Wege Allen herzlichen Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Kleberger für
die troſtreichen Worte am Grabe, den
Konfirmanden, ebenſo der Firma Ge=
brüder
Roeder, ſowſe den Arbeitern
der Firma Gebrüder Roeder, für die
Kranzniederlegung.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
13601 Heinrich Arras.

Von der Reiſe zurück!
Dr. Klaus Hoffmann
Frauenarzt
Hügelſtraße 43
Fernſprecher 53
Sprechftunden:
Montags bis Freitags: 2 ½4 Uhr
Samstags: 12 1 Uhr. (*26713

Der Beweis

für Leistungstähigkeit wird
nur durch die steigende Zahl zu-
friedener
Kunden erbracht. Ihr
Weg sollte Sie zu mir führen, wenn
Sie Möbel guter Qualität preis-
wert
und zu zeitgemäßen Zah-
lungsbedingungen
kauten wollen.

Große Auswahl in
Wohnungs-
Einrichtungen und
Einzelmöbeln

4D4M KARN NACHF. MHABERIS
HSdEN EiSSERKDER

EANST LU0WGSTR.9 GEGR. 1895

15568

jeder Art (auch Beinleiden) erhalten koſten=
loſe
Hei berichte. Hornberger’s Heilinſtitut
Mranfte Darmſtadt, Frankfurter Straße 40, 12969=
Sprechſt, Werktags 81 Uhr, Montags u. Donnerstags auch 46 Uhr

g Schulſtr. 3, 1. Stock
Pribat=Handelsſchule-Zelephen 3249
Oskar Dierker
Handelslehrer und beeidigter Bücher=Reviſor
Alelieſtes Inſfitut am Platze
Das Winterhalbjahr beginnt am 12. Okkober
Gewiſſenhatte Ausbilbung für den kaufm. Beruf für
Damen u. Herren in Tages= und Abendkurſen.
EinzelFächer in Schönſchreiben, Buchhaltung, Reichs=
kurzſchrift
Maſchinenſchreiben jederzeit.
Anmeldungen rechtzeitig erbeten.
12974a)

Bardarlehem
auf 20 Monake
an Beamte, Penſionäre etc. bis zu 3 Monatsgehältern evtl.
mehr. Ueberweiſung der Rückzahlungsrate direkt durch
die Gehalt zahlende Kaſſe auf Bank, geringe Lebensver=
ſicherung
und Genoſſenſchaftsanteil.
Barauszahlung in ganz kurzer Seit
nach Prüfung der Unterlagen. Nur ſchriftliche Kreditgeſuche,
die ſtreng vertraulich behandelt werden, mit Gehaltsangabe
(Gehaltsminimum 250. Mark), Dienſtſtelle und Alter.
Keinerlei Vorſchüſſe.
E. G. Werner & Co.
G. m. b. H.
Beriin W8 Postschlieblach 64

Böhmische

Bettfedern
aus erster Hand
1 Pfund graue, gute
2 Schleißfedern Mk. 1.
beſſereMk. 2. weiße,
geſchliſſene, flaumige
Mk. 2,75 u. 4., Halb=
flaum
Herrſchaftsfedern Mk. 5., 5.50 u.
6. 25, 1 Pfd. Rupffedern ungeſchliſſen, halb=
weiße
, Mk. 2.25, weiße Mk. 4.-, allerfeinſte
Mk 5.25 Zollfrei gegen Nachnahme von
8 Pfd. aufwärts franko. Nichtpaſſendes um=
getauſcht
oder Geld zurück. Muſter um onſt.
Max Steiner, Klattau 3/4
Böhmen ( BlIn12155
Tafel-Apfel
per Ztr. von 10 an. (*26767
Mollebuſch, per Pfund 12 Pfg.
Frankenſteinſtraße 49, p.
Heidelbergerſtraße 100, I.
Damen-Hütel
in großer Auswahl
zu allen Preislagen.
Anfertigung nach jeder
15600a) Kopfweite und Frisur.
Anna Bersch
13 Schuchardstrasse 13
Beacht. Sie bitte meine 2 Schaufenster

Mattaan
Frau Erna Ebert, Darmſtadt
Hügelſtr. 75 (13332a) Te:. 1117

Billard
ſehr gut erhalten, z.
1561:
verkaufen.
Reſtaurant Perkeo,
Alexanderſtr. 12.

Kinderleibchen, z. verſtellen Mk. 3.
IhNA Niederlage Bismarckſtr. 48. k2002,

Feiertag halber
bleibt mein Geſchäft am Diens=
tag
, den 11., Mittwoch, den 12.,
Dienstag, den 18., Mittwoch,
den 19. d8. Mts. geſchloſſen.
A. Posner
Manufaktur= und Weißtvaren
Ecke Fraikfurter= u. Landwehrſtr.
Jiate

Geſtützt auf eine nahezu dreißigjährige
anwaltliche Er ahrung und wirtſchaft=
liche
und wiſſenſchaftliche Fortblldung
habe ich ein
Keuhlsene
eröffnet. Prozeßvorbeugende Beratung
Abfaſſung von Verträgen und Teſta=
menten
, Fertigung von Gutachten,
Juſtizrat Lind
Inſelſtraße 38, I.
Sprechſtunden: Mittwoch u. Samsta
Nachmittag 36 Uhr. (15611

Mifee
Bensheim
als Rechtsanwalt niedergela ſen. Meilt
Bureau befindet ſich in Bensheim
Kaſinoſtraße 6
FHafrssamisenh
Rechtsanwalt
Beusheim (115367) Fernſprecher i0l

W
MMagerkert
Schöne volle Körperform durch Steiners!
Orfental. Kraft-Pillen
in kurzer Zeit erhebliche Gewichtszunahme!
und blühendes Aussehen /für Damen prschln
volle Büstel. Garant. unschädich, äreili
empfohlen. Viele Dankschreiben 4910
weltbekannt. Preisgekrönt mitgold. Medallei
und Ehrendiplom. Preis p. Pack. /100 St00f 2
2.75 Nik Depot für Darmstadt‟
Medizinaldrogerie Friedrich Beckenhaund
(WV20
Ecke Schul- und Kirchstraße.
Mg S, Na S, rd. li. 1. Sen‟
KKORPULENZ-
(Fettleibigkeit) wird beseitigt durel
Lonnola-Zehnkuf
n krurzer Zeit erhebliche Gewichtsabnahmt!
u. jugendliche, schlanke Figur. Garabl"
unschädlich, ärztlich empfohlen Rei0l
Diät. Kein Heilmittel, sondern natürliel-
fettzehrend
. Viele Dankschr. Seit 28 J00 l-
bewährt
. Preisgekr mit gold Medallle 2
Ehrendiplom. Preis per Paket Mk. De
Mg. 8. Na. S. Rad ligu. 1o/ Sea / IPz
Depot für Darmstadt: Medieinaldrogel."
riedr. Beckenhaub, Eoke Sohuls u. Kighe

Zurück
Dr.d. Seuek
Facharzt
für Orthopädie.
Sprechſtunde 3
nachm. (* 26334de

jeder
Kranke Art
erfalten loſienlo.
Heilberichte.
Sprechſiunden:
Werktags 81, Montag=
u
. Donnerstags anch 3.6 Uhr
Fr. Hornberger’s
Sellmagnetiſche Praxis
Darmſiadt, Frankf. Str. 47
Sonntags Beſuche auswärts
(15572a)

Hüte
für Herren u. Dame-
werden
gereinigt un.
nach neueſt. Forne.
faſſoniert. Jetzt 2 W
Frankurt Hutlagg
Ecke Grafen= u. B
marckſtraße. (14732

Inſtrumente Eie
trola=Platten grok
007O
Austpahl
. Eloktrolg-Verkaufsölt 2
Jäger
Georgenſtraße 11

[ ][  ][ ]

Nummer 280

Sonntag, den 9 Oktober 1927

Geite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 9. Oktober.
Zur Landtagswahl. Auf Grund des Artikels 15 des Landtags=
rahlgeſetzes
vom 16. März 1921/15. Oktober 1924 und vom 27. Septem=
ſe
1997 wird beſtimmt, daß die Wählerliſten und Wahlkarteien für die
im 13. November 1927 ſtattfindende Landtagswahl vom 23. Okvober 1927
8 einſchließlich 30. Oktober 1927 auszulegen ſind.
Ernannt wurde: Am 14. September der Gendarmeriehauptwacht=
m
iſter Heinrich Freihöfer zu Eberſtadt b. D. zum Gendarmerie=
m
iſter mit Wirkung vom 1. September 1927.
Evangeliſch=kirchliche Nachricht. Durch die Kirchenregierung
ſurde dem Pfarrverwalter Reinhard Becker zu Albig die evange=
i
*he Pfarrſtelle zu Albig, Dekanat Alzey, übertragen.
Poſtaliſches. Vom 10. Oktober ab werden die Schalterdienſt=
nunden
der Paketannahme des Poſtamts I an Werktagen auf die Zei=
eir
von 812½ und von 13½18 Uhr erweitert.
Hk. Techniſche Hochſchule. Der Profeſſor der Mathematik an der
darmſtädter Techniſchen Hochſchule Geh. Rat Hermann Wiener
rtt am 1. Oktober in den Ruheſtand. Prof. Wiener, ein geborener
mrlsruher (1857), veröffentlichte u. a.: Ueber Inolutionen auf ebenen
ſerrven; Rein geometriſche Theorie der Darſtellung binärer Formen
ſrrch Punktgruppen auf der Geraden; Die Einteilung der ebenen
errven und Kegel dritter Ordnung in 13 Gattungen; Verzeichnis
athematiſcher Modelle; Abhandlung zur Sammlung mathematiſcher
Nrodelle‟.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. In der Aufführung des
Zigeunerbaron von Johann Strauß heute Sonntag, 19 Uhr,
vrrken in den wichtigen Rollen mit die Damen: Gothe, Kapper, Lie=
ei
. Müller=Wiſchin und die Herren: Barczinfki, Deharde, Kuhn, Ney,
ſngt. Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander, Spielleitung: Heinrich
tähn.
Das Große Haus des Landestheaters bleibt in der kommenden
Nche außer am Montag auch am Dienstag und Samstag abend ge=
chu
oſſen, damit die Premieren von Salome und Käthchen von
ilbronn, deren Probengang duuch die Erkrankung des General=
anſikdirektors
geſtört worden war, keine weitere Verſchiebung erleidet;
s wird alſo ſtatt der Vorſtellung am Dienstag die Generalprobe von
Saalome, am Samstag die Generalprobe von Kädchen von Heilbronn
ſattfinden; auf Montag, den 17. Oktober, iſt das erſte Sinfoniekonzert
eklegt.
Donnerstag, den 20. Oktober, werden im Kleinen Haus folgende
maktige Werke moderner Komponiſten zum erſten Male
en eben: Paul Hindemith: Hin und zurück, Ernſt Toch: Die Prin=
eſfion
auf der Erbſe, Strawinfky: Renard, Poulenc: Rhapſodie
egre (Uraufführung).
Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft wird den bekann=
Philoſophen Ludwig Klages=Zürich am nächſten Don=
urstag
, den 13. Oktober 8 Uhr, mit einem Vortrag Vom
Zeſen des inneren Rhythmus in Darmſtadt einführen.
ſtaanpfe der Weltanſchauungen bewegen unſere erſchütterte Zeit. Von
Fragen der Graphologie und der Charakterkunde ausgehend hat
Klages zu einem der ſtärkſten Philoſophen der Zeit entwickelt. Seine
der Kritik der inneren Erfahrung beruhenden Forſchungen und
ſoderungen geben jedem einzelnen eine wertvolle Bereicherung. In
em Vortrag Vom Weſen des inneren Rhythmus behandelt Klages
Fragen, die ihn zurzeit beſchäftigen. Klages iſt zugleich als aus=
ezsichneter
Redner geſchätzt. Der Vortrag findet in dem Feſtſaal der
ſereinigten Geſellſchaft ſtatt. Der Kartenverkauf bei Buchhandlung
zergſträßer wird am Montag eröffnet. (S. Anz.)
Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Für den erſten literariſchen
hend in dieſem Jahre iſt Alfred Neumann gewonnen. Er wird am
Nnntag, den 24. Oktober, u. a. ein Kapitel aus ſeinem Roman. Die
teSellen leſen, außerdem in ſeiner Nachdichtung noch unveröffentlichte
uoretoniſche Balladen. Alfred Neumann iſt der Verfaſſer des mit
enr Kleiſtpreis 1926 ausgezeichneten Romans Der Teufel. Näheres
bar den Kartenverkauf wird in dieſem Blatt noch bekannt gegeben.
Das Handballſpiel des Sportvereins 98 Darmſtadt gegen
eir Heſſiſchen Polizeiſportverein Babenhauſen, das heute nach=
rüstag
3 Uhr auf dem Stadion ſtattfindet, verſpricht ein ſport=
ares
Ereignis erſten Ranges zu werden. Da das Spiel zwiſchen
eunt mehrjährigen ſüddeutſchen Meiſter gegen den in voller Form
ehändlichen Gegner für die diesjährige ſüddeutſche Meiſterſchaft
ine wichtige Vorentſcheidung bringt, darf man auf den Aus=
aurg
dieſes Treffens geſpannt ſein. An dieſes Handballſpiel
hiießt ſich das intereſſante Fußballſpiel Sportverein 98 gegen
Zyrmatia Worms an. Zwiſchen dieſen beiden Spielen wird
ne Vorführung des Rhönrads ſtattfinden, deſſen Veranſtalter
Firma Adelmann iſt.
Schauturnen der Turnerinnen=Abteilung der Turngeſellſchaft
anmſtadt. Das weibliche Geſchlecht hat ſich in den letzten Jahren im
zmlen Leben eine Stellung zu erobern verſtanden, die ihr ganz andere
elensnotwendigkeiten und Daſeinsbedingungen vorſchreibt als früher.
ei Kampf um das tägliche Brot fordert von der Frau körperliche und
biſrige Kraft und Friſche und eine Nerveneinſtellung von früher nicht
krnnter Schärfe. Demgemäß konnte auch in den letzten Jahren ein
hmaltiger Aufſchwung der körperlichen Betätigung der Frau feſtgeſtellt
ewcben. Auch in der Turngeſellſchaft 1875 Darmſtadt hat das Frauen=
ruen
eine gute Grundlage gefunden und hat ſich immer mehr aus=
brut
, ſo daß ein erheblicher Fortſchritt auf dieſem Gebietze zu ver=
ionen
iſt, den es ganz beſonders dem rührigen und unermüdlichen
eiger der Abteilung, Frauenturnwart L. Schwarz, zu verdanken hat.
eute kann die Abteilung auf ein fünfzehnjähriges Beſtehen zurück=
ichen
, und gleichzeitig jährt ſich der Tag zum fünfzehnten Male, an
m. der Leiter die Turnerinnenabteilung ins Leben rief, der er heute
oar vorſteht. Auf welcher Stufe nun das Frauenturnen ſteht und wie
eein Turnbetrieb des weiblichen Geſchlechts geſtaltet, will der Leiter
wu.e die Abteilung in einem großen Bühnen=Schauturnen heuite zei=
m
. Von den Uebungen und Tänzchen der Kleinſten (Schülerinnen)
, geſteigert bis zur vollendeten Handgerät= und Geräteübung, ſowie
inze und Singſpiele der Turnerinnen iſt eine reichhaltige Uebungs=
Iae zuſammengeſtellt und dürfte Gewähr bieten, daß den Beſuchern
genußreicher Nachmittag geboten werden dürfte.
T Städtiſche Gewerbeſchule. Im heutigen Anzeigenteil unſeres
lacktes gibt die Städtiſche Gewerbeſchule Darmſtadt bekannt, daß mit
egänn des Winterhalbjahres vorbereitende Kurſe in Elektrotechnik für
eſisllen= und Meiſterprüfung und Kurſe im Fachrechnen für Maſchinen=
uer
, Dreher und Werkzeugſchloſſer eingerihtet ſind. Wir wollen auch
che verſäumen, nochmals auf den am 17. Oktober und 1. November
gunenden Unterricht an der Wintertagesſchule für Maler und Hoch=
ußandwerker
hinzuweiſen. Jntereſſenten wollen ſich baldigſt auf dem
mszimmer der Schule, Landgraf=Philipp=Anlage 6, melden.
Orpheum. Die heutige Sonntags=Aufführung der reizenden
bwetten=Revue Meſſalinette beginnt, zahlreichen Wünſchen
us Beſucherkreiſen des Landes Rechnung tragend, abends um 348 Uhr
945). Dieſe Neuerung wird für die Zukunft an Sonntagen beibe
lrn. Der Sonntagskartenverkauf ſindet ſtatt: Verkehrsbureau von
22 Uhr, Zeitungs=Kiosk, Ernſt=Ludwigsplatz, von 1118 Uhr, ſowie
aige Orpheum ab 15 Uhr ununterbrochen. Nummerierte Plätze
un 1,50 Mark an. Telephoniſche Beſtellungen Nr. 389. (Siehe
Mrige Anzeige.)

III. Handelsſchau in Darmſtadt.

In der neuen Städtiſchen Feſthalle wurde geſtern vormittag die
dritte Handelsſchau in Darmſtadt, veranſtaltet von der Intereſſen=
gemeinſchaft
des Lebensmitteleinzelhandels feierlich eröffnet. Zahlreiche
Vertreter ſtädtiſcher Behörden und Wirtſchaftsorgamſationen wohnten
der Eröffnung als Ehrengäſte bei. Die Feſtverſammlung wurde begrüßt
durch eine herzliche Anſprache des Herrn
Stadtv. Stemmer:
Im Namen der Intereſſengemeinſchaft des Darmſtädter Lebens=
mittelhandels
danke ich Ihnen dafür, daß Sie unſerer Einladung Folge
geleiſtet haben und begrüßen Sie auf das Herzlichſte.
Zum dritten Male hat es der Darmſtädter Lebensmittelhandel
unternommen, dem Publikum und vor allem ſeinen Berufskollegen an
Hand einer Ausſtellung die Fortſchritte auf dem Gebiete des Lebens=
mittelhandels
vorzuführen und die Leiſtungsfähigkeit des Einzelhandels
zu bekunden. Beſonderer Anlaß war uns die neuerſtandene Feſthalle,
in deren Räumen es endlich möglich iſt, ein einheitliches Bild zu geben.
Lange Jahre hat uns eine derartige Halle gefehlt; wir mußten uns bei
unſeren Veranſtaltungen 1924 mit dem Orangeriegartenhaus, das damals
noch nicht hergeſtellt war, und 1925 mit dem Saalbau behelfen. Die
Anziehungskraft der Halle hat ſich deutlich in der weit größeren
Anzahl von Ausſtellern gezeigt, die wir in dieſem Jahr verzeichnen können.
Trotz der herrſchenden Ausſtellungsmüdigkeit haben wir 100 Firmen ver=
anlaſſen
können, hier auszuſtellen, gegen 45 im Jahre 1924 und 62 im
Jahre 1925. Gewiß ein ſchöner Erfolg, auf den wir ſtolz ſein können und
der uns beweiſt, daß die Ausſteller mit unſeren früheren Veranſtaltungen
zufrieden waren und gern wieder hierher gekommen ſind.
Der Lebensmittelhandel iſt heute in einer ſchwierigen Lage. Wohl
iſt die Inflation, die faſt das ganze Kapital unſeves Berufsſtandes ver=
ſchlungen
hat, vorbei, aber überwunden iſt dieſe Periode noch nicht, und
es werden noch Jahre vergehen, bis der Mittelſtand wieder in der Lage
iſt, das verlorene Kapital, das nun mal zum Führen einesGeſchäftes nötig
iſt, zu ſommeln. Jnzwiſchen iſt die Gefahr von Großflialgeſchäften Kon=
ſumvereinen
u. a. überholt zu werden, groß. Deshalb braucht der Ein=
zelhändler
ſeine Berufsorganiſation, die ihm mit Rat und Tat zur
Seite ſteht. Wenn wir auch in Darmſtadt ſchon gut orgamiſiert ſind, ſo

Laiäfner

in Nußbaum poliert

zeigen wir auf der Handelsschau
8.-13, Oktober, täglichs-19 Uhr,
In der städtisch. Festhalle (1561880

Nost & Fischer Aieranderstr. 10

ſtehen doch noch viele Kollegen zur Seite. Möge die 3. Handelsſchau
dazu beitragen, allen Berufskollegen die Notwendigkeit des Zuſamen=
ſchluſſes
zu zeigen, denn nur wenn wir alle zuſamem ſtehen, könmen
wir aus dieſer ſchwierigen Zeit herauskommen.
Alle ausſtellenden Firmen haben ſich große Mühe gegeben, durch den
Aufbau ihrer Stände die Handelsſchau zu verſchönern und ich hoffe, daß
unſer Ruf, der an alle heſſiſchen Lebensmittelhändler ergangen iſt, nicht
ungehört verhallt und die Ausſteller durch einen guten geſchäftlichen
Erfolg belohnt werden. Wir danken allen, die ums geholfen haben, ſo
beſonders den Künſtlern und den Handwerker=Firmen, in deren Hand der
Aufbau der Ausſtellung gelegen hat, ſie haben in unermüdlichem Eifer
in 3 Tagen aufgebaut, was Sie nachher ſehen wenden. Wir danken
aber auch der Verwaltung unſerer Stadt, daß ſie endlich die Halle erbaut
hat und ſo zur Hebung des Verkehrs beiträgt, den wir Kaufleute ſo
nötig gebrauchen.
Mit dem Wunſche, daß alle die Müühe durch einen grten Beſuch be=
lohnt
wird, bitte ich Herrn Bürgermeiſter Muneller die 3. Hundelsſchau zu
eröffnen.
Bürgermeiſter Mueller.
Die Aufforderung des Darmſtädter Einzelhandels, ſeine 3. Handels=
ſchau
in unſerer neuen Feſtſthalle feierlich zu eröffnen, erfüllt mich mit
Genugtuung und mit Freude. Denn ich darf ſie wohl als ein Zeichen
dafür anſehen, daß das vielberufene Vertrauen der Wirtſchaft zur Stadt=
verwaltung
noch lebendig iſt. Auch ich bin mir, wie ich ausdrücklich be=
tonen
will, des hohen Wertes eines ſolchen und zwar gegenſeitigen
Vertrauensverhältniſſes durchaus bewußt und habe es immer lebhaft be=
dauert
, wenn es da Trübungen gegeben hat. Gegenſätze und Meiwugs=
verſchiedenheiten
werden natürlich immer vorhanden ſein. Aber ich habe
den aufrichtigen Wunſch, daß dieſe Differenzen ſachlich und in vornehmen
und würdigen Formen ausgetragen werden eine eigentlich ganz ſelbſt=
verſtändliche
Forderung, wennn man ſich darüber klar geworden iſt, daß
die Geſamtbevölkerung von einem Wohlergehen der Wirtſchaft genau
wie umgeehrt nur Vorteil hat. So erkenne ich es denn auch als eine
wichtige kommunale Aufgabe ausdrücklich an, der Wirtſchaft diejenigen
Lebens= und Envwicklungsbedingungen ſchaffen zu helfen, die zu ihrem
Gedeihen erforderlich ſind. Insbeſondere kann dieſen Schutz und dieſe
Fürſorge der Handelsſtand beanſpruchen, der ſchon durch die Wucht ſeiner
tauſendjährigen Tradition zu einem unentbehrlichen Faktor unſeres Ge=
meinſchaftslebens
geworden iſt. Unentbehrlich auich in unſerer Zeit einer
nicht unerheblichen Erſtarkung des Konſumsvereinsgedankens. Der tüch=
tige
Kaufmam wird ſich mit dieſer, wie mit jeder anderen Konkurrenz
abzufinden wiſſen und ſeinen Stolz und ſeinew Erfolg in erhöhten
Leiſtungen ſuchen und in der ubedignten Reellität, die den deutſchen
Kaufmann, die namentlich auch den Darmſtädter Kaufmann von jeher
ausgezeichnet hat. Zu welchem Grade der Leiſtugsfähigkeit es der Einzel=
handel
, insbeſondere auf dem Gebiete des Lebensmittelweſens und der
zugehövigen Geſchäftszweige gebracht hat, das ſoll dieſe Handelsſchau
dem Publikum zeigen. Die alten Räume im ſtädtiſchen Saalbau ſind ihr
zu eng geworden. Zum erſten Male präſentiert ſie ſich in der ſchönen
Feſthalle in größerem und reichevem Gewande. Mit freudigem Stolze
erkennen wir, daß ſie den alten, regſamen, zielbewußten Kaufmannsgeiſt
atmet und daß ſie andererſeits von einem neuen lebendigen Leben erfüllt
iſt. Sich regen, bringt Segen iſt noch immer ein wahres Wort. Ich
wünſche ihm auch für dieſes mutige Unternehmem im Namen der Stadt
eine reiche Erfüllung. Und damit erkläre ich die 3. Homdelsſchau der
Darmſtädter Kaufmannſchaft für eröffnet!
Im Anſchluß an den Eröffwungsakt unternahmen die Ghrengäſte
uter Führung der Herren vom Ausſchuß einen
Rundgang durch die Handelsſchau.
Die diesjährige Handelsſchaut iſt überraſchend von den Darmſtädter
Lebensmittel= und anderen Geſchäften beſchickt worden. Sämtliche Aus=
ſteller
haben ſich die größte Mühe gegeben, ihre Stände und Kofen nicht
nur nach künſtleriſchen Geſichtspunkten geſchmachvoll aufzumachen, ſon=
dern
, was wichtig iſt, in dieſem Rahmen auch ihre Waren ſo vorteilhaft
wie möglich auszulegen und durch geſchicktes Arrangement den Beſchauer
anzuziehen. Die große Feſthalle iſt vollſtändig mit Ständen größerer

und geringerer Raumabmeſſungen in überſichtlicher Anordnung gefüllt,
ſo daß der Eindruck eimer Meſſe entſteht. Wenn auch allen Ausſtellern
der diesjährigen Handelsſchau das Lob gebührt, daß ſie es glänzend ver=
ſtanden
haben, ſich dem vornehmen und gediegenen Rahmen einzupaſſen,
treten doch einzelne Firmen mit beſonders originellen und auffallenden
Arrangements hervor, was an dieſer Stelle zu erwähnen nicht den Zweck
haben ſoll, anderes zu kritiſieren, ſondern im gegenſeitigen Wettbewerb
zum Nacheifern anzuſpornen. In dieſer Richtung fallen beſonders auf
die Likör= und Weinfirmen, Kaffee= und Teegeſchäfte, Teigwaren= und
Nudelfabriken, ferner einige Geſchäfte der Konſerven= und Delikateſſen=
branche
uſw. Sehr ſinnig und künſtleriſch iſt der Stand der Fa.
Sprengel, Schokoladen und Konfitüren, die ſich auch noch inſofern
verdient macht, als ſie durch einen eigenem Operateur den Eröffnungsakt
und den Rundgang filmen ließ, desgleichen wird von dieſer Firma der
Reklameumzug am Sonntag gefilmt werden. Dieſer Film wird als Kul=
tuurfilm
in vielen deutſchen Städten laufen. Weiter verdienen beſonders
hervorgehoben zu werden, entweder wegen ihrer originellen, geſchmack=
vollen
und großzügigen Aufmachug die Firmen: Darmſtädter Tapeten=
induſtrie
Chriſtian Schepp, Darmſtadt; Hch. Walter, Darmſtadt; Fabri=
kate
der Firmen B. Sprengel u. Co., Schokoladenfabrik, Hannover; A.
Müller, Vivil=Pfefferminz, Offenburg (Baden); Müller u. Ober, Auto=
mobile
, Motorräder, Schreibmaſchinen. Darmſtadt; H. A. Wagner, Wein=
brand
=, Likör= und Weineſſigfabrik, Langen; Pfeiffer u. Diller, G. m.
b. H., Kaffee=Eſſenzfabriken, Horchheim=Worms; Adolf Krebs, Pilo=
werke
, Mannheim; Hch. Franck Söhmne, G. m. b. H., Ludwigsburg; Eug=
melinewerke
, G. m. b. H., Chem.=Techn. Fabrik, Höchſt a. M.; Mondamin,
G. m. b. H., Berlin=Charlottenburg; Bernhard May Söhne, Seifen=
fabrik
, Groß=Zimmern; Hugo Neurohr, Spezialhaus für Haus= und
Küchengeräte, Darmſtadt; Karl Jäger, Elektrola=Apparate und Plat=
ten
, Darmſtadt; Leonhard Monheim, Trumpf=Kakao= und Schokoladen=
fabrik
Aachen; Henkel u. Cie., A.=G., Düſſeldorf; J. T. Ronnefeldt, Tee=
Einfuhr, Frankfurt a. M.; Fabriken von Dr. Thompſons Seifenpulver,
Düſſeldorf; Pfeildreieckſeifenfabrik, G. m. b. H., vorm. Auguſt Jacobi,
Darmſtadt; C. H. Knorr, A.=G., Nahrungsmittelfabriken, Heilbronn;
Stoltenkamp, G. m. b. H., Weinbrennerei und Likörfabrik, Darmſtadt;
Rothenburger Seifenfabriben Schmieg u. Scheib, G. m. b. H., Nürnberg;
Kathreiners Malzkaffee=Fabriken, G. m. b. H., Berlin S.W. 68; C. A.
Stützer Nachfolger, Tapeten= und Linoleumhaus, Tekko=Salubra, Darm=
ſtadt
; Vereinigte Wachswarenfabrilen A.=G., Ditzingen=Stuttgart; Jakob
Mack, älteſte Eierteigwavenfabrik Deutſchlands, Neuſtadt an der Haardt;
R. Seelig u. Hille, Tee=Import, Großhandel, Export, Duesden; Emil
Seelig, A.=., Kornkaffeefabriten, Heilbronn; Guſtav Geil, Elektro= In=
ſtallation
, Spezialität Lichtreklame, elektrotechmiſches Geſchäft, Darm=
ſtadt
; Helvetia=Konſervenfabriken A.=G., Groß=Gerau; Martin Mertens,
Darmſtadt. Erzeugniſſe der Firmen: Jakob Jacobi A.=G., Weimbrenne=
rei
, Stuttgart; Fritz Brenner, Konſerdenfabrik, Karlsruhe; Dr. A.
Oetker, Nährmittelfabrik, Bielefeld; Schüle=Hohenlohe A.=G., Teigwaren=
fabrik
, Plüderhauſen; Schwartayer Honiowerke und Zuckerraffinerie
A.=G., Bad Schwartau=Lübeck.
An den Rundgang ſchloß ſich, ebenfalls in der Feſthalle, ein kleines
gemeinſames Frühſtück der eingeladenen Gäſte, das nochmals Gelegen=
heit
gab, derer beſonders zu gedenken, die ſich um das Zuſtandekonmmen
der Ausſtellung verdient gemacht haben. Herr Bürgermeiſter Mueller
führte u. a aus:
Nach beendigtem Rundgang gilt es, dem Einzelhandel und beſon=
ders
deſſen verdienſtvollem Vorſitzenden, Herrn Stemmer, zu dan=
ken
für die Einladung und beſonders für die hervorragenden Leiſtun=
gen
, die ſich in der Handelsſchau in der geräumigen Feſthalle dem Be=
ſchauer
bieten. Die Leiſtungsfähigkeit, die der Einzelhandel in dieſer
prachtvollen Schau dokumentiert, beweiſt am beſten den gewaltigen Fort=
ſchritt
, der in den letzten Jahren erzielt wurde. Wie aus einem Ar=
tikel
der Feſtſchrift über die Geſchichte des Darmſtädter Handels zu er=
ſehen
iſt, haben ſich die Verhältniſſe gründlich geändert. Wenn auch
früher in ruhigeren Zeiten vielleicht weniger Aufregung war, ſo müſſen
wir uns heute auf den Boden der Tatſachen ſtellen, wir können heute nur
durch raſtloſe Arbeit vorwärts kommen. Der heimiſche Handel ſteht
durch die Pflichterfüllung, den raſtloſen Fleſiß und die Tatkraft des weit=
blickenden
Darmſtädter Kaufmans auf einer ſchwer zu überbietenden
Höhe, ſo daß er, wie die Schau zeigt, jeden Wettbewerb aushalten kann.
In das dreifache Hoch auf den Einzelhandel und Herrn Stemmer ſtimm=
ten
die Gäſte kräftig ein.
Im Auftrage des Gruppenausſchuſſes der Intereſſengemeinſchaft des
Lebensmittel=Einzelhandels von Darmſtadt begrüßte Herr Hofmann
insbeſondere die anwefenden Herren des Bensheimer Einzelhandels,
die unter Führung des Herrn Bürgermeiſters Dr. Angermeier erſihie=
nen
waren. Herr Bürgermeiſter Dr. Angermeier dankte Herrn Hof=
mann
für die Worte und betonte, daß es ihm eie Genugtuung ſei, den
Beſuch, den der Darmſtädter Lebensmittel=Einzelhandel der Bensheimer
Woche abgeſtattet hatte, wiederholen zu können. Herr Bürgermeiſter
Dr. Angermeier brachte in anerkannten Worten zum Ausdruck, daß der
Darmſtädter Beſuch anläßlich der Bensheimer Woche auf die Bensheimer
Kollegen einen großen Eindruck machte, und daß ſie gerne und mir
Frenden dieſen Beſuch wiederholen. Unter der Deviſe: Sich regen
bringt Segen! betonte der Herr Bürgermeiſter ganz heſonders, wie
wichtig es gerade für den Lebensmittel=Einzelhandel iſt, feſt zuſammen
zu ſtehen und das Gemeinſchaftsgefühl zu wahren. Seine Worte klan=
gen
aus in dem Wunſch, daß der 3. Handelsſchau und der Intereſſen=
gemeinſchaft
des Lebensmittel=Einzelhandels ein voller Erfolg beſchie=
den
ſein möge. Anſchließend an Herrn Bürgermeiſter Dr. Angermeier
ergriff Herr Hillemann als Vorſitzender des Einzelhandels der
Stadt Bensheim das Wort, bei dem er ſich in der Hauptſache den Aus=
führungen
des Stadtoberhauptes der Stadt Bensheim anſchloß und
ſich ganz ſpeziell freute, daß es den Bensheimer Kollegen heute ver=
gönnt
ſei, den Beſuch der Darmſtädter Kollegen anläßlich der Bens=
heimer
Woche zu wiederholen. Herr Hillemann toaſtete auf das Wohl
und Gedeihen und Gelingen ſowohl der Organiſation wie der 3. Hau=
delsſchau
1927. Nach dieſen Ausführungen ergriff Herr Th. Stem=
mer
ſen. im Auftrage des Verkehrsvereins und des Verkehrsausſchuſſes
das Wort und brachte zur Ausführung, daß der alte Grundſatz Einig=
keit
macht ſtark hochgehalten werden müſſe. Da der geſamte Einzel=
handel
in allen Berufs= und Standesfragen gegen gemeinſame Feinde
ankämpfe, ſei das Pflegen des Gemeinſchaftsgefühls der erſte Grundſatz
für das Emporblihen einer Organiſation nicht allein in einem Lande,
ſondern im ganzen Deutſchen Reich. Der Grundſatz des Standes=
bewußtſeins
und der Zuſammengehörigkeit iſt das wichtigſte Bindeglied,
welches jeder Berufskollege, ſoweit er Führer iſt und im öffentlichen
Leben ſteht, ſich vor Augen halten ſoll. Wird eine gemeinſame Front,
die in allen Berufsfragen zuſammengehört, auseinandergeriſſen, ſo wirkt
ſie ſich zum Schaden des geſamten Berufsſtandes aus. Die Worte aller
Redner, wie des Herrn Bürgermeiſters Dr. Angermeier, des Vorſitzen=
den
des Einzelhandels von Bensheim, Herrn Hillemann, ſowie des Lei=
ters
des Verkehrsvereins von Darmſtadt, klangen aus in dem Wunſche
eines feſten Zuſammenhaltens, des Pflegens der Kollegialität und eines
Gemeinſchaftsgefihls zum Segen unſeres geſamten Berufsſtandes unter
dem alten, unumſtößlichen Grundſatz: Einigkeit macht ſtark!
Die Handelsſchau war bereits am Tage der Eröffnung außerordent=
lich
ſtark beſucht. Alle Beſucher waren ſich darüber einig, daß dieſe
Schau, die größte der ſeitherigen, einen überzeugenden Beweis gibt von

Anlagen u. sämtl. Einzelteile kaufen Sie
m vorteilhaft u. billigst auf Teilzahlungen
KädIO imnbekannten Radio-Spezialgeschäft
Bossler & Co., Barmstadt
Kirchstraße 17. Telephon 2140.
(15425a

Rh
In 25 g friſcher Reſi bräunt man 2/ pfund geſalzenes, in Würfel geſchnittenes
Kalbfleiſch leicht an, füllt /. Liter Waſſer darüber, dünfket es halbgar, fügt
200 g gebrühten Reis dazu, läßt es an der Herdſeite langſam weich e
A
ſchmoren, ſchmeckt mit Salz, pfeffer und Suppenwürze ab und ſtreut vor

dem Anrichten friſche Reſi=Flöckchen darüber. Das Gericht muß faftig,

aber nicht dünnflüſſig ſein.
Geſamte Herftellungskoſfen
ungefähr 120 Pfg.

Denn dieſe baheriſche Kernmargarine aus den V. MN. W. Nürnberg ver=
einigt
zum erſien Mal höchſie Nährkraft und höchſien Wohlgeſchmack:
Piamine und Alpenmilch.

eu Band der Reſi=Hau
ann, Darmſtadt, Aliceſtr. 20. Tel
jedem
afelm
Ffu=

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 9. Oktober 1927

Nummer 280

der Leiſtungsfähigkeit der Darmſtädter Geſchäfte, die gewiß keine Kon=
kurenz
mit irgend einer anderen Stadt, auch keiner Großſtadt, zu ſchenen
hat. Die für jeden Beſucher der Handelsſchau ſich ergebende Konſe=
quenz
aus dieſer Tatſache ſollte ſein:

Kauft am Platze!

Denkt an die Darmſtädter Geſchäfte, die in Darmſtadt Steuern zahlen,
und daß dieſe Steuern für die Allgemeinheit erhoben werden. Wer
alſo die Steuerzahler ſeiner Vaterſtadt ſtärkt, ſtärkt die Wärtſchaft üben=
haupt
und damit letzten Endes ſich ſelbſt.
Außer den obengenannten Ausſtellern ſind noch folgende Firmen in
der Handelsſchau vertreten:
Jogburt=Milch der Firma Anton Braunwarth, Darmſtadt;
Roſt u. Fiſcher, Darmſtädter Werkſtätten ſütr Wohnungsein=
richtungen
, Darmſtadt; Ph. Baumbach Nachf. D. Brzoska, Photo=
und Kinohaus, Darmſtadt; Ankerwerke A.=G., Bielefeld: Erſte
Badiſche Teigwarenfabrik V. Henſel G. m. b. H. W. in=
heim
: The Ouaker Oats Companp, Rotterdam: Glücksklee= Milch=
gefellſchaft
m. b. H., Neuſtadt i. Holſt.; Zellweger A.=G., Uſter
(Schweiz); H.Hildebrand u. Söhne, Kom.=Geſ., Weizen=, Roggen=,
Hartgries= u. Graupenmühlen, Mannheim=Induſtri hafen; Hildeshei
mer Zucker=Raffinerie G. m. b. H., Hildesheim: Michael
Bechtold, Obſtproduktenfabrik, Lorſch in Heſſen: Delmenhor=
ſter
Mühlenwerke A.=G., Delmenhorſt; Simon Mayer,
Großhandelsvertretungen, Darmſtadt, gleichzeitig Vertreter den Stände
15 bis 18: Heinrich Michell, Bünſtenfabrik, Groß= Zimmenn;
M. Baſſermann u. Cie. A.=c., Fabrik feinſter Gemüfe= und Obſt=
konſerven
, Konfitüren, Schwetzingen i. B.; Ludwigsburger
Eiernudeln= und Macearonifabrik Hch Burkhardt,
Kom=Geſ., Ludwigsburg (Württ.) Heinrich Huppert, Spezial=
fabrik
von Einrichtungsgegenſtänden für die Lebensmittel= und Drogen=
branche
, Frankfurt a. M.; Hch Dörſam, Spezialanfertigungen
von Ladeneinrichtungen cte Darmſtadt; A. Hufnagel, Leder=
warenfabrik
, Daumſtadt; Schwaben=Nudel=Werke B. Bir=
kel
Söhne Eierteigwarenfabrik, Endersbach bei Stuttgart; Bis=
kuitfabrik
Holland G. m b. H. Tox. Clede (Rheinland);
J. J. Diafenbach, Weingroßhandlung, Eſſig= und Likörfabrik,
Darmſtadt; H. u. E. Sichel, Kaffee=Großhandlung, Tee=Import,
Frankfurt a. M.; Bad=Nauheimer Staatsquellen= Ver=
trieb
. Bad=Nauheim; Hefſenkauf A.=G., Darmſtadt: Deutſche
Geſchäftsmaſchinen Geſellſchaft m. b. H. Berlin W 3;
Lemann u. Co., Echten Emmentaler Leibware und Schachtelkäſe,
Langnau (Schweiz); Jean Lehr u. Sohn, Bienenhonig ete.,
Frankfurt a. M.=Praunheim; Krupp=Regiſtrierkaſſen= Ge=
ſellſchaft
m. b. H. Berlin W9; Gabr Bickelhaupt. Papier=
Verarbeitungswerk. Papier=Großhandel Eberſtadt bei Darmſtadt;
Darmſtädter Käſgfabrik u. Buttergwoßhandlung;
Villke u. Co., Darmſtadt: Vereinigte Seifenfabriken,
Binder u. Cetels A.B., Stuttgart; Apoſtelkellerei,
Pet Paulus u. Sohn G. m. b. H. Weinbrennerei, Rüdesheim
a. Rhein: Gebr. Adlar G. m. b. H., Kaffee=Großhandlung, Darm=
ſtadt
; v Berkel u Co. G. m. b. H., Aufſchmitt=Schneidemaſchinen
und Schnellwaagenfabrik, Berlin; Käſerei Steinmetz, Roßdorf
bei Darmſtadt; Fr. Reiſig, Weineſſig=Tafelſenf=Fabrik. Weinbrand=
bnmnerei
, Heidelberg; Ludwig Röth, Stahlwaren Gummiwaren,
chir. Inſtrumente, Darmſtadt; Köttolin=Werke A. Kött,
Köttolin=Putz und KöttolinWachs, Frankfurt a. M. Alleinverkauf:
Georg Germann, Darmſtdt: Ernſt Groſch. Tee=Eimnfuhr, Frank=
fürt
a. M.; Marx Mayer G. m. b. H., Kaffee, Tee, Südfnüichte,
Frankſurt a. M.; Marx Mayer G. m. b. H., Zuckenwarenfabrik,
Speher; Schmidt u. Co., Kolonialwaren en gros. Heidelberg;
Herdfabrik u. Emaiklierwerk G. m. b.H., Alkoda=Fabrikate, Ueber Werte, Künſſter oder fünſtlteriſche Veranſtaſtungen, deren im Nachſiehendm Grwitnmng
Darmſtadt; Gebr. Bauer A.=G., Malzkaffeefabrik und Trocknungs=
werk
, Eberſtadt bei Darmſtadt: National=Regiſtrierkaſſen=
Delwerke A=G., Yülchot bei Stettin; Teigwaren u. Zwie; auch von vielen das, was man Heldentum nennt, verlacht und als töricht
backfabriken A.=G. Bad=Hombug v. d. H.; Verwertungs= bezeichnet; aus dem Dunkel unſerer Tage ſtrahlen uns ermutigend die
genoffenſchaft heff Molkerei=Erzeugniſſe G. m. b. H.,
Kabrhel, Pfungſtädter Papierwarenfabrik Pfungſtadt (Heſſen);
Seiden= und Leberwalerei Frankfurt a. M.; Kruthofferu. Naps,
Kloſterkeks, Frankfurt a. M.; G. C. Klebe A.=G., Papierwarenfabrik, der Kapitän am Sehturm, das Zeichen zum Abſchuß der Torpedo
Gberſtadt bei Darmſtadt: Ade, Fabrik eutomatiſcher Schnellwaggen,
G. m. b. H., Berlin=Reinickendorf; Gehr Adler G. m. b. H., dieſem kleinen, unſcheinbaren U=Boot. Deutſchland jubelt. Der Name
Darmſtadt. Fabrikate der ſüdd. Zucker A.=G. Fabriken Groß=Gerau, Weddigen iſt in aller Munde. Im Lager unſerer Feinde herrſcht Rat=
Offtein, Frankenthal, Waghäufel ete.: Hch. Weichſel, Darmſtadt, loſigkeit und Beſtürzung. Siegreich kehrt dasBoot, mit ſeinem helden=
mund
; Gg. Gils. Zuckerwarengroßhandlung. Arheilgen bei Darm=
ſtadt
; Gaſt. Schild, Breslau, Landwirtſchafts= und Induſtriebedarf; begleiten das Boot auf ſeiner Ausfahrt, wir ſehen den Bau des Bootes,
Göhler u. Co, Abteilung Fortung, Frankenberg (Saar); Rump=
ler
, Frankfurt a. M.; Singer NähmaſchinenCompagnie. Boot m Gefechtstätigkeit. Alle dieſe Aufnahmen, die unter fachmfänni=
Dermſtaht.
Die Bezloſung der Eintrittskarten
hatte am geſtrigen erſten Tage folgendes Ergebnis: Es entfielen auf nuar 1915.
gelbe Eintrittskarte 462 eim Fahrrad, auf 454 ein Alkoda= Gcas=
herd
, auf 117 eine Chaiſſelongue mit Drcke. Die Gewinne können gegen ſeine diberſen Wild=Weſt=Filme ſehr gefallen haben. Mary Brian, dieſe
werden.
Muſikverein. Die nächſte Geſamtprobe findet nicht am Diens=
Anzeige).
Volkshochſchule. Im neuen Arbeitsplan der Volkshochſchule ſind
als Vorkurſe angezeigt: Ausbildung der Handſchrift, Deutſchkunde und
ekementare Mathematik. Als Fach= und Fortbildungskurſe Fremd= ken mit. Das Parufamet=Dogpelprogramm iſt auf das ſorgfältigſte zu=
ſprachen
, und zwar: Engliſch, Franzöſiſch, Italieniſch, Spaniſch, Latein ſammengeſtellt und wird jeder Beſucher des Reſidenz=Thegters auf ſeine
und Eſperanto. Für Kaufleute und ähnliche Berufe ſind vorgeſehen: Koſten kommen,
Buchhaltung. Wachſel= und Scheckunde, Bilanzen, Einheitskurzſchrift,
Deutſche Plakat= und Zierſchrift, Neuzeitliche Kundenwerbung. Als zeſter Zeit ſtellen die Parapſychologen einen ſolchen Vorgang in den
Kurſe allgemeinbildender Natur: Einführung in die Philoſophie und Vordergrund und verſuchen zu beweiſen, daß gewiſſe Menſchen Eignun=
Körverbildung iſt die Möglichkeit der Ausbildung in den verſchiedenſten zu hören und zu fühlen, wobet Zeit und Naum ihre Bedeutung böllig
Shſtemen gegeben.
geliſationsvortrag gehalten werden. Die alten, großen Grundfragen des Londoner Parapfyeyologiſchen Inſtituts zu werden. Das führte
des chriſtlichen Glaubens ſollen dabei beſprochen werden. Die einzelnen zu einem Kampf der Wiſſenſchaftler, und aus beiden Lagern melden ſich
Themata lauten: Warum Religion? Montag), Wozu Chriſtus? (Diens= bekannte Männer zu Wort und verſuchen uns pro oder gegen zu über=
des
Satans (Donnerstag), Du und deine Bübel (Freitag), Die Nachfolge tereſſe entgegen, und ſo mancher kann den Weg nicht finden, ſeine ihm
genden Menſchen ſind herzlich zu den Verſammlungen eingeladen. Alle
Mütterabend, Jugendabende, follen während der Woche wegen der Prophetie zu werden, denn ſeine Forſchungsergebniſſe finden Beachtung
Epangeliſation aus. Am Sonntag, den 16. Oktober, wird Pfarrer dadurch, daß er der erſte iſt, der beweiſt. Er legt ſeine Theorien
Nambaud aus Gonzenheim, der die ganze Evangeliſation hält, in der klipp und klar aus, erklärt ſeine Anſichten ſachlich und verlangt nicht,
Johanneskirche predigen und am Abend um 8 Uhr ebendort einen Vor=
trag
halten über die Evangeliſch=chriſtliche Einheit, zu prüfen. Aus dem hervorragenden Theoretiker wird ein Praktiker
die von ihm zwiſchen deutſchen und franzöſiſchen Proteſtanten gegrün= und gibt dem Wiſſensbogierigen die Möglichkeit, Ueberzeugung zu
det worden iſt, und dabei auch die Frage der Fremdenlegion ſuchen. Auch über das Mirakel von Konnersreuth, über das ſich heute
beſprechen. Auch zu dieſem Vortrag, wie allen anderen Verſammlungen, die größten Kapazitäten ſowie die ganze Welt den Kopf zerbrechen, wird
iſt der Eintritt frei.
Bühnenchronik. Unter der künſtleriſchen Leitung von Jan bereits dreimal aufſuchte und erforſchte ausführlich theoretiſch und prak=
Hehthekker, Oberſpielleiter der Oper am Bremer Stadttheater, findet tiſch berichtet. Es iſt der Konzertdirektion Chriſtian Arnold gelungen,
Nürnberg ſtatt. Die muſikgliſche Leitung liegt in den Händen des be= in der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt. Da, wie bereits in anderen
währten Notterdamer Dirigenten Vernard Diamant. Als Soliſten Städten, für den Marion=Abend alles ausverkauſt war, empfichlt es
wurden verpflichtet: Kammerſänger Jacques Urlus=Solzing, Kammer=
ſänger
Leo Schitzenderf (Staatstheater Berlin); Beckmeſſer, Gerhard
Huſch (Stadttheater Köln): Kothner, Hans Siegfried. (Landestheater
Karlsruhe): David. Von der Bremer Oper ſingen Gertrud Steinweg:
Cochen, Elſe Blume: Magdalene, Theo Thement: Hans Sachs, und Mi=
dolf
Lazer: Pogner. Wahrſcheinlich werden im Januar und Februar
1928 noch Wiederbolungen dieſer Feſtaufführung in Holland ſtattfinden.
Erhöhte Habenzinsſäitze. Siehe heutige Anzeige der Darmſtädter
Banken.

Volkswirtſchaftliche Vortragsabende
des D. B. V., Ortsgruppe Darmſtadt.
Die Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſchen Bankbeamtenvereins E. V.
hat vor kurzem eine Vortragsreihe über die Grundlinien der deutſchen
Volkswirtſchaftsgeſchichte des 19. und 20. Jahrhunderts eröffnet. Das
Thema des erſten Abends behandelte die Grundlinien der äußeren Or=
gantiſation
der deutſchen Volkswirtſchaft während der erſten Hälfte des
19. Jahrhunderts. Am zweiten Abend behandelte der junge, aber aus=
gezeichnete
Referent die Entwickelung der vorkapitaliſtiſchen Wirtſchafts=
hauptform
, der Landwirtſchaft, und brachte außerden eine eingehende
Darſtellung der jeweiligen Agrarverfaſſung. Am dritten Abend, der
für den 12. Oktober vorgeſehen iſt, wird über die Entwickelung des Ge=
wverbes
und der frühkapitaliſtiſchen Induſtrie bis etwa gegen Schluß der
erſten Hälfte des 19. Jahrhunderts referiert werden. In den folgenden
Abenden gelangen dann die Wirtſchaftsformen der Gegenwart zur Dar=
ſtellung
, die auf zwölf Vortragsabend berechnet ſind.
Der Zweck dieſer Vorträge, die die hieſige Ortsgruppenleitung des
Deutſchen Bankbeamtenvereins im dankenswerter Weiſe veranlaßt hat,
iſt es, den Bankbeamten und vor allem dem Nachwuchs unter ihnen ein
anſchauliches Bild von der deutſchen Volkswirtſchaft zu vermitteln. Die
Sprache, in der die einzelnen Vorträge gehalten ſind, iſt allgemein vor=
ſtändlich
und bleibt auf die eben unumgänglichſten Frembwörter, denen
jeweils anſchließend die deutſche Erklärung folgt, beſchränkt.
Bei einer geſchichtlichen Betrachtungsweiſe der Volkswirtſchaft bleibt
der Studierende vor für ihn praktiſch nutzloſen Thoorien bewahrt. Er
kann hier bezüglich eines jeden Urteils auf Tatſachen fußen und braucht
hierzu nicht eine mathematiſche Wahrſcheinlichkeitsberechnung anzuſtellen,
für deren Richtigkeit nicht einmal die Wiſſenſchaft der Volkswirtſchafts=
lehre
ſelbſt eine Gewähr zu geben vermag.
Das ſind mit die Erkenntniſſe, die uns der Reſerent bis jetzt vermit=
telt
hat. Es bleibt auf Grund der beiden bisher gehaltenen Vorträge
durchaus zu erwarten, daß uns auch in den folgenden Themen greifbare
und praktiſch verwerthare Kenntiſſe dargeboten werden.
So kann es einem jeden Bankbeamten nur empfohlen werden, ſich
zu dieſen Vortragsabenden, die im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, ſtattfinden,
ſtets und pünktlich einzufinden. Es kann ihm ſchon jetzt die Gewähr
dafür gegeben werden, daß er es keinesfalls zu bereuen haben wird.

ME
Sonntag,9,Ok
er, nachm.3 Uhr
Schauturnen

der Turnerinnen=Abteilung
Turnhaus. Dieburgerſtr. 26
Eintritt 70 und 50 (15292

8 Uhr

Herbst-Ball

8 Uhr

Kunſtnotizen.
geſchleht, bebält Ach die Redattion ibr Arteil vor
Union=Theater. U 9, Kapitän Weddigen. Die
geſellſchaft m. b. H., BerlimNeukölln: 7. Wedde u Co. Namen zu 9 und Weddigen ſind ewig und unauslöſchlich mit unſerem
Agenturen, Darmſtadt; Löwenwerke A.=G. Konſervenfabrik, Heil= Volke verbunden. Unſere Zeit lebt zwar ſchnell, und wir vergeſſen leicht
bronn; Fränkiſche Nährmittelfabriken A.=G., Hardheim= und ſchmell, was einſt war. Aber ſind auch unſere Altäre zerbrochen, iſt
Kitzingem; P. Joſ. Möbs, Feinſeifenfabrik, Gießen; Stettiner, auch alles, was einſt groß und heilig war, in den Kot gezogen, und wird
Namen U 9 und Kapitän Weddigen entgegen. Am Morgen des 2. Sep=
Darmſtadt: Siegel u. Co. Chem. Fabrik, Köln=Braunsfeld; Rich, tember 1914 war es. Aus dem ſich über der bewegten See lagernden
Dunſtſchleier tauchen die Konturen von drei feindlichen Kreuzern auf.
Paul Gerhardt, kunſtgewerbliche Werkſtätten für modenne Samt=, U 9 taucht, und ron an den Feind! Nuhig und exakt arbeiten die Men=
ſchen
in der todbringenden Maſchine des Unterſeebootes. Ruhig ſteht
gebend. Drei feindliche Kreuzer verſinken in den Fluten, verſenkt von
Fabrikate der Firma Sandmeher u. Schlieper, Schokoladenfabrik, Dort= haften Kapitän zurück in den Heimathafen. Dieſe Szene bildet das
Kernſtück des Films, der in dieſen Tagen im Umion=Theater läuft. Wir
ſehen, wie die Maſchinen arbeiten, wie es taucht, und wir ſehen das
ſcher Leitung gemacht wurden und gewiß nicht einfach waren, ſind ganz
prächtig gelungen. Und noch ein Ausſchnitt des großen Krieges iſt iu
den Film hineingeworſen: die Seeſchlacht an der Doggerbank im Ja=
Reſibenz=Theater. Der Boxerkönig. Regie:
Malcolm St. Clair. Richard Dis erfreut ſich größter Beliebtheit, da
Vorzeigung der Eimtrittskarte in der Feſthalle in Empfang genommen anmutige junge Filmdarſtellerin, iſt dem dautſchen Publikum längſt keine
Fremde mehr, da die ausgezeichneten Leiſtungen in Riff und Raff im
Weltkrieg und in Blutsbrüderſchaft noch in beſter Erinnerung ſind.
Der Bexerkönig iſt ein typiſcher Sportfilm mit krimingliſtiſchem Ein=
tag
, ſondern am Montag abend um 8 Uhr im Vereinshaus ſtatt. Siehe ſchlag, voll aufregender, ſpannender Boxerſzenen; er wird alle Sport=
liebenden
auf das beſte unterhalten. Der neueſte Ufaſchwank. Die
Frau im Schrank iſt ein Luſtſpiel von ſeltener Güte; die beſten deut=
ſchen
Kräfte, wie Ruth Wehher, Harry Halm, Willy Fritſch uſw., wir=
Experimental=Vortrag Fred Marion. Seit kür=
Fichtes Lebens= ud Perſönlichkeitsentwickelung. Auf dem Gebiete der gen beſitzen, abſeits umſerer Sinne Dinge und Geheimniſſe zu ſehen,
verlieren. Profeſſor Hans Drieſch, der bekannte Leipziger Pſhcholog,
Volksmiſſion in der Johanneskirche. In der Woche vom 10. bi3 iſt einer der erſten deutſchen Forſcher, der für dieſe Theorie ſich ein=
15. Oktober wird allabendlich um 8 Uhr in der Johanneskirche ein Evan= ſetzt, und nahm als offenes Bekenntnis die Einladung an. Präſident
tag), Vor der Entſcheidung Gittwoch), Die Geheimniſſe Gottes und zeugen. Die Welt ſieht den Ereigniſſen überall mit dem größten In=
Chriſti (Samstag). Alle ſuchenden und um Glaubensgewißheit rin= durch Tauſende von Jahren eingeprägten Naturgrundſätz einfach un=
gültig
zu erklären. Der bekannte Wiener Forſcher Fred Marion, ein
anderen Veranſtaltungen, der Johannesgemeinde, wie Kirchenchor, Schiler Profeſſor Freunds, ſcheint ausſchlaggebend auf der Wagſchale der
daß man ihm aufs Wort glaubt, ſondern bittet in beſcheidenſter Art,
von dem Forſcher Fred Marion, der die ſtigmatiſierte Thereſe Neumann
zur Feier des zehnjährigen Beſtehens der Volksuniverſität im Rotters Herrn Marion für einen einmaligen Vortrags= und Verſuchsabend zu
dam am 19. Dezember eime Feſtvorſtellung. Die Meiſterſinger von gewinnen. Derſelbe findet am Sonntag, den 16. Oktober, abends 8 uhr,
ſich, ſich ſofort um Karten zu hemühen.

Aus den Parteien.
Landesparteitag der Deutſchen Volkspartei.
Am 15. und 16. Oktober findet in Darmſtadt der Landes=
parteitag
der Deutſchen Volkspartei ſtatt. Die Ver=
anſtaltungen
beginnen am Samstag, den 15. Okt., nachmittags 3½ Uhr.
mit Sitzungen des Landes=Schulausſchuſſes in dem Reichs=
tagsabgeordneter
Geh. Rat Runkel ſprechen wird , des Landes=
Frauenausſchuſſes, in dem Frau Reichetagsabg. Mende,
und des Kommunalpolitiſchen Landesausſchuſſes;
in dem Landtagsabg. Niepoth das einſchlägige Neferat halten wird.
Am gleichen Tage, abends, findet m der Turnhalle ( Woogs=
platz
) ein großer Begrüßungsabend ſtatt, zu dem auch Richt,
mitglieder Zutritt haben. Es iſt gelungen, in Fräulein Käthe
Walther (Sopran) und Herrn Hans Komregg (Bariton) zwei
der promimenteſten Mitglieder des Landestheaters für die künſtleriſche
Geſtaltung des Abends zu gewinnen: die Begleitung am Flügel hat
Herr Kapellmeiſter Bohne, ebenfalls vom Landestheater, übernom=
men
. Den übrigen muſikaliſchen Teil beſtreitet das Städtiſche Orcheſter,
Die Begrüßungsanſprache hält Landtagsabg. Dr. Keller. Anſchlie=
ßend
an den offiziellen Teil wird getanzt. Zur Deckung der Un=
koſten
wird ein Eintrittsgeld von 1 RM. erhoben, was in Anbetrucht
des Gebotenen als ſehr gering zu bezeichnen iſt. Rentner, die der
Deutſchen Volkspartei angehören, ſowie die Mitglieder der Nationalen
Arbeitervereinigung haben freien Eintritt. Der Kartenverkauf fur
dieſen Begrüßungsabend beginnt am 12. Oktober auf der Geſchäftsſtelle
der DV.P., Rheinſtr. 22, Fernſprecher 1394.
Die Hauptverhandlungen des Parteitages beginnen am

Lerderöiſfile en Dan ercahe eie er eaucheniſt.
wird über den Wahlkampf und den Wahlvorſchlag berichten. Im An=
ſchluß
an dieſe Hauptverſammlung iſt im Rummelbräu ein gemeinſames
Eſſen geplant.
Der Nachmittag iſt wieder der Arbeit i den Ausſchüſſen gewidmet.
Es ſprachen die Reichstagsabgeordneten Morath im Beamten,
Adam im Arbeiter=, Thiel im Angeſtelltenausſchuß,
Pfarrer Luther, der Reichsjugendführer der Deutſchen Vollspartei,
hält inr Landes=Jugendausſchuß einen Vortrag über Weg
und Wille der deutſchen Jugendbewegung; zu dieſem Vortrag ſind nicht
wur die Mitglieder der Jugendgruppen erwünſcht, ſondern im be=
ſonderen
die Parteifreunde der Altpartei. Des weiteren tagt der
Handwerkerausſchuß, in dem Abg. Haury ſprechen wird, und
der Landwirtſchaftliche Landesausſchuß mit Referaten der Ab=
geordneten
Schott und Dr. Dehlinger. In einem neu zu grin=
denden
Landesausſchuß für Einzelhandel und Klein=
gewerbe
ſpricht Herr Landtagsabg. Chr. Scholz.
Dieſes überaus reichhaltige Programm des Parteitages wird
zweifellos dazu beitragen, daß viele Hunderte von Parteifreunden nach
Darmſtadt kommen werden. Die Mitglieder der Ortsgruppe Darm=
ſtadt
werden daher gebeten, Privatquartiere zur Verfügung zu
ſtellen. Anmeldungen nimmt die Geſchäftsſtelle der DV.P. entgegen,
Auch Freiquartiere für die auswärtigen Jugendgruppen werden
erbeten.
Es wird ſchließlich darauf aufmerkſam gemacht, daß die Partei=
mitglieder
zu allen obigen Veranſtaltungen Zutritt haben, alſo aug
zu allen Fachausſchüſſen, die ſie beſonders intereſſieren. Es empfichſi
ſich, Ausweiskarten, die zur Teilnahme berechtigen, auf dem Parteit
bureau abzuholen oder die Mitgliedskarte zum Eintritt in dio Veru
ſammlungslokale mitzubringen.
Deutſchnationaler Frauen=Ausſchuß. Zu mſeſer
monatlichen geſelligen Zuſammenkunft Mittwoch, den 12. ds. Mts,
nachmittags 4 Uhr, bei Sitte, warden unſere Mitglieder und Freunde
hierdurch herzlich eingeloden. Wir wollen guch in unfrem Kreis der
beiden Geburtstage in dieſem Monat, dem unſeres Reichspräſidenten
und unſerer verewigten Kaiſerin Auguſte Viktoria gedenken, Frl.
Ehrhardt, eine junge talentvolle Schauſpielerin, wird rezitieren und
die Vorſitzende über den Vormſer Parteitag berichten. Zahlmſiche Be=
teiligung
wird erwartet. Gäſte willkommen.
Die Volksrechtpartei fordert, wie aus dem geſtrigen
Inſerat erſichtlich, alle Sparer, Gläubiger, Rentner, kurz alle, die durch
die Inflation geſchädigt wurden, auf, ſich in die im Stadthaus offen
gelegten Liſten zur Unterſtützung des Wahlvorſchlags einzuzeichnen.
Auch diejenigen, die bereits in irgend eine Liſte eingezeichet haben,
müſſen dieſe neuen Liſten unterſchreiben. Da die neuen Wahlbeſchrän=
kungsvorſchriften
gegen das geheime Wahlrecht verſtoßen, dürften weit
Kreiſe ein Intereſſe daran haben, dieſes Unrecht wieder gut zu mache
durch Einzeichnung auf dem Stadthaus.

Für Hausfeauen. Unter den Neuerſcheinungen der Gewerbe
Bibliothek (Meckarſtraße 3) befindet ſich guch die neu erſchienene 22. Auf=
lage
des bekannten Werkes von Dr. Erna Meyer Der, neue
Haushalt‟. Die Verfaſſerin gibt auf Grund eigener Erfahrungen
eine Fülle von praktiſchen Ratſchlägen zur Durchführung wirtſchaftlicher
Grundſätze im Haushalt. Ebenſo wird mancher Hausfrau die neue 10.
Auflage des Kochbuches von Luiſe Schäfer willkommen ſein, die
zum erſten Male den Rezeyten die Angabe des Vitamin= und Kalorien=
gehalts
hinzufügt. Beide Bücher ſind im Leſeſaal des Gewerbemuſeumd
erhältlich, werden aber aus praktiſchen Gründen nicht ausgeliehen. Da9
Leſezimmer iſt an allen Wochentagen von 8½12½ Uhr vormittagz
und 37 Uhr nachmittags, mit Ausnahme des Samstag=Nachmittags,
geöffnet.

Geſchäftliches.
Wenn die neue Sündflut kommt.
Frau Meier: Jeſſas. Jeſſas, Frau Huber, is dös a Wetter!
Man könnt ja glauben, die Welt geht unter, wo allaweil und überall
ſoviel Kataſtrophen paſſieren. Mein Onkel ſeinem Bruder hats den
ganzen Salat verhagelt und in Amerika is auch ſo a Erdbeben geweſen.
Frau Huber: Sis ſcho wahr. Ich hab auch ſchon zu mein
Mann g’ſagt: Mann, hab ich g’ſagt, was nacha, wenn a neue Sünd=
flut
kimmt? Da hat er gſagt: Da mach dir nur koa Sorg net.
Da bau i uns halt a neue Arche Noah, und du kannſt ſorgen, daß
wir net verhungern; kaufſt halt Mehl und Kaffee und Zucker. und
a friſche Reſi, hab ich gſagt, denn ohne die gute Tafelmargarine die
net viel koſt und doch ſo guat ſchmeckt, kann i garnet mehr ſein. Wenn
ich mei Taſſt Kaffe hab und mei Reſi=Brot, kann von mir aus die
Welt untergehn!
Unſerer heutigen Auflage für Darmſtadt und Umgebung liegt eimnt
Profpekt von Michels Weinreſtaurant Pfälzer Hof, Weinhandlung,
Mathildenplatz 4, bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufe
merkſam machen.

Tageskalender für Sonntag, den 9. Oktober 1927.
Heſſ Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
22 Uhr: Der Zigeunerbaron. Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr,
Ende 22 Uhr: Die Hoſe Drpheum, Anfang 20 Uhr: Meſ
ſalinette‟. Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Heſ.
Haus, Hotel Prinz Heinrich, Turnhalle am Woogsplatz, Frankfurter
Hof, Reichskrone. Hotel Prinz Karl, Maintor, Hotel Schmitz, Bockk=
haut
, Bismarckeck, Zentralhotel, Kaffee Jöſt, Rummelbräu, Kolping=
haus
, Kaffee=Reſt. Waldſchlößchen. Tanz: Taunusburg, Beſ
ſunger Turnhalle. Radſportklub Frohſinn: Tanz.
Verein ehem. Marine=Angeh., im Fürſtenſaal: Unter=
haltungsabend
mit Tanz. Odenwaldklub: 11. Wanderung:
Erbach Waldmichelbach. Alpenverein: Ausflug nach Hirſch
horn Handelsſchau, i. d. Feſthalle. Ausſtellung von
Obſt u. Gemüſe, im Drangeriegarten. Kinovorſtel=
lungen
: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele. Kirch
weihen in: Nieder=Ramſtadt, Waſchenbach, Traiſa, Meſſel, Reilt=
heim
,

Gie Gerne
SAKz
TTadlte ASolllEbrRtttkinn

LIRORFABRIK
ANGr
Vortreten vom 8. bis 13. Oktober 3. Handelsschau Darmstädter Festhalle, Stand Mo. L, und laden zum Besuch höflichst ein-
W.15510

[ ][  ][ ]

Sonntag den 9 Oktober 1927

Seite 7

LLER-LEERS

waſchen mit Sunlicht Seife und mit ihnen
Millionen Hausfrauen in allen Teilen der
Welt. Machen auch Sie ſich die Vorzüge
dieſer beſten und reinſten allen Seifen
zunutze. Sie werden doppelte Freude an
Ihrem Wäſcheſchatz haben, und er wird
Ihnen doppelt ſolange erhalten bleiben.
Nichts verleiht dem Weißzeug ſo prächtige
Reinheit und duftige Friſche, nichts erhält
allen farbigen Sachen ihr ſchönes Ausſehen
ſo ſehr wie die regelmäßige Behandlung
mit der altbewährten Sünlicht Seife.
Sunlicht Seife
bietet ſich Ihnen in zwei recht handlichen
Formen dar, dem bekannten Ooppelſtück
zu 40 Pf. und dem neuen großen Würfel
für die große Wäſche zu 35 Pf.; das
prächtige Stuck wird Ihren Beifall finden.

Sunlicht Seife
chont.
die Wäſche

V.15368

[ ][  ][ ]

Seite 8

Aus Heſſen.

J. Griesheim, 8. OFr. Gegenwärtig iſt die Firma Fritz in Darm=
ſtadt
mit den Arbeiten für die Zentralheizungsanlage für die Bürger=
meiſteri
und die drei Schulhäuſer in der Neuen Darmſtädter Straße be=
ſchäftigt
. Die Arbeiten ſollen ſo beſchleunigt werden, daß mit Ablauf der
Herſtferien die Heizungsanlage in Betrieb genommen werden kann
Infolge eines Herzſchlags iſt vorgeſtern abend Frau Marie Traſer Wwe.
verſchieden. Am Morgen war ihr Enkelkind nach kurzer Krankheit ge=
ſtorben
, was die Frau ſo aufgeregt hat, daß ſie von einem Herzſchlag be=
troffen
wurde. Die Verſtorbene war eine brave, rechtſchaffene Frau, die
des Lebens Not und Sorgen reichlich durchkoſtet hat. Wie alljährlich,
ſo veranſtaltet der Nadfahrerverein Conus auch in dieſem Jahre wie=
der
eine Schnitzeliagd, und zwar am morgigen Sonntag. Hierbei werden
recht wertvolle Preiſe zur Verteilung gelangen.
* Wixhauſen, 8. Okt. Das Feſt der Goldenen Hochzeit be=
gingen
am letzten Freitag die Eheleute Philipp Stephan und Frau, Ar=
heilger
Kreisſtraße. Das Jubelpaar blickt in voller körperlicher und
geiſtiger Friſche auf eine arbeitsreiche Vrgaugenheit zurück und ſei ihm
auch an dieſer Stelle ein herzlicher Glückwunſch dargebracht. Die
Kartoffelernte iſt hier in vollem Gange und bringt im all=
gemeinen
recht gute Erträge. Tag für Tag werden durch die Landwirte,
beſonders auch aus unſerer benachbarten Kartoffelzentrale Gräfenhauſen
für die kaufende Händlerſchaft viele Waggons verladen. Der Ankaufs=
preis
beträgt durchſchnittlich 4 Mark pro Zentner. Die Zahl der
hieſigen Erwerbsloſen beträgt 30.
G. Ober=Ramſtadt, 8. Okt. Aus den Beſchlüſſen der geſtrigen Ge=
meinderatsſitzung
iſt folgendes erwähnenswert: Das von Emil
Chr. Fiſcher der Gemeinde zum Kauf angebotene Grundſtück Fl. 42 Nr.
134, 2100 Quadratmeter, Acker auf dem Büche, ſoll zum Preiſe von 25
Pfennig pro Quadratmeter erworben werden. Simon Bendorf ſucht um
käufliche Ueberlaſſung eines Wegſtückes am langen Rain nach. Die
käufliche Ueberlaſſung des Wegſtückes wird abgelehnt, dagegen kann es
Bendorf pachtweiſe gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 0,50
Mark erhalten unter der Vorausſetzung, daß er alle ſich ergebenden Ver=
meſſungs
= und Steinſatzkoſten übernimmt. Die Baugenoſſenſchaft Selbſt=
hilfe
Ober=Ramſtadt ſucht um Ueberlaſſung weiteren Baugeländes in
Fl. 42 nach. Es wird beſchloſſen, der Genoſſenſchaft hinter der Alefeld=
ſtraße
weitere 5 Allemendteile unter den feſtgelegten Bedingungen und
Preiſen als Baugelände zur Verfügung zu ſtellen. Durch den Ausbau
des an die Odenwälder Hartſteininduſtrie A.G., Darmſtadt, verpachteten
Gemeindeſteinbruchs am Buchwald iſt der dabei liegende Gemeindeſport=
platz
als ſolcher nicht mehr beſonders geeignet, und wird auch von der
Steinbruchspächterin zu pachten geſucht. Die Frage der Anlage eines
anderen Sportplatzes wurde nun in heutiger Sitzung noch einmal zurück=
geſtellt
, da man ſich über die Geländefrage noch nicht einigen konnte.
Für das Ausſchreiben zur Exbauung eines neuen Rathauſes hat die
Verwaltung nähere Bedingungen ausgearbeitet, die die Zuſtimmung des
Gemeinderats finden. Die für den Umbau des Anweſens des Gg. Breit=
wieſer
9. zur Verbeſſerung der Fußſteigverhältniſſe in der Bahnhofſtraße
erforderlichen Arbeiten werden wie folgt vergeben: Maurerarbeiten an
Huch W. Dittmann zum Preiſe von 1305,30 Mk., Zimmerarbeiten an
Chr. Gunkel 3 für 30530 Mk. Dachdeckerarbeiten an Peter Müller 10.
zum Preiſe vont 267,75 Mk., Schloſſerarbeften an Wilhelm Emich 6. für
den Preis von 4104 Mk. und die Glaſerarbeiten an Philipp Axt zum
Angebotspreiſe von 8704 Mk. Hiermit war die Tagesordnung erſchöpft
und es wurde in die Beratung von Wohlfahrtsſachen eingetreten.
42. Neuſtadt i. D., 8. Okt. Die Bautätigkeit in unſener Gemeinde
hat ſich in dieſem Jahre in mäßigen Grenzen bewegt, ſo daß immer noch
über Wohnungsnot geklagt werden muß. Zu deren Linderung wird die
Gemeindeverwaltung noch dieſen Herbſt ein Doppelhaus im Rohbau fer=
tigſtellen
laſſen, das dann ebtl. im nächſten Jahre an bauluſtige Privat=
verſonen
abgegeben werden kann. Damit wird ſich die Zahl der Neu=
bauten
auf 5 Wohnhäuſer und 1 Scheune belaufen. Daneben verdient
die Neuanlage des Herrn Dr. Zurmeher hervorgehoben zu werden, die
durch ihre äußerſt zweckmäßige Einrichtung in vornehm gehaltener Auf=
machung
zu einer Muſteranlage für ärztliche Belange geworden iſt.
Außerdem ließ Herr Wilh. Köbler einen Umbau zu einem Warenhaus
vornehmen. Dieſe neue Anlage mit ihren vier großen Schaufenſtern ge=
reicht
unſerem Städtchen ebenfalls zu großer Zierde. Es iſt dies der
erſte größere Verſuch der hieſigen Kaufmannſchaft zu einer zeitgemäßen
Umſtellung. Wir wüinſchen dem ſtrebſamen Kaufmanne für die gebrach=
ten
Opfer nunmehr auch den entſprechenden Erfolg.
König, 8. Okt. Kurverwaltung. In vielen Orten wird
Klage geführt, daß die Zahl der Gäſte in dieſem Jahre kleiner ſei als
vorher. Wir ſind in der glücklichen Lage feſtſtellen zu können, daß die
hieſigen Kur= und Badeverhältniſſe für 1927 gegen die Vorjahre bis jetzt
uecht zufriedenſtellend ſind, hat doch die Zahl der Gäſte 1900 überſchritten
und nähert ſich dem zweiten Tauſend. Weil in manchen Heimen, wie
ſchon im Vorjahre, der Kurbetrieb auch im Winter durchgeführt wird,
fo wird die Zahl unſerer Gäſte vielleickt einen Hochſtand erreichen, wie
wir ihn in dem etwas vervegneten Sommer nicht ganz erträumten. Mit
jedem Jahre lernen die Erholungſuchenden König mehr ſchätzen, und
die ganze Bevölkerung hat ihre Auffaſſung und Einſtellung zur Kur
vertieft.
b. Erbach i. O., 8. Okt. Die Ortsgruppe Erbach i. Odw. der Volks=
rechtpartei
(Reichstartei für Volksrecht und Aufwertung) hielt im Gaſt=
haus
Zum Adler ihre erſte Monatsverſammlung ab. Der Vorſitzende
der hieſigen Ortsgruppe des Sparerbundes begrüßte die Erſchienenen ſo=
wie
den Referenten, Herrn Dr. jur. WolfMainz. In gewandter Rede
behandelte Herr Wolf die politiſchen, wirtſchaftlichen, finanziellen und
moraliſch=rechtlichen Nöte des deutſchen Volkes. An Hand von reichem
Tatſachenmaterial wies er nach, daß die Ausbeutung des deutſchen Mittel=
ſtandes
durch das internationale Großkapital, immer noch weitergehe.
Nachdem alſo der deutſche Sparer von den mündelſicheren Anleihen der
Vorkriegszeit enttäuſcht worden war, erlebte er es, daß auch die Börſe,
die ſich imn der Inflationszeit glänzend bewährt hatte, ihn um ſeine Er=
ſparniſſe
bringen will. Börſengewinne werden aber nicht verſteuert,
und ſie fließen nicht in die Taſchen des Mittelſtandes. In anderen Län=
dern
Deutſchlands hat die Partei ſchon ſchöne Wahlſiege errungen, in bracht. Daß dieſer hohe Preis erzielt wurde, mag darin ſeinen Grund
Sachſen ſtellt ſie ſogar den Juſtizminiſter. Es geht nicht an, daß ein
großer Teil des deutſchen Volkes gezwungen wird, die vorhandenen Par=
teien
zu wählen, wenn die Intereſſen dieſes Volksteils eben von dieſen
Parteien nicht vertreten werden. Der Berichterſtatter erlaubte ſich, noch
ein Wort aus Fichtes Reden an die deutſche Nation anzuführen, das ihm
für die Spaverbewegung beſonders geeignet erſcheint: Es läßt ſich der
ſtrenge Beweis führen, daß kein Menſch und kein Gott und keines von
allen im Gebiete der Möglichkeit liegenden Ereigmiſſen uns helfen kann,
ſondern daß allein wir uns ſelber helfen müſſen, falls uns geholfen wer=
den
foll.
iſtfolgender: Nehmen
Unſer Rat für Korpulente Siemorgens nüchtern,
nach dem Mittageſſen und vor dem Schlafengehen jeweils 2 bis 3
Toluba=Kerne. Dieſe Kerne wirken fettzehrend und anſatzverhindernd
und ſind fürs Herz unſchädlich. Sie erhalten Toluba=Kerne mit genauer
Beſchrebung über Wirkung, Zuſammenſetzung, desgl. mit ärztlichen
1V.610
Urteilen in den Apotheken.

Sonntag den 9 Oktober 1927
Handwerker Tagung.
Es wird nochmals auf die große Tagung des Heſſiſchen Handwerks=
und Gewerbeverbandes am 15. und 16. d. M. in Bad=Nauheim auf=
merkſam
gemacht. Der Verband wird Rechenſchaft über die im ver=
gangenen
Jahre geleiſtete Arbeit ablegen und Wünſche für die zukünf=
tige
Arbeit entgegennehmen. Außerdem werden wichtige handwerklihe
Tagesfragen behandelt, wie Bildungs=, Nachwuchs= und Lebensfragen
im Handwerk (Referent: Ehrenmeiſter Schmuck=Worms), Bedeutung
des gewerblichen Mittelſtandes im Staatsleben (Referent: Abgeordne=
ter
Lautenbacher=Dieburg) und Einwirkung neuzeitlicher Beſtrebungen
im Wohnungsbau auf das Handwverk (Referent: Architekt Mertes=
Mainz). Dieſer ernſten Arbeit folgen Stunden frohen Zuſammenſeins.
Die Vorſitzenden der Fachverbände, Innungen, Ortsgewerbevereine und
Handwerkervereinigungen werden beſonders gebeten, für zahlreiche Be=
teiligung
an der Tagung zu werben. Alle heſſiſchen Handwerker und
Gewerbetreibende mit ihren Angehörigen ſind herzlich willkommen.

TKARUS
die reich illustrierte Zeitschrift
tür
Reise und Kultun
gleichzeitig
das populäre Informationsorgan
für
EuFtverkehr
Offiz. Organ der Deutschen Luft-Hansa
Sportgliegerei
Offz. Organ des Deutschen Sportllieger-Clubs
Preis 1 Mark
Luftfahrt-Verlag C.m. h. I., Berlin SM 19
(15416fsg)
T. Michelſtabt, 8. Okt. Unfall. Der bei der hieſigen Bahnmeiſterei
tätige Bahnarbeiteu Hübner aus Mümling=Crumbach verunglückte geſtern
nachmittag beim Rangieren derart, daß er zwiſchen zwei Puffer geriet,
die ihm den Bruſtkorb eindrückten, ſo daß der Tod auf der Stelle ein=
trat
. Hübner, der im 45. Lebensjahre ſtand, war als äußerſt fleißiger
und pflichtgetreuer Arbeiter bekannt und beliebt.
m. Beerfelden, 8. Okt. Noch immer rauchen die Trümmerhaufen der
durch Feuer zerſtörten vier Scheunen. Eine Feuerwehr iſt dauernd in
Bereitſchaft und muß von Zeit zu Zeit die rauchenden Schuttmaſſen
unter Waſſer nehmen, denn Holz, Stroh, Heu und Briketts geben immer
wieder auflodernde Flammen. Für die hieſige Feuerwehr bedeutet die gelei=
ſtete
Arbeit ein Ruhmesblatt, und der Stadtverwaltung gebührt allgemeiner
Dank, daß ſie in den letzten Jahren in den Ausgaben, für Löſchgeräte
nicht kangte. Die vor Jahresfriſt angeſchafften Spritzen und Schläuche
ermöglichten die Bekämpfung des Feuers durch 7 Strahlrohre. Dieſem
Umſtand und der Tüchtigkeit der Leitung und der Mannſchaften iſt es
auch zu danken, daß die Arbeit ohne fremde Hilfe geleiſtet werden konnte.
Als die Schmuckerſche Scheune auflohte und die Scheune von Engelter
Feuer fing, da ſchien für eine Zeit fremde Hilfe nötig zu ſein, und die
Wehren von Erbach und Michelſtadt wurden bemachrichtigt, aber auch
bald wieder abbeſtellt, da der kritiſche Moment überwunden werden
konnte. Ueber die Entſtehungsurſache iſt man noch im Unklaren, die üb=
lichen
gerichtlichen Erhebungen und Feſtſtellungen erfolgten alsbald.
Während des Brandes trafen von Erbach per Auto die Herven Kreis=
direktor
v. Werner und Kreisfeuerlöſchinſpektor Meher ein.

Weltberühmt ſind die Heilerfolge des (TV15595
Wohlmuch-Apparates
galvaniſche Feinſtröme, kein elektriſcher Anſchluß nötig!,
ſeit über 30 Jahre glänz. bew. Arztlicherſeits warm empfohl. bei
Stoffwechſelerkrankung. Nerven=u. Muskelerkran= Wohl muth-
Rheuma. Gicht hungen (Lähmungen, Institut
Iſchias, Magen= und Krämpfzuſtände, Frankfurt a. M.
Atrophien) Beil 26. Teleph. T222
Darmleiden!.
Apparate mietweiſe, bequeme Teilzahlung. Schweſternbeſuch.
Regelmäßige ärztliche Sprechſtunden.
Verlangen Sie koſtenloſe Aufklärungsſchriften.

H. Birkenau, 8. Okt. Geſuchte alte Häuſer. Wir berich=
teten
kürzlich iber die Entwertung alfer Häuſer, indem ein zweiſtöckiges,
geräumiges Wohnhaus für den billigen Preis von 5500 Mark verkauft
wurde. Dem iſt aber nicht immer ſo. Dieſer Tage wurde nämlich ein
viel kleineres Haus um den Preis von 6500 Mark an den Mann ge=
haben
, weil das kleine Anweſen an der Hauptſtraße liegt und zudem
ſchon eine lange Reihe von Jahren darin ein Geſchäft betrieben wird!
A. Ellenbach, 8. Okt. Abholen der Kärb. Kommenden Sonn=
tag
, den 9. Oktober, feiert man hier das Kirchweihfeſt, das dieſes Jahr
beſonders hervorgehoben zu werden verdient, weil nach vielen Jahren
zum erſtenmal wieder damit die uralte Sitte des ſogenannten Kärb=
abholens
verbunden iſt. Früher war dieſe Sitte auf dem Lande all=
gemein
üblich. Heute wird die Kärb nur noch ſelten abgeholt. Wie man
hört, ſoll dieſer Akt ziemlich umfangreich werden.
Hirſchhorn, 8. Okt., Waſſerſtand des Neckars am
7. Oktober 1,24 Meter, am 8. Oktober 1.20 Metzer
1 Von der Bergſtraße, 8. Okt. Im Volksbade der Friedrichsſchule
in Weinheim ereignete ſich ein tödlicher Unfall. Die 31ljährige Friſeurs=
gattin
Luiſe Kußmaul wurde daſelbſt im Wannenbade leblos aufge=
funden
, während ihr 1½jähriges Kind neben der Wanne ſtand und nach
der Mutter rief. Die Tote wies auf der einen Körperſeite ſchwere Ver=
brühungen
auf. Man nimmt an, daß die Unglückliche in zu heißem
Waſſer das Bad nahm und einen Herzſchlag erlitt.

Nummer 28/
II. Von der Bergſtraße, 8. Okt. Die diamantene Hoch.)
feiern am nächſten Sonntag der Landwirt Peter Reinhard und
Ghefrau in Doſſenheim im Kreiſe ihrer Kinder Enkel und Urenm
beſter Geſundheit. Beide gehen täglich ihrer Arbeit nach. Aus B.
dieſes ſeltenen Feſtes ſind dem verehrten Jubelpaare ſowohl von 19
der Gemeinde als auch der ſtaatlichen Behörde hohe Ehrungem
gedacht.
Ap. Bensheim, 8. Okt. Das finanzielle Kräfteverh
nis der Gemeinden im Kreiſe Bensheim. Für die Reid
folge, in der die Ortsgemeinden im Kreiſe Bensheim ſtehen, ergiß/
unter Zugrundelegung der gemeindlichen Anteile am Ertrag der
kommenſteuer, folgendes Bild: die finanzkräftigſte Gemeinde in
Kreisſtadt Bensheim ſelber. An zweiter Stelle ſteht Lampertheim
dritter Stelle kommt Bürſtadt, an dierter Auerbach, an fünſter 9.
an ſechſter Jugenheim, an ſiebter Seeheim, an achter Hofheim 77
dann folgen Zwingenberg, Biblis, Alsbach uff. Vergleicht man
dieſe Reihenfolge mit der Einwohnerſtatiſtik, ſo ergeben ſich ha9
nicht unweſentliche Abweichungen. Namentlich die Orte Auesn
Jugenheim und Seeheim, ſchon immer ein bevorzugter Wohnſit=t
Beamten= und Offizierpenſionären, ſtehen ihrer Steuerkraft nan
höherer Stelle, als wie ſie ihnen ihrer Einwohnerzahl nach zuläm
Vom Bensheimer Verkehrsverein. Das ſtarke Int:
welches allgemein die Bensheimer Woche an der Bergſtraße gef.).
hat, läßt den Bensheimer Verkehrsverein bedacht ſein, in noch ſtärry
Maße wie bisher die Kräfte, die der Hebung und Förderumn!
Verkehrs wie der wirtſchaftlichen Eutwicklung der Stadt zu diene
eignet ſind, zu gemeinſamer Arbeit in ſeinen Reihen und zur
wirkung an ſeinen Zielen heranziehen. Zu dieſem Behufe will man)
Verein auf eine breitere Baſis ſtellen und auf ſeinen weiteren A.
bedacht ſein.
W. Heppenheim a. b. B., 8. Okt. Weinleſe. Am Donngtl
nahm die Weinleſe ihren Anfang. Mit dem Ertrage iſt man
frieden, beſonders in älteren Weinbergen muß man von einer va
Mißernte reden. 200 Liter Maiſche, welche etwa 160 Liter reinen.
ergeben, werden teilweiſe, je nach der Traubenart, mit 200 Mar
zahlt. Da ein Teil der Winzer, zwecks beſſerer Güte ihres Weine
Trauben noch hängen laſſen, bleibt der Weinbergſchluß noch 14
beſtehen. Diebſtahl. Im benachbarten Hambach wurde bei.
Gaſtwirt Petermann ein größerer Geldbetrag geſtohlen. Da ſio4t
Verdacht ſofort auf einen Arbeiter, welcher früher einmal beüll
Beſitzer arbeitete lenkte, wurde bei jenem eine Unterſuchung vorg:9
men und das Geld noch teilweiſe bei ihm gefunden. Er wurde dei3
in das hieſige Kreisgefängnis eingeliefert. Erwerbsko
ſtatiſtik. In der Stadt Heppenheim hatten wir zu Beginrt!
Monats Oktober 104 männliche und 9 weibliche Erwerbsloſem
Kriſenfürſorgeempfängern 12 männliche und 2 weibliche Perſonen.
Kreiſe waren es an Erwerbsloſen 38 männliche und 15 weiblichs,
Kriſenfürſorgeempfängern 71 Perſonen. Ein Rückgang an Grwerb. e=
iſt
alſo im Monat September zu verzeichnen, und zwar in der
um 86 männliche und 35 weibliche Perſonen. Kloſter. Das 171
bezogene und eingeweihte Mutterhaus in Heppenheim dient einem)
fachen Zweck. Es iſt zunächſt eine Erziehungsanſtalt zur Heranbäul
junger Schweſtern, ein Altersheim für alte und erkrankte Schwirst
ſowie ein Exerzitienhaus. Ihr Wirkungsfeld erſtreckt ſich übe=
Diözeſen Limburg, Mainz und Freiburg.
2. Rüfſelsheim, 8. Okt. Autounfälle. Vom Auto überfiu
wurde der Sohn von Herrn Breidert. Er erlitt einen Schenkelbruad
Beinverletzungen. Den Fahrer trifft keine Schuld. Auf der 24
ſtädter Landſtraße ſtieß der Perſonenwagen von Dr. Ihm mit 9
Laſtwagen zuſammen, wobei der Perſonenwagen ſchwer beſchädigt aun
Die Führer kamen mit leichteren Hautverletzungen davon.
U. Nieder=Ingelheim, 8. Okt. Der Bjährige Hilfsarbeiter
Berger, aus Bahern gebürtig, der bei der Baufirma J. Strutck)
beſchäftigt war, iſt beim Auflegen eines Gebälkes von einem Neußlu)
Elsheim abgeſtürzt. Die Verletzungen waren ſo ſchwer, daß eru
einigen Stunden ſtarb.
2. Eich, 8. Okt. Unfall. Bei Ausführung von Reparaturant
am eigenen Hauſe ſtürzte der Maurermeiſter J. Heck vom Dach um3
ſich nicht unbedeutende Verletzungen zu.
Af. Friedberg, 8. Okt. In der letzten Stadwerordnetenff
die unter dem Vorſitz von Bürgermeiſter Dr. Setzd ſtattfand 9
zunächſt über einen Dringlichkeitsantrag des kommumiſtiſchen Sta4
ordneten Beutel verhandelt. Nachdem zwar die Dringlichkeit
Abſtimmung anerkannt worden war, entſpinnen ſich noch lange Gel/5
ordnungsdebatten, an denen ſich faſt alle Parteien beteiligen. Ss3
lich wird der Antrag zurückgezogen unter der Bedingung, daß immd
dreier Wochen erneut eine Sitzung ſtattfindet. Die Tagesordmm
erledigte ſich ſehr raſch. Uneinbringliche Außenſtände der techniſch
triebe aus dem Jahre 1926 wurden niedergeſchlagen. Die Ablöſnyu
ſtädtiſchen Markanleihen erfolgt nur in der geſetzlichen Höhe vonudh
Prozent. Die Kinoſteuer wird wie ſeither auch weiterhin zu einerd
mäßigten Satz von 10 Prozent zur Erhebung gelangen. Zum Drt=
ſtatut
ſollte ein Nachtrag geſchaffen werden, der die Zerſtörum!
Eigenart alter Gebäude durch bauliche Veränderungen verhindern 4
Wegen verſchiedener Unklarheiten wird die Sache dem Bauausſchuß i4
wieſen. Die Stadt hat von dem Fiskus Aufwertung für den Kaufpra4h
Kaſernengeländes gefordert und dieſe in Höhe von 1900 Mark erkd
dafür aber auf weitere Anſprüche verzichtet. Ein Geſuch der Fran9
muth Wwe, um Uebernahme einer zweiten Hypothek für einen au
Winterſtein zu errichtenden Wirtſchaftsneubau wird abgelehnt. 29
wird die Ausſprache über die Frage der Errichtung eimes Licht= med
bades, die ſchon oft gefordert wurde, aber auch jetzt wieder nicht mil
iſt, da keine Mittel vorhanden ſind Verhandlungen mit der Turngerd
in dieſer Frage ſind zurzeit im Gonge. Nach Abſchluß derſellem!
ein Projekt ſofort ausgearbeitet werden.
E BadNauheim, 8. Okt. Alle Anzeichen laſſen erhoffen, daßs!
Nauheim in ſeiner diesjährigen Winterkurzeit auf einen lebhaſte1
ſuch rechnen kann. Die Kurliſte weiſt am 6. Oktober noch etwa 2009
gäſte auf; die Zahl der täglich abgegebenen Bäder beläuft ſich urd
über 800. Das Kurhaus mit ſeinen gutdurchwärmten Geſellfft
räumen, Konzert=, Leſe= nud Spielſälen bietet einen behaglichen All
halt. Außer täglichen Konzerten finden öſters Veranſtaltungen!
ſchiedener Art ſtatt. Das milde Klima Bad=Nauheims und die gr4
Bodenbeſchaffenheit ermöglichen ausgedehnte Spaziergänge im 74
Zahlreiche Hotels und Penſionen bieten bei angemeſſenen Preiſe=4
zügliche Unterkunft. Zu der größeren Ruhe der Winterkurzeit
ſich der erfreuliche Vorteil, daß die Kurabgabe auf 15 Mark herakt=
iſt
. Die Bad= und Kurverwaltung Bad=Nauheim gibt auf Anfrags
gehende Auskünfte.

e

Mervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taum!
18.
bei Frankturt am Main. Prospekte durch:
Dr. M. Schulze-kahleyss, Vervenarzt.

UOMMtO laadtlatt
Oaickadt- uaß Uagnngenosfabsten!
Hervorragende Qualität und Leistung sind seine Merkmale!
Minimaler Betriebsmittelverbrauch, geringe Steuer!
NSÜ Vereinigte Fahrzeugwerke A.-G.
Verkaufszentrale: Berlin NW7. Unter den Linden 69/70
IBozirkgverkaufgstellen: Alzey, Rh.: Gebr. Zimmermann / Dellfeld, Pfalz: Heinrich Pfeiffer / Frankfurt a. Main: Autohaus Wilb. Glöckle-
Hlöchster Str. 1-5 Gernsbach: Gebr. Gordstein / Idar, Nahe: Maschinenfabrile Packer / Kafserslantern: Jacob Pjehl / Kaujarmſte: Prnst Behn, Herrenstt.
Mafrn. Nahe: Gebr. Haurer / Konstanz: Konat. Palrzeug- und Sporthaus, Wihelmstr. 42 / Mannheim: Prioeiyfch Feis. R. 6, 4 4, Stuttgart: NSU-PillaEd
Gkarlottenplats 6 / Stuttsart: Robert Mlchel, Kornbergstr, 29 / Worms a. Rh.: Gs. Herwehe, Römerstt. 32 / Würzburg: Andlr. Gschwind, Sanderstr. 27.
(I. Bln.,1253

[ ][  ][ ]

zummer 280

Sonntag, den 9. Oftober 1927

Seite 9

XV. Generalverſammlung des Bundes
deutſcher Frauenvereine zu Eiſenach.

un Eiſenach tagte der Bund deutſcher Frauenvereine, die größte
pare Frauenorganiſation, die 77 Verbände umfaßt; auch der Ver=
üder
heſſiſchen Frauenvereine iſt ihr angeſchloſſen. Der Bund iſt
n iſtige Mittelpunkt der deutſchen Frauenbewegung. Wie weit und
ſhark der Einfluß des Bundes iſt, wie vielſeitig die Intereſſen ſind,
vertritt, davon gab die Tagesordnung der einzelnen Verhand=
enage
ein deutliches Bild. Der Generalverſammlung gingen Son=
miingen
voraus, am 1. Oktober die des Allgemeinen deutſchen
9 ru innenvereins mit dem Thema Elternhaus und Mädchenbildung
Abe8 Deutſchen Staatsbürgerinnenverbandes hatte die praktiſche
Arührung des Reichsgeſetzes zur Bekämpfung der Geſchlechtskrank=
n
auf ihre Tagesordnung geſetzt. Ihnen folgte Sonntag, den
32kgober, die kommunalpolitiſche Tagung mit Referaten über Die
(Gr=ung des Wohnweſens‟. Der erſte Referent war Oberregierungs=
hwepe
vom Arbeits= und Wohlfahrtsminiſterium in Dresden; er
Nſth über Das heutige Miet= und Wohnrecht und die Finanzierung
d0M8ohnungsbaues‟. Eine zahlreiche Verſammlung folgte mit ge=
ſhrner
Aufmerkſamkeit den überaus klaren Ausführungen. Die leb=
U% Wlusſprache zeigte, wie ſtark die Löſung der Wohnungsfragen un=
ſſe
4Frauen beſchäftigt. Die Wohnung und ihre Geſtaltung iſt die
( nllkage des Familienlebens; die furchtbare Wohnungsnot bedroht
SAu und Geſundheit des Volkes. Wie alle volkkswirtſchaftlichen Vor=
9bze), kann auch die Wohnungsfrage nur durch Angebot und Nachfrage
Aſogalt werden. Es ailt, die Zwangswirtſchaft zu lockern und ſo
Aſgk drückend als möglich zu geſtalten; wir werden ſie aber noch lange
nentbehren können, denn ſie iſt nur die Wirkung, die Wohnungs=
ſrher ihre Urſache. Es iſt falſch, zunächſt nur die kleinſten Wob=
Uman zu bauen, 45 Zimmer ſind nötig für die Normalfamilie, die
j1ſie zu rſammengedrängt in 12 Näumen exiſtieren muß. Die Aus=
fſc
berührte eine Reihe von Geſichtspuntten. Dieſem Referat
Hſienam Nachmittag das von Dr. M. G. Lüders, M. d. R., über Die
Bmmenhänge von Bau= und Hauswirtſchaſt, Hauswirtſchaft iſt keine
Aſenliche Angelegenheit mehr, zumal im Verein mit der Bauwiatſchaft
ekſiaatspolitiſche Angelegenheit. Die Wohnungszuſtände haben Ein=
fauf
alle Zweige der Geſetzgebung: Jugendpflege, Tuberkuloſe=
fifümre
Bekämpfung der Geſchlechtskrankheiten u. a. m. In der Haus=
11ſchaft muß die Frau alte Traditionen über Bord werfen und ſich
alh Werbeſſerungen der Technik bedienen lernen. Gut wirtſchaften
HF:! Mit dem geringſten Verbrauch an Kraft, Zeit und Geld den
gbran: Nutzen zu erzielen. Auch dieſer Vortrag, löſte lebhaften Bei=

fall und eine angeregte Ausſprache aus. Am Samstag abend war
ein geſelliges Zuſammenſein, das den Auftakt zu der eigentlichen
Generalverfammlung
bildete und den Delegierten und Gäſten aus allen Teilen Deutſchlands
perſönliche Bekannt

Ender=Hambura, mit warmen Worten gedachte, die bei den Anweſenden
einen ſtarken Widerhall fanden.
Am Montag uorgen trat man nach Erledigung der geſchäftlichen
Angelegenheiten und Begrüßungen in die Tagesordnung der General=
verſammlung
ein, die zwei Themen behandelte: 1. Schutz der Frau und
Mutter in der Ehegeſetzgebung, 2. Die politiſche Machtbildung der
Frauen. Zum erſten Thema, Eheliches Güterrecht, ſprach Dr. jur.
Margarete Berent, mit großer Klarheit die ſchwierigen Fragen beleuch=
tend
. In faſt zweiſtündigem Vortrag erläuterte die Referentin das ehe=
liche
Güterrecht nach den verſchiedenſten Geſichtspunkten: Beteiligung
der Frau an der Errungenſchaft, Erbrecht und ſchließlich ihre Anſprüche
bei Trennung der Ehe. Das vertragliche Güterrecht bietet bei land=
wirtſchaftlichen
Betrieben beſondere Schwierigkeiten. Eine Entſchließung
wurde gefaßt: Der Bund deutſcher Frauenvereine tritt dafür ein, daß
als geſetzlicher Güterſtand, Gütertrennung während der Ehe in Ver=
bindung
mit einer Beteilfgung beider Ehegatten an der Errungenſchaft
eingeführt wird. Er bittet die Neichsregierung, einen Geſetzentwurf
vorzulegen. Eine ſehr angeregte Ausſprache folgte. Man ſetzte ſich
ein für juriſtiſche Feſtlegung des Nadelgeldes und der Schlüſſelgewalt,
ferner für den Anhang des Familiennamens der Frauen an den des
Mannes.
Die Beratungen zum Schutze der Frau und Mutter gingen am
Nachmittag weiter und wurden eingeleitet durch ein Referat von
Dr. Marie Munk: Das Eheſcheidungsrecht‟. Die Rednerin ging von
dem Grundgedanken aus, daß jede Aenderung der Eheſcheidungsbeſtim=
mungen
verhüten muß, daß die heute herrſchende geringſchätzige
Auffaſſung der Pflicht zuu ehelichen Treue verſtärkt würd. Das Ver=
antwortungsgefühl
muß vielmehr erhöht werden. Leider iſt es nicht
möglich, den Inhalt des Vortrages hier auch nur in Umriſſen wieder=
zugeben
, ebenſowenig wie die Gedanken der verſammelten Frauen, die
in ſehr lebhafter Ausſprache zum Ausdruck kamen. Eine ausführliche
Entſchließung wurde angenommen, die ausſprach, daß eine Ergänzung

der Eheſcheidungsgründe im Jutereſſe der hierdurch betroffenen Frauen
und Kinder nur bei gleichzeitiger Aenderung der mit der Scheidung zu=
ſammenhängenden
Wirkungen erfolgen darf.
Mit Freuden wurde ein Telegramm Geh. Rats Dr. Kahl von der
Verſammlung begrüßt, der zu den Verhandlungen des Bundes ſeine
beſten Wünſche ſandte. Ein öffentlicher Abendvortrag behandelte das
Thema. Jugend und Beruf. Referentinnen waren Frau Käthe Feuel=
ſtak
, Mitteſchulrektorin, und cand, phil. Gabriele Humbert. Beide
gaben aus ihrer reichen Erfahrung ein klares Bild der Schwierigkeiten
auf dieſem Gebiete.
Am Dienstag ſprachen zwei Refereutinnen zu dem Thema Die
politiſche Machtbildung der Frauen‟, Dr. Eliſabeth Lürßen über Die
parlamentariſche Vertretung der Frauen innerhalb der heutigen Wahl=
ſyſteme‟
Sie ging von der Frage aus: Wird die Durchſetzung des
politiſchen Frauenwillens nur vorübergehend ſein, oder wird er ſich
auf die Dauer durchſetzen? Die Zeiten der Not zwingen zur Einſetzung
aller Kräfte; da tritt die Frauenkraft zum erſten Male ins öffentliche
Leben. Wir haben den Willen, haben die Erkenntnis, Neues zu geben.
Der Einfluß der Frauen in den Fraktionen entſpricht noch nicht der
Größe dieſer Aufgaben oder der Maſſe der Wählerinnen, die hinter die=
ſen
parlamentariſchen Vertreterinnen ſtehen. Der klare, gedankenreiche
Vortrag löſte ſtarken Beifall und eine lebhafte Ausſprache aus, in der
auch immer wieder die Notwendigkeit der Erziehung der Frau zur
Politik betont wurde, die Notwendigkeit, ſie aus Unkenntnis und Gleich=
gültigkeit
aufzurütteln.
Zu dem Thema Umfang und Grenzen überparteilicher Frauen=
politik
ſprach
Dr. Gertrud Bäumer, M. d. R.
Sie führte aus, daß nach der Revolution der Gedanke an die Gründung
einer Frauenpartei von vielen Seiten befürwortet wurde. Die Frauen
haben ſich dafür entſchieden, ſich in die beſtehenden Parteien, je nach
ihrer Weltauſchauung, einzufügen und einzugliedern. Ueber die Wirk=
ſamkeit
der Frauen in den Parteien hinaus aber müſſe die Frauen=
welt
ſich immer wieder des Gemeinſamen bewußt werden und dabei ler=
nen
, tolerant zu ſein und die Anſchauungen anderer zu achten, ſie nicht,
wie heute oft, als Beleidigung empfinden. Als Hausfrau, als Mutter,
müſſen ſich die Frauen der Pflege des Menſchen und ſeiner Seele
weihen im Gegenſatz zur Pflege der Güter ; damit vertreten ſie
mindeſtens ebenſo wichtige Lebensgüter als die politiſchen Parteien.
Mehr Kulturpolitik neben der Wirtſchaftspolitik!
Die Abendverſammlung ſetzte das Thema fort durch vier Referen=
tinnen
: den Sozialdemokratiſchen, der Demokratiſchen, der Deutſchen
Volkspartei und der Deutſchnationalen Volkspartei, die ebenſo die Mög=
lichkeit
einer gemeinſamen Arbeit, eines gemeinſamen Willens behan=
delten
. In ihrem Schlußwort ſtellte die Vorſitzende dankbar feſt, wie
die Eiſengcher Tagung bewieſen habe, daß ein Zuſammengehen aller
Frauen in weitem Maße möglich ſei.
Damit ſchloß die eigentliche Tagung, der ſich am folgenden Tago
noch Beſprechungen über Berufsfragen auſchloſſen.
Dd.

V 2604

BEUdEOT aus-ps-KLEIRAUTO
mit Vierradbremse

Frarrmmmmmmmmmmmmmnt

unter
Bas luwel‟ . Kleinwagen
GLCKIA SWANSON
Marduise de la Falaise, Filmschauspielerin von Weltruf und
auch berühmt wegen ihres ausgezeichneten Geschmacks, er-
klärte
das PEUGEOT-4/16-PS-Cabriolet als das eleganteste
Kleinauto der Welt.
Uber 90000
Arzte Geschäftsreisende, Sportleute und selbstfahrende Damen
in allen Teilen der Welt benutzen schon den PEUGEOT. Klein-
wagen
und empfehlen ihn täglich ungebeten ihren Freunden.
Das PEUGEOT-Kleinauto ist das Resultat einer 40jähr.
Erfahrung in der Automobilfabrikation eines der größten
Automobilkonzerne Europas.
Bildar von GLORIA SWANSON mit ihrem PEUGEOT-
Cabriolet, und illustrierte Kataloge sind für ernste Inter-
essenten
bei Nachfrage kostenlos erhältlich.
Paugeor AutomobilWerks Mannheim
Zentrale: Berlin, Prinz-Albrecht-Straße 8
Besichtigen Sie den EEUGEOT bei unserem VERTRETER:
Müler aOber, Rheinstraße 38

Darmstadt.

Schleſ. Weberei
und Wäſchefabrik
liefert direlt an Pri=
vate
. Muſter unver=
bindlich
durch =
ſche
=Verfandhans
M. Gründler, Hirſch=
berg
, Rieſengeb., (15.66
Zapfenſtraße 9.

Dornheimer gelbeIn=
duſtrie
, nimmt Beſt.
entgegen
*26673
Wieklaus
Kiesſtraße 85, part.
R
auf Probe, ff. Qua=
lität
, Liebfrauenſtr.
Nr. 60 u Schloßgar=
tenplatz
23, Laden,
F26423tg)
Kinderwagen, gut=
erhalten
, zu verkauf.
Heinrichſtr. 40 part.
A.
Urdlnes Gesſächt!
Pickel, Miteſſer uſw.
verſchwinden ſofort !
Durch welches ein=
fache
Mittel teile
gern koſtenlos mit.
Frau M. Poloni
Hannover N 22, Eden=
ſtraße
80 4 (IV 13420

durch einf Aufpinſ. m.
Härtisol
1-2 Paar Schuhſohl.
1000f. bewährt
ſtets nachbeſt.
Zu hab in Drogerien
und Ledergeſchäften.
Zu bez, durch (14631a
L, Körber
B Darmſtadt
Pareusſtraße 19
Moſſenmord.
Wanzen ſamt Brut
vernichtet in 3 Stund,
m. Garantie. 1 Zim=
mer
6 Mk. Ratten,
Mäuſe, Käfern aller
Art ſamt Brut ver=
nichtet
mit neueſten
Präp. u. Appar. u.
wenig Koſten. Komme
auch nach auswärts.
Desinfektor Broß=
ma
n. Ludwigshöh=
ſtraße
59. (26700

Belſotge Beit veiltb

und Oeine Familie durch Abſchluß
einer Lebensverſicherung. Dieſe
bietet billig und ſicher die größte
kontinentale Gegenſeitigkeiisanſtalt
Anſtalts=Vermögen
275 Millionen
Schweizer Franken

Schweizeriſche
Lebensverſicherungs=u.
Rentenanſtalt in Zürich

1 Mch 237
Bezirksdirektion für Heſſen:
Frankfurt a. M., Kaiſerſtraße 19, Tel. Taunus 551

Natürliche
Mineralwäſſer
aller gebräuchlichen Quellen
Bilin Brückenau Dürkheim
Ems Fachingen Friedrichshall
Gießhübl Homburg Karlsbad
Kiſſingen Lamſcheid Lauchſtädt
Levico=Marienbad-Mergentheim
Mondorf NeuenahrOber= Salz=
brunn
Ofen (Apenta u. Hunyadi
Janos) Salzſchlirf Vichy
Weilbach=Wiesbaden=Wildungen
u. a
(84922
Kaiſer Friedrich Quelle Offenbach a. M.
/Liter=Patentflaſche 40 J, ohne Glas
Eliſabethen=Quelle, Vilbel
1, Liter=Patentflaſche 20 5, ohne Glas
Martin Jahn, Darmſtadt

Ballaswieſenſtr. 30

Telephon 305

Quaiität undhertroflen! Veberall erhällich!
SApostelbrande
Apostelkellerei, Weinbrennerel, Rüdes eim a. Rh.

(Ueberrheiner Induſtrie) ſowie auf Sand=
boden
gewachſene empfiehlt zu den billigſten
Tagespreiſen, bei prompter, reeller Be=
dienung
. Günſtige Bezugsquelle für Wieder=
verkäufer
.
(415614a
Sch. Bender 1.,Kartoffelgrrßhandlg.
Weiterſtadt.
Telephon 3.

Richard Hausding
gibt seiner verehrten Kundschaft
bekannt, daß er gegenüber der
Krone (gelbe Läden) wieder ein
Ladengeschäft
eröffnet hat Annahme sämtlicher
Schleiferei und prompte reelle
Bedienung. (*26737
Spez. Rasiermesser Hohlschleiferei

ToHton Baflek
liefert frei Haus (15476fgm
Ludwig Binkel
Schloßgartenstr. 49 Telephon 2815

Mein ſeit über 50 Jahren beſtehende.
Lesezirkel
bietet beſte
Unterhaltung und Belehrung. Freie Zeit=
ſchriftenwahl
. Verſchiedene Klaſſen. Auf
Wunſch auch Tauſch im Haus. Billigſte
Preiſe, Koſtenfreie Auskunft über Inhalt
und Bedingungen durch (14966a
Eliſabethenſtr. 16
Tohs. Waitz Fernruf 788.

Der Wog
lohnt sieh!
Sprechapparatebru
Eherstadt
Pfungſtädterſtr. 9
liefert Ia Inſtru=
mente
zu Fabrik=
preiſen
direkt an
Private. (*26709
Auf Wunſch
Teilzahlung

TONNLNS
Gasbadeöfen
NerdWertt
MMeaschät
Frasßel
pAuL BuSBAHN
kostends 0. Stutgart, Sonnendorgstragse 15

[ ][  ][ ]

Seite 10

Sonntag, den 9. Oktober 1922

Nummer 2.

Sport, Spiel und Zurnen.
Fußball.
Darmſtädter Sportkalender.

Heute vormittag um ½11 Uhr treffen ſich auf dem Platze am Finanz=
amt
die 2. Mannſchaft des Sportvereins 98 und die 2. von Eintracht.
In Anbetracht der ſchönen Spielweiſe und der ſpannenden Kämpfe, die
ſich beide Mannſchaften ſchon in den vorhergehenden Spielen immer lie=
ferten
, iſt ein gutes Spiel zu erwarten, was jedem Fußballanhänger nur
zu empfehlen iſt. Eintrachts 3. Elf ſpielt vormittags 11 Uhr auf dem
Rot=Weiß=Platze ihr fälliges Rückſpiel gegen V. f. R. 3., und ſteht auch
hier ein harter Kampf bevor, um ſo mehr, da der V. f. R. ganz ſicher
ſeine Niederlage vom Vorſpiel wettzumachen gedenkt.
Pol. Sportverein 1.Langen 1. (Kreisliga).
Die Pol. Sportvereinsmannſchaft iſt am kommenden Sonntag Gaſt=
gebn
des 1. F. C. Langen. Beide Mannſchaften ſind Neulinge in der
Kreisliga. Daß Langen Fußball zu ſpielen verſteht, mußte die Pol.
Sportvereins=Elf im letzten Jahre auf eigenem Platze verſpüren. Mit
6:2 Toren gab die Langener Mannſchaft ihr das Nachſehen. Wenn es
auch der Polizei=Elf gelang, Langen in Langen 2:1 zu ſchlagen, ſo darf
ſie das Spiel doch nicht ſo leicht nehmen als wie zu Beginn des Spieles
am letzten Sonntag. Sie könnte ſonſt das Nachſehen haben und zwei
wertvolle Punkte verlieren. Ueberhaupt muß hier geſagt werden, will
die Mannſchaft am Sonntag ſiegen, dann müſſem einige Spieler mehr
Friſche und einen erhöhten Kampfgeiſt mitbringen. Gewinnt der Pol.
Sportverein dieſes Spiel, dann hat er einen gewaltigen Schritt in der
Tabelle nach vorn gemacht. Hoffentlich iſt dies jedem einzelnen Spieler
klar, dann wird er ſchon den nötigem Ernſt mitbringen. Langen wird
feinerſeits alles verſuchen, um in Ehren zu beſtehen. Alles in allem
geſagt wird das Spiel ein vielverſprechendes werden. Der Ausgang
iſt ungewiß. Die Mannſchaft, die den größten Eifer mitbringt auf das
Spielfeld, wird Sieger bleiben. Das Spiel iſt auf vormittags 11 Uhr
fiſtgeſetzt. Der Eingang zum Pol. Sportvereinsplatz von der Waldſtraße
aus iſt wieder offen. Vor dem Spiele iſt Gelegenheit, ein erſtklaſſiges
Handballſpiel zu ſehen.
Sportverein 1922 Roßdorf, e. V.
Am Sonntag mittag 1 Uhr empfängt die 1. Mannſchaft des Ver=
eins
die 2. des V. f. L. Michelſtadt zum Verbandsſpiel. Obwohl Michel=
ſtadt
außer Konkurrenz in der B=Klaſſe ſpielt, ſo möchten wir doch
nicht, wie bei Lengfeld, Ueberraſchungen erleben. Hoffentlich zeigt ſich
diesmal bei Roßdorfs Mannſchaft eine beſſere Schußfreudigkeit, damit
ein gutes Reſultat erzielt werden kann. Die 1. Jugend ſpielt um
10 Uhr gegen die 2. Jugend des V.f. R. Darmſtadt, hier, während die
2. Mannſchaft ſpielfrei iſt.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Das Programm der Kreisliga. Von der 4= und B=Klaſſe.
Nach den Ergebniſſen des vergangenen Sonntags, die im großen
ganzen programmäßig verliefen (wobei zwei nur durch ihre Höhe
frappieren), bringt der 9. Oktober nur Plazierungskämpfe, deren Be= alles aufbieten werden, die ſo werwollen Punkte zu erringen. Darm=
deutung
am beſten durch den nachfolgenden Tabellimſtand erhärtet wird.

Spiele gew. un. verl. Tore Pkt. Union Darmſtadt . . B:6 Sportverein Münſter". 14:9 Union Wixhauſen 10:6 Germania 08 Pfungſtadt. 10:8 1. F. C. Langen 5:4 Viktoria Walldorf 10:9 Polizeiſportverein Darmſtadt 4 14:10 Fußballverein Sprendlingen . 5 7:9 Viktoria Urberach 11:16 Viktoria Griesheim . . .. 7:B3 T. u. S. V. Mörfelden . 4 4:10

Vorgeſehen ſind am Sonntag folgende Kämpfe:
Polizei=Sportverein Darmſtadt1. F.C. Langen (11 Uhr)
Sportverein MünſterT. u. S. V. Mörfelden
Germania PfungſtadtUnion Wixhauſen
Viktoria UrberachFV. Sprendlingen
Viktoria WalldorfViktoria Griesheim b. D.
Den Ausgang der Kämpfe iſt für den Anſchluß an die beiden Spitzen=
reiter
aus Darmſtadt und Münſter maßgebend. Wie man ſieht, iſt dig
Punktdiffevenz der meiſten Beteiligten nur ſehr knapp, und ſo werden
auch die morgigen Kämpfe in der Mehrzahl recht offen im Ausgang ſein.
Lediglich in Müinſter und Walldorf ſollten Siege der Platzvereine zu er=
erwarten
ſein, dagegen kann man für die drei anderen Spiele keine be=
ſtimmten
Tips wagen.
In den A=Klaſſen der beiden Gaue ging es am Sonntag auch
ziemlich normal zu. Der V. f. R. Darmſtadt konnte nach erbittertem
Kampf in Groß=Gerau mit 5:4 Sieger bleiben und hält weiter mit
Germania Eberſtadt, die in Arhailgen gegen die dortigen Reſerven mit
4:2 (2:0) gewann, weiter die Spitze. Weitere Ergebniſſe ſind: Haſſia
DieburgEintracht Darmſtadt 1:1 (1:0), SV. Geinsheim-V. f. L.
Michelſtadt 5:1, Boruſſia DornheimF.V. Seeheim 4:1 (1:0), S. V.
LengfeldS V. 98 Darmſtadt Reſerve 1:5 (1:2). Michelſtadt und Groß=
Gerau können in dieſem Jahre ſcheinbar nicht recht in Schwung kommen,
denn beide ſind noch punktlos. Im Dreieichgau blieben die
Favoriten ſämtlich erfolgreich. Der Klaſſenleiter meldet folgende Reſul=
tate
: S.V. OffenthalS.V. 1911 Ncu=Iſenburg 0:5, F.C. Egelsbach
V.f.L. Neu=Iſenburg Reſerve 5:4, Germania OberodenSportgemeinde
Sprendlingen 4:1, F.C. 02 DreieichenhainSportklub Dietzembach 1:3.
1911 Neu=Iſenbupg und Egelsbach führen hier die Tabelle an, dicht
gefolgt von Oberroden ud Dietzenbach.
In der B=Klaſſe iſt durch den 2:0 Sieg des S.V. Weiterſtadt
in Groß=Zimmern wieder gine kleine Spannung eingetveten. Der
Favorit Groß=Zimmern hat nun in den Weiterſtädtern einen ernſthaften

3.00 Uhr,
10.00 Uhr,
2.15 Uhr,
3.30 Uhr,
4.00 Uhr,

11.00 Uhr,
10.30 Uhr,
3.00 Uhr,

Sonntag, den 9. Oktobe r 1927.
Handball.
Stadion: Sp.=V. 98 Pol.=Spp. Babenhauſen.
Pol.=Sp.=Pl.: Rot=Weiß Pol.=Spv. Darmſtadt.
Rennbahn: T.=G. Beſſungen T.=V. Bensheim.
Finanzamt: T.=G. 46 T.=V. Erfelden.
Fußball.
Stadion: Sp.=V. 98 Wormatia Worms.
Arheilger Mühlchen: Sport=Vereinig. Arheilgen
gegen Alemannia Worms.
Pol.=Sp.=Pl.: Pol.=Sp.=V. F.=Cl. Langen.
Finanzamt: Eintracht, 2. Sp.=V. 98, 3.
Turnen.
Turnhalle. Dieburger Straße:
Schauturnen der Turnerinnen.

Kegeln.

Konkurrenten erhalten, aber auch Chattia Wolfskehlen iſt durch ihren
glatten Sieg über die Dieburger Germanen im Auge zu behalten. Die
übrigen Treffen waren für die Meiſterſchaft ohne Belang.
Der kommende Sonntag ſieht überall jegen Betrieb. Im
Gau Bergſtraße ſteigt das Haupttreffen zwiſchen den beiden
Spitzenreitern Germania EberſtadtV.f.R. Darmſtadt. Ausgang offen!
Weitere Spiele: Boruſſia DornheimS. V. Geinsheim, F. V. Seeheim
Haſſia Dieburg, S.V. Groß=GerauS.V. Lengfeld, V.f.L. Michelſtadt
Sportvgg. Arheilgen Reſerve. Im Dreieichgau ſind folgende
Spiele angeſetzt: F.V. EppershaufenSportklub Dietzenbach, F. C. Egels=
bach
-Germania Oberroden. Sportgemeinde SprendlingenF. C. 02
Dreieichenhain und S. V. OffenthalV.f.L. Neu= Iſenburg Reſerve. Die
Treffen in Egelsbach und Eppertshauſen ſind die bedeutendevem.
In der B=Klaſſe ſehen wir folgendes Programm: Chatta
WolfskehlenGermania Eſchollbrücken, S. V. Weit=wſtadtS. V. Meſſel,
Germania Dieburg Germania L=eheim, F. S.V. Groß=Zimmern
Boruſſia Dornheim 2., F.C. Groß=Umſtadt-V.f.R. Beerfelden, S. V.
Noßdorf-V.f.2 Micheiſtadt 2., S. V. Lengfeld 2.S. V. Höchſt,

Handball.

Deutſche Turnerſchaft.
Turngemeinde Darmſtadt 1846-Turnverein Erfelden.
Heute nachmittag um 15.30 Uhr treffen die erſten Mannſchaften obiger
Vereine auf dem Sportplatz am Finanzamt zum fälligen Handballſpiel
zuſammen. Eine Vorausſage über den Ausgang des Spieles iſt ziemlich
ſchwer, da beide Mannſchaften wohl in ſtärkſter Form antreten und beide
ſtadt kann den Sieg davontragen, wenn jeder einzelne Spieler ſeine
Schuldigkeit tut, wenn die Mannſchaft ebenſo eifrig und flink iſt, wie
es ſchon wiederholt zu beobachten war. Erſte Pflicht eines jeden Ein=
zelnen
muß es natürlich ſein, jede Eigenbrödelei zu vermeiden. Nur
durch raſches Erfaſſen der Lage, genaues Zuſpiel und mit der nötigen
Schußfreudigkeit vor dem gegneriſchen Tore, kann es bei einem ſo ſtarken
Gegner, wie der Turnverein Erfelden es iſt, gelingen, ſiegreich aus dem
ſchweren Kampf hervorzugehen. Es wird jedenfalls ein ſehr ſcharfes,
aber auch ſehr ſchönes Spiel werden, das jeden Freund des Handball=
ſpiels
zufriedenſtellen wird. Der Beſuch dieſes Spiels kann deshalb
jedermann auf das Beſte empfohlen werden.
Tade. BefſungenTv. Bensheim.
Auf dem Sportplatz an der Heidelberger Straße finder im Rahmen
der diesjährigen Pflichtſpiele obiges Treffen ſtatt. Beſſungen wird alles
aufbieten, um den gegen Bickenbach errungenen Vorſprung zu behalten.
Andererſeits darf Bensheim nicht unterſchätzt werden. Die Mannſchaft
iſt ſehr flink und beſitzt große Ausdauer; zwei Faktoven, die für den
Ausgang von ausſchlaggebender Bedeutung ſein können. Immerhin
darf man Beſſungen die größten Ausſichtem auf den Sieg geben, trotz=
dem
die Mannſchaft mit Erſatz antreten muß. Vor dem Spiel der
1. Mannſchaft ſtehen ſich die 1. und 2. Jugend gegen die 1. Jugendwann=
ſchaften
der Tv. Pfungſtadt und Eberſtadt gegenüber. Spielbeginn um
1 Uhr bzw. 2.15 Uhr. Vormittags 10 Uhr ſteht die 2. der gleichen von
Tgde. 1846 gegenüber.
Sportverein 1898 Darmſtadt, Jugend.
Am heutigen Sonntag betätigen ſich drei Jugendmannſchaften
der 98er auf dem grünen Raſen. Die 1. Jugendmannſchaft unter=
bricht
die Verbandsrunde und trägt in Mannheim gegen die beſtbe=
kannte
, ſpielſtarke 1. Jugendmannſchaft des Vereins für Raſenſpiele
ein Freundſchaftsſpiel aus. Die Sportvereinler fahren mit kom=
pletter
Mannſchaft, werden aber trotzdem kämpfen müſſen, wenn ſie
den Sieg mit in die Handballhochburg nehmen wollen. Hoffen wir hier
das Beſte! Im Verbandsſpiel ſtehen ſich die 4. Jugend=Mannſchaft
Sp.=V. und 1. Jugendmannſchaft von V. f. L. Rot=Weiß auf dem Sta=
dion
um 11 Uhr gegenüber. Ferner trägt die 5. Jugend= Mann=
ſchaft
, ebenfalls auf dem Stadion, ihr fälliges Verbandsſpiel gegen die
1. Jugend von Sp.=V. Arheilgen aus. Die 2. und 3. Jugend=
Mannſchaft iſt ſpielfrei.
Beim 1500=Meter=Lauf in Wiborg, der bei kühlem Wetter ſtattfand,
ſiegte Dr. Peltzer mit 3 Min. 57,0 Sek. vor Borg (3 Min.
57,9 Sek.), Lagerſtroem (3 Min. 59,6 Sek.), Helgaf (4 Min.).
Wacker=München wurde am Samstagabend im Rugbykampf
gegen Blau=Weiß Frankfurt in Frankfurt 0:6 geſchlagen.

Ausſcheidungskegeln.
Nach Beendigung des Geſchäftsjahres, das am 1. Oktober mo
gelaufen iſt, hat nach den Anordnungen des deutſchen Sportaus:
jeder Verband ein Ausſcheidungskegeln abzuhalten. Dasſelbe
die Aufſtellung der Kampfriegen für das neue Geſchäftsjahr und
ſtimmung des Verbandsmeiſters. Als Kugelzahl für dieſes Karz
die Mindeſtzahl von 500 feſtgeſetzt. Nicht auf einmal ſind dieſe
abzuwerfen, ſondern in Etappen von je 100 Kugeln. Die letzte
hat ſich über 200 Kugeln zu erſtrechen.
Neu iſt für das Geſchäftsjahr 1927/28, daß auch die Dam
Ausſcheidungskegeln abzuhalten haben. Sie habem
Kugeln in Zwiſchenräumen abzuwerfen. Dieſes Kegeln dient
ſtimmung der Verbandsmeiſterin. Teilnahmeberechtigt ſind al!
Verbande angehörigen Kegelſchweſtern.
Anfangs Oktober beginnt das Ausſcheidungskegeln. Melde=
Oktober nächſthin.
Bisher übte dieſes Kegeln immer eine große Anziehungskr-
und ſteht zu erwarten, daß auch diesmal die Meldungen zahlroct
gehen.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 10. Oktober 197.
(Nach der Wetterlage vom 8. Oktober 1927.)
Zeitweiſe wolkig, ſonſt vielfach aufheiternd, Temperaturennd
verändert und meiſt trochken. Heſſiſche Wetterdienſtne

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten, 74
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Burſ
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſf: Andreas Beel
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentel: Willy Kub
und Verlag: L. C. Wiitich ſämtlich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernorzel

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 9. Oktober. 8.30: Morgenfeier, veranſt. vom 2
burgverein. 6 11.30: Elternſtunde. Henni Pleimes: Wass
Bauernhöchſchule will. O 12: Uebertr. vom Feldberg; Feldd/
feier des Taunusklubs. 8 15: Stunde der Jugend. Hanna Liiu
Von Rieſen und Zwergen. 6 16: Konzert der ehem. Reginnn
kapelle der Hoch= und Deutſchmeiſter. 18: Jüdiſche Dichttug
Vorl. von Karl Gerdo. O 19: Günther Franzke, aus eig. Diin
gen. O 19.30: Sport. O 20.30: Engliſcher Abend. Shakeſr:
Prolog. Chaucer: A. d. Canterbury=Erz. Aus dem
ginalbuch der Königin Eliſabeth, Purcell: Arie a. Dide!
Aenegs. Gray: Arie a. Bettleroper Shakeſpeare:
let=Monolog. Milton: Aus dem Verlorenen Paradies‟!
Swift: Aus. Gullivers Reiſen‟. Sullivan: Potp. Der Miß)
Byron: Aus Childe Harold u. a. m. Mitw. u. a.:
Taube (Rez.), Reinh. Merten (am Flügel). Anſchl. Tanzmufäi
Stuttgart.
Sonntag, 9. Oktober. 11.30: Muſikaliſche Morgenfeier. Däiy
Theophil Demetriescu (Klavier), Philharm. Orcheſter. o 15:
Elwenſpoek: Auf den Spuren des Schinderhannes: Neue Schi14
hannes=Akten. 15.30: Onkel Ott erzählt. 16: Uebertr.
Köln a. Rh.: Bericht über die zweite Halbzeit des im Duisbrig
Stadion ſtattfindenden Vorrundenſpiels um den Pokal des Fuc)
bundes zwiſchen Süd= und Weſtdeutſchland. O 17: Aus Stut :4
und Freiburg i. Br.: Konzert. Mitw.: M. von Wiſtinghaa /
Käte Mann. H. Hanus. Funkorch. 0 18.45: Sport. 0 19: L
Wöhrle lieſt eigene Dichtungen. o 19.45: Zeitangabe Siu
O 20: Uebertr. aus Frankfurt: Engliſcher Abend. Mitw.;
Taube (Rez.) Reinh. Merten (Klavier). Shakeſpeare: Ein Dragg
prolog. Chaucer: Aus den Canterbury=Erzählungen. Aus /
Virginalbuch der Königin Eliſabeth Purzell: Arie aus
und Aeneas Gray: Arie aus The beggers Opera S
ſpeare: Hamlet=Mondlog. Milton: Aus Das verlorene A.
dies‟. Swift: Aus Gullivers Reiſen‟. Sullivan: P
Der Mikado‟. Byron: Aus Child Harold‟. Elgar:
nate. Dickens: Aus den Pickwickiern. Gooſſens: Drei S
für Klavier. Shaw: Vorwort zu Candida‟. Lord Berm
Zwei Lieder.
Berlin.
Sonntag, 9. Oktober. 9: Morgenfeier. Mitw.: Michaelk:
chor. Gertrud Baumann (Sopran). Laſowski (Violine). o T
Guttmanns Ufa Sinfoniker. Adam: Quv. König von Ipetoll,
Olſen: Lotosblumen. Kollo: Ich kenn zwei ſüße Schw. /4
Lied. Mikulicz: Humoreske Morena: Extravaganzen,
Königsberger: Aſra, Boſton triſte. Lehar: Potp.
luſtige Witwe‟. Kollo: Wann und Wo. O 14.15: P. P. L7.
berg: Die Bedeutung der philateliſtiſchen Fachpreſſe. 0 14.457
Lieckfeld: Sachgemäße Jungviehfütterung. O 15.20: Großer
von Karlshorſt (6600 m) Chefred. Lüdecke. o 16.30: H
Hoffmann: Roſey: Siegreicher Adler, Marſch. Keler=Bela!
ſchönen Rhein. Boildieu: Ouv. Weiße Dame‟. Gri‟
innerungen. Ganne: Pavane melancöliaue. Tſchafadl
Andante aus der Symphonie Nr. 5. Lehar: Potp. Zig!
liebe‟. Gillet: Pizzicati. O 19.05: Dr. Erdmann: Muädl
Film O 19.30: Jaretzki: Beſuch bei Prof. Zille. O 20: Dr.
ler: Der deutſche Anteil an der Erforſchung Mittelaſiens. o
Engliſcher Abend 17 Darbietungen. Mitw.: Funk=Orcheſten!
Walter Franck (Rez./ 0 22.30: Tanzmuſik.

Raufen Sie kein Fakrrad
demr Sie den Natalog über da-
Arcona-Rad nit Blattfedergabel
uder Arcona-Ballonrad geschen haben.
Diese Räder machen das Fahren auch auf
den schlechtesten Wagen zum Verenägen.
Der reich Ulestrierte Katalon wird Ihnen
elus jede Kasfverptichtung graste und
franho zngesanet.
2 Neue Speziat-Fakrräder von
38 Mk. an.
Berlin C.54,
Ermzt MachnoM Weirmeinterwr. 14
wäfsstes Faurnd-Cpezigitaus deufsatand: E
(IBIn. 9265)

in allen Größen vorrätig
Gg. Heim, Darmſtadt
Arheilgerſtr. 53
Teleph. 2062. (15196=

Kohlen Holz=Briket
beſte Qualität, trocken gelagert, empfiehlt
Wienerſtraße 65
Ph. Aelelne rel. 1a3t. 14840a

unnnznnnan nrgnnnnnnnnnnn
EI
.
Sprechapparate .
Schallplatten H=

Nähmaſchinen
Fahrräder
Kinder= und Puppenwagen
in erſtklaſſiger Ausführung kaufen
Sie zu den günſtigſten Preiſen und
angenehmer Zahlungsweiſe nur bei
Fr. Gätting
(15613
Schuchardstraße 10.
IAEAAEARHRIEBÄBAAIHAÄ

AStellengeſucheg

Me

Meifte
Buchhalterin
firm in all. vorkomm.
Arbeiten, Steuer u.
Sozialverſicherung,
ſucht Stellung, evtl.
auch als Privatſekre=
tärin
. Ang unt. D 43
an die Geſchſt (*26666

Dame mit 11 jähriger
kätigkeit in nur erſten
poſitionen, ſucht als=
bald
geeign Stellung
im Verkauf oder an
der Kaſſe. Angeb u.
D 57 Gſchſt. (2670=

Noch Tage frei im
Weißnähen u. Flichen
in u. auß. d. Hauſe.
Näh. Gſchſt. C263300 g

Fröbel. Kinderg.,
24 J., ſehr gewiſſenh
u. zuverl, ſucht ich
nachmitt., evtl. tags=
über
, in nur gutem
Hauſe zu betätigen
Beaufſichtigung von
Schulaufgaben von
jüngeren. Schülern
wird auch übernom=
men
. Angeb. unier
D 52 Geſchſt. 26688

Tücht., ehrl. Allein=
mädchen
od. Stütze,
d. koch, k., b. gut. Be=
handl
., 22 Jahre alt,
vom Lande, ſucht
Stell. bis z 15. Okt.
Angeb. u. D 67 an
d Geſchſt. (26733

Suche für meine
Tochter Stellung in
der kunſtgewerblichen
Branche, Gardinen=
od
. Weißzeugwaren.
Dieſelbe war längere
Zeit in leitemd. Stg.
Angebote unt. D 14
a. Gſchſt. (15517gm

Ehrliche, S
reinliche Frau
ucht Beſchäftigung
für vermittags in nur
beſſerem Haushalt.
Angeb. unt. D 46 an
die Geſchſt. *26680

19jähr. Mädchen, in
allen häusl. Arb. erf.
ſucht Stell. z. 15. 10.
in nur gutem Hauſe.
Am liebſt. bei alleinſt.
Dame od. ält. Ehep.
Angeb. unter D 92
Geſchäftsſt. (26783

Beſſ. Frl. ſucht Stelle
als Haushälterin bei
älterem Herrn. Ang.
an Dörfler, Frkft.=
Bonames, Kaſsrns
Haus 5.
426665

Aelt, Fräulein ſucht
paſſ. Wirkungskreis a
Stütze in Wirtſchafts
betr. od. Kaffeeküche
hier od. ausw. Ang.
u. D88 Geſchſt. / 26777

Fräulein empfiehlt
ſich i. Weißzeugnähen
u. fein. Handarbeit.
Angebote unt. D 7
a. Geſchſt. (15518gm

Herrenfriſeur und
Bubikopffchn. ſucht
Stllg. Ang. u. D64
. d. Gſchſt. (*26721

Kraltuggenährer
Inhaber ſämtl. Füh=
rerſcheine
, mit großer
Praxis, firm in Re=
paraturen
, z. Z:. in
unger Stellung bei
Behörde, ſucht ſich zu
verändern. Angeb. u.
C 212 Geſchſt. (26427

27jähriger, lediger
Chauffeur
m. Führerſchein 2 und
3b. m. 2½jähr. Fahrz.,
ſucht per ſofort Stellung.
Angebote unter D96
Geſchäftsſt. ( 26799g

Offene Stellen 8

Nannuig

Me
ſ. j. Violinſpieler z.
gemeinſam. Spielen.
Ang. u. D 59 an
die Geſchſt. (26i0ß

Zum Verkauf eines
elektriſch Wirtſchafts=
artikels
(kein Staub=
(15588
ſauger)
ſeriöſer Herr
geſucht, der die beſſere
Art des Privatver=
kaufes
beherrſcht. 5.0
Fixum, Proviſion.
Angeb. u. D 62 an
die Geſchäftsſt. ds. Bl.

Männlich

Junger
Kaufmann
ſucht Bolontärſt. als
Kontor. od. Verk. b
mäß. Verg. Angeb
uter C 225 an die
Geſchäftsſt. * 26472kg

2 gewandte jüngere
Kaufleute
per ſofort von größerem Betriebe für
dauernd geſucht. Bewerbungen mit Lebens=
lauf
und Zeugnisabſchriften unter D 98
(15634
an die Geſchäftsſtelle erbeten.

Vertreter
für Darmſtadt und größere Umgebung von
konkurrenzfähiger Nahrungsmittelfabrik bei
hoher Vergütung geſucht. Arbeitsfreudige,
bei Bäckereien und Lebensmittelgeſchäften
beſtens eingeführte Herren wollen ſich unt.
D 99 a. d. Geſchäftsſt. d. Bl. wenden. 15631

Diplom-Ingenieur
als Lehrer für Maſchinenbau, für
das Winterſemeſter geſucht. Eintritt
ſofort, Angebote erbittet 15577

Bbeinisches Technikum Bingen.

Selbſtändige Dauer=Eriſte

zu vergeben: rein organiſatori)
Tätigkeit. Mitarbeit bedeuten-
Agentur geſichert; nachweisll9
Verdienſtchancen 1500 Mk. r0
mehr monatlich. Erforderlio
Betriebskapital 35 Mille. 2
unter . 5535 an Annorz=
Exped. Kolonialkriegerda!f
(UV.15
Berlin W 35.

TorNeiek

im Mebenverdienst
Eine der größten Piano- und Kunstspielpianofabriken
Deutschlands sucht in Prilat- und Geschäftskreisel
(Hotels Restaurants, Cafés)bestens eingeführte Herfell
zwecks Verkaufs und Vermittlung von

Generatvertretung
Pianos, Flügein U. Kunstspielinstrameniel

jährl Verdienſt ca. 3040000 Mk.
ſoll für größere Städte vergeben werden.
Angenehme Bürotätigkeit. Erforderliches
Kapital, 53 00) RM. Ausführl. Angeo.
unter H 2138 an Riese & Kraemer,
Berlin=Schöneberg.
V,15444

Gefl. Angebote unter d. V. 3016 an Invalidendanß.
Annoncen-Expedition Frankfurt a. M. (V 1559

[ ][  ][ ]

ſiammer 280

Gonntag, den 9. Oktober 1927

Geite 11

Spar- u. Sterbekasse

fſ ir suchen per sofort einen mit der kleinen Lebensvetsicherung gründlich
vertrauten
Fachmann
imr Einarbeitung und Unterstützung der vorhandenen großen Agenten-
2xganisation, sowie zur Schaffung einer Spezial-Organisation. Nur Be-
werber
, welche
neervorragende Begabung für Organisatlon u. Akgulslilon
besitzen und große Erfolge nachweisen können, kommen für diese
gutbezahlte Position
n Frage, Bewerbungen mit Lichtbild, lückenlosem Lebenslauf und Erfolgs-
angaben
sind zu richten an die
Bezirks-Direktion der
Alllanz Lebensversicherungstank, A.-G.,
Darmstadt, Alexanderstraße 2

Neben- oder hauptberuflich tätige
Mitarbeiter
gegen Provisionen bezw. Fixum gesucht.

( 26622

Kleine
Schloſſerei
auf dem Lande ſucht
Anfertig eines klein.
Maſſenartik. zu über=
tehmen
. Saub u.
genaue Arbeit bei
billigſter Berechn. w.
zugeſichert. Gefl. An=
gebote
unt. D 53 an
die Geſchſt. erb. 15565

Kraftfahrer
tüchkiger, ſolider
Mann, geſucht. Ang.
int. D 58 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (15584

Sauberer
Hausburſche
kann ſich melden
Schloß-Café.
Rheinſtr. 2. (*26767

Schriftl. Heimarbeit
vergibt Verl. Thorun.
Roſtock 39. (15583

Zuverlässige und erfolgsichere
Vertreter
finden
(IV.15184
1eichteste Verdlenstmöglichkelt,
bel wektbewerbsfählgen Tarifen
ung günstigsten Provisionen
BARMENIA
Lebens- Kranken-
Versicherungsgesellschaften
Hauptverwaltungen Barmen

Ich suche
zuverläſſ. Herren, für deren Wohnort nebſt
(Umkreis eine gewinnbringende Platzver=
tretung
eingerichtet werden oll. Dauernder,
hoher Monatsverdienſt. Kapital nicht er=
forderl
. Ernſthafte Bewerber ſchreiben an
Heinrich Buſchmann, Berlin NW. 6,
Marienſtraße 26.
(TV.15603

UERTRETER
für leichtverkäufl. Artikel geſucht,
zum Beſuche von Privatkundſchaft.
Hohe Proviſion. Angebote u. C 175
an die Geſchäftsſtelle.
*26331

AAotiger Filialleiter
eſt/zerteral=Vertreter ohne Fachkenntniſſe
raſt deutſches Unternehmen für
zwei amerikaniſche
2Spez al=Kaſſa=Artikel
veils SSei Behörden, Geſchäften verſch.
rli bFPlivaten durch ihre überzeugenden
Wſrin en ſich ſelbſt empfehlen. Von deut=
UnElutortäten beſtens begutachtet. Ol eutbry Mdiu
zellsen wird: Mk. 500. Monatsgehalt
umſyt atzproviſion, Mk. 20. Tagesſpeſen
N/10 Büro=Lagerzuſchuß u. Reklame
Sellegl wird: Arbeitsfreude und Organi=
atſſate
lent, ferner für eine zu errichtende
elhsrtiederlaſſung mit Auslieferungs=
gaglwun
( d Inkaſſo Mk. 3 bis 5000. in bar
erforderlich. (1BIn 15529
ſeikr ud. Firmen, die dief. Anforderungen
nüſte en, finden Berückſichtigung. Erſtere
kiot , unter Beibehaltung des eigenen
a4 Nur ausführliche Angebote unter
57 mn Rudolf Moſſe, Ehazlottenburg,
Kantſtraße 34

Eier ſofort oder ſpäter ſuchen
wir für unſer Büro
jüngeren Herrn
tich, Kurzwarenbranche, ferner
ieine tücht. Verkäuferin
für die Abteilungen
Wäſche und Beſatzartikel
Uygebote unt. Be fügung von
Buld, Zeugnisabſchriften und
Iy. gabe d. Gehaltsanſprüche an
ämufhaus Goldſchmidt
G. m. b. H.
Worms / Rhein (15602

Wer vergibt Heimarbeit?
in Sticken ſauch Kelim)
Häkeln, leichte Näh=
oder
Schre barbeit
Erbitte. Angeb. unt.
D94 Geſchſt. (*26794
Mn

tüchtige Anfängerin
vorläuf, für halbtags
geſ. Vorzuſt. Sonntag
Liebfrauenſtr. 103, II.
Sekr. Waerder bei
May, 11½12 Uhr.
(15630)
Jüngere, tüchtige
Verläuferinnen
für Manufaktur= und
Schuhwaren in Vor=
ort
von Darmſtadt
eleltr. Bahnverbin=
dung
) geſucht. Ang.
mit Lichtbild, Zeug=
nisabſchrift
, Lebens=
lauf
, Gehaltsanſpr.
unter C 211 an die
Be chäftsſt. 15415fsg
mit Kenntn.
Fraul. in Gabelsb.
Stenogr. u. Maſchin=
Schr. (Adler 7 gut
im Rechnen, f. Büro
u. Gänge (Radfahr
z. 1. 11. geſ. KeinBubi=
kopf
. Lebensl. u. Ge=
haltsf
. u. D 47 an die
Geſchſt. erb. (*26681
Zuverläſſiges fleißig.
Mädchen v. 94 Uhr
in kathol. Haushalt
geſ. Landgraf=Phil.=
Anlage 62,I. (*26679

Damen
beſſerer Stände für
ſeriöſe
Werbe=Jätigkeit
an allen Orten geſucht
Es kommen nur gut
empfohlene Bewerb.
in Frage. Bei Fleiß und
Ausdauer gute Verdienſt=
möglichk
. gegeb. Ang.u.
D85 Geſchſt. (*26768
Per 1. Nob. zuver=
läſſiges
Alleinmädch.
bei gutem Lo n geſ.
(eventl. auch Lebens=
reformerin
). Schriftl.
Bew rb. an Dr. Fuchs.
Langerichtsrat, Darm=
ſtadt
, Küchlerſtraße 2.
Perſönl. Vorſt. von
35 Uhr. (*26607

Ich ſuche ein älteres,
beſſeres Mädchen
oder einfache Haus=
hälterin
, die ſelb=
ſtändig
in der Küche
und in Hausarbeiten
iſt. Gute Zeugniſſe
Bedingung. Zweit=
mädcheu
vorhanden.
Frau Rechtsanwalt
Schwörer, Frank=
furterſtr
18. (1535 sgi
Wegen Verheiratung
meinds jetz. Mädchens
ſuche ich zum 1. Nov.
od. ſpäter gutemph.
Alleinmädch.
das kochen kann und
kinderlieb iſt. (*26770
Frau Dr. Krebs
Orangerie=Allee 8.

9

SCHLAGT ALLE VERKAUFSREKORDE
Nädüst Loror Wägen
Der große neue Aufschwung der NASH-Verkäufe treibt den August-
Umsatz zu einem neuen hohen Rekord in der NASH-Geschichte.
August-Verkäufe 20201 Wagen.
Trotz aller Anstrengungen beträgt der Rückstand in den Ab-
lieferungen
über 6000 Wagen.
In leder wichtigen Frage haben die NASH-Modelle wesent-
liche
Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verzeichnen.
Die Modelle sind neu, die Preise erniedrigt, die Wagen
einzig dastehend an Leistungsfähigkelt.
Sämtliche 21 Modelle sind ausgerüstet mit dem slebenmel
gelagerten Sechszylindermotor. Die Preise variieren zwischen
Rm. 6700. und Rm. 13 400..
Viele Automobilverkäufer versuchen heut elnen Wagen mit
viermal gelagertem Motor zum Preise eines MASH Standard-
Six mit siebenmal gelagertem Motor zu verkaufen.
Sie sollten den höchsten Gegenwert für Ihr Geld verlengen,
diesen bietet nur

FÜHRENDE WELTMARKE

Autorlslerte Verkaufssteller
Fr. Rinner& Co., Darmstadt
Rheinstraße 30 UI.BlIn.13285) Tel. 2826
Importeur: Engleberts Deutscher Automobil- und Motoren-
handel
G. m. b. H., Berlin W30, Nollendorfstralle 2i

Wir suchen !
pertekte Schneiderinnen
(keine Anfängerinnen)
sowie geubte Pelzarbeiterinnen
D. Rehfeld & Co.
Darmstadt
Ludwigstr. 5
Größeres Werk in Oberamtsſtadt
Württembergs ſucht für ſofort durchaus
perfekte, jüngere
Stenotypiſtin
Damen m. gut (höherer) Schulbildg.,
die über praktiſche, kaufmänniſche Er=
fahrungen
und Sprachkenntniſſe ver=
fügen
, wollen Bewerbungen mit Le=
benslauf
u. Lichtbild unt. Aufgabe der
Gehaltsanſprüche einreichen unt. D66
an die Geſchäftsſtel e.
IV.15592

Geſucht zum 15. Okt.
treues, zuverl u. ſolid.
Alleinmädchen
(kinderlieb). Familien=
anſchluß
. Angeb. unt=
D 38 an d. Geſchäfts=
elle
ds. Bl. (*26656
für Samstag abend
ungefähr 3 Stunden
für Geſchäft zu putzen
(Metzgerei) geſucht.
Nur gut empfohlene
wollen ſich melden.
Schriftl. Angeb. unt.
D 40 an die Ge=
ſchäf
sſtelle. (*26658
Jüngeres
Mädchen
(Stütze), das koch. u.
büg. kann, zu baldig.
Eintr. geſ. (15622g1
Tiſchler
Rheinſtraße 2, I.
Fleißiges ehrliches

Aeiomädchen
geſucht. Angeb. unt. Näheres Hochſtr. 11,
D 44 Gſchſt. (15575

Junges Mädchen
jür leichte Hausarb
wöchentl. 2mal vor=
mittags
geſ. (*26772
Bismarckſtr 48, I.

Zum 1. November
Saub Frau od. Mädch.) ſuche ich wegen
Verheiratg. mei=
nes
jetzigen Mäd=
chens
ein in Küche
und Haus (15612
gewandtes
Mädchen
mit gut. Empfehl,
Frau Kommerzienrat
Louis Trier
Heinrichſtraße 45.
Aelteres,zuverläfſig.
Mädchen
welches kochen kann
und alle Hausarbeit
übernimmt, in klein.
Haushalt geſucht
b.4-6 Uhrnchm. (15633

1617jähriges
Mädchen
tagsüb. für kl. Haus=
halt
geſ. Vorzuſtellen
zwiſchen 1 u. 3 Uhr.
Näh. Geſchſt. (*26660
Ehrliches, ſauberes
Mädchen
v. frühmorgens bis
n. d. Spülen geſucht.
Frau Prof. Kloos,
Mathildemplatz 17.
(*26677)
Niun Mednäichen
das auch etwas büg.
und flicken kann, zum
1. Nov. geſucht. Vor=
zuſt
. Mont. u. Dienst.
zw 4u. 5 Hander, Eich=
bergſtr
. 16, pt. (*26682
Mittag= und
Abendtiſch
von 5095 Pfg.
vegetariſche u. Fleiſch=
kiiche

(3442
Reform=Reſtaurant /
Alexanderſtr. 4, I.

Es ſind wieder vier

Miet=Harmoniums
freigeworden; (15422a
Preiſe monatl. Mk. 6.-, 8.-, 10.-, 12.-
A. W. Zimmermann
Darmſtadt, Grafenſtr. 21, nächſt Rheinſtraße

Wohnungs-
Sdcnende
Die Wohnungsbau Hessen
e. G. m. b. H. erstellt
neuzeitl. Wohnungen
Interessenten wollen sich melden
Fuchsstr. 21, pt.
Telephon 4130. / 26248mg

Welche (Dr. 15505
Totlzwaren=Großhandlung
übellmmmt den Allein-Verkauf einer
Drib=e: Zigarettenfabrik unter ſehr günſt.
Belß ungen. Es handelt ſich um erſtklaſſ.
Mall4 un blendend. Aufmach. Der Allein=
veriſkenm
für eine Stadt od. klein. Bezirk
Abelſwam werden. In Betr kommen nur
erſtiſſsrmen, die über groß. Kundenkreis
verlſän und großen Abſatz haben. Es
kondſ alle Plätze in Heſen=Naſſau in
h Angeb. m. genauer Angabe des
Eykomm. Bez. und Ref. erbet unt.
BMT6 an Rudolf Mosse, Dresden

Eine Sage um den Kaffee

iger

MAc ſuch der Feinkoſtgeſchäfte für Heſſen

geſucht

mrmen nur Kräfte in Frage, welche
½ Erfolge auf dieſem Gebiete
mbeiſen haben. Angebote unte:
I gan die Geſchäftsſtelle. 15617

mitzi ugernd hohem Einkommen richten
wirlü eym ein, der übe: 50 verfügt
Rielſierhiſſatz, da erſtklaſſige Maſſenartikel.
Wiſemlähren: Feſten Büro uſchuß, Pro=
pagſey
munter lützung und Schreibmaſchine
r:. Man verlange Proſpekte von
Phlla nund med. Laboratorium, Wies=
baden
, Poſtfach 152. (II. St 15605

TV.4893

berichtet: Es war einmal ein Birfe, der selne Herde
in den Bergen Hrabiens weidete. Er klagte elnst
einem MNönch, daß die Ziegen seiner Gerde von
einer wunderlichen Krankheit besessen wären und
dle ganze Nacht umhersprängen, ohne Ruhe und
Schlaf zu finden.
Der Mönch war ein kluger MNann und hatte bald
herausgefunden, daß die Ziegen auf der Weide die
Blätter und die dunkelroten Früchte eines bisher
unbeachteten Strauches gefressen hatten. Er ließ
für sich selbst einen Crank brauen und fand, daß
er ohne Schlaf blieb, bis um die Morgenröte der
Gebetsruf erschallte.
Dem gehetzten Menschen der Segenwart ist Ruhe und
Schlaf unentbehrlich; er kann jedoch Bohnenkaffee
jederzeit unbedenklich zu sich nehmen, da es der
WWissenschaft gelungen ist, unserem Zahrhundert den
coffeinfreien Kaffee Gag zu schienken. Kaffee Hag
Ist das Ergebnis hochwertiger Plantagenzucht und
die Köstlichkeit seines Hromas 1st unübertroffen.

Kaffee Bag schont
Berz und Herpen

[ ][  ][ ]

R500
Nicht komm.,
dieſe Woche
Platz. (*26775)

Beamt Gr. 50
ſionsber., ev.,
30 er, wünſcht
ſpät. Heirat Ku
entſpr. Alt. aus
Fam mit an
Aeußern (kein
kopf) kennen zril
Gefl. Zuſchr. mi
u. Dar eg. d. Verzd
u. R. S 845 E.
(15c07)

Einzige Tocke
reichen Gutsbe‟
vornehme Erz.,
ſchön, chriſtl
Mitgrft 400 J54
Gutsbeſitz, m.
mit Herrn der:
Geſellſch. behur;
rat bekannt zru
den, der ſowok
VerrzEgen, all:
mich zu ſchätz.
Antr unt D. .

die Geſchſt. (1B1

Einwandfrei ud
solut diskret
das Problem deed
findens gelöst
unsere überau
breitete Orgsu
Große Erfolger
Gesuch übe-
reiche
Angt
Sonder-Abt. 17
beiraten. By
schrift A 6gee
sendung von

Der Bu
Lentrale HielE)
Zweigstellen Gi4
(12349/0

Frl., Ende 2004
wünſcht, da ſorn!
Gelegenheit,
Wege mit ſol..)
bekannt zu wae

ſpät. Hes

Ernſtgem. Am
ſind zu richtem
D 83 an diän
ſchäftsſtelle.
Einſiedler, 334

Spezial-Auslagen in der Marktpassage,

15419

wünſcht mit ſ
Fräulein zwer
Heirat oder 5
bekannt zu mru
Angebote m!
an die Gſchſt. 9

Teppiche und
Läuferſtoffe

große Vorteile!

Portieren=
Garnituren

mit (ämtlichen
Zutaten

Wer ſich raſch 42d
lich verheiraten
wende ſ. vertra d
an das beſtbe
Büro Schuck=
Darmſt., Stifd
Damen mit A=
f
. Beamte, 6 u ſ. w. 34
Ia Refer.

*
OM

beſonders billig!

wünsc-
Heiralverm.
reich. Auslän c
wiele Einheira 9
Herren a. ohn M
Ausk. sof. fL71
Stabrey, Ber/
Stolp schestras

ür wenig Geld

(1562
einen neuen Schuh in allen
modernen Farben durch mein
Spezial=Färbe=Spritzverfahren.
Schuhmacherei Heinrich Hübner
Telephon 3325.
Rheinſtraße 47.
Crépe=Gummibeſohlung gut und billig.

Sie finden größte Auswahl in:
Beleuchtungskörper
Heiz- und Kochapparate

Radio

Zubehör

Zahlungserleichterung

Staupsauger santliche Fabrikate USM.
Besuchen Sie unverbindlich meine Ausstellungs-Räume

wurde der
Parkett-Späneapparat Morrello D. R.P
Glänzend bewährt und begutachtet. Große Erſparnis
Zeit und Stahlſpänen. Der gediegene Apparat geſtaurit
Ihnen anſtelle der bisherigen mühſeligen Arbeit e
bequeme, leichte, ſchnelle und ſaubere Pflege Ik-7
Parkettböden. Kein Verletzen der Hände mer=
Muſterapparate kompl. pro Stück R. Mk. 17. W.
Nachnahme verſendet die Firma (I.15-
P. Bernards, Karlsruhe I. B., Passage. 9

Rührige Vertreter gesuch!

AUaUST WILK

Ausführung elektr. Licht-, Kraft- und Signal-Anlagen
IIuminationsbeleuchtung Oualitätsarbeit
Schützenstraße 7 (26771)
Telephon 596

Sonder-5Ar

auf Teilzahlung (6 Monate)

Beamte
Lehrer
Feſtangeſtellte
Handwerker

Herren= und Damen=Arm=

banduhren, Taſchen=Uhren,

mit und ohne Sprungdeckel,

in 1a Ausführungen

14. Rarat G0l0 und Silber.

Verkauf zu Original=Ladenpreiſen ohne jeden Auf=
ſchlag
und ein Jahr Garantie. Verlangen Sie noch
heute unverbindlichen Vertreterbeſuch oder Katalog.
Berufsang, erwünſcht. Ang. u. D 17 Geſchſt. (115506

Beachten Sie
unseren Stand

Das Wund

(bei Thereſe Neumann)
von Konnersreuth und

Lösung

beſchrieben in der Zeitſchrif
Der Familienarzt Verlag; Horntcl
Darmſtadt, Frankfurterſtraße
Preis 35 Pfg evtl. Briefma ker=
in
Buchhandlungen zu haber!
Akquiſiteure hoher Verdicl

auf der Handelsschau
Festhalle, Westseite

15537egi

Andere Beleuchtgs.=
Körper. Lampen=
ſchirme
u. ſämtlich.
Zubehör z. Selbſt=
anfert
. billig

Parkettböden

repariert und
reinigt
Gebrüder Lang
Mühlſtraße 26 (13403a) Telephon 1433

Alte Waffen,
Gewehre uſw., zu
verkaufen. (*26697
Näheres Geſchäftsſt.

Müller & Ober Rheinstrade 39
Fahrräder
Automobile
Schreibmaschinen

A. Retz

Beit
Fede

Spezialgeſchäft für
Lampenſch. =Bedarf,
Beſſungerſtr. 9
Linie 3
Hermannſtr. (15195a

Dampfreinigung u. desinſizieh
Reichhaltiges Lager in Bettfene.
Daunen,Barchente, Inletzu Drc
L. Menger, Darmstac
Bismarckſtr. 58 13107a) Tel A0

KOHLENSPARUEREIN
DARMIMTAO Verein un
Büro: Viktoriastraße 94- Telephon 1399
L ager: Güterbahnhof Darmst-

rechtsfähis
as s2

KOMER •NOK8

BRIKgTTT•AOZ

Einzahlungen und Bestellungen sowie Anmeldungen werden auch bei

der Hiessischen Beamtenbank, Rheinstraße 33½, entgegengenammen

[ ][  ][ ]

19
r
Ih

hu Sorgenträger des Handwerks
und des Einzelhandels.

Foſtt im Siechenhaus. In einere Baracke
ddk ngen Siechenhauſes gerieten zwei Inſaſſen in
SIFt.*Der 31 Jahre alte Friſeur Ernſt Clauſius
geuit erſrg ſöabei eine Schere und verſetzte dem 30 Jahre
gem alſſt X8ilhelm Jetemann mehrere Stiche, an deren
* Fiſarer bald darauf ſtarb. Auch Clauſius iſt ſchwer
veſkrt worden und mußte einer Operation unter=
zolkzmerden
. Die Umſtände, die zu der Tat führten,
ge Fo)ſnn, noch nicht feſtgeſtellt werden, da Clauſius
nol iet vernehmungsfähig iſt. Die Kartof=
felke
ieferung. Mit Rückſicht auf den ſtarken
Roſrfulleingang und etwaige Froſtgefahr ſind die
Frſäuater Güterabfertigungen (Haupt=, Oſt= und
äulen Sillahlhof, Bonames, Niederrad und Rödelheim)
eirat andſger en worden, Kartoffelſendungen auch an Sonn=
m
ſun evertagen, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vor=
müſſrs
, auszuhändigen. Wagenladungen werden bei
die Xdeikwannten Abfertigungen und auch auf dem
rſit Boſkof: Frankfurt a. M.=Weſt in der gleichen Zeit
ver inuſſrrm ausgeliefert, wenn die polizeiliche Erlaub=
misllärr
! Abfuhr nachgewieſen wird. Die Maßnahme
fro eckri ſitn Sonntag, den 9. Oktober, in Kraft und ſoll
Sislk ſihließlich 13. November in Kraft bleiben.
nmßiſſäſ hlungsſchwierigkeiten. Die von
amtt relkö -kſchaftlichen Kreiſen im Jahre 1920 gegrün=
ſetlwqrhütte
, G. m. b. H., befindet ſich in Zah=
hurwhwierigkeiten
und hat bei dem Amtsgericht
ſenſſrtrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens
AursFeftlk. Es wird den Gläubigern ein Angebot von
10 znt gemacht. Kommt der Vergleich nicht zu=

Miniſterialrat Schindler.
GLTeußiſchen Miniſterium für Handel und Ge=
ſ
ſind mit Wirkung vom 1. Oktober an die
AEegenheiten des Handwerks, der Gewerbeför=
Fdibeg, des Genoſſenſchaftsweſens und des Einzel=
al
! zu einer beſonderen Unterabteilung zuſam=
beisaßt
worden. Die Leitung dieſer Unterabtei=
MAt dem Miniſterialrat Schindler übertragen
worden. 1
Frankfurter Chronik.
kitder Schere erſtochen. Ein Tot=

karys /o iſt der Konkurs unvermeidlich. Mit
5Macren auf der Anklagebank. Ein
eHöllN M beſtrafter 75jähriger Mann wurde in nicht=
öffelſicher
Sitzung wegen Sittlichkeitsverbrechens zu
ſechlſrmaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte
Shatſeih an einem zehnjährigen Mädchen vergangen.
Vilſeinenbahnwagen führerlos abwärts gerollt.
/EiHgnnartiger Eiſenbahnunfall. 40 Perſonen
verletzt.
9I
ei lin. Auf der Station Bad Thal der Ruh=
ſaeyſrehenbahn
ereignete ſich ein eigenartiger Un=
bülßll
Beim Rangieren gerieten vier von der
Malſne abgekuppelte beſetzte Perſonenwagen auf
der /hſchüſſigen Strecke ins Rollen und ſtießen
hab)ſeuſ Güterwagen und dann auf einen Prellbock
zuf.)ſ urch den Anprall wurden die 40 Paſſa=
Kieſſe mon ihren Sitzen geſchleudert und faſt aus=
nahlſss
werletzt. Die Verletzungen ſind zum Glück
ſgrö/ſstel:ls nur leichter Art. Ein größeres Unheil
wurſſ-haSurch vermieden, daß der Zugführer auf die
Jahrſren Wagen ſprang und durch Bremſen den
EAng/4 mmilderte.

Kr. Erfinder der Radioröhre
in Berlin.
Ts ſobe Studienreiſe eines großen amerika=
niſchen
Gelehrten.

Lee de Foreſt,
kihmmte amerikaniſche Erfinder iſt in Berlin
eing teffenn. Er hat die meiſten Patente für draht=
ſoſemleohonie
und Telegraphie erfunden. Im
Wunn )ner Rundfunkbaſtler führt de Foreſt den
Koſenamen Papa drahtlos.

Blick auf den Braunſchweiger Burgplatz während der Löwenhuldigung.
Der Leiter des Braunſchweiger Preſſeamts, Dr. Wiebe, hat dem Wahrzeichen der Stadt, dem
Bronzelöwen Heinrichs des Löwen, eine Huldigung durch lebende Artgenoſſen aus dem Zirkus
Sarraſſani darbringen laſſen.

Seltſame Oenkmäler.

Dem Andenken von 100 000 Toten.

Das Erdbeben=Denkmal
im Garten des Denſoin=Tempels in Tokio iſt zur
Erinnerung an das vor zwei Jahren erfolgte Erd=
beben
und die 100 000 Opfer desſelben errichtet wor=
den
. Die Enthüllung hat kürzlich ſtattgefunden.

Eröffnung der Raumkunſt=Ausſtellung.
* Wiesbaden. Donnerstag mittag fand im
Paulinenſchlößchen die Eröffnung der Raumkunſtaus=
ſtellung
von Prof. Dr. Karl Pullich, mit der
gleichzeitig eine ſolche der Handwerker= und Kunſt=
gewerbeſchule
Wiesbaden verbunden wurde, durch
Oberbürgermeiſter Travers ſtatt. Sie iſt die erſte
Ausſtellung ihrer Art in Wiesbaden und wird bis
zum 28. d. M. geöffnet ſein. Sie genießt den Vor=
zug
, daß in zwei von einander getrennten Abtei=
lungen
Werke der Lehrer und Schüler gezeigt wer=
den
, wodurch der Einfluß des Lehrers auf die Ent=
wicklung
des Talents des Schülers veranſchaulicht
wird. Prof. Pullich, deſſen Ausſtellung ſchon in
Stuttgart zu ſehen war, führte in ſeinen an den
Oberbürgermeiſter gerichteten Dankesworten aus, daß
Wiesbaden hinſichtlich der Raumkunſt ſeither etwas
in den Hintergrund getreten ſei, daß es ſich aber
erfreulicherweiſe jetzt auf dem Wege der Neuorien=
tierung
befände.
Der Käfertaler Mörder.
WSN. Mannheim. Der Täter iſt 26 Jahre
alt, hat keinen Beruf erlernt, ſondern war meiſtens
als Gelegenheitsarbeiter beſchäftigt. Er wohnte in
der Waldhofſtraße und wird als ein mittelgroßer,
junger Mann mit athletiſchen Kräften geſchildert.
Auf dem Tanzboden galt Fred, wie er ſich gern
nennen ließ, als flotter Tänzer, und im Tanzſaale
ſoll es auch geweſen ſein, wo das unglückliche
Mädchen den Kettner kennen gelernt hatte. Es wird
behauptet, daß die erſchoſſene Kontoriſtin. Anna
Becker, die vier Jahre in einem hieſigen Möbelge=
ſchäft
tätig geweſen iſt und ſich ſowohl ſeitens der
Geſchäftsleitung, wie bei der Kundſchaft großer Be=
liebtheit
erfreute, von dem Kettner, der ſich ihr auf=
drängte
, nichts wiſſen wollte. Der am Tatort vorge=
fundene
Schirm der Erſchoſſenen, bei dem der Hand=
griff
abgebrochen war, und andere Umſtände laſſen
darauf ſchließen, daß ein Kampf zwiſchen den Beiden
ſtattgefunden hat. Nach den bisherigen Ermittlungen
dürfte feſtſtehen, daß Kettner drei oder vier Schüſſe
auf ſein Opfer abgegeben hat, die den ſofortigen Tod
des Mädchens herbeiführten. Man geht wohl nicht
fehl, daß es ſich bei dieſem Verbrechen um einen Akt
verſchmähter Liebe handelt. Friedrich Kettner wird
alsbald von Saarbrücken nach Mannheim überführt
werden.
Zum Käfertaler Verbrechen.
Mannheim. Der Arbeiter Friedrich Kett=
ner
iſt am Freitag, ſpät abends, unter ſtarker poli=
zeilicher
Bewachung, aus Saarbrücken in das hieſige
Unterſuchungsgefängnis eingeliefert worden. Die nun
einzuleitende Unterſuchung wird die näheren Um=
ſtände
der nächtlichen grauſigen Tat ergeben.

Die Dampfmaſchine als Denkmal.

Ein Denkmal der Technik.

Das Borſig=Werk in Tegel hat auf ſeinem Fabrikhof
zwei eigenartige Denkmäler in Geſtalt von zwei alten
Dampfmaſchinen aufgeſtellt. Unſer Bild zeigt die eine
53 Jahre lang in Betrieb geweſene, von Borſig fabri=
zierte
und nun als Andenken zurückgekaufte Maſchine.

Wartburgfeſt der Deutſchen Burſchenſchaft 1927.
Da es im Kriege unmöglich war, die 100. Wie=
derkehr
des Wartburgfeſtes von 1817 zu feiern, begeht
die Deutſche Burſchenſchaft am 16. und 18. Oktober
dieſes Jahres in Eiſenach feierlich die 110. Wieder=
kehr
dieſes Tages. Um den Zuſammenhang der über=
zeugungen
mit der alten Burſchenſchaft deutlich auch
äußerlich zum Ausdruck zu bringen, wird ſich ein Teil
der Teilnehmer zu Faß auf einer Sternwanderung
nach Eiſenach begeben, ſo daß vom 10. Oktober an
zahlreiche Burſchenſchafter in Farben das deutſche
Land durchziehen werden. Für das Feſt ſind folgende
Veranſtaltungen vorgeſehen: Sonntag, den 16. Okt.
1927: 8 Uhr: Feſtgottesdienſt in der St. Georgen=
kirche
; 9 Uhr: Feſtzug zur Wartburg; 10 Uhr: Ge=
dächtnisfeier
im Hofe der Wartburg; 15.30 Uhr: Ab=
marſch
vom Marktplatz aus zum Burſchenſchaftsdenk=
mal
; 16.30 Uhr: Gefallenengedenkfeier am Burſchen=
ſchaftsdenkmal
; 17.30 Uhr: Rückmarſch zur Stadt;
20.00 Uhr: Feſtkommers mit Landesvater im Für=
ſtenhof
und in der Erholung. Dienstag, den
18. Oktober 1927: 20.00 Uhr: Feſtakt im Stadt=
theater
zu Eiſenach, gegeben von der Stadt Eiſenach.
Die Grundſteinlegung des Deutſchen Hygiene=
Muſeums.
Dresden. Im Anſchluß an die Feſtſitzung im
neuen Rathaus fand geſtern um 1 Uhr auf dem Bau=
platz
im Park der ehemaligen Sekundogenitus der
feierliche Akt der Grundſteinlegung des Deutſchen
Hygienemuſeums ſtatt. Nach einem Vorſpruch von
Prof. Ottomar Enking wurde die Kapſel mit der
unterſchriebenen Grundſteinlegungs=Urkunde einge=
mauert
. Miniſterpräſident Heldt führte die erſten
drei Hammerſchläge mit folgendem Begleitſpruch aus:
Das große Werk, zu dem wir heute den Grundſtein
legen, ruft jedem Deutſchen zu: Erkenne den Wert
eines geſunden und kräftigen Körpers! Arbeite ſelbſt
an deiner Geſundheit! Werde dadurch kräftig und
ſtark, damit das deutſche Volk befähigt bleibe, zu
neuer Größe wieder aufzuſteigen und ſeine hohen ge=
ſchichtlichen
Aufgaben zu erfüllen! Es folgte Reichs=
innenminiſter
Dr. v. Keudell mit den Worten:
Dem Gedächtnis Lingners, Segen der Arbeit dieſer
Stätte der Geſundung des deutſchen Volkes! Weitere
Hammerſchläge führten aus: Reichstagsabg. Profeſſor
Schreiber, Exz. Geheimrat Oskar b. Miller, Miniſte=
rialdirektor
Dr. Brecht im Namen des Reichsrats,
Landtagspräſident Schwarz namens des Sächſiſchen
Landtags, und andere
Von einer einſtürzenden Mauer erſchlagen.
Augsburg. In dem ſchwäbiſchen Dorf Wit=
tislingen
an der Donau ſtürzte bei Bauarbeiten eine
Mauer ein und begrub die Arbeitenden unter ſich.
Zwei Landwirte wurden getötet, ein dritter
ſchwer verletzt.

Geite 13
Verzögerung des Abflugs
von Liſſabon.
Berlin. Nach einem am Samstag vormittag
bei den Junkerswerken eingegangenen Telegramm,
dürfte ſich der Start der Junkersmaſchine D 1230
von Liſſabon um mindeſtens zwei Tage ver=
zögern
, da die Wetterverhältniſſe in
dieſem Teil des Atlantik gegenwärtig außeror=
dentlich
ungünſtig ſind. Zu dem genannten
Zeitpunkt dürfte eine Beſſerung der Witterung ein=
treten
.
Die Startvorbereitungen der D 1230.
Liſſabon. Die Wiederinſtandſetzung der
Motoren und die Wiederauffüllung der Betriebsſtoff=
vorräte
der D 1230 iſt beendet. Mit der Geſellſchaft
Radio Marconi und der Funkſtation Monſanto ſind
Vereinbarungen über den Nachrichtenaustauſch wäh=
rend
des Fluges nach Amerika getroffen worden. Das
Flugzeug iſt gegenwärtig das Ziel eines zahlreichen
Publikums, das ſich für die Vorbereitungen zum
Start intereſſiert.
Empfänge zu Ehren der deutſchen Flieger
in Liſſabon.
Liſſabon. Die deutſchen Flieger wurden am
Freitag auf der deutſchen Geſandtſchaft empfangen,
und ſie ſtatteten ſodann dem Staatsoberhaupt, Ge=
neral
Carmona, einen Beſuch ab. Freitag nach=
mittag
wurde von dem Chef des Marineflugweſens
und den portugieſiſchen Fliegeroffizieren für ſie ein
Empfang veranſtaltet.
Könnecke in Basra.
Bagdad. Der Flieger Könnecke iſt Freitag,
6 Uhr früh, in Bagdad geſtartet und um 9.45 Uhr
vormittags in Basra gelandet.
Mord und Selbſtmord des Schriftſtellers
George Scheffauer.
Berlin. Der Schriftſteller George Scheff=
auer
hat Freitag nachmittag in ſeiner Wohnung in
Schmargendorf ſeine 28 Jahre alte Privatſekretärin
Katharina Mayer aus Schöneberg durch Meſſer=
ſtiche
getötet. Dann brachte ſich Scheffauer
mehrere Stiche in die Bruſt bei, durchſchnitt ſich die
Pulsadern und ſtürzte ſich aus der im vierten Stock
gelegenen Wohnung in den Hof. Schwer verletzt
wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er bald
verſchied. Nach den Morgenblättern iſt die un=
ſelige
Tat des beſonders durch ſein Buch Wenn ich
Deutſcher wäre weiteſten Kreiſen bekannt gewor=
denen
Schriftſtellers George Scheffauer wahrſcheinlich
auf nervöſe Ueberreiztheit zurückzuführen, da ein
anderer Beweggrund vollkommen fehle. Scheffauer
iſt 1878 in San Franzisko geboren und ſtammt von
deutſchen Einwanderern. Im Jahre 1915 kam er
nach Deutſchland. Während des Krieges ſowohl, als
auch nach ihm war er bemüht, im deutſchen Intereſſe
aufklärend in Amerika zu wirken. In den Büchern
Das Land Gottes und Das geiſtige Geſicht Ame=
rikas
legte er nieder, wie er über Deutſchland dachte.
Eine entführte Siebenjährige gefunden.
Berlin. Die ſiebenjährige Roſemarie Illig,
das Töchterchen des Kaufmanns Dr. Illig in Berlin=
Halenſee, das im März vorigen Jahres von ſeiner
Großmutter und ſeinen Tanten entführt worden war,
iſt, wie die Voſſ. Ztg. erfährt, in dieſer Woche in
einem Kloſter in Oeſterreich, wo es verſteckt gehalten
wurde, ermittelt worden. Das Kind, das durch Ge=
richtsbeſchluß
bis zur endgültigen Entſcheidung an
einem neutralen Ort untergebracht werden ſoll, be=
findet
ſich ſeit Donnerstag in einem Kinderheim in
Hermsdorf bei Berlin.
Miß Gleice durchſchwimmt
den Kanal.
London. Miß Mercedes Gleice iſt e3
bei ihrem achten Verſuch gelungen, den
Kanal zu durchſchwimmen. Sie ſtartete um
2.55 Uhr vormittags bei Gris Nez und erreichte die
engliſche Küſte in der Nähe von Northforeland um
18.10 Uhr, war alſo 15,15 Stunden im Waſſer. Als
ſie an Land ging, brach ſie zuſammen, konnte aber
noch ſagen: Gott ſei Dank, ich bin noch bei Be=
ſinnung
. Sie wurde darauf an Bord eines Fiſcher=
bootes
nach Folkeſtone gebracht und in einem Hotel
untergebracht. Während der ganzen Zeit des Durch=
ſchwimmens
des Kanals herrſchte dichter Nebel, die
Temperatur des Waſſers war 15 Grad. Die Leiſtung
muß alſo als eine ganz außergewöhnliche angeſehen
werden und ſtellt in dieſer Hinſicht, für dieſen Zeit=
punkt
zweifellos einen Rekord dar.
Die Ozeanfliegerin Lilly Dillenz.
Tochter eines Malers und einer Tänzerin;
ſie ſelbſt Schauſpielerin.

Die Wiener Schauſpielerin Lilly Dillenz
fliegt als Paſſagier der Junkers=Maſchine D 1230
von Norderney über Liſſabon, die Azoren und Neu=
fundland
nach New York. Die 30jährige Künſtlerin
iſt eine Tochter des bekannten Wiener Malers Prof.
Hollitzer und der einſt berühmten Tänzerin Gertrud
Barriſon.

[ ][  ][ ]

Nummer 280

Sonntag, den 9. Oktober

Die rücbgängigem Forderungen von den überſeeiſchen Märkten ver=
mochten
die Kaufneigung nicht anzuregen, weil zugleich Meldungen vor=
lagen
, wonach man jetzt die kanadiſche Ernte höher annimmt als die
letzte auf 423 Millionen Buſhels lautende amtliche Schätzung. Auch die
plötzliche Diskonterhöhung und die Feiertage beeinträchtigtm das Ge=
ſchäft
. Ausländiſcher Weizen wurde an der Mannheimer Börſe, je nach
Beſchaffenheit und Herkunft, mit 29,5031,00 RM., waggonfrei Mann=
heim
, die 100 Kilo gehandelt. Für inländiſchen Weizen trat etwas
mehr Angebot auf, wobei, ja nach Beſchaffenheit, frei ſüddeutſcher
Mühlenſtation, 25,5027,00 RM. die 100 Kilo gefordert wurden, ohne
daß es zu größeren Umſätzen kam. Für Inlands=Roggen lag das Ge=
ſchäft
gleichfalls ſehr ruhig, gefordert wurden 24,5025,50 RM. frei
ſüddeutſcher Station, doch mußte die Ware mehrfach wegim zu großer
Feuchtigkeit beanſtandet werden. Auslandsroggen war mit 25,0025,50
RM. zu haben. Am Cerſtenmarkt trat diesmal auch Angebot ſüd=
hadiſcher
Produktionsgebiete auf. Die angebotene Ware wurde nach
Oberbaden und dem ſüdlichen Württemb=ag zu etwa 26,25Z7,00 RM.
weiterverkauft. Vorderpfälziſche Ausſtichqualitäten, die das Hauptinter=
eſſe
auf ſich ziehen, gingen zu 29,2530,50 RM., mittlere pfälziſche Sor=
ten
zu 2728,75 RM., rheinheſſiſche Braugerſten ab Station zu 26,25
bis 28,50 RM. und fränkiſche zu 26,5027,00 RM. um. Futtergerſte, für
prompte Lieferung, koſtete waggonfrei Mannheim 23,0024,50 RM.
Das oberbadiſche Angebot erklärte man ſich mit der Abſicht der Schweiz,
zu dem beſtehenden Zoll von 0,60 Fr. (1 ſchweizer Franc 0,81005 RM.)
einen Zuſchlag von 10,50 Fr. ober von 8,85 Fr. zu erheben. Innlän=
diſcher
Hafer wurde aus der Taubergegend angeboten. Es wurden
dafür, ebenſo wie für badiſchen Hafer, bei prompter Lieferung 22,50 RM.
die 100 Kilo gefordert für Hafer von der Tauber ab Station, für ſolchen
aus Untenbaden waggonfrei Mannheim. Der Maismarkt konnte einige
Nachfrage für Brennereizwvecke verzeichnen, lag ſonſt aber ruhig, weil
die Stimmung von den neueſten hohen amerikaniſchen Schätzungen be=
einflußt
wurde. Man handelte La=Plata=Mais zu 19,2519,50 RM. und
den in der Qualität recht gut ausgefallenen Cinquantin=Mais mit
20,5020,75 RM. die 100 Kilo einſchließlich Sack.
Im Mehlgeſchäft vermochte die von den Mühlen gegenüber der
Vorwoche vorgenommene Preisermäßigung um 0,50 RM. für die 100
Kilo Weizenmehl, Spezial 0, auf 39,00 RM. eine Anregung nicht aus=
zuüben
, zumal die zweite Hand bereits zu 38,75 RM. im Markte war.
Für Roggenmehl iſt das norddeutſche Angebot ſtärker geworden, das für
65prozentige Ausmahlung auf 34,00 RM. frei Mannheim lautet. 70 pro=
zentiges
norddeutſches Roggenmehl koſtete 33,75 RM., badiſch=pfälziſches
Roggenmehl in 60prozentiger Ausmahlung, je nach der Beſchaffenheit,
35,0036,00 RM., in 70prozentiger Ausmahlung 34,5035,50 RM.
Der Futtermittelmarkt blieb, abgeſehen von ölhaltigen Artikeln, auf=
nahmeluſtig
. Verlangt wurden für die 100 Kilo Weizennachmehl.
24,00 RM., Futtermehl 17,00 RM., Kleie 12,7513,50 RM., Roggen=
kleie
14,0014,25 RM., Malzkeime und Biertreber 16,0017,00 RM.
frei Mannheim, Erdnußkuchen 22,5022,75 RM., Leinhuchen 22,00 bis
22,40 RM. und Palmkuchen 17,0017,25 RM. ab Stationen. Rauh=
futter
ruhig bei kleinen Umſätzen.
Für Hopfen in Ia Ware erhielt ſich feſte Stimmung, die in eimm
Vorrücken der Qualitäten Ausdruck findet. Man verlangt heute für
badiſchen Hopfim im Originalzuſtand, erſte Koſten ab Produktionsplatz,
in prima grüner Qualität 220220 RM., Mittelqualität 170200 RM.
geringe Qualität, je nach Farbe, 100140 RM. pro Zentner, für würt=
tembergiſchen
Hopfen ab Produktionsgebiet Tettnang. Rottenburg,
Herrenberg je nach Farbe und Qualitär 109250 RM., für pfälziſchen
Hopfen desgleichen, für elſäſſiſchem Hopfen aus Hagenau=Brumath un=
verzollt
6001400 franz. Fr. In den elſäſſigen Hopfengebieten voll=
zogen
ſich Verkäufe größerer Poſten nach England.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. Für die neuen Tabake
am Dach wäre wärmeres Wetter dringemd ermüinſcht, weil ſonſt zuviel
faule Ware entſteht und hochfarbige Tabake braune Färbung annehmen.
Der Grumpeneinkauf blieb unentwickelt. Die Produzenten wollen zu
dem je nach Beſchaffenheit angebotenen Preis von 2545 MM. ihre
Ware nicht abgeben. Die Nachfrage nach 1926er Tabak hält an und die
Gemeinde Seckenheint=Mannheim hat faſt alle dort lagernden Tabake
des Jahrgangs 1926 verkauft. Der Rippenmarkt exfuhr keine Ver=
änderung
.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 8. Oktober.
Vorbörslich war die Stimmung etwgs freundlicher, da die geſtrigen
Verhandlungen im Reichskabinett über die Neuregelung der Anleihe=
politik
die Ueberzeugung der beteiligten Kreiſe erkennen ließen, daß
die Aufnahme weiterer Auslandsanleihen notwendig und wünſchenswert
ſei. Zum offiziellen Beginn wurde die Haltung jedoch unſicher und
luſtlos. Die Tatſache, daß das Publikum dem Geſchäft immer noch faſt
vollkommen fernbleibt, verſtimmte, dann mahnten die Verſchärfungen
des ſüdſlawiſch=bulgariſchen Konfliktes zur Vorſicht. Es kam deshalb
zu den erſten Kurſen verſchiedentlich Material heraus, das nur wider=
ſtrßend
aufgenommen wurde. Kursſtützend wirkte der Abſchluß der
10=Millionen=Dollaranleihe der Landesbanken=Zemtrale und die Be=
ſtätigung
der Meldungen von den Anleiheverhandlungen der Commerz=
hank
. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe waren die Kursverdrängun=
gen
minimal, doch überwogen die geringen Kursbeſſerungen bis zu
1 Prozent. Commerzbank, die auf die Anleiheverhandlungen an der
Abendhörſe ſtark geſteigert, lagen auf Realiſationen 3 Prozent ſchwächer.
Auch in J. G. Farben überwog das Angebot (minus 18 Prozent).
Zellſtoff Waldhof konnten dagegen 1½ Prozent anziehen. Für Svenska=

aktien erhielt ſich im Freiverkehr größeres Inter ſſe bei einem Kurs
von 421. Am Anleihemarkt konnte ſich Ablöſungsſchuld erholen. Tür=
ken
waren weiter etwas geſucht.
Im Verlaufe ſtagniete das ohnehin kleine Samstagsgeſchäft faſt
vollkommen. Die Kurſe erfuhren nur geringfügige Veranderungen.
J. G. Farben wurden vernachläſſigt, da man das Ergebnis der heutigen
Aufſichtsratsſitzung abwartet. Nur Spenska waren weiter verlangt und
bis 428. geſteigert. Die Geldmarktlage iſt unverändert. Tägliches
Geld 7 Prozent. Am Deviſenmarkt nannte man bei kleinen Umſätzen
Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfunde 20,413, London=Paris 124,02,
Mailand 89 /s, Madrid 97,93.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 8. Oktober.
Der heutige Wochenſchluß hatte unter größter Geſchäftsſtille zu leiden.
Der Vormittagsverkehr hatte nur geringe Veränderungen gebracht. Die
Grundſtimmung war aber im Anſchluß an die geſtrige Frankfurter
Abendbörſe und das Ergebnis des Kabinettsrates betreffs der Anleihe=
politik
eher freundlicher. Zum offiziellen Beginn beſchränkte ſich das
Intereſſe der Börſe jedoch wieder nur auf Spezialwerte, während die
übrigen Märkte bei Abſchlägen von zirka 1 Prozent ſehr ruhig lagen.
Hoffnungen auf eine Kapitalserhöhung regten den Markt zum Schluß an.
In Spenska machte die Steigerung der letzten Tage unter Beteiligung
der Spekulation weitere Fortſchritte. Schon geſtern abend 420 Mark ge=
handelt
, eröffnete ſie mit 423, um im Verlaufe bei großen Umſätzen bis
auf 430 zu ſteigen. Dagegen enrtäuſchte die Begebung der Komierz=
bankaktien
, in denen ſich geſtern abend lebhaftes Geſchäft entwickelt hatte
Auch Farben blieben vernachläſſigt und eher ſchwächer, die Spekulation
will anſcheinend erſt das Communigug über die heutige Aufſichtsrats=
ſitzung
abwarten, Außer einer Hprozentigen Steigerung der Schubert=
Walzwerkaktien und, einer Hprozentigen Abſchwächung des Maximilian=
hütte
ſind keine größeren Bewegungen erwähnenswert. Im Verlaufe
bröckelten die Kurſe bei kleinſtem Geſchäft überwiegend bis zu 1 Prozent
ab, nur Spritwerte und Spenska bleiben feſter. Anleihen etwas feſter.
Ausländer geſchäftslos. Der Pfandbriefmarkt war ebenſo ruhig und kaum
verändert. Deviſen waren im Hinblick auf die kommenden Auslands=
anleihen
ſtark angeboten. Das Pfund wpar ſehr feſt und erzielte gegen den
Dollar einen neuenHöchſtkurs. Am Geldmarkte gaben die Sätze für Tages=
geld
mit 6¾8 Prozent etwas nach, im übrigen traten kaum Ver=
änderungen
ein.
Privatdiskont lange Sicht 6‟/,%, kurze Sicht Iſ,%: An der Nach=
börſe
drückte die Stagnation auf die Kurſe, die infolgedeſſen nach dem
ſchwächeren amtlichen Schluß keine Erholung zeigten. Klöckner lagen mit
157,5 widerſtandsfähig, da Dividendengerüchte in Höhe von 7 Prozent
und Angaben über angebliche Kapitalerhöhungsabſichten umliefen. Die
Aufſichtsratsſitzung ſei auf den kommenden Montag verſchoben. Schult=
heiß
ſchwankend, zuletzt 435. Die Dividendenſchätzungen lauteten heute auf
18 Prozent. Die Kapitalerhöhungsgerüchte werden für unrichtig ge=
halten
. Spenska Tändſticks gingen mit 430,5 in ſehr feſter Haltung aus
dem Verkehr. Es fanden größere Käufe der Londoner Abitrage ſtatt.
Außerdem wollte man wiſſen, daß der Schwedentruſt Verhandlungen
wegen eines Erwerbes des franzöſiſchen Zündholzmonopols führe.
Ver. Glanzſtoff ſchwach 648, Bemberg 523, J. G. Farbeninduſtrie
295,75 wenig beachtet, da entgegen den Erwartungen der Börſe eine
Neuemiſſion in der heutigen Verwaltungsratsſitzung nicht beſchloſſen
wurde. Weiter notierten zuletzt Siemens 293, A. E. G. 184, Gesfürel 314,5,
Hapag 148,5, Nordd. Lloyd 150,5, Neubeſitzanleihe 16,25.
7. 10 8. 10
Aſchaffenb. Zellſtof!
196. 1194.25 bemoor=Zement. . . /233.5 (233.5
Augsb. Nürnb. Maſch. /136 5 135.5 1Hirſch Lupfer.
108.
Bamag=Meguin",
43.5 40.5 lHöſch Eiſen.
177.
177.
Berlin el. W..
Hohenlohe Wer
21.25 20.90
BerlinKarlsruheInd. / 70.5 69. (Kahla Borzellan
101.25 102.25
Braunkohl.=Briketts. / 189,5 189.5 Lindes Eismaſch
1154.5 1154
Bremer Vulkan.
154. 1155. Lingel Schuh.
79.
Bremer Wolle..
193. 1193. Linke u. Hofman
Teutſch.=Atlan i. Tel. /111.- 1110. f2. Loewe u. 4
285. 1283.
Teutſche Maſchinen. / 85. 84. K. Lorenz.
125.- 1120.
Deutſch.=Nied. Tel..
MNiederlauſitzer
165. 1165 25
Teutſche Erdöl. . .. . /146.5 1146. MNordd. Gumm
Teutſche Petroleum. / 85. 84. Orenſtein.
132.
131
Dt. Kaliwerke.
Rathgeber Wage
Tonnersmarckhütte /119.5
Rombacher Hütte
Tynamit Nobel
142.5 1415 Roſitzer Zucker
83.75
Elektr. Lieferung
185. 185. Nütgerswerke
92.
R
J. G. Farben
298. 1295.5 Sachſenwerk.
122. 1121.75
R. Friſter.
106. 1105. Sächſ. Gußſtahl.
150.25 150.25
Gaggenau Vorz
50.5 51. Siemens Glas.
162. 1161.
Eelſenk. Berg.
Ver. Lauſitzer Gl
124. 126.25
G. f. elektr. Untern. 1314 1314.,875/Volkſtedter Porzell. / 49
48.
Halle Maſchinen..
160. 160 Weſtf. C. Langendreer
Han. Maſch. Egeſt.
107.5 1105.5 WittenerGußſtahl.
f0.
49.5
1223.5
Hanſa=Dampfſchf.
Wanderer Werke. . . . 1240.5
240.

Deviſenmarkt.

Selſing ſors.
Wien...
Prag.....
Budapeſt",
Sofia ..
Holland..
Lslo ......"
Hopenhagen..
Stodholm. .
London. . . ..
uenos Aires.
New York.
Belgien...."

7. 10. 8 10. Geld Brie Geld Brief 10.552 10.58 10.55710.577 59.145 59.265 59.11 ſ59.23 Paris. 12.421 12.441 12.412 12.43. 73.31/ 73.45 73.30/ 73.441 3.030/ 3.036 3.03c 3.036/ 168.05 168.39 167.96 168.30 110.42 110.64 110.49 110.711. 112.31 112.5. 112.29 112.51 112.81113.0: 112.75 1129 20.405 20.445 20.397 20.43: 1.781/ 1.795 1.780/ 1.79 4.1915/4 1995 4. 1885 1.196: 58.375,58.495 58.34 58.46

Danzig.

7. 10. Geld Brie 22.92 22.963 16.45 16.49 180 ,79 80.951 73.07 73.26 81.32/ 81.481 1.95 1.954 0.500: 0.502 7.380/ 7.392 20.58 20.66 5.544 5.557 2. 233 2.23 4.195 4.20

8. 10
Geld / Brief
22.90/ 22.94
16.445 16.485
0.76 180.92
72.96/ 73 10
81.31/ 81.47
1 9551 1.959
0.5003/0.5025
7.383/ 7.397
20.68/ 20,72
5.5441 5.556
2.2351 2.239
4.1931 4.201
4.226 4.230/ 4.226/ 4.234

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 5. Oktober und im Monats=
burchſchnitt
September 1927. Die auf den Stichtag des 5. Oktober be=
rechnete
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamts war mit
139,8 gegenüber der Vorwoche (139,9) nahezu unverändert. Im
Monatsdurchſchnitt September 1927 ſtellte ſich die Geſamtindexziffer
auf 139,7. Sie hat damit gegenüber dem Vormonat (137,9) um
1,3 v. H. angezogen.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 25. September bis 1. Oktober im Ruhrgebiet
in ſechs Arbeitstagen 2208491 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 215061
Tonnen in der vorhergehenden Woche in ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die
Kokserzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den
Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 541 243 Tonnen gegen
533820 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung
auf 61121 Tonnen gegen 62427 Tonnen in je ſechs Arbeitstagen. Die
arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom September bis
1. Oktober 368 082 Tonnen gegen 369177 Tonnen in der vorhergehenden
Woche, die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 77320 Tonnen (76260
Tonnen), die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 10 187 Tonnen
(10405 Tonnen). Die Zahl der wegen Abſatzmangels eingelegten Feier=
ſchichten
ſtellte ſich auf 75 941 (arbeitstäglich 12657) gegen 46 286 (7714
in der vorhergehenden Woche.
Tagung der deutſchen Eiſenhändler. Zahlreiche Vertreter bedeuten
der Eifenhandelsfirmen nehmen an der zurzeit in Frankfurt a. M.
ſtattfindenden diesjährigen Tagung der Wirtſchaftlichen Vereinigun=
der
Eiſenhändler Dentſchlands teil. Die Verſammlung wählte zu ſtell
dertretenden Vorſitzenden Konſul Richard Gottſchalt und Kommerzien=
rat
Röchling=Ludwigshafen und beſchloß einſtimmig, die Vereinigung
unter Führung des früiheren Abgeordneten Liſt=Eſlingen auf alle
Zweige des Eiſen=, Eiſenwaren= und Metallhandels auszudehnen.
J. G. Farbeninduſtrie A.=G., Frankfurt=M. In der geſtrigen Auf=
ſichtsratsſitzung
der J. G. Farbeninduſtrie A. G. Frankfurt a. M., die mit
einer Beſichtigung der Leunawerke verbunden war, wurde, wie W. T.B.,
Handelsdienſt meldet, über den bisherigen Verlauf des Geſchäftsjahres
berichtet. Produktion und Abſatz ſind gegenüber dem Vorjahre weiter
erfreulich geſtiegen. Der Geſchäftsgang iſt nach wie vor auf allen Gebieten
recht günſtig. Die Benzinherſtellung und die Einführung durch die
Deutſche Gaſolin A.=G. haben ſich befriedigend weiter entwickelt. Die
Qualität hat guten Anklang gefunden. In der Geldbeſchaffungsfrage
über die in Verbindung mit projektierten Betriebserweiterungen Er=
wägungen
ſchweben, wurde noch keine Entſcheidung getroffen. Dieſe
Erwägungen werden auf Grund von genauen Erhebungen über den
vorausſichtlichen Geldbedarf fortgeſetzt und es iſt zu erwarten, daß ſich
noch im Laufe dieſes Jahres darüber Klarheit ergeben wird und dem Auf=
ſichtsrat
dann Vorſchläge gemacht werden können. Ferner wurde berichtet
über den Vertrag mit der Standard Oil Company of Newjerſey betreffend
Verwertung der beiderſeitigen Erfahrungen auf dem Rohölgebiet in den
Vereinigten Staaten ſowie über ein Abkommen mit dem Norwegiſchen
Stickſtoffunternehmen Norſk Hydro. Es handelt ſich in Norwegen um
einen weiteren Ausbau der Stickſtoffwerke, ein Zuſammengehen auf
techniſchem und kaufmänniſchem Gebiete ſowie um einen gegenſeitigen
Aktienaustauſch. Schließlich wurden über die ſonſtigen ſchwebenden
internationalen Verhandlungen vertrauliche Mitteilungen gemacht.
Liquidationskurſe an der Berliner Börſe. Während der größte
Teil der Terminwerte ſich ſeit dem Medio wenig verändert hat, konn=
ten
einzelne Spezialpapiere nachhaltig anziehen. Außer Vereinigte
Glanzſtoff konnten hauptſächlich Gesfürel nachhaltig feſter werden. Auch
Schultheiß, Ludwig Loewe, Siemens und J. G. Farbeninduſtrie haben
ihren Stand weſentlich verbeſſert. Die Liquidationskurfe per Ultim
September lauten im einzelnen wie folgt: Dt. Reichshahn 100 (letzm
Liquidationskurs 100), A.G. f. Verkehrsweſen 165 (161), Allg. Dt. Cn
dit 143 (143), Barmer Bankv. 143 (142), Berl. Handelsgeſ. 242 (24
Comm. u Privat 171 (170), Darmſt. u. Nat. 225 (224), Deutſche Bo
163 (161), Disconto=Geſ. 154 (153), Dresdener Bank 160 (160), Mitd
Credit 240 (240), Hamburg=Amerika 148 (145), Hamburg=Süd 222
Hanſa Dampf 227 (222), Nordd. Lloyd 148 (147), Allg. Elektr.=Geſ./
(178), Bergmann 193 (189). Bl. M. Schwartzk. 134 (131), Buderus!
(105), Charl. Waſſer 140 (139), Cont. Cgoutch. 116 (116). Daimler=Bu
117 (117), Deſſauer Gas 192 (191), Dt. Erdöl 146 (146), Dt. Maſch.
(84), Dynamit Nobel 141 (139), Elektr. Lieferg. 184 (183), Elektr. 9i
216 (200), Eſſener Steink. 160 (153), Farbeninduſtrie 296 (288), Felie
u., Guill. 137 (136), Gelſenkirchen 147 (149), Geſ. f. elekr. Unt. M
(260), Goldſchmidt 127 (127), Hambg. Elektr. 165 (163), Harpener 9
(196), Hoeſch 175 (172) Holzmann 197 (192), Ilſe 243 (253), Hal
Aſchersleben 170 (167), Klöckner 156 (149), Köln=Neueſſen 176 (170
Loewe 284 (265), Maunesmann 169 (168), Mansfeld 128 (122), Metal=
bank
138 (137), Nationale Aute 117 (113), Oberſchl. Eiſenbdf. 1083 (0)
Oberſchl. Koks 100 (102), Orenſtein 131 (133), Oſtwerke 396 (386), Phöng
110 (109), Rhein. Braunk. 241 (239), Rhein, Elektr. 163 (159), Rhei.
Stahl 191 (188), Riebeck Montan 175 (172), Rütgerswerke 95 (9)
Salzdetfurth 247 (243), Schleſ. Elektr. B. 168 (169), Schuckert 200 (1961
Schultheiß 418 (403), Siem. u. Halsfe 292 (233), Tietz 168 (151), Trans=
radio
131 (131), Ver. Glanzſtoff 630 (683), Ver. Stahlwerke 123 (120
Weſteregeln 183 (178), Zellſtoff Waldhof 311 (304), Otavi Shares?
(33). Bezugsrechtsabſchläge ſeit der letzten Liquidation: Ver. Glanz
ſtoff 100 Prozent (am 29. 9.).
Bevorſtehende Diskonterhöhung in England? Die ſcharfe Befeſtigund
des engliſchen Pfundkurſes hat Fortſchritte gemacht. Im internationalen
Deviſenverkehr ſtieg der Sterlingkurs gegen New York auf 4,8685. Damſ
iſt der obere Goldpunkt, der ungeführ bei 4,8666 liegt, erheblich übee
ſchritten. In hieſigen Finanzkreiſen hält man es, durchaus für möglich=
daß
dieſe Bewegung auf eine bevorſtehende Erhöhung der offizielle
engliſchen Diskontrate hindeutet.

Hanee
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I.Teil/ 16.15
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
..
4 Dt. Schutzgeb.=
Anl. .........

31.25

b) Ausländiſche
60 Bos. E. B. 1914
5% L. Inv. 1914
4½% 1898 ...
4½% 1902 ...
4% Bosnien ..

5% Bulg. Tabak.02/ 19
4½%Oſt. Staatsr.
v.1913, Kob.1918
4:/.%Oſt. Schatz. 14
41/,%0 Oſt. Silberr. (
Goldr.
49
4%0 Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abt.
4% Oſt. einh. R. (k.)
2
8% Port,/Spz.) III/ 10
52aRum.am. R.09
4½%, Gold. 13.
4½ am R. lon.
4½ am. R 05
47Türk. (Adm.)03
4% (Bagd.)
4% (Bagd) II
4% uniſ. 1903
4% 1911 Zoll.

4½%Ung. St. 1913
4½% 1913
It. Innsbr. Abk.)
4½%Ung. St 1914
4½%Ung. St. 1914
It. Innshr. Abk.
W6 Ung. Goldr.

21:/,

222

4% Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.
49% Ung. Staatsr.
u. 10 ..l.. ...."
4½ Ung. Kronr. ..
8% Ung. Eiſ. Tor .
Außereuro=
päiſche

5%Mex amn. i. abg.
5% äuß. 99
4% Gold04ſtf.
L konſ. inn. . .
4½%, Irrigat.
5% Tamaulipas I
Sachwert=Schuld
verſchreibungen
Mit Zinsberech=
nung

10%Berl. H.=Bt. G.
6% Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.=G./200
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
7% Dresd. St.=G.
% Frkf. St.=G...
8% Frkf. Hyp.=Bl.
Goldpfbr. .....!
7% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Frrf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr. ..
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfhr.
1%0. Frkf Goldpfbr
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr ..."
5% Frkf. Pfbr. B1
Goldpfbr.
7%0 H.=St.= Gold=
anl
. . . . . . . ...."
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr. . ..
7% Heſſ. Land.=Bk.
Goldyfbr. .
8¾Klöckn.=Werk. 261

24.4
24.9
2.7

106

ma

92.5

98.5
96.6

91

99.5
95

92
74.5

90
97

97

10%Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
82 Komm. Ldsbk.
Darmſt. Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8%Ldwgshf. Stadt=
Goldan ..
7%M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8L Mannh. St.G)
50 Mannh. St.=G.
79 M.=Stahlw 27
8% Naſſ. Ldb. Gold
Nbg. St. Gldal.
3% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr. . . ..
% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ...."
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ...."
8% Pforzh. St.=G.
8% Pirmaſ. St.=G
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr., St.
ſchafts=Goldpfbr.
7% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8%Rh.=Hyp.=Bk.. .
Goldpfbr. .. ..
*
6%
4½% Lig. Pfb.
/0 Anteilſch
%Rh. Stahlw.
25..
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
2o V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld.
obl. mit Option
% V. Stahlw. Düſ=
ſeldorföyp
.=Gd.. ohne Option
2 Viag(V. Ind.=
Unt. Bln.) 27..

95
89.4

106.5

93.5
100.25

98.5

C5
96.75
100
100
97
98.75
96
91
Rk
53.25

99

1 8% Voigt & Häffner
Golbobl. ... .."
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne Zins=
berechnung

5% Bdw. Kohl 22
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ......"
6%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen 23.....
5% Pr. Kaliwert..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb. ..
Bahr, Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyv.=Bk..
Frrf. Hyp.=Bk. .
Frkf. Pfandbr.=Bk
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Preuß.Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B. ..
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. .
Württ. Hyp. Bk. .
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel ..!
Naſiau Ldsb. . . .
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
5%Oſt, Sb. (L.)ſtfr.

12.62
13.43
8.25
8.95
2.22

15.4
16.775

12.4

2,6% Alte Oſt. Südb.
2,6% Neue
4½Oſt Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. abg.
8% 9.Em.
abg.
1885
3% abg.
3%Oſt. Erg. Netz
3%Oſt.
abg.
3% RaabOebd. 88
91

97
Rud. Silber ..
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
½%0 Anat.. S. II
% Anat., S.IIII
Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.

9.17

Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . /142.5
Bad. Bk. ... . ."
Bk. f. Brauind. . . . 189
Barmer Bankv. . . /143.5
Bay. Hyp.=Wchf.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. 1174.5
Darmſt. u. Nat.=Br. 1224
Deutſche Bank 163
D. Eff. u. Wchſ.=Br. 123.5
D. Hyp.=Bk. Mein. /131
D. Vereins=Br. 1102
Disk.=Geſellſch. . . 1153.75
Dresdener Bk. . .. 160.5
127
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk. 1146
Frkf. Pfdbr. Bk. . . 146
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank 7.5
133.5
Metallbank.
Mitteld. Creditb. (232
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank 128
Hyp.=Akt.=Bank. 140
Reichsbank=Ant. .. 169.7
Rhein. Creditbk. . . 131
Rhein=Hyp.=Bk. . 1120
Südd. B.=Freditbk.!

2GI.

Südd. Disc.=Geſ. 142
Oſterr. Creditanſt.. 41.5
Wiener Bankverein

20.5

171

Bergwerks=Akt.
Buderus.. . . . . . .
Eſchw. Bergw. .."
Gelſenkirch. Bgw. 1149
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St.
Genußſcheit
Kali. Aſche
Kali. Salzdetf
Kali. Weſterreg
Klöcknerwerke
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röl
Mansfelder
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant.
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . . . 190
Riebeck Montan. . . 172.5
Salzwerk Heilbronn 178
Tellus Bgb.
Ver. Laurahütte,
Ver. Stahlwerke..
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.) 272
Henninger .. ..... 185
Hereules, Heſſiſche 149
Löwenbr.=München 343
Mainz. Aktienbr. (245
Schöfferhof (Bind.) 3 6
Schwarz=Storchen 1176
Tucher, Nürnberg
Werger
... 175

1172
181

166
102
40
112

Akkum. Berlin.
Adler &Oppenh. 1168
Adlerw. (v. Kleyer) 105
6%A. E. G. Vzg. A. 88
5% A. E. G. Vzg. B. 82.75
A. E. G. Stamm .. 184.7
Bad. Maſch. Durlach 152
Bad. Uhren, Furtw. 149
Bamag=Mequin .. 45
Baſt Nürnberg ... 230

Mift Ktee
Beck & Henkel ..
Bergmann El ..."
Ving. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. .
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr
Chem. Albert . . . ..
Chem. Brockh.
Them. Milch
Daimler=Benz A. G
Dt. Eiſenhandel..
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb. Scheid
D. Linoleumw. Bln
Dinaler, Zweibrück.
Dresd. Schne llpr.
Dürkoppw. (St)..
Dürr. Ratingen
Dyckerhoff & W..
Eiſenw. Kaiſersl...
E. Licht u. Kraft. .
El. Lieferung ...."
Elf. Bad. Wolle
Email. Ullrich ..
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch. .
Ettlinger Spinn. ..
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr Pirmaſens.
Farbenind. J. G..!
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Fetter
Feiſt. Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof.."
Frkf.=M. Pof. u. W.
Beiling ECie.
Goldſchmidt, Th. I.
Gothn Waygon
Gritzner, Maſch
GBrün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Haid & Neu ......!
Hammerſen ..
Hanfw. Füſſen.. ..
Hanſa=Llond, Br..
Hartm. & Braun..

238.5

65.5

133.5
195

212.5
243

230
100
51
294.9
96.5
42
113
70.25
127
112.5
175
145
54.9
135.5

Hehligenſtaedt.
HilpertArmatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ....
Hoch=Tief Eſſen..
Holzmann . . . . . .."
Holzverk. Ind.. ..
Hydrom Breslau
Fnag .."
Junghans St.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
Klein. Sch. &Becker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun.
Krw. Alt=Württbg.
Krauß & Co... ..."
Lahmeyer .. . . . . .
Lech, Augsburg ...
Lederw. Rothe ..
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw..
Löhnderg-Mkühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſ heid. Metall
Mainkraft Höchſt.
Marz=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frrf.
Miay, Mühlenb. ..
Moenus. Stamm
Motorenf Deutz".
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Reckarſ. Fahrz. ..
Neckarw Eßlingen
Zeters Union . ...
Pfälz Nät Kayſer
Philipps.
Porzellan Weſſel.
Nein. Gebb.& Schal
Rhein Elektr
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke
S hneid & Hanau
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackfr.
Schriftn. Slemp
Schuckert, Elektr. *
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz....."

7
7.5
122
108
109.75
193.75
100
105.5
200
22. 7.
130
170
65
Rf
182.5

925

122 77
134,75
18
13.

109

Schulß. Grünlack
Seilind Wolff
Siemens Glas.
Siemens & Halske 1292
Südd Immob.
Südd. Zucker=A.=G. 188.5
20.75 fshür. Lief. Gotha
führen Furtwängl. 1
Unterfr. Kr.=El.=B./102
55
Beithwerſe
Ver. ſ. Chem. Ind
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver Faßf. Cafſel.
fGummi. Bln. Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin
Zellſtoff Berl.
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner
Volthom Seil 62
Wunß & Frentag. 1159
*Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Aſchaffenbg 1195
Zellſt. Memel.
fZellſt. Waldhol. 3125
Zucker / Rheingau
Transport= und
Berſicherungö=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz
A. Dt. Eiſenbahn. 81.72
A. Lokalb u. Kraft
139.5
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E. B
Südd Eiſenb.=Geſ. 143
Hapag
MNordd Llohzd. ... 150

Frrft. Allg. Verſ.
Frankonia Rückv
Darmſtädter Werte
Bahnbedart
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ....
Gebr Luß ...
Motorf, Darmſt.
Bebr. Roeder ..
Venulethc Ellenb..

165

34.5

[ ][  ][ ]

Nummer 280

Sonntag, den 9 Oktober 1927

Geite 15

Der kommende Chemietruſt in Belgien. Die ſeit einiger Zeit in
ſe gien ſchwebenden Zuſammenſchlußverhandlungen betreffen die So=
E6 Genérale des Produits Chimiques in Brüſſel, die
iété Genérale des Produrits Chimiques de Droogenboſch in Burght
a.. die Société Anonyme des Induſtries de Chimie de Vilſeles in Vil=
IS. Die Société Genérale des Produits Chimiques in Brüſſel ſteht
ner der Kontrolle der Banque de Bruxelles und der Société Gene=
Ur de Belgique in Brüſſel, die Société Genérale des Produits Chimi=
es
de Droogenboſch unter der Kontrolle der Banque Empam und
ſe Société Anonyme des Induſtries de Chimie de Vilſeles unter der
brtrolle der Société Generale de Belgique und der Banque Empain.
ſie man weiter hört, iſt nicht ausgeſchloſſen, daß auch die Union Mi=
ere
Katanga und die Société Générale des Minerals dem neu zu bil=
moen
Konzern angeſchloſſen werden
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 8. Oktober. Die ausländiſchen
leBenofferten blieben zum größten Teil unverändert, nur Manitoba=
ſtaxfic
=Abladungen wurden etwas billiger als geſtern angeboten. Gutes
Urrndsmaterial iſt bei kaum veränderten Preiſen weiter knapp ange=
ſt
, die Mühlen zeigen ſich heute infolge des wieder etwas ſchwierigeren
ſel lgeſchäftes zurückhaltender, nachdem in den geſtrigen Nachmittags=
wen
noch lebhafteres Geſchäft in ſchweren Qualitäten ſtattgefunden
ſtr. Roggen iſt in Waggonware bei geringem Angebot ziemlich rege
ſirmgt; Kahnware iſt in guten Qualitäten kaum angeboten, für ab=
Auides Material zeigt ſich auch bei nachgiebigeren Forderungen kaum
ſeindwelches Kaufintereſſe. Am Lieferungsmarkte waren die Weizen=
ſeie
im Zuſammenhang mit der ſchwächeren Notierung Liverpools
ſch rückgängig, Roggen für Oktoberlieferung unverändert. Dezember
ncr einen Rückgang, während März einen leichten Preisgewinn zu
zichnen hatte. Roggenmehl iſt beſſer gefragt und es gelingt den
ſül len auch verſchiedentlich eine Mehrforderung von 25 Pfennigen
roözuholen, dagegen iſt Weizenmehl bei unveränderten Preiſen in
ependem Geſchäft. Hafer iſt wenig angeboten, die Kaufluſt iſt aber
ch. nur recht gering, da ſich anſcheinend hier einige Beſtände gebildet
brm. Gerſte hat unveränderte Marktlage,
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Eohzucker. Am Rohzuckerterminmarkte bewegte ſich das Geſchäft
m. Wochenſchluß in ausnehmend engen Grenzen, doch war die Grund=
munung
ſtetig.
Maffee. Der Kaffeemankt eröffnete in unregelmäßiger Haltung.
ſä erhin ſetzten Deckungen der Spekulation ein und auch der Handel
vie die europäiſchen Firmen ſchritten zu neuen Käufen auf Grund
ftetiſchen Haltung der braſilianiſchen Märkte.
Baumwolle. Der Baumwollmarkt wurde zum Wochenſchluß an=
ſof
ich von einer nervöſen Stimmung beherrſcht, da man mit großer

Spannung den heute vormittag fälligen Bericht des Ackerbauamtes über
den Stand von Baumwolle und den vorausſichtlichen Erntecrtrag er=
wartete
. Während der erſten Börſenſtunde erfolgten be=eits Preis=
ſteigerungem
im Ausmaße von etwa 29 Punkten. Als gegen 11 Uhr
der amtliche Bericht vröffentlicht wurde, nach welchem ſich der Ernte=
ertrag
auf 12 678 000 Ballen belaufen dürfte, kam es zu einer weit ſtär=
keren
Aufwärtsbewegung, als erwartet war. Dieſe plötzliche Steige=
rung
der Kurſe traf jedoch mit erheblichen Abgaben der ſüdlichen Fir=
men
und Liquidationen zuſammen, was ein erneutes Nachgeben der
Preiſe zur Folge hatte. Der Handel ſchritt nun ſeinerſeits auf dem
ermäßigten Preisniveau zu neuen Käufen, ſodaß die einzelnen Sichten
gegen Schluß des Vortages etwa 50 Punkte höher notierten.
Schmalz. Am Fettwarenmarkte zeigte ſich für Schmalz eine ſtetige
Tendenz im Zuſammenhang mit den Vorherſagen des Eintreffens
mäßiger Schweinezufuhren am hieſigen Platze.
Weizen zog am Wochenſchluß wieder etwas im Preiſe an, da die
feſte Haltung des Winnipeger Marktes ſowie die Vorherſage erh=blicher
Niederſchläge in Weſtkanada anregend wirkten. Außerdem wurde die
Stimmung durch die beſſere Nachfrage ſcitens der nordweſtlichen Mühlen
und die ſtetige Verfaſſung der Lokomärkte günſtig beeinflußt.
Roggen. Auch die Roggenpreiſe konnten etwas anziehen, da aus
Rußland weitere ungünſtige Nachrichten eintrafen, nach welchen die
ruſſiſche Ernte nur von mäßiger Qualität ſein ſoll. Die öſtlichen Fir=
men
nahmen verſchiedentlich Käufe vor.
Hafer tendierte im allgemeinen ſtetig auf Grund der Vorherſagen
unbeſtändiger Witterung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 8. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 131½, März 134½, Mai 137: Mais:
Dez. 93½, März 96½, Mai 99½: Hafer: Dez. 4834, März 50½,
Mai 517; Roggen: Dez. 97, März 100½, Mai 101¾.
Schmalz: Okt. 12,75, Dez. 12,95, Jan. 13,17½.
Fleiſch: Okt. 11,95, Dez. 11,95, Jan. 12,80: Speck, loko:
12,25; leichte Schweine: 10,7511,75, ſchwere Schweine: 10,75
bis 11,63; Schweinezufuhr: Chicago 10000, im Weſten 20000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 8. Okt.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 142½, hart 143½ Mais: neu
ank. Ernte 10234 Mehl: ſpring wheat clears 6,657,00; Fracht:
nach England 2,03,6 Schilling, nach dem Kontinent 10 bis
12 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,50; Talg, extra: 838.
Kakav. Tendenz: flau; Umſatz in Lots: 143; Loko: 15½;
Okt. 14,65, Nov. 14,43, Dez. 13,95, Jan. 13,73, Febr. 13,73, März
13,70, April 13,75, Mai 13,80, Juni , Juli 13,90.

Viehmärkte.

Auf dem Schweinemarkt vom 8. Oktober in Weinheim a. d. B. wurden
zugeführt 262 Schweine. Verkauft wurden 201 Stück, Milchſchweine
wurden verkauft das Stück von 5 bis 10 Mark, Läufer das Stück von 9 bis
45 Mark.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Im Anſchluß an die Diskonterhöhung beſchloß die Vereinigung der
Banken und Bankiers von Rheinland und Weſtfalen die Erhöhung des
Haben=Zinsſatzes für täglich fällige Guthaben in proviſionsfreier Rech=
nung
auf 4 Prozent (gegen bisher 3½ Prozent) und in proviſions=
pflichtiger
Rechnung auf 5 Prozent (gegen bisher 4 Prozent).
An der Berlimee Börſe wollte man wiſſen, daß innerhalb der
Stempelvereinigung dieſer Tage eine Sitzung abgehalten werde, in der
man ſich angeblich auch mit der Aufhebung des Mediohandels beſchäf=
tigen
wolle. Wie wir erfahren, trifft dieſe Annahme nicht zu. In der
Stempelvereinigung haben auch in letzter Zuit keine Erörterungen über
den Mediohandel ſtattgefunden.
Die per 31. Dezember 1930 ablaufende Spiegelglas=Konvention wird
wiederum für 30 Jahre zu den bisherigen Bedingungen verlängert
werden. Irgendwelche Schwierigkeiten in den Verhandlungem haben
ſich nicht ergeben.
Wie mitgeteilt wird, ſchwveben Verhandlungen über den Uebergang
der Duisburger Hafenbahnen an den Staat bzw. die Reichsbahn. Es
ſteht bisher noch nicht feſt, in welcher Form eine Abtretung der Anlagen
durchgeführt werden foll.
Unter dem Schutze bes eingeführten Superphosphatzolles dürfte die
im Jahre 1926 eingeführte Menge von 2800 Waggens auf 400 Waggons
im laufenden Jahre ſinken.
Die franzöſiſch=ſaarländiſ he Handelskammer hat auf den 11. und 12.
Oktober einen Wirtſchaftskongreß einberufen, der der Schirmhoheit des
franzöſiſchen Miniſters für Handel und für öffentliche Arbeiten, ſowvie
des Präſidenten der Recierungskommiſſion des Saargebiets unterſteht.
Wie aus Paris gedrahtet wird, iſt da3 im Intereſſe der franzöſi=
ſchen
Landwirtſchaft erlaſſene Ausfuhrrerbot für Thomasmehl in Aus=
wirkung
des franzöſiſch=deutſchen Haudelsvertrages dieſer Tage gänzlich
aufgehoben worden.
Die ruſſiſihe Handelsvertretung in Prag hat im September in der
Tſchechoſlowak=i Waren im Werte von 241000 Dollar beſtellt.
Durch Zufall wurde in dem Dorfe Sofudare bei Kaſanlik in Bul=
garien
eine ergiebige Petroleumquelle entdeckt.
Die japaniſche Staadsbank hat beſchloſſen, mit ſo=
fortiger
Wirkung den Diskontſatz von 1,6 auf 1,5 Sen für 100 Yen
pro Tag herabzuſetzen, was einer Herabſetzung des jährlichen
Diskontſatzes von 5,76 auf 5,4 Prozent entſpricht.

Wei Nieren-, Blasen- und
Frauenleiden,
Harnsäure, Eiweiß,
Zucker
1926: 16300 Badegäste

Adr Tagbu

Haupt-Niederlage in Darmstadt:
Brunnen-Zentrale Fr. Schaefer
Drogen Telephon 45
Badeschritten (I 6519
durch die Kurverwaltung

Zufolge Erhöhung des Reichsbankdiskontes ver-
güten
wir mit Wirkung vom 5. ds. Mts. ab
tolgende erhöhte
Habenzinssätze
a) in provisionstreier Rechnung 4. %0 p. a.
b) in provisionspflichtiger
Rechnung 5%, p. a.
FFür die auf längere Zeit (mindestens 14 Tage fest)
mnzulegenden Gelder sind die ebentalls erhöhten
Sätze an unseren Schaltern zu ertahren. (IV 15599
Darmstadt, den 7. Oktober 1927.

Farmstädter und Hationalbank Darmstädter Volksbank
Kommanditgesellschaft
e. G. m. b. H.

auf Aktien

Filiale Darmstadt
Direclion der Disconto- He8.
Laesellschaft, Fil. Darmstadt Aypothekenhank H.-G.
Landesgenossenschaftskank
e G. m. b. II.
Aufgebot.
di Albert Löb in Darmſtadt hat
9ᛋAufgebot des Hypothekenbriefs zu
Aſ=Kppothek von 3500 Mk. bei der Be=
z
ſtſp arkaſſe Groß=Umſtadt, am 11. Mai
1/0engetragen im Grundbuch für Leng=
HMand IV, Blatt 272, Abteilung III,
Am1, beantragt. Der Inhaber der Ur=
Ehe wird aufgefordert, ſpäteſtens in
Amauf Donnerstag, den 10. Mai
19, vormittags 9 Uhr, vor dem
um=zeichneten Gericht. Zimmer 7, an=
Hſurten Aufgebotstermin ſeine Rechte
cmwelden und die Urkunde vorzulegen,
w igenfalls die Kraftloserklärung der
(15590
Uſnee erfolgen wird.
roß=Umſtadt, den 3. Okt. 1927.
Heſſ. Amtsgericht.

Deutsche Vereinsbank
Filiale Darmstadt

Hauheim & Co.

Gie He
Werkſtatt
für Schneider ſehr gut
geeignet, zu vermiet.
Heeb, Hügelſtraße 29
Ladenl. ( 26528
AMöbl. Zimmerß

dverleſen, November Lieferung
fr /paats abzugeben. Tagespreis. (15632
Hiaedorn, Gut Kranichstein

Klſuei nwbchn. ohne
Uhrſ. w. angek.
Mir 1.D60 a. Gſt.
26708)

Erurngstauſchd

Um ungstauſch!
GMR Albgeſchl. 2 Z
We Zwhann.=Viert
mmut. 22 Mk. Geſ.:
3.,5.MBohn. Ange=
bütz
utr. D 45 an
didte ſeſächſt. (*26766

Ve
inötz nigenviertel, das
el X gütbl. Erdgeſchoß,
3 6 hinzer, Veranda,
KMtü, Bad, Zentral=
hels
Geartenben., z.
15G, /.5 z vm (2671

Verkſtätteng
Mue
Werkſtatt
m. Nebenraum, auch
als Lager o. Auto=
garage
, zu vermiet.
Ballonpl. 6. (*26734

Soderſtr. 44½, II.,
gut möbl. Herren= u.
Schlafz. od. Schlafz.
u. leeres Zimm ſof.
zu verm. (* 26633eg

Waldſtr. 24, I gr. m.
Zim. z. vm. (*26667
Moyosbergſtraße 58
(Kſöppinger): Einf.
mbl. v. I. ſep. Zim.
m. el. L. z. b (*2669

Mathildenſtr. 10, I
Bt. möbl. 3. 1 B.
gt. m. Z. (v. 2 Bt.,
el. Licht. (E20449ei

Landgraf=Georgſt. 34,
3. St., gr. mbl. Zim.
m. 2 Bett. an beruft.
Ehel. z. vm. (*26720

Karlſtr. 85, I, 2 ſonn.
Zim., mbl., ſof. od. 1.
Nob. z. vm. (*26714gi

Kiesſtr. 80, I., zwei
ſchöne helle Zim. m.
Veranda, el. L. uſw.,
möbl. bill. z, v. (*267½1

Hölgesſtr. 4, II. lks.,
e eg. Wohn=u Schlaf=
zim
., el L. u. Klavier,
zu vermieten /*26757

Biete:
ſchöne 5 Zimmerwohnung, Bad, 2
Veranden, 2 Manſarden u. Zubeh.
Nähe von Wald. Miete 1020. .
Sucke:
6 Zimmerwohnung, allem Zu=
behör
, 1 oder 2. Stock.
(15637
Eilangebote an das Wohnungstauſchbüro
1. Glückert, Bleichstr. 29/31

Viktoriaſtr. 52,I, 2 gut
mbl. Z. (W.= u. Schl..) z. vm. (*26698
Saalbauſtr. 78, Hih.
part., möbl. Zimmer
mit Küchenbenutzung
zu verm. (*267 3g0
Hügesſtaße 7
1. Stock, ſchönes Bal=
konzim
., elektr. Licht
mit od. ohne Klavier=
benutzung
, zu ver=
(*26728
mieten.
Luiſenſtr. 36, I., eleg.
möbl. Zim. zu verm.
(*26741)
12 eleg. mbl. Zim.
(Doppelbetten) ſofort
zu vermieten. Näh.
Geſchäftsſt. (*2680-
Herdweg n. Martinſtr.
möbl. Zimmer an
Student zu vermiet.
Preis 25 Mk. Ang. u.
D90 Geſchſt. (*26782
Schloßgartenſtr. 51,
Stb., part. r., ſchön
möbl. Zimmer ſofort
u verm. (*26727
Darmſtr. 41, Hth,I.,
einf. möbl. Zimmer
zu verm. (*26739

Leerer Laden
mit Wohnung zwecks
Enrichtung eines Le=
bensmittelgeſchäftes

geſucht. Angeb. unt
D 79 Geſchſt. (*267.8
Junges Ehepaak
ſucht beſchlagnfreie
34=Zimmerwohng.,
mögl. mit el. Licht,
Balkon uſw. in nur
beſſerem Haus. Ang.
m. Preis unt. D 68
a. d. Gſchſt (*26736

Die besten
Damen-Strümpfe
Kinder-Strümpfe
Herren-Socken
Sport-Strümpfe
Pullover
Strick-Westen
kaufen Sie in meinem
Spezialgeschäft

W. Nagel (15586
Ernst-Ludwigstraße 16.

Geſucht
ſofort großes leeres
Zimmer mit Küchen=
benutzung
. (*26732
Frau Gſchwind
Weinbergſtraße 14,
Hinterhaus parterre.



2-3 leere Zimmer mit Küche oder Koch=
gelegenheit
von 2 Damen, Beamtenwitwe,
zu mieten. Angeb u. C 163 Geſch. (*26299dg

AEin alleinſteh.,50jähr.
Fräulein ſucht i. einemn
guten Hauſe bei einer
Familie oder einzel=
ſtehend
. Perſon 2 un=
möblierte
Zimmer
mit Verpflegung und
Familienanſchl. Bei
etwaigem gut. Ein=
vernehmen
wird Ver=
mächtnis
in Ausſicht
geſtellt. Angeb. unt.
D 39 Geſchſt. (*26659
Ruhig. Dauermieter
(Reichsbeamter) ſucht
1. Nov. gur möbliert.
Zimmer od. W.= u.
Schlafz., Südſ., gut
heizb. Beding. (Ztr.., Bad bev.) Ang.
u. D 65 Gſt. (26723
Aelt. Beamter
ſucht für 1. Nov. od.
ſpät. einf. möbl. Zim.
mit beſond. Eingang.
Angebote u. D 55
an die Gſchſt (*26693
12 möbl. vd. teilw.
möbl. Zimmer mit
Kochgelegenheit von
Beamten ohne Kind.
geſucht. Angeb. unt.
D 93 Geſchſt. (*26789
Möbl. Zimmer
ſepar. Eing., i. Zentr.,
heizb. u. el. L, von
berufst. Herrn ſofort
oder ſpäter zu miet.
geſ. Ang. m. Preis u.
D 70 Gſchſt. (*26742
Junger Herr ſucht per
ſof. gut möbl. Zim=
mer
. Angeb. unter
D 89 Geſchſt. (*26778
Vom 12. bis 30. Okt.
ein hübſches, ruhiges
Zimmer in d. Nähe
d. Ober=Lundgerichts
von Dr. jur. geſucht.
Angeb. u. D 87 an
die Geſchſt. (r26776

Engl ſches Ehep. ſucht
3 möbl. Zimmer
mit Küche, ſonnig, in
guter Lage. Angeb.
u. C 244 an d. Ge=
ſchäftsſtelle
. 26532sg

Jgs. kinderl. Ehe=
paar
ſucht 12 Zim.
mit Küche, beſchlagn.. Ang. u. D 42a.
Geſchſt. (*26662

Student ſucht zum
1. 10. ev. früher mbl.
Zim. mit el. Licht.
Südoſtgegend bevorz.
Angb. D 50 Geſchſt.
(2c6e0

Zimmer geſ., möbl
d. leer, mit Küchen=
benutzg
. Angb. D. 51
a. d. Gſchſt. (*26686

Wohn=u. Schlafzimm.
für 2 Studenten geſ=
Ausführl. Preisoff
erbe en. I. Z. 927
Annoncen=Braſch,
Frankfurt a. M.
Peterſtr. 1. (V.15604

2Zimmer
m. Kochgel., leer od.
möbl., von ruhigem,
kinderloſ. Ehepaar z.
1. 11. oder ſpäter zu
miet. geſ. Ang. m. Pr.
erb. u. D 91. (*26784

Penſioneng

Börsenberatung
sachlich, gewissenhaft, durch langjährig erfahrenen
Berliner Börsenfachmann bei mäß. Gewinnbeteiligung
Jos. Casseßyirſenremilier Berlin-Meukölin
Emserstraße 62
(1V.14684


f. Schüler d. Oberſek.
geſucht. Ang. m. Pr
u. D41 an d. Gſchſt.
26661gi)

50 Mk. Vergütung
demfenigen, der mir
56 Schüler nachtv.
Ich gebe ab mbl.
m. Vollpenſion. Beſſ.
Privathaus; evtl.
Nachhilfe d. Archit.
Angeb. u. D 56 ar
d. Geſchſt. (*26699

Immobilien

Haus

Hypotheken
bei größeren Abſchlüſſen zu 6% Zinſen und
0,5% Verwaltungsk. (13483a
Paplehen
gegen Möbelſicherheit und Kraftfahrzeuge.
Ankauf von Aufwertungs=
und Goldmarkhypotheken
8 Fiuanzierungen
GeorgEbert bspotheken
Teiefon 1117. Darmſtadt Hügelſtr. 75
(Handelsgerichtl. eingetragene Firma)

Haus

m. Wirtſchaft in gut. im Oſtviertel z. kauf.
Lage zu verk. Er= geſucht. Einfahrt und
forderl. 45000 Mk. etw. Garten. Große
Angeb u. D 86 an/Anzahlg. Angeb. unt.
die Geſchſt (1267601D 95 Geſchſt. (*26796

Etagenhaus
3X5 Zimmer=Wohnungen
parterre Wirtſchaft u. Feinkoſtgeſchäft,
preiswert zu verkaufen.
Angebote u. D 80 Geſchäftsſt. ( 26753

(tagennaus
(Eckhaus), 3½ſtöck, parterre 2 Läden,
geeignet für Bäckerei oder Metzgerei,
in guter Lage, ſehr preiswert zu verk.
26752
Angebote u. D76 Geſchäftsſt.

Gemütl. Heim bietet
ſich berufstät. gebild
Herrn. Ang. u. D 27
Geſchäftsſt. (*26634:g

aae

Ttbto

Ueber die Kursveränderungen an der Berliner
Börse unterrichten eingehend und zuverlässig
die mit wertvollen Beilagen ausgestatteten:
Rrage
Verliaer örgeet
Berzelte
voocbrr: Karfunbristein a Gurst
Der
Berlin C2
M. 45,
17.
An der Spandauer Brücke 10 pro Quartal
Jahrgang
Probenummern kostenlos!

5 oder 6 Zimmer=
Etagenhaus
mit Garten bei hoher Anzahlung von
ſolventem Käufer geſucht. Ausführliche
Angebote von Privathand oder durch
Vermittler unter D 71 an die Geſchäfts=
(*26743
ſtelle d8. Blattes erbeten.

Eine automatiſche
Kundereimühle
zum Reinigen,
Schälen und Mahlen,
ca. 12 Ztr. ſtündliche
Leiſtung, auch f. Lohn=
ſchroterei
gut geeig=
net
, ſehr preiswert zu
verkauf. 15430ks9
Fr. Schaubach,
Zwingenberg a. d. B.
AGeldverkehrg

Darlehen
an akt. Beamte von
Gr. V an, bis zu e.
Monatsgehalt, ſtreng
rcell,o. vorh. Unk. keine
Verſich. (I,K615596
H. Heimbach, Kölu,
Antwerpenerſtraße 3.

300 Mk.
geg. gute Zinſen und
entſpr. Sicherh. kurz=
friſtig
als Darlehen
geſucht. Augeb nur
von Selbſtgeber unt.
D 75 Geſchſt. (*26748

3000 Mk.
gegen Sicherheit ge=
(ucht. Angeb. unter
D 82 Geſchſt. /*26763

Beseitigung ohne Umbau
0jähr. Garantie.
Frankfurt a. M.
F. 4. C4R1 WEBER Sandweg 6
Gartenhaus, Telefon-Nummer
Carolus 46566.
ff

Zigarren=Geſchäft.
mit 3 Zimm.=Wohnung, gegen 3-4 Zimm.
zu tauſchen geſucht. Zur Ubernahme des
Geſchäfts, einſchl. Waren, ca 1500 Mark
erforderl. Ang. u. D 3 Geſchſt. ( 26555sg

finanz, die
WerErricht mehr.
Kinos auf d. Lande,
ſehr rentab. Lage gut.
Hohe Zinſ. u. Sicherh.
zugeſ. Angebote unt.
D 61Geſchſt. ( 26715

Fachmaun
ſ. Dame od. Herr z.
Finanz. eines g. ſ.
gewinnbr. Unterneh.
HoherGewinnant. zu=
geſ
. Angeb. u. D63
an d. Geſchſt. (*26717

Kleine Anzeigen An und Verkäufe uſwp.)
finden durch das Darmſtädter Tagblatt
die weiteſie Verbreitung

[ ][  ][ ]

Seite 16

Sonntag, den 9. Oktober 1927

Nummer 280

Das ſiammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
17)
(Nachdruck verboten)
Es war gegen vier Uhr, als man ſich von dem freundlichen
Wirt und Frau Alwine verabſchiedete. Im Hofe ſtanden die
Schlitten zur Abfahrt bereit, und in der Halle gab, es beim An=
legen
der Pelze und Ueberkleider ein wirres Durcheinander, bis
die erſten Gäſte vor das Haus traten und ihre Plätze in den Ge=
fährten
einnahmen.
Doktor Brakke fand jetzt erſt Belegenheit, noch raſch einen
Blick in Stall und Scheunen zu werfen. Darauf hatte er ſich
gefreut, aber die geſchäftliche Seite des Beſuches hatte ihn bis=
her
davon abgehalten. Nun ſah er ſich die Kühe und Schweine
an und trat in den Schober, in dem das Heu bis unter das Dach
in duftender Maſſe lag.
Gerade überlegte er, ob man wohl mit dieſer Menge das
Vieh bis zur nächſten Ernte durchfüttern könnte, eine Frage=
ſtellung
, die allein ſchon ſeine Fähigkeit zur Bewirtſchaftung
eines Gutes bewieſen hätte, als er hinter ſich Schritte vernahm.
Er wandte ſich und erblickte Käthe, die ihm gefolgt war und ihre
Verlegenheit unter einem übermütigen Lachen verbaug.
Mir ſcheint, Sie machen mit Ihrer Drohung ernſt und wol=
len
ſich in Stubinten als Landwirt niederlaſſen, rief ſie, aber
dabei werden Sie verſäumen, mit uns abzufahren, und werden
hier allein zurückbleiben.
Wäre kein Unglück, Fräulein Käthe. Dann müßten ja auch
Sie bleiben.
Sie belieben wieder galant zu werden. Doch kommen Sie,
ſonſt tritt der Fall wirklich ein, den wir hier ſcherzend be=
ſprechen
.
Aber es war ſchon zu ſpät. Als die zwei jungen Menſchen
auf den Hof traten war das übermütige Lärmen der Abfahren=
den
verſtummt. Nur der Zweiſitzer war zurückgeblieben, und
Herr Vetter ſtand mit Adam Smiks abwartend bei dem Gefährt.
Die übrigen Schlitten hatten den Gutshof verlaſſen, und man
hörte in der Ferne ihr Schellenläuten verklingen.
Wir haben Zeit, meinte der Kecht, als der Doktor und
Käthe herbeieilten, die holen wir noch ein, wenn wir Luſt dazu
haben. Nur langſam Fräulein, es geht ſchon ſo!
Wer hat denn angeordnet, daß der Schlitten auf uns war=
ten
ſoll? fragte Käthe. Sie ſtand unſchlüſſig neben dem Ge=
fährt
und ſchien tief betroffen. Sie begann zu ahnen, daß kein
Zufall dieſe Situation herbeigeführt hatte.

Die audere Dame hat es mir geſagt, gab Smiks zur Ant=
wort
, ſie wollte nämlich durchaus mit den Herren im erſten
Schlitten ſitzen.
Das kann ich beſtätigen, wiſchte ſich der Gutsbeſitzer in
das Geſpräch, Frau von Düſtingen weigerte ſich, hier einzu=
ſteigen
, und meinte, das Fräulein könnte mit dem Herrn Doktor
fahren.
Alſo doch Ellen! Käthe fand ihre Vermutung beſtätigt. Sie
ſpußte nicht, ob ſie darüber weinen oder lachen ſollte. Jedenfalls
war es ihr peinlich. Doch nicht lange dauerte dieſes Gefühl.
Dann ſiegte in ihr die Dame von Welt, die jeder Lage gewachſen
war. Sie wandte ſich an den Chemiker und meinte: Es wird
uns nichts anderes übrigbleiben, Herr Doktor, als aufzuſitzen
und die Fahrt anzutreten.
Bitte ... bitte, ſtieß Herbert verlegen hervor. Ihm ging
es, wie vorhin Käthe. Nur raffte er ſich weniger ſchnell zu=
ſammen
. Zwar war er Käthe galant behilflich, einzuſteigen, da=
nach
aber zögerte er und hätte ſie am liebſten allein reiſen laſſen.
Schließlich ſah er Adam Smiks auf den Bock klettern und
ſprang haſtig auf, um nicht zurückzubleiben.
Herr Vetter ſchüttelte ihm noch einmal die Hände, dann
zogen die Rappen an, und der Schlitten glitt hinaus auf die
Straße.
Das Wetter hatte ſich inzwiſchen geändert. Es begann zu
ſchneien. Zwar fielen die Flocken wie Sonnentage in den Mo=
nat
April, aber zuſehends wurde ihr Treiben ſtärker. Auf dem
Pelz Käthes ſaßen die flimmernden Sterne und ſammelten ſich
dort raſch an. Herbert nahm eine Decke und ſchützte ſich, denn
er war bei weitem leichter gekleidet als ſeine Begleiterin.

(V 4629

Ar

Bonbons
Schützen federzeit
vor Katarrh,
klusten, Hleiserkeit.
Corän-Bonbons: detwileleolsäure-Hentholester)
Originalpackung RM 1. u. 1.50 in Apotheken und Drogerien.

Metallbetten
MIIdef Setent
Bei Prätung aller 4ngebote verden Sie ünden, daßf es Leine
bessere Einkaufamöglichkeit gibt
Wolldecken, Wolle gemischt, 9.75 bis 25.-, reine Wolle 29. bis 69.-
Steppdecken in prima Ausführung, in allen Farben, beste Füllungen
Mk. 16.50, 19.50, 24., 33., 39.bis zu den feinsten Mk. 65..
Daunen-Steppdecken in vielen Farben Mk. 69., 75. bis 110.
Metall- und Holzbettstellen in hundertfacher Answahl für
Erwachsene und Kinder

Und doch wurde ihm ſeltſam wohl zumute. Es ſaß ſich
weicher in den Kiſſen des leichten Gefährtes, als auf den Bänken;
der Bauernſchlitten.. Ein Schutzleder bedeckte die Füße der Paſ= und dicke Pelzſäcke ſorgten für angenehme Wärme.,
Wandte aber der junge Chemiker ſein Haupt nach rechts, ſo ſahs
er ſeine ſchöne Nachbarin und konnte ihr ſogar in die Augenn
blicken. Denn auch ſie drehte ſich ihm zu, ſo oft ſie bemerkte, daßs
er ihr ſeine Aufmerkſamkeit ſchenkte. Und dann lachte ſie unds
ſchüttelte ſich, daß die Flocken aus ihrem koſtbaren Pelz flogenn
und ſich zu den übrigen geſellten, die nun zu Tauſenden herab=.
Da haben wir den Schnee, der ſeit frühem Morgen am
Himmel gehangen hat, rief ihr Herbert zu.
Macht nichts.. .. ſo etwas iſt auch ſchön, gab ſie zur Ant=1
wort. Ein dichter Vorhang umgab ſie auf allen Seiten. Die
Roſſe ſchienen ins Blinde zu ſtürmen. Nach wenigen Minutem
ſchon war die Straße ganz eingedeckt. Nur die ſchnurgeraden
Baumreihen zeigten Herrn Smiks den Weg. Es war aber auch
nötig, daß er ſolche Hilfe fand, denn er hatte den Verkauf vom
Stubinten recht ſtark gefeiert. Mit einem lachenden und einenn
weinenden Auge allerdings. Einerfeits war er nämlich kenn
Freund von Veränderungen, andererſeits freute ihn der gut
Trunk. Die Röte ſeiner Naſe täuſchte nicht, er liebte einen ann
ſtändigen Tropfen. Da war es kein Wunder, daß ſeine Augem
etwas unſicher ſahen und ſeine Hände die Zügel noch unſicheres
hielten. Ein Glück nur, daß die beiden Pferde den Weg ſchon
an die hundertmal gelaufen waren und ſeiner Lenkung nichg
bedurften.
Im Junern des Schlittens aber geſchah es, daß ſich Käthc
Ernſtheimer an ihren Begleiter ſchmiegte und ganz leiſe ſagtes
Wiſſen Sie, Herr Doktor, ich beginne mich zu fürchten.
Wieſo, Fräulein Käthe? fragte er teilnehmend. So einn
fältig war er, daß er ihr Zittern nicht anders deutete als mir
weiblicher Weichheit. Ihm kam nicht der Gedanke, in den Augenn
die faſt flehend auf ihn gerichtet waren, etwas anderes zu leſem
als Angſt. Zu wenig hatte Herbert Brakke bisher Gelegenhen=
gehabt
, die holde Sprache dieſer Blicke zu entziffern.
Iſt es nicht unheimlich, ſo allein durch das Schneetreiber=
zu
jagen? nahm das Mädchen wieder das Wort, und nun hiell
ſie plötzlich ſeine Hand in der ihren, mir iſt, als ſtürmten vorg
allen Seiten graue Geſpenſter auf uns ein.
Sie ſind nicht allein, Käthe, ich bin bei Ihnen.
Ach, könnten Sie doch die Geſpenſter vertreiben, Hern
Doktor!
(Fortſetzung folgt.)

Matratzen
Steppdecken
Tangjährige Krtahruns, Großeinkaut aller Bettnaren bürgen für
beste Bedienung
Deckbetten mit echttarb. roten Inlett, fertig getüllt: Federtällung
Mk. 19.50, 23.00, 27. Halbdaunen 34.50, 41., 44.50, 45.
Daunen 47., 59. bis 79.
Kissen, gut gefüllt . . Mk. 6., 7.50, 9.50, 12.50, bis 21.
Matratzen eig. Anfertig. aus best. Stoffen, 3teil. m. Keil, Seegras20.,
23.-, 27.-, Wolle 34.-, 39.-, 44.-, 48.-, Kapok 87.-, 95.-, 100.- bis 125.- Roß-
haar
130.- bis 210.- Reform-Unterbetten, Reformkissen
Bettköper in allen Farhen, Ia Oualität, vom Stück sehr billig.

DARMSTADT
Markt 11

Bettenuspegialkags Buchdafl

455301
MAINZ
Flachsmarktstr. 24

Strümpfe w. angeſt.,
Paar 70 Pf. (2664
Roßdörferſtraße B,I.

Kraut kann eingeſchn.
werden (*25274mgd
Gerbinusſtr. 39.
Kraut wird einge=
ſchnitten
. Barkhaus=
ſtr
. 15 part (*26719

Verkäufeß

Zteil. Wollmtr., Drell
vinusſtraße 71, III.
(*26675)
Sonderangebot
eichen (*26750
zimmer
mit Zugtiſch und
echt. Lederſtühlen
Mk. 440.
Mk. 523.
Mt. 675.
Tadkr. 1-2 I Silialel
Häanft
weiß, mit 1 Bett,
Diwan, Plüſch oder
Herrenz=Tiſch, Kom=
mode
, weiß, Noß=
haarmatratze
, Zteilig,
Füllofen zu verkauf.
25 m Maſchendraht, zu ber aufen (26674
1mhoch ca. 30St Holz=
einfaßpfähle
. Faſt n. Kaſſenſchrank, Glas=
maſch
. m. Ofen, ſpott=
billig
abzug. Anzuſ.
Uhr. Eichbergſt. 14,p.
726786)
Break/Geſchäftswagen),
ferner ein Rollchen,
20 Ztr. Tragkr., ſehr
bilig zu verk. (*26729
Schmiede=Werkſtait
Carl Beck, Heidel=
bergerſtraße
4743.
Teleph. 3284.

Hausfrauenbund.
Kleiderſtelle, Alexan=
derſtr
27, Eing. eiſ.
Tor, Verk u. Annahmel
von guterh. Kleidern,
Schuh, Wäſche für
Frauen, Männer und
Kinder. Geöff. Mont.,
Mittw. u. Freitag v.
10-12 u. 3-6. (13551a
Wollmatratzen
grau=weiß geſtreif er
def., bill. z. vk. Ger=/Drell, gute Fülllg.,
32 Mk. *26883
Kabokmatratzen
1½ſchläf., Jacquard=
Möbel! drell, Seegr=Keil,85.=
Büfett
4 billige, echt /140., 185., 225.
295.
Speise- Flurgarderoben
eiche, 25., 33.
49, 75.
Kleiderſgrank
zweit,, lackiert, 55.
poliert, 75.
Kiſſen . 6.25
M. 594. /9ebett 30 Mk.
Daunendeckbett
Aparte Modelle! //130 X 180 cm, 60..
Mögel-Maüller ) Möbel=Vertrieb
Rob. Heerwagen
Gr. Ochſengaſſe 10.
in Gernsheim
Schaafſtr.
a. Rh., Nr. 8.

PPfLMCAIf.
DCA
TCLDICM

ist eine Anschaffung,
die noch nach vielen
Jahren Freude macht.
Wollen Sie die Gewißheit
haben, einwandtreie
Oualitätsware zu niedrigen
Preisen zu kaufen, dann
Kommen Sie
ad MiF.

4 Röhrenapparat
mit eingebaut Volt=
Näh. Geſchſt. E26735 meter, gute Ausfüh=
Gartengerätſchaften, ea. rung, für 100 RMk.
Emilſtraße 44, II.
Johns Volld. Waſch= ſchrank, Vertiko, Sofa,
Bettſtellen, Kinder=
bett
, Kleiderſchrank
Mon ag von 106 uſw. aus Nachlaß zu
verkaufen ( 26744ga
Wittmannſtr. 23, pt.

DARMTTADT

AM WElFENTo

(15591

Wintermantel
ſür ſtarken Herrn zu
verk. 22 Mk. (*26663
Müllerſtraße 15.

Smoking
f. ſchl. Figur, 1,70,
zu verkauf. (*26696
Näheres Geſchäftsſt.

Gebr, guterhaltener
Sitzliegewagen
u. Klappkinderſtuhl
preisw. abzg. / 6756
Näh Armin, Ahaſt 14,
Vordh, II (*26756

Faſt neuer (s6425
Gasbadeofen
m. Zimmerheizg. u.
Wanne wa. Naum=
mangel
bill. zu. ver
kauf. Rückertſtr. 10

Motor
3 PS, 220 Volt
zu verkaufen. (*26774
In Betrieb zu ſehen
Riedlingerstraße 21.

Herren=Mantel
Knickerbocker
Waſchmaſchine
ueb rſeekoffer
Lehnſtuhl
R gulator
ſehr bill abzg. (26718
Viktoriaſtraße 79, pt.

2 dunkle Herren=
Winter=Mäntel und
ein Gehrock=Anzug f
mittl. Fig. zu verkf
Lauteſchlägerſtr. 14.

He

Alavier emtericl
monatl. 8 0. Ang. u
C78 Gſchſt (*26078dg

Mathematik, reine u
angewdt., d akad geb.
Lehr Vorber, a. alle
Ziele. Nachh. Witt=
mannſtr
. 30, I. (B10204

Stenographie
Maſchinenſchreiben
Gründliche Ausbildg.
Beginn des Winter=
ſemeſters
11. Oktober
M. Raumann
Waldſtr. 4. (14457a

Klavier=u. Theorieunterr.
bew. Meth, Ho mäß=
ert
. gkad. gebild, Frl.
Saalbauſtr. 42,II.
(2625 mg)

Kurzſhriſf
Aaſehinenſchreiben
Hans Schlöſſer
Schwanenſtraße 30
1. Stock. (*26669go1

Weſtſchweizerin ert.
gründl. franzöſiſchen
Unterricht, a. Han=
belskorreſp
., Steno=
graphie
. Angeb. unt.
D8 a. Gſt. (E155192

Wiederbeginn meines
Violin=
Unterrichts
den 10. X. 27. (26711
Anmeldungen täglich
von 24 Uhr.
Gelegenheit z Kam=
mermuſik
für geüb e
Klavierſpieler.
Emily Beck
Biclinlehrerin
Sandſtraße 32, 1. St.

Langjährig. Bühnen=
änger
ert. Unterr.
für Oper, Konzert,
Haus. Vorzügl. Ton=
bildung
, Atemtechnik.
Std. 2 . Anfr. n.
D 84 Geſchſt. / 26766

arartd
Legern Suppenhühn.
im Auftrag billig zu
verkaufen (*26751
Arheilgerſtr. 130.

2 Paar en l. Herz
kröpfer, bl., 1 Pom=
mer
=Kröpfer, weiß
bed., 1 ſilberfahl Ko=
burgerlerche
zu verk.
König, Arheilgerſt. 3.

Foxerhündin, rein=
raſſig
, ſchön. Tierch.,
in gute Hände abzug.
Bonn, Müllerſtr. 24, Hth.
(*26797

2 gute Milchziegen
ſowie 1215 Zentner
Kleeheu zu verkauf.
Decher,
Liebfrauenſtr. 74 26788

Schöne ſtarke Springer.
gute Freſſer, z. ver=
kaufen
. K RAUS
Marienpl. 1. (26758

Der Spiegel
spricht: Pflege
Dein Gesichil
Wissenschaftliche Be
dienung m t neuesten 0
Apparaten
Friseur Schulz
Luisenplatz 4, am Landtagsgebäudbs
Fernruf 4182, Hand- und Fusspilegs

de

kaufen

74

außer den vornehmſten
auch die billigſten
Beleuchtungs-Körper
nur bei
Ballweusto re Ac

Mn Lt
Himbeerſirud audwigshöhlr. 1. B.14

Grammophon
u. Brunswick"

bringen Ihnen

schönste Hausmusik!
Ko. Kaff
Ludwigstr. 20
Machen Sie Gebrauch von meigele.
Teilzahlungs-Systen. 149

[ ][  ][ ]

AdLs
neoel i Bild ind
TATA

9. Oktober 1927

Illuſtrierte Wochenbeilage

Nummer 41

IIEnnanan
HHHHannn
AAAAAHAIHÄHHAHHHAHAAHHHHHIEÄAAA
IHEAHAHBAHAA

Beſuch der Puramiden

Mit 50 HP bei King Cheops vorzufahren, iſt gar nicht
paradox; es iſt ſein Stil. Denn im Grunde hat dieſer König
vor drei Jahrtauſenden nichts anderes als einen Nekord er=
ſtrebt
, und auch Herodot kann in ſeinem Baedeker über
Aegypten nur die Sahlen anſtaunen: daß der Erbauer nur
bei dieißigjähriger Negierung, 100 000 Sklaven und ſoviel
Geld ſein Grab vollenden konnte, daß 1600 Calente nur für
Nettich, Knoblauch und Swiebeln der Arbeiter verzeichnet
ſtanden. Dann fängt er an in Millionen, Maſchinen, Hebe=
werken
zu ſchwärmen, und ſein immer richtiger Inſtinkt be=
weiſt
auch hier, daß weder Schönheit noch Großartigkeit,
daß nur der Nekord, das Werk weltberühmt machte.
Parbleu, Chephren, der mit ſeinem Vorgänger noch im
Grabe wetteifern wollte, iſt mit ſeiner Nachbarpyramide
um achtundſiebzig Sentimeter zurückgeblieben, und ſelbſt die
Dome in Nom, Straßburg und Wien kamen nicht mit, bis
Monſieur Eiffel mit dreihundert Metern die alten Aegypter
um hundert Prozent ſchlug!
Von ferne, wenn ſich das Auto nähert, iſt alles Papier=
maché
, wie die Engadiner Berge in ebenſo reiner Luft er=
ſcheinen
, hellgrau, zerſtäubt von der Sonne. Niemand weiß
in der Wüſte, wie fern, wie nah der Punkt, zu dem man
reiſt: plötzlich iſt man da, plötzlich iſt der Suckerhut ſehr
klein. Brennend gelb iſt jetzt alles, aber erklettert man nur
ein paar Blöcke, ſo liegt ganz dicht die prangend grüne
Fläche, und der Strom ſcheint greifbar. Die Coten haben
ſich an den Wüſtenrand zurückgezogen.
Es iſt drei. Die Schatten wachſen. Der Schatten der
zweiten Pyramide fällt auf die erſte und verdoppelt das
Wunderliche des Eindrucks. Uralte Araber, deren weiße
Bartſtoppeln das bronzene Geſicht wie mit Sucker über=
ſtreuen
, verkaufen Cickets, und die mächtigen Könige wer=
den
Objekte einer Steuer, die ſie lieber dem Fellachen auf=
gelegt
hätten. Stärker tritt der ſoziale Unſinn dieſer Könige
hervor, die durchaus ewig leben, darum Leib, Grab und
Bild ſchützen und lieber dreißig Jahre lang ein halbes Voll
verſchwenden wollten, nur um den Göttern gleich zu ſein.
Heute iſt nur noch dieſer grandioſe Witz aus Quadern, dieſes
bergförmige Mauſoleum am Ort; man wandert von einer
zur andern.
Ich glaube, ich ſtehe auf einem Paß. Steigen wir nicht
gegen die Spitzen von Gipfoln, deren Joch wir ſchon er=
reichten
? Und dennoch hebt ſich die Ebene nur wenig. Wie
jene Kuppeln, die am Joche der Päſſe zur Nechten und zur
Linken ſtehen, ſteigen die Spitzen der Pyramiden ins Blau
des tropiſchen Nachmittags.
Wie Paßwind weht es zwiſchen der Schärfe der ſchräg
aufſteigenden Kanten und den Blöcken, die dort lagern. Hier
wird alles zur Silhouette. In der Weite ſchwimmen in ſüd=
lichen
Dünſten die anderen Pyramiden, und es iſt, als deu=
teten
ſie an, daß dieſe Wüſte ferner und ferner Grabmäler
berge, Meilenſteine der Landſchaft wie der Geſchichte. Was
an Platten, Sieinen, Blöcken umherliegt, zögere ich als
Crümmer anzuſprechen, vielmehr ſcheint alles zuſammen=
gehörig
und einen Uebergang zwiſchen der hügeligen Fläthe
und den Pyramiden darzuſtellen. Scheu und bedacht um=
ſchlei
t man die koniſch=mathematiſchen Ungetümo. Plötz=
lich
erblickt man von rückwärts die Sphinx.
Sie ruht am Abhang, wie zur Wache, in einer Linio mit
dem Cor der entfernteſten Puramide. Hinter dem Betrachter

Von Emil Ludwig.
ſteht um dieſe Stunde die Sonne, nah ihrem Siel. So wird
die Sphinx zuerſt als rieſiges Schattenbild deutlich, ruhend
durchaus.
Furchtbar macht die ſcharfe Silhouette die Erſcheinung
inmitten unnennbarer Oede: noch ſah ich nicht ihr Antlitz,
kaum ihren Umriß, nur ihren Schatten. Su dieſer Stunde
droht aus gelber Unendlichkeit der einzige ſchwarze Schatten,
das Haupt der Sphinx. Mit ſommerlichem Grauſen ſchreite
ich an dieſem halb im Sande hockenden Leibe vorbei, der
nichts iſt als ein abgeplatteter Nieſenſtein. Ich ſchreite ihn
ab wie einen ſinnloſen Koloſſus, nur ſeine Länge beſtaunend.
Dann ſtehe ich vor dem Haupte und wende den Blick.
Ich forſche in dieſem Antlitz, und fühle: Gelaſſenheit.
Wachſam wie ein rieſiger Diener im Vorgemach liegt
dies Geſchöpf mit dem Löwenleibe, mit der gelaſſenen Kraft,
die ſich dem Herrn überlegen fühlt und weiß, ſie kann ihn
erſchlagen. Kam nicht zuweilen der Lebende, der Sohn, das
große Grabmal des Vaters beſuchen? Verweilte er nicht in
ihrem Nücken? Wagte er’s, vor ſie zu treten, die nicht ge=
macht
war noch gewillt, ſich umzuwenden? Und doch werde
ich des Gefühls nicht Herr: dies Cier iſt nur verſteinert, einſt
hat es ſich hier niedergelcſſen, dem Oſten zugewandt, die
Nacht im Nücken, wie leblos, doch lebendig.
Noch wirkt unverwandelt dieſer verſteinte Ausdruck, er
wird belebt durch die farbig dunkellila Streifen, die über
Kinn und Wangen laufen, über die Stirn. Darunter tritt
der ſehr breite, bedeutende Mund hervor, die Unterlippe
miſanthropiſch heruntergezogen. Es ſpielen die weitgeöff=
neten
Augen dagegen ein muſtiſches Widerſpiel, der breite
Naum zwiſchen den Augen ſcheint ihnen Verſtändigung zu
verbieten, Schlauheit auszuſchließen: deshalb wirkt er
ſimpel und erſtaunt. Swei lappige Elefantenohren ſtarren
vom Felſenhaupt weg, am Halſe ſetzen ſich Schichten ſedi=
mentären
Geſteins, aus dem ſie gehauen, in Streifen ab.
Jeder Ring, ſonſt ein Jahr im Baum, ein Jahrzehnt am
Hals einer Frau bedeutend, iſt hier Sumptom einer geolo=
giſchen
Epoche. Alle Form an ihr iſt Natur, man vergißt
die Kunſt.
Dann aber beſtaunt man wieder, wie hier ein Kopf, nur
auf einen Steinhaufen geſetzt, und eine kaum ſkizzierte Kör=
perfläche
den Eindruck der ruhenden Löwin geben. Denn
ganz und gar iſt dies ein weiblicher Koloß. Ob auch die
Archäologie den Shinx erwieſen hat, keine Spur von Brü=
ſten
angedeutet, höchſtens das grandios ſtiliſierte Haar als
weiblich anzuſprechen iſt; man fühlt: Nuhe, Löwin!
Um die Sonne am Wüſtenrande verſchwinden zu ſehen,
ließ ich mich verleiten, die Puramide zu beſteigen; das
Schreien, Serren, Nadebrechen der Araber, die auch dieſe
Nieſenſtufen in ihren langen Nöcken erklettern, nahm den
Reſt von Illuſionen, und als man ziemlich mühevoll oben an=
kam
, verfälſchte ihr Bravo, zerſtörte der Hokuspokus eines
weisſagenden Betrügers unter ihnen alle Stimmung.
Plötzlich trug ſich etwas zu.
Swei von unſeren vier Führern legten ihre zerknüllten
Cücher vor ſich hin, und während weſtlich alles in ſchmutzig=
roten
Cönen verqualmte, fielen ſie gegen Oſten auf die Knie
der Neinheit des vollen Mondes zugewandt. Hier auf der
ein wenig abgeplatteten Spitze, ſenkrecht über dem Grabe
des Königs, während die beiden anderen feilſchten und plap=
perten
, begannen ſie das letzte ihrer fünf Cagesgebete, und
wie ihre Lippen leiſe den Namen Allahs formten, immer

Licht und Nacht in Sizeh

wieder, weich, ſchmelzend, wie mit vielen L, wie ihr. Leib das
Auf und Nieder des betenden Morgenländers übte und die
Arme halb erhoben und die Stirne ganz geſenkt das Sumbol
der Demut wiederholte, ihrem Sott ganz nahe, ohne Mitt=
ler
, ohne Geräte, ohne Cempel, mit einem Male hatten
dieſe beiden armen Beduinen das groteske Wüſtenfeld mit
dem Strom des Glaubens erlöſt. Su ſpät erkannten wir, daß
der Mond in wenig Augenblicken die Herrſchaft angetreten.
Gefährlich, ſchwindlig, ſchattenreich entwickelte der Ab=
ſtieg
alle Gefahren einer nächtlichen Alpentour, und als man,
in Codes= und Gottesgedanken gerückt, erſt nach einer ver=
worren
heißen Stunde unten ankam, hatten die Silhouetten
das Geheimnis der Nacht geſchluckt: alles, was in der Sonne
nur wunderlich ſchien, war plötzlich Legende durch die rie=
ſelnde
Macht des Mondlichtes und durch Allahs Namen.
Nieſenhaft ſchmolzen nun die ſchrägen Linien der ſteiner=
nen
Kunſtberge an den Nändern des opalen ſchimmernden
Himmels, und als wir aufs neue die Sphinx erreichten, war
aller Urſprung, war Natur und Geſtein verwiſcht, es ſchien
die Kunſt verſunken: eine ruhende Löwin, aus Urzeiten auf=
geſtiegen
zur Wacht der Gräber, lag ſchweigend und gefähr=
lich
am Nande der Wüſte und blickte aus Menſchenaugen in
eine unnennbare Weite. Ueber ihr glänzte die Lyra.
Keinen Augenblick weckt ihre grauſame Verſtümmelung
die Naſe fehlt Mitleid wie oft beim Corſo. Alles iſt
Seele an ihrem Ausdruck, wie ihn jetzt das Mondlicht hebt.
Stärker als Alexander, Caeſar, Napoleon, die vor ihr ſtan=
den
, iſt ihre Macht, denn ſie verzichtet auf die Sumbole der
Macht wie auf die der Schönheit, ſie verwächſt in die müt=
terliche
Erde. Aus der Sweiheit von Sand und Himmel
ſteigt ſie, und die Geſtirne über ihr, ſteigend, ſinkend, ſchei=
nen
vergänglicher als ihr Wüſtenleib, der unbewegliche.
Jetzt ſtrahlt die Lura über ihr, mein Stern. Ferne verklang
das Rufen der Beduinen, aber nahe leuchtete, aus der am
weiteſten vorgeſchobenen Hütte des letzten Araberdorfes, ein
Licht. Ein langer Menſch, aus dem Schatten der großen
Puramide tretend, in weißer Gandora, mit ſchwarzen Hän=
den
und weißen Nägeln, trat auf uns zu, um uns an die
Chauſſee zu führen; er ſtammelte Engliſch. Das gute Auge,
die werbende Geſte nahmen für ihn ein, auch wäre es un=
möglich
, ihn abzuweiſen; als er aber, Gott weiß, welche
Waffe unter dem Nock, nach meiner Hand griff, wie um zu
führen, wurde mir kalt: die zweite Gefahr in einer Lebens=
ſtunde
. Als ich die Hand zurücknahm, bemerkte er meine
Vorſicht, er ſagte mit leiſe gebrochenem Con: Like a friend‟.
Sum zweitenmal ward weſtliche Skepſis von der Machi
des morgenländiſchen Glaubens beſiegt. Die Sitte der Ara=
ber
, Hand in Hand durch die Straßen zu ſchlendern, mir
wohlbekannt, ſpricht für ihre Sutraulichkeit, die ruhig neben
Schlauheit wohnt, ſogar neben Empfindlichkeit und Rache.
Was beweiſt es gegen dieſe kindliche Art, daß der Mann
nachher auf ſeine Piaſter rechnete? Könige erobern oder
laſſen ſich vom Untertanon bezahlen. Cheops raubte ſein=
Gelder von den Sklaven, die in ihm einer Art Gottheit
dienten, und baute auf ihren ſchwitzenden Rücken ſein wahn=
ſinniges
Grabmal. Mehmed Ali aber, der die letzten From=
den
durchs Mondlicht begleitet, um ſich dafür ein rundes
Brot zu kaufen, hatte von Allah die fürſtliche Gebärde des
Schreitens und Geleitens und blieb ohne Neid zurück, als
er unſer Auto nach der laſterhaften Stadt Kairo durch die
Nacht enteilen ſah.

HABAEABSÄZHEEAASEAZBÄBHEIHZAHÄESEAEAAAAHAEAAAATHAEHAHEHAEFHÄRIA
HuIBAAABAAHHEAAAAEAHEAAAHAAABABAHAEEBEAAENAAAZÄENE

[ ][  ][ ]

Hande
I
U
Ernteſagen und Erntegebrauche

Von Alfred Knuth.

(Rachdruck verboten)

Die Ernte iſt vorüber. Das Klingen der Senſen und der Ge=
ſang
der Schnitter und Schnitterinnen iſt verhallt. Da werden
nun hier und da wieder die alten Ernteſagen lebendig, die in
jahrhundertelanger mündlicher Ueberlieferung in unſerem Land=
volk
weiterleben und an manchen Winterabenden in den Spinn=
ſtuben
den Unterhaltungsſtoff lieferten.
Wenn nun in dieſen Ueberlieferungen die Nede davon iſt, daß
früher die letzten Flachshalme, die letzten Kornähren, das letzte
Büſchel Grummet auf dem Felde blieb, daß man die letzten
Aepfel hängen ließ für das Holzfräulein, den weiblichen Vege=
tationsgeiſt
im Walde, für Frau Holle und ſonſt welche Phan=
taſiegeſtalten
, ſo ſind das Neſte von alten Opferbräuchen, oder
man dachte ſich die Früchte des Feldes und des Baumes in noch
engerem Suſammenhang mit dem Wald= und Feldgeiſt, geradezu
als ein Stück ſeines Lebens; man durfte das Naturweſen nicht
ganz entblößen, berauben und verſtümmeln. Oft kehrt in der
Sage der Sug wieder, daß die Gier der Menſchen oder ihre
Noheit, ihre zudringliche Neugier den Naturgeiſt verſcheucht, ge-
reizt
und ſehr oft zum Feinde der Menſchheit gemacht hat.
Aus der unendlichen Sahl der Ernteſagen ſei zur Erhärtung
des Vorſtehenden nur eine in kurzen Umriſſen wiedergegeben:

Das Getreidemännchen.
Mitten auf dem beſten Ackerboden eines Bauern ſtanden,
von Strauchwerk umgeben, ein paar ſtattliche Bäume. Dieſe
waren dem Sohn im Wege und er drang in den Vater, ſie doch
abholzen zu laſſen, denn ſie entzogen ſeiner Meinung nach dem
Boden eine Menge Nahrung und in ihrem Schatten konnte ja
nichts recht wachſen, außerdem würde man gewiß ein ſchönes
Stück Geld dafür erhalten. Aber der alte Bauer ſchüttelte den
Kopf und ſagte: Nie dürfen dieſe Bäume weggeſchlagen wer=
den
, denn dort wohnt das Getreidemännchen; der Segen, der auf
unſeren Feldern ruht, würde mit ihnen verſchwinden! Und wirk=
lich
hatte der Bauer, ſoweit die Leute im Dorf zurückdenken
mochten, nie eine ſchlechte Ernte gehabt. Herrſchte Dürre im
Lande, ſo daß die Aehren überall nur winzige Körner trugen
bei ihm beugten ſich die Halme zur Erde nieder unter der Laſt
der vollen Aehren; gab’s einen naſſen Sommer, ſo daß das Ge=
treide
auf dem Halm auswuchs, er hatte es ſicher vor Eintritt
der Negenzeit in die Scheuer gebracht; ging über die Gegend ein
Hagelwetter nieder, das alles Getreide in Grund und Boden
ſchlug, bis zu ſeinen Feldern kam es ſicher nicht, dort blieben
die Halme kerzengerade ſtehen.
Als aber der alte Bauer geſtorben war, hinderte den Sohn
nichts mehr an der Erfüllung ſeines Wunſches und er ließ trotz
dringendem Abraten ſeines jungen Weibes im Herbſt nach der
Ernte die Bäume fällen, da ihm ein Holzhändler eine ganz ſtatt=
liche
Summe dafür geboten hatte. Anfangs ſchien auch alles ganz
gut zu gehen, das Getreide wuchs wieder genau ſo üppig wie
früher, ſa, an der Stelle, wo die Bäume geſtanden hatten, ge=

Der Waldmenſch.

Von Hermann Heſſe.

Im Anfang der Seitalter, noch ehe die junge Menſchheit
ſich über die Erde verbreitet hatte, waren die Waldmenſchen.
Eng und ſcheu lebten ſie in der ewigen Dämmerung der
tropiſchen Urwälder, ſtets im Streit mit ihren Verwandten, den
Affen, und über ihrem Cun und Sein ſtand als einzige Gottheit
und oberſtes Geſetz: der Wald. Der Wald war Heimat, Schutz=
ort
, Nährer, Wiege, Neſt und Grab, und außerhalb des Waldes
vermochte man ſich kein Leben zu denken. Man vermied es, bis
an ſeine Nänder vorzudringen, und wer je durch beſondere
Schickſale auf Jagd oder Flucht dorthin verſchlagen worden
war, der erzählte zitternd und geängſtigt von der weißen lodern=
den
Leere draußen, wo man das furchtbare Nichts im tödlichen
Sonnenbrande gleißen ſähe. Es lebte ein alter Waldmann, der
war vor Jahrzehnten, durch wilde Ciere verfolgt, über den
äußerſten Nand hinausgeflohen und alsbald blind geworden. Er
war jetzt eine Art Prieſter und Anführer und bieß Mata Dalam
(der das Auge inwendig hat); er hatte das heilige Waldlied
gedichtet, das bei großen Gewittern geſungen wurde, und auf ihn
hörten die Waldleute. Daß er die Sonne mit Augen geſehen
hatte, ohne daran zu ſterben, das war ſein Nuhm und ſein
Geheimnis.
Die Waldmenſchen waren klein und braun und ſtark be=
haart
, ſie gingen vorgebückt und hatten ſcheue Wildaugen. Sie
konnten wie Menſchen gehen und auch wie Affen, und fühlten
ſich hoch im Geäſte des Waldes ebenſo ſicher, wie am Erdboden.
Häuſer und Hütten kannten ſie noch nicht, wohl aber mancherlei
Waffen und Gerätſchaften, auch Schmuck. Sie verſtanden,
Bogen, Pfeile, Lanzen und Streitkolben aus harten Hölzern
zu machen, Halsbänder aus Baſt und mit getrockneten Beeren
oder Nüſſen behängt, auch trugen ſie um den Hals oder im Haar
ihre Koſtbarkeiten: Eberzahn, Cigerkralle, Papageienfeder,
Flußmuſchel. Mitten durch den unendlichen Wald floß der große
Strom, e Waldmenſchen wagten ſein Ufer aber nur in dunkler
Nacht zu betreten, und viele hatten ihn nie geſehen. Die Mu=
tigeren
ſchlichen zuweilen des Nachts aus dem Dickicht hervor,
ſcheu und lauernd, dann ſahen ſie im ſchwachen Schimmer die
Siefanten baden, blickten durch die überhängenden Baumwipte!

dieh es ganz beſonders prächtig, bis nach einer Neihe glühend=
heißer
Cage ein Hagelſchlag kurz vor der Ernte alles vernichtete.
Und nun folgte eine Mißernte der anderen, die den jungen Bauer
an den Bettelſtab gebracht hätten, wenn er nicht auf Anraten
ſeiner Frau mit erheblichen Koſten neue große Bäume an Stelle
der abgeſchlagenen hätte pflanzen laſſen. Nun war das Getreide=
männchen
ausgeſöhnt, und der Segen ruhte wieder auf den Sel=
dern
wie zuvor.

Von den nachſtehend geſchilderten Erntegebräuchen haben
ſich einige, wenn auch in etwas veränderter Form, erhalten bis
auf den heutigen Cag:
Während der ganzen Noggenernte blieb auf jedem Ackerſtück
ein Büſchel Aehren ſtehen, das der Vergodendeels=Struuß
hieß; wenn dann alles abgemäht war, zog man mit Muſik aufs
Seld und umſchlang dieſes Büſchel mit einem bunten Band,
ſprang darüber hinweg und tanzte drum herum. Zum Schluß
mähte es der Vorſchnitter mit ſeiner mit Blumen und Bändern
geſchmückten Senſe ab und warf es zu den übrigen Garben. So
ging es von Seld zu Feld, und zum Schluß zog man unter dem
Heſang Nun danket alle Gott ins Dorf zurück und hier von
Hof zu Hof, wo jedesmal folgender Ernteſpruch hergeſagt wurde

In der Prignitz, dem nordweſtlichſten Ceil der Provinz Bran=
denburg
, herrſchte folgender Brauch: Wenn der geſamte Noggen
eingefahren war, ließ man auf dem Selde noch einige Garben
ſtehen und formte aus ihnen die Geſtalt eines Mannes, die man
mit allem ausſchmückte, was man auf dem Selde fand oder was
die Erntearbeiter dazu darboten. Dieſer Mann wurde nachmit=
tags
durch einen vierſpännigen, mit Laub und Blumen geſchmück=
ten
Wagen eingeholt. Jung und alt, feſtlich gekleidet, folgte dem
Gefährt, und Muſik begleitete den Sug. War man bei den Gar=
ben
angekommen, auf denen der Strohmann ſtand, ſo wurde um
ſie ein Kreis geſchloſſen und ungefähr eine halbe Stunde lang auf
den Stoppeln getanzt. Dann wurden alle Garben auf den Wagen
geladen, und unter lautem Jubel fuhr man nach Hauſe. Abends
fand dann im Krug, der Dorfwirtſchaft, der Erntetanz ſtatt.
Auch in Pommern ſoll dieſes Seſt noch vor nicht langer Seit nur
mit dem Unterſchied gefeiert worden ſein, daß zum Schluß alle
Mädchen zu einem Wettlauf antreten mußten, deſſen Siel dieſe
Strohpuppe war. Die Siegerin wurde dann die erſte Cänzerin
an dieſem Abend.

Ich trage einen Erntekranz,
Es iſt aber ein Vergutenteils=Kranz;
Dieſer Kranz iſt nicht von Diſteln und Dornen,
Sondern von reinem, auserleſenen Winterkorne.
Es ſind auch viele Aehren darin;
So mannich Ahr,
So mannich Jahr,
So mannich Körn,
So mannich Wiſpel
Auf dem Wirt (Bauer) ſeinen Börn (Boden).

Abends war dann Canz, und zwar alljährlich auf einem anderen
Hofe. Der Name dieſes Erntefeſtes war Vergodendeel, ge=
wiſſermaßen
eine Vergütung für die ſchwere Erntearbeit. In der
Altmark nannte man dieſes Feſt Sekelbier, in anderen Gegen=
den
wieder Sträkelbeer nach dem bei der Erntearbeit getrun=
kenen
Dünnbier und nach dem Wort Sträke, womit man den
zum Schärfen der Senſe benutzten Wetzſtein bezeichnete. In der
Mark Brandenburg feierte man als Abſchluß der Ernten der
Halmfrüchte das Auſtefeſt, das im Havellande Auſteköſte‟
(Erntefeſtbeköſtigung), im Oberbarnim auch heute noch Auſte=
kiſte
genannt wird. Hierbei erhielten die Erntearbeitewnicht das
gewöhnliche Leuteeſſen, ſondern Braten oder anderes Fleiſch, in
manchen Gegenden Klöße mit Backpflaumen und vor allem den
Auſtekuchen oder Auſteſtollen. Das Wort Auſt bedeutet
Ernte und ſoll vom Auguſt, dem Haupterntemonat, ſeinen Namen
erhalten haben.

Von der Noggenmuhme oder der Aehrenfrau erzädlt
man ſich folgendes: Wenn die Mittagshitze im Sommer über dem
Kornfeld liegt, iſt es dort beſonders gefährlich, namentlich ſoll
man ſich nicht unmittelbar neben einem ſolchen Feld, ſchlafen
legen. Denn es geht in der Sonnenglut eine Frau im Korn um
oder ſchreitet auch über die Aehren hinweg, die den Schläfer mit
fürchterlichem Alpdrücken plagt und auch ſchon manchem im
Schlaf erwürgt haben ſoll. Denn die Noggenmuhme iſt den
Menſchen feindlich geſinnt. Leute aus der Göttinger Gegend, die
ſie ſahen und mit dem Leben davonkamen, erzählten, ſie hade
rote Augen und eine ſchwarze Naſe gehabt, auf dem Kopf eine
weiße Haube getragen und ſei mit weißen, wallenden Gewändern
bekleidet geweſen; andere ſahen ſie von weitem und beſchrieben
ſie als eine grauköpfige Alte mit fliegenden Haaren und zei=
riſſenen
Kleidern.

und ſahen erſchrocken im Netzwerk der vielarmigen Mangrove=
bäume
die glänzenden Sterne hängen. Die Sonne ſahen ſie nie=
mals
, und es galt ſchon für äußerſt gefährlich, ja todbringend,
ihr Spiegelbild im Strome zu erblicken.
Su jenem Stamme von Waldleuten, welchem der blinde
Mata Dalam vorſtand, gehörte auch der Jüngling Kubu, und er
war der Führer und Vertreter der Jungen und Unzufriedenen.
Es gab nämlich Unzufriedene, ſeit Mata Dalam älter und
herrſchſüchtiger geworden war. Bisher war es ſein Vorrecht
geweſen, daß er, der Blinde, von den anderen mit Speiſe ver=
ſorgt
wurde, auch fragte man ihn um Nat und ſang ſein Wald=
lied
. Allmählich aber führte er neue und läſtige Bräuche ein,
welche ihm, wie er ſagte, von der Gottheit des Waldes im
Craum waren geoffenbart worden. Ein paar Junge und SZweifler
aber behaupteten, der Alte ſei ein Betrüger und ſuche bloß
ſeinen eigenen Vorteil.
Das Neueſte, was Mata Dalam eingeführt hatte, war eine
Neumondfeier, wobei er in der Mitte eines Kreiſes ſaß und die
Nindentrommel ſchlug. Die andern Waldleute aber mußten ſo=
lange
im Kreiſe tanzen und das Lied Golo Elah dazu ſingen,
bis ſie todmüde waren und in die Knie ſanken. Dann mußte ein
jeder ſich das linke Ohr mit einem Dorn durchbohren, und die
jungen Weiber mußten zu dem Prieſter geführt werden, und er
durchbohrte einer jeden das linke Ohr mit einem Dorn.
Dieſer Sitte hatte ſich Kuba ſamt einigen ſeiner Alters=
genoſſen
entzogen, und ihr Beſtreben war, auch die jungen
Mädchen zum Widerſtand zu bewegen. Einmal hatten ſie Aus=
ſicht
, zu ſiegen und die Macht des Prieſters zu brechen. Der Alte
nämlich hielt wieder Neumondfeſt und durchbohrte den Weibern
das linke Ohr. Eine kräftige Junge ſchrie dabei aber furchtbar
und leiſtete Widerſtand, und darüber paſſierte es dem Blinden,
daß er ihr mit dem Dorn ins Auge ſtach, und das Auge lief aus.
Jetzt ſchrie das Mädchen ſo verzweifelt, daß alle herbeiliefen,
und als man ſah, was geſchehen war, ſchwieg man betroffen und
unwillig. Als aber nun die Jungen ſich triumphierend darein=
miſchten
, und als der Kubu den Prieſter an der Schulter zu
packen wagte, da ſtand der Alte von ſeiner Crommel auf und
ſagte mit krähend höhniſcher Stimme einen ſo grauenhaften
Fluch, daß alle entſetzt zurückflohen und dem Jüngling ſelber das
Herz vor Entſetzen gefror. Der alte Prieſter ſagte Worte, deren
genauen Sinn niemand verſtehen konnte, deren Worte und Con

aber an die gefürchteten heiligen Worte der Gottesdienſte an=
klangen
. Und er verfluchte des Jünglings Augen, die er dem
Geier zum Fraße zuſprach, und verfluchte ſeine Eingeweide, von
welchen er prophezeite, ſie werden eines Cages im freien Felde
in der Sonne röſten. Dann aber befahl der Prieſter, der in
dieſem Augenblick mehr Macht hatte, als jemals, das jung4
Mädchen nochmals zu ſich und ſtieß ihr den Dorn auch ins
zweite Auge, und jedermann ſab es mit Entſetzen, und niemand
wagte zu atmen.
Du wirſt draußen ſterben, hatte der Alte dem Kubu ge=
flucht
, und ſeither mied man den Jüngling als einen Hoffnungs=
loſen
. Draußen das hieß: außerhalb der Heimat, außer=
halb
des dämmernden Waldes! Draußen das bedeuteie
Schrecken, Sonnenbrand und glühende, tödliche Leere.
Entſetzt war der Kubu weit hinweg geflohen, und als er
ſah, daß jedermann vor ihm zurückwich, da verbarg er ſich in
einem hohlen Stamm und gab ſich verloren. Cage und Nächie
kauerte er, wechſelnd zwiſchen Codesangſt und Crotz, und unge=
wiß
, ob nun die Leute ſeines Stammes kommen würden, ihn zu
erſchlagen, oder ob die Sonne ſelbſt durch den Wald brechen,
ihn belagern und erfagen und erlegen werde. Es kam aber weder
Pfeil noch Lanze, weder Sonne noch Blitzſtrahl, es kam nichts
als eine tiefe Erſchlaffung und die brüllende Stimme des
Hungers.
Da ſtand Kubu wieder auf und kroch aus dem Baume,
nüchtern und beinahe mit einem Gefühl von Entkäuſchung.
Es iſt nichts mit dem Fluche des Prieſters, dachte er ver
wundert, und dann ſuchte er ſich Speiſe, und als er gegeſſen
hatte und wieder das Leben durch ſeine Glieder kreiſen fühlte,
da kehrte Stolz und Haß in ſeine Seele zurück. Jetzt wollte er
nicht mehr zu den Seinen zurückkehren. Jetzt wollte er ein
Einſamer und Ausgeſtoßener ſein, einer, den man haßte und dem
der Prieſter, das blinde Vieh, ohnmächtige Verfluchungen nach
rief. Er wollte allein ſein und allein bleiben, zuvor aber wolle
r ſeine Nache nehmen.
Kubu ging und ſann. Er dachte über alles nach, was ih
jemals Sweifel erweckt hatte und als Crug erſchienen war, und
vor allem über die Crommel des Prieſters und ſeine Feſte, und
je mehr er dachte und je länger er allein war, deſto klarer konmie
er ſehen: ja, es war Crug, es war alles Crug und Lüge. Und
da er ſchon ſo weit war, dachte er noch wenig weiter und richtelk

Das eigentliche Erntefeſt wurde früher erſt am Schluß der
geſamten Ernte, alſo gewöhnlich Anfang November, gefeiert,
nachdem die Kartoffeln eingebracht waren. Bei dieſer Gelegen=
heit
wurde ein großer Kranz, der Erntekranz, gewunden und von
der feſtlich gekleideten Menge, die Mädchen mit den bebänderten
Harken vorauf, die Männer mit den gleichfalls geſchmückten
Senſen hinterher, zum Dorf hinausgetragen und dort abgetanzt.
d. h. man tanzte eine Seitlang um ihn herum. Dann ging’s zurück
ins Dorf auf den Herrenhof oder das Amt, und hier wurde die
Herrſchaft mit den Bändern des Kranzes gebunden, wobei die
Binderin den Ernteſpruch herſagte; erſtere mußte ſich dann durch
ein Stück Geld davon löſen. Den Beſchluß bildete ein Canz

u iu ſchl
Bruſt;
ucſeinen
züſitterten
ück, der
Afs meint
S Arken
PMihen
Hälig y
übleſes 9!
uſten w.
vm erufsl

Bierſchau
uttoszentra
memal
eitdicht
itülunde ve=
atité
dem

TAif

HauMt
AAeicht

Die u

Ne

Rin de

Haiſtein
u mit.

[ ][  ][ ]

Mtan im Gewühl der Großſtadt, an dem Eingang zur Unter=
grumechn
, ſteht ein Streichholzverkäufer, eine gebeugte, mitleid-
ermyeirde
Geſtalt: eine blaue Brille deckt die erloſchenen Augen,
ein ſi ſühweißer Bart wallt dem Invaliden auf die dekorierte
Braxu heine Knie zittern, wie er wortlos mit bittender Gebärde
meicn DZulus erheiſcht. Ich werfe ihm eine Münze in den ver=
wittiten
Eilz und pralle im ſelben Augenblick überraſcht zu=
rücktſerin
eine mir wohlbekannte Stimme, die keinem anderen
als //urgem Freunde, dem Kriminalkommiſſar, gehört, hat mir ein
Erbitzunngswort zugeflüſtert. Jetzt bemerke ich auch, daß er
leinms Kandort ſo gewählt hat, daß er den Billettſchalter unauf=
fälldygeſchatten
kann und weiß nun, daß die Aufmerkſamkeit
dieſſſeyänzend en Maskenbildners und hervorragenden Krimina=
gliſteſkwgeder
einmal den berüchtigten Krebſen gilt, wie der
ber)Amſäßige Caſchendieb in Jachkreiſen ſehr witzig genannt wird.

Von Dr. Ernſt Keienburg.

Ahkmnnke ſie ſchon von früher, die Herrſchaften aus Lodz,
Waxrſa,, Krakau und Budapeſt, den internationalen Ausbil=
unge
sutralen des gewerblichen Caſchendiebſtahls. So nehme ich
rwaungsvoll auf der erſten Bank hinter der Sperre Platz und
eoblwel hinter meiner Seitung her ebenfalls den Schalter. Eine
Stumttverſtreicht ohne beſonderen Swiſchenfall da löſt ſich
us Ain Sttom der Jahrgäſte eine maſſive Geſtalt, oſtelbiſcher
Irtyſwig en Gamsbart auf dem Jägerhut, eine ſchwere goldene
ihrkite wor dem voluminöſen Bauchgewölbe. Gerade zückt der
frenml ſt ine Brieftaſche, da entſteht ein Gedränge vor dem
Schatit, und im Nu iſt der Herr feſt eingekeilt. Die Brieftaſche
fält Aeepampfhaft in der erhobenen rechten Hand ... da tut es

ein uryram gewordenes Mißtrauen vollends auf alles, was als
pahrt d/heilig galt. Wie ſtand es zum Beiſpiel mit dem Wald=
ott
Au ſoem heiligen Waldlied. O, auch damit war es nichts,
uch /’s war Schwindel, niemand hatte jemals dieſen Gott zu
Heſicth bl=kommen. Und, ein heimliches Entſetzen gewaltſam
bernm ſeid, ſtimmte er das Waldlied an, höhniſch, mit ver=
chtliü
: Stimme und alle Worte verdrehend, und er rief drei=
tal
ü2e Mamen der Waldgottheit, den bei Codesſtrafe niemand
ußer m Prieſter ausſprechen durfte. Und es blieb alles ruhig,
ein /erm brach los, und kein Blitz zuckte nieder!
Anche Cage und Wochen irrte der Vereinſamte ſo umher,
falteſſttbar den Augen und mit ſtechendem Blick. Er ging auch,
das Au niemand gewagt hatte, beim Vollmond an das Ufer
es SStm es. Dort blickte er erſt dem Spiegelbild des Mondes
nd Lein ſoem Vollmond ſelber und allen Sternen lang und kühn
diele unren, und es geſchah ihm kein Leid. Ganze Mondnächte
eitim Ufer, ſchwelgte im verbotenen Lichtrauſch und pflegte
eine ASanken. Viele kühne und ſchreckliche Pläne keimten in
einema ſezen auf. Der Mond iſt mein Freund, dachte er, und
er SEini iſt mein Freund, aber der alte Blinde iſt mein Feind.
IIſo Nda-s Draußen vielleicht beſſer als unſer Drinnen, und
ielleui itt die ganze Heiligkeit des Waldes auch bloß ein Ge=
edelAwger
kam, um Generationen vor allen Menſchen voraus,
ines Aechtts auf die verwegene und fabelhafte Idee, man könnte
anz ſhl, einige Baumſtämme mit Baſt zuſammenbinden, ſich
arau ſzeri und den Strom hinunterſchwimmen. Seine Augen
unkelet, uund ſein Herz ſchlug gewaltig. Aber es war nichts
amitnter Strom war voll von Krokodilen.
An, gab es alſo keinen anderen Weg in die Sukunft, als
en, L,u Wald an ſeinem Nande zu verlaſſen, falls es überhaupt
in Eſſ des Waldes gab, und ſich alsdann der glühenden Leere,
em 10n Draußen anzuvertrauen. Jenes Ungeheuer, die
onnm zunßte aufgeſucht und beſtanden werden. Denn wer
veiß siſeEnde war auch die uralte Lehre von der Fruchtbarkeit
er Sm nur ſo eine Lüge!
4De Sedanke, der letzte in einer kühnen, fiebrig wilden
Reiherhchte den Kubu erzittern. Das hatte in allen Welt=
ltermnch
, niemals ein Waldmenſch gewagt, freiwillig den Wald
u versſem und ſich der ſchrecklichen Sonne auszuſetzen. Und
viedeß= iung er Cage um Cage, ſeinen Gedanken tragend. Und
ndliclk ifitte er Mut. Er ſchlich mit Sittern am hellen Mittag

einen ſchrillen Pfiff. Der ver=
meintliche
Bettler und ſein
neben ihm in der Maske eines
Kaugummiverkäufers poſtier=
ter
Gehilfe ſtürzen ſich in das
Gewühl und angeln mit un=
heimlicher
Sicherheit zwei der
eifrigſten Drängler heraus.
Die gänzlich Ueberraſchten
hatten keine Seit mehr, das
Diebesgut, die Sore, zu der
auch ſchon die goldene Uhr
des Herrn aus Hinterpom=
mern
gehörte, verſchwinden zu
laſſen; denn der Kriminaliſt
iſolierte die Verbrecher ſofort
und ließ ſie gefeſſelt abführen.
Es waren Decker und Sie=
her
(der erſte deckt das
Opfer gegen Sicht, der zweite
zieht die Beute) einer lang=
geſuchten
Warſchauer Ko=
lonne
, Spezialiſten in ihrem
Beruf, die mit dem Schalter=
trick
arbeiten, den auch die
Cheaterdiebe bevorzugen.
Einige Monate ſpäter hatte
ich nach mancher vergeblichen
Streife, die mir einen Begriff
von der Schwierigkeit des
Krimmaliſtenberufes vermittel-
ten
, abermals Gelegenheit, an
einer intereſſanten Jagd auf
einen internationalen Marder
teilzunehmen, der das Poſt=
ſcheckamt
unſicher machte.
Seine Arbeitsweiſe war ſo,
daß er zunächſt die größeren
Auszahlungen beobachtete und
ſich dann irgendwo an ſein Opfer heranmachte. Den kriegs=
beſchädigten
Angeſtellten einer großen Firma überliſtete er mühe-
los
, indem er ihn auf der Straße aus Verſehen anrempelte, ſo
daß dem Boten die geſchloſſene Geldtaſche entfiel. Bei dieſer
Gelegenheit unterſchob der Gauner unter tauſend Entſchuldigun=
gen
dem Ahnungsloſen ſeine genau ſo ausſehende Aktentaſche
und verſchwand ſpurlos mit dem geldgefüllten Original. Ein
andermal ſpielte er den großen Kavalier und beraubte auf die
raffinierteſte Weiſe eine junge Privatſekretärin, die gerade zehn
Minuten vorher einen Betrag von über dreitauſend Mark Ge=
ſchäftsgelder
abgehoben hatte. Sein Gaſtſpiel war von der Wie=
ner
Polizei wochenlang vorher aviſiert und ſeine Phyſiognomie
hinreichend bekannt. Dennoch wollte es nicht gelingen, dieſen ge=
fährlichen
Krebs unſchädlich zu machen, da er mit immer neuen
Cricks und anſcheinend auch mit glänzenden Masken arbeitete.
Bis gegen Mittag ſaßen wir in der dumpfen, menſchengefüllten
Halle des Poſtſcheckamts, das eine ſener großen Herzkammern
darſtellt, durch die unaufhörlich die Ströme des Geldes rinnen.
Mein Freund, in einem einfachen, abgetragenen Straßenanzug
und korrekter Schirmmütze, unterſchied ſich durch nichts von den
Dutzenden der Kaſſenboten und kleinen Angeſtellten, die, auf lan=
gen
Bänken nebeneinanderſitzend, ſchweigend und ergeben auf die
Auszahlung des ihnen anvertrauten Geldes warten. Plötzlich
ſehe ich, wie über das gleichgültige Geſicht des Kriminaliſten eine
eiſe Spannung huſcht, und folge ſeinem Blick. Vor Schalter 10
bemerke ich eine pelzverhüllte Dame und hinter ihr einen Herrn
in mondäner Eleganz, der gleichfalls ſeinen Scheckabſchnitt ein=

gegen den Fluß, näherte ſich lauſchend dem glitzernden Ufer und
ſuchte mit bangen Augen das Bildnis der Sonne im Waſſer.
Der Glanz ſchmerzte heftig in den geblendeten Augen, er mußte
ſie raſch wieder ſchließen, aber nach einer Weile wagte er es
wieder, und dann nochmals, und es gelang. Es war möglich, es
war zu ertragen, und es machte ſogar froh und mutig. Kubu
hatte Vertrauen zur Sonne gefaßt. Er liebte ſie, ſie lockte ihn
ſehr, ſie war ſchön und gewaltig, und er haßte den alten, fin=
ſteren
Wald, wo der Prieſter quäkte und wo er, der Junge und
Mutige, verfemt und ausgeſtoßen worden war.
Jetzt war ſein Entſchluß reif geworden, und er pflückte die
Cat wie eine ſüße Srucht. Mit einem neuen zügigen Hammer
aus Eichenholz, dem er einen ganz dünnen und leichten Stiel ge=
geben
hatte, ging er in der nächſten Morgenfrühe dem Mata
Dalam nach, fand ſeine Spur und fand ihn ſelbſt, den böſen
Blinden, ſchlug ihm den Hammer auf den Kopf und ſah ſein
Leben aus dem gekrümmten Maul entfliehen. Er legte ihm ſeine
Waffe auf die Bruſt, damit man wiſſe, durch wen der Alte um=
gekommen
ſei, und auf die glatte Fläche des Hammers hatte er
mit einer Muſchelſcherbe mühſam eine Schilderung geritzt, einen
Kreis mit mehreren geraden Strahlen: das Bild der Sonne.
Mutig trat er ſeine Wanderſchaft nach dem fernen
Draußen an und ging vom Morgen bis zur Nacht in gerader
Richtung und ſchlief nachts im Gezweige und ſetzte in der Frühe
ſein Wandern fort, viele Cage lang, über Bäche und ſchwarze
Sümpfe, und ſchließliche über anſteigendes, trockenes Land und
mooſige Steinbänke, wie er ſie nie geſehen hatte, und endlich
teiler hinan, von Schluchten aufgehalten, ins Gebirge hinein,
immer durch den ewigen Wald, ſo daß er am Ende zweifelhaft
und traurig wurde und den Gedanken erwog, vielleicht möchte
doch der Wald die ganze Welt ausfüllen, oder es möchte den
Söhnen des Waldes am Ende doch von einem Gotte verboten
ſein, ihre Heimat zu verlaſſen.
Da kam er eines Abends, nachdem er ſeit langem immerzu
ſeſtiegen und in immer höhere, trockenere, leichtere Lüfte ge=
kommen
war, unverſehens an ein Ende. Der Wald hörte auf,
aber mit ihm auch der Erdboden, es ſtürzte hier der Wald in
die leere Luft hinab, als wäre an dieſer Stelle die Welt ent=
zweigebrochen
. Su ſehen war nichts als eine ferne, ſchwache
Nöte und oben einige Sterne, denn die Nacht hatte ſchon be=
gonnen
.

reicht. In der linken Hand trägt er einen hellgelben Coupékoffer
von mittlerer Größe. Nun, da er ſich zur Seite wendet, kann ich
auch ſein Geſicht ſehen. Es hat unverkennbar öſtlichen Schnitt
und zeigt den ans Blaſierte grenzenden Sug, den der artiſtiſche
Gauner internationaler Prägung ſo häufig zur Schau trägt. In=
zwiſchen
hat die Dame ihr Geld in Empfang genommen und das
Banknotenbündel in einem ledernen Köfferchen geborgen, das
ſie einen Augenblick neben ſich auf die Erde ſtellt um ihre Hand=
ſchuhe
zu ſchließen. Dieſe unbewachte Sekunde benutzt der
Gauner, um die Beute verſchwinden zu laſſen. Doch noch ehe
er im Gewühl untertauchen konnte, war er verhaftet und un=
ſchädlich
gemacht. Bei der Unterſuchung ſtellte ſich heraus, daß er
mit einem beſonders präparierten Koffer arbeitete, deſſen Boden-
ſtück
durch eine ſinnreiche Federung nach innen nach gab und ſo wie
eine regelrechte Klappe wirkte, ein Handwerkszeug, das beſon=
ders
bei den Koffermardern und Eiſenbahndieben ſehr beliebt iſt.
Die weitverzweigte Sunft der Caſchendiebe arbeitet mit
immer neuen Mitteln, je nach Art und Organiſation ihres licht=
ſcheuen
Gewerbes. Es gibt virtuoſe Einzelgänger, aber die
Negelbleibt doch die Kolonne, die durchweg aus drei bis
vier Mann beſteht und ihr beſtimmtes Suſtem hat. Nennplätze,
Cheaterfoyer, Fahrkartenſchalter, Warenhäuſer, Volksfeſte,
Verſammlungen, Ausſtellungen und Verkehrsmittel ſind ihre be=
liebteſten
Jagdgründe,
und wo kein Gedränge
vorhanden iſt, da wird
es künſtlich erzeugt
nach dem Muſter des
oben erzählten Falles.
Großſtädte und Pro=
vinz
leiden gleicher=
maßen
unter der Drei=
ſtigkeit
der Krebſe;
denn trotz der Nührig-
keit
der Polizei, die
tagtäglich ein Heer
von tüchtigen und er=
fahrenen
Kriminaliſten
für den Kampf gegen
den internationalen
Caſchendiebſtahlmobi=
liſiert
, gibt es gegen
dieſe Schädlinge der
menſchlichen Geſell=
ſchaft
keinen abſolut
wirkſamen Schutz,
wenn das Publikum
nicht durch äußerſte
Vorſicht und Acht=
ſamkeit
ſein Eigentum
ſelbſt behütet. Gerade
die Neiſezeit, die dem
Diebesgeſindel aller
Gattungen er=
fahrungsgemäß
jedes
Jahr eine beſonders
reiche Beute in den
Schoß wirft ſollte in dieſer
Beziehung zu beſonderer Auf=
merkſamkeit
Anlaß geben. Auch
die eindringlichſte Warnungs=
tafel
: Achtung Caſchendiebel nützt nichts mehr, wenn man mit
dem Verluſt ſeines Gepäcks oder ſeiner Geldtaſche die Sommer=
reiſe
eines Gauners finanziert hat, dem ein Erholungsurlaud
hinter den ſchwediſchen Gardinen entſchieden heilſamer wäre.

Kubu ſetzte ſich an den Nand der Welt und band ſich an
den Schlingpflanzen feſt, daß er nicht hinunterfalle. In Grauen
und wilder Erregung verbrachte er kauernd die Nacht, ohne ein
Auge zu ſchließen, und beim erſten Grauen der Frühe ſprang er
ungeduldig auf ſeine Füße und wartete auf den Cag.
Gelbe Streifen ſchönen Lichts erglommen in der Ferne und
der Himmel ſchien in Erwartung zu zittern, wie Kubu zitterte,
der noch niemals das Werden des Cages im weiten Luftraum
geſehen hatte. Und gelbe Lichtbündel flammten auf, und plötzlich
ſprang jenſeits der ungeheueren Weltenſchlucht die Sonne groß
und rot in den Himmel. Sie prang empor aus einem endloſen,
grauen Nichts, welches zuſehends ſich veränderte und blauſchwarz
wurde: das Meer.
Und vor dem zitternden Waldmann lag entſchleiert das
Draußen. Vor ſeinen Füßen ſtürzte der Berg hinab bis in
unkenntliche, rauſchende Ciefen, gegenüber ſprang roſig und
juwelenhaft ein Felsgebirge im Morgenlicht empor, rieſig dehnte
ſich das graue Meer, und die Küſte lief weiß und ſchaumig mit
kleinen, nickenden Bäumen darum her. Und über dies alles,
über die tauſend neuen, frommen, gewaltigen Formen zog die
Sonne herauf und wälzte einen glühenden Strom von Licht über
die Welt, die in lachenden Sarben entbrannte.
Kubu vermochte nicht, der Sonne ins Geſicht zu ſehen. Aber
er ſah ihr Licht in farbigen Fluten um die Berge und Selſen,
Küſten und fernen blauen Inſeln ſtrömen, und er ſank nieder und
neigte ſein Geſicht zur Erde vor den Göttern dieſer ſtrahlenden
Welt. Ach, wer war er, Kubul? Er war ein kleines, ſchmutziges
Cier, das ein ganzes dumpfes Leben im dämmerigen Sumpfloch
des dicken Waldes hingebracht hatte, ſcheu und finſter und
niederträchtigen Winkelgottheiten untertan. Hier aber war die
Welt und ihr oberſte Gott war die Sonne, und der lange ſchmäh=
liche
Craum ſeines Waldlebens lag dahinten und begann ſchon
jetzt in ſeiner Seele zu erlöſchen wie das fahle Bild des toten
Prieſters. Auf Händen und Füßen kletterte Kubu den ſteilen
Abgrund hinab, dem Licht und dem Meere entgegen, und über
eine Seele zitterte in flüchtigem Glücksrauſch die träumhafte
Ahnung einer hellen, von der Sonne regierten Erde, auf welcher
helle, befreite Weſen im Lichte lebten und niemanden untertan
vären, als der Sonne.

[ ][  ][ ]

Das japaniſche Lächeln
Von F. Morſich.
Von der aſiatiſchen Sphinx ſpricht man gern, die dem Abend=
länder
ein ewiges Rätſel bleibt, von der Seele Chinas oder In=
diens
, die in ihren letzten Negungen für uns undurchſichtig ſcheint,
wie der Spiegel eines tiefen Gewäſſers. Wir ſtaunen vor dem
geheimnisvollen Lächeln der Aſiaten, das jener inneren Nuhe ent=
ſpringt
, welche uns verhetzte, nervöſe Weſtler aus der Jaſſung
zu bringen droht wie der in unendliche Fernen ſich wendende und
doch ganz in ſich gekehrte Blick des Cigers. Dieſes ſeltſane
Lächeln des Aſiaten nun hat in Japan eine umfaſſende Ausbildung
erfahren und damit einen Grad erreicht, den der Uneingeweihte
zunächſt nicht verſteht.
So oft hört man die Frage, warum lacht der Japaner dau=
ernd
, und eberſo oft heißt die Antwort, das ſind eben Aſiaten,
und man glaubt damit alles geſagt zu haben. Dann muß ich im=
mer
an jene kleine Japanerin denken, die ich damals kennen
lernte. Sie lächelte liebenswürdig, wenn man ſie grüßte, lie

lächelte freundlich, wenn man ihr etwas Heiteres erzählte, und ſio
lächelte fröhlich, wenn ſie etwas Crauriges berichtete. Von die=
lem
Mädchen, muß ich geſtehen, lernte ich das Rätſel des japa=
niſchen
Lächelns löſen, und wie alle Geheimniſſe, die enthüllt ſind,
verſchwand ſein muſtiſcher Schleier im Winde und was blieb,
war ein Mädchen, die mit einem Male furchtbar weinte.
Es war an einem Nachmittage, heiß, ſchwül, ein Gewitter in
dichter Nähe. Ich ſaß im Garten vor dem Hauſe im Schatten
eines duftenden Baumes, da kam ſie herein, begrüßte mich
lächelnd, ich frage nach Woher, Wohin; ſie wollte im Hauſe
otwas ausrichten, keine Seit, ihre Mutter ſei geſtorben, und ſie
lächelte heiter. In dieſem Augenblick war ich ſo überwältigt, daß
ich kein Wort des Bedauerns oder gar Mitleids empfand, ja es
ſtieg mir Abſcheu auf, wie konnte man nur in ſolch einem Augen=
blick
lächeln.
Die Japaner halten die Europäer für unangenehm ernſt, und
die Abendländer die Japaner für unangenehm lächelnd; dem Eu=
ropäer
aber ſtünde alles auf der Stirn, der Japaner aber verdecke
alles mit der Macke ſeines Lächelns. Aber ebenſowenig wie der
Europäer alle inneren Bewegungen unter dem Seichen des Ern=
ſtes
ausdrückt, ebenſowenig legt der Japaner mr die Maske des
Lächelns vor, um ſeine Gedanken zu verbergen. Da iſt doch ſchon
etwas mehr dahinter.
So gab es zum Beiſpiel einen europäiſchen Herrn, der ſeinen
jcpaniſchen Boy mit Fauſtſchlägen traktierte, wenn er ihm gegen
den Strich war, und ich weiß, daß dieſer auch dann noch ſich ver=
beugend
unterwürfig lächelte, als wollte er ſagen: Sieh’, Herr,
ich lächele; ich will nicht, daß du dich erzürnſt ..." Aber der
Herr geriet darüber nur mehr in Wut, was, du lachſt noch, und
griff zum Stock; auch dies hatte ſich der Diener eine Seit ge=
fallen
laſſen, bis er eines Cages dem wüſten Herrn das Meſſer
lächelnd in den Bauch ſtieß. Für handgreifliche Beleidigungen
ſind auch die einfachſten Japaner durchaus nicht empfänglich.
Auf abe 337.
Mease i
rnaldo Ellermann in Buenos Aires.
2. Preis im Problematikus=Turnier! 1925/26.

Afei
Prüfſtellung: Weiß: Ka6 Db5 Td1 g5Lh6 Sd3 d4 Bg3
Schwarz: Ke4 Te1 c2 Lf1 Ba3 c5 d7 13 h3 (); 24.
Tufgabe 338.
K. Muſil in Prag.
1. Preis im Turn. des Schachmatny Journal 1893.
Weiß: Kb7 Da5 Te1 Lh3 Sd7 Bc2 e3 7
Schwarz: Ke4 Lb3 16 Sh4 Be4 46 13 g7 (8.
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 3253 28.
325. A. Ellermann. 1. Pr. i. Probl.= urn. d. Weſtminſter Gazette‟
1918. (Kau Dg1 Te6 La8 Sa1 e7 /b3 b4 C2d6: Ke Td3 Lg7
e6-t5f2. Dd4Fl.: d4- 3. Te3Foder uf8... 7d1:3 To4RI..
2. Dg4.

Wenn einer herzlich lacht, ſo aus fröhlichkeitsvollem Herzen,
oder eine Frau lächelt ſo ganz aus tiefer Herzensheiterkeit, ſo
lacht und lächelt es bis tief in ihre Augen. Das japaniſche Lächelt,
von dem bier die Rede iſt, wirkt anders. So beobachtete ich, als
ich ſchwer krank war und mich jene kleine Japanerin auch be=
ſuchte
, daß ſie, die mir ganz ſtill gegenüber ſaß und lächelte, nur
um den Mund und vielleicht etwas um die Augen herum lächelte,
aber das Auge ſelbſt, dieſes ſeltſame Gebilde, der ſchiefäugigen
Naſſe, lag ganz ernſt und tief da, als ginge es das ganze Lächeln
drumherum nichts an. Mich reizte es, das Geheimnis dieſes
Lächelns ganz kennen zu lernen, aber Japaner ſind mißtrauiſch
und die Frauen leicht ſcheu. Es dauert lange, ehe man ihr Ver=
trauen
hat.
Die Abendländer kennen ein Lächeln, das ſie in Augenblicken
anwenden, wena ſie etwas verbergen wollen. Man nennt dies
gemeinhin das konventionelle Lächeln; dieſes Lächeln zeichnet ſich
dadurch aus, daß es meiſtens ſehr ſüßlich iſt oder kalt oder dünkel=
haft
, auch verlegen. Das kann man wiederum nicht von dem
japaniſchen Lächeln ſagen, in ihm liegt immer ein gewiſſer Grad
von Ergebenheit, manchmal vielleicht auch Unterwürfigkeit, oft
Sartheit. Man findet es in allen Volksſchichten vertreten bis
hinauf zu den größten Leuten des bedeutſamen Landes, doch es
ſoll verſchwinden auf dem Geſichte des Kaiſers, deſſen Antlitz
den Augen des gowöhnlichen Sterblichen verhüllt bleiben ſoll, auf
ſeinem Antlitz mag nur unbeugſamer, ſteinerner Ernſt ruhen.
Das Lächeln iſt nur für die Menſchen.
Als ich nun jener kleinen Japanerin näher kam, wurde lie
vertrauter, zutraulich wie ein kleiner Vogel, der ſich allmählich
an die Gefangenſchaft gewöhnt. Sie war nicht etwa ein Geiſha=
typ
oder etwas ähnliches, ſondern ſie entſtammte einer der erſten
Familien des Lardes, ihr Vater hatte in Deutſchland ſtudiert und
bekleidete ein wichtiges Amt, ihre Brüder ſtudierten wiederun
und ſie ſelbſt wollte in Deutſchland Muſike betreiben. Sie ſprach
ein recht gutes Deutſch, das durch die eigenartigen Quetſchlaute
orientaliſchen Akzent bekam. Ja, warum ſie immer lächelte, das
wäre ihr zur zweiten Natur geworden, und ſei es denn nicht un=
höflich
, die anderen auf ſeinen Kummer, die eigenen Sorgen und
Schmerzen aufmerkſam zu machen, es wäre doch ſehr ſelbſt=
ſüchtig
, wenn man ein Leid habe, die anderen mit hinein zu ziehen.
Darum müſſe man eben lächeln, damit der andere nicht aus dem
Gleichgewicht ſeiner Heiterkeit herauskomme.
Aber ſchließlich, ſagte ich mir, müßte dieſes Lächeln doch,
wenn nicht angeboren, ſo doch anerzogen ſein. Eine Deutſche
ſagte, ſie bewundere die Selbſtbeherrſchung der Japanerin, doch
die Japanerin ſagte eines Cages, ſie beneide die Europäerin, die
weinen dürfte, wenn es ihr dazu ums Herz ſei. Das japaniſtche
Lächeln iſt eben Erziehun), die von den Eltern mit einer Art

Art, religiös getragene Etikette der Nückſicht auf andere, m
dieſes ſeltſame ſchlüirfende Atemeinziehen beim Gruße eng
Höheren oder den man daz machen will.
Als die kleine Japanerin mir von dem eigenartigen Lächeg
damals erzählt hatte, jaß ſie ſchweigend lächelnd bei mir, viellintl
auf irgend etwas wartend. Dann ſagte ſie mit ſeltſam ſüßt
Lächeln: Es war ſchwer, das Lächeln zu lernen. Doch kach
hatte ſie die Worte ausgeſprochen, begann ſie bitterlich zu weinn
wie auch ein junges Mädchen aus dem Weſten weint, wem
Kummer hat und ſich nicht mehr dagegen wehren kann, oder pit
leicht nur glaubt, ſie hätte Kummer, weil ſie nun ſo recht gliü
lich iſt.
Die gute Naſe
Von Pu Sung=ling.
Nach dem Chineſiſchen von Albert Ehrenſtein.
Als ſie beim Cempel vorbeikamen, bemerkten ſie ein
alten, blinden Prieſter, der in der Vorhalle ſaß und damit
ſchäftigt war, an Kranke Medizinen und Natſchläge zu mu
kaufen.
Ahl rief Sung, da iſt ein ungewöhnlicher Mann, i

religiöſem Fanatismus ausgeübt wird. Sie ſagte mir, daß ſie als
ganz keleines 2Nädchen, ſo klein wie eine Puppe, von Vater
und Mutter ſolange Prügel erhalten hätte, bis ſie endlich, ſtatt
zu weinen, und wenn es noch ſo wehz getan, gelächelt hätte. So
habe ſie es denn gelernt, und dann habe ſie immer gelacht, oft nur
getrieben von der Angſt vor dem Ernſt. Dieſes Lächeln iſt eine

326. O. Blumenthal. Schachminiaturen 1902. (K11 Da8 I.17 Sg2;
Kg4: 24) 1. Og8b8! Blumenthal nennt die ſogen. Miniaturen
d. ſ. ufgaben mit wenigen, höchſtens 7 Steinen und ausgeprägter
Idee) zierliche Kleingemälde der Problemkunſt, die in den engſten
Rahmen geſpannt und mit dem denkbar geringſten Material aus=
geſtaltet
ſind.
327. J. A. Broholm. 1. Pr. i. Turn, des Nordd. Schachb. 1917.
(Kg7 Df7 Te5h3 Sd2e1BC5: Kd4Le2 Sa1 b7 Bb2 b4 66
14 g5; 34.) 1. Th3e 3! (mit den Drohungen 2. Te4 + und 2. Td5-)
bXc3 2. Dc3-F1 Lc4: 3. Sd2f3x: 2.... Ke5: 3. De4R;
1.... Kc3: 2. Te2:1 b1D oder Sb7d6 a5) 3. Df6X; 2....
3. Dc44: 1.... Ke5: 2. Td31 L.d3: 3. Self3 R; 2... . T 3. D16X;
anderes leichter.
328. E. S. Campling. Britiſh Cheß Magazine 1901. Kd7 Tb7 d8
La2 Bd6 15g5; Kt7 T64 La5 Sa7 Bb4 b5: 24.) 1. Kd7c71
Weiß ſetzt ſich vielen Abzugs=+ aus, aber der K ſchafft alles.
Löſerliſte: Reutzel, Lev Schott in Pfaffen=Beerfurth ſalle); Franz
Buchty in Mainz 325, 327 u. 328); A. b. S. (325 u. 327); Karl Pflug=
felder
(327 u. 328); Georg Peter 1326 u. 328).

Rätſel

eril

We

W

We

19

Wagrecht: 1 Frauenname, 4 Befeſtigungsbau, 7 franzöſiſcher
Opernkomponiſt, 8 Stadt in Tirol, 10 Inſekt, 12 Frauenname, 13 kleine
Tugend, 14 Klebemittel, 17 Stand, 20 Geſtalt aus Lohengrin, 21 Neben=
fluß
der Elbe, 22 berühmter deutſcher Mathematiker, 23 nicht warm,
Sb1 Bb6 d2 e6 13f4 16; 3+) 1. SeF-g6 ſdroht Taß6414:4) 24 Raum; ſenkrecht: 1 Erholung, 2 Fiſch, 3. Feſtſaal, 4 Ge=
tränk
. 6 muſikaliſche Dichtung, 9 Vogel, 11 Liebeslied, 14 Badeort in
k65 2. Se7! 3. Tc4 + 1.... K152.S f21 3. Dg4 +; 1.... Td4 der Schweiz, 15 Berg in Tirol, 16 Brückenzoll, 17 Papiermaß,
Carl Deubel.
18 arabiſcher Volksſtamm, 19 heiliges Gefäß.

in der Kunſt der Kompoſition ſehr bewandert iſt und ſogel
holte er die Abhandlung, die ſie eben geleſen hatten, um den dig
Prieſter nach ſeiner Meinung über ihren Wert zu fragen.
trafen ihren Freund aus Aüshang und begaben ſich zu drit
dem Prieſter.
Wang ſprach ihn mit Profeſſor an, worauf der Prieſt
der einen Kranken vor ſich zu haben glaubte, ihn fragte, vom
er litte. Wang erklärte ihm nun, um was es lich handele. 9
Prieſter lächelte und ſägte:
Wie kommen Sie auf dieſen Einfal? Wie kann ein Bict
der den Wert Ihrer Arbeiten beurteilen?
Wang bat ihn, er möge die Ohren an Stelle der Aun
gebrauchen; aber der Prieſter meinte abwehrend, daß er fo=
die
Geduld haben würde, die drei Abſchnikte, die ſicher nr
als zweitauſend Worte lang wären, über ſich ergehen zu la
Immerhin, fügte er hinzu, wenn Sie ſie verbrennen voll //
will ich ſehen, was meine Naſe dazu ſagen wird.
Wang war einverſtanden und verbrannte den erſten
ſeiner Arbeit. Der alte Prieſter beſchnüffelte den Nauch
erklärte, die Sache wäre nicht ganz ſo ſchlecht und meiur
ſchließlich, daß Wang wahrſcheinlich die Prüfung beſtehen dirn
Der junge Student aus =hang wollte nicht glauben.
der alte Prieſter tatſächlich auf dieſe Weiſe etwas beurtil
könne und verbrannte, um ihn auf die Probe zu ſtelen, de 2
handlung eines alten Meiſters.
Kaum hatte der Prieſter deren Nauch verſpürt, ſo rift=
entzückt
aus: Wunderbar, außerordentlich! Das gefält n
urgemein!. Es iſt vom Geiſt des Genies und der Wahrſeit!
füllt.
Der Student aus =hang, der darüber nicht genug ſtau=
konnte
, verbrannte nun eine ſeiner eigenen Arbeiken, woruft
Prieſter ſagte:
Ich hatte von dem Guten kaum gekoſtet, warum ſetztu
mir ſo ſchnell etwas anderes vor?
Der erſte Ceil, erwiderte der junge Maun aus Aus=
ſtammte von einem Freunde, das übrige iſt meine eigene!
Kaum hatte er das geſagt, als der alte Prieſter M1
nieſen und zu huſten begann und flehte, man möge imnd
mehr davon vorſetzen, da ihm ſonſt ſicher totenübel würde.
Der Student aus =hang wurde ſehr verlegen und Ml
beſchämt davon.
In einigen Cagen aber wurde das Prüfungsergebu
kannt und ſein Name befand ſich unter jenen, welche die Pültz,
mit Erfolg beſtanden hatten Wangs Namen hingegen t
nicht auf der Liſte.
Er ſuchte ſogleich den alten Prieſter auf, erzählte iM
Ergebnis, der Alte ſeufzte und ſagte:
Ich bin blind und fürchte, die Prüfenden ſind ies au
aber ich habe wenigſtens eine gute Naſe, was man von M0
nicht gerade behaupten kann. Und überdies, fügte er 1i
habe ich nur über Ihre Arbeit geſprochen, nicht aber ibel.
Schickſal.

1elelelelelel Folter,
F7 3


Vokal,
Flächenmaß,
Titel,
Teilzahlung,
Interpunktionszeicku,
Männername.

da0

Auflöſungder Rätſel aus Nr.
Kreuzworträtſel.

10.

Röffelſprung=Aufgabe.
Rabuliſt, 2. Eurydice, 3. Irrlieht, 4. Columbus,
Tharandt, I. Udometer, 8. Mahagoni; Reichtum Scho=
Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. Verantwortlich f. d. Redaktion: Dr. H. Nette. Fernſor 1. 23892392 Alle Rechte vorbehalten. Nacdruck verb. Kliſchees: F. Haußmann alle in 2uch

[ ][  ][ ]

AudlkobſtobagsSlblagfpltk

lao er werd doch froh ſei, daß es erum is, de Hindenborch.
Daw eburtsdagsfeiern vun ſo=eme Ausmaß, die muß mer
dumß nchend uff gewehnt ſei, un wie ich=en ſo kenn, liggt=em
däche,, däß Verhimmele; wie alle Menſche, die wo vun früh
uftl iſtrenge Flichterfillung gewehnt ſiun, un die wo, ohne viel
WAtr zu mache, däß dhu, was=en zu jeder Zeit 8 Gewiſſe
vonuritibr, ohne nooch Rechts ooder nooch Links zu ſchiele,
uing ie debei zu bedenke, ob, odder was debei for ſie eraus=
guigt
8 Vaderlaud iwwer alles, däß is em Hindenborch

ine er e e cie ein e e e e e
netu Dich kabbiern dhun.
UIioo, wie geſegt, er wärd froh ſei, de Hindenborch, daß ern
hinzur f ſich hott, ſein Achtzigſte, un daß er nu langſam widder
ſeiſtlucht wieriche Dagewärt noochgeh kann. Dann mir ſcheint,
8 ſzu em net ſo, däß allzu Laute. Ich hab aach däßhalb ſein
Whuhl behärzicht un hab kag effentlich Feier vera’ſtalt, ſundern
haſtiu. Feier des Dags mei Goddsalleröwwerſtes agezoge, hab
mctzu gude Kaffee gebraut mit ſiwwe Bohne mehr drinn un
haſth ageborenem Lokahlpaddriodißmus ihm zu Ehrn e orde=
naſtnn
ßich Stick Quetſchekuche dezu gäffe; dodebei hatt ich ſei
Bilſüarr mer ſteh un hab ſeiner gedenkt . . . . Un mei Wunſch,
un) i? Wunſch, un em alte Attinghauſen ſei Wunſch, die hawwe
ſichh dem Moment vollkumme gedeckt, nemlich: Seid einich,
eüuft inich!
as wärd nu allerdings vorerſt noch e bißche Zeit brauche,
weſerſ ens bis emol die allergreeßte Queerkebb beſembfdicht ſin.
Urſſel gaoff däßhalb bloß, daß es unſerm Hindenborch noch recht,
redtzung vergennt is, als kaltbliedicher Reichsfuhrmann unſern
St//BWaſtwage (mer kann aach ſage Staatslaſt=Wage) zu lenke
um leide, dann ſolang er die Ziechel hellt, ſchmeißt die Karre
netztkt 1 do bin ich eich blanmeßich gut defor.
tüilich, wann ich dohärngääche an de Blagade vabeigeh un
becty, mer meim Ooſerfeil ſein Fuhrmann, der wo den Han=
delſfiaatlaſtwage
ziehe dhut, do hab ich dauernd des Gefiehl, als
waſty deer die Korf net richdich kreecht; un däßhalb, wann ichs
woſt h. wos agebabbt is, do mach ich en Boge drum erum,
augngsſt, ich kennt unner die Räder kumme odder e Ar kennt

bräßu un ſo e Heringsfaß kennt mer ins Kreiz falle.
mver nirdeſtowenicherdrotz: Seht ihr drei Roſſe vor dem
Fcha, dann hannelt ſich’s dißmol net um en junge Poſtillion,
rſtäu, do hannelt ſich’s um die Handelsſchau= Ausſtel=
ſy
wun de Darmſtädter Nahrungsungenußmiddelſchbezzerei=
MAuchiſteverbendler, die wo mir geſtern morjend ohne jeden
1RRrurach feierlichſt aus de Daaf gehowe hawwe, un die wo
ſſomaſie de J=Dibbel, vun de dißjähriche Ausſtellunge in

Darmſtadt bilde dhut. Nemlich warum; weil ſich’s dodebei um
ebbes dreht, wo jeden ageht, indem ſich’s do um die Magefrag
hannelt un um’s Haushaldungsgeld (aach ſo e Kabbidel!), un
wo ſich alſo jeder eichenhendich defo infamiern kann, wie’s ſteht.
mit unſere Nahrungs= un Genußmiddel un alles, was ſo drum
un drahenkt.
Alſo, wie geſagt, ich hab ſo im letzte halwe Johr allerhand
Ausſtellunge iwwer mich ergeh miſſe loſſe, awwer die vun de
Schubbladiſteverbendler, die is doch ſo zimmlich die addrätſt,
do wärd kaaner was dro mache wolle, ’s fehlt kaa Udeedche
8 is alles da, inkluſiefe Soda, wie de Kaddalog ſeecht.
Die Ausſtellung ſteht unner der Devieſe: Zahle gleich, kaufe
ſtäter, was ſoviel haaße ſoll, als wie, wann mer ſein Eidritt
berabbt hott, en warme Fuffzicher, dann kann mer ſich in däre
Ausſtellung erausſuche, was mer ſich ſpeeder kaafe will.
Awwer net nor däß, ſundern jed Eidrittskadd gilt noch emol
äxdra ſoviel als Loos, wo mer owwedrei noch was gewinne
kann., Ferner zeiche ſich dißmol die Ausſteller, vun ihre beſte
Seid un ſin ſo außergewehnlich gäbbſchnitzich, daß mer ſei
häll Fraad dro hawwe kann; do kimmt manch Ims un manch
Kochens eraus debei.

Awwer freilich, alles was in Sack geht. E richdichgehend
Wohnungseirichdung krickt mer net als Gradiesbrob, äweſo=
wenich
wie en Kinnerwage voll vum Stützer ſeine unner Waſſer
geſetzte Täkko=Salubra=Dabeede‟. Un ich hab däßhalb zu meine
Zwangsmiedern geſagt, wie die ſich unſerm Bäcker ſei Weck=
dransportfahrrad
lehne wollt, um daß ſe net wääche dene Gra=
diesbrowe
zu oft enunner mißt in die Feſthall, do hab ich gleich
vorgebeicht un hab geſagt, ſie ſollt nor ihr Bett eneimache un
ob ſe net gleich witm Libbmann May ſeim Laſtaudo ageridde
kumme wollt. Dodruff is ſe nadierlich widder fräch
worrn un hott geſagt, ich ſollt mich net an Lade leeche, dann ſo
gut wie ich, weer ſie allerdings net dra, indem daß ich doch min=
deſtens
fimf Schnorrdaſche im Unnerrock hett, ohne däß, wo ich
noch in de Strimb verſtaue kennt un wo mer net ſähe dhet,
wääche meim altfrenkiſche Quetſchfalderock. No, ich hab=er er=
widert
, daß es mei Schuld net weer, wann ſe erumlaafe deht wie
en masgierte Zahſtocher, un im iwwriche, hab ich geſagt, hett
ſie jo aach genuch Blatz in ihrm Biſtenhalter, un uff die Art hett
der doch aach emol en Zweck ... No, do hatt ſe ihr Fädd un is
abgedrollt. Jwwrichens kann mer die Firma Stoltenkamb nor
dankbar ſei, daß ich ſe vun de Idee abgebracht hab, dißmal en
Zwangsmiedern=Verſchnitt erauszubringe, wie ſeiner Zeit,
wo ſe eme Lickeer mein Name gäwwe hott; dann alles was recht
is, awwer die ſießſauer Giftmichelſen baßt zu=eme Lickeer wie en

Igel zu=eme Weſchlabbe. Daß ſe dohärngääche beim Stolten=
kamb
net zu korz kimmt, do bin ich ſicher, dann wann die nor
vun weitem e Lickeerflaſch ſieht ſchun hott ſe Bauchkrimme.
Un aach ſunſt wärd ſe heit do unne widder allerhand in ſich enei=
mammſche
, in ihre Habſucht un aus lauder Angſt, ſie kemt zu
korz, die Koſtbrowern, die langweilich.
Awwer däß brauch nadierlich niemand abzuhalte, un dißmol,
wie geſagt, kimmt iwwerhaubt niemand zu korz, dann die diß=
jährich
Handelsſchau=Läwens=un=Genußmiddel=Ausſtellung die
hott Band an de Hoſe; es is e ſchmackhaft, knusberich un nahrhaft
Studium, dem wo mer ſich do hiegäwwe kann, mit Leib un Seel,
mit Körb un Taſche un ſo.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Iwwrichens un däß geheert
aach emol geſagt die Feſthall in ihrm bahnheefliche Zuſtand.
die is for ſo Ausſtellunge grad wie geſchaffe; mer hott faſt de
Eidruck, als weer ſe ausgerächent zu dem Zweck gebaut worrn.
Nemlich weil mer do uff die Auguſtick net agengefe 1s. Denn
die Auguſtick die hott die neumol Krenk im Leib, un do kann de
greeßte Dickdador nis dra mache, wann die net will, will ſe net,
die leßt ſich nix befähle. Awwer bei ſo Ausſtellunge, wo mer net
uff die Auguſtick agewieſe is, do macht ſich der Feſthallbahnhof
ganz famos; 8 is e ausgzeichent Brobggandamiddel. Jww=
richens
, aach Brobaganda=Umziech veraſtalte ſe heit, die
Schubbladiſteverbendler, mit Muſick, un per Benzien; ich glaab,
fuffzich Audos ſchicke net, die wo in großordich ufgedunnertem
Zuſtand die Stadt bevölkern. Alſo do gibt’s was zu gucke!
Dohärngääche wärd de nechſte Sunndag ſich die Broba=
gandafahrt
in de Luft abſpiele, dann die Sach mit dem Frei=
balloh
=Wett= un Weitfluch funkzioniert. E Stickerers
zehe Luftballohne ſchtadde. Un in gam vun dene zehe, wie ge=
ſagt
, ſoll ich verſtaut wärrn un ſoll die Darmſtädter Farwe bei
dem Wettfluch wirdich an’s Ziel bringe. Noja, was dhu ich net
ſor mei Vaderſtadt, damit ſe draus in de Wält zor Gäldung
kimmt. Nadierlich wärr ich vorher mei Däſtament mache, orde=
nungshalwer
; effenduälle Winſch bidde umgehend mitzudeile,
Poſtkadde geniecht, komme ſofort. Dann wer waaß, ſchließlich
lande mer im dunkelſte Affriga unner ſo=eme ausgehungerte
Stamm Menſchefräſſer; odder dreibt aam de Wind ins Meer
un mer fellt beim Lande ſo=eme ſchlabbmailiche Wallfiſch zum
Obfer kann mers wiſſe , dann wann mer Bäch hott, bricht
mer ſich bekanntlich de Finger in de Nas ab. Awwer däß ſoll
uns drotzdem net abhalte, uns mit de neediche Wubbdizidhät in
die Luftkutſcherei zu ſtärtze, wobei ich nor aans bedauern muß,
nemlich, daß ich am nechſte Sunndag net bei de Erſtuffiehrung
vum Bichner Schorſch ſeine neiſte Lokahlboſſe debei ſei kann,
die wo den nädde Tiddel fiehrt Lumbeawend oder Menner
ſin Menner , dann wo Lumbeſtraach gemacht wärrn, un wo’s
uff die Menner geht, do bin ich immer zu hawwe. Awwer diß=
mol
muß mich mei Zwangsmiedern ſo gut wies geht verdräte.
Un im iwwriche winſch ich em Schorſch Bichner un de Heſſiſche
Spielgemeinſchaft Hals= un Baabruch un mir; Glick ab. .!
*
An die annonieme Briefſchreiwer Kunrad un Philipp: Alſo
aus Eierm Geſchribbſel wärd kaa Sau klug; entwädder ſeid Ihr
net ganz dicht, odder ihr nennt Eier Name un ſagt, um was
ſich’s dreht; annernfalls; Babierkorb.

For die Sparbix: Vum Läwensmiddelſtand 1519: 5 Mack.
Danke ſchee!

14 Uhr
Von Gerhard Schäke.
n Fahrkartenſchalter eines ſächſiſchen Dorfbahnhofs ver=
lanttz
un altes Mütterchen eine Fahrkarte 4. Klaſſe nach Pirna.
chammſe Ihre Gardde, dreie zwanzch!
jgj, biddſcheen, genn Se mir ſaachn, wenn der Zuhch
Berne (Pirna)?
arn zn zähne!
tmmer werd ähm ald, ch binie fchoz fiernnſechzch!
tHa hel
emn fährdn der Zuhch?
irn zu zähne!
4loowe gar nich emah, daßi noch ſo viel hahwe, ch geunde
je 14zu machguggn. ch fahre nähmlich zu meinr Schwiechrdochdr
nachſt enrme
glabbdsie widdr ma
i. Herr Schaffnr, ahwr bidde duhn Se mer dähn Gefalln
unuſ auhnſe, weun nach Berne dr nächsde Zuhch gehd.
daachs Ihn doch eegah, ferrzu zähne.
werſchdehe Sie ſchon kantz guhd, mei liehwr Mann, aber
wertutchdu dähr Zuhch?
nuh haun Se hinn! Ch gloowe, ich habb Ihn das ſchon
zäh hu geſaachd um ferrzn zähne!!
anßn zähne waßdn for Zähne?
erusn Uhr zähne, verſchehndn Sie das nich, ?
weuah, ferrzn Uhr ja, ich hawwe ahm: geeue Uhr
bei r=
rvas
brauchn Siedn da ne Uhr?
e ſaachdn doch
1 chier ohm doch ne Uhr, wozu brauchn Siedn da ne
Uhrt
Sie ſaachdn
(auggn Se doch ruf, da ſchdehd doch ne Uhr, da genn
Se Kjühſn, wie ſchbähde 8 !
tiune Oochn ſinn nich mähr ſo guhd
(ei 8d fang Sie woh ooch noch middn Oochn au, vohreus
wahuls ise Zähne was gommdn nu dran?
dde ſaachnſe mir doch, wenn der Zuhch abfährd
t. wiſſenſe, meine Keduld
6öſchuldjenſe ahwr bidde giedigsd
wolln mich woh drämänzch machn? Um ferrzn Uhr
zähßtſimnudn gehd Ihr Zuhch. Ich wäre jedsd beeſe, wennſe
nichic dürn!
ſoangke ſcheen, ferrzuzehne.
Frau ſchlurcht weiter, ſieht ein Schulmädel ſtehen und
zuzuin ihr Zug nach Pirna fährt.
itzwee Uhr un e baar Minudn!
6, main Gind, ſcheen Dangk ooch. Dähr Beahmde hadd
lndrs von ferrzn zehne keſaachd
währ hadd die neie Zeid gemeend ahwr woher ſollnde
Sieſas wiſſen?

Der Hängeboden im Vorratskeller. Will man
Speiſen und Getränke im Keller friſch erhalten und gleichzeitig
vor Ungeziefer aller Art ſchützen, ſo bringe man an einem ge=
eigneten
Brett oder ſelbſtgezimmertem ſtabilen Lattenroſt vier
Schrauböſen an den Ecken an, befeſtigt einen kräftigen Schaukel=
haken
in der Kellerdecke und hänge den Boden an Stricken oder
Ketten, nicht ganz in Kopfhöhe, alſo bequem zu überſehen, daran
auf. Dieſer Hängeboden iſt für alles Ungeziefer unerreichbar
und bleibt, weil ſtets von Luft umſpült, frei von Modergeruch,
der ſich ſo leicht Wandregalen mitteilt.
Fleiſchbrühſuppen im Geſchmack kräftiger
zu machen. Fleiſchbrüh= und Knochenſuppe wird bedeutend
kräftiger im Geſchmack, wenn man das beizufügende Suppen=
grün
erſt vorher mit etwas Butter, Margarine, Fett oder Oel
in der Pfanne, kleingeſchnitten, mit einer mittelgroßen Zwiebel,
gnröſten ließ.
Apfelklöße (fleiſchloſes Gericht): 2 Eier, 14 Liter Milch,
1 Teelöffel Salz, 2 Eßlöffel Zucker, 1 Eßlöffel Süßſtofflöſung
und 34 Pfund Mehl wirkt man leicht zuſammen, fügt 1 Pfund
in Stifte geſchnittene, mürbe ſüßſaure Aepfel bei, verknetet ſie
gleichmäßig, formt eigroße Klöße, kocht ſie in wallendem Salz=
waſſer
gar, legt ſie abgetropft in eine Schüſſel und überſtreut ſie
mit reichlich in Butter geröſteter geriebener Semmel und Zimt=
zucker
.
Nudelauflauf mit Pilzen. Ein halbes Pfund in
leichtem Salzwaſſer dick ausgequpllene Nudeln ſchichtet man
lagenweiſe mit einem Pfund vorbereiteter Pfifferlinge, Stein=
pilze
oder Champignons, ſowie 4 Pfund feingewiegtem gekoch=
ten
Schinken oder Cornedbeef in eine Form. Ein Ei mit einer
Taſſe ſaurer Sähne oder Milch verquirlt, gießt man über den
Inhalt, legt obenauf noch kleine Butterflöckehen und läßt den
Auflauf ½3 Stunde im Waſſerbad kochen, oder auf Steine
geſtellt, bei Mittelhitze backen. Man reicht Blatt=, Gurken= oder
Tomatenſalat dazu.
Speiſenzettel:
Sonntag: Klare Tomatenſuppe. Rotkraut m. geſp. Rehhals.
Griesſpeiſe. Montag: Hammelragout. Dienstag:
Pichelſteiner. Mittwoch; Apfelkartoffeln. Don=
uerstag
: Selleriekartoffeln mit Cornedbeef. Frei=
tag
: Fiſchragout. Samstag: Kartoffelpuffer mit
Apfelmus.

Der Unfall.

Unbewußt. Ich bin ja ganz außer mir, da ich höre, daß Peter
mit deiner Frau durchgegangen iſt. Ich dachte immer, es wäre dein
beſter Freund. Das iſt er auch, aber er weiß es jetzt noch nicht.
Bedenklich. Was machſt du denn hier für Lärm, du Bengel,
ſagt der Fleiſcher zu dem Jungen, der immerfort vor ſeinem Laden
pſeift. Ich habe meinen Hund verloren, antwortet der. Denkſt
du, ich habe deinen Hund2 fragt der Fleiſcher ärgerlich Das wuiß
ich nicht, Herr, erwidert der Junge, aber jedesmal, wenn ich pfeife,
bewegen ſich die Würſte.

Sind Sie irgendwo perwundet worden?
Ich weiß es nicht . . . Jch werde meinen Anwalt fragen.
(Fournal.)
Echt Bahriſch! Das folgende bayriſche Stimmungsbild wird in
Reelams Univerſum mitgeteilt: Im Warteſaal des Münchener Haupt=
bahnhofs
ſitzt eine Dame mit ihrem vierjährigen Töchterchen und be=
ſtellt
bei der Kellnerin ein kleines Glas Bier. Huldreich die Beſt. lung
entgegennehmend, fragt dieſe: Und für Sie eine Maß?. Worauf die
Dame lächelnd erklärt, ſie habe für ſich beſtellt, ihre Tochter trinke noch
kein Bier, Wortlos, aber in voller Empörung geht die Hebe fort, ſetzt
nach wenigen Minuten vor die Dame einen halben Literkrug, vor das
Kind ber ein kleineres Gefäß mit Bier und bricht auf die erſtaunten
Blicke der Dame in die Worte aus: Die paar Tröpferl werden wohl
für Sie nicht zuviel ſein, und das Bier für das Kleine zahle ich; ich
kann es nicht mit anſehen, daß das arme Haſcherl von dem ſchönen
Bier nichts kriegen ſoll. Und während ſie davonſchreitet entſchlüpfen
dem Gehege ihrer Zähne die vernichtenden Worte: Nabenmutter!
C K. Schwacher Troſt. Der Maler hat bei ſeiner letzten Ausſtellung
eine ſehr ſchlechte Kritik bekommen und beklagt ſich bei anem Freunde
über den böſen Kritiker. Da brauchſt Du Dir nichts draus zu machen,
tröſtet ihn dieſer. Was der Meuſch ſchreibt, das hat keine Bedeutung.
Der redet ja immer nur nach, was alle Welt ſagt.
Ein galantes Wort. Als Frau von Staél, die bevüihmte Schrift=
ſtellerin
, in Wien weilte, beſuchte ſie auch der Fürſt von Ligne, der für
den geiſtreichſten und höflickſten Mann ſeiner Zeit galt. Er erkundigte
ſich, warum Frau von Stasl nach Wien gekommen ſei, und als ſie ſogte:
Ich will hier meinen Sohn in die Genie=Schule bringen, antwortete
der Fürſt mit einer Verbeugung. Aber, Gnädige Frau, dort iſt er doch
ſchon von ſeiner Geburt an geweſen!
B.
Borſichtig. Ich wollte doch ſehen was Bill tun würde, erzählt
Jeſſie ihrer Freundin. Deshalb gab ich ihm einen Korb, als er zuerſt
um mich anſielt. Aber er hätte doch dann weglaufen können?
fragt die andere bedenklich Ausgeſchloſſen, erwiderte Jeſſie. Ich
hatte ja die Tür zugeſchloſſen.

[ ][  ][ ]

Einſeitig geraffte
Kleider
War man ſich vor wenigen Wochen
über die Mode noch durchaus nicht im
Klaten, ſo hat heute die Linie ſchon
duichaus greifbare Formen angenom=
men
, ſo daß die großen Modellwerkſtätten
ſchon ganz beſtimmte Typen bringen, an
denen ſie die kommende Saiſon über
feſtzuhalten gedenken.
Trotzdem die Glockenformen ſich ſieg=
reich
Bahn gebrochen haben und raſcher
in den Vordergrund zu rücken imſtande
waren, als man dies vielleicht vermutet
hätte, kommt dieſe Linie doch in keiner
Weiſe einer Uniformierung gleich, was
um ſo erfreulicher iſt, als dies bekannt=
lich
der Grund war, warum man ihr
mit großem Bedenken entgegengekommen
war. Wer Gelegenheit hat, die Kollek=
tionen
der großen Häuſer in Augenſchein
zu nehmen, wird feſtſtellen können, daß
die glockige Linie keineswegs an be=
ſtimmte
Standardformen gebunden iſt,
ſendern einen geradezu überraſchenden
Reichtum an Faſſons bietet. Da ſieht
man Modelle, deren Rockpartie rund ge=
ſchnitten
iſt und die einen ganz regel=
mäßigen
, ſchlichten und ungezwungenen
Eindruck machen. Dann wieder gibt es
Schaffungen, die die Glocken an beide
Seiten verlegen und damit ſehr ſchöne
Wirkungen erreichen. Wieder andere kon=
zentrieren
die Glocken auf die Mitte der
Vorderbahn, wodurch aparte, waſſerfall=
artige
Effekte erzielt werden. Natürlich
bringt die Glockenmode wie ſchon frü=
her
erwähnt eine ganze Reihe von
Varianten, aus denen wir die eigenarti=
gen
glockigen Raffungen heute
herausgreifen wollen.
Dieſe Linie eignet ſich nicht allein für
Kleider, ſondern kommt vielfach auch für
elegante Umhüllen in Frage, immer aber
muß für ſolche Formen ſehr ſchmiegſames, leicht fallendes
Material gewählt werden, um nicht etwa plumpe Effekte
zu bringen.
Bei den Raffungen unterſcheidet man neuerlich ver=
ſchiedene
Möglichkeiten. Sehr ſchön wirkt immer eine
rund geſchnittene untere Partie, die ſeitlich derart hoch=
gezogen
iſt, daß ſie einen glockigen Fall ergibt. Dieſe
Linie findet bei dem in unſerem erſten Bilde feſtgehalte=
nen
Mantel Anwendung, den man aus weichem Woll=
ſtoff
, etwa aus Damentuch oder Zibelin, aber auch aus
Duvetine oder Samt herſtellen kann. Die einzige Gar=
nieeung
der in ihrer Form ſehr eigenartigen Umhülle
beſteht in hohen, trichterförmig erweiterten Manſchetten
und in einem einſeitigen, hochgeſtellten Schalkragen.
Die ſeitliche Raffung in ihrer allerurſprünglichſten
Auffaſſung geben wir in unſerem Mittelbilde wieder.
Hier ſieht man einen ſchief gekreuzten Oberteil (der ein
feines Plaſtron notwendig macht, das man im allgemei=
nen
wie ſchöne Wäſche ausführen wird, alſo in Seide
herſtellt und mit Spitzen und feinen Stickereien garniert).
Beſonders elegant iſt ein Plaſtron aus Georgette oder
zuMteutetetteuntetnt
Moderne Pelzbeſätze
Die Vorliebe für reichen Pelzbeſatz, die ſchon die vorjährige
Wintermode entwickelte, wird im komendenm Winter noch eine
weſentliche Steigerung erfahren. Schon die Uebergangsmäntel
ſind mit Pelzſchalkragen und Verlängerung desſelben bis zum
Mantelſaum, mit Aermelaufſchlägen und ſeitlich aufſteigenden
Garniturteilen von Pelz ſehr geſchmackvoll beſetzt. Am Winter=
mantel
wird aber aller Vorausſicht nach zu dieſen Beſätzen noch
der in Form gearbeitete, mehr oder weniger breite Pelzringbeſatz
an den meiſten Modellen kommen, der in ſeinen Ausläufen und
Spitzen bis hinauf zum Knie reichen wird. Neben dem ſchon im
Sommer getragenen, wellig geſchorenen Kaninpelz in Schwarz,
Weiß, Grau, Braun und Holzfarbig wird beſonders viel Mal=
wurf
, Biber, Biberette, Nutriette, Seal und Sealkanin zu dieſen
Beſätzen verarbeitet, während zu einzelnen Garnituren, wie
Stehumlegkragen und Manſchetten, vorwiegend langhaarige
Wolfspelzimitationen Verwendung finden. Auch amerikaniſcher
Opoſſumpelz iſt am eleganten Genre hochmodern, während ſich
billige Stücke mit einer Imitation von ſilber= und dunkelgrauem,
braunem und ſchwarzem Aſtrachan begnügen. Hochelegant wirkt
auch eine Garnitur von Pelzſtreifen und ſeidenen Treſſen, die
vielfach zu ganzen Motiven oder Beſätzen in Streifen= oder
Keilform dem Mantel ſeitlich aufgearbeitet ſind.
Ganz neu iſt der nur den Vorderteilen rechts und links in
Rollenform oder nur dem rechten Vorderteile in breiter Beſatz=
form
aufgearbeitete Pelzbeſatz, der vielfach nach dem Saume zu
ſich bis zu 30 Zentimetern und darüber hinaus verbreitert. Neben
echtem Pelz und guter Imitation werden aber auch zu ihr ſchwe=
rer
Plüſch in allen Modefarben, Kalbfell= und Schlangenhaut=
imitationen
verarbeitet.
reichen Pelzbeſatzes. Schalkragen und Manſchetten herrſchen an
ihnen vor, ſeltener ſind ringsum gehende Pelzumrollungen an
ihnen zu finden. Sehr praktiſch ſind die Manſchetten an ihnen,
die in Uebereinſtimmung mit dem Fuchspelz gehalten ſind, der aus kleinen Perlen in bunten Farben zuſammengeſetzt ſind (und
im Herbſt und Winter wieder eine große Rolle, ſpielen wird.
Mit einer Knopflochlaſche unter dem Kopfende und einem dazu
abgebaßten Knopf unter dem Koſtümkragen wird er raſch am
Jackett befeſtigt, um beim Ablegen desſelben ebenſo raſch davon

Das Armband
iſt heute zu einem ſchier unerläßlichen Beſtandteil der Mode ge=
worden
, und man kann ſich ein ſchönes nachmittägliches oder
abendliches Kleid kaum ohne dieſen Attribut der Bijouterie den=
ken
. Dabei kommt es wenig darauf an, ob ein ſolcher Arm=
ſchmuck
echt oder nachgeahmt ſei; geſchätzt wird nämlich lediglich
ſeine aparte und neuartige Form, die ſich von allem Konventio=
nellem
vorteilhaft zu unterſcheiden hat. Nach wie vor trägt man

Auch die Herbſt= und Winterkoſtüme erfreuen ſich gerne die aus Elſenbein geſchnitzten und reich ziſelierten, oftmals
ſogar bemalten Reifen, von denen mehrere auf einem Arme
gut wirken (Skizze rechts). Beliebter noch aber ſind geflochtene,
breite Feſſelſpangen wie die richtige Bezeichnung lautet, die
natürlich aus Halbedelſteinen zuſammengeſtellt ganz beſonders
reizvoll wirken). Auf dieſe neue Art der Armreifen verweiſt
unſere linke Sſizze. Außerdem begegnei man vielfach goldenen
Armreifen, wobei die Zuſammenſetzung verſchiedenfarbi=
abgelöſt
und um die Schultern geſchlungen werden zu können, gen Goldes als ganz beſonders neu gilt und hinnen kurzer Zeit

Gaze mit Metallſpitzenrandung. Die
tere Partie dieſes Modells iſt ſeitlich9
rafft und fällt in verlängerten Zitpe
herab, wodurch die Figur ſehr ſchlan:!
ſcheint. Eine jener neuartigen, wie
ſierte Chryſanthemen wirkenden, ſcd
Bananen=Blumen nimmt ſich ſehr /
aus. Ein derartiges Kleid muß natüäul
in einem ſchweren, aber dennoch A
weichen Materiale hergeſtellt werd
Vor allen Dingen wäre hier Mar=)
krepp, Kreppſatin oder Velourſchäi
in Erwägung zu ziehen. Da das 80
mit Ausnahme der Blume ganzu
garniert iſt, wird man gerne zu
intereſſanten Farbe greifen, ohne Geiul
zu laufen, die dezente Note dieſes
dells ungünſtig zu beeinfluſſen. Zm
neueſten Farben zählt ein ſchönes Pig
menblau, ein etwas rötlicher Holztom/
feines Kardinal und ein tiefes Smang
grün. Daß Schwarz aber heuer
herrſcht und am beliebteſten zu we)
verſpricht, kann nicht geleugnet we
Zu erwähnen wäre noch, daß man
artige Linienkleider wie man 50
Modelle, bei denen llaſſiſche Raffuy
angewandt werden, nennt auch ay
in Weiß anfertigt und damit unge
aparte Wirkungen zu erreichen vermg
Aber nicht nur das Abendkleid uy
ſich die neuen Raffungen zunutze,
das Beſuchskleid hat ſich, der ſeitll9
Effekte bemächtigt. Als beſonders au
gilt es, dieſe Wirkungen aus ſchür
artigen Formen zu holen, wie wir
in unſerem letzten Bilde wiederzucrg
verſuchen. Dieſes Kleid muß da
ziemlich viel Material verarbeitet wiin
aus einem ſehr dünnen Seidenge-
verfertigt
ſein, um nicht etwa plumt
wirken. Man hat ſich dieſes Modell!0
art vorzuſtellen, daß drei Schürzen
ſtuft übereinandergelegt und an
oberen Kante feſtgeſteppt ſind, ſeitlicky4
waſſerfallartig loſe herabhängen unae
mit eben die Raffung ergeben. Ein/
ler Gürtel teilt die ſchrägen Linien in richie=
Weiſe. Der Oberteil iſt ganz einfach, pullover79
usgeſchnitten und mit einer Blume garniert.
Aermel ſind lang und eng anliegend. Ein ſar
Kleid wird man auch gerne in Schwarz anfer./
und ſeinen Eindruck jeweils durch eine and
Blume, eine Schmucknadel uſw. zu verändern.9
en. Trotzdem dieſes Modell ſehr einfach iſt, kat)
es doch für abendliche Gelegenheiten in Frag.

Der halblange Pale=n
aus engliſch gemuſtertem Stoff, zweireihig geki‟
und dennoch mit einem Gürtel zuſammengeh. /chl
deſſen Leder ſich auch auf den Aufſchlägen, d
Regenwetter hochgeſtellt werden, wiederfinder
von ausgeſprochen neumodiſchem Schick und eri
durch aufgeſetzte ſeitliche Taſchen eine flotte. M
bung der Linie. Dieſe Mäntel ſind raglanart
ſchnitten, aber nicht ſehr weit gearbeitet, ſo d.3
im Grunde genommen doch gerade wirker)

viele Anhängerinnen gefunden hat. Man kombiniert hier ncN
rötliches Dukatengold, gelbliches und Weißgold zu intereſſt
Glieder=Armreifen, die was ihre Originalität anbetri
zweifellos ihresgleichen nicht leicht finden können.

Die kurze Pelzjacke
iſt eine Modeerſcheinung, die ſicherlich und zwar vornek!
für die Uebergangsfaiſon viel Beachtung finden wird. M
arbeitet dieſe kurzen Fell=Umhüllungen in der Regel ausN
chem, ſchmiegſamem Pelzwerk, da man unter allen Umſt.
jenen plumpen und ſchwerfälligen Eindruck vermeiden win
die Pelzjacken ehemals erweckten. Natürlich ſind die ſeE
Verarbeitung gelangenden niedrigen, meiſt geſchorenen ode
der Fachausdruck lautet: raſierten Felle keineswes
warm wie langhaariges Pelzwerk, doch werden ſolche
eben entſprechend mit Wattelin, Kamelhaar oder Wildlede-
gefüttert
, um auch für kalte Tage gute Dienſte zu leiſtem
Farben der kurzen Pelzjacken werden vollkommen von
Verwendungszweck abhängig gemacht. Falls es ſich ui=
brauchsſtücke
, die für den Sport oder für vormittägliches 2
in Frage kommen, handelt, wählt man in der Regel 1!
Pelzwerk, alſo entweder graues oder hellbraunes raſiertes
fell, das wie lichter Breitſchwanz wirkt, oder deſſen wohle,
Erſatz in Geſtalt des gepreßten Lammfells, das dem
beſprochenen raſierten Felle zwar ähnlich iſt, aber deſſen
Glanz und ſchöne Fellzeichnung vermiſſen läßt. Solche
verbrämt man mit Füchſen aller Art, auch mit Luchs, Dach=
anderen
langhaarigen Pelzen und deren Nachahmungen,
alle von dem niederen Felle der Jacke gut abheben. Für 2
tere Gelegenheiten ſucht man in der Regel dunkleres Fell
zuziehen, alſo etwa das ſchön gezeichnete Breitſchwanzle.
ein Zuchtprodukt, das faſt völlig echtem Breitſchwanz gleice
ner verarbeitet man oft ſchon ſchadhafte Klauen=Mäntel
Zuſammenſetzung der noch gut erhaltenen Partien zu
Jacken. Solche Stücie werden dann mit Vorliehe mit Aſſe.
verbrämt, das ſehr dekoratis iſt und jetzt viel Beachtung.

[ ][  ][ ]

Mummer 280

Sonntag, den 9 Oktober 1927

Geite 23

PStädtiſche Akademie für Tonkunſt
Eliſabethenſtraße 36 Darmſtadt. Fernſpr.: Stadtamt
Direktor: Städtiſcher Muſikdirektor W. Schmitt
70 Lehrkräfte in allen Fächern der Muſik.
Es wird unterrichtet:
I. an Dilettanten
Kinder und Erwachſene.
Im Hauptfach nur Einzelunterricht
Freie Wahl des Lehrers und der Unterrichtszeit.
II. für Berufsausbildung
bis zur künſtleriſchen Reife.
Beſondere Abteilungen:
Opernſchule.
SSeminar zur Vorbereitung für das Heſſ.
Staatsexamen für Muſiklehrer und
Muſiklehrerinnen.
Seginn des Winterſemeſiers in der Opernſchule am 3., in
helſen übrigen Fächern am 40. Oktober. Näheres im Sekretariat
St 14612

Dr. Ludwig Klages
hält am Freitag, den 14. Gktober,
abends 8½ Uhr, im Mathlldenhöhsaal
einen Lichtbildervortrag aber
Handschrißt
H. Charakter!

Eintrittskarten: 1. Platz nummeriert Mk. 3.
2. Platz unnummeriert Mk. 2.. Galerie- Steh-
plätze
Mk. 1.20 (Preise einschließlich Steuer.)
Vorverkaut bei Heinrich Schroth, vorm.
Karl Buchner, Hofbuchhandl., Rheinstr. 15
15569

Welnklause
ZZum Tropfstein
Elcke Casino- und Friedrichstraße
am alten Bahnhof) (*26740
dungenehmer Aufenthalt!

Röotel und Kaffeereſtaurant
Waldſchlößchen
Neue Darmſtädterſtraße 257.
Halteſtelle der Linie Nr. 9.
eireen Donnerstag u. Sonntag ab 4 Uhr
iren Freitag und Samstag ab 8 Uhr
loonzertund Tanz
Puortion vorzügl. Kaffee u. Kuchenso₰
Beſitzer E. Schneider.
iu 79)

Isil tugsort Einsiegel b. Daumst.
Mreſſeler Park. Teleph. Darmſtadt 44
äporend des ganzes Jahres geöffnet.
enund warme Speiſen zu jeder Tages=
Penſion. Wochenende (*26759
weugemachte Straße iſt wieder frei.

Geflügelzucht-Vereil
Darm st:d4

Monats=Verſammlung
im Fürſtenſaal, Grafen=
ſtraße
18, am Montag,
10. Okt. 81) Uhr abds.
15567

ziräfin v. Schwerin geb. Mulder
Konſervatoriſch ausgebildete
Violiniſtin
Preism. großer Auszeichnung
s/föniglich. Konſervatoriums v. Gent
hr=Erin an der ſtädt. Akademie für Tonkunſt
telilt gründlichen Privatunterricht für
fuäänger u. Fortgeſchrittene b.z. künſtler.
eiſe Anmeldungen von 10-1Uhrinder
Friedrichſtr. 17, I. (26585

Iausbesitzer!
Dachdechkergeſchäft
arl Becker, Ho zſtraße 24
empfiehlt ſich
hinintlichen vorkommenden Dacharbeiten
ſanuänniſch, feibſtändig unter Garantie
von mir ſelbſt ausgeführt (*26721
fitenvoranſchläge koſtenlos

eprechapparate
in beſt. Qualit. zu
ſtaunend bill Preiſ.
kaufen Sie nur/15124a
beim Fachmann
im
Musikhaus Bund
Schuchardſtr. 9.
Teilzahlg. gern geſtattet.
ſeparat. prompt u. bill.

geſpielt
A. W.
Zimmermann
Grafenſtr. 21,
nächſt Rheinſtraße.
(15564g01)

OWdegehehlt
Patronen billigſt.
Reparaturen
aller Marken in
eigener Werkſtatt.
Waffengeſchäft
Georg Link
Brafenſtraße 39, (14 7632

Paßbilder
in einer Stunde 141Ba
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. 0. Zd. 1912.

Gar. reinen
Bienen=
Diäter. Hällg
(Schleuder): Ia Qua=
lität
, 10 Pfd.=Doſe
Mkt10.. franko, 5Pfd=
Doſe Mk. 5.50 franko
Nachnahme 30 Pfg.
mehr. Probepäckchen
a 11 Pfd. Mk. 1.80
franko bei Vorein=
ſendung
. Gar. Zu=
rücknahrge
, IV 1298
Obſtpl. u. Honigver ſ.
Werder, Inh. Fra
Lehrer a. D C Fiſcher,
Werder a.d. Havel8!

mit dem Uberseedampfer
Sonderfahrt Dremen,eßsbr-K-T.
nach Süd-Irkand, Madeira und den
Kanarischen Insekn vom 4. bis 24. Januar.
Fahrpreise von Mk. 585. an aufwärts.
Mit Dampfer Stuttgart, I3 367 Br. Reg. To.
Rittefneerfahrt. Vom 18. Febr.-rr. März
Fahrpreise von Mk. 950. an aufwärts.
Orientfahrt, Vom I3. MMärz bis 9. CApril
Fahrpreise von Mk. 1000. an aufwärts.
Orientfahrt. Vom rr. CApril bis 7. MMai
Fahrpreise von Mk. 1000. an aufwärts.
Mittekmeerfahrt, Vom II. 30. MMai
Fahrpreise von Mk. 750. an aufwärts.
Mit Dampfer Lützoup, 8nr6 Br. Reg.- Tons
Mittefmeerfahrt, Vom rs. Febr. bis 7.März
Fahrpreise von Mk. 600. an aufwärts.
Orientfahrt, Vom I2. März bis s. eAprnil
Fahrpreise von Mk. 880. an aufwärts.
Criechenlandfahrt, Vonro.2f. A4pril
Fahrpreise von M. 480. an aufwärts.
Mittefmeerfahrt. Von ro. bis 31. Mai
Fahrpreise von Mk. 550. an aufwärts.
Im Sommer wieder die beliebten
Vokar-, Norwegen- u. Ostseefafrten
Kostenlose Auskunkt und Prospekre durch unsere Vertrerungen
HORDDEUTSCHER LLOID BREMEA.
Darmstadt: Anton Fischer, Frankfurterstraße 12/14
Isloud=Reisebüro, frandwirtschaftsbank
H.-S., Rheinstraße 17
Dieburg: Ernst Reh, Steinstraße 1
Groß-Umstadt: / Rapp, Obere Marktstraße 2
Heppenheim: lacob Mainzer, Friedrichstraße 19/21
Michelstadt: Karl Bauer, Bahnhofstraße 53
(I.Bln. 2930

STADTISCHF GEWERBRSGHÜLE DARHSTADT
Mitte Oktober besinnen an unserer Anstalt
vorbereittnde Kurse in Elektrotechnik tar Gesellen und
Heisterpratung und Kurse im Fachrechnen
für Mischinenbauer, Dreher und Werkzeugschlosser.
Die Kurse finden in den Abendstunden statt und dauern etwa 56 Mon,
Anmeldungen bei der Direktion, Landgraf-Philipp-Anlage 6 (St.15443

Fur 19. Frauen und Jtädchen
beginnen am 1. Novbr. 1927 wieder meine
Tages= und Abendkurſe
im Zuſchneiden und Nähen von jeglicher
Art Wäſche und Kleidung (Knabenanzüge).
Auch alle Arten von Handarbeiten
können erlern werden.
Preis für die Tageskurſe 10. monatlich
oder 2.50 wöchentlich.
Preis für die Abendkutſe 6. monatlich
oder 1.50 wöchentlich.
Auswärtigen Mädchen unter 20 Jahren ſind
Schülermonatskarten zuſtändig, (*26529
S.Nungeſſer, Grafenſtr. 39

Beſtellen Sie jetzt eine
Zeitſchriften=Leſemappe
Zuſtellung frei Haus Proſp. koſtenl.
Darmſtädter Leſezirkel
Telephon 1985
Saalbauſtr. 69
Weitere Annahmeſtellen: (14053a
Oehmcke, Uhrmacher, Heinheimerſtr. 50
Neſſel, Weißw., Nd.=Ramſtädterſtr. 55

Moderne Anlagen
Sämtl. Einzelteile
Ladestation, Laut-
sprecher
. Röhren,
Hörer, Accus
Tel, 713
Billgste
(*26738
Preise bei
nur bester
Qualität, fach-
gem
. Bedienung:
Alexanderstr. 6
Eingang durch den Hof

Lauson Gashelsofen

der
geruchlose
dasNeueſte auf dem Gebiete d. Wärmetechnik
Ludwig Kling
Installationsgeschäft ( 26749
Luisenstraße 2, am Mathildenplatz

AAH
Oefen
Merken Sie sich:
ESCH-Original-
DAUERBRAND
in DARMSTADT bei
PHILIPP SCHAAR
20 Ernst-Ludwigstrasse 20. 15040smg 8
R

AOlOrTO
Färben von Schuhen in 1. mod
erfarben nach dem
O Spritzverfahren O
Kein Anstreichen der Schuhe! =
Meine mehrjährige Ertahrung im Färben bietet
Ihnen die Gewähr, vom Fachmann bedient zu werden.
. MOTT, Schuhmachermstr. Karlstr. 57
Mit höchsten Auszeichnungen prämiert. nichst der H inrichstr.

Klavier, Harmonium,
Violine z. Ueben frei.
Gefl. Angeb. u. D69
an die Gſch t. (26739

Fahrrad=Reparat.,
Vernicklung, Email=
lierung
. (14545a
Auf Wunſch Teilzählg.
Schneider & Co.,
Lagerhausſtraße 16.

Prima Tafel= und
Wirtſchafts=Aevfel
pro Ztr. 10 u. 12
frei H us. 267 6
Angebote u. D 72
Geſchäf sſt erbeten.

Obergärtner Rösner
Schloß Carlshof
bietet an
Wirtſchafts= u.
Tafelobſt
von 716 Pfg. per
Pfund. (0l.0 15622

Brennholz
Buche u. Eiche, ge
ſchnitt. 1,60 p. Ztr.
ofenf rtig 1,80ℳℳ p.
Ztr. liefert frei Haus
Heinrich Hämmerer II.
Wwe., Pfungſtadt,
berſtädterſtr. Nr. 4.
13267a

Ve

Grammophon-Apparale
und Platten
in großer Auswahl, sehr preiswert.
Gebr. Hefl
Inh.: Christian Mohl
Bessungerstr. 1, Ecke Hermannstr.
Telephon 2685. ( 26755

Antiguitäter
Möbel, Gemälde,
Uhren, G fäß Stoffe
uſw. kauft an:(15534a
B umen u. Kunſt
Wilhelminenſtr. 10.

JUTT
Wer dort?
Hier V. Schatz.
Komme ſof. u. kaufe
getragene Herren
Kleider, Federbetten
Schuhe, Wäſche uſw
. Schatz
653
Darmſtadt.
Cel. 1924 Sch.oßg. 23

Teleph. 2912
Ankauf
getragener
Herrenkleider,
Uniformen,
Schuhe uſw.
Zarnicer
Kiesſtraße 31.
Komme auch
nach auswärts.
(*26701)

Priv, ſucht gagen bar
zu kf. guterh. Speiſe=
zim
. ſw. Küchentifch.
Angeb. u. D 54 Gſchſt.
Grf0

Elektr. Klavier
gut erh., geg. Kaſſe
geſucht. Angeb. unt.
D 97 Geſchſt. (*26798

Ein poliert., 2türig
Kleiderſchrank, evtl
mit Wäſcheabteilung,
geſucht. Angeb. unt.
D 81 Geſchſt. (*26760

Photo=Stativ
zu kauf. geſ. Ang. u.
D 78 Geſchſt. (*26754

Zur Aufflärung!
Die räumliche Beſchränktheit unſerer
ſeitherigen Ge chä tsräume hat uns ver=
anlaßt
, dieſe zu verg ößern. Maßgebend
für unſeren Entſchluß war auch die Not=
wendigkeit
außer den von uns hergeſtellten
Korb=u. Bürſtenwaren
auch Handelsware zu führen, um der uns
geſtellten Aufgabe das Los der Blinden
zu erleichtern, in größerem Maße zu er=
füllen
. Zu dieſem Zwecke bitten wir nach
wie vor um die Unterſtützung der verehrl.
Bevölkerung von Darmſtadt u Umgebung.
Kauft bei den Blinden!
Ihr gebt ihnen dadurch Arbeit, Arbeit
aber iſt Brot, Arbeit iſt Troſt und zugleich
Licht in das ewige Dunkel der Blinden.
Alle Reparaturen an Korbwaren wer=
den
gewiſſenhaft ausge ührt und billigſt
berechnet. Stühle werden mit erſtklaſſigem
Material gut und billig geflochten.
Außer unſeren Arbeitern im Hauſe
ſind tätig 1 Strickerin für Strümpfe und
Jacken, 1 Buchbinder für Bücher, Noten
und Zeitſchriften. Aufträge für dieſe wer=
den
in unſerer Geſchäftsſtelle, Karlſtr. 21,
entgegengenommen.
(15570
Blinden=Beſch ftigungsverein für
Darmſtadt u. Umgebung, Karlſtr. 21.

Für nur Mk. W
dämpfen u. bägeln wir mittels neueſſen
amerikaniſchen Dampfbügelmaſchinen
Herren=Anzüge,
Mäntel und Koſfüme
Keine Laien=, ſondern fachm. Arbeit
Reinigungswerke
Reingold,,se
Eliſabethenſtr. 28 Kranichſteinerſtr. 28/30
Tel. 736 Markwpaſſage Tel. 736

J

Berekerkangskerber
für Elektrisch.
Wegen Aufgabe dieſes Artikels ſind die
vorhandenen Lagerbeſtände in Küchen=,
Wohn= u. Schlafzimm=Lampen etc. (auch
Einzelſtücke und Zubehörteile) weit unter
Tagespreis abzugeben. Selten günſt. Ein=
kaufsgelegenh
. für den Wiederverk. ( 26705
O. C ASPARI
Beleuchtungs-Ar. ikel-
Großhandel. Arheilgerstr. 10.

2

Größtes Lager in
Orient-
Teppichen
nd
Deutscher
Oualitätsware
Deutsche Teppiche
durch Großeinkauf vorteilhafteste Preis
200 300 cm Mk. 85-, 95-, 110.-, 130.-, 150.-, 180.-
250 350 cm Mk. 140.-. 165.-, 200.-, 239.-. 260.-
300/400 cm Mk. 180.-, 220.-, 260.-, 280.-, 315.-
350 500 cm Mk. 265.- bis 535.-
O (TV.5182
Teppichhaus
Obrnsfe
FRANKFURT A. M. BERLIN STUTTGART

[ ][  ]

Turnhalte Woogsplatz
Sonntag, den 16. Oktober, abds. 8 Uhr

Einmaliger Experimental-Vortrag

Das zweite Gesicht‟
Das Mirakel von Konnersrenih‟
Diese Art von Experimenten werden das
erstemal vor der Offentlichkeit gezeigt
Karten zu Mk. 3., 2.50 und 1.50

Karten bei Christian Arnold
nur am weißen Turm (15635gm

Anfang 2 Uhr

Musik von Waller Bromme
Karten: Verk.-Bülo von 912, Zeitungs-Kiosk,
Ernst-Ludwigsplatz von 1118 Uhr, Kasse
(15626
Orpheum ab 15 Uhr.
D Hummerierte Saalplätze 1.50
Beginn d. Sonntags-Vorstellung abends 7¾ Uhr

Telephon-Bestellungen 389

Konditorei und Café
WILHELM HAURY
Heidelbergerstr. 96½ Heidelbergerstr. 96½

eute jeden Samstag und Sonntag

Emptehle gleichzeltig f. Konditoreiwaren.
Im Ausschank:
(15625gss
H. Rhein- und Ptalzweine, Südweine u. Likör.

Seite 24

Sonntag den 9. Oktober 1922

Dalast-Lichtspiele

Lagderr mirr grobenrHrroig!

Der größte deutsche Film Das Wunder der Filmkunst:


UAIOf
AA

Mnäundnungunungngnfunaununanäfnunfanf
Bedeutend verstärktes Orchester

Residenz-Theater

DER

Fr. Lit. Künſtl.
Geſellſchaft.
II. Vereinsa bend

A
Mery Brian

Donnerstag, 13. Okt.,
8 Uhr, im Feſtſaale
der Vereinigten Ge=
ſellſchaft
(Rheinſtr.)
Vortrag von
Ludwig Klages
Zürich:
Vom Weſen des
inneren Rhythmus.
Karten zu 1, 2 und
3 Mk. bei Buchhand=
ung
Vergſträßer,
Rhe inſtr. 6. (15636

Ein Boxcampf um Liebe, Ehre und Freiheit!
Ein Film der alle Sportliebende auf das
beste unterhält, 6 Akte

Alle Vergünstigungen aufgehoben!

(15571

Frau im Schrank

Anfang

2 Uhr Abends 8 Uhr

Restaurant Rummelbräu

Rheinstr. 101 Gegenüber der Festhalle Tel. 2519

Empfehle für heute einen
erstklassigen Miltagstisch
von Mk. 0 90, 1.20, 1.50, und 2.
Auswahlreiche u. preiswerte Abendkarte
Von 47 Uhr, 811½ Uhr

Eintritt frei!
Es ladet höfl. ein

ONZERT

Eintritt frei!n
K. Heidenreich.

Hotel-Restaurant zur Post
links vom Hauptbahnhof

Heute Sonntag ab 18 Uhr
KONZERR
(Städt. Orchester)
Bekannt gute, preiswerte Küche (*26726
Alle Spezialität der Jahreszeit
Dischinger Spezial-Ausschank, hell u. dunkel
Best gepflegte Weine in jeder Preislage
Telephon 2463
G. Schie!

Hossen Theger Vorern
Iar Hentätt:

Sonntag, den 16. Oktober 1927

Hationaler Freihallonwetthewerh
Protektor; Staatspräsident des Volksstaates Hessen
Ab nachmittags 3 Uhr
Start von 10 Freiballonen
unbeschränkte Weitfahrt

ureichgertig arodtaugtag:

Kunstflüge Fallschirmabsprünge Luftakrobatik
Höhenschätzung mit Verlosung von Freiflügen.
Passagierflüge ab Samstag, nachmittags 3 Uhr.

Eintrittspreis: Mk. 100 pro Person. Mitglieder 0.50,
Kinder 0.50. Eingang zum Flugplatz nur
von der Nieder-Ramstädterstraße. (15621

Heute großes

Kallotief
NONZST

Stock
Spanische Bodega

Hügelstraße 35.

Kl. Privatorcheſterm.
eigen. Harmonium
wünſcht Anſchluß an
Orcheſter, evtl. ſucht
tücht. Geiger u. Cel=
liſten
. Gefl. Angeb
u. D 48 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (*26684

Marten Fahrräder
Anz. 10 , Wochen=
Rate 3 , evtl. ohne
Anzahl. Schneider & Co.,
Lagerhausſtr. 16. (14848a

Landestheater.
Großes Haus.
Sonntags=Fremdenmiete
grün u. weiß 2. Vorſt.
Sonntag, 9. Okt.
Anf. 19 Uhr Ende 22 Uhr
Der Zigeuner=
baron

Operette in 3 Akten
Muſikaliſche Leitung
Berthold Sander
Spielleiter: H. Kuhn
Bühnenbild: Lothar
Schenck von Trapp
Tänze: M. v. Kreibig
Mitwirkende:
Käthe Gothe
Paula Kapper
Ellen Kiesling
Martha Liebel
S. Müller=Wiſchin
Leo Barczinski
Hans Debus
Guſtav Deharde
Adolf Klotz
Heinr. Krichbaum
Heinrich Kuhn
Hans Ney
Arthur Vetter
Eugen Vogt
Wilhelm Wegerich
Ludwig Wenzel
Otto Wieſt
Spielwart: Fr. Wilde
Preiſe 110 Mk.

Kleines Haus.
Zuſatzmiete IV, 1
Sonntag, 9, Dkt.
Anfang 19.30 Uhr
Ende 22 Uhr
Die Hoſe
Bürgerl. Luſtſpiel
in vier Aufzügen
von Carl Sternheim
Inſzenierung:
Hans Aſchaffenburg
Bühnenbild:
Wilhelm Reinking
Mitwirkende:
Beſſie Hoffart
Mela Wigandt
Richard Jürgas
Hugo Keßler
Robert Klupp
Paul Maletzki
Spielwart: (V.15616i
Willy Kriechbaum
Preiſe: 1.206 Mk.

Ein Schwank in 6 Akten ( 26791
Hauptdarsteller: Ruth Weyher, Felicitas
Malten, Willy Fritsch, Harry Hardt

Mur noch beute u, morgen!

Die lustige Reuue-Operette:

Messalinette

Kaffee 1öst

am Hauptbahnhof
Mornewegplatz Nr. 3.
Heute von 4 Uhr ab (*26689
Konzert

Re
Mobel
gegen
Weißbinder=
arbeiten
?

Angeb. unter D 49
an d. Geſchäftsſtelle

Labwigshohe 5au
Heute nachmittag 4 Uhr (15585
Konzert

Städt. Orcheſter
Leitung: Konzertmeiſter Paul Löſche.
Eintritt 30 Pfg.

destaurant Koterngshans

Hotel=
Inhaber Joſef Schilling,

Rheinſtraße 48

Menu a0.80
Bouillon m. Einl.
Kalbsſchnitzel m
Kart. u. Wirſing

Menu 4 1.20
Bouillon m. Einl.
Schweinekotelett
m. Kart. u. Wirſg.
Deſſert

Menu 4 200
Bouillon m. Einl.
Ruſſ. Eigarniert
Lendenſchnitte m.
Kart. u. gr. Salat
Deſſert

MeineLokalitäten ſindf jedermann zugängig
hne Unterſchied der Konfeſſion. (*26710

Radklub Frohſinn, Darmſtadt
Unſer
Herbsttanz
findet heute, abends ab 6 Uhr, bei gut=
beſetzter
Jazzkapel e, im Zentralhotel,
Obergaſſe 44, ſtatt. *26668
Der Borſtand.
Eintritt 30 3

Musikverein
Kachste aeSamt-Prone

Beſſunger Turnhalle
Inh. Otto Rau Heidelbergerſtr. 131

Heute Sonntag
Großes
Janzvergnügen
Anfang 7 Uhr

*26716

Der Ideale
Musik-Apparat

Kein Federreißen
mehr
Kleine Anzahlung
Kleine Raten

Hcn. AInZ

Darmstadt, Nie-
der
- Ramstädter-
str
. Ecke Ried-
Uingerstr. 113454a

Nummet 280

Tneater

Unton

Der großen Nachfrage weges
bleibt der beste deutsch
Marine-Film

Herbſtaufenthalt

Jugenheim

a. d. B
Fremdenheim
Kriegk.
(26530ſ

DA
Kaptan Bodtrgen

Ein Heldenschicksal au
vergangenen Tagen
noch heute auf dein
Spielplan.

Das inter. Beiprogran

Jugendliche haben Zutrittl

Anfang 2 Uhr. (*2677

An Hndelsschan

Geöffnet von 9-19 Uhr
Eintritt einschließlich Steuer 50 Pfg.
Heute kommen zur Verteilung:
1. Eine Singer=Nähmaſchine
2. Zwei Korbſeſſel mit Tiſch
3. Ein Beſteckkaſten, 24teilig
4. Ein Photoapparat
5. Ein Rex=Einkochapparat m. Gläſen
Vormittags von 111 Uhr und nachmill
von /.3.,6 Uhr
Automobil=Reklame= und
Propaganda=Fahrt
durch die Straßen der Stadt (über 50 Fahrzeuge);
a) vormittags:
Aufſiellung und Einreihung an der Feſihalle.
Fahrt: Rheinſtraße, Marktplatz, Kirchſtraße, Kapell
platz, Nieder=Ramſtädterſtraße, Heinrichſtr., Kare
ſtraße, Beſſungerſtraße, Heidelbergerſtraße, Neckafen!
ſtraße, Rheinſtraße, Feſthalle.
b) nachmittags:
Aufſtellung und Einreihung an der Feſihalle.
Fahrt: Rheinſtraße, Paradeplatz. Alexanderſtraben‟
Dieburgerſtraße, Heinheimerſtraße, Liebfraueniſtin-
Emilſiraße, Frankfurterſtr., Mathildenplatz, Luiſene‟
ſtraße, rechts um die Ludwigsſäule, Wilhelminene
ſtraße, Elijabethenſtraße, Ludwigſtraße, Markiplah=s
Rheinſtraße, Feſihalle.
Anſchließend an die beiden Rundfahrien Auffahrt der
Wagen vor der Feſthalle und Platzkonzert der Kapelle
Weber.
Abends 8 Uhr
Geſellſchaftsabend der Intereſſengemeinſchaft des Leben=!
mittel=Einzelhandels nebſt eingeführten Gäſten im Stä0/!
Saalbau.
Konzert, bunte Bühne, Tanz.
Das Konzert findet unter perſönlicher Leitung die
Herrn Obermuſikmeiſters a. D. Weber ſtatt.

79

Hoaus Bemkebkads

Haltestelle Linie 9 (14009a
Inh.: Josef Sauer

Heute Sonntag
Grosses

Laudkrantenen
mit Original-Jauuband

Zum hefſiſchen Haus

Echke Grafen= u. Waldſtraße
Inh.: Friedrich Rummel

Heute Sonntag ab 4 Uhr große3

Montag, den 10. Gktob.,8 Uhr

Herbſt=Konzert

Gleichzeitig empfehle:
Gnten Mittagstiſch ſowie Rummel=
Spezial=Biere. (*20761

VANNAOSUNA

DER FREIEN VEREIAIAUNG
DARMSTADTER KUNSTLER

9. OKTOBER BIS 20, HOVEMBE

HIM RHEIVTO
TAGL. 114 UHR. SONNTAG 104 URS

Darmstädter Pädagogiulle
UV.IR
Elias

nI

Vorbereitung auf das Abikur, die Primareile
und Obersekundareife. Auch für Dame‟.

Telefon 2554M4
Hartinstraße 24.