Einzelnummer 10 Pfennige
Bezugspreis:
Töchentlich 2mallgem Erſcheinen vom 1.Oktober
*0. Oitober 2.48 Reichamarl und 22 Pfennig
ktieagegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmart, durch die
tertufen 2.40,sichemark frei Haus. Poſibezugspreis —
Art
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Norgenzeitung der Landeshauptſtadt
Anzeigenpreis:
Haarwuchsmittel entſcheidenden Wert beſitzt.
D. h. mit anderen Worten:
Andere Kerzte, — Prinz,
Perl=
mann, Jordan, Speyer, Abel uſw. —
konnten in den verſchiedenſten Fällen
kümmerlichen Haarwuchſes über volle
Erfolge berichten; auch bei Glatzen, bei
denen die haut noch nicht atrophiſch
war, ſtellte ſich allmählich ein in dieſen
Fällen beſonders beglückender Erfolg
ein. Das Reſultat der hier nur kurz
erwähnten Derſuche beſagt, daß die
Silvikrin=Haarkur
entſcheiden=
den Wert beſitzt.
Unſere Kufklärungsarbeit wird
aber erſt dann von Erfolg gekrönt ſein,
die wirßung der Silvihrin=haarkur, die als wenn rechtzeitig richtige Haar= HiOL OOeinem Mac,
wuchskosmetik betrieben wird. iieder Fülle und.
Gräme Dich nicht!
Silvikrin
Huid
ſchgnngix.
Wird das Kopfwaſſer „Silvikrin=Fluid” rechtzeitig und
häglich angewandt, ſo bleibt auch ohne die Silvikrin=Haarkur geſunder Haarwuchs bis in das
ſpäte Elter erhalten und prächtiges Haar Ihre ſchönſte Hier.
Da die haare arge Staubfänger ſind, und der Staub zuſammen mit dem Fett und Schweiß des Hhaarbodens
jiemlich ſchwer entfernbar iſt, ſo haben wir der zwechentſprechenden Reinigung die Aufmerkſamkeit
gewidmet, die bei der Empfindlichkeit des Haarbodens erforderlich iſt: Die 3—4 mal im Monat
aruszuführende Shampoonierung mit dem Kopfwaſchpulver Silvikrin=Shampoon läßt Haarboden und
Haar in hngieniſcher Reinheit erſcheinen.
Wenn Sie in die Tage verſetzt werden ſollen, das Nützliche vom
Schäd=
lichen zu ſcheiden, ſo müſſen Sie erſt die Grundlage des Nützlichen kennen
lernen: Das durch Reichspatent geſchützte Silvikrin=Derfahren betrifft die
erwähnten Präparate:
Friſur vor Gebrauch
von Silvikrin=Shampoon
1. Silvikrin=Haarkur
2. Silvikrin=Fluid
5. Silvikrin=Shampoon . gratis bemuſtern
ohme die geringste Verphichtung Ihrerseits.
die wir Ihnen
insgeſamt
Friſur nach Gebrauch
von Silvikrin=Shampoon
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Mit den Gratisproben erhalten Sie gleichfalls gratis das umfangreiche Büchlein „Das Kopfhaar, ſein
Aus=
hallen und Wiedererſtehen”, das wir bereits oben erläutert haben.
Eine derartig koſtſpielige Art der Kundenwerbung wäre glatter Selbſtmord, wenn ſie für
Präparate geſchähe, deren Wert auch nur mittelmäßig wäre. Unſer Siel, Sie zu überzeugen,
(rreichen wir beſtimmt durch unſere Gratisſendung, weil unſer Silvikrin=Derfahren derart iſt, daß
ſelbſt ein Mann von dem Anſehen des Dermatologen und Univerſitätsprofeſſors Dr. med. Polland
mit ſeinem Namen für den Sonderwert
des=
ſelben eintritt. Wir erklären noch einmal
ganz ausdrücklich, daß Ihnen von uns
heine unverlangte Sendung zugeſtelltwird. Senden Sie mir koſtenlos und portofrei drei Gratisproben:
Entgegen dem Sprichwort iſt „aufgeſchoben”
1. Silvikrin=Haarkur
aruch meiſt „aufgehoben‟. Das „Aufgehoben” (die
2. Silvikrin=Fluid
Anterlaſſung) können Sie nicht wieder gut machen.
5. Silvikrin=Shampoon
Aber auch das „Aufgeſchoben” (die Hinauszögerung)
ſowie Beweismaterial und ärztl. Berichte, ferner das 56 Seiten ſtarke
iſt nach Univerſitätsprofeſſor Dr. med. Polland
Büchlein „Das Kopfhaar, ſein Ausfallen und Wiedererſtehen”.
nächteilig. Darum empfehlen wir Ihnen die
prompte Einſendung der nebenſtehenden Gratis=
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ezugskarte (Porto nur 5 Pfg.).
SILVIKRIN-VERTRIEB
G. m. b. H.
Berlin SW6B, Alexandrinenstraße 26
Fernsprecher: Dönhoff 4735/33.
Poſt:
Wohnort:.
Straße:
Kdreſſe mit Bleiſtift deutlich vermerken.
Uhnen vorgekommenen Wahlbeeinfluſſungen proteſtierte. Der
ihürgſte Punkt der Tagesordnung war die Wahl eines
provi=
rſahen Präſidenten, der die Verhandlungen der Skupſchtina
nur Beendigung der Arbeiten des Verifikationsausſchuſſes
ſen ſoll. Als proviſoriſcher Präſident wurde der
Regierungs=
ſtöiDdat, der ehemalige Außenminiſter und Führer der
Nadi=
ſen Partei, Dr. Peritſch, mit 206 gegen 90 Stimmen gewählt.
ir ſihn ſtimmten die Radikalen, die Demokraten und die
Slo=
niſchen Klerikalen, während der oppoſitionelle Kandidat, der
ſütſchianer Sibenitſch, die Stimmen der Raditſchianer, der
2bſttändigen Demokraten und der Selbſtändigen Landwirte auf
wereinigte. Die Deutſchen ſtimmten ebenfalls für den
Regie=
gskandidaten. Die Tatfache, daß die Demokraten für den
ſitmlen Kandidaten geſtimmt haben, wird, wie man in
poli=
hemi Kreiſen verſichert, die weiteren Verhandlungen zwiſchen
Demokraten und den oppoſitionellen Parteien zur Bildung
es Demokratiſchen Blockes nicht ſtören. Vorläufig ſcheint eine
zuerungskriſe nicht bevorzuſtehen. Eine Klärung der Lage
ite erſt nach der Verifizierung der Mandate erfolgen.
Einſt=
lem verbleiben die Demockraten in der Regierungskoalition.
Uhite Sitzung morgen vormittag.
ziuens ware.
Reichskanzler Dr. Marx kommt am Dienstag
nach Mainz.
* Mainz, 5. Oktober. (Priv.=Tel.)
Wie uns der Landeskommiſſar für das beſetzte heſſiſche
Ge=
biet, Probinzialdirektor Geheimrat Dr. U ſinger, mitteilt, wird
der Herr Reichskanzler Dr. Marx als Reichsminiſter für die
beſetzten Gebiete am 11. Oktober in Mainz weilen. Er wünſcht
ſich bei dieſer Gelegenheit ein Bild von den gegenwärtigen
Ver=
hältniſſen des beſetzten heſſiſchen Gebietes zu machen und mit
den führenden Perſönlichkeiten des öffentlichen Lebens, ſowie
der Berufs= und Intereſſenvertretungen in Fühlung zu kommen.
Ein offizieller Empfang findet im Auftrag des heſſiſchen
Geſamtminiſteriums am Dienstag, den 11. Oktober,
17½ Uhr, in dem von der Stadt Mainz zur Verfügung geſtellten
Weißen Saal des Kurfürſtlichen Schloſſes (Eingang Rheinallee)
ſtatt.
ort
I.” geſtiattet.
ihrgang
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle 192 mm
breit 2Reichomarl. Anzeigen von auewärte 40 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspig. 92 mm breite
Reilame=
zeile 3.00 Reichsmart. Alle Preiſe m Reichsmar:
4 Dollar — 420 Marſl. — Im Falle böberer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Streil uſw erliſcht
ede Verpſichtung au Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtlicher Betreibung fällt ſebet
Nabat weg. Banſtonto. Deutſche Bani und Darm
ſtädter und Nationalban
nd um die Poſenanleihe.
anſerem ſtändigen Berichterſtatter.
S. Warſchau, Anfang Oktober 1927.
r ſenſationell aufgemachten Unterbrechung der
Ver=
am vergangenen Freitag ſind die
Anleiheverhand=
ichlich fortgeführt worden. Bartel, der
Vizepremier=
tonte, daß die polniſche Regierung niemals
Anleihe=
i unterzeichnen würden, die der internationalen
Stel=
s nicht entſprächen. In dieſer Formel liegt das A
gegenwärtigen Lage. Wenn man auch am Freitag
z, daß eine Meinungsverſchiedenheit in der Frage des
rſes die Unterbrechung bewirkt habe, ſo weiß man
eſe Erklärung nichts anderes darſtellt, als ein
Feigen=
den politiſchen Unzulänglichkeiten, welche die wahre
it ausmachen.
(nleihe als ſolche ſtellt nämlich eine politiſche
Hilfs=
den bedrängten Marſchall Pilſudſki dar, dem es
geht, wie er noch vor einem Jahr gehofft hat. Wie
ft man ſich, die finanziellen Erforderniſſe dieſer Zeit
je Wünſche der Zeichner der kommenden Anleihe
ver=
en? Die Ueberſchrift zu dieſem peinlichen Kapitel
nanzkontrolle‟. Wie man weiß, wollen die Polen
Finanzkontrolle nichts wiſſen. Sie haben aus dieſem
h die Begebung einer Anleihe durch den Völkerbund
ind ſich mit rieſigen Unkoſten, den amerikaniſchen
Kemmerer kommen laſſen, der bekanntlich vor einem
polniſchen Staat in ſeiner Eigenſchaft als
Anlage=
für internationale Gelder auf Herz und Nieren ge=
Aber auch er iſt ſchließlich zu ganz beſtimmten
Forde=
mmen, die dem Selbſtbewußtſein der maßgebenden
widerwärtig ſind. Man weiß nämlich, daß
beiſpiels=
ſerater bei der polniſchen Staatsbank eingeſetzt
wer=
n ein fiskaliſches Vetorecht eingeräumt werden müßte.
igt ganz beſtimmte Zuſicherungen über die Behand=
Budgetfragen. Es wird davon geſprochen, daß die
indet werden müßten. Kurzum, Polen müßte, wenn
leihe haben will, eine heimliche
Finanzkon=
aſſen. Sie würde zeitlich begrenzt ſein.
ſchwer einzuſehen, weshalb ſich die polniſche
Regie=
ſr gegen dieſe Notwendigkeiten ſträubt. Denn man
Recht darauf hin, daß das Zuſtandekommen dieſer
ihe den polniſchen Staat, gleichſam hoffähig machen
ſie ihm den Zutritt zu den internationalen
Gold=
fnen würde. Dieſe erſte Anleihe würde der
Schritt=
andere ſein. Daß in dieſem Zuſammenhange auch
ekurs von Bedeutung iſt, liegt auf der Hand. Die
hek beeinflußt die zweiten, dritten und vierten.
18 Alpdrücken der polniſchen Regierung ſtammt aus
telle. Zwar hat man im vergangenen Jahre einen
berſchuß von einigen Hundert Millionen Zloty
her=
haftet. Aber woher kommt er? Dieſer Ueberſchuß
nichts anderes, als ein unſichtbarer Zuſchuß
taatsdienſte tätigen Perſonen, die bei
ſchnell ſteigenden Preiſen auch heute noch auf der
der vorjährigen Kaufkraft des Geldes entlohnt
wer=
lgemeine Wirtſchaftslage geſtattet kein weiteres An=
Steuerſchraube. Wenn aber ein Haushaltsüberſchuß
tiger Einführung einer Finanzkontrolle die
Voraus=
die Anleihe darſtellt, dann befindet ſich die Regierung
einer allerdings höchſt peinlichen Lage. Steigert
mtengehälter, dann verſchwindet der Ueberſchuß.
Ver=
er Ueberſchuß, dann verflüchtigt ſich die
Anleihehoff=
man aber den gegenwärtigen Zuſtand fortbeſtehen,
s innerpolitiſche Erſchütterungen. Die letzte Tagung
eigte jedem, der Ohren hatte zu hören, daß ſich unter
che ein tiefgehender Wandel der Volksſtimmung
voll=
udſki iſt nicht mehr der Herold einer beſſeren
Zu=
mehr der Mann des Schickſals. Er hat ſeine
Muni=
ſſen. Sein politiſcher Köcher iſt leer und ſeine Kaſſen
ieſen Umſtänden kann ein Zuſtandekommen des
An=
es nur durch politiſche Motive hervorgebracht werden.
he Staat in ſeiner derzeitigen Verfaſſung iſt kein
t. Die Art, wie Pilſudſki die Volksvertretung, den
ihrer parlamentariſchen Bekleidung herausgeſtemmt
em Motto des Berliner Kraftprotzen: „Menſch, dir
hat in den Kreiſen gepflegter politiſcher Lebensart
mt. Vor einem Jahre hätte Pilſudſki vielleicht eine
alten können. Man hat ſie damals großſpurig
ab=
nd heute? Sollte der Rücktritt des engliſchen Ge=
Warſchau, Sir Max Müller, auch ein Symptom für
das weilere Schickſal der Anleihe ſein? — Dies aber nur
bei=
läufig. Der deutſche Beobachter erinnert ſich an das Problem
des deutſch=polniſchen Handelsvertrages. Der
deutſch=
polniſche Zollkrieg droht Ende des Jahres eine verſchärfte Form
anzunehmen. Iſt es aber richtig, daß die Zolleinnahmen eine
Sicherheit für die Anleihe bedeuten, dann iſt ein Handelsvertrag
mit Deutſchland wiederum eine höchſt wünſchenswerte zuſätzliche
Sicherung der Geldgeber. Damit gewinnen aber die Worte
Bar=
tels, daß die Regierung niemals eine Anleihe, die der
inter=
nationalen Stellung Polens nicht entſpricht, abſchließen würde,
eine außenpolitiſche Bedeutung.
Wie ſich die Dinge weiter entwickeln werden, ſteht im
Augen=
blick noch dahin. Die Regierung macht in Optimismus. Sie
hat gute Gründe dazu. Sie hat die Anleihe bitter nötig. Kommt
ſie aber zuſtande, und zwar ohne Ausſicht auf handelspolitiſche
Einigung zwiſchen Deutſchland und Polen, dann ſtellt ſie ein
höchſt beunruhigendes Symptom für die Oſtpolitik der
Weſt=
ſtaaten dar. Sie wäre dann nämlich nichts anderes als die
Finanzierung der Diktatur Pilſudſkis gegen den
Willen der polniſchen Volksvertretung mit einer deutlichen Spitze
gegen die beiden Nachbarſtagten Deutſchland und Rußland.
Seite 16
Mittwoch, den 5. Oktober 1927
Nummer 276
OlololIo Tef
TIOHMITOAZ
Das pflegt man ſich erſt zu überlegen, wenn es ſich um
Reſte handelt. Haarwurzelſchwäche und dementſprechender
Haarausfall nehmen einen ſo ſchleichenden Förtgang — das
iſt die Regel — bis eines Cages der kümmerliche
haar=
beſiand die Herſtellung der gewohnten, Friſur kaum noch
ermöglicht. Ja, wenn Haarausfall und Glatze weh täten,
würde man rechtzeitig bemüht ſein, die Derödung des
Haarbodens zu verhindern.
Soll der Haarboden ſeine 75 — 100000 Haare
ſtündlich, täglich, jahraus, jahrein wachſen laſſen,
ſo darf er keine läſtige Schinnenbildung, keine übermäßige Fettabſonderung und keine
Derhornung (Hyperkeratoſe) aufweiſen!“
Liegt trotz geſunden Haarbodens kümmerlicher Haarwuchs vor, ſo bringen die Haarwurzeln
nicht mehr die zu vollem Haarwuchs erforderliche ungeheure Wachstumsenergie auf. (Dorzeitiger
Haarausfall).
Betrachtet man ſeine Photographien — oder die von Bekannten — die 10—15 Jahre
ausein=
anderliegen, ſo wird man faſt ſtets feſtſtellen, daß die haarfülle von einſt nicht mehr vorhanden
iſt. Das iſt nicht naturgewollt und trifft doch ſo viele, weil entweder die Haarpflege mangelhaft oder
gar=
ſchädlich war. Darum ſoll unſere wirklich umfaſſende Kufklärung
über das Geheimnis des Haarwuchſes und über Art und Mittel der
Behandlung von Haarboden und haar, jedem Leſer die Möglichkeit
geben, ſich das charakteriſtiſche Merkmal ſeines Ausſehens
wiederzugewinnen und zu erhalten.
Im Vordergrund ſtehen folgende Fragen:
1) Iſt die geſchwächte Haarwurzel zu einer Steigerung ihrer
Funktion (Haarbildung) zu bringen ? (Glatzen).
2) Welche Rolle ſpielen dabei die nach dem bekannten Silvikrin=
Derfahren gebotenen Bauſteine des haares?*)
5) Iſt man ohne einſchlägige Kenntniſſe imſtande, Haarboden und
Haar zweckentſprechend zu pflegen, den Weizen von der Spreu zu ſondern?
Die Antwort auf dieſe Fragen finden Sie in dem 56 Seiten ſtarken
Büchlein „Das Kopfhaar, ſein Ausfallen und Wiedererſtehen‟. Die
wertvolle einſchlägige Literatur iſt in dieſem Werkchen verarbeitet.
Ein häufiger Fall des Haarſchwundes ohne jede urſache — etwa von Neue Gedankengänge zu den Lebensvorgängen in unſeren Geweben.
der Art, wie ihn Univerſitätsprofeſſor Dr. med. Polland beſchreibt, ſind in leicht verſtändlicher Form zum Ausdruck gebracht. Der
Uni=
verſitätsprofeſſor ſowohl wie auch der praktiſche Arzt ſind aus ihren Mitteilungen ſoweit zitiert, wie es zur
Er=
läuterung der Silvikrin=Haarkur erforderlich iſt: Hier nur als Beiſpiel eine Stelle aus der Publikation des bekannten.
Dermatologen Univerſitätsprofeſſor Dr. med. Polland: „Gleichzeitig wurde auch der 30=jährige
Sohn=
der Dame behandelt, ein typiſcher Fall: Bis zu 20 Jahren reicher Haarwuchs, dann ſehr raſcher haarverluſt; jetzt
ſehr weit einſpringende Schläfenecken, eine faſt
Die Gratisbezugskarte hier abtrennen!
ausgebildete Glätze von der Stirn bis zum Scheitel.
15331)
Druckſache
An den
Silvikrin=Bertrieb
G. m. b. H.
Berlin SD 68
mit ſpärlichem Flaumhaarreſt, Haut aber noch
nicht atrophiſch. Dieſer eigentlich wenig
er=
mutigende Fall, bei dem die verſchiedenſten üblichen.
Behandlungsverſuche völlig verſagt hatten, zeigte
ſchon nach verhältnismäßig kurzer
Silvikrinbe=
handlung — die allerdings ſehr
gewiſſen=
haft, zum Ceil unter meiner Kufſicht
durchgeführt wurde — einen faſt ver-
Släiffenden Crfolg: Die Haare
be=
gannen raſch und reichlich zu ſprießen, waren
anfangs flaumig, aber ein beträchtlicher Ceil wuchs
in die Länge und wurde ſtärker. Die haare ſind.
jetzt ungefähr 8 cm lang und ſtehen beſonders
an der Stirnhaargrenze dichter!“
*) Die Bauſteine des Haares ſind Schwefelalbumoſen. Es muß bei ihrem
eigenartigen von heffter beſchriebenen Charakter gewiſſermaßen auf eine
treibende Kraft, wie bei den Fermenten der Hefe, geſchloſſen werden. Man
gewinnt ſie nach einem patentierten Derfahren diretzt aus gereinigtem
Menſchenhaar.
Elellen
duer
Ait
Einzelnummer 10 Pfennige
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Kaöchentlich 2mallgem Erſcheinen vom 4.Oklobet
11M0. Ottober 2.18 Reſchämark und 22 Pfennig
Untegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmari, durch die
lgtiren 2.40 Reichsmark frei Haus. Poſibezugspreis
mit ohne Beſtellgeld monatlich 2.45 Reichsmart.
Benirwortlichkeit für Aufnahme von An eigen an
ſcmraten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
Hueen einzelner Nummern inſolge höherer Gewalt
bmmist den Bezieher nicht zur Kürzung des
AmFreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
T zn1 ohne Verbindlichkeit für uns poſiſcheckonto
Franffurt a. M. 13041
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit z verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 277
Donnerstag, den 6. Oktober 1927. 190. Jahrgang
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27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
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breit/ 2Reichsmarl. Anzeigen von auswärts 40 Reſchspfg
Finanz=Anzeigen 60 Reichspſg., 92 mm breite
Reilame=
zeſſe 300 Reichsmart. Alle Preiſe m Reichsmar=
4 Dollar — 420 Marſl. — Im Falle böherer
Gewall, wie Krieg. Aufruhr. Sfrel uſw erliſch”
ede Verpſichtung au Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtlicher Beitreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Banktonto: Deutſche Bani und Darm
ſtädtei und Nationalbanl
(Gröffnung des memelländiſchen
Landtages.
Dse Memelbevölkerung in Erwartung der
Erfüllung gegebener Verſprechen.
* Königsberg, 5. Okt. (Priv.=Tel.)
19 ach aus Memel vorliegenden Nachrichten hat heute
Landes=
hident Schwellnus dem Gouverneur nach ſeiner erfolgten
Ahrkrinft das Rücktrittsgeſuch des geſamten Direktoriums
unter=
hytek. Das Geſuch wurde vom Gouverneur angenommen.
99ach den bewegten Wahlen und den noch ſtürmiſcheren
Er=
eſhiſſen der letzten Tage iſt nun endlich der memelländiſche
teine Qüdrag zuſammengetreten. Das Direktorium hat
verfaſſungs=
mröig, demiſſioniert — wohl auch unter Einwirkung der
Unter=
r Aien zwiſchen dem Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
„lücvem Miniſterpräſidenten Prof. Woldemaras —, und die
Dai ſion iſt angenommen worden. Die neue Aera in Memel
tnyſwem Ausſcheiden des Gouverneurs Schwellnus, die Zeit
eil ehm Friedlichen Zuſammenarbeit und Aufbauarbeit könnte nun
unde bleaiaen, wenn ſich die von Miniſterpräſident Woldemaras ge=
Fga grch nen Verſprechen erfüllen. Aber man darf ſich nicht zu
run fuch allzu einſeitigen Hoffnungen hingeben. Man muß dabei
blefieers die litauiſche Mentalität in Rechnung
ſheln. Der junge Staat iſt auf ſtreng nationaler Baſis auf=
„Belu., und die Chauviniſten in Litauen, namentlich in den
(Hſrſm der Militärs, empfinden den Zwang, den ihnen die
Gſalging des Memelſtatuts auferlegt, als eine Beeinträchtigung
delttauiſchen Souveränität. Miniſterpräſident Woldemargs
rei hihvrrſprochen, daß das Memelſtatut ehrlich durchgeführt
wer=
dännärd, hat aber den Vorbehalt gemacht, daß einige unpräzis
ghißte Punkte deutlicher ausgelegt werden müßten. Es liegt
in itſer Einſchränkung eine gewiſſe Gefahr für neu
auftau=
ihte Konflikte. Die Deutſchen haben im Memeler Landtag
un eih indrückende Mehrheit. Wie wird ſich der neue
Gouver=
wun ider Vertreter der großlitauiſchen Intereſſen, mit dieſer
Siuche abfinden können? Einer willkürlichen Auslegung des
zu Mkae ſtatuts bleiben, namentlich ſolange die Kriegsgeſetze und
diſt zanfur beſtehen, nach wie vor die Türen offen.
In ihrer Denkſchrift an den Völkerbund hatten ſich die
Mkee länder darüber beklagt, daß der erſte, am 19. Oktober 1925
gochh’te Landtag unrechtmäßig im Januar 1927 aufgelöſt und
C ſofts verfaſſungsmäßigen Tagungsrechtes beraubt worden ſei.
AA ſei das Landesdirektorium im Widerſpruch zu dem Statut
miz ein dem Landtag verantwortliches, ſondern nur von
lillgiſrhen Zentralbehörden abhängiges Organ und ſomit den
Mlaekländern gegenüber eine autokratiſche Behörde, ferner
tüwer: die autonome Juſtiz und die wohlerworbenen
Recht=
durg=amten mißachtet. Und nun ſoll plötzlich ein Umſchwung
noch ſteſztin den? Wird Profeſſor Woldemaras die Macht haben,
ſei=
nirchtVerſprechungen gemäß das Steuer mit einem Ruck
herum=
zuchrien? Die Zeit wird es zeigen.
In Litauen ſteht ein Referendum bevor, von deſſen
Aus=
gom die Diktatur Woldemaras abhängt. Die große Partei der
(Mftlich=Demokraten unter „Valokaitis iſt Gegner dieſer
ſel WcuBa bſtimmung und opponiert gegen die Partei der
Tautinin=
kal derr Völkiſchen), deren Führer Woldemaras iſt. Auch andere
Pleiführer, die für die Wiedereinführung parlamentariſcher
Zuän de eintreten, agitieren, ſoweit das die ſtrenge
Hand=
hebng der Diktatur zuläßt, gegen das Neferendum. Aber Prof.
Woernaras iſt nicht der Mann, der Widerſpruch duldet, und
6 guide die letzten Vorgänge in Tauroggen beweiſen, daß er
aut enitgegenſtellenden Schwierigkeiten mit allen Mitteln auf
dichns=ib rückt. So iſt denn auch zu hoffen, daß er der
Wider=
ſtfihe im Memelgebiet Herr werden wird, ſoweit ſie von
lilkiſcher Seite kommen.
Mammentritt der jugoſlawiſchen Skupſchtina
EP. Belgrad, 5. Oktober.
berute vormittag 10 Uhr trat die Skuptſchina zu ihrer
kon=
ſtiſſerenden Sitzung zuſammen. Die Abgeordneten waren faſt
vutzlil lig erſchienen, die Tribünen überfüllt. Auch vor dem
Par=
lalmssgebäude hatte ſich eine große Menſchenmenge
angeſam=
mit Die Sitzung nahm einen überaus ſtürmiſchen Verlauf, da
die Ippoſition wiederholt in erregter Weiſe gegen die bei den
Wien vorgekommenen Wahlbeeinfluſſungen proteſtierte. Der
wſtieſſte Punkt der Tagesordnung war die Wahl eines
provi=
ſoſihm Präſidenten, der die Verhandlungen der Skupſchtina
bitz z Beendigung der Arbeiten des Verifikationsausſchuſſes
leliht foll. Als proviſoriſcher Präſident wurde der
Regierungs=
kalndnt, der ehemalige Außenminiſter und Führer der
Radi=
kaſt Partei, Dr. Peritſch, mit 206 gegen 90 Stimmen gewählt.
Fſhlüen ſtimmten die Radikalen, die Demokraten und die
Slo=
wmiſch=en Klerikalen, während der oppoſitionelle Kandidat, der
R0iſtſckhianer Sibenitſch, die Stimmen der Raditſchianer, der
Silſtürndigen Demokraten und der Selbſtändigen Landwirte auf
ſiſſi er einigte. Die Deutſchen ſtimmten ebenfalls für den
Regie=
rlinstendidaten. Die Tatfache, daß die Demokraten für den
relntzleen Kandidaten geſtimmt haben, wird, wie man in
poli=
ti4ſtn Kreiſen verſichert, die weiteren Verhandlungen zwiſchen
de=2emokraten und den oppoſitionellen Parteien zur Bildung
eisy Demokratiſchen Blockes nicht ſtören. Vorläufig ſcheint eine
Rſerutngskriſe nicht bevorzuſtehen. Eine Klärung der Lage
düſte erſt nach der Verifizierung der Mandate erfolgen.
Einſt=
win verbleiben die Demockraten in der Regierungskoalition.
Miſte Sitzung morgen vormittag.
* Am die Botſchaft in Waſhington.
der ausſichtsreichſie Kandidat.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Es iſt, zumal wegen der Intereſſen, die dabei auf dem
Spiele ſtehen, begreiflich, daß die Neubeſetzung der Botſchaft in
Waſhington nicht nur in den diplomatiſchen, ſondern auch den
Wirtſchaftskreiſen ſtarke Wellen ſchlägt, und daß eigentlich jeden
Tag neue Namen als ernſthafte Anwärter genannt werden. Wir
glauben nicht, daß die Ernennung von heute auf morgen zu
er=
warten iſt, einmal, weil das Für und Wider jeder einzelnen
Kandidatur genau geprüft werden muß, dann aber auch, weil
nach Anſicht des Auswärtigen Amtes die Neubeſetzung
herein=
gezogen werden ſoll in das allgemeine Revirement in unſerer
Diplomatie, das vermutlich einen ſehr großen Umfang
an=
nehmen wird. Es beſteht nämlich die Abſicht, entſprechend der
geſtiegenen wirtſchaftlichen und politiſchen Bedeutung einige
unſerer Geſandtſchaften in Botſchaften zu verwandeln. Das
gilt beſonders für Südamerika, wo die Intereſſenverbindung
mit Braſilien und Argentinien längſt ſtark genug geworden iſt,
um ein Herausheben unſerer diplomatiſchen Miſſionen aus
dem großen Kreis der Geſandtſchaften der kleinen Mächte
ge=
rechtfertigt erſcheinen zu laſſen. Es würde alſo, wenn dieſe
Pläne ſich durchſetzen ſollten, notwendig ſein, mehrere neue
Bot=
ſchafter zu ernennen, woraus ſich, da man einen Teil aus der
zünftigen Diplomatie nehmen will, auch eine größere
Umſtel=
lung in der Beſetzung der Botſchaften ergeben würde.
Für Waſhington wird jetzt in erſter Linie der
frü=
here Finanzminiſter Dr. Reinhold genannt, der
im Auswärtigen Amt und auch in der Reichsregierung eifrige
Förderer beſitzt, gegen den aber von anderer Seite mancherlei
Einwände erhoben werden. Trotzdem möchten wir annehmen,
daß ſeine Kandidatur im Augenblick die ernſthafteſte iſt. Neben
den übrigen bereits bekannten Namen wird jetzt auch der frühere
Staatsſekretär im Ernährungsminiſterium Hagedorn genannt,
den die Landwirtſchaft und auch die Induſtrie ſtützen, da
er bei dem Abfchluß des deutſch=ſpaniſchen Handelsvertrages
eine ſehr glückliche Hand gehabt habe und auch aus ſeiner
frü=
heren Tätigkeit bei der Finanzierungsgeſellſchäft für
Landkraft=
maſchinen und bei der Getreidehandelsgeſellſchaft reiche
wirt=
ſchaftliche Erfahrungen geſammelt und bewieſen habe.
Trauerfeier des Auswärtigen Amtes für
Freiherrn v. Maltzan.
Berlin, 5. Okober.
In dem ſtimmungsvoll geſchmückten Großen Saale des
Pa=
lais Leopold fand heute eine interne Gedächtnisfeier des
Aus=
wärtigen Amtes zu Ehren des Botſchafters Freiherrn v. Maltzan
ſtatt. Nach einem Adagio von Haydn hielt Reichsaußenminiſter
Dr. Streſemann die Gedächtnisrede, in der er in warm
empfun=
denen Worten der Perſönlichkeit und des Wirkens das
Dahin=
geſchiedenen gedachte und in ergreifenden Ausführungen zum
Ausdruck brachte, daß die Verdienſte des Verſtorbenen für Reich
und Volk unvergeßlich bleiben. Mit einem Andante von Mozart
hörigen des Verſtorbenen teilnahmen.
Um den Abbau der Beſatzungstruppen.
* Berlin, 5. Oktober. (Priv.=Tel.)
Welche Pläne die Beſatzungsmächte mit dem Abtransport
der 10000 Mann haben, darüber iſt in Deutſchland immer noch
nichts bekannt. Ein Berliner Blatt bringt jetzt die Mitteilung,
daß die erſten 4000 Mann Ende des Monats Oktober deutſchen
Boden verlaſſen haben werden. Der Abmarſch der übrigen
Trup=
pen werde ſich unmittelbar anſchließen, ſo daß bis ſpäteſtens
Ende November die ganzen 10 000 Mann die Grenze paſſiert
hätten. Eine Beſtätigung dieſer Meldung iſt nicht zu bekommen.
Es ſcheint, als ob tatſächlich im Augenblick noch keinerlei
Mit=
teilungen der Beſatzungsmächte vorliegen, was um ſo auffälliger
iſt, als ſeinerzeit die Entente Deutſchland zwang, unſer Mil=
Das Zurückführen von 10 000 Mann iſt doch dagegen eine
Kin=
derei und könnte in allerkürzeſter Friſt erfolgen, wenn man guten
Willens wäre.
nach Mainz.
* Mainz, 5. Oktober. (Priv.=Tel.)
Wie uns der Landeskommiſſar für das beſetzte heſſiſche
Ge=
der Herr Reichskanzler Dr. Marx als Reichsminiſter für die
beſetzten Gebiete am 11. Oktober in Mainz weilen. Er wünſcht
ſich bei dieſer Gelegenheit ein Bild von den gegenwärtigen
Ver=
hältniſſen des beſetzten heſſiſchen Gebietes zu machen und mit blick noch dahin. Die Regierung macht in Optimismus. Sie
den führenden Perſönlichkeiten des öffentlichen Lebens, ſowie
der Berufs= und Intereſſenvertretungen in Fühlung zu kommen.
Ein offizieller Empfang findet im Auftrag des heſſiſchen
Geſamtminiſteriums am Dienstag, den 11. Oktober,
17½ Uhr, in dem von der Stadt Mainz zur Verfügung geſtellten
Weißen Saal des Kurfürſtlichen Schloſſes (Eingang Rheinallee) Willen der polniſchen Volksvertretung mit einer deutlichen Spitze
ſtatt.
Rund um die Poſenanleihe.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
S. Warſchau, Anfang Oktober 1927.
Nach der ſenſationell aufgemachten Unterbrechung der
Ver=
handlungen am vergangenen Freitag ſind die
Anleiheverhand=
lungen tatſächlich fortgeführt worden. Bartel, der Vizepremier=
Der frühere Finanzminiſter Reinhold miniſter, betonte, daß die polniſche Regierung niemals
Anleihe=
bedingungen unterzeichnen würden, die der internationalen
Stel=
lung Polens nicht entſprächen. In dieſer Formel liegt das A
und O der gegenwärtigen Lage. Wenn man auch am Freitag
erklären ließ, daß eine Meinungsverſchiedenheit in der Frage des
Emiſſionskurſes die Unterbrechung bewirkt habe, ſo weiß man
doch, daß dieſe Erklärung nichts anderes darſtellt, als ein
Feigen=
blatt über den politiſchen Unzulänglichkeiten, welche die wahre
Schwierigkeit ausmachen.
Dieſe Anleihe als ſolche ſtellt nämlich eine politiſche
Hilfs=
aktion für den bedrängten Marſchall Pilſudſki dar, dem es
nicht ſo gut geht, wie er noch vor einem Jahr gehofft hat. Wie
können, fragt man ſich, die finanziellen Erforderniſſe dieſer Zeit
und dabei die Wünſche der Zeichner der kommenden Anleihe
ver=
einigt werden? Die Ueberſchrift zu dieſem peinlichen Kapitel
lautet: „Finanzkontrolle‟. Wie man weiß, wollen die Polen
gerade von Finanzkontrolle nichts wiſſen. Sie haben aus dieſem
Grunde auch die Begebung einer Anleihe durch den Völkerbund
abgelehnt und ſich mit rieſigen Unkoſten, den amerikaniſchen
Finanzmann Kemmerer kommen laſſen, der bekanntlich vor einem
Jahre den polniſchen Staat in ſeiner Eigenſchaft als
Anlage=
möglichkeit für internationale Gelder auf Herz und Nieren
ge=
prüft hat. Aber auch er iſt ſchließlich zu ganz beſtimmten
Forde=
rungen gekommen, die dem Selbſtbewußtſein der maßgebenden
Kreiſe höchſt widerwärtig ſind. Man weiß nämlich, daß
beiſpiels=
weiſe ein Berater bei der polniſchen Staatsbank eingeſetzt
wer=
den ſoll, dem ein fiskaliſches Vetorecht eingeräumt werden müßte.
Man verlangt ganz beſtimmte Zuſicherungen über die
Behand=
lung von Budgetfragen. Es wird davon geſprochen, daß die
Zölle verpfändet werden müßten. Kurzum, Polen müßte, wenn
es eine Anleihe haben will, eine heimliche
Finanzkon=
trolle zulaſſen. Sie würde zeitlich begrenzt ſein.
Es iſt ſchwer einzuſehen, weshalb ſich die polniſche
Regie=
rung ſo ſehr gegen dieſe Notwendigkeiten ſträubt. Denn man
weiſt mit Recht darauf hin, daß das Zuſtandekommen dieſer
erſten Anleihe den polniſchen Staat, gleichſam hoffähig machen
würde, daß ſie ihm den Zutritt zu den internationalen
Gold=
quellen eröffnen würde. Dieſe erſte Anleihe würde der
Schritt=
macher für andere ſein. Daß in dieſem Zuſammenhange auch
der Ausgabekurs von Bedeutung iſt, liegt auf der Hand. Die
erſte Hypothek beeinflußt die zweiten, dritten und vierten.
Aber das Alpdrücken der polniſchen Regierung ſtammt aus
anderer Quelle. Zwar hat man im vergangenen Jahre einen
Haushaltsüberſchuß von einigen Hundert Millionen Zloty
her=
ausgewirtſchaftet. Aber woher kommt er? Dieſer Ueberſchuß
iſt nämlich nichts anderes, als ein unſichtbarer Zuſchuß
der im Staatsdienſte tätigen Perſonen, die bei
ſtändig und ſchnell ſteigenden Preiſen auch heute noch auf der
Grundlage der vorjährigen Kaufkraft des Geldes entlohnt
wer=
den. Die allgemeine Wirtſchaftslage geſtattet kein weiteres
An=
ziehen der Steuerſchraube. Wenn aber ein Haushaltsüberſchuß
ſchloß die Feier, an der auch die Gattin und die nächſten Ange= bei gleichzeitiger Einführung einer Finanzkontrolle die
Voraus=
ſetzung für die Anleihe darſtellt, dann befindet ſich die Regierung
Pilſudſki in einer allerdings höchſt peinlichen Lage. Steigert
man die Beamtengehälter, dann verſchwindet der Ueberſchuß.
Ver=
ſchwindet der Ueberſchuß, dann verflüchtigt ſich die
Anleihehoff=
nung. Läßt man aber den gegenwärtigen Zuſtand fortbeſtehen,
dann gibt es innerpolitiſche Erſchütterungen. Die letzte Tagung
des Seim zeigte jedem, der Ohren hatte zu hören, daß ſich unter
der Oberfläche ein tiefgehender Wandel der Volksſtimmung
voll=
zieht. Pilſudſki iſt nicht mehr der Herold einer beſſeren
Zu=
kunft, nicht mehr der Mann des Schickſals. Er hat ſeine
Muni=
tion verſchoſſen. Sein politiſcher Köcher iſt leer und ſeine Kaſſen
gleichfalls.
Unter dieſen Umſtänden kann ein Zuſtandekommen des
An=
leihevertrages nur durch politiſche Motive hervorgebracht werden.
Der polniſche Staat in ſeiner derzeitigen Verfaſſung iſt kein
Anlageobjekt. Die Art, wie Pilſudſki die Volksvertretung, den
Seim, aus ihrer parlamentariſchen Bekleidung herausgeſtemmt
hat, nach dem Motto des Berliner Kraftprotzen: „Menſch, dir
atme ick in”, hat in den Kreiſen gepflegter politiſcher Lebensart
lionenheer in wenigen Wochen über den Rhein zurückzuführen, ſtark verſtimmt. Vor einem Jahre hätte Pilſudſki vielleicht eine
Anleihe erhalten können. Man hat ſie damals großſpurig
ab=
gelehnt. Und heute? Sollte der Rücktritt des engliſchen
Ge=
ſandten in Warſchau, Sir Max Müller, auch ein Symptom für
das weitere Schickſal der Anleihe ſein? — Dies aber nur
bei=
läufig. Der deutſche Beobachter erinnert ſich an das Problem
Reichskanzler Dr. Marx kommt am Dienstag des deutſch=polniſchen Handelsvertrages. Der
deutſch=
polniſche Zollkrieg droht Ende des Jahres eine verſchärfte Form
anzunehmen. Iſt es aber richtig, daß die Zolleinnahmen eine
Sicherheit für die Anleihe bedeuten, dann iſt ein Handelsvertrag
mit Deutſchland wiederum eine höchſt wünſchenswerte zuſätzliche
Sicherung der Geldgeber. Damit gewinnen aber die Worte
Bar=
biet, Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Uſinger, mitteilt, wird tels, daß die Regierung niemals eine Anleihe, die der
inter=
nationalen Stellung Polens nicht entſpricht, abſchließen würde,
eine außenpolitiſche Bedeutung.
Wie ſich die Dinge weiter entwickeln werden, ſteht im
Augen=
hat gute Gründe dazu. Sie hat die Anleihe bitter nötig. Kommt
ſie aber zuſtande, und zwar ohne Ausſicht auf handelspolitiſche
Einigung zwiſchen Deutſchland und Polen, dann ſtellt ſie ein
höchſt beunruhigendes Symptom für die Oſtpolitik der
Weſt=
ſtaaten dar. Sie wäre dann nämlich nichts anderes als die
Finanzierung der Diktatur Pilſudſkis gegen den
gegen die beiden Nachbarſtagten Deutſchland und Rußland.
Geite 2
Donnerstag, den 6. Oktober 1927
Nummer 272
P.
Zum Zollkonflikt zwiſchen
Amerika und Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 5. Oktober.
Der Zollkonflikt mit Amerika verurſacht hier eine immer
größer werdende Verſtimmung. Dieſer Konflikt iſt nicht eine
Folge des deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrages, denn er
be=
ſtand ſchon früher, er wurzelt in der Verſchiedenheit der
Zoll=
geſetzgebung der meiſten Länder. Der deutſch=fpanzöſiſche
Han=
delsvertrag hat eigentlich den latenten Konſlikt nur akut gemacht.
Die Vereinigten Staaten von Amerika verlangen überall und ſo
auch in Frankreich die gleiche Behandlung mit den
meiſtbegün=
ſtigten Staaten. Sie behandeln auch alle Staaten gleich, aber
das iſt „eine Gleichheit vor den geſchloſſenen Türen”, wie man
in Frankreich ſagt. Mit dem Hinweis darauf, daß die
Zollgeſetz=
gebung ein Teil ihrer Verfaſſung iſt, verſchließen ſich die
Ame=
rikaner vor jeder Konzeſſion. Ihre Zolltarife ſind alſo die
höchſten. Und außerdem — ſo klagt wan hier wenigſtens — wird
jeder Export nach den Vereinigten Stagten durch verſchiedene
adminiſtrative Schikanen erſchwert, wenn nicht gedroſſelt.
Der deutſch=franzöſiſche Handelsvertrag hat es mit ſich
ge=
bracht, daß gewiſſe deutſche Waren in Frankreich vorteilhafter
behandelt werden als die amerikawiſchen. Dagegen erhob man
aus Waſhington ſchärfſten Proteſt. Man drohte mit
Ausſper=
rungsmaßnahmen. In Frankreich, wo man gerade im Begriffe
war, die Freundſchaft mit Amerika auf ſentimentaler Grundlage
wieder herzuſtellen, war man äußerſt unangenehm berührt. Man
ſucht, ſoweit es möglich iſt, dem Konflikte aus dem Wege zu
gehen. Der Kampf aber für die Meiſtbegünſtügung iſt für
Amerika nicht ſo ganz einfach, da Frankreich das Prinzip der
Gegenſeitigkeit verficht, worüber die Amerikaner auf Grund
ihrer Verfaſſung nichts hören wollen. Es gibt immerhin
Aus=
wege; Frankreich will der prinzipiellen Frage aus dem Wege
gehen und möchte ſich wit adminiſtrativen Erleichterungen
zu=
frieden geben. Kurz, man gibt dem amerikamiſchen Drucke nach.
Was man dabei denkt, das ſpricht man nicht aus.
Der franzöſiſch=amerikaniſche Zollſtreit verdient eine große
Aufmerkſamkeit ſeitens aller europäiſchen Nationen, die mit
Amerika im engen Wirtſchaftskontakt ſind. In Paris beeilt man
ſich, dies möglichſt zu betonen. Und es iſt unmöglich, dabei nicht
an die Arbeiten Loucheurs zu denken.
Die Haltumg Amerikas ſtimmt zum Nachdenken. Amerika
will von den europäiſchen Gläubigem unwahrſcheinlich hohe
Summen eintreiben. Gleichzeitig ſchließt man die europäiſchen
Waren nach Möglichkeit auts. Und in Europa ſelbſt ſowie auf
den übrigen Märkten wird der europäiſchen Induſtrie die
ſchärfſte Konkurrenz gemacht. Bedenkt man noch, daß Europa,
an Amerika geweſſen, kaum noch Gold beſitzt, ſo muß wan
an=
erkennen, daß es in der amerikaniſchen Poliuik einige Paradoxa
gibt. Die franzöſiſche Argumentation iſt richtig. Es iſt
beſon=
ders beachtenswert, daß man heute dieſe wohlbekannten
Argu=
mente von franzöſiſcher Seite hört. .
Die Art und Weiſe, in der Frankreich den Tarifſtreit mit
Amerika behandelt, wird in amtlichen Waſhingtoner Kreiſen
durchaus ugünſtig beurteilt. Nach Meinung des Präſidenten
Coolidge iſt die unterſchiedliche Behandlung, die Frankreich
amerikaniſchen Gütern zuteil werden läßt, außerordentlich
bedeu=
tungsvoll für Amerika, da ſich das Vorgehen der Franzoſen nach
Anſicht der amerikaniſchen Regierung wit der lange dauernden
Freundſchaft zwiſchen den beiden Ländern nicht vereinbaren
laſſe. Der franzöſiſche Botſchafter in Waſhington, Claudel, hatte
geſtern eine Unterredung mit Staatsſekretär Kellogg. Ueber deren
Verlauf verlautet, daß man doch noch an eine annehmbare
Lö=
ſung, wenn auch erſt nach ſchwierigen Verhandlungen, denken
könne.
Vom Tage.
Reichskanzley Dr. Marx begibt ſich am Samstag in
ſeiner Eigenſchaſt als Reichsminiſter für die beſetzten Gebiete nach
Koblenz, um dort die Lage der noch beſetzten Landesteile
nachzu=
prüfen.
Eine Reihe engliſcher Parlamentarier wird ſich
am 6. ds. Mts. mit dem Flugzug nach Köln und von da aus an
ver=
ſchiedene andere Induſtriezentren Deutſchlands begeben,
um die induſtriellen Verhältniſſe in Deutſchland zu ſtudieren.
Dem Büro des Reichspräſidenten ſind, wie mitgeteilt wird,
anläßlich des 80. Geburtstages des Präſidmten 4000
Talegrammd und 22000 ſchriftliche Glückwünſche
zugegangen.
Der Paſſauer Dompropſt Dr. b Pichler, der der
Zen=
trumsfraktion der bayeriſchen Abgeordnetenkammer angehörte, iſt nach
einer Bruchoperation infolge von Herzſchwäche geſtorben.
Wie Havas aus Brüſſel meldet, werden die
franzöſiſch=
belgiſchen Wirtſchaftsverhandlungen in der
kommen=
den Woche wieder aufgenommen werden.
Das ſpaniſche Königspaar iſt nach Algeeiras abgereiſt, von
wo es ſich nach Marokko einſchifft.
In Barcelona ſind im Zuſammenhang mit dean jüingſtens
auf=
gedeckten Komplott gegen das Dinſtorium zahlreiche
Verhaf=
tungen und Hausſuchungen vorgenommen worden. Die
Unterſuchung wird fortgeſetzt.
Wie Havas aus Nizza weldet, iſt auf einam freien
Ge=
lände hinter dem italieniſchan Konſulat eine Bombe
explodiert. Menſchen ſind nicht zu Schaden gekommen. Der
Sach=
ſchaden iſt unbedeutend.
Die türkiſche Regierung hat an die perſiſche
Ra=
gierung im Zuſammenhang mit den Bandenüberfällen an der
tür=
kiſch=perſiſchen Grenze eine Proteſtnote gerichtet.
Die Sowjetunion dementiert die franzöſiſchen
Mel=
dungen über eine neuerliche Demarche des franzöſiſchen
Botſchafters in Moskau bei Tſchitſcherin in der Rakowſk=Affäre.
Die aus China vorliegenden Nachrichten beſtätigen, daß die
Trup=
pen Tſchang Tſo=lins durch die Streitkräfte der Provinz Schanfi
einen ſchweren Rückſchlag erlitten haben.
Nach einer Nachricht aus Sikkim beſteht die in Nagchuka eingetroffene
Reiſegeſellſchaft aus einem Deutſchen, einigen Amerikanern und
Eng=
ländern. Danach ſcheint es kaum mehr zweifelhaft, daß Filchner
das deutſche Mitglied dieſer Reiſegeſellſchaft iſt.
in unſever Nu. 272 vom 1. Oktober 1927, Seite B8 (Handelsblatt).
Zuſammenkunft Chamberlains mit Briand.
tiſche Außenminiſter Chamberlain ſeine Rückreiſe nach London
einige Tage in Paris aufzuhalten. Es heißt zwar, daß
Cham=
mit Briand benutzen wird. Dieſe dürfte am Montag ſtatt=
Chamberlains mit dem ſpaniſchen Diktator
Primo de Rivera drehen.
Deutſche oder lateiniſche Schrift? unentwirrbaren Schriftzeichen.
Dr. Oscar Probſt, Darmſtadt.
In Nr. 104 des Darmſtädter Tagblatts vom 14. April 1927
wirft Berthold Walter die Frage auf, ob es nötig iſt,
deutſch=
ſprachige Druckſachen mit Rückſicht auf das Ausland lateiniſch
zu drucken. Er kommt zur Verneinung der Frage und führt für
ſeine Anſicht mehrere Gründe auf. Es iſt aber nötig, die Sache
auch einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Tut man
dies, wird man ſinden, daß auch ſehr triftige Gründe dafür
ſprechen, nicht nur die für das Ausland beſtimmten Druckſachen,
ſondern überhaupt alle Bücher, Zeitungen und Zeitſchriften,
die in Deutſchland erſcheinen, in Zukunft in lateiniſcher Schrift
zu drucken.
Walter behauptet, die deutſche Schrift ſei jedem Ausländer
ohne weiteres bekannt, deutſche Worte, die in Fraktur (deutſcher
Druckſchrift) gedruckt ſind, ſeien auch für den Ausländer lesbarer
als in Antiqua (lat. Schrift) gedruckte, und deshalb bilde die
deutſche Schrift für dieſen eine große Erleichterung zur
Erler=
nung der deutſchen Sprache.
Hiergegen ſei zunächſt eingewendet, daß die Fraktur in keiner
Weiſe mit der im Ausland als Zierſchrift verwendeten gotiſchen
Schrift verglichen werden darf. Zwar iſt die gotiſche Schrift, die,
nebenbei bemerkt, in Frankreich aufkam, die Mutter der Fraktur,
aber ſie unterſcheidet ſich von dieſer mindeſtens genau ſo ſtar',
wie die Antiqua von der gotiſchen Schrift, beſonders in den
Schrift nur als Zierſchrift zu Ueberſchriften uſw. verwendet
wird, oder zu längeren Ausführungen. Eine Ueberſchrift oder
handlung muß geläufig geleſen werden können.
Wie wenig nun der Ausländer die deutſche Schrift leſen
ſtig geſinnte Reichspoſt rät, alle für das Ausland beſtimmten
Briefe mit lateiniſch geſchriebenen Anſchriften zu verſehen. In
der Tat werden Briefe, die deutſch geſchriebene Anſchriften
haben, im fremdſprachigen Ausland, wenn überhaupt, nur mit
Verſpätung ausgetragen, wovon jeder ſich ſelbſt leicht überzeugen
kann.
Nachſtehende Auszüge aus Aufſätzen zweier Deutſchland
liebender Ausländer mögen die Richtigkeit des Geſagten
be=
ſtätigen.
Im Spanien=Sonderheft der Zeitſchrift „Orplid” (1916)
ver=
öffentlicht der ſpaniſche Dichter Julio Camba einen feſſelnden
Reiſebericht, in dem u. a. geſagt iſt: „Eine der größten
Merk=
würdigkeiten in Deutſchland iſt das Deutſche. Eine ſtarke, ge=
Graf Beihlen über die franzöſiſch=ungariſchen
Verbandlungen im Jahre 1920.
Buapeſt, 5. Oktober.
Miniſterpräſident Graf Bethlen veröffentlicht durch das
Ungariſche Telegraphen=Korreſpondenz=Büro eine längere
Erklä=
rung über die in den letzten Tagen in der Preſſe vielfach
be=
ſprochenen franzöſiſch—ungariſchen Verhandlungen im Jahre
1920, in der es u. a. heißt: „In den Mitteilungen der Blätter
werden Irrtum und Wahrheit vermengt, und wenn die
dama=
ligen Verhandlungen tatſächlich ein reales Ergebnis hatten, ſo
beſtand dies in der ſogenannten Millerandſchen Mantelnote, die
einen Hinweis auf die Grenzberichtigungen enhält. Die weiteren
Verhandlungen mit Frankreich richteten ſich auf die
Konkretiſie=
rung des Inhalts der Mantelnote, wogegen von Ungarn die
Gewährung wirtſchaftlicher Vorteile gefordert wurde. Ungarn
ſeineyſeits verlangte Garantien dafür, daß bei der damaligen
politiſchen Lage mit der Verwirklichung dieſer Pläne gerechnet
werden könne. Dieſe Garantien waren, wiewohl der gute Wille
vorhanden war, nicht zu erlangen. Die Bedeutung der
Verhand=
lungen, mögen ſie auch zu keinem Ergebnis geführt haben — ſo
ſchließt Bethlen — beſtehen darin, daß auf franzöſiſcher Seite
ernſte Faktoren bereits damals die Ungerechtigkeiten des
Frie=
densvertrages anerkannten, ihre Bereitwilligkeit zur Anbahnung
einer die Ungerechtigkeit wiedergutmachenden Politik ausdrückten
und damit Ungarn eine moraliſche Rechtsgrundlage dafür boten,
daß es zu gegebener Zeit die Anwendung der Grundſätze der
*) Vergl. auch den Aufſatz unſeres New=Yorker Korreſpondenten Gerechtigkeit tatſächlich fordere. In der Erklärung heißt es dann
weiter: „Es handelt ſich bei dieſen Verhandlungen nicht darum,
daß die franzöſiſche Regierung Ungarn für wirtſchaftliche
Gegen=
leiſtungen und unter Beiſeiteſchiebung der Friedensverträge Ge=
Nach Informationen von unterrichteter Seite wird der bri= biete oder ſogar Bündnisverträge angeboten hätte, was in
An=
betracht der damaligen Lage vernünftigerweiſe auch gar nicht
an=
über Paris nehmen und hier am Samstag eintreffen, um ſich genommen werden kann. Es war auch keine Rede davon, daß
im Rahmen der Verhandlungen der Plan irgend einer
ungariſch=
berlain in der engliſchen Botſchaft Wohnung nehmen und voll= franzöſiſchen militäriſchen Zuſammenarbeit eine Rolle geſpielt
ſtändiges Incognito wahren wird; doch hält man es für ſelbſt= hätte.‟ Der Miniſterpräſident betont auf das entſchiedenſte, daß
verſtändlich, daß er die Gelegenheit zu einer Beſprechung militäriſche Pläne niemals Gegenſtand der Verhandlungen
ge=
weeſn ſeien, und daß franzöſiſcherſeits niemals ein Angebot für
finden und ſich hauptſächlich um die Zuſammenkunft die Errichtung und Ausrüſtung einer ungariſchen Armee geſtellt
worden ſei. Niemals wollte man die ungariſche Armee gegen
die Sowjets in Anſpruch nehmen.
lehrte und derbe Sprache, mit bedeutſamen Wortbildungen und
Und der bekannte Deutſchenfreund Profeſſor Dr. Vlamynck,
Gent, ſchreibt in einem Aufſatz: „Vlandern—Elſaß” im 5. Heft
der „Elſaß=Lothr. Heimatſtimmen”: „Ueber die tatſächlichen
Ver=
hältniſſe in den Landen zwiſchen Baſel und Luxemburg iſt der
Plame ſchlecht orientiert. Nur ſehr wenig Plamen leſen deutſche
Bücher; daran hat nicht ſo ſehr der Unterſchied zwiſchen
Nieder=
ländiſch und Hochdeutſch ſchuld, als vielleicht die Fraktur.”
Ich ſelbſt habe vor, dem Krieg in einer großen belgiſchen
Bänk gearbeitet, bei der mit einigen engliſchen Banken deutſch
und nicht franzöſiſch korreſpondiert wurde, weil die deutſche
Sprache den betreffenden Bankiers geläufiger war; es war aber
in allen Fällen gebeten worden, keine deutſchen Schriftzeichen zu
verwenden. (Damals waren die Schreibmaſchinen noch wenig
in Gebrauch.) Wäre die Bank auf dieſe Bedingung nicht
ein=
gegangen, ſo wäre zum Schaden des Deutſchtums im
Schriftver=
kehr mit England anſtatt der deutſchen die franzöſiſche Sprache
verwendet und mancher deutſche Angeſtellte, wäre entlaſſen
worden.
In neuerer Zeit ſind nun Ereigniſſe eingetreten, die uns
geradezu zwingen, die Altſchrift an Stelle der Fraktur
zu verwenden. In den verlorenen Gebieten ſind zahlreiche
deutſche Schulen verſchwunden; in vielen (ſo in denen in Süd=
Tirol), die beſtehen geblieben ſind, dürfen nur Bücher gebraucht
werden, die in Antiqua gedruckt ſind. Daher wird allen
Bewoh=
nern dieſer Gebiete deutſchen Stammes die Fraktur eine immer
fremdere Schrift. Roda=Roda hat in einem Aufſatz: „Drei Wege
Großbuchſtaben. Dann iſt es ein großer Unterſchied, ob eine zur Verringerung des Deutſchtums” im „Tagebuch” (1925) auf
dieſe Gefahr hingewieſen:
„Indem die Deutſchen, wo ſie in Maſſen wohnen, an der
einen kurzen Hinweis kaun man langſam entziffern, eine Ab= Fraktur feſthalten, zwingen ſie den heranwachſenden Deutſchen
der Diaſpora von Stunde zu Stunde mehr die Literatur ihrer
Wirtsvölker in die Hände. Die Frage „Fraktur oder Antiqua”
kann, ergibt ſich ſchen daraus, daß ſelbſt die der Fraktur ſo gün= hat ſich ſeit dem Krieg auf völlig neue Prämiſſen geſtellt. Sie iſt
abermals zu erwägen und zu prüfen. Ich, Roda=Roda, war
ehedem eifriger Anhänger der Fraktur. In keinem meiner
Ver=
lagshäuſer fehlte die Klauſel: meinBuch dürfe nicht in Antiqu.:
geſetzt werden. Seit dem Krieg bin ich anderer Anſicht worden
Ich kenne die gemiſchtſprachigen Länder einigermaßen, und ich
kann nicht eindringlich genug mahnen, die Entſcheidung der
Frage „Fraktur oder Antiqua” nicht leicht zu nehmen, mit
patri=
otiſchen Redensarten abzutun. Das Beharren bei der
Fraktur wird ſich bald durch Verluſt von
Millio=
nen Leſern rächen, durch neue Verringerung
deutſchen Weſens in der Welt.”
Sollte in allen fremden Staaten mit deutſchen Minderheiten
die Verwendung lateiniſch gedruckter Bücher auch im Deutſch=
Die Berliner Länderkonferenz.
Um das ſtaatliche Eigenleben der Länder.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Ueber die Beſprechungen zwiſchen der Reichsregierung und
den Miniſterpräſidenten der Länder ſind in den Berliner
Blät=
tern noch wancherlei Einzelheiten zu berichten, die wir im
ein=
zelnen auf ihre Richtigkeit im Augenblick nicht nachprüfen
kön=
nen. Darnach ſcheint der Hamburgiſche Büngermeiſter und
Demokrat Peterſen das Problem zuerſt angepackt zu haben,
in=
dem er die Auffaſſung vertrat, daß die beſtehenden Zuſtände nicht
länger andauern können. Hierbei ſekundierte ihm der preußiſche,
Miniſterpräſident Braun mit dem Hinweis, daß die heunge
Endwicklung naturnotwendig zu dem Einheitsſtaat führen müſſe.
Dabei iſt insbeſondere auch darauf hingewieſen worden, daß
Heſſen ſchon ſeit langem mit dem Plan umgehe, ſich als
Reichs=
land erklären zu laſſen. Das iſt aber natürlich eine ſchiefe
Auf=
faſſung. Es iſt ja bekannt, daß Heſſen in ſehr ſchwerer
finan=
zieller Bedrängnis iſt, die zum Teil aus dem Rhein=Ruhrkampf
herrührt, zum Teil aber auch daraus, daß große Teile des
Lan=
des beſetzt ſind, woraus Heſſen die Pflicht des Reiches zur
Unter=
ſtützung abgeleitet hat. Und aus dieſen finanziellen
Schwierig=
keiten ſind wohl auch die Schlußfolgerungen gezogen worden,
daß Heſſen ſein ſtaatliches Eigenleben aufgeben
und Reichsland werden müſſe. Die heſſiſche
Regierung ſcheint aber jedenfalls bei der
Be=
ſprechung dieſen Standpunkt nicht vertreten
zu haben. Das endgegeengeſetzte Extrem hatte der
baye=
riſche Miniſterpräſident Dr. Held vertreten, der aus
der Notlage, der Länder, die Folgerung zog, daß die
Steuerreform abgebaut und den einzelnen
Ländern ihre Finanzhoheit zurückgegeben.
werden müſſe, eine Folgerung, die bei der politiſchen
Zu=
ſammenſetzung von Reichsrat und Reichstag aber keinerlei
Aus=
ſicht auf Annahme hat.
Unterbrechung der Kabinettsberatungen.
Die Beratungen des Reichskabinetts, die in den letzten Tagen
über verſchiedene wirtſchaftliche Fragen geführt wurden und
geſtern eigentlich fortgeſetzt werden ſollten, haben durch eing=
Dienſtreiſe des Reichsarbeitsminiſters eine Unterbrechung
er=
fahren. In den nächſten Tagen werden die Beratungen jedoch
fortgeführt, und es iſt möglich, daß dann auch
Reichsbankpräſi=
dent Dr. Schacht hinzugezogen werden wird. Den Bericht über
die letzte Völkerbundstagung wird das Kabinett unter dieſen
Umſtänden wahrſcheinlich erſt in der nächſten Woche
entgegen=
nehmen.
Sonderkonferenz über das Thema:
„Unitarismus oder Föderalismus”.
Die Reichskanzlei hat in der Vorbereitung der am Montag
beſchloſſenen Sonderkonferenz zur Prüfung der Beziehungen
zwiſchen Reich und Ländern ſehr raſche Arbeit geleiſtet. Sie hat
bereits ein Rundſchreiben an die einzelnen Länderregierungen
herausgeben laſſen und angefragt, wie am zweckmäßigſten die
verſchiedenen Referate verteilt werden ſollen, hat dabei auch das
Diskuſſionsthema ziemlich genau umgrenzt, das allerdings auch
in dieſer Begrenzung noch umfangreich genug iſt, da es den
ganzen Fragenkomplex umfaßt, der ſich um die Schlagwort
Unitarismus und Föderalismus gruppiert.
General Heges Amerikareiſe.
Hamburg, 5. Oktober.
Wie wir erfahren, tritt der Chef der deutſchen Heeresleitung
Heye, kommenden Freitag, den 7. Oktober, auf dem Dampfer
„Hamburg” ſeine in der Preſſe vielfach erwähnte Reiſe nach
Amerika an. In ſeiner Begleitung befinden ſich Major Hans
Jürgens Stumpf und Kapitänleutnant Hellmuth Hehe. Hierzu.”
wird noch bekannt, daß es ſich hierbei, um eine rein privatz
Studienreiſe durch die Vereinigten Staaten hamdelt. Nach dem!
ſelbſtverſtändlichen offiziellen Beſuch in Waſhington bei
Präſi=
dent Coolidge und den amerikaniſchen Regierungsſtellen wird=
General Heye nach Boſton, Chicago, Yellowſtone=Park, San
Fran=
zisko, Los Angeles, Grand Canon und Havanna fahren und von1
hier aus über Waſhington nach New York reiſen. Die
Rückreiſe=
erfolgt am 28. November mit dem Dampfer New York‟. Es iſch
eine Beſichtigung der bedeutendſten Univerſitäten,
Induſtrie=
werke, Sportplätze, Flughäfen und Verkehrseinrichtungen geplam.
Daneben wird Heye die amerikaniſchen Militärverhältniſſe
ſtudie=
ren und einige bedeutende Truppenzentren beſuchen, doch trägt
die Reiſe, wie nochmals betont werden ſoll, keinen offiziellen
militäriſchen Charakter.
Unterricht angeordnet werden, werden damit ohne weiteres aufs
die deutſchen Schulbücher verſchwinden.
Ein deutſcher Verlag von Weltruf hat wir auf meine
An=
frage, aus welchem Grund er faſt alle ſeine Veröffentlichunger
in Antiqua drucke, u. a. folgendes geantwortet:
„Zunächſt iſt feſtzuſtellen, daß ſelbſtverſtändlich die Verbrei
tungsmöglichkeit des deutſchen Buchs im Ausland . . . . in
ent=
ſcheidendem Maß von dem Umſtand abhängt, ob für die Druck.
legung Antiqua oder Fraktur verwendet wird. Selbſt die Amerk
kaner deutſcher Abſtammung, die im Lauf der Generationen
Deutſch als Sprache nicht ganz verloren haben, lehnen aus
Grün=
den der Unkenntnis der Frakturſchrift oder aus Gründen de
übermäßigen Erſchwerung der Lektüre in Fraktur gedruckt
Bücher grundſätzlich ab."
Iſt es nicht viel wichtiger, die deutſche Sprache und mit ih
deutſches Weſen zu erhalten und zu verbreiten, als die Fraktu
beizubehalten? Gilt es Größeres, müſſen eigene Wünſche zurüc
treten.
Es genügt nun aber nicht, nur die Druckſchriften, die in da
Ausland kommen ſollen, in Antiqua zu drucken, wir müſſen daß
übergehen, dieſe Schrift auch bei ſolchen Druckſachen zu verwes
den, die zunächſt nur deutſchen Leſern zu Geſicht kommen.
Wir Deutſchen beklagen uns immer, daß das Ausland un
ſo wenig verſteht, aber wir tun ſo gut wie nichts, um dieſes Ve
ſtändnis zu fördern. Propaganda für unſere Anſichte Fſu
zu machen, indem wir dem Ausland beſonders für es geſchrr‟ hinf
bene Zeitſchriften und Bücher unterbreiten, liegt uns nicht. S
halte eine derartige Progaganda auch nicht einmal für erwünſck,
da man die Abſicht merkt, wodurch die Schriften von vorn here”, hullig
um ihre Wirkung gebracht werden. Viel wichtiger iſt es, de
Ausland zu veraulaſſen, mehr als bisher deutſche Bücher 15) ſcht.
deutſche Tageszeitungen zu leſen, die für deutſche Leß!
beſtimmt ſind, alſo nicht der Abſicht verdächtigt werden könne
das Ausland beeinfluſſen zu wollen. Dazu müſſen wir aEl Aher,
dem Ausländer das Leſen dieſer Zeitungen und Bücher dadu79
erleichtern, daß wir ſie in der ihm geläufigen Antiqua drucke‟
Natürlich wird ein Ausländer, der deutſch lernen will, 79 bern
auch die Mühe machen, zuvor die deutſche Schrift zu erlern”
Handelte es ſich nur um ſolche Ausländer, wäre ein Entgege‟
kommen unnötig. Die Sache liegt jedoch ſo, daß gerade d.e
Ausländern unſere Anſichten und Gedanken näher gebracht w‟
den ſollen, die wir gewinnen oder überzeugen wollen. Die)"
eine Unbequemlichkeit aus dem Weg zu räumen, iſt nicht
Lies=
dienerei dem Ausland gegenüber, ſondern dient unſeren eiger!"
Belangen. Wie ſehr eine unbekannte Schrift von Erlerni”
einer Sprache abſchreckt, weiß jeder, der im Krieg im Oſten wi
Faſt alle deutſchen Soldaten, die einige Zeit dort waren, hal”
raonf 9.
dam die
ausichtl!
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Gedä
an
Nummer 272
Donnerstag, den 6. Oktober 1927
Geite 3
„D 1230‟ geſtartet.
Das Geheimnis der Ozeanfleger.
Amſterdam, 5. Oktober.
Das Junkersflugzeug D 1230 iſt Mittwoch morgen 5.40 Uhr
m. Marineflughafen aus zum Weiterflug geſtartet
nach=
u. die Flieger noch getankt hatten. Das nächſte Ziel iſt
vor=
aö ichtlich Liſſabon. Die Wetterverhältniſſe ſind günſtig.
uber dem Golf von Biscaya liegen niedrige Nebel. — Es muß
uh hervorgehoben werden, daß die Flieger ihren eigentlichen
eart nicht von Deutſchland, ſondern von Amſterdam aus
vor=
gemmen haben. Dies iſt damit zu erklären, daß das ſchwer
hasene Flugzeug auf offener See bei Norderney nicht gut
ſtar=
konnte, während es auf dem glatten Spiegel des Zuiderſees
iir günſtige Startverhältniſſe antraf. Man iſt daher auch von
hwerney nicht mit der vollen Laſt abgeflogen und hat den
Ansinvorrat in Amſterdam ergänzt.
DDie an dem neuen Ozeanflug beteiligten Kreiſe glauben
ach weiterhin über den Flug und ſpeziell ſeine Einzelheiten
d3-gleiche Stillſchweigen bewahren zu müſſen, das ſie auch wäh=
und. der Vorbereitungen übten. Während es urſprünglich hieß,
d Maſchine würde direkt nach Liſſabon fliegen, hat ſich bereits
gtern herausgeſtellt, daß doch wohl ganz andere
Vereinbarun=
a mit den Fliegern getroffen worden ſind, als man öffentlich
borint gegeben hat. So wurde am Dienstag abend ſchon in
Rikkerdem eine Zwiſchenlandung vorgenommen, ohne daß
über=
hipt jemand eine Ahnung davon hatte, nicht einmal die
Amſter=
dner waren im Bilde. Zweck dieſer Landung war, 800 Liter
Anzin einzunehmen, die man nicht mitnehmen konnte, da das
zunzeug D 1230 ſonſt in Norderney bei dem ſtürmiſchen Wetter
oh hochgekommen wäre. Ebenſo unauffällig und heimlich, wie
un, ankam, iſt man auch wieder aus Amſterdam am Mittwoch
fh verſchwunden. Es wird nach wie vor behauptet, der Flug
ay zunächſt nur bis nach Liſſabon, doch ſpricht ſo manches, ſo
nallem die Aufnahme eines ſo großen Vorrates an Brennſtoff,
gfür, daß man vielleicht bis zu den Azoren durchfliegt.
Ueber die Hintermänner der ganzen Unternehmung wird
gnäählich bekannt, daß auch diesmal wieder einige norddeutſche
uternehmen das Geld zur Verfügung geſtellt haben, während
Aickers die Maſchine lieferte und auch die Piloten ſtellte. Der
Aux iſt genau ſo aufgezogen wie ſeinerzeit der im Auguſt mit
d: Europa” und „Br.men” Junkers hat den Flug auch bei
en Preisgericht angemeldet, das bekanntlich für die
Ueber=
geiung des Ozeans durch einen Deutſchen mit einem deutſchen
4Farat 100 000 Mark ausgeſetzt hat. Die ganze Sache läuft
go genau ſo wie im Sommer, nur hat der Apparat diesmal
di Motore. Aus der Tatſache der Startgenehmigung geht
her=
u, daß er ſämtlichen Vorſchriften entſpricht und daß auch alle
Adrngungen des Preisgerichtes erfüllt ſind. Man kann
natür=
hrüber die Geheimniskrämerei der Junkerswerke verſchieden
hisen. Es hätte ſicherlich nicht geſchadet, wenn man etwas mehr
ie: den Plan und zumal die Einzelheiten des Fluges
mitge=
ilt hätte. Hier ſcheint man aber aus der Vergangenheit ge=
Inx zu haben, daß es nicht gut iſt, allzu viel zu berichten und
Frwartungen allzu hoch zu ſpannen. Wird es nichts mit
ner Ueberfliegung, dann iſt das Aufſehen nicht ſo groß, als
imri man vorher fleißig die Reklametrommel gerührt hat.
ie Sicherheitseinrichtungen der „D 4230‟.
Uleber die Sicherheitseinrichtungen des Ozeanflugzeuges
30 wird gemeldet, daß das Flugzeug eine
Funkempfang=
d. Sendeſtation mit ſich führt, die auch gebraucht werden kann,
hmi die Maſchine auf dem Waſſer treibt und der Motor ſtill
ſ. Das Flugzeug iſt weiter mit einer drahtloſen
Peileinrich=
ſtu verſehen. Die Flieger führen mehrere Gummiboote ſowie
ſanamiballons mit ſich, die mit Luft gefüllt werden können.
Junkers und Ozeanflug.
Deſſau, 5. Oktober.
Auf Anfrage bei den Junkerswerken wird uns mitgeteilt,
1ß die Junkerswerke nicht in Abrede ſtellen, den Flug beim
ſichsverkehrsminiſterium angemeldet zu haben. Die Gründe
ther anzugeben, die ſie hierzu veranlaßten, ſind die
Junkers=
irce nicht in der Lage, dagegen wird verſichert, daß die
Jun=
tsrwerke in keiner Weiſe hinter dem Unternehmen ſtehen. Sie
haben dieſes Unternehmen weder techniſch, noch organiſatoriſch,
noch finanziell in irgendeiner Beziehung vorbereitet, noch ſtehen
ſie irgendwie in Verbindung mit ihm. Die Maſchine, mit der
der Flug ausgeführt wird, iſt in andere Hände übergegangen
und damit dem Einfluß der Junkerswerke entzogen. Was das
Nachrichtenweſen anbetrifft, ſo werden die Junkerswerke über
den Flug und ſeinen Verkauf nicht anders unterrichtet als
andere Stellen und als die Preſſe. Auch ſie ſind alſo an ſich an
dem Unternehmen unintereſſiert. Wenn darauf hingewieſen
wird, daß der Flug von Piloten und anderen Angeſtellten der
Firma Junkers ausgeführt wird, ſo wird dazu bemerkt, daß
von den hinter dem Unternehmen ſtehenden Kreiſen Perſonal
der Junkerswerke angefordert wurde, und daß das Werk das
beteiligte Perſonal vorläufig beurlaubt habe. Jedoch wird
die=
ſes Perſonal, ſolange der Urlaub währt, nicht von den
Jun=
kerswerken beſoldet, ſondern ſteht vollkommen frei da und hat
das Recht, während ſeiner Beurlaubung über ſich zu verfügen.
Aus allem geht herbor, ſo wird betont, daß die Junkerswerke
weder die Veranſtalter des Unternehmens ſind, noch zu dieſem
in irgendeiner Beziehung ſtehen.
Oben: Junkersflieger Lovſe. — Unten: Die Streckenkarte.
D1230 zum Weiterflug geſtartet.
WNeu Vork
ATLANTISCHER
Neu Fundlend
kzoren
OTEAN LEsbo5
„D 1230” notgelandet?
Berlin, 5. Oktober.
Nach den in Berlin vorliegenden Meldungen vollzog ſich
bisher der Flug der Junkers=Ozeanmaſchine „D. 1230”
vollkom=
men glatt. Um 7 Uhr hatte das Flugzeug bereits Calais
über=
flogen. Mittags ½12 Uhr iſt ſodann die Maſchine über dem
Kanal in Höhe von Kap Landsend, in mäßiger Höhe fliegend,
mit dem Kurs gegen Süden geſichtet worden. Die
Wahr=
nehmungen zeigten, daß der Motor vollkommen einwandfrei
arbeitete. Da Kap Landsend an der Südweſtſpitze Englands
liegt, ergibt ſich aus dieſer Flugrichtung, daß Frankreich
voll=
ſtändig von der Seeſeite aus umflogen worden iſt. Die Flieger
hatten nunmehr auf dem Wege nach Liſſabon über das
ſchwie=
rigſte Wettergebiet zu fliegen. Nach den vorliegenden
Wetter=
berichten war heute die Wetterlage über der Bucht von Biscaya
ſehr ungünſtig. — Nach einem Funkſpruch aus Liſſabon iſt das
Flugzeug „D 1230” bei Torres Vedras, etwa 80 Kilometer
nörd=
lich von Liſſabon, notgelandet. Nähere Einzelheiten fehlen noch,
Das Schweigen der Locarnomächte.
Innenpolitiſche Quertreibereien.
Das Ausbleiben der Glückwunſchtelegramme der
Staatsober=
häupter der Locarnomächte bei dem 80. Geburtstag des
Reichs=
präſidenten hat überraſchenderweiſe gerade bei den Parteien
be=
ſondere Aufmerkſamkeit gefunden, die ſich ſelbſt bei der Feier
allergrößte Zurückhaltung auferlegten. Die „Frankfurter Zeitung”
will in Erfahrung gebracht haben, daß die Regierungen der
Locarnomächte bereits urter ſich beſonders herzliche perſönliche
Glückwunſchtelegramme an den Reichspräſidenten vereinbart
hat=
ten, daß aber infolge der Tannenberg=Rede dieſer Plon wieder
aufgegeben und umgekehrt völliges Stillſchweigen beſchloſſen
worden ſei. Der „Vorwärts” glaubt beſtätigen zu können, daß
dieſe Darſtellung durchaus den Tatſachen entſpräche.
Merk=
würdig, daß auch die Sozialdemokraten ſo enge Beziehungen
zum König von England unterhalten. An amtlicher deutſcher
Stelle liegen hierfür keinerlei Anhaltspunkte vor, daß die
Zu=
ſammenhänge tatſächlich ſo ſind. Die diplomatiſchen
Vertre=
tungen auch der Locarnomächte in Berlin haben ſich an dem
Glückwunſch des Doyen beteiligt. Sie haben auch, obwohl der
Geburtstag des Reichspräſidenten kein offizieller Feſttag iſt, ihre
Flagge gezeigt. Alle Mächte haben ſich auch an den Feſtlichkeiten
beteiligt, die in den deutſchen Geſandtſchaften der einzelnen
Staaten abgehalten wurden. Sie haben alſo durchaus korrekt
gehandelt, und was fehlt, war lediglich das, was über das
Korrekte hinausgeht. Wenn wir uns daran erinnern, daß ſowohl
Chamberlain wie Briand jede Rückwirkung der Tannenberg=
Rede ausdrücklich abgelehnt hatten, beſteht nicht der leiſeſte
An=
haltspunkt dafür, daß urſprünglich Pläne beſtanden haben, die
durch die Tannenberg=Rede geſtört worden ſind. Der einzige
Geſichtspunkt wird wohl der geweſen ſein, daß die
Staatsober=
häupter der Locarnomächte es nicht über ſich bringen konnten,
dem ehemaligen deutſchen Heerführer ihre Glückwünſche
auszu=
ſprechen. Weshalb die Sozialdemokraten und ihr Anhang im
beſonderen einen Zuſammenhang mit der Tannenberg=Rede
kon=
ſtruieren wollen, erweiſt ſich ohne weiteres aus der
Schlußfolge=
rung des „Vorwärts”, der in den unterbliebenen Telegrammen
eine Verſchlechterung der außenpolitiſchen Lage erblickt, die
immer deutlicher in die Erſcheinung getreten ſei — alſo wieder
einmal ausgeſprochen innenpolitiſche Gründe in Verbindung mit
der immer ſtärker werdenden Oppoſition der Demokraten wie
der Sozialdemokraten gegen die Politik des Außenminiſters, die
ſie warm unterſtützten, ſolange die Deutſchnationalen nicht in
der Regierung ſaßen.
Die Beflaggung am 2. Oktober.
Berlin, 5. Oktober.
Das Reichswehrminiſterium erklärt gegenüber verſchiedenen
Preſſemeldungen über die Beflaggung wilitäriſcher Gebäude
am 2. Oktober, daß die Beflaggung der militäriſchen Gebäude
durchaus den militäriſchen Vorſchriften entſprochen hätte.
Ge=
bäude, welche nur einen Flaggenſchmuck haben, hätten die
Reichskriegsflagge gehißt, diejenigen mit zwei Flaggenſtöcken
daneben die ſchwarz=rot=goldene Fahne. Bei mehreren
Flaggen=
ſtöcken ſind beide Fahnen in gleicher Zahl aufgezogen worden,
bei einer ungeraden Zahl von Flaggenſtöcken iſt noch eine
Reichs=
kriegsflagge dazugetreten.
Eine Erklärung der am Ozeanflug
teilnehmenden Frau Lilly Dillenz.
Die an dem Ozeanflug als Fahrgaſt teilnehmende Wiener
Schauſpielerin Lilly Dillenz erklärte dem Vertreter
des „Hamburger Fremdenblattes” kurz vor dem Start in
Nor=
derney u. a., nicht Senſationsluſt ſei es, die ſie veranlaßt habe,
alles aufzubieten, um an dem deutſchen Ozeanflug teilzunehmen.
Eine Anzahl öſterreichiſcher Patrioten, die den brennenden
Wunſch hatten, auch das klein und arm gewordene Oeſterreich,
das die erforderlichen Mittel für ſolch eine kühne Fahrt nicht
aufbringen könne, an einem derartigen Unternehmen beteiligt
zu ſein, habe ihr die Teilnahme ermöglicht. Im vollen
Einver=
ſtändnis mit ihnen und mit ihrem Manne trete ſie den Flug am
in dem ſicheren Gefühl, als erſte Frau im Flugzeug den Ozean
zu überqueren und zugleich in dem Gedanken, daß dies ein
Sym=
bol bedeuten würde für weiteres Zuſammenſtehen der beiden
Brudervölker Deutſchland und Oeſterreich in Not und Gefahr,
aber auch im endlichen Glück.
rſticht, etwas Polniſch zu lernen, ſchon um die Aufſchriften an
h Läden und die Straßenſchilder leſen zu können. Dagegen
Gbies nur äußerſt wenige, die ruſſiſch lernten, obwohl die
uſtſche Sprache weit wichtiger für uns iſt, als die polniſche, und
ruſſiſche Grammatik weſentlich leichter als dieſe, denn da
ſtte man zuvor die ruſſiſchen Buchſtaben lernen müſſen.
Zum Schluß ſei noch auf einige praktiſche Gründe
hingewie=
h,idie gleichfalls für die allgemeine Einführungder lateiniſchen
ſchrift an Stelle der deutſchen in Deutſchland ſprechen.
DDie Erlernung der Altſchrift iſt weit einfacher als die der
ſuſſchen Schrift. Im Gegenſatz zur Fraktur, deren
Großbuch=
fhen eine Menge verſchiedener Elemente aufweiſen, laſſen ſich
Broßbuchſtaben der Lateinſchrift mit Hilfe, von 4 geraden
lilen und 2 Bögen zuſammenſetzen. Es gibt Leſekaſten, mit
ſremi Hilfe jedes Kind, bevor es in die Schule kommt, ſämtliche
kei niſchen Großbuchſtaben ſpielend erlernen kann. Kennt es
eſe, ſo lernt es mit leichter Mühe auch die kleinen Buchſtaben,
inm im Gegenſatz zur Fraktur laſſen ſich bei der Antiqua die
lin=en Buchſtaben leicht aus den großen ableiten. Ebenſo leicht
Bt ſich die lateiniſche Schreibſchrift erkernen; man braucht nur
e Buchſtaben ſchief zu ſtellen und durch Striche zu verbinden.
ſe es Verfahren bei, der Fraktur und der deutſchen
Schreib=
trifft anzuwenden, iſt numöglich. Einmal iſt die ſpielende
Er=
knaing der Fraktur=Großbuchſtaben ausgeſchloſſen. Kein Kind
trw aus den verſchiedenen Bögen, aus denen ſie beſteht, auch
tr einen Großbuchſtaben zuſammenſetzen können. Kein Kind
tiw ohne Unterricht einen ſolchen zeichnen können, während es
kei niſche Buchſtaben ohne weiteres nachzeichnen kann. Außer=
Im ſind in der Fraktur die großen Buchſtaben von den kleinen
tll=g verſchieden, und die deutſche Schreibſchrift iſt wieder ein
ideres Gebilde, das keine Aehnlichkeit mit der Druckſchrift
be=
ßt. Wie es kaum einen Deutſchen gibt, er ſei denn
Schriftzeich=
ir oder dergl., der einen Großbuchſtaben der Fraktur aus dem
ſedächtnis zeichnen kann, weiß umgekehrt faſt jeder Landbewoh=
7, wie ein großer lateiniſcher Buchſtabe ausſieht.
Die Einführung einer einzigen Srift in Deutſchland würde
me. Unmenge Schulſtunden erſparen, die für wichtigere Sachen
rwendet werden könnten, denn die Fraktur hat nicht nur ganz
ndeere Formen als die Altſchrift, ſondern erfordert auch beim
ſchrreiben eine andere Federführung und =haltung. Bei der einen
ſchrift iſt das falſch, was bei der anderen richtig iſt.
Auch beim Schreiben wird bei Anwendung der Lateinſchrift
eick geſpart, da dieſe Schrift rund iſt, keine Schnörkel hat und
ei=iger Schriftzüge erfordert, als die deutſche Schreibſchrift.
Als Schreibmaſchinenſchrift iſt die deutſche Schrift nahezu
nb rauchbar; eine ſolche Schrift kann nicht geläufig geleſen
wer=
en. Es beruht dies vor allem darauf, daß die deutſchen Druck=
buchſtaben verſchieden dick ſind. Da bei Schreibmaſchinen alle
Hebel gleiche Breite haben, entſtehen ſo verſchieden große
Ab=
ſtände, was beim Leſen ſtört. Es fällt dies beſonders bei den
zuſammengeſetzten Buchſtaben „ch” und „ſch” auf. Man muß
dieſe Buchſtaben entweder auseinanderreißen, was ein
unge=
wohntes Bild ergibt, oder auf einem Hebel unterbringen,
wo=
durch ſie ſehr, klein ſverden und leicht verſchmutzen. Bei der
lateiniſchen Schreibmaſchinenſchrift dagegen ſind alle Buchſtaben
gleich dick.
Ebenſo iſt die Fraktur, für Monumentalaufſchriften und
überhaupt für Aufſchriften, die auf weite Entfernung geleſen
werden müſſen, unbrauchbar. Werwendet man nur Fraktur=
Großbuchſtaben, ſo wird die ganze Aufſchrift völlig unlesbar.
(DEUZSC.HES REJCHSTAGSGEBAUDE) Verwendet man
neben den Majuskeln auch Kleinbuchſtaben, ſo wird die
Lesbar=
keit auf Entfernung wieder ſehr beeinträchtigt.
Die Behauptung Walters, daß die deutſche Schrift für die
Augen beſſer ſei, als die lateiniſche, iſt ſehr beſtritten; die meiſten
Augenärzte treten für die Lateinſchrift ein. Mir iſt wenigſtens
noch nie ein Augenarzt begegnet, der mir nicht zur Schonung
meiner Augen empfohlen hätte, bei künſtlichem Licht nach
Mön=
lichkeit nur lateiniſch gedruckte Bücher zu leſen. In der Tat iſt,
da in der Antiqua jeder einzelne Buchſtabe klarer und leichter zu
erkennen iſt, als der entſtrechende Buchſtabe in der Fraktur, nicht
einzuſehen, weshalb dieſe Schrift für die Augen beſſer ſein ſoll,
als die Altſchrift. Aus klareren Einzelheiten muß ein klareres
Geſamtbild entſtehen, als aus unklaren und verſchnörkelten. Ein
gewiß aufrechter deutſcher Mann, Wilhelm v. Humboldt, ſchreibt
im Alter von nahezu 60 Jahren in den „Briefen an ſeine
Freun=
din”: „Meine Augen ſind ſo, daß ich ſie ſehr ſchonen muß, und
da habe ich die Entdeckung gemacht, daß die deutſchen Buchſtaben
ſie mehr angreifen als die lateiniſchen” und er rär der Freundin,
in Zukunft ebenfalls lateiniſch zu ſchreiben.
Alſo weg mit der Fraktur und der deutſchen Schreibſchrift!
Dies iſt, wie geſagt, keine Liebedienerei dem Ausland gegenüber,
denn es wird nicht geforder:, daß wir uns in dem, was wir
ſchreiben und drucken, nach dem Ausland richten ſollen. Auch
andere Völker, die ein ſehr ausgeprägtes Nttionalgefühl haben,
z. B. die Japaner und die Türken, verwenden in ſtets
zunehmen=
dem Maß die Lateinſchrift an Stelle ihrer angeſtammten Schrift.
lind auch die Fraktur iſt, worauf ſogar Walter verweiſt, in vielen
Ländern, wo ſie früher gebraucht wurde, ebenſo wie die ſog
nannte deutſche Schreibſchrift, aufgegeben worden (ſo in Schwe
den und in der Tſchechei) oder ſehr ſtark zurückgegangen (ſo in
Dänemark), obwohl die Bewohner dieſer Länder ſehr nationa!
geſinnt ſind.
Zu Fedor von Zobeltitz’ 20. Geburtstag.
Eigentlich müßten Dichter beſondere Bücherfreunde ſein,
denn das Buch umſchließt ja ihr Werk. Aber man findet nicht
eben häuſig unter den Bibliophilen die Poeten, und nur ganz
ſelten in einer ſo idealen Vereinigung wie bei Fedor von
Zobel=
titz, dem fruchtbaren, beliebten und erfolgreichen
Romanſchrift=
ſteller, der am 5. Oktober ſeinen 70. Geburtstag beging. Die
Gemeinde der deutſchen Bücherfreunde verdankt Zobeltitz ſehr
viel, denn er iſt der eigentliche Organiſator der heute ſo reich
erblühten deutſchen Bibliophilie geworden. Er begründete 1897
die „Zeitſchrift für Bücherfreunde” die noch heute der
Mittel=
punkt des Bücherſammelns iſt, und ſchuf dann 1899 die „
Geſell=
ſchaft der Deutſchen Bibliophilen”, die mit ihren zahlreichen
Zweigvereinen die Bücherfreunde zuſammenſchließt. Langſam
iſt Zobeltitz auf ſeiner Lebensbahn zu den Büchern gekommen,
erſt zum Bücherſcmmeln und dann zum Bücherſchreiben. Im
preußiſchen Kadettenkorps, in dem er erzogen wurde, hatte er
für Bücher nichts übrig, und wenn er auf Urlaub nach Hauſe
kam, wunderte er ſich darüber, daß ſein älterer Bruder Hanns,
der ja ebenfalls ſpäter ein vortrefflicher Erzähler wurde, ſein
Taſchengeld in Bücher „umſetzte‟ Erſt als er dann Leutnant
in der berüchtigten „Kleinen Garniſon” geworden war, da brachte
ihn die Lange eile zum Bücherleſen. Es gab da eine
Buch=
handlung mit Leihbibliothek, und nachdem er die letztere
durch=
geſchmökert hatte, kam er auf den Gedanken, alte Ritter=, Räuber=
und Geiſtergeſchichten, die als wertlos ausgeſondert wurden, zu
erwerben. Damit legte er den Grundſtock zu ſeiner großen
Bibliothek und beſonders zu ſeiner berühmt gewordenen
Samm=
lung der Robinſonaden ſowie Ritter= und Räuber=Romane. Nun
kam die Leidenſchaft über ihn, und er machte ſeine „erſten
Schitl=
den” beim Bücherkaufen. Als er dann ſeinen Abſchied nahm,
um das väterlich= Gut Spiegelberg zu bewirtſchaften, zogen ihn
die Bücher immer mehr in ihren Bann, und die Begabung prägte
ſich in ihm, ſelbſt Bücher zu ſchreiben. Aber der raſch beliebt
gewordene Erzähler, der unermüdlich ſchaffende Kritiker und
Plauderer vergaß über ſeinen Werken das Bücherſammeln nicht.
Fedor von Zobeltitz hat eine der größten Privatbibliotheken
zuſammengebracht, die wohl je geſammelt wurden. Weit über
30 000 Bände hatte er auf ſeinem Landſitz vereinigt; er
be=
ſchränkte ſich ſchließlich nur auf die deutſche Literatur vom 17.
bis 19. Jahrhundert und beſaß die ſeltenſten Koſtbarkeiten aus
der Zeit der Klaſſiker und der Romantiker. Die ſchlimme Zeit
rach dem Kriege zwang ihn, den größten Te
iner Bibliothek
zu verlaufen. Arm an Büchern
deshalb nicht
vorden, und noch heute ſammelt der rüſtige Siebziger ſo eif
Bücher, wie er Bücher ſchreibt.
L. K.
Nummer 277
Donnerstag, den 6 Oktober 1927
der Antragſteller zulaſſen. Die Verantwortlichkeit für
die Bildung des nächſten Arbeiterkabinetts ſoll bei
der parlamentariſchen Arbeiterpartei liegen und
nicht beim Premierminiſter. Er wird alſo nur der
General=
ſekretär der Partei fein. Kein Konvertit aus anderen Parteien
ſoll als Parlamentskandidat angenommen werden oder ſich
einer Arbeiterregierung anſchließen dürfen, wenn er der Partei
nicht ſchon mindeſtens fünf Jahre gedient hat. Bei Strafe des
Ausſchluſſes darf kein Parteimitglied für einen Liberalen oder
einen Konſervativen ſtimmen oder bei der Spezialpolizei dienen.
Mitglieder, die noch weiterhin Titel des Heeres oder der Flotte
führen, müſſen lie ſofort ablegen. Kein Parteimitglied darf
Ge=
heimer Rat ſein. Die Vertretungen von Haſtings und St.
Leo=
nards bringen eine Reſolution mit, in der erklärt wird, daß
„das Feiern des Waffenſtillſtandstages bei
vielen Perſonen eine unnötige geiſtige
Depreſ=
ſion hervorruft, noch weiterhin Groll gegen
die Bevölkerungen anderer Nationen erregt
Pon der Jahresverſammlung
der Arbeiterpartei in Blackpool.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 4. Oktober. (Verſpätet eingetroffen.)
In Blackpool ſind rund tauſend. Delegierte zur
Jahresver=
ſammlung der Arbeiterpartei eingetroffen, und man kann ſich
kein bunteres kaleidoſkopiſches Bild denken. Der Trade Unions=
Kongreß entſchied in Edinburgh mit über 3,7 Millionen gegen
148000 Stimmen, daß die lokalen Räte und Vereinigungen, die
der kommuniſtiſchen Partei oder der Minderheitsbewegung
affi=
liiert ſeien, nicht anerkannt werden ſollten. Aber iſt die Lage
dadurch klarer geworden? Die Achterklärung trifft
nur Organiſationen aber keine
Einzelper=
ſonen. Und ſo konnte z. B. der „berühmte” Mr. Cook als
Sekretär der Grubenarbeiter=Föderation ſeinen Sitz im
General=
rat des Kongreſſes einnehmen, wennſchon er Vorſitzender der
Minderheitsbewegung iſt. So ſitzt in dem ſogenannten „Arbeiter=
Unterſuchungs=Ausſchuß”, welcher neue Geſichtspunkte für die
Partei vorſchlagen oder vorgeſchlagene prüfen ſoll, neben
George Hicks, der den Vorſitz in Edinburgh geführt und
die Achterklärung mit unterzeichnet hat, der als fanatiſcher Hetzer
bekannte Harry Pollit. Es iſt eben ohne weiteres möglich,
die unmöglichſten Perſönlichkeiten in den Generalrat zu bringen,
vorausgeſetzt, daß ſie eine der beiden Bedingungen erfüllen, Laß
ſie entweder bezahlter Beamter der eigenen Union ſind oder daß
ſie ſich in dieſer Union als aktive Arbeiter betätigen. Die
Mit=
gliedſchaft vom Generalrat öffnet auch in Blackpool nicht nur alle
Türen, ſondern ſie bietet auch die Berechtigung, unter den
Aus=
erwählten auf der Eſtrade zu ſitzen. In Anbetracht der
Tat=
ſache, daß es wahrſcheinlich im nächſten Herbſt zu einer
allge=
meinen Wahl kommen wird, dürfte der Kampf in Edinburgh
ſich in Blackpool wiederholen. Es muß auch die
Perſönlichkeits=
frage geklärt werden, wenn man nicht die große Maſſe der
Arbeiter noch mehr verwirren und damit die Kampfausſichten
in vielen Wahldiſtrikten hoffnungslos ſchädigen will.
Calles Herr der Lage.
New York, 5. Oktober,
Nach einer Meldung aus Mexiko hat Präſident Calles ein
Communigus veröffentlicht, worin erklärt wird, daß der
Auf=
ſtand gegen die Regierung ſehr ernſt war, daß aber dieſe die
Lage beherrſche. Außer dem General Serrano ſind gleichzeitig
die mit ihm verhafteten Offiziere füſiliert worden. Unter ihnen
befinden ſich u. a. General Carlo Arriza, Miquel Peralla, Carlo
Vidal, der Gouverneur des Staates Chiapas, ferner der frühere
Privatſekretär des Staatspräſidenten Gonzales. Aus El Pgſo
wird gemeldet, daß dort die Führer des 16. Bataillons, das in
Torreon gemeutert hatte, hingerichtet worden ſind.
Nach weiteren hier eingetroffenen Meldungen aus Mexiko
ſcheint der Aufſtand tatſächlich von den Regierungstruppen
unter=
drückt worden zu ſein. In der vergangenen Nacht fand eine
lange Konferenz des Präſidenten Calles mit Obregon und dem
Kriegsminiſter General Amaro ſtatt, in der an die
Luftſtreit=
kräfte der Befehl ausgegeben wurde, ſich zum ſofortigen
Ein=
greifen bereit zu halten. Wie weiter gemeldet wird, ſollen ſich
auch General Oskar Aguilar und Antonio Medina erhoben und
ihre Streitkräfte auf Texcoco in Marſch geſetzt haben. General
Aguilar habe ſich aber bald eines Beſſeren beſonnen und ſei
nach Mexiko zurückgekehrt. Unter den hingerichteten Anhängern
der Generals Serrano befanden ſich hervorragende Politiker. In
einer offiziellen Erklärung der Regierung wird bekannt gegeben,
daß der Aufſtand in Torreon als unterdrückt angeſehen werden
könne.
Zenſur in Mexiko. — Erſchießung der
Revolutionäre.
New York, 5. Oktober.
Präſident Calles hat die ſtrengſte Zenſur in Mexiko
ange=
ordnet, daher ſind alle aus Mexiko vorliegenden Nachrichten
ſchwer nachzuprüfen. Nach vorläufig unbeſtätigten Berichten
ſoll General Gomez völlig Herr des Staates Veracruz ſein,
Schwere neue Kämpfe und ein Eiſenbahnüberfall ſollen ſich ganz
in der Nähe der Hauptſtadt bei Texcoco abgeſpielt haben. Auch
in den Staaten Sinaloa und Tepic haben Kämpfe
ſtattgefun=
den. Präſident Calles überwacht perſönlich die militäriſchen
Operationen gegen die Rebellen. In Mexiko=Stadt wurden 3
Mitglieder der höchſten Geſellſchaft verhaftet, darunter zwölf
Frauen, die vor ein Gericht geſtellt werden ſollen.
Zur Erſchießung des Generals und
Präſidentſchaftskandi=
daten Serrano wird weiter bekannt, daß Serrano auf Befehl
des Generals Domingoez hingerichtet wurde. Letzterer galt bis=
Unter den Teilnehmern an der Konferenz bemerkte man auch
die Tochter des verſtorbenen Hochtorys, Lord Curzon, Lady
Cynthia Mosley, mit ihrem in großen Reichtum
hinein=
geborenen Gatten Oswald Mosley. Dies Paar iſt ein
Muſtertyp jener neuen Generation von Ehrgeizigen, die ihre
Laufbahn bei der Arbeiterpartei, und zwar bei dem linkſten
Flügel derſelben machen wollen. Es iſt kennzeichnend, daß das
edle Delegiertenpaar in demſelben Hotel nichterſten Ranges
ab=
geſtiegen iſt, in dem auch der M. P. David Kirckwood der
Nekordſchreier von Weſtminſter, und ſeine übrigen Kollegen, die
wilden Männer vom Clyde wohnen.
kein
Kunutba
ehmen
grmif
Da wir gerade bei Perſönlichkeiten ſind, ſo möchten wir auch
den für das nächſte Jahr erwählten Präſidenten des
General=
rats des Trade Union=Kongreſſes, Herrn Ben Turner, M. P.
erwähnen. Er erzählt ſelber, wie er als kleiner Junge bei zwei
alten fleißigen Biederleuten, Onkel und Tante, gewohnt habe.
In einem größeren Hinterzimmer ſtanden die beiden. Webſtühle
und Betten. Er arbeitete von früh bis ſpät und erhielt dafür
25 Pf. Arbeitslohn und abends noch eine Extvagratifikation
von einem halben Penny und ein Lob, daß er ein ſo fleißiger,
braver Junge ſei . . . Mit zehn Jahren erhielt er ſeine erſte
Be=
förderung. Die Fabrik ſtellte ihn als Halbzeitarbeiter ein, und
jeden Morgen um 5 Uhr 30 zog er ſtolz mit einer Siropsſchnitte
zur Arbeit.
Er wurde Alderman, Friedensrichter, Erſte Magiſtratsperſon
in ſeinem Flecken und iſt vor kurzem Ehrenbürger desſelben
ge=
worden. In ſeinem Induſtriezweig ſtieg er allmählich zum
Prä=
ſidenten der Textilarbeiter=Union.
An ihm erleben die Kommuniſten wenig Freude. Er iſt
ganz der Mann älterer Generation, gemäßigt in ſeinen
An=
ſichten, aber entſchloſſen und energiſch, dabei ein überzeugender
Redner. In ſeiner Taſche hat er ſtets ein Neues Teſtament.
Wenn Schwierigkeiten entſtehen, Verhandlungen auf den toten
Punkt kommen, dann zieht er ſein Buch aus der Taſche und
findet ohne weiteres eine erlöſende Stelle: „Nun, nun,
Gentle=
men,” ſagt er, „die Dinge ſehen bös aus.: Wir wollen ſehen,
was das Buch ſagt.‟ Er lieſt der Verſammlung den Spruch vor
und ſetzt ſeine Bedeutung auseinander. Natürlich regt ſich kein
Widerſpruch weiter. Und der Alte ſteckt ſein Buch in die Taſche
und ſagt ſchmunzelnd: „Das Buch hat uns wieder, wie ſchon ſo
manches mal, geholfen.”
Der Kongreß der Arbeiterpartei in Blackpool beſchäftigte ſich
am Mittwoch eingehend mit der Lage der Kohleninduſtvie,
Mac=
donald unterſtützte die Reſolution, in der die verhängnisvollen
Folgen bedauert werden, die das Ergebnis des Nachgebens der
Regierung gegenüber den Grubenbeſitzern ſeien. Ferner wird in
der Reſolution die Nationaliſierung und Reorganiſation der
Induſtrie zu einem Programmpunkt einer kommenden
Arbeiter=
regierung gemacht.
Da ift jedoch noch eine ſchnell wachſende Vereinigung unter
den Grubenarbeitern entſtanden, die ſich gegen jede
poli=
tiſche Betätigung zugunſten der Verfolgung
wirtſchaft=
licher Ziele wendet. Cook glaubt die Nationale Grubenarbeiter=
Föderation durch die Beiträge zuſammengekittet halten zu
können; er irrt ſich gröblich. Die Leiter der neuen antipolitiſchen
Grubenarbeiter=Föderation ſind noch klüger wie er. Auch ſie
werben um Beiträge, aber dieſe ſollen zum Aufbau eines
Penſionsfonds dienen, und das hat bisher ſchon eine
ſtärkſte Werbekraft auf zweifelnde Grubenarbeiter und eine noch
ſtärkere auf ihre Frauen ausgeübt. Man denke ſich nun den
Fall, daß durch den Einfluß der Kommuniſten und
Minderheits=
parteiler in einem Wahlbezirk ein Mann extremer politiſcher
Richtung als Kandidat aufgeſtellt werden wird. Werden die
antipolitiſchen Sezeſſioniſten für ihn ſtimmen? Ganz zweifellos
nicht. Sonſt hätten ſie ja bei Cook bleiben können. Werden ſie
mit den Liberalen gehen? Es käme auf den Kandidaten an.
Jedenfalls muß das in Blackpool gründlich durchgeſprochen
wer=
den. Sonſt dürften die Ausſichten für eine Arbeiterregierung
im nächſten Jahre noch ſo in Nebel gehüllt ſein, wie in dieſem
Jahre der Kanal.
Recht übel iſt es auch, daß drei der größten Unions
überhaupt keine Delegierten geſchickt haben, nämlich Nationale
Union der Seeleute und die Vereinigung der Schiffshandwerker,
die nicht mehr affiliiert ſind, und die Union der Poſtverwaltungs=
Arbeiter bzw. Angeſtellten, die nach der Zivildienſt=Klauſel des
neuen Trade Umions=Geſetzes ausſcheiden mußte.
vollkommen beſeitigt iſt. Außerdem ſind in Torreon noch
Oberſtleutnant Manchilla und ſämtliche Offiziere des dort
meu=
ternden Bataillons erſhoſſen worden. Das geſamte Vermöge
der Aufrührer iſt beſchlagnahmt worden. Als der wirklich ge
Unter den zur Debatte geſtellten Reſolutionen gibt es eine
ganze Reihe, die einen eigenen Rückſchluß auf die Mentalität
waffnung von 10 000 Mann zur Verfügung zu ſtellen.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 277
Donnerstag den 6 Oktober 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt. =LehrgangfürBibel=und Jugendarbeit
Darmſiadt, 6. Oktober.
de freie Vereinigung Darmſtädter Künſiter
offnet am Sonntag, den 9. Oktober 1927, vormittags 11½ Uhr, in der
tuſthalle am Rheintor ihre diesjahrige Ausſtellung. Nebon den
be=
huten Darmſtädtern werden diesmal eine Reihe wenig bekannter
Mit=
ader mit beſten Weiken vertreten ſein; vor allem Conrad Hommel
nt einigen ſeiner groß angelegten Bildniſſe, Hugo Kunz mit
ſchwär=
w ſchen Kompoſitiomm von größtem maleriſchen Reiz. . ... Unter den
furreien Gäſten zeigt Prof. H. Wolff, Königsberg, eine ſorgfältig
ge=
all te Sammlung ſeiner hervorragenden Graphiken, denen ſich 3 Werke
ſaer Gattin würdig anreihen. E Biſchyff, Königsberg gibt mit ſeinem
pien Familienbild Einblick in ſein L.ben . . . . Die freie Vereinigung
von je bei ihren Ausſtellungen Wert darauf gelegt, keine beſtimmte
ſu trichtung zu dokumentieren, vielmehr will ſie mit der
Verſchieden=
uit keit der vertretenen Kunſtanſchauungen zeigen, daß ſie gewillt iſt, den
aſbenden Raum zu geben, ohne ſich dabei einem ſtarren Programm
tigen. So wird dieſe Jahresſchau wieder ein bewegtes und
inter=
eurkes Bild heſſiſchen Kunſtſchaffens bieten.
— Heſſiſches Landestheater. In der heutigen Aufführung des
ntermärchen” wird die Perdita von Elſs Knott, die
Pau=
ſiu von Käthe Meißner gsſpielt.
elm Sonntag, den 9. Okt., wird im Großen Haus zum erſten Male
dreſer Spielzeit der „Zigeunerbaron” von Johann Strauß
ur bekannten Beſetzung gegeben.
Eudwig Hardt, der bedeutendſte deutſche Vortmagskünſtler, gibt
Dienstag, den 11. Oktober, im Kleinen Haus des Landestheaters
gen. Abend deutſcher Proſa von Kleiſt bis Kafka.
— Volkshochſchule. Zur Heimatwanderung nach
Oppon=
hirm am Sonntag, den 9. Oktober, treffen ſich die Teilnehmer am
butbahnhofe. Abfahrt nach Wolfskehl 7,54 Uhr. Ausweis
mit=
un en. — Zur Aufführung des „Datterich” erhalten unſere Mitglieder
fnißzigte Karten zu Mk. 1.— und Mk. 1,50 in unſerer Geſchäftsſtelle.
— Hugo=Wolf=Abend — Theo Heuſer. Zu dem am Freitag, den
SStober, ſtattfindenden Kugo=Wolf=Abend unſeres geſchätzten
Bari=
fen Theo Heuſer hat ſich ein ſehr erfreuliches und reges Intereſſe
ſtirt; es hat ſich wieder bewahrheitet, daß das kunſtliebende Publie ſteht im Kampf mit dem menſchlichen Führertun. Er führt auf weite
hr die vornehme echte Geſangskunſt ihres alten Lieblings immer
gei, wieder hören und genießen will. Das künſtleriſch auserleſene
Peramm bietet auch Herrn Heuſer reichlich Gelegenheit, ſein großes
Hunen, den warmen Wohllaut ſeiner Stimme und ſein inneres Mit= zeigt uns die Bibel in typiſchen Bildern, wie die Menſchheit verblendet
heu zur größten Entfaltung zu bringen. — Karten ſind noch zu
he bei Schutter, Eliſabethenſtraße, und an der Kaſſe des Kleinen Art gibt und die Geſchichte von der Sünde verpfuſcht wird.
bries.
Btumber, wurden 27 Abſolventen der Städt. Höheren
Maſchinembau=
ben.. Es beſtanden 9 Herren die Abſchlußprüfung mit „gut” 5 Herren
it mrüheren Abſolventen eine Abſchiedsfeier, die durch einen über Er= dem Verhältnis zu den Geſchwiſtern. Ihre Haltung im Alltag ſoll
Aus=
lſtark das Gemeinſchaftsgefühl zwiſchen der Schülerſchaft, den
ſirin und den früheren Angehörigen auch außerhalb der Schule
aus=
geriggt iſt.
ſrre Karl Theodors, gegangen, ſo galt der letzte dieſes Sommers der
Eſche Kaſerſtadt. Obgleich jeder der zahlreichen Teilnehmer ſchon
müllige Male Frankfurt durchwandert hat und es ſchon genau zu
e: glaubt, und die älteren Mitglieder mit dem Verein ſchon öſter da ren, und dann verſtehen wir nicht, wie die Jugend gegen unſer beſtes
ber, immer aber wieder bietet es einem etwas Hervorragendes,
bze— die Profeſſoren Völcker und Hülſen, und zeigten uns ein dem 17. Jahre. In der Entwickelungszeit der Gegenſatz zu allem, was
R=Keirche, die St. Nikolai=Kirche, den Römberg, den „Fünf
fanerplatz”. Nach der Anſicht des bekannten Altertumsforſchers erobern. Der zwölfjährige Jeſus war auch ſelbſtändig, er geht eigene
Kiſſor Dr. G. Wolff ſtand hier gin römiſches Caſtrum, und die
Echaus „Zur goldenen Wagge”, das Melberſche Haus
m9 ürnberger Hof, unter dem wundervollen ſpätgotiſchen Netz= in dieſer Not geholfen haben. — Wir müſſen den Szenenreichtum der
öBe hindurch über den Römerberg, an den Mainkai, beſahen uns Bibel nutzen, draſtiſch fragen und plaſtiſch malen; unſere Feſte und
ſatte St. Leonhardskirche, den Rententurm von 1455,
ſem jetzt der Dichter Fritz von Unruh wohnt, und kamen zum
Sallhof, der in die Karolinger Zeit 822 zurückreicht, wovon aber
weri der umgebauten Kapelle nichts mehr vorhanden iſt. Wenn wir uns
lſer aus umſchauen, erblicken wir rechts die Schöne Ausſicht,
bArthur Schopenhauer wohnte, links das rotgeſtrichene Haus
b tie Stadtwohnung der Martame von Willemer, Goethes, tag, den 6. Oktoher, vormittags, 9 Uhr, Paſtor Engelke=Hamburg über
SEa, die im Sommer auf der Gerbermühle bei Offenbach wohnte.
der Nähe iſt das Stammhaus von Mendelsſohns Gattin Cecile und Fruchtloſigkeit unſerer Arbeit. Nachmittags 4,30 Uhr Fräuſein
ſinrenaud. Damit war unſere Wanderung durch Alt=Frankfurt
5i de. Nachdem der Vorſitzende Archivdirektor Dr. Dietrich den
moch ganz erfüllt von dem eGſehenen, den Heimweg an.
— Für Freunde der Darmſtädter Stadtgeſchichte! Das ſoeben
erſchic=
ſe reich illuſtrierte Rathausbuch, das unſer Stadtbaumeiſter
Bux=
ſan und Dr. Adolf Müiller (Stadtmuſeum) zur Beendigung des
Rat=
ſsumbaues im Auftrage der Stadt verfaßt haben, kann für drei
ze 1. I. Stock) erworben werden. Da die Auflage nur klein iſt, iſt öffentlihem Intereſſe ſind der Feſtgottesdienſt in der Stadtkirche,
vor=
ſtn der Firma Hohmann in der Wilhelminenſtraße und in der Wald= geiſtlichen für Innere Miſſion einführt; ferner der am Sonntag abeud
Ee ausseſtellt.
Beamtenfortbildung. Infolge eines Verſehens blieb bei, dem und endlich die öffentliche Verſammlung am Montag, 11 Uhr, im Saale
Etzienleiters der Anſtalt, Herrn Prof. Dr. Hollatz von der hieſigen zunkt der Anſprache ſtehen ſoll. Herr Pfarrer Kalbhenn und Söhne
Famſſchen Hochſchule, der im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule werden mit ihren meiſterhaften Hornquartett den Sonntag=Abend be=
1K das Thema „Beamtenfortbildung” ſprach. Dieſer
berſtand war nicht nur für die Beamtenſchaſt und in weit höherem
0Kde noch für die einzelnen Staass= Kommunal= und
Körperſchafts=
hshürgerlich intereſſierten Kreiſe.
— Neue Kurfe. Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft e. V. dem noch einige Karten ebendaſelbſt bis zum Beginn des Vortrags zu
fyt, wie in dem Anzeigenteil unſeres Blattes bereits mehrfach be= haben ſind.
ſttgegeben, am kommenden Freitag, din 7. ds. Mts., und Dienstag,
AI.. d8. Mts., jeweils abends 7½ Uhr, in ihren Unterrichtsräumen,
R Wieſen= und Schleiermacherſtraße 26 (hinter dim Amtsgericht) neue
ſte in der Reichskurzſchrift und in Maſchinenſchreiben. Die Kurſe
Iſven von in der Praxis ſtehenden Unterrichtskräften ab, halten und
ke. Erfolg bei häuslichem Fleiß ſicher. Den Zeitverhältniſſen
ent=
ſchend wird Zahlungserleichterung gewährt. Die Geſchäftsſt Ae der Ae
Rnriten Geſellſchaft gibt auch während der Tagesſtunden bereitwilligſt
kirnft.
veranſtaltet vom Heſſiſchen Landesjugendpfarramt.
Der zweite Tag des Lehrgangs wurde durch eine Morgenandacht
von Paſtor Kornmann=Frankfurt a. M. eingeleitet, in der er
an Hand von Daniel 1,8 zwei Forderungen an einen rechten
Jugend=
führer herausſtellte: Entſchiedenheit und Elaſtizität. Eines darf das
andere nicht ausſchließen.
Anſchließend ſprach Paſtor Engelke, der Direktor des Rauhen
Hauſes in Hamburg, zuerſt über das die Bibelarbeit einleitende Wort
„Freie Bahn zum fröhlichen Gebrauch der Bibel”. Vom freudigen
Kraftholen aus dem Worte Gottes hänat die Zukunft unſeres Volkes,
ja der ganzen Menſchheit ab. Wie viel Faulheit, Unkenntnis und
Vor=
urteil halten diele von einem wahrhaft fröhlichen Gebrauch ab. Die
Stillen im Lande” leben zwar im kindlichen Glauben aus der Bibel.
Doch Jugend ſuht zuerſt Zugang, aber nicht in ängſtlicher und
ſchul=
mäßiger Weiſe. Sie will von ſich ſelhſt heraus in die Bibel eindringen.
Selbſtbefreiung ſucht ſie wie Selbſterlöſung. Ein Gleichnis: Kannſt
du dir aber das Verſtehen der Kunſt erzwingen, wenn ſie nicht zu dir
redet? So muß Gott ſelbſt die Tür aufſtoßen zum letzten, tiefſten
Ver=
ſtändnis durch ſeinen Geiſt. Menſchen können das nicht tun. Wie die
Kirchenfenſter, die von außen dunkel ſind, innen von der Sonne
be=
ſtrahlt in einem wunderbaren Transparent erſcheinen, ſo brauchen wir
zum Leſen des Gotteswortes den heiligen Geiſt. In Ueberſteigerung
des fröhlichen Beſitzes können wir aber auch anderen ſogar Hindernis
ſein. So muß der Redner die Verbalinſpiration der Behel ablehnen,
wenn er auch jedes Wort in ihr für unbedingt wahr hält. Weg von
Unvahrhaftigkeit, Geſetzlichkeit und Aengſtlichkeit. Es iſt ja gewiß, daß
Gott keinen Glauben der Krampfhaftigkeit fordert. Zwei ſcheinbare
Hinderniſſe bilden für manchen die Natur= und Geſchichtswiſſenſchaft,
aber die Bibel will ja eine viel wichtigere Wahrheit uns vermitteln durch
elende menſchliche Worte. Gott ſchuf. Ueber dieſe Tatſache kann keine
wiſſenſchaftliche Hypotheſe hinaus. Wir freuen uns über die
Fort=
ſchvitte der Wiſſenſchaften, aber wir freuen uns auch, daß Gott erſt dort
redet, wo einem Profeſſor die Worte ausgehen. Gottes Weg iſt ja ein
ganz anderer. So betrachten wir das Alte Teſtament unter
heils=
geſchichtlichem Geſichtspunkt.
Sicht und geht den unterſten Weg, mit den Menſchen mit all ſeiner
Schwachheit und all ſeinen Fehlern, und macht die Menſchen zu
Gottes=
ſtreitern; Gott hat Zeit mit ſeinen Führern. Und auf der Gegenſeite
iſt gegen Gottes Führertum, wie es Verführertum der verſchiedenſten
Am Nachmittag ſprach Fräulein Stehmann=Berlin: Der Ver=
— Städtiſche Maſchinenbauſchule Darmſtadt. Am Samstag, den 24. ein ein Stein zum Aufbau des Familienlebens. Viele Säulen in
un=
ſereu Volke ſind geborſten. Wie ſteht es mit dem vierten und ſechſten
ſtl und 25 Abſolventen der Städt. Maſchinenbauſchule feierlich ent= Gebot? Wir wollen unſerer Jugend einen Rückhalt geben in der Schar,
in die wir ſie ſtellen. Ganz praktiſch wollen wir ihr in den
Selbſwer=
ſr Auszeichnung. Am Abend veranſtaltete die Schülerſchaft im Verein ſtändlichkeiten, die vergeſſen werden, helfen in ihrer Liebe zur Natur,
btm großen Zuſpruch und die allgemein gehobene Stimwung zeigte, druck ihres Wollens werden. Hierzu gab die Rednerin wertvolle
Hand=
reiſchung durch zahlreiche praktiſche Beiſpiele.
Am Abend ſprach Herr Oberkirchenrat Zentgraf=Mainz über
„Bibel und Jugendpſychologie” Studiere jeden einzelnen deiner Ju=
Doie Fahrt des Hiſtoriſchen Vereins nach Frankfurt. War der vor= gend ſo, als ob es das wichtigſte deines Lebens wäre. Erforſche die
e Ausflug nach der prunkvollen Reſidenz der Pfalzgrafen, insbe= Bibel unter jugendgemäßen Geſichtspunkten, denn ſie iſt auch für die
Jugend das koſtbarſte. Auch wer Jugendführung im Griff hat, ſoll die
Pfychologie zu Rate ziehen (Bauer=Herrnhut oder Sprangers
Jugend=
pſhchologie). Unpſychologiſche Bibelarbeit kann gerade zur Abkehr füh=
Wollen ſo ſein kann. Die Jugend iſt ſehr verſchieden und ſtark von
Serswertes, namentlich, wenn man unter ſachkundiger Führung ſteht, ihrer Geſchichte und Umgebung bedingt. Aber es gibt gemeinſame
ſ9 diesmal erwarteten uns liebenswürdige, ſachkundige, achte Frank= Linien, wie Pubertät und Aduleſzenz, die Zeit vor dem 17. und nach
Ec Alt=Frankfurt, u. a. das ehemalige Karmeliterkloſter mit heute intereſſant iſt, kann morgen verlaſſen werden. Wer iſt ſchließlich
außer einem ſellſt intereſſant, der Bub wird ein Kerl und will die Welt
Wege, aber er will ſein „in dem, das ſeines Vaters iſt”, und gerade der
ſt rämündenden Gäßchen ſpiegeln gewiſſermaßen die Zeltgaſſen wieder; Siebzehnjähwige ſieht mit Ehrfurcht nach Jeſus. Jugend ſucht oft gerade
da Hilfe, wo ſie am widerborſtigſten iſt. Sie weiß von Schuld, ſie greift
Markt Nr. B) uſw. Wir gingen nun hinter dem Brünnchen, in einer beſtimmten Richtung an, und will doch eigentlich gerade ſelbſt
Wanderungen mit ihrer Stimmung, die der Jugend gehört, führen
oft gerade zu den Pſalmen und den tiefen Klängen der Bibel. Wenn
dir’s im Herzen klingt, darfſt du auf Widerhall hoffen.
Im Lehrgang für Bibel= und Jugendarbeit ſpricht am Donners=
Glaube, Glaubenskenntnis und Glaubenslehre (Paulus) und Fruckt
Stehmann=Berlin über Wege aus dem Leben in die Bibel. Abends
um 8 Uhr bietet Herr Prälat D. Dr. Diehl Bilder aus vier
Jahr=
ſerswürdigen Führern im Namen des Vereins herzlich gedankt, traten hunderten der Heſſiſchen Landeskinche und ihrer Jugend, umrahmt von
Darbictungen des Poſaunenchors Guſtavsburg, worauf beſonders
hin=
g. Noack. gewieſen wird. Tageskarten zu 1 Mk., Einzelvortragskarten zu 50 Pf.
und Programme für 10 Pf. ſind an der Kaſſe am Eingang zur Otto=
Berndt=Halle zu haben.
— Der Heſſiſche Landesverein für Innere Miſſion lädt zu ſeiner
ſti im Rathaus (beim Hausmeiſter) und im Stadtmuſeum (Pädogog= Jahresverſammlung am 9. und 10. Oktober beſtens ein. Von
ſtzüitiger Kauf geboten. Das gut ausgeſtattet, Buch iſt in dem Schau= mittags 10 Uhr, wo der Prälat der Landeskirche den neuen Landes=
8 Uhr im Bemeindehaus, Kiesſtraße 17, ſtattfindende Familienabend,
ntien Bericht über das Referat folgender Anfangsſatz weg: Die der Landeskirche, Waldſtraße 40, wo nach Vorträgen von Direktor
myſchaftlichen Veranſtaltungen der Heſſiſchen Verwaltungsakademie Schneider und Dr. med. Georgi die Errichtung und Einrichtigung
hlänterſemeſter 1927/28 wurden eingeleiter durch einen Vortrag des der neuerbauten Nieder=Namſtädter Krüppellehrwerkſtätte im
Mittel=
reichern.
— Dr.=Max=Wauer=Vortrag. Wir machen nochmals darauf
aufmerk=
ſam, daß der erſte Vortrag über Romain Rolland und andere franzöſiſche
Fpolstungen von außerordentlicher Bedeutung, ſondern auch für alle Dichter der Neuzeit heute abend 8½ Uhr in den Geſchäftsräumen der
Buchhandlung von Müller u. Rühle, Eliſabethenſtraße 5, ſtattfindet, zu
Bericht über die wirtſchaftliche Lage des
deutſchen Handwerks im Monat September.
RH. Vom Reichsverband des deutſchen Handwerks wird uns
ge=
ſchrieben:
Grundlegende Aenderungen in der Wirtſchaf:slage des Handwerks
ſind gegenüber dem Monat Auguſt nicht feſtzuſtellen. Nach wie vor iſt,
im allgemeinen geſehen, die Beſchäftigung im Baugewerbe noch
zu=
friedenſtellend, und davon ausgehend auch die der Baunebengewerbe.
Gerade für letztere tritt jetzt zum großen Teil erſt dieſe Auswirkung
ein, nachdem der Rohbau der im Frühjahr und Frühſommer
bevonne=
nen Bauten fertiggeſtellt iſt. Auch in anderen Handwerkszweigen, ſo
bei den Elektrikern, Töpfern, Schuhmachern uſw., iſt ein ſaiſonmäßiger
Aufſchwung feſtzuſtellen.
Allerdings iſt die wirtſchaftliche Lage in Stadt und Land nicht
gleich=
mäßig zu beurteilen. Beſonders in Gegenden, in denen dunh die
un=
günſtigen Witterungsverhältniſſe Mißernten entſtanden ſind, wird auch
die Handwerkswirtſchaft ungünſtig beeinflußt. Die Landwirtſchaft hält
ſowohl mit Aufträgen zurück, als auch der Zahlungseingang für geleiſtete
Arbeit ſehr ſchleptend iſt. Allerdings wird auch vom ſtädtiſchen
Hand=
werk über lange Zahlungsfriſten und Borgwirtſchaft nach wie vor
ge=
klagt. Beſonders ungünſtig wirkt dieſe Tatſache, weil die erzielten
Preiſe noch ſehr miedrig ſind. Unterbietungen und Schleuderangebote
ſind leider nach wie vor noch ſehr an der Tagesordnung. Verſchärft
wird dieſer Zuſtand dadurch, daß Rohſtoffe und Materialien in großem
Umfange Preiserhöhungen aufweiſen. Stoffe=, Leder=, Holz=, Papier=,
Leinen= und Farbpreiſe zeigen ſteigende Tendenz. Der Preisdruck auf
die Fertigfabrikate führt dahin, daß der Handwverker dieſe Steigerung
aus ſeinem Unternchmergewinn beſtreiten muß. Hinzu kommt, daß
auch Lohnerhöhungen eingetreten ſind und zum 1. Oktober mit
wei=
teren Lohnerhöhungen zu rechnen iſt. Auch dieſe Erhöhungen werden
zum großen Teil nicht auf die Abnehmer abgewälzt werden können.
Obgleich alſo von der Auftragsſeite her eine Beſſerung zu
verzeich=
nen iſt, iſt die wirtſchaftliche Lage der ſelbſtändigen Handwerker durch
die Preiswirtſchaft ungünſtig beeinflußt. Um ſo größer iſt der
Un=
wille des Handwerks zum Teil über die Veranlagungen zur
Einkom=
mens= und Gewerbeſteuer. Die von den Finanzämtern zum Teil
zu=
grunde gelegten Durchſchnittsgewinnſätze tragen der wirklichen Lage des
Handwerks keine Rechmung und ſind vielfach zu hoch gegriffen. Auch
über die Gewerbeſteuerveranlagung liegen Berichte vor, beſonders aus
Baden, wonach die Steuerſätze alles bisher Dageweſene überſchreiten.
Das ideale
TR Abführ-Konfekk
V.315
— Dienſtjubiläum. Am Dienstag konnte Oberpoſtſekretär Ph.
Becker beim Poſtamt 1 ſein 40jähriges Dienſtjubiläum begehen. Der
pflickhttreue Beamte wurde von Oberpoſtdirektor Geher in
anerkennen=
den Worten geehrt.
* Inſpektion der Feuerwehren. Dieſer Tage fuhr das
Kreisfeuer=
wehrauto unter Leitung von Herrn Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell
nach einigen Orten des Kreiſes, um dort die Schlagfertigkeit der
Feuer=
wehren zu erproben. Der Alarm war vorher nicht bekannt. Es zeigte
ſich, daß von den glarmierten Wehren der Orte Erzhauſen,
Gräfen=
hauſen Schneppenhauſen und Braunshardt, von denen der erſte und
letzte Ort nur Pflichtfeuerwehr, die beiden anderen freiwillige
Feuer=
wehr beſitzen, Erzhauſen die beſte Mannſchaft, Schneppenhauſen aber die
ſchlagfertigſte Mannſchaft aufzuweiſen hat. In Schueppenhauſen war
die geſamte Wehr bereits nach 10 Miuten zum Ausrücken fertig, und
dies in ſpäter Nachtſtunde.
— Verein von Freunden der Photographie. Die 247.
Vereinsver=
ſammlung brachte den Mitgliedern einen Einblick m ein Sondergebiet
der Lichtbildkunſt: die Amateurkinematographie. Herr Dr. Zima, der
ſchon wiederholt ſeine reichen Erfahrungen auf anderen Gebieten der
Lichtbildkunſt in den Dienſt des Vereins geſtllt hatte, ſprach in einem
faſt einſtüdigen Vortrag über das genannte Thema. Er erläuterte
ein=
gehend, wie der Eindruck der Bewegung durch den raſchen W=chſel der
Bilder zuſtande kommt. Dann erklärte er die Technik der Aufnahme,
die in vielen Punten von der Einzelaufnahme abwricht. Die
Entwick=
lung der viele Meter langen Filmſtreifen macht dem Kinoamateur, der
nicht über eine großzügig eingerichtete Werkſtatt verfügt, b.ſondere
Schwierigkeiten. Der Vortragende zeigte verſchiedene Gerätſchaften zur
Entwicklung des Films, ferner einen Kopierapparat für die H.uſtellung
des Poſitivfilms. Auch über die Technik der Vorfüihrung ſprach der
Vortragende in anſchaulicher Weiſe. Lebhafter Beifall dankte Herrn
Dr. Zima für ſeinen feſſelnoen und anregenden Vortrag. — Im
nach=
folgenden geſchäftlichen Teil der Verſammlung wurde das Ergebnis
des Preisausſchreibens des Heſſ. Verkehrsvereins bekanntgegeben. Ueber
den Wunſch des Verkehrsvcreins, mit unſevem Verein wegen des
An=
kaufs geeigneter Bilder in geſchäftliche Beziehungen zu treten, wurde
beraten. Die Verſammlung beſchloß, dem Wunſche entgegenzukommen.
— Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Gautagung
der ſüdweſtdeutſchen Vereine für Liebhaberphotographie, die am 29.
Oktober in Darmſtadt ſtattfinden wird. Die Bedingungon für die
Be=
ſchickung der photographiſchen Ausſtellung im Gwverbemuſeum, an
welcher ſich auch unſer Verein beteiligen wird, wurden beſprochen.
Näheres über die Ausſtellung ſoll noch durch die Zeitungen und durch
Anſchlag bekannt gegeben werden.
— Turnerinnen=Schauturnen der Turngeſellſchaft 1875. Man ſchreibt
uns: Das weibliche Geſchlecht hat ſich in den letzten Jahren im ſoziallm
Leben eine Stellung zu erobern verſtanden, die ihr ganz andere
Lebens=
notwendigkeiten und Daſeinsbedingungen vorſchreibt als früher. Da
Kampf ums tägliche Brot fordert von der Frau körperliche und geiſtige
Kraft und Friſche und eine Nerveneinſtellung von eine früher nicht
bekannten Schärfe. Zum Ausgleich gegen die Schädigungen de s
Baufs=
lebens und, um ſich im Beruf behaupten zu können, muß die Frau von
heute Leibesübungen treiben. Dieſer Satz hat ſich allgemeine
Aner=
kennung erworb.m und iſt wohl unbeſtritten. Demgemäß konnte auch in
den letzten Jahren ein gewaltiger Aufſchwung der körperlichen
Be=
tätigung der Frau feſtgeſtellt werden. In Schule und Verein, beſonders
in der Deutſchen Turnerſchaft, wurde der körperlichen Erziehung des
weiblichen Geſchlechts größte Aufmerkſamkeit gewidmet und hat ſich auch
in der Turngeſellſchaft eine Grundlage geſchaffa ſowie kann dieſe einen
erheblichen Fortſchritt verzeichnen, den es ganz beſonders dem rührigen
Leiter der Abteilung, Frauenturnwart Schwarz, zu verdank.n hat. Am
kommnden Sonntag kann die Turnerinnen=Abteilung auf ein 15jähriges
Beſtehen zurückblicken und gleichzeitig jährt ſich der Tag zum 15. Male,
an dem der Leiter die Abteilung ins Leben rief, der er heute noch
vor=
ſteht. Finfzehn Jahre auf dem Gebiete des Frauenturnens als Leiter
muß insbeſondere Beachtung finden, als gerade jenes ganz beſondere
Wandlungen im Laufe der Zeiten durchgemacht hat, wie ſie auf andeum
Gebieten des Turnens und Sportes nicht zu verzeichnen ſind. Auf
welcher Stufe nun das heutige Frauenturnen ſteht und wie ein
Lurn=
betrieb desſelbem ſich geſtaltet, wollen der Leiter ſowie die Abteilung
in einem großen Bühnen=Schauturnen zeigen. Von den Uebungen und
Tänzchen der Kleinſten (Sckülerinnen) an, geſteigert bis zur vollendeten
Handgerät= und Geräteübung, ſowie Tänze und Singſpiele der
Durnerinnen iſt eine reickhaltige Uebungsfolge zuſamm ngeſtellt und
dürſte Gewähr bieten, daß den Beſuchern des Schauturnens ein
genuß=
reicher Nachmittag geboten werden dürſte. Da bereits lebhaft eingeſetzte
Kartenvorverkauf läßt ſchließen, daß man der turneriſchen Veranſtaltung
ein lebhaftes Intereſſe entgegenbringt, und es empfiehlt ſich daher,
mög=
lichſt bald den Bedarf in der Vorverkaufsſtelle, Dieburgerſtraße B,
Tageswirtſchaft der Turnhalle, zu deckm.
0 dSto 2 BedolvUbtkeke
eines angehenden Hausmütterchens können durch keinen
besseren Rat unterstützt werden, als den die Mutter gibt.
Sie sagt stets: „Nimm Dr. Oetker’s
Backpulver „Backin”
wenn Dein Kuchen geraten soll.” Mit freudigem Stolze
würden Millionen von Hausfrauen dasselbe sagen, wenn
Heute ist es kinderleicht, die schönsten Kuchen, Torten
und Kleingebäcke aller Art selbst zu backen, sieil Ihnen
die sorgfältig ausprobierten Rezepte und die zahlreichen
naturgetreuen farbigen Abbildungen in Dr. Oeikeri’s
ueuem Rezeptbuch, Ausgabe F eine reiche Auswahl
und willkommenen Anhalt bieten. Sie lesen in dem
Buch auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat
„Küchenwunder”, mit dem Sie auf kleiner Gas-
sie an ihr erfolgreiches Backen mit „Backin” denken. kocherflamme backen, braten und kochen können. —
Dr. Oeiker’s Rezeptbuch F ist in allen einschlägigen Geschäften für 15 Pfennig erhältlich,
wenn nicht vorrätig, gegen Einsendung von Marken von
Dr. August Oetker, Bielefeld.
[ ← ][ ][ → ] Seite 6
* Die jungdeutſche Hindenburg=Stafette.
Empfang beim Reichspräſidenten.
Der Jungdeutſche Orden gedachte des Ehrentages Hindenburgs
außer mit einem Glückwunſchſchreiben des Hochmeiſters noch mit einer
beſonderen Ehrung. Aus der Bruderſchaft, die am äußerſten
Grenz=
ſaume Oberſchleſiens den Namen „Hindenburg” trägt, war der Gedanke
gekommen, den Reichspräſidenten und Generalfeldmarſchall dunch eine
„Stafette von der Stadt Hindenburg zu dem Manne Hindenburg” zu
ehren.
Am Freitag nachmittag um 6 Uhr begann die Stafette, die zu Rade
vor ſich ging, in Hindenburg. Von Einheit zu Einheit wurde die
Adreſſe von jungdeutſchen Bürgern der Stadt Hindenburg an den
Ehrenbürger ihres Ortes weitergegeben. So ging es durch die
Bruder=
ſchaften der Großballei Schleſien und Brandenburg=Pommern.
Sonn=
tag früh, kurz nach 11 Uhr, paſſierte die Stafette das Halleſche Tor,
und der Ordensbruder Hein von der Bruderſchaft Hindenburg (
Ober=
ſchleſien) nahm als Schlußmann die Adreſſe in Empfang, um ſie durch
die Berliner Innenſtadt zum Hauſe des Reichspräſidenten zu bringen.
Er wurde zuſammen mit einer Abordnung des Jungdeutſchen
Or=
dens von Hindenburg perſönlich empfangen. Sie übermittelten
Hinden=
burg noch einmal die Glückwünſche des Ordens und des Hochmeiſters.
Die Bruderſchaſt Hindenburg ſchloß ſich noch beſonders für die Brüder
Schleſiens an und überreichte ein kunſtvolles Geſchenk, das ein
Berg=
arbeiter in ſeinen kargen Mußeſtunden aus dem Hauptſtoff jenes
Grubenlandes, aus Steinkohle des beſten oberſchleſiſchen Flözes, geformt
hatte. Es iſt in ſeinem glänzenden. Schwarz ein wohlgelungenes
Ab=
bild des Kriegerdenkmals in Hindenburg.
Der Reichspräſident nahm mit herzlichem Dank die Gabe entgegen.
Er bat die Abordnung, die Brüder des geſamten Jungdeutſchen
Or=
dens herzlich zu grüßen und ihnen ſeinen Dank für das Gedenken zu
übermitteln, beſonders dem deutſchen Arbeiter, der ſich für ihn ſo viel
Mühe gemacht habe. Den Staatsſekretär Meißner bat Hindenburg,
das Geſchenk auf ſeinen kleinen privaten Geburtstagstiſch zu ſtellen,
nicht unter die vielen Gaben von Außenſtehenden.
— Oeffnungszeiten der Stadtbücherei: Um denjenigen Einwohnern
der Stadt, die tagsüüber ihrem Berufe außerhalb Darmſtadts nachgehen
und erſt am Spätnachmittag heimkommen, noch bequemere Gelegenheit
zur Bewutzung der Stadtbücherei zu geben, ſind die Ouffnungszeiten der
Bibliothek an zwei Tagen auf ſpätere Stunden verlegt
worden. Dadurch wurde auch eine kleine Umgruppierung der übrigen
Ausleihſtunden erforderlich. Welche Ausleihſtunden der Leſer zum
Umtauſchen ſeiner Bücher benutzen will, bleibt ihm ſelbſtverſtändlich
überlaſſen. Vormittags beginnt die Ausleihe an allen Tagen erſt um
11 Uhr ſtatt wie bisher um 10 Uhr. Die neuen Oeffnungszeiten gelten
ab 3. Oktober d8. Js.: Montags und Donnerstags von 11—½1 und
von 4—8 Uhr; Dienstags und Freitags von 11—6 Uhr durchgehend;
Mittwochs und Samstags von 11—½1 Uhr.
— Höchſt bedauerliche Unrichtigkeiten neben ſonſtiger
Unvollkommen=
heit weiſt der von der Reichsbahndirektion Mainz ausgegebene amtliche
Taſchenfahrplan vom 2. Oktober 1927 hinſichtlich der Kraftwagenlinien
auf. Bezüglich der weithin bekannten Kraftpoſtverbindung
Main—Mümling iſt auf Seite 228 fälſchlich angegeben, daß der
Betrieb im Winter eingeſtellt ſei. In Wahrheit wird der Vetrieb dieſer
Linien ab 1. Oktober ſtatt von der Oberpoſtdirektion Würzburg von der
Oberpoſtdirektion Darmſtadt weitergeführt. Die Schnell=Linie
Darmſtadt — Rhein, die ſowohl für Darmſtadt wie auch hüir das
mittlere Abeinheſſen von ganz beſonderer Bedeutung iſt, iſt euf Seite
220 des amtlichen Taſchenfahrplans in einer Weiſe aufgeführt, die für
die Reiſenden völlig unzulänglich iſt. Es ſind hier lediglich die Abfahrts=
und die Ankunftszeiten für Darmſtadt und Guntersblum angegeben,
während die Angaben für Oppenheim=Nierſtein ſowie für die
Zwiſchen=
oite fehlen. Auffallenderweiſe ſind überhaupt die Kraftwagenlmien der
Reichsbehn mit allen erdenklichen Einzelheiten aufgeführt, während die
ſonſtigen Kraftragenve bmdungen, auch die der Reichspoſt, völlig
unzu=
reichend berückhſichtigt ſind. Es kann keinem Zweifel unterliegen,
daß das reiſende Publikum ſich unter dieſen Umſtänden Fahrplänen
zu=
wenden wird, die auch hinſichtlich der für weiteſte Kreiſe wichtigen
Kraft=
wagenverbindungen eine größere Vollſtändigkeit und Richtigkeit
auf=
weiſen. In dieſem Zuſammenhang darf darauf hingewieſen werden,
daß beiſpielsweiſe in dem Darmſtädter roten Fahrplanbuch ſowohl, die
Linien Main—Mümling als auch die Schnell=Linie Darmſtadt—Rhein
in einwandfreier Weiſe aufgenommen ſind.
— Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: D. Yorck 5. 10, D. Preſident
Rooſevelt (USL.) 5. 10. D. Dresden 11. 10., D. Columbus 13 10.,
D. Preſident Harding (USL.) 19. 10. D. München 19. 10. D. Lützow
25. 10., D. George Waſhington (USL.) 25 10. Nach New York
ab Southampton: D. Preſident Rooſevelt (USL.) 6. 10., D. Columbus
14. 10., D. Preſident Harding (USL.) 20. 10., D. George Waſhington
(uS8.) R. 10. Nach Canada (Halifax) ab Bremen=Bremerhaven:
D. Yorck 5. 10. Nach Philadelphia—Baltimore—
Nor=
folk ab Bremen: D. Göttingen 9. 10. Nach Nordamerika
(Weſtküſte): D. Weſtfalen ab Hamburg 8. 10., ab Bremen 11. 10.,
D. Ilmar ab Hamburg 29. 10., ab Bremen 1. 11. Nach dem La
Plata ab Bremen=Bremerhaven (Paſſagiereinſchiffung): D. Weſer
8. 10., D. Sierra Morena 22. 10., D. Gotha 29. 10. Nach
Nord=
braſilien: D. Orotava ab Bremen 10. 10., ab Hamburg 12. 10.
Nach Mittelbrafilien: D. Aegina ab Bremen 15. 10., ab
Hamburg 19. 10. Nach Cuba=New Orleans ab Bremen: D.
Ingram 3. 10. Nach Oſtaſien: D. Trier ab Hamburg 5. 10., D.
Pfalz ab Bremen 8. 10., ab Hamburg 12. 10, MS. Königsberg ab
Bremen 19. 10., ab Hamburg 22. 10., D. Derfflinger ab Bremen 29.
10., ab Hamburg 2. 11., D. Elberfeld ab Bremen 5. 11., ab Hamburg
9. 11. Nach Auſtralien: D. Magdeburg ab Bremen 4. 10
D. Gera ab Hamburg 12. 10., ab Bremen 15. 10., D. Franken ab
Hamburg 22. 10. ab Bremen 25. 10. Nach Südamerika (
Weſt=
küſte), a) durch den Panamakanal: D. Murla ab Hamburg 12. 10.
ab Bremen 15. 10., b) durch die Magellan=Straße: D. Alrich ab
Bremen 18. .10., ab Hamburg 22. 10. Nach Weſtküſte, Zentral=
Amerika und Mexiko: MS. Erfurt ab Bremen 5. 11., ab
Hamburg 12. 11. Fruchtfahrt Canariſche Inſeln nach
Bremen—Hamburg: D. Arucas 29. 10. ab Bremen. D. *
15, 10. ab Bremen. Nach der Levante ab Bremen: Abfahrten
alle 3—10 Tage. Nach Finnland ab Bremen: 14tägiger Dienſt
nach allen Haupthäfen. Nach Reval ab Bremen: Abfahrten alle
10 Tage. Nach Leningrad ab Bremen: Abfahrten alle 8 bis 14
Tage. Nach England ab Bremen: 2 bzw. 4 Abfahrten in der
Woche. Nach Afrika a) Weſt=Afrika: D. Wahehe ab Hamburg 3. 10.
D. Jvo ab Hamburg 10. 10., b) Süd= und OſtAfrika: D. Urundi ab
Hamburg 11. 10., ab Bremen 13. 10., D. Sultan ab Hamburg 18. 10.,
ab Bremen 20. 10., D. Toledo ab Hamburg 18. 10.
Lokale Veranſialtungen.
Die bierunter srſcheinenden Notigen Aind ensſchlleliſich at Hinweiſe auf Amzeigen uu bekrachten.
in keinem Falle irgendwie alt Deſrechung eder Kril.
* Café Rheingold. Am Freitag, 7. Okt., wird die
hervor=
ragende Künſtlerin und Humoriſtin Frl. Cilli Bauer, aus Wien
allen Gönnern von Kunſt und Humor einen gemütlichen Abend bereiten.
(Siehe Anzeige.)
— Profeſſor Hartwig=Wien ſpricht am Freitag abend
im Saalbau. Den weltbekannten Redner der Freidenkerbewegung zu
hören, dürfte für viele intereſſant ſein. Jedermann iſt eingeladen. Eine
freie Ausſprache ſchließt ſich an den Vortrag. (Siehe Anzeige.)
Donnerstag den 6 Oktober 1922
Aus den Parteien.
Der Landesverband Heſſen des Hypothekengläubiger= und
Sparer=
ſchutzverbandes veröffentlicht folgende Erklärung:
Der Heſſiſche Landtag hat am . September 1977 eine Abänderung
des heſſiſchen Landtagswahlgeſetzes beſchloſſen, die das bisherige freie
Wahlrecht in weitgehendſter Weiſe einſchränkt. Danach ſollen künftig
Wahlvorſchläge von Perſonenvereinigungen politiſcher und
wirtſchaſt=
licher Art, die im bisherigen Landtag keine Vertreter hatten, nur dann
eingereicht werden können, wenn ſie von mindeſtens 7000 Wählern
unter=
zeichnet ſind und wenn bei der Einreichung 5000 Mark hinterlegt
wer=
den. Es wird weiter vorgeſchrieben, daß für die Zulaſſung von
Wahl=
vorſchlägen der alten Parteien 50 Unterſchriften genügen und daß bei
ihrer Einreichung nichts zu hinterlegen ſt. Dieſe Vorſchriften ſind jetzt
noch dahin verſchärft worden, daß die Unterſchriften unter dem
Wahl=
vorſchlag vor der Bürgermeiſterei vollzogen werden müſſen.
Die angeführten Beſtimmungen, die in bezug auf die Ausübung
des Wahlrachts einen Unterſchied zwiſchen den alten privilegierten
Par=
teien und neuen Parteien einführen wollen, laufen den
Verfaſſungs=
grundſitzen über das allgemeine, geheime und gleiche Wahlrecht zuwider.
Wenn man die gegenteilige Behauptung darauf ſtützt, daß die
Wahl=
erſchwerungen das Abſtimmungsrecht der von ihnen Betroffenen
unbe=
rührt laſſen, ſo geht dies nach zwai Richtungen fehl. Denn das durch
die Landesverfaſſungen gewährleiſtete allgemeine und gleiche
Stimm=
recht hat nur dann Sinn, wenn jeder Wähler nicht nur an ſich eine
Stimme abgeben, ſondern ſie unter denſelben Vorausſetzungen wie die
übrigen Wähler für die Bewerber abgeben darf, die er ſelbſt
für geeignet hält und zur Wahl vorſchlägt. Daraus folgt, daß
bei der Liſtenwahl Wahlrecht und Abſtimmung dergeſtalt
zuſammen=
gehören, daß die Beſchränkung auch mr des Wahlvorſchlagsrechts
ein=
zelner Wählergruppen das gleiche und allgemeine Stimmralt verletzt.
Außerdem laufen die landesgefetzlichen Wahlbeſchränkungen der
Reichs=
derfaſſung zuwider. Artikel 17 der Reichsverfaſſung fordert für alle
Länder nicht nur das gleiche Stimmrecht, ſondern das gleiche
Wahl=
recht, und die einſchlägigen landesrechtlichen Verfaſſungsbeſtimmungen
ſind zwangsläufig im Sinne der Reichsverfaſſung auszulegen, oder ſie
ſind, ſoweit ſie dieſe abſichtlich beſchränken wollen, ungültig. Die
ange=
führten Beſchränkungen verletzen nicht nur das gleiche allgemeine,
ſow=
dern auch das geheime Wahlracht. Eine gewiſſe Beſchränkung des
ge=
heimen Wahlrechts iſt bei der Liſtenwahl unvermeidlich. Deshalb hat
man die bei dem Syſtem der Liſtenwahl für den Wahlvorſchlag
erfor=
derlichen Underſchriften auf geringe Zahlen beſchränkt. Werden dieſe
für neue Parteien ausnahmsweiſe auf viele Tauſende erhöht — in
Heſſen auf das 140fache von 50 —, und wird gar, wie jetzt bei uns,
vorgeſchrieben, daß die Wahlvorſchläge von den Stimmberechtigten auf
der Bürgermeiſterei vollzogen werden müſſen, fo iſt damit das
allge=
meine, gleiche und geheime Wahlrecht tatſächlich außer Kraſt geſetzt.
Die angeführten Vorſchriften laufen für viele Wähler auf eine
Wahl=
rechtsberaubung hinaus, da große Mengen von Wahlberahtigten in
wirtſchaftlicher Abhängigkeit von Großſinanz, Großinduſtrie,
Grund=
beſitz oder ſonſtigen Trägern der privilegierten Parteien leben und ſich
deshalb ſcheuen, vor der Behörde, wo ſie kontrolliert werden können,
ihren Namen unter den Wahlvorſchlag einer neuen Partei zu ſetzen.
Das allgemeine, geheime und gleiche Wahlrecht iſt durch die
Reichs=
verfaſſung für die Landtagswahlen zwingend vorgeſchrieben. Es kann
deshalb auch durch die landesrechtlich mit qualifizierter Mehrheit
be=
ſchloſſene Einſchränkung nicht außer Kraft geſetzt werden. Nicht
min=
der tief als die Forderung der Unterſchrift eines erheblichen Bruchteils
der Stimmberechtigten greift in das verfaſſungsmäßige Wahlrecht die
ausnahmsweiſe geforderte Hinterlegung größerer
Geld=
ſummen ein. Daraus folgt, daß die neueſte Abänderung des
Heſſi=
ſchen Landtagswahlgeſetzes nichtig iſt und nach Artikel 19 der
Reichsver=
faſſung der Anfechtung unterliegt.
Die den Sparerbund, Rentnerbund und die Reichsbankgläubiger
umfaſſende Volksrechtspartei m Heſſen wind durch die neue
Wahlrechtsbeſchränkung in erſter Linie betroffen.
Daß man ſich im Intereſſe der Privilegierung der alten Parteien
nicht ſcheut, in dem Lande, in dem angeblich die freieſte Verfaſſung der
Welt gelten ſoll, viele Tauſende von Staatsbürgern, die durch den
Währungsbetrug und das Unrecht der Aufwertungsgeſetzgebung um die
Erſparniſſe ihrer Lebensarbeit gebracht worden ſind, nunmehr auch
politiſch zu entrechten, ſollte allen denen, die noch politiſch unbefangen
denken können, Anlaß zu ernſtem Nachdenken geben. Die
Volksrechts=
partei in Heſſen hat trotz aller Erſchwerungen beſchloſſen, in den
Wahl=
kampf einzutreten. Sie führt dieſen Kampf auch um ihrer politiſchen
Gleichberehtigung willen, die man ihr gegen die zwingenden
Vorſchrif=
ten der Reichsverfaſſung rauben will. Man darf auf den Ausgang
ge=
ſpannt ſein.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei.
Sams=
tag, den 8. Oktober, nachmittags 4 Uhr, findet unſere geſellige
Zu=
ſammenkunft auf dem „Heiligen Kreuz” ſtatt. Muſikaliſche
Darbietun=
gen werden den Parteifreundinnen einige genußreiche Stunden bieten,
und bitten wir um zahlreiche Beteiligung.
— Deutſchnationale Volkspartei, Ortsgruppe
Darmſtadt. Am Samstag und Sonntag, den 8. und 9. Oktber,,
fin=
det zu Worms a. Rh. der Landesparteitag ſtatt. Die
Verhand=
lungen beginnen am Samstag, den 8. d. M., nachmittags 3 Uhr, im
Feſtſpielhaus (ozartſaal). Am gleichen Tage, abends 8 Uhr, iſt der
Begrüßungsabend, ebenfalls im Mozartſäal. Die Mitglieder werden
erſucht, ſich möglichſt zahlreich zu dieſen Verhandlungen in Worms
ein=
zuſinden. Am Sonntag nachmittag um 3 Uhr wird der Parteitag
fort=
geſetzt. Um 8 Uhr abends ſpricht in einer öffentlichen Verſammlung
Exzellenz Wallraf, M. d. R., über „Die Geſamtpolitik der
Deutſchnatio=
nalen Volkspartei”. Auch für die Sonntagsverhandlungen und die
öffentliche Verſammlung wird ein reger Beſuch unſerer Darmſtädter
Mitglieder erbeten.
— Städtiſches Orcheſter. Das Städtiſche Orcheſter ſpielt heute von
5—6 Uhr am Paradeplatz nach folgender Vortragsfolge: 1. Marſch,
2. Duvertüre Mignon, 3. Fantaſie „Rigoletto”, 4. Alumblatt, 5.
Volks=
ſzenen aus der Oper „Evangelimann”, 6. Marſch. Leitung: Städtiſcher
Kapellmeiſter Ernſt Guido Naumann.
Tageskalender für Donnerstag, den 6. Oktober 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr Ende
nach 22 Uhr: „Das Wintermärchen”. — Kleines Haus, Anfang
19½ Uhr, Ende 2 Uhr: „Die vier Grobiane‟. — Orpheum
Anfang 20 Uhr: „Meſſalinette‟ — Konzerte: Saalbau, Hotel
Schmitz. — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
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die durch Mund- und Rachenhöhle in den Körper
eindringen, werden durch Panfavin-Pastillen
In ihrem Wachstum gehemmt und unschädlich
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Nummer 277
Aus Heſſen.
* Jahresber chi des Oekanats Eberſiadi.
4a. Das evangeliſche Dekanat Gberſtadt veröffentlicht ſoeben für das
Jahr 1926 ſeinen Jahresbericht über das kinchliche und religiöſe Leben
im Dekanat. Den bſten Einblick hierin gibt eine Ueberſicht üüber den
Kirchenbeſuch. Dabei ergibt ſich die auffallende Tatſache, daß die kleineuen
Orte den beſten Kirchenbeſuch aufzuweiſen haben. So ſtehen im Dekanat
Eberſtadt Frankenhauſen und Malchen mit 40 Prozent und 31 Prozent
an Erwachſenen an der Spitza. Ueber den Durchſchnitt ſtehen
Wolfs=
kehlen, Gernsheim, Seekeim, Ernſthofen, Crumſtadt, Goddelau,
Rohr=
bach, Eſchollbrücken, Hahn, Stockſtadt, Ober=Beerbach, Biebesheim und
Nider=Beerbach. Den ſchlechteſten Kirchenbeſuch mit 5,7 Proz. hat
Eber=
ſtadt aufzuweiſen. Die geringſte Abendmahlsziffer hat dagegen
Pfung=
ſtadt. Auch hier ſteht Frankenhauſen neben Ernſthofen mit an erſter
Stelle.
Das kirchliche Vereinsleben wird in der Hauptſache von
Jugend=, Frauen=, Männer= und Kirchengeſangvereinen beſtrittm. Im
Dekanat Eberſtadt gibt es jedoch nur zwei evang. Männervereine, und
zwar in Pfungſtadt und Gernsheim. Die Zahl der Frauenvereing
be=
trägt 18; neugegründet wurde ein ſolcher zuletzt in Nieder=Modau,
Außerdem beſtehen im Dekanat 15 Kirchengeſangver ine, eine Chorſchule
in Wolfskehlen und Poſaunenchöre in Eberſtadt, Biebesheim. Seeheim
und Ober=Ramſtadt. Ferner werden 7 Jugendverrine für Männer und
elf für Mädchen verzeichnet.
In die weltliche Statiſtik greift die Statiſtik der Ehen, Geburten
und Todesfälle hinüber. Im genannten Berichntsjahr wurden 332 rein
ebangeliſche Ehen und 40 Miſchehen geſchloſſen. Die Zahl der
Ge=
borenen betrug 824, darunter 93 uneheliche Kinder und 68 aus
Miſch=
ehen. Die Zahl der Konfirmanden und Konfirmandinnen betrug 865.
Kirchlich beerdigt wurden 443 Gemeindemitglieder. Uebetritte zur
evängeliſchen Kirche wurden drei vollzogen, denen 78 Austritty
gegen=
überſtehen. In Pfungſtadt betrug die Zahl der Kirchenaustritte 20, in
Eberſtadt 13.
Die Liebestätigkeit im Dekanat weiſt rein zahllmmäßig eine Beſſerung
auf. An beſonderen kirchlichen Veranſtaltungen wird ein
Dekanats=
kirchengeſangvereinsfeſt in Eberſtadt, ein Miſſionsf ſt in Ober=Ramſtadt
und Guſtav Adolf=Feſte in Nieder=Modqu und Biebesheim
hervorge=
hoben. Der erſte evangeliſche Kreisfrauentag fand in S eheim ſtat,
Eine Evangeliſationswoche machte in Ober=Ramſtadt von ſich reden,
Jugendfeſte fanden in Pfungſtadt und Traiſa ſtatt.
Die Zahl der kirchlichen Krankenpflegeſtationen beträgt zehn. In
den übrigen Orten ligt die Krankenpflegegrbeit meiſt in den Händen
der politiſchen Gemeinden.
— Eberſtadt, 4. Okt. Der Verein „Soldatenkameradſchaft” begeht
am Samstag, den 15. Oktober d. J., im Saale „Zum Schwanen” ſeinen
diesjährigen Familien=Unterhaltungsabend. Auch die Ehrung einigen
Kameraden mit Bjähriger Mitgliedſchaft, ſoll an dieſem Abend
vorge=
nommen werden. Der Geſangverein „Männerquartett Harmonie” und
der „Turnverein Eberſtadt 1876” haben ihre Mitwirkung zugeſagt. Die
Muſik wird bei vollbeſetzter Kapelle von dem allſeits berühmten und
be=
liebten Muſikverein „Edelweiß” ausgeführt. Das Programm verſpricht
ein reichhaltiges und jedermann zufriedenſtellendes zu werden.
P. Eberſtadt, 5. Okt. Odenwaldklub. Die diesjährige 10.
Wanderung des Odenwaldklubs (Ortsgruppe Eberſtadt) führt die
Won=
derer am 9. Oktober durch den Kranichſteiner Park nach Dreieichenhain.
Die Abfahrt mit der Elektriſchen ab Eberſtadt erfolgt 7.25 Uhr nach dem
Oberwaldhaus. Der Weg führt ab hier zunächſt durch die
Domanial=
walddiſtrikte Faſanerie nach dem Jagdſchloß Kranichſtein. Zur Hebung
des Wildbeſtandes legte Landgraf Georg I bei dem im Jahre 1571
käuf=
lich erworbenen Gut Kranichſtein neben einem Teich, einer Fafanerie
uſw. auch einen Tiergarten an. Hier wurde wiederholt von dem
Pſalz=
grafen und von anderen Fürſten bezogenes junges Rot. Dam= und
Schwarzwild ausgeſetzt und ſpäter in die freie Wildbahn entlaſſen,
Dieſe, noch heute Faſanerie, Tier= und Hirſchgarten benannten Teile
des Parks, durch welche die Wanderung teilweiſe geführt wird ſind
die älteſten Teile des Kranichſteiner Wildparks. Die erweiterte Anlage
wurde erſt im Jahre 1771 begonnen. Der Park iſt heute mit Rotz und
Dam ſowie etwas Rehwild beſetzt. Schwarzwild iſt nicht mehr
vor=
handen. Da derzeit die Brunſtzeit der Hirſche iſt, iſt es nicht ausgel
ſchloſſen, daß auch das Röhren des edelſten und leider nur noch in.
wenigen Gegenden Deutſchlands vorkommenden Wildes zu hören iſt=
Der ganze Weg führt vorwiegend durch Laubwald, wobei die Buch
vorherrſchend iſt. Daß dieſe Wanderung im Herbſt ſtattfindet, iſt eill.
beſonders glücklicher Griff, denn gerade im Herbſt bietet der
Kranich=
ſteiner Wildpark ſeine beſonderen Reize. Es braucht nur an die bunte
Färbung des Laubwaldes erinnert zu werden. In Dreieichenhain wird
die alte Ruine beſichtigt. Ein hiſtoriſcher Vortrag des dortigen Gesi
ſchichtsforſchers und Lehrers Fröhlich erwartet hierbei die Wanderer.
Eich b. Pfungſtadt, 4. Okt. Das Landwirtſchaftsamt Darmſtadt:
veranſtaltete hier Beizvorführungen. Der Leiter dieſer Vorführungen=
Landw.=Nat Dr. Schmaldt, ging mit kurzen Worten auf die
gefährlicke=
ſten Pilzkrankheiten des Winter= und Sommergetreides ein und befpracht
die wirbſamſten chemiſchen Naß= und Trockenbeizmittel. Daran auſchlie,
ßend wurde mit dem Beizapparat „Puck” das Kurzbeizverfahnen mis
Germiſan und das Trockenbeizen mit Abavit B. vorgeführt. Zum=
Schluß wies der Leiter der Veranſtaltung nochmals darauf hin, daßs
die Landwirte ihr ſämtliches Saatgetreide unbedingt beizen müſſen, um
geſunde und kräftige Pflanzen zu erhalten. Das noch bäufig mit
Kupſer=
bitniol angewandte Beizen iſt nicht ratſam, da ſeine Wirkiamkeit
gegen=
die Krankheitserreger der Getreidepflanzen zu gering iſt.
* Weiterſtadt, 4. Okt. Zur Bürgermeiſterwahl ſchreibt mam
uns: Trotzdem die Sozialdemokratiſche Partei an der Tätigkeit des
ſeii=
herigen Bürgermeiſters Aug. Meinhardt nichts auszuſetzen weiß, lehuts.
ſie — wohl aus prinzipiellen Gründen — den Vorſchlag der freien Büt=, nämlich ſich auf den ſeitherigen Bürgermeiſter zu einis
gen, ab. Die freie Bürgervereinigung hatte als Gegenleiſtung
zuge=
ſichert, bei der nächſtjährigen Beigeordnetenwahl für ihren
Partei=
genoſſen Gg. Storm 2. einzutreten. In einer mündlichen
Auseinander=
ſetzung der Vorſtände der beteiligten Parteien ſtellte nun der Vorſtme
der Sozialdemokratiſchen Partei ſeinerſeits einen Antrag, der gerade das
Gegenteil wünſcht, nämlich die freie Vereinigung ſolle dieſes Jahr ſich
mit der Soz. Partei auf ihren Kandidaten einigen, im nächſten
Jahr=
möchten ſich die Bürgerlichen einen Beigeordneten wählen. Perſonen als
Kandidaten für dieſen Vorſchlag konnten ſeitens der Sozialdemokratem
noch keine genannt werden, da bisher noch keine
Mitgliederverſamm=
lung war. Schließlich wurde doch noch in letzter Stunde als
Bürger=
meiſterkandidat Herr Beigeordneter Storm genannt. Auf einen ſolcher
Vorſchlag, der vollkommen in der Luft hängt, konnte die freie
Bürger=
vereinigung nicht eingehen. Tags danach teilte die Soz. Partei nack
ihrer Mitgliederverſammlung der freien Bürgervereinigung mit, dE
ihr Mitglied Adam Danz als Bürgermeiſterkandidat ihrerſeits aufgeſtell”
ſei. Dadurch ſieht die freie Bürgervereinigung leider ihren guten Wil.
len, der Einwohnerſchaft ſowie der Gemeinde viel Geld und ſonſtige
Begleiterſcheinungen zu erſparen, zunichte gemacht. Sie hält an der
Kandidatur des ſeitherigen Bürgermeiſters feſt.
j. Von der Bergſtraße, 3. Okt. In einer von den militäriſcher!
Vereinen Weinheims veranſtalteten Hindenbupgfeier, in der Oberſe
leutnant a. D. Bauer aus Karlsruhe die Feſtrede hielt, wurde
folgen=
des Telegramm an den Reichspräſidenten geſandt: „Von der ſonniger
Bergſtraße, Deutſchlands lieblichem Gau, klingt ein Hoch dem bravert
Mann, unſerm ehrwürdigen Hindenburg, kampferprobt und ſtark im
Frieden. In Dankbarkeit und Treue geloben wir, unſeres Führers Ru9
zu folgen zur Einigkeit. O Deutſchland hoch in Ehren.”
FÜHREADT NUR NOCK
AUM
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Gener
vertr.: MOTORWAGEN-VERKAUFS-G. M. B. H., FRANKFURT A. M., Mainzerlandstraße 341.
II. Hbg. 315
[ ← ][ ][ → ]Rummer 277
Donnerstag den 6 Oktober 1927
Seite 7
X. Dieburg, 5. Okt. Der bieſige Odenwaldklub, der am 11.
ſkwober 1919 neu ins Leben gerufen worden iſt, kann jetzt auf ein
ſirfundzwanzigf ähriges Beſtehen zurückblichen, da er
be=
is 1882 gegründet ſpäter aber vorübergehend aufgelöſt worden iſt.
m Samstag, 8. Oktober, wird die Ortsgruppe das ſilberne Jubiläum
ſerids 8 Uhr im „Mainzer Hof” feſtlich begehen. Die Feſtfolge bringt
m: Akademiſche Feier, Konzert, Theater (Aufführung eines
Vers=
ſicks „Der Wanderer”, wobei eine Gruppe des Jung=Odenwaldklubs
ſa—mſtadt von der Beſſunger Mädchenſchule die Reigentänze
aus=
hren wird) und ſpäter Tanz. Der Hauptausſchuß und andere
Orts=
mpen des Odenwaldklubs werden bei der Feier vertreten ſein.
* Wembach=Hahn, 4. Okt. Am 2. Oktober, abends 9 Uhr,
veran=
iIwte die hieſige Gemeinde einen Hindenburg=Abend. Frauen und
ſeriner aller Parteirichtungen verſammelten ſich auf den Ruf des
ſürgermeiſters in der Turnhalle dahier, um den 80. Geburtstag des
eihspräſidenten in würdiger, einfacher Weiſe zu feiern. Es wurden
ſe. Anſprachen gehalten, in denen der Herr Reichspräſident von
Hin=
nwurg als Muſter von Pflichtbewußtſein, nicht zu übertreffender
ſrerlandsliebe und unermüdlicher Schaffensfreude geſchildert wurde,
ſhviſchen ſang der Männergeſangverein Liederkranz dahier gut
vor=
nagene Vaterlandslieder. In den Zwiſchenpauſen erfreuten zwei
ſi glinge von hier die Zuhörer durch Duette und andere
Violinvor=
ſiro. Jeder Teilnehmer empfand es, eine einfache, aber würdige Feier
meſſen zu haben. Um 11: Uhr ſchloß der Bürgermeiſter die Feier
t Dankesworten an alle Beteiligten.
—4l. Höchſt i. Odw., 5. Okt. Hindenburg=
Geburtstags=
ig r. Am vergangenen Sonntag veranſtaltete der Deutſch=Orden
ſrrmende Höchſt, im feſtlich geſchmückten Saale des Hotels „Zum
Lö=
en”” eine ſchlichte, eindrucksvolle Geburtstagsfeier, die ſehr gut
be=
h war. Komtur K. Pracht begrüßte die Anweſenden, beſonders die
ſie aus Darmſtadt, Ehrenmeiſter Freiherr von Stein und Major
D. Appuhn, Großkomtur, und erteilte hierauf dem Feſtredner,
Or=
ſtAbruder, Oberlt. a. D. Schlich, das Wort. Anſchließend ſprach
Ehren=
ſeinter Freiherr von Stein, Darmſtadt. Er überbrachte die Grüße der
ſrnſtädter Ordensbrüder und verbreitete ſich ſodann in längeren
ſt=ührungen über deutſches Denken und Handeln. Herr Mafor a. D.
btnuhn verlas ein Glückwunſchtelegramm, das der Deutſch=Orden an
I Reichspräſidenten geſandt hat. Die hierauf durch Ordensbruder
ſos vorgenommene und ſehr gut gelungene Hindenburg=Ehrung
date mit dem Deutſchlandlied, das die Erſchienenen begeiſtert
mit=
ugen.
Ag. Lindenſels, 4. Okt. Aus dem Gemeinderat. Es wird
n Genehmigung eines Bauplans des Lehrers i. R. Neidlinger
nach=
ſſwcht. Am Ellenbacher Weg ſoll ein nettes Wohnhaus errichtet wer=
Un, das nach den vorgelegten Plänen ſehr gut in die Landſchaft paßt.
Gemeinderat gibt hierzu ſeine Zuſtimmung. — Die Abwäſſer vom
igeren Vorſeminar richten in ihrer heutigen Verfaſſung den
Nach=
r; rundſtücken Schaden an. Die Geſchädigten haben die Gemeinde
ngenfels zur Schadloshaltung aufgefordert, welcher der Gemeinderat
r* einen entſprechenden Beſchluß nachkommt. — Ueber den verbillig=
WLichtſtrombezug von der „Heag” werden noch einmal Erkundigungen
n Darmſtadt eingeholt. Der Gemeinderat will erreichen, daß im
Som=
ergalbjahr mit Rückſicht auf die Kurſaiſon abends die Lampen etwas
uner brennen ſollen wie ſeither und daß im Winterhalbjahr
be=
ſyante Straßenlampen in den Frühſtunden brennen ſollen, damit die
kiterſchaft den Weg auf ihre Arbeitsſtellen beſſer finden kann.
ſeſmluß ergeht erſt in nächſter Sitzung. — Die Vergebung der
Kies=
ſte, die nunmehr an der „Dicken Tanne” neu angelegt werden ſoll,
utte ebenfalls bis zur nächſten Sitzung zurückgeſtellt werden. Bei
r Ausſprache hat ſich herausgeſtellt, daß beſtimmte Richtlinien in
mrn eines Vertrages niedergelegt werden müſſen, die den Bewerbern
ſttvorgelegt werden. — Eine Unterſtützung zu den Unwetter=
Geſchädig=
nRheinheſſens mußte abgelehnt werden, da auch in hieſiger Gegend
SBetreideernte zum größten Teil vernichtet war. Eine
Hindenburg=
pride in Höhe von 100 RM. wurde bewilligt, die jedoch nur
Linden=
ſw Schwerkriegsbeſchädigten oder Hinterbliebenen zuteil wird.
ſieere Unterſtützungen wurden teilweiſe bewilligt oder zurückgeſtellt.
A. Fürth i. Odw., 4. Okt. Verſpätete Roggenausſaat.
än=rend in ſonſtigen trochenen Jahren die Landwirte mit der Ausſaat
3! Wintergetreides bereits beginnen, iſt bei der andauernden
Boden=
wrtigkeit fetzt noch lange nicht daran zu denken. Die Landwirte ſind
ch. derart mit anderen Arbeiten zurück, daß ſie zunächſt noch alle
inde voll zu tun haben, um einmal das Feld zur Ausſaat frei zu
be=
mnen. Solange das naſſe Wetter noch ſo anhält, kann an eine
Aus=
u. nicht gedacht werden, da unter dieſen Umſtänden eine lückenloſe
inrung der Winterſaat nicht zu erwarten iſt. Andererſeits iſt zu
be=
riten, daß bei frühem Eintritt des Winters die Aecker gefrieren und
trrecht nichts mehr zu machen iſt. Gevade dieſes Jahr ſehen ſich die
mSwirte in hieſiger Gegend vor allerſchwierigſte Aufgaben geſtellt,
rs um ſo empfindlicher iſt, da hier überall von den Landwirten über
wngel an Arbeitskräften geklagt wird.
Ay. Bensheim, 5. Okt. Vom Bensheimer Gas= und
ktrizitätswerk. Das Gruppen=Gas= und Elekrizitätswerk
rrnſtraße A.=G., Bensheim, veröffentlicht ſoeben ſeine Bilanz und
m: Gewinn= und Verluſtrechnung zum 31. März 1927. Aus der
Bi=
uz dieſes kommunalen Unternehmens, an dem bekanntlich die Stadt
ensheim mit 51 Prozent des Aktienkapitals, eine Reihe der
benach=
r—n Bergſträßer Gemeinden mit den übrigen 49 Prozent beteiligt
d. entnehmen wir folgendes: Bei einer Bilanzſumme von rund
: 800 Mk. ergibt ſich ein Aktivſaldo in Höhe von 113 200 Mk. Aus
Gewinn= und Verluſtrechnung das nächſtfolgende: Die
Bruttoein=
hmien im verfloſſenen Geſchäftsjahr betrugen rund 247 700 Mk.,
varr an Geſchäftsunkoſten 57 800 Mk. gegenübertreten. Die Höhe der
vreibungen beziffert ſich auf rund 76 500 Mk. Beide Poſten
zu=
umien betragen alſo 134 300 Mk. Daraus läßt ſich mithin ein
bilanz=
ihrger Gewinnſaldo in Höhe von 113 400 Mk. errechnen. Auf das
ſa=nte Aktienkapital (1 Million Rm.) bezogen, ergibt ſich alſo eine
ahsesdividende von 11,3 Prozent.
— Gernsheim, 5. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
Aktober 2,68 Meter.
*Gasvergiftung im J. G. Farbenwerk
Offenbach. — Eine Chemikerin geſtorben.
Offenbach, 5. Oktober.
Im Betrieb der J. G. Farbeninduſtrie, Abteilung Offenbach
(früheres Werk Oehler), ereignete ſich ein ſchwerer Unfall. Ein
Arbeiter, der mit der Oeffnung einer tödlich wirkendes
Phosgen=Gas enthaltenden Gasbombe beſchäftigt war,
be=
merkte, daß die Bombe undicht war und Gas ausſtrömte. Er
rief den im gleichen Raum beſchäftigten Arbeitern „Phosgen!“
zu, die darauf die Flucht ergriffen. Mit Gasmasken geſchützte
Arbeiter brachten die Bombe in den Hof. Die im erſten Stock
über dem Hof arbeitende Chemikerin Dr. Hildegard Eckhardt
und Chemiker Dr. Weber öffneten ein Fenſter, um friſche Luft
einzulaſſen. Am Abend ſtellten ſich bei ihnen Beſchwerden ein;
beide mußten ſofort ins Krankenhaus gebracht werden, wo Frl.
Eckhardt an Phosgen=Vergiftung geſtorben iſt, während Dr.
Weber noch in bedenklichem Zuſtand darniederliegt.
W. Heppenheim a. b. B., 3. Okt. Winterfahrplan der
Odenwaldkraftwagen=Verkehrs=A.=G. Erbach. Der
Fahrplan der O.K.V.A. Erbach bleibt im derzeitigen Rahmen auch für
den Winter weiterbeſtehen. Bei ſtärkerer Benutzung der Kraftwagen
beſteht die Möglichkeit, den Fahrplan im kommenden Sommer etwas
weiter auszubauen. — Odenwaldklub Heppenheim.
Anläß=
lich des Odenwaldklubfeſtes in Heppenheim am 28. und 29. Mai wurden
von einer Reihe Amateurphotogrgphen Aufnahmen von dem Feſtzuge
ſowie von den herrlich geſchmückten Straßen gemacht. In der letzten
Sitzung des Vorſtandes der Ortsgruppe Heppenheim wurde nun
be=
ſchloſſen, zum Andenken an jenes ſchöne Feſt eine Sammlung dieſer
Aufnahmen dem Ortsgruppen=Archiv einzuverleiben. Der Vorſtand
bittet, ihm ſolche Aufnahmen gegen Vergütung der Unkoſten zur
Ver=
fügug zu ſtellen. — Geſellenprüfung. Die diesjährige
Geſel=
lenprüfung findet im Monat Oktober ſtatt. Anmeldungen werden
an=
genommen von den Herven Mauvermeiſter Frank, Schuhmachermeiſter
Jean Fetſch, Schneidermeiſter L. Schäfer und Schreinermeiſter Giegrich,
Heppenheim. — Arbeitsvergebung. Die zur Herſtellung der
Verbindungsſtraße zwiſchen der Amtsgaſſe und der Fürther Straße
er=
forderlichen Maurer= und Zimmevabeiten werden öffentlich vergeben.
Voranſchlag umd Bedingungen liegen am Stadtbauamt offen. Angebote
ſind bis zum kommenden Donnerstag auf Zimmer 6 im Rathaus
ein=
zureichen.
g. Gernsheim. 5. Okt. Der Gaſtwirt Franz Joſef Fiſcher, der
beim Obſtabmachen unglücklich vom Baume fiel, iſt ſeinen Verletzungen
erlegen. — Am Sonntagnachmittag fand in Maria Einſiedel die
Auf=
nahme einer Schar ſchulentlaſſener Mädchen in die
Jungfrauenkongre=
gation ſtatt. — Im Saalbau Haas gaſtierte die heſſiſche Wanderbühne
von E. Werner. Die künſtleriſche Leitung lag in den Händen des
Herrn Erich Franke. Zur Aufführung gelangte die Operette: „Ich hab
mein Herz in Heidelberg verloren‟. Den Mitwirkenden wurde ſeitens
des Publikums lebhafter Beifall zuteil. Der Beſuch der Vorſtellung
war zufriedenſtellend. — Für den diesjährigen Campagnebetrieb der
Süddeutſchen Zuckerrübenaktiengeſellſchaft Werk Gernsheim findet
be=
reits die Annahme der Arbeiter ſtatt. — In der Zeit vom 1. Juli bis
30. September 1927 wurden in der hieſigen Herberge insgeſamt 363
Wanderer, und zwar 299 im Alter von über 20 Jahren und 64 im
Alter unter 20 Jahren verpflegt. — Das Hochwaſſer des Rheines iſt
erheblich zurückgegangen, ſo daß die geſchloſſenen Ortsſchleuſen
wie=
derum geöffnet werden konnten. — Der frühere Mühlenbeſitzer
Friedrich Nikolaus Roth und der Fiſcher Philipp Andreas Adler
haben gemeinſam ein Motorboot größeren Stils erworben, womit ſie
Seefiſche direkt von der See nach Deutſchland transportieren und zwar
infolge der auf dem Boot befindlichen Bafſins in lebender Verfaſſung.
Hoffentlich iſt das neue Unternehmen mit Erfolg begleitet. — Die von
der Gernsheimer Ziegeleigeſellſchaft geplante Errichtung eines
Ziegel=
werkes ſcheint aller Wahrſcheinlichkeit nach nicht in Erfüllung zu gehen.
Die Gründe hierfür ſind bis jetzt nicht bekannt geworden, obwohl nicht
nur der Fiskus, ſondern auch die Gemeinde in weitgehendſtem Maße
entgegengekommen ſind. — Die Ferien der hieſigen Realſchule und der
Volksſchulen haben bereits begonnen. — Wie man hört, ſoll die
Kar=
toffelernte hier gut ausfallen.
* Schwerer Autounfall eines Fränkiſch=
Crumbacher Obſthändlers bei Nackenheim.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, gegen 9 Uhr abends,
ereignete ſich am Eingang des rheinheſſiſchen Ortes Nackenheim
ein ſchwerer Autounfall. Das ſchwer mit Obſt beladene Auto des
46jährigen Händlers Heinrich Specht von Fränkiſch=
Crum=
bach ſtieß, von Nierſtein kommend, am Eingang von Nachenheim gegen
eine Hausecke und ſtürzte, nachdem ein Hinterreif geplatzt war, um.
Der Beſitzer und ſein Sohn wurden durch die Glasſplitter und letzterer
außerdem durch den Aufſchlag auf den Boden am Kopfe verletzt. Der
Chauffeur Heinrich Doubler aus Darmſtadt erlitt erhebliche
innere Verletzungen und blieb bewußtlos liegen. Die erſte Hilfe leiſtete
ein Arzt aus Bodenheim. Die drei Verletzten wurden durch das
Sani=
tätsauto nach Mainz verbracht. Herr Specht und ſein Sohn traten
vom Mainzer Südbahnhof mit der Eiſenbahn die Rückfahrt nach
Frän=
kiſch=Crumbach an. Der ſchwerverletzte Chauffeur wurde ins Städtiſche
Krankenhaus Mainz übergeführt. Auto und Ladung wurden in
Nacken=
heim untergeſtellt.
Ac. Worms, 5. Okt. Verkehrsunfälle. Vorgeſtern abend
gegen 8 Uhr iſt ein Motorradfahrer auf der Herrnsheimer Straße
ge=
gen ein unbeleuchtetes Bauernfuhrwerk gefahren und mit ſeiner Begleiterin
verunglückt. Der Fahrer, der einen Arm= und Oberſchenkelbruch
er=
litt, mußte mit dem Krankenauto ins Städtiſche Krankenhaus
ver=
bracht werden. Die Begleiterin iſt mit Hautabſchürfungen und
Quetſchungen davongekommen. Der Beſitzer des Pferdefuhrwerks, der
davonfuhr, ohne ſich um die Verunglückten zu kümmern, konnte bis
jetzt nicht feſtgeſtellt werden. — Auf der Bobenheimer Straße ſtürzte
vorgeſtern mittag gegen 4 Uhr ebenfalls ein Motorradfahrer infolge
eines Gabelbruchs und zog ſich dabei ernſte, aber nicht lebensgefährliche
Verletzungen zu. Auch er wurde mit dem Krankenauto ins
Kranken=
haus gebracht. — Im benachbarten Kirchheim iſt ein ſechsjähriger Junge
aus Gundersheim i. Rh., der dort bei ſeinen Großeltern weilte, von
einem durchraſenden Motorradfahrer, der auf der falſchen Straßenſeite
fuhr, von rückwärts umgefahren worden. Dabei brach die Lenkſtange
des Motorrades dem armen Jungen das Genick, ſo daß er ſofort tot
war. Der 21jährige Motorradfahrer wurde verhaftet.
* Bingen a. Rh., 4. Okt. Rich. Thier’s letzter Gang.
Beim milden Scheine der untergehenden Herbſtſonne trug man am
Montag die ſterblichen Ueberreſte des im blühend m Alter jäh aus dem
Leben geriſſenen Sportsmannes Richard Thier zu Grabe. Ein Zeichen
für die Beliebtheit dieſes jungen Manms, der ſeinem Verein, der
Binger Fußball=Vereinigung „Haſſia” als Spieler der Ligamannſchaft
große Dienſte geleiſtet hat, gab die Beerdigungsfeier. Ueberaus groß
war die Beteiligung; ſämtliche ſporttreibenden Vereina Bingens
nah=
men geſchloſſen daron teil, und aus den Nachbarſtädten Mainz,
Wies=
baden, Darmſtadt uſw. waren Abordnungen erſchienm. Zahlreiche
Kranzſpenden wurden am Grabe des allzufrüh Geſchiedenen als Zeichen
treuer Anhänglichkeit unter dem Gelöbnis allezeit ehrunden Gedenkens
niedergelegt.
WSN. Gießen, 5. Okt. Von der Straßenbahn überfahren
und getötet. Ein tödlicher Unglücksfall ereignete ſich geſtern abend
kurz nach 6 Uhr in der Bahnhofsſtraße. Dort wurde ein 15 Jahre alter
junger Mann aus Großenbuſeck, als er den Fahrdamm überqueren
und dabei einem Auto ausweichen wollte, von der unverſehens
heran=
kommenden Elektriſchen erfaßt, unter den Wagen =geſchlendert und ſo
ſchwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat.
h. Büdingen, 5. Okt. Ehrung eines deutſchen
Gelehr=
ten. Dem hier wohnenden Profeſſor Hermann von Ihering wurde
ſeitens des wiſſenſchaftlichen Veveins aus Buenos=Aires anläßlich ſeines
50jährigen Doktorjubiläums ein Heft der Vereinszeitſchrift „Phönix”
als Feſtſchrift gewidmet. Ihering, deſſen Vater der berühmte
Rechts=
philoſoph in Gießen war, hat das Gymnaſium in Gießen beſucht und
in Gießen, Berlin und Göttingen Medizin, Zoologie und Geologie
ſtudiert. Südamerika war das Gebiet ſeiner Forſchertätigkeit, in Sao
Paulo gründete er ein Muſeum. Der Deutſchenhaß während des
Welt=
krieges brachte ihn um ſeine Stellung und der bejahrte Forſcher verließ
das undankbare Land und ließ ſich in dem idylliſchen Büdingen nieder.
Lpd. Büdingen, 4. Oktober. Ausgeſtaltung des
Gallus=
marktes. Nachdem auf Anregung des Bürgermeiſters ſchon der
Petrimarkt in dieſem Jahre außerordentlich belebt und der Marktverkehr
um ein Mehrfaches vermehrt worden war, hat nunmehr die
Markt=
kommiſſion beſchloſſen, auch den Gallusmarkt ähnlich dem Pet=imarkt
auszugeſtalten. Mit Rüickſicht auf die auf den 16. und 17. Oktober
Ifd. Js. fallenden jüdiſchen Feiertage findet der Gallusmarkt in der Zeit
vom 23. bis 26. ds. Js. ſtatt. Alle Vorbereitungen laſſen darauf
ſchließen, daß es auch bei dieſem Markto, gelingen wird, das Marktleben
in Büdingen wieder auf den vor Jahrzehnten ſchon vorhandenen Stand
zu heben. Der bereits zum Petrimarkt hergerichtete mue Marktplatz
wird unter bedeutenden Koſten ausgebaut und ſoll nunmehr den ganzen
Markt einſchließlich des umfangreichen Vergnügungspark.8 und der
zahlreichen Verkaufsſtände aufnehmen. Auch eine große
Reſtaurations=
halle iſt geplant und ſoll im nächſten Jahre durch ein großes maſſives
Gebäude (Feſt= und Markthalle) erſetzt werden.
F. Grünberg, 5. Okt. Das diesjährige Abſchießen des hieſigen
Schützenvereins geſtaltete ſich beſonders lebhaft. Außer dem ſtarken
Beſuch der Grünberger ſelbſt hatte ſich eine Menge auswärtiger
Schützen eingefunden. Die Schießleiſtungen waren durchweg hoch, was
den Eifer der Schützen beſonders anſpannte. Die geſtifteten Preiſe
waren bedeutend und kamen davon auch einige nach auswärts. Abends
fand, wie alljährlich, eine Familienfeier ſtatt. — Für die Zulaſſung des
Wahlvorſchlags der Volksrechtspartei haben ſich in Grünberg und
Um=
gegend bis jetzt 387 Stimmberechtigte in die Liſte eingetragen. — Bé
der Provinzialobſtverſteigerung an den Straßen Grünbergs und der
Umgegend wurden für 1 Ztr. Tafelobſt 5—7 Mk., für 1 Ztr. Kelterobk
bis zu 2 Mk. bezahlt. Bei der Obſtverſteigerung in Lauter, die
be=
kanntlich wegen ihrem berühmten Tafelobſt von auswärts ſtark beſucht
wird, kam der Zentner Tafelobſt auf 8 Mk., Kelterobſt auf 2 Mk. zu
ſtehen.
esekzo
der Karmonie
gilt nicht nur für die Musik. Wie
der Missklang eines einzigen
In-
strumentes das Ohr beleidigt, so
gibt es auch Disharmonien für das
Auge und für den Geschmack. Eine
gute Ligaretten-Mischung soll
auf den Raucher wirken wie ein
reiner Akkord. Zwanzig und mehr
verschiedene Tabaksorten
müs=
sen in ihren Prozent-Sätzen genau
auteinander abgestimmt sein,soll
er keinen Missklang empfinden.
Unser Hinweis auf das Gesetz der
Harmonie bei einer Zigaretten-
Mischung würde nicht so
unge-
wöhnlich erscheinen,wenn bekannt
wäre,dass unsere Fachleute oft Be
griffe aus der Musik wählen, um
feh-
lende Geschmacksbezeichnungen
zu ersetzen. Bald erscheint die
Begleitung zu laut, bald tritt die
Melodie zu sehr hervor, so wird
stets neu geprobt und abgetönt, bis
eine reine Harmonie erzielt ist-—
Diesen Vergleich möchten wir gern dem Raucher nahebringen.
damit auch er auf die Feinheiten einer guten Ligaretten-
Mischung achten lernt und die Leistung anerkennt,die wir
ihm mit unseren Zigaretten bieten.
Seite 8
Donnerstag den 6. Oktober 1922
Architektenfahrt nach Amerika.
Von Bürgermeiſter Buxbaum.
VI.
Die größten und ſchönſten Gebäude in Waſhington ſind
ent=
ſtanden von 1810 bis 1845. Den Geiſt, der damals in Darmſtadt
Georg Moller, in Karlsruhe Weinbrenner, in Berlin Schinkel
u. a. bei ihren Bauten beherrſchte, ſieht man auch an all dieſen
öffentlichen Bauten lebendig. Soweit ſich alle dieſe Schöpfungen
dicht an die römiſchen Vorbilder hielten, ſind ſie gut und heute
noch nicht übertroffen. Die Parallele mit Deutſchland iſt
nahe=
liegend. Die große Weltausſtellung in Chicago 1893 hat dann
die architektoniſche Entwicklung ebenfalls beeinflußt und eine
überall ſichtbare nachhaltge Wirkung gehabt, die auch heute noch
anhält.
Wer nach Waſhington kommt, muß eine Fahrt nach
Mount Vernon machen, ſonſt ſieht man ihn ſcheel an. Weil
es in dieſem Lande keine hiſtoriſch wichtigen Dinge und keine
Sehenswürdigkeiten aus alter Zeit gibt, hat man ſich ſolche
ge=
macht. Eine derartige Sehenswürdigkeit iſt die Villa, in der
Waſhington nach dem Befreiungskrieg wohnte. Es iſt ein
höl=
zernes Herrenhaus mit zahlreichen Nebengebäuden im klaſſiſchen
Stil auf einem wundervoll gelegenen großen Gut oberhalb des
Ufers der Bai. Die Beſucherzahl war derartig groß, daß man
ſchon von einer Prozeſſion reden muß. Jeder kommt im Auto
an. Unterwegs kamen wir durch Waſhingtons Geburtsort, wo
eben ein Rieſendenkmal errichtet wird.
Intereſſant ſind die Briefkaſten auf dem Lande. Der Siedler
ſchlägt an der nächſten Landſtraße einen Holzblock in den Boden
und nagelt daran eine Blechhülſe, etwa wie eine
Botaniſier=
trommel ſeligen Angedenkens. Fertig iſt die Laube. Niemand
würde daraus etwas nehmen.
Die Betonſtraßen, die wir durchfuhren, waren trotz
aller Trennfugen in großem Umfang geriſſen. Dieſe Riſſe
wer=
den mit Aſphalt ausgegoſſen, und die Straßen bleiben dabei
glatt.
In New York gibts viele Neger, in Philadelphia mehr, aber
am meiſten in Waſhington. Sie haben dort ein eigenes Theater.
Natürlich beſchloſſen wir, eine Neger=Revue anzuſehen. Die
Darſteller waren lauter Neger, die Zuſchauer zu 80 Prozent.
Die Darſtellung beſtand hauptſächlich in Tänzen. Jetzt begreife
ich erſt, woher die neuen und neueſten Tänze ſtammen. Einzelne
Neger hatten ſich große hellrote Lippen aufgemalt und karikierten
ſo ſich ſelbſt, indem ſie das Maul bis hinter die Ohren aufriſſen.
Die Darſtellung war gut, das Engliſch ſchlecht, der Inhalt
kind=
lich naiv. Die Mädchen zum Teil faſt hell, zeichneten ſich durch
guten Körperbau aus. Ich brachte zwei Flöhe mit ins Hotel.
Das Automobil ſpielt in Waſhington eine große Rolle.
Faſt ſämtliche Straßen ſind an beiden Randſteinen mit Autos
beſtellt, die dort Tag und Nacht ſtehen, bis der Beſitzer ſie braucht
und holt. Die Autoſteuer beträgt für kleine Wagen 7 Dollar
60 Cents, für mittlere Wagen 15½ Dollar und für ſchwerſte
28 Dollar im Jahr.
Man ſieht auf den Straßen keine Pferde mehr, keine
Rad=
fahrer, keine Reklameſäulen, wenig Kinder, keine Hunde.
Beſonders gerühmt wegen ſeiner neuzeitlichen Einrichtung
wurde uns das Krankenhaus in Baltimore. Wir beſchloſſen
ſo=
fort einen Beſuch. Das John=Hopkins=Hoſpital iſt
eine Stiftung und hat 715 Betten, eine große Polyklinik und eine
pſychiatriſche Klinik. Das eigentliche Krankenhaus hat
Korridor=
ſyſtem in 7 bis 8 Geſchoſſen. Die einzelnen Trakte ſind mit
über=
deckten Gängen verbunden. Die Kranken liegen zum Teil in
Sälen, zum Teil in Einzelzimmern, die mit Warmluft beheizt
werden. Ganz neu iſt die chirurgiſche Abteilung mit fünf
Opera=
tionsſälen im 7. Geſchoß. Die Raumeinteilung und Einrichtung
entſpricht etwa unſeren Vorkriegsbauten. Weſentlich Neues iſt
nicht zu bemerken. Auf zehn Kranke kommt ein Arzt. Auch die
Schweſternſchaft iſt recht zahlreich und mit der Neuzeit gegangen.
Das Krankenhaus genießt den beſten Ruf im ganzen Lande. Er
iſt offenbar begründet in den Leiſtungen der Aerzte.
Die Staatsdruckerei in Waſhington wurde ebenfalls
beſucht, ein Rieſengebäude, äußerlich von ſehr gutem Ausſehen.
Hier werden die Dollars, die Briefmarken und dergl. gedruckt.
Mit uns beſuchten etwa 500 Perſonen das Gebäude. Die
Be=
ſucher werden auf eiſernen Stegen durch die Säle geleitet, die
in halber Höhe der Säle liegen. Von hier aus kann man nach
beiden Seiten hirabſehen auf die Maſchinen, an denen zumeiſt
Frauen tätig ſind. Im übrigen bietet die Einrichtung nichts
Neues.
Das Kapitol, das amerikaniſche Parlamentsgebäude, iſt
ein ſchöner Bau, es liegt auf einer kleinen Anhöhe und hat eine
Länge von 230 und eine Höhe von 82 Metern bis zur Spitze der
impoſanten Kuppel. Der mittlere Teil des ganz in weißem
Marmor errichteten Palaſtes ſtammt aus dem Jahre 1827, die
Seitenteile und die Kuppel aus den Jahren 1851—65. Die
archi=
tektoniſche Geſtaltung iſt außerordentlich fein empfunden und
ganz in klaſſiſch römiſchen Formen gehalten. Das Gebäude ſteht
mitten in einem Rieſenpark. Im Innern verdient die Rotunde
beſonders hervorgehoben zu werden. Sie iſt als nationaler
Ehrenſaal ausgeſtattet. Der Beſuch durch Reiſende iſt enorm.
Das Weiße Haus, die offizielle Reſidenz des jeweiligen
Präſidenten, haben wir nur von außen geſehen. Herr Coolidge
läßt ſein Heim eben umbauen und außerdem war er gerade
nicht zu Hauſe, ſonſt hätte er die Gelegenheit gewiß nicht
ver=
ſäumt, mit dem berühmten Travellers=Club aus Darmſtadt
zu=
ſammen zu ſein und shag=hands zu machen, eine Gelegenheit,
die ihm ſo leicht nicht wieder geboten wird. Das ſchöne Gebäude
liegt in einem Park mit weiten Raſenflächen und ſchattigen alten
Väumen und macht einen ſchlichten, aber gebietenden Eindruck.
Georg Waſhington, der erſte Präſident, beſtimmte im Jahre 1792
die Lage des Hauſes.
Das Studium der Hotelverhältniſſe gab uns Architekten
Ver=
anlaſſung, mehrere Hotels zu beſichtigen. Unter den beſten hat
einen hohen Rang das Hotel Wardman wegen ſeiner
wun=
dervollen Lage hoch über der Stadt und wegen der
Rieſendimen=
ſionen der Halle. Dieſes Hotel gibt ſowohl Einzelzimmer als
auch ganze Apartments mit Küche ab. Kein Zimmer ohne
Wannenbad und Abort. In der Halle wird an zwei Stellen
getanzt. Ein Hotel ohne Tanzgelegenheit iſt nicht anzutreffen.
Im ganzen Hotel ſprach aber niemand deutſch. Die Haltung
der Räume war gut in jeder Hinſicht. Ueberall hingen gute
Bilder und gute Plaſtiken.
Das Hotel The Mayflower in Waſhington, eines der
vornehmſten, das ich bis jetzt geſehen habe, ein Hochhaus mit
1029 Betten und 800 Angeſtellten, hat eine durchlaufende Halle
von 160 Metern, einen Palmenhof, einen Ballraum, einen
Speiſe=
ſaal und zahlreiche Nebenräume im Erdgeſchoß. Ich habe nichts
in dem Hauſe geſehen, was geſchmacklich unangenehm aufgefallen
wäre. Wir wurden von dem Manager, einem Deutſchen, überall
hingeführt und beſichtigten vom dritten Keller an bis hinauf
alle Geſchoſſe. Ein beſonders vornehm ausgeſtattetes Apartment
von 18 Räumen erregte unſer ganzes Entzücken. Wir wären
gern alle Sechs dageblieben, aber es koſtet pro Dag 200 Dollar.
Ein Einzelzimmer koſtet pro Bett mindeſtens 8 Dollar. In der
Küche trafen wir den Sohn des Berliner Hotelbeſitzers Adlon,
der zur Ausbildung in dieſem Hotelpalaſt tätig iſt. Die
Aus=
beute aus dieſem Hotelbeſuch war für uns Architekten beſonders
groß. Die Bleiſtifte raſten nur ſo bis zur Gluthitze.
Geſchoß=
höhe 2,60 Meter i. L. Vorbildliche Bäder, darin das Kloſett
durch einen ſchönen Klappſtuhl mit Lehne verdeckt. Große
mehr=
ſtöckige Autogarage.
Eine intereſſante Fahrt galt dem großen Soldaten=
Waldfriedhof in Arlington bei Waſhington. Hier
liegen die Gefallenen aus dem Befreiungskrieg und 7000
Ge=
fallene aus dem Krieg mit Deutſchland. Für jeden iſt ein kleiner
Stein von 30:20:50 Zentimeter aufgeſtellt, ſo daß die weiten
Raſenflächen einen großen Eindruck machen. Beſonders aber
intereſſiert das Denkmal des unbekannten Soldaten. Für alle,
die nicht namentlich erkannt worden ſind, hat man ein
gemein=
ſomes Grabmal errichtet, das Grab des unbekannten Soldaten.
Es liegt auf einer rieſigen Terraſſe mit prachtvollem Ausblick
auf Waſhington. Hinter dieſem Marmorſarkophag erhebt ſich
ein rieſiges Amphitheater mit Säulenrundgang. Hier wird
all=
jährlich zweimal eine eindrucksvolle Feier abgehalten, bei der der
Präſident und die ganze Regierung mit allem Pomp aufzieht.
Die amerikaniſche Flagge iſt überall der Gegenſtand begeiſterter
Ovationen. Das muß man geſehen haben, um zu begreifen, daß
der Nationalſtolz in dieſem Lande ſo groß iſt. Ja! In Amerika
verſteht man es, das ganze Volk zu begeiſtern für den Ruhm
des Landes. Amerika über alles, lernen die Kinder in der Schule.
Jeden Mittwoch iſt Flaggenparade für die Schulkinder. Dabei
Nummer 277
werden patriotiſche Lieder geſungen. So geht die Liebe zumu
Heimatland in Fleiſch und Blut über. Und bei uns — —
Die Flagge iſt das Symbol. Sie muß vom ganzen Volke gleich.
mäßig verehrt werden.
Hochintereſſant war auch das ſchöne neue naturhiſto—
riſche Muſeum wegen ſeines erzieheriſchen Wertes. Es ent=,
hält vor allem prachtvolle Skelette von Urtieren, ſo z. B. das
1896 in Cocoa, Alabama, gefundene, etwa 17 Meter langge
Knochengerüſt des Basilosaurus cetoides, ferner Skelette des
Stegosaurus steuops, des Trachodon annectens, die ganz
erhal-
tenen Schädel des rieſigen Diceratops hatcheri mit zwei Meter
langen Hörnern und des Triceratops calicornis.
Wunderlich war in der Abteilung für Kriegsgerät die
Unter=
ſchrift unter einem Bild von gefangenen deutſchen Soldaten, di
beſagte, daß da ſoundſoviele „Hunnen” gefangen worden ſeiem
Was würde wohl ein Amerikaner denken, wenn er in einenn
deutſchen Muſeum eine derartig törichte Mentalität fände? Wenm
man übrigens einen Amerikaner fragt, warum ſie eigentlich irr
den Krieg gegangen ſeien, dann erhält man die Antwort, Ames
rika war nicht intereſſiert an Deutſchland, wohl aber an Franm
reich, England und an ſeinen anderen Schuldnern. Hättet ihr
Ame=
rika auch angepumpt, dann hätte Amerika nur Intereſſe an de=
Herſtellung des Friedens gehabt, ſo mußte es aber verhindern
daß England und Frankreich verlieren und ruiniert wurdern
Die Finanzwelt beherrſcht in Amerika durch, ihren politiſcher,
Einfluß ganz und gar den Regierungsapparat.
Hochintereſſant war auch die Kongreßbibliothek
ei=
rieſiges und koſibar ausgeſtattetes Gebäude in italieniſche=
Renaiſſance mit wundervollen Moſaiken in der großen Marmom
halle, mit einem ſehr großen und hohen Leſeſaal und einer Aus
ſtellung ſchöner Drucke und Zeichnungen.
Die Abfahrt von Waſhington erfolgte am 29. Auge
abends 10.20 mit Extrazug. Wir ſchliefen (oder auch nicht) in
den Pullman=Schlafwagen. Dieſe Schlafwagen ſind 25
Metg=
lang und enthalten 24 bequeme Betten.
Am Morgen kamen wir durch die Induſtrieſtadt Garr
eine typiſch amerikaniſche Erſcheinung. Vor zwanzig
Jahre=
hat hier noch nichts beſtanden. Heute iſt hier eine große Indau
ſtrieſtadt mit viel Bergwerken, Hochöfen und Eiſenwerken. Zw.
ſchen den vieken Werken fährt man eine halbe Stunde hindurct
Die Stadt ähnelt den Induſtrieſtädten des rheiniſch=weſtfäliſches
Gebietes, jedoch mit dem Unterſchied, daß die Wohnhäuſer all
aus Brettern beſtehen.
Nirgends ſahen wir Nadelwald, der vorhandene Laure
waldbeſtand ſieht ſehr jung aus. Man ſcheint im Nordoſten va.
Amerika ſtarken Raubbau getrieben zu haben.
An faſt jedem Bauernhof ſieht man runde Futterſilog
die in erſter Linie für das grüne Maisfutter dienen. Die
Milck=
erzeugung ſoll durch dieſes Maisfutter beträchtlich gefördert wor
den ſein. Inter ſſant iſt, daß die Milch aus weiten
Entfe=
nungen und in emaillierten Eiſenbahntankwagen nach NewYo
befördert wird, die 24000 Liter Milch faſſen. Die Milch und da
aus ihr gefertigten Produkte ſind von beſter Beſchaffenheit.
Von Waſhington ging die Fahrt nach Pittsburgh. Wi
waren dort am 28. Auguſt, abends 10.20, abgefahren, hatten da
Nacht im Schlafwagen verbracht und kamen in Pittsburgh gegse
9 Uhr vormittags an.
Die amerikaniſchen Schlafwagen ſind anders
ei-
gerichtet wie unſere. Jeder Wagen hat einen Namen, man karn
ſich leicht orientieren, wenn man ſich dieſen Namen merkt. C
iſt außen und innen angeſchrieben. Zu jedem Wagen gehört e
Porter, ſtets ein weiß gekleideter Neger, der unſer Gepäck ve.
ſtaute und ſehr gefällig war. Ueberhaupt iſt das Perſonal i*
Zug ſehr zuvorkommend. Tagsüber iſt der Schlafwagen mit 2
Sitzbänken ausgeſtattet, die an den Fenſterſeiten kojenartig
ſtehe-
ſo daß ein einen Meter breiter Mittelgang freibleibt. Ueber feEn
Koje iſt an der ſchrägen Decke ein Klappſchrank angebrac:
Abends wird dieſer Klappſchrank heruntergeklappt. Er bils
das obere Bett. Die Polſterbänke unten werden herausgezoger
Sie bilden das untere Bett. Das Bettzeug wird aus dem Klax,
ſchrank gezogen, aufgelegt und 24 Betten ſind fertig. Man kan.
ſie mit Vorhängen ſchließen. Dieſe Betten ſind breit und E
quem. Etwas ſchwierig iſt das An= und Ausziehen im Bett, bz
im Mittelgang. Unangenehm iſt, daß unter 24 Reiſenden mri
deſtens 10 ſind, die ſchnarchen. Morgens geht man im Pyjar
in den am Wagenende liegenden gemeinſamen gut eingerichtet!
Waſchraum, wo man warmes und kaltes Waſſer, Seife, Ham
tücher, Trinkbecher und Papier, Eiswaſſer erhält. Im
Waſ=
raum ſind außerdem große Polſterbänke zum Warten und
Au=
ruhen.
Mein
15356a
Tölner Schuarzhral
erhalten Sie in tolgenden Niederlagen!
Harl Wagner. Lebensn iltelhand g., Gra enstr. 8,
Harl Braun, Kolon.-Maren, Wend 1St-diskr. 27,
Heinrich Rudmann, Kolonial-Waren, Inseistr. 29,
Heifrich-Frey, Feinkosthdig. M.-Rarstädters r. 29,
Bernh. Hlein, Lebens nittel, Pallaswiesenstr. 121.
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R
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Taſchenlampen,
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B. Drio, Karlſtr 14
14157a)
Auszahlung
der Quartiergelder
Die Auszahlung der Quartiergelder
findet gegen Rückgabe der Karten
am Donnerstag, den6. Oktober 1927,
vormitt. 10 Uhr bis nachmitt. 4 Uhr
in der Wohnung des Unterzeichneten ſtatt.
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[ ← ][ ][ → ]Mummer 277
Donnerstag, den 6 Oktober 1927
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allſeits ſo ſehr geliebten Bruder
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Ein 82jähriger Arzt
der bis ins hohe Alter ſeine Prax/8 ausübte, Geh. San.=
Rat Dr. 6 in F., ſchreibt: Das „Köſtritzer” iſt in der Tat ein
vorzägliches malzreiches Bier, das ich ſeit 30 Jahren als
Haustrunk führe und dem die anderen Malzbiere, die ich
in dieſer Zeit verſucht habe, nicht gleichkommen. Zwei
Flaſchen täglich ſind ſo mein gewöhnlicher Satz, dem ich
zum Teil wenigſtens meinen für mein Alter leidlichen
Kräſtezuſtand zu verdanken glaube.” Wollen Sie ſich friſch
und geſund erhalten, ſo befolgen Sie den Nat dieſes
er=
fahrenen Arztes und genießen auch Sie täglich das
alt=
berühmte Köſtritzer Schwarzbier. Es iſt herb und vollwürzig
im Geſchmack, alſo nicht ſüß, und ganz eigenartig in
ſei=
nem Charakter und ſeinen beſonderen Eigenſchaften. Das echte
Köſtritzer Schwarzbier iſt erhältlich durch
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ſtraße 27, Fernſprecher 2468, und in allen durch Schilder
und Plakate kenntlichen Geſchäften Man verlange ausdrücklich
das echte Köſtritzer Schwarzbier mit dem geſetzlich geſchützten
Wappen=Etikett, um vor Nachahmungen geſchützt zu ſein.
(IBln 217)
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auenan gangn 5nEHnnBne znnän nn Enizaznnninh andadsnng
im 25. Lebensjahre, am Dienstag abend, den 27.
Sep=
tember 1927 unerwartet in ſeine obere Heimat
ab=
zurufen; fort von den einſamen Eltern und
Ge=
ſchwiſtern und ſeiner ſchwer geprüften Braut.
Nach froh vollbrachtem Tagewerke, als treuer
Diener ſeines Herrn, nach einer ſeiner lieben,
er=
baulichen Abendfeierſtunden zuſtrebend, nahm ihn
Gott plötzlich für immer zu ſich.
In tiefſter Trauer:
Otto Rau
nebſt Familie.
Blankenburg a. Harz, den 5. Oktober 1927. 15863
Dankſagung.
Lieſel
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
wäh=
rend der Krankheit und beim Hinſcheiden unſerer lieben
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Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage eine
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Donnerstag den 6. Ok ober 1927
Nummer 277
Reich und Ausland.
Notlandung des Verkehrsflugzeuges Berlin—
Frankfurt a. M.
Hanau a. M. Das Verkehrsflugzeug D 597
der Deutſchen Lufthanſa mußte auf dem Fluge
Ber=
lin—Frankfurt, infolge Motordefekts, in der
Nähe des Kinzigheimer Hofes eine Notlandung
vor=
nehmen. Bei der Landung rollte das Flugzeug in
einen Graben, wobei die Maſchine ſchwer
be=
ſchädigt wurde. Führer und Paſſagieve kamen
mit dem Schrecken davon. Die Maſchine, deren
Fahr=
geſtell und Propeller zerbrochen wurden, mußte
ab=
montiert werden.
Ein Mädchen auf der Jagd angeſchoſſen.
Lpd. Kreuznach. Bei einer in Hundsbach
abgehaltenen Hühnerjagd ereignete ſich ein
Unglücks=
fall dadurch, daß ein zwölfjähriges Mädchen von
einem Schuß getroffen wurde. Dem unglücklichen
Kinde ging der größte Teil der Schrotladung aus
nächſter Nähe — 12 Meter — ins Geſicht, Bruſt und
Auge. In ſchwerverletztem Zuſtand ſchaffte man das
Kind nach Kreuznach, wo es opeviert wurde.
Verurteilung rabiater Sportenthuſiaſten.
Lpd. Hambach. Das Schöffengericht Neuſtadt
verurteilte den Schneider Fritz Fens zu vier
Wochen Gefängnis, den Maurer Peter
Linne=
bacher zu acht Tagen Gefängnis und den Arbeiter
Helmut Ludwig zu acht Tagen Gefängnis
Koegen Körperverletzung. Die Verurteilten ſtammen
fämtlich aus Hambach und verprügelten im
Frühjahr nach einem Fußballſpiel einige
Zu=
ſchauer, die zu dem Spielergebnis ihren Beifall
geäußert hatten.
Tödlicher Unfall eines Generaldirektors.
Lpd. Kaſſel. In Rothenburg an der Fulda
wurde der Pächter der Nothenburger Stadtjagd,
Generaldirektor Iſenbeck aus Hamm i. W., in
ſeinem Zimmer erſchoſſen aufgefunden. Iſenbeck hatte
ein Auto beſtellt, um zur Hirſchjagd zu fahren. Als
auf das mehrmalige Signal des Autos Iſenbeck ſich
nicht meldete, wollte ihn ein in der gleichen
Woh=
nung übernachtender Jagdgaſt wecken; er fand
Iſen=
beck im unverſchloſſenen Zimmer mit durchſchoſſenem
Kopf auf dem Bette liegen. Es wird angenommen,
daß der Tod durch einen Unfall herbeigeführt wurde,
indem Iſenbeck nochmals ſein Gewehr unterſuchen
wollte, wobei wohl der tödliche Schuß losging. Der
Staatsanwalt und eine Gerichtskommiſſion nahmen
den Tarbeſtand auf. Die Leiche wurde zur Beſtattung
freigegeben, und nach Hamm überführt.
Das Todesurteil des Monteurs Johannes
Schüller rechtskräftig.
TU. Leipzig. Der erſte Strafſenat des
Reichs=
gerichts hat am Dienstag die Reviſion verworfen, die
der Monteur Johannes Schüller aus Stuttgart
gegen das am 20. Juli d. J. vom Stuttgarter
Schwurgericht gegen ihn erkannte Todesurteil wegen
Mordes eingelegt hatte. Schüller hatte in Stuttgart
ein Dienſtmädchen, das ihn bei einem
Einbruchsdieb=
ſtahl überraſchte, mit einem Beil erſchlagen und hatte
alsdann 1,60 Mark geſtohlen. Das Todesurteil iſt
damit rechtskräftig.
Das Todesurteil gegen den Fleiſcher Oskar
Becker beſtätigt.
TU. Leipzig. Der zweite Strafſenat hat das
Todesurteil beſtätigt, das am 5. Juli 1927 vom
Schöffengericht in Gotha gegen den Fleiſcher Oskar
Becker aus Arnſtadt gefällt worden iſt. Becker
hatte ſeinen Meiſter, den Fleiſcher Hartmann, am
12. Februar dieſes Jahres nachts im Bett überfallen,
ihn durch mehrere Schläge mit einem Hammer auf
den Kopf betäubt und ihm die Kehle durchſchnitten.
Die Tat geſchah deshalb, weil Becker mit der
Ehe=
frau des Hartmann ein Liebesverhältnis
einge=
gangen hatte und deren Ehemann beſeitigen wollte.
Das Todesurteil iſt durch die Verwerfung der
Ne=
viſion rechtskräftig geworden.
Rauſchgiftſchmuggler in Hongkong und Berlin
verhaftet.
Berlin. Dem Zuſammenwirken der britiſchen
und der deutſchen Kriminalpolizei iſt es gelungen, ein
Ehepaar zu verhaften, das zuſammen mit mehreren
Helfern die unerlaubte Ausfuhr von Rauſchgiften
aus Weſteuropa nach China und Japan in großem
Umfange betrieb. Es handelt ſich um den früher in
Berlin als Direktor der jetzt nicht mehr beſtehenden
Firma Mercantile Lloyd, A.=G., anſäſſig geweſenen
Ruſſen Gregor Stattniegroß, der 1923 aus
Konſtantnopc, zugewandert war und ſich im Juni
1926 nach Hongkong begeben hatte. Seine in Berlin
verbliebene Chefrau hatte den Einkauf und den
Transpor der Gifte übernommen, während er ſelbſt
den Vertrieb der Gifte in China beſorgte. Zum
Beſuche der Lieferanten unternahm die Frau
wieder=
holt Reiſen nach der Schweiz und nach Frankreich,
da in Deutſchland der Ankauf von Rauſchgiften zu
ſchwierig geworden war. Zum Transport des Giftes
hatten ſich die Schmuggler in Berlin einen
beſon=
deren Koffer mit doppelten Wänden und doppeitem
Boden anfertigen laſſen.
Nordpolflieger Nobile in Berlin.
General Umberto Nobile,
der als Führer des Nordpolfluges von Amundſen
viel genannt wurde, iſt zu einem wiſſenſchaftlichen
Vortrag in Berlin eingetroffen.
St Louis — das Opfer eines Tornados.
Wirbelſturm verwandelt eine blühende Stadt
in Trümmerhaufen.
Das Fabrikviertel von St. Louis.
Das Wolkenkratzerviertel von St. Louis.
Der Umfang der Wirbelſturmkataſtrophe in der amerikaniſchen Stadt St. Louis iſt noch nicht zu überſehen. Nur fünf Minuten
lang raſte der Tornado durch die Stadt. Aber in der knappen Zeit ſind 5000 Häuſer zerſtört, viele Fabriken lahmgelegt und
mehrere Hundert Menſchen getötet worden.
Huldigung des Kyffhäuſerbundes vor Hindenburg.
Das 3. Garderegiment zu Fuß
im hiftoriſchen Feſtzug vor dem Reichspräſidenten. Tauſend Jahre deutſcher Wehrmacht ſchritten
zu Ehren des 80jährigen Hindenburg um die Stadion=Bahn. Hinter den Kreuzrittern,
Lands=
knechten, brandenburgiſchen Dragonern, friderizianiſchen Küraſſieren marſchierten zuletzt auch die
Grenadiere des 3. Garderegiments zu Fuß, in deſſen Reihen Hindenburg 1866 verwundet wurde.
Bayerns größte Brücke.
Eine 417 Meter lange Donaubrücke.
Die neue Brücke über die Donau bei Deggendorf
iſt eröffnet worden. Sie hat eine Länge von 417 Metern und iſt die größte Brücke Bayerns.
Forſchungsreiſe Kapitänleutnants Plüſchow
in das Innere des Feuerlandes.
TU. Berlin. Kapitänleutnant Gunther
Plü=
ſchow, der aus dem Weltkrieg bekannte „Flieger von
Tſingtau”, wird in dieſen Tagen eine neue
For=
ſchungsreiſe antreten. Er ſegelt zunächſt in einem
eigens für ſeine Zwecke gebauten Kutter von Büſum
an der Nordſee nach Braſilien, unternimmt eine
Forſchungsreiſe in das wenig erforſchte braſilianiſche
Innere, ſegelt dann an der ſüdamerikaniſchen Küſte
weiter bis zu den Feuerland=Inſeln. In Punta
Arenas übernimmt er ein durch Dampfer dahin
ge=
brachtes Flugzug und fliegt damit in das Innere des
Feuerlandes, das bisher noch kein Europäer betreten
hat. Nach dieſer Forſchungsreiſe, die auf 1½ Jahre
berechnet iſt, wird Kapitänleutnant Plüſchow einen
ſüdamerikaniſchen Ueberlandflug durchführen, bei dem
er die deutſchen Siedler in Südamerika beſucht. An
der Expedition nehmen außer dem Kommandanten
Plüſchow noch drei Mitarbeiter teil. Der Kutter
trägt den Namen „Feuerland”, das Flugzeug den
Namen „Tſingtau‟. Der Stapellauf des Kutters
er=
folgt am 9. Oktober in Büſum.
Ein Landrat zu Gefängnis verurteilt.
Der bisherige Landrat des Kreiſes Linden,
Krüger, wurde vom Großen Schöffengericht
Han=
nover zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Krü=
ger, der der Sozialdemokratiſchen Partei angehört,
hatte ſich in ſeiner Eigenſchaft als Landrat zu
Un=
korrektheiten verleiten laſſen. In einem Falle handeit
es ſich um die vorzeitige Abhebung einer Summe von
4000 Mark von der Kreiskommunalkaſſe zugunſten
des Republikaniſchen Klubs Hannover. Eine
Amts=
unterſchlagung wurde darin erblickt, daß Krüger aus
der Kaſſe der Zeitſchrift „Kommunale Mitteilungen”,
die vom Landratsamt herausgegeben wurde, dem
Republikaniſchen Klub etwas zukommen laſſen wollte.
Achtzig Strohſchober in Flammen.
Lpd. Niederziſſem. Nachts ſind oberhalb
des Dorfes größere Vorräte von Stroh auf
unaufge=
klärte Weiſe in Brand geraten und vollkommen in
Schutt und Aſche gelegt worden. Es handelt ſich um
80 Strohſchober, die den Flammen zum Opfer fielen.
Feuerwehren waren gegenüber dem entfeſſelten
Ele=
ment machtlos. Der Schaden iſt ſehr erheblich.
Ein irrſinniger Poſtbeamter zundet ein Dorf am
DD. Preßburg. Die Bewohner des ir.
Preßburger Komitat liegenden Dorfes Dojcieen
lebten vor einigen Tagen eine Schreckensnacht. Beir=
Poſtamt dieſes Ortes war der Hilfsbeamte Rudo/
Dubrava angeſtellt. Er war ein ruhiger und ar
laſſener Menſch, der nicht viel Aufſehen erregte um
nur zeitweiſe ein ſonderbares Benehmen an den
Ta=
legte. Vor einigen Wochen trat in ſeinem
Benehms=
eine Aenderung ein. Er kaufte etwa 15 Schachtell
Zündhölzer und verbrauchte dieſe innerhalb zo=
Stunden, indem er em Streichholz nach dem andern
anzündete. Dies wiederholte ſich nach einigen
Tager=
ſo daß ihn der Amtsvorſtand aus dem Dienſt en.u
ließ.: Seither lebte er bei ſeiner im Dorf
wohnende=
alten Mutter. Dieſer Tage wurden die Dorfbewohng
gegen Mitternacht durch Feuerlärm aus dem
Schl=
geriſſen. Alles eilte auf die Straße, und man ſar)
daß ein großer Teil, der Wirtſchaftsgebäude 5.
Flammen ſtand. Gleichzeitig lief die alte Mutter de
entlaſſenen Poſtbeamten umher und ſchrie, daß iE.
Sohn das Dorf angezündet habe. Er ſelbſt hall
ſich in eine Scheune verkrochen, die ebenfalls brennn
Die Feuerwehr des Ortes und der umliegends=
Dörfer konnte den Unglücklichen noch retten,
alle-
dings erlitt er lebensgefährliche Brandwunden. 2
Ortsbewohner ſtürzten ſich ſodann auf ihn, um Lync
juſtiz zu üben; die Gendarmerie ſchützte ihn
jedo=
vor der Menge. Unterdeſſen war das halß
Dorf abgebrannt und ein Schaden von viel=
Millionen Kronen angerichtet worden, der um
ſchwerer iſt, als der größte Teil der Landwirte mer
verſichert war. Dubrava wurde in das Gefängn.
der Preßburger Staatsanwaltſchaft gebracht, ver
wo er der Irrenanſtalt übergeben wurde, da es ſiü
herausſtellte, daß er bereits im Irrenhaus geweſet
war.
Glückliche Rettung eines Verkehrs=Flugzeugs
aus Seenot.
TU. Paris. Von einer glücklichen Retturr
können die Paſſagiere eines franzöſiſchen Flugzeugn
der Linie Marſeille—Algier ſprechen. Das Flugzel)
ſah ſich gezwungen, wegen eines Motordefekts mitte"
auf dem Waſſer niederzugehen. 24 Stunde
waren bereits ſeit dem letzten Hilferuf von Bor”
des Flugzeuges verſtrichen, ohne daß man eine vei
tere Nachricht erhielt, ſo daß das Schlimmſte h
fürchtet wurde. Wie jetzt mitgeteilt wird, wurde de
Flugzeug jedoch von einem italieniſchen Segler au
gefunden und in Schlepptau genommen. Die In
ſaſſen des Flugzeuges wurden in ſtark erſchöpfte-
Zuſtande gerettet.
Ein Unfall der „Miß Columbia”.
EP. Rom. Levines Flugzeug „Miß
Columbi=
iſt in der Nähe von Rom verunglückt. Levine wo
um die Mittagszeit von Muſſolini empfange
worden, mit dem er ſich geraume Zeit über ſei.
Zukunftspläne unterhalten und dem er auch die A.u
ſicht mitgeteilt hatte, auf dem Rückflug nach Mailan,
unterwegs bei Forli ein Geſchenk für Muſſolim
jüngſten Sohn Romano abzuwerfen. Alsdann p.
Levine mit Inchcliffe auf dem Flugfeld von Centd
celle geſtartet. Kurz nach dem Aufſtieg zwang e
Motordefekt die „Columbia” zu einer Notlan
dung auf freiem Felde bei Ciampino, wobei de
Apparat ernſtlich beſchädigt wurde. Die beiden I.
ſaſſen blieben jedoch unverſehrt. Am Flugzeug
ſchei-
ein Flügel gebrochen zu ſein, ſo daß vorläufig kau.
an einen Weiterflug zu denken iſt.
Die Opfer der Wirbelſturmkataſtrophe.
EP. New York. Aus St. Louis wird S
meldet, daß am Montag 85 Opfer des Wirbe”
ſturmes beerdigt wurden, während 26 PerſonS
noch vermißt werden.
Schwerer Unfall der „Baden”.
Lifſabon. Der deutſche Paſſagierdampß
„Baden” iſt bei der Einfahrt in den Hafen vil
Leixoes infolge ſtarken Nebels auf Grund gerate
Menſchen ſind nicht zu Schaden gekommen, 1—
wurde der Dampfer ſchwer beſchädigt.
Der Bergwerks=Einſturz bei Sudburh.
Sudbury (Ontario). Zu dem Bergwelkser
ſturz wird noch gemeldet: Die Senkung der Erdobe
fläche erſtreckt ſich jetzt auf ungefähr 400 Quadratſt!
Die Tiefe der Einſenkung beträgt annähernd tauſe
Fuß. Die Kraftſtation und andere Gebäude, mehre
Eiſenbahnwaggons und einige hundert Fuß E
Eiſenbahnſtrecke ſind bereits in die Tiefe geſunke.
Die Station der Canadian—Pacific=Eiſenbahn beſt
det ſich gegenwärtig am Rande des Abgrundes.
den ſie jeden Augenblick zu ſtürzen droht. Ein Ber
mann mit Frau und Kind, deſſen Haus 40 Fuß E
verſank, konnte unve 1:tzt die Erdoberfläche erreiche
Mi Bermu
Sta
Wein
ſcherſicht
MMüller f.
umſt einet
zu
E
Miu
[ ← ][ ][ → ]Rummer 277
Donnerstag, den 6 Oktober 1927
Geite 11
Ootl Splet und Tarnen.
Fußball.
Sporiverein Darmiadt 98 — Worma ia Worms.
For Beginn der Verbandsſpiele gab man in der Heſſengruppe dem
nichrigen Bezirksmeiſter Mainz 05 und dem Sportverein Wiesbaden
9 meiſten Ausſichten auf die Erringung der Würde eines
Heſſen=
yiers. Der bisherige Verlauf der Vorrunde, die mit den Spielen
ächſten Sonntags ihren Abſchluß findet, hat jedoch gezeigt, daß
NA ermutungen nach dem endgültigen Sieger falſch geweſen ſein dürf=
* tatt den Mainzern, die ihre gute Form des Vorjahres in nur
wiren Spielen erreichen konnten, und ſtatt des Sportvereins
Wies=
h., der trotz der techniſch hochſtehenden Spielweiſe auf fremden
Pk—n ebenſo wie die 98er dauernd Niederlagen einſtechen mußte, führt
Armatia Worms die Tabelle an. Der Vorſprung vor dem
Tabellen=
zuten mit 4 Punkten erſcheint devart groß, daß bei geſchickter
Kräfte=
vie Tung die Wormaten ihren Vorſprung bis zu Ende beibehalten
wſten; allerdings müſſen die Wormſer noch beweiſen, daß ſie bei den
ſrren Spielen auf fremdem Boden zu gleichen Leiſtungen ſich
auf=
ſirgen können wie zu Hauſe. Wir glauben nach den bisher von
Arms erzielten Reſultaten, daß die Philippmannſchaft dieſen Beweis
yit erbringen wird, muß doch in einer Elf, die einen Sportverein
Aswaden mit 4:0 beſiegen und mit 5:1 dem vorjährigen
Bezirks=
ytrr das Nachſehen geben kann, ein grundſolides Können ſtechen.
Dei beſteht nun die Stärke der Wormatia? Dieſe hat neuerdings
En beſten und erfolgreichſten Stürmer, den Linksaußen Winkler, in
M Rnnenſturm genommen. Dadurch iſt das Innentroi zur
gefähr=
litrr Waffe der Mannſchaft geworden. Der Mittelſtürmer Philipp
hiet es glänzend, ſeine ſchußgewaltige Halbſtürmer Winkler und
Aler frei zu ſpielen, ſo daß die Wormſer in den bisherigen Spielen
m ner einzigen Ausnahme immer mit mehreren Toren Unterſchied
fen konnten. Die Außenſtürmer der Wormatia ſcheinen dagegen
tr” ſchwächer zu ſein, während die Güte der Hintermannſchaft ſchon
hunss klar hervorgehen dürfte, daß dieſe bisher in 8 Spielen nur
ungentore hinnehmen mußte: Giesbert im Tor und Müller in der
Rtnidigung bilden die Hauptſtärke der Hintermannſchaft.
Arie Darmſtädter haben im bisherigen Verlauf der Verbandsſpiele
häritlichen auswärtigen Spielen glatt verſagt; wenn auch von dieſen
büißderlagen vier wit einer Tordifferenz von nur 1 Tor endeten, ſo
Eenx dies die Sachlage keineswegs, zumal auch die 98er gegen
tech=
iweit unterlegene Gegner ſich nicht durchſetzen konnten. Die drei
Eele aurf eigenem Platze wurden allerdings ſamt und ſonders hoch
wonnen, doch ſteckt letzten Endes im V. f. R. Neu=Iſenburg, in der
Annmia Worms und in Haſſia Bingen bei weitem nicht das Können,
ſt was die Wormatia verfügt. Die Wormſer befinden ſich zurzeit in
eim glänzenden Siegeszug, ſo daß ſie, durch ein begründetes
Selbſt=
ken tſein geſtärkt, ſich wohl nicht dazu verſtehen werden, in Darmſtadt
ſckitern. Es wird alſo ſchon eine große Leiſtung der Darmſtädter
hig ſein, wenn ſie das letzte Spiel der Vorrunde mit einem
Punkt=
heinm beenden wollen. Man weiß, daß gerade die 98er gegen gute
Bmr ſchon große Spiele geliefert haben. Am kommenden Sonntag
knt: die Mannſchaft ihren Anhängern, die durch den bisherigen Ver=
In ſoer Verbandsſpiele ſtark enttäuſcht wurden, keine größere Freude
beiten, wenn ſie endlich die große Linie finden würde; in dieſem Falle
eit; es der Mannſchaft um den Enderfolg nicht bange ſein.
Der Spielbeginn iſt auf 4 Uhr feſtgeſetzt. Vor dem Spiel ſpielt
bicmndball=Liga des Platzvereins gegen den Polizeiſportverein
Baben=
bier. Auf die Bedeutung dieſes um 3 Uhr beginnenden Treffens iſt
hhnfalls ſchon ausführlich hingewieſen worden.
Sportverein Lengfeld 1919.
Der 2. Oktober 1927 bedeutete für den Sportverein Lengfeld einen
ſeg—nnten ſchwarzen Tag, denn alle Mannſchaften mußten ſich auf der
wen Linie geſchlagen bekennen. Die 1. Mannſchaft trat mit Erſatz
wurl d wurde von der ſich in guter Verfaſſung befindlichen
Ligaerfatz=
mn chaft des Sportvereins 98 Darmſtadt mit 5:1 verdient geſchlagen.
Tr SSpielausſchuß Lengfeld wäre zu raten, vielleicht eine junge Kraft
9erteidiger zu ſtellen, damit der frühere linke Läufer wieder ſeinen
Eir PPoſten einnehmen könnte. Die 2. Mannſchaft bezog ihre 1.
Nie=
buge in Erbach. die mit 6:1 etwas zu hoch ausfiel, da der
Erſatztor=
wr mindeſtens 5 Bälle halten mußte. — Die 1. Jugend verlor nach
ſan Spiel gegen die gleiche des Sportvereins Darmſtadt mit 4:0.
19 rweiter ſo, Ihr Jugens von Lengfeld, und ſo wird die 1.
Mann=
ſttlbald geeignete Kräfte als Erſatz bekommen,
„Whattia” 09 Wolfskehlen 1.—„Germania” Dieburg 1. 7:2 (2:1).
I Wolfskehlen trafen ſich am Sonntag obige Mannſchaften zum
ſſienn Verbandsſpiel. Die Platzmannſchaft nahm, mit Wind ſpielend,
Ehache ernſt, konnte aber durch mangelhaftes Zuſpiel im Strafraum
m ſeinen Halbzeitſtand von 2:1 erringen. Eine Umſtellung bewährte
irrſtens; es klappte jetzt all s, und in regelmäßigen Abſtänden ficlen
5 weitere Tore, denen Dieburg nur 1 entgegenſetzen bonnte. Die wenigen
Dieburger Angriffe blieben ſchon an der Läuferreihe hängen oder fielen
der Abſeitstaktik der Wolfskehler Hintermannſchaft zum Opfer. Der
Schiedsrichter, Herr Rapp von Gernsheim, leitete das faire Spiel zur
beiderſeitigen Zufriedenheit.
Handball.
Pol.=Sportverein I — Roi=Weiß I.
Zum dritten Male innerhalb 4 Wochen ſtehen ſich obige
Mannſchaf=
ten im Kampfe auf dem grünen Raſen gegenüber. Im Verbandsſpiel
vor 4 Wochen gelang es der Rot=Weiß=Elf, einen haushohen Sieg über
die Polizeielf davonzutragen. Letzterer gelang es am vergangenen
Sonntag, im Pokalſpiel die erlittene Schlappe etwas auszugleichen.
Aus dieſem Spiel iſt zu erſehen, daß beide Mannſchaften in ihmr
Spielſtärke ſich die Wage halten. Auch die Spielweiſe iſt dieſelbe.
Beide Mannſchaften wiſſen, um was es ſich dreht. Rot=Weiß einerſeits,
um die Tabellenſpitze zu behalten und mit dieſer die
Verbandsmeiſter=
ſchaft zu erringen, um dann in die Liga aufrücken zu können. Bei der
Polizeiſportvereins=Elf gilt e8 das Preſtige zu wthren. Jeder Spieler
der beidem Mannſchaften iſt ſich ſeiner Aufgabe bewußt und wird den
entſprechenden Siegeswillen mit auf den Platz bringen. Die Polizei=
Elf iſt im Gegenſatz zu den beiden erſten Spielen im Vorteil, weil ſie
dieſes Mal den eigenen Platz als Bundesgenoſſen hat. Dieſes Manko
des Gegmas wird dieſer durch erhöhten Eifer und Schnelligkeit
aus=
zugleichen verſuchen Ein Hinweis auf die Spielſtärke der Mannſchaften
erübrügt ſich, denn ſie ſind hinreichend mit ihren Stärken und Schwächen
bekannt. Die beiderſeitige anſtändige Spielweiſe gibt im Voraus die
Gewähr, daß das Spiel anregend werden wird und ein Beſuch ſich lohnt.
Der Beginn des Spieles iſt auf vormittags 10 Uhr feſtgeſetzt in
An=
betracht des Ligaſpieles auf dem Stadion, damit den Spielern
Gelegen=
heit gegeben iſt, ſich dieſes Spiel anzuſehen.
Der Eingang zu dem Polizeiſportvereinsplatz iſt nur von der
Holz=
hofallee aus. Nach dem Handballſpiel kämpft die erſte Polizei=Fußball=
Elf gegen Langen um die Punkte.
Boxen.
Holland—Weſtdeutſchland 4:4.
Bei dem in Rotterdam ausgetragenen Awateur=Boxländerkampf
konnten die Weſtdeutſchen ihren im Vorjahre errungenen Sieg nicht
wiederholen, ſie mußten ſich mit einem unentſchiedenen Ergebnis von
4:4 Punkten begnügen. Den eindrucksvollſten Sieg erzielte der
Europa=
meiſter im Halbſchwergewicht, Müller=Köln, der den holländiſchen
Mei=
ſter ſeiner Gewichtskategorie bereits in der erſten Runde k.o. ſchlug.
Schönrath=Krefeld unterlag im Schwergewicht dem Holländer Oly nach
Pmkten.
Pferdeſport.
Rennen zu Düſſeldorf am 5. Oktober.
1. Alemannen=Rennen. 3000 Mark, 1400 Meter: 1. E. G. Butzkes
Dianthus (Friedrich), 2. Protheus, 3. Loiſach. Ferner: Kabalia,
Kriem=
hilde, Desdemona, Antigonus, Slevogt, Mauerbrecher, Heimatliebe, La
Clochotte. Tot.: 32, Pl. 19, 22, 78:10. 6—4 Lo.
2. Sigambrer=Jagdrennen. 3000 Mark, 3200 Meter: 1. H. Berſes
Fanir (Stolpe), 2. Sankt Gotthardt, 3. Die Zuverſicht. Ferner:
Trum=
ſcheit, Wingolf, Tannenberg, Valko, Cea, Martini, Liebesgedanke,
Sze=
genie, Eylimi, Orlanda. Tot.: 44, Pl. 18, 17, 26:10. 3—10 Lg.
3. Langobarden=Ausgleich. 4000 Mark, 1600 Meter: 1. P.
Mül=
hens‟. Dictator (H. Schmidt), 2. Helmzier, 3. Ingo. Ferner; Scotch
Whiſky. Fridericus, Iſelberg. Tot.: 30, Pl. 22, 37:10. 3 Lg.—Kopf.
4. Cherusker=Preis. 4000 Mark, 1000 Meter: 1. M. Böhms
Meiſter=
polier (Grabſch), 2.+ Negro, 2.+ Raphael. Ferner: Adler von Bayern,
Sturmnixe, Luſana, Qnedlinor. Tot.: B, Pl. 11, 14, 12:10. 2½ Lg.
bis Tot.
5. Germanen=Preis, Ehrenpreis und 7000 Mark, 1400 Meter:
1. P, Mülhens” Tunierdame (H. Schmidt), 2. Pillar, 3. Waldmeiſter.
Ferner: Boniburg, Iſlam, Orgel. Tot.: 64, Pl. B, 42:10. 2—4 Lg.
6. Teutonen=Jagdrennen. 4000 Mark, 3000 Meter: 1. Geſtüt
Lech=
hofs Bajuware (Heimann), 2. Peruanerin, 3. Woge. Ferner: Glockner,
Mozart, Boppard, Marcheſe, Sonnenſchein 3., Barcarole. Tot.: 27,
Pl. 21, 43, 20:10. 8—2 Lg.
7. Cimbrer=Preis. 3000 Mark 2000 Meter: 1. J. Bockerhoffs Jobbe
(F. Klarmann), 2. Gerwin, 3. Myrte. Ferner: Traumdeuter,
Schnee=
könig, Roberta. Tot.: 81, Pl. 32, 24:10. Hals—1½ Lg.
8. Markomannen=Ausgleich. 3000 Mark, 2800 Meter: 1. F. Landlers
Filius (Präger), 2. Sivokko, 3. O’Straßburg. Ferner: Jugendliebe,
Friſh Starſhine, Sam Weller, Vögelchen, Euphrat, Ferina, El Maſer,
Gräfin Marie, Schildbürger. Tot.: 84, Pl. B3, 22, 15:10. Hals bis
1½ Längen.
In der ſübdeutſchen Fußball=Pokalelf gegen Weſtdeutſchland wird
am Sonntag an Stelle des verletzten Halblinken Schmidt 2. (Bayern
München) Neubauer (Wacker München) ſpielen.
In der Saargruppe wird am Sonntag das am letzten Sonntag
aus=
gefallene Spiel Eintracht Trier—S.V. 05 Trier nachgeholt.
Dr. Peltzer ſtartet am 9. Oktober in Wiborg (Finnland) in einem
1500=Meter=Laufen gegen Paovo Nurmi und Eino Berg.
Ein Länderkampf Deutſchland—Finnland wird vom Finniſchen
Leichtathletikverband für Auguſt 1928 vorgeſchlagen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 6. Okt. 11.55: Uebertr. des Glockenſpiels aus
dem Darmſtädter Schloß. O 13.30: Uebertr. von Kaſſel: Konzert
der Hauskapelle. O 15.30: Für Kinder vom 12. Jahre ab. Aus
den Kindheitstagen großer Erfindungen, vorgetr. von
Mittelſchul=
lehrer Hering: „Der Luftballon” o 16.30: Konzert. Mitw.3
Klara Zeller (Geſang). o 17.45: Aus den „Vergleichenden
Le=
bensbeſchreibungen des Plutarch: Alexander. Julius Cäſar”. O 18.15:
Vereinsnachrichten. O 18.30: Uebertr. von Kaſſel: „Die
aſtronomiſch=
phyſikaliſche Sammlung im Kaſſeler Landesmuſeum” Dr. Dippel.
O 18.45: Uebertr von Kaſſel: Dr. Schleichert: Walter Flex.
O 19.15: Alfred Auerbach: Die Sprechchorliteratur. O 20.15: Zweites
Gaſtſpiel Erik Wirl: Aus Werken von Richard Strauß, O 21.15:
Vortragsabend Ludwig Hardt: Aus deutſcher Proſa,
Stuttgart.
Donnerstag, 6. Oktober. 12.30: Konzert. O 16.15: Konzert.
O 18.15: Stuttgart: Dramaturgiſche Funkſtunde. Freiburg: Dr.
von Graevenitz: Theodor Fontane als Lyriker. O 18.45: Aus
Stuttgart und Freiburg: Aerzte=Vortrag: Die Gefahren der
Ent=
wicklungsjahre. O 19.15: Otto Heuſchele: Deutſche Büchereien.
O 20.15: Gaſtſpielabend Franz Baumann. Mitw.: Franz
Bau=
mann a. G., Käte Mann, M. Heye, Funkorch. Maillard: Ouv.
löckchen des Eremiten”
in ein Mädel verliebt. — Benatzky: Sehnſucht — Krome: Wem
die Englein tanzen. — May: Sag es mir ins Ohr ganz leiſe,
— Branſen: Colette und der Mond, Valſe Boſton. — Eine Epiſode.
— Zigarren und Frauen. — Er — Sie — und Er (Heye). —
Lehar: Kondia, Tango u. a. m.
Berlin.
Donnerstag, 6. Okiober. 12.30: Viertelſtunde für den
Land=
wirt. O 16: Ob.=Reg.=Rat Dr. Riehm: Neue Erfahrungen mit
Trockenbeßz= und Kurzbeizverfahren. O 16.30: Dr. Lohmeyer:
Andreas v. Ady, der Dichter des modernen Ungarns. O 17: Dr.
Becce’s Kammer=Orch. Rachmaninoff: Elegie, Serenade.
Maſſenet: Fant. Werther. — Tavan: Nuits algeriennes. — Strauß:
Suite. — Dvorak: Humoreske. — Becce: Viſione orientale. —
Dvorak: Ouv. Der Bauer ein Schelm. O 18.30: Dr.=Ing. Scholz:
Techniſche Fortſchritte im Automobilbau O 19.05: Dr. Hagemann:
Die Kunſi des Rundfunks. 19.35: Prof. Dr. Jäckh: Deutſchland
das Herz Europas. O 20.10: Sendeſpiel: „Die Cſardasfürſtin.
Operette von Kalman. O 22.30: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 6. Oktober. 14.30: A.
Lüde=
ritz=Ramelow: Grundlagen der Krankenkoſt. O 15: Aufgabenkreis
für Rationaliſierungsbeſtrebungen im Haushalt: Das Hausgerät.
O 15.35: Wetter= und Börſe. O 15.40: Adele Lüderitz:
Kochan=
weiſungen u. Speiſefolgen. O 16: Min.=Rat Dr. Richter:
Jugend=
pflege. O 16.30: Dr. Klopfer Landger.=Dir. Francke:
Erziehungs=
beratung. 6 17: Prof. Dr. Bickerich, Kronſtadt: Deutſche Muſik in
Siebenbürgen. O 17.30: Uebertr. des Konzertes Berlin. 18.30;
G. van Enſeren, Alfieri: Span. für Fortgeſchrittene. O 18.55:
Kammerdir. Horlacher: Steuerliche Fragen des Bauernſtandes.
O 19.20: Dr. Bagier: Hugo Wolf.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Freitag, den 7. Oktober 1927.
(Nach der Wetterlage vom 5. Oktober 1927.)
Nach aurfklarender und kühler Nacht morgens ſtellenweiſe
Nebel=
bildung, tagsüber wolkig mit Aufheiterung und trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
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Nummer 277
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Franzöſiſcher Wirtſchaftsbrief.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 3. Oktober.
Die Auffaſſung der Wirtſchaftskreiſe über die Geſamtlage iſt
gün=
ſtiger geworden. Man iſt zwar noch über die Schwierigkeiten in
man=
chen Induſtriezweigen beunruhigt, deren Proſperität wirklich viel zu
wünſchen übrig läßt, aber die Beſorgniſſe und Befürchtungen über
etwaige unerwartete Wendungen in der Finanzpolitik ſind größtenteils
verſchwunden. Das heißt: man erwartet, oder richtiger man befürchtet
von der Innen= und Finanzpolitik keine Ueberraſchungen mehr. Man
rechnet beſtimmt damä, daß das Budget vor Jahresende votiert wird,
was den Finanzen weitere Solidität und Stabilität geben wird. Die
Bauinduſtrie, die Schwerinduſtrie, ſowie die verſchiedenen
Maſchinenbau=
induſtrien machen eine ſchwere Zeit durch. Dagegen iſt die Lage der
chemiſchen, der Textil= und Seideninduſtrie eher günſtiger zu nennen.
Während im allgemeinen große Geldflüſſigkeit herrſcht, können die
ein=
zelnen Unternehmungen nur ſehr ſchwer oder gar nicht zu Anleihen
gelangen. Denn auf dem Geldmarkt ſind nur die kurzfriſtigen
Pla=
cierungsmöglichkeiten geſucht. Auf einen Teil des Großhandels und auf
die Effektenbörſe wirkt die Verſtimmung des Metall= und Rofſtoffmarktes
ſehr drückend.
Die Zukunft des Koblenmarktes betrachtet man mit viel Sorgen.
Die Minen haben wenig Beſtellungen, und dieſe wenigen werden auch
meiſtens fur die ſtaatlichen Betriebe gegeben. Dieſe ebenſo wie die
Eiſenbahnen follen ſchon rieſige Vorräte aufgeſpeichert haben. Die
Be=
ſtellungen des Handels für den Privatverbrauch ſind noch nicht
er=
folgt. Was das weſentlichſte iſt: die Aktipität der Induſtrie iſt
bedeu=
tend zurückgegangen und damit im gleichen Maße natürlich auch ihr
Kohlenverbrauch. So iſt auch z. V. infolge der ſchwierigen Lage der
Eiſen= und Stahlinduſtrie der Kolksverbrauch ſtark zurückgegangen.
Wäh=
rend früher die Koksbeſchaffung der Metallurgie große Sorgen
verur=
ſachte, weiß man jetzt mit den angehäuften Koksvorräten nichts
anzu=
fangen. Auf eine baldige Beſſerung der Lage iſt vorläufig nicht zu
rech=
nen, da die franzöſiſchen Hochöfen der Konkurrenz der ausländiſchen
kaum ſtandhalten können. Die Induſtrie ebenſo wie die
Prwatwirt=
ſchaft rechnen auf Preisermäßigungen für ſämtliche Kohlenſorten. Die
Bergwerke ſollen aber ihre Preiſe nicht weiter reduzieren können. In
der letzten Zait wurde nur der Preis einiger Brikettsſorten herabgeſetzt,
und zwar infolge — ſo behauptet man — der belgiſchen Konkurrenz.
Die franzöſiſchen Kohlenbergwerke ſollen während des engliſchen Streiks
ſo große Gewinne erzielt haben, daß ihre geſchäftliche Situation trotz
dieſer mannigfachen Schwierigkeiten günſtig iſt. Für mehrere, beſonders
nordiſche, Koblenminen iſt jetzt die ſyſtematiſche Bearbeitung der
Veben=
produkte die Hauptſache. Alle Kohlenwerte lagen ſchwach, mit Ausnahme
einiger indochineſiſcher.
Die Lage der Schwerindrſtrie läßt, wie oben angedeutet, viel zu
wünſchen übrig. Die Geſchäftsloſigkeit dauert weiter an, und die Preiſe
zeigen eher Tendenz zur Baiſſe. Die andauernden Preisherabſetzungen
in England üben einen ſtarken Druck auf dem Markt aus und
verur=
ſachen einen anhaltenden Abſatzmangel. Man behauptet, daß das Uebel
darin liegt, daß die Produktion den normalen Bedarf zurzeit überſteigt.
Man erwartet diesbezüglich wichtige Beſchlüſſe von der Tagung des
internationalen Stahlkartells. Hier befürchtet man vielfach die
Herab=
ſetzung der Gußeiſenpreiſe. Bei niedrigeren Preiſen würde die
franzö=
ſiſche Schwverinduſtrie den größten Teil des Gewinns einbüßen. Die
Herſtellumgskoſten betragen das Sechsfache, die Steuerlaſten das
Zwanzigfache des Friedensaufkommens. Dagegen ſind die Verkaufspreiſe
nur um das Vierfache gegenüber dem Friedenspreis geſtiegen. Alles in
Pavierfrmanken gerechnet.
Eine weitere Schwierigkeit verurſacht auch die Konkurpenz der
ein=
zelnen franzöſiſchen Unternehmungen utereinander. Man plant, um
dieſem Uebel vorzubeugen, die Bildung eines nationalen Kartells. Die
metallurgiſchen Werte lagen alle ſchwach.
Der Metallmarkt war lau. Die Zinnpreiſe ſind zurzeit ſehr
nied=
in Betrieb geſtellt und die Herſtellungsmethoden ſind weſentlich
ver=
beſſert worden. Bei einer ſolch intenſiven Produktion müſſen ſich aber, regte Aufſehen. Das Pfund hat die Parität gegen Newyork mit 4,8685
offenſichtlich bedeutende Vorräte bilden.
Die Baiſſe der Bleipreiſe wird in erſter Linie der Spekulation
zu=
geſchrieben, da die ſtatiſtiſche Lage des Metalls bedeutend günſtiger iſt
als früher. Die jetzigen Bleipreiſe ſind die niedrigſten ſeit 1991.
Die Zinkpreiſe ſind feſt, wozu auch die Einigung zwiſchen
Produzen=
ten und Gießern viel beigetragen haben ſoll. Die Werte faſt ſämtlicher
metalliſchen Minen lagen ſchvach.
Auf dem Kalimarkt ſind wenia Aenderungen zu verzeichnen. Bei
den großen Fortſchritten der frnzüſiſchen chemiſchen und beſonders der
Kunſtdüngerinduſtrie ſind die Ausſichten des Kalimarktes günſtig. Der
Nitratenmarkt iſt wieder lebhaft. Die Induſtrie des künſtlichen Nitrates, ſchloß unter Führung von Farben freundlicher. Rheinſtahl 191½ (Beginn
entwickelt ſich auch in Frankreich in bedeutendem Maße. Die großen
Unternehmungen beſchränken ſich jetzt auf die Herſtellung weniger
Sor=
ten. Gleichzeitig mit dem Aufſchnung des künſtlichen Nitrates ſind auch
die Möglichkeiten des natürlichen Nitrates beſſer geworden. Die hieſigen
Wirtſchaftskwiſe zeigen ſich allerdings dem Aufſchwung der hileniſchen gedrückt 312 nach 313½lu am Schluß, Oſtwerke 333, Schultheiß 416—417,
Nitrateninouſtrie gegenüber etwas ſkeptiſch.
Die franzöſiſche Phosdhatinduſtrie befindet ſich in einer in jeder 224 ½2=
Hinſicht günſtig zu nennenden Lage. Der Abſatz wird ſtändig größer.
Nich sdeſtoweniger waren die Phosdhatenwerte der allgemeinen Tendenz Augsb Nürnb.Maſch.
der Effektenbörſe entſprechend ſchwach.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 5. Oktober 27. Aufgetrieben waren:
98 Kälber, 5 Schafe. Der Marktverkauf war lebhaft geräumt: die Preiſe Teutſch=Atlan:, Tel.
betrugen für Kälber a1 79—83 Pfg., b) 75—78 Pfg., e1 68—74 Pfg., für Teutſche Maſchinen=
Shafe 45—50 Pfg.
Rindermarkt in Gießen vom 5. Oktober. Der letzte Rindviehmarkt
wies die ſtärkſte Beſchickung ſeit dem Wiederbeginn der Märkte in Gießen
auf. Es waren 885 Stück Großvieh und 431 Kälber aufgetrieben. Da die Tt. Kalwerke.
Käufer aus der Pfalz, vom Rhein und von der Moſel zum Teil fehlten, Tynamit Nobel.
war der Handel bis zum Schluß ſchleppend. Es wurden bezahlt: Kühe I.
Qualität 600—700 ℳ, 2. Qualität 450—500 ℳ, 3. Qualität 250—350 ℳ,
Rinder 150—300 ℳ, Kälber 70—75 Pfennig je Pfund Lebendgewicht,
Beſſere Zuchttiere waren geſucht, und wurden über Notiz bezahlt.
Frankfurter Viehmaukt vom 5. Oktober. Zum heutigen
Schlachtvieh=
markt waren aufgetrieben 61 Ninder, 806 Kälber, 435 Schafe und 505
Schweine. Während gegenüber dem Montagsmarkt mittlere Maſtkälber
etwas teuerer waren, lagen Schafe um 1—2 ,ℳK und Schweine um 2—3.,ℳ
billiger. Marktverlauf: Kälber und Schafe rege ausverkauft. Schweine
ſchleppend, zum Schluß etwas lebhaft, beinahe ausverkauft. Pro Zentner
Lebendgewicht: Kälber a) — b) 80—85, C) 72—79, d) 65—71, Schafe
a1148—52, b) 40—47, e1 36—39, Schweine 2) b) —, el von 200—240
Pfd. 67—71. d) von 160—200 Pfd. 65—70. e von 120—160 Pfd. 62—86,
r), gl. — Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1) 100—105. II) 90 bis
100, Bullenfleiſch 90—98, Kuhfleiſch 1) 75—85, II) 65—70, I11) 40—60,
Kalbfleiſch 11) 100—115, Hammelfleiſch 95—100, Schweinefleiſch 1) 85
bis 95. Gefrierfleiſch Nindfleiſch Vorderviertel 50—52, dto. Hinterviertel
62, Geſchäftsgang ſchleppend.
Produkte berichte.
Berliner Produktenbericht vom 5. Oktober. Die im Gange
befind=
lichen dringenden Erntearbeiten, vor allem die Kartoffelernte, laſſen nur
wenig gutes Material von inländiſchem Botgetreide hereinkommen. Die
Nachfrage iſt demgegenüber, woenn auch weiterhin noch recht vorſichtig,
doch etwas beſſer geworden, da das Mehlgeſchäft eine leichte Behebung
aufweiſt. Sowohl Weizen als auch Noggen waren auch in den Auslands= Stempelvereinigung hat mit Wirkung vom 5. Oktober die Zinsſätze für
forderungen im Anſchluß an die feſteren Terminmärkte erhöht, von
Um=
ſätzen war aber bis zur Berichtsabfaſſung nichts zu hören. Am Lieferuugs= zent p. a., in proviſionspflichtiger Nchnung auf 4½ Prozent p. a.
er=
markt war Roggen merklich beſſer gehalten als Weizen. Die vorderen
Sichten gewannen 2½ bezw. 2½ Mark, während März um 3½ ſ höher ratung, da die auswärtigen Bankenvereinigungen zu dieſem noch
Stel=
eröffnete. Bei Weizen war die Oktoberſicht um 1½ ℳ. Dezember um 1.0
befeſtigt. Nachdem ſich geſtern ſchon ziemlich lebhaftes Weizenmehlgeſchäft
entwickelt hatte, hat die Nachfrage heute wieder etwas nachgelaſſen.
Frankfurter Produktenbericht vom 5. Oktober. Auch heute war die
Haltung am hieſigen Markt ſehr ſtill, die Stimmung jedoch freundlich. Das
Inlandangebot iſt nach wie vor äußerſt knapp. Die amitlichen Notierungen
Hafer audändiſcher 24.50—35. Mas 19. 19 85, Wetzenmehl. 2—d4=
39 25; Noggenmehl 34,75—35; Weizenkleie 12,75—13: Roggenkleie
13,50.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 5. Okt.
Die allgemeine Haltung der heutigen Börſe war ſchwächer, da die
Diskonterhöhung nachwirkte. Es überwogen wieder die Abgaben, doch
kam das private Publikum, wie man befürchtete, nicht in ſtärkerem Maße
als Verkäufer an den Markt, ſodaß ſich die Kursrückgänge in engen Gren= Aufemthaltes Einfüſſe ausgeübt habe, die jetzt die Verſchiebung der=
Berichte der preußiſchen Handelskammern ſprechen von einer im all= und das Staatsdepartewent ſtützen ſich in ihrer Gegnerſchaft gegen
die=
gemeinen unveränderten Wirtſchaftslage, dann berichtet die Metall=
Reichsbahn hat erneut etwas zugenommen. Daneben wirkte aber die
Verſchärfung im Lohnkonflikt beim rheiniſchen Braunkohlenbergbau
be=
unruhigend. Bei mangelhafter Publikumsbeteiligung übte die Kuliſſe
Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe verzeichnete man im allgemeinen
Kursrückgänge von 1—3 %. Am Elektromarkt nahmen die Kurseinbußen
nach den Steigerungen der letzten Zeit naturgemäß größeres Ausmaß an.
Siemens und Licht & Kraft lagen 3 9o ſchwächer, Banken gaben bis 29 Deutſchlands Leiſtungsfähigkeit nicht verſchoben werde.
nach, trotz der befriedigenden Ergebniſſe, über die in den
Halbjahres=
ſitzungen der Dresdner und der Kommerzbank berichtet wurde. J. G.
Farben eröffneten 1½ niedriger. Von Lokalwerten blieben Holzmann, Städte. Nachdem die Auslandsanleihe der Stadt Frankfurt geſchei=
und Metallgeſellſchaft gut behauptet. Frankfurter Maſchinenfabrik
konnten 1% anziehen. Am Anleihemarkt blieb das Geſchäft ſehr klein.
Mexikaner rückgängig auf die neuerlichen Unruhen in Mexieo.
Im Verlaufe erfuhr die Tendenz eine weitere merkliche Abſchwächung,
da ſich das Angebot namentlich in J. G. Farben und den führenden
Elektrowerten verſtärkte. J. G. Farben gaben erneut 3 9 nach. Gesfürel
und Licht & Kraft minus 4 8. An der Nachbörſe konnte ſich die Stimmung Die Frankfurter Anleihe in Gefahr. Die Meinungsverſchiedenheitern
vom Farbenmarkt ausgehend, merklich erholen. Am Geldmarkt iſt
Tages=
geld bei 6½% etwas leichter. Am Deviſenmarkt lag die Mark feſt. Mark
gegen Dollar 4,1928 gegen Pfunde 29,4125. London—Paris 124,02, Reichsfinanzminiſterium noch nicht behoben. So war geſtern vormittaa=
Mailand 89,20, Madrid 27,90.
Die Abendbörſe war ziemlich geſchäftsunluſtig, da man eine
allgemeine Zurückhaltung ausübt wegen der letzten aus New=York
ein=
gelaufenen Meldungen über die dortige Auffaſſung betreffs der plötzlich
eingetretenen deutſchen Diskonterhöhung, welche kaum einen weſentlichen
Zufluß ausländiſcher Mittel zur Folge haben wade. Die Kurſe waren
infolg beſſen durchweg 1 bis 2 Prozent gegenüber der feſten Nachbörſe
abgeſchwächt. Gesfürel verlonen ſogar bis zu fünf Prozent. Auch
rerſtimmten die letzten ungünſtigen New=Yorker Meldungen über den
Stand der Preußenanleihe. Die Umſätzo waron äußerſt gering.
Die Nachbörſe war vollſtändig umſatzlos, da man aus den bereits, davon iſt, daß Frankfurt wahrſcheinlich auf das günſtige Angebot wirs!
erwähnten Gründen zurüchaltend iſt.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 5. Oktober.
Die heutige Börſe eröffnete zwar unter den Schlußkurſen des geſtrigen folgt: Elektrolytkupfer 125½, Remelted Plattenzink 48—49, Oria.
Tage doch konnte man in der Stimmung bereits eine Beruhigung feſt= Hüttenaluminium 210, dto in Walzen 214, Rein=Nickel 340—35c
ſtellen. Die Baiſſeſpekulation nahm Deckungskäufe vor, da
gerücht=
weiſe ver lautet, daß die Auflegung der preußiſchen Staatsanleihe
nunmehr bevorſtehe, und morgen bereits in Holland die öffentlichen 5. Oktober ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz ruhig) Januar 111 (1111.
Zeichn ngsaufforderungen erfolgen werden. Das Geſchäft war Februar 111½ (1112) März 112 (112), April 1121/, (112½.), Mai 1129
jedoch ſehr ruhig und faſt ausſchließlich auf Spezialwerte konzentriert.
So ſtanden Gesfürel nach wie vor im Mittelpunkt der ſpekulativen
Inte=
reſſen. Gegenüber dem Vorbörſenkurs von 312 erholte ſich das Papier
wieder auf 317—319. Auch J. G. Farben beachtet. Ein beſonderes
Merk=
mal in der erſten Börſenſtunde war das ſtarke Intereſſe für Svenska, die
mit 405 zirka 71/, % höher einſetzten und bald um weitere 4—5 % anzogen.
Die Aktien wurden hauptſächlich wegen ihres internationalen Charakters
und der guten Ausſichten des ſchwediſchen Zündholztruſtes geſucht. Am
Geldmarkt war wieder ſtarke Nachfrage nach kurzfriſtigen Mitteln
vor=
handen, ſodaß der Satz für tägl. Geld ſich auf 7½—91 %o behauptete.
Monatsgeld zirka 8—9½, Warenwechſel mit Großbankgiro ſtellten ſich
auf 6:—7%o, doch waren kaum Käufer am Markt. Am Oeviſenmarkt
rig. Die Zinnproduktion iſt im Wachſen begriffen. Es ſind neue Minen ging der Dollar teilweiſe in Auswirkung der Diskonterhöhung auf 4,1925 nate 54‟u—ſo, Settl. Preis 54, Elektrolyt 61½4—21), beſt ſelets
am Vortag zurück. Die anhaltende Hauſſe des engliſchen Pfundes er= 60½—1½, Elektrowirebars 621),; Zinn (Tendenz willig), Standard g
bereits erheblich überſchritten. Etwas feſtere Kurſe nannte man für London Not.) 2781/, Straits (inoff. Not. 2731., Blei (Tendenz ſtetig), ausländ
Mailand und London=Madrid.
Privatdiskont lange und kurze Sicht 6‟,%. Am Schluß der Börſe willig) gewöhnl. prompt 26 „, entft. Sichten 26‟ „, Settl. Preis 704
fanden die Poſitionsauslöſungen und Blankoverkäufe ein Ende, als in
J. G. Farbenaktien eine Sonderbewegung entſtand, die auf
hoffnungs=
volle Erwartungen der Börſe über die morgen beginnenden Direktions=
und Aufſichtsratsſitzungen zurückzuführen waren. J. G. Farben erholten
ſich raſch wieder auf 297. Die Spekulation war daher im
Nachbörſenge=
ſchäft an den Terminmärkten mit Deckungskäufen tätig. Die Nachbörſe
189). Nur Spenska gingen infolge Gewinnrealiſationen ſchärfer auf
403 Brief zurück. Die Neubeſitzanleihe ſchwächte ſich auf 15,20 ab. Im
Einzelnen nannte man an der Nachbörſe u. a.: Siemens 292, Schuckert
1993 AEG 183, Bergmann 201½, Gelſenkirchen 149½, Geſ. für El.
Ver. Glanzſtoff 646—647, Hapag 147, Nordd, Lloyd 149½ Danatbank Schwäche,
Aſchaffenb. Zellſtoff.
Bamag=Meguin.
Berlin el. W.
Berlingkarlsruhesnd
Braunkohl =Briketts
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Teutſch.=Nied. Tel.
Teutſche Erdöl. .
Teutſche Petroleum.
Tonnersmarchütte
Elektr. Lieferung. ..
7. 6. Farben. . .
R. Friſter. ..
Gaggenau Vorz.:
Gelſenk. Verg...
G. f. elektr Untern.
Ealle Maſchinen.
Han Maſch.Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf. .
136.25 5. 10.I
133 25 Hemoor=Zement.
Hirſch Kupfer. 4 10
1235.
ſ153. 10
232.— 43. 42.5 Höſch Eiſen. 4735 175. 65.5 67.5 Hohenlohe Werſe
Kahla Buzelat= 21.625
155. 20.25
101. 188. 185.* Lindes Eismaſch. 11535 154.25 155. 154. Linzel S huh. 83 125 83.— 191— 11
11625 119. 1905 Linke u. Hofmann.
L. Loewe u. Co. 235.25 280. 84.25 83.5 C. Lorenf. 135,873 125.— 148 — I. 145. Rieverlauſitzer Kohl
Norod. Rummi. /473— 17d.— 85.5 85.— Orenſtein. 130.5 2= Rathgeber Waggon 120— 12o. Romba her Hütten. 1335 133,5 Roſizer Zucker. 86.— 85.— 183.5 181. Rütgersverke ... 13.— 955 2894— ſs 293.— Sachſenverk.. 1123.75 121.5 1115 115.— Sächſ Gußſtahl. . 1151. 151.— 32.5 51.— Siemens Glas. 133. 152. 303.12513 314— Ber. Lauſitzer Glas.
Volfſt=oter Porfell. 13375
42,5 121.5
425 1189
10775 157.—
152. Beſtf. C.Lunzendreer
WittenerGusſtahl. 50. 50.25 224.5 222. Wanderer Verke. 124)5 238.
Deviſenmarkt.
4 10 s.10 4. 10 Gelb Brief Geld Briefl Gelo Brisl Helſingſors. t io.,565 10.585 10.ssn10 577 Ftalien .. 22.83 2.54 Wien. .....= 59,12559 243 59.10 59. 22 Baris 15.445113.485 Prag ... 2.,423 12.-443 12.415 12.435 Sthweiz . 6o31 z z0 91 Audapeſt . .. 73.35) 7.49 73.28 73 42 Spanien. 72.81 1293 Sofig. 2.029 3.035 3030 3938 DLanzig. 8i.38 8 81.54 Kolland.... l188. 03 189.37 157.97 169.31 Fupan 1959 8 1.33 T9lo .. 110.39 110.61 110.31 110,53 Nio de Janeiro. .5393 4.53231.505330 Kovenhagen. 12 2s 112,50 11234 11238 Zugoſluoien. 7.393 3 1.1051 Stodholm. 12.78 11309 112n4 1293 3Portugal 20.83 21.37 Lon en.. 20.398 20,438 20.39 20.43 Athen. 3.341 1 3.59 n98 Aires 1.730 1.n794 1770 1.7341 Fonſtartinopel. 2.273 2282 Nem York. .9s 1oss 4.1880 19801 zPanada. 4.193 3 1.2341 Belgien. 59.38 59.48 5233 5448 1 Jruguan 4.243 „254
5. 10
Gelo Briel
2,S7 ſ42.,91
1:.441 15.48
30.,73 e
72.95
z.33
1.3331
„83
25.53
3.514
2213
z.132
1.225
60,32
73,69
2 81.48
957
5043
1381
20.72
7.556
1241
1.250
1234
Erhöhung der Kreditzinsſätze bei der Stempelvereinigung. Die
täglich verfügbare Gelder in proviſionsfreier R=chnung auf 4
Pro=
höht. Die Feſtſetzung der Zinsſätze für Monatsgeld ſteht noch zur
Be=
lung nehmen müſſen.
Ermäßigte Poſtpaketgebühren für Selbſtanfertiger beantragt. Im
Intereſſe der Betriebe, die regelmäßig größere Poſtpaketſendungen
abzu=
fertigen haben und zu dem ſogenannten Syſtem der Selbſtabfertigung
von Poſtpaketen übergegangen ſind, hat der Reichsverband des Deutſchen
Groß= und Uberſeehandels E. V. beim Neichspoſtminiſterium eine
Ge=
blieben unverindert bis auf Roggenmehl, das um 0,50 nachgab. Es bührenermäßigung beantragt. Durch die Selbſtabfertigung erzielt die
Reichspoſt eine nicht unbeträchtliche Erſparnis an Zeit und Arbeit, die
nach dem Vorſchlage des Neichsverbandes des Deutſchen Groß= und
Überſeehandels E. V. in Form eines Abſchlages von 0,10 NMk. pro
Paket den Selbſtabfertigern, die im allgemeiuen als Großkunden der
Poſt angeſehen werden müſſen, zngute kommen ſoll.
Schwierige Anleihever handlungen.
Die Verſchiebung der Preußenanleihe. — Vorausſichtliche
Ablehnung=
der Dollaranleihe der hefſiſchen Städte.
Aus New=York wird gekabelt: „Journal of Commerce” meldet,
daß=
der Reichsbankpräſident Dr. Schacht anläßlich ſeines letzam New Yorker:
zen hielten. Zudem lagen einige günſtige Konjunkturmeldungen vor: die preußiſchen Amerika=Anleihe veranlaßten. Die Federal M ſerve=Ban:
wareninduſtrie über befriedigende Beſchäftigung die Wagenſtellung der breußiſche und ähnichen Anleihen auf die von Dr. Schacht branlaſte=
und von dieſen Stellen befolgte Politik. Die Erklärung des
Staats=
departements ſei das Ergebnis der im letzten Sommer von den
Chfs=
der Zentralnotenbanken ausgearbeiteten Richtlinien. Dr. Schacht
habe=
ſeinerzeit ausgeführt, daß die Emiſſion neur deutſcher Anleihen im
große Zurückhaltung, ſodaß die Umſatztätigkeit ſehr eingeſchränkt blieb. Amerika lediglich den Neparationszahlungen diene und Deutſchland neue=
Verpflichtungen auferlege. Neue Anleihe=Emiſſionen ſollten daher
u=
terbunden waden, damit ſo der endgültige Entſcheidungstag übe=
Vorausſichtliche Ablehnung der Dollar=Anleihe der heſſiſchem
tert iſt, wird, wie wir erfahren, auch die geplante Dollar=Anleihe
der heſſiſchen Städte nicht genehmigt werden. Man geht nichtt
fehl in der Annahme, daß hierzu insbeſondere das ablehnende
Verhalten des Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht beitragen wird
der zuſtändigen Inſtanzen über die Notwendigkeiten ausländiſcher
Kom=
munglanleihen ſind offenbar, trotz den Beratungen der vorigen Woche
in=
eine Sitzung der Beratungsſtelle für Auslandanleihen anberaumt, die ſich
insbeſondere mit der Frankfurter 14½ Millionen=Dollar=Anleihe
be=
ſchäftigen ſoll. Da dieſe Anleihe zu beſonders günſtigen Bedingungen
beſchafft werden kann, ſollte ſie noch vor der abſchließenden Beratung de=
Anleihefrage im Kabinett von der Beratungsſtelle entſchieden werdem
und aus dieſem Grunde waren auch leitende Vertreter der Frankfurte:
Stadtverwaltung nach Berlin berufen worden. Nachdem die
Beratungs=
ſtelle faſt eine Stunde getagt hatte, wurde den Frankfurter Herren mitt
geteilt, daß die Beratungsſtelle ſich vor der Entſcheidung im
Reichs=
kabinett doch nicht mit Kommunglanleihen befaſſen könne. Der Erfolt
verzichten müſſen und die dortigen ſtädtiſchen Elektrizitätswerke zu.
höherem Zinsſatz ſich unmittelbar eine Anleihe werden beſchaffen müſſem
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 5. Oktober ſtellten ſich wi!
Antimon Regulus 85—90, Silber in Barren 76½—7794,
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
(11234), Juni 11234 113). (Fuli 113 (1181/.), Auguſt 113 (113 ½), Sch
tember 118 ½ (113 1), Oktober 110½ (111). November 1102/, (110½
Dezember 1103 (111½,). Für Blei (Tendenz feſter) Januar 42½ (420
Februar 4234 (43), März 43 (431.). April 43 (43½/.), Mai 43 (431t.
Juni 43 (43 ½), Juli 43 ½ (43½), Auguſt 43 1 43¾), September 435
(43341, Oktober 41 (42), November 41 1 (42), Dezember 421/, 1421
Für Zink Januar 53½ (53½), Februar 53½ (53 ½), März 531/, (5314
April 53½/ (58 ½4), Mai 5311, (58 ½). Juni 531), (53 ½) Fuli 531/, (53½
Auguſt 53 (53 ½), September 53 (53½/.), Oktober 53 (54), Novembe=
53 ½ (53 94). Dezember 53½ (5334).
Die Metallnotierungen ſtellten ſich bei der Londoner Börſe vom
Oktober für Kupfer (Tenderz ſtetig!. Standard p. Kaſſe 54—Ty, 3m.
Kaſſe 2671— 12, 3 Monate 2632/g— lo, Settl. Preis 2671 Banka (inoff
prompt 201), entft. Sichten 207/, Settl. Preis 2010: Zink (Tenden
Queckilber ſinoff, Not.) 21½—22, Wolframerz (inoff, Not.) 1274
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chieago, 5. Oktober (Priv.Tel.), /174
Weizen: Heute hielten ſich die Kursſchwankungen in engen Grenzen
Im Verlauf kam es zu einer Abſchwächung auf günſtiges Wetter 5
Eurova und kleine Exportnachfrage.
Roggen: Die Notierungen, ingen im Einklang mit der Haltung 5
Minnegpolis und Verkäuf= in Dezembertenminen etwas zurück.
Hafer: Auf ſteigende Zufuhren neigte der heutige Markt zu II.
* New York, 5. Oktober (Priv.=Tel),
Baumwolle: Die Termine erlittm heute ſtärkere Preisrück=äns 1”
von 36—43 Pkt. auf Grund lokaler Liquidationen, Hedginsverkäufs =
und in Erwartung eines baiſſegünſtigen Regierungsberichtes.
Kaffee: Die Tarmine mußten heute etwa 17—25 Pkk. nachgeben, 2 1138
die Kommiſſionshäuſer Abgaben vornahmen, die Lokonachfrage ſchwa
war und aus Braſilien größere Verſchiffungen gemeldet wurden.
Zucker: Der Markt war heute von einer nervöſen Stimmung g
leitet. Auf Abgaben Europas und niedrigere Londoner Kabel gings
die Preiſe trotz vorüiberg hender Erholung bis gegen Schluß m
1—2 Pkt. zurſick.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Oku
Getreide. Weizen: Dez. 130¾ März 1333, Mai 136½
Mas: Dez. 93½, März 96½, Mai 98½; Hafer: De= B=
März 503, Mai 512; Roggen: Dez. 95½, März 99½, M
10038.
Schmalz: Okt. 12,37, Dez. 12,60, Jan. 12,97½.
Fleiſch: Okt. 12,00, Dez. 1197½. Jan. 12,80. Speck: lo-
12,25; leichte Schweine 10,60—11,70, ſchwere Schweine 10,50 b
11,75; Schweinezufuhr: Chicago 12 000, Weſten 65 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 5. O.=
Getreide. Weizen Nr. 2 rot 1413, hart 142½; Mais: no
ank. Ernte 102½, Mehl: ſpring wheat clears 6,65—7,00;
Frach=
nach England 2.0—3,6 Schilling, nach dem Kontinent 10—12 6*
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,15: Talg: extra 8½.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 64: Loko 15,9
Okt. 14,65, Nov. 1430, Dez. 13,78, Jan. 13,55, Febr. 135
März 13,50, April 13,55, Mai 13,68, Juni —, Juli 13,74.
Kleine Wütſchafts=Nachrichten.
Der „Evening Standard” ſchreibt im Zuſammenhang mit den M.”
dungen über die Bildung eines deutſch=engliſchen chemiſchen Truſts, d
die Einzelheiten eines ſolchen nunmehr geregelt ſeien, daß es walrſche*
lich ſei, daß ſie auf der A. N.=Sitzung der J. G. Farbeninduſtrie S1
8. Oktober behandelt würden.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung. Sitz Frankfurt2u
hat mit Wirkung vom 4. Oktober eine Preisermüßigung für Zinkblee”
um rund 1½4% eintreten laſſen, nachdem bereits am 22. Septemberek” *
Ermäßigung um 2% erfolgt war.
Die Verhandlungen zwiſchen der deutſchen und belgiſchen Zemer
induſtrie über Lieferungen nach Hollund wurd n am 4. Oktob r in 459
fortgeſitzt. An der Verſammlung nahmen auch die Vertreter. O0
Magſtrichter Fabrik teil.
Infolge der Stabiliſierung ſieht ſich die belgiſche Induſtrie, 2
bekanntlich ſchon auf dem Gebiete der Gruben= und Hüttenbetrie”
größere Vollfuſionen zum Zwecke der Rationaliſierung der Betrie”
durchführte, nunmehr auch au Zuſammenſchlüſſen auf dem Gebiete29
Kunſtſeiden= und Elektroinduſtrie veranlaßt.
Nach Schätzung des franzöſiſchen Landwirtſchaftsminiſteriums wi
die diesjihrige Weizenernte auf 77.39 Mill. Zentner geſchätzt. Die Rogge”
ernte veranſchlagt man mit 9,34 (7,63) Mill. Zentner, die Gerſtenerr”.
mit 12,10 (9,98) Mill. Zt. und die Haferernte mit 54,07 (52,85) Mill. 2
gtrage.
Aſnd ſt
forderunt
Gericht
det gerit
teilung
4 bigers 4
des Rch
2.Reich=
14M
i
1”
2
us
Mdechel
Nummer 277
Donnerstag, den 6 Oktober 1927
Seite 13
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
ſtütragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
ſun dwirts Georg Ruths des Dritten in Ober=Modau
Wrundbuch eingetragen waren, ſollen
(15392a
ſienstag, den 6. Dezember 1927, nachmittags 31/, Uhr,
ſich das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle Zimmer
. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſekkung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 21. Juni 1927 in das
ſurndbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
mgsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
td, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
firerung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
ſuecht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
ſurbhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
18 geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
lling des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
gus und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
s Mecht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
tſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
hr ahrens herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht der
irtteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſaDes tritt.
Darmſtadt, den 30. September 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
ſudbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band XI, Blatt 505.
Betrag der
Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
III 482 Bauplatz Eckhardtſtr. 88 500 RM.
III 483 Hofreite Nr. 33 da=
243 6500 RM
ſelbſt
III 484 Grabgarten daſelbſt 160 1000 RM.
Die Küchenverwaltung des Heſſ.
Poli=
farnts Darmſtadt — Abt. Bereitſchafts=
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Darmſtadt, den 5. Oktbr. 1927. (15402
Portner
Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Brandfarter Kardoericht ooilt d. Ott. Lost.
tweäiſche Staatspapierel, 5. 9.
a) Deutſche
inne Zinsberechnung
Ruächsanl.=Ablöſ.=Schuld
ind chl. Ausloſ.=Scheinen
1. Teill 54.9
II. Teil
Rukchsanl.=Ablöſ.=Schuld
he Ausloſ.=Scheine. .
At. Schutzgebietanl.
e) Auskändiſche
m osnienL. E.=B.b.1914
„ L.=Inveſt.=Anl. 1914
W„ v. 1898 ........."
(M „ v. 1902 ........."
„
krulgar. Tabak 1909 .
12N Oſt. Staatsrente 1913
(d.*. ab 1918 ... ....
(2 Oſt. Schatzanweiſ.ſtfr.
1014............."
(2 Oſt. Silberrente ...
„ Goldrente
„„(lt.Innsbr. Abk.
„ einh. Rente (konv.
Fwrtugieſ.(Spez./6.III
Mum. am. Rente v. 03.
12a, — Goldr. v. 13 ..."
am. Rente konv..
am. „ v. 05
Wirk. (Admin.) v. 1903
(Bagdad) Ser. I
(Bagdad) Ser, II
unifiz. 1903 ...
v 1911, Zollanl.
121 Ung. Staatsr. v. 1913
Staatsr. v. 1913
*
.innsbr. Abk.) .... . .
73
„ Staatr. v. 14
(½ „ Staatsr. v.1914
„nnsbr. Abk.) .. . . . . .
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5% Preuß. Roggenwert=Anl.
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11.725
7.22
12.1
12.8
13
15
15.5
16.85
13.1
12.8
3.25
11.95
9175
Oblig. v. Transportanſt.
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5% Oſt. Südb. (Bomb.) ſtfr.
2,6% Alte Oſt. Südb. (Lomb.)
2.6 Neue Oſt. Südb. (Lomb.)
4% Oſt. Staatsb. v. 1883 ...
3 „ 1b. 8.Em.
„abgeſt,
3%0 „ „
2Em.
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2 „
v. 1885.
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Erg. Netz
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3% Raab=Sedenbg. v. 83...
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1.9 4200 10 71 271 600 10% 185 185 1. 10 100 143 1a9 1. 10. 333. 12 1. 10. 1000 238 Ra 1. 19. 250 20 333 327 1. 10. 300 109 178 175 1. 7 200 107 477 L. 10. 200 10% 475
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200
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720
6%
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1. 1. 40
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1.7. 140
1. 1.: 120
15. 2. 300
2n8.5
90
140.5
112.5
1o8
15
92
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160
80
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93
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65.25
162
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197.5
150
306
99.25
175
139
145
100.5
Rr
291.5
85
138
117
17.5
104.9
53
111.25
93
54
97.5
81.25
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83
64
159.75
198.5
195.5
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310
100.25
84.25
178.5
140
155
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Donnerstag, den 6. Oktober 1927
Nummer 277
Palast-Lichtspiele
Heute letzter Tag!
Das reizende Film werk:
Landestheater.
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Ein heiteres Filmspiel nach der gleichnamigen
Operette von OSCAR STRAUSS —8 Akte!
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Eine Geschichte von lustigen Streichen und
ernsten Abenteuern
Bel Bouolliäfef
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Liebes-Abenteuer, aufregende u heitere Episoden
In der Hauptrolle: Ramon Novarro
der Hauptdarsteller aus „Ben-Hur‟
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Bühnenbild:
L. Schenck von Trapp
Mitwirkende:
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Käthe Gothe
Felicitas Gutmann
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Elſa Knott
Käthe Meißner
Kitty Stengel
Mela Wigandt
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Hansjoach. Büttner
Karl Ebert
Werner Finck
Ulrich Folkmar
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Richard Jürgas
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EINLADUNG
zur Mitglieder-Versammlung am Freitag, d. 14. Okt. 1927,
abds. 8 Uhr, im Hotel Prinz Karl, Ecke Schul- u. Karlstr.
Tagesordnung:
1. Bericht über die diesjährige Hauptversammlung.
2. Neuwahl des Verwaltungsstellen-Vorstandes.
3. Verschiedenes.
(15361
Wahl- und stimmberechtigt eind nur volljährige, d.h.
21 Jahre alte Mitglieder. Die Mitglieder müssen sich am
Saaleingang durch Vorlegung d. letzten Beitragsguittung
ausweisen Soweit Sammelrechnungen für ganze Firmen
ausgestellt werden, haben die Verwaltungestellen auf
Verlangen Mitgliedschafts-Ausweise auszustellen.
Fa-
milienangehörige können an der Versammlung nicht
teilnehmen.
Der Verwaltungsstellenvorstand.
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Aiut
ell
Nummer 277
Donnerstag, den 6 Oktober 1927
Seite 15
Das flammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
Wenige Minuten ſpäter kamen ein Buchhalter und ein
Sitt iber des Bankhauſes Ernſtheimer, grüßten höflich, hielten
ſaber in reſpektvoller Entfernung vor den Herren. Es fehlten
mroch der Bankier und Düſtingen. Aber da ſauſte auch ſchon
EAwohlbekannte dunkelgrüne Auto um die Ecke des Bahnhofs=
Aüges und hielt gleich darauf dicht bei den Männern.
Ernſtheimer ſtieg aus. Zur größten Verwunderung der
War=
tlmen wandte er ſich noch einmal dem Wagen zu und reichte
jeurden ſeine Hand in das Innere des Kupees. Es war Käthe,
Kyer beim Ausſteigen behilflich war. Und hinter ihr ſprang ihr
Ahder Bob aus dem Wagen.
Der Bankier ſchwenkte den Hut gegen die herbeieilenden
Sdreri. „Wir haben Zuwachs erhalten,” rief er, nachdem er
ihhm Gruß erwidert hatte, „meine Tochter hat mir geſtern abend
Alölrh mitgeteilt, daß ſie mit von der Partie ſein will.”
„Ein hervorragender Einfall,” entgegnete Profeſſor Ender,
„9 Fräulein wird hiermit feierlichſt zur Nordpolfahrt einge=
TIädn-
Hääthe ſah entzückend aus. Sie trug ein Sportkoſtüm aus
Geinenem Tuch, das mit Pelz verbrämt war. Auf ihren Locken
füſnſerne braune Zipfelhaube. Heinrich, der den Bankier und
ſüſt Rinder begleiten ſollte, trug ihren Pelz, der für die
Abend=
ſüſdem beſtimmt war.
Jedem einzelnen reichte Käthe die Hand. Dabei lachte ſie
üüchm ütig. Ob es Freude darüber war, daß ſie mitfahren
ſoſk, oder ob die Erſcheinung des Mannes mit dem grünen
Er ſie in Heiterkeit brachte, war nicht zu erſehen. Jedenfalls
aic meinte ſie, zu Ender gewendet: „An Ihnen ſehe ich erſt,
i” lt es heute ſein muß! Selbſt habe ich es bisher nicht
ge=
fyMt:
lückliche Jugend,” gab der Profeſſor zur Antwort, „du
bllſiert noch ſo viel innere Wärme, und ein Schnupfen iſt bei dir
rumiwerflogen”.
serbert Brakke wurde ſofort durch Ernſtheimer
beſchlag=
imAh. der ihn mit ſeinem Sohne bekannt machte. Der Doktor
ſeche jungen Menſchen zum erſtenmal, aber er hatte ſchon viel
vihihm gehört. Wie über den Vater, hatte ihm Lotte auch
ürſche wen Sohn erſchöpfend Auskunft gegeben. Allerdings eine
füſrhsbert Ernſtheimer junior, den man kurzweg Bob nannte,
hüſſtt lbeſchämende Auskunft. Denn er war ſeiner Eltern
Sor=
guſtnD. Obwohl er erſt zwanzig Jahre zählte, konnte man
ihm wenig Gutes nachſagen. Er ſpielte ſeit ſeinem vierzehnten
Jahre mit großem Erfolg den Lebemann.
Unzählig waren die Streiche, die man von ihm berichtete.
Keine Freundin Käthes war vor ihm ſicher. Keine Kammerzofe
ſeiner Mutter ließ er unbeachtet, wenn ſie ein hübſches Lärvchen
hatte. In den Nachtlokalen der Stadt war er eine bekannte
Perſönlichkeit. Er vergeudete viel Geld. Aber ſein Vater
be=
glich pünktlich immer wieder die Schulden dieſes
hoffnungs=
vollen Sprößlings und tröſtete ſich wohl damit, daß dieſer doch
über kurz oder lang einmal zu Verſtand kommen würde.
Dabei war Bob ein bildhübſcher Junge, ſchlank und
kräf=
tig, mit einem wohlgebildeten Antlitz und großen, dunklen
Augen. Auch gab es Augenblicke, in denen man ihn
liebge=
winnen mußte. Zuerſt einmal, wenn er ſo harmlos plauderte,
wie es oft ſeine Art war. Am ſtärkſten aber war ſeine Kraft,
Menſchen für ſich zu gewinnen, ſobald er ſeine Geige zur Hand
nahm. Wäre er der Sohn eines armen Teufels geweſen, ſo
hätte er durch ſein Spiel Ruhm und Vermögen erwerben
können. So aber war er zu faul, dieſes herrliche Talent
aus=
zunutzen. Vater und Mutter mußten ihn anflehen, wenn
ſeine Lehrer erſchienen, die Gelegenheit wahrzunehmen und ſich
in ſeiner Kunſt weiterzubilden.
Herbert wurde von Bobs Weſen ſofort gefangen genommen.
Der Junge ſah ihn mit ſeinen großen Augen forſchend an und
ſogte dann mit lächelnder Herzlichkeit: „Wie freue ich mich, Sie
endlich kennen zu lernen, Herr Doktor. Schade, daß ich kürzlich
nicht zu Hauſe war, als Sie uns beſuchten. Sie ſollen ſo
wun=
derſchön die Orgel geſpielt haben. Käthe hat beinahe geweint,
als ſie mir davon erzählte und ſich an Ihr Spiel erinnerte.”
Ernſtheimer wurde von Gubaſſy beiſeite gezogen. Düſtingen
fehlte noch, und man dachte ſchon daran, ihm zu telephonieren.
„Sie wollen mir ſchmeicheln, glaube ich, Herr Ernſtheimer,”
wehrte ſich der Chemiker, aber die dunkle Rötze, die ſein Antlitz
überflog, bewies, daß er ſich freute.
„Erſtens ſchmeichle ich nicht, weil ich ja einſach Käthe als
Zeugin anrufen könnte, und dann bitte ich gleich zu Beginn
un=
ſerer Bekanntſchaft darum, daß Sie mich Bob. nennen, Herr
Doktor.”
„Alſo gut, Herr Bob.”
„Nein . . . einfach Bob. Ich bin noch ſehr jung!”
„Das weiß ich.”
„So . .. haben Sie ſchon von mir gehört?” Und der Junge
blickte den blonden Mann lächelnd an, während er ein Auge
zu=
kniff und mit dem anderen lebhaft blinzelte.
„Gewiß habe ich ſchon von Ihnen gehört.”
„Na ... dann werden Sie wohl eine ſchöne Meinung von
mir haben."
Herbert Brakke unterhielt ſich mit Bob vortrefflich. Nur zu
gern hätte er aber auch mit Käthe geſprochen. Sie ſtand mit
den übrigen Herren zuſammen und ließ ſich von Gubaſſy die
be=
vorſtehende Fahrt ſchildern. Von Zeit zu Zeit kam es dem Dok=,
tor ſo vor, als blicke ſie zu ihm hinüber. Aber er täuſchte ſich
wohl. Jetzt lachte ſie wieder über Profeſſor Ender, der
behaup=
tete, man müſſe anfrieren, und deshalb von neuem ſeinen
In=
dianertanz aufnahm.
Düſtingen erſchien. Aber zur größten Ueberraſchung der
Wartenden kam auch er nicht allein. Wahrſcheinlich hatten ſich
Ellen und Käthe verabredet, denn die Amerikanerin begleitete
ihren Gatten. Sie war ebenfalls ſportmäßig gekleidet und ſchien
in beſter Stimmung. Als ihr Doktor Brakke vorgeſtellt wurde,
war ſie ſehr liebenswürdig und verriet, daß ſie von Düſtingen
viel über ihn vernommen hatte. Ihren Mann kannte der
Che=
miker ſeit einigen Tagen. Er hatte ihn bei Ernſtheimer kennen
gelernt.
„Die Damen haben eine kleine Verſchwörung angezettelt.”
ſtellte der Banlier feſt, als er ſeine Geſellſchaft beiſammen ſah,
„ich konnte es mir gleich denken, als Käthe geſtern mit ihrem
Plan herausrückte, mitzufahren.”
„Das haben wir auch getan,” geſtand Ellen ein. „Die Herren
hätten uns übrigens einladen können.”
„Wir wußten micht, daß Sie ſich dieſer Strapaze unterziehen
würden, gnädige Frau,” entſchuldigte ſich Ernſtheimer.
Kurz darauf konnte man den Zug beſteigen. Die Ausflügler
beſetzten ein ganzes Abteil. Es wurde geraucht und
durch=
eimander geſprochen, bis ſich der Zug in Bewegung ſetzte. Daun
war es mit der allgemeinen Underhaltung zu Ende, und jeder
war auf den angewieſen, in deſſen Nähe er ſich befand.
Um ſo lebhafter ging es an dem Fenſter zu, an dem Käthe
Platz genommen hatte. Herbert und ihr Bruder hatten ſich ihr
zugeſellt.
Käthe hatte um eine Zigarette gebeten und hielt ſie jetzt
zwiſchen den Lippen, während ſie lächelnd dem oberflächlichen
Geſchwätz ihres Bruders lauſchte oder die Augen faſt ſchloß, um
zwiſchen den langen Wimpern hervor auf Herbert Brakke zu
ſchauen. Der Doktor merkte dieſe Blicke. Er wurde verlegen
und hörte um ſo aufmerkſamer auf Bob. (Fortſetzung folgt.)
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Donnerstag, den 6. Oktober 1927
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vormalen Rücken undlange
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Geik und
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Ander e7k mit Klappe wnchen sind,
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Herr I.
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mächt-
ter. Die Hoss int weit und
mit Umschhg vemohen und",
wird meistens abs Bundhose
geschnitten, um eis mit
Lte
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Lsiche, schwarzs Melton- und
Marengo-
begehr. Der Ulster wird in gnnen und
braune, weichen wolligen Sroffen, die
durch Uberkaroe eine dezente Belebung 27
whalten, gefertigt. Auch Shetlandstoffe 2.
Hn L Hnn Orr a 2
pkunf.
„M. —
aultern und dus Ncker iw Arc auf
Eille geurbeitet Die Stellung der zwei
Knopfpaars bilder ein Omdnt. Bei dierm
Modell und die Seitentsieben
einge-
schnitten and mit Klappen verehen. Man
44 m Ladnn Den Batg!
garmen uus Finone meig dunkeiblane Tammgarne
engern balf5
sich dleich 20
Heee en ilerset.
Detechigr zu der Zeit, J.
si H.-.
„ Krwutten Al- Srnßenanzug wird zich nuch wie vor
2i, Ghurleston” der Zweireiherukto bchaupten. Aber auch ,
A, Bronen" dar einreihige Fauon mit drei, auch vogar
wüfe ließen mit vier Knöpfen wird vark begehnt werden.
eewiges Bub‟ Ein besonderes Merkmd für die Machart ,
der nächtten Saison dürften
die geraden, gkigen Schitern sein.
Die lackette uind leicht millien und der
einreihige Sakkoin urtenetwas abgerundet.
Die Revers eind kleineftnd abfallend. Die
Hosen werden nach wic var den weiten
Schnitt aufweisen, 50 daß sis Lnten herum
ama 46 bir 48 Zehtimeter weit sind. Für
dunklere, elegantere Anzüge wird die Hose
ohne Umschlag gearbeitet.
— iztck, und den Liegetmgan
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Wobest aben bwisg Relautchuse. De.
een ueten
u ugnnn n
a ueti
m jen
Ein andere: Fasson, das vornehmlich vö5)
Autofahrern bevorzugt werden wird, it
sbenfalle der Kugelschlüpfer, dessen Läuge
bis zur halben Wade reicht. Er ist auch
P.t weireibiggenrbeiter, dochhast ermindestend
„, vier Knopſpaare, und der Kmgen ist 70 ge-
Go schnitten, daß et hochgeschlossen werden
asf kann. Hier sind außer den Seitentaschen,
die aber eingeschnitten und mit Klappen
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Aelche et
e
D die Bersichnut
Eendes echal
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Wi Fam F etenien Sch
Weiceh, Gestdeier wodau
Een Brchan
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Eiet Rr La,
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„ichkeit keis9
mschl Ein weiteres Modell zeigt den einreibiges
„ehäurchgeknöpften, anf drei Knopf geurbei-
CIteten Reisemantel. Er ist ohne Gurt, har
Taber zwei grobe aufgesteppte Seitentaschen,
wie er ringeherum breit abgesteppt ist. Die
Längen dieser leichteren Formen eind etwas,
B kürzer wie das erste Farson, die Ammelhaben,
WRollaufschläge. Diese Reiseulster in der
leichteren Machart werden bauptsächlich;
K in uni Shetland und in gemasterten
gleich-
artigen Geweben, sowohl mit als auch ohne!“
Abseiten in braunen, mode und grauen-
M 2
ALne mtt un.
Lpigst.
—m Herrenpublikum gur nicht
Frawakten sollen
Ein iasa ue etetetein
Dden,
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Ein ande ites daer derman
Ein Halckedtst, ester eseten
ien ich uteteteten
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Ne lwre Hers wglardten 1am4.
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Wn i R.4
O legenden Ander
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Kleidupge Wird die LRT w a)4
Wade. Der besonder, große Kragen iut zumok
Hochuchlieben geurbeitet, wie überhaupr Ve
AMHdnd Hnn Bnne 2
und klobigen Schnitt aurzeichnet. Diever
Oin M H nn Bmnne wie
den Gürtel, zwei Muff- und zwei Seiten ai
raschen. Die Kanten sind breit abgesteppr,
unten zweimal, und die Armel sogar
drei-
mal, Für diese schwere Form des Heise-.
mantele verwender man großgemnitere
UIsterstoffe mit kariertenAbseitenoder auch 7.
ert
Whipeordgenebs, die dunn imersFnierse!
vescnattigt, die geuen Modelle Kr er,
Herbn und Winter fertigrustellen Dabei-Va4
kanp min feststellen, daß die Machart der
Aprüge uich van den birherigen Buzrons die
nichr allzuviel verindert hat. Besondere. 7½
Merkmale der kommenden Modelle sind.
daß die Jacketis etwas länger als bicher gr.
schnitten und Schultern und Nevers breit
sehalten und Die Hosen sind zmilich
schr weit und haben einen breiten Und
R
„hkngen
„ge Anribute
„Zuhörer jubel-
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