Darmstädter Tagblatt 1927


28. September 1927

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Einzelnummer 10 Pfennige

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1 30. September 2.18 Reſchsmark und 22 pfennig
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämilicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſiattet.
Nummer 269 Mittwoch, den 28. September 1927. 190. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Sireit uſw. erliſcht
tede Verpſſchtung auf Erfüſlung der Anzelgen=
auſträge
und Teiſſung von Schadenerſatz. Bel
Konſurs oder gerſchliſcher Beſtreſbung ſäll ſeder
Nabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darm=
Kädter und Nationalban:.

*Die Beamtenbeſoldungsvorlage.
Die verzögerte Veröffentlichung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichsfinanzminiſter hat mit der journaliſtiſchen Be=
andlung
ſeiner Beſoldungsvorlage keine glückliche Hand. Er hat
Immer wieder die Veröffentlichung des Entwurfes hinaus=
eiögert
, zunächſt unter der Begründung, daß er mit Preußen
ſarid in Hand gehe. Durch eine ziemlich undurchſichtige Indis=
ſe
ion iſt dann die preußiſche Vorlage herausgekommen, und
un zieht ſich der Reichsfinanzminiſter darauf zurück, daß er
ichts ſagen könne, weil ſeine Vorlage an den Reichsrat gehe.
a Reichsratsvorlagen aber vertraulich ſeien, müſſe er ſich des=
als
erſt mit dem Reichsrat in Verbindung ſetzen. Das iſt gerade
ſin= ſtichhaltiger Grund. Wir erinnern nur an die Vorlage über
In Schulgeſetz, bei dem eine ähnliche Geheimhaltung nicht er=
t
iſt. Herr Köhler hat nun den Schmerz, daß die Beamten=
ſirreſpondenzen
den Entwurf herausgeben, ſoweit er die für die
Umxelnen Beamtengruppen vorgeſehenen Gehaltsgruppen enthält.
er eigentliche Grund ſeiner Zurückhaltung ſcheint aber der zu
in, daß immer noch wegen der höheren Beamten und der Alt=
euſionäre
Meinungsverſchiedenheiten beſtehen, die wohl erſt
ſe der Rückkehr Dr. Streſemanns bereinigt werden können.
Die neuen Beamtengehälter.
Berlin, N. September.
DDie Beko (Beamtenkorreſpondenz) veröffentlicht bereits jetzt den
öxültigen, dem Reichsrat unter dem 22. September zugegangenen
at wurf des Reichsbeſeldungsgeſetzes, ſoweit er die für die Beamten in
mn einzelnen Gruppen vorgeſehenen Gehaltsſätze enthält. Für die ein=
ſyen
Gruppen ergeben ſich nach dem Entwurf folgende Zahlen:
WGruppe 1. Miniſterialräte, Konſuln, Direktoren: 8400350010 600
A1 60012600 Mark. Wohnungsgeld III in Stufe 12, Wohnungs=
W II ab Stufe 3.
Sruppe IIa. Oberregierungsräte: 54096000660071007600
R1860091009600 Mark. Wohnungsgeld III.
Sruppe IIb. Regierungsräte, Miniſterialamtmänner als Vorſteher,
4fwirektoren: 48005200560060006400680072007500 bis 7800
ialk. Wohnungsgeld III bei Zulage IV in Stufe 13. Wohnungs=
40, III ab Stufe 4.
TBruppe IIe Miniſterialamtmänner: 4805200560060006400
60720075007800 Mark. Wohnungsgeld IV in Stufe 13. Woh=
ſrursgeld
III ab Stufe 4.
Gruppe IIIa. Regierungsräte als Mitarbeiter, Regierungschemiker:
44900530057006.:0065006900720075007800 Mk. Woh=
gnrsgeld
IV in Stufe 13, Wohnungsgeld III ab Stufe 4.
Gruppe IIIb. Verwaltungsamtmänner, Poſtamtmänner, Beamte
mt Bezügen der Beſoldungsgruppe 410 (nach der alten Bezeichnung)
cten ihre Beſoldungsdienſtalter. Die Stufen ſind 480052005600
F000640067007000 Mark. Wohnungsgeld IV in Stufe 13, Woh=
mur
Sgeld III ab Stufe 4.
Sruppe IVa. Regierungsoberinſpektor und Oberſckretär beim Ver=
ſierungsamt
: In Beſoldungsgruxpe 4 VII bleibt das bisherige Be=
dungsdienſtalter
im günſtigſten Falle 1 von 10 Jahren. Bei Beſol=
dng
Sgruppe 4 UIII iſt das Dienſtalter um vier Jahre verbeſſert. Im
mf igſten Falle beträgt es 14 Jahre. In Beſoldungsgruppe 4 IX iſt
6 Dienſtalter um acht Jahre verbeſſert (es handelt ſich hier um die
ten Bezeichnungen). Die Stufen find: 30003300360039004200
4047004950530054505700 Mark. Wohnungsgeld V in Stufe
13. Wohnungsgeld IV ab Stufe 4.
Sruppe IX B. Oberregierungsſekretär, techniſcher Inſpektor, Ober=
ſegraphenſekretär
, Poſemeiſter: Beſoldungsgruppe 4 Vll, bisheriges
hſoldungsdienſtalter im günſtigſten Falle 14 Jahre. Beſoldungsgruppe
MIII vier Jahre verbeſſert, Beſoldungsgruppe 4 IX acht Jahre ver=
Nert. Die Stufen ſind: 2800305033003550380040004200
10460048005000 Mark. Wohnungsgeld bei Stellenzulage IV,
Vhrrungsgeld V in Stufe 13, Wohnungsgeld IV ab Stufe 4.
Sruppe IVe. Sondergeprüfter Oberſekretär (behalten das Beſol=
ings
dienſtalter): 2800305033003550380040004200 Mk. Woh=
ime
sgeld V ab Stufe 13, Wohnungsgeld IV ab Stufe 4.
Sruppe Va. Photographen, Oberwerkmeiſter: 280030003200
10360037503900406504200 Mark. Wohnungsgeld V in Stufe
3. Wohnungsgeld IV in Stufe 4.
Gruppe Vb. Miniſterialkanzleiſekretär, Waffenmeiſter, Förſter: 2300
5502003000320034003600380040004200 Mark. Woh=
insgeld
V in Stufe 15, Wohnungsgeld IV ab Stufe 6.
Gruppe VI. Oberwerkmeiſter, Maſchinenmeiſter, Telegraphenwerk=
liſter
: 24002600R75023003050320033503500 Mark. Beſol=
ingsgruppe
A Vl, bisheriges Beſoldungsdienſtalter. Wohnungsgeld 5.
Gruppe VII. Sekretäre, Kanzleivorſteher, Poſtſekretäre: Beſol=
ſugsgruppe
4 VI bisheriges Beſoldungsdienſtalter: B5025003650
9023503100320033003400 Mark. Wohnungsgeld V.
Gruppe VIIT A. Aſſiſtenten: 200020902180227023602450
4026202/00 Mark. Wohnungsgeld V Beſoldungsgruppe A V bis=
liges
Beſolſdungsdienſtalter.
Gruppe UIII B. Poſtaſſiſtenten Telegraphenaſſiſtenten (weiblich),
Pſtbetriebsaſſiſtenten, Telegraphen=Betriebsaſſiſtenten (weiblich), Beſol=
igsgruppe
4 IV bisheriges Beſoldungsdienſtalter, im günſtigſten Falle
Jahre. Beſoldungsgruppe 4 V vier Jahre verbeſſert. Die Stufen

40 Mark. Wohnugsgeld II imn
Eife 7.
Gruspe XI. Oberpoſtſchaffner, Amtsgehilfen, Botenmeiſter: 1500
101680177018601950204021202200 Mark. Wohnungsgeld
in Stufe 16, Wohnungsgeld V ab Stufe 7.
Gruppe XII. Meiſter Hauswarte, Poſtboten. 150015801650
1018001880195020302100 Mark. Wohnungsgeld VI.
Die Wohnungsgeldzuſchüſſe ſind folgende: Ortsklaſſe I: Son=
klaſſe
A00. 4 1800, B 1500, C 1140, D 1000, E 840 Mark. Orts=
aſſe
II: Sonderklaſſe 1680, 4 1440, B 1200, C 900, D 660 Mark.
Atsklaſſe III: Sonderklaſſe 1320, 4 1140, B 900, C 720, D 540
hrk. Ortsklafſe II: Sonderklaſſe 960, 4 810, B 660, C 540,
9386 Mark. Ortsklaffe V: Sonderklaſſe 720, 4. 612, B 504,
1206, D 288 Mark. Ortsklaſſe Vl. Sonderklaſſe 598, 4 444,
B372, C 28, D 216 Mark. Ortsklaſſe III. Sonderklaſſe 336,
1B8. B 240, C 180, D 132 Mark.

Zu dieſen Sätzen gibt es ab 1. Oktober 1927 im ganzen 20 Prozent
Erhöhung. Für Berlin bleibt ein Sonderzuſchlag von 5 Prozent. Der
Kinderzuſchlag beträgt 20 Mark.
Vorſchüſſe auch für die Kriegsbeſchädigten und
Kriegerhinterbliebenen.
Berlin, 27. September.
Der Reichstagsausſchuß für Kriegsbeſchädigtenfragen be=
währung
von Vorſchüſſen auf die nach der Novelle zum Reichs=
verſorgungsgeſetz
zu erwartende Erhöhung der Militärrente. Der
Ausſchuß beſchloß, auch den Kriegsbeſchädigten und Krieger=
hinterbliebenen
Vorſchüſſe zu zahlen. Zur Vermeidung von tech=
niſchen
Schwierigkeiten ſoll jedoch hier die Regelung in der
Weiſe erfolgen, daß die Vorſchüſſe für die Monate Oktober und
November gleichzeitig, und zwar zuſammen mit der Rente für
November gezahlt werden. Als Zahltag wird in dieſem Falle
vorausſichtlich der 27. Oktober in Frage kommen. Der Vorſchuß
ſelbſt beträgt bei den Beſchädigten monatlich etwa 25 Prozent der
bisherigen Rente. Infolgedeſſen erhalten die Geſchädigten Ende
Oktober zu ihren geſetzichen Rentenbezügen nicht, wie bisher,
eine Rentenerhöhung von 22 v. H., ſondern unter Zuſammen=
faſſung
der Novemberrente und der Vorſchüſſe für Oktober und
November eine ſolche von 80 v. H. der Grundbeträge. Bei den
Hinterbliebenen iſt für die gemeinſame Zahlung eine Renten=
erhöhung
von 40 v. H. vorgeſehen. Die Zuſatzrentenſätze werden
in der bisherigen Höhe weiter gezahlt.
Reichsſiädtebund und Beſoldungsreform.
Der Vorſtand des Reichsſtädtebundes hat in ſeiner geſtrigen
Sitzung in Berlin eine Entſchließung gefaßt, in der es zur
Beſoldungsreform u. a. heißt: Für die neuen Ausgaben, die
durch eine als notwendig erkannte Beſoldungsreform und die
Durchführung eines Reichsſchulgeſetzes den Städten auferlegt
werden ſoll, finden ſie in den bisherigen Einnahmequellen keine
Deckung. Einer weiteren Beſchränkung ihrer Ausgaben ſind in
Anbetracht der bereits vollzogenen Streichungen enge Schranken
gezogen worden. Wenn den Städten daher von Reich und Län=
dern
keine neuen Mittel für die Neuausgaben überwieſen wer=
den
, bleibt ihnen keine andere Möglichkeit, um ihre Verpflich=
tungen
erfüllen zu können, als eine erneute Erhöhung der Real=
ſteuern
und der Gemeindetarife, die nach ihrer Auffaſſung in
den meiſten Städten nicht mehr zu verantworten iſt. Dies zu
verhindern, iſt in gleicher Weiſe eine reichs= und ſtaatspolitiſche
Notwendigkeit.
Forderungen der Saarbeamten
Saarbrücken, 27. September.
Unter Bezugnahme auf die im Reich bevorſtehende Beſoldungs=
reform
haben ſich die Beamtenverbände des Saargebietes mit
der Bitte an die Regierungskommiſſion gewandt, die augen= lenden Fehlbetrag aus dem Rechnungsjahre 1926 und dem Be=
blicklich
im Reich und in den Ländern ſich vollziehende Aen=
derung
auf dem Gebiete der Beamtenbeſoldung auch im Saar=
gebiet
zur Anwendung zu bringen. Bekanntlich hat die Regie=
rungskommiſſion
im Beamtenſtatut und in der Abrede von
Baden=Baden die Verpflichtung übernommen, die Beamten des
Saargebietes nicht ungünſtiger als ihre Kollegen im Reich zu
ſtellen. Die Saarbeamten erhalten jedoch heute immer noch ein
um ein Zwölftel geringeres Gehalt als ihre Kollegen im Reich.
Das neue preußiſche Studentenrecht.
* Berlin, 27. September. (Priv.=Tel.)
Das preußiſche Staatsminiſterium erläßt ſoeben die neue
Verordnung über die Bildung von Studentenſchaften, die dem
Staatsrat zugeleitet worden iſt. Auf Grund der neuen Verord=
dentenſchaften
ihre organiſatoriſche Zuſammenſetzung ändern
oder die preußiſchen ihre ſtaatliche Anerkennung aufgeben. Die
Verordnung leitet alſo den letzten Kampf um die Orga=
niſation
der Deutſchen Studentenſchaft ein. Die
preußiſchen Studentenſchaften ſtehen jetzt vor der Wahl, daß ſie
die ſtaatliche Anerkennung behalten oder auf den Zuſammen=
ſchluß
mit den öſterreichiſchen Studentenſchaften im Rahmen der
Deutſchen Studentenſchaft verzichten. Wie ſie ſich entſcheiden
wollen, darüber findet bis zum 15. Dezember eine geheime Ab=
ſtimmung
auf allen greußiſchen Univerſitäten ſtatt. Ein Wahl=
kampf
von außerordentlicher Heftigkeit wird die Folge ſein. Der
Ausgang aber bleibt in jedem Falle bedauerlich. Die Studenten=
ſtaatliche
Anerkennung verzichten wollen, ſie werden wohl mit
größerer oder geringerer Zahl ſich unter dem Drucke des Kultus=
miniſteriums
für das neue Statut entſcheiden und damit aus der
großen Organiſation der Deutſchen Studentenſchaft ausſcheiden hergerichtet, in der vierten ein Rittergut gekauft uſw. Es iſt ganz
müſſen. Es könnte alſo geſchehen, daß mehr als die Hälfte der
Studentenſchaft der deutſchen Univerſitäten aus der Deutſchen
Studentenſchaft austritt, die damit zerſchlagen wird.
Interfraktionelle Beſprechungen.
Die ſchon vor Wochen angekündigten Beſprechungen
zwiſchen Zentrum und den Deutſchnationalen
nalen hatten dieſe Ausſprache bis nach ihrem Parteitag zurück=
geſtellt
und Herr von Guérard hat nun die Einladung zum
3. Oktober herausgegeben. Das Programm umfaßt das geſamte
Arbeitsprogramm des Reichstags im kommen=
den
Winter, insbeſondere auch die Auslegung der Realſteuern auf die Privatwirtſchaft ſoweit als irgendmöglich zu
Richtlinien. Wir haben keinerlei Sorge, daß es den Par=
teiführern
nicht gelingt, die hier entſtandenen Differenzen aus

der Welt zu ſchaffen.

* Die ſinanzielle Notlage Sachſens.
In Anbetracht der Tatſache, daß die finanzielle
Notlage der Länder eine allgemeine Erſcheinung iſt,
unter der wir ja auch beſonders in Heſſen ſtark zu
leiden haben, dürften die nachſtehenden Ausführun=
gen
unſeres ſtändigen Dresdener Mitarbeiters für
unſere Leſer nicht unintereſſant ſein. D. Schriftl.
Die Tatſache, daß Preußen aller Wahrſcheinlichkeit nach die
erheblichen Mittel zur Durchführung der Beſoldungsreform, die
endlich für die Geſamtheit der deutſchen Beamtenſchaft einen
einigermaßen zulänglichen Ausgleich ihrer wirtſchaftlich bedräng=
ten
Lage bringen ſoll, ohne eine Erhöhung der Steuern zur Ver=
faßte
ſich in ſeiner Sitzung am Dienstag mit der Frage der Ge= fügung zu ſtellen vermag, hat in dieſen Tagen zahlreichen Orga=
nen
der ſächſiſchen Preſſe Anlaß zu eingehenden Betrachtungen
der Wirtſchafts= und Finanzlage Sachſens, vor allem des ſäch=
ſiſchen
Staats, gegeben. Die gemeinſame Einſicht dieſer Dar=
legungen
gipfelt berechtigtermaßen in der Feſtſtellung, daß die
Ausſichten Sachſens im Vergleich zu anderen deutſchen Glied=
ſtaaten
und auch zur nicht ungünſtigen Entwicklung der Reichs=
finanzen
keineswegs günſtig zu nennen ſind. Die ſächſiſchen
Staatsfinanzen befanden ſich, als ſie vom gegenwärtig amtieren=
den
Finanzminiſter übernommen wurden, bereits in einem Zu=
ſtand
der Anſpannung, der zu außerordentlichen Bedenken Anlaß
gab. Im Haushaltsplan für 1927 mußte denn auch mit einem
Fehlbetrag von 25,6 Millionen Mark gerechnet werden, der dann
in einem Ergänzungsgeſetz zum Etat auf 27,2 Millionen Mark
beziffert wurde, ohne daß damit auch nach Anſicht der Regierung
die wahrſcheinlich höchſte Steigerung des ſtaatlichen Finanz=
bedarfs
zum Ausdruck kam. Wie richtig dieſe Vorausſicht der
ſächſiſchen Regierung in dieſer Hinſicht geweſen iſt, das hat ſich
leider ſchon in den erſten Monaten des neuen Rechnungsjahres
ſehr raſch beſtätigt. Unvorausgeſehene kataſtrophale Naturereig=
niſſe
, wie ſie zum Teil die Dämmbruchkataſtrophe in Böhlen und
in vollem Umfange das ſchwere Unwetter, das in der Nacht vom
8. zum 9. Juli über das öſtliche Erzgebirge niederging, darſtellen,
haben an die ſächſiſchen Staatsfinanzen Anforderungen geſtellt,
die weit über das tragbare Maß hinausgehen. Noch läßt es ſich
nicht ebſchätzen, welche Schäden der Summe nach vom ſächſiſchen
Staat in den (Zebieten der Müglitz und Gottleuba beglichen wer=
den
müſſen. Daß es ſich dabei aber, auch wenn das Reich den
vielen Anträgen und Erſuchen um tätige Mithilfe in weitgehen=
dem
Maße ſtattgibt und auch wenn die Privatſammlungen, die
immer noch im Gange ſind, weſentliche Beträge abwerfen, um
zahlreiche Mill onen handeln wird, ſteht ganz außer Frage. In
dieſem Augenblick bedeutet natürlich die immer näher heran=
rückende
Notwendigkeit, die Beamtenbeſoldung in Uebereinſtim=
mung
mit der bevorſtehenden Reichsregelung entſprechend zu er=
höhen
, einen für die ſächſiſchen Staatsfinanzen kaum noch er=
tragbaren
Druck. Nach zuverläſſigen Vorausſchätzungen würde
die Laſt, die allein im Rahmen des laufenden Etats nachträglich
in Erſcheinung treten müßte, für die Erhöhung der Beamten=
beſoldung
mit ungefähr 13 Millionen Mark einzuſetzen ſein. Rech=
net
man den durch die Unwetterſchäden erforderlich gewordenen
Staatsaufwand mit rund 15 Millionen Mark, ſo würden dieſe
Summen zuſammen mit dem ſich auf 39,25 Millionen Mark ſtel=
darf
des außerordentlichen Etats aus demſelben Jahre mit 59,79
Millionen Mark auf über 120 Millionen Mark ſtellen. Das iſt
in Anſehung der auf rund 381 Millionen Mark berechneten Ge=
ſamtetatbilanz
für das laufende Rechnungsjahr eine ganz gewal=
tige
Summe, über deren Aufkommen und Aufbringungsmöglich=
keiten
ſtarke Zweifel am Platze ſind. Sicherlich wird hier von
Reichswegen in weitgehender Weiſe entgegengekommen werden
müſſen, aber ebenſo ſicher wird ſich Sachſen, in einer ganz be=
ſtimmten
Richtung ſelbſt anzuſtrengen haben, um dieſe drohende
Finanzkalamität zu überwinden. Das Gebiet der finanziellen
Betätigung, das hier in Betracht kommt, umfaßt weniger die
Staatsfinanzen, auf deren Einſchränkung, ſoweit ſie Ausgaben
darſtellen, das Geſamtminiſterium neuerdings peinlichſt bedacht
iſt, indem es die Verwaltungsausgaben ſoweit als möglich
herabzuſetzen ſich bemüht, als vielmehr auf dem der Gemeinde=
nung
wird eine Koalition der preußiſchen mit den öſterreichiſchen finanzen. Die ſächſiſchen Gemeinden ohne jede Ausnahme klagen
Studentenſchaften nur möglich ſein, wenn die öſterreichiſchen Stu= ſeit Jahr und Tag über ihre ganz ungeheuer ſchwierige Finanz=
lage
. Es ſoll ihnen ohne Zweifel auch geglaubt werden, daß ſie
angeſichts der von ihnen übernommenen umfangreichen ſozialen
Aufgaben ſich keineswegs in einer roſigen Lage befinden; in=
deſſen
muß auf der anderen Seite doch feſtgeſtellt werden, daß in
vielen, ja in den meiſten Gemeinden finanzwirtſchaftlich nicht mit
der Zurückhaltung operiert wird, die der eigenen bedrängten
Finanzlage und der des Staates Rechnung trüge. Es kann hier
gewiß nicht darauf ankommen, mit Einzelbeiſpielen dieſe Sach=
lage
genauer zu beleuchten. Aber wer Gelegenheit hat, die Nöte
der Gemeinden zu unterſuchen und zu beobachten, der wird ſehr
oft finden, daß beſonders die ſozialiſtiſch beherrſchten Gemeinde=
parlamente
eine Ausgabenpolitik zu betreiben belieben, die ſich
ſchaften auf den einzelnen Univerſitäten werden ungern auf die ſchlechterdings mit den finanziellen Notſchreien nicht vereinbaren
läßt. Da wird in der einen Gemeinde dem Bürgermeiſter ein
Ehrenſold gezahlt, in der anderen ein Sportplatz angelegt, in der
dritten für auf Anleihen genommene Gelder ein Gemeindebad
ſelbſtverſtändlich, daß dieſe Großzügigkeit den Glauben an die
Echtheit der Beſchwörungen über die troſtloſe finanzielle Lage
der Gemeinden immer mehr erſchüttern muß, und daß gegenüber
den ans Reich ergehenden Notſchreien zu allernächſt auf dieſe
eigentümlich anmutende Finanzpolitik zu verweiſen iſt. Beſon=
ders
vom Standpunkt der ſächſiſchen Wirtſchaft aus erſcheint es
hier geboten, zu rechter Zeit ein klares Bild zu ſchaffen. Iſt es
doch die ſächſiſche Privatwirtſchaft im weiteſten Sinne, auf deren
ſollen jetzt am kommenden Montag beginnen. Die Deutſchnatio= längſt ausgeſchöpfte ſteucrliche Ergiebigkeit ſich die geheimen Spe=
kulationen
zur Abwendung der ſtaatlichen und auch der gemeind=
lichen
Finanznot richten. Es ſtehen für Sachſen wie für das
Reich die ſogenannten Steuervereinheitlichungsgeſetze in Aus=
ſicht
, deren urſprürgliche Tendenz es ſein ſollte, den Druck der
erleichtern. Nach ihrer bisherigen Geſtaltung, über die ſo hin
und wieder etwas laut geworden iſt, bedeuten dieſe Geſetze in=
deſſen
für die ſächſiſche Privatwirtſchaft geradezu eine Gefahr.

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Seite 2

Mittwoch, den 28. September 1922

Nummer 269

Man wird das beiſpielsweiſe an der bevorſtehenden neuen
Grundſteuer am beſten bemeſſen können. Die ſächſiſche Grund=
ſteuer
, die bisher erhoben wurde, ſtellte ſich, wenn man die
Höchſtzuſchläge der Gemeinden in Anſatz bringt, zuzüglich der
Staatsſteuer auf insgeſamt 7,5 vom Tauſend der Einheitswerte.
Bei dem zu erwartenden durchſchnittlichen Umlageſatz der neuen
Grundſteuernovelle würde dieſer ſächſiſche Tauſendſatz um 1½
überſchritten werden, wobei das Steueranpaſſungsgeſetz es den
Gemeinden noch offen läßt, mit ſtaatlicher Genehmigung weſent=
lich
über dieſe Grenze hinauszugehen. Der ungünſtigſte Fall,
der bei der Aufrechterhaltung der vorliegenden Formulierung
des Steueranpaſſungsgeſetzes für Sachſen eintreten kann, würde
nahezu auf eine Verdoppelung der bisherigen Grundſteuer hin=
auslaufen
. Daß dieſe Steuerverdoppelung, die nicht nur etwa
am Gewerbetreibenden oder am Grundbeſitzer haften bleiben,
ſondern ſich auf die Geſamtheit der Bevölkerung erſtrecken würde,
für die Wirtſchaft im weiteſten Sinne untragbar iſt und ohne
ſchwere wirtſchaftliche Kataſtrophen auch nicht eine gewiſſe Zeit
durchgehalten werden kann, bedarf keines Wortes. Hier muß
dem Gedanken zum Durchbruch verholfen werden, daß mit dem
Ruin der Wirtſchaft weder den Gemeinden noch dem Staat ge=
dient
iſt, und es wird vor allem Aufgabe, der Beratungen im
Reiche ſein, daß dem ſich ſonſt aller Wahrſcheinlichkeit nach rück=
ſichtslos
auswirkenden Zugriff der Gemeinden auf die ſchon
heute über die Maßen in Anſpruch genommene Steuerkraft ein
feſter Riegel vorgeſchoben wird. Der ſächſiſche Staat aber muß
von ſeinen Möglichkeiten, Einfluß auf die Gemeindefinanzpolitik
zu üben, im Sinne der immer noch ſchwer daniederliegenden ſäch=
ſiſchen
Privatwirtſchaft weitgehenden Gebrauch machen. Nur auf
dieſe Weiſe wird es ſich ermöglichen laſſen, das Geſamtbild der
unbeſtritten vorhandenen wirtſchaftlichen und finanziellen Not=
lage
Sachſens zu verehrlichen.
Die Kampagne gegen Rakowſki
Paris meldet die Abberufung Rakowſkis.
EP. Paris, 27. September.
Sämtliche Morgenblätter bringen eine Meldung aus Kowno,
ſvonach der Rat der ruſſiſchen Volkskommiſſäre entgegen ſeiner
urſprünglichen Entſcheidung nunmehr beſchloſſen habe, den Pari=
ſer
Botſchafter Rakowſki abzuberufen. Rakowſki habe in einem
Schreiben an Tſchitſcherin ſelbſt erklärt, daß er die Kampagne
der franzöſiſchen Preſſe nicht mehr ertragen könne, und daher
vorſchlage, ihn gegen den Berliner Botſchafter Kreſtinſki auszu=
tauſchen
. Letzterer habe dies jedoch energiſch abgelehnt. Die
Agence Economique et Financiére behauptet, die Entſcheidung
ſei darauf zurückzuführen, daß Rakowſki das Außenkommiſſariat
unterrichtet habe, wodurch die Erklärung Litwinoffs und die
franzöſiſchen Dementis verurſacht worden ſeien. Die Sowjet=
regierung
beabſichtige, alles auf eine Karte zu ſetzen und ihrer=
ſeits
Frankreich mit dem Abbruch der diplomatiſchen Beziehun=
gen
zu drohen, falls die neuen ruſſiſchen Vorſchläge nicht bis
Ende des Jahres angenommen worden ſeien. Man werde in
Paris die Entſendung einer Delegation nach Moskau anregen.
Rußland dementiert.
Moskau, 27. September.
Die von einer franzöſiſchen Agentur verbreitete Meldung
aus Riga über einen angeblichen Beſchluß der Sowjetregierung,
Rakowſki wegen einer angeblich dem Außenkommiſſariat gegebe=
nen
unrichtigen Information abzuberufen, wird von maßgeben=
den
ruſſiſchen Kreiſen auf das entſchiedenſte dementiert. Auch
die der Sowjetregierung von denſelben Quellen zugeſchriebenen
Abſichten hinſichtlich ihres Verhaltens im Falle einer Ablehnung
des ſowjetruſſiſchen Vorſchlages betreffend die Schuldenregelung,
ſind eine glatte Erfindung.
Der Kampf geht weiter.
F. Paris, 27. September.
Die von Havas wiedergegebene, inzwiſchen aber von ruſſi=
ſcher
Seite offiziell dementierte Nachricht, daß der Rat der Volks=
kommiſſare
beſchloſſen habe, Rakowſki abzuberufen und ihm den
Poſten eines Botſchafters in Berlin zu übertragen, gibt den
rechtsſtehenden Blättern Veranlaſſung, ihren Kampf gegen Ra=
kowfki
mit erneuter Schärfe fortzüſetzen. Der Intranſigeant
ſchreibt, ob dieſe Komödie, die ſich in die Länge ziehe, überhaupt
noch jemanden in Frankreich amüſiere. Die Liberté weiſt auf
die geſtrige kurze Unterredung zwiſchen Briand und Streſemann
hin und erklärt, wenn es richtig ſei, daß Streſemann hierbei
Briand über die Auffaſſung Frankreichs über Rakowſki gefragt
habe, ſo beweiſe das, daß Deutſchland keinen Wert darauf lege,
Rakowſti in Berlin erſcheinen zu ſehen. Warum ſoll ſich alſo
Frankreich entgegenkommender zeigen als Deutſchland?

Vom Tage.
Dem braunſchweigiſchen Landrag, deſſen Wahlzeit mit
dem 6. Dezember d. J. abläuft, iſt ein Antrag der Wirtſchafts=
gruppe
zugegangen, den Landtag am 5. November aufzulö=
ſen
und die Neuwahlen am 6. November ſtattfinden zu laſſen.
Den Bemühungen der ſaarländiſchen Gewerkſchaften iſt es gelun=
gen
, durch Verhandlungen mit ihren Zentralſtellen im Reich zu errei=
chen
, daß ein größerer Betrag zur Unterſtützung der notlei=
denden
ſaarländiſchen Arbeiterſchaft bereitgeſtellt wird.
Der Expräſident der Vereinigten Staaten von Braſi=
lien
, Exz. Silva Bernardes, iſt in Berlin eingetroffen.
Der Vorſitzende der Deutſchen Demokratiſchen
Partei, Koch, iſt in Moskau eingetroffen.
Nach nunmehr im Auswärtigen Amt eingelaufenen zuverläſſigen
Nachrichten befindet ſich der deutſche Aſienforſcher Filchner auf der
Nückreiſe von Lhaſſa nach Indien.
Wie verlautet, wird die am Freitag dem franzöſiſchen
Miniſterrat vorliegende Antwortnote nach Waſhington in
höflicher Form jedes weitere Zollzugeſtändnis Frank=
reichs
ablehnen, ſolange Amerika ſeine Zölle für unabänderlich
ausgebe.
Die parlamentariſchen Mitglieder der Wafd=Partei haben einſtim=
mig
Muſtapha Paſcha Nahas zum Führer der Wafd=
Partei und der parlamentariſchen Wafd=Partei als Nachfolger
Zaghlul Paſchas ernannt.
Nach Meldungen aus China iſt der Ruſſe Borodin in
Sianfu zur Unterſtützung des Generals Feng und der Ruſſe Galen
in der Umgebung von Schanghai wieder aufgetaucht.
Die mit großer Anſtrengung betriebenen Einigungsver=
ſuche
innerhalb der Kuomintang ſind wieder einmal
geſcheitert. Die Hankauer Gruppe hat ſoeben erneut mit der
Nankinger Gruppve gebrochen und verſucht nun, eine rein kommuniſtiſche
Regierung zu bilden.
In Yokohama wurden Maſſenverhaftungen von
Kommuniſten vorgenommen.
Der japaniſche Delegierte auf der Genfer Flottenabrüſtungskon=
ferenz
, Admiral Saito, erklärte nach ſeiner Rückiehr nach Tokio, daß
Japan für die beſchleunigte Einberufung einer
nquen Dreimächte=Flottenabrüſtungs=Konfarenz
eintrete.

Der deutſch=belgiſche Konflikt.
Vor einer deutſchen Demarche in Brüſſel
wegen der Rede Jaſpars.
Der deutſch=belgiſche Streit umdie ſogenann=
ten
Kriegsgreuel ſoll, nach Meldungen, die auf dem Um=
wege
über Paris kommen, auf diplomatiſchem Wege fortgeführt
werden. Das deckt ſich mit Informationen, die auch uns zuge=
gangen
ſind, daß der Vertreter Vanderveldes in Genf, Herr de
Brouquere, keinerlei Vollmachten hatte, um mit Dr. Streſemann
zuſammen zu einem Uebereinkommen zu gelangen. Urſprünglich
hatte Belgien den Vorſchlag gemacht, daß ein gemeinſames Com=
munigué
herausgehen ſollte, worin der Gedanke einer ſchieds=
richterlichen
Unterſuchung feſtgehalten wurde, mit dem Hinzu=
fügen
jedoch, daß der Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen ſei.
Dieſer Vorſchlag iſt von Deutſchland abgelehnt worden. Er kann
nach der letzten Rede Jaſpars überhaupt nicht mehr in Frage
kommen. Es ſcheint jetzt ziemlich klar, daß der belgiſche Miniſter=
präſident
mit der Rede nicht ſo ſehr Deutſchland, wie ſeinen
Miniſterkollegen Vandervelde treffen wollte, den er damit end=
gültig
aus dem Kabinett zu verdrängen hofft. Für uns muß es
aber ausgeſchloſſen bleiben, daß wir uns zum Kugelfang für
innerbelgiſche Streitigkeiten hergeben, und deshalb kann nach
dieſer Rede der Streit nicht einfach begraben ſein. Die Weiter=
führung
auf diplomatiſchem Wege wird daher wohl ſoviel bedeu=
ten
, daß Deutſchland Herrn Jaſpar wegen ſeiner
Rede interpelliert und ihm einen Teil des Materials,
das in unſeren Archiven ſich angeſammelt hat, zur Verfügung
ſtellt, um ihn zu veranlaſſen, darauf zu antworten und ſeine Be=
hauptungen
zu begründen, ſo daß alſo von uns fortgeſetzt auf die
Einberufung eines unparteiiſchen Schiedsgerichts gedrängt wird.
Herr Jaſpar hat übrigens auch in Belgien noch mancherlei
Widerſtände. Es iſt kennzeichnend, daß der Sozialiſt Deſtree, der
in einem früheren Kabinett Kultusminiſter geweſen iſt, ſich ſehr
vernünftig über das ganze Thema ausſprach. Er lehnte es ab,
zu glauben, daß in Deutſchland überhaupt jemand zu finden ſei,
der das Niederknallen von unſchuldigen Zivilperſonen, von
Frauen, Kindern und Greiſen, billige, ſchiebt aber doch die Be=
weispflicht
, daß Franktireurüberfälle auf deutſche Truppen ſtatt=
gefunden
haben, Deutſchland zu. Dieſer Beweis iſt leicht zu füh=
ren
. Er liegt bereits aktenmäßig vor, nicht allein, wie Herr
Deſtree glaubt, in den Aeußerungen einzelner belgiſcher Zeitun=
gen
, die er als Stimmungsmalerei beiſeite ſchieben möchte, ſon=
dern
in den eidlichen Ausſagen von Hunderten, von deutſchen
Soldaten.

*Phantaſtiſche Fahrt.
Von Kaſimir Edſchmid.
Ich gehöre nicht zu den Leuten, denen eine Sache darum
ſchon gefällt, weil ſie ungewöhnlich iſt. Ich bin das Ungewöhn=
liche
genug gewohnt, um zu wiſſen, daß es ebenfalls ſeine Ge=
ſetze
und ſeine Wiederholungen hat. Auch bin ich, was gerade
die See betrifft, auf ſo vielen Schiffen und in ſo vielen Meeren
gefahren und habe ſo merkwürdige Boote kennen gelernt, daß ich
genau weiß: es kommt nur auf die Umſtände an, ob eine Fahrt
amüſant iſt, und auf ſonſt nichts. Mit der Segeljolle von Syros
nach dem Vulkan von Santorin kann eine Spazierfahrt ſein,
wenn das Meer ſeidig bleibt. Aber auf einem Luxusſchiff kann
man dagegen, wenn es ſich trifft, Himmel und Hölle ſehen. Eine
der ungewöhnlichſten Sachen erlebte ich bei einer Gelegenheit,
wobei überhaupt nichts geſchah. Als ich zum ſechſten Male auf
den Iſthmos von Korinth zufuhr, war es auf einem großen
Frachtdampfer. Ich hätte mich ſchlafen gelegt, wenn der Mond
nicht geſchienen hätte. Wir kamen aber mit Hitze von Konſtan=
tinopel
, und die Nacht war von jener Milde, die nur das grie=
chiſche
Meer kennt. Die See iſt ſüß und tiefblau. Man hat das
Gefühl, die tiefe Ruhe komme nicht von dem Himmel, ſondern
aus dem Ozean. Das ſeltſamſte Geheimnis der griechiſchen See
iſt, daß das Meer mit dem Firmament getauſcht hat. Dabei hat
das Waſſer einen beſtimmten Geruch. Nicht wie andere Ozeane,
auch richt wie nach Pflanzen. Es iſt eine Art Blumengeruch,
der unerklärlich iſt.
Zwiſchen Konſtantinopel und dem Iſthmos fährt man immer
durch ein Gewirr von Inſeln. Auch dieſe Inſeln ſind vom
Waſſer anmutig gemacht. Sie hängen wie ſeidige Attrappen
über der Flut, deren Blau ihre ſteilen Küſten bezaubernd macht.
An dieſen ſtillen, aber großartigen Charme der Natur gewöhnt
man ſich raſch. Monatelang hält das Meer ruhig. Wochenlang
fällt kein Regen. Es gehört zu dem Räuberrecht der menſch=
lichen
Natur, dieſen Zuſtand, für ſelbſtverſtändlich zu halten.
Schließlich beſteht das Leben nicht darin, die angenehmen Dinge
als die Ausnahmen zu nehmen. Man geht nach kurzer Zeit
in dieſem Duft und in dieſer orientaliſchen Seligkeit unter wie
eine Pflanze.
Tatſächlich iſt das Aegäiſche Meer ſelbſt viel üppiger und
phantaſtiſcher als die ganze Landſchaft Kleinaſiens und des Pelo=
vonnes
. . . Auch das iſt umgekehrt wie auf dem Kontinent.
Ich fuhr bereits zehn Tage ſeit Konſtantinopel, weil der Dampfer
an jeder Inſel hängen blieb. Er hing ſich an Felſenklippen, die

halb ſo groß waren wie ſein Bug, und wenn der Anker geraſſelt
war, blieb er ſtehen. Ein herrliches Schiff. Faſt ohne Paſſa=
giere
. Inſelbewohner und ein paar Levantiner. Ich mußte
dieſen Steamer nehmen, weil er ganz allein an einer Inſel hielt,
an der ich ans Land mußte. Die Seefahrt iſt hier ſehr erſchwert.
Man kann mit keinem griechifchen Dampfer zwiſchen türkiſchen
Häfen fahren, aber auch mit keinen türkiſchen nach griechiſchen.
Die ſauberen, ſchönen rumäniſchen Schiffe haben dasſelbe Ver=
bot
. Die italieniſchen dürfen nur ankern, wo keine Dampferlinie
der Levante=Staaten laufen. Das iſt bis zum Wahnwitz kompli=
ziert
und ſtellt einen Teil des Nationalbewußtſeins der orien=
taliſchen
Staaten nach dem Kriege dar. Die Bedingungen ſtehen
bereits in den Verträgen von Lauſanne.
Dieſe Fahrt nun war eigentlich deshalb ſo unterhaltſam,
weil faſt nichts paſſierte. Es gab nur zwei Zwiſchenfälle. Im
Zwiſchendeck war eine ſiebzigjährige Frau, die nach Jeruſalem
fuhr, um bei ihrem Heiland zu ſterben. Sie erzählte es jeder=
mann
und bekam täglich ihre Barſchaft geſtohlen. In Samos
warf ein Zwiſchendecker, der zu ſpät kam, ſein Bündel noch in
die Luke und ſprang ins Waſſer, wo man ihn auffiſchte. Das
war alles.
Langſam kommt man bei ſolcher Art des Seefahrens in
einen Trance=Zuſtand. Die Natur iſt eine Serie von heiteren
und großzügigen Bildern, ein ABC von Möven und Klippen,
Häfen und Farben, deren orientaliſche Schönheit, deren Wechſel
und deren prunkhafte Grazie wie ein Traum wird. Daraus
wurde das Schiff nun grauſam herausgefeuert durch die Nähe
des Iſthmos von Korinth. Man hat die Halbinſel hier auf etwa
ſechs Kilometer durchſtochen und ſpart einen Tag Schiffahrt um
den Peloponnes. An dieſer Fahrt auf den Iſthmos zu war
eigentlich nichts merkwürdig, als daß der Mond ſchien. Das
Mondlicht hat im Orient einen anderen Charakter als im mitt=
leren
Europa. Es iſt nicht träumeriſch, es fließt nicht und hebt
die Konturen nicht auf. Der orientaliſche Mond iſt hart, ge=
ſpenſtiſch
trocken. Ein männliches, ſachliches, wunderbares Licht.
Die orientaliſche Natur, welche keine Ueppigkeit kennt, hat nur
die Sonnenuntergänge, um ſich rieſenhaft zu entflammen. Der
Mond gibt ihr daher erſt die Dichtigkeit und die maſſive Wir=
kung
der Zwiſchentöne. Gleichzeitig gibt der Mond dem Orient
aber auch alle Geſpenſtigkeit. Aber die liegt in der Luft, in der
Atemloſigkeit, im Geruch einer ſolchen Nacht. Nicht in ihrem Licht.
Um Mitternacht iſt Salamis rechts. Links Egina. Rechts die
Stadt Megara. Das Waſſer trägt auch in der Nacht hier unge=
heuer
weit, ſowohl den Schall als auch das Licht. Auf dem
Kapitänsdeck liegt der Mond wie Marmor, ein wenig rötlich,

Kehraus in Genf.
Plötzliche Abreiſe Briands.
* Genf, 27. September. (Priv.=Tel.)
Entgegen der urſprünglichen Annahme, daß Briand noch b=i
morgen abend hier bleiben werde, die ſogar vermuten ließ, da
heute nachmittag oder morgen zwiſchen ihm und Dr. Streſemaru
noch eine Unterredung geplant ſei, hat ſich Briand plötzlich em=
ſchloſſen
, anſcheinend auf Nachrichten aus Paris hin, Genf noo
heute zu verlaſſen. Er reiſt infolgedeſſen mit dem Mittagszu
nach Paris, wo er abends 10 Uhr eintrifft.
Abreiſe der deutſchen Oelegation am Mittwockh
Kabinettsſitzung Anfang nächſier Woche.
Die Abreiſe der deutſchen Völkerbundsdelegation iſt für mo
gen nachmittag feſtgeſetzt worden. Die Delegation dürfte arn
Donnerstag nachmittag in Berlin eintreffen. Die Nachricht eins=
Berliner Blattes, daß das Reichskabinett unmittelbar nach de=
Rückkehr Dr. Streſemanns ſich mit der Kriegsſchuldfrage befaſſee.
werde, trifft ſchon aus dem Grunde nicht zu, weil eine Kabinettse
ſitzung erſt für Anfang nächſter Woche angeſetzt iſt. In dieſoe
Sitzung dürfte Dr. Streſemann dann nicht allein die Kriegs=
ſchuldfrage
, ſondern die geſamten außenpolitiſchen Vorgäng,
behandeln.
Schluß der 8 Völkerbundsverſammlung.
Die 8. Seſſion des Völkerbundes wurde heute vormittag mi
einer Schlußanſprache des Präſidenten Guani geſchloſſen. Diü
Schlußſitzung, in der noch eine Reihe von Berichten entgegem
genommen wurde, verlief bei geringer Beteiligung. Außem=
miniſter
Briand nahm an dem Schluß der Sitzung nicht meh0
teil, ſondern ließ ſich durch Paul=Boncour vertreten. In ihre
Schlußſitzung hat die Völkerbundsverſammlung die Einberufun=
einer
erſten Juriſtenkonferenz zur Kodifizierung des
internationalen Rechtes beſchloſſen, welche die dres
Rechtsmaterien: Staatenloſigkeit, Bereich der Hoheitss
gewäſſer und Haftpflicht des Staates für Ausläny
dern auf ſeinem Gebiete zugefügte Schäden behandeln, im Jahre
1929 im Haag abgehalten werden ſoll. Weiter genehmigte die
Verſammlung die Vorſchläge des Budgetausſchuſſes in bezug au=
die
Kredite, die für die Juriſtenkonferenz zur Verfügung geſtell=!
werden ſollen. In ſeiner Schlußrede würdigte Präſident Guani
die Arbeiten der 8. Völkerbundsverſammlung. Er hob insbeſon=
dere
in bezug auf die Arbeiten des Abrüſtungsausſchuſſes her=
vor, daß die erzielte Verſtändigung weit größere Tragweite habe.!
als die Beſchlüſſe des Abrüſtungsausſchuſſes in früheren Jahren.
Nunmehr könne man die Prüfung des Geſamtkomplexes dem
Grundſätze, Schiedsgericht, Sicherheit und Abrüſtung, die die
Grundlagen eines organiſierten Friedens ſein müßten, aufneh=
men
. Mit einem Ueberblick über die Arbeiten, die der Völker=
bund
im Laufe des kommenden Jahres auf Grund der Beſchlüſſe
der 8. Völkerbundsverſammlung vorzunehmen hat und über dies
Ergebniſſe der Weltwirtſchaftskonferenz ſchloß der Präſident nachd
einem kurzen Bekenntnis zu weiteren Erfolgen der Arbeiten dess
Völkerbundes kurz nach 12.30 Uhr die 8. Völkerbundsverſamm=.
Die Weſierplaiten=Frage. Sireſemann er=
hebt
Widerſpruch gegen den Bericht Villegas.
Pertagung der Danziger Frage.
Die heutige Nachmittagsſitzung des Völkerbundsrates be=
gann
mit einer zweiſtündigen Debatte über die Exterritorialität
der Danziger Weſterplatte. Auf Antrag Dr. Streſemanns und
mit Unterſtützung des Senatspräſidenten Sahm wurde der Be=
richt
des Berichterſtatters Villegas, der die
Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zuſtan=
des
für die Weſterplatte entſprechend der Ent=
ſcheidung
des Völkerbundskommiſſars van Ha=
mel
forderte, abgelehnt und die Einſetzung eines
Dreier=Komitees beſchloſſen, das aus dem Bericht=
erſtatter
Villegas und zwei von ihm zu ernennenden Sachver=
ſtändigen
beſtehen ſoll. Dieſes Komitee hat die Aufgabe, das
Exterritorialitätsrecht auf der Weſterplatie
eingehend auf ſeine Rechtsgrundlagen und die
Uebereinſtimmung mit den beſtehenden Vertra=
gen
zu prüfen und dem Rate auf der Dezembere
tagung ein Gutachten zu erſtatten.
Es iſt das erſtemal im Völkerbundsrat, daß ein für Dan=
zigäußerſt
ungünſtiger Beſchlußdes Ratesdurg
den Widerſpruch Deutſchlands nicht zur An=
ſpäter
weiß. Der Kapitän hat mich am Arm mit hinaufgenommen.
Mit den Nachtfernrohren ſchauen wir nach dem Eingang des
Kanals. Das Meer hört plötzlich auf. Da unten ſteht im Ferſe
rohr eine Plakatwand von Lichtern. Das iſt der Anfang des
Kanals. Zwei weiße Lichter oben in der Scheibe ſagen, daß die
Strömung gegen uns iſt. Hier gibt es wie an der Straße 59
Gibraltar und am Bosporus zwei Strömungen. Manchmal flieh‟
das Aegäiſche Meer in das Joniſche. Manchmal iſt die Flut une
gekehrt. Der dritte Offizier hat die Wache von zwölf bis wiei=
Um halb zwei kommen der Kapitän und der erſte Offizier aul
das Kommandodeck. Der Matroſe, der das Steuerrad drehl, ſ
im Dunkeln. Die farbige Plakatwand an Lichtern kommt nähe‟
Der Kapitän ſchmeißt den Hebel an der Uhr auf Stopp. Zu
Signal geht in den Maſchinenraum. Die Antwort kommt zurug,
es ſchellt. Die zweite Uhr raſſelt mit dem Hebel auf Sioee,
Der Kapitän iſt verſtanden. Die Geſchwindigkeit nimmt ab. 2
Offiziere ſind in unerklärlicher Aufregung.
Der Kanal iſt 24 Meter breit. Die Breite des Steamer, ſ
14 Meter. Es bleiben bei dem Rieſenſchiff 5 Meter auf beid.
Seiten. Die kleinſte Verfehlung am Steuer, und das Sch
ſchlägt infolge ſeiner Länge hinten an die Kanalwand. 2
ganze Sache iſt raſend unnatürlich in der Nacht. Am Tag Deſ
man kaum an dieſe Dinge, obwohl es keine beklemmendere. 2
gibt als im Iſthmos. Aber am Tag fliegen in dieſem keko.
graden weißen Schacht Hunderte von weißen Falken und ſc..
und neben dem Dampfer laufen Kinder her und betteln. ee‟
Laut hat hier einen verrückten Ton.
Nun löſt ſich vom Eingang des Kanals ein Motorboot, Mcls
eine elegante Kurve und ſchifft den Piloten aus. In Diele
Augenblick gerät das ganze Schiff in Aufregung. Soßll.
Tiere werden atemlos. Eine kleine Dampfbarkaſſe, flag."
eine Muſchel, ſpannt ſich vor den Dampfer. Der Pilot h0l. De
Kommando übernommen. Ganz vorn an der Spitze des Schlle
wird eine lange Stange befeſtigt. Sie wird mit einem Schl."
werfer beleuchtet. Alles andere Licht wird ausgelöſcht. L
dieſer Stange zielt der Pilot, als er das Rad ergreiſt.
dieſem Viſier geht es ſechs Kilometer lang in den Kanal N
Wenn der Pilot ſich irrt, ſchmeißt vielleicht eine der Wände."
unter. Der durchſtochene Iſthmos beſteht aus einer Wei.
ſteinigen Sandſchicht und rutſcht von Zeit zu Zeit zuſchl
Die Seeleute ſind von der Enge, durch die wir geſchleppt wei.
wie betäubt. Jch habe, ſagt der Kapitän, ſelbſt im Schht.)"
Meer nur einen AiPdruck im Traum: den Kanal."
Für vier Kilometer braucht das Schiff vierzig Miühlt.
Aufreizend wirkt am meiſten die Ruhe. Nur die griechit.

gr.

zollung
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Außenminiſter
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121. Streſemguns.
Der Bericht
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ſunmlung des
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[ ][  ][ ]

Nummet 269

Mittwoch, den 28 September 1927

hme gelangt iſt. Die kategoriſche Erklärung Streſe=
tanns
, dem Vorſchlag des Berichterſtatters auf Aufrechterhal=
au
g der Entſcheidung des Kommiſſars van Hamel ſeine Zuſtim=
jung
nicht geben zu können, machte allgemein großen Eindruck,
a. hierdurch die Beſchlußfaſſung des Rates in der vorgeſehenen
zi iſe unmöglich gemacht worden war. Der deutſche Außen=
zinriſter
Dr. Streſemann erklärte, in der Angelegenheit handele
z ſich um zwei grundſätzliche Fragen: 1. die Frage des Erlaſſes
e: Sicherheitsmaßnahmen auf der Weſterplatte und 2. die Frage
Verzollung der Waren auf der Weſterplatte. Da die Nicht=
1 rritorialität der Weſterplatte allgemein anerkannt ſei, ſo
ume Danzig gar nicht von der Verantwortung für die Sicher=
eir
befreit werden. Dr. Streſemann regte an, ob es nicht mög=
ch
. wäre, daß der Berichterſtatter die Frage nochmals mit zwei
uiſten, die er nach ſeiner Wahl hinzuziehen ſolle, beſpreche
n das Rechtsgutachten dem Rate übermittele. Straßburger
aridte ſich gegen eine neuerliche Verſchiebung dieſer Frage, mit
ſu ſich der Rat ſchon zum 16. Male beſchäftige, worauf der deut=
m
Außenminiſter erklärte, wenn eine weitere Verſchiebung
ſat möglich wäre, ſo ſei er zu ſeinem Bedauern nicht in der
ve, für den Bericht zu ſtimmen. Nach einer längeren Debatte
ſchloß der Rat, wie oben gemeldet, entſprechend dem Antrag
ſr. Streſemanns.
Der Bericht Dr. Streſemanns über die Ge=
ſall
tung des neuen Wirtſchaftsorganismus
ſes Völkerbundes, entſprechend dem Beſchluß der 8. Ver=
im
mlung des Völkerbundes, der die Zahl der Mitglieder des
ſi tſchaftskomitees, wie die Völkerbundsverſammlung beſchloſ=
in
hatte, auf 15 mit dreijähriger Amtsdauer feſtgeſetzt und die
fürt ſogenannten korreſpondierenden Mitglieder des Wirt=
haßtskomitees
einführt, wurde angenommen. Eine Liſte für die
acmmenſetzung des Wirtſchaftsrates wird erſt im Dezember
irgelegt werden.
Die einzelnen Beſtimmungen über die Ernen=
unig
der korreſpondierenden Mitglieder wur=
M infolge des Widerſpruchs des italieniſchen Delegierten
einloja auf morgen verſchoben. Alsdann wurde auf Antrag
13 Ratspräſidenten Villegas
ſe Reſolution der Verſammlung zur Schiedsgerichts=
barkeits
=, Sicherheits= und Abrüſtungsfrage
ſvie die für die Konferenz zur Kontrolle des privaten Waffen=
mpels
erledigt. Sowohl für die vorbereitende Kommiſſion
u Abrüſtungskonferenz, wie für die Sonderkommiſſion zur
hibereitung des Konventionsentwurfs über die Kontrolle der
nmten Waffenfabrikation wurden Belgien und die Tſchechoſlo=
nlei
eingeladen, weiter an den Arbeiten teilzunehmen, wäh=
n
). in der letztgenannten Kommiſſion auch San Salvador ver=
hibt
angeſichts der beſonderen Sachverſtändigkeit des Delegier=
Wuerrero, der ſeit Jahren Berichterſtatter über die Frage
Dagegen hat Guerrero gebeten, San Salvador nicht in die
mlereitende Abrüſtungskommiſſion zu wählen, um den
ſhrnen dieſer Kommiſſion nicht unnötig zu erweitern. Leb=
ht
Auseinanderſetzungen entſpannen ſich bei der
ktſolution über die Beſchleunigung der techniſchen
Vorarbeiten für die Abrüſtungskonſerenz
u beſonders bei einem Zuſatz zu der Reſolution für das
giedsgerichts= und Sicherheitskomiter, den Berichterſtatter vor=
ſchTagen
hatte. Es ſollte eine beſchränkte Zahl beſonderer ſach=
ſſtäändiger
Perſönlichkeiten zu dieſem Komitee hinzugezogen
wrden dürſen, wogegen ſich aber ein lebhafter Widerſtand bei
Saloja (Italien) und Adatei (Japan), ſowie bei Lord Ons=
w/England
) geltend machte. Es ſtellte ſich heraus, daß dieſer
Batz im weſentlichen gemacht worden war, um die Möglichkeit
haben, dem Berichterſtatter für die Schiedsgerichts= und
Eh rheitsfrage, Politis, ſowie einige andere ſachverſtändige
Pſönlichkeiten zu dem Komitee heranziehen zu können. Der
Mlbeſchloß, dieſe Frage auf eine Geheimſitzung zu verlegen,
ſlfdie Ratsmitglieder in öffentlicher Sitzung begonnen hätten,
Eſonenfragen zu diskutieren, was im allgemeinen vermieden
N2.
Gegen 19 Uhr trat der Rat zu einer Geheimſitzung zu=
ſanren
, in der über die Zuſammenſetzung des Wirtſchafts=
ſmtees
und über die Erneuerung des Mandats des Präſiden=
des
autonomen Amtes für die Anſiedlung der griechiſchen
ßlchtlinge Beſchluß gefaßt werden ſoll.
Die Weiterberatung der Tagesordnung für die öffentliche
Sjurig, auf der noch die Salamis=Frage die Maß=
ſam
en für die ruſſiſchen und armeniſchen Flüchtlinge und der
ſtieniſche Antrag zur Schaffung eines Inſtituts für Erziehung,
ſiematographie uſw. ſtehen, wurde auf morgen vormittag
Nüchr vertagt.

Seite 3

Abänderung derheſſiſchenVerfaſſung
und des Tanoragswahigeſetzes.
Nachrufe für Miniſter von Brentano. Ein Mißtrauens
antrag der Kommuniſten gegen den Miniſter
für Arbeit und Wirtſchaft.
Präſident Adelung eröffmet die Sitzung um 10 Uhr 30 Minuten.
Er teilt mit, daß Abg. Felder ſein Mandat niedergelegt hat. An ſeine
Stelle tritt Gewertſchaftsſekretär Weſp. Für den verſtorbenen Ab=
geordneten
Miniſter von Bentano iſt Rektor Winter in den Landtag
eingetreten.
Präſident Adelung widmet ſodann dem verſtorbenen Miniſter von
Brentano folgenden
Nachruf:
Meine Damen und Herren, am 21. Juli d. J. (das Haus erhebt ſich)
iſt einer der älteſten und bewährteſten Pariamentarier und Staatsmänner
des Heſſenlandes, der Abgeordnete und Miniſter des Innern und der
Juſtiz Hear Otto von Brentano, im Alter von 72 Jahren dahin=
geſchieden
. Seit dem Jahre 1897, alſo über 30 Jahre, hat der Verſtor=
bene
dem Heſſiſchen Parlament angehört. Mitglied der heſſiſchen Regie=
rung
war er ununterbrochen ſeit dem November 1918. Aus Anlaß ſeiner
25jährigen Mitgliedſchaft und ſpäter anläßlich ſeines 70jährigen Geburts=
tags
hat der Landtag den Kollegen von Brentano in herzlichſter Weiſe
geehrt und ſeine Verdienſte um Land und Volk gewürdigt.
Nun iſt er von uns geſchieden. Wir haben in tiefer und aufrichtiger
Trauer an ſeinem Grabe geſtanden. Er war in ſchwerer und ſtüirmiſcher
Zeit unſerem Lande und Volke ein treuer Führer und Berater. Uns
allen war er ein lieber Kollege.
Im Namen des Landtags habe ich an der Bahre Otto von Bren=
tanos
Worte des Gedenkens geſprochen und unſere Wertſchätzung, unſere
Verehrung und unſere Dankbarkeit zum Ausdruck gebrachk. Der Name
und das Andenken Brentanos werden im Heſſenlande fortleben.
Sie haben ſich zum Andenken des Verſtorbenen von den Sitzen er=
hoben
. Ich danke Ihnen.
Sodann führte
Stagtspräſident Ulrich
folgendes aus:
Meine Damen und Herren; ich ſchließe mich den ehrenden Worten
des Herrn Präſidenten unſeres Hohen Hauſes an. Die Regierung hat
mit dem Ableben des Hernn von Brentano ein ſchon von Anfang an,
ſeit der Umwälzung im Lande, tätig geweſenes Mitglied der Regierung
verloren. Sie wird dem Verſtorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.
Nun habe ich in Ergänzung deſſen eine Art redaktioneller Aenderung
meiner Erklärung vom 27. Juni 1927 vorzunehmen. Ich habe nach dem
Ableben des Herrn Miniſters von Brentano ſeinen Stellvertreter, Herrn
Miniſter Kirnberger, in gleicher Weiſe wie bisher ins Geſamtminiſterium
berufen; ſodann habe ich den Herrn Finanzminiſter Henrich zu meinem
Stellvertreter berufen. Ich bitte das Hohe Haus, dieſen Berufungen
beizutreten. Das Haus ſtimmt dem zu.
Eine Reihe von Regierungsvorlagen wiud hierauf dem Hauſe zur
Kenntnis gebracht.
Der Regierungsvorlage betr., die Nachweiſungen üben die Staats=
Einnahmen und=Ausgaben ſürs Haushaltsjahr 1922 wird debattelos zu=
geſtimmt
.
Die Regierungsvorlage, Geſetzentwurf über die Ruhegehaltsverhält=
niſſe
und die Hinterbliebenenverſorgung der Mitglieder der Regierung,
wird gegen die Stimmen der Deutſchnationalen und der Kommuniſten
angenommen.
Annahme finden die Regierungsvorlagen: Die Stellen der Kreis=
und Stadtſchulräte, Staatszuſchüſſe zu Kraftwagenlinien in Heſſen betr.,
ſowie der Geſetzentwurf über die Grundſteuer der Gemelnden und Ge=
meindeverbände
für das Rechnungsjahr 1927 in erſter und zweiter
Leſung.
Bei der Regierungsvorlage, Staatshilfe ſür den notleidenden Eiſen=
erzbergbau
in Oberheſſen betr., entſpinnt ſich eine lebhafte Auseinander=
ſetzung
zwiſchen Sozialdemokraten und Kommuniſten, die damit endet,
daß die Kommuniſten einen Mißtrauensantrag gegen den Miniſter für
Arbeit und Wirtſchaft einbringen, über den in der heutigen Sitzung ab=
geſtimmt
werden ſoll. Der Ausſchußantrag wird angenommen
Die Regierungsvorlage, Geſetzentwurf zur Aenderung des Geſetzes,
die Befreiung gemeinnütziger, auf die Errichtung von Wohnungen für
Minderbemittelte gerichteter Unternehmungen von Stempeln und Ge=
richtsgebühren
, wird angenommen. Ein Antrag der Abgg. Dingeldey
und Genoſſen, betr. Beſoldung der Hauswarte, Amtsgehilfen uſw. in
Gruppe 1 und 2 der Beſoldungsordnung, wird dem Ausſchußbeſchluf
entſprechend der Regierung zur Berückſichtigung empfohlen. Der An=
trag
der Abgg. Weckler, Blank und Heinſtadt, Neuausſtellung der Nen=
tenbankgrundſchuldbeſcheide
, wird durch die Regierungsantwort für er=
ledigt
erklärt, ebenſo ein Antrag der Abgg. Blank, Weckler und Gen.,
Beſeitigung der Spanne zwiſchen Erzeuger= und Verbraucherpreiſen.
Der Antrag der Abgg. Frhr. von Heyl und Nuß, Befreiung aller
Berufsfiſcher von der Zahlung des Fiſcheroipacht=Luxusſtempels, wird
in den Ausſchuß zurückverwieſen.
Das Haus tritt ſodann in die Beratung des Entwurfs eines zweiten
Geſetzes zur Abänderung der Heſſiſchen Verfaſſung vom 12. Dezember
1919 ein. Abg. Kaul, der hierüber Bericht erſtattet, verlieſt die Ver=
faſſungsänderungen
. Dem Artikel 20 der Verfaſſung ſoll der Satz an=
gefügt
werden: Die Wahl des neuen Landtags ſoll vor Ablauf dieſer
Zeit ſtattfinden. Artikel 22 der Verfaſſung ſoll folgende Neufaſſung
erhalten: Der Landtag tritt kraft eigenen Rechts am 18. Tage nach der
Neuwahl am Sitz der Landesvegierung zuſammen. Fällt einer der vor=
genannten
Tage auf einen Sonn= oder Feiertag, ſo tritt der Landtag
erſt am darauffolgenden zweiten Werktag zuſammen. Ferner liegt ein

Initiativgeſetzentwurf der Abgg. Schreiber und Genoſſen vor, der ſtatt
dreijähriger vierjährige Wahlperioden einführen will. Dieſer Entwurf
iſt vom Ausſchuß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen
worden; da es ſich um eine Verfaſſungsänderung handelt, iſt eine
Zweidrittelmehrheit nötig. Weiter teilt Abg. Kaul den Entwurf eines
Geſetzes mit, um zu verhindern, daß Splitterparteien ſich an den Wahlen
beteiligen können. Die Wahlvorſchläge müſſen von 7000 Wählern unter=
zeichnet
ſein und 5000 Mark ſind bei dem Wahlleiter zu hinterlegen,
wenn eine Partei noch nicht im Landtage dertreten war.
In der Abſtimmung wird die Abänderung der Heſſiſchen
Verfaſſung einſtimmig angenommen. Ueber den An=
trag
Schreiber (Dem.) wird namentlich abgeſtimmt. Es wird feſt=
geſtellt
, daß 55 Abgeordnete anweſend ſind, wovon 35 mit Ja und 20
mit Nein ſtimmen; die Zweidrittelmehrheit iſt damit nicht erreicht und
der Antrag abgelehnt.
Der Regierungsentwurf über die Abänderung des Land=
tagswahlgeſetzes
wird gegen die Stimmen der Kommuniſten an=
genommen
.
Das Haus ſtimmt nach kurzer Debatte Anträgen über die Koſten des
Schwarzbach=Pumpwerkes in der Form des Ausſchußantrags zu, wonach
dieſe Anträge durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt werden.
In beiden Leſungen wird die Regierungsvorlage angenommen, in
der die Regierung ermächtigt wird, Staatsanleihen im Geſamtbetrage
von 12,6 Millionen Mark aufzunehmen, wovon 8 Millionen für Boden=
verbeſſerungen
, 4 Millionen für Wohnungsbau und 600000 Mark für
Frihgemiſekulturen verwendet werden ſollen.
Präſident Nuß teilt mit, daß auf die Tagesordnung noch 23 neue
Punkte geſetzt werden und ſchließt die Bergtungen gegen 1 Uhr. Nächſte
Sitzung heute vormittag 10 Uhr.
Die Beiſetzung des Botſchafters von Malkzan.
Berlin, 27. September.
Die heute mittag um 1 Uhr erfolgte feierliche Beiſetzung der
Leiche des bei Schleiz tödlich verunglückten Botſchafters von
Maltzan fand unter ſtärkſter Anteilnahme der geſamten Bevölke=
rung
von Vollrathsruh ſtatt. Um 11 Uhr traf auf dem Bahnhof
Vollvathsruh der Berliner D=Zug ein, in dem ſich die Vertreter
der Regierung und der Behörden befanden. Die Trauergäſte
begaben ſich ſofort nach Groß=Luckow, wo in der Schloßhalle der
Empfang ſtattfand. Unterdeſſen wurden am Begräbnisplatz im
Park die letzten Vorbereitungen getroffen. Auf einem von
Trauerbirken umgebenen Hügel liegt hinter Lebensbäumen die
Gruft, die ganz mit friſchem Grün geſchmückt war. Koſtbare
Kränze hatten u. a. geſandt: Reichspräſident von Hindenburg,
die deutſche Reichsregierung und der Präſident der Vereinigten
Staaten, Coolidge. Kurz nach 1 Uhr begann in dem großen
Hallenzimmer des Schloſſes die Trauerfeier. Der Saal war mit
Ahnenbildern der Familie von Maltzan geſchmückt. In der
Mitte war, umgeben von Palmen, der ſchlichte Sarg aufgebaut,
zu deſſen Rechten der 82jährige Vater des Botſchafters von
Maltzan und mit dieſem die Gattin des Verſtorbenen Platz ge=
nommen
hatte, die ſich auf den Arm ihres Vaters ſtützte. Die
Trauerfeier wurde eingeleitet mit einem Choral, worauf Predi=
ger
Hoyer von der Gemeinde Vollrathsruh in ſchlichten, ergreifen=
den
Worten ein Lebensbild des Toten zeichnete. Langſam ſetzte
ſich darauf der Trauerzug mit dem von Gutsangehörigen ge=
tragenen
Sarg in Bewegung. Kurz vor der Grabſtätte wurde
der Sarg die kleine Anhöhe hinaufgetragen, auf der bereits die
Mutter des Verſtorbenen, Freifrau Aga v. Maltzan, ihre letzte
Ruheſtätte fand. Langſam ſank der Sarg in die Tiefe und ſtumm
zog die endloſe Trauergemeinde an der Gruft vorbei, um Ab=
ſchied
zu nehmen von einem Manne, dem ein unerbittliches
Schickſal verſagt hat, die Hoffnungen zu erfüllen, die Deutſch=
land
auf ſein ferneres Wirken im Dienſte des Vaterlandes
ſetzen durfte.
Unbequeme Zeugniſſe.
* Berlin, 27. Sept. (Priv.=Tel.)
Nach einer Meldung aus Brüſſel hat die belgiſche Regierung
Befehl gegeben, alle Zeitungen von Auguſt bis September 1914
aus den öffentlichen Büchereien und Leſehallen wegzunehmen
und dem Publikum nicht mehr zugänglich zu machen. Das
kann doch nur bedeuten, daß die belgiſche Regierung auf dieſe
Weiſe unbequeme Zeugniſſe aus der Welt ſchaffen will, um zu
verhindern, daß die Belgier ſich ſelbſt auf Grund des eigenen
Quellenmaterials ein unparteiiſches Urteil bilden. Sonſt hat
dieſe Maßnahme keinen Sinn, denn das ganze Material iſt
natürlich auf deutſcher Seite geſammelt und ſteht auf Wunſch
zur Verfügung.
Oſilocarno?
EP. London, 27. September.
Der lettiſche Außenminiſter Cielens gab nach ſeiner Rück=
kehr
aus Genf Zeitungsvertretern ein Interview, worin er von
der Möglichkeit eines baltiſchen Locarnos ſprach. Dieſe Ange=
jegenheit
ſei in Genf mehrfach erörtert worden. An einem ſol=
hen
Pakte ſollten Finnland, Eſtland, Lettland und, wenn mög=
lich
, Litauen einerſeits und auf der anderen Seite Sowjetruß=
land
und Deutſchland teilnehmen. Der Einſchluß von Polen
würde jedoch dieſen Schritt zu verwickelt geſtalten. Er glaube
nicht, daß ſeitens Deutſchlands oder Rußlands irgendwelche
Einwendungen gegen eine ſolche Abmachung erhoben würden.

talieniſchen Kommandos klingen geiſterhaft. Sie kommen
ver Höhe ſcheinbar, aber nicht von dem Schiff. Die geſpen=
Gebanntheit dieſer Fahrt iſt unbeſchreiblich. Der Kanal iſt
nkrechter Schacht. Achtzig Meter hoch wie weißer ſandiger
nit, von einer Sachlichkeit, einer nackten, nüchternen Linie,
lötzlich unfaßbar ſcheint. Dieſe gemachte, konſtruierte An=
wirkt
provozierend in der weichen orientaliſchen Nacht. Die
Hälfte der einen Seite iſt vom Mond weiß, die untere iſt
Schatten. Die andere Seitenwand iſt dunkel, da ſie der
nicht erreicht. Links und rechts aber laufen, nicht hoch,
Kilometer lang Schnüre von elektriſchen Lichtern. Das iſt
einer Härte und Kälte, die köſtlich iſt.
2as fahle Mondlicht über dem Schacht, die rieſigen Schieß=
ſen
mit 50 farbigen Signallichtern am Eingang und Aus=
des
Kanals, dazwiſchen die weißen elektriſchen Lampen
einen tollen Effekt. Dazu ſchwieg das Schiff. Seine
die ſeit einer Woche gebrummt hatten, ſeine Maſchinen,
ſie Muskulatur durchzittert hatten, waren tot gelegt. Hinter
faſt vor einer Stunde noch, lag die Anmut eines Ozeans,
is zum Größenwahn freigiebig mit ſeinem Duft, ſeiner Weite
* Phantaſtik war. Nie habe ich etwas Verrückteres, aber
Großartigeres erlebt als die Künſtlichkeit des Iſthmos mit
r elektriſchen Hypnoſe. Die Maritimen zitterten alle. Es
hnen umheimlich, obwohl ſie nicht einmal Verantwortung
i, ſondern nur der griechiſche Pilot, der nach der geiſter=
u
Stange viſierte. Er zitterte auch.
Dabei war überhaupt nichts paſſiert. Auf dieſer ganzen
ge geſchah nicht ſoviel, daß auch nur zwei Sätze gewechſelt
eni wären. Das ganze Schiff war für eine Stunde narko=
rt
. Fünf Minuten ſpäter fing ein leichter Wind an. Man
in ein wenig zu atmen. Dann zeichnete ſich hinter der
twand von Signallichtern die Bai von Korinth ab. Wie
auf Seide, mehr geahnt als gehaucht. Dann kam die
blaue See. Zwei Leuchtfeuer funkten herriſch. Der
dper löſte ſich. Ein paar Rufe. Die Maſchinen fingen an
ben. Der Pilot kletterte die Leiter hinunter. Der dritte
ſier riß die Leine an. Die Sirene pfiff. Nun fing das
an, wie ein Rieſe zu ſtöhnen und knackte mit allen Rippen
ſing wieder hart, männlich, wie ein Athlet aufs Meer. Drum
wieder Lautloſigkeit. Aber in der Briſe, die aufkam, war
Noment der Ausfahrt eine Menge Thymian von Korinth
der anderen Seite. Ich habe dieſen Duft nie gemocht. In
Nacht dieſer Ausfahrt atmete ich ihn gewaltſam, verliebt,
ſeirlicher Duft. Nun konnte man wieder ſchlafen.

Großes Haus. Dienstag, den 27. September.
Carmen.
Oper von Meilhac und Halevy, Muſik von G. Bizet.
Die Aufführung dieſer Oper hängt ſo ſtark von der Titel=
rolle
ab, daß ſie oft jahrelang unmöglich bleibt, weil keine geeig=
nete
Vertreterin vorhanden iſt. Andererſeits läßt die Carmen=
figur
ſo verſchiedene Auffaſſungen zu, daß ſie, zumal ſie in zwei
Ausgaben, für hohe und tiefe Stimme, geſchrieben iſt, vielen
Sängerinnen zugänglich iſt mit dem Ergebnis, immer wieder
ganz andere, ſehr perſönliche Auseinanderſetzungen mit dieſem
intereſſanten Charakter vorgeführt zu ſehen.
Dies war heute der Fall. Roſe Landwehr bewies von
neuem ihr ſehr ſtarkes, temperamentvalles Bühnenblut, die Gabe,
es in ausdrucksvoller Mimik und Geſtik wirkſam zu machen und
die Ausſicht, bei ſtärkerer Einbeziehung und Ausgeſtaltung auch
der Tragik dieſes Frauenſchickſals ein breiter und reicher gerun=
detes
Charakterbild zu formen. Ihre Carmen iſt nicht die routi=
nierte
, intrigante Verführerin, ſondern die junge Kokette, der aus
ſinnlichem Inſtinkt der Teufel im Leibe ſteckt. Die beſtrickenden
Reize ihres anmutigen Körpers, gehoben durch geſchmackvolle,
aber viel zu geſellſchaftlich geſchnittene Koſtüme, die Pikanterie
und der muſikaliſche Schwung ihrer geſanglich hochſtehenden Lei=
ſtung
gaben ihrer Darſtellung das franzöſiſche Gepräge und
ſtarke Ueberzeugungskraſt.
Der Joſé Rudolf Balves iſt ein neuer und heute glän=
zender
Beweis für das ſichere techniſche Können und die große
Muſikalität dieſes fein gebildeten Sängers. Für die italieniſch=
franzöſiſche
Oper ſcheinen ſeine Stimmittel beſonders geeignet.
Eine ſehr intelligente Spielweiſe, große Beweglichkeit eines
durchtrainierten Körpers, perſönliche Auffaſſung, Sinn für dra=
matiſche
Steigerungen ergeben eine packende Geſtaltung, deren
Höhepunkte von Akt zu Akt bis zum ergreifenden Schluß ſtark zu
feſſeln vermochten.
Einen Escamillo von ſo großer ſtimmlicher Schönheit und
Kraft wie den Hans Komreggs haben wir hier ſeit langem
nicht mehr gehört. Er hat ſich mit ihm viele Sympathien gewon=
nen
. Die Charakteriſierung dürfte wuchtiger, ſchärfer ſein.
Alfred Karen war ein ſtimmgewaltiger Zuniga, in der Da= etwas zu alt und gemütlich aufgefaßt.

Neben dieſen Neuen ſtanden die Beſetzungen der anderen
Rollen in bewährter Vortrefflichkeit. Margarete Albrecht eine
ſchlicht=innige Micgela, Karl Ebert ein friſcher Morales, das
famoſe Schmuggleiquartett von Martha Liebel, Paula Kap=
per
, Eugen Vogt, Hans Ney. Die Chöre (B. Sander)
klangen mir heute etwas dünn. Das Orcheſter unter Max Ru=
dolfs
gewandter Leitung hat ſchon temperamentvoller geſpielt.
Das Ballett im letzten Akt war neu einſtudiert und ein Glanz=
punkt
des Abends. An ſeiner Spitze Manda von Kreibig
in beſter Form, allein, mit zwei Gegenſpielern, oder mit vieren,
oder inmitten des ganzen Korps, überall intelligent führend und
befeuernd, ſelbſt mit einer Fülle hinreißender Grazie und fabel=
hafter
Technik allen voran. Die alte Pilartzſche Inſzenierung in
ihrer farbigen Bildhaftigkeit, iſt noch gut. Das Ttück behäft
immer ſeine große Zugkraft.
v. H.

Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
* 56. Verſammlung deutſcher Philologen und
Schulmänner zu Göttingen. Ueber dieſe Tagung, die vom
27.30. September ſtattfindet, werden wir einen zuſammenfaſſenden
Bericht aus der Feder unſeres Mitarbeiters Prof, Dr. Paul Sſymank
nach Schluß der Veranſtaltungen bringen.

*Ein unbekannter Großer.
Unter dieſem Titel hat der junge Wiener Literarhiſtoriker zu dem
20. Todestage Wilhelm Holzamers (zu deſſen Gedenken auch
wir am 28. Auguſt einen Aufſatz veröffentlichten), ein Büchlein heraus=
gebracht
(Wilh. Braumſiller Verlag, Wien 9, Serribengaſſe 5), in der
Abſicht, den unbekannten Großen, deſſen Werken ein ſpäter aber um
ſo reichhaltigerer Ruhm beſchieden ſein wird, ſeiner engeren Heimat und
darüber hinaus ſeinem ganzen deutſchen Volke wieder zu gewinnen.
Das Büchlein ſoll die Erinnerung an den Dichter wachrufen, der im
Jahre 1870 in Niederolm bei Mainz geboren wurde, dort aufwuchs, in
Mainz ſtudierte, in Heppenheim 13 Jahre lang an der Großherzöglichen
Realſchule unterrichtete, dann vom Großherzog nach Darmſtadt zur Lei=
tung
der Darmſtädter Spiele und der Kabinettsbibliothek berufen
wurde, und ſchon als 37=Jähriger nach längerem Aufenthalt in Paris
und Berlin, der ihm ſein Heimatgefühl nur noch tiefer erleben ließ, in
Verlin geſtorben iſt. Nur ein großer Künſtler, der ganz im Heimat=
boden
wurzelt, konnte die Landſchaft ſeines geliebten Rheinheſſens und
ſeinen Menſchenſchlag, ſein Heimatdorf, die Stadt Mainz, den Oden=
ald
ſo kraftvoll ſchildern. Sein großer Roman Vor Jahr und Tag,
ein letztes Buch Der Entgleiſte und die Romane Peter Nock und
Der arme Lukas, ſie alle ſpielen in der Heimat, der er damit ein
ind s Denkmal der Liebe geſetzt h

[ ][  ][ ]

Seite 4

Mittwoch, den 28. September 1927

Nummer 269

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S/ Gottes Güte ſchenkte uns
heute einen Sohn. Dies
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Hermann Nöll u. Frau
Ida, geb. Schaaf.
Darmſtadt, den 24. Sept. 1927.
( 954261

Dankſagung.
Allen denſenigen, welche unſere liebe
Entſchlafene zur ewigen Ruhe geleitet,
durch Blumen= und Kranzſpenden oder
auf andere Weiſe ihre Anteilnahme be=
kundet
haben, ſagen wir innigſten Dank.
Letzterer bezieht ſich insbeſondere auf
den troſtreſchen Zuſpruch des Herrn
Pfarrer D. Waitz am Grabe, ſowie auf
die liebevolle Pſlege der Gemeinde=
ſchweſſer
und Schweſſern des Städt.
( 25410
Krankenhauſes.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie O. Caſpary.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme und die uns ſo zahlreich
zugegangenen Kranz= und Blumen=
ſpenden
bei dem Heimgange unſeres
lieben Entſchlafenen
Martin Petri
ſprechen wir hiermit unſeren tiefge=
fühlten
Dank aus. Jusbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Waitz für
ſeine troſtreichen Worte am Grabe,
ſowie den Schweſtern des Städt.
Krankenhauſes für ihre überaus liebe=
volle
Pflege. Ferner danken wir dem
R.=A.=W. 1 Darmſtadt (Nord), ſeinen
werten Mitarbeitern des Werkſtätten=
amt
1, der Kleingartenbauvereinigung
Darmſtadt Nord, ſeinenlieben Freun=
den
dem Verbande derMaler, Lackierer
und Weißbinder für die Kranznieder=
legungen
und allen denen, die ihn
zur letzten Ruhe geleiteten.
In tiefer Trauer:
Katharina petri, geb. Arnheiter
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iſt geſiern nachmittag nach langem Leiden
ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
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Familie A. Dieter, Reinheim
Familie A. Bauer, Reichelsheim i. O.
Familie W. Sack, Reinheim.
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Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. Sep=
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Rinds= und Schweinemetzgerei.
14849)

[ ][  ][ ]

Nummer 269

Mittwoch ten 28 September 1927

Aus der Landeshauptſtadt.

Miſchwiriſchaſtliche Ergebniſſe
der Landwiriſchaftlichen Landes=Ausſtellung.
Was den ſtädtiſchen Verbraucher, vor allem die Hausfrau an dem
Ergebnis der Landwirtſchaftlichen Landesausſtellung beſonders inter=
eſſiert
, iſt die Tatſache, daß Heſſen über eine ganze Anzahl leiſtungs=
fähiger
Molkereibetriebe verfügt, deren Erzeugniſſe zum Teil weit über
die Grenzen des Landes hinaus ſtändig beſten Abſatz finden und ſich be=
züglich
der Qualität mit jedem Auslandsprodukt unbedingt meſſen
können. Nicht zuletzt iſt dieſer Erfolg auf die techmiſch einwandfreie
Bearbeitung der Milch in neuzeitlich eingerichteten Betrieben und die
Bezahlung der Milch an die anliefernden Landwirte nach Fettgehalt
zurückzuführen. Die letztere Einrichtung, d. h. die Staffelung des aus=
gezahlten
Stallpreiſes nach der Eeite der Milch iſt bei den Genoſſen=
ſchaftsmolkereien
ſeit Jahren ausnahmslos eingeführt und hat zu einer
ſtändigen Qualitätsverbeſſerung geführt. Die Beſtrebungen der Or=
ganiſation
gehen in dieſer Richtung noch weiter durch die Einrichtung
ſtändiger Butterprüfungen und die Verleihung der Heſſiſchen Butter=
marke
an diejenigen Betriebe, die den hohen Anforderungen dieſer Prü=
fungen
genügen. Aus alledem iſt erſichtlich, daß die heimiſche Landwirt=
ſchaft
mit aller Kraft bemüht iſt, den durch die Einfuhr der Auslands=
erzeugniſſe
bedrängten Markt wieder reſtlos zu gewinnen. Sie iſt davon
üüberzeugt, daß ihr dies nur gelingen wird durch Lieferung einheitlicher
und beſter Qualität. Aus dieſem Grunde gewinnt das Ergebnis der
Milch=, Butter= und Käſeprüfung in der Landesausſtellung beſonderes
Intereſſe, zumal dicſelbe von ſämtlichen namhaften Genoſſenſchafts= und
Privatmolkereien ſowie ſonſtigen milchwirtſchaftlichen Betrieben beſchickt
war. Von letzteren iſt die Molkereigenoſſenſchaft Fulda=Lauterbach als
die größte wohl am beſten bekannt, insbeſondere durch ihren Silber=
ſtern
Camembert, der wiederum einen Ehrenpreis erhielt. Von weiteren
Preisträgern ſind zu nennen die Molkereigenoſſenſchaft in Groß=Felda,
die den Siegerpreis für Käſe erhielt, ferner Einſiedel=Königſtädten für
Quark und Handkäſe. Als Rohmilchlieferanten wurden die Hofgüter
von Dettweiler=Weſchnitzmühle und Müller=Georgemhauſen mit dem
Siegerpreis bzw. 1. Preis und Ehrenpreis bedacht, während für dauer=
erhitzte
Milch der Dampfmolkerei Grieb=Gießen, den Molkereigenoſſen=
ſchaften
Oſtheim, Nieder=Weiſel, Nieder=Wöllſtadt, Huugen und Schaaf=
heim
ſowie der Milck mmtrale Worms und Bräunig=Mainz die erſten
bzw. Ehrenpreiſe zuerkannt wurden. Die beſte Butter hatten die Mol=
kereigenoſſenſchaften
des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften aufzuweiſen, indem die Genoſſenſchaftsmolkereien in
Alsfeld, Altenſtadt, Eichenrod, Nieder=Moos, Reichelsheim, Storndorf
und Ulfa 1. Preiſe erzielen konnten. Den Staats= und Siegerpreis
für Butter erhielt die Molkereigenoſſenſchaft Hoherodskopf in Schotten.
Jedenfalls haben die Prüfungen de= milchwirtſchaftlichen Erzeug=
niſſe
Heſſens gelegentlich der Ausſtellung den Beweis dafür erbracht,
daß die heſſiſche Landwirtſchaft in den letzten Jahren erhebliche Fort=
ſchritte
in der Erzcugung von hygieniſch einwandfreier Qualitätsware
gemacht haben, ſodaß kein Anlaß mehr beſteht, den Auslandsprodukten
den Vorzug zu geben, abgeſehen von der nachteiligen Auswirkung auf
unſere Handelsbilanz und die Schädigung der volkswirtſchaftlichen
Intereſſen.
Alte Kunſt am Mittelrhein. Landesmuſeum. In der Aus=
ſtellung
Alte Kunſt am Mittelrhein, die nur noch bis einſchl. Sonntag,
den 2. Oktober, geöffnet iſt, wird Direktor Feigel am Mittwoch nach=
mittag
um 4 Uhr eine allgemeine Führung veranſtalten, an der jeder
Beſucher der Ausſtellung ohne weiteres teilnehmen kann.
Die Reichsbahndirektion Mainz ſchreibt uns: In Nr. 251 Ihrer
geſchatzten Zeitung vom 10. ds. Mts. iſt in einem Artikel ausgeführt,
daß zwiſchen der Eſchollbrücker Straße in Darmſtadt und dem Bahnhof
Darmſtadt=Süid am Bahndamm entlang ein Fußweg führe, der
ſich während der Regenzeit in einem unpaſſierbaren Zuſtand befinde.
Hierzu geſtatten wir uns ergebenſt den Sachverhalt zu ſchildern: Zwiſchen
der Eſchollbrücker Straße in Darmſtadt und dem Bahnhof Darmſtadt=S/id
iſt ein Seitenweg nach den Kataſter=Unterlagen nicht ausgeſchieden.
Der Fußweg iſt vielmehr durch unbefugtes Betreten fremden
Geländes nach und nach gebildet worden. Da jedoch zwiſchen der
Eſchollbrücker Straße und dem Bahnhof Darmſtadt=Süid ein lebhaſtes
Verkehrsbedürfnis beſteht, ſind wir wegen etwaiger Herſtellung des Ver=
bindungsweges
durch die Stadt Darmſtadt unter evtl. Beteiligung der
Reichsbahn mit jener in Verbindung getreten.
Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York (ab Bremen=Bremerhaven): Bremen am 28. 9., George
Waſhington am 28. 9 Republic am 30. 9., Berlin am 1. 10.,
Yorck am 5. 10., Preſident Rooſevelt am 5. 10., Dresden am
11. 10., Columbus am 13. 10., (ab Southampton): George Waſhing=
ton
am 29. 9., Republic am 1. 10., Berlin am 2 10., Preſident
Rooſevelt am 6. 10., Columbus am 14. 10. Nach Kanada ( Ha=
lifax
): Yorck am 5. 10. ab Bremen=Bremerhaven. Nach Phila=
delphia
-Baltimore-Norfolk (ab Bremen): Bremen am 12. 10.
Nach Nordamerika Weſtküſte (ab Hamburg bzwv. Bremen):
Weſtfalen am 8. 10. bzw. 11. 10., Ilmar am 29. 10. bzw. 1. 11.
Nach dem La Plata (ab Bremen=Bremerhaven, Paſſagiereinſchif=
fung
): Sierra Cordoba am 1. 10., Weſer am 8. 10., Sierra Mo=
vena
am 22. 10., Gotha am 29. 10 Nach Nordbraſilien
(ab Bremen bzw. Hamburg): Oratova am 8. 10 bzw. 12. 10. Nach
Mittelbraſilien: Minden am 28. 9. ab Hambuvg. Nach
KubaNew Orleans: Ingram am 30. 9. ab Hamburg, am 3. 10.
ab Bremen. Nach Oſtaſien (ab Bremen bzw. Hamburg): Trier
am 1. 10. bzw. 5. 10., Pfalz am 8. 10. bzw. 12. 10., M. S. Königsberg
am 15 10. bzw. 19. 10., Wiegand am 22. 10. bzw. 26. 10. Nach
Auſtralien (ab Hamburg bzw. Bremen): Magdeburg am 1. 10.
bzw. 4. 10., Gera am 12. 10. bzw. 15. 10., Franken am 22. 10. bzw.
25. 10. Nach Südamerika Weſtküſte (ab Hamburg bzw. Bre=
men
): 1. durch den Panamakanal: Murla am 12. 10. bzw. 15. 10.,
2. durch die Magellanſtraße: Alrich am 18. 10. bzw. 22. 10. Nach
Weſtküſte Zentralamerika und Mexiko: M. S. Erfurt am
5. 11. ab Bremen, am 12. 11. ab Hamburg. Fruchtfahrt Kana=
riſche
Inſeln nach Bremen=Hamburg (ab Bremen): Aru= am 1. 10., Arucas am 29. 10., * * am 15. 10. Nach der
Levante (ab Bremen): Abfahrten alle 310 Tage. Nach Finn=
land
(ab Bremen): 14tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. Nach
Neval (ab Bremen): Abfahrten alle 10 Tage. Nach Lipland
(ab Bremen): Abfahrten alle 814 Tage. Nach England (ab
Bremen) 2 bzw. 4 Abfahrten in der Woche. Nach Afrika: Weſt=
afrika
: Wagogo am 28 9. ab Hamburg, Wahehe am 3. 10 ab Bre=
men
, Jvo am 10. 10. ab Hamburg; nach Süd= und Oſtafrika: Adolph
Woermann am 27. 9. ab Bremen, Uſaramo am 1. 10. ab Hamburg,
Urundi am 11. 10. am Hamburg, am 13. 10. ab Bremen, Sultan
am 18. 10. ab Hamburg, am 20. 10. ab Brewen.

zu der ihm zugedachten Ehrengabe der
n. Kleine und kleinſte Beträge von
rkaſſen, Poſtſchalter, Eiſenbahnſchalter
idenburg getragen. Alle Schichten, alle
dem Manne, der ihnen als der ver=
erz
geſchrieben iſt, ihr Scherflein. Auf
en der Banken und Poſtämter ſtehen
fmann, der Zimmermeiſter, der Land=
der
Rechtsanwalt, der Gaſtwirt, der
einem Vermögen. Es ſchicken Stamm=
beburtstagsgeſellſchaften
ihre Beiträge
ändiſcher Stimmung aufgelegten Samm=
endungen
und Zuſchriften, die der Ge=
zugehen
, kommt in oft naiver Weiſe
die Hindenburgſpende geworden iſt.
klärt, daß die Gaben, die aus der Ge=
n
, mögen ſie im einzelnen noch ſo klein
ſie ihm Einigkeit und Geſchloſſenheit
ihn ſelber als für diefenigen zeigen,
nde gelten ſoll: dem Danke für die notleidenden
enen. Schließe ſich keiner von dieſem

Die im Maxburgverband zuſammengeſchloſſenen Orts=Alt=Herren=
Verbände des A. T.B. (Akademiſchen Turnbund) von Mannheim, Heidel=
berg
, Frankfurt, Wiesbaden und Darmſtadt hielten am Sonntag in
Auerbach a. d. Bergſtraße ihr jährliches Treffen ab. Die Be=
teiligung
war trotz des trüben Wetters eine ſehr gute. Nach einer Wan=
derung
verſammelten ſich die Teilnehmer zum gemeinſamen Mittagsmahl
im Gaſthof zur Bergſtraße (Weigold). Während die Jugend ſich bei Ge=
ſang
und Tanz beluſtigte, tagten die Vertreter der einzelnen Verbände
in ernſter Beratung. Den Vorſitz im Maxburgverband übernahm der
Alt=Herren=Ortsverband Frankfurt a. M.
Oeffnungszeiten der Stadtbücherei. Um denjenigen Eiwwohnern
der Stadt, die tagsüber ihrem Beruf außerhalb Darmſtadts nachgehen
und erſt am Spätnachmittag heimkommen, noch bequemere Gelegenheit
zur Benutzung der Stadtbücherei zu geben, ſind die Oeffnungszeiten
der Bibliothek an 2 Tagen auf ſpätere Stunden verlegt worden. Dadurch
wurde eine kleine Umgruppierung der übrigen Ausleiheſtunden erforder=
lich
. Welche Ausleiheſtunden der Leſer zum Umtauſchen ſeiner Bücher
benutzen will, bleibt ihm ſelbſtverſtändlich überlaſſen. Vormittags be=
ginnt
die Ausleihe an allen Tagen erſt um 11 Uhr ſtatt wie bisher um
10 Uhr. Die neuen Oeffnungszeiten gelten ab 3. Oktober ds. Js.:
Montag und Donnerstag von 11½1, 48 Uhr. Dienstag und Freitag
von 116 durchgehend, Mittwoch und Samstag von 11½1 Uhr.

imsopfer und Kriegshinterblie
Me aus!

Ernaunt wurde: am 9. September der Frauemarzt Dr. Ernſt
Appel in Jeng zum Direktor der Hebammenlehranſtalt Mainz mit
Aning vom 1. Dezember 1927; am 14. Seſtember der Sekretär bei
Bah= und Kurverwaltung zu Bad=Nauheim Georg Lampert zu
9MNauheim vom 1. September 1927 ab zum Verwaltungsoberſekretär
Lieſer Behörde.
Heſſiſches Landestheater. Mozarts Cosi fan tutte wird
hitt. Mittwoch zum erſten Male in dieſer Spielzeit gegeben. Die Rolle
) Fiordiligi iſt mit Käthe Walter neu beſetzt. Muſikaliſche Leitung:
ciixalmuſikdirektor Dr. Böhm. Die Vorſtellung finder im Kleinen
Gi ſtatt und beginnt um 19 Uhr.
Gerhart Hauptmann begeht in dieſem Jahre ſeinen 65. Ge=
Iſt rag. Aus dieſem Anlaß hat das Landestheater eine ſeiner ſchönſten
Af ingen, das Glashüttenmärchen Und Pippa tanzt neu ein=
küint
. Heute Mittwoch findet im Großen Haus die erſte Aufführung
mt: die Beſetzung der Hauptrollen iſt folgende: Tagliazoni: Hermann
Wfrger, Pippa: Annelicſe Born, Glashüttendirektor: Robert Klupp,
d Ute Huhn: Hans Joachim Büttner, Michel Hellriegel; Karl Paryla;
Aur• Rudolf Klix. Inſzenierung: Friedrich Neubauer, Bühnen=
: Lothar Schenck von Trapp. Die vier Akte, die das Drama in der
Ahſ aſſung hat, ſind zu drei Akten zuſammengezogen. Die Vorſtellung
ſenrit um 19.30 Uhr.
Die zweite Nummer der Blätter des Hefſiſchen Landestheaters
ſtioben erſchienen. Sie enthält Originalbeiträge von Oskar Bie,
Aiir Edſchmid und Ludwig Marcuſe.
Hindenburg=Poſtkarte von Haus Landmann. Der Verkauf der

BallrichrHagenrsalz

Nur echt in blauer Packung mit dem Bilde des Erfinders. 100 Jahre unüber
troffen geg. Folgen ſchlechter Verdauung u. Sodbrennen. Ford. Sie grat. u.

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Berlin, Flottwellstr. 3 a. Erhältlich in Apotheken u. Drogerien. (I. BIn. /4464

Bezirksverein Beffungen. Der während der Kriegs= und Nach=
kriegszeit
zur Untätigkeit verurteilte Bezirksverein Beſſun=
gen
hat ſich neu konſtituiert und in der Hauptverſammlung am 26. 9
einen neuen Vorſtand gewählt. Zum erſten Vorſitzenden wurde Herr
Stadtverordneter Poſrinſpekter Kolb (Sandbergſtr. 64) und zum zweiten
Vorſitzenden Glaſermeiſter Werner (Ludwigshöhſtraße 13) beſtellt. Der
Bezirksverein, dem es obliegt, die Wahrung und Förderung der Ange=
legenheiten
des ſüdlichen Stadtteiles zu vertreten und für ſeine lebens=
wichtigen
Intereſſen der Stadtverwaltung und anderen Inſtanzen gegen=
über
einzutreten, iſt eine dringende Notwendigkeit für alle Bewohner
des Beſſunger Stadtviertels. Es ergeht daher an alle Bewohner die
dringende Aufforderung, die Bewegung zu unterſtützen und die Mit=
gliedſchaft
zu erwerben. Anmeldungen werden ſchriftlich und mündlich
von dem Vorſtand entgegengenommen.
Eine kirchenmuſikaliſche Feier der Kirchengeſangbereine von Darm=
ſtadt
und der Chorſchule findet am nächſten Sonntag. 2. Oktober,
nachmittags 6 Uhr, in der Stadtkirche zu Darmſtadt ſtatt. Die
Veranſtaltung ſteht in Zuſammenhang mit der am Montag, 3. Oktober
im Landeskirchentagſaal beginnenden Hauptverſammlung des
Evangeliſchen Kirchengeſangvereins für Heſſen,
bei welcher über den derzeitigen Stand der evangeliſchen Kirchemuſik in
Heſſen von den Herren Studienrat Borngäſſer und Pfr. Knodt
(Wimpfen) Referate erſtattet werden.
Angehörige Heſſen=Nafſauiſcher Regimenter geſucht. Durch Ueber=
nahme
der Patenſchaft über die Kriegsfriedhöfe Rohe St. Gilles (Somme)
und Kriegsfriedhof Semendria (Jugoſlawien) durch die Bezirksverbände
Naſſau des Volksbundes Deutſcher Kriegsgräberſürſorge iſt nunmehr
den Angehörigen der auf erwähnten Friedhöfen ruhenden Gefallenen
(J.=R. 81, 118, 168 und verwandter Formationen) die Möglichkeit ge=
geben
, ihre Wünſche für die Inſtandſetzung der einzelnen Gräber für
dieſe Friedhöfe dem Bezirksverband Naſſau des Volksbundes Deutſcher
Kriegsgräberſürſorge in Frankfurt a. M., Münzgaſſe 3, unmittelbar
unterbreiten zu können, zumal in bezug auf Beſchriftung der Grabzeichen
Richtigſtellungen erforderlich ſind.
Das Große Los der Erſatzziehung. Am Dienstag vormittag wurde
der Hauptgewinn von 100 000 Mark in der durch die Betrügereien
der beiden Lotteriebeamten Böhm und Schleinſtein notwendig gewor=
denen
Erſatzziehung gezogen. Er fiel auf die Nummer 149 288, die in
der erſten Abteilung in Berlin in Viertelabſchnitten und in der zweiten
Abteilung in Breslau in Achtelabſchnitten geſpielt wurde. Die Ber=
liner
Gewinner ſind durchweg bedürftige Arbeiterfamilien. Den zweiten
Gewinn von 25 000 Mark erhielt die Losnummer 273 234, die in Koblenz
und Neukölln in Achtelabſchnitten geſpielt wurde.
Laboratoriumsbrand. In der Merckſchen Fabrik iſt geſtern
vormittag um halb 9 Uhr im wiſſenſchaftlichen Laboratorium durch Ent=
züindung
von Benzoldämpfen ein Brand ausgebrochen, der von der
Fabrikfeuerwehr innerhalb kurzer Zeit gelöſcht werden konnte. Die vor=
ſorglich
alarmierte Städtiſche Berufsfeuerwehr brauchte nicht in Aktion
zu treten.

Rh=mind Oberrcalſchüler) ſind Förderer des Verbandes der Vereine
ehranger Realſchüler Deutſchlands. Dieſer Verband hatte am 10.
SAeirber in Kaſſel ſeine neunte Jahresverſammlung abg halten. Er=

ſomin waren zahlreiche Vereinsvertreter, Mitglieder und Gäſte aus
al Bauen Deutſchlands. Der Verbandsvorſitzende, Kaufmann Otto
Süg. Leipzig, leitete die Sitzung. Prof. Dr. König, Geſchäftsführer
daBlrbandes, hielt einen Vortrag üüber die Berufliche Schichtung der
ehſnlsgen Realſcküler An einem reichen intereſſanten und ſorgſam
belnſe teten ſtatiſtiſchen Material wies der Redner nach, daß 50,2 Prozent
al ebemaligen Realſchüler in kaufmänniſchen Berufen, 16 Prozent in
dihIn duſtrie und Technik und 9,5 Prozent in der mittleren Beamten=
lalaſahen
tätig ſind. Viele derſelben haben ſich zu führenden Männern
inver Induſtrie, im Handel, in Politik, Wirtſchaſt und in der Ver=
wonng
emporgeſchwungen. Aber auch in den wiſſenſchaftlichen Be=
urs
vat ſich eine große Anzahl von ihnen zu Bed=utung und Anſehen
dierheffetzt. An den Reichstag wurde eine Eingabe zum Berufsausbil=

dimsgeſetz gemacht, die Befreiung von jeder Art obligatoriſchem Fort=
bilDm
sſchulunterricht, zweijährige kaufmänniſche und dreijährige tech=
neß
Alusbildung und Differenzierung der Tarife für ehemalige Real=,
Mktl, und Volksſchüler fordert. Die Realſchüler verſtigen über zwei
frfce Sprachen, tüchtige mathematiſch=naturwiſſenſchaftliche Kenntniſſe
u.Edſind im wiſſenſchaftlichen Denken geübt. Darum können auch die
ewy ari abgehende Scküler zu erteilenden Berechtigungen nur ſolchen
oukt hverden, die die erforderliche Vorbildung beſitzen. Als nächſter
Dung sort des Verbandes wurde Leipzig beſtimmt. Der Vorſtand der
hilsſen Vereinigung weiſt ſeine Mitglieder nochmals auf die am 15.
Oehter 1927 ſtattfindende Monatsverſammlung bei Sitte hin. Eine
weäre ſchrriftliche Einladung zu dieſer Monatsverſammlung erfolgt nicht
nrch
Ein Buch über das Darmſtädter Rathaus. Anläßlich des Um=
behié
des Rathauſes iſt von der Stadt Darmſtadt ein Buch Das Darm=
ſtilihr
Rathaus herausgegeben worden. Das reich illuſtrierte Buch,
dihlwn 3. Oktober 1927 ab in dem Ausſtellungskaſten von Hohmann
(2lSiſelminenſtraße) ausgeſtellt ſein wird, kann ſüir drei Mark im Nat=
hen
urid in der Schreibſtube des Stadtmuſ ums (Pädagogſtraße Nr. 1
1.ASoc) erworben werden. Im Buchhandel iſt das Buch nicht erhältlich.

Was geht über Kädte und Berge kiihn?
Das 1st der Flieger mit seinem Benzin;
Was geht uber Delft-Massamy mein Lieber?
Unnötige Frage:

[ ][  ][ ]

Seite 6

Mittwoch den 28 September 1927

Führerlehrgang der Ebangeliſchen Arbe terjugend‟.
Die Deutſche evangeliſche Arbeiterjugend im Geſamtverband der
evangeliſchen Arbeitervereine Deutſchlands veranſtaltete im Landheim
Hohenbinde bei Berlin einen zentralen Führerlehrgang. Aus
allen Gauen des Vaterlandes, u. a. aus Oſtpreußen, Grenzmark, Schle=
ſien
, Brandenburg, Sachſen, Mittelrhein, Bayern, Rheinland=Weſtf. len,
Saargebiet, nahmen Führer daran teil. Der Lehrgang ſollte nach der
bisherigen Einzelarbeit in den Landesbünden ein neues Kräfteſammeln
ſein. Der gebotene Stoff war in jeder Beziehung dazu geeignet.
Generalthema der Tagung war: Jugend und Beruf; Jugend
und Volk; Jugend und Gott. Den eigentlichen Verhandlungen
voraus ging eine Ueberſicht über die deutſche Jugendbewegung, gegeben
von Studienrat Baumgärtner, dem Führer der Baheriſchen E.A.J.
Baumgärtner auch war es, der am folgenden Tage ſchöpfend aus ſeinen
reichen Erfahrungen an der Berufsſchule über die Berufsnot der
Jugend, insbeſondere der Arbeiterjugend, ſprach. Verbandsführer
Jander=Breslau gab dann in ſeinen anſchließenden Ausführungen über
Berufshilfe eine Reihe von praktiſchen Hinweiſen.
Ein weiterer Tag wurde mit den beiden Vorträgen über Jugend
und Vaterland von Generalſekretär Rudolph=Berlin und über
Jugend und Volkskultur von Generalſekretär Grunz aus
Spandau ausgefüllt. Den Höhepunkt und Abſchluß der Tagung bildeten
die beiden Vorträge von Pfarrer Werbeck, Vorſitzender des Geſamtver=
bandes
der E.A.V. über Jugend und Glaube, und von Pfarrer
Loheyde=Loſſen über Unſere Stellung in und zur Kirche‟. Die
Hauptthemas wurden ergänzt durch Ausſprachen über organiſatoriſche
Fragen und üiber die Geſtaltung der praktiſchen Arbeit, ſowie durch
Muſteredarſtellungen in Volkstanz und Laienſpiel.
Eine weſentliche. Bereicherung erfuhr die Veranſtaltung durch eine
Beſichtigung der Ausſtellung Das junge Deutſchland‟. Alles in
allem dürften die Teilnehmer und Veranſtalter von der Tagung recht
befriedigt worden ſein. Die junge hoffnungsfrohe Bewegung der E.A.J.
aber wird ſicher durch die Tage von Hohenbinde neuen Mut und neue
N. V.
Kraft bekommen.

Hindenburgmarken. Die Deutſche Reichspoſt gibt zum 80. Ge=
burtstag
des Herrn Reichspräſidenten Freimarken zu 8, 15, 25 und 50
Pfennigen und eine Poſtkarte heraus, die das Bildnis des Herrn Reichs=
präſidenten
tragen. Die Marken und die Poſtkarten ſowie Markenheft=
chen
ſind vom 26. September bei den Poſtämtern erhältlich.
Darmſtadt-Lindenfels. Vom 3. Oktober ab wird die Kraftpoſt
Darmſtadt-Lindenfels werktags nur noch bis Neunkirchen durchgeführt.
Gegen Ende Oktober wird auch Sonntags der Betrieb auf der Strecke
Neunkirchen-Lindenfels eingeſtellt werden.
Kunſinotizen.
Ueber Werte, Künſtler oder künftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchieht, behält ſich die Redakilon ihr Urtell vor
Union=Theater: Regine, die Tragödie einer
Frau‟. Dieſer Film iſt die verhaltene und doch dramatiſch geladene
Schilderung einer kurzen Spanne Menſchenlebens, ſo wie ſie Gottfried
Keller, nach deſſen Motiven das Manuſkript geſchrieben wurde, zu er=
zählen
wußte.. Und dieſe einfache, ſchlichte Schilderung im Bilde erklärt
den ſtarken Eindruck, den der Film auf den Zuſchauer hinterläßt. Man
vergißt das Fehlen des Wortes, weil hier wirklich einmal in Bildern
gedacht wurde und die Szenenführung logiſch und pauſenlos auf den
ſich ſchürzenden dramatiſchen Knoten hinwies. Die Regie Erich Waſch=
nelks
war in jeder Beziehung ſorgfältig und ſauber, und da ihm Dar=
ſteller
wie Harry Liedtke und Lee Parry, Winterſtein und Homalka zur
Verfügung ſtanden, war der Erfolg des Filmes eine Selbſtverſtändlich=
keit
. Ein ſehr intereſſanter Eisſportfilm wird noch gezeigt, und wer=
den
auch heute die Beſucher des Union=Theaters auf das beſte unter=
halten
.

Tageskalender für Mittwoch, den 28. September 1927.
Heſſ Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende
22 Uhr: Und Pippa tanzt. Kleines Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
22½ Uhr: Coſi fan tutte‟. Orpheum, abends 8 Uhr: Der
alte Deſſauer. Ausſtellungen: Landesmuſeum, von 10 bis.
18 Uhr: Alte Kunſt; Mathildenhöhe, von 10 bis 19 Uhr: Neue
Kunſt. Konzerte: Schloßcafé, Hotel Schmitz, Café Rheingold.
Bockshaut, Meenzer Müller. Hausfrauen=Nachmittag im
Städt. Saalbau. Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.

Schwurgericht.

p. Wegen Meineids bzw. Anſtiftung hierzu ſind angeklagt: 1. die
Hermamn Joſef Schmitz Ehefrau Juliane geb. Borgner zu
Walldorf, 2. deren Ehemann daſelbſt.
Die erſtere ſoll am 4, März 1927 vor dem Amtsgericht Groß=Gerau
wiſſentlich ein falſches Zeugnis mit einem Eide bekräftigt, der Ehemann
ſie hierzu beſtimmt haben. Vor Eintritt in die Vernehmung der Ehefrau
läßt das Gericht den mitangeklagten Ehewann, um eine Beeinfluſſung
auszuſchließen, abtreten. Die Angeklagten haben früher jede Schuld
beſtritten. Es handelt ſich im weſentlichen um die Frage, ob die Tochter
Elſe Schmitz bei den Kaufmann Hörr Eheleuten in Walldorf gegen
Geldlohn oder Naturalien beſchäftigt war. Am 4. März 1927 ſtand vor
dem Gericht in Groß=Gerau Termin in der Klageſache gegen Hörr an.
Es klagte die Elſe Schmitz, vertreten durch ihren Vater gegen Hörr.
Die Schmitz Ehefrau (Mutter der Elſe Schmitz), die beeidigt wurde, be=
ſchwor
damals, die Ehefrau Hörr aus Walldorf habe ihr am 1. Oktober
1923 verſprochen, ſie zahle der Tochter Elſe von dieſem Tage an 15 Mk.
monatlich als Dienſtlohn. Auffällig erſcheint, daß die Schmitz Eheleute
mehr als zwei Jahre gewartet haben, bis ſie die der Tochter angeblich
zuſtehenden Lohnbeträge verlangt haben. Auch ſollen ſich die Schmitz
Eheleute bis zum Jahre 1926 Dritten gegenüber dahin ausgeſprochen
haben, daß die Elſe nicht gegen Geldlohn bei den Hörr Eheleuten be=
ſchäftigt
ſei. Auffallend erſcheint weiter auch, daß bei der Vereinbarung
vom 1. Oktober 1923 von 15 Mark geſprochen wurde. Dagegen betont
die Ehefrau Hörr, daß von einer Entlohmng der Elſe Schmitz in Geld
nie die Rede geweſen ſei. Die Klage der Elſe Schmitz wurde abgewieſen.
Die Anklageſchrift ſteht auf dem Standpunkt, daß der Ehemann das
geiſtige Abhängigkeitsverhältnis, in welchem ſeine Frau zu ihm geſtan=
den
ausgenutzt und ihr die falſche Ausſage eingegeben habe. Es iſt eine
Reihe von Zeugen geladen, als Sachverſtändiger iſt der Medizinalrat
Dr. Schmidt (Groß=Gerau) zur Stelle.
Der Sachverſtändige bezeichnet die Angeklagte als beſchränkt und
beeinflußbar, aber ſtrafrechtlich verantwortlich. Der Staatsanwalt be=
antragt
gegen die Ehefrau 1 Jahr Gefängnis, gegen den Ehemann
2 Jahre Zuchthaus.
Der Verteidiger bezieht, ſich auf die dem Ehemann ausgeſtellten
Zeugniſſe, die ſeine moraliſchen Qualitäten als einwandfrei ſchildern.
Die Anklage baſiere zum großen Teil auf der Ausſage der Frau Hörr,
der Prozeßgegnerin im Zivilprozeſſe. Die Familie Hörr habe die Straf=
anzeine
veranlaßt. Die Anklage gegen die Frau ſcheitere, und damit
entfalle auch die Anſtiftung des Ehemanns. Für eine die Ehefrau beein=
fluſſende
Tätigkeit des Ehemanns fehle jede Unterlage, ſelbſt wenn das
Gericht zu einer Verurteilung der Frau kommen ſollte. Es wird die
Freiſprechkung der Angeklagten erbeten.
Das Urteil ſpricht die Angeklagten frei. Ein ſchlüſſi=
ger
Beweis ſei nicht erbracht. Bereits im Jahre 1923 ſei von einem
Barlohn die Rede geweſen. Die Angeklagte ſei wohl der Meinung ge=
weſen
, ſie habe einen Barlohn vereinbart.

Aus den Parteien.
Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei.
Heute abend 8 Uhr findet auf der Geſchäftsſtelle ein Spielabend ſtatt.
Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Dortſelbſt werden auch Ein=
trittskarten
zur Hindenburgfeier für Jugendgruppenmitglieder zu er=
mäßigten
Preiſen abgegeben.
Vom Landesverband Heſſen der Deutſchnationalen Volkspartei
wird uns geſchrieben:
Der Landesvorſtand der Deutſchnationalen Volks=
partei
in Heſſen hat in ſeiner Sitzung in Frankfurk am 24. Sept.
beſchloſſen, bei den Landtagsneuwahlen mit Provinzliſten vorzu=
gehen
und hiernach, indem er den Provinzvertpetungen die Vervollſtän=
digung
der Liſten überließ, die folgenden Kandidaturen aufgeſtellt. Für
Starkenburg: 1. Landtagsabgeordneter Kindt=Darmſtadt, 2. Frau
Landtagsabgeordnete Heraeus=Offenbach a. M., 3. Forſtmeiſter
Dierſch=Erbach i. Odw., 4. Kaufmann Keiſer=Offenbach a. M.;
Oberheſſen: 1. Reichs= und Landtagsabgeordneter Profeſſor Dr.
Werner=Butzbach, 2. Landwirt und Bürgermeiſter Viſſel=Griedel,
3. Studienrat Dr. Lenz=Gießen, 4. Landwirt und Altbürgermeiſter
Knecht, Mittel=Gründau;
Nheinheſſen: 1. Amtsgerichtsrat Böhm=Mainz, 2. Landwirt
Schoenfeld=Wendelsheim, 3. Berufsfeuerwehrmann Groß ( Deutſch=
nationaler
Arbeiterbund), Worms, 4. Landwirt Schach=Werntz,
Offſtein, 4. Lehrer Flach=Mainz.

Ein Roman von der Grenze von Richard Skowronnek.

(TV. 14637

In Ordensburg war Oſtermarkt. Die Sonne ſchien hell
über Waſſer, Land und Wald, nur der ſcharfe Oſtwind mahnte
daran, daß der Frühling im maſuriſchen Ländchen ſpäten Ein=
zug
hält.
Durch Lärm und Gedränge des Marktes ſchob ſich ſuchen=
den
Auges ein noch jugendlicher, hochgewachſener und breit=
ſchulteriger
Mann. Sein glattraſiertes Geſicht mit dem ener=
giſchen
Kinn war blaß wie von Stubenarbeit oder langer Krank=
heit
, die bleiche Farbe aber ſtammte nicht daher. Vier Monate
ang hatte er durch das Gitter des Kattowitzer Unterſuchungs=
gefängiſſes
nur ein ſchmales Stück Himmel ſehen dürfen, bis
die Polen ihn wieder frei ließen, weil die unbegründete An=
klage
wegen hochverräteriſcher Umtriebe nicht aufrecht zu erhalten
war. Er war frei, aber in die Freiheit führte nur der kurze Be=
fehl
, ſich binnen 24 Stunden aus dem polniſch gewordenen Teil
Oberſchleſiens zu entfernen. Damit war er auch ſeiner gut=
bezahlten
Stellung als Chefkonſtrukteur an der Fabrik landwirt=
ſchaftlicher
Maſchinen verluſtig gegangen. Und er hatte ſich nach
der Heimat aufgemacht, um ſich mit dem jüngeren Bruder über
den Reſt ſeines Erbteils auseinanderzuſetzen.
Dem Jüngſten, als dem beſonderen Liebling der Mutter,
war der Hof verſchrieben worden, ihm, als dem Aelteſten, der
auf Anraten des Dorfpfarrers auf das Ordensburger Gymna=
ſium
geſchickt worden war, hatte man Schulbeſuch und Studium
an der Techniſchen Hoſchule mit Heller und Pfennig angerechnet.
Weil aber dieſe Ausgaben nur einen winzigen Bruchteil des
ganzen Erbes ausmachten, war für ihn ein Kapital von fünf=
zehntauſend
Mark auf das Grundſtück eingetragen worden. Und
dieſe, im Verhältnis des Wertes des mehr als achthundert
Morgen großen Hofes geradezu lächerlich geringe Summe hatte
ihm der Bruder in der ſchlimmſten Zeit der Inflation zurück=
gezahlt
. Damals hatte er ſich nicht viel daraus gemacht, denn
er verdiente für ſeine beſcheidenen Anſprüche genug. Heute
aber lag der Fall anders, heute brauchte er das Geld.
In Argentinien konnte er eine einträgliche und ausſichts=
reiche
Stellung finden, wenn er in der Lage war, außer ſeiner

bewährten Arbeitskraft ein Betriebskapital von acht= bis zehn=
tauſend
Mark einzuſchieben. Da hatte er ſich gleich nach Em=
pfang
des Briefes zu einer Ausſprache auf den Weg nach Hauſe
gemacht, trotzdem zwiſchen ihm und dem Bruder noch etwas an=
deres
ſtand als der Groll über die Benachteiligung bei der Ver=
teilung
des Erbes. Aber wenn er die Mutter begrüßt hatte,
konnte er ja im Dorfwirtshaus wohnen, ſolange die Verhand=
lungen
dauerten, brauchte der nicht zu begegnen, um die er ſieben
Jahre lang die Heimat gemieden hatte . . Von jenem Abend
im Pfarrgarten an, wo ſie weinend an ſeinem Halſe gehangen
hatte: Sei doch vernünftig, Hans, es geht nicht anders! Wer
ſoll denn für die kranke Mutter ſorgen und die drei kleinen Ge=
ſchwiſter
, wenn nicht ich? Die paar Groſchen Penſion, die ſie
als Pfarrerswitwe kriegt, ſind doch zum Verhungern! Da
hatte nur nur aufgelacht: Na ja, und der andere erbt den Hof,
und ine reiche Bauernfrau iſt auch was anderes als ine Stu=
dentenbraut
, die vielleicht noch jahrelang warten muß".
Hans! ſchrie ſie auf, mach mir’s doch nicht ſo entſetzlich
ſchwer, ich hab’ ja ſchon mein ganzes Herzblut verweint in all
dieſen Nächten . . . Da hatte er ſich losgeriſſen, war im erſten
Morgengrauen fortgefahren, entſann ſich heute nicht mehr, ob
er von der Mutter Abſchied genommen hatte. Wenn nicht, ging
es mit allem übrigen in einem hin. Sie hatte ihm den jüngeren
Bruder ja ſchon vom erſten Tage an vorgezogen
So ging er in finſteren Gedanken dahin, ſpähte in jeden
Bauernwagen, ob er nicht ein bekanntes Geſicht aus dem an der
polniſchen Grenze gelegenen Heimatdorfe entdeckte. Vielleicht,
daß er dadurch zu einer Fabrgelegenheit kam, die ihm die Aus=
gabe
für einen Mietswagen erſparte
In der Bahnhofſtraße vertrat ihm eine junge Frau den Weg.
Na, da biſt du ja endlich, und guten Tag, Hans, ſagte
ſie, ſtreckte ihm die Hand entgegen. Er aber fuhr unwillkür=
lich
zuſammen, weil die plötzlich vor ihm ſtand, der noch vor
wenigen Minnten ſeine verbitterten Gedanken gegolten hatten.
Die junge Frau aber deutete die Bewegung anders. Ueber ihr
derhärmtes und mager gewordenes Geſicht flon ein ſchmerz=

Nummet 269

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 28. Sept. 11.55: Glockenſpiel aus dem Darn
Schloß. O 15.30: Für die Jugend. Rektor Wehrhan: Ritt.
ſagen. König Rother und andere Ritterſagen. O 16.30: Ueber=
aus
der Ausſtellung Blumen und Früchte: Konzert. o 17.7:
Bücherſtunde. O 18.15: Vereinsnachrichten. O 18.30: Stadt=Men,
Rat Fiſcher: Das neue deutſche Geſetz zur Bekämpfung der E=
ſchlechtskrankheiten
. O 19: Schachaufgaben. o 19.30: Ueber
aus dem Volksbildungsamt Orcheſterkonzert. Beethoven: Oi,
Coriolan. Chopin: Klavierkonzert. Haydn: Sinf. D=diu,
Muſikal. Leit.: H. v. Schmeidel. Soliſt: K. Willich (Klavie
Anſchl.: Uebertr. aus Mannheim: Zither=Konzert.
Stuttgart.
Mittwoch, 28. Sept. 15: Jugendſtunde. Elſa Pfeiffe=
K. Köſtlin, Funkorch. O 16.15: Konzert. Teike: Alte Kameradem
Strauß: O ſchöner Mai! Mattheſon: Air, Cello=Solo.
Pares: Pax et Labor, Ouv. Verdi: Fant. Traviata.
Eilenberg: Die Mühle im Schwarzwald. Becce: Viſione d’Italic
Serenata delle Laguna. Souſa: Die Freiheitsglocke. Einlage=:
in den Pauſen: Alice Corona Blank. O 18.15: Landtagsabgeordm
Fiſcher: Berufsmöglichkeiten im Handwerk. O 18.45: Paul Weſtheinn

Jöhnſſen, Käte Mann, Marianne Fiſcher, Fred Höger, E. Stockin;
ger C. Struve, M. Heye, Rundfunkorch. Aſcher: Junggeſellen=
marſch
. Der Glückliche Capriccio. Perſ.: Karl Gerhardr:
Schriftſteller. Käte, ſeine Frau. Paul Holſt. Ort: Arbeitszimmes
Gerhardts. Künnecke: Liebling, heut iſt mein Hochzeitstag.
Die Hochzeitsreiſe Tragikomödie Perſonen: Franz Hoffmann=
Maler. Martha, ſeine Frau. Ein Packträger. Ein Droſchkenkutſcher=
Ort: Ein Hausflur. Kollo: Zwei rote Roſen, ein zarter Kußz
Kinderkrankheiten. Luſtſpiel. Perſ.: Ludwig Lehndorf, Muſikerr
Edith, ſeine Frau. Dr. Max Otto Arzt. Franziska, ſeine Frauy
Anna. Dienſtmädchen bei Lehndorf. Ort: Speiſezimmer bei Lehndorff
Knümann: In dulce jubilo, Marſch. O 21.30: Uebertr. aus Frei=
burg: Richard Strauß=Abend. Mitw: Luiſe Strauß (Alt), R1.
Weber (Violine), Th. Kellner CCello), G. Starke (Klavier). Sonata
in Es=Dur op. 18. Sechs Lieder: Winterweihe, Waldſeligkeit,;
Befreit, Meinem Kinde, Du meines Herzens Krönelein, Schlagende=
Herzen. Sonate in F=dur op. 10.
Berlin.
Mittwoch, 28. Sept. 13.45: Glockenſpiel von der Parochial=. O 15.30: Dr. Ilſe Reicke: Die moderne Frauenbewegung.
O 16.15: Dr. Engel: Vom geſunden und kranken Fuß. O 17: Die=
Funkprinzeſſin erzählt: Die alte Weibermühle. Von der Königin,,
die keine Pfeffernüſſe backen, und dem König, der nicht, das Brumm=
eiſen
ſpielen konnte. Goldtöchterchen. O 17.30: Kapelle Rooßz.
Mozart: Ouv. Lucio Silla. Mendelsſohn: Auf Flügeln des
Geſanges Lied. Lehar: Gold und Silber. Puccini: Fant.
La Boheme‟. Lindſay: Fant. Alle Tage iſt kein Sonntag‟..
Dvorak: Slaw, Tanz. Lehar: Wolgalied aus Zarewitſch..
Branſen: Du meines Lebens Sonnenſchein. 18.40: Ober=
Poſtdir Weiland: Wie erlange und benutze ich ein Poſtſcheck=
Konto? O 19.05: Dr. Gumpert: Die Hindenburg=Marken, neue
deutſche Wohlfahrts=Briefmarken. 19.30: Rechtsfragen. (Prof. Dr.
Heilfron.) O 19.55: Prof. Reichenbach: Das Molekül als Urbe=
ſtandteil
der Wärmevorgänge. O 20.30: Zola (zum 25. Todestag.)
Ueber den Dichter und ſein Werk. Geſpr. von Braun. Aus Zolas
Dichtung; Fr. Kortner O 21.30: Kammermuſik. Brahms: Zweite
Sonate F=Dur op. 99. Mozart: Sieben Variationen über das
Duett Bei Männern, welche Liebe fühlen aus Zauberflöte‟,
O 22.30: Herbſt. Grieg: Ouv. Im Herbſt Nachklang.
Brahms: Ueber die Heide. Tſchaikowsky: Herbſtlied aus Die
Jahreszeiten; Herbſtliche Gedanken Friedemann: Im Herbſt=
wald
. Herbſtſerenade. Greif: Herbſtgefühl. Berger: Ach,
wer das doch könnte. Strauß: Herbſtroſen.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 29. September 1927.
Wolkig mit Aufheiterung, tagsüber langſam zunehmende Erwär=
mung
und meiſt trochen.

Arheilgen,
ſien
iah M
Eenſo fand di
ton Bürgſchaften
ſandelt. Ein
bndenburgmarken
teuer wurden die
in 25. Oltober, 3.
. Ziel am 25. Fe
Die Verlängerung
geheißen. Die Umär
nit ganznächtiger
huf des Grundſtüc
geſchah mit der Erri
Konzertſängers Geo
einem Konzerte, das
wurde der Konſeque
Hurtung um Herrick
Pieburgerſtraße wird
vertagt. Der
naltion gegen den R
Rüdungsweſen mitget
* Weſterſtadt,
heſige Bürgerverei
zur demnächſtigen B
ſeitherige Büngermei
zur Zufriedenheit d
der Bürgervereit
Kartei den Vorſch
zuſehen und eben
auf dieſe We
viel Ve
Bürge
Storm 2. g
Partei ſieht m

liches Lächeln: Haſt ganz recht, ich erſchreck' auch immer, wenn
ich’s mal nicht vermeiden kann, in den Spiegel zu ſehen. Und
ohne ihm Zeit zu einer Erwiderung zu laſſen, fuhr ſie fort.
Schon ſeit einer halben Stunde, ſuch’ ich dich. Die Fränze
Podleſchny hat mir erzählt, ſie hätt’ dich in der Hauptſtraße ge=
ſehen
. Da hat die Mutter alſo doch recht behalten. Ich wei=
gerte
mich immer, dir zu ſchreiben, aber ſie bedrängte mich 19
lange, bis ich mich ſchließlich hinſetzte.
Du haſt mir geſchrieben? erwiderte er, noch immer be=
fangen
.
Aber ja doch! Schon vor mehr als acht Tagen, na.
Kattowitz.
Da war ich ſchon längſt fort.
Um Gottes willen, ſagte ſie erſchreckt, es iſt ja nicht aus=
zudenken
, was paſſiert, wenn der Brief als unbeſtellbar zuriſch=
kommt
, und mein Mann macht ihn auf!
Beruhige dich, ſie werden ihn in Kattowitz zu den Aktell
genommen haben! Vielleicht ſuchen ſie auch darin nach Beweiſen
für ihre lächerlichen Anklagen, mit denen ſie mich Er untel=
brach
ſich plötzlich, ſtarrte in die auf der Straße flutende Menge;
indes der aufſteigende Zorn ihm das Geſicht purpurn farhie.
Was haſt du denn auf einmal? fragte die junge Fkan
ängſtlich.
Gleich, gab er kurz zurück. Und mehr zu ſich ſelbſt ſuhl
er fort: Ich ſeh’ doch nicht am hellichten Tag Geſpenſter? Le
Kerl da mit dem Handkoffer und der blauen Brille .
Grüß Gott, Herr Schwalge, ſagte er höniſch, wvie kommen
Sie denn hierher? Haben Sie in Kattowitz nichts mehr zu be
ſpitzeln, daß Sie uns hier in Ordensburg beehren?
Geben Sie mir die Straße frei erwiderte der andere, ſe
barſchem Tone. Und Sie verwechſeln mich wohl, ich kann mie
nicht beſinnen, daß ich Sie irdendwo mal geſehen hätte!
Ach nee, ſo kurz von Gedächtnis?
Hans Baginfki riß ihm mit der Linken die Brille ab, Yie
mit der Rechten zu einem Schlage aus, der einen Stier geſſ.,
hätte. Ein bäuerlich gekleideter Marktbeſucher fiel ihm inl. L."
Arm, andere drängten ihn zurück. Und weil der alte Siſe.
ſergeant Wenkhöfer, der ſonſt jeder irgendwie unbequehe.
Amtshandlung in weitem Bogen aus dem Wege ging, zuſſt
in unmittelbarer Nähe war, mußte er wohl oder übel eingre!""
Herrſchaften, ſagte er begütigend, ſchob ſeinen umſalß.
reichen Bauch zwiſchen die Streitenden, ſeid doch friedlich!. Qi
was ſind das für neue Moden, ſchon am Vormittag Keitel
Was anſtändige Menſchen ſind, die warten damit doch bis 9"
Abend.
Der Mann, der Hans in den Arm gefallen war, drängie, e
eifrig vor: Herr Oberwachtmeiſter, ich bin Zeuge und i9h 9"
genau geſehen, wie dieſer Herr hier angefangen hat. Der."
dere kam ganz harmlos mit ſeinem Koffer vom Bahnyel
Harmlos? ſchrie Haus Boginfki erregt zurück. Dei I
iſt aus Oberſchleſien, ein ganz gemeiner Lump, ein Spik.
ſchon viele gute Leute ins Gefängnis gebracht hat=
Der alte Stadtſergeant hob die Hand
Immer mit der Ruhe und eins nach dem endern, wie
den Kartoffelkeilchen! Alſo legitimieren Sie ſich mal zuc.
Bitte, erwiderte Hans, griff in die Bruſttaſche, ..
ich muß bemerken, daß ich mir aus ganz beſonderen Grung..
Verlin für die Fahrt durch den Korridor einen falſchen A18.
beſorgt habe .
Na, denn zeigen Sie mal her bemerkte Herr Bent90
langte in die Taſche nach ſeiner Brille. Aber er kam nicht..
ſie aufzuſetzen. Ein unterſetzter Herr in hellem Staubma.
ſchrie den Stadtſergeanten mit befehlsgewohnter Stihi.
Zum Deuwel noch mal, müſſen ſie erſt die Brille i"
langen, um einen früheren Reſerveoffizier vom Regiuen.
ſuren wiederzuerkennen? Wenn nicht, verbürge ich mich i0.

[ ][  ][ ]

Nummer 269

Aus Heſſen.
Gemeinſamer Baumbezug.
Der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß, nimmt Be=
Itellungen auf Obſtbäume gemäß dem diesbezüglichen Ausſchreiben
mioch bis zum 4. Oktober d. Js. entgegen.

E. Wixhauſen, 26. Sept. Oeffentliche Gemeinderats=
itzung
. Da die Pachtzeit für die Nachtweide, die Herrnwieſe und
ſoie Schulwieſe abgelaufen iſt, ſollen dieſelben demnächſt auf 12 Jahre
reu verpachtet werden. Hierbei wird auch dasjenige Wieſengelände,
welches die Gemeinde ſeither ſelbſt bewirtſchaftete, mit verpachret wer=
Sen. Das Geſuh der Beſvohner der Taunusſtraße um Verlegung der
PVaſſerleitung wurde zurückgeſtellt und der Bürgermeiſter beauftragt,
Erkundigungen über die Koſtenfrage einzuziehen. Das Miniſterium
er Finanzen als Landespolizeibehörde bat der Reichsbahndirektion
Oainz die probeweiſe nächtliche Schließung des Poſtens 18 zwiſchen
Lixhauſen und Erzhauſen genehmigt unter der Bedingung, daß an
em Uebergang ein Drehkreuz errichtet wird, welches bei Schließung
tes Poſtens paſſiert werden kann. Die Schließung ſoll erfolgen in der
Beit vom 1. März bis 31. Oktober von 10 Uhr abends bis 4 Uhr mor=
ens
, vom 1. November bis 28. Februar von 7 Uhr abends bis 7 Uhr
orgens. Hiergegen erhebt der Gemeinderat ſchärfſten Proteſt. Das
Seſuch des Philipp Bitter um Abbruch eines Wohnhauſes in der Ober=
iſſe
wurde genehmigt. Ein Antrag des Gemeinderats Hammann.
enen Feldſchützen während der Dienſtunfähigkeit des Feldſchützen Hen=
ſel
einzuſtellen, wurde abgelehnt. Zwei weitere Anträge desſelben,
lretr. Proteſt gegen 10 Prozent Mietſteigerung am 1. Oktober und
roteſt gegen den Reichsſchulgeſetzentwurf, wurden angenommen. Für
tie Unwettergeſchädigten in Rheinheſſen ſowie in Berggießhübel in
Sachſen wurden je 20 Mark bewilligt.
An. Arbeilgen, 26. Sept. Gemeinderatsbericht. In der
letzten Sitzung des Gemeinderats wurde bekannt gegeben, daß die hieſige
Gemeindekaſſe durch die Oberrechnungskammer einer Reviſion unter=
ogen
wurde; Kaſſe und Buchführung wurden in Ordnung befunden.
BBetreffend Ausbau der Reitbahn wurde der Einſpruch des Leonhard
Brunner zur Weiterbehandlung der Provinzialbehörde überwieſen.
Das Geſuch des Wilhelm Grimm, in dem zu ſeinem Anweſen gehören=
ten
Nebenbau einen Möbelausſtellungsraum errichten zu dürfen, wurde
zenehmigt. Irgendwelche Zuſchüſſe zu baulichen Aenderungen können
doch nicht gewährt werden. Die Verpachtung von Gemeindegrund=
ſäicken
und der Geländetauſch mit Guſtav Lotz wurden genehmigt.
benſo fand die Obſtverſteigerung Genehmigung. Die Uebernahme
gon Bürgſchaften wurde in der anſchließenden geheimen Sitzung ver=
handelt
. Ein Beitrag zur Hindenburgſpende und der Ankauf von
Kindenburgmarken wurden abgelehnt. Zur Erhebung der Gemeinde=
ſeuer
wurden die Termine: für das 1. Ziel am 1. Oktober, 2. Ziel
an 25. Oktober, 3. Ziel am 25. November 1927, 4. Ziel am 25. Januar,
Ziel am 25. Februar und 6. Ziel am 25. März 1928 feſtgeſetzt.
Tie Verlängerung der Waſſerleitung in der Hirſchſtraße wurde gut=
g
heißen. Die Umänderung von halbnächtigen Straßenlampen in ſolche
mit ganznächtiger Brenndauer wurde genehmigt. Ebenſo fand der An=
cauf
des Grundſtückes Flur 7 Nr 3 Zuſtimmung. Das Gleiche
g=ſchah mit der Errichtung von Notwohnungen. Das Geſuch des
Honzertſängers Georg Weicker um Erlaß der Vergnügungsſteuer bei
emem Konzerte das derſelbe demnächſt hier zu veranſtalten gedenkt,
nurrde der Konſequenz halber abgelehnt. Das Geſuch des Ludwig
Kartung um Herrichtung des Fußſteigs an ſeinem Anweſen in der
Drieburgerſtraße wird bis zur Beratung des nächſtjährigen Voranſchlags
vrtagt. Der Beſchluß der ſozialdemokratiſchen Gemeinderats=
fiaaktion
gegen den Reichsſchulgeſetzentwurf ſoll dem Landesamt für das
Eäldungsweſen mitgeteilt werden. Es folgte eine geheime Sitzung.
* Weiterſtadt, 27. Sept. Zur Bürgermeiſterwahl. Der
b eſige Bürgerverein nahm am Sonntag in einer Verſammlung Stellung
zar demnächſtigen Bürgermeiſterwahl. In Anbetracht deſſen, daß der
ſätherige Bürgermeiſter Auguſt Meinhardt ſein Amt gewiſſenhaft und
zur Zufriedenheit der geſamten Einwohnerſchaft geführt hat, machte
der Bürgerverein auf einſtimmigen Beſchluß der Sozialdemokratiſchen
Yartei den Vorſchlag, von der Aufſtellung eines eigenen Kandidaten ab=
zu
ſehen und ebenfalls für den ſeitherigen Bürgermeiſter einzutreten;
anf dieſe Weiſe würde der friedliebenden Gemeinde und den Einwoh=
nern
viel Verdruß und Geld geſpart. Als Gegenleiſtung wird der
Arirgerverein bei der nächſtjährigen Beigeordnetenwahl für Herrn Gg.
Ekorm 2. geſchloſſen eintreten. Der Antwort der Sozialdemokratiſchen
Aartei ſieht man mit Spannung entgegen.

(s iſt der Herr Oberingenieur Baginſki ich hab’ lang genug
mrt ihm zuſammen im Schützengraben gelegen!
Ich hab’ ihn auch wiedererkannt, ſchrie der Alte zurück,
über wenn er ſelbſt ſagt, er hat einen falſchen Paß?
Hätten Sie ſich trotzdem den andern immer mal zuerſt vor=
näöppen
können!
Der dicke Stadtſergeant ſah ſich ſuchend um, aber der Mann
mrt dem Handkoffer war verſchwunden. Auch der Eifrige, der
ſo nachdrücklich für ihn Partei ergriffen hatte, war nicht mehr
zu finden. Da kratzte er ſich den weißhaarigen Kopf: Mir
ſch eint, die beiden ſind ansgeriſſen, wie der verrückte Schinder
varhin zwiſchen die Menſchen preſchte . .
Hans flog vor Erregung noch am ganzen Körper.
Schade, ſagte der Oberamtmann, daß man ihnen in den
Arm gefallen iſt! Jetzt reimt ſich mir auch allerhand zuſammen.
ſſich ſah da ein paar verdächtige Geſichter aus der Allenſteiner
gegend. Wahrſcheinlich eine geheime Obmännerverſammlung
nter dem Schutze des Marktgetümmels. Aber das alles können
wr im Königlichen Hof bei einer anſtändigen Pulle Rotſpon
deHeutend ruhiger beſprechen.
Tut mir leid, erwiderte Hans, ich habe ſoeben meine
Schwägerin getroffen.
Das geht natürlich vor! Aber ich rechne beſtimmt darauf,
daßß Sie mich ſchon morgen in Rakowen beſuchen. Wir haben
ens ſicher manches zu erzählen.
Die junge Frau kam von der anderen Seite der Straße
derüber. Es hatte den Anſchein, als wenn ſie ſichängſtlich um=
ſähe
, ob ſie von irgendeiner Seite beobachtet würde. Der Ober=
imtmann
war ihr einige Schritte entgegengegangen, beugte ſich
iher ihre Hand.
Verzeihen Sie, gnädige Frau, daß ich Ihren Herrn Schwa=
fer
aufgehalten habe. Nach einem leider mißglückten Verſuch,
die Polenfrage auf abgekürztem Wege zu löſen, ſind wir ins
Plaudern geraten.
Sie wurden getrennt, ein Bäuerlein, das rückwärtsgehend
eine ſtörriſche Kuh am Strick führte, halte ſich zwiſchen ſie ge=
choben
. Die junge Frau ſtand mit ihrem einſtigen Verlobten
mitten im Gedränge Bruſt an Bruſt. Ihre Wangen färbte eine
äh aufſteigende Röte, ſie ſchob die Hand vor, verſuchte zurück=
urreten
.
Entſchuldige, ſagte ſie und fügte mit einem verlegenen
lücheln hinzu: Haſt dich wenig verändert in all den Jahren!
Noch genau ſo wild und jähzornig wie früher.
Du irrſt dich, erwiderte er, das war keine plötzliche Auf=
vallung
, ſondern eine alte Rechnung, die ſich in vier langen
Nonaten angeſammelt hatte. Aber laß uns in irgendeine Neben=
traße
gehen, hier kann man ja im Gedränge nicht ein einziges
uhiges Wort ſprechen!
Lohnt nicht mehr, verſetzte ſie haſtig, da hinten kommt
chon mein Aufpaſſer, Herr Ludjich Sareyka! Und ſie deutete die
eerer gewordene Straße hinauf. Ein Kaleſchwagen mit zwei
nageren Kleppern davor kam im Trabe angefahren, der Kutſcher
n einer Art blauer Livree ſah ſich nach allen Seiten ſuchend um.
Erlaube mal, ſagte er ungläubig, iſt das jetzt Spaß oder
Ernſt? Dein eigener Kutſcher ſoll dein Aufpaſſer ſein?
Wirſt dich noch über manches andere auf dem Bruchhof
pundern! Aber um Himmels willen, mach ein gleichgültiges
Geſicht, er hat uns ſchon geſehen! Uind flüſternd fügte ſie mit
liegendem Atem hinzu: Er iſt meines Mannes oberſter Ver=
kauter
und Spießgeſelle, alſo ſei vorſichtig, er erzählt ihm jedes
Vort brühwarm wiede=
Der Wagen hatte ſie erreicht, der Kutſcher zog die Leinen an.
Frau Wohltäterin, rief er in maſuriſcher Sprache hinüber,
der Herr läßt ſagen, Sie ſollen allein nach Hauſe fahren. Er
onimt mit dem Goſpodarz Soyka nach, weil die Bullen noch
ſicht verkauft ſind. Das heißt, das ſoll ich ausrichten, fügte er
uit einem breiten Grinſen hinzu, aber die Wahrheit iſt anders.
deim Zawodda im Krug zum letzten Groſchen wird ſchon das

Mittwoch, den 28. September 1927

Seite 7

Aa. Eberſtadt, 26. Sept. Nachtübung der Feuerwehr. Am
Samstag abend rief die Alarmſirene auf dem Rathauſe die hieſige Frei=
willige
Feuerwehr und die Hilfsfeuerwehr in der Villenkolonie zu einer
nächtlichen Alaxmübung, zu der auch der Kreisbrandmeiſter Schnell
aus Darmſtadt erſchienen war. Kurz nachdem die Ortswehr an der mar=
kierten
Brandſtätte, der Provinzial=Pflogeanſtalt in der Bickenbacher
Straße, erſchienen war, traf auch verſuchsweiſe die Auto=Motorſpritze
des Kreiſes Darmſtadt ein, mit deren Einrichtungen und Handhabung
verſchiedene Wehrmänner der Eberſtädter Feuerwehr vertraut gemacht
wurden. Nachdem die Uebung einen befriedigenden Verlauf genommen
hatte, rückte ſowohl die Kreisfenerwehrſpritze als auch die Eberſtädter
Wehr ab.
Aa. Nieder=Beerbach, 27. Sept. Die Kirchweihe, die am Sonn=
tag
und Montag abgehalten wurde, erfreute ſich leider nicht eines zu=
friedenſtellenden
Wetters. Die meiſten Kirchwveihbeſucher brachten die
Autobuſſe aus Darmſtadt, die außer den fahrplanmäßigen Fahrten
Sonderfahrten eingelegt hatten. Auch der Beſuch aus Malchen, Gber=
ſtadt
und Nieder=Ramſtadt war, beſonders ſeitens der Jugend und Ge=
ſchäftswelt
, ſtark.
Aa. Pfungſtadt, 27 Sept. Städtewettkampf. Die Kraft=
ſportvereinigung
1914 Pfungſtadt trug am Sonntag mit dem Bezirks=
meiſter
Hanau einen Städtewettkampf aus. In der erſten Runde ſiegte
die Pfungſtädter Kraftſportvereinigung mit 8:6 Punkten, und auch in
der zweiten Runde mit 7:7 Punkten in acht Minuten kürzerer Ringzeit.
Unfall. Der gegenwärtig bei den Rheiniſchen Betonbauwerken in
Mainz beſchäftigte Arbeiter Philipp Crößmann aus der Jahnſtraße
ſtürzte bei Bauarbeiten aus einer beträchtlichen Höhe herab. Er zog
ſich dabei ſo ſchwere Verletzungen zu, daß er in ein Krankenhaus auf=
genommen
werden mußte.
G. Ober=Ramſtadt, 27. Sept. Am Sonntag, den 2. Oktober, findet
hier die Nachkirchweihe ſtatt. An dieſem Tage wird die Wieder= Ein=
weihung
der hieſigen Kirche, deren Innenherſtellung nunmehr vollendet,
erfolgen. Hier ſtehen zurzeit noch 11 Erwerbsloſe in Unterſtützung.
Außerdem werden 16 Perſonen von der Kriſenfürſorge betreut.
Aa. Dieburg, 27. Sept. Ueberfahren. Ein von Seligenſtadt
kommendes Perſonenauto überfuhr in Froſchhauſen das zweieinhalb
Jahre alte Söhnchen eines Handwerkers. Der Knabe ſoll direkt in das
Auto hineingelaufen ſein. Die Vorderräder gingen ihm über die Bruſt.
Dennoch dürften die Verletzungen des Kindes nicht lebensgefährlicher
Natur ſein.
r Babenhauſen, 26. Sept. Die Herbſtferien an den hieſigen
Schulen haben heute begonnen. Sie dauern bei der Volksſchule vier
Wochen, bei der Höheren Bürgerſchule 14 Tage. Erſchoſſen hat
ſich auf dem Friedhof in Offenbach a. M. Polizeioberwachtmeiſter Wer=
ner
mit ſeiner Dienſtpiſtole. Lange Zeit ſtand dieſer Beamte bei der
hieſigen Bereitſchaftspolizei und war bei ſeinen Vorgeſetzten und Amts=
genoſſen
als äußerſt tüchtiger Beamter bekannt und beliebt. Die Ur=
ſache
zum Selbſtmord iſt bis jetzt nicht aufgeklärt. Der evange=
liſche
Kirchengeſangverein beginnt am Montag abend mit
ſeinen Geſangsproben im Saale der Michelsbräu. Zwei Tanz=
kurſe
, geleitet von den Tanzlehrern Reichart und Stegmann, werden
im kommenden Winter hier ſtattfinden und nehmen in Kürze ihren
Anfang. Die Bahnhofswirtſchaft, lange Jahre von dem
Gaſtwirt Heß hier geführt, ſoll zur Uebernahme nach beendigtem Umbau
des Empfangsgebäudes neu verpachtet werden. Der Handball=
ſport
feiert Sonntag für Sonntag bei uns. Triumphe. Der ver=
gangene
Sonntag brachte der Ligaelf unſeres Polizeiſportvereins wieder
einen Sieg. Der Wiesbadener Sportverein weilte hier zum Verbands=
pokalſpiel
. Es leidet unter dem Regen, der Boden iſt durch die Näſſe
glatt und lädt gar oft zum kurzen Verweilen ein, der naſſe Ball ent=
gleitet
tückiſch den fanggeübten Händen. Doch während des ganzen
Kampfes zeigen unſere Polizeiſportler ihre Ueberlegenheit. Stand das
Spiel 5:1 für den Platzinhaber, ſo endet es nach dem Schlußpfiff des
ausgezeichnet amtierenden Schiedsrichters Fränckel=Frankfurt a. M. mit
dem hohen, rühmlichen Reſultat 8: 1. Die B=Mannſchaft kehrte eben=
falls
ſiegreich von Arheilgen zurück, wo ſie ihr 3. Verbandsſpiel aus=
focht
, mit dem Ergebnis 5: 1.
Z. Groß=Umſtadt, 26. Sept. Gemeinderatsſitzung. In
der am 22. September ſtattgehabten Gemeinderatsſitzung wurde be=
ſchloſſen
: Die ſtattgefundene Verſteigerung des Reinigens der öffent=
lichen
Straßen und Plätze wird genehmigt. Desgleichen auch die Ver=
ſteigerung
des ſtädtiſchen Obſtes im Raibacher Tal, Steinborn und de
Kuhhohl, welche einen Erlös von 680 Mark erbrachte. Vor der Obſt=
ernte
iſt der Steigpreis zu bezahlen, oder es iſt ein Bürge zu ſtellen.
Der Gemeinderat erhebt Einſpruch gegen die Heranziehung zur
Grunderwerbsſteuer beim Ankauf von Grundſtücken zur Erbauung von
Kleinwohnhäuſern. Der Bürgermeiſter wird ermächtigt, mit dem
Finanzamt Dieburg zu verhandeln. Der Weizenpreis für die auf

Weizen verpachteten ſtädtiſchen Wieſen wird auf 16 Mark pro 100 Kg.
Weizen feſtgeſetzt. Ein vorliegendes Geſuch um Erlaubnis zum Um=
bau
eines Wohnhauſes in der Schwanengaſſe wird genehmigt. Punkt
6 der Tagesordnung, Verkauf von Gemeindegelände, wird vertagt.
Für die durch die Kanaliſation verurſachten Pflaſterarbeiten werden
folgende Preiſe genehmigt: 4) 1,30 Mark für den Quadratmeter Goſſen=
pflaſter
, wenn die Geſſe bis zu 20 Zentimeter tief ausgehoben wird,
1,40 Mark für den Quadratmeter, wenn die Goſſe von 2130 Zenti=
meter
tief ausgehoben wird, für je 10 Zentimeter Mehrtiefe 10 Pfen=
nige
mehr; b) 1,50 Mark für den Quadratmeter Goſſenpflacher in be=
feſtigten
Straßen bis zu 25 Zentimeter Tiefe, 1,60 Mark für den
Quadratmeter bis zu 35 Zentimeter Tiefe, und ſo fort für jede wei=
teren
10 Zentimeter Ticfe 10 Pf. Zuſchlag. Die Straße Nr. 1696
(verlängerte Karlſtraße bis zum Bahndamm) erhält die Bezeichnung
Chriſtoph=Vogel=Straße. Die Straße 1673 (zwiſchen Mühlſtraße und
Herrenwieſenweg) wird Friedrich=Ebert=Straße genannt. Füir das
Stadtkrankenhaus werden die Koſten zur Beſchaffung eines Nachttiſhes
und eines Kleiderſchrankes bewilligt. Zum Schluſſe wurden noch
verſchiedene vorliegende Rechnungen über Arbeiten an ſtädtiſchen Ge=
bäuden
genehmigt und zur Auszahlung angewieſen.
Reichelsheim (Odenw.), 27. Sept. Sicherem Vernehmen nach
wird nunmehr auch die hieſige Volksbank an die Aufwertung ihrer
alten Spareinlagen herantreten. Die Genoſſenſchaft beſteht ſchon über
50 Jahre und hatte vor dem Kriege einen Beſtand an Spareinlagen
von über eineinhalb Millionen. Obgleich bisher von ſeiten der Ver=
waltungsorgane
jede marktſchreieriſche Reklame vermieden wurde, und
die Kreditgenoſſenſchaften geſetzlich nicht zur Aufwertung verpflichtet
ſind, hat ſich bei der Bank im Laufe der Zeit ſchon ein ganz anſehnlicher
Aufwertungsfonds angeſammelt, der jetzt den Spareinlegern zugute kom=
men
ſoll. Die Umrechnungsarbeiten werden vorausſichtlich längere Zeit
in Anſpruch nehmen. Zunächſt ſollen ältere und wirtſchaftlich ſchwache
Spareinleger Berückſichtigung finden.
Ai. Vielbrunn, 27. Sept. Kraftpoſt Main=Mümling.
Auf der Linie MiltenbergErbach-Michelſtadt, bzw. König i. Odenw.,
wurden im Monat Auguſt d. J. unter Hinzurechnung eines Betrages
von 112,75 RMM. als Wert der Poſtſachenbeförderung insgeſamt 3810,85
NM. vereinnahmt. Die Selbſtkoſten der Reichspoſt betragen bei einer
Leiſtung von 413 Schwer=Omnibus=Kilometern zu je 65 RPfg., 270
Schwokm. zu je 85 RPfg., 1792 Schwokm. zu je 95 RPfg. und 3385
Leicht=Omnibus=Kilometern zu je 60 RPfg. 4231,35 RM., ſo daß ſich ein
Fehlbetrag von 420,50 RM. ergeben hat, von dem vorerſt die Hälfte mit
211 RM. zu zahlen iſt. Hiervon haben zu leiſten: Der Stadt Milten=
berg
42,20 RM., der Bezirk Miltenberg 26,38 RMM., die Gemeinde
Kleinheubach 5,27 RM., der Stadtrat Amorbach 10,55 RM., die Bürger=
meiſtereien
Vielbrunn 50,64 RM., Erbach 25.,32 RM., Michelſtadt 25,32
NM., Kimbach 6,33 RM., und König 18,99 RM.
* Momart, 26. Sept. Letzte Woche konnte Herr Michgel Reichert
hier auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Peter Lien, Stahl=
warenfabrik
in Etzengeſäß, zurückblicken. Von der Firma Ange=
ſtellten
und Arbeitern wurden ihm Glückwünſche und Geſchenke
zuteil.
* Hirſchhorn, 27. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
26. September: 3,46 Meter; am 27. September: 3,12 Meter.
H. Aus dem Weſchnitztal, 26. Sept. Die dreiwöchigen Herbſt=
ferien
an den Volksſchulen werden in den Gemeinden unſeres
Tales heute ihren Anfang nehmen. Trotz des ungünſtigen Wetters ſind
viele Landwirte mit dem Kartoffelausmachen beſchäftigt. Auch die
Grummeternte leidet ſchwer unter dem regneriſchen Wetter, und das
meiſte verdirbt auf den Wieſen.
j. Von der Bergſtraße, 25. Sept. Auf dem Tafelacker bei Wein=
heim
veranſtaltete heute Sonntag nachmittag zu Ehren der Bezirks=
ausſtellung
der Reit= und Fahrverein Bergſtraße ein Reit= und Fahr=
turnier
in vier Abteilungen. Obwohl ein Strichvegen niederging, um=
ſäumte
eine große Menſchenmenge den Tafelacker und ſah mit großem
Intereſſe den reitſportlichen Turnieren zu. Die Reiterabteilungen
Weinheim, Hemsbach und Leutershauſen, ſowie eine Abteilung ehemali=
ger
Gedienten vollführten ein Schulreiten und Hürdenſpringen. Als
Turnierrichter fungierten Oberſtleutnnat Holtz und Oberſtleutnant
Emmerling=Karlsruhe, ſowie Stabsveterinär a. D. Dr. Krauß aus
Schönberg. Die beſten Leiſtungen wurden durch wertvolle Preiſe be=
lohnt
. Zu dem Bankett des Bienenzucht=Bezirksvereins Weinheim
anläßlich deſſen 60jährigen Jubiläums waren auch zahlreiche heſſiſche
Imker, beſonders aus Heppenheim und Bensheim, nach Weinheim ge=
eilt
, die der Verbandsvorſitzende beſonders herzlich begrüßte.
* Gernsheim, 27. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
27. September: 3,49 Meter.

Geldchen begoſſen, und der Herr traktiert alles, was mithalten
will. Ich denk’ mir ſo, wenn er morgen früh nach Hauſe kommt,
wird er von den fünf Bullen wohl bloß noch die Stricke mit=
bringen
. .
Es iſt gut, erwiderte ſie ebenfalls maſuriſch. Als Hans
ihr in den Wagen half, rannte, ſie an ſeinem Ohr: Damit
wollte er mich bloß zu einem unvorſichtigen Wort herausfordern,
aber ich hab' ja Lehrgeld bezahlt, fall’ ihm auf ſo was nicht
mehr krein! Wir beide werden nachher noch Gelegenheit fin=
den
. . ." Und laut fügte ſie hinzu: Wo haſt du denn dein Ge=
päck
gelaſſen, Hans? Wohl auf dem Bahnhof?
Der Zorn über die unwürdige Komödie ſchüttelte ihn ſo,
daß er nur mit einem Kopfnicken antworten konnte.
Alſo vorwärts, Ludjich, ſagte ſie, zum Bahnhof! Und
damit du Beſcheid weißt: Der Herr hier iſt der Bruder von
meinem Mann. Er wird ſich auch über den Beſuch freuen, wenn
er nach Hauſe kommt.
Tak, tak, panna dobroezulka, erwiderte der vierſchrötige
Knecht, do bannocha . . Er trieb die Pferde mit einem
Zungenſchnalzen an, wandte ſich halb rückwärts: Aber Vor=
ſtellung
war nicht nöttich, Pan Leitman, ich weiß, Regiment
Maſuren, zehnte Kompagnie. Ich bei erſte, aber liebe Gott war
gnädig. Zuerſt mit Durchfall in Lazaret und nachher mit Ge=
fangenſchaft
. Ich hab’ ſich mit Bruder Ruſſki gut vertragen.
So radebrechte er auf deutſch, bis entgegenkommende Fuhrwerke
ihn nötigten, ſeine Aufmerkſamkeit wieder den Pferden zuzu=
wenden
. Vor dem Bahnhof hielt er ſtill:
Pap jera, Pan Leitman?
Hier, ſagte Hans, händigte ihm Geld und Gepäckſchein
aus. Und als der Kutſcher im Eingang verſchwunden war,
brach er aus: Entſchuldige, Anna, aber das iſt ja eine ganz
gottverruchte Schweinerei! Sag mir, wo die Kneipe liegt, in der
mein ſauberer Herr Bruder
Um Gottes willen, ſchrie ſie auf, preßte ihm die Hand auf
den Arm: Damit wär mein ganzer Plan von vornherein ver=
dorben
!
Was für ein Plan?
Meinen Mann dorthin zu bringen, wo er hingehört! Ich
ſetz dir alles auseinander, wenn wir nachher zu Hauſe unter
vier Augen ſind!
Ja, haſt du denn irgend was verbrochen, daß er dich ſozu=
ſagen
unter Polizeiaufſicht ſtellt?
Verbrochen? Sie lachte bitter auf: O ja, eine ganze
Maſſe! Unter anderem, ich leb’ ihm zu lange. Ihm und einer ..."
na, du wirſt ſie ja nachher zu Hauſe zu ſehen kriegen . . .! Aber
die paar Minuten gehen herum: Alſo, wenn mein Brief dich
nicht mehr erreicht hat, weshalb biſt du da hergekommen?
Weil ich raus will aus Deutſchland! Dein Mann ſoll mir
mein Erbteil auszahlen!
Sie hob wie Hohn die ſchmale Oberlippe über den weißen
Zähnen.
Dein Erbteil? Er denkt ja nicht daran! Als das Schreiben
kam von der Aufwertungsſtelle beim Amtsgericht, hat er nur
gelacht: Gutwillig keinen Pfennig!
Dann könnte ich alſo gleich wieder umkehren? ſagte Hans.
Das Wort reute ihm ſchon, kaum daß er’s ausgeſprochen hatte,
aber es war heraus, ſtand da.
Meinetwegen auf der Stelle, erwiderte ſie bitter, wär‟
ja auch zu viel verlangt, daß du dich um mich kümmern ſollteſt,
nach der Gemeinheit, die ich dir angetan hab!! Ich führ dann
das Hundeleben weiter, bis er endlich einſieht, ich laß mich nicht
ſcheiden, damit er die Kanaille heiraten kann! Bloß die Mutter
tut mir leid ." Sie unterbrach ſich plötzlich, deutete auf den
Giebel des Bahnhofes: Aber auch die Figur da oben haſt du ja
noch nicht geſehen! Die Regierung hat ſich mächtig angeſtrengt
bei dem Wiederaufbau noch im Kriege, aber es gibt manche
Bauern, die da meinen, für das viele ſchöne Geld wäre jetzt beſ=
ſere
Verwendung

So gab ſie ſich befliſſen den Anſchein, als führe ſie mit
ihrem Begleiter ein harmloſes Geſpräch, während der Knecht
den Koffer auf dem Bock verſtaute. Er kletterte auf ſeinen Sitz,
nahm Zügel und Peitſche, trieb die mageren Gäule mit gemüt=
lichem
Zuruf an: Dalaima po chlodeze . . . los in der Morgen=
kühle
, meine Liebchen, ehe die Bremſen ſich rühren . . ." Die
beiden aber hinter ſeinem Rücken legten faſt den ganzen langen
Weg durch Felder, Wald und Dörfer ſchweigend zurück. Ein
paar Male hatte Hans verſucht, mit der neben ihm Sitzenden
ein leiſes Geſpräch anzufangen, ſie hatte jedesmal mit einem
ſcheuen Kopfſchütteln abgewehrt. Da gab er’s auf, nur die Angſt
vor dem auf dem Bock ſitzenden Lümmel erſchien ihm geradezu
krankhaft lächerlich. Und ihm drängte ſich die Vermutung auſ,
auch an allem anderen, was ſie ihm erzählt hatte, ſei manches
übertrieben. Der jüngere Bruder war ja von kleinauf, wie
man ſo ſagt, ein übeles und bösartiges Früchtchen geweſen,
aber daß er ſich ſo zu einem ausgemachten Schweinehund ent=
wickelt
haben ſollte, erſchien ihm kaum glaublich. Er ſelbſt war
ein ſo ehrlicher und innerlich anſtändiger Menſch, daß er an die
Schlechtigkeit anderer erſt glaubte, wenn ſie ihm richtig bewieſen
war. So hatte er ſich auch im Laufe der Jahre für den Bruder
eine Erklärung, faſt eine Art von Entſchuldigung zurechtgemacht.
Wie der Jüngere ſchon von jeher gewöhnt geweſen war, nach
allem zu greifen, was ihm gefiel, ſo hatte er ſich wohl auch um
die heimlich Verlobte des älteren Bruders beworben, bis ſie aus
Sorge um die hilfloſe Mutter und die kleinen Geſchwiſter ſchließ=
lich
einwilligte. Die Che ſchien reichlich unglücklich geworden
zu ſein, was er ſelbſt aber noch heute litt, ſtand auf einem an=
deren
Blatt".
Hinter der Ortſchaft Neundorf, fühlte Ludjich Sareyka das
Bedürfnis, ſeiner ſo ſchweigſam daſitzenden Herrſchaft durch ein
wenig Unterhaltung den Weg zu kürzen. Zugleich in der Abſicht,
herauszukriegen, was es mit dem plötzlichen Beſuche des Bruders
eigentlich auf ſich habe. Er deutete mit der Peitſche auf eine leicht
wellige Erhebung, auf der ein paar verwitterte Holzkreuze ſtanden.
Da, Schützengrabe! Hier erſte Kompagnie, Hauptwann
Haberland, auf der andere Seite Dragoner. Alle ferfault, bloß
ich noch lebe! Ich ſchon drei Tage vorher in Lazarett, dumme
Doktor hat geſagt, Ruhr, bloß Feldwebel hat geſchimpfen, fer=
fluchte
Schwein, du haſt Rizinus geſoffen, ich werd’ ſorgen, daß
du von Soldatenſtand in zweite Klaſſe! Geſoffen ich hatte, aber
ich hab’ keine Wort geſagt, bloß gedacht: Lieber lebendige
Schwein wie tote Soldat von erſte Klaſſe.
So ſiehſt du auch heute noch aus, ſagte Hans wit ingrim=
migem
Auflachen, der andere aber tat ſo, als nähm er’s für ein
Lob, ſchmunzelte, wie ſelbſtgefällig.
Er wußte Beſcheid. Der Herr Bruder da kam nicht als
Freund, hielt mit der Frau zuſammen
Wer die Jortechüne Reie
Mrandadeniomans Use
m, kanfe sich morden Re
Widenhng-Nämmet.
M.,Bsinn Mattestee
md M Mhasdt!

[ ][  ][ ]

Jahresfeſi der Kirchengeſangvereine
des Deſanats Erbach in Michelſiadt.
L. Michelſtadt, 27. Sept. Am Sonntag fand das Jahresfeſt der
Kirchengeſangvereine des Dekanats Erbach (Oſtbezirk) ſtatt. Ein Feſt=
ausſchuß
des Michelſtädter Vereins war zur Begrüßung der auswär=
tigen
Vereine mit dem Poſaunenchor am Bahnhof. Unter den Klängen
einer flotten Marſchmuſik ging es zur Kirche, wo die Hauptprobe der
Maſſenchöre ſtattfinden ſollte. Es mögen ca. 300 Sängerinnen und Sänger
aus Neckarſteinach, Hirſchhorn, Beerfelden, Erbach, König und Michel=
ſtadt
geweſen ſein, die im Gottesdienſt in der bis auf den letzten Platz
beſetzten Kirche 3 Maſſenchöre Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre‟.
Wirf dein Anliegen auf den Herrn, Lobe Gott getroſt mit Singen
unter Leitung des Dirigenten des Michelſtädter Vereins, Herrn Lehrer
Lerch, zu Gehör brachten. Die Leiſtungen ſtanden auf einer recht an=
ſehnlihen
Höhe, wenn es auch zu bemängeln bleibt, daß die Männer=
ſrimmen
gegenüber den durchöringenden Frauenſtimmen als zu ſchwach
erſcheinen. Die Feſtpredigt hielt Herr Pfarrer Korell=Neckarſteinach
über Pſalm 98. Die auswärtigen Gäſte waren zum größten Teil in
Privatquartieren zu Tiſch, eine wirklich ſchöne Sitte, die das Gefühl
des Verbundenſeins der Vereine ſtärkt. Um 2.30 Uhr nachmittags
begann im Saale des Schmerkers Garten die Nachverſammlung.
Unter Mitwirkung des Poſaunenchors, deſſen Darbietungen weſentlich
zur Verſchönerung der Feier beitrugen und beſondere Anerkenyung
verdienen, verlief die Feier recht ans gend. Schade nur, daß der gyoße
Saal viel zu klein war! Herr Dekan Bernbeck=Hirſchhorn ſprach im
Namen der Vereine herzliche Worte und Herr Steuerinſpektor Braner=
Michelſtadt entbot die Grüße des Kirchenvorſtandes. Leider war der
Landesvorſitzende des Verbandes der evangeliſchen Kirchengofang=
vereine
in Heſſen, Herr Geh. Rat D. Dr. Flöring, dienſtlich verhindert,
an der Tagung teilzunehmen. Die Einzelvorträge der Vereine waren
glänzende Proben ihres Könnens. Mit den Abendzügen kehrten die
auswärtigen Feſtteilnehmer in ihre Heimat zurück. Am voran=
gegangenen
Abend hatte der evang. Kirchengeſangverein Michelſtadt im
Städt. Saalbau eine wirklich harmoniſch verlaufene Feier ſeines
40jährigen Beſtehens. Die Ehrung des Altmeiſters Keidel und der
früheren Herrn Dirigenten ſtanden im Mittelpunkt des Abends. In
feiner Feſtrede gab Herr Oberpfarrer Herber ein Bild über den Ent=
wickelungsgang
des Vereins und ſchloß mit einer dringenden Mahnung

an die Jugend. Herr Stadtpfarrer Heß=Darmſtadt, der 10 Jahrc (1905
bis 1915) Leiter des Chors, geweſen war, fand herzliche Worte des
Dankes. Die Chöre und ein Begrüßungsgedicht, vorgetragen von Frl.
Kätha Schäfer, ernteten reichen Beifall.

F. Dreieichenhain, 26. Sept. Gautag. Am Sonntag fand in
unſeren hiſtoriſchen Mauern der Gautag des Dreieichgaues Gabels=
bergerſcher
Stenographen ſtatt. Mit ihm verbunden war das übliche
Gauwettſchreiben, das am Nachmittag in der Schule abgehalten wurde.
Die erzielten Erfolge waren zufriedenſtellend. In dem neu erbauten
geräumigen Saale Zur Krone veranſtaltete der einheimiſche Steno=
graphenverein
für ſeine zahlreichen Gäſte aus dem Gaugebiet eine Nach=
mittagsfeier
. Hierbei hielt der Gauvorſitzende, Adolf Eichler= Sprend=
lingen
, eine herzliche Begrüßungsanſprache, in der er die Stenographie
als ein wichtiges Mittel im wirtſchaftlichen Kampfe bezeichnete, ohne
das die viel mit Schreibarbeit Belaſteten heute kaum noch exiſtieren
könnten. Der Bezirksvorſitzende, Peter Heißt=Eberſtadt, überbrachte
die Grüße des Beziuks und Verbandes ſowie des Stenographiſchen Lan=
des
=Amtes in Darmſtadt. Die Einheitskurzſchrift iſt, betonte der Red=
ner
, gut und ſtellt ein wohlgeordnetes harmoniſches Gefüge dar. Dem
Dreieichgau, der ſich von Anbeginn auf den Boden der Einheitskurz=
ſchrift
geſtellt und ſie bisher gepflegt und gefördert habe, führte der
Redner weiter aus, gebühre Dank. Er wünſchte ihm ein ferneres Wach=
ſen
, Blühen und Gedeihen. Hierauf wurde das Ergebnis des Wett=
ſchreibens
bekannt gegeben und die zahlreich geſtifteten Ehrenpreiſe ver=
teilt
. Am Abend fand ein Ball ſtatt, der den ſchön verlaufenen Gautag
beſchloß
WSN. Offenbach, 26. Sept. Näumung einer Wirtſchaft
durch Polizei. In der Nacht zum Sonntag kam es in einer Wirt=
ſchaft
in der Altſtadt zu Ausſchreitungen. Die Gäſte, unter denen ſich
eine große Anzahl von Roten Frontkämpfern befand, leiſteten der Auf=
forderung
des Wirtes, wegen der herangerückten Polizeiſtunde das
Lokal zu: verlaſſen, keine Folge. Polizei wurde alarmiert. Verſchie=
dene
Anhänger des Roten Frontkämpferbundes leiſtetent hierbei Wider=
ſtand
und beleidigten die Beamten. Die Polizei mußte ſchließlich
mit blauker Waffe die Wirtſchaft räumen und fünf Siſtierungen vor=
nehmen
. Unter den Verhafteten befand ſich auch der bekannte Kom=
muniſt
Hertler. Nachdem auf dem Polizeiamt die Perſonalien feſt=
geſtellt
worden waren, wurden die Siſtierten wieder entlaſſen. Sie
wverden ſich wegen Widerſtands gegen die Staatsgewalt zu verantworten
haben.

Fraßſchäden von Forſtinſekten.
In den badiſchen Forſten, in der Nähe von Mannheim, iſt in dieſem
Herbſt die Raupe der Kiefernblattweſpe (Lophirus) in außerordentlich
ſtarkem Maße aufgetreten, ſo daß ſtellenweiſe innerhalb weniger Tag
bereits ein vollkommener Kahlfraß eingetreten iſt. Auf Veranlaſſun=,
des badiſchen Forſtminiſteriums wurden vor etwa eineinhalb Wochen di.
Firmen E. Merck, Chemiſche Fabrik, Darmſtadt, und Junkers Flugzeug
werk A.=G., Deſſau, die bekanntlich in den letzten Jahren den Arſem
beflug zum Schutz der deutſchen Waldungen in großem Maße vorbildlich
durchgeführt haben, beauftragt, Bekämpfungsverſuche vorzunehmem
Wenn bei den großen Fraßkalamitäten der Forleule vor drei Jahren
in den Waldungen des deutſchen Oſtens, die teilweiſe zu einer faſt volg
ſtändigen Zerſtörung der Wälder führten, es den Forſtbehörden noch
nicht möglich war, eine wirkſame Bekämpfung zu veranlaſſen, ſo kann
jetzt doch ein ganz bedeutender Fortſchritt auf dem Gebiete der Forſt=
ſchädlingsbekämpfung
verzeichnet werden. Der MerckJunkers= Arſem=
beflug
ſtand mit Flugzeugen, Motorverſtäubern und Laſtzügen, mi.
Forſteſturmit beladen, ſowie der wiſſenſchaftlichen (chemiſch=biologiſchen.
Lcitung innerhalb zwölf Stunden im Fraßgebiet zur Bekämpfung be=
reit
. Die Verſuche wurden ſofort mit Flugzeugen und Motorverſtäu= vorgenommen. Obwohl die Arbeiten ſehr unter der herrſchendem
ſchlechten Witterung zu leiden hatten, konnte dennoch die vorzüglich
Wirkſamkeit des Forſteſturmits und der anderen von der Chemiſcher
Fabrik E. Merck hergeſtellten Bekämpfungsmittel einwandfrei feſtgeſtell 1
werden. Großzügige Bekämpfungsmaßnahmen ſind daher für dass
nächſte Jahr in Ausſicht genommen.
WSN. Lauterbach, 26. Sept. Ein Raubüberfall. In den
Nacht zum Sonntag, morgens zwiſchen 3 und 4 Uhr, wurde auf einern
Bürger unſerer Stadt ein Raubüberfall verübt. Der Ueberfall hat ſic
unterhalb des Städtiſchen Armenhauſes ereignet. Dem Ueberfallenem
der in bewußtloſem Zuſtande aufgefunden wurde und dem ſchwer=
Kopfnunden beigebracht worden waren, wurden die Brieftaſche mist
einem größeren Geldbetrag, die Uhr mit Kette, ein Taſchenmeſſer und
die Schuhe geraubt. Die ſofort vorgenommenen Ermittelungen de-
Polizei laſſen mit Beſtimmtheit darauf ſchließen, daß ein gewiſſer Kar
Nöchter oder Böttcher, geboren am 11. März 1906 in Leue bei Dort,
mund, als Täter in Frage kommt, da er am Sonntag abend noch irn
der hieſigen Herberge ſich eingefunden hatte, jedoch dort nicht genäch=
tigt
, und mit dem Ueberfallenen in der Nacht gegen 3 Uhr geſehen wurde

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[ ][  ][ ]

Nummer 269

Mittwoch den 28 September 1927

Seite 9

Architektenfahrt nach Amerika.

Von Bürgermeiſter Buxbaum.

III.

Das Verkehrsweſen erfordert höchſte Anſpannung Gleichſtrom und liegen in Zementrohren.
ſim Energie. Untergrundbahn, Hochbahn, Straßenbahn, Omni=
ürdig
iſt, daß die Türen dieſer Bahnen vom Wagenführer 4 60 000 Kilowatt 11000 Volt bei 60 Perioden. Die Schienen
Uhren. Fahrkarten gibt es nicht. Die Kontrolle geſchieht durch
ſickwerke. Stationen werden nicht ausgerufen.
Das Hotel inder neueſten Form lernten wir kennen
Sotel Manger, wo wir wohnten. Es hat 1700 Fremdenzim=
in
. alle mit Bad, zumeiſt Brauſen, alle mit Kloſett, laufendem
iem, kaltem und Eiswaſſer, Telephon, Heizung und Lüftung.
te Näume ſind mit Oelfarbe geſtrichen, das Bett beſteht aus groben Verſtößen ahndet der Policeman, an Ort und Stelle
(ieni und hat nur Bettuch und Wolldecke ohne jeden Kopfkeil.
der Komfort iſt da, aber ohne jede perſönliche Note, ohne
dlmlichkeit. Es iſt Ziviliſation ohne Kultur. Schuhreinigung
uts nicht; das wird im Parterre von Jungens oder auf der
ſtefße gemacht. Dagegen wird die Wäſche des Gaſtes gewaſchen,
Mſt Kleider gereinigt, gebügelt, und zwar in kürzeſter Friſt.
Ein Erlebnis eigener Art bietet ein Beſuch des im Hotel
i untergebrachten Barbierladens (barber shop). Haar=
ſtieden
, Raſieren und Geſichtsmaſſage koſtet 2 Dollars. Dafür
10 man 1½ Stunden lang gröblich mißhandelt. Wir ließen es
ſiaes Los entſcheiden, wer ſich opfern ſollte, hatten aber danm
M Vergnügen einer ſtundenlangen Schadenfreude. Die Reihen=
ſté
iſt etwa folgende: Haarſchneiden, Raſieren, heiße Tücher
M4 Geſicht, fingerdicke Salbe, heiße Tücher, weiche Salbe, heiße
Echer. Geſichtsmaſſage, heiße Tücher elektriſche Vibrations=
uſtege
, heiße Tücher, glühend heiße Tücher, kühle Tücher, eis=
ſe
Tücher, abſtauben, bezahlen.
Halten, um den Verkehr der Nebenſtraßen durchzulaſſen, konſul von Lewinſty begrüßte die Verſammlung mit herzlichen
1MAutofahren iſt damit ſchwer behindert. Zum Stop dienen
hen ſichtbare rote Kugellampen an den Straßenkreuzungen.
b. Gefährt bleibt am Platze halten. Oft ſah ich dann hun=
ſe
won Autos hintereinander ſtehen. Aber ſehr ſchnell iſt das
d ſaierre wieder gelöſt, winn durch eine grüne Lampe die Fahrt
er freigemacht iſt. Auf vielen Straßen ſind, mit Oelfarbe
zmBeiſpiel: Stop oder No parking‟. Die Landſtraßen wer= halten. Ich bitte, das zu entſchuldigen.
dunbon den Einzelſtaaten gebaut und unterhalten. Die Bundes=
bim
In den großen Städten ſind die Bürgerſteige vielfach unter=
Asutegen.
Urarundbahnen und Hochbahnen allgemein 5 Cents (20 Pfg.).
uinderen Städten 7 Cents, 8 Cents und in Boſton ſogar
(Aattobus in der Hand einer Geſelſchaft. In Berlin iſt bes Fenſter ſah eine Kuh oder ein Pferd heraus.
fuch alles jetzt Eigentum der Stadt.
ſiet chält Staatszuſchüſſe.
g
Nie Straßenbahnen haben zumeiſt keine Oberleitung.

Die Ediſonzentrale, das größte Elektrizitätswerk in
iſte und Autos durchraſen Tag und Nacht die Stadt. Merk= New York, erzeugt mit Kohlenſtaubfeuerung und drei Turbinen Waſſerfront von beinahe 400 Kilometern und dabei eine Tiefe,
uomatiſch geöffnet und geſchloſſen werden. Die Wagen ſind der Straßenbahn ſind zum Teil ſtark abgenutzt. Es wird nach
iartem und ganz zum Durchgehen eingerichtet, aber zum Teil amerikaniſchem Syſtem nicht repariert, ſondern neu gemacht, umgeben von Hochhäuſern. Es hat 34 Stockwerke und iſt 1908
uri ſehr verbraucht. Für 5 Cents kann man jede Strecke ab= wenns bis zur Unbrauchbarkeit abgenutzt iſt. Das Anfahren und gebaut. Der Oberbürgermeiſter (Mayor) wird alle vier Jahre
Anhalten geſchieht mit großem Ruck, um eine möglichſt große Ge=
ſchwindigkeit
halten zu können. In Pittsburg fahren einzelne
haupt keine Drähte in der Luſt. Die Rolle der Straßenbahnen Befähigung durch Amtsprüfungen nachweiſen; aber auch bier
im Zentrum ſolcher Rieſenſtädte ſcheint mir überhaupt ausge=
ſpielt
zu ſein.
Die Verkehrsdiſziplin, auch die der Fußgänger, iſt gut. Bei
unter Umſtänden mit dem Gummiknüppel. Jeder Fahrer ſchützt
ſich ſelbſt durch ſein Verhalten. Paſſiert etwas, dann tauſchen
Herrenfahrer einfach ihre Karte aus ohne viel Worte zu machen.
Die Worte werden vor dem Richter geſprochen. Es gibt ſehr viele
Einbahn=Straßen.
An der Ecke der Madiſon Street und Stats Street in Chi=
cago
verkehren an einem Tag bis 700 000 Fußgänger.
Offene Autos gibt es faſt gar nicht, alle haben Verdeck, damit
ſie auch im Regen im Freien ſtehen können.
Am Abend des erſten Tages folgten wir einer Einladung
des Norddeutſchen Lloyd, der an Bord des Dampfers
München einen Empfangsabend veranſtaltete. Amerikaniſche
Architekten und Ingenieure wurden dort mit uns bekannt ge=
macht
und dabei ein paar prächtige Reden gehalten. Intereſſant
iſt, daß die Amerikaner bei ſolchen Gelegenheiten einen Leiter
des Abends, den Togſtmaſter, ernennen, und daß dieſer die Red=
ner
mit einigen Worten ankündigt. Die Reden wurden nach
Die Verkehrsordnung zwingt jeden Wagen zu häufi= dem Eſſen gehalten, und zwar hintereinander. Auch der General=
Worten.
Die Theater ſind ſelbſtverſtändlich Privatunternehmungen.
nichts wert und geht zugrunde. Das gilt auch von den Kranken=
häuſern
.
Ich will hier einfügen, daß ich vor allem das erwähnen will,
eſithte gezogen zur Abgrenzung der Fahrbahnen. Auch Aufſchrif= was andere Formen angenommen hat wie bei uns. Stil und
umidet man viele auf dem Boden zur Verkehrsregelung, wie Form meines Berichts werden hierdurch etwas Filmartiges er= wird, wenn das Einkommen über 100 000 Dollar beträgt. Die
Untung gibt Zuſchüſſe und kontrolliert den geſamten Straßen= lichkeiten auf, ſo zum Beiſpiel, daß vielfach gleichartige Ge= Die Gemeinde erhebt eine Steuer vom Privateigentum. Sie iſt
ſchäſte in einer Straße ſich geſammelt haben. So ſieht man aber nicht hoch.
kally, ſei es für Zwecke des Hauſes, ſei es zur Aufnahme der einige Straßen, in denen nur Automobilläden liegen. In der
R7 New York iſt der Fahrpreis in den Straßenbahnen, uſw. vereinigt. Man hat herausgefunden, daß das Vorteil bringt, koſtet hat; er ſagt dabei unfehlbar, daß das das größte Kunſtwerk
für Käufer und Verkäufer.
Millents. Dort iſt Straßenbahn Untergrundbahn, Hochbahn Haus, das als Stall für Pferde und Kühe dient. Faſt an jedem
Wer ein altes Auto hat, das er gerne los ſein möchte, fährt
die Höchſtgeſchwindigkeit der Untergrund=Erpreßzüge iſt hinaus aufs Land und läßt den alten Kaſten irgendwo im Stra=
60 4lometer. In New York rentiert die Untergrundbahn nicht, ßengraben ſtehen. Wir ſahen hunderte ſolcher Autos, ja ſogar n
ganze Autofriedhöfe an den Landſtraßen.
C
Vorſchriften über Ladenſchluß gibts nicht. Viele Ge= I.
Ditelektriſche Kraft wird durch eine dritte, unterirdiſch ange= ſchäfte haben Samstags und Sonntags geſchloſſen, andere haben eine große Rolle.

auch Sonntags auf. Jeder macht, was er will. Auch gearbeitet
wird Sonntags an Stellen, wos preſſiert.
Das Bauamt der Stadt New York hatte uns einen Dampfer
zur Verfügung geſtellt, mit dem wir eine fünfſtündige Fahrt
um die ganze Inſel Manhattan unter vorzüglicher
Führung machten. Das Boot war geflaggt und wurde deshalb
von jedem entgegenkommenden Schiff durch dreimaliges Sirenen=
geheul
begrüßt, worauf unſer Dampfer jedesmal ebenſo ant=
brachte
Stromſchiene zugeführt. Die Leitungen haben 600 Volt wortete. Dieſes dauernde Brüllen war die einzige üble Zugabe
zu der hochinterſſanten Fahrt. Dabei ſahen wir mehrere Kriegs=
ſchiffe
vom U=Boot bis zum Kreuzer. Der Geſamthafen hat eine
daß überall Schiffe fahren können.
Das Rathaus (City Hall) ſteht mitten in der Unterſtadt,
neu gewählt, ebenſo die Bürgermeiſter der fünf Verwaltungs=
bezirke
(Boroughs) und die unter ihnen arbeitenden höheren
Straßenbahnen mit Dieſelmotor. In Waſhington gibt 3 über= Begmten. Nur die Beamten der unteren Kategorie müſſen ihre
ſpielt politiſcher Einfluß mit. Gott bewahre uns vor dieſem
Syſtem und ſeinen Folgen.
Oft hört man in Amerika ſprechen von der Beſtechlichkeit der
Beamten. Ein Beiſpiel bietet das Alkoholverbot (Prohibition).
Man kann alles haben, muß aber viel dafür bezahlen. Unſum=
men
werden mit Alkohol verdient, mehr wie früher an Bier und
Branntwein. Schuld trägt nur das Syſtem der Beamtenwahl
und der parlamentariſchen Einrichtungen. Die Wahl koſtet viel
Geld. In vier Jahren muß das wieder eingebracht werden und
mehr dazu. Man hört haarſträubende Geſchichten.
Amerika hat nur 120 Millionen Einwohner auf einem Boden,
der zwanzigmal größer iſt wie Deutſchland. Es könnte 500 Mil=
lionen
Einwohner leicht ernähren. Viel Land liegt ungenutzt da.
Die Freiheit geht ſo weit, daß ſich kein Menſch anmelden
oder abmelden muß. Adreßbuch gibt’s nicht. Im Telephonver=
zeichnis
kann man aber guten Aufſchluß erhalten, denn faſt jeder
hat Telephon in ſeiner Wohnung. Das koſtet monatlich 4 Dol=
lar
, alſo fünf Stundenlehne eines Arbeiters, und die Telephon=
geſellſchaft
hat Rieſenüberſchüſſe. Die Telephonapparate ſind
veraltet.
Das elektriſche Licht iſt natürlich überall. Es koſtet die Kilo=
wattſtunde
5 bis 9 Cents je nach dem Verbrauch. Das Waſſer
koſtet in Chicago 4 Dollar für drei Monate pauſchal. Man will
es aber demnächſt ganz koſtenlos liefein.
Die ſteuerliche Belaſtung iſt viel geringer wie bei uns. Die
Zuſchüſſe gibt’s nicht. Was nicht aus ſich ſelbſt beſtehen kann, iſt Einkommenſteuer iſt folgendermaßen geſtaffelt: Der Junggeſelle
iſt frei bis 1500 Dollar, der Verheiratete bis 3500 Dollar, für
jedes Kind ſind weitere 500 Dollar frei. Für die erſten weiteren
4000 Dollar zahlt man 1½ Prozent, für die nächſten 4000 3 Pro=
zent
und ſo fort bis zur Höchſtgrenze von 20 Prozent, die erreicht
Grundſteuer iſt 1½ Prozent vom Wert. Gewerbeſteuer gibts
Bei den Beſichtigungsfahrten fielen mir einige Sonder= nicht, auch keine Erbſchaftsſteuer, Umſatzſteuer und dergleichen.
Wird man von einem Amerikaner geführt, ſo erklärt er un=
47. Straße ſind die Buchhändler, in anderen die Lederwaren fehlbar bei jedem öffentlichen Gebäude, wieviel Dollar es ge=
der
Welt iſt. Bei einem Gemälde von hohem Wert wußte er nur
Im Italienerviertel ſahen wir ein ſechsſtöckiges zu ſagen, daß es ſoundſoviel Quadratfuß Leinwand habe und
daß es das größte Bild der Welt ſei. Von einem großen Bank=
haus
wurde ſogar gemeldet, wieviel es wiegt. Die Dinge der
Welt beſitzen für ihn nur Wert in Zahlen.
Konzertkaffees und Ausflugsorte oder dergleichen gibts
nicht. Die Erholung ſucht andere Formen. Man fährt mit ſeiner
Car und mit ſeinen Freunden und Freundinnen hinaus und
lagert dann draußen nach Wildweſtart. Das Wochenende ſpielt

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[ ][  ][ ]

; Steinmetz war
hiteres Tor verb

Seite 10

Mittwoch, den 28. September 1927

Nummer 2

Aus Wiesbaden.
g. Einen ſtarken Riß in das Budget
der Kurverwaltung wird die durch den
preußiſchen Innenminiſter Grzeſinſki verfügte Schlie=
ßung
des Troulaſpiels am 30. September d. J.
im Gefolge haben. Nicht weniger als rund 80 000
Mark jährlich machte die Einnahme aus dem Spiel
für die Kurverwaltung aus. Letztere bezog nämlich
55 Prozent der Einnahmen. In der Hauptſache be=
ſoldete
von den verbleibenden 45 Prozent der Unter=
nehmer
Fritz das Perſonal, das nun leider brotlos
wird. Es beſteht zurzeit noch aus einem Haupt=
kaſſierer
, zwei Nebenkaſſierern, einem Anſager und
vier Croupiers. Außerdem wurden fünf Angeſtellte
der Kurverwaltung als Kontrollbeamte für die Zeit,
die ſie außerhalb ihrer Dienſtſtunden dem Troula=
Unternehmen widmeten, mit je 10 Mark Tagesgel=
dern
entlohnt. Für die Kurgäſte war, namentlich an
Regentagen, das Troulaſpiel eine gern begrüßte Un=
terhaltung
. Große Gewinne oder Verluſte kamen
nicht vor, da die Tageskaſſe in ſeltenen Fällen über
1000 Mark hinauskam. Viele werden daher den am
30. September, nachts 12 Uhr, ſtattfindenden Schluß
des Troulaſpiels in einer Weltkurſtadt bedauern, in
der es müßige Leute, die dem Glücksſpiel fröhnen
können, zur Genüge gibt. Andererſeits aber fällt da=
mit
eine Verlockung zum Spiel fort, die für manche
doch verhängnisvoll werden könnte.
Auf der Straße vom Tod überraſcht.
Lpd. Bad Homburg. Hier wurde der frühere
langjährige Rendant der Kurverwaltung Heinrich
Bieber auf einem Spaziergange von einem Un=
wohlſein
befallen. Hilfsbereite Paſſanten brachten
ihn in ſeine Wohnung, wo der hinzugezogene Arzt
nur den mittlerweile eingetretenen Tod feſtſtellen
konnte. Bieber war über 40 Jahre im Dienſte der
Kurverwaltung tätig.
Urteil gegen den Urheber des Limburger Auto=
Unglücks.
Lpd. Limburg. In der Montagsſitzung ver=
handelte
das Große Schöffengricht Limburg gegen
den Maſchinenbauſtudenten Karl Ohl aus Limburg
wegen fahrläſſiger Tötung. Ohl hatte in
der Nacht zum 11. Juli 1927 auf dem Heimwege
vom Sängerfeſt in Eſchhofen mit ſeinem Auto in
angetrunkenem Zuſtand dicht bei Limburg zwei
junge Leute aus Limburg totgefahren.
Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr
ſechs Monaten Gefängnis und zur
Tragung der Koſten. Die erlittene Unterſuchungs=
haft
von zwei Monaten und zwei Wochen wird in
Anrechnung gebracht, dagegen vorläufig von einem
Strafaufſchub, bzw. Gewährung einer Bewährungs=
friſt
in Anbetracht des beſonders gelagerten Ver=
ſchuldens
des Angeklagten abgeſehen.
Hochwaſſer im Neckartal.
Lpd. Heidelberg. Der Neckar, der ziem=
lich
hohen Waſſerſtand hatte, iſt erheblich ge=
ſtiegen
. Die Baugruben am Kanalbau, von denen
die an der alten Brücke ſchon völlig, die am Karls=
tor
etwa bis zur Hälfte leergepumpt waren, ſind wie=
der
gänzlich überflutet worden, ſo daß die Wieder=
aufnahme
der Arbeiten noch weiter hinausgeſchoben
worden iſt.
Eine Gemeinde ohne Wohnungsnot.
Lpd. Walshauſen (Pfalz). Da hier keine
Wohnungsnot mehr beſteht, konnte die Wohnungs=
mangelverordnung
aufgehoben werden.
Verhaftung eines Wechſelfälſchers.
Lpd. Simmern. Der ſeit langem wegen
Wechſelfälſchung in vier Fällen geſuchte Heinrich
Guttke aus Hermeskeil konnte durch die Gendar=
merie
feſtgenommen werden.
Schweres Automobilunglück in Halberſtadt.
TU. Halberſtadt. Ein Halberſtadt durchfah=
rendes
Perſonenauto aus Hamburg ſtieß auf der
Straße mit einem Radfahrer zuſammen. Trotzdem
der Chauffeur noch in letzter Minute energiſch die
Bremſe zog, war das Unglück bereits geſchehen. Der
Radfahrer wurde überfahren und blieb ſchwer verletzt
liegen. Das Auto ſelbſt war durch das heftige Brem=
ſen
ins Schleudern geraten und gegen einen Baum
gefahren. Es überſchlug ſich und begrub die drei In=
ſaſſen
mit ſchweren Wunden unter ſich.
Schwerer Eiſenbahnunfall auf dem Haupt=
bahnhof
Halle.
TU. Halle., Geſtern früh 8.20 Uhr, fuhr eine
Leerlokomotive auf dem Haupbahnhof Halle auf den
dort haltenden Perſonenzug 574 auf. Bei dem Zu=
ſammenſtoß
wurden drei Reiſende ſchwer
verletzt, der Lokomotivführer und 13 weitere
Reiſende erlitten leichtere Verletzungen. Bei keinem
der Verletzten beſteht Lebensgefahr.
Der Begründer der Pfadfinderbewegung
für den Friedens=Nobel=Preis genanut.

General Sir Robert Baden=Powell,
der Begründer und Führer der in allen Ländern der
Welt verbreiteten Pfadfinderbewegung, wird für den
Friedens=Nobel=Preis 1928 vorgeſchlagen.. Der um
die internationale Verbrüderung der Jugend hoch=
berdiente
General hat ſich im Burenkrieg als Ver=
teidiger
von Mafeking ausgezeichnet

Die Flugzeugkataſtrophe bei Schleiz.

Oben: Die Trümmer der mit Botſchafter v. Maltzan und ſeinen Mitreiſenden verunglückten Maſchine.
Unten: Das zuſammengebrochene Fahrgeſtell auf der Unglücksſtätte.
Oceana ein neues Touriſtenſchiff der Hapag.

Der 8500=Tonnen=Dampfer Oceana
iſt von der Hamburg=Amerika=Linie nur für Erholungs= und Vergnügungs=Geſellſchaftsfahrten
zur See beſtimmt worden. Eine Anzahl von Mittelmeer= und Nordlandreiſen ſollen mit der
Oceana ſchon im nächſten Jahre ausgeführt werden.

Schüſſe auf einen Zug.
Lpd. Naſſau. Eine unerhörte Tat wurde hier
von Rohlingen begangen. Vom Sportplatz aus
ſchoſſen unbekannte Täter auf den Trieb=
wagen
449, der zwiſchen Koblenz und Naſſau ver=
kehrt
. Eine Kugel durchſchlug das Fenſter eines Ab=
teils
und traf ein Kind im Geſicht. Das Kind
wurde ſehr erheblich verletzt. Die Polizei hat um=
fangreiche
Nachforſchungen nach den Tätern aufge=
nommen
.
Hingerichtet.
TU. München. Geſtern früh 6.30 Uhr wurde
im Strafvollſtreckungsgefängnis Stadelheim der
27 Jahre alte Bergmann Heinrich Kern mit dem
Fallbeil hingerichtet. Kern hatte am 2. Mai den
64jährigen Goldſchmied Chriſtian Schreiber in
ſeinem Laden überfallen und durch Schüſſe ge=
tötet
und beraubt.
Dreißig Tote beim Zugunglück im Eiſacktal.
TU. Innsbruck. Zu dem Zugunglück im
Eiſacktal wird gemeldet, daß ſich die Zahl der Toten
auf 30 erhöht hat. Der verunglückte Zug iſt faſt
völlig im Waſſer der Eiſack verſchwunden. Von der
Lokomotive ragt nur der Schornſtein aus dem Waſſer
heraus. Bei Brixen wurde die erſte Leiche von den
Verunglückten angeſchwemmt.
Sturmſchäden in Jugoſlawien.
EP. Belgrad. In der Bacſka wütete am
Montag ein heftiger Sturm, der auf der
Linie Szombor-Neuſatz ungeheuren Schaden verur=
ſachte
. Zahlreiche Telephonſtangen wurden auf das
Gleis geworfen, ſo daß der Zugverkehr eingeſtellt
werden mußte. Im Dorfe Gajdobra wurden viele
Dächer abgetragen, die katholiſche Kirche iſt ſchwer
beſchädigt. Auch in anderen Ortſchaften iſt der Scha=
den
ſehr groß.

Durch ein elektriſches Bügeleiſen tödlich
verunglückt.
TU. Wien. Auf eine bisher ganz eigenartige
Weiſe hat eine junge Frau in ihrer Wohnung da=
durch
den Tod gefunden, daß ſie beim Bügeln mit
einem elektriſchen Eiſen in den Stromkreis geraten
iſt. Sie ſank plötzlich während der Arbeit mit einem
markerſchütternden Schrei hilflos zu Boden. Die
Rettungsgeſellſchaft bemühte ſich eine volle Stunde
lang um ſie, doch blieben alle Wiederbelebungsver=
ſuche
erfolglos. Wie feſtgeſtellt wurde, hat die junge
Frau am rechten Arm eine etwa handtellergroße
Verbrennung erlitten.. In der Magengegend waren
Eintrittsſtellen des Stromes und an den Fußſohlen
Austrittsſpuren ſichtbar. Die junge Frau hatte, ehe
ſie zu bügeln anfing, den Fußboden ihrer
Küche aufgewiſcht; die Stelle, auf der ſie
ſtand, war noch ganz feucht. Infolge einer ſchlech=
ten
oder ſchadhaft gewordenen Iſolierung des Bügel=
eiſens
, war ſo die Frau zweifellos in den Strom=
kreis
geraten und hatte den Tod gefunden.
Die Unwetterverheerungen in der Schweiz.
FU. Baſel. Noch immer treffen neue Nach=
richten
über ſchwere Schäden ein, die das furchtbare
Unwetter am Samstag und Sonntag angerichtet hat.
So wurden auch im Kanton Teſſin, von Biasca
abwärts, ſämtliche Dämme überflutet.
Die Gotthard=Straße iſt an mehreren Stellen unter=
brochen
. Jeder Verkehr iſt unterbunden. Beſonders
kritiſch iſt die Lage im Miſoxertal. Dort haben große
Felsblöcke die Waſſer der Moeſa abgedrängt. Artii=
lerie
iſt dorthin beordert worden, um die gefährdeten
Stellen wieder freizumachen. Im Engadin, wo von
Cellerina fis nach Samaden das ganze Inntal unter
Waſſer geſetzt war, iſt jetzt der Verkehr nach St.
Moritz wieder aufgenommen worden. Das Hochwaſſer
iſt an vielen Stellen im Zurückweichen begriffen. In
den Alpen fällt ſeit Sonntag vormittag Schnee.

Großer Brand bei der AEd
Die Rußland=Abteilung der Allgemei n
Elektrizitäts=Geſellſchaft ausgebranm.

Die Brandruine.
Ein gewaltiger Brand hat das Glühlampen=E
und die Rußland=Abteilung der Allgemeinen
trizitäts=Geſellſchaft in der Berliner Luiſenſtraße:
nichtet. Das Feuer hat in allen vier Etagen
Hauſes gewütet und ſelbſt die hart gebrannten 20
kerſteine von den Mauern zum Abbröckeln gebun
*Wo iſi Könnecke?

d ſt
te. Der Schieds

Könnecke iſt mit ſeiner German=
überfällig
. Von Angora iſt er zwar abgeflad
in Basra aber bis jetzt noch nicht ein ,
troffen. Er wollte in ſüdlicher Richtung über) ur unverdient 3:1.
türkiſche Grenze fliegen. Vorgeſehen war wieder M =umbige Gelände un
vierzehnſtündige Flugzeit, ſo daß er eigentlich / 4wrlichen Teiles des P
Samstag abend in Basra hätte landen müſſen. A üntragen haben.
iſt nicht ausgeſchloſſen, daß er ſich verirrte und 9 Jnhr war gut, doch
Zum machte manchen
Notlandung hat vornehmen müſſen. Auffällig ltin Halbzeit gut,
aber, daß keine der türkiſchen Funkſtationen irgan Umacht wurde. Die
einen Funkſpruch von ihm aufgefangen hat, obmw)
SV. Mörfel
er einen leiſtungsfähigen Apparat an Bord hat. Aix
vartun
deutſcher amtlicher Seite ſind ſofort Nachforſchuntw
Bereits nach eine
eingeleitet worden.

Verhaftung dreier Bukareſter Getreide=Großl
händler.
EP. Bukareſt. Die drei Brüder M4110 iſſ Abwehr, f.

ſchaljan, Inhaber der großen Getreidefirmon 9er Echt
gleichen Namens, die vor einigen Tagen zahlungs)
Sportv.
unfähig wurde, ſind wegen Scheckbetruge
Das Spiel
verhaftet worden. Die Brüder haben ungedeäht
Schecks in der Höhe von 25 Millionen Lei hei berz hch aucnei
4 dunch dauernd
ſchiedenen rumäniſchen Banken in Umlauf geſetz& A Giſten vel zu
ferner hinterlegten ſie bei den Finanzbehörden ungee 4 und ein ſch
deckte Schecks über acht Millionen an Zahlungsſtai. Abeſonders die
für Steuerſchulden. Die Verhaftung der angeſehene 2 Humhaltbaren 2
Getreidegroßhändler erregte in der Hauptſtalu
größtes Aufſehen. Die Firma Maniſchalian beſteht Aüua den Amtaverfſing
ſeit 50 Jahren auf dem Bukareſter Platz.
Mearmſtadt und den Be

EP London. Nach Meldungen aus Tolio iſi) A.I. Gefunden:
während eines heftigen Sturmes das japaniſchch Heiederarmband.
Manduhr 1 brau
Kriegsſchiff Koſhu bei den Mikroneſiſchen Jil, tmt Inhalt
ſeln auf Strand geworfen worden. Die 150 Manuu kad. 1 großer und

Geſtrandetes japaniſches Kriegsſchiff.
Polizelamt
ſtarke Beſatzung ſoll gerettet ſein. Es handelle kahrdel zuſamm
ſich um das ehemalige deutſche Schiff Michgen tuch, gez. A. B.
Hrulden Fraun un
Jebſen.
FAng. 1 Eink
Eine Nachricht von Filchner?
Eandichraube vo
EP. London. In Simla iſt die Nachricht einn, Ia dier Nuchogk.
getroffen, daß drei europäiſche Reiſende in Nag:2 Lmndſchuhe.
chuka, nördlich von Lhaſa, angekommen ſeien. Mang Trume Lederh.
nimmt an, daß es ſich um den deutſchen Forſcher Wileli. Praune Damenhan
helm Filchner und ſeine Begleiter handelt, derehs Tſchen, 1 braune
Ermordung durch Tibetaner kürzlich gemeldet wurder, kolioger und Taſche
Doniaie mit 2 Pfg.
Muien: 1Gcwor
Ein furchtbarer Racheakt.
TU. New York. Ein 65jähriger, Italiener
wollte ſich an dem Verführer ſeiner mißratenenn Il Ginſberren
Tochter rächen. Er ſchlich ſich in die Wohnung einee‟
Landsmannes ein und tötete des nachts das ſ. a
Mu Haatz
Schlaf liegende ſiebenjährige Töchterchen
Au
des Mannes, der nach ſeiner Meinung ſein Rihd 9 ſas ?
Hüt
unglücklich gemacht hatte.
Fünfzig Kilometer auf einem Flugzeugſchwalt. 1.
EP. Ein nicht gerade alltägliches, noch wenige.
aber angenehmes Erlebnis hatte, wie aus Hackenſe.
im Staate New Jerſey berichtet wird, ein Schut.
namens Jimmy Tahlor, der ſich in ſeiner Flich
begeiſterung häufig auf dem Flugplatz Teterboro N"
umtrieb und dort gelegentlich mit Hand anlegte.
kam es, daß eines ſchönen Tages der Luſtpoſcye.
Ponton de Arce den kleinen Jimmy aufforde.
den Schwanz ſeiner ſechs Paſſagiere befördern,
Fokker=Maſchine herumzudrehen, um das Fluchöe.
beſſer in den Wind zu bringen. Jimmy kam dilſe
Wunſche freudig nach, bevor er aber die Handorſe
wieder losgelaſſen hatte, machte das Flugzeug elle
Satz, und Jimmy ſah unter ſich den Boden ſchwle
den. Es gelang ihm, ſich auf das Schwanzſthug. *
ſchwingen. Mit beiden Händen klammerte er ſich"
und da der Pilot von dem Vorfall nichts geſſe.
hatte, konnte er ſeinen unfreiwilligen Sitz erſt lie
der Landung des Flugzeuges auf dem etwa 35 Mei
entfernten Flugplatz Hadleh Field verlaſſen, Le
großen Erſtaunen des Fliegers, der ſich jetzt Ei
erklären vermochte, weshalb ihm die rückwärtige.
laſtung der Maſchine während des Fluges ungehod
lich hoch vorgekommen war. Der tapfere Jimmh ſe
meinte, er habe keine Angſt gehabt, ſondern.
furchtbar gefroren. Nachdem Jimmys Eltem ""
phoniſch von dem glatten Verlauf der merkwütk.
Luftreiſe ihres Sohnes verſtändigt worden Mi.
kehrte Jimmy im Flugzeug, diesmal aber als Le
nungsmäßiger Paſſagier nach Huckenſack zurüs=

[ ][  ][ ]

Mummer 269

Mittwoch, den 28. September 1927

Geite 11

Sron, ehlel and Tarnen.
Sportverein Weiterſtadt 1.Germania Eſchollbrücken 1. 6:1 (2:1).
*Fußball im Kreis Starkenburg.

Die Kreisliga nach dem 4. Meiſterſchaftsſonntag.
1. FC. LangenUnion Darmſtadt 2:1 (2:1).
Viktoria WalldorfSportverein Münſter 1:2 (0:1).
Viktoria Urberach-Polizei=SV. Darmſtadt 1:3 (1:1).
T.u. SV. MörfeldenGermania Pfungſradt 2:4 (2:3).
Viktoria GriesheimFV. Sprendlingen 2:5 (0:5).
SDie oben wiedergegebenen Ergebniſſe des 25. September zei=
aa
, daß es im großen Ganzen erwa tungsgemäß zugegangen iſt. Das
wrkenswerteſte dabei iſt, daß ſich in drei Fällen die Gäſtemannſchaf=
Durchſetzen konnten, wobei Schlüſſe auf das Stärkeverhältnis im all=
neinen
gezogen werden können. Von den bisher ungeſchlagenen
ſanſchaften wurden zwei weitere von ihrem Schickſal ereilt: Union
unnſtadt und Viktoria Walldorf, und nur noch (wie im Vorjahre),
Sportverein Münſter iſt ungeſchlagen. Ob man will
nicht man muß Reſpekt vor der famoſen Leiſtung der Münſterer
16ur. In dem wichtigſten Spiel des Sonntags in Langen, wurde
Darmſtädter Union mit 2:1 knapp geſchlagen. Die Beſſunger kämpf=
echt
unglücklich und führen Klage über den Schiedsrichter, der ihnen
erzielte Tore aberkannt habe. Das iſt Fußballpech! Münſter
Ee ſich auch in Walldorf durchſetzen. Die Frage heißt nun: iſt
ſünſter ſo gut, oder Walldorf doch ſchwächer als angenommen? Die
ſärung dürfte nicht lange auf ſich warten laſſen. Die Pfungſtädter
men doch Abſichten zu haben, denn die Mannſchaft konnte ſich in
i=Felden ziemlich ſicher durchſetzen. In Griesheim kam der FV.
rondlingen erſtmals zu Punkten. Man darf darüber nicht erſtaunt
n denn die Sprendlinger Elf iſt nicht ſchlecht und wird ſich noch mehr
Ste holen. Ueberraſchend kommt aber nach dem glatten 5:0=Stand
Salbzeit das Nachlaſſen nach der Pauſe.
Der neue Tabellenſtand zeigt folgendes, ziemlich verändertes Bild:
Sporvverein Münſter . .
14:8
mon Darmſtadt . .
17:4
F. C. Langen . . . .
5:4
Wiktoria Urberach . .
11:8
Bermania Pfungſtadt . .
9:7
Wiktoria Walldorf . ... 4
9:8
Anion Wixhauſen . . . ..
9:6
FV. Sprendlingen . . . . 4
6:9
Viktovia Griesheim . .."
5:19
Wolizei=SV. Darmſtadt . ."
4:10
Z. u. SV. Mörfelden . . . . 3
4:4 0
Sportverein 1922 Roßdorf e. V.
UIm Sonntag waren ſämtliche Mannſchaften des Vereins zum Wett=
kuffe
angetreten. Der Verein hatte jedoch ſeinen ſchwarzen Tag und
iſſe von allen auswärtigen Fußballfeldern ohne Erfolg heimkehren.
* rſte und zweite Mannſchaft ſpielte in Höchſt i. O. auf hartem und
Gtſo weichen Boden. Die zweite Mannſchaft ſpielte gegen die gleiche
m .Höchſt und verlor verdient 7:2. Verdient, da Höchſt eine eifrige
Afmiſchaft ins Feld ſtellte, während Noßdorfs Verteidigung und Sturm
aſſgte. Der Schiedsrichter muß noch lernen. Die erſte Mannſchaft
alirr unverdient 3:1. Torchancen waren reichlich vorhanden, doch das
fufige Gelände und das ohrenbetäubende Geſchrei eines höchſt un=
trllichen
Teiles des Publikums mag auch mit zu dem Sieg der Höchſter
lattragen haben. Roßdorfs Mannſchaft war techniſch beſſer. Die
9nhr war gut, doch beſſer die Läufer Landzettel und Koop. Der
kurm machte manchen Schnitzer. Der Schiedsrichter amtierte in der
e Halbzeit gut, während in der zweiten Halbzeit mancher Fehlgriff
cht wurde. Die erſte Jugend verlor verdient mit 7 Mann 12:0.
SV. MörfeldenGermania Pfungſtadt 2:4 (2:3).
Erwartungsgemäß blieb Germania Pfungſtadt in Mörfelden Sie=
Bereits nach einer halben Stunde ſtand der Kampf 3:0 für Pfung=
dt
: Steinmetz war der Torſchütze. Durch einen Elfmeter und ein
ſit res Tor verbeſſerte Mörfelden das Ergebnis bis zur Halbzeit auf
. Nach dem Wechſel ſchoß Nickel nach vorausgegangener Flanke von
Eimmetz, ein viertes Tor für Pfungſtadt. Die Gäſte verſtärkten nun
Abwehr, ſo daß alle Bemühungen Mörfeldens ohne Erfolg blieben.
Rr Schiedsrichter bot eine ſchwache Leiſtung.
Sportv. Geinsheim 1.Fußb. Sportv. Seeheim 1. 5:1.
Das Spiel brachte den Geinsheimern einen verdienten, etwas zu
ch usgefallenen Sieg und den Seeheimern die erſte Niederlage. Der
ſach dauernden Regen glatte Raſenplatz machte den körperlich ſchweren
Atmr viel zu ſchaffen, während ſich die Einheimiſchen damit abfanden,
ſu in ſchnelles Spiel vorführten. Seeheim hatte einen ſchwachen Tag,
ſonders die Verteidigung, wodurch die für den zuverläſſigen Tormann
ſye tbaren Tore zuſtande kamen.

Zum fälligen Verbandsſpiel trafen ſich obige Mannſchaften am
Sonntag in Weiterſtadt. Punkt 4 Uhr beginnt das Spiel und ſchon
in der elften Minute können die eifrigen Eſchollbrücker in Führung gehen.
Der Platzvevein, welcher in den meiſten Fällen ſeinen Gegner unter=
ſchätzt
, ſah ſich jetzt doch genötigt, andere Saiten aufzuziehen, und er=
höhte
bis Halbzeit auf 2:1. In der zweiten Spielhälfte kommen die
Gäſte nur noch ſelten zum Ball, ſo daß Weiterſtadt bei ſchöner, gewohn=
ter
Flachkombination bis zum Schluß auf 6:1 erhöhen konnte. Zwei
Tore wurden merkwürdiger Weiſe nicht gegeben. Vor dem Treffen,
ſtanden ſich die zweiten Mannſchaften von Weiterſtadt und Groß= Zim=
mern
im Verbandsſpiel gegenüber, welches ebenfalls 4:2 für Weiterſtadt
endigte. 1. Jgd. Weiterſtadt1. Jgd. Pfungſtadt 1:4: 1. Schüler
Weiterſtadt1. Schüler Pfungſtadt 0:4.
F. Sp. V. Groß=ZimmernGermania=Leeheim 10:2 (6:0).
Groß=Zimmern beſtätigte auch in dieſem Spiele wieder ſeine der=
zeit
gute Form. Leider hatte das Spiel unter den ungünſtigen Boden=
verhältniſſen
ſehr zu leiden, da der Platz wegen des vorherrſchenden
naſſen Wetters ziemlich ſchlüpfrig war. An beide Mannſchaften ſtellte
der Boden hohe Anforderungen, und die Einheimiſchen vermochten ſich
jedenfalls den Verhältniſſen beſſer anzupaſſen. Schon zu Beginn des
Treffens zeigte ſich eine merkliche Ueberlegenheit von Groß=Zimmern,
deſſen Mannſchaft in der erſten Halbzeit ſchon ſechsmal erfolgreich ſein
konnte. Auch in der zweiten Spielhälfte war Groß=Zimmern weiterhin
überlegen. Es gelang Leeheim trotzdem, bis Schluß auch für ſich zwei
Tore zu erzielen. Der Schiedsrichter Weißgerber vom V.f.R. war
dem Spiel ein gerechter Leiter. Die zweite Mannſchaft ſpielte in
Weiterſtadt und verlor unperdient 2:4.
Handball.
Verbands=Sonderklafſe. Griesheim-Damm 4:3 (2:2).
Griesheim war ſchußfreudiger und gewann dadurch verdient. Das
Spiel wurde anſtändig durchgeführt, zum Lobe beider Mannſchaften.
(Steinmetz.)
In Aſchaffenburg gab es den erwarteten harten Kampf, den Langen
durch ſeine beſſere Spielerfahrung verdient mit 5:2 gewann! Aſchaf=
fenburgs
Halblinker ſchoß natürlich das erſte Tor; dann wurde er aber
von Doll und Werner liebevoll unter Auſſicht genommen und hierdurch
die Durchſchlagskraft des Gegners gebrochen. Er verſuchte auch keine
andere Spielweiſe, ſondern ſpielte zerfahren bis zum Schluß. Daß der
Langener Sturm auch Tore ſchießen würde, ſtand nicht in Zweifel.
Hiermit hat Langen ſein gefährliches Spiel gewoynen und führt in der
Vorrunde ohne Punktverluſt. (Schupp.)
LengfeldGroß=Umſtadt 1:0.
Das Spiel wurde 18 Minuten vor Schluß beim Stande von 1:0
für Lengſeld abgebrochen, da Fußball=Sport, Lengfeld um 4,10 Uhr
auf dem Platze erſchien, um ein Wettſpiel auszutragen. Der Auffor=
derung
des Schiedsrichters, den Platz zu räumen, wurde keine Folge
geleiſtet; dafür ſetzte eine Schlägerei ein, wohl die Folge eines ſeit ge=
raumer
Zeit geſpannten Verhältniſſes. (Weber.)

Turnen.

Turnlehrgänge im Main=Rheinturngau D.T.
Der Main=Rheinturngau führt zur Aus= und Fortbildung von Ver=
einsleitern
und =Leiterinnen, ſowie Fachwarten aller Gebiete, Lehrgänge
auf den wichtigſten Gebieten, der Leibesübungen und =erziehung ein, die
bereits Mitte des nächſten Monats beginnen ſollen. Der erſte Lehr=
gang
iſt für die Leiter und Vereinswarte der volkstümlichen Uebungen
beſtimmt und umfaßt drei Sonntage des Oktobers. Der Lehpgang wird
in der Turnhalle des Tv. Arheilgen abgehalten und ſteht unter Leitung
des Gauwartes, Schönwaldt=Rüſſelsheim.
Zwei erweiterte Lehrgänge für das Männer= und Frauenturnen,
welche je die Samstagnachmittage und Sonntage des Monats November
in Anſpruch nehmen werden, beginnen am 5. November, und findet
erſterer in Darmſtadt, letzterer in Bensheim ſtatt. Die Leitung im
Männerturnen übernimmt Gauturnwart Bauer=Rüſſelsheim, im Frauen=
turnen
Seminarturnlehrer L. Klenk=Bensheim.
Für Schwimwen iſt ein zweitägiger Lehrgang, Ende Oktober in
Ober=Ramſtadt vorgeſehen, deſſen Leitung Gauſchwimmwart Troſt ob=
liegt
. Gauſpielwart Lehr=Pfungſtadt ſammelt die Vereinsſpielwarte
oder deren Vertreter ebenfalls zu einem zweitägigen Lehrgang Ende
November um ſich.

Weiter ſieht die Lehrgangfolge einen ſolchen von eintägiger Dauer
für die Vereinsjugendwarte vor, der in Eſchollbrücken von Gaujugend=
wart
Lehrer Hotz=Rüſſelsheim geleitet wird.
Für das Vereins=Kinderturnen iſt gleich dem Männer= und Frauen=
turnen
ein achttägiger Lehrgang in Ausſicht genommen, der aber Um=
ſtände
halber erſt im Januar 1928 durch Gauwart Lehrer Schneider=
Eberſtadt erfolgen wird, wozu Darmſtadt als Ort der Durchführung
beſtimmt iſt.

Pferdeſport.

Pferde=Rennen zu Hoppegarten am Dienstag.
1. Lentulus=Rennen. 2800 Mk. 1800 Meter. 1. Frhr. O. v.
Richthofens Nicotin (E. Böhlke); 2. Patriotin; 3. Tarnhelm. Ferner:
Hermes, Morgenſtern. Tot.: 11: Pl. 10, 20:10. Kopf2 Lg
2. Farneſina=Rennen. 2800 Mk. 1000 Meter. 1. Stall Hönwalts
Aſſuan (W. Tarras); 2. Woglinde; 3. Maskerade. Ferner: Marcion,
Marabou, Rotenſtein, Oreſtes. Minnelied, Filmſtar, Immortelle, Kar=
wendel
. Tot.: 76: Pl. 17. 16, 14:10. 11 Lg.
8. Amorino=Rennen. 3900 Mk. 2400 Meter 1. Stall Weſthofs
Schneewittchen (H. Zehmiſch); 2. Gerber, 3. Lindwurm. Ferner: Grals=
ritter
, Otavi, Falſum, Senow, Heidier, Triebkraft, Rinaldo. Tot.: 48;
Pl. 16, 17. 16:10. ½Kopf.
4. Augias=Rennen. 7800 Mk. 1200 Meter. 1. Alfons Teskes Domi=
nikus
(M. Jentzſch); 2. Graue Theorie; 3. Oſtram. Ferner: Fürſt Emmo,
Madame Pompadour, Theodorich, Aeolus, Waldmeiſter, Roſenwange,
Maifahrt, Lahneck. Tot.: 61: Pl. 36, 40, 52:10. 2/. Lg.
5. Waldfried=Rennen. 6500 Mk. 1400 Meter 1. A. u. C. v. Wein=
bergs
Farinelli (O. Schmidt); 2. Orlamünde; 3. Normanne. Ferner:
Eldon. Tot.: 16: Pl. 12, 16:10. 2½ Lg.
6. Orkade=Rennen. 3900 Mk. 1200 Meter. 1. M. Böhms Preußen=
ſtolz
(W. Tarras); 2. Wien; 3. Larida. Ferner: Fedrille, Grimm, Fox=
trott
, Partiſane, Edler von Lorch, Tagore, Lukſor, Vineula. Tot.: 77;
Pl. 20, 14, 33:10. ½3 Lg.
7. Laland=Rennen. 2800 Mk. 1600 Meter. 1. F. v. Zobeltitz Bubi
(M. Jentzſch); 2. Adonis; 3. Vineta. Ferner: Mydear, Helios. Nutria,
Heliotrop, Karola, Arndt, Ordenskanzler, Teneriffa, Die Afrikanerin,
Prätendent, Baltin, Kronprinz. Tot.: 40; Pl. 18, 123, 30:10. Kopf1.

Europas größte Tennishalle iſt ſetzt im Nürnberger Luitpoldhain
entſtanden. Die Halle faßt ſechs Spielfelder.
Teddy Sandwina hat ſich wieder nach London begeben, wo er am
3. Oktober auf Marcel Nilles trifft.
Der Leichtathletik=Clubkampf Preußen StettinGöta Stockholm für
Dienstag abend iſt von der DSB. nicht genehmigt worden.

Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Stadtauflage ſowie einem großen Teil der Land=
auflage
liegt die Illuſtrierte Mode=Zeitung der Firma
Phil. Heß, G. m. b. H. Darmſtadt, Schillerplatz, bei, worauf
wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen.
14 861

Das Zeitalter der Höchſtleiſtungen
nuß man unſere Zeit nennen, wenn man die Anſtrengungen überblickt,
die auf allen Gebieten unternommen werden, um das Vollendetſte zu
erreichen. Die Nachkriegszeit, die durch teilweiſe Abſchnürung des Exports
unſerer Induſtrie ſchwere Wunden ſchlug, hat den ſchärfſten Konkurrenz=
kampf
auf dem inländiſchen Markt verurſacht. Dieſer harte Kampf um
den Erfolg hat Höchſtleiſtungen hervorgerufen, deren Ueberbietung nicht
mehr möglich iſt. Eine ſolche Spitzenleiſtung iſt die Feinkoſtmargarine
Blauband friſch gekirnt Jahrlang hat man daran gear=
beitet
, ein der Naturbutter gleichwertiges Produkt zu ſchaffen, weil man
wußte, daß die Erzeugung der Naturbutter nicht im Entfernteſten dem
Fetthunger der Kulturvölker entſprach. Auf vorhandene Erfahrung
mußte neu aufgebaut und jeder Fortſchritt der Chemie verwertet wer=
den
bis endlich der große Wurf gelang. Heute iſt das Ziel erreicht.
Blauband iſt der Naturbutter in jeder Beziehung vollkommen gleich=
wertig
. Die Hausfrau, die nicht rückſtändig bleiben will, muß die Vor=
teile
, welche die neue Zeit ihr in den Schoß wirft, benutzen. Ein Ver=
ſuch
mit Blauband friſch gekirnt wird ſie ſchnell belehren. Wer die
unter Beobachtung der modernſten hygieniſchen Hilfsmittel hergeſtellte
Feinkoſtmargarine Blauband verwendet, fördert die Geſundheit ſeiner
Angehörigen und ſpart Geld.
E

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

WNen Amtsverkündigungen des Kreisamts
Dn Stadt und den Betanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
G=efunden: 1 ſilberne Damenuhr mit
ſederarmband. 1 ſilberne Damenarm=
hednhr
1 braunledernes Portemonnaie
m nhalt. 1 Luftpumpe. 1 Herrenfahr=
h
.. 1 großer und 2 kleine Schlüſſel (mit
Adel zuſammengebunden). 1 kl. Taſchen=
h
, gez. A. B. 1 Notizbuch. 1 Kinder=
hihen
(braun und rot). 2 Schlüſſel am
Kg. 1 Einkaufsnetz. 1 Autokurbel. Ein
Aſchraube von Auto, 2 kleine Schlüſſel.
tter Ruckſack. 1 Paar graue Wildleder=
hedrhuhe
. 1 Fünfmarlſchein. 1 Paar
hnme Lederhandſchuhe. 1 Paar grau=
hme
Damenhandſchuhe. 1 Perlenhals=
ahen
. 1 braune Handtaſche mit Schild=
htbigel
und Taſchentuch. 1 klein. Porte=
mn
aie mit 34 Pfg. 1 Soziusſitz. Zu=
au
fen: 1 ſchwarzbrauner Schäferhund.

Das Einſperren der Jauben
*
zur Saatzeit.
Auf Grund des Artikels 39, Ziffer 2
N Feldſtrafgeſetzes beſtimme ich hier
n, daß alle Tauben vom 1. Oktober
N änſchließlich 15. Oktober d8. Js. ein
voerrt gehalten werden müſſen. Zu=
werhandlungen
werden mit Geldſtrafe
zu 30 RM. oder mit Haft bis zu
(st1487
ſer Woche beſtraft.
Tarmſtadt, den 22. Sept. 1927.
Der Oberbürgermeiſter.

Lenteigerangs Aneige.
Arn Donnerstag, den 29. Sept.
N, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
in meinem Verſteigerungslokale
ſſenſtraße 32 zwangsweiſe meiſt=
(14875
end gegen Barzahlung:
Schreibmaſchine (Senta‟), 1 Plüſch=
nöbelgarnitur
. 1 Mantel, 1 Anzug,
Eiſten mit Feuerwerk, 3 Lederſchreib=
nappen
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[ ][  ][ ]

Nummer 269

ant

Tgstagasnt

Mittwoch, den 28. Sept.

Das Rätſel der preußiſchen Anleihe.
Wie das Journal of Commerce meldet, ſoll das Staatsdepar=
tement
gegen die Auflegung der Preußen=Anleihe in New York Ein=
ſpruch
erhoben haben, was zum mindeſten eine Verzögerung der An=
leihebegebung
bedeuten würde. Das Staatsdepartement vertrete die
Anſicht, daß die preußiſche Anleihe unproduktiven Zwecken dienen ſoll.
Das Blatt weiſt zugleich darauf hin, daß ausländiſche Anleihen in
Amerika nur mit Zuſtimmung der amerikaniſchen Regierung aufge=
legt
werden dürfen.
Zu der Verzögerung der Auflegung der 30=Mill.=Dollar=
Anleihe Preußens wird deutſcherſeits bekanntgegeben: An zuſtändiger
Stelle in Berlin iſt weder von einer Ablehnung noch von einem Auf=
ſchub
der Entſcheidung über die Preußen=Anleihe etwas bekannt. Eine
ſolche Haltung des Staatsdepartements werde auch nicht für wahrſchein=
lich
gehalten, da die amerikaniſchen Vertragspartner vor Abſchluß der
Anleihe in üblicher Weiſe unter Mitteilung des Zwecks und der Be=
dingungen
der Anleihe bei dem Staatsdepartement wegen deſſen Stel=
lungnahme
angefragt und erſt nach Eingang der mündlichen Zuſage den
Anleihevertrag unterſchrieben haben.
* Der Auflegung der preußiſchen 30=Millionen=Dollaranleihe
ſcheinen ſich in New York Schwierigkeiten in den Weg zu ſtellen. Die
Meldungen, die darüber aus New York vorliegen, widerſprechen ſich
noch und die Preußiſche Seehandlung weiß vorläufig noch von nichts.
Ganz aus der Luft gegriffen ſcheinen aber die über die Kabel laufenden
Meldungen nicht zu ſein. Man hat zuerſt vermutet, daß der Reichs=
bankpräſident
die treibende Kraft ſei. Er iſt ja ein Gegner der An=
leihen
von Ländern und Gemeinden, ſoweit ſie nicht deviſenſchaffend
ſind, und er ſcheint auch in der beim Finanzminiſterium beſtehenden
Beratungsſtelle, die als gutachterliche Inſtanz zur Bewilligung von
Auslandsanleihen eingerichtet iſt, gegen die preußiſche Anleihe geſtimmt
zu haben, iſt aber wohl überſtimmt worden. Die Vermutung liegt
nahe und ſie iſt auch geäußert worden , daß er ſich hinter den
Neparationsagenten geſteckt hat, um auf dieſe Weiſe in Amerika ein
Veto gegen die Anleihe zu erhalten. Die Reichsbank ſtreitet das aber
mit aller Entſchiedenheit ab. Wenn alſo in Wahrheit Schwierigkeiten
beſtehen ſollten, ſo laſſen ſie ſich wohl nur darauf zurückführen, daß
Herr Parker Gilbert in Waſhington eingegriffen hat. Gilbert ſtützt
ſich darauf, daß auch die Vermögen der Länder für die Reparations=
anleihe
haften, daß es alſo eine Schädigung der Neparationsgläubiger
bedeute, wenn die Länder in Amerika Anleihen aufnehmen, die den
Fundus des geſamten deutſchen Staatsvermögens ſchmälern. Eine
Behauptung, gegen die ſich natürlich mancherlei ſagen läßt. Es hat
aber wohl wenig Zweck, im Augenblick ſchon hier das grundſätzliche
Moment herauszuarbeiten, das in einer ſolchen Ablehnung der preu=
ßiſchen
Anleihe beruhen würde, bevor nicht genau feſtſteht, ob es ſich
hier um ein Mißverſtändnis oder vielleicht nur um techniſche Schwierig=
keiten
handelt, die von dem amerikaniſchen Emiſſionshaus behoben wer=
den
können.
Wie den Blättern mitgeteilt wird, iſt der Grund der Verſchiebung
der Auflegung der Preußenanleihe darin zu ſuchen, daß das Staats=
departement
noch nicht im Beſitz der Unterlagen über Zweck und Aus=
maß
der Anleihe iſt. Irgend ein Grund zur Beunruhigung ſcheint nicht
vorhanden zu ſein.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Raiffeiſen=Hauptgenoſſenſchaft G. m. b. H., Frankfurt a. M. Füir
1926/27 werden auf 278 500 RM. Geſchäftsguthaben der 45 544 Mit=
glieder
mit 575 Anteilen aus einem Reingewinn von 53 400 RMM. wie=
der
6 Prozent Dividende verteilt, 15 000 RM. der Reſerve, 10 000 RM.
dem Raiffeiſenverband und 13 150 RM. der Betriebsrücklage zugeführt.
Voigt u. Haeffner A.=G. Der Aufſichtsrat der Voigt u. Haeffner
A.=G. hat heute den Bericht des Herrn Kommerzienrates Haeffner und
Herrn Direktor Witſcher über ihre Verhandlungen mit der Gumpel=
Gruppe, die am 21. September d. J. in Kaſſel ſtattgefunden haben, ent=
gegengenommen
und iſt den vorläuſigen Abmachungen, die dieſe Herren
ihrerſeits mit der Gumpelgruppe in dieſer Sitzung getroffen haben, in
ihren weſentlichen Punkten beigetreten.
Frankfurter Verkehrs= und Hotelbetriebs=A.=G., Frankfurt. Die
zur Gruppe Maxtin Sternberg gehörende Geſellſchaft nimmt bekannt=
lich
aus einem Reingewinn von 286 774 (8640) RMM. die Dividenden=
zahlung
aus 2,9 Mill. RMM. Stammaktien mit 7 Prozent wieder auf.
Eine Kapitalserhöhung auf vorausſichtlich 4,5 Mill. RM. iſt angekün=
digt
. Die Bilanz zeigt Bankguthaben mit 0,31, Debitoren 0,54 (0,53),
andererſeits Kreditoren 0,19 (1,07) und Paſſivhypotheken 1,33 (0,38)
Mill. RM. Der Bericht meldet beſſere Erträgniſſe der angeſchloſſenen
Betriebe. Der Verkauf der Sektkellerei Eivald u. Co. A.G. in Rüdes=
heim
ſei im laufenden Jahre zum Buchwerte erfolgt.
Verlin=Karlsruher Induſtriewerke A.=G., Berlin. Ztviſchen der
Oppoſition und der Verwaltung der Berlin=Karlsruher Induſtriewerke
A.=G., Berlin, fanden geſtern über die Sanierungsfrage längere Ver=
handlungen
ſtatt, die im Oktober fortgeſetzt werden ſollen. Die Oppo=
ſition
hält, wie bekannt, eine Kapitalherabſetzung bei der Geſellſchaft
nicht für erforderlich.
Die Beſprechungen über die Zweimonatsbilanzen. In der am
Montag unter dem Vorſitz des Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht
abgehaltenen erſten Beſprechung über die Ausgeſtaltung der
Zweimonatsbilanzen fand eine allgemeine Ausſprache über die
wichtigeren Punkte ſtatt, die in dem gewählten kleineren Arbeits=
ausſchuß
im einzelnen durchgeſprochen werden ſollen. Als ſolche
Punkte werden u. a. bezeichnet die Frage des Kreiſes der an der
Veröffentlichung beteiligten Inſtitute und Firmen, die Beſchleu=
nigung
der Veröffentlichung ſowie die ſchärfere Formulierung,
Ergänzung und Vereinheitlichung des Bilanzſchemas. In der
Arbeitskommiſſion, die unter dem Vorſitz der Reichsbank ſteht,
wird das private Bankweſen durch drei Inſtitute, das öffentliche
Bankweſen durch zwei Inſtitute vertreten ſein.
Zur Erhöhung der Privatdiskontnotiz. An der Berliner Montags=
börſe
wurde, wie bekannt, eine Erhöhung der Privatdiskontnotiz für beide
Sichten um 1/., auf 6% vorgenommen. Wie wir erfahren, hatte das An=
gebot
nicht etwa eine ungewöhnliche Höhe. Die vorliegende Maßnahme
dürfte hauptſächlich mit Rückſicht auf den Ultimo (zugleich Quartalstermin)
ergriffen worden ſein, um das Angebot auch für die nächſten Tage ein=
zudämmen
. Offeriert wurden ſchätzungsweiſe 5 Mill. RM. Diskonten
zu 57,½ und etwa 7 Mill. RM. Diskonten beſtens. Nachdem ein Teil
der Limite zurückgezogen war, kam die erhöhte Notierung bei einem Um=
ſatz
von rund 5 Mill. RM. zuſtande.
Vor einem ernenten Preiserhöhungsantrag für Magerkohle. Wie
wir erfahren, werden die Magerkohlenzechen ihren Kohlenpreiserhöhungs=
antrag
, der bekanntlich unabhängig von der allgemeinen Preiserhöhung
beſonders begründet, mit Rückſicht auf die Verhandlungen über die
allgemeine Kohlenpreiserhöhung aber vorübergehend zurückgezogen
worden war, per 1. Oktober von neuem zu ſtellen. Es handelt ſich um
Forderungen, die Sorten Nuß=Kohle IV und V, ſowie Feinkohle, die
prozentual in der Preisentwicklung gegenüber der Vorkriegszeit im Ver=
gleich
zu den anderen Kohlenſorten ſtark zurückgeblieben ſind, um je
1 RM. pro Tonne zu erhöhen. Man erwartet, daß dieſer Antrag unter
beſonderer Berückſichtigung der Lage der Magerkohlenzechen ſchon des=
halb
Erfolg haben wird, da es ſich um Sorten handelt, die vor allem von
Induſtriegruppen gebraucht werden, die unter guten Konjunktur=
verhältniſſen
arbeiten, z. B. Zementinduſtrie, Kalkwerke, Ziegeleien,
chemiſche Induſtrien für Aufbereitungszwecke uſw.
Gründung eines internationalen Margarine=Syndikats. Soeben
haben ſich die beiden Margarine=Konzerne Jürgens und van den Berah
zu einem Syndikat zuſammengeſchloſſen. Bekannt iſt der bisherige
Margarine=Krieg der beiden Konzerne, der mit dieſem Zuſammenſchluß
beendet iſt. Von Bedeutung iſt bei dieſer Transaktion die Finanzkontrolle
im geſamten Margarine=Handel in allen Ländern und die Erreichung
des Ziels, einer Beherrſchung des geſamten europäiſchen Margarine=
geſchäftes
, wobei die ſchwächeren Außenſeiter verdrängt werden ſollen,
Die Kapitalkraft der im Syndikat zuſammengeſchloſſenen beiden Geſell=
ſchaften
wird durch ein eingezahltes Kapital von 8,5 Mill. Pfund Sterling
dargeſtellt. Die Firma van den Bergh verfügt über ein autoriſiertes
eingezahltes Kapital von 3,575 Mill. Pfund Sterling. Die Firma Jürgens
hat von ihrem Nominal=Kapital von 10 Mill. Pfund Sterling die Hälfte
feſt eingezahlt. Die Auswirkung des Syndikats auf den deutſchen Mar=
garinemarkt
dürfte ſich vorläufig nicht beſonders bemerkbar machen, de
in Deutſchland kein dem Syndikat nennenswerter Konkurrent entgegen=

tritt. Anders werden ſich die Verhältniſſe geſtalten, wenn der holländiſche
bedeutende Hartog=Konzern ſeine Margarine=Produktion etwa Mitte
1928 in ſeinem Neußer=Werk aufgenommen haben wird.
Die Financial Times ſchreibt, daß das von den Firmen Jürgens
und Van den Bergh neugebildete Syndikat ſo gut wie den ganzen
Margarinehandel Europas kontrollieren werde. Das Kapital der
beiden Firmen betrage über 8½ Millionen Pfund Sterling.
Erhöhung der Feinpapierpreiſe. In Stockholm fand eine Verſamm=
lung
der Herſteller von holzfreiem Schreib= und Druckpapier ſtatt. Es
waren vertreten Belgien, Deutſchland, Finnland, Holland, Norwegen,
Oſterreich= und Schweden. Man ſprach ſich dahingehend aus, daß eine
Erhöhung der Preiſe auf dem Exportmarkt erforderlich ſei. Es wurde
ferner der Wunſch zum Ausdruck gebracht, ſich in den einzelnen Ländern
keine Konkurrenz zu machen. Die Beſchäftigung in den Fabriken ſei zu=
friedenſtellend
und es ſtehe demnach einer Preiserhöhung nichts im Wege.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. September.
Die Effektenbörſe litt infolge der jüdiſchen Feiertage an außer=
ordentlich
ſchwachem Beſuch und entbehrte jeglicher Anregung. Einer=
ſeits
verſtimmte es etwas, daß man amerikaniſcherſeits nicht mehr ſym=
pathiſch
den deutſchen Anleihen im jetzigen Ausmaß gegenüberſteht.
Allerdings ſoll kein Verbot der preußiſchen Dollar=Anleihe erfolgt ſein,
ſondern lediglich eine Verzögerung in formalen Angelegenheiten ein=
getreten
ſein. Andererſeits konnten auch die günſtigen Wirtſchaftsnach=
richten
der Spekulation keinerlei Anregung geben. Vorbörslich war man
allgemein ſchwächer geſtimmt, während man zum amtlichen Beginn
und im ſpäteren Verlauf ſich zu etwas freundlicherer Haltung drehte.
Der Geldmarkt zeigte für Tagesgeld größere Flüſſigkeit.
Zum erſten Kurs wurden zahlreiche Werte mangels vorliegender
Aufträge nicht notiert. Im Freiverkehr ſetzten die Umſätze vorübergehend
vollkommen aus. Die Geſamthaltung lag nach vorbörslicher Schwäche
im amtlichen Verlauf doch etwas freundlicher. Die wenigen Umſätze
drehten ſich in der Hauptſache um J. G. Farbeninduſtrie und Gesfürel,
welche gegen die letzte Abendbörſe ſchließlich unverändert lagen. Am
Deviſenmarkt nannte man London=New=York 4,8670, Pfunde gegen
Mark 20,43‟/., Dollar gegen Mark 4,1985.
Die Abendbörſe war ſo gut wie geſchäftslos. Mit Ausnahme
von wenigen Erſtnotierungen kam es im Verlaufe kaum zu nennens=
werten
Geſchäftsabſchlüſſen. Die Kurſe konnten ſich infolge der großen
Stille knapp behaupten. Im einzelnen nannte man: Farben 290; Rhein=
ſtahl
188,5; Rheinbraun 240; Ilſe 245; Bergmann 192; AEG. 181;
Geſ. für Elektr. 285; Schuckert 199; Siemens u. Halske 291,5; Deutſche
Bank 163,5; Dresdner 160,25; Metallbank 138,5; Kommerzbank 171,75;
Zellſtoff Aſchaffenburg 196: Daimler 116,5; Kleher 104,5; Scheideanſtalt
210; Metallgeſ. 189; Erdöl 146,5; Wayß u. Freytag 160; Pokorny 172.
Im Abenddeviſenverkehr nannte man London gegen
Paris 124,02, gegen Mailand 89,15; gegen Holland 12,135; gegen
Madrid 27,84; gegen Zürich 25,237/g; gegen New York 4,866,75. Pfunde
gegen Mark 20,432/8; Dollar gegen Mark 4,1985.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 27. September.
Die Börſe eröffnete außerordentlich ruhig und überwiegend ab=
geſchwächt
. Infolge der jüdiſchen Feiertage war der Börſenbeſuch geringer
als ſonſt, und die Geſchäftstätigkeit ſo unbedeutend, daß zu den erſten
Kurſen verſchieden größere Terminwerte nicht notiert werden konnten.
Die Abſchwächungen betrugen durchſchnittlich 19 Beſonders gedrückt
lagen namentlich an der Vorbörſe J. G. Farbeninduſtrie, die zeitweiſe
mit 287 angeboten wurden. Die Spekulation zeigte ſich am Farbenmarkt
durch eine größere Verkaufsorder verſtimmt, die im geſtrigen Abend=
verkehr
und heute vormittag auf dem Markt laſtete. Während der erſten
Börſenſtunde kam es wieder zu einer kleinen Erholung, die aber infolge
des faſt vollkommen ſtockenden Geſchäftes in den engſten Grenzen blieb.
Die Hinauszögerung der preußiſchen Amerika=Anleihe übte einen un=
günſtigen
Einfluß aus, wurde aber in ihrer Wirkung auf die Tendenz
durch die nach wie vor flüſſige Verfaſſung des kurzfriſtigen Geldmarktes
aufgehoben. Die leichte Erhöhung des Tagesgeldes auf 4½6½ war
lediglich nur durch das Herannahen des Ultimo beſtimmt. Nach wie vor
konnten größere Summen täglichen Geldes nicht untergebracht werden.
Die übrigen Sätze wurden auf ihrer bisherigen Baſis genannt. Im De=
viſenverkehr
ſchwächte ſich die Reichsmark mäßig ab. Kabel Berlin 4,1985,
London=Mailand etwas befeſtigt. London=Madrid nachgebend.
Im einzelnen gaben von Kunſtſeidenwerten Bemberg um 3% und
Ver. Glanzſtoff um 80 nach. Von den ſogenannten Nebenpapieren
verloren bei kleinen Umſätzen Leonhard Tietz 5%, Schubert & Salzer
5%, L. Löwe 51/., Holzmann 2½, Berger Tiefbau 3, Berlin= Karls=
ruher
Induſtrie infolge der noch ungeklärten Zuſammenlegungsfrage
2%: Schultheiß büßten 4% und Oſtwerke 2½% ein. Die ſonſtigen Ver=
luſte
der Induſtrie=Aktien waren geringer. Banken leicht abbröckelnd.
Berliner Handelsanteile minus 2½%, Schiffahrtswerte 11/, %
niedriger. J. G. Farbeninduſtrie begannen das amtliche Geſchäft mit
290. Später bewegten ſich die Kurſe bei unverändert ſtillem Geſchäfte
etwas unter dem Anfangsniveau. Nur Kunſtſeidenwerte erholt.
An der Nachbörſe fanden Blankoabgaben ſtatt, die einen Kursdruck
ausübten. Die Börſe ſchloß daher zu den niedrigſten Tageskurſen. Man
nannte J. G. Farben mit 287 ½288½, Oſtwerke 391, Schultheiß 412½,
Ver. Glanzſtoff 719720 (Beginn 728), Bemberg 584, Mannesmann
168, Harpener 196 ½, AEG. 180, Bergmann 190, Siemens 288½, Licht
und Kraft 211½, Hapag 147, Lloyd 148½, Hanſa 227, Danatbank 226,
Kommerzbank 161½, Nebenſitzanleihe 15,60, Altbeſitzanleihe 55.

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26. 9. 27. 9. 26. 9 197.25 Hemoor=Zement. 235. 137 137. Hirſch Kupfer.. 110. (108. 45. 43.5 Höſch Eiſen.... 175. Hohenlohe Werke.. 23.87 71. 72.5 Kahla Porzellan. 108.75 1905 184. Lindes Eismaſch.. . . . 155 5 155 150. 149. Lingel Schuh. . . 190 25 190.125 Linke u. Hofmann 111.5 110 6251 L. Loewe u. Co. 283.5 1280. 85. 84. C. Lorenz.. 122.5 Niederlauſitzer Kohle 168. 146. 145 25 Nordd. Eummi.. 84. 82.5 Orenſtein. . .. 132.5 Rathgeber Waggon. 89. 119. 119 Rombacher Hütten.." 139. 137 875 Roſitzer Zucker. . ... 184.5 184. Rütgerswerke ......" 95. 291.75 290. Sachſenwerk ... . .." 123.75 112. 1105 Sächſ. Gußſtahl. . . . . 1150.5 52.25 53.5 Siemens Elas.... 164. 1165. Ver. Lauſitzer Glas. 1130. 125! 288.5 286.75 Volkſtedter Porzell. 51 75 169. 168 75 Weſtf. C. Langendreer 108. WittenerEußſtahl. . 53. 225.75 1225.5 Wanderer Werke. 245.25

Deviſenmarkt.

26. 9. 27 9. Eeld Brie Geld Brieft 10.57/ 10.5 1o.57 10.59 59.10 59.22 59.17 59.29 12.426 2.4461 12.43: 12.4531 73.33, 73 41 73.37 73.511 3.024 3.030 3.027 3.033 168.08 168.42 1168.22 168.561 110.89 1 10.9 10.73 110.951 112.3 112.53 112.35 1 12.571 17a,79 13.01 12.84 113 06 20.404 20.444 20.413 20.4531 1.780 1.794 1.791 1.7951 4. 1921 200 4.1945 4.2025 58.39 58.51 58.40 58.525

Iftalien".
Paris.."
Schweiz.
Spanien. . .
Danzig ..
Fapan. . . . . . . .
Rio de Janeiro.
Fugoſlavien ...
Portugal ....
Athen ...."
Tonſtantinopel.
Ranada..
Uruguag. .

26. 9
Geld Brie
22.865 22.90:
16.45 16.49
30 ,835 80.99
73.83/ 73.9:
81.35/ 81.51
1.943/ 1.95.
0.499, 0.501
7.383/ 7.39
20.57/ 20.61
5.544/ 5.55
2.155 2.15
4.198 4.2041

Produkter berichte.

27. 9.
235.
176.25
23.75
107.25
80.75
122.
68
132.
87.5
81.- 8o.-
94.
122.875
152.
131
51.75
53.
2475

27. 9
Geld/ Brief
22.885 22.925
16.455 16.495
80.30 81.06
73.12/ 73 26
81.38 81.54
1 953/ 1.957
0.4395 0.5015
7.393/ 7.407
20.58 20.62
5.594 5.606
2.161/ 2.165
4.193 4.205
4.2261 4.234/ 4.246/ 4.254

Keine Notierung an der Frankfurter Getreidebörſe. Infolge der
israelitiſchen Feiertage war der Börſenbeſuch ſo gering, daß die No=
tierungen
mangels Bekanntwerden von Abſchlüſſen ausfielen.
Berliner Produktenbericht vom 27. September 1927. Angeſichts
der ermäßigten ausländiſchen Cifofferten ſtellten ſich die Notierungen
für Weizen etwas niedriger. Die Umſatztätigkeit war auf der ganzen Linie
wegen des ſehr geringen Börſenbeſuches äußerſt klein. Bei Roggen bleiben
die vorliegenden Muſter in der Qualität nach wie vor nicht befriedigend,
ſo daß für die Erledigung des laufenden Monats faſt ausſchließlich aus=
ländiſche
Zufuhren in Betracht kommen. Die Preiſe eröffnen mit Aus=
nahme
des feſteren Septembertermins unverändert. Gerſte und Hafer
ebenſo wie Mais ruhig. Auch für Mehl zeigt ſich keine Unternehmungsluſt.

Reichsbankausweis vom 23. September.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. September hat die
ſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards :
Effekten um 83,1 Mill. auf 2363,8 Mill. RM. abgenommen, und zmun
der Beſtand an Wechſeln und Schecks um 54,7 Mill. auf 2235,7 Mrl.
RM. und der Lombardbeſtand um 28,4 Mill. auf 35,8 Mill. RM. De
Anlage in Effekten iſt mit 92,3 Mill. RM. weiterhin unverändert
blieben.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 107
Mill. RM. in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen; im einzelnen E
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 94,3 Mill. auf 3547,6 Mill. u
der an Rentenbankſcheinen um 11,5 Mill. auf 939,6 Mill. RM. v.
ringert. Dementſprechend hat ſich der Beſtand der Reichsbank an fi=
chen
Scheinen auf 102,7 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeign
mit 688,3 Mill. RM. eine Zunahme um 20,3 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen insgeſamt ſii)
um 1.1 Mill. auf 2005.3 Mill. RM. angewachſen. Die Zunahme er
fällt auf die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen, die ſich um 1,2 M7
auf 153,0 Mill. RM. vermehrten, während der Goldbeſtand um 154 C0
NM. auf 1852,2 Mill. RM. abgenommen hat.
Die Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 57)
Prozent in der Vorwoche auf 52,2 Prozent, die Deckung durch Goo)
und deckungsfähige Deviſen von 55,0 Prozent auf 56,5 Prozent.
Meiallnotierungen
Die Londoner Metallnotierungen vom 27. September ſtellter
ſich für Kupfer: (Tendenz: willig) Standard per Kaſſe 53.;
bis 54, drei Monate 54¾/e54/u, Settl. Preis 54; Elektrolm
61½62, beſt ſelected 6061½, Elektrowirebars 62. Zinnu
(Tendenz: willig) Standard per Kaſſe 266266½, drei Monar;
264264½, Settl. Preis 266; Banka (inoff.) 277, Straits (im
off.) 271½. Blei: (Tendenz: willig) ausländ. promrt
20½us, entf. Sichten 21½, Settl. Preis 20½. Zink: (Tenn
denz: feſt) gewöhnl. prompt 27½, entf. Sichten 27/, Settl
Preis 2738. Queckſilber (inoff.) 213422; Wolframerz (inoff.
13½.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
Weizen: Das in Kanada herrſchende günſtige Wetter für Druſchd
arbeiten und umfangreiche Ankünfte veranlaßten einen flauen Marktz
beginn. Später wurden die Preisrückgänge wieder eingeholt auf er
höhte Schätzungen des europäiſchen Bedarfes.
Mais: Anfangs wirkten Liquidationen auf das Preisniveau, die
durch günſtiges Wetter und große Ankünfte ausgelöſt wurden. Ausu
Minneſota und Wiscounſin wurde gemeldet, daß 80 Proz. der Erntel
nicht mehr unter Froſtſchäden leiden können.
Hafer: Der Markt verlief unter dem Eindruck des günſtigen Wet=
ters
in Kanada ſchwächer.
Kaffee: Die Feſtigkeit der braſilianiſchen Märkte und Käufe fürz
europäiſche und braſilianiſche Rechnung veranlaßten einen feſten Marlt=.
Zucker: Die enttäuſchende Haltung Londons, niedrigere Lokopreiſe
und Abgaben des Handels veranlaßten einen Preisrückgang. Gegen
Schluß trat eine Erholung ein.
Baumwolle: Am heutigen Markt wurden die großen kontraktlichen
Andienungen prompt aufgenommen. Feſte Kabelmeldungen und un=
günſtige
Wetterberichte verurſachten eine leichte Preisſteigerung, die ſich
auch bis gegen Ende auf erhöhte Kaufluſt der Baiſſiers halten komnte,
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Sept.:
Getreide. Weizen: Sept. 128½, Dez. 130½, März 133½;
Mais: Sept. 94½, Dez. 96½, März 99; Hafer: Sept. 47½, Dez.
48½8, März 50½; Roggen: Sept. 96½, Dez. 95½, März 998.
Schmalz: Sept. 12,30, Okt. 12,30, Jan. 12,975.
Fleiſch: Sept. 11,85, Okt. 11,85, Jan. 12,60; Speck, lolo:
12,25; leichte Schweine 10,8511,85, ſchwere Schweine 1025 bis
11,60; Schweinezufuhr: Chicago 22 000, im Weſten 60000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am
27. September:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 139,5, hart 142,5; Mais: neu
ank. Ernte 103½; Mehl: ſpring wheat clears 6,657,00; Fracht:
nach England 23 Schilling, nach dem Kontinent 14 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,05: Talg: extra 133.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſatz in lots: 45: Loko: 147;
Oktober 14,52, November 14,10, Dezember 13,59, Januar 13/40,
Februar 13,32, März 13,30, April 13,35, Mai 13,40, Juni
Juli 13,55.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Die Stadt Frankfurt am Main ſchreitet zur Begebung ihrer neulen
60 Millionen=Anleihe. Eine Reihe internationaler Banken wurde voſ
ihr zu Geboten bis zu 14,5 Mill. Dollars aufgefordert. Geſtern war oie
Einreichungsfriſt abgelaufen. Das Ergebnis der Ausſchreibung wiid
heute erwartet.
Die Einführung des Terminhandels an der Eſſener Börſe iſt nun=
mehr
auf den 3. Oktober feſtgeſetzt worden.
Die Erzeugung der Saarhütten im Monat Juli 1927 betrug für
Noheiſen 149 579 Tonnen, für Rohſtahl 154 859 Tonnen gegenuher
149 099 Tonnen bzw. 156 237 Tonnen im Vormonat.
Im Gremium der Wiener Kaufmannſchaft hat ſich ein Komilee
gebildet, das in der Zeit vom 15. bis 22. Oktober eine Reiſe nach Dr‟
lin veranſtalten will, um die dortige Geſchäftsorganiſation vornehmli
im Einzelhandel, das Handelsſchulweſen und ſonſtige kaufmänniſche Sie
richtungen zu ſtudieren.
Nach den Feſtſtellungen des Oeſterreichiſchen Konjunkturforſchunhe
inſtitutes iſt die Indexziffer für die reagiblen Großhandelspreiſe in. d
erſten Septemberhälfte um ſaſt 1 Prozent, nämlich von 107,7 Proz..
auf 106,8 Prozent, zurückgegangen (als Vergleichsbaſis dient in dielt
Falle nicht das Jahr 1914, ſondern der Durchſchnitt des Jahres 19
In der geſtrigen Vorſtandsſitzung der internationalen Rohſtaghe
gemeinſchaft wurde einſtimmig der bisherige Vorſitzende Mahriſe
Luxemburg für ein weiteres Jahr zum Präſidenten der Rohſtahlgeme.
ſchaft gewählt. Statutengemäß hätten die Deutſchen den Praſicki.
für das zweite Jahr zu ſtellen gehabt.
Der Ausweis des norwegiſchen Außenhandels für Auguſt zeict. L.
größten Einfuhrüberſchuß in dieſem Jahre. Die Einfuhr ſtellte ſich. "
92,5 Mill. Kr. Demgegenüber betrug die Ausfuhr 58,4 Mill. Kr. 2*
Einfuhrüberſchuß machte im Auguſt 33,9 Mill. Kr. aus.
Die diesjährige Zuſammenkunft des Verwaltungsrates der SLi
pania Hiſpano=Americana de Electricidad (Chade), deren Aktien M.2
lich wieder in den Großverkehr der Berliner Börſe eingeführt m9z
ſind, findet laut V.Z. in dieſem Jahre in Berlin ſtatt.
Die polniſchen Vertreter der Eiſeninduſtrie werden zu den Re
ſtehenden Verhandlungen nach Luxemburg eingeladen. Die Vekhll
lungen werden am Mittwoch dieſer Woche ſtattinden. Am Delle
werden die Walzdrahtproduzenten erneut eine Einigung über Ne. S
dung eines Walzdrahtkartells zu erſtreben verſuchen.
Die Bank von England brachte Münzgeld im Werte von S
Pfund Sterling zum Export nach Spanien.
Nach einer Meldung aus Waſhington erwartet man im Sall.
nächſten Woche dort die Ankunft einer ſpaniſchen Wirtſchaſtödeteh.
zu Verhandlaugen über den Abſchluß eines amerikaniſcheſpäh
Handelsvertrages auf der Grundlage der Meiſtbegünſtiginn
In Kürze wird von amerikaniſcher Seite eine neue Unterlüſchte.
über die Produktionskoſten in Europa, und zwar für Fenſterſicte. .
ſtellt werten. Nach einem Bericht aus Waſhington ſollen vornel
die Zuſtände der belgiſchen Glasinduſtrie näher unterſucht wel.
dieſe große Mengen Fenſterglas nach den Vereinigten Stagten Giol

dfort
nerika
z Jun die junge Fr
tat, wie iht
wuren Vater und
Elen zu Hilfe. 2
ſie ſich ausgeliefert
h, daß ſie ſie
züinde. Was blie
u nch Paris reiſen.
2Graße und ließ i
Mut dem franzöf
o ichtiden. Sie begi
nuuf die Seite ihres
mmußte einige Mil
rugemeſſene Exiſten;
ngroßen Teich zurück,
unndtzudenken, ob mat
uhud gehen dürfe od
Zwiſchen Ellen
Geuer der erſten Le
wirlte abſtoßend auf
Nmus Düſtingen von
ſin armer Teufel get
Abet unmuſikaliſch wa

Worteilhaft
Füufen Sie ſtets
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ſicht, m.
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ier Garantie und
eilzahlung bei
Weyrauch

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Drarinſtadt, Bleie
urnd Alexat
Anleitung koſte

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[ ][  ][ ]

Nummer 269

Mittwoch, den 28. September 1927

Geite 13

Das ſlammende Meer.

Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)

Nun wäre es dem Amerikaner leicht geworden, ſich mit Ellen
h Hämburg zu begeben und von dort aus in die Heimat ab=
reiſen
. Daß dies nicht geſchah und die Geſchichte kritiſcher
vrde, daran war Coſima Wagner ſchuld. Die Hardfords waren
innlich Muſiknarren. Ohne die Witwe des großen Meiſters ge=
een
und geſprochen zu haben, wollten ſie Europa nicht den
tcken kehren. Sie gingen nach Bayreuth. Düſtingen folgte
en. Und hier an klaſſiſcher Stätte kam ihm die Erleuchtung.
u hütete ſich vor dem Vater und zeigte ſich nur dem Töchterchen.
ieſtand der armen Ellen einzureden, daß er ſie nur um ihrer
Iwſt willen liebe und auf ihren Vater ſowie die Nähmaſchinen=
illionen
verzichte, wenn ſie ihm nur angehören und ihm folgen
ucle. Sie brannte mit ihm nach England durch. In London
exen ſie ſich trauen, und von dort reiſte das junge Paar nach
ſann. Düſtingen wollte Ellen etwas bieten. Und in dem vor=
ſeümen
Hotel der italieniſchen Hauptſtadt war es mit ſeinem
ede zu Ende.
Vater Hardford wurde telegraphiſch zu Hilfe gerufen. Er
iix und war auffallend freundlich. Schien alles zu vergeben.
üftingen ſollte nur nach Berlin reiſen, ſeine Schulden, von
iren der Amerikaner inzwiſchen erfahren hatte, begleichen und
ſiun die junge Frau wieder aus Rom abholen. Der neue Ehe=
iire
tat, wie ihm geheißen. Als er aber nach Rom zurückkehrte,
ſaxen Vater und Tochter verſchwunden.
Düſtingen fürchtete ſchon, überliſtet zu ſein. Da kam ihm
üen zu Hilfe. Noch hatte ſie die Nichtigkeit des Manges, dem
ſich ausgeliefert hatte, nicht durchſchaut. Sie ſchrieb ihm aus
ſürich, daß ſie ſich mit dem Vater auf dem Wege nach Paris
fmde. Was blieb alſo Düſtingen anderes übrig; er mußte
fim Paris reiſen. Dort ſtellte er den alten Hardford auf der
ſttaaße und ließ ihn verhaften. Es kam zu peinlichen Szenen
dem franzöſiſchen Richter. Ellen hatte ſchließlich zu ent=
te
den. Sie beging abermals eine Dummheit und ſchlug ſich
e1 die Seite ihres Mannes. Gideon Hardford war beſiegt,
uiste einige Millionen herausrücken, um ſeiner Tochter eine
igemeſſene Exiſtenz zu ſichern, und ging grollend über den
osen Teich zurück, Nähmaſchinen zu fabrizieren und darüber
10 zudenken, ob man mit heiratsfähigen Töchtern nach Karls=
ko
. gehen dürfe oder nicht.
Zwiſchen Ellen und ihrem Manne war das aufflackernde
zuer der erſten Leidenſchaft raſch erkaltet. Schon die Tatſache
ſute abſtoßend auf die junge Frau, daß ſich als erlogen erwies,
us Düſtingen von ſeinen Verhältniſſen erzählt hatte. Daß er
aarmer Teufel geweſen war, hätte ſie ihm verziehen. Daß er
gei unmuſikaliſch war, vergab ſie ihm nie. Noch weniger, daß

die Düſtingens weder eine maleriſche Stammburg noch andere
Schlöſſer beſaßen. Die einzige Ruine, die der abgelebte Ariſto=
krat
der Sechzehnjährigen in die Ehe brachte, war er ſelbſt. Die
Amerikanerin behandelte ihn entſprechend. Sie war die an=
ſtändigſte
Frau unter der Sonne. Aber ihre Kälte Düſtingen
gegenüber hatte etwas Unheimliches an ſich. Vor anderen
Menſchen gönnte ſie ihm hier und da ein gleichgültiges Wort.
Unter vier Augen galt er ihr weniger als ihr Schoßhündchen.
So ſah der erſte Bundesgenoſſe aus, den Robert Ernſt=
heimer
für die Ausnutzung der Brakkeſchen Erfindung geworben
hatte. Der erſte, der Nutzen aus dem Genie des jungen
Chemikers und dem Fleiß derer ziehen ſollte, die den Spreng=
ſtoff
erzeugen würden. Und daß gerade er mit ſchlecht verhehltem
Eifer daran ging, Kapital in das neue Unternehmen zu ſtecken,
war dem Bankier das beſte Zeugnis dafür, daß er ein ſicheres
Geſchäft in Händen hielt.
Ich werde ſchon an Sie denken, Düſtingen, verſicherte er.
Sie müſſen nur einſehen, daß ich auf meine Getreuen Rückſicht
zu nehmen habe. Der Kreis der Aktionäre wird aber beſchränkt
bleiben. Fremde laſſen wir nicht hineinpfuſchen.
Ganz meine Meinung. Der hagere Mann mit dem kahlen
Schädel füllte ſein Glas. Haben Sie ſich ſchon Gedanken darüber
gemacht, wie hoch man das Kapital anſetzen müßte?"
Dazu werde ich mit Fachleuten Rückſprache nehmen. Ich
denke ſo an etwa zwei Millionen. Fürs erſte könnte es genügen.
Uebrigens.. . Fachleute. Ich wüßte einen geeigneten Mann
für die Sache. Einen Beſſeren könnten wir uns gar nicht
wünſchen. Denn Sie haben doch nicht etwa die Abſicht, Ernſt=
heimer
, dieſem jungen Chemiker die ganze Leitung der Fabrik
zu überlaſſen."
Auf keinen Fall! Das hieße, ſich ihm in die Hände geben.
Wer iſt alſo Ihr Mann?
Sie kennen ihn nicht. Ich habe während des Krieges mit
ihm zu tun gehabt. Er iſt ein Ungar und war bei Manfred
Weiß, dem großen Budapeſter Munitionsfabrikanten, in leiten=
der
Stellung. Ein gediegener Menſch und einer, der ſein Fach
aus dem Effeff verſteht.
Sein Name?
Gyula Gubaſſy. Ein ehemaliger Artilleriehauptmann, der
gerade vor dem Kriege abgehen mußte, weil er bei den Kaiſer=
manövern
in Böhmen verunglückt war und ſich den rechten
Fuß gebrochen hatte.
Iſt er vertrauenswürdig?
Düſtingen ſchnitt eine häßliche Fratze. Wenn er verdienen
kann, iſt er ſicherer als jeder andere.
Schicken Sie ihn an einem der nächſten Tage zu mir. Ich
will ihn mir anſehen.
Abgemacht. Wir brauchen ihn bald, denn man muß im
Frühling mit dem Bau der Fabrik beginnen, um ſchnell unter
Dach zu kommen. Haben Sie ſchon ein geeignetes Terrain für die
Anlagen?

Nein.

Auch damit könnte ich dienen. Wie wäre es mit meinem
Gute Föhrenbach?
Ernſtheimer lachte ihm ins Geſicht. Wenn Sie die Sand=
büchſe
wieder loswerden wollen, dann ſuchen Sie ſich gefälligſt
einen anderen Dummen. Weil Sie bei dem Kaufe ausnahms=
weiſe
einmal angeſchmiert wurden, müſſen wir Ihren Fehler
nicht gleich auf Koſten der neuen Geſellſchaft ausbeſſern. Außer=
dem
iſt Ihr Gut völlig ungeeignet, weil es zu nahe an einer
größeren Stadt liegt. Sie vergeſſen, was wir in unſerer Fabrik
herſtellen wollen.
Nur nicht gleich ſo heftig, wehrte Düſtingen beleidigt ab,
es war ja bloß ein Vorſchlag. Auch den Platz für den Bau
müſſen übrigens die Fachleute ausſuchen. Ihnen rate ich nur,
nicht weiter als zwei bis drei Stunden von der Hauptſtadt
fortzugehen.
Danke. Daran habe auch ich ſchon gedacht. Die Fabrik
muß für mich leicht erreichbar ſein. Ich beabſichtige, die geiſtige
Leitung ſelbſt zu behalten."
Famos.. meine Aktien erſcheinen mir ſchon wertvoller,
lachte Düſtingen.
Wie wertvoll könnten ſie werden, wenn es einmal wieder
einen kleinen Wafſengang zwiſchen den Völkern geben würde.
ſeufzte Ernſtheimer.
Der kommt, tröſtete der Gatte Ellens voll Zuverſicht, und
dann beginnt erſt die Konjunktur der Aquanit=Werke.
Er rieb ſich die Hände. Plötzlich aber wurde er ernſt. Ein
peinlicher Gedanke ſchien ihn zu ſtören.
Sagten Sie nicht vorhin, dieſer Doktor .. . na, wie heißt er
denn?
Brakke.
Richtig ... alſo dieſer Doktor Brakke verlange, daß ſeine
Erfindung niemals für die Munitionserzeugung in Betracht
käme?"
Leider mußte ich ihm dies zugeſtehen.
Unſinn.. . darin wird er nachgeben. Das wäre ja eine
Suppe ohne Fettaugen.
Laſſen wir das, lieber Düſtingen. Wir werden einen Aus=
weg
finden. Aber.. ſpäter. Sie wiſſen.. und folgſt du nicht
willig, ſo brauch’ ich Gewalt. Im Schoße einer Aktiengeſellſchaft
entſcheidet die Stimmenmehrheit. Stehen wir einmal vor dieſer
wichtigen Frage, ſo wird ſich der gute Doktor von der Berech=
tigung
unſeres Verlangens überzeugen laſſen .. ."
Schon gut. . ich verſtehe!
Düſtingen ſagte es haſtig, denn die Damen traten gerade
aus dem Muſikzimmer zu den beiden Herren. Käthe hatte den
Arm um Ellen geſchlungen, und Frau Ernſtheimer kam langſam
hinter den beiden jugendſchönen Geſtalten daher.
(Fortſetzung folgt.)

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Patentmatratzen
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abgeſteppt, v. 6. an
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1 Uniforms=Rock ( Dra=
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*25495
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196lug. Tabak. 02
5.
41gOſt. Staatsr.
g13, Kdb.1918
4½=oft. Schatz. 14
49.½Oft. Silberr.
4Ck Goldr.
(Zrſt Goldrente
* umsbr. Abk.
19;C. einh. R. /k.)
2 Akrt eSpz.) UII
Im am. R.03
41 -ſ,Gold. 13..
42, am R. kon
z. on. R 05
42 HEk. (Adm.) 03
5-(Aagd.)
(Bagb.) II
unif. 1903
F 1911 Boll.

Fng. St. 19131 24.25

Sbr. Abf.) 21 25
Ung. St. 1814/ 25 25
Ing. St. 1914
msbr. Abk./ 22.25

Tang. Goldr. ..

54.80

15.55

38
4
3
4. 25
18.5

6.05
6.25

14.25

48 Ung. Goldr
(lt. Innsbr. Abk.
4% Ung. Staatsr.
v. 10.
48Ung. Kronr.. .
3% Ung. Eiſ. Tor .
Außereuro=
päiſche

JaMex amm. i abg.
5% äuß. 99
4½ Gold04ſtf.
9 konſ. inn. ..
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Goldpfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
8% Frkf. Pfbr.=Bk
Goldpfbr.
70 Frkf. Goldpfb
5% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
5%0 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
7% H.=St.= Gold=
anl
. . . .
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Goldpfbr. .....
7% Heſſ. Land.=Bk
Goldpfbr.
8%Klöckn.=Werk.26

2.775
20

36.
26.25

106
100.5
88
98.5
100.5
96.5
92.5

87
100
96.5
92
100
96.5
92
90.5
100
98

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Mark (Hagen)
Goldobl. ... ..
8% Komm. Ldsbk
Darmſt., Reihe I/ 99.5
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldan ..
7%M. KraftHöchſt 90
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G./ 99
6% Mannh. St.=G.
7% M.=Stahlw. 27
8% Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr. . . . . . 1100
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . . .."
Pforzh. St.=G.
8% Pirmaſ. St.=G
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr. 1100.25
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
7% Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr. / 97
8%Rh.=Hyp.=Bk..
Goldpfbr. . . ..
. 97
8d...
4½%0 Lig. Pfb.
½% Anteilſch.
½%Rh. Stahlw.
25
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 1104
% Südd. B. Cr. B.
Goldpfdbr.
20 V. Stahlwv. Düſ
ſeldorfHyp.=Gld.
obl. mit Option
% V. Stahlw. Düſ
ſekborföyp. Gd.. ohne Option
2 Viag( V. Ind.=
Unt. Bln.) 27..

103.25
99
94.5
105.25
97
91.5
97.5
101
100
92
8
54.5
150
100
99
97.5

89.5

8% Voigte Häffner
Goldobl. ... ...
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne Zins=
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50 Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ....."
6%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen 23..
5% Pr. Kaliwert.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Vorkrieg3=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. . .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wech
Berliner Hyv.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. ..
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk. ..
Mecklb. Hhp.=u. Wb.
Meining. Hyp. Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B. =Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. . .
Württ. Hhp. Bk. .
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel".
Naſſau. Ldsb. ....
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Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.

52Oſt. Sd., S.ſtfr.

8.25
6.3

2.22

17.8
15.3
16.4
13
12.1

12.60
13.25

15

12
9. 225l

2,6% Alte Oſt. Südb.
2,6% Neue
4½Oſt Staatsb. 83
3% Oſt. 1,b. 8.E.
3%Oſt. abg.

3%
3%
3%0

9.Em.
abg.
1885
abg.

32Oſt. , Erg. Netz
3%Oſt. abg.
3% Raab Oebd. 83
91
3%
4% Rud. Silber.
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½% Anat., S. III
4½0 Anat., S. III.
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepee.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. .
Bad. Bk. ......
Bk. f. Brauind. . .
Barmer Bankv. .. 143.
Bay. Hyp.=Wchſ. .
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. .
Darmſt. u. Nat.=Bk. 1227.5
Deutſche Bank
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch. .. ."
Dresdener Bk. ...
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk.
Frkf. Pfdbr. Bk.. ..
Gotha. Grundkr. Bk
Lur. Intern. Bank
Metallbank. . . . . . . 139
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank
Hyp.=Akt.=Bank.
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.=Creditbk.

19.5
24
20
18.5
7.90

18

164
17
163
123.!
132.
104
155
160
130.
149
44
7.

.

db. Disc.=Geſ. 142
Oſterr. Creditanſt. .
Wiener Bankverein 17‟/,
Bergwerks=Akt.
Buderus..
Eſchw. Bergw. .
Gelſenkirch. Bgw. . 1147.25
Harp. Bergb.
Ziſe Bergb. St....
Genußſchein ..."
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Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregeln".
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Mannesm.=Röhr. . 1170.5
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Mansfelder ..
Oberbedarf .. . . . . 103.5
Otavi=Min.=Ant. . . 36.25
Phönix=Bergb. . . . 108.5
Rhein. Braunk. ..
Rhein. Stahlw. . . . 188.5
Riebeck Montan. .
Salzwerk Heilbronn
Tellus Bgb. . . . . . . 112
Ver. Laurahütte . .
Ver. Stahlwerke ..
Fnduſtrie=Akt.
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Eichbaum(Mannh.)/271
Henninger .. . . . . . 185
Hercules, Heſſiſche /143.5
Löwenbr.=München 349.5
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Schöfferhof (Bind.)/332.5
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106

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132
128.

G

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Adler EOppenh.
Adlerw. (v. Kleye
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B.
N. E. G. Stamm.. .
Bad. Maſch. Durlach
Bad. Uhren, Furtwv.
Bamag=Meguin".
Baſt Nürnberg ..."

175
165
161
10.
89.5
182.5
159.1
19

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Bergmann El ....
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. ..
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. . .
Chem. Albert.
Chem. Brockh.
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Email. Ullrich .."
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Faber & Schleicher/101
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Beiling E Cie.
Goldſchmidt, Th.
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Grün & Bilfinger.
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Haid & Neu ......"
Hammerſen .. . .. .
Hanfw. Füſſen.
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..

191.5
65
40
192
20
142.75
56
116.75

80
70
42.5
212.25
186
28
80.5
72
53.5
290.25
100
42.5
112
72
725
126
113
174
145
51 5
63

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Knorr, Heilbronn".
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Schuckert, Elektr.
Schuhfbr. Weſſel.
öchuhf. Herz .....!

120
169
68.75
26
106.10
201
23
129
173.5
66.25
102
118

78
44.5
123
183
Miag, Mühlenb. . . 1133.75 Berſicherungs=Akt.
74
104
112.5
59
60
39
162
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133

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149
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Gebr. Roeder
VenulethcEllenb..

147

7.

Ka

[ ][  ]

Seite 14

Mittwoch, den 28 September 1927

Nummer 26)

Palask-Lichtspiele

Das abwechslungsreiche Programm:

Parns ver Tag uendeint

Ein Lustiger Film in 6 Akten
Die Geschichte einer abenteuerlichen Bummel-
fahrt
vom Eifelturm durch Apachenkeller,
nächtliche Straßen, Polizeistuben und
geheime Nachtlokale

Die vom Sohioksal
EVerfolgten

Sensations-Drama in 7 Akten mit
Aud Egede Nissen, Wilh. Dieterle,
Adele Sandrock, Wilh. v. d. Veer,
Henri de Vries u. a. m.

Als Einlage: 68 Uhr:

vei Herr der Kacht

7 Akte nach dem gleichnamigen Roman von
In den Hauptrollen:
Paul Rosenhayn.
Rudolß Klein-Rogge, Theodor Loos. Erich
Kaiser-Titz, Elise La Porta, Kurt Brenkendorf,
Magda Elgen u. a. m 14847

Rheinstr. 50 Hotel Schmitz Telephon192
Mittag- u. Abendtisch von Mk. 1.00 an
Qualitätsbiere, Separ. Weinrest. Ia off. u. Flaschen-Weine B
Täglich Unterhaltungs-Musik

Casino-Restaurant
Vereinigte Gesellschaft
Ecke Rhein- und Neckarstraße

Gutgepflegte Biere
Erstklassige Küche.
Fachmännisch ausgebaute Weine
offen und in Flaschen (*25213gmg
Empfehlens wert:
1925er Mettenheimer (Naturrein)
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Preis per //, Flasche Mk. 1.80
Preis per 1/. Flasche Mk. 1.00

OKBHEUM

Mur noch 3 Tage!
(bis einschl. Freitag, 30. Sept.)
abends 8 Uhr

Freie Literariſch=
Künſtleriſche Ge=
ſellſchaft
.
Winter 1927/ 28.

Der ane Bessäder

Operette in 3 Akten von
Robert Winterberz.
Karten: Verk.-Büro, Kiosk,
Ernst-Ludwigsplatz u. de Waal,
Rheinstr. 14. Tel Bestellg. 389.

E Freie Straßenhahnfahrt
zum Orpheum gegen Ausweis
der Vorverkauf-Eintrittskarte
zw. 79 Uhr abends. (14874

Zur Reichskrone
Telephon 3796
Mühlſtraße 5
Heute Schlachtfest
Gute Küche mit Schlachtplatte zu 1.502.00
Zur Unterhaltung ſingt der Geſangverein
Rheingold. Es ladet ein (*25464
Hermann u. Kaſt.

O
Café Rheingold
Alexanderſtraße 6
Freitag, den 30. Sepiember
Gastspiel
des ehem württemb. und preuß.
Hofſchauſpielers
Fritn Schlothauer 8

der große Humoriſt u. Vortrags= S
*25442
künſtler
Hugo Andrees.
AKRRR

Residenz-Theater

Versäumen Sie nicht den künstlerisch hochwertigen
Film anzusehen!

In den Hauptrollen: ( 25477
Kreie Mosheim, Wolkgang Zilzer, Pritz Kortver

Der Schrecken Londons

Die Geschichte einer Verfolgung im Londoner Nebel
6 Akte. Jvor Nervello in der Hauptrolle"

Anfang 31 Uhr

Bohnerwachs=Beize
weiß gelb rot braun
1Dose 35 J, 10 Stück 3.
Eſchollbrücker=
Farben=Krauth, ſtr. 3. 13402a

10/23 P8. L.I. G.
Landaulet, zu verk.
Preis 850 Mk. (14839
Neu=Iſenburg
Tel. 133 Kirchſtr. 6.

Kaee
Großes Haus.
B2
Mittwoch 28. Sept.
Anfang 19.30 Uhr
Ende 22 Uhr
Neu einſtudiert:
und Pippa tanzt
Glashüttenmärchen
in drei Akten von
Gerhart Hauptmann
In Szene geſetzt von
Friedrich Neubauer
Bühnenbild:
L. Schenck von Trapp
Mitwirkende:
Annelieſe Born
Käthe Gothe
Hans Baumeiſter
Hansjoach Büttner
Werner Finck
Herm. Gallinger
Richard Jürgas
Hugo Keßler
Rudolf Klig
Robert Klupp
Paul Maletzki
Peter Müller
Hans Ney
Karl Paryla
Gothart Portloff
Kurt Weſtermann
Spielwart: (V.14856
Joſef Kreuter
Preiſe: 0.808 Mk.

Kleines Haus
Zuſatzmiete V, 1
Mittwoch, 28. Sept.
Anfang 19 Uhr
Ende 22.15 Uhr
Gosi fan tutte
(Somachen’s Alle)
Kom Oper in 2 Akten
von W. A. Mozart
Muſikaliſcher Leiter:
Dr. Karl Böhm
In der Inſzenierung
von J. Schlembach
Spielleiter: H. Kuhn
Chöre: Berth. Sander
Mitwirkende:
Margarete Albrecht
Paula Kapper
Käthe Walter
Leo Barczinski
Joſef Poerner
Heinrich Kuhn
Spielwart: Fr. Wilde
Preiſe: 1.306.50 Mk.

Unſon-F
Ite

Medllle

die Tragödie
einer Frau

Nach der Gottfried Kellerseben

Movelle. Bearbeitet von Ernst B. Eel und Ericb W a seh Nech

In den Hauptrollen:
Lee Parry, Harry Liedike,
Vivian Gibson, Albert
Steinrück, Wilh. Diegelmann

Eissport auf dem Wannsee
Inter. Naturaufnahmen

Der
vor den
Beriagung

Anfang 3½/ Uhr. 25478

Der Völkerbund

ſuch auf der Tagesot
nwhm zunächſt einen

Tanzſchule Louiſe Rehr
Viktoriaſtraße 67, pi.
Fernruf 3200.

bringt ihrenSchülern u. Schülerinnen ſow. allen Intereſſenten
hiermit zur gefl. Kenninis, daß der Unterricht nur in Privat=
kurſen
und Privatſiunden ab 1. Oktober erteilt wird. Be=
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herigen
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