Einzelnummer 10 Pfennige
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Nummer 257 Freitag, den 16. September 1927. 190. Jahrgang
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Gewall, wie Krieg. Aufruhr. Sirel uſw erſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
auſtreäge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlut oder gerſchlicher Belteiſbung ſältl eder
Nabalt weg. Bonſonio: Deuſche Bant und Dame
ſädter und Nallonalban.
Belgien und die Tſchechoſlowakei ſcheiden als nichtſtändige Mitglieder aus dem Rat.
Finnland, Kanada und Kuba werden neugewählt.
Pie Sweldtnteimehrheit nicht erreicht, ſtiſch allgemein weitgehende Bedeutung beigemeſſen, da es eine einem ſehr kleinen Schritt, ſo doch vorwärts bringen. Man war
kerbundes enthält.
Von 48 Stimmen nur 29 für Belgien.
* Genf, 15. Sept. (Priv.=Tel.)
Präſident Guani eröffnete um 10.20 Uhr die heutige
Voll=
zung der Völkerbundsverſammlung, auf deren Tagesordnung
ilsrig, der vorgeſtern hier eingetroffen iſt und heute neben
ürdevoll nach allen Seiten verneigte.
Dann verlas Gugni das Reglement über die
Abſtim=
ng für die Wiederwählbarkeitserklärung,
ſcohen Antrag, der damit abgelehnt iſt, da er die notwendige
teidrittelmehrheit, die 32 Stimmen betragen hätte, nicht
er=
den hat.
öendervelde die Tribüne, um eine kurze Erklärung
abzu=
egn, dahin lautend, Belgien habe ſeine Kandidatur nach
Ab=
aF ſeiner Ratsperiode auf Wunſch einer Anzahl anderer,
be=
owets der Locarnomächte, aufgeſtellt. Die Mehrheit habe ſich
Aegen entſchieden, ſo führte er aus, die belgiſche Delegation ſei
ei durchaus davon überzeugt, daß das negative Votum auf
ſundſätze zurückgehe, die durchaus achtenswert ſeien und nichts
tim. „Weiter möchte ich erklären,” fuhr Vanderfelde fort, „daß
der aktivſten, aufrichtigſten und entſchiedenſten Mitarbeit an
im großen Werk des Völkerbundes fortzufahren, wie in der
ſtzrangenheit. Während dieſer Erklärung und nach ihrer
Be=
tn ung wurde Vanderpelde ein außergewöhnlich lebhafter
Bei=
zuteil.
Die Sitzung wurde nach der Erklärung Vanderveldes um
43 Uhr geſchloſſen. — Die Wahl der nichtſtändigen
Ratsmit=
der findet um 17.45 Uhr ſtatt. Um 11 Uhr und 15.15 Uhr
Die Sitzungen des Völkerbundsrates.
Michtlingsfragen vor dem Völkerbundsrat.
2re Ratsſitzung nahm ziemlich pünktlich gegen 11.15 Uhr ihren
ch iten betrafen zum großen Teil Flüchtlingsfragen. Der Rat
teal migte den aufgeſtellten Plan für die Anſiedlung und die
gältige Stabiliſierung des griechiſchen Budgets und der
grie=
nwieſen. Zur Frage der ruſſiſch=armeniſchen Flüchtlinge gab
Bölkerbundskommiſſar Dr. Frithiof Nanſen, verſchiedene
klärungen. Der Rat nahm ſchließlich auf Beticht des rumä=
Mm Delegierten Comene eine Reſolution an, in der der
Frlommiſſar für die Flüchtlinge aufgefordert wird, eine
Unter=
rürkiſchen Flüchtlingen an ihn gerichteten Anträge zu
ver=
katen und gegebenenfalls dem Rat ſpäter darüber zu be= griechiſchen Regierung, hielt ein fünfviertelſtündiges Plädoyer
ſen.
in der Weſierplatte=Frage.
n Danzig zu beginnen.
auufe der jetzigen Seſſion, alſo vom neuen Nat, entſchieden befaſſe.
dem.
ltag ſtatt.
Die Entſcheidung des Völkerbundsrates hat für Danzig werden.
noſtibe und eine negative Seite. Poſitib iſt die Feſtſtellung
ren nunmehr von neuem bei dem Danziger Völkerbunds= für kaum eine Mehrheit finden dürfte.
Die Wahl der nichtſtändigen Miiglieder
zum Völkerbundsrat
ſtu die Abſtimmung über den belgiſchen Antrag wurde heute um 18 Uhr von der Völkerbundsverſammlung vor= lung die Aufmerkſamkeit von den eigentlichen Problemen, die
pf Viederwählbarkeit ſteht. Die Sitzung wurde er= genommen. Der Verſammlungsſaal iſt beſetzt wie nur an ganz auf dem Programm ſtanden und die in Genf verhandelt werden
urt mit einer Begrüßung des Präſdenten der Republit großen Tagen. Präſdent Guani verlas nach Eröffnung der ſollten, beinahe völlig ablenkten. Der Völkerbund
be=
ten ſtändigen Delegierten Liberigs, Baron Lehmann, auf den Sitzung die geſchäftsordnungsmäßigen Beſtimmungen über die faßte ſich mit ſich ſelbſt. Dem Lampf der keiueren
egegiertenplätzen ſeinen Sitz eingenommen hat. Da er ein Wahl. Zu Stimmzählern ernannte er den engliſchen Außen= Mächte mit den Großmächten, der ſich jetzt ſo unerwartet äußerte,
atsoberhaupt iſt, begrüßte ihn Präſident Guani beſonders miniſter Chamberlain ud den deutſchen Außenminiſter ging, wenigſtens hier in Frankreich, ſchon ſeit Monaten eine
be=
ürlich, worauf ſich der ſchwarze Staatschef dankend und ſehr Streſemann, die beide von der Verſammlung, als ſie an wußte oder unbewußte Propaganda gegen die Kleinſtagten
den Zähltiſch ſich begaben, mit Heiterkeit und Beifall begrüßt recht charakteriſtiſche Stimmen zu hören gegen die kleinen
Ruhe=
wurden. Die Defiliercour der Delegationsführer an der Tribüne
u. der Aufmarſch der Delegierten zur Tribüne begann, da die vollzog ſich wie gewöhnlich. Die Wahl iſt geheim. Gewählt ſind reichs nahmen dieſe nicht direkt an ſie gerichteten Bemerkungen
brimmung geſchäftsordnungsgemäß geheim erfolgt. Die Ab= im erſten Wahlgang nur diejenigen Staaten, die eine abſolute grollend zur Kenntnis. Es war bisher eine Tradition der
fran=
imung ergab von 48 abgegebenen Stimmen 29 für den bel= Mehrheit aller gültigen Stimmen erhalten. Dementſprechend zöſiſchen Politik, die Sympathie und die Unterſtützung der
Klein=
verkündete Präſident Guani um 18.30 Uhr, daß als nichtſtändige ſtaaten zu ſuchen. Jene Stimmen alſo — auch in der Preſſe
Nach Verkündigung des Abſtimmungsergebniſſes betrat Finnland mit 33 und Kanada mit 26 Stimmen. Abgege= ſtaaten als die Unuheherde Europas bezeichneten, waren
einiger=
ben wurden 49 Stimmen. Weiter entfielen: auf Griechenland 23,
auf Portugal 13, auf Ungarn 3, auf Dänemark 2 und auf Siam
irgendwelchen unfreundlichen Gefühlen gegen Belgien zu tun 9 Bethancourt, für Finnland wahrſcheinlich der Geſandte in
es Abſtimmungsergebnis uns in keiner Weiſe hindern wird, Kanada der Senator Dandurand, der Präſident der 6. Völker= llingt in dieſer Faſſung allzu ſcharf und entſchieden. Denn ſo
bundsverſammlung war.
Belgiens aus dem Völkerbundsrat
Militärkommiſſion des Völkerbundes. Ebenſo verlieren beide Kräfte des franzöſiſchen Außenminiſters darauf gerichtet, die
Staaten theoretiſch ihre Mitgliedſchaft in der vorbereitenden Ab= Situation zu retten und eine Entſpannung herbeizuführen. Aber
rüſtungskommiſſion, der ſie nur als Ratsmitglieder angehörten.
Da die vorbereitende Abrüſtungskommiſſion aber außer den
beſteht, ſo nimmt man als ſicher an, daß der Völkerbundsrat
Farng. Die erſten auf der Tagesordnung ſtehenden Angele= wahrſcheinlich in ſeiner erſten Sitzung am Samstag bereits den tige Politik Briands und wegen des langſamen Fortſchrittes
Beſchluß faſſen wird, Belgien und die Tſchechoflowakei zum
Ver=
hen Währung. Ein Erſuchen der bulgariſchen Regierung von dem Präſidenten Villegas für geſchloſſen erklärt. Villeggs
ſäe Hilfe des Völkerbundes zur Ausgabe einer ausländiſchen dankte den drei ausſcheidenden Ratsmitgliedern Vandervelde= unhaltbar geworden iſt, ſoll nun durch einen Geſchäftsträger
er=
leche behufs endgültiger Sanierung der Finanzen Bulgariens Belgien, Beneſch=Tſchechoſlowakei und Guerrero=San Salvador,
ie vom Rat entgegengenommen und dem Finanzkomitee und alle drei erwiderten kurz. — Als letzte Angelegenheit der geſpannt genug, um einen Politiker wie de Jouvenel, der ein
Tagung wurde
der griechiſch=deutſche Streit wegen des
Kreuzers „Salamis”
ſung über die von ſyriſchen, chaldäiſchen, montenegriniſchen behandelt, nachdem die ungariſch=rumäniſche Streitfrage auf
Samstag vertagt worden war. Politis, als Vertreter der
günſtige Rats=Entſcheidung für Danzig bundsrat gehöre, nachdem die Botſchafterkonferenz als Kontroll= Verſtimmung in Amerika ſein. Die Verhandlungen
organ für die Beſtimmungen des Verſailler Vertrages aufgehört Briands mit Grandi in Genf wurden hier nervös verfolgt. Sie
habe zu beſtehen. Er erklärte einleitend, daß er ſehr bedauere, ſollen nicht gerade leicht geweſen ſein. In Paris iſt man gegen
2 gs Hauptintereſſe der Vormittagsſitzung des Rates bean=, daß der erſte Kontakt Griechenlands im Völkerbundsrat mit der die Iſtalieuer wegen der fortwährenden kleinen
Grenzwiſchen=
ſichte die Danziger Frage; die Hauptfrage zu Danzigs deutſchen Regierung ein Streitgegenſtand ſei und nicht ein Gegen= fülle verſtimmt. Die Preſſeſtimmen ſind zwar überaus ruhig und
trag auf Verlegung des Munitionsdepots, ſtand gemeinſamer Arbeit. Er beantragte am Schluſſe die Inter= kühl, aber dennoch muß jeden Augenblick eine neue Verſtimmung
Der Weſterplatte war einem Juriſtenausſchuß über= pretation der Artikel 190 und 192 des Verſailler Vertrages durch befürchtet werden. Die Italiener beklagen ſich wieder über fran=
In worden, der zunächſt lediglich zu prüfen hatte, ob die Auf= den Internationalen Gerichtshof behufs Beantwortung der Vor= zöſiſche Truppenkonzentrationen an der Greuze. „Auch wenn es
lugg eines früheren Ratsbeſchluſſes zuläſſig ſei. Der Rat hat frage bezüglich der Kompetenz des Völkerbundsrats in dieſer ſo wäre” — entgegnet man in Paris —, niemand würde an
iag gegenüber anerkannt, daß Ratsbeſchlüſſe beim Vorliegen Angelegenheit. — Der deutſche Delegierte v. Schubert etwaige aggreſſive Abſichten gegen Italien glauben.” Und in
er. Tatſachen nachzuprüfen ſind. Die heutige Entſchei= beſchränkte ſich auf wenige Worte. Die Kompetenz des Rates der Tat, man wünſcht hier wirklich aufrichtig den Frieden mit
uy des Rates iſt aber inſofern nicht günſtig, weil Danzig ſei von der deutſchen Regierung beſtritten, daher erübrige ſich Italien. Auch die Italiener wünſchen den Frieden, ohne
Zwei=
wrmellen und juriſtiſchen Gründen gezwungen wird, ein jede einzelne Kritik des Plädoyers des griechiſchen Delegierten, ſel, aber ſie wünſchen auch etwas anderes — Kolonien!
e s Verfahren vor dem Völterbundskommiſ= Er wolle nur betonen, daß es ſich nicht umn einen Streit zwiſchen Und die franzöſiſche Kolonialpolitik befiudet ſich gegenwärtig in
Regierungen handele, ſondern um einen privaten Rechtsſtreit einer unbedingt Lumachgiebigen Stimmung. Die Tatſache, daß
2ie Frage der Exterritorialität der Weſter= zwiſchen der griecheſchen Regierung und einer deutſchen Aktien= Lucien Hubert, der nach langem Zögern den Poſten de
Jou=
tnte und das Klagerecht Danziger Staatsangehöriger im pol= geſellſchaft. Es ſei alſo abſolut überflüſſig, eine andere Inſtanz venels annahm, hor allm ein kolonialer Fachmann iſt, iſt
charal=
hen Eiſenbahndienſt vor Danziger Gerichten, erſtere auf An= mit der Sache zu befaſſen, da die Entſcheidung dem gemiſchten teriſtich für die franzöſiſche Politik. Auch in der Tangerfrage iſt
von Dr. Streſemaun, wurden vertagt, ſollen aber noch deutſch=griechiſchen Schiedsgericht zuſtehe, das ſich bereits damit man nicht nachgiehiger geſtimmt. Angeblich ſol im Okober eine
Diie weitere Erledigung der Tagesordnung fand am Nach= Columbien, den Berichterſtatter und die Ratsdelegierten Scig= renz ad calendas graeeas zu vertagen. Sonſt wünſcht man aber
loigöſtalien und Adatei=sſapan mit der Prüfung der Frage zu Frieden und, was noch mehr wert iſt, eine euge Freundſchaft mit
beauftragen, die zu gegebener Zeit dem Rat Bericht erſtatten Spanien. Man beklagt bitter, daß, ſeitdem Spanien aus dem
Yölkerbundsrates, daß ſeine bisherigen Entſcheidungen, alſo neuen nichtſtändigen Mitglieder gewählt wurden, findet am durchaus richtig.
ſeie über die Weſterplatte bei Vorlage neuer Tatſachen, wie Samstag ſtutt. Auf der Tagesordnung der Samstagsſitzung des
wegenwärtig durch den Ausbau des Gdinger Hafens der Nats ſteht außer der rumäniſcheungariſchen Frage auch der An= einem bevorſtehenden Ausgleich. Und das iſt verſtändlich, da es
ſſt, prinziviell abgeändert werden können. Negati iſt die trag Chamberlains auf Verrringerung der Zahl der Rats= ſich bei deu franzöſiſch=italieniſchen ſowohl wie bei deu franzö=
(iüh eidung des Rates ju der Hinſicht, daß Danzig das Streit= tagungen. Es kann aber ſchon heute geſagt werden, daß ſich da= ſiſch=ſpaniſchen Beziehungen um ſehr ſchwer zu löſende Probleme
Paris und Genf.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 12. September.
Man hatte ſich hier urſprünglich auf eine jener üblichen
Tagungen in Genf vorbereitet, die, ohne große und ſenſationelle
Ergebniſſe zu bringen, die Verſtändigung der Völker und
ins=
kommiſſar in Danzig eröffnen muß. Dem Gutachten wird juri= beſondere die deutſch=franzöſiſche Verſtändigung, wenn auch mit
Reihe bedeutungsvoller Beiträge zu dem Prozeßrecht des Völ= in gewiſſen Lagern von dieſer Ausſicht nicht ſo beſonders erbaut.
Denn in der letzten Zeit wurde der Fortſchritt, den die
regel=
mäßigen Tagungen des Völkerbundes brachten, immer kleiner,
und der Völkerbund ſelbſt ſchien immer ſchwächer.
Das Charakteriſtiſche der jetzigen Tagung beſtand darin, daß
die Krankheitsſtmptome des Völkerbundes und ihre
Behand=
voraus. Bei dem letzten Konflikt um Albanien waren bereits.
ſtörer wie Albanien und Litauen, und manche Verbündete Frank=
Ratsmitglieder gewählt worden ſind: Kuba mit 40 Stimmen, konnte man ſie ſehr deutlich vernehmen —, welche die
Klein=
maßen überraſchend, um ſo mehr, als ſie beinahe aus dem
Ideenſchatz Muſſolinis entlehnt ſchienen.
Der franzöſiſche Groll gegen die Kleinſtaaten ging auf tie=
1 Stimme. Die drei neuen Mitglieder, die in den Nat ein= fere Urfachen zurück, denn es ſchien ſich in der Außenpolitik eine
ziehen werden, ſind wahrſcheinlich für Kuba der bekannte Ge= grundlegende Aenderung vorzubereiten. Und heute ſpricht man
ſandte der kubaniſchen Republik in Berlin und Wien, Aguero offen aus, daß Briand wegen der Freundſchaft mit
Deutſchland und England auf die Sympathien
Bern, Profeſſor der Staatswiſſenſchaften Dr. Erich, und für der kleineren Nationen verzichten möchte. Das
weit iſt man noch nicht. Nur die Gegner der Briandſchen
Außen=
politik behaupten dies; Briand ſelbſt geht niemals auf ſcharfe
Das Ausſcheiden der Tſchechoſiowakei und Scheidungen aus, vielmehr verſucht er ſtets, alle Gegenſätze zu
überbrücken und zu ſchlichten. Die Anklage des Opportunismus
und der Richtungsloſigkeit wurde in Frankreich nur allzu oft
bedingt automatiſch auch ihr Ausſcheiden aus der ſtändigen, gegen die Briandſche Politik erhoben. Jetzt in Genf waren alle
Zeichen wie die offen ausgeſprochene Unzufriedenheit mit der
ſtleinen Entente und die Verſtimmung in Polen dürfen doch
Ratsmitgliedern auch aus einer Reihe von eingeladenen Staaten, nicht überſehen werden. Das Verhältnis Frankreichs zu ſeinen
kleinen Verbündeten wird keineswegs beſſer. Durch die
vorſich=
bleiben in der vorbereitenden Abrüſtungskommiſſion aufzufordern, der deutſch=franzöſiſchen Entſpannung war dieſe Entwicklung
Die 46. Tagung des Völkerbundsrates wurde heute 17 Uhr verſchleiert. Auch die Spannung zwiſchen Frankreich und
Ruß=
land — der ruſſiſche Botſchafter in Paris, deſſen Situation
ſetzt werden —, hat die Lage kompliziert. Sie iſt aber dennoch
erklärter Anhäuger des Zuſammengehens mit den Kleinſtaaten
iſt, in die ſchärfſte Oppoſition gegen Briand zu bringen.
Es drängt ſich nun die Frage auf, was in Genf im Sinne
der deutſch=franzöſiſchen Annäherung geſchah. Die
praktiſchen Ergebniſſe ſcheinen nicht überwältigend zu ſein.
Da=
gegen läßt ſich gewiß von einer weiteren Entſpannung ſprechen.
Es iſt auch intereſſant, wie ſtark das Zuſtandekommen des
für den Standpunkt ſeiner Regierung, daß die Streitfrage wegen deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrags ſich politiſch noch immer
des auf der Vulkanwerſt beſtellten Kreuzers jetzt vor den Völker= auswirkt. Eine dieſer Auswirukngen ſoll angeblich eine lebhafte
Tanger=Kouferenz veranſtaltet werden. Aber man hat
Der Rat beſchloß auf Antrag des Berichterſtatters Urutig= am Qugi dOrſay ganz offenſichlich das Beſtreben, dieſe Konfe=
Völkerbund ausſchied, die Lage ihr Gleichgewicht verloren hat.
Die erſte Sitzung des neuen Rats, in den heute die drei Vom rein franzöſiſchen Standpunkte aus geſehen, iſt dies auch
In dieſen beiden Richtungen hört man freilich wenig von
handelt.
Seitt 2
Freitag, den 16. September 1927
Nummer 25Z
*Deutſch=litauiſche Probleme.
Die Beſprechungen ſollen fortgeſetzt werden.
Der Miniſterpräfident und Diktator von Litauen
Wolde=
maras hat ſich der Unterhaltung mit dem Reichsaußenminifter
Dr. Streſemann in Genf durch ſeine fluchtartige Reiſe
nach Rom zu ſeinem großen Vorbild Muſſolini entzogen. Er
hat aber, um den ſchlechten Eindruck etwas zu verwiſchen,
mit=
teilen laſſen, daß er in vierzehn Tagen nach Berlin kommen
werde. Ueber ſeinen Beſuch in Berlin wird jetzt ein amtliches
Communigué herausgegeben, das mehr als unverſtändlich
ge=
halten iſt. Es ſoll bei den Beſprechungen ſich nicht
nur um die brennenden Memelfragen, ſondern
auch umallgemeine deutſch=litauiſche Probleme
handeln. Die getroffenen Vereinbarungen würden dann in
einem ſchriftlichen Uebereinkommen feſtzulegen ſein, das den
erſten Schritt zu einer vertraglichen Bindung zwiſchen
Deutſch=
land und Litauen darſtellen ſoll. Ein Kommentar zu dieſer
ſehr unklaren Meldung iſt an amtlicher Stelle nicht zu erhalten.
Es iſt ebenſo gut möglich, daß dieſes Protokoll ſich lediglich
auf die zahlreichen kleinen, zwiſchen Deutſchland und Litauen
ſchwebenden Fragen bezieht und auf den Memelſtreit. In
die=
ſem Streit hat Deutſchland an ſich nichts zu tun, da es nicht
Garant des Memelſtatuts iſt und formell den Weg über den
Völkerbund gehen müßte. Aber wenn Litauen guten Willen
hat, dürfte ſich ſo ſehr viel leichter eine Verſtändigung erzielen
laſſen, da Deurſchland nichts weiter verlangt, als
daßden Memelländern ihre deutſche, kulturelle
Autonomie gewährleiſtet wird. Litauen und
Deutſchland ſind im Oſten aufeinander angewieſen. Litauen
braucht, da ſein Konflikt mit Polen wegen Wilna
unüberbrück=
bar iſt, eine Rückendeckung, die ihm Deutſchland geben kann,
aber eben nur dann, wenn die Vergewaltigungen der
Memel=
deutſchen von Kowno aus aufhören.
Woldemaras über Baltenbund, Wilnafrage
und Memelpolitik.
Der litauiſche Miniſterpräſident
Wolde=
maras gewährte in Genf vor ſeiner Abreiſe nach Rom einem
Preſſe=Vertreter ein Interview, in dem er die Frage des
Balten=
bundes, die Wilnafrage und die Memelpolitik erörterte.
Bezüg=
lich der Frage der Neutraliſierung der baltiſchen
Staaten erklärte Woldemaras, daß er den gegewwärtigen
Augenblick angeſichts des engliſch=rufſiſchem Bruches für
unpaſ=
ſend zur Erörterung der Neutraliſierung halte. Bezüglich der
litauiſch=polniſchen Beziehungen betonte er, daß
Rußland Polen bisher noch keinen Vorſchlag gemacht habe, der
eine Regelung der Wilnafrage ergebe. Ueberhaupt bezeichnete
er die gegenwärtigen weſtlichen und öſtlichen Grenzen Polens
nicht als Staatsgrenzen, ſondern als ein politiſches Problem,
deſſen Löſung noch ausſtehe. Die öſtlichen Grenzen
Po=
lens erkenne nicht nur Litauen nicht an, ſondern auch
Rußland verweigere die Amerkennung der Grenzen. Rußland
habe ſich verpflichtet, die Grenzen zwiſchen Polen und Litauen
nur anzuerkennen, die auf Grund einer freiwilligen Einigung
beider Staaten beſtimmt werden. Da zwiſchen Polen und
Li=
tauen keinerlei Vereinbarungen beftünden, ſo folge hieraus, daß
auch Rußland die polniſchen Grenzen nicht anerkannt habe. Da
auch Deutſchland die weſtlichen Grenzen Polens nicht anerkenne,
ſei feſtzuſtellen, daß Polens Grenzen weder von Deutſchland,
noch von Rußland, noch von Litauen anerkannt würden. Die
Beziehungen Litauens zu Deutſchland ſeien gut. Deutſchland ſei
eine Großmacht, die im Oſten wirtſchaftlich dominiere und
Li=
tauen zöge aus dieſer Tatſache die Konſequenzen. Die
Memel=
fr.age ſei kein Hindernis zur Unterhaltung guter Beziehungen
zwiſchen Litauen und Deutſchland. Gewiß werde noch eine Zeit
vergehen, bis die Bevölkerung ſich den neuen Bedingungen des
Stagtslebens anpaſſe. Jedoch rufe dieſe Anpaſfung beine
wirk=
lich ernſten Reibungen hervor. Litauen verletzte nicht die Rechte
der deutſchen Bevölkerung, ſondern wolle ſie eher erweitern und
nicht beſchränken. Jedoch müſſe Litauen Pflichterfüllung
for=
dern, ſo u. a. die Anerkennung der Priorität des Litauiſchen als
Staatsſprache.
Soweit Woldemaras Ausführungen über das Verhältnis zu
Deutſchland auch dem deutſchen Standpunkt entſprechen, iſt nur
dringend zu hoffen, daß dieſen Worten endlich auch die Taten
folgen und daß vor allem der litquiſche Miniſterpräſident
zu=
nächft einmal dafür ſorgt, daß ſeine eigenen Verſprechungen, die
er während der Märztagung in Genf gemacht hat, im Hinblick
auf das Memelland erfüllt werden.
Die Wahlen in Irland.
M
den bis jetzt eingelaufenen Berichten aus Dublin ſind
die Wahlen in Irland heute ruhig verlaufen. Die Wahlbüros
werden erſt um 21 Uhr ſchließen, ſo daß die erſten
Wahlergeb=
niſſe vor morgen nicht bekannt gegeben werden dürften. Dies
um ſo mehr, als das Verhältniswahlverfahren zur Anwendung
kommt. Die Regierung gibt bekannt, daß ſie auf 60 Sitze zählt,
während ſie im Dail Eireann bisher nur 47 Sitze innehatte.
Vom Tage.
Die an der Brotverſorgyng in Bayern beteiligten Organiſationen
haben an den Reichsernährungsminiſter ein Telegramm gerichtet, in dem
ſie um ſofortige Maßnahmen gegen eine weitere
Aus=
fyhreinheimiſchen Brotgetreides nach dem Anoland
erſuchen.
Der Bayeriſche Städtebund hat in einer Eingabe an den
Reichsfinanzminiſter erklärt, daß ihm die Durchführung des
Reichsbeſoldungsgeſetzes ohne entſprechende
Aen=
derungen des Finanzausgleichs unmöglich erſcheine.
Die Verfälſchung der Abrüſtungsfrau
Ookumente der Alliierten gegen die Alliiertie
Die zwiſchen Litauen und Deutſchland
ſchweben=
den Fragen werden, wie mitgeteilt wird, in Form eines
gemein=
ſchaftlichen Protokolls bei der Anweſenheit Woldemaras in Berin
nie=
dergelegt werden. Dieſes Protokoll ſoll in Kraft bleiben, bis alle Punkte
der Verträge geregelt ſind.
Der öſterreichiſche Nationalrat tritt heute zu ſeiner
erſten Sitzung nach den Sommerferien zuſammen. Der wichtigſte Punkt
der Tagesordnung iſt die Wahl des Großdeutſchen Dr.
Dinghofer zum Juſtizminiſter.
Nach einem Talegramm us Genf hat das zur Prüfung des
ungariſch=rumäniſchen Streitfalles eingeſetzte Komitee
beſchloſſen, dem Völkerbundsrat den Vorſchlag zu machen, die Frage zur
Schlichtung dem Haager Gerichtshof zu unterbreiten.
Der rnmäniſche Miniſterrat hat den Beſchluß gefaßt,
aus dem Völkerbund auszutreten, falls dieſer in dem
rumäniſch=ungariſchen Streitfall über die Optantenfrage zugunſten
Un=
garns entſcheiden ſollte.
Aus Athen wird über eine neue Verſchwörung
ent=
laſſener Offiziere zum Sturz der Regierung und zur
Wiedereinſetzung von Pangalos berichtet.
General Primo de Rivera hat die Ameriean Legion
in Paris telegraphiſch eingeladen, nach ihrem Aufenthalt
in Frankreich nach Spanien zu kommen, wo ſie offizieller Gaſt
der ſpaniſchen Regierung ſeim würde.
Gegen den Pariſer Herausgebar der Wochenſchrift
„AuxEeoutes” iſt wegen Veröffentlichung eines
Geheimberich=
tes des Generals Guillaumat ein Verfahren auf Grund des
Art. 1 des Geletzes von 1826 wegen Spfonage einggleitet
worden.
Wie das „Journal” mitteilt hat in Ausführung des am 16 Februar
1927 abgeſchloſſenen proviſoriſchen engliſch=franzöſiſchen
Kriegsſchulden=
regelungsabkommens das franzöſiſche Schatzamt geſtern
dem engliſchen Schatzamt eine zweite Nate von drei
Millionen Pfund Sterling überwieſen.
In gut unterrichteten Kreiſen Londons iſt über die Möglichkeit
ines Zuſammentreffens Chamberlains mit
Muſ=
ſolini in der nächſten Zeit nach Schluß der Völkerbundstagung nichts
vekannt. Man hält ein folches Zuſammentreffen auch für
unwahr=
cheinlich.
Die abeſſſiniſche Regierung hat eine Kommiſſion ernannt, die eine
Unterſuchung über die Zuſammenſtöße zwiſchen
abeſſiniſchen Soldaten und einer engliſchen
Kara=
wane in einem abeſſiniſchen Grenzdiſtrikt, die vor einigen Monaten
vorkamen, einleitete.
Der Fall Rakowſki.
Die franzöſiſch=ruſſiſchen Differenzen.
Die franzöſiſchen Nationaliſten ſuchen in ihrem Kampf gegen
den Sowjetgeſandten Rakowſki Bundesgenoſſen, und dazu iſt
ihnen auch Deutſchland recht. Sie behaupten, daß Herr
Tſchit=
ſcherin ſich zur Desavouierung Rakowſkis erſt auf Grund
dring=
licher Vorſtellungen des deutſchen Botſchafters Brockdorff=
Rantzau entſchloſſen habe, der aus einem Bruch der
diploma=
tiſchen Beziehungen zwiſchen Frankreich und Rußland einen
un=
tragbaren Ballaſt für die deutſche Außenpolitik abgeleitet hätte.
Auf unſere Erkundigungen an amtlicher Stelle wird uns mit
aller Entſcheidenheit dieſe Darſtellung dementiert. Sie entbehrt
ja eigentlich auch jedes ſachlichen Hintergrundes. Deutſchland hat
ſeine Beziehungen zu Rußland aufgenommen, ohne Rüchſicht auf
die übrigen Staaten, und wird das auch fortſetzen. Richtig iſt
lediglich, daß das Auswärtige Amt Herrn Tſchtiſcherin ſchon vor
Monaten geſagt hat, daß Deutſchland ſich eine bolſchewiſtiſche
Propaganda im eigenen Land nicht gefallen, laſſen könne, und
daß darunter gegebenenfalls die Beziehungen zu Rußland
lei=
den müßten.
Aus Moskau wird gemeldet, daß der frühere ruſſiſche
Ge=
ſchäftsträger in London, Roſengoltz, zum Botſchaftsrat in Paris
ernannt worden iſt. Außerdem erfährt man noch, daß die
Sow=
jetregierung nach den Berichten der Moskauer Zeitungen
nicht beabſichtigt, Rakowſki aus Paris
abzu=
berufen, um dadurch nicht einen Anlaß zum Abbruch der
diplomatiſchen Beziehungen mit Frankreich zu geben. — Der
ſozialiſtiſche Abgeordnete Spinaſſe hat an Briand eine
Interpellation über die diplomatiſchen
Be=
ziehungen Frankrichs zu Sowjetrußland gerichtet.
Er möchte wiſſen, warum trotz Fehlens poſitiver Anklagepunkte,
die Regierung beſchloſſen habe, den Sowjetbotſchafter Rakowfki
zu verabſchieden und damit den Bruch der diplomatiſchen
Be=
ziehungen zu Sowjetrußland vorzubereiten.
* Berlin, 15, September. (Priv.=Te=)
Wenn man auch in Deutſchland gegenüber der Ehrlicu
der Abrüſtungsbeſtrebungen der übrigen Mächte immer ſkewü
geweſen iſt, ſo iſt doch nachgerade die Situation ſo grotesg
worden, als daß man länger ſchweigen könnte. Erſt geſtern:
der deutſche Delegierte in der Abrüſtungskommiſſion des Vöiſ
bundes, Graf Bernſtorff, den franzöſiſchen Delegierten recht Su
lich geantwortete und ihnen erklärt, daß es die Tatſachen
den Kopf ſtellen hieße, wollte man nun die Abrüſtung von een
noch zu ſchaffenden Sicherheit abhängig machen. Nicht
Sicherheit und dann Abrüſtung” heißt die Parole, ſonſe
„Sicherheit durch Abrüſtung und Schiedsgeriog
und der Beifall, der ihm wurde, beweiſt deutlich, daß er
Schwarze traf, während Frankreich eine Sicherheit verlam
Wie ſteht es mit dieſer Sicherheit? Man f.ſ0
doch annehmen, daß die aus dem Weltkrieg ſchwer gerüſthe
und immer noch weiter aufgerüſteten Staaten, die gerade
meiſten noch in der Kriegspſychoſe verſtrickt ſind, ſich um die
haltung ihrer Kriegserfolge geſorgt hätten. Damals konntenn!
es ſich eher als heute leiſten, wie ſie, allen Grundſätzen von R4
und Gerechtigkeit widerſprechend, den Beſiegten ihren Willen,a
zwangen, aber damals haben ſich die alliierten Mächte mit eirm
ehrlicheren und einfacheren Sicherheitsbegriff begnügt. Hie=u
folgende Dokumente: In ihrer Antwort auf die Bemerkunne
der deutſchen Delegation ſagen die alliierten und aſſoziier
Mächte unter dem 16. Juni 1919 zum Teil I des Verſailler Be
trages (Völkerbund), Abſchnitt 4:„Die alliierten und aſſoziies
Mächte haben die deutſchen Delegierten bereits darauf him
wieſen, daß der Völkerbundspakt die Herabſetzuu
der nationalen Rüſtungen bis auf den niedr:
ſten mitder nationalen Sicherheit und geme
ſchaftlichen Erzwingung internationaler Vi
pflichtungen erträglichen Stand vorſieht.
erkennen an, daß die Annahme der Abrüſtungsbeſtimmurn/
purch Deutſchland die Verwirklichung einer allgemeinen oſi
ſchränkung der Rüſtungen erleichtern und beſchleunigen mn
und ſie haben die Abſicht, unverzüglich (das war im Jih
1919)) in Verhandlungen über eventuelle An
nahme des Entwurfes einer allgemeinen Ql
rüſtung einzutreten. Es verſteht ſich von ſelbſt, daßzd
Verwirklichung eines ſolchen Programms zum größten Teil /
von abhängen wird, daß Deutſchland ſeine eigenen Verpffo
tungen in ausreichender Weiſe erfüllt.” — Zum Teil V des Be
ſailler Vertrages (Beſtimmungen für Landheer. Seemacht m
Luftfahrt) Abſchnitt 1: „Die alliierten und aſſoziierten Mä,
legen Wert darauf, beſonders feſtzuſtellen, daß ihre Bedingunszu „Me an die Seite,
die die Abrüſtung Deutſchlands betreffen, nicht nur zum Br
hatten, Deutſchland die Wiederaufnahme ſeiner kriegeriſchen
griffspolitik unmöglich zu machen, dieſe Bedingungen ſtoll
vielmehr gleichzeitig den erſten Schritt zu jener Beſchränk. den Induſtrie
und zu jener allgemeinen Begrenzung der Rüſtungen dar, wo
die genannten Mächte als eines der beſten Mittel zur Verhi,d Ibwe im Ausland
rung von Kriegen zu verwirklichen ſuchen: Begrenzunge Anwaltungsmäf
und Beſchränkungen von Rüſtungen, die herb/
zuführen zu den erſten Pflichten des Völk)*
bundes gehörenwird.” — Zu Abſchnitt 2: „Erſt war / 0erörterung ge
der Angreifer (Deutſchland) den Weg geze/
hat, können auch die Angegriffenen in ak) heentgegenſeher
Sicherheit ihn beſchreiten.‟ — Zu Abſchnitt:
„Deutſchland hat bedingungslos einer
rüſtung zuzuſtimmen, die der der alliien
und aſſoziierten Mächte vorausgeht.”
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Luſtiſchen Geſichts.
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ſpielen werden.
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Deutſchland allein hat alſo bedingungsn
A4München,
abgerüſtet. Alle Tendenzlügen von angeblichen geheße* AnbergFranfunt
Rüſtungen Deutſchlands ſind in ſich zuſammengefallen. W ///Reichstag= durch
auf alſo warten noch die „alliierten und aſ hmpff. Leien
iierten Mächte‟?
Fachverbär
Ausfuhrha
Die Beſprechungen der Locarnomächte,
die geſtern in einer faſt einſtündigen Unterhaltung im Anſchy
an das Frühſtück bei Chamberlain begonnen haben, als harw efl Unter über
Frühſtücksunterhaltung zu bezeichnen, geht nicht gut an. Ml sehfember
handelt ſich doch um ernſtere Dinge. Der franzöſiſche Au Fl44
ſhandelsiag=
miniſter Briand verläßt morgen vormittag Genf, umſ
* die Tagr
wegen der Ruſſenfrage nach Paris zu begeben. Er wird
gung mit
Sonntag abend oder Montag hier zurückerwar
und dürfte dann bis zum Ende der Togung hier Hleiie/t1, /,beuobe
urgermeiſter
Chamberlain will Genf am Samstag verlaſp,
aber nur, wenn der rumäniſch=ungariſche Streitfall vor dem 7,h In beiden
erledigt ſein ſollte. Ueber die Abreiſe Streſemarm.hy endels fu
dum Ausdri
iſt noch nichts bekannt. Er bleibt jedenfalls ſolange,
bandes
die laufenden wichtigen Fragen hier zu erledigen ſind.. We‟
Aich befal
ſcheinlich wird Dr. Streſemann oder der Staatsſekretär
ratt
Schubert bei der Debatte über den Bericht der 3. Kommiſſiom
der Vollverſammlung noch einmal den deutſchen
Standpunk=
der Abrüſtungsfrage darlegen.
*Ultima ratio.
Eines Morgens hatte ich ausgeſchlafen; leider kommt es
nicht oft vor — gewöhnlich brauche ich den ganzen Tag, um mich
von meiner Nacht zu erholen. Alſo ich lag noch, dachte hin und
her, was man ſo denken nennt, und ſuchte nach einem Traum der
Nacht, eigentlich nur nach einem Wort, das gefallen war, das
aber nicht hinter ſeinem Vorhang heraus wollte. Endlich hatte
ich’s, und im Glück des Findens ſagte ich zu meiner lieben
Frau, die gerade herein tat, mich zu wecken: was für Zeug ich da
wieder geträumt habe!" Ich war in Halle im Bahnhoſsſaal
drit=
ter Klaſſe, auf einer Wandbank ſaß eine wunderſchöne Jüdin,
ſtill und ſtrahlend, und bei mir am Tiſch, in Uniform, war der
alte Volknann, lächelte freundlich und zahlte ſein Bier. Und da
ſagte ich ihm, wahrſcheinlich zur Entſchuldigung wegen des
ſchönen Wandbilßes: ich bin verliebt aus Beruf.
Meine liebe Frau ſagt nun immer, wenn ich ihr einen Traum
erzähle: „das bedeutet‟ .. Und ſo denn auch diesmal: das
bedeutet eine Reiſe, ein Erlebnis mit Frauen (aber das verbitt:
ich mir) und Ausſicht auf Geld.
Ich hatte an dieſem Tage in der poetiſchen Stadt
Offen=
bach zu tun, Geſchäfte, nichts von Bedeutung. Nun, ich ſitze
ſchließlich im Bahnhof, warte auf meinen Zug und friere; denn
der Bahnhof wird umgebaut, die eine Wand des Saales beſteht
nur aus Luft, etwas Mörtel ſickert leiſe auf den Bretterboden.
Hinten in einer dunklen Ecke macht ſich noch jemand bemerkbar,
ein Mann mittleren Alters, mit Mantel und Stock. Er ſagt:
„Bier gibt’s wohl hier überhaupt nich?!“ — „Es ſcheint nicht,”
antworte ich; aber die Luft iſt wenigſtens gut.‟ — „Von der
Luft alleene wird man aber nich dicke.” — „Sie find aus Halle?”
frage ich. — „Ja.” — „Hier wohl nur vorübergehend?” — „
Frei=
lich; ein teures Pflaſter hier — ich dipple ſo durchs Land."
Ich machte nur: „Ah,” denn er ſchien mir nicht ſonderlich
reiz=
voll. Aber plötzlich, angezogen vielleicht von dem Ah, das er für
Verſtändnis nahm, ſetzt er ſich recht ſchön dicht zu mir auf die
kurze Bank und redet.
Erſtmal von ſeinen „friſch geſohlten” Schuhen, dann vom
Schuh an ſich, von Füßen überhaupt und von ſeinen
Kinder=
füßen im beſonderen. Und nun ſuchte er, wärmer und ein wenig
nach Alkohol atmend, die Spur von dieſen Füßen an ſeinem
heimatlichen Zaun, und wir wurden beide rechtſchaffen ſentimen=
tal — „ſchnellwelkende Winden” Ich erfuhr, daß er guter Leute
Kind war, lernte ſeine Mutter kennen, nahm Teil an den Plänen
und Spekulationen des Jüngligs; nur, wie er in die freie Bahn
des Walzbruders einbog, davon ſchwieg er. Auch über ſeine
grundſätzliche Stellung zu Frauen kam ich nicht ins Klare,
ob=
gleich er allerlei von Heiraten und von ſeinem einſamen
Hage=
ſtolzentum erzählte — in einem entzückenden Bummelton, der
ſeine überlegene Menſchlichkeit kundtat, und um den ich ihn
„künſtleriſch” beneidete.
„Ja, lieber Mann” — er nannte mich häufig: lieber Mann,
aber ich vergalt es ihm nicht und bedaure das jetzt — „lieber
Mann, die verdammte Heiratsfrage hat wir immer ziemliche
Gedanken gemacht; ich ſagte mir: wenn du (er ſprach natürlich
„wennsde” aus) ine gute Frau kriegſt, denn haſte ne gute
Frau. Hätte ja gern geheiratet, is aber immer nichts draus
ge=
worden. Na, und jetzt, ſo’n alten Landſtreicher, den kuckt Keine
mehr an. Aber ein Stück, das muß ich Ihnen doch noch
er=
zählen, lieber Mann; das war der letzte Verſuch, ultima ratig
(die lateiniſchen Worte ſprach er bezaubernd aus), wie’s auf
unſern Kanonenrohren ſtand — hat aber auch nichts genützt.”
Aus der Buſentaſche ſeines Mantels zog er ein keineswegs
ſauberes Büchlein, dem er einen entſprechenden Zettel entnahm.
Er gab ihn mir zum Leſen, ich faßte mit zaghaften Fingern zu
und las, während er in ſtolzer Erfinderfreude ſeine Erklärungen
gab. Es war ein Lotterieplan, und die Sache verhielt ſich
fol=
gendermaßen,
Wie ſo viele, ſonſt ganz vernünftige Leute dem Zufall bei
der Wahl der Ehehälfte die Entſcheidung überlaſſen, ſo hatte
auch mein Zeit= und Weilgenoſſe in ſeinen jüngeren heldiſchen
Jahren die ernſte Frage recht bei der Wurzel angepackt und ihr
eigene Gedanken gewidmet. In einer geleſenen Tageszeitung
— ſo verſicherte er wenigſtens — hatte er ſeinen Plan einer
ehelichen Lotterie, offen für junge Mädchen zwiſchen 18 und 22
Jahren, angekündigt, eben des Glücksſpieles, deſſen nüchternes
Zahlenſchema ich in Händen hielt. 25 000 Loſe zu 4 Mark
ſoll=
ten ausgegeben werden mit nur einem Gewinn, und dieſes
Gewinnlos war der Freiſpieler ſelbſt, will ſagen: ein höchſt
be=
gehrenswerter Ehemann mit dem ſtattlichen Barvermögen von
50 000 Mark. lieber die Geſamtſumme nämlich — und dies
gefiel mir an dem Plan faſt am beſten — war in zwei gleichen
Teilen und derart verfügt, daß der Gewinnerin die eine Hälſte
Der
als Mitgift ehekontraktlich zuſtehen ſollte. Die ſchöne
G=
liche — er ſagte: hibſch un ſauber muſſe ſein — hatte alſo
Vorzug, unſern Mann zu heiraten, aber nur dann, wenn ſie
gefiel. War dies nicht der Fall oder konnte umgekehrt
Schöne, aus welchem Grunde immer, ſich zu einer Verbinde!
nicht entſchließen, ſo bekam ſie ebenfalls den feſtgeſetzten 9‟
gewinn, und jeder behielt ſeine Freiheit.
Dies der wahrhaft großzügige Plan. Welcher Famim
vater, ſagte ich mir, wollte nicht gern die lumpigen vier 2-*
dranwenden in der Hoffnung, eine geliebte Tochter ſo
vorteil-
unterzubringen? Welche arme Schönheit wollte nicht im”
Glücksplänen einen ſo wenig wagenden Verſuch eingliehe
Und ſelbſt ein von der ſonſt freundlichen Natur nachläſig
handeltes Mädchen konnte an einen erſprießlichen Gewinn.
Art ausgleichendes Sprungbrett, glauben. Und
ſchließlich=
unſer Glücksritter, auch wenn aus der Heirat nichts wurde=
Reugeld einſtrich, wird man ihm nicht verübeln.
„Und die Zeitung?” fragte ich. — „Die Zeitung?” meinie”
hat’s dann doch nicht gebracht — zurückgeſtellt für erſten Am
ſchrieben ſie. Jetzt denken Sie mal, lieber Mann, ſolche Eog.
Ja, um die Sache war’s ſchade, das dachte ich wirklich.
Menſch und als Zeitungsſchreiber, und ſo machte ich mein
neuen Freunde den Vorſchlag, mir ſeinen Lotteriezettel zu. 2
wertung durch das Mittel des gedruckten Wortes zu übericſ.
Sollte, unter anderen Erfolgen, ein Honorar der Gedanten.
Mühen Preis ſein, ſo verſprach ich, brüderlich mit ihm zu. b
und für ſeine Ehelotterie ſchließlich noch eine beſcheidene, iit
hin annehmbare Lcſung zu erwirken. Er erklärte ſich einpeiſe
den, wir bekräftigten den Vertrag durch Handſchlag, N.
Abſchied, und ich beſtieg den heimatlichen Zug mit einer Miutt”
tiſchen Sendung.
Als ich zu Haus meiner lieben Frau den Willkommene2
gab, fiel mir erſt ihre Traumdeutung wieder ein. Wie wi”
och? Eine Reiſe? Mja — immerhin Offenbach! Ein eit"
mit Frauen? Das auch, das auch — und ein luſtiges
wenn auch nur in der Theorie, aber doch mit möglicher Fole”.
hatte mir eigentlich vorgenommen, meiner lieben Frau we*
dieſes ſchrecklichen; „das bedeutet”, nie mehr aus Me.”
Träumen zu berichten. Wenn nun aber das mit dem Geh""
noch eintreffen ſollte, dann wird der unfreundliche Vorſch.
beim Teufel ſein — wo er hingehört. Pietar 300
Nummer 257
Freitag, den 16 September 1922
Geite 3
Die Großhandels=Tagung
in Hannover.
* Hannover, 15. Sept. (Priv.=Tel.)
Die gegenwärtige Tagung des Reichsverbandes des deutſchen
gsoß= und Ueberſeehandels in Hannover lenkt das Intereſſe
m Oeffentlichkeit auf einen Vorgang, deſſen Bedeutung für die
durtſche Volkswirtſchaft und die Gliederung der Produktions=
5d Arbeitsverhältniſſe nicht hoch genug veranſchlagt werden
grin. Am erſten Juli dieſes Jahres haben ſich der „
Zentralver=
umid des deutſchen Großhandels” und der „Reichsverband des
ſutſchen Groß= und Ueberſeehandels”, zu einer einheitlichen
Drgauiſation zuſammengeſchloſſen. Im Gegenſatz zu der
Glie=
ſrung einzelner anderer Berufsſtände iſt damit das
organiſa=
o iſche Bild des Groß= und Ueberſeehandels außerordentlich
lar und überſichtlich geworden. Es iſt noch gar nicht ſo lange
ſer daß volkswirtſchaftliche Geſichtspunkte in Deutſchland in
u itiſchen Meinungskämpfen eine beſonders große Rolle ſpielten,
n dieſen Meinungskämpfen aber auch politiſiert und ſtark
ver=
vu ſſert wurden. Auch in Deutſchland hat es eine Zeit gegeben,
nsder die Parolen „Freihandel” oder „Schutzzoll” zu politiſchen
öchlagworten zu werden drohten, ähnlich wie das in England —
ſerdings unter anderen Geſichtspunkten — der Fall war und
urh wieder der Fall werden kann. Die Zwangslage aber, in
e: ſich Deutſchland, ringsherum von hohen Schutzzollmauern
mgeben, zurzeit befindet, hat dieſe Gegenüberſtellung zu einer
ncr akademiſchen gemacht. Dazu kommt, daß Nachkriegszeit,
rFlation und wirtſchaftlicher Zuſammenbruch ſowie der Zwang
ui Wiederaufbau nach modernſten Grundſätzen der
Rationa=
ſerung dazu geführt haben, auch den politiſchen und vielleicht
ur gefühlsmäßigen Kritikern durch Enqusten, Berufs= und
Be=
ri.bszählungen uſw. ein weit ſachlicheres Bild rein
wirtſchaft=
cter Notwendigkeiten zu vermitteln, als das je der Fall war.
es gleiche gilt natürlich auch für die einzelnen wirtſchaftlichen
mereſſenvertretungen, und während ſo pſychologiſch der Boden
u große organiſatoriſche Zuſammenfaſſungen bereitet wurde,
rinigte auch die ſachliche Einſicht in die wirtſchaftlichen
natio=
den Erforderniſſe gegenüber dem Auslande und in Verbindung
ü dem Auslande zu dieſer Zuſammenfaſſung der Kräfte.
Der neu gegründete Reichsverband des deutſchen Groß= und
ererſeehandels, der jetzt ſeine erſte Tagung abhält und der
uſer dem Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler, Staatsſekretär
Tren=
elnburg für das Reichswirtſchaftsminiſterium, den preußiſchen
andelsminiſter Dr. Schreiber ſowie den früheren
Reichsver=
hsminiſter Dr. Krohne, neben anderen Vertretern der
Behör=
eh. wird begrüßen können, ſtellt ſich als ein organiſatoriſcher
lluck gemeinſamer Intereſſen dem Reichsverband der deutſchen
nuſtrie an die Seite, und zwar nicht im Gegenſatz zu dieſem,
eirnehr dürfte der Reichs = and der deutſchen Induſtrie an
eier Neugründung ſelbſt Paie geſtanden haben. So
ſelbſtper=
anölich ſich die Intereſſen des Großhandels mit denen der
pro=
ii erenden Induſtrie nicht decken, ſo eng iſt doch wiederum die
nereſſenverflechtung hinſichtlich des Abſatzes, und zwar ſowohl
nIn= wie im Auslande, ferner aber auch hinſichtlich aller
der=
ngen verwaltungsmäßigen, ſteuerpolitiſchen, zollpolitiſchen und
zalpolitiſchen Geſichtspunkte, die erſt kürzlich auch auf der
aung des Reichsverbands, der deutſchen Induſtrie in
Frank=
in zur Erörterung gelangten. Man wird daher den
Verhand=
ingen der Hannoverſchen Großhandelstagung mit beſonderem
nereſſe entgegenſehen dürfen. In ihnen werden ſich auch
die=
em gen Kräfte erſtmalig voll auswirken, die in den kommenden
ſtAverhandlungen, neben anderen, den Reichswirtſchaftsrat
be=
eiſenden Problemen, in dieſer organiſatoriſchen Neufaſſung eine
ole ſpielen werden. Im Reichswirtſchaftsrat iſt der
Reichsver=
n) des deutſchen Groß= und Ueberſeehandels durch die Herren
ſigel=München, Cohn und Gen., Hickmann=Berlin, Konſul
Benberg=Frankfurt a. M., und Liebermann=Hamburg vertreten,
Reichstag= durch die Abgeordneten Dauch, Keinath,
Kulen=
anff. Lejeune=Jung und Meyer=Berlin. Er umfaßt rund
* Fachverbände des Großhandels, einſchließlich der reinen Ein=
M Ausfuhrhandelsverbände.
Der Beginn der Tagung.
UInter überaus zahlreicher Beteiligung begannen am
September 1927 in Hannover die Beratungen anläßlich des
wfhandelstages. In einer Präſidial= und Vorſtandsſitzung
urde die Tagung vorberaten. Am 15. September 1927 wurde
Tagung mit einer Begrüßungsfeier im neuen Rathaus der
adct Hannover eröffnet. Für die Stadt Hannover ſprach
eibürgermeiſter Dr. Menger, für den Verband Dr.
üft ig. In beiden Reden kam die Bedeutung des Groß= und
berſeehandels für den wirtſchaftlichen Wiederaufſtieg Deutſch=
Nds zum Ausdruck. Nach der Feier trat der Zentralausſchuß
Verbandes zu einer internen Beſprechung zuſammen.
mentlich befaßte man ſich aufgrund lehrreicher Referate in
chichenden Beratungen mit dem Stand der Arbeiten auf dem
biste der Verwaltungsreform den
Struktur=
ränderungen der Nachkriegszeit im
Groß=
ſnDdel und mit den aktuellen Steuerfragen.
Entſchließungen des Reichsverbandes
des Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels.
Der Reichsausſchuß des Reichsverbandes des Deutſchen
Groß= und Ueberſeehandels nahm heute eine Entſchließung an,
in der es der Ausſchuß begrüßt, daß die Spitzenverbande der
deutſchen Wirtſchaft es übernommen haben, auf eine baldige
großzügige Reform der Verwaltung der
öffent=
lichen Körperſchaften hinzuwirken. Darüber hinaus ſei
eine möglichſt baldige Verfaſſungsreform notwendig, da
nur ſo wirklich durchgreifende Erſparniſſe erzielt werden
könn=
ten. In einer weiteren Entſchließung heißt es: „Die
Schaf=
fung einer wirkſamen Steuererleichterung ſei
nur möglich, wenn rückſichtslos der Kampf gegen den
übermäßi=
gen Länderpartikularismus für eine Vereinfachung der
Staatsform aufgenommen wird. Der Reichsverband des
Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels iſt entſchloſſen, dieſen
Kampf aufzunehmen. Der Großhandel begrüßt es, daß die
Steuervereinheitlichung für die Realſteuern angeſtrebt wird.
Der Großhandel muß aber ſeine Zuſtimmung zu einer
Steuer=
vereinheitlichung davon abhängig machen, daß der Grundgedanke
einer Senkung der Realſteuern wieder in den
Vorder=
grund tritt.”
Die Auswirkung
der Poſigebühren=Erhöhung.
Kein Rückgang des Poſiverkehrs.
Berlin, 15. September.
Im Verwaltungsrat der Reichspoſt gab heute
Reichspoſt=
miniſter Dr. Schätzl eine Ueberſicht über die Auswirkung der
letzten Gebührenerhöhung. Er ſtellte dabei feſt, daß ein
Ver=
kehrsrückgang dadurch nicht eingetreten iſt. Die Gebühren ſind
in der veranſchlagten Höhe eingegangen. Hierauf genehmigte
der Verwaltungsrat die Richtlinien, für den Sparkommiſſar,
der, wie die anderen Reichsverwaltungen, nunmehr auch die
Geſchäftsführung der Reichspoſtverwaltung nachprüfen ſoll.
Vom Reichspoſtminiſterium wird hierzu noch mitgeteilt:
Der Neichspoſtminiſter gab, in der heutigen Sitzung des
Verwaltungsrats der Deutſchen Reichspoſt Auskunft über die
finanzielle Wirkung der Poſtgebührenerhöhung. Nach dem
Finanzergebnis für den Monat Auguſt wird für das laufende
Rechnungsjahr mit einer Mehreinnahme in Höhe von 145
Mil=
lionen Reichsmark aus der Gebührenerhöhung zu rechnen ſein.
Doch läßt ſich über das Jahresergebnis noch kein abſchließendes
Urteil fällen. Die zu erwartenden Mehreinnahmen aus der
Sebührenerhöhung werden durch die bevorſtehenden
Mehraus=
gaben, namentlich auch für die Beamtenbeſoldung, großenteils
aufgebraucht werden, ſodaß die Finanzlage der Deutſchen
Reichspoſt auch nach der Gebührenerhöhung ſehr ernſt bleiben
twird. Gegenüber dem bei der Beratung der Gebührenvorlage
feſtgeſtellten Bedarf bleibt nach wie vor eine große, ungedeckte
Spanne beſtehen. Daneben iſt eine Anleihe in dem vergeſehenen
Betrage von 174 Millionen Reichsmark erforderlich. Es wird
großer Anſtrengungen bedürfen, um in der nächſten Zeit
durch=
zukommen, wenn die Deutiche Reichspoſt unabhängig vom
übrigen Reichshaushalt ſich ſelbſt decken und ihre Ausgaben
durch eigene Einnahmen beſtreiten ſoll. Die Befürchtung, daß
die Gebührenerhöhung einen außergewöhnlichen
Verkehrsrück=
gang hervorrufen werde, hat ſich nicht bewahrheitet.
Ebenſo=
tvenig haben ſieh die zahlreichen Vorausſagen einer Inflation
nicht verwirklicht. Die Geſamtmeßziffer für
Lebeushaltungs=
koſten betrug im Juli 150,0, im Auguſt 146,6, ſodaß im Anguſt
ein Rückgang von 2,3 v. H. eingetreten iſt.
Reichsminiſter a. D. Dr. Scholz über
wirt=
ſchaftliche Tagesfragen.
Königsberg, 15. September.
Anläßlich einer Tagung der wirtſchaftlichen Vereinigung der
Deutſchen Volkspartei, für die Provinz Oſtpreußen, ſprach
Reichsminiſter a. D. Dr. Scholz über wirtſchaftliche Tagesfragen.
Der Redner betonte zunächſt die Notwendigkeit einer
Zuſammen=
faſſung der europäiſchen Wirtſchaft zu großen
Wirtſchaftsgebie=
ten, und kam dann auf die auf der Weltwirtſchaftskonferenz
gefaßten Beſchlüſſe bezüglich der Zölle zu ſprechen. Dabei hob
Dr. Scholz hervor, daß man unter keinen Umſtänden aus dieſen
Beſchlüſſen folgern dürfe, daß Deutſchland jetzt ſchematiſch
ge=
bunden ſei und auf keinem Gebiet Zollerhöhungen vornehmen
dürfe. Bei Behandlung der Außenhandelspolitik forderte der
Redner für den eventuellen Abſchluß des deutſch=polniſchen
Handelsvertrages zollpolitiſche Sicherung der oſtpreußiſchen und
deutſchen Landwirtſchaft. Dr. Scholz forderte ferner möglichſt
ſchnelle Erleichterung der Wohnungszwangswirtſchaft, äußerte
aber Bedenken gegen eine ſofortige Aufhebung der
Zwangsbe=
wirtſchaftung der Wohnungen, da daraus große Schwierigkeiten
eniſtehen müßten. Bei Behandlung ſozialpolitiſcher Fragen
müſſe man unterſcheiden zwiſchen dem, der mehr produziere als
er verzehre und dem, der mehr verzehre als er produziere.
Das Schickſal des Schulgeſetzes
und der Beſoldungsreform.
Reichstagsbeginn am 17. Oktober. — Schwierigkeiten mit
den Ländern und Gemeinden in der Beſoldungsfrage.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Aelteſtenrat des Reichstages iſt ſich am
Don=
nerstag dahingehend ſchlüſſig geworden, das Plenum
frühe=
ſtens am 17. Oktober einzüberufen, nachdem der
Reichskanzler dieſen Wunſch ausgeſprochen hatte und weil den
Regierungsparteien, einſchließlich des Zentrums, eigentlich etwas
anderes nicht übrig blieb. Auch dieſer Termin hängt noch in
der Luft, weil man zunächſt abwarten muß, wie ſich das
Schick=
ſal des Schulgeſetzes im Reichsrat geſtaltet.
Sollte der Reichsrat bis Mitte Oktober nicht fertig ſein, dann
würde die Einberufung des Reichstages noch weiter
hinausge=
ſchoben werden müſſen. Die Oppoſitionsparteien hatten den
Wunſch, den Reichstag auf Ende September oder anfangs
Okto=
ber einzuberufen und brachten verſchiedene Gründe dafür vor:
die Mietserhöhung, die Amneſtie, die
Außen=
politik. Sie ſetzten ſich aber gegenüber dem Wunſche der
Re=
gierungsparteien nicht durch. Dagegen wird vermutlich der
Auswärtige Ausſchuß des Reichstags nach der
Genfer Tagung zuſammentreten.
Der Reichstag kommt mit ſeinen Dispoſitionen einigermaßen
in Verlegenheit. Nach der Verfaſſung muß er ſpäteſtens
an=
fangs November einberufen werden. Dieſe Vorſchrift wäre
durch eine kurze Oktobertagung erfüllt. Da das Zentrum das
Unmögliche möglich machen und die zweite Leſung des
Schul=
geſetzentwurfes im Plenum noch vor Weihnachten haben möchte,
legt es Wert darauf, daß der Reichstag dann nach einer Woche
wieder nach Hauſe geht und erſt Ende November wieder
zu=
ſammentritt, damit inzwiſchen die Kommiſſion
Bewegungsfrei=
heit hat, um den Entwurf plenarreif zu machen. Die
Ausſich=
ten dafür ſind vorderhand ſehr ſchlecht, weil die Meinungen
inner=
halb der Regierungsparteien noch ſehr weit auseinandergehen.
Es iſt aber damit zu rechnen, daß ſchon vor Beginn des
Reichstages interfraktionelle Beſpriechungen
unter den Regierungsparteien einſetzen. Ganz
kluge Leute wollen wiſſen, daß dieſe bereits im Gange ſeien;
man will Herrn von Guérard und den Grafen Weſtarp
zuſam=
men beobachtet haben und ſchließt daraus, daß das Zentrum
die Deutſchnationalen wegen der Richtlinien bereits koramiert
habe. Dabei iſt wohl der Wunſch, der unter allen Umſtänden
Schwierigkeiten in der Koalition ſehen möchte, der Vater des
Gedankens. Tatſächlich haben offizielle Beſprechungen noch
nicht ſtattgefunden und werden wohl auch kaum in der Form
ſtattfinden, wie ſie die Linkspreſſe andeutet, ſchon weil das
Zen=
trum daran intereſſiert iſt, die Brücke nach den
Deutſchnationa=
len hin nicht zu ſprengen, ſblänge die Möglichkeit beſteht, das
Schulgeſetz unter Dach zu bringen.
Mit dem übrigen Beratungsſtoff des Reichstages ſteht es
auch nicht zum Beſten. Das Reichskabinett hatte erklärt, daß es
am Donnerstag unter allen Umſtänden die
Beſoldungs=
reform verabſchieden wollte, dieſe Friſt iſt aber nicht
eingehal=
ten worden. Die Schlußſitzung des Kabinetts iſt um eine Woche
verſchoben worden, offiziell mit der Begründung, daß noch die
Anweſenheit des Reichsaußenminiſters erforderlich ſei,
tatſäch=
lich wird aber wohl aus der Verzögerung zu ſchließen ſein, daß
die Schwierigkeiten, die der Kanzler mit den Ländern
und Gemeinden hat, verhältnismäßig groß ſind. Da der
preußiſche Staat ſelbſt die Mittel für die Beſoldungserhöhung
flüſſig machen wird, iſt eine Gefährdung im Reichsrat kaum
zu befürchten. An der Kabinettsſitzung vom Donnerstag hat
auch der Reichswehrminiſter teilgenommen, der deswegen von
ſeinem Urlaub zurückgekehrt war, um über die Sonderſtellung
der Reichswehr innerhalb der Beſoldungsordnung zu ſprechen.
Reichsratbeſchlüſſe
Berlin, 15. September.
Der Reichsrat hielt am Donnerstag nachmittag eine
Voll=
ſitzung unter dem Vorſitz von Staatsſekretär Zweigert ab. Unter
den eingegangenen Vorlagen, die den Ausſchüſſen zur Beratung
überwieſen wurden, befindet ſich auch der Geſetzentwurf zur
Ver=
einheitlichung des Steuerrechts. Angenommen wurde ein
Geſetz=
entwurf betreffend ein deutſch=polniſches Abkommen über die
Verwaltung der die Grenze bildenden Strecke der Warthe und
den Verkehr auf dieſer Strecke. Mit der Errichtung von
Rech=
nungsſtellen für den Schiffsverkehr in Koblenz und Eiſenach
er=
klärte ſich der Reichsrat einverſtanden. Ebenſo mit einer
Ver=
ordnung, wonach für Militär= und Zivilbeamte bei der
Reichs=
wehr und bei der Reichsmarine der frühere Zuſtand wieder
her=
geſtellt wird, daß die in Betracht kommenden Perſonen bei einer
Tätigkeit außerhalb von Lager= und Truppenübungsplätzen
Tagesgelder und Uebernachtungsgelder erhalten. Bei der
Be=
ratung des Berichtes über. Maßnahmen zur Organiſation der
Reichsanſtalten für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſiche=
rung wurde die Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen.
Jſadora Duncan 7
Bei einer Probefahrt mit einem Auto, das ſie zu kaufen
Gſechtigte, verunglückte in Nizza die bekannte Tänzerin
Jſa=
ſa DDuncan tödlich. Beim Einſteigen in das Auto hatte ſich ein
ihr getragener Shawl unbemerkt in das Hinterrad verwickelt.
der Wagen anfuhr, wurde ſie aus dem Wagen geriſſen und
i4 zu Boden geſchleudert. Das über ſie hinweggehende
Hinter=
jerbrach ihr die Wirbelſäule. Sie ſtarb kurze Zeit nach ihrer
ieferung ins Krankenhaus. Frau Jſadora Duncan war
Jahre alt, in Amerika geboren und dort mit dem bekannten
Maſchinenfabrikanten Singer verheiratet. Sie kam um 1890
Frankreich. Nach einem bewegten Leben hatte ſie in den
Fe Monaten eine Tanzſchule in Nizza eröffnet.
* Dieſer tragiſche Tod der einſtmals gefeierten amerikaniſchen
Gerin bildet den Abſchluß eines reich bewegten Lebens, eines
els voller Erfolge, aber auch ſchwerer Kämpfe, eines Lebens
eer Ruhm und Enttäuſchungen. Seit langem ſchon war
Jſa=
uncan ziemlich vergeſſen, nur hin und wieder hörte man
von ihr. Aber das war doch zu wenig, um die Welt aufs
* aufhorchen zu laſſen. Zwar erſchien ſie nach dem Kriege
9 inmal in Deutſchland, nachdem ſie ſich jahrelang vorher der
b=utſchen Propaganda mit Leib und Seele verſchrieben hatte.
was ſie hier erlebte, war doch ein rieſiger Reinfall. Das
=Mland, in dem ſie ihre erſten Erfolge errang, von dem aus
—I den beſten Zeugniſſen verſehen in die Welt hinausging,
Ne ſich für ſie nicht mehr begeiſtern. Enttäuſcht ging man nach
— war doch das, was ſie bot, bolſchewiſtiſch angehaucht,
Euch längſt überholt. Sie ſelbſt war mit der Zeit nicht
mit=
ohen, obwohl ſie der Tanzkunſt Richtung und Ziel gezeigt
Aund die moderne Tanzkunſt es ihr zu verdanken hatte, daß
Nzelperſon im Tanz mehr zur Geltung kam, daß das Ballett
Sllzſchuhen und Miederröckchen in den Hintergrund trat
Ser Tanz ſich, unter Benutzung ihrer Ideen und ihrer
D jetzt zu höchſter Vollendung entfalten konnte. Als ſie das
At auftrat, ſah man auf und erkannte ihre Abſichten ſofort.
J modernen Gedankengängen, ihren Verſuchen, ſich aus der
kung des Balletts herauszulöſen, galt der Beifall der
Ihrer Verehrer und Verehrerinnen. Ihre Tanzkunſt ſelbſt
„ür zeitlich auf der Höhe. Vielleicht hätte ſie aus ſich ſelbſt
noch mehr herausholen und auch ihren Ideen zum Sieg
verhel=
fen können, ein Ruhm, den andere für ſich in Anſpruch nehmen
dürften, wenn nicht ihr ganzes Leben ſo manchen unerfreulichen,
aber auch tragiſchen Zug aufwies. Ihre Kinder verlor ſie unter
ähnlichen Umſtänden. 1913 raſte ein geſchloſfenes Auto mit den
beiden Kindern in die Seine. Sie ſelbſt verſuchte, ſich durch
einen Sturz von einem Felſen an der Adriatiſchen Küſte das
Leben zu nehmen, konnte aber damals noch gerettet werden.
Dann wiederum wollte ſie ins Kloſter, ließ aber von dieſem
Vorhaben erſt nach langen Vorſtellungen ihrer Freunde ab.
Auch ihr eheliches Leben ſtand unter keinem günſtigen Stern.
Mehr als einen Mann ſah ſie an ihrer Seite. Die Alternde
heiratete ſchließlich noch einen vierundzwanzigjährigen Ruſſen,
den Dichter Jeſſenin, der ſie aber verließ und nach Moskau floh,
wo er Selbſtmord verübte. Aber auch ſie hat ohne Not noch
manche Sünde auf ſich geladen. So richtete ſie in Rußland eine
Kindertanzſchule ein und überließ eines Tages die Kinder ihrem
Schickſal, eine Handlung, die ihr viele Sympathien koſtete, ebenſo
wie jene in amerikaniſche Zeitungen lancierte. Drohung, ſie
werde die in ihrem Beſitz befindlichen Briefe früherer Verehrer
veröffentlichen. Das war nichts als eine erpreſſeriſche Drohung,
die ihr ſehr viel Geld einbrachte. Das und manches andere
ge=
nügte, um Jſadora Duncan überall dort, wo ſie früher Triumphe
feierte, ſo gut wie unmöglich zu machen.
*Die konzentrierte Behandlung.
Es gibt Menſchen, die behaupten, daß ſie noch nie krank waren.
Sie verſteifen ſich auf ihre Kerngeſundheit. Sie betonen, wenn es
nicht ſogleich geglaubt wird, ihre ererbte Stabilität. Aber ſie
be=
gehen einen großen Fehler, ſie leben ohne Rückſicht auf ihren
Körper und ſie eſſen wahllos die unzuträglichſten Speiſen. Dieſe
Menſchen denken nicht an eine Korrektur ihrer
Lebensgewohn=
heiten, ſie achten nicht auf ihr Ausſehen und bekümmern ſich
nicht um die Zukunſt. Es liegt ſicherlich an dem
vielbeſchriebe=
nen Arbeitstempo und an den maßlos geſteigerten
Vergnügun=
gen, daß ſoiche Menſchen mit ihrer robuſten Geſundheit ſo lange
jonglieren, bis das Experiment mißglückt. Dann entſteht
natür=
lich ein Schaden, der zwar ausgebeſſert, aber nicht völlig beſeitigt
werden kann. Nach alter Ueberlieferung, der Onkel hat es ſo
gemacht, wird ein Bad beſucht — am liebſten ein Luxusbad mit
anſtrengender Tagesordnung, die in Kur und Vergnügen
zer=
fällt. In zahlreichen Fällen geſellt ſich dazu noch der Mißbrauch
der Nacht, ſo daß die koſtbare Ruhe in Verluſt gerät. Alſo alles
in allem: eine Fortſetzung der Saiſon mit noch erhöhter
Tem=
peratur und mit ſtark erweitertem Repertoire. „Nach
abſol=
vierter erfolgreicher Badekur zuhauſe geſtorben” — hört man oft.
als Endergebnis einer ſolchen unvernünftigen Lebensweiſe. Es
wird ſehr viel darüber geſchrieben. Man hofft, daß dieſe
Auf=
faſſung — zu leben — immer ſeltener wird. Wir ſollen
vorſich=
tiger werden, mehr auf unſere koſtbare Geſundheit achten und
mit unſerem Körper entſchieden bedächtiger umgehen. Wir
müſſen eher an die Bewahrung unſerer Geſundheit denken, früher
die Ueberſpannung unſerer Kräfte merken und vollſtändig
über=
zeugt der konzentrierten Behandlung unſere
Auf=
merkſamkeit ſchenken. Wir dürfen nicht die oft ſo nötige
Wie=
derholung verſäumen — den ſogenannten Lebens=Ausgleich —
die vielgerühmte ſachliche Behandlung. Der
konzentrier=
ten Behandlung werden wir uns in Zukunft immer mehr
zeitweiſe unterziehen müſſen, ſie wird die einzig mögliche ſein,
die ſich in unſerem Gegenwartsleben mit ſeinen rieſigen
Anfor=
derungen noch durchführen läßt. Friedrich Wilhelm Fuchs.
EP. Nelſons Schlachtbefehl bei Trafalgar. Die engliſchen
Geſchichtsbücher haben bis jetzt gelehrt, daß der Admiral Nelſon
vor der Seeſchlacht bei Trafalgar in ſeinem Schlachtbefehl
er=
klärt habe: „England erwartet, daß heute jeder Mann ſeine
Pflicht tue.” Nun iſt in King’s Lynn, in der Grafſchaft Norfolk,
das Tagebuch eines Seemanns namens Thomas Fletcher aus
Burnham Thorpe in Norfolk, dem Geburtsort Nelſons,
aufge=
funden worden, das eine etwas andere Verſion gibt. Thomas
Fletcher hatte an der Schlacht bei Trafalgar teilgenommen. Er
erklärt in ſeinem Tagebuch, daß der berühmte Tagesbefehl mit
den Worten geſchloſſen habe: „Tapfere Briten folgt mir nach”.
Das Tagebuch gibt außerdem bisher unbekannte Einzelheiten
über die zurzeit der Schlacht herrſchenden Wetterverhältniſſe. So
habe ein leichter Weſtwind geweht. Das Wetter ſei klar geweſen.
Sein Schiff habe die vereinigte franzöſiſche und ſpaniſche Flotte
zuerſt bemerkt und ſie dem Admiralſchiff ſignaliſiert, worauf
Nelſon unverzüglich den Schlachtbefehl ausgegeben habe. Das
Tagebuch iſt in alten Papieren des Enkels von Thomas Fletcher
aufgefunden worden.
Nummer 252
Freitag, den 16. September 1922
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430 0a
enten. —
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Ua
Feltr 2ic14
Die feierliche (röffnung.
SDas große und bedeutſame Werk iſt vollbracht. Wochen und lung bietet. Dann wird ſie ihre Aufgabe erfüllen, und Segen
owate intenſivſter Arbeit, das fleißige Regen zahlloſer Hände wird der Mühe Preis ſein.
dm ein Werk vollendet, deſſen Geſamtklang die brauſende und
arnde Melodie eines hohen Liedes der Arbeit ſingt.
Darm=
oss neue Feſthalle und der rieſige Feſtplatz, einer der größten
Arbeit aber auch des Schmiedes und Feinmechanikers, der Urſtadt, Präſident Uebel, Landtagspräſident Adelung,
hät großer Induſtrien und ihrer tauſendfältigen
Werkmaſchi=
aDer Arbeit vor allem aber auch des Geiſtes und der
Wiſſen=
n iſt dieſes Bild nach regenſchweren Tagen in Sonnengold Behörden und Körverſchaften.
uacht und wird wie damals überſtrahlt von der lebendigen
lägkeit flatternder Fahnen und Flaggen. Sie werfen den
as des Feſtes über die Stätten und Erzeugniſſe der Arbeit.
Der heſſiſche Landmann, der Bauer und Weinbauer, klein
groß, der Viehzüchter, vor allem aber die Landwirtſchafts= die Tribüne. Er begrüßte im Namen der Landwirtſchaftskammer
ſgwwerk ſo wunderbar gelungen, ſondern mit Stolz in erſter ſtrie, des Handwerks und die Preſſe. Sein Wilkommengruß gilt
tſchaft trotz ſchwerſter Vergangenheit der letzten Jahrzehnte Dank ſagte er allen, die an der Ausſtellung mitgearbeitet haben
tpärts gab, ohne Rückſicht darauf, wie oft dieſes Vorwärts Staatspräſidenten. Sein Dank gilt endlich allen Ausſtellern, die
m Beginn erforderlich machte nach elementarer Zerſtörung haben. Der Redner führte dann aus:
iflltiger Art. So zeigt dieſe Ausſtellung überzeugend den
ſ and der Landwirtſchaft und Viehzucht in techniſcher,
werk=
tar und geiſteswiſſenſchaftlicher Beziehung. Es iſt
verſtänd=
wenn angeſichts dieſer Tatſache, angeſichts weiter der ſchwe= wirtſchaftliche Ausſtellung eröfnen können.
ſaer deutſchen Volk.
ilen Dingen auch in die namentlich in der großen Feſthalle
ſeder zehrt. Das beweiſen die graphiſchen Darſtellungen
E aber auch des Klein= und Großviehs, deſſen verſchiedene
üſven prachtvollen Tieren aus allen Gebieten bis zum Klein=
APhill herab zeugen hier von einer planmäßig betriebenen und
abbi ſenſchaftlichen Forſchungen gründenden Zucht. Beim Vieh
Akvolle dieſer Ausſtellung, aus der jeder, der ſehen will,
Aützurng und Weggebung zu planmäßigem Arbeiten finden
Ib zu dem wir in Deutſchland nach dem furchtbaren Schlag
boi TAügeltkrieges gezwungen ſind: zur Erzielung höchſten Nutzens
I. Gütk un härfſter Rationaliſierung von Zeit und Arbeitskraft. Um
esse2 Jhltz und umfangreichſte Edelziegenzucht in ganz Deutſchland.
Sſceieſe Notwendigkeit hinein fällt auch das immer
weiter=
a4de Eindringen der Maſchinen, der techniſchen Arbeit in die
Alezmdwirts, des Klein= und Großbauern. Es iſt eine ſchier
Wuerehliche Zahl von Maſchinen, von der kleinſten
Haushal=
tlnm aſchine bis zur rieſigen Dreſchmaſchine mit Lokomobilen
uN u1sgeſtellt. Kqum ein Gebiet der Landwirtſchaft, in dem
zſſteime Maſchine verwendet werden kann, die ſauberes,
plan=
eirtzelheiten ausgebauter Muſterhof, in dem es eine Freude
Ea iſierung gibt es noch tauſenderlei Dinge, die auch den llar ſein.
M jofort feſſeln, wie zum Beiſpiel geradezu, genial erdachte
mehr merkt, müſſen ſich ihr Tätigkeitsfeld, noch erobern.
Dr zu ſoll die Ausſtellung beitragen. Sie iſt ein Wettbewerb
eics derer untereinander, die die Ziele unſerer Zeit erkannt
und eine ungemein wertvolle Anregung für die, die bis=
Dar zum eigenen Schaden abſeits ſtehen.
e Ausſtellung iſt aber auch, und das ſoll
ausdrücklich betont werden, für jeden
beſonders für jeden Städter, von höch=
Sntereſſe. Sie ſoll und wird, wenn viele Städter ſie
— einem ebenfalls im Laufe der Eröffnungsreden zum
nark gebrachten Wunſche Erfüllung bringen, ausgleichend zu
1
Gegenſätze zu beſeitigen, die fälſchlicherweiſe beſtehen
u Stadt und Land, Gegenſätze, an derem Vorhandenſein
zeile ſchud ſind, die aber aus der Welt zu ſchaffen beide
* Grlich ſich bemühen ſollten. „Wir brauchen, ein
*S Locarnol” ſagte unter anderem Bürgermeiſter
ME. Wir ſtimmen dem aufrichtig zu.
* iſt in den letzten Wochen eine engbevölkerte lleine Stadt
nen entſtanden, deren Eriſtenz allerdings nur auf fünf
Tage berechnet iſt. Möge die Ausſtellung in dieſen Tagen das
beſuchen, offenen Auges das in ſich aufnehmen, was die Ausſtel=
Die Eröffnung der Ausſtellung
d ſchönſten Deutſchlands, vor wenigen Wochen noch das fand geſtern mittag 12 Uhr im Vorführungsraum ſtatt. Die
hier=
amdig=Wechſelvolle ſportlich=turneriſcher Volksbewegung, iſt zu geladenen Gäſte nahmen auf der Tribüne Platz, die vollbeſetzt
uur ein Spiegelbild geworden der werk= und werteſchaffenden war. Unter den behördlichen Vertretern ſah man unter anderen
bät, in der die ſchwielige Fauſt des Landmannes dem Boden die Herren, Finanzminiſter Henrich, Miniſter Dr.
Kirn=
ingt, was unſeres Lebens phyſiſche Daſeinsmöglichkeit gibt; berger, Arbeits= und Wirtſchaftsminiſter Raab. Präſident
Prälat D. Dr. Diehl, Bürgermeiſter Mueller, Fabrikant
Schenck von der Induſtrie= und Handelskammer und Jacob
Nohl von der Handwerkskammer, die Direktoren und Vertreter
f— So iſt das äußere Bild dieſer Ausſtellung ein weſentlich benachbarter Landwirtſchaftskammern, viele Kreisdirektoren,
uees auf dem gleichen Platz als vor Wochen. Wie damals Polizeidirektor uſinger, und zahlreiche ſonſtige Vertreter von
Als erſter Redner betrat der Vorſitzende der Heſſiſchen
Land=
wirtſchaftskammer
Oekonomierat Henſel
ewger, das geiſtige Haupt all der Tauſende, dürfen heute mit und der Ausſtellungsleitung die Herren Miniſter, die ſonſtigen
: das vollendete Werk betrachten, das jedem Beſucher Be= Vertreter der Regierung, des Landtags, der Stadt Darmſtadt,
neerung abringt. Mit Stolz nicht nur, weil dieſes Ausſtel= der Nachbarlandwirtſchaftskammern, des Handels und der
Indu=
ziu darum, weil dieſe Ausſtellung zeigt, daß die heſſiſche Land= auch allen Landwirtsfrauen und Jungfrauen und Landwirten.
ter Augenblick ſich niederdrücken ließ von der Wucht der Er= und zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Sein Dank
aißſe, daß es für ſie nie ein Stilleſtehen, ſondern ſtets nur ein gilt vor allem allen Preisſtiftern, in erſter Linie, dem Herrn, iſt dieſes Intereſſe bekundet. Die Regierung erfüllt durch all das
in ſo reichem Maße ihre Erzeugniſſe zur Verfügung geſtellt ſchaft zu erkennen und zu fördern iſt aber auch Pflicht des gan=
Eine lange Zeit — 2 Jahre — iſt verfloſſen, ſeit in unſerem
(rbeit, die der Landwirt jahraus jahrein zu leiſten hat, und Heſſaland eine derartige Veranſtaltug nicht ſtatgefunden hat. Im ſchaft eine der beſtentwickelten im ganzen Deutſchen Neich iſt.
(eichts der weiteren Tatſache, daß trotz dieſer Arbeit und trotz Jahre 1910, wo eine Ausſtellung hätte ſtattfinden follen, konnte dieſelbe Wir berdonken das in erſter Linie der wirkſamen Tätigkeit der
drholten Beweiſes, daß die Landwirtſchaft Deutſchlands in durch auftretende Viehſeuchen nicht abgehalten werden. Dann kam der Laudwirtſchaftskammer, die es verſtanden hat, die großen Kräfte,
ſage iſt, oder zum mindeſten in die Lage verſetzt werden große Krieg mit ſeinen ungeheuren Auswirkungen für unſer deutſches die in der Landwirtſchaft ſchlummern, zur Entfaltung bringen.
n das deutſche Volk zu ernähren, heute noch Millionen für Volk und Vaterland, wo an eine Ausſtellung nicht zu denken war. Vir dürfen heute ſagen, daß trotz der ſchweren Schläge des
drungsmittel ins Ausland fließen, der Leiter der Landwirt= In der Nachkriegszeit konntm wir bei der großen Notlage, in welche Krieges, der Inflation und der Elemente die heſſiſche
Landwirt=
ſiskammer Herr Oekonomiergt Henſel in ſeiner Eröff= unſere deutſche Landwirtſchaft geraten war, an eine Ausſtellung nicht ſchaft in ihrer Entwicklung nicht beeinträchtigt werden konnte.
igtrede Worte und Sätze fand, die den veranwortlichen Stel= denken. Das Fehlen der Düngemittel, die Eingriffe infolge der Zwangs= Die Landwirtſchaftskammer hat durch ihre Tätigkeit auch dazu
is Ohr klingen ſollten. Aber nicht nur dieſen, ſondern dem wirtſchaft, hatte unſere deutſche Landwirtſchaft ſchwer geſchädigt. Die beigetragen, das Verantwortungsgefühl des Einzelnen zu
ſtär=
ausgeraubten Böden brachten nur noch geringe Erträge, die Viehſtände
M Ber dieſe Ausſtellung offenen Auges durchwandert, wer ſich waren dezimiert, unſere Zuchten ſchwer geſchädigt. Dieſen Verhältniſſen nach jo langer Zeit eine Ausſtellung zuſtande zu bringen, wie
widmen. Dazu kommen die großen Opfer, welche durch die politiſche gratuliert Ihnen und ſagt Ihnen Dank dafür.
eupebrachte wiſſenſchaftliche Abteilung vertieft, die an Inter= umgeſtaltung Deutſchlands unſerer deutſchen und beſonders unſerer
aft gewinnt, wenn man ſich der Mühe unterzieht, ſie zu heſſiſchen Landwirtſchaft auferlegt wurden. In erſter Linie durch die
ſa=” dem wird klar, daß die Landwirtſchaft heute in Deutſch= Inflation, den Verluſt des Barvermögens und Betriebskapitals, welches erſcheinen kann, weil er von Darmſtadt abweſend iſt. Wir wün=
9 zur Wiſſenſchaft geworden iſt, die ſelbſtverſtändlich nicht allo Wirtſchaften, ob Groß=, Mittel= oder Kleinbetriebe, betroffen hat, ſchen Ihnen, daß die Ausſtellung für die Weiterentwicklung der
m Ackerbau= und Viehzuchttreibenden bewußt iſt, von der Dazu ganz untragbar hohe Steuern, welche in gar keinem Ginklang mit 9
den geringen Erträgniſſen der Landwirtſchaft ſtanden. Ferner die großen des ganzen Heſſenlandes und des deutſchen Vaterlandes.
de dazu ausgeſtellten natürlichen Erzeugniſſe über die Ver= Opfer finanzieller wie ſeeliſcher Art, welche von unſerem beſetzten Gebiet
ſt rationellerer Bodenbearbeitung und rationellerer Zucht getragen werden mußten. Damit aber noch nicht genug, das Schickſal
forderte weitere Opfer in allen drei Provinzen durch höhere Gewalt; dankt für die Begrüßung und bittet, ihm auch ſeinerſeits zu geſtatten,
eiver Frucht=, Obſt= und Gemüſearten, der Weinreben, vor Witterungsſchäden, wie Hagelſchläge, Wirbelſtürme,
Ueberſchwemmun=
gen, anhaltendes Negenwetter, ſchädigten ſchwer die Ernte und die Er= a5 Vertrter der Ausſtellmgsſtadt ein herzlichs Wort des Villtommens
ſtn ja überall verſchiedene Lebensbedingungen erfordern, um träge foſt in allen Jahren ſeit 1924. — Hart und ſchwer liegt die Hand zu ſagen, der nicht nur den Landwirten und ſonſtigen Ausſtellern
ſyb=ſten Gedeihen gezüchtet zu werden. Eine gigontiſche An= des Schickſals auf unſerer heſſiſchen Landwirtſchaft; die Folgen ſind
Niedergeſchlagenhet und Verzmneiflung, das Vertrauen auf beſſere Zeiten aus dem Weſtn, die mit ſo beiwundernsverter Geduld und ſo
vor=
iſt geſchſ= Unden, der Glaube an die eigene Kraft iſt nicht mehr
vorhan=
den. Hier einzugreifen, iſt die Pflicht unſerer Landwirtſchaftskammer, zermürbenden Druck der fremden Beſatzung tragen. Nicht zuletzt den
ſſahl wie in den Erdkulturen. Das iſt das Intereſſante und Wir wollen unſerer häuerlichen Bevölknung durch dieſe Ausſtellung den Männern aus dem Norden unſeres Landes, unſeren oberbeſſiſchen Brü=
Glauben an die eigene Kraft wieder erwecken, ſe aufrütteln und ſie auf dern, die mit einem Satz über die tauſendkerzige wirtſchaftliche
Bogen=
die Selbſthilfe verweiſen. „Hilf dir felbſt, ſo wird dir Got helfen” — lampe Frankfurt hinübergeſprungen ſind, um den allheſiſchen Charater
das ſoll die Ausſtellung auch unſeren Bauern ſagen. Die neueſten
Er=
rungenſchſten der Wiſſenſchaſt und Tahmit werden ihnen gegeigt, und du. — groben Schaun ſcherſtelln zu belfen. 3ch bin einſickig und ebietio
durch wird die Ausſtellung der beſte Anſchauungsunterricht für unſere, immer in die politiſchen Grenzen einzwängen laſſen; daß der natürliche
Landwirtſchaft ſein. Wenn dann die Ausſtellung weiter bewirken wirde, Lauf der Dinge oft genug nicht ohne Schaden für die Sache künſtlich
neir Reſultat herauszugreifen: Heſſen hat heute die werte daß unſere Landwirte auch der Tätzgkeit unſerer Kammer zuſtimmende beeinflußt werden kann. Aber hie war es möglich und bier war es
Aufmerkſamkeit ſchenkten, dann würde die Arbeit der Kammer auch eine richtig, und ſicherlich wind das Unternehmen nicht dadurch beeinträchtigt
kleine, beſcheidene Würdigung erfahren.
Aber das Geſagte iſt nicht allein der Zweck der Ausſtellung. Die prächtigen Platz — gefunden hat. Im heſſiſchen Gebiet iſt die heſſiſche
Landwirtſchaftskammer will auch für das ganze deutſche Volk hier eine Ausſtellung viel mehr von der einhelligen Sympathie der ganzen Be=
Arbeit leiſten und am Wiederaufbau unſeres deutſchen Vaterlandes mite völkerung getragen. So danke ich denn Ihnen allen, namentlich auch
wirken. Nach unſerer feſten Ueberzeugung wird eine Geſundung unſerer der landwirtſchaftlichen Berufsvertretung des Landes, der Heſſiſchen
Wirtſchaft ohne die Mithilfe der deutſchen Landwirtſchaft nicht möglich Landwirtſchaftskammer, ihrem hochverdienten Präſidenten und ſeinen
ſein. Wenn auch hier und da infolge der beſſeren Beſchäftigung unſerer verantwortlichen Mitarbeitern, vor allem Herrn Generaldirektor Dr.
Induſtrie Stimmen laut werden, welche darin ſchon die Morgenröte Hamann, für die Wahl unſerer Stadt als Ausſtellungsſtadt. Wir wer=
Mtris und minutiöſes Arbeiten ermöglicht. Neben dem Ein= des Wiederaufſieas erblſcken, ſo jann doch nach uſerer Anſicht bon den ales aufbeten, um unſeren Gäiſten den Aufentchalt hier io
uig=
zſer der Maſchinen — intereſſant iſt hierbei die Feſtſtellung, einer dauernden Beſſerung nicht geſprochen werden, ſo lange die paſſive nehm als möglich zu geſtalten.
Handelsbilanz keine Beſſerung zeigt. Aber erſchreckend ſind die Zahlen
Mtrrtzdem die Pferdezucht und Pferdehaltung ſtark zugenom= unſerer Paſſivität im erſten Halbjahr dieſes Jahres. Unſere Nahrungs=
Mehrt — iſt es beſonders die Krafterzeugung. Hier wiederum mitteleinfuhr iſt vom 1. Januar bis 1. Juli d. J8, ins ungeheurg ge= der Kammer gekennzeichnet, wo es u. a. heißt, daß ſie „Aufklärung
Aeimdringen der Elektrizität, ohne die heute kaum noch ein ſtiegen, beträgt unſere Mehweinfuhr in dieſem halben Jahre BB Mil=
Aſceh denkbar iſt. Von beſonderem Intereſſe auch für den lionen NM. Davon machen die Nahrungsmittel allein 204 Millonen Ausgleich entgegenführen wird”. Auch ich ſehe hierin den großen weſent=
Oſc iſt im dieſer Beziebung der „Elektrohof‟. Ein bis in aus, alſo die Paſſtbität und Handelsblanz wird faſt ausſchließlich durch lichen Gedanken des Unternehmenz. Und ich bin davon überzeugt, daß
die Nahrungsmitteleinfuhr hervorgerufem. Zwei Milliarden 304 Mil=
Narß, zu werken und zu ſchaffen. Von der Wärmerzeugung lionen hat das deutſche Volk an auslätndiſchen Nchrungsnitteln i wirtſchaftlichen Berufes im Nahmen unſerer Geſamtponsmutſchaft wird
tAlseitsräume und Ställe über Küche und Viehlüche, Mol= einm halben Jahre ausgegeben und uns mit dieſer Summe weiter an dem Studtbwohner finnſällig ins Bewußtſein treten und ihn mit Be=
Uw, über Brutmaſchiuen und Melmaſchinen bis zur das Ausland berſchuldet. Auf die Dnur kann doch diſe paſie Hane, wundermg und dantbarer Anerkenumg der baterſandiſchen Lrſtung
iMtumpe inun der geſamte Arbeitsgang der Landwirtſchaft, delsblanz mit Auslandskrebiten nicht ausgegichen werden — dis düirte des deutſchen Bauern erfſilen. Die Ausſtellung wird aber auch dem
„Sdsſem Muſter elektriſch betriehen werden. Neben dieſer doch jedem vrninftigen Menſchen, eimrlei, welcken Standes er iſt. Landbist Gelgenſei geben, einen Aick in de Sele des Stadtbenol=
Daß die Sicherung der Volkzermährung nach wie vor eine der nich Nerd 3u tum und Verftindnis fir ſeine Arket, ſein Intereſen und
Win=
tigſten Aufgaben iſt und ſein muß, dürfte man eigentlich als ſelbſtver= daß er, in der Kampffront und im Schützengraben, alle Söhne unſeres
eie und Berieſelungsanlagen. Von beſonderer Wichtigkeit ſtändlich annchmen, doch ſcheint man ſich in Regierumgskreiſen und bei
Edelgemüſe gezogen werden ſollen, und die normalen der Mehrheit der Parlamentarier dariber keine grauen Haare wachſen Volkes in dem großen gemeinſamen Abwehrgedanken zu einer innigen
Mnchläge nicht ausreichen. So dringt die Technik heute zu laſſe, und enſt die Maſſe des Bolies ſeht dieſer Gefſchr aus un= Netgeneinſchaft berälnigkt latz, Aber nach dem inzwiſchen berſoſenen
ſ as tägliche Leben des Einzelnen hinein, und viele Dinge, verſtand teilnahmslos gegenüber. Die Nahrungsfreiheit des deutſchen Jahrzehnt zeigt es ſich, daß die Not, wohl noch da iſt, aber die
Ge=
i einen heute ſo zur Gewohnheit geworden ſind, daß er ſie Volkes iſt ſo wichtig, daß mit ihr die Zukunſt des deutſchen Volkes ſteht
und fällt. Darum iſt die Eindämmung der Lebensmitteleinfuhr und die einem Begriff geworden. Was wir heute nicht minder dringend
Hebung der eigenen Erzeugung ein Gebot der Stunde. Abn dies iſt brauchen als den äußeren Frieden, das iſt ein inneres Locarno, eine
nur möglich, wenn der deutſchen Landwirtſchaft Lebensbedingungen
ge=
ſchafen verden, daß ſie eriſtiren, d.h. daß ſie rentabel wirtſchaften Verſchung der Gegenſätze und Anſchaungen in unſeren Volle felber.
kann. Nur unter dieſen Bedingungen wird uns Selbſthilfe und vom
Staate die nötigen Maßnahmen zur Exiſtenzmöglichkeit der Landwirt= 418 das, was ſie auf den erſien Blick zu ſein ſcheint. So ſieht demn auch
ſchaft zur Nahrungsfreiheit führen. Nur wenn der deutſche Bauernſtand ſtellung voll Dank, voll Spannung und in dem zuverſichtlichen Vertrauen
nicht weiter das Stiefrind bläbt, wie es leider ſeither der Fall war,
wird das deutſche Volk vorwärts kommen.
Wir leſen überall „Mehr Milch‟. Die Reichsregierung, welche hier
einen Schritt vorwärts getan hat, ſollte nicht auf halbem Wege ſtehen
bleibem, ſie ſollte das deutſche Volk ermahnen:
Trinkt deutſche Milch,
Eßt deutſches Fleiſch und Brot,
Trinkt deutſchen Wein,
Eßt deutſches Gemüſſ und Obſt.
2 rungen, daß die deutſche Scholle der Träger der Volksernährung wird,
Ziel ungezählter Tauſende ſein. Mögen aber auch alle, die ſie liegt der Weg zum Aufſtieg. Eingedenk der Worte Friedrich des Großen:
„Nur das iſt wahrer Reichtum, was die Erde hervorbringt”,
ſei unſere Heſſiſche Landwirtſchaftliche Ausſtellung hiermit eröffnet.
Im Anſchluß an die Eröffnung brachte Oekonomierat
Hen=
fel ein Hoch auf unſer geliebtes Heſſenland aus.
Miniſier Naab:
Dem Vorſtand der Landwirtſchaftskammer, beſonders ihrem
Präſdenten Herr Oekonomierat Henſel, möchte ich namens der
geſamten Staatsregierung für die freundliche Einladung
herz=
lichen Dank ſagen. Dieſe Ausſtellung ſoll Zeugnis geben von der
Bedeutung der heſſiſchen Landwirtſchaft. Dieſe Bedeutung will
mehr wie bisher gewürdigt werden von allen denen, die wiſſen
müſſen, daß die Landwirtſchaft in erſter Linie berufen iſt, die
geſamte Vollswirtſchaft auf das Nachdrücklichſte zu beleben und
zu befruchten. Von ſeiten der heſſiſchen Staatsregierung, das
darf ich, ohne unbeſcheiden zu ſein, ſagen, iſt die heſſiſche
Land=
wirtſchaft zu allen Zeiten voll gewürdigt worden. Wenn Ihr
Präſident, Herr Oekonomierat Henſel, vorhin davon ſprach, daß
die Landwirtſchaft von den Regierungen als Stiefkind behandelt
worden ſei, ſo möchte ich namens der heſſiſchen Staatsregierung
ſagen, daß uns dieſer Vorwurf nicht treffen kann. Die heſſiſche
Regierung hat die Landwirtſchaft ſtets nicht nur durch
Bereit=
ſtellung von Staatsmitteln unterſtützt, ſondern auch durch die
Schaffung von landwirtſchaftlichen Fach= und Winterſchulen und
dergleichen mehr. Die Bedeutung der Landwirtſchaft iſt auch zum
Ausdruck gebracht dadurch, daß die heſſiſche Regierung den
land=
wirtſchaftlichen Fragen dient durch Errichtung der
Landwirt=
ſchaftsämter, denen ſie größte Aufmerkſamkeit zuwendet. Auch
durch die Teilnahme der Staatsregierung an dieſer Ausſtellung
ſelbſtverſtändlich nur ihre Pflicht. Die Bedeutung der
Landwirt=
zen Volkes. Denn die Landwirtſchaft iſt heute einer der beſten
Meine Damen und Herren! Die Stunde iſt gekommen, in der Kunden der Induſtrie geworden und greift auch dadurch tief in
wir mit Genugtuung und großer Erwartung die große Heſſiſche Land= unſer Wirtſchafts= und Arbeitsleben ein. Wenn die Kaufkraft
dieſes Kunden geſtärkt wird, iſt das bedeutſam für die geſamte
Volkswirtſchaft. Wir wiſſen heute, daß die heſſiſche
Landwirt=
ken. Auch dafür gebührt ihr Dank. Es iſt ihr gelungen, heute
mußte unſere Landwirtſchaft zuerſt ihre Aufmerkſamkeit und Arbeit ſie jetzt vor unſeren Blicken ſich offenbart. Die Staatsregierung
Ich habe noch die Pflicht zu erfüllen, Ihnen die Grüße des
Herrn Staatspräſidenten zu überbringen, der leider nicht hier
heſſiſchen Landwirtſchaft reiche Früchte tragen möge zum Wohle
Bürgermeiſter Mueller
Aus allen den angeführten Gründen nun unſerem Volke zu helfen,
iſt die Ausſtellung veranlaßt. Möge der Erfolg nicht ausbleiben. In
der Zuſammenarbeit aller Berufsſtände, unter der Mithilfe ter Regie=
unſerer Heimatprovinz gelta, ſondern vor allem auch den Männern, die
von jenſeits des Rheins und des Mains gekommen ſind. „Den Männern
bildlicher Treue nun ſchon ſo lange und, wer weiß wie lange noch, den
genug, um anzuerkennen, daß die wirtſchaftlichen Intereſſen ſich nicht
werden, daß es auf heſſiſchem Boden ſeinen Platz — und einen gewiß
Die Aufgabe der Ausſtellung iſt kurz und treffend in der Einladung
bringen ſoll über die Bedeutung der Landwirtſchaft im Staatsleben
und ſo auch die Beziehungen zwiſchen Stadt und Land einem weiteren
dieſe Aufgabe ſich erfüllen wird. Die gewaltige Bedeutung des
land=
ſche und Sorgen zu gewinnen. Der Krieg hat ſicher das Gute gehabt,
meinſchaft in die Brüche zu gehen droht. Das Wort Locarno —
urſprünglich allein für unſere Außenpolitik von Bedeutung — iſt zu
Von dieſem Geſichtspunkte geſehen, iſt die Ausſtellung in der Tat mehr
die Stadt Darmſtadt der großen Heſſiſchen Landwpirtſchaftlichen
Aus=
entgegen, daß ſie zu einem vollen Erfolg führen wird.”
Fabrikant Schenck:
Geſtatten Sie mir, daß ich bei der Ingangſetzung dieſes bedeutſamen
Werkes der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer ſchweſterliche Grüße
über=
bringe. Die Induſtrie= und Handelskammer und die Handwerkskammer
empfinden aufrichtige Freude über die große Tat, die hier vollbracht
worden iſt. Wenn vorhin als Zweck der Ausſtellung henvorgehoben
worden iſt einmal die Belehrung des Landwirts, und zum anderen die
Belehrung des Städters, ſo möchte ich noch auf einen weiteren Zweck
hinweiſen, nämlich den, zu zeigen, wie ſehr die einzelnen Zweige der
Wirtſchaft aufeinander
gewieſen, ſind und voninander befruchtet
werden. Die Landwirtſchaft iſt zweifellos der urſprünglichſte Wirt=
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Seite 6
Freitag den 16 September 1927
Nummer 25Z
ſchaftszweig, den der Menſch betrieben hat. Aus dem Boden der
Mut=
ter Erde die Erzeugniſſe zu gewinnen, die der Ernährung dienen, iſt die
erſte Aufgabe, die dem Menſchen geſtellt war, und iſt es bis heute
ge=
blieben. Damit zugleich ſtellte ſich die handwerkliche Tätigkeit ein Denn
der Menſch bedurfte der Werkzeuge, das Land zu beſtellen,
ſich Kleidung zu ſchaffen, und ſich eine Hütte oder ein Haus
zu errichten. Erſt ſpäter ſtellte ſich das Bedürfnis
her=
aus, die eigenim Erzeugniſſe mit denen anderer zu tauſchen. Der Handel
entſtand und übernahm die Aufgabe, den Ausgleich zu ſchaffen zwiſchen
Bedürfnis und Erzeugung, zwiſchen Nachfrage und Angebot. Ganz ſpät
erwuchs die füngſte Schweſter, die Induſtrie. Die geſteigerte
Zibili=
ſation und Kulturentwicklung machte mehr und mehr eine
Arbeitstei=
lung notwendig, und die gewaltige Steigerung des Verkehrs ſchuf einen
Wettbewerb zwiſchen den Menſchen und den Völkern, der zu einer
Her=
ſtellung der Verbrauchsgegenſtände im großen drängte. So mußte ſich
die jüngſte Schwveſter beſonders kräftig entwickeln.
Keine Schau iſt beſſer geeignet, die Verbundenheit und innere
Ver=
flochtenheit von Landwirtſchaft, Handwerk, Handel und Induſtrie
an=
ſchaulicher und nachdrücklicher darzuſtellen, als eine Landwirtſchaftliche
Ausſtellung. Ueberall g wwahrt, man mit dem körperlichen und dem
geiſtigen Auge, daß das Endergebnis, das zur Schau geſtellt wird, aus
verſtändnisvoller Zuſammenarbeit dieſer vier Faktoren entſtanden iſt.
Kein Zweig der Wirtſchaft kann heute den anderen entbehren. Und wenn
unſere Wege auch häufig verſchieden verlaufen und wenn unſere
beſon=
deren Belange auch oft voneinander abweichen, das große Ziel iſt
das=
ſelbe, nämlich, unſer Volk zu nähren, zu kieiden, zu ſiedeln, ſeine
geiſti=
gen Bedürfniſſe zu befriedigen, mit einem Worte; unſerem Volke zu
wahrem Wohlſtande zu verhilfen. Laſſen Sie uns gemeinſam dieſem
hohen Ziele zuſtreben. Auch dieſe Ausſtellung wird zu ihrem Teil dazu
beitragen! Ich rufe ihr zu ein
kräftiges Glückauf!
An die feierliche Eröffnung ſchloß ſich zunächſt eine
Vor=
führung derprämiierten Pferde und Rinder aus
den drei heſſiſchen Provinzen, die äußerlich in muſterhafter
Ord=
nung erfolgte und, wie oben bereits bemerkt, wahre
Pracht=
exemplare von Tieren zeigte. Daran ſchloß ſich ein Rundgang
durch die Ausſtellung, auf deren Einzelheiten wir noch
zurück=
kommen.
Das eine ſei den Beſuchern der Ausſtellung heute geſagt:
Es iſt ſo außerordentlich viel, was zu ſehen iſt, daß es ſich
drin=
gend empfiehlt, den Ausſtellungsbeſuch planmäßig, d. h. an
Hand des Lageplans, der ſehr überſichtlich geſtaltet iſt,
vorzuneh=
men. Wer die Ausſtellung erſchöpfend ſehen will, braucht dazu
zwei Tage. Selbſtverſtändlich iſt neben den Dingen der
Aus=
ſtellung auch für Unterhaltung und für Befriedigung leiblicher
Bedürfniſſe geſorgt.
M. St.
Die reiterlichen Vorführungen.
Die Bedeutung dieſer nachmittäglichen Veranſtaltung liegt
darin, daß ſie Gelegenheit zu einem Vergleich faſt ſämtlicher
deutſcher Hauptzuchtrichtungen gibt, der nur ſelten in dieſer Art
geboten wird.
Da iſt das leichte oſtpreußiſche Pferd in ſeiner edelſten
Prä=
gung Trakehner Zucht, wie es in der Abteilung junger Polizei=
Remonten, alſo vierjähriger Pferde, gezeigt wurde. Da iſt der
mittelſtarke Hannoveraner, den ebenfalls die Schutzpolizei in
einer Abteilung alter Remonten vorſtellte, und da iſt das ſchwerſte
deutſche Warmblutpferd, der Oldenburger, in ſeiner
imponierend=
ſten Form als ſtattlicher Hengſt, wie er bei der Abteilung des
Landgeſtüts in Erſcheinung trat. Mit dieſen warmblütigen
Raſ=
ſen konnte man die mächtigen Geſtalten der kaltblütigen Hengſte
des Landgeſtüts vergleichen, die hier, obgleich ihr eigentliches
Element der ſchwere Zug iſt, ſich als gängige Reit= und
Wagen=
pferde produzierten.
Man konnte feſ ſtellen, daß inbezug auf Rittigkeit,
Tempera=
ment und Gang eigentlich nur geringe Unterſchiede zwiſchen den
verſchiedenen warmblütigen Arten feſtzuſtellen waren. Die
ſchwe=
ren Oldenburger Hengſte bewegten ſich nicht minder leicht und
elegant wie die ſchnittigen Trakehner, und dieſe wiederum
ſtan=
den ihnen inbezug auf Gleichgültigkeit gegen äußere Einflüſſe
in keiner Beziehung nach. Im Gegenteil, die als ſcheu und
ſchwierig verſchrienen Oſtpreußen zeigten ſich Publikum und
ſon=
ſtigen ihnen neuen Erſcheinungen gegenüber am allerruhigſten.
Allerdings lernte man auch den Grund ihrer Vertraulichkeit
ken=
nen, denn die Schutzpolizei gab ein äußerſt intereſſantes und
an=
ſchauliches Kapitel aus der Erziehungslehre des Polizeipferdes
zum beſten. Sie zeigte, wie die Pferde die Scheu vor fremden
Dingen verlieren, wenn man dieſe durch einen Appell an den
Magen freundlicher erſcheinen läßt. So bekamen die jungen
Tiere aus allerhand motoriſchen Fahrzeugen heraus Futter
an=
geboten, ſo daß ſie ſich ordentlich in die Maſchinen
hineindräng=
ten und ſich auch vom Lärm des Motors der Züge nicht ſtören
ließen. Die älteren Pferde wurden dann auf eine härtere Probe
geſtellt, ſie mußten die Wagen dicht an ſich vorbeibrauſen laſſen
und ſchließlich ſogar Karabinerſchießen neben ſich und vom Pferd
ertragen. Der Wert dieſer Temperamentsproben iſt um ſo höher
einzuſchätzen, als es ſich hier nicht um ausgewählt ruhige 2—,
handelt, ſondern um ſäm iche Pferde, die in den beiden letzt
Jahren als Erſatz für die berittene heſſiſche Polizei beſchafft un
den ſind.
In reiterlicher Beziehung wurde von allen Abteilurm
Ausgezeichnetes geboten, und beſonders die ſchweren Oldenki
ger des Landgeſtüts präſentierten ſich als vollendet durchgebille
Dreſſurpferde und machten ihrem Lehrer, Landſtallme=
Schörke, auch in dieſer Beziehung alle Ehre.
Ein Sonderlob verdient das Springen der Polizeires,
Daß junge Remonten derartige Hinderniſſe in dieſer Form üüe
winden können, iſt ein glänzender Beweis für das vorzüg yo
Material wie für die gute Ausbildung von Reiter und Pff
die Polizeioberleutnant Rettig zu danken iſt, während Pol=,
Oberleutnant Spatz ſich bei der Ausbildung der älteren Pffu
verdient gemacht hat.
Dieſe wirklich ſehenswerten Vorführungen werden hou
wiederholt, doch beginnen ſie bereits um 14.30 Uhr.
Die Landwirtſchaftliche Ausſtellung hat auch dem
Landesvermeſſungsamt
dem bekanntlich als Zentralſtelle ſüir das Vermeſſungsweſen nicht
die Vermeſſungsämter und dia
Neuvermeſſun=
dienſtſtellen unterſtehen, ſondern das auch die vermeſſungsteom
ſchen Arbeiten der Feldbereinigungsämter und der Prißy
geometer 1. und 2. Klaſſe überwacht und prüft, „Gelegenheit gegesn
einige ſeiner Arbeiten der Oeffentlichkeit zu zeigen.
So werden hier, was den Landwirt wohl beſonders intereſſiig
dürfte, alle die Karten und Pläne vorgeführt, die zur Sicherung
Grundſtücksgrenzen, zur Berechmung der Grundſtücksinhalte und
Aufſtellung und Berichtigung der Grundbüicher diemen.
Es wird weiterhin an einigen Beiſpielen gezeigt, wie auf Gum
der eingeführten Grundpläne mittels photomechaniſcher Vervielfältig
alle gewünſchten Pläne und Karten jedweden Maßſtabes und in f.
Anzahl und Ausdehnung mit geringen Koſten hergeſtellt werden köm=
Die für die Vervielfältigung der amtlichen Kartenwerke benutzten Dem
platten und Steine ſind ebenfalls zu ſehen. Fernerhin werden den Lr
wirt auch die Pläne über die alten Hubengüter und diefenigen überid
Veränderungen, die an dem Beſitz dreier Bauerngüiter im Laufes)
Jahrhunderte vorgenommen wurden, intereſſieren.
Zuletzt wird noch auf die für die Landwirtſchaft, Technik und
ſenſchaft wichtigen topogräphiſchen Karten ſowie auf das ausgeſtäl
ſehr inſtruktive Kartenrelief über Odenwald, Bergſtraße und Ro ud
hingewieſen.
Hiermit die traurige
Mit=
teilung, daß heute meine liebe,
gute Frau, unſere treubeſorgte,
herzensgute Mutter, Großmutter
und Urgroßmutter
geb. Heinz
im Alter von 71 Jahren, nach
langem ſchweren, mit großer
Ge=
duld getragenem Leiden ſanft
entſchlaſen iſt.
Im Namen
der tieftrauernd. Hinterbliebenen:
Joh. Plößer nebſt Kinder
und Angehörigen.
Nieder=Namſtadt, 15. Sept. 1927.
Die Beerdigung findet Samstag,
den 17. September, nachmiitags
4 Uhr ſtatt. (14250
Der in weiten Kreiſen des
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waldes bekannte Herr Dr. Ph. Joſt in
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„Meiſterſinger”
14174ar) Der Vorſtand.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme, ſowie für die
reichen Kranzſpenden und die
tröſten=
den Worte des Herrn Pfarrer Heß
am Grabe unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen wir unſeren
herz=
lichen Dank.
Die trauernden Sinterbliebenen:
Ludwig Emig
14249) und Kinder.
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Darmſtadt, 16. September.
Wrnanut wurde: am 7. September: der Lehrer Jakob
Schin=
nns. Siedelsbrunn, Kreis Heppenheim, zum Lehrer an der
Volks=
ui Kleeſtadt, Kreis Dieburg.
„Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Rhythmiſche Gym=
— Wir machen darauf aufmerkſam, daß unſere Kurſe für rhyth=
Bymnaſtik wieder begonnen haben und in derſelben Weiſe wie im
anenen Jahre unter Leitung von Fräulein Reiß weitergeführt
— Wir wollen hierzu nochmals bemerken, welch großen Wert
Einzelnen die Teilnahme an dieſen Uebungen hat. Die
muſi=
e Erziehung unſerer Jugend iſt nicht damit beendet, daß ſie
In=
facke ſpielen und Noten leſen lernt; der Rhythmus, der unſere
e Zeit beherrſcht, muß erſt aus dem Körper hervorgeholt und
ſt werden, um die Vielfältigkeit zu erlangen, die im modernen
worherrſcht und verlangt wird. Darum ſollten alle
Muſiktreiben=
ſeh= unbedingt den rhythmiſchen Gymnaſtik=Kurſen anſchließen, dem
ſe am den Weg, wie wir aus der uns oft ſo hemmenden Form in
ſhesn Rhythmus unſeres Körpers hineinfinden lernen und dieſer
ſtmus wieder in unſerem ganzen Muſikempfinden bemerkbar wird.
Acüsfen außerdem die hygieniſche Wirkung der ganzen Uebungen
mlSer Acht laſſen; es iſt ja eine alte Tatſache, daß Muſik die
Be=
tlreg beſchwingt und löſt; „wir haben in ihr ein Mittel, unſeren
aſse won den verkrampften, ſtarren Bewegungen in leichte,
harmo=
rMmauszulöſen.
4er Neugeiſtkreis beginnt heute Freitag abend wieder ſeine
dies=
g= Tätigkeit. Die ſtets ſteigende Beliebtheit ſeiner Veranſtaltungen
i6 zr einem feſteren Zuſammenſchluß der Neugeiſt=Anhänger, zur
ezung einer Darmſtädter Ortsgruppe des Deutſchen Neugeiſtbundes.
9ſf ft eine Vereinigung von Menſchen, die in unſerer Zeit nach
Alentslichung und Vergeiſtigung der Lebensanſchauung, ohne
Rück=
ſſu Partei oder Stand, ſtreben, und die aus dieſer
Grundeinſtel=
ſiſmueraus verſuchen, ihre Ideale auch im praktiſchen Leben zu
ver=
ächri. Vor ein paar Jahren noch kaum bekannt, zählt heute die
Ne
verie A4. ü-
MſaiHewegung bereits mehr als hunderttauſend Anhänger in den
Aeyfprechenden Ländern und arbeitet, unter Wahrung der
jeweili=
glſatonalen Eigenart, brüderlich zuſammen mit Oomoto in Japan,
elkayz in Indien. Newthought und Unity in Amerika und England,
zſeirbewegung im Iſlam und verwandten Beſtrebungen in anderen
9lay — Die Grundlage all dieſer Arbeit iſt die wachſende
Erkennt=
nlß ß die mechaniſtiſche Erklärung unſeres Weltbildes in keiner Weiſe
alſäh und daß die Grundlage alles Seins der Geiſt iſt. Die neuen
lſtho iſchen Forſchungsergebniſſe erlauben, auf dieſer Tatſache
un=
nlſwdg= aufzubauen und dem einzelnen Menſchen zur harmoniſchen
alſtung ſeines Lebens zu verhelfen. — Heute abend ſpricht der Leiter
AKeseiſtkreiſes, Herr Architekt Schwindt, über „Neugeiſt als
Aßu froh =harmoniſchem Leben‟. Gäſte ſind ſtets willkommen und
ſu gebeten, einen freiwilligen Unkoſtenbeitrag beizuſteuern. Auch
4 aach dem Vortrag Neuanmeldungen entgegengenommen. (Nähe=
MKN Anzeige.)
Ɨutsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Am
mien Mittwoch, den 21. September, veranſtaltet der hieſige
Orts=
ſeterein und die Handwerkervereinigung einen verbilligten
Aſzu flug nach Worms. Damit wird einer vorliegenden
Ein=
leſſa anſerer Wormſer Handwerkerfreunde entſprochen und es iſt
flnz Damit zu rechnen, daß dieſer Ausflug nach Worms zahlreiche
Aſtzung findet. Die Abfahrt ſoll vormittags gegen 8 Uhr erfolgen,
rſwg=, unter Vorausſetzung hinreichender Beteiligung, mit
Sonder=
zwR. Worms iſt zunächſt der Beſuch des hochintereſſanten
Hand=
lſmanſes vorgeſehen, wo auch ein offizieller Empfang ſtattfindet.
Aehir werden die Stadt, der Dom und die reichhaltigen
Kunſt=
muren unter ſachverſtändiger Führung beſucht werden. Eine
be=
m Anziehungskraft dürfte auch der Beſuch einer Wormſer
Wein=
glwleri und die Beſichtigung der weltberühmten Hehlſchen
Leder=
indebengu ausüben. Man wird den betreffenden Inhabern ſehr
eA verpflichtet ſein, daß ſie ihre Betriebe für dieſe Beſichtigung
dſlämmſtädter Ortsgewerbevereins bereitwilligſt zur Verfügung
ge=
ſttugen. Ein gemeinſames Mittageſſen findet im Wormſer
Hand=
ſhuſe ſtatt, wo man ſich auch abends zu gemütlichem
Beiſammen=
ſsor der Abfahrt zuſammenfinden wird. Der verbilligte Fahrpreis
Ein und Rückfahrt beträgt nur 2,30 Mk. Anmeldungen für die
Atm an dem Wormſer Ausflug werden umgehend an die
urlskammer=Nebenſtelle Darmſtadt, Hügelſtr. 16, (Telefon 3855/56)
as Verkehrsbüro (am Schloß) unter gleichzeitiger Einzahlung
rtreiſes erbeten. Wir rechnen damit, daß die Handwerker und
Btreibenden mit ihren Angehörigen ſich recht zahlreich an dieſer
Eiſterlet nach Worms beteiligen werden, da zweifellos ſehr viel
de tes geboten wird, und zu der auch alle ſonſtigen Freunde des
ark, willkommen ſind. Näheres ſiehe auch Anzeige in
vorliegen=
unmer dieſes Blattes.
eVolkshochſchule. Wir machew hiermit nochmals aufmerkſam,
IAortrag des Herrn Dr. Max Wauer über John
Gails=
ſayh heute, Freitag, den 16. September, abends 8 Uhr im Saale
Techniſchen Hochſchule ſtattfindet. Karten zu 50 Pfg. für
un=
eillg ieder und zu 75 Pfg. für Nichtmitglieder ſind in unſerer
Ge=
üh Etill. Mathildenplatz 17, und am Saaleingang zu haben.
Frovinzial=Handels=Adreßbuch. Die wechſelſeitigen geſchäftlichen
riſtunggen zu fördern, hat der Heſſiſche Verkehrs=Verband Darm=
Serausgabe eines Handels=Adreßbuches für die Provinz
Star=
nEee zurſammenfaſſend die Kreiſe: Bensheim, Darmſtadt, Dieburg,
MR5roß=Gerau, Heppenheim und Offenbach, angeregt und die Her=
Aue de 8 Buches, der ſeit 35 Jahven beſtehenden renommierten
beikama für Adreßbücher, Rupert Lang, Verlag „Monachia”,
Mün=
nlenſchmitſtraße 25, übertragen. Dieſe Firma hat u. a. vor
WMkas Adreßbuch für die Provinz Rheinheſſen herausgegeben,
wo=
alle durch das Miniſterium des Innern in Darmſtadt
Unter=
ſch famd. — Zur Erhebung der wichtigſten Faktoren des Handels
wabes, der Induſtrie und Landwirtſchaft (Weinbau) im Ge=
Brovinz Starkenburg werden legitimierte Vertreter des
Unter=
iie temnächſt unter Hinweis auf eine Empfehlung der Provinzial=
Starkenburg die einſchlägigen Stellen und Firmen beſuchen.
Wan auf das Buch zum Subſkriptionspreis von 10 Mk. nimmt
u entgegen der Heſſiſche Verkehrsverband Darmſtadt, Eliſa=
Mtaße 14.
Sſſhlordnung für die Wahl der Vertrauensmänner und
Erſatz=
m. der Angeſtelltenverſicherung. Unter Aufhebung der
Wahl=
om 3. Juli 1912 veröffentlicht der Reichsarbeitsminiſter in
„Reichsgeſetzblatt” vom 13. September 1927 eine neue Wahl=
Zerwaltungsgerichtshof. Zeughausſtſtr 2. Oeffentliche
am Samstag, den 17. September 1927: vorm. 9½ Uhr: An=
Ergänzung des Urteils des Verwaltungsgerichtshofs i Sachen
z eines Berufsbürgermeiſters in Eberſtadt; vorm. 10 Uhr: Ge=
Emil Knauer in Darmſtadt um Erlaubnis zum Betrieb einer
Arſſchaft im Hauſe Mollerſtr. 44.
2 Ausstellungen
Juni — September, 10-19 Uhr (0073a
andesmuseum — Mathildenhöhe
Der grosse
Stadiverordnetenberſammlung.
p. Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um 5 Uhr 15
Minuten.
1. Die Voranſchläge der vier höheren Knabenſchulen für das
Rech=
nungsjahr 1928. Der Zuſchuß der Stadt beträgt: für das Ludwigs=
Georgs=Gymnaſium 84 386 Mk.; für das Realgymnaſium 179 511 Mk.;
für die Ludwigs=Oberrealſchule 71 164 Mk.; für die Liebigs=
Oberreal=
ſchule 80 282 Mk. Die Mittel werden bewilligt.
2. Ueberſichten über die Einnahmen und Ausgaben der nämlichen
Schulen für 1926. Der Zuſchuß der Stadt zum Ludwigs=Georgs=
Gym=
naſium betrug 79 007 Mk. 5 Pfg. gegen den Voranſchlag von 66 743 Mk.
mithin mehr 12264 Mk. 5 Pfg.; zum Realgymnaſium 176 476 Mk. 14
Pfg. gegen den Voranſchlag von 148 B7 Mk., mithin mehr 28 219 Mk.
14 Pfg.; zur Ludwigs=Oberrealſchule 68 432 Mk. 44 Pfg. gegen den
Voranſchlag von 59 269 Mk., mithin mehr 9163 Mk. 44 Pfg., zur Liebigs=
Oberrealſchule 76 181 Mk. 89 Pfg., gegen den Voranſchlag mehr 5893
Mark 89 Pfg. Die Fehlbeträge werden bewilligt.
3. Errichtung eines Wohngebäudes auf der Oſtſeite der
Lichten=
bergſtraße. Ein Baublock mit 12 Vierzimmerwohnungen ſoll auf
ſtädti=
ſchem Gelände an der Lichtenbergſtraße zwiſchen Dieburger= und
Guten=
bergſtraße im Koſtenbetrage von 240 000 Mk. errichtet werden. Dies
wird genehmigt.
4. Verwendung der Erdgeſchoßräume des Nathauſes. Der
Bau=
deputation lag ein Antrag auf Beſchaffung einer Kücheneinrichtung vor.
Die Deputation beſchloß, die Verſammlung ſolle beſchließen, ob die
Erd=
geſchoßräume als Ratsſtube öffentlich bewirtſchaftet werden ſollen,
oder nicht. — Der Finanzausſchuß hat, wie Stadtv. Haury als
Re=
ferent mitteilt, in ſeiner Mehrheit beſchloſſen, die Näume der
öffent=
lichen Bewirtſchaftung zuzuführen. — Stadtv. Stemmer
polemi=
ſiert gegen den Ratskeller, hier ſolle nur der Weinkeller der Stadt
weiter ausgebaut werden. Redner verlangt rechneriſche Unterlagen,
jedenfalls andere als Bürgermeiſter Buxbaum ſeinerzeit gegeben hat.
Man ſolle ſich einmal mit dem Voranſchlag des ſtädtiſchen Weinkellers
näher befaſſen. Oberwaldhaus und Saalbau erforderten ſtädtiſche
Zu=
ſchüſſe. Der Ratskeller ſchädige die hieſigen Gewerbetreibenden. Der
Matskeller werde mit 4000—5000 Mark Pacht herauskommen, aber ſicher
einen Zuſchuß erfordern.
Bürgermeiſter Mueller verweiſt darauf, daß die Näume leer
ſtehen. Nach dem Beſchluß der Baudeputation ſolle die Verſammlung
entſcheiden. Wir möchten in der Sache endlich klar ſehen. — Stadtv.
Schneider iſt gegen die zunehmende Betätigung der öffentlichen
Hand, es gelte, die Schädigung des Privatgewerbes (Wirte und
Wein=
handel) zu bekämpfen. Der gewerbliche Mittelſtand müſſe nach der
Reichsverfaſſung geſchützt werden. Auch gegen die Rentabilität
beſtün=
den erhebliche Bedenken. Zu beachten ſei auch die ſtarke Verknappung
der öffentlichen Gelder. Die ſtädtiſche Verwaltung müſſe ſich hier ihrer
Verantwortung bewußt bleiben. Wo ſei ein Bedürfnis für den
Nats=
keller habe die Stadt ein anderes Recht wie der Privatmann?. Der
Natskeller ſei eine überflüſſige Einrichtung. Seine Fraktion ſtimme
geſchloſſen dagegen. — Stadtv. Hütſch erklärt, daß, wie früher ſo
auch heute, er gegen den Natskeller ſei. — Stadtv. Metzler
polemi=
ſiert in perſönlich zugeſpitzten Ausführungen gegen Stadtv. Stemmer
aus Anlaß ſeiner Tätigkeit als Mitglied der Weinkommiſſion. Eine
kaufmänniſche Aufmachung des ſtädtiſchen Weinkellers müſſe einmal
ge=
macht werden. — Stadtv. Dr. Noellner gibt eine hiſtoriſche
Dar=
ſtellung über die Tätigkeit der ſtädtiſchen Weinkommiſſion; der
Red=
ner iſt und war Gegner eines Ratskellers. Für Repräſentationszwecke
(Empfänge) ſei eine Ratsſtube nötig, aber eine Wirtſchaft brauche da
nicht, betrieben zu werden. Der Raum ſoll als Empfangsraum (
akade=
miſche Feiern) und als Trauzimmer benutzt werden können. — Stadtv.
Geißner erklärt, daß auch das Zentrum gegen den Ratskeller ſei.
Im Ratskeller würde der vierte Wirtsbetrieb der Stadt aufgemacht
werden. Ein Bedürfnis für den Keller beſtehe nicht. Wir wüßten noch
nicht, ob die Traube” rentiert, und da wollten wir jetzt ſchon uns
ſelbſt im Ratskeller Konkurrenz machen! — Stadtv. Stemmer
er=
klärt, daß er dem Zeitungsinſerat völlig fernſtehe: die Ausführungen
des Stadtv. Metzler gegen ihn ſeien unrichtig. Die Weinkommiſſion
probe nur Weine, ſie ſei eine Unterkommiſſion der Saalbaudeputation.
Grundſätzlich ſei er für eine Aufhebung des ganzen ſtädtiſchen
Wein=
kellers. — Bürgermeiſter Ritzert erklärt, daß die Stadt einen
Wein=
keller erſt eingerichtet habe, nachdem der in den ſtädtiſchen Betrieben
von den Wirten beſchaffte und verzapſte Wein ſich als nicht von guter
Qualität erwieſen habe. Die Weinkommiſſion habe eine ſchwierige
Aufgabe, er habe es einmal mitgemacht, daß 150 Proben Tiſchweine
an einem Tage verſucht wurden. Es ſei zu begrüßen, daß der
Wein=
produzent direkt an den Konſumenten herankomme. Heute kaufe man
auf den öffentlichen Weinverſteigerungen, der Konſument könne ſich hier
an den ihm konvenierenden Käufen von Weinſorten beteiligen. Es ſei
undenkbar, daß ein Weinhändler in der Weinkommiſſion ſitze. Der
ſtädtiſche Weinkeller ſei kein Konkurrenzunternehmen gegen die hieſigen
Weinhändler. — Der Antrag wird mit Stimmenmehrheit
angenom=
men. (Die Sozialdemokraten ſtimmen mit ganz wenigen Ausnahmen
(Hütſch, Neuroth, Parnicke) für den Ratskeller; ebenſo ſtimmen die
zwei anweſenden Demokraten für den Ratskeller.)
5. Erhebung von Gebühren für Straßenreinigung, Müllabfuhr
und Kanalbenutzung. Dieſer Punkt wird zurückgeſtellt.
6. Ortsſatzungen über Erhebung dieſer Gebühren. Auch dieſer
Punkt wird zurückgeſtellt.
7. Einſpruch gegen den Bebauungsplan ſüdlich der Landskronſtraße
zwiſchen Heidelberger und Goetheſtraße. Eine Einwendung, die ſich
nicht gegen den Bebauungsplan an ſich, ſondern nur gegen die
Bereini=
gung des betreffenden Geländes richtet, wird als unbegründet abgelehnt.
verdingungsausſchuſſe neu erlaſſene Ordnung, die bereits in zahlreichen
Städten eingeführt iſt und durch die eine einheitliche Behandlung aller
Vergebungen im Reiche angeſtrebt wird, ſoll auch hier zur Einführung
gelangen. — Dies wird beſchloſſen.
9. Bebauungsplan für das Gelände zwiſchen Schießhausſtraße,
Niebergallweg, Seekatz= und Hobrechtſtraße. Der Plan der am 10 3.
1927 gutgeheißen wurde, hat bezüglich der Fluchtlimienführung an der
Kreuzung Seekatz= und Hobrechtſtraße eine Aenderung erfahren miſſen,
der zugeſtimmt wird.
10. Beſchaffung einer Großlautſprecheranlage für die Feſthalle. Die
Notwendigkeit ſolcher Anlage hat ſich gelegentlich des Kreisturnfeſtes
ergeben. Die Firma Siemens u. Halske hatte ſich bereit erklärt, die
Anlage leihweiſe gegen Erſtattung der entſtehenden Koſten einſchließlich
Leihgebühr von rund 3000 Mark zur Verfügung zu ſtellen. Da bei allen
größeren Veranſtaltungen das gleiche Bedürfnis vorhanden ſein wird,
war die Frage zu prüfen, ob eine derartige Einrichtung zu beſchaffen
und bei gegebenen Gelegenheiten leihweiſe abzulaſſen iſt. Die Anlage
könnte alsdann auch außerhalb der Feſthalle, auf dem Flugplatz, auch
außerhalb Verwendung finden.
bei den Feſtreden und Kommandos zu den Turnübungen, an denen raden.
mehrere tauſend Turner teilnahmen, konnten auch die am weiteſten
vom Kommandoturm aufgeſtellten Turner noch genau hören. Feſtreden
in der Halle ohne Lautſpricher ſind nur von den vorderſten Plätzen aus
vernehmbar. Die Einrichtung ſoll deshalb 4 conto der ſtädtiſchen
Be=
triebe beſchafft, und bei Benutzung der Anlage ſollen entſprechende
Micct=
ſätze erhoben werden, die zur Beſtreitung der Betriebskoſten und zur
Verzinſung und Tilgung der Beſchaffungskoſten der Anlage zu
ver=
wenden wären. Die Koſten für die Anlage ſelbſt und die Beſchaffung
eines geeigneten Transportwagens betragen zuſammen 20 700 Mark.
Der Betriebsausſchuß empfiehlt, die Uebernahme zu genehmigen. —
Stadtv. Ziegs ref riert, der Finanzausſchuß habe die Vorlage
ein=
ſtimmig abgelehnt. Stadtv. Haury erklärt, daß der beim Turnfeſt
benutzte Lautſprecher ſich nicht bewährt habe. Die Technik ſei noch
un=
vollkommen. Stadtv Berndt erklärt, ein Lautſprecher ſei in einem
Naume wie der Feſthalle unentbehrlich. Siemens u. Halske ſollten
aber einen Lautſprecher liefern, der keine Nebengeräuſche habe, wie
der jüngſt vorgeführte. Bürgermeiſter Ritzert erachtet, die
ge=
nannte Firma ſei führend auf dem Gebiete. — Der Antrag der
Verwal=
tung auf Beſchaffung des Lautſprechers wird abgelehnt.
11. Mitteilungen. Es werden zwei Anträge verleſen: Ein von den
Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum eingebrachter Antrag
er=
klärt die Stadtverwaltung für verpflichtet, beim Beflaggen ſtädtiſcher
Gebäude und Plätze der Reichsflagge Schwarz=Rot=Gold den Vorzug zu
geben. Private und körperſchaftliche Veranſtaltungen, ſowie
Unterneh=
mungen, die der Reichsflagge die erforderliche Achtung verſagen,
wer=
den von der Stadtverwaltung weder beſucht noch gefördert — Die
So=
zialdemokratiſche Partei beantragt, die Stadtverwaltung ſolle bei der
Neichsregierung fordern, daß die für 1. Oktober 1927 vorgeſehene weitere
Mietzinserhöhung wieder nickgängig gemacht werde. — Der
Landwirt=
ſchaftskammer ſind zur Ausſtellung Preiſe von zuſammen 2000 Mark
bewilligt, was gutgeheißen wird. — Zu Hindenburgs 80. Geburtstag
wird beſchloſſen, in den Voranſchlag 3000 Mank einzuſtellen, die zur
Ausbildung mittelloſer Künſtler verwendet werden ſollen. — Der
Grenz=
gang ſoll am 1. Oktober ſtattfinden.
Schluß der öffentlichen Sitzung 6.30 Uhr.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
für die Zeit vom 15. bis 30. September 1927.
15. September: Letzter Tag zur Abgabe der Steuererklärung
für die Einkommenſteuer, Körperſchaftsſteuer und
Um=
ſatzſteuer für 1926/27. Näheres im Steuerkalender für
die erſte Septemberhälfte in Nr. 244 des Tagblatts
vom 3. September.
20. September: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
1. bis 15. September 1927 erfolgten Lohnzahlungen
im Markenverfahren und im Ueberweiſungsverfahren,
im letzteren jedoch nur dann, wenn die in der erſten
Hälfte des Kalendermonats einbehaltenen
Lohnſteuer=
beträge für ſämtliche in einem Betriebe beſchäftigten
Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM. überſteigen.
(Keine Schonfriſt.)
25. (26.) September: Dritte Vorauszahlung (gemeindliches Ziel) lt.
Anforderungszettel auf die Grundſteuer.
Ge=
werbeſteuer und Sondergebäudeſteuer
für das Rechnungsjahr 1927. (Schonfriſt bis 5. Okt.)
30. September: Ablauf beſtimmter nachträglicher
Aufwertungs=
friſten beachten!
Einziehung von Steuerrückſtänden durch Poſtnachnahme. Es wird
auch an dieſer Stelle auf die Bekanntmachung des Finanzamtes
Darm=
ſtadt=Stadt vom 9. September 1927 in Nr. 251 des Tagblatts vom 10.
September hingewieſen.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Am Sonntag, den 18.
September, unternimmt die Ortsgruppe Mannheim des Odenwaldklubs
eine Alte=Herren=Wanderung nach Darmſtadt. Die Mannheimer
Wanderfreunde treffen gegen 11 Uhr auf dem Frankenſtein ein, machen
dort Mittagsraſt, gehen das blau=weiße Malzeichen bis zur
Ludwigs=
höhe und marſchieren dann zum Böllenfalltor, woſelbſt ſie um 4½ Uhr
eintreffen. Die Mitglieder unſerer Ortsgruppe und ihre Damen werden
gebeten, den Mannheimer Wanderfreunden ein Stück Wegs entgegen zu
gehen, oder aber ſich um 5 Uhr im Fürſtenſaal einzufinden, damit
als=
dann einige gemütliche Stunden zuſammen verbracht werden können. Der
Fürſtenſaal wird in entſprechender Weiſe zu Ehren der Mannheimer
Gäſte geſchmückt. Für Muſik= und Geſangsvorträge iſt Sorge getragen.
Unſere Darmſtädter Mitglieder bitten wir, zum gemütlichen Teil durch
Vorträge uſw beizutragen. Näheres Freitag abend im Klublokal.
Gleichzeitig geben wir unſeren Mitgliedern bekannt, daß die
Wande=
rung vom 2. Oktober auf den 9. Oktober verlegt wurde.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Sterunfer erſcheinenden Noflyen find ansſchiieKiich als Hinweiſe auf Nnzeigen zu beirachten.
in keinem Falle irgendwie al” Beſprechung oder Kritik.
— Kriegerkameradſchaft Germania”. Am Samstag,
den 17. September, abends, findet im Mathildenhöhſaale ein
Ehren=
abend, verbunden mit Konzert pp. des Kriegervereins „
Kampfgenoſ=
ſenſchaft 1892” ſtatt.
— Schloß=Café. Die jeden Freitag abend arrangierten Sonder=
Konzerte erfreuen ſich großer Beliebtheit und bringen mit dem ſtets
abwechſlungsreich geſtalteten Programm das Schönſte auf muſikaliſchem
Gebiet. Auf das heute abend 8½ Uhr ſtattfindende Konzert ſei
hier=
durch beſonders hingewieſen. (S. Anz.)
— Café Rheingold. Heute Freitag abend findet im Café
Rheingold ein Sonderkonzert ſtatt, unter freundlicher Mitwirkung des
bekannten Schauſpielers und Rezitators Karl Gerdo, Wiesbaden,
ehem. Mitglied erſter Bühnen im Reich.
Tageskalender für Freitag, den 16. September 1927.
8. Reichsverdingungsordnung für Bauleiſtungen. Die vom Reichs= Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. —
gleines Haus: Geſchloſſen. — Orpheum: Keine Vorſtellung.
Landesmuſeum, von 10—19 Uhr: Ausſtellung Alte
Kunſt”. — Mathildenhöhe, von 10—19 Uhr: Ausſtellung
„Neue Kunſt” — Landwirtſchaftliche Landes=
Aus=
ſtellung, von 8 Uhr morgens ab in der Feſthalle; nachm. 4 bis
8 Uhr: Konzert auf dem Ausſtellungsplatz. — Konzerte: Schloß=
Café Hotel Schmitz, Café Rheingold, Hotel Waldſchlößchen. —
Verband für deutſche Jugendherbergen abends
8 Uhr, in der Jugendherberge, Mühlſtr. 70: Hauptverſammlung. —
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Licht=
ſpiele.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 16. Sept.: Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 17. Sept.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 7 Uhr 25 Min.
Sonntag, den 18. Sept., vorm. 10 Uhr: Gedenkfeier des
Reichs=
bundes jüd. Frontſoldaten auf dem Friedhofe des irael. Religions=
Beim Kreisturnfeſt arbeitete die Anlage einwandfrei. Beſonders gemeinde zu Ehren ſeiner im Weltkriege 1914/18 gefallenen Kame=
Gottesdienſt an den Wochentagen (Selichot); Morgens 7 Uhr,
— Abend= 6 Uhr 00 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 17. Sept.: Vorabend 6 Uhr 05 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 5 Uhr. — Sabbatausgang 7 Uhr 25 Min,
Wochengottesdienſt: Morgens 5 Uhr 30 Min. — Abends 6 Uhr.
Sonntag, den 18. Sept.: 1. Selichaustag. Morgens 5 Uhr
15 Minuten.
Sonnt;
Das Haus der guten Qualitäte
den 18. September, ist unser Geschäft von 11—6 Uhr geötfnet.
Seite 8
Freitag den 16. September 1927
Nummer 241
Aus Heſſen.
An. Arheilgen, 15. Sept. Heute wurde einer unſerer älteſten
Ortsbürger, Herr Daniel Merlau 2., im Alter von 82 Jahren zur
letzten Ruhe getragen. — Das bisher von Frau Gg. Erzgräber 4. Wwe.
geführte Gaſthaus „Zum weißen Schwanen” wird ab 15. d3. Mts. von
Herrn Ernſt Jung (früher Inhaber der Wirtſchaft „Zum goldenen
Löwen”) übernommen. — Herr Heinrich Dries, hier, Alte Darmſtädter
Straße, konnte auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma
E. Merck zurückblicken und wurden dem Jubilar aus dieſem Anlaſſe
an=
fehnliche Ehrungen und Geſchenke vonſeiten der Firma und ſeiner
Ar=
beitskollegen zuteil. — Auch eine größere Anzahl hieſiger Landwirte und
Gewerbetreibender beteiligt ſich an der in der Landeshauptſtadt
ſtatt=
findenden landwirtſchaftlichen Ausſtellung.
* Traiſa, 15. Sept. Nächſten Sonntag, den 18. September, feiert
der Geſangverein Sängerluſt ſein 20jähriges Stiftungsfeſt, verbunden
mit Bezirkswertungsſingen des 2. Bezirks Darmſtadt=Land des Heſſiſchen
Sängerbundes. Zirka 800 Sänger treffen ſich morgens 9 Uhr im großen
Saale „Zur Krone” zum friedlichen Wettkampf. Um 2 Uhr nachmittags
bewegt ſich ein Feſtzug durch die Ortsſtraßen, worauf ein Maſſenchor
von zirka 800 Sängern auf dem Marktplatz zu Gehör gebracht wird.
Am Vorabend, Samstag abend, findet ein großer Feſtkommers ſtatt,
woran ſich alle Ortsvereine zur Verſchönerung beteiligen werden.
G Ober=Ramſtadt, 14. Sept. Die Herſtellung unſerer Kirche geht
jetzt allmählich ihrer Vollendung entgegen. Ein Blick in die Kirche kann
jedermann überzeugen, was Künſtlerhand aus unſerer uns einſt ſo kahl
und nüchtern erſcheinenden Kirche zu machen vermag. Die reich
ver=
goldete Orgel mit hrem herrlichen Schnitzwerk, die Kanzelwand mit
ihrer ſo ſchön gegliederten Architektur, der Altar, das Kruzifix, das
alles tritt uns erſt jetzt in der neuen Bemalung plaſtiſch entgegen und
wir ſehen, wie ſchön doch eigentlich unſere Kirche iſt. Die
Wiederein=
weihung der Kirche iſt jetzt endgültig auf Sonntag, den 2. Oktober,
den Tag der Nachkirchweihe, feſtgeſetzt. Der Feſtgottesdienſt beginnt um
9½ Uhr. — In dieſem Zuſammenhang wird darauf hingewieſen, daß
die Ziehung der Verloſung zum Beſten der Innen=Herſtellung der
hieſigen Kirche um einige Tage, und zwar endoſiltig auf Montag, den
19. September, verſchoben worden iſt. Loſe ſind noch zum Preiſe von
50 Pfg. das Stück durch Vermittlung des Pfarramts zu beziehen.
r. Babenhauſen, 15. Sept. Zu einer Dringlichkeitsſitzung war der
Gemeinderat geladen. Waſſerleitungsfragen und Wohnungsſachen
wurden erledigt, weiter wurde über den Ankauf von Bau= und
Straßen=
gelände beraten. Ein Geſuch um Erlaß der Hundcſteue= wurde
ge=
nehmigt, ein anderes um Erlaß der Vergnügungsſteuer abgelehnt. Für
die Umwettergeſchädigten in Heſſen wurden 50 Mark bewilligt,
der=
ſelbe Betrag auch für die Hindenburgſpende. Von (iner Hausſammlung
ſoll abgeſehen werden. — Der ſeit über 25 Jahre hier tätige
Oberforſt=
meiſter, Herr Hermann Eidmann, tritt mit dem 1. Oktober ds. Js.
in den Ruheſtand. Die Oberförſterſtelle iſt zur Wiederbeſetzung
ausge=
ſchrieben. — Reichsjugendwettkämpfe veranſtaltete am letzten
Montag auf d m Exerzierplatze die Höhere Bürgerſchule, die Volksſchule
am vergangenen Freitag. Eine ſtattliche Anzahl Schüler und
Schülerinnen nahm an dem Drei= und Fünfkampfe teil. Durchſanittlich
wurden gute Leiſtungen erzielt. Als Schieds= und Kampfrichter walteten
Beamte der hieſigen Schutzpolizei in uneigennütziger Weiſe ihres Amtes.
Ai. Vielbrunn, 14. Sept. Odenwaldklub —
Dreiländer=
wanderung. Frühzeitig verſammelten ſich die Mitglieder der
hie=
ſigen Ortsgruppe zu der auszuführenden 10 ſtündigen
Dreiländer=
wanderung. Mit einem fröhlichen „Friſch auf” wurde der Wanderſtab
in Bewegung geſetzt in die feierliche Sonntagsmorgenſtille. Auf der an
mehreren römiſchen Wachtſtationen vorfiberführenden Straße nach
Eul=
bach und Würzberg gings Waldleiningen und Ernſttal entgegen. Vom
Würzberger Friedhof aus mußten wir auf der mit rieſigen Pfützen
überreichlich gezierten alten Römerſtraße häufig Hüpfübungen machen,
um nicht in einer dieſer Ziſternen zu verſinken. Weiterwandernd
ge=
langten wir bald in Fürſtlich Leiningſche Waldungen, eine wohlgepflegte
Straße erleichterte das Fortkommen, durch eine Lichtung ſehen wir
rechts unten die Häuſer von Eutergrund, weiter oben liegt Wald=Bullau,
wir machen einen kleinen Abſtecher nach links an die drei Seen. Die
Wanderung fortſetzend verließen wir an dem die Länder Heſſen, Bayern
und Baden ſcheidenden Dreimärker den heſſiſchen Heimatboden und
kamen ins badiſche Muſterland. Durch herrlichen, aus mächtigen Buchen
und gigantiſchen Fichten beſtehenden Hochwald führte die Wanderung.
Plötzlich hemmen wir den Fuß, von einer kleinen Anhöhe grüßt Schloß
Waldleiningen zu uns herüber, die von Efeu dicht umrankten. Wände
erinnern an Märchenſchlöſſer. Bald ſind wir in dem in entzückender
Waldeseinſamkeit gelegenen Ernſttal, Brauereigebäude und Kellerräume
ſind eines Beſuches wert. Durch Breitenbach wandern wir nach
Dörn=
bach und von da nach Breitenbuch, hinter welchem wir das ſchöne
Bayern=
land verließen, um in Würzberg noch etwas von der dortigen Kerb zu
erhaſchen, bis der Führer zur planmäßig feſtgeſetzten Zeit zum
Nach=
hauſemarſch aufforderte.
b. Erbach i. O., 15. Sept. Am Freitag, den 16. d. M., finden im
Nathausſaal zu Erbach wieder von 9—11 Uhr Sprechſtunden der
Hand=
werkskammer=Nebenſtelle Offenbach ſtatt. — Die Ortsgruppe Erbach
des Odenwaldklubs unternimmt am Sonntag, den 18. d. M., ihre 10.
diesjährige planmäßige Wanderung, die von Erbach über Eulbach—
Vielbrunn—Hainhaus nach König i. O. führt. Abmarſch iſt um 8 Uhr
morgens von der Kleinkinderſchule aus. — Am kommenden Sonntag
findet vormittags 11 Uhr hier im Gaſthaus „Zum Hirſch” eine
außer=
ordentliche Generalverſammlung der Obſtverwertungsgenoſſenſchaft für
den Kreis Erbach i. O. e. G. m. b. H., Sitz Erbach i. O. ſtatt. Die
hieſige Ein= und Vexkaufsgenoſſenſchaft wird wegen gemeinſamer
Inter=
eſſen an der Verſammlung teilnehmen. — Die Obſternte iſt hier bereits
im Gange. Es wurden auch ſchon Sendungen nach auswärts verladen.
— Der „Odenwälder Reiterverein” hat für das Reit= und Fahrturnier
der Landesausſtellung eine goldene Herrentaſchenuhr als Preis
geſtif=
tet. — Die hieſige Bürgermeiſterei hat die Beſetzung einer
Schutzmanns=
ſtelle ausgeſchrieben.
H. Hammelbach, 15. Sept. Hohes Alter. Nächſter Tage begeht
Frau Kath. Stein, Hekamme a. D., ihren 80. Geburtstag. Der in
weiten Kreiſen bekannten und beliebten „Ammebäſel” wünſcht man
allerſeits einen ſonnigen Lebensabend.
H. Hirſchhorn, 15. Sept. Seltenes Jubiläum. Es ſind nun
mehr als 52 Jahre vrfloſſen, ſeitdem der Arbeiter Jakob Ehret, der
nächſtens 71 Jahre alt wird, im Dienſte der Firma Andre u. Gernandt,
Sägewerk u. Fournierfabrik, ſteht Aus dieſer Veranlaſſung wurde dem
Jubilar vor einigen Tagen in Anweſenheit ſeiner Kollegen durch den
Chef der Firma ein Anerkemnungsſchreiben des Reichspräſidenten v.
Hindenburg für ununterbrochene treue Arbeit überreicht. Außerdem
wurde dem wackeren Arbeiterveteran ſeitens der Firma in Würdigung
ſeiner Verdienſte ein anſehnliches Geldgeſchenk zuteil.
* Hirſchhorn, 15. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
14. September: 106 Meter; am 15. September: 1,02 Meter.
A. Erlenbach, 14. Sept. Errichtung eines Ehrenmals
für die Gefallenen des Weltkrieges. Schon lange trug
man ſich auch hier mit dem Gedanken, dem Beiſpiele vieler
Nachbar=
gemeinden folgend, den aus unſerer Gemeinde in den Weltkrieg
gezo=
genen und gefallenen Helden ein würdiges Ehrenmal zu errichten. Die
finanzielle Frage ſpielte aber in unſerer Gemeinde eine Hauptrolle, weil
unſer Ort nur 200 Einwohner zählt. Doch der Opferſinn der
Bevöl=
kerung, mit Ausnahme einiger, die anſcheinend die Beweggründe
zur Errichtung eines Gedenkſteines nicht zu würdigen verſtehen,
über=
wand die Schwierigkeiten. Ein namhafter Betrag floß durch freiwillige
Stiftungen zuſammen. Den Fehlbetrag wird die politiſche
Gemeinde übernehmen. Nun ſind bereits die Arbeiten voll im Gange.
Hieſige Landwirte liefern und fahren unentgeltlich Steine für den
Unterbau des Denkmals herbei, und Steinarbeiter ſtellen nach ihrer
Arbeit im Steinbruich benſo hilfsbereit nach Feierabend den
Unter=
grund her. Man hofft, in 2—3 Wochen das Denkmal dann
ein=
weihen zu können, das zu einer Zierde unſeres Dorfes werden ſoll.
A. Lindenfels, 15. Sept. Turnfeſt. Wie aus den
Bekannt=
machungen des hieſigen Turnvereins erſichtlich, findet hier auf dem
Turnplatze am Schloß ald kommenden Sonntag, den 18. ds. Mts.,
ein Turnfeſr ſtatt. Möchte der Veranſtaltung beſſeres Wetter und guter
Beſuch beſchi=den ſein. Um 14 Uhr wird ſich ein Feſtzug vom „Kühlen
Grund” aus durch die Haupt= und Burgſtraße zum Turnplatz bewegen,
wo ſich Frei= und Geräteübungen und die ſportlichen Wettkämpfe unter
Konzert abſpielen. Als Abſchluß findet abends noch im „Heſſ. Haus”,
ein Feſtball ſtatt.
Huldigungsfahrt zum deutſchen Rhein.
Die vom Mainzer Automobil=Club (A. D.A. C.) veranſtaltete
„Huldigungsfahrt zum deutſchen Rhein”, an
wel=
cher der geſamte deutſche Motorſport teilnimmt, findet mit
Unter=
ſtützung der Stadt Mainz im Rahmen der zurzeit veranſtalteten
Ausſtellung „Haus, Herd, Garten” am 17., 18. und 19.
Sep=
tember 1927 ſtatt. — Ein umfangreiches Sportprogramm
leitet die für den Motorſport bedeutungsvolle Veranſtaltung ein
und bringt der 17. und 18. September die Teilnehmer
der Stern= und Zielfahrt nach Mainz. Am 18.
Sep=
tember morgens findet ein von Fabriken und Privaten
glänzend beſchickter Schönheitswettbewerb ſtatt, für welchen
wert=
volle Preiſe zur Verfügung ſtehen. Dem nachmittags
vorgeſehe=
nen Korſo ſämtlicher Teilnehmer (man rechnet mit 800 bis 1000
Wagen und Motorräder) ſchließt ſich am Rhein vor der
Stadt=
halle die offizielle Huldigung unter Anweſenheit der Miniſter
verſchiedener deutſcher Staaten und der Protektoren der
Ver=
anſtaltung, Staatspräſident von Heſſen Ulrich und Miniſter
des Innern Kirnberger, an, bei welcher der
Reichskommiſ=
ſar für die beſetzten Gebiete Baron Freiherr Langwerth von
Simmern die offizielle Huldigungsrede halten wird. Abends
findet eine Feſtvorſtellung im Mainzer Stadttheater ſtatt. Der
19. September ſieht eine Rheinfahrt des Ehrenausſchuſſes und
ſämtlicher Teilnehmer vor.
A. Schlierbach, 15. Sept. Ehrenmal für die Gefallenen
1914/18. Bereits im Jahre 1923 hat man hier den Gefallenen und
Vermißten des Weltkrieges ein Denkmal errichtet in einer Niſcho der
Friedhofsmauer mit der Front nach der Hauptſtraße. Das Denkmal
trägt als Kopf das Eiſerne Kreuz und in ſeinem oberen Teil einen
aus dem Geſtein herausgehauenen Stahlhelm mit Eichenzweig. Auf dem
Mittelteil ſind die Namen der Gefallenen und Vermißten eingehauen.
Dieſe ſind nun ſeit der Errichtung des Denkmals derart verblaßt, daß
ſchon öfters der Wunſch laut wurde, hier doch eine ſchwarze, geſchliffene
Platte mit den Namen der Gefallenen und Vermißten in Goldſchrift
anbringen zu laſſen, was nun demnächſt geſchehen ſoll. Der
Denkmals=
ausſchuß hat bereits von Firmen diesbezügl. Koſtenvoranſchläge eingeholt
und wird wohl demnächſt mit einer Hausſammlung an die Einwoyner
des Bürgermeiſtereibezirks herantreten. Und es darf wohl erwartetet
werden, daß auch diesmal wieder der Betrag für die Beſchaffung der
Platte zuſammenkommt, daß ſie noch vor Winter am Denkmal
ange=
bracht werden kann.
A. Gadernheim, 15. Sept. Durch Spiel mit einer
Spreng=
kapſel ſchwer verletzt. Hieſige Kinder fanden in Abweſenheit
ihrer Eltern daheim eine Sprengkapſel. Sie ſteckten die Zündſchnur
an und wurden bei der nun erfolgenden Exploſion ſehr ſchwer verletzt.
Dem einen Knaben wurden ein Auge aus= und zwei Finger abgeriſſen.
Beide Knaben wurden in äußerſt bedenklichem Zuſtand ins Krankenhaus
verbacht.
W. Heppenheim a. d. B., 15. Sept. Straßenſporre Der
Ver=
kehr auf der Straße Bensheim-Lindenfels iſt wegen Straßenarbeiten
für Laſt= und Kraftfahrzeuge geſperrt. Der Verkehr nach
Linden=
fels wird über Heppenheim—Fürth umgeleitet. — Neudeutſchland.
Die hieſige neudeutſche Gruppe rüſtet für ihren diesjährigen öffentlichen
Abend. Diesmal ſoll hauptſächlich Frohſinn zur Herrſchaft kommen.
Gedacht iſt ein Luſrſpielprogramm, und zwar vornehmlich aus dem
Bergſträßer Volksleben. — Die diesjährige Ernte in Hackfyüchten zeichnet
ſich durch kräftiges und friſches Wachstum aus. Kartoffeln, von denen
die früheen Sorten bereits heimgebracht ſind, verſprechen, wenn auch hie
und da Fäule auftritt, im allgemeinen gute Erträge. Auch die
Grummeternte iſt ſoweit beendet und ſteht ſowohl in bezug auf
Qualität als auch auf Quantität der Heuernte nicht nach.
C Viernheim, 15. Sept. Gemeinderatsbericht vom
13. September. 1. Beſetzung zweier Lehrerſtellen. Gegen die
Be=
ſetzung von zwei vakanten Lehrerſtellen mit auswärtigen Bewerbern hat
der Gemeinderat vor einiger Zeit proteſtiert und einen Viernheimer
Herrn vorgeſchlagen, da u. a. auch nur eine freie Wohnung vorhanden
war. Das Landesamt ſür das Bildungsweſen hat nunmehr dem
Ge=
meinderat in einer Verfügung zu verſtehen gegeben, daß der
Ortsvor=
ſtand nur Wünſche hinſichtlich der aufgetretenen Bewerber äußern könne,
die Beſetzung der Stellen jedoch Sache des Landesamtes ſei. Mit dieſer
cinſeitigen Stellungnahme gibt ſich der Gemeinderat nicht zufrieden und
behält ſich weitere Stellungnahme vor. — 2. Als Beitrag der Gemeinde
zur Hindenburgſpende wurde der Betrag von 50 Mark bewilligt. Leider
ſind die übrigen Zeichnungen in der Gemeinde ſehr mäßig. — 3.
Pflaſte=
rung der Ortsdurchfahrten. Unſere Ortsdurchfahrten ſind in einem
erbärmlichen Zuſtand. Der Gemeinderat genehmigt deshalb die
Pflaſterung der Rathausſtraße von Lorſcher= bis Holſtraße unter der
Bedingung, daß die Provinzialſtraßenverwaltung mehr als die durch
Geſetz feſtgelegte Hälfte der Herſtellungskoſten bezahlt, da die
Unter=
haltungsarbeiten in den letzten Jahren ſeitens der früheren
Kreisſtraßen=
verwaltung mangelhaft waren. — 4. Beſteuerung der Neubauten. Das
Kreisamt hat der Gemeinde angeſonnen, Neubauten gleich dem Staat
5 Jahre ſteuerfrei zu laſſen. Dies lehnt der Gemeinderat ab. — 5.
Gleichfalls wurde die Einführung einer Filialſteuer abgelehnt, da man
durch die Einſüihrung eine Schädigung der Gemeinde befürchtete. (2)
S. Lampertheim, 15. Sept. Selbſtmord. In ſchon ſtark
ver=
weſtem Zuſtand wurde im Gemeindewald die Leiche des ſeit 14 Tagen
vermißten verheirateten Richard Hermann von hier aufgefunden. Der
Mann dürfte ſeinem Leben in einem Anfall geiſtiger Umnachtung durch
Erhängen ein Ende gemacht habem.
* Gernsheim, 15. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
15. September, morgens 6 Uhr: 1,69 Meter.
— Nauheim (Kreis Groß=Gerau), 15. Sept. Der im Aufbau
be=
griffene Nauheimer Gemüſe= und Obſtgroßmarkt, der ſich noch in dieſem
Jahre in ſchon zu eng gewordenen Mieträumen befindet, wurde von
Be=
ginn der Spargelernte 1927 an ununterbrochen täglich abgehalten,
aus=
genommen einige Wochen, an denen er wöchentlich nur dreimal
ſtatt=
fand. Dem Ziel des Zuſammenſchluſſes aller Gemeinden, die in dem
Nauheimer Marktgebiet liegen, iſt man während des ganzen Jahres
1927 erheblich näher gekommen. Dadurch iſt es möglich, daß die
Herbſt=
obſternte gleichmäßig verwertet wird. Viele Schwierigkeiten müſſen
aller=
dings noch überwunden werden. Das ausgezeichnet weitbekannte
Nau=
heimer Tafelobſt wird auch 1927 den ſich dafür intereſſievenden Handel
und den Verbraucher vollauf befriedigen, beſonders Boscoop, Baumann
Champagner=Reinette, Goldparmäne und andere beſte Tafelobſtſorten,
ſowie Schafnaſe und Bonapfel ſtehen reichlich zur Verfügung Die
jetzt reife Spätzwetſche gibt eine vorzügliche Lattwerg. Die
Markt=
verwaltung ladet durch ein Inſerat zum Kaufe in Nauheim ein.
z. Rüffelsheim, 14. Sept. Die Firma Opel hat für bedeutende
Erweiterungsbauten, die im nächſten Jahre in Angriff
ge=
nommen werden ſollen, einen großen Geländeſtreifen zwiſchen dem
Ginsheimer und Bauſchheimer Weg angekauft. — Mit Ablauf des
Jahres werden in hieſiger Gemeinde 30 Häuſer fertiggeſtellt.
z. Rüffelsheim, 15. Sept. em 50jähriges
Dienſtjubi=
läum feierte in den Opelwerken Herr Jakob Joſt.
z. Königſtädten, 14 Sept. Die goldene Hochzeir feienten
Schreinermeiſter H. Bärſch und Frau. Die geſamte Gemeinde brachte
dem Goldenen Brautpaar Glückwünſche dar. Auch der Staatspräſident
hatte ſeine Gratulation und ein Geſchenk übermittelt.
z. Kelſterbach, 14. Sept. Geländet wurde hier die Leiche eines
4jährigen Knaben, der in Sindlingen beim Spielen ins Waſſer fiel.
z. Guſtavsburg, 15. Sept. Leichenländung. Im hieſigen
großen Kanal wurde die Leiche eines etwa 16jährigen Mädchens
gelän=
det und in die hieſige Leichenhalle gebracht. Die Perſonalien konnten
bis jetzt noch nicht ermittelt werden.
—
Chinosol
verhütet Katarrhe und Entzündungen.
Zu haben in allen Apotheken und Fachdrogerien.
(I Hbg. 4325
U. Nieder=Ingelheim, 15. Sept. Das geheimnis
Auto, das ſchon überall geſehen, aber noch niemals angehaltee
den konnte, ſoll nach den Erzählungen eines jungen Mannes ac)
hieſiger Gegend umfahren. Der Betreffende, der ſich auf der Lamß
zwiſchen Gaulsheim und Gau=Algesheim befand, will dort vonre
Auto überholt worden ſein, deſſen Inſaſſen, als ſie ihn erreicht
ausſtiegen und ihn zur Mitfahrt einluden. Der junge Mann, S
Sache verdächtig vorkam, lehnte das ab, ebenſo die ihm angelo
Zigaretten, bog vielmehr ſchnellen Schrittes in einen Feldweg eij.
Auto folgte ihm aber auch dorthin. In ſeiner Angſt lief derr
Mann auf Leute, die im Felde arbeiteten zu. Erſt dann ließen 7/
den Männer, die im Auto ſaßen, von ihm ab und fuhren in ſchmrl
Tempo wieder Bingen zu. Man nimmt an, daß es ſich um
für die Fremdenlegion handelt. — Trotzdem die Kartoffeln nich
im Preiſe ſtehen, wird hier in einzelnen Gemarkungsteilen ſtam
Kartoffeldiebe geklagt. Einem Beſitzer wurden auf einem Ackenr
4 Zentner geſtohlen, wobei die Büſche mit den zum Teil unausge
Früchten rückſichrslos ausgeriſſen wurden.
29 Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotte
25. Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehunn
14. September wurden gezogen: 2 Gewinne zu 10000 B0.
Nr. 331 349; 6 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 68 987, 92 261, 1a00
16 Gewinne zu 3000 Mk. auf. Nr. 17 451, 76 653, 8842, M4
139 828, 181 412, 251 606, 293 415; 18 Gewinne zu 2000 Mi.
Nr. 94 848 134 366, 157 280, 163 063, 220 231, 244 556, 29
264 471, 279 417; 14 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 7420,
88080, 170 286, 225 572, 300 181, 332 317; ferner wurden geit
58 Gewinne zu 500 Mark und 204 Gewinne zu 300 Mark.
Nachmittags=Ziehung fielen: 2 Gewinne zu 10000 90,
Nr. 79 708; 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 307 304; 10 Gewi fu
3000 Mk. auf Nr. 50 518, 96 873, 113 448, 292 235, 328 312;
winne zu 2000 Mk. auf Nr. 75 834, 93 093, 118 517, 223 231, 29
326 749; 32 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 4442, 71330,
77 708, 85 384, 128 568, 148 882, 179 654, 228 491, 234 702, 201
264 009, 265 363, 294 738, 316 132, 345 429; ferner wurden g//0
72 Gewinne zu 500 Mark und 192 Gewinne zu 300 Mark. —
Gewinnrad verblieben: 2 Prämien zu je 500000
2 Gewinne zu je 50 000 Mark, 6 zu je 10000 Mk., 10 zu je 500
22 zu je 3000 Mk., 32 zu je 2000 Mk. 56 zu je 1000 Mk., 170 z
500 Mk., 422 zu je 300 Mark. (Ohne Gewähr.)
Geſchäftliches.
Ob zum kühnen Ozeanflug
die Gattin ſelbſt den Proviant des Piloten mit Sorgfalt zuſamman
oder ob Mutter nur für den Wand rvogel Maxl den Ruckſack pc.t
mer werden beide evwägen: Was iſt die geeignetſte Nahrung, dieV
geſchmack, Nährkraft und Bekömmlichkeit verbindet? Frau Char.5
war vielleicht der wundervolle Brotaufſtrich „Die friſche Reſi” mh.
kannt. Maxl’s Mutter aber greift ſicher zur friſchen Reſi, dieſſ
lichen Tafelmargarine, die ſich durch ihren hohen Gehalt an Vitary
dem wachstumfördernden Nährſtoffen, ſowie durch ihr AlpenmilckI.
das ſie der friſchen Allgäuer Milch verdankt, ganz beſonders zur i.
ernährung eignet.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag 16. Sept. 11.55: Glockenſpiel aus dem Darmfi
Schloß. O 13.50: Uebertr. von Kaſſel: Hauskapelle. o I
Hausfrauen=Nachmittag. O 17.45: Leſeſtunde: Aus Mozarts Bze
O 18.15: Dr. Schütz: Der Koran als Dichtung und als Geſe
8 18.45: Beamtenfortbildungsfurſus. Die Finanzlage des R1
O 19.15: Dr. Benjamin: Paris. 19.45: Ing. Randewig,
volkswirtſch. Bedeutung der Stickſtoffinduſtrie. — Die deuſt
Ozeanflugzeuge. O 20.05: Filmwochenſchau. O 20.15: Operit
Enſemble Sander=Graef: „Der Karneval in Rom” Operette=
Joh. Strauß. — Anſchl.: Uebertr., von Kaſſel: Spätkonzert.
Stuttgart..
Freitag, 16. Sept.
Eugenie Sauter=Kindler:
Reiche der Frau. o 16.15: Konzert. Schicke: Helios=Marſt
Lincke: Herbſtſtimmung — Göbel: Boſton=Serenade. — Maſ
Ouv Phädra. — Mattauſch: Fant. Graziella. — Ganne
Czarine. — Czibulka: Waldesflüſtern. Liebestraum nach dem 2.
— Söll: Alpha=Omega, Marſch. — Einl.: Martha Schuler. !
Landwirtſchaftsnachrichten. 18.15: A. Heitian: Das zweite
ſicht. 18.45: E. Mann: Hundert Jahre Dampflokom
O 19.15: Funkfeuilleion. O 19.45: Ueberſ. über die Hauptverax‟
der kommenden Woche (in Eſperanto). 20: Freiburg; Kar
muſik. Mitw.: Oberbad. Streichqu. Am Flügel: G. S
Beethoven: Streich=Quartett. Trio für Violine, Cello und
Quartett. O 21.30: Sport. Funkſtille,
Berlin.
Freitag. 16. Sept. 11.30: Uebertr, der Rede des
verkehrsmin. Krohne über „Verkehrsfragen unter
Berückſilt-
der Luftſchiffahrt” anl. der Verſammlung des Deutſch. Groß=
Ueberſeehandels aus dem Beethovenſaal Hannover. o u.7
Anna Kappſtein: Erziehung zur Natur. O 16.15:
Großſtädte des Altertums. 17: Kapelle Hoffmann: Mozart:
Zauberflöte. — Fetras: Nachruf an Mendelsſohn. — Fredu
Skandinav. Suite. — Fall: Potp. Dollarprinzeſſin. Anna,
iſt denn mit dir heut los? — Hoffmann: Erinnerungen an
O 18.40: Sportſchau des Monats. O 19.05: Italieniſch. N.1
Dipl.=Gartenbauinſp. Kache: Herbſtarbeiten im Blumengarten. 1
Kaſack: Köpfe der Dichterakademie (Schnitzler, Waſſein
Strauß, Ricarda Huch. Ponten, Wilh. Schäfer). S 20.30: Di
Konzert. Dvorak: Legenden. — Rubinſtein: Klavierkonzert 9"
— Sibelius: Sinf. N. 2, D=dur. O 22.30: Aus deutſchen L‟
Flotow: Ouv. und Letzte Roſe aus Martha. (Lotte Appel, So.
— Kienzl: Zu Straßburg auf der Schanz, aus Kuhreigen
Lortzing: So wiſſe, daß in allen Elementen, aus Undine.
Appel). — Weber: Fant. Freiſchütz. — Nicolai: Wohl denn, 20
iſt der Entſchluß a. Die luſtigen Weiber (Lotte Appel). —
perdinck: Knuſperwalzer aus Hänſel und Gretel. — Wagner: 20.
aus Tannhäuſer. Ufa=Sinfoniker,
Königswuſterhauſen. Freitag, 16. Sept. 15: Dr.
Einf. in die muſikal. Gattungen. 15.35: Welter und *
16: Dr. v. Gutfeld: Ueber Naturheilung. 6 16.30: Sc,
Wolff. St. Konetzky: Schulkundliche Fragen o 17: Dr=
Schiemann: Die Ergebniſſe des Kongreſſes für Vererbungswiſlen?
O 17.30: Felix Stiemer: Der Dichter als Geſtalt und SNl
18: Prof. Goehrens: Was ſind Edelſtähle? o 18.30: Er
für Fortgeſchr. o 18.55: Min.=Rat Siöberg: Unſere Wirſies
beziehungen zu den Randſtaaten. 19.20: Wiſſenſchaftl. Va.
für Aerzte. 20.30: Uebertr. Langenberg: Volkstüml, *
Betterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 17. Septembel
(Nach der Wetterlage vom 15. September 1927.)
Wolkig, auch zeitweiſe Aufklärung, Temperaturen wenic Ve‟
und vereinzelte Niederſchläge.
Heſſiſche Wetterdienſtſ
Hauptichriftieitung Rudolf Mauve
Verantworilich für Politit und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; ur Feuilein
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sicee e, ur Gpori, Dr. Eugen""
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt Andre?"
ſür „Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Iuteraieniel Wlll9
Orug und Veriag T C. Witt ſch — ämtlich in Darmſſad”.
Für unverlangte Manntrivte wird Garantie der Rückiendung 0 ch übellee t
Die heutige Nummer hat 20 Geiten
AA. DIONOOOTNA
die Qualitäts-Zahnpaste von mehr als 5 Millionen Menschen 21
Deutschland als bestes Zahn- und Mundpflegemittel im Gebrand
sondere Vorzüge: 1. macht die Zähne blendend weiß, 2. entfernl.""
gefärbten Zahnbelag, 3. beseitigt unangenehmen Mundgeruch. Gbelt"
Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf. — große Tübe 1 Il
Chlorodont-Zehndiirsten 1.25 Mark, für Kinder 10 Pfg. Chldle
Mundwasser Fiasche 1.25 Mark. Man verlange nur Chlef?-
Freſtag, den 16. September 1927
Geite 9
Popeline-Kleider
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reinwollene Qualitäten, in hübschen Farben
und Macharten . .
.. . 14.75, 12.50,
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gute Qualität, in den neuen Herbst-Farben
34.00, 29.00
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aus flott gemusterten Stoffen, in den neuen
Farben . . ....
„.. . . . 29.00, 24.00,
Damen-Mäntel
aus gutem Velour de laine und Ottomane, in
hübschen Farben und besonders großer
Aus-
wahl . . . . . . . . . . . . . . 2800, 24.00
Damen-Mäntele
aus schönem weichen Velour de laine, und
Ottomane, Kragen und unten rinesum mit
Plusch besetzt . . . . . . . . . . 36.00, 32.00,
Herbst-Blugsen
aus schön gemusterten Stoflen, in modernen
Formen",
Popeline-Blusen
reinwollene Qualität, in hübschen Farben und
Macharten . . .
„
aus schönem Crepe de chine und Eolienne,
in aparten Formen . . . . . . . 24.00 19.75, de
10 Elegante Kleider
mit langem Arm, in Veloutine, Eolienne und
Crepe de chine, moderne Ausführ. 45.00, 39.00,
A
10 Damen-anter
aus gutem Velour de laine, mit schönem
Pelz-
kragen, in modernen Farben . . . 39.00, 34.00,
10 OttomaneManter
mit großem Pelzkragen, ganz auf Damassé
getuttert, in elegant. Ausführungen 72.00, 65.00,
Ottomane Mäntel
00
95.
unten ringsum mit breit. Plüschsaum, auch
Kragen und Stulpen mit Plüsch besetzt, ganz
auf Damassé gefüttert . . .
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 257
berofeſſor Walther Amelung †
Prof. Dr. Walther Amelung,
r Serühmte Altertumsforſcher, Leiter des Deutſcher
raxäologiſchen Inſtituts in Rom, iſt 62jährig ge
arren. Nach ſeinem Doktor=Examen wandte ſie
mllung zuerſt der Bühne zu, war in München und
erfin Schauſpieler und kehrte erſt nach einer
timttreiſe zu der Altertumsforſchung zurück. Seit
B war er in Rom tätig. Im Jahre 1921 iſt er
m. Papſt mit der Neuordnung der Bildwerke im
Vatikan betraut worden.
Eiſenbahn und Waſſerſtraße.
Fünſzig Jahre Rheinverkehrspolitik.
Das Problem Eiſenbahn und Waſſerſtraße hat
kanntlich die Regierungen des Reiches und der
in er ſowie die Oeffentlichkeit in der neueſten Zeit
ſhuft beſchäftigt. In Erinnerung ſind die
verſchie=
mi Denkſchriften der Reichsbahn gegen die
Kanal=
ſiäk ſowie die Erwiderungen darauf aus dem
ſiessverkehrsminiſterium und der Wirtſchaft.
So=
ſit es ſich um Anträge neuer Kanalbauten
han=
ſt, iſt nun zwar für die Zeit ihrer vom
Reichsver=
ſy miniſterium eingeleiteten Prüfung gleichſam ein
aſ enſtillſtand geſchloſſen worden. Doch fordert ganz
a hängig davon das Problem in ſeinem
ſon=
ger, und zwar bedeutſameren, praktiſch=
verkehrs=
lirſchen Inhalt dringend eine Löſung. An
prak=
hr Bedeutung für Gegenwart und nächſte
Zu=
ni ſteht insbeſondere die Frage der Geſtaltung
6 volkswirtſchaftlich zweckmäßigen Verhältniſſes
iſchen Reichsbahn einerſeits, den
vorhan=
ien Waſſerſtraßen und der
Binnen=
hiffahrt, wie ſie auf den deutſchen Strömen
ut ihren Anſchlußkanälen geſchaffen iſt,
anderer=
il= voran. Im Herbſt werden ſich denn auch gerade
üü dieſer Frage die vor einiger Zeit gebildeten
zu erausſchüſſe des
Reichswaſſerſtraßen=
tats und des Reichswirtſchaftsrats
tſen. Für dieſe Arbeiten kann der bevorſtehende
Aſrſtraßen= und Binnenſchiffahrtskongreß, der am
ſttd 7. Oktober zu Duisburg ſtattfindet
inen auserleſenen Kreis von Sachverſtändigen
Bertretern der zuſtändigen Behörden vereinigen
5, als förderliche Vorbereitung wirken. Die
Ver=
alkungen gelten an dem erſten Tage, dem 6. Okt.,
ſiſe- Form des Rheinſchiffahrtstages zunächſt dem
ein, deſſen Schiffahrts= und Hafenweſen jedoch
P 914 zeitweilig faſt erdrückend ſchwere Jahre
alſtehen mußte. An dem genannten Tage begeht
bskannte, im Rheinverkehrsweſen führende
Ge=
obwwertretung, der Verein zur Wahrung
Rheinſchiffahrtsintereſſen, ſein
zisjähriges Beſtehen. — Einen noch weiteren
Anen erhalten die Veranſtaltungen durch die am
ſtem Tage in Duisburg und Mülheim (Ruhr)
tfindende Hauptverſammlung des
Zentral=
ſttins für deutſche
Binnenſchiff=
tt, deſſen verdienſtvolle Tätigkeit um das
ſche Waſſerſtraßenweſen bekannt iſt und die in
letzten Jahren einen neuen Auftrieb erfahren
Ferner wird Geheimrat de Thierry=Berlin
Grund ſeiner in dieſem Jahre unternommenen
Sdienreiſe nach den Vereinigten Staaten über
* Feſtſtellungen auf dem Gebiete des
nordameri=
tſcheen Waſſerſtraßenweſens berichten.
Für die naſſauiſche Simultanſchule.
SN. Wiesbaden. In einer gemeinſamen
wrechung haben der Allgemeine Lehrerverein im
hie ungsbezirk Wiesbaden, die Konferenz der
tgeliſchen Religionslehrer und =Lehrerinnen der
E3., Mittel= und höheren Schulen in Naſſau, der
aniſche Pfarrverein, der Evangeliſche Bund und
Freſſeausſchuß des Landeskirchenrates in
Naſ=
über die Stellungnahme ihrer Organiſationen
Frage der naſſauiſchen Simultanſchule beraten.
ſmirde feſtgeſtellt, daß das gemeinſame Ziel der
hexannten Körperſchaften immer die Erhaltung
bxſtehenden naſſauiſchen
Simultanvolksſchulver=
ſi ſe bleibe.
Exploſion bei der Firma Lanz.
SN. Mannheim. Mittwoch früh, kurz vor
Chr, vernahmen die Bewohner des Landeshof=
20 eils einen heftigen Knall, der von einer
—Ioſion im Betriebe der Firma Heinrich
5 herrührte. Auf bisher noch nicht geklärte
be war dort in der Gießerei, ein Kompreſſor
ſanert. Die Arbeiter, die ſich gerade beim
Um=
a. im Waſchraum befanden, wurden durch den
Luftdruck zu Boden geſchleudert. Hierbei
er=
im Arbeiter ſchwere Verletzungen, ſo
* ins Krankenhaus übergeführt werden mußte.
underen Arbeiter konnten nach anfänglicher
Be=
ag im Betriebe verbleiben. Der angerichtete
Haden iſt erheblich.
Fräulein, bitte Tokio!
Derlin. Anläßlich der kürzlichen
radiotele=
ehen Uebermittlung Berlin-Buenos Aires hat
Arco angekündigt, daß wir in abſehbarer
m die Geſamterde ſprechen könnten.
Arco hat weiter erklärt, daß
vorausſichtlich=
en dieſem Jahre drahtloſe Telephonverſuche
—Totio ſtattfinden werden. Wie wir erfahren,
En jetzt bald die angekündigten Telephonverſuche
Lu der japaniſchen und deutſchen Hauptſtadt
S Kurzwellenſender ſtattfinden.
Freitag, den 16. September 1927
Geite 11
Eimermacher und Kauler,
die beiden kühnen Führer des deutſchen Freiballons „Barmen”, haben in Amerika bei heftigem
Sturm 660 engliſche Meilen (1073 Kilometer) in 47 Stunden zurückgelegt und mit dieſer ſchönen
Leiſtung den dritten Preis im Gordon=Bennett=Wettbewerb für Freiballons gewonnen. Die
beiden erſten Preiſe fielen Amerikanern zu. Die geſamte europäiſche Konkurrenz blieb hinter
der „Barmen” zurück.
Flottenübungen in Swinemünde.
Ausfahrt zum Manöver.
Die Herbſtübungen der Kriegsflotte finden in Anweſenheit des Reichspräſidenten und des
Reichswehrminiſters ſtatt.
660 Meilenflug eines deutſchen Freiballons in Amerika.
„Barmen” an dritter Stelle im Gordon=Bennett=Wettbewerb.
Handwerk und Werkbund.
Das Handwerk kämpft in unſerer Zeit einen
harten Kampf um ſeine Exiſtenz gegen die immer
mehr vordringenden Mächte der Technik und
In=
duſtrie. Die Frage, welcher Anteil dem Handwerk,
und zwar nicht nur dem Kunſthandwerk, heute noch
an der geſtaltenden Arbeit zukommt, iſt auch für den
Werkbund von der größten Bedeutung. Die
dies=
jährige Tagung des Deutſchen Werkbundes, die in
der Zeit vom 27. bis 29. September in Mannheim
ſtattfindet, ſoll daher den Fragen des Handwerks
ge=
widmet ſein. Als Vertreter des Handwerks wird
Herr Dr. Meuſch, Generalſekretär des Deutſchen
Handwerks= und Gewerbekammertages, in der
öffent=
lichen Verſammlung am 29. September, vormittags
9.30 Uhr, in der Städtiſchen Kunſthalle das Thema
„Handwerk und Werkbund” behandeln. Zum gleichen
Thema wird Muſeumsdirektor Dr. Walter Riezler=
Stettin ſprechen. Die Behandlung der Fragen des
Handwerks auf dieſer Tagung wird der Auftakt zu
weiterer gemeinſamer Arbeit der
Handwerkerorgani=
ſationen mit dem Werkbund ſein. Am 28.
Septem=
ber, nachmittags 2.30 Uhr, findet ebenfalls in der
Städtiſchen Kunſthalle die Mitgliederverſammlung
ſtatt. Neben den geſchäftlichen Berichten werden die
kommenden Ausſtellungspläne des Deutſchen
Werk=
bundes zur Beratung ſtehen. Zum Schluß der
Tagung ſoll die Werkbundausſtellung „Die
Woh=
nung” Stuttgart 1927 beſichtigt werden, die von dem
Tage ihrer Eröffnung an das lebhafte Intereſſe
der Oeffentlichkeit gefunden hat.
Mord an einem Mühlenbeſitzer.
Berlin. Geſtern früh wurde der
Mühlen=
beſitzer Märker in Glienicke, Kreis Beeskow=
Stor=
kow, abſeits von ſeiner Windmühle in einer
Ver=
tiefung mit durchſchnittener Kehle aufgefunden. Die
Feſtſtellungen der Berliner Kriminalpolizei ergaben,
daß Märker in der Nacht auf ſeiner Mühle noch
tätig war und von der Arbeit weggelockt worden iſt.
Ob ein Raubmord vorliegt, ſteht noch nicht feſt,
ebenſowenig, ob es ſich um einen oder mehrere Täter,
von denen jede Spur fehlt, handelt.
Abbruch des Weltfluges.
EP. Tokio. Mit Rückſicht auf die in Amerika
entſtandene Bewegung gegen die Ozeanflüge und auf
die Wetterlage haben, die beiden amerikaniſchen
Weltflieger Schlee und Broock nunmehr
be=
ſchloſfen, auf den Weiterflug nach Amerika
über den Stillen Ozean zu verzichten. Sie
wer=
den ihren Flug in Japan abbrechen.
Unterſchlagungen in Angermünde.
Angermünde. Eine plötzliche Reviſion bei
der hieſigen Stadtſparkaſſe hat ſchwere
Ver=
fehlungen des dort beſchäftigten Kaſſierers
Kund=
ler aufgedeckt. Kundler hat ſich Unterſchlagungen
zuſchulden kommen laſſen, die ihm ſchätzungsweiſe
Tauſende von Mark eingebracht haben. — Weiter
deckte eine Reviſion bei dem hieſigen
Landrats=
amt Verfehlungen des hier beſchäftigten Sekretärs
de Sombre auf. Auch hier ſollen die
Unter=
ſchlagungen bis in die Tauſende gehen. — Endlich
ſtehen noch zwei Direktoren des hieſigen
Kataſteramts unter der Anklage,
Unterſchla=
gungen im Amt begangen zu haben.
Große Hitze in Illinois.
Paris. Der „New York Herald”, meldet
aus Chicago, daß eine Hitzewelle in der dortigen
Gegend aufgetreten ſei. Die Schulen hätten
ge=
ſchloſſen werden müſſen. In einem großen Teile
des Staates Illinois ſei die Temperatur auf
beinahe 100 Grad Fahrenheit und in
Chi=
cago auf 94 Grad Fahrenheit geſtiegen. In Chicago
ſeien vier und in St. Louis zwei
Todes=
fälle vorgekommen.
Einzelheiten über das Erdbeben auf der Krim.
Moskau. Aus den weiteren über das
Erd=
beben vom 12. September bekannt werdenden
Ein=
zelheiten geht hervor, daß in Koreis und anderen
Orten des Gebietes von Jalta viele Erholungsheime
und Sanatorien erheblich beſchädigt worden ſind. In
Simeis iſt der große Napoleonsfelſen abgeſtürzt. Das
rieſige Waſſerreſervoir in Oreanda hat Riſſe
be=
kommen, denen täglich 350 000 Liter Waſſer
ent=
ſtrömen. Bedeutende Zerſtörungen werden aus den
Taldörfern gemeldet. Im Dorfe Lomen und den
benachbarten Ortſchaften wurden 700 bis 800
Häuſer zerſtört oder beſchädigt. Geſtern nacht
wurden in Simferopol, Jalta und Sebaſtopol neue
Erdſtöße wahrgenommen. Die Geologen ſchließen
einmütig auf einen tektoniſchen Charakter des
Erd=
bebens. Im Erdbebengebiet herrſcht vollkommene
Ordnung. Es iſt kein einziger Fall von Plünderung
bekannt geworden. Am Donnerstag traf Rykow, der
eine Erholungsreiſe nach der Krim angetreten
hatte, in Sebaſtopol ein. Er unterrichtete ſich in
einer Unterredung mit Vertretern der örtlichen
Ge=
meinden über die Lage im Erdbebengebiet.
Die Sturzſlut=Kataſirophe
in Japan.
Sachſchaden von 20 Millionen Hen.
EP London. Gegenüber den von
verſchie=
denen Seiten verbreiteten phantaſtiſchen Ziffern
ge=
ben die japaniſchen Behörden, wie aus Tokio gemel
det wird, die bisher tatſächlich feſtgeſtellte Zahl der
Todesopfer in Kiu=Schiu mit rund 400
und die der Verletzten mit 2000 an.
Minde=
ſtens 1000 Häuſer ſeien zerſtört worden.
Nach einer Meldung der Britiſh United Preß
wer=
den außerdem noch etwa 1000 Perſonen
ver=
mißt. Die Verbindungen mit den von der
Kata=
ſtrophe betroffenen Gebieten ſind immer noch
unter=
brochen, ſo daß ſich die Ausdehnung der Schäden
nicht genau überblicken läßt. Man ſchätzt den
Sach=
ſchaden jedoch auf 20 Millionen Yen. Das Unglück
nahm deshalb einen ſo großen Umfang an, weil der
Caifun mit der Sturzflut zuſammenfiel. Der Taifun
Karte der Inſel Kiu=Schiu.
ging ſpäter auch über Tokio und Yokohama hinweg,
In Tokio ſtürzten 9, in Yokohama etwa 100 Häuſer
ein. In ganz Japan ſind Sammlungen zur
Unter=
ſtützung der Geſchädigten eröffnet worden. Die
letz=
ten Nachrichten aus Tokio, wie ſie in der „Times”
wiedergegeben werden, befagen, daß die Zahl der
Toten in Kiu=Schiu ſich auf 719, die der Verletzten
ſich auf 2303 beläuft. 1850 Häuſer wurden zerſtört,
3000 unter Waſſer geſetzt. Zahlreiche Deiche,
dar=
unter neu erbaute, wurden fortgeriſſen.
Die Unwetterkataſtrophe in Japan.
Paris. Nach einer Havasmeldung aus Tokio
hat der am Mittwoch niedergegangene Taifun in
Yokohama Sachſchäden angerichtet, die auf eine
halbe Million Yen geſchätzt werden. 30
Per=
ſonen wurden verletzt, zwei große Gebäude
und mehrere Häuſer zerſtört. Nach Meldungen
von der Inſel Kiuſchiu ſind 2000 Soldaten mit
Nach=
forſchungen nach den infolge der Sturmflut
ver=
mißten Perſonen beſchäftigt. Bisher konnten
vier=
hundert Leichen geborgen werden. Außerdem wird
gemeldet, daß 500 Fiſcherboote auf der Höhe von
Nagaſaki gekentert und dabei 25 Fiſcher ums Leben
gekommen ſind. Im Badeort Karaſchi wurden zwölf
Hotels durch den Wirbelſturm vernichtet und ein
dreizehntes ſchwer beſchädigt.
Neues Erdbeben am Schwarzen Meer.
EP. Mailand 15. Sept. Der „Corriere della
Sera” meldet aus Jalta: Ein neues Erdbeben
hat ſchweren Schaden angerichtet, ohne indeſſen
wei=
tere Menſchenleben zu fordern. Die Bevölkerung
lagert in den Gärten, wo ſie auch Betten
aufge=
ſchlagen hat. Die jüngſt in ein Muſeum verwandelte
Villa Tſchekoff wurde ernſtlich beſchädigt. Die
Schweſter des Schriftſtellers hat ſich in den Hof der
Villa geflüchtet. Die Spitäler beherbergen
hun=
dert Verletzte, wovon 15 ſchwer verletzt ſind.
In Koreis wurden durch den Einſturz einer
Mauer drei Perſonen getötet und
fünf=
zehn verletzt. In Balaklawa war das Erdbeben
von einer Springflut begleitet.
Die Sturm=Kataſtrophe in Mexiko.
EP. New York. Nach den letzten Nachrichten
hat der heftige Sturm an der Weſtküſte von Mexiko
ernſteren Schaden angerichtet, als man zunächſt
an=
nahm. In Mazaplan wurde das Hauptgebäude
der Docks vollſtändig zerſtört. Mehrere
Per=
ſonen wurden getötet, zahlreiche verletzt. In
Salingcruz ſanken verſchiedene im Hafen liegende
kleine Fahrzeuge, wobei eine Anzahl Schiffer den
Tod fanden.
Nummer 257
Freitag, den 16. September 1927
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Nummer 257
Freitag, den 16. September 1927
Seite 15
Oort Shier und Tatner.
Fußball.
Svortvereinigung 04 Arheilgen—Sportverein 1898 Darmſtadt.
was Spiel der Spiele für die Darmſtadt=Arheilger Fußballgemeinde.
ſt langem erwartet, wird die Begegnung der beiden alten Rivalen
(sonntag am Arheilger Mühlchen eine Neuauflage der früheren
Be=
a ngen im einſtigen Odenwaldkreis ſein. Und welch alter
Fußball=
nur deukt da nicht unwillkürlich und mit wehmütiger Erinnerung der
um, da das Fußballſpiel die umſtrittenſte Sportart war, als noch
ſt che Behörden und unaufgeklärte Bürger dem runden Leder
gleich=
j.= um nicht zu ſagen feindlich, gegenüberſtanden. Damals waren es
Zarmſtadt FC. Olympia und Sp. Cl. 05, die mit dem Arheilger FC.
inwig 04 um den Sieg ſtritten. Wer erinnert ſich nicht der Namen,
fwüher guten Klang beſaßen: Der Dang, der Enzgraber, Schreiber,
G.= auf der einen und der beidem Wilh. Völger, Weſp, Siegfried
ſ0. r. Fleck, Gg. Peter uſw., auf der anderen Seite. Damals war es
ſu” um des Sportes willen, das ſonntägliche Ideal, das noch mit
de gehegt und gepflegt wurde. Um ſo mehr geliebt, weil ihn gerade
ew=oße Maſſe, die heute in ſeinem Bann ſteht, ablehnte und
be=
woXe. Man wußte da noch nichts von techniſchen Feinheiten und
nSrägtem Spielſyſtem. Aber mit wieviel mehr perſönlichen
Ent=
ſurngen fuhr man da Sonntag für Sonntag auswärts. Wie manch
ir mußte ſich von zu Hauſe fortſtehlen, um das Spiel nicht zu
ver=
mm! Vorbei! Die heutige materielle Zeit hat auch dem ſportlichen
ter. ihr Signum aufgedrückt. Wohl iſts in mancher Beziehung beſſer
ſoDden, ſo vor allem mit Platzanlagen, die früher aller Beſchreibung
tren. Doch die letzte Begeiſterung, mit der man früher zum Spiel
t, Hveil das Spiel allein Freude bereitete, iſt heute durch den
Punkt=
hoi. zur Leidenſchaft geworden. Die heutigen Spiele ſtehen in keinem
ver Verhältnis mehr zu den früheren. Ungeheure Anforderungen,
tiſch und pſychiſch, werden vom jetzigen Fußballer verlangt, und nur
gänzlich durchtrainierter Körper kann dieſe Leiſtungen vollbringen.
„Drrmſtadt war den Leuten vom Vorort immer um einige
Naſen=
her voraus. Wir erinnern uns der Spiele vor dem großen Krieg,
1d— Arheilger hauptſächlich mit dem damaligen Sportklub 05
zu=
yenführte. Sportklub folgte Olympia 98, die bereits der höheren
tſt angehörte, und der damalige FC. Olympia Arheilgen blieb zurück.
ſkenn der Krieg, und mit ihm die völlige Ruhe im Sportbetrieb, bis
5/S die erſten Verbandsſpiele ausgetragen wurden, die in einer
iſt durchgeführt, die aus der Fuſion Sp. Cl. 05 und Olympia 98
her=
ne angene „Darmſtädter Kriegsmannſchaft” wieder mit den
Arheil=
g zuſammenbrachte. Zuletzt ſahen wir den Darmſtädter Sportver. 98
indm 1921 vereinigten beiden Arheilger Fußballvereinen Olympia und
curnia 1923/24 in den Spielen um die Meiſterſchaft des
Odenwald=
ge— Während damals Arheilgen um ein Haar hätte in die niedere
eſt abſteigen müſſen, konnte Sportverein Darmſtadt glücklich in der
emn Klaſſe landen. Jetzt, drei Jahre ſpäter, iſt den Leuten vom
tork der Traum von der Bezirksliga zur Wirklichkeit geworden.
Ar=
gen hat die Darmſtädter wieder eingeholt! Was haben nun beide
ünſchaften in der neuen Gruppe bisher erreicht. Darmſtadt ſtartete
im ſchend gut (5:0 Neu=Iſenburg) und Arbeilgen hatte im erſten
eI Pech und verlor in Höchſt knapp 1:0. Doch der zweite Sonntag
nänderte das Bild. Darmſtadt verlor in Höchſt und die Arheilger
gangen gegen Mainz ein 2:2. Am letzten Sonntag verloren beide
kire. In der Tabelle ſehen wir Sportverein 98 mit einem Punkt
Sportvereinigung Arheilgen. Ein Sieg der Darmſtädter würde
beiwen weit zurückſchieben, während ein Sieg dieſer, jene
zurückwer=
ſwärde. Dagegen ſtellt ein Unentſchieden die jetzige Differenz wieder
Air hoffen auf gutes Wetter und, was noch wichtiger iſt, auf einen
m Schiedsrichter, der die Gewähr für einen einwandfreien Verlauf
Swieles gibt.
Sportverein 1922 Roßdorf e. V.
An Sonntag mittags 4 Uhr empfängt der Verein den angeblichen
iſ rſchaftsanwärter der B=Klaſſe, V.f.R. Erbach i. O. zum fälligen
tbmdsſpiel. Obgleich Roßdorf gegen die zweite Mannſchaft des
4 Lengfeld unverdient verloren hat, ſo wird der Verein die Punkte
z verſchenken und dürfte ein intereſſantes Wettſpiel zu erwarten
„idr Erbach als Favorit der B=Klaſſe ſicher die Punkte in den
u ald bringen will.
V.f. R. e. V.—Fußballverein Michelſtadt.
Zum dritten Verbandsſpiel begibt ſich am Sonntag die erſte Elf
ſWßF. R. nach Michelſtadt. Was das heißt, wird ein jeder Kundige
ſngenes Jahr gemerkt haben, denn feſtſteht, daß Michelſtadt auf
uer Plätzen faſt nichts zu beſtellen hat, während die Mannſchaft
wm
auf eigenem Gelände ſehr ſchwer zu ſchlagen iſt. Die Raſenſpieler
tre=
ten zu dieſem Spiel in der alten Aufſtellung an, und müßten auf Grund
ihrer Leiſtungen beide Punkte mit nach Hauſe bringen.
Die zweite Mannſchaft ſpielt auf dem Stadion vormittags 9 Uhr
gegen die gleiche des Sportv. 98, während die dritte Mannſchaft auf
dem Exerzierplatz um dieſelbe Zeit die dritte Mannſchaft des
Sport=
vereins 98 empfängt. Die erſte Jugend tritt auf dem Stadion der
erſten Jugend des Sportv. 98 gegenüber, außerdem begibt ſich die
zweite Jugend nach Meſſel. Alles in allem ſtehen am Sonntag
wiede=
rum 5 Mannſchaften auf dem Raſen, die den V.f.R. würdig vertreten
werden.
Handball.
Main=Rhein=Turngau — Deutſche Turnerſchaft.
Der kommende Sonntag wird mit der Fortſetzung der Gaurunde
im Handball=Lager der Turner ausgefüllt. Im Turnerlager herrſcht ein
reger Betrieb, denn nicht weniger wie 36 Spiele werden zuſammen in
den einzelnen Klaſſen und Gruppen innerhalb des Gaues durchgeführt,
die nahezu 800 Spieler auf die Sportplätze bringen werden.
Meiſterklaſſe: Die beiden Tabellen=Spitzenreiter Groß=Gerau—
Pfung=
ſtadt, von welchen Groß=Gerau einen Punkt mehr verzeichnet, treffen ſich
in Groß=Gerau. Man verſpricht ſich ein hochwertiges Spiel. Eine
Siegervorausſage iſt in Anbetracht des Ausgleiches ſehr ſchwer. Es
dürfte hier auf gut Glück ankommen. Im Spiele Eberſtadt—Neu=
Iſen=
burg wird es hart auf hart gehen. Doch hat Eberſtadt Siegesausſichten!
Das Spiel Nauheim—Sprendlingen ſteht offen.
A=Klaſſe. Bickenbach-Seeheim. Erſtere Elf waren bisher die
Glücklicheren. Darmſtadt (Tgſ.)Beſſungen (Tgde.). Den Platz der
1875er an der Kranichſteinerſtraße dürfte Beſſungen als Sieger verlaſſen.
Bei Eberſtadt—Bensheim ſteht der Ausgang offen. Worfelden—
Erfel=
den; erſteres hatte bisher den größeren Erfolg. Ober=Ramſtadt (Kreis
Darmſtadt)Wolfskehlen; hier hat letzteres die befſeren Ausſichten.
Darmſtadt (Tgde.)—Gernsheim; die Punkte wird ſich Gernsheim, ſichern
wollen. Arheilgen—Griesheim (Tgbe.). Ein ſo leichtes Spiel und ſo
hohes Reſultat, wie am verfloſſenen Sonntag, dürfte Arheilgen diesmal
nicht zu verzeichnen haben. Langen-Nieder=Noden und Egelsbach—
Walldorf. Langen dürfte den Kürzeren ziehen, und Walldorf wird
Egelsbach eine Niederlage bereiten.
B=Klaſſe. (Gruppe 1): In den Spielen Alebach-Bensheim;
Bicken=
bach-Pfungſtadt; Griesheim (Tgde.)—Heppenheim; ſind jeweils
erſt=
genannte Platzvereine und können auch die Beſſeren ſein. Darmſtadt
(Tgſ.) empfängt Ober=Ramſtadt (Tgſ.). Beide noch punktgleich, und
ſchwankt hier das Zünglein an der Wage ſichtlich. Langen, mit einer
bis jetzt knappen Niederlage, tritt in Arheilgen an. Büttelborn—
Wall=
dorf hängt vom Spielverlauf ab. Groß=Gerau fährt nach Gernsheim,
und ob es gewinnt? In der Gegnerſchaft Goddelan—Wolfskehlen
ſcheint Goddelau der Ueberlegene zu ſein.
C=Klaffe. In den Spielen Jugenheim—Zwingenberg dürfte letzteres
ohne Zweifel ſehr überlegen ſein, und Hähnlein dürfte Alsbach das
Nachſehen geben. Beſſungen fährt nach Nieder=Roden und Eſchollbrüchen
nach Sprendlingen. Ober=Ramſtadt (Tv.) empfängt Nieder=Roden (Tgde.),
Ober=Ramſtadt (Tgſ.) wind gegen Noßdorf der Spielſtärkere ſein.
Er=
felden-Naubeim. der Erfahrung nach zwei gleichwertige Gegner.
Wallerſtädten—Worfelden haben bisher ſich gut gehalten und einen
guten Anfang hinter ſich. Wie der Kampf zwiſchen beiden endet, muß
das Spielergebnis bringen. Die
Jugendklaffe hat Spiele in Bensheim, Heppenheim, Eberſtadt,
Sprendlingen, Langen, Griesheim und Groß=Gerau.
Pol.=Sportverein Darmſtabt 1.—Rot=Weiß Darmſtadt 1.
Die Handballverbandsſpiele im Frankfurter Landesverband, Bezirk
Starkenburg, haben begonnen, und die einzelnen Vereinsmannſchaften
haben erneut ihr ſpieleriſches Können auf dem grünen Raſen unter
Be=
weis zu ſtellen. Bei Beginn einer neuen Spielperiode treten die meiſten
Mannſchaften mit einer veränderten Aufſtellung gegenüber dem Schluß
der abgelaufenen Verbandsſpielſgiſon auf den Plan. Dies iſt ganz
be=
ſonders von obigen Mannſchaften zu ſagen. Die Polizei=Sportvereins=
Elf iſt gänzlich umgeſtellt, nur der Mittelläufer und der Mittelſtürmer
ſind bekannte Geſichter aus der vorjährigen Mannſchaft. — Rot=Weiß
hat auch eine Mannſchafts=Umſtellung gegenüber dem Vorjahre
vorge=
nommen. Durch Einſtellung junger Kräfte hat ſie eine weſentliche
Ver=
ſtärkung erfahren, beſonders die Läuferreihe wurde in ihrer Spielſtärke
gehoben. Das Spiel, das nachmittags 3 Uhr auf dem
Polizeiſportver=
einsplatz beginnt, verſpricht bei der Spielweiſe, die beiden Mannſchaften
eigen iſt, ein ſehr flüſſiges und anregendes zu werden und wird
man=
chen Handballanhänger anziehen. Hoffentlich ſteht dem Spiel ein guter
Unpartetiſcher vor, dann wird der Weg auf den Exerzierplatz ſich doppelt
lohnen. Der Ausgang des Spieles iſt ungewiß. Wir geben Rot=Weiß
die beſſeren Ausſichten. Die Eintrittspreiſe ſind ſehr nieder gehalten,
Eingang zum Sportplatz nur durch die Dragoner=Kaſerne, Holzhofallee,
Die zweite Mannſchaft muß nach Babenhauſen, und wird ſich
mäch=
tig ſtrecken müſſen, wenn ſie Spiel und Punkte gewinnen will.
Kegeln.
1. Bezirksſportwoche des 3. Bezirkes. — 4. Tag.
Das Intereſſe am Kegeln war heute lebhafter wie in den
bis=
herigen Wochentagen. Mehrere auswärtige Klubriegen fanden ſich ein,
ebenſo eine Anzahl Aſchaffenburger Klubriegen, auch die Preisbahnen
erfreuten ſich lebhaften Zuſpruches.
Die erzielten Höchſtreſultate des vierten Tages ſind folgende:
Ehrenbahn. 10 Kugeln. 1. Krauſar, Hanaau, 65; 2. Rehm,
Aſchaffen=
burg, 61; 3. Ködle, Dieburg, 56; 4. Flach, Aſchaffenburg, 56.
Indnſtriebahn. 5 Kugeln. 1. K. Scholz, Aſchaffenburg, 35: 2. Rehm.
Aſchaffenburg, 33.
Damenbahn. 5 Kugeln. 1. Grimme, Aſchaffenburg, 31; 2. Jürgenſen,
Aſchaffenburg, 25; 3. Fr. Schmittmer, Aſchaffenburg, 24.
Werbebahn: 1. Roth. Aſchaffenburg, 25: 2. Zilch, Aſchaffenburg, 25:
3. Seeger, Aſchaffenburg, 25.
Klubriegen. 1. Verbandsklubs: 1. Kegelgeſellſchaft 1905 Aſchaffenburg,
1225: 2. Kegelgeſellſchaft Mainkante Aſchaffenburg, 1144: 3.
Kegel=
geſellſchaft Gemütlichkeit 1 Hanau, 1082; 4. Kegelgeſellſchaft
Ge=
mütlichkeit 2 Hanau, 1011. — 2. Nichtverbandsklubs: Frohſinn,
Abteilung 1, 432: Abteilung 2, 421.
Schwimmen.
Hellas Magdeburg abgewieſen.
Nach dem Siege von Waſſerfreunde Hannover im Endſpiel um die
Deutſche Waſſerball=Meiſterſchaft hatte die unterlegene
Mannſchaft von Hellas Magdeburg einen Proteſt eingelegt, der ſich
auf angebliche Fehlentſcheidungen des Schiedsrichters ſtützte. Der
Waſſer=
ballausſchuß des Deutſchen Schwimmverbandes hat den Proteſt jetzt
mit der folgenden Begründung abgelehnt: „Die von Hellas
Magde=
burg angegebenen Gründe des Proteſtes wurden auf Grund von
Be=
richten aller beteiligten Stellen geprüft. Die Unterſuchung ergab, daß
Fehlentſcheidungen des Schiedsrichters keinen Einfluß auf den Ausgang
des Spieles gehabt haben und daß auch die übrigen Gründe des
Pro=
teſtes keine Veranlaſſung geben, das Spiel zu annullieren. Der Proteſt
von Hellas Magdeburg wird daher abgelehnt, Waſſerfreunde Hannover
bleiben Deutſcher Waſſerballmeiſter 1927"
Pferderennen zu Mannheim vom 15. Gept.
1. Wachenburg=Hürdenrennen. Für Dreijährige. 3000 Mark.
2800 Meter: 1. Gehr. Röslers Herzkönig (Weber); 2. Amper; 3.
Glär=
niſch. Ferner: Frrimut, Deluſion, Beliſaire. Tot.: 19, Pl. 12, 11:10.
½—Kopf.
2. Preis vom Neckar. Herrenreiten. 3000 Mark. 1600 Meter:
1. Dr. O. Deutſch=Zeltmanns Petronius (Frhr. v. Egloffſtein); 2.
Theo=
krit; 3. Diavolo. Ferner: Aviator, Laxenburg. Tot.: 86, Pl. 22,
14:10. ½—1 Lg.
3. Murg=Reunen. 2400 Mark. 1450 Meter: 1. F. Denickes Miami
(B. Saria); 2. Terrakotta; 3. Manon. Ferner: Eifel, Eleonore,
Metis, Struga, Idol, Metropolis. Tot.: 220, Pl. 40, 26, 13:10.
Hals—3/ Lg.
4. Preis von der Pfalz. Herren=Jagdrennen. Ehrenpreis und
5400 Mark, 4000 Meter: 1. L. E. Liebrechts Le Challenge (Hr.
Schnitzer); 2. Kritiſcher Tag; 3. Sturm. Ferner: Le Gerfaut; Tango,
Snob, Virradat. Tot.: 72, Pl. 16, 12, 14:10. Hals—1 Lg.
5. Donau=Ausgleich. Ehrenpreis und 4100 Mark. 2400 Metovt:
1. H. v. Opels Kairos (K. Narr); 2. Taugenichts; 3. Ingo. Ferner:
Sphaira, Glockner. Tot.: 27, Pl. 17, 15:10. Hels-Kopf.
6. Holck=Jagdrennen. Herrenreiten. 3000 Mark. 3400 Meter:
1. M. Friedigers Dojan (v. Moreau); 2. China; 3. Centrifugal.
Fer=
ner: Donnerwetter, Stefanie II. Tot.: 73, Pl. 26, 17:10. ½—Hals.
7. Kinzig=Rennen. 3000 Mark. 1200 Meter: 1. W. Weigangs
Exzellenz (P. Gabor); 2. Farmerin; 3. Guſcha. Tot.: 18:10. Drei
liefen. 1½—2 Lg.
Brechenmacher bleibt in Frankfurt. Der Deutſche Meiſter und
Rekordmann im Kugelſtoßen, der im Frankfurter Stadion als
Sport=
lehrer wirkt, hatte gleichzeitig mit dem übrigen Sportlehrer=Perſonal
des Stadions eine Kündigung erhalten, die angeblich aus finanziellem
Gründen erfolgen mußte. Brechenmacher hat jetzt jedoch die Nachricht
erhalten, daß man auf ſein Verbleiben im Frankfurter Stadion
Wert legt.
(TV. 2638
Im Herbst,
wvenn sich die Bäume unter
der Last der Früchte neigen
und die Spätsommersonne dem
Obst die süße Reife gegeben hat,
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Apfelkuchen oder gar „Pflaumen im Schlaf-
L2 mit einer Zipfelmütze aus Schlagsahne bäckst, der durch Palmin
Plockerte Teig wird sich sättigen mit dem süßen Saft und dem Aroma
Pr Früchte. Er kann dabei schwer von Fett sein, niemals aber wird
9 Fett selbt zu schmecken sein, wenn Du Palmin genommen hast.
firnin hat keinen Eigengeschmack.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 257
Freitag, den 16. Sep
Die Lage der deutſchen Maſchinen=
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem Spitzenverband
der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben: Im allgemeinen
blieb die Lage der deutſchen Maſchineninduſtrie im Auguſt, der ja
zu=
meiſt ein geſchäftsſtiller Monat zu ſein pflegt, unverändert. Der
Auf=
tragseingang aus dem Ausland blieb gleich, derjenige aus dem Inland
gab geringfügig nach, was aber wohl ſchon im nächſten Monat
aus=
geglichen ſein dürfte, da der Eingang von Aufträgen aus dem Inland
ſich etwas gehoben hat. Auch die Anfragetätigkeit aus dem Auslande
war rege. Die Lage der einzelnen Zweige der Maſchineninduſtrie iſt
nicht einheitlich. Leichte Rückſchläge auf einzelnen Gebieten ſind durch
Beſſerung der Lage anderer Zweige ausgeglichen worden. Der
Beſchäf=
tigungsgrad der einzelnen Werke iſt jedoch befriedigend. Für die
Ma=
ſchineninduſtrie trifft die in letzter Zeit gelegentlich der Erörterung der
Inlandskonjunktur aufgeſtellte Behauptung, daß man Gefahr laufe,
den Auslandsmarkt über dem Inlandsgeſchäft zu vernachläſſigen, nicht
zu. Nach den amtlichen Ausfuhrzahlen hob ſich die Maſchinenausfuhr
vom Februar 1925 von 47 Millionen RM. in langſamem Aufſtieg auf
83 Millionen RM. im März 1926. Dann aber erlitt die deutſche
Maſchinenausfuhr — ähnlich wie die engliſche — einen ſchweren
Rück=
ſchlag. Innerhalb von fünf Monaten wurde ſie bis auf 55 Millionen
Reichsmark im Auguſt 1926 zurückgetvorfen, um hierauf von neuem
innerhalb von zwölf Monaten auf 83 Millionen RM. zu ſteigen.
Da=
nach weiſt die Juliausfuhrziffer (die letzte bekannte Zahl) für den
Ma=
ſchinenbau wieder den höchſten Wert der Nachkriegszeit auf. Dieſe
Zah=
len ſpiegeln die zähe Ausdauer wieder, mit der die Auslandsmärkte
ſei=
tens der Maſchineninduſtrie bearbeitet werden. Der Abſchluß des
deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrags iſt daher innerhalb der
Maſchinen=
induſtrie auch ſehr begrüßt worden, iſt doch Frankreich in der
Vorkriegs=
zeit eines der Hauptabſatzländer der deutſchen Maſchineninduſtrie
ge=
weſen.
Der Hinweis auf das dringende Erfordernis der Qualitätsarbeit für
deutſche Erzeugniſſe, der in letzter Zeit wiederholt laut wurde, findet
bei der Maſchineninduſtrie lebhaften Widerhall. Die Herſtellung von
Maſchinen erſtklaſſiger Qualität hat bewirkt, daß die Einfuhr
ausländi=
ſcher Maſchinen nach Deutſchland in den letzten Jahren weniger als 10
vom Hundert der Maſchinenausfuhr betrug und die deutſche
Maſchinen=
induſtrie ſich allmählich die Ausfuhrmärkte wieder öffnete. Von allen
Induſtriezweigen Deutſchlands liefert die
Maſchi=
neninduſtrie den größten Ausfuhrüberſchuß in
unſerer Handelsbilanz. Jedoch iſt auch für die ſteigende
Unterbringung von Qualitätswaren, wie immer wieder betont werden
muß, die Senkung der Herſtellungskoſten unerläßlich. Dazu gehört mit
in erſter Linie die Mitwirkung der öffentlichen Stellen durch ſparſamſte
Beſchränkung ſteuerlicher, ſozialer und ſonſtiger Belaſtungen. Nur ſo
ſind genügender Abſatz von Qualitätsware und die dringend notwendige
Rücklage zur Inſtandhaltung und ſtetigen Verbeſſerung der
Produk=
tionseinrichtungen der deutſchen Maſchineninduſtrie zu ermöglichen.
Buderus 109,5, Phönix 112,5, Mannesmann 176) Aſchersleben 175,
Bergmann 192,5, Siemens u. Halske 290, Felten 137,5, Geſ. für Elektr.
267,5, A. E.G. 182, Voigt u. Häffner 191, Deutſche Bank 166, Danatbank
232, Diskonto 157,5, Daimler 121,75, N. S.U. 116, Scheideanſtalt 217,
Waldhof 315, Nordd. Lloyd 151,75, Wayß u. Freytag 161,5,
Ablöſungs=
rente 15,5. — Abenddeviſen nicht weſentlich verändert.
Berliner Effektenbörſe.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. September.
Nachdem vorbörslich in Anbetracht des Zahltages allgemein
Zurück=
haltung geübt worden war, wurde die Haltung zu Beginn des offiziellen
Verkehrs überwiegend feſter bei verſchiedentlich recht lebhaften
Um=
ſätzen. Die Baiſſeſpekulation ſchritt weiter zum Abbau ihrer
umfang=
reichen Engagements und nahm in verſtärktem Maße Deckungen vor.
Das Publikum verhielt ſich immer noch vollkommen paſſiv. Den
An=
ſtoß zu den Rückkäufen gab die Tatſache, daß die verſchiedentlich für heute
vorausgeſagten Schwierigkeiten nicht eingetreten ſind. Stimulierend
wirkte daneben die Meldung von der Überzeichnung der 25 Millionen=
Dollar=Anleihe der Deutſchen Bank, die geſteigerte
Güterwagen=
geſtellung bei der Reichsbahn und die Nachricht, daß bei der Verbindung
der deutſchen und engliſchen chemiſchen Induſtrie ein Aktientauſch zwiſchen
J. G. Farben= und Imperial Chemical Induſtries=Aktien ſtattfinden
ſoll. Bei Feſtſetzung der erſten Notierungen überwogen die Kursgewinne
von 1 bis 3%= J. G. Farben wurden außerordentſich lebhaft gehandelt
und 3% feſter, Stärker verlangt waren außerdem am Montanmarkt
Harpener, Rheinſtahl, Rheiniſche Braunkohle und Mannesmann bei
Kursſteigerungen von 1 bis 3½%= Auch Zellſtoff Waldhof 30 höher.
Elektrowerte lagen unheitlich, Banken überwiegend feſter. In Voigt u.
Häeffner ging der Abbauprozeß weiter (minus 4¾). Am Rentenmarkt
blieben Ablöſungsſchuld gut behauptet. Von türkiſchen Anleihen waren
Anatolier gefragt und feſter. In weiterem Verlaufe wurde das Geſchäft
zunächſt allgemein ſtiller, ſpäter ſetzten dann die Käufe in J. G. Farben
erneut ein, und der Kurs konnte abermals 1½% anziehen. Am Geldmarkt
war Tagesgeld in Zuſammenhang mit dem Zahltag knapper und 6½2
Am Deviſenmarkt lag die Mark weiter feſt, auch das Pfund konnte ſich
beſſern. London=Neis York 4,8631, Mark gegen Dollar 4,2018, London=
Paris 124,02 Mailand 89,45, Madrid 28,75.
Die Abendbörſe war ziemlich geſchäftsunluſtig. Umſätze faſt
nur in Farbeninduſtrie und einigen Spezialitäten des Elektro= und
Montanmarktes Von fremden Renten Türken und Anatolier etwas
beachtet. Farbeninduſtrie 202,5—302, Rheinſtahl 198,5, Stahlverein 127,5,
Berlin, 15. September.
Mangels nennenswerter Anregungen hatte ſich im heutigen
Vor=
mittagsverkehr ſtärkere Zurückhaltung bemerkbar gemacht. Die
Speku=
lation, die ſich etwas übernommen hatte, war ebenſo wie geſtern abend
eher als Abgeber im Markt, ſo daß ſich kleine Kursabſchwächungen
ergeben hatten. Wider Erwarten wurden die offiziellen Anfangskurſe
nicht ſo ſchwach (es waren 1—3% höhere Kurſe als vormittags erreicht
worden), ohne daß das Geſchäft eine größere Ausdehnung erfuhr. Nur
Farben hatten auf Käufe eines größeren Hauſes lebhaftere Umſätze
auf=
zuweiſen. Auch für Schiffe und einige Nebenwerte war einiges Intereſſe
feſtzuſtellen, Hanſa, Hoeſch, Köln=Neu=Eſſen, Mansfelder, Schubert &
Salzer, Buſchwaggon, Byk Gulden und Gebr. Körting ſind auch über
den Durchſchnitt erhöht zu nennen. Andererſeits verloren Stollberger
Zink 7%, Vogt & Haeffner, die allerdings ſchon an der Abendbörſe ſtark
angeboten waren, 12% niedriger. Anleihen ruhig, Ausländer etwas
ſchwächer. Anatolier weiter feſt und zirka 1% höher. Auch öſterreichiſche
Prioritäten und Ungarn bleiben geſucht. Baltimore um 1:/,geſteigert.
Pfandbriefe vollkommen vernachläßigt. Am Geldmarkt iſt Tagesgel.
am heutigen Zahltag etwas geſucht, 5—7% Monatsgeld 7¾—8¾%=
Im Verlaufe der Börſe wurde es allgemein, von Farben ausgehend,
lebhafter. Hoeſch in Erwartung der Kapitalerhöhung um weitere 4½%
höher. Alle Kohlenwerte angezogen, wobei die Steigerung der
Kohlen=
forderung um 21% gegen das Vorjahr im 2. Quartal eine Anregung
bot. Erdöl plus 20 Berger plus 3½% Glanzſtoff plus 6%,
Sprit=
werte 3—5% uſw. Unter leichten Schwankungenblieb die Tendenz feſt=
Bis zum Schluß der Börſe konnte ſich das erhöhte Niveau nicht
behaupten, da faſt auf allen Märkten Gewinnmitnahmen ſtattfanden.
Die Börſe ſchloß infolgedeſſen unter den höchſten Tageskurſen, bei
aller=
dings freundlicher Grundſtimmung. An der Nachbörſe hielt die leichſt
nachgebende Tendenz an. Gegen 2.30 Uhr hörte man u. a. folgende
Kurſe: Mannesmann 176½, Harpener 207, Gelſenkirchen 154½,
Rhein=
ſtahl 200½, Phönix 1131. Schuckert 202, Siemens 292, Geſ. f. El. 267½,
AEG. 183½, Deſſauer Gas 199½, Deutſche Erdöl 154½, J.=G. Farben
305½, Oſtwerke 400, Schultheiß 420, Ver. Glanzſtoff 711, Zellſtoff
Wald=
hof 315. Hapag 152, Hanſa Dampf 234, Nordd. Lloyd 153, Danatbank
232½, Deutſche Bank 166½, Dresdener Bank 165, Kommerzbank 176½,
Altbeſitz 55, Neubeſitz 15,30.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Aſchaffenb. Zellſtoff
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin".
Berlin el. W..
BerlinKarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle..
Deutſch.=Atlan t. Tel
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel..
Deutſche Erdöl. . ..
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke. ..
Donnersmarckhütte
Dynamit Nobel".
Elektr. Lieferung.
J. G. Farben.
R. Friſter..
Gaggenau Vorz
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen. . .
Han Maſch. Egeſt. . .
Hanſa=Dampfſchf. ..
Oeviſenmarkt.
Helſingfors..
Wien...
Prag ..... ..."
Budapeſt ...
Sofia",
Holland. . .
Oslo ........"
Kopenhagen.."
Stockholm. . .
London.. . . . .
Auenos Aires.
New York .
Belgien..
14. 9.
Geld Brief
10.58 10.60
59.185 59.305
12.44212.462
73.42/ 73.56
3.03/ 3.036
168.23/168.57
10.89/111.11
12.39 112.61
20.415
1.793
4.198
112.86/1 13.08
20.455
1.797
4 206
58.455/58.575
15. 9.
Geld Briefl
10.579/10.599
59.19 59.31
12.442/12.4621
73.42/ 73.56
3.033/ 3.03c
168.22/168.56
110.s4/111.06
112.39/1 12.611 Jugoſlavien.
12.86/1 13 08
20.416 20.4561 Athen ..."
4.1975/4.2055
58.45/58.57 Uruguah.
Italien ..
Paris ...
Schweiz.
Spanien.
Danzig.
Fapan. .
Rio de Janeiro.
Portugal"
1.794/ 1.7981 Konſtantinopel. .
Kanada.
14
Geld
22.865
16.46
80.97
71.04
81.34
1.973
0.497
7.398
20.52
5.594
2.138
4.199
4.176
9.
Brief
22.90.
16.50
81.1.
71.18
81.50
1.977
0.499
7.412
20.56
5.608
2.142
4.207
4.184
15. 9.
Geld/ Brief
22.85
6.46
80.98
81.34
1.976
0.497
7.400
22.89
16.50
e1.14
70.96/ 71.10
81.60
1.980
0.499
7.414
20.581 20.62
5.5941 5.606
2.140/ 2.144
4.199/ 4.207
4.176/ 4.184
Peters Union A.=G., Frankfurt a. M. Wie wir erfahren, hat ſich das
am 30. d. Mts. abgelaufene Geſchäftsjahr ſo gut geſtaltet, daß man
an=
nehmen kann, daß vorausſichtlich auch auf das im vorigen Dezember
auf 9 Mill. RM. erhöhte Aktien=Kapital wieder 8% Dividende
aus=
geſchüttet werden können.
Großkraftwerk Mannheim A.=G. Die G. V. erledigte die
Regu=
larien. Aus dem Reingewinn von 203115 Reichsmark werden auf die
Vorzugsaktien A 100 die Vorzugsaktien B 15% und die Stammaktien
70 verteilt. 30 000 Mark werden dem Wohlfahrtsausſchuß überwieſen
und 12715 Reichsmark auf neue Rechnung vorgetragen.
Die deutſche Roheiſengewinnung im Auguſt 1927. Die Rohs
gewinnung im 31 Arbeitstage zählenden Monat Auguſt iſt mit 11ru
Tonnen um 6610 Tonnen höher als die 1108893 Tonnen ausmac
des Juli, der die gleiche Zahl von Arbeitstagen hatte, aber um run
Tonnen niedriger als die des bisher beſten Nachkriegsmonats Mai
Die durchſchnittliche arbeitstägliche Leiſtung des Auguſt mit 5
Tonnen iſt um 213 Tonnen höher als die des Juli und um 461 Tmrz
niedriger als die des Mai. Sie entſpricht 78,36% der durchſchnittt
arbeitstäglichen Leiſtung des Jahres 1913 im Deutſchen Reich damoe
Umfangs. — Von 191 Hochöfen waren wie im Juli 115 in Betriel=
8 (im Juli 10) gedämpft.
Zur Lage der Textilwirtſchaft. Die Lage in der Textilinduſtrhe
durch eine gewiſſe Unſicherheit gekennzeichnet. Der Auftragsboc,
ſichert zwar den Werken Beſchäftigung für mehrere Monate, dockn
der Neueingang von Aufträgen in jüngſter Zeit einiges zu wümf
übrig. Abgeſehen davon, daß der Handel auf lange Sicht eingedect
haben die ſteigenden Rohſtoffpreiſe zu größerer Vorſicht bei Neudis”,
tionen Veranlaſſung gegeben. Die großen Lager des Handels haben
Liquidität etwas vermindert; Der Zahlungseingang beginnt ſchleppei
zu werden. Zu ernſthaften Zahlungsſchwierigkeiten iſt es jedochch,
ganz vereinzelt gekommen. Die Geſamtlage der Textilwirtſchaft iſt y
wie vor günſtig, wenngleich der Höhepunkt der Aufwärtsbewex,
bereits erreicht, wenn nicht ſchon überſchritten iſt.
Metallnotierungen
Metallbörſe Heidelberg. Der vom Verband Süd= und Weſtdeun
Metall= und Schrottgroßhändler in Heidelberg abgehaltene Tro,t
(Metallbörſe) war ſchwach beſucht und wenig belebt. Es herrſchte —
weiter ruhige Kaufſtimmng, ſodaß nur geringe Abſchlüſſe getätigt :u
den, obwohl die Lage am Schrottmarkt ſtabiler geworden iſt. Amd
Metallmarkt iſt die Stimmung nach wie vor flau. Da kaum Nachke
vorhanden, bewegte ſich das Geſchäft in engen Grenzen. Man
folgende Preiſe: Stahlſchrott 60, Kernſchrott 57, Blechabfälle 50, O7f
ſpäne 50, Schmelzeiſen 40 — alles franko Ruhrgebiet.
Die Berliner Metallnotierungen vom 15. Sept. ſtellten ſich wie
Elektrolytkupfer 126½, Remelted Plattenzink 50—51, Original=H-+t
aluminium 210, dito in Walzen 214, Reinnickel 340—350, An im
Regulus 90—95, Silber in Barren 76½—77½
Die amtlichen Preisfeftſtellungen im Metallterminhandel
15. September ſtellen ſich für Kupfer: Jan. 114½ (114½),
11434 (114½), März 114¾ (115), April 115 (115½), Mai 115½ (1-
Jum 115½ (115¾), Juli 115¾ (116), Auguſt 116 (116), Sept.
(113½), Okt. 113½ (113½), Nov. 11334 (114), Dez. 114 (114½).
denz: feſter. — Für Blet: Jan. 45 (45½), Febr. 45¼ (45½),
45¾ (45½), April 45½ (45½), Mai 45½ (45½), Juni 4½ (
Juli 45½ (4534), Auguſt 45¾ (45¾), September 43½ (44½), Onh)
44½ (44½), November 44½ (4¾), Dezember 44¾ (45). Tendenz—.
— Für Zink: Januar 55¾ (56½), Febr. 55½ (56), März und
55½ (55¾), Mai, Juni, Juli und Auguſt 55½ (55½), Sepm
55½ (56½), Oktober 55¾ (56½), November und Dezember 56 C0
Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klanrn
Brief.
Die Metallnotierungen der Londoner Börſe vom 15. Septomn
ſtellen ſich für Kupfer: (Tendenz ſtetig); Standard p. Kaſſe 541,
3 Monate 557/.——½, Settl. Preis 55, Elektrolyt 621).—½, beſt ſer/
60:),—61½, Elektrowirebars 62½; für Zinn: (Tendenz feſt); Staay
p. Kaſſe 286—½½, 3 Monate 281—:),, Settl. Preis 286, Bankar 4
Straits 293; für Blei: (Tendenz feſt); ausländ. prompt 211‟„m
Sichten 22‟, Settl. Preis 21¾; für Zink: (Tendenz feſt); getrö
prompt 27‟/,, enft. Sichten 27‟/., Settl. Preis 27%/., Queckſilber 21½—
Wolframerz 13½/.
Ueberzeichnung der Amerika=Anleihe der Deutſchen Bank.
geſtern durch ein von dem Bankhaus Dillon, Reed u. Co. gefun
Bankenſyndikat zum Kreiſe von 99½ Prozent aufgelegten 25 Mill. /
Dollar 26prozentige Treuhändernoten der Deutſchen Bank ſind mehn:
überzeichnet worden. Die Zeichnungsliſten mußten bereits eine Sti
nach Eröffnung der Zeichnung geſchloſſen werden.
wetierten nach Melt
nidte. Weizen:
zut. Bt, Dez. 9
Märt 50; R
Sept. 13,10,
Fpt. 1230,
ine 11,
: C
nach Meldu
Weizen Nr. 2:
ſpring
23 Schill
ma Weſter
endenz: ſtetig.
dr 1433, Novem
2, März
Ach
HRestau
ienzer Mü
Heichstraße 4:
Kglich große
mungsm
Getränke in altbe
livile Preise
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenmarkt vom 15. September. Die allgern
Tendenz iſt ruhig, beeinflußt durch die matte Stimmung des ai
kaniſchen Marktes, nur Roggen iſt etwas geſuchter, ebenſo hocht ”
Futtermittel. Mehl und Kleie finden nur geringes Intereſſe, A—i
26,75 — 27.—. Roggen 24,50—24,75, Sommergerſte 26—28,
inl. 23—24, ausl. 24—25, Mais 18,75—19, Weizenmehl 39,25—
Roggenmehl 35,25—35,75, Weizenkleie 13—13,25, Roggenkleie
Berliner Produktenbericht vom 15. September 1927. Der 2
nahm heute einen außerordentlich ruhigen Verlauf. Das Angeber
der Provinz, beſonders von Weizen, war etwas reichlicher. Die M
bekundeten aber angeſichts des wieder ſchlechteren Mehlabſatzes zie
ſtarke Zurückhaltung. Die Offerten für Auslandsbrotgetreide mu
leicht ermäßigt. Auf dem niedrigen Niveau fanden auch wieder..
Umſätze ſtatt. Am Lieferungsmarkt waren ſowohl Weizen als m
Roggen bei geringſten Umſätzen um ½—1 Mark im Preiſe rückgä=/
Weizen= und Roggenmehl hatten bei unveränderten Forderungem
uhiges Geſchäft. Hafer iſt weiter feſt gehalten. Die beſſere Nach
h=
rſtreckt ſich nunmehr auch auf mittlere Qualitäten, ſo daß nur
allergeringſte Sorten vernachläßigt ſind. Wintergerſte iſt knapp offſ.
und rege begehrt. Sommergerſte begegnet nur in feinſten Brauquali..
größerem Intereſſe.
Brantfarter Karsderiche Boi Te.orpt. deen
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I. Tei
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ..."
4% Dt. Schutzgeb..
Anl. . . . . . . . ...
b)Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914
5%Z.Inv. 1914
4½% 1898 ....
4½% „1902 ..
4% Bosnien ...
5% Bulg. Tabak. 02
½%Oſt. Staatsr.
v. 1918, Kdb.1918
41/.%Oſt. Schatz. 14
41ſ.% Oſt. Silberr.
4% Goldr. ..
4% Oſt. Goldrente
1t. Innsbr. Abk.
4% Oſt. einh. R. (k.)
8% Port, (Spz.) II
5¾Rum.am. R.03
4½%,Gold. 13...
4½ am. R. kon.
4½ am. R. 05
4FTürk. (Adm.)0
4F (Bagd.)
4F-(Bagd.) II
4% unif. 1903
4F 1911 Boll.
54.75
54.75
15.5
9.6
37.5
37
2.8
18.5
48 Ung. Goldr. .
(lt. Innsbr. Abk.)
4% Ung. Staatsr.
v. 10 ..... ....
4¾ Ung. Kronr. . . .
3% Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche
5%Mex.amn.i. abg.
5% „äuß. 99
4% „ Goldo4ſtf.
30 „ konſ. inn. . „
½%v Irrigat.
3½Tamaulipas I „
Sachwert=Schuld
verſchreibungen
26.85
5
2.8
5.25
4½%Ung. St. 1918
4½% „ 1913
It. Innsbr. Abk.)
4½%Ung. St. 1914
4½FUng. St. 1914
(t. Innsbr. Abk.
4 2 Ung. Goldr. ..
14
24
2
25
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G
20
„
6% Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.=G.
3 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
„
„
Dresb. St.=G.
Frkf. St.=G.. .
23
105.5
100.5
88
3%Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. .. ...
7% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr. . .
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr. .....
7% Frkf. Goldpfbr.
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr. .
5% Frrf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
78 H.=St.=
Gold=
anl. .
8% beſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr. . . .."
7% Heſt. Land.=Bk.
Goldpfbr.
BKlöckhn.=Werk. 26
100.25
200
23
91
92.75
87
100
97
92
100
98
94
82.5
10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl. . . . . . . 103.6
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I/ 99.5
8% 4. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldan .......
7%M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G./ 99
6% Mannh. St.=G.
% M.=Stahlw. 27
8% Naſſ. Ldb. Golt
8% Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr. . . . . ."
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . ...
8% Pforzh. St.:G
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.-Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 1102
7% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 98
8%Rh.=Hyp.=Bk...
Goldpfbr. . . ..
„ „ *
88..
4½%„Lig. Pfb.
4½% „Anteilſch. 55.25
1 % Rh. Stahlw.
25 ...
.
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
„ . 1100
1 8% Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
70 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.
obl. mit Option
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option
7½ Viag( V. Ind.=
Unt. Bln.) 27 ... 1 89.5
Goldobl. ......
8% Württbg. Hyp.= Bank Goldpfbrf. 99 Ohne Zins= — berechnung
50 Bdw. Kohl 23 89.5 6% Großkr. Mannh. Kohl. 23 ....." 6%Heſ. Brk.=Rg. 23 5% Heſſ. Volksſtaat 94.75 Roggen 23....." 106 59 Pr. Kaliwert.. 50 Pr. Roggenw. 100
97 5% Südd. Feſt. B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe 92 Bayr. Vereinsb. . .
Bayr. Handelsb. 97 Bahr. Hhp. u. Wechſ. Berliner Hyp.=Bk. 99.75 Frkf. Hyp.=Bk. ..
Frkf. Pfandbr.=Bk. Hamb. Hhp.=Bk. .
Mecklb. Hyp.=u. Wb. Meining. Hyp.Bk..
Nordd. Gr.=Cr.=Bk. 100.5 Pfälz. Hyp.=Bk. ...
Preuß. Bod.=Cr.=B. 97 Pr. Cent.=B.=Cr. B. 92 Preuß. Pfdbr.=Bk. 15- Rhein. Hyp.=B. Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B. Südd. Bodenkr. . . .
Württ. Hyp. Bk. 108 Staatl. od. prov. garantiert 97 Heſf. L.=Hyp.=B... 99 Landeskr. Caſſel .."
Naſſau. Ldsb. . .." 98.6 Obligationen v.
Transportanſt. 93.5 4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
4½ Galiz. Carl=
Lud.=B. abg.
5BOſt. Sd.(L.)ſtfr.
12.62
8.25
6.3
2. 22
2,6% Alte Oſt. Südb.)
2,69 Neue"„
4%Oſt Staatsb. 83
3% Oſt. 1.b. 8.E.
3%Oſt. „ „abg.
3% „ „ „9.Em.
3% „ „ „abg./
30 „ „ 1885
30 „ „ „ abg.
3% Oſt. Erg. Netz
3%Oſt. „ „abg.
3% Raab Oebd. 83
91
3% „.
97
3% „
4% Rud. Silber
42 Rud. (Salzkg.)
½%Anat., S. 1
4½% Anat.. S. II
4½% Anat., S.III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec..
4½%0
Are
21
19‟.
20
18
17
125
3.5
21
18.75
18
Südd. Disc.=Geſ. /143
Oſterr. Creditanſt. . 8.25
Wiener Banlverein
15.7
16.35
12.75
11.85
7.22
11.97
12.75
13.25
15
11.76
12
9.15
4),
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. .
Bad. Bk. .... . ."
Bk. f. Brauind. . .
Barmer Bankv.
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. ..
Disk.=Geſellſch. . ..
Dresdener Bk. ..."
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk.
Frkf. Pfdbr. Bk....
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux Intern. Bank".
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Pr. Bd.=Creditbank
„Hyp.=Akt.=Bank.
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südd. B.=Creditbk.
172
200
144.5
165
250.25
176
231.5
165
130
130
104.5
158
165.5
131.5
144
141
Bergwerkö=Akt.
Buderus. . ..
Eſchw. Bergw..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb. .. .."
Ilſe Bergb. St....
„Genußſchein .. .
Kali. Aſchersleben.
Kali. Salzdetfurth
Kali. Weſterregeln
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder".
Oberbedarf ...
Otavi=Min.=Ant.
Phönix=Bergb. . . .
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . . .
Riebeck Montan. . .
Salzwerk Heilbronn
Tellus Bgb. .... ..
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke . .
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger ......."
Hercules, Heſſiſche 1145
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr. ..
Schöfferhof (Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger
...
112
212
153
205.25
127
173.5
246
182.5
84
155.75
17.
127
112
2a6
182
7.75 Akkum. Berlin
144 Adler &Oppenh.
240
191.5
131
134
175
130.5
169
Adlerw. (v. Kleyer) 116
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm
Bad. Maſch. Durlach 156.5
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin .. 46.5
Baſt Nürnberg ...
271
186
362
255
342
180
176
*9
82.5
184.5
19.5
225.5
Bahr. Spiegel
53.5
Beck & Henkel".
Bergmann El .. . . 193.75
Bing. Metall. .
Brem.=Beſigh=Ol. 65
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. . . 145.5
Cement. Karlſtadt 186
Cement. Lothr. . . . 20
Chem. Albert. . . . . 144
Chem. Brockh.
Chem. Milch .....
Daimler=Benz A. G. 122.25
Dt. Eiſenhandel. . . 86
Deutſche Erdöl.
D. G. u. Silb. Scheid. /215
D. Linoleumw. Bln /252
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr. .
Dürkoppw. (St)...
Dürr. Ratingen .. 71.5
Dyckerhoff & W..
Eiſenw. Kaiſersl.. .
E. Licht u. Kraft. 1205
El. Lieferung .. . . 184.5
Elſ. Bad. Wolle ..! 35
Email. Ullrich ... .! 35
Enzinger Werke ..! 52
Eßlinger. Maſch. . . 80
Ettlinger Spinn. . . 230
Faber Bleiſtift
75
Faber & Schleicher/101
Fahr, Pirmaſens. . 55
Farbenind. J. G.. 1305
Felten & Guilleau. 1137
Feinmech. (Jetter) 98
Feiſt, Sekt.
42
Frankfurter Gas .. /169
Frankfurter Hof .. /113
Frkf.=M. Pok. u. W./ 76.5
Zeiling & Cie..
79.5
Goldſchmidt, Th. 1131
Gotha Waggon".
Gritzner, Maſch .. 1117
Grün & Bilfinger.
Dafenmühle, Frkft. /143
Haid &. Neu.
56
Hammerſen
Hanfwv. Füſſen. . . . 1138.25
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..
Hehligenſtaedt. .
HilvertArmatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ....
Hoch=Tief Eſſen...
Holzmann.
„
Holzverk. Ind..
Hydrom. Breslau
Inag ........
Junghans St. ...
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
Klein, Sch.EBecker
Knorr, Heilbronn 176
Konſerv. Braun
Krw. Alt=Württbg.
Krauß & Co. .
Lahmeher .. . . . . . 179.5
Lech, Augsburg . . . 122.5
Lederw. Rothe ..
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw.. . .
Löhnberg. Mühle".
Ludwigsh. Walz m.
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt ./124
Mars=W. Nürnberg
Motorenf. Deus".
Motorenf. Oberur
Neckarf. Fahrz. . 1116
Peters Union
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps..
Porzellan Weſſel. 40.5
Rein. Gebb. & Schal/131.2
Rhein Elektr.
Rhenania, Kunheim! 62
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Franf. 98
Schramm Lackfr. 120
Schrifty. Siemp 133.5 Gebr. Lutz
Schuhfbr. Weſſel. 80
Schult, Grünlack
78 Seilind. Wolff. ..
Siemens Glas .."
Siemens & Halske
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G.
19.25 Thür. Lief. Gotha..
100,5 führen Furtwängl
07 unterfr. Kr.=El.=V.
112
15
200
K
199.5
24
147.5
138
66
102
1a.
135.5
Veithwerke ..
„Ver. f. Chem. Ind. 1T.
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf./ 2
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin ...... 15
Zellſtoff Berl. ...
Vogtl. Maſch. .... 1C
Voigt & Haeffner.. 13
Volthom, Seil ...! S
Banß & Frentag. 1165
Wegelin Rußfbr.. 155
Zellſt. Aſchaffenbg. 20
Zellſt. Memel. . . . . 15
Zellſt. Waldhof ...! —
Zucker f. Rheingau
Schantung E.B.
Neckarw Eßlingen ſ141 Südd Eiſenb.=Gef. 142*
Hapag ....."
62 Nordd. Llohd. . ... /158*
huhf. Herz..
Metallgeſ. Frkf. /194.75 Tranzporte und
Miag, Mühlenb. 135 Verſicherungs=Ali”
Moenus, Stamm 76.5 lOt.Reichsb.=Vor=
91. Dt. Eiſenbahn.
fA. Lokalb. u. Kraft.
71
Münch. Lichtſpielt. 1108 Dt. Eiſenb.=Geſ.ſt2
1114
64
Frkft. Allg. Ver
Franlonia Rüchb.. 155
85
armſtädter Berte
97
3.35
Bahnbedarf
Dampfk Rodberg
Selvetia Konſ...../ 40
Schuckert Elektr. 1203.5 Motorf. Darmſt.
11421
Gebr. Roeder
60.5 lBenulethckEllenb.,
Anfang 3½ Uhr
Sonntag, 18. September, abends 8 Uhr
Einziges dastspiel
der
(14258
FFLN
Linzige
ſurmmer 257
Freitag, den 16. Geptember 1927
Geite 17
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
giFzen: Der Markt begann in feſter Haltung auf ungünſtige
Wet=
ämte aus Auſtralien, Argentinien und Kanada. Als ſpäter größere
zuen gemeldet wurden und in Kanada bereits 85 Prozent der Ernte
humcht ſein ſollen, wurde der Markt ſchwach.
ews; Zuächſt zogen die Preiſe ſcharf an auf ungünſtige
Wetter=
ſngen aus dem Nordweſten und kleine Ankünfte. Später ging
„IBte Teil der Gewinne wieder verloren auf unbefriedigende Loko=
HIIAte.
a—r: Der Markt nahm einen ziemlich ſtetigen Verlauf auf die
R Winnipegs und ungünſtige Wetterberichte. Der Schluß war
Fit SSgeſchwächt.
„pr: Der Markt nahm heute einen feſten Verlauf auf Käufe für
i he und kubaniſche Rechnung. Anregend wirkken Meldungen,
ſ5e7 Domingo und Kuba in den Beſchränkungsmaßnahmen der
ck on zuſammengehen wollen.
ufwee: Der Markt nahm einen außerordentlich ruhigen Verlauf.
ſui, wirkten europäiſche Verkäufe abſchwächend, während ſpäter
d—8 Handels preisſtützend wirkten.
nmwolle: Die Stetigkeit Liverpools und Käufe des Handels und
ullandes ließen die Notierungen anfangs anziehen. Dann trat
„/useinbruch bis zu 150 Dollarcents ein auf allgemeine Liquida=
I6 und Gewinnmitnahmen, m Zuſammenhange auf einen, allerdings
ſzgmitlich dementierten Bericht aus Waſhington, wonach ſich Beamte
akr=baudepartements dahingehend geäußert haben ſollten, daß die
ar—chgeben müßten bei Inbetrachtziehung der gegenwärtigen
Aus=
ſiſhef die künftige Verſorgungslage.
s notierten nach Meldungen aus Chicago am 15. Sept.:
ereide. Weizen: Sept. 126½, Dez. 129½, März 133½;
wu Sept. 95½, Dez. 96½, März 99½; Hafer: Sept. 44½,
S März 50; Roggen: Sept. 93½, Dez. 95¾, März
chrnalz: Sept. 13,10, Okt. 13,15, Jan. 13,55.
ſe ſch: Sept. 12.30, Okt. 12,30, Jan. 13,87½: Speck, loko
richte Schweine 11,00—12,00, ſchwere Schweine 10,50 bis
mut Schweinezufuhr: Chicago 24 000, Weſten 65 000.
notierten nach Meldungen aus New York am 15. Sept.:
ſtreide. Weizen Nr. 2: rot 138½, hart 140½; Mais: neu ank.
Eih D4½: Mehl: ſpring wheat clears 6,50—7,00; Fracht:
nilsirfsgland 2,0—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 13 Cents.
hpialz: Prima Weſtern, loko 13,90; Talg: extra 8.
alnv. Tendenz: ſtetig. Umſatz in lots: 94: September
AASTtober 14,33, November 14,10, Dezember 13,58, Januar
136Februar 13,27, März 13,24, April 13,28, Mai 13,33.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 15. September. Aufgetrieben waren
4 Ochſen, 165 Kälber, 2 Schafe. Marktverlauf: Käber und Schafe
ſchlep=
pend geräumt. Preiſe pro Pfund Lebendgewicht: Großvieh nicht notiert,
Kälber b) 67—70, c) 60—66, Schafe 45—50.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 15. September. Der Auftrieb
des heutigen Nebenmarktes beſtand aus 60 Rindern, 929 Kälbern,
648 Schafen und 849 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des
Neben=
marktes der Vorwoche waren 10 Kälber, 190 Schafe und 250 Schweine
mehr angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälberb)
77—82, c) 70—76, d) 64—69: Schafe a) 48—52, b) 40—47, c) 28—39;
Schweine a) 71—73, b) 70—72, c) 70—71, d) 68—71, e) 65—67.
Marktverlauf: Kälber lebhaft, Schafe langſam, ausverkauft. Schweine
langſam und Überſtand. Im Vergleich zu den Notierungen von Montag
waren Kälber gut behauptet, während Schafe 2 Mark und Schweine
2 bis 4 Mark nachgaben. Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſen= und
Rindfleiſch I 100—105, II 90—100, Bullenfleiſch 90—95, Kuhfleiſch
II 65—75, III 45—55 Kalbfleiſch II 100—109, Schweinefleiſch 90—100.
Gefrierfleiſch, Rindfleiſch, Vorderviertel 50 und Hinterviertel 62.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Die in der Deutſchen Schrottvereinigung zuſammengeſchloſſenen
vberſchleſiſchen, mitteldeutſchen und ſächſiſchen Eiſenhüttenwerke haben
nach mehrtätgigen Verhandlungen in den grundſätzlichen Fragen über die
Verlängerung ihrer Verträge für den gemeinſamen Schrotteinkauf
auf die Dauer von drei Jahren eine vollſtändige Einigung erzielt.
Im Monat Auguſt 1927 wurden in Bayern insgeſamt an
verwert=
baren Kohlen 135 Tonnen Steinkohle, 92490 Tonnen Pechkohle und
106539 Tonnen jüngere Braunkohle gefördert. Die Erzeugung von
Braunkohlenbriketts betrug 14 656 Tonnen.
Die Juli=Produktion der Saargruben betrug 1106417 Tonnen
Kohlen, wovon 1071394 Tonnen auf die Staatsbetriebe entfallen
(Juni 1071305 Tonnen). Der Abſatz betrug 925 835 Tonnen. Die
Halden=
vorräte ſtiegen um 31007 Tonnen auf insgeſamt 538 346 Tonnen, die
Koksproduktion betrug 21524 Tonnen gegenüber 20727 Tonnen im
Vormonat. Die Geſamtbelegſchaftsziffer belief ſich auf 75014 Mann.
Die Friedrich=Alfred=Hütte beſtätigt die Pariſer Meldung, daß ſie
mit dem franzöſiſchen Kolonialminiſterium einen Vertrag zur Lieferung
von Eiſenkonſtruktionen für die Bahn in Indochina abgeſchloſſen habe.
Die Bezahlung der Lieferung, die einen Geſamtwert von 4½ Millionen
Reichsmark haben wird, erfolgt aus Reparationsmitteln.
Die Verhandlungen, die Krupp=Berndorf mit einer engliſchen Gruppe
zur Erbauung von Hotels an einigen Fremdenverkehrszentren in
Oſter=
reich führt, geſtalten ſich ſehr ſchleppend. Jedenfalls iſt damit zu rechnen,
daß nach dem urſprünglichen Plan bereits in dieſem Herbſt mit dem
Bau begonnen wird.
Während die Schweiz im vergangenen Jahre eine ſehr gute
Obſt=
ernte aufwies und infolgedeſſen einen großen Teil nach Deutſchland
ausführen konnte, iſt die diesjährige Obſternte bedeutend geringer als
angenommen. An vielen Orten hat der Hagel die ganze Ernte vernichtet.
Das Kartellabkommen zwiſchen den öſterreichiſchen und ungariſchen
Großmühlen iſt infolge der geänderten Stellungnahme der öſterreichiſchen
Regierung, wenigſtens in der urſprünglich geplanten Form, als
ge=
ſcheitert zu betrachten.
Das Herbſtgeſchäft der öſterreichiſchen und tſchechoſlowakiſchen
Textilinduſtrie geſtaltet ſich trotz der weiteren Befeſtigung der
Baum=
wollpreiſe recht günſtig. Die Spinnereien in Oſterreich und in der
Tſchechoſlowakei ſind mit Aufträgen für die heimiſchen Webereien und
noch mehr für Deutſchland, Ungarn, Jugoſlawien und Rumänien
hin=
reichend verſorgt.
Nach einer Mitteilung der polniſchen Regierung wird mit Rückſicht
auf die bevorſtehenden Aufwertungsverhandlungen zwiſchen Deutſchland
und Polen die Aufwertung bzw. Konvertierung von Obligationen der
verſchiedenen Staatsanleihen Polens aus dem Jahre 1920 bis zum
Ab=
ſchluß der Verhandlungen zurückgeſtellt.
Die Geſamtproduktion der polniſchen Eiſenhütten im Juli betrug
51000 Tonnen Roheiſen, 111000 Tonnen Gußſtahl, 80000 Tonnen
Walzerzeugniſſe.
Die Zinkblechproduktion Polens betrug im Juli 1310 Tonnen gegen
1360 Tonnen im Vormonat (1490 Tonnen im Mai). Die tägliche
Durch=
ſchnittsproduktion betrug im Juli 50,3 gegen 59,1 Tonnen im Juni
(62,3 im Mai). Gegenüber dem Vorjahr iſt eine gewiſſe Steigerung
der Produktion eingetreten. Der Monatsdurchſchnitt des zweiten
Halb=
jahres 1926 betrug nur 984 Tonnen. Die Ausfuhr ſtellte ſich im Juli
auf 1166 Tonnen (im Juni 951), im Monatsdurchſchnitt des zweiten
Halbjahres 1926 auf 834 Tonnen. Die Juliausfuhr iſt um 88% höher
als im Vorjahr.
Die Bank von Frankreich hat beſtimmt, daß von nun ab bis 80% der
deponierten Papiere lombardiert werden können. Das bedeutet eine
Erhöhung des Lombardſatzes um 30%. Der Zinsfuß bleibt auf 6%
be=
ſtehen.
Zwiſchen der luxemburgiſchen und der belgiſchen Regierung fanden
Verhandlungen über die Abänderung der Bedingungen der
imZuſammen=
hang mit dem Verbrüderungsvertrag von Belgien ſeinerzeit gewährten
Anleihe in Höhe von 175 Millionen Franken ſtatt, die als ſo gut wie
abgeſchloſſen gelten können.
Die Hopfenernte in Europa hat nach Angaben führender Weltfirmen
folgende Reſultate: Tſchechoſlowakei 260000 Zentner, Deutſchland
170000 Zentner, Frankreich 125 000 Zentner, Jugoſlawien 78 000
Zent=
ner, Polen 55000 Zentner, Belgien 40 000 Zentner. Außerdem
produ=
zierten England und Rußland ähnliche Quoten, die aber mangels
ſta=
tiſtiſcher Angaben nicht feſtzuſtellen ſind. Aus Auſtralien wird eine
Ernte von zirka 150 000 Zentnern gemeldet.
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Seite 18
Freitag, den 16. September 1927
Nummer 21
Der Club der Vierzig.
Frei bearbeitet nach einem Roman von Robert W. Chambers
von Edgar May.
51)
(Nachdruck verboten)
Der von dem ſcharfen Whisky halb betäubte Taucher hatte
ſich der Feuerwerkskörper, die vom Bonnet=Haus gebracht
wor=
den waren, bemächtigt und brannte ſie inmitten der Menge ab
ohne Rückſicht auf die Gefahr für die anderen; Raketen ſauſten
über das Waſſer, Kanonenſchläge ertönten und warfen glitzernde
Sterne über das Waſſer und Ufer. Bengaliſche Lichter leuchteten
auf, hinter denen ſich die hohen Kiefern, der Tiger=Inſel in
ſchwarzen Silhouetten abzeichneten. In dem vielfarbigen
Lich=
terglanz glich das tanzende Menſchengewirr am Ufer und in den
Booten einem ſchaurigen, phantaſtiſchen Bacchanal.
Die ſinkende Sonne warf ihre letzten Strahlen auf Maſten
und Segel, als ſich die kleine Flottille in Bewegung ſetzte und
langſam aus dem Schatten der Tiger=Inſel hinausglitt. Boote
prallten krachend und ächzend aneinander und löſten ſich wieder
unter dem Fluchen der Inſaſſen, die mit Stakhaken bewaffnet
wahllos umherſtießen. In den wüſten Lärm der Schüſſe, des
Feuerwerks und gröhlender Stimmen miſchte ſich das ſcharfe
Knattern der Motorboote.
Gelenkt von Supples Händen machte Welpers Boot einen
weiten Bogen um die grotesk zuſammengewürfelte Flottille
herum.
„Sie ſollen uns nur die Kaſtanien aus dem Feuer holen,”
murmelte Welper zu Potter. „Danach werden wir dann den
betrunkenen Schweinen ihre Beute abnehmen.”
Potter, der platt auf Deck lag, bemerkte über ſeine Schulter
zu Welper: „Hat einer von Euch Donald Mayne geſehen, bevor
wir abfuhren? Ich glaube, er iſt ausgeriſſen.”
„Das ſcheint mir auch ſo,” antwortete Supple, während er
an den Hebeln der Maſchine zerrte. „Wahrſcheinlich glaubt er,
daß wir ins Verderben rennen und hat ſich beizeiten
davon=
gemacht.
Ein kurzes Schweigen folgte, Supple beſchäftigte ſich mit der
Oelkanne und ergriff dann das Ruder.
„Auch daß Helene Wyvern gerade heute nach Norfolk gereiſt
iſt, kommt mir verdächtig vor. Vielleicht hat Donald ſie
fort=
geſchickt.”
„Mir iſt es nicht unlieb, daß Nelly uns verlaſſen hat,” ſagte
Welper nachdenklich. „In aller Ehrerbietung vor dem göttlichen
Willen glaube ich an ein Einſchreiten der gütigen Vorſehung,
die verhindern wollte, daß —
„Julian!” fiel Potter ihm ins Wort.
„Jawohl, Sam, was iſt?”
„Haſt du die Raketen bei der Hand?”
„Gewiß, hier ſind ſie; zwei Bündel, ein rotes und ein
grünes.”
„Wollen wir das Signal nicht lieber jetzt gleich loslaſſen,
drei rote und zwei grüne, damit ſich die „Mandril in Bewegung
ſetzt?”
„Nein,” erwiderte Welper, „wir müſſen — hm — den Dingen
noch Zeit geben, ſich zu entwickeln. Es wird einen netten
Höl=
lentanz abſetzen, wenn die betrunkenen Holzfäller und die Leute
von der Bonnet=Bucht loslegen. Ich will nur hoffen, daß John
Lanier unter denen iſt, die ſich ihnen entgegenſtellen. Sein
vor=
zeitiges Ableben wäre zwar beklagenswert — ein blühender,
junger Mann plötzlich aus dem Leben geriſſen — aber —‟
Supple ſchwenkte das Ruder langſam herum, um den Bogen,
den es beſchrieb, zu erweitern. „Julian redet wie ein Pfarrer,”
ſagte er grinſend. „Habt Ihr beide ſchon daran gedacht, wie es
Johns Mädel ergehen wird, wenn ſie unſeren Leuten in die
Hände fällt?”
„Ein gräßliches Schickſal; nicht auszudenken,” murmelte
Welper, „aber ich fürchte, es iſt im Hohen Rat beſchloſſen.
Ge=
walt, mein lieber Dan, löſt wieder Gewalt aus, und Unrecht
findet ſtets ſeine Sühne. Als ſie mich in meinem Clubzimmer
beſtahl, war ihr Geſchick ſozuſagen beſiegelt. Gottes Wille
ge=
ſchehe!” fügte er frömmleriſch hinzu.
„Das Mädel tut mir eigentlich leid,” bemerkte Potter, „aber
wie du richtig ſagſt, hat ſie ſich ihre Suppe ſelbſt eingebrockt.
Uebrigens iſt’s, glaube ich, jetzt Zeit, daß du uns
Verhaltungs=
maßregeln gibſt.”
„Die Sache iſt ſehr einfach,” erwiderte Welper. „Wenn der
Tanz losgeht, bringt Dan das Boot nahe ans Ufer. Wir
war=
ten dort, bis unſere Leute das Gold, das ſicherlich irgendwvo im
Hauſe aufgeſpeichert iſt, gefunden haben. Dann gehen wir
jeder mit drei Säcken an Land und nehmen unſer Teil. Neun
Säcke iſt alles, was dieſer Kahn mit Sicherheit trägt.”
Potter beobachtete die Schwanen=Inſel eine Weile durch
ſein Fernglas, dann reichte er es Welper.
„Alles iſt ruhig dadrüben,” bemerkte er. „Keine
Meuſchen=
ſeele iſt zu ſehen, nicht einmal auf dem Fangdamm.”
Welper warf einen Blick durch das Glas. „Und auch die
Schornſteine rauchen nicht,” ſagte er. „Iſt dir das nicht
auf=
gefallen?”
Die Strahlen der untergehenden Sonne übergoſſen das
Herrenhaus auf der Schwanen=Juſel mit einem roſigen Licht.
Die nach Weſten gerichteten Fenſter glitzerten, als wären die
dahinter liegenden Räume feſtlich erleuchtet. Die vergoldete
Wetterfahne zeichnete, ſich am Firmament wie ein
Feuer=
klumpen ab."
„Eine geradezu idhlliſche Ruhe ſcheint dort zu herrſchen,”
ſagte Welper
„Für meinen Geſchmack iſt es etwas zu ruhig,” erwiderte
Potter zuſtimmend. „Die Sache kommt mir verdächtig vor.”
Welper ſtand auf und betrachtete die Flottille von
Fiſcher=
booten, die mit ſehlaffen Segeln langſam auf die Schwanen=
Inſel zuſtrebte.
„Wenn Leute auf der Schwanen=Inſel ſind,” ſagte er, „ſo
müſſen ſie die Boote ſchon bemerkt haben. Nach meiner Anſicht
wußte Lauier, was der Schvanen=Inſel bevorſtand. Ich glaube,
er hat das Gold aufladen laſſen und hat ſich ſamt ſeinem Mädel
und den Uebrigen aufs Feſtland begeben.”
Hierin irrte ſich jedoch Welper, wenigſtens teilweiſe.
Eine Stunde, bevor der Rand der untergehenden Sonne
den weſtlichen Horizont berührte, war, das Motorboot Donald
Maynes, daß ſich unter Aufbietung der höchſten Geſchwindigkeit
auf dem kürzeſten Wege an der Laternen=Inſel und der
Sichel=
bank vorbei zur Schwanen=Inſel aufgemacht hatte, dort
ge=
landet.
Lanier lief dem einfahrenden Boot entgegen und kam eben
ans Ufer, als Mayne ſein Boot feſtmachte. Mahne r
ſofort zu:
„Brechen Sie Ihre Arbeiten beim Fangdamm ab, un.
Sie die Leute hereinkommen. Die Tigerinſel=Bande iſt)
wegs nach hier”
Lanier wandte ſich um, lief nach dem närdlich ge=
Dock, ergriff ein Megaphon und rief Jake, der auf dem
war, zu:
„Kommen Sie ſofort mit allen Ihren Leuten hereim
und bringen Sie alles Gold mit, das ausgeſiebt iſt. Dii
von der Tiger=Inſel kommen.”
„Jawohl, Herr,” brüllte Jake zurück.
Dirck kam eiligſt herbei, bleich vor Aufregung.
folgte ihrem Bruder in gemächlicherer Eile.
„Donald Mayne iſt ſoeben angekommen,” berichtete
ruhig, „er legte gerade ſein Boot am ſüdlichen Dock fe
Leute von der Tiger=Inſel ſind unterwegs nach hier.”
Ein kurzes Schweigen folgte. Alle drei blickten ür.,g
im roten Schein der Abendſonne ſchimmernde Waſſer. Su=,
ter Ferne war die Tiger=Inſel wie eine ſchwarze Linie
am=
zont zu ſehen.
„Nun?” fragte das Mädchen ruhig.
„Wahrſcheinlich haben wir das dem Gold zu
verdau=
ſagte Lanier, „das die Kerle auf dem losgeriſſenen Floß fün=
Mayne kam mit einem Gewehr in der Hand heran uuſ
höflich den Hut. Lanier ſtellte ihn Marion vor, die ihm I0
die Hand gab. Dann tauſchte er einen Händedruck mit Diit
„Ich habe keine Befürchtungen für uns,” ſagte er.
zig unſerer Leute ſiund aus Norfolk unterwegs. Schlimmffn
müſſen wir es mit der Bande eine Stunde oder ſo alleen
nehmen. Wir ſind unſere ſieben, nicht wahr?”
„Acht,” ſagte Marion.
Lanier warf ihr einen forſchenden Blick zu. „Neir,
ſieben,” ſagte er in beſtimmtem Ton. „Junge Damen
in ſolchen Dingen nicht mitgezählt. Wieviel Zeit hab
Donald?”
Alle warfen ihre Blicke inſtinktiv auf die Tiger=Irn
war gerade der Zeitpunkt, als der Taucher, unterſtützt vornd
Senix, das Feuerwerk abbrannte. Die farbigen Lichter.
auf dem Hintergrund der dunklen Bäume deutlich zu ſelhy
„Noch etwa eine halbe Stunde,” antwortete Mahw
glaube, die ganze Sache entſpringt Welpers Kopf. Li
will er ſich mit Potter in dem allgemeinen Aufruhr unde
davonmachen. Der Dampfer „Mandril” iſt mit unſeren
Leuten beſetzt.”
„Wir müſſen unter allen Umſtänden auch Supple, :0
Senix und Mrs. Wyvern in unſere Hände bekommen;
Lanier.
„Supple iſt bei Welper und Potter,” erklärte Mayn/p
Senix auf irgend einem der anderen Boote. Renton v
heute nachmittag von einer Mokaſſinſchlange gebiſſen um
gerade, als ich wegfuhr.”
„Ein ſchreckliches Ende,” ſagte Lanier ſchaudernd,
mrd=
iſt Helene Wyvern?”
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„Wiſſen Sie, wo wir ſie faſſen können, Donald?”
„Jawohl, falls wir ſie brauchen.”
„Selbſtverſtändlich werden wir ſie brauchen.”
„Ich bin deſſen nicht ſo ſicher” bemerkte Mayne ruhü.k
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