Ginzelmummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 242 Donnerstag, den 1. September 1927. 190. Jahrgang
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aufträge und Teſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlſcher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Banſkionto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Die Deutſchen in Genf.
Auftakt zu Genf.
Ur der Ratstagung. — Rückkehr Argentiniens
zum Völkerbund?
* Genf, 31. Auguſt. (Priv.=Tel.)
neichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt mit den anderen
ſgen Delegationsmitgliedern, den Staatsſekretären v.
Schu=
urd Pinder und dem preußiſchen Staatsſekretär Weismann,
en früh eintreffen, während die Ankunft des franzöſiſchen
ſtnniniſters Briand vorläufig für nächſten Samstag erwartet
Es iſt demuach mit großer Wahrſcheinlichkeit anzunehmen,
ſſor dem Eintreffen Briands keine der wichtigeren Fragen
ſtere angeſchnitten werden dürfte. Solche Fragen von beſon=
Tragweite dürften möglicherweiſe erſt zur Verhandlung
er:, wenn am Ende der erſten Woche der
Völkerbundsver=
hlung die Wahl der drei neuen Ratsmitglieder ſtattgefunden
ſwird.
Machdem man heute erfährt, daß die argentiniſche Regierung
n der Einladung des Völkerbundes, ein Mitglied in die
wundskommiſſion für Verkehr und Tranſit zu ernennen,
eiommen iſt, hofft man, daß Argentinien ſei=
8latz im Völkerbund demnächſt wieder ein=
Inen wird. Wie bekannt, ſoll das argentiniſche
Parla=
terade in dieſen Tagen die Frage der Ratifizierung der
ürigkeit Argentiniens zum Völkerbund behandeln. Falls
Ratifizierung beſchloſſen wird, iſt mit großer
Wahrſchein=
t anzunehmen, daß die Wahl des nichtſtändigen Mitgliedes
Wille des ausſcheidenden San Salvador auf Argentinien
wird. Während die Wiederwahl Belgiens als
nichtſtändi=
batsmitglied geſichert erſcheint, dürfte an Stelle der
aus=
et den Tſchechoſlowakei möglicherweiſe Finnland treten.
deer Völkerbundsrat, der morgen vormittag 11 Uhr unter
Morſitz des Vertreters von Chile, Villegas, zu ſeiner 46.
Ta=
uſammentritt, wird ſich zunächſt in nichtöffentlichen Sitzun=
Unt internen Fragen zu beſchäftigen haben. Die weiteren
erdnungen weiſen vorläufig 28 Punkte auf, über die in
ichen Sitzungen verhandelt werden ſoll.
Die deutſche Völkerbundsdelegation iſt in Genf eingetrof=
A it der Abreiſe der verſchiedenen Delegationen nach Genf
Schwerpunkt des Geſchehens in der Weltpolitik wieder
für ein paar Tage in die Metropole des Völkerbundes
. Alerdings dürfte vorher noch in Paris die Aus=
Nae zwiſchen Briand und Chamberlain über
Ausſprache nicht mehr etwas weſentlich neues zutage för=
und es wird wahrſcheinlich ſchon bei der übereinſtimmend
Aris und London gemeldeten Zahl von etwa 10 000 Mann
Wie es auch ſonſt vor beginnenden Ratstagungen zu
ieng auf Locarno eingeleitet worden. Briand hat heute,
eroßen redneriſchen Tage gehabt. Es iſt zwar ein
Para=
daß man in Frankreich jeweils ausgerechnet dann die
rungs= und Verſtändigungspolitik in den höchſten Tönen
aer die deutſche Oeffentlichkeit hat ſich ſelbſt daran gewöh=
Dß die Taten den Worten gefolgt wären. Briand gilt
rmaßen als Mann vom Fach, wenn er von Locarno ſpricht.
i ſelbſt iſt ja an dem Abſchluß des Abkommens beteiligt,
e hat es einmal als den glücklichſten Tag ſeines Lebens
Meet als das Vertragswerk unterzeichnet wurde. Auch be=
Wir Worte von ihm gehört, die den in Paris geſprochenen
9 zum Abſchluß dieſes Vertrages bereit erklärten.
Deutſch=
wiſſen, wenn Frankreich über die angekündigte
Be=
ſchreiten würde, da die Anweſenheit von fremden
Trup=
e olgt, deren Bedeutung für den Weltfrieden von keiner
Abgeleugnet wird. Durch dieſe Tat hat Deutſchland ſeine
Loearnohmne nur für ihre Wirkung auf die bevor=
Der Rheinlaudfrage durch Deutſchland den Wind aus den
Stärte die allierten Truppen im Nheinland ſtehen. Die
unen Nierüber ſind bekzntlich berſchieden; während von
r Seite eine Zahl von etwpa 100 angegeben wird,
be=
us nach deutſcher Berechnung 75 477 Mann.
Die Truppenverminderung
ofnzielt mitgeteilt.
10100 Mann werden zurückgezogen.
Berlin, 31. Auguſt.
Die öffentliche Benachrichtigung des Auswärtigen Amtes
von dem Beſchluß der alliierten Regierungen über die
bevor=
abend 7. 20 Uhr in Genf angekommen. Chamberlain wird ſtehende Truppenreduzierung im beſetzten Gebiet iſt nunmehr rriſe — gegen ſehr vage Zuſicherungen wirtſchaftlicher Natur
hel=
auf dem üblichen diplomatiſchen Wege erfolgt. Einer der diplo= fend beizuſpringen, hat in der letzten Zeit eine ſcharfe Zuſpitzung
matiſchen Vertreter der Ententemächte hat die offizielle Nachricht erfahren: der Bund der Landwirte hat ſich zweier
national=
dem Auswärtigen Amt übermittelt. Die jetzt erfolgte offizielle
Truppen auf 10 100 Mann belaufen ſoll.
* Die ſpäteſtens für vergangenen Montag erwartete
amt=
liche Benachrichtigung des Auswärtigen Amtes von dem Beſchluß
der allierten Regierungen über die Herabſetzung der
Be=
erfolgt, Allerdings nicht in der Form, die man urſprünglich
er=
wartet hatte. Es iſt auch an amtlicher Stelle noch nicht bekannt,
ob die drei beteiligten Regierung beabſichtigen, der deutſchen
Regierung noch eine Note zuzuſtellen. Auch die auswärtigen
Miſ=
ſionen wiſſen nicht, welche Abſichten ihre Zentralregierungen
verfolgen. Vielleicht wird aber Herr Dr. Streſemann, wenn die
Allierten bis dahin über die Einzelheiten einig geworden ſind,
in Genf näheren Aufſchluß erhalten, auch über das Tempo, in dem
ſind für uns Zuſagen Englands und Belgiens wertvoll, daß die
von ihren Truppen geräumten Gebiete nicht jetzt von Franzoſen
beſetzt werden, was dieſe immer noch begbſichtigen.
Die belgiſche Truppenreduzierung im Rheinland.
Paris, 31. Auguſt.
Eine vom „Temps” wiedergegebene Meldung aus Brüſſel
beſtätigt, die heute vormittag verbreitete Nachricht des Brüſſeler
Korreſpondenten des „Echo de Paris”, daß der belgiſche
Miniſter=
rat ſeine Zuſtimmung zu der Reduzierung der belgiſchen
Be=
ſatzungstruppen im Rheinlande um 900 Mann auf 5400 Mann
gegeben habe.
Belgiſcher Miniſierrat.
EP. Brüſſel, 31. Auguſt.
Im geſtrigen Miniſterrat gab nach dem amtlichen
Commu=
nigus der Miniſterpräſident die Dokumente über außenpolitiſche
Fragen bekannt, die ihm der abweſende Außenminiſter
Vander=
velde übergeben hatte, vor allem die Erklärung der deutſchen
eatzungsfrage ſtattfinden. Vorausſichtlich dürfte aber auch Regierung in der Frage der Unterſuchungskommiſſion für den
Franktireurkrieg. Es wurde beſchloſſen, die Prüfung dieſer Frage
in einer ſpäteren Kabinettsſitzung fortzuſetzen, an der
Vander=
velde teilnehmen wird und deſſen Rückkehr unverzüglich erwartet
werde. In politiſchen Kreiſen will man aus der Schlußwendung
est, iſt diesmal wieder die Genfer Tagung durch einen entnehmen, daß die Regierung den Außenminiſter dringend
zurückberufen habe. Ferner verlautet, daß der Miniſterrat dem
in Paris auf dem Bankett der Interparlamentariſchen franzöſiſch=engliſchen Abkommen, über die
Beſatzungsverminde=
über die Verſtändigungspolitik ſprach, einen ſeiner üb= rung und damit der Zurückziehung von etwa 1000 belgiſchen den Tag gelegt worden, ſeien ununterbrochen Opfer gebracht
Soldaten aus dem Rheinland zugeſtimmt habe.
twwenn man praktiſch am wenigſten zu ihrer Verwirllichung Chamberlain in Paris. — Chamberlain be= bisher die Antwort ſchuldig bleiben. Es ſeien Trinkgelder
ge=
ut ſen, aus dem Munde Poincares Friedensreden zu hören, ſchwört die engliſch=franzöſiſche Freundſchaft, das deutſche Volk. Wenn der Druck, unter dem die Regierungs=
EP. Paris, 31. Auguſt.
Außenminiſter Briand begrüßte geſtern abend Sir Auſten
liſchen Botſchaft eine kurze Unterredung, in der die verſchiedenen
Füher einmal, und zwar in der franzöſiſchen Kammer, auf der Völkerbundsratstagung zur Erörterung kommenden die Lehren zum Vorbilde genommen haben, die ſie unſchwer den
Probleme beſprochen wurden. Eine weitere Zuſammenkunft iſt
2: Haar gleichen. Auch dort hat er den großen Mut und für heute vorgeſehen. Chamberlain wurde heute abend im Pari=
Rhren Friedensgeiſt der deutſchen Staatsmänner geprieſen, ſer Rathaus, von dem eine dichte Menſchenmenge die Ankunft heit gehabt, etwas für ihre Wählerſchaft zu erreichen. Nach der
erwartete, von Briand das „Goldene Buch von Frankreich” über=
Näre aber für dieſe Worte der Anerkennung aus dem reicht, das in prachtvoller Ausführung eine bildliche Darſtellung rungsparteien vorbei. Es ſei nichts mehr für die Deutſchen zu
De Briands tiel eher dankbar und würde ſie richtig einzu= der Geſchichte, die Porträts aller großen Männer von Chlodwig
bis zu den im Weltkrieg kommandierenden Marſchällen, die
Wid=
asberminderung hinaus endlich zur Räumung des Rhein= mungen faſt ſämtlicher hervorragenden Perſönlichkeiten
Frank=
reichs enthält. Dieſes einzigartige Werk iſt als Gegengabe Frank= bereit ſind, in die Regierung einzutreten.
dem Locarno=Geiſt nicht in Einklang zu bringen iſt. Der reichs an das engliſche Volk für ein im Jahre 1916 Poincaré
Moc des deutſchen Friedenswillens iſt durch eine ſehr reale überreichtes ähnliches Geſchenk gedacht. Außer dem franzöſiſchen möglich geweſen ſei, mit den Führern des Bundes der Landwirte
des Präſidenten der franzöſiſchen Republik, hatten ſich die lerſchaft wäre. Aus der Linie der aktiviſtiſchen Politik in der
Deboten zu einer Beilegung der alten Schwierigkeiten und Spitzen der ſtaatlichen, ſtädtiſchen und militäriſchen Behörden
Beginn einer neuen Politik der Verſtändigung und der eingefunden. Chamberlain dankte in franzöſiſcher Sprache für
9rung. Frankreich hat dieſe Hand ergriffen und gute das prachtvolle Geſchenk, das in glänzender Weiſe die Freund= „Nein!” beantworten müſſen. Ihr, der beiden jetzt im Gegenſatz
erſchaft verſprochen, iſt den Beweis — von den 10 100 Mann ſchaft der Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft zwiſchen den
angsverminderung abgeſehen — dafür aber ſchuldig geblie= beiden Nationen beſtätige. Er könne ſagen, daß er Frankreich gezeichnet; ſie würden für ein freies, ſtarkes Bauerntum, für ein
S2 entſteht denn der begründete Verdacht, daß Briands liebe und grenzenlos bewundere. Chamberlain wandte ſich dann
zu Briand: „Ich habe die Rede geleſen, die Sie geſtern gehalten
en Beſprechungen in Genf berechnet iſt, genau ſo, wie die haben. Aber das iſt mehr als eine Rede, das iſt eine wahre
poli=
danherabſetzung urr 10 100 Mann einer etwaigen Aufrol= tiſche Tat, die Sie vollbracht haben, und eine von der beſten ſozialiſten, der Abgeordnete Knirſch, das Wort. Er fagte
Politik. Darum kann ich heute ausrufen: Haben wir Vertrauen
nehmen ſoll. Die Einigung der Allierten in der Be= zu uns ſelbſt! Wir ſind alle von derſelben Ueberzeugung durch= ſamte ſudetendeutſche Volk. Wenn heute Mayer in ſeiner Heimat
eSFrage wirft übrigens erneut die Frage auf, welche Zah= drungen, daß unſere beiden Länder unlösbar durch die Bande eine Niederlage erlitten hätte, dann wäre dieſer 28. Auguſt ein
er Truppenverminderung zugrunde gelegt wurden und in einer Freundſchaft verbunden bleiben müſſen, die dauern wird,
ſolange die Welt dauert.” Chamberlains Erklärungen fanden, politik geworden. Aber der Umſtand, daß die heutige
Verſamm=
den ungeteilten Beifall der Anweſenden, die ſich darauf in das
um 9 Uhr nach Genf abgereiſt.
Vor einer Wendung in der
ſudetendeutſchen Politik.
Die Gegenſätze zwiſchen Aktivismus und Negativismus. — Eine
bedeutſame Tagung in Eger. — Die Bauernſchaft gegen die
knie=
weiche Politik der deutſchen Regierungsparteien.
Von unſerem =Mitarbeiter.
Eger, 30. Auguſt.
Der Konflikt im ſudetendeutſchen Lager, hervorgerufen durch
die ſeinerzeitige bedingungsloſe Bereitwilligkeit dreier deutſcher
Parteien (Bund der Landwirte, chriſtlichſoziale Volkspartei,
Ge=
werbepartei), der tſchechiſchen Regierung in einer kritiſchen
Situ=
ation — es drohte nicht mehr und nicht weniger als eine
Staats=
bewußter Abgeordneter einfach dadurch entledigen wollen, daß er
Mitteilung beſtätigt, daß ſich die Zahl der zurückzuziehenden gegen ſie eine Art Bannfluch erließ und ſie, weil ſie ſich mit der
ausgeſprochen tſchechophilen Einſtellung ihrer Partei nicht
ein=
verſtanden erklären wollten, kaltzuſtellen verſuchte. Dieſes
Begin=
nen iſt, das kann heute ſchon geſagt werden, völlig mißlungen;
die beiden Parlamentarier — der Egerländer Bauernführer und
ehemalige öſterreichiſche Staatsſekretär für Heeresweſen Joſef
Mayer und der Znaimer agrariſche Abgeordnete Dr. Hanreich —
ſatzungstruppen iſt auf diplomatiſchem Wege erſt am Mittwoch nahmen den Machtſpruch ihrer Parteileitung nicht ſtilſchweigend
hin. Sie beſchritten den in einem ſolchen Fall einzig richtigen
Weg, d. h. ſie traten vor ihre Wählerſchaft und legten ihr die
Motive dar, die ſie veranlaßt haben, der Linie der vom
Land=
wirtebund verfolgten Politik zu entſagen, auf dieſe Weiſe der
Bevölkerung Gelegenheit bietend, ſich für die eine oder andere
Richtung zu entſcheiden. Obzwar der Bund der Landwirte, eifrig
unterſtützt von den anderen zwei aktiviſtiſchen Parteien, mit allen
Mitteln beſtrebt war, die Wählerſchaft gegen die beiden an den
die Beſatzungsverminderung durchgeführt werden ſoll. Ebenſo im Parteiprogramm feſtgelegten und von der Partei, um den
Preis eines Miniſterſitzes preisgegebenen nationalen
Forderun=
gen feſthaltenden Abgeordneten voreinzunehmen, iſt dieſe Abſicht
nur zu einem geringen Teil gelungen. Ein großer Teil der
ſubetendeutſchen Landbevölkerung hat ſich unzweideutig auf die
Seite Mayers und Hanreichs geſtellt und damit bekundet, daß ſie
es ablehnt, der aktiviſtiſchen Gruppe in ihrer Partei die Mauer
zu machen, ſolange auf tſchechiſcher Seite den berechtigten
natio=
nalpolitiſchen Forderungen der Deutſchen im Staate nicht
Rech=
nung getragen wird.
Wenn nichtsdeſtoweniger die Prager Machthaber der
Mei=
nung geweſen ſind, die deutſche Bauernſchaft würde den beiden
nationalgeſinnten Abgeordneten Mayer und Hanreich die
Gefolg=
ſchaft verweigern, ſo haben ihnen die Ereigniſſe der letzten Zeit
deutlich gezeigt, daß die deutſche Bauernſchaft zu einem großen
Teil trotz der regierungstreuen Haltung der Landvolksführer an
der Erfüllung der nationalen Forderungen feſthalten und
dieſer=
wegen ſich hinter die ihrer volkstreuen Einſtellung wegen vom
Parteigericht verfehmten beiden Abgeordneten ſtellen wird.
Un=
zweideutig kam dieſer entſchloſſene Wille auf einer dieſer Tage
in Eger, der alten Staufenſtadt, abgehaltenen öffentlichen
Land=
volksverſammlung zum Ausdruck. Der Abgeordnete Mayer,
wel=
cher als erſter das Wort ergriff, ſchilderte dieſer Verſammlung
die Vorgänge bei der Abſtimmung über die Verwaltungsreform
und bezeichnete als den Hauptfehler der deutſchen aktiviſtiſchen
Parteien beim Eintritt in die Prager Regierung, daß dieſer
Eintritt ziel= und planlos erfolgt ſei, daß die Deutſchen
bedin=
gungslos der Regierung beigetreten wären, weil man glaubte,
durch dieſe Ergebenheit das Vertrauen der Tſchechen zu
gewin=
nen. Auf deutſcher Seite ſei ein fortwährendes Nachgeben an
worden, aber auf die Frage, was ſie denn damit eigentlich
er=
zielt haben, müßten die Regierungsparteien auch heute noch wie
weſen, die ihnen zugeſtanden wurden, aber keinerlei Erfolge für
parteien heute ſtehen, nicht genüge, die Tſchechen zu
Zugeſtänd=
niſſen irgendwelcher Art zu bewegen, ſo müſſe man ſchon ſagen,
daß es auf der anderen Seite an der entſprechenden Gegenliebe
Chamberlain auf dem Bahnhof und hatte mit ihm in der eng= fehlt. Es ſei bedquerlich, daß die deutſchen Parteien, die ſich zur
Mitarbeit an den Staatsgeſchäften bereit erklärt haben, ſich nicht
Slowaken und Ungarn haben abſchauen können. Bis zum Tage
der Wahl des Präſidenten Maſaryk hätten ſie Zeit und Gelegen=
Wahl Maſaryks war die Konjunktur für die deutſchen
Regie=
holen. Denn wenn die deutſchen Regierungsparteien jetzt
Schwehla Schwierigkeiten machen wollten, dann könne er darauf
hinweiſen, daß ſchon andere Parteien vor der Türe warten, die
Dr. Hanreich ſtellte feſt, daß es für ihn und Mayer nicht mehr
Außenminiſter, dem Senatspräſidenten Doumer, dem Vertreter zuſammenzuarbeiten, weil dies ein offener Betrug an der
Wäh=
letzten Zeit habe ſich für ihn die Frage ergeben, ob er ſie
weiter=
hin mitmachen könne, und er habe ſie mit einem entſchiedenen
zum Landwirtebund ſtehenden Abgeordneten. Weg ſei llar
vor=
treues und ſtarkes Volkstum kämpfen.
Schließlich ergriff auch der Führer der deutſchen
National=
unter anderem: „Auf die heutige Verſammlung blickt das ge=
Triumphtag für die Herren auf Hradſchin, für die
Regierungs=
lung ein machtvoller Proteſt gegen die Praktiken der aktiviſtiſchen
Goldene Buch der Stadt Paris eintrugen. — Chamberlain iſt Parteien war, wird dazu beitragen, die Kunde davon weit über
das Egerland hinauszutragen und Aufklärungsarbeit zu leiſten.
Seite 2
Donnerstag, den 1. September 1927
Nummer 241
In dieſem Sinne war die Verſammlung ein Erfolg, und ich kanm
Sie verſichern, daß wir deutſchen Nationalſozialiſten treu zu dem
volksbewußten deutſchen Landvolk ſtehen werden auch in den
kommenden Tagen!“
Eine Entſchließung, die einſtimmig beſchloſſen wurde,
ſtellt feſt: „Die in Eger verſammelten Wähler des Egerlandes
geben ihrer Entrüſtung über das Vorgehen des Bundes der
Landwirte gegen die beiden Abgeordneten Mayer und Dr.
Han=
reich Ausdruck, die durch ihr Verhalten bei der
Verwaltungs=
reform keine andere Meinung als die aller Egerländer vertreten
haben. Sie danken ihnen für ihre Haltung bei der Abſtimmung
über die Verwaltungsreform. Von der Egerländer Bevölkerung
erwartet die Verſammlung, daß ſie treu hinter ihren
Abgeord=
neten ſteht und entſchloſſen iſt, Schulter an Schulter mit ihnen
die Intereſſen des deutſchen Volkes zu vertreten und zu
ver=
teidigen."
Die Verſammlung, die ſich zu einem ausgeſprochenen Erfolg
für die nationale Richtung im aktiviſtiſchen deutſchen
Landwirte=
bund geſtaltete, darf als der Beginn einer Wendung in der
ſudetendeutſchen Politik, die während der letzten ſechs Monate
gevadezu auf eine ſchiefe Ebene geraten war, gewertet werden,
und dieſe Entwicklung muß im Intereſſe des geſamten
Sudeten=
deutſchtums um ſo mehr begrüßt werden, als die unſeligen
Fol=
gen der bedingungsloſen Mitläuferſchaft deutſcher Parteien mit
den tſchechiſchen politiſchen Gruppen ſich immer deutlicher
aus=
zuwirken beginnen, ohne daß die Regierungsparteien imſtande
wären, auf die Geſtaltung der Dinge auch nur irgendwie Einfluß
zu nehmen.
Die „Volksfreiheit” in Elſaß=
Schärfſte Unterdrückung aller Kritik an der franzöſiſchen
Regierung.— Leberwachung der Wahlverſammlungen.
* Straßburg, 31. Auguſt.
In Elſaß=Lothringen beſchäftigt man ſich jetzt bereits
ein=
gehend wit den kommenden franzöſiſchen Kammerwahlen und
denkt dabei mit Schrecken an die Haltung der franzöſſſchen
Re=
gierung bei früheren Wahlen. Man bezweifelt, daß endlich bei
den neuen Wahlen der unverfälſchte Volkswille Elſaß=
Lothrin=
gens zum Ausdruck kommen wird, denn die Regierung wird
alles verſuchen, um die elſaß=lothringiſche Heimatbewegung
niederzuhalten.
Einem wichtigen Beitrag zu dieſer Fvage liefert die Haltung
des franzöſiſchen Biſchofs in Straßburg. Die autonomſtiſchen
Blätter werfen ſeit langem dem Straßburger Biſchof Verquickung
von Religion und Politik vor. Es handelt ſich dabei um den
früheren franzöſiſchen Armeebiſchof Ruch, der nach dem
Waffen=
ſtillſtand der Kurie nach langew Widerſtand von der
franzöſi=
ſchen Regierung (Clemenceau) aufgedrängt worden iſt. Der
Kampf hat immer ſchärfere Formen angenommen. Mitte Juni
hat das Bistum dem elſäſſiſchen Klerus und den Laien die
Lek=
türe der „Zukunft” und der „Wahrheit” verboten. Gegenüber
den Anklagen der „Zukunft” daß Ruch dem Freiheitsbampfe des
elſaß=lothringiſchen Volkes gegem die kulturelle und politiſche
Erdroſſelung durch das Franzoſentum ſich unter Mißbrauch ſeiner
kirchlichen Autorität in den Weg ſtelle, hat Biſchof Ruch
er=
klärt, daß er ſich lediglich von den Pflichten ſeines
Seelſorger=
amtes habe leiten laſſen. Aus der Reihe der Anklagen hebt ſich
als politiſch beſonders bedeutſam der Fall des elſäſſiſchen
Pfar=
rers Karl Sigwalt hervor, der in den entſcheidenden Monaten des
Winters 1918/19 und während der erſten franzöſiſchen Wahlen
nach dem Kriege für eine Politik eingetreten ift, die die Rettung
der kulturellen Eigenart Elſaß=Lothringens zum Ziele hat. Die
„Zukunft” beſchuldigt Biſchof Nuch, daß er Pfarrer Sigwalt
mundtot gemacht hat und damit mitſchuldig iſt, an den Gefahren,
die durch die Anſprüche des franzöſiſchen Nationalismus für das
blühende elſaß=lothringiſche Kirchenleben erſtanden ſind.
Nun=
mehr veröffentlicht die „Zukunft” Material, das von höchſter
politiſcher Bedeutung iſt, denn es bringt zugleich neue Beweiſe
für die ungeheuerliche Knebelung der politiſchen Freiheit in den
Monaten, da das elſaß=lothringiſche Volk bei den erſten Wahlen
zur franzöſiſchen Kammer und zum Senat ſeinem Willen zum
Ausdruck bringen ſollte.
Es iſt im Ausland noch längſt nicht genügend bekannt, daß
dieſe erſten franzöſiſchen Wahlen nm „befreiten” Elſaß=Lothringen
unter einem ungeheuerbichen Druck ſtattgefunden haben, der
ihnen jeglichen Wert nimmt. Männer wie Dr. Ricklin, der
frü=
here Landtagspräſident, hatte man für dieſe Wochen und Monate
unſchädlich gemacht, indem man ſie internierte. (Dr. Ricklin in
einem Kehler Fort!) oder nach Innerfrankreich verſchickte. Für
die Unterbindung einer offenen politiſchen Ausſprache ſorgte die
vom Generalkommiſſar Millerand angeordnete Ueberwachung der
politiſchen Verſcmmlungen. Er begründete dies damit, daß er
Vom Tage.
Das deutſch=franzöſiſche Handelsabkommen iſt vom
Handelspolitiſchen Ausſchuß des Reichstags angenommen worden.
Die Kommniſtenführerin Klara Zetkin iſt nach zweijährigem
Aufenthalt in Moskau nach Berlin zurückgekehrt.
Der ruſſiſche Geſandte in Wien Berzine, der ſich ſeit
etwa vier Monaten auf Krankenurlaub befindet, wird nicht mehr auf
ſeinen Platz nach Wien zurückkehren. Er wird hünftig den Poſten eines
Wirtſchaftshkommiſſärs in der Ukraine bekleiden. Als Nachfolger
für Berzine wird der bisherige ruſſiſche Geſchäftsträger
in Perſien, Juſinew, genannt.
Das ungariſche Miniſterium des Aeußern hat das Agrement für
den neuen jugoſlawiſchen Geſandten in Budapeſt dem
bekannten ſerbiſchen Dichter Ducis erteilt.
Die türkiſche Regierung hat ihren bisherigen Widerſtand
gegen die Benutzung von Konſtantinopel als
Zwiſchen=
ſtation für dem engliſchen Luftverkehr nach Indien aufgegeben.
Trotz der perſönlichen Intervention des perſiſchen Außemminiſters
in Moskau ſind die Verhandlungen über die ruſſiſche=
perſi=
ſche Wirtſchaftsdifferenz noch um keinen Schritt weiter.
Die druſiſchen Aufſtändiſchen ſind in aller Stille nach
dem Dſchebel Drus zurückgekehrt, wo ſie ſich in Nabah, einem Angriffen
durch europäiſche Truppen unzugänglichen Gebirgsort reorganiſieren
und Verſtärkungen an ſich ziehen, um den Guerillakrieg von neuem
auf=
nehmen zu können.
Wie aus Leningrad gemeldet wird, beginnt dort am 2.
Sep=
tember ein neuer großer Spionageprozeß, Angeklagt ſind
26 angebliche Spione, darunter ein engliſcher Hauptmann mit Namen
Boiſon, der der Führer den Spionageorganiſation geweſen ſein ſoll,
Sämtlichen Angeklagten droht die Todesſtrafe.
Nach einer Meldung aus Waſhington erklärt man in dortigen
offi=
ziellen Kreiſen mit Bezug auf die Demiſſion Lord Robert Cecils, daß
Präſident Coolidge keine weitere
Abrüſtungskon=
ferenz einberufen werde, ſo lange wicht der engliſche Standpunkt
in der Abrüſtungsfrage zur Sce eine weſentliche Aenderung erfahre.
Wie aus Tokio gemeldet wird, hat die japaniſche Regierung
beſchloſſen, auch die Truppenverſtärkungen
zurückzu=
ziehen, die ſie jüngſt nach der Mandſchurei geſandt hat.
keine öffentliche oder private Verſammlung dulden könne, in der
für Elſaß=Lothringen irgend eine andere Regierungsform
ange=
prieſen, oder einfach erörtert wurde, als diejenige, die durch die
Waffenſtillſtandsbedingungen oder den Friedensvertrag feſtgeſetzt
ſei, d. h. die bedingungsloſe Wiedereinreihung der Frankreich
durch den Frankfurter Frieden geraubten Provinzen in die
fran=
zöſiſche nationale Einheit. In dem betreffenden Exlaß an die
Behörden heißt es u. a.: „Es obliegt Ihnen infolgedeſſen,
dar=
auf zu achten, daß in Ihrer Gemeinde keine Verſammlung
ſtatt=
finde, in welcher das Thema der Autonomie, des Neutralismus,
des Föderalismus oder irgend eines anderen politiſchen Syſtems
zur Erörterung gelangen ſollte, welches für Elſaß=Lothringen
eine andere politiſche Geſtaltung als die oben beſchriebene
um=
faſſen würde. Die Verteilung von Flugſchriften und
Rundſchrei=
ben underliegt ſelbſt in der Wahlperiode denſelben Vorſchriften.
Sie ſind verpflichtet, jede in dieſem Sinne gehaltene
Propaganda=
ſchrift unverzüglich zu beſchlagnahmen und mir ſofort darüber zu
berichten.”
Dieſe Maßnahme von Seiten der damaligen
Militärregie=
rung richtet ſich ganz beſonders gegen die Ideen des Pfarrer
Sigwalt, der inzwiſchen Schriftführer einer „Föderaliſtenpartei”
geworden war und der vier Tage vor dem Erlaß in einer
Wahl=
verſammlung mit großem Beifall ſeine Auffaſſung entwickelt
hatte. Sigwalt riskierte, „ausgewieſen oder ins Geſängnis
ge=
ſperrt zu werden”. Am 30. Oktober teilte man Pfarrer Sigwalt
mit, daß ſein Auftreten unüberlegt ſei und der Kirche ſchade.
Der Herr Biſchof iſt zu folgendem Urteil gelangt: Seine Gnaden
verlangen hiermit von Ihnen, daß Sie ſich vom öffentlichen
Leben zurückziehen . .” Weitere Maßnahmen des Biſchofs
er=
reichten die Mundtormachung eines treuen Sohnes des Elſaß.
Die memelländiſchen Wahle
Sieg der deutſchen Kulturgemeinſchafd
Memel, 31. Aucry
Am Dienstag ſind die Wahlen im Memelgebiet volllm
worden, ohne daß ſich beſondere Zwiſchenfälle ereignet h5u
Obwohl von den Gegnern bis zum letzten Augenblick inn
ſtrupelloſeſten Weiſe der Wahlkampf geführt wurde, undon
nicht vor anonymen Verleumdungen zurückſchreckte, und oir
während des ganzen Wahlkampfes eine rigoroſe Preſſe:
usgeübt wurde, haben die Parteien der Einheitsfront —
rum die Schlacht ſiegreich zu Ende geführt. Im großen und
zen kann, nach den bis jetzt aus Stadt und Land vorliedeum
Ergebniſſen geſagt werden, daß ſich weſentliche Verſchiebm
von den Wahlen im Oktober 1925 nicht ergeben haben.
ins Gewicht fiel die Wahlmüdigkeit, die in einer weſentl ih.,
ringeren Wahlbeteiligung wenigſtens in der Stadt Meme m.
Ausdruck kam. Es gingen nur 73 Prozent der Wähler
imn weil
ſrieg bedeute.
für eine Komb
Urne, gegen 8 im Jahre 1925. Auf dem Lande dürf-18;
ſchöne Erntewetter der Wahlbeteiligung Abbruch getan en.
In der Stadt Memel entfielen auf die Volkspartei 8548 dm
12179 Stimmen in 1925. Dieſer Rückgang iſt der geriim!
Wahlbeteiligung zuzuſchreiben, ferner dem Umſtand, doßck
die Hausbeſitzer diesmal aus Gründem der Aufwertungsfrauu
ſeiten der Landwirtſchaftspartei geſchlagen haben.
Bemars=
wert iſt auch der Rüchgang der ſozialdemokratiſchen Stunn, / nſatz zu den Nat
gspreſſe im allge
von 2948 auf 1349, die wohl im der Hauptſache den Kommenn
duran
zugefloſſen ſein dürften. Nicht unwahrſcheinlich iſt, da
zwei Abgeordneten durchbringen.
Auf litauiſcher Seite wählten diesmal die aus Litauem
zogenen Bürger mit, die nach der Genfer Vereinbarung nuuh
len dürfen. Trotz alledem haben es die großlitauiſchen Pnenn
in Memel=Stadt nur auf 1230 Stimmen gegen 564 bei der lein
Landtagswahl gebracht. Auf der anderen Seite ſind dumsüſie
Abwanderung der Optanten Stimmen für die memelländie
Parteien verloren gegangen. Alles in allem läßt ſich ſagina
die Hoffnungen der Kownoer Zentralregierung auf eine irr
geartete Zuſammenſetzung des memelländiſchen Landtagne
völlig zerſchlagen haben. Die deutſche Kulturgemeinſch fhe
ſich auch diesmal wieder als der ſtärkere Faktor erwieſen, unb ſie
litauiſche Regierung wird bei ihren weiteren Maßnahmmm
dieſer Tatſache unbedingt rechnen müſſen. Die Litauer Iſte
kaum mehr als drei Sitze im Landtag erhalten, die vorausſuli
auf die drei verbundenen Großlitauiſchen Liſten entfallenſein
den. Die litauiſchen Splitterparteien dürften leer ausgehenson
den großen memelländiſchen Parteien dürfte die Landwir ct8
Keine deutſchen Konſulgte in Elſaß=Lothringen.
* Berlin, 31. Aug. (Priv.=Tel.)
In ſenſationeller Aufmachung berichtet die Pariſer Proſſe von einem
geheimen Verzicht, den Deutſchland in einem beſonderen Schreiben als
Anhang zum deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag ausgeſprochen habe
dahingehend, auf die Ernennung von Konſuln in Elſaß=Lothringen. —
Wir haben auch durch Erkundigungen an amtlicher Stelle nicht
feſtſtel=
len können, ob ein ſolcher Brief tatſächlich exiſtiert, möchten aber
an=
nehmen, daß in irgend einer Form Deutſchland die Zuſage eines
ſol=
chen Verzichts gegeben hat. Von einer Geheimniskrämerei kann man
aber nicht gut ſprechen. Es iſt ja bei der Vgröffentlichung des
deutſch=
franzöſiſchen Handelsvertrags von vornherein geſagt worden, daß
Deutſchland keine Konſulate in Elſaß=Lothringen errichten würde, ohne
eingehende Rückſprache mit der franzö hen Regierung. Das bedeutet
natüirlich praktiſch ſo viel, daß die Ausübung dieſes Rechtes für
Deutſch=
land ſuspendiert war, denn die Franzoſen haben kein Intereſſe daran,
deutſche Konſulate in ihren „reichseigenen” Gebieten zuzulaſſen. Sie
können ſich aber darauf berufen, daß ſie damit nur an dem Brauch
feſt=
gehalten haben, den Deutſchland nach 1870 eingeführt hat.
partei entgegen den bisher vorliegenden Ergebniſſen die 1he
zahl der Stimmen auf ſich vereinigen, da die fehlenden Knd
durchweg dem flachen Lande angehören. Die Sozialdenpten
werden vorausſichtlich von ihren fünf Sitzen im letzten Zahn
zwei an die Kommuniſten abtreten müſſen, die überal me
Stimmenzuwachs buchen können. Ein genauer Ueberbleih/
die Mandatsverteilung wird kaum vor Donnerstag mögllceinn
da die Ergebniſſe aus den kleinen Gemeinden ſehr ſpär eun ich, wünſch
gehen.
anzunehm
Gegen 1 Uhr mittags lagen die Ergebniſſe aus 130 Bum/& Kriegen
trä=
geſamt 200 Landbezirken vor. In dieſen 130 LandEmMier ſehr einflu
haben erhalten: „Memelländiſche Volkspartei 7200, Lawuf ſiecht die Ab
ſchaftspartei 12 000, Sozialdemokraten 3000, Kommuniſtm00 Men deutſcher
Kombrinkbund 1200, Großlitauiſche Parteien zuſammen uuſch ), denn es
4000 Stimmen. Aus der Stadt Memel und den 130 La Fzi iagen.
ken zuſammen ergibt ſich um 1 Uhr folgendes StimmenermuA on
Volkspartei 15 700, Landwirtſchaftspartei 12 800, Sozirm Amäge ar
kraten 4400. Kommuniſten 3200, Kombrinkbund 1300, MAungen, fü
litauiſche Parteien zuſammen: 5200 Stimmen.
fankreich m
Bis 3 Uhr nachmittags lagen die Wahlergebniſſe 4MM una des neu
ländlichen Stimmbezirken vor. Es haben erhalten einſchSlſd
en ſchienen
Ergebniſſe aus der Stadt Memel: Memelländiſche Vo Taru
17 312, Landwirtſchaftspartei 15 472, Sozialdemokrate 18.
Kommuniſten 3496. Kombrinkbund 1534 ſowie großl tiſt
Parteien zuſcmmen 6223.
zen Lage zu
hung der Vert
12 „ournal
die Rheinle
hung der Oſt
Hindenburg=Amneſtie zum 2. Oktob// u Oeſterreich
* Berlin, 31. Autguft. (Priv X) N8 Frieden=
Während bisher von amtlicher Seite Wert auf deßelſt Nes Friedens
ſtellung gelegt wurde, daß von einer allgemeinen Awſitſl ein Mitel
aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräſidenten Lpßlſim. Siaius ſe
denburg keine Rede ſein könne und daß nur einige einz ( 964:0
gnadigungen vorgenommen würden, läßt man jetzt dur g
daß vielleicht doch in dieſer Angelegenheit mit einer N
Aktion zu rechnen iſt. In den nächſten Tagen findet im
juſtizminiſterium eine Konferenz zwiſchen Vertretern den
ſtatt, die ſich damit beſchäftigen wird, in welchem Rahe
die in Ausſicht genommene Amneſtie bewegen ſoll. Wahr-d
wird man alſo doch eine größere Anzahl von Perſoner
ſichtigen.
Filchners wiſſenſchaftliche Bedeutung.
Filchners erſte Tibetreiſe. — Filchner als Geograph und Gevloge,
Filchner als Südpolforſcher. — Ein Bericht Filchners über ſeine
Südpolreiſe.
inf. Wilhelm Filchner, der nach Zeitungsmeldungen auf
einer Forſchungsreiſe durch Tibet ermordet ſein ſoll, war einer
unſerer hervorragendſten Forſchungsreiſenden, der ſich auf
geo=
logiſchem und zoologiſchem, ſowie völkerkundlichem Gebiete große
Verdienſte erworben hat. Filchner, der am 13. September d. J.
ſeinen 50. Geburtstag hätte feiern können, war von Haus aus
Offizier, als er ſeine erſte große Expedition nach dem Pamir=
Plateau unternahm. Dieſer Expedition, die er im Jahre 1895
antrat, folgte im Jahre 1898 eine große, höchſt bedeutſame Reiſe
nach Tibet, das damals den Fremden völlig unzugänglich war.
Schon damals hatten Filchner und ſeine Frau die größten
Ge=
fahren von den Eingeborenen zu beſtehen, aber er überſtand ſie
alle und konnte ungeheueres wiſſenſchaftliches Material
mitbrin=
gen, das tatſächlich von grundlegender Bedeutung für die
Kennt=
nis von Tibet war. Durch ihn wurde dieſes geheimnisvolle Land
zum erſten Male erſchloſſen. Die größte Bedeutung hat aber
Filchner als Südpolforſcher erlangt, wenn er auch den Südpol
ſelbſt nicht erreicht hat. Filchner, der damals Oberleutnant war,
hatte auch im Gegenſatz zu Amundſen nicht die Abſicht, nach dem
Südpol vorzudringen, ſondern er wollte auf ſeinem Schiff
„Deutſchland” hauptſächlich das ungeheuere Gebiet im Innern
der Südpolgegend und die Beziehungen zwiſchen den weſt= und
oſtantarktiſchen Landmaſſen ſtudieren. Zuerſt machte er, wie er
in einem Bericht über die Reiſe mitteilte, an der Nordküſte
Süd=
georgiens Halt. Ueber ſeine wiſſenſchaftlichen Ergebniſſe erzählt
er folgendes: „Bei einer ſo wenig erforſchten Inſel wie
Süd=
georgien mußte das Schwergewicht der Erforſchungen darauf
ge=
legt werden, in der zur Verfügung ſtehenden Zeit von 13 Tagen
einen möglichſt vollſtändigen Ueberblick über die ganze Inſel zu
erhalten. Es ſollten einerſeits die Küſtenumriſſe kartographiſch
feſtgelegt, andererſeits ein Bild vom Geſteinsaufbau und von der
Vergletſcherung der Inſel gewonnen werden. Im ganzen waren
die Witterungsverhältniſſe günſtig. In erſter Linie iſt es
gelun=
gen, durch aſtronomiſche Beſtimmungen und ungezählte
Kompaß=
peilungen eine gute Umrißkarte Südgeorgiens zu entwerfen.
Mehrere Buchten, die bisher wenig oder gar nicht bekannt waren,
erſchienen zum erſten Male auf dieſer Karte. Wichtig für die
Schiffahrt iſt die Auffindung und Auslotung eines guten Hafens
im ſüdweſtlichen Teil der Inſel, der leicht zugänglich und doch
gen die ſchweren Stürme geſchützt iſt. In den Buchten der
Juſel wurden zahlreiche Lotungen ausgeführt, auch der Abfa
des Inſelblockes zur Tiefſee wurde ſtudiert und hier die vertikale
Verteilung der Temperatur und des Salzgehaltes unterſucht
Von der Küſte mit ihren mannigfachen
Vergletſcherungserſchei=
nungen konnten zum erſten Male zahlreiche Photographien
auf=
genommen werden, und einzelne Gletſcher an der Nord= und
Südküſte der Inſel wurden photogrammetriſch feſtgelegt. Das
Forſchungsreiſender Wilhelm Filchner
iſt mit ſämtlichen europäiſchen Mitgliedern
ſeiner Forſchungsexpedition von
verblende=
ten tibetaniſchen Prieſtern ermordet worden.
ſtreichen und nach Norden übergekippt ſind. Der A=fhal
konnte auch zu vergleichenden meteorologiſchen Studi=Fnhn.
Stefa
bringend verwerdet werden.” — Filchner hat über ſein”ſſe
ſchaftlichen Reiſen eine Anzahl von Büchern veröffen1/
denen er die Ergebniſſe ſeiner Forſchungen niedergelegt.!
nahm als Offizier am Kriege teil und hat ſich kurze 2
dem Kriegsende wieder ſeinem alten Gebiet, der geogr:n
Forſchung, zugewandt. Nun iſt er, wie ſo viele andere 7l
vor ihm, ein Opfer ſeiner Arbeit geworden. Tragiſch
an, daß der Forſcher ſelbſt nicht mehr die Hoffnung h.
dieſer Expedition zurückzukehren, die ihm als die ſchwieie!
ſchien, zumal er in Tibet ſchwer erkrankte.
Auf die Nachricht von der Ermordung des Aſien=V;
Wilhelm Filchner hat, dem „Berliner Tageblatt” zufn=
Auswärtige Amt ſofort Schritte eingeleitet, um ſich
Schickſal des Forſchers Gewißheit zu verſchaffen. Es iſt Ie
bisher keine Nachricht über Filchner zugegangen. Der
mit dem deutſchen Konſul in Szetſchwan in Verbin.n
treten, iſt geſcheitert, da die Verbindung dorthin unterb i
Auch weitere Verſuche, über das Schickſal Filchners
zu erhalten, ſind bisher erfolglos geblieben.
* Opa Mümmelmanns Freuden= und Klagetöne. X
größte Intereſſe boten ſtets Landungen in den Buchten, deren
Strandflächen den Küſtentieren wie See=Elefanten, Pinguinen
und anderen mehr zum Aufenthalt dienen. Es gelang nur
ein=
mal von der Südküſte aus, vom Mittelhafen im weſtlichen Teil
der Inſel ſo weit landeinwärts zu gekangen, daß das die
Nord=
ſeite der Inſel begrenzende Meer geſichtet werden konnte. Die
geologiſchen Forſchungen haben gleichfalls intereſſante Reſultate
zutage gefördert. Es wurde feſtgeſtellt, daß Südgeorgien ein
altengebirge iſt, deſſen Falten im allgemeinen Nordweſt—Südof
Snackerie (Plauderei) von ſon olen Grenzhaſen. Pom
förſter. Verlag von Guſtav Jacob u. Co., Hannover. Opa.”
mann, ein Grenzhaſe, der unter einem Brombeerſtrauch an —
der Feldmark Grogsdorf das Licht der Welt erblickte, ſch
Erlebniſſe von ſeiner Geburt an bis zu ſeinem ſechſten Lebells
es iſt höchſt amiſant, was er von dem Haſenleben, ſeinen F—-”
Leiden, ſeinen Reizen und Gefahren im Wechſel der Jahr—
erzählen weiß. Im Grunde iſt es der Heideförſter ſelbſt, der
ſprechen läßt und der ſo entzückend über die Poeſie des 330—
das Tier= und Vogelleben in Wald und Feld, über Jagd une
niſſe, das Jägerleben und über die Jagd einſt und heute püäte
humorvoll ſind die Schilderungen der Gelegenheitsjäger, Dee
Förſtern gehänſelt werden, und der S chieber=Jägen, die ii. de
montierung, mit blanken Schuhen und Gamſchen, einer i
am Hut und der dicken Havannah im Munde mit Rad und
auf die Jagd fahren, Unhell anrichten und den Förſterm A.
RNann
ſind. In Verurteilung dieſer Jagdſchädlinge ſchließt Opa 2i.
Alich=
ſeine Freuden= und Klagetöne mit dem Wunſche, daß uiſe.
auch
Jägerei nur noch von Leuten ausgeübt werde, die den ie”
in ſeinen Geſchöpfen ehren zum Segen für das Wild ui
Menſchen. Das in humorvollem Plazderton geſchriebene Ve
tigen Illzſtrationen verſehene Buch wird Freunden der 22. Nd2
namentlich des edlen Weidwerks herzliche Freude beren.
atz
ſtigen dürfte die Lektüre allerdig=
ung auf eint
chen Lm
ſe Beurteilung der Rede Briands in der
franzöſiſchen Preſſe.
Paris, 31. Auguſt.
der Morgenpreſſe findet die geſtrige Rede Briands in
rtzung der interparlamentariſchen Union nur wenig
Be=
nr „Ere Nouvelle” bemerkt zu den Ausführungen des
ſöäſchen Außenminiſters, Briand bleibe ſeinen Idealen treu.
ucle den Weltfrieden auf der legalen Ordnung aufbauen.
e: Rechtspreſſe kommt eine gewiſſe Skepſis zum Ausdruck.
u d feſtgeſtellt, daß, wenn in Frankreich der Geiſt von
Lo=
in immer größer werdendes Mißtrauen hervorrufe, wie
ſehr wohl wiſſe, dies nicht geſchehe, weil Locarno nicht
ſisäeden, ſondern weil Locarno den unvermeidlich nahe
be=
ſthenden Krieg bedeute. „Echo de Paris” wirft Briand vor,
z ſich für eine Kombination ein, durch die es Frankreich
tg ich gemacht werde, ſich ſeinen Alliierten von 1914 zu
ver=
n, falls Deutſchland ſich ebenſo wie in ſeiner Vergangenheit
Eſtne; denn die Beſtimmungen von Locarno enthielten die
Eüe, daß der Schiedsrichter England mit Frankreich kein
leiabkommene ſchließen dürfe, das er nicht auch mit
Deutſch=
asſchließe.
m. Gegenſatz zu den nationaliſtiſchen Morgenblättern billigt
achmittagspreſſe im allgemeinen die Erklärungen Briands,
ſe daran auch zahlreiche Vorbehalte knüpft. — Der „
In=
fgant” meint, man müſſe mit Achtung und Liebe vom
hi ſprechen und die Geiſter daran gewöhnen, und wenn
hrndertmal wiederholen müſſe, daß man den Frieden auf
iger Grundlage organiſieren müſſe, und daß der
Schieds=
ſtin die Stelle des brutalen Krieges zu treten habe. Briand
io ließlich die öffentliche Meinung aller Völker davon über=
Laß es nicht mehr ſo leicht ſei, die Welt in blutige
Kata=
e zu verwickeln. — Dagegen gefallen dem Blatte die vom
Pariſien” veröffentlichten Erklärungen Löbes über einen
uß, über die Oſtgrenzen und über die Rheinlandräumung
ſtei. Der darin vorgeſchlagene Friede nach deutſcher Art
Frankreich kalt.
tor erwieſen u
ren Maßnohnr
Die Limn ” „Temps” gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Worte
ten, die zuwhtllu f9s überall verſtanden werden möchten. Alles war man zur
ᛋrlichung des Friedens unternehmen könne, werde aber
leh bleiben, ſolange es nicht gelinge, zu einer moraliſchen
urig zu kommen. Man müſſe in jedem Lande einen wirk=
Xriedensgeiſt ſchaffen. Denn wenn es keinen dauerhaften
ohne Achtung der Verträge gebe, ſo könne nur der
usgeiſt die Völker zu dieſer Achtung der Verträge bewegen.
ge „Journal des Debats” iſt der Anſicht, Briand habe, da
inal ausnahmsweiſe ſeine Rede vorher ſchriftlich
nieder=
tabe, nur Gemeinplätze entwickelt, über die keine
Mei=
ſurſchiedenheiten beſtehen könnten. Jedermann, wenigſtens
arkreich, wünſche glühend die Befeſtigung des Friedens,
fei anzunehmen, daß diejenigen, die in anderen Ländern
ſeien Kriegen träumten, eine ſehr kleine aber
unglücklicher=
nitunter ſehr einflußreiche Minderheit darſtellten. Briand
Int Recht die Ablehnung des Genfer Protokolls bedauert.
ein, den deutſchen Miniſtern geſpendetes Lob dürfe man ihn
fad eln, denn es ſei nur gerecht, den Schwierigkeiten
Rech=
zu tragen, auf die die Unterhändler auf der anderen Seite
ſem Lande ſtießen. Das Blatt erklärt, es habe niemals die
hwerträge an ſich kritiſiert, nur habe Briand mitunter den
begangen, für ein Ziel anzuſehen, was nur ein Mittel
Frankreich müßten die Locarnoabkommen vor allem zur
Ni ierung des neuen Europa dienen. Die meiſten
Deut=
degegen ſchienen ſie als ein Mittel zur Aenderung der
ſurtigen Lage zu betrachten. — Den Erklärungen Briands
ſit Achtung der Verträge und der darin feſtgelegten Gren=
I das „Journal des Débats” gleichfalls die Aeußerungen
über die Rheinlandräumung und die deutſchen Wünſche
leiderung der Oſtgrenzen und nach Vollziehung des
An=
ſe! an Oeſterreich gegenüber. Briand habe Recht, die
ſaen des Friedens zu feiern, aber man dürfe die
Be=
ſien dieſes Friedens nicht vergeſſen. Locarno ſei nichts,
es nicht ein Mittel zur Konſolidierung des gegenwärtigen
ſichen Status ſei.
„Soir” ſchreibt, die aufrichtige und von innerlicher
Be=
ig getragene Rede Briands ſtärke und bewege. Man
ſe als eine klare und entſcheidende Antwort an Henry de
nil buchen. Sie ſei ein Akt des Glaubens und eine Tat.
iede werde kommen, der große humane Friede der
aus=
im Völker. Untrügliche Zeichen kündeten dieſen
Fort=
m. Man müſſe dafür ſorgen, daß er morgen eine
wohl=
healität werde.
EP. Genf, 31. Auguſt.
Unter dem Vorſitz des engliſchen Biologen und früheren
Präſidenten des engliſchen Statiſtiſchen Amtes, Sir Bernard
Mallet, iſt heute in Genf der Weltbevölkerungskongreß zu einer
ſeit langem vorbereiteten Tagung zuſammengetreten. Unter den
etwa 200 Teilnehmern, die ſich außer einigen Politikern und
Wirtſchaftspolitikern überwiegend aus Wirtſchaftlern
zuſammen=
ſetzen, ſind außer den europäiſchen Ländern u. a. die Vereinigten
Staaten, Chile, Argentinien. Auſtralien. Indien, Japan, China
und Siam vertreten. Der Kongreß ſtellt ſich die Aufgabe, das
Problem der geographiſchen Bodeneinteilung im Hinblick auf die
Ernährungsmöglichkeiten, für die menſchliche Bevölberung und
die ſich aus der gegenwärtigen Lage ergebenden drohenden
Ge=
fahren ſozialer, wirtſchaftlicher und politiſcher Natur einer
ein=
gehenden Prüfung zu unterziehen. Die Konferenz, die bei dieſen
Arbeiten jedwede Propaganda auszuſchalten wünſcht, beabſichtigt,
einen Internationalen Verband für Bevölkerungsprobleme ins
Leben zu rufen, um auf Grund internationaler wiſſenſchaftlicher
Auskünfte und Zuſammenarbeit auf eine rationelle Löſung des
Bevölkerungsproblems hinzuwirken. Auf der Tagesordnung einer
unter dem Vorſitz des deutſchen Biologen Dr. Goldſchmied, dem
Direktor des Kaiſer=Wilhelm=Inſtituts in Berlin, ſtattfindenden
Sitzung ſtehen u. a. Berichte über Deutſchland, Schweden und
die Vereinigten Staaten, ferner Vererbungs=, Krankheits= und
Bedürftigkeitsfragen. Unter den Teilnehmern ſind zu nennen
aus Deutſchland: Prof. Grotjahn, Profeſſor der Sozial=Hygiene
an der Univerſität Berlin, Dr. Baur, Leiter des Berliner
Bio=
logiſchen Inſtituts, Eugen Fiſcher, Profeſſor an der Univerſität
Freiburg, Henriette Fürth, Sozial=Hygienikerin aus Frankfurt,
Dr. Max Hirſch vom Biologiſchen Inſtitut Berlin, Dr. Kutzinſky,
Wirtſchaftspolitiker aus Verlin und der bekannte Bakteriologe
Prof. Plazek.
Der Oanziger Heimatdienſt an den Völkerbundsrat.
Danzig, 31. Auguſt.
Der Danziger Heimatdienſt überreichte am 27. Auguſt an die
im Rate des Völkerbundes vertretenen Regierungen folgendes
Schreiben, betreffend das polniſche Recht auf
Muni=
tionslagerung in Danzig:
„Der Danziger Heimatdienſt erlaubte ſich im Juni d. J. den
Mitgliedern des Völkerbundsrates eine Denkſchrift zu überreichen,
in welcher er auf die ſchweren Gefahren hinwies, die nach den
Erfahrungen der letzten Munitionskataſtrophen der Stadt
Dan=
zig durch die Zulaſſung des polniſchen Munitionslagers auf dem
Gebiete der Freien Stadt Danzig drohen. Am 13. Juni wieſen
wir fernerhin durch ein Telegramm, auf die ſchweren Schäden
hin, welche die Stadt Krakau durch ein unmittelbar nach der
Ab=
ſendung unſerer Denkſchrift eingetretenes erneutes
Exploſions=
unglück erlitt. Zu unſerem Bedauern mußten wir erfahren, daß
die Frage auf der Junitagung des Völkerbundsrates nicht
be=
handelt worden iſt. Wie wir hören, hat die Regierung der Freien
Stadt Danzig inzwiſchen beantragt, die Frage auf der
bevor=
ſtehenden Tagung des Rates zu erledigen. Der Danziger
Heimat=
dienſt, als überparteiliche, alle Schichten der Bevölkerung
um=
faſſende Vertretung der Danziger Bevölkerung, glaubt in dieſem
Augenblick erneut an die Mitglieder des Hohen Rates des
Völ=
kerbundes mit der Bitte herantreten zu dürfen, die Frage im
Sinne der Danziger Bevölkerung zum Abſchluß zu bringen. Er
bittet insbeſondere die von ihm im Juni unterbreiteten Tatſachen
mit zum Gegenſtand der Beſprechungen zu machen.
Vor den Wahlen zur türkiſchen Nationalverfammlung
EP. London, 31. Auguſt.
Aus Konſtantinopel wird gemeldet, daß die Kandidatenliſten
für die Wahlen zur Nationalverſammlung veröffentlicht worden
ſind. Dieſelben ſehen 315 Kandidaten vor, wovon 112 dem
Par=
lament noch nicht angehört haben. Alle Kemaliſtenführer ſtehen
auf der Liſte. Die vorgeſchlagenen Kandidaten dürfen ohne
weite=
res als gewählt angeſehen werden, da eine Oppoſition
gegen=
wärtig tatſächlich nicht beſteht. Kemal Paſcha hat ein Manifeſt
veröffentlicht, worin er auf die Verdienſte der Kemaliſtiſchen
Partei um das Wohl des Vaterlandes hinweiſt und erklärt, daß
die kommende Nationalverſammlung ſich hauptſächlich mit
wirt=
ſchaftlichen Fragen befaſſen werde. Das geſamte Miniſterium
befindet ſich augenblicklich in Konſtantinopel, wo bereits zwei
Miniſterratsſitzungen abgehalten wurden. An offizieller Stelle
erklärt man nochmals, daß dies nicht dahin ausgelegt werden
könne, als ob geplant ſei, die Hauptſtadt von Angora nach
Kon=
ſtantinopel zu verlegen. Konſtantinopel könne lediglich als
Sommerreſidenz der Regierung angeſehen werden.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 31. Auguſt.
Der Rücktritt Lord Robert Cecils von ſeinem Poſten bei dem
Völkerbunde und ſeine Auseinanderſetzung mit Baldwin hat hier
zu den lebhafteſten Kommentaren Anlaß gegeben. Zweifelsohne
handelt es ſich hier um ein außenpolitiſches Ereignis von
größ=
ter Wichtigkeit, welches durch den faſt gleichzeitigen Rücktritt de
Jouvenels noch mehr unterſtrichen wird. Man ſprach einige
Augenblicke von dem ſichtbaren Zerfall des Völkerbundes.
Jeden=
falls iſt der Rücktritt Lord Robert Ceeils ein harter Schlag für
die Genfer Inſtitution.
Ueber die Motive des Rücktritts waren hier die
verſchieden=
ſten Verſionen verbreitet. Einige ſahen in der ganzen Sache eine
mehr perſönliche Angelegenheit; das ſchlechte Verhältnis Lord
Robert Cecils zu Baldwin ſollte die Urſache von allem ſein.
Andere wieder werteten ſeinen Rücktritt als ein Symptom des
Zerfalls des konſervativen engliſchen Kabinetts. Es gibt zu
den=
ken, daß bei der jetzigen Völkerbundstagung die Lage der
eng=
liſchen und der franzöſiſchen Regierung zu gleichem Maße als
heikel gelten kann.
Die wirkliche Bedeutung des Rücktritts von Lord Robert
Cecil geht aus ſein em Briefe an Baldwin hervor. Zwiſchen
die=
ſem Brief und den Erklärungen de Jouvenels ließe ſich eine
intereſſante Parallele aufſtellen. Aber, wenn das, was de
Jou=
venel geſagt hat, für die Briandſche Politik nur ungünſtig lautete,
kommt der Brief Lord Robert Cecils der engliſchen Regierung
ſehr peinlich. Er enthüllt nämlich die zweideutige Haltung
Eng=
lands dem Völkerbunde gegenüber.
Lord Robert Cecil war — wie man auch ſonſt über ſeine
Politik urteilen mag — ein bedingter Anhänger des
Völker=
bundes. Seine Richtung bedeutete ein Aufgehen jeglicher
Außen=
politik im Völkerbunde. Daß dies der engliſchen Außenpolitik
nicht anzumerken war, iſt nur auf die Tatſache zurückzuführen,
daß das Foreign Office ſtets das Gegenteil davon tat, was er
wollte. Die engliſche Außenpolitik befindet ſich jetzt in einer üblen
moraliſchen Situation, beſonders was die amerikaniſche
Oeffent=
lichkeit betrifft. Man denke nur daran, was Lord Robert Cecil
über die letzte Abrüſtungskonferenz geſagt hat.
Der Völkerbund hat nacheinander zwei Perſönlichkeiten
ver=
loren, die ihn, wenn auch auf ihre eigene Weiſe, durchaus ernſt
nahmen und in Genf etwas anderes erblickten als ein
gleichgül=
tiges diplomatiſches Forum, wo höchſtens die angewandten
Methoden ſich ein wenig von den gewöhnlichen Methoden der
Diplomtie unterſchieden. Es iſt alſo verſtändlich, wenn die
Freunde des Völkerbundes verſtimmt ſind, und es wird ſchwere
Anſtrengungen koſten, das Preſtige des Völkerbundes wieder
etwas zu heben.
Ueber die Demiſſion Lord Robert Ceeils gehen uns aus
London von unſerem (D)=Korreſpondenten
nach=
ſtehende Ausführungen zu, die im weſentlichen die engliſche
Auffaſſung wiedergeben:
Was iſt denn hier das Belangvollſte in der öffentlichen
Mei=
nung, d. h. in der Anſicht der ſelbſtändig denkenden Politiker, die
nicht lediglich nach den Leit= oder Spezial=Artikeln ihrer
Leib=
organe urteilen — allerdings einer Minderheit, aber einer
ſolchen, welche im Verlauf der Dinge doch ſchließlich den
beſtim=
menden Faktor darbietet — Lord Cerils Haltung oder das
Räu=
mungskompromiß? Es handelte ſich nicht darum, ob Lord Cecil
nach ſeiner Unterredung mit Baldwin wirklich zurücktrat oder
nicht, ob das Kompromiß für die Räumung die Zurückziehung
von ein paar tauſend Mann mehr oder weniger vorſah, ſondern
um die tieferen Gründe für beides.
Lord Cecil wird von allen Seiten als der Mann betrachtet,
der die großzügigſten und liberalſten Anſchauungen von der
aus=
wärtigen Politik, den idealſten Standpunkt in der Entwicklung
des Völkerbundsgedankens beſitzt. Es wäre irrig, wenn man den
Verlauf der Räumungsfrage an ſich als einen beſtimmenden
Fak=
tor für ſeinen Rücktritt anſehen wollte, aber er ſteht im inneren
Zuſammenhang mit ſeinen Verbitterungsempfindungen. Er iſt
nur das nachträglich angefügte Glied einer Kette. Was bot ſich
dem Manne, der wie kein zweiter für den Völkerbundsgedanken,
insbeſondere für die Zuſammenarbeit der großen Nationen mit
allen Mitteln ſeines ſcharfen Verſtandes gewirkt hat, heute für
ein Bild? Es ſtand alles geradeſo wie vorher: die Großmächte
gingen ihren eigenen Weg, ſoweit große Fragen brennend
ge=
worden ſind, nicht nur, wenn es ſich um Fragen handelt, die ſie
ſelber angehen, wie es bei den Verhandlungen über die künftige
Bemeſſung der Seeſtreitkräfte Amerikas, Britanniens und
Ja=
pans der Fall war, ſondern bei ſolchen Fragen, deren Tragweite
weit über die Intereſſen der Verhandelnden hinausgehen und
Stefan George,
erſte Träger des Goethe=Preiſes.
Deutſchlands größter Lyriker.
Stefan George, dem der erſte Goethe=Preis verliehen
ant, nicht mit Unrecht, in der Urkunde als der Dichter
be=
worden, der zu Zeiten der Verwirrung den Sprachgeiſt
S fur uns bewahrte und doch in neuen Eigenformen den
Eer Dichtung bewies, denn Stefan George iſt derjenige
Dichter, der in dem Wirrwarr der Schulen und
moder=
nkebungen ganz im Sinne Goethes den Adel des Stils,
8 der Worte und die tiefe ſinnreiche Bedeutung der
und des Inhalts pflegt. Als Stefan George im Jahre
„Blätter für die Kunſt” begründete, mit denen er den
Abealismus in der deutſchen Dichtung ſchuf, hatte er nur
erne Gefolgſchaft, die in ihm bereits damals den
werden=
iſſter erkannte. Dieſes Eintreten für einen neuen Idealis=
Da um ſo bemerkenswerter, als damals gerade die deutſche
ge und epiſche Dichtung die erſten Schritte auf dem
Les Naturalismus machte und ſich ihr ganzes Intereſſe
Sekurmer und Dränger um Gerhart Hauptmann richtete.
N. dasſelbe Jahr, in dem Hauptmanns „Weber” erſchienen.
eiS ſche Dichtung ging offenbar damals ganz andere Wege,
Behörte der Mut eines großen Geiſtes dazu, ſich bewußt
Em Pfade des Erfolges abzuwenden und eine Richtung
A Lgen, die damals von den meiſten deutſchen Literaten
wurde. Als nun im Jahre 1901 die erſte Sammlung
in geſchen Gedichte unter dem Titel: „Die Fibel. Auswahl
SIſe” erſchien, ging bei aller Anerkennung der reinen und
Narm das durchſchnittliche Urteil der deutſchen Literatur=
DNu, daß es ſich hier um wirklichkeitsfremde Gebilde han=
I Einer eigens geſchaffenen künſtlichen Welt ein papier=
Dein führten. Nur wenige gab es, die damals bereits die
LDeutung dieſer Verſe für das deutſche Schriftum ahn=
Sine lohen hinter den vielen Eigenwilligkeiten der Form
eS Lbendig Wirkende der ſcheinbar traumhaſt=myſtiſchen
a Die in einem Stil geſchaffen waren, der zwar in Goethe
Mas ſangreiche Wort erinnerte, aber darüber hinaus ein
Ind eigenes Leben offenbarte. Es war hier die Form
Haiß worden, die zur Geſtaltung einer ideglen modernen
iniwerdig war und die die großen Ausmaße hatte, um
Seſaltige und bunte Leben darin einzuordnen. Auch die
beu Gedichtſammlungen von Stefan George, wie
ietk „Das Jahr der Sele‟. „Der Teppich des Lebens
EEr von Traum und Tod”, „Hymnen, Pilgerfahrten,
Algabal”, die „Bücher der Hirten” und „Preisgedichte der Sagen
und Sänge und der hängenden Gärten”, die ſchon durch ihre
Titel auf den ſymboliſchen Charakter des Inhaltes hinwieſen,
offenbarten immer wieder die neue Welt Stefan Georges, die
immer weitere Kreiſe in ihren Bann zog. Neben dem
abklingen=
den Naturalismus blühte die Dichtung Stefan Georges zu
Stefan George.
immer größerer Bedeutung auf, und bald erkannten auch
die=
jenigen, die früher die Gedichte als antikiſierende Spielerei
ab=
lehnten, daß ſie das bedeutſame Werkzeug einer monumentalen
Dichtung und der Rahmen eines großen und idealen Weltbildes
ſeien. Die Ernüchterung, die der naturaliſtiſchen Epoche folgte,
hatte die Sehnſucht nach einer neuen geiſtigen Welt gebracht,
und die Welt ſah zu ihrem Erſtaunen, daß dieſe geiſtige Welt
bereits in der Kunſt Stefan Georges und ſeiner Schüler
geſchaf=
fen ſei. Hier hatte die nüchterne und mechaniſierte Welt wieder
ihr Geheimnis zurückerhalten, und alle Wunder, die bereits durch
eine falſch verſtandene Naturwiſſenſchaftlichkeit der Welt geraubt
worden waren, ſchimmerten wieder in ihrer dunklen
Unerklärlich=
keit. Das war das Werk Stefan Georges, der „fern der Gilde‟
wie er ſich ausdrückt, ſeinen Weg ging und noch heute geht. In
rein techniſcher Form hat Stefan George durch eigenartige
Sprachmittel Klangwirkungen erreicht, wie kein Dichter zuvor.
Ein Vers wie zum Beiſpiel „Und ſang im Mond mit offnem
Haar .” hat durch die Vokalfolge a, o, o, a eine ſeltſame
maleriſche Wirkung bei alles Schlichtheit der Worte. Stefan
George iſt am 12. Juli 1868 in Büdesheim in Rheinheſſen
ge=
boren, kann alſo im nächſten Jahr ſeinen 60. Geburtstag feiern.
Er ſtudierte nach dem Beſuch des Gymnaſiums in Darmſtadt
Philologie und Kunſtgeſchichte, betätigte ſich aber bald auf
dich=
teriſchem Gebiete. Seine letzte Gedichtſammlung behandelt
den Krieg.
*Wiesbadener Staatstheater.
Großes Haus.
„Der Roſenkavalier”.
Herr Generalmuſikdirektor J. Roſenſtock begann
ſeine Wiesbadener Dirigententätigkeit mit einer Aufführung des
Strauß’ſchen „Roſenkavalier‟ Da erſt vor ganz kurzer
Zeit dieſe Oper hier eine Neueinſtudierung erlebte, ſo „ſtand ſie‟
wie es im Jargon heißt. Es iſt alſo für den neuen Dirigenten
keine ganz unmittelbar zu bewertende Leiſtung. Dennoch zeigte
ſich die ungewöhnliche Muſikalität des neuen erſten
Kapell=
meiſters, bei dem jeder Nerv im Dienſte des Kunſtwerks ſteht,
und ſeine Ausdeutung dieſer farbigen, beweglichen Partitur war
von feinfter Einfühlung. Der Beifall des ſehr zahlreichen Publi=
J. D. u.
kums war ſtark.
Kleines Haus.
Erſtmalig: „Fatme” Komiſche Oper von F. von Flotow.
Bearbeitet von Dr. B. Bardi.
Dieſe kleine Spieloper in zwei Akten iſt hüſch und
liebens=
würdig, ohne tiefere Bedeutung. Der Text baut ſich auf einer
der vielen Geſchichten von Harun al Raſchid auf, der in
Ver=
kleidung ſein Land durchzieht und auf dieſe Weiſe ſeine
Unter=
tanen und Beamten entlarvt, die Guten lohnt, die Böſen ſtraft.
H. Mechler ſang die Partie des Khalifen. Frau Müller=Reichel
ſah als „Fatme” reizend aus und ſpielte mit viel Koketterie.
Leider ſtrafte ihr Geſang die Jugendlichkeit ihrer Erſcheinung
Lügen. Auch iſt die Partie der „Fatme” für eine
Koloratur=
fängerin geſchrieben und nicht für das Fach der Frau Müller=
Reichel. Frl. Lilli Haas war typiſch orientaliſch und amüſant
geſchwätzig als „Aſra”, und das edle Trio des Dr. Babuk (
Bich=
ler), Großvezier (Köther), Kadi (Schorn) war muſikaliſch und
darſtelleriſch voll köftlichen Humors. Eine geſchmackvolle kleine
Ballett=Pantomime rundet das anſpruchsloſe Werkchen ab. Herk
Dr. Tanner war Soliſten, Chor und Orcheſter ein ſicherer Führer,
Seite 4
Donnerstag, den 1. September 1927
indirekt ganz Europa betreffen, wie zum Beiſpiel die
Näumungs=
frage. Anſtatt daß Deutſchlands Anſprüche in Genf zur
Verhand=
lung kamen im vollbeſetzten Rat, wurde kunſtreich vorher ein
Kompromiß zuſtande ebracht. Was auf der Tagesordnung für
Genf bleibt? Wozu den Völkerbund ſchaffen? Er bildet nur mehr
den Chor der antiken Tragödie. Das iſt nach Anſicht von
Freunden des Lord der letzte Grund ſeiner Verbitterung.
Er iſt der letzte, der ewas dagegen hat, wenn den bezüglichen
Diskuſſionen im Rat Privatunterhaltungen in Genf
voraus=
gehen, ſoweit dies zwiſchen allen leitenden Staatsmännern
ge=
ſchieht. Es iſt aber ganz etwas anderes, wenn die
Entſcheidun=
gen ſchon vorher fallen. Jouvenel hat das charakteriſtiſche Wort
geprägt: Die militäriſche Beſetzung des Rheins iſt die einzige
Garantie für die Stabilität von Oſteuropa. Wo ſteht
davon etwas im Vertrage? Hat ſich nicht Britanniens Regierung
und Parlament, alſo die Bevölkerung, auf das Entſchiedenſte
gegen Uebernahme einer Garantie in Oſteuropa ausgeſprochen?
Der Leitgedanke des Völkerbundes iſt, das Vertrauen der
Natio=
nen zu einander zu einem Gefühl der allgemeinen Sicherheit zu
ſtärken. Geheime Privatverhandlungen ſind die Quelle des
Mißtrauens und des allgemeinen Unſicherheits=Empfindens.
„Das Ergebnis der Verhandlungen iſt ja der ganzen Welt
be=
kannt gegeben.” Sehr richtig! Aber auf das herausgeſchälte
Reſultat kommt es nicht an, ſondern auf das, was von beiden
Seiten geſagt worden iſt. Der Rat wird, wie man hier glaubt,
vor eine vollendete Tatſache geſtellt, und was jeder zur
Begrün=
dung ſagen wird, iſt vereinbart. Aber iſt das alles? Iſt es ein
Wunder, wenn da ein unbeſtimmtes Mißtrauen wächſt? Ganz
gegen Genf, ganz gegen Loearno?. Die „Times” läßt ſich aus
Paris melden: „Die franzöſiſche Regierung wird von einem
großen Teil ihrer Anhängerſchaft warnend ermahnt, mit der
äußerſten Zähigkeit an den Beſetzungsrechten
feſtzuhalten. Mit anderen Worten: das Prinzip der
Sicherheit iſt in Reſerve zu halten für die Zeit,
wenn die Frage einer weiteren Räumung
aktu=
ellwird. Es iſt wahr, daß der Vertrag das Recht einer
Wie=
derbeſetzung im Falle einer ſpäteren Verfehlung Deutſchlands
in den Reparationszahlungen verleiht. Aber man hat ſich eben
klar gemacht, wenn die Truppen erſt einmal aus dem Rheinland
zurückgezogen ſind, würde es äußerſt ſchwierig ſein, ſie wieder
hineinzubekommen.‟ Darum betrachtet man hier in ſo manchen
Kreiſen das jetzige Kompromiß nur als einen einleitenden
Verſuch Frankreichs, auch über 1935 hinaus
nicht aus dem Rheinland hinauszugehen. Die
„Weſtminſter” ſchreibt: Frankreich zieht es offenbar vor, Herrn
Streſemann in einer gefährlichen Lage zu laſſen und das
Rhein=
land mit dem übrigen Deutſchland in einem Empfinden
fort=
geſetzter Erbitterung, anſtatt eine Geſte zu machen, welche die
deutſchen Anhärger der Locarnopolitik darüber beruhigt haben
würde, daß die Allierten den Wert des neuen Geiſtes würdigen.
Frankreichiſtbereit, das Riſiko zuübernehmen,
daß es Deutſchland den Eindruck macht, daß es
Truppen den Verträgen vorzieht. Und das würde
nicht ſo viel zu ſagen haben, wenn wir nicht „mit derſelben
Bürſte angetert” würden. Wenn Lord Ceeil gegen die
unterwürfigkeit des britiſchen Auswärtigen
Amtes rebelliert hat, ſo kann man nicht ſagen,
daß es nicht die höchſte Zeit geweſen iſt.‟ Darum
iſt Lord Cecil der Mann das Tages, der Mann, welcher
der öffentlichen Meinung ein Warner wurde.
Es berührt eigenartig, wenn genade jetzt dem Völkerbunde
der Plan einer internationalen Kommiſſion techniſcher
Sachver=
ſtändiger vorgelegt wird zum Zweck, ihm das tatſächliche
Ein=
greifen zur richtigen Zeit bei drohender Kriegsgefahr zu
ermög=
lichen. Es kann das nur durch die großzügige Organiſation eines
neuzeitlichen Verbindungsſyſtems geſchehen. Den Anlaß zu den
Arbeiten des Ausſchuſſes, die faſt zwei Jahre in Anſpruch
ge=
nommen haben, bot der ernſte griechiſch=bulgariſche Zwiſchenfall
im Jahre 1925. Der Völkerbund entſandte ein telegraphiſches
Veto an die griechiſche Regierung, und dieſes kam nur eine halbe
Stunde etwa vor dem für den Beginn der Feindſeligkeiten
feſt=
geſetzten Zeitpunkt an. Es war daher eigentlich nur ein günſtiger
Zufall, der einen neuen Brand im alten Balkanherde gerade noch
verhinderte. Wie, wenn das Telegramm unterwegs durch Zufall,
Nachläſſigkeit oder Abſicht verzögert oder bis zur
Unentzifferbat=
keit verſtümmelt wurde? Dieſer telegraphiſch=politiſche Dienſt
des Völkerbundes iſt alſo ein Unding für die heutige Zeit, und
es gibt nur ein Mittel: die drahtloſe uebermittlung.
Es ſoll mithin bei Genf eine drahtloſe Station erſter
Ordnung errichtet werden, ſo daß es ohne weiteres möglich
Nummer 221
wird, unter Ausſchaltung jeder Einmiſchung auf weiteſte Sten
gleichzeitig nach allen Hauptſtädten Weiſungen zu ſendenf.
würde durch dieſe Inſtallation auch erreicht, daß der Völ:4n
jederzeit ſofort alle Ratsmitglieder zu einer Notſitzung zuſamn
rufen könnte. Selbſtverſtändlich ſollen die Völkerbunds=Eunf
ten unbedingten Vorrang vor allen anderen Uebermittzch
haben. In normalen Zeiten außerhalb einer Kriſis nrmf
Station auch zur Uebermittelung von beſonders wichtigern
und Debatten benutzt werden können. Das iſt natürlich
Hälfte des Plans. Die Verbindung des Völkerbundes
übrigen Welt wird erſt vollſtändig, wenn ihm ein in Zeuich
Gefahr ſtets glarmbereiter Flugdienſt zur Ve=ſn
ſteht. Der Ausſchuß empfiehlt daher, den jetzt ſchon in 15
befindlichen keinen Flughafen bei Cointrin zu emerſt
und einen abgeſchloſſenen Teil desſelben, dem Exterrit mitzt
zu verleihen iſt, für die Völkerbundsflugzeuge
ſtimmen. Dieſe ſollen in jeder Luft deutlich ſichtbare Ab
erhalten, ſo daß ein Nichterkennen völlig ausgeſchloſſen f9.
Völkerbundsſtaaten ſollen Anordnungen treffen, daß Sere
Fahrt über ihre Gebiete gewährleiſtet und eine jede Betaſt
wung durch Zollformalitäten oder Paßreviſionen au=3oh
tet wird.
Dr. Dinghofer öſterreichiſcher Zuſtizmi gei
EP. Wien, 31. Wut.
Der Hauptausſchuß des Nationalrats trat heute b.a
zuſammen, um die Betrauung von Dr. Dinghofer mit
tung des Fuſtizminiſteriums zu beſchließen. In der
wurde von ſozialdemokratiſcher Seite betond
man den Nationalrat hätte einberufen müſſen, um die Aubſt
Fuſtizminiſters vorzunehmen. Von Regierungsſeite wzu
widert, daß die Atwierung des Juſtizminiſteriums die Beuh
cheſter.
dieſes Reſſorts mit einem Mmiſter nötig mache. Jedenfall üßß
der Hauptausſchuß einberufen werden, weil er dem Natolu
einen diesbezüglichen Antrag zu unterbreiten habe. Böglut
kann aber gemäß Artikel 70 der Verfaſſung der Haupt achtu
auch eine proviſoriſche Betrauung vornehmen. — Der Amn
Beſtellung des Dr. Dinghofer zum Juſtizminiſter wurde ront
mit den Stimmen der Mehrheitsparteien angenommen.
Slebtltät
Sind es die Abkeilungen
DeOO TTOA
DA
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die Ihnen grosse Vortelle bleten.
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Darmstadt
[ ← ][ ][ → ]ſtummer 242
Donnerstag, den 1. September 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 1. September.
—- Ernannt wurden: am 11. Auguſt der Gefängnisoberwachtmeiſter
MrEmmerich in Ortenberg zum Juſtizwachtmeiſter bei dem Amts=
Bad=Nauheim mit der Amtsbezeichnung Juſtizoberwachtmeiſter
SBirkung vom 1. September 1927 ab; am 2. Auguſt die Lehrerin
ar sth Kloos zu Kelſterbach (Kreis Groß=Gerau) zur Lehrerin an
8 olksſchule zu Biſchofsheim (Kreis Groß=Gerau); am 29. Auguſt
dentliche Profeſſor an der Univerſität Baſel Dr. Hans Mohr=
Aum in Baſel mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 an zum ordent=
In Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 22. Auguſt die
Handarbeits=
ſeun an der Volksſchule zu Offenbach Emilie Engelhardt auf
9rachſuchen wegen geſchwächter Geſundheit vom 1. September ab.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
Volksſchule in Dintesheim, Kreis Alzehy (nicht Dietesheim,
trtümlich angegeben war); Dienſtwohnung iſt vorhanden.
— Heffiſches Landestheater. Friedrich Neubauer, der bisher
grünchener Staatsthzater bei Geheimrat Zeiß und am Berliner
ustheater bei Leopold Jeßner gewirkt hat, beginnt ſeine Darm=
Tätigkeit mit der Inſzenierung von Shakeſpeares „
Winter=
en”.
— Von der Künſtlerkolonie. Anläßlich der diesjährigen Tagung des
nternationalen Architekten=Kongreſſes in
ſen ALAAcerdam, wurde auch der Architekt Emanuel Joſef
Mar=
aufgefordert, Arbeiten ſeines Architektoniſchen Schaffens zur
ürung zu ſtellen, die in dem Referat der künſtleriſchen Entwicklung
9rchitektur ſeit 1900 beſondere Würdigung erhalten.
Seite ſ /Y Volkshochſchule. An einem Sonntag Mitte September wird
ſte Leitung der Kunſthiſtorikerin M. Frölich, eine Führung
eu, im NLyme Mainz ſtattfinden, um die kunſtgeſchichtlich intereſſanten Bau=
Lungsſeite A. )Mum der Rengiſſance bis zum Klaſſizismus kennen zu lernen. Tag
ſteriums de*ᛋſlftunde der Abreiſe wird noch bekanntgegeben.
— Städtiſches Orcheſter. Das Städtiſche Orcheſter hat durch ſeine
rte bewieſen, daß ſeine Leiſtungen und Programme durchaus ernſt
e men ſind, und ſeiner Aufgabe, den weiteſten Volkskreiſen einen
EI in das Geſamtſchaffen unſerer Tonmeiſter zu bieten, voll ge=
ſſer iſt. Es iſt dem Publikum in die Hand gegeben, durch eifrigſten
üchich der Konzerte zu boweiſen, daß es den Anſpruch hat, an der
ſug unſerer geiſtigen Volksbildung mitzuarbeiten. Der jetzige
Lei=
ngenommt
ſyck unbedingt das Beſtreben, der geſamten Bürgerſchaft in dem
Uchen Orcheſter eine Einrichtung zu ſchaffen, die in gemeinnützigem
kultuvill wirkt und die in den Donnerstags=Konzerten einen feſten
ſewinnt. In dieſem Sinne iſt die Zuſammenſtellung der Vorträge
krmmenden Donnerstags=Konzerts, das wieder abends um 8 Uhr
Elädtiſchen Saalbau ſtattfindet, mit vieler Sorgfalt ausggſucht
wor=
urd bringt die Werke bedeutendſter Komponiſten, u. a.: Mendels=
Meyerbeer, Smetana. So iſt ein ſtarker Beſuch gerechtfertigt.
ugünſtiger Witterung findet das Konzert im Saale ſtatt.
— Orpheum — Erik Wirls Lieder=Abend am kommenden Sonn=
September, bringt ein abwechſlungsreiches Programm Wiener
veretten=Lieder. Der hervorragende Tenor, der ſich hier wie überall
Sympathien erfreut, wird ſeinem Liederabend eine beſondere
leiſche Note zu verleihen wiſſen. Die Eintrittspreiſe ſind ebenſo
i dem Gaſtſpiel des Ruſſiſchen Balalaika=Orcheſters (am Freitag
Camstag) auf 1—3 Mk. feſtgeſetzt. (Siche heutige Anzeige.)
— Eine große Blumenſchau mit Ausſtellung von eigenen
Erzeug=
veranſtaltet die Intereſſengemeinſchaft Kleingartenbautreibender
hyradt=Nord am Sonntag, den 4. September, vormittags 11 Uhr,
I4anauer Hof‟. Es werden in etwa 500 Gläſern viele Sorten
(nerblumen und auch ein ſchönes Sortiment Dahlicn zur Schau
ü. um jedem Blumenfreund zu zeigen, was ein Kleingärtner alles
Ilen kann.
Turngemeinde Beffungen 1865, Darmſtadt, e. V. Kommenden
irg, den 4. September I. Js., unternimmt die Wanderabteilung
desjährige 6. Wanderung. Bekanntlich findet an dieſem Tage
Aeihe des Ehrenmals für die gefallenen Turnbrüder des
Main=
nGaues auf dem Frankenſtein ſtatt. Dieſerhalb führt der Weg dar
urabteilung nach dort, um der um 11 Uhr beginnenden Feier
bei=
ſier zu können. Turner Franz Schulz als Führer hat aus dieſem
ſchie die Zuſammenkunft der Teilnehmer auf 8.15 Uhr an unſerem
ſhruſe beſtimmt, von wo pünktlich um 8.30 Uhr abmarſchiert wird.
heinnen und Turner, es iſt Ehrenpflicht, daß ihr alle mitkommt,
es gilt, unſere lieben, für das Vaterland gefallenen Turnbrüder
yen. Anſtrengungen ſind keine zu erwarten, und können die
Aelte=
uunz wohl die elektriſche Bahn bis nach Eberſtadt benützen, um von
as auf den Frankenſtein zu gelangen. — Nochmals: Turnerinnen
Zurner macht Euch für Sonntag frei und erſcheint vollzählig zur
(nalweihe. Aus Anlaß der Feier auf dem Frankenſtein hat die
drabteilung für Sonntag beſtimmt, daß die Turnerinnen und
he=, ſoweit möglich, im Turnanzug erſcheinen.
— Arbeitnehmer=Kundgebung. Am 10. und 11. September ver=
Alet der Gewerkſchaftsring deutſcher Arbeiter=, Angeſtellten= und
nenverbände, dem u. a. der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten
9, der deutſche Bankbeamtenverein, der Allgemeine
Eiſenbahner=
u5 und die Hirſch=Dunckerſchen Gewerkvereine angehören, im
Er=
ysheim zur Krone in Auerbach (Bergſtraße) eine Landestagung.
1D. September werden organiſatoriſche und geſchäftliche Fragen
welt. Abends findet eine Begrüßungsfeier ſtatt. Sonntag, den
Spt. iſt eine greße Kundgebung. Es werden ſprechen: Herr
Reichs=
lageordneter Prof. Dr. Deſſauer, Frankfurt a. M. über „Die
Eyft der deutſchen Wirtſchaft”; Herr Direktor W. Beckmann, Frank=
— M. über, Staat, Volk und Führertum”. Herr
Reichstagsab=
dreter Ernſt Lemmer, Berlin, das Schlußwort. In den
ſozial=
chen Tagesfragen wird in Entſchließungen Stellung gemommen.
D Ev. Landesjugendſonntag in der Petrusgemeinde. In dem unter
e: Meberſchrift erſchienenen Bericht iſt eine verſehentliche Auslaſſung
teraufen, die hier richtiggeſtellt werden ſoll. In der zweiten Hälfte
nrttleren Abſchnittes muß es heißen: In der Schlußſzene wurden
erhaugemeinde der Phariſäer und der Zöllner in den Geſtalten
nommen Bruders und des Wirtes vor Augen geſtellt, und die
*” des Sprechers knüpften den Zuſammenhang mit den Worten
iem Ende des Gleichniſſes.
— Milchpreis. Durch gemeinſamen Beſchluß der Vertreter der
Meirtſchaft und des Milchhandels iſt der Milchpreis ab Donnerstag,
September auf 32 Pfg. herabgeſetzt worden.
Taubſtummengottesdienſt. Sonntag, den 4. Sept. nachmittags
Uhr, findet in Darmſtadt im Gemeindehaus der Kiesſtraße ein
irummengottesdienſt ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende man ſich
r. Heß, Mühlſtraße 64½=
Weihe des Ehrenmales für die gefallenen
Turner des Main=Rheinturngaues.
Der 4. September iſt ein Gedächtmistag für den Mittelrhein=
Turn=
kreis und ſomit den Main=Rheinturngau, an welchem es gilt, des treuen
Führers des Kreiſes, Emanuel Schmuck, des langjährigen
Kreis=
vertreters, der vor Jahresfriſt abgerufen wurde, zu gedenken. Wohl
keine beſſere Erinnerung konnte der Mittelrheinkreis der D.T. ſchaffen,
als eine Schmuck=Gedächtnis=Wanderng, die jährlich am erſten
Sep=
temberſonntag Tauſende von Turnern vereinen wird, um dankbar
ſei=
nes Wirkens für die deutſche Turnſache zu gedenken.
Aber der 4. September ſoll für den Main=Rheinturngau noch von
weiterer Bedeutung werden. Gilt es doch, eine Ehyenpflicht zu
er=
füllen gegenüber denjenigen, die im großen Weltkriege gefallen ſind
und die in fremder Erde gebettet liegen. Auf dem Frankenſtein, der
Stätte, wo viele von ihnen dereinſt im friedlichen Wettkampfe
unter=
einander um den ſchlichten Eichenkranz gerungen haben, erhebt ſich
ihnen zum Gedächtnis das Ehrenmal, welches am kommenden Sonntag,
vormittags 11 Uhr, ſeine Weihe erhalten ſoll. In ſtiller Wehmat
ge=
denkt der Main=Rheingau ſeiner Turnbrüder, die ihm einſt als Freunde
wert waren, die ihr junges Leben in der Blüte der Kraft und auf dem
Höhepunkte körperlicher Leiſtungsfähigkeit dahmngeben mußten. Eine
mächtige und aber nur zu traurige Sprache wird das Ehrenmal führen.
das von über 900 Gefallenen des Gaues zeugen wird. Furchtbar und
gewaltig zugleich ſind alſo die Opfer, die der Main=Rheintrngau dem
Vaterlande gebracht hat. Sie ſind aber zugleich ein Beweis dafür, daß
turneriſche Arbeit Dienſt am Vaterlande ſein will, bereit, ſelbſt das
Letzte hinzugeben. Sie alle, die in fremden Landen der kühle Raſen
deckr und fern der Heimat in fremder Erde ruhen müſſen, ſie ſtarben
im Sinne jenes Wortes, nach dem der Tod für das Vaterland „ſüß und
ehrenvoll” ſei. Wenn daher am Tage der Weihe des Ehrenmales die
Herzen mit Wehmut im Gedenken an die Verlorenen erfüllt ſind, ſo
auch mit dem Bewußtſein, daß ſie im Dienſte des Vaterlandes in tveuer
Pflichterfüllung gefallen ſind. Mögen auch die, die in Reih’ und Glied
mit den Gefallenen ſtanden oder ſie als treue Freunde ſchätzten, ihnen
in der Erinnerung den grünen Eichenkranz winden und ihnen das
packende und Herzen zerreißende Lied „vom guten Kameraden” ſingen!
Möge der weihevolle Ort, den die Main=Rheingau=Turnerſchaft auf dem
Frankenſtein geſchaffen hat, eine ſtote Mahnung an die
Vorüberziehen=
den ſein: „Vergeßt die treuen Toten nicht!”
Ausflugsſonderzug Bremen — Helgoland —
Nordernen.
Auf den erſten Blick erſcheint es wenig verlockmd zu ſein noch
an=
fangs September an die Nordſee zu fahren. Da ſich aber die Witterung
weſentlich gebeſſert hat und die Tage der durchdringeden Kraft der
Sonne noch nicht entbehren, werden die Teilnehwer an der Nordſeefahrt
eine angenehme Enttäuſchung erleben. Die Eiſenbahnfahrt iſt
angeneh=
mer als bei der Sonnenhitze. Die See gewährt gerade im September
einen herrlichen Anblick. Ein prächtiges Naturſchauſpiel bietet ohna
Zweifel ein Sonnenauf= und Untergong vom Meere aus betrachtet.
Die See, nicht ſo ſpiegelglatt wie im Hochſommer, zeigt die in ihr
ſchlummernde Kraft. Alle Freunde der Nordſee werden der
Reichsbahn=
direktion Mainz dankbar ſein, daß ſie den urſprünglich für Ende
Auguſt geplanten Sonderzug auf die Tage vom 9. bis 13. September
verlegt hat. Es ſt allerdings notwendig, daß bei den
Fahrkartenaus=
gaben, ſowie den Mitteleuropäiſchen Reiſe= und Verkehrsbüros ohne
Säumen die Zimmer für die Uebernachtung in Bremen, Helgoland und
Norderney beſtellt werden. Die Fahr= und Schiffskarten ſelbſt können
bei den gleichen Stellem noch bis ſpäteſtens 5. September gelöſt werden.
Aus den Parieien.
Uebertritt einer Arbeitervereinigung zur Deutſchen Völkspartei.
Der Deutſchnationale Arbeiterbund in Darmſtadt,
der vor kurzem aus der Deutſchnationalen Partei ausgetreten iſt, hat
ſich als „Nationale Arbeitervereinigung” nau
konſtitu=
iert. Er hat am A. Auguſt in einer ſehr gut beſuchten
Mitgliederver=
ſammlung nach einem Referat von Generglſekretär Welkow von der
D.V. P. mit überwältigender Mehrheit bei zwei Stimmenthaltungen
be=
ſchloſſen, ſich der Deutſchen Volkspartei anzuſchließen. Die „Nationale
Arbeitewvereinigung” umfaßt zur Zeit in Darmſtadt und Umgebung
rund 200 Mitglieder.
Anträge des Abgeordneten Dingeldey (Deutſche Volkspartei):
I. Betr. Senkung der Realſteuern.
In 8 15 Abſ. II des neuen Finanzausgleichsgeſetzes wird beſtimmt,
daß die Genehmigung von Gemeindebierſteuern nur erteilt werden darf,
wenn ſichergeſtellt iſt, daß die Neueinführung der Bierſteuer durch
ent=
ſprechende Senkungen auf dem Gebiete der Grund=, Gebäude= und
Ge=
werbeſteuern ausgeglichon wird. Dieſe Beſtimmung wird in Heſſen von
verſchiedenen Gemeinden ſo ausgelegt, daß es ſchon genüge, wenn von
einer ſonſt notwendigen Steuererhöhung abgeſehen wird. Ja, es
ver=
lautet ſogar zuverläſſig, daß einzelne Städte trotz der Einführung der
Gemeindebierſteuer nicht nur die Realſteuern nicht geſenkt, ſondern
ſo=
gar noch Erhöhungen vorgenommen haben. Dieſe Sachlage widerſpricht
dem Sinne und der Abſicht der Geſetzgeber, die eine tatſächliche Senkung
der Realſteuern herbeigeführt wiſſen wollen.
Ich beantrage deshalb, der Landtag möge beſchließen, die Regierung
zu erſuchen:
1. den Herrn Reichsfinanzminiſter um eine authentiſche Interpretation
des 8 15 des Finanzausgleichsgeſetzes umgehend zu erſuchen;
2. Vorſorge dafür zu treffen, daß durch entſprechende Anweiſungen
an die Gemeinden eine tatſächliche Senkung der Realſteuern überall
dort durchgeführt wird, wo die Gemeindebierſteuer neu eingeführt
oder erhöht worden iſt.
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1927.
II. Betr. Einſtufung der
Gendarmerieobarwacht=
meiſter.
Es iſt eine Unbilligkeit, die ſich nach Erledigung der Polizeibeſchlüſſe
des Landtags erſt überſehen läßt, daß die Gendarmeriebeamten mit
län=
gerer Dienſtzeit nicht in dem gleichen Zuge der Abſtufung beteiligt
wor=
den ſind wie die übrigen Beamten der Polizei. Ich beantrage deshalb:
der Landtag möge beſchließen, die Regierung zu erſuchen, eine
Neu=
regelung dahin zu treffen, daß die Oberwachtmeiſter der Gendarmerie
(Stationsfüihrer )nach einer Geſamtdienſtzeit von 30 bis 35 Jahren
als Gendarmeriekommiſſare in die Beſoldungsgruppe 7 überführt
werden.
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1927.
Entſchließung des Alg Deutſchen Lehrerinnenbereins
zum Entwurf des Reichsſchulgeſetzes.
In tiefer Sorge um die Zukunft der deutſchen Schule und die
Ein=
heit der deutſchen Kultur, hat ſich der Geſamtvorſtand des Allgemeinen
Deutſchen Lehrerinnenvereins mit dem vorliegenden Entwurf eines
Reichsſchulgeſetzes beſchäftigt. Er ſteht nach wie vor auf dem Boden
ſeiner am 2. Oktober 1925 in Dresden gefaßten Entſchließung:
„Der Allgemeine Deutſche Lehrerinnen=Verein betrachtet als eine
der vornehmſten Aufgaben des Staates die Erziehung des deutſchen
Kindes zum Staatsbürgertum im Geiſte der deutſchen Kultur. Er
fordert daher, daß durch die Schulgeſetzgebung die Hoheit des Staates
über die Schule, die Einheit der deutſchen Volksgemeinſchaft, die
Höhe der deutſchen Kultur und des dmtſchen Schulweſens, und die
Wahrhaftigkeit und Gewiſſensfreiheit des Lehrers im Sinne der
Ver=
faſſung geſchützt und gefördert werden! Er iſt ſich dabei bewußt, daß
die Erziehung im Geiſte wahrer Religioſität als Quelle der deutſchen
Kultur und Charakterbildung die Verwirklichung de
Erziehungs=
ideale des deutſchen Volkes, wie ſie in Artikel 148 der Reichsverfaſſung
niedergelegt ſind, am ſicherſten verbürgt.”
Er kann daher dem vorliegenden Entwurf nur zuſtimmen, wenn die
obengenannten Vorausſetzungen arfüllt werden, wenn in Sonderheit
nicht — wie im vorliegenden Entwurf —
1. die Staatshoheit durch ein zu weit gehendes Elternrecht
einge=
ſchränkt wird;
2. die Bildungshöhe durch eine Zerſplitterung des Schulweſens
herabgeſetzt wird;
3. die in der Verfaſſung gewährleiſtete Gewiſſensfreiheit und
Rechtsſicherheit des Lehrers gefährdet wird.
Der Geſamtvorſtand
des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnen=Vereins.
Der Geſamtvorſtand des Heſſiſchen Landes=Lehrerinnen=Verbandes
veröffentlicht dieſe Entſchließung des Vorſtandes des Allgemeinen
Deut=
ſchen Lehrerinnen=Veveins mit dem Zuſatze, daß der Verband die in
Heſſen hiſtoriſch gewordene, ſeit Jahrzehnten bewährte Simultanſchule
auf chriſtlicher Grundlage unbedingt erhalten ſehen will. Er iſt der
Ueberzeugung, daß dadurch die Verwirklichung der Erziehungsideale
des deutſchem Volkes am ſicherſten verbürgt iſt.
Die Preußiſche General=Lotterie=Direktion
teilt mit: Die Vorkommniſſe bei der 5. Klaſſe der 28. Preuß.=
Süddeut=
ſchen (254 Preußiſchen) Klaſſenloterie haben der Generallotterie=
Direktion Veranlaſſung zu nachſtehenden Maßnahmen gegeben:
1. Die Ziehungskommiſſare und die Aufſichtsbeamten werden nicht
mehr aus der Zahl der Beamten der Generallotteriedireknion,
ſondern von anderen Behörden geſtellt.
2. Die Zahl der Aufſichtsbeamten wird durch zwei weitere Beamte
vermehrt, die die Aufſicht über die am Nummern= und
Gewinn=
rade beſchäftigten Kommiſſare ausüben.
3. Sowohl die 3 Ziehungskommiſſare wie die 3 Aufſichtsbeamten
wechſeln nach Ziehung von je 500 Nummern in ihrer Tätigkeit
nach einem vorher nicht bekannt gegebenen Plan.
Vorſtehende, bereits bei der Ziehung der 5. Klaſſe der zur Zeit
laufenden 29. Klaſſenlotterie zur Anwendung gebrachten, erheblich
ver=
ſchärften Sicherheitsmaßnahmen bieten für den Spieler jeden nur
denk=
baren Schutz gegen betrügeriſche Machenſchaften.
Darüber hinaus finden eingehende Prüfungen der Frage ſtatt wie
in Zukunft bei dem Ziehungsvorgang die menſchliche Tätigkeit durch
maſchinelle Einrichtungen erſetzt werden kann.
Die Ausſpielung der durch den Betrug der beiden Beamten den
Spielern in der 5. Klaſſe der 28. Klaſſenlotterie entzogenen Gewinne
von 100 000 Reichsmark und 25 000 Reichsmark wird vorausſichtlich nach
Beendigung der 29. Klaſſenlotterie durch eine beſondere Ziehung
er=
folgen. Der Tag der Ziehung wird vorher bekannt gegeben; über das
Ergebnis der Ziehun wird eine beſondere Gewinnliſte ausgegeben,
die bei dem ſtaatlichen Lotterieeinnehmern eingeſehen oder von ihnen
gegen Erſtattung der Koſten bezogen werden kann.
Polizeibericht. Warnung vor einem Schwindler!
Verſchiedene Filialen der Rheiniſchen Kreditbank erhielten Schrüben
von einer Bank in Marſeille, worin die Filialen erſucht werden, an
einen gewiſſen Alexander Richder einen Scheck in Höhe von 6000 bzw.
12000 Franken einzulöſen. Bei der Filiale der Rheiniſchen Kreditbank
in Buehl iſt auch ein angeblicher Alexander Richter erſchienen und hat
nachgefragt, ob für ihn Geld aus Marſeille angekommen ſei. Zur
Aus=
zahlung von Geld iſt es nicht gekommen. Vor dem Schwindler wird
gewarnt. Er iſt etwa 30 Jahre alt, 1,70 Meter groß, ſchlank, hat
ſchwarze lockige, nach links geſcheitelte Haare, ſchwarzen kurzen
Schnurr=
bart, gute Zähne gepflegte Hände gewandtes Auftreten und ſpricht
fließend deutſch mit ausländiſchem Anklang. Er war mit braunem
An=
zug bekleidet und führt Aktentaſche bei ſich. — Vorgeſtern abend wurden
am Woog zwei Damn die Kleider während des Badens aus einer
Ka=
bine entwendet. Die Täterin konnte bald darauf ermittelt werden. Die
entwendeten Kleidungsſtücke konnten wieder reſtlos zur Stelle geſchafft
werden. — Ein Aepfeldieb konnte ermittelt und feſtgenommen
werden. Er hatte im Laufe der letzten Tage größere Mengen entwendet
und verkauft. — Aus einer Gartenhütte wurden 2 weiße giſerne
Gartenſtühle, eine grüne Gießkanne und einige Gartengeräte
geſtohlen. Perſonen, die ſachdienliche Angaben über den Täter machen
können, werden gebeten, der Kriminglabteilung, Zimmer 4. Nachricht zu
geben. — In der Kreuzung Eliſabethen= und Neckarſtraße iſt ein
Per=
ſonenato mit einem Straßenbahnzug der Linie Eberſtadt-Darmſtadt
zuſammengeſtoßen. Es iſt nur Sachſchaden entſtanden. — Der
Kauf=
mann David Alſter wurde wegen Paßvergehens und ein hieſiger
Arbei=
ter auf Grund eines Haftbefehls feſtgenommen.
D. Unfall. Geſtern mittag gegen halb 1 Uhr ereignete ſich Ecke
Hoch= und Nieder=Ramſtädter Straße ein Zuſammenſtoß zwiſchen eimem
Auto und einem Radfahrer, der für beide Teile nicht ohne Verletzungen
verlief. Das Fahrrad wurde ſtark demoliert, während bei dem Auto
die Windſchutzſcheibe vollſtändig zertvümmert wurde. Nach dem
Tat=
beſtand ſind beide Fahrer an der dortigen Zweigſtraße rechts gefahren,
und kam es uter dem großen Menſchenauflauf, der ſich ſofort bildete,
dieſerhalb zu lebhaften Disputierereien, die faſt in Streitigkeiten
endeten.
— Das große Los gezogen. Geſtern vormittag iſt das große Los
der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie gezogen worden. Es fiel
auf die Nummer 231 135. Die Gewinner ſind kleinere Berliner Bürger,
die von dem Kollekteur telegraphiſch von ihrem Gewinn benachrichtigt
wurden.
Sedet Zeltt dell Ter
TV. 12028
VOP
der Hochpotenz in
Giekalef daolnluke!
Die Energien dieser Kraftkost verfüngen alle
Aufbaudrüsen, bilden wie Fleisch nun Bluk und
Muskeln und sind wie die Rekorde von Sportgrößen beweisen
AeA
älper
9
[ ← ][ ][ → ] Seite 6
Studienreiſe heſſiſcher Studenten
durch den ſchweizeriſchen Nationalpark
Studenten der Heſſiſchen Landesuniverſität Gießen
unter=
nahmen es Ende Juli und im Auguſt, den Schweizeriſchen
Nationalpark zwecks biologiſcher Studien zu beſuchen. Wer von
den finanziellen Schwierigkeiten eines ſolchen Unternehmens und
von der Verſtändnisloſigkeit maßgebender Stellen für
Unter=
ſtützung wiſſenſchaftlicher Forſchungsarbeit weiß, wird es für
mehr als gewagt halten, ſolche Studienreiſen anzutreten. Dank
der Leitung des a.o. Univerſitätsprofeſſors Dr. Erhard, Gießen,
iſt die Exkurſion in jeder Beziehung gelungen. Mit Hochachtung
wurde es von ſchweizeriſcher Seite begrüßt, daß es die
Univer=
ſität des kleinen Heſſenlandes war, die die erſte deutſche
wiſſen=
ſchaftliche Exkurſion in das Gebiet des Schweizeriſchen
National=
parkes geſchidlt hat.
Wohl kann ſich der Schweizeriſche Nationalpark weder an
Ausdehnung, noch an Höhe der Erhebungen, weder an
Ueppig=
keit der Vegetation, noch an Mannigfaltigkeit der Tierformen
mit außereuropäiſchen Naturſchutzgebieten meſſen. Was ihn aber
vor jenen auszeichnet, iſt der ausnahmsloſe, unbedingte, ſtrenge
Schutz aller Lebeweſen. Gegründet auf die Einſicht in die
Not=
wendigkeit des Schutzes urſprünglichen Naturlebens und mit
der Hilfe des ganzen Landes, hat das Schweizervolk im
Natio=
nalpark ein Rüuli der Natur= und Heimatliebe geſchaffen, ein
ehrendes und zugleich mahnendes Denkmal jenes geſunden echten
Schweizerſinnes, der den Eidgenoſſen Jahrhunderte hindurch
einen geachteten Platz unter den Nationen geſichert hat.
Um=
ſchloſſen von den mächtigen Erhebungen der Oſtalpen: Bernina,
Ortler, Oetztaler Alpen und Silvretta, bildet die Fuorngruppe
in der Südoſtecke Graubündens ein Senkungsfeld, deſſen höchſte
Spitze die Höhe von 3200 Metern nicht mehr erreicht. Im
wil=
deſten und zerklüftetſten Teik dieſer Gebirgsmaſſe, den „
Enga=
diner Dolomiten” liegt der Schweizeriſche Nationalpark mit
einer Fläche von 150 Quadratkilometer.
Das Parkgebiet gehört zu den floriſtiſch reichſten Teilen des
geſamten Alpenbogens. Dies hat ſeinen Grund zunächſt im
be=
deutenden Höhenunterſchied von rund 1800 Metern. Es umfaßt
ſo alle Höhenſtufen der Bündnerflora von der Talſohle bis zur
Schneeſtufe; dazu kommt ein reicher Geſteinswechſel, der die
Be=
dingungen bietet für das Gedeihen ſowohl kalkliebender, als auch
kalkfliehender Arten. An der Grenzſcheide zwiſchen oſt= und
weſt=
alpiner Flora gelegen, weiſt das Gebiet Vertreter beider Teile
der Alpen auf. Eine Menge ſeltener Pflanzenarten kommt in
der ganzen Schweiz nur hier vor. Der mannigfaltigſten
Geſteins=
unterlage entſpricht es, daß faſt alle alpinen Pflanzenformationen
hier vertreten ſind: Nadelmiſchwald, Arven=, Fichten=, Lärchen=,
Bergföhrenwälder, Alpenerlen= und Alpenroſengebüſche,
Zwerg=
ſtrauchheiden, die verſchiedenen Typen des alpinen Raſens,
aus=
gedehnte Schuttfluren u. a. m.
Der dunkle, ſchwere Mantel des „Hoch= und Schwarzwaldes”
bedeckt die Schultern der Parkberge bis zur maximalen Höhe von
2300 Metern. Einzelne Teile zeigen ſchon jetzt Urwaldcharakter.
Der vorherrſchende Waldbaum an den Gehängen des Haupttales
zwiſchen Schanf und Scuol iſt die Fichte. Sie ſteigt bis 2000
Meter hinauf, wo ſie dann von der Arve und Lärche abgelöſt
wird. Das mittlere und obere Fuorngebiet bedeckt hauptſächlich
die Bergföhre (Pinus montana), wo ſie die größten reinen
Be=
ſtände der aufrechten baumartigen Form der ganzen Schweiz
bildet. Die niederliegende Form, die Bergföhre, die bis 2400
Meter hinaufſteigt, bildet faſt undurchdringliche Dickichte im Val
Cluoza und an den Hängen der Piſoc=Gruppe. Neben der
ge=
wöhnlichen Waldföhre (Pinus silvestria), dem Charakterbaum
der trockenen zentralalpinen Föhrenregion, iſt die Engadiner=
föhre, beſonders im Spöltal, ſehr häufig. Die Lärche, dieſer
Charakterbaum des Oberengadins, durchſetzt in dieſem Gebiet
den Miſchwald und bildet mitunter faſt reine Beſtände. Meiſtens
mit der Lärche vergeſellſchaftet, bildet die Arve die obere
Wald=
grenze. Ihre ſchönſte Entfaltung, zugleich ihre ſtärkſte
Verbrei=
tung findet ſie im nordöſtlichen Teil des Parkes, in der Val
Scharl, wo ſie im Guad da Tamangur wohl den größten Beſtand
der Schweiz darſtellt.
Den höchſten Reiz für den Parkbeſucher hat neben der
Tier=
beobachtung ſtets der unvergleichliche Blumenſchmuck der
Alpen=
ſtufe, vor allem des alpinen Raſens. Neben dem bunten Heer des
geſpornten Veilchens in allen Abſtufungen der Farben, dem
leuch=
tenden Blau der Enziane, dem feurigen Rot des Leimkrautes
und des gegenſtändigen Steinbrechs, dem reinen Weiß des
Alpenraununkels, dem Gold des Berghahnenfußes und der
Habichtskräuter, überragt von den zierlichen Gräſern und
Seg=
gen, ziehen die wunderbaren Sterne des Edelweiß, mitunter zu
Hunderten beieinander, den Blick des Wanderers an.
Selbſt die Schutthalden entbehren nicht der reizendſten
pflanzlichen Belebung; ja gerade die zarteſten, vergänglichſten
unter den Alpenblumen bevorzugen dieſe rauhe, unwirtliche
Um=
gebung, wie z. B. das Alpenleinkraut (Linaria Alpina) und
ver=
ſchiedene Hornkräuter (Ceraſtien). Im Kalkgeröll überraſcht oft
der Anblick des oſtalpinen, niederliegenden Baldrians (
Vale-
riana supina). Aber alle überſtrahlt das weithin leuchtende
Goldgelb des Rätiſchen Alpenmohns (Papaver rhaeticum).
Auch dem nackten Fels mangelt es nicht an Blumenſchmuck.
Den Kalkfelſen und Dolomitfelſen von 2000 Meter an fehlen
ſelten die kugeligen Polſter des Schweizeriſchen Mannſchildes
(Androsace helvetica), während aus den Felsſpalten des
Ur=
geſteins liebliche Primeln neben Hauswurzarten ihre roten
Blüten dem Licht entgegenſtrecken.
Entſprechend der floriſtiſchen Mannigfaltigkeit birgt auch die
Tierwelt einen ſeltenen Reichtum in dem Naturſchutzgebiet. In
der Mitte der Hochalpen gelegen, ſind die ſüdrätiſchen Alpen ſeit
Jahrhunderten zum Refugium verſchiedener Tierarten geworden,
die vor der vordringenden „Kultur” ſich in die abgelegenſten
Gebirgsgegenden geflüchtet haben, wie Wolf, Luchs, Bär und
Lämmergeier, für die allerdings auch hier leider des Bleibens
nicht mehr war. An Gemſen beherbergt das Gebiet über 1000
Stück. Bedeutend iſt auch der Rehſtand, und die in der Schweiz
nur in Graubünden noch vorkommenden Hirſche ſind hier ſeit
unvordenklichen Zeiten heimatberechtigt. Glücklicherweiſe iſt es
dem Menſchen nicht gelungen, die Fleiſchfreſſer unter den Tieren
ganz auszurotten. Ohne dieſe wäre eine Naturſchutzgebiet
un=
denkbar; denn die ſogenannten „Raubtiere” ſind im Haushalte
der Natur unentbehrlich; ſie ſind es, die neben den Gefahren der
Alpenwelt für die notwendige Ausleſe ſorgen, ohne die der
ge=
ſamte Wildſtand an Seuchen und Entartung zugrunde ginge.
In den von der Ziviliſation noch unberührten Gegenden halten
ſich „Nutz”= und „Raubwild” das Gleichgewicht. Nachdem Wolf,
Luchs, Wildkatze, Bär und Lämmergeier ausgerottet worden
ſind, iſt es von der größten Bedeutung, daß im Nationalpark die
übrigen in ihrem Daſein bedrohten „Raubtiere und Raubvögel”,
ebenfalls eine Freiſtatt finden. Der Fiſchotter hauſt noch im
Spöl, während er im Haupttal des Engadins faſt gänzlich
aus=
gerottet iſt. Als er dort noch häufig war, wimmelten die Flüſſe
von herrlichen Forellen, die in früheren Zeiten ſo zahlreich
waren, daß große Mengen getrockneter Fiſche ausgeführt wurden.
Noch ungeſchwächt iſt hier die Sippe der kleinen Raubtiere,
des Edel= und Hausmarders, des großen und kleinen Wieſels
und des Fuchſes. Ihre Beute teilen dieſe mit den letzten
gro=
ßen Raubvögeln, Steinadler und Uhu, denen ſich Hühnerhabicht
und Mäuſebuſſard, Sperber und Falke, Ohreule und Kauz
bei=
geſellen. Sie alle ſind ſtrengſtens geſchützt und trotzdem oder
gerade deshalb ſind die von ihnen verfolgten Tiere zahlreich:
ſches C
Murmeltier, Schneehaſe, Eichhörnchen und die ganze Schaa
Vögel, vom Auer= und Birkwild, Stein= und Rebhuhn, Söy.
und Haſelhuhn bis zum ſangesfreudigen Völklein, der o,
vögel. Nach der Höhe zu nimmt der Reichtum des Tierllls
N
auffälliger ab, als der des Pflanzenkleides.
Die Dörfer der Engadiner Zone, die an den Nation=
l=
grenzt, weiſen zum Teil noch unverfälſcht den altengeor
Habitus auf. Mit Wohlgefallen ruht der Blick des Touriſter
dem alten Engadinerhaus mit ſeinen dicken Mauern, Hen.
Fenſtern, dem gewölbten Torbogen und ſeiner einziga um
Innenteilung; überall entdeckt das Auge Originelles, ſefis
Inſchriften oder ſymboliſche Malereien, ſeien es andere
arbeiten aller Art. Von den Fenſtergeſimſen dieſer alten Ser
aber winken und grüßen freundlich die Engadiner Nelke=,
uns ſagen, daß hier ein Völklein hauſt, das Sinn für Kumt!
Schönheit hat.
Die Umgangs= und Mutterſprache der einheimiſchen :90
kerung iſt das Ladiniſche, ein Zweig der romaniſchen Son
Gerade das Unterengadiner Idiom zeichnet ſich durch
Wohlklang aus, indem es noch die volltönenden
Flsris=
endungen bewahrt hat, welche von der Mutterſprache, dem
Li=
niſchen, geſchaffen worden ſind. Die Bevölberung iſt prSen,
tiſch; nur Teraſp hat als einzige Engadiner Gemeinde doeel
formationsbewegung nicht durchzuführen vermocht und iſt=
kw=
liſch geblieben. Die Bevölkerung iſt geiſtig aufgeweckt,
ſam und ſparſam. Eine an Ereigniſſen reiche Geſchich
Vergangenheit hat ein politiſch reifes, demokratiſches ViUle
ſchaffen.
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künſtier oder fünftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſichn
geſchieht, behält ſich die Redatlion ihr Urtell vec
— Union=Theater: „Unter Ausſchluß der
fentlichkeit” Hervorragende Darſtellung, beſonders du
blendende Spiel von Werner Krauß. Sein Mädchenhändler, M
gewordenes Tier, mit wildkrauſem Kopf und ſchleichenden Beweru
iſt eine Charakterſtudie von ſelten empfundener Eindringlichkeit. Aie
Gibſon gibt das ſtolze, unnahbare Weib. Sie iſt ſparſam in dnſt
teln und wirkt gerade darum hier ſo echt. Als verführtes
Qch=
bietet Maly Delſchaft ebenſo eine Prachtfigur wie Ida Wüſt ade
ſionsmama. In das Enſemble fügen ſich wie immer aufs beſte Tatſe
Falkenſtein, Dieterle und Henry Stuart ein.
— Eine gefährliche Ecke iſt an der Kreuzung Eliſabethen= unb Tal
ſtraße. Wiederholt konnte beobachtet werden, wie ein Verkek4fch
nur im letzten Augemblick verhütet wurde. Geſtern nachmittag mntz
ein aus der Eliſabethenſtraße kommendes Auto, der Nummer u
ausländiſches (E auf ſchwarzem Grunde) mit einem Zuge der b
ſtädter Linie zuſammen. Obwohl der Führer des Straßenbahrw
ſofort bremſte, war der Anprall doch ſo ſtark, daß eine Scheibe de
zertrümmert wurde. Auch wurde die eine Seite, die der vollest
traf, eingebeult. Dadurch, daß das angefahrene Auto ſcharf a
andere Seite geworfen wurde, haben die Bereifungen derart Ed
genommen, daß an ein Weiterfahren nicht zu denken war. D Ihlue am 30. Auguſt
ſaſſen kamen mit dem Schrecken davon.
Im Städtiſchen Leihamt, Kirchſtraße 9, findet am Mittru dc nach langem, ſchwer
7. September d. Js., von 8.30 Uhr ab Verſteigerung der rfig
Vater, Se
lenen Pfänder ſtatt (Siehe heutige Bekanntmachung.)
Schulgeldmahnung. Das Schulgeld der hieſigen höheren
iſt bis zum 10. September 1927 an die Stadtkaſſe, Grafenſt
zu zahlen. (Siehe auch Bekanntmachung im Anzeigenteil des
Tageskalender für Donnerstag, den 1. September 122
Landestheater: Großes Haus: Geſchloſſen; Kl
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum: Geſchloſſen. — Kon z
Schloß=Café; Hotel=Reſtaurant Schmitz; Café Rheingold; Sche
garten, Hotel Waldſchlößche. — Heſſ. Eiſenbahn
Luiſenſtr. 16, abends 8 Uhr, Vortrag von Frau Dr. Jacrbehe
„Die Elektrizität im Haushalt” — Ausſtellung, von 10—
Landesmuſeum: Alte Kunſt, Mathildenhöhe: Neue Kunſt. —
vorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichf;
von faſt 55 Jal
Im Namen der i
Gertr. Re
Bevor Sie es
aufgeben,
nach einem geeigneten Mundpflegemittel zu
suchen, weil Sie doch oft enttäuscht werden
durch Unwirksamkeit oder Schädigung der
Schleimhäute, machen Sie noch einmal den
Versuch mit
Oefigon
Mundwasser-Kugeln.
Sie lernen endlich Wirksamkeit in Verbindung mit
Annehmlich-
keit und Bequemlichkeit kennen. Ortizon ist hochkonzentriert in
Form fester Kägelchen, die sich im Wasser augenblicklich lösen.
Es desinkziert die Mundhöhle gründlich und nachhaltend, entfernt
mit starkem Schaum alle Speisereste auch aus den verborgensten
Winkeln der Mundhöhle, beseitigt üblen Mundgeruch, Blutungen
und Entzündungen des Zahnfleisches und mißfarbenen Zahnbelag,
ist angenehm im Geschmack, vollkommen unschädlich und
spar-
sam im Gebrauch. Beginnen Sie noch heute mit der Ortizon=
Mundpflege, Sie werden ein dauernder Anhänger dieses
vor=
züglichen Präparates.
Original=Packung „Baget” zu M. 2,25 in allen einschlägigen
Geschäften erhältlich.
Taadle
MUNDWASSER-KUGELN
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Speiso-Aartoffeln
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an die Geſchäftsſtelle ds. Bl.
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85
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7 Uhr 190 C.
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Farben — Krautl a 56
Eſchollbrückerſtraße 3.
ummer 242
Donnerstag, den 1. Geptember 1927
Satt
Ludwig Koch
nne Koch, geb. Kesselring
Vermählte
Darmstadt, den 31, August 1927.
Ernst-Ludwigstr. 1.
(22784
Ein jähes Geſchick entriß uns am
4. Auguſt infolge eines Unglücksfalls
uſern lieben Bundesbruder
Hans Adolph
stud. ing.
w blühenden Alter von 22 Jahren.
In tiefer Trauer:
Der Akademiſche Chor i.6. B.
J. A.:
Paul Heime (X,X) F.=V.
Heute am 30. Auguſt, abends 10 Uhr, entſchlief
yſt nach langem, ſchwerem Leiden mein lieber
ſann, unſer Vater, Schwiegervater, Großvater,
uder, Schwager und Onkel
hilipp Reinheimer
Alter von faſt 55 Jahren.
3m Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Gertr. Reinheimer Wwe.
geb. Würthele
Karlsſtraße 11 II.
Beerdigung findet Freitag nachmittag 2½ Uhr
dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße
ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten. (13486
mHerveueseschafe
sind Oualitäts-Schuhe
12.50 14.50 16.50
Auf ſeinkarbige Damenschuhe
10 Rapatt
Mr.Schuhe und Stlefel große Auswahl
SAUERWEIN.
hrthenstraße 25.
Nähe Grafenstraße 2
chnikum IImenau i. Thür.
He urschule für Maschinenbau und Elektrotechnik, Wissen-
Shaftliche Betriebsführung. Werkemeisterabteilung.
IBln220
Unſer lieber Vater,
Schwieger=
vater, Großvater, Bruder und
Onkel
Friedrich Kurze
polizeiwachtmeiſter i. R.
wurde uns geſtern nach langem
Leiden durch den Tod entriſſen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Willi Kurze und
Familie Rieſenburg
Ludwig Pfeffer und Familie
Mila und Maria Kurze.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1927.
Orangerieſtr. 14,
(*22766
Die Beerdigung findet Freitag
nachm. 3 Uhr auf dem Beſſunger
Friedhof ſtatt.
Heute früh wurde unſre liebe
Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schweſter und Tante
Frau Marie Geher
geb. Eckhel
Friedhofsauſſeher Wwe.
von ihrem mit Geduld ertragenem
Leiden erlöſt.
Frledrich Geher und Familie
Georg Geyer und Familie
Charlotte Hofmann, geb. Geyer
Wilh. Hofmann.
Darmſtadt, Chicago, Vinnetka, 1. S. A.,
den 30. Auguſt 1927. (*22805
Die Beerdigung findet am Freitag,
den 2. September, nachm) ½4 Uhr,
auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
Schützen Sie die Schönheit
Ihree Lieiderund. Hande
Wir reisen heute bequemer und mit weniger Gepäck als ehedem. Dafür
ist, was wir an Kleidern und Wäsche mitnehmen, um so leiner und
bequemer, insbesondere wenn wir etwas Lux Seifenflocken mit
ein-
packen. Im Mu lassen sich damit auch die ſeinsten Kleider, Strümpfe
und Sportjacken vollkommen reinigen.
Ein Eßlöffel voll Lux Seifenllocken, in einer Waschschüssel zu warmem
Schaum gerührt, ist alles was es braucht. Reiben und winden Sie
nicht; drücken Sie den Schaum einfach sachte durch die Gewebe. Sa
wird alles wieder wie neu und hält jahrelang,
Zu Ihrem Schutz:
Lux Seifenflocken nur in
Originalpaketen, nie offen
erhältlich.
Für seidene Strümpfe
sind nur Lux
Seilen-
locken gut genug.
Lass
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schonen Ihre Hände
ebensowie lhreWläsche.
A
A
Ke
EiNaNNNNR
hat längst jede Dame den hohen Wert von
Elite-
strümpten, sei es der Damenstrumpf, der
Kinder-
strumpfoder der Herrensocken. Bekannt ist, daß wir
nur sorgfältig ausgesuchte hochwertige Oualitäten
zu relativ niederen Preisen verkaufen. — So auch
heute wiederum ein neues Glied in der Beweiskette.
Sehr geehrte Dame
auch Sie bitten wir höflichst, unseren neu
einge-
tuhrten Waschseidenstrumpf „Mignon” zu
pro-
bieren; feine, geschmeidige, im Tragen wochenlang
ausprobierte Waschseide, vollkommen fehlerfrei,
das Paar zu 2.75 . . . . bitte im Strumpfhaus Elite
Nehme meine ärztl.
Tätigkigkeit am
Mon=
tag, den 15. Sept.,
wieder auf. (*22739
Dr. med.
Herta Kalcher
Hügelſtr. 65.
eeeeets
Von der Reiſe zurück!
Dentiſt
Stange
Eberſtadt. 13505
Lesssstteste
Wanzen
ſamt Brut vernichtet
in 3 Stund. mit
Ga=
rantie. 1 Zimm. bis
50 cbm 6 ℳK. Ungeziefer=
Vern.,
Ludwigshöh=
ſtraße 59. (*22695
(,11808
Von der Reiſe zurück
Dr. andr ar0s
Facharzt für Lungenkrankheiten
Hochstraße 30
Sprechſtunden: 10—11½ und 8—5 Uhr,
außer Samstag Nachmittag. ( 22659dgm
Meine Sprechstunden
Hnden wieder statt: Werktags
von 9—10 und von ½3—4 Uhr
außer Samstags nachmittags.
Dr. Johanna Schmidt
Saalbaustraße 60. (TV.3490
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Dame ſ. Anſchl. an
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Wanderung. Ang.
u. V195 a. d. Gſchſt.
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(*22335gid
aufgenommen.
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Masseur- und Hühneraugenoperateur
Mauerstraße 21.
134910
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nimmt v. 15. Sept.
bis 15. Okt.
Säug=
linge u. Kinder jegl.
Alters/
in gute Pflege,
Adr. zu erfr. in der
Geſchäftsſt. (*2271,
unneraugen
HoFhoallen
und dergl. werden ſauber u. leicht
entfernt bei billigſter Berechnung.
GULL, Hell- und Fußpflege
Darmſtadt (*22325god) Schloßgartenſtr. 7
Nuann liest in den letzten Zügen nnd nill Abschied
Nuen — er ruft immerzu: Lebewohl, Lebewohl!” V. Schatz
Sen Sie sich, liebe Fran, er phantasiert uur und
Herbet zweifellos an das berühmte Uühner-
Her-,Lebewohl”*!"
Hmeint ist natürlick das berahmte, von vielen derzten
e Hühneraugen-Lebewohl mit druckmilderndem
Der die Tchen und Lebewohl-Ballenscheiben für die
Wechdose (8 Pflaster) 75 Pfg., Lebewohl-Fußbad
in andliche Füße und Fadschweiß, Schachtel (2 Bäder)
niaitlich in Apotheken und Drogerien, sicher zu haben
Arrie C. Hübner, Karlstr. 56, L. Petri Nacht, Inh.
er, Roßdörkerstr. 3, Chr, Schwinn, Inh.: W. Reich,
Rheinetr. 8, Drdgerio K. Steinhäuser, Nieder-Ham=
DD 4: Zachmann, Merkur-Drogerie, Bleichstr, 46.
Unſtändeh einälterer?
Bauſparvertrag
der G. D. Freunde in
Wüſtennot zu verkauf.
Anfrag. unter V. 196
Beſchäftsſt. (222797
Fahrräder
Grammophone
aufTeilzahl. ,
wöchent=
lich 3 Mk. (18500a
Franz Zürtz
Ludwigſtraße 13
Telephon 2952.
K
TULR:
Wer dort?
Hier V. Schatz.
Komme ſof, u. kaufe
getragene Herren=
Kleider, Federbetten
Schuhe, Wäſche uſw.
Darmſtadt. (9653a
Tel. 1924. Schloßg. 23.
Motorrad mit
Bei=
wagen zu kaufen
ge=
ſucht. Ang. m. Pr. u.
V 183 Geſchſt. (*22742
Ogbt zahleeiche
Maegaeiae-
ſoeten aber nur eine Feinkoftmargaeine
Blauband” die ſelbſt einen vorwöhnten
A
Geſchmack Rechnung trägt und teure
Bat=
tee vollkommen eeſetzt.
2—4=Sitzer, in gutem
Zuſtande, von Privat!
zu kaufen geſ.
Zu=
ſchriften u. V165 an
die Geſchſt. (*22676dk)
2 Pfund 80 Pfenaig.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 243
Donnerstag, den 1. September 1922
Landwirtſchaftliche Lehrlingsprüfung.
Die nächſte Prüfung von landwirtſchaftlichen Lehrlingen findet
Mitte Oktober dieſes Jahres vor der Prüfungskommiſſion der
Land=
wirtſchaftskammer ſtatt.
Die Prüfung hat den Zweck, den landwirtſchaftlichen Lehrlingen
nach beendeter 2jähriger Lehrzeit die Möglichkeit zu geben, ſich einen
Befähigungsnachweis für ihre praktiſchen Kenntniſſe zu erwerben.
Die=
jenigen jungen Landwirte, welche an der Prüfung teilnehmen wollen
müſſen ſich bis ſpäteſtens 15. September 1927 bei der
Landwirt=
ſchaftskammer angemeldet haben. Mit der Anmeldung iſt gleichzeitig
einzuſenden:
1. ein kurzgefaßter ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf;
2. eine Zuſtimmungserklärung und das Zeugnis des Lehrherrn,
ſowie das letzte Schulzeugnis;
3. eine Beſchreibung der Lehrwirtſchaft;
4. der Nachweis der zweſijährigen Praris;
5. die Prüfungsgebühr in Höhe von 5 Mark.
Die Pmiflinge werden von dem Termin und dem Ort der Prüfung
ſchriftlich in Kenntnis geſetzt.
Die Beſtimmungen für die Lehrlingsprüfung ſind bei der
Landwirt=
ſchaftskammer zu erhalten.
Ck. Wixhauſen, 31. Aug. Erntewetter. Infolge der ſchon
längere Zeit anhaltenben Regenperiode iſt in der hieſigen Gemarkung
die Getreideernte um einige Wochen gegenüber Normaljahren
hinaus=
geſchoben worden. Hoffentlich hält die ſeit Sonntag eiufgetretene trochene
Witterung einige Zeit an, damit das noch im Felde ſtehende Getreide,
ganz beſonders der Hafer und Weizen, in trockenem Zuſtande unter
Dach und Fach gebracht werden kann.
* Arheilgen, 30. Aug. Mit dem 1. September d. J. ſcheidet Herr
Lehrer Philipp Reinheim infolge des Altersgrenzengeſetzes aus dem
Schuldienſte aus. Derſelbe war etwa 14 Jahre hier tätig und
beabſich=
tigt auch ſeinen Lebensabend hier zu beſchließen. — Gegenwärtig finden
hier in den oberen Knaben= und Mädchenklaſſen die
Reichsjugend=
wettkämpfe ſtatt. Als Kampfrichter figurieren zwei hieſige
Leh=
rer. Dem Vernehmen nach wurden recht gute Leiſtungen erzielt. Den
Siegern winkt das von unſerem allverehrten Reichspräſidenten, Herrn
von Hindenburg, verliehene Diplom als Lohn und neuer Anſporn.
An. Arheilgen, 31. Aug. Zur Schmuck=
GedächtnisWan=
derung auf den Frankenſtein und Enthüllung des Gedenkſteines für
die gefallenen Turnbrüder, wird ſich auch der hieſige Turnverein von
1876 in großer Zahl nach Eberſtadt begeben. — Gegenwärtig findet in
der hieſigen Schule die zahnärztliche Unterſuchung der
Kin=
der durch den Zahnarzt Dr. Klöß=Darmſtadt ſtatt. — Nächſten
Sams=
tag, abends ½8 Uhr, begeht der hieſige Kraftſport=Klub in der
Turnhalle an der Frankfurterſtraße ſeine Bannerweihe. Das neue
Ver=
einszeichen wurde von Frl. Marie Barnewald hier nach Entwurf eines
Vereinsmitgliedes angefertigt. Gleichzeitig mit dieſer Feier verbunden
iſt das Gaujugendfeſt und leichtathletiſche Gaufeſt. Die Wettkämpfe
be=
ginnen am Sonntag früh 8 Uhr und werden die Läufe, Diskuswerfen,
Schleuderball, Steinſtoßen, Hammerwerfen, Gewichtswerfen und
Drei=
kampf auf dem Sportplatz am „Arheilger Mühlchen” ausgetragen.
Rin=
gen und Stemmen folgt um 9 Uhr in der Turnhalle. Nachmittags ſind
die Entſcheidungskämpfe, ſowie Mannſchafts=Steinſtoßen, Gewichtwerſen
und Tauziehen mit anſchließender Preisverteilung. Am Abend wird
die Kapelle Anthes zum Tanze aufſpielen. — Der Geſangverein „
Ein=
tracht” beteiligt ſich nächſten Sonntag an dem Kritikſingen des
Männerquartetts „Weſtend” in Frankfurt a. M. An demſelben werden
ſich etwa 30 Vereine beteiligen.
H. Eberſtadt, 29. Aug. Die Gründung einer
Theater=
bemeinde in Eberſtadt. Der Ortsausſchuß für Volksbildung
und Jugendpflege hatte mit dem Ziele der Gründung einer
Theater=
gemneinde die hieſigem Theaterfreunde zu einer Ausſprache im Saale
„Zum Darmſtädter Hof” (Laun) eingeladen. Der Vorſitzende des
Orts=
ausſchuſſes, Lehrer Becker, begrüßte die Erſchienenen und erteilte
dem Vorſitzenden der Darmſtädter Volksbühne e. V., Rechnungsrat
Roth, das Wort, der in einem ausgezeichneten Vortrage die Ziele
der Darmſtädter Volkslühne beleuchtete und es als erſtrebenswert
er=
achtete, die Volksbüühnenbewegung auch hinaus auf das Land zu tragen.
Er führte etwa folgendes aus: „Der hinter uns liegende Weltkrieg
hat vieles vernichtet, was nie wieder aufgebaut, vieles geſchwächt, was
nur langſam ſich wieder emporheben kann, vieles in andere Richtungen
gedrängt. Er hat zu Bewegungen geführt, die die Volksbildungsarbeit
entſcheidend beeinfluſſen. Der Grundſatz, daß Bildung und Geſittung
allgemein ſein und allen nach Möglichkeit zugeführt werden müſſen,
wurde zum Leitgedanken der vom ganzen Volke getragenen neuen
Be=
wegung. Die freie Volksbildung iſt das Ziel dieſer Bewegung. Eine
freie Volksbildung, die weder von juriſtiſch=verwaltungsmäßigen, noch
von politiſchen oder konfeſſioneilen oder von ſonſt ſachfremden
Geſichts=
punkten diktiert wird. Als die wichtigſten Träger der freien
Volksbil=
dung müſſen heute anerkannt werden: die Volkshochſchulen, die
Volks=
büchereien und ſchließlich die Theatergemeinden. Uebereinſtimmend im
Geiſte unterſcheiden ſich dieſe drei Hauptformen hauptſächlich in den
Mitteln, die ſie anwenden: in der Volkshochſchule iſt das geſprochene
Wort, in der Volksbücherei das gedruckte Buch und bei den
Theatergemeinden die lebendige Handlung die bewegende
Kraft. Beſonders wichtig für die Volksbildungsarbeit ſind verſchiedenen
Zweige der Kunſtpflege und Kunſterziehung. Trotz der beſonderen
Be=
ziehungen zwiſchen Kunſt und Menſch iſt Bildungsarbeit auch auf dem
Gebiete der Kunſt möglich. Verſtändnis erſchließen für die Bedingungen,
Auswirkungen und Beziehungen der Kunſt im allgemeinen und für das
Werden und Weſen des Theaters im beſonderen, das iſt die Aufgabe
der Theatergemeinden. Ihre Notwendigkeit iſt längſt anerkannt. Die
Darmſtädter Volksbühne will, daß der Menſch ſeine Aufgabe,
ſich zum Charakter zu bilden, ernſt nehme; ſie will durch das künſtleriſche
Ergebnis den Inhalt des menſchlichen Lebens erweitern und vertiefen.
Sie ſucht dieſſes Ziel zunächſt zu erreichem durch eine planmäßige
Regelung des Beſuchs der Vorſtellungen im Landestheater ſowie durch
Sonderveranſtaltungen (Vorträge, Konzert uſw.). Sie führt jedes
Mit=
glied im Monat mindeſtens in das Theater und verfolgt dabei das Ziel,
an die Stelle einer nach Zahlungsfähigkeit geſſchichteten Beſucherſchaft
durch einheitliche Vorſtellungsbeiträge bei ſtändigem Wechſel der
Theaterplätze eine Gemeinſchaft gleichberechtigter Theaterbeſucher zu
ſchaffen. Das Weſen der Volksbühnenbewegung verlangt eine ſolche
Ge=
ſtaltung des Theaterbeſuchs, die ſich auch in Darmſtadt bisher
durch=
aus bewährt hat. Zur Erkenntnis des kulturellen Willens im heſſiſchen
Volka will die Darmſtädter Volksbühne nunmehr auch in den Vororten
von Darmſtadt Theatergemeinden einrichten, um auch der
Vorortsbe=
völkerung geſchloſſen und regelmäßig Vorſtellungen im Landestheater
zu vermitteln.‟ Die Ausführungen des Redners wurden mit Beifall
aufgenommen. Lehrer Becker dankte dem Redner und betonte, daß
der Volksbildungsarbeit durch die Gründung von Theatergemeinden ein
neues Arbeitsgebiet erſchloſſen würde, von dem er wünſcha, daß es
ver=
ſtändnisvolle Freunde und Förderer finde. Da die Anweſenden faſt
reſtlos die Anmeldung vollzogen, iſt die Theatergemeinde, die im engen
Anſchluß mit der Darmſtädter Volksbühne arbeitet, als gegründet
an=
zuſehen. Nähere Auskunft über den Beitritt uſw. erteilt das
Papier=
haus Meidinger, welches auch Anmeldungen und Zahlungen
ent=
gegennimmt ſowie Theaterkarten vermittelt.
* Dieburg, 30. Aug. Am nächſten Sonntag, 4. September, findet
in unſerer evangeliſchen Kirche das Jahresfeſt des Umſtadt=
Babenhauſe=
ner Zweigvereins der Guſtav=Adolf=Stiftung ſtatt. Der
Feſtgottes=
ienſt beginnt um zwei Uhr nachmittags. Feſtprediger wird. Herr
Pfarrer Dr. Winkelmann=Alzey ſein. Der evangeliſche
Kirchengeſang=
verein wird mitwirken. Alle lieben Freunde der Guſtav=Adolf=Sache
ſind herzlich eingeladen.
* Die Römer im Odenwald.
Das Odenwaldgebiet war in den Zeiten, als die Römer es beſetzt
hielten, durch einen ſtarken Grenzwall gegen die Einfälle der Germanen
geſichert. Dieſer Wall war ein Teil des großen Schutzwalles, von den
Römern Limes genannt, der aus Kaſtellen, Wachttürmen ud Paliſaden
beſtand; er zog ſich von Waldbröl in der preußiſchen Rheinprovinz, durch
den Weſterwald, über die Lahn und die Höhen des Taunus weg zum
Main und von da durch den hinteren Odenwald zum Neckar, und endete
ſchließlich an der Donau. Schon ſeit mehr als hundert Jahren hat man,
namentlich in Heſſen, dieſen Befeſtigungen Aufmerkſamkeit geſchenkt,
auch ſind in früheren Zeiten hie und da Ausgrabungen veranſtaltet
wor=
den, indeſſen hat es lange gedauert, bis man den Verlauf der
Verteidi=
gungslinie wenigſtens in großen Zügen erkannt hat. Erſt ſeit etwa
30 Jahren iſt die Forſchungsarbeit beträchtlich gefördert worden. Eine
Kommiſſion von Sachverſtändigen, der insbeſondere Fachhiſtoriker
ange=
hören, hat Ausgrabungen vornehmen laſſen, über deren Ergebniſſe
um=
fangreiche Veröffentlichungen erſchienen ſind. Die letzte dieſer
Publi=
kationen gewinnt ein beſonderes Intereſſe, weil ſie ſich mit der heſſiſchen
Limes=Strecke beſchäftigt, die das ſtrategiſche Bindeglied zwiſchen dem
Main und dem Neckar darſtellt, ſich alſo durch den Odenwald hinzieht.
Bereits in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts ließ Graf
Franz zu Erbach=Erbach, der Begründer der bekannten Sammlungen
im Erbacher Schloß, in der Gegend des Kaſtells Würzberg die
Schutt=
hügel der Wachttürme nach römiſchew Waffen durchſuchen; es wurden
jedoch keine nennenswerten Funde gemacht. Zu Beginn des 19.
Jahr=
hunderts nahm Graf Franz die Ausgrabungen in größerem Umfange
wieder auf; die Kaſtelle, namentlich Würzberg und Eulbach, wurden
teil=
weiſe bloßgelegt. Ein Teil der gefundenen Mauerreſte wurde im
eng=
liſchen Garten des Jagdſchloſſes Eulbach wieder aufgebaut. Das
Unter=
nehmen des Grafen bedeutete einen großen Fortſchritt in der
Limes=
forſchung; nach ſeinem Tode (1823) trat ein vollſtändiger Stillſtand in
den Unterſuchungen ein. In den folgenden Jahrzehnten ſind nur noch
vereinzelte zufällige Funde in dieſem Limesabſchnitt zu verzeichnen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ſetzte unter Führung
der Altertumsvereine eine planmäßige Unterſuchung der heſſiſchen
Strecke ein. Im Juni und Juli 1880 fand eine „Begehung” des
Oden=
waldabſchnittes durch eine Kommiſſion ſtatt. Hie und da wurden kleine
Ausgrabungen vorgenommen. Da eine Veröffentlichung ausblieb,
un=
ternahm Friedrich Kofler 1887 und 1888 mit Unterſtützung des
Hiſtori=
ſchen Vereins für das Großherzogtum Heſſen eine neue Unterſuchung der
Strecke. Auch ſind Ausgrabungen des Fürſten Ernſt zu Leiningen im
Jahre 1889 an den Ruinen der Wachttürme im Leiningiſchen Wildpark
bei Heſſelbach zu erwähnen; dabei wurde das beſterhaltene Exemplar
der Bau=Inſchriften des Numerus Brittonum Triputienſium gefunden.
Eine neue, die dritte Periode, umfaßt die Arbeiten der Reichs=
Limes=Kommiſſion. Es wurden u. a. die Kaſtelle Vielbrunn, Eulbach,
Würzberg, Heſſelbach, Lützelbach, Schloßau und Wimpfen ausgegraben
ſowie das Erdkaſtell Seckmauern. Leiter der Arbeiten waren: Anthes,
Conrady, Kofler, Schumacher und Soldan. Die Einzelfunde kamen,
ſoweit ſie aus dem Heſſiſchen ſtammten, in das Landesmuſeum nach
Darmſtadt.
Die Odenwaldlinie übertrifft alle anderen Strecken an
wohlerhalte=
nen Ueberreſten. In dem Bericht heißt es: „Im Gegenſatz zu den
rheiniſchen Strecken wurde an der Odenwaldlinie faſt durchweg eine
kunſtgemäß gebaute römiſche Grenzſtraße nachgewieſen, die ſich allerdings
von dem durch Wachtpoſten und Paliſaden gekenzeichneten Zuge der
Grenze ſtellenweiſe erheblich entfernt, und noch heute nimmt ein alter
Verkehrsweg, die Hohe Straße genannt, auf großen Abſchnitten die
Stelle des Limes ein‟. Das Numerus=Kaſtell Wörth am Main, das bei
den Ausgrabungen entdeckt wurde, bildet den Abſchluß der Mainlinie und
den Anfang der Odenwaldlinie. Der Limes führt dann zum Erdkaſtell
Seckmauern. Vom Hoffeld und Kaſtell Lützelbach ab iſt der Limeslauf
durch die faſt lückenloſe Reihe der Wachtpoſten mit ihren Holz= und
Steinturmruinen, durch Feſtſtellung der Paliſaden uſw. zunächſt über
das Kaſtell Schloßau hinaus in der Hauptſache geſichert. Südlich von
Schloßau tritt in der Befeſtigungslinie eine auffällige Aenderung ein,
denn der Limes wendet ſich in einem Winkel von 139 Grad faſt ganz
nach Süden bis zum Neckar. Als Ergebnis der Forſchungen ſei noch
mitgeteilt, daß die Befeſtigungen in der Regierungszeit des Kaiſers
Domitian (81 bis 96) errichtet wurden, und zwar in deſſen letzten
Re=
gierungsjahren. Die Truppen, die in dem heſſiſchen Limesabſchnitt
ſtan=
den, waren in der Hauptſache Brittonen, alſo Kelten.
Al. Höchſt i. Odw., 30. Aug. Die öffentliche Gemeinderatsſitzung
hatte eine umfangreiche Tagesordnung. Zur beſſeren Verteilung der
Erhebung der Gemeindeſteuer für das Rechnungsjahr 1927/28 wurde
be=
ſchloſſen, ſchon jetzt damit zu beginnen. Für die endgültige Ablöſung
des Pfarrbeſoldungsholzes verlangt die Kirchenbehörde 5237 Mark.
Die=
ſer Betrag iſt errechnct für 19 Rm. Holz auf 25 Jahre. Da eine
Er=
mäßigung nicht zu erreichen war, ſtellte Gemeinderat Vogt den Antrag,
die Ablöſung, wenn einigermaßen möglich, doch vorzumehmen, da die
Gemeinde andernfalls auf Jahrzehnte mit dieſer Angelegenheit
be=
haftet iſt. Die allgemeine Wertzuwachsſteuer ſoll von der Gemeinde
er=
hoben werden, da ſonſt der Kreis als Steuererheber auftritt. Einer
Grenzregulierung zwiſchen Finanzamt und Gemeindeeigentum wird
zu=
geſtimmt. Um Arbeitsmöglichkeit für unſere Erwerbsloſen im
kommen=
menden Herbſt zu ſchaffen, ſchlägt Bürgermeiſter Wolf die Errichtung
einev Badeanſtalt vor. Der Bauaufſeher ſoll beauftragt werden, einen
Koſtenvoranſchlag aufzuſtellen. Die Mietverträge zwiſchen dem
Heſſi=
ſchen Staat und der Gemeinde Höchſt werden zur Prüfung an die
Finanzkommiſſion überwieſen. Für die ausgeſchiedenen Mitglieder
Weidmann und Hillenbrand wurden Beigeordneter Bernhard und
Ge=
meinderat Vogt neu in die Finanzkommiſſion gewählt.
* Michelſtadt, 30. Aug. Nochmals die drei Haſen von
Michelſtadt. Man ſchreibt uns aus Darmſtadt: In einer Zuſchrift
aus Michelſtadt (Nr. 134 des Zentralanzeigers) wird der Verſuch
unter=
nommen, das Wirtshausſchild „Zu den drei Haſen” durch einen
volks=
tümlichen Witz zu erklären, weil im ganzen nur drei Ohren vorhanden
ſind und dennoch jeder Haſe zwei Ohren hat, das wäre die Hauptſache!
Nein, das iſt ſie nicht, ſondern ſehr nebenſächlich; das iſt eine
Aus=
deutung des Bildes von außen her, etwa für Kinder. Es iſt weder
damit erklärt, warum es gerade Haſen ſind und nicht andere Tiere,
ferner iſt nicht geſagt, warum ſie ſich ausgerechnet in einem Kreiſe
be=
wegen, noch iſt auch nicht klargeſtellt, warum ſie eilend laufen, nicht
ſtehen oder ruhen. Nicht einmal der Verſuch iſt gemacht, eine Erklärung
dafür abzugeben. Der Einſender begeht den ſo oft gemachten Fehler,
ddaß er die eigenartige Haſendarſtellung für eine Michelſtädter
Erfin=
dung hält; er meint, ſie entſtamme dem Rokokozeitallter. Das Schild
kann vielleicht aus jener Zeit ſein, aber die Darſtellung der Haſen als
ſolche iſt nicht ohne Vorbilder ud unzwerfelhaft der älteren kichlichen
Kunſt entlehnt. Die drei Haſen tauchen ſchon im frühen Mittelalter an
vielen kirchlichen Bauten in Stein gehauzen auf: ſie ſind fraglos religiös
ſymboliſch aufzufaſſen und alles andere als ein Volkswitz. Ohne
Kennt=
nis dieſer Haſendarſtellungen kann man die Micholſtädter Haſen
über=
haupt nicht deuten. Der Erklärgsverſuch des Einſenders iſt durchaus
abzulehnen, er bleibt an der Oberfläche haften und geht der Sache gar
nicht auf den Grund.
* Roßdorf, 31. Aug. Am Sonntag, den 4. September, wird auf
dem Frankenſtein in Verbindung mit der Schmuck=Gedächtnis=Wanderung
das Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Turner des Main=Rhein=
Gaues (D. T.) enthüllt. Der hieſige Turnverein beteiligt ſich an dieſer
Wanderung. Die Teilnehmer treffen ſich am Sonntag früh 7 Uhr am
Ortsausgang nach Traiſa, um auf ſchönen Waldwegen nach dem
Frankenſtein zu wandern. Da an dem genannten Tage Wettkampf= und
Spielverbot beſteht, wäre es Ehrenpflicht aller Aktiven, ſich an der
Wan=
derung und der Gedächtnisfeier für ihre gefallenen Kameraden, zu
be=
teiligen. Näheres über die Enthüllungsfeier iſt aus der Gauzeitung zu
erſehen, die den Mitgliedern des Vereins in den nächſten Tagen zugeht.
P Kirch=Brombach, 31. Aug. Reichsjugendwettkämpfe.
Am Montag verſammelten ſich nachmittags die Schulen der Umgegent
auf dem hieſigen Tur
1:
führten die Reichsjugendwettkämpfe für
1927 durch. Es nahm
chüler und Schülerinnen daran teil. 67
erreichten die nötige Punktzahl für eine Ehrenurkunde des Reichs=
Aus=
ſchuſſes für Leibesübun
Erfreulicherweiſe hat ſich die Zahl der
H. Aus dem Ueberwalb, 30. Aug. Endlich wieder ſchönes
Wetter. Tauſende von Händen ſind eben in emſiger Tätigkeit, um
die Ernte, die faſt noch vollſtändig auf dem Felde liegt oder ſteht, unter
Dach zu bringen. Die Hoffnung auf eine gute Ernte wurde durch den
anhaltenden Regen der letzten Wochen ſtark herabgedrückt; aber trotz
des großen Schadens, den Kern und Halm bis jetzt erlitt, iſt man für
as ſchöne Wetter dankbar und kann noch manches gurtgemacht werden.
Daß die Lage des Landwirts unter den gegebenen Verhältniſſen keine
roſige iſt, iſt leider nur allzu wahr, aber dennoch darf er den Mut nicht
verlieren. Auch wollen wir hoffen, daß die Fäulnis der Kartoffeln,
ſoweit ſie vorhanden, alsbald wieder abflauen wird. Auch die
bevor=
ſtehende Obſternte, wem auch nicht ſo reſchlich, kann noch manches gut
machen.
* Lindenfels, 31. Aug. Schlechte Honigernte. Wie im
größten Teil Heſſens, klagen auch die Imker unſerer Gegend über eine
ſchlechte Honigernte, ja manche konnten überhaupt nichts ſchleudern,
mußten vielmehr im Auguſt bei dem andauemd ſchlechten Wetder
tüchtig füttern, damit die Völker, zumal die jungen Schwärme, nicht
eingingen.
* Schlierbachtal, 31. Aug. Schönes Wetter und — Arbeit,
Nachöem nun der Auguſt anſcheinend doch zum Schluß noch gutes
Wetter bringt, haben die Landwirte hier alle Hände voll Arbeit. Da
iſt dor allem die Getreidernte noch heimzubringen, wenn ſie auch
be=
reits zum größten Teil verdorben iſt. Man ſucht dennoch zu vetten
was zu retten iſt. Dann iſt es Zeit, das Grummet, oder wie man
hier=
zulande ſagt — die Ohmed — zu ſchneiden, die dieſes Jahr ſehr lchön
gedichen iſt. Und dazu noch die bereits beginnende Obſternte! Man
möchte den Landwirten wünſchen, daß das Wetter ihnen im kommenden
Monat günſtiger iſt und ſie das Verſäumte wieder einholen können,
H. Birkenau, 30. Aug. Schwimmbad. Das bisherige
Regen=
wetter war für das hieſige Schwimmbad des Turnvereins 1886 E. V.
welches der Verein mit erheblichen Koſten errichtete, außerordentlicl:
ungünſtig, da der Badebetrieb völlig ruhte. Durch die letzten ſonnigen
Tage und die geinſtige Lage des Bades iſt die Waſſerwärme bereits
wie=
der auf 20 Grad geſtiegen, wodunch der Badebetrieb wieder raſch
ein=
geſetzt hat.
Neue Kraftpoſilinie Schlitz-Fulda
Vom 11. September ab wird zwiſchen Schlitz (Heſſen) urd
eine Kraftpoſt neu eingerichtet, die über Uellershauſen, Harte
Hemmen, Lüdermund, Kämmerzell, Gläſerzell und Horas ve= werktäglich zwei Fahrten in jeder Richtung vorgeſehen: 84
(Heſſen) 5,25, 13.45; an Fulda 6,40, 15,00; ab Fulda 705,
Schlitz 8,20, 18,20. — An Sonn= und Feiertagen werden
folge-
ten im Bedarfsfalle ausgeführt: ab Schlitz 11,20, 19,30; an Fuud
20,45; ab Fulda 13,20, 21,05; an Schlitz 14,35, 22,20.
H. Von der Bergſtraße, 30. Aug. Abgeſtürzt. Al=
Perſonenzuig ſtürzte auf der Station Laudenbach ein junger 8
auf der Plattform ſtand, herab und erlitt ſchwere Verletn
debensmüde. In Ladenburg erhängte ſich wegen ein.3
baren Leidens ein 70 Jahre alter Mann.
i. Von der Bergſtraße, 31. Aug. Der praktiſche Arzt
Jakob Pulvermacher, der in Weinheim an der Bergſtraße
ſeitt=
mit gutem Erfolge praktizierte, iſt im 33. Lebensjahre au dor
einer Blinddarmentzündung im Städtiſchen Krankenhauſe
heim geſvorben. Der Verblichene, ein ſehr beliebter Arzt,
eine Witwe mit einem Kinde.
* Auerbach, 30. Aug. Geſchäftsverlegung. Die z
Sannerſche Korkſtopfenfabrik, die ſeit der Gründung des Gefiys
in der oberen Bachgaſſe befand, bezieht in Kürze ihr mu
Fabrikgebäude nächſt der Bahnſtation, nördlich. Die Firma 1
beſchäftigt, daß ſie ihre Arbeits= und Lagerräume bedeutem),
ßern mußte. Der moderne Bau wurde von dem Unternehrn5
Julius Graf, der ſchon zahlreiche Villen und ſonſtige größeren
in Auerbach erſtellt hat, ausgeführt. Möge die Firma Sanns=;
neuen Heim auch fernerhin blühen und gedeihen!
* Heppenheim a. d. B., 30. Aug. Getreideernta
augenblicklich etwas günſtigere Wetter werden hier und in der
Arbeiter und Arbeiterinnen zur Bergung der Feldfrüchte ur d
dere landwirtſchaftlichen Arbeiten geſucht. Der Nachfrage
iſt das Angebot verſchwindend klein, obwohl doch
zahlreiche=
loſe vorhanden ſind.
* Hirſchhorn, 31. Aug. Waſſerſtand des Nec=
30. Auguſt: 1,47 Meter; am 31. Auguſt: 1,32 Meter.
* Ober=Abtſteinach, 30. Aug. Kurbetrieb. Auch Ei
wird unſer Kurdorf wieder gut beſucht; laufend ſind etwa 1e0)
anweſend. Dabei ſind Leute, die ſchon ſeit Jahren ihre Son
dahier zubringen, ein Beweis dafür, daß ſie mit der Verp=N
frieden ſind.
* Gernsheim, 31. Aug. Waſſerſtand des Rh
31. Auguſt: 3,55 Meter.
WSN. Offenbach, 31. Aug. Mit einer Scheintod
angeſchoſſen. Am Dienstag abend gerieten die Brüds:
von denen der eine zurzeit bei ſeiner Schweſter in Fechenheimh
Streit, in deſſen Verlauf der eine der Brüder eine Scheinto=M
und aus geringer Entfernung auf ſeinen Bruder ſchoß, ſo
im Geſicht verletzt wurde und in das Stadtkrankenhaus eingeei
den mußte. Die Polizei nahm den Täter feſt und führt
Offenbacher Amtsgerichtsgefängnis zu.
Ac. Worms, 31. Aug. Zur 400=Jahrfeier des W
Gymnaſiums, die vom 10. bis 12. September ſtattfin./e
gendes Programm vorgeſehen: Am Samstag findet abends A.
Mozartſaal des Feſthauſes ein Begrüßungsabend mit Konzett
dem durch Schüler der oberen Klaſſen einige Hans Sachs=Si
führt werden. Sonntags iſt um 11 Uhr ein offizieller Feſtum
ſpielhaus, mittags 5 Uhr eine Sonderaufführung „Das Erek
theater” von H. von Hofmannsthal, durch das Mainzer S)
abends 8½ Uhr Kommers, Montags wird im Gymnaſium e
ſchau der Schüler vorgeführt, anſchließend findet eine Beſictm
Anſtalt ſtatt. Mittags 2½ Uhr vereinigen ſich nochmals alle- em
Schüler der Anſtalt bei einer Dampferfahrt nach Oppenheim. . J
läum. Herr Stadtkaſſendirektor Ph. Müller feiert morgenen
en
AA
Milige Bezu
in reicher
z teiver Liochneim
iehr fein
ues, sehr surk
W Ipp süßlich.
ihateau Beaulleau, I
esling, bochfein
„
teiver Tlochweia
sehr krättig,
hochtein ..
an dem er vor 25 Jahren in den Dienſt der Stadt Worms jei (heteau Liversau. Bo
— Verkehrsunfall. Vorgeſtern abend gegen ½8 Uhr Mioro Ruflng (Oriein
Ecke der Speyerer= und Wollſtraße ein Radfahrer in ein Muk=d) Hascko",
eingefahren, ſo daß beide hinfielen und Verletzungen erhie /
..
Räder wurden durch die Wucht des Anpralles faſt vollkomre Xu, gold....."
das Fahrrad war auf alle Fälle ganz unbrauchbar. Die Scku &rot . ...."
Zuſammenſtoß ſoll der Radfahrer tragen, der trotz des Halteywul — Czzolo
Verkehrsſchutzmannes weiterfuhr und ſo dem Motorradfahradlrh
..
Verkehrspoſten freie Bahn gegeben hatte, in das Rad fuh / Wtunkel, Suverlor
Butzbach (Heſſen), 30. Aug. Funde aus alter Z.E
legentlich der Wiederherſtellungsarbeiten am Rathaus ent veMünkel, Extra.
unter dem Verputz der Vorderſeite ein herrliches Fachwerk w W/lden, . .."
riſch wertvollen Ornamenten. Beſonders ſchöne Stechar en// Superlor ...
der Eckpfoſten der Rathausfaſſade auf, der die Aufſchrift tur Wbxtra",
1560 machet Johann Nebel dieſen Bau.”
ertra
WSN. Gießen, 30. Aug. Rudeywettkampf GieF—niß
*
lar. Am nächſten Sonntag wird der vom den Stadto mu/ſ0t
Gießen und Wetzlar im vorigen Jahre geſtiftete und von Reng khrisd
ſchaften der Rudervereine in beiden Städten ſeinerzeit extzle /Wante
gefahrene Städteachter zum zweiten Male im Ruderwetttamt mf4ud. .. Drtyo
keing=
werden. Verteidiger des wertvollen Preiſes iſt die Gieß AGpertor.
mannſchaft. Die ruderſportliche Veranſtaltung findet auf dech
Gießen ſtatt.
Gießen, 29. Aug. In der vergangenen Woche vera ftelliche Weiswelng
Gau Rhein=Main=Lahn=Lulda des Verbandes für Zuſſt
Jugendherbergen eine Beſichtigungsfahrt durch 2Fnw ſel Haus im
gan=
herbergen in Oberheſſen, um dem Direktor der Zentralſtell, F 70 Mchen und Pog zor
bildung und Jugendpflege, Herrn Schulrat Haſſinger, Emt
blick in den Stand des Jugendherbergsweſens in Oberheſſer/ AA wrandert erstk
Es wurden am erſten Tage beſucht: Friedberg, Butzbach, Cel
feld, Lauterbach und Hoherodskopf. Schlitz konnte leider n Beh ulSche
werden. Am zweiten Tage ging es nach Laubach, BabiplNärmstadt v
Büdingen, Gedern und zum Vater Bender=Heim auf der Sril
Höhe. Einige der genannten Jugendherbergen ſind in nu
Zuſtande, dagegen wäre es für verſchiedene Heime wünſchemien
ſie in beſſeren Gebäudem untergebracht wären. Hier harrt.
treffenden Gemeinden und Städte noch eine dankenswerte 1
ſie mit den Wandervereinen und Ortsgruppen des Ver)
Deutſche Jugendherbergen befriedigend löſen könnten. D
einigen guten Willen und verhältnismäßig geringen Mit
iſt, zeigten einige Jugendherbergen. Die Provinzialhaupk:
dürfte hierbei für die anderen Städte und Gemeinden der 1
Vorbild dienen. Vielleicht denken die Gemeinden auch ei.m
daß die Förderung des Jugendwanderns die billigſte und
Art der Werbung zur Hebung des Verkehrs iſt. Es wurL.
lichen Teilnehmern der Fahrt gewünſcht, daß vor allem die
Behörden dies erkennen und dem Verband für Deutſche Jug”
jede mögliche Unterſtützung angedeihen laſſen. Herr Schulne
ſprach den Leitern des Oberheſſiſchen JugendherbergswerL.*
Geſehene ſeine Zufriedenheit aus und gab der Hoffnung Zue
recht bald die verſchiedenen Anſtände behoben und in abſel*
vor allem in Oberheſſen, nur noch Muſter=Jugendherberg30
ſind. Gleichzeitig ſagte er wie bisher die weitgehendſte —n
der Zentralſtelle für Volksbildung und Jugendpflege im Ai
leider ſehr beſcheidenen Mittel zu.
h. Wieſeck, 31. Aug. Tödlich verunglückte del
Schäfer, der vom Erntewagen ſtürzte und mehrere Rippe
ihm in die Lunge drangen. Der 74jährige iſt an den ſchwerW
gen geſtorben.
* Grünberg, 30. Aug. In der letzten Gemeindera‟
wurde unter anderem die Anſchaffung eines elektriſchen Lau
dem ſchon erwähnten V
preis wird ſich ungefähr auf 4700 Mark einſchließlich Monr.5
— Der Vorſchlag des Kreisamts, die Kleinbeträge unter 5
Stadtanleihe aufzuwerten, wird wiederum abgelehnt.
Beratungen finden in der geheimen Sitzung ihren Fortga
heutigen Tage feiert in Flenſungen der Altveterarn Ge=*
ſeinen 88. Geburtstag in voller Friſche.
* Aus Oberheffen, 30. Aug. Sonnenſchenn
wachende Hoffnung haben dem Landwirt die letzte
gebracht. Der Landwirt verzagte bereits wegen des 1.
Regenwetters. Da kam die lachende Sonne, und mit neu ſ
neuer Hoffnung eilen ſie hinaus auf die Felder. Wom
Garbe grün gekeimt, wohl ſind viele am Boden liegende
gewachſen und das Futterſtroh iſt verdorben. Aber wel=*
noch zu retten, und es wird gerettet, wenn das herrliche Sri.
anhält. Ganze Wagenkolonnen, hochbeladen, eilen den Don 2
das Getreide in die Scheune zu bringen. Ueberall brunmme
naſchine, um den gebliebenen Reſt zu hergen. Im Pogn.
noch viel Frucht auf dem Hamm, bci Ulrichſtein und Rehge:2
Hafen noch grün, denn die Sonne hat gefehlt. Bei Alsfeld
bach ſind die Felder noch auf dem Heilm. Laider iſt die Le
vorbei und bei der Todreiſe fallen
Teu cus. „
ſagt der Bauer, „und wir habens geſchaſſt.‟ Geb (s 171 2 ſteht noch auf dem Spiel!
in der Reſchskurzſchrift beginnen am Montag, den 5. September u. Don
nerstag, den 8. Sept. ſeweils abends 7‟, Uhr, in unſeren eigenen
Unterrichtsräumen, Ecke Wieſen= u. Schleiermacherſtr. (hint. Amts gericht)
Ammeldungen ſeden Tag von 10—12, 2—4 und 7—10 Uhr abends.
Privat=, Fortbildungs=, Diktat= und Redeſchriftkurſe ſederzeit.
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Jo, sehr fein . . . ."
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Riesling, hochfein
ute
Bo, kelner Tischwein
ſto, sehr kräftig.
Ite, hochfein
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Mummer 242
Aus Wiesbaden.
ſaer deutſche Schriftſtellertag in
ü sbaden und Mainz. Anläßlich des deut=
Ind Schriftſtellertages, der vom 1. bis 8 Oktober in
be feld=Barmen uſw. ſtattfindet, wird auch
Wies=
ſa— und zwar am 7. Oktober, von den etwa
zwei=
drrt Teilnehmern des Kongreſſes beſucht werden.
7 Uhr vormittags wird von Koblenz aus die
nach Wiesbaden angetreten. Um 10 Uhr iſt
Beſichtigung des Kurhauſes, um 12,30 Uhr findet
gregrüßung durch den Vertreter der Stadt und
zaran anſchließendes Mittageſſen auf Einladung
estadt im Kurhauſe ſtatt. Auf 2,30 Uhr iſt die
ſtrfahrt nach Mainz angeſetzt. In Mainz wird
Uhr der Dom, das alte kurfürſtliche Schloß,
Roſengarten und die Stadt beſichtigt. Um 8 Uhr
n. der Stadthalle Begrüßung mit anſchließendem
ſiemriſchen Abend” (Abendeſſen) auf Einladung
gtadt Mainz. Am 8. Oktober ſchließt die
Ta=
a mit einer Rheinfahrt nach Koblenz, die mit
ſagerdampfer der „Köln=Düſſeldorfer=
Dampfſchif=
ſt unternommen wird. — Jazzband im
irwarten, das iſt bisher noch nicht geboten
ſdmn. Das, bei ſchönſtem Wetter ſehr zahlreich
beinde, Publikum zeigte ſich mit der Gabe
un=
rrührigen Kurverwaltung höchſt einverſtanden.
warde ſtarker Beifall geſpendet und einige
Num=
harmußten da capo geſpielt werden. Von 4—6
wnzertierte am Dienstag die Kapelle Bernard
Die von der Frankfurter Ausſtellung • „Muſik
Aben der Völker” herübergekommen war, bei
Blrndem Sonnenſchein im Kurgarten und abends
noßen Saale beim Geſellſchaftsabend und zum
z. An gedeckten Tiſchchen ſaßen im dichtge=
Saale — nur in der Mitte war Raum für
Z—z freigelaſſen — Fremde und Einheimiſche
haldigten der Terpſichore und dem Bacchus. Die
etige Kapelle, ſetzt ſich unter der Leitung B.
z. der mit wehendem Blondkopf die Primgeige
be*, aus 3 Geigen, 1 Cello, 1 Klavier, 3
Trom=
h:2 Poſaunen, 1 Bombardon mit ſtark erwei=
Schallöffnung, 3 Saxophonen, 2 Banjos und
hagzeug zuſammen. Außerdem ſingt ein
Mit=
rrchs Megaphon meiſt engliſche Jazzſchlager.
rur Laute wird geſungen, ſogar der „kleine
ſer”, der auf den Himalaya klettert, wurde —
y deutſcher Sprache — als neueſter Schlager
e. Und was die Hauptſache iſt, das Zu=
Uknenſpiel iſt tadellos und die tonale Wirkung
ſtass ſympathiſch.
Das bremſende Streckenſignal.
er lin. Die Reichsbahnverwaltung iſt be=
M, Die Vorkehrungen zur Sicherheit des
Zug=
uſias auch durch ſelbſttätige Einrichtungen, die
MA eberfahren von Halteſignalen in Kraft treten
it su verſtärken. Solche Vorrichtungen werden
utel techniſch zugbeeinfluſſende Einrichtungen
ge=
n. Die ſeit langem vorbereiteten
Sicherheits=
omen wurden Mittwoch vormittag in einer
Mfahrt auf der Linie Berlin—Dresden einem
m. Kreiſe gezeigt. Es handelte ſich um die
Vor=
w. der ſelbſttätigen Bremseinrichtung, die unter
hamen Indulor techniſch ausprobiert wird.
r285 Meter hinter dem Vorſignal iſt ein
camagnet vorgeſehen, der, falls der
Lokomotiv=
tr Sas Signal nicht beachtet haben ſollte,
ent=
ſi ſewen auf einen Lokomotivmagneten und
da=
ſiru, die Luftdruckbremſe einwirkt und den Zug
K lten bringt. Die Beachtung des Vorſignals
hen Führer wird durch Betätigung eines
ankeitshebels im Führerſtand angezeigt, der
dm Fall zu ſtellen iſt. Die Verſuche hatten
Ue 90—100 Klm. Geſchwindigkeit beſten Erfolg.
erxe Einführung der Neuerung iſt für den
he=Eſt zu erwarten.
Ein Erbſchaftsſchwindler verurteilt.
Unchen. Vom Strafgericht München wurde
Maſ chinenſchloſſer Ludwig Wittemer aus Alchs=
Win der Pfalz zu drei Jahren Gefängnis unter
Nmang der Unterſuchungshaft und zu fünf
M Ehrenrechtsverluſt verurteilt, weil er unter
eislung einer amerikaniſchen Erbſchaft Mün=
Geſchäftsleute in 16 Fällen im ganzen um
Mark betrogen hat. Die mitangeklagte Ehe=
Pyurde freigeſprochen. Wittemer, der wegen
Eye- und Diebſtahles vorbeſtraft iſt, und der
eine Gefängnisſtrafe wegen Verkehres mit dem
echalten hat, galt in der Pfalz als
Separa=
ürer und war deshalb von dort entfernt
Nart zurückgelieferte Kunſtgegenſtände.
em. Wie aus dem Rathaus mitgeteilt wird,
hen im Jahre 1914 von der Städtiſchen
Aus=
an Lyon entliehenen Kunſtgegenſtänden
bis=
r ein geringer Bruchteil zurückgeſtellt worden.
M alle fünf Plaſtiken zurückgeliefert wurden,
den neun entliehenen größeren Gemälden
* und von den 44 kleineren nur 14
zurück=
norden. Die Gemeinde Wien bemüht ſich, die
ehſeenden entlehnten Objekte wieder in ihren
Fzu bekommen.
Zugzuſammenſtoß in Belgien.
S. Habas berichtet aus Brüſſel, daß am
A. früh um 8 Uhr auf dem Bahnhof Ottignies
Brüſſel—Arlons mit einem anderen Zug
engeſtoßen iſt. 28 Reiſende wurden durch
liter leicht verletzt. Der Schaden ſoll
be=
otſein.
Von den Kanalſchwimmern.
aris. Nach einer Meldung aus Boulogne
D: beiden Kanalſchwimmerinnen Harding und
chren Verſuch nach 7½ bzw 4½ Stunden
muſſen. Von der Engländerin Hawkes, dem
D: Doria und dem Deutſchen Dr. Schiff, die
Stag früh gleichfalls ſtarteten, liegen keine
Dn vor, ſeitdem ſie um 3 Uhr früh außer
er Küſte gerieten.
Vermißter Dampfer.
Andon. Nach einer Meldung aus Athen
Dampfer mit 45 engliſchen Paſſagieren
ſüd=
lanſel Aegina vermißt. Man befürchtet, daß
ier mit ſämtlichen Paſſagieren geſunken iſt.
Flugzeugzuſammenſtoß.
aris. Bei Petit Clamart ſtießen in ge=
Donnerstag, den 1. Geptember 1927
Geite 11
Nohe zwei Militärflugzeuge zuſammen. Das
Si hte ab, fing Feuer und ſein Pilot wurde
ia berbrannt. Dem anderen Apparat ge=
Trotzdem bei dem Zuſammenſtoß eine
Trag=
eEchädigt worden war, zu landen.
König Guſtav von Schweden in Deutſchland.
Oben: Die Weltflieger Schlee und Brock ſind nach ihrem 23=Stunden=Flug von Detroit über
den Ozean nach London auf dem Croydoner Flugplatz mit herzlichem Händedruck begrüßt worden.
Unten: Kaum ausgeſchlafen, nach München geſtartet, konnten die Piloten ein großes Maß
Münchener auf dem Flugplatz an der Jſar trinken. In Konſtantinopel erwartet ſie ein Glas Sorbet.
Die Streckenkarte des
Weltfluges
zeigt den Weg, den die beiden Weltflieger
Schlee und Brock von Detroit über London,
München, Konſtantinopel, Kleinaſien,
In=
dien, Japan und über den Stillen Ozean
nach Amerika beabſichtigen. Der Anfang iſt
prachtvoll gelungen.
Waldbrand.
EP. Mailand. Durch das Wegwerfen einer
brennenden Zigarrenſtummels iſt der Wald von
Ca=
tafo in der Provinz Padua in einer Länge von
6 Kilometern in Brand geſteckt worden, obwohl 300
Perſonen ſich um die Eindämmung des Feuers
be=
mühten. Infolge der ſeit drei Monaten herrſchenden
großen Trockenheit greift das Feuer raſch um ſich,
doch laufen die Forſthäuſer und das hiſtoriſche Schloß
von Catajo keine Gefahr.
Im Pinienwald von Ravenna iſt bei Claſſe ein
neuer Brand ausgebrochen, der drei Hektar des
Waldbeſtandes zerſtörte. Es ſind bis jetzt 20 Hektar
des bekannten Pinienwaldes von Ravenna vernichtet
worden.
Erlebniſſe deutſcher Faltbootfahrer.
EP. Paris. Die beiden Deutſchen Heinze und
Lieber, die feſtgenommen worden waren, weil ſie
mit einem Faltboot an der marokkaniſchen Küſte
landeten, wurden nach Marſeille gebracht, obwohl
ihre Päſſe in Ordnung waren. Sie werden bis
zum Abſchluß der ſchwebenden Unterſuchung unter
Polizeiaufſicht geſtellt.
Exploſionen in einem italieniſchen
Munitionslager.
EP. Mailand. In einem großen
Munitions=
lager von Pontenure bei Piacenza hat ein Brand
zahlreiche Exploſionen hervorgerufen. Ein
Unter=
offizier wurde ſchwer verletzt; vier Soldaten und
zwei Arbeiter erlitten leichtere Verletzungen. Alle
Fenſterſcheiben von Pontenure und teilweiſe von
Piacenza wurden eingedrückt. Die Bevölkerung
flüchtete. Der Verkehr auf den Eiſenbahnen von
Pontenure nach Parma mußte längere Zeit
ein=
geſtellt werden. Zahlreiche Baracken wurden
ein=
geäſchert.
Benzin=Exploſion.
EP. Syrakus. An Bord eines genueſiſchen
Frachtdampfers entſtand im Hafen von Auguſta eine
Exploſion in der Benzinladung, wodurch das Schiff
in Brand geriet. Der brennende Dampfer wurde
aus dem Hafen abgeſchleppt und auf eine Sandbank
aufgeſetzt. Das Schiff iſt ſamt ſeiner Ladung
ver=
loren, da es nicht gelang, das Feuer zu löſchen.
Ein Matroſe wurde ſchwer verletzt.
Der König von Schweden
weilt zurzeit in Deutſchland und hat den Rennen in Baden=Baden beigewohnt. Unſer Bild zeigt
den König Guſtav von Schweden inmitten ſeiner Geſellſchaft.
Die Bezwinger des Atlantic in Europa.
Empfang der Weltflieger nach der Landung in Croydon und München.
Startbereitſchaft in Oeſſau?
TU. Deſſau, 31. Aug. Soeben, um 4,55
Uhr nachmittags wird die „Bremen” nach der
Startbahn gefahren. Ein Laſtwagen mit
Be=
triebsſtoff fuhr dem Flugzeug voraus, das auf
den Startplatz vollgetankt werden ſoll. Das
dürfte der ſicherſte Beweis für den kurz
bevor=
ſtehenden Abflug ſein. Wie zuverläſſig verlautet,
wird die „Europa” den Amerikaflug nicht
mit=
machen. Die Beſatzung der „Bremen” beſteht
aus den Piloten Looſe und Köhl ſowie
Baron von Hünefeld.
Die Weiterlage auf dem Ozean.
Hamburg. Nach einer Mitteilung der
Deut=
ſchen Seewarte über die Wetterverhältniſſe auf dem
Atlantiſchen Ozean liegt das Tiefdruckgebiet noch
un=
verändert zwiſchen Grönland und Irland und
er=
ſtreckt einen Ausläufer ſüdweſtlich bis zum 45.
Brei=
tengrad. Es herrſcht auf ſeiner Oſtſeite lebhafter
Südweſtwind mit einer Geſchwindigkeit von 25 bis
40 Klm. die Stunde, während auf ſeiner Rückſeite
ſtarke nordweſtliche böige Winde mit
Geſchwindig=
keiten von 50 bis 60 Klm. in der Stunde herrſchen.
Ein weiteres Tiefdruckgebiet befindet ſich auf der
Weſtſeite von Grönland, ſo daß noch nicht mit dem
Abfluß des Tiefdrucks gerechnet werden kann. Auf
dem weſtlichen Teile des Atlantiſchen Ozeans
be=
findet ſich eine Hochdruckgebiet, das langſam nach
Oſten vorrückt. Sein Kern liegt jetzt auf 43 Grad
nördlicher Breite und 45 Grad weſtlicher Länge. An
der amerikaniſchen Küſte herrſchen an der Nordſeite
dieſes Hochdruckgebietes friſche Südweſtwinde. Ueber
dem amerikaniſchen Kontinent liegen verſchiedene
neue Tiefdruckausläufer, ſo daß auch dort mit
ſchlechtem Wetter zu rechnen iſt. Infolge des ſtarken
Gegenwindes, der ſich faſt auf der ganzen Strecke
Europa—Amerika findet, dürfte ein Flugzeugſtart
noch nicht möglich ſein.
Der neue Bordfunker Kvenneckes.
Köln. Anſtelle des zurückgetretenen Bordfunkers
Koenneckes, Wall, iſt der Obertelegraphenſekretär vom
Telegraphenamt Koblenz, Johannes, als Bordfunker
gewählt worden. Johannes iſt bereits auf dem
Wege nach Köln.
Die Pläne Levines.
EP. London. Levine ſoll ſchon mehr als 50
Angebote engliſcher Flieger erhalten haben, die ihn
an Bord der „Columbia” nach Amerika begleiten
wollen. Er hat Dienstag nachmittag den Flieger
Inſeliffe zu ſeinem Piloten erwählt, der als
Zivil=
flieger bereits die Stundenzahl eines Jahres in der
Luft verbracht hat. — Die „Columbia” wird
augen=
blicklich von dem Mechaniker einer genauen Prüfung
unterzogen. — Das Luftſchiffahrtsminiſterium hat
Befehl gegeben, daß Levine nicht allein mit ſeinem
Flugzeug aufſteigen darf, da er kein Pilotenzeugnis
beſitzt. — Lepine hat erklärt, daß er in Paris wie
ein Gefangener gehalten wurde. Er ſei überzeugt,
daß Drouhin gar nicht die Abſicht hatte, zu ſtarten,
und er wolle deshalb lieber mit einem engliſchen
oder amerikaniſchen Flieger den Ozeanflug
unter=
nehmen.
Die Weltflieger in Belgrad.
EP. Belgrad. Die beiden amerikaniſchen
Weltflieger Schlee und Brock ſind auf ihrem
Welt=
vundflug Dienstag mittag 12,30 Uhr mit ihrem
Flugzeug „Pride of Detroit” auf dem Flugplatz von
Semlin gelandet. Sie verbringen die kommende
Nacht in Belgrad und wollen morgen früh 4,30 Uhr
zum Weiterflug nach Konſtantinopel ſtarten.
Weiterflug der Weltflieger nach Konſtantinopel.
EP. Belgrad. Die amerikaniſchen Flieger
Schlee und Brock, die Dienstag nachmittag in
Bel=
grad eingetroffen ſind, ſtarteten Mittwoch früh 5,30
Uhr mit ihrem Flugzeug „Stolz von Detroit” zum
Flug nach Konſtantinopel. Zum Start hatten ſich
mehrere jugoſlawiſche Fliegeroffiziere eingefunden.
Drei jugoſlawiſche Flieger haben die Amerikaner
ein Stück begleitet; eine amtliche Verabſchiedung
er=
folgte nicht.
Start zum Flug England-Kanada.
EP. London. Die Flieger Hamilton und
Min=
chin ſtiegen in Begleitung der Prinzeſſin Löwenſtein=
Wertheim Mittwoch früh um 7.15 Uhr überraſchend
vom Flugplatz Upavon zum Fluge nach Kanada auf.
Der katholiſche Biſchof von Cardiff erteilte den
Fliegern vor der Fahrt ſeinen Segen, den die
Prin=
zeſſin kniend entgegennahm. Der Start geſtaltete ſich
ſehr ſchwierig wegen der ſchweren Belaſtung des
Flugzeuges.
„St. Raphael” über dem Ozean.
TU. Berlin. Wie gemeldet wird, iſt „St.
Raphael”, das am Mittwoch morgen in Upavon zum
Flug nach Ottawa geſtartet iſt, kurz nach zehn Uhr
vormittags in Wexford in Irland mit großer
Ge=
ſchwindigkeit weſtwärts fliegend geſichtet worden. Es
iſt daher anzunehmen, daß das Flugzeug ſich bereits
über dem Ozean befindet.
Das vermißte jugoſlawiſche Flugzeug
gefunden.
Innsbruck. Wie die „Neueſte Zeitung”
mel=
det, wurde das ſeit Samstag vermißte jugoſlawiſche
Flugzeug, das an dem Dübendorfer Flug
teilgenom=
men hatte, Dienstag nachmittag nach langen
Nach=
forſchungen unterhalb der Iſabelle=Spitze an einem
Gletſcher nächſt der Reutlingerhütte aufgefunden.
Das Flugzeug war total zertrümmert. Es ſcheint
an den Gletſcher angeflogen und bei dem Anprall
beſchädigt worden zu ſein. Neben dem Flugzeug lag
der Pilot, ein jugoſlawiſcher Oberleutnant, mit
mehreren Schenkelbrüchen; beide Füße hatte er
ver=
loren. Etwas abſeits lag der Kommandant des
Fliegergeſchwaders, Oberſt Petrowitſch, tot, aber
ohne Verletzungen. Er hatte anſcheinend Hilfe ſuchen
wollen, war aber in dem Unwetter ſchließlich
zu=
ſammengebrochen und iſt dann erfroren. Der
töd=
liche Abſturz ereignete ſich weſtlich des Arlbergs.
Man nimmt an, daß das Flugzeug in ein
Schnee=
treiben geriet und infolgedeſſen an die Gletſcherwand
anſtieß.
Seite 12
Donnerstag, den 1. September 1927
Nummer 2"4
Die Lage der Deutſchen in China.
Der Deutſche nimmt in dem heutigen China eine
Sonder=
ſtellung ein. Der Krieg und der Verſailler Vertrag beraubte ihn
ſeiner Vorrechte, er verlor ſeine Niederlaſſungen und wurde
unter chineſiſche Gerichtsbarkeit geſtellt.
Als die „antiforeign” Bewegung in China immer ſtärker
wurde, begegneten wir in Klöſtern und auf dem Lande oft der
Frage nach unſerer Abſtammung. Nannten wir unſere „
Natio=
nalität, ſo wurden wir mit großer Freundlichkeit zum Sitzen
und zum Tee eingeladen, denn der Chineſe iſt ſehr gaſtfreundlich.
Als die Unruhen begannen, ermahnte man uns, unſere
Fahnen zu hiſſen. Beim Chineſen gelten nur die ſchwarz=
weiß=
roten Farben, die kennt er. Später mußten wir auch
ſchwarz=
weiß=rote, vom Konſulat geſtempelte, mit chineſiſchen
Schrift=
zeichen bemalte Armbinden haben, die wir an ſehr kritiſchen
Tagen trugen; aber ſonſt in der Taſche in Bereitſchaft hatten
und noch haben.
Zweimal hat mich die Armbinde in ſehr ungemütlichen
Mo=
menten beſchützt. Es war bei den Unruhen in der japaniſchen
Niederlaſſung. Ich kam ahnungslos von einem Beſuch von
außerhalb der Stadt, als ich das Scharfſchießen hörte und auch
gleich darauf von Chineſen gewarnt wurde, weiterzugehen. Ich
war aber gezwungen, auf meinem Heimwege die Zugangsſtraßen
zu der japaniſchen Niederlaſſung zu durchqueren. Ein blutig
geſchoſſener Kuli wurde auf einer Bahre vorbeigetragen, ſchon
erſcholl der Ruf: Fremder! Schlagt! Da ſahem einige die
Arm=
binde, grinſten, zeigten drauf und ſagten: Deutſch! Zwei
Straßen weiter demolierte und ſteckte der Mob japaniſchen, in
der früheren deutſchen Niederlaſſung gelegenen Beſitz an, ich
mußte vorüber und hatte wieder dasſelbe Erlebnis. Einige
Monate früher wurde ein Deutſcher, der ahnungslos mit ſeinem
Motorrad in die plötzlich ausgebrochenen Unruhen in der
frühe=
ren britiſchen Niederlaſſung fuhr, von Meſſer tragenden Kulis
üibel zugerichtet. Es half ihm nichts, daß er gut Chineſiſch ſprach
und ſein Deutſchtum beteuerte. Die Wogen gingen an dieſem
Tage zu hoch; er hatte auch noch kein äußeres Abzeichen.
Jetzt ſind im Innern ſehr ernſte Ueberfälle auf einſam
woh=
nende Deutſche vorgekommen. Dieſe müſſen aber auf Rechnung
des immer mehr überhand nehmenden Räuberunweſens in dem
heute ſo verworrenen China gebucht werden. Sie galten den
Beſitzenden. Das eine Mal haben ſie anſcheinend die Kinder
für ſpätere Erpreſſungsverſuche rauben wollen. Der in den
ab=
gelegten europäiſchen Kleidern ſteckende Sohn des chineſiſchen
Kochs wurde verſchleppt.
So lange die Regierung die Lage beherrſcht, wird der
Deutſche in den Städten Schutz für ſein Leben genießen. Aber
von den Schwierigkeiten, mit denen der deutſche Geſchäftsmann
ſich täglich quälen muß, kann man ſich in Europa und Amerika
keine Vorſtellung machen. Durch den Krieg, die
Militärtrans=
porte uſw. oder durch techniſche Schwierigkeiten fahren die
Eiſen=
bahnen plötzlich nicht mehr. Die Ware, im Innern lagernd, iſt
aber ſchon verkauft, oft auch ſchon teilweiſe bezahlt: aber, wie
ſie nun zum Abladeplatz bekommen? Hie und da hilft wohl eine
tüchtige Geldſumme, in die richtige Taſche geſchoben, nur erlaubt
der Verdienſt dieſe Unternehmungen kaum. Iſt die Ware nun
wirklich in den Lagerhäuſern und ſoll bearbeitet werden, dann
ſtreiken die Kulis, die jetzt in einem boſchewiſtiſchen Taumel
leben. Oder es iſt irgend eine Begebenheit von der
Arbeiter=
verbindung herausgefunden worden, die gefeiert werden muß.
Heute machen natürlich nur, oft allerdings auch nur gezwungen, die
feſtangeſtellten Arbeiter mit. Soll die Ware zum Schiff getragen
werden — Wagen und Krähne bekämpfen die Tragekulis noch
immer erfolgreich —, ſo haben ſich die Kulis einen phantaſtiſchen
Lohn ausgedacht und es gibt wieder ſtundenlange
Verhand=
lungen. Dann iſt die Schiffahrt unterbrochen, der angeſagte
Flußdampfer bekommt in Schanghai keinen Flußpaß. Dann
iſt Streik bei den Schiffahrtslinien und Beſchießung der
Dampfer. Den oft unterbrochenen und ſehr ſtark verzögerten
Telegrammverkehr nicht zu vergeſſen und die oft ſehr ſchlechten
Poſtverhältniſſe. Es gibt in Hankow keine Börſe, die Geſchäfte
werden durch Telegrammwechſel gemacht. Dazu iſt jetzt noch die
Inflation gekommen. Der Händler hat das Geſchäft in Hankow=
Geld abgemacht, es verliert an Wert, er liefert nicht, da bindet
ihn ſein Kontrakt nicht. Niemand hilft dem Europäer. So
könnte ich noch unzählige Schwierigkeiten aufzählen, von denen
der Deutſche in China heimgeſucht und durch welche die
Exiſtenz=
möglichkeit in Frage geſtellt wird. Das zwingt zum Nachdenken:
lohnt es ſich, in dem oft ſchlechten Klima, fern von der Heimat
ſein Leben zuzubringen?
Und doch berauſcht dieſes ungeheuer ausgedehnte, an
unge=
hobenen Schätzen ſo reiche Land auch wieder. Hoffentlich kommt
es bald aus den Wirren heraus und dann zur vollen Blüte!
Hankow, im Juli 1927.
A. H.
Was der deutſche Oſten
für unſere Kultur bedeutet.
Der Deutſche hat ſeine öſtliche Heimat erſt eigentlich im
Krieg entdeckt, in dem viele aus dem Weſten und aus der Mitte
Deutſchlands nach jenen Vorpoſten deutſcher Kultur kamen, von
denen ſie vorher nur dem Namen nach gehört hatten. Die
Ab=
trennung des Oſtens vom Reich, die Zeit der Abſtimmung, die
zu einem wundervollen Zuſammenſchluß aller Deutſchen führte
und die Namen der abgetrennten Provinzen Oſt= und
Weſt=
preußen, der neugebildeten Freiſtaaten Danzig und Memel in
aller Munde brachte, haben dieſe Beziehung zum deutſchen Oſten
inniger geſtaltet, und ganz allmählich wird auch die hohe
Be=
deutung dieſer früher ein wenig verächtlich behandelten Kultur
für unſer ganzes geiſtiges Leben erkannt. Wie überraſchend war
z. B. die Feſtſtellung des Literarhiſtorikers Nadler, daß die ganze
romantiſche Bewegung im weſentlichen vom Oſten her geſchaffen
worden iſt! Auch unſere heutigen Dichter fühlen die Kräfte, die
in dieſen Grenzgebieten ruhen und unſer Geiſtesleben ſo
frucht=
bar beeinfluſſen können. Das zeigen die bedeutſamen Stimmen,
die Carl Lange in einem Aufſatz „Deutſcher Geiſt im Oſten” in
der von Eugen Diederichs herausgegebenen Monatsſchrift „Die
Tat” mitteilt. Die im Oſten geborenen Dichter haben zwar meiſt
ihrer Heimat den Rücken gekehrt, aber ihre Sehnſucht trägt ſie
immer wieder dahin zurück, und ſie ſchöpfen aus dieſem
Mutter=
boden das Beſte ihrer Kunſt; ſo iſt es z. B. bei Sudermann, bei
Max Halbe, auch bei Paul Enderling, dem Danziger, der
der beſte Künder der Schönheit ſeiner Vaterſtadt geworden iſt.
Als Enderling kürzlich die Heimat und andere Oſtſtädte zu
Vor=
leſungen aufſuchte, da hat er dieſem Gefühl der Verbundenheit
mit der Heimat in einem ſchönen Bekenntnis Ausdruck gegeben,
das mit den Worten ſchließt: „Alle Wege kehren zu Dir zurück.”
Ebenſo haben die oſtdeutſchen Maler und Zeichner — man denke
nur an Corinth und Käthe Kollwitz — das innerlichſte Weſen
ihrer Kuunſt aus der Heimat mitgebracht, und das Gleiche gilt von
einem ſo genialen Schauſpieler wie Paul Wegener, der ſich ſelbſt
ſtets als Oſtpreuße fühlt. Aber auch Dichter, die aus dem Süden
und Weſten unſeres Landes bommen, empfinden zu ihrer größten
Ueberraſchung, wie viel ihnen dieſer ſo lange unbekannt
geblie=
bene Teil der Heimat gibt.
So ſchreibt der rheiniſche Dichter Joſef Ponten mach
einer Vorleſungsreiſe in Oſtpreußen: „Wir Weſtländer, ich aus
dem linksrheiniſchen Kulturlande mit ſeinen ſtolzen,
bruchſteiner=
nen Bqernhäuſern ſtamend, haben im Oſten gegen eine
Be=
klemng zu atmen welche aus der Herbe dieſes Klimas und
einer gewwiſſen trockenen, aber ſchönen Sachlichkeit ſtammt, wie
ſie Kolonialländern eigentümlich iſt. Aber es wäre für meine
weſtlichen Landsleute gut ſie reiſten weniger nach Italien und
mehr nach Oſtpreußen. Es wäre auch für dieſe Preußen gut,
denn ſie würden dadurch unſere, der Weſt= und Süddeutſchen
leichtere und frohere Art, das leidige Leben vor ſich zu bringen,
kennen und vielleicht ein wenig mehr ſchätzen lernen ." Noch
ſtärker iſt die Liebe zum Oſten, die bei Walter von Molo
anklingt. Ueber das, was der Oſten meinem Werk gab,” ſagt
er: „Daß mich der Oſten während der Arbeit an meiner Trilogie
„Der Roman meines Volkes” anregte, iſt begreiflich, kam doch
aus dem Oſten damals zurzeit der Befreiungskriege das
Auf=
bäumen, begamn doch die Woge von dort aus nach dem Weſten
zu vollen. Gewiß iſt hiſtoriſche Dichtung, wenn ſie eben Dichtung
iſt, immer Geſtalrung des allgemein Menſchlichen. Aber über die
eigentliche Gabe des Oſtens meinem Werk gegenüber bin ich mir
doch erſt ſo richtig klar geworden, ſeitdem ich die Hiſtorie verließ.
Das ewig Gültige, das Kosmiſche, wie es mich vor allem in den
„Fugen des Seins” und in meiner neueren, noch nicht
geſammel=
ten Lyrik erfaßt hat, lebt für mich im Oſten am ſtärkſten in
Deutſchland. Es iſt nicht allein das Meer, es ſind nicht Seen,
es iſt wohl das ganze, ebene Land, das wir zum Symbol des
menſchlichen Lebens wurde: aus Erde ſtamen wir, zu Erde
werden wir. Im Oſten hörte ich das mahnende Donnern der
Seen an die Fläche der Erde ſchlagen, zornig, nicht „ohnmächtig”
wie es der Stumpfe nennt, der Oſten zeigte mir, daß Gott will,
daß wir unſere Pflicht gegen ihn erfüllen, im Oſten ſah ich über
dem Land die Geſtirne in magiſcher Pracht leuchten: Mahnfackeln
Gottes, und der Wind brqſte ſtürmiſcher als anderswo über
das Land Die oſtpreußiſche Landſchaft mußte Kant gebären,
ſie ſchafft Menſchen, die zu Kompromiſſen, zum Verrat an der
Ewigkeit in uns weniger zu haben ſind als andere in
Deutſch=
land. Dieſe Erkenntnis und dieſes Erleben dankt mein Werk
dem Oſten. Es muß ſich zeigen, ob im deutſchen Menſchen noch
ein Oſten iſt, in dem die Sonne aufgeht . . . Ich danke dem
Oſten neue Kraft, Lebensfreude und ein Werk, das bald zum
ganzen Deusſchiand ſprechen wird — ſch grüße dich. Oſten, dich
altes Kulturland, das nie Kultur mit Ziviliſation
verwonch=
im Oſten lebt noch Friedrichs Geiſt.” Frank Thieß, der Fntf
mit dem Unterſchied zwiſchen dem öſtlichen und dem weutmm
Menſchen beſchäftigt hat, glaubt, daß eine Befruchtung die seß,
i=
den deutſchen Stämme wünſchenswert ſei: „Es gilt fürn mm
Stammesangehörigen, die Gegenſätze ſeines Weſens zu ön
Nicht ſich verwandeln in den andern, ſondern ſich ihm anzß. umm
ſuchen. Nicht die Wurzeln aus der eigenen Erde löſen urim
mit den Wipfeln nach anderen Regionen ſtreben. Es grus 3
ſlawiſche Gefühlselement mit der weſtlichen Politur ellſp=
Haltung zu vereinigen. Oder umgekehrt: dem ſchlanken Tre;
dialektiſchen Verſtandes die Fundamente öſtlichen Empfirnvg
reichtums zu geben. Wäre dies möglich? Vielleicht. mrm
würde das geſpaltene, ja tragiſche Antlitz des Deutſchen ſp= zu
ſtarker Einheit ſchließen.”
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 1. September. 11.55: Uebertr. des Glockeeſß
aus dem Darmſtädter Schloß. O 13.30: Uebertr. von
Konzert der Kaſſeler Hauskapelle. 16.30: Operettenmuſik.
bietungen. O 17.45: Leſeſtunde. Aus den vergleichenden 9h
beſchreibungen des Plutarch: Alexander, Julius Caeſar. o
Uebertr. von Kaſſel: Poſtinſp. Heerdt: Das Auftreten aft
Spannungen in Funkempfangsanlagen. o 19.15: Stenogr. ſ
bildungskurs. O 20.15: Alte Muſik. 8 Darbietungen. o
Harfen=Konzert. Bantock: Peibroch, a. Highland=lament. Haurd
hebräiſche Melodie. — Roger=Ducaſſe: Barcarole. — Vier
Stücke von Bach, Cretien, Soullage, Tedeſchi. — Tedeſchi
für Violine, Cello und Harfe. Ausf.: Roſe Stein (Harfe
zertm. Caſpar (Violine), R. Hindemith (Cello). — Anſchl.: Zün
von Kaſſel: Heitere Schallplatten.
Stuttgart.
Donnerstag, 1. September. 12.30: Schallplattenkonzert.
Hauswirtſchaftliche Frauenſtunde. O 16.15: Konzert. 12 Dic
6 18.15: Stuttgart: A. Perſyn: Milch= und Molkereiprodiatn
Wandel der Zeiten. — Freiburg: Günther Franzke lieſt a
Werken. O 18.45: Stuttgart und Freiburg: Aerzte=Vortra.)
Aderlaß, ein wieder aktuelles Heilmittel. o 19.15: Sch-h
O 19.45: Bäderſtunde. O 20.15: Tänze und Märſche. Philh
Mendelsſohn: Kriegsmarſch der Prieſter aus Athalia. —
teufel: Eſtudiantina. — Urbach: Zwei ſchwäb, Tänze. —
Walzer aus Zigeunerliebe. — Holzmann: Feuert los. —
Pierrot=Marſch. — Lanner: Die Werber, — Strauß; Fran=
— Lehar: Gold und Silber. — Holzmann: Treue Freurn”
Anſchl.: Dichter und Denker. „Friedrich von Logau”.
Hildegard von Zedtwitz, E. Stockinger, P. Enderling, Ru
orch. Einf. Vortr, von P. Enderling.
Berlin.
Donnerstag, 1. September. 16.30: Dr. Zehden: Blaue
blonde Haare, rote Lippen. o 17: „Wer zuletzt lacht.
von Emmy von Egidy, gel. von der Verfaſſerin. o 17.30: ½
Mitw.: Tony Jaeckel (Lieder zur Laute), Prof. Weiß (5
Schmid=Kayſer: An die Spröde. — Summer: Am Brunm
Pfiſter: Die goldene Wiege. — Dohnanyi: Rhapſodie Nr. Iſ
2. — Das Geheimnis. — Ruch: Der ſonderbare Vogel. Der(
— Dohnanyt: Rhapſodie Nr. 3 und 4. — Jvon: Soncrelt
Engliſch Horn und Klavier f=moll. o 18.40: Dir. Pforn ſie
Berliner Straßenbahn. o 19.05: M. Weyland: Arbeitsnahs
weſen — Arbeitsloſigkeit. O 19.30: Dr. Ing. Harbich: Turße=
Neuheiten auf der Großen Deutſchen Funkausſtellung 1927, 075
„Elias”, Oratorium nach Worten des Alten Teſtamentes vo
Mendelsſohn=Bartholdy. Dir.: Prof. Rüdel. o 22.30: Taumk.
Stettin. 20.30: Im Volkston. Mitw.: Grete Bcymn
(Mezzoſopran), H. Bruſt (Tenor). Der Märkiſche. Walz=AAnc,
Gimpel. — Summer: Ueber die Berge. Auf ſonnigen Wesm
Licht: Alle Birken grünen. — Da drunten im Tale. — Rcr”
Holderblüt”. — Fingerſchottiſch, aus der Nordheide. —
däniſch. — Dieckelmann: Kirmestanz. — Clewing: Alle T
kein Sonntag. — Meyer=Steineg: Nun grüße dich Gott;
Minne. — Hellſtröm: Fiſcherwalzer. — Schmeling: Aus de
alten Zeit. — Wohlder Markttanz. — Schmeling: Reigem Pl
der Dorflinde. — Richnau: Liebeslied. — Weiße Wolwri
Himmel „Volkslied. — Meyer=Steineg: Reigen. — Das e
Jüngferlein. — Wo a klein’s Hüttle ſteht. Süddeutſch. —
bayriſcher Ländler, — Kegelquadrille (aus Pommern). —
einmal bringt des Jahres Lauf. — Ein Spielmann rſt
Franken kommen (aus Heſſen). — Es geht ein Liedchen m:
— Sonne und Regen (aus dem Lipländiſchen). — Mädel kämrſch
(alter Kinderreigen). — Mädel waſch dich. — Hops=Kontm !s
Vierlanden).
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 1. September. 14.30
Lüderitz=Ramelow: Die verſchiedenen Berufe und ihre Ernufg/
O 15: Normungsfragen im Haushalt. O 15.40: Kochanwall?
und Speiſefolgen. O 16: Stud.=Dir. Georges: Aus der
philologiſchen Zeitſchriftenliteratur. o 17: Stud.=Rat Ste m:
Das Deutſchtum in Mexiko. o 17.30: Konzert aus
18.30: Spaniſch für Fortg. 0 18.55: Prof. Behm: Das en
Kunſtlied: Brahms. O 19.20: Stud.=Dir. Marquis: T
ziehungsfragen der landwirtſchaftlichen Schulen. e 20:
Berlin. Mendelsſohn=Bartholdy: „Elias”, o 22.30: Ta A
m
hen ge
Fem
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166
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September
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schuh-Fabriken in Erturt, haben
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[ ← ][ ][ → ]ſuummer 242
Donnerstag, den 1. September 1927
Seite 13
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Seite 14
Donnerstag, den 1. September 1927
Nummer 24
SST
DT T
S
geht mein Ausverkauf wegen Umzug
nach Einstuladwigstrasse 7 zu Ende.
Bis dahin verkaufe ich noch: Stroh=,
Seiden=, Filz-, und Samt-Hüte
Au spottbilligen Preisen.
Grnst-Budwigstragsse 15.
(13469
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des Kaufmanns
Willy Uſchmann in Darmſtadt,
Pan=
kratiusſtraße 14, wohnhaft Waldſtr. 20,
wird heute, am 29. Auguſt 1927
vor=
mittags 9 Uhr, das Konkursverfahren
eröffnet, da derſelbe ſeine Zahlungen
ein=
geſtellt hat, auch Ueberſchuldung vorliegt.
Der Rechtsanwalt Langenbach in
Darmſtadt, Ernſt=Ludwigſtraße 19, wird
zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
26. Heptember 1927 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten oder die
Wahl eines anderen Verwalters ſowie
über die Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls über die
im 8 132 der Konkursordnung
bezeichne=
ten Gegenſtände, auf
Montag, den 26. September 1927,
vormittags 9 Uhr,
und zur Prüfung der angemeldeten
For=
derungen auf
Montag, den 17. Oktober 1927,
vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
Nr. 202, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
vder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig
ſind, wird aufgegeben, nichts an den
Gemeinſchuldner zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von den
Forderungen, für welche ſie aus der
Sache abgeſonderte Befriedigung in
An=
ſpruch nehmen, dem Konkursverwalter
bis zum 26. September 1927 Anzeige
zu machen.
(13459
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
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Darmſtadt, den 31. Aug. 1927.
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Darmſtadt, den 1. Sept. 1927.
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ermann
her imn durr
5u ortverein Darmſtadt 98 — Alemannia Worms.
se Einteilung der Verbandsſpiele iſt für den Sportverein 98 in
=sjährigen Vorrunde um deswillen merkwürdig, weil ſie ihm
im=
ſe nt nach zwei auswärtigen Spielen die Vergünſtigung eines Spiels
u enem Platze gewährt. In der Rückrunde gleicht ſich dieſer
Nach=
y m ſelbſt aus. Nach den Spielen in Höchſt am Main und Mainz
ſ lſo die Ligamannſchaft der Ber am kommenden Sonntag auf
e menen Gelände am Böllenfalltor. Gegner iſt Alemannia Worms,
9 annſchaft, welche in den bisherigen drei Verbandsſpielen gut
ab=
ſatten hat, und die einzige Mannſchaft der Heſſengruppe iſt, die
rein Spiel auf fremdem Boden (nämlich in Wiesbaden gegen
Ger=
g. gewinnen konnte.
—ade letzter Umſtand läßt erſehen, daß die Hauptſtärke der
Worm=
r Sinem unbeugſamen Kampfeseifer liegt. Die Mannſchaft verläßt
aiei hauptſächlich auf das große Können ihrer Hintermannſchaft,
ſerthin von dem für die Heſſengruppe maßgebendem Fachorgan,
z ſtärkſte Hintermannſchaft der Gruppe bezeichnet wurde, an der
ich. n manche Stürmerreihe großen Könnens vergebens um Erfolge
nlht hat. Im Sturm der Wormſer iſt Kienel, ein gefährlicher
yr ißer, die treibende Kraft.
Darmſtädter werden ſich ſelbſtverſtändlich bemühen, die Punkte
ienem Gelände ſich zu ſichern. Leicht wird dies auf keinen Fall
zrmal beide Verbindungsſtürmer (Ruppel 3 und Geher), und zwar
Mängere Zeit nicht zur Verfügung ſtehen. Es wird alſo manches
eBrechen koſten, um die ſtärkſtmöglichſte Aufſtellung
herauszubrin=
qurnal auch noch nicht feſtſteht, ob Laumann ſchon wieder mit von
M3wtie ſein kann. Ueber die genaue Mannſchaftsaufſtellung wird
ſie berichten ſein. Auf jeden Fall darf man von den Erſatzſpielern
e geſamten Mannſchaft erhöhten Eifer verlangen, nachdem in den
er Verbandsſpielen das Schickſal der Darmſtädter Mannſchaft ſchon
— mitgeſpielt hat. Und mit erhöhtem Eifer hat es bei den
Darm=
auf eigenem Gelände noch immer geklappt! Es gilt, den
An=
der Tabelle nicht zu verlieren!
Leichtathletik.
ernationales Abendſportfeſt in Düſſeldorf.
ten ſchlägt Scholz über 100 und 200 Meter. — Schlokat ſtellt
einen neuen deutſchen Speerwurf=Rekord auf.
g” internationale Abendſportfeſt des Düſſeldorfer S.C. 99 nahm
iSr ſchönen Verlauf. Von den Gemeldeten fehlten zwar van den
esolland, Klumberg=Eſtland, Diekmann=Hannover und Dober=
M ASln, aber die Beſetzung blieb auch ſo glänzend genug, um
ſpan=
hämpfe zu garantieren. Den 8000 Zuſchauern wurde denn auch
uinrer Sport geboten. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand der
t=Zweikampf zwiſchen Hubert Houben und dem Amerikaner
, Der 1924 Olympiaſieger wurde und am letztm Sonntag den
Ure Meiſter Körnig ſchlagen konnte. Diesmal wurde aber der
Mierier geſchlagen, und das ganz glatt. Ueber 100 Meter ſiegte
Nymit zwei Metern, über 200 Meter ſogar mit ſechs Metern
Vor=
ß. Ueberhaupt konnte von den Ausländern nur einer, der eng=
MA=ger London, im Hochſprung ſiegreich bleiben. Alle anderen
itz Fich den Deutſchen beugen. Eine ganz ausgezeichnete Leiſtung
üAlekat=Inſterburg, der den von Dr. Lüdecke=Berlin mit 62,14 Meter
ſſteyen deutſchen Rekord, im Speerwerfen auf 62,47 Meter
ver=
e. Molles und Hoffmeiſter kamen wieder an die 60 Meter. Es
ſalw im deutſchen Speerwerfen endlich einmal wieder Tag. Bei
it+ der Zeiten muß berückſichtigt werden, daß ſich die Bahn mit
ſalsu ſcharfen Kurven nicht in beſter Verfaſſung befand. — Die
omiffe:
Uies er: 1. Houben=Krefeld 10,8 Sek., 2. Scholz=U.S.A. 11 Sek.,
Salz=Krefeld, Handbreite zurück.
Mirer: 1. Houben=Krefeld 21,6 Sek., 2. Scholz=U. S.A. 22,2 Sek.,
Sodge=England 22,4 Sek.
icker: 1. Dr. Peltzer=Stettin 49,2 Sek., 2. Schmidt=Berlin 49,3
HA, 3. Otto=Duisburg 50,2 Sek.
irrr: 1. Böcher=Berlin 3:59,2 Min., 2. Boltze=Stettin 4:04 Min.,
WBalpert=Berlin 4:04,8 Min.
eirer: 1. Kohn=Berlin 15:06 Min., 2. Luokola=Finnland 15:09
När., 3. Petri=Hamburg 15:15,8 Min.
Aeter: 1. Preußen=Krefeld 42,2 Sek., 2 Polytechnie Harriers
obon 42,2 Sek., 3. Kölner S. C. 99 43 Sek.
eung: 1. London=England 1,85 Meter, 2. Köppke=Stettin 1,80
Mieer, 3. Eicke 1,75 Meter.
Nrmg: 1. Mölle=Köln 6,86 Meter, 2. Revans=England 6,78 Meter.
ehen: 1. Brechenmacher (Eintracht=Frankfurt) 14,34 Meter,
Torpo= Finnland 13,78 Meter, 3. Schröder=Dortmund 13,45
Zeer.
Yrrfen: 1. Hoffmeiſter=Hannover 43,77 Meter, 2. Torpo=Finn=
Nn. 41,15 Meter, 3. Heiberg=Eſſen 40 Meter.
Ehrfen: 1. Schlokat=Inſterburg 62,47 Meter (neuar deutſcher
Re=
uD, 2. Molles=Königsberg 59,41 Meter, 3. Hoffmeiſter=Hanno=
Nr59,05 Meter.
Bad Kreuznacher Autoweitbewerb.
Yerſte Automobilturnier von Bad=Kreuznach fand am Montag
Fſortfroh und bei ebenſo vorzüglichem Sommerwetter, wie es
en hatte, ſein Ende. Eine Fuchsjagd im Soon=Wald, zwiſchen
Runznach, Stromberg und Simmern, bildete den Abſchluß. Der
Rld, den auswärtige Turniergäſte bis dahin noch unbekamnt,
ce durch ſeine landſchaftliche Schönheit. Alle Waldwege, auch
u Autos geſperrte Straßen, waren zur Fuchsjagd freigegeben
Der Fuchs wurde nicht gefangen; Herr Guſtav Böcking aus
uznach war der Fuchs, dem außer ſeinem zuverläſſigen wendigen
Eugen noch ſeine vorzügliche Ortskenntnis in ſeinem Jagdge=
Omn Soonwald, zugute kam. Zwei Minuten nach Ablauf der
E erreichte Heinrich Schmidt (Neubrandenburg) auf ſeinem
essBenz=Wagen das Verſteck des Fuchſes — leider eben 2 Min.
Jach gemeinſamem Jagdimbiß in der Gräfenbacher Hütte fand
nfahrt nach Bad Kreuznach ſtatt. Es darf anerkannt werden,
Turnier organiſatoriſch, ſportlich und geſellſchaftlich zu drei=
RE. folg wurde.
Pferdeſport.
Rennen zu Karlshorſt.
hamergrün=Jagdrennen. 3000 Mk. 4000 Meter. 1. F. v. Bobel=
9 (Kohoutek); 2. Philiſter; 3. Roſenkönig. Ferner: Caeſar 2,
Daiſy 2. Tullius. Tot.: 55; Pl. 15, 13, 19:10. 1—3 Lg.
MDrEis von Stutgarten. 3000 Mk. 1200 Meter. 1. Abteilung:
ie mleins Anton (A. Ladendorff); 2. Roſenherzog; 3. Die Linde.
Saſtrana, Rottländer, Patron, Kaiſertag, Empfehlung. Tot.:
W IE, 17, 12:10. ½—5 Lg. — 2. Abteilug: 1. Florian Gehers
e: Stolz); 2. Proſigk; 3. Rubico. Ferner: Gladiator, Edler
Barabou, Seeſturm, Tirili. Tot.: 38; Pl. 10. 10, 11:10.
zuagen.
Welhorſter=Jagbrennen, 4500 Mk. 4000 Meter. 1. Heinz Stahls
De LLt. Viebig); 2. Pommer; 3. Niederwald. Ferner: Daim 2,
4—rd, Grille. Tot.: 62; Pk. 20, 54:10. 5—2½ Lg.
Droßer Karlshorſter=Hürden=Ausgleich. Ehrenpreis und 7000
e Meter. 1. Stall Weſthofs Adony (H. Bismark); 2. Panna;
* Ferner: Eleazar, Lobredner, Prince of Thule, Oktondi,
Lergbach Cheri, Rubel, Grand Mouſſeux, Prinz Chriſtian,
AImee, Sigtuma, Fliegender Fuchs, Panther. Tot.: 78: Pl. 24,
19—), Lg.
Aullſahrtspreis. Jagbrennen. 3500 Mk. 3000 Meter. 1. L.
Sperrmauk (W. Hauſer); 2. Gezireh; 3. Exuſu. Ferner: Ein=
Schensmut, Janizza, Irrmal, Schlehblüte. Tot.: 31; Pl. 17,
1—5 Lg.
orgleichssJagbrennen, Herrenreiten. 3000 Mk. 4000 Meter.
Felons Räuberhauptmann (Hr. Schnitzer); 2 Baladin; 3.
Mär=
wns Ferner: Mandarine, Tot.: 14. Pl. 12, 19:10. 1 Lg.—Weile.
Sewandenburger EürdenRennen. 3000 Mk. 300 Meter, 1. 5.
2 Großfürſtin (L. Götz);, 2. Sepp; 3. Rivalin. Ferner: Ofter=
Aerden, Schwälbchen, Malkaſten. Tot.: 33; Pl. 15, 16, 30:10.
in ge.
Seiſche Meiſter Mundt, der z. Zt. in Amerika weilt, wird ſich
wweritoniſchen Schmimm Meiſterſchaften in Honolulu beteiligen.
SHawneiter Micharb trug in Filburg Golland) ernut einen glatten
W Ex=Weltmeiſter Moeſkops davon.
Die Europameiſterſchaften
im Schwimmen.
Ein für Deutſchland wenig verheißungsvoller
Auftakt.
Die Europameiſterſchaften im Schwimmen nahmen am Mittwoch
vormittag im Stadion zu Bologna mit drei Waſſerballſpielen ihren
An=
fang. Im erſten Spiel ſchlug Oeſterreich Holland mit 5:3 (3:1) Treffern.
Deutſchland—Schweden 4:7 (1:4).
Die zweite Begegnung führte die deutſche Mannſchaft in der
Auf=
ſtellung
Haueiſen
Cordes
Gunſt
Berges
Schürger Benneche Amann
mit Schweden zuſammen. Die deutſche Mannſchaft machte zunächſt
einige taktiſche Fehler, die Arne Borg ausnutzte, um zwei Treffer zu
erzielen. Schürger konnte zwar in feiner Manier ein Tor aufholen,
aber die Schweden waren bis zur Pauſe noch zweimal erfolgreich, ſo
daß es mit 4:1 in die Halbzeit ging.
Nach der Pauſe ſpielte die deutſche Mannſchaft beſſer. Berges und
Schürges ſtellten das Ergebnis auf 3:4 und der Ausgleich hätte längſt
fallen können, wenn Amann ſich nicht unglaublich viel Fehlſchüſſe
ge=
leiſtet hätte. Ein Treffer von Amann wurde wegen Abſeits nicht
ge=
wertet. Das Spiel nahm dann plötzlich wieder eine andere Wendung.
Schweden kam in ſchneller Folge zu drei weiteren Toren, während
Deutſchland nur noch einmal, und zwar durch Schirger erfolgreich war.
Mit einem 7:4=Sieg Schwedens ſchloß das intereſſante Spiel.
Im dritten Spiel ſiegte Ungarn überlegen mit 7:2 (2:1) über
Eng=
land. — Am Nachmittag gab es zunächſt wieder drei Waſſerballſpiele
mit folgenden Ergebniſſen: Tſchechoſlowakei—Italien 3:1; Frankreich—
Spanien 5:0; Belgien—Jugoſlawien 6:1.
In den nun folgenden Vorläufen zur Meiſterſchaft im 1500
Meter=Freiſtilſchwimmen gab Neitzel=Magdeburg im erſten
Vorlauf eine recht mäßige Vorſtellung. Er wurde nur Fünfter.
Da=
gegen konnte Joachim Rademacher im zweiten Vorlauf Dritter
werden, und ſich damit für die am Freitag nachmittag ſtattfindende
Entſcheidung qualifizieren.
Gründung einer europäiſchen Schwimmliga.
Die deutſchen Vertreter bei den Europa=Schwimmeiſterſchaften in
Bologna trafen wohlbehalten ein und nahmen im Hotel Savoy
Quar=
tier. Am Dienstag erfolgte der Auftakt zu den Europameiſterſchaften
mit einer Sitzung der europäiſchen Schwimm=Verbände an der
fünf=
zehn Nationen teilnahmen. Den Vorſitz führte der Fina=Präſident
Berg=
vall=Schweden. Ein Antrag auf Gründung einer europäiſchen
Schwimm=
liga wurde mit 20:8 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen.
Zum Vorſitzenden wurde Bergvall ernannt, ſtellvertretende Vorſitzende
ſind Binner=Deutſchland und van der Heyden=Belgien. Genehmigt
wurde ferner die Aufſtellung einer europäiſchen Schwimmrekordliſte.
Belgiens Vertreter gab dann bekannt, daß Belgien die Durchführung
der Europameiſterſchaften 1930 nicht übernehmen könne. Die Austragung
wurde darauf Oeſterreich übertragen. Die Europameiſterſchaften
1934 fallen nach Deutſchland. Es wurde dann ferner beſchloſſen,
mit den amerikaniſchen Schwimmverbänden Verhandlungen anzuknüpfen,
die auf Austragung einer 4 mal 200 Meter Freiſtilſtaffel zwiſchen
Europa und Amerika bei den nächſtjährigen Olympiſchen Spielen in
Amſterdam hinzielen.
29. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
12. Tag, 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung ſielen:
2 Gewinne zu 75 000 Mark auf Nr. 221 044; 2 Gewinne zu 25 000 Mark
auf Nr. 147 338; 6 Gewinne zu 10000 Mark auf Nr. 45 583, 124 153,
125 705; 8 Gewinne zu 5 Mark auf Nr. 86 382, 133 591, 275 488, 336 006;
6 Gewinne zu 3000 Mark auf Nr. 26 379, 189 629, 316 090; 10 Gewinne
zu 200 Mark auf Nr. 90 138, 221 896, 248 877, 253 152, 307 70; 16
Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. 108 957, 145 393, 161 994, 170 542,
218 659, 262 991, 287 165, 342 486; ferner 84 Gewinne zu 500 Mark und
224 Gewinne zu 300 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung
fielen: 2 Gewinne zu 10000 Mark auf Nr. 261 030; 8 Gewinne zu
3000 Mark auf Nr. 134 164, 200 405, 233 04, 233 207; 12 Gewinne zu
2000 Mark auf Nr. 34 205, 46 432, 124 768, 146 836, 203 537, B7 150;
34 Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. 16 715, 39 253, 93 700, 95 886,
113001, 141 482, 170677, 184 402, 201356, 252330, 260 935, 20 304,
296 536, 300 272, 308 560, 340 336, 340 663; ferner 82 Gewinne zu 500
Mark und 164 Gewinne zu 300 Mark. — Im Gewinnrade
ver=
blieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mark, 2 Gewinne zu je 500 000 Mark,
2 zu je 200 000 Monk, 2 zu je 75 000 Mark, 4 zu je 50 000 Mark, 8 zu
je 25 000 Mark, 36 zu je 10 000 Mark, 76 zu je 5000 Mark, 224 zu je
3000 Mark, 394 zu je 2000 Mark, 704 zu je 1000 Mark, 2196 zu ſe
300 Mark, 5450 zu je 300 Mark.
Geſchäftliches.
Das älteſte große Schuhhaus J. G. Jacob, Darmſtadt, nur
Schiller=
platz 8, veranſtaltet im September einen Werbemonat für die
welt=
berühmten Krallenſtiefel. Jeder Käufer erhält im September
1 Paar Holzleiſten gratis.
Es wird vielen Kunden auch intereſſieren, daß jetzt über 2000
Schuh=
händler allein in Deurſchland Krallenſchuhe führen.
Am Samstag, den 3. September, eröffnet Fräulein Elſe Fiſcher,
Ecke Schul= und Kirchſtraße ein Gold= und
Silber=
warengeſchäft. Die 21jährige Tätigkeit im erſten Spezialhaus
am Platze bürgt für reiche Erfahrung in die Branche. (Siehe Anzeige.)
Etwas vom Haarausfall.
Lange Zeit hat man geglaubt, daß das Ausfallen des Haares und
das Auftreten der Glatze eine unabänderliche Naturerſcheinung wäre.
Dieſe Anſicht hat den Erkenntniſſen der modernen Wiſſenſchaft weichen
müſſen. Heute weiß man, daß eigentlich nur noch die Unachtſamkeit der
Betroffenen ſchuld an der Entſtehung der Glatze iſt. Mindeſtens
95 Prozent aller Fälle von unnatürlichem Haarausfall würden nicht zur
Glatze führen wenn rechtzeitig eine Behandlung mit dem ſeit
Jahr=
zehnten durchaus bewährten Kräuterhaarwaſſer Javol durchgeführt
würde. Es iſt einwandfrei feſtgeſtellt worden, daß die Javol=
Haar=
pflege nicht nur Schinn und Schuppen, dieſe gefährlichen Vorboten des
Haarausfalles, beſeitigen kann (ſo daß auch der Juckreiz verſchwindet),
ſondern das Haar ſelbſt wird in ſeiner Naturfarbe und Dichtheit
er=
halten und bleibt geſund und ſeidenweich bis ins hohe Alter.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Freitag, den 2. September,
nach der Wetterlage vom 81. Auguſt.
Noch vielfach aufheiternd, warm, ſpäter zunehmende Gewitter=
Die Heſſ. Wetterdienſtſtelle.
neigung.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmannz
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdſenſt: Andr eas Bauer
ſür „Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Neite; ſür den Inſeratenteil: Willp Kuble.
Druck und Verlag: C. C. Wiit ich — ſämilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückſendung n ich 1 übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
H-ABEKING
Es burgert ich immer mehr ein, beim Statety
tenlauf an Stelle des Stabes eine Schachtel
Zigaretten Greiling-Ausleſe weitergeben zu laſ,
ſen. Oer Dorteil iſF der, daß es dem abgekämof,
ten Paufer geſtattek iſt, der Schachtel einige-
Stück dieſer hervorragenden Zigarette zu entn
nehmen, da allſeitig feſtgeſtellt wuede, daß bei
noch ſogroßer Srmattung der Musbeln und.—
Organe ſchon einige Zuge aus dieſem wirklich.
eritklaſſigen Jabakfabrikat genugen, die Nerven
zu beruhigen und ihren überipannten Zultand
in normale Bahnen zurückzuführen).
Greiling-Atstefe zu SB wird kat,
fächlich von keinem anderer Fabeikate
an Gualitat ubertroffen.
Generalvertreter für Mainz und Darmstadt:
Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt /Main, Niddastr. 64, Mittel
sa 6063.
Nummer 242
Donnerstag, den 1. Se
Die Leipziger Meſſe.
Einige Zahlen von der Leipziger Meſſe. — Der Mefſe=Mittwoch.
Am Mittwoch vormittag fand im Meßamt eine Begrüßung der
ſächſiſchen Miniſter und anderer zur Leipziger Herbſtmeſſe eingetroffenen
Regierungsvertreter ſtatt. Hierbei machte der Vorſtand des Leipziger
Meßamtes, Dr. Raimund Köhler, einige Zahlenangaben über die
Meſſe, die von allgemeinem Intereſſe ſind. Danach weiſt die
Herbſt=
meſſe gegen 9000 Ausſteller auf, alſo mehrere Hundert mehr als zur
vergangenen Meſſe. Obwohl die Herbſtmeſſe immer kleiner als die
Frühjahrsmeſſe zu ſein pflegt, iſt die jetzige Ausſtellerzahl doch doppelt
ſo hoch, als die Höchſtzahl in Vorkriegszeiten. An reiner
Ausſtellungs=
fläche, alſo nicht etwa nur an Grundfläche, ſind 170 000 Quadratmeter
vermietet. Die jährliche Meßmiete beläuft ſich auf insgeſamt 8 Mill.
Mark, wozu etwas über 1,5 Millionen Mark Werbebeiträge und 2—3
Millionen Mark als Ertrag der Meßabzeichengebühr kommen. Die
Einkäuferzahl der Frühjahrsmeſſe iſt auf mindeſtens 150 000 Perſonen
zu veranſchlagen, und zwar ſind das nicht etwa Perſonen, die beliebig
oft gezählt werden, wenn ſie beiſpielsweiſe die Sperre auf dem
Aus=
ſtellungsgelände paſſieren, ſondern Inhaber von Meßabzeichen. Die
Zählung der Reichsbahn hatte im Frühjahr ſogar eine viel höhere Zahl
ergeben, doch umfaßt dieſe Zählung auch die Perſonen, die, ohne an der
Meſſe beteiligt zu ſein, nach Leipzig kommen, um während der Meſſe
einen Verdienſt zu finden, wie Köche, Kellner und ähnliche Berufe. Die
Ausländerzahl der letzten Frühjahrsmeſſe belief ſich auf über 23 000
und betrug damit das 40fache der nächſtgrößeren deutſchen Meſſe. Die
Auslandsorganiſation des Meßamtes beſteht zurzeit aus 10
Geſchäfts=
ſtellen und 142 ehrenamtlichen Vertretern, darunter in Europa 75 und
in Ueberſee 67. Mit Hilfe dieſer ehrenamtlichen Vertreter, entweder
Auslandsdeutſchen oder mit Deutſchland in engſten wirtſchaftlichen
Be=
ziehungen ſtehenden Kaufleuten, hat das Meßamt ein die ganze Erde
umſpannendes Netz von Wirtſchaftspionieren geſchaffen. Ihre
Haupt=
aufgabe iſt die Propaganda, und zwar nicht nur eine ſolche für die
Aus=
ſteller der Leipziger Meſſe, ſondern für die geſamte deutſche
Exportwirt=
ſchaft, ſo daß auch eine Beteiligung der Allgemeinheit an den Koſten
dieſer Arbeit gerechtfertigt iſt. Die Leipziger Meſſe iſt keine ſächſiſche,
ſondern eine Reichsmeſſe, denn ihre Ausſteller rekrutieren ſich aus den
einzelnen Ländern, entſprechend der Bedeutung für die Fertig=Induſtrie,
So ſtammen 40 Prozent der Ausſteller aus Preußen, aber nur 25
Pro=
zent aus Sachſen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 31. Auguſt.
Die Stimmung der Börſe war weiter erholt, doch bleibt das
Ge=
ſchäft bei der geringen Anteilnahme des Publikums äußerſt beſchränkt
und die Zurückhaltung allgemein ziemlich groß. Zunächſt ſchien es
wie=
der, als wollte ſich eine ſchwächere Haltung durchſetzen in Anbetracht
der immer noch großen Sorgen über die zuhünftige
Geldmarktentwick=
lung — der Geldmarkt iſt infolge der Ultimoabwicklung äußerſt
ange=
ſpannt —; ſchließlich konnte ſich jedoch die zuverſichtlichere Stimmung
durchſetzen auf verſchiedene anregende Mkdungen, und die
Baiſſeſpeku=
lation mußte mit Deckungen folgen. Die Hauptanregung bot die
Rück=
kehr des Vertreters der J.G. Farbeninduſtrie aus London von den
deutſch=engliſchen Chemieverhandlungen, die angeblich ſehr günſtig
ver=
laufen ſein ſollen. Einen güinſtigen Eindruck machte der Monatsbericht
der Dresdener Bank, der eine optimiſtiſchere Auffaſſung über die
Kon=
junkturlage zum Ausdruck bringt, ferner die ſtarke Belebung des
Ge=
ſchäfts in der Textilinduſtrie. Bei Feſtſetzung der erſten Kurſe
verzeich=
nete man im allgemeinen Erhöhungen um 0,25—3 Prozent. Banken
lagen durchſchnittlich 1 Prozent höher, Kommerzbank aber plus 3 Proz.
Montanaktien waren nur geringfügig gebeſſert, nur Mannesmann mit
plus 3 Prozent und Stahlverein mit plus 1,25 Prozent merklicher
er=
holt. J.G. Farben konnten 1,5 Prozent und Scheideanſtalt 3,25 Proz.
anziehen. Elektrowerte lagem bis 2,5 Prozent (Lahmeher) erholt,
Berg=
mann aber 1,5 Prozent ſchwächer trotz guter Beſchäftigung. Holzmann
und Wayß u. Freytag waren 3,5 bzw. 1,5 Prozent gebeſſert. In Voigt
u. Häffner ſcheinen ſich die Intereſſenkäufe in verſtärktem Maße
fort=
zuſetzen. Der erſte Kurs lag 5 Prozent höher. Renten blieben weiter
ohne nennenswertes Geſchäft. Im weiteren Verlaufe konnte ſich das
Kursniveau weiter etwas heben um etwa 1 Prozent durchſchnittlich.
Neben Deckungen ſollen auch kleine Meinungskäufg vorgenommen
wor=
den ſein. Tägliches Geld bei 7 Prozent ſtärker geſucht. Am
Deviſen=
markt lagen der Dollar und das Pfund etwas ſchwächer. Mark gegen
Dollar 4,204, gegen Pfund D,422, London-Paris 124,02, —Mailand
89,40, —Madrid 28,78.
Die Abendbörſe war in Fortſetzung der freundlichen
Mittags=
börſe bei kleinem Geſchäft ſehr gur behauptet. Beachtet waren neben
Farbeninduſtrie Elektrowerte, ferner Mannesmamn und Waldhof.
An=
leihen luſtlos. Im einzelnen nannte man: Kommerzbank 175,75,
Danat=
bank 226,75, Deutſche 161,50, Diskonto 156,50, Dresdener 164,50,
Metall=
bank 143,2, Buderus 112,50, Gelſenkirchen 156,50, Harpener 25,50,
Kali Weſteregeln 184, Klöckner 155,50, Mannesmann 176,75, Phönis
116,50, Rheinſtahl 196,75, Stahlverein 130,50, Hapag 150,25, Adlerwerke
114,50, A. E. G. 186,50, Bergmann 196,25, Licht u. Kraft 293, Lieferungen
189, Schuckert W7, Lahmeyer 177, Siemens u. Halske 238,75, Erdöl 157,
Rütgerswerke 198,50, Farbeninduſtrie 296,25, Goldſchmidt 135,75,
Holz=
mann 202, Wayß u. Freytag 169, Zellſtoff Aſchaffenburg 25, Waldhof
324, Voigt u. Häffner 172. — Im Abenddeviſenverkehr
nannte man London gegen Paris 124,02, gegen Mailand 89,45, gegen
Holland 12,1320 gegen Züirich 25,212/g, gegen Madrid 28,80, gegm New
York 4,8619, Pfunde gegen Mark 2,/43, Döllar gegen Mark 4,2020.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 31. Auguſt.
Die Stimmung war an den Effektenmärkten heute weſentlich
freund=
licher, da die zuverſichtliche Konjunkturbeurteilung der Dresdener Bank
der Spekulation neue Anregungen gab und gleichzeitig auf mehreren
Induſtriezweigen, hauptſächlich der Textilinduſtrie, gute
Beſchäftigungs=
meldungen vorlagen. Die Baiſſegruppe nahm größere Deckungskäufe
vor, zumal verlautete, daß auch der Monatsbericht der Kommerzbank
auf einen günſtigen Ton abgeſtimmt ſei. Das Kursniveau erfuhr bei
dieſer allgemein feſteren Tendenzauffaſſung teilweiſe eine kräftige
Er=
holung, die angeblich auch noch durch Interventionen der Großbanken
gefördert wurde. Die Beſſerung ging von den ſchweren Terminwerten
aus, die gegenüben dem geſtrigen Schlußkurz 10 Prozent und mehr
ge=
wannen. Entſcheidend beeinflußt wurde die Börſe auch durch das
reich=
liche Geldangebot. Die Verſteifung der Tagesgeldſätze auf 7—8,75
Pro=
zent war hauptſächlich darauf zuwckzuführen, daß die Geldgeber den
Ultimo zur Erzielung höherer Zinsforderungen ausnutzten. Die
übri=
gen Geldſätze lagen unverändert, und zwar wurde Monatsgeld mit 7,75
bis 8,75 Prozent und Warenwechſel mit Großbankgiro mit zirka 6‟/8
Prozent und darüber genannt. Für die nächſten Tage erwartet man
in Finanzkreiſen eine baldige Erleichterung der Sätze. Die
Bewegun=
gen der Deviſenkurſe wavm unbedeutend. In Berlin notierten der
Dollar zirka 4,2016 und das engliſche Pfund 20,427/g. Freundlich lagen
internationales Madrid und Mailand. Der weitere Verlauf der Börſe
war ſchwankend. Einige Papiere konnten ſich erneut erholen, andere
gaben dagegen von ihrem Gewinn wieder etwas her. Da der Börſe
aber neue Anregungen fehlten, kam ſpäter eine allgemeine Abſchwächung
zum Durchbruch, die ſich aber in ziemlich engen Grenzen hielt. Das
Geſchäft iſt außerordentlich gering. — Privatdiskont auf kurze Sicht
6 Prozent, lange Sicht 57/ Prozent. Kurz vor Schluß des amtlichen
Verkehrs kam es erneut zu einer namhaften Befeſtigung, ſodaß die
letzten offiziellen Kurſe faſt das höchſte Tagesniveau erreichten. An der
Nachbörſe ging die Umſatztätigkeit jedoch wieder zurück. Trotzdem
be=
hauptete ſich, wenngleich mehrfach kleinere Abſchläge eintraten, die
gün=
ſtigere Stimmung. J.G. Farben gingen im Spätverkehr mit 296—296,5
Prozent um. Am Montanaktienmarkt hörte man um halb 3 Uhr
Har=
pener 204,25, Köln=Neueſſen 174,5, Phönix 116,75, Ver. Stahlwerke 130.
Von Kunſtſeidewerten notierten Ver. Glanzſtoff zuletzt 688—689 und
Bemberg 566,5. Am Elektromarkt wurden Siemens mit 287, Schuckert
mit 205,5, Geſ. für El. mit 168, A. E.G. mit 185,25 gehandelt.
Aſchaffenb. Zellſtoff
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin".
Berlin el. W..
BerlinKarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel.. .
Deutſche Erdöl. . . ."
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke. . . .
Donnersmarckhütte".
Dynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung. . .
J. G. Farben. . .. . .
R. Friſter. . . . . . . . . .
Gaggenau Vorz. ...
Gelſenk. Berg...
G. f. elektr Untern.
Halle Maſchinen. .
Han Maſch. Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf. ..
201.— 31. 8.
204.— Hemoor=Zement. 30 8.
1238.5 31. 8.
238.5 140.5 144— Hirſch Kupfer.. 1111.— 113.— 45.— 48.— Höſch Eiſen.. 173.— 178.5 Hohenlohe W 24.125 24.10 81.— 82.— Kahla Porzell 102.25 102.— 187.— 188.25 Lindes Eismaſch.. 153 — 154.25 155.— 157.— Lingel Schuh. . 77.5 81.— 198.75 198 25 Linke u. Hofmann", 108.5 111. L. Loewe u. Co. . le71.— 273.— 89.75 90.5 T. Lorenz.. 122.— 122.— Niederlauſitzer Ko 165.— 167.— 152.— 154.25 Nordd. Gummi.. 79.— Orenſtein. . . . . . . . . . 135.5 137.75 Rathgeber Waggon". 95.— 1125 117.5 Rombacher Hütten .. 138 75 141.25 Roſitzer Zucker. . . . 93.— 90.25 186.5 189.5 Rütgerswerke .. 97.75 290.— 294.— Sachſenwerk 116.75 117.5 101.— 100.— Sächſ. Gußſtahl. . 164.— 168. — 53.— 54.— Siemens Glas. . . . . . /166.— 166.— Ver. Lauſitzer Glas.. 1129.— 128 — 258.5 264 875 Volkſtedter Porzell. 52.— 52.— 170.— 170.25 Weſtf. C. Langendreer 110.— 114. Wittener Gußſtahl. . . 55.5 54.5 221.— 224.25 Wanderer Werke. .. 258 125 262.—
Oeviſenmarkt.
30 8. 31. 8. Geld Brief Geld / Brief Helſingfors. . . /10.57 110.59 / 10.57/ 10.59) Italien. 59.16 159.28 59.16/ 59.281 Paris 2.44412.4641 12.441 1e.461/ Schweiz 73.46/ 73.80/ 73.46/ 73.60) Spanien 3.034/ 3.040) 3.034/ 3.060/ Danzig. H168. 20/168.54/ 168.18 168.521 Japan. Kopenhagen.. 1112.41/112.63/ 112.39/112.81/ Jugoſlavien. Stockholm. . . . fir2.72 112 94/ 112.69 112.91/ Portugal London. . . . . . f20.412/20.4521 20.407/20.447) Athen .." New York ... /4.1975/4.2055) 4.197/ 4 205) Kanada. . . . . 30. 8 31. 8. Geld / Briefl Geld / Brief ſ22.845 22.8851 22.831 22.87 16.455 16-495116.455/16.495 80.96 181.12 s0.95/ 81.11 70.68/ 70.32/ 70.33/ 70.97 181.44 181.60 81.42/ 81.58 1.9851 1.980 1.9841 1.988 109.19/109.411 109.22 109.441 Nio de Janeiro. .10.4978 0.4998/0.4975 0.4595 7.393/ 7.407 7.3231 7.407 e0.38 20.42 20.18/ 20.22 5.514/ 5.526/ 5.514 5.526 2 uenos Aires. / 1.790/ 1.794/ 1.790/ 1.7941 Konſtantinopel. . / 2.118/ 2.122/ 2.1201 2.124 4.199/ 4.207 4.198 4.206 158.46 58.58 58.44/ 58.561 Uruguay. . . . . . . / 4.176/ 4.1841 4.176/ 4.184 Wien...
Prag .....
Budapeſt.
Sofia".
Holland.
Sslo ..
Belgien. . . .
Zweite Ziehuna der Ausloſungsrechte der Anleiheablöſungsſchuld.
Im Gebäude der Reichsſchuldenverwaltung zu Berlin fand geſtern die
zweite Ziehung der Ausloſungsrechte ſtatt, die den Anleihe=Altbeſitzern
von Reichs= und Staatsanleihen nach dem Anleiheablöſungsgeſetz
zu=
geſteilt worden ſind. An dieſer Ziehung haben ſämtliche
Ausloſungs=
rechte teilgenommen, welche die Nummer 30001 bis 60000 tragen und
bis etwa Mitte Auguſt des Jahres zugeteilt worden ſind. In drei
Stunden war das Ziehungsgeſchäft beendet. Die Auszahlung der
aus=
geloſten Abſchnitte erfolgt am 1. Oktober d., Js. zum fünffachen Betrag
zuzüglich 4½ Prozent Zinſen für das Jahr 1926 und 1927 abzüglich der
Kapitalertragsſt=uer vom Zinſenertrag. Die ausgeloſten Beträge für
die Abſchnitte, welche im Reichsſchuldbuch eingetragen ſind, werden von
Amts wegen durch die Poſt zugeſandt.
Aus den deutſchen Weinbaugebietem
Soweit man bis jetzt die Ernteausſichten in der Rheinpfalzz
beurteilen kann, iſt im allgemeinen mit einer guten Weinernte
nen. Beſonders ertragreich wird wohl die Ernte an Konſurn
ſein, während die Qualitätweinlagen wie im Vorjahre zu ter
üibriglaſſen werden. Beſonders ſtehen die Portugieſerreben gru
Wurmſchäden ſind im Haardter=Gebiet unerheblich. In Gimmye
und Königsbach hat er allerdings einen Teil der Ernte ſchon veer)
An der Nahe iſt die Entwicklung der Reben trotz der wenigſin
ſtigen Witterung in der letzten Zeit weiter vorgeſchritten. Hie=3
ei=
zahlreiche Weinbaubezirke auf einen halben Herbſt rechnen. eue
mittleren Nahe haben allerdings die Pflanzenkrankheiten dier
e=
ausſichten beträchtlich verringert. Auch im Glan=Weinbaugebiee eui
die Rebkrankheiten zum Teil verheerend gewirkt.
In Rheinheſſen befriedigt der Rebenſtand. Trotz des füirav
Regens war man in den Weinbergen mit dem Aufheften und 22n
beſchäftigt, um Stock und Trauben Luft und Trockenheit zu verian
Das Weingeſchäft zeigt hier eine kleine Belebung, wobei pro Sec
bis 1450 RM. bezahlt wurden.
Im Rheingau ſind Rebenſtand und Entwicklung der Traukmim
ſtig. Man rechnet allgemein mit etwa einem halben Herbſt. er
und 1926er Weine gingen in kleineren Poſten zu 8—1500 MDa=
Halbſtück in andere Hände über. In Baden wurde in der
Wetu=
gemarkung Weingarten bei Durlach ſtarke Reblausverſeuchun gs
ſtellt. Wachstum und Rebenentwicklung ſind günſtig. Im Geiſe
Kaiſerſtuhl erwartet man einen befriedigenden Herbſt. Bei der ſe
Verkäufen von 1926ern nannte man Preiſe von 130—140 FÜſn
hundert Liter.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten im Aucei
Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Amſt
Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”) be Arfün
nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamtes für den Duymmülit
des Monats Auguſt auf 146,6 gegen 150,0 im Vormonat. Sie rifaſte
Senkung der Zuckerpreiſe ins Gewicht gefallen. Die Indexzike frü
die einzelnen Gruppen betragen (1913—14 — 100): für ErnähruteD,
für Wohnung 115,1, für Heizung und Beleuchtung 142,8, für B Ulnrng
157,7, für den ſonſtigen Bedarf einſchließlich Verkehr 183,9.
Das Programm der Großhandelstagung in Hannover. Amalmund
16. September findet in Hannover die Tagung des Reichsbu-dD4ſes
Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels ſtatt. Die Tagung
wimſigſſe=
leitet durch eine Feſtvorſtellung im Städtiſchen Opernhaus am
Jar/s=
tag, den 15. September, 19.30 Uhhr. Die Tagesordnung der
sareei=
tag, vormittags 10 Uhr, im Beethovenſaal der Stadthalle beg nöeen
Mitgliederverſammlung ſieht Begrüßungsanſprachen durch
diſohr=
ſitzenden der Bezirksgruppe Niederſachſe, Handelsgerichtsratzt =ſin
Franz Bühring=Hannover, und den Präſidenten des Reichsv weſs
Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Ravané=Berlin vor. Es werdoa mier
ſprechen: Miniſterpräſident a. D. Coliin, Den Haag, über „
Teſiurt=
ſchaftslage Europas und die Genfer Konferenz”; Direktor Rurlp
Vorſtandsmitglied der Mitteldeutſchen Kreditbank, über „Krcunm
Währungsfragen”; Reichsverkehrsminiſter a. D. Dr. Krohne üſt=Eums
moderne Verkehrsweſen” und Otto Keinat, M.d.R., geſchäftsffüdſes
Präſidialmitglied des Reichsverbandes, über „Die Arbeit für
Haeunt=
ſchen Groß= und Ueberſeehandel im Jahre 1927‟. Am Aberfür
dann ein Feſtabend in der Stadthalle zu Hannover ſtatt.
6 Prozent Dividende der Riebeck Montanwerke A.=G. Endsel
dem Intereſſengemeinſchaftsvertrag mit der J. G. Farbeninduſtrrel
die Geſellſchaft für das abgelaufene Jahr eine Dividende vorn
zent vor. (G.=V. am 29. September.)
Braunkohlen=Schwelkraftwerk Heſſen=Frankfurt a. M.
(Hefrag.) Von dem, bekanntlich von der Stadt Frankfurt a. Iu
dem heſſiſchen Staat beherrſchten Unternehmen wurde die Enm
der angekündigten Schwelanlage, die eine Tagesproduktion mM
Tonnen Rohbraunkohle bewäktigen ſoll, der zum AEG.=Korne
hörenden Kohlenveredelungs=A.=G., Berlin, in Auftrag gegelky
Pfälziſche Hypothekenbank, Ludwigshafen. Die Geſellſcr
öffentlicht die Pfandbriefteilungsmaſſe nach dem Stand vom dun
1927. Auf die teilnahmeberechtigten Pfandbriefe im Geſamtbet —60
407 378 002 Mk. ſind bisher 10 Prozent in 4½prozentigen Liqudim
goldpfandbriefen ausgeſchüttet worden. Dem Geſamtgoldma rage
der tilgungsberechtigten Pfandbriefe ſtehen gegenüber unter Ien
Anſprüche aus beſtehenden Hypotheken 28 992 085 RM., Rückr101
anſprüche und Anteile der Maſſe an Vorbehaltshypotheken HM
RM., wozu noch an Zinſen und Einlagen aus eingegangenen ha
lungem 6 963 568 RM. und Zinsrückſtände in Höhe von 415 2.
kommen. Der Goldmarkbetrag der teilnahmeberechtigten Kcwiche
ſchuldverſchreibungen beträgt 9 430 433 RM., denen unter AktivenPl
überſtehen die mit 12½ bzw. 2½ Prozent aufgewerteten Darllyu
519 148 RM., Anlagen der Teilungsmaſſe für 468 350 RM. urtme
rückſtände 35 393 RM. Es ergibt ſich als Fonds der Teilungsrand
gendes Bild: Anſprüchen aus beſtehenden Hypotheken 8 740 4½20
Nückwirkungsanſprüche 2 124513 RM., Anlage der Teilur0
2 241 731 RM., Beſtand an Wertpapieren 206 212 RM. ſodaß Quu
markbetrag der teilnahmeberechtigten Pfandbriefe 131 684600 E
trägt, wozu noch 26 342 RM. Kommunalſchuldverſchreibungen E
Manee
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I. Teil/ 55.75
U. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ... 14.75
4% Dt. Schutzgeb.=
9
Anl. . . . . . . . . ."
b)Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914/ 36.5
50 L.Inv. 1914/ 36
4½% „1898 ...
4½% „1902 .../ 2.8
4% Bosnien ...
5% Bulg. Tabak. 02/ 18
4½%Oſt. Staatsr.
v.1913, Kbb.1918 2.8
41/.%Oſt. Schatz. 14
4:ſ.% Oſt. Silberr.
4½ „ Goldr. ./ 27‟/.
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk./ 23.5
4% Oſt. einh. R./k.) 1.9
8½ Port. (Spz.) IIII
5%Rum.am. R.08 6.5
4½%,Gold. 13.. . / 14.5
4% am. R. kon. 5.25
4½% „am. R. 05. 5.25
4½Türk. (Adm.)0s
4% (Bagd.)
4% (Bagd.) II/ 14
4½ -unif. 1908
4F1911 Zoll. 13.6
4½%ung. St. 1913/ 23.75
4½ 1913
It. Innsbr. Abk.)
4½Bung. St. 19141 2a‟.
4½FUng. St. 1914
1t. Innsbr. Abk./ 20.75
4½ Ung. Goldr. ..
48 Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)/ 21,
4% Ung. Staatsr.
v. 10 ..... ... . 22.75
4¾Ung. Kronr. . . .
3% Ung. Eiſ. Tor .. 17.25
Außereuro=
päiſche
5%Mex amn. i. abg. 18.2
5% äuß. 99
—
4% Gold04ſtf.
3% konſ. inn. ..
4½%, Frrigat. „/ 31.5
5% Tamaulipas I.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit Zinsberech
nung
10%Berl. H.=Bk. G./106
8%
100.5
6‟ Berl. St. Gold/ 90
8% Darmſt. St.=G./ 98.5
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. 1101
100
94
% Dresd. St.:G. 91
%Frkf. St.=G.. . . / 93.25
6%
8%Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . . . . . /101
7% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
99
6% Frkf. Hyp.=Bk.,
Goldpfbr. .
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr. . . . . . 100.2
7% Frkf. Goldpfbr. 99
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
94
5% Frkf. Pfbr. Bk
Goldpfbr.
82.5
78 b.=St.=G
anl.
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr. .. . . . /100.5
2 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
99
8%Klöchn.=Werk.
2. 25
32.95
10%Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
80 Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I/ 99.5
8½ K. Landesbank
Darmſt. Reihe II / 99
8% Ldwgsyf. Stadt=
Goldan .."
7%M. KraftHöchſt 92
8% Mainz.=St.=G.
80 Mannh. St.=G./ 98
6% Mannh. St.=G. —
70 M.=Stahlw. 271 96
89 Naſſ.Ldb. Gold /106
89 Nbg. St. Gldal./ 99.75
8% Pfülz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr. . . . . . 100
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . .
80 Pforzh. St.=G./ 97.5
80 Pirmaſ. St.=G./ 97.75
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 1102
Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 97
3½Rh.=Hhp.=Bk..
Goldpfbr. . . .. 100.5
„ „ „ 98
6%..
93
4½%„„Lig. Pfb. 78.25
½%„„Anteilſch. 52.5
½%Rh. Stahlw.
25 ..
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 1104
8% „ „ „ „ 100.5
Grantfarter Karbbericht denr 91. aug
.1103.75
98
93
97.5
3½ Südb. B.-Cr. B.
Goldpfdbr.
99
2o V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.-Gld.
obl. mit Option/u00
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option 94.25
7% Viag( B. Ind.=
Unt. Bln.) 27 .. .
D
8%Voigt& Häffner
Goldobl. ... .."
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zins=
berechnung
59 Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ....
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen 23.....
5% Pr. Kaliwert.
5% Pr. Roggenw.
5% Süd d. Feſt. B. G
Vorkriegé=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb. .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. .
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hhp.=Bk.
Mecklb. Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp. Bk..
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hhp.=Bk. .
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hhp.=B..
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. .
Württ. Hyp. Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Ldsb. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B
abg.
5%Oſt. Sd. (L.)ſtfr.
98.5
12.62
13.75
6.65
8.25
6.3
2.22
11.675
7.23
12.25
11.5
9.25
3.3
2,6%AteOſt. Südb.
2,60 Neue"„
%Oſt Staatsb. 83
3%Oſt. 1. b. 8.E. .
3%Oſt. „ „abg.
3% „ „ „9.Em.
3%Oſt. „ „abg.
3% „ „ „abg.
3% „ „ 1885
3% „ „ „ abg.
3%Oſt. Erg. Netz
3% RaabOebd. 83
3% „„
91
97
3% „
4% Rud. Silber
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I.
4½% Anat.. S. II
4½% Anat., S. II.
3% Salon. Monaſt
5% Tehuantepec.
4 ½%
Bauk=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 143.5
Bad. Bk. ..
Bk. f. Brauind. . . .
Barmer Bankv. . . 145.5
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
D. Eff.u. Wchſ.=Bk
D. Hyp.=Bk. Mein
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch. . ..
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk..
Frkf. Pfdbr. Bk. . . .
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank
Metallbank. . . . . . ."
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hhp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank
„ Hyp.=Akt.=Bank.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..!
üdd. B.=Creditbk.
13.6
13.8
19.4
19.5
182/,
20
175
200
173.5
225
160
131
131
106
155
164
133
146.5
145.5
143.25
Südd. Dise.=Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus..
Eſchw. Bergw. ...
Gelſenkirch. Bgw. .
Harp. Bergb. ..
Ilſe Bergb. St....
Genußſchein ..."
Kali. Aſchersleben
Kali. Salzdetfurth
Kali. Weſterregeln
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr. .
Mansfelder ......
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant.
Phönix=Bergb. . ..
Rhein. Braunk. . . .
Rhein. Stahlw. . . .
Riebeck Montan.
Salzwerk Heilbronn
Tellus Bgb. .... .."
Ver. Laurahütte
Ver. Stahlwerke.
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger .......
Hercules, Heſſiſche
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof (Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger .........!
112
154
261
23
242
184
175.5
123.5
32.5
416
246
194.5
180
112
129.25
271
188
148
364
242
340
178
182
80
32
133
71.25
Akkum. Berlin.
—
Adler &Oppenh.
Adlerw. (v. Kleyer) 113.5
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Bzg. B.
A. E. G. Stamm . . . 185
Bad. Maſch. Durlach 153
Bad. Uhren, Furtw. 19.5
Bamag=Meguin .. 46
Baſt Nürnberg .. . 230
Mit KHtee
Beck & Henkel .."
Bergmann Gl .... /192.5
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang 65
Cement. Heidelb. . . 142.5
Cement. Karlſtadt 1184
Cement. Lothr.
Chem. Albert. .
Chem. Brockh.
86
Chem. Milch .... . 60
Daimler=Benz A. G./122
Dr. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ... /4155.25
D. G. u. Silb. Scheid. /214:),
D. Linoleumw. Bln 258
Dingler, Zweibrück
Dresd. Schnellpr. —
Dürkoppw. (St).. . 80
Dürr. Ratingen
74
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.. . 42
E. Licht u. Kraft. 1204
El. Lieferung ...
Elſ. Bad. Wolle ../ 34
Email. Ullrich ..../ 33.5
Enzinger Werke ..! 60
Eßlinger. Maſch. . . / 80
Ettlinger Spinn. . . 230
Faber Bleiſtift...! 81
Faber & Schleicher/103
Fahr, Pirmaſer
52
Farbenind. J.
1295
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter) /100.25
Feiſt, Sekt.
45
Frankfurter Gas .. 1170
Frankfurter Hof .. 1112.25
Frkf.=M. Pok. u. W./ 75
Geiling E Cie. ..
78
Goldſchmidt, Th. 1135.25
Gotha Waggon.
Gritzner, Maſch . . 114.75
Grün & Bilfinger. 1180
Hafenmühle Frkft.
Haid &. Neu
54
Hammerſen
Hanfw. Füſſen. .. 139.5
Hanſa=Lloyd, Br.. 44.5
Hartm. E Braun. 1160
Hehligenſtaedt.
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ...
Hoch=Tief Eſſen...
Holzmann .. . . . . ."
Holzverk. Ind..
Hydrom. Breslau
Inag ......
„
Junghans St. ..."
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
Klein, Sch.EBecke=
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Braun ..
Krw. Alt=Württbg.
Krauß & Co. ..
Lahmeher .. . . .."
Lech, Augsburg . ..
Lederw. Rothe .."
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw.. .
Löhnberg. Mühle".
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallgef. Frkf. ..
Miag, Mühlenb. ..
Moenus, Stamm.
Motorenf. Deutz..
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrz. ...
Neckarw. Eßlingen
Peters Union .. ..
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps.. . . .
Porzellan Weſſel.
Rein. Gebb. & Scha
Rhein. Elektr.
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackfr. 1103.25
Schriftg. Stemp.
Schuckert, Elektr. 1202.5
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf. Herz..
Id
80
Aar6
Un
7211.
72.5
61
10.
81.5
Ke Me
Seilind. Wolff. . —
Siemens Glas".
Siemens & Halsker
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A. EF
Thür. Lief. Gotha —
Uhren Furtwäng!
Unterfr. Kr.=Gl.=B
Beithwerke.
Ver. f. Chem. Ind /E
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel— I
Gummi. Bln.=Frk:—
Pinſel=Nürnberg —
Ultramarin .. . ."
Zellſtoff Berl. . . —
Vogtl. Maſch. . . ..
Voigt & Haeffner-
Volthom, Seil .—
Wahß & Frehztagx
Wegelin Rußfbr.—.
Zellſt. Aſchaffenba-
Zellſt. Memel. . —
Zellſt. Waldhof .—.
Zucker f. Rheingax!
Transport= undr
WBerſicherungs-Ak
Dt. Reichsb.=Vorz.=
A. Dt. Eiſenbahn..
A. Lokalb. u. Kraf 5
Dt. Eiſenb.=Geſ. .—
Schantung E. B. .—
Südd. Eiſenb.=Ge’2
Hapag ..........
Nordd. Lloyd.. . . .
Frkft. Allg. Berſ.. —
Frankonia Rückv.. .
Darmſtädter Berts
Bahnbedarf...."
Dampfk. Rodberg
Helvetia Konſ...."
Gebr. Lutz......
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ..
VenulethcEllenb..
ummer 242
Donnerstag, den 1. September 1927
Geite 17
28 fü4.
Mu
Nach
Produktenberichte.
or=furter Produktenbericht vom 31. Aug. Das Geſchäft war
ſlein, dia Preiſe nachgebend. Die Landhändler fordern noch
gsreiſe, müſſen jedoch auch billigere Abgaben machen, da die
„aer Mühlen nur zu 2 Mark guten, ſchweren Weizen kaufen.
.gen iſt kaum Geſchäft Kleie liegt nachgebend. Für Hafer werden
niert die Preiſe vom Montag gefordent, da nur wenig Ware an
.t kommt. Die Notierungen wurden wie folgt feſtgeſetzt: Wei=
88,25, Roggen 24, Sommergerſte 26—77,75, Hafer inländ 23,50
desal, ausländ. 23,75—25, Mais 19—19,25 Weizenmehl 39,50
Roggenmehl 35—36, Weizenkleie 13,50, Roggenkleie 13,75.
lmer Produktenbericht vom 81. Aug. Im Zuſammenhang mit
Wetter kommt nur wenig Angebot nach hier. Da die über=
Wreisgeſtaltungen keine Anregung brachten, konnte ſich der
an Terminhandel gut behaupten Roggen wurde feſter. Die
ae Zufuhr macht ſich bei den Mühlen beſonders bemerkbar;
m. erfolgten heute für vorverkaufte Ware per Dezember
Deckun=
z, enſten Kurſe wurden annähernd 3 Mark, für Dezember 1 Mk.
Berſte ſtetig; Hafer kam etwas mehr nach Berlin. Es zeigt ſich
ſinr Frage.. Mehl ſtill bei wenig rentablen Geboten.
Metallnotierungen.
mmtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhandel vom
u ſtellten ſich für Kupfer: Januar 113,50 (113,75), Februar
März 114,25 (114,25), April 114,50 (114,50), Mai 114,50
Buni 114,50 (115), Juli 115 (115,25), Auguſt 115,25 (115,50),
6- 111,75 (112,25), Oktober 112,75 (113), November 113,25
Sezember 113,50 (113,75). Tendenz: ſchwächer. Für Blei;
,5 (46,25), Februar 46 (46,25), März 46,25 (46,B), April 46,25
Aoai 46,25 (46,50), Juni 46,25 (46,50), Juli 46,25 (46,50), Auguſt
6—0), September 45 (45,75), Oktober 45,50 (45,75. November
5), Dezember 46 (46). Tendenz: kaum behauptet. Für Zink:
z,50 (55,75), Februar 55,25 (55,75), März 55,25 (55,75), April
1640), Mai 55,25 (55,50), Juni 55,25 (55,25), Juli 55 (55,25),
5. (55), September 55,50 (56,50), Oktober 55,75 (56), November
) Dezembere 55,50 (55,75). Tndenz abgeſchwächt. — Die erſten
Geweuten Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 31. Aug.
ſch für Kupfer (Tendenz willig): Standard p. Kaſſe
5, 3 Monate 557/4c—½, Settl. Preis 55, Ekektrolyt 62
beſt ſelected 60—61½, Elektrowirebars 62½; Zinn
feſt): Standard p. Kaſſe 289½—3, 3 Monate 286—½4,
Preis 289½, Banka (inoff. Not.) 300½, Straits (inoff.
92: Blei (Tendenz willig); ausländ, prompt 2/„,
ſisten 22½, Settl. Preis 22½; Zink (Tendenz willig);
prompt 271/, entft. Sichten 27/s, Settl. Preis 27½;
ſher (inoff. Not.) 21½—22, Wolframerz (inoff. Not.) 13½;
te Gußeiſen Nr. 3 (inoff. Not.) 65.
iteel., große
y z. Einm.
tuatſch.,gebr.
hu ſtets bei
Rin gebroch.
Ma (13504
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 31. Auguſt. (Priv.=Tel.(
Kaffee: Zunächſt nahm der Handel Käufe vor, was eine leichte
Preisſteigerung bewirkte, die aber ſpäter auf Verkäufe für europäiſche
Rechnung und günſtige braſilianiſche Berichte wieder verloren ging.
Zucker: Auf eine ſtarke Nachfrage konnten die Rohzuckerpreiſe etwas
anziehen. In Erwartung des kubaniſchen Beſchränkungsprogrammes
nahmen die kubaniſchen Firmen Deckungskäufe vor.
Baumwolle: Anfangs war die Haltung befeſtigt auf ungünſtige
Felderſtandsberichte. Dann aber nahm die Hauſſe Liquidationen vor,
die eine Abſchwächung mit ſich führten.
Chicago, 31. Aug. (Priv.=Tel.)
Weizen eröffnete heute ſchwächer, da das fortgeſetzt günſtige
Ernte=
wectter im Nordweſten, die niedrigeren Auslandsnotierungen ſowie
Mel=
dungen über wohltuende Regenfälle in Auſtralien verſtimmend wirkten.
Klagen aus Kanada über Schwarzroſt und Froſtſchäden löſten im
Ver=
laufe eine Erholung aus, die jedoch ſpäter einem erneuten Abgleiten der
Preiſe Platz machte, das auf die enttäuſchende Exportnachfrage
zurück=
zuführen war.
Mais: Auf Grund der wärmeren Witterung in dem geſamten
An=
baugebiet und des verſtärkten Inlandsangebots verkehrte der
Mais=
markt gleichfalls in überwiegend ſchwacher Haltung. Als im Verlauf
für den Südweſten kühlere Witterung vorausgeſagt wurde, und auch
der amtliche Wochenmarktbericht ungüünſtig lautete, griff vorübergehend
eine teilweiſe Erholung Platz; dann wirkte ſich aber erneut infolgg der
aus Miſſouri vorliegenden, günſtig lautenden Saatenſtandsberichte
eine rückläufige Bewegung der Preiſo aus.
Roggen: Unter dem Eindruck der Zunahme der Ankünfte ſowie der
Vorausſage, daß das ſchöne Wetter anhalten würde, nahm der
Rog=
genmarkt einen ſchwachen Verlauf.
Hafer: Die günſtige Witterung wirkte am Hafermarkte
läh=
mend auf die Unternehmungsluſt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 31. Aug.:
Getreide: Weizen, Sept. 1323, Dez. 137½, März 140½: Mais,
Sept. 105½, Dez. 109½, März 112½; Hafer, Sept. 43½, Dez. 48½,
März 51½; Roggen, Sept. 94½, Dez. 97½, März 101.
Schmalz: Sept. 12,60, Okt. 12,77½, Jan. 13,47½.
Fleiſch: Sept. 11,67½, Okt. 11,90, Jan. 12,70; Speck loco 11,75;
leichte. Schweine 9,60—10,90, ſchwere Schweine 9,20—10,50;
Schweinezufuhren Chicago 13000, im Weſten 50 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 31. Aug.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 143¾, hart 147½4: Mais neu ank.
Ernte 114½: Mehl ſpring wheat clears 6,50—700; Fracht nach
England 2,6—3, nach Kontinent 13—14.
Schmalz: Prima Weſtern Loco 13,35; Talg extra 78.
„Kakao: Tendenz unregelmäßig, Umſatz in lots 129, loco 14½8,
September 14,55, Oktober 14,40, November 14,20, Dezember 13,75,
Januar 13,54, Februar 13,49, März 13,40, April 13,45, Mai 13,50.
reife
Virnen
g2. (*22681
yerſtr. 116.
Hänfeg
hauf:
leiverſchrank,
Spiegel,
B-tt (
Roß=
ic eneinrich=
5 ſchirr, di=
Ulrnigkeiten,
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hänheimer=
K. nur vor=
44—10 Uhr.
eu 9o)
i bechen, Hl.
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Mühlſtr.
häh., part.
au58
eS Modell,
LIetorrad
R—
Her..
2. (*22697
WA. Schroth,
Dommſtädterſtr.
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meu über=
Hau vk. Wilh.
Senhauſen
eS
Damen=
föillig ab=
(22782
eritr. 65, II.
mit Weſte
Reithoſe,
EMd-Fel, 43/44,
werk. Eich=
Zppt. / 22680
Das Adreßbuch der
Wraftfahrzeugbesitzer
Im Volksstaat Hessen
Im Auftrag des Ministeriums herausgegeben
von dem Hessischen Verkehrs-Verband.
Neuausgabe Oktober 1927
Zu der Herausgabe dieses Werkes, das erstmalig im März 1927
erschien, wurde der Hessische Verkehrs-Verband veranlaßt
durch das erfolgreiche Beispiel anderer Staaten (Baden, Bayern,
Württemberg). Der Erfolg hat die Notwendigkeit des
Adreß-
buches bestätigt. In der Ausgabe März 1927 sind die Besitzer
von Krattwagen u. Krafträdern in Hessen in einer nach Provinzen
und Kreisen geordneten Nummern-Ubersicht und einem
Namen-
verzeichnis aut Grund des amtlichen Materials nach dem
Stand vom März 1927 sorgfältig zusammengestellt. Bei jedem
Wagen und Rad ist Type und PS angegeben. Außer
Verkehrs-
vorschriften enthält das Adreßbuch ein Verzeichnis der Re-
Paraturwerkstätten und Garagen im Freistaat Hessen und eine
Zusammenstellung der in Deutschland und dem Ausland
gebräuchlichen Erkennungszeichen. Die Zugänge im Laufe
der vergangenen Monate sind so umfangreich, daß sich
statt eines Nachtrags eine
Reuadsgabe
notwendig macht. Diese berücksichtigt den Stand bis
August 1927 und enthält das Verzeichnis aller Besitzer
von Personenkrattwagen, Lastkraftwagen und Krafträdern im
Volksstaat Hessen nach Provinzen und Kreisen und Mummern
geordnet. Auf ein alphabetisches Namenverzeichnis wird
als überflüssig und um den Preis so niedrig wie möglich zu
halten, verzichtet.
Die Neuausgabe erscheint im Oktober 1927
Wir bitten Industrie, Handel und Gewerbe, Verbände und
Vereine zu beachten, daß das Adreßbuch zur Aufgabe von
Anzeigen
die auch über die Grenzen Hessens hinaus werben,
vorzüglich geeignet ist.
Umfang voraussichtlich 200 Seiten; broschiert und gebunden:
Wichtig und unentbehrlich
ür Staats-, Städtische und Gemeindebehörden, Kraftfahrer,
Industrie; Handel und Handwerk, Hotels, Gastwirte und
Verkehrs-Verbände.
(12811a
Vorausbestellung durch jede gute Buchhandlung, bei
sämtlichen Verkehrsvereinen, bei den Agenturen und der
Geschäftsstelle des Darmstädter Tagblatts.
L. C. WITTICHSCHE HOFBUCHDRUCKEREI
ABTEILUNG BUCHYERLAG, DARMSTADT
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Auftragseingang, der während der Zeit der ſommerlichen
Ge=
ſchäftsſtille in zahlreichen Zweigen der Textil=Induſtrie ſtark ins Stocken
geraten war, hat in den letzten Wochen wieder lebhafter eingeſetzt.
Wie gemeldet wird, zeigen die Schrottpreiſe eine weitere
Ab=
ſchwächung. Der Handel ſetzte die Forderungen für Berlin um
durch=
ſchnittlich 1 RM. herab.
Der vom Verbande ſächſiſcher Induſtrieller im Jahre 1906
gegrün=
dete Deutſche Induſtrieſchutzverband, Dresden, wird am 12. und 13.
Sep=
tember d. J. zu Eiſenach im Hotel Rautenkranz eine
Geſchäftsführer=
konferenz der ihm angeſchloſſenen Verbände abhalten.
Wie wir erfahren, ſchweben nach Auslandsberichten zurzeit
Ver=
handlungen über eine internationale Kohlenverſtändigung. Das
Rhei=
niſch=Weſtfäliſche Kohlenſyndikat ſteht dieſen Beſtrebungen ebenfalls
günſtig gegenüber. Augenblicklich verhandelt man über die Gründung
einer Studiengeſellſchaft.
Wie „Journée Induſtrielle” mitteilt, betrug die deutſche Ausfuhr
nach Frankreich in der Zeit von Januar bis Juli (einſchließlich
Repa=
rationslieferungen) 2,5 Milliarden Franken gegen 2,4 Milliarden
Fran=
ken im Jahre 1926. Die franzöſiſche Ausführ nach Deutſchland belief
ſich im gleichen Zeitraum auf 3,4 Milliarden gegen 1,2 Milliarden im
Vorjahre.
Wie „Petit Journal” aus Caſablanca meldet, wird ein
augenblick=
lich in Vorbereitung befindlicher Erlaß des Sultans die Anwendung
der Beſtimmungen des deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrages vom
Sep=
tember ab verkünden.
Die „Wiener Allgemeine Zeitung” meldet: Ende dieſer Woche
treffen die Vertreter der rheiniſch=weſtfäliſchen Elektrizitätsinduſtrie in
Innsbruck ein, um in Angelegenheit der Inn=Kraftwaſſerleitung die
Verhandlungen fortzuführen. Den deutſchen Intereſſenten handelt es
ſich darum, ſobald als möglich zu Präliminarabmachungen zu kommen.
In der erſten Oktoberwoche findet die internationale Wollkonferenz
1927 in Prag oder Reichenberg ſtatt. Das Programm iſt nunmehr
feſt=
geſetzt. Der Hauptpunkt iſt der Beitritt der Tſchechoſlowakei zum
inter=
nationalen Woll=Schiedsgericht.
Wie die „Iſweſtija” meldet, wird unweit Noworoßjak am 1.
Ok=
tober mit dem Bau einer Zementfabrik begonnen werden, deren
ge=
ſamte Ausrüſtchungen bei den Kruppwerken beſtellt wodren ſind. Die
Fabrik wird 2,5 Mill. Rbl. koſten und im Jahre 1929 in Betvieb
ge=
ſetzt werden.
Nach einer Meldung ſollen zurzeit zwiſchen der jugoſlawiſchen
Re=
gierung und einem deutſchen Konſortium Verhandlungen über den Bau
einiger Kunſtſeide=Fabriken in Jugoſlawien geführt werden. Bisher
deckte hauptſächlich die italieniſche Induſtrie den jugvſlawiſchen Bedarf.
Unter den Importeuren türkiſchen Tabaks erſcheint für das Jahr
1926 Deutſchland nach Italien mit einer Abnahme von 20 346 880 Kilo
mit 7 487 038 Kilo an zweiter Stelle. Die Geſamtausfuhr der Türkei
beträgt 38 784 288 Kilo.
In der Türkei iſt eine über ein Kapital von 1000 000 T.=Pfd. ver
fügende Geſellſchaft gebildet worden, die die türkiſchen
Petroleumvor=
kommen auszubeuten beabſichtigt.
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dem nachfolgenden Sonder-Angebot hervorgeht:
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pfund 40 9
Fettbückinge frſche ..
Stück 103
Vollheringe neue holländer
.. .pfund 30g
Limburger Käſe 20 prozent.
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Salatöl feines, reinſchmeckendes .
Liter 1.24 und 1.64
Tafelöl feinſtes" .
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DaT
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Haushaltmiſchung . . . Pfd. 3.00
Kokosfett, blütenweiß . Pfd. 528
Kokosfett, in Tafeln . . Pfd. 549
ermäßigt!
Marke Gelbſiegel . . . Pfd. 3.40
Marke Rotſiegel ... . Pfd. 4.00
Heiden Megten
R
Nummes
Freitag, 2. Sept., sowie
Samstag, den 3. Sept.
2 Gastspiele d. I. russ. KonzertGesellschatt
(Leitung Dr. E. Swerkoff) mit d. berühmten
Noch heute Taagosl
Die Fortsetzung und II. Teil
von Volldampt
Tazzteufel
Ein Film unserer Zeit in 6 Akten mit
Corinne Griffith
Balalaika-Orohester
„ langgehemmte Jngendlust u. Lebensfrende brachen
sich Bahn. — Von jahrelanger Entbehrung suchte die
Jngend Entspannung in einem wilden Tanmel nach
Vergnügungen. — Sinnestrende heißt die Lösung
Jaxz ihr Gott!
dieser Menschheit ..
Der Sieg der Jugend
(Der Hans und die Grete)
Die Geschichte zweier jungen Menschen in 8 Kapiteln
mit Hans Brausewetter, und Greta Graal
Margit Barnay, Marie Forescn, Panl Rehkopf, Hermann
Picha, Max Magnns, Gerh. Ritterband u. a. m.
Ein Film von Abentenern, seltsamen Erlebnissen und
packender Romantik, wie sie sich anch in unserer
nüchternen Zeit jedem enthüllt, der Angen hat zu sehen.
u.tabelhaft russ. Volkstänzen sowie einem
hervorrag, geschulten russ. Männerchor
m Zum 4. Male auf d. Tournee durch
Deutschland!
(13517
Kleine Preise Mk. 1.00 bis 3.00
Sonntag, 4. Sept., abends 8 Uhr
Lieder-Abend Erik Wir!
mit Wiener- u. neuesten Operetten-Liedern
Der Hann
m der Tat5
mit Speed, der König der
Sensationen
8 Akte
Lach dich gesund
Karten: Verk=Baro u. de Wasl Rheinstr.1
Ein Lustspiel von seltenem
Humor in 6 Akten
Anfang 3½ Uhr
Als Elnlagel 6‟l.—8 Uhr (13452
Laster der Menschheit
R
Schuſtergaſſe 18
Donnerstag, den 1. Sept. und Freitag, den 2. Sept.
nit
KONZERT
der geſamt. Harmonie=Orcheſter=Vereinigung
unter perſönlicher Leitung ihres Dirigenten Herrn
Kammervirtupſen Louls Kümmel- (13302
Musikverein
Vier Oratorien-Konzerte
im Landestheater
unter Leitung von
Generalmusikdirektor Dr. Böhm
1. November: Bruckner, Fmoll-Messe
und 150 Psalm
27. November: Brahms, Requiem und
Schicksalslied
14. Februar: Honegger, König David,
Lißt, 113 Psalm
Karfreitag: Bach, Johannespassion
Anmeldung neuer Mitglieder und Auskunft bei
August Baumann, Wilhelminenstraße 17.
(13450
SCHNELLDIENST FUR
PASSAGIEREUNDFRACHT
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WASTIADIEN
Trinidad, Venezuela, Curagao,
Columbien und Zentralamerika
Dampfer
=Galicia-,=Rusia-,-Teutonias
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SUDAMERIAA
Rio de denetre, Santos, Sao Francisco
do Sul, Montevidee, Buenos Aires
Dampfer=Baden-, =Bayerne,
Württemberg-,GeneralBelsrano.,
General Mitres, -Holms
Interessenten erhalten Auskünfte
und Prospekte kostenlos durch die
AMIK
Ke
Paßbilder
Samstag, den 3. Sept., abends 8 Uhr,
auf dem Heilig Kreuz
Familien-Abend
in einer Stunde uaße
billig und gur.
Thiele Nachf.
wreiskaurt. Zaus.
mit Tanz
Fremde können nur durch Mitglieder
13461
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Darmstadt, Bankgeschäft Zaun,
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Michelstadt i. O., Otto Reichhardt
Pfungstadt, Jakob Zimbrich, Eberstädterstr. 15
Das nächste Programm:
Mlkosch’s
letztes Abenteuer
Nach dem Schwank:
Die dritte
Eskadren
mit der ersten deutschen
Künstlerbesetzung
Saalbaugarten
Donnerstag, den 1. September 1927,
abends 8 Uhr
Konzert
des Städt. Orchesters
Leitung: Kapellmeister
Erust Guido Naumann.
Eintritt 50 Pfg. St. 13376
Zehnerkarten haben Gültigkeit.
Spanische Bodega
Mügelstraße 35
Hente, Donnerstag, 1. Sept.
Bröffnungsabend
der Damen-Stimmungs-
13453) Kapelle Reipert.
Ve
friſche Preiſelbeeren
und Metzer Mirabellen
zum billigſten Tagespreiſe, empfiehlt
Tel. 1598 Joh. Walther Tel. 1598
An den drei Markttagen gegenüber:
Heckmann=Schmidt. (gonas
Nur noch kurze Zeit
auserwählte
Doppelprogramm
Der Sittenroman in 6.u
Unter Ausschu
der Oeffenlichlau
mit Malv Delschaft, vi
Gibson, Werner Kram;
Wühelm Dieterle
Roma
Novarn
Hauptdarsteller vau
Ben-Hu
Roman
aus dem Morgenlan
Anfang 3½ Uhr=
Mache
hiermit bekannt, dan
Reſſaurant
„Zum Sporer”
mi Centnſchdhe
mich ietzt los!
früher Park=Kaffee=Reſt. nN
Lauteſchlägerftraße 4, übernomrrich
Im Monat September gaſſieiſt n
Tiroler Geſangs=Atb/hüicher ſind Küufe
42 Damen und 4 Her)/,44 Lnſererberſtm
Für gute Speſen und Geränße Fſotn1 Mt Angehute umte
Um geneigten Zuſpruch 141
*22752)
TIan
Miche
Leneteräinep).
sſtelle.
Rit
a
Md
E4
Hotel- und Kafieerestag
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Jeden Freitag u. Samstag ab zAhl Lanturrenzl
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5
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Darmstid
OauMLtAOTLA NAOMTSAUA Ludwigstraf
uenmer 242
Donnerstag, den 1. September 1922
Seite 19
Der Club der Pierzig.
sarbeitet nach einem Roman von Robert W. Chambers
von Edgar May.
(Nachdruck verboten)
er!” kreiſchte er in Welpers Ohr. „Auf der
Schwanen=
neht euwas vor.”
alper ſah den Mann von der Bonnet=Bucht mit unſicheren
an.
und wenn ſchon,” murmelte er, „was ſoll’s denn ſein?”
eye Loveleß=Leute baggern, genau ſo wie wir,” ſchrie
Mew=
wgar des Nachts bei Fackelbeleuchtung!“
ſeuß ſie,” erwiderte Welper ſtörriſch. „Wir haben die Red
emton, der mehr getrunken hatte als Welper, ſich aber einen
ei, Kopf bewahrt hatte, kam ſchwankend auf Mewling zu.
üe as halten Sie davon?” fragte er Mewling. „Glauben
es die Leute auch einen Schatz ſuchen?”
ens will ich nicht behaupten; keinesfalls baggern ſie aber
A uſcheln. Vielleicht haben ſie ebenfalls ein Schiff
ge=
enton wollte mehr von Mewling hören, aber ein Geſpräch
in. dem ohrenbetäubenden Lärm unmöglich. Keiner der
An=
dm konnte ſeine eigene Stimme hören. Mewling wollte
ſemi ſchwaches Nachlaſſen des Lärmes benutzen, um ſich
bngs vernehmbar zu machen, als das Gebrüll von neuem
w.. Donald Mayne und Helene Wypern waren
eingetre=
ürmiſch begrüßt von den Anweſenden.
lömtte geht’s hoch her!” brüllte Dan Supple. „Wir haben
aiff und die erſten Tauſend gefunden. Was ſagſt du dazu,
eh’ deinen Rock aus, Dan,” fügte Welper mit dicker
tn hinzu. „Wir ſind heute vollkommen al fresco —
mm-
stiro-cappa damonti dolce far niente."
ſoffen wie die Schweine ſeid Ihr,” ſagte Mayne mit
weundlichen Lächeln. „Für was haltet Ihr Euch denn
ich? Für eine Bande fliegender Holländer oder die
Pi=
vem Penzance?”
ary Senix verſuchte mit zitternden Fingern; ein rotes
ſio um Helene Wyverns Haar zu binden.
Wraten ſind wir,” ſchrie er, „denn wir graben Piratengeld
ünm Piratenſchiff aus. Du mußt uns eine ſchwarze Flagge
ſty Nelly, mit Totenſchädel und gekreuzten Knochen. Schon
lary, laß’ mich jetzt los! Was fällt dir ein, mich ſo herum=
F7.
Mayne verſuchte geduldig, von Welper Näheres zu erfahren,
aber Welper wiederholte nur immer papageiengleich: „
Silber=
ſtücke”, und ſeine glaſigen Augen ließen Mayne wenig Hoffnung,
von dem Mann eine verſtändige Mitteilung zu erhalten.
„Alſo Silberſtücke habt Ihr gefunden?” warf nun Mrs.
Wyvern ein. „Es hieß doch, daß die Red Moon mit Gold
be=
laden war? Wie ſteht’s damit?”
Harry Senix fuchtelte mit ſeinen wageren, mit Nikotin
be=
fleckten Fingern unſtet herum. „Gold maſſenhaft,” ſagte er, blöd‟
vor ſich hinſtierend, „tonnenweiſe, Nelly. Du brauchſt dich nur
zu bedienen — wir haben Millionen über Millionen — Billionen
und Billionen —‟
Die Hitze, die dem eiſernen Ofen entſtrömte, der ätzende
Tabakqualm und der Dunſt, den der Whisky verbreitete, wurden
Helene Wypern unerträglich. Auch der Lärm war wieder
ange=
ſchwollen, verſtärkt durch das Getöſe, das Potter dem Piano
ent=
lockte. Renton zog Helene Wyvern an ſich und verſuchte, mit ihr
zu tanzen. Welper ſtand auf und fiel in altmodiſche
Walzer=
ſchritte. Harry Senix und Dan Supple folgten ihrem Beiſpiel
und vollführten einen wilden Fandango.
Mayne trat an die Tür, um friſche Luft zu ſchöpfen. Es
gelang Mrs. Wyvern, ſich von Renton abzuſondern und, Senix
ausweichend, geſellte ſie ſich zu Mayne.
„Mir iſt’s ekelhaft,” ſagte ſie keuchend. „Ich bin müde und
ſchläfrig, auch ſind meine Kleider von der Ueberfahrt ganz
durch=
näßt. Wiſſen Sie, wo wir untergebracht ſind, Donald?”
Mayne rief einem vorbeigehenden Mann, der eine Laterne
trug, eine Frage zu und dieſer zeigte ihnen das Schlafhaus.
„Das wird wohl die ganze Nacht dauern,” ſagte ſie zu Mayne.
„Wollen wir fortgehen?” Sie ſah ihn mit ihren ſchönen, dunklen
Augen von der Seite an und nahm ſeinen Arm. Mayne nickte
zuſtmmend, und beide ſchritten dem Schlafhaus zu. Eine
Petro=
leumlampe hinter einem ſchmierigen Fenſter wies ihnen den Weg.
Die Tür zu dem Schlafhaus ſtand offen; Mayne ergriff die
Lampe und ſah ſich in dem Innern des Raumes, durch das ein
langer Korridor lief, um. „Hier iſt Ihr Name wit Kreide
auf=
geſchrieben,” bemerkte er, auf eine der Türen zeigend, die in den
Korridor mündeten.
In dem kleinen Schlafzimmer, das hinter der Tür lag, ſtand
eine zweite Lampe. Mayne zündete ſie an und hielt Umſchau in
dem nur mit den notwendigſten Gegenſtänden ausgerüſteten
Raum. Die einzige Zierde war ein grüner Zweig mit
orange=
gelben Beeren, der in einem Waſſerkrug ſteckte.
„Machen Sie es ſich bequem, Helene,” fuhr Mahne fort, „auch
ich werde mich zur Ruhe begeben.”
„Bitte, bleiben Sie noch.”
„Sie ſagten doch, daß ſie müde und ſchläfrig ſeien?”
„Das dat ich nur, weil ich aus der betrunkenen Geſellſchaft
drüben fort wollte.” Sie ſetzte ſich auf das rohe Bett und
bedeu=
tete ihm, auf dem einzigen Sruhl, der in dem Zimmer ſtand,
Platz zu nehmen. „Ich möchte, daß Sie mit wir plaudern,
Do=
nald.”
„Lieber nicht,” erwiderte Mayne. „Eugen iſt ſehr
emp=
findlich.”
„Er hat mir nichts zu befehlen.”
„So? Ich dachte, daß er —
„Wenn Sie je glaubten, daß zwiſchen Eugen Renton und mir
irgend etwas Ernſtliches beſteht, waren Sie im Irrtum.”
„Kann wohl ſein. Ich verſtehe nicht viel von ſolchen Dingen.”
„Ich glaube, daß Sie für das weibliche Geſchlecht nicht
ſon=
derlich viel übrig haben,” erwiderte ſie. „Darum wohl war Eugen
einverſtanden, daß Sie mich auf der Reiſe hierher begleiten.”
„Freut mich, daß man mich für ungefährlich hält.”
„Sind Sie es auch wirklich? Ich zweifle ſehr daran."
Er ſtand auf und betrachtete unſchlüſſig die ihm lockend
ent=
gegengeſtreckte weiße, ſchöngeformte Hand. Dann ergriff er ſie
in einem freundſchaftlichen Druck.
„Gute Nacht,” ſogte er. „Ruhen Sie ſich von den Strapazen
der Reiſe aus. Morgen wollen wir uns dann hier ein wenig
umſehen.‟ Damit verließ er das Zimmer und trat auf den
Korridor hinaus. Dieſen durchſchreitend kam er zu einer Tür,
auf der ſein eigener Name angekreidet war. Er trat ein und
ſetzte ſeine Reiſetaſche nieder.
„Wenn ich mich nicht in Acht nehme,” fagte er ſich, „wird
mich die Frau über kurz oder lang in eine Schießerei wit Renton
verwickeln.”
Dann ſchlüpfte er in ſein Pyjama und begab ſich zu Bett.
Aus dem Nachbargebäude drang zu ihm das heiſere Gebrüll der
nächtlichen Zecher, vermiſcht mit dem Klimpern des Pianos.
„Singt nur zu!” murmelte Mayne grimmig. „Bald werdet
Ihr heulen und wehklagen.”
Er wandte ſich zur Seite, taſtete nach ſeinen beiden Piſtolen
und legte ſeine Taſchenlaterne daneben. Dann ſchloß er die
Augen.
Er mochte etwa zwei Stunden geſchlafen haben, als er,
ge=
weckt durch einen Lichtſtrahl, der auf ſeine Augen fiel, auffuhr.
Helene Wypern ſtand neben dem Bett, mit einer Lampe in der
Hand.
„Donald?”
„Jawohl,” anzwortete er ſchlaftrunken.
„Man hat hier oben jemanden gefangen genommen. Wiſſen
Sie wen?”
„Keine Ahnung. Wer iſt3?”
„Dieſes kleine Dummchen von einem Loveleß=Jungen. Dirch
Loveleß.”
(Fortſetzung folgt.)
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bekannt, daß wir nicht ſelbſt Bauten ausführen, ſondern
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