Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 209
Samstag, den 30. Juli 1927. 190. Jahrgang
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breic 2 Reſchemark. Anzelgen von auswärte 40 Reſchpfg.
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4 Dollar — 420 Marg. — im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Sireit uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Banf und
Darm=
ſtädter und Naiſonalbank.
Nimiſtiſche Stimmung in Genf.
Anfreundliche Aufnahme
der engliſchen Vorſchläge.
ke. Marine=Konferenz an einem Wendepunkt.
Genf, 29. Juli.
2iie peſſimiſtiſche Stimmung über den Ausgang der See=
Ablſuungskonferenz hat ſich weiter verſtärkt. Der peinliche Ein=
Ybk, den die geſtern enthüllten engliſchen Vorſchläge in allen
18 otionskreiſen gemacht haben, iſt nicht gewichen. Die ameri=
Iſtſoge und japaniſche Delegation haben aus Genf nach Hauſe
ᛋſgmaphiert und beraten getrennt für ſich. Augenſcheinlich ſind
16 Minge wiederum über die Kompetenzen der Delegationen
bia sgewachſen. Gibſon hat ſich nach Waſhington gewandt, da
Im Mort eine Entſcheidung fallen kaun.
Die Genfer Marinekonferenz iſt nun an ihrem entſcheiden=
10 Wendepunkt angelangt. Das iſt aber auch das einzige, was
ſc ſoier aus mit Sicherheit geſagt werden kann. Für morgen
1 ſhtinse Sitzung der Hauptdelegierten in Ausſicht genommen, falls
övon der amerikaniſchen Delegation erwarteten letzten Inſtruk=
1mein aus Waſhington über die neuen engliſchen Vorſchläge
ein=
grn gen ſein ſollten. Für den Augenblick bleibt die öffentliche
Aſt tzung der Konferenz, die man in weiten Kreiſen der
Kon=
ſim= als die letzte Konferenzſitzung anſieht, auf den
ſchweize=
rher Nationalfeiertag, Montag nachmittag, anberaumt. Aber
19erraſchungen ſind natürlich nicht ausgeſchloſſen, und es iſt
mt unmöglich, daß die Vollſitzung noch verſchoben wird, falls
ine Möglichkeit zur Einigung in der Kreuzerfrage zeigt.
/4e Hauptſchwierigkeit liegt, in der Frage der
ſ ückung der Kreuzer. Die japaniſche Delegation
Eht große Anſtrengungen, eine Einigung zwiſchen England
Dſchen Vereinigten Staaten herbeizuführen. Ihr Hauptführer,
Amäral Saito, hat die Hoffnung auf ein poſitives Reſultat noch
yt aufgegeben. Die Tatſache beſteht aber, daß die engliſchen
rſtchläge, die geſtern abend veröffentlicht wurden, ſtark
ent=
rſctzt haben und die Amerikaner hier allgemein mit dem
ergeb=
alſeſen Ausgang der Konferenz rechnen. Auch in der
amerika=
ſchyen Delegation erklärt man indeſſen, daß nunmehr der
chllüſſel zur Lage in Waſhington liegt.
SSchwierigkeiten der Engländer in Genf.
EP. London, 29. Juli.
9Chamberlain erhielt heute nachmittag ein langes Telegramm
n. Bridgeman aus Genf. Er berief ſofort einen Miniſterrat
u. was aber mit großen Schwierigkeiten verbunden war, da
ehrrere Miniſter bereits aufs Land abgereiſt waren. Ueber den
nhalt des Telegramms und die Beratungen des Miniſterrats
rnichts mitgeteilt worden, doch erklärt man in der
Downing=
ſeut t, daß gegenwärtig in Genf ernſthafte Beſtrebungen im Gange
fen, um ein Fiasko der Konferenz zu verhindern.
A4biehnende Haltung Amerikas gegenüber
den engliſchen Vorſchlägen.
New York, 29. Juli.
Obwohl das Staatsdepartement geſtern abend noch nicht im
eſtitze der engliſchen Vorſchläge für die Abrüſtungskonferenz
af iſt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Fortſetzung der
Ver=
tüchlungen in Genf gering. Man ſcheint ſich in ſtummer
Reſig=
nu on damit abzufinden, daß ſich die Konferenz am Montag
ſümufen wird. Inzwiſchen wurden die Kontrakte für den Bau
on ſechs neuen 10000=Tonnen=Kreuzern unterzeichnet, die vom
zeren Kongreß bewilligt worden waren. Nach Mitteilung des
Na rineſekretärs Wilbour ſei dieſe Unterzeichnung bereits am
3.,Juni erfolgt. Die Veröffentlichung dieſer Tatſache ſei aber
is heute verſchoben worden. Die Kreuzer ſollen in drei Jahren
reiggeſtellt werden.
„World” bemerkt, daß nur noch ein Wunder die Genfer
Kon=
ranz retten könne, und das Blatt erwartet die Möglichkeit
ieß es Wunders in einer Konferenz zwiſchen Baldwin, der ja
be=
ammtlich nach Kanada unterwegs iſt, und Coolidge. Die
öffent=
chee Meinung in den Vereinigten Staaten hat ſich jedoch bereits
amnit abgefunden, daß die Genfer Bemühungen ſcheitern
wer=
en.. In dieſem Falle dürfte man in Amerika auch
Flotten=
ennbenflugzeuge in großem Maßſtabe bauen, da dieſe nach
fach=
uümniſcher Anſicht die Vereinigten Staaten gegen alle fremden
Inngriffe am wirkſamſten ſchützen könnten.
In gut unterrichteten Kreiſen Waſhingtons verlautet, daß
Erfäſident Coolidge in Uebereinſtimmung mit dem
Marine=
ſewartement beſchloſſen hat, der Genfer Seeabrüſtungskonferenz
eimie anderen Kompromißvorſchläge zu machen als bisher. Die
ngliſchen Vorſchläge ſeien für Amerika nicht annehmbar, da eine
follge hiervon koſtſpielige Neubauten ſeien, ohne daß aber
da=
durrch die amerikaniſche Flotte der engliſchen ebenbürtig würde.
Lise Sachverſtändigen haben berechnet, daß in dieſem Falle
Amnerika wenigſtens eine halbe Milliarde Dollar ausgeben müßte.
Drohender Abbruch in Genf.
Genf, 29. Juli.
In maßgebenden Kreiſen der Abrüſtungskonferenz wird heute
abend allgemein mit der Möglichkeit eines Abbruches der
Kon=
ferenz am Montag gerechnet. Die Entſcheidung liegt
gegenwär=
tig ausſchließlich bei der Waſhingtoner Regierung. Die japaniſche
Delegation lehnt nach ihrer geſtrigen Erklärung in der
Vierer=
beſprechung jeden offiziellen Vermittlungsverſuch zwiſchen der
engliſchen und amerikaniſchen Delegation ab; perſönliche
Ver=
mittlungsverſuche einzelner japaniſcher Delegierter zur
Herbei=
führung eines Kompromiſſes zwiſchen England und Amerika
ſind ohne Reſultat verlaufen. Gegenüber dem Haupteinwand
der amerikaniſchen Delegation, der dahin geht, daß die neuen
engliſchen Abrüſtungsvorſchläge nur geringfügige Abweichungen
gegenüber den früheren aufweiſen, wird von engliſcher Seite mit
großem Nachdruck darauf hingewieſen, daß die Amerikaner
bis=
her ihr eigenes Abrüſtungsprogramm gar nicht bekannt gegeben
haben; die Delegation hätte ſich bisher darauf beſchränkt,
weit=
gehende Kritik an den engliſchen Vorſchlägen zu üben. Die
Aus=
ſichten für eine Einigung zwiſchen England und Amerika müſſen
als äußerſt gering angeſehen werden, falls nicht die
angeforder=
ten Inſtruktionen aus Waſhington den Weg für neue
Verhand=
lungen bahnen, womit jedoch von amerikaniſcher Seite heute
nicht gerechnet wird. Hinter den Kuliſſen der Konferenz wird
bereits nach einer Uebergangsformel geſucht, die einen formellen
Abbruch der Konferenz verſchleiern ſoll. Im Falle einer
katego=
riſchen Ablehnung der engliſchen Vorſchläge durch die
amerika=
niſche Regierung ſoll, wie verlautet, eine Vertagung der
Kon=
ferenz auf ſechs Monate in Erwägung gezogen werden.
Frankreich und die Seeabrüſiung.
Paris, 29. Juli.
Die Franzoſen geben ſich im Innerſten ihres Herzens höchſt
unzufrieden mit dem Scheitern der Genfer Abrüſtungskonferenz.
Sie treten jetzt nachdrücklich für die engliſche Theſe ein und
fin=
den in den Hinweiſen auf die ganz beſonders großen engliſchen
Bedürfniſſe die geeigneten Motive für ihre eigenen
Aufrüſtungs=
wünſche zu Waſſer, zu Lande und in der Luft. Natürlich gehen
die Franzoſen auch gleich aufs Ganze und lehnen eine Parität
mit Italien ab. Ebenſo eine Ausdehnung des Waſhingtoner
Schlüſſels für Großkampfſchiffe auf die kleinen Kriegsfahrzeuge,
wwobei beſonders die Kreuzer gemeint ſind. Der franzöſiſche
Be=
darf an U=Booten ſei ſogar noch größer als der der Angelſachſen.
Scheinheilig meint der „Matin”, daß das Scheitern der
Genfer Konferenz verhängnisvoll ſein müſſe für die ganze
Welt=
politik und jeden Verſuch der Abrüſtung, auch im Rahmen des
Völkerbundes ausſichtslos machen würde. „Der große Beſiegte
der Genfer Konferenz, deſſen Einladung wir zum Glück abgelehnt
haben, iſt „nach der Meinung des Linksblattes Oeuvre” der
Prä=
ſident Coolidge, denn die Vereinigten Staaten, deren Lage eine
völlig andere als die Englands iſt und die niemand bedroht hat,
betreiben, wenn ſie die Gleichheit zur See mit England
verlan=
gen, eine Preſtigepolitik. Entweder wird man jetzt alſo brechen,
oder man wird den Mißerfolg noch bis zum Jahre 1931, in
welchem die Abmachungen von Waſhington über die
Großkampf=
ſchiffe ablaufen, verdoppeln.” Japan wird ſich, ohne Amerika
allzu ſehr vor den Kopf zu ſtoßen, am beſten aus der Affäre
ziehen, während man in England bedauert, daß man bei der
Konferenz von Waſhington das Bündnis mit Japan gekündigt
hat. Das große Problem aber, das der Vertrag von Verſailles
geſtellt hat, nämlich die allgemeine Abrüſtung, bleibt, und der
Völkerbund muß es wieder aufnehmen, und Frankreich muß es
im Rahmen des Völkerbundes löſen. Man wird jetzt das Recht
haben, Lord Ceeil ſeine Inkonſequenz vorzuhalten und Amerika,
das die Liberalen von Nicaragua mit Maſchinengewehren
be=
handelt hat und in Genf Theſen vom reinſten Egoismus
ent=
wickelt hat wird man daran erinnern, daß das alte Europa von
ihm etwas weniger Anmaßung und etwas mehr Verſtändnis
erwartet.”
Locker Lampſons Unterhauserklärung.
* Berlin, 29. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Erklärung des britiſchen Unterſtaatsſekretärs im
Aus=
wärtigen Amt, Locker Lampſon, im Unterhaus, daß von einer
Rheinlandräumung nicht eher die Rede ſein kann, ehe nicht
ſämtliche Abrüſtungspunkte erledigt worden ſeien, hat in
Ber=
liner maßgebenden Kreiſen befremdliches Aufſehen erregt. Man
nimmt aber an, daß die vorliegende Ueberſetzung
mißverſtänd=
lich iſt und will zunächſt einmal den genauen Wortlaut der
Er=
klärung des engliſchen Unterſtaatsſekretärs abwarten, weiſt aber
ſchon jetzt darauf hin, daß es keinerlei Punkte in der
Abrü=
ſtungsfrage mehr gibt, die nicht erledigt worden ſeien. In dem
am 12. Dezember 1926 in Genf unterzeichneten Protokoll wird
ausdrücklich erklärt, daß über 100 Streitfragen bis auf zwei
Punkte in direkter Ausſprache aus der Welt geſchafft werden
konnten. Dieſe zwei Punkte bezogen ſich auf die Oſtfeſtungen
und das Kriegsgerätegeſetz. Die Oſtfeſtungen ſind zerſtört, auch
das Kriegsgerätegeſetz iſt inzwiſchen vom Reichstag
ange=
nommen worden. Es beſtehen alſo keinerlei Reſtpunkte in der
Entwaffnungsfrage mehr. Dagegen iſt ſeinerzeit mit der
Bot=
ſchaftenkonferenz eine Vereinbarung getroffen worden, gewiſſe
Angelegenheiten, die ſich nicht in einem kurzen Zeitraum
erle=
digen laſſen, innerhalb der nächſten vier Jahre in Ordnung zu
bringen. Dazu gehört der geſtern vom „Daily Telegraph” in
die Debatte geworfene Umbau der Küſtengeſchütze, ferner das
Polizeibeamtengeſetz, das von den größeren deutſchen Ländern
aber ſchon angenommen worden iſt, und ſchließlich der Verkauf
der militäriſchen Gebäude. Die Erledigung dieſer
Angelegen=
heit fällt aber nicht unter die Reſtpunkte. Es wäre tendenzibs,
wollte man aus ihnen irgendwelche Verfehlungen Deutſchlands
in der Abrüſtungsfrage herauskonſtruieren.
* Die mißglückte Seeabrüſtung.
Von unſerem L=Korreſpondenten.
Genf, Ende Juli.
Die zurzeit in Genf tagende „Konferenz zur Beſchränkung
der Seerüſtungen” iſt noch nicht zu Ende. Aber womit ſie im
beſten Falle enden wird, läßt ſich ſchon mit ziemlicher
Beſtimmt=
heit vorausſagen. Nämlich — mit keiner Verminderung der
gegenwärtigen Seerüſtungen, ſondern mit einer recht
bedeuten=
den Heraufſetzung derſelben. Wobei betont werden muß, daß
dieſes das noch beſſere Ende bedeuten würde. Denn mit dieſem
Ausweg wäre immerhin das weit Schlimmere vermieden — ein
ſofortiges Wettrüſten und eine kaum wieder gutzumachende
Trübung der internationalen Atmoſphäre.
Wie iſt es hierzu gekommen? Beim Beginn der Konferenz
wurde an dieſer Stelle hervorgehoben, daß es ſich hier um eine
Partie handeln werde, bei der es um Großes geht. Dieſe
Prog=
noſe hat ſich im Verlauf der vier Wochen, welche die Konferenz
bisher in Anſpruch genommen hat, vollauf beſtätigt. Ja, zum
Teil haben die Ereigniſſe eine noch weitgehendere Entwicklung
genommen, als anfänglich vermutet: wenn man zu Anfang der
Anficht war, daß das Mächterverhältnis im Pazifik, wie
über=
haupt all jene Probleme, die mit der Sonderſtellung Japans
verknüpft ſind, das inoffizielle Thema dieſer Konferenz ſein
würden — ſo hat es ſich jetzt erwieſen, daß das eigentliche
Schwergewicht unverkennbar in den Intereſſengegenſätzen
zwi=
ſchen den beiden angelſächſiſchen Hauptmächten zu ſpüren iſt und
daß dieſe Intereſſengegenſätze noch nie in einer ſo auffallenden
und gefahrdrohenden Weiſe wie hier zutage getreten ſind.
Als das Problem, welches ſo unverſehens die britiſch=
ameri=
kaniſche Freundſchaft auf die Probe ſtellte, erwieſen ſich „die
kleinen Kreuzer”. Und ob man in bezug auf dieſe Einheit zu
einer Verſtändigung gelangt oder nicht — davon hängt Erfolg
oder Mißerfolg des ganzen Unternehmens ab. Ein gewiſſer
Schritt vorwärts iſt allerdings getan worden. Aber dieſer
Fort=
ſchritt iſt kein erfreulicher. Man entſinnt ſich, daß England 1921
in Waſhington den Vereinigten Staaten die „Parität” wegen
der großen Schlachtſchiffe zubilligte. Es tat es nicht in bezug auf
die „kleinen Kreuzer‟. Aber gerade dieſer Schiffstyp bildet die
Stärke der britiſchen Flotte. Jetzt verlangen die Vereinigten
Staaten ebenfalls Parität in der Frage der kleinen Kreuzer
andernfalls ſie mit unlimitiertem Wettrüſten drohen. Worauf
die Engländer nun verſichern, daß ſie nicht daran denken, das in
Waſhington anerkannte Prinzip der „Parität” beider Flotten in
Frage zu ſtellen. Tatſächlich aber läuft ihre ganze Politik nur
darauf hinaus! England wünſcht eben keine Verminderung
ſeiner Seemacht, welche auf einer beſtimmten zahlenmäßigen
Stärke und Zuſammenſetzung ſeiner „kleinen” Kreuzer=Flotte
beruht. Darum wird die ganze Zeit geſtritten. Zu beſſerem
Ver=
ſtehen dieſes Problems ſeien einige hier ins Gewicht fallende
Zahlen genannt. Der zu Anfang der Konferenz verkündete
ame=
rikaniſche Vorſchlag ſah für Großbritannien und die Vereinigten
Staaten als Maximum der „kleinen Kreuzer” eine Stärke von
je 250 000 Tonnen vor. Ein erſter Kompromißvorſchlag der
Japaner nannte die Ziffer von 400 000 Tonnen, während die
Engländer ſelbſt erklärten, daß das Britiſche Imperium zum
Schutze ſeiner Seewege und ſeines Handels eine Flotte kleiner
Kreuzer in einem Geſamtumfange von rund 600 000 Tonnen
brauche. So die Vorſchläge der drei beteiligten Mächte. Wie
groß iſt aber die ſo heiß umſtrittene „Flotte kleiner Kreuzer”
Englands zurzeit? Und da erfährt man, daß dieſe Zahl ſich
heute auf etwas über 330 000 Tonnen beläuft. Somit geht es
alſo gar nicht mehr um ein Stoppen der gegenwärtigen
See=
rüſtungen oder gar um eine Verminderung derſelben, ſondern,
offen zugegeben — um die Feſtſetzung der Höhe der kommenden
Neurüſtungen!
Dieſes Eine ſteht feſt: von einer „Abrüſtung” auch in
be=
ſcheidenſtem Umfange iſt auf keiner Seite mehr die Rede. Das
Zweite, was ebenfalls feſtſteht, iſt die Tatſache, daß nur noch
um die Fixierung des Tonnengehalts der kleinen Kreuzer
ge=
ſtritten bzw. gefeilſcht wird. Und das Dritte, was wahrſcheinlich
den weiteren Lauf der Konferenz beſtimmen wird, iſt die vor
etwa zehn Tagen bekannt gewordene Tatſache, daß es den
Eng=
ländern in aller Stille gelungen iſt, mit den Japanern ein
Ab=
kommen zu ſchließen, welches die für England zuläſſige Stärke
der kleinen Kreuzer auf ca. 550 000 Tonnen feſtſetzt und daß
Eng=
länder und Japaner auf Grund dieſes Abkommens auf der
Kon=
ferenz geeint gegen die Amerikaner aufzutreten beginnen. Mit
dieſem Abkommen in der Taſche, begaben ſich die engliſchen
Hauptdelegierten in der vierten Juliwoche nach London und ſind
jetzt — gewappnet mit den neueſten Inſtruktionen ihrer
Regie=
rung — nach Genf zurückgekehrt. Der Entſcheidungskampf um
den Endſpurt kann beginnen.
Moraliſch und materiell ſind in dieſem „Endſpurt” die
Ame=
rikaner die ſtärkere Partei. Denn die Vorſchläge des Präſidenten
Coolidge ſahen in der Tat eine wirkliche Verminderung und
nicht nur Höhenfeſtſetzung der Seerüſtungen vor, während im
Falle eines Fiaskos — die Vereinigten Staaten dank ihrer
uner=
meßlichen Geldmittel aus jedem Wettrüſten ſtets als Sieger her= würden. Doch politiſch ſind die Amerikaner — infolge
der überaus geſchickten engliſchen Diplomatie — in eine ſehr
heilkle Lage hineinmanövriert worden. Der amerikaniſche
Haupt=
delegierte Gibſon hat nämlich mehrmals erklärt, daß, „wenn
eine für beide Parteien annehmbare Löſung zwiſchen den
Abord=
nungen Großbritanniens und Japans gefunden werden kann, es
ſeiner Ueberzeugung nach der amerikaniſchen Vertretung möglich
ſein wird, das Uebereinkommen durch ſeine Zubilligung
voll=
ſtändig zu machen”. Eine Einigung (eine für die Amerikaner
höchſt unerwartete) zwiſchen England und Japan iſt aber erreicht,
und die Beiden ſind durchaus im Recht, wenn ſie nun auf den
Beitritt der amerikaniſchen Delegation zu ihrem Abkommen
be=
ſtehen, eine Forderung, gegen welche die Amerikaner ſich natürlich
eifrig ſträuben.
Infolge all dieſer Manöver hat die Konferenz zurzeit ohne
Zweifel ein recht kritiſches Stadium erreicht. Und — fußend
einerſeits auf dem hier ſo ſcharf zutage getretenen engliſch=
ameri=
kaniſchen Intereſſengegenſatz und andererſeits auf der ſo
über=
raſchend zuſtande gekommenen Ueberbrückung der britiſch=japa=
Seite 2
Samstag, den 30. Juli 1927
Nummer 209
niſchen Divergenzen — glaubt man nun in manchen Kreiſen, vor
allem in Frankreich und Italien, bereits recht weitgehende
Prophezeiungen in bezug auf das Kommende machen zu können.
Das Reſultat der neuen Entwicklung, ſagen dieſe Leute, werde
nichts anderes ſein können, als eine tiefe Entfremdung zwiſchen
Großbritannien und den Vereinigten Staaten und die
Anbah=
nung einer neuen britiſch=japaniſchen Allianz. Damit ergebe ſich
die merkwürdige Tatſache, daß ein Bündnis, das eine erſte
Abrüſtungskonferenz der großen Seemächte in die Brüche gehen
ließ, durch eine zweite, ähnliche Konferenz wieder hergeſtellt
worden ſei. Und auf Jahre hinaus wäre damit die britiſche
Ueberlegenheit zur See garantiert
Uns ſcheint, daß dieſe Darſtellung — trotz der unleugbaren
engliſch=amerikaniſchen Spannung — doch etwas zu weit geht.
Sie entſpringt zum nicht geringen Teil einer gewiſſen
Unkennt=
nis der tatſächlichen Verhältniſſe und namentlich der Endziele
jeder britiſchen Politik, der an der Pflege guter Beziehungen
zu den Vereinigten Staaten mehr als an allem anderen in der
Welt gelegen iſt. Weder auf ſeiten Englands, noch jenſeits des
Ozeans wünſcht man eine Trübung dieſer Beziehungen. Vor
allem in London möge man ſich heute ſagen — durch das
Arran=
gement mit Japan ſei die britiſche Poſition derart verbeſſert
wor=
den, daß ein Entgegenkommen gegen die Wünſche der
Vereinig=
ten Staaten der britiſchen Seeherrſchaft kaum mehr gefährlich
zu werden vermag. Die Dominions — in der Furcht vor
japa=
niſcher Ausbreitung mit den U. S. A einig — beſtärken das
Lon=
doner Kabinett nur in ſeiner konzilianten Haltung. Wie es
überhaupt für England doch eine zu ernſte Sache wäre — um
gewiſſer Heißſporne der Admiralität willen die traditionelle und
wertvolle Freundſchaft der Vereinigten Staaten zu verſcherzen.
Bezeichnend, für die Auffaſſung der engliſchen öffentlichen
Meinung zu dieſem Problem ſind Ausführungen, die von einem
politiſch ſehr maßgebenden Engländer, Lord Lee ob. Fareham
(der erſte britiſche Fachdelegierte auf der Konferenz zu
Waſhing=
ton) ſtammen. Er rät — in einer Zuſchrift an die „Times” —.
man möge den Amerikanern die volle Freiheit gewähren, ihre
Flotte nach Belieben auszubauen; vor allem beanſpruche man
keine Vorzugsſtellung, weil dies nur die amerikaniſchen Jingoes
auf den Plan rufe. Bei völliger theoretiſcher Gleichberechtigung
der beiden Mächte ſei es gewiß, daß die Vereinigten Staaten
ihre Marine den eigenen Bedürfniſſen und nicht dem bloßen
Preſtige entſprechend geſtalten werden. Weder der Kongreß noch
die öffentliche Meinung Amerikas würden Rieſenausgaben einzig
zu dem Zwecke zulaſſen, es in allem und jedem der Seemacht
des britiſchen Reiches mit ſeinen ganz anders gearteten
Bedürf=
niſſen gleichzutun . . . Aus dieſen und ähnlichen Ausſprüchen iſt
zur Genüge erſichtlich, daß, wenn die Konferenz auch in bezug
auf die Abrüſtung zur See wahrſcheinlich mit einem recht
nega=
tiven Reſultat enden dürfte, ſo wird doch das weit größere
Miß=
geſchick — eine anglo=amerikaniſche Entfremdung und eine
ge=
fährliche Trübung der ganzen internationalen Atmoſphäre —
durch ſehr weitgehende Arrangements der drei großen Seemächte
vermieden werden.
Vom Tage.
Abſage des franzöſiſchen Gewerkſchaftsbundes
an die Kommuniſien.
EP. Paris, 29. Juli.
In der heutigen Vormittagsſitzung des Kongreſſes des
All=
gemeinen Gewerkſchaftsbundes kamen die ausländiſchen
Dele=
gierten zu Wort. Der Generalſekretär des Deutſchen
Gewerk=
ſchaftsbundes, Leipart, ſpricht als Erſter und iſt Gegenſtand einer
lebhaften Ovation. Er drückt die Hoffnung aus, daß die
euro=
päiſchen Arbeiter ſich zuſammenſchließen möchten, um den
Frie=
den aufrechtzuerhalten. Eine andere Aufgabe der Gewerkſchaften
ſei in allen Ländern der Kampf für die Rationgliſierung. Die
Gewerkſchaften müßten außerdem insbeſondere ihr Augenmerk
auf die zunehmende Kartellierung der Großinduſtrie lenken, um
ſich nicht nach und nach durch den Kapitalismus manövrieren zu
laſſen. Ferner hätten ſich die Gewerkſchaften noch mehr als
bis=
her mit der Erziehung der Jugend zu befaſſen. Denn in die
Jugend müſſe die Hoffnung auf ſpätere beſſere Zeiten geſetzt
werden. Die Jugend dürfe nicht ungehindert der Beeinfluſſung
durch die kapitaliſtiſche Weltauffaſſung überlaſſen werden.
Der Generalſekretär der Amſterdamer Gewerkſchafts=
Inter=
nationale, Oudegeeſt, möchte einen Unterſchied zwiſchen der
ſozia=
len und der wirtſchaftlichen Revolution hergeſtellt wiſſen. Die
wirtſchaftliche Revolution könne nur durch lange Anſtrengungen
herbeigeführt werden. Ihre Aufgabe beſtehe darin, aufzubauen
und nicht zu zerſtören. — Der polniſche und der tſchechoſlowakiſche
Delegierte ſprachen vor allem über die Gewerkſchaftsbewegung
ihrer Länder. Der letztere warnte vor allem davor, die
Kommu=
niſten ohne Kontrolle in die Gewerkſchaften aufzunehmen, da
dieſe ſich ausſchließlich in einer zerſetzenden Tätigkeit gefielen. —
Der Kongreß des Allgemeinen Gewerkſchaftsbundes hat heute
nachmittag eine Entſchließung angenommen, in der die Vor=
Nach dem vor über acht Wochen erfolgten Abzug der franzöſiſchen
Truppen ſind in Saarlouis rund 60 Wohnungen frei geworden.
Trotz der ungeheuren Wohnungsnot der Stadt hat es die
Negierungskommiſſion immer noch nicht ſſür nötig gehalten, die
Frei=
gabe der Wohnungen an die Bürgerſchaft zu verfügen.
Der amerikaniſche Botſchafter in Berlin
Schur=
mann, iſt von der philoſophiſchen Fakultät der Univerſität
Heidelberg zum Ehrendoktor ernannt worden.
Der belgiſche Außenminiſter Vandervelde wird
erſt in einem Monat ſeine Antwort auf die deutſchen
Ver=
öffentlichungen in der Frage der Deportierungen aus
Belgien während des Krieges veröffentlichen. Der Bericht wird
in mehreren Sprachen verfaßt werden.
Bundespräſident Seipel wird ſeinen diesjährigen
Erholungs=
urlaub wegen der gefpannten öſterreichiſchen Verhältniſſe nicht in
Karls=
bad, ſondern im Kloſter Hütteldorf bei Wien verbringen,
Der Kongreß der engliſchen Grubenarbeiter hat
erneut Herbert Smith zu ſeinem Präſidenten gewählt.
Das engliſche Unterhaus hielt geſtern ſeine letzte Sitzung
vor den Sommerferien ab und vertagte ſich bis 8. November.
Ein Teil der Abgeordneten wird mittlerweile an internationalen
Kon=
greſſen teilnehmen und Studienreiſen, auch nach Deutſchland,
unter=
nehmen.
Die normalen diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
Südſlawien und Albanien weiden demnächſt
wiederher=
geſtellt werden.
Der ehemalige franzöſiſche Kreuzer „
DEntre=
caſtreaux” hat, wie aus Cherbourg gemeldet wird, unter dem
Namen „Vladislas IP.” unter polniſcher Flagge und mit
einer polniſchen Beſi tzung die Werft verlaſſen, um künftig in Gedingen
als Schulſchiff zu dienen.
Die Stärke der zur Zeit in China ſtehenden
frem=
den Truppen wird — nach einem Bericht der Agentur Indo
Pa=
eifie — auf ungefähr 100 000 Mann geſchätzt.
ſchläge des Kommuniſtiſchen Gewerkſchaftsbundes für die
Ver=
ſchmelzung der beiden Gewerkſchaftsbünde abgelehnt werden.
Wie ſchon in früheren Jahren wird erklärt, daß es jeder
ein=
zelnen kommuniſtiſchen Gewerkſchaft freiſtehe, ſich mit der
ent=
ſprechenden ſozialiſtiſchen Gewerrſchaft zu verſchmelzen, d. h. alſo
in ihr aufzugehen. Die Entſchließung verurteilt in dieſem
Zu=
ſammenhang jede Art von politiſcher Betätigung der
Gewer=
ſchaften als ſolchen, obwohl ſie es den Mitgliedern der
Gewerk=
ſchaften freiſtellt, ſich irgendeiner der politiſchen Parteien
anzu=
ſchließen.
Auszeichuung des Münchener Apoſtoliſchen Nuntins.
Kardinal Andreas Frühwirth
iſt von Papſt Pius XI. mit dem Titel eines Kanzlers der
Römi=
ſchen Kirche ausgezeichnet worden. Der heute 82jährige
Kirchen=
fürſt war 1891 bis 1904 Ordensgeneral der Dominikaner, wurde
ſodann Titular=Erzbiſchof von Heraclea und iſt ſeit Jahren
Apoſtoliſcher Nuntius in München.
Die Wahrheit über Orchies.
Die Abwehraktion der franzöſiſchen Regierung
die Frankreich von der Blutſchuld an den Ueberfällen von Orchies
freiwaſchen möchte, um die Schuld auf einige Strolche
abzu=
ſchieben, zwingt doch dazu, auf die traurigen Einzelheiten des
Falles ſelbſt einzugehen. Die Protokolle und Ausſagen ſind in
den Dokumenten des Unterſuchungsausſchuſſes des Reichstagez
abgedruckt. Daraus ergibt ſich der Verlauf der ganzen Tragödie
ſo einwandfrei, daß für irgendwelche Zweifel gar kein Raum
mehr iſt. Es ſteht feſt, daß aus Orchies heraus, und zwar une
Teilnahme der Zivilbevölkerung, auf die Autos, die unter der
Fahne des Roten Kreuzes fuhren, ein ſyſtematiſches Feuer
e=
öffnet worden iſt. Es ſteht feſt, daß am folgenden Tag eine
Strafexpedition in Orchies von feindlichen Truppen heftig
b=
ſchoſſen wurde und unter großen Verluſten ſich zurückzieben
mußte. Es ſteht weiter feſt, daß am Tage darauf die Stadt von
den Soldaten und von einem großen Teil der Einwohner
ge=
räumt war und daß das 1. bayeriſche Pionierregiment im ganzen
21 Tote gefunden hat. Lediglich ein einziger
Schwerverwun=
deter, der ſein Leben dem menſchenfreundlichen Verhalten eine
Pflegerin verdankte, wurde noch vorgefunden. Der Etappen
delegierte berichtete: „Was wir da an Verſtümmelungen ſahen
war entſetzlich. Abgeſchnittene Naſen und Ohren, herausgeri
ſene Augen, mit Sägeſpänen und Erde verſtopfte Mund= un
Naſenlöcher. Bis zu zehn ſolcher verſtümmelten Leichen habe
ſelbſt geſehen. Da wurde es mir, trotzdem ich ſchon viel n
dieſem Feldzug geſehen habe, zuviel!‟ Die eidlichen Ausſagen
der Aerzte ergaben noch fürchterlichere Einzelheiten. Die
ermo=
deten Soldaten ſind zum größten Teil unverwundet in die Händ
der Feinde gefallen. Sie ſind aus nächſter Nähe erſchoſſen wo
den. Das alles ſpricht dagegen, daß es ſich um die Tat vom
Strolchen handelt, denn 20 unverwundete Deutſche werden ſo
ohne Gegenwehr nicht abſchlachten laſſen. Hier kann alſo lein
Zweifel beſtehen, daß in Orchies franzöſiſche Truppen waren, )u
die Truppen die erſten Angriffe der Deutſchen abgeſchlagen u
eine Reihe von Deutſchen gefangen genommen haben. Fürie
Konſtruktion, daß nun etwa Strolche ſich eingeſchaltet hätten)“
die beſtialiſchen Verſtümmelungen vorgenommen haben ſolc
iſt kein Raum.
Ein Rückblick Poincar6s.
Die Zeitſchrift „Cri de Paris” veröffentlicht aus Anlaß M
40. politiſchen Jahrestages Poincarés, eine Erklärung des Me
niſterpräſidenten, aus der folgendes hervorgehoben werden
kann: Von allen Miniſterien, denen ich angehört habe, habe ſch
keines gekannt, in dem ſo viel Herzlichkeit geherrſcht, wie im
gegenwartigen, obwohl rein äußerlich der Glaube beſtehen
könnte, daß es innerlich zerriſſen ſei. Jeder der Männer, da
mir ſeine Mitarbeit gewährt hat, hat ſich immer von
vol=
kommener Treue gezeigt, ich habe nie das gekannt, was ma
Intrigue nennt. Als Beiſpiel kann vor allem Herriot dienen
der berechtigt geweſen wäre, Groll gegen mich zu hegen, da doc
meine Intervention im Senat ſeinen Sturz im Jahre 1925 b
wirkt hat. Als ich ihn aber um ſeine Mitarbeit erſuchte, ſagl
er ohne weiteres zu und hat ſeither in voller Loyalität
mitge=
arbeitet. Wenn ein einziges Mitglied meines Kabinetts heut
zurücktreten würde, ſo würde ich nicht mehr am Ruder bleihen
Ueber die Finanzprobleme erklärte Poincaré, daß augeb
blicklich weder an eine Stabiliſierung, noch an eine weitere Auf
wertung zu denken ſei. Eine Stabiliſierung wäre ein illuſoriſche
Werk, wenn nicht gleichzeitig die Lage politiſch ſtabil wäre. Wem
berſucht werden ſollte, den Franken nach der einen oder anden
Richtung aus ſeiner gegenwärtigen Poſition zu drängen, ſo wü
den wir es in der Hand haben, dieſem Manöver zu begegnen
Um Hörſings Nachfolge.
* Berlin, 29. Juli. (Priv.=Tel.)
Die preußiſche Regierung hat bei ihrem erſten Verſuch, Erſo
ür den zurückgetretenen Oberpräſidenten Hörſing zu finden, kei
Glück gehabt. Herr Dr. Landsberg, der zuerſt in Ausſicht ge
nommen war, hat dankend abgelehnt. Die Sozialdemokraten
müſſen alſo weiter auf die Suche gehen und ſcheinen nun die
Ab=
ſicht zu haben, die im Wahlkreis Magdeburg gewählten ſoziel
demokratiſchen Reichs= und Landtagsabgeordneten der Reihe
nach durchprobieren zu wollen. Charakteriſtiſch iſt dabei, d0ß
unter den Kandidaten auch Herr Dittmann genannt wird, der
nach ſeiner ganzen überrevolutionären Vergangenheit und nach
der Rolle, die er im Kriege geſpielt hat, in der Zeit, als er noh
zu den Unabhängigen zählte, zweifellos der „gegebene
Obek=
präſident” iſt!
*Sang an Breslau.
Von Nolf Molitor.
Breslau liegt fabelhaft weit öſtlich. Man muß ſchon eine
Hleine Erbſchaft gemacht haben, um die Eiſenbahnfahrt dorthin
bezahlen zu können. Wobei nur die Frage offen bleibt, ob man
gut daran tut, ſeine Erbſchaft in einer Reiſe nach Breslau
an=
zulegen. Beſſer iſt jedenfalls, man iſt Staatsbeamter, und in
Breslau findet ein wichtiger Kongreß ſtatt, den man unbedingt
beſuchen mß, wenn anders der Staat nicht notleiden ſoll.
Dann übernimmt die Koſten der Staat, und das iſt recht
ange=
nehm. Uebrigens bringt man dabei noch Opfer genug: Zwanzig
Stunden Bahnfahrt bei vierzig Grad Hitze iſt keine Kleinigkeit,
und es iſt alles Mögliche, wenn man überhaupt lebendfriſch
an=
kommt. Zum mindeſten wird man bei der Ankunft ausrufen und
geloben: „Nie wieder Breslau!” Was iſt alſo zu tun, um dieſe
körperliche und ſeeliſche Vorbelaſtung zu vermeiden? Mein Gott,
man fliegt! Gleich nach dem Morgenkaffee packte ich alſo meine
Siebenſachen, beſtieg den um ¼9 auf dem Darmſtädter Flugplatz
ſtartenden bequemen Fokker und erhob mich ſanft in die Lüfte.
Als ob er wir den Abſchied von unſerem geliebtem Weſten recht
ſchwer machen wollte, zeigt mir unſer wackerer Pilot zunächſt noch
Mannheim und Karlsruhe. Dann aber macht er Ernſt. Scharf
öſtlich geht’s über den Schwarzwald. In knapp zwanzig Minuten
haben wir ihn überflogen und landen im Stuttgart=Böblinger
Flughafen. Jetzt kommt die ſchwäbiſche Alb. Wir fliegen dicht
an der alten Burgruine Teck vorüber, weiter ſüdlich erſcheint der
mächtige Hohenneuffen, links die lümmerlichen Reſte der alten
Hohenſtaufenburg. Die ſchroffen Felfen der Geislinger Steige
nehmen ſich von oben viel harmloſer aus. Weit rechts zeigt ſich
Ulm in einem dicken grauen Dunſt, aus dem die Münſterſpitze
ſtrahlend herausragt. Die Alpen deuten ſich kaum erkennbar an,
deutlich aber blitzt der Starnberger See herüber. Kurz danach
die Frauentürme. In München ein flüchtiges Mittagbrot, dann
Flugzeugwechſel. Ein wundervoller ſechsſitziger Dornier nimmt
mich auf. — Nordöſtlich München iſt die Gegend eintönig und
flach. Wir begleiten die Iſar auf ihrem Unterlauf. Jenſeits der
Donau erſt wächſt die Erde wieder empor, ein Meer von
Bäu=
men und Gipfeln, der urwüchſige Bayeriſche Wald erſcheint, kaum
belebt von kleinen Weilern und Gehöften. Die höchſte Erhebung,
der kahle „Hohe Arber” ruht in königlicher Einſamkeit. Dann
wieder Senkung nach Eöhmen hinüker. Eegen 15 Uhr ſchweben
wir über den goldenen Türmen des Sradſchin. Recht impoſant
präfentiert ſich das von der breiten Meldnn viel umſchlungene
lebhafte Prag zu unſeren Füßen. Nach kurzem Aufenthalt im
Flughafen, der auch militäriſchen Zwecken dient und von
zahl=
reichen Hallen, gefüllt mit Eindeckern und Doppeldeckern aller
Syſteme, umſäumt iſt, ſetzt unſer Dornier zum letzten Starte an.
Nach einer halben Stunde taucht überraſchend zur Linken das
ſchneebedeckte Rieſengebinge in ſtrahlender Klarheit auf, in
wuch=
tiger portalartiger Erhebung die Schneekoppe. Dann ganz
all=
mählich wieder die Ebene. Drüben ein blinkender Waſſerſtreif,
die Oder, ihr zu beiden Seiten ein großes, rötlich ausſchauendes
Häuſermeer — Breslau. Der Motor iſt abgeſtellt, in großen
Kehren ſinkt unſer Vogel auf die ſchleſiſche Erde. Dort winkt
und grüßt es freundlich zum Willkommen. Es iſt 17 Uhr. Der
Flug hat vom Morgenkafſee bis zum Nachmittagskaffee gedauert.
Und nun geht es hinein in das, was öſtlich iſt in unſerem
Vater=
land. Meine Kenntniſſe von Breslau hatten ſich im weſentlichen
auf „Soll und Haben” beſchränkt, jene trogiſche Angelegenheit,
die dem zünftigen Juriſten ein Greuel iſt, weil ſich der Dichter
über den Unterſchied der Folgen des Affekttotſchlags und des
Mordes offenbar in keiner Weiſe klar geworden iſt. Meine
Neu=
gierde fand aber zunächſt kaum Nahrung, denn ich konnte beim
beſten Willen keine beſonderen Eigenheiten entdecken. Das
än=
derte ſich mit einem Schlage, als ich einen prächtigen
eingebore=
nen Handwerksmeiſter um Auskunft anging. Er ſchien darin
Uebung zu haben, denn alsbald floß ſeine Rede wie Honigſeim:
„Breslau iſt die größte Stadt des deutſchen Oſtens, mein Herr!
Unſere Univerſität iſt die herrlichſte Barockſchöpfung der Welt,
wiſſen Sie! Unſer Rathaus iſt das prächtigſte profane Werk
der Gotik. Die Orgel in unſerer Jahrhunderthalle iſt die größte
auf der ganzen Erde. Und die Halle ſelbſt der gewaltigſte
Kup=
pelbau, den es überhaupt gibt. Die Peterskirche in Rom ſoll ſich
nur beſchämt zurückziehen. Wenn Sie allein in der Halle ſtehen
(offenbar eine beliebte Stolzübung der Breslauer), dann ſind
Sie ſo klein, ſage ich Ihnen, ach ſo klein” . . ., er deutete mit
dem Daumen und Zeigefinger ein Maß an, das allerdings
de=
primierend wirkte. Ich ſchrumpfte in Gedanken zu einem
er=
bärmlichen Zwerge zuſammen und konnte mich nur mühſam
wieder in meinen gewohnten Umfang zurückfinden. Aber der
Eingeborene imponierte mir doch mit ſeinen Superlativen,
zu=
mal die Stadt in dieſen Tagen auch eine Hitze von einer
Groß=
zügigkeit aufwies, die ein Nilpferd mit Anerkennung erfüllt
hätte. — „Und überhaupt die Oder, unſere Oder, mein Herr,”
fuhr der Breslauer fort, „unſere Oder‟ .. . Da ſie aber
ſchließlich auch nur Waſſer enthielt, fügte er etwas gereizt hinzu:
„Oder haben Sie etwas daran auszuſetzen?” Ich verneinte
eifrig, konnte indes die Bemerkung nicht unterdrücken, daß der
Rhein ſchließlich auch ganz neit ſei. Aber ſchon hielt er mir
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das weit lebhaftere Temperament der „wütenden Neiße” enſe
gegen, den „Bober” und den „Queiß” und ähnliche ſchleſich
Ströme, die mit Vorliebe Brücken zerſtören und Ortſchaften
unter Waſſer ſetzen. Damit konnte ich nun allerdings aus dell
Weſten nicht aufwarten und ſchwieg beſchämt.
Inzwiſchen hatte ſich mein Gewährsmann durſtig und hunß
rig geredet. Es war auch höchſte Zeit zum Frühſchoppen,
Uhr ging ſchon ſtark auf halb elf. Mein Freund führte
in den „Schweidnitzer Keller”, in dem allerdings wundervoll
Rathauſe, „das berühmteſte Lokal des deutſchen Oſtens”.
„Wir Breslauer wiſſen, was wir wollen,” ſagte er, „wir ſ0
die beſte deutſche Miſchung, wir verbünden ſüddeutſche Gemſe
lichkeit mit norddeutſcher Gründlichkeit!” Sehr bald konnte.
mich von der Richtigkeit dieſer Behauptung perſönlich ube‟
zeugen. Denn er entwicklte einen Appetit, der an Gründlichl.”
nichts zu wünſchen übrig ließ. Während er „Schweidniß”
Würſte” kolonnenweiſe vertilgte, rühmte er deren Güte mit be
geiſterten Worten, nicht ohne verächtliche Anſpielungen auf de
Frankfurter Würſtchen, von deren geringerwertigen Qualital”
tief durchdrungen war. „Breslau iſt die bedeutendſte Wülſe
und Bierſtadt des deutſchen Oſtens” beteuerte im beglückende”
Vorgefühl des fünften Schoppens. „Das iſt Haaſebier,” ſagl
er, „echtes Haaſebier, verſtehen Sie? Von der Brauerei Hadle
mein Herr, der größten Brauerei des deutſchen Oſtens!” 9a=
Bier war in der Tat ſehr gut und auch die Würſtchen überaue
wohlſchmeckend. Der fabelhafte Konfum auch der anderen Gaſſe
ſtellte an die Kellner die größten Anforderungen, ſie waree
ſchweißgebadet. Gleichwohl kaſſierten ſie etwa halbſtündlich
Vermutlich lag ihnen daran, die Gäſte des Lokals durch
ſtug=
weiſes Abhacken des Schwanzes nicht über die Höhe ihrer 9
ſamtrechnung in Schrecken zu verſetzen. Vielleicht ſtand auch ihee
rechneriſche Ausbildung auf ſchwachen Füßen.
Bei jedem Schluck fragte mich mein Freund mit triefend:ß
Schnauzbart, wie es mir in Breslau gefiele. Dabei klopfte.‟
mir auf die Knie, daß ſogar die Bank noch etwas davon hans
auf der ich ſaß. Die allgemeine Stimmung wurde immer ane
mierter. Nun mußte eins geſungen werden. Die herrlichſe”
Lieder vom Rübezahl und anderen ſchleſiſchen Heiligen erfüllle‟
das Lokal. Mein Handwerksmeiſter dirigierte, die Kraft ſeine.
Stimme war faſt noch bedeutender als ihre Schönheit. Nuc
ſollte ich auch was zum Beſten geben. Ich zierte mich nicht lane=
und deklamierte mit Inbrunſt den „Glockengießer”. Bei 9e=
Stelle, da der Meiſter dem Buben das Meſſer ins Herz
ſtoß=
floß alles in Tränen. Aus einer Ecke aber, wo man ſchon ſe‟
9 Uhr beim Frühſchoppen ſaß, ertönten Pfuirufe gegen d.‟
Mörder, und die Stammgäſte nahmen eine drohende Haltung 9”
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Ammer 209
Samstag, den 30. Juli 1927
Seite 3
Zerſtandstagung des
Reichs=
verbandes der Induſtrie.
Ztereſſenausgleich zwiſchen Landwiriſchaft
m Oſien und Induſtrie im Weſien.
* Königsberg, 29. Juli.
einem Frühſtück, das Präſidium und Vorſtand des
Reftlſi tzerbands der deutſchen Induſtrie im „Berliner Hoſ”
gaeb, betonte Kommerzienrat Reuſch, daß die Mitglieder
dem iiichsverbands auf ihrer Oſtpreußenfahrt die Nöte
Oſt=
prmee s kennengelernt hätten und ſich auf Gedeih und
Ver=
deigſnrt der Provinz Oſtpreußen verbunden fühlten.
inrauf wurde folgendes Telegramm an den
Reichs=
pynſchdenten verleſen: „Auf der Oſtpreußenfahrt gedenken
Pindumm und Vorſtand des Reichsverbands der deutſchen
Jünſurie in Dankbarkeit und Treue des hochverehrten Herrn
Rhén räſidenten, des Befreiers unſerer deutſchen Oſtmark. Die
gekum amen Beratungen mit der oſtpreußiſchen Induſtrie und
Lohmärtſchaft haben erneut das unverbrüchliche
Treuver=
bäfls zwiſchen dem Reich und der wirtſchaftlich, wie politiſch
fühs abgeſchnürten oſtpreußiſchen Provinz beſtätigt. In
diſſe Geiſte gedenken wir des Siegers von Tannenberg.”
zu. Ehren der hier weilenden Mitglieder des
Reichsver=
bahrs ſ der deutſchen Induſtrie veranſtaltete die Stadt
Königs=
beegeſtern abend einen Empfang. Heute vormittag wurde die
nitüfz=entliche Präſidial= und Vorſtandsſitzung
abge=
hodh, in der Oberregierungsrat Adametz einen Bericht über
„Akeu en und Ziele des Reichsverbands auf dem Gebiete der
Wwalltungs=Vereinfachung” erſtattete. Von der Tatſache
aus=
garh), daß die geſamten Ausgaben von Reich, Ländern und
Gleuiden ſeit 1924 dauernd geſtiegen ſind und in Kürze auf
wieüber 13 Milliarden, gegenüber 4,3 Milliarden im Jahre
1991 urngewachſen ſind, gab Redner einen Ueberblick über die
g/euwärtigen Verhältniſſe in der Verwaltung von Reich,
Län=
die mnd Gemeinden. Im Anſchluß daran legte er die Wege
uſmi8iele einer Verwaltungsreform dar.
2arauf ſprach das geſchäftsführende Präſidialmitglied des
Mzwerbands, Geheimrat Kaſtl, über das Verhältnis vom
Mſußzu den Ländern. Der Vortragende ging davon aus, daß
elſſnn dieſer Beziehung notwendige Verfaſſungsreform
ge=
tynen, ſein müſſe von dem Geſamtwillen der Nation, und daß
eſſiZwwang, auch ein ſolcher finanzpolitiſcher Art, nur zu einem
umaſichbaren Ergebnis führen könne. Er forderte Erhaltung
dſſeküllturpolitiſchen Eigenart der mittleren und größeren
Län=
dſſeuad Ablehnung des Weges über ein Großpreußen, der nur
zſAsiederaufrichtung der Mainlinie führen könne.
Iti der Diskuſſion wurde mehrfach mit Nachdruck auf die
Alzoungen des Reparationsagenten in ſeinem letzten Bericht
Hſoiſeſen. Mit großer Aufmerkſamkeit verfolgte die Verſamm=
Iſtu ſeinen Vortrag des Präſidenten der Landwirtſchaftskammer
Ah=Arrovinz Oſtpreußen, Dr. Brandes, über die beſondere Lage
Ab Wandwirtſchaft Oſtpreußens. Am Schluß der Sitzung
Awd die Einſetzung eines beſonderen Ausſchuſſes, der die
AFym der Gasfernverſorgung prüfen ſoll, beſchloſſen.
Alhtigungsfahrten, die ſich beſonders auch auf landwirtſchaft=
U /Einrichtungen erſtrecken, bilden den Abſchluß der
Oſtmar=
ſerart der Reichsverbandsmitglieder.
Aie auf der Fahrt zur Vorſtandsſitzung beſindlichen Mit=
Awber des Reichsverbands der deutſchen Induſtrie wurden am
ZGmerstag in Marienburg vom Oberpräſidenten Siehr
qwüſtpreußiſchem Boden begrüßt, der u. a. ausführte:
Juch begrüße Ihre Reiſe auf das Wärmſte und hoffe, daß,
Avn Sie wieder von uns ſcheiden, Sie dieſe Tage nicht als
boy en anſehen, ſondern neue und wertvolle Eindrücke mit=
1mnen werden. Oſtpreußens Wirtſchaft beruht in
mr Linie auf ſeiner Landwirtſchaft. Die Fühlung=
Iume zwiſchen Ihnen und uns kann von hoher Bedeutung
udan für das wechſelſeitige Verſtändnis der Lebensbe=
5yungen des induſtriellen Weſten und des agrariſchen Oſten.
E bann vielleicht beitragen zu einer Erleichterung des
Atereſſenausgleichs, da wo die beiderſeitigen Be=
Yüge miteinander zu kollidieren ſcheinen, wie etwa bei dem
ſotſich=polniſchen Handelsvertrag. Wber ich verſpreche mir von
der Fühlungnahme weit mehr als wirtſchaftliche Effekte. Sie
ndnen mit ſcharfem Blick ſehr wohl erkennen, daß auf dem
en=ierten Poſten, den wir im Intereſſe von ganz Deutſch=
Co zu beſetzen haben, wirtſchaftliche Fragen gleichzeitig
rtſ onal=politiſche Fragen allererſten Ranges ſind.
-Yoer Oberpräſident erinnerte daran, daß Polen ſeine
An=
fützche noch nicht aufgegeben habe und verwies darauf, daß
Aerk alles tue, um die Ausreiſe polniſcher landwirtſchaftlicher
Ponamnanon der kamanntſchen Liegemtſcaft
Vereidigung des rumäniſchen Regentſchaftsrates.
In Gegenwart des fünfjährigen Königs Michael (X)
iſt der Regentſchaftsrat von dem Patriarchen der Moldau vereidigt worden. Unſer Bild zeigt auf der Empore rechts die drei
Mitglieder des Regentſchaftsrats: den Prinzen Nikolaus, den Patriarchen von Rumänien Miron Chriſtia und den Präſidenten
des Oberſten Gerichtshofes Buzdugan. Der kleine König ſteht vor ſeinem Thronſeſſel. — In einer Proklamation an das Land
erklärt der Regentſchaftsrat, er werde unter allen Umſtänden bemüht ſein, die immer nur auf das allgemeine Wohl gerichteten
Abſichten des Königs durchzuführen, für Sicherung der vollkommenen Konſolidierung des Landes, ſeine ruhige Entwicklung und
für Anwendung der Verfaffung und der Geſetze des Landes zu ſorgen.
Wanderarbeiter zu fördern, um die oſwreußiſche Wirtſchaft
der=
art auf die Knie zu zwingen, daß ihr ſchließlich die Vereinigung
mit Polen als die einzige Rettung erſcheinen werde.
Für uns, fuhr der Präſident fort, ergibt ſich daraus die
dringende Notwendigkeit planmäßiger und verſtärkter
Siedlung im Oſten und intenſivſter Fürſorge für die
oſt=
preußiſche Wirtſchaft, um die Widerſtandskraft der Provinz zu
erhalten und zu ſtärken. Was der Verluſt Oſtpreußens für
unſer ganzes Vaterland bedeuten würde, das brauche ich hier
nicht beſonders auszuführen. Ich habe nur eine Bitte
auszu=
ſprechen: Wenn einmal die Intereſſen der reichsdeutſchen
In=
duſtrie und der agrariſchen Provinz Oſtpreußen einander
wider=
ſprechen, dann betrachten Sie dieſe Frage nicht allein unter dem
Geſichtswinkel des bloßen Intereſſenkampfes einzelner
Landes=
teile oder Berufsſtände. Dieſes ſchöne Land, der Wildnis
ab=
gerungen durch deutſcher Männer Blut und Arbeit, muß ſtolz
und ſtark erhalten werden um jeden Preis.
Maßnahmen der Wirtſchaft gegen die
Portoerhöhung.
Berlin, 29. Juli.
Zwiſchen den Spitzenverbänden der Wirtſchaft ſchweben
Er=
wägungen, die auf Schaffung einer Einheitsfront gegen
die Portoerhöhung abzielen. Dabei denkt man unter
ſorgfältigſter Ausnützung aller im Poſtverkehr gegebenen
Mög=
lichkeiten an noch bedeutend weitergehende Vorkehrungen, als
ſie der Großhandel getroffen hat. Die Einzelheiten dieſer
Maß=
nahmen dürften in nächſter Zeit bekannt gegeben werden. So
dürften im Bankverkehr geeignete Erſparnismaßnahmen inſofern
eingeleitet werden, als man wohl von den
Doppelbenachrichti=
gungen wieder Abſtand nehmen wird, daß man ferner, ſoweit
es ſich mit der Wahrung des Bankgeheimniſſes verträgt, zur
Verſendung von Druckſachen übergehen wird.
Tumuliſzenen im Wiener Gemeinderat.
EP. Wien, 29. Juli.
Der Gemeinderat war heute anläßlich der Debatte über die
Errichtung einer Gemeindeſchutzwache der Schauplatz wüſter
Tumultſzenen. Stadtrat Richter erſtattete das Referat. Die
Chriſtlich=Sozialen erhoben während der Rede einen
ohrenbetäu=
benden Lärm und hinderten den Redner am Sprechen, ſo daß
dieſer ſeine Rede nur den Stenographen diktieren konnte. Auch
nach Beendigung ſeiner Rede entſtand ein minutenlanger Tumult
im Saal. Für die chriſtlich=ſoziale Oppoſition ſprach
Gemeinde=
rat Kunſchak, der den Bürgermeiſter des Wortbruches bezichtigte,
weil dieſer erklärt hatte, daß die Wache nur für die Tage der
Ge=
fahr errichtet werden ſolle, während ſie jetzt zu einer ſtändigem
Einrichtung werde. Wenn der Gemeinderat jetzt einen ſolchen
Beſchluß annehme, desavouiere er den Bürgermeiſter. Kunſchak
bezeichnete die Aufſtellung der Gemeindewache als eine Rüſtung
zum Bürgerkrieg. Die Sitzung dauert abends ½11 Uhr noch an.
Die Beſchlagnahme deutſcher Dampfer in Schanghai.
Schanghai, 29. Juli.
Die Nanking=Regierung hat in Schanghai verſchiedene
Dampfer der Hamburg—Amerika=Linie beſchlagnahmt und ſie
mehrere Tage feſtgehalten, vermutlich infolge von Gerüchten über
angebliche Konterbande an Bord der Schiffe. Der deutſche
Gene=
ralkonſul in Schantung hat, nachdem ſich ergeben hatte, daß jeder
Verdacht unbegründet iſt, energiſch gegen die Feſthaltung
prote=
ſtiert und Erſatz gefordert. Die Dampfer ſind dann bis auf
„Bertram Rickmers” freigegeben worden. Auch dieſes Schiff
hat weder Kriegswaffen noch Munition an Bord, noch ſonſtige
Gegenſtände, die als Konterbande gelten könnten. Wegen „
Ber=
tram Rickmers” werden die Verhandlungen fortgeſetzt.
Außer=
dem verhandelt der deutſche Generalkonſul mit der Nanking=
Regierung, um die Erteilung von Flußpäſſen an deutſche Schiffe
zur Fahrt nach Hankau zu erreichen.
peit ſie noch dazu in Stande waren. Es war ein Glück für
n EMeiſter, daß er nicht zur Stelle war, er wäre noch einmal
chracht worden. Nun hielt einer eine vaterländiſche Rede, die
nleinem Hoch auf die Wacht im Oſten endigte. Das
Deutſch=
kdlied wurde geſungen. Beim zweiten Vers trank alles der
kiü ichen Büfettkönigin zu, die mit ſtolzem Lächeln die
Hul=
humg entgegennahm. Sie war in dieſem Augenblick im
hnseidnitzer Keller ohne Konkurrenz. Ein blaſſes Häschen von
7Fahren, das neben ſeinem Vater im fernſten Winkel des
kals ſaß, gab ſich gar keine Mühe, zur Geltung zu kommen.
wwäre ihr auch kaum gelungen.
lAber nun war es doch Zeit zum Aufbruch geworden. Die
azu ge Schwierigkeit war noch die Treppe, die auf den
Markt=
aßl hinaufführte; aber ſie wurde nach einigen mißglückten
Ver=
chuen im Sturm genommen. Ich war doch recht befriedigt, als
18 wieder friſche Luft um die Naſe wehte. Ich trennte mich
n meinem liebenswürdigen Begleiter, der ein dringendes
ubgebedürfnis empfand. Aber mein Wiſſensdurſt war nicht
fniedigt. Und eigentlich war es ſchöner, ihn ohne
Erläute=
nagen zu löſchen. Es iſt immer intereſſant, in einer fremden
taot auf Entdeckungsreiſen auszugehen, von Niemandem
ge=
hmt und beachtet ſich ganz ihrer Eigenart hinzugeben. Man
eielleicht kritiſcher, aber auch empfänglicher.
Von einer fabelhaften Wirkung iſt der inmitten der
lebhaf=
ſtem Umgebung traumhaft abgeſchloſſene Frieden der Dominſel.
rei mächtige Kirchen, die fürſtbiſchöfliche Reſidenz, ein Konvikt
7, was dazu gehört, das iſt ihr Inhalt. Das Juwel der
In=
ſaber iſt die dunkelrote edle Backſteingotik der Kreuzkirche und
u)faſzinierende Liebreiz der Himmelskönigin vor dem
Haupt=
ru ale des Doms. Was um die Jahrhundertwende an Bauten
uſſtanden iſt, die Anfänge der Stadterweiterung, leider auch
!Ausbau vieler unnötig geriſſener Lücken im Stadtinnern —
t3 gehört nicht zu den Sehenswurdigkeiten von Breslau. Erſt
emeueſte Zeit weiſt wieder Beſſeres auf: die Jahrhunderthalle,
ſe?Ausſtellungs= und Meſſebauten und tleinere Teile der
um=
uigreichen Siedelungen, die zur Behebung der hier beſonders
aſſſen Wohnungsnot errichtet worden ſind. Auch das im Bau
egriffene neue Polizeipräſidium verſpricht eine wirkungsvolle
rcſitektoniſche Löſung. Dagegen iſt die Zahl der wirklich
ge=
hmiackvollen Häuſer zum Alleinbewohnen beſchieden. Herrlich
tdder wohlgepflegte Scheitniger Park mit ſeinen prachtvollen
ſauumbeſtänden und weiten Waſſer= und Wieſenflächen.
Und der Breslauer Menſch? Manche bedeutende
Perſön=
chreit ſtammt aus dieſer Stadt: Schleiermacher, Laſalle,
Men=
el, Holtei. Doch die gehören der Geſchichte an, beweiſen zudem
ichgts für den „Typ” von heute. Dieſer Typ aber iſt von dem
weſtlichen ganz und gar verſchieden. Kein Wunder. Die
Lebens=
bedingungen, die kulturellen Grundlagen, die
Verkehrsverhält=
niſſe, der Volksſtamm ſelbſt iſt ein ganz anderer. Der heutige
Oſten iſt einſamer, unberührter. Breslau wird im weſentlichen
von Schleſiern beſucht. Dazu kommt ein bißchen Brandenburg
und ein bißchen Sachſen. Es iſt nicht durchweht und
durch=
flutet von dem großen internationalen Strom und den damit
verbundenen Einflüſſen, die für den Weſten charakteriſtiſch ſind,
ſeine Bewohner feinnerviger, kulturell und äſthetiſch
empfind=
licher und anſpruchsvoller, hellhöriger, geiſtig geſpannter
ge=
macht haben. Der Breslauer als Geſchöpf ſeiner Welt und
Umwelt iſt — wenn ſchon Rheinländer des Oſtens genannt —
ſchwerblütiger, biederer, konſervativer, prüder, vielleicht auch
treuer und vor dem höchſten Richterſtuhl ſchlechthin beſſer. Und
— weil leichter zufriedenzuſiellen, auch zufriedener und
mög=
licherweiſe glücklicher. Im übrigen glänzend zugeſchnitten für
ſeine öſtliche Aufgabe, wie wir es für unſere weſtliche ſind. Ein
Austauſch wäre gar nicht möglich. Aber Einzelne finden
ja oft genug den Weg hinüber und herüber, durch den Beruf
oder durch Heirat.
„Fühlen Sie ſich dann aber wohl in Ihrer neuen Heimat?”
Meine etwas indiskrete Frage richtete ſich an eine Dame aus
unſerem weſtlichen Induſtriegebiet, die ſich vor zehn Jahren nach
Breslau verheiratet hatte.
„Ich weiß nicht, ob es mit dem nach dem Weſten
verpflanz=
ten Breslauer der Fall iſt”, antwortete ſie ausweichend, wobei
ſie mich einlud, auf ihrem weſt=öſtlichen Divan Platz zu nehmen.
Ich ließ aber nicht locker und fragte weiter: „Und
umge=
kehrt?”
„Das wird auf Charakter und Temperament ankommen”
er=
widerte ſie mit einem reizenden Lächeln: „Ich kann mir aber
vorſtellen”, fügte ſie, plötzlich ernſter werdend, hinzu, „daß den,
der ſeine Wurzeln im Weſten hat, ein tiefes Heimweh
überkom=
men könnte im Oſten, wo die Sommer ſo heiß ſind und die
Winter ſo kalt und die Bewohner ſo, ſo — ſo normal. Denn
niemals wird der, dem weſtliches Blut in den Adern brennt, in
den tiefſten Tiefen ſeiner komplizierteren Seele von dem
ſchle=
ſiſchen Menſchen ganz verſtanden werden.”
„Da muß alſo wohl die Liebe darüber weghelfen?”
„Allerdings,” ſagte ſie und lächelte. — Aber wer hat jemals
das Lächeln einer Frau zu ergründen vermocht? —
Die Kunſt im Kaſten. So ungefähr läßt ſich kurz der Inhalt einer
rift ſkizzieren, welche die „Klaſſe für Gebrauchsgraphik und
Werbe=
an der Stagtlichen Kunſtakademie Düſſeldorf” herausgibt. Be=
kanntlich iſt die Düſſeldorfer Kunſtakademie die erſte Kunſthochſchule, die
unter dem Direktor Dr. Kaesbach Werbeunterricht von dem Werbe=
„wviſſenſchaftler Dr. Albrecht erteilen läßt. Die Verbindung dieſes
Wiſ=
ſenſchaftlers mit dem bekannten Werkkünſtler Profeſſor Aufſeeſer (
Aſſi=
ſtent Franz Marten) hat ſich durchaus bewährt. Den Beweis dafür
durch Tat und Wort liefert die vorliegende Schrift. Man ſieht es den
Arbeiten an, daß die Sachlichkeit des Auftrages in ihren weſentlichen
Beſtandteilen aufgefaßt war, ehe der Graphiker, Lehrer wie Schüler,
da=
ran ging, ſie aus ſeiner Perſönlichkeit danach zu geſtalten. Iſt ſtrenge
Sachlichkeit auch der einheitliche Grundzug, der alle Arbeiten der Schrift
miteinander verbindet, ſo fühlt man doch aus der verſchiedenen
Geſtal=
tung deutlich die verſchiedenen Perſönlichkeiten heraus. Bewußt greift
die Staatliche Kunſtakademie Düſſeldorf mit dieſer ihrer erſten
Veröffent=
lichung das Problem der künſtleriſchen Erziehung der Maſſen durch die
Druckſache in jeder Form und Ausführung an. Man ſagt nicht zu
viel, wenn man dieſen erſten Verſuch als einen Merkſtein in der
Ent=
wicklung neuzeitlicher Druckgeſtaltung bezeichnet.
Steuerformularbuch, Briefmuſter und Beiſpiele für den geſamten
Schrift=
verkehr mit den Steuerbehörden nebſt dem Beiſpiel eines Rechtsganges
von Dr. Kurt Ball, Privatdozent an der Handelshochſchule,
Rechts=
anwalt, Regievugsrat a. D., Berlin, und Dr. Fritz Koppe,
Rechts=
anwalt, Hauptſchriftleiter der „Deutſchen Steuer=Zeitung”, Berlin.
Preis geheftet 5 Mk., in Halbleinen gebunden 6,20 Mk. — 220 S. —
Induſtrieverlag Spaeth u. Linde, Berlin W. 10, Wien I.
Der Steuerpflichtige informiert ſich über ſeine Rechte und Pflichten
in der Regel durch Kommentare und Zeitſchriften. Wenn trotz dieſer oft
vortrefflichen Informationsquellen der Steuerpflichtige die für ihn in
Betracht kommenden praktiſchen Folgerungen nicht richtig zieht, ſo
be=
ruht das darauf, daß ihm eine Anleitung für dieſe letzte Auswirkung
in der Praxis fehlt. Es genügt meiſt nicht, ihm z. B. zu ſagen, unter
welchen Vorausſetzungen er Stundung einer Steuer beantragen kann
oder aber welche geſetzlichen Vorſchriften bei Abgabe der
Einkommen=
ſteuererklärung zu beachten ſind. Denn wenn er auch wirklich dieſe
ge=
ſetzlichen Vorſchriften ſich zu eigen gemacht hat, ſo beginnt jetzt für ihn
das ſchwerſte Stück der Arbeit, nämlich die Formulierung der Anträge,
Deklavationen und ſonſtigen Eingaben an die Behörde. Es iſt klar, daß
eine Sammlung von Muſtern und praktiſchen Anleitungen für alle
Steuerbeteiligten von größtem Werte iſt. Das vorliegende „
Steuerfor=
mularbuch” füllt daher eine Lücke aus, die trotz aller Kommentare und
Zeitſchriften bisher immer noch beſtand. Aus der Feder zweier erſter
Steuerpraktiker ſind hier Briefmuſter für alle erdenklichen Steuerfälle
in praktiſcher Form entworfen und, was beſonders wertvoll iſt, auch
en=
läutert. Die Muſter umfaſſen das geſamte Steuerrecht. Der
Steuer=
pflichtige findet hier ausgezeichnete Muſter für ſeine Steuerdeklaration,
für Rechtsmittelerklärungen, Stundungsgeſuche, Erſtattungsanträge,
Vorbehalte und Steuerzahlungen ſowie überhaupt Briefmuſter für den
geſamten Schriftverkehr mit ſeiner Steuerbehörde. Das „
Steuerformular=
buch von Ball=Koppe wird in Kürze das unentbehrliche Rüſtzeug in der
Praxis jedes Steuerpflichtigen ſein.
meines Ausderkaufs
Ortsetzung
Wegen Umzug, in Stroh-, Filz- und Seidenhüten zu nochmals stark herabgesetzten
Preisen
ERAST-LUPWIGSTR. 15
UOM AILMAA!
augei.
* Die glückliche Geburt
eines geſunden Knaben
igen hocherfreut an
Willy Grohe und Frau
geb. Weiß
Griesheim b. Darmſtadt
z. Zt. Darmſtadt, Klinik Dr. Altſchäler
Jatee
Paulinenheim).
Das Feſi der
Silbernen Hochzeit
begehen am 3. Auguſt die
Ehe=
leute Wilhelm Jamin und Frau
Eliſabeth, geb. Luft, Mühlſtr. 20.
(19676)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgange unſerer lieben
Enf=
ſchlafenen
Tilly Huege
Otto Wenzelberg
cand. dipl. ing.
Martinstr. 22
Verlobte
Darmstadt
Juli 1927.
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Hügelstr. 71
Für die uns anlässlich unserer Vermählung
so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten
sprechen wir hiermit unseren herzl. Dank
aus.
Dipl. Handelslehrer Georg Lauth
und Frau Hildegard, geh. Völker.
Darmstadt, Schwanenstr. 72 I.
(*19706
Am 26. Juli 1927 verſchied nach
danken beſtens
Die trauernden sinterbliebenen.
Darmſtadt, 29. Juli 1927.
Fuchsſiraße 1.
198
langem Leiden
Emil Laiſt
Oberlandesgerichtsrat i. R.
Darmſtadt, Wilhelminenplatz 15. (19726
Die Einäſcherung erfolgte in aller Stille.
Dankſagung.
Wir danken von Herzen Allen, die uns beim
Heimgang unſeres lieben Vaters
Otto Rothermel
Rechnungsdirektor i. R. im Landeskirchenamt
Beweiſe aufrichtiger Teilnahme gegeben haben
Die trauernden Hinterbliebenen.
Der ſlotte Filzhut
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Sonntag von 11—1 Uhr geöffnet.
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begehtaml.Aug. 5
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heit ihren 80.Ge=
Tburtstag. (19695 2
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tretn zum Beten
vertreter, Kommerzie
buder und Fre
Nummer 209
Samstag, den 30. Juli 1927
Seite 5
Uor Melbemtsces Melskatktſeft.
Beiheakt auf dem Alten Friedhof.
4üeniſtein=Enthüllung für den verſtiorbenen
Kreis=
vertreter Schmuck — Kranzniederlegungen.
Täe Deutſche Turnerſchaft vergißt ſeine Verſtorbenen nicht. Als
bpflicht, die ſie freiwillig und gerne erfüllten, betrachteten es die
Onftädter Turner, geſtern vormittag möglichſt zahlreich vertreten zu
ſt als die Weihe des Gedenkſteins für den verſtorbenen Kreisvertreter
Emuck auf dem Alten Friedhof vorgenommen wurde. Mit ernſten
Anen begaben ſich die Verſammelten unter Vorantritt der fünf
Darm=
ſie— Turnerfahnen an die letzte Ruheſtätte des Entſchlafenen.
Trau=
ſ rmſtanden alle die Grabſtätte, die zu Ehren des Verſtorbenen mit
ſtzerbarem Blumenſchmuck verſehen war. Gar Mancher, der vor
3 2Jahren den 70. Geburtstag des damals friſchen und fröhlichen
ſcwwertreters mitfeiern konnte, ſah ihn im Geiſte lebendig vor ſich
ſy gonnte es kaum faſſen, daß er, der ſich auf das Feſt, das nun in
Krſtadts Mauern gefeiert wird, ſo recht freute, dieſes nicht mehr
mit=
ſehnn konnte. Und doch iſt es ſo, der unerbittliche Tod kam auch zu
ſt; wie aus weiter Ferne und doch ganz deutlich und klar klangen in
ſankTeilnehmern die Treuegelöbniſſe des nun Verſtorbenen: „Turner, ich
Uſtd= euch gehören bis zum Tode”, und mächtige wallte es im Herzen
mises Turners, der hier am Grabe Schmucks ſtand: „Wir bleiben dir
ſct üüber das Grab‟. Nur zu deutlich ſtand die Trauer in den Dügen
B8erſammelten, und kein Turner braucht ſich zu ſchämen, wenn ihm
ſadurr letzten Ruheſtätte ſeines Freundes Tränen in die Augen treten.
Herllichkeit lag über dem Friedhof, als leiſe das „Niederländiſche
Dank=
ge” angeſtimmt wurde. Das Städtiſche Orcheſter unter der Leitung
ſt Dirigenten Ludwig, verſtand es, der Stimmung Rechnung zu
tzzur. Unwillkürlich fühlte man ſich in dem großen Naturdom ergriffen
p malle fühlten die Nähe Schmucks, als der feierliche Choral „Wir
ten zum Beten” verklungen war. — Und nun hielt der zweite
Kreis=
ſtuster, Kommerzienrat Schill= Oſthofen, ſeinem verſtorbenen
Turn=
dier und Freunde eine warmempfundene, zu Herzen gehende
Weiherede,
dier er betonte, daß es Herzensbedürfnis der Turner ſei, auf dem
liren Boden, in dem Männer ruhen, die für die deutſche Turnſache
Leben lang gewirkt und gearbeitet haben, dieſer in ewiger Treue
d TDankbarkeit zu gedenken. Zum äußeren Zeichen wurde dem
ver=
henen langjährigen Tumerführer, Landesturninſpektor und
Kreis=
ſtweter ein bleibend s Denkmal geſetzt, denn „Treue iſt kein lerer
hrn”. Wie unerwartet riß ihn der Tod aus der Mitte ſeiner Freunde.
Senen er das ſchöne Turnfeſt zu feiern hoffte; aber wahr iſt das mal wieder „ungeſtört” daheim zu ſein!
Die Saarländer in Darmſiadt.
Am Freitag nachmittag empfing Darmſtadt ſeine lieben
Gäſte aus dem Saargebiet. Schon lange vor Eintreffen des
erſten Sonderzuges, der den Saar=Blies=Gau brachte, waren die
Straßen der Stadt, durch welche ſich der Zug bewegte, gefüllt
von einer Menſchenmenge, die nach Zehntauſenden zählte.
Darm=
ſtadt hatte ſein ſchönſtes Feierkleid angelegt, die Sonne lachte
vom Himmel, alles vereinte ſich zu einer Symphonie reinſter
Freude und hellſter Begeiſterung. Als der Sonderzug pünktlich
auf die Minute einlief und die Saarturner aus den Fenſtern
Schulrat Emanuel Schmuck +F
Hieſſiſcher Landes=Turninſpektor langjähriger Kreisvertrerer
(des 9. Kreiſes (Mittelrhein) der Deutſchen Turnerſchaft.
ba* das Ehrenmal, das heute enthüllt wird, ſoll für alle Zeiten
zunertreue verlinden. Alle Stellen, die mit der Ausführung dieſes
zuen Ehrenzeichens betraut waren, haben ihr Beſtes gegeben, ſowohl
Füdhofsarchitekt Wehner, Friedhofsinſpektor Bauer, der den
tulbſchmuck ſtiftete, und Herr Engelhard=Aſchaffenburg, der das
rumzerelief ausführte. Ihnen allen ſei Dank. Wie dieſer Fels aus
m. heſſiſchen Odenwald, in dem der Verſtorbene ſo gern weilte, ſo
raeſchütterlich ſoll die Dankbarkeit und treue Anhänglichkeit aller
umer ſein. — Das Denkmal wird den Darmſtädter Turnern in treue
beut gegeben.
Langſam fiel die Hülle, die Fahnen ſenkten ſich und ergriffen ſtand
e Trauerverſammlung vor dem gewaltigen, monumentalen Granit=
(ſan, der das jugendlich ſchöne und gut ausgeführte Bildnis Schmucks
äu t mit der ſchlichten Unterſchrift:
„Seinem verdienſtvollen Führer Schulrat Emanuel Schmuck,
geb. 16. 4. 1855, geſt. 2. 9. 1926, I. Kreisvertreter 1901—1926,
in Darkbarkeit gewidmet
Der 9. Kreis Mittelrhein der Deutſchen Turnerſchaft.”
Profeſſor Dr. Berger, der ſeinerzeit, als man den Verſtorbenen
ul letzten Ruhe bettete, nicht anweſend ſein konnte, ließ es ſich nicht
ehmen, ſeinem Freunde einen warmen Nachruf zu widmen. Er
ge=
gante des Verblichenen als eines wahren Freundes, eines echten
Tur=
ens, eines geraden Mannes ohne Furcht. Was er geweſen iſt, bleibt
gewig im Herzen ſeiner Freunde, ein leuchtendes Vorbild allen
Tur=
enm. Im Namen des Vorſtandes des Hauptausſchuſſes ſei ihm auch
auß ſeinem Tode der unauslöſchliche Dank ausgeſprochen mit dem
Ge=
öſbſnis, ſeiner ſtets zu gedenken.
Für den 10. Kreis ſprach Amtsgerichtsrat Dr. Wohlfard ernſte
Varrte des Gedenkens. Schmuck war nicht nur Führer und Wegweifer
er deutſchen Turner, er war auch herzinniger Freund. An ſeinem
betoenktage ſei es ausgeſprochen, daß alle deutſchen Turner, auch die
eutte nicht an ſeinem Grabe weilen konnten, ihn als Vorbild in echter
(neue nie vergeſſen werden.
Der erſte Sprecher der Darmſtädter Turnerſchaft Rechtsanwalt
e0 lbhenn, gelobte dem Toten ewiges Gedenken. Wie das Denkmal
u” Stein, ſo wird dem teuren Verſtorbenen bei den Turnern
unauslöſch=
ſches Gedenken bewahrt für alle Zeiten. — Von all den Sprechern
unden prachtvolle Kränze an dem Grabe niedergelegt. — Noch einen
eizten ſtillen Gruß ſandte die Verſammlung dem Toten, dann bewegte
ſch. der Trauerzug zu den Gräbern der verſtorbenen Turnerführer auf
fun alten Friedhof, um durch
Kranzniederlegungen
ino ſtilles Gedenken das Andenken der toten Führer und Vorkämpfer
u feiern. Der 1. Kreisvertreter, Arthur Pfeiffer, ſowie der
PSprecher der Darmſtädter Turnerſchaft hielten an den Grabſtätten
agrreifende Anſprachen, die die Herzen der Trauernden tief berührten,
inſo legten an den Gräbern Kränze nieder. Man vergaß keinen der
broßen: R. Reuter, Adolf Spieß, der Begründer des deutſchen
Echoulturnens, Thierolf, Rothermel, die treuen Vorkämpfer
er deutſchen Turner und Heinrich Felſing, wurden an ihren
ſü heſtätten geehrt. Alle grüßten die Turnerfahnen, die ſie hochhielten,
ür die ſie gelebt haben und denen ſie treu waren bis in den Tod. Keiner
z ihnen wird unvergeſſen bleiben in den Herzen der echten Turner.
Zur dieſer Ehrung hatten ſich außer den Turnern und Förderern
e: Turnſache auch zahlreiche Verwandte und treue Freunde der
Ver=
torrbenen eingefunden. Allen iſt das Gedenken an die Toten heilig,
Ue waren von gleich echter und tiefer Trauer ergriffen.
Profeſſor Dr. Berger,
der derzeitige Vorſitzende der Deutſchen Turnerſchuft,
winkten und kräftig „Gut Heil!” riefen, kannte die Begeiſterung
der auf dem Bahnſteig Stehenden keine Grenzen mehr. Die
Kapelle ſpielte das Deutſchlandlied, die Menge fiel brauſend
ein, und all den vielen Saarturnern merkte man die Freude an,
„Unſere Gedanken ſind nicht Eure Gedanken‟. Es kam anders. Turner Kalbhenn begrüßte ſodann die Gäſte aus dem
Saarland: „Liebe Turnerinnen und Turner! Herzlichen
Will=
kommen entbieten wir Euch, die Ihr aus dem leidenden beſetzten
Gebiet zu uns dmmt! Erfreuen ſollt Ihr Euch jetzt an der
Freiheit im Kreiſe Eurer Brüder! Wir reichen Euch die Hand
mit dem Verſprechen, Euch Unterſtützung zu gewähren, ſo viel
und wie wir können. Denn das Opfer, das Ihr brachtet, um
hierher zu kommen, war groß. Aber Ihr habt es gern gebracht,
um endlich einmal wieder friſche, freie Luft atmen zu können,
die friſche freie Luft des Heſſenlandes, und um ein Feſt mit uns
zu feiern. Reiche Erinnerungen ſollt Ihr mitnehmen von dieſem
Feſt der Verbrüderung. Deutſch die Saar immerdar und
immer=
dar der Rhein! In dieſem Sinne Euch Saarturnern ein
drei=
faches „Gut Heil!”
Der Vertreter des Saar=Blies=Gaues, Turner Burk
er=
griff das Wort zu einer Erwiderung: „Turnerinnen und Turner!
Nach herrlicher Fahrt durch die Heimat ſind wir hierher
gekom=
men. Liebenswürdig hat man uns aufgenommen, und wir
dan=
ken den heſſiſchen Turnern für ihren herzlichen Empfang und
ihre freundlichen Worte. Wir ſind gekommen, uns hier im
fried=
lichen Wettkampf zu meſſen. Wochenlang ſchon freuen wir uns,
in freier Luft freie Stunden verleben zu können. Darum bringen
wir den Heſſenturnern unſere Grüße entgegen, indem wir rufen:
Ein dreifaches „Gut Heil!”
Nach dieſen aus dem Herzen kommenden Worten formierte
ſich der Zug, und die Darmſtädter Bevölkerung ließ ihre
ſprich=
wörtliche Zurückhaltung beiſeite und jubelte und rief ihren
Schweſtern und Brüdern aus dem Saargebiet immer wieder zu.
Es waren echte, rechte Momente einer tiefen ſeeliſchen
Erſchütte=
rung, und es zeugt von dem gewaltigen Korpsgeiſt innerhalb
der Deutſchen Turnerſchaft, wenn das möglich, daß über tauſend
fremde Menſchen vom erſten Augenblick ihres Eintreffens an
wie immer bewährte gute Freunde behandelt und aufgenommen
werden. Die beiden nachfolgenden Sonderzüge, die den Saar=
und Blies=Gau brachten, fanden die gleiche herzliche Aufnahme.
Alles in allem war der Empfang der Saarturner ein ſpontaner
Ausbruch einer ſonſt ſtillen und reſervierten Bevölkerung, der
deswegen überraſchend und doppelt angenehm wirkte.
Darm=
ſtadt grüßte in dieſen Pionieren echten Deutſchtums in der
Weſt=
mark die unzertrennbare Heimatliebe der Leute von der Saar.
Der Ehrenabend für die Turner
der beſetzten Gebiete.
Die Halle der 6000 — zu klein!
Darmſtadts neue Feſthalle faßt — wenn ſie über die polizeiliche
Zulaſſung beſetzt iſt — 6000 Menſchen, und ſie iſt zu klein für
das Turnfeſt. War dies am Donnerstag und war es noch mehr geſtern
abend, und wird es geſteigert ſein heute und morgen! —
Der geſtrige Ehrenabend für die Turnerſchaft aus dem beſetzten
Gebiet fand ſeine Einleitung ſchon am Nachmittag mit dem feſtlichen
Einzug der Turner aus dem Saargebiet, aus den Gauen 4 (Saar=Blies),
8 (Blies), 22 (Saar), 7 (Nahe=Idartal) und 14 (Mittelmoſel=Saar),
denen Darmſtadt einen jubelnden Empfang bereitet hat. Zu vielen
Tauſenden umſäumten die Darmſtädter die Einzugsſtraßen. In
muſter=
hafter Ordnung und Diſziplin. Das eröffnet die beſten Ausſichten für
den Nieſenfeſtzug am Sonntag. Unſere Schutzpolizei, die in ihren neuen
ſchmucken Uniformen, zu Fuß und zu Pferd ernſt und energiſch, aber
lohal und zuvorkommend den Ordnungsdienſt verſieht, hatte nirgends
Anlaß zum Einſchreiten. Auch das bleibt hoffentlich für den morgigen
Sonntag ſo.
Der Feſtabend wurde ſtimmungsvoll eingeleitet durch das Städtiſche 2
Orcheſter, das mit Bachs Jubelouvertüre den Reigen ſeiner Vorträge
eröffnete und rauſchenden Beifall auslöſte.
Im Mittelpunkte der abendlichen Veranſtaltungen ſtanden in erſter
Linie Begrüßungsanſprachen. Erſter Redner war der erſte
Vorſitzende des Hauptausſchuſſes, Gauvertreter
Oberreallehrer Roth
Liebe Turnbrüder und =ſchweſtern vom Rhein, Moſel, Saar und 9
Nahe, von den Bergen und Tälern jenſeits des deutſchen Stromes. Euch
empfangen und begyüßen wir, wie die Mutter ein Kind mit heißem 7
Herzen in die Arme ſchließt, das auf gefahrvollem Poſten in der Ferne
ſeinen Lebensweg geht und nun, vielleicht nur für wenige Stunden,
an die Quelle ſeines Lebens und ſeiner Kraft, in das Elternhaus, in
die Heimat eilt, um zu trinken aus dieſem koſtbarſten Born. Wie eine
Mutter ſolchem Kinde das Beſte bietet und ihm den erſten Platz
ein=
räumt, ſo geben wir Euch die erſten Feſtesſtunden und rufen Euch das
heißeſte Willkommen zu.
Einer der kernhafteſten der deutſchen Männer, die je gelebt, unſer
Meiſter Friedrich Ludwig Jahn, hat die Idee von der deutſchen Einheit
tief in unſere Herzen geſenkt. Und Ihr, liebe Turnbrüder und
=ſchweſtern, laßt dieſe Ioee in uns von neuem emporflammen, und zeigt
in der Tat, wie man deutſche Einheit und deutſches Volkstum wahrt und
behütet. Die neuerſtandene Idee von deutſcher Einheit macht aber nicht
Halt an den ſchwarz=rot=goldenen Pfählen, ſondern dringt kraftvoll
hin=
aus in alle Welt, wo deutſche Brüder und Schwveſtern leben.
Seite an Seite und Hand in Hand, kämpft der Verein für das
Deutſchtum im Ausland mit unſerer Deutſchen Turnerſchaft für
deut=
ſches Volkstum in aller Welt. Dieſer Verein, der mit großen Opfern
die Erziehung der deutſchen Jugend im Auslande zu deutſchen
Men=
ſchen pflegt, ebnet unſerer großen Aufgabe die Wege. An Euerem
Schickſal und an Euerer Arbeit nimmt er ganz beſonderen Anteil und
läßt Euch darum aufs herzlichſte grüßen.
Und nun, liebe Freunde, öffnet Eure Herzen in der freien deutſchen
Heimat, ſchüttelt die ſtarre Spannung, in der Ihr leben müßt, einmal
ab; turnt und ſingt mit uns, wie das Herz Euch treibt. Wir werden
unſere Aufgabe als erfüllt anſehen, wenn Ihr, geſtärkt an Leib und
Seele, in Eure teure Heimat zurückkehrt und Ihr das Bewußtſein
in Euch tragt, daß unlösliche Bande uns mit Euch auf ewig verbinden.
Unſer gemeinſamer Leitſtern aber ſoll unverrückbar ſein: „Herz und
Hand dem Vaterland!”
Sie verehrte Feſtgäſte aber, und Ihr lieben Turner und
Turne=
rinnen aus dem unbeſetzten Gebiete, erhebt Euch und grüßt unſere Gäſte
aus dem beſetzten Gebiete mit einem kräftigen „Gut Heil!”
Der gemeinſame Geſang „Brüder, reicht die Hand zum Bunde!”
folgte dem brauſend grüßenden „Gut Heil!”, das den Turnern der
be=
ſetzten Gebiete entgegenklang. — Nächſter Redner war
Bürgermeiſter Mueller
Er begrüßte namens der Stadt mit beſonderer Freude die Turner und
Turnerinnen aus dem beſetzten Gebiet und dem Saarland. So oft
Beſuche von dort nach Darmſtadt kämen, empſinde man hier das
Be=
dürfnis, den Gäſten beſonderen Dank für ihre Treue zu ſagen, ihnen
nach Kräften Troſt zu ſpenden und ſie auch unſerer Treue und unſeres
Solidaritätsgefühls zu verſichern. Man höre ſo oft von drüben
her=
über den Vorwurf, im unbeſetzten Deutſchland habe man nicht das
nötige Intereſſe und Verſtändnis für die Leiden des beſetzten Gebietes.
Es möge vorkommen, daß namentlich im inneren Deutſchland, wo man
weiter von dem deutſchen Rhein entfernt ſei, dieſes Intereſſe vielfach
nur in geringerem Maße vorhanden ſei. Es ſei aber ein Irrtum, den
Vorwurf auf das ganze unbeſetzte Deutſchland zu verallgemeinern. Er
wiſſe, daß im ganzen Vaterland der deutſche Rhein als ein
National=
heiligtum betrachtet werde, und daß man auch im Norden und Oſten
ihm in allererſter Linie die deutſchen Sympathien zuwende. Ja, in
Oberſchleſien, Oſt= und Weſtpreußen, in Danzig, in Schleswig=Holſtein
Arthur
Pfeiffer=
der Vorſitzende des Mittelrhein=Kreiſes.
habe man vielfach das Gefühl, gegenüber dem weſtlichen beſetzten
Ge=
biet und dem Saarland an die zweite Stelle gerückt zu ſein. Sicher
aber ſei, daß gerade in Darmſtadt, von deſſen Höhen man den deutſchen
Rhein erblicke, das Intereſſe und das Verſtändnis für das, was
jen=
ſeits des Rheins vorgehe groß und lebendig ſei. Die Feſthalle ſelbſt
ſei auf dem Boden des Mainzer Brückenkopfgebietes erbaut, wenn auch
die offizielle Grenze hinter unſeren Hauptbahnhof zurückgeſteckt ſei.
Als Mittelpunkt des ſogenannten Ausſtrahlungsgebietes habe
Darm=
ſtadt in den zurückliegenden Jahren viele Tauſende von Flüchtlingen
empfangen, ſie weitergeleitet, aber auch ſelbſt ſie jahrelang bei ſich
auf=
genommen. Uebrigens ſei Darmſtadt ſelbſt 5 Wochen lang zuſammen
mit Frankfurt vor einigen Jahren beſetzt geweſen und habe damit, wenn
ſchon nur kurze Zeit, am eigenen Leibe geſpürt, was es heißt, im
eige=
nen Lande vor fremdſtämmigen Unterdrückern den Mund halten zu
müſſen und die Fauſt nur in der Taſche ballen zu dürfen. Dieſe
ſee=
liſche Marter ſei die ſchwerſte Belaſtungsprobe, die unſere Brüder
jen=
ſeits des Rheins nun ſchon jahrelang zu erdulden haben und immer
noch weiter ertragen müſſen. Es ſei der herzlichſte Wunſch der Stadt,
daß unſere Freunde in den paar Tagen, da ſie hier bei uns von jenen
drückenden Feſſeln frei ſeien, ſich für kurze Stunden wieder unbehelligt
und ungeſtört ganz ihrem deutſchen Fühlen und Denken hingeben und
frei ihrer Meinung Ausdruck geben könnten. Unſere herzlichſten
Glückwünſche und unſere wärmſten Sympathien gehörten den Männern
und Frauen jenſeits des Rheins. Ihnen widme er:
Ein kräftiges Gut Heil!
Auch dieſes „Gut Heil!” war herzlich und ſtark. — Dann ſprach
Schulrat Haſſinger
Deutſche Frauen und Männer, liebe Brüder und Schweſtern
aus den beſetzten Gebieten!
Der heutige Abend ſoll ein Ehrenabend für unſere Turnerinnen
und Turner aus den befetzten Gebieten ſein. Da iſt es uns zunüchſt
Bedürfnis. Ihnen ein herzliches Willkommen zuzurufen. Sie dürfen
überzeugt ſein, daß es für uns eine große Freude iſt, Sie in unſerer
Mitte in ſo großer Zahl ſehen und begrüßen zu können. Mit tiefer
Dankbarkeit gedenken wir der von Ihnen und allen Bewohnern des
beſetzten Gebietes bewieſenen Treue gegen unſer deutſches Vaterland.
Wir ſind ſtolz darauf, daß wir durch das in allen Schichten des beſetzten
Gebietes betätigte Heldentum ſo ſtarken Opferſinn für Staat und Volk
wahrnehmen durften, daß wir daraus die große innere Kraft uneres
Volkstums am Rhein und an der Saar empfinden durften: Denn Rhein
und Reich, ſie gehören zuſammen. Nur das einmütige Zuſammenſtehen
Aller, links und rechts des Rheins, verbürgt uns die Einheit unſeres
Vaterlandes. In den Stürmen des letzten Jahrzehnts, in der
Mei=
nungszerkliftung, die überall herrſcht, ſind uns nur wenige Güter
un=
angetaſtet erhalten geblieben. Unter ihnen ſtehen Volk und Vaterland
in vorderſter Reihe. Unſer Streben geht auf zahlreichen verſchiedenen
Wegen, aber das Ziel, dem es zuſtrebt, iſt für uns alle das Gedeihen
des Landes und das Band, das uns geheim verknüpft, iſt die
Zugehörig=
keit zu unſerem, zum deutſchen Volke. Sie kennen alle jenes Wort des
alten Goethe: „Das Beſte, was wir von der Geſchichte haben, iſt der
Enthuſiasmus, den ſie erregt.” Wir rufen die Geſchichte des deutſchen
Volkes in unſeren Tagen herein, damit ſie Enthuſiasmus, damit ſie
Begeiſterung erwecke. Gerade weil unſere Zeit ſo ſchwer iſt, gerade weil
die deutſchen Dinge ſo furchtbar und gewaltig ins Werden geraten ſind,
gerade deshalb ſind ſie uns teurer und wichtiger, gerade deshalb
ver=
ſtehen wvir ſie tiefer und erkennen klarer ihr eigentliches Leben. Das
Vaterland kehrt uns heute nicht die harte, ſteinerne Schauſeite eines
unerſchütterten Gebäudes zu, nein, wir ſehen durch Breſchen tief i
Seite 6
ſein Inneres, wir erblicken ſeinen Aufbau, wir ſind zur Mitarbeit an
ſeiner Erhaltung und Wiedererrichtung berufen, und dieſe Berufung iſt
trotz allem ein Glück. Darum gilt uns allen die Mahnung des Dichters:
Du ſollſt nicht kalt und ruhig ſtehn,
Wenn große Taten rings geſchehn.
Beſchau das Bauwerk deiner Zeit
Und ſeine Größ’ und Herrlichkeit.
Erhebe dich aus fauler Ruh
Und greif mit an und greif mit zu!
Und wär’s auch nur ein kleiner Stein,
Füg in den Bau ihn doch hinein!
Du ſollſt nicht kalt und ruhig ſtehn.
Wenn große Taten rings geſchehn!
Haſt du im Kleinen mitgetan,
Greifſt du wohl auch das Große an.
Das werdende Vaterland können wir tiefer lieben als das ungefährdete.
und deshalb findet gerade heute der geſchichtliche Enthuſiasmus
auf=
geſchloſſenere, erregtere, zur Liebe und Teilnahme geneigtere Herzen.
Das deutſche Nationalgefuhl, ſtark angeregt durch das heldenhafte
Ver=
halten unſerer Brüder und Schweſtern in den beſetzten Gebieten, hat
alle Stürme ſiegreich überdauert. Es ſteht heute nicht ſchlechter, ſondern
ſtärker als je zuvor. Alle Prophezeiungen, daß das deutſche
National=
gefühl an gewiſſe äußere Bedingungen gekmüpft ſei, daß es in ſchweren
Zeiten von außen leicht zu zerſchlagen ſei, haben eine zerſchmetternde
Widerlegung gefunden. Alle innerpolitiſchen Spaltungen haben das
Gefühl, es gibt ein deutſches Volk und es wuß einen deutſchen Staat
geben, nicht erſchüttern können. Dieſem Gefühl wollen wir die
be=
geiſternde Nahrung dieſer feſtlichen Abendſtunden leihen. Ob wir rechts
ſtehen, oder ob wir links ſtehen, ob wir zu den Aermſten oder zu den
Reichſten zählen, ob wir an die Monarchie glauben oder an die mit der
deutſchen Einheit hiſtoriſch ſo vielfach verbundene Republik, wir wollen
uns alle zuſammenfinden in dem mutigen Bekenntnis zum deutſchen
Geſchick in der Hoffnung, daß auch für unſere Brüder und Schweſtern
von Rhein und Saar bald die Stunde vollkommener Freiheit ſchlagen
möge. „In der Forderug der Befreiung der Rheinlande gibt es in
Deutſchland keinen Unterſchied der Parteimeinung. Irgend welche
Spe=
kulationen des Auslandes auf die Meinungsverſchiedenheiten in dieſem
Punkte verkennen die Einheitlichteit und die Wucht des Freiheitsgefühls,
das im deutſchen und im rheiniſchen Volk lebt. Seine weidere
Enttäu=
ſchung kann ohne tiefgehende ſeeliſche Rückwirkungen nicht gewagt
wer=
den”, ſagt der Reichstagsabgeordnete Dr. Ludwig Kaas ganz mit Recht.
Für dieſe Stunde der Freiheit wollen wir arbeiten und dulden,
gemein=
ſam tragen und uns gegenſeitig helfen in echter ſozialer Geſinnung und
brüderlicher Verbundenheit, mag uns auch ſonſt manches trennen. So
hoffe ich denn, daß die Tage, die Sie hier wit uns im unbeſetzten
Deutſchland verbringen, für Sie Tage der inneren Stärkung und
Kräf=
tigung ſein mögen und daß Sie etwas von dem empfinden, was an
Dankbarkeit in uns lebt:
Rheinländer, die ihr in den Rheines Gauen
geboren, deren Namen ſchmückt der Rhein,
zu deren Glück und Leid die Wellen ſangen:
Euch ſoll die Feier heut gewidmet ſein.
Und allen Deutſchen ſoll erklingen
heut abend unſer Sang vom Rhein;
wir wollen alle, wie ſeit tauſend Jahren,
fortan ein einig Volk von Brüdern ſein.
Was mehr als tauſend Jahre aneinanderkmütpfte,
Und was in Glück und Not zuſammenſtand:
ſolang des Rheines Silberwellen rauſchen,
ſoll fortbeſtehen das deutſche Vaterland.
Haſſingers Rede zündete. Sie fand beſonders begeiſterten Widerhall
in den Herzen der aus dem beſetzten Gebiet Kommenden; ſie wurde
mehrfach von Beifall unterbrochen und löſte am Schluſſe ſtürmiſche
Bravorufe aus.
Der Vorſitzende der Deutſchen Turnerſchaft
Profeſſor Dr. Berger
ſtürmiſch begrüßt, führte etwa aus: Heil Mittelrheiner! Ich bin jetzt
zu Euch gekommen; vor acht Tagen war ich in Königsberg, vor 14
„Tagen in Bayern, und in acht Tagen werde ich mitten in Deutſchland,
in der Jahnſtadt Freiburg an der Unſtrut ſein. Meine lieben Freunde
und Freundinnen, da lernt man das ganze deutſche Volk kennen. Und
ich darf ſagen, daß der üiberzeugende Eindruck der feſte Entſchluß aller
war, ſich nicht unterkriegen zu laſſen, auch von den größten
Schwierig=
keiten nicht! Bravol) Ich freue mich, daß ich im vorigen Jahr auch
drüben in Saarbrücken ſein konnte. Da habe ich auch unſere lieben
Saarländer kennen gelernt und weiß, daß ſie tveu zum Deutſchtum
halten. (Bravol) Man hat mir geſagt, ſie haben es trotz der
Be=
drückung fertig gebracht, daß heute kein Ort mehr ohne einen
Durnverein iſt. Ich beglückwünſche Euch dazu, liebe Saarländer!
(Bravo!) Ich weiß aber auch, daß andere Deutſche in den beſetzten
Gebieten nicht dahinter zurüchſtehen. Nehmt es mir nicht übel, wenn ich
ſage, ich beglückwünſche Euch! Ihr ſefnt den Feind, den Ihr vor Euch
habt. Wenn wir aber draußen ſind, in den anderen Gauen, da iſt der
Feind nicht weniger gefährlich. Aber er ſchleicht im Finſtern; man
ſieht ihn nicht! Der deutſche Michel läßt ſich einſchläfern und bringt
nicht den Widerſtand auf, der nötig iſt, wollen wir unſer Volkstum
hochhalten. Schwer wie Ihr, meine lieben Freunde, haben es auch
unſere Brüder und Schweſtern in den abgetrennten Gebieten. Im
Memelgebiete wird trotz aller Verſprechungen das Deutſchtum
plan=
mäßig unterdrückt. In Danzig iſt es kaum anders. Ebenſo wenig in
anderen Grenzgebieten. Sie alle, die Bedrückten, zu betreuen, ihnen
zu helfen, iſt eine unſerer vornehmſten Aufgaben. Wir umfaſſen ſie alle
mit brüderlich=turneriſcher Treue. Wir kennen ihre Not. Wir alle
aber müſſen zuerſt noch lernen, nicht in jedem den Parteigegner zu
ſehen, ſondern nur den deutſchen Bruder! Wir wiſſen, daß viele zu=
Samstag, den 30. Juli 1927
ſammen arbeiten, aber es müſſen alle ſein. Ich weiß, daß Ihr, die
Ihr im Kampf, in der Arbeit ſteht, keine Worte macht, daß Ihr ſtill und
treu arbeitet, wie das in der deutſchen Turnerei zu allen Zeiten üblich
geweſen iſt. Dieſe Treue, die uns eint, ſoll immerdar geweiht ſein dem
deutſchen Volk, dem deutſchen Vaterland! (Bravo!)
Nach dem gemeinſam geſungenen Deutſchlandlied ſprach
Kreisvertreter Pfeiffer
die gleich kernige Anſprache zur Begrüßung der Feſtteilnehmer im
Namen des Mittelrheinkreiſes. Auch ſein Gruß galt in erſter Linie den
Turnern und Turnerinnen aus dem beſetzten Gebiet, die heute nach
Darmſtadt gekommen, ſich im friedlichen Wettſtreit zu meſſen, zu zeigen,
wie auch ſie treu und zielbewußt gearbeitet haben am deutſchen Volt,
an der deutſchen Jugend. Erneut Zeugnis abzulegen von ihrer
Volks=
zugehörigkeit, zu ihrem deutſchen Vaterland. Zu beweiſen, daß es
kei=
nem Feinde gelingen kann, das deutſche Volk auseinanderzureißen, ſeine
Stämme zu trennen, wenn wir es nicht wollen. Seid überzeugt, Ihr
deutſchen Turner im beſetzten Gebiet, was Ihr in dieſen ſchweren
Jah=
ren für Euer deutſches Volkstum getan habt, und weiter tun werdet
das wird nicht vergeſſen, das wird Euerem Konto gutgeſchrieben. Wir
werden daran denken, wenn die Zeit gekommen. Wir Turner, wir
wollen nicht, wie vielleicht manch Andere die Schätze des Landes, das
Ihr verwaltet, wir wollen Euch! Ihr ſollt bei uns bleiben! —
Die kernhafte Rede klang aus in einem dreifachen „Gut Heil!” auf die
Deutſche Turnerſchaft.
Gauvertreter Burck=Gaarbrücken
dankte für den herzlichen Empfang in Darmſtadt und den ſchnöen
Feſt=
abend im Namen der auswärtigen Gäſte. Ich muß ſagen — führte er
aus —, noch nie iſt eine Turnfahrt ſo glatt vonſtatten gegangen wie
diesmal nach Darmſtadt. Wenn wir aber fragen, warum ging es jetzt
ſo, dann muß ich Ihnen ſagen, daß der unwiderſtehliche Wille,
durchzu=
halten und feſtzuhalten, uns dieſe Erleichterung nun endlich einmal
verſchafft hat. Liebe Turner und Turnerinnen; nun ſind wir bei Euch
angekommen, und wir wollen mit unſeren mittelrheiniſchen Freunden
dieſes Freuden= und Kreisturnfeſt verleben und uns mit ihnen meſſen
in friedlichem Wettkampf, und wir wollen wiederum in Ihrem Kreis
zum Ausdruck bringen, daß wir mit Euch immerdar feſt verbunden
wol=
len ſein und daß wir uns durch die künſtlich gezogene Grenze niemals
von Euch und dem deutſchen Vaterland trennen laſſen. (Bravo!) Und
wir reichen uns die Hände als Bwider und Schweſtern eines großen
deutſchen Vaterlandes. Laſſ; Sie mich den Freunden, die uns ſo
herz=
liche Worte der Begrüßung zugerufen haben, ein paar Worte noch zum
kurzen Dank ſagen: Wir wollen trotz aller Not feſt und treu zuſammen
mit unſeren deutſchen Brüdern leben, bis unſere Heimat wieder
frei=
gegeben iſt der großen Sache unſeres deutſchen Vaterlandes. (
Leb=
haftes Bravo!)
Der weitere Verlauf des Abends brachte wiederum
Turneriſche Vorführungen.
Turnerinnen des Turnvereins Arheilgen unter Leitung des
Turnwarts Andres zeigten gut diſzipliniertes Keulenſchwingen,
Turner des gleichen Vereins ſehr intereſſante, ganz neuartige
Frei=
übungen, die auch auf den Laien den überzeugenden Eindruck machen
nußten, daß ſie zielbewußte und logiſch aufgebaute Stählübungen für
den Körper ſind. So wird der Wert der Freſübungen als Vorſtufe
zü den Höchſtleiſtungen des Geräteturnens, zu denen ſie den Körper
ſtählen, begreiflich.
Dam folgten Wertungsvorführungen von Turnerinnen aus dem
beſetzten Gebiet. 16 Turnerinnen des Turnerbundes Wiesbaden
zeigten ſehr wirkſame, anmut=erfüllte Frefübungen (
Gauverbandsturn=
wart Fritz Engel=Wiesbaden), 20 Turnerinnen des Saar=Blies=
Gaues ebenfalls Freiübungen anderer Art unter Leitung von
Gau=
tumnwart Volz. — Da dieſe Uebungen gewertet werden, wollen wir
der Kritik der Kampfrichter nicht vorgreifen.
Den Schluß des offiziellen Teiles des Feſtabends bildete die
Wieder=
ſolung des
Feſtſpieles
unter Leitung von Herrn Ernſt Göbel. Die glückliche Ueberwindung
der „Tücken des Objektes”, die die Uraufführung etwas beeinträchtigten,
waren überwunden. Dazu eine glücklichere Beſetzung und beſſeres
Zu=
ſammenſpiel garantierten dem Feſtſpiel einen noch ſtärkeren Erfolg und
ſtürmiſchen Beifall. Der Dichter K. H. Göbel wurde ſtürmiſch
ge=
rufen und mit einem goldenen, die Hauptdarſteller (deren Namen das
Feſtprogramm nicht verzeichnet), mit Eichenkränzen und Blumen
aus=
gezeichnet. — Der Abend nahm ſo einen glänzenden Verlauf und fand
ſeine animierte Fortſetzung auf dem Feſtplatz.
M. St.
Feſiakt am Landesmuſeum.
Samstag, nachmittags 18 Uhr.
Die Mitglieder der Darmſtädter Turnerſchaft treffen ſich um 17 Uhr
(5 Uhr) am Samstag nachmittag vor der Turnhalle am Woogsplatz zum
geſchloſſenen Anmarſch zu dem Feſtakt vor dem Landesmuſeum Die
Turnerinnen im blauen Turnfeſtkleid; die Turner im blauen Anzug
mit D. T.=Mütze.
Die Schüler und Schülerinnen der
Turn=
gemeinde 1846 Darmſtadt verſammeln ſich Sonntag, den
31. Juli 1927, um 12 Uhr an der Turnhalle (Woogsplatz) zum
Feſtzug!
Sondernummer des „Darmſtädter Tagblatts” Für unſere
Sondernummer ſind uns noch eine Reihe weiterer Aufſätze
zu=
gegangen, die wir wegen Platzmangel nicht mehr aufnehmen
konnten. Die Veröffentlichung folgt in den nächſten Tagen.
Darmſtadt im Feſtſchmuck.
Darmſtadt hat aus Anlaß des 33. mittelrheiniſchen
Kreig=
turnfeſtes und des damit verbundenen Beſuchs ungezählter
Tc=
ſender deutſcher Turner und Turnerinnen ein Feſtkleid angelegt.
das, als Ganzes genommen, ſeinesgleichen nur finden dürfte in
längſt zurückliegenden Jahren höfiſcher Feſtlichkeiten. Auch dieſes s
Feſtgewand Darmſtadts, von dem ſich nur ganz wenige Straßen;
und Häuſer ausgeſchloſſen haben, ſpricht für die Sympathien.
die die geſamte Einwohnerſchaft den Turnern entgegenbringt.
Um ſo mehr ſpricht es dafür, als eine derartige Ausſchmückung
immerhin erhebliche Koſten verurfacht und die wirtſchaftliche Lage
bei weitem nicht ſo iſt, daß für derartige Zwecke viele Mittel zur
Verfügung ſtehen.
Wer einen Gang durch die Straßen macht, wird ſehen und o
wird ſich der beſonderen Anerkennung nicht verſchließen, daß 5
gerade auch die Straßenzüge, in denen nicht gerade die
Begütert=
ſten wohnen, im Schmuck ihrer Häuſer nicht zurückſtehen. Jeder
ſchmückt nach ſeinen Mitteln und nach ſeiner künſtleriſchen
Ver=
anlagung, alle aber mit freudiger, ehrlicher Herzlichkeit.
Die Rheinſtraße als Eingangsſtraße zur Stadt iſt beſondersz
reich geſchmückt. Girlanden ziehen ſich von Baum zu Baum und
an den Häuſerfronten entlang. Wo immer es möglich war, ſind
in die Girlanden Glühlampen hineingeflochten, die, in der
Dunkelheit rot=weiß aufleuchtend, ein ganz entzückendes Bild
feſtlicher Illumination geben. In das Dunkel der
Tannen=
girlanden bringen Tauſende und Abertauſende Fähnchen, Flaggen
und Fahnen ein Bild lebendig=farbiger Freudigkeit. Der Duſt
der friſchen Tannen iſt ſo ſtark, daß er ſelbſt den weniger
wür=
zigen der zahlloſen Automobile, die die Straßen unſicher machen.
übertäubt. Die Krönung des Rheinſtraßenſchmuckes bildet
natut=
gemäß der Luiſenplatz. Hier iſt das ragende Monument ganz
mit Tannengirlanden behängt, mit Flaggen und Fahnen
ge=
ſchmückt, und bei Dunkelheit erſtrahlt es in tauſendfachem
ro=
weißen Licht. Der Sockel des Monuments hat einen beſonderen
Pergolenumbau erhalten, deſſen tragende Säulen mit rieſign
leuchtenden Kugeln geſchmückt ſind. Gleich wie das Monumn,
ſind alle umliegenden Häuſer des Luiſenplatzes rot=weiß
illun=
niert und haben überreichen Fahnenſchmuck. Das gleiche
Lc=
meer leuchtet weiterhin im oberen Teil der Rheinſtraße, wo
ſonders die Häuſer zur Rechten ungewöhnlich reichen Schmut
zeigen. Wir möchten es abſichtlich vermeiden, einzelne Firmen
oder einzelne Geſchäfte zu nennen, weil bei der Fülle deſſen, was
getan wurde, es ſchier unmöglich iſt, alle zu nennen, und es wäre
unrecht, wenn der eine oder andere ohne Abſicht nicht genamt
würde. Wir empfehlen dringend einen Gang, beſonders bei
an=
brechender Dunkelheit, durch die Straßen.
Einige Straßenzüge, die uns bei unſerer Rundfahrt
beſon=
ders auffielen, möchten wir noch hervorheben. Die Ernſt=Ludwit=
Straße, Ludwigſtraße und Schulſtraße, Kirchſtraße und
Eliſt=
bethenſtraße haben vielfach nach einheitlichen Geſichtspunkten
ihren Feſtſchmuck arrangiert. Teilweiſe ſind die Straßen mit
Girlanden überſpannt, mit Fahnen, Flaggen und Fähnchen und
Inſchrifttafeln geſchmückt, teilweiſe ſind die Girlandenüber
ſpannungen baldachinartig und tragen zur Belebung des dunklen
duftenden Grüns künſtliche oder natürliche Blumen in leben
digem Farbenſchmuck. Faſt überall iſt Rot=Weiß oder Blau=Weiß
gewählt. Auch der Ludwigsplatz mit dem Bismarckdenkmal, iſt
ſehr ſchön geſchmückt, und die Schulſtraße bildet zu beiden Seiten
einen Pergolengang. Dann die Kirchſtraße, die namentlich an ihrem
engſten Teil in ein Meer von Fahnen, Glühlampen und Gie
landen verwandelt iſt. An vielen Stellen ſind die
Straßenkreu=
zungen durch Girlanden verbunden, und auch von hier” grüßen
Tauſende farbiger Fahnen herab. Dieſen und ähnlich reiche
Schmuck finden wir in der Karl= und Martinſtraße, Heinn
ſtraße uſw. Auch im Stadtteil Beſſungen iſt der Schmuck
vielen Stellen, wenn auch nicht überall ſehr reich, ſehr lebendit
In der Hoffmannſtraße und einigen angrenzenden Straßen pran
gen die meiſten Häuſer in friſchem Grün, und auch hier erreg..
der einheitliche Straßenſchmuck Freude und Bewunderung dern
Paſſanten. Weiter dürften genannt werden die Riedlingerſträßs
und die Nieder=Ramſtädter Straße, Soderſtraße, Mühlſtraße,
Lauteſchlägerſtraße, Schloßgartenſtraße und Schloßgartenplatz.
Kaupſtraße.
Beſonders eindrucksvoll macht ſich der Feſtſchmuck der Bleich=, Alexanderſtraße und Dieburger Straße, und wer von hier?
aus abbiegt in die Altſtadt, wird überraſcht ſein von den
beſone=
deren Anſtrengungen, die die Bewohner und Geſchäftsinhabel"
der Altſtadt gemacht haben. Die Obergaſſe, Große Ochſengaſſe,
Schuſtergaſſe, Große Bachgaſſe, Holzſtraße u. v. a. ſind ein
eine-
ziger rauſchender Ausdruck froher, farbiger Feſtlichkeit geworden.
Auch der Woog hat Schmuck in tauſend kleinen Flaggen:
erhalten, und das Hallenſchwimmbad, das Rathaus, wie
über=
haupt der Marktplatz und Schillerplatz, zeigen vielfach Feſte
chmückung von vornehm=künſtleriſchem Geſchmack und freudigſter
Wirkung. So iſt Darmſtadts Feſtſchmuck würdig geworden der
*.*
Bedeutung der Feſttage.
„-Cherr. Dam.-Lugschuh
amerikanischer Absatz .. . .Gbe
tarb. 3band.- I. Lugschune
in brann, grau und beige . ..UeGu
Fein-
Grau R.-Cherr.-Lugschub
... 0.00
geschweifter Absatz
mit Crepésohlen .. . . . . 4 3.90
10.90 für Kinder 31/35 11.90, 27/30 Schn, K.- Box H. Halbschuhe
echt Godyear, gedoppelt . . . 1Iu
Br. A.-Box H.-Halbschub
O.4u
chöne halbspitze Form.
Ludwigsplatz 2, I.
eihan
lanntlich von deßt 2.
—Verſetzungen
über die Atersure”
Dezember 198 i der
Blatt S. 2491 treteh
Nikolaus Bleß
Lehrer Karl Lin!
und der Lehrer Chrd
ſtadt (Kreis Bidilg
— Erledigt ſind
an der Volksſchule
iſt nicht vorhanden,
der Volksſchule in
fremdſprachlichem 1
Lehrer an der Volls
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11944
[ ← ][ ][ → ]Ntummet 209
Samstag, den 30. Juli 1927,
Seite 7
AAus der Landeskauptſtadt.
Darmſtadt, 30. Juli.
—— Ernannt wurden: am 15. Juli der Polizeiverwaltungsinſpektor
Beate zu Gießen zum Polizeiverwaltungsoberinfpektor, der
Aiverwaltungsoberſekretär Johannes Kuch zu Offenbach a. M.,
2Solizeiverwaltungsoberſekretar Wilh. Kuſter, zu Darmſtadt und
9 Miniſterialreviſor Fritz Köbler, zu Darmſtadt zu
Polizeiverwal=
w.änſpektoren, ſämtlich mit Wirkung vom 1. April 1927; die
Gen=
dneriewachtmeiſter Johann Albert Gappa zu Wimpfen, Wilhelm
Ge5t, zu Romrod, Johann Hartmann zu Eichelsdorf. Heinrich
ᛋhmeier zu Ober=Erlenbach, Emil Jäger zu Gau=Algesheim,
41: Kuhl zu Jugenheim a. d. B., Wilhelm Mannteufel zu
zu eim, Jakob Maurer zu Monsheim, Ludwig Nicolaus zu
Utarbach, Karl Peter zu König i. Odw., Leonhard Rauth zu
Swadt, Karl Schmidt zu Biblis, Heinrich Schneider zu
Hou=
g. Johannes Wiener zu Gundersheim, Wilhelm Wöll zu
Ober=
gelheim, zu Gendarmerieoberwachtmeiſtern mit Wirkung vom 1. 4.
Der Leiter der Kriminglabteilung beim Polizeiamt Darmſtadt,
iv eioberinſpektor Heinrich Ahl, wurde mit Wirkung vom 1. April
aPPolizeihauptmann ernannt. Hauptmann Ahl wurde
be=
ml=lich von den Franzoſen aus Worms ausgewieſen.
— Verſetzungen in den Ruheſtand. Auf Grund des § 1 des Geſetzes
iri die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 bzw. 19.
zmmber 1323 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Neg. — S. 249) treten am 1. Auguſt 1927 in den Ruheſtand der Lehrer
foraus Bleß an der Volksſchule zu Lorſch (Kreis Bensheim), der
hner Karl Link an der Volksſchule zu Rudingshain (Kr. Schotten)
dider Lehrer Chriſtian Biedenkapp an der Volksſchule zu Alten=
(Kreis Büdingen).
— Erledigt ſind: eine Lehrerſtelle, für einen evangeliſchen Lehrer
er Volksſchule in Lardenbach (Kreis Schotten). Dienſtwohnung
wächt vorhanden; eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
Wolksſchule in Lich (Kreis Gießen). Befähigung zur Erteilung von
mädſprachlichem Unterricht iſt erforderlich; „vier Schulſtellen für evgl.
hyer an der Volksſchule zu Langen (Kreis Offenbach a. M.);
Be=
ryungen ſind an das Kreisſchulamt Groß=Gerau zu richten.
— Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Der evangeliſche Pfarrer Otto
alSſt zub Darmſtadt wurde auf ſein Nachſuchen bis zur Wiederher=
Uneng ſeiner Geſundheit mit Wirkung vom 1. September 1927 in den
alfſtand verſetzt. — Aus dem Dienſt der evangeliſchen Landeskirche
ayOen auf ihr Nachſuchen entlaſſen: Pfarrer Fritz Freſenins zu
ſenheim und Pfarraſſiſtent Otto Schultheis zu Gießen.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
ei=ung: Direktor Adalbert Steffter). Auf die heute Samstag, abends
M. Uhr, ſtattfindende Erſtaufführung der größten Schlager=Operette
9Saiſon: „Die Zirkusprinziſſin” von Emmerich Kalman
Eys Komponiſten der „Gräfin Mariza”), ſei hiermit nochmals
hinge=
een. In der Rolle des „Miſter X.” gaſtiert der hier ja durch ſein
1*s Gaſtſpiel noch in beſter Erinnerung ſtehende Tenor Erik Wirl.
inzer der Aufſſihrung iſt Direktor Steffter; die muſikaliſche Leitung hat
allellmeiſter Voigt. Die Preiſe ſind trotz des Gaſtſpiels nicht erhöht
Iü betragen 1,50—5 Mk. (nicht wie geſtern irrtümlich im Inſerat ſtand
Mk.). Abends 11 Uhr iſt als Nachtvorſtellung ein „Bunter
bzend” mit neuem Programm unter Mitwirkung des geſamten
Solo=
rſonals. — Morgen Sonntag, abends 8 Uhr, iſt eine Wiederholung
r1 Operette „Die Zirkusprinzeſſin” mit Erik Wirl als Gaſt; abends
MIhr iſt als Nachtvorſtellung die letzte Aufführung des Sch.vankes
Dm Meiſterboxer” — Montag und täglich abends 8 Uhr wind die
parette „Die Zirkusprinzeſſin” mit Erik Wirl als Gaſt gegeben.
— Jugendabteilung der Turngemeinde Beſſungen 1865. Die Schüler
rN Schülerinnen werden gebeten, ſich am Sonntag, 31. Juli. um 12.30
9— pünktlich auf dem Schwimmbadplatz einzufinden zwecks
meinſamen Abmarſches mit Muſik= zum Aufſtellungsplatz (Feſtplatz).
Tech dung wie beim Gauturnfeſt. Eintritt für Turnſchüler und =
ſchüle=
nuren iſt frei. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung.
—— Turnſchüler und =ſchülerinnen auf dem Kreisturnfeſt. Die
chliler und Schülerinnen der Turngemeinde Darmſtadt treffen ſich am
orantag, 12,15 Uhr, am Turnhaus am Woogsplatz. Abmarſch mit
Eufſik gemeinſam mit den Schülern und Schülerinnen der Darmſtädter
um nerſchaft. Kleidung wie beim Gauturnfeſt. Schüler: weiße Hoſen,
eußes Hemd, Turnſchuhe, ohne Strümpfe. Schütlerinnen: ſchwarze
urnhoſe, ſchuarzes Hemd, ſchwarze Strümpfe, Turnſchuhe. — Alle
ewen das Abzeichen der Turngemeinde zu tragen.
* „Nein!” Abgelehnt hat die Direktion der
Heſſi=
hen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft den infolge
ein=
im mig gefaßten Vorſtandsbeſchluſſes von dem Verkehrsverein
urmſtadt geſtellten Antrag, neben den Fahrſcheinheften für
FPfg.=Strecken Fahrſcheinhefte zu ermäßigten Preiſen für die
äingeren Strecken zu 25, 30 Pfg. uſw. einzuführen. Dieſe
nega=
v Stellungnahme der verantwortlichen Leitung der Darmſtädter
ſtmraßen= und Vorortbahnen, die ſich mit dringenden Erforderniſſen der
feü=kehrsförderung nicht vereinbaren läßt, wird von weiteſten Kreiſen
„Stadt und Land nur auf das. lebhafteſte bedauert
wer=
en müſſen. Es wäre zu wünſchen, daß in dieſer beſonders wichtigen
ruge noch nicht das letzte Wort geſprochen iſt!
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen vormittags
1n und 11.30 Uhr, nachmittags 3.30 und 4 Uhr ſtatt. Samstag und
Somntag nachmittag geſchloſſen.
— Ausſtellung Neue Kunſt 1927, Mathildenhöhe. Es hat ſich
her=
u8geſtellt, daß auch für die „Neue Kunſt” Führungen des
Publi=
urns nicht nur von Nutzen ſind, ſondern auch lebhaft begehrt werden.
E30 iſt begreiflich, daß ein Teil des Publikums, durch den
Expreſſionis=
ni s abgeſtoßen, ſſir meue Kunſt überhaupt mißtrauiſch geworden iſt, ein
inderer die Verbindung mit ihr verloren hat, ein anderer den Weg zu
hu nicht kennt. Das Streben, ſich mit ihr von neuem zu befaſſen, iſt
ilgenthalben in erfreulichem Maße vorhanden und berechtigt, weil unſere
dantige Gegenwartskunſt die krankhaften Durchgangszeiten überwunden
rul haben ſcheint und in geſunde, ruhige Bahnen eingelenkt iſt. — Es
vund nunmehr an jedem Sonntag von 11—12 Uhr eine Führung
darrch Sachkundige ſtattfinden, zu der ſich hoffentlich viele Kunſtſreunde
einafinden. Die erſt: Führung am 31. Juli hat Karl Deppert
über=
v.HI.
nammen.
— Hausfrauenbund. Auf verſchiedentliche Anfragen ſei hier
mitge=
teillt, daß die Tombola (Verloſung) des Hausfrauenbundes zum
Beſten einer Beihilfe für erholungsbedürftige Hausfrauen ſich auf dem
Fcrſtplatz im Muſikpavillon, nahe dem Eingang von der Eliſabethenſtraße,
beffindet. Die Beſucher der Veranſtaltungen ſind herzlich gebeten, ihr
G=lück dort zu verſuchen, zumal jedes 5. Los einen hübſchen und
prak=
tiochen Geſvinn bringt. — Außerdem diene zur Nachricht, daß die
Klei=
derrſtelle, Alexanderſtraße, vom 15. bis 31. Auguſt (nicht 15. bis 31.
Jrli) geſchloſſen bleibt.
— Promenaden=Konzert. Zu Ehren der Anweſenheit der
aus=
uärtigen Turner und Turnerinnen gibt Herr Obermuſikmeiſter M.
Eéeber Sonntag, den 31. Juli, mittags gegen 11.45 Uhr, auf dem
Paradeplatz (Reiterſtandbild) mit dem ſeiner Leitung unterſtellten
MTuſikkorps der Freiw. Feuerwehr aus Neu=Iſenburg ein Konzert mit
fühlgendem Programm: M. Weber , Freundſchaft, Mut und Treu”,
Feſt=
u arſch für das 33. Mittelrheiniſche Kreisturnfeſt; H. Hauske, Rheiniſcher
Irurnermarſch; E. Waldteufel, Eſpana=Walzer; Fr. Fiſcher,
Mittel=
mweins=Jungvolk, Marſch=Hymne; L. Kleiber, Regensburger
Turner=
hm rnd=Jahn=Marſch.
— Volkstümliches Konzert im Garten der Vereinigten Geſellſchaft,
Mheinſtraße. Die beim Feſtzuge beteiligte Kapelle der Freiw Feuerwehr
Meu=Iſenburg gibt Sonntag, von 6 Uhr abends ab, im Garten der
Biereinigten Geſellſchaft ein volkstümliches Konzert. Das unter Herrn
Siobermuſikmeiſter M. Webers Leitung ſtehende Orcheſter hat bereits
wie=
merholt am Frankfurter Sender mit großem Erfolg konzertiert und ſich
einen guten Namen erobert. Das Programm wird ſich dem Charakter
dins Feſttages anpaſſen. Das Eintrittsgeld iſt ſehr mäßig gehalten und
nwird der ſchöne Garten (dieſer iſt dauernd für das Publikum geöffnet)
wiielen hieſigen und auswärtigen Beſuchern des Kreisturnfeſtes Genuß
mnd Erholung bringen. (Siehe Anzeige.)
— Das Auskunfts= und Verkehrsbuch für die Stadt Darmſtadt, das
wom Polizeiamt Darmſtadt herausgegeben wurde, iſt in einem
hand=
biichen Format erſchienen und überall erhältlich. Dieſes kleine Werkchen,
tas in leicht überſichtlicher Weiſe über alle Verkehrs= und ſonſtige für
(Einheimiſche und Fremde wicktigen Fragen Auskunft gibt, war ein
noringendes Bedürfnis für Darmſtadt und dürfte daher weiteſte
Ver=
oreitung finden. (Wir werden auf das Buch nochmals zurückkommen.)
Schulgeldmahnung. Das Schulgeld der hiſigen höheren Schulen
ſiſt bis zum 10. Auguſt 1927 an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu
pzahlen.
Lokale Veranſtaltungen.
* Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind an iſchlleſllich a s Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Fe rzendwie al4 Beſprechung oder Kriilk.
— Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße), am Alten
WBahnhof, findet während der F ſttage, Samstag, Sonntag und
Mon=
ſtag, abends in der Gartenhage großes Konzert mit Tanz ſtatt, (S. Anz.)
* Heſſiſches Landestheater. — Kleines Haus.
„Die Zirkusprinzeſſin”.
Operette in 3 Akten von Emmerich Kalman.
In Szene geſetzt von Direktor Adalbert Steffter.
In der Rolle des Miſter X gaſtiert der berühmte Opevettentenor
Erik Wirl vom Metropoltheater in Berlin — der über 300 mal die
Partie in Berlin kreierte und ſpielte.
Mit großer Spannung wird ſeit Wochen ſchon auf dieſe Neuheit
ge=
wartet. Die Muſik zur Zirkusprinzeſſin bildet im Schaffen des
Kom=
poniſten Kalman entſchieden bis jetzt den Höhepunkt. Die Handlung iſt
drollig und voll Verwicklungen. In den Hauptrollen ſind beſchäftigt:
Frl. Lieſel Keßler gibt die Titelrolle, Frl. Jadova die Mabel, und die
Wirtin „Zum Erzherzog Karl” ſpielt Frau Neidhardt, — Erik Wirl als
Gaſt gibt den Miſter X., Fritz Geiger den Toni Schlumberger, Danrer
den Prinzen Sergius Wladimir. Emil Aman die komiſche Nolle des
alten Oberkellners. Das ganze Perſonal iſt beſchäftigt, und die
Chor=
damen als Jockehs, Mädels im Trikot, Koſakinnen werden mit ihren
Tänzen ſehr viel Beifall finden. Direktor Steffter wird, wie bereits
erwähnt, die Regie führen, und die muſikaliſche Leitung Kapellmeiſter
Paul Voigt. Die Bühnenmuſik beſorgt Kapellmeiſter Dr. Neſtler. *
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Kunſtnotizen.
Ueber Werte, Künſtier oder fünſtleriſche Veranſtallungen, deren im Hachſtehenden Grechnung
geſchleht, bebäit ſich die Redakiſon ihr Urteil vor
— Palaſt=Lichtſpiele: „Der rote Pirat‟. Der
un=
widerſtehliche Rod la Rouge kopiert in zwerchfellerſchütternder Weiſe
ſein großes Vorbild, den „Seeräuber‟ Douglas Fairbanks. Der groteske
Humor des Exzentrik=Clowns würzt halsbrecheriſche Senſationen.
An=
genehmes Gruſeln des Zuſchauers wechſelt mit erſtickenden Lachanfällen,
Die Berliner Preſſe ſtellte dieſen Film über Buſter Keaton und Harold
Lloyd und beſcheinigt ihm, daß ſeit „Goldrauſch” noch üiber keinen Film
ſo gelacht wurde wie über den „Roten Piraten‟. Der zweite Schlager:
„Die Bräutigame der Babette Bamberling”. Eine
Attacke auf alle Lachmuskeln; ein tolles Luſtſpiel in ſechs Akten mit den
prominenteſten Darſtellern.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift Übernimmt die Redaltion keinerlel
Ver=
anwortung; für ſie blelbt auf Grund des 6 21 Abſ.2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückge andt. die Ablehnung nicht begründet werden.
— Vielleicht genügt dieſer Hinweis noch in letzter Minute, die
ReichsbahnDirektion Frankfurt a. M. zum Schmuck der ihr unterſtellten
Gebäude „Rheinſtraße 49” und alter „Neckarbahnhof” zu
veranlaſſen. Die Reichsbahn=Geſellſchaft verdient doch durch das Turn=
Ein Lokalpariot.
feſt.
Tageskalender für Samstag, den 30. Juli 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, abends 7½ Uhr: „Die Zirkusprinzeſſin”; abends 11 Uhr:
Bunter Abend. — Orpheum: Geſchloſſen. — Landesmuſeum,
von 10—19 Uhr: Ausſtellung „Alte Kunſt” —
Mathilden=
höhe von 10—19 Uhr: Ausſtellung „Neue Kunſt.” —
Kreis=
turnfeſt, nachmittags 6 Uhr: Feſtakt am Landesmuſeum. —
Feſthalle: Feſtabend, Feſtſpiel, Sondervorführungen. —
Feſt=
platz: Konzert, Tanz, Feuerwerk. — Konzerte: Schloßkaffee,
Hotel=Reſt. Schmitz, Café Rheingold, Parkkaffee, Café=Reſt.
Wald=
ſchlößchen, Bismarckeck, Frankfurter Hof. — Perkeo, Alexanderſtr.,
abends 8 Uhr: Thüringer Volksſänger. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Samstag, den 30. Juli: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. —
Sabbatausgang 9 Uhr 05 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr. — Abends
7 Uhr 15 Min.
Aus Heſſen.
Ausflugsſonderzug nach Niedermendig
zur Abtei und See Maria Laach
am 31. Juli 1927.
Der Sonderzug der Reichsbahndirektion Mainz nach Niedermendig=
Maria Laach findet, was nicht zu verwundern iſt, viele Freunde, ſodaß
es dringend geboten iſt, die Fahrkarten ſofort zu löſen, da beſtimmt
anzunehmen iſt, daß am Samstag nachmittag alle verfügbaren Plätze
vergeben ſind. Für die Katholiken iſt ſofort nach Ankunft des Zuges
Gelegenheit zum Beſuch des Sondergottesdienſtes in der Pfarrkirche zu
Niedermendig um 11 Uhr. Gutes und reichliches Mittageſſen wird zu
dem Preiſe von 1,75 Mk. in Niedermendig eingenommen. Karten dazu
werden im Zuge verausgabt. Um 1 Uhr gehts zu Fuß oder im Auto
(75 Rpf.) weiter nach Maria Laach, wo um 2.30 Uhr die liturgiſche
Veſper beginnt. Danach Gelegenheit zur Beſichtigung des Kloſters und
des Sees mit Umgebung unter ſachkundiger Führung. Alles weitere
ergibt ſich dann aus dem genauen Programm, das jedem Teilnehmer
während der Fahrt ausgehändigt wird und verſchiedene Ueberraſchungen
aufweiſt. Wer Naturfreund iſt, wer majeſtätiſche Natur und
höchſt=
geſteigerte Innenkultur erleben will, der ſoll mit nach Maria Laach
fahren, wo er nachhaltige Eindrücke mit nach Hauſe nehmen wird. Der
Zug wird beſtimmt verkehren.
* Eberſtadt, 29. Juli. Aus den Turnvereinen. Der
Turn=
verein 1876 Eberſtadt beteiligt ſich am Sonntag geſchloſſen an dem
Kreisturnfeſt der Deutſchen Turnerſchaft in Darmſtadt. Die Freie
Turnerſchaft Eberſtadt hält am Samstag abend in ihrem Vereinslokal
„Zur Harmonie” eine außerordentliche Mitgliederverſammlung ab. Die
Turngefellſchaft Eberſtadt unternahm dieſer Tage einen ſchön
verlaufe=
nen Abendſpaziergang nach Malchen. — Von dev großen
Anzahl auswärtiger Turner, die am Samstag und Sonntag anläßlich
des Kreisturnfeſtes in Darmſtadt weilen, wird auch ein erheblieher Teil
in Eberſtadt untergebracht werden. Außer einem Maſſenquartier, das
in zwei Schulſälen aufgeſchlagen werden ſoll, iſt es dem Turnverein
1876 Eberſtadt gelungen, auch eine große Anzahl fremder Turmer in
Privatquartieren unterzubringen.
* Pfungſtadt, 29. Juli. Einheimiſche Handwerkskunſt.
Das dieſer Tage eingeweihte Ehrendenkmal der Gemeinde
Dorndürk=
heim iſt von der Firma Adolf Ruckelshauſen in Pfungſtadt errichtet
worden. Das Denkmal hat großen Anklang gefunden und ſtellt der
Pfungſtädter Firma ein gutes Zeugnis für ihre Leiſtungsfähigkeit aus.
— Waſſerſport. Hier ſind gegenwärtig Beſtrebungen im Gange,
einen Waſſerſportverein zu gründen. Alle Intereſſenten werden
ge=
beten, am Freitag abend bei Gehrunger zu erſcheinen. —
Grasver=
kauf. Mehrere Futterſtücke, die bei der letzten Grasverſteigerung den
Zuſchlag nicht erhalten haben, können, wie die Bürgermeiſterei bekannt
gibt, aus freier Hand zum Taxationspreis abgegeben werden.
* Ober=Ramſtadt, 29. Juli. Schwimmbadbetrieb. Daß
unſer neuerbautes Schwimmbad bei allen Kreiſen der Einwohnerſchaft
immer größerem Intereſſe begegnet, beweiſt am trefflichſten der ſich von
Tag zu Tag ſteigernde Badebetrieb. Kommen doch täglich Hunderte, die
ſich ihr ſchon gewohntes Bad nicht mehr entgehen laſſen wollen, andere
aber auch wieder, um das Schwimmen zu erlernen, um in abſehbarer
Zeit an Schwimmveranſtaltungen aktiv teilnehmen zu können, die, man
denke nur an das kürzlich hier ſtattgefundene Gauſchwimmfeſt des
Main=Rhein=Gaues D. T., ſehr ſchöne Erfolge auf ſportlichem Gebiete
bringen. Aber nicht allein von Einheimiſchen wird das Bad ſtark
be=
ſucht, auch zahlreiche Auswärtige ſuchen es täglich — meiſt per Rad —
auf und finden hier in der prachtvollen Anlage die gewünſchte
Er=
holung. Daneben üben allabendlich die hieſigen Sportvereine unter
Leitung unſeres Schwimmeiſters, Herrn Troſt, der ſich bei der
Aus=
bildung wirklich alle Mühe gibt. Dazu kommt noch, daß nun auch die
Schüler der hieſigen Volksſchule freien Zutritt zum Bade haben gegen
eine von der Gemeinde an die Schwimmbadgeſellſchaft zu zahlende
Pauſchale. Gerade die Jugend genießt dieſe notwendige Neuerung für
Ober=Ramſtadt hauptſächlich während der gegemwärtigen Ferien recht
ausgiebig. So hat ſich nun in kurzer Zeit hier ein Badebetrieb
ent=
wickelt, der alle Erwartungen übertroffen. Die auswärtigen Beſucher
des Kreisturnfeſtes in Darmſtadt aber — und es werden ihrer viele ſein,
die dem Schwimmſport das gebührende Intereſſe entgegenbringen —
follten ſich die günſtige Gelegenheit nicht entgehen laſſen, während der
Feſttage auch unſerem Ober=Ramſtadt einmal einen Beſuch abzuſtatten
und das Schwimmbad zu beſichtigen, das als Volksbad im wahrſten
Sinne des Wortes durch Mithilfe faſt der geſamten Einwohnerſchaft in
kurzer Zeit geſchaffen worden iſt zum Wohle der Allgemeinheit.
Kommt und beſichtigt die Anlage, die ſich als trefflich und
zweckentſpre=
chend auch auf ſportlichem Gebiet erwieſen, und ihren Betrieb, den man
noch im Vorjahre nicht zu erhoffen gewagt.
Tapeten / Linoleum
Groß= und Kleinverkauf
Bung. Lorne Co.
9934a)
vorm. Frankfurter Tapetenfabrik
Schleiermacherſtraße 24—23 (am Gericht)
Gef/2y TefNz ei zOr
C
dem braven
Schweppermann aber zwei-
Oer brave Schweppermann findet lich itets citiert eneben
dem wackeren Kolumbus), wenn ſich’s ur Sier dreht.”
Das war damals, als Ludwig der Bauer nach der-
Schlacht bei Ampfing in ſämtlichen Dörfern zwiſchen
Inn und Jſar die Sier reguirierte, damit ſich ſein—2
tapferes Heer am Abend Omeletten backen konnke. Der
alte Haudegen und Feldhauptmann Schweppermann,
der die Schlacht gewonnen hatte ſich ſeine Sier redlich)
verdient. Heute würde das geflügelte 1Oort ganz.
anders lauten, nämlich: Jedem Mann eine Packung
2ul S4 rauen und Jüchtigen aber zwei Kartong-
Grelline
Ae
ZuON
Oas ſind die Marken, die nach getaner Arbeit am.6
Abend am beſten ſchmecken. Ihr fabelhaftes Aroma,
ihre Mzlde und Bekömmlichkeit ſpenden die ſchönſte
Srholung, die man (ich denken kann-e
Generalvertreter für Mainz und Darmstadt:
Daul Hille, Fabriklager: Frankfurt /Mein, Hiddastr. 64, Mittelbau
ansa 6963.
3730
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Samstag, den 30. Juli 1927
Nummer 209
Liebe Turnſchweſiern und Turnbrüder
vom Mittelrhein!
In unſerem Main=Rheingau hat Gauſchwimmwart Troſt den Ruf
an ſeine Gauvereine ergehen laſſem:
„Turner baut Schwimmbäder.”
Wir Turner von Ober=Ramſtadt haben als Erſte den Gedanlen
ver=
wirklicht. Heute ſind wir Beſitzer eines ſchönen Bades und glauben
da=
mit unſerer Sache gedient zu haben. Ohne geldliche Belaſtung der
Mit=
glieder wurde das Bad geſchaffen. Der Kreisſchwimmausſchuß hat die
Anlage als einwandfrei und muſtergültig beſtätigt. Beſuchen Sie unſer
Bad und Sie werden manch Wiſſenswertes mit nach Hauſe nehmen
Am Montag, den 1., und Dienstag, den 2. Auguſt 1927
wird Gauſchwimmwart Troſt ſelbſt die Führung übernehmen und den
auswärtigen Schwimmern Aufklärung über die Finanzierung und
Zweckmäßigkeit der Anlage geben. Ober=Ramſtadt iſt von Darmſtadt=Oſt
die zweite Station und leicht zu erreichen. Ab Darmſtadt=Oſt 8.01 Uhr,
bzw. 11.02 Uhr, 13.33 Uhr, 14.58 Uhr, 17.01 Uhr, 18.38 Uhr, an Ober=
Namſtadt 8.20 Uhr, bzw. 11.23 Uhr, 14.01 Uhr, 15.17 Uhr, 17.22 Uhr,
18.59 Uhr. Von Ober=Ramſtadt nach Darmſtadt gleich gute
Verbin=
dung.
Beſucht das ſchön gelegene Ober=Ramſtadt und unſer neues Bad!
* Ober=Ramſtadt, 29. Juli. Am 1. Auguſt d. J. tritt Herr
Ober=
poſtſchaffner Konrad Koch infolge geſchwächter Geſundheit in den
Ruheſtand. Mit Koch ſcheidet nach nahezu 38jähriger Dienſtzeit beim
hieſigen Poſtamt ein Mann aus, der, im Dienſt treu und gewiſſenhaft,
gegen ſeine Vorgeſetzten und Kollegen ſtets freundlich und hilfsbereit,
bei der geſamten Einwohnerſchaft ſowohl als Beamter als auch
als Menſch gleich beliebt und geachtet war und iſt.
* Heubach i. O., 29. Juli. Im 80. Lebensjahr verſtarb. hier der
Steinbruchsbeſitzer Jakob Bundsſchuh. Als Veteran des Krieges
1870/71 wurde er von den Mitgliedern des Kriegervereins unter
zahl=
reicher Beteiligung von nah und fern zu Grabe getragen. Kamerad
Nahm widmete dem Verſtorbenen als Vorſitzender des
Krieger=
vereins in echten deutſchen Worten einen ehrenden Nachruf und ſenkte
unter den feierlichen Klängen des Präſentiermarſches die alte Fahne
der Kriegerkameradſchaft mit ins Grab. Der hieſige Geſangverei ſang
ein Lied und würdigte Herr K. Magſam mit einer Kranzniederlegung
des Entſchlafenen Wirkſamkeit als Gründer und langjähriger
Vor=
ſitzender dieſes Vereins.
* Vielbrunn, 29. Juli. Die Freude der hieſigen evangeliſchen
Kir=
chengemeinde, ihren hochverehrten und allgemein beliebten Seelſorger,
Herrn Pfarrer Stroh, nach ſeiner Geneſung von längerer Krankheit,
wieder in ihrer Mitte zu haben, war von kurzer Dauer, denn die evg.
Kirchenbehörde hat ihn als Profeſſor an das Predigerſeminar nach
Friedberg berufen. So ſehr wir ihn zu ſeinem neuen Wirkungskreis
beglückwünſchen, ebenſo ſchmerzlich empfinden wir ſeinen Weggang, denn
die Gemeinde verliert in ihm einen gewaltigen Kanzel= und Grabredner,
der Jugend war er durch ſeine leichtverſtändliche Unterrichtsweiſe ein
beliebter Religionslehrer, dem Jugendbund ein zielbewußter Leiter.
Es war ihm höchſte Pflicht, das kirchliche Leben zu fördern und ſtand
das Kirchſpiel bezüglich Kirchenbeſuch während ſeiner hieſigen
Amts=
tätigkeit im Dekanat vorwiegend an erſter Stelle. Den Kirchenchor,
der vor ſeinem Hierſein ruhte, rief er wieder ins Leben, er gründete
die evangeliſche Gemeindehilfe, für die künſtleriſche Ausſtattung unſeres
Kircheninneren gebührt ihm beſonderer Dank, zumal er in der finanziell
denkbar ungünſtigſten Lage der Kirche mit zäher Entſchloſſenheit und
weitausſchauendem Blick die Verhältniſſe beherrſchte und die nicht
unbe=
trächtlichen Mittel durch freiwillige Gaben aufbrachte, ebenſo iſt die
Wiederinſtandſetzung der im Kriege um eine beträchtliche Anzahl Pfeifen
gelichtete Kirchenorgel ſein Werk. Die bereits von ihm in die Wege
geleitete äußere Renovierung der Kirche wird ſein Werk, unſerem
Gotteshaus ein würdiges Ausſehen gegeben zu haben, krönen. Möge
ihm in ſeinem neuen Amtsort alles Gute und ein erfolgreiches Wirken
beſchieden ſein.
— Michelſtadt, 29. Juli. Radſport. Auf Einladung der
Direk=
tion des Stadions in Frakfurt a. M., woſelbſt am kommenden
Sonn=
tag, den 31. Juli, der Kampf um dem „Großem Preis der Stadt
Frank=
furt a. M.” ausgetragen wird, werdem die Radballmannſchaften des
Radfahrervereins 1902 Michelſtadt bei dieſer Veranſtaltung in einem
Radballſpiel dem zweiten deutſchem Meiſter, Radfahrerverein „
Wander=
luſt” Frankfurt a. M.=Weſt, gegenüberſtehen. Es iſt dies wiederum ein
Zeichen dafür, welcher Ruf den beiden Radballmannſchaften des R.V.
1902, die kürzlich bei der Stadion=Eiweihung Michelſtadt in einem
Rad=
ballſpiel gegen den früheren Deutſchen Radballmeiſter „Germania”
Frankfurt a. M. mit einem Ergebnis von 2:1 ehrenvoll unterlagen,
vorausgeht. Welche Bedeutung der Veranſtaltung im Frankfurter
Stadion am kommenden Sonntag zukommt, geht daraus hervor, daß
der vierfache Weltmeiſter Linart (Belgien) mit dem bekannten
deut=
ſchen Rennfahrer Saldow konkurrieren wird. Ferner werden noch
die Rennfahrer Erich Möller= Hannover und der bekannte
Hollän=
der Snoek als Teilnehmer genannt. Hoffen wir, daß es den
kampf=
tüchtigen Radballmannſchaften des R.V. 1902 Michelſtadt vergönnt ſein
möge, den Platz einer ſo bedeutungsvollen Veranſtaltung ſiegreich zu
verlaſſen und ſo zu zeigen, daß es nicht nur möglich iſt, in den großen
Städten hochwertige Leiſtungen auf den Gebietem des Sportes zu zeitigen,
ſondern daß auch in den kleineren und kleinſten Städten nichts
unver=
ſucht bleibt, um dieſes Ziel zu erreichen. Daß Michelſtadt auf dieſem
Gebiete nunmehr durch ſein weit und breit bekanntes und berühmtes
Stadion einen mächtigen Schritt vorwärts gekommen iſt, unterliegt
keinem Zweifel.
* Aus dem mittleren Obenwalb, 28. Juli. Erntebeginn.
Allenthalben beginnt man jetzt mit dem Getreideſchnitt, der einen guten
Ertrag verſpricht. Ueber Erwarten gut hat ſich der Haferſtand in letzter
Zeit entwickelt. In den meiſten Schulen beginnen deshalb kommenden
Samstag die Ernteferien. — Obſtausſichten. Kern= und
Beeren=
obſt verſprechen ſehr gute Erträge. Beſonders groß und ſchön ſind
be=
reits Aepfel und Birnen gediehen, währenddem Steinobſt nur in
manchen Tälern geraten iſt. Die Nußbäume haben in den halten
Frühjahrsnächten ſtellenweiſe ſehr not gelitten und hängen nicht
be=
ſonders voll. Heidelbeerernte mäßig. Brombeer= und Himbeerernte
verſpricht gut zu werden.
* Lindenfels, 28. Juli. Kurkonzerte. Einem langerſehnten
Wunſche Rechnung tragend, hat man nun ſich entſchloſſen, nicht nur
Sonntags, ſondern auch Werktags abends, Kurkonzerte ſtattfinden zu
laſſen. So fand das geſtern Abend veranſtaltete Konzert recht lebhaften
Anklang bei den Eimheimiſchen und auch bei den Kurgäſten. —
Fa=
milienbad. Bei dem heißen Wetter iſt es ein wahres Vergnügen,
ſich im Familienbad, das jedermann zugänglich iſt, zu tummeln, wobei
es gegen das vorige Jahr beſonders angenehm empfunden wird, daß
der Nichtſchwimmerteil ausgemauert und das Badewaſſer nun immer
giemlich klar und rein iſt. Wie man beobachtet, ſind auch immer viel
auswärtige Badegäſte vorhanden, ſo daß, falls nun das ſchöne Wetter
noch etwas anhält, das Schwimmbad dieſes Jahr doch einen Ueberſchuß
abwivft, ſo daß im Laufe des nächſten Frühjahrs ſein weiterer Ausbau
vorgenommen werden kann.
Der Eulbacher Markt in Erbach.
Der Eulbacher Markt hat wieder einmal ſeine alte Anziehungskraft
auf jung und alt von nah und fern ausgeübt ud dadurch bewieſen,
daß wir noch Sinn für heitere, harmloſe Luſtbarkeit haben. Am erſten
Markttag, am Sonntag, mögen wohl zwiſchen 12000 bis 15 000 Leute
dageweſen ſein. Auf dem Marktplatz ſelbſt war kaum durchzukommen,
alle Buden waren von Menſchenmaſſen belagert, die Bierzelte — ſo heißt
die ſchöne neue Halle jetzt auch noch, weil bisher Bierzelte an dieſer
Stelle waren — meiſt überfüllt. Erſt nach Mitternacht flaute der reiche
Verkehr ab, auf den Plätzen wenigſtens, während die große Halle noch
lange bis auf den letzten Platz beſetzt war. Auch im Feſthaus unter den
Linden war bis in den frühen Morgen hinein ein rechtes Treiben und
Leben. Die älteſten Erbacher können ſich nicht entſinnen, außer der
Jahrhundertfeier im Jahre 1924 eine derartige Menſchenmenge auf
dem Markt geſehen zu haben. Das Erſtaunliche dabei iſt aber, daß der
Tag der denkbar ungünſtigſte war. Vierzehn Tage vorher hatte Erbach
ſeine große Jubiläumsfeier, die aus der ganzen Gegend ſtark beſucht
wurde, acht Tage vorher weihte Michelſtadt ſein ſchönes neues Stadion
ein und an dem Tage ſelbſt war in Darmſtadt das große Turnerfeſt.
Peſſimiſten hatten daher vorher geunkt und waren ſehr erſtaunt, als ſie
dann dieſe Menſchenmaſſen ſahen.
Die Anordnung des Marktes war wieder muſtergültig. Jeder
Be=
fucher war angenehm überraſcht über das, was die Stadtverwaltung
Erbach ihm wieder darbot. Am Samstag hatte es doch ziemlich
ſtark geregnet. Von früher her war man gewohnt, daß im Schlamm
des Eulbacher Marktese es kein Vorwärtskommen gab. Die
Haupt=
ſudenſtraße war friſch geſchottert und gewalzt. Sie war ſo glatt wie
eine Tenne, der Regen lief ſofort ab. Parallel nach Norden von dieſer
Straße iſt eine neue angelegt, die teilweiſe noch von Buden beſetzt iſt.
Auch die neue Straße iſt wie aſphaltiert. Der Platz ſelbſt iſt planiert,
überall friſch gekieſt, durchaus trockem und macht einen ſehr guten
Ein=
druck. Die neue große Bierhalle, die den Platz nach Norden zu abſchießt,
iſt ſehr großzügig angelegt und macht einen ſehr outen Eindruck. Dem
Maſſenandrang am Sonntag war, ſie aber auch nicht gewachſen. Sehr
zum Schmuck des Platzes tragen die Terraſſen vor dem Feſthaus unter
den Linden bei. Die weißen Holzgitter zwiſchen den Sandſteinſäulen
paſſen ſich dem ganzen Geländebild harmoniſch an. Die kleinen Tiſchchen
mit den ſchmucken bunten Schirmen waren dauernd beſetzt. Im Feſthaus
unter den Linden wurde bis in den frühen Morgen hinein getanzt und
von den guten Weinen des Feſtwirtes getrunken. Dabei war der nahe
Schützenhof auch bis auf den letzten Platz beſetzt, dort wurde auch bis in
den frühen Morgen hinein getanzt. Im Ratskeller hatten ſich ſchon am
Samstag abend die alten Zecher eingefunden und tagten dort noch lange
nach Morgengrauen.
Die „Wieſenmarktsleute” werden wohl guch nicht ganz unzufrieden
ſein, wenn es auch die meiſten nicht zugeben werden. Das Autokaruſſell
war meiſt beſetzt. Die Gelegenheit, für nur 10 Pfennige Auto zu fahren,
wollte keiner vorübergehen laſſen. Das Springpferdekaruſſell war neu
und wurde daher gerne aufgeſucht. Desgleichen das Fahrradkaruſſell.
Die Schiffsſchaukel hat auch jetzt an den Wochendagen ihren Betrieb
offen. Der „Rieſenochſe” hat viele Bewunderer gehabt, daß Kollegen
von ihm darunter waren, iſt mir nicht zu Ohren gekommen. Das
Hippo=
drom war dauernd an den beiden Tagen beſetzt. Man ſah dort die
merk=
würdigſten Figuven — beſonders Damen in allen Formaten im
Herren=
ſitz. Immer neue Beſucher lockte der laute Ruf des Beſitzers: „Hier wird
haarſcharf geritten!” heran. Den Ausrufern zuzuhören, iſt ja allein
ſchon ein Vergnügen, beſonders, wenn die Erbacher mit ihrem geſunden
Mutterwitz dabei ſtehen und zur allgemeinen Beluſtigung ihre Gloſſen
machen. Die Frau mit den zwei Köpfen, Asra, das Mannweib, und
Anna aus Habanna fanden ihr Publikum. Gruſeln erregte Benali, auch
die Mumie genannt, ein 23 Jahre alter juger Mann, der ſich ſelbſt
hynotiſierte und in dieſem Zuſtand Arm und Bachen durchſtochen bekam
und wie ein Mehlſack herumtransportiert und geworfen wurde. Der
Zauberkünſtler verblüfft durch ſeine Fixigkeit, die Feuereſſerinnem
wer=
den ob ihres Appetites beneidet. Eine Vorſtellung des Theaters Kühnel
war trotz des Wochentags bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein armloſer
Junge erregt unſere Bewunderung, mit welcher Gewandheit er nur mit
den Füßen die Hände erſetzt, malt, ſchießt, Nadeln einfädelt uſw. Daß
natürlich bei den meiſten außer dem Eintritt noch ein „kleines Benefiz
vder Trinkgeld, natürlich ohne Zwang, ganz freiwillig” erhoben wird,
iſt ganz klar. Ofr werden auch die ganz perſönlichen Wahrſagebriefe
noch in den Pauſen vertrieben.
Das Rennen hatte am Montao wieder ſeine alte Anziehungskraft
ausgeübt. Wurde es doch im Jahre 1910 allein zu dem Zweck eingeführt,
um auch dem zweiten Markttag erneute Zugkraft zu verleihen. Daß
dies ein glücklicher Gedanke war, bewies der zahlreiche Beſuch am
Sonntag. Auch die Bahn war neu hergerichtet. Die Tribünenplätze
diesmal überſichtlicher und angenehmer. Auch an der Neuherrichtung
der Rennbahn ſah man, mit welcher Liebe ſich die Stadtverwaltung auch
dieſer Stelle des Marktes angenommen hatte. Was überhaupt in den
letzten Wochem an Arbeit für und auf dem Marktplatz geleiſtet worden
iſt, iſt fabelhaft. Alle, vom Stadtoberhaupt und Stadtrat an bis zum
letzten Karrenſchieber, haben gearbeitet, beſeelt von dem Gedanken, wir
wiſſen bis zum Wieſenmarkt fertig werden, und ſie haben es geſchafft.
Dafür verdienen ſie alle vollſte Anerkennung. Hoffentlich halten ſie ſich
auch das „Darmſtädter Tagblatt” und leſen dieſe Anerbennung.
Am Sonntag, den 31. ds. Mts., iſt nun der Nachmarkt, der ſicherlich
auch ſehr ſtark beſucht werden wird. Soll doch an dieſem Tage Miß
Elvira Wilſon im Freiballon ohme Korbgondel, in einer Strickleiter mit
den Füßen hängend, hochgehen. Um 3 Uhr wird der Ballon auf dem
Eulbacher Marktplatz gefüllt, und dann geht ſie hoch!, ſo gegen vier Uhr
Die große Verkehrsausſtellung „Die ſchöne deutſche Heimat” bleibt
bis zum 2. Auguſt in den Räumen des alten Schulhauſes geöffnet. Sie
iſt wirklich ſehenswert, und verdienen die Veranſtalter Anerkennung.
Hoffentlich verläuft der Nachmarkt am Sonnntag ebenſo harmoniſch
wie die ſeitherigen Tage.
Wimpfen, 28. Juli. Neues Kreisausſchußmitglied.
Auf Beſchluß des Wahlausſchuſſes tritt anſtelle des ausgeſchiedenen
Kreisausſchußmitglieds Lehrer Lörtz der Geſchäftsführer Wilhelm
Dieruff von Wimpfen.
Aufruf zur Hilfe!
* Fürth f. O., 29. Juli. Hier hat der erſte Roggenſchnitt dieſer
Tage begonnen. Das Getreide ſteht allenthalben recht gut und
ver=
ſpricht bei gutem Einernten eine gute Mittelernte zu geben. — Die
Schulferien beginnen mit Anfang Auguſt.
Ei ſchweres Unglück hat drei Täler des öſtlichem Erzgebirges
be=
troffen, mehr als 300 Perſonen ſind obdachlos und ihres Hausrats
be=
raubt, andere ſind ſchwer geſchädigt. Ein Sachſchaden von wenigſtens
70 Millionen iſt entſtanden. Jahre werden mit den
Wiederherſtellungs=
arbeiten vergehem.
Nun gilt es helfen, großzügig helfen. Aber nicht planlos. Darum
hat der Sächſiſche Landesverein für Innere Miſſion mit den Pfarrern
aller betroffenen Gemeinden eine entſprechende Organiſation (Eirchliche
Verteilftelle) eingerichtet, wo der Bedarf angeweldet und überſehen wird.
und von wo das Notwendige angefordert und auf ſchnellſtem Wege
ge=
liefert wird.
Die Hauptſammelſtelle
für Geldſpenden iſt die Miſſionsnothilfe für die Liebeswerke
der Inneren Miſſion Sachſens, Dresden A 1, Ferdiwandſtr. 19,II.
Poſtſcheckkonto Dresden 18369:
für ſonſtige Liebesgaben (Bettwäſche, Haus= und
Küchen=
wäſche. Dauerwaren an Nahrungsmitteln, vollſtändigen Bettſtellen
uſw.) Stadtverein für Innere Miſſion, Dresden
A 1, Zinzendorfſtr. 17.
Der Sächſiſche Bruderverei dankt ſchon jetzt für alle ihm
zuge=
dachten Geldſpenden und Liebesgaben aufs herzlichſte.
Heſſiſcher Landesverein für Innere Miſſion.
gez.: Wagner, Pfarrer.
* Von der Bergſtraße, B. Juli. Hohes Frauenalter. Die
Witwe Friedrich Hohenadel in Weinheim feierte dieſer Tage ihren
34. Geburtstag, während Frau Barbara Preßler von da kürzlich ihr
94. Lebensjahr vollendete. Beide ehrwürdige Greiſinnen ſind noch
wohlauf und verrichten noch ihre täglichen Geſchäfte. — Vom
Stark=
ſtrom getötet. Als der Sohn des Fabrikarbeiters Yarmutty in
Friedrichsfeld ein Vogelneſt ausheben wollte, kam er der
Starkſtrom=
leitung zu nahe und war ſofort tot. Die Leiche hing an beiden Armen
zwiſchen den Leitungsdrähten, der Schädel war rücklings auf die Lei=
kam unter den Zug und wurde ein Stück mitgeſchleift. Dabei wurde der
Unglücklichen der rechte Fuß glatt abgefahren, der linke Fuß erlitt
ſchwere Quetſchungen und andere ſchwere Verletzungen. Leichtſinn!
— Gernsheim, 29. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
29 Juli, morgens 6 Uhr, 1,41 Meter.
* Biblis, 28. Juli. Gemeinderatsbericht. In der letzten,
zum Teil nichtöffentlichen Gemeinderatsſitzung, wurde der Voranſchlag
für 1927 beraten. Außer den Ortsvertretern war auch Herr
Gemeinde=
einnehmer Beckerle zur Löſug teilweiſe unverſtändlicher Fragen
a=
weſend. Ueber die einzelnen Punkte des Voranſchlags wurde lebhaft
diskutiert, hervorgehoben ſei nur, daß man zirka 10000 Mark zur
Her=
ſtellung der Ortsſtraßen und der in der Nähe des Ortes gelegenen
Grä=
ben und Waſſertümpel verwenden will. Des weiteren wurde feſtgeſtellt,
daß die Gemeindeſteuern dieſes Jahr im Verhältnis zum vorigen Jahre
geringer ſein werden. Angeſchnitten wurde auch der Punkt über die
Regelung der für unſeren Ort unbedingt notwendigen neu anzuſtellenden
zwei Ammen. Herr Bürgermeiſter Frank gab die hierfür notwendige
Erklärung und führte unter anderem an, daß er an maßgebender Stelle
ſchon verſchiedentlich vorſtellig war, daß dort die Sache hänge. Er
wurde vom Gemeinderat abermals gebeten, unbedingt dieſe ſehr wichtige
Sache ſchnellſtens zu regeln.
* Stockſtadt a. Rh., 28. Juli. Beitritt zum
Kreisobſt=
bauverband. Der hieſige Obſt= und Gartenbauverein hat
einſtim=
mig beſchloſſen, ſich dem Kreisobſtbauverband Groß=Gerau anzuſchließen.
WSN. Neu=Iſenburg, 29. Juli. Schwerer Autounfall. In
der vorvergangenen Nacht gegen 1 Uhr ereignete ſich hier an der
Sprend=
linger Landſtraße ein ſchwerer Autounfall. Zwei Offenbacher
Geſchäfts=
leute, die den letzten Anſchluß an die Waldbahn verfehlt hatten, ließen
ſich mit einer Kraftdroſchke nach Offenbach fahren. Unterwegs
über=
ſchlug ſich an einer Kreuzung das zu weit rechts gekommene Fahrzeug,
und die Inſaſſen wurden herausgeſchleudert. Während einer der beiden
Herren nit leichten Verletzungen davon kam, mußte der andere mit
einer ſchweren Kopfverletzung und einem Armbruch im Offenbacher
Krankenhaus eingeliefert werden. Der Wagenlenker, der die Kurve zu
ſcharf genommen haben ſoll, kam mit dem Schrecken davon.
Geſchäftliches.
Vom Deutſchen Ledermuſeum.
Eine der intereſſanteſten Abteilungen des Deutſchen Ledermuſeums
iſt die ethnographiſche Abteilung. Die Verarbeitung des Leders bei
den ſogenannten primitiven Völkerſchaften zur Kleidung, Waffen,
zu Gebrauchsgegenſtänden des täglichen Lebens aller Art bietet an
tech=
niſchen Fertigkeiten Außerordentliches. Neuerdings hat das Muſeum
eine beſondere Bereicherung durch Uebernahme ganzer Kollektionen
führender Hamburger Firmen auf dem Gebiet der Ethnographika
er=
fahren, ſo daß manche ſeither fühlbare Lücke geſchloſſen werden konnte.
Von Intereſſe ſind dabei die mit Menſchenhaut bezogenen, zum Teil
mit Geierfedern geſchmückten Tanzmasken, die in ihrer Verzerrtheit
und Bizarrerie manchen Beſchauer das Gruſeln lehren könnten. Die
ethnographiſche Abteilung des Muſeums muß aber immer noch mehr
ausgebaut werden. Sie bietet dem Lederfachmann, wie die Ausnützung
der Sammlung durch die Modellwerkſtätte der Offenbacher
Kunſtge=
werbeſchule zeigt, Außerordentliches. Hilfe kann dabei die Offenbacher
Geldlotterie, die am 11. Auguſt unwiderruflich gezogen wird, ſein.
Die Ausſicht, dabei im günſtigſten Fall 5000.— Mark zu gewinnen, iſt
ſicher lockend.
Die Firma Fritz Scheller Söhne, A.=G., in Bad
Homburg bringt auch in dieſem Jahre wiederum ihren
bekannten Melita=Eſſig in ſeiner altbewährten Qualität auf
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Hauptſchriftleitung: J. V.: Max Streeſe.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: J. V.: Andraas Bauer, für Feuilleton, Reich
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Gtreeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlman
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer;
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag. L C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 209
Samstag, den 30. Juli 1927
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Reich und Ausland.
Neuer Anatom der Berliner Univerſität.
Profeſſor Fiſcher als Nachfolger Luſchans.
Prof. Dr. Eugen Fiſcher,
ordentlicher Profeſſor der Anatomie an der
Univer=
ſität Freiburg, iſt als Nachfolger des zurücktretenden
Geheimrats von Luſchan nach Berlin berufen
worden.
Zum Bau des Dornier=
Groß=
flugzeuges.
Berlin. Wir hatten bereits die Meldung des
amerikaniſchen Vertreters der Dornier=Werke
wieder=
gegeben, wonach in Friedrichshafen ein
Rieſenflug=
ſchiff für den Transatlantikverkehr im Bau ſei, das
rund 100 Paſſagiere mit Gepäck befördern könne.
Hierzu iſt nun weiter zu melden, daß es ſich hier
keineswegs um einen neuen Rieſen=Zeppelin handelt.
Bekanntlich baut man auf der Zeppelinwerft zurzeit
lediglich den für den Transatlantibverkehr nach
Süd=
amerika beſtimmten „L. Z. 127‟. Offenbar iſt das
neue Rieſenflugzeug der Dornierwerke gemeint, das
alle bisherigen Flugzeuge an Größe, Stärke der
Mo=
toren und Faſſungsvermögen weit übertreffen wird.
Tatſächlich lagen ſchon im Frühjahr d. J. alle
Kon=
ſtruktionseinzelheiten der Rieſenmaſchine in den
Büros der Werft auf dem Papier fertig vor. Im
Laufe des Sommers wurde der Bau ſelbſt in
An=
griff genommen, und zwar nicht in Friedrichshafen,
ſondern in den neuen Anlagen der Dornierwerft auf
der anderen Seite des Bodenſees, in Altenrhein in
der Schweiz. Ohne daß man ſich bei dieſer
Neukon=
ſtruktion nun auf den Begriff der 100 Paſſagiere
feſtzulegen braucht, läßt ſich ſagen, daß die
Rieſen=
maſchine Laſten tragen wird, die bisher im
Luft=
verkehr mit Flugzeugen nicht entfernt in Frage
kamen. Obwohl alle Einzelheiten ſtreng geheim
ge=
halten werden, hört man doch, daß das Flugſchiff
eine Geſamtmotorenſtärke von 4000 bis 6000 PS
haben wird, daß ſeine Bedienung durch eine
Be=
ſatzung von ſechs Mann mit einem Kapitän an der
Spitze erfolgen wird, und daß es mit allen
tech=
niſchen Apparaten und Inſtrumenten ausgerüſtet
ſein wird, die bisher nur bei Luftſchiffen üblich
waren. Im übrigen denken die Dorniererke weniger
daran, mit dieſer Maſchine eine große Anzahl von
Paſſagieren zu befördern, als ſie vielmehr in erſter
Linie in den Dienſt der Poſt= und Frachtbeförderung
zu ſtellen. Es liegt auf der Hand, daß eine ſo
erheb=
liche Verkürzung der Ozeanüberfahrtzeit, wie ſie mit
dem Flugſchiff erzielt werden könnte, für den
Ge=
ſchäftsverkehr zwiſchen Europa und Amerika von
ungeheurer Wichtigkeit iſt.
100 000=Mark=Preis für einen
deutſchen Ozean=Flug.
Berlin. Ein ungenannter Stifter hat, der
„B. Z.” zufolge, dem Deutſchen Luftfahrverband und
dem Aeroklub von Deutſchland einen Preis von
100 000 Mark zur Verfügung geſtellt, der demjenigen
deutſchen Flieger zufallen ſoll, der als erſter mit
einem Flugzeug den Ozean überquert. Ein zweiter
Preis in Höhe von 75 000 Mark (in zwei Teilen)
iſt für den Piloten beſtimmt, der den noch von den
amerikaniſchen Fliegern Chamberlin und Byrd=Acoſta
gehaltenen Rekord im Dauerflug (51 Stunden) bricht.
Es iſt anzunehmen, daß mit dieſem Anreiz die
deutſchen Vorbereitungen für den Ozeanverkehr etwas
beſchleunigt werden, da bisher die deutſchen Flieger
und Flugzeugwerke unter finanziellen Schwierigkeiten
zu leiden hatten. Der eigentliche Zweck der Prämie
dürfte vor allem darin liegen, einen ſicheren Flugweg
Berlin—New York zu fördern. Schon der
Reichsver=
behrsminiſter Dr. Koch hatte ſich kürzlich dahin
ausge=
ſprochen, daß uns an einer Sportleiſtung wenig liegt.
Aus dieſem Grund ſind ja auch die weiteren 75 000
Mark jedem Flieger zugedacht, der den neuen
Dauer=
rekord aufſtellt und mindeſtens 4000 Kilometer im
Flugzeug zurücklegt. Damit iſt vor allem bezweckt,
den Maſchinentyp herauszufinden, der ſich am beſten
für Ozeanflüge eignet. Man darf annehmen, daß
ſich noch weitere Geldleute finden werden, die die
dahingehenden Beſtrebungen finanziell unterſtützen.
Beim Ausnehmen eines Vogelneſtes vom
Starkſtrom getötet.
LPD. Friedrichsfeld. Der neun Jahre
alte Sohn des Metallſchleifers Yarmutty war in der
Nähe des Bahuhofs Friedrichsfeld=Süd auf einen
Gittermaſt der Starkſtromleitung geklettert, um ein
Vogelneſt zwiſchen den Drähten auszunehmen. Der
Junge hatte das Neſt ſchon zwiſchen den Drähten
gelöſt, geriet aber beim Zurückzichen des Armes mit
der 5000=Voltleitung
Berührung und wurde auf
der Stelle getötet. Die Leiche des unglücklichen
Knaben hing an beiden Armen zwiſchen den
Lei=
tungsdrähten und brannte vollſtändig aus; aus der
Schädelhöhle tröpfelte das Gehirn des Knaben auf
die Erde. Erſt nach einer Stunde, nachdem der
Strom abgeſchaltet war, konnte die Leiche des
ver=
unglückten Jungen, der ſeinen Wagemut mit dem
Zeben bezahlen mußte, von Monteuren abgenommen
werden.
Der Prinz von Wales
wurde in einem Londoner Aufnahme=Atelier vor geſtellten Dekorationen im Lichtkegel der
Jupiterlampen gefilmt. Bei Empfängen und auf Sportplätzen iſt der Thronfolger ſchon oft
gekurbelt worden. Es iſt jedoch das erſtemal der Fall, daß der Prinz gewiſſermaßen in einer
bewußt ſchauſpieleriſchen Poſe ſich dem Kameramann zur Verfügung ſtellt. Der Film ſoll in
erſter Linie Archivzwecken dienen, wird aber wohl auch öffentlich gezeigt werden. Der Prinz
ſitzt inmitten einer ſeinem Arbeitszimmer genau nachgebildeten, im Atelier errichteten Dekoration
bei ſeiner täglichen Beſchäftigung.
Samstag, den 30. Juli 1927
Unſer Bild zeigt den Krater, in dem Förderturm, Maſchinenhaus und 6 Menſchen verſunken ſind.
Der Sachſchaden wird auf mehr als 3 Millionen Mark geſchätzt.
Der Prinz von Wales als Filmdarſteller.
Der engliſche Thronfolger im Atelier gekurbelt.
Zum Grubenunglück bei Hüls.
Die Folgen des ſchweren Waſſer= und Schlammeinbruchs auf der Zeche „Auguſte Viktoria”.
uens
Je 2
Nebelzertreibung durch Flugzeuge
* Berlin. Seit ungefähr 15 Jahren haben
ſich die Witterungsverhältniſſe weſentlich von ihrem
normalen Verlauf abweichend geändert. Die Winter
ſind wärmer geworden, und die Uebergangsjahres,
zeiten Frühling und Herbſt ſind immer länger
ge=
worden. Gleichzeitig ſind die Wetterkataſtrophen
zahlreich in Erſcheinung getreten. Schon frühzeitig
ſind die Wiſſenſchaftler ans Werk gegangen, Verſuche
zu machen, Wetterkataſtrophen zu verhindern oder zu
mildern. Es wurden Deiche und Dämme, Talſperren
und ſonſtige techniſche Bauten angelegt, um
Katg=
ſtrophen zu vermindern. Der „Tag” bringt im
Zu=
ſammenhang mit den letzten Naturkataſtrophen einen
intereſſanten Artikel, der ſich mit Verſuchen zur
künſt=
lichen Wetterbeeinfluſſung befaßt. So ſoll man in
Amerika Regenwolken mit Hochfrequenz behandelt
und ſie zu Niederſchlägen gebracht haben, d. h. man
habe künſtlich Regen erzwungen, nach einer
elektri=
ſchen Vorbehandlung der Luft mittels eines
Flug=
zeugpropellers Wolken zur Auflöſung zu bringen.
Im „Tag” werden dieſe amerikaniſchen Verſuche ſehr
ſkeptiſch aufgenommen.
Die Unwetterſchäden des Dampfers „Kaiſer
Friedrich”.
Köln. Zu den verſchiedenen Nachrichten, die
durch die Preſſe gehen, bemerkt die Direktion der
Köln—Düſſeldorfer Rheinſchiffahrt: Der Dampfer
wurde unterhalb Boppard von einer ſchweren Hagel=
und Gewitterboe überfallen. Die Sonnenſegel auf
dem Oberdeck wurden vom Sturm erfaßt und
größ=
tenteils über Bord geriſſen, ihre Stützen verbogen
und geknickt, dabei auch die Reeling, ſtellenweiſe be
ſchädigt. Die Flaggenmaſte wurden wie
Streich=
hölzer geknickt und in die Luft gewirbelt. Ebenſo
wurden erhebliche Teile des Bord= und
Wirtſchafts=
inventars über Bord geweht. Erfreulicherweiſe ſind
die Perſonenſchäden außerordentlich gering geblieben.
Vier Perſonen wurden durch Glasſplitter verletzt,
jedoch nicht ernſtlich. Daneben iſt allerdings noch
eine Reihe von Kleiderſchäden entſtanden. Daß ſich
unter dem Publikum bei dieſem fürchterlichen Wetter
Erregbarkeit bemerkbar machte, iſt begreiflich. Jedoch
gelang es den Schiffsbeamten, die von beſonnenen
Elementen in dankenswerter Weiſe unterſtützt
wur=
den, Rühe und Ordnung auf dem Schiff zu wahren.
Seine Navigation wurde nicht beeinträchtigt; e3
konnte ſeine Fahrt planmäßig fortſetzen und traf
am Abend mit mehreren hundert Paſſagieren in
Köln ein. Die Wiederherſtellungsarbeiten wurden
ſofort in Angriff genommen. Der Dampfer wird
vorausſihtlich am Sonntag bereits wieder ſeine
Fahrten aufnehmen können. Irgendwelche
Ein=
ſchränkungen im Fahrplan brauchen, da genügend
Reſerveſchiffe zur Verfügung ſtehen, nicht
vorge=
nommen zu werden.
Fliegerhauptmann Barnard tödlich verunglüc.
EP. London. Der engliſche Fliegerhauptmann
Barnard, der als einer der bekannteſten
Mili=
tärflieger galt, verunglückte am Donnerstag bei
einem Flug in der Nähe von Briſtel tödlich, als
ſein Flugzeug aus unbekannter Urſache aus einer
Höhe von 30 Metern plötzlich abſtürzte. Barnard
erlitt mehrere Arm= und Beinbrüche, denen er kurz
darauf erlag.
Deutſcher Klub=Wolkenfratzer
in New Jork.
Schweres Unwetter im Weſierwald.
WSN. Montabaur. Ueber dem Weſterwald
hat ſich ein ſchweres Unwetter, verbunden mit einem
gewaltigen Sturm und furchtbaren Regenmaſſen,
ent=
laden. Zwiſchen Montabaur und Neuhäuſel wurden
acht Telephonmaſten, zwiſchen Montabaur und
Wirges zwanzig Telephonmaſten von der Gewalt
des Sturmes umgeworfen und die Leitungen
zer=
ſtört. Bei Dernberg fielen dem Sturm ſechs Maſten
zum Opfer. Ueberall iſt die telephoniſche Verbindung
geſtört. Mit außerordentlicher Gewalt wütete das
Unwetter bei Wirges, wo der Blitz in den
Kirch=
turm der evangeliſchen Kirche einſchlug, ſo daß
dieſer mit furchtbarem Gepolter einſtürzte.
Men=
ſchenleben ſind glücklicherweiſe nicht zu Schaden
ge=
kommen; durch den Einſturz ſind die angrenzenden
Hänſer teilweiſe erheblich beſchädigt worden. Bei
Steinefrenz wurde der Landwirt und Mühlenbeſitzer
Herz, der gerade mit ſeiner Frau einen
hochbela=
denen Wagen mit Heu nach Hauſe bringen wollte,
von dem Unwetter plötzlich überraſcht. Dabei ſchlug
der Blitz in die hochgehaltene Heugabel ein und
tötete Herz auf der Stelle. Die Frau blieb
unver=
letzt. Auf den Fluren und in den Wäldern hat das
Uwvetter außerordentlichen, bis jetzt noch nicht
ab=
ſchätzbaren Schaden angerichtet. Zahlreiche ſtarke
Obſt= und andere Bäume wurden entwurzelt oder
vom Blitz getroffen, wodurch an mehreren Stellen
die elektriſche Leitung zerſtört wurde, ſo daß die
Stadt längere Zeit ohne Licht war. Beſonders
ver=
heerend wütete das Unwetter im ſogenannten
Schloß=
wald, wo zahlreiche alte Bäume vom Blitz getroffen
und in die Tiefe geriſſen wurden. Durch den Sturz
wurden noch weitere Verheerungen angerichtet.
Ein weiblicher Meſſerheld.
Nied. Hier ſpielte ſich ein eigenartiges Drama
ab. Ein mit ſeiner Frau in Scheidung lebender
Schreiner war mit ſeiner Frau und deren
unver=
heirateter Freundin aus verſchiedenen Gründen in
eine heftige Auseinanderſetzung gekommen, bei der es
auch beiderſeits zu Tätlichkeiten kam. Hierbei brachte
das Mädchen dem Manne mit einem Meſſer mehrere
gefährliche Stiche in den Unterleib und den Kopf
bei, ſo daß der Mann in ſchwerverletztem Zuſtand im
Krankenhauſe eingeliefert werden mußte. Die beiden
Frauen wollen in Notwehr gehandelt haben.
140 000 Mark unterſchlagen.
Nürnberg. Ein hieſiger Bauunternehmer,
der ſeit 1924 Schatzmeiſter der hieſigen
Bundes=
ſchützengeſellſchaft geweſen war, hat in den letzten
Jahren der Kaſſe nach und nach Geldbeträge in
Höhe von 140 000 Reichsmark entnommen und dieſe
teils im Geſchäft, teils für ſich verwendet.
Schweres Unwetter im Schwarzwald.
fm. Emmendingen. Ein Gewitter, das
über Freiburg und Emmendingen hinzog, hat in der
Umgebung großen Schaden angerichtet. Der Sturm
glich einem Wirbelſturm. Obſtbäume wurden
umge=
knickt und aus dem Boden geriſſen, Häuſer abgedeckt.
In der Gegend von Marlen, Altenheim, Weier und
Willſtedt fielen Hagelkörner bis zu Hühnereigröße.
Die Bäume wurden ihrer Blätter und ihres Obſtes
beraubt, die Aehren des Getreides wurden
abge=
ſchlagen, bei der liegenden Frucht wurden ſogar die
Aehren ausgeſchlagen. Bei dem Gewitter, das ſich
über dem Feldberg entlud, befanden ſich zwei
Stu=
denten von Freiburg auf dem Wege vom
Bismarck=
denkmal zum Feldbergturm. Ein plötzlich
einſchlagen=
der Blitz fällte den 24jährigen Studenten Gerbel aus
Leipzig zu Boden. Der Begleiter wurde betäubt.
Gerbel konnte trotz mehrſtündiger
Wiederbelebungs=
verſuche nicht mehr ins Leben zurückgerufen werden.
Der Blitz hatte die Kleider dem Gerber buchſtäblich
vom Körper geriſſen. Zwei Damen, die zu gleicher
Zeit den Weg gingen, kamen mit dem Schrecken
davon.
Verurteilter Falſchmünzer.
fm. Pforzheim. Der 40jährige ledige
Gold=
ſchmied Rudolf Lang hatte ſich wegen
Münzver=
brechens zu verantworten. Anfangs dieſes Jahres
hatte er im Gußverfahren mehrere Zwei= und
Drei=
markſtücke nachgemacht und in den Verkehr gebracht.
Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer
Zucht=
hausſtrafe von 2½ Jahren und drei Jahren
Ehr=
verluſt.
Unwetterfolgen.
Bad Ems. Bei Beginn des am Mittwoch über
dem mittleren Lahntal niedergegangenen Unwetters,
das 14,8 Millimeter Niederſchlag brachte, war der
Himmel eigenartig gelb und es herrſchte eine ſolche
Finſternis, daß man keine 30 Meter weit ſehen
konnte. In den Kur= und Kirchengärten ſowie den
Obſtplantagen wurden große Bäume entwurzelt oder
ſchwer beſchädigt. In der näheren Umgebung
wur=
den über 20 Telegraphenſtangen umgeriſſen. Sehr
großer Schaden wurde an den Dächern und
Fenſter=
ſcheiben, die maſſenhaft eingeſchlagen wurden,
ange=
richtet. Auch die Felder haben ſtark gelitten. Die
aufgeſtapelten Kornhaufen wurden vielfach vom
Winde fortgetragen. Zwiſchen Aull und Heiſtenbach
wurde eine neue Straße weithin aufgeriſſen. Beim
Dauſenauer Wehr= und Schleuſenbau ſtürzte eine
Arbeiterbaracke ein, wodurch die darin ſtehenden
Fahrräder der Leute vernichtet wurden. Die
Ar=
beiter ſelbſt hatten ſich kurz vorher in einem anderen
Gebäude in Sicherheit gebracht.
Ein Zentrum der Deutſchen in Amerika.
Der geplante 44 Stock hohe Wolkenkratzer
des Steubenklubs und deſſen Präſident
George Stadtlander.
Der Steubenklub in New York hat den Bau eines
44=ſtöckigen Klubhauſes beſchloſſen. Die erſten 16 und
die oberen 18 Stockwerke ſollen, als Geſchäfts= und
Büroräume vermietet werden. Die mittleren 10
Stock=
werke werden neben den Klubräumen auch ein
Theater und Sporträume enthalten. In dem
Steu=
benklub ſind die Deutſchamerikaner der Vereinigten
Staaten organiſiert. Der erſte Steubenklub in
Chi=
cago wollte mit der Namensart das Andenken des
um die amerikaniſche Freiheit hochverdienten, aus
Deutſchland eingewanderken U. S.A.=Generals von
Steuben ehren.
Heinrich
Saalba=
Ausbeſte
das
Hasto.
Zu Braten
u Kochen
Spezia
Im Ausſe
Von hi
Kalbe
N
Bad
[ ← ][ ][ → ]Nummer 209
Samstag, den 30. Juli 1927
Geite 11
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 21. Juli: Konrad Thomas Friedrich Jockel, Lehrer
R., 73 J., Clemensſtr. 6. Otto Rudolf von Brentano di Tremezzo,
ſeFiſcher Miniſter des Innern und der Juſtiz, 71 J., Sandſtr. 8. Luiſe
nSting, geb. Hohmann, 85 J., Kahlertſtr. 10. Am 22.: Johann Georg
Grttner, Privatmann, 73 J., Pankratiusſtr. 35. Marie Eliſ. Schäfer,
er- Kabel, 50 J., Lichtenbergſtr. 56. Am 23.: Johannes Gutmann,
ierungsrat, 64 J., Klappacherſtr. 13. Friedrich Eugen Alfred Braun,
bt.dent, ledig, 21 J., Inſelſtr. 38. Otto Rothermel, Rechnungsdirektor
F., 69 J., Soderſtr. 49. Charlotte Simon, geb. Niklas, 79 J.,
Schieß=
ansſtr. 41. Johann Georg Karl Rau, Lackierer, 70 J., Neugaſſe 3.
Ur. 25.: Margarete Heinz, Dienſtmädchen, ledig, 21 J.. Frankfurter
aße 130. Margarete Würthele, geb. Wenzel, 83 J., Fuchsſtr. 1.
Hein=
inw Ludwig Hirſch, Schuhmacher, 71 J.. Nieder=Ramſtädter Straße 31.
5: ſanna Kilian, geb. Fornoff, 62 J., Marienplatz 1. Am 26.:
Char=
u—e Philippine Friederike Luiſe Franz, geb. Vogt, Liebfrauenſtr. 85.
ma Marie Storck, geb. Hoock, 65 J., Lengfeld, hier, Erbacher Str. 25.
arl Emil Laiſt, Oberlandesgerichtsrat i. R., 73 J., Wilhelminenplatz 15.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
7. Sonntag nach Trinitatis (31. Juli 1927).
Stadtkirche. Samstag, den 30. Juli, abends 2½ Uhr: Andacht. —
Senntag, den 31. Juli, vormittags 10 Uhr: Ha apigottesdienſt. Pfairer
Tagner.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
bf net. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vormittags 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lau=
enſchläger.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte.
Vornnittags 9½ Uhr: Anmeldung und Beichte in der Sakriſtei.
Vor=
n ttags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Poarrer Lautenſchläger. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt.
Pfarr=
priſtent Saal. — Dienstag, den 2. Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchen=
meinigung. — Mittwoch, den 3. Auguſt, abends 8 Uhr, im
Konfir=
andenſaal (Schloß): Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
ASteilung): Poſarnenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 31. Juli, abends
3: Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung).
Montag, den 1. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde.
Jugendbund der Markusgemeinde. — Dienstag, den 2. Auguſt,
agends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
Ab=
terlung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere
Aubteilung). — Mittwoch, den 3. Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchenver=
enzigung der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). — Donnerstag,
dan 4. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde:
Sing=
k eis. — Freitag, den 5. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Sſtadtgemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der
Kaplanei=
cemeinde.
Walderholungsſtätte am Befſunger Forſthaus. Vormittags 11½ Uhr
Süändergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Amtshandlungen an Auzwärtigen: Bis 31. Juli: Pfarrer Goethe;
vom 1. Auguſt ab: Pfarrer Vogel.
Krankenpflege durch Digkonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtr. 9,
Fernſprecher 2882; 2. Nebenſtation; Mauerſtr. 5 (in der
Kleinkinder=
ſwule der Martinsgemeinde).
Evang. Wohlfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſinden vormittags von 10 bis 12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
cäesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vormittags
von 8—12 und nachmittags von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vormittags 8½ Uhr: Chriſtenlehre für den
Oſt=
bezirk in der Kirche. Pfarrer Beringer. Vormittags 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Saal.
Altersheim. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfaraſſiſtent Lein.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, den 1. Auguſt,
abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag,
den 2. Auguſt, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung.
— Mittwoch, den 3. Auguſt, abends 8 Uhr, im Martinsſtift:
Mädchen=
vereimigung Oſt. — Donnerstag, den 4. Auguſt, abends 8 Uhr
Gauer=
ſtraße 5): Poſaunenchor. — Freitag, den 5. Auguſt, abends 8 Uhr, im
Gemeindehaus: Lichtbildervortrag über Paläſtina. Pfarraſſiſtent Saal.
Johanneskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Vormit=
tags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vormittags 8½ Uhr:
Chriſten=
lehre für die 1. Abteilung der Neukonfirmierten. Pfarrvikar Schäfer.
Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrvikar Schäfer. Abends
8½ Uhr: Vereinsabend der Jugendvereinigung. — Montag, abends
8½ Uhr: Vereinsabend der Mädchenvereinigung.
Pauluskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarraſſi=
ſtent Wißmüller (Arheilgen). Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. —
Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund.
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Beringer. Der Kindergottesdienſt fällt aus. — Evang.
Sonntags=
verein: Vereinsſtunden nachmittags von 4—7 Uhr. — Donnerstag, den
4. Auguſt, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmifſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. Nachmittags 3½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Neuber. —
Montag, nachmittags 4 Uhr: Frauenarbeitsſtunde. — Dienstag;
nach=
mittags 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Donnerstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=
Bibelſtunde und Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80.
Prediger Semmel. — Samstag, abends 8½ Uhr: Poſaunemhor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachmittags
21 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. 4¾ Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Mädchen. — Montag, abends 8½ Uhr:
Geſchäfts=
ſtunde. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde für Mädchen. —
Mittwoch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männer (
Spiel=
ſtunde). — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links). Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Weißkreuz=
ſtunde. Nachmittags 2 Uhr: Schießen und Spielen im Heim. — Abends
8 Uhr: Mitgliederverſammlung. — Montag, abends 8½ Uhr:
Be=
ſprechſtunde von Lebensfragen moderner Jugend. — Mittwoch, abends
8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde im Jungmännerkreis. — Donnerstag,
abends 7 Uhr: Schwimmen im Woog. Treffen am Kartenverkaufsſtand
ſpäter auf der Inſel. — Freitag, abends 8 Uhr: Turnen und
Körper=
ſchule in der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag, nachmittags 4 Uhr:
Jungſcharſtunde für Buben von 10—14 Jahren.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 1. Auguſt, abends 8½. Uhr,
im Feierabend (Stiftsſtraße 51): Bibelſtunde. Prediger Loos,
Frank=
furt.
Chriſtlicher Jugendverein (Konfirmandenſaal, Schloßkirche).
Sonn=
tag, den 31. Juli, abends 8 Uhr: Familienabend. Kaffee wird
ge=
reicht, Gebäck kann im Heim gekauft werden. — Montag, den 1. Auguſt,
abends 8 Uhr: Unterhaltung. — Mittwoch, den 3. Auguſt, abends
8 Uhr: Poſaunenſtunde. — Donnerstag, den 4. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugendbibelſtunde. — Samstag, den 6. Auguſt, nachmittags 4 Uhr:
Spiel und Sport.
Die Chriſtengemeinſchaft.
Veranſtaltungen.
In dieſer Woche ſind keine öffentlichen
Sonkige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Gemeinde, Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
31. Juli, vormittags ½10 Uhr: Andacht. Nachmittags ½4 Uhr:
Jugend=
bund. Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Mittvoch, abends 8¼ Uhr;
Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Gemeinde glänbig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 31. Jul,, vormittags 10 Uhr: Abendmahlsfeier (
ge=
ſchloſſene Verſammlung). 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8½ Uhr:
Evangeliſationsverſammlung. Nachlnittags 4 Uhr: Chriſtliche
Ver=
ſammlung in Nieder=Ramſtadt. Sämtliche Verſammlungen leitet
Pre=
diger Winkler, Wiesbaden. — Donnerstag, den 4. Anguſt, abends
8½ Uhr: Bibelbeſprechung mit Gebetsgemeinſchaft. Zu allen
Veran=
ſtaltungen ladet herzlich ein: Prediger Conrad.
Chriſtliche Verſammlung, Waldſtraße 18. Sonntag, 31. Juli,
vor=
mittags 11½ Uhr: Sonntagsſchule; nachmittags 4½ Uhr: Verkündigung
des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 3. Auguſt, abends 8½ Uhr:
Ge=
betſtunde. — Freitag, den 5. Auguſt, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (
Be=
trachtung Apoſtelgeſchichte Kapitel 1). Jedermann iſt herzlich
einge=
laden.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtraße 41. Sonntag,
vor=
mittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. Montag: Jugendverein. Dienstag: Singſtunde. Mittwoch:
Frauenmiſſionsverein. Donnerstag: Bibelſtunde. Jedermann iſt
freund=
lich eingeladen.
Prediger Sauer.
Kirch= Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage, Darmſtadt (
Nie=
der=Ramſtädter Straße 13). Sonntag, vormittags ½11 Uhr:
Sonntags=
ſchule. Abends ½8 Uhr: Predigtverſammlung. — Montag, abends
8 Uhr: Frauenverein und Bwüderſchule. — Mittwoch, abends 8 Uhr:
Fortbildungsverein. Jedermann herzlich willkommen.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kürche zu Eberſtadt. Sonntag, 31. Juli, vorm. 8¾ Uhr:
Chriſtenlehre der Knaben. 9½ Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Paul.
11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Dienstag, 8½ Uhr: Kirchengeſangverein.
— Mittwoch, 8½ Uhr: Frauenverein.
In der Prov.=Pflege=Anſtalt 2 Uhr Gottesdienſt. Pfarver Paul.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 31. Juli,
vormittags 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Im Anſchluß an den
Gottes=
dienſt Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung im Pfarrhaus oder
beim Kirchendiener. Vormittags ½11 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag:
Jugendvereinigung. — Mittwoch: Jungmädchenverein. — Donnerstag:
Frauenverein.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 31. Juli, vormittags
½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Prediger: Pfarrer Waldeck, Darmſtadt.
Kollekte für das Eliſabethenſtift. — Dienstag: E. J. G. Mädchenabend.
— Miktwoch: E. J. G. Jungenabend.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 31. Juli,
vor=
mittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. ½11 Uhr: Chriſtenlehre. —
Dienstag abeng: Frauenverein. — Mittwoch abend:
Kirchengeſangver=
ein. — Donnerstag abend: Jugendvereine.
Katboliſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Sonntag, den 31. Juli. Vor
Sonn= und Feiertagen: Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8
Uhr an Beichtgelegenheit. An Sonn= und Feiertagen: Vormittags von
6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; 7 Uhr Frühweſſe. Vor und
in der hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. Generalkommunion
für † Miniſter von Brentano; 9½ Uhr Hochamt und Predigt. Vorhev
Austeilung der hl. Kommunion. Das Hochamt wind für † Miniſter
von Brentano gehalten. Nachmittags 5½ Uhr Vortrag für
Frauen=
vereinigung und 6 Uhr Aloyſiusandacht. Werktagsmeſſe 7 Uhr
Donners=
tag 5 Uhr Eliſabethenverein; 6 Uhr Beichtgelegenheit. Freitag 7 Uhr
hl. Meſſe mit Herz=Jeſu=Andacht.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der hl.
Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. Generalkommunion für †
Miniſter von Brentono.
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Seite 12
Samstag, den 30. Juli 1927
Nummer 209
Oppn, Shler und Tarnen.
Die Technliche Hochſchule Darmſiadt Waſſetballmeiſter
der deutſchen Hochſchulen, Cordes, Darmſadt, Meiſter
der kurzen Strecke.
Königsberg hieß in dieſem Jahre die Parole, der ſporttreibenden
akademiſchen Jugend Deutſchlands. Fern in den Oſten des Reiches, in
die Stadt Kants, wo das Deutſchtum durch den Friedensvertrag von
Verſailles mit am ſtärkſten bedroht iſt, hatte die deutſche Studentenſchaft
ihr achtes Olympia gelegt. 1300 Wettkämpfer und viele
Schlachtenbumm=
ler waren dem Rufe der Königsberger Univerſität gefolgt und eilten
aus allen Gauen Deutſchlands nach der Hauptſtadt Oſtpreußens. Berlin
war der Sammelpunkt und von hier aus ging es am Donnerstag
vor=
mittag in zwei langen Sonderzügen gen Oſten. Ein überaus herzlicher
Empfang wurde in Schneidemühl den reichsdeutſchen Studenten zuteil,
wo ſie während ihres etwa einſtündigen Aufenthalts Gäſte dieſer Stadt
waren. Schön und würdig war der Abſchied; dann ging es durch den
polniſchen Korridor dem Endziel entgegen. Lebhafter Verkehr herrſchte
bei der Ankunft am Königsberger Hauptbahnhof, wo ſich dem Beſchauer
durch die vielen Fahnen und die unzähligen Mützen der Studenten ein
ſchönes Farbenbild darbot.
Am Freitag morgen nahm die Olympiade ihren Anfang. Ueberall
herrſchte bald großer Betrieb. Da die Univerſität Frankfurt am
Don=
nerstag vor acht Tagen in Darmſtadt nicht antreten konnte, wie ſich
ſpäter herausſtellte, mußte die Techniſche Hochſchule Darmſtadt bereits
am Freitag vormittag gegen Frankfurt zur Vorrunde um die Deutſche
Meiſterſchaft im Waſſerball antreten. Die Darmſtädter Mannſchaft, die
in der Aufſtellung:
Göth
Appfel
Leyerzapf
Cordes
Orlemann Ober
Kloſtermann
ſpielte, war ihrem Gegner weit überlegen ud ſiegte nach
hervorragen=
dem Spiel 10:0. Frankfurt kam gegen das glänzende Kombinationsſpiel
der Darmſtädter nie auf, ſo daß in regelmäßigen Abſtänden zehn Tore
fielen. Den Hauptanteil am Siege hatten natürlich wieder Cordes,
Orlemann und Kloſtermann, aber auch die anderen taten durchaus ihre
Schuldigkeit und paßten ſich der Mannſchaft ausgezeichnet an.
Am Abend mußte die Mannſchaft zur Zwiſchenrunde gegen die
Uni=
verſität Münſter antreten. Auch dieſes Spiel ſtand dauernd im Zeichen
der Ueberlegenheit der Darmſtädter Studenten und endete mit einem
weiteren hohen Siege von 9:0.
Da Hamburg zu gleicher Zeit gegen Hannover 7:3 gewonnen hatte,
ſtanden in Darmſtadt und Hamburg die Teilnehmer für das Endſpiel
am Samstag abend feſt. Hatte man im Endſpiel gegen die Univerſität
Hamburg einen gleichwertigen Kampf erwartet, ſo ſah man ſich bitter
getäuſcht. Hamburg konnte keineswegs gefallen und verlor ebenfalls ſehr
hoch mit 11:0.
Damit wurde die Techniſche Hochſchule Darmſtadt Waſſerballmeiſter
der deutſchen Hochſchulen. Ihr Siegeslauf dürfte wohl einzigartig
da=
ſtehen. Mit dem Siege in Darmſtadt 7:0 gegen Heidelberg und den drei
Königsberger Erfolgen erzielte die Mannſchaft im ganzen ein
Torver=
hältnis von 37:0! Dje Mannſchaft repräſentiert gute deutſche Ligaklaſſe
und iſt getroſt mit vielen deutſchen Ligamannſchaften gleichzuſtellen.
Nicht ganz ſo erfolgreich waren in dieſem Jahre die Darmſtädter
in den Schwimmwettkämpfen, denn die Konkurrenz iſt zum Glück ſeit dem
letzten Jahre bedeutend ſtärker geworden, ein erfreuliches Zeichen für
den akademiſchen Schwimmſport Deutſchlands. — Zu der Lagenſtaffel,
die Heidelberg in guter Zeit gegen Breslau gewann, konnte Darmſtadt
durch die Waſſerballſpiele nicht antreten. Ausſicht auf Erfolg hätte es
wohl auch nicht gehabt. Aber auch die bisherige Domäne der
Darm=
ſtädter Studenten, die 4 mal 100 Meter=Freiſtilſtaffel, ging diesmal gegem
Heidelberg verloren. Leider war die Austragung dieſer Staffel nicht
ganz korrekt. Kloſtermann, der dritte Mann der Darmſtädter, wurde
von Watrin=Heidelberg behindert und konnte dadurch nicht ſeine
ge=
wohute Zeit ſchwimmen. Cordes mußte daher zuviel hinter Vogt
ab=
gehen und konnte nicht mehr ganz aufholen, trotz der guten Zeit von
1,06.4. Heidelberg hätte eigentlich diſtanziert werden müſſen, aber dem
Darmſtädter Proteſt wurde nicht ſtattgegeben, und die Staffel am Schluſſe
noch einmal ausgetragen. Ermüdet durch Waſſerball und die anderen
Rennen, mußte ſich Darmſtadt im 2. Gang geſchlagen bekennen.
Die Meiſterſchaft der kurzen Strecke konnte Cordes erfolgreich
vertei=
digen und in der guten Zeit von 1,06 ſeine Gegner hinter ſich laſſen.
Die nächſten Plätze belegten Vogt=Heidelberg mit 1,G7.1, Ohlwein=
Ham=
burg 1,08.3 und Stolze=Halle 1,09.4.
Eine ſehr ſtarke Konkurrenz hatte das Bruſtſchwimmen 100 Meter
gefunden. Gerade bei dieſem Rennen konnte man ſo recht den
Fort=
ſchritt des akademiſchen Schwimmſports beobachten. Die beſte Leiſtung
zeigte der junge Blaſek=Breslau mit 1,22.8, eine ausgezichnete Zeit für
die 100 Meter=Bahn. Auch die anderen: Höhl=Breslau, Pöckel=Berlin,
Friedberger=Wien, Gennes=München und Wolf=Frankfurt blieben alle
unter 1,25.
Das Seiteſchwimmen gewann Watrin=Heidelberg, der neue
ſüd=
deutſche Meiſter, in 1.17, vor Weber=Münſter 1,18.3 und Fendrich=
Mün=
chen 1,19.1. Obwohl Petry=Darmſtadt in ſeinem Lauf vor dem Favoriten
Mendt=Breslau Zweiter wurde, kam er für das Endergebnis nicht mehr
in Frage.
Auch das Rückenſchwimmen 100 Meter brachte eine weitere
Leiſtungs=
ſteigerung. Sieger wurde Ohlwein=Hamburg in 1,18.3 vor Bodelin=
Breslau und Frank=Heidelberg mit 1,20.8.
Der Beherrſcher der mittleren und langen Strecke war Miesbach=
Berlin, der die 300 Meter in 4,14.8 und die 1000 Meter in 15,32 an ſich
brachte. Sein ſchärfſter Gegner war Unterberger=Wien, der für 300
Meter 4,16.2 und für 1000 Meter 15,37 gebrauchte. Die lange Strecke
war wohl das ſchönſte Rennen des ganzen Feſtes, denn bis 25 Meter vor
dem Ziel lagen die beiden Kopf an Kopf. Erſt im Spurt gelang es
Miesbach, ſich frei zu machen und ſicher zu ſiegen.
Auch die Damenwettbewerbe brachten eine Leiſtungsſteigerung, denn
1,28 für 100 Meter Freiſtil und 1,41 für 108 Meter Bruſt ſind für
Stu=
dentinnen annehmbare Zeiten. Reichen Beifall erntete das
Damen=
ſpringen, das auf gutem Durchſchnitt ſtand, und das Frl. Borgs=
Mün=
chen durch ihre erſtaunliche Leiſtung gewann.
Mit der Ausbeute der Schwimmwettkämpfe bei dem 8. akademiſchen
Olympia kann man durchaus zufrieden ſein und im nächſten Jahre mit
KWI.
weiteren Spitzenleiſtungen rechnen.
Waſſerball.
Jungdeuſſchland — S. V. Ludwigshafen Liga 5:0
Das erſte Bezirksſpiel im Woog konnte Jungdeutſchland gegen den
Gaumeiſter des „Beſetzten Gebietes”, mit 5:0 Toren glatt gewonnen.
Ludwigshafen ſtellte eine körperlich ſehr kräftige Mannſchaft, die auch
recht ſchnell im Waſſer war. Die Mannſchaft, die geſtern komplett
an=
trat, war gegen frühere Spiele nicht wieder zu erkennen und enttäuſchte
nach der angenehmen Seite. Unſer Darmſtädter Gaumeiſter konnte
noch immer nicht komplett antreten, da Orlemann und Kloſtermann von
der erſten Mannſchaft noch auf ihrer Oſtdeutſchlandfahrt unterwegs ſind.
Wenn auch die Erſatzleute Kemmer und Schmuck ſich recht gut
einge=
funden haben, ſo iſt es doch kein feſtes Mannſchaftsgefüge. — Gleich beim
Anſchwimmen bringt Förſter ſeinen Verein in Führung, mit 2 weiteren
Toren von Berges und Förſter wird die erſte Halbzeit abgeſchloſſen.
Gils und Berges erhöhen dann auf 5:0; bei dieſem Stand wird Ihrig
vegen einer Unkorrektheit herausgeſtellt, doch kann Darmſtadt, nur noch
mit 6 Mann kämpfend, ſein Tor bis zum Schlußpfiff reinhalten.
Jung=
deutſchland ſpielte in folgender Aufſtellung: Tor: Fink. Verteidigung:
Hils und Schmuck, Verbindung: Förſter, Sturm: Ihrig, Berges und
Kemmer. — Mit derſelben Mannnſchaft wird Jungdeutſchland am
Sonn=
tag auf dem internationalen Schwimmfeſt des S.V. Freiburg im Titiſee
ein Wettſpiel gegen Colmar, das beſte franzöſiſche Klaſſe darſtellt,
be=
ſtreiten. Auf das Spiel werden wir noch an dieſer Stelle zurückkommen.
Fußball.
Sportverein 1922 Roßdorf e. V.
Am kommenden Sonntag begeben ſich die 1. und 2. Mannſchaft des
Vereins nach auswärts. Die 1. Mannſchaft kommt einer
Rückſpielver=
pflichtung gegen Ligareſerve „Starkenburgia” Heppenheim nach,
wäh=
rend die 2. Mannſchaft gegen die gleiche in Höchſt i. O. antritt. Die
Vorſpiele endeten gegen Heppenheim 2:2, gegen Höchſt 5:3.
V. f. R. Darmſtadt— Germania” Eberſtadt.
Die 1. Mannſchaft des V. f. R. begibt ſich am Sonntag nach
Eben=
ſtadt, um gegen die dortige „Germania”, ein Rückſpiel auszutragen.
Eberſtadt iſt auf eigenem Gelände ein ſtarker Gegner. V. f. R. tritt in
etwas veränderter Aufſtellung an. — Die 2. Mannſchaft trägt in
Ar=
heilgen das fällige Rückſpiel gegen die Erſatz=Liga der Spielvereinigung
aus. Das Spiel beginnt 8.30 Uhr auf dem Sportplatz am Arheilger
Mühlchen. Anſchließend ſpielt die 3. Mannſchaft gegen die gleiche des
Platzvereins. Erſte und zweite Jugendmannſchaft iſt in Anbetvacht des
großen Feſtes in Darmſtadt ſpielfrei.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 30. Juli. 12: Uebertr. des Glockenſpiels aus dem
Darmſtädter Schloß. o 15.30: Die Stunde der Jugend. Aus dem
deutſchen Liederkranze. Lotte Kleinſchmidt ſingt drei Volkslieder von
Johannes Brahms. o 16.30: Konzert. Wunſchnachmittag.
Ope=
rettenmuſik. Offenbach: Ouv. z. „Orpheus in der Unterwelt”. —
— Schubert=Berte: Potp. a. „Das Dreimädderlhaus”. — Kalman:
Grüß mir mein Wien” a. „Gräfin Mariza”, — Lehar: Gern hab‟
ich die Frau’n geküßt”. — Strauß: Ouv. z. „Die Fledermaus”,
— Geſang. — Millöcker: Potp. a. „Der Feldprediger” — Gilbert:
„Ein paar Tränchen wirſt du weinen” a. „Die leichte Iſabell”,
Mit=
wirkung: Olaf Schonenpflug (Tenor). O 17.45: Aus dem Roman:
Der Oberhof” von K. Immermann. Sprecherin: Marg. Wolf.
O 18.45: Pfarrer Clemens Taesler: Schopenhauer über das
meta=
phyſiſche Bedürfnis des Menſchen. O 19.15: Dr. F. Heinemann:
Paul Natorp und die letzte Phaſe der Marburger Schule. O 19.45:
Prof. Hillmann: Doſtoiewskis Roman: Schuld und Sühne‟
O. 20.15: Bunter Abend. Mitw. u. a.: Nia Urban (Sopran),
Loſſerp (Tenor), beide vom Operetten=Theater Braunſchweig, Aug.
Zimmer (Vorträge in oberheſſiſcher Mundart). Anſage: A. Scherzer.
Stuttgart.
Samstag, 30. Juli. 13.15: Schallplattenkonzert. O 15: s Gretle
von Strümpfelbach erzählt. G. Ott. O 16: Konzert. Im Wein
liegt, Wahrheit nur allein. Mitw.: Käte Mann, E. Baudiſtel,
C. Struve, Rundfunkorch. 20 Darbietungen. O 18.15:
Bibliotheks=
direktor Auer: Die Kunſt zu leſen. 18.45: Stuttgart und
Frei=
burg: Regierungsrat Neuberg: Das Recht am eigenen Bild.
O 19.15: Uebertr. aus Freiburg. Dr. Brönner: Um die Stabilität
der deutſchen Währung „O 20.15: Kammermuſik=Abend. Mitw.,
Fr. Künſtner (Violine), W. Bergmann (Violine), E. Peters (Cello),
A. Weith (Klarinette), H. Wagner (Klarinette), Th. Zapp (Fagott),
F. Böhme (Fagott), H. Raulf (Horn), H. Roth (Horn). Beethoven:
Sextett op. 71 und op. 81. O 21.15: Funkbrettl. „Da werden
ſich die Flundern wundern”, Sendeimproviſation vom Oſtſeeſtrand,
von C. Struve. O 23: Uebertr. aus Frankfurt a. M.: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 39. Juli. 6: Gymnaſtik. o 16: E. W. Balk:
Architekturdenkmäler unſerer märkiſchen Heimat. o 16.30: Prof.
Wappenſchmitt: Der Aufbau der Werke Mozarts. O 17:
Salon=
quartett H. Raue. Mozart: Ouv. Titus. — Strauß: Wiener
Bonbons. — Moſzkowsky: Melodie. — Gounod: Ballettmuſik
aus Margarethe. — Translateur: Hochzeitszug in Liliput. —
Fetras: Nachruf an Franz Schubert. — Kaempfert: Maskenzug,
— Kalman: Potp. aus Gräfin Mariza. 6 18.40: Spaniſch.
6 19.05: H. J. Jaretzki: Muſeumsbeſuche daheim und auf Reiſen,
o 19.30: V. Schiff: „Wahlſyſteme und Wahlrecht. O 19.55:
Prof. Angenheiſter: Die wirtſchaftliche Bedeutung der Geophyſik.
D 20.30: „Die Nacht von Berlin”. Ein Hörbild. o 22.30:
Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 30. Juli. 6: Gymnaſtik.
14.50: Franzöſiſch f. Anfänger. 6 15.15: Franzöſiſch für
Fortge=
ſchrittene. 16: Engliſch. 16.30: Prof. Lampe: Studienfahrt
nach Tirol. o 17: Alfred Volkland: Verwaltung und
Beamten=
ſchaft im Volksſtaat. O 17.30: Senatspräſident Derſch: Die
recht=
liche Umwelt des Arbeiters. O 18: Gewerbeoberlehrer Mayer: Techn.
Phyſik. 18.30: Wiſſenſchaftl. Vortrag f. Zahnärzte. o 18.55:
Fr. Fromme: Niederdeutſche Gegenwart und Vergangenheit.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 31. Juli 1927.
(Nach der Wetterlage vom 29. Juli 1927.)
Wechſelnd wolkig, mit Neigung zu Gewitterſtörungen.
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Häkelnadel mit
Holz=
futteral. 1 Päckchen, enth. 1 Tiſchdecke,
Kinderhemd und 1 Paar Socken. 1 ſchwarz.
Damenhalbſchuh. 1 Doubléhalskettchen
mit ovalem Filigrananhänger. 3
mittel=
große Schlüſſel am Ring. 1 Haarbürſte.
4 Schlüſſel und 1 Drücker am Ring. Ein
Kinderwagenkopfkiſſen. 1 ſilberner
Ohr=
ring mit Perle. 1 Taſchentuch, gez A. B.
1 goldene Damenbrille im Futteral. Eine
braune gepreßte Handtaſche mit
Taſchen=
tuch. 1 grauer Kinderhut. 1 Hornbrille
mit Goldbügel und Haltern. 1
Elfenbein=
nadel in Pfeilform. 1 Badetuch mit Mütze
und Anzug. 1 Milchkanne. 1 Tula=
Arm=
banduhr ſvor etwa ½ Jahr). 1
Porte=
monnaie mit über 7 Mk. und 2 kleinen
Schlüſſeln. 1 ſchwarzer ſchmaler
Stoff=
mantelgürtel. — Zugeflogen: 1 Dompfaff.
2 Kanarienoögel. — Zugelaufen: 1 junge
weiße Katze mit grauen Flecken.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
30 Juli bis einſchließlich 6. Aug. die
Löwen=Apotheke, Ballonplatz 11, die Adler=
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Nummer 209
Samstag, den 30. Juli
Börſe
An den Effektenmärkten hat ſich die Lage in der Berichtswoche
ſtaum nennenswert verändert. Das Geſchäft war im weſentlichen auf
d— Börſenſpekulation beſchränkt, wobei aber nur geringe Bewegungen
n.ch oben oder unten eintraten. Eine einheitliche Richtung konnte ſich
n—ht herausbilden. Vielfach hing die Kursgeſtaltung von zufälligen
A—inen Orders ab. Wie gering das Geſchäft war, mag dadurch
illu=
ſt iert werden, daß am Donnerstag bei der erſten amtlichen Notiz
d2 Kurſe ſämtlicher Kaliaktien nicht notiert werden konnten, weil nicht
zrimal die vorgeſchriebenen Mindeſtumſätze von einigen Tauſend Mark
zſtande kamen. Verſchiedene ſchwere Werte des Terminaktienmarktes
—chten allerdings von dieſer Stagnation eine Ausnahme.
Insbe=
ſaidere in Farbenaktien kam es zu größeren Umſätzen, da hier ſtändig
g oße effektive Käufe (angeblich des Auslandes) ſtattfanden. In dem
geichen Augenblick, in dem dieſe Anſchaffungen ſich kursmäßig
auszu=
närken begannen, hörten ſie aber auf, ſo daß ſich der Farbenkurs
vr Saldo nur unbedeutend verändert hat. Lebhaftere Bewegungen
zielte die Spekulation in den Werten der Kunſtſeidengruppe.
Ver=
emigte Glanzſtoff und Bemberg lagen zeitweiſe recht feſt, da außer den
AZitteilungen über einen glänzenden Abſatz der Bembergſeide und
g plante Erweiterungsbauten zur Vergrößerung der Produktionsmög=
—hkeit Gerüchte über bevorſtehende Kapitalemiſſionen beider
Geſell=
ſHaften ſtimulierten. Die Bekanntgabe der Ausgabebedingungen hat
die Börſe jedoch enttäuſcht. Einmal wird die Spekulation wohl ein
größeres Bezugsrecht als 5:1, bzw. 4:1 erwartet haben, zum anderen
z igte man ſich erſtaunt über die Vorrats= bzw.
Verwertungsaktien=
tolitik beider Unternehmungen. Noch aus der letzten Kapitalerhöhung
ſaid mehrere Millionen RM. Verwertungsaktien vorhanden, zu denen
ſrh jetzt neue Millionen geſellen. Für die freien Aktionäre wäre es
torteilhafter geweſen, wenn ihnen ein größerer Teil der jetzigen
elktienausgabe angeboten würde. Ueberdies muß betont werden, daß
dire Art, wie die Kunſtſeiden=Unternehmen ihre Erhöhungsvorſchläge
hekanntgaben, Befremden erregen mußte. Verſchiedenen
Zeitungs=
u=daktionen wurde von der Verwaltungsſeite noch einige Stunden vor
A8ekanntgabe des Communiqués in aller Form abgeſtritten, daß die
/Tapitalerhöhung aktuell ſei. Wenn ſchon die Verwaltungen keine
Angaben über ihre wirklichen Abſichten bis zur offiziellen Aeußerung
rnachen wollen, ſo ſollten ſie auch keine wiſſentlich unrichtigen und
unöglicherweiſe Schaden ſtiftenden Dementis in die Welt ſetzen. Man
ß eht, welche Antwort die Börſe gegeben hat. Bemberg= und
Glanz=
voff=Aktien ſtürzten am Tage nach der Veröffentlichung um einige
4Outzend Prozent. Intereſſant waren die Ereigniſſe am Markt der
bSellſtoff=Waldhof=Aktien, die von unbekannter Seite in großen Poſten
aufgekauft wurden und ſchavf anzogen. In Börſenkreiſen ſcheint die
UTeberzeugung zu beſtehen, daß die Geſellſchaft über kurz oder lang
non dem Glanzſtoffkonzern übernommen würde, wobei die Schätzungen
hes Umtauſchverhältniſſes auseinandergingen. Allerdings glaubt man,
waß dieſe Angelegenheit zunächſt noch nicht ſpruchreif ſei. Das Urteil
es Haager Schiedsgerichts in der Chorzowfrage ließ die Hoffnung
aufkommen, daß auch die Forderungen von Deſſauer Gas nach der
ſetzigen Stellungnahme des Gerichtshofes neue Ausſichten auf
Aner=
hennung hätten. Das Papier iſt deswegen neuerdings wieder ein
be=
bäebtes Objekt der Spekulation. Durch die aktienmäßige Verbindung
ber Geſellſchaft mit den Charlottenburger Waſſerwerken profitieren
ieſe naturgemäß von der Deſſauer Gas=Bewegung. Die Spekulation
ſrimmt aber immer wieder, meiſt noch innerhalb der gleichen Börſe,
Fkealiſationen vor, da ſie angeſichts der äußerſt unklaren und mit
em Ultimo wieder ſehr ungünſtigen Geldverhältniſſe keine größeren
(Engagements unterhalten will.
In der Tat war die Gelderleichterung am Ende der Vorwoche nur
brorübergehend. Für die kleineren Firmen iſt es unmöglich, Termingeld
m ausreichendem Maße zu erhalten. Selbſt einer normalen
Ver=
ſwrgung mit Tagesgeld ſtellen ſich Schwierigkeiten entgegen. Während
Eh er Ultimotage mußten daher zeitweiſe über 7½ Prozent Tagesgeld=
und bis über 9 Prozent für Gelder auf einige Tage über den Ultimo
angelegt werden. Die knappe Verſorgung des Börſengeldmarktes iſt
un ſchon chroniſch, die Spekulation aber wiederum vom Geldmarkt
ſeöllig abhängig. Infolge der anhaltenden Induſtriekonjunktur iſt
gußerdem das Wechſelangebot ſehr erheblich, und anzunehmen, daß die
Freichsbank zum Juli=Ultimo von der Wirtſchaft in einem ſehr
be=
ächtlichen Umfange in Anſpruch genommen wird. Damit erhält die
FFrage einer Diskonterhöhung neue Aktualität. Die Börſe iſt geneigt,
re bejahend zu beantworten. Ebenſo rechnet man mit einer
umfang=
veichen Inanſpruchnahme des Reichsbanklombards, da man bei dem
Satz von 7 Prozent vorteilhafter als bei der Geldverſorgung über die
Börſe zu ſtehen kommt.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 29. Juli ſtellen ſich wie folgt:
fSlektrolytkupfer 124, Remelted Plattenzink 51,5—52,5, Original
Hüt=
venaluminium 210, dito in Walzen 214, Reinnickel 340—350, Antimon
Megulus 90—95, Silber in Barren 77,5—78,5.
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhandel vom
29. Juli ſtellen ſich für Kupfer: Jan. 115,25 (115,50), Febr. 115,50
115,75), März 115,50 (116), April 115,50 (116), Mai 116 (116,25),
Juni 116,25 (116,50), Juli — (—), Auguſt 112,75 (113,25, Sept. 113,50
7114), Oktober 114,25 (114,75), Nov. 114,75 (115), Dez. 115,25 (115,50).
endenz: feſt. — Für Blei: Jan. 50 (50,50), Febr. 50 (50,50),
UMärz 50,25 (50,50), April 50,25 (50,75), Mai 5025 (50,50), Juni 50,50
/.50,50), Juli — (—), Auguſt 48,75 (49), Sept. 49,25 (49,50), Okt. 49,50
49,75), Nov. 49,75 (50), Dez. 50 (50,25). Tendenz: feſt. — Für
Bink: Jan. 57,25 (57,50), Febr. 57 (57,75), März 57 (57), April,
Mai und Juni 57 (57,50), Juli — (—), Auguſt 58,25 (59,25), Sept.
H7.75 (58), Okt. und Nov. 57,50 (58), Dez. 57,25 (57,75). Tendenz:
uhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beige=
Fügten Brief.
Nmerikaniſche Kabelnachrichten.
Weizen: Am heutigen Markt kam es wieder zu einem Nachgeben
Ser Preiſe auf günſtige Wetterberichte aus dem Weizengebiet.
Mais: Auch hier gingen die Preiſe heute etwas zurück, da nament=
Tich in Kanſas ausgedehnte Regenfälle niedergingen und man dort mit
Eine großen Ernte rechnet. Das Provinzangebot war größer bei
Eleiner Lokonachfrage.
Hafer: Die Stimmung war ſchwach auf günſtige Ernteberichte und
ggeringe Lokonachfrage.
Roggen:. Auf Grund von Liquidationen mußten Julitermine bis
86½ Cents nachgeben. In den übrigen Sichten erfolgten Gegen=
Kdeckungskäufe. Auf Grund guten Erntewetters wurden vielfach
Ab=
ngaben vorgenommen.
Kaffee: Der Markt verlief leicht erholt auf feſte Kabel aus
Bra=
ſiſilien und europäiſche Käufe.
Zucker: Auf größeres Angebot und enttäuſchende Haltung
Lon=
dons ſowie europäiſche Verkäufe, gaben anfangs die Preiſe nach.
ASpäter trat eine Erholung ein auf kubaniſche Stützungen.
Baumwolle: Der Markt verlief in überwiegend ſchwacher Haltung
auf ungünſtige Witterungsberichte und Realiſationen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 29. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 136½, Sept. 1362/8. Dez. 1402/8;
Mais: Juli 10134, Sept. 1043, Dez. 106½; Hafer: Juli 41/s,
Sept. 43½½s, Dez. 462; Roggen: Juli 100½, Sept. 92½, Dez.
1 957/8.
Schmalz: Juli 12,42½, Sept. 12,55, Okt. 12,67½.
Fleiſch. Rippen: Juni 11,90, Sept. 12,00, Okt. —: Speck:
loko 11,87½; leichte Schweine 9,75—11,00, ſchwere Schweine
8,90—9,90; Schweinezufuhr: Chicago 18 000, Weſten 40000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 29. Juli:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 1462/s, hart 1502/; Mais, neu
ank. Ernte 113½; Mehl: ſpring wheat clears 7,00—7,35;
Fracht: nach England 1,6—2,6 Schilling, nach dem Kontinent
6—8 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,15; Talg, extra 77/.
Kakav. Tendenz: ſtetig. Umſatz in lots: 89. Loko —
Auguſt 15,79, Sept. 15,95, Okt. 15,60, Nov. 15,10, Dez. 14,35,
Jan. 14,08, Febr. 14,00, März 13,95.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 29. Juli.
Zum Wochenſchluß blieb die Stimmung an der Börſe im
allge=
meinen zurückhaltend und ruhig, infolge der lebhafteren Nachfrage nach
verſchiedenen Spezialwerten erſchien die Tendenz gegenüber dem Stand
der geſtrigen Abendbörſe jedoch etwas feſter. Zur Vorſicht mahnten
die Nachrichten, daß die deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertragsverhand=
lungen zurzeit nur mühſam weitergehen, auch fand das Gerücht, daß
die Verwaltung der J.=G.=Farbeninduſtrie ein Communigué über den
guten Fortgang der Verhandlungen mit der engliſchen chemiſchen
In=
duſtrie herausgebe, bis jetzt keine Beſtätigung. Der Geldmarkt iſt heute
infolge des Zahltages ſtärker angeſpannt. Eine gewiſſe Anvegung
auch für die Effektenmärkte war jedoch die Meldung von der Regelung
der türkiſchen Staatsſchuld; danach haben die Verhandlungen zu
einem grundſätzlichen Abkommen geführt. Im allgemeinen gab es nur
Kursbeſſerungen bis 1 Prozent, die Zellſtoffpapiere, Mannesmann,
Commerzbank und Adlerwerke gewannen bis 2 Prozent. Stärker
ge=
ſteigert waren die Schiffahrtswerte (plus 3½ Proz.) und Oberbedarf
(plus 4½ Proz.). Am Rentenmarkt entwickelte ſich in türikſchen
An=
leihen aus dem ewwähnten Grunde lebhafteres Geſchäft, verbunden
mit größeren Kursbeſſerungen, vor allem für Zolltürken.
Ablöſungs=
ſchuld etwas erholt. Im weiteren Verlauf ſchlief faſt jede
Geſchäfts=
tätigkeit ein und die Kurſe bröckelten ab. Gegen Schluß erfuhr die
Tendenz jedoch eine neue Belebung, da die Spekulation
verſchiedent=
lich zu Wochenſchlußdeckungen ſchritt. Die Kurſe zogen daraufhin
wieder an. Tägliches Geld 6½ Prozent. Am Debiſenmarkt nannte
man Mark gegen Dollar 4,2020, gegen Pfunde 20,41, London-Paris
124,05, Mailand 89,2½, Madrid B,47.
An der Abendbörſe beſchränkte ſich das Geſchäft wiederum nur
auf die bekannten Spezialitäten wie Farbemnduſtrie, Rheinſtahl und
Zellſtoff Waldhof. Die Kurſe lagen zu der etwas feſteren Nachbörſe
knapp behauptet. Auch im Verlaufe konnte ſich das Geſchäft nicht
be=
leben. Die Börſe ſchloß gut gehalten. Der Anleihemarkt lag ſehr ruhig,
Türken weiter freundlich. Im einzelnen nannte man: Buderus 117½,
Rheinſtahl 21934, Kali Aſcherslebem 179, Laurahütte 94½, A. E. G. 183½
Siemens u. Halske 284½, Kommerzbank 99, Danat 233, Dresdener
Bank 160, Metallbank 142½, Nordd. Lloyzd 147½, Hapag 147, Adler
Kleher 120½, Zellſtoff Waldhof 340½, Aſchaffenburger Zellſtoff. 206,
Farbeninduſtrie 320½, Scheideanſtalt 218½, Holzverkohlung 72,
Dycker=
hof 38½
Im Abendeviſenverkehr mannte man: LLondon gegen
Paris 124,03, —Mailand 89,25. —Holland 12,1160 —Madrid 28.50,
—Zürich 25,21¾/s, —Oslo 18,80, —New York 4,8560. Pfunde gegen Mark
20/41½, Döllar gegen Mark 4.2045.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 29. Juli.
Die Feſtigkeit der geſtrigen Frankfurter Abendbörſe, insbeſondere
die Steigerung der Farbenaktien, verfehlten nicht, die Stimmng des
hieſigen Verkehrs günſtig zu beeinfluſſen. Da ferner Geld etwas
flüſſi=
ger geworden iſt und die berufsmäßige Spekulation Deckungsbedarf
hatte, ſo ſetzten auf allen Gebieten die Kurſe gegem den geſtrigen Schluß
etwas höher ein. Beſonders gilt dies für Glanzſtoff und Bemberg, die
um 10 bzw. 8 Prozent höher tendierten. Farbeninduſtrie behauptetem
zwar nicht vollſtändig den geſtern in Frankfurt erlangten Gewinn,
konn=
ten ſich aber immerhin noch um 5 Prozent höher gegen den geſtrigen
hieſigen Schlußkurs behaupten. Rheinſtahlaktien gewannen im Anſchluß
an die Farbenhauſſe etwa 4 Prozent. Namhaft liegem auch
Elektrizitäts=
werte um 4 Prozent, Geſ. für Elektr. 5 Prozent, Schuckert und
Sie=
mens u. Halske um 2½ Prozent feſter. Auch Schiffahrts= und
Banken=
werte zogen aus der gebeſſerten Tendenz Nutzen. Am Anleihemarkte
war deutſche Ablöſungsanleihe etwas ſchwächer, während im übrigem
deutſche und ausländifche Rentenpapiere zunächſt feſt gehalten waren.
Die Umſätze ſpielten ſich aber faſt ausſchließlich zwiſchem der
berufsmäßi=
gen Spekulation ab, und ſo verfiel der Markt nach Erledigung der
vor=
liegenden Nachfrage wieder einer Luſtloſigkeit und damit einer leichten
Abbröckelung des Kursſtandes anheim. Im ſpäteren Verlaufe jedoch
beſſerte ſich die Haltung wiederum, da ſich Nachfrage für Farbenaktien
ſowie Glanzſtoff und Bemberg einſtellte. Auch für Schantungbahn trat
Intereſſe zu anziehenden Kurſen hervor. Im allgemeinen ſind die
Kurs=
veränderungen nicht erheblich. Die Beſſerungen konnten ſich zum
größe=
ren Teil behaupten. Privatdiskont kurze ud lange Sicht 57½ Prozent.
An der Nachbörſe konnten Farben auf 321,5 anziehem, da neue
effek=
tive Käufe größeren Ausmaßes erfolgten. Es wurde wieder vermutet,
daß dieſe für engliſche Rechnung vorgenommen ſind. Sogleich
ſtimu=
lierte die Verſion, daß der bevorſtehende Commerzbank=Monatsbericht
freundlich abgefaßt ſei. Die Börſe ſchloß daher die Woche in günſtiger
Verfaſſung, wenn auch bei ſehr ſtiller Geſchäftslage. Man hörte
nach=
börglich u. a.: Zellſtoff Waldhof 341—341,5, von Kunſtſeidewerten
Ver=
einigte Glanzſtoff 734 und Bemberg 577, von Montanwerten Rheinſtahl
219,75, Mannesmann 190,75. Am Bankenmarkt wurdem Reichsbank=
Anteile mit 171 geſucht. Von Elektro=Aktien notierten Siemens zuletzt
285. Am Schiffahrtsmarkt gingen Hamburg=Süd mit 231,5, Hapag mit
148 und Nordd. Lloyd mit 147,5 aus dem Verkehr. Spritwerte ruhig,
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin ..
Berlin el. W.
Berlin. KarlsruheFt
Braunkohl.=Briketts
Zremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel
Deutſche Maſchinen",
Deutſch.=Nied. Tel.. .
Deutſche Erdöl ... ..
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke . . . .
Donnersmarckhütte".
Dynamit Nobel. . .
Elektr. Lieferung. . . .
F. G. Farben ......"
R. Friſter. . .......
Gaggenau Vorz ....
Eelſenk. Berg ..."
B. f. elektr. Untern. .
Salle Maſchinen .. . ."
an. Maſch. Egeſt. . . .
Hanſa=Dampfſchf.. . .
Amſierdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Lslo ........"
Kopenhagen.
Stockholm. . .
Helſingfors ..
Italien .....
London. . . . . .
New=York. . . .
Taris .......
Schweiz .. . . ."
Spanien ....."
28.
Geld
168.25
1.783
58.39
108.42
112.37
12.51
10.582
22.86
20.393
.1995
16.435
80.885
71.60
Brief
168.5‟
1.78
58.5
108.64
12.59
12.73
0. 602
22.9
20.433
1.207
16-47
81.04:
71.74
Geld
168. 21
1.783
58.34
108.44/108.60
112.36/112.58
112 49/112.7
10.58
22.845
20.392
4.199
6. 435
10.895
71.6
Brief
168.62
1.787
58.5
10.6
22.88:
20.432
4.20
16.475
31.05
71.7
Wien D.=Oſt. abg.
Prag. .
Budapeſt, Beng
Fapan
Rio de Janeiro.,
Sofia.
Jugoſlavien ...
Konſtantinopel" .
Liſſabon .. . ...
Danzig
Athen.
Kanada .....
Aruguay ......!
Geld /Brief
59.11/ 59.2:
2.449 12.469
73.23/ 73.31
1.9761 1.980
0.495
3.042
7. 393
2.125
20.73
1.30
.544
4. 196
4.156
0.497
3. 046
7.40
2. 1291
20.77
8 1.46
5. 556
4.206
4.144
Geld
59.13
12.44711
73.23
1.979
0.498
3.037
7. 384
2. 121
20.73
81.32
5. 54
4. 196
4.150
Zrief
59.25
467
73.37
1.983
0.498
3.043
7.402
2. 125
20.77
81.48
5.556
4.204
4164
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenmarkt vom 29. Juli. Trotz etwas feſterer
Auslandsforderungen blieben die Preiſe unverändert bei ſehr ruhigem
Geſchäft. Mehl und Kleie liegen etwas feſter. Weizen — Roggen
24,50 (neue Ernte), Hafer, inl. 25,50—26,00 ausl. 23,50—26,50, Mais
19,00—19,25, Weizenmehl 39,50—40,00, Roggenmehl 36,50—36,75,
Weizenkleie 13,00—13,25, Roggenkleie 13,75—14,00.
Berliner Produktenbericht vom 29. Juli. Während am Vormittag
noch die Geſamttendenz im Zeichen rückgängiger Preiſe ſtand, eröffnete
der Juli=Roggen mittags 3 Mark höher. Veranlaßt war dieſe
Stei=
gerung zunächſt einmal in der Deckungsfrage zum Ultimo, dann aber
auch kam kaum nennenswertes Material heraus. Sonſt waren die
Preiſe für Roggen annähernd 1 Mark, für Weizen 2 Mark niedriger.
Hier drückten die weiter nachgiebigen Auslandsforderungen.
Winter=
gerſte iſt knapp, da die Quglitäten nicht befriedigen. Hafer per Juli
feſter. Mais gut behauptet. Am Mehlmarkt beſteht Frage für ſofort
greifbare Ware.
Wiriſchaftliche Rundſchau.
Ueberzeichnung der Hollandanleihe der Preußiſchen Zentral=
Boden=
krebitanſtalt. Die in Holland aufgelegten 5 Millionen Goldmark der
6½prozentigen Goldpfandbriefe 1927 der Preußiſchen Zentral=
Boden=
kreditanſtalt Berlin ſind in ſolchem Umfange überzeichnet worden, daß
auf die kleineren Zeichnungen nur ein unerheblicher Betrag zugewieſem
werden kann und die Zuteilungen auf die großen Zeichnungen eine
ſtarke Beſchränkung erfahren müſſen.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtabt.
Bensheim: Firma Südd. Eiſen= u. Blechwarenwerk, G. m. b. H.,
K.=Verf. aufgehoben. — Darmſtadt: Marie Golich, K.=Verf.
aufge=
hoben. — Darmſtadt: Firma Adolf Lächler, Bürobedarf, G. m. b. H.,
K.=Verf. aufgehoben. — Mainz: Kaufmann Georg Spautz,
Mützen=
geſchäft, Anmeldefriſt 10. 8., Gläubigerverſammlung und
Prüfungs=
termin 19. 8. — Ortenberg, Heſſen: Hdl. Joſeph Goldſchmidt in Ober=
Seemen, K.=Vevf. aufgehoben.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt am
Main. Höhr=Grenzhauſen: Firma Simonis u. Wagner, Gläub.=Verſ.
8. 9. — Rüdesheim, Rhein: Schuhwarenhandlung Karl Kilian in
Gei=
ſenheim, Schlußtermin 12. 8. — Wiesbaden: Philipp Lorenz Fauth,
G.=Aufſ. aufgehoben. — Wiesbaden: Fa. Land= u. Seeverkehr, Inh.
Johann Conrads, G.=Aufſ. aufgehoben. — Altenkirchen, Weſterwald;
Kaufmann Otto Schepp. K.=Verf. aufgehoben. — Frankfurt a. M.t
Kaufmann Albert Frank, K.=Verf. aufgehoben. — Franhfurt a. M.t
Kaufmann Otto Kratz, K.=Verf. aufgehoben. — Frankfurt a. M.:
Firma Hermann Engel. — 2. Willy Friedländer, Kaufm., G.=Aufſ.
angeordnet. — Frankfurt a. M.: Kaufmann Eugen Mourgues,
An=
meldefriſt 15. 9., Gläubigerverſammlung 9. 8., Prüfungstermin 27. 9.
— St. Goarshauſen: Firma Egidius Knoche, K.=Verf. aufgehoben. —
Ehrenbreitſtein: Holzhandlung Karl Müller in Vallendar,
Anmelde=
friſt 10. 9., Gläubigerverſammlung 20. 8., Prüfungstermin 17. 9. —
Wetzlar: Drogiſt Martin Rudy, Vergl.=Termin 18. 8.
Der Konkurs bei Himmelsbach. Der Konkursantrag der Gebr.
Him=
melsbach A.=G., der einer längeren Geſchäftsaufſicht folgt, wird in
wei=
teren Kreiſen der deutſchen Wirtſchaft erhebliche Verluſte nach ſich ziehem.
Die Verbindlichkeiten der Himmelsbach A.=G. ſtellen ſich auf etwa 31
Millionen, denen an Aktiven rund 16 Millionen gegenüberſtehen. Ueber
das Aktienkapital von 9,6 Millionen hinaus das ſich zum größten Zeil.
in Familienbeſitz befindet und als völlig verloren gelten muß, ergibt
ſich eine Unterbilanz von faſt 6 Millionen. Nach den bisher
vorliegen=
den Meldungen iſt mit einer beſtimmten Quote im Konkurs
Himmels=
bach zurzeit noch nicht zu rechnen. Das „B. T.” glaubt, daß eine
weſent=
lich geringere Quote als 20 Prozent, die zuerſt genannt wurdem,
heraus=
kommen wird.
Hervenmühle, vormals Genz, A.=G., Heidelberg. Vorgenannte
Mühle ſchließt das Geſchäftsjahr mit einem Reingewinn von nur
799 RM. ab. Als Gründe werden angegeben: der Konkurrenzkampf
der Großmühlen, die ſchlechte Inlandweizenernte und die ungünſtigen
Preiſe am Futtermarkt. Durch den Ausbau des Neckarkanales erhofft
man auch die Verbilligung der Zuführungsſpeſen, jedoch muß noch eine
Siloanlage mit Entlöſchungseinrichtung gebaut werden. Die Waren
werden mit 1 162000 Mark angegeben.
Vom ſüddeutſchen Kohlenmarkt. Der Handel erlebt jetzt, wie
all=
jährlich um dieſe Zeit, ſeine ruhigſte Periode. Der Abſatz des
rhei=
niſch=weſtfäliſchen Kohlenſyndikats zeigt im laufenden Monat eine
wei=
tere Verminderung. Dazu wirkt ſich der rückſichtsloſe Wettbewerb der
Engländer bemerkenswert aus. Die Bemühungen, mit den
Großab=
nehmern feſte Abſchlüſſe zu tätigen, werden fortgeſetzt, ohne jedoch
überall den gewünſchten Erfolg zu erzielen. Manche Werke ziehen vor,
ihren Bedarf von Fall zu Fall einzudecken, und da von ſeiten des
Syndikats nur auf Grund von Jahres= bzw. Halbjahresabſchlüſſen
man zu liefern geneigt iſt, führt dies dazu, daß manche Kunden von
der Ruhr abſpringen und die billige engliſche Kohle kaufen oder,
ſo=
weit ſie frachtgünſtig, zum Saargebiet liegen, ihren Bedarf hier
ein=
decken. Mit dem 1. Auguſt treten zu einem großen Teil wieder die
Liſtenpreiſe in Kraft.
Die ſchleſiſche Kalkinduſtrie im Juli. Im Juli war die ſchleſiſche
Kalkinduſtrie weiterhin gut beſchäftigt. Die Lieferungen an den
Bau=
markt hielten ſich laut Fachblatt Induſtrie=Kurier” auf der Höhe des
Vormonats. Die Preiſe ſtellten ſich für Stückenkalk aus Oberſchleſien
auf 160—170 RM. und aus Niederſchleſien auf 217 RM. je 10 Tonnen
abwärts.
Rußland nimmt die Beziehungen zu Morgan wieder auf. Aus
Moskau wird gemeldet, daß die Sowjetregierung ſofort nach der
Bei=
legung der Streitfrage bezüglich der ruſſiſch=amerikaniſchen
Erdölver=
träge Maßnahmen zur Wiederherſtellung der Beziehungen zwiſchen
Moskau und dem Bankhauſe Morgan zu ergreifen beabſichtige. Wie
verlautet, hat die ruſſiſch=amerikaniſche Handelsgeſellſchaft bereits
ent=
ſprechende Inſtruktionen erhalten und ſich mit der China=Bank in
Verbindung geſetzt, die die unmittelbare Vermittlung mit dem
Mor=
ganhaus übernehmen ſolle. Von amerikaniſcher Seite verlautet daß
dieſer neuerliche Verſuch der Sowjetregierung recht geringe Ausſichten
auf Erfolg habe.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Wie wir erfahren, hat die Intereſſengemeinſchaft Deutſcher
Jute=
induſtrieller in Berbin mit ſofortiger Wirkung eine Erhöhung der
Preiſe vorgenommen. Die jetzigen Preiſe ſind für Gewebe in
Quali=
tät H 320 136 Pf. je Kg. (bishen 134 Pf.), für Garne Qualität P
104 Pf. je Kg. (bisher 103 Pf.), für Garne Qualität C 73 Pf. je Kg.
(bisher 72 Pf.).
Zu den Gerüchten über eine Auslandsanleihe der deutſchen Städte
in Amerika, an denen auch die Stadt Karlsruhe beteiligt ſein ſoll,
er=
fahren wir von zuſtändiger Stelle, daß die Gerüichte, ſoweit ſie
Karls=
ruhe betreffen, jeglicher Unterlage entbehren.
Der Wert der ſchwediſchen Ausfuhr ſtellte ſich im Juni 1927 auf
142 600 000 Kr. gegen 128 400 000 Kr. im Juni v. J. Demgegenüber
betrug die Einfuhr im Juni 1927 123 600 000 Kr. (114 800000 Kr.). In
den Monaten Januar bis Juni d. J. zuſammen wurden Werte im
Be=
trage von 687 200 000 Kr. (599 000 000 Kr.) exportiert. Der Wert der
Einfuhr in den entſprechenden Monaten belief ſich auf 728 500 000 Kr.
bzw. 697 900 000 Kr.
Wie wir erfahren, hat ſich die Verwaltung des R.W.E. nunmehr
endgülrig entſchloſſen, von dem Optionsrecht auf die zweite Tranche der
amerikaniſchen Anleihe bis zu 15 Mill. Dollar Gebrauch zu machen.
Die Lebenshaltungskoſten in Oeſterreich haben im Monat Juli
gegenüber dem Vormonat weſentliche Veränderungen nicht zu
verzeich=
nen. Die Indexziffer ſtellt ſich wie im Vormonat auf 106 (1914: 100).
Die Großhandelspreiſe für Agrarprodukte dagegen ſind von 142
Punk=
ten auf 140 geſenkt.
Am 4. Auguſt findet in Amſterdam, Rotetrdam und dem Haag eine
Zeichnung zur 6½proz. Anleihe der Danziger Hafenverwaltung ſtatt.
Die Wochenbilanz der Bank von Frankreich weiſt eine Zunahme
des Metall= und Deviſenbeſtandes von 11967 505 Fr., eine
Verringe=
rung der Vorſchüſſe an den Stagt von 600 000 und des
Papiergeldum=
laufs von 375 266 770 Fr. aus.
Das kürzlich privat in London untergebrachte Paket neuer 6½proz.
Zertifikate der Bayeriſchen Hypotheken= und Wechſelbank iſt vom
Vor=
ſtand der Londoner Börſe zum Handel zugelaſſen wovden.
Nach allen einlaufenden Meldungen dürfte Polen durch die Ernte
dieſes Jahres nicht in die Lage kommen, Getreide auszuführen, ſodaß
eine ungünſtige Beeinfluſſung der Handelsbilanz nicht zu verhüten ſein
wird. Die Ernte wird der letztjährigen, die weit unter einer
Mittel=
ernte für Brotgetreide ſtand, gleichbleiben.
Wie gemeldet wird, beabſichtigt die fasciſtiſche allgemeine
Organi=
ſation der italieniſchen Banken eine 100 Mill. Dollaranleihe
aufzuneh=
men zur Stützung der Staatspapiere.
In New Yorker Börſenkreiſen wird der Bündnisabſchluß zwiſchen
den General Motors und der United States Steel Corporation gegen
Henry Ford lebhaft beſprochen. Der Großinduſtrielle Pierre Dupont
ſoll jetzt mit 14 Mill. Dollars an dem Stahltruſt beteiligt ſein und
dem=
nächſt der Präſident dieſes Truſtes werden. Beträchtliches Kapital hat
Dupont bereits in den General Motors inveſtiert.
Nach bisher noch unbeſtätigten Gerüchten ſollen ſich die General
Motors Cie, und die Chrysler Cie, zuſammenſchließem wollen, ſo, daß
der Direktor der Chrhsler Cie, in die General Motors Cie, eintritt
und Generaldirektor Sloan von den Motors divekt in das Bankhaus
Morgan geht
Aus Oklahoma wird gemeldet, daß die Petroleumproduzenten im
Seminolegebiet ſich bezüglich der Produktionsbeſchränkung ihres
Ge=
bietes geeinigt haben. Es ſoll ein Plan ausgearbeitet werden, der die
Produktion quotenmäßig einteilt.
Seite 14
Samstag, den 30. Juli 1927
Nummer 209
MasSEIEKaliee
h
gebrannt
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Mif Mge
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v. 1. 4. 29 ....."
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4½% „ 1898 ...
4½% „1902 ...
4F „.....
291.5
298.25
16.7
95.5
95.5
97.25
95.5
39.5
39
3.1
5% Bulg. Tabak 02
4½F Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kbb.1918
4½½Oſt. Schatz. 14/ 25.3
4½½ Oſt. Silberr. 5‟.
4F „ Goldr. ..
4F „einh. R. (kon) 1.3
9B Port.(Spz.) m)
12 Rum.am. R.03.
7.25
5½% Gold. 18 ..1 16.25
4% am.konv. . 5.4
4B u am. 05...I 5.65
Türk. (Adm.)08/
„ (Bagd.) I
„ (Bagb.) III 16‟,
unif. 1903
„ 1911 Boll./ 15:),
4½Bung. St. 1913
4½% „St. 19141 24.75
4½ „ Goldr. . . 24
4% „ St. 10 ./ 22-/.
4% „ Kronr. . . / 2.1
3% „ Eiſ. Tor...
Außereuro=
päiſche
5%Mex.am.in. abg.
5% „äuß. 99 .
4% „ Gold 04ſtf.,/ 28
3% konſ. inn. ..
4½% „Frigat.,
5½ Tamaulipas I „/ 22
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. 6.
Sſo
102.5
6% Berl. St.=Gold! 93
8‟ Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp-=Banr
Meining. Goldpf. /100.25
100
8% Frk.=öyp.=B.=
Goldpfdbr.. . . . /101.7
% Frkf. H.=B.=Gld./ 99.5
% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.. .
100.5
7% Pfbr.=Bk.=Gold/100
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Goldpfbr.
82.25
7 H. Lds.-Bk. Gld. /101.5
100.75
10% T.Getr.Wark
(Hagen) Goldobl. /103.5
K. Landesban
Darmſt., Reihe I
% „Reihe II
7% M.=KraſtHöchſt
99.5
99.5
94.25
Mannh.St.=G.
g% Naſſ. Ldb. Gold
80 Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.
Gold=Pfdbr. . . .
8% Pforzh.=St.=G.
32 Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
82 Pr.Gentr.=St.=Goldpfpr.
8% Rh. Hhp.=Bank
Gold. Pfdbr.. ..
7½%Rh. St. W.35),
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf..
Südd. B.-Cr. B.
Goldpfdbr.. . . . .
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=Gld.
obl. mit Option
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option
2 LoigtcHäffner
Goldobl.. . . . . ..
8% Württbg. Hhp.=
Bank Goldpfbr.
7%
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
%Roggen .. 23
5% Pr. Kaliw. .
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. .
Bayr, Handelsb...
103
100.25
97
8.95
Bahr. Hyp.u. Bechſ.)
Berliner Hyp.=Bk.
Frrf. Hyp.=Bk. . . . .
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk...
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp. Bk..
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk. ...
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
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5% Oſt.=Ung.73/74
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3%
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3%
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3% Salon. Monaſt.
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4½½ „ .
4. Grantfärter Karsdericht beil ve. dart Teut.
15.7
16.575
11.45
11.9
12.1
9.35
4.25
13.5
13.5
21I.
21
23
19
3.6
21.75
21
Vank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. .
Bad. Bk. .. . . . . . .
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Dresdener Bk.
Frankf. Br. .. . . . .
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162.5
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161.5
167
134
150
150
8.5
142
250
137
132
34.5
170
146
8.3
6.45
117
163.75
204
130
187
166
188.5
130
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6%E. A. G. Vzg. A. .
5% A. E. G. Vzg. B..
A. E. G. Stamm . . . .
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Baſt Nürnberg ...
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Beck & Henkel ..."
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218.75
V
113
136.5
271
192
146
383
240
353
180.5
189
180
164
121.75
84.5
81.5
1827/.
163
25
45.75
Daf
57.75
77.5
190.5
23.4
70
60
151
185
150
85
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152
87.5
76.5
37 5
44.25
198.25
184
36
63
230
88
105.5
3192),
98
113.5
n5.5
78
131
123.75
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108.75
87
104.5
85
153
164
102
137.25
73
168.25
205
3a0
102.75
86.25
182
136.5
142.5
146.5
145
148
172
42
10.5
140.25
100
Nummer 209
Samstag, den 30 Juli 1927
M
Der Club der Vierzig.
Frei bearbeitet nach einem Roman von Robert W. Chambers
von Edgar May.
(Nachdruck verbolen).
Die Fahrſtühle ſauſten auf und nieder. Der junge Mann
lingelte nicht, ſondern wartete, bis einer von ſelbſt in dem
Srockwerk halten würde. Als dies geſchah, ließ er ihn jedoch
itwärts fahren, ohne einzuſteigen. Nach einer langen Weile
vendte er ſich um und ſchritt zögernd zu den Büroräumen der
Orizava=Oel=Geſellſchaft zurück. Mr. Welper trat eben aus der
kir und muſterte den jungen Mann mit ſeinen ſchlauen, von
ſchiweren Lidern ſtets halbbedeckten Augen.
„Ich bin eben im Begriffe fortzugehen,” ſagte er. „Haben
Eie etwas Wichtiges für mich?"
Der Jüngling wußte nun, daß der Kaſſenſchrank Welpers
derſchloſſen war und erbleichte bis zu den Lippen.
„Iſt noch jemand da?” fragte er ſtotternd.
„Niemand, außer Mrs. Wypern. Warum?”
Das war der letzte Strohhalm! Die einzige Frau, die ihn
ſernals „verſtanden” hatte!
„Ich gehe gern mit Ihnen zurück, wenn ich Ihnen dienlich
ſan kann,” ſchnurrte Mr. Welper. „Iſt Ihnen nicht wohl?”
„D—doch.”
„Sie ſehen wie ein Geſpenſt aus, mein Sohn.
Wahrſchein=
lich haben Sie geſtern nacht gebummelt. Ja ja, Jugend bleibt
Juigend. Aber ich muß mich jetzt beeilen, alſo guten Abend,
mein junger Freund.”
Der junge Mann begab ſich geradeswegs in das Privat=
Krüro von Mrs. Wyvern, der einzigen Frau, die ihn jemals
ver=
ſtanden hatte. Sie ſaß an ihrem Schreibtiſch, tief über
Schrift=
ſtäicke gebeugt und ſah ärgerlich auf, glättete jedoch ſofort ihre
0 eſichtszüge, als ſie ihren Beſucher erkannte. Der Jüngling war
zwar ein ausgemachter Narr, konnte jedoch, wenn mit offener
Wegwerfung behandelt, in den nächſten Monaten mancherlei
Un=
heil anrichten.
„Setz’ dich, Jimmy”, ſagte ſie ſüßlich. „Was bedrückt dich?”
Der Jüngling trat auf ſie zu und lehnte ſchluchzend ſeinen
opf an ihre Schultern.
„Helene,” brachte er endlich hervor, „ich bin ruiniert,
ent=
eHrt. Was es iſt, kann ich dir jedoch nicht ſagen, ſolange du mich
rit deinen Unſchuldsaugen ſo anſiehſt.”
„Sage es nur, Liebling.”
Neben ſie auf das Sofa gekauert und faſt hyfteriſch, begann
dder Jüngling ſein Geſtändnis. Er erzählte ihr von ſeiner
Ent=
deckung des alten Pergamentes, von dem Geld, das er zu dem
(erwerb der Tiger=Inſel gebrauchte und von ſeinen vergeblichen
„Serſuchen, es aufzutreiben. Dann zog er zur Erhärtung ſeiner
Ausſagen das Pergament hervor und legte es ihr in den Schoß.
Die eine Hälfte davon, der ſpaniſche Teil, fehlte, denn er hatte
ihn in der Eile im Safe liegen laſſen.
Mrs. Wyverns braune Augen nahmen einen ſchillernden
Glanz an. Sie muſterte das Pergament und las das erläuternde
Schriftſtück.
„Aber deswegen”, bemerkte ſie verdutzt, „brauchſt du doch
nicht ruiniert und entehrt zu ſein, Jimmy.”
„Warte nur,” ſagte er mit halberſtickter Stimme, „bis du
alles weißt. Ich bin der Heimſuchung unterlegen, aus Mr.
Wel=
pers offenem Kaſſenſchrank eine große Summe Geldes zu
ent=
wenden. Der Mann, der dich liebt, iſt zum gemeinen Dieb
ge=
worden."
Damit zog er die geſtohlenen Banknoten aus ſeiner
Bruſt=
taſche und überreichte ſie ihr.
Mrs. Wyvern war zunächſt vor Ueberraſchung ganz ſprachlos.
Dieſer ſentimentale, kleine Laffe hatte den Mut aufbringen
können, derartiges zu tun!
Nach einer Weile ſtieg Zornesröte in ihre Wangen, und ſie
würde ihm vermutlich einen Backenſtreich gegeben haben, wenn
ſie ſich nicht noch rechtzeitig des Diktaphons erinnert hätte.
Schnell wie der Blitz durchzuckte ſie der Gedanke, was zu tun
war. Sie zog den Jüngling an ſich, küßte ihn zärtlich auf die
Stirne und blieb geduldig neben ihm ſitzen, während er ihr ſein
Geſtändnis machte. Erſt danach beruhigte er ſich ein wenig.
„Du haſt doch den Schlüſſel zu Mr. Welpers Kaſſenſchrank”
ſtieß er ſchluchzend hervor. „Leg’ das Geld zurück, damit er
nie=
mals erfährt, wie tief ich geſunken bin. Ich dachte zuerſt, das
Schnaken-(Stechmücken-)
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Fleckt nicht!
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Seite 15
Zeug zu einem Dieb in mir zu haben, aber ich habe es nicht —
ich habe es wahrhaftig nicht.”
„Schon gut, Jimmy”, flüſterte ſie ihm beſchwichtigend ins
Ohr. „Ich werde alles wieder ins Gleiche bringen. Gehe ruhig
nach Hauſe und trachte, die Sache zu vergeſſen.”
„O, Helene! Wie ſoll ich dir danken!“
„Du brauchſt mir nicht zu danken, aber jetzt gehe und
über=
laſſe das weitere mir.”
Endlich ging er.
Inzwiſchen war Mr. Welper zurückgekehrt; nachdem der
Jüngling fortgegangen war, trat Welper ins Mrs. Wyverns
Bureau.
„Was hat der junge Narr gewollt, Nelly?” fragte er.
Sie erzählte es ihm von Anfang an, übergab ihm die
ge=
ſtohlenen Banknoten und zeigte ihm die Urkunde über den
ge=
ſunkenen Schatz. Dann ließen die beiden das Diktaphon ſpielen,
das das Geſtändnis des Jünglings wiedergab.
„Ich glaube,” ſagte Mr. Welper nach einer Weile, „die Sache
wird kinderleicht ſein — kinderleicht und einträglich.”
Inzwiſchen ſteckten die beiden die Köpfe zuſammen, um den
letzten Akt der Farce zu entwerfen, in der der junge Mann ſo
lange den Hanswurſt geſpielt hatte.
„Warum wollen wir nicht ſogleich mit dem Jungen Schluß
machen?” fragte Mrs. Wyvern. Sie erhob ſich und verſchloß die
Banknoten ſowie das Pergament in dem Kaſſenſchrank.
„Einverſtanden!” ſagte er. „Telephoniere ihm, daß er
kom=
men ſoll. Er wird wohl inzwiſchen nach Hauſe zurückgekehrt ſein.”
Mrs. Wyvern ergriff den Hörer; der Jüngling antwortete
mit tränenreicher Stimme und verſprach, ſofort zu kommen.
„Ich muß hernach in den Club der Vierzig gehen, um die
Hieroglyphen zu entziffern”, ſagte Mr. Welper.
„Glaubſt du, daß du es kannſt?”
„Wir haben in unſerer Bibliothek Behelfe, mit denen wir
jede Chiffre, die es gibt, auflöſen können”, antwortete Welper.
„Aber es wird Arbeit und Zeit koſten; vermutlich eine Woche.”
„Warum wendeſt du dich nicht lieber an das Muſeum für
Inſchriften?”
„Wozu fremde Hilfe in Anſpruch nehmen, wenn es nicht
unbedingt notwendig iſt?” entgegnete Welper ſchlau blinzelnd.
„Inzwiſchen rate ich dir, nach Waſhington zu fliegen und die
Tiger=Inſel zukaufen”, ſchlug die hübſche Mrs. Wyvern vor=
„Fünfzig=Fünfzig, wie immer, nicht wahr? Ich hätte die Sache
auch allein machen können, Julian.”
Welper zögerte und warf ihr einen verſtohlenen Blick zu,
mußte ſich jedoch ſagen, daß ſie in der Sache die Oberhand hatte.
„Selbſtverſtändlich, mein Liebling”, antwortete er ſüßlich.
„Ich wollte dir natürlich fünfzig=fünfzig anbieten.”
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16
Samstag, den 30 Juli 19272
Nummer 209
Die auserwählten Doppelprogramme für das Sportfest in Darmstadt
V e
Hha
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Rennbahn-
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Gianz und Eiend der Aurtisanen
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Die Zirkusprinzessin
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Deutſche Aurner!
Von tauſend Maſten herab grüßen Euch tauſend
flatternde Fahnen! Gefeſſelt — frei grüßen Sie
Euch fröhlich und friſch! An. ragendem Maſt
wehen ſie in allen Farben. Winken, wenn um die
Mitternachtsſtunde der Feſttrubel verrauſcht, nach allen
Richtungen zu den Spitzen der Kirchen, mit
denen ſie geheimnisvoll raunende Grüße
tau=
ſchen: ſo grüßen die Feſtfahnen Euch fromm!
Mit den Fahnen grüßen Euch, deutſche
Turner, Tauſende und Abertauſende deutſche
Herzen, die Bürgerſchaft der heſſiſchen
Landes=
hauptſtadt Darmſtadt. Herzen, die Euch in
Treuen entgegenjubeln, weil ſie wiſſen, daß in
Euch, deutſche Turner, in der deutſchen Sache,
die in Euch verkörpert iſt, Treue ſtrahlender
Leitſtern iſt.
In treuer Kameradſchaft umfängt die
Tur=
nerei Brüder und Schweſtern. In Treue
um=
fangt Ihr, deutſche Turner, die Jugend, und in
Treue und Liebe nehmt Ihr die Jüngſten bei
Euch auf, hütet ſie und erzieht ſie zu friſchen,
frommen, fröhlichen und freien Menſchen.
Treue um Treue!
Was Ihr gebt, was Ihr leiſtet in
aufopfe=
rungsfreudiger Arbeit, iſt Arbeit am Volk,
Arbeit am Gemeinweſen, Arbeit am
Ordnungs=
ſtaat in des Wortes beſter Deutung.
Des danken wir Euch! Gerne und voll
reſt=
loſem Vertrauen geben wir unſere Jugend,
unfere Söhne und Töchter, geben wir gerne
auch unſere Kleinſten in Eure erzieheriſche
Obhut.
Wir wiſſen, was Ihr und Eure Führer in
einem Säkulum deutſcher Vergangenheit am
deutſchen Volk getan habt, wiſſen, daß Eure
Führer einſt Märtyrer waren, Märtyrer
wur=
den aus Liebe zu den Volksgenoſſen, aus Liebe
zum Deutſchtum, aus Liebe zur Freiheit.
Wir grüßen in Euch, deutſche Turner, unſeres
Volkstums Beſte!
Turnen und Turner! Das iſt der Begriff
friſchen, geſunden Menſchentums, das ſind
Menſchen, die aufrecht und gerade, kernhaft
durchs Leben gehen, die das Leben meiſtern,
weil die Friſche ihrer Lebensauffaſſung nicht
aufkommen läßt, was drückend, zermürbend iſt.
Turnen, Turner und Turnerinnen! Das iſt
der Begriff einer Frömmigkeit, wie ſie
vorbild=
lich ſein ſoll. Fromm und gottesfürchtig ſind
die Turner, weil ſie wiſſen, daß ehrliche und
wahre Frömmigkeit deutſchen Mannes, deutſcher
Frauen Tugend und Pflicht iſt. Weil dieſe
Frömmig=
keit all ihrem Tun den ethiſch=ſittlich reinen Rückhalt
gibt. Weil fromm für ſie nicht dogmatiſches
Feſthal=
ten an konfeſſioneller Verſchiedenheit äußerer Glau= die aus frohem, reinem Herzen kommt.
bensbetätigung iſt, ſondern einfach ſittliche Ethik.
Turnen und Turner! Das iſt der Begriff fröh=
lichen Menſchentums. Wer ſeinen Körper ſtählt
und geſund erzieht, wer ſich durch des Lebens Laſten
nicht erdrücken läßt, darf und muß ein fröhlicher
Menſch ſein. Ihn darf eine freudige, fröhliche
Lebens=
auffaſſung begleiten bis ins Alter, weil ihm, der fröh=
lich und fromm und friſch iſt, des Alltags Sorgen
nichts anhaben können. Denn ſeine Fröhlichkeit iſt
nicht die durch äußeren Genuß künſtlich anerzogene,
ſondern ſie iſt die ſelbſtverſtändliche und natürliche,
Turnen und Turner! Das iſt der Begriff freien
Menſchentums. Frei ſeid Ihr Turner von allem, was
Ketten ſchmiedet, Feſſeln ſchlägt. Eure Freiheit aber,
das Schönſte und Höchſte in Eurem Vier=F=Symbol,
iſt nicht jene Freiheit, die im nächſten Grade mit
Wollem zum Umſturz verbunden iſt. Ihr wißt, daß
wahre Freiheit im geordneten Staatsweſen, in der
Volksgemeinſchaft nicht die des einzelnen
In=
dividuums ſein kann, ſondern daß frei iſt
und nur frei ſein kann der, der
frei=
willig auf ſich nimmt Einordnung in das
Volksganze, in die Volksgemeinſchaft. Einer
für alle, und alle für einen! Nur ſo können
wir, kann ein Volk frei ſein, nur ſo iſt ein Volk
der Freiheit wert. Eure Freiheit iſt die willige
Einordnung im eigenen Wollen und damit in
den Willen des frei= und ſelbſtgewählten
Füh=
rers. Eure Freiheit kennt nur eine Grenze, das
iſt die Diſziplin und das iſt deutſches
Volkstum.
So ſeid Ihr, deutſche Turner, friſch und
fromm, fröhlich und frei! Ein leuchtendes
Vor=
bild für alles, was deutſch iſt, für das deutſche
Volk im beſten Sinne des Wortes. Um dieſe
Freiheit und damit um Euer Deutſchtum habt
Ihr, deutſche Turwer, gekämpft Jahrzehnte
hin=
durch, haben Eure Führer geſtritten, gelitten.
Die Zeit des Kämpfens um Eurer ſelbſt
wil=
len, um die Erreichung Eurer Ideale iſt
vor=
über, iſt für Euch, deutſche Turner, ſiegreich
vorüber gegangen, weil Ihr treu waret. Treu
Euren Idealen und treu dem deutſchen Volke,
dem Vaterland. Was heute noch kämpferiſch,
ſtreitend in Euch iſt, das iſt der edle Wettſtreit
der Beſten mit den Beſten um des durch einen
Kampf, den die Welt noch nicht ſah,
nieder=
gedrückten und in ſeinem Tiefſten getroffenen
deutſchen Volkes Geſundung und
Wiederauf=
ſtieg. Dieſer Wettſtreit iſt friedlich. Er
for=
dert keine Märtyrer mehr und es handelt ſich in
dieſem Streit nicht mehr um einen Sieg einer
Sache, ſondern um gemeinſame Arbeit
am Volk.
Auch aus dieſem friedlichen Wettſtreit
leuch=
tet ſtrahlend vorbildliche Treue! Das deutſche
Volk dankt Euch Turnern dieſe Treue, und wo
Ihr Euch zeigt, ſchlagen Euch treue Herzen
freu=
dig entgegen.
Zum erſten Male hat die Bürgerſchaft
Darm=
ſtadts, hat die Hauptſtadt des Heſſenlandes die
Freude und die Ehre, Euch, deutſche Turner, in
einem nach vielen Tauſenden zählenden
Auf=
gebot feſtlich zu empfangen. Viele Tauſende treue
Herzen grüßen Euch. Die wehenden Fahnen ſollen
der äußere Ausdruck dieſes Grußes ſein, ſie ſollen
Euch künden von Herzen:
Seid willkommen in Darmſtadt!
Max Streeſe.
Deffnet den Saarländern die Herzen!
Euch, die Ihr abgeſchnitten von der großen
deut=
ſchen Heimat am tiefſten in der Seele bedrückt ſeid,
gilt des unbeſetzten Deutſchlands herzlichſter Gruß!
Willkommen, Ihr zähen deutſchen Kämpfer für Euer
und unſer Deutſchtum auf des Heſſenvolkes Boden!
Ihr kommt zum fröhlichen, aber auch ernſten
Rin=
gen um den Turnerkranz aus dem Blattwerk
deut=
ſcher Eichen, möget Ihr viel des ehrenden Schmuckes
in Eure ſchöne Heimat an der Saar heimtragen aus
der Heſſenhauptſtadt! Denn wahrlich, kein deutſches
Herz vermag Euch den Eichenkranz zu mißgönnen,
wir alle kränzen Euch in tiefem Danke!
In tiefem Danke! Wir wiſſen wohl, wie Ihr ſo
treu auf Wacht ſteht! Wir wiſſen, wie zäh Euer
Feſthalten an deutfcher Art und Sitte und Sprache!
Wir wiſſen, wie Ihr gelitten habt um dieſes
Feſt=
haltens willen. Wie Ihr allen Foltern wirtſchaftlicher
und ſeliſcher Not ausgeſetzt, ein Spielball fremder
Willkür wart und noch ſeid, ſchier ohnmächtig
fin=
ſteren, feindlichen Gewalten gegenüber, die Euch
zer=
brechen wollten! In Euren Seelen aber iſt ein
heili=
ges Feuer! Saarländiſch=deutſches Blut iſt ſtahlig
und edel wie der Saarberge raſſiger, blumiger Wein!
Darum kennt Ihr kein Schwanken und Wanken, kennt
Ihr keine Untreue. Wir wiſſen wohl, daß im
Saar=
land all: die Männer und Frauen, die Mädels und
Buben zuerſt deutſch und immer wieder deutſch ſind;
daß häuslicher Streit um kleinere Dinge Euch nie die
große, gemeinſame Not, das Zuſammenſtehen im
ge=
meinſamen Abwehrkampfe vergeſſen macht.
Ein Beiſpiel ſolltet Ihr dem ganzen Deutſchland
ſein, ein Beiſpiel, wie ſtark auch ein kleines, ſcheinbar
verlorenes Häuflein iſt, wenn es nur treu und
un=
beirrt zufammenſteht. Auch ein Volk iſt ein
leben=
diger Organismus, der in ſeiner äußeren Form dem
Staate all' ſeine Kräfte zuſammenballt, um im
Wett=
bewerb der Völker untereinander den Lebenskampf
beſtehen zu können; ja Ihr, Ihr wißt es! Wär’ es
nur ſo im ganzen Vaterland! Fühlten nur alle
deut=
ſchen Herzen, wie die Euren, daß ſie nur daheim ſind,
wo man deutſch ſpricht und wo deutſche Menſchen
wohnen. Begriffe nur das Denken aller Deutſchen,
wie das Eure, daß ein Volk nur dann vor Gott und
ſeinen unbeſtechlichen, unerbittlichen Naturgeſetzen auf
die Dauer beſtehen kann, wenn die Erkenntnis des
Gemeinſamen alle beſeelt und den harten, ſtarken
Willen zur Erhaltung der Volksart, der Volksſprache,
des Staates, des Reiches übermächtig und alles
be=
herrſchend macht! — Ihr habt vom Schickſal eine
Sendung: es will, daß Ihr ein Beiſpiel ſeid! Die
Augen von Millionen Deutſcher ſind auf Euch
gerich=
tet. Glaubt Euch nicht vergeſſen. Wir brauchen nicht
zu mahnen: Haltet aus, wir wiſſen, daß Ihr
Saar=
länder lieber unterginget, als Franzoſen würdet. Wir
aber wollen Euch heute geloben: nie vergeſſen wir
des Saargebietes, nie! Unſere Herzen ſollen immer
Euer ſein! Wir wollen unſere Jugend mahnen an
die heilige Ehrenpflicht, den Tag herbeizuſehnen,
herbeizuhoffen, herbeizubeten, der das Saarland
wie=
der mit uns vereinigt, der es frei macht, ganz frei.
Dann ſoll ein Feſttag ſein, ſo ſtrahlend, wie
Deutſch=
land ihn nur ſelten in ſeiner Geſchichte ſah, denn die
Wiederkehr des Saarlandes in die weit offenen Arme
der deutſchen Mutter ſoll uns bezeugen, daß
Deutſch=
land der Schmach allertiefſten Abgrund überwunden
haben wird.
Jetzt aber wollen wir Euren Fahnen zujubeln
aus ergriffenen, ſchmerzenden und doch über Euch ſo
ſtolzen Herzen. Und wir wollen uns vor Euren
Fah=
nen neigen und Euch und Eure Treue ehren!
Rud. Kindt.
Ke
Aurnen und Bpart
In dem Geräteturnen beſitzt die Deutſche
Turner=
ſchaft eine Domäne, die ihr niemand ſtreitig machen
wird und kann. Es gibt wohl noch kleinere
Organi=
ſationen, die auch das Geräteturnen neben anderen
die Leibesübungen nicht btreffenden Gebieten
betrei=
ben. Es wird ſich aber kein Geräteturner der D. T.
finden, der ſie verließe, um ſich einer anderen
Körper=
ſchaft anzuſchließen. Er hat auch keine Urſache, denn
die D. T., bietet ihm auf dieſem Gebiete das
Menſchen=
mögliche. Kommt noch hinzu, daß ſie jeden
Deutſch=
geſinnten, gleich welchen Standes, Berufs und welcher
Konfeſſion, in ihre Reihen aufnimmt und ſo den Weg
zur wahren Volksgemeinſchaft ebnet. Daher werden
auch alle Rattenfängerſchalmeien, wie ſie vor wenigen
Tagen bei uns in Darmſtadt geblaſen, aber von
nie=
mand beachtet wurden, ihre Wirkung verfehlen.
Aber auf einem anderen Gebiete und von anderer
Seite droht der D. T. ernſte Gefahr, die ſie zwar ſeit
langem zu bannen verſucht, deren ſie aber nicht Herr
werden kann, weil ſie ſich einer organiſchen
Entwick=
lung entgegenſtemmt, die ſie ſelbſt vorbereitet und
för=
dert. Es findet ein Abbröckeln und ein
Zerſetzungs=
vorgang ſtatt, der nur dazu dient, eine Auferſtehung
zu neuer Entwicklung auf fremdem Mutterboden in
die Wege zu leiten. Erſt vor einigen Tagen wieder
hat den Mittelrheinkreis ein ſchwerer Schlag
getrof=
fen. Eine ihrer beſten Handballmannſchaften hat die
D. T. verlaſſen, ſich „ſelbſtändig” gemacht und iſt zur
DS.B. übergetreten. Man wird in Turnerkreiſen
dieſen Verluſt zu verſchmerzen wiſſen, es wird auch
nicht an Stimmen fehlen, die vielleicht ſagen: Es iſt
ganz gut ſo. Die wären uns doch nur läſtig
gewor=
den. Oder: Wenn das wahre Turner geweſen wären,
hätten ſie das Vaterhaus der Turnerſchaft nicht verlaſſen.
Das mag, oberflächlich betrachtet, zutreffen. Geht man
aber den Gründen nach, ſo wird man, will man
ehr=
lich ſein, zugeben müſſen, daß das kein Einzelfall iſt,
ſondern daß ſeit dem Aufblühen des Sports das
Abſchwenken der volkstümliches Turnen betreibenden
Turner ins „feindliche” Lager das Ende einer
will=
kürlich begrenzten Entwicklung iſt, mögen es nun
Fußballer, Leichtathleten, Handballer oder
Schwim=
mer uſwp. ſein. Die Fechter machen da eine Ausnahme.
Es iſt das Ende einer Entwicklung, um es noch
einmal zu unterſtreichen, nicht etwa eine
Zerfalls=
erſcheinung. Das muß nachdrücklichſt feſtgehalten
werden. Die D. T. kann bis zu einem gewiſſen Grade
ſtolz auf dieſe für ſie im übrigen nicht gerade
ange=
nehme Erſcheinung ſein. Sie nimmt dem Sport die
vorbereitende Arbeit ab, und in dem Augenblick, wo
ſie die Frucht ihrer mühſamen Ausbildung pflücken
könnte, muß ſie feſtſtellen, daß ſie bereits abgefallen
iſt und in fremdem Boden als junges Pflänzchen eine
neue Entwicklung beginnt und neuem Leben zuſtrebt.
Was die D. T. bei der „reinlichen Scheidung” auf
Weiſung in großem Rahmen vollzog, ereignet ſich ſo
Von Dr. Eugen Buhlmann.
in organiſcher Enchwicklung, da man ihr
will=
kürlich eine Grenze ſetzt.
Gewiß, es iſt nicht zu leugnen und das
Kreis=
turnfeſt wird es jedem, der nur ſehen will, vor Augen
führen, daß die D. T. dem volkstümlichen Turnen,
wozu auch das Schwimmen gerechnet ſei, breiteſten
Raum gönnt, daß es ſich in der Arbeitsleiſtung mit
den jeweilig zum Vergleich in Frage kommenden
Sportgebieten, wenn auch vielleicht nicht in der Höhe
der Leiſtung — worauf es im übrigen auch gar nicht
ankommt — meſſen kann. Aber warum läßt ſie gerade
ihre Beſten laufen oder zwingt ſie gar, aus der D. T.
auszutreten?
Adolf Spieß 5
Begründer des Schulturnens als Unterrichtsfach.
Geb, 3. Febr. 1810 in Lauterbach i. Oberheſſen,
geſt. 9. Mai 1858.
Das iſt außerordentlich bedauterlich, und zwar
des=
halb, weil ſie ſich damit jedes weiteren Einfluſſes
auf auch für ſie wertvolle Elemente begibt. Und die
D. T. ſollte doch danach ſtreben, gerade der
wertvoll=
ſten Kräfte ſich zu bedienen. Sie hat auch ſchon
Kon=
zeſſionen gemacht, die aber bei weitem nicht
aus=
reichen. Auch die D. T. hat bereits ihre Meiſterſchaften,
trotz ihrer ablehnenden Einſtellung zum „Rekord”,
weil für viele Turner Sport und Rekord
bei=
nahe dasſelbe iſt. Man ſpricht von Auswüchſen
des Sports — die übrigens auch der Anlaß zu der
Bildung des Schlagwortes vom „Ariſtokraten des
Bizeps” wurden — und überſieht dabei, daß es ſich
doch zumeiſt um ſolche des Berufsſports und der
Sen=
ſationslüſternen handelt; denn die Sportverbände
verbindet mit der D. T. das gemeinſame Streben,
etwa vorhandene Auswüchſe nach Möglichkeit
fern=
zuhalten und gegebenenfalls auszurotten.
Die Turnerſchaft hat eine Tradition, die ſie
hoch=
zuhalten allen Anlaß hat. Sie iſt etwas anderes und
verfolgt weiter geſteckte Ziele als die
Sporwer=
bände. Ihr ſtehen gerade in dem Geräteturnen
größere Ausbildungsmöglichkeiten zur Seite, und
des=
halb muß dieſes nach wie vor der Grundpſeiler ſein,
um den ſich alles andere aufbaut. Sie genießt dazu
namentlich auf dem Lande dank ihrer Tradition,
ihrer längeren Geſchichte und ihres anerkonnt
ſegensreichen Wirkens jetzt noch ein größeres Anſehen
als der eben erſt aufkommende Sport, aber ſie ſollte
ſich der daraus entſpringenden Verantwortung noch
mehr bewußt ſein und verſuchen, durch die Förderung
des Sportgedankens in ihren eigenen Reihen,
ſelbſt=
verſtändlich auf turneriſcher Grundlage, alle die
Leibesübungen treiben wollen, an ſich heranziehen,
um ſo jedes „Konkurrenzunternehmen” von
vornher=
ein auszuſchalten. Dazu iſt es aber notwendig, daß
alle Vorurteile verſchwinden und daß man ſich nicht
auf das Herkömmliche nur deshalb, weil es bisher
doch gut war, verſteift. Man ſollte bedenken, daß das
moderne Turnen mit dem Jahnſchen Turnen nur
mehr die Idee gemein hat. Geradezu erſtaunliche
und erfreuliche Fortſchritte hat in dieſer Richtung
das Frauenzurnen in den letzten Jahren gemacht.
Gleichgroße Zugeſtändniſſe ſollte man auch dem
„Volkstümlichen Turnen”, anderswo „Sport”
ge=
nannt, machen.
Turner, gebt Euren Leichtathleten, Schwimmern
uſw. größere Entwicklungsmöglichkeiten. Gebt der
Idee des Sportes größeren Raum. Ihr braucht Euch
deshalb nicht ſelbſt aufzugeben. Marſchiert mit der
Zeit und verſchließt nicht die Augen vor den
umge=
ſtalteten und umgeſtaltenden Verhältniſſen. Ihr könnt
nur gewinnen. Haltet die Sportleute in der
Turner=
ſchaft und ſchließt nicht dieſe auch in turneriſcher
Ge=
ſinnung nicht Schlechteſten aus von Eurem
erzieh=
lichen Einfluß. Bedenkt, daß Turnen und Sport
be=
reits befruchtend aufeinander wirken, es aber in
einem Verband noch beſſer können als bisher.
Dazu bedarf es auch eines engeren
Zuſammen=
gehens mit den Sportverbänden. Aeußerlich iſt ja
die Einigung vollzogen, aber ſie wirkt ſich bisher
nur darin aus, daß die Auseinanderſetzungen
mit dem Sport nachgelaſſen haben. Leider iſt
noch nicht feſtzuſtellen, daß ſie aufgehört haben,
wenigſtens in der Fachpreſſe nicht. Warum ſoll es
nicht möglich ſein, daß Turnerſchaft und
Sportver=
bände auf dem Gebiet des volkstümlichen Turnens
und der Spiele eine große Gemeinde bilden, die es
jedem ihrer Mitglieder geſtattet, an Veranſtaltungen
des anderen teilzunehmen? Dann würden die
be=
ſchämenden Zuſtände, wie ſie jetzt oftmals noch zu
Tage treten, verſchwinden, zum Beſten des Ganzen.
Die menſchen= und bolkbildende Bedeutung der Leibesübungen
Von Schulrat Heinrich Haſſinger, Leiter der Zentralſielle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Heſſen.
Die Sache der Leibesübungen iſt mitbeſtimmender
Teil des Volks= und Völkerlebens geworden; ſie iſt
— ich möchte ſagen — jene wiedererweckte
Lebens=
anſchauung, die die Erfaſſung der Lebenswerte von
der Seite des geſunden, gehärteten und geſtählten
Körpers her anſtrebt. Und dieſe Anſchauung will in
ihrem edelſten Streben nichts weniger, als daß der
Satz, der als Phraſe abgegriffen und verſchrieen iſt,
der Satz von der geſunden Seele im geſunden
Kör=
per, tatſächlich gelebt und tatſächlich Ausdruck des
eiſernen Willens einer voranſchreitenden Menſchheit
wird.
Darmſtadts Turnerſchaft hat die Turner und
Tur=
nerinnen des Mittelrheinkreiſes zum diesjährigen
Kreisturnfeſt geladen. Ströme von begeiſterten
An=
hängern und Vorkämpfern der Turnſache werden in
die Stadt einmunden, und die Bevöllerung von
Darmſtadt und der näheren und der weiteren
Um=
gebung werden durch ihre Teilnahme an den Kämpfen
und Feſten dem Ganzen den Nahmen einer
Volks=
veranſtaltung geben. Denn von der weiten Maſſe
des Volkes getragen, von den Vertretern aller
Schich=
ten dieſes Volkes ausgeübt, wird dieſes Turnen,
werden alle Diſziplinen der Leibesübungen zum
Aus=
druck einer beachtlichen Seite des Volkswillens: den
Kampf mit der Schwere des beruflichen, des ſozialen,
des nationalen Lebens, den Kampf mit den Gefahren,
die der Jugend aller Schichten und beider Geſchlechter
aus der ſenfationslüſternen Einſtellung unſerer Zeit
drohen, durch den Einſatz voller körperlicher
Geſund=
heit und ſeeliſcher Stärke zu erleichtern. Und wenn
bei ſolchen Anläſſen der körperlichen Schulung und
Diſziplinen die Maſſe des Volkes, die Maſſe der
Völker ihren Siegern zujubelt und wenn ſie ihre
Sieger ehrt, dann bedeutet das von dieſer Seite aus,
daß ſie ſich in den Siegern ſelbſt zujubelt, daß ſie ſich
ſelbſt in ihnen ehrt. Inſtinktiv fühlt hier ein jeder,
daß es etwas Schönes und Beglückendes ſein muß,
auf ſich ſelbſt und ſeine Kräfte geſtellt, der Beſten
einer unter den Guten zu ſein. Wie gewaltig dieſes
Beiſpiel auf die Jugend wirkt, zeigt ſich in den immer
geſteigerteren Forderungen, die ſie an ihre Führer
ſtellt. Wo es dem Führer gelingt, dieſem Fordern
und Drängen der Jugend in ſachgemäßer Weiſe
gerecht zu werden, da ſtellt ſich mit Beſtimmtheit jener
menſchliche, auf Verſtehen und Achtung beruhende
Kontakt ein, den man allen Beziehungen zwiſchen
Führern und Geführten wunſchen möchte. Dann
wird auch die Jugend auf den anderen Gebieten, die
dem einen und anderen nicht ſo gut liegen mögen,
reit (her mitgehen, als wenn man ihr Drängen und
Fordern überhört.
Gewiß, der körperliche Menſch iſt nicht das Ziel
der Menſchenbildung. Dieſes Ziel iſt und bleibt der
geiſtige Menſch, der Menſch der hohen ſeeliſchen
Kräfte; aber wer um die Anbahnung einer auch nur
einigermaßen guten Turn= und Sportleiſtung weiß,
der weiß auch, welches Maß an ſeeliſchen und geiſtigen
Schulrat Heinrich Haſſinger,
Leiter der Zentralſtelle zur Förderung der
Volks=
bildung und Jugendpflege in Heſſen.
Kräften da geweckt und zur Mitarbeit herangezogen
werden muß. Das hat die Jugend bald heraus, daß
nicht allein die dickſten Muskeln, die längſten Beine
oder der weiteſte Bruſtumfang entſcheiden. Zu jeder,
auch der kleinſten Uebung gehört eine Summe von
körperlicher, geiſtiger und ſeeliſcher Konzentration.
Der „Nur=Kraftmenſch” wird ſich auf die Dauer nie
gegen den Menſchen behaupten können, deſſen
Lei=
ſtungen auf jenem harmoniſchen Ausgleich zwiſchen
körperlichen und ſeeliſch=geiſtigen Kräften aufgebaut
ſind.
Es heißt für den Erzieher vor allem, dieſe
Zu=
ſammenhänge zu verſtehen, wenn er der
Verantwor=
tung für einen ſinnvollen Aufbau in der Erziehung
und Ausbildung junger Menſchen gerecht werden und
wenn er die Bedeutung der Leibesübungen im
Er=
ziehungsplan erkennen will. Denn ſein Ziel muß
heißen; harmoniſche Menſchenbildung.
Kommt hinzu, daß eine ganze Reihe turneriſcher
und ſportlicher Uebungen, wie ſie vor allem in den
Turn= und Kampfſpielen auftreten, auf die
ge=
ſchlofſene Leiſtung einer Gemeinſchaf
eingeſtellt ſind; nicht der Einzelne wird
ge=
wertet, die Wertung gilt der aus vielen
Einzel=
leiſtungen kombinierten Gemeinſchaftsleiſtung. Das
aber bedeutet für den Einzelnen Unterordnung
unter ein gemeinſames Wollen, Anpaffung an
die Fähigkeiten und Kräfte der übrigen Glieder der
Gemeinſchaft, entſchloſſenes, ſelbſtändiges
Handeln bei Fehlern oder beim Verſagen eines
oder mehrerer der Mitſpieler, die Anſtrengung,
ſich dem beſſeren Können von Mitſpieler und Gegner
anzupaſſen; kurzum eine ganze Reihe hoher geiſtiger
und ſeeliſcher Forderungen werden in der turneriſchen
und ſpieleriſchen Gemeinſchaft vom Einzelnen
gefor=
dert. Deuten wir dieſe Forderung ſuchgemäß
betrie=
bener Leibesübungen im volksbildneriſchen Sinne, ſo
ſtehen wir mitten im Problem aller Volksbildung
überhaupt: das Gefühl für die Abhängigkeit von der
Gemeinſchaft zu wecken, das Aufgehen der Arbeit und
der Leiſtung des Einzelnen in der Arbeit der
Geſamt=
heit von Volk und Nation zum Erlebnis werden zu
laſſen, mit einem Wort Gemeinſchafts= und
Volks=
bildung anzuſtreben. Wer einmal, und ſei es in
früheſter Jugend bei Turnen, Sport und Spiel, dieſes
Einordnen in das Geſamtſtreben aller erleben durfte
und erlebt hat, dem wird auch als gereifter Menſch
immer der Sinn für das rechte Verhältnis von
In=
dividuum und Gemeinſchaft, von Bürger und Nation
bleiben. Der Menſch, der ſich in die Geſamtheit
ein=
fügen kann, der ſeine Arbeit als notwendigen Teil
der Geſamtarbeit ſeiner Gemeinſchaft erlebt, der ſich
und ſein Streben dem Wohle dieſer Gemeinſchaft —
in volksbildneriſchem Sinne geſprochen: ſeines
Vol=
kes — unterordnen kann, der iſt der wahrhaft
natio=
nale Menſch.
In dieſer angedeuteten Auswirkung ſehe ich —
wohl verſtanden als Volksbildner — neben der
Ein=
beziehung aller Volkskreiſe ohne Rückſicht auf ihre
ſoziale Schichtung, eine ſolche überragende
Bedeu=
tung der Leibesübungen für unſere Jugend und für
unſer Volk, daß allein dieſe Seiten ihrer
Möglich=
keiten für mich ſchon genügten, die Pflege der
Leibes=
übungen und die Vereine, die ſich dieſe Pflege zur
Aufgabe gemacht haben, in weiteſtem Maße zu
unter=
ſtützen. Mögen ſich die Vereine dieſer Möglichkeiten
bewußt bleiben und möge die Deutſche Turnerſchaft
wie ſeither in dieſer Arbeit für Jugend und Volk
ein treuer Mitkämpfer und Mitſtreiter ſein.
2 Handtücher ges. u. geb.
1 Gerstenkornhandtuch, abgep.
1 m Waschmusseline
1 P. D.-Strümpfe, Seidengriff
Doppels. u. Hochf. farbig
1 P.H.-Socken, B wolle, farbig
2 P. Füßlinge, B wolle, schwarz
1 Selbstbinder, schön gem.
1 H.-Sportgürtel, Leder
1 Zigaretten-Etui
1 Stärkekragen, mod. Form
1 P. Knaben-Hosenträger
6 St. K.-Taschentücher, w8.
1 H.-Taschentuch, pr. Mako
3,05 m Stickerel, 5 cm breit
2,30 m Stickerel, 5 cm breit
10m Wäschefeston od. Besatz
1 D.-Ledergürtel, 3 cm breit
2 St. Haarbänder in allen Farb.
5 Kn. Stopfgarn u. 3 Rl. Zwirn
4 Dtzd. Perlmuttknöpfe
4 Dtzd. Wäscheknöpfe
6 P. Schuhsenkel u. 1 P.
Strumpfhalter
1 Br. Nähnadeln, 1 Zentimeter,
1 Fingerhut u. 3 St. Schnur
1 D.-Hemd, gewebt
2 Korsettschoner
1 Kinderjäckchen m. Armbänd.
1 Kissenplatte, wß., gez.
1 Kredenzdecke, oval
1 Künstlerdecke
1m Etamine, doppelt breit
1 Kassette Briefpapier— 25 Bg.
u. 25 gef. Umschläge
1 Block—50 Bl. Briefpapier u.
50 farb. Umschläge
Jugendschriften, geb. u. brosch.
1 Fensterleder, gute Qualität
1 Dose Bohnerwachs, 6a. 1Pfd.
1 m Bettuch-Nessel, 140 cm br.
3 m Gardinen-Nessel
2 m Rohnessel, gute Qualität
2m Cretonne, gute Qualität
1 m Damast, 80 cm br. Streifen
u. Blumenmuster
2 Gerstenkorn-Handtücher, ges.
u. gebändert
1,60 m Bettkattun, waschecht
1,50 m Schürzenstoff, gestreift
1 m Waschselde, fasoniert
2m Zephir, gestreift
1,50 m Pulloverstoff
1m Voile, weiß. gute Qualität
1m Crepe-Marocaine, 100 cm
breit, gemustert
4 Gläsertücher, kar.
1m Trachtenstoff, Indent.
1m Voll-Voile, d.-br. gemust.
1 Selbstbinder, mod. Streifen
oder Karos
1 Schiller-Vorhemd u. 1 Paar
Knaben-Hosenträger
2 Kragen, gestärkt od. ab.
waschbar
1 P. D.-Strümpfe, pr. 8.-Flor,
Doppels. u. Hochferse
2 P. D.-Strümpfe, Bwolle,
Doppelsohle u. Hochferse
2 P. H.-Socken, farb. gemust.
10 Geb. Sportwolle, farbig
1 P. Sockenhalter u. 1 P.
Armel-
halter
4 St. Nähseide, 6 St. Zwirn u.
6 Kn. Seidenstopfgarn
14m Rollokordel, 4 Porz.-Ringe
4 P. Ouasten
2 P. Wäscheträger u. 2 St.
Gummiband, schw. od. wB.
1 D.-Tr.-Hemd m. Filet-Einsatz
u. Hohlsaum, schöne Oualität
1 Untertaille m. reicher Valeno.-
Spitze-Garnierung
1 D.-Prinzeßrock m. Spitze od.
Einsatz
1 D.-Hemdhose m. reicher
Loch-
stickerei
1 Kissenbezug, gebogt oder
bestickt
1 Bettuch, Messel, 140X 200 cm
1 P. D.-Schlupfhosen, Macco,
extre groß
1 H.-Unterjacke, Macco
1 H.-Hemd, pr. Macco
1 H.-Eins.-Hemd m. Ripsbrust
1 D.-Schürze aus gutem Satin
M.-Schürze, Satin, bunt gem.
1 Servier-Schürze, pr. Linon
1 Schillerhemd, wß. od. farbig
1 Selbstbinder, letzte Neuheiten
1 P. Sportstutzen, dunk. gem.
1 P. D.-Strümpfe, Seidenflor
Doppels. u. Hochf., schw. od.
farbig
1 P. D.-Strümpfe, pr. Mako,
Doppels. u. Hochferse
1 P. H.-Socken, Seidenflor, kar.
m. verstärkter Ferse
1m Kleider-Schotten, dopp. br.
1 Spiel-Anzug, einf. od. gestr.,
Zephir
1 D.-Schal K.-Seide, mod. Must.
1 Küchen-Wandschoner, gest.
1 Küchen-Uberhandtuch, gest.
1 Zimmer-Uberhandtuch, gest.
1 Milieu m. Spitze u. Einsatz od.
Lochstickerei
1 Bettvorlage, Persermuster
1m Läuferstoff, 65 cm breit
1 Tischdecke, Kochelleinen, best
1 Korbsessel-Garnitur, 2-teilig
4 D.-Taschentücher m. Stick.
12 D.-Tücher, wB. m. Hohls.
6 H.-Tücher, wB., gute Oualität
4 H.-Tücher, bunt kar.
8 St. Hemdenpassen, Klöppel
1 Matrosengarnitur m. Knoten
8,05 m od. 2,30 m Stiekerel, ca.
10 cm breit
1 D.-Trägerhemd m. Hohls.
1 Untertaille m. reich. Spitze
2elegante Untertaillen
1 Erstlings-Jäckehen, 1
Hemd-
chen u. 1 gest. Lätzchen
1 Kinderläckehen (Seidengarn)
m. Armbändchen
1 gestriektes Kinderröckehen
1 Frottiertuch, gute Qualität
1 Kissenbezug, glatt
1 P. D.-Schlupfhosen
1 D.-Hemdhose, gewebt
1 gestr. D.-Untertallle
1 H.-Unterlacke, makofarbig
1 H.Netziacke, gute Qualität
1 Strumpfbandgürtel m. 4 Halt.
1 Büstenhalter, Trikot
1 D.-Schürze, bunt gemustert
1 Servier-Schürze m. Einsatz
1 Mädehen-Schürze aus gutem
waschechtem Stoff
2 St. Knaben-Schürzen in
schönen Farben
1 Kn.-Schürze, Indanthren
1 Spielanzug, einf. od. gestreift
1 Damen-Schal, Kunst-Seide
1 Baskenmütze, versch. Farb.
2 St. Tablettdeckchen, gez. m.
Spitze
1 Kissenplatte, schw. Rips, gez.
1 Mitteldecke, gez., m. Spitze
2 St. Nachttischdeckchen,
Kreuz- od. Stielstich
1 Hammernschürze, gez.
D.-Hemdhose m. Val.-Spitze u.
Stiekere!
D.-Prinzeßrock m. breiter Stick.
1 Bettuch 140X 200, Haustuch
1 Herren-Garnitur, Hose u.
Jacke, farbig
1 H.-Einsatzhemd, 1a Gualität
1 H.-Nachthemd, Geisha-Form
1 Oberhemd, uni m. 1 Kragen
1 Selbstbinder, neueste Dess.
1 Flanell-Sporthemd m. 2 Krag.
1 H.-Garnitur, Hosenträger u.
Sockenhalter, pr. Qualität
1 Kinderkittel, reich paspeliert
1 Kinderkleid, Waschmusselin
od. Zephir, Gr. 45—60
1 Pullover, Kunstseide
1 Seidentrikot-Unterrock
1 Hauskleid einf.od. gestr. Zeph.
1 D.-Schal, K Seide, olegante
Muster
1 D.-Baskenmütze, echt span.
1 Damen-Strohhut, garn.
1 Damen-Seidenhut
1 m Waschseide (Bemberg)
1 m Tischtuch-Damast, 130 cm
breit, gute Qualität
1 m Wollkrepp, schw. od. wB.
1 D.-Schürze, Siamosenstoffod.
bunt gemustert
1 Waschtisch-Garnitur m.
großer Decke
1 Zimmer- od. Küchen-
Uber-
handtuch, gestickt
1 m Läuferstoff, 65 cm breit
1 m Linol.-Läufer, 90 cm breit
1 Tischdecke, Kochelleinen,
bestickt
1m Möbelstoff, 130 cm breit
1 Halbstores, Etamin hübsche
Ausarbeitung
1 Madras-Garnitur, 3-teilig,
echtfabrig
1 m Wachstuch, 100 cm breit
1 Kinderwagen-Steppdecke
1 Bettvorlage, Persermuster
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1 Portemonnaie, Leder
1 Einkaufsbeutel, Waschstuch
1 Einkaufsnetz, Seidenkorde
1 Kinderhandtasche
1 Stadtkoffer mit Grift
1 Kinder-Rucksack
1 Besuchstasebe, Leder
1 Portemonnaie, Leder
1 Lederbeutel m. Cell.-Bügel
1 Koffertasche, Leder
Tolletten-Kasten (Kleider-
1 Küchen-Veberhandtuch, gez.
1 Staubtuchbeutel, Handarbeit
1 Bettvorlage
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1 Besuchstasche, Leder
1 Portemonnale, Leder
1 Berufstasche m. Ledergriff
1 Einkaufsbeutel
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1 Stadtkoffer
1 Kinder-Rucksack
1 Reisekarton m. Tragriemen
1 Scbwarzwald-Uhr
1 Darmstädter Ansicht i. Rahm.
1 Armreif f. Damen
1 Kolller m. Anhänger
1 gr. Fl. Kopfwasser, Beprum
oder Birkenwasser
1 gr. FI. Eau de Cologne oder
Lswendel-Wasser
1 Cell.-Kopfbürste, weiß
1 Parfüm-Zerstäuber, Glas
1 Bubi-Garnitur (Spiegel,
Kamm u. Bürste), wB. Cell.
6 St. echte Blumenseife
6 St. kl. od. 8 gr. St. Kernselfe,
zus. ca. 1200 gr.
1 Karton—6 St. Kölnisch-
Wasser od. Lavendelseife
1 Rasierapparat, gut vern. m.
10 Klingen
1 Frlsierkamm, 1 Waschlappen
1 Seifendose u. 1 St. Lavendel.
Seife
1 Besuchstasche, Leder
1 Lederbeutel m. Cell.-Bügel
1 Portemonnaie, Leder
1 Kolleg-Mappe m. Grift
1 Berufstasche m. Ledergrift
1 Einkaufsbeutel, K.-Leder
1 Kinder-Handtasche
1 Rueksack m. Lederriemen
1 Postkarten-Album gr. Format
für 200 Karten
1 Tollette-Eimer, Emaille
1 Suppenschülssel, 24 cm, Delft
1 Satz Milchtöpfe, 10, 12, 14 om
1 Fleischtopf m. Deckel, 24 cm
1 Löffelblech, Emaille
1 8. S. S. Garnitur, Emeille
1 Kaffeekanne, 15 om
1 Basarwanne, Delft
1 Mülchträger, 5 Ltzr.
1 Wasserkanne, 18 cm
1 Wasserkessel, besonden groß,
Kosmos-Emaille
1 Kaffeeserviee, 5-teilig, dek.
1 Aufsatz, bunt m. vernick. Fuß
1 Fruchtschale
Tortenplatte m. Niokelrand
1 Schmortopf m. Deckel, Delft
1 Wanne m. Fuß, rund, 40 om
1 Gießkanne, lack.
1 Wassereimer, Delft
1 Kaffeekanne, Delft, 15 cm
1 Fleischtopf, gest., wB., 24 cm
1 Suppenschüssel, wB., 26 cm
1 Milchkocher, gestanzt
1 Bräter m. Deckel, inoxydiert
2 Kuchenteller u. 2Obstschalen
Porzellan, dek.
1 Cell.-Handtaschenbügel,
havanna
1 Cell.-Kopfbürste, reine Borst.
1 Nagelschere, 1 Nagelfeile u.
1 Polierer
1 Rasiergarnitur m.
Doppel-
spiegel, solide Ausführung
1 Kassette Briefpapier, 50 Bg.
u. 50 gef. Umschl.
1 Bl. Briefpapier, 100 Blatt u.
100 farb. Umschläge
6 Rl. Klosettpapier, Krepp
6 Rl. Butterbrotpapler fettd.
1 Füllfederhalter m. goldpl.
Beder u. 1 Prehstift
7 Stenogrammblocks, 4 160 8.
Re4
1 Satz Becher, 9, 11, 13 om
1 Fleischtopf m. Deckel, 30 om
1 Suppenschüsselwß. Em.20cm
1 Mülchträger 1½ L4.
1 Eimer Emaille 28 cm
1 Basarwanne 35 om grau
1 Ringtopf 18 em greu
2 Glasschalen, 23½ u. II em
1 Butter- u. 1 Harmelade-Dose
6 St. Goldrandbecher
6 St. Wassergläser
8 St. Goldrd.-Tassen m. Uiterd.
2 St. Tassen, Porzellan dek.
1 Handtuchhalter
1 Besteekkasten 2-teilig u.
1 Salatbestock
1 Wichskasten u. 1 Glanzbürste
1 Fleischtopf, Alum. 18 cm
1 Schmortopf, Alum. 20 m
1 Milehtopf, Alum. 14 cm
1 Essenkanne, Alum. rund
6 St. Gabeln u. 6 Löffel, Alum.
1 Keksdose m. ver. Deckel
1 Körbehen, mit Henkel
1 Backenbesteck
1 Wäscheleine 12 m und
60 Klammern
1 Bodenbesen u. 1 Handfeger
1 Bürstengarnitur 5-teilig
Sohrubber-,Wasch-,Sohmutz-
Abseif- u. Handbürste
2 gr. T. Speise-Schokolade
zus. 400 g
2 D. Ehlers Siedwürstehen
(6 Paar)
1 D. f. Leber- u. 1 D. Blutwurst
Bürste, Haarbürste, Hand
Spiogel, w8. Cell.
1 Manieure-Kasten, 7-teilig,
nette Ausführung
1 Einkaufsbeutel
1 Schreibmappe, K.-Leder, sol.
Ausführung
1 Rucksaok m. Lederriemen
1 Reise- u. Zimmer-Weeker
1 Taschenuhr
Tablett m. Einlage u. 6
Likär-
gläger
1 Keksdose bunt
1 Jardiniere, bunt m.
Niokel-
henkel
1 Glasaufsatz, 2.teilig
6 Weinrömer m. Tablett
1 Löffelbleeh, Delft, Emaille
1 S. S. S. Garnitur, Emallle
1 Tollette-Eimer, Delft
1 Wasserkessel, extra groß,
Kosmos-Emaille
1 Brotkasten, mod. Dekore
1 Wandkaffeemühle
1 Küebenwage
1 Reibmaschine
1 Bohnenmaschine, 6 Messer
1 Wanne, rund m. Fuß, Delft
1 Waschständer
1 Rauchständer
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1 Armreif t. Damen
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1 Taschentuchkasten
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1 Wasserball z. Aufblasen
1 Taschenmesser
1 EBbesteek m. Holzstiel
1 Salatbesteck, Kunsthorn
3 St. Kaffeelöffel, Alpans
1 Besteckkasten, Holz, 2-teilig
1 Schlachtmesser, Solg. Stahl
1 Brotkorb, laok.
1 Kuchenteller m. Dekor
1 Brotkörbchen, Porzell., dek.
1 Butterdose m. vern. Deokel
1 Glaskörbehen m. Henkel
1 Sturzflasche
1 Zigarettenkasten
1 Fenstereimer, Emaille, 22 em
1 Milchkanne, 1 Ltr. Inhalt
1 Müchtopf, 14 em
1 Kaffeekanne, Emaille
1 Kaffeeflasche m. Verschluß
1 Relbelsen, Emaille
1 Konsole m. Becher, greu
1 Schüssel, weiß, Emaille
1 Waschbecken, Emaille
1 Gummischwamm, ,Excelsior”
oder „Ideal, mittelgroß
1 Rasiergarnitur
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für Kopfmassage
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1 Bubi-Garnitur, Griffkamm u
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Hand-Tücher
50X50 cm, solide
mit tarbiger Kante, 2 weiß mitroter Borde, S aus weißem Drell, S Gerstenkorn, Halb- S in vielen Farben u.
solide Onalität
solide Ware
gesäumt u. gebänd.
s leinen, wß. m. rot. Rd. — hübschen Mustern
S Gebranchsgnalitäten
130X 130 cm br., sol.
Gebrauchsware
130/130, m. 6Serriett.
s weiß mit farb. Rand
Hur
Zos
woGs
sIr K0g
„68.
uur 40s
ur A04
ur Wrtosndrou
SKissen Bezüge
S aus solid. Cretonne,
mit Einsat:
Kissen Bezüge
sParade Kissen s Koller-Fücher s D.-Schluplhosen s D. Hemahosen
mit Stickerei-Einsatz — mit Einsatz u Spitze Z aus solid. Cretonne, — solide Sommerware, Windelform, solide,
und Fältchen
verarbeitet
in vielen Farben E weiße gewebte Ware
gebogt
D..
S aus Kunstseidentrik.,
s verschiedenenkarben
Damen Hemden ;
weiß gewebt,
Trägertorm
Iuf
vos smk.ou
suAoosnbtoosm 40
9
* Iur
3
Iur
9
Iur
Vu
Dazu
die billige Konfektion / die billigen Dämenhüte / die
des Seidenlagers / Wasch-Stoffe und Woll-
Sensationen,
Stoffe
allenthalben Riesen-Vorkeile!
E
Deutſches Frauenturnen
Von Seminarlehrer 4. Klenk, Bensheim
Wenn man heutzutage die Zeitungen durchblättert,
auf Eiſenbahnen oder ſonſtvo als unbeteiligter Dritter
den Geſprächsſtoff feſtzuſtellen Gelegenheit hat, dann
könnte man der Amnſicht werden, daß Leibesübumgen
etwas ſeien, was jedem Mitmenſchen geläufig, daß ſie
ein Gebiet darſtellen, auf dem jeder ſich als
Ausüben=
der recht heimiſch fühle. Dem iſt aber trotz dieſer
Beobachtungen nicht ſo. Denn einmal darf man die
Sportbegeiſterten, diejenigen, die bei Spiel und
Wett=
kampf als Zuſchauende fungieren, bei weitem nicht
alle als Leibesübung=Ausübende anſehen, und zum
anderen weiſen auch die Stauſtiken nach, daß immer
noch der weitaus größte Teil unſeres Volkes in der
Leibeserziehungsarbeit abſeits, wenn nicht gar
geg=
neriſch=kämpfend der Sache gegenüberſteht. Und bei
dieſem Teil überwiegt wieder ganz beſonders ſtark das
weibliche Geſchlecht. Das iſt doppelt bedauerlich. Man
weiß allgemein, daß zur Erhaltung und Hebung der
Volksgeſundheit die Leibesübungem ein ſehr
bedeut=
ſames Mittel darſtellen. Da nun aber die
Volksgeſund=
heit viel mehr von dem geſundheitlichen Zuſtand des
weiblichen Geſchlechts, der Mutter, abhängt, mß man
dieſe Vorrangſtellung beſonders ſchwerwiegend und
verbeſſerungsmotwendig ſinden. Richtig genommen,
wird ſchon in der Schule der Grund gelegt zu dieſen
betrüblichem Verhältniſſen, denm hier ſind nicht für
beide Geſchlechter die gleichen Vorausſetzungen
geſchaf=
fen hinſichtlich der körperlichen Erziehung. Während
man z. B. die Knaben zu erfriſchendem, die
erforder=
lichen Wachstumsreize vermittelnden und den Schäden
des Schuulbanklebens entgegen wirkenden Spiel und
Turnen hinausführt, zwingt man wohl noch in recht
vielen Fällen die Mädchen zu einer weiteren
Sitz=
ſtunde zu Hand= und Nadelarbeit. Hier muß zu
aller=
erſt Wandel geſchaffen, maß die Gleichſtellung
durch=
geführt werden. Dann haben wir im Hinblick auf die
Volksgeſundheit den verhältnismäßig am leichteſten
auszuführenden und in ſeiner Wirkung gar nicht hoch
genug einzuſchätzenden, erſten Schritt getan. Solange
wir dieſen Schritt nicht hinter uns haben, ſolange
werden ſich die noch ſchlimmeren Verhältniſſe in der
Zeit nach der Schuule für die weibliche Jugend nicht
weſentlich ändern. Turn=, Sport= und Spielvereine
gibt es faſt überall, die der männlichen Jugend
Ge=
legenheit zur gerade in dieſer Lebensperiode
erforder=
lichen Körperertüchtigung geben. Für das Mädchen
iſt nur im den wewigſten dieſer Geweinſchaften geſorgt.
Und denken wir gar an die Frauen im Haushalt oder
Beruf, dann ſind die Verhältwiſſe noch viel kritiſcher.
Dieſem kraſſen und, wie geſagt, unſere
Volksgeſund=
heit beſonders beeinträchwigenden Zuſtand abzuhelfen,
haben ſich ſeit längerer oder kürzerer Zeit verſchiedene
Vereinigungen und Verbände zur Aufgabe gemacht,
in ihrer Gemeinſchaftsarbeit die körperliche Bildungs=
und Erziehungsanbeit für das weibliche Geſchlecht zu
verwirklichen. Unter dieſen Verbänden iſt wvohl in
erſter Linie, ſowohl was die Zeit der Pflege des
frag=
lichen Gebiets, als auch die Zahl der Teilnehmenden
anbelangt, die Deutſche Turnerſchaft zu nennen. Sie
und ihre Arbeit dürften anläßlich des großen
Kreis=
turnfeſtes, das neben dem Männerturnen bekanntlich
auch das Frauenturnen in ſeinen Rahmen einſchließt,
für die Leſer dieſer Zeitung beſonderes Intereſſe
haben. Es ſoll daher auch in nachſtehenden
Ausfüh=
rungen die Begründung und die Art des
Frauen=
turnens unter dem Geſichtswinkel erörtert werden,
unter dem die Deutſche Turnerſchaft die Arbeit pflegt.
Das Turnen, ich denke natürlich hier vur an den
allein richtigen weiten, Jahnſchen Begriff, ſoll ſich im
Nachſtehenden nur auf das weibliche Geſchlecht nach
der Schulentlaſſung, vom 15. Lebensjahre an, beziehen.
Sowohl die körperlichen Entwichlungsverhältniſſe,
als auch die mit der Schullentlaſſung
zuſammenhän=
gende Veränderung in der Lebensfühnung durch
Auf=
nahme irgeneiner Berufstätigkeit, verlangen
drin=
gend, daß man ſich die Erhaltung der Geſundheit
be=
ſonders angelegen ſein laſſen muß. Jeder Körper
braucht zu ſeinem vollen, ebenmäßigen Wachstum der
Anregungen, der Wachstumsreize, durch Lau=
fen, Springem und Spielen. Dieſes Bedürfnis beſteht
aber nicht nur im frühen Kindesalter, ſondern auch
in der bedeutſamſten Enwwicklungsperiode des Alters
nach der Schulentlaſſung.
Nun kommt aber, wie ſchon oben angedeutet, hier
noch ein Weiteres hinzu. Jede Berufsarbeit iſt mehr
oder weniger einſeitig in ihver Beanſpruchung des
Körpers. Wer auf dem Büro ſitzt, nimmt den
größ=
ten Teil ſeiner Arbeitszeit eine Haltung ein, die den
Rücken krumm ſein läßt, bei der der Bruſtkorb einge=
Bürgermeiſter Auguſt Buxbaum, Darmſtadt,
der Schöpfer der Darmſtädter Feſthalle.
fallen oder abgeflacht iſt. Dadunch, umd mit auuch durch
die langandauernde Knickung des Körpers in Hüften
und Knien wird der Blutkreislaugf gehemmt, er wird
träge und verſorgt längſt nicht wehr alle Teile des
Körpers in der norwendigen Stärke und Lebhaftigkeit
mit dem bildenden und wegſch emenden Blute. Die
Atmung geſchieht nur noch oberflächlich, d. h. die
Lunge wird nur noch zum Teil gebraucht, und die
un=
benützten Lungenteile geben die Herde ab, in denen
beſonders leicht ſich Krankheitskeime unbekämpft
ent=
wickeln können. Auch Verdaungs= und
Stofſwechſel=
vorgänge werden träge und unökonomiſch. Die
Ge=
ſamtmuskulatur wind ſchlaff, hat keine Spannkraft
mehr und wird ſchließlich auch geringen
Anforderun=
gen nicht mehr gewachſen ſein.
Sieht man ſich nicht nur in dieſen Büroberufen
um, wozu man natürlich letzten Endes auch Arbeiten
im Zimmer, wie Nähen, Soicken u. dal. rechnen muß,
ſo erkennt wan ohne viel Schwierigkeit Gründe genug,
die ebenfalls körperliche Ausgleichsarbeit
ſordern. Selbſt dort, wo ſtarke, körperliche
Anſtrengun=
gen im Beruf gegeben ſind, wie bei der Landwwirtſchaft,
in der Fgbrik u. ä., iſt eine Ergänzungsarbeit, eine
Leibesübung notwendig, die dieſer einſeitig
bean=
ſpruchenden und damit verbildenden Tätigkeit
ent=
gegenwirkt.
Was ich mm hier von der berufstänigen Fran
ſagte, gilt auch in entſprechendem Sinne für die Frau
im Haushalt, für die Mutter. Ganz abgeſehen
von der Mutverſchaft mit ihren beſonderen rein
körper=
lichen Vorausſetzungen und Nachwirkungen muß auch
hier trotz der gewiß vielſeitigen Beſchäftigung ein
Mangel an gleichmäßig und allſeitig beanſpruchender
Tätigkeit und damit Durchblutung und Ernährung
des Geſamtkörpers feſtgeſtellt werden.
Die rein körperlichen Gründe ſind bereits geſtreift.
Da aber mit der frauenturneriſchem Arbeit nicht nur
körperlich=geſundheitliche Wirkungen,
ſon=
dern auch geiſtig=ſeeliſche Werte angeſtrebt und
geſchaffen werden, muß wan gevade den ſtark mit
Sorge und Arbeit überhäuften Frauen zurufen:
„Willſt du auch dies andere, dieſe Nerven= und
Willensſchule für dich für überflüſſig halten?
Höre zu, und was hier geſagt wird, gilt auch wieder
für die Berufstäugen, wir brauchen nicht nur ein
männliches Geſchlecht, das willensſtark, entſchlußfähig.
und entſchlußkräftig, das Schwierigkeiten körperlicher
und ſeeliſcher Art energiſch überwinden kann. Heute,
wo auch die Frau ſo ſtark im Erwerbsleben ſteht, da
gehört auch ihr ein harter, zäher Wille,
widerſtands=
fähige Nerven, da muß auch die Frau zu
entſchloſſe=
uem Handeln bereit und fähig ſein. Das Leben
be=
weiſt es ja täglich, daß nur im Handeln, in der
Tat die beſte Willensſchule liegt. Und dieſe Schule
liegt im deutſchen Turnen der Frau in vorbildlich
anpaſſungsſähiger Form vor uns. Hier
bleibt es nicht bei der Freude oder
Begeiſte=
rung an vorbildlicher Tat. Hier bleibt es weiter
wicht beim Entſchlußund guten Vorſatz. Im
deutſchen Frauenturnen werden alle den Weg bis zum
Endziel, bis zur erſt abſchließenden zur
krönenden Tat ſelber geführt. Der Kampf
mit den Hinderniſſen, die ſich in dem zu
überſpringen=
den Raum oder in Form von Geräten in den Weg
ſtellen, die Ueberwindung der Körperſchwere ganz
all=
gemein geſogt, ſind ſtets auf Willenseinſätze geſtellt,
die dorthin münden, wo Selbſtvertrauen,
Entſchloſſen=
heit, Zähigkeit und Ausdauer wachſen und reifen. Es
iſt ja auch eine ſo ſelbſwerſtändliche Sache. Da wird
z. B. auch mal eine Uebung am Gerät verlangt. Man
ſieht, daß andere ſich daran wagen und die
Be=
wegungsaufgabe bewältigen. Nun kommt die Reihe
an mich. Soll ich das „Wagmis” anſtellen! Da
wer=
den die Zähne zuſammengebiſſen, und wenn auch das
Herz vielleicht eine höhere Tourenzahl” eingeſchaltet
hat, hier vor verſammelter Frqrenſchaft darf es doch
kein Bloßſtellen geben. Und ſiehe da, die natürlich
in jeder Weiſe angepaßten Auſgaben und Gefahren
werden überwunden. Will man da noch bezweifeln,
daß bei einem ſolchen Tun und Treiben Steinchen auf
Steinchen gebaut wird zu einem Selbſtvertrauen und
Selbſtbewußtſein, die ſich im ganzen Auftreten, im
ganzen Anfaſſen des harten Lebens auswwirken?
Dieſe ſeeliſche Beeinfluſſung, dieſes erziehliche
Wir=
ken des deutſchem Frauenturnens fließem aber auch
noch aus dem ganzen Tarnbetrieb überhaupt. Ueber
allem Schaffen und Mühen herrſcht das Luſtbetonte,
die Freude. Die Freude beſonders wie ſie aus
ge=
meinſamem Tun quillt. Sie läßt wal wieder für
einige Zeit die Teilwehmenden ein erfriſchendes und
ſtärkendes Nervenbad nehwen. — Dieſes
gemein=
ſcme Schaffen läßt in ganz offenſichtlicher Form auch
noch weitere Früchte veifen, die in ſozialer,
volks=
gemeinſchaftlicher Richtung liegen. Ihnen ſoll
in dieſem Rahmen nur hiermit Evwähnung getan
werden.
Ein ſolch aufgefaßtes und verwirklichtes deutſches
Frauzenturnen, das darf wohl behauptet werden, iſt
nicht etwa gleichzuſtellen irgendeiner Mode=
Erſchei=
nung, eines Zeitvertreibs für plagende Langeweile,
ſondern es muß gebucht werden als eine
Harmo=
nie, in der Freude, Geſundheit
undeben=
mäßige Entwicklung und geiſtig=
ſee=
liſche Werte zuſammenklingen.
Das deutſche Geräteturnen
Jahn, deſſen Bedeutung für unſer Volkstum
viel=
leicht erſt unſere Zeit, eine Zeit deutſcher Not und
deutſchen Ringens voll erfaßt hat, ſchuf das Wort
Turnen. Er fand die Begriffe Leibesübung und
Gymnaſtik vor. Sie genügten ihm nicht nach Inhalt
und Umfang. Den ganzen Menſchen — körperlich
und ſeeliſch — wollte er bilden. So lag und liegt denn
allezeit in dem Worte „Turnen” die bewußte
Ein=
wirkung auf das heranwachſende Geſchlecht, damit
es erfüllt werde von Liebe zu Volk und Vaterland,
damit es die Schönheit von Heimat und Natur
emp=
finde, damit es Erfahrung, Wiſſen und Können achte
und ſich beuge vor dem unſagbar Heiligen und
Wür=
digen, und es liegt in dem Worte die Abſicht, das
Gefäß der ſchönen und reinen Seele, dem Körper,
eine möglichſt allſeitige, harmoniſche Ausbildung zu
geben. Das iſt Turnen, und das wollen die Führer
darunter verſtanden haben.
Es iſt bedauerlich, daß immer noch weite Kreiſe
den Umfang und Geltungsbereich des Begriffes
Tur=
nen nicht erkannt haben. Laufen, Werfen, Springen,
die volkstümlichen Uebungen, gehören ſo beſtimmt
zum Erbgut der Deutſchen Turnerſchaft, wie Kampf=,
Lauf= und Neckſpiele, wie Reigen, Tanz, Geſang und
Wandern.
Die Deutſche Turnerſchaft iſt kein Fachverband für
Reck=, Pſerd= und Barrenübungen. Es gilt immer
wieder dieſe naive, durch keinerlei Sachkenntnis
ent=
ſtandene Meinung zu bekämpfen, und wenn in dieſen
Ausführungen ein beſonderes Lob den mancherlei
Geräteübungen der Deutſchen Turnerſchaft geſagt
wer=
den ſoll, dann geſchieht es unter dem ausdrücklichen
Hinweis, daß die übrigen Zweige des Turnens zu
unſerem eiſernen Beſtand gehören. Reck=, Pferd= und
Barrenübungen ſind zweifellos Sondergut der
Deut=
ſchen Turnerſchaft und deren Kern= und Herzſtücke.
Es hat ſie jemand die „Poeſie des Leibes” genannt.
Wir ſind nicht ſo poetiſch veranlagt, wir wiſſen aber,
daß Meiſter am Gerät der Turner erſt in ſeiner vollen
Manneskraft werden kann. Bei allen anderen
Leibesübungen bann er Lorbeeren ſchon in viel
frühe=
ren Jahren pflücken. Der Geräteturner durchläuft
die gleiche Körperſchule wie alle übrigen und muß ſich
wie keiner vor Einſeitigreit in ſeinem Ueben hüten.
Plonmäßiges Ueben an den Geräten baut den Körper
in vollendeter Weiſe auf. Die Muskulatur der Bruſt
und Arme, des Halſes und Nackens, des Bauches und
der Beine wird gründlich durchgebildet. Der
mit=
unter gerügte „ſchwere Oberköpper” des Geräteturners
ſpricht nicht gegen das Gerät, ſondern gegen eine
un=
ſachliche Uebungsfolge. Nirgends wird die allſeitige
Ausbildung des Körpers ſo ſicher gewährleiſtet, wie
beim Geräteturnen. Kraft= und Schwungübungen,
einzelnen und in Verbindung ſind bei keinem anderen
Zweig der Leibesübungen in ſo vollendeter Weiſe
möglich. Hätten wir die Geräte nicht, man müßte ſie
erfinden. Es iſt ein Höhepunkt körperlicher
Gewandt=
heit, vom Boden losgelöſt, vertrauend auf ſieghafte
Sicherheit, mit Kraft und Schwung am Gerät zu
tur=
nen. Das iſt Beherrſchung des Körpers in
unüber=
trefflicher Form, und kommt dazu die Anmut der
Be=
wegung, die ſcheinbare Müheloſigkeit der Ausführung
der ſchwierigſten Uebungen, dann haben wir
Kunſt=
turnen — Gipfelturnen.
Demnach wäre Geräteturnen nur für beſonders
Begabte zu empfehlen, und für Frauen und Mädchen
ganz abzulehnen. Nicht alle ſteigen bis zur höchſten
Stufe der Vollendung hinauf. Das iſt auch nicht von
Nöten. Und vom Standpunkte der Deutſchen
Turner=
ſchaft aus iſt die allſeitige Ausbildung von tauſend
Turnern und Turnerinnen an Geräten wertoller als
die Aufſtellung oder Brechung eines Rekordes. Der
Segen des Turnens liegt nicht in der abgeſchloſſenen,
fertigen Einzelleiſtung, ſondern er iſt zu finden auf
dem Wege, der zur fertigen Uebung führt. Und das
Turnen der Frauen und Mädchen an Geräten, das
niemals eime bloße Nachahmung des Männerturnens
ſein wird, mit verwinderten Zielen, wird von
Aerz=
ten und verſtändnisvollen, feinſinnigen Frauen in
ſeinem Formen und in ſeinem Umfang aufgebgut und
dringend empfohlen.
Wir haben noch einen Grund, warum wir das
Geräteturnen der Turnerſchaft der heranwachſenden
Jugend empfehlen.
Gewandtheit, Sicherheit, Beherrſchung des
Kör=
pers ſind gewiß wertvolle Dinge im Leben und im
Kampfe ums Daſein. Aber Mut, Ausdauer,
Beharr=
lichkeit, geſchulter Wille ſind nicht nur Schmuck des
Lebens, ſondern Eigenſchaften von unermeßlichem
Werte. Es gibt keine beſſere Willensſchule als das
Geräteturnen, es gibt keine Stätte, da brüderliche
Ge=
ſinnung reiner gepflegt wird, als in der Turnerriege,
die gemeinſom an das Gerät tritt.
Möge dieſer Geiſt auch beim 33. Mittelrheiniſchen
Kreisturnfeſt zu ſpüren ſein und mögen alle
Teil=
nehmer dieſe Geſinnung in die Heimat tragen, damit
ſie unſerer engeren Heimat und dem Vaterlande zum
Segen wird.
H. Sailler.
Aus der Geſchichte des Kreisturnfeſtes
Von Oberreallehrer Roth, 1. Vorſitzender.
Zu Anfang des Jahres 1924 kam der Wunſch von
Mitgliedern des Kreisvorſtandes an die Darmſtädter
Turnerſchaft, das 32. Kreisturnfeſt 1925 zu
überneh=
men, aber die Turner, die die ungeheueren
Schwierig=
keiten einer ſolchen Aufgabe kannten, veranlaßten die
die Turnerſchaft, abzulehnen. Die hauptſächlichſten
Gründe der Ablehnung waren die unmittelbare Nähe
der Beſatzung, die befonders ſchwierigen
Wohnungs=
verhältniſſe durch Unterbringung der Ausgewieſenen
und die unſichere Wirtſchaftslage nach der großen
Geldentwertung. Die Gießener Turnerſchaft
über=
nahm nach vorheriger Verſtändigung mit uns das
Feſt und ſchloß mit einem Fehlbetrag von über 30000
Mark ab. Wahrlich kein ermutigendes Ergebnis für
das 33. Kreisturnfeſt. Aber kaum war das Gießener
Feſt verklungen, da kam ſchon wieder die Anregung,
Darmſtadt möge das nächſte Kreisturnfeſt
überneh=
men, aber die Männer, die wußten, daß ſie die
Haupt=
bürde und Verantwortung zu tragen hätten, waren
wieder zur Ablehnung entſchloſſen. Mit dieſem
Ge=
danken beſchwert kam ich zu einer Sitzung des
Aus=
ſchuſſes für den Darmſtädter Sommer 1925, in der
beraten wurde, wie unſerer wirtſchaftlich ſchwer
rin=
genden Stadt neues Leben zugeführt werden könnte.
Hier brachte ich die Turnfeſtfrage zur Sprache und
machte auf die großen Schwierigkeiten und auf die
Opfer, die die Turner zu tragen hätten, aufmerkſam.
Aber alle, die Herren der Stadtverwaltung wie die
Herren Stadtverordneten, verſprachen jede gewünſchte
Unterſtützung. Sie erklärten es als eine Pflicht der
Turnerſchaft, im Intereſſe der Stadt ſich um das
Feſt zu bewerben. Mit dieſer Zuſicherung
weitgehend=
ſter Unterſtützung trat ich unmittelbar darauf vor die
Darmſtädter Turnerſchaft mit dem Antrage auf
Be=
werbung um das Feſt. Wenn die Turnerſchaft nach
langer Beratung doch endlich dem Antrag zuſtimmte,
Wilhelm Hofferberth, Darmſtadt,
Gau=Verbands=Oberturnwart.
Oberturnwart für das Kreisturnfeſt.
ſo geſchah dies einzig und allein aus dem
Pflicht=
gefühl der Stadt gegenüber und in der Hoffnung,
mit dem Feſte unſerer Turnſache einen großen Dienſt
zu erweiſen und ihr neuen Aufſchwung zu geben.
Mit noch recht bangen Gefühlen betraten wir den
Feſtſaal der Marksburg am Rhein, der Stätte des
Kreis=
turntages Frühjahr 1926; hatte ſich doch noch die alte
Turnerſtadt Hanau, die bei den Turnern des Kreiſes
in hohem Anſehen ſteht, zur Uebernahme gemeldet.
Als aber dann der geſamte Turntag bis auf die
wenigen Stimmen der Hanauer Turner unter großer
Begeiſterung für Darmſtadt ſtimmte, da kehrte die
nötige Begeiſterung und Schaffensfreude auch bei
uns ein.
Sofort nach der Rückkehr vom Turntag ging es
an die Arbeit. Die Darmſtädter Turnerſchaft, be=
2
ſtehend aus Turngemeinde 1846 Darmſtadt,
Turn=
gemeinde Beſſungen, Turngeſellſchaft Darmſtadt,
Akademiſcher Turnerbund Alemannia, Akademiſcher
Turnerbund Ghibellinia, bildete einen
Hauptaus=
ſchuß, dem ſie die Vorbereitungen für das Feſt
über=
trug und erwarb die Rechtsfähigkeit, um Verträge
Dr. Ferdinand Goetz +
ehem. langjähriger Führer der Deutſchen Turnerſchaft.
Geb. 24. Mai 1826, geſt. 13. Obtober 1915, Leipzig.
abſchließen zu können. Dieſer Hauptausſchuß, die
Mitglieder ſind aus dem Feſtbuch zu erſehen, ging
nun ſogleich an die Erledigung folgender Arbeiten:
Bildung der Unterausſchüſſe, Entwurf einer Satzung
für ſämtliche Ausſchüſſe, Aufſtellung eines
Finanz=
planes und Auswahl des Platzes für das Feſt.
Letztere Frage war zunächſt die wichtigſte, denn
ge=
lang deren Löſung nicht in befriedigender Weiſe,
dann war das Feſt für Darmſtadt erledigt. Für uns
Turner gab es von vornherein nur einen Platz, und
das iſt der heutige Feſtplatz. Alle übrigen Löſungen
mögen wohl gut gemeint geweſen ſein, kamen aber
aus techniſchen und geldlichen Gründen nicht in
Frage. Warum die Turner ſich mit ſo großer
Zähig=
keit an den Exert hängten? Der Platz hat einen
feſten, aber durchläſſigen Boden, hat wenig
Abgren=
zung notwendig und ermöglicht die Mitbenutzung
der vorhandenen Schupoſportanlagen, der zahlreichen
Kaſernenräume und der Exerzierhalle. Aber noch
ein wichtiger Punkt ließ uns an dem Exert feſthalten.
Die Heſſiſche Landwirtſchaftskammer plante für 1927
eine landwirtſchaftliche Landesausſtellung nach
Darm=
ſtadt zu nehmen. Für ſie kam aus verkehrstechniſchen
Gründen und ebenfalls wegen Benutzung der
Kaſer=
nenanlagen nur der Exert in Frage. Durch
gemein=
ſame Benutzung des Platzes beſtand aber die
Mög=
lichkeit, auch die Koſten für deſſen Herrichtung und
Einrichtung gemeinſam zu tragen und ſo erſt beide
Veranſtaltungen wirtſchaftlich zu ermöglichen. Die
Landwirtſchaftskammer hat uis bei dem Kampf um
den Platz getreu zur Seite geſtanden. Die
Schilde=
rung des Verlaufes der langwierigen Verhandlungen
um den Platz darf ich mir wohl ſchenken. Ganz
be=
ſonders anzuerkennen war hierbei das große Ver=
ſtändnis und Wohlwollen, das das
Finanzmini=
ſterium unſerer Sache entgegenbrachte. Unterdeſſen
waren ſämtliche Unterausſchüſſe gebildet worden, und
die hierzu berufenen Männer hatten ſich mit Eifer
und großer Treue an die Arbeit gemacht. Eine
be=
ſonders ſchwere Arbeit hatte die Geſchäftsleitung
aber noch gemeinſam mit dem Bauausſchuß zu leiſten,
nämlich die Erſtellung der Feſthalle. Nach den
Zu=
ſicherungen ſeitens der Stadt hatten wir auf eine
ſchnelle und glatte Löſung der Frage gehofft, aber
Kleingeiſterei brachte ungeahnte Hemmungen und
ließ eine reſtloſe großzügige Löſung nicht zu. Für
unſer Turnfeſt iſt die Löſung, dank, der Tatkraft und
ſchöpferiſchen Geſtaltungskraft des Herrn
Bürger=
meiſters Buxbaum und ſeiner Baufachmänner, jedoch
in beſter Weiſe gefunden. Aehnlich erging es mit der
Neugeſtaltung der Schwimmanlagen am Woog,
ins=
beſondere mit der Erbauung des 10=Meter=
Sprung=
turmes.
Die zahlreichen Verhandlungen mit den
Aus=
ſchüſſen des Mittelrheinkreiſes waren oft erhebend
und ſtanden unter dem gemeinſamen Willen, das
33. Kreisturnfeſt zu einem Markſtein in der Geſchichte
des Mittelrheinkreiſes zu geſtalten.
Die geldlichen Unterſtützungen ſind bis auf wenige
Ausnahmen recht ſpärlich gefloſſen, beſonders von
den Kreiſen, denen es wirtſchaftlich gut geht, und die
auch bei dem Feſte nicht zu kurz kommen.
Anerken=
nenswerte Unterſtützung leiſteten uns faſt alle
Ver=
waltungszweige der Stadt, insbeſondere für die
Unterbringung der Feſtgäſte und der Einrichtung des
Feſtplatzes. Ebenſo hat ſich die Landesſchutzpolizei
durch Zur=Verfügung=ſtellen ihrer Anlagen und
Räume, insbeſondere durch Unterbringung und
Ver=
pflegung der Saarturner, einen Ehrenplatz in der
Geſchichte des Kreisturnfeſtes geſichert. Auch der Ver=
Heinrich Felſing +
der Heſſiſche Turnvater, Gründer der Turngemeinde
Darmſtadt 1846, Schöpfer des Turnerwahrzeichens.
Geb. 18. Sept. 1800, geſt. 29. März 1875, Darmſtadt.
ein Rot=Weiß zeigte in der Bereitſtellung ſeines
Uebungsfeldes ſeinen kameradſchaftlichen Sinn. Aber
die erſte Stelle unter allen treuen und wohlwollenden
Helfern nimmt das, allerdings dazu berufene, Amt
für Leibesübungen der Stadt Darmſtadt ein. Ohne
ſeine Unterſtützung und tatkräftige Mitarbeit wäre
den Mitgliedern der Ausſchüſſe, die alle beruflich
tätig ſind, die Erledigung der wirklich rieſigen Arbeit
unmöglich geweſen. Herr Oberſekretär Wandel, der
Geſchäftsführer des Amtes, hat ſich hier bleibende
Verdienſte um die Stadt Darmſtadt und ſeine
Tur=
nerſchaft erwolben.
Möge der Verlauf des Feſtes alle Opfer
rechtfer=
tigen und die Hoffnungen und Erwartungen
Darm=
ſtadts und ſeiner Turner erfüllen!
o lksturnen
Das Turnen iſt eine Volksſache!
Jahn, der wohl nicht der Begründer der
Leibes=
übungen, aber der Schöpfer einer nationalen
Volks=
gymnaſtik genannt werden kann, ſchöpfte Art und
Namen ſeiner Uebungen aus dem Volke. Schwimmen,
Wandern, Fechten, Ringen, Turnſpiele und
insbeſon=
dere die volkstümlichen Uebungen des Laufens,
Springens und Werfens waren die erſten Uebungen
auf dem Jahnſchen Turnplatz in der Haſenheide. Ein
Kletterbaum bildete das Symbol des Uebungsplatzes.
Dann kamen Reck und Barren in der einfachſten Form
und weſentlich ſpäter kam man durch
Voltigierübun=
gen am Schwebebaum auf den Gedanken, Bock und
Pferd als Turngerät zu bauen. So waren denn auch
die erſten Wettkämpfe bei Turnfeſten innerhalb der
Deutſchen Turnerſchaft rein volkstümlich. Koburg
1860, Berlin 1861, Leipzig 1863 und Bonn 1874,
kann=
ten nur Wettkämpfe im Hochſpringen, Weitſpringen,
Schnellaufen, Steinſtoßen und Ringkampf. Erſt
Frank=
furt, 1880, hatte erſtmals einen gemiſchten Kampf an
Reck, Barren, Pferd und drei volkstümlichen
Turn=
übungen.
Im Mittelrheinkreis wurde der Jahnſche Gedanke
des Volksturnens ganz beſonders durch Ravenſtein=
Frankſurt und die Feldbergfeſte, — beſtehend ohne
Unterbrechung ſeit dem Jahre 1844 — gefördert. So
wie Felſing der Turnbater Darmſtadts genannt wird,
war Auguſt Ravenſtein der Turnvater Frankfurts.
Jahr um Jahr gingen num die Deutſchen Turn=
feſte und die Kreisturnfeſte den Weg, „Geräteübungen
und volkstümliche Uebungen miteinander zu
verbin=
den” Auch heute noch bildet dieſer zuſammengeſetzte
Mehrkampf die Krone des turneriſchen Könnens. Aber
Karl Rothermel 7
ehem. Kreisvertreter des 9. Kreiſes (Mittelrhein).
Geb. 18. Juni 1842, geſt. 13, Sept. 1900, Darmſtadt.
mehr und wehr kam der Gedanke, den zum
Volks=
turnen veranlagten Turnern auch bei Deutſchen und
Kreisturnfeſten beſondere Gelegenheit zu
volkstüm=
lichen Wettkämpfen zu geben. Auch kamen immer
mehr beſondere, jetzt allgemein Leichvathletik genannte
Uebungen auf. Da entſchloß ſich der Turnausſchuß
der Deutſchen Turnerſchaft, bei ſeinem Deutſchen
Durnſeſt in Hamburg 1898, genau wie bei den erſten
Turnfeſten der D. T., volkstümliche Uebungen als
Sonder=Wettkämpfe in den Uebungsplan
aufzuneh=
men. Schleuderball, Hüvdenlauf, Schmellauf und 100=
Meter=Lauf waren damals die Uebungen. Schon beim
nächſten Deutſchen Turnfeſt, 1903 in Nürnberg, gab
es einen volkstümlichen Dreikampf, 1908 in
Frank=
furt einem Fünfkampf, und heute hat die D. T. neben
Meiſterſchaften in allen wichtigen volksrümlichen
Uebungen, für alle Kämpfer und Kämpferinnen einen
vollstümlichen Mehrkampf, als deſſen Krone der
volks=
tümliche Zehnkampf aufzufaſſen iſt.
Die D. T. und alle Turnkreiſe haben einen
beſon=
deren Ausſchuß für Volksturnen, wie denn überhaupt
alle Gebiete innerhalb der D. T. beſonders organiſiert
ſind. Dadurch, daß die D. T. in ihrer Organiſation
ſo unendlich viele Gebiete — heute zum Beiſpiel auch
den Winterſport — geſchickt, und getragen von
gro=
ßem Idealismus, beackert, hat ſie noch eine große
Zukunft und die Zahl von 1½ Millionen Mitgliedern
wird wohl bald auf 2 Millionen geſtiegen ſein.
Rob. Braun, Frankfurt a. M.