Einzelnummer 15 Pfennige
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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927.
190. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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breil 2 Reſchsmark. Anzeigen von auswärte 40 Reſchpfg.
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ſiſe 300 Richemat. W Peiſe in Reſchengn
ſ4 Dollar — 420 Marll. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krſeg, Aufruhr Sireik uſw. erliſcht
iede Verpſiſchtung auf Erfülung der
Anzeſgen=
auſtige und Feſiung von Schodeneſelt. Dei
Konlurs oder gerſchtiſcher Belirelbung fäll ſeder
Rabatt weg. Vanikonio: Deuſche Bank und
Darm=
ſädter und Naiſonalbant.
Annahme der Zollvorlage im Reichstag.
Sommerferien.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Ganz ohne Skandal iſt es im Reichstag bei ſeiner
Schluß=
ſttzung nun auch nicht abgegangen. Die allgemeine Nervoſität
und Reizbarkeit mußte ſich irgendwie entladen,
merkwürdiger=
weiſe nicht bei den Entwürfen über die Verlängerung der
Zoll=
jarife, die bei ſtarker Zurückhaltung der Regierungsparteien
ver=
lältnismäßig glatt über die Bühne gingen und mit großer
Mehr=
heeit auch in der Schlußabſtimmung angenommen wurden,
ſon=
dern bei einer Angelegenheit, die dafür eigentlich keinen Raum
neue Unwetterkataſtrophe in Sachſen zeigen wollte. Die
Regie=
etrngebracht, worin die Regierung zu Hilfsmaßnahmen ermächtigt
heird, und man durfte annehmen, gerade aus dem Gefühl des
wenſchlichen Mitleids heraus, daß von keiner Seite Einſpruch
ethoben würde. Die Kommuniſten konnten es ſich aber nicht
verſagen, bei dieſer Gelegenheit den Regierungsparteien Betrug,
Kchwindel und ähnliches vorzuwerfen durch den Mund des Herrn
Hörnle, der ſich auch durch das diſziplingriſche Eingreifen des
Reichstagspräſidenten in keiner Weiſe beeinfluſſen ließ.
Schließ=
lah blieb Herrn Loebe nichts anderes übrig, als die Sitzung
ab=
zürbrechen, um den unliebſamen Lärmſzenen ein Ende zu machen.
(n ſchloß den renitenten Kommuniſten für den Schluß der
mehl ausgerechnet haben, daß er ſich im anderen Falle für die
gurnze Dauer des Sommers ſeine Diäten ſamt der Freifahrtkarte
eimem neuen Antrag, der ihren Mißgriff wieder gutmachen follte,
in, dem voller Erſatz aller entſtandenen Schäden und als erſte
Mate 10 Millionen Mark verlangt wurden. Das wurde von den Hauſe
üierigen Parteien abgelehnt, der gemeinſame Antrag dagegen
aur genommen.
Auch eine Reihe von kleinen Vorlagen wurde aufgearbeitet,
eittiſchließlich der Neuregelung der Bäckereiverordnung, wobei
lerdings die Möglichkeit der Sonntagsarbeit wieder
heraus=
hiſtrichen wurde. Dann entließ der Präſident das gutbeſetzte
Hmus über den Sommer, zunächſt nur bis zum 26. September.
Man hält an dem Gedanken feſt, in der letzten
September=
noche eine kurze Herbſtagung einzuſchieben für den Fall, daß die
Arbeiten des Reichsrats über das Reichsſchulgeſetz und das
2nquidationsſchädengeſetz ſoweit gediehen ſind, was aber immer
radch ſehr. fraglich iſt. Am Schulgeſetz wird nach wie vor im
Kürbinett herumberaten. Die Entſcheidung iſt auf Anfang
näch=
uer Woche vertagt worden. Wie ſie ausfallen wird, weiß noch
eim Menſch, weil der Reichsinnenminiſter ſelbſt ziemlich
ſchwan=
eürd iſt und es ſich nicht überſehen läßt, nach welcher Richtung
us Pendel im Kabinett ausſchlägt. Ob deshalb der Reichsrat
o raſch zu einer Entſcheidung kommt, daß er Ende September
ereits den ganzen Entwurf durchgearbeitet hat, iſt eine offene
Fuage.
Mit dem Liquidationsſchädengeſetz kommt der
Reichsfinanz=
mmiſter nicht recht weiter, weil der Widerſtand der
Auslands=
ſenitſchen gegen die geringe Höhe der Entſchädigung ſehr ſtark,
ucd auch das Problem der Bereitſtellung der Mittel noch nicht
eſ öſt iſt. Das Kabinett hat daran in den nächſten Wochen noch
ul tun, ebenſo wie mit dem Steuervereinheitlichungsgeſetz, das
nl den letzten Tagen in Beſprechungen mit der Reichsregierung
urchberaten worden iſt. Der neue bayeriſche Finanzminiſter hat
im e ſehr heftige Antrittsrede gegen die Pläne der
Reichsregie=
uung gehalten. Inzwiſchen iſt aber doch wohl in den Berliner
Zeſſprechungen eine Annäherung erfolgt. Die „Germania” glaubt
eigenfalls mitteilen zu können, daß jetzt die Grundlagen
geſchaf=
e ſind, auf denen das Reichskabinett in den nächſten Tagen ſich
u Verabſchiedung des Entwurfs entſchließen dürfte. Da aber chene Sitzung wieder und teilt mit, daß er den Abg. Hörnle wenen
eir Ländern es überlaſſen bleibt, bei der Beratung der Vorlage
m Reichsrat weitgehende Aenderungen zu beantragen, können
uch da noch allerlei Ueberraſchungen bevorſtehen.
Reichsiags=Sitzungsbericht.
* Berlin, 9. Juli. (Priv.=Tel.)
Der Reichstag begann ſeine heutige Sitzung, die letzte vor den
eräen, ſchon um 10 Uhr vormittags. Zunächſt beantragte der
Abge=
ramete Hilferding (Soz.) die Ausſetzung der auf der
Tagesord=
ug ſtehenden dritten Leſung der Zollvorlage bis zum Erſcheinen des
nährungs= und Reichswirtſchaftsminiſter. Der Antrag wurde jedoch
m. den Stimmen der Regierungsparteien abgelehnt.
Hierauf nahm das Wort Abg. Dr. Hertz (Soz.). Sachlich bemerkte
ir Redner, daß die jetzige Zollvorlage zu dem theoretiſchen
Zollabbau=
lamntnis Deutſchlands auf der WVeltwirtſchaftskonferenz in kraſſem
eeideutigkeit der deutſchen Politik. Bezüglich der Erhöhung des
Zuk=
eil viel für die antinationale Wirtſchaftspolitik, daß die inländiſchen ein Antrag des Verkehrsausſchuſſes auf Verlängerung des Nottariſes
(nbraucher eine Prämie zahlen müßten, um den auslandsdeutſchen
ründuſtrie könne viel beſſer geſtärkt werden durch die Aufhebung der
ſcherſteuer. Zum Schluß wandte ſich Abg. Hertz gegen die Vertnüpfung zu nehmen und dabei zugleich die Errichtung eines Schutzhafens für
Zollerhöhungen mit der Verlängerung der letzten Zolltgarifnovelle, die Kleinſchiffahrt in Neuhaus an der Oſte vorzubereiten.
WEs folgte Ab0 Thomſen (On.), der für die Regierungsparteien
ve gemeinſame Erklärung abgab, in der zunächſt die Erwartung aus= 9
uin es ungeſäumt aufgenommen werden. Weſter wird darauf hinge= z
en daß gerade Schweinehaltung und Kartoffelbau die wirtſchaftliche
rundlage der kleineren und mittleren bäuerlichen Betriebe ſeien, deren
er chuldung in ſo hohem Maße fortgeſchritten ſei, daß ihr Schutz
be=
ndvers notwendig erſcheine. Die Erklärung verweiſt ferner auf die
wierige Lage des Obſt= und Gemüſebaues ſowie des geſamten
Mol=
rinweſens. Der Zollſchutz kommen auch der konſumierenden
Bevölke=
n zugute, da er die Erzeugung ſteigere und dabei auch die möglichſt
oße Ungbhängigkeit unſerer Ernährung vom Auslande gewährleiſte. b
de Steigerung der Intenſität der Landwirtſchaft vermehre aber auch
Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Erhöhung des Zuckerzolls brauche =
Fricht belaſtend auszuwirken, da gleichzeitig die Zuckerſteuer geſenkt
ſide. Die geſamte Belaſtung des Zuckerkonſums durch Zölle und durch für eine gute Erholung. Schluß gegen 16/45 Uhr.
Steuern werde ſogar gegenüber dem bisherigen Zuſtande verringert.
gen dazu geſchaffen ſeien. — Hier wandte ſich
Reichsernährungsminiſter Schiele
gegen die Behauptung des Abg. Hertz, daß die Zollerhöhung im
Gegen=
ſatz zu den Beſchlüſſen der Genfer Weltwirtſchaftskonferenz ſtünde. Der
Miniſter geht dann in längeven Ausführungen auf den Antrag der
hätte bieten dürfen, bei der Teilnahme, die der Reichstag für die feſtzuhalten. Vielmehr werde vom 1. Oktober ab ein neuer Veteilungs= teien der Linken in jeder Kritik an dem Weimarer Dokument
mungsparteien und die Sozialdemokraten hatten einen Antrag Gefrierfleiſch von Proſpekt zu Proſpekt ausgeſtaltet, ferner die Ver= haben eine demokratiſche Verfaſſung bekommen, die Länder
ſo=
miſchung von zollfreien Kontingenten mit zollfreien Waren verboten
uſw. an.
Stitzung aus, und Herr Hörnle fügte ſich auch. Er wird ſich volle Folgen zeitigen. Auf die Dauer könne die deutſche Wirtſchaft liebe finden würden. Tatſächlich kann man ſich ja doch wohl kaum
murſcherzt hätte. Dafür kamen die Kommuniſten nun aber mit lebe. Es müſſe auch eingehend die Frage geprüſt werden, ob es nicht mit denen der Linken zuſammen regiert. Ob das allerdings für
möglich ſei, mit Oeſterreich zu einer Zollunion zu kommen.
Präſident Loebe unterbrach hierauf die Beratungen, um dem
Mitteilung von der furchtbaren Unwetterkataſtrophe in Sachſen
Behörden, wo immer es möglich ſei, helfend eingreifen werden.
mung. Unter Ablehnung aller Aenderungsanträge wird die
Zoll=
vorlage in namentlicher Abſtimmung mit W8 gegen 134 Stimmen
bei einer Enthaltung angenommen. Dagegen ſtimmten
Sozial=
demokraten, Kommuniſten und der Abgeordnete Dr. Wirth (3.) Auch
die Erhöhung des Zuckerzolls und die Ermäßigung der Zuckerſteuer
werden in dritter Beratung und in der Schlußabſtimmung angenommen.
Reichsmittel zur Unterſtützung der Unwettergeſchädigten.
Präſident Löbe teilt dann mit daß ein Antrag aller
Par=
teien, mit Ausnahme der Kommuniſten, eingegangen iſt,
der die Regierung erſucht, zu erwägen, zur Behebung der
Not=
lage aus Anlaß der Unwetterkataſtrophe im Ober=
Elbegebiet Reichsmittel zur Verfügung zu ſtellen.
Abg. Hörnle (Kom.) erklärt in der Ausſprache über den Antrag,
daß man dieſen ein Betrugsmanöver nennen müſſe (erneute ſtürmiſche
Pfuirufe). Der Antrag verlange ja auch nur, daß die Regierung die
unwahrhaftig wie frühere Anträge, deren Forderungen faſt nie
ver=
wirklicht worden ſeien, oder nur den Großgrundbeſitzern Hilfe gebracht
hätten. Der Redner richtet heftige Angriffe gegen die
Regierungs=
parteien und ſchlägt dauernd mit der Fauſt auf das Rednerpult.
Präſident Loebe entzieht dem Redner ſchließlich das Wort. Dieſer
ſpricht aber weiter und ſchreit in den höchſten Tönen in den Saal
hin=
ein. Präſident Loebe ſchwingt andauernd die Glocke, der Redner aber
ſchreit weiter. Im Hauſe entſteht große Erregung. Alle Abgeordneten
haben ſich von den Plätzen erhoben. Es ertönen Schlußrufe, auf die die
Kommuniſten mit anderen Rufen antworten. Der Redner ſchimpft
wei=
ter, während der Präſident andauernd die Glocke ſchwingt. Schließlich
erklärt der Präſident die Sitzung für geſchloſſen und verläßt den
Präſ=
bentenſtuhl. Die Erregung im Hauſe hält noch lange an.
Nach wenigen Minuten eröffnet Präſident Loebe die
unterbro=
grober Beſchimpfung des Reichstags aus dem Saale gewieſen habe. (
Bei=
fall.) Mehvere andere Abgeordnete der kommuniſtiſchen Fraktion, die
gerufen.
Von den Kommuniſten iſt inzwiſchen ein Antrag auf Uebernahme
des vollen Schadens auf das Reich und die Bereitzſtellung von 10
Mil=
lionen als erſte Nate für die Unwetterkatgſtrophe eingegangen, den
Abg. Putz (Komm) begründet.
Der Antrag wird gegen die Antragſteller abgelehnt und der Antrag
der übrigen Parteien gegen die Stimmen der Kommuniſten angenommen.
wird ferner ein Antrag des volkswirtſchaftlichen Ausſchuſſes zugunſten
Neichsamt zu beauftragen, die Betriebs= und Berufszählung vom
biverſpruch ſtehe und als ein Beweis gedeutet werden könne für die 15. Jun: 1925 ſobald wie möglich zu wiederholen. Ferner ſoll, die denen, welche grundſätzlich die Republik als die beſte aller
Reichsregierung erſucht werden, die zur Ausgeſtaltung der
Produktions=
rzwls bezeichnete es der ſozialdemokratiſche Redner als ein typiſches Statiſtik erforderlihen Mittel bereitzuſtellen. Angenommen wird auch ſtehen die vielen Millionen, die ſich, grundſätzlich anderer
Mei=
uch er unter dem Selbſttoſtenpreis ſich wieder zu verſchaffen. Die Zuk= des gleichen Ausſchuſſes zu, der die Reichsregierung erſucht, die Mäu= ſo wie die Dinge liegen, nicht rütteln darf, wenn man nicht aber=
Es folgt die zweite Beratung der Novelle zur Bäckereiverordnung.
Angenommen wurden Anträge der Regierungsparteien, wonach die
Ar=
ſtnrochen wird, daß die Vorarbeiten zur Schiffung eines neuen Zoll= beitszeit einſchließlich der Arbeitsbereitſchaft 54 Stunden wöchentlich nicht in keiner Weiſe mehr gefährdet iſt. Die Sicherung aber der
über die Sonntagsarbeit werden in namentlicher Abſtimmung mit 290:210
genommen.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt
26. September 1927 zuſammentreten, um einige eilige Vorlagen
zu beraten.
Die Woche.
Bismarck, der Gründer des Deutſchen Reiches, hat ſtets
größ=
ten Wert darauf gelegt, daß das Amt des Reichskanzlers und
Zum Schluß wird in der Erklärung die Ueberzeugung ausgeſprochen, des preußiſchen Miniſterpräſidenten in der gleichen Hand lag,
daß die Landwirtſchaft alle Mittel der modernen Bodenkultur und Tech= denn in dieſer Perſonalunion ſah er einen weſentlichen Faktor
nik ſich zu eigen machen werde, ſobald die wirtſchaftlichen Vorausſetzun= ſür ein reibungsloſes Funktionieren des etwas umſtändlichen
bundesſtaatlichen Apparates. Mit vollem Recht wer er der
Auf=
faſſung, daß letzten Endes nur eine derartige Perſonalunion die
ſeiner Anſicht nach unerläßliche Homogenität der Regierungen
des Reichs und des größten der Bundesſtagten gewährleiſten
könne. (Und wenn man einmal noch zu Bismarcks Zeiten von
Negierungsparteien über das Gefrierfleiſchkontingent ein. Er wies dar= dieſem Brauch für kurze Zeit abwich, ſo handelt es ſich lediglich
* auf hin, daß 77 Prozent der zollfreien Gefrierfleiſchmenge in 83 Groß= um eine vorübergehende Erſcheinung, die ihre beſonderen
Ur=
ſtädten verkauft werden und daß der Konſum ſehr ſchwankend ſei. Des= ſachen hatte.) Seit Weimar iſt das anders geworden, anders,
halb wäre es verfehlt, an der früheren Grundlage der Verteilung ſtarr aber nicht beſſer. Das muß man ausſprechen, auch wenn die
Par=
plan aufgeſtellt werden. In dieſem Plan werde u. a. der Handel mit ein Sakrileg ſehen möchten. Die Länder ſowohl wie das Reich
und eine Verbindung zweier Kontingente zum Zwecke eines Verkaufs= wohl wie das Neich werden von parlamentariſchen Mehrheiten
abſchluſſes unterſagt werden. Die Gemeinde= und Polizeibehönden wür= regiert, die bei der Verſchiedenheit der Zuſammenſetzung der
den erneut veranlaßt werden, ſich der Ueberwachung des Verkehrs mit Bevölkerung naturgemäß unter Umſtänden ſehr verſchieden
aus=
zollfreiem Gefrierfleiſch mit ahöhter Aufmerkſamkeit zuzuwenden. Zur ſehen. Als die Deutſchnationalen nach dem Zuſtandekommen der
Förderung der deutſchen Milchwirtſchaft regte der Miniſter den Ausbau gegenwärtigen Regierungskoalition im Reich die Forderung er=
und die Nationaliſterung der Molkereibetriebe, die Standardiſſerung hoben, daß nunmehr auch in Preußen die gleichen Parteien ans
Abg Dietrich=Baden (D.) erklärte es für verfehlt, das Ergebnis Ruden kommen müßten, damit das umfangreiche
Arbeitspro=
der Genfer Konfevenz in der Erhöhung der Agrarzölle zu ſuchen. Weit gramm der neuen Reichsregierung reibungsloſer abgewickelt
wer=
beſſer wrde das Ziel erreicht werden, wenn man durch Herabſetzung den könne, hatten ſie zwar theoretiſch ſicherlich recht, praktiſch
der Induſtriezölle einen Ausgleich mit den Agrarzöllen ſchaffen würde, jedoch war von vornherein vorauszuſehen, daß ſie mit ihrer
Die Erhöhug der Kartoffelzölle könne auch außenpolitiſch verhängnis= Idee beim preußiſchen Zentrum außerordentlich wenig
Gegen=
nicht in Ordnung kommen, ſo lange Deutſchland mit ſeinen großen eine taktiſch günſtigere Situation denken als die des Zentrums,
Nachbarſtaaten Frankreich und Polen wirtſchaftlich im Kriegzuſtande, das im Reich mit den Parteien der Rechten, in den Länderm
das deutſche Volk gerade ſehr ſegensreich iſt. muß doch recht
zwei=
felhaft erſcheinen, beſonders wenn die Zentrumsfraktion des
preußiſchen Landtags der Sozialdemokratie aus parteitaktiſchen
Erwägungen heraus auch weiterhin ſo bedingungslos
Gefolg=
zu machen. Der Präſident ſprach, während ſich die Abgeordneten von ſchaft leiſtet wie in den letzten Wochen. Die gegenwärtige
Reichs=
ihren Sitzen erhoben, den Verletzten und Angehörigen der Opfer das regierung ſtützt ſich auf eine feſte Mehrheit im Reichstag. Die
herzlichſte Beileid des Reichstags und weiter die Hoffnung aus, daß die Sozialdemokraten mußten ſehr bald erkennen, daß ſie mit ihren
Verſuchen, die Regierungskoalition zu ſprengen, kaum Erfolg
Nach weiterer unweſentlicher Ausſprache kommt man zur Abſtim= haben dürften. Man hat daher einen anderen Weg eingeſchlagen,
um der Reichsregierung Steine in den Weg zu werfen. Seit
Monaten arbeitet die preußiſche Negterung im Reichsrat
ziel=
bewußt daran, die Reichspolitik zu ſabotieren, und dieſe
Be=
mühungen ſind ſchließlich nicht ohne Erfolg geblieben. Gegen
das vom Reichstag verabſchiedete Jugendſchutzgeſetz hat der
Reichsrat Einſpruch erhoben, beim Mieterſchutzgeſetz und in der
Zollfrage wurde der Reichsrat mobil gemacht, und in der Frage
des Nationalfeiertags hat auf Veranlaſſung der preußiſchen
Regierung der Reichsrat mit 42 gegen 25 Stimmen einen Antrag
auf Einführung des Nationalfeiertags am 11. Auguſt
angenom=
men, trotzdem man ſich im Reichstag darüber einig geworden
war, daß man die Frage erſt nach vorheriger gründlicher
Prü=
fung im Herbſt beraten wollte. Praktiſch hat dieſer letzte
Be=
ſchluß des Reichsrats ja keine große Bedeutung. Er gewinnt
geforderten Maßnahmen erwägen ſoll. Dieſer Antrag ſei genau ſo dieſe Bedeutung nur dadurch, daß es ſich ganz offenbar um eine
neuerliche Kampfanſage gegen die Reichsregierung unter
Füh=
rung Preußens handelt. Ueber die Konſequenzen dieſes
Vor=
gehens macht man ſich im ſozialdemokratiſchen Lager offenbar
nicht allzuviel Gedanken. Man hat auch ſcheinbar längſt vergeſſen,
daß die Sozialdemokratiſche Partei in Weimar grundſätzlich
be=
müht war, nicht nur den Einfluß Preußens nach Möglichkeit zu
ſchwächen, ſondern auch den Reichsrat von vornherein auf eine
möglichſt bedeutungsloſe Stellung zu beſchränken. Immer
ſon=
derbarer wird dabei nur die Stellung des Zentrums, das in der
Reichsregierung eine führende Rolle ſpielt und das doch
gleich=
zeitig von Preußen aus Arm in Arm mit der Sozialdemokratie
gegen die Regierung des eigenen Parteiführers Marx Sturm
läuft. In der Tat, unſer deutſcher Parlamentarismus iſt reich
an Abſonderlichkeiten! Man könnte ſie fröhlich regiſtrieren, wenn
die Dinge nicht letzten Endes doch ſo außerordentlich ernſt wären,
dem Präſidenten beſchimpfende Zurufe machen, werden zur Ordnung was man über allen möglichen parteitaktiſchen Erwägungen
ſcheinbar recht oft vergißt.
Nachdem man es durch jene unſelige Weimarer Abſtimmung
glücklich dahin gebracht hat, daß etwa die Hälfte des deutſchen
Vol=
kes dem Hoheitszeichen des Reiches, ſeiner Flagge, innerlich
ableh=
nend gegenüberſteht, möchten jetzt die Parteien der Linken den
Ver=
faſſungstag zum Nationalfeiertag erheben. Und ebenſo wie auch in
der Flaggenfrage handelt es ſich diesmal ganz gewiß nicht nur um
Angenommen wird ein Antrag auf Weiterzahlung der Freifahrt eine Aeußerlichkeit. Seit etwas über acht Jahren iſt das Deutſche
für Saar= und Elſaßgänger bis Ende dieſes Jahres, Angenommen Reich nunmehr eine Republik, und alle, denen das Wohl des
deutſchen Volkes höher ſteht wie irgendwelche Parteidoktrinen,
der Noggenpfandbriefchurdner. In heiter angenommenen Anträgen, verzeichnen es als ein kaum zu überſchätzendes Aktivum, daß der
dieſes Ausſchuſſes wird die Reichsregierung erſucht, das ſtatiſtiſthe Kampf um die Staatsform nach und nach verſtummt iſt. Neben
Staatsformen anſehen (etwa die Hälfte des deutſchen Volkes),
nung, doch zu der Ueberzeugung durchgerungen haben, daß die
für Fleiſch, Obſt und G=müſe. Das Haus ſtimmt ferner einem Antrag republikaniſche Staatsform für uns eine Tatſache iſt, an der man,
mung der Oſte mit den erforderlichen Mitteln beſchleunigt in Angriff mals unſer ganzes ſtaatliches Gefüge von Grund auf erſchüttern
und gefährden will. Es gehört ſchon ein ziemlicher Grad von
Verbohrtheit dazu, nicht erkennen zu wollen, daß unter dieſen
Umſtänden die republikaniſche Staatsform des Deutſchen Reiches
überſchreitin ſollen. Für darüber hinausgehende Arbeitsſtunden iſt republikaniſchen Staatsform, die Stabiliſierung unſeres ganzen
eine angemeſſene Vergitung zu zahlen. Die Beſtimmungen der Vorlage ſtagtlichen Verhältniſſes ſcheint unſerer Linken noch nicht zu
Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Die Vorluge wird alsdann genügen, und ſo möchte man das deutſche Volk in ſeiner
Geſamt=
in der ſo veränderten Faſſung mit 237:142 Stimmen in 3. Leſung an= heit zwingen, den Gründungstag der deutſchen Republik von
Amtswegen zu feiern. Ein ſonderbares, nicht gerade von hoher
ſtaatsmänniſcher Weisheit zeugendes Vorgehen. Gerade wenn man
Der Präldent wird ermäcſtigt, die nähſte Reichstagsſitzung einzus ein unter allen Umſtänden überzeugter Anhänger der
rebublika=
berufen. Jals keine Zwiſchenfälle eintricten, wird der Reichstaß am niſchen Staatsform iſt, ſollte man doch werben für ſeine Ide,
und Liebe läßt ſich nun einmal nicht erzwingen. Ein ſehr
Der Präſident entläßt die Abgeordneten mit den beſten Wünſchen großer Teil des deutſchen Volkes ſieht, das ſei wiederholt, in den
republikaniſchen Staatsform eine Tatſache, an der im Interelle
Seite 2
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
unſeres ſtaatlichen Lebens nicht gerüttelt werden darf. Er iſt
bereit, dieſe Staatsform gegen jeden gewaltſamen Angriff zu
berteidigen, er lehnt es aber ab, den Gründungstag der deutſchen
Repubkik feſtlich zu begehen, da für ihn die Tage des
deut=
ſchen Zuſammenbruchs eine düſtere Erinnerung ſind und für
alle Zeiten bleiben werden. Ein nationaler Feiertag ſoll für das
ganze Volk ein Tag innerlicher Erhebung ſein. Die
gemein=
ſame Feier ſoll ſein das Symbol nationaler Verbundenheit des
ganzen Volkes. Dieſe innere Einſtellung aber läßt ſich nicht durch
einen Mehrheitsbeſchluß erzwingen. Man ſollte wahrlich alte
Wunden nicht mutwillig wieder aufreißen, ſondern darauf
be=
dacht ſein, daß ſie allmählich vernarben. Wer aber tief innerlich
überzeugt iſt, daß der Riß, der durch unſer Volk ging, ſich
ſchlie=
ßen muß, wer überzeugt davon iſt, daß das Gefühl unlöslicher
nationaler Verbundenheit das ganze deutſche Volk noch viel
mehr als bisher durchdringen muß, der wird, mag er nun
über=
zeugter Republikaner oder „Vernunftrepublikaner” ſein, die Vor=
M.
gänge der letzten Woche nur bedauern können.
Die Not der Memelländer.
Der Chefredakteur der „Memelländiſchen
Rundſchau” verhaftet.
* Memel, 9. Juli. (Priv.=Tel.)
Von den Verſprechungen, die der litquiſche Miniſterpräſident
Woldemargs in Genf gab, iſt in Memel bisher nicht viel zu
mer=
ken. Der Kriegszuſtand herrſcht unerändert weiter und gibt
dem Kriegskommandanten die Handhabe, gegen die Memelländer
nach eigener Willkür und nach Wunſch der Kownover Regierung
vorzugehen. Die örtlichen deutſchen Zeitungen weiſen noch
im=
mer die Spuren der Preſſeknebelung nach. Die Uebergriffe gegen
die perſönliche Freiheit der Einzelnen ſind keine Seltenheit, und
von der Durchführung der Autonomie und der Landtagswahlen
iſt nur auf einem Papier die Rede. So iſt heute um die
Mittags=
ſtunde der Hauptſchriftleiter der „Memelländiſchen Rundſchau”,
Walter Schell, in der Redaktion verhaftet worden. Ueber den
Sachverhalt erfahren wir folgendes: Am 17. Juni erſchien die
„Memelländiſche Rundſchau” mit einer Zenſurlüke auf der erſten
Seite, was verboten iſt. Urſprünglich ſtand an der Stelle der
weißen Lücke eine Ueberſchrift folgenden Worlauts: „
Woldema=
ras verſpricht vor dem Rat Durchführung der Memel=
Konven=
tion‟. Dieſe Ueberſchrift mußte auf Anordnung des Zenſors
entfernt werden. Der Befehl hierzu erging aber erſt, nachdem
zu=
wächſt die Zeitung unbeanſtandet die Zenſur paſſiert hatte und
zum großen Teil bereits gedruckt und ausgetragen war. Da der
Satz bereits auseinandergenommen worden war, ließ ſich die
weiße Stelle nicht mehr mit anderem Text ausfüllen, worauf die
Zenſur ausdrücklich aufmerkſam gemacht wurde. Trotzdem
er=
hielt Schell durch den Kriegskommandanten für das Memelgebiet
einen Straſbeſcheid über 500 Lit. Geldſtrafe bzw. vierzehn Tage
Gefängnis, der ihm in litquiſcher Sprache durch einen
Polizei=
beamten lediglich verleſen wurde. Der Beamte lehnte es ab, eine
authentiſche mündliche Ueberſetzung zu geben, obwohl die deutſche
und die litauiſche Sprache durch das Memelſtatut gleichberechtigt
und Amtsſprache ſind. Trotz ſeines Einſpruches wurde Schell
heute mittäg durch einen Polizeibeamten verhaftet und
abge=
führt. Er iſt memelländiſcher Bürger.
Wie das WTB. hört, iſt der Chefredakteur Schell von der
„Memelländiſchen Rundſchau” am Spätnachmittag wieder in
Frefheit gefetzt worden.
Die deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertrags=
verhandlungen.
EP. Paris, 9. Juli.
Die” deutſch=franzöſiſchen Handelsvertragsverhandlungen
haben heute weitere Fortſchritte gemacht und man rechnet für
morgen Sonntag mit der Unterzeichnung des Abkommens. Die
Zollkommiſſion bleibt jedoch für Montag nachmittag noch
ein=
berufen. Wie wir erfahren, haben die Franzoſen für die Waren,
deren Einfuhr nach Frankreich Deutſchland beſonders intereſſiert,
weitere bedeutende Zugeſtändniſſe gemacht, Deutſchland habe ſich
allerdings im Austauſch dazu verſtehen müſſen, in Zukunft
400 000 Doppelzentner franzöſiſchen Wein jährlich nach
Deutſch=
land hereinzulaſſen, während das bisherige Proviſorium nur
ein Kontingent von 240 000 Doppelzentner vorſieht. Die
Zoll=
ſätze, die Deutſchland für chemiſche Waren, Farbwaren,
Kunſt=
ſeide, Maſchinen, Düngemittel uſw. zugeſtanden wurden, halten
ſich meiſt weſentlich unter den Ziffern des Generaltarifs des
neuen franzöſiſchen Tarifentwurfs.
Vom Tage.
Nach einem Beſchluß des Aelteſtenrates findet die
Sonder=
tagung des Reichstages vom 26. September bis 1.
Ok=
tober ſtatt. Es ſollen in dieſer Woche das Reichsſchulgeſetz, das
Liqui=
dationsſchädengeſetz und dann auch die Beamtenbeſoldung beraten
wer=
den. Die Wintertagung des Reichstages wird
vorausſicht=
lich am 17. November beginnen.
Reichspräſident von Hindenburg und Reichswehrminiſter Dr.
Geßler haben telegraphiſch den Hinterbliebenen des
Generals Hoffmann ihr herzlichſtes Beileid
über=
mittelt.
In Luzern iſt das deutſchpolniſche Schiedsgericht,
deſſen Sitz in Paris iſt, unter dem Vorſitz des Schweizers Lachenal und
im Beiſein des deutſchen Vertreters Dr. Scholz ſowie des polniſchen
Profeſſors Naniciewicz eröffnet worden.
Der deutſche Geſandte in Brüſſel unternahm eine
Demarche beim belgiſchen Außenminiſter Vandervelde wegen der
Erklärungen, die das belgiſche Kriegsnniſterium im Senat über die
angeblichen Rüſtungen Deutſchlands abgab.
Zu den Wahlen in Rumänien iſt noch ergänzend mitzuteilen, daß in
Temesvar der deutſch=ungariſche Minderheitenblock
mit 506 000 Stimmen den Sieg davongetragen hat. Auch im
Klauſenburger Wahlkreis iſt der deutſch=ungariſche Block nach der
Nationalen Bauernpartei an die zweite Stelle geruckt.
Die Havasagentur ſtellt feſt, daß nach Meldungen aus Warſchau
die Soweits längs der polniſch=ruſſiſchen Grenze
Truppenbewegungen ausführen. Die Sowjets hätten auch
Vorkehrungen getroffen, um Fluchtverſuche ruſſiſcher Staatsangehöriger
nach Polen zu verhindern.
Die rechtsgerichteten franzöſiſchen Blätter „
Vie=
toir” und „Avenir” äußern ſich empört über die Haltung
Poincarés in der Frage der Wahlrechtsreform.
Die Polizei deckte in Liſſabon ein
redolutio=
näres Komplott auf. 13 Verhaftungen wurden vorgenommen,
darunter der Erminiſter Nodriguez.
Nach einer Statiſtik des Miniſteviums des Innern betrug die
Be=
völkerung der Türkei Ende 1926 14 173 000 Einwohner.
Die italieniſ he Preſſe ſieht in der Nachricht von dem Abſchluß
eines neuen türkiſch=jugoſlawiſchen Bündniſſes
eine Bedrohung des Friedens und kündigt eine Stellungnahme der
Mähte wegen dieſes Bündniſſes an.
Der norwegiſche Geſandte in Athen hat im Miniſterium für
Aeußeres den griechiſch norwegiſchen Handelsvertrag
unterzeichnet.
Der britiſche Botſchafter in Waſhington erklärte Preſſevertretern,
daß England die Forderung Amerikas auf Gleichheit
zur See annehmen werde.
Nach einer Neutermeldung aus Tokio ſind in Tſingtau 900
Matroſen aus Japan gelandet worden als
Sicherheits=
wache bis zum Eintreffen der Truppenverſtärkungen, die für Montag
erwartet werden. Offenbar hält man die Lage in Schantung im
Aus=
wärtigen Amt für ernſt.
Deutſchlands Bertreter in der Mandatskommiſſion.
* Berlin, 9. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Engländer führen ihren unterirdiſchen Kampf gegen
Deutſchlands Eintritt in die Mandatskommiſſion gleich doppelt,
einmal ſachlich gegen unſeren Anſpruch überhaupt, und
außer=
dem perſönlich gegen den von Deutſchland in Ausſicht
genom=
menen Kandidaten. Soweit wir wiſſen, iſt es richtig, daß die
deutſche Regierung den früheren Gouverneur von Deutſch=
Oſtafrika Dr. Schnee in Ausſicht genommen hat, der zurzeit als
volksparteiliches Mitglied dem Reichstag angehört. Dieſe
Kandi=
datur iſt den Engländern ſehr unbequem, weil ſie in dem Namen
in Programm ſehen und gleich auf Abſichten aktiver deutſcher
Kolonialbetätigung ſchließen. Daran tun ſie unrecht.
Deutſch=
land beanſprucht zunächſt nur ſeinen Sitz in der Kommiſſion,
und da die Kommiſſion ſich aus Sachverſtändigen zuſammenſetzt,
iſt es ſelbſtverſtändlich, daß Deutſchland dann auch einen Mann
präſentiert, der auf Grund ſeiner Erfahrungen und ſeiner
Kennt=
niſſe in der Kommiſſion eine Rolle zu fpielen berechtigt iſt.
Die Zerſtörung der Unterſtände an der deut
ſchen Oſigrenze vollftändig durchgeführt.
Berlin, 9. Juli.
Die Beſichtigungsreiſe des Generalleutnants v. Pawelſz, an
der auf ſeine Einladung der franzöſiſche Kommandant Durand
und der belgiſche Major Pulinx teilnahmen, hat am 8. Juli 1927
ihr Ende gefunden. Durch gemeinſames Protokoll wurde
feſt=
geſtellt, daß die Pariſer Vereinbarung zwiſchen Generalleutnant
v. Pawelſz und dem Interalliierten Militärausſchuß von
Ver=
ſailles vom 31. Mai 1927 über die Zerſtörung von Unterſtänden
an der deutſchen Oſtgrenze vollſtändig durchgeführt iſt.
Kritiſche Lage auf der Genfer
Marine=Konferenz.
Engliſche Ablenkungsmanöver in der Kreuzerfrage.
EP. Genf. 9. Juli.
Nach der heutigen Sitzung des Exekutiwkomitees der
Marine=
konferenz erſcheint die Lage weſentlich geändert, weil die
eng=
liſche Delegation plötzlich ihre Vorſchläge wieder vongebracht hat
die Frage der Großkampfſchiffe auf dieſer Konferenz bereits zu
erörtern. Nach einer Beſprechung der japaniſchen Vorſchläge
über die Kreuzerfrage, die noch fortgeſetzt werden wird, kam die
engliſche Delegation auf ihen Antrag zurück, die
Schlachtſchiff=
frage ſchon auf dieſer Konferenz und nicht erſt 1931 zu beſprechen
Das gab zu einem ſehr lebhaften Meinungsaustauſch
Veranlaſ=
ſung, in deſſen Verlauf die Delegationen ihre Stellung
folgender=
maßen präziſierten:
Die japaniſche Delegation erklärte eime Neuregelung der
Schlachtſchiff=Frage ohne reichliche Prüfung für unmöglich.
Im=
merhin wäre ſie mit einer Erörterung einverſtanden, ſoweit eine
ſolche Erörterung dem Hauptproblem der Genfer Marine=
Kon=
feenz, der Frage der Hilfskriegsſchiffe, d. h. Kreuzer, Zerſtörer
und Underſeeboote, nicht im Wege ſteht und jedenfalls erſt,
nach=
dem darüber eine Einigung erzielt iſt.
Die amerikaniſche Delegation erklärte, ſie habe nichts gegen
einen informatoriſchen Meinungsaustauſch für den Fall, daß
über das Programm der Genfer Konferenz eine Einigung
zu=
ſtande gekommen iſt. Jedenfalls dürfe dadurch den
Entſcheidun=
gen der Waſhingtoner Konferenz von 1931 nicht vorgegriffen
werden. Die Waſhingtoner Konferenz könne vielleicht früher als
im Auguſt 1930 zuſammentreten, damit das Bauprogramm für
die großen Schlachtſchiffe, das im Nowvember 1931 neu beſtimmt
werden muß, noch die Beſchlüſſe der Waſhingtoner Konferenz
be=
rückſichtigen kann.
Darauf erklärte die engliſche Delegation, ſie könnte auch fün
den Fall, daß keine vollkommene Einigung auf der Genfer
Marinekonferenz zuſtande kommt, keinerlei Bindungen eingehen.
die Schlachtſchiffrage nicht hier aufzuwerfen.
Am Montag nachmittag 3 Uhr findet eine öffendliche
Voll=
ſitzung der Konferenz ſtatt, die über ihr weiteres Schickſal
be=
ſtimmen wird. Man zweifelt hier daran, ob es bis dahin
mög=
lich ſein kann, die Engländer von ihren großen Forderungen in
der Kreuzerfrage abzubringen, und ſo ſteht die Konferenz trot
aller Vermittlungsbemühungen von japanäſcher und
amerikani=
ſcher Seite nun doch an einem ſehr kritiſchen Punkt, aber nicht,
wie die engliſche Delegation jetzt glauben machen möchte, wegen
der Schlachtſchiffrage, ſondern ausſchließlich wegen der engliſchen
Haltung in der Kreuzerfrage.
Die Stimmung in den Kreiſen der Marine=Konferenz,
iſt nach der heutigen Sitzung des Exekutivkomitees ſehr
zwieſpäl=
tig. Während die Engländer eine ruhige Heiterkeit zur Schau
tragen, obwohl ihnen angeſichts der großen Verandwortlichkeit
ſicherlich nicht ganz wohl iſt, geben ſich heute die Amerikaner
ausgeſprochen peſſimiſtiſch. Wenn ſie auch nicht
ge=
rade die Konferenz als geſcheitert erhlären, ſo behaupten ſie
doch, daß nunmehr alles von der Entwicklung der
Haltung der engliſchen Delegation abhänge, die
offenbar neue Inſtruktionen aus London verlangt habe. Die
Japaner hüllen ſich in ihr undurchdringlicheg
Lächeln und es iſt ſchwer zu ſagen, ob dies alles nur
ta=
tiſches Manöver iſt oder ob die Konferenz wirklich in einer
ernſt=
lichen Kriſe ſteckt. Gut unterrichtete hieſige Kreiſe wollen an eit
wirkliche Konferenzkriſe noch immer nicht glauben, da ſie uct
annehmen, daß die von der engliſchen Delegation für die Kru
zer= und Zerſtörer=Tonnage genannten Ziffern, die ſich nach dem
Bericht des techniſchen Komitees auf edwa 560 000 Tonnen für
die Kreuzer und 220000 Tonnen für die Zerſtörer belaufen
wirklich endgültig ſeien. Sie erklären es für undenkbar, daß die
engliſche Delegation dergeſtalt ſchon in den erſten Konferengtagen
hre letzte Karte auf den Tiſch gelegt haben ſollte, und glauben,
daß trotz dem ungeheuerlichen Abſtand zwiſchen der
engliſchen Forderung und dem
amerikaniſch=
japaniſchen Zugeſtändnis ſich ein mittlerer Weg
fin=
den laſſen werde. Freilich wird dabei vorausgeſetzt, daß nicht
etwa abſeits liegende inner= oder außenpolitiſche Fragen
Kom=
plikationen bringen. Wenn etwa, ſo ſagte uns ein gut
unter=
richteter Engländer, die Amerikaner für die Präſidentenwahl eine
antieuropäiſche Plattform brauchen ſollten, dann könnte es ſein,
daß die Amerikaner die Konferenz nicht ſo ungern ſcheitern lie
ßen. Man ſieht alſo, daß auch die Frage der Verantwort
lichkeit am etwaigen Scheitern der Konferen;
nicht ganz einfach zu entſcheiden iſt.
*Ausſtellung Mathildenhöhe 1927.
Neue Kunſt.
Berlin—Darmſtadt-München.
TV. Münchener Neue Sezeſſion.
Auch bei den Münchenern fehlen, ähnlich wie bei den
Ber=
linern, die ſogenannten großen Kanonen. Aber ſie fehlen auch
in der Münchener Ausſtellung, und es iſt übrigens begreiflich,
wenn das kleinere Darmſtadt den Künſtlern nicht den ſtarken
Anreiz, ihr Beſtes herzuſchicken, geben kann, als wie Berlin,
München und Dresden. Wir müſſen froh ſein, eine ſo
viel=
ſeitige, harmoniſch zuſammengeſtellte Gruppe aus München hier
zu ſehen, auch wenn manches ſchon anderwärts gehängt hat.
Darmſtadt iſt keine Premierenſtadt für bildende Kunſt. Das
meiſte iſt neu und anregend genug, und außerdem kommt, wie in
den Berliner Sälen, eine Anzahl ſonſt von den Großen
Ueber=
ſchatteter zu neuer Wirkung. Schade nur, daß das Material allzu
reichlich bemeſſen wurde. 105 Bilder und 151 Graphik iſt zu
viel, und es ergibt ſich denn auch, daß 20 bis 25 Arbeiten, die
im Saal X untergebracht wurden, beſſer weggeblieben wären.
Im allgemeinen mittlere und kleine Formate, gemäßigt im
Temperament, von feiner Malkultur, erdhaft im Leben wurzelnd.
Neigung zum Erzählenden iſt häufig. Kleine Motive,
beſchau=
liche Betrachtungsweiſe, Bilder für bewohnte Räume, nicht nur
für Ausſtellungszwecke. Altmeiſterliche Anklänge melden ſich,
und es wird deutlich, daß der Expreſſionismus in München
weniger Boden fand, aber auch nicht die reinigende Kraft gehabt
hat, wie anderswo
Im Saal VIII iſt das Beſte vereinigt. Von Karl Caſpar
das dreiteilige, ganz eigenartig geſehene und farbig durchgeführte
Altarbild, das in perſönlichſter Weiſe verſucht, dem Kultbild neue
Wege zu weiſen, und ſeine genialen „Holzfäller im Schnee‟. Von
Julius Heß das beſte Straßenbild, das ich lange geſehen.
Von Auguſt Kallert, etwas derb aber friſch zugepackt, die
Arbeiterin mit Kind”. Von Hans Laſſer in blaſſen feinen
Tönen Figürliches von lebendigſter Kompoſition. Eindrucksvolle
Auffaſſungen bibliſcher Stoffe und herzhafte Mädchenbilder von
Adolf Schinnerer, J. W. Schüleins entzückende
Land=
ſchaften aus Frankreich und Italien, Max Unolds
vortreff=
liches Stilleben und Porträt.
Sodann zeigt Frau Carvallo=Schülein eines ihrer
zarteſten Kinderbilder, wie nur ſie ſolche empfinden kann. Frau
Caſpar=Filſer tritt mit einer ganzen Reihe ihrer
farben=
frohen Blumenſtücke und aufgelockerten Landſchaften auf. Hans
Gött bringt ſeine packend hingeſetzten Akte und Köpfe, von
Martin Lauterburg hängt ein ſchmiſſiges „
Pfingſtroſen=
bild” und eine kräftig herausgeholte „Begonie”, H. R.
Lichten=
berger erzählt in ſeiner altmeiſterlichen Art von Theater,
Zau=
berern und Tänzern. Walter Schulz=Matan hat ein
in=
times „Lampenſtilleben”, Walter Teutſch die tonigen „
Holz=
ſammler”. Schließli chnoch das vortreffliche Stilleben und das
breit hingemalte „Zirkusmädchen” von Heinrich Brune, die
Rembrandt nachgefühlte „Prophetin” von Franz Doll, drei
charakteriſtiſche Arbeiten von Joſef Eberz, ein lichtfrohes
Waldbild von Otto Kopp, das ſchwerblütige Brückenbild von
Joſef Kutter, die paſtoſen Stilleben von Walter
Pütt=
ner; Joſef Scharls dickflüſſige, Alois Seidls
perſpek=
tiviſche Vorſtadtlandſchaften und Hugo Troendles fein in
die Luft geſtellten „Treidler”.
Im Saal IX kommen zu den Genannten hinzu: „Der
Trommler” und „Donaulandſchaft” groß und flächig, von Joſef
Achmann, hervorragende Landſchaften von Hermann
Eu=
ler, Adolf Jutz, Otto Nückel, Auguſt Zintl, ein
nervöſes Selbſtbildnis von Carla Pohle, großzügige
Arbei=
ten, Porträt und Stilleben, von Anton Lamprecht.
Im Saal X ſind neben bekannten die weniger wertvollen
Sachen von Hans Dieterlen, Eliſabeth Koelle=
Karmann Paul Neresheimer, und die verunglückten
figürlichen Verſuche von Wilhelm Maly untergebracht.
Eine reichhaltige Sammlung äußerſt flotter,
hochintereſſan=
ter Aquarelle, Paſtelle, Zeichnungen und Graphiken der
genann=
ten Künſtler, zu denen noch Friedrich Wrampe tritt, hängt
an ſehr günſtigen Wänden im Saal XI.
Die Bildhauerkunſt iſt knapp, aber vorzüglich vertreten. An
erſter Stelle Fritz Koelle mit dem „Arbeiterkind” in ganzer
Figur, drei ausgezeichneten Köpfen und zwei entzückenden
Klein=
plaſtiken, Fritz Clauß mit der ſeltſam packenden Statuette
„Wunder” und zwei Porträts, Alexander Fiſcher mit
einem Kopf und zwei guten Pferden, Ernſt Penzoldt mit
zwei ernſten Bildnisbüſten.
Gladius.
— Die höchſten Buchauflagen. Vor einigen Tagen
ging eine Notiz über beſonders hohe Buchauflagenzahlen durch
die Preſſe. Haeckels „Welträtſel” und Nietzſches „Zarathuſtra”
waren mit 400 000 als Rekordziffern bezeichnet. Tatſächlich hat
Waldemar Bonſels „Biene Maja” mit 659 000 und ſein
„Himmelsvolk” mit 415000 dieſe Zahlen weit hinter ſich
gelaſſen.
*Waſſerwild und Waſſerjagd.
Von Waldvogel.
Ein herrlicher Sommerabend iſt’s; immer noch ſcheint die
Sonne heiß vom wolkenloſen Himmel. In der Luft iſt ein
Singen und Klingen wie von vielen kleinen Maſchinen und
Rädchen: es ſind Millionen von Mücken und Schnaken, die ſich
über dem Schilf und Waſſer tummeln und uns den Aufenthalt
dort ſchwer machen trotz qualmender Pfeife. Abgeſchloſſen, eine
Welt für ſich, liegt des Waſſerarmes ſpiegelglänzende Fläche in
traumverlorenem Frieden hinter dichten Schilf= und
Binſen=
gürteln. Grüne, gelb und weiß beſtickte Teppiche von
Waſſek=
roſen haben ſich darauf entfaltet. Kreſſe und Schlinggewächſe
ſind ihrem Grunde entſproſſen, und ſelten iſt ſeine Einſamkeit
geſtört worden. Nur das abendliche Konzert der Schilfſängel
und Stare, deren Sommerwohnung der im Winde leiſe raunende
Rohrwald geworden iſt, hat Leben in dieſer Stille verraten,
und das gelegentliche Schnattern und Locken von Stock= und
Krickenten läßt ahnen, daß in des Rheinarmes Abgeſchiedenheit
ſich langſam ein neues Leben entwickelt.
Plötzlich taucht aus dem Schilfrand ein ſtattlicher Vogel mit
einer zweiſpitzigen ſchwarzen Federhaube und rotbrauner, ſchwatz
gerandeter Halskrauſe auf und zieht auf der Waſſerfläche ſilberne
Streiſen, taucht große Strecken unter Waſſer und zeigt ſeine
Künſte: der Haubentaucher. Ein Kunſtwerk ganz eigener Arh
weniger durch den Bau als durch die Anlage, iſt das aus
Bin=
ſen, Schilf u. dgl. verfertigte Neſt dieſes Vogels, das frei im
Röhricht ſchwimmt und, wenn derſelbe es auf kurze Zeit verläßl,
von ihm ſorgſam bedeckt wird. Anfang bis Mitte Mai finden
wir in der ſchwimmenden Burg meiſt vier, manchmal drei, ſe9!
ſelten fünf langgeſtreckte, bläulich=grüne Eier, aus denen ſich die
jetzt bald flüggen Jungen entwickelt haben. Auf den Blättern
der Waſſerroſen ſitzt das grünfüßige, mit hochroter Stirn gezierle
Teichhuhn oder ſchwimmt tauchend dazwiſchen umher. Aus der
Luft tönt der unmelodiſche, heiſere Schrei des Reihers, der gabel
ſchwänzige Milan ſchwebt beuteſuchend über das Waſſer, und
aus der Flut ſpringt in luſtigem Spiel das Volk der Fiſche. I0
dem Rohr aber regt ſich’s, auf den Blänken und Blößen grüne
delt’s und ſchnattert’s, und im letzten Licht des Juliabende
zieht’s heraus zur Weide auf grünendem Strand oder in die
klei=
nen Gräben und Tümpel. Jungenten ſind’s, in Hut und Fu9 der Alten.
Die Zeit der Entenjagd ſteht vor der Türe! Aber ſelten ſind
zu Beginn derſelben alle Schoofe ſchußreif, viele weiſen noch
nicht flügge Jungenten auf, deren Erlegung nur dem „Schießel
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Paris, Anfang Juli 1927.
Gibt es überhaupt noch eine franzöſiſche Außenpolitik? Man
ſütrhte es beinahe bezweifeln. Wenige Perioden jedenfalls gab
8ſ im Leben der dritten Republik, wo man ſo wenig Intereſſe
f: die auswärtigen Dinge bekundet hätte. Ueberhaupt ſcheint
Gedanke durchgedrungen zu ſein, daß die Politik in den
letz=
u. Jahren eine allzu große Rolle geſpielt hat. Wenigſtens bei
großen Maſſen. Denn Kammer und Regierung präparieren
füig, wenn auch im Stillen, die Politik der Zukunft. Mit
ande=
m. Worten, man ſteht vor den Wahlen des Frühjahrs 1928, und
cats anderes vermag mehr die Politiker zu intereſſieren. Schon
4— ſcheint ihnen alles nur noch proviſoriſch. „Die wirkliche
irweit ſoll erſt nach den Wahlen beginnen.”
Tardieu, der Miniſter für öffentliche Arbeiten, hat dieſes
tigeutungsvolle Wort in ſeiner Rede in Belfort geſprochen.
ſenne Rede wirkte überhaupt wie eine Bannerentfaltung — für
ſer Wahlen. Man weiß nun, und aus erſter Hand, daß die
Regie=
umg der nationalen Einigung, die „Union nationale”, als ſolche
tn. Wahlkampf aufnehmen will. Aus der nationalen Einigung
ſitzd ein Programm und, wie die Worte Tardieus andeuten,
m. dieſes Programm ſoll ſich ſogar eine feſtbegrenzte Partei
daren. Es wäre dies eine zentrale Partei, welche die
bürger=
che Linke und einen großen Teil der Rechten — eigentlich alle
mräßigten Gruppen — in ſich ſchließen ſollte. Doch dies alles
mui ſich bis zu den Wahlen noch vielfach ändern. Das
Prin=
pnelle iſt nur, daß die Regierung nach den Wahlen
zurückzukeh=
m. gedenkt. Ihre ganze bisherige Arbeit war ja übrigens auf
ehen Zweck eingeſtellt. Deshalb die vielen proviſoriſchen
öſungen und deshalb vielleicht auch die Auffaſſung, daß die
ingültige Stabiliſierung des Franken erſt nach den Wahlen
mmen ſoll. In dieſer Richtung iſt übrigens jetzt etwas
Wich=
giös geſchehen: es wurde offiziell verlautbart, daß das Budget
r. 1928 auf Grund des jetzigen Frankenkurſes aufgebaut
wer=
in ſoll.
Das jetzige Kabinett — dies muß jeder objektive Beobachter
ſchtellen — hat ſich innenpolitiſch bewährt. Seine
Ver=
efrſte ſind vielleicht nicht ſo unendlich groß, wie dies Tardieu
BBelfort behauttet hat, wo er ja ein Wahlprogramm
ent=
ichelte, aber ſie abzuleugnen wäre ungerecht. Auch in der
Kam=
ei hat ſich die Regierung, obzwar die Lage wirklich nicht leicht
n), einfach iſt, bewährt. Die franzöſiſche Kammer hat allerdings
ſam ſehr viele und ſehr große Ueberraſchungen gebracht, dennoch
if en aber die Anhänger der Regierung, daß es gelingen wird,
S zu den Wahlen den bisherigen Kurs der Innenpolitik zu
hlalten. Das iſt allerdings nur eine Hoffnung, wenn auch
n” verbreitete, aber jedenfalls hat ſich unter dem Namen „Union
imonale” etwas ganz Poſitives herauskriſtalliſiert. Uebrigens
n/ Syftem, welches in dem heutigen Europa ziemlich verbreitet
?Die Parteiführer haben ihre Parteien
über=
unden und haben ein Kabinett gebildet, das die Politik in
heerledigt, und ſo bleibt der Kammer, trotzdem ſie ſich
verzwei=
it gegen dieſe Ordnung der Dinge wehrt, verhältnismäßig
en ig übrig. Die extremen Parteien, in erſter Linie die
Sozia=
tem und Kommuniſten, ſind die Seele dieſes Kampfes der
Kam=
er, für ihre politiſche Macht. Sie haben es aber ſchwer, denn
tmem die Rechte den Kommuniſten den Kampf angeſagt hat,
fuidet ſich die ganze Oppoſition in einer ſchwierigen Lage, die
yinur etwas erleichtert, wenn die extreme Rechte durch ihre
tneiche ihnen hier und da etwas Luft ſchafft.
Die Kammer hat aber jetzt etwas, was ſie wieder beſſer
mnt. Die Wahlreform wird verhandelt, das Bezirkswahlſyſtenn
„ueführt, und die Zahl der Abgeordneten aller
Wahrſcheinlich=
ſt nach ſehr bedeutend erhöht. Und nicht herabgeſetzt, wie es
ele gefordert und einige befürchtet haben
Die Wahlreform ſoll, nach allgemeiner Auffaſſung, die
Links=
reien und die extremen Parteien begünſtigen. Das iſt
viel=
ſatt bis zu einem gewiſſen Grade wahr. Aber es wäre nach
iſrer Ueberzeugung ein Irrtum, davon eine beſonders ſtarke
ſihxung auf die Politik zu erwarten. Schon die Tatſache, daß
ggroßen und ganzen alle Parteien zufrieden ſind, ſpricht dafür.
2Die Regierung denkt alſo den Wahlkampf aufzunehmen. Ihr
kagramm läßt ſich — was die politiſche Seite betrifft — nicht
fünieren. Man will ſachliche Arbeit, man wird großzügige
fenitliche Arbeiten durchführen. Aber ſchon durch die
Zuſam=
enfſetzung des Kabinetts iſt es unmöglich, von einer beſtimmten
litiſchen Richtung zu ſprechen. Aber das iſt heute in Frankreich
ſch weniger nötig als früher. Die einzelnen Politiker haben ja
m jeher eine größere Rolle geſpielt als die ſtarren
Partei=
on ramme. Mit der einzigen Ausnahme der Sozialiſten viel=
ſeinde bereiten kann. Noch verwerflicher iſt der Abſchuß der
hyenden Mutterente, da ohne dieſe die Jungen dem Raubzeug
her anheimfallen. — Sind aber die Schoofe ſchußreif, ſo
begin=
mſ für den Jäger frohe Jagdtage. Nun zeigt ſich’s, wie
unent=
hüllich ein guter Hund bei der Jagd iſt. In Schilf und Waſſer
ſhert der treue Gehilfe die Enten auf, die der unſchwere Schuß
nit hend ins Waſſer wirft. Aber welche Arbeit oft eine nur
ge=
iglelte Ente dieſem bereitet, das weiß der Jäger ſehr gut. Die
tnx geſchoſſene Ente taucht und ſucht auf alle Art ihrem
Ver=
garr zu entrinnen, was ihr auch öfters gelingt. Der erfahrene
iger weiß aber, daß angeſchoſſene Enten, wenn Ruhe ein=
Fiusten, ſtets ans Ufer kommen und ſich hier unter Gras oder
tſichwerk verſtecken. Gar manche, ſchon verloren geglaubte Ente
be, ich nach einiger Zeit mit meinem guten Hunde geſucht und
fumden. Ende Juli und im Auguſt ſtreichen die Enten in der
ſeinddämmerung gern auf die Getreidefelder zur Aeſung,
wäh=
nd, ſie auch ſonſt abends Waſſertümpel, Teiche und dergleichen
iſuichen. Darum iſt der Entenſtrich für den Jäger ebenſo reiz=
Uwie der Schnepfenſtrich im Frühlings= oder buntgefärbten
alfſtwalde. Jedoch iſt der Schuß auf die in der
Abenddämme=
ng. heranſtreichenden Enten ſchwerer als auf die vom Hunde
fgeſtöberten. Pfeilſchnell ziehen ſie oft an dem Schützen vor=
1, uund gar mancher Schuß geht daneben, meiſt hinter der Ente
g. Hier heißt es raſch ſein, die Entfernung ſchätzen und
ge=
wend vorhalten. Um ſo größer iſt die Freude, wenn die feiſte
ochkente im Knall die Schwingen hängen läßt und klatſchend
fien Boden ſchlägt. Iſt gar eine Dublette gelungen, ſo freut
We glückliche Schütze und ebenſo zu Hauſe die liebe Gattin;
un, junge Stockenten ſchmecken vorzüglich! So iſt mir noch ein
loinders guter Strichabend in lebhafter Erinnerung, den ich
thangen Jahren erlebte. Infolge Hochwaſſers waren die
tief=
heunden Wieſen überflutet, und ich ſtand an einem alten
Wei=
nhnaum bis an die Knie in dem durch die Auguſtſonne erwärm=
1 Waſſer. Mein Hund ſaß neben mir, und ſo warteten wir
Enten. Selten ſah ich ſo viele Enten ſtreichen wie an jenem
Leu d und den folgenden! Ueberall fielen ſie ein, und brauſend
bdiſchnatternd ſtanden die in der Nähe eingefallenen bei einem
Süſſſſe wieder auf. Elf Stockenten erlegte ich an jenem
Zen=d, und verſchiedene waren noch gefehlt worden. Ebenſo
qielbig war damals die Jagd auf die in großer Zahl
vorhan=
ſie Bekaſſine (Gallinago gallinago), auch Himmelsziege
ge=
im t. Letzteren Namen hat ſie erhalten, weil dieſer Vogel auf
ſnem Balzflügen wie eine Ziege meckert. Die Bekaſſine ſteigt
ide Luft auf, beſchreibt Kreiſe, fällt und ſchwenkt dabei
blitz=
ſnellll nach unten, wobei Flügel= und Schwanzfedern einen
ſranden Ton, wie „hehehe” hervorrufen, ähnlich dem Meckern
Biege.
Sonntag, den 10. Juli 1927
Seite 3
Dohenge Mgmensihe i Mmttteich!
Mlarmnachrichten aus Paris.
Wird das Miniſterium Poincaré geffürzt werden?
* Paris, 9. Juli. (Priv.=Tel.)
Wird das Miniſterium Poincaré geſtürzt werden? — Das
iſt die Frage, die heute die Kammer am lebhafteſten beſchäftigt
und in den Wandelgängen den Gegenſtand von
Auseinander=
ſetzungen bildet. Die mannigfachen Zwiſchenfälle der letzten Tage
im Parlament und im Kabinettsrat haben erneut bewieſen, daß
der Burgſrieden nicht mehr beſteht, daß die Parole der nationalen
Einheit in gleichem Maße von Abgeordneten der Kammer wie
von Mitgliedern des Kabinetts nicht mehr befolgt wird. Es wird
erzählt, daß in einer der letzten Kabinettsſitzungen der
Penſions=
miniſter Marin, deſſen Haltung in verſchiedenen Fragen
Spreng=
ſtoffwirkung hat, bei der Beratung über die Wahlreform ſich
er=
neut in einen Gegenſatz zu den Miniſterkollegen ſtellte und den
Beſchluß des Kabinetts, ſich an den Abſtimmungen über die
Wahlreform nicht mehr zu beteiligen, einfach ignorierte. Dieſe
Haltung Marins hatte eine Spaltung des Kabinetts zur Folge,
auf die Seite Marins ſchlugen ſich noch andere Miniſter und es
kam zu Auseinanderſetzungen im Kabinettsrat, die ſehr lebhaft
geweſen ſein ſollen.
Es iſt indeſſen ſehr ſchwierig, den Propheten zu ſpielen. Im
allgemeinen hüten ſich auch die Deputierten, Prophezeiungen für
die nächſten Tage auszuſprechen, doch ſcheint man darin
überein=
zuſtimmen, daß man den Sturz des Kabinetts Poincaré — ſollte
er tatſächlich erfolgen — nicht über die Wahlreformdebatte
er=
wartet, ſondern glaubt, daß die Behandlung der von dem
Ab=
geordneten Reibel eingebrachten Interpellation über die
allge=
meine politiſche Lage oder die Behandlung der Beamtenfrage
durch die Kammer für Poincaré ſehr viel gefährlicher ſein ird.
Der ſtärkſte Schutz für das Kabinett Poincaré bleibt nach wie
vor die noch nicht ſtabiliſierte Währung und die Angſt vor der
Verantwortung, die dieſe Partei, die den Sturz der Regierung
veranlaſſen würde, empfindet. Es iſt im politiſchen Leben im
allgemeinen nicht üblich, daß man eine Regierung deswegen am
Ruder läßt, weil man ſich vor der Uebernahme der Nachfolge
fürchtet. In Frankreich iſt dies im Augenblick der Fall, da faſt
alle Parteien der Anſchauung ſind, daß man ohne die Perſon
Poincarés nicht werde auskommen können. Doch wäre es ſehr
wohl möglich, daß Poincaré ſich doch noch entſchließen würde,
einer Regierung der Linken als Finanzminiſter anzugehören oder
als ſein eigener Nachfolger eine Regierung aus den Linksparteien
zu bilden. Er hat dies bisher noch nicht getan und ſtets mit der
Rechten regiert, obgleich er innenpolitiſch tatſächlich der Linken
angehört, ſo daß bisher die von ihm gebildete Regierung ſich in
erſter Linie auf die Rechtsparteien ſtützt und ſomit genau
genom=
men eine Anomalie wäre.
Wer könnte ſonſt der Nachfolger Poincarés ſein? Briand
wird genannt, der Generalreſident von Marokko, Steeg, Sarraut
und andere, doch werden keinem allzu große Chancen
zuge=
ſprochen. Die Stimmung innerhalb der Rechtsparteien gegen
Poincaré iſt im Wachſen begriffen. Die Gemäßigten ſind bereits
in die Oppoſition übergegangen, obwohl ſie es in den
inner=
politiſchen Fragen ſtets mit der Rechten gehalten hatten. Von
beſonderer Bedeutung wird die Stellungnahme der Sozialiſten
ſein. In radikalen Kreiſen hofft man, daß die Sozialiſten auch
bei den weiteren Abſtimmungen die Regierung Poincaré
unter=
ſtützen werden. Die allgemeine Nervoſität hat aber den
Höhe=
punkt erreicht und es ſcheint, daß der geringſte Zwiſchenfall
ge=
nügt, um das Mininſterium auffliegen zu laſſen.
leicht, die tatſächlich die Sklaven ihrer Doktrin ſind. Und heute
iſt der Wunſch nach einem Führer bei den Maſſen noch ſtärker
vorhanden als früher. Während des langwierigen und
unglüch=
lichen Erperimentierens des Kartells war dies beſonders zu
fühlen. Man ſuchte Zuflucht bei dem Senat, deſſen Bedeutung
damals ganz außerordentlich wuchs, etwas ſpäter ſchwebte
wie=
der vielen die Stärkung der Präſidentialgewalt — Doumergue
war ja vom erſten Augenblick an ſtets beliebt — als das
er=
ſtrebenswerte Ziel vor. Heute iſt’s die „nationale Einigung”.
Es wäre falſch, aus dieſer Lage der Dinge in Frankreich
be=
ſondere Konſequenzen für die Außenpolitik ableiten zu wollen.
Trotz ihres Namens iſt die „Union” nicht übertrieben einig, und
ſie bedeutet keine Richtung, nur eine Zuſammenfaſſung von
Rich=
tungen. Und Wahlen pflegen ſelten ſo zu gehen, wie man ſie
plant. Allenfalls iſt aber der Wille vorhanden, die Wahlen für
die Erhaltung des jetzigen Syſtems durchzukämpfen und den
Zuſammenſchluß der Mitte bei den Wahlen durchzuführen. Alles
hängt nun davon ab, ob dies gelingen wird oder nicht.
Differenzen im franzöſiſchen Kabineti.
EP. Paris, 9. Juli.
Der heutige Miniſterrat hat ſich dem offiziellen Communiqus
zufolge mit den laufenden Angelegenheiten befaßt. Dieſe
laufen=
den Angelegenheiten beſtanden aber nach unſeren Informationen
in einem hitzigen Wortgefecht, wobei die Gegner
und Freunde der Kreiswahlreform ſich
gegen=
ſeitig ſehr ſcharf angriffen. Louis Marin habe von
neuem erklärt, er werde ſofort aus der Regierung austreten,
wenn das Kreiswahlverfahren von der Kammer angenommen
werde. Aber auch dann, wenn dadurch keine Miniſterkriſe
bewirkt würde, dürfte eine ſolche doch nicht mehrlange auf
ſich warten laſſen. Poincaré hatte bisher bekanntlich
ab=
ſolut kein Intereſſe für die Wahlreform bezeugt, indem er
er=
klärte, er ſei überzeugt, daß die Kammer doch zu keinem
Reſul=
dat kommen werde; man möge ſie etwas herumplätſchern laſſen.
Jetzt aber ſcheint es keinem Zweifel mehr zu unterliegen, daß die
Wahlreform vielleicht heute ſchon perfekt werden wird. Die
Ab=
ſtimmungen der letzten Tage haben außerdem mit überraſchender
Deutlichkeit gezeigt, daß das frühere Linkskartell
wie=
der aus der Aſche erſtanden iſt. Die
Nationali=
ſten ſind deshalb doppelt beſorgt, vor allem, weil ſie überzeugt
ſind, daß die Wahlreform beſonders die
Radi=
kalen und die Sozialiſten begünſtigen werde, auch
wenn dieſe keine Wahlallianz beſchließen würden, was aber noch
nicht als ausgeſchloſſen erſcheint. Die Nationaliſten
ver=
dächtigen Poincaré vielfach, ein Mann der
Lin=
ken zu ſein. — Heute vormittag verlautete, daß die
Nationa=
liſten die nächſte beſte Gelegenheit benützen würden, um das
Kabinett zu Fall zu bringen. Den Anlaß dazu ſoll ein
Kredit=
begehren ſür die Erhöhung der Beamtengehälter geben, das am
nächſten Dienstag in der Kammer zur Behandlung kommen ſoll
und worüber heute vormittag Poincaré von der
Finanzkommiſ=
ſion angehört wurde.
Poincaré wurde heute noch ein zweitesmal von der
Finanz=
kommiſſion angehört. Er lehnte es wieder ab, einer weiteren
Erhöhung der Beamtengehälter der unteren Klaſſen
zuzuſtim=
men, was eine Ausgabe von 400 Millionen Franken bedeuten
würde. Dagegen habe er ſeine Zuſtimmung zu dem Projekt der
Aufbeſſerung der Beamten der mittleren und oberen Klaſſen
gegeben, was einen Aufwand von rund 3 Milliarden bedeuten
würde. Es iſt möglich, daß die Regierung über dieſe Frage zu
Fall kommt; denn die Beamten der unteren Klaſſen ſind überall
zahlreich, und ihre Aufbeſſerung würde den Abgeordneten ein
wichtiges Argument zur Wiederwahl geben, auf das die
wenig=
ſten gern verzichten würden.
Der Kampf um die franzöſiſche Wahlrechtsreſorm.
EP. Paris, 9. Juli.
Die Kammer hat endlich heute vormittag, kurz vor Mittag,
den Artikel 1 der Wahlrechtsvorlage, der das
Mehrheitswahl=
verfahren feſtſetzt, mit 335 gegen 220 Stimmen angenommen.
Zu=
vor war ein nationaliſtiſcher Zuſatzantrag, der den zweiten
Wahl=
gang aufheben wollte, mit 315 gegen 225 Stimmen abgelehnt
worden. — Nicht beſſer erging es einem kommuniſtiſchen Antrag,
wonach ein Abgeordneter nicht gleichzeitig Verwaltungsrat einer
Handelsgeſellſchaft ſein dürfe. Dieſer Antrag wurde mit 375
gegen 73 Stimmen abgelehnt, was weiter nicht verwunderlich
iſt, da drei Viertel aller franzöſiſchen Abgeordneten in
Verwal=
tungsräten ſitzen. — In der Nachmittagsſitzung wurde zur
Be=
ratung des Artikels 2 übergegangen, der die Erhöhung der
Ab=
geordnetenzahl von 586 auf 611 vorſieht, außerdem die
Wahl=
kreiſe feſtſetzt und die Beſtimmung enthält, daß die Ausländer
bei der Berechnung der Wahlbevölkerung mitgezählt werden. —
Ein nationaliſtiſcher Abgeordneter ſchlug vor, man möge dieſe
letztere Beſtimmung abtrennen und an die Kommiſſion
vermei=
ſen, die vor der Beſchlußfaſſung aber zunächſt mit den
General=
räten Fühlung zu nehmen hätten, was ein ſehr langwieriges
Verfahren wäre. Natürlich handelt es ſich dabei um einen
Obſtruktionsverſuch, den aber die Kartellparteien mit 310 zu 243
Stimmen parierten.
Die Kammer hat am Schluß ihrer heutigen
Nachmittags=
ſitzung auf eine weitere Nachtſitzung verzichtet und wird erſt am
Montag zur Fortſetzung der Wahlreformdebatte zuſammentreten.
Die Jagd auf dieſe Sumpfſchnepfe iſt ſehr reizvoll, verlangt
aber einen äußerſt gewandten und raſch entſchloſſenen Schützen,
denn ſie entwickelt nicht nur eine Fluggeſchwindigkeit, welche
eine außerordentliche Fertigkeit im Flugſchießen erfordert,
ſon=
dern ſie liegt auch meiſtens in den ſumpfigſten, unzugänglichſten
Stellen. Mit lautem „ätſch, ätſch” ſtreicht die Bekaſſine aus dem
Sumpf, und wie ſtreicht ſie — genau wie ein vom Sturmwind
fortgetriebenes Blatt!
Heute iſt die Jagd auf Waſſer= und Sumpfvögel infolge der
fortſchreitenden „Kultur”, Feldbereinigung und Entwäſſerung,
wie auch unſere Hühnerjagd, ganz bedeutend zurückgegangen, und
wo früher Hunderte von Enten ſtrichen und überall
Himmels=
ziegen meckerten, ſehen wir heute nur noch wenige ziehen, und
wo wir früher Hunderte von Hühnern ſchoſſen, kommen jetzt nur
noch Bruchſtücke davon zur Strecke.
Es war einmal!
* Sommerſpielzeit im Kleinen Haus.
Samstag, den 9. Juli.
Der Graf v. Luxemburg.
Es war anſcheinend ein ganz guter Gedanke Direktor
Steff=
ters, Franz Léhars luſtigen „Grafen von Luxemburg”, der
einſt=
mals die Operettenbühnen aller Städte beherrſchte und deſſen
Walzer= und Polkatänze im Ballſaal ſo beliebt waren, zu neuem,
luſtig=leichtſinnigem Leben erſtehen zu laſſen. Die Zeit iſt anders
geworden, aber das Publikum unſeres Sommertheaters findet
offenbar Gefallen an den Erzeugniſſen der Unterhaltung und des
Amüſements der Vorkriegszeit. Und es beweiſt damit nicht
ein=
mal ſchlechten Geſchmack. Denn die Operettenſpeiſekarte der
„guten alten Zeit” kann man immer wieder leſen und —
Men=
ſchen von dem glücklichen Leichtſinn des Grafen von Luxemburg
gibts ja heute nicht mehr. Oder ſie ſind wenigſtens ſehr rar
geworden. —
Hinter der flotten Aufführung, die eine feine
Zuſammen=
ſtimmung zwiſchen Theatereleganz, Leichtlebigkeit und Luſtigkeit
brachte, einer Aufführung, die durchweg von guter Laune der
Künſtler zeugte, die ſich dem Publikum mitteilte, ſpürte man
die routinierte Regiekunſt Adalbert Steffters ebenſo, wie in
der geſchickten Rollenbeſetzung, die eine abgerundete, animierte
Vorſtellung garantierte. Zumal auch das Orcheſter unter Paul
Voigt ganz auf der Höhe war und der flüſſigen, prickelnden
Muſik Léhars vollauf gerecht wurde, durch feinpeintierte und
geſchickte Herausarbeitung die Klangfülle des „Volumens”
er=
ſetzend.
Erich Marx in der Titelrolle erwies wieder ſeine
ausge=
zeichneten Qualitäten zum friſchen, flotten Operettentenor. Er
iſt ſicher einer der ſympatiſchſten Vertreter ſeines Kunſtfaches.
Die Liebe des Publikums, die er ſich ſchnell errang, teilt er mit
Fritz Geiger, der dem Amand Briſſard, und Gretl Zadora,
die der Juliette Vermont ſehr ſchöne ſympatiſche Züge liehen
und die vor allem ihrem glänzenden Spiel auch ausgezeichnetes
geſangliches Können zugeſellen. Emil Aman (Fürſt Baſil
Baſi=
lowitſch) erwies ſich wieder als Charakterkomiker von beſter
Klaſſe, der fein abzuſtufen vermag und Uebertreibungen mit Takt
vermeidet. Mit Lieſel Keßler, die die Angele Didier gut
ſpielte und noch beſſer ſang, ſind die Vertreter der Hauptrollen
dann genannt. Ein beſonderes Lob gebührt dem Chor und
dem ausgezeichneten Zuſammenſpiel.
Die Duette, Terzette und Enſemblegeſänge wurden vielfach
da capo verlangt. Nach dem zweiten Akt gab es viel Blumen.
Auch Direktor Steffters Regie wurde durch ſolche Spende
be=
dankt. Engelbert Hohls Bühnenbilder gaben der Handlung
*2
den notwendigen farbig lebendigen Rahmen.
Die Nachtvorſtellung
rachte geſtern neben einem höchſt intereſſanten „bunten
end” die Aufführung des gemütvollen Altwiener Singſpiels
Zrüderlein fein” von Leo Fall, in dem die Damen
Za=
dra und Fiſcher und die Herren Daurer, Kapellmeiſter
oigt (Flügel), Kapellmeiſter Dr. Neſtler (Harmonium)
itwirkten. Die Wiedergabe des entzückenden Spiels war
aus=
zeichnet.
Den bunten. Abend leitete als Conferencier ſehr geſchickt,
hr humorvoll und dezent Herr Daurer. Er verſtand es,
als=
ld den notwendigen Kontakt herzuſtellen zwiſchen Künſtlern
nd Auditorium, der die „Kluft” des Orcheſterraumes ſchnell
verbrückte. Es herrſcht bei dieſen Nachtvorſtellungen eine
gemüt=
h=familiäre animierte Stimmung. Die „Lieblinge” des
Publi=
ims wurden mit warmherzigem Beifall begrüßt und
ausgezeich=
t. Vor allem wieder die Herren Marx, Geiger, Aman
d Daurer, die Damen Zadora, Keßler und Frau
nan. Es wurde geſungen, rezitiert und getanzt. Jeder gab
in Beſtes. Intereſſante choreographiſche Darbietungen, deren
harakteriſtik überraſchte, brachte Herr V. Schmidt. Eine
euheit, die hier wohl noch nicht im Konzertſaal oder Theater
hört wurde, brachten zwei ausgezeichnete böhmiſche
udelſackpfeifer, die Direktor Steffter ſich aus der
(uſikausſtellung Frankfurt verſchrieben hatte, und die mit dem
erdings moderniſierten Muſikinſtrument
hervor=
gende künſtleriſche Leiſtungen boten. Es gab rauſchenden
*
eifall.
Seite 4
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
4Die Abänderung
des Auſwertungs=Geſetzes.
Von
Rechtsanwalt Dr. Harald Förſter, Dresden.
I. Verzinſung.
Nach der bisherigen Faſſung des Aufwertungsgeſetzes (§ 28
Abſ. 2) begann bei Hypotheken, die infolge Aufwertung kraft
Rückwirkung wieder einzutragen waren, die Verzinſung erſt mit
dem Beginn des auf die Wiedereintragung folgenden
Kalender=
vierteljahres. Dies galt nach der Rechtſprechung des
Reichs=
gerichts auch hinſichtlich der perſönlichen Forderung. Infolge
der Ueberlaſtung der Aufwertungsſtellen und Grundbuchämter,
aber auch der nur zum Zwecke des Hinausſchiebens eingelegten
Einſprüche konnte die Wiedereintragung erſt ſehr ſpät erfolgen.
In manchen Fällen iſt dies bis heute noch nicht geſchehen. Es
ergab ſich hieraus für die betroffenen Gläubiger eine erhebliche
Unbilligkeit. Die Novelle ſchafft inſofern Abhilfe, als ſie
an=
ordnet, daß ſowohl das dingliche Recht als die
per=
ſönliche Forderung ſpäteſtens vom 1. April
1926 an zu verzinſen iſt, ohne Rückſicht darauf, ob und
wann die Hypothek wieder eingetragen wird. Die Fälligkeit der
ſſeit 1. 4. 1926 rückſtändigen Zinsbeträge tritt aber nicht ſofort
ein, ſondern ſie ſind je zur Hälfte an den beiden nächſten
Zins=
terminen zuſammen mit den fälligen Zinſen zu entrichten.
Bei=
ſpiel: Der Aufwertungsbetrag einer Hypothek von 40 000.— M.
iſt mit 10000.— GM. am 22. April 1927 eingetragen worden.
Zinſen ſind bisher noch nicht bezahlt. Da die Verzinſung
nun=
mehr am 1. 4. 1926 beginnt, ſind für 1926 225.— RM. und bis
zum 30. 6. 1927 150.— RM. Zinſen rückſtändig. Es ſind nun zu
entrichten am 30. 9. 1927 75.— RM. für das dritte Quartal 1927
und die Hälfte der rückſtändigen Zinſen in Höhe von 187,50 RM.,
insgeſamt alſo 262,50 RM. Am 31. Dezember 1927 iſt der gleiche
Betrag zu bezahlen, am 31. März 1928 dagegen nur 125.— RM.
Wohlgemerkt: der 1. April 1926 iſt der ſpäteſte Anfangstermin
für die Verzinſung. In manchen Fällen kommt ein früherer
Zeitpunkt in Frage. So beginnt der Zinſenlauf bei niemals
gelöſchten Hypotheken am 1. 1. 1925, das gleiche gilt hinſichtlich
einer unter Vorbehalt gelöſchten Hypothek.
Sind Zinſen ſchon für die Zeit vor dem 1. 4. 1926 bezahlt
worden, obwohl hierzu eine Verpflichtung nicht beſtand, ſo können
ſie trotzdem nicht zurückverlangt werden, und zwar auch dann
nicht, wenn der Schuldner bei der Zahlung einen Vorbehalt auf
Burückvergütung gemacht hat.
II. Umwandlung in eine Grundſchuld.
Nach § 4 des Aufwertungsgeſetzes kann die Hypothek nicht
höher aufgewertet werden, als die geſicherte Forderung. Dies
hatte zur Folge, daß der Gläubiger in den Fällen, wo
Eigen=
tümer und perſönlicher Schuldner verſchiedene Perſonen waren,
die Gefahr einer Herabſetzung unter 25 Prozent lief, da dem
perſönlichen Schuldner oft die Härteklauſel zugute kam. Des
weiteren erſchwerte die Suche nach dem perſönlichen Schuldner
die Verwirklichung des Aufwertungsanſpruchs oft ungemein.
Das Abänderungsgeſetz ſchafft hier Abhilfe. Auf Antrag des
Gläubigers iſt die Hypothek in eine Grundſchuld
um=
zuwandeln. Mit der Eintragung der Grundſchuld erlöſcht
die perſönliche Forderung in Höhe des eingetragenen
Aufwer=
tungsbetrages. Dadurch wird das dingliche Recht von der
per=
ſönlichen Schuld unabhängig; es hat Aufwertung auf 25 Prozent
zu erfolgen, ſelbſt wenn die perſönliche Forderung mit weniger
aufzuwerten war. Die Geltendmachung der eigenen Härte=
klauſel bleibt dem Eigentumer natürlich vorbehalten. Dieſe neue
Beſtimmung ergibt zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die das
Geſetz einzeln zu regeln verſucht. Es ſoll hierauf noch in einer
beſonderen Abhandlung eingegangen werden.
III. Der öffentliche Glaube.
Von weittragendem Intereſſe iſt eine Beſtimmung, welche
den öffentlichen Glauben des Grundbuchs in gewiſſem Sinne
einſchränkt. Nach § 20 Abſ. 2 Aufwertungsgeſetz iſt der Erwerber
eines Grundſtücks gegen die Aufwertung geſchützt, wenn in dem
Zeitpunkt, wo der Antrag auf Eintragung des
Eigentums=
wechſels beim Grundbuchamt geſtellt wurde, eine
löſchungs=
fähige Quittung erteilt war oder gleichzeitig erteilt wurde. Die
Fälle waren nicht ſelten, wo der Erwerber die Hypothek
über=
nommen, aber ſofort zur Auszahlung gebracht hatte, ſo daß er
nach dem Wortlaut des § 20 nicht mit der Aufwertung in
An=
ſpruch genommen werden konnte. Oft war zwar die Hypothek
nicht übernommen, aber doch durch den Voreigentümer für
Rech=
nung des Erwerbers abgelöſt worden. Auch hier verhinderte der
öffentliche Glaube die Aufwertung. Durch die Neuregelung iſt
dieſer Schutz beſeitigt: der Erwerber kann ſich nicht mehr
auf den öffentlichen Glauben berufen, er iſt alſo zur
Auf=
wertung verpflichtet.
IV. Reſtkaufgeldforderungen.
Außerordentlich wichtig iſt die Neuregelung hinſichtlich
hypo=
thekariſch geſicherter Reſtkaufgeldforderungen, welche im Jahre
1921 begründet worden ſind. Bisher galt hierfür der Höchſtſatz
von 100 Prozent, was zu ungerechtfertigten Härten führte. Jetzt
iſt die Höchſtgrenze für Forderungen, die zwiſchen dem 1. 1. und
30. 9. 1921 begründet worden ſind, auf 400 Prozent, und für
Forderungen, die zwiſchen dem 1. 10. und 31. 12. 1921 begründet
worden ſind, auf 600 Prozent feſtgeſetzt. Dieſe Erhöhung kann
allerdings nur dann eintreten, wenn es zur Vermeidung einer
groben Unbilligkeit erforderlich iſt. Eine ſolche wird man
regel=
mäßig dann annehmen müſſen, wenn man bei freier
Aufwer=
tung, wie ſie bei Begründung ab 1. 1. 1922 gilt, über 100 Proz.
kommen würde. Es wird in ſolchen Fällen zunächſt der Betrag
zu errechnen ſein, auf den man bei freier Aufwertung kommen
würde. Bleibt dieſer innerhalb der 400 bzw. 600 Prozent, ſo
verbleibt es bei dem feſtgeſtellten Betrage. Ueberſchreitet er die
Grenze, ſo wird der Aufwertungsbetrag auf 400 bzw. 600 Proz.
reduziert. Der Antrag auf die höhere Aufwertung iſt bis
ſpäte=
ſtens zum 1. Oktober 1927 zu ſtellen.
V. Rückwirkung.
Den obigen abändernden Beſtimmungen iſt rückwirkende
Kraft beigelegt, d. h. ſie finden auch dann Anwendung, wenn
nach dem 14. 7. 1925 bereits eine rechtskräftige Entſcheidung
ergangen oder ein Vergleich geſchloſſen worden iſt. Iſt alſo zum
Beiſpiel hinſichtlich des Zinſenlaufes vereinbart worden, daß er
am 1. April 1927 beginne, ſo können trotzdem ſchon die Zinſen
vom 1. April 1926 gefordert werden. Es werden natürlich nur
ſolche Entſcheidungen und Vergleiche hinfällig, die ſich auf die
neu geregelten Punkte beziehen. Herrſchte z. B. Streit über die
Höhe der Aufwertung zufolge eines Herabſetzungsantrages und
wurde ein Vergleich mit 15 Prozent geſchloſſen, ſo kann der
Gläubiger jetzt nicht etwa 10 Prozent nachverlangen. Stritten
ſich aber z. B. Gläubiger und Erwerber eines Grundſtücks
dar=
über, ob letzterer zur Aufwertung verpflichtet ſei, weil er, ohne
die Hypothek zu übernehmen, bei der Beſeitigung mitgewirkt
habe, ſo ſteht ein ſolcher auf der Baſis von 15 Prozent
geſchloſ=
ſener Vergleich einer Nachforderung von 10 Prozent nicht
ent=
gegen. Haben ſich bei im Jahre 1921 begründeten
Reſtkaufgeld=
forderungen die Parteien verglichen, ſo kann trotzdem ein höherer
Satz verlangt werden.
Für noch anhängige Rechtsſtreite die infolge der
Neurege=
lung ihre Erledigung finden, iſt die Beftimmung getroffen, daß
jede Partei die ihr entſtandenen außergerichtlichen Koſten trägt.
während die Gerichtskoſten niedergeſchlagen werden.
VI. Wiedereinſetzung in den vorigen Stand.
Die Verſäumung der Anmeldefriſt zog bisher unerbittlich
den Verluſt des Aufwertungsanſpruchs nach ſich. Das neue
Ge=
ſetz gibt Gelegenheit, die Anmeldung bis ſpäteſtens zum 1. 10.
1927 nachzuholen. Der Gläubiger muß aber nachweiſen,
daß die Anmeldung ſeinerzeit ohne ſein Verſchulden
unterblieben iſt. Man wird erwarten können, daß in dieſer
Hinſicht kein allzu ſtrenger Maßſtab angelegt wird. Es findet
aber in einem ſolchen Falle nur die Aufwertung der perſönlichen
Forderung, nicht auch des dinglichen Rechts ſtatt.
Frankreich gegen die deutſchen Kreuzerneubauten.
* Berlin, 9. Juli. (Priv.=Tel.)
Durch die Preſſe ging eine Genfer Meldung, wonach man
ſich auf der Dreimächtekonferenz auch über unſere
Kreuzer=
neubauten unterhalten haben ſoll. Wir glauben hieran nicht.
weil auf der Abrüſtungskonferenz ganz andere Dinge zur Debatte
ſtehen. Dafür halten wir es aber für ſehr wahrſcheinlich, daß
dieſe Nachricht aus dem franzöſiſchen Propagandadienſt ſtammt.
der ſeit einiger Zeit wieder verſucht, gegen uns den Vorwurf
zu erheben, wir hätten uns mit unſeren Kreuzerneubauten micht
im Rahmen des Verſailler Vertrags gehalten. Anlaß zu dieſem
Vorſtoß mag eine engliſche Kritik an den neuen franzöſiſchen
Kreuzern ſein, die dahin ging, daß die „Emden” weſentlich beſſer
ſei als die entſprechenden ſechs franzöſiſchen Schiffe, die kürzlich
fertiggeſtellt wurden. Dieſe Kritik hat die Franzoſen ſo
empfind=
lich getroffen, daß ſie nun an uns ihren Zorn auslaſſen möchten.
Wir können aber allen ihren tendenziöſen Behauptungen gegen
über feſtſtellen, daß unſere Neubauten in jeder Beziehung dem
Verſailler Vertrag entſprechen und ihn nirgends verletzen. Aber
hier hat ſich wieder einmal gezeigt, daß ſich die gewaltſame
Unterdrückung der deutſchen Flotte gegen die Väter des
Ver=
ſailler Vertrages auszuwirken beginnt. Während Frankreich nach
freiem Ermeſſen bauen kann, ſich alſo keine allzu große Mühe in
der techniſchen Vollendung gibt, muß Deutſchland mit 6000
Tonnen=Kreuzern auskommen, und verſuchen, den Raumgehalt
der Schiffe nach Möglichkeit auszunutzen. Das hat zunächſt dazu
geführt, daß beſtes Perſonal mit der Konſtruktion und dem Ban
der Kreuzer beſchäftigt und erſtklaſſiges Material verwendet
wurde. So iſt es uns gelungen, durch ein neues
Schweißverfah=
ren die Schiffe leichter zu machen. Weiter weiſen die 15=
Zenti=
meter=Geſchütze der Kreuzer eine größere Reichweite auf als die
bisher gebauten. Aber auch das nur dank der intenſiven Arbeit
unſerer einſchlägigen Fachleute. Daß wir heute mehr Geſchütze
als früher einbauen und den Raum beſſer auszunutzen verſuchen,
kann uns niemand verübeln. Im übrigen iſt uns im Verſailler
Vertrag die Zahl der Geſchütze für die Kriegsſchiffe nicht
vor=
geſchrieben. Die Kreuzer in die Genfer Konferenz einzubeziehen
iſt aber inſofern ſchon ein Ding der Unmöglichkeit, als ihre
Ton=
nage und das Kaliber der Geſchütze weit unter der Waſhingtoner
Norm ſteht. Es handelt ſich bei den Genfer Nachrichten aſſ
lediglich um franzöſiſche Tendenzarbeit, die uns kalt laſſen kanf.
In allen Abteilungen
ganz gewaltig heraße
esetzte Preise!
A
Ueberzeugen
Sie sich von den beispiellos
billigen Preisen!
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Nau de oatt
Es kommen
nur Oualitätswaren
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Am weißen Turm
Ernst-Ludwigs-Platz 4
[ ← ][ ][ → ]Rummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 10. Juli.
— Ernannt wurden: Regierungsbaurat Tränkle beim
Landes=
finanzamt Darmſtudt zum Oberregierungsbaurat; die Regierungsräte
Kadel und Bender beim Landesfinanzamt Darmſtadt zu
Ober=
regierungsnäten; die Regierungsräte Mees beim Finanzamt Mainz II
ud Schmidt beim Finanzamt Friedberg zu Oberregierungsräten;
die Oberſteuerinſpektoren Brade und Eifert beim Landesfinanzamt
Darmſtadt zu Steueramtmännern; am 23. Juni der Kanzleigehilfe bei
dem Amtsgericht Darmſtadt I Wilhelm Renkel, zum Kanzliſten.
— Arbeitsgericht. Zu Vorſitzenden und ſtellvertretenden
Vorſitzen=
ben für die Zeit vom Tage des Inkrafttretens des Arbeitsgerichtsgeſetzes
bis zum 31. Dezember 1928 ſind beſtellt worden:
1. bei dem Arbeitsgericht Bensheim: Vorſitzender:
Amtsgerichts=
rat Hermann Deibel in Bensheim, ſtellv. Vorſitzender:
Ober=
amtsrichter Guſtav Vetzberger in Bensheim;
A bei dem Arbeitsgericht Darmſtadt: Vorſitzender: Amtsgerichts=
— rak Hermann Müller in Darmſtadt, ſtellv. Vorſitzender:
Amts=
gerichtsrat Erwin Würth in Darmſtadt;
—8 bei dem Arbeitsgericht Michelſtadt: Vorſitzender:
Regierungs=
rat Friedrich Eibach in Erbach, ſtellv. Vorſitzender:
Regierungs=
rat Berthold Schwan in Erbach;
A. bei dem Arbeitsgericht Offenbach: Vorſitzender
Regierungs=
rat Dr. Hermann Feilbach in Erbach, ſtellb. Vorſitzender:
Re=
gierungsaſſeſſor Friedrich Köhler, in Offenbach;
5. bei dem Arbeitsgericht in Friedberg: Vorſitzende: Amtsgerichts=
½ rat Burkhard Thurn in Friedberg und Amtsgerichtsrat Guſtav
Schneider in Bad=Nauheim, ſtellb. Vorſitzender:
Amtsgerichts=
direktor Berthold Rauch in Bad=Nauheim;
8. bei dem Arbeitsgericht i Gießen: Vorſitzender: Rechtsanwalt
Ludwig Raab in Gießen, ſtellv. Vorſitzender: Regierungsaſſeſſor
Dr. Georg Krüger in Gießen;
X7. bei dem Arbeitsgericht in Lauterbach: Vorſitzender:
Regie=
rungsrat Walter Nanz in Lauterbach, ſtellb. Vorſitzender: Re=
V gierungsrat Walter Strack in Alsfeld;
—8. bei dem Arbeitsgericht in Nidda: Vorſitzender: Oberamtsrichter
— Wilhelm Krug in Nidda, ſtellv. Vorſitzender: Amtsgerichtsrat
w. Ferdinand Kloſe in Nidda;
— 9. bei dem Arbeitsgericht in Bingen: Vorſitzender:
Amtsgerichts=
direktor Fritz Wachtel in Bingen, ſtellb. Vorſitzender:
Amts=
gerichtsrat Karl Mickler in Bingen;
10. bei dem Arbeitsgericht in Mainz: Vorſitzender: Regierungsrat
Dr. Reinhard Koch in Groß=Gerau, ſtellv. Vorſitzender:
Regie=
rungsrat Michel Oppenheim in Mainz;
41. bei dem Arbeitsgericht in Worms: Vorſitzender:
Amtsgerichts=
rat Heinrich Diehl in Worms, ſtellb. Vorſitzender:
Amtsgerichts=
rat Dr. Friedrich Kammer in Worms.
Für das Landesarbeitsgericht in Darmſtadt ſind für
die Zeit vom Tage des Inkrafttretens des Arbeitsgerichtsgeſetzes
wäh=
rend der Dauer der Zugehörigkeit zum Landgericht der Provinz
Star=
kenburg berufen worden:
zum Vorſitzenden: Landgerichtsdirektor Richard Hartner in
Darm=
ſtadt, zum ſtellv. Vorſitzenden: Landgerichtsrat Karl
Klein=
ſchmidt in Darmſtadt.
* Goldene Hochzeit. Heute feiern die Eheleute Ludwig Glahn,
Martinſtraße, ihre Goldene Hochzeit. Das Jubelpaar war früher in
Meiningen Beſitzer des Hotels „Zum Erbprinzen”.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
(Leitung: Direktor Adalbert Steffter). Heute Sonntag finden zwei
Vorſtellungen ſtatt. Nachmittags 4 Uhr wird zu kleinen Preiſen von
1 50 Pfg. an zum letzten Male das Kindermärchen „Hänſel und
Gre=
itel” gegeben, während abends 8 Uhr die Operette „Der Graf von
/Luxemburg” zur Aufführung gelangt. — Morgen Montag (dritte
/Abonnementsvorſtellung für Montagsmieter) und täglich abends 8 Uhr
finden ebenfalls Wiederholungen der Operette „Der Graf von
Luxem=
burg” ſtatt. In Vorbereitung befindet ſich als nächſtes Stück „Wie einſt
im Mai”, verbunden mit dem Gaſtſpiel Bruno Harprecht.
— Heſſiſcher Sängerbund: Internationale Muſikausſtellung im Leben
IDer Völker. Wie ſchon kürzlich darauf hingewieſen, findet am Sonntag,
den 17. Juli, vormittags 11 Uhr, in der Joh. Seb Bach=Halle im
Frank=
furt a M. das angekündigte Konzert ſtatt. Mitwirkende ſind der
Chor der Muſikhochſchule Mainz der Männergeſangverein Mainz=Koſt=
Eheim, der Männergeſangverein Frauenlob Mainz, Orthſcher Männerchor
2DDarmſtadt und Liederkranz Klein=Steinheim. (Einzelheiten folgen noch.)
— Verkehrsverein. Auf dem Verkehrsbureau liegen jetzt auch
Sonn=
tagsrückfahrkarten nach Gießen auf; desgleichen verbilligte
Sammel=
rreiſekarten nach Paris und Beteiligungskarten zu der am 17. Juli
ſſtattfindenden Dilsbergbeleuchtung und Neckarſchiffahrt von
MMeckargewünd zur Beſichtigung der intereſſanten Beleuchtung der alten
WBergfeſte, welche voriges Jahr von vielen Darmſtädtern beſichtigt wurde.
Am gleichen Tage fährt ein Sonderzug nach Wertheim, wozu
Kar=
ſten auch aufliegen, und wird dieſe Fahrt nach der ſchönen Mainſtadt
Micher viel benützt werden. — Wiederholt wird an die Anmeldung von
Fvemdenzimmern erinnert und auch daran, daß alle Vereine,
ſdie auswärtige Kongreſſe und Veranſtaltungen beſuchen, Darmſtadt als
Mongreßſtadt empfehlen und einladen. Material hierzu ſteht zur
Ver=
ſügung.
— Die Kirchlich=Poſitive Vereinigung lädt ihre Freunde zu dem
Wereits angekündigten Vortrag, des Herrn Prof. Dr. Walger:
„Neue Anſchauungen über das Unendliche” auf Mittwoch, den 13. Juli,
B.15 Uhr, in den „Feierabend” (Stiftſtraße 51) ein.
— Städtiſches Orcheſter. Johann Strauß, ehem. k. u. k. Hof=
Gallmuſitdirektor aus Wien, welcher voriges Jahr hier auftrat, wird am
Eommenden Dienstag, den 12. Juli, abends 8 Uhr, mit dem Städtiſchen
Drcheſter im Saalbau konzertieren. Was ſeinem diesjährigen Auftreten
Gbeſonderen Wert verleiht, iſt die intereſſante und geſchickte
Zuſammen=
ſtellumg ſeines Programms. Entgegen früherer Gewohnheit läßt er
ſbiesmal ausſchließlich die Walzer=Oynaſtie Strauß zu Worte kommen.
DDa iſt zunächſt Johann Strauß I. (Vater), der Stammpater der Familie
F1804—1849) mit einem ſeiner ſchönſten Walzer vertreten. Naturgemäß
ſtbeſtreitet der bedeutendſte Strauß, Johann Strauß (Sohn), genannt der
WValzerkönig, den größten Teil der Vortragsordnung mit ſeiner
Operet=
wenmuſik und den berühmteſten Walzern. Als Komponiſt ſtand dieſem
wer bereits 1870 verſtorbene Joſef Strauß wohl am nächſten. Eduard
Strauß ſt allgemein noch in Erinnerung, durch ſeine Europa= und
EAmerikareiſe mit eigenem Orcheſter, mit welchem er auch Darmſtadt be=
Führte. Sein Sohn Johann Strauß (Enkel), der letzte lebende Sproß
Ger Dynaſtie Strauß nun, wird als Gaſtdirigent und Interpret der
Werke ſeiner ganzen Komponiſtenfamilie hierorts ſehr willkommen ſein.
Auch als Komponiſt iſt er im Programm vertreten. (Siehe Anzeige.)
— Hausfrauenbund. Am nächſten Dienstag, 12. Juli, findet wieder
Ein Ausflug ſtatt, und zwar nach Traiſa. Der Kaffee ſoll in dem
bchattigen Garten bei Behrens=Hufnagel (früher Riedmatter)
eingenom=
men werden. Treffen für diejenigen, die zuſammen gehen wollen, Ecke
eer Schießhaus= und Nieder=Ramſtädter Straße um 3.30 Uhr. Bei
aus=
preſprochenem Regenwetter unterbleibt der Ausflug.
Ausflugs=Sonderzug nach Wertheim a. M.
Klein=Heidelberg, die Perle des Frankenwaldes, wird das kleine,
an Main und Tauber gelegene Städtchen Wertheim oft bezeichnet,
und das mit Recht. Ruhmbedeckt ſeit faſt 1000 Jahren, thront üüber der
Stadt eine der maleriſchſten und größten Ruinen Deutſchlands. Auf
der offenen Altane der Burg ſtand ein blonder Spielmann und ſchaute
hochgemuten Sinnes hinaus ins blühende Land. Es war kein anderer
als Wolfram von Eſchenbach, des Burgherrn Lehensmann. Er war
von der Wildenburg bei Amorbach auf Wunſch des Herrn
herüberge=
kommen, um durch Geſang und Lautenſpiel des alten Herrn Grillen zu
vertreiben. Das war Herrn Wolfram nicht ungelegen gekommen, denn
in Wertheim lebte es ſich köſtlich, und der würzige Kalmuck war gut
geraten. Gar manche neue Singweiſe fiel Herrn Wolfram ain, wenn
er das ſchöne Land zu ſeinen Füßen erſchaute: das alte verträumte ganze Garten iſt heute wieder eine Predigt von der wahrhaften Reuſch=
Städtchen mit den zierlichen Giebeldächern, die plätſchernden Brunnen
und das fröhliche Treiben am Markt. Da packte es ihn manchmal mit
ſolcher Gewalt, daß er in die Saſten ſeiner Laute greifen mußte, um der
Gefühle Drang zu beſänftigen.
Es nimmt daher nicht wunder, daß das ſchöne Fleckchen Erde mit
ſeinen alten Stadtbefeſtigungen und ſtilvollen Häuſern mit Wappen
und Sinnſprüchen alljährlich zum Sommer= und Erholungsaufenthalt
gewählt wird, und wenn ſich die Reichsbahnverwaltung entſchloſſen hat,
am 17. Juli d. Js. einen billigen Verwaltungsſonderzug in dieſe
reizende Gegend zu ſühren, damit ſo mancher, der die Schönheiten der
Speſſart= und Odenwaldgegend noch nicht kennt, Gelegenheit für geringes
Geld hierzu findet.
Nähere Auskunft geben die Fahrkartenausgaben, die MER=Büros,
ſowie die Tagespreſſe und die auf den Bahnhöfen aushängenden Plakate.
ab Montag, den 11. Juli
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— Orpheum. „Die vertagte Nacht” — heute
Erſtauf=
führung! Stellte der „Stöpſel” ſchon bedeutende Anforderungen
an die Lachmuskeln der Zuſchauer, ſo wird in der „Vertagten Nacht”
der Gipfel der Heiterkeit erreicht. Dieſer neue
Wein=
reiß=Schlager (ebenfalls von den Autoren F. Arnold und E. Bach)
enthält wohl die größtmöglichſte Quantität an verblüffender
Situations=
komik und heitever Launigkeit, die, vereint mit der natürlichen Komik
des rheiniſchen Meiſters J. Weinreiß, wohl nicht übertroffen werden
kann. Es ſei noch darauf hingewieſen, daß heute der letzte
Sonn=
tag innerhalb des Gaſtſpiels iſt, und daß dieſes nur noch wenige Tage
währt. — Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt: Verkehrsbureau von
9—12 Uhr, ſowie an der Kaſſe im Orpheum ab 3 Uhr ununterbrochen.
Telephoniſche Beſtellungen: Nr. 389. (Siehe die heutige Anzeige.)
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Oper, Konzert und Oratorinm, erteilt auch
während der Sommerferien Unterricht.
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Telephon 1679
— Geflügelzuchtverein Darmſtadt. In der morgen ſtattfindenden
Monatsverſammlung (ſiehe Anzeige) werden die
Ausſtellungs=
bebingungen für die Landwirtſchaftliche Landesausſtellung vom 15.—3.
September d. Js. eingehend beſprochen. Auch kommen bereits die
An=
meldebogen für dieſe für ganz Heſſen wichtige Schau an dieſem Abend
zur Verteilung. Da der Verein ein beſonderes Intereſſe an dem
tadel=
loſen Gelingen und dem richtigen Durchführen dieſer Ausſtellung hat,
wird den Mitgliedern der Beſuch der morgigen Verſammlung beſonders
empfohlen. Auch warden bezüglich der Züichtertage in Karlsruhe am
16. und 17. und in Worms am B. und 24. d. M. weitere Mitteilungen
gemacht. Eine reichhaltige Verloſung wird ebenfalls an dieſe
Verſamm=
lung angeſchloſſen.
Ohr Want
voget miw Miin=Mranst.
Alles Schaffen aus dem Notwendigen heraus iſt Leben
und Mühe, die ſich ſelbſt verzehren, wie im Blühen das
Vergehen ſchon herannaht. Dies Erblühen iſt die tahre
Arbeit und der wahre Fleiß; ſogar eine ſimple Roſe muß
vom Morgen bis zum Abend tapfer d-hei ſein mit ihrem
ganzen Korpus und hat zum Lohne
ken. Dafür
iſt ſie aber auch eine wahrhafte Roſe geweſen.
Gottfried Keller.
Wie ſchön die Roſen am Morgen ſind! Kriſtallen ſchimmert der Tau
in ihren Kelchen. Die zarten Knoſpen ſpiegeln in den Tropfen die
ſonnige Welt. Das Herz wird andächtig vor dieſen Wundern. Der
heit ....
Wenn die Roſen blichen ..
Wie bin ich Morgen für Morgen hingegangen zu den älteſten
der Stöcke, der zugleich der treueſte iſt und am früheſten ſeino Roſen
ſchenkt! Iſt er nicht das Sinnbild der Treue, die aus der Stille und
Tiefe wirkt und bis ins Alter hinein ihr beſtes gibt!
Wir verknollt und unſchön der Stamm iſt! Wieviel Wunden, jetzt
verharſchte, ſich zeigen! Vielleicht hat in früheren Zeiten Unverſtand
an ihm herumgeſchnitten! Wie ſchwarz und riſſig die Rinde iſt! Und
über allen den Narben und den Zeichen des Alters dieſe purpurne
Pracht! Und er trägt immer noch die feſteſten der Blüten, und jede
ſeiner Knoſpen iſt von erleſener Schönheit!
Neben ihm ſtehen Neulinge aus der Art der Roſen. Wie ſind ſie
angeprieſen worden! Was hat der Gärtner nicht alles Wunders von
ihnen erzählt!
Wie ganz anders die Farben ſeien! So ganz „modern”! Man
müßte auch einmal wechſelnl. Immer nur weiß und rot und roſa, das
ſei doch langweilig! Und nun blüten einige dieſer Neuzüchtungen in
meinem Garten! In der Schönheit der Knoſpen geben ſie den „alten
Noſen” nichts nachl. Und die Farben! Schön, ja ſchön! Gewiß, es iſt
etwas Beſonderes um ſie!. Sie fallen ins Auge! Sie beſtricken! Aber
es iſt, als ob man als der Beſchauende an ihnen nicht ſo zur Ruhe
komme wie zum Beiſpiel an den Blüten des älteſten Stockes oder bei
den ſchneeigweißen Roſen oder den milden, köſtlich zarten der
Roſa=
blütigen!
Sie blühen auch mit einem anderen Rhythmus als die „alten”!
Beſonders dann, wenn die Knoſpe ſich zu entfalten beginnt! Zuweilen
fand ich, daß es wie eine Jähheit war, ſo ganz unroſenhaft! Und was
die Knoſpe verſprach, hielt die volle Blüte nicht! Sie iſt flattrig! Das
wunderzarte, langſame Sich=entfalten, dieſe letzte erquickende
Geſchloſſen=
heit auch beim Aufgeblühtſein, wie es das Schönheitszeichen der alten
Arten iſt, kennen ſie nicht!
Du lieber alter Roſenſtock, wie bleibt deine Blüte ſchön bis zuletzt,
und wie ich ſchon ſagte, wie feſt bis zuletzt! Jedes Blütenblatt eine=
Schönheit für ſich, und Klarheit, bis es abfällt! Bei den Neulingen iſt
es wie eim Krampf, der ſich gar bald in den einzelnen Blättern ausdrückt.
Doch, wie dem auch ſein mag, nicht ſchelten! Nur hoffen, daß die
Neuen ſich auch noch dahin entwickeln, wo die „Alten” heute ſtehen!
Kultur will Zeit!
Ehrfurcht vor dem heiligen Ernſte jeder echten Kultur! So weiſt
dieſe ſeltſame Predigt der Roſen auf das Menſchenleben hin und
beſon=
ders auf unſere Zeit!
Wie die anderen Roſen auch alle aus ihrer Art und ihrem
Lebens=
geſetze ſchenken: Die Kletterroſe, das Moosröschen, der halbwilde
Strauch am Zaunz dort ſchenken Sträucher ganz erdnah! Und ganz in
der Ecke habe ich mit Willen einen ganz wilden Zweig aus derſelben
Wurzel an dem veredelten Stamme emporwachſen laſſen! Ein
ſelt=
ſames Bild!. Neben den vollen glutenden Edelroſen blühen nun ganz
dicht die fünfblättrigen roſazarten Blüten der Heckenroſe! Urgrund alles
Roſenlebens ſchimmert zärtlich auf! Jede der hochentwickelten Noſen
iſt immer wieder von Neuem auf dieſem Urgrund angewieſen, ſie kann
ſich nur auf ihm entwickeln!
Ehrſürchtigen Herzens denke dem nach, du lieber Menſch, du liebes
Volk!. Wenn die Roſen blühen!
O Wunder der wahrhaften Roſel. O Wunder des wahrhaften
Men=
ſchen! Gottfried Keller, wie haſt du Necht!
Was man ſeiner Beſtimmung nach ſein muß, das ſei man ganz und
wahrhaft!
Und das iſt dann das Glück trotz manchem, was ſchwer iſt . . . R.B.
— Gabelsberger Stenographenverein von 1861, Darmſtadt. Bei dem
am 26. Jui 1927 in Fulda veranſtalteten großen Wettſchreiben
des Heſſiſch=Naſſauiſchen Kurzſchriftverbandes war auch der hieſige
Ga=
belsberger Stenographenverein von 1861 ſehr ſtark vertreten. 37
Mit=
glieder des Vereins nahmen an dem Wettſchreiben teil, davon wurden
28 mit Ehren= und 1. Preiſen, 6 mit 2. Preiſen und 3 mit 3. Preiſen
ausgezeichnet. Ein über Erwarten ſchöner Erfolg, auf den der Verein
in jeder Beziehung ſtolz ſein kann. Die Namen der Preisträger der
Ehren= und 1. Preiſe waren: Ehrenpreiſe: Eliſabeth Beutel, Käthe
Kraſſer und Lucie Langlitz; 1. Preiſe: Philipp Kropp, Martha
Liſt=
mann, Lilli Pfirſching, Marie Henkler, Liſa Schaus, Johanna Heß,
Marie Weber, Friedrich Schäfer, Robert Neuhaus, Nia Liebig, Marie
Frank, Käthe Hambach, Ludwig Achenbach, Alexander Stier, Heinrich
Brück, Hedwig Jung, Chriſtine Göriſch, Anna Knapp, Liſel Kropp,
Emma Krämer, Wilhelm Bär, Hans Griesheimer, Adam Hartmann,
Ria Claus. Wilhelm Heß. — Im übrigen ſei ſchon jetzt darauf
hiuge=
wieſen, daß der Verein demnächſt wieder neue Anfängerkurſe eröffnet,
worüber Näheres noch durch Anzeigen in dieſem Blatte mitgeteilt wird.
C. Die Juni=Witterung in Darmſtadt. Der Berichtsmpnat war
vor=
wiegend trüb, kühl und etwas zu naß. Das Monatsmittel der
Tempe=
ratur betrug 15,9 Grad Celſius (1,0 unter normal), während die
Gegen=
ſätze ſich auf 30,7 am 17. und 61 am 7. ſtellten. Sommertage gab es
nur 6, wovon einer zugleich ein ſogen. Tropentag war, d. h. ein Tag
mit einem Höchſtſtand von wenigſtens 30 Grad. Die Himmelsanſicht
war meiſt unfreundlih; es kamen nur 2 heitere Tage vor neben 6
tri=
ben und 22 gemiſwten, eine Verteilung, die einer Monatsziffer der
Be=
wölkung von 6,9 (0,9 über dem langjährigen Duwhſchnitt) entſpricht,
wobei die Biffer 10 vollſtändige Trübung bedeutet. Südweſtwinde
über=
wogen weitaus, neben denen auch kühle Weſtwinde häufig waren. Regent
fiel an 22 Tagen, die im ganzen eine Niederſchlagsmenge von 68,9
Milli=
metern (6,6 über normal) lieferten, wovon auf den 12., 13. und 27. über
die Hälfte kam, während das erſte Monatsdrittel ziemlich trocken war.
Die Zahl der Gewitter beſchränkte ſich auf 3. Hinſichtlich der
Regen=
mengen im übrigen Lande ſteht Herchenhain mit 222,1 Millimeter (22.1
Liter Waſſer auf 1 Quadratmerer Erdoberfläche) obenan, während
Schlitz mit 64,5 in Oberheſſen die trockenſte Station war. In
Rhein=
heſſen bilden Worms mit 85,4 und Boſenheim (Kr. Alzey) mit 49,1 die
Gegenſätze, während in Starkenburg Winterkaſten mit 125,7 Millimetern
un der Spitze ſteht und Groß=Gerau mit 54,0 die trockenſte Station war.
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Generalvertretung: W. Zelder, Darmstadt, Heidelbergerstr. 126, Telephon 3558 u. 3559.
Verſorgungskrankengeld während einer
Verſorgungsheilbehandlung.
Die Allgemeine Ortskrankenkaſſe ſchreibt uns: Beanſprucht ein
Kriegsbeſchädigter als Nichtmitglied einer Krankenkaſſe während ſeiner
Arbeitsunfähigkeit Verſorgungskrankengeld, ſo hat er der Krankenkaſſe
gegenüber den Nachweis emer beſtehenden Einkommensminderung, die
durch Erkrankung verurſacht ſein muß, zu erbringen.
Dieſe Vorſchrift ſetzt alſo voraus, daß der Beſchädigte unmittelbay
vor der Erkrankung arbeitsfähig war und tatſächlich ein Einkommen
bezogen hat. Der Nachweis muß durch eine Beſcheinigung des
Arbeit=
gebers oder in ſonſt geeigneter Weiſe geführt werden. Angehörige der
freien Berufe haben den Ausfall an Einkommen, z. B. durch Bezahlung
eines Stellvertreters oder einer Hilstraft, deren Annahme dunch die
Krankheit notwendig geworden iſt, glaubhaft nachzuweiſen, oder, wenn
dies nicht zutrifft, durch eine Beſcheinigung des Finanzamts oder
Vor=
ſage der Unterlagen (Bücher uſw.), die er für das Finanzamt über ſein
Einkommen bzw. Umſatz führen muß.
Kann der Beſchädigte den Nachweis über eine
Einkommensminde=
rung nicht erbringen, ſo braucht die Krankenkaſſe dem Antrag auf
Ge=
währung von Krankengeld nicht näher zu treten, da ſie zu irgendwelchen
Ermittelungen in dieſer Hinſicht nicht verpfllchtet iſt.
Die Zahlung ſelbſt erfolgt nach der Satzung der zuſtändigen
Kranken=
kaſſe. Sieht die Satzung eine Wartezeit vor, ſo gilt diefe auch für die
Kriegsbeſchädigten. Das Verſorgungskrankengeld darf die durch die
Erkrankung verurſachte Einbuße an Einkommen nicht überſteigen, es
darf ferner zuſammen mit der nach dem Reichsverſorgungsgeſetz
zuer=
kannten Rente, die während der Erkrankung weiter gezahlt wird, nicht
höher ſein, als die für den Beſchädigten maßgebende Vollrente mit
Kin=
der= und Ortszuſchlägen.
Nachſtehende Beiſpiele erläutern das vorſtehend Geſagte:
Beiſpiel 1. Ein Beſchädigter ſteht ab 2. Mai 1927 m ärztlicher
Behandlung und meldete ſich am 3. Mai 1927 durch Vorlage, eines
Krankenatteſtes arbeitsunfähig krank. Durch eine Beſcheinigung ſeines
Arbeitgebers erbringt er den Nachweis eimer Einkommensminderung
von monatlich 180 Mark, oder geteilt durch 30 von täglich 6 Mark.
Die Krankenkaſſe ermittelt das Krankengeld wie folgt:
Die Monatsvente beträgt nach dem vorgelegten Rentenbeſcheid
20 b. H. mit einfacher Ausgleichszulage, verheiratet, 2 Kinder,
Orts=
klaſſe 4 51.40 Mk., mithin geteilt durch 30 täglich . . . . 171 Mk.
dazu das Krankengeld, das er erhalten wüirde, wenn er der
Kaſſe freiwvillig beigetreten wäre und die nachgewieſene
Ein=
kommensminderung ſeiner Einſtufumg zugrunde gelegt würde,
angenommen Stufe 6 der Satzung täglich . . . . . . . 3.— Mk.
zuſammen: 4,71 Mk.
Vollrente monatlich 108,40 Mark eder geteilt durch 30 täglich 3,60 Mk.
das Krankengeld iſt alſo zu kürzen um . . . . . . . . 111 Mk.
es ſtellt ſich demnach auf täglich ......."
... 1,89 Mk.
und kann in dieſem Falle nach Abzug der Wartezeit vom 5. Mat 1937
an auf Nechnung des Reiches gezahlt werden.
Beiſpiel 2. Es handelt ſich um einen Beſchädigten, von Beruf
Händler, ledig, Rente 60 v. H. einfache Ausgleichszulage, Ortsklaſſe 4.
Als Einkommensmiderung wurde durch Vorlage eines Buches, das
dem Finanzamt gegenüber als Nachwveis für den Umſatz geführt
wer=
den muß, monatlich 30 Mark oder geteilt durch 30 täglich . 1.—Mk.
nachgewieſen.
Rente monatlich 34,35 Mark oder geteilt dunch 30 täglich . . 1.15 Mk.
dazu das Krankengeld wie Beiſpiel 1.
angenommen Stufe 1 der Satzung täglich .
. . 050 Mk.
zuſammen: 1,65 Mk.
Vollrente monatlich 72,38 Mark oder geteilt durch 30 täglich . 2,/41 Mk.
Da die Rente und das Krankengeld den Tagesſatz der Vollrente
nicht überſteigen und die nachgewieſene Einkommensminderung täglich
über 0,50 Mark beträgt, kann em Krankengeld von täglich 0,50 Mark
gezahlt werden.
— Schönſchreibkurfe. Wer eine gute Handſchrift erlangen wil,
beteilige ſich an einem der nu wieder beginnenden Schönſchreibkurſe
bei Hans Schköfſer, Schwanenſtraße 30,I. Selbſt bei alten
Per=
ſonen noch ſehr gute Erfolge. Auch ſei an dieſer Stelle auf den ganz
vorzüglich geleiteten Unterricht in Kurzſchrift und Maſchinen
ſchreiben aufmerkſam gemacht. Unterricht von morgens 8 Uhr bis
abends 9 Uhr. (Siehe Anzeige)
* Bezirksſchöffengericht. Wegen Arreſtbruchs hat ſich ein Unten
nehmer zu verantworten, der Anfang dieſes Jahres ein gepfändetes
Auto veräußert hat. Der Gerichtsvollzieher hatte ihm weitgehend
Nach=
ſicht gewährt. Die Schuld ſoll mittlerweile getilgt ſein, was der als
Zeuge vernommene Gerichtsvollzieher beſtätigt. Der Staatsanwalt
er=
kennt die Schwierigkeiten der wirtſchrftlichen Depreſſion an, die ſich auch
bei dem Angeklagten bemerkbar machten; mildernd erſcheine der
Um=
ſtand, daß die Gläubigerin nicht geſchädigt ſei. Der Strafantrag geht
auf 30 Mk. Geldſtrafe. Das Urteit erkennt in dieſem Sinne,
Bei der Reinigung ſtädtiſcher Abwäſſerkanäbe in der „Tanne”
wur=
den durch zwei Hilfsarbeiter ein Brillantring und zwei Trauringe
ge=
funden; ſie nahmen dieſe mit nach Hauſe und putzten ſie. Sie berieten
über einen eventuellen Verkauf oder Verſatz, nachdem ſie den Wert der
Fundſachen erkannt hatten, wobei ihnen beſonders der Brillantring in
die Augen ſtach. Der letztere mußte dem Eigentümer durch einen
un=
glücklichen Zufall in Verluſt geraten ſein. Sie wußten dabei wohl, daß
ſie den Fund der Polizei hätten melden müſſen. Sie begaben ſich zu
einem hieſigen Althändler, erſuchten ihn um Schätzung, da ſie den
Bril=
lantring verkaufen wollten. Er bot ihnen zuerſt 150 Mark, hatte aber
doch Bedenken zum Ankauf, riet zum Verſatz beim Pfandhaus. Dort
wurden 48 Mk. dafür gegeben; den Pfandſchein erwarb dann der
Alt=
händler. So entſtand eine Anklage wegen Unterſchlagug gegen die
Finder und wegen Begünſtigung gegen einen weiteren Arbeiter und den
Althändler. Der Letztere will den Brillantring für herrenloſes Gut
gehalten haben. Nach einem Ausſchreiben durch die Polizei wurde der
Brillantring von der Gigentümerin wieder erkannt: dieſer war ihr
ſeinerzeit vom Dienſtmädchen entwendet worden, das ihn ins Kloſett
geworfen hatte. Die Eigentümer der Trauringe ſind bis jetzt nicht
er=
mittelt. Der über den Wert des Brillantringes vernommene
Sachver=
ſtändige bekudet das in letzter Zeit eingetretene ſtarke Heruntergehen
der Diamantpreiſe. Der Staatsanwalt hält als am ſchwverſten zu
be=
werten die Straftat des Althändlers, immerhin ſeien angemeſſene
Geld=
ſtrafen zu erkennen. Der Verteidiger des Althändlers hält dafür, dieſer
könne nicht beſtraft werden, nachdem das Leihamt den Ning anſtandslos
beliehen habe; auch fehle das Tatbeſtandsmerkmal, daß er ſeines
Vor=
teils wegen gehandelt habe. Gegebenenfalls lägen weitgehend
Milde=
rungsgrinde vor. — Wegen Unterſchlagung werden
Geld=
ſtrafen von80 Mk. und 50 Mk ausgeſprochen, wegen
Begün=
ſtigung erhält der Hilfsarbeiter anſtelle einer an ſich verwirkten
Ge=
fängnisſtrafe von einer Woche 50 Mark Geldſtrafe; gegen den
Althändler werden drei Wochen Gefängnis erkannt.
— Wochenmarkt zu Darmſtadt am 9. Juli. (
Kleinhandels=
preiſe pro Pfd. bzw. Stück in Pfg.): Spargeln 100, Kohlrabi 6—8,
Karotten 6—8. Roterüben 10, Spinat 30, Römiſchkohl 15. Weißkraut B,
Wirſing 25, Buſchbohnen 80, Wachsbohnen 60, Erbſen 25, Zwiebeln 15,
Knoblauch 80, Rhabarber 2, Tomaten 30—50, Gärtner=Kopfſalat 10
bis 12, Freiland=Kopfſalat 8—10, Salatgurken 50—80, Blumenkohl
aus=
ländiſcher 60—100, desgl. einheimiſcher 25—50, Rettich 10—20,
Nadies=
chen 6—8, Frühkartoffeln 15, Mäuschen 45—60, Endbeeven 45—60,
Pfin=
ſiche 70—80, Aprikoſen 70—80, Kirſchen 3—55, Johannisbeeren 25,
Stachelbeeren 2—3, Tafelbirnen 40. Heidelbeeren 45. Himbeeren 45,
Bitronen 4—10. Süßrahmbutter 20, Landbutter 180—190, Weichkäfe 30
bis 35, Handkäſe 4—15, Friſche Eier 10—14 Hühner 100—180 Tanben
80—100, Rindfleiſch, friſch 80—110, Kalbfleiſch 120. Hammelfleiſch 80,
Schweinefleiſch 90—130, Dörrfleiſch 140, Schinken 200, Wurſt 70—140,
Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 100.
Plakat Wettbewerb für die Ausſtellung „Haus, Herd, Garten,
Mainz 1927‟. Das Preisgericht zur Erlangung eines Plakatentwurfes
für die Ausſtellung „Haus, Herd, Garten. Mainz 1997” hat auf Grund
einſtimmigen Beſchluſſes folgende Entwürfe preisgekrönt: 1. „Fachwerk”
(Bernhard Sperl=München) 500 Mk.. 2. „Spätſommer” (Kuno Hoppe=
Mainz) 500 Mk., 3. „My Caſtel” (Franz Paul Glaß=München) 350 M.,
4. „Schlüſſel” (Ferdinand Büttner=München) 350 Mk., 5. „Groß=Mainz”
(Profeſſor Walter Köppen=Mainz) 100 Mk., 6. „Ha=He=Ga” /Wilhelm
Schulz=Berlin) 100 Mk., 7. „Mainzer” (Gerhard Winkler=München)
100 Mk. (Näheres Anzeige).
Lokale Veranſtaltungen.
— Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) findet heute
Sonntag abend großes Gartenkonzert ſtatt; bei ungünſtiger Witterung
in den Lokalitäten. Der Beſuch wird ganz beſonders empfohlen.
Kunſinotizen.
— Palaſt=Lichtſpiele. Pola Negri in „Maripoſa,
die Tänzerin”. In „Maripoſa, die Tänzerin”, iſt Pola Negri
eine Rolle geboten, die ihrem Naturell beſſer als irgend eine andere
entſpricht. Durch ihr feuriges Temperament und durch ihr ſüdliches
Ausſehen iſt Polg für die Nolle einer ſpaniſchen Tänzerin wie
ge=
ſchaffen. Wie dieſe naturwüchſige, mit Ziviliſation und Kultur der
groß=
ſtädtiſchen Geſellſchaft unbekannte Tänzenin in die vornehmen Kreiſe
New Yorks verſchlagen wird und dort ihven naiven Anſchauungen treu
bleibt, bietet der großen Künſtlerin alle Möglichkeiten, ihr
ſchauſpie=
leriſches Können zu entfalten. — „Küſſen iſt keine Sünd‟ (Die
letzte Einquartierung). Ein lieber netter Wiener Film, über den mam
ſich wirklich freuen kann. Ein Wiener Film ohne Erzherzog und
Heu=
vigen und Stethansturm. Ohne den reichen Grafen, der die arme
Brettlſängerin mit allerhöchſter Unterſtützung heiraten darf. Und
trotz=
dem ein Film ſo recht nach dem Herzen des Publikums, das ſich köſtlich
dabei amüſiert und fröhlich lacht. Tenia Desni ſieht als Komteſſe reizend
aus und iſt von bezwingender Fröhlichkeit. Walter Reich und Hans
Otto verſtehen ihre Sache. In flottem Tempo wickelt ſich die Handlung
ab. Eine rechte Komödie, die zum Nachdenken nicht viel Zeit läßt und
laſſen ſoll. Alle Figuren ſind humorvoll gezeichnet, köſtliche Situationen
erſonnen. Die Aufführung dieſes erſtklaſſigen Programms erfolgt wegen
anderweitiger Dispoſition nur noch heute Sonntag.
Tageskalender für Sonntag, den 10. Juli 1927.
Vandestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, ahends 8 Uhr: „Der Graf von Luxemburg”. — Orpheum,
abends 8 Uhr: „Die vertagte Nacht” — Oberheſſen=Verein
Darmſtadt, nachm 4 Uhr: Fahnenweihe im Chauſſeehaus
Heidel=
bergerſtraße. — Liederzweig Darmſtadt, nachms 4 Uhr im
Rummelbräu, Rheinſtraße: Sommerfeſt. — Drangeriegarten,
nachm. 3 Uhr: Geſchicklichkeitswettbewerb für Automobile und Konzert.
— Neues Schießhaus, nachm. 5 Uhr: Moderner Tanz. —
Konzerte: Ludwigshöhe; Schloß=Café: Hotel und Reſtauration
Schmitz; Hotel und Café=Reſtaurant Waldſchlößchen; Frankfurter Hof;
Bismarck=Eck: Hauptbahnhof=Reſtaurant; Café Rheingold; Bockshaut;
Reſtaurant Rummelbräu; Park=Café=Reſtaurant; Hotel Krone
Auer=
bach; Hotel Prinz Heinrich. — Train=Vereinigung 18:
Fa=
milienausflug nach Roßdorf, Abmarſch 2 Uhr. —
Kinovorſtel=
lungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele. —
The=
ater=Saal Perkeo, Alexanderſtr. 12—14, abends 8 Uhrt
Thüringer Volksſänger. — Landesmuſeum, von 10—19 Uhr,
Ausſtellung: Alte Kunſt. — Mathildenhöhe, von 10—19 Uhr,
Ausſtellung: Neue Kunſt. — Arheilger ,Mühlchen, nachm.
4 Uhr: Tanzkränzchen. — Gaſthaus zur Krone Traiſa,
nachm. 4 Uhr: Großes Tanzkränzchen. — Frankfurt a. M., im
großen Saale des Volksbildungsheims, vormittags 10½ Uhr:
Proteſt=
berſammlung.
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Sonntag, den 10. Juli 1927
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Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927
Geite 11
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Griesheim, 8. Juli. Bei der Bürgermeiſterei laufen jetzt
fortge=
fetzt Anmeldungen zum Anſchluß an die Waſſerleitung ein, ſo daß die
Zahl der Anſchlüſſe jetzt nahezu Tauſend erreicht hat. Wenn irgendwo
noch ein Zweifel beſtanden hat, daß die Waſſerleitung zu einem
Bedürf=
nis für unſere Gemeinde gewordem iſt, ſo dürfte er durch dieſe Tatſache
behoben und auch die Rentabilität dieſer zeitgemäßen Einrichtung
ſicher=
geſtellt ſein. — Vier Perſonen verſuchten in der Nacht zum Dienstag
einen Einbruch in die Hütte auf dem Sportplatz der Freien Turner, der
Verſchluß der Halle widerſtand aber ihren Bemühungen und ſie mußten
unverrichteter Dinge wieder abziehen. Ob ſie es auf einen Schabernack
oder auf einen Diebſtahl der darin aufbewahrten Turngeräte abgeſehen
hatten, mag dahin geſtellt bleiben, jedenfalls wäre zu wünſchen, daß ihre
Namen bekannt würden und an den Pranger geſtellt werden könnten.
— Diejenigen Beſitzer, welche geſonnen ſind, ihre Grundſtücke im
Pfützen=
güßchen, nördlich des alten Friedhofs, an der Chauſſee nach Wolfskehlen
und am Flecksweg an die dortſelbſt zu erweiternde Waſſerleitung
anzu=
ſchließen, müſſen dieſes bis ſpäteſtens Dienstag, den 12. Juli d. J.,
uachmittags 5 Uhr, auf der Bürgermeiſterei, Zimmer 8, melden. Alle
Grundſtücksbeſitzer, auch diejenigem, welche ſich ſchon früher zur
Waſſer=
abnahme in vorbezeichnetem Gelände angemeldet haben, müſſen bis zu
dieſem Zeitpunkt Flur und Nummer der zu verſorgenden Grundſtücke
angeben.
* Griesheim, 9. Juli. Die fortgeſetzt vorkommenden Felddiebſtähle
haben unſerer Ortsverwaltung Veranlaſſung gegeben, das Betreten der
Feld= und Gewannenwege in der Gemarkung für Unbefugte, die keinen
Grundbeſitz oder keine Arbeit zu leiſten haben, insbeſondere für Kinder,
zu verbieten. Auch das Arbeiten an Sonn= und Feiertagen im Feld,
auch im Schießbereich, iſt verboten. Die Polizei und das
Feldſchutz=
perſonal ſind ſtreng angewieſen, auf die Innehaltung dieſer
Vorſchrif=
ten zu achten.
* Pfungſtadt, 8. Juli. Geburtstagsfeier. Die im Jahre
1867 geborenen Schulkameraden und Schulkameradinnen hielten vorigen
Sonutag eine gemeinſame Geburtstagsfeier ab. Ihrer wurde auch im
Vormittagsgottesdienſt, den auch der Poſaunenchon verſchönte beſonders
gedacht. Pfarrer Zinn ſprach an Hand der Lukasworta „Alles Ding
währt ſeine Zeit, Gottes Lieb' in Gwigkeit”,
* Nieder=Ramſtadt, 9. Juli Gemeinderatsbericht. Die
Voranſchläge des Gemeinde=Elektrizitäts= und Waſſerwerkes wurden
be=
raten und nach dem Vorſchlag der Verwaltung unverändert
ange=
nommen. — Nachdem von ſeiten der Provinzialbauverwaltung
Schwie=
rigkeiten über die Einbauung einer Pumpe für das Waſſerwerk am alten
Denkmalplatz gemacht werden, wählte der Gemeinderat jetzt als Platz
ſüir die Aufſtellung der Pumpe die derzeitigen Büroräume des Gemeinde=
Elektrizitätswerkes aus. Die techniſche Ausführung wird der Fa. Nohl,
Darmſtadt, übertragen. — Der Waldwirtſchaftsplan für 1928 wird nach
den Vorſchlägen des Forſtamtes Ober=Ramſtadt unverändert
ange=
nommen. — Bürgermeiſter Jährling erſtattet Bericht über die Sitzung
des Modaubachräumungsverbandes. Im Anſchluß hieran wird beſchloſſen,
die Uferbefeſtigung innerhalb des Ortes weiter auszubauen, und zwar
zunächſt die Strecke der Salbend entlang, möglichſt im Wege der
pro=
duktiven Erwerbsloſenfürſorge. — Das Schreiben des
Schulvorſtands=
vorſitzenden hinſichtlich der Abhaltung des Jugendfeſtes wird zur
Kennt=
nis genommen. Dem Wunſche des Rektors, einen beſonderen 7köpfigen
Ausſchuß zu bilden, der üüber die nähere Ausführung des Feſtes jeweils
beſchließt, kommt der Gemeinderat nicht nach, weil er den Schulvorſtand
in ſeiner jetzigen Zuſammenſetzung für kompetent erachtet — Die
An=
ſchaffung eines Lichtbilderapparates für die Schule wird ins Auge
ge=
faßt, die Bewilligung der Mittel jedoch voverſt ausgeſetzt, bis nochmals
eine Ausſprache mit dem Schlvorſtand ſtattgefunden hat. Die durch
Säuberung der Denkmalsanlage entſtandenen Koſten von 8 Mark werden
auf die Gemeindekaſſe übernommen. Für die Zukunft wird die
Inſtand=
haltung des Denkmalplatzes dem Schuldiener übertragen, ausgenommen
die gärtneriſchen Arbeiten, die von einem Sachverſtändigen ausgeführt
werden ſollen. — Die Verwaltung gibt alsdann eingehend Auskunft
über den Stand der Verhandlungen hinſichtlich der Verwertung der
ehemaligen Zündholzfabrik. Die Verwaltung wird beauftragt, jetzt
energiſch auf Abſchluß des Kaufvertrages zu dringen und gegebenenfalls
das Anweſen anderweitig abzuſetzen. — Der Einwand der
Ausſtellungs=
leitung „Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge”, daß ein Schulſaal
zur Unterbringung der Ausſtellung nicht ausreiche, wird zur Kenntnis
genommen. Der Gemeinderat beſchließt, erfonderlichenfalls noch einen
zweiten Schulſaal hinzuzunehmen.
* Ober=Ranſtadt, 8. Juli. Oeffentliche Impfung. Nächſten
Dienstag, den 12. Juli, findet der diesjährige öffentliche Impftermin im
neuen Schulhauſe auf dem Schießberg ſtatt, und zwar nachmittags
2½ Uhr für die Schulkinder, die in 1927 12 Jahre alt geworden ſind
oder werden und nachmittags 3 Uhr für die Erſt=Impflinge (im Jahre
1926 geborene Kinder). Alle Impfungen im öffentlichen Termin werden
für den einzelnen unentgeltlich vorgenommen und es werden außer den
Pflichtigen auch alle diejenigen Perſonen geimpft, von welchen oder für
wvelche eine Impfung gewünſcht wird, insbeſondere auch die im
laufen=
den Jahre gebörenen Kinder — Am Montag, den 11 Juli, vormittags
111 Uhr, wird nach Bekanntgabe der Bürgermeiſterei verſchiedenes
Wind=
fallholz (Nutz= und Brennholz) aus dem Gemeindewald auf dem Nathaus
öffentlich. verſteigert.
* Groß=Umſtadt, 7. Juli. Aus dem Gemeinderat. Nach
erfolgter Prüfung der Hauptkommiſſion wurde heute der Voranſchlag
der Gemeinde Groß=Umſtadt für 1927 nochmals vergekragen und ohne
Bemerkungen genehmigt. Auch die Gemeinderechnung für 1925 wurde
vorgelegt und begutachtet. Erinnerungen wurden keine gemacht. Ebenſo
wurden die Voranſchläge der Oberreal= und Höheren
Landwirtſchafts=
ſchule=, ſowie der Höheren Bürger=Mädchenſchule für 1928 vorgelegt
und genehmigt. — Der Waſſerzins wird unter Bezugnahme auf 8 11
der Satzungen über den Bezug von Waſſer aus der ſtädtiſchen
Waſſer=
leitung wie folgt feſtgeſetzt: Bei vierteljährlichem Verbrauch bis zu 100
Kubikmeter, gleich 25 Pfennige, für die 100 Kubikmeter überſteigende
Menge bis zu 200 Kubikmeter gleich 20 Pfennige, für die 200 Kubikmeter
überſteigende Menge his zu 300 Kubikmeter gleich 16 Pfennig=, für die
300 Kubikmeter überſteigende Menge über zu 500 Kubikmeter gleich
13 Pfennige, für die 500 Kubikmeter überſteigende Menge bis 1000
Kubikmeter glei.! 10 Pfennige und ſür die 1000 Kubikmeter
über=
ſteigende Menge gleich 8 Pfennige für den Kubikmeter. — Die
Ver=
ſteigerung bezüglich der Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
vom 25. v. M. wird genehmigt. — Dem Kaufmann Heinrich Münch 2.
wird die Lieferung von 280 Ka. Fußbodenöl frei Verwendungsſtelle zum
Preiſe von 37,50 Mark pro 100 Kilogramm übertragen. — Die
Bau=
geſuche von Johs. Frieß 15. Wwe. und des Ludwig Fengel werden
ge=
nehmigk. — Dem Aubeiter=Radfahrerverein wird zum Ankauf eines
Ehrenpreiſes der Betrag von 25 Mark bewilligt. Außerdem werden
demſelben die Fichiten und Fichtenzweige koſtenlos geliefert; auch wird
Ldemſelben die ſtädtiſche Tanzbiihne koſtenlos geliehen. Endlich wird
dem Schwimmverein Groß=Umſtadt zum Ankauf von Ehrenplaketten
anläßlich des Bezirkswettſchwimmens ein Betrag von 75 Mark bewilligt.
* Michelſtadt, 8. Juli. Beendigung der Arbeit im
Stadion. Mit Rieſenſchritten gehen die Arbeiten im Stadion ihrer
PVollendung entgegen. Das Waſſer im Schwimmbad wurde noch einmal
völlig abgelaſſen, das Baſſin gereinigt und mit weiteren Vorrichtungen
für Nichtſchwimmer verſehen. Jür Rettungszwecke ſtehen verſchiedene
Stangen, Rettungsgürtel und ein Rettungsboot zur Veufügung. Der
Naſen des Luft=, Licht= und Sonnenbades und des Turnplatzes iſt in
ausgezeichnetem Zuſtande, ebenſo der Raſen auf dem großen
Ballſpiel=
feld und den Plätzen für Leichtathletik. Die Laufbahn iſt fertiggeſtellt;
fſie wird lediglich noch gewalzt. Ein reizender Anblick bietet das
Reſtau=
rautgebäude, das bekanntlich dem Pächter des Städt. Saalbaus
ver=
pachtet iſt. Macht der Bau ſchon von außen einen überaus freundlichen
Eindruck, ſo iſt man auch üüber die künſtleriſche Ausgeſtaltung im Inneren
auf das angenehmſte überraſcht. Die ganze Anlage erweckt dauernd
lebhafte Bewunderung, zumal ſie in ihrer Art einzig daſteht. Im
Gegen=
ſatz zu vielen anderen Schwimmbädern iſt das hieſige Schwimmbad
lbei 65 Meter Länge und 50 Meter Breite vollkommen betoniert, ſodaß
rnicht die geringſte Unreinlichkeit entſtehen kann. Wie ſchon gemeldet,
findet die Einweihung am 17. Juli ſtatt. An den Vorbereitungen zur
Einweihung wird von dem Ortsausſchuß für Leibesübungen und den
ingeſetzten ſtädtiſchen Deputationen fieberhaft gearbeitet. Da
hervor=
ragende Vertreter aller Sportarten erſcheinen, wird ein ſehr ſtarker,
nach vielen Tauſenden zählender Beſuch eintreffen.
Kurbehandlung nach dem Reichsverſorgungegeſetz.
Das Reichsverſorgungsgeſetz (RVG.) hat die nach früheren
Militär=
verſorgungsgeſetzen gewährten Leiſtungen erheblich ausgeſtaltet.
Beſon=
derer Wert wird darauf gelegt, die Folgen einer Dienſtbeſchädigung zu
beſeitigen oder doch nach Möglichkeit zu mildern. Das RVG. gewährt
daher Heilbehandlung, um das Verſorgungsleiden zu beſeitigen oder
weſentlich zu beſſern, eine Verſchlimmerung zu verhüten oder körperliche
Beſchwerden zu beheben.
Die Heilbehandlung wird im allgemeinen von den Krankenkaſſen
durchgeführt, wobei die Leiſtungen gegenüber der
Reichsverſicherungs=
ordnung nach manchen Richtungen erweitert ſind. Dagegen hat ſich das
Reich die orthopädiſche Verſorgung und die Kuren vorbehalten,
ein=
ſchließlich Heilſtättenkuren für Lungenkranke.
Vorausſetzung für die Badekuren iſt, daß ſonſtige Behandlungen
keinen geeigneten Erfolg hatten, wie ſolche nur von den in einem
Kur=
ort verfügbaren Mitteln zu erwarten ſind. Die Kurzeit beträgt in der
Negel vier Wochen.
Heilſtättenkuren werden in erſter Linie für Lugentuberkuloſe
bewil=
ligt, wenn das Leiden friſch aufflackert oder noch nicht gänzlich zur Ruhe
gekommen iſt. Kurdauer hier mehrere Monate, Verlängerung nach
Bedarf.
Ueber beide Arten der Kurbehandlung befinden die
Hauptverſor=
gungsämter Das Hauptverſorgungsamt Kaſſel hat im Rechnungsjahre
1925: 609 Badekuren und 585 Heilſtättenkuren, in den erſten neun
Mo=
naten des Rechnungsjahres 1926 778 Badekuren und 507 Heilſtättenkuren
bewilligt.
Nicht uerwähnt ſoll bleiben, daß auch die nach dem Offizier=
Pen=
ſionsgeſetz 06 verſorgten Offiziere unter gewiſſen Vorausſetzungen Kuren
durch das Hauptverſorgungsamt erhalten können. Sie zahlen die
hier=
für feſtgeſetzten mäßigen Durchſchnittskoſten und erhalten dazu auf
An=
trag eine Beihilfe.
Das Reich bedient ſich zur Durchführung der Kuren eigener, von
Fachärzden geleiteter Anſtalten: Verſorgungskuranſtalten. Außerdem
hat es an mehreren Orten mit Anſtalten Verträge abgeſchloſſen. In
beiden Fällen iſt ſorgfältige, ſachgemäße Behandlung bei guter
Unter=
kunft und Verpflegung ſichergeſtellt.
Zum Bereich des Hauptverſorgungsamts Kaſſel gehören die
Ver=
ſorgungskuranſtalten Bad Homburg und Bad Nauheim, ferner für
Heil=
ſtättenkuren die Verſorgungskuranſtalt Helſa und in beſchränktem
Um=
fange das Verſorgungskrankenhaus Hanau.
Die Verſergungskuranſtalt Bad Homburg iſt eine Stiftung des
Herrn Guſtav Weigand daſelbſt. Früher Hotel erſten Nanges, in und
nach dem Kriege ſtark verwohnt, iſt ſie jetzt durchgehend erneuert
wor=
den. Sie ſtellt nunmehr eine durchaus neuzeitliche Anſtalr mit eigenen
Kurmitteln dar. Die wichtigſte Heilanzeige bilden die Krankheiten der
Verdauungsorgane.
Die Verſorgungskuranſtalt Bad Nauheim iſt neuevdings in zwei
von der Stadt ermieteten Gebäuden ſehr zeitgemäß untergebracht; ſie
benutzt für ihre Inſaſſen — meiſt Herzkranke — die bekanntlich
vorbild=
lichen Heilmittel der Kurverwaltung. Daß hier wie in Bad Homburg
den Inſaſſen die Kurkarte koſtenlos zugeſtellt wird, ſo daß ihnen alle
dadurch bedingten Vorteile erwachſen, ſei nur nebenbei bemerkt.
Die als Heilſtätte für Lungenkranke dienende Verſorgungskuranſtalt
Helſa iſt kurz vor dem Kriege als Militärgeneſungsheim in beſonders
ſchöne Lage errichtet worden; ſie iſt Eigentum der Gemeinde, vom Reich
ermietet.
Verträge zur Dunchführung von Kuren beſtehen im Bereiche des
Hauptverſorgungsamts Kaſſel mit den Heilſtätten Oberkaufungen, Berka,
Waldhof, Elgershauſen, Sandbach i. O., Ruppertshain i. T. In
beſon=
deren Fällen werden Kuren für Tuberkulöſe im Deutſchen
Kriegerkur=
haus in Davos bewilligt.
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* Michelſtadt, 9. Juli. Vom Blitz erſchlagen wurde heute
nacht der 15jährige Adolf Hartmann, Sohn des Landwirts Adam
Hart=
mann zu Ober=Moſſau, als derſelbe im Begriffe war, ſeine Schafherde
nach Hauſe zu führen. Auch eine Anzahl Schafe fanden den gleichen
Tod. Das fürchterliche, die ganze Nacht anhaltende Gewitter, welches
von Freitag auf Samstag über unſere Gegend niederging, dürfte auch
die Feldfrüchte in nicht unbedeutendem Maße ungünſtig beeinflußt haben.
Beſuch von Deutſchamerikanern in Michelſtadt.
Die Stadtverwaltung hat anläßlich des Beſuches von etwa 90
Deutſch=
amerikanern, Mitglieder des Heſſen=Darmſtädter Volksfeſtvereins New
York, in einem Aufruf die Einwohnerſchaft aufgefordert, den Gäſten
durch Beflaggen und Schmückung der Häuſer einen beſonders herzlichen
und ehrenvollen Empfang zu bereiten. Von Seiten der Stadtverwaltung
wird denſelben beſondere Ehrung zuteil werden und durch dieſe eine
Führung durch die Sehenswürdigkeit der Stadt erfolgen. Nicht nur
Odenwälder, ſondern auch Michelſtädter befinden ſich unter den Gäſten.
* Erbach i O., 9. Juli. Vom Heſſen=Darmſtädter Volksfeſtverein
New York treffen am Sonntag, den 10. ds. Mts., von Heidelberg
kom=
mend, etwa 90 Damen und Herren, darunter viele Odenwälder, hier
ein, die zum Beſuche ihrer deutſchen Heimat in Europa weilen. Sie
werden nach Begrüßung durch die Stadt und nach Beſichtigung der
Sehenswürdigkeiten, abends nach Michelſtadt weiter fahren. — In dieſem
Jahre, und zwar am 19. und 20. Juli, werden ſeitens der
Kreisſchul=
verwaltung Ausflüge nach Heidelberg und Wimpfen unternommen.
Eltern und Freunde der Schulen können auch an der Fahrt teilnehmen.
Die letzte Schülerfahrt an den Rhein vom vorigen Jahr ſteht noch in
beſtem Andenken. — Am 7. Juli unternahm der „Kreisverband der
Bürgermeiſter des Kreiſes Erbach” ſeinen diesjährigen Jahresausflug
nach Sandbach und Höchſt i. O. In Sandbach wurde unter Führung
des Herrn Lehrer Brunner das neuerbaute muſtergültige Schulhaus
beſichtigt. Es ſchloß ſich ein Beſuch der „Ernſt=Ludwig=Heilſtätte” an,
wo Herr Dr. Banz die Führung übernahm. Ein Waldſpaziergang führte
nach dem Gaſthauſe des Herrn Tomada „Zum Schillertempel”, wo der
Ausflug mit einem gemütlichen Beiſammenſein ſeinen Abſchluß fand —
Am Montag, den 11. d. Mts., läßt die Okva um 7.55 und um 10.00
Uhr vorm. zum Beerfelder Pferde= Fohlen= und Zuchtviehmarkt einen
Sonderwagen laufen. — Die große Verkehrswerbe=Ausſtellung „Die
ſchöne deutſche Heimat” die während des Eulbacher Marktes in den
Näumen des alten Schulhauſes zu Erbach veranſtaltet wird, iſt bereits
von über 600 deutſchen Städten beſchickt worden. Die Ausſtellung
ver=
ſpricht verkehrstechniſch hochintereſſant zu werden. — Die diesjährigen
Nennen anläßlich des Eulbacher Marktes, am zweiten Marktag,
Mon=
tag, den 25. Juli, nachm. 1 Uhr, werden durch den vorgenommenen
Ausbau der Sportanlage auf dem Eulbacher Marktgelände die bisherigen
Veranſtaltungen bei weitem übertreffen. Es finden wieder Flach=,
Hürden= und Jagdrennen ſtatt.
* Fürth, 9. Juli. Preisſchießen. Der hieſige Kriegerverein
wird am 7. Auguſt ein Kleinkaliber=Preisſchießen am Kurhaus „Zur
Tromm” veranſtalten. Dabei kommen wertvolle Preiſe zur Verteilung.
Die in der Arbeitsgemeinſchaft der Heſſiſihen
Kreditgenoſſenſchaften zuſammengeſchloſſenen
Volfsbanken
gehören den drei Unterverbänden Darmſtadt, Kaſſel und Wiesbaden
des großen Deutſchen Genoſſenſchaftsverbandes e. V.
Berlin als Mitglieder an. Der Deutſche Genoſſenſchaftsverband
nimmt mit ſeinen rund 1400 ſtädtiſchen Kreditgenoſſenſchaften
hinſicht=
lich der Kapitalſtärke und der wirtſchaftlichen Kraft die erſte Stelle unter
den Genoſſenſchaftsverbänden ein; verfügten dieſe 1400 Volksbanken doch
Ende Oktober 1926 über ein Geſamtkapital von über 1,1 Milliarde Mark,
wovon allein rund 200 Millionen Mark auf das eigene Vermögen
ent=
fallen. Sie beſitzen demnach wirtſchaftlich die Stärke
einer Großbank, die ſie in bezug auf die eigenen
Mittel (120 Mill. RM.) ſogar übertreffen.
Auch den Heſſiſchen Kreditgenoſſenſchaften (Richtung Schultze=
Delitzſch) kommt innerhalb der heſſiſchen Wirtſchaft große Bedeutung
zu, wie aus den nachſtehenden Zahlen per 30. April 1927 zu erſehen
iſt. In dieſen Ziffern ſpiegelt ſich der Wiederaufſtieg der Wirtſchaft
wider, allerdings in einem weſentlich langſameren Zeitmaß als bei der
Großwirtſchaft, da die Kundſchaft der Genoſſenſchaften ſich ziberwiegend
aus den Kreiſen des erwerbstätigen Mittelſtandes zuſammenſetzt und
dieſer noch immer mit erheblichen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten zu
kämpfen hat.
Der in weiten Kreiſen der Bevölkerung wieder erwachte Sparſinn
und das ſrändig wachſende Vertrauen zu den genoſſenſchaftlichen
Volks=
banken hat den Heſſiſchen Kreditgenoſſenſchaften an Spareinlagen bis
Ende April 1927 wieder die ſtattliche Summe von über 20 Mill Mark
erbracht. An fremden Geldern ſtanden den berichtenden Genoſſenſchaften
am gleichen Zeitpunkt weitere 15,3 Mill. Mark zur Verfügung, ſo daß
mit einem Fremdkapital von insgeſamt 35,8 Mill. Mark gearbeitet wurde.
Das Eigenvermögen betrug demgegenüber 8,17 Mill., wovon zirka 60
Prozent auf die Geſchäftsguthaben und zirka 40 Prozent auf die
Re=
ſerven entfallen. Den täglich fälligen Verbindlichkeiten (einſchließlich
der Bankkredite) in Höhe von zirka 31 Mill. Mark ſtehen leicht
realiſier=
bare Werte von rund 10 Mill Mark — 30 Prozenr gegenüber; dieſe
Zahlungsbereitſchaft kann in kurzer Zeit ſtark erhöht werden unter
Heranziehung der zugeſagten, als Reſerve betrachtetenn Bankkredite
ſowie durch Verwertung der im Kreditgeſchäft gegebenen erſten
Sicher=
heiten.
Der weitaus größte Betrag des Geſamtkapitals der
Genoſſenſchafts=
banken iſt mit 42,5 Mill. Mark im Kreditgeſchäft angelegt; es waren
6,3 Mill. zum Ankauf von Wechſeln verwandt, während 36,2 Mill.
als Kontokorrent=Kredite und Vorſchüſſe ausgeliehen waren. Zieht
man in Betracht, daß die Einwohner=ahl. Heſſens zwiſchen 1,3 und 14
Millionen beträgt und davon hauptſächlich der gewerbliche Mittelſtand
für die Kreditgewährung der Heſſiſchen Kreditgenoſſenſchaften in Frage
kommt, ſo kann man wohl ſagen, daß die
Genoſſenſchafts=
banken einen eminent wichtigen Faktor im
Wirt=
ſchaftsleben des heſſiſchen Staates darſtellen; dieſe
Tatſache iſt leider bisher nicht immer genügend beachtet und gewürdigt
worden.
Die Geſamtbilanz ergibt 48,2 Mill. Mk. gegenüber 43,8 Mill, zu
Ende 1926 und 32,1 Mill. zu Ende 1925. Die Durchſchnittsbilanz iſt
von zirka 1,45 Mill. am 31, Dezember 1926 auf 1,7 Mill. am 30. April
1927 angewachſen, während ſich die Durchſchnittsſumme von
Sparein=
lagen und ſonſtigen Kundenguthaben in den vier Monaten von 107 auf
1,24 ſteigerte. Gegenüber dem Stand vom 1. Januar 1926 bedeutet dies
eine Durchſchnittsſteigerung von über 55 Prozent.
Aus den vorerwähnten Zahlen geht hervor, daß die heſſiſchen
Kredit=
genoſſenſchaften nach Kräften bemüht ſind, zu ihrem Teil durch finanzielle
Stärkung der mittelſtändiſchen Wirtſchaft zur Wiedererſtarkung des
deutſchen Wirtſchaftskörpers beizutragen.
* Winkel bei Lindenfels, 7. Juli. Heute wurden hier durch die
Gendarmerie Fürth i. O. ein verheirateter Knecht ſamt ſeiner Frau
rerhaftet. Veide waren aus der Fremde vor noch nicht langer Zeit
zugewandert und bei einem hieſigen Landwirt in Stellung getreten.
Man war hier überraſcht, als das Pänchen ſo unvermetet ausgehoben
und per Auto unter ſorgſamer Bewachung nach Fürth gebracht wurde.
Dem Vernehmen nach hat der Knecht mehrere Vergehen auf dem
Lerb=
holz. Es werden ihm Fahrraddiebſtähle nachgeſagt. Die geſtohlenen
Fahrräder ſoll er nuter der Hand weitar verkauft haben als eigene.
Fer=
ner hätte er ſich bei Geſchäftslenten der Umgegend als Sohn eines
rei=
chen Landwirts hier ausgegeben und allerlei Waren erſchmindeſt, ohne
ſie zu bezahlen und ohne noch jemals wieder erwas von fich hören zu
laſſen. Inwvieweit ſeine Frau als Mi viſſerin, Helferin und eventuell
ſogar als Mittäterin in Frage kommt, wird eine Unterſuchung ergeben.
* Alsbach a. d. B., 9. Juli. In öffentlicher Gemeinderatsſitzung
wurde der Gemeindevoranſchlag für das Rj. 1927 beraten. Der
Ge=
meinderat war vollzählig erſchienen. Es wurde die Erhebung einer
Um=
lage in Höhe von 18 190 RM. beſchloſſen, was gegen das Vorjahr eine
Steuerherabſetzung von ca. 3000 RM. bedeutet und von den Einwohnern
lebhaft begrüßt werden kann. Es ſind folgende Ausſchlagsſätze vom
Ge=
meinderat beſchloſſen: 1. Gebäude und Bauplätze 16 Pfg.; 2.
Grund=
beſitz 32 Pfg.; 3. Gewerbl. Anlage= und Betriebskap. 65 Pfg.; 4
Ge=
werbeertragsſteuer 90 Pfg.; 5. Sonderſteuer v. bebauten Grundbeſitz
38 Pfg
* Bensheim, 9. Juli. Todesfall. Gaſtwirt Heinrich Henzel
iſt im Alter von 51 Jahren in der Klinik in Heidelberg geſtorben.
Henzel war lange Jahre Rechner des Gaſtwirtevereins von Bensheim
und Umgebung.
* Heppenheim a. d. B., 7. Juli.
Odenwaldkraftwagen=
verkehrs=A.=G. Genannte Geſellſchaft gibt bekannt, daß der Wagen,
welcher fahrplanmäßig Montags um 6.45 Uhr morgens in Heppenheim
abgeht, am kommenden Montag, den 11. Juli, bis nach Beerfelden
durchfährt, um Intereſſenten den Beſuch des dortigen Pferdemarktes
zu ermöglichen. Die Rückfahrt erſolgt von Veerfelden nachmittags um
3,20 Uhr, ſomit iſt den Beſuchern des Pferdemarktes eine günſtige
Fahr=
gelegenheit geboten. — Unfall. Herr Hauptlehrer Heß, welher auf
einer Radtour begriffen war, ſtieß bei Schriesheim an einer Ecke der
Landſtraße mit einem Auto derart zuſammen, daß das Motorrad
voll=
ſtändig zertrummert und der Fahrer ſo ſchwer verletzt wurde, daß
letz=
terer in die Klinik nach Heidelberg übergeführt werden mußte.
* Heppenheim. 7. Jur:. Wir brachten die Notiz, es habe ein
Geiſtes=
kranker Selbſtmord auf den Schienen begangen. Es handelt ſich um
einen Pflegling des Philiypshoſpitals, nicht der Heppenheimer
Anſtalt.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 9. Juli. Obſt= und
Gemüſe=
ausſtellung in Darmſtadt. Der Vorſitzende des
Kreisobſtbau=
vereins, Herr Kreisdirektor Pfeiffer, macht die Ortsgruppen auf die
Landesausſtellung in Darmſtadt vom 15. bis 20. September
aufmerk=
ſam und empfiehlt, daß die Büürgermeiſter mit allen Mitteln darauf
hinwirken, daß die Ausſtellung recht reichhaltig aus dem Kreiſe beſchickt
wird. Herr Kreisobſtbauinſpektor Ohrtmann iſt beauftragt, allen
Aus=
ſtellern mit Rat und Tat zur Seite zu ſtehen.
* Von der Bergſtraße, 9. Juli. Die Heuernte geht nun ihrem
Ende entgegen. Hunderte von hochbeladenen Heuwagen ſah man dieſer
Tage den Dörfern zufahren, um das duftende würzige Heu in den
Scheunen zu bergen. Leider bleibt auch in hieſiger Gegend bezüglich
der Menge viel zu wünſchen übrig. — DerSaalbau am „Pfälzer
Hof” zu Weinheim macht gute Fortſchritte; man hat bereits mit dem
„Aufſchlagen” begonnen. Bis September gedenkt man die erſte Feſtlichkeit
darin abhalten zu können. — Lebensmüde. Die ledige 21 Jahre alte
Noſa Uhrig aus Oftersheim ließ ſich bei Schwetzingen von einem Zuge
aus Liebeskummer überfahren. In hoffnungsloſem Zuſtande kam die
Aermſte in das Krankenhaus nach Heidelberg.
* Gernsheim, 9. Juli. Das diesjährige Gauſtromſchwimmen des
Mittelrheingaues der deutſchen Turnerſchaft findet am morgigen
Sonn=
tag in Gersheim ſtatt. Veranſtalter iſt auch diesmal wieder der hieſige
Turnverein. Der Start beginnt nachmittags um 2½ Uhr und werden
folgende Strecken von Schwimmerinnen und Schwimmern zurückgelegt:
2000 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter und 7500 Meter. Das Ziel iſt bei
dem Gaſthaus „Zum Rheingold”, Beſitzer Johann Konrad Andres. Die
ganze Veranſtaltung ſteht unter der Aufſicht des Gauſchwimmwartes
Troſt=Darmſtadt. Während des Schwimmenz wird Konzert am
Rhein=
ſtrand abgehalten. Abends findet im bereits genannten Gaſthaus von
Andres Tanz ſtatt. Die Abendunterhaltung wird noch durch Stellung
von Pyramiden und Abbrennen von Feuerwerk verſchönert.
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Hirſchhorn, 9. Juli. Wafſerſtand des Neckars am
8. Juli: 0,80 Meter; am 9. Juli: 0,82 Meter.
* Gernsheim, 9. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
9. Juli, vormittags 6 Uhr: 1,32 Meter.
* Biebesheim a. Rh., 9. Juli. Eröffnung des
Gurken=
marktes. Der im ganzen Ried bekannte Biebesheimer Gurkenmarkt
ſiſt eröffnet worden. Der Markt findet bis auf weiteres an jedem
Diens=
tag und Donnerstag ſtatt.
* Crumſtadt, 6. Juli. Unſer Blumentag iſt gut verlaufen, alles
war geſchmückt mit blauen Kornblümchen. Die Kirche war dicht beſetzt
von Frauen und Mädchen, — wann wird man einmal eine ſo volle
Kirche ſehen, wo Männer und Jünglinge ſo dicht nebeneinander ſitzen
und ſo die Kirche füllen. — Legt ein rechtes Fundament für euer Leben,
gründet euch auf Chriſtus und ſein Evangelium, dann ſteht ihr feſt, ſo
rief uns in jugendlicher Begeiſterung Herr Pfarrvikar Schäfer zu, der
Feſtprediger des Tages. In packender, zu Herzen gehender Anſprache,
nedete Herr Studienrat Dr. Zimmermann auf der Nachfeier zu uns
üiber die Bedeutung der Frau und Mutter. Vielen kamen die Tränen,
denn ſie dachten ſicherlich an ihr liebes Mütterchen, als der Redner
er=
zählte, wie ſeine liebe Mutter mit ihren Kindern beim Gewitter gebetet
hat. Möchten doch unſere Frauen und Mädchen in unſerem Volk und
für unſer Volk noch retten, was zu retten iſt. Die Aufführung „Die
guten Geiſter des Hauſes” und die folgenden Reigen und Geſänge haben
ſicherlich Alt und Jung erfreut. Wir aber danken den lieben Frauen
und Mädchen, daß ſie kamen, den Leeheimern auch für ihre lieben
Bau=
ſteine. So etwas kann man brauchen. Dem Jungmädchenverein von
Biebesheim, von Hahn und von Pfungſtadt, vielen Dank für ihre Reigen
und Geſänge. Möchte doch auch unſer Jungmädchenverein, der ſich zum
erſten Male zeigte, und ſehr gefallen hat, mutig ſo weiterfahren und ſich
nicht irre machen laſſen.
* Bobſtadt, 8. Juli. Unter lebhafter Beteiligung der hieſigen
Ein=
wohner ſowie auch auswärtiger Intereſſenten fand die feierliche
Ein=
weihung der hieſigen neuerbauten Kirche ſtatt. Anläßlich dieſes großen
Ereigniſſes war unſer Dorf feſtlich geſchmückt und Jung und Alt
be=
grüßte am Morgen den aus Hofheim kommenden hochw. Herrn Biſchof
von Mainz. Während der Weihefeier, die ſich bis zum Mittag
hin=
zog, war die neue Kirche dermaßen überfüllt, daß infolge der Hitze
ver=
ſchiedene Leute Schwindelanfälle erlitten. Anſchließend an die
Weihe=
feier fand die Firmung der kath. Jugend ſtatt. Somit iſt endlich der
lange gehegte Wunſch der hieſigen kath. Einwohner erfüllt, und durch
dieſen Weiheakt die neue Kirche ihrer Beſtimmung übergeben.
* Walldorf, 7. Juli. Der Gemeindevoranſchlag für 1927/28
balanciert in Einnahmen und Ausgaben mit 92000 Mk. Die einzelnen
Steuerausſchlagsſätze ſind die gleichen wie im Vorjahre.
r. Guſtavsburg, 8. Juli. Das Brückengeld für Automobile und
Fuhrwerke auf der Koſtheim=Guſtavsburger Brücke iſt jetzt endgültig
in Wegfall gekommen, was zur beſſeren Abwicklung des Verkehrs von
großem Vorteil iſt.
* Rüfſelsheim, 8. Juli. Die von dem Amtsgericht Groß=Gerau
ein=
geleitete Unterſuchung über die gemeldete Tötung der
Ehe=
frau Hägly durch ein Laſtauto der chemiſchen Fabrik Merck=
Darmſtadt hat einen Beweis dafür, daß der Chauffeur Mitſchuid
an dem Unglucksfall trägt, nicht erbracht. Ein Strafverfahren wegen
fahrläſſiger Tötung wird nach dem Ergebnis der Unterſuchung
voraus=
ſichtlich nichr eingeleitet werden.
Rheinheſſen.
* Oppenheim, 8. Juli. Tödlicher Unglücksfall. Ein
ſchrecklicher Ungliicksfall ereignete ſich am Donnerstag nachmittag um
2 Uhr am Oppenheimer Bahnhof. Der 8jährige Karl Renzberg
ſprang auf einen mit Holz beladenen Laſtwagen mit Anhänger auf. Er
konnte ſich jedoch nicht halten und ſtürzte während der Fahrt ab. Das
Rad des Anhängers ging ihm üben den Kopf, ſodaß der Tod ſofort
ein=
trat. Den Wagenführer trifft keine Schuld.
M. Sprendlingen (Rheinh.), 9. Juli. Der Tod beim Baden.
Beim Baden in der Apfelbach erlitt der in Boſenheim bedienſtete Knocht
Peter Mecky, der im jugendlichen Alter von 21 Jahren ſtand und
aus Gutenberg bei Kreuznach gebürtig iſt, einen Herzſchlag. Der junge
Mann war ſofort tot.
m. Alzey, 8. Juni. Die letzten Jubiläumstage der
Volkerſtadt. Alzehs Feſttage ſind verrauſcht. Der letzte Tag des
Jubelfeſtes war vornehmlich der Jugend gewidmet. Nach einem
groß=
artigen Straßenumzug, an dem ſämtliche Schulklaſſen teilnahmen,
fan=
den auf dem Feſtplatz die Jugendwettkämpfe ſtatt, die von einem
Rei=
gen der Volksſchulen eröffnet wurden. Bei der 400=Meter=
Pendelſtaffette blieb die Oberrealſchule gegen die Aufbauſchule
Sieger. Das Handballſpiel zwiſchen den Genannten endete mit
einem 2:0=Siege der Aufbauſchule. Dann folgten die Stabfreiübungen
der Volksſchulen. Die weiteren Beluſtigungen für die Kleinen, wie
Sacklaufen. Wurſtſchnappen uſw., riefen unter ihnen große Begeiſterung
hervor. Das gegen Abend ſtattgefundene Kunſtfliegen hatte eine
rieſige Menſchenmenge angelockt. Bei herrlichſtem Flugwetter erſchien
kuirz nach 6 Uhr der Kunſtfliegen Jährling von Darmſtadt,
dem es als erſtem deutſchem Flieger nach dem Kriege vergönnt war,
über Alzey ſeine Kunſt zu zeigen. Kaum wurde das Flugzeug an
ſei=
nen beiden rot=weißen Wimpeln erkannt, als ſich ein Sturm der
Begei=
ſterung unter den zu vielen Taufenden erſchienenen Zuſchauern
aus=
löſt Es war ein herrlicher Anblick, als der Pilot ſeine Schleifen über
dem Feſtplatze zog Während die Kapelle das Deutſchlandlied ſpielte
und die Menge inbelte, ließ ſich der Pilot auf 30 Meter Tiefe nieder,
um mit beiden Händen dem Pablikum zu winken. Am eindrucksvollſten
waren ſeine Loopings, die Uebe ſchläge in der Luft, die er Dutzende
Male unter dem brauſenden Beifall der Menge ausführte. Majeſtätiſch,
wie er gekommen, verſchwand der Flieger nach etwa einſtündigem
Krei=
ſen und Kunſtfliegen über Alzey, um am Abend mit dem Auto in der
Feſthalle einzutreffen. Hies wurde er lebhaft gefeiert. Unter den
Klän=
gen des Deutſchlandliedes wurde er durch die Halle getragen. So
ver=
lief auch der letzte Abend der großen Jubelfeier in gleicher Harmonie
wie die vorhergehenden, wo Frohſinn und Luſtigkeit von der erſten bis
zur letzten Stunde vorherrſchten. Alzeys 650=Jahrfeier wird all denen,
denen es vergönnt war, daran teilzunehmen, unvergeßlich bleiben.
M. Bingen a. Nh., 9. Juki. Fuhrwerk und Eiſenbahn.
1 Toter. Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Sprendlingen
(Rheinheſſen) ſtieß der don Wöllſtein kommende Perſonenzug der
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft mit einem Ochſenfuhrwerk, auf dem
ſich 3 Perſonen befanden, zuſammen. Die drei Inſaſſen wurden vom
Wagen geſchleudert, wobei der Landwirt Lorenz Stoppelbein ſo
unglücklich auf den Kopf fiel, daß er auf der Stelle tot war. Die
an=
deren Inſaſſen — zwei junge Leute — kamen unverletzt davon. Der
Unfall trug ſich auf einem Uebergang, der niht durch Schranken
ge=
ſchüitzt iſt, zu.
Oberheſſen.
* Friedberg, 9. Juli. Heimatforſchung. Die amtliche
heimat=
kundliche Arbeitsgemeinſchaft unſere Kreiſes, die im Auftrag des
Lan=
desamts für das Bildungsweſen planmäßig an der Erforſchung der
Heimat arbeitet, um ſo die Grundlagen für das zu ſchaffende
Heimat=
buch des Kreiſes Friedberg zu gewinnen, hielt unter dem Vorſitz von
Prof. Dr. Blecher (Friedberg) eine ſehr gut beſuchte Tagung hier ab.
Faſt alle Schulen des Kreiſes waren durch ihre Vertrauensleute
ver=
treten. Nach der Berichterſtattung über die Darmſtädter Hauptagung
der Arbeitsgemeinſchaften ganz Heſſens, bildete der Hauptpunkt der
Tagesordnung die Beſprechung der vom Landesamt für das
Bildungs=
weſen ins Land hinausgegebene Fragebogen geſchichtlichen
In=
halts. Es wurden vor allem die Fragen, die auf die engen Beziehungen
der Orts= und Flurnamen zur Heimatgeſchichte hinweiſen, in ihrer
grundlegenden Bedeutung behandelt. In reger Ausſprache konnten dann
Arbeitseinteilung und Arbeitsweiſe weſentlich geklärt werden, ſodaß für
die nächſte Zeit ſchon mit größeren Ergebniſſen der Einzel= und
Gemein=
ſchaftsarbeit zu rechnen iſt. Beſchloſſen wurde die Bildung von kleineren
Arbeitsgruppen, in denen jeweils die Orte zuſammengefaßt ſind,
deren Geſchichte im weſentlichen aus der gleichen Quelle fließt. Zur
Einführung in die praktiſche Seite der Heimatforſchung ſollen, nachdem
nun die theoretiſchen Vorarbeiten und die Sammlung und Sichtung des
in der Literatur zerſtreuten Materials ſchon gut vorangeſchritten ſind,
Einführungskurſe in die Archivwiſſenſchaft ſtattfinden. An
dieſen können ſich jeweils 10 Lehrer beteiligen. Das Urkundenleſen wird
im Vordergrund der praktiſchen Arbeit ſtehen. Das heſſiſche
Staats=
archiv in Darmſtadt unterſtützt in dankenswerter Weiſe die Tätigkeit
der heimatkundlichen Arbeitsgemeinſchaften. Es iſt zu jeder
ortsgeſchicht=
lichen Auskunft bereit und vermittelt auch Regeſten aus archivaliſchem
Material, das außerhalb Heſſens aufbewahrt und ſür die Geſchichte
mancher Orte des Kreiſes von Bedeutung iſt. Zur Kenntnis gegeben
wurde ein vom Staatsarchiv aufgeſtelltes wertvolles Verzeichnis, das
für jeden einzelnen Ort unſeres Kreiſes die heſſiſchen und nichtheſſiſchen
Archive angibt, die für die betreffende Ortsgeſchichte in Frage kommen.
* Gießen, 9. Juli. Zwei Schwerverletzte kamen geſtern
abend in die chirurgiſche Klinik. Der 17 Jahre alte Primaner Heinrich
Schäfer vom Realgymnaſium ſtürzte infolge Gabelbruch mit dem
Fahr=
rad kopfüber aufs Pflaſter. Er trug ſchwere Verletzungen an Kopf und
Arm und eine Gehirnerſchütterung davon. In den Tonwerken Wilhelm
Gail erlitt ein Arbeiter einen doppelten Oberſchenkelbruch. Beide
Schwerverletzte wurden von der Sanitätskolonne in die Klinik gebracht.
* Büdingen, 8. Juli. Baupläne zur Verſchönerung des
Stadtbildes. Die Stadt legt inmitten der Hauptſtraßenzüge des
weſtlichen Stadtteils einen Sport= Spiel= und Marktplatz an. Ferner
ſind mehrere Grünanlagen projektiert, und gelegentlich der
Feldberei=
nigung ſollen Alleen nach dem Pfaffenwald geſchaffen werden. Die
Feld=
bereinigung iſt im Werden begriffen, die Vorarbeiten ſind im Gang.
Von ihr erhofft die Stadt viel für ihre weitere Entwicklung. Von
In=
tereſſe iſt, daß die Stadt ihre Waſſerleitung erweitert und verbeſſert hat
durch die hochgelegene Quelle des 5 Kilometer von der Stadt entfernten
verſchwundenen Pfersbach. So hat die Stadt eine Waſſerleitung mit
natirlichem Hochdruck erhalten, welche die höchſtgelegenen neuen
Villen=
anlagen an den Berghängen z. B. am Wilden Stein und am
Pfaffen=
wald mit vorzüglichem Trinkwaſſer verſorgt. Die geplante weitere
Bebauung dieſer Höhenanlagen wird damit begünſtigt. Hand in Hand
damit geht der Ausbau der Kanaliſation, die Straßenpflaſterung der
Ortsdurchfahrten, die Anlage von Fußſteigen uſw. Büdingen beſitzt ſchon
ſeit 1910 eine Baupolizeiverordnung, welche die altertümlichen
Bau=
werke gegen Abbruch und Verſchandelung ſchützt; zahlreiche Gebäude
aus dem Mittelalter ſtehen bereits unter Denkmalſchutz.
* Aus Oberheffen, 9. Juli. Wegen Untreue im Amt hat ſich
der Gemeinderechner Lein aus Bleidenrod vor dem Schöffengericht
in Gießen zu verantworten. Er hatte ein leichtſinniges Leben geführt
und zur Begleichung der Zechſchulden Geld aus der Gemeindekaſſe
ent=
nommen, auch Fälſchungen ausgeführt. Er erhielt ein Jahr Gefängnis.
— Ein älterer Schneidermeiſter aus Alsfeld verging ſich an einem
Schulmädchen. Wegen Sittlichkeitsverbrechen verurteilte ihn
das Schöffengericht zu einem Jahr Gefängnis. — Wegen tätlichem
An=
griff auf einen Vorgeſetzten erhielt der vorbeſtrafte Obergrenadier Rittel
acht Monate Gefängnis. — In Heuchelheim ſtarb der Altveteran
von 1866 Landwirt Heinrich Kröck 2. im hohen Alter von 88 Jahren. —
In Gießen feierte das Ehepaar Wagenmeiſter Ludwig Jung das
Feſt der goldenen Hochzeit. — Ein ſchwerer Unfall ſtieß einer
Frau in dem Zug der Bahnlinie Gießen=Wetzlar zu. Sie ſaß im Abteil
4. Klaſſe an der Tür und hatte ihre rechte Hand an die Tür gefaßt.
Beim Zuſchlagen der Türe wurde ihr der Zeigefinger
voll=
ſtändig abgequetſcht. — Auf der Burg Hohenſolms, dem
Stammſchloß des Fürſten zu Lich, wird vom 30. Juli bis 3. Auguſt
eine chriſtdeutſche Studententagung abgehalten werden. Der
Bund deutſcher Jugendvereine wird ebenfalls an dieſer Tagung
teil=
nehmen. — Die Stadt Butzbach hat ihren Voranſchlag für 1927
in Höhe von 454 000 Mk. in Einnahme und Ausgabe feſtgeſetzt. Aus
Gemeindeumlagen ſind 149000 Mk. aufzubringen. Das
Elektrizitäts=
werk zeigt einen Voranſchlag von 260 000 Mk., das Waſſerwerk von 40000
Mark. Das Elektrizitätswerk erzeugte 1926 1 464 000 Kilowattſtunden
Strom. Das Verkehrsweſen der Stadt hat im letzten Jahre eine ſehr
günſtige Entwicklung genommen, die Stadt wurde durch mehrere
Auto=
linien mit den heſſiſchen und preußiſchen Nachbarorten verbunden. Der
weitere Ausbau der Verkehrslinien iſt beabſichtigt. — Beim Abreißen
eines alten Gebäudes in Unterſchmitten fand man Dachziegel mit
der Aufſchrift: Peter Uhl Kohden 1669 bis 1670. — In das Geſchäft von
Philipp Kropp zu Grünberg wurde ein ſchwerer Einbruch verübt
und wertvolle Konfektionsware geſtohlen. — Bei Alsfeld verunglückte
mit dem Motorrad der Gaſtwirt Heinrich Maurer aus Traiſa
tödlich. Er brach das Genick und ſtarb. — Eine blutige Schlägerei
entſtand auf dem Sängerfeſt zu Rudigheim bei Homberg a. d. Ohm.
Ein Mann wurde bewußtlos weggetragen.
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Mahnend:
Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927
Seite 13
Zwiſchen Rhön und Pogelsberg.
Unſere Tagung in Fulda war zu Ende, und vier freie
Tage galt es auszunutzen. Fulda ſelbſt, in dem wir ſauber und
bei beſter Verpftegung untergekommen waren, kannten wir:
ſeinen Dom, dieſen in ſeinem Innern vorzüglichſten deutſchen
Barockbau, und ſeine Umgebung. Wie oft waren wir von
Als=
feld her um Kalvarienberg und Frauenberg in weitem Bogen
herum gefahren, die Höhen des Vogelsbergs hinter uns laſſend
und vor uns alle die Kuppen der Rhön aufgereiht, vom „
Heu=
fuder” der Milſeburg an über die Große
Waſſer=
kuppe bis zum Kreuzberg. Von Kundigen wurden wir
beſchieden, mit dem Poſtauto bis Poppenhauſen (ſtatt mit
der Bahn bis Gersfeld) zu fahren; und von hier aus ſtiegen wir
zu Fuß (weit rechts bleiben Wachtküppel und Goldloch) unten
am Pferdskopf her hinauf zur Höhe der Großen
Waſſer=
kuppe wo wir in einem freundlichen Gaſthaus, in dem’s nicht
nur heißes Waſſer für „Erbſtwurſt” gibt, Aufnahme fanden.
Herrlich iſt der Rundblick von dem kahlen baſaltiſchen Rücken
aus 950 Meter Höhe: nach Norden und Süden die Rhönberge;
von Norden bis Nordoſten der Thüringer Wald; im Weſten
Fulda und dahinter Vogelsberg und Knüllköpfchen.
Unſer Beſuch gilt auch der Darmſtädter Akademiſchen
Fliegergruppe, die uns als Darmſtädter gern willkommen
heißt. Gerade werden zwei Apparate herausgezogen und
ein=
fachere Flugaufgaben von zwei Schülern ausgeführt. Es klappt
alles vom Aufſteigen, Losmachen bis zum Landen und
Wieder=
heraufholen der Apparate. Mit guten Wünſchen ſcheiden wir
von der gaſtlichen Stätte.
Unſer Weg führt weiter über den bewaldeten, zerklüfteten
Klingſteinfelſen der Milſeburg, mit den Reſten einer
vor=
geſchichtlichen Befeſtigung am Fuß des Berges und einer
Kreu=
zigungsgruppe von 1756 auf dem Gipfel, über Wendebuche nach
Schloß Bieberſtein mit dem Deutſchen
Landerzie=
hungsheim und mit der Bahn zurück nach Fulda.
Andern Tags bringt uns die Bahn nach Salzſchlirf,
dem zwiſchen bewaldeten Hängen geſchützt gelagerten anmutigen
Bad. Man möchte es den heſſiſchen Vorpoſten auf preußiſchem
Boden nennen denn alle Ausflüge, die von hier aus, auch nach
dem Programm der Kurverwaltung, unternommen werden,
füh=
ren in heſſiſches Gebiet, ſo nach Lauterbach und Schlitz.
Der 1746 erbohrte Bonifatiusbrunnen iſt ſchön gefaßt
und wird von Gichtkranken und Rheumatikern mit Erfolg
be=
ſucht. Gepflegte Kuranlagen zwiſchen Badhof und Kurhaus
er=
höhen die Freude des Aufenthalts.
Lohnend ſind die Spaziergänge zur Mariengrotte am
Weſthang des 430 Meter hohen Strangelbergs und weiter über
Forſthaus Willina nach unſerm hübſch gelegenen oberheſſiſchen
Städtchen Schlitz mit alten Fachwerkbauten (Schachtenburg
1557). Die mittelalterliche Stadtſilhouette (
beſon=
ders gut vom Bahnhof aus) mit Renaiſſanceburg (Vorderburg),
Stadtkirche (13. Jahrhundert) und Hinterburg mit hohem Turm
prägt ſich unvergeßlich ein. Hier, wo eine mehr als 1110jährige
Kirchweihe gefeiert wird, haben ſich auch die alten Trachten
erhalten, und wie die Kirche Spuren aller Stile und
Jahrhun=
derte ſeit 812 an ſich trägt, erzählt die Stadt von großer
Ver=
gangenheit, tapferen Kämpfen im Dreißigjährigen Krieg und
ſchlimmen Kriegsnöten im Siebenjährigen, als ſich hier in
weni=
gen Jahren an die 164000 Mann einquartierten! Gern muſtern
wir die Auslagen der Schlitzer Leineninduſtrie und
möch=
ten, wenn nur der Beutel nicht ſo knapp wäre, mancherlei gut und
billig an der Quelle kaufen.
In Salzſchlirf ſpielt die Kurkapelle dreimal täglich;
dreimal wöchentlich erſcheint die Salzſchlirfer Kur= und
Theater=
zeitung, in Lauterbach gedruckt; allabendlich wirkt im Kleinen
Kurtheater ein äußerſt vorteilhaftes Enſemble. Gilberts
Operette „In der Johannisnacht”, dieſe nach franzöſiſchem Rezept
gebraute Miſchung aus Sentimentalität, Drolerie und
Wort=
komik, ward flott geſpielt und geſungen und höchſt verdient
applaudiert. Alte Damen und ſtämmige, gutgenährte Holländer,
Gäſte aus allen Ecken des Reiches, auch aus Darmſtadt,
jeder=
mann unterhielt ſich vorzüglich. Beſonders neben mir ein junges
18jähriges Mädchen mit marmorweichen Zügen und geknotetem
Haar, „wilde Sünderherzen” an die Prinzeſſin in Lenaus Fauſt
mahnend:
„Mag auch des Sünders Herz zur Luſt entflammen
Wenn er in deine Zauberfülle blickt,
Doch ſieht er auch dein Ewiges und ſchrickt
An dir, du Himmelsabgrund! ſcheu zuſammen.”
Andern Tags über die Bahn hinauf zum Söderberg,
der aus ſeinem Sandſtein die kohlenſäurehaltigen Kochſalzquellen
des Bonifatiusbrunnens ſpendet, und von der Marienluſt
ſchweift der Blick noch einmal übers fruchtbare Land hin zu den
fernen Bergen der Rhön. Das Wirtstöchterlein pflückt
Erd=
beeren aus dem Garten unter uns und ſetzt ſie uns mit
Schlagſahne als angenehmſtes Frühſtück vor.
Um 10.49 Uhr fuhren wir nach Fulda und in ſonniger Fahrt
durch Fulda= und Kinzigtal, wo überall Heu gewendet und
ge=
laden wird, nach Gelnhauſen, der alten Kaiſerſtadt des
Kinzigtals, in der vor 300 Jahren der Verfaſſer des „
Abenteuer=
lichen Simplicius Simpliciſſimus”, Chr. v.
Grimmels=
hauſen, geboren wurde. Die viertürmige Marienkirche
grüßt weit ins Land hinein, und ſelbſt der läſſige Reiſende, der
— wie ſo viele an der Bergſtraße — nur vorüberfährt, wird
vom Fenſter ſeines Zugs die efeuumrankten Reſte der
hohen=
ſtaufiſchen Kaiſerpfalz aus rotem Sandſtein bemerken. Wir
wandern durch die Wieſen zur Pfalzinſel, durchs Meßtor über
die Burgſtraße zu den ſtattlichen Reſten des eigentlichen Palas
Jeruſalemer Tor, Büdingen.
mit Prachtſtücken romaniſcher Meißelarbeit, vor allem Fenſter
mit reichgeſchmückten Doppelſäulen. Während wir jenſeits des
grabens am Hexenturm (1447) vorbei zum alten Romaniſchen
(Rat) Haus aufſteigen, das man anfangs des 19. Jahrhunderts
mit einem Stall vermauerte und 1881 wieder freilegte, berichtet
unſer Führer, daß Philipp Reis, der Erfinder des erſten
elek=
triſchen Telephons, hier 1834 geboren wurde. Die Kirche
1876—79 gut wieder hergeſtellt, iſt ein Meiſterwerk des
Uebergangsſtils (etwa 1230), in dem deutſch romaniſche und
franzöſiſch=frühgotiſche Formen zu einer wundervollen Einheit
verſchmolzen ſind: prachtvolle Tore am Querſchiff, im Innern
Säulenkniffe, Lettner und Glasgemälde!
Vom Stadtgarten aus, mit ſchönem Blick auf die Stadt,
vertrauen wir uns der Markierung des V. H. C. an und
wan=
dern in gut vier Stunden durch den Büdinger Wald über
Gettenbach, Hain=Gründern und Jagdſchloß Tiergarten nach
Büdingen, dem aus dem 14. Jahrhundert ſtammenden alten
Städtchen, das noch heute auf der Nord= und der Weſtſeite von
ſeiner alten, aus rotem Sandſtein aufgeführten Stadtmauer mit
niedrigen Rundtürmen umſchloſſen wird. Die geruhige Nacht
im „Stern”, wo für ausgezeichnete Verpflegung — ſolide und
preiswert! — geſorgt iſt, empfinden wir als Kontraſt zu Tags
vorher beſonders angenehm; war uns doch in S. auf Befragen
der Zimmerpreis (ohne Frühſtück und Bedienung) mit 2,50 bis
2,75 RM. genannt worden, und andern Tags ſtand 3.— RM.
auf der Rechnung, die noch durch die unverſchämte Forderung
eines Hoteldieners übertroffen wurde! Der Reiſende will gewiß
nicht knauſern; aber er möchte doch gern das Gefühl der
Soli=
dität (und nicht der gleitenden Preiſe) haben. Drum lob’ ich
mir Büdingen!
Die Stadt nimmt den vom Bahnhof Kommenden durch das
Jeruſalemer Tor (1503 vollendet) auf. Doch es lohnt ſich,
zuerſt außen an der Stadtmauer entlang über den „Lohſteg” zu
gehen und von der ſüdweſtlichen Ecke her die ſehr
eindrucks=
volle Partie am Mühlentor mit dem Steinernen Haus
dahinter zu betrachten.
Sehenswert im Stadtinnern ſind Rathaus (ſpätgotiſcher
Quaderbau aus dem 15. Jahrhundert mit Storchenneſt und
lebhaft ſchnäbelnder Familie) in der „Altſtadt” die im Süden
von dem Steinernen Haus (um 1500) mit Treppengiebel
und ſehr ſchönem Erker abgeſchloſſen wird; Stadtkirche mit
zahlreichen Um= und Anbauten; das Schloß der Fürſten zu
Yſenburg=Büdingen, eine Waſſerburg aus dem 15.—17.
Jahr=
hundert (mit zwei Höfen, 35 Meter hohem romaniſchen
Berg=
fried, Kapelle und Park). Beim Eingang durch den Torbau ſitzt
ein alter Wächter, in deſſen Wachtſtube meine Kamera, in
ſchützen=
der Nähe von drei alten Sabuln aus 48, verwahrt wird.
Auch die etwa zwei Stunden entfernte Ronneburg,
dieſer äußerlich noch wohlerhaltene Bau aus dem 16.
Jahrhun=
dert, mit dem berühmten maleriſchen Turm (Das Maleriſche als
Ergebnis der Zweckbeſtimmung!) wird aufgeſucht, und auf dem
Weg dahin Herrnhaag, die Herrnhuterſiedelung aus der
Mitte des 18. Jahrhunderts.
Durch Büdingens winklige Gaſſen und Gäßchen ſchlendere
ich dann wieder an engen Höfen und niedrig, puppig=
verkrampf=
ten Häuschen vorbei, nach „Objekten” für meinen Hiſtorienhunger
und meine Kamera ausſchauend. Manche ſaubere
Steinhauer=
arbeit zeigt ſich verſteckt und vergraben; ſchräg dem Amtsgericht
gegenüber ſteht ein prächtiger farbiger Fachwerkbau mit
Toreinfahrt von 1509 und zierlichen Sandſteinſäulen auf der
Innenſeite. In der Obergaſſe erklettere ich auf alter
Wendel=
treppe, die dem an die Stadtmauer angebauten Hauſe als
Ge=
räteraum dient, die Mauer mit kleinem Gärtchen darauf, um den
ſo eindringlich=repräſentativen Oberhof, einen
Renaiſſance=
bau von 1569 mit maleriſcher Hofſeite (Fachwerkbau)
aufzu=
nehmen. Ein Bäumchen, das hier, wie überall Sträucher, Hecken
und Bäume auf den alten Türmen und Mauern, wächſt, verſperrt
die Ausſicht und macht alle Mühe zu Schanden.
Hat man im 19. Jahrhundert manches bemerkenswerte
Bau=
werk der alten Stadt untergehen laſſen, ſo wird jetzt durch
Ortsſtatut die Erhaltung des Alten und Neubau im alten
Stil gewährleiſtet. Auch die „Farbe im Stadtbild” die
in Thüringen in viel ſtärkerem Maße und manchmal
heraus=
fordernd grell die Dörfer erobert, kommt hier langſam zu ihrem
Recht; in der Kronengaſſe z. B. waren 4 bis 5 Häuſer ſympathiſch
aufgefriſcht.
Aber zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Bruſt. Die Liebe
zum Alten und die leiſe, aber immer wieder ſich meldende
Forderung nach neuer Sachlichkeit. Wenn man ſieht, wie
ſich der hochbeladene Heuwagen durch die engen Gäßchen zwängt
und das Heu nachgeleſen wird, das ſich an den Hauswänden
abgeſtrichen hat, da möchte man den ganzen Raritätenkaſten voll
Romantik und drangvoll=fürchterlicher, ungeſunder Enge gegen
eine neue Welt voll Licht und Weite eintauſchen! Aber dieſe
Welt geſtaltet ſich nicht nach unſeren zwieſpältigen Wünſchen;
wir müſſen ſie ſchon nach ihren Geſetzen werden laſſen.
Vielleicht iſt es ſentimental, auf Friedhöfe zu flüchten; aber
aus den Grabplatten mit der zierlich=feingeſchwungenen Schrift
des 18. Jahrhunderts, die ſich gerade auf dem Büdinger
Friedhof, draußen vor der Stadt, wohlgeordnet um die alte
Remigius=Kapelle aufgereiht haben, ſprechen
Genera=
tionen zu uns, ſtark im Wollen, ſtärker im Glauben, ſtärker noch
im Dienen. Keine breiten Staatswege; nichts Pompöſes.
Schlichtes Haus und weihevolle Stille umfängt uns zwiſchen
dieſen engbewachſenen, liebevoll gehüteten Gräbern, umrauſcht
von alten Bäumen und überwuchert von Efeu und Roſen, und
läßt uns Zwieſprache mit der Vergangenheit halten
Da mahnt aus hohem Himmel ein Flugzeug durch das
ent=
fernte, gleichmäßige Surren ſeiner Maſchine an die
Gegen=
wart der wir tatkräftig dienen ſollen — und wollen.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iff die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
New York City. Da wird es nötig ſein, daß Sie ſich die
Bezugs=
bedingungen verſchaffen und dieſe ſtudieren, bevor Sie feſt abſchließen.
K. St. Das Mieteinigungsamt teilt mit, daß die gewerblichen
Räume auch unter die Erhöhung fallen.
St., hier. Da das Geſetz für dieſe Räume keine Ausnahme macht, ja.
W., hier. 1. Wenden Sie ſich an den Heſſiſchen Automobilklub.
2. Darüber belehrt ein im Buchhandel käufliches Flaggenbuch. 3 Auf
ſolch allgemeingehaltene Anfragen iſt unmöglich, Antwort zu erteilen.
J. 100. Sie müſſen, um die Aufhebungsklage anſtrengen zu können,
das Armenrecht bei Gericht nachſuchen und ſich ein Armutszeugnis
vor=
her beim Ortsgericht (Hügelſtr.) beſchaffen.
„Rente‟. Wenden Sie ſich an das Reichsverſicherungsamt für
An=
geſtellte in Verlin.
Wir unterlassen es diesesmal Preise
anzu-
führen, sondern geben unseren werten
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den bekannt, daß wir während des Saison-
Ausverkaufs alte Artikelunseres Hauses zu
herabgesetzten Preisen verkäufen. Es
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
(Nachdruck verboten)
So flogen für Chriſtine die Tage, Wochen, Monate und bald
Jahre dahin in ſteter Arbeit, nur das eine Ziel vor Augen:
Vorwärts — nufwärts und nicht zurückſchauen. Keine
Erinne=
rung von einſt toehte in ihr jetziges Leben mehr hinein.
Jeg=
liche Verbindung mit der Heimat war gelöſt, und es hatte faſt
den Anſchein, als habe das junge Mädchen in dem fremden
Lande, unter fremden Menſchen, eine neue Heimat gefunden.
Freunde und Verkehr hatte ſie zwar ſo gut wie nicht, da Miß
Dobbs mit der Zeit immer mehr Arbeit auf Chriſtinens junge
Schultern geladen hatte, ſo daß ſie die wenige freie Zeit, die ihr
noch verblieb, am liebſten für ſich allein verbrachte. Sie hatte
nun die Mittel, ſich alle die Bücher und Zeitſchriften aus
Deutſchland kommen zu laſſen, die ſie ſich früher aus Geldmangel
hatte verſagen müſſen, deren Beſitz ihr nun ſo viele
genuß=
reiche Stunden brachte. Sie lebte dann im Geiſte wieder völlig
in Deutſchland, in der Heimat, und las mit glühendem Herzen
von der Schönheit und Größe ihres Vaterlandes, das ſie erſt
hier in der Fremde mit tauſendfältiger Liebe hatte ſchätzen
ge=
lernt, und nach dem ſie ſich in ſolchen Augenblicken inbrünſtig
ſehnte. Doch für ſie gab es noch keine Erfüllung dieſer
Sehn=
ſucht der noch war ihr Ziel nicht im entfernteſten erreicht. Aber
daß ſie auf dem beſten Wege dazu war, es zu erreichen, das fühlte
ſie mit jedem neuen Tage, und das gab ihr die Kraft und die
Luſt, die Fülle der Arbeit zu bewältigen, die ihr oblag.
Eines Vormittags war ſie, von den Getreideſpeichern
zurück=
kommend bei Miß Dobhs eingetreten, als dieſe mit einem
Be=
ſucher mitten im eiſrgiſten Geſpräch war. Chriſtine trug ein
elegant gearbeitetes, baſtfarbenes Sommerkleid, das ihre
dunk=
len Farben vorteilhaft hervorhob. Sie ſah ſo friſch und hübſch
aus, daß der blonde, hünenhafte Mann ſich mehrmals nach ihr
umwandte und ſich plötzlich ſchallend auf die Knie ſchlug:
Confoundet, Al:ss! Wir kennen uns doch — täuſchte ich mich
— hä — Mif Dobbs —?” wandte er ſich wieder zögernd an
die ulte Dame. „Nein — jetzt hab’ ich’s! Ich ſah Sie vor zwei
oder drei Jahren in Hamburg bei Krüß und Co. Sie ſelbſt haben
mir damals die Verträge ausgeſchrieben. Stimmt’s?”
Da wurde Chriſtine rot bis unter die Haarwurzeln, was
der blonde Rieſe entzückend fand, und ſie ſagte: „Ja, Miſter
Broſvn, das ſtimmt.”
„Ja, aber nun ſagen Sie mir um’s Himmels willen, wie
kommen Sie bloß von Hamburg nach Winnipeg? —
Ausgerech=
net nach Winnipeg!!” rief er im höchſten Grade beluſtigt über
dieſe Geſchmaiksverirrung Chriſtinens aus.
Das aber ließ Miß Dobbs: Heimatsdünkel nicht durchgehen,
und ſie erwiderte für Chriſtine: „Es wird keiner gezwungen,
nach Winnipeg zu kommen, mein Lieber, und wem es hier nicht
paßt, der kann draußen bleiben. Und ſchließlich iſt Winnipeg
ja noch immer keine Kalgarry!” ſchloß ſie anzüglich ihre Rede.
„Aha, das geht auf mich!” lachte Brown zu Chriſtine
hinüber. „Da wohne ich nämlich manchmal — ja, denn meiſt
bin ich ja unterwegs. In Europa war ich damals das erſtemal
übrigens. Mein Freund Stoewing —” und zu Mif Tobhs
ge=
wandt, „Sie können doch auch Ernſt Stoewing, Vaneouver?
wvohnt jetzt in Hamburg; kurz und zut, er lud mich ein, ihn bei
meiner Euroyareiſe dorr zu beſuchen. Er brachte mich auch mit
Früß zuſammen mit noch einem Landsmann, erinnern Sie ſich?
— Na, und da ſah ich die Miß. Nicht wahr, ſo iſt’s?”
Chriſtine nickte nur, ganz verwirrt. Sie kam ſich vor wie
ein ſteckbrieflich geſuchter Verbrecher, deſſen Fährte man nun
gefunden.
„Aber nun möchte ich wirklich wiſſen, wie Sie bis hierher
gekomien ſind?” meinte er ganz naiv.
„Ach was — diel Wiſſen macht Kopfweh, und alles wiſſen
begräbt die Neugierse, und das wäre doch wirklich ſchade bei
Ihnen”, entgegnete wieder ſtatt Chriſtine die alte Dame. Sie
fühlte, wie unangenehm dem jungen Mädchen jetzt dieſes
Fra=
gen war, denn ſie kannte deren Lebensgeſchichte vom erſten bis
zum heutigen Tage dvie ihre eigene. „Aber damit Sie’s wiſſen,
Miſter Brown. ich habe mir die junge Dame ſelbſt hierher
ge=
holt, zu meiner Entlaſtung. Sind Sie nun beruhigt?”
„O, vollkommen, Miß Dobbs, vollkommen!” verſicherte er
treuherzig und nahm ſich dabei vor, bei der nächſten Gelegenheit
einmol bei Krſß; anzufragen, was es mit dieſem bildhübſchen
Mädel auf ſich habe, daß es bis nach Winnipeg verſchlagen
wer=
den mußte, um hier zu verſauern. Dazu war ſie doch wirklich
zu ſchade. Sein Junggeſellenherz wurde ordentlich warm bei
dem Anblick dieſer liebreizenden Sekretärin.
Als er ſich dann bald darauf verabſchiedete, ſchüttelte er
auch Chriſtine kräftig die Hand: „Und foll ich auch Hamburg
und die Hamburger von Ihnen grüßen, wenn ich nächſtens
vielleicht mal wieder hinkomme?” fragte er in ſo
herzgewinnen=
der Weiſe, daß Chriſtine ihre Beklommenheit ſchwinden fühlte
und ihm zum erſten Male voll in das ſympathiſche Geſicht
blickte.
„Miſter Vrown, ich wäre Ihnen ſehr dankbar, wenn Sie
mich weder in Hamburg noch bei den Hamburgern überhaupt
erwähnten.” ſagte ſie darauf und fügte noch hinzu: „Es iſt mir
nußerordentlich diel daran gelegen, daß niemand dort erfährt,
tor ich bin. Den Grund hierfür kann ich Ihnen nicht ſagen,
aber Miß Dobbs weiß ihn und wird meine Bitte gewiß
ver=
ſtehen.”
Die alte Dame nickte zuſtimmend. Da ſtreckte ihr Miſter
Brown noch einmal die Hand hin: „Nun, wenn es weiter nichts
iſt,” meinte er, „das will ich Ihnen gern verſprechen. Jonny
Browu kann auch ſchweigen, wenn’s darauf ankommt.‟ Damit
ging er und zerbrach ſich erſt recht den Kopf, was da wohl
da=
hinter ſtecken mochte. Etwas Schlimmes konnte es ja nicht ſein,
enn Miß Dobbs darum wußte. Und ſo ein reizendes Mädel
hatte er wirklich lange nicht geſehen. Da lohnte es ja, öfter mal
bei der Firma Dobbs vorzuſprechen, dachte er und fühlte etwas
wie ein zärtliches Mitleid mit dem jungen Mädchen, das da aus
irgendwelchen geheimnisvollen Notwendigkeiten bis hierher
ge=
langt war.
Chriſtine hatte ſich nach ſeinem Weggehen nur mühſam
wie=
der in ihre Arbeit finden können, ſo ſehr zitterte die Erregung
über dieſe Begegnung in ihr nach.
„Der wird nicht ſo leicht wieder locker laſſen,” hörte ſie jetzt
Miß Dobbs ſagen.
„Wieſo?” meinte ſie zerſtreut.
„Nun, das war doch eben die berühmte Liebe auf den erſten
Blick, mein Kind. Er iſt keine üble Partie!” Ctwas lauernd
ſah Miß Dobbs nach der allmählich verſtehenden Chriſtine.
„Für mich?"
„I wo — für mich!” gab Miß Dohbs trocken zur Antwort,
und beide lachten vergnügt auf. Das Eintreten eines neuen
Be=
ſuchers machte jetzt ihrem Geſträch ein Ende, und Chriſtine
dachte auch nicht weiter darüber nach, da ihre Arbeit ihr gar.
keine Zeit dazu ließ. Nur fühlte ſie den ganzen Tag über ein
leichtes Unbehagen, eine innerliche Verſtimmung, über deren
Urſache ſie ſich ſelbſt keine Rechenſchaft geben konnte.
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Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1922
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Seite 16
Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927
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[ ← ][ ][ → ]Geite 17
Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927
Reich und Ausland
Reichstagsabgeordneter Guſtav Schneider
50 Jahre alt.
Am 11. Juli 1927 begeht der
Reichstagsabgeord=
mete Guſtav Schneider, Berlin, ſeinen 50. Geburtstag.
Als langjähriger Vorſitzender der größten
Angeſtell=
tengewerkſchaft, des Gewerkſchaftsbundes der
An=
geſtellten G. D.A., hat er ſich auf allen Gebieten große
Verdienſte erworben. Er gehörte ſchon der
National=
zwerſammlung in Weimar an und trat beſonders bei
ider Schaffung des Betriebsrätegeſetzes hervor. Ihm
räſt es zu danken, daß im Gegenſatz zu der damaligen
allgemeinen Tendenz die geiſtigen Arbeiter zur
egleichberechtigten und ſelbſtändigen Mitwirkung in
äder Wirtſchafts= und Sozialpolitik berufen wurden.
DDDie kaufmänniſchen Berufskrankenkaſſen verdanken
fihre Erhaltung und Weiterentwicklung dem
parla=
mentariſchen Wirken Guſtav Schneiders. Als
Prä=
ſident des Internationalen Bundes neutraler
An=
ggeſtelltenorganiſationen bermochte Guſtav Schneider
Tahnbrechende ſozialpolitiſche Arbeit auf internatio=
Salem Gebiet zu leiſten.
Frankfurter Chronik.
WSN. Auf der Straße erſtochen. Am
Freitag abend gegen 6 Uhr gerieten zwei Arbeiter
Ein der Altſtadt in Streit. Sie hatten in der Wirt=
Fchaft „Zur unteren Brücke” in der Fahrgaſſe ge=
Becht. Sie wollten ſich dann in die gegenüberliegende
Wirtſchaft „Zur Carolsbrücke” begeben. Sie wur=
Den aber von dem Wirte abgewieſen. Darüber kam
g8 auf der Straße zu einem Streit, der in eine
wvüſte Schlägerei ausartete. Im Verlauf dieſer
SSchlägerei zog der jüngere ſein Meſſer und ſtieß es
Feinem Kumpan in den Leib. Er verletzte ihn ſo
ſchwer, daß ihm die Därme aus dem Leib
hervor=
raten. Auf dem Transport zum Krankenhaus ver=
Ftarb der Verletzte. Der Täter, ein noch junger,
Trüppelhafter Menſch, der an zwei Stöcken geht,
wurde in Haft genommen.
Vor dem Generalſtreik der pfälziſchen
Textilinduſtrie?
Im. Ludwigshafen a. Rh. Der nunmehr
Sald drei Wochen dauernde Ausſtand eines Teils der
Sfälziſchen Textilinduſtrie nimmt von Tag zu Tag
größeren Umfang an. Nachdem zunächſt infolge
Strei=
frigkeiten über den Webereiakkordtarif die Weber
ein=
welner Firmen in Lambrecht ihre Kündigung
ein=
gereicht und in den Streik getreten waren, ſchloſſen
ſäch ſpäter die Geſamtbelegſchaften der Lambrechter
Tuchinduſtrie dieſem Vorgehen an. Es folgten dann
eie Arbeiter verſchiedener Tuchfabriken in Neuſtadt,
Schönthal, Speyer und Ludwigshafen. Nachdem die
Bohnbewegung nun einen derartigen Umfang
ange=
trommen hat, iſt zu befürchten, daß der Lohnkampf
u der Textilinduſtrie der Pfalz in den nächſten
TTagen eine weitere Verſchärfung und Ausdehnung
arfahren wird. Alle bisher zur Beilegung des
Kon=
ſlikts unternommenen Verſuche verliefen ergebnislos,
da einerſeits die Arbeitnehmer an ihren geſtellten
/Forderungen feſthalten und andererſeits die
Arbeit=
peber zu keinen weiteren Zugeſtändniſſen bereit ſind.
Oie Gefahr eines Generalſtreiks der geſamten
pfäl=
üſiſchen Tertilinduſtrie iſt daher ſehr nahe gerückt.
Ein Konkurrent der Reichsbank verhaftet.
Im. Kaiſerslautern. Ein 55jähriger
hrüherer Werkmeiſter von hier, der in letzter Zeit
Einmarkſtücke angefertigt und in den Verkehr
ge=
mracht hat, wurde jetzt wegen Münzfälſchung
ver=
paftet und in das Gefängnis eingeliefert. 33 falſche
SStücke konnten noch beſchlagnahmt werden.
Drei Anweſen durch Großfeuer zerſtört.
fm. Grafenhauſen (Schwarzwald). In der
nieſigen Bau= und Möbelſchreinerei Morath brach
(Großfeuer aus, das auf das Gaſthaus zur Krone und
was Anweſen des Landwirts Strittmatter übergriff.
WOer Schaden iſt ſehr beträchtlich. Die Brandurſache
iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Neuer Welthöhenrekord Bäumers.
Hamburg. Der Hamburger Sportflieger Paul
A8äumer iſt am Freitag, laut „Hamburger Fremden=
Elatt”, mit ſeinem Flugzeuge „Sauſewind II”
ge=
ſartet, um den Höhenweltrekord für die Klaſſe der
beichtflugzeuge zu brechen. In der kurzen Zeit von
1 Stunde und 27 Minuten gelang es Bäumer, eine
ſoöhe von 7400 Metern zu erreichen und er hat damit
einen neuen Welthöhenrekord für Kleinflugzeuge
auf=
gbeſtellt. Samstag nachmittag wird Bäumer mit dem
gleichen Flugzeug einen Weltſchnelligkeitsrekordverſuch
umternehmen.
Die Leibniz=Medaille
ſüir beſondere Verdienſte um die
deutſchen Wiſſenſchaften.
Das ſchwere Eiſenbahnunglück im Harz.
Die Leibniz=Medaille,
dse für hervorragende Leiſtungen um die
Wiſſen=
ſovaft deutſchen Gelehrten und Wiſſenſchaftlern
ver=
liehen wird. In der letzten Sitzung der preußiſchen
AXademie der Wiſſenſchaften wurde ſie Kapitän
etpieß, dem bekannten Führer der „Meteor”=
Empedition, Profeſſor Dr. Klebahn (Hamburg),
Kooffmeiſter (Sonneberg) und Moldenhauer (Halle)
verliehen.
An der Unfallſtätte der Harzquerbahn.
Die Trümmer der abgeſtürzten Wagen und Lokomotive.
Unſere Aufnahmen zeigen das erſchütternde Bild im Thumkuhlental.
Ozean=Flugpläne.
Frankreich iſt beirübt.
Mißſtimmung zwiſchen Levine und Chamberlin.
EP. Paris. Die Abendblätter beſtätigen, daß
Levine mit dem franzöſiſchen Flieger Drouhin
an Bord der „Miß Columbia” nach Amerika
zurück=
fliegen werde. Levine beſtätigte dieſen Plan im
übrigen nach einer Meldung aus London bei ſeiner
dortigen Ankunft am Freitag nachmittag. Drouhin,
der mit einem Flugzeug der franzöſiſchen Firma
Farman Ende dieſes Monats nach Amerika fliegen
wollte, hat auf dieſen Plan verzichtet, nachdem ihm
Levine ein weitaus glänzenderes Angebot als
Far=
man gemacht hatte. — Die Zeitungen bedauern dieſen
Beſchluß. Der „Intranſigeant” ſchreibt, daß dieſe
Neiſe, ob ſie nun gelinge oder nicht, auf alle Fälle
für Frankreich ein Mißerfolg ſein werde, denn auch
im beſten Falle werde es ſich nicht um ein
franzö=
ſiſches Flugzeug handeln, das die Strecke Paris—Nem
York als erſtes bewältigt habe.
Chamberlin hat der gleichen Zeitung zufolge
er=
klärt, er zweifle, daß dieſer Flug von Erfolg
ge=
krönt ſein könne. Die „Miß Columbia” habe nur
einen Aktionsradius von 6000 Kilometern, müſſe aber
auf der Strecke Paris—New York gegen ungünſtige
Winde ankämpfen, ſo daß ihr Aktionsradius als zu
gering angeſehen werden müſſe.
Der franzöſiſche Flieger Drouhin, Levine und ein
Mechaniker ſind am Freitag abend mit der „
Co=
lumbia” aus London kommend wieder in Le Bourget
eingetroffen. Drouhin beſtätigte die Nachricht, daß
er mit dieſem Flugzeug den Flug Paris—New Yorb
antreten werde. Vorher werde er den Kompaß des
Flugzeuges auswechſeln.
EP. Paris. Die Nachricht, daß der franzöſiſche
Flieger Drouhin in die Dienſte Levines getreten iſt,
um mit der „Columbia” den Flug Paris—New York
zu unternehmen, hat in der nationaliſtiſchen Preſſe
ein merkwürdiges Echo ausgelöſt. Man zeigt ſich
zwar auf der einen Seite geſchmeichelt darüber, daß
der Amerikaner einen franzöſiſchen Flieger als
Er=
ſatz für Chamberlin ausgewählt hat, erklärt aber
andererſeits, die öffentliche Meinung
könne damit nicht zufrieden ſein. Das
„Echo de Paris” ſchreibt z. B., die Deutſchen
be=
reiteten einen Flug Berlin—New York mit deutſcher
Mannſchaft, deutſchem Motor und deutſchem
Flug=
zeug vor. Der Flug Paris—New York müſſe mit
franzöſiſcher Mannſchaft, franzöſiſchem Motor und
franzöſiſchem Flugzeug ausgeführt werden. Das
Blatt fordert die Regierung zum Einſchreiten und
die franzöſiſchen Konſtrukteure zu Opfern auf.
Farman iſt entrüſtet!
EP. Paris. Die Flugzeugfabrik Farman
ver=
öffentlicht eine Note, in der ſie ihrer Entrüſtung
darüber Ausdruck gibt, daß Drouhin, der der Firma
ſchon ſeit ſieben Jahren angehört, und ſeit ſechs
Monaten mit großen Koſten den Flug Paris—New
York vorbereite, ſich plötzlich habe von Levine
an=
werben laſſen. Auch dieſer habe wenig delikat
ge=
handelt, da er die Beziehungen Drouhins zur Firma
Farman wohl kannte und da ihm zahlreiche andere
franzöſiſche Piloten zur Verfügung geſtanden hätten.
Die Firma teilt aber mit, daß ſie den Flug trotzdem
durchführen laſſen und ohne Verzug an die
Er=
ſetzung Drouhins durch jenen anderen franzöſiſchen
Piloten herangehen werde.
Der Flug New York—Rom.
EP. Mailand. Der „Corriere della Sera”
meldet aus New York, die Hearſt=Preſſe verſichere,
die Vorbereitungen für den Flug New York—Rom
würden beſchleunigt, damit der Start vor Ende Juli
erfolgen könne. Berthaud erklärte, wenn ihm
je=
mand im Flug nach Rom zuvorkomme, werde er
eine andere europäiſche Hauptſtadt als Ziel wählen.
Der zur Verwendung kommende Apparat wurde
von Hearſt mit dem Namen „Alter Ruhm des
Ster=
nenbanners” getauft. Das Flugzeug iſt etwas kleiner
als die „Amerika” Byrds, wird aber eine noch
grö=
ßere Strecke zurücklegen können, weil es nur mit
einem Motor ausgeſtattet iſt und ebenſoviel Benzin
mitnehmen kann.
Amerikaniſches Lob für den deutſchen
Luftverkehr.
Waſhington. Das Handelsamt veröffentlicht
einen Bericht des amerikaniſchen Generalkonſuls in
Berlin, Hurſt, über die außerordentlich geringe Zahl
der Unfälle im deutſchen Luftverkehr und die
vor=
züglichen Sicherheitsmaßnahmen der Deutſchen
Luft=
hanſa. „Waſhington Poſt” erklärt, dies ſollte eine
Lehre für Amerika ſein, wo ſich erſt kürzlich zehn
Flugzeugunfälle an einem Tage ereignet haben. Das
Blatt empfiehlt die Befolgung der von der Lufthanſa
getroffenen Maßnahmen.
Rumplers Tranzozeanflugzeug für 165 Perſonen.
Ein neuer Traum, ein neues Ziel.
Ein Transozeanflugzeug,
das Ingenieur Rumpler plant, für 130 Paſſagiere, 35 Mann Beſatzung und 6000 Kilo Gepäck.
Der Rieſenvogel ſoll den Flug Hamburg — New York mit einer Stundengeſchwindigkeit von
200 Kilometern in 37 Stunden ausführen. Heute noch ein Traum, in fünf oder fünfzehn Jahren
wird es die ſchnellſte Verbindung über den Atlantik ſein. Es wäre nicht die erſte kühne Idee des
bekannten Automobil= und Flugzeugkonſtrukteurs Rumpler, die ſich glanzvoll verwirklicht hätte.
Internationale Kameradſchaft für Prinz
Sigismund.
Berlin. Die Aerzte hatten bekanntlich nach
der Opreation des Prinzen Sigismund von Preußen
geblaubt, durch eine Blutübertragung das Leben
des Prinzen retten zu können. Zu einer ſolchen
Blutübertragung hatten ſich nach einer Meldung
der „DAZ.” nicht nur die deutſchen Kameraden des
Prinzen zur Verfügung geſtellt, ſondern auch
zahl=
reiche ausländiſche Offiziere, darunter franzöſiſche,
belgiſche, ungariſche, bulgariſche und andere.
Trauerfeier für Prinz Sigismund von Preußen.
Luzern. In Friedensthal fand am Freitag
Spätnachmittag in der Abdankungskapelle eine
Trauerfeier für den verunglückten Prinzen
Sigis=
mund von Preußen ſtatt. Von den Angehörigen
um=
ſtanden Mutter und Gattin die Totenbahre, als
Ver=
treter des ehemaligen deutſchen Kaiſers Prinz
Auguſt Wilhelm. Unter den zahlreichen
Lorbeer=
kränzen befand ſich ein Lorbeerkranz des ehemaligen
Kaiſers. Deutſche Offiziere hielten die Ehrenwache.
Pfarrer Grändli von der proteſtantiſchen Gemeinde
Luzern ſprach das Abſchiedswort, während das
Kur=
orcheſter den feierlichen Akt mit ſtimmungsvollen
Vorträgen umrahmte. Auch zahlreiche ausländiſche
Offiziere und offizielle Vertreter aus dem Kanton
und der Stadt Luzern wohnten der Feier bei.
Gerüſteinſturz. — Drei Arbeiter verletzt.
Berlin. Infolge eines morſchen Querriegels
brach in der Krummeſtraße in Berlin=Charlottenburg
ein Gerüſt zuſammen. Drei Arbeiter ſtürzten in die
Tiefe; während einer leichtere Verletzungen erlitt,
trugen die beiden anderen ſchwere innere Verletzungen
und Rippenbrüche davon.
Teilweiſe Begnadigung amerikaniſcher
Strafgefangener.
Lanſing. 239 Strafgefangenen wurde vom
Staate eine Verkürzung ihrer Strafdauer um 6
Mo=
nate zugebilligt, weil ſie ſich an den Unruhen in den
Bergwerken, in denen ſie zu arbeiten haben, nicht
beteiligten. Eine Anzahl Verurteilter, die nur noch
weniger als 6 Monate zu verbüßen haben, werden in
einigen Tagen freigelaſſen werden.
Ein Falſchmünzer verhaftet.
Seit Jahren wurden in München falſche 50=
Pfen=
nigſtücke in Umlauf geſetzt. Nunmehr iſt als
Her=
ſteller ein 38 Jahre alter Kürſchner bei der Arbeit
überraſcht worden. Er geſtand, ſeit 1925 10 000
falſche 50=Pfennigſtücke hergeſtellt zu haben.
Mit dem Auto in den Nicaragua=Fluß gefahren.
Buffalo. Vier Kinder im Alter von vier
bis elf Jahren, die in einem Auto in der Nähe des
Nicaragug=Fluſſes ſaßen, löſten die Bremſen.
Da=
durch fuhr der Wagen in voller Fahrt in den Fluß.
die Kinder ertranken. Die Eltern der Kinder fiſchten
in nächſter Nähe von der Unglücksſtelle.
Exploſion eines Waſſerflugzeuges.
EP. Paris. In Rouen explodierte am Freitag
ein für einen Transozeanflug beſtimmtes großes
Waſſerflugzeug, das eben zu einem Verſuchsflug aus
dem Schuppen gezogen worden war. Die drei
In=
ſaſſen konnten ſich, wenn auch mit ziemlich ſchweren
Brandwunden, durch Schwimmen retten. Das
Flug=
zeug wurde vollſtändig zertrümmert.
Bombenexploſion in Rom. — Fünf Tote.
Rom. Laut „Giornale d’Italia” explodierte in
einem Hauſe eine Bombe. Das Dach und die
Fuß=
böden mehrerer Etagen ſtürzten ein. Ein Vater und
vier Kinder wurden als Leichen unter dem Gebälk
hervorgezogen. Die Frau iſt ſchwer verwundet. Nur
ein dreijähriges Kind blieb unverletzt.
Betrugsmanöver gegen italieniſche
Baumwoll=
ſpinnereien.
Rom. Die Blätter berichten, daß zwei Deutſche
namens Benno und Sadok Weller, die aus
Ham=
burg ſtammen ſollen, die Baumwollſpinnereien von
Biella und Prato um etwa 5 Millionen Lire in
be=
trügeriſcher Weiſe geſchädigt hätten. Einer der
Ge=
brüder Weller ſei nach Zürich, der andere nach Wien
geflüchtet.
Vulkanausbruch.
EP. London. Wie aus Hawai gemeldet wird,
iſt der größte Vulkan der Welt, der Kilawea, am
Donnerstag morgen in Tätigkeit getreten. Die Lava=
Ausbrüche waren von unterirdiſchem Donner und
ſtarkem Feuerſchein begleitet.
Schweres Brandunglück in Canada.
Vancouver. Bei dem Brande eines
Einge=
borenenhauſes, fanden mindeſtens 9 Perſonen den
Tod, darunter 2 Kinder. Viele Perſonen trugen
außerdem ſchwere Verletzungen davon.
Vater oder Sohn?
EP. Eine ſeltſame Betrugsaffäre, falls es
wirk=
lich eine ſolche iſt, beſchäftigt zurzeit die Behörden
von Colombes. Dort bezog ſeit 35 Jahren ein
ehe=
maliger Angeſtellter der franzöſiſchen Staatsbahnen
namens Baptiſte Tourenne, geboren im Jahre 1827,
eine Penſion. Vor nicht allzu langer Zeit ging der
Geſellſchaft ein anonymes Schreiben zu, in dem
be=
hauptet wurde, der angeblich hundertjährige
Renten=
bezieher ſei in Wirklichkeit der Sohn des alten
Eiſen=
bahners. Letzterer ſei im Jahre 1900 geſtorben und
ſein Sohn, der die gleichen Vornamen wie ſein
Vater beſaß, habe die Leiche als ſeine eigene
bei=
ſetzen laſſen und ſeitdem des Vaters Identität und
Penſion angenommen. Baptiſte Tourenne, der ältere
oder der jüngere, wurde polizeilich vorgeladen.
Trotzdem die Polizei den Eindruck hatte, daß er für
ein Alter von 99 Jahren auffallend jung ausſehe,
hielt Tourenne daran feſt, daß im Jahre 1900 ſein
Sohn und nicht ſein Vater geſtorben ſei.
Voraus=
ſichtlich wird jetzt das Grab des Verſtorbenen
ge=
öffnet werden, um das Alter desſelben feſtzuſtellen.
Seite 18
Sonntag, den 10. Zuli 1927
Nummer 189
Wolkenbruch im (Elbtal.
Ueber 50 Tote — Polizei, Reichswehr und
Techniſche Nothilfe zur Hilfeleiſtung eingeſetzt.
Dresden, 9. Juli.
Die Unwetter, die geſtern abend das Elbtal heimſuchten,
haben beſonders in den Tälern, der Müglitz und Gottleuba
ſchweren Schaden angerichtet. In Gottleuba mußten 80
Schupo=
beamte aus Dresden mit Pioniergerät Hilfe leiſten. Die Müglitz
iſt weit über die Ufer getreten. Das Bürgermeiſteramt in
Glas=
hütte bekam in der Nacht bereits keine Nachricht von der
Außen=
welt her gewaltige Holzmaſſen fauſten auf einer zwei Meter
hohen Welle ins Tal und riſſen alles rechts und links mit ſich
fort. Wäre der letzte Zug Geiſing—Altenburg nicht noch
recht=
zeitig in Glashütte aufgehalten toorden, ſo hätten Hunderte den
Tod gefunden. In einer Strecke von 40 Metern bedeckt fußhoher
Schlamm die Straßen. Die ſeit hundert Jahren beſtehende
Kur=
fürſt=Moritz=Brücke iſt eingeſtürzt. In Glashütte ſind allein bis
jetzt zehn Tote geborgen. In Rottwerndorf ſind 15 Tote
an=
geſchwemmt worden. Leider muß man mit einer noch größeren
Zahl an Todesopfern rechnen, da das Hochwaſſer noch viele
Tote abgetrieben hat.
Zu der Gewitterkataſtrophe erfahren wir noch folgende
Ein=
zelheiten: Die Müglitz iſt aus ihrem Bett getreten und die
Ufer bieten ein Bild grauenvollſter Tragödie. Um 20 Uhr
er=
hielt das Bürgermeiſteramt in Glashütte von Lauenſtein aus die
Mitteilung, daß Hochwaſſergefahr im Anzug ſei. Die
Feuer=
wehren waren ſofort zur Stelle. Die Müglitz ſchwoll mit jeder
Minute, und in 1½ Stunden war die Gefahrmarke erreicht. Um
23,15 Uhr wurden
durch die Müglitz gewaltige Holzmaſſen angetrieben, und
kurz darauf kam eine zwei Meter hohe Welle in das Tal
geſauft, die rechts und links und vor ſich alles mit ſich
fortriß. Kurz vor 24 Uhr war die Verwüſtung geſchehen.
Die Kataſtrophe hatte ihr Ende erreicht. Vor dem Bahnhof
Glas=
hütte ſteht noch der letzte Zug nach Geiſing=Altenburg, den man
glücklicherweiſe angehalten hatte. Die Paſſagiere haben in den
umliegenden Wirtſchaften Unterkunft gefunden. Von der
Ge=
walt des Waſſers wurden Telephon= und Telegraphenſtangen
ſowie Bahnwärterbuden wie Streichhölzer umgeknickt und mit
fortgeriſſen. Die Eiſenbahnbuden ſind umgeriſſen und teilweiſe
50, 100 und 300 Meter weit abgetrieben. Unterhalb des
Bahn=
hofes hat ſich die Müglitz ein neues Bett gegraben. Kinder
wer=
den in ihren Wagen von Männern durch das Waſſer getragen,
Frauen werden teilweiſe auf Tragbahren hinübergeſchafft. In
Berggießhübel ſind einige Häuſer weggeſchwemmt. Das Waſſer
führt noch viel totes Vieh mit ſich. Der Waſſerſtand der Elbe
iſt ſtark geſtiegen. Auf dem Fluſſe treiben Hausgeräte und
Holz=
maſſen. Teilweiſe iſt der regelmäßige Dampfſchiffahrtsverkehr
unterbrochen.
Die Zahl der Toten.
In Berggießhübel konnten bis heute mittag 35 Tote aus den
Trümmern geborgen werden. Der Amtshauptmannſchaft Pirna
wurden ferner gemeldet aus Weſenſtein 6—7 Tote, aus Neundorf
bei Pirna 14 Tote. Polizei, Reichswehr und Techniſche Nothilfe
wurden zur Mithilfe eingeſetzt. Aus den dem Arbeits= und
Wohlfahrtsminiſterium zur Verfügung ſtehenden Mitteln ſind
den Bezirksverbänden der betreffenden Amtshauptmannſchaft als
erſte Hilfe je 125 000 Mark überwieſen worden.
Furchtbare Verheerungen im fächſiſchen Unwettergebiet.
Der Sonderberichterſtatter der Telegraphen=Union meldet,
daß die Unwetterkataſtrophe im Erzgebirge bereits 55 Opfer
ge=
fordert hat. Die Landespolizei hat das Kataſtrophengebiet in
drei Abſchnitte eingeteilt. Auf den Abſchnitt von Berggießhübel
entfallen 40 Tote, auf den Abſchnitt von Dohne fünf Tote und
den von Glashütte 10 Tote. Der Verkehr nach Lauenſtein iſt
völlig abgeſchnitten, ſo daß ſich noch nicht endgültig feſtſtellen
läßt, wieviel Opfer die Kataſtrophe gefordert hat. In Glashütte.
ſelbſt zeigt das geſtrige Unwetter furchtbare Verheerungen. Die
auf dem Bahnhof ſtehende Lokomotive des noch in letzter Stunde
aufgehaltenen Zuges nach Altenburg iſt nur dadurch von den
heranſtürzenden Waſſermaſſen nicht mitgeriſſen worden, daß ſich
um ſie ein dichtes Geſtrüpp von Geſträuch und Baumſtämmen
an=
ſammelte. Heute morgen konnte der Lokomotivführer von ſeinem
eingeſchloſſenen Stand heruntergeholt werden, ebenſo hatten noch
mehrere Paſſagiere in den umgeſtürzten Eiſenbahnwagen die
Nacht zubringen müſſen. Die Eingeſchloſſenen konnten in der
Nacht nicht geborgen werden, da das Bahnperſonal vor dem
Unwetter in den oberen Stockwerken der Bahnhofsgebäude
Zu=
flucht geſucht hatte. In den Bahnhofsräumen herrſcht ein
ent=
ſetzliches Chaos. Ueber den Wuſt durcheinander geworfener Tiſche,
Schränke und Stühle liegt der Schlamm bis über einen halben
Meter hoch. Auf den Bahndämmen hat das Waſſer die Schienen
ihres Untergrunds beraubt ,ſo daß ſie teilweiſe gleichſam in der
Luft hängen. Laternenpfähle und ſtarke Bäume liegen wie
Streichhölzer zerknickt da. Kohlen und Tonrohrenlager hat die
Gewalt des Waſſers auseinandergeriſſen und weit ab
fortge=
ſchwemmt. Und überall liegt der Schlamm, der die Straßen
teil=
weiſe über einen Meter hoch bedeckt. Die Kommandantur
Dres=
den hat drei Hilfskommandos der Reichswehr in Stärke von
230 Mann in das Kataſtrophengebiet entſandt, die allein in
Berg=
gießhübel 20 Tote geborgen haben.”
Die Preſſeſtelle der Reichsbahndirektion Dresden teilt mit,
daß die Bahnanlagen der Linien Heidenau—Eiſenberg—Pirna—
Gottleuba und Pirna—Groß=Zotter vom Unwetter teilweiſe
zer=
ſtört worden ſind, ſo daß der Eiſenbahnverkehr auf dieſen Linien
eingeſtellt werden mußte. Ein Notverkehr wird durch
Auto=
mobile durchgeführt.
Ein grauenhaftes Bild der Verwüſiung.
Nach den „Dresdener Nachrichten” iſt das Städtchen
Berg=
gießhübel am ſchwerſten von dem Unwetter betroffen. Die
ſchmutziggelben Fluten des ſonſt ſo harmloſen Gottleubaer Baches
wälzen ſich durch die Straßen. Die Hälfte der Bewohner iſt
ob=
dachlos. Die Stadt bildet ein grauenhaftes Bild der Verwüſtung.
Allein in Berggießhübel ſchätzt man die Zahl der Todesopfer auf
70 bis 80. Der Park Zwieſel iſt haum noch vorhanden.
Die Zahl der Opfer der Unwetterkataſtrophe
in Sachſen wird auf 100 geſchätzt.
Noch immer läßt ſich die Zahl der Opfer der
Unwetterkata=
ſtrophe in der Amtshauptmannſchaft Pirna nicht überſehen. In
den Blättern wird die Zahl der Toten mit über 100
ange=
geben. In Lauenſtein liegt in den Straßen, Gärten und
Häuſern in einer Breite von 30 bis 40 Metern fußhoher
Schlamm. In der Nähe des Bahnhofes Glashütte wurden
meh=
rere Eiſenbahnwagen bis 300 Meter weit vom Waſſer
fortge=
führt und umgeſtürzt. Die Müglitz hat ſich dort ein zweites Bett
gegraben und eine Inſel gebildet, auf der nur noch zwei bis drei
Häuſer ſtehen. In Berggießhübel ſind etwa 15 Häuſer
einge=
ſtürzt. In Pirna ſteht der Keller der Allgemeinen Deutſchen
Creditanſtalt unter Waſſer. In Gottleuba wurden ſämtliche
Brücken weggeriſſen. Unter der Bevölkerung herrſcht große Not.
Vor allem fehlt es an Brot. Unter den Trümmern der Häuſer
und zerſtörten Möbel liegen vielfach die Kadaver von Haustieren.
In der ſtark angeſchwollenen Elbe treiben heute mongen große
Mengen Holz, die wahrſcheinlich aus einer Zelluloſefabrik in
Pirna ſtammen.
Unweiter in aller Welt.
Vom Schwarzwald.
In der Nacht zum Freitag ging ein ſchweres Unwetter in der Gegend
von Villingen nieder. Die Waſſermaſſen hatten im Nu Straßen und
Felder überſchwemmt. In Peterszell kam ſehr ſtarker Hagelſchlag
hin=
zu, ſo daß der Hagel 10 bis 12 Zentimeter hoch lag und großen Schaden
in Feldern und Gärten anrichtete. Auf der Straße Villingen—St.
Ge=
orgen ſchoß das Waſſer ſo hoch daher, daß kleinere Kraftwagen nicht
weiterfahren konnten. In Fiſchbach mußte das Vieh vor der
Waſſer=
gefahr aus den Ställen geführt werden. Die Keller zahlreicher Häuſer
wurden überſchwemmt. Durch das Hochwaſſer der Brigach wurde das
Brigachtal zwiſchen Villingen und Klengen in einen See verwandelt.
*
Mannheim. Die in der Nacht vom 8. zum 9. Juli über
Nord=
baden hinweggezogenen Gewitter brachten in Mannheim nach
Meſſun=
gen der Flugwetterwarte 41 Liter pro Quadratmeter. Einzelne
Wind=
ſtöße überſchritten 21 Meter pro Sekunde. Das entſpricht einer
Wind=
geſchwindigkeit von ungefähr 75 Kilometern in der Stunde. Der
ge=
fallene Niederſchlag beträgt 30 Prozent der geſamten Regenſumme, die
man im jährlichen Mittel in Mannheim im Monat Juli zu erwarten hat.
Saargebiet.
Saarbrücken. In der Nacht zum Samstag ging über das
Saargebiet ein ſchweres, wolkenbruckartiges Gewitter nieder, das
ſelweren Schaden anrichtete. Die telephoniſchen Verbindungen mit
Straßburg, Nancy, Metz und Paris ſind vollkommen geſtört.
Im Rieſengebirge.
Hirſchberg. Das Unwetter am Freitag hat beſonders in den
erſten Nachmittagsſtunden über dem Ifergebirge und dem Rieſengebirge
ſchweren Schaden angerichtet. Das Umetter war von
wolkenbruch=
artigem Regen begleitet und ſuchte wiederum mehrere Ortſchaften durch
eine Waſſerkataſtrophe heim. Am ſchlimmſten wütete das Wetter in
Seifershau. Der Ort bietet ein furchtbares Bild der Verwüſtung. Drei
Scheunen wurden vollkommen weggeriſſen. Mehreer Straßen im Orte
wurden vollkommen aufgeriſſen, ſo daß der Fuhrwerks= und Autoverkehr
durch die Ortſchaft lahmgelegt iſt. Auch die Lichtleitungen ſind zerſtört.
Das Waſſer in den Häuſern ſteht bis zu drei Meter hoch. Schreiberhau
iſt ebenfalls ohne Licht und Strom. Verluſte an Menſchenleben ſind
aber nicht zu beklagen,
Worbis.
Freitag abend und die ganze Nacht hindurch ſind noch ſchwere
Gewitter auf das Eichsfeld niedergegangen. Der wolkenbruchartige
Regen richtete in Feld und Garten beträchtlichen Shaden an.
Hamburg.
In Hamburg=Wandsbek ging am Freitag abend ein
wolkenbruch=
artiges Gewitter nieder, durch das beſonders die nördlichen Stadtteile
ſtark in Mitleidenſchaft gezogen wurden. Bei den Feuerwehrſtellen
liefen in einer halben Stunde nicht weniger als 200 Meldungen um
Hilfe gegen Waſſerſchäden, Blitzſchläge und drohende Kellereinſrürze ein.
Zwei Männer vom Blitz erſchlagen.
Uslar. Bei dem ſchweren Gewitter, das am Freitag abend über
ganz Südhannover ni=derging, wurden in Trögen im Kreiſe Northeim
ein Hofbeſitzer und ſein Bruder vom Blitz erſchlagen.
Der neue Kreuzer „Karlsruhe‟
* Berlin, 9. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Neubautätigkeit der Reichsmarine nimmt ihren
pro=
grammäßigen Verlauf. Zwei Kreuzer, C und D, liegen zurzeit
auf Stapel. Der erſtere wird am 20. Auguſt, der zweite
voraus=
ſichtlich erſt im Winter vom Stapel laufen. Schon bei den
vor=
ausgegangenen Neubauten, „Emden” und „Königsberg”, legte
die Reichsmarineleitung Wert darauf, an den Traditionen der
alten Marine anzuknüpfen und den Neubauten die Namen von
Schiffen zu geben, deren Mannſchaften ſich während des Krieges
durch beſondere Taten ausgezeichnet haben. Das iſt bereits bei
der ſchon in Dienſt geſtellten „Emden” und der im März vom
Stapel gelaufenen „Königsberg” der Fall geweſen. Welchen
Namen der Kreuzer C bekommen wird, läßt ſich noch nicht
ſagen, da es einem alten ſeemänniſchen Brauch entſpricht, bis
zum Augenblick der Taufe über die Namengebung nicht zu
ſprechen. Es deutet aber alles darauf hin, daß er wahrſcheinlich
auf den Namen „Karlsruhe” getauft werden wird.
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Tochter zeigen hoche /Iast. Schweiß, Krätze,
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Wilhelm Mees u. Frau
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Darmſtadt, den 9. Juli 1927.
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Richt neu
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kauft man „Sprötin‟
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geg. Flechten, Haut-
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Hanna Zuas
Dr. med. Daniel Enoch
Verlobte
Bad-Nauheim
Saarbrücken
(18110)
Statt beſonderer Anzeige.
Nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
er=
tragenem Leiden verſchied im 78, Lebensjahr unſer
innigſtgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater,
Urgroßvater, Schwager und Onkel
Herr Mich. Thierolf.
In tiefer Trauert
Mich. Thierolf und Familie
Metzgermeiſter Hans Hartung und Familie
Studienrat Gg. Thierolf und Familie
Lehrer Ph. Thierolf und Familie
Lehrer Wilh. Thierolf und Familie.
Höchſt i. 9., Arheilgen, Friedberg, Harpertshauſen, Darmſtadt,
den 9. Juli 1927.
(18147
Die Beerdigung findet Montag, den 11. Juli,
nach=
mittags 1 Uhr, zu Höchſt i. O. ſtatt.
Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet verſchied heute
vor=
mittag meine innigſtgeliebte Frau, die Mutter meines
einzigen Kindes, unſere liebe Tochter,
Schwieger=
tochter, Schwägerin und Tante
Frau Katharine Pecker, geb. Daum
im 27. Lebensjahr,
In tiefer Trauer:
Wilhelm Becher und Kind.
Traiſa b. Darmſtadt, den 9. Juli 1927. (10999
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 12. Juli
1927, nachmittags um 3 Uhr, vom Trauerhaus
Bahn=
hofſtraße 37 aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden meines lieben Vaters, Großvaters, unſeres
lieben Schwagers und Onkels
Herrn
Emil Kretzſchmar
Oberſteuerwachtmeiſter i. R.
insbeſondere Herrn Pfarrer Goethe, dem
Reichs=
bund ehemaliger Militärmuſiker, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, ſowie dem Reichsbund der
Zivildienſtberech=
tigten, Verein Darmſtadt, herzlichen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Hundsdorf
Rhönring 62.
Darmſtadt, den 10. Juli 1927.
(18157
Die Eheleute Johann Friedrich
Rees und Frau Katharina, geb.
Wolf, begehen am 12. Juli d. Js. das
(10905
Feſi der
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[ ← ][ ][ → ]Seite 22
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
* Antrag auf (rmäßigung
der Einkommenſieuer.
Von Steuerſyndikus Dr. Fritz Johs. Vogt, Apolda.
1. Rechtsgrundlagen.
8 56 des Einkommenſteuergeſetzes gibt einen Rechtsanſpruch auf
Er=
mäßigung der Einkommenſteuer, wenn beſondere wirtſchaftliche
Verhält=
niſſe vorliegen, die die Leiſtungsfähigkeit des Steuerpflichtigen
weſent=
lich beeinträchtigen.
Man vergleiche den Text des Geſetzes: „Bei der Veranlagung können
beſondere wirtſchaftliche Verhältniſſe, die die Leiſtungsfähigkeit des
Steuer=
pflichtigen weſentlich beeinträchtigen, durch Ermäßigung oder Erlaß
der Einkommenſteuer berückſichtigt werden, wenn das Einkommen 30 000
RM. nicht überſteigt. Als Verhältniſſe dieſer Art gelten insbeſondere
außergewöhnliche Belaſtungen durch Unterhalt oder Erziehung
ein=
ſchließlich Berufsausbildung der Kinder, durch geſetzliche oder ſittliche
Verpflichtung zum Unterhalt mittelloſer Angehöriger, auch wenn ſie
nicht zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählen, durch Krankheit,
Körperverletzung, Verſchuldung, unglücksfälle Gdarunter auch
außer=
ordentliche Ernte= und Hochwaſſerſchäden) oder durch beſondere
Aufwen=
dungen im Haushalt, die durch Erwerbstätigkeit einer Witwe mit
min=
derjährigen Kindern veranlaßt worden ſind‟. Der Text gibt vor allem
auch die hauptſächlichſten Fälle, die in Frage kommen.
Der Sinn dieſer Stelle iſt folgender: Der Regelfall iſt der, daß ein
Steuerpflichtiger ſein Einkommen volſtändig nach ſeinem Belieben ſür
ſeinen Privatgebrauch oder für andere Zwecke verwenden kann. Es gibt
aber wirtſchaftliche Verhältniſſe, die einen Steuerpflichtigen zwingen
können, einen Teil ſeines Einkommens für beſtimmte Zwecke zu
ver=
wenden, die mit ſeinem Privatverbrauch nichts zu tun haben. Wenn
jemand z. B. ſtark verſchnildet iſt, ſo iſt es möglich, daß er ein Einkommen
von 10 000 RM. hat, aber 8 000 RM. ſofort an ſeine Gläubiger abgeben
muß, ſodaß ihm nur 2000 NM. zum Lebensunterhalt verbleiben. Es
wäre zweifellos eine unbillige Härte, wenn dieſer Steuerpflichtige von
ben ihm verbleibenden 2000 RM. an die Finanzkaſſe 1000 RM. für
Einkommenſteuer abführen müßte. Das wären ja 50 Prozent des
Ein=
kommens, das ihm zur Verfügung bleibt.
Das Geſetz ſagt, daß die Verhältniſſe berickſichtigt werden können.
Das heißt nicht, daß es im willkürlichen Belieben des Finanzamts ſteht,
das Geſetz anzuwenden oder nicht. Beſonders in den Fällen, die
ausdrück=
lich im Geſetz aufgeführt ſind, kann der Anſpruch auch im
Rechtsmittel=
verfahren weiterverfolgt werden.
2. Wann iſt der Antrag zu ſtellen?
Der Antrag kann ſpäteſtens im Berufungsverfahren vor dem
Finanzgericht geltend gemacht wverden. Nichtiger iſt es, den Antrag ſofort
mit der Einkommenſteuererklärug einzureichen. Auf Seite 8 der
Ein=
kommenſteuererklärumg (amtliches Muſter 11) iſt unter „C. Sonſtige
Bemerkungen” ein Raum vorgeſehen für ſolche Anträge. Wer das
an=
gegebene Muſter benutzt, trägt in der Einkommenſteuererklärung ein:
„Zu val. Anlage; Antrag nach 8 56‟.
Der Antrag kann auch der Einkommenſteuererklärung nachgeſandt
werden, ſolange noch kein Beſcheid zugeſtellt iſt.
Wenn ein Beſcheid rechtskräftig geworden iſt, iſt der Antrag nicht
mehr möglich.
8. Wieviel iſt zu beantragen?
Nach dem Sinn der Geſetzesſtelle, der im Abſchnitt 1 dargeſtellt
iſt, iſt nur das verfügbare Einkommen zu verſteuern. Als Höchſtbetrag
der Ermäßigung ergibt ſich alſo die Summe, die entſteht, wenn nur das
verſüigbare Einkommen verſteuert wird. Dieſer Höchſtbetrag wird in
allen Fällen zu beantragen ſein, in denen die Belaſtung ſehr drückend
iſt. 3. B. in dem Fall, der im 1. Abſchnitt als Beiſpiel angeführt
wurde. Wenn dem Steuerpflichtigen nach Abzug des durch die
beſon=
deren wirtſchaftlichen Verhältniſſe „beſchlagnahmten” Einkommens noch
ein Betrag verbleibt, der keine weſentliche Aenderung der
Lebenshal=
tung aufnötigt, ſo wird das Finanzamt dem Antrag nur teilweiſe oder
garnicht ſtattgeben.
4. Muſter des Antrages.
Anlage zur Einkommenſteuererklärung 19 . . .
Steuerpflichtiger: ............ ."
oder: An das Finanzamt: . . . . . . . . ..
Meine Steuernummer:
Antrag nach 8 56 des Eink. St. G.
Mein Einkommen 19 ... beträgt weniger als 30000 RM. 8 56
iſt alſo anzuwenden.
Die beſonderen wirtſchaftlichen Verhältniſſe, die ich geltend mache,
ſind:
Beweismittel: . . .
...
(z. B. Zeuge iſt mein Gläubiger Sowjeſo. Oder Urkunden. Oder
Hin=
weis auf Vorgänge, die dem Finanzamt bereits bekannt ſind).
Hierdurch entſtehen mir jährliche Koſten von ..
RM.
Das für meine Zwecke verfügbare Einkommen vermindert ſich alſo von
. .. RM. auf .. ... NM.
Ich beantrage, das Reſteinkommen der Beſteuerung zu Grunde zu
legen.
Der kaufmänniſche Stellenmarkt am Ende
des 1. Halbjahres 1927.
Der Monat Juni zeigte keine Aenderung in der lebhafteren
Nach=
frage nach kaufmänniſchen Angeſtellten, nur in der Zuſammenſetzung des
Stellenangebots traten nach den Beobachtungen der Stellenvermittelung
des Deutſchnationalen Handlungsgehilfenverbandes Aenderungen ein,
die zum Teil zeitlich bedingt ſind. So ließ das Angebot an Stellen für
Reiſende erheblich nach. Verkäufer wurden dagegen mehr geſucht.
Stär=
ker geſucht waren auch Kontoriſten, Korreſpondenten und bilanzſichere
Buchhalter. An Stenotypiſten beſtand wiederum an vielen größeren
und mittleren Städten Mangel. Da faſt ausſchließlich ortsanſäſſige
Bewerber verlangt wurden, iſt der Ausgleich durch Kräfte, die
ander=
weitig verfügbar ſind, nur ſchwer möglich. Oeffentliche Arbeitsnachweiſe
größerer Städte berichten auch über einen Mangel an Stenotypiſtinnen,
Die von der Konjunktur begünſtigten Induſtrien, wie Textilinduſtrie,
Metallinduſtrie, chemiſche Induſtrie, waren weiter aufnahmefähig für
Perſonal. Im Großhandel ging die Perſonalnachfrage zurück, beſonders
in Hamburg, Frankfurt a. M., Leipzig und Berlin. Der Neuzugang
an ſtellenloſen und gekündigten Bewerberm ließ im Juni bei der
Stel=
lenvermittelung des D.H.V. weiter nach. Dagegen war ein Anwachſen
der Zahl der ungekündigten Bewerber zu beobachten, was auf die
gün=
ſtigere Beurteilung der Arbeitsmarkklage und damit der Ausſichten auf
Veränderungsmöglichkeiten zunickzuführen ſein dürſte. Tatſächlich
deu=
tete die Entwicklung des kaufmänniſchen Stellenmanktes in dem
ab=
gelaufenen ſechs Monaten dieſes Jahres auf eine Beſſerung hin. Die
großen Entlaſſungen, die den Arbeitsmarkt im Vorjahre ſo ungeheuer
beloſteten, wiederholten ſich 1927 nicht. Sofern Kündigungen und
Ent=
laſſungen größeren Umfanges ſtattfanden, waren ſie meiſt nur als
Aus=
läufer organiſatoriſcher Betriebsrationaliſierungen anzuſehen.
Ungün=
ſtige Abſatzverhältniſſe bzw. Ueberproduktion (Zigaretteninduſtrie)
brach=
ten im Verhältnis nur geringe Neubelaſtungen des Stellenmarktes,
da=
gegen ſteigerte ſich die Nachfrage nach kaufmänniſchem Perſonal ganz
weſentlich. Die Zahl der Stellenangebote bei der ſchon oben genannten
Stellenvermittelung des Deutſchnationalen Handlungsgehilfenverbands
war im erſten Halbjahre 1927 um 130 Prozent höher als in der gleichen
Zeit des Vorjahres. Junge Kräfte wurden z. B. ſo ſtark gefragt, daß
an einzelnen Plätzen Bewerbermangel auftrat. Aber trotz dieſer, auf
eine Beſſerung hinweiſende Erſcheinung, muß die Geſamtlage des
kauf=
männiſchen Stellenmarktes immer noch als recht ungünſtig angeſehen
werden. Die ſtärkere Nachfrage hat nicht vermocht, die Zahl der ſtellen=
loſen kaufmänniſchen Angeſtellten in fühlbarer Weiſe zu vermindern.
Ihre Abnahme belief ſich im ganzen Halbjahre auf kaum 16 Prozent,
während die allgemeine Arbeitsloſigkeit um mehr als 60 Prozent
zu=
rückgegangen iſt. Es macht ſich daher auch bereits eine Abwanderung
aus dem Kaufmannsberufe bemerkbar, die mit zuehmender
Aufnahme=
fähigkeit an ungelernten und umelernten Kräften in anderen
Berufs=
gruppen ſicherlich bald größeren Umfang annehmen dürfte.
* Ein unſicheres Schwimmbad. —
Schadens=
erſatzpflicht der Stadt.
Als der Kaufmann S. in Berlin gelegentlich einer Geſchäftsreiſe
nach Bad Sulza kam, nahm er in der an der Ilm angelegten
Bade=
anſtalt ein Schwimmbad. Infolge des flachen Waſſers ſtieß er bei einem
Kopfſprung auf den Grund und zog ſich erhebliche Verletzungen zu.
Auf Erſatz des hierdurch entſtandenen Schadens nimmt er die
Stadt=
gemeinde Bad Sulza in Anſpruch. Das Landgericht erkannte
auf Abweiſung der Klage, da der Kläger den Kopfſprung gewagt habe,
ohne ſich üiber die Waſſerverhältniſſe zu informieren. Dagegen hat das
Oberlandesgericht Jena die Klage auf Erſatz allen Schadens dem
Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. — Die von der
be=
klagten Stadtgemeinde gegen dieſes Urteil beim Reichsgericht
ein=
gelegte Reviſion iſt ohne Erfolg geblieben und vom
Reichs=
gericht zurückgewieſen worden. Der erkennende vierte Zivilſenat des
Reichsgerichts ſtimmt dem Oberlandesgericht darin bei, daß der Kläger
ſeiner Beweispflicht gewügt hat, wenn der äußere Tatbeſtand nach dem
regelmäßigen Verlauf der Dinge die zu beweiſende Behauptung
recht=
fertigt. Das Vorliegen eines ſolchen Tatbeſtandes (zu flaches Baſſin
beim Sprungbrett und Verletzung des Körpers) hat das
Oberlandes=
gericht feſtgeſtellt. Wenn das Oberlandesgericht daraus den Schluß
ge=
zogen hat, die Badeanſtalt der Beklagten ſeh für Kopfſprünge vom
Sprungbrett nicht geeignet, und die Beklagte habe die vorhandene
Gefahr bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt erkennen
müſſen, ſo iſt dieſe tatſächliche Feſtſtellung vor dem Reichsgericht nicht
anfechtbar.
Zehn Gebote für heiße Tage.
1. Stehe früh auf, lüfte zeitig das Bettzeug und ſchließe ſpäteſtens
gegn 7 Uhr früh die Fenſter und Läden.
2. Im Zimmer laſſe Waſſey in möglichſt zahlreichen flachen
Ge=
fäßen verdunſten.
3. Trage bei Spaziergängen leichte Kleideng und in praller
Sonnen=
hitze leichte Kopfbedeckung.
4. Beim Trinken vermeide jede Haſt und kühle dich erſt gehörig ab.
Das Durſtgefühl läßt bedeutend nach, wenn man einen Schluck Waſſer
im Munde warm werden läßt.
5. Plötzlich kalte Vider an heißen Sommertagen können den Tod
zur Folge haben. Abkühlung des Körpers und eine ſchnelle
Abrei=
bung der Arme und der Bruſt ſind dringend erforderlich.
6. Am Abend nach Sonnenuntergang öffne alle Fenſter und Türen
und laſſe ſie während der Nacht möglichſt offen.
7. Sei vorſichtig mit Speiſen. Leicht verderbliche Speiſen dürfeon
nicht der Sonne ausgeſetzt werden.
8. Habe ein beſonderes Augenmerk auf Magen und Wohlbefinden
der Säuglinge. Die junge Mutter ſtille nach Möglichkeit ihr Kind ſelbſt.
9. Eingetretene Hitzſchläge ſuche bis zum Eintreffen des Arztes
durch Oeffnen der Kleider und Abwaſchen des Kopfes und Körpers mit
kaltem Waſſer abzudämmen.
10. Gedenke auch der Tiere in dieſer heißen Jahreszeit. Vieh und
auch Kleintiere der brennenden Sonne ſtunderlang ausſetzen, iſt eine
Tierquälerei, wenn dies ohne Not und fahrläſſig geſchieht. Man denke.
vor allem auch an die Vögel in waſſerarmen Gegenden und ſtelle ihnen
Schalen zum Trinken und Baden hin.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 189
Eine Fahrtzu denTroglodyien.
Reiſebilder aus Nordafrika.
Von
Alfred Krauße d’Avis.
Die letzten Ausläufer des Atlas im Süden Tuneſiens ſind
das Gebirge, in denen die Troglodyten wohnen. Faſt bis an die
Grenze nach Tripolis muß man gehen, 450 Kilometer ſüdlich
von Tunis, um ſie zu beſuchen.
Ich dachte mir die Reiſe dorthin außerordentlich intereſſant.
Wüſtenſteppe, die man auf Pferden oder Maultieren durcheilt
bis zur Oaſe Gabes. Dort erholt man ſich, trinkt ordentlich
Waſ=
ſer und eilt dann weiter. Unterwegs dann noch einen kleinen
Ueberfall, knackende Revolverhähne und dergleichen (der
Zei=
tungsleſer hat ſchließlich das Recht, für ſein Geld zu verlangen,
daß auch was los iſt!), bis man dann endlich gerade noch vor
dem Verdurſten eine Höhle der Troglodyten erreicht, wo man
von zarter Hand geſund gepflegt wird.
Alle romantiſchen Pläne verſchwanden aber vor der
nüchter=
nen Wirklichkeit: Bis in die Oaſe fährt die Eiſenbahn, und von
da ab kann man mit dem Auto fahren. Meine Leſer kommen alſo
nicht auf ihre Koſten. Ich kann ihnen nur von Dingen erzählen,
die es zu Hauſe auch gibt, denn in der Oaaſe ſtehen Hotels und
am Bahnhof raufen ſich die Packträger um das Gepäck.
Ich habe das nie unangenehm empfunden. Denn wenn ſie
richtig behandelt, kann man ein unverſchämtes Geſindel ſofort
in anſtändige höfliche Menſchen verwandeln. Die meiſten
Frem=
den können das aber nicht und werden dann fürchterlich
aus=
genutzt.
Wie geſagt, ich habe die Gepäckrauferei am Bahnhof ganz
gern, weil ich noch nie Unannehmlichkeiten dabei hatte. Man
muß nur ſouverän über der Sache ſtehen. Es gibt aber im Leben
Augenblicke, in denen man ſozuſagen „fertig” iſt. So ging es
mir, als ich am Bahnhof der Oaſe Gabes ankam. Das
Thermo=
meter zeigte 37 Grad im Schatten, mein Puls notierte 98, auch
im Schatten. Da ich im Sommer der einzige Fremde war,
ſtürmte das ganze bunte Geſindel auf mich allein los. Ich war
in der Stimmung wie jemand, dem ſich an einem heißen
Som=
mertag eine Fliege fünfundzwangzigmal hintereinander auf
die=
ſelbe Stelle der Naſe ſetzt. Dann wirft er entweder ein paar
Gläſer um, oder er läßt ſie eben ſitzen.
In Gabes ſaß ich „erledigt” auf meinem Gepäck. Als der
frechſte Bengel mir immer und immer wieder vor der Naſe
herumfuchtelte, da war ich ſoweit. Ich ſeufzte nur noch: „Mach’,
was du willſt.‟ Da ſchob er mich ſanft von meinem Gepäck
her=
unter und brachte mich und meine Habe ins teuerſte Hotel.
Ich fragte nach dem Zimmerpreis, er war unverſchämt hoch.
Der Wirt entſchuldigte ſich, er hätte mich für einen Engländer
ge=
halten. Jetzt ging ich hoch. Was ihm eigentlich einfiele, ich hätte
doch auch noch nichts Böſes von ihm geſagt. Darauf ſpielte er
den liebenswürdigen Franzoſen. Er hoffe, daß es mir bei ihm
gefalle, ob ich beruflich reiſe, in welcher Eigenſchaft? Nach einer
kleinen Kunſtpauſe, die die Wirkung meine Worte erhöhte,
ver=
kündete ich ihm, daß es in meiner Macht ſtände, den Preſſewald
rauſchen zu laſſen. (Ein Brief des Darmſtädter Tagblatts in
meiner Bruſttaſche kniſterte Beiſall.) Da wurde er ſichtlich
klei=
ner, der Zimmerpreis auch. Er fragte nach meiner Nationalität,
ich ſähe ſo gar nicht aus wie ein Franzoſe. Kaum hatte er die
Wahrheit gehört, da prallte er zurück und ſein Auge weitete ſich.
Jedoch, er hat ſich beherrſcht und hat’s glatt runtergeſchluckt. Der
Zimmerpreis blieb. Aber von Stund’ ab mied er mein Antlitz.
Um zu den Troglodyten zu kommen, nahm ich mir ein Auto.
Ein Vierſitzer Fiat war es, von einem Araber gefahren. Im
Augenblick der Abfahrt hieß es, wir müßten noch ein Kiſtchen
mitnehmen. Warum nicht, wenn einer drauf wartet. Das
Kiſt=
chen, das Eiſenteile enthielt, wurde hinten draufgebunden. Ich
äußerte die Anſicht, daß die Art des Anbindens falſch ſei. Mein
Araber wußte es beſſer. Dann ſauſten wir los gen Mittag; ich,
der Araber und 1s Kiſtchen.
Sonntag, den 10. Juli 1927
Der Weg war verhältnismäßig gut. Die Franzoſen haben
ſchon lange die Erfahrung gemacht, daß Kriegführen ohne ein
gutes Straßennetz faſt unmöglich iſt. Gute Straßen ſind
wich=
tiger als Nebenbahnen. Mein Weg führte von der Oaſe heraus
direkt in die Wüſtenſteppe. Endlos das Land, gelbbraun, leicht
gewellt und von ſcharfen Einſchnitten zerriſſen, in denen der
Frühjahrsregen zwecklos dahinraſt. Dieſe Waſſerwege ſind bei
einem Meter Breite manchmal zwei Meter tief. Ab und zu die
Reſte einer vertrockneten Pflanze. Verdichtet ſich die Flora ſo
ſtark, daß die Pflanzen ſchon auf mehrere Meter Abſtand ſtehen,
dann iſt das Land eine Weide, auf der alles, was Füße hat, graſt.
So ſieht man manchmal mitten in troſtloſeſter Einſamkeit, daß
eine Karawane ihre Kamele „weiden” läßt. Sieht man näher
hin, dann erkennt man Diſteln, die die Kamele anderem
Grün=
futter vorziehen. Je länger die nadelſpitzen Stacheln ſind, um
ſo beſſer ſchmecken ſie.
Unſer Auto fuhr dahin, manchmal eine Kamelkette in die
Flucht jagend. Es ſchimpft niemand darüber, das iſt halt ſo.
Auf einmal hatte ich ſo das Gefühl, ich müßte doch mal nachſehen,
ob wir auch noch alle beiſammen ſeien. Ich ließ halten und ſtellte
feſt, daß das Kiſtchen unterwegs abgeſtiegen war. Wie ein
Ent=
f.ſſelungskünſtler war es aus ſeinem Strick rausgeſchlüpft. Mein
Araber und ich dachten angeſtrengt nach, was da zu machen ſei.
Wir ſchwitzten dabei, denn es war ſehr heiß. Schließlich meinte
ich, wir müßtens wohl holen und zurückfahren. — Friedlich lag’s
mitten auf der Straßc und hat geduldig auf uns gewartet. Mein
Araber ließ es einſteigen; er meinte, das ſei ſicherer als nochmals
anbinden. Ich gab ihm recht. Dabei wurde zwar das Leder der
Rückſitze aufgeſchlitzt, aber ich war es ja nicht und mir gehörte
der Wagen auch nicht.
Wir fuhren weiter. Der Weg ſtieg in Windungen im
Ge=
birge hoch, teilweiſe an den Berg geklebt, teils in tiefen
Hohl=
wegen eingeſchnitten. In einem ſolchen kamen wir mit etwa
30 Kilometer um eine ſcharfe Ecke und ſahen auf der Straße ein
Kamel ſtehen und zwanzig Meter dahinter einen Ochſen. Das
Kamel bekam einen fürchterlichen Schreck und verſuchte die ganz
ſteile Seitenwand hochzuſpringen. Es machte einen gewaltigen
Satz, fand aber auf der glatten Fläche mit ſeinen Füßen keinen
Halt und kullerte dicht hinter unſerem Wagen rückwärts wieder
herunter. Mein Araber mußte ſich dieſen intereſſanten Fall
natürlich betrachten und hing weit nach der Seite heraus.
Unter=
deſſen bumſte unſer Wagen den Ochſen über den Haufen, der ſich
die ganze Geſchichte als Stoiker hatte in Ruhe anſehen wollen.
Es ſah alles ſchlimmer aus, als es war, das Kamel ſtand
wieder auf, der Ochſe ſtand wieder auf, und Laternen, die hätten
kaput gehen können, hatte der Wagen nicht. Ich glaube nicht,
daß man ſich den Unfall gegenſeitig übel genommen hat — der
Araber dem Ochſen beſtimmt nicht.
Nach dreieinhalbſtündiger Fahrt kam ich in dem Dorfe
Kalaa=Matmata an und das Kiſtchen kam richtig in die Hand
ſeines Beſitzers. Wenn ich von einem Dorfe rede, ſo meine ich
das Zentrum der dortigen Wohnungen. Damit iſt aber nicht
geſagt, daß man das Dorf auch ſieht. Da es keine Häuſer gibt,
ſieht man zunächſt gar nichts als eine kahle Landſchaft mit ein
paar Löchern. Das ſind die Eingänge zu den Wohnungen. Erſt
verſteht man gar nicht, wie es Menſchen ſeit Jahrtauſenden in
Erdlöchein überhaupt aushalten können, denn im Kriege hat
man von den Unterſtänden doch allmählich genug bekommen.
Geht man aber in eine ſolche Wohnung hinein, dann merkt man,
daß die Sache gar nicht ſo ungemütlich iſt, und daß in einem
ſolchen Erdloch Platz nicht nur für die Familie, ſondern auch
noch für Kamel, Ochs, Eſel, Hühner, Hunde und ſicherlich auch
für Vertreter der Inſektenwelt iſt. Eine ſolche unterirdiſche
Woh=
nung iſt keineswegs ſo unpraktiſch, als es ſcheint. In einem
hügeligen Gelände iſt ſie leicht und billig herzuſtellen.
Zunächſt macht man ein großes Loch in den Boden, etwa
10 Meter breit und 5 Meter tief mit ſenkrechten Wänden. In
dieſe Wände werden dann in zwei Stockwerken neue Löcher, „die
Zimmer”, gebohrt, die unbegrenzt groß ſein können. Auch die
Einrichtung iſt einfach und billig, denn ſie wird aus dem Boden
herausgeſchnitten. Bett, Bänke und dergleichen, die man „ſtehen
gelaſſen hat”, können einen ganz behaglichen Eindruck machen.
Dann wird noch ein Loch fürs Waſſer in den Boden gebohrt und
Seite 23
der ganze Bau kriegt einen Zugangskanal und iſt fertig. Das
ganze Viehzeug tummelt ſich auf dem Hof, d. h. dem Boden des
großen Loches, ſofern ihm nicht ein Seitenloch als Stall
ange=
wieſen wird.
Das Trinkwaſſer iſt etwas äußerſt Koſtbares in dieſem
trocke=
nen Lande. Deshalb wird das Waſſerloch nicht nur bewacht
wie eine Geldkiſte, ſondern auch wie eine Sparbüchſe dauernd
nachgefüllt. Wenn man bei uns ſagt: „Wer den Pfennig nicht
ehrt”, ſo heißt es dort: „Wer den Tropfen nicht ehrt”. Aus jedem
Gefäß wird der letzte Tropfen wieder ſorgſam zurück ins
Waſſer=
loch gegoſſen. Auch wenn’s über die Finger läuft, es tröpfelt in
die Sparbüchſe rein. Zum gewöhnlichen Waſchen iſt das Waſſer
natürlich viel zu koſtbar.
Wer ſich mit Anti=, A= und anderen Supſiſſen beſchäftigt,
könnte eine ſchöne wiſſenſchaftliche Abhandlung ſchreiben, wieviel
Krankheiten der Menſch bei dieſer Gelegenheit kriegen kann und
wieviele tödlich verlaufen können. Da ich Durſt hatte, habe ich
dieſe Betrachtungen anderen überlaſſen und zunächſt einmal
einen halben Liter davon getrunken. Das Waſſer war trüb,
dreckig und ſchmeckte ſcheußlich. Aber nach fünfſtündiger Kletterei
habe ich doch nochmals davon getrunken. Da ich vergeſſen hatte,
mich vorher nach dem Namen der möglichen Krankheiten zu
er=
kundigen, haben die mich wohl nicht erwiſcht.
Die Matmatas, das ſind die Troglodyten dieſer Gegend,
hat=
ten es noch vor kurzer Zeit notwendig, ſich in dieſen Erdlöchern
zu verteidigen. Seit Jahrtauſenden ſind ſie das gewohnt, erſt
heute haben ſie Ruhe. Ordentlich und freundlich ſind ſie, fangen
aber ſchon an, ſich auf Fremdenbeſuch einzuſtellen. Es bieten ſich
ſchon Leute als „Führer” an. Das iſt der Anfang vom Ende.
Der nächſte Schritt iſt die eingeſpielte Poſe, die der „vornehme‟
Fremde für ſein Photographiealbum nötig hat. Glücklicherweiſe
waren die Leute im Jahre 1927 noch nicht ſoweit.
Am Nachmittag ließ ich wieder ankurbeln, und im ſauſenden
Tempo ging es die gewundene Straße herunter. In der Ebene
kam ein Aufenthalt: mitte auf der Straße ein Kamel mit Reiter
in unſerer Fahrtrichtung laufend, beide ſüß ſchlummernd. Denn
auch im Laufen kann das Kamel ſehr gut ſchlafen. Erſt als wir
zehn Meter hinter ihm waren, wirkte unſer Hupenſignal. Das
Kamel wurde zuerſt wach. Mit einem Ruck ſetzte es ſich in
ſchnel=
len Trab, ſo daß ſein noch ſchlafender Reiter rückwärts
herunter=
fiel. Ehe wir uns verſahen, lag er quer vor unſerem Wagen
und die Vorderräder ſtanden auf ſeinem Hemd. Ich bekam
keinen gelinden Schreck, denn ein Kamelrücken iſt beinahe zwei
Meter hoch, und der Mann, der rückwärts mit dem Kopf nach
unten heruntergefallen war, ſchien weit über 60 Jahre alt. Er
ſtand aber ganz ruhig wieder auf und meinte, ſo etwas könne
vorkommen; wir ſollten ihm nur ſein Kamel wieder einfangen.
Mit dem Auto ein Kamel einfangen?! Mein Araber hatte
die Sache aber raſcher erfaßt als ich und gab Vollgas aus allen
Poren. So raſten wir hinter dem armen Vieh her, das acht
geben mußte, daß es ſich mit ſeinen langen Beinen, nicht
ver=
wickelte. Bei der ihm nicht gewohnten Geſchwindigkeit war es
ihm unmöglich, von der Straße auf das riſſige Gelände
heraus=
zulaufen. Das war die richtige Erkenntnis meines Fahrers.
Bald hatte er das Kamel zur Seite gedrängt und überholt. Dann
knatterten wir ihm mit dem Auspuff derart unter der Naſe
herum, daß es wieder kehrt machte und ſeinem Beſitzer direkt in
die Arme lief, der es auch richtig wieder einfing. Nachdem ich
mich aus der Ferne durch Augenſchein überzeugt hatte, daß der
Status quo auch ohne mein Zutun wiederhergeſtellt werden
konnte, fuhren wir weiter.
Es war heiß, und Hitze ſchläfert ein.
Nach einiger Zeit war auch ich gerade dabei, einzunicken, als
es mir ſo vorkam, als ob unſer Wagen nicht die Mitte der Straße
einhielt, ſondern hin und herpendelte. Plötzlich bemerkte ich, daß
er die Abſicht hatte, die Straße zu verlaſſen. Ich griff ſchnell ins
Rad und drehte ihn wieder in die Straßenmitte, dem Führer
dabei freundſchaftlich in den Bauch boxend. Da wurde auch er
wieder ganz wach. Er meinte, das käme leicht vor, daß er
nach=
mittags bei der Hitze einſchlafe. Seine Mitfahrer hätten es aber
immer noch rechtzeitig bemerkt. Es ſei noch nie was paſſiert.
Er hat recht gehabt. Bei meiner Fahrt iſt ja auch nichts
paſſiert, denn ich kam ganz und heil wieder in der Oaſe an.
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Ver=
ſammlung gutgeheißene Fluchtlinienplan
über die Aenderung der Fluchtlinie der
Heidelbergerſtraße von der
Moosberg=
ſtraße, bezw. Turnhalle bis zur
Gemar=
kungsgrenze Eberſtadt liegt, in der Zeit
vom 4. Juli bis 19. Juli ds. Js. bei
dem Städt. Hochbauamt, Grafenſtr. 30,
zur Einſicht pffen. Einwendungen gegen
den Plan find bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes während dieſer Friſt daſelbſt
vorzubringen.
(10904
Darmſtadt, den 30. Juni 1927.
Der Oberbürgermeiſter.
Bauplan=Offenlage.
Der von der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung gutgeheißene
Bebauungs=
plan über das Baugebiet ſüdlich
der Landskronſtraße bis zur erſten
Parallelſtraße, zu dieſer zwiſchen
Heidelbergerſtraße und
Goethe=
ſtraße liegt in der Zeit vom 11. bis
einſchließlich 26. Juli 1927 bei dem
ſtädti=
ſchen Hochbauamt, Grafenſtraße 30, zur
Einſicht der Beteiligten offen.
Einwendungen gegen den Plan ſind
bei Meidung des Ausſchluſſes während
dieſer Friſt dort vorzubringen. (st10983
Darmſtadt, den 7. Juli 1927.
Der Oberbürgermeiſter.
Pekanntmachung.
Das Preisgericht zur Erlangung eines
Plakatentwurfes für die Ausſtellung
„Haus, Herd, Garten Mainz 1927"
trat am Mittwoch, den 6. Juli 1927,
unter dem Vorſitz des Herrn
Oberbürger=
meiſters Dr. Külb in der Kunſt= und
Ge=
werbeſchule zuſammen. Sämtliche Herren
waren anweſend, und zwar Prof. Dietz=
München, Prof. Koernig=Mainz,
Ober=
bürgermeiſter Dr. Külb=Mainz,
Beige=
ordneter Maurer=Mainz, Prof. Dr.
Pree=
torius=München, Reg.=Baumeiſter
Schrei=
ner=Mainz, Beigeordneter Dr. Tremöhlen=
Mainz, Direktor Will=Mainz.
Es wurde feſtgeſtellt, daß bis zu dem
vorgeſchriebenen Termin 666 Entwürfe
eingelaufen waren. Trotz der
hochſtehen=
den Durchſchnittsleiſtung der
Einſendun=
gen konnte kein Entwurf in ſeinem Rang
als überragend anerkannt werden, daß
das Preisgericht ſich hätte dazu verſtehen
können, einen erſten Preis zu verteilen.
Es wurde deshalb einſtimmig beſchloſſen,
die Preiſe wie folgt feſtzuſetzen:
zwei Preiſe 4 500 RM. — 1000 RM.
„ 350 „ — 700
drei „ „100 „ — 300
Geſamtſumme: 2000 RM.
AufGrund einſtimmigen Beſchluſſes
erhielten die Entwürfe mit Kennwort:
einen Preis zu:
1. „Fachwerk” (Bernhard Sperl,
. . 500 RM.
München) .
2. „Spätſommer” (Kuno Hoppe,
500
Mainz)
3. „My Caſtel”, (Franz Paul
350
Glaß, München).
4. „Schlüſſel” (Ferdinand Bütt=
350
ner, Mänchen)
5. „Groß=Mainz” (Prof. Walter
. 100
Köppen, Mainz).
6. „Ha=He=Ga” (Wilh. Schulz,
. 100
Berlin)
„Mainzer” (Gerhard Winkler,
München)
. 100
Mainz, den 7. Juli 1927. (Mz. 10980
Die Ausſtellungsleitung.
J. A.: Dr. Tremöhlen Beigeordneter.
Lautz & Hofmann’s
Holländiſcher Zwieback
Nährzwieback (Friedrichsd. Art)
Ut
nür einige Tage dauernd!
Sonntag, den 10. Juli 1927
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zurdckassotzte
und Einrelstäcke
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DAS HAUS
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Uns AABERKLEIBUNC
DARMSTABT
LUDWIGSPLATZ
Auftcrang.
Ein japaniſches Tagesfeuerwerk wurde
nicht durch die Firma Otto Günther hier.
zum erſten Male in Darmſtadt
vorge=
führt, ſondern bereits am 26. Juni 1927
m Orangeriegarten durch die bekannte
Darmſtädter Kunſtfeuerwerkerei
Wallenſtein, hier.
(10985
Seite 28
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
Sport, Spiel und Zurnen.
Ausſcheidungsrennen in
Biele=
feld für den Schwimm=
Landes=
wettkampf mit Schweden.
Berges Jung=Deutſchland wird über 200 m
und 400 m Zweiter.
Laut telegraphiſcher Meldung brachten die
Ausſcheidungs=
rennen in Bielefeld geſtern über 200 Meter und 400 Meter
Frei=
ſtil, an denen Berges, Jung=Deutſchland teilnahm, folgende
Er=
gebniſſe:
200 Meter Freiſtil:
1. Heinrich, Poſeidon Leipzig, 2,25:
2. Heitmann, Magdeburg 96, und Berges, im toten
Ren=
nen 2271
3. Schubert, Boruſſia=Sileſia, Breslau, 2,28:
4. F. Rademacher, Hellas, Magdeburg, 2,29;
5. Neitzel, Magdeburg 96, 2,30.
400 Meter Freiſtil:
1. Heinrich, Leipzig, 5,24;
2. Berges, Jung=Deutſchland, 5,28;
3. Neitzel, Magdeburg, 5:28,1.
Berges wird daher der deutſchen Ländermannſchaft für
Stockholm angehören. — Ausführlicher Bericht folgt.
Interne Hochſchulmeiſterſchaften 1927
im Schwimmen.
Sieger=Liſte:
Bei ausgezeichnetem Beſuch brachten die Hochſchulmeiſterſchaften im
Schwimmen folgende Ergebniſſe:
3X50 Meter bel. Staffel für Verbände. Hochſchulmeiſter: Deutſche
Burſchenſchaft (Luckaupt, Cordes, Orlemann) 1:47,7; 2. Weinheimer
S.C. 2:048; 3. C.V. 2:06,4.
100 Meter bel. für Anfänger: 1. Göth (Rheinpfalz) 1:24,8; 2.
Fren=
zel (Ghibellinia) 1:29; 3. Kindler (Alemannia) 1:36,2.
100 Meter Bruſtſchwimmen (Meiſterſchaft): Hochſchulmeiſter: Schäfer
(GHaſſo=Boruſſia) 1:33,8: 2. Ober 1:34,8; 3. Kuchenmüller 1:38
100 Meter Seite (Meiſterſchaft): Hochſchulmeiſter: Petry (Friſia)
1:24,8 2. Schmuck (A. Ch.) 1:28.
100 Meter Freiſtil (Meiſterſchaft): Hochſchulmeiſter: Cordes (
Marko=
mannia) 1:126; 2. Kloſtermann Rhenania) 1:193: 3. Liebel 1.278.
100 Meter Rücken (Meiſterſchaft): Hochſchulmeiſter: Krug (Rugia)
1:368; 2. Luckaupt (Friſia) 1:39 6; 3. Vondran 1:42.
300 Meter Freiſtil (Meiſterſchaft): Hochſchulmeiſter: Kloſtermann
(Rhengnia) zugeſprochen.
3X50 Meter Bruſtſtaffel für Korporationen. Hochſchulmeiſter:
Bur=
ſchenſchaft Markomannia 2:2,6; 2. Burſchenſchaft Friſia 2:30,7; 3.
Aka=
demiſche Turnverbindung Alemannia 9.:39,9.
Wafſerball=Spiel: Techniſche Hochſchule gegen Univerſität Frankfurt.
Reſultat 6: 1 für Darmſtadt. Halbzeit 2: 1. — Durch einen überlegenen
6:1=Sieg konnte ſich die Waſſerballmannſchaft der Techniſchen
Hoch=
ſchule für die unverdiente Niederlage in Frankfurt glänzend
revanchie=
ren. Leider mußte ſie ohne ihren beſten Spieler Cordes antreten, der
körperlich nicht ganz auf der Höhe war. Er wurde durch Förſter, Jung=
Deutſchland, gut erſetzt. Bis Halbzeit hielt ſich Frankfurt ganz gut,
dann wurde aber die Techniſche Hochſchule immer überlegener und konnte
zum Schluſſe das Spiel glatt gewinnen.
Herr Medizinalrat Dr. Friedrich war der Veranſtaltung und dem
Waſſerballſpiel ein guter Leiter.
K. W.L.
Darmſtädter Kegler=Verband.
Bundesmeiſterſchaftskegeln in Mainz vom 6. bis 13. Auguſt 1927.
Motorſport.
VII. Baden=Badener Antomobil=Turnier.
Der Verband Mainz entfaltet eine fieberhafte Tätigkeit, um das
in ſeiner Sporthalle im Auguſt ſtattſindende Feſt der Austragung der
Bundesmeiſterſchaſten würdig begehen zu können. Die derzeitig
vor=
handenen 12 Bahnen werden um 10 weitere Bahnen vermehrt. Es
ent=
wickeln ſich dort Kämpfe, die nur von Meiſtern ausgefochten werden.
Wer ſich für das Kegeln, namentlich das Sportkegeln, intereſſiert, der
verſäume nicht, Mainz einen Beſuch abzuſtatten, er wird ſich lohnen.
Auch auf geſellſchaftlichem Gebiete verſtehen es die Mainzer
vorzüg=
lich, ihren Gäſten angenehme Stunden zu bereiten. Von beſonderer
Be=
deutung iſt die für Dienstag, den 9. Auguſt 1927. geplante
Nhein=
fahrt. Die Fahrt geht bis St. Goar und ſchließt den Beſuch des
Niederwalddenkmals ein — Fahrtkoſten für Hin= und Rückfahrt 3,50 Mk.
Wer dieſe ſeltene Gelegenheit benützen will, der wende ſich an den
Kegelbruder J. Alberti in Mainz, Leichhoftraße Nr. 11.
Rudern.
Umgruppierung im Mainzer Ruderverein.
Auf Grund des Ergebniſſes der Mannheimer Nuderregatta hat der
Mainzer Ruderverein in ſeiner Senior=Mannſchaft eine Umgruppierung
vorgenommen. Da im erſten Vierer ſich abermals ein ſtarkes
Ueber=
tiehen der Steuerbordſeite bemerkbar machte — was auch in Mannheim
dur Kolliſion mit Amicitig Mannheim führte — hat der Mainzer NM.
bon einer Beteiligung an der Hamburger Regatta Abſtand genommen.
Fm Vierer wurde Apel durch Seemann erſetzt und in dieſer
Zu=
ſammenſetzung ſoll auf die Meiſterſchaftsregatta hingearbeitet werden.
Auch im Achter vollzog ſich eine volſtändige Umbeſetzung, da Verg,
Ehmig, Fellner und Petry erſetzt wurden und der Nackd=Vierer der
Mannſchaft angegliedert werden ſoll. In der Neubeſetzung Eiſold,
Becker, Schneider, Apel (für den ſpäter Hilbert eintritt). Wagner,
See=
mann. Funck und Racké am Schlag wird die Mannſchaft am Samstag
und Sonntag an der Koblenzer Regatta in den drei erſten Achtern
ſtar=
ten. Apel, für den ſich eine längere Erholung nowwendig macht, wird
auch im Zweier zunächſt erſetzt werden. Hier werden Seemann und
Wagner bei den ſpäteren Regatten an den Start gehen.
Die Geſchicklichkeitsprüfung. — Carraciola=Berlin Gewinner des
Batſchari=Wanderpreiſes.
Die Veranſtalter des 7. Baden=Badener Automobilturniers können
ſich über das Wetter wirklich nicht beklagen. Nach den Aufpizien der
vorhergegangenen Tage ſah es nicht ſehr günſtig für die Veranſtaltung
aus, indeſſen wurden die Erwartungen beim Turnier von Anfang an
aufs angenehmſte enttäuſcht. Des nachts regnet es zumeiſt und
tags=
über iſt das ſchönſte und freundlichſte Wetter, das man ſich nur
wün=
ſchen kann. Dieſer Umſtand ſteigert auch das Intereſſe bei den
Zu=
ſchauern und der Beſuch bei der Geſchicklichkeitsprüfung am Samstag
ließ erkennen, daß das Baden=Badener Turnier mehr und mehr an
In=
tereſſe und Bedeutung gewinnt. Die Geſchicklichkeitsprüfung war
weſeni=
lich ſchwerer als in den Jahren vorher, ſo gab es mehrere Uebungen
mit Rüchwärtsfahren. Der alte Routinier Kappler=Gernsbach mußte
diesmal die Ueberlegenheit des Berliner Carraeiola anerkennen, der
eminent ſicher fuhr und ohne einen einzigen Verluſtpunkt das Rennen in
2:33,2 Mimuten beendete. Dieſe Zeit iſt viel beſſer als die 2:38,3 von
Kappler, wenn man berückſichtigt, daß Kappler 20 Strafpunkte
einſtek=
ken mußte. Von den übrigen Fahrern hielten ſich Kimpel=Ludwigshafen,
DeimannDortmund, Walb=Mannheim und Prinz zu Leiningen am
beſten, während bei den Damen diesmal Frl. Groß=Baden=Baden in
Front lag. Die Zeitem der Erſtplacierten ſind überragend, wenn ſogar
ein ſo guter Fahrer wie von Wentzel=Moſau 9:191 Min. zur
Zurück=
legung der Strecke benötigte. Mit dieſem neuen überlegenen Siege ſteht
der Sieg von Carraciola im Geſamtklaſſement feſt, ſo daß der Berliner
in dieſem Jahre den Batſchari=Wanderpreis gewonnen hat, den der
vorjährige Inhaber Fuld=Pforzheim nicht verteidigen konnte. An zweite
Stelle placierte ſich Walb=Mannheim vor Kimpel=Ludwigshafen. Die
Ergebniſſe des Geſamtklaſſements wurden noch ſpät ausgevechnet und
lagen zur Stunde noch nicht vor.
Bei der Ausrechnung der Ergebniſſe von der Geſchicklichkeitsprüfung
wurden die Straſpunkte und die erzielte Zeit zuſammengerechnet und
mit Punkten bewertet, wobei die beſte Leiſtung die niedrigſte
Punktzahl erhielt. Das Reſultat der Geſchicklichkeitsprüfung ſtellte ſich
demnach wie folgt:
Tourenwagen. Wertungsgruppe 6: 1. Butenuth=Hannover (
Hanno=
mag 500 Kubikzentimeter), 2342 Punkte; 2. Frl. Groß=Baden=Baden
(Opel 1100 Kubikzentimeter) 401 8 Punkte. — Gruppe 5: 1. W. Lagſer=
Oldenburg (Bugatti 1495 Kubikzentimeter) 295,6 Punkte. — Gruppe 4:
1. F. BurgmannMannheim (Dürkopp 1998 Kubikzentimeter) 286,2 P.
— Gruppe 3: 1. W. Scheling=Mainz (Lancia 2370 Kubikzentimeter) 242
Punkte. — Gruppe 2: 1. Fürſt Albrecht zu Hohenlohe=Jagſtberg (
Chrys=
ler 4750 Kubikzentimeter) 3372 Punkte; 2. Dr. SchwarzMannheim
(Benz 4160 Kubikzentimeter) 572,2 Punkte. — Gruppe 1: 1. v. Wentzel=
Moſau Mercedes 6240 Kubikzentimeter) 650 2 Punkte.
Sportwagen: Gruppe 6: 1 Dr. Schalſcha=Breslau (Pluto 1074.
Kubikzentim.) 256,6 Punkte; 2. K. Weſtermann=Zella=Mehlis (Pluto 1004
Kubikzentimeter) 420 8 Punkte — Gruppe 5: 1. Prinz zu Leiningen=
Amorbach (Bugatti 1500 Kubikzentimeter) 1878 Punkte; 2. C. Andrege=
Frankfurt (Bugatti 1496 Kubikzentimeter) A34 Punkte: 3. J. H.
Ker=
ſting=Bremen (Bugatti 1495 Kubikzentimeter) 360,2 Punkte; 4. Frau 2.
Noehrs=Hannover. Adler 1500 Kubikzentimeter) 4116 Punkte. —
Gruppe 4: 1. C. Kappler=Gernsbach (Simſon=Supra 1980
Kubikzenti=
meter) 178,6 Punkte; 2. G. Kimpel=Ludwigshafen (Bugatti 1994
Lubik=
zentimeter) 216,6 Punkte. — Gruppe 3: 1. C. Deilmann=Dortmund
(Anſtro=Daimler 2994 Kubikzentimeter) 296 4 Punkte — Gruppe 2:
Aus=
gefallen. — Gruppe 1: 1. R. Carraciola=Berlin (eredes=Benz 6800
Kubikzentimeter) 149 Punkte (abſolut beſte Leiſtung des Tages): 2. W.
Walb=Mannheim (Mercedes=Benz 6800 Kubikzentimeter) 175,4 Punkte.
Inzwiſchen wurden auch die Ergebniſſe von der am erſten Tage der
Veranſtaltung ſtattgefundenen Sternfahrt nach Baden=Baden
ausgerech=
net. Den Clubpreis erhielt hier der Crefelder AC. mit 1536 Km., die
ſich mit je 512 Am. auf W. Deuſen (Abler). W. Donath (Adler) und H.
Kaenen (Adler) verteilen. Die größten Weiten erzielten W. Laaſen=
Oldenburg (Bugatti) mit 795 Km., Dir. Hirſch=Berlin (Chandler) mit
762 Km. Kerſting=Bremen (Bugatti) mit 745 Km. und Deilmann=
Dort=
mund (Auſtra=Daimler) mit 670 Km.
Nach 14jähriger Unterbrechung wurde am Samstag nachmittag, im
Anſchluß an die Geſchicklichkeitsprüfung, wieder ein Blumenkorſo
veran=
ſtaltet, der vom herrlichſten Wetter begünſtigt, großes Intereſſe bei
Tauſenden von Zuſchauern fand und einen in jeder Hinſicht
wohlge=
lungenen Verlauf nahm. Als Siegerin gina aus dem Corſo Frau
Winter=Berlin hervor, die ihren Wagen mit Teeroſen geſchmückt hatte.
Den 2. Preis erhielt Frau R. Haniel=Baden=Baden mit Feldblumen.
Fußball.
Deutſche Polizei=Meiſterſchaft.
Tennis.
Internationales Tennisturnier in Mannheim.
Da das Wetter ſich gut hielt, konnte das Mannheimer Turnier ein
gutes Stück vorwärts gebracht werden. Siedhoff ſiegte 6:2, 6:0 über
Reindel=Stuttgart und trifft jetzt auf Dr. Bill Fuchs, der 6:0; 6:2 über
Kloos die Oberhand behielt. — Im Dameneinzel um die Meiſterſchaft
von Süddeutſchland ſiegte Frl. Weihe=Freiburg überlegen 6:1; 6:0 über
Frl. Kohler. Frau Eulau fertigte Frau Willfort 6:0; 6:1 ab und Frau
Baer kam kampflos über Frau Gilgin in die nächſte Runde. — In den
Doppelſpielen gab es durchweg Favoritenſiege. Es ſpielten hier:
Ge=
miſchtes Doppel: Frau HempDr. Buß=Frau Abeneuer=Wagner 8:1;
6:1. — Frau v. Reznicek=Dr. Bill Fuchs—Frau Schanz=Forch 6:3; 6:1.
— Damendoppel: Frl. Krome=Frl. Adeneuer—Geſchw. Schmitt 6:2; 6:3.
— Frau v. Peterh=Ofan—Frau Krome=Frl. Adeneuer 6:0; 6:2.
Schießſport.
Geſellſchaft „Weidmannsheil”, Arbeilgen.
Zum Sport= und Werbeſchießen der obigen Geſellſchaft hatte ſich
eine große Anzahl Schützenbrüder auf dem 50 Meter=Stand
eimngefun=
den, um dem Schießſport zu huldigen. Geſchoſſſen wurde auf Medaille
Arheilgen, feinſtes Altſilber, Ehrenſcheibenſchießen, Tages=Preisſchießen
und Mannſchaftsſchießen, 4= und B=Klaſſe. Als Haupttreffen der
Ver=
anſtaltung wird am Sonntag, den 10. Juli, ein Wander=Preisſchießen
innerhalb der Mannſchaften ſtattfinden. Verteidiger iſt Schützenklub
„Kleeblatt‟ Darmſtadt. Sonntag früh um 8 Uhr wird das Schießen
begonnen und abends 7 Uhr bendet. Anſchließend findet die
Preis=
verteilung ſtatt.
Der heutige Sonntag ſieht die Polizeiem der Länder im erſten
Waffengange um die Deutſche Polizeimeiſterſchaft. Heiß und erbittert
wird in den einzelnen Städten um den ſtolzen Titel „Deutſcher
Polizei=
meiſter” gekämpft werden, denn die unterliegende Mannſchaft muß alle
Hoffnungen für dieſes Jahr begraben; der Siegespreis iſt für ſie
un=
erreichbar, da die Spiele nach dem Pokalſyſtem ausgetragen werden. Der
Beſiegte ſcheidet aus dem Wettbewerb endgültig aus.
Der Gegner Heſſens iſt, wie an dieſer Stelle bereits geſchrieben
wurde, die Landespolizei Bahern. Während die heſſiſche Elf aus den
bewährten Spielern des Heſſiſchen Polizeiſportvereins gebildet wird,
weiß man über die Zuſammenſetzung der baheriſchen Mannſchaft bis
heute noch nichts. Es iſt möglich, daß die Vertretung Baherns einem
Polizeiſportverein übertragen wurde. Es kann aber auch ſein, daß die
baheriſche Elf aus Spielern verſchiedener Vereine gebildet wird. Auf
jeden Fall darf man aber überzeugt ſein, daß Bayern ſich der Bedeutung
des Spieles bewußt und auch als Fußball=Hochburg dazu in der Lage,
ſeine Elf ſo ſtark als möglich ſtellen wird. Die Vorausſetzungen eines
ſpannenden Kampfes ſind demnach gegeben.
Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Sportvereins 98
iſt es möglich, das Spiel im Stadion zum Austrag zu bringen. Es
be=
ginnt 430 (16.30) Uhr nachmittags. Die Preiſe ſind in niedrigen
Gren=
zen gehalten, ſo daß der Beſuch jedem Liebhaber des runden Leders
ermöglicht iſt.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 10. Juli. 8: Morgenfeier, veranſtaltet vom
Wartburg=
verein Frankfurt a. M., anläßl. der Tage für Evangeliſche
Kirchen=
muſik „Von der Reformation bis zur Gegenwart”. Ausf.: Der
St. Engelbrekts=Kirchenchor von Stockholm unter Leitung von
Herrn Muſikdirektor. David Ahlen. Dresdener Poſaunen=Miſſion
unter Herrn Pfarrer Müller. e 11.30: Elternſtunde. Th. Neuber,
Liegnitz: Kinderglück und Kinderfragen. 0 12: Uebertr. des
Glocken=
ſpiels aus dem Darmſtädter Schloß. o 12: Konzert. o 16:
Stunde der Jugend. Ilſe Helene Röttgen=Reinheimer: Märchen.
o 17: Konzert. 1. Friedberger Doppelquartett. O 18: Privatdozent
Rheindorf: Freiherr vom Stein. 8 19: Johannes R. Becher:
Vorleſung aus eigenen Werken. Auf dem Marſch. Die hungrige
Stadt. Ausweglos. Jeſſenin. Der Träumer, Goldrauſch. Die
Trommel. Mauer der Erſchoſſenen. Marſch, 2 2030: Heiterer
Abend. — Anſchl.: Uebertr. von der Tanzklauſe: Tanzprogramm.
Stuttgart.
Sonntag, 10. Juli. 11.30: Morgenfeier. Friedrich Silcher.
Mitw.: M. Schilling, Göppingen, E. Huttenlocher, Göppingen,
Kleiner Choral der Liedertafel, Göppingen. 14 Darbietungen.
O 13.15: Schallvlattenionzert. S 15: K. Figdor: Kreuz und quer
durch Indien: Wunder und Schrecken. 15.30: Elfenfunk an die
Jugend. O 16: Das auslandsdeutſche Lied. Vortrag und Geſang:
H. Schuherth=Meiſter. Am Flügel: A. Haagen. — Einf. Vortrag.
— 10 Lieder aus Südoſteuropa. — 3 Lieder aus Südeuropa (Tirol,
Kärnten). — 4 Lieder aus Mähren. — 6 Lieder aus Böhmen. —
Wolga=Lieder. o 18.15: A. Wölpl: Abenteuerliche
Gefängnis=
fluchten. 8 18.45: P. Enderling lieſt aus eigenen Werken. O 20=
Bunter Abend. Leitung: E. Stockinger. Mitw.: Maria Fiechtl,
Hilde Binder. Sepp Summer a. G., H. Hanus, Th. Brandt,
A. Haagen. 35 Darbietungen.
Berlin.
Sonntag, 10. Juli. 6.30: Frühkonzert. 5 Darbietungen. —
Während der Pauſe: Gymnaſtik. 0 9: Morgenfeier. 5 Darbietungen.
6 1130: Kapelle Gebr. Steiner. Thomas: Qup. Mignon. —
Lanner: Hofballtänze. — Weber: Fant. Freiſchütz. — Rubinſtein:
Melodie Nr. 1 und 2. — Masacgni: Intermezo aus Cavalleria
ruſticana. — Morena: Ein Souper bei Suppe. — Liſzt: Rhapſodie
Nr. 14. 0 13.30: W. Koſtroun: Das Huhn als Wirtſchaftsfaktor.
G 14.30: Zum 250. Todestag des Dichters Johann Scheffler
(Angelus Sileſius). Prof. Fries: Ueber den Dichter. — A. Braun:
Aus ſeinem Werf. 8 15.30: Märchen, geleſen von Marta Maria
Newes. O 16: Kapelle Gerhard Hoffmann. Leutner: Feſtoup. Edur.
— Bayer: Im Puppenladen. — Catalani: Denza Delle Ondine.
— Translateur: Was Blumen träumen. — Meyer=Helmund:
Das Zauberlied. — Lincke: Potp. aus der Operette Grigri. —
Zerkovitz: Herbſtlied. 6 17.30: Fußball=Länderſpiel, Deutſchland
— Rußland. Uebertr, vom Viktoria=Sportplatz Hamburg ſam
Mikrophon: Hans Braun). 19.30: Th. Kappſtein: Bilder
von einer Mittelmeerfahrt (Von Berlin zu den Balearen). 2 00
Joſ. Delmont: Wilde Beſtien als Aerzte. 8 20.30: Grotesker Ul.
V. Schwanneke Rezit), o. 21: Berliner, Fanfaren=Bläſerkorps.
14 verſch. Märſche 8 22.30: Tanmuſik.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 11. Juli,
(nach der Wetterlage vom 9. Juli).
Vielfach aufheiternd, verhältnismäßig warm und meiſt trocken.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudoli Mauve
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve;, für Feutlleion. Reich und
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmanu
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdlenſi: Andreas Bauer;
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nettei für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Drug und Verlag, C. C. W..1. g — ſämtliſch in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſkripte wird Garantie der Rückſendung n ich 1 übernommen.
Die heutige Nummer hat 44 Geiten.
N
Ber Tabelhafte brielg beim Renn
den „droken Breis ven Europa
dem Nürburgring am 2. und B. Z. 23
Klasse 125 ccm: DKW das schnellste und zuverlässigste Motorrad der Welt mit dem l., 2. und 3. Preis
Klasse 250 ccm: DKW die schnellste und zuverlässigste deutsche Maschine mit dem 2. Preis
Klasse 500 ccm: DKW die schnellste und zuverlässigste deutsche Maschine.
DKW hat sich in allen 3 beschickten Klassen als das zuuerlässigste Motorrad der Weit erwiesen. Die
über-
legenheit des Zweitakt-Motors bedurfte keines schlagenderen Beweises. DKM kann heute mit Recht
den Ruf der ersten Motorradfabrik des Kontinents beanspruchen.
jummt
für da
ür ſc viden üer
die BlbaoErze. 30
ſaenienſtinen Luncdh
leſteiſteine wurden in
Ainte it ſtahl gebl
ft ds nchie Jahr in 9.
erzmart iſt underänd
Voriſten berſehen ſiu
für Waliſchlacken ſind
zuſtande lamen. In
de Marktlage gegenib
unsverte Veränderun
murlt nicht eingetreten
brniſchenden Jnduſtrie
ds Geſchäſt ruhiger.
Unerbietungen der h.
dem Abſatbedirfnis 1
ſeſchiſt in Halbzeug
ſelind, die Nachirage
in formeiſen war
Mſtliſſe als auch der
Werbauſtafen ſchern
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C2 ſch um nach nicht
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Oinenl. Das Ausfuchr
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Sat
DGN
[ ← ][ ][ → ]Nummer 189
wlatte
Sonntag, den 10. Juli
Der deutſche Eiſenmarkt im Juni.
Die Nachfrage nach Siegerläxder Roh= und Roſtſpat war nach wie
wbor ſehr groß; die Grulen ſetzten ihre Förderung glatt
mb. Auch die Förderung der Dill= und Lahngruben fand guten Abſatz.
DDie Verſorgung mit ausländiſchen Erzen erfolgte ohne Schwvierigkeiten
äm Nahmen der getätigten Abſhlüſſe und der augenblicklichen guten
BBeſchäftigung. Nachdem die Hauptkäufe in den Standard=Erzſorten
Für das nächſte Jahr abgeſchloſſen ſind, iſt es auf dem Erzmarkt an und
für ſich wieden ſtiller gevorden. Eme leichte Neigung nach unten zeigen
Sie Bilbao=Erze. In den guten nordfranzöſiſchen phosphorhaltigen
Soheiſenſteinen kamen einige Käufe zuſtande. Die zweitklaſſigen Rot=
Siſenſteine wurden in größeren Mengen angeboten. Der Preis für
Minette iſt ſtabil geblieben. In Schwefelkicsabbränden ſind Käufe für
Sas nächſte Jahr in größerem Umfange getätigt worden. Der
Mangan=
erzmarkt iſt underändert geblieben. Da die Werke mit hinreichenden
Worräten verſehen ſind, hielten ſie mit Abſchlüſſen zurück. Die Preiſe
ür Walzſchlacken ſind ziemlich hoch, weshalb hierin nur kleinere Käufe
zuſtande kamen. In Martin=, Puddel= und Schweißſchlacken hat ſich
Sie Marktlage gegenüber den Vormonaten nicht verändert. Eine
nen=
menswerte Veränderung gegenüber dem Vormonat iſt auf dem
Schrott=
rnarkt nicht eingetreten. Die Nachfrage ging innerhalb der Schrott ver.
prauchenden Induſtrie zurück. Auf dem Roheiſen=Inlandsmarkt war
ves Geſchäft ruhiger. Das Auslandsgeſchäft litt unter den ſtarken
Unterbietungen der franzöſiſchen und luxemburgiſchen Werke ſowie unter
vem Abſatzbedüirfnis der engliſchen Hohofeninduſtrie. Das
Inlands=
geſchäft in Halbzeug war im abgelaufenen Monat weiter zufrieden=
Sellend, die Nachfrage konnte als unverändert gut bezeichnet werden.
In Formeiſen war das Inlandsgeſchäft ſowohl hinſichtlich der
Neu=
bſchlüſſe als auch der Abrufe weiter recht befriedigend. In Eiſenbahn=
Oberbauſtoffen ſichern die vorliegenden Aufträge bzw. Abrufe den
Wer=
en ausreichende Beſchiftigung für die nächſten Monate. Aus dem
Auslande gingen wohl Anfragen im größerem Ausmaße ein, doch ſcheint
es ſich um noch nicht ſpruchreife Geſchäfte zu handeln. Wie in den
Vor=
mionaten, ſo war auch in der Berichtszeit die Abſchlußtätigkeit im
In=
unnde auf dem Stabeiſen=Inlandsmarkte rege und der Abruf
befrie=
lägend. Das Ausfuhrgeſchäft weurde nach einer anſänglichen Belebung
im weiteren Verlaufe, des Monats wieder ruhiger. In
warmgewalz=
em Bandeiſen war der Eingang von Auſträgen aus dem Inlande
weiter gut. An der ungüinſtigen Lage des Auslandsgeſchäftes hat ſich
fſichts geändert. In der Erzeugung von rollendem Eiſenbahnzeug trat
sgenüber dem Vormonat eine mäßige Beſſerung ein. Der Eingang an
(aufträgen für Grobbleche war aus dem Jn= und Ausland
zufrieden=
fpellend. Die Abſchlußtätigkeit in Mittelblechen hielt ſich auf dem
In=
rndsmarkte in engen Grenzen. Dafür wurde freihändig mehr gekauft,
—ich für Ausfuhrobjekte. Die zunehmende Lebhaftigkeit des Geſchäfts
aif dem Feinblechmarkte war unverkennbar. Die Auftragshöhe in
Han=
delshlechen ſichert den Werken nach wie vov zufriedenſtellend= Be=
Säftigung.
Der Markt in Qualitätsblechen zeigte nach wie vor eine freundliche
taltung. Die Werke konnten ihren Beſchaftigungsſtand nicht nur
be=
hrupten, ſondern teilweiſe auch vergrößern. Die Nachfrage nach
ver=
zmkten und verbleiten Blechen iſt zwar lebhafter geworden, doch ſind
de Erlöſe aus den getätigten Geſchäften infolge des ſcharfen
Wet=
biwerbes unbefriedigend. In ſchmiedeeiſernen Röhren hat das Geſchäft
im Juni gegenüber dem Vormonat nachgelaſſen. Nachfrage und
Auf=
tragseingang in gußeiſernen Röhren waren im Berichtsmonat zufrieder
fit Uend, wenn auch nicht ganz ſo wie in den beiden Vormonaten. D
in den beiden Vormonaten eingetretene Belebung auf dem
Gieſier=
markte iſt zum Stillſtand gekommen. Das Inlandsgeſchäft in Dro
uud Drahterzeugniſſen hat im Berichtsmonat entſpreealnd der für d
2rahtgeſchäft vorgerückten Jahreszeit eine Kleinigkeit nachgelaſſen.
Die Abſatzſchwierigkeiten auf dem Kohlenmarkt, über die im Mon
Wai zu klagen war, haben im Juni zunächſt fortbeſtanden. Die Ei.
ſiuerbeſchränkungen Frankreichs verſchärften dieſe Lage vorübergehen
ſogar empfindlich, aber ſchließlich trat doch eine leichte Belebung ein
2ae Gründe hierfür ſind allerdings wohl weniger in einer allgemeinen
Ey eigerung des Verbrauches zu ſuchen, als vielmehr in den ſchwebenden
Varhandlungen wegen Erhöhung der Kohlenpreiſe. Dieſe leichte
Be=
eteung kommt darin zum Ausdruck, daß Feierſchichnten höchſtens ganz
preinzelt nötig waren und die auf Wagen befindlichen Beſtände zu einem 1 272 938 (1 774 384) RM. nach 151 5998 (148 984) NM. Abſchreibungen
zoßen Teil abgeſtoßen werden konnten. Von einer Veſſerung der
Erreunſtoffmarktlage kann jedoch eigetlich nicht geſprochen werden, und
war um ſo weniger, als die Verhandlungen wegen der Lieferungen
z1. den Arbeitsverhältniſſen der Arbeiter traten im Berichtsmonat keine
llamderungen ein. Für die Angeſtellten wurde durch Vereinbarung vom
RJuni 1927 der Nahmentarifvertrag neu abgeſchloſſen und die
Frag=
e• Bezahlung der Mehrarbeit und Ueberarheit gemäß den
Beſtimmun=
eir des Arbeitszeitnotgeſetzes geregelt, desgleichen wurden die
einzel=
an Gehaltsſätze der Einkommenregelung neu feſtgeſetzt. Im
Durd=
ſchmitt betrug die Erhöhung der Gehälter 5,8 Prozent.
Wirtſchaftliche Rundickau.
Die Großhandelsindexziffer im Monatsdurchſchnitt Juni. Die
Groß=
ſardelsindexziffer im Monatsdurchſchnitt Juni betrug nach dem
Sta=
uſch=ſchen Reichsamt 137,9. Sie iſt damit gegenüber dem Vormonat (137,1)
m O6 b. H. geſtiegen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer vorgenommen. In der Bilanz, zeigen die Anlagekonten durchweg kleine
eu Agrarſtoffe um 04 v. H. auf 139,9 (139,3) angezogen. Die Indes= Erhöhungen. Außerdem ſtiegen die Bankauthaben auf 353 712 (154 270)
ſiſrer der Gruppe Kolonialwaren iſt dagegen um 0,7 v. H. auf 177,8
98,7) zurückgegangen. Bei den induſtriellen Rohſtoffen und
Halb=
zaren iſt eine Steigerung der Indexziffer um 03 v. H. auf 1316 (131,2)
nfe bei den induſtriellen Fertigwaren und Halbwaren iſt eine Steigerung
er) Indexziffer um 0,3 v. H. auf 131,6 (131,2) und bei den induſtriellen
ſen tigwaren um 12 v. H. auf 1460 (144,3) eingetreten.
Die Sparkaſſen des Deutſchen Reichs im Mai 1927. Die
Einlage=
eſtäände bei den Sparkaſſen des Deutſchen Reiches ſind im Monat Mai
22B beiter von 3854,7 Mill. RM. auf 3967 3 Mill. RM. (Einzahlungen
4r3 Mill. RM., Auszahlungen 385,7 Mill. RM.) geſtiegen. In dem
timo= Scheck= und Konto=Korrentverkehr ſtellten ſich im Berichtsmonat geworden, daß durch weitere Neueinſtellungen ein Höchſtſtand der
Be=
e Einzahlungen auf 2432,9 Mill. RM., die Auszahlungen auf 2406,8
RiFT. RM. Für den 31. Mai ergibt ſich ſomit folgender Beſtand: 1188,4 wärtige Auftragsbeſtand ſichere volle Beſchäftigung für mehrere Mo=
UIkI. RM. Guthaben und 1548,1 Mill. RM. Schulden
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
un den in der Zeit vom 28. Juni bis 2. Juli im Ruhrgebiet an 5”ſg RM., woraus wieder 4 Prozent Dividende verteilt werden ſollen. Die
ag en:2 105 305 Tonnen Kohle fördert gegen 2281 458 Tonnen in der
ſcergehenden Woche in 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte
3R06 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die
Preßkohlenherſtel=
mr auf 68014 Tonnen gegen 75 538 Tonnen an 52lg bzw. 6
Arbeits=
agm. Dieſe arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom
Jfuni bis 2. Juli 391 648 Tonnen gegen 380 243 Tonnen in der
vor=
urn ehenden Woche. Die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 73090
ommen (71 938 Tonnen), die arbeitstägliche Preſſekohlenherſtellung auf ter bearbeitet werden. (Lieferung Frühjahr 1938.) Einſchnitte ſtellen
4 Tonnen (12950 Tonnen). Die Zahl der wegen Abſatzmange!
uelegten Feierſchichten ſtellte ſich auf 14906 (arbeitstäglich 2773)
gm 16 771 (2829) in der vorhergehenden Woche.
Won dem füddeutſchen Edelmetallmarkt. Die Edelmetallmärkte
onu andauernd ſchoächere Bewegung. Vor allem iſt es Italien, das
in ziag im Kurſe zurückgeht dunh, die ſyſtematiſche Unterbietung der
unen. Soſujetrußland hat, derart auf die Kurſe gedrückt, daß die
n=abilität des Erzbergbaues in Kolumbien und Südafrika in Frage
tült iſt. Gold iſt feſt. Der Preis beträgt 2,81—2,83 NM. Infolge
Fortgeſetzten Käufe der franzöſiſchen Regicrung machte ſich in den
tm Wochen eine gewiſſe Knappheit bemerkbar.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
a—mſtadt: Fa. Robert Siegelmann. G. m. b. H., Ingenieurbüro,
Kof. mangels Maſſe eingeſtellt. — Worms: Kaufmann Jacob
tinrebaum, Lederhandlung, GAufſ. beendet. — Seligen ſtadt,
Aſſan: Fa. De Bary u. Kugler, Zigarrenfabrik, GAuff. angeordnet. — noch nicht entſchieden, ob die jugoſlawiſche Eiſeninduſtrie dem
Rohſtahl=
ſtoms: Ch. Ormianer, GAuff aufgehoben.
Mhein=Schnellſchiffahrtsgeſellſchaft, Frankfurt a. M. Die kürzlich
inelldeten Verhandlungen zur Gründung einer Rhein=
Schnellſchiffahrts=
el ſchaft, Frankfurt (M.) mit einem Aktienkapital von 700 000 Mk. ()
ſtwv ben noch. Der Bau von zunächſt zwei Schiffen, die vorläufig den
trſconenverkehr von Mainz nach Koblenz und ſpäter nach Koln und geſellſchaftlichen Sicherheiten angelegt, 3,2 Millianden in kanadiſchen,
(aut Frankfurt a. M. begründeten Schiffs= und Maſchinenbau A.G.,
Nau kfurt a. M. (früher Leux=Werke) in Auftrag gegeben. Deswegen
flrährt Frankfurt a. M. der Geſellſchaft zum Bau der Schiffe ein auf
lde Schiffe erſtſtellig einzutragendes Hypothekardarlehen in Höhe von lung im erſten Halbjahr 1926, wo die Inveſtierungen von 596 auf 739
2 000 Mark.
Fleiſchgewinnung in Deutſchland.
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Die Gewinnung und der Verbrauch von Fleiſch hatte in Deutſchland
Laufe der letzten Jahre wieder ungefähr auf den alten Stand gehoben. behauptet, Roggen und Futtergetreide hat ſich gegenüber der Vorwoche
(Hausſchlachtungen) keine weſentliche Rolle. Höchſtens in der Gruppe
Schaf= und Ziegenfleiſch haben die nicht beſchaupflichtigen
Hausſchlach=
tungen von Ziegen eine gewiſſe Bedeutung, da ſie heute faſt Zweidrittel,
machten.
Als Vergleichswerte ſind überall die Zahlen des Jahres 1913,
um=
gerechnet auf das jetzige Reichsgebiet, eingeſetzt. In der Beſchaffung von
iſt er ſogar um ein Weniges überſchritten. Beſonders beträchtlich
ge=
hoben hat ſich wieder die Schweinezucht. Die Hausſchlachtungen an
Schweinen haben auch nach dem Kriege faſt unverändert den gleichen
Stand wie vor dem Kriege beibehalten. Dagegen haben ſich die
be=
ſchaupflichtigen Schlachtungen von einem Ergebnis von nur rund 5
Mil=
lionen Doppelzentner im Jahre 1923 auf 12 Mill. Doppelzentner im
Jahre 1926 gehoben, und nach dem Ergebnis des erſten Vierteljahres
1927 würde ſich die Geſamtgewinnung an Schweinefleiſch im Jahre 1927
auf mehr als 14 Mill. Doppelzentner ſtellen. In dem Schaubild ſind
für das Jahr 1927 durchgängig die vierfachen Beträge des Ergebniſſes
im erſten Vierteljahr eingeſetzt. Dieſe Zahlen werden infolgedeſſen noch
gewiſſe Veränderungen erfahren.
Abſchluß der Anleihe der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt. Der
chrichtendienſt der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt teilt mit: Die
rhandlungen zwiſchen der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt und der
tional City Company über eine neue 6prozentige Hypothekaranleihe
Höhe von 20 Millionen Dollar ſind zum Abſchluß gelangt. Die
An=
he wird am Montag, den 11. Juli, in New York zur Zeichnung
auf=
egt werden. Vereinbarungsgemäß ſollen die Einzelheiten des
Ab=
juſſes erſt dann von der Rentenbank=Kreditanſtalt veröffentlicht
erden.
Maſchinenfabrik Moenus A.=G., Frankfurt a. M. Laut Bericht für
1226 wirkte ſich die ſchwierige Lage der Leder= und Schuhfabriben ſowie
das Angebot von Altmaſchinen ungünſtig aus. Erſt gegen Ende des
Jahres ſei eine ſchwache Belebung eingetreten. Der Betriebsüberſchuß
ſank daher auf 1 460 604 (1 888 938) RM., ebenſo auch die Unkoſten auf
und Deckung des Verluſtvortrages von 26 516 RM. ergibt ſich ein
Rein=
gewinn von 9552 RM. Eine Dividende wird nicht verteilt. Die Bilanz
verzeichnet bei 4,50 Mill. RM. A.=K. und 0,50 Mill. RM. Reſerven 1,54
Frankreich bis jetzt noch zu keinem greiſbaren Erfolg geführt haben. (1,53) Mill. RM. Schulden und 1,499 (1,61) Mill. RM. Außenſtände.
Vorräte ſind mit 2,71 (2,65) Mill. RM. und Anlagen mit 2,56 (2,59)
Mill. RM. ausgewieſen. Ueber die Ausſichten wird berichtet, daß ſich die
Abſatzverhältniſſe weiter günſtig entwickelt hätten und der
Auftrags=
beſtand ſich beträchtlich gehoben habe.
Wrigley A.G., Frankfurt a. M. Die deutſche Tochtergeſellſchaft des
bekannten amerikaniſchen Kaugummi=Konzerns weiſt für das
Geſchäfts=
jahr 1926 einſchließlich 544 625 RM. Verluſtvortrag aus 1925 eiuen
Geſamtverluſt von 1 713 416 RM. bei 2 Mill. RM. A.K. aus. Die
Noh=
einnahmen belaufen ſich auf 1378 422 (16 335) RM., die
Zinſenein=
nahmen auf N8B (15 500) RM. Für Generalunkoſten wurden 695 905
(49 813) RM. und für Reklameunkoſten die erhebliche Summe von
1768 580 (39 821) RM. ausgegeben. An Verluſten aus
Maſchinenver=
käufen ſind noch 1257 RM. (einſchließlich Organiſations= und
Grün=
dungskoſten) entſtanden. Abſchreibungen wurden mit 109 293 (—) NM.
Reichsmark, die Debitoren auf 162371 (64 461) RM., die
Material=
beſtände auf 717 117 (281 611) RM. Neu werden tranſitoriſche Aktioa
mit 73 700 RM. ausgewieſen. Auf der Paſſivſeite ſind die Kreditoren
von 213 118 RM. auf 2352 247 RM. derart ſtark geſtiegen, daß ſie
ſich einige 100 000 RM. höher als das mit 2 Mill. RM. ausgewieſene
A. K. ſtellen.
Schuhfabrik Haffia A.=G., Offenbach a. M. Die Geſellſchaft
berich=
tet für 1926 über eine Abſatzbeſſerung ab Oſtern, die nach vorhergehender
Produktionseinſchränkung und Arbeiterentlaſſungen wieder
Neueinſtel=
lungen ermöglicht habe. Im neuen Jahre ſei die Nachfrage ſo lebhaft
legſchaft mit rund 1100 Arbeitnehmern erreicht worden ſei. Der
gegen=
nate. Einſchließlich des Vortrages von 19 25 RM. ergibt ſich für 1926
nach 101 567 (98 291) RM. Abſchreibungen ein Reingewinn von 84 322
Bilanz zeigt einen Rückgang der Schulden auf insgeſamt rund 550 000
RM. (1 080 000 RM.) und Geſchäftskreditoren von 114 000 (311 000)
in den ſieben Tagen der Berichtswoche auf 511 633 Tonnen gegen RM., gegenüber ermäßigten Vorräten von 835 000 (1 050 000) RM. und
Debitoren 709 000 (992 000) RM. unter 2,50 (3,04) Mill. RM. Aktiven.
Vom polniſchen Holzmarkt. Die Lage am polniſchen Holzmarkt
bleibt weiter feſt. Rundkiefern 42—465 Zloty pro Feſtmeter franko Fluß
Glietzen. Man erwartet, daß dieſes Jahr die Weichſelexporte kleiner
werden. Nachfrage herrſcht nach Stammblöcken, die in Polen im
Win=
ſich 4—5 Prozent höher als im Vormonat.
Der Ultimo=Ausweis der tſchechoſlowakiſchen Nationalbank. Zum
Semeſter=Ultimo machte ſich ein erhöhter Geldbedarf geltend. Zum
erſten Male in dieſem Jahre wurden nun wieder für 60 Mill. Bons
eskomptiert. Das Wechſelportefeuille erfuhr eine Erhöhung um 6 Mill.
auf 55 Mill, während der Lombard eine kleine Senkung aufweiſt. Die
geſamte Kapitalanleihe beziffert ſich auf 143 Mill. Die erhöhten
An=
ſprüche von Induſtrie und Handel wurden hauptſächlich von privaten
Geldinſtituten gedeckt, die von ihren Giro=Guthaben 775 Mill.
abdis=
ponierten, ſo daß ſich der Saldo auf 890 Mill. verringerte.
Jugoſlawien und das Internationale Rohſtahlkartell. Das
zentral=
europäiſche Eiſenkartell hat mit den in Frage kommenden jugoſlawiſchen
Hüttenwerken über die Produktion und die Preiſe ein Einvernehwen
erzielt, wonach etwa 30 Prozent des jugoſlawiſchen Inlandsbedarfs dem
zentraleuropäiſchen Eiſenkartell zugeſprochen worden ſind. Es iſt immer
kartell beitreten wird.
Amerikas Auslands=Anlagen. Nach einer Schätzung des
amerika=
niſchen Handelsminiſterium belaufen ſich, wie gemeldet, die Anlagen
im Ausland im Juli 1927 auf 12,3 Milliarden Dollar. Von dieſer
Summe ſind 3,250 Milliarden Dollar in europäiſchen Regierungs= und
ih weiter vermitteln ſollen, wird der mit 49 Prozent Beteiligung der 48 Milliarden in latein=amerikaniſchen und 250 Millionen Dollar in
gſiatiſchen und anderen ausländiſchen Sicherheiten. Eine
bemerkens=
werte Abnahme war im erſten Halbjahr 1927 in den amerikaniſchen
In=
veſtierungen in Kanada zu verzeichnen, im Gegenſatz zu der Entwick=
Mill. Doll. zunahmen.
Die Käufer verhielten ſich angeſichts des warmen für die
heran=
nach dem Kriege ganz außerordentlich abgenommen und hat ſich erſt im reifende Ernte günſtigen Wetter zurückhaltend. Auslandsweizen blieb
In dem vorſtehenden Schaubild ſind die Fleiſch=Erträge aus den beſchau= abgeſchwächt. Die Getreidefelder in Baden ſtehen im allgemeinen
be=
pflichtigen Schlachtungen dargeſtellt; bei ſämtlichen Fleiſcharten außer friedigend, die Roggenblüte iſt gut verlaufen und eröffnet Ausſichten
bei Schweinefleiſch ſielen die nicht beſchaupflichtigen Schlacbtungen auf guten Körnerertrag. Von den Ueberſeeplätzen berichtet Kanada
über gutes Wetter, wogegen von Auſtralien und Argentinien Klagen
üiber ungenügende Regenfälle vorliegen; vom Nordweſten der
Verei=
nigten Staaten wird Roſt gemeldet. Die letzte Schätzung des
Geſamter=
im Jahre 1933 rund Dreiviertel der Schlachtungen von Ziegen aus= gebniſſes von amerikaniſchem Winter= und Sommerweizen lautet auf
821 (i. V. 832) Millionen Buſhels.— Angebot von altem inländiſchem
Brotgetreide fehlte hier vollſtändig. Rheiniſcher Weizen neuer Ernte
Auguſt=Lieferung, wurde mit RM. 28,30, Septemberlieferung mit RM.
28,10, eif Mannheim, pſtpreußiſcher Noggen neuer Ernte, 71/72 Kg.
Hektolitergewicht, mit Reichsmark 24,40 eif Rotterdam angeboten. Im
Waggongeſchäft blieb die Forderung für Auslandsweizen unverändert
mit RM. 30,75 bis 33 die 100 Kg.; für Roggen ging ſie von RM. 27
bis 27,25 zurück auf Rm. 26,75 bis B. In Wintergerſte blieb das Geſchäft
unentwickelt. Einige kleine Umſätze vollzogen ſich ab mitteldeutſcher
Station zu RM. 22. Rheiniſche Wintergerſte wurde, je nach Qualität
mit RM. 22,50 bis 23,50 angeboten. Die wachſende Gerſtenernte
ver=
ſpricht bei kurzem Stroh ein ſchweren Korn und günſtigen Ausfall.
Eng=
land, das als Käufer für Gerſte zur Whisky=Herſtellung aufgetreten iſt,
hat die Preiſe für Auslandsgerſte derart in die Höhe getrieben, daß ſie
hierher keine Rechnung mehr laſſen, weshalb ſich der Einfuhrhandel und
Mälzerei abwartend verhalten. Alter Hafer nicht angeboten; auch
Mais nur wenig gehandelt. Die Forderungen ermäßigten ſich für Hafer
von vorwöchentlichen RM. B,75 bis 24,50 auf RM. 23,25 auf 24,25, für
Mais von RM. 19,25 bis 19,50 auf RM. 19 bis 19,50. — Mehl
ge=
ſchäftslos bei kaum veränderten Preiſen. Futtermittel ruhig. Preiſe je
100 Kg: Kleie 12,75 bis 13,25, Futtermehl RM. 17 bis 17,50;
Mais=
ſchrot RM. 20,50; Biertreber RM. 15,75 bis 16,25; Malzkeime RM.
15,50 bis 16; altes Wieſenheu, loſe, RM. 9,25 bis 10; Luzernkleeheu,
altes, RM. 11,50 bis 12, neues RM. 9,50 bis 10; drahtgepreßtes Weizen=
und Noggenſtroh RM. 4,25 bis 4,75, ab ſüddeutſchen Stationen.
Der Hopfen ſteht auf trockenen und leichteren Böden gut. Die
Nanken, die Drahthöhe erreicht haben, ſetzen Seitentriebe an haben
ein friſches Ausſehen und ſind ungezieferfrei. Durch die Regenfälle der
letzten Wochen wurde das Wachstum ſtark gefördert. In ſchweren und
Nindfleiſch iſt der frühere Wert beinahe wieder erreicht, bei Kalbfleiſch, tiefen Lagen läßt der Stand allendings zu wünſchen übrig weil dieſe
Pflanzungen zugleich unter der kühlen Witterung gelitten haben. Auch
hat ſich bei ihnen Ungeziefer eingeſtellt, nämlich die Aphisfliege und die
Blattlaus. Während man in Baden über den Ausfall der Ernte noch
kein Urteil gewinnen kann, rechnet man in der Pfalz im allgemeinen
mit einer guten Ernte.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Weizen: Meldungen über Auftreten von Schwarzroſt im Weſten der
Staaten von Kanada ſowie Vorausſagen unbeſtändiger Witterung für
die Winter= und Sommerweizenanbaugebiete wirkten am Weizenmarkt
ſtimulierend, doch führten beſſerlautende kanadiſche Ernteſtandsberichte
und das Fehlen von Exportnachfrage einen Ausgleich herbei.
Mais: Baiſſelautende Berichte aus Kanſas ließ am Maismarkt
an=
fangs das Angebot überwiegen. Vorausſagen höherer Temperturen
hat=
ten im Verlaufe eine teilweiſe Erholung zur Folge.
Hafer: Nur mäßige Zufuhr und ungünſtige Meldung aus
Süd=
dakoda wirkten am Hafermarkt befeſtigend. Zeitweiſe löſten gute
Wet=
tervorausſagen Angebote aus.
Baumwolle: Der Ackerbaubureaubericht wird als hauſſegünſ)g
be=
trachtet. Daraufhin ſetzten am Baumwollmarkt umfangreiche Deckungen
ein. Die Preiſe ſtiegen im allgemeinen um etwa 25 Punkte.
Schmalz: Beſſere Lokonachfrage und Käufe für ausländiſche
Rech=
nung bewirkten am Schmalzmarkt eine Befeſtigung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 9. Juli:
Getreide: Weizen, Juli 1472/s, September 145¾, Dezember
148/s; Mais, Juli 99, September 106½, Dezember 110½; Hafer,
Juli 46½, September 47/s, Dezember 50½; Roggen, Juli 1117/e,
September —, Dezember 105.
Schmalz: Juli 12,85, September 13, Oktober 13,10.
Fleiſch: Rippen, Juli 11,90, September 12,10; Speck loco 12:
leichte Schweine 9,10—9,90, ſchw. Schweine 8,55—9,25;
Schweine=
zufuhr Chicago 5000, Weſten 35 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 9. Juli:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 157½, hart 167: Mais neu ank.
Ernte 112: Mehl Spring Patent 7,00—7,35; Fracht nach
Eng=
lang 1,6—2 sh, nach Kontinent 6—8 d.
Schmalz: Prima Weſtern loco 7½; Talg extra 7/o.
Kakav: Geſchloſſen.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Die Hochkonjunktur in Deutſchland hat nach einer Prager Meldung
im Mai zu einer Beſſerung der Ausfuhr nordweſtböhmiſcher Braunkohle
geführt. Die Ausfuhrmenge ſtieg von 210 000 To. im April auf 230 000
To. im Mai. Davon nahmen Deutſchland 210 000 To. gegen 190 000
To. im April und Oeſterreich 20 000 To. gegen 19 000 To. im April auf.
Während der Leipziger Herbſtmeſſe 1927 wird der Reichsverband
der Deutſche Steinſetzmeiſter eine Delegiertenverſammlung im Leipzig
abhalten.
Die mit den Handelsvertragsverhandlungen mit Deutſchland betraute
tſchechoflowakiſche Delegation iſt nach Prag zurückgekehrt, um neue
In=
ſtruktionen einzuholen. Die Verhandlungen follen in etwa 10 Tagen
fortgeſetzt werden.
Nachdem von der Süddeutſchen Zinkblechhändlervereinigung. Sitz
Frankfurt a. M., ab 1. Juli eine Ermäßigung der Preiſe um rund 1½
Prozent und am 6. Juli eine weitere Ermäßigung um 2 Prozent
vor=
genommen worden war, ſind bis jetzt mit Wirkung vom 8. Juli die
Zreiſe wieder um zirka 2 Prozent erhöht worden
Nach langem, ſchwerem Leiden iſt letzte Nacht der Mitinhaber des
Bankhauſes S. Bleichröder, Werner von Bleichröder, im Alter von
36 Jahren geſtorben. Ein ſchweres Halsleiden hat den jungen
Finanz=
griſtokraten aus erfolgreicher Tätigkeit geriſſen.
Am vierten Verſteigerungstage der derzeitigen Londoner
Kolonial=
wollguktion wurden 10 400 Ballen verſteigert. Die Kaufluſt iſt, wie am
den Vortagen, äußerſt rege und die Preisbildung ſehr feſt.
Die Kohlenerzeugung in den Bergwerken Großbritanniens ſtellte
ſich in der am 2. Juni abgelaufenen Woche auf 5004800 To. gegen
5011900 To in der Vorwoche. Die Zahl der in den Bergwerken
be=
ſchäftigten Arbeiter iſt von 1013 400 in der Vorwoche auf 1011900
zu=
rückgegangen.
Aus Moskau wird gemeldet, daß die Sowjetregierung mit
auslän=
diſchen Firmen in Verhandlung über die Vergebung einer Konzeſſion
zur Gewinnung von Platin in der Sowjetunion ſtehe. Es verlautet,
daß ſich bereits deutſche, franzöſiſche und amerikaniſche Firmen
bereit=
erklärt hätten, die Konzeſſion zu übernehmen.
Wie der Leiter des Bureaus für die ruſſiſche Kornausfuhr in
Lenin=
grad erklärte, ſind in den Monaten Mai bis Juni anſehnliche Mengen
Getreide über den Hafen von Leningrad nach dem Ausland verſchifft
worden. Im Mai wurde hauptſächlich Weizen nach den europäiſchen
Ländern ausgeſührt, während im Juni in erſter Linie Hafer nach den
Niederlanden und nach Deutſchland ging.
Während des Monats Mai hat die Erdölerzeugung Venezuelas eine
weitere Steigerung von 4 274 793 Barrels im April auf 4 630 275 Barrels
erfahren. Die Produktion der erſten fünf Monate des Jahres beläuft
ſich danach auf 22 891 136 Barrels gegenüber 13 921 076 Barrels in dev
gleichen Zeit des Vorjahres.
Nach einer Mitteilung des amerikaniſchen Handelsdepartements
werden die amerikaniſchen Auslaudsanleihen auf 12,3 Milliarden Doll.
geſchätzt. Darunter befinden ſich 989 Mill, Doll. in dieſem Jahre
ge=
währte Anleihen.
Die Tarifkommiſſion der Vereinigten Staaten befürwortete eing
50prozentige Zollerhöhung für Lumpenteppiche.
Seite 30
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
Gumieten geſicht
Laden
in dichtbevölkerter
Gegend für
Lebens=
mittel direkt v.
Haus=
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25
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5
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Serie W
[ ← ][ ][ → ]Seite 32
Sonntag, den 10. Juli 1927
Rummer 189
Beginn:
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Durchgehend geöffnet
Ludwissplatz
Durchgehend geöcfnet
Ludwigsplatz
oes ncht Mh.
ener Güung eiel. 2
1e M0 m Betil eit.
e ieie.
Fit Wu aun ih e.
1 m0 Tchnl nach iht.
Den geilchcet det.
zoat nach eineit dil
Uuren 1u Loch Dil.
ut einer Reihe nicht 2d
i freifen vorgeführt, der
füins bei guter Zuſahl
Liheſter= und Solon.
dem Bild jo wiederiu
„Endruck hut wie i
1 lunmene Verſchmelt
Eindrück erreicht wir
dunch uicht du8 Ni
von größter Bedeutun
Die erſte Vorausſ
Ii die Wolute Gleich
tchnich teine Schwieri
Fern=Phoiographie, be
verſchiedenen Teilen d1
Peientlich iſt ferner, u
de Erreichung der na
„Tmbre”; man will
erlennen können,
Ferner iſt die Erzi
* die der Größe und
gepaßt ſein muß
Penn plötzlich der
dem in Groß=
Oicheſter, ſondern
davon, dann hat
und unbewußt ver
unter Umſtänden
kallen älteren Ver
Verfahren zugrur
ELangnatürlich
arbeit zweier Sp
des Auſtiker
In
19.
Tichte
Die Aufna
oder auf der
Film”, nur mit
Teiner „ſtummer
jedes kleinſte u
Orcheſter oder a
fonders konſtruif
Rundſun die To
Oreigiter=Röhren
Die den Toni
werden durch e
gen ungeſetz
beim Tri=Er
Tauf bhotogr
halten. Glei
Hodlung
werden beide
gemeinſamen?
Teinander ber
Takuſtiſche und
Gleichzeitigk
Tnahme ſt die
Negatiwvſtreif
den. Auf
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Perforation.
35 auf 2.M
rend der
parallel der
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urnkl
itreins
Dezuna des
erm
Nummer 8
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
10. Juli 1927
Heues vom Sprechenden
Film.
Von
Dipl.-Ing. A. Lion, Berlin.
Das nicht mehr neue Problem des Sprechfilms iſt dadurch
iner Löſung einen Schritt näher gebracht worden, daß kürzlich
UIfa in Berlin einen Sprechfilm=Streifen herausgebracht hat.
ur, ohne den Anſpruch auf Vollkommenheit zu erheben, doch
iar, daß man auch auf dieſem Gebiet zuſammenwirbender Kunſt
rd. Technik nach jahrelangen, nicht befriedigenden Verſuchen den
ſer gefunden hat, der zum Ziel führen wird. Es wird, und
ter nach einem auf dem bekannten deutſchen Tri=Ergon=
Ver=
uren von Vogt, Maſſolle und Engl aufgebauten Verfahren, ein
Is einer Reihe nicht zuſammenhängender Teile beſtehender
Film=
feFen vorgeführt, der die verſchiedenen Möglichkeiten des
Sprech=
us bei guter Zuſammenwirkung von Bild und Klang zeigen:
ss eſter= und Solomuſik, Sprache und Geſang zuſammen mit
in Bild ſo wiederzugeben, daß man einen organiſch einheitlichen
ſnoruck hat wie im Theater oder Vortragsſaal, daß eine
voll=
mrnene Verſchmelzung der auf Auge und Ohr einwirkenden
inwrücke erreicht wird. Das eigentliche Sprechfilm=Drama iſt
43 rnoch nicht, das bleibt eine künſtleriſche Aufgabe der Zukunft
ſm größter Bedeutung, aber erſt lösbar, wenn alle techniſchen
jagen einwandfrei geklärt ſind.
DDie erſte Vorausſetzung für die Natürlichkeit des Eindrucks
ie abſolute Gleichzeitigkeit von Bild und Klang, die heute
hu iſch keine Schwierigkeiten mehr bietet; man denke nur an die
ſper=Photographie, bei der ſogar ein Synchronismus zweier in
nicthiedenen Teilen der Welt laufender Apparate notwendig iſt.
Lürntlich iſt ferner, und techniſch viel ſchwerer zu verwirklichen,
Erreichung der natürlichen Klangfülle, des charakteriſtiſchen
„imbre”; man will die bekannte Stimme eines Sängers auch
ſeeirnen können, nicht nur irgend einen neutralen Geſang.
zri er iſt die Erzielung der natürlichen Lautſtärke notwendig,
bder Größe und akuſtiſchen Eigenart des Vorführungstheaters
an=
weßt ſein muß. Hier gibt es mancherlei Sonder=Aufgaben:
Arm plötzlich der Sänger nicht mehr in Ganz=Aufnahme,
ſon=
dn in Groß=Aufnahme gezeigt wird oder nicht mehr das ganze
Acheſter, ſondern nur ein muſikaliſch gerade hervortretender Teil
ſom, dann hat das Auge den Eindruck des Nähergerücktſeins,
o runbewußt verlangt das Ohr auch eine Klangverſtärkung, die
ce Umſtänden über das Natürliche hinausgehen muß. — Bei
an älteren Verſuchen mit dem Tonfilm, gleichgültig welche
Pſtahren zugrunde gelegt waren, ſind dieſe Vorausſetzungen,
Angnatürlichkeit und Lautſtärke, nicht erfüllt worden. Die
Mit=
neint zweier Spezialiſten, des Radio=Fachmanns Leithäuſer und
* Akuſtikers Küchenmeiſter, hat inzwiſchen eine weſentliche
2it gerentwicklung der Tonfilm=Technik ermöglicht, die heute noch
Beginn ihrer Entwicklung ſteht. Leithäuſer hat auf Grund
ſte— Erfahrungen im Rundfunk die Aufgabe verzerrungsfreier
Bſhärbung, ausreichend ſelbſt für die größten Theater, gelöſt,
henmeiſter hat an der Löſung der Aufgabe der
Klangnatür=
ert und Tonfülle entſcheidend mitgewirkt.
Dſie Aufnahmen zum Tonfilm erfolgen bekanntlich, im Atelier
er auf der Bühne, ähnlich den Aufnahmen zum „ſtummen
äc”, nur mit weſentlich größerer Vorſicht, unter der Leitung
ſei, „ſtummen Regie”, da ja die hochempfindlichen Mikrophone
ies! kleinſte unbeabſichtigte Geräuſch oder Wort auffangen. Im
ichh ſter oder auf der Bühne ſind an geeigneten Stellen
be=
wars konſtruierte ſtatiſche Mikrophone verteilt, die, wie beim
Miſefunk, die Tonſchwingungen über Verſtärker — meiſt Spezial=
Sig=itter=Röhren — dem Tonbild=Aufnahme=Apparat zuführen.
2 wen Tonſchwingungen gleichlaufenden Stromſchwankungen
indnen durch eine Aufzeichnungs=Vorrichtung in
Lichtſchwankun=
g uumgeſetzt, entweder durch einen Oszillographen oder, wie
en Tri=Ergon=Verfahren, durch eine Ultra=Frequenz=Lampe
r ſehotographiſchem Wege auf einem Negativ=Streifen
feſtge=
ſbein. Gleichzeitig wird auf einem anderen Negativſtreifen die
/äüAung in der üblichen Weiſe gefilmt. Für die Wiedergabe
ſndgen beide Streifen, der akuſtiſche und der optiſche, auf einen
eanſamen Poſitivſtreifen kopiert (vgl. Bild 1), ſo weit
gegen=
mndder verſchoben, wie in der Wiedergabe=Apparatur der
ſrtüſche und der optiſche Teil auseinander liegen, damit die
eichezeitigkeit der Wiedergabe gewahrt bleibt. Bei der Auf=
Ime iſt dieſe Gleichzeitigkeit zwangläufig geſichert, da beide
Na-ivſtreifen durch eine gemeinſame Achſe transportiert wer=
R AAuf dem Poſitivſtreifen liegt der akuſtiſche Teil, erkennbar
ſu den ſchmalen Linien wechſelnder Helligkeit, außerhalb der
1Aforration; der normale Bildſtreifen iſt um 7 Millimeter, von
Auff 42 Millimeter, verbreitert. Eine akuſtiſche Kontrolle wäh=
1o der Aufnahme iſt ununterbrochen dadurch möglich, daß
1Nilzel der Aufzeichnungslampe ein Lautſprecher geſchaltet iſt.
ſüür die Wiedergabe des Sprechfilms werden beſondere Pro=
1 wr4Apparaturen verwendet, die beim Durchlaufen des
Film=
fſtfems gleichzeitig eine Projektion des Bildteils und eine
Um=
heng des „photographierten Klanges” in Muſik oder Sprache
öll=lichen. Der akuſtiſche Teil des Streifens wird durchleuchtet,
7 GHlelligkeitsſchwankungen mit Hilfe einer beſonderen Photozelle
5mlecktriſche Schwankungen umgeſetzt, ähnlich wie bei der
Auf=
ume über Verſtärker geleitet und hochwertigen Lautſprechern
zſährt, die in ſorgfältiger, den akuſtiſchen Verhältniſſen des
2 Pfü hrungstheaters angepaßter Anordnung nahe der Leinwand
„mnter Umſtänden auch an anderen Stellen des Theaters auf=
Amllt ſind. Im allgemeinen werden hochwertige ſtatiſche
Laut=
ſſſcheer, ſogenannte Statophone, verwendet, deren Membranen
au werſilberten Glimmerblättchen beſtehen, und die
unterein=
amer für verſchiedene Ton=Frequenzgebiete abgeſtimmt ſind. Die
9Rellung der Lautſtärke, die unter Umſtänden, z. B. bei
ver=
ſſſtdnn ſtarker Beſetzung des Theaters, verändert werden muß,
gehülht während der Aufführung durch im Zuſchauerraum
be=
ſi fuliche Potentiometer.
—f dem langen Wege vom Aetlier über Aufnahme= und
2Bengabe=Apparatur geht, infolge der vielen Energie=
Umſetzun=
g/ Schwächungen und Verſtärkungen, trotz ſorgfältigſter
Aus=
fᛋüunzg aller Einzelteile der Apparaturen ein großer Teil der
Kfüngffülle verloren, vor allem die für das „Timbre”
charakteriſti=
ſſmh OObertöne. Um die urſprüngliche Feinheit des Klanges
uPzt ſchaffen, wendet neuerdings Küchenmeiſter die bei der
Kfiſtnuktion ſeiner Ultraphon=Sprechmaſchine zugrundeliegenden
C Sunkengänge an: er ſendet den Ton nicht einmal, ſondern
urefſach in ganz lurzen, dem Ohr bewußt nicht zur Erkenntnis
kmanden Intervallen, ſo daß die für den Klangeindruck ſo
Uunlichen Nachhall=Erſcheinungen, die die Apparatur infolge
i M Feinheit zum Teil verſchluckt hat, neu erzeugt werden,
eben=
ſ verl orengegangene Oberſchwingungen. Auf die
Küchenmeiſter=
ſ/9Trhcorie kann in dieſem Zuſammenhang nicht näher ein=
Aunggen werden; jedenfalls wird mit ihrer Hilfe eine weſent=
Schafft Licht, ſoviel in jedes Menſchen Macht!
Die Türen auf in Taten und in Worten!
Wir denken oft, wir ſiehn in tiefſter Nacht
Und ſiehen nur vor zugeſchloſſenen Pforten.
Frieda Schanz (1859—1905)
E
Sprechſtlm=Streifens ganz vorzüglich gezeigt haben. Praktiſch
wird die mehrfache Sendung des Klanges dadurch erreicht, daß
Küchenmeiſter der normalen Sprechfilm=Wiedergabe=Apparatur
einfache Zuſatz=Elemente anſchließt; dieſe Zuſatz=Apparatur iſt
regelbar, ſo daß das eingeſchaltete Intervall unter Angleichung an
die beſonderen akuſtiſchen Verhältniſſe veränderlich iſt.
Neuer=
dings hat Küchenmeiſter einen neuen, einfachen Apparat für die
geſamte Tonſendung einſchließlich Mehrfachſendung gebaut, der
jedem normalen Film=Projektor zuſätzlich angeſchloſſen wverden
kann: er iſt weſentlich billiger als die bisher zur Tonſendung
verwendete Apparatur, und ſeine Bedienung iſt ſehr einfach. Die
Mehrfachſendung hat noch einen weiteren Vorteil; ſie ſtellt die
Vorführung überbaupt ſicher; denn wenn ein Tonumſetzungs=
Tonstreiten
Bild 1. Filmtonstreifen
Organ, vielleicht eine Photozelle oder eine Beleuchtungslampe,
verſagt, dann tritt bei Anwendung der Mehrſachſendung nur
eine Minderung der klanglichen Darbietung ein, nicht aber ein
vollkommenes Verſagen; bei Einfachſendung würde man in
einem ſolchen Falle zwar den Bildteil ſehen, alſo vielleicht die
Mundbewegungen eines Redners, aber nichts hören; das iſt hei
Mehrfachſendung unmöglich.
Die zukünftige Bedeutung des Sprechfilms iſt noch gar nicht
abzuſehen; gar nicht zu ſprechen von den künſtleriſchen
Möglich=
keiten des Sprechfilm=Dramas, die vielleicht noch größer ſind
als die des ſtummen Films. Es ſei nur daran erinnert, daß
die dem Bildfilm beigegebene Begleitmuſik, die organiſch zur
Hand=
lung gehört, das Orcheſter überflüſſig macht. Hinzu kommt die
kulturelle Bedeutung des Tonfilms, z. B. fürs Lautarchivweſen
oder für Konſervatorien, wo Lehrfilme, die gleichzeitig jede
Fin=
ger= oder Körperbewegung des Künſtlers zeigen und ſeine Muſik
oder ſeinen Geſang gut wiedergeben, Lehrmittel von
unſchätz=
barem Wert darſtellen.
Fernsprechkabel.
Von
Dipl.-Ing. Kreh, Mainz.
Mit dem zunehmen Anwachſen des Fernſprechverkehrs hat
ſich die Notwendigkeit ergeben, von der Freileitung zu dem
Fern=
ſprechkabel niberzugehen. Abgeſehen von den Städten, in denen
das Fernſprechkabel ſchon in ausgedehnteſter Benutzung iſt, hat
es ſich als wirtſihaftlich erwieſen, bei ſtarkem Fernſprechverkehr
auch Ueberlandleitungen zu „verkabeln‟. Das erſte Fernkabel
wurde in Deutſchland 1912 in Angriff genommen, aber erſt
1920—1921 verlegt. Seit 1921 werden jährlich etwa 1200
Kilo=
meter Fernkabel mit 150 000 Kilometer Stromkreiſen verlegt.
Zurzeit beſitzt Deutſchland 10 große Fernkabellinien. Das älteſte
iſt das ſogenannte Rheinkabel, das von Berlin über Hannover,
Eſſen, Düſſeldorf nach Köln geht. Ferner beſtehen
Kabelver=
bindungen von Verlin nach Baſel, nach München, nach Breslau,
nach Hamburg und zur Umgehung des polniſchen Korridors nach
Königsberg Wichtige Kabelverbindungen beſtehen ferner von
Frankfurt nach Hannoder, Hamburg mit Abzweig nach Bremen
urid Emden. Auch in dem europäiſchen Verkehr gewinnt das
Fernſprecikabel immer mehr Bedeutung und Ausdehnung.
Bei=
ſpielsweiſe befiehen direkte Verbindungen zwiſchen Stockholm
und enf, von Verlin nach London, nach Paris, nach Genf,
nach Sto=kholm und nach Amſterdam. London hat direkte
Ver=
bindung mit Samburg, Bremen, Frankfurt, Köln. Die längſte
zurzeir in Europa beſtehende Verbindung von Stockholm nach
London iſt 215 Kilometer lang. In Amerika beſtehen noch
größer: Kalellängen; ſo z. B. die Verbindung zwiſchen New
Yor: und San Franzisko mit 4206 Kilometern und nach Los=
Angeles mit 397 Kilometern. Bei weiterer Ausdehnung des
Fernſprechkabels dürfte es in nicht allzu ferner Zeit möglich
ſein, von London nach Indien, von Berlin nach Peking oder
gar auf dem Landwege über Sibirien und Alaska von London
nach New York zu telephonieren.
Ist das Meerwasser
goldhaltig ?
Von
Dipl.-Ing. G. Walter, Darmstadt.
In den ſiebziger Jahren tauchte zum erſten Male die Frage
nach dem Goldgehalt des Meerwaſſers auf. Sonſtedt war es,
der bei einer dahingehenden Unterſuchung im Jahre 1872 einen,
liche Verbeſſerung der Klangfülle, eine gewiſſe Angleichung an wenn auch nur geringen Erfolg hatte. Seine Nachfolger, die
die Originaldarbietung, erreicht, wie manche Teile des neuen die Frage wieder aufgriffen, konnten einen durchſchnittlichen
Gehalt von 5—10 Milligramm Gold, pro Kubikmeter Waſſer
feſtſtellen, ein Gehalt, der, ein nicht koſtſpieliges Verfahren zu
ſeiner Aufarbeitung vorausgeſetzt, immerhin abbauwürdig
er=
ſchien, errechnet doch Spante Arrhenius unter der Annahme
von 6 Milligramm pro Kubikmeter den Geſamtgoldgehalt der
Ozeane auf 8 Milliarden Tonnen.
Nach dem Kriege wurden die Arbeiten von Haber und
Jaenicke am Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut für phyſikaliſche Chemie
in Berlin wieder aufgenomen, um möglicherweiſe unſerem
durch die Inflation ſinkenden Volksvermögen etwas
aufzu=
helfen.
Die erſte Arbeit der Forſcher war die, ein exaktes
Ver=
fahren zur Beſtimmung reſpektive Gewinnung von Gold
auszu=
arbeiten, wenn es in derartig geringen Konzentrationen
vor=
lag. Man ging hierbei zunächſt von der Vorausſetzung aus,
daß das Gold in Form ſeines chlorwaſſerſtoffſauren Salzes
als Goldchlorwaſſerſtoffſäure HAuC. vorlag. Die meiſten der
bei Aufarbeitung von Erzen üblichen Methoden ſchieden von
vornherein aus, da ſie infolge der zu erwartenden
Konzentra=
tionen zum Scheitern verurteilt waren; enthält doch z. B. die
Endlauge der Cyanidlaugerei noch 150 Milligramm Gold pro
Kubikmeter, alſo rund 15mal mehr, als der Gehalt des
Meer=
waſſers im günſtigſten Falle betragen ſollte, bei elektriſcher
Scheidung noch mehr. Außerdem ſchien es aber auch nicht
aus=
geſchloſſen, daß das Gold gar nicht als Salz gelöſt, ſondern nur
in mikrofkopiſch feiner Verteilung als Metall ſuspendiert war.
In der Anwendung eines Zuſatzes von Alkalipolyſulfid
wurde nun ein Mittel gefunden, das beiden Möglichkeiten in
gleichem Maße gerecht wird. Einmal wird hiermit das gelöſte
Gold als Sulfid gefällt, gleichzeitig aber auch dieſes ſowohl wie
das ſuspendierte Gold von dem unter der Einwirkung von
Kohlendioxyd ausfallenden Schwefel niedergeſchlagen. Damit
war eine quantitative Entgoldung ermöglicht, wie die Verſuche
mit künſtlich hergeſtellten Löſungen von der Zuſammenſetzung
des Meerwaſſers ergaben.
Eine weitere Schwierigkeit bildete die Filtration dieſer
feinen Niederſchläge, bei denen die gewöhnlichen
Filtriermetho=
den verſagen mußten. Auch ſie wurde behoben, und zwar, in
Anlehnung an die bei Waſſerreinigung üblichen Verfahren,
durch Verwendung von Sandfiltern von 20 Millimeter
Schicht=
höhe und 0,22 Millimeter Korngröße. Auf eine Begründung
ihrer Wirkungsweiſe näher einzugehen, würde hier zu weit
führen. Es möge die Feſtſtellung genügen, daß tatſächlich alles
Gold zurückgehalten wurde. Die Gewinnung des
Nieder=
ſchlages wurde dann einfach in der Weiſe vorgenommen, daß
nach der Filtration der Sand aufgewirbelt und der goldreiche
Schlamm von dem ſchweren Sande weggeſpült wurde. Dieſes
Verfahren hatte noch den Vorzug, daß es ſehr leicht ins Große
übertragen werden konnte.
Die vorbereitenden Arbeiten hatten ſomit recht gute
Er=
folge gezeitigt, doch blieb die Enttäuſchung bei der Uebertragung
in die Praxis nicht aus. Die Expedition durchquerte auf einem
von der Deutſchen Gold= und Silberſcheideanſtalt und der
Metallbank ausgerüſteten Dampfer der Hamburg=Amerika=Linie
den Atlantiſchen Ozean, wo zunächſt unter 42 Grad ſüdlicher
Breite an verſchiedenen Stellen und aus Tiefen von 0 bis 5000
Metern Waſſerproben geſchöpft wurden. Die gewaltigen
Waſſer=
mengen wurden zunächſt durch ein grobes Vorfilter gepumpt,
um die gröberen Schwebeſtoffe organiſcher oder anorganiſcher
Natur, ſelbſt tieriſche oder pflanzliche. Lebeweſen bzw.
Ton=
beſtandteile, zurückzuhalten. Dann wurde, nach Zuſatz des
Alkalipolyſulfids, durch die Feinfilter filtriert. Das Ergebnis
war ſehr wechſelnd. Fand man an der einen
Beobachtungs=
ſtation den höheren Goldgehalt in großer Tiefe, ſo war es an
einem anderen Orte gerade umgekehrt. In beiden Fällen aber
war er, verglichen mit dem erwarteten, überraſchend gering.
Ab=
geſehen von ganz vereinzelten Ausnahmen, bewegten ſich die
durchſchnittlichen Goldfunde um 0,015 Milligramm pro
Kubik=
meter. Nicht viel anders geſtalteten ſich die Ergebniſſe in der
Bay von San Franzisko, wo ſich die Expedition in den Monaten
Januar und Februar 1925 aufhielt. Auch hier wurde der
Durch=
ſchnitt von 0,01 Milligramm Gold pro Kubikmeter kaum
über=
ſchritten.
Etwas günſtigere Verhältniſſe fanden die beiden däniſchen
Forſchungsſchiffe „Dana” und „Godthaab”, die an der Oſtküſte
von Grönland und in der Nähe Islands einen
durchſchnitt=
lichen Goldgehalt von 0,04 bis 0,05 Milligramm pro Kubikmeter
feſtſtellen konnten. Eine intereſſante Aufklärung über die
Ur=
ſache dieſes Befundes gab die Unterſuchung von
Oberflächen=
eis. Das Schmelzwaſſer dieſes Eiſes zeigt nämlich einen
weſentlich höheren Gehalt an Edelmetallen, bis zu dem
Höchſt=
wert von 4,8 Milligramm pro Kubikmeter, während der
Durch=
ſchnitt 2,1 Milligramm betrug. Aus dieſer Tatſache läßt ſich
folgern, daß einerſeits das Gold von den Zuflüſſen ins Meer
eingeſchleppt wird, und andererſeits gewinnt dadurch die
An=
nahme an Wahrſcheinlichkeit, daß es nicht gelöſt, ſondern in
feinſter Suspenſion ſich im Meerwaſſer befindet. Dann läßt
ſich aber auch leicht verſtehen, daß infolge langſamer
Sedimen=
tierung der Schwebeſtoffe der Gehalt auf hoher See nur gering
iſt, während im entgegengeſetzten Fall das Meerwaſſer ſich
in=
folge der Verdunſtung dem Salzgehalt entſprechend an Gold
immer mehr anreichern mußte, wie ja auch ältere Forſcher
an=
nahmen. Im erſteren Falle ſind dann auch die älteren Funde
erklärlich, da es bei einer Suspenſion ſehr leicht möglich iſt,
zufällige Proben mit höherem Goldgehalt zu finden, zumal ſich
niedrigere Befunde leicht aus Verluſten bei der Analyſe
er=
klären ließen.
In Wirklichkeit aber liegt der Fall gerade umgekehrt, und
der Zufall, goldreiche Waſſerproben zu finden, liegt ſogar ſehr
nahe, da dieſe nur an den Küſten entnommen werden und von
dieſen auf den Goldgehalt auf hoher See geſchloſſen wurde,
der, dem höheren Salzgehalt entſprechend, ebenfalls höher ſein
ſollte als an den Küſtenſtrichen. Auch die Einſchleppung von
Gold in die unterſuchten Proben durch die Reagenzien und die
Gefäße ſcheint bei, den angewandten Unterſuchungsmethoden
nicht ausgeſchloſſen, und erſt den he tigen, verfeinerten
Neſſe=
methoden blieb es vorbehalten, dieſe Fehlerquellen aufzudecken,
die einen höheren Goldgehalt vortäuſchten, als tatſé glich
vor=
handen Ha..
Sonntag, 10. Juli 1927.
Technik der Gegenwart
Nummer 8.
4Die Entwicklunng der
Kunstseide.
Von
Dr. Ing. Lieser-München.
Nach dem Kriege ſtand die chemiſche Induſtrie aller
Län=
der gegenuber der Kriegs= und Vorkriegszeit ſehr veränderten
Problemen gegenüber. Insbeſondere auch die deutſche chemiſche
Großte hnik, früh.r führend auf dem Gebiete der Farbſtoffe und
pharmazeutiſchen Produkte, war genötigt, mit möglichſter
Be=
ſchleunigung neue Arbeitsgebiete in Angriff zu nehmen und auf
ihnen Erſatz zu ſuchen für verloren Gegangenes und Entriſſenes.
Der Weiterentwickelung dreier großer Probleme vorzüglich
wandte die (hemie ihr Hauptaugenmerk zu, der Darſtellung
künſtlicher Düngemittel, der Syntheſe von Motorbetriebsſtoffen
und der Gewinnung künſtlicher Faſerſtoffe. Ernährung, Verkehr
und Bekleidung, lvohl die wichtigſten Wirtſchaftsfragen!
Die Herſtellung der künſtlichen Textilfaſer in techniſchem
Maßſtabe iſt ſchon ein Kind des vorigen Jahrhunderts. Der
Graf Hilaire de Chardonnet nahm 1885 die erſten praktiſch zur
Ausführung geirmmenen Patente zur Erzeugung künſtlicher
Seide aus Nitrezelluloſe. Große Schwierigkeiten waren in der
Folge zu überwinden, bis ſich die Kollodium=Seide durchſetzte.
Sie erlebte dann eine Blütezeit, und um 1909 wurde etwa die
Hälfte aller Kunſtſeide nach dem Chardonnet=Verfahren erzeugt.
Seitdem ſtieg die Nitroſeidenproduktion weiter, wurde aber bald
ven anderen neueren Verfahren überflügelt. Im Jahre 1890
war Henri Despaiſſis mit einer neuen Idee der
Kunſtſeide=
gewinnung hervorgetreten, die darauf fußte, daß Zelluloſe in
Kupſeroind=Amimoniak aufgelöſt wurde und dieſe Löſung
ver=
ſponnen wurde. Dieſes Kupferſeiden=Verfahren wurde von
Fremery, Urban und Bronnert ins techniſche Ausmaß überſetzt
und ſteht noch heute in ausgedehnter Anwendung. Gegenüber
dem Nitroſeidenverfahren bedeutet die Kupferoxyd==Ammoniak=
Methode eine Verbilligung, und ſeine Bedeutung liegt vor allem
in der Möglichkeit, Seide von hoher Fadenfeinheit nach dem ſog.
Streckſpinnverfahren zu erzeugen. „Bembergſeide‟ „Adlerſeide‟
werden nach dieſem Verfahren hergeſtellt, und dieſe Marken,
deren Qualitäten denen der natürlichen Seide ſehr nahe
kom=
men, erfreuen ſich der größten Wertſchätzung. Erſt in
aller=
jüngſter Zeit iſt es gelungen, auch nach gewiſſem anderen
Ver=
fahren künſtliche Seide mit der Feinheit der echten Seide
herzu=
ſtellen.
Es war im Jahre 1892, in dem das erſte Patent genommen
wurde auf eine Entdeckung, die für die Weiterentwickelung der
Kunſtſeideninduſtrie ausſchlaggebend ſein ſollte. Die Engländer
Croß, Bevan und Beadle hatten beobachtet, daß bei Einwirkung
von Alkali und Schwefelkohlenſtoff auf Zelluloſe ein Produkt
reſultierte, das bei Auflöfung in verdünnter Natronlauge eine
zähflüſſige Maſſe ergab, die ſog. „Viskoſe”. Aus dieſer Viskoſe
ließ ſich die Zelluloſe in Geſtalt glänzender Fäden regenerieren.
Bei der Möglichkeit, für dieſe Kunſtſeidenfabrikation an Stelle
von der teuren Baumwolle von Holzzellſtoffen auszugehen, und
bei der Wohlfeilheit der verwendeten Chemikalien iſt es
begreif=
lich, daß das Viskofeverfahren einen ungeheuren Aufſchnung
nehmen konnte. Die Kinderkrankheiten beſtanden zur Hauptſache
in der Schwierigkeit, ein geeignetes Spinnbad zu finden. Seit
1911 etwa können die prinzipiellen Mängel als behoben gelten,
uind nun ſetzte, nur durch den Weltkrieg unterbrochen, bei
gemein=
ſamer Arbeit der Chemiker und Techniker eine außerordentliche
Produktionsſteigerung an künſtlicher Seide in qualitativer wie
quantitativer Hinſicht ein. Zahlreiche neue Fabriken, die faſt
ausnahmslos nach dem Viskoſeverfahren arbeiteten, wurden
ge=
gründet, vor allem in Amerika und Italien. Die Schnelligkeit
der Produktionsfteigerung geht daraus hervor, daß die
Welt=
produktion von 590) Tonnen im Jahre 1909 auf 70000 Tonnen
1925 anwuchs. Demgegenüber hieli ſich die Erzeugung an echter
Seide ziemlich kenſtant bei etwa 30000 Tonnen. Gleichwohl
dürfte es nur bedingt richtig ſein, daß die Kunſtſeide eine
Kon=
kurrentin der realen Seide iſt, oder dieſe gar in abſehbarer Zeit
zum Verſchwinden bringen werde. Die Erfinder zwar dachten
an einen Erſatz der realen Seide durch das Kunſtprodukt, aber
ſeit dem Kriege hat es ſich mehr und mehr gezeigt, daß der
Kunſtfaſer ein ſelbſtändiger Charakter zukommt, durchaus
ver=
ſchieden von dem der von der Natur erzeugten Textilien. Je
nach dem angeſtrebten Verwendungszweck iſt die Eigentümlichkeit
der künſtlichen Faſer variierbar. So laſſen ſich die
verſchieden=
artigften Effekte in bezug auf Griff, Ausſehen, Glanz erzielen.
Zahlreich ſind die Verfahren, wollähnliche Spinnmaterialien 34
erzeugen. Während des Krieges bedienten wir uns in Erſatz
der mangelnden Wolle und Baumwolle der „Stapelfaſer” d. i.
der in kurze Stücke zerſchnittenen Kunſtſeide, die ſich dann mit
den natürlichen Textilien zuſammen verſpinnen ließen. Die
un=
abläſſigen Bemühungen, der Kunſtſeide neue wertvolle
Eigen=
ſchaften zu geben, führten zu einer Reihe von Edelfaſern, die
unter den Namen „Viſtra” „Travis”, „Celta Luftſeide” auf den
Markt kamen. Es iſt daher begreiflich, daß die Kunſtſeide ſich
auch auf Gebiete, die ih: anfänglich verſchloſſen waren,
aus=
gedehnt hat. Im Anſang verdankte die künſtliche Seide nur
ihrem ausgezeichneten Glanz und der günſtigen Farbgebung ihre
Verwendung, beſonders in der Induſtrie der Beſatzartikel,
Poſa=
menten, Bändern, Treſſen und dergleichen. Mit der allmählich
fortſ=hreitenden Vervollkommnung ihrer mechaniſchen
Quali=
täten fand dann die Kunſtſeide, gemiſcht mit anderen Faſern
oder allein, Eingang in die Strickerei, Wirkerei und Weberei.
Die für dieſe neuen Induſtriezweige erforderlichen Apparate
und Maſchinen kunnten aus der alten Textilverarbeitung nicht
ohne weiteres übernommen werden, ſondern es mußten
Spezial=
konſtrukticnen geſchaffen werden, die der Empfindlichkeit des
Kunſtſeidenſadens Rechnung trugen. Die Entwickelung der
Warenerzeugung aus Kunſtſeide iſt heute noch in vollem Gange.
Begünſtigt durch Modeerforderniſſe, erlebten wir in den letzten
Jahren in der Weberei die Verwendung der Kunſtſeide auch
als Kettenmaterial, die Fertigung rein kunſtſeidener Gewebe aus
Baumnollkette und Kunſtſeideneinſchlag, Dekorationsſtoffe wie
„Madras” mit Zwirngrundgewebe und kunſtſeidenen
Figuren=
ſchüfſen. Seidentaffet” mit Kette aus echter Seide und Schuß
aus Kunſtſeide. In Strickerei und Wirkerei werden die ſehr
madernen Kunſtſeidenſtrümpfe für Damen, Jumpers, Pullovers,
Selbſtbinder, ſvg. „Raſcheltvare” uſw. erzeugt, für welche Waren
die Kunſtſeide wieder das Hauptmaterial ſtellt. Weiter findet
die kunſtliche Seide ausgedehnte, z. T. alleinige Anwendung in
der Stickerei=, Spitzen=, Häkel= und Klöppelinduſtrie. Eine
be=
liebte Spczialität dieſer Zweige ſind „Luftſpitzen”, Stickereien
auf wollenem oder baumtvollenem Untergrund, der nachträglich
zerſtört wird. Ein weiteres Modcerzeugnis iſt „Chenille”
be=
ſtehend aus zwei Fäiden (Vieſen), zwiſchen denen kurze
Kunſt=
ſeidelädiuen eingelegt ſind. Chenille findet vielfach Verwendung
zur Erzeugung künftlicher Blumen, Franſen, Quaſten, kleiner
Tierfiguren. Ein ſehr wichtiger Zweig der Kunſtfaſerverwertung
ſtebt bereits ſeit langem in Blüte, die Erzeugung von künſtlichem
Roßhaar, Sirius” „Meteor” „Helios” genannt. Dieſe Pro=
Pciſterinduſtrie, als entglänztes Haar auch für Perücke
Schließlicc haben die Kunſtſeidenfabriken bandförmige Erzeu
niſſe und Hohlſäden auf den Markt gebracht, die als „Kunſtſtrol
und künſtlicher Hanfbaſt gehen.
Aus den hier kurz geſchilderten Verwendungsmöglichkeit
der Kunſtfaſern ans Zellulofe, die theoretiſch noch beliebig var
jert werden können, erhellt zur Genüge die volkswirtſchaftlie
Vepeutung der in wenigen Jahren zu außerordentlicher Bli
gelaugten Induſtrie. Um zur rechten Einſchätzung der Verbäl
niſſe für unſer Volk zu koninen, muß man vor allem bedenken,
daß die Kunſtſeide dus einzige Textilmaterial iſt, für welches
uus die Rohſtoffe und beſonders alle erforderlichen
Fabrikations=
mittel in beliebiger Menge zur Verfügung ſtehen. Welche Werte
die Kunſtſeideninduſtrie ſchafft, zeigte folgende Bereihnung: Der
Preis für 1 Kubikmeter Fichtenholz im Walde betrage 20 Mark.
Hiernus wverden 2/6 Kg. Zellſtoff erzeugt, die einen Wert von
*0 Mark haben. Erzeugt man aus dem Zellſtoff weiter Viskoſe,
ſo erkält man 1 Ky. Kunſtſeide, von der das Kilogramm einen
Preis von 9—18 Mark erzielt. Durch die Veredelungsprozeſſe
des rohen Holzes tritt alſo eine ungeheure Wertſteigerung ein.
Bisher machſt die Weltkunſtftſeidenerzeugung noch nicht einmal
2 Prozent des Eieſamtbedarfs an Textilien aus. Die weitere
SSteigerung der Produktion an Kunſtſeide findet in Fachkreiſen
ſchwankende Beurteilung; die künftige Entwickelung dürfte
weſentlich durch die herrſchende Mode und vor allem durch den
Wohlſtand der Völker bedingt ſein.
Ein neues Baugerust.
Von
Dipl. Ing. Zwener, Köln.
Der zunehmende Veikehr in Großſtädten läßt es immer
un=
angenehmer fühlbar werden, wenn zeitweiſe der Bürgerſteig
bei Vornahme von Neubau= oder Umbauarbeiten für den
Fußgängerverkehr geſperrt oder auch nur eingeſchränkt werden
muß. Häufig ſind bei derartigen Bauarbeiten ſchon
Unglücks=
fälle vorgekommen. Nachts müſſen derartige Bauſtellen an
Itraßen ſtändig beleuchtet werden. Dieſe Erwägungen haben
den Bauunternehmer Kriſch in Stuttgart veranlaßt, eine
Gerüiſt=
konſtruktion zu erdenken, die die Beſchränkung des Verkehrs faſt
vollſtändig beſeitigt. Statt der üblichen zwei Pfoſten wird nur
noch an die Hauswand ſelbſt eine Hauptſtütze ſenkrecht an der
Bild 1: Baugerüst, System Krisch.
Faſſade aufgeſtellt. Etwa 4 Meter über dem Fußſteig wird mit
dieſer Stüte ein Querbalken durch Schrauben feſt verbunden
und durch eine ſchräg liegende Stütze gegen den ſtehenden Pfoſten
abgeſprießt Anf das ſo enrſtehende Balkendreieck baut ſich
nun=
mehr in der üblichen Weiſe ein zweiſtieliges Gerüſt auf. Es iſt
ohne weiteres klar, daß eine Verankerung der Hauptſtütze im
Mauerwerk zur Aufnahme des ſeitlichen Zuges erforderlich iſt.
Die Befeſtigung geſhieht durch einen neuartigen Eiſendübel,
der nach dem Gutachten der Materialprüfungsanſtalt der
Tech=
niſchen Hochſchule in Stuttgart die erforderliche Sicherheit
be=
ſitzt. Bei Eiſenbetonbauten oder bei Ausbildung der Faſſade
im Hauſtein wird der Eiſendübel in die Mauer ſelbſt
einge=
laſſen.
Die Gerüſtkonſtruktion iſt dem Erfinder durch D.R.G.M.
geſetzlich geſchütt.
Dünge mit Draht.
Von
Dr. E. H. Walther, Berlin.
Das weltberühmte Leunawerk bei Halle verſpandelt Luft in
Dünger. Sein Verfahren erfordert jedoch umfangreiche Anlagen
und koſtſpielige Beeienung. Eine neue deutſche Erfindung
be=
reihtigt dagegen zu der Hoffnung, daß in abſehbarer Zeit „jedem
Landwirt ſein Leunawerk” werde, eine „Luftdüngerfabrik” mit
geringen Einrichtungs= und ohne Betriebskoſten.
Vor dieſer ſeltſannen Erfindung ſteht — wie bei allen der
Natur abgelauſchten menſchlichen „Errungenſchaften” — eine
Entdeckung, deren Taufpate — abermals üblicherweiſe —
ſoge=
nannter Zufall in Potenz war. Zufällig errichtete der
Magde=
burger Oberingenienr Riepe in ſeinem Garten einen
Antennen=
maſt und beſeſtigte ihn mit Draht. Zufällig ſpannte er einen
dieſer Drähte jaſt genau von Norden nach Süden. Zuſällig ließ
er ihn fünf Meter lang unterirdiſch unter einem Kartofſelbeet
enden.
Bald begannen die Stauden, die dem Draht am nächſten
wuchſen, aufſallend zippig und ſchnell zu gedeihen. Hunderte
hätten — oder haben vielleicht — dieſen Segen
gedankenlos=
dankbar hingenommen. Der Zufall aber, der ſchon ſo viele
An=
ſtrengungen auf dieſe Angelegenheit verwandt hatte, tat noch
ein übriges und ließ den Beſitzer des Drahtes und der
Kartoſ=
ſeln ſorſchend der eigenartigen Erſcheinung nachgehen. So
wurde die Trahtdngung” entdeckt Raſtloſe Verſuche
geſtalte=
ten ſie zu einer Erfindung aus. Heuer bemüht ſich eine eigens
dazu gegründete „Elektrokulturgeſellſchaft”, auf ausgedehnten
Verſuchsfeldern bei Döberitz um die Ausgeſtaltung der
Er=
findung.
Zwei äußerliche Zeichen unterſcheiden ein „Elektrokulturfeld‟
von jeder anderen bebauten Fläche: Maſten von 6 bis 10 Meter
Höhe und ein welienartiges Wachſen der angebauten Flächen.
Die Kämme dieſer Wellen ſind überall genan drei Meter von
einander entſernt und ebenſo die Wellentäler. Die Urſache
da=
von ſind in je drei Meter Abſtand geſpannte Drähte von je drei
Millimeter Stärke. Sie liegen etwa einen halven Meter tief
im Erdreich, ſo daß kein Pflug ſie beſchädigt, und ſtellen das
„Düngerverteilungsuetz” dar.
Auf der einen Seite ihrer Längsrichtung enden die
Verteiler=
drähte in überirdiſchen Drahtſtummeln, die nicht miteinander
verbunden ſind. Auf der anderen finden ſie ſich je drei und
drei zuſammen bei den Maſten, an denen ſie als ein fünf
Milli=
meter ſtarker Draht emporklettern An der Maſtſpitze mündet
dieſer Verbindungsdraht in einer kleinen Säule aus Kupfer=
und Zinkplatten, die den „Düngerſaugapparat” tragen. Er
be=
ſteht aus einem Strahlenkranz von Drahtenden und einer
grö=
ßeren, genau nordſüdlich eingeſtellten magnetiſchen Metallſpitze.
Dieſer Saugapparat nimmt ganz ſchwache elektriſche Ströme
aus der Luft auf und leitet ſie durch die Drähte zu den
Pflanzen=
wurzeln. 2 bis 15 Milliampere Strom wurden je nach der
Wit=
terung an den ſtumpfen Drahtenden gemeſſen, ein Wunder, wenn
man bedenkt, daß die ganze Anlage doch „normalerweiſe”
ſtrom=
los iſt. Trotz der geringen Stromſtärke ſind die bisherigen
Ver=
ſuche mit „Drahtdüngung” ganz erſtaunlich erfolgreich verlaufen.
So ſurden u a. von 2 Zentnern Kartoffeln 28 Zentner
ge=
erntet. Manche Pikanzen konnten dazu gebracht werden,
drei=
mal im Jahre ſtatt einmal Frucht zu tragen, und Weizen gedieh
bei Drahtdüngung ſogar ganz regelwidrig auf geſiebtem und ge=
waſchenem Sand. Das berechtigt zweifellos zu großen
Hoff=
nungen.
Andererſeits ſind noch mancherlei Ergänzungen notwendig.
So muß beiſpielstveiſe noch unterſucht werden, inwieweit
„Drahtdungung” bei jahrelangem Gebrauch jede andere
Dün=
gung überfluſſig macht. Denn es wäre durchaus denkbar, daß
die ſchwachen Dungerſtröme nicht ſo ſehr ſelbſt düngen als
viel=
mehr im Voden vorhandene Chemikalien zu räſcherer
Wirkſam=
keit bringen. Zunächſt ſpricht gegen eine ſolche Annahme
aller=
dings der gegluckte Weizenbau auf Kies. Ferner müßten zum
Beiſpiel nech beſondere Apparate zum bequemen Einlegen der
uinterirdiſchen Drähte gebaut werden, wenn man große Flächen
derarzig „bedüngen” will.
Uleber die wirtſchaftliche Seite hinaus ſtellt ſich die „
Draht=
düngung; ſchließlich als ein Wunder dar, das zwar durch
ſei=
nen elektriſch=magnetiſchen Charakter uns die Art ſeiner
Ent=
deikung als unſerem Zeitalter eigentümlich erſcheint, gleichzeitig
jedoy ein zeitlöſes Veiſpiel darſtellt für die Entſtehung
menſch=
licter „Errungenſchaſten”.
KURZE MITTEILUNGEN
* Das Eiſenbahnnetz der Erde hat ſich in dem zwanzigjährigen
Zeitraum von 1904 bis 1924 um 40 v. H. vermehrt. Dieſe Entwicklung
zeigt, daß die Kulturländer im weſentlichen als ausgebaut betrachtet
werden können, während der Ausbau in den Kolonialgebieten nur
lang=
ſam vorwärts ſchreitet. Auch ſonſt laſſen die beiden folgenden Tabellen
recht intereſſante Schlüſſe zu.
1924
382 484 km 31,5 0
305 407 km
Guropa
130 828 km 10,8 %
77 206 km
Aſien
58 672 km 4,8 %
26 074 km
Afrika
600 134 km 49,4 %
Amerika 450 574 km 50,8 %
42357 km 35 7
Auſtralien 27 052 km 3,0
1214 375 km 100,0 %
zuſammen: 886 313 km 100,0 %
Während alſo Amerika und Auſtralien in der allgemeinen Entwicklung
mitgingen, iſt Europa zurückgeblieben und hat Aſien und Afrika einen
Vorſprung erzielt. Noch deutlicher geht aus der folgenden
Zuſammen=
ſtellung hervor, daß Europa gegenüber den anderen Erdteilen
zurück=
geblieben iſt:
Zuwachs
Europa
Aſien
Afrika
Amerika
Auſtvalien
Zuwachs
1904—1924
77 077 km
53 622 km
32 598 km
149 560 km
15 25 km
gegenüber dem Stand von 19/4
25,2 %
69,5
124,8
33,1
52.5
zuſammen: 328 062 km. im Durchſchnitt 37,1 O
Gerechnet ſind nur die in Betrieb befindlichen Strecken, ſo daß
mehr=
gleiſiger Ausbau, der in Europa öfters durchgeführt wurde, als in
an=
deren Erdteilen nicht zum Ausdruck kommt.
* Elektriſche Vollbahnen. Ende vorigen Jahres umfaßte das
deut=
ſche Eiſenbahnnetz bereits 1000 Kilometer Vollbahnſtrechen, die elektriſch
betrieben werden. In Italien ſind bereits 900 Kilometer von dem
ge=
ſamten Eiſenbahnnetz von 17 000 Klm. auf elektriſchen Betrieb umgeſtellt.
Bis zum Jahre 1930 will Italien etwa 3000 Klm. in gleicher Weiſe
um=
gebaut haben.
* Deutſche Seekabel. Vor dem Kriege beſaßen vier deutſche
Tele=
graphengeſellſchaften ein Netz von 14 großen Seekabeln mit einer
Geſamtlänge von rund 37 800 Kilometern. Hierbei ſind die
Kabelver=
bindungen, der Nord= und Oſtſee außer Betracht gelaſſen. Dieſes ganze
Syſtem, das in ſeiner Länge beinahe einmal die Erde am Aequator
um=
ſpannen konnte, haben wir durch den Krieg verloren. Das erſte deutſche
Seekabel, das nach dem Krieg gebaut wurde, iſt kürzlich in Betrieb
genommen worden. Es geht von Borkum bis zu den Azoren und findet
dort Anſchluß an ein amerikaniſches Kabel, wodurch der erſte
unmit=
telbare Kabelanſchluß zwiſchen Deutſchland und Amerika hergeſtellt iſt.
Das Kabel wurde im Herbſt 1925 von der Deutſch=Atlantiſchen
Tele=
graphengeſellſchaft bei den Deutſchen Seekabelwerken in Nordenham in
Auftrag gegeben. Innerhalb Jahresfriſt war das 3500 Kilometer lange
Kabel hergeſtellt und verlegt. Die Inbetriebnahme wurde durch die
Herſtellung der Apparate für die Endämter noch verzögert. Techniſch
beſonders intereſſant iſt, daß das Kabel nach dem Krarupverfahren
gebaut wurde. Der vier Millimeter ſtarke Kupferleiter iſt von einem
etwa drei Millimeter breiten und ſehr dünnen Streifen einer Eiſen=
Nickel=Legierung ſpiralig umwickelt. Hierdurch wird erreicht, daß das
Kabel eine geringe Kapazität bekommt und ſtörende
Ladungserſchei=
nungen vermieden werden. Der Erfolg iſt der, daß man eine größere
Telegraphiergeſchwindigbeit erreicht, die auf 1500 Buchſtaben in der
Minute angenommen wird.
* Die Verbreitung der Fernſprechanſchlüſſe. Nach einer engliſchen
Statiſtik kommen auf 1000 Einwohner in Amerika 150
Fernſprechan=
ſchliſſe. Damit ſteht dieſes Land an erſter Stelle in der Welt. Weiter
folgt dann Kanada mit 130. Dänemark mit 95, Neuſeeland mit 94,
Schweden mit 72, Auſtralien mit 68, Norwegen mit 66, Schweiz mit 50
und Deutſchland an 9. Stelle mit 43 Anſchlüſſen auf 1000 Einwohner.
Ein weniger dichtes Fernſprechnetz als Deutſchland hat England mit 31,
Holland mit 30, Oeſterreich mit 23, Belgien mit 22, Argentinien mit 19,
Frankreich mit 18 und Japan mit 10 Anſchlüſſen auf 1000 Einwohner.
Nach einer amerikaniſchen Statiſtik ſind Ende vorigen Jahres 17,5
Millionen Apparate im Betrieb geweſen, mit denen rund 52 Millionen
Geſpräche geführt wurden. Am Ende des Jahres 1910 waren 5,8
Mil=
lionen Apparate im Betrieb, mit denen 22 Millionen Geſpräche geführt
wurden.
Dagegen verſchwindet immer noch die Zahl der Rundfunkteilnehmer,
die zum Beiſpiel in England Ende März 1927 die Zahl von 2,2
Mil=
lionen erreichten. In einem Jahre waren die Anſchlußnehmer um rund
200 000 Teilnehmer geſtiegen. Deutſchland hatte — wir wiederholen
hier eine Angabe in Nr. 5 der T.D.G. — Ende des Jahres 1926
2,6 Millionen Fernſprechanſchlüſſe und 1,4 Millionen
Rundfunkteilneh=
mer. Im Januar 1927 waren 90 000 Neuanmeldungen beim Rundfunk
zu verzeichnen.
* Der Rohölmotor erobert ſich nicht nur auf dem Lande einen immer.
größeren Wirkungskreis, er hat auch in der Seeſchiffahrt alle
Konkur=
renz bereits eingeholt und geſchlagen, wie nachſtehende Zahlen
be=
zeugen: Nach „Lloyds Regiſter” waren am Anfang des Jahres 1920
568 Schiffsmaſchinen für ſeegehende Schiffe im Bau. Die
Geſam=
lefſtung dieſer Maſchinen betrug 1,7 Millionen PS. Die Leiſtung der
Kolbendampfmaſchinen (365 000 PS) und der Dampfturbinen (487 000 P8)
zuſammengenommen (852000 PS) überſteigt nur um geringes die
Lei=
ſtung der Oelmotoren mir 844 000 PS. Bezeichnend iſt, daß Italien
bei 215 000 PS im Baut befindlichen Maſchinen 75 Prozent Oelmotoren.
baut, alſo ſehr weſentlich mehr als ſonſt im Durchſchnitt.
NEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIFTEN
* Die Betonſtraße, Zeitſchrift für wirtſchaftliche und techniſche Fragen
des Straßenbaues. Verlag Charlottenburg 2, Kneſebeckſtraße 30.
Herausgegeben von Baurat Dr.=Ing. Riebert.
Auf den Inhalt dieſer Zeitſchrift einzugehen, iſt nicht notwendig=
Was ſie bringt, ſagt ſchon ihr Name. Neben ihrem wiſſenſchaftlichen
Inhalt bildet ſie in erſter Linie ein Propagandamittel in dem ſcharfen
Kampf zwiſchen Teer und Zement um die Eroberung der künftigen
Amo=
mobilſtraße. Sie bildet durch ihre Spezialiſierung zweifellos eine guſ
Ergänzung der allgemeineren Fachzeitſchriften.
* Hanns Günther: Phyſik für Alle, Band 2: Schall, Wärme, Licht.
Veb=
lag Dick u. Co., Stuttgart. Preis in Ganzleinen gebunden 16
Mk=
geheftet 12 Mk.
Der Verfaſſer nennt ſein Werk mit Recht eine Phyſik für Alle,
wohl von dem Gedanken ausgehend, daß ſie für Alle verſtändlich iſt=
Die Phyſik, wie ſie hier geboten wird, iſt nicht nur gemeinverſtändlich
geſchrieben, ſondern ſie umfaßt auch das, was jeder Gebildete wiſſen
muß, iſt doch die Phyſik die Grundlage der Technik und damit größtel
Kreiſe unſeres Kulturlebens. Das Werk greift vielfach auf die Techhi
über, was beſonders bei den Wärmekraftmaſchinen hervortritt.
Nebel=
der vorzüglichen äußeren Ausſtattung ſei beſonders auf die außerordem
lich zahlreichen Abbildungen (etwa 350) hingewieſen.
DERBONLICHES AUS DER TECHNIK-
Zu Dr.=Ing. e. h. wurden ernannt:
Geh. Nat Prof. Dr. Dr. med. h. c. Theodor Curtius, von der
Tachniſchen Hochſchule Karlsruhe,
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Direktor Guſtav Hußmann von der Techniſchen Hochſchutz
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120
[ ← ][ ][ → ]Nummer 189
Sonntag, den 10. Juli 1927
Seite 35
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[ ← ][ ][ → ]Seite 36
Sonntag, den 10. Juli 1927
Nummer 189
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Tagesordnung: 1) Mitteilung. 2)
Land=
wirtſch. Landesausſtellung 1927.
(10922
3) Verloſung.
Ae
Mittelmeer-Reisen
mit dem 1501) Tons grossen sls
„Polonia” der Baltic-America-Linie nach
1. dem Orient 27. Jult bis 18. Angust.
ansverkauft.
2. Nordafrika und Spanien
21. Angust bis 11. September
Venedig — Ragusa- Malta- Palermo=
Tunis — Philippevilie (Sonstantine) —
W Algier— Falearen —Alicante — Malaga
(Granada) — Cadix Sevilla) — Oporfo—
Isie ot Wight- Amsterdam-Hamber:.
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Man verlange Prospekt Nr. 70
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Hleinen Hau
O
2
—
*
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7
S
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Badeleben
bon Carracallas Chermen bis zum Strand von Palm Beach.
Die Badezeit iſt wieder da, d. h. die Seit, in der von einem
Ceil der erholungsbedürftigen Menſchheit die Badewanne mit
der Oſtſee oder Nordſee, dem Lido, Biarritz oder dem Strand
von Florida vertauſcht wird. Was bedeutet dieſe
Völkerwan=
derung in die Bäder? Sehnſucht nach Nuhe, Einſamkeit und
der unendlichen Weite des Horizonts über dem Meer? Im
all=
gemeinen eher das Gegenteil, Verlangen nach Geſelligkeit,
An=
regung, Unterhaltung jeglicher Art. Wer Einſamkeit ſucht, geht
eher ins Gebirge, die See übt einen geſelligen Einfluß aus, und
das war in den Seiten hoher Badekultur immer ſo, ſo daß wir
an der Geſchichte des Badens und der Bäder einen großen Ceil
der Kultur= und Sittengeſchichte einer Seit ableſen können.
Daß die Badekultur heute wieder einmal beſonders blüht,
beweiſen uns beſonders die Bilder aus amerikaniſchen
See=
bädern, vom Strand von Kalifornien, aus Palm Beach und
Florida. Der Glanzpunkt jedes amerikaniſchen Bades, die
Schönheitskonkurrenz, mutet uns mit ihrer antiken
Verherr=
lichung des Körpers wie eine Erinnerung an griechiſchen
Schön=
heitskult an, während das Verlangen nach Senſation, Luxus,
Pracht an altrömiſche Zuſtände gemahnt. Wenn dabei mancher
auf das Wohl der Menſchheit bedachte Moraliſt nachdenklich
wird, etwa wenn er ein Badekoſtüm von 1870, das allerdings
dreimal ſo vollſtändig und reichhaltig war wie heute ein
Geſell=
ſchaftskleid, mit dem heute üblichen Badedreß vergleicht, dem
eine gewiſſe Knappheit nicht abzuſprechen iſt, ſo kann man ihn
doch beruhigen und verſichern, daß weder im Hinblick auf Luxus
und Senſation, noch in Hinblick auf die heutige Badefreiheit,
von der man übrigens England weitgehend ausnehmen muß, das
antike, beſonders ſpätrömiſche Vorbild annähernd erreicht iſt,
und daß ſogar die gute alte Seit des deutſchen Mittelalters
hier weſentlich freiere Sitten gekannt und geübt hat.
In Nom haben ſchon eine Weile vor Beginn unſerer
Zeit=
kechnung die griechiſchen Arzte, die damals die beliebteſten
Modeärzte waren, viel zur Einführung der Bäder nach griechi=
ſchem Muſter beigetragen. Bald errichtete man öffentliche
Chermen und prächtige Privatbäder, von denen zur Seit der
Cäſaren über 800 beſtanden. Sie waren mit allem verſehen, was
der Geſchmack jenes Seitalters verlangte, und man kam den
Luxus, der hier getrieben wurde, kaum überſchätzen.
Selbſtver=
ſtändlich gab es laue, heiße, kalte Wannenbäder, Dampf= und verſchieden iſt. Auch das Volk feierte ſeine Feſte in den
Bade=
heiße Dunſtbäder, Salbſtuben uſw., aber auch Schwimmbecken,
Sportplätze, unterirdiſche Gemächer, die im Sommer Kühlung
gewährten, ja ſelbſt Bibliotheken und Verſammlungsſäle waren
mit dem Bad verbunden. Am großartigſten ſind die Chermen
des Carracalla, uns nur in Uberreſten erhalten, in denen
drei=
tauſend Menſchen zu gleicher Seit baden konnten und die mit
200 marmornen Säulen und 1600 marmornen Sitzbänken geziert
waren. Daß eines der vollkommenſten Werke plaſtiſcher Kunſt,
die Gruppe des Laokoon, in einem Bad gefunden wurde,
beweiſt, welche Pracht man damals hierauf verwandte.
Später ſtieg das Senſationsbedürfnis derart, daß z. B.
vor=
nehme Damen nur Badezimmer benutzten, die mit Silber
aus=
gelegt waren, und ihre Geräte aus Gold und Silber anfertigen
ließen. Nachts ließ man die warmen Bäder durch prächtige
Lampen erleuchten, und die durchſichtigen Fenſter (Glas war
damals eine große Seltenheit) lagen ſo, daß ſie am Cag die
Sonnenſtrahlen auffingen. Die Uppigkeit nahm mit der fort=
m ſeinem eigenen Haus eine Badeſtube, die dann der Aittels
punkt der Geſelligkeit war, wo man Freunde und Gäſte empfing,
Feſte und Schmauſereien abhielt, ein gewiß ziemlich
merkwür=
diger Gebrauch, von dem allerdings die Kultur des Boudoirs in
ſpäterer Seit und ſeine geſellſchaftliche Sunktion nicht ſo ſehr
häuſern, die überhaupt mehr der Volksbeluſtigung als der
Nein=
lichkeit gedient zu haben ſcheinen.
Auch hier ſehen wir, wie Geſelligkeit und Genußfreude die
Hauptmotive zur Entwicklung der Bäder darſtellten, und die
weitere Entwicklung und der Verfall hat dann auch dieſelben
Urſachen wie in Nom, nur daß ſtatt der verfeinerten und
ver=
weichlichten Art hier eine meiſt naive und recht derbe
Genuß=
ſüchtigkeit den Anſtoß zum Mißbrauch der Bäder gibt. Das
Suſammenbaden der Geſchlechter wurde, ſo ſehr die Geiſtlichkeit
dagegen eiferte, ſchon bald allgemeine Sitte. Ein Bader ſuchte
den anderen durch Anſtellung hübſcherer Bademägde zu
über=
bieten. Die Badekleider, ſelbſt der Frauen, beſtehen beſtenfalls
aus einem leicht umgeſchlungenen Cuch, das häufig ganz beiſeite
gelegt wird, und die bildlichen Darſtellungen aus dieſer Zeit
laſſen an Eindeutigkeit nichts zu wünſchen übrig. So entwickelten
ſich die Badeſtuben immer mehr zu Stätten der Unſittlichkeit,
und als zudem gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Peſt und
ſchreitenden Verweichlichung und dem beginnenden Verfall zu.
Man parfümierte die Bäder mit koſtbaren, berauſchenden
Eſſenzen oder badete, nach dem Vorbild der Kaiſerin Poppäa,
in Milch. Dabei war das gemeinſame Bad allgemein, zur
Bedienung wurden die ſchönſten jungen Knaben und Mädchen
auserleſen und phantaſtiſche Ausſchweifungen und verwegene
Exzeſſe gehörten zum guten Con. Vom kalten Bad wurde kaum
noch Gebrauch gemacht; man erklärte es für eine Angelegenheit
von „Deutſchen, Bären und wilden Schweinen”.
In den folgenden Jahrhunderten ging der Gebrauch der
öffentlichen Bäder, ja beinahe der des Badens überhaupt, faſt
ganz verloren, da man zumeiſt von chriſtlicher Seite nicht nur die
Auswüchſe, ſondern die Sache ſelbſt als heidniſch verwarf. Der
heilige Auguſtin erlaubte den Jungfrauen nur einmal monatlich
zu baden, und der heilige Hieronymus unterſagte den Gebrauch
der Bäder gänzlich, um „das Feuer böſer Lüſte nicht auflodern
zu machen”. Schon Karl der Große wirkte dieſer Betätigung
mißverſtandener Frömmigkeit entgegen, wählte er doch Aachen
zu ſeiner Neſidenz, um die Heilquellen benutzen zu können.
Die große Verbreitung der Badehäuſer im Mittelalter
aber begann erſt ſeit den Kreuzzügen, als die Kreuzfahrer das
hochentwickelte orientaliſche Bad kennen gelernt hatten. Bald
fand ſich an jedem Ort, ſelbſt auf den Dörfern ein Badehaus,
und im Jahr 1489 konnte man in Ulm außer den öffentlichen
Bädern 68 Badſtüblein zählen. Der Wohlhabende nämlich beſaß
andere anſteckende Krankheiten, deren Übertragung man den
Bädern zuſchrieb, immer mehr um ſich griffen, kam das
Bade=
ſtubeleben immer mehr in Verfall und erreichte dann mit dem
Dreißigjährigen Krieg überhaupt ſein Ende.
Erſatz fand man in dieſer Seit in den ſogenannten
Wild=
bädern. Die Benutzung natürlicher Mineralquellen, bei den
Nömern, die Wiesbaden und Baden=Baden ſchon kannten,
allgemein gebräuchlich, lebte wieder auf. Wildbad im
Schwarz=
wald, Baden in der Schweiz, Karlsbad, Pyrmont, Wiesbaden,
Aachen, Gaſtein galten als vornehme Luxusbäder. Auch in dieſer
Seit ſcheint man nicht ſo ſehr auf die Heilwirkung als vielmehr
auf Vergnügen und Geſelligkeit bedacht geweſen zu ſein. Sumal
für die Frauen gehörte die Badereiſe zu den unentbehrlichen
Sommerfreuden, und nicht ſelten ſoll es ſchon damals
vorge=
kommen ſein, daß für dieſen Sweck Krankheiten erfunden und
vorgetäuſcht wurden. Ganz kluge Frauen laſſen ſich ſogar im
Ehekontrakt ihre jährliche Badereiſe ſicherſtellen, namentlich
die Frankfurter Bräute den Beſuch von Schwalbach.
Auf die ärztlichen Vorſchriften wurde denn auch im Nauſch
der Vergnügungen und Luſtbarkeiten wenig geachtet. Den
größten Ceil des Cages brachte man mit Singen und Crinken
und nach dem Bad mit Canzen zu. „Alle, die lieben,” ſchreibt
ein italieniſcher Chroniſt aus Baden, „alle die heiraten wollen
oder wer ſonſt das Leben im Genuß findet, ſtrömen hierher. Alle
nämlich haben einerlei Abſicht: Craurigkeit zu verbannen,
Ver=
gnügen zu ſuchen, keinen Gedanken zu haben, als wie ſie das
Leben und ſeine Freuden genießen können.”
Dr. Nette.
Amerikaniſche Begebenheit.
Von Joh. W. Broedelet.
Er wohnte, ſagen wir, im Hauſe Nr. 3013 in der 157. Straße
von New York. Dort erzählte er mir folgende, wirklich
merk=
würdige Geſchichte:
„Ihnen kann ich es ja geſtehen,” ſagte er. „Sie gehen doch
nach Europa zurück, und wenn Sie es dort ausplaudern, denkt
man höchſtens, daß Sie ein bißchen phantaſieren. Sie fragen
mich, warum ich ſo niedergeſchlagen bin? Ganz einfach, weil
ich vorigen Monat geſtorben bin. Sie verſtehen das nicht?
Alſo hören Sie.”
„Haben Sie von dem großen Dichter Williamſon gehört?
Sie ſind ihm vielleicht ſelbſt begegnet, bei dem einen oder
an=
deren Empfangsabend in unſeren vornehmen Salons. Für jeden
Fall haben Sie ſein Bild hundertmal bewundert, in Seitſchriften,
Seitungen und Schaufenſtern. Er war eine der eleganteſten
Perſönlichkeiten in den Vereinigten Staaten, und als er vor
kurzem ſtarb, trauerte ein ganzer Erdteil um ihn. Nun, mein
Lieber, dieſer Williamſon bin ich. . . . Cja, da ſtaunen Sie.
ſAber dafür ſind Sie hier in Amerika!. Ich will Ihnen erzählen,
wer der gefeierte Williamſon eigentlich war. Er galt als unſer
hervorragendſter Dichter, eleganteſter Salonheld, geiſtreichſter
Plauderer. Catſächlich war er der größte Schafskopf, den Sie
lich vorſtellen können. Er hatte nicht für einen Penny
Ver=
ſtand, und er dachte nur an gut eſſen und trinken. Aber . . . er
war, was man einen wirklich ſchönen Mann nennt, er hatte
einen erſtklaſſigen Schneider, und er verfügte über eine
Nieſen=
frechheit. So etwas hatten wir — mein Verleger und ich —
gerado nötig, vom Standpunkt des „business”.
Sie begreifen immer noch nicht viel, wie? Ach, was wißt
ihr Europäer auch! Sie denken, daß ich James Dilkens bin,
der produktive Schriftſteller, der, ſtets anonym oder unter
(Pſeudonym, ſo geiſtreiche, flotte, manchmal beißend ſcharfe
Artikel und Skizzen in Seitungen und Seitſchriften ſchreibt.
Der bin ich nur zum Ceil. Das Intereſſanteſte in meiner Perſon
Kennen Sie nicht. Den Dichter Williamſon! Ja, Beſter, ich
ſchreibe Verſe, und ich muß es ſelbſt ſagen, wirklich ſchöne.
Aber, was ſoll ich damit anfangen? Der Amerikaner verſteht
gicht viel von Poeſie, zum mindeſten nicht, wenn ſie gut iſt. Es
mußte alſo etwas gefunden werden, um meine Gedichte zu
lancieren, die mein eigentliches Können bedeuten. Geben Sie zu,
ich bin dafür nicht geeignet. Ich bin nur Normalgröße, eine
meiner Schultern ſitzt etwas höher als die andere, ich kleide
mich ſchlecht, ich habe ein abſtoßendes Außere und bin
unge=
wandt in Geſellſchaft. Alles Eigenſchaften, die einen als Dichter
unmöglich machen. Hierzulande muß man durch die Frauen
berühmt werden, und die akzeptieren nur einen ſchönen Mann
oder in jedem Fall einen, der mindeſtens ſalonfähig iſt. Nun,
mein Verleger entdeckte Williamſon. Er hatte prachtvolle blaue
Augen, ein rundes, glattes Kinn und eine Modefigur. Wir
haben ihm ſeine Nolle ſorgfältig einſtudiert, und ich muß ſagen,
er hat ſie nicht ohne Calent geſpielt. Es hat einen Haufen
Geld gekoſtet, aber es trug ſeine Sinſen. Kein Gartenfeſt, kein
Abendempfang, keine Opernpremiere ohne ihn; immer im
vor=
geſchriebenen Anzug, wie aus dem Ei gepellt, und mit dem
ewigen Lächeln ſeines ſelbſtzufriedenen Schafsgeſichts. Ich
ver=
ſorgte ihn täglich mit Bonmots und tiefſinnigen Außerungen,
die wir mit größter Mühe in ſein Gehirn hämmerten. Er
brachte ſie ziemlich ungeſchickt an, aber ſie wurden doch gehört,
und wir ſorgten dafür, daß ſie abends in den Seitungen ſtanden.
Wie wir mit ſeinem Bild gearbeitet haben — in allen möglichen
Poſen, am Strand, an ſeinem Schreibtiſch, zu Pferd, auf dem
Cennisplatz uſw. — wiſſen Sie ja. Er trug auch meine Gedichte
vor. Er tat es abſcheulich. Ich habe es einmal erlebt, und es
fehlte damals nur wenig, daß ich ihm zu Leibe gegangen wäre.
Aber das Publikum, akzeptierte es doch, und es wurde ſogar
eine Manie, ihn zu hören. So kam er in Mode, und von da ab
war ich gemacht. Meine Gedichte erlebten zehn, zwölf
Auf=
lagen. Ein für Amerika unbekannter Erfolg für wirkliche
Poeſiel. Die Bändchen wurden immer dicker und teurer. Aber
da beging der Eſel von Williamſon die unglaubliche Dummheit,
zu ſterben. Das einzige was er zu tun hatte, war zu leben.
Nicht einmal das hat er gekonnt. Er gerät unter ein
Auto=
mobil, und weg iſt er. Da ſitze ich nun mit meinen Verſen. Ich
ſchreibe augenblicklich noch einige nachgelaſſene Gedichte, aber
Sie begreifen, das kann nicht mehr allzulange ſo gehen. Was
dann? Das ganze Geſchäft geht zum Ceufel.”
Das hörte ich 1912 im Hauſe Nr. 3013 der 157. Straße
von New York. Als ich 1919 wieder nach Amerika kam,
ver=
nahm ich die Fortſetzung.
James. Dilkens war ſehr gealtert. Seine Geiſteskraft
ſchien ziemlich geſchwächt und ſeine Augen blickten matt.
„Sie werden vielleicht ſagen, daß ich zufrieden ſein kann,
nicht wahr?” fing er mit stwas hilfloſer Stimme an. „Wir
haben nämlich einen Nachfolger für Williamſon gefunden,
wie=
der ſo einen Idioten, mit dem wir denſelben Crick ausgeführt
haben. Er iſt außergewöhnlich geglückt. Sie ſprechen von einem
zweiten Williamſon — er heißt Singlof — und er macht
Surore. Aber damit habe ich mein eigenes Unglück
heraufbe=
ſchworen. Sie müſſen wiſſen, bei all meiner Häßlichkeit war ich
verliebt in ein ſehr ſchönes und begabtes Mädchen. Kann ich
dafür? Herrgott, ich bin nun mal ein bißchen romantiſch
ver=
anlagt. Wenn man auch Gedichte ſchreibt! Und Sie werden
lachen, ich hatte ein wenig Ausſichten. Es war ſonderbar, ich
begriff es ſelbſt nicht, aber es war doch ſo. Da kommt ſie eines
Cages zu mir mit einem Bändchen Gedichte von Singlof. Sie
lieſt daraus vor, wundervoll! Wir waren beide zu Cränen
gerührt, und ich wollte ihr um den Hals fallen. Aber das
duldete ſie nicht mehr. Nur Singlof exiſtierte noch für ſie. Sie
ſchwärmte für ihn, ſie erzählte mir alle ſeine geiſtvollen und
ſchönen Ausſprüche — die von mir waren — und ſie müſſe und
werde ihn kennenlernen. Einen ſchweren Kampf kämpfte ich
mit mir ſelbſt. Jeden Augenblick war ich im Begriff, ihr alles
zu ſagen. Aber mein Kontrakt band mich, Geſchäft iſt Geſchäft.
Und ich hatte eine Hoffnung, ich wartete darauf, daß ſie ihn
wirklich kennenlernte. Sie, ſo begabt, ſo gebildet, würde ſchwer
enttäuſcht ſich zurückfinden. Leider iſt es ganz anders gekommen.
Frauen ſind nun einmal unergründliche Weſen. Geblendet von
dem Glanz, den er ausſtrahlte, gewann ſie ihn innig lieb, und ſie
haben tatſächlich geheiratet. Jetzt weiß ſie natürlich alles, Sie
teilt unſer Geheimnis und als amerikaniſche Frau — hier iſt
jeder ſchließlich Geſchäftsmenſch — hütet ſie es treu. Nur iſt
ſie, ſeitdem ihr die Augen aufgegangen ſind, dief unglücklich.
Das iſt meine Schuld. Ich werde ſie mir niemals vergeben.
Mein Jammer bringt die ſchönſten Dinge zum Vorſchein, aber
ſchließlich bekommt man es ſatt, ſein eigenes Leid auszubeuten.
Und ich hätte ſo glücklich ſein können! — Dichter ſind
Märtyrer.”
Das waren die letzten Worte, die ich von ihm hörte. Und
nun leſe ich in der Seitung, daß der verdienſtvolle Publiziſt
James Dilkens mit 52 Jahren in New York geſtorben ſei.
Man vermutet, daß er ſelbſt Hand an ſich gelegt habe. Es hat
mich einen Augenblick tief erſchüttert. Und nun frage ich mich:
Was wird der große Dichter Singlof beginnen? Das Leben iſt
und bleibt doch ſchwierig.
Berechtigte Überſetzung aus dem Holländiſchen
von Lurie Blochert-Glaſer.
Sagunt o.
Von Valencia führt uns de Schnellzug Valencia—
Warcelona in dreiviertel Stunden, nicht weit vom Meer, durch
ſeie überaus fruchtbaren Gefilde der valencianiſchen Huerta
brach Sagunto. Wer über genügend Seit verfügt, ſollte
wenig=
kens einen Ceil dieſer 29 Kilometer zu Suß zurücklegen, denn
raum wo anders zeigt ſich dem Neiſenden die ſegenſpendende
Erde in ſo vollkommen glücklicher Geſtalt, wie unter dieſem
ſeegünſtigten Himmeisſtrich, und es iſt kein Sufall, daß faſt alle
ſFrauen von Valencia etwas von dem Liebreiz der Blumen
ſaben und von der Köſtlichkeit der Früchte, die beide zu ihrem
Oaſein gehören, wie die ſtrahlende Sonne jenes ausgezeichneten
Klimas. Die ganze Landſchaft iſt ein einziger Obſt= und
Gemüſe=
garten, ſtundenlang. Die ſchönſte Seit iſt wohl dann, wenn in
gänem Garten leuchtende Orangen in den dunkelgrünen
Baum=
nronen hängen, während ein breiter Baumſtrich daneben in
voller Blütenpracht ſteht und ſeinen milden köſtlichen. Duft
noeithin ausſtrömt. Wenn man durch die valencianiſche Huerta
ſthreitet und die Bauern in dem typiſchen, an mauriſche Seiten
ginnernden, ſchwarzen Kopftuch bei der Arbeit ſieht, oder vor
joren weißgetünchten Häuſern, die ſpitze Giebel und keinen
ſochornſtein haben, den „barracas”, dann hat man das Gefühl.
ſpaß für die Menſchen der Huerta jeder Cag ein froher iſt, voller
Aicht und Freude. Nur den Froſt fürchtet man, der die
Apfel=
ſanen-Ernte ſchädigen, im ſchlimmſten Falle auch einmal
ver=
michten kann. Aber ein Frühlingsmorgen mutet an, wie ein
hoher Seiertag, und dieſer Eindruck iſt wohl ein ſicherer Beweis
ſnafür, wie paradieſiſch ſchön ſich uns die Welt hier darſtellt.
Aber auch ſonſt ſieht man auf den Feldern und in den
Orangen=
gärten der Huerta manches Intereſſante, z. B. die alte
Bewäſſerungsart, die noch auf mauriſche Kultur zurückgreift
und deren „Waſſergeſetze” noch immer unbedingte Gültigkeit
ſaben. Dieſe Geſetze werden mit orientaliſcher Strenge und
u.nerbittlichkeit vollzogen. Sonne und Waſſer ſind die beiden
ſaategoriſchen Lebensfaktoren der Huerta. Wehe dem Bauern,
dier heimlicherweiſe von dem ober= oder unterhalb ſeiner Selder
und Gärten vorbeifließenden Waſſer etwas ableitet oder
„ſtiehlt”, wenn ſeine Felder ſchon unter Waſſer geſetzt worden
ſemd, oder wenn den Kanälen, die um ſeine Liegenſchaften
ge=
zogen ſind, das Waſſer noch nicht zugeführt werden ſoll. Wer
enen derartigen außergeſetzlichen Eingriff in die ſtrenge
Ord=
mung der Waſſerverteilung (gegen den allgemeinen Beſchluß)
vornimmt und zur Anzeige gebracht wird, der muß ſich vor dem
ich den Donnerstag vor der Kathedrale in Valencia in aller
( ffentlichkeit ſtattfindenden „Tribunal de las Aguas” (Waſſer=
Seitgemaßes Denkmal.
In der franzöſiſchen
Ge=
meinde Vimoutiers wurde
kürzlich ein ſchlichtes, aber
ergreifendes Denkmal für
Frau Marie Harel
ent=
hüllt, die wohl auch bei
uns jedem Gebildeten
be=
kannt ſein dürfte. Wie, Sie
haben dieſen Namen nie
gehört? Das iſt allerdings
ein ſchwer zu begreifendes
Manko, und es wird die
höchſte Seit, daß Sie ſich
über die weltgeſchichtliche
Bedeutung der genannten
Dame (1761—1829) klar
werden. Sie darf mit Recht
in der allervorderſten Neihe
der genialen Erfinder
ge=
nannt werden, und ihr
Nuhm beruht auf nichts
geringerem, als der
Erfin=
dung und Schöpfung des
— Camembert=Käſes.
Wir möchten nun, um unſererſeits nicht hinter der
allge=
meinen Entwicklung zurückzubleiben, einige Vorſchläge zu
deut=
ſcher zeitgemäßer Denkmalsſchöpfung machen. Wie wäre es,
wenn man dem Klops in ſeiner Heimatſtadt Königsberg ein
vüärdiges Monument errichtete, zum Andenken, daß dieſe Stadt
nickht nur den Philoſophen Kant hervorgebracht, ſondern auch in
reraler Hinſicht etwas für das Wohl der Menſchheit geleiſtet hat.
Ferner ſind wir der Anſicht, daß der Erfinder des nach ihm
deimannten Beefſteaks, Herr Mayer, durchaus ein der
Verbrei=
kurig ſeiner Schöpfung entſprechendes Denkmal verdient. Da
ſenn Geburtsort nicht einwandfrei feſtſteht, iſt Gelegenheit zu
eillem Wettſtreit unter den deutſchen Städten gegeben, ſtritten
ſigo doch auch im Altertum eine Anzahl griechiſcher Städte um
dire Ehre, dem Dichter Homer Heimat geweſen zu ſein, der doch
gawiß in kulinariſcher und gaſtronomiſcher Hinſicht nicht mit
hierrn Mayer verglichen werden kann, deſſen Schöpfung täglich
Crruſenden Genuß und Freude bereitet.
gericht) verantworten. Gegen die ihm von den Bauernrichtern
der Huerta auferlegte Buße gibt es keine Berufung.
Sagunto liegt am rechten Ufer des Sluſſes Palancia, am
Suße eines ſteil abfallenden Ausläufers der Pefias de Pajarito,
in der valencianiſchen Küſtenebene, nicht weit vom Meer. Der
Sage nach ſoll dieſe alte Stadt durch Griechen von der Inſel
Sakynthos gegründet worden ſein. Sie iſt aber jedenfalls
iberiſchen Urſprungs. Im Altertum war Sagunto durch ſeinen
ausgedehnten Handel reich und mächtig geworden. Als nach dem
erſten puniſchen Krieg die Karthager ihre Herrſchaft in Spanien
mehr und mehr ausbreiteten, ſchloſſen die für ihre Freiheit und
ihren Handel beſorgten Saguntiner mit Nom im Jahre 226
vor Chr. ein Bündnis. Da beſchloß der junge Hannibal der
Ausbreitung der römiſchen Macht auf ſpaniſchem Boden
ent=
gegenzutreten und griff im Jahre 219 v. Chr. die Saguntiner
unter einem nichtigen Vorwand an. Das war der Anfang des
zweiten puniſchen Krieges. Die Saguntiner verteidigten ihre
Freiheit mit beiſpielloſer Capferkeit. Lange wurden die
Kar=
thager abgeſchlagen. Die Angriffe mit Sturmbock wehrten die
Belagerten mit der Phalarica ab, einem Wurfgeſchoß mit
eiſerner Spitze und brennendem Pech= und Wergwickel. Acht
Monate lang hielten die Saguntiner in einem heldenmütigen
Verteidigungskampf ohne Gleichen der überlegenen Macht
Hannibals ſtnd. „Hasta 1a ultima pared” („Bis zur letzten
Mauer”) war die Loſung, wie zwei Jahrtauſende ſpäter in dem
ebenſo heldenhaften, verzweifelten Verteidigungskampf von
Haragoza im Jahre 1808/09 gegen die Franzoſen. Hinter der
erſten zerſtörten Mauer hatten die Saguntiner eine neue
er=
richtet. Nachdem auch dieſe gefallen war, eine dritte und vierte,
und mit unerhörter, wilder Capferkeit fochten ſie, bis die Burg
von den Karthagern erſtürmt wurde, wobei viele der
Vertei=
diger den Cod fanden. Ein Ceil der Bürger verbrannte ſich in
den Häuſern, die übrigen wurden niedergemacht oder in
Sklaverei verſchleppt. Im Jahre 214 v. Chr. eroberten die
Nömer die Stadt und verſuchten ſpäter, Sagunto durch
glän=
zende Bauten, einen Sirkus (am Palancia), ein römiſches
Cheater oberhalb der Stadt, und andere Einrichtungen und
Privilegien wieder den einſtigen Glanz zu verleihen. Sagunto
hatte damals eigene Münze, und ſeine Cöpfereien ſind durch
die Calices Saguntini berühmt geworden. Am Ausgang des
Altertums war aber die einſt ſo ruhmreiche Handelsſtadt von
neuem in Verfall geraten. Die Araber kannten ſie nur noch
Is Murbiter (muri veteres, „altes Gemäuer”). Bis 1877 war
ihr Name Murpiedo. Die hiſtoriſchen Bauten und
Seſtungs=
werke wurden von den Bewohnern der Gegend lange Seit als
ausgiebiger Steinbruch benutzt. Heute ſteht das intereſſante
„teatro romano” als hiſtoriſches Denkmal unter dem Schutze
des ſpaniſchen Staates. Unterbauten des Bühnengebäudes ſind
noch erhalten und Gewölbe des Haupteingangs ſowie Flügel des
Zuſchauerraumes. Das Cheater faßt ungefähr 8000 Zuſchauer.
Im ſpaniſch=franzöſiſchen Kriege wurde hier, am 25. Okt. 1811,
die Armee von Aragonien unter Blake durch Suchet geſchlagen,
worauf das Fort kapitulierte. Die ſtarken Seſtungsmauern und
Cürme auf dem langgeſtreckten Bergrücken und an den Hängen
ſind im Jahre 1812 durch den franzöſiſchen Marſchall Suchet
verſtärkt worden. Hier ſtand im Altertum das antike Saguntum.
Adolf Siegler, Darmſtadt.
Gaspar d.
Von Richard Gerlach.
Kaſpar, der Elefant, iſt in Paris hingerichtet worden, im
achtzehnten Lebensjahre. „Der Liebling der Pariſer”, ſpotten
die franzöſiſchen Seitungen, eine Pubertätsgeſchichte, „Gaſpard”
ſei verrückt geworden, weil ihm das Weibchen fehlte.
Ich kenne Kaſpar ſeit 1915, damals war er noch ein Baby;
ich beobachtete ihn alle die Jahre, wo er ſich zu einem klugen,
gutmütigen Burſchen entwickelte. Er ließ alles mit ſich anſtellen,
ſaß auf den Hinterbeinen und machte hübſch, preßte aus der
Siebharmonika Laute heraus, und für jedes Stückchen Sucker
dankte er, indem er den Nüſſel hob und mit den Ohren klatſchte.
Er hat noch die ſchönen Friedenszeiten im Hannoverſchen
Soologiſchen Garten geſchmeckt, beſaß ein wundervolles Haus,
wurde in der Frühe auf ſeinen Curnplatz hinausgeführt und war
hier den ganzen Cag über auf dem Marſche. Immer umlagerten
ihn Kinder, die ihm Brot zuwarfen, die Muſik klang vom
Konzertpavillon herüber, und in den Pauſen beſuchten ihn die
Muſiker, und an ihrer Spitze der Muſikmeiſter ſelber, und
ſchenkten ihm etwas Süßes. Jedermann freute ſich über ihn,
Kaſpar war ſtets heiter und milde.
Während des Krieges wurde es dann auch für ihn ſchlechter,
die Leute hatten nichts mehr für die Ciere, der arme Kerl fiel
genau ſo ab, wie die Menſchen, ſeine Slanken wurden hohl und
ſein Schritt elend. Mit knapper Not kam er durch den
Rüben=
winter hindurch, und nur langſam ging es ihm beſſer.
Dann kam das Unglück: 1920 wurde der Soologiſche
Garten der Stadt Hannover vorübergehend aufgelöſt, und bei
dieſer Gelegenheit gelangte Kaſpar nach Paris.
Welch ein übler Cauſch. Der jardin dacelimacation glich
einer Nuine, Kaſpars Stall war ein furchtbares Gefängnis, ein
Loch ohne Licht und Luft, das arme Cier konnte ſich kaum darin
drehen.
Ich habe im vorigen Sommer Kaſpar wiedergeſehen, mir
war es nicht möglich, ihn lange anzuſchauen. Drohend und
unheimlich fand ich ihn, rieſenhaft ſtand er in der Einſternis, als
wollte er das Dach des Hauſes mit dem Nücken ſprengen.
Unendlich beklemmend war es, das Cier, das nichts verbrochen
hatte, in dieſem Verließ ſtampfen zu hören.
Obgleich ich Monate hindurch täglich im Bois de Boulogne
ſpazierenging, ganz in der Nähe, hatte ich nicht den Mut, der
mißhandelten Kreatur noch einmal unter die Augen zu treten.
Ich ahnte die Kataſtrophe.
Jetzt endlich iſt es aus ihm hervorgebrochen, er hat die
Gitter zertrümmert, geraſt, getobt. Eine wiſſenſchaftliche
Kom=
miſſion hat Wahnſinn feſtgeſtellt, zum Code verurteilt, und das
chemiſche Inſtitut lieferte die Blauſäure.
Er iſt von ſeinen Leiden erlöſt; ſie haben ihn
hinüber=
befördert ins beſſere Jenſeits. Dort mag er nun auf herrlichen
Grasgründen in Freiheit laufen, ſoweit er will.
Die Gräfin mit dem Schenertuch.
Wenn in Nomanen von Gräfinnen die Nede iſt, ſo wiſſen
wir, daß ſie ein beneidenswertes Leben führen, ohne Arbeit und
Plage. Würden aber die Nomanſchriftſteller der engliſchen
Gräfin von Armil einen Beſuch abſtatten, ſie würden ihre Freude
haben. Denn die Gräfin von Armil findet es furchtbar
lang=
weilig, ohne Arbeit und Plage zu ſein. Sie hat, und das iſt kein
Märchen, die Stellung eines Dienſtmädchens angenommen.
Dienſtmädchen ſind nach ihrer Meinung am beſten dran: ſie
dürfen vierzehn Stunden ohne Unterbrechung arbeiten. Das iſt
für Gräfinnen vom Schlage der von Armil eine durchaus
ſym=
päthiſche Sache. Sie ließ ſich inkognito von einer gnädigen Frau
mieten, um ihr die Betten zu machen, die Ceppiche zu klopfen
und den Aſcheneimer auszuſchütten. Sie tat es vierzehn Cage
lang. Dann wurde ſie mit einem Male wieder Gräfin und fing
ihr Leben ohne Arbeit und Plage von neuem an. Aber einem
Neporter vom „Sunday Expreß” hat ſie eingeredet, daß es
himmliſch geweſen ſei, vierzehn Stunden am Cage zu arbeiten.
Und was das Ceppichklopfen, das Abwaſchen und die anderen
Hausarbeiten angeht, ſo ſeien das ganz vorzügliche
Beſchäf=
tigungen.
Jetzt geſtattete ſich der Neporter die naheliegende Frage:
Warum die Frau Gräfin dann kein Dienſtmädchen geblieben ſei?
Weil es in London ſo viel ſtellungsloſe Dienſtmädchen gibt,
denen ich nicht das Brot wegnehmen will”, ſagte die Gräfin mit
dem ganzen Aufwand ihres ſozialen Empfindens. Nicht einmal
in ihrem gräflichen Hauſe faßt ſie noch den Beſen an oder wäſcht
auch nur eine Caſſe ſelber ab ... wahrſcheinlich aus eben dielem
ſozialen Empfinden.
Die Frau ohne Lächeln.
Von Bruno Manuel.
Bis vor knapp einer Woche war Mona Liſa wegen ihres
dauerhaften Lächelns Vorbild ziemlich aller von ſich
einge=
nommenen Europäerinnen. Nun aber hat die Madonna in
nord=
weſtlichen Breiten abgewirtſchaftet. Die mondäne Frau zwiſchen
fünfzehn und fünfzig darf, einem engliſchen Feuilleton zufolge,
jenes Madonnenlächeln von jetzt ab weder entzückend finden,
noch nachzuahmen ſuchen. Dies verbieten die Sachverſtändigen
mit dem kompetenten Blick. Sie meinen, das jugendliche
Aus=
lehen einer Frau leide beträchtlich bei dem ewigen Gelächle.
Die Sachverſtändigen mit dem kompetenten Blick ſagen das
nicht zum Spaß. Auch haben ſie keinen eigenen Vorteil davon.
Um ſo eher hat eine mondäne und wahrhaft von ſich
einge=
nommene Frau bei den Bonmots witziger Ciſchherren, ſowie bei
jeder anderen zum Lachen herausfordernden Gelegenheit ernſt
wie ein Grab zu bleiben.
Sie iſt es ihrem hoffentlich noch friſchen Antlitz ſchuldig.
So aber ſeine Friſche bereits gelitten haben ſollte, hat ſie künftig
ſolche Sachen um lo peinlicher zu vermeiden. Mögen die
leicht=
fertigen und weniger von ſich eingenommenen Frauen
Lach=
krämpfe kriegen ſoviel ſie wollen, mögen die ſich krümmen,
kugeln, mögen ſie pruſchen, platzen, poltern. Die mondäne
und beſorgte Frau darf nicht mit der Wimper zucken. Nur lo
kann Gewähr gegeben werden, daß ſie bis ins hohe Alter hinein
ſchön, glatt und — unter Garantie — wie ein Backfiſch
aus=
ſieht. Dafür ſtehen die Sachverſtändigen mit dem kompetenten
Blick ſelbſtredend grade.
Alſo vom Lächeln entſtehen die Krähenfüße. Nicht, wie
laienhafterweiſe angenommen wurde, von der Craurigkeit. Nur
die Vergnügten bekommen eine faltige Stirn und Nunzeln auf
den Backen. Die ewig Unzufriedenen, die ſonſt gar nichts vom
Leben hätten, zeichnen ſich durch jene Glattheit im Geſicht aus,
die nichts zu verheimlichen und nichts preiszugeben hat. Demnach
dürfte die Natur ein Kind von Craurigkeit ſein. Denn ſie krönt
die Frauen der gemäßigten Linie, die zwölf Grad Celſius und
immer Schatten haben, einen ſchwachen Puls, bewölkten Himmel
und keine unerheblichen Niederſchläge.
Die mondänen Engländerinnen, ſo die neue Weisheit zuerſt
angeht, haben es ſchon weit gebracht in dieſer Kunſt. Die
mon=
dänen Engländerinnen ſind wie geſchaffen zu einem Daſein ohne
Lächeln. Wenn ſie bis dato vergnügt waren, geſchah es in einer
Art, daß man es ihnen nicht anmerkte. Sogar die Natur hat es
nicht gemerkt. Wurden ihre Heimlichkeiten aber offenbar, dann
kam die Natur mit aller Gewalt über ſie, und es hagelte
Krähenfüße, Nunzeln und dergleichen, daß die Engländerinnen
kaum aus den Augen ſehen konnten. Das iſt der Grund,
wes=
halb Engländerinnen oft ſo zerknittert ſind.
Auch in Deutſchland geben die ganz mondänen Frauen das
Lächeln almählich auf. Was ſollen nun aber die deutſchen
Dichter tun, deren Aufgabe es war, „das gewinnende Lächeln
der Frauen” immerfort zu konſtatieren und entſprechend zu
be=
dichten? Dieſe Sänger vor dem Herrn müßten ſich beizeiten
nach einem anderen Beruf umſehen.
Von einem Angler, einem Gendarmen
und einem Wirmchen.
Humoreske von Hans Lehr.
Wie alljährlich, kam auch im verfloſſenen Sommer Herr
Nentner Nuhdick, ausgerüſtet mit Nuckſack und Angelgerät, in
die Sommerfriſche.
Wer Angelgerät in die Sommerfriſche mitbringt, wird
ſicher bald an einer Stelle zu finden ſein, wo Ausſichten
vor=
handen ſind, daß es Siſche gibt, die ſich fangen laſſen, und Herr
Nentner Nuhdick wurde auch bald an einer ſolchen Stelle ge=
funden, nämlich vom Gendarmen, unweit des Schüldes mit der
Nieſenaufſchrift: Angeln verboten!
Der Gendarm lächelte ſchadenfroh und ſtürzte ſich mit
ge=
zücktem Bleiſtift und Notizbuch auf den Ubeltäter. Herr Nuhdick
ließ ſich nicht ſtören — und die Siſche ebenfalls nicht.
Ange=
biſſen hatte bis jetzt noch keiner, und in Gegenwart des
Gen=
darmen ſchien erſt recht keiner Luſt zu haben, ſein Schickſal zu
erfüllen.
Herr Nuhdick rauchte in der ihm eigenen Gemütlichkeit
weiter und lächelte gutmütig. Der Gendarm jedoch war verwirrt
über den geringen Eindruck ſeines Erſcheinens. Aber er faßte
ſich. „Sie dal — Siel — Wie heißen Sie?!” — ertönte ſein
m langjähriger Berufsausübung geſchultes Organ.
„Aber warum wollen Sie denn das wiſſen?” — fragte Herr
Ruhdick anſcheinend völlig verſtändnislos zurück. Der Gendarm
war ſprachlos vor Verblüffung. Eine gelinde Wut zeichnete ihre
Spuren in ſein Geſicht. Wie fernes Donnerrollen klang ſein mit
letzter Selbſtbeherrſchung gegebener Beſcheid: „Wiſſen Sie nicht,
daß Sie an werbotener Stelle angeln?!“
„Jch? — Angeln??” — Herr Ruhdick ſchien maßlos
er=
ſtaunt; ſein Geſicht ſtrotzte vor Harmloligkeit und Unſchuld.
„Aber, wer ſagt Ihnen denn das, Herr Wachtmeiſter?"
„Sagen!?” — knurrte dieſer noch mühſam unterdrückt,
dann aber polterte er lo: „Was iſt da lang zu ſagen, das ſeh
ich doch!” — Herr Nuhdick ſchüttelte den Kopf und lächelte
ver=
zeihend. Dann wiederholte er: „Wirklich, Herr Wachtmeiſter,
ich angle nicht, ich denke gar nicht daran!”
Der Gendarm kochte. Seine Augen funkelten und ſeine
Arme zuckten durch die Luft wie Vorboten von Cätlichkeiten.
„Iſt das vielleicht keine Nute? — Dieſes keine Leine? — Und
das da kein Haken, und das kein Wurm?!” — brüllte er auf.
„Und das iſt Waſſer!” ergänzte Herr Nuhdick.
Der Gendarm ſtand ſtarr, vor Wut hilflos. Der Schweiß
rann ihm von der Stirne, ſein Geſicht war blaurot, ſeine Stimme
überſchlug ſich: „Herr — — —/ Herr — wollen Sie mich zum
beſten haben?! — Wollen Sie mir vielleicht ſagen, was Sie da
machen, wenn nicht angeln — —? — Herrl!” —
Uber das Geſicht des Nentners Nuhdick verbreitete ſich der
Schimmer gutmütiger Nachſicht. Seine Auglein ſtrahlten den
zorntobenden Mann vergnügt an: „Gewiß, ei gewiß, Herr
Wachtmeiſter — Gott, ſind Sie aufgeregt’ — aber gern will
ich’s Ihnen ſagen, Herr Wachtmeiſter — ich bade dieſes
Würmchen da!‟ —
Der Gendarm entfloh — aus Furcht, eines Vergehens der
Körperverletzung ſchuldig zu werden.
Ja! Ja!
Von Gerhard Schäke.
Ich las einen Leihbibliotheksband, die Geſchichte eines
Ferienaufenthaltes. Der Verfaſſer des Buches hatte ſich eines
Cages in ein bekanntes Bad begeben und nach vielen
arbeits=
reichen Monaten ganz bewußt dem Nichtstun hingegeben, hatte
die Freuden eines Badeaufenthalts genoſſen, hatte ſich an die
ausgeſuchten Diners, die luſtigen Vergnügungen und die
amüſanten Sufälle gewöhnt und eines Cages feſtgeſtellt, daß ihn
dieſes Nichtstun in einen noch nie gekannten Suſtand der
Saul=
heit geriſſen hatte, aus dem er ſich nicht mehr herauszuringen
verſtand. Meiſterhaft war der Serfall eines fleißigen Mannes
geſchildert, der am Anfang des Aufenthaltes noch arbeitet,
Briefe ſchreibt, ſtudiert, und der mit der Dauer des Bleibens
die Vergnügen Oberhand gewinnen läßt, der mehr und mehr
von ſeiner Arbeit abläßt, bis er endlich nicht mehr an ſie denkt
und feſtſtellen muß, daß er zu allem viel zu faul geworden iſt.
Und aus dieſer Faulheit ſcheint es für ihn keine Erlöſung zu
geben. Der Suſtand wird ihm zur Qual, zu einer ungeahnten
Bitternis, er ſcheint verzweifeln zu müſſen, da er ſich trotz der
ehrlichen Verſuche nicht mehr aufraffen kann.
Und an dieſer Stelle des Buches, die noch weit vor dem
Ende iſt, hat jemand, irgendeiner, ein Unbekannter, mit
Blei=
ſtift — jelbſt den Schriftzügen ſieht man die Melancholie an —
zwei kleine Silben hingeſchrieben: Jal Jal
Jal Jal
Liegt in dieſer reſignierten Suſtimmung und Bejahung nicht
eine Welt? Das Buch weiſt ſonſt keine einzige Nandbemerkung
auf, ein Seichen, daß der Leſer das Werk nicht kritiſch
be=
trachten wollte. Dieſe zwei Worte ſind mehr als eine bloße
Suſtimmung zu den Auseinanderſetzungen des Autors, ſie ſind
das Bekenntnis eines Armen, der weiß, wie ſchrecklich der
Suſtand ſein kann, ſo faul geworden zu ſein, daß ſelbſt die
dringendſte und notwendigſte Arbeit nicht mehr reizen kann.
Ich habe Mitleid mit dem Unbekannten, der ſeinem Herzen
Luft macht. Der Einblick in die Seele jenes Leſers, den das
Jal Jal uns ſo nahe bringt, ſtimmt traurig. Weit über die
Anteilnahme an den Geſchicken des Helden jenes Buches hinaus
legt ein einſamer Menſch alle ſeine Qual in zwei kleine, arme
Worte, Worte, die ſo viel Glück und Unheil ſchon gebracht
haben, daß man nichts als Ehrfurcht haben kann vor dieſem
tiefen. klangloſen, alle Freude, allen Mut verſcheuchenden, ſtillen
Jal Jal
Unter den Händen des Herrn Antoine.
„Wirklich, Madame, Sie wollen ſich das Haar nicht
kurz=
ſchneiden laſſen?”
„Nein, lieber Meiſter,” erwidere ich, „machen Sie mir ſtatt:
deſſen eine hübſche Stilfriſur und erzählen Sie mir etwas vonr
lich und Ihrer Kunſt.”
Kaum hatte Monſieur Antoine mit Kamm, Bürſte und=
Onduliereiſen an mir zu hantieren begonnen, da wird er ſchom
ins Nebenzimmer gerufen. . . . „Eine Sekunde, Madame.”
Ich habe Seit, mich in dem niedrigen Naum umzuſehen.,
Ich freue mich über meinen Coilettentiſch, ein ſchönes Stück=
Möbel aus den dreißiger Jahren, darüber ſinnig das Plakan
einer neuen Ausſtellung, der Malerei unter Louis=Philippe,
hängt; begucke diskret das Halbdutzend Pariſerinnen, die ſich
da um mich herum in den verſchiedenen Stadien der Haupt—
verſchönerung befinden, beſtaune andere, die an Pagoden er—
innern, ſo wie ſie dort an der Wand aufgereiht ſitzen in ihrem
weißen Friſiermänteln und mit helmartigen Bekrönungen, unterr
geheimnisvollen Apparaten und Schläuchen.. . . „Dauerwellen”,
dämmert es in mir.
Da ringeln ſich meine eigenen Haare wieder unterm heißem
Eiſen. — „Pardon, Madame, aber jede Klientin möchte am
liebſten von mir ſelbſt behandelt werden; man müßte hunderg
Arme haben.”
„Das iſt das Kreuz der Berühmtheit.‟ Der Erfinder, beſſer=
Wegbereiter, des Bubikopfs lächelt und plaudert ein wenig aus
der Schule; wie er der ſchönen Eva Lavalliere vor 15 Jahrem
zuerſt für eine Männerrolle den Bubikopf geſchnitten, an dem
ſie dann ſolchen Gefallen gefunden, daß ſie ihn auch fernerhim
trug. — Ob er damals geahnt habe, daß dieſer erſte Kurzſchnita
gewiſſermaßen der Pionier für ein rieſiges Amazonenheer auff
der ganzen Welt geweſen ſei? O bewahre, und dennoch — auch
dieſe Entwicklung müſſe man aus ganz großen Perſpektiven be—
trachten: Krieg, Frauenemanzipation, ſachlicher Formwille im
allem. .. Dann kommt die Nede auf ſeinen Aufenthalt im
Frühjahr in Berlin, wo Antoine öffentliche Vorführungen ſeiner:
Kunſt im Modellieren des Frauenhaares gegeben. — „Sie müſſem
wiſſen, Madame, in meinen Mußeſtunden bildhauere ich, und
iſt es dann nicht das gleiche, ob weicher Con, ob
Frauenhaar=
ſich unter meinem künſtleriſchen Willen geſtaltet?‟ Auf meine
Frage, wie viele Arten des Bubikopfes es gebe, erfahre ich, daßs
man auf der Süricher Cagung der Damenfriſeure unlängſt mehr
als dreiviertelhundert Variationen gezählt (o ich primitive Seele
in meiner ſimplen Unterſcheidung von Eton=, Pagen= und=
Bubikopf); aber er könne ruhig behaupten, ſo viele Köpfe, ſot
viele Arten des Bubikopfs gebe es — wenigſtens bei ihm
hier=
in der Rue Cambon. — Ob dieſe große Mode auch weiter
Beſtand haben werde? — Seiner Anſicht nach unbedingt, wie=
der kurze Nock, beides läßt ſich die Frau nicht mehr nehmen.
„Ich perſönlich,” vertraute er mir, „ziehe es vor, eine Stile
friſur zu machen — auch da gibt es Möglichkeiten. Sehen
Sie=
hier den Kopf: das iſt natürlich etwas anderes, als etwa
eine=
vorgeſchriebene Staatskoiffure, die ich in meiner Filiale im
Dover Street zur Vorſtellung bei Hofe ausführe. .‟ Der=
Meiſter überreichte mir liebenswürdig ein Abbild ſeiner neueſtem
Schöpfung. Es war der in griechiſchem Stil frilierte Kopf der
Filmdiva Maria Corda.
Mittlerweile war die Formung meines Schopfes
glorreich=
beendet und ſomit auch meine Unterrodung mit dem „
Artiste=
seulpteur Monsieur Antoine”, wie auf ſeiner, Viſitenkartes
ſeine Berufsbezeichnung lautet.
Fulia Virginia Laengsdorff.
S
Schach
U
Nummer 215.
Partie 39.
(Geſpielt in der 7. Runde des intern. Meiſterturn. zu Bad=Homburg
am 19. Juni 1927.)
Abgelehntes Damengambit.
Weiß:
Schwarz:
Bogoliubow. Dr. Tartakower
47—db
1. 49—44
2. 03—o4
3. 9g1—43
4.86:—8
ß. Hol—74
6. 02—e3
7. Lf1—d8
4 155-
9. Lf4—5
10. 44xo5
1. Dd1—2
12. N.1—41
13. De2—o2!
f—e8
Sa8—k6
Tf8—7
eino8
0—0
Sb8—47
Ské—h5
Sa7zoß
gi.-g8
H—K
Da8-e7
Deſ—b8!
Greift Bg4 an und verhindert b2—b4
9. D0D—e 2
Lie 7—8
23. Sf3—g6!
hi—n8.
24. g3—g3
Nr4—44
25. 8g5—t3
Da4kg4
26. 843Xe5
Tg4—g5
27. Se5—t3
15hK5
28. 45Xo8
bFLo8
29. b2—b41
Sob—b7
Auf Db4: folgt 30. D48: Do3: 31.
Def tü; fall 29.. ..5a7 ſo B.Beg!.
13..... ke: wäre falſch wegen
14. od: 2d: 15. S45!
14. Do2—b3
f6 Xe5
a6Fd5
15. o4845
Auf 1.
cd:! behält. Schwarz
einen Bauer mehr, aber Weiß bekommt
30. Sog—4
31. 7414d5
32. De2—b24
33. 9ed—r84
34. St6—g41
35. Db2—b3
36. Db3xd5
37. Sk3—e6!
Nh5—d8.
a6Xd5
KgL—g8
k6-7
D5S—h8
Ek7—t8
Ta8—b8
Dh8—g8
38. D45—k3 4 Einfacher war 3. 8a7
durch die Beſetzung der r o- Linie durch die V... Kf8—g7 Türme ein gggreſſtbes Spiel, zumal es 39. 9e5—47 Ab2—58 ſchwach ble bt. 10. Dk3sb7 Noß—o7 18. 63—4 Kg8—g7 41. Dbf—41 Tof—4 17. 24445 Lo8-84 (Falls Pa7:, ſo 42. D444! 18. Ld3—84 9h5—78 4. Do4—3! „6—g5 19. h2—h8 Sröxe4 Auf Ps4:2 folgt 43. Po34 nebſt 9r6 2. h33g4 Se4—oß 43. 9r4.-18 De8—r7. 21. Db3—o2 Nr8—*4 4. Sf6—84 aufgegeben.Rätſel
Die wandernden Buchſtaben.
IE T7ſ. INA IEI 7 Ii. EI F70 INt IEI 77 Tat F EE U77 INI — 7. IN IE T7, NF — 771. DI Wersche
Reines Edelmetall,
Fahrt auf einem deutſchen Fluß,
Einſamkeit
Deutſches Wort für Negation.
Bewohner einer preußiſchen Provinz
Tierfeſſel,
Alkoholiſches Getränk.
Die Buchſtaben A. A, B. B. D, D. E. E. E. E. E. E. E. E. E.
J. L. L. L. L. L. L. N. N. N. N.
LA. KK.K
N. N. B. R. R. R. R. R. R. R. S. S. S. S. S. T. T. u. U:
V. W. ſind ſo einzuordnen, daß ſich Wörter der vorſtehenden Bedeutung
ergeben.
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 27.
gryptogramm.
Man nehme den ebenſovielten Buchſtaben des betreffenden Monats,
den die darüber ſtehende Zahl anzeigt, und erhält:
„Eine Million Leſer”
Diagonalen=Rätſel.
1 2 3 4 5 6 7 8 9
Nens
Silben=Wechſel=Rätſel.
Urteil, Neger, Donau, Degen, Eiſen, Rabe, Roſe, Einhorn, Gabel=
Engel, Natter, Räuber, England, Gerte, Norma, Eule. Tänzer, Juli=
Eſpe, Gimpel, Liſſa, Irrtum, China, Herder. Eingang, Nummer, Targ=
Auflauf, Gegend. — „Und der Regen regnet jeglichen Tag”.
Zahlenrätſel.
Ein Rechenſcherz.
Die „Hälfte” von fünfzehn und auch von achtzehn iſt „zehn”; 10X10
aber iſt 101
Druck u, Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr, 3.—Verant wortlich f. d. Redaktion: Dr. H. Nette, Fernſpr. 1, 2389—2392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchees: F. Haußmann, alle in Darmſtadt.
19
ſeme Feſtundu
jundern fraglos
imngſan a un wer
öhreszeide leßt
ſch im Kalenner
as mitnanner,
der bewichene
mmat aſpricht,
Aſench nemme,
mit hitzferie mit
beit ufdie ſich
ich hatt jo ur
lauafe loſſe, vum
bloß däßhalb net
de guſte Woog n
Gae jeht doch !
n de Reih; es m
3 Märkwärdi
ſche is, jiedesmol
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riſches Wiekendwi
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Nu hat ich
riſte, die heilick
Sunndag e g1
gelecht, dmn
alte Ealddel
Zweierle
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Däß i8 al
Wdolerie, die
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ſe L. Fondent 1
das Vo
löffel
Mir machts ganz ſo de Ei druck, als wie wann ſich unſer
Hedruß, der bekannte Wettermacher — odder nennt er ſich jetzt,
troochdem die Tiddel abgeſchafft ſin, ſchlicht un beſcheide
Medderiologierat” — alſo jedenfalls mir machts ganz ſo de
(Sidruck, als wann ſich der Pedruß aus unſere allſunndägliche
Feſtifidhäte net groß was mache dhet, dann er leßt ſe
ſchlag=
mneßich verräjene. Wo mer hieguckt, ſteht Sunndags ärchend en
/Feſtredner in=ere Pittſch, un wo mer net hieguckt, jedenfalls aach.
Wenichſtens mir is im letzte haltve Johr kaan Sunndag im
Gedächtnis, wo was los war, und es hott net geräjend; odder
hoch wenichſtens ſo gedha, alls wie wanns allegebott affange
mollt. — Un wann wärklich emol die Sunn geſchiene hott an
ſo=eme Feſtſunndag, ſo war däß jedenfalls net aus Gefellichkeit,
ſundern fraglos e Verſähe vum Pedruß. Er fengt halt aach
lrngſam a' un werd alt un mißginſtich. Die unbottmeßiche vier
Jahreszeide leßt er ſchun ganz mache, was ſe wolle, die dreiwe
ſth im Kallenner rum und ſpiele „Fangches” und „
Verſteckel=
ces” mitnanner, odder „Blindekuh” und „Jakob, wobiſtu” —
Der verwichene Monat Juni, den mer allgemein als
Summer=
monat aſſpricht, d kann for ſich den zweifelhafte Ruhm in
Aeſpruch nemme, däß unner ſeiner Härrſchaft die Kinner anſtatts
mit Hitzferie mit Kohleferie beglickt ſin worrn, e
Begäwen=
hieit, uff die ſich ſelbſt die beriehmtſte Altersſaigling net entſinne
kunne.
Ich hatt jo urſpringlich des Wetter im Verdacht, es hett ſich
ko=afe loſſe, vum ſtädtiſche Stadtbauamt, un es hett diß Johr
boß däßhalb net beizeite warm und ſunnich wärrn loſſe, weil
d: große Woog noch net im Schuß war. — Awwer der Sprung=
Gnallje ſteht doch lengſt, un aach ſunſt is broffeſoriſch alles ſoweit
in de Reih; es muß alſo ſchun an was annerm lieje.
s Märkwärdiche is, wann’s aach in de Woch als noch ſo
ſchee is, jedesmol am Freidag wärds drieb, Samsdags drebbelts
ur Sunndags ſchitts. Däß is nu ſchun ſeit Woche unſer
nodo=
iſches Wiekendwädder. Un uffallend is, daß noch net emol der
Suamsdag verſchont wärd, der wo doch zeit alders ganz
be=
uners hoch im Pedruß ſeine Gunſt geſtanne hott, alſo ſelbſt
dſ e hawwe’s bei=em verſchitt.
Nu hatt ich jo a genumme, die Schutzgöddin vun de
Addole=
iüte, die heilich Barwara, hett wenichſtens am letzte Sams= un
Sutnndag e gut Wort for ihr Schutzbefohlene beim Pedruß
ei’=
glleecht, dann net wohr, es haaßt doch net vergäwvens in dem
ihre Saldadeliedche:
Zweierlei Du=u=uch, Schnorrbart auch un Stärne,
Sehen’s die Mädchen alle ja ſo gärne,
Wääche warum, wieſo un ätzäderadada . . ."
Awwer ſcheinbar hott des „Kanonebärwelche” aach mix mehr
mtprich for ihr „Bummber”.
Daß is allerdings bei mir was annerſter. „Die ſchtolze
MEdollerie, die Krone aller Waffen”, däß is aach mei Waff, do
ſaf=t mei Schorſch debei gedient, de ſchennſte Mann, vun de
Bradderie Schwung”. Er war nadierlich net do bei dem
Mdolleriefeſt, der Feichling.
Awwer nixdeſtodrotz, ich war=derr doch net wenich ſtolz druff,
vie ich bei däre Adolleriſte=Denkmals=Enthillungsfeier des
mamme altgediente Milledeer geſähe hab, die wo weder e
ſitze=
ehoſſe Liebſchaft, noch de ſchennſte Wolkebruch vun ihre Feier
eitt abhalte kenne . . .
Alſo do gibts emol nix, mer ſieht’s doch aam uff dauſend
ſiieder gääche de Wind ſchun a” wann er frieher im bunde Rock
eitocke hott, däß geht aam zeitläwens nooch, ſo aaner hott Murr
n de Knoche, wann=er aach middlererweil e paarmol
Groß=
aſoder is worrn. — Un ich muß es grad offe rausſage, es dhet
zunchem vun dene junge Rumlungerer, Schlabbſchwenz un
Jammerkerl, die wo miteem Ziggaräddche in der fräche Goſch
in de Gäächend erumfaulenze un kaan Murr un kaa
Benehmich=
ung, ſundern bloß lauder dumme Faxe im Kobb hawwe, alſo s
dhet manchem vun dene Lausbuwe, die wo net wiſſe, was Aſtand
un Gehorſam haaßt, mehr als ihr Läwe lang gut, wann ſe beim
Milledeer richdich geſchliffe un zurecht gehuwwelt wärrn dhete.
— Däß is jo freilich vorerſt net meechlich un wärd ſobald aach
net meechlich wärrn. — No, glicklicherweis hawwe mir in unſere
heidiche Jugend aach noch genug junge Leit, in dene der alte
deitſche Geiſt fortläbt, un die zwar net Saldädches ſpiele, ſundern
die wo ſich der Dewieſe: „Friſch, fromm, freehlich, frei”
ver=
ſchriwwe hawwe un däßhalb in ihrm Zifillſtand ganze Kerl ſin
un ihrn Mann ſtelle, weil ſe ſich beizeit an Unnerordnung un
Subbordinatzion gewehne
Iwwrichens, es muß doch frieher ſo aſch ſchlimm unner dem
alte deitſche Milledarismuß net gewäſe ſei, dann ſunſt dhete ſich
kaum bei ſo=ere Saldadefeier, zwanglos un freiwillich,
ſoviel alte Kammerade zuſammefinne; däß hott, meiner A’ſicht
nooch, mit Baddeibolledick odder Hurrabaddriodißmuß gornis
zu dhu.
Warum daß awwer grad ich ſo=en gewiſſe millederiſche
„Blie”, ſo=en ſaldadiſche „Dreh” an mer hab, däß kimt erſtens
dodevo her, weil ich ſchun immer an zwagerlaa Duch mei Fraad
hatt, un weil ich vor allem unſer feldgraue Helde net vergäſſe
kann, die wo in de halwe Welt gefochte, geſiegt un geblut hawwe
un for ihr Vaderland geſtorwe ſin. — Un was bei däre
Denk=
malsendhillungsfeier de Herr Parrer Rickert in däre Beziehung
geſagt hott, däß war mir voll un ganz aus=em Härz geſproche,
ſchenner hett ich’s aach net ſage kenne. — Jedenfalls hott’s ganz
entſchiede annerſter geklunge, als wie däß, was als de Herr
Pongkarree bei ſo Vera’laſſunge verzabbt, däß wolle mer dann
doch net vergäſſe . . .
Ich hett nadierlich uff die Addolleriſtefeier e Gedicht mache
ſolle, awwer ich hab mir geſagt, mit gudgemaande Vers, un
wann ſe noch ſo „eiſern” klinge, kumme mer net weider. —
Sunſtiche welterſchiddernde Ereichniſſe, die wo ſich äffennduwäll
beſinge ließe, ſin kaa eigedräte. Awwer da nu abſelud
widder=
mol e paar zeitgemeße Verscher fellich ſin, do mecht ich doch in
mei Leyer ſchlage un mecht widdermol e „zeitgemeß”, awwer
genzlich unbollidiſch Liedche erklinge loſſe, damit die, die wo
gern ſinge, aach widdermol en Spaß hawwe. — Los:
Jetzt dhut net mehr brumme,
Dann die Zeit is kumme,
Wo es Oebſter gibt in Hill un Fill,
Wo mer hie dhut gehe,
„Kann mer’s lieje ſehe,
Un mer krickt ſoviel als wie mer will;
Ja, es gibt zu kaafe,
Daß faſt iwwerlagfe
Dhut de Mackblatz noch in korzer Zeit;
Darum dhut im Stille
Eier Dibbe fille,
Eh’s zur ſpet noch wärd, ihr liewe Leit.
Viele gude Sache
Gibt es ei zumache:
Heidel=, Erd= Himm= un Johannisbiern,
Gläſer, Kriech un Krobbe
Haaßt’s jetzt vollzuſtobbe,
Daß mer hott im Winder was zu ſchmiern;
Däßhalb dhut ſeit Woche
Mer Schillee ſchun koche,
Koſt es aach en ſcheene Haufe Geld,
Pärrſich, Abbrigoſe,
Kärſche, klaa un große,
Kocht im „Oekonom” mer ohne Mieh.
Doch die Frauenzimmer
Mache’s immer ſchlimmer,
Bohrn vor Arweit ſich e Loch ins Knie,
Dhun ſich kaum roch kenne,
Kreiſche nur un ſchenne,
Seecht e Wörtche mer dezu, dann klabbt’s,
Was mer ins Maul dhut ſtecke,
Dhut nooch Zucker ſchmecke,
Wo mir hiegreift in de Kich, do babbt’s.
Un die Krenk ſoll’s kriefe,
Uff de Drottwa lieje
Lauter abgelutſchte Kärſchekern;
Die Bananeſcheele,
Die ſin kaum zu zehle,
8 is derr wärklich grad zum zwazzlich wärrn;
Dhut mer driwwer ritſche,
Kann mer eklich klittſche,
Baa= un Armbrich ſin e Klaanichkeit,
Aach verkorkſte Mäge
Sin en große Säge
Vun der ſcheene Obſt= un Summerzeit.
Un domit mecht ich mich for die nechſte värrzeh Dag
verab=
ſchiede. — Ich hatt erſt die Abſicht, nooch Idallje nunner zu
mache, awwer wie ich die Woch dem „Stöbbſel” im Orfeum ſei
idalljeniſche Erläbniſſe miterläbt hab, do hab ich mir geſagt,
däß leßte, iwwer dich ſolle ſich ſo zwaa Luſtſpielfawwrigande
net luſtich mache, damit ſich die Leit hinnenooch en Bruch lache
kenne im Orfeum. Iwwrichens mecht ich aach mit dem
Muſſo=
linie net zuſammeſtoße, dann ſoviel ich mich kenn, gebt däß
hinnenooch verriſſene Hoſe, un ich mecht unſern Streeſewann
net aach noch in Ungeläächenheite bringe; er krickt des Läwe ſo
ſchun ſchwer genug gemacht.
Wo ich awwer hiemach, däß verrat ich, wann ich
widder=
kumm, ſchließlich is mei Zwangsmiedern im Stand un raaſt
mer nooch, um däß mecht ich vermeide. — Aſo in dem Sinn uff
geſundes Widderſähe allerſeits!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Da, do fellt wer jo haaß ei, daß
gach die Hefſe=Amerikaner haamkumme, nadierlich ganz
allaa, um mir en Beſuch abzuſtatte, un ich ſchſwimm derweil uff
hocher See erum, färn der Heimat. — No, alſo do is jetzt nix dro
zu mache: valleicht is de Rudolf Mueller ſo fveundlich un dhut
die Härrſchafte in meim Name herzlichſt begrieße un nimmt ſich
ihrer, ſolang ſe im Darmſtadr ſin, beſtens a' un ſorgt for ſe, daß
ſe gut uffgehowe ſin un richſdich ihr Sach krieje; ’s weer mer
pein=
lich, wanm himnnenooch Kllage bemte. — Unſer Heſſe=Amerikaner
ſolle aſvwer ganz ſo dhu, als wann ſe dehaam weern un ſolle
ſich’s in unſerm liewe Städtche gefalle loſſe. In dem Sinn:
Härzlich Willkumme im de alte Heimat!
*
For die Sporbix: Vun=ere Addoleriſtin: 3 Mk. Danke ſchee!
Der zeitgemäße Haushalt.
Die Behandlung baſtſeidener
Sommerklei=
eu r. Die Mode hat für die Sommermonate baſtſeidene Kleider
u.* den Schild erhoben, die wohl ſehr dankbar im Tragen ſind,
ednoch bei unſachgemäßer Behandlung während ihrer Reinigung
eſw. Wäſche an ihrem guten Ausſehen nur zu bald Einbuße
er=
eitoen. Damit ſie wieder wie neu aus ihr hervongehen, müſſen
el1. geſondert und jedes Stück für ſich gewaſchen werden, 2. muß
a1s Waſchwaſſer nur kalt verwendet werden, wozu man 1—2
Eß=
öſtel Perſil auf 1 Eimer rechnet. In dieſer Waſchlauge drückt
no ſchwenkt man die Kleider abwechſelnd, ohne jegliches Reiben,
eiacht mit den Händen durch, doch ſtelle man zuvor durch
Ein=
uochen eines Zipfels in kaltes Waſſer und Auſdrücken auf
wei=
enn Tuch oder Papier feſt, ob es nicht abfärbt und ſpüle in
leich=
imu Eſſigwaſſer. Dem letzten Spülwaſſer kann man noch etwvas
uſGelöſte Gelatine beifügen zum Appretieren, und zwar 2 bis 3
lartt auf 1 Eimer voll Waſſer. Auf der linken Seite zum Trocknen
uſgehängt, wird es dann noch klamm gut gebügelt.
Kunſt=
en dene Kleider dürfen mit nicht zu heißem Eiſen gebügelt
ſeunden, da ſonſt die Seide verbrennt.
V.
Farcierte Forellen nach Schweizer Art. Die
hüber geſchuppten Fiſche werden gewaſchen, mit kleinen
Ein=
hm.itten verſehen, leicht geſalzen und kurze Zeit zur Seite
ge=
elltt. Dann wiegt man das Fleiſch eines Fiſches mit einer kleinen
wiiebel, einef Sträußchen Peterſilie und der Schale ¼ Zitrone
ſchtt fein, vermiſcht alles mit Salz, Pfeffer, 2 Eiern, 1
einge=
eit=hten und wieder ausgedrückten Semmel, trocknet die Forellen
d/4beſtreicht ſie von beiden Seiten mit dieſer Farce, wendet ſie
vyeriebener Semmel, legt ſie in eine mit Butter ausgeſtrichene
fmmne, gibt ¼ Liter Fleiſchbrühe darüber und läßt die Forellen
aff ganz ſchwachem Feuer ſchmoren.
Gebackene Forellen nach Wiener Art. Zu feinem
ohffſalat mit Remoulade ſchmecken dieſe gleichfalls ſehr fein.
Fiſche in Stücke geſchnitten, in feiner Semmel, Salz und
feſffer gewendet und in ſteigender Butter ſchnell gebacken.
Schwediſche Forellen. Die Forellen werden in
leich=
n! Salzwaſſer mit Eſſig und Gewürz gekocht und zur Seite ge=
It.: Dann quirlt man fünf Eigelb, 2 Eßlöffel voll friſche Butter,
wns geriebene Zitronenſchale, ½ Weinglas voll Weißwein,
enſ ſoviel Fleiſchbrühe und ½½s Liter ſaure Sahne zuſammen,
II, in einen Topf mit kochendem Waſſer und quirlt, bis die Soße
mag wird, dann ſchmeckt man ſie mit etas Zucker und
Zitro=
nſoaft ab und gießt ſie über die Forellen, die man mit
Peter=
tennkartoffeln ſerviert.
FFranzöſiſche Forellen. Die gewaſchenen und
geſal=
nein: Forellen lege man mit etwas friſcher Buuter, etwas Zucker,
einer in Scheiben geſchnittenen Zitrone, einer zerſchnittenen
Zwiebek und ½ Liter Rotwein in eine flache Kaſſerolle, laſſe ſie
weichdünſten, verdicke die Soße mit Kartoffelmehl und richte ſie
mit Forellen und Salzkartoffeln an.
Kirſchknödel. Zwei Eier verrührt man mit 1—2 Taſſen
Sahne oder Milch, ½ Teelöffel Salz, wenig geriebener
Muskat=
nuß und ſoviel geſiebtem Weizenmehl, daß ei geſchmeidiger
Teig entſteht, unter den wan 1 Pfund ſauber gewaſchene
Schwarz=
kirſchen wiſcht. Dann formt man eignoße Knödel von dieſem
Kirſchteig und kocht ſie in wallendem Salzwaſſer ſolange, bis ſie
an der Oberfläche ſchwimmen. Mit brauner Butter übergoſſen,
reicht man dazu endeder eine ſchqumige Vanille= oder
Man=
delſoße.
Himbeertörtchen. 250 Gramm Butter oder Mangarine
verrührt wan mit 3 Eigelb, dem Abgeriebenen einer Zitrone,
einer Meſſerſpitze Salz, 2 Eßlöffel Süßſtofflöſung und 400 Gramm
Mehl zu einem geſchmeidigen Teig, den man nicht zu dick
aus=
mangelt, mit einem Waſſevglas zu runden Platten ausſticht, die
man mit Eiſweiß bepinſelt, mit 1—2 Eßlöffel leicht angedünſteten
Himbeeren belegt, mit geſüßter Schlagſahne oder Eiſchnee
über=
zieht und im Ofen bei Mittelhitze 20—25 Minuten bäckt.
Riſi=Piſi (von Reisreſten). Von einer Mahlzeit
übriggebliebenen Reis zerdrückt man und dürſtet ihn mit
reich=
lich Butter und einer Meſſerſpitze Paprika in heißer Pfanne
unter fortwährendem Wenden lichtbraun, miſcht zur Hälfte
ein=
gemachte grüne oder Büchſenerbſen darunter, erhitzt nochmals
und richtet das Riſi=Piſi, mit geriebenem Parmeſankäſe
über=
ſtreut und mit brauner Butter überträufelt, an.
Malven als reizvoller Gartenſchmuck. Die
buntfarbigen Malven, auch Stockroſen (Althaea fl. pl.) genannt,
die ſowohl in reinem Weiß, zartem Lachsroſa, leuchtendem
Gold=
gelb, tiefem Rot und Violett blühen, deren bis zu 2 Meter hohe
Stengel mit kleinen Röschen dicht beſetzt ſind, können ſowohl als
Einzel= wie als Gruppen= und Rabattenpflanzen Verwendung
finden. Die Ausſaat kann bis in den Juli hinein erfolgen.
Speiſezettel.
Sonntag: Johannisbeerkaltſchale. Gefüllten Kalbsbraten
wit Reiscroquetten. Geſchm. Stachelbeeren. — Montag:
Kir=
ſchenknödel mit Vanilleſoße oder brauner Butter. —
Diens=
tag: Schoten und Karotten mit gebratener Leber. —
Mitt=
woch: Gefüllte Gurke mit Butterſoße und Bratkartoffeln.
Donnerstag: Reis mit Kohlrabi und Rinderbruſt. —
Frei=
tag: Gefüllter Seelachs mit Kapernſoße. — Samstag:
Eier=
kuchen mit geſchmorten Kirſchen.
u mor
A
HABE w
SriFT noch BRlEF.
WMnkkEn BEl MIR
Der Mann, der nicht geſtört werden will. („Paſſing Show.”)
Freudenbotſchaft. „Es ſind Zwillinge!” rief die weiſe Frau dem
Vater zu, „ein reizender Bub und ein reizendes Mädel.” — „Das hätte
ich mir vorher denken können,” ſagte der Erzeuger nachdenklich. „
Seit=
dem ich verheiratet bin, haben ſich alle meine Ausgaben verdoppelt.”
Nachholen. „Eva, Du kommſt ſchon wieder eine Viertelſtunde zu
ſpät!” ſagt die Muſiklehrerin in vorwurfsvollem Ton. — „Entſchuldigen
Sie, Fräulein, ich will auch heute doppelt ſo ſchnell ſpielen!
Verbindungen. „Müllers behaupten, daß ſie mit den feinſten
Fa=
milien in Verbindung ſtehen.” — „Gewiß — telephoniſch!“
Warum’s nicht reicht. „Ich dachte, Meier hätte genug Geld fürs
Lehen.” — „Das hatte er auch, aber er führte ein Doppelleben.”
gehalten haben? Durchaus originell iſt
dieſe Form, die ſich von den kleinen
Faſſons, die man bisher zu ſehen gewohnt
war, in aparter Weiſe unterſcheidet. Der
Hutrand iſt halbbreit und weich gearbeitet,
ſo daß er das Geſicht in vorteilhafter Art
umrahmt. Der Hutkopf muß — wie dies
aus der Zeichnung erſichtlich iſt — in zwei
Farben gehalten ſein, und zwar wählt
man hier gerne zwei Schwebungen
des=
ſelben Tones: Beige mit Braun, helles
mit dunklem Grün, blaſſes Altroſa mit
einem tiefen Weinrot uſw. ergeben nicht
alltägliche und ſehr kleidſame
Kombing=
tionen. In der Regel gibt man dieſen
Hut in Filz wieder, vermag aber auch
durch die Zuſammenſtellung von Wildleder
mit Filz oder Filz mit Stroh ſehr nette
Wirkungen zu erzielen.
Ein ſchönes barettartiges
Hüt=
hen zeigen wir im erſten Bilde der
zwei=
ten Reihe. Der hohe Rand beſteht aus
Seidenmaterial oder feinem Stroh. Das
nach rückwärts abgebogene Deckblatt dieſes
Baretts iſt aus gleichem Material gedacht
und bringt Inkruſtationen aus hellerem
Modeſtroh oder Applikationen aus lichterer
Seide, je nachdem, ob der Hut aus Stroh
oder aus Seide verfertigt wird.
Daneben bemerkt man den
weitaus=
ladenden Hut zur eleganten
Sommer=
kleidung. Er beſteht aus Filz oder Stroh,
nicht ſelten wird auch die Außenſeite aus
dem einen, die Innenſeite aus dem
an=
deren Material verfertigt. Häuſig
gar=
niert man eine ſolche Form an den
Rän=
dern mit einer feinen Spitzenkante.
Seit=
lich angebrachte Kunſtblumen in der Farbe
des Kleides verfehlen ihre Wirkung
nie=
mals und ſtellen eine willkommene
Ab=
wechſlung gegen die ſchon etwas monoton
gewordenen ungarnierten Hüte dar.
Die folgende Skizze (zweite Reihe rechts),
veranſchaulicht den Galalith=Kappenſchirm
auf ſchmalem Gummibande, den man bei
ſcharfem Sonnenlichte zum Tennis und zu
anderem Sport gerne verwendet.
Auch das erſte Bild der unteren Reihe
gibt eine Anregung zum Tennisſport und
zeigt die breite Binde aus bunter
Mode=
ſeide, die die Haare gut zuſammenhält.
Die Mittelſkizze dieſer Reihe macht uns
mit einer kleinen, leicht drapierten Filze
kappe vertraut, die durch eine Schmucknadel garniert iſt und als
ſehr ausſichtsreich und erfolgverſprechend für die Herbſtmode
bezeichnet wird.
Etwas extremer als die eben beſprochene Form iſt die im
letzten Bilde veranſchaulichte Dante=Kappe aus Filz, die mit
einem Bande aus kleinen, gleichfarbigen, geklebten Federchen
garniert iſt und außerordentlich ſchick und kleidſam wirkt, ſich
aber wegen ihrer nicht alltäglichen Form ſchwer einbürgern wird.
er H
Die Hutmode ſcheint geradezu von einem
Banne befreit zu ſein, denn ſeitdem der
Hleine Filzhut nicht mehr als die allein
ſelig machende Kopfbedeckung angeſehen
wird, kann man mit Vergnügen feſtſtellen,
daß die führenden Hutmodeſalons mit
neuem Eifer ans Werk gehen und — wie
ehemals — der Phantaſie die Zügel
ſchießen laſſen. Sicherlich war der kleine
Filzhut eine Mode, die ſehr beachtenswert
war, weil ſie als praktiſch, billig und auch
kleidſam bezeichnet werden konnte. Der
grundlegende Fehler, der allgemein
began=
gen wurde, lag ja nur darin, daß man
glaubte, die kleine, fabrikmäßig erzeugte
Form für alle Gelegenheiten heranziehen
zu können und damit immer gut gekleidet
zu ſein. Dem iſt nun keineswegs ſo; der
kleine Filzhut iſt für alle Gebrauchszwecke,
für den Sport uſw., ſicherlich ſehr reizend,
kann aber nie und nimmer den
Anforde=
rungen, die man an eine Kopfbedeckung
ſtellt, die etwa zu einem eleganten,
hoch=
ſommerlichen Kleide getragen werden ſoll,
gerecht werden.
In dieſem Belange iſt im Gegenſatz
da=
zu die gegenwärtige Hutmode als
rich=
turggebend und ſchöpferiſch zu bezeichnen,
denn — wie neu belebt — kennt der
Formen=, Materialien= und
Farbenreich=
tum kein Ende, und man iſt von der ſchon
ehr greifbar geweſenen Hutuniformierung
weiter entfernt denn je. Für die neuen
Hüte verarbeitet man alle Arten von
Sei=
den, Stroh, Bändern, Roßhaar, Filz,
Spitze, Tüll, Leder, kurzum: der bunte
Reigen nimmt kein Ende.
Vielgeſtaltig wie die verwendeten
Mate=
rialien ſind auch die Formen. Der kleine
Hut, den man ſo ſehr ins Herz geſchloſſen
hat, daß man ſich nur ungern von ihm
trennt, iſt heute nur mehr für
Strapazier=
zwecke beſtimmt, denn ſchon für die
Pro=
menade verwendet man (ſogar zu
ein=
fachen Mänteln) halbgroße Hüte aus Filz
oder buntem Wildleder, oft auch Formen,
die aus dieſen beiden Materialien
kombi=
niert ſind. Sehr modern ſind alle Arten
von eng anliegenden Hüten, die manchmal
ſo charakteriſtiſch ſind, daß ſie mit einer
Dante=Kappe verglichen werden könnten.
Die verſchiedenen Turban=Typen ſcheinen
ſich für die ſommerabendliche Mode noch
immer zu behaupten, während die vielfach drapierten Baretts
in ihren unzähligen Formen und Material=Zuſammenſtellungen
der eleganten nachmittäglichen Sommermode dienen.
Die viel beſprochene große, breitrandige Hutform hat ſich nun
endgültig durchgeſetzt und wird zum eleganten hochſommerlichen
Spitzen= oder Seidenkleide gerne getragen. Hier kann man
viel=
fach auch wieder bemerken, daß die Hutgarnierung, die ſo lange
Zeit hindurch ganz in Ungnade gefallen war, wieder in den
Vordergrund tritt und ausgezeichnete Wirkungen bringt. Man
putzt die neuen Hüte — je nach ihrer Art und ihrem
Verwen=
dungszwecke — mit Blumen, Bändern, Schmucknadeln,
Spitzen=
kanten, gepickten kleinen Federn uſw.
Ueber die neueſten Hutmode für den Hochſommer (und zum
Teil ſchon für den beginnenden Herbſt) gibt unſere Bildgruppe
eine reiche Ueberſicht: Wer wird nicht gerne zu dem
halb=
großen Hute greifen, den wir ganz oben in der Skizze feſt=
Der ſchöne Bade=Mantel
iſt für manche Seebäder keineswegs
als Luxusgegenſtand, ſondern als
aus=
geſprochen notwendiges, ja faſt
uner=
läßliches Stück zu bezeichnen, da man
— mit dieſem Mantel bekleidet —
häufig den Weg vom Hotel zum
Strand zurücklegt und nicht ſelten
auch die Mahlzeiten nur im
Bade=
anzug mit Bade=Umhang einnimmt.
Darum wird man trachten, neben
dem zum Abtrocknen notwendigen
Badetuche auch einen ſchönen Mantel
anzuſchaffen. Die gerade,
ungezwun=
gene Form wirkt immer am
dezen=
teſten und ſchönſten, insbeſondere, da
ja die neuen, buntgeblumten
Frottier=
ſtoffe ſchon in ſich ſowirkungsvoll ſind,
daß ſie keiner komplizierten
Faſſonie=
rung mehr bedürfen.
Einen ſehr ſchönen Bademantel
zei=
gen wir in unſerem Bilde. Er iſt ganz
aus dem geblumten Frottierſtoff
ge=
arbeitet, bringt aber Kragen und
Manſchetten aus dunklerem, einfarbigem Frottiermaterial. Dieſer
Kragen ſetzt ſich derart weiter fort, daß er als dunkle Kante den
ganzen Mantel randet. Die Patten der aufgeſteppten Taſchen,
die die notwendigſten Toiletterequiſiten aufnehmen ſollen, ſind
ebenfalls aus dieſem dunklen Frotté zu denken. Eine dicke, mit
Quaſten beſchwerte Schnur dient als Verſchluß dieſes
Bade=
mantels.
Auf Rohſeiden=Rleidern
nimmt ſich bekanntlich jede Art von Stickerei ſehr gut aus, doch
wirkt ſie ganz beſonders vorteilhaft, wenn man ihr einen
kunſt=
gewerblichen Einſchlag vermittelt. Darum verwendet man für
dieſe Handarbeiten auch in der Regel nicht die herkömmlichen
Stickſeiden, ſondern viel lieber Garn oder noch beſſer: Wolle,
die durch ihre ſchönen, ſatten Farben und die Kompaktheit der
Stickerei ſehr gut zur Geltung kommt. Unſer Bild zeigt ein
ſchlichtes Rohſeidenkleid, oben mit eiyem Aeinen Halsleiſtchen
verſehen, und ärmellos gearbeitet. Der Rock wird unten
aus=
gezackt. Die Stickerei iſt in Form von ſtiliſierten
Blumenſträuß=
chen über das gunze Kleid verſtreut und verdichtet ſich nur an
den Aermelanſätzen, am Kragenleiſtchen und rings um die Taille,
die außerdem noch mit einem Seidenbandgürtel, der vorne zu
einer Maſche geknotet iſt, garniert wird. Wenn die Wolle, die
für die Stickerei herangezogen wird, farbecht iſt, wird man auf
dieſe Weiſe ein wirklich ſehr ſchönes und außerordentlich
origi=
nelles, dabei keineswegs unpraktiſches Hochſommerkleid
zu=
ſammenſtellen können.
Zu einem karierten Mantel
wirkt ein entſprechendes Kleid, natürlich immer ſehr gut und
leiſtet insbeſondere für die Sommerreiſe gute Dienſte. Da aber
der karierte Stoff gerade für dieſen Zweck oft für allzu ſchwer
befunden wird und man häufig nach Herſtellung der karierten
Reiſe=Umhülle auch nicht mehr genügend Material zur
Ver=
fügung hat, geben wir in unſerem kleinen Bilde eine Anregung,
wie man aus einigen Reſten ein flottes, ſehr kleidſames
Reiſe=
modell herzuſtellen vermag. Der noch vorhandene Reſt des
Karoſtoffes wird allenfalls für die gerade Rockpartie heran=
gezogen. Ein Stückchen leichten Kaſha=
Materiales oder eines ähnlichen
Stof=
fes genügt, um den — einer
ärmel=
loſen Weſte ähnlichen, wit Herren=
Revers verſehenen — Oberteil zu
arbeiten. Das ſo entſtandene Kleid iſt
mantelartig auf einen ſeitlichen Knopf
verſchloſſen und kann über jede (ſelbſt
alte, nicht mehr gut verwendbare)
Bluſe getragen werden. Der kleine,
weichrandige Filzhut ergänzt dieſe
ſchicke Reiſe=Dreß.
„Opanken
nennt man — analog den ruſſiſchen
und rutheniſchen Bauernſchuhen —
2 jene geflochtenen Modelle, die aus
ſchmalen Lederbändchen
zuſammene=
geſetzt ſind, außerdem aber auch die
gelochten Schuhe mit den originellen
262 Rändern, die derart gearbeitet
wei=
den, daß ſchmale Riemchen durch
kleine Löcher gezogen ſind, womit man einen ſehr originellen
Effekt zu erreichen vermag.
Ganz beſonders eigenartige
Wirkungen erzielt man, wenn
man einen ſolchen „geſtanzten”
Schuh, der in einer Mittelfarbe,
wie Grau, Beige, Sand oder
dergl. gearbeitet wird, an den
Rändern mit bunten
durchge=
zogenen Riemchen verſieht, alſo
etwa Grün zu Grau, Rot zu
Sand, Lila zu Beige uſw. (
Un=
ſere oberſte Skizze zeigt ein
der=
artiges Modell.) — Den
vor=
jährigen geflochtenen Schuhen
nachempfunden, aber durch die
aparte Halbſchuhform beſonders
bemerkenswert iſt der in der
unteren Skizze veranſchaulichte
Modeſchuh, den man ſich nur
rückwärts aus maſſivem,
ein=
farbigem Leder zu denken hat,
alles übrige aber aus
vielfar=
bigen ſchmalen Lederrienichen.
Nummer 189
Sonntag, den 10. Jult 1927
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moderne Farben 10,75, 7.95, 2.95 27.00,19,75, 12.50 am 4.15, 3.75, 3.15 475, 3.75, 2.75 0.10 1.45, 085, 0.45 14, 085, 0.38 Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Sportgüriel Spachlelkragen Malrosen Garnitur. Damen- Strümpie Herren-Sochen Kinder-Söckehen Püdlinge für Herren, Leder ecru, moderne Muster Kragen u. Manschetten schwarz und farbig einfarbig und gemustert! mit buntem Rand weiß, gute Onalität 1.45, 0.95, 0.50 125, 0n75, 0.45 125, 0.95, 0.58 095, 0.68, 0.25 095, 0.50, 0.2* 045, 035, 0.25 Paar 0.10 Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Husseline F-Waschseide Voiles Pullover-Sloffe Lephir und Perkals Trachlenslofie Rolnessel schöne Muster kariert u. Blumenmuster hell und dunkel moderne Muster hell u. dunkel gestreift gute Oualität alle Breiten 088, 0.68, 0.38 1.45, 0.95, 0.58 195, 1.25, 0.78 125, 095, 0.58 125, 0.78, 0.38 098, 0.68, 0.58 095, 0.48, 0.23
6 Stück
Haushalt-
Seife
gute Onalität
O5
Vee
6 Rollen
Klosett-
papier
Krepp