Einzelnummer 10 Pfeunige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 181
Samstag, den 2. Juli 1927.
190. Jahrgang
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Gewali, wie Krſeg. Aufruhr Streil uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüſlung der
Anzeigen=
aufträge und Teſſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlſcher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bantkonto: Deutſche Bani und
Darm=
ſtädier und Naiſonalbant.
Das neue Aufwertungsgeſetz.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichstag hatte ſich am Freitag zunächſt mit der
wich=
tigen Frage zu beſchäftigen, ob Gerichtsſchreiber und
Gerichts=
diener ihren Titel beibehalten oder ob dieſer durch „
Urkunden=
beamte” und „Gerichtswachtmeiſter” erſetzt werden ſollte. Er
bewilligte dieſe Neuregelung, um dann die am Donnerstag
be=
gonnene Aufwertungsausſprache fortzuſetzen. Die
Regierungs=
parteien hielten ſtramme Diſziplin und überließen den Rednern
der Oppoſition das Feld, die große Reden zum Fenſter
hinaus=
hielten und den Aufwertungsgeſchädigten goldene Berge
ver=
ſprachen, ohne allerdings die Möglichkeit einer Realiſierung
ihrer Pläne anzugeben. Schließlich wurden zwei
ſozialdemo=
kratiſche Anträge in namentlicher Abſtimmung mit einer
Mehr=
heit von etwa 205:160 Stimmen abgelehnt und dann das Geſetz
ſo, wie es von der Regierung vorgeſchlagen war, in zweiter
und dritter Leſung endgültig angenommen. Ob der von dem
Sozialdemokraten Keil ausgeſprochene Gedanke, daß jetzt der
Weg zum Volksentſcheid freigegeben wäre, gerade zur
Beruhi=
gung beittägt, kann einigermaßen zweifelhaft ſein. Es hilft eben
alles nichts, das Kapitel Aufwertung muß einmal abgeſchloſſen
werden, ſo bedauerlich es auch für die einzelnen Leidtragenden
iſt. Aber das Schickſal des Staates bleibt vorherrſchend
gegen=
über den Intereſſen des einzelnen Bürgers.
Reichstags=Sitzungsbericht.
* Berlin, 1. Juli. (Eig. Bericht.)
Der Reichstag genehmigte heute zunächſt ohne Debatte ein Geſetz
über Veränderung von Bezeichnungen im Juſtizdienſt in allen drei
Leſungen. Danach wird die Bezeichnung Gerichtsſchreiberei in
Ge=
ſchäftsſtelle, Gerichtsſchreiber in Urkundenbeamter und Gerichtsdiener
in Gerichtswachtmeiſter umgewandelt. Darauf ſetzte das Haus die
geſtrige Debatte über die Aufwertungsvorlage fort.
Abg. Creutzburg (Kom.) lehnte den Entwurf ab und richtete
ſcharfe Angriffe gegen die Regierung, die bei jeder ſozialen Vorlage
bittere Tränen über die Not der Armen weine, aber dennoch alle
An=
träge der Oppoſition niederſtimme und das Elend ins Unerträgliche
ſteigen laſſe.
Abg. v. Richthofen (Dem.) wies auf die Notwendigkeit hin,
das verletzte Recht der Gläubiger wieder herzuſtellen, andererſeits aber
müßten über den Wünſchen des Einzelnen die Intereſſen des Staates
ſtehen, denn ein Ausgleich zwiſchen dieſen beiden Grundſätzen ſei in der
Negierungsvorlage nicht vorhanden. Auch die Verbeſſerung, die durch
„die Mitarbeit der Demokraten im Ausſchuß möglich gemacht wurde,
ſhätte noch zu geringe Bedeutung, um an dem Charakter der Vorlage
iviel zu ändern.
Es folgte Abg. Dr. Beſt, der ſich jetzt als Vertreter der
Auf=
twertungspartei bezeichnet. Er erklärte den Regierungsentwurf als
rabſolut unzureichend und verlangte daß das alte Recht, auf Grund
*deſſen das Reichsgericht gerechtere Aufwertungsanſprüche geſtellt habe,
wieder hergeſtellt werden müſſe.
Nach dem Abg. Beſt ſprach noch ein weiterer ehemals völkiſcher
Abgeordneter und heutiger Aufwertungsparteiler, der Abg. Seiffert,
Der u. a. dem Reichsjuſtizminiſter Hergt den Vorwurf machte, ſeinerzeit
als Abgeordneter eine 100prozentige Aufwertung verſprochen zu haben
Für den Fall, daß er in die Regierung komme.
Auch der Nationalſozialiſt Feder forderte höhere Aufwertung.
Damit war die allgemeine Ausſprache abgeſchloſſen. Es ſchloß ſich
Daran die übliche Einzeldebatte. Schließlich wurden die Anträge
ber Stzialdemokraten und der Aufwertungspartei=
Aer gegen die Stimmen der Antragſteller ſowie der Kommuniſten und
Wölkiſchen durchweg, zum Teil in namentlicher Abſtimmung,
ab=
welehnt. Die Vorlage ſelbſt wurde in der Ausſchußfaſſung in
weiter und dritter Leſung genehmigt, ſowie einige
Entſchließungen, in denen Maßnahmen zur Milderung von Härten ge=
Fordert werden. Ohne Ausſprache wurde noch ein Ausſchußantrag an=
Tgenommen, der ein Einwirken auf die Reichsbahngeſellſchaft dahin ver=
Uangt, daß der Bahnbau Münſter—Dortmund beſchleunigt wird.
Dann vertagte ſich das Haus auf Samstag mittag 12 Uhr.
Der Reichsrat gegen den Zolltarif.
* Berlin, 1. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung hat am Freitag im Reichsrat eine über=
Taſchende und ſehr peinliche Niederlage erlitten. Es iſt ihr nicht
gelungen, für ihren Zolltarifentwurf eine Mehrheit zu finden.
Die Erhöhung des Schweinefleiſchzolles wurde zwar vom Reichs=
Eat gebilligt, dagegen wurden ſowohl der Kartoffel= wie auch
Her Zuckerzoll abgelehnt, mit einer Mehrheit, die beim
Kartoffel=
z oll 37:31 betrug, bei dem Zuckerzoll ſogar 41:22. Beim Zucker=
Foll handelte es ſich im weſentlichen wohl um einen taktiſchen
Verſuch Bayerns, noch eine Preſſion gegen die Reichsregierung
wegen der Beamtengehälter auszuüben. Hier wäre alſo, wenn
Die zehn bayeriſchen Stimmen ſich auf die andere Seite ſchlagen,
immerhin noch eine Verſchiebung möglich; dagegen iſt beim
Kar=
toffelzoll kaum etwas mehr zu machen. Die Reichsregierung hat
zwar die Möglichkeit, gegenüber dem Beſchluß des Reichsrats
mit einer Doppelvorlage an den Reichstag heranzutreten und
wird auch, da die Regierungsparteien" hinter ihr ſtehen, im
Reichstag eine Mehrheit finden, aber das hilft ihr nicht viel, da
mur eine Zwei=Drittel=Mehrheit ſtark genug wäre, um ſich gegen
den Beſchluß des Reichsrates durchzuſetzen. Daran iſt aber
laum zu denken, da die Sozialdemokraten die Ablehnung des
Kartoffelzolles im Reichsrat als ihren perſönlichen Erfolg buchen
werden. Gegen ihre Stimmen, die noch durch die Kommuniſten
verſtärkt werden, kommt eine Zwei=Drittel=Mehrheit nicht
zu=
ſtande. Die Hauptleidtragenden hierbei ſind die
Deutſchnatio=
nalen, die gerade mit Rückſicht auf ihren agrariſchen Anhang
eine Erhöhung des Kartoffelzolles als einen gewiſſen Erfolg
ausgegeben und auch hier wieder ſehen, wie ihnen der Boden
unter den Füßen weggleitet.
Heſſen und die Beſoldungsreform.
Eine Entſchlietzung des Finanzausſchuſſes.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags genehmigte in
der Freitag=Sitzung zunächſt die Regierungsvorlage über den
notleidenden Erzbergbau in Oberheſſen, dann wurde eine
Ein=
gabe der Bewohner in der Gemarkung Oſthofen über die
Un=
wetterkataſtrophe (Hagelſchlag) beraten, desgleichen ein Antrag
des Abg. Freiherrn von Heyl über dieſelben Unwetterſchäden.
Die Eingabe wurde der Regierung zur Berückſichtigung
empfoh=
len und der Antrag des Abg. Freiherrn von Heyl dadurch für
erledigt erklärt. Es folgte eine Eingabe der ſtaatlich geprüften
Turn= und Muſiklehrer an den höheren Lehranſtalten Heſſens
tegen Einſtufung in die Beſoldungsordnung. Die Eingabe
wurde der Regierung zur tunlichſten Berückſichtigung überwieſen.
Die Regierung miachte Mitteilung über die Beſchäftigung
von Beamten im Ruheſtand in den einzelnen Miniſterien. Der
Ausſchuß prüfte die Fälle, und da, wo er die Ueberzeugung
ge=
wann, daß eine Weiterbeſchäftigung notwendig ſei, erklärte er
ſich mit dem Vorgehen der Regierung einverſtanden; in manchen
Fällen wurde die Weiterbeſchäftigung nicht für erforderlich
ge=
halten.
Zum Schluß wurde noch ein Antrag Dingeldey und Genoſſen
über die neue Beſoldungsordnung beraten. Der Antrag wünſcht,
daß die heſſiſche Regierung im Reichsrat dahin wirkt, daß die
Reſorm der Beamtenbeſoldung bereits am 1. Oktober 1927
durch=
geführt werden kann. Die Zahlungen ſollen aber vom 1. Juli
ab erfolgen. Der Finanzminiſter hatte in der letzten Sitzung
die Mehrkoſten der Durchführung einer Beſoldungsreform für
Heſſen auf 9 Millionen Mark berechnet. Es kam eine
Ent=
ſchließung zuſtande, die einſtimmig angenommen wurde und
nachſtehenden Wortlaut hat:
„Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags richtet an die
heſſiſche Regierung das dringende Erſuchen, die Reichsregierung
auf die verhängnisvollen Folgen hinzuweiſen, die unbedingt
eintreten müſſen, wenn das Reich eine allgemeine Erhöhung
der Beamtenbefoldungen beſchließt, ohne den Ländern und
Ge=
meinden die Mittel zu überweiſen, die erforderlich ſind, um die
für die Reichsbeamten beſchloſſene Beſoldungserhöhung auch für
die Beamten der Länder und Gemeinden durchzuführen.
Insbeſondere iſt Heſſen, deſſen durch die Beſetzung
verur=
ſachte beſonders ungünſtige Finanzlage allgemein bekannt iſt
und deſſen Landes= und Gemeindeſteuern bereits in
unerträg=
licher Weiſe angeſpannt ſind, in keiner Weiſe in der Lage, die
Mittel für eine Beſoldungsreform aus eigener Kraft
aufzu=
bringen. Das Land und die Gemeinden hätten, wenn das Reich
ſeine Hilfe verweigert, nur die Wahl: entweder ihren Beamten
die ſehnlichſt erwartete Verbeſſerung ihrer Lage zu verſagen
oder eine Finanzpolitik zu dulden, die zu den ſchlimmſten
Be=
fürchtungen Anlaß geben müßte.”
Die Sozialdemokratiſche Partei gab hierzu noch eine
Erklä=
rung zu Protokoll, andere Entſchließungen wurden mit
Rück=
ſicht auf den gemeinſamen Beſchluß zurückgezogen; damit wurde
dann der Antrag Dingeldey für erledigt erklärt.
Im Haushaltsausſchuß des Reichstages iſt es am Freitag
nach langwierigen und komplizierten Verhandlungen gelungen,
einen Mittelweg zu finden, mit dem auch die Beamten wohl, ſo
wie die Dinge gelagert ſind, ſich einigermaßen zufrieden geben
werden. Die Regierungsparteien kamen mit einem Antrag, daß
die Reichsregierung im Auguſt die Vorlage über die Reform
der Beamtenbeſoldung dem Reichsrat vorlegt und daß dann der
Geſetzentwurf vom Hauptausſchuß des Reichstages im
Zu=
ſammenhang mit allen dazu noch vorliegenden Anträgen im
September auch dann behandelt wird, wenn das Plenum des
Reichstages ſelbſt erſt ſpäter zuſammentritt. Dieſer Antrag fand
Annahme, ſo daß alſo jetzt der Hauptausſchuß ermächtigt iſt, mit
der Regierung über Vorſchüſſe und Abſchlagszahlungen zu
ver=
handeln, die vom 1. Oktober ab ausgezahlt werden können.
Ein eigenartiger Streitfall zwiſchen
der griechiſchen und der deutſchen Regierung
wird die nächſte Ratstagung beſchäftigen. Die griechiſche
Re=
gierung, die im Jahre 1912 bei der Stettiner Vulkan=Werft den
Bau eines neuen Kreuzers in Auftrag gegeben hat, der den
Namen „Salamis” führen ſollte, iſt der Anſicht, daß dieſer
Auſ=
trag durch die Artikel 190 und 192 des Verſailler Vertrages
anulliert ſei, durch die Deutſchland der Bau und beſonders die
Ausfuhr von Kriegsſchiffen verboten wird. Nachdem Deutſchland
aber gerade mit Rückſicht auf den Fall Salamis bei der
Bot=
ſchafterkonferenz eine Ausnahme für die vor dem 1. Auguſt 1914
in Deutſchland bereits beſtellten Kriegsſchiffe durchgeſetzt hatte,
beſtand die deutſche Regierung auf die Innehaltung des
Bau=
auftrages durch die griechiſche Regierung. Indeſſen wendet die
griechiſche Regierung nun ein, daß die Interpretation der
Bot=
ſchafterkonferenz ihre Befugniſſe überſchritten habe, und ſie
er=
ſucht den Völkerbundsrat um eine authentiſche Auslegung der
Artikel 190 und 192 durch Befragung des Internationalen
Ge=
richtshofes, nachdem ſeit dem 31. Januar dieſes Jahres der
Völkerbund für die Durchführung der militäriſchen Beſtimmungen
der Verſailler Vertrages allein zuſtändig iſt.
Zwei Brücken.
Von unſerem F=Korreſpondenten.
Rom, Ende Juni.
Zwei politiſche Ereigniſſe der letzten Genfer Tagung haben
Deutſchland in direkte diplomatiſch=politiſche Beziehungen zu
Ita=
lien gebracht. Während bisher kaum eine weſentliche direkte
politiſche Berührungsfläche zwiſchen Berlin und Rom beſtand —
die Südtiroler Frage iſt keine politiſche Frage für Deutſchland,
ſondern nur eine kulturelle, rein menſchliche Angelegenheit —
hat die letzte Ratstagung dieſe in vielem Sinne höchſt angenehme
Iſolierung zwiſchen beiden Staaten an zwei Punkten überbrückt:
Deutſchlands Teilnahme an der Mandatskommiſſion und an der
Vermittlungsaktion in Belgrad. Ob dieſe beiden Brücken
nütz=
lich ſind, ob ſie praktiſch ſind, das iſt allerdings die Frage.
Die Beteiligung Deutſchlands an der Mandatskommiſſion
des Völkerbundes für die Kolonien iſt eine Maßnahme, die
ver=
mutlich nicht hemmend auf die Beziehungen zwiſchen Rom und
Berlin wirken wird, wenn man in Berlin nicht vergißt, daß
Muſſolini ſtets in der Kolonialfrage den Vorrang vor
Deutſch=
land haben will. Dieſer Vorrang iſt ſo zu verſtehen, daß zuerſt
Italiens Wünſche bei Mandatskolonien befriedigt werden ſollen,
ehe man Deutſchland irgendein Mandat oder etwas Aehnliches
überantwortet. Da es ſehr zweifelhaft iſt, ob Streſemann über
das formale Recht der Teilnahme an der Mandatskommiſſion
hinausgehen will, ſo braucht dieſe koloniale Brücke zwiſchen
Berlin und Rom nicht in nächſter Zeit begangen zu werden.
Man nimmt hier in unterrichteten Kreiſen an, daß es mehr der
Wunſch Berlins war, das Preſtige in bezug auf die
Würdig=
keit in Kolonialverwaltungen, die der Verſailler Vertrag
Deutſchland abſtritt, wieder durch den Eintritt in die
Mandats=
kommiſſion herzuſtellen, als die Abſicht, dieſe Kolonialfragen mit
allen ihren Weiterungen jetzt ſchon anzuſchneiden, oder ernſthaft
trotz der Gefahren eines Kolonialbeſitzes in jetziger Zeit auf
Kolonialbeteiligung hinzuarbeiten. Man möchte im Palazzo
Chigi in der Umgebung Muſſolinis allerdings ganz gern, daß
Deutſchland aktiv ſich am Kolonialbetriebe beteiligte, weil man
dabei auch ſeine eigenen Wünſche energiſcher betonen könnte.
Berlin wird aber kaum ſo gutmütig ſein, für Rom in dieſer
Frage den Schrittmacher herzugeben.
Viel bedenklicher iſt der Brückenbau, der über Belgrad nach
Rom führen ſoll. Bei der Mandatskommiſſion hat Berlin es
in der Hand, ob es aktiv werben will, bei dieſer jugoſlawiſchen
Angelegenheit aber nicht. Die Teilnahme an der Vermittlung
der Großmächte im jugoſlawiſch=albaniſchen Konflikt, die an ſich
ſehr ehrenwert und friedenslieb ſein mag, die vielleicht auch
nicht ganz leicht aus Preſtigegründen abzulehnen war, iſt und
bleibt eine Gefahr, der man entgehen konnte, genau ſo, wie man
bisher dieſer Schwierigkeit ausgewichen iſt. Man entſinnt ſich,
wie vor noch gar nicht langer Zeit das Auswärtige Amt
bei=
nahe ſchon einmal in Belgrad ſich unnötig beteiligt hätte, als
es galt, auf das Feuergeſchrei Muſſolinis hin durch eine
Militär=
kommiſſion den Zuſtand der Belgrader Rüſtungen nachzuprüfen.
Heute haben wir die damals noch mit Mühe abgewandte
Ein=
miſchung oder Beteiligung an den üblen Balkanwirren nun doch
nicht mehr vermieden. Es iſt bedenklich, in Belgrad ſich
irgend=
wie zu intereſſieren, weil jede auch nur etwas mißverſtändliche
Stellungnahme uns in Rom mit Druck auf die Deutſchen in der
Diaſpora oder in den Minderheitsgebieten vergolten wird. Wir
können weder für Belgrad noch für Rom uns erwärmen, warum
ſollen wir dann am Feuer dabei ſitzen, wenn die Funken ſtieben?
Man freut ſich in Rom etwas, daß Deutſchland nicht mehr
außerhalb des Kreiſes der vermittelnden Mächte ſteht, weil man
hofft, daß dadurch für Extratouren Muſſolinis leicht einmal
wie=
der Redeſtoff ſich anſammeln kann. Diplomatiſche Kreiſe in
Rom, die Deutſchland wohlgeſinnt ſind, auch Italiener, die
deutſchfreundlich ſind, ſehen in der Teilnahme Deutſchlands an
der Vermittlungsaktion, auch wenn ſie, wie es ſcheint, ein
äußerer Erfolg iſt, die große ſtete Gefahr, daß Berlin eines
Tages an einer Sache gezwungenermaßen beteiligt wird, zu der
es weder die Kräfte, militäriſch und machtpolitiſch, noch den
richtigen Standpunkt als Ausgangsort hat. Man kann in
Balkanhändel hineingezogen werden, deren Tragweite gar nicht
zu überſehen iſt und deren Verwicklungen für Deutſchland neue
Schwierigkeiten gegenüber Italien und natürlich auch Rußland
ergeben können. Auf jeden Fall ſtehen dieſen Gefahren keinerlei
Möglichkeiten irgendeines praktiſchen Nutzens oder einer
politiſch=
diplomatiſchen Auswertung gegenüber.
So ſehen die beiden Brücken etwas bedenklich aus, wenn
man ſie von Rom her betrachtet.
Samstag, den 2. Juli 1927
Nummer 181
Prügelſzenen im preußiſchen
Landtag.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Im preußiſchen Landtag hat es am Freitag vormittag
wie=
der einmal eine ſolenne Prügelei gegeben, die eigentlich alles
bisher Gebotene überſteigt. Die Sozialdemokraten hatten eine
Interpellation über die Schießerei von Ahrensdorf eingebracht,
die von dem Abg. Krüger begründet wurde. Dieſer ſchlug einen
ſehr maſſiven Ton an, vornehmlich gegen die Deutſchnationalen,
denen er vorwarf, daß ſie bei ihrem Kampf gegen die Republik
nicht vor der Begünſtigung feiger Mörder zurückſchreckten und
Landesverrat begingen. Die Deutſchnationalen ließen ſich das
begreiflicherweiſe nicht ſagen, ſondern antworteten mit einigen
handfeſten Verbalinjurien, aus denen man nur die Worte „
Un=
verſchämtheit” und „Unverſchämter Kerl” verſtand. Ein
ſozial=
demokratiſcher Stoßtrupp machte darauf plötzlich einen Angriff
gegen die Bänke der Deutſchnationalen und hatte ſich dabei
namentlich den Abg. Wiedemann aufs Korn genommen. Die
Deutſchnationalen bildeten einen Ring um Wiedemann.
In=
zwiſchen kam aber weiterer Zuzug von den Sozialdemokraten
und Kommuniſten. Ein Verſuch, die Streitenden zu trennen,
der von der Mitte aus unternommen wurde, mißlang kläglich.
Im Handumdrehen" hatte ſich eine große Keilerei zwiſchen
Deutſchnationalen, Sozialdemokraten und Kommuniſten
ent=
wickelt. Ein dichter Haufen von Abgeordneten dieſer drei
Par=
teien ſtand zuſammengedrängt in den Bänken der
Deutſchnatio=
nalen. Soweit bei dem ungeheuren Tumult überhaupt eine
Feſtſtellung möglich war, waren von den Sozialdemokraten die
Abgg. Meier (Berlin) und Gormann, von den Kommuniſten die
Abgg. Abel und Schubert an der Schlägerei aktiv beteiligt. Der
deutſchnationale Abg. Wiedemann zog dabei den Kürzeren. Er
wurde von ſeinen Freunden veranlaßt, den Saal zu verlaſſen,
aber hierbei noch tätlich angegriffen. Der Kommuniſt Schubert
hat bei der Prügelei Stirnwunden davongetragen, die von
Schlägen mit einem harten Gegenſtand herzurühren ſcheinen.
Präſident Bartels, der ſich wieder einmal als vollkommen
ohn=
mächtig erwies, die Ruhe aufrecht zu erhalten, hatte ſchon
vor=
her die Sitzung unterbrochen. Der Aelteſtenrat trat ſofort
zu=
ſammen, um nach dem Schuldigen zu fahnden. Der Abſchluß,
den die Prügelſzene im Landtag fand, war ebenſo unerfreulich.
Im Aelteſtenrat hat man ſich lange über den Fall unterhalten,
ohne aber zu einer Klärung zu gelangen, weil die
Zeugenaus=
ſagen ſich widerſprechen. Man einigte ſich alſo zuletzt auf ein
non liquet, das allerdings durch die Art, wie es Präſident
Bar=
tels nachher vortrug, wie eine Anklage gegen die
Deutſchnatio=
nalen klang, die darüber mit Recht empört waren. Schließlich
gelang es aber doch, die Ruhe wieder herzuſtellen und auch dem
Innenminiſter Gelegenheit zur Beantwortung der
Interpella=
tion zu geben. Da die polizeilichen Unterſuchungen über den
Fall in Ahrensdorf ſelbſt noch nicht abgeſchloſſen ſind, lehnte er
jede Auskunft darüber ab. Die allgemeinen Grundſätze aber,
zu denen er ſich bekannte, klangen ſehr vernünftig. Er betonte
erneut den Willen zur Objektivität allen Verbänden gegenüber.
Es wäre nur nützlich, wenn er dieſe Anſchauung auch durch
An=
weiſung der nachgeordneten Behörden in die Tat umzuſetzen
verſtünde.
Schlägerei in der Sobranſe.
EP. Sofia, 1. Juli.
Geſtern kam es in der Sobranje bei der Beratung der
Ant=
zvort der Thronrede zu einem Skandal. Der zur Mehrheit
ge=
hörende Abgeordnete Kjamilew ſchliderte die Zeit der Herrſchaft
der Bauerpartei und enthüllte einige Fälle beſonderen
Miß=
brauchs der Gewalt. Die Oppoſition unterbrach ihn auf das
heftigſte. Die Mehrheit ſuchte dieſen Sturm der Gegner mit
einem wüſten Pultdeckelkonzert und Fußgetrampel
niederzuſchla=
gen, wobei es zu einer regelrechten Rauferei zwiſchen
Oppo=
ſitions= und Mehrheitsabgeordneten kam. Der Mehrheitsabg.
Tolew geriet in ein Handgemenge mit dem radihalen Agrarier
Waew, der, als die Gegner von den Ordnern getrennt werden
konnten, bereits blutige Verletzungen davongetragen hatte.
Hier=
auf unterbrach der Präſident die Sitzung und die
Bauernpartei=
ler verließen geſchloſſen den Saal. Nach Wiederaufnahme der
Sitzung und Beendigung der Rede des Abgeordnetem Kjamilew
erteilte der Präſident dem Abgeordneten Tolew einen
Ornungs=
ruf, worauf die Sitzung aufgehoben wurde.
TLauſcha, die Stadt der Glasmacher.
Von Karl Menninger.
Anfahrt.
Hinte: Sonneberg, von wo die Spielwaten über die
ganze Welt verſchickt werden, biegt die Bahn ein in bas
rau=
ſchende Tal der Steinach, die vom Rennſteig herunterkommt.
dunkel und dicht. Manchmal klemmen ſie das Tal ein, daß die
Straße ſich hart über dem aufſchäumenden Bach vorbeidrückt,
manchmal treten ſie zurück und gönnen ihm einen ruhigen, ſaſ= Ihre Sprache biegen ſie über a: „darlabt” ſagen ſie für „erlebt”,
tiggrünen Gleithang und ein paar Menſchen Platz zum Leben.
Oft liegen geſchlagene Fichtenſtämme einen Hang herunter
über=
zwerch und nackt wie rieſige Streichhölzer. Steigung 1:50. Dicht
tag: Da iſt in Sonneberg drunten großen Leben: Das, was
Weiber nach Sonneberg in die großen Fabriken und „
Spedi=
tionen‟. Zwei, drei Meter hoch ſitzen die weißen Schachteln mit
ausgemergelt, aber zäh ſind die Körper, die ſie bewegen. Um
12 Uhr mittags iſt das Geſchäft gemacht, die paar Groſchen ab= nicht unter 30.
gerechnet und wieder umgeſetzt für Unterhalt und das
Notwen=
dige für die Heimarbeit. Heimzu ſind die Kiepen meiſt ſchwerer
wie hinzu mit dem unförmigen Schachtelturm. Die Alie neben
mir iſt 76. Die Bruſt iſt hohl, aber die Muskeln ſind zäh und
feſt wie Ledergurten. Keine bemitleidet die andere, aber alle
achten ſich ſtill in der ſchweren Arbeit, die ein gemeinſames
Ge=
ſchick und eine gemeinſame Landſchaft ihnen auf die Schultern
bürdet. Steigung 1:40. Es geht auf den Kamm des Thüringer
Waldes: 850 Meter. Da öffnet ſich gegenüber, tief eingeſchnitten,
ein Seitental; in kühnem Schwung wölben ſich die Waldlehnen
hinein, und ein Schienenſtrang preßt ſich feſt in ihre Flanke:
die Kehre von Lauſcha hinüber über den Kamm nach
Probſt=
zella. Jetzt ſteigen auch die erſten tiefſchwarzen Häuſer zu uns
herauf, und wir fahren ein in die Stadt der Glasmacher, in
Lauſcha.
Ein paar Schritte vom Bahnhof ſteht die Gewerbeſchule mit
dem Muſeum, wo in einigen Sälen die Geſellen= und
Meiſter=
daß es hier eigentlich nur zwei Namen gibt: Müller und Krainer.
Verzweigt nennen ſie ſich nach Verwandſchaftsgrad oder ſetzen
Vom Tage.
Reichsminiſter a. D. Dr. Külz iſt nach Genf abgereiſt, um am
nächſten Montag dey vom Völkerbund einberufenen internationalen
Konferenz zur Shaffung einer Weltnothilfe zwecks Linderung des
Elends bei ſchweren Erdbeben und anderen großen Naturkataſtrophen
zu präſidieren.
Wie wir aus parlamentariſchen Kreiſen erfahren, hat das
Reichs=
kabinett beſchloſſen, mit Ablauf des Monats Juli die
Für=
ſorgeaktion für die ſogenannten Saargänger
end=
gültig einzuſtellen.
Im Reichstag hatte am Freitag vormittag Reichksinnenminiſter
v. Keudell eine Beſprechung mit Abgeordneten der
Regie=
rungsparteien über die Geſtaltung des
Reichsſhul=
geſetzes.
Die engliſche Regierung hat ein Blaubuch
veröffent=
licht, das ſich auf die Beziehungen zu Sowjetrußland bezieht.
Die Havasagentur erklärt, die in der Auslandspreſſe verbreiteten
Nachrichten, daß der Untergouverneur dey Bank von
Fraukreich, Niſt, von der Negierung mit ainer beſonderen
Miſſion in den Vereinigten Staaten betraut ſei,
ent=
ſprächen nicht dem Tatſachen.
Marſchall Foch iſt zum Ehrendoktor der Rechte der
Univerſität Oxford ernannt worden. Die engliſchen
Tages=
zeitungen befaſſen ſich faſt gar nicht mit ſeinen Anweſenheit in London,
ebenſo verhält ſich das Publikum reſerviert.
Nach Berechnungen der franzöſiſchen Sachverſtändigen ſind Byrd
und ſeine Begleiter 43 Stunden und 41 Minuten
in der Luft geblieben und haben damit den Nekord
Chamber=
lins und Levines geſchlagen.
Der griechiſche Miniſterrat annullierte ſämtliche
vom Innenminiſter während der Zeit der Diktatur
er=
laſſenen Dekrete.
Die anläßlich der Genfer Tagung aufgenommenen bulgariſih=
griechi=
ſchen Verhandlungen betreffs Erſchließung und Zugangs
Bulgariens zum Aegäiſchen Meer, ſollen in Kürze in
Athen wieder aufgenommen werden.
Nach der Bilanz des amerikaniſchen Schatzamtes
ſchließt das abgelaufene Budgetjahr mit einem
Einnahmeüber=
ſchuß von 635 Millionen Dollar, d. h. mit 10 Millionen
Dollar mehr, als Schatzſekretär Mellon vor einiger Zeit vorausgeſagt
hatte.
Die amerikaniſchen Seeſoldaten werden jetzt
gruppen=
weiſe aus Nicaragua zurückgezogen, bis auf 1200 Mann,
die zur Bewachung der amerikaniſchen Geſandtſchaft, zur Einrichtung
einer Staatspolizei und zur Garantie für freie Wahlen 1928 dort
ver=
bleiben.
Aus Hongkong wird gemeldet, daß der Finanzmäniſter der
Kanton=
regierung den Südarmeen 23 Millionen Dollar zur
Finan=
zierung des Kampfes gegen die Nordtruppen
über=
wieſen habe.
Die Reſipunkte
der Botſchafter=Konferenz.
Oſibefeſtiigungen — Polizeireduktion —
Ver=
äußerung der militäriſchen Liegenſchaften.
Anfang nächſter Woche wird General von Pawelſz eine
Reiſe nach dem Oſten zur Beſichtigung der zerſtörten
Unter=
ſtände antreten. Er hatte dazu die militäriſchen
Sachverſtän=
digen bei den alliierten diplomatiſchen Vertretungen in Berlin
eingeladen, doch fand er hier keine Bereitwilligkeit, die
Ein=
ladung anzunehmen. Man verſchanzte ſich zunächſt hinter der
Behauptung, daß man erſt auf eine beſondere Anweiſung der
alliierten Regierungen warten müſſe, ſo daß ſogar das Gerücht
auftauchte, die Botſchafterkonferenz ſollte aufs neue eingeſchaltet
werden. In Wirklichkeit lagen die Dinge aber ſo, daß die
Sach=
verſtändigen fürchteten, ihre geſellſchaftliche Stellung in Berlin
könnte Schaden leiden, wenn ſie wegen dieſer höchſt lächerlichen
Sache eine Beſichtigungs eiſe noch dem Oſten unternehmen
wür=
den. Einer verſuchte den anderen vorzuſchieben, bis dann
ſchließ=
lich die alliierten Regierungen ein Machtwort ſprechen mußten.
Es werden nun alſo der belgiſche und franzöſiſche
Sachverſtän=
dige den General begleiten. Die Beſichtigung ſetzt in Königsberg
ein und geht über Küſtrin bis Glogan. Hier wird ſich General
von Pawelſz von den vorgenommenen Zerſtörungen überzeugen
und gleichzeitig den Sachverſtändigen Gelegenheit geben, ein
gleiches zu tun. Im Anſchluß an die Reiſe werden die drei
Herren ein gemeinſames Protokoll aufſetzen, in dem zum
Aus=
druck gebracht wird, daß die Unterſtände entſprechend den
Ver=
einbarungen unbrauchbar gemacht worden ſind. Das Protokoll
wird dann die Namen der drei Herren tragen. Mit dieſer
Be=
ſichtigung ſind aber die Aufgaben der Sachverſtändigen noch nicht
erfüllt. Es ſtehen noch die Polizeireduktion und die
Veräuße=
rungen der militäriſchen Liegenſchaften aus. Erſt nach
Erledi=
gung dieſer Angelegenheiten dürfte wohl mit ihrer Rückberufung
zu rechnen ſein.
Namen bei. „Arno Müller Bauer” heißt dann einer, aber ohne
Bindeſtrich, oder „Elias Krainers Vetter Sohn”.
Dem gehört droben am Ende der einen Straße, an die ſich
die mit Schiefer gedeckten und geſchindelten Häuſer drängen, die
Glashütte. Zu ihr ſteigen wir jetzt langſam die Straße hinauf.
Kieperweiber wieder wit den jedem Kind vertrauten weißen
Schachteln mit Chriſtbaumſchmuck. Auch hier Samstag und
ge=
ſchäftiges Leben auf der Straße, doch faſt nur weibliches. Die
Männer machen auch am Samstag keine Pauſe. Aber morgen
Wälder ziehen ſich zu beiden Seiten aus der Talſohle empor, iſt Tanzmuſik. Ein Zettel klebt an der Mauer. Junges
Weiber=
volk ſteht davor, die Arme verſchränkt und die Schultern mit der
Kiepe hochgezogen, und beſchnattert das kommende Ereignis.
Die Glashütte.
Im engen, bretterverſchlagenen Kontor liefer Mädchen
gedrängt ſitzen wir zwiſchen Kiepen und alten Frauen. Sams= Glasperlen ab, rote, grüne und bunte. Durch die bunten ziehen
ſich ſpiralige Fäden. Als Buben nannten wir ſie „Gläſerne‟
droben im Wald die Woche über in Holz geſchnitzelt und in zer= (Bickel, Klicker, Murmeln, Märbel oder Schuſſer, damit jeder
brechlichem Glas geblaſen wurde, das tragen am Samstag die weiß, wvas gemeint iſt) zum Unterſchied von den „Achaten”, den
echten und unechten, die weit höher wie jene im Kurs ſtanden.
Für einen „Gläſernen” gab man 6 bis 8 Bickel, je kleiner um ſo
Spielwerk und Chriſtbaumſchmuck auf den Kiepen und ſchwan= wehr, während ſchon ein einſacher „Waſſerachat”, den wir aus den
ken wie wandelnde Türme durch die Straßen. Unſcheinbar, Hälſen mancher Selterswaſſerflaſche ſchlugen, doch gut und gern
ſeine 12 Bickel wert war. Ein brauner „Hirſchachat” aber ging
Auch im Kontor ſtehen die Gläſernen nicht hoch, ſie werden
hundertweiſe abgerechnet. Da ſie waſſi ſind, werden ſie nicht
geblaſen, ſondern von der ſchmelzheißem Glasſtange mit einer
Zange mit halbkugeligen Backen abgequetſcht. Form= und
Maſſen=
arbeit.
Mitten in der „Hütte” ſteht, von allen Seiten zugänglich, der
große gemauerte Ofen. Hier wird das Glas in rieſigen Wannen
aus Sand, Kalt, Soda unſd Ton zuſammengeſchmolzen. Durch
eine Luke in der Ofenmauer ſehen wir die Flammen des
bren=
nenden Generatorgaſes über der flüſſigen Glasmaſſe brodeln.
Eine hölliſche Hitze ſtrömt heraus. Einer der Arbeiter fährt mit
der „Pfeife” hinein, holt einen Glastropfen heraus, bläſt ihn
eſvas auf, taucht ihn wieder hinein, bis er genügend Glas an
der Pfeife hat. Dann ſchwingt er den glühenden Klumpen aus
dem Ofen, trägt ihn zu ſeinem Stahltiſch, wälzt ihn dort auf
der polierten Platte hin und her, bläſt ihn langſam auf, wälzt,
bläſt, ſchwitzt, trinkt Bier, das er unterm Tiſch ſtehen hat, und
wälzt und bläſt ſolang, bis der Klumpen zu einer überall
gleich=
ſtücke der gläfernen Zunft aufgereiht ſind. Man erzählt uns, dichten, ſchlierenfreien Glasbirne geworden iſt. Immer, wenn
ihre Rotglut ins Schmutziggelbe verblaßt, glüht er ſie im Ofen
wwieder auf. Dann beginnt das Wälzen und Blaſen von neuem.
Die Möglichkeiten eines
deutſchen Transozeanflugs.
Erklärungen des Reichsverkehrsminiſters.
Berlin, 1. Juli.
Reichsverkehrsminiſter Dr. h. c. Koch als der für Luftfahrt
zuſtändige Miniſter erklärte einem Vertreter des Wolff’ſchen
Telegraphen=Büros zu der Frage eines deutſchen Gegenbeſuches
mit dem Flugzeuge in Amerika, die im Zuſammenhang mit dem
Abſchiedsgruß der Amerikaflieger momentan ſtark in den
Vor=
dergrund des Intereſſes gerückt iſt, folgendes:
Die deutſche Regierung intereſſiert ſich ſelbſtverſtändlich für
jedes ernſthaft vorbereitete Unternehmen, das ein deutſcher
Flie=
ger mit deutſchem Flugzeug und deutſchem Motor unternimmt.
Der Flug von Deutſchland nach Amerika ſei wegen des
vorherr=
ſchenden Gegenwindes ſchwieriger als der in umgekehrter
Rich=
tung; aber es iſt das Kennzeichen des Verkehrs im Gegenſatz
zum Rekord, daß es ſich von äußeren Einflüſſen möglichſt
unab=
hängig zu machen beſtrebt iſt, während der rekordbrechende
Sportflieger das Recht hat, möglichſt günſtige Wetterverhältniſſe
auszuſuchen. So iſt denn der Flug in der Richtung Amerika—
Europa auf der nördlichen Halbkugel bereits mehrfach gelungen,
zum erſten Male dem Engländer Alcock, acht Jahre vor
Lind=
bergh und Chamberlin, während die entgegengeſetzte
Ueber=
querung des Ozeans bisher noch keinem Flieger gelungen iſt.
Da es nicht unſere Aufgabe iſt, ſportliche Leiſtungen anderer
nachzuahmen, ſondern: dem Luftverkehrsgedanken Schritt für
Schritt weiter zu folgen, ſcheint mir grundſätzlich nicht das
ein=
motorige Flugzeug, ſondern zumindeſtens ein mehrmotoriges
Flugzeug oder ein einmotoriges Schwimmflugzeug am
geeig=
netſten zu ſein, und zwar in jedem Falle mit Funkausrüſtung
für den Flug ve ſehen. Das beſte wäre vielleicht ein
Groß=
waſſerflugzeug, weil nach den bisherigen Erfahrungen oberhalb
eines gewiſſen G=ſamtgewichtes die Flugboote höhere
Seetüch=
tigkeit als die Schwimmerflugzeuge zu haben ſcheinen. Auch für
die Wahl der Flugſtrecke muß der Verkehrsgedanke maßgebend
ſein. Wie es einerſeits falſch iſt, Luftlinien durch allzu häufige,
zeitraubende Zwiſchenlandungen zu unterbrechen, iſt es
anderer=
ſeits ebenſo unwirtſchaftlich, auf Koſten der Nutzlaſt
Betriebs=
ſtoff für überlange Strecken mitzunehmen. Dem Grundgedanken
eines normalen Ueberſeeluftverkehrs entſpreche es weit mehr,
die reinen Ueberſeeſtrecken durch Zwiſchenlandungen mit
nörd=
lichem oder ſüdlichem Kurs zu unterbrechen.
Auf die Frage, ob und wie das Reich einen deutſchen
Ozean=
flug fördern werde, erwiderte der Reichsverkehrsminiſter, daß
das Reich durch Induſtrieaufträge fortſchrittliche Baumuſter
fördere. Es ſei daher in erſter Linie Sache der Induſtrie, ſich
im Rahmen der Anforderungen den Tagesaufgaben anzupaſſen.
Daß im übrigen alle deutſchen Luftfahrkreiſe und insbeſondere
auch die Regierungsſtellen dem Ozeanflieger ſeine Aufgabe
er=
leichtern und zweckmäßig fördern werden, das haben wohl unſere
Bemühungen bei der Ankunft Chamberlins zur Genüge gezeigt,
Ich nehme natürlich an, daß jeder deutſche Flieger, der ſeine
Kraft in ein ſolches Werk ſetzen will, dabei mit der gebotenen
Ueberlegung und Vorbereitung vorgeht.
Die deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen.
EP. Paris, 1. Juli.
Die Preſſe bedauert allgemein, daß es nicht möglich geweſen
ſei, das Handelsproviſorium mit Deutſchland zu verlängern.
Die Situation wird allgemein dahin ausgelegt, daß die
Unter=
handlungen tatſächlich abgebrochen ſeien. Die „Ere Nouvelle‟,
kommt zu dem Schluß, daß die Schuld hauptſächlich auf
Frank=
reichs Seite zu ſuchen ſei, vor allem in dem Umſtand, daß
Frank=
reich noch keinen endgültigen Zolltarif beſitze. Der
Stabiliſie=
rung der Finanzen hätte ſchon ſeit langem eine
Tarifſtabiliſie=
rung folgen ſollen. Da das aber nicht der Fall geweſen ſei, habe
Fvankreich keinen anderen Ausweg gehabt, als mit den
Nachbar=
ländern Proviſorien abzuſchließen und dieſe jeweils nach
Ab=
lauf zu verlängern. Eine Proviſoriumspolitik ſei aber eine
ſchwache Politik, denn ſie ſtelle keine Löſung dar. Der
gegen=
wärtige Stand der deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchaftsverhandlun=
gen bilde einen peinlichen Hiatus in dem Gedicht der
euro=
päiſchen Wiederverſöhnung."
Iſt ſie nach 20 Minuten zum Ziehen fertig, kommt ein zweiter
Arbeiter mit einer Stange, auf der ein Teller ſitzt. „Heu hopp”:
der erſte ſtemmt den gallertweichen Glaskürbigs ſenkrecht hoch,
der ſackt um wird auf dem Teller aufgefangen und nun
aus=
einandergezogen und =geblaſen. Der mit der Pfeife bläſt, der
andere zieht, und aus der klumpigen Maſſe wird ein federndes,
40 Meter langes, gleichweites Glas rohr. Ein dritter hockt am
Boden, vermißt, ſchneidet und ſortiert die Röhren gleich, denn ſie
ſind das Rohmaterial für die Glasbläſerei von
Chriſtbaum=
ſchmuck.
Mir ſagte einer, daß jeder Bläſer genau im Gefühl hat,
wie=
viel Glas er nehmen und wie er es aufblaſen muß, um eine ganz
beſtimmte Wandſtärke und Weite zu bekommen.
Viel Spaß machen ihnen die Teufelstränen, die ſie jedem
Beſucher freundlich in die Hand drücken. Während der ſie
feſt=
hält, brechen ſie das dünne Ende ab, die Träne platzt, aber ſtatt
ſchneidender Glasſplitter hat man verdutzt feinſtes Glasmehl in
der Hand.
Chriſtbaumſchmuck.
Des Holzes wegen verlegte man früher die Glasinduſtrie in
das Mittelgebirge. Heute wäre das denlbar unwirtſchaftlich.
Was ſich daher hier in dem verborgenen Winkel des Thüringer
Waldes noch gehalten hat, iſt die Heiminduſtrie, die ohne
Maſchinen nur mit der Wasflamme und dem menſchlichen
Blaſe=
balg arbeitet. Fenſterſcheiben werden alſo hier nicht gemacht,
aber Chriſtbaumſchmuck in jedem Haus. Ein paar nur manchen
Glasaugen, und noch weniger ſind Kunſtbläſer.
Im Hausflur ſteige ich über Berge von Schachteln, die
ge=
füllt ihren Verſand erwarten. Im erſten Zimmer tauchen
Mädels die durchſichtigen Glaskugeln in rote und blaue Farbe
und ſetzen ſie dann regimenteiſe mit der Oeffnung auf
Nagel=
bretter zum Trocknen. Eine zieht ihnen das Silbergeſpinſt aus
Lametta über, das aus Nürnberg bezogen wird. „Und der
Bläſer?” „Der alte Herr ſitzt drüben.” Ich klopfe, trete ein. Da
ſitzt er, der „alte Herr”, die Firma: ohne Zähne, dicke
Filzpan=
toffel an den Füßen und einen Zwicher auf der fröhlichen Naſe.
Alt i5 er 60, und pfiffig wie ein Wieſel. Und dann bläſt er vor.
Dazu hat er eine zweiteilige Form aus Chamotte, in die er das
ſchmelzende Glas bläſt. Hupp, iſt ſo eine Kugel fertig. Das iſt
keine Kunſt, nur Uebung, die in Induſtrie ausarten kann.
Da=
von erzählt er mir. Neue Muſter muß man bringen, eine Idee
muß man haben, dann rentierts. Sein größtes Glück hatte er
auf einer Reiſe nach Kiel. Dort ſah er ein U=Boot: und die
„ſdee ſchlug ein. Zu Saus: U=Boote, nichts als U=Boote. Sie
gend. Am rila laufte und lauſte U=Boote aus Glas
g ſie an den Chriükaum. Und er iſt heute eine „ſelaſt=
Luſtrie.
Nummer 181
Samstag, den 2 Zuli 1927
Seite 3
Der Kampf
um die franzöſiſche Wahlreform
Belaſiungsproben für das Kabinett Poincaré.
EP. Paris, 1. Juli.
Vor dicht beſetzten Bänken begann heute in der Kammer der
erſte große Kampftag über die Wahlrechtsreſorm, deren
Be=
ratung zweifellos Anlaß zu erbitterten Redeſchlachten geben
wird. Die Regierung iſt durch Innenminiſter Sarraut vertreten.
Die Kreiswahl=Gegner leiteten ihre Offenſive ſofort nach Beginn
der Debatte damit ein, daß der Abg. Verlot von der Radikalen
Linken die Vorfrage ſtellte und erklärte, er und ſeine Freunde
weigerten ſich, irgendein Projekt, ganz gleich welcher Art, zu
er=
örtern, das nicht die Zahl der Mandate vermindere, während
gegenüber der jetzigen Abgeordnetenzahl von 684 das
Regie=
rungsprojekt 587 und der Kommiſſionsentwurf 611 Sitze
vor=
ſehe. Verlot forderte eine öffentliche Abſtimmung auf der
Tri=
büne. — Der radikale Sozialiſt Chautemps gab darauf die
Er=
klärung ab, er perſönlich ſei zwar ebenfalls für eine
Verminde=
rung der Abgeordnetenzahl, werde aber gegen den Antrag Verlot
ſtimmen, da dieſer auf eine Sabotage der Wahlrechtsreform
überhaupt hinauslaufe. Der Sozialiſt Léon Blum ging noch
weiter und kündigte an, er werde nicht nur gegen die Vorlage
ſtimmen, ſondern auch gegen ſämtliche noch kommenden
Zuſatz=
anträge. Der Republikaniſche Sozialiſt Brunet bekannte ſich zum
Verhältniswahlſyſtem, teilte aber mit, er werde den Antrag
Ver=
lots ablehnen, um die Diſziplin der Linksparteien zu wahren.
Darauf begann, nachdem es zwiſchendurch zu verſchiedenen
De=
monſtrationen der Rechten gegen die Teilnahme derjenigen
Ab=
geordneten der Linten gekommen war, die kürzlich in den Senat
gewählt wurden, zur öffentlichen Abſtimmung, die etwa eine
Stunde dauerte. Sie ergab die Ablehnung des Antrages Verlot
mit 259 gegen 223 Stimmen.
Die Gegner der Wahlrechtsreform gaben mit der Ablehnung
der Vorfrage ihr Spiel noch nicht verloren, ſondern beantragten
kurz darauf die Vertagung der Debatte auf Dienstag nächſter
Woche. Auch dieſes Manöver ſcheiterte. Mit 297 gegen 225
Stim=
men beſchloß das Haus, die Diskuſſion fortzuſetzen.
*
Die ſchroffen Gegenſätze zwiſchen den Anhängern und
Geg=
nern der Wahlreform haben die Regierungstoalition in zwei
Lager getrennt. Die Anhänger des früheren nationalen Blocks
und die Kartelliſten ſtehen ſich erneut ſcharf gegenüber. Die
Stel=
lung der Regierung inmitten dieſes Kampfes wwar bisher nicht
klar definiert. Anfangs verſuchte ſie, die Diskuſſion über eine
Wahlreform im Hinblick auf die Gefahren, die dieſes Thema aus
innerpolitiſchen Gründen für das Beſtehen des Kabinetts der
nationalen Einigung in ſich birgt, zu vermeiden. Später wollte
ſie ſie verzögern. Schließlich konnte ſie nicht mehr zurück und
entſchloß ſich für das Projekt des Innenminiſters Sarraut, des
radikalen Führers, der ſeinen Eintritt in die Regierung
Poin=
caré von der Einführung des Kreiswahlſyſtems abhängig machte.
Nichts wird aber ſo heiß gegeſſen, wie es gekocht wird, und auch
Sarraut mußte Waſſer in ſeinen Wein gießen. Die
nationa=
liſtiſchen Mitglieder des Kabinetts verſuchten, das übrige zu tun,
um das Projekt Sarrauts durch Neuaufteilung gewiſſer
Wahl=
kreiſe in ſeiner Auswirkung abzuſchwächen. Dabei gelangte die
Regierung in einen ſchroffen Gegenſatz mit der zuſtändigen
Kam=
merkommiſſion, der Kommiſſion des allgemeinen Stimmrechts,
in der die Linke die Mehrheit beſitzt. Die Rechte ſah ihren
Kampf um das Proportionalwahlrecht verloren und ſetzte
nun=
mehr alles daran, den Status quo, alſo das Liſtenwahlrecht,
aufrecht zu erhalten. Die Regierung hält im Gegenſatz zu der
Kommiſſion ihr eigenes Projekt aufrecht. Die Linksparteien
fan=
den ſich unter dem doppelten Druck ſeitens der Regierung und
der Rechten wieder zuſammen und beſchloſſen, gegen jede wie
immer gearteten Angriffe der Rechten das Projekt der
Kommiſ=
ſion zu berteidigen. Die Lage der Regierung könnte alſo
gefähr=
lich werden, wenn Poincaré die Vertrauensfrage ſtellt.
Poin=
caré wird aber, wie es heißt, die Vertrauensfrage nicht ſtellen,
ſondern die Abſtimmungsdiſziplin der Linksgruppen zu ſtören
ſuchen. Und auf das Verhalten der Linksparteien kommt es an.
Daß ſich das wiedererſtandene Linkskartell für das Prinzip des
Kreiswahlrechts einheitlich einſetzen wird, iſt zweifellos. Dieſes
Prinzip vertritt aber auch das Regierungsprojekt. Bei der Frage
der Erhöhung der Abgeordnetenzahl werden aber die
Abgeord=
neten der Linken nicht einig ſein. Und damit rechnet Poincaré.
Der Kampf kündigt ſich daher als ſehr erbittert an, und ſein
Aus=
gang iſt vollkommen ungewiß.
Der weiße Hirſch.
Dann ſuchte ich einen auf, der war nicht pfiffig, der ſprach
nichts und hatte keine Reiſe ans Meer gemacht. Schweigſam
ließ er vor ſeiner Flamme als freie Gebilde ſeiner kunſtreichen
Hände die Tiere des Waldes erſtehen, in weißem Glas:
ſchnel=
lende Rehe, glotzende Eulen, Eichkätzchen und Raben mit ſchiefem
Schnabel und einem Blick voll erſchütterndem Tiefſinn. Den
köſtlichſten Chriſtbaumſchmuck habe ich von ihm: ein Stück
Märchen.
Damals blies er mir einen vorbreſchenden Hirſch,
hochauf=
gebäumt und das Geweih zurückgeworfen, federnd in einer Linie
ſchlanlſter Kraft und vibrierenden Lebens.
Der Mann könnte viel Schönes ſchaffen, wenn ihn die rechten
Käufer kennten. So aber bläſt er auch Schmapsgläſer für
Ame=
rika. Daneben aber probiert er, kehrt er immer wieder zurück
zu den Gebilden ſeiner Sehnſucht. Er zeigte mir ſeine
Samm=
lung. Daraufhin ſchickte ich ihm einmal einen Stich von
Schon=
gauer, geſpannt, was er daraus machte. Heute grinſt ein
teuf=
liſches Drachenvieh fauchend, borſtig und mit einer Bosheit
ohne=
gleichen aus meinem Schauſchrank. Ein Meiſterſtück nicht nur
des Ausdrucks, ſondern auch der werkgerechten Ueberſetzung in
Glas. Dieſer Mann hat keine „Idee” die ihn macht, aber das
ſchöpferiſche Schweigen ſeiner heimatlichen Wälder lebt noch in
ihm. Nicht angekränkelt von flachem Induſtriegeiſt, ſondern
er=
füllt von echter, heimatlicher Kunſt.
Das war eigentlich Lauſcha.
*Berliner Premieren.
Sommerliche Unzulänglichkeiten.
avk. Nach Dresden folgte jetzt die hieſige Städtiſche
Oper mit der Aufführung von „Hanneles
Himmel=
fahrt”, Georg Graener hat Hauptmanns zarte Traumdichtung
für die Bedürfniſſe Paul Graeners mit unleugbarem
Ge=
ſchick zurechtgeſtutzt. Abgeſehen davon, daß Hauptmanns Werk
in der Originalform viel natürlicher und ergreifender wirkt, iſt
die Zuſammenfaſſung inbezug auf die Vertonung nicht übel
ge=
glückt. Der bewußten Betonung des Ueberſinnlichen gegenüber
dem Realiſtiſchen fiel aber die gedankliche Tiefe zum Opfer:
Hauptmann gab pſychologiſche Motivierung des Wunderbaren
und Graener bringt ein Kindermärchen. Dieſen Fehler
empfin=
det man nun um ſo ſtärker, als aus der Partitur — man kennt
Graeners Art — kein ausgeprägter Erfindergeiſt mit myſtiſcher
Kraft ſpricht. Der ſchöpferiſche Funke glimmt nur allzu ſelten
auf und es quillt kein heißer Strom von der Bühne herunter.
Streſemanus Abſchied von Oslo.
Der deutſche Reichsaußenmniſter hat in Oslo in Gegenwart
einer ausgewählten Zuhörerſchaft im Beiſein des Königs ſeinen
Nobel=Vortrag gehalten. Unſer Bild zeigt den
Reichsaußen=
miniſter auf dem Bahnhof in Oslo. Von links: Dr. Streſemann,
norwegiſcher Miniſterpräſident Lykke, der deutſche Geſandte in
Oslo, Dr. Rhomberg, Frau Dr. Streſemann, ſowie Vertreter der
Regierung und Mitglieder des Nobel=Komitees.
Heute nachmittag reiſte Dr. Streſemann vom Oſtbahnhof in
Oslo ab. Zahlreiche führende Perſönlichkeiten, u. a. der
nor=
wegiſche Miniſterpräſident, Mitglieder der Regierung und des
Nobelkomitees ſowie Vertreter der deutſchen Kolonie hatten ſich
am Bahnhof eingefunden. Dr. Streſemann unterhielt ſich
leb=
haft mit dem Miniſterpräſidenten. Als der Zug ſich in
Bewe=
gung ſetzte, wurde dem deutſchen Außenminiſter eine lebhafte
Kundgebung zuteil. Dr. Streſemann dankte grüßend, ſo lange
r noch zu ſehen war.
In einer Erklärung, die Dr. Streſemann den Vertretern der
Preſſe gegeben hat, ſagte er u. a.: Die Tage, die ich in Oslo
verleben durfte, gehören zu ſolchen, die für das Leben eineß
Menſchen von bleibender Bedeutung ſind. Die Sympathien,
die mir von allen Seite nbekundet wurden, und die, wie ich mir
bewußt ſind, nicht mir als Perſon, ſondern als Leiter der
deut=
ſchen Außenpolitik und damit der politiſchen Entwicklung des
deutſchen Volkes galten, ſind mir um ſo wertvoller, als mir in
zahlreichen Geſprächen mit hervoragenden Männern Norwegens
immer wieder eine eigentümliche Art, die Dinge ohne
Beſchöni=
gung und doch frei von untätigem Peſſimismus zu ſehen,
ent=
gegengetreten iſt. Ich bedauere nur, daß meine Zeit ſo knapp
geweſen iſt, um das Land und das Volk noch näher kennen zu
lernen. Aber was ich davon geſehen habe, hat ſo tiefe
Ein=
drücke in mir hinterlaſſen, daß es mein dringender Wunſch iſt
in nicht zu ferner Zeit mit glößerer Muße wieder hierher zu
kommen.
Die japaniſche Chinapolitik.
Im Miniſterium des Aeußern wurde heute unter dem
Vor=
ſitz des Premierminiſters und des Außenminiſters Tanaka eine
Konferenz abgehalten, die ſich mit der Lage in China befaßte.
U. a. nahm auch der japaniſche Geſandte in Peking daran teil.
Dieſer erklärte, China ſei noch im Kindheitsſtadium und müſſe
daher gelegentlich zurechtgewieſen werden. Er ſprach die Anſicht
aus, daß keine chineſiſche Partei die Verfaſſung jemals achten
werde, und daß die Nationaliſten, wenn ſie die Macht erlangen
ſollten, alle andere Parteien beiſeite ſchieben würden, was dann
wieder neue Unruhen hervorrufen werde. Er ſchloß, ſeines
Er=
achtens müſſe Japan mit Chinas Beſtrebungen Sympathie haben,
es dürfe aber China nicht verwöhnen. Der Befehlshaber der
Truppen in Kwantung, General Moto, verlangte Feſtlegung
einer endgültigen Politik in der Mandſchurei im Indereſſe der
Japaner und auch der Chineſen. Das japaniſche
Außenminiſte=
rium iſt der Meinung, daß der japanfeindliche Boykott tatſächlich
das Ergebnis von Chinas Beſtrebungen nach kommerzieller und
induſtrieller Unabhängigkeit iſt, und glaubt daher nicht, daß die
Zurückziehung der Truppen den Boykott beendigen würde. Der
zunehmende Ernſt des Boykotts in den Bezirken Schanghai,
Amoy und Swatau, deſſen Ende nicht abzuſehen iſt, beunruhigt
die amtlichen Stellen.
Graeners Stil bekennt ſich zur Romantik, und dieſe ſeine
Ton=
welt liegt außerhalb unſerer heutigen Empfindungsweiſe. Alles
in allem haben wir es hier mit der Arbeit eines tüchtigen
Kön=
ners zu tun, die, obwohl mit allen Fineſſen des muſikaliſchen
Handwverks reichlich ausgeſtattet, den Zuhörer kalt läßt, da eben
die Phantaſie des Komponiſten gerade bei den erwarteten
Höhe=
punkten völlig verſagt. — Die Wiedergabe der Oper war
ſorg=
fältig, der Erfolg gering.
Miguel de Unamuno, der bei uns wenig bekannte
ſpaniſche Philoſoph und Novelliſt, kam im Neuen Theater am
Zoo mit einem Drama in einem Vorſpiel und vier Akten „Ein
ganzer Mann” zu Worte. Eine ſehr mäßig dramatiſierte
Novelle: der geiſtige Vater des etwas gekünſtelten Problems
dürfte Ibſen ſein, und die Technik würde einem Sardou alle
Ehre machen.
Des Engländers Galsworthy Komödie „Fenſter”, die
ihre flotte Erſtaufführung im Renaiſſance=Theater erlebte, ſtellt
auch keine höheren Anſprüche. Eine überlegene, ziemlich
un=
problematiſche Geſellſchaftsſatire über das bekannte Thema „die
engliſche Familie‟.
Georg Kaiſers neues Luſtſpiel „Die Papiermühle”
(Kammerſpiele) vermeidet ebenfalls ſorgfältig ernſtere
Kompli=
kationen. Es iſt recht fadenſcheinig, überraſchend draſtiſch,
harm=
los unterhaltend und läßt ſich ſchnell herunterſpielen.
Das ſtaatliche Schiller=Theater brachte Paul Schirmers
Kleinſtadtgemälde „Ehrenbürger” heraus. Ein
einfalls=
loſes, ödes, unſinniges Poſſenſpiel mit den abgebrauchteſten
Witzen, dem die Aufführung dennoch zu einem Erfolg berhalf.
Das Komödienhaus führte — wohl mit Rückſicht auf die
Sommerſpielzeit — ein Stück aus den Tropen auf: „Weiße
Fracht”, Léon Gordon ſchildert in ſechs markanten Bildern
das typiſche Europäerſchickſal unter der mörderiſchen Sonne
Afrikas. Die Atmoſphäre und die Typen intereſſieren bei dem
etwas in die Länge gezogenen Schauſpiel mehr, als die
Geſcheh=
niſſe, die ſich um drei Männer ranken.
Verneuils etwas blaſſes Luſtſpiel „Der Apfel” mit
ſeinem liebenswürdigen Humor und ſeinen amüſanten Scherzen
iſt ſchon eher die richtige Sommerkoſt. Aus den Irrungen und
Wirrungen, die natürlich zu dem landsüblichen „happy end”
führen, ergeben ſich immerhin luſtige und witzige Situationen,
über die man ſich freut.
Erwähnung verdient noch die Operette „Glück in der
Liebe” von Julius Horſt und Peter Herz, Muſik von Mich.
Krauß, einem Muſiker von Niveau, in deren Mittelpunkt die
Werbezirk ſteht. Der Erfolg des gutgezimmerten Singſpiels
war außerordentlich ſtark.
„Die Weltwirtſchaftskonferenz und
ihre praktiſchen Ergebniſſe.”
Stockholm, 1. Jult.
Auf dem Kongreß der Internationalen Handelskammer hielt
der Leiter der Wirtſchaftsabteilung des Völkerbundsſekretariats,
Salter, einen Vortrag über „Die Wirtſchaftskonferenz und
ihre praktiſchen Ergebniſſe‟. Er betonte, daß die
Welwwirtſchafts=
konferenz die Zeit ſtärkerer Zuſammenarbeit zwiſchen der
Inter=
nationalen Handelskammer und dem Völkerbunde eingeleitet
habe. Die Zuſammenarbeit gründe ſich darauf, daß ſich die
bei=
den Körperſchaften ergänzen. Der Völkerbund ſei eine offizielle
Organiſation, die den Regierungen verantwvortlich ſei mit dem
Wirtſchaftsausſchuß, der ſich zum größten Teile aus den
leiten=
den Beamten der Handelsminiſterien zuſammenſetze, während
die Internationale Handelskammer eine private
Zuſammen=
ſetzung der großen Geſchäftsorganiſationen ſei. Ihre Mitglieder
hätten in der täglichen Arbeit genaue Kenntniſſe von der dem
Handel im Wege ſtehenden Hinderniſſe erlangt, die ſie zu
beſei=
tigen wünſchten. Der Völkerbund und die Internationale
Han=
delskammer machten es ſich in ihrer Zuſammenarbeit zur
Auf=
gabe, die Politik oder die Verwaltungsmethoden, die den
Hau=
del behinderten, abzuändern. Der Völkerbund habe für dieſe
Reform die beſſeren Mittel in der Hand, aber er brauche dabei
die Anregung und die Förderung der Handelskreiſe, wie ſie
zur=
zeit in Stodholm vertreten ſeien. Eime vereinte Anſtrengung
ſei alſo zum Erfolge unumgänglich nötig. Der Bericht der
In=
ternationalen Handelskammer über den Abbau der
Handels=
ſchranken mit ſeinen poſitiven und wertvollen Ratſchlägen habe
die Grundlage, für das große Werk der Konferenz gebildet.
Das erſte Stadium, nämlich die Sicherſtellung eines
ein=
helligen Uebereinkommens auf der Genfer Konferenz über
hin=
länglich durchgreifende, weitreichende und wirkſame
Entſchlie=
ßungen ſei erfolgreich beendet. Nun gelte es vor allem, was
vielleicht ſchwieriger ſei, die Annahme dieſer Entſchließungen
und ihre Durchführung in der Handelspolitik zu ſichern. Ein
beſonderer Grund zur Hoffnung liege vielleicht in der Tatſache,
daß die Konferenz wider Erwarten ein ſtarkes Gefühl zum
Aus=
druck brachte, daß man in der Errichtung von Handelsſchranken
zu weit gegangen ſei und daß dies rückgängig gemacht werden
müſſe. Um das gewünſchte Ergebnis zu ſichern, könnten die
internationalen Organiſationen wie die Handelskammer und der
Völkerbund viel tun, aber der größte Teil der Arbeit ſei von den
Nationen zu erledigen. Die Mitglieder der Kammer könnten in
internationalen Konferenzen und Ausſchußſitzungen viel gute
Arbeit leiſten, aber ſie könnten mehr tun, wenn ſie die Kräfte
in ihren eigenen Ländern mobiliſierten, um die Politik ihrer
eigenen Regierungen abzuändern. Das Dringendſte und
Wich=
tigſte, was gegenwärtig zu tun ſei, ſei die endgültige Annahme
der Konferenzratſchläge und die Erklärung der Regierungen, daß
ſie ihre Politik mit dieſen in Einklang bringen würden. Salter
betonte in dieſem Zuſammenhange, daß die belgiſche Regierung
bereits erklärte, daß ſie den Entſchließungen voll zuſtimme. Er
nahm weiter Bezug auf die vom Reichsaußenminiſter Dr.
Streſe=
mann in ſeiner Eigenſchaft als Berichterſtatter vor dem
Völker=
bundsrat ausgeſprochene Auffaſſung, daß die Ratsmitglieder
gegenüber den Ergebniſſen der Weltwirtſchaftskonferenz eine
ebenſo ſtarke moraliſche Verpflichtung fühlten wie die
Konferenz=
teilnehmer ſelbſt. Salter ſprach den Wunſch aus, daß auch die
Internationale Handelskammer die gleiche moraliſche
Verpflich=
tung anerkenne und alles in ihrer Macht Befindliche tun möchte,
um das Entſchließungswerk der Weltwirtſchaftskonferenz
prak=
tiſch zu verwirklichen. Im weiteren Verlauf ſeiner Rede ging
er auf die Methoden ein, die angewandt werden ſollten, um zu
dieſem Ziele zu gelangen, wobei er als erſten Punkt auf die
Notwendigkeit hinwies, daß ebenſo wie Deutſchland, Belgien
und die Tſchechoſlowakei, auch die Regierungen der anderen
Länder Erklärungen abgeben ſollten, wonach ſie ihre Handels=
und Wirtſchafts,olitik in Uebereinſtimmung mit den
Entſchlie=
ßungen abändern wollen. Salter drückte zum Schluß die
Ueber=
zeugung aus, daß der Internationalen Handelskammer eine
un=
geheure, vielleicht ſogar die entſcheidende Rolle bei dieſer
Auf=
gabe zufalle.
Frankreich und die Seeabrüſiung.
Der Präſident der Marinekommiſſion des Senats, de
Ker=
guézee, hat an den Marineminiſter ein Schreiben gerichtet, in
dem er unter Hinweis auf die Möglichkeit, daß von der Genfer
Drei=Mächte=Konferenz Beſchlüſſe gefaßt werden könnten, daran
erinnert, daß die Kommiſſion wiederholt und einſtimmig den
Wunſch geäußert habe, die Vertreter Frankreichs
möchten keinerlei Verpflichtungen hinſichtlich
der Begrenzung der zu Frankreichs
Verteidi=
gung erforderlichen leichten Schiffseinheiten
und Unterſeeboote eingehen.
*Wagner=Abend des Städtiſchen
Orcheſters.
In der Reihe der Donnerstag=Abende veranſtaltete am letzten
Donnerstag im Saalbaugarten das Städtiſche Orcheſter unter
der Stabführung ſeines neuen Kapellmeiſters Herrn Ernſt Guido
Naumann und unter der Mitwirkung der Konzertſängerin
Frau Roſe Rösner=Stuttgart einen Richard=Wagner=Abend.
Der neue Leiter des Orcheſters iſt, wie ſchon zu merken, ſtraff
an der Arbeit, aus dem Tonkörper herauszuholen, was unter
den gegenwärtigen Umſtänden herauszuholen möglich iſt. Einige
Ergänzungen und Umbildungen werden ſich wohl noch ergeben
müſſen. Herr Naumann dirigiert mit ſparſamen, aber präziſen
Strichen. Die Soliſtin Frau Rösner iſt offenbar an das Singen
im Freien gewöhnt und brachte zuerſt, vom Orcheſter
anſchmieg=
ſam begleitet, die Arie der Eliſabeth „Dich, teure Halle, grüß”
ich wieder”. Eine wohldurchgebildete Stimme und
ausdrucks=
fähige, ſichere Intonation zeichnen die Sängerin aus, deren
Organ in der Mittellage am tragfähigſten iſt und am ſchönſten
klingt. Das Orcheſter ſpielte hingebungsvoll und, vom
Ver=
wiſchen einiger Abſchattierungen abgeſehen, mit glänzender
Durchführung eine Phantaſie aus „Rheingold‟. Mit der
Wie=
dergabe der Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer” und einer
„Meiſterſinger”=Phantaſie vervollſtändigte ſich das Bild eines
ernſt an ſich arbeitenden Orcheſters, das auf gutem Wege iſt.
Frau Rösner erſang ſich mit der Ballade der „Senta” reichen
Beifall und gab als Zugabe die Arie der „Ortrud”, die ihrem
Mezzoſopran beſonders gut lag. Zum Schluß ſpendete das
Orcheſter noch den Einzugsmarſch aus „Tannhäuſer” der,
ſchwungvoll geſpielt — nur war am Anfang das Tempo etwas
zu ſchnell genommen —, die Zuhörer zu herzlichem,
wohlverdien=
tem Beifall hinriß. Wenn der Dirigent auch überall energiſch
dämdfte, ſo waren die Bläſer trotz aller Rundung des Tones
doch zeitweiſe zu ſtark. Eine Verſtärkung der Streicher erſcheint
mir dringend geboten.
Daß ohne Rückſicht auf den Zirkus und Sonſtiges das
Kon=
zert ſo ausgezeichnet beſucht war, iſt ein Zeichen für die ſteigende
Beliebtheit dieſer Konzerte, die nach Möglichkeit alle vierzehn
Tage in ähnlichem größeren Rahmen ſtattfinden ſollen. — Eine
Bitte noch an die Beſucher, auch an die in den entfernteren
Stellen des Gartens: Während des Spiels alle, wenn auch noch
ſo intereſſanten Unterhaltungen für den Heimweg aufſparen!
Seite 4
Nummer 181
Samstag, den 2. Juli 1927
Zum Inkraftreten
des Arbeitsgerichts=Geſetzes.
Von
Rechtsanwalt Dr. v. Karger, Berlin.
Am 1. Juli 1927 iſt das Arbeitsgerichts=Geſetz in Kraft
ge=
treten, und am gleichen Tage haben die Arbeitsgerichte ihre
Tätigkeit aufgenommen. Die Organiſation der letzteren bedeutet
— jedenfalls ſoweit der Freiſtaat Preußen in Betracht kommt —
eine große Enttäuſchung. Während das Arbeitsgerichtsgeſetz im
§ 14 vorſchreibt, daß die Errichtung regelmäßig für den Bezirk
eines Amtsgerichts erfolgen ſoll, eine Vorſchrift, der übrigens
in Bayern voll Rechnung getragen worden iſt, hat Preußen
ge=
glaubt, die Arbeitsgerichte nur für größere Bezirke errichten zu
können, um ſo den vom Geſetz vorgeſchriebenen ſelbſtändigen
Charakter der Arbeitsgerichte zu wahren. So kommt es, daß in
Preußen durchſchnittlich auf 4—5 Amtsgerichtsbezirke nur ein
Arbeitsgericht kommt; die Zuſtändigkeit des in Berlin errichteten
Arbeitsgerichts wird ſich ſogar auf 24 Amtsgerichtsbezirke
er=
ſtrechen. Mitbeſtimmend für dieſe Regelung war auch der
Um=
ſtand, daß man glaubte, nur ſo eine genügende Beſchäftigung
der Arbeitsgerichte gewährleiſten zu können, und daß man der
Auffaſſung war, daß nur bei genügender Beſchäftigung ſich
Vorſitzender und Beiſitzer ſo in das Arbeitsgericht einarbeiten
können, wie es im Intereſſe einer ſachgemäßen Rechtſprechung
wünſchenswert iſt. Man mag zugeben, daß es ſchwer iſt, ſich der
Berechtigung dieſer Gründe zu verſchließen; auf der anderen
Seite muß man aber doch feſtſtellen, daß dieſe Regelung für die
Praxis ganz außerordentliche Schwierigkeiten mit ſich bringt.
Bekanntlich hat man im Arbeitsgerichtsgeſetz eine Vertretung der
Parteien nur durch Organiſationsvertreter zugelaſſen, hat aber
die Vertretung durch die ſachgemäß vorgebildete
Rechtsanwalt=
ſchaft ausgeſchloſſen. Ziel des Geſetzes war es, nach Möglichkeit
die Parteien ſelbſt vor den Richtertiſch zu bringen. Man ſtelle
ſich nun aber einmal vor, wie es werden wird, wenn diejenigen
Arbeitnehmer, die wohl am Sitze eines Amtsgerichts, nicht aber
am Sitze eines Arbeitsgerichts tätig ſind, in Zukunft
arbeits=
rechtliche Prozeſſe zu führen haben. Jeder dieſer Prozeſſe wird
einen unverhältnismäßigen Aufwand an Zeit und Reiſekoſten
bedingen, und die Folge wird ſein, daß mancher Arbeitnehmer
auf die Durchführung ſeines Rechtes lieber verzichten wird, als
daß er ſich der Gefahr ausſetzt, neben der Möglichkeit einer
Ab=
weiſung ſeines Anſpruches auch noch Zeitverluſt und Reiſekoſten
umſonſt aufgewandt zu haben. In jeder arbeitsrechtlichen
Streit=
ſache ſoll zunächſt ein Termin vor dem Vorſitzenden ſtattfinden.
Kommt es in dieſem Termin zu keiner Einigung, dann erſt wird
die Sache an die Kammer verwieſen, die dieſelbe in möglichſt
einem Termin zu Ende zu führen hat. In jeder ſtrittigen
Ar=
beitsgerichtsſache wird alſo mit mindeſtens zwei Terminen zu
rechnen ſein; Zeitverluſt und Reiſekoſten werden alſo auch dann
zweimal aufgewandt werden müſſen, wenn es ſich bei
einwand=
frei geklärtem Sachverhalt nur um die Entſcheidung einer
Rechts=
frage in dem einen oder dem anderen Sinne handelt. Allerdings
beſteht die Möglichkeit, eine unmittelbare Entſcheidung nur durch
den Vorſitzenden herbeizuführen; der Sinn der
Arbeitsgerichts=
barkeit iſt es ja aber gerade, durch die Hinzuziehung der Laien=
Beiſitzer eine Garantie dafür zu ſchaffen, daß bei Fällung des
Urteils alle in Betracht kommenden Verhältniſſe gebührend
ge=
würdigt werden.
Eine zweite Enttäuſchung haben die erlebt, die damit
ge=
rechnet hatten, daß bei den Arbeitsgerichten zahlreiche
Spezial=
kammern gebildet werden, ſo daß jeder Streit auch wirklich vor
die Kammer kommt, die gerade für dieſen Streitfall beſonders
ſachkundig iſt. Statt deſſen finden wir bei 11 Arbeitsgerichten
überhaupt nur eine gemeinſchaftliche Kammer für Arbeiter und
Angeſtellte, während bei allen übrigen Arbeitsgerichten je eine
Kammer für Arbeiter und Angeſtellte beſteht. Darüber hinaus
hat nur das Arbeitsgericht Berlin 17 Fachkammern für Arbeiter
und 13 Fachkammern für Angeſtellte, die Arbeitsgerichte Breslau,
Frankfurt a. M. und Köln haben je eine Fachkammer für
Hand=
lungsgehilfen, weiter die 17 am Sitz von Reichsbahndirekdionen
errichteten Arbeitsgerichte je eine Fachkammer für die
Streitig=
keiten, der deutſchen Reichsbahngeſellſchaft, und ſchließlich hat
die Mehrzahl der Arbeitsgerichte eine beſondere Kammer für
das Handwerk.
Der Sinn der Arbeitsgerichtsbarkeit beſteht — wie ſchon
geſagt — darin, daß durch Hinzuziehung von Laienbeiſitzern eine
genügende Berückſichtigung aller in Betracht kommenden
Ver=
hältniſſe gewährleiſtet wird. Dieſe Gewährleiſtung iſt
ſelbſtver=
ſtädlich nur dann gegeben, wenn die in Frage kommenden
Bei=
ſitzer beſondere Erfahrung in dem Berufskreis der Beteiligten
haben. Bei einem Streit zwiſchen einer Hausfrau und einer
Hausgehilfin iſt die Zuziehung eines Bauarbeiters als
Arbeit=
nehmerbeiſitzer ſicherlich nicht für die Rechtsfindung fördernd;
dasſelbe gilt, wenn etwa eine Hausgehilfin als Beiſitzerin in
einem Streit mitwirkt, an dem auf Arbeitnehmerſeite eine
Land=
arbeiterin beteiligt iſt. Die gemeinſame Unterſtellung unter den
Begriff des Arbeitnehmers iſt ſicherlich nicht ein ſo einigendes
Band, als daß ſie geeignet wäre, nunmehr fördernd auf die
arbeitsrechtliche Rechtſprechung einzuwirken. Beſonders fühlbar
macht ſich das Fehlen einer Spezialkammer für leitende
Ange=
ſtellte, die noch nicht einmal in Berlin errichtet worden iſt. Es
mag ſein, daß die Zahl der Prozeſſe von leitenden Angeſtellten
nicht übermäßig groß wird. Dafür wird aber jeder einzelne
Prozeß eines leitenden Angeſtellten mindeſtens die
wirtſchaft=
liche Bedeutung haben, die einem Dutzend oder mehr Prozeſſen
von Arbeitern oder wiederen Angeſtellten zukommt. Allein dieſe
Tatſache hätte die Errichtung einer beſonderen — wenn auch
nicht voll beſchäftigten — Kammer gerechtfertigt; wollte man dies
nicht tun, dann hätte man die leitenden Angeſtellten aus dem
Arbeitsgerichtsgeſetz überhaupt herauslaſſen ſollen.
Auch bei den Landesarbeitsgerichten iſt eine weitgehende
Zu=
ſammenfaſſung erfolgt. Hier wird gegen dieſelbe nichts
einzu=
wenden ſein, da das Geſetz für das Landesarbeitsgericht den
Anwaltzwang vorſieht, eingeſchränkt allerdings durch die
Zu=
laſſung der Vertretung durch Angeſtellte wirtſchaftlicher
Ver=
bände. Außerdem fragt man ſich, ob es bei dieſer weitgehenden
Zuſammenfaſſung nicht noch beſſer geweſen wäre, für den Bereich
einer Provinz nur ein Landesarbeitsgericht zu ſchaffen und dieſes
dem Oberlandesgericht anzugliedern.
Bei dem Inkrafttreten des Arbeitsgerichtsgeſetzes haben ſich
gleich eine ganze Reihe von Zweiſelsfragen hinſichtlich der
Re=
gelung des Uebergangszuſtandes ergeben. Zweifel können
be=
ſtehen, ob diejenigen Prozeſſe, bei denen die Klage vor dem
1. Juli 1927 bei den ordentlichen Gerichten bereits eingereicht,
aber noch nicht zur Zuſtellung gelangt war, bei dieſen zu
ver=
bleiben haben, oder ob ſie auf das Arbeitsgericht überzuführen
ſind. Meines Erachtens wird das letztere anzunehmen ſein, da
der Rechtsſtreit nicht mit der Einreichung der Klage, ſondern
erſt mit der Zuſtellung anhängig wird. Auch fragt es ſich, ob die
Berufung gegenüber Urteilen von Gewerbe= und
Kaufmanns=
gerichten, für die am 1. Juli 1927 die Berufungsfriſt noch nicht
abgelaufen iſt, beim Landesarbeitsgericht oder beim Landgericht
einzureichen iſt. Iſt die Berufung am 1. Juli 1927 bereits beim
Landgericht eingereicht worden, dann verbleibt es bei deſſen
Zu=
ſtändigkeit. Im übrigen wird aber anzunehmen ſein, daß nach dem
30. Juni 1927 die Berufung nur noch bei den
Landesarbeits=
gerichten eingelegt wevden kann. Hier erhebt ſich nun aber die
Frage, welches die Berufungsfriſt iſt. Für die Urteile des
Ge=
werbe= und Kaufmannsgerichts gilt eine ſolche Friſt von einem
Monat, während ſie durch das Arbeitsgerichtsgeſetz auf zwei
Wochen herabgeſetzt worden iſt. Die gelegentlich vertretene
Auf=
faſſung, für alle dieſe Urteile beginne am 1. Juli 1927 noch
ein=
mal eine 14tägige Berufungsfriſt zu laufen, möchte ich ablehnen.
Meines Erachtens muß es bei der einmonatigen Friſt verbleiben,
die bisher für die Urteile der Gewerbe= und Kaufmannsgerichte
maßgebend war. Iſt z. B. das Urteil eines Gewerbe= und
Kauf=
mannsgerichts am 5. Juni 1927 zugeſtellt wonden, dann konnte
bis einſchließlich 30. Juni 1927 die Berufung an das
überge=
ordnete Landgericht gerichtet werden. Iſt dies nicht geſchehen,
dann hat der unterlegne Teil nach dem 30. Juni noch die
Mög=
lichkeit, bis zum 5. Juli ſich mit der Berufung an das
Landes=
arbeitsgericht zu wenden.
Schließlich ſind noch die Rechtsſtreitigkeiten zu erwähnen,
die im Einſpruchsverfahren auf Grund des Betriebsrätegeſetzes
ergangen ſind. Gegen dieſe Urteile gab es bisher kein
Rechts=
mittel, während das Arbeitsgerichtsgeſetz gegen ſie die Berufung
zuläßt. Hier wird man annehmen müſſen, daß eine
Berufungs=
möglichkeit nur dann beſteht, wenn das Urteil nach dem 30. Juni
1927 durch das neue Arbeitsgericht gefällt wird, iſt es vor dem
1. Juli 1927 durch das vorläufige Arbeitsgericht gefällt wovden,
dann hat es ſofort mit der Verkündung Rechtskraft erlangt. Dieſe
kann aber durch das neue Geſetz nicht beeinträchtigt werden.
Die deutſch=polniſchen
Ver=
handlungen.
Rauſchers Miſſion. — Bemühungen der
Induſtriellen um eine Perſiändigung.
Der deutſche Geſandte Rauſcher iſt vor einigen Tagen
wie=
der nach Warſchau zurückgekehrt, nachdem er in Berlin Bericht
über den Stand ſeiner Verhandlungen mit Polen erſtattet hatte.
Neue Inſtruktionen ſind ihm nicht mitgegeben worden, wohl aber
hat er ſich über die Anſchauungen der Reichsregierung
infor=
mieren können. Er wird jetzt auf Grund der ſeinerzeit in Genf
zuſtande gekommenen Abmachungen zwiſchen Dr. Streſemann
und Zalewſki mit dem polniſchen Außenminiſter weiter
verhan=
deln und verſuchen, zunächſt die Niederlaſſungsfrage zu klären.
Neben dieſen Verhandlungen laufen neuerdings Verſuche
polniſcher und deutſcher Wirtſchaftler, eine Verſtändigung
herbei=
zuführen. Hier dürften wohl die Polen die Führung
übernom=
men haben, weil ſie allmählich einzuſehen beginnen, daß die
Taktik der Warſchauer Regierung doch nicht zum Ziel führt.
Umgekehrt aber wird auch die polniſche Regierung nichts gegen
die Verſuche der Induſtriellen unternehmen, zu privater
Ver=
ſtändigung zu kommen. Natürlich legen wir auch den deutſchen
Wirtſchaftsvertretern von uns aus keinerlei Hinderniſſe in den
Weg. Gelingt es den beiden Teilen, zu einem Abkommen zu
gelangen, dann iſt es möglich, daß nun von ſich aus auch die
polniſche Regierung etwas mehr Bereitwilligkeit als bisher an
den Tag legen wird, dem vertragloſen Zuſtand ein Ende zu
bereiten.
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Samstag, den 2 Juli 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 2. Juli.
Landwirtſchaftliche Landesausſtellung
Darmſiadt 1927.
Die Vorbereitungen für die große landwirtſchaftliche
Landesausſtel=
lung in Darmſtadt ſchreiten rüſtig fort. Die Anmeldebogen für die
Ausſtellung der landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe, und
zwar Ackerbau, Obſt=, Gemüſe= und Gartenbau, ſind
ſetzt durch die Landwirtſchaftskammer zum Verſand gekommen. In
her=
vorragender Weiſe beteiligt ſich der Landesverband der heſſiſchen
Obſt=
urd Gartenbauvereine mit ſeinen Unterorganen, beſonders Kreisvereinen,
xtsvereinen, an der Obſt= und Gemüſebauausſtellung. Den
Kreis=
vereinen ſind die Anmeldebogen und. Ausſtellungsordnung zugegangen.
1Soweit dieſe den Intereſſenten, die ihre Erzeugniſſe auf der nach 22
Jahren wieder einmal ſtattfindenden großen Landesausſtellung zur
Schau und zum Preisbewerb. bringen wollen, nicht zugegangen ſind,
können ſolche durch die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt bezogen
werden.
Miniſter von Brentano. Der Bayeriſche Geſandte und
bevoll=
wächtigte Miniſter Dr. Tiſcher aus Stuttgart hat Herrn Miniſter
von Brentano aufgeſucht und ſich im Namen des Bayeriſchen
Miniſter=
gräſidenten Dr. Held ſowie der Bayeriſchen Staatsregierung nach dem
Befinden des Herrn Miniſters erkundigt, ſowie die herzlichſten Wünſche
f fir baldige Geneſung ausgeſprochen.
— Hefſiſches Landestheater. Annelieſe Born vom Mannheimer
Tationaltheater wurde für die nächſte Spielzeit ans Landestheater
ver=
rlichtet.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Hefſiſchen Landestheaters.
geitug Direktor Adalbert Steffter. Auf die heute, Samstag,
ſtatt=
fmdende Erſtaufführung der Operettenneuheit „Die Tereſina”, von
Oscar Straus ſei hiermit nochmals hingewieſen. In der Titelrolle
aſtiert Mizzi Marx=Freibera vom Stadttheater Leipzig. Leiter der
Tufführung iſt Direktor Steffter; die muſikaliſche Leitung hat
Kapell=
meiſter Paul Voigt. Abends 11 Uhr iſt bei kleinen Preiſen, von 1—3
Mark, als erſte Nachtvorſtellung ein „Bunter Abend”, und iſt es der
Direktion gelungen, zur Mitwirkung „Maud de Foreſt” Star der
welt=
berühmten amerikaniſchen Original=Negerrevue „Black people”, zu
ge=
winnen. Dieſelbe bringt exotiſche Tänze wie auch Negergeſänge.
Außer=
aem wirkt das geſamte Soloperſonal mit. Leiter des Abends iſt
Spiel=
liter Fritz Daurer; am Flügel Kapellmeiſter Dr. Neſtler. Sonntag,
nachmittags 3½ Uhr, wird als Familien= und Fremdenvorſtellung zu
Xeinen Preiſen, 1—3 Mk. die Operette. Die Roſe von Stambul”
wieder=
holt, während abends 8 Uhr und täglich die Operette „Die Tereſina” mit
MZizzi Marx=Freiberg als Gaſt gegeben wird. Es ſei ausdrücklich darauf
hengewieſen, daß während des Gaſtſpiels Mizzi Marx=Freiberg keine
ehöhten Preiſe ſind. Die Samstag=Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr.
PTontag, den 4. Juli iſt die zweite Vorſtellung für Montags=Mieter.
— Orpheum. Gaſtſpiel Joſef Weinreiß. Mit der heiteren Novität
„Stöpſel” (von Franz Arnold und Ernſt Bach) beginnt heute Abend
8 Uhr der rheiniſche Komiker Joſef Weinreiß nebſt Geſellſchaft ſein
hreſiges Gaſtſpiel. Ueber die künſtleriſchen Qualitäten dieſes populären
8 heinländers gibt nachfolgender Auszug aus Kölner und Duisburger
Xreſſe=Urteilen Aufſchluß: „Groß=Köln hat für den Monat Mai das
nchtige getroffen: Joſef Weinreiß in der tollen Poſſe, Stöpſel” von
19rnold und Bach, zwei Lachſchlagerfabrikanten, die ſchon öfters bewieſen
haben, daß ſie ihr Publikum kennen. Man kann die Lachſalven nicht
zchlen, die allabendlich durch den vollbeſetzten Saal dröhnen. Wenn
Weinreiß auf der Bühne erſcheint, geht der Jubel los, und die
Er=
ſchütterungen des Zwergfells laſſen nicht nach, bis ſich der Vorhang zum
Itten Male hinter dieſem dreiaktigen, abendfüllenden Schwank ſchließt.
— Dieſer Schwank iſt eine Reihe heitever, von Situationskomik mehr als
von Charakterkomik durchſetzter Bilder, er will keine geiſtreiche Geſchichte
geben, ſondern in munterſter Fröhlichkeit unterhalten, lachen, lachen.
— Weinreiß in der Titelrolle — ein Stöpſel, wie man ihn
überwältigen=
der ſelten ſehen dürfte. Eine hervorragende Mimik, eine Kunſt auch
des Improviſierens, der gelegentlichen Umſtellung auf Duisburger
Ver=
hrltniſſe, ein ſo rapide durchbvechender Humor, daß das Lachen im
Weater kein Ende nehmen wollte. Dieſer Stöpſel war in ſeiner
Be=
hrbigkeit, ſeiner Unbeholfenheit und Tollpatſchigkeit, ſeiner Angſt ſo
gern geſehen, daß Weinreiß allein mit dieſer Type dem Operettentheater
noch eine Reihe ausverkaufter Häuſer bringen wird. — Weinreiß der
ir Duisburg beſonders beliebte und bekannte Komiker, ſtellt den Piper,
der ſich unter dem Pſeudonym Stöpſel” auf eine „geſchäftliche
Ver=
mügungstour nach Italien begibt. Weinreiß als Stöpſel und Piper
b=findet ſich in ſeinem Element. Nicht einen Augenblick läßt er das
Aurblikum auf eine neue Pointe warten. Schlag auf Schlag ſppüht ſein
Kuumor in Worten, Geſten und Mimik. Das Haus brüllt vor Lachen,
nenn es ihn ſchon ſieht!
— Städtiſches Orcheſter Das Promenadekonzert des Städtiſchen
Escheſters chällt im Herrngarten am Sonntag, den 3. Juli d. J. aus.
— Berufliche Jugendbewegung. Darmſtadt, als Kunſtſtadt bekannt
und geſchätzt, wird gern als Tagungsort gewählt. Am Samstag und
Sonntag werden die Jugendgruppen des Gaues Frankfurt a. M. im
Aerband der weiblichen Handels= und Burequangeſtellten E.V. (V. W.A.)
ihren Gaujugendtag veranſtalten. Ein Gedanke iſt es vor allem,
der den V.W.A. aus der Reihe der Berufsorganiſationen,
Gewerkſchaf=
tear und Standesvereine beſonders hervorhebt. Er organiſiert nur
weibliche Mitglieder, hat ſich alſo zur Aufgabe gemacht, der
weib=
li chen Jugend die Wege zu ebnen, um im erwählten Beruf heimiſch
zu werden. Trotz harter wirtſchaftlicher Notwendigkeiten wird die
Be=
rrfswahl und Berufsausbildung der Knaben und Mädchen immer noch
uterſchiedlich gehandhabt. Der Berufsausbildung der Mädchen wird
neit weniger Sorgfalt zugewendet. Die ordnungsmäßige Lehre iſt meiſt
nur bei Verkäuferinnen dunchgeführt; die Kontoriſtinnen treten in der
geegel nach kurzer Handelsſchulbildung als Anfängerinnen in den
kauf=
nänniſchen Betrieb ein, wo in den ſeltenſten Fällen ausreichende
Be=
rrfsausbildung gewährleiſtet iſt. Der V.W.A. ſetzt ſich dafür ein, daß
auch das berufstätige junge Mädchen eine gute Ausbildung erhalte. Nur
ner in ſeinem Berufe etwas Gutes leiſtet, kann ſich als freier, froher
Arenſch fühlen. Deshalb pflegt die Jugendbewegung im V.W.A. neben
der beruflichen Ertüchtigung alles, was Körper und Geiſt ſtählen kann,
um die jugen Mädchen tüchtig zu machen, ihre doppelte Aufgabe im
Leben zu erfüllen, Berufsarbeiterin zu ſein und Frauentum und
Frauen=
nürrde hochzuhalten zum Beſten unſeres Vaterlandes.
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen vormittags
u und 11.30 Uhr, nachmittags 3.30 und 4 Uhr, Sonntags nur
vormit=
tegs 11 und 11.30 Uhr ſtatt. Samstag geſchloſſen.
— Gewerbemuſeum. Die Sammlungen des Heſſiſchen
Gewerbe=
muiſeums bleiben wegen räumlicher Arbeiten bis auf weiteres geſchloſſen.
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Zur Weihe des Oenkmals der
beſſiſchen Artillerie.
Am Sonntag fällt die Hülle vom Denkmal für die heſſiſche
Artillerie. In Beſſungen, dem alten Kanonierviertel unſerer
Stadt, im an Erinnerungen reichen Prinz=Emils=Garten, iſt es
errichtet worden. Die alten Artilleriekaſernen grüßen zu ihm
hinüber.
Opferbereite Kameradſchaft gab die Mittel zum Bau. Unſer
Mitbürger, Profeſſor Robert Cauer, hat es geſchaffen. Ein
alter Artilleriſt, Baumeiſter Wagner, ſetzte die Fundamente. Die
Stadt gab den Platz und ſchmückt ihn mit Anlagen.
Tauſende von Kameraden, der alten heſſiſchen 25.
Feld=
artillerie=Brigade und ihrer vielen tapferen Kriegsformationen
ſind nach Darmſtadt „im Anmarſch” „Sie wollen am Denkmal
in Treue und Dankbarkeit ihren ruhmreichen Regimentern und
denen huldigen, die ihr Leben fürs Vaterland dahin gaben. Sie
wollen aus frohem Zuſammenſein mit den alten Führern und
Gefährten aus Kriegs= und Friedenszeiten neue Kraft für den
Alltag ſchöpfen. Sie wollen plaudern und rühmen von Heſſens
ſtolzer, unvergeßlicher Artillerie.
Wahrlich, „ein ſtolzes, gewaltiges Korps” war die geworden
in ihrer langen Geſchichte, die ſich bis über das Jahr 1460
zurückverfolgen läßt:
1790 ſchon beſtehen zwei Kompagnien von ihr als „
Land=
gräfliches Feldartilleriekorps”, das in jenem Jahr gegründet
wird. Hundert Jahre ſpäter iſt das nun „Großherzogliche‟
Artillerie=Korps zu einem Regiment (25) von zehn Batterien
gewachſen. Von 1899 an ſtellt Heſſen mit der Bildung des
Regi=
ments 61 eine Artillerie=Brigade zum deutſchen Heere. Im
großen Kriege endlich hat die heſſiſche Artillerie, neben vielen
Stäben und Kolonnen, wohl mehr als 90 Batterien aufgeſtellt,
hat alſo mehr Geſchütze an den Feind gebracht, als unſer ganzes
jetziges Heer beſitzen darf.
Reich an Taten und Ruhm ſind ihre Ueberlieferungen:
Schon bei der Gründung des Artilleriekorps kann das heſſiſche
„Geſchütz” auf viele Kriege zurückſchauen, in denen es mit
Aus=
zeichnung gekämpft. Zwei Jahre nach ſeiner Aufſtellung
be=
ginnen die Koalitionskriege gegen die Heere der franzöſiſchen
Revolution, in denen heſſiſche Artillerie am Rhein, an der Lahn
und in den Niederlanden kämpft. Ihnen folgen die gewaltigen
Kriege der napoleoniſchen Zeit, an denen Heſſen ſeit 1806
be=
teiligt iſt: in Preußen und Polen, in Spanien, bei Aſpern und
Wagram, in Rußland und im großen Entſcheidungsringen der
Jahre 1813 bis 1815 donnern heſſiſche Geſchütze. In den
Feld=
zügen 1849 und 1866 bewährt ſich unſere Artillerie aufs neue.
Am ſiegreichen Einigungskriege von 1870/71 nimmt ſie bei St.
Privat, vor Metz und an der Loire ruhmreichen Anteil. Im
großen Kriege 1914/18 ſehen wir die „aktiven” heſſiſchen
Artil=
lerieregimenter auf der Weſtfront. Unmöglich iſt’s, in kurzen
Worten all die Waffentaten aufzuführen, durch die ſie ſich beim
Vormarſch 1914, bei Verdun, an der Somme, bei St. Quentin,
in Flandern, bei Cambrai, in der Champagne und in all den
gewaltigen Schlachten des Schickſalsjahres 1918 unſterblichen
Ruhm und unauslöſchlichen Dank des Vaterlandes erworben
haben. Die Kriegsformationen haben es ihren
Stammregimen=
tern gleich getan. Ihnen war es vergönnt, auf allen
Kriegs=
ſchauplätzen den Ruhm der heſſiſchen Waffen zu mehren; ihre
Geſchütze haben auch an allen Brennpunkten der rieſigen
Oſt=
front von Riga bis Galizien gedonnert, haben vor Begrad, auf
dem Balkan und in Rumänien unſerer Infanterie den Weg zum
Siege gebahnt.
Heute ſteht innerhalb der rot=weißen Grenzpfähle keine
heſ=
ſiſche Artillerie mehr. Verſailles hat unſeren ſtolzen
Regimen=
tern ein Ende bereitet. Nur eine heſſiſche Batterie gibt es noch,
unſere ſchöne Traditionsbatterie, die 1. des 5. Artillerie=
Regi=
ments in Fulda. Auf unſerem alten Griesheimer
Uebungs=
platz ſchießen die Franzoſen.
So iſt denn auch der Feſt=Sonntag kein Tag ungemiſchter
Freude. Doppelt wehmütig gedenken die alten Kameraden vom
ſchwarzen Kragen der toten Kriegsgefährten. Schwer laſtet auf
ihnen das Bewußtſein, daß die deutſchen Waffen zerſchlagen.
Aber dennoch darf übermorgen die Freude überwiegen. Auf
herrliche Taten ihrer Regimenter dürfen die alten Artilleriſten
zurückſchauen mit dem ſtolzen Bewußtſein, mit „dabei” geweſen
zu ſein und ihre Pflicht und Schuldigkeit getan zu haben. Und
noch mehr: die Tauſende, die zum Weihefeſt kommen, werden
ihnen zeigen, daß der alte Geiſt des Waffenſtolzes das Andenken
an unſer herrliches Heer, die Kameradſchaft noch leben, daß ſie
weiter gelten werden, unſere alten Kanonierlieder: „Wir
heſ=
ſiſchen Artilleriſten halten allzeit zuſammen” — „Wenn es gilt,
dann ſind wir da‟.
Herzlichſt grüßen die alten Artilleriſten die ſchöne Stadt
Darmſtadt, in der ſo viele von ihnen ihre ſchönſten Lebensjahre
verbringen durften. Sie wiſſen, daß jeder Darmſtädter, zum
mindeſten im ſtillen Kämmerlein ſeines Herzens, ſehnlichſt
wünſcht: „Kämen ſie doch für immer wieder, unſere Artilleriſten
— aber mit „Muſik und Kanonen”.
Aufrichtigſt danken ſie der Stadtverwaltung für ihre Hilfe
zum Zuſtandekommen des Denkmals.
Beſten Dank ſogen ſie auch all den vielen, die ſich ſonſt um
ihr Ehrenmal verdient gemacht haben, insbeſondere auch der
Preſſe, die ſo erfolgreich für das Feſt werben half.
Schließlich, und nicht zuletzt, ſagen ſie den Kameraden Dank,
die die mühevollen Vorbereitungsarbeiten für das Feſt auf ſich
nahmen, ſagen auch Dank den Bürgern, die Feſtgäſte ins
Quar=
tier nahmen.
Möge dem Einzug der alten Artilleriſten im Bürgerrock am
Sonntag in nicht zu ferner Zeit ein Einzug in Wehr und Waffen
folgen. Mögen unſere Söhne alle dermaleinſt wieder Leib und
Seele in einem wahren Volksheer ſtählen dürfen. Möge es bald
wieder für jeden deutſchen Mann gelten:
„Allezeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit!”
Zu den Feiern der beſſiſchen Artillerie
werden wir erſucht, mitzuteilen, daß ſämtliche Veranſtaltungen,
zu denen die Bürgerſchaft Darmſtadts eingeladen iſt, vor allem
die großen Doppelkonzerte, Aufführungen, Kinderfeſt uſw. im
Orangeriegarten ſtattfinden.
— „Alte Kunſt am Mittelrhein” im Landesmuſeum. Sonntag, den
3. Juli, finden um ½11 Uhr und um 12 Uhr Führungen in der
Aus=
ſtellung ſtatt. An den Führungen kann jeder Beſucher der Ausſtellung
auf Grund ſeiner Eintrittskarte ohne weiteres teilnehmen.
— Auszeichnung. Herr J. Oßwald, hier, Nieder=Ramſtädterſtr. 71, I.,
wurde bei der Deutſchen Schuhmacher=Fachausſtellung in München
mit der Goldenen Medaille und Ehrenpreis prämiiert.
— Hohes Alter. Frau Johannna Raſchert Gervinusſtraße 34 feiert
heute im Kreiſe ihrer Kinder, Enkel, Urenkel ſowie Ururenkel, alſo
fünf Generationen, in voller Rüſtigkeit ihren 92. Geburtstag.
— Treue Mieter. Am 1. Juli 1927 waren es 25 Jahre, daß Familie
Georg Friedrich im Hauſe Liebfrauenſtraße 40 wohnt.
— Zeltprediger Puhle, welcher auch als Sänger während der
Evan=
geliſation im vorigen Jahre auf dem Meßplatz noch bei ſehr vielen in
lebhafter Erinnerung iſt, wird am kommenden Dienstag abend im großen
Saale der Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24) einen Liederabend veranſtalten.
Der Eintritt zu dieſer Veranſtaltung iſt frei. Am Schluſſe der
Ver=
anſtaltung iſt Gelegenheit geboten, freiwillige Gaben und Spenden
ent=
weder gleich zu geben, oder die Adreſſe anzugeben, wo dieſelben
ab=
geholt werden ſollen. Dieſe Gaben und Spenden läßt Herr Puhle dem
Kriegerdankbund Gau Süddeutſchland zukommen zur Verwendung im
Krieger=Erholungsheim „Rappenhof”. Das Erholungsheim befindeſt.
ſich in herrlicher Lage am Wald bei Geſchwand in Württemberg, und
ſoll den ehem. Feldgrauen eine Erholungsſtätte bieten, welche fern vom
Getriebe jedem Gelegenheit bieten ſoll, ſich im Geiſte und am Leibe zu
ſtärken. Wie viel Grund zum Dank gegen Gott haben doch alle, welche
im Weltkrieg Haus, Familie und Heimat verlaſſen mußen, und draußen
im fremden Lande nicht nur den Kugeln des Gegners, ſondern noch ſehr
vielen anderen Schwierigkeiten ausgeſetzt waven, aber als ein Wunder
vor ſehr vielem bewahrt blieben. Wenn ſich eine Anzahl fänden, welche
ihrem Dank gegen Gott dadurch Ausdruck verleihen, daß ſie, wenn auch
eine noch ſo kleine Spende für das Erholungsheim geben würden, dann
wäre es vielleicht möglich, ein Zimmer in dieſem Heim als
Heſſen=
zimmer, oder wenn die Gaben reichlicher fließen würden, ſogar ein
ſolches als Darmſtädter Zimmer auszuſtatten. Wer gerne Näheres über
das Erholungsheim wiſſen möchte, dem iſt am Dienstag abend
Ge=
legenheit geboten, alles Gewünſchte zu erfahren.
Kunſinotizen.
Ueber Werte, Künftler oder künſtleriſche Veranftaltungen, deren im Nachſtehende
geſchſeht, behält ſch die Redaktſon ihr Urtell vor
— „Valencia”, die in fünf Erdteilen beſungene „Schönſte aller
Roſen”, als Filmheldin. . . . Valencia! Spanien — Palmen — Zitronen
— Kaſtagnetten — „ſüdliches Blut” — Sonne und nochmals Sonne —
Stierkämpfe und flimmerndes Meer, das alles liegt in dieſen acht
Buch=
ſtaben. Verſäumen Sie nicht den Film, welcher zurzeit im Union=Theater
läuft, und anderer Dispoſitionen wegen nur noch drei Tage zur
Vor=
führung gelangt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notlzen find ansſchlledlich als Hlnwelſe auf Angeigen zu betrachten.
in keinem Falle iegendwie ale Beſprechung oder Kritſt.
— Vereinigung früherer Leibgardiſten Darmy
ſtadt. Wir machen hiermit unſere Mitglieder darauf aufmerkſam, daß
die Vereinigung geſchloſſen an dem am Sonntag nachmittag
ſtattfinden=
denden Feſtzug der Vereinigten Artillerie=Vereine anläßlich ihrer
Denk=
malsenthüllung teilnimmt. Die Kameraden treffen ſich Sonntag, den
3. Juli, nachmittags 2.15 Uhr, vor der 25er Artilleriekaſerne. Dunkler
Anzug erwünſcht, Orden und Ehrenzeichen ſind anzulegen Reſtloſes
Erſcheinen iſt Ehrenpflicht. Näheres ſiehe Anzeigen und Plakate der
Vereinigten Artillerie=Vereine.
— Kriegerkameradſchaft „Germania‟ Darmſtadt.
Zur Denkmalsweihe der Feldartillerie ſind die Kameraden nochmals
herzlichſt eingeladen, und es wird gebeten, am Feſtzug recht zahlreich
teilzunehmen. Zuſammenkunft am Eingang zur Kaſerne ehem. Ber
Feld=Artillerie Sonntag nachmittag 2 Uhr.
— Kameradſchaftlicher Kriegerverein 1874
ver=
ſammelt ſich zum Feſtzug des Artillerie=Bundes, Sonntag, den 3. Juli,
nachmittags 2 Uhr, Marienplatz (Dragoner=Kaſerne). Rege Beteiligung
erwünſcht.
— Train=Vereinigung 18. Die Kameraden werden
ge=
beten, ſich recht zahlreich an den Feſtlichkeiten der Artillerie anläßlich
ihrer Denkmalsweihe am Samstag, den 2. Juli und Sonntag den
3. Juli, zu beteiligen. Feſtabzeichen nebſt Feſtſchrift ſind in der
Reſtau=
ration „Zur Kanone‟, Heidelbergerſtraße, erhältlich.
— Nächſten Sonntag, den 3. Juli, findet in der Kapelle des
Kranich=
ſteiner Schloſſes morgens halb 9 Uhr em Jugendgottesdienſt
ſtatt, zu dem die Eltern und Freunde unſerer Jugend eingeladen ſind.
Die Predigt hält Pfarrer Becker aus Schwanheim. Anſchließend wird
am Georgenbrunnen geſpielt, geſungen und getanzt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Samstag, den 2. Jul: 1927
Nummer 181
Geſchicktichkeits=Wettbewerb des Heſſiſchen
Automobil=Clubs im Orangeriegarten.
30. Stiftungsfeſi der A. T. V. Zuiskonia.
Der neue Werbeproſpekt für Darmſiadt.
Die Sportkommiſſion des Heſſiſchen Automobil=Clubs hat am
28. Juni getagt und beſchloſſen, am 10. Juli im Orangeriegarten
einen Geſchicklichkeits=Wettbewerb für, Wagen
abzu=
halten. Der Wettbewerb beginnt nachmittags um 3 Uhr. Während der
Zeit des Wettbewerbs, der etwa drei bis vier Stunden dauern wird,
konzertiert das Städtiſche Orcheſter.
Dieſe Veranſtaltung bedeutet ſir Darmſtadt etwas ganz Neues und
dürfte ſicherlich ſeine Anziehungstraft nicht verfehlen, zumal der
Ein=
trittspreis mit 1 Mark außerordentlich niedrig gehalten iſt. Der Garten
iſt für dieſen Tag bereits gemietet. Die Fahrer der Wagen haben durch
alle möglichen Aufgaben die Geſchicklichkeit im Fahren zu beweiſen. Alle
Fehler, wie das Umwerfen von Fahnen, werden mit Strafpunkten belegt,
ebenſo das Nichteinhalten der Fahrzeit. Es ſtehen drei wertvolle
Ehren=
preiſe zur Verfügung, die diejenigen Fahrer erhalten, die die wenigſte
Punktzahl aufzuweiſen haben.
* Kleine Strafkammer. Eine Anklage wegen Steuerzuwiderhandlung
beſchäftigt das Gericht. Es handelt ſich dabei um grundſätzliche Fragen,
die intereſſieren dürften. Im Jahre 1922 kaufte ein hieſiger Kaufmann
ein Geſchäftshaus, in dem er Um= und Neubauten vornehmen wollte,
Der Vorkäufer mietete einen im Hauſe umgebauten Laden vom Käufer,
in welchem ſchriftlichen Vertrage neben der monatlichen Miete der Mieter
ſich verpflichtete, einen monatlich bemeſſenen Beitrag zu den
Ueber=
teuerungskoſten des Umbaues des Hausbeſitzers bis zum Ablauf der
Mietzeit zu leiſten. Nach der Stabiliſierung der Währung wurde in
einem Nachtrage vom 1. März 1934 der Mietzins und der Beitrag zu
den Ueberteuerungskoſten (als zu erſtattender Kapitalbetrag) neu
feſt=
geſetzt. In der Anmeldung zur Vorauszahlung für die
Einkommen=
ſteuer gab der Kaufmann nur die Einnahme aus Miete, nicht aber den
Beitrag zu den Ueberteuerungskoſten als Einkommensquelle an. Das
Finanzamt Darmſtadt=Stadt erblickte in dem ſtipulierten Beitrag einen
verſchleierten Mietzuſchlag, der einkommenſteuerpflichig ſei. Im
Dezem=
ber 1924 wurde ein Steuerſtrafverfahren eingeleitet, das in einem
Strafbeſcheid vom 11. Juni 1926 ſeinen Abſchluß fand. Es wurde eine hohe
Geldſtrafe ausgeſprocken, wogegen der Kaufmann Antrag auf gerichtliche
Entſcheidung ſtellte. Das Amtsgericht I hat durch Urteil vom 13. April
1927 wegen fahrläſſiger Steuerhinterziehung auf 50 Mark
Geld=
ſtrafe erkannt. Gegen dieſes Urteil haben Berufung eingelegt: der
Amtsanwalt, das als Nebenkläger angeſchloſſene Finanzamt und der
Angeklagte. In der Vermögensſteuererklärung hat der Angeklagte den
Geſamtbetrag der als Kapital zu erſtattenden Beträge als Guthaben
an=
gegeben. Den monatlichen Zuſchuß zum Mietzinſe hat er nicht als
Ein=
kommen deklariert, weil er denſelben nicht ſür Einkommen gehalten
haben will. Für den Fall des Auszuges war der Mieter von jeder
weiteren Rückerſtattung durch einen Nachtrag, gleichfalls vom 1. März
1924, entbunden. Der Staatsanwalt erklärt, einen Vertrag, wie im
Fragefalle geſchehen, für rechtlich und wirtſchaftlich möglich, wenn er
auch ſelten ſein dürfe; es handle ſich um ein Darlehen, das dem Mieter
ſo verſchafft werden könne. Bezüglich des erſten Vertrags könne man
dem Angeklagten den guten Glauben nicht abſprechen. Dieſe Verhältniſſe
hätten ſich aber mit dem neuen Vertrage geändert. Hier liege eine
Ver=
ſchleierung vor, der Zuſchlag ſei höher wie die Normalmiete, auch das
Verhältnis beider zueinander ſei verändert. Auch der Nachtrag ſir den
Fall des Auszugs ändere das Verhältnis völlig. Beabſichtigt und
vor=
genommen ſei eine Verſchleierung, Einkommenſteuer werde ſo erſpart in
einer Weiſe, die unerlaubt ſei. Beſtrafung wegen vorſätzlicher
Steuer=
hinterziehung wird beantragt, und gebeten, auf eine angemeſſene Strafe
zu erkennen. Die Verteidigung bittet, die gegneriſche Berufung zu
ver=
werfen und in Stattgebung der Berufung des Angeklagten dieſen
frei=
zuſprechen. Die Steuerbehörde dürfe nicht in die Vertragsfreiheit
ein=
greifen; Steuererſparnis und die Abſicht, ſie zu erzielen, ſei erlaubt.
Der Mieter habe die Umbaukoſten des Ladens tragen ſollen nach der
Parteiabrede. Vorgelegtes Geld habe erſtattet werden ſollen. Eine
Ab=
ſicht, den Fiskus um Steuer zu betrügen, ſei nicht nachgewieſen, auf
dieſem Boden ſtehe auch das erſte Urteil. Aus der Abfaſſung der
Ver=
mögensſteuererklärung gehe der gute Glauben des Angeklagten hervor.
Auch eine fahrläſſige Handlungsweiſe ſei, nicht nachgewieſen. Das
Urteil verwirft die Berufung des Angeklagten.
hebt auf die Berufung des Nebenklägers und der Staatsanwaltſchaft
das angefochtene Urteil auf und erkennt wegen vorſätzlicher
Steuer=
hinterziehung (8 359 RAbgO.) auf 500 Mark Geldſtrafe.
Der neue Werbeproſpekt ſür Darmſtadt ſtellt in der Reiho der
bis=
her erſchienenen ein beachtenswertes Novum dar. Schon die äußere
Form nimmt für ihn ein. Kein dickes Buch wird uns da in die Hand
gedrückt. Aus beſtem Kunſtdruckpapier hergeſtellt, präſentiert er ſich als
ein 24 Soiten ſtarkes langformatiges Heftchen, das auf der Reiſe bequem
in der Rocktaſche nachführbar iſt. Blau=Weiß, die Darmſtädter
Stadt=
farben, geben ihm ſein koloriertes Gepräge. Im übrigen zeichnet ſtrenge
Sachlichkeit den knappen Text aus, der den fremden Beſucher über alles
hier Wiſſens= und Sehenswerte unterrichtet. Zahlreiche techniſch
vor=
züglich durchgearbeitete Autotypien, geſchickt in den Text eingefügt,
tragen zu einer ſinnfälligen Erläuterung bei, Wertvolle
Literatur=
hinweiſe kommen dem ins Einzelne gehenden Wiſſensdrang weiteſt
ent=
gegen. Anerkennung gebührt ſomit dieſer Werbeleiſtung, die dem
Zu=
ſammenarbeiten zwiſchen Städtiſchen Behörden, Verkehrsverein und der
Geſellſchaft Heſſiſcher Bücherfreunde zu verdanken und durch ſeine
Gegenwart mit dazu berufen iſt, Darmſtadts Ruf als Stätte der Kunſt,
Wiſſenſchafts= und Sportpflege in der geſamten Welt zu geben und zu
feſtigen. Der neue Proſpekt wird vom Verkehrsverein Darmſtadt bei
allen Verkehrs=Vereinen, Schiffahrtsgeſellſchaften Buchhandlungen,
Hotels und Gaſtſtätten des In= und Auslandes für das intereſſierte
Noiſepublikum aufgelegt. Er iſt bei dieſen gegen Entrichtung einer
Gebühr von 10 Pf. erhältlich.
* Bezirksſchöffengericht. Eine wiederholt vertagt geweſene
Straf=
ſache wegen Urkundenfälſchung und Körperverletzung hat nun ihren
Ab=
ſchluß gefunden. Die Sache ſpielt in ſtudentiſchen Kreiſen und hat auch
biſziplinär den Kleinen Senat der Techniſchen Hochſchule als
Diſziplinar=
hof beſchäftigt. Ein Student des Papierfaches ſteht unter der Anklage:
1. im Juli 19B5 oder um dieſe Zeit Privaturkunden, nämlich zwei mit
dem Namen des Anfertigers (eines Studenten) und dem Vorteſtat des
Profeſſors und dem Stempel der Hochſchule Darmſtadt verſehene
Ma=
ſchinenzeichnungen durch Entfernung der genannten Merkmale und
Bei=
ſchrift ſeines eigenen Namens in rechtswidriger Abſicht und in der
Ab=
ſicht, ſich einen rechtswidrigen Vermögensvorveil zu verſchaffen,
ver=
fälſcht und von den ſo verfälſchten Urkunden zum Zwecke einer
Täu=
ſchung durch die Einreichung zur Diplomvorprüfung im Maſchinenfach
bei der genannten Hochſchule Gebrauch gemacht zu haben; 2. am 15.
November 1996 den obengenannten Studenten vorſätzlich durch mehrere
Schläge mit einem Schlagring und Tritte mit beſchuhtem Fuße durch
hinterliſtigen Ueberfall vorſätzlich körperlich mißhandelt und an der
Geſundheit beſchädigt zu haben. Verbrechen und Vergehen gegen die
Paragraphen 267, 268, 223 StGB. Wegen der Urkundenfälſchung hat
der Angeklagte eine Diſziplinarſtrafe erhalten, indem er für das
Winter=
ſemeſter 1925/26 vom Beſuch der Hochſchule ausgeſchloſſen wurde. Das
Gericht hat nur einfache Urkundenfälſchung und Körperverletzung mit
einem feſten Gegenſtand in der Form hinterliſtigen Ueberfalls
ange=
nommen. Es erkannte wegen der Urkundenfälſchung anſtelle einer an
ſich verwirkten Gefängnisſtrafe von zwei Monaten auf 300 Mark und
wegen der Körperverletzung auf 50 Mark Geldſtrafe.
* Bezirksſchöffengericht. Wegen Fälſchung einer Privaturkunde iſt
ein hieſiger Schuhmachermeiſter angeklagt. Er ſoll als Mieter eines Ladens
eine Mietzinsquittung fälſchlich angefertigt und, mit dem Namen des
Vermieters verſehen, von dieſer den Beamten des zuſtändigen
Polizei=
rebiers gegenüber zum Zwecke der Täuſchung Gebrauch gemacht haben. Der
Name des Vermieters iſt gut nachgeahmt. Der Staatsanwalt erklärt den
Tatbeſtand für einfach und geklärt. Die Schutzbehauptung des Angeklagten
erſcheint unrichtig. Der Strafantrag geht auf zwei Wochen Gefängnis.
Der Verteidiger erachtet den Fall nicht für genügend aufgeklärt,
ge=
gebenenfalls genüge eine Geldſtrafe in Anwendung des
Geldſtrafen=
geſetzes. Das Urteil ertennt auf 10 Tage Gefängnis.
Brückengeld auf der Hindenburgbrücke. Die Aufhebung der
Brückengelder auf öffentlichen Brücken für Kraftfahrzeuge iſt mit
Wirkung vom 1. Juli 1927 ab in Kraft getreten. Zur Vermeidung von
Mißverſtändniſſen teilt uns die Reichsbahndirektion Mainz mit, daß die
Hindenburgbrücke zwiſchen Kempten und Geiſenheim keine Brücke
des öffentlichen Landverkehrs iſt und als Privatbyücke nur aus
beſonde=
rem Entgegenkommen und trotz erheblicher Bedenken gegen jederzeitigen
Widerruf fir den allgemeinen Fuhrwerks= und Autoverkehr freigegeben
und beſonders umgebaut wurde. Die Erhebung des tarifmäßigen
Brückengeldes für den Kraftwagenverkehr bleibt daher auf der
Hinden=
burgbrücke im bisherigen Umfange beſtehen. Es liegt im Intereſſe der
Beteiligten, beſ der Brückengelderhebung keine Schwierigkeiten zu
machen, damit nicht der bedauerliche Schritt des Widerrufs der
Ver=
kehrsfreigabe über die Brücke erfolgen muß.
Dieſer Tage beging die Akademiſche Turnverbindung Tuiskonia (im
Akademiſchen Turnbund) Frankfurt g. M. ihr 30. Stiftungsfeſt. Als
Akadem. Pharmazeutiſcher Verein in Darmſtadt gegründet, ſiedelte die
Verbindung bei Schaffung der Frankfurter Univerſität an dieſe über,
um hier im Sinne des A. D. B. die Pflege der Leibesübungen unter der
Studentenſchaft zu verbreiten.
Das Stiftungsfeſt wurde durch ſportliche Wettkämpfe eingeleitet,
die unter Beteiligung einer Reihe auswärtiger Bundeskorvorationem
und Vereine des Gaues Frankfurt der D.T. einen ſpannenden Verlauf
nahmen. An Anerkennung für die hier geleiſtete Arbeit fehlte es nicht,
und auf dem Kommers, der die Verbindung mit mehr als 200 Altem
Herren und Budesbrüdern, Vertretern der Behördem der D.T. und
vielen anderen Gäſten in den Näumen des Frankfurter Turmvereins 1860
vereinigte, wies in Vertretung ſeiner Magnifizenz des Herrn Rektors
der Dekan der mediziniſchen Fakultät, Prof. Dr. Fiſcher, auf die
aus=
ſchlaggebende Rolle hin, die die Verbindung für die Pflege der
Leibes=
übungem an der Univerſität ſpielt. Von den zahlreichen Reden, die
wei=
ter gehalten wurden, ſeien erwähnt die von A. H. Studienrat Dr. Pfeffer,
der ebenſo wie A.H. Pfarrer Borning die Stellung des T.B.ers zum
Vaterlande behandelte, ſowie die von A.b. Dr. Zobel, der die
Zuſam=
menarbeit von A.T. B. und deutſcher Turnerſchaft hervorhob. Der
Vor=
ſitzende der Altherrenſchaft, Dr. Jung, überreichte den Siegern, unter
denen ſich u. a. die Ziehen=Oberrealſchule und der Polizei=Turn= und
Sportverein befanden, die zum Teil recht wertvollem Preiſe, und gab bei
dieſer Gelegenheit einen Abriß der bisherigen Verbindungsgeſchichte.
Seine Mitteilung, daß der A. H.=Konvent endgültig beſchloſſen habe, der
Verbindung in kürzeſter Zeit ein eigenes Haus zu ſchaffen, löſte
freu=
digen Beifall aus. Den Gruß der Bundes=A. H. A.cH. überbrachte
Pri=
vatdozent Dr. Kräuſel. Erſt gegen 1 Uhr fand der offizielle Kommers
ſein Ende, doch hielt eine frohe Fidelitas zahlreiche Teilnehmer noch
lange beieinander. — Daß die Verbindung auch innerhalb der
Geſell=
ſchaft Frankfurts eine geachtete Stellung einnimmt, lehrte der
Geſell=
ſchaftsabend am Freitag, ebenſo der letzte Tag des Feſtes, der alter
Ueber=
lieferung getreu in Darmſtadt verbracht wurde und von den zahlreichen
Darmſtädter A. H. A.,H. aufs beſte vorbereitet war.
CWegen Gleisumbaues Ecke Bismarck= und Wendelſtadtſtraße wird
die Bismarckſtraße zwiſchen Fuchs= und Wilhelminenſtraße, die
Grafenſtraße zwiſchen Wieſen= und Bismarckſtraße und die
Wen=
delſtadtſtraße zwiſchen Lagerhaus= und Bismarckſtraße vom 4. bis
9. Juli für den Fuhrwerks=, Auto= und Radfahrverkehr geſperrt.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der
Dornhei=
merweg von der Eiſenbahnbrücke bis Wixhäuſerhausſchneiſe vom 1.
bis 7. Juli d. Js. für den Fuhrwerks=, Auto= und Radfahrverkehr
ge=
ſperrt.
Feſtſchauſpiel auf der Bergfeſte Dilsberg. Am 3. Juli findet die
Beſchießung mit nachfolgender Beleuchtung der Bergfeſte Dilsberg bei
Neckarſteinach ſtatt. Dabei ſoll die Belagerung der Stadt durch Tilly im
30jährigen Krieg naturgetreu nachgeahmt werden. Bei Anfahrt der
Feſt=
ſchiffe in Neckargemünd wird eine Strand= und Brückenbeleuchtung
ver=
anſtaltet. Das einzigartige Schauſpiel zog voriges Jahr über 40000
Perſonen an.
Tageskalender für Samstag, den 2. Juli 1927.
Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, abends ½8 Uhr: Die Tereſina”; abends 11 Uhr,
Nacht=
vorſtellung: Großer bunter Abend”. — Orpheum, abends 8 Uhr=
Gaſtſpiel Joſef Weinreiß: „Stöpſel”. — Konzerte: Schloß=Café;
Hotel=Reſtaurant Schmitz; Café=Reſtaurant Waldesruhe; Hotel und
Café=Reſtaurant, Waldſchlößchen; Park=Café; Bismarck=Eck;
Reichs=
krone; Beſſunger Durnhalle. — Heſſiſche Artilleriſten,
abends 8 Uhr, im Orangeriegarten: Großes Militär=Doppel=Konzert.
— Turngemeinde Darmſtadt, abends ½9 Uhr:
Monats=
verſammlung, verbunden mit Weihe des neuhergerichteten kleinen
Turnſaales. — Lengfeld i. O.: Landvolk=Tag (Begvüßungsabend
auf dem Feſtplatz)., Landesmuſeum, von 10—19 Uhr,
Aus=
ſtellung: Alte Kunſt. — Mathildenhöhe, von 10—19 Uhr,
Aus=
ſtellung: Neue Kunſt. — Kinovorſtellungen: Union=,
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ſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 181
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Rummer 181
Samstagyden 2. Juli 1927
Aus Heſſen.
* Den Kriegsopfern des Gaues „Freiſtaat Heſſen”
ein herzliches Willkommen in Eberſiadt.
H. Am 23. Mai ds Js. waren es zehn Jahre, ſeitdem der
Reichs=
bund der Kriegsbeſchädigten, Kriegsteilnehmer und
Kriegshinterblie=
benen ins Leben trat. Der Gau „Freiſtaat Heſſen” wird dieſes
Ereig=
nis am Samstag, den 2. Juli, und Sonntag, den 3. Juli, in Eberſtadt
dunch eine Kundgebung ſeiner Mitglieder feſtlich begehen und damit
auch ſein eigenes zehnjähriges Beſtehen feiern. Der Feſtort Eberſtadt
rüſtet ſich ſeit Wochen, ſeinen Gäſten einen warmen Empfang zu
berei=
ten und ihnen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten.
Unſere Gedanken gehen in dieſem Augenblick zurück in jene Zeiten,
als das große Drama Krieg begann. Damals fühlte es noch jeder
Volksgenoſſe als ſeine Pflicht, den Dank den Helden draußen abzuſtatten.
Bis zur Gründung des Reichsbundes waren zweieinhalb Jahre ins Land
gegangen, Ströme von Blut und Tränen waren gefloſſen. Der
Kriegs=
beſchädigte war zu einer Maſſenerſcheinung geworden. Das ganze Volk
ſhatte immer mehr und mehr unter Not und Elend zu leiden, ſo daß
immer mehr und mehr der Zuſtand eintrat, daß jeder in dieſer ſchweren
Zeit an ſich ſelbſt dachte. Damit iſt aber auch das Los der Kriegsopfer,
die zu jener Zeit ſchon als unbrauchbar von der blutigen Walſtatt nach
Hauſe geſchickt worden waren, immer ſchverer geworden. Unter der
Einwirkung fener Zeit und ihrer Verhältniſſe reifte unter jenen
Kame=
raden der Entſchluß, zur Selbſthilfe zu greifen, um die Kameradſchaft,
die ſie draußen in Not und Tod gehalten hatten, in der Heimat in die
Tat umzuſetzen, ſtellten ſie ſich zu Hauſe in eine Reihe mit den
beſchä=
digten Kameraden, den Frauen und Kindern der gefallenen Kameraden,
den Eltern der gefallenen Söhne. Dieſes Ziel, das die Gründer des
Reichsbundes am 23. Mai 1917 aufgeſtellt haben, das hat er zehn Jahre
lang aufrecht erhalten, um ſeine Erreichung hat er zehn Jahre lang
mit wechſelndem Erfolge gekämpft. Wenm der Reichsbund trotz mancher
Hinderniſſe und Schwierigkeiten, die ihm bereitet wurden, Fortſchritte
gemacht hat und eine Organiſation von mehreren Hunderttauſend
ge=
worden iſt, dann beruht dieſer Fortſchritt und dieſe Stärke lediglich
auf der Uebereinſtimmung der Maſſen mit ſeinen Zielen und auf dem
Vertrauen zu der in dieſer Zeit geleiſteten ſachlichen Arbeit. Daran zu
einem guten Teil mitgeholfen zu haben, darf ſich der rührige Gau „
Frei=
ſtaat Heſſen” rühmen.
Wenn am Samstag und Sonntag die Gäſte aus Heſſens Gauen in
Eberſtadt eintreffen werden, gedenkt die ganze Gemeinde mit ihnen in
tiefer Trauer derjenigen Kameraden, denen es leider nicht vergönnt
war, zu ihren Lieben in die Heimat zurückzukehren, die in den Ländern
aller Sprachen, wo die Kriegsfurie getobt hat, in fremder Erde oder
auf dem Meeresgrund zur ewigen Ruhe gebettet ſind. Dieſe Kameraden
ſtarben auch für uns, und wir dankem ihnen in dieſer Stunde für das
größte aller menſchlichen Opfer, die Hingabe des eigenen Lebens für die
Geſamtheit. Wir ſchließen in unſer Gedenken, aber auch diejenigen
Kameraden ein, die im Laufe der Jahre ihren Krankheiten und ihren
Verwundungen erlegen ſind.
Die Gemeinde Eberſtadt begrüßt ihre Gäſte herzlichſt und ruft
ihnen durch flatternde Fahnen und den grünen Schmuck des Ortes ein
warmes inniges „Willkommen” zu, um bei dieſer Gelegenheit den
Kriegsbeſchädigten, Kviegsteilnehmern und Kriegshinterbliebenen Dank
und Anerkennung zu ſagen für das, was die Verteidiger des
Vater=
landes während der langen Dauer des Krieges geleiſtet haben. Mit
Hochachtung grüßen wir die Kriegsteilnehmer, die jahrelang im
Schützen=
graben, zu Waſſer oder in der Luft das Vaterland vor dem
Hinüber=
greifen des Feuerbvandes auf die heimatliche Scholle bewahrt haben.
Mit Dankbarkeit grüßen wir die Kriegsbeſchädigten, die ihre Glieder,
ihre Geſundheit dem Vaterland geopfert haben. Mit Ehrfurcht grüßen
wir die Hinterbliebenen, die ihr Beſtes, den Mann, den Vater, den
Sohn, den Bruder dem Vaterland opfern mußten.
Von altersher iſt das Banner der Völker heiligſtes Symbol. Alle
Menſchen, die für Ideen kämpfen, bedürfen zur Sammlung eines
Wahr=
zeichens. Es war der Wunſch der Mitglieder der
hie=
ſigen Ortsgruppe, ein ſolches Wahrzeichen zu
be=
ſitzen. So reifte der Entſchluß, ein Bamner anzuſchaffen. Am
Sonn=
tag nachmittag wird es auf dem Feſtplatz im Walde feierlich enthüllt
und geweiht werden. Ein Zeichen der Zuſammengehörigkeit ſoll es für
die Mitglieder der Ortsgruppe ſein und bleiben. Der Spinner und
Weber, der Sticker und Maler, der Drechſler und Gießer, der Sattler
und Gürtler, ſie alle haben geholfen, das ſchöne Banner zu ſchaffen.
Arbeiter aus dem Rheinland webten die Seide, Heimarbeiterinnen des
Erzgebirges lieferten Franſen und Quaſten und acht andere
Berufs=
arten wirkten zuſammen, um endlich das fertige Banner erſtehen zu
laſſen.
Die Vorderſeite des Banners zeigt in ſchöner Zuſammenſtellung die
Reichsfarben. Wie das Banner Symbol der Ortsgruppe ſein ſoll, ſo
ſollen dieſe Farben die Zuſammengehörigkeit zu der deutſchen
Schickſals=
gemeinſchaft zum Ausdruck bringen. Im obeven Felde iſt das Abzeichen
des Symbols in Nadelmalerei angebracht. Das zerbrochene Gewehr als
Sinnbild des Willens, für den Frieden unter den Völkern zu kämpfen,
wird von der Friedensſonne herrlich überſtrahlt. Das blutende Herz
aller Mütter und Waiſen ſoll an das Weh erinnern, welches durch den
ſchrecklichſten aller Kriege über Hunderttauſende von Menſchen gekommen
iſt. Die Freiheitsfackeln zu beiden Seiten ſollen den Weg in die
Zu=
kunft weiſen. Das Mittelemblem zeigt in Palmenzweigen und dem
blutenden Herzen das tiefe Weh der Vergangenheit, läßt aber auch die
Sonne der Hoffnung aufgehen. Die ſcharf gegliederten Abſchlüſſe geben
dem Banner den Charakter ſtrenger Sachlichkeit. Die Rückſeite erſtrahlt
in hoffnungsvollem Grün. Das Mittelemblem zeigt einen Palmzweig
als Ausdruck des Friedenswillens. Mögen die Sinnſprüche des
Ban=
ners: „Nie wieder Krieg‟ „Es lebe der Friede der Völker”, „Unſer
Land und unſer Volk” endlich dem Ziele der Völkerverſöhnung und der
Weltſolidarität näherführen.
Das Banner wurde von der Berliner Fahnenfabrik Fiſcher u. Co.
geliefert. Es iſt ſo hervorragend ſchön ausgefallen, daß es den vollen
Beifall der Ortsgruppe gefunden hat und morgen, nach ſeiner Weihe,
unſere Bewunderung erwechen wird.
Möge das Feſt von ſchönem Wetter begünſtigt ſein und einen
wür=
digen Verlauf nehmen!
* Arbeilgen, 30. Juni. Rheinausflug. Der für nächſten
Sonntag von der hieſigen Sportvereinigung 04 in Ausſicht genommene
Ausflug nach dem Rhein geht am Sonntag früh vom Nordbahnhof
Darmſtadt aus mit der Bahn nach Bingen, woſelbſt nach Beſichtigung
der Stadt im Gaſthauſe „Zum Rolandseck”, das Mittageſſen
eingenom=
men wird. Von hier aus geht es mit Schiff nach Rüdesheim, von wo
dam der Aufſtieg nach dem Nationaldenkmal auf dem Niederwald
er=
folgt. Nach Beſichtigung desſelben geht es über die Roſſel und das
Jagdſchloß nach Aßmannshauſen. Hier werden die Ausflügler
wie=
derum das Schiff beſteigen, um am Bingerloche und dem
ſagenum=
wobenen Mäuſeturm vorüber wieder nach Bingen zuvückzufahren. Die
Rückehr erfolgt dann mit der Bahn, und werden die Teilnehmer
ſicher=
lich, günſtiges Wetter vorausgeſetzt, einen herrlichen Tag verleben. —
Auch die vier oberen Jahrgänge der hieſigen Schule planen noch vor
den Sommerferien eine Rheinfahrt bis St. Goar. Der Preis wird für
Bahn und Schiff etwa 2,50 Mk. für die Perſon betragen, wenn eine
Teilnehmerzahl von 450 zuſammenkommt. Es iſt darum erwünſcht, daß
ſich auch recht viele Eltern oder ſonſtige Angehörige der Kinder
beteili=
gen. Es wird den Teilnehmern empfohlen, Ruckſackverpflegung
vorzu=
ſehen, doch wird auch die Schiffswirtſchaft zu mäßigen Preiſen für das
leibliche Wohl ſorgen. Anmeldungen nehmen die entſpechenden
Klaſſen=
lehrer entgegen. Auch eine Muſikkapelle wird die Ausflügler begleiten
und ſo für die zu einem ſolchen Ausfluge nötige Stimmung ſorgen.
Aber, ihr lieben Kinder, laßt auch Eure herrlichen Lieder erklingen,
denn ihr werdet eine der ſchönſten Gegenden zu ſehen bekommen, die
unſer liebes deutſches Vaterland aufweiſen kann! — Der hieſige
Ge=
ſangverein „Sängerluſt” beteiligt ſich am Sonntag in Höchſt i. Odw.
an dem Geſangswettſtreit und ſingt in der erſten Stadtklaſſe. — Der
Turnverein von 1876 wird am gleichen Tage ein Schauturnen als
Vorſchau zum 33. Kreisturnfeſt in Darmſtadt veranſtalten. Zu dieſem
Feſt ſtellt der hieſige Verein 12 Wettkämpfer, eine Vereinsriege von
44 Turnern ſowie je eine Niege von 12 Turnerinmen und 12 Tumorn
zu Sondervorführungen. Das Schauturnen wird um halb 4 Uhr ſeinen
Anfang nehmen.
* Arheilgen, 1. Juli. Ausſtellung. Geſtern abend 6 Uhr wurde
in der hieſigen Schulturnhalle die Heſſiſche Wanderausſtellung für
Ge=
ſundheitspflege und ſoziale Fürſorge eröffnet. Die Begrüßung der
hier=
zu Erſchienenemn hatte in Vertretung des gegenwärtig beurlaubten
Bür=
germeiſters Herr Beigeordneter Spengler übernommen. Als Vertreter
des Kreisamts war Herr Oberinſpektor Trumpfheller zugegen und Herr
Dr. Vidal ſprach im Auſtrage des Präſidenten der Heſſiſchen
Landesver=
ſicherungsanſtalt und übergab die Ausſtelluug der Obhut des Herrn
Bei=
geordneten. Hieran ſchloß ſich eine Führung durch dieſelbe, die Herr Dr.
Voltz von hier vollzog. Weitere ſachgemäße Führungen werden bei
vor=
heriger Anmeldung durch die hieſigen Aerzte erfolgen. Beſonders
empfehlenswert iſt der Beſuch für unſere heranwachſende Jugend. Die
hieſigen Beſucher der Fortbildungsſchule, ſowohl männliche als auch
weibliche, werden durch ihre Lehrkräfte durch die Ausſtellung geführr
und ihnen erläuternde Mitteilungen gemacht werden.
* Griesheim, 30. Juni. Der zweite Tag des 40jährigen
Jubi=
läumsfeſtes des Geſangvereins Sängerbund” war vom Wetter
in=
ſofern etwas beſſer begünſtigt, als er wenigſtens vom Negen verſchont
blieb; rauh und kalt war es aber trotzdem. Der Nachmittag war
vor=
nehmlich dem Vergyſigen, der Jugend und der Volksbeluſtigung
gewid=
met. Die große Feſthalle hatte ſich nach und nach bis zum letzten Platz
gefüllt und es herrſchte allenthalben eine ſehr animierte Stimmung,
wozu beſonders die Kapelle Buslau beitrug. Die Stunden floſſen nur
allzu raſch dahin. Ein brillantes Feuerwerk und die bengaliſche
Be=
leuchtung des Waldrandes bildeten den Abſchluß des Feſtes. Wenn auch
die Witterung dem Feſt nicht günſtig war, ſo herrſcht doch über den
Verlauf desſelben im allgemeinen doch volle Befriedigung. Es wird
immer ein ſchönes Erinnerungsblatt in der Geſchichte des Vereins
blei=
ben. — Am Samstag feiert unſere Schule ihren Jugendtag, wie
alljährlich wiederum an der Bauer=Eiche. In dankenswerter Weiſe hat
unſere Gemeindevertretung die Mittel für eine Muſikkapelle zur
Ver=
fügung geſtellt; außerdem werden die Kinder mit Brötchen beſchenkt.
Gemeinde= und Schulvorſtand, Eltern und Freunde unſerer Kinder
ſeien hiermit herzlichſt eingeladen. Der Abmarſch erfolgt um halb 2 Uhr
von der alten Schule.
* Jugenheim, 1. Juli. Zwei Selbſtmordkandidaten. In
der Nähe des hieſigen Bahnhufes ereignete ſich ein gräßlicher
Selbſt=
mord. Aus einer Gruppe Ausflügler, die auf den Zug warteten, ſtürzte
ſich plötzlich ein Mann auf die Schienen und wurde ihm der Kopf
abge=
fahren. Wie verlautet, ſoll der Bedauernswerte plötzlich irrſinnig
ge=
worden ſein. — Der Zweite, ein Taglöhner, erhängte ſich in einem
Walde. Er wurde jedoch noch rechtzeitig entdeckt und abgeſchnitten,
wobei er durch den Sturz eine Verletzung davontrug, die ſeine
Ueber=
führung ins Krankenhaus nowendig machte.
* Traiſa, 1. Juli. Am kommenden Sonntag, den 3. Juli, abends,
findet in den Räumen „Zum Heſſiſchen Hof” die Gründungsfeier der
Muſikfreunde Traiſa ſtatt. Alle Vorbereitungen unter der Parole „Muſik
im Haus, treibt Sorgen hinaus”, verbürgen allen Beſuchern wirklich
genußreiche Stunden. Dem muſikaliſchen und geſanglichen Teil ſchließt
ſich ein offizieller Ball an.
* Reinheim, 30. Juni. Artillerie=Verein des vorderen
Odenwaldes (Sitz Reinheim). Am nächſten Sonntag, den 3. Juli,
findet in Darmſtadt die Weihe des Denkmals der Heſſ. Artillerie ſtatt.
Es werden hierzu alle Mitglieder des Vereins und deren Angehörige
ſo=
wie die dem Verein noch fernſtehenden Kameraden herzlichſt eingeladen.
Der Verein ſammelt ſich am 3. Juli um 8 Uhr vormittags im Gaſthaus
„Zur Spitze” in Reinheim. Dort findet bis zum Abmarſch nach dem
Bahnhof gemütliches Beiſammenſein mit Konzert ſtatt. Um 9 Uhr
Ab=
marſch durch Reinheim nach dem Bahnhof, 9,44 Uhr Abfahrt mit dem
Eilzug, der um 10,05 Uhr im Oſtbahnhof eintrifft. Von dort aus
mar=
ſchiert der Verein direkt nach dem Prinz=Emil=Garten, um an der
Denk=
malsenthüllung teilzunehmen. Es wird evwartet, daß ſich jedes Mitglied dieſer Ausſtellung auseinnanderſetzte. Es würde hier zu weit führen,
an der Feier beteiligt.
Punkt der Tagesordnung war die Einführung des Gemeinderats Georg
Weigel, Diamantſchleifer, welcher für das ausgeſchiedene Mitglied Karl
Nees in das Gemeindekollegium eintrat. Die Holzfällung für 1928, welche
im kommenden Jahr außerordentliche Ausgaben, wie Kleinpflaſterung der
Erbacher Straße, zu beſtreiten ſind. Ein entſprechendes Eyſuchen ſoll an
die Forſtbehörde gerichtet werden. Bezüglich der Beſchaffung einer
Wohnung für Adam Müller konnte kein Beſchluß gefaßt werden. Der gabe in geradezu überraſchender Weiſe gelöſt ſei. Zwei Gemälde —
ſchaffen. Das Mitglied Vogt wird beauftragt, bei der Mitglieder=
Ver=
ſammlung des Verbandes Höchſter Kloſterfonds den Antrag auf
Wieder=
herſtellung des Fußſteiges vor der neuen Schule zu ſtellen. Auf Antrag
werden den Bauluſtigen Georg Weigel Mk. 4000,— Karl Knierim Mk.
6000— und Adam Menges Mk. 1500,— als Baudarlehn gewährt. Einer
Einladung des hieſigen Männergeſangvereins zufolge will ſich der Orts= am verfloſſenen Sonntag an dem Jahresfeſt der evangeliſchen
Kirchenge=
vorſtand kommenden Sonntag an dem Umzug, anläßlich ſeines Bjähr, ſangvereine des Trommgebiets, das dieſes Jahr in Lindenfels ſtattfand, teil.
Jubiläumsfeſtes, beteiligen. Weiter wurde beſchloſſen, dem Bund für Der Chor beteiligte ſich an den drei Maſſenchören, die während des Feſt=
Heimatſchutz mit einem Jahresbeitrag von 15.— Mk. beizutreten.
An=
ſchließend geheimer Teil.
* Breitenbrunn, 30. Juni. Bei dem hieſigen Kleinkaliber=
Schützen=
ſtatt, zu welchem eine ſtattliche Zahl auswärtiger Brudervereine erſchien.
Gaumeiſter im Mannſchaftsſchießen, Klaſſe 4, wurde Breitenbrunn, in
Kl. B, König; Jungſchützengaumeiſter ebenfalls König. Die beſten Schützen
des Tages waren Adam Wehrich II., Bremhof mit 32, Friedr. Schneider,
Raibreitenbach mit 29. Briefbote Kuhn, Haingrund mit B. Wilhelm
Zior, Pfirſchbach mit 27, Förſter Martin Reeg, Raibreitenbach mit 26,
Landwirt Johannes Amend, Breitenbrunn, mit 2, Johanes Breunig;
Breitenbrunn mit 2, Johann Kaiſer, Bremhof mit 24, Bitſch, König,
mit 24, Fritz Schäfer; Fürſtengrund mit 24 Ringen. Gut Schuß! —
Auf dem Darmſtädter Radfahrerfeſte am letzten Sonntag errang ſich
der Breitenbruner Radfahrervevein „Friſch auf!” den 1. Preis in
Klaſſe B, eine Bronzeſtatuette, einen Radfahrer darſtellend. All Heil!
— Zell, 1. Juli. Am Samstag abend begingen die Odenwald=
Sonnenwendfeier. In langem Fackelzuge marſchierten die Orts= und
Jugendgruppen vom Bahnhofe zum Feuerplatz zwiſchen Zell und Reh= ſtandenen Koſten werden von den Gemeinden Gernsheim und
Klein=
bach. Trotz des Morgenregens brannte nach der Begrüßungsanſprache
des Lehrers Wolf (Vorſitzender der Jugendgruppe Zell) der Holzſtoß
ſchnell lichterloh, weithin durch das Tal und über die Höhen mit Flam=
Brauch durch Jahrhunderte. Durch das ziſchende Praſſeln der Feuer= geſtellte Haustüre und das nahezu 100jährige Treppengeländer. — Das
garben drangen nun die markigen Feuerworte des
Hauptausſchußmit=
bis heute ſchildert der gewandte Redner Nöte und leuchtende Auftiege Walde hielt feierten die Volksſchüler unter Klängen einer eigens
unſeres Volkes, entſprungen dem echten Heimat= und Vaterlandsgefühl;
beiden galt auch ſein begeiſtert aufgenommenes Hoch, dem, aus dem
Ge=
fühl geboren, das Deutſchlandlied folgte, begleitet von der Kapelle Lehr.
Schöne Chöre des Zeller Männergeſangvereins, gemeinſame Klublieder,
Reigen und Volkstänze der Mädchen=Jugendgruppe König (unter
Lei=
tung von Fräulein Schwöbel) boten bei der Vorfeier am Waldrand und
bei der Nachfeier im Saal „Zur Krone” reiche Abwechſlung. Den Dank
leiſtenden Vorortgruppe und an den Feuerredner Dr. Köſer brachte mit
brauſendem „Friſchauf” der Bezirksobmann, Rektor Schäfer, König.
Mit dem Gedanken, dem der letzte Redner Worte gegeben: „Die
Son=
nenwendfeier wollen wir nie fallen laſſen” wanderten wir durch die
ſchimmernde Hochjuninacht heimatfroh zur Schlummerſtätte.
* Bullau, 29. Juni. Das dreißigjährige Jubiläum des
Geſang=
vereins „Sängerbund” Bullgu nahm einen ſehr befriedigenden Verlauf.
Der Wettergott hatte in letzter Minute noch ein Einſehen, ſo daß der
ſtattlicher Feſtzug durch die Ortsſtraße. Auf dem Feſtplatz ſprach zu= 1736. — Ein Punkſtück der Wallfahrtskapelle bildet das in dieſem
nächſt Herr Wilhelm Hofmann 2. herzliche Worte der Begrüßung, worauf
der Gründer des Vereins, Herr Altbürgermeiſter Ritzinger, die Feſtrede
hielt. Nach verſchiedenen Geſangsvorträgen des feſtgebenden Vereins Scheerer und des Bildhauers Adam Winter neu reſtaurierte
Gnaden=
überreichte Frl. Mariechen Schumbert im Namen der Frauen und
Jung=
frauen des Vereins eine Fahnenſchleife. Nun folgtem die geſanglichen
Darbietungen der Gaſtvereine, wobei manche hervorragende Leiſtung zu Blum zu derdanken, der ſeit ſeinem Hierſein ſich um die Hebung des
verzeichnen war.
Großer Beerfelder Pferde=, Fohlen=, Zucht=
Vieh= und Schweine=Markt.
Wie aus dem Inſeratenteil unſerer Zeitung erſichtlich, findet am
10., 11. und 12. Juli ds. Js. in dem Odenwaldſtädtchen Beerfelden
der weitbekannte „Beerfelder Pferde=, Fohlen= und Zuchtviehmarkt,
ver=
bunden mit Ausſtellung landwirtſchaftlicher Maſchinen uſw.” ſtatt. Die
Vorbereitungen hierzu ſind bereits im Gange, und iſt, wie wir durch das
Markt=Komitee erfahren, anzunehmen, daß der Auftrieb ſowohl, an
Pferden als wie vor allem auch an Rindvieh auf Grund der bis jetzt
ſchon äußerſt zahlreich eingegangenen Anmeldungen ein weit größerer
werden wird, als je zuvor. Die Marktleitung hat auch dieſes Jahr
wiederum nahezu 5000 Mark zur Prämiierung von Pferden, Fohlen,
Nindvieh, Ziegen und Schweinen bereitgeſtellt, welche unter die Herren
Landwirte zur Verteilung gelangen.
Auch das mit dem Markt ſeit 2 Jahren verbundene und beliebte
„Reit=und Fahr=Turnier”, welches am Sonntag, den 10. Juli
ſtattfindet, dürfte bei dem glänzend ausgeſtatteten Programm äußerſt
intereſſant werden. Um das Intereſſe der Zuſchauer nicht zu erwiden,
hat man ſich dieſes Jahr entſchloſſen, das Fahr=Turnier bereits am
Vormittag zu veranſtalten, um auf dieſe Weiſe den ganzen Nachmittag
für die reiterſportlichen Veranſtaltungen frei zu haben. Die Nennungen
hierzu gehen, wie uns mitgeteilt wird, äußerſt zahlreich ein. Zur
Be=
wältigung des zu erwartenden ganz gewaltigen Menſchenzuſtromes
während beider Tage wird ſowohl ſeitens der Reichsbahn als wie auch
der ſüddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft eine erhebliche Zugverſtärkung
bzwv. Vermehrung nach dem Marktort Beerfelden erfolgen, ebenſo wie
ſeitens der Okva mehrere Kraftwagenlinien nach Beerfelden eingelegt
werden. (Die genauen diesbezügl. Fahrpläne werden noch
bekannt=
gegeben.)
Die Loſe der gelegentlich des Marktes zur Ausſpielung gelangenden
„Beerfelder Pferdemarkt=Lotterie” ſind infolge ihrer
allgemeinen Beliebtheit und ihres verbeſſerten Gewinnplanes bei dem
General=Debiteur Willenbücher in Beerfelden völlig geräumt und
dürfte es ratſam ſein, ſoweit dies noch möglich iſt, ſich bei den
Loſeber=
kaufſtellen noch einige Abſchnitte zu ſichern.
Beerfelden, 30. Juni. Die hieſige Volksbank ließ vor einigen
Mo=
naten den Sparkartenverkehr wieder aufleben, und mit welch
gutem Erfolge, das zeigt das Ergebnis des letzten Beiſchreibens; rund
2600 Mk. konnten den Sparern gutgebracht werden. Dieſer wieder
er=
wachte Sparſinn iſt ungemein erfreulich und zeigt, daß weite Kreiſe der
Bevölkerung ſich wieder dem alten ſoliden Tun zugewandt und erkannt
haben, daß viele Wenige ein Viel geben. Die genannte Summe ſetzt ſich
zuſammen aus 50=Pfennig= und Mark=Beiträgen. Von dem wieder
er=
wachten Sparſinn zeugen auch die in einzelnem Ortem wieder auflebenden
Schulſparkaſſen, deren Nützlichkeit allgemein anerkannt wird. Wenn ihre
Zahl vorläufig noch gering iſt, dann muß man dies dem Umſtand
zu=
ſchreiben, daß manche Leute die in der Schule gezeichneten verlovenem
Kriegsanleihen nicht vergeſſen können (auch wenn dies allgemein der Fall
war), ferner iſt es vielen bei den herrſchenden wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſen nicht möglich, etwas zu entbehren. Aber nochmal ſei es geſagt,
es iſt um ſo erfreulicher, daß der alte Sparſinn ſich wieder regt und ſo
ſchöne Reſultate zeitigt.
* Lindenfels, 30. Juni. Am 26. Juni wurde hier die erſte
Kunſt=
ausſtellung des Wirtſchaftlichen Verbandes bildender Künſtler, Gau
Heſſen, eröffnet mit einer ſchönen, ſehr ſtiwmungsvollen Feier, zu der
die Behönden und die Vorſtände der einzelnen Vereine ſowie eine
An=
zahl von Privatperſonen geladen waren. Eingeleitet wurde die Feier
mit einem ſchwungvoll vorgetragenen Chor des Geſangvereins „
Lieder=
kranz”, worauf Dr. Greiner als erſter Vorſitzender des Verbandes die
erſchienenen Gäſte herzlich begrüßte und in ſehr eindrucksvollen und
packenden Worten der geſpannt lauſchenden Zuhörerſchaft Zweck und Ziel
auf die Einzelheiten dieſer Rede einzugehen; es muß genügen, hinzu=
* Höchſt i. Odw., 1. Juli. Gemeinderatsbericht. Der erſte weiſen auf den ſehr ſtarken Eindruck, den alle von dieſen Ausführungen
hatten. Herr Bürgermeiſter Schnellbacher dankte dem Verband für die
Veranſtaltung der in jeder Hinſicht wohlgelungenen Ausſtellung, die
ſicherlich für Lindenfels und ſeine Gäſte eins ſtarke Anziehungskraft
auf 1575 Feſtmtr. feſtgeſetzt iſt, ſoll auf 1700 Feſtmtr. erhöht werden, da bedeutet; auch der Vorſtand des Verſchönerungsvereins dankte dem
Ver=
band in ebenſo herzlicher Weiſe. Nach weiteren zwei Geſangsvorträgen
wurde die Ausſtellung eröffnet. Alle Beſucher waren einſtimmig der
Meinung, daß hier in kurzer Zeit eine nicht immer ſehr leichte Auf=
Bürgermeiſter ſoll weiter bemüht bleiben, eine Wohnungsmöglichkeit zu von Elſe Luthmer und Richard Walter — und einige graphiſche
Ar=
beiten von Daniel Greiner wurden ſchon imn der erſten Stunde verkauft.
Dieſe Eröffnungsfeier und ihr, Verlauf bedeuten für das Unternehmen
des Verbandes einen wohlgelungenen und vielverſprechenden Auftakt.
* Hammelbach, 29. Juni. Kirchenchorfeſte. Der evangeliſche
Kirchenchor, der unter der Leitung des Herrn Lehrers Heupt ſteht, nahm
gottesdienſt zum Vortrag kamen und ſang noch bei der
Nachverſamm=
lung auf dem Feſtplatz auf der Burg zwei Chöre. — Am ſelben Tage
beſuchte der erſt im vorigen Jahre gegründete kath. Kirchenchor, der unter
verein fand das diesjährige Gauſchießen des Gaues Mümling=Nord der Leitung des Herrn Lehrers Sauer ſteht, das Kritikſingen der
Kirchen=
chöre der Dekanate Bensheim und Heppenheim, das dieſes Jahr in
Waldmichelbach ſtattfand.
s. Vom ſüdlichen Odenwald, 29. Jui. In den letztem Tagen hatten
die Heidelbeeren an ſonnigen Plätzen ihr lochendes Schwarz
er=
reicht, und ſo traf man da und dort auf eifrig pflüchende Gruppen
haupt=
ſächlich kleiner Sammler. Die Ausbeute iſt zwar noch nicht ſehr groß,
doch die Erſtlingspreiſe lochen: 30 Pfg. pro Pfund. Die Ernte im
ge=
ſamten wird vorausſichtlich eine Mittelernte ſein, da Fröſte die anfangs
glänzend erſcheinende Ernte zum Teil zerſtörten.
— Hirſchhorn, 1. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
30. Juni 0,90 Meter, am 1. Juli 0,87 Meter.
* Gernsheim, 29. Juni. Die unter der Leitung des heſſiſchen
Kul=
turbauamts Darmſtadt von Herrn Maurermeiſter Johann Nikolaus
Schnatz dahier hergeſtellte neue Betonbrücke über den
Winkel=
klub=Ortsgruppen Bezirk Mümlingtal auf unſeren Höhen die bach bei Maria Einſiedel wird im Laufe dieſer Woche ſeitens der
Bau=
polizeibehörde dem öffentlichen Verkehr freigegeben. Die hierfür ent=
Rohrheim beſtritten. — Das neurenovierte Wohnhaus des Holzhändlers
Leo Hofmann bildet ein Schmuckſtück der Rheinſtraße. „Beſonderes
In=
tereſſe erwecken die nach dem künſtleriſchen Entwurf des Herrn
Architek=
mengarben die Sonnenwende verkündend und gleichtuend gemaniſchem ten Georg Kgel, Darmſtadt, von der Firma Vogel, Crumſtadt, her=
Jugendfeſt der Gernsheimer Schulen nahm, wie alljährlich, einen
gliedes Profeſſor Dr. Köſer, Darmſtadt. Von der altgermaniſchen Zeit ſehr ſchönen Verlauf. Während die Realſchule ihre Veranſtaltung im
engagierten Muſikkapelle im idhlliſch gelegenen Maria=Einſiedel im
Bei=
ſein von Eltern, Freunden und Gönnern der Schule ihren diesjährigen
Jugendtag. — Unter dem Titel „Maria Einfiedel bei
Gerns=
heim, ein altes Muttergottesheiligtum am deutſchen Rhein” hat Herr
Dipl.=Ing. Heinrich Winter dahier, ein geborner Darmſtädter, ein ſehr
empfehlenswertes Büchlein verfaßt, das durch Wort und Bild auf die
geſchichtliche und kunſtgeſchichtliche Bedeutung des altbekanten
Gnaden=
des Bezirks Mümlingtal an Lehrer Wolf als Vorſitzender der arbeit= orts hinweiſt. Neben einem Geleitwort des hochw. Herrn Pfarrers
Blum zerfällt das hübſche Werkchen in zwei Teile. Der erſte Teil
be=
handelt den alten, nicht mehr vorhandenen Kapellenbau — die Legende
vom alten Gnadenbild, den neuen Kapellenbau und die Begründung
Einſiedels als Wallfahrtsort, die Kapelle Maria Einſiedel als Denkmal
ſpätgotiſcher Baukunſt, das alte und neue Gnadenbild. Im zweiten
Teil findet man hochintereſſante Abbildungen, u. a. eine Prachturkunde
aus dem Jahre 1493, eine Grundrißordnung des Einſiedlerchores,
Außen=
anſicht der Kapelle, Maria Einſiedel um das Jahr 1840, ein Mutter=
Feſttag ohne Regen war. Nach Eintreffen der Vereine bewegte ſich ein gottesbild um 1700 und eine barocke Kreuzabnahme aus dem Jahre
Frühjahre in der Darmſtädter Muſeumswerkſtätte unter Aufſicht des
Muſeumsdirektors Dr. Feigel und und unter Mithalfe des Konſervators
bild. Daß unſer Wallfahrtsort Maria Einſiedel um dieſes Kunſtwerk
reicher iſt, haben wir einzig und allein unſerem hochw. Herrn Pfarrer
Gnadenorts ſehr verdient gemacht hat.
Jali-Sonder
Angebotel
Das Haus der guten Aualitäten
(10560
[ ← ][ ][ → ]Nummer 4181
Samstag, den 2. Juli 1922
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je Feier
* Gernsheim, 1. Juli. Kommenden Samstag und Sonntag findet
in althergebrachter Weiſe das Wallfahrtsfeſt ſtatt. Am 2. Wallfahrtstage
vereinigt ſich die männliche Jugend des Bistums Mainz, nahezu 5000
Jungmänner, in Maria Einſiedel. Der Diözeſanverband der
katho=
liſchen Jugend= und Jungmännervereine hat die Vorbereitung und
Lei=
tung übernommen. Es beteiligen ſich an der Diözeſanwallfahrt die
Geſellen= und Lehrlingsvereine, die Jugend= und Jungmännervereine,
die Sodalitäten und die Gruppen der Jugendbewegung, die
Jugend=
korporationen in den Konvikten und höheren Lehranſtalten, ſowie die
Mitglieder im K.K.V. und der D.J.K. Der hochw. Herr Biſchof von
Mainz hat in hochherziger Weiſe die Feſtpredigt übernommen. Ebenſo
wird der neu gewählte Führer des katholiſchen Jugend= und
Jung=
männerverbandes Deutſchlands, Generalpräſes Wolker aus München,
an der Wallfahrt teilnehmen und zur Jugend ſprechen. Nach
Abwick=
lung des kirchlichen Programms wird die geſamte Jugend vom
Gnaden=
orte Abſchied nehmen und durch die Straßen der Stadt ſich nach dem
deutſchen Rheinſtrom begeben, wo auf dem an dem Ufer ſich
aus=
breitenden Raſengelände bei Fröhlichkeit und Muſik bis zur Abreiſe
des Sonderzugs noch einige gemütliche Stunden verlebt werden. — Bei
der diesjährigen Wallfahrt iſt die Gnadenkapelle Maria Einſiedel um ein
Prunkſtück reicher. Unter Aufſicht des Herrn Muſeumsdirektors Dr.
Feigel, Darmſtadt, und der Herven Konſervator Scheerer und Bildhauer
Adam Winter wurde das Gnadenbild in den Muſeumswerkſtätten neu
peſtauriert. — Die Gemeinde Gernsheim beabſichtigt, zwecks Abhilfe eines
ſehr dringenden Bedürfniſſes eine Leichenhalle nebſt Aufſeherwohnung
auf dem hieſigen Friedhofe zu errichten. Da unter den Schülern der
Heſſ. Baugewerkſchule Darmſtadt dieſerhalb ein Preisausſchreiben
veran=
ſtaltet werden ſoll, weilten dieſer Tage Herr Direktor Dr. Wiekopp
ſowie ein weiterer Herr der Baugewerkſchule an Ort und Stelle, um
die Situation aufzunehmen.
* Biblis, 1. Juli. Verſchiedenes. In der letzten
Gemeinde=
vatsſitzung wurde beſchloſſen, daß zur Beſchleunigung des gegen die
Schutzleute eingeleiteten Verfahrens in bezug auf Schellgebühren ein
Rechtsbeiſtand ſeitens der Gemeinde beſtellt wird. Zwei
Gemeinderats=
mitglieder wurden beauftragt, als Vertveter des Gemeinderats die
not=
wendigen Verhandlungen zu führen. Es wäre zu wünſchen, daß dieſe
ungelöſte Geſchichte endlich ins Reine gebracht wird. —
Krieger=
denkmal. Dem raſtloſen Bemühungem des Kriegerdenkmal=Vorſtandes
iſt es endlich gelungen, die Vorarbeiten für die Errichtung eines
Krie=
gerdenkmals dermaßen zu fördern, daß nunmehr unverzüglich mit der
Ausführung desſelben begonnen wird. Auf Grund ihres niedrigſten
Angebots hat die Firma Katzenbächer, Gernsheim, den Zuſchlug
erhal=
tem, mit der Verpflichtung, das Denkmal bis ſpäteſtens Mitte Auguſt
dieſes Jahres verſetzungsbereit an ſeinem Aufſtellumgsort zu liefern. Die
Eimweihung des Denkmals ſoll Ende Auguſt unter Mitwirkung
ſämt=
licher hieſiger Vereine ſtattfinden. — Vom Gurkenbau. Durch die
nun endlich ſommerlichen Tage wird der Gurkenbau ſehr gefördert. Der
allgemeine Handel, für unſern Ort der wichtigſte des Jahres, wird in
den nächſten Wochen beginnen. Für dieſes Jahr ſoll nun eine Neuerung
beim Verkauf der Gurken eintreten, die allerdings noch nicht entſchieden
iſt. Es wurde nämlich von den Einlegern vorgeſchlagen, die Gurken
nicht, wie alljährlich, auf Zahl, ſondern auf Gewicht, und zwar
zentner=
weiſe, zu verkaufen. Ein Teil der Landwirte ſteht dieſem Antrag
ziem=
lich ſkeptiſch gegenüber, während andere wieder dieſe Neuerung ſehr
be=
grüßen. Wie verlautet, ſoll dadurch dem Landwirt ſowie Händler eher
Rechnug getragen ſein, als bei der ſeitherigen Umſatzmethode. Man
bezieht ſich auch auf den ausländiſchen Gurkenhandel; ſo ſoll in Holland
uud Italien der Gurkenverkauf ſchon immer auf Gewvicht getätigt
wor=
den ſein. Zur allgemeinen Stellungnahme gegenüber dieſer Neuerung
wird m den nächſten Tagen eine Vevſammlung der Landwirte und
Händler ſtattfinden, und hofft man auf eine rege Beteiligung der
In=
tereſſenten. — Generalverſammlung. Unter recht
ſchwa=
cher Beteiligung ſeiner Mitglieder hielt der Fußballverein 1919 Biblis
eine außerordentliche Generalverſammlung ab, die auf die
Amtsnieder=
legung des geſamten Vorſtandes, zurückzuführen iſt. Herr Adam Köcher,
Beiſitzer, eröffnete die Verſammlung, ſtreifte kurz die
Allgemeininter=
eſſen des Vereins, rügte das nichtſportliche Verhalten der fehlenden
Mit=
glieder und ging alsdann zur Tagesordnung über. Zunächſt wurde dem
Rechner Entlaſtung erteilt. Da der alte Vorſtand ſein Amt niedergelegt
hatte und für eine Neuwahl beſtens dankte, ſchritt man zur Wahl des
neuen Vorſtandes. Derſelbe ſetzt ſich nunmehr wie folgt zuſammen:
1. Vorſitzender: Valentin Stumpf, 2. Vorſitzender: Hugo Surmann,
Beiſitzer A. Köcher, Joh Schalich, Joh. Barth und Jak. Lehmann,
Rech=
ner: Ludw. Nock, Schriftführer; Joſ. Jöckel und Kaſſierer der erprobte
Kämpe Enahof. Ueber Punkt Verſchiedenes wurde lebhaft debattiert.
* Bobſtadt, 1. Juli. Kirchenbau. Nach langen Bemühungen
und der Opferwilligkeit unſerer Gemeindemitglieder ſowie auswärtiger
Mithilfe, iſt es nunmehr gelungen, die neuerbaute katholiſche, Kirche
endgültig fertig zu ſtellen. Zwar iſt es nur ein kleines, auf einem
Beton=
ſockel ruhendes Holzkirchlein; doch dient es unſerer Gemeinde vollauf.
Verbunden mit dem eigentlichen Kirchenraum iſt die Kinderfchule ſowie
zwei weitere Räume für den Geiſtlichen und eine Kinderſchweſter. Der
Bau im allgemeinen macht einen ſehr gediegenen, würdigen Eindruck und
wird von einer Mainzer Firma fertiggeſtellt, die, wie verlautet,
Garon=
tie für die Beſtändigkeit bis zu 150 Jahren gibt. Am kommenden
Dienstag, den 5. Juli ds. Js., findet in Anweſenheit des Herrn Biſchofs
von Mainz die Einweihung der Kirche ſtatt, wobei gleichzeitig die
Fir=
mung der hieſigen kath. Jugend einbegriffen wird. — Am 2. und 3.
Fuli begeht der hieſige Männergeſangverein die Feier ſeines 20jährigen
Beſtehens, wozu bereits eine Anzahl auswärtiger Vereine ſowie die
hieſigen Vereinskorporationen ihre Mitwirkung zugeſagt haben.
* Bobſtadt, 1. Juli. Turnplatz=Einweihung. Unter
leb=
hafter Beteiligung hieſiger ſowie auswärtiger Vereine nahm das hieſige
Turnfeſt, trotz der nicht gerade beſonders einladenden Witterung, einen
recht angenehmen Verlauf. Bereits am Samstag fanden
Turnvorfüh=
rugen der Turnerinnen und Turner ſtatt; der Feſtkommers dauerte bis
in die ſpäte Abendſtunde. Am Sonntag fand auf dem neuen Platze
gauoffenes Wetturnen des 5. Gaues, Rheinheſſen, ſtatt, bei dem unter
ſtarker Konkurvenz und hinderndem Winde heiß um die Siege gefochten
wurde. Um 2 Uhr durchzog ein impoſanter Feſtzug die Ortsſtraßen und
bewegte ſich nach dem Feſtplatze. Der 1. Vorſitzende des feſtgebenden
Vereins, Herr Göbel, hielt hier eine wohlgelungene Feſtrede; ebenſo
muß auch der Prolog der 6 Turnerinnen der hieſigen Damenabteilung
als, ſehr gut betrachtet werden. Der hieſige Turnverein, übrigens der
jüngſte des Gaues, wurde dadurch beſonders geehrt, daß Herr
Gau=
vorſteher Konr. Schill, Oſthofen, und Bezirksvorſteher Weber, Worms,
anweſend waren. Am Abend trafen ſich die Turner und ihre Anhänger
im Turnſaale, um beim Tanz einen gemütlichen Abend zu verbringen.
— Mörfelden, 28. Juni. Der Kreisverband evangeliſcher Jugend
des Kreiſes Groß=Gerau hielt in Mörfelden ſein diesjähriges
Kreisver=
bandstreffen. Etwa 500 Fugendliche beiderlei Geſchlechts waren zu einem
evangeliſchen Jugendſouintag zuſammengekommen. Der
Jugendgottes=
dienſt um 10 Uhr, in dem Herr Landesjugendpfarrer Lie, von der Au
die Feſtpredigt hielt, ſah ein überfülltes Gotteshaus. Am Nachmittag
einte eine gemeinſame Feier die Jugend zu frohem Treiben im „
Frank=
furter Hof” Poſaunenchöre der Guſtavsburger, Anſprachen, Lieder,
Spiele und Volkstänze wechſelten in bunter Folge. Auch hieran nahm
die Gemeinde, die ſchon durch ihre Gaſtlichkeit ihre Freude an dieſer
Jugend bewieſen hatte, regen Anteil. Der Guſtavsburger Poſaunenchor,
der ſchon die Morgenſtunden mit ſeinen herrlichen Choralmelodien
ver=
ſchönte und den ſtattlichen, in muſterhafter Ordnung marſchierenden
Feſt=
zug anführte, geleitete auch die Scheidenden wieder zum Bahnhof. War
es auch ein weher Abſchied, ſo füllte doch die Freude aller Herzen. Denn
der Tag hatte wieder bewieſen, wie feſt evangeliſche Jugend
zuſammen=
ſteht und ſich auch über den Bund hinaus einig weiß in Weg und Ziel.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 8. bis 9. Juli, mitgeteilt vom Heff. Automobil=Club.
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt — Dieburg — Babenhauſen — Aſchaffenburg, infolge des
Bahnhofsumbaues an der Kreuzung mit dem Bahnhof Babenhauſen
vom 12. 5. bis auf weiteres geſperrt. Der Durchgangsverkehr hat über
die als Proviſorium neu angelegte Umleitungsſtraße zu erfolgen. Auf
derſelben iſt für Kraftwagen bis zu 5,5 To. Geſamtgewicht die
Ge=
ſchwindigkeit auf 15 Kilometer und für Kraftwagen über 5,5 To.
Ge=
ſamtgewicht auf 12 Kilometer feſtgelegt. Vorſicht!
Darmſtadt—Weinheim-Heidelberg. Die Bergſtraße in Weinheim
zwiſchen Km. 8,083 und 8,393 iſt bis auf weiteres geſperrt.
Darmſtadt—Mainz zwiſchen Darmſtadt und Büttelborn Km. 9,0 bis
11,0, und zwiſchen Hof Schönau und Biſchofsheim Km. 21.4—25,8 bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Für die Sperrung Darmſtadt=
Büttel=
born über Griesheim—Wolfskehlen, für die Sperrung Hof=Schöngu—
Biſchofsheim über Rüſſelsheim.
Mainz—Bingen von Km. 9,37—11,16 vom 30. 5. bis 6. 7. geſperrt.
Umleitung: Gonſenheim-Leniaberg—Heidesheim-Niederingelheim.
Gießen-Lollar zwiſchen Km. 20—70 bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Wieſeck—Alten=Buſeck-Daubringen.
Lollar-Landesgrenze (Sichertshauſen) bis zum Abzweig nach
Station Friedelshauſen vom 7. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Daubringen—Mainzlar—Allendorf a. d. Nidda-Londorf-Nordeck.
Lich-Butzbach (zwiſchen Abzweig Dorf—Gill und Abzweig
Münzen=
berg) bis 5. 7. geſperrt. Umleitung: Dorf=Gill—Gambach oder
Muſchen=
heim—Trais—Münzenberg.
Hungen—Rodheim (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 7. bis 14. 7.
ge=
ſperrt. Umleitung: Trais—Horloff—Steinheim—Rodheim.
Bad=Nauheim—Nd. Mörlen vom 27. 6. auf 4 Wochen geſperrt.
Um=
leitung nach Gießen: Friedberg—Schwalheim-Rödgen—Steinfurth—
Griedel-Butzbach. Umleitung nach Uſingen; Hof Heſſelheck—Ober=
Mörlen-Ziegenberg.
Vilbel—Chauſſeehaus Dortelweil bis 10. Juli geſperrt. Umleitung:
Kloppenheim—Obererlenbach-Niedererlenbach-Vilbel.
Offenau—Wimpfen und Untereiſesheim-Wimpfen am Berg vom
21. 5. vorausſichtlich auf 3 Monate geſperrt. Umleitung
Durchgangs=
verkehr: Heinsheim—Gundelsheim bzw. Biberach.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Ortsdurchfahrt Heuchelheim bei Reichelsheim in der Wetterau vom
7. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bingenheim.
Höchſt—Neuſtadt—Obernburg zwiſchen Höchſt und Neuſtadt i. O.
Km. 34,50—36,85 vom 1. 7. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Höchſt
—Rimhorn-Neuſtadt.
Ortsdurchfahrt Horrweiler vom 27. 6. bis 29. 7. geſperrt.
Um=
leitung: Aſpisheim—Straße Ockenheim—Genſingen,
Alzeh—Morſchheim bis Abzweigung Freimersheim am 3. und 4. 7.
geſperrt. Umleitung: Freimersheim — Wahlheim — Kettenheim bzw.
Mauchenheim.
Unterſeibertenrod—Oberſeibertenrod vom 23. 6. bis auf weiteres.
Umleitung: Stumpertenrod.
* Nauheim bei Groß=Gerau, 29.. Juni. Er wollte einmal
gut ſchlafen. Ein eigenartiger Vorfall hat ſich hier eveignet. Als
die Tochter eines hieſigen Bäckermeiſters am Montag vormittag
er=
wachte, lag in der Kammer nebenan ein fremder Mann und ſchlief den
Schlaf des Gerechten. Das Mädchen war ſehr erſchreckt, ſchloß die Türe
ab und rief um Hilfe. Es dauerte nicht lange, da war die Polizei
er=
ſchienen und nahm den Schläfer feſt. Er gab an, auf der Wanderſchaft
zu ſein, fand in der Nacht gegen 12 Uhr die Haustür offen, auch der
Weg zum 1. Stock war frei, und ſo kam er durch das Zimmer des
Mäd=
chens in die Kammer, um, wie er ſagte, einmal wenigſtens gut und
billig zu ſchlafen.
* Dreieichenhain, 29. Juni. Man ſchreibt uns: Wie bereits bekannt:
iſt, ſtellt der hieſige Geſchichts= und Verkehrsverein anläßlich der
Jubel=
feier des Fußballklubs Dreieich, am 3. Juli, in deſſen Feſtzug, der
ge=
filmt werden ſoll, ſechs hiſtoriſche Gruppen. Darunter beſindet ſich auch
die Volksſage: „Die weiße Frau”. Es dürfte die Bewohner des
früheren Reichsbannforſtes Dreieich, wozu auch die Städte Frankfurt
am Main, Offenbach, Hanau, Dieburg und andere gehörten,
intereſſie=
ren, was die Veranlaſſung dieſer Sage war. Anna von Falkenſtein,
die Schweſter des letzten Falkenſteiner Biſchofs, Werner von Trier, war
zweimal verheiratet. Nachdem ihr zweiter Mann geſtorben war, nahm
ſie ihren Wohnſitz in Dreieichenhain. Sie ſtiftete 1401 das Hoſpital im
Hain und widmete ſich ganz den Kranken und Siechen. Nach ihrem
Tode ging es mit dem Spital immer bergab. Die Erben hatten ihren
Wohnſitz außerhalb, die Beamten, die das Krankenhaus zu verwalten
hatten, vernachläſſigten es. Als einſt der Nachtwächter die
Mitternachts=
ſtunde ausrief, bemerkte er jenſeits der Gartenmauer zum Hoſpital eine
weiße Frau mit einer Krone auf dem Kopfe, die mit dem Finger
drohend, ſich neigte und ſtöhnte. Er war ſehr erſchrocken und weckte
einige Einwohner. Die Kunde verbreitete ſich raſch, und faſt die ganze
Einwohnerſchaft, Männer, Weiber und ſchlaftrunkene Kinder, ſtanden
verängſtigt in der Spitalgaſſe. Der Pfarrer, den man auch gerufen
hatte, betete mit dem Verſammelten ein Vaterunſer und ſprach den
Segen. Darauf verſchwand die Geſtalt wieder. Das Bild der Anna
von Falkenſtein, ein wertvolles Gemälde, auf Holz gemalt, hängt heute
noch im Verwaltungsgebäude des früheren Spitals. Beſitzer iſt
Kunſt=
gärtner Wendorf. Mit dem Bilde ſelbſt iſt auch eine Sage verknüpft.
Noch Mitte des vorigen Jahrhunderts glaubten viele Dreieichenhainer,
daß die Falkenſteinerin wandere und ſich durch Klopfen im Hauſe um
die Mitternachtsſtunde bemerkbar mache. Das heutige Geſchlecht glaubt
natürlich nicht mehr daran; es hat mit der Geſpenſterfurcht aufgeräumt.
Ferner wird in einer weiteren Gruppe das „Kerwerad” gefahren. Viele
können ſich gewiß nicht vorſtellen, was dies bedeutet und glauben
viel=
leicht, daß es ſich um ein Fahrrad handle, dem iſt aber nicht ſo.
Schrei=
ber dieſes hat das Kerwerad 1879 als Kerbburſch fahren helfen. Leider
iſt die ſchöne alte Sitte eingeſchlafen. Es iſt ein Wagenrad, das auf
einem Stück Holz in einer Achſe ſich dreht. Es ſoll in früheren
Jahr=
hunderten ein Inſtrument geweſen ſein, auf dem ſo mancher arme
Teufel ſeine letzte Fahrt gemacht hat. So ändern ſich die Zeiten. Was
früher eine Folter war, hat ſpäter ſich zu einer Luſtbarkeit gewandelt.
Wer einmal aus vollem Herzen lachen will, der komme und ſehe ſich
am 3. Inli das Kerwerad an.
„ WTUNkANERKE (nin Undd I.W
* Offenbach, 1. Juli. Der Kreis hatte im Jahre 1919 eine Anleihe
in Höhe von 10 Millionen Mark zu 4½ Prozent aufgenommen. Die
Gläubiger ſollen nun durch Barablöſung befriedigt werden. Der
Altbeſitz erhält für je 1000 Mark von 1919 den Betrag von 5
Reichs=
mark. Forderungen unter 1000 Mark bleiben unberückſichtigt. Im
Neubeſitz werden 1000 Mark mit 2,5 Prozent zurückbezahlt. Kleinbeſitz
unter 1000 Mark wird bei ihm ebenfalls nicht abgelöſt. Von den
aus=
gegebenen 10 Millionen ſind als Altbeſitz 6,2 Millionen, darunter 20 000
Mark als Kleinbeſitz und 3,8 Millionen als Neubeſitz, angemeldet oder
im Umlauf, Zur Ablöſung der 420 000 Goldmark genügen 40 500
Reichsmark, und zwar 31000 Reichsmark für Altbeſitz und 9500 für
Neubeſitz, die durch Aufnahme eines neuen Darlehens beſchafft werden
ſollen. Es iſt jedenfalls zu begrüßen und für die Gläubiger
vorteil=
hafter, daß ſie ſofort bares Geld in die Hand bekommen, während man
ſonſt unter Umſtänden 30 Jahre warten kann, bis man ſein
zuſammen=
geſchmolzenes Geld wieder Jieht. — Die Satzung über die neue
Bierſteuer wurde geſtern, noch vor dem 1. Juli, veröffentlicht, damit
der Ertrag aus ihr nicht für ein weiteres Vierteljahr verloren geht.
Nach dem Geſetz über den Finanzausgleich darf die Vierſteuer nur
er=
hoben werden, wenn gleichzeitig die Realſteuern (Grund= und
Ge=
werbeſteuern) geſenkt werden. Davon iſt aber hier keine Rede. Die
Grundſteuer ſteigt von 20 auf 23,8 Pfg. auf je 100 Mark Steuerwert,
und die Gewerbeſteuer bleibt unverändert. Die preußiſche Regierung
vertritt allerdings den bemerkenswerten Standpunkt, es trate eine
Sen=
kung ſchon ein, wenn eine Steuer nicht erhöht werde. Ob dieſe
Auf=
faſſung haltbar iſt, wird ſich bald zeigen. Jedenfalls werden die
Gaſt=
wirte, wie ſie bereits angedeutet haben, den Verſuch machen, die Steuer
auf dem Wege des Verwaltungsſtreitverfahrens wieder zu beſeitigen.
Zur Steuer der Wahrheit muß feſtgeſtellt werden, daß hier eine
Bier=
ſteuer ſeit Jahrzehnten als Verbrauchsſteuer beſtand. Sie wurde dann
vor einigen Jahren in die Getränkeſteuer einbezogen. Die jetzige
Bier=
ſteuer iſt auch niedriger als die bisherige Bierſteuer in der
Getränke=
ſteuer.
* Walldorf, 28. Juni. Die Waſſerleitungsarbeiten
nehmen einen guten Fortgang. Das Pumpenhaus kann als fertiggeſtellt
bezeichnet werden. In aller Kürze wird bereits mit dem Legen des
automatiſchen Schaltkabels für das Pumpenwerk angefangen.
* Rüſſelsheim, 1. Juli. Die hieſige evangeliſche Gemeinde hat nach
mehr als 1½=jähriger Bauzeit ein Gemeinde= und Schweſternhaus feierlich
eingeweiht und ſeiner Beſtimmung übergeben. Die Feierlichkeiten fanden
unter ſtärkſter Beteiligung der Gemeinde ſtatt. Die Kirchenvegierung
war durch den Herrn Pralaten D. Dr. Diehl, Präſident D. Dr. Bernbeck
und Archivrat Dr. Hermann, Darmſtadt, vertreten. Der Herr Prälat
nahm nach dem Feſtgottesdienſt, in dem Pfarrer Dr. Müller, Rüſſelsheim
die Feſtpredigt hielt, die Weihehandlung vor. Nachmittags fand eine
Feſt=
verſammlung ſtatt, in der Herr Prälat Diehl einen feſſelnden
Feſtvor=
trag über „Die kirchliche Geſchichte der Gemeinde Rüſſelsheim” hielt.
Der Herr Staatspräſident, der eingeladen, aber am Erſcheinen dienſtlich
verhindert war, hatte ein freundliches Schreiben geſandt. Segenswünſche
übermittelte Herr Kreisdirektor Dr. Merck, indem er auf die Bedeutung
der kirchlichen Arbeit für den Staat hinwies. Ferner ſprachen Herr
Bürgermeiſter Müller, Rüſſelsheim, Rektor Helfenſtein, Pfarrer Guyot
vom heſſiſchen Diakonieverein, Lehrer Wagner, Lehrer Braun,
Pfarr=
aſſiſtent Schmidt für die kirchlichen Vereinigungen der Gemeinde. Pfarrer
Dr. Müller übernahm das Haus im Namen der Gemeinde mit dem
Wunſche, daß es eine Stätte lebendiger Gemeindearbeit, ſozialen
Wir=
kens und der Pflege innerer Erhebung ſein möge. Das Gemeindehaus
iſt nach den Plänen des Herrn Architekten Helmer, Büreau Profeſſor
Meißner, Darmſtadt, erbaut. Es enthält einen großen Saal mit 600
Sitzplätzen, einen Konfirmandenſaal, einen gleichen Saal, in dem die
Handarbeitsſchule der evangel. Gemeinde untergebracht iſt. Abgeſehen
von zwei kleineren Sälen für die Jugendvereinigungen iſt in dem Haus
noch eine geräumige Schweſternwohnung erſtellt, die eine geſundheitlich
ſehr zweckmäßige Ausſtattung erhalten hat. Und ſchließlich iſt noch eine
Wohnung für den Kirchendiener mit Bad geſchaffen worden. Der Bau
hat einen Koſtenaufwand von über 150 000 RM. erfordert, der
größten=
teils, abgeſehen von einem Zuſchuß des Reiches und der heſſiſchen
Landeskirche, durch freiwillige Beiträge aufgebracht wurde. Die Familie
Opel, insbeſondere Frau Heinrich von Opel und Herr Dr. Fritz Opel
haben die Gemeinde weitgehend unterſtützt. Die Anlage, die nach dem
Geſichtspunkt heutiger Gemeindearbeit in ihrem Bau durchgeführt iſt,
wird noch eine ſehr wertvolle Ergänzung durch den Bau eines Mütter=
und Pflegeheims erhalten, das in unmittelbarer Nähe errichtet wird.
* Gießen, 1. Juli. Ein ſchweres Unglück ereignete ſich am
29. Juni, morgens 7½ Uhr, bei der Einfahrt des Perſonenzuges von
Londorf in den hieſigen Bahnhof. Der 17 Jahre alte Lehrling Heinrich
Erb aus Trais bei Lollar, der ſich auf der Fahrt zu ſeiner Arbeitsſtätte
befand, ſtreckte den Kopf zum Fenſter hinaus, als plötzlich in
entgegen=
geſetzter Richtung ein Güterzug in raſcher Fahrt daher kam. Der erſte
Güterwagen ſchlug ihm gegen den Kopf, ſo daß der Junge ſofort im
Fenſter zuſammenſank. Seine Arbeitskollegen zogem ihn herein und
legten ihn auf den Boden, wo er bewußtlos liegen blieb. Die
Sanitäts=
kolonne verbrachte ihn nach der chirurgiſchem Klinik. Hier wurde
feſtge=
ſtellt, daß Erb einen Schädelbruch und einen Bruch der Halswirbel
en=
litten hat. Sein Zuſtand iſt hoffmugslos. Erb iſt der einzige Sohn
einer Kriegerswitwe.
* Aus Oberheffen, 30. Jum. Im Bahnhof Bad=Nauheim
wollte eine Frau noch auf den abfahrenden Schnellzug ſpringen. Sie
ſtürzte ab und wäre ſicher unter die Räder gekommen, wenn nicht
Dr. Bauer hinzugeſprungen wäre und die Frau im letzten Augenblick
zurückgeriſſen hätte. — Ein ſpielendes Kind rannte in der
Rainhardt=
ſtraße direkt in ein Auto, wurde vom Kotflügel erfaßt und überfahren.
Der Autolenker brachte das ſchwerverletzte Kind ſofort ins Krankenhaus.
— Die deutſche Berufskrankenkaſſe der Buchdrucker hat in Bad=
Nau=
heim ein neues „Kurheim Gutenberg” eröffnet. An der
Er=
öffnungsfeier nahmen Vertreter der heſſiſchen Regierung, der
Stadtver=
waltung und des Kreisamtes teil. Profeſſor Dr. Weber begrüßte die
Gäſte und betonte, daß dieſe vierte Schöpfung der Deutſchen Buchdrucker
ein Sanatorium für energiſche Bekämpfung der Herzkranken ſein ſolle.
— Die Hauptſtraße Friedbergs, die Kaiſerſtraße, foll gſphaltiert
werden. — In Heldenbergen wurde eine geheime
Branntwein=
brennerei entdeckt, der Inhaber, ein junger Mann, wurde verhaftet. —
Die Deckſtation Grünberg vom Landesgeſtüt Darmſtadt wurde
ein=
geſtellt. Die verwaiſte Pfarrſtelle Wetterfeld erhielt in der Perſon
des Pfarrers F. Seriba aus Nieder=Moſſau, einem Sohn des verſtorbenen
Ortsgeiſtlichen, einen neuen Pfarrer. — Eine Sonnenwendfeier
der Burſchenſchafter fand auf dem Hoherodskopf (Heſſens höchſtem
Berge) bei guter Beteiligung ſtatt. Während ein mächtiger Holzſtoß
emporflammte, ſprach Dr. Bruchhäuſer aus Ulrichſtein über die
Bedeu=
tung der deutſchen Sonnenwendfeier. Anſchließend ſang man das
Deutſchlandlied. Es wurde beſchloſſen, 1928 die Feier auf dem
Hohe=
rodskopf zu wiederholen. — In der Alsfelder Gegend ſind die
Ausſichten auf eine gute Heidelbeerernte ſehr günſtig. — In
Rocken=
berg ſteht das goldene Prieſterjubiläum des katholiſchen Geiſtlichen,
Dekan Georg Waldmann, bevor. — Die Kirche wird mit einer
Ge=
fallenen=Ehrentafel verſehen werden. — Diamantene Hochzeit
feierte das noch rüſtige Ehepaar Auguſt Aßmuß 1. in Wallernhauſen. —
Ihre Goldene Hochzeit feierten die Eheleute Adolf Weinandt in
Großen=Linden. Der Jubilar iſt Berginvalide, 54 Jahre hat er im
Braunſteinbergwerk Gießen gearbeitet. — Lehrer Wohrheim aus Bad=
Nauheim iſt in der Klinik zu Gießen geſtorben. Wohrheim war von
1880—1905 in Butzbach, von 1905 bis 1925 in Bad=Nauheim tätig. —
Das letzte Wahrzeichen der einſt berühmten Aktien=Brauerei, der hohe
Kamin wird niedergelegt. Die Gebäude der Brauerei dienen heute dem
Verſuchsgut des landwirtſchaftlichen Inſtituts der Univerſität Gießen.
AUKOLIN
Ar
An
f.WOUFFLSOM
Krtennrer
KARISRUHE
eines gepflegten Frauenkopfes hängt hauptsächlich von der Wirkung
des Haares ab. Versäume also nicht dem schönsten Schmuck
der Frau die richtige Pflege angedeihen zu lassen und nimm nur
SO HM
[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Samstag, den 2 Jul: 1927
Nummer 181
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Nummer 181
Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
Die Amtsverbrechen eines
Kriminal=
beamten. Unter einer Reihe ſchwerer
Beſchul=
digungen hat ſich vor dem Erweiterten
Schöffenge=
richt der 47jährige Kriminalaſſiſtent Paul Schulz zu
verantworten, der im Mai 1924 von der hieſigen
Strafkammer in dem bekannten Kappeprozeß drei
Jahre Zuchthaus erhielt. Schulz hat dieſe Strafe
verbüßt und es ſcheint, daß er ſich im Zuchthaus Diez
a. d. Lahn muſtergültig führte, denn der
Juſtiz=
miniſter hat ihm vier Monate ſeiner Strafe
voll=
kommen erlaſſen. Der Angeklagte, der aus der
Straf=
haft direkt in die Unterſuchungshaft übergeführt
wurde, da gegen ihn aus früherer Zeit her noch eine
ganze Anzahl Straffälle ſchweben, nennt Diez wegen
der Verkommenheit ſeiner Inſaſſen eine wahre Hölle
und er möchte lieber aus dem Leben ſcheiden, als
noch einmal dorthin zu kommen. Schulz, dem
Amts=
unterſchlagung in acht Fällen, Urkundenfälſchung,
Ur=
kundenbeſeitigung und die Nichtverfolgung ſtrafbarer
Handlungen zur Laſt gelegt wird, kam nach
acht=
jähriger Tätigkeit bei der Schutzmannſchaft zur
Kri=
minalpolizei, wo er ſich der obengenannten Delikte
ſchuldig machte. Während im Kappeprozeß der
An=
geklagte beſchuldigt wurde, daß er die Verfolgung
ſtrafbare Handlungen unterließ, wird ihm jetzt
vorgeworfen, daß er ſich an Aſſervaten bereicherte,
daß er beſchlagnahmte Kleidungsſtücke und
Schmuck=
ſachen verſchwinden ließ. Gegen dieſe Beſchuldigung
kämpft der Angeklagte mit aller Entſchiedenheit an
und verſucht, die Vorgänge ſo darzuſtellen, als handle
es ſich um Verſehen. (Die Verhandlungen dauern
an.) — Ausdem Frankfurter Magiſtrat.
Der Magiſtrat hat einer Vorlage über Umſtellung der
Frankfurter Flugplatzgeſellſchaft G. m. b. H.
zuge=
ſtimmt, wonach die der Geſellſchaft ſeither gewährten
Darlehen des Reiches und Preußens ſowohl als das
Darlehen der Stadt Frankfurt a. M. einſchließlich
der Bereitſtellung des Hofes Rebſtock in
Beteili=
gungen umgewandelt werden, ſo daß das
Geſell=
ſchaftskapital ſich auf 1 450 000 Mark erhöht. Reich
und Staat werden danach künftig mit zuſammen
48 Prozent, die Stadt Frankfurt a. M. mit 52
Pro=
zent an der Geſellſchaft beteiligt ſein. Der Magiſtrat
hat ferner einer Vorlage über weitere bauliche
Ver=
beſſerungen im Krankenhaus Sandhof zugeſtimmt, die
ſich insbeſondere auf Verlegung der
Röntgenabtei=
lung aus dem Dachgeſchoß in das Erdgeſchoß ſowie
auf die notwendige Schaffung von Wohn= Speiſe=
und Aufenthaltsräumen für Schweſtern und Aerzte
beziehen. Zur Ausführung der Arbeiten ſind 26000
Mark erforderlich, deren zuſätzliche Bewilligung der
Magiſtrat bei der Stadtverordnetenverſammlung
be=
antragt.
Schüſſe aus dem Dunkeln.
Berlin. Seit Jahren treibt in der Umgegend
rvon Gommern, einem kleinen Landſtädtchen in der
Mähe von Magdeburg, ein geheimnisvoller Schütze
fſein Unweſen, der bereits einige Menſchenleben auf
Ddem Gewiſſen hat, bisher aber nicht gefaßt werden
Eonnte. Als am Mittwoch ſpät abends ein Magde=
Burger Motorradfahrer an einem Wäldchen vorbei=
Fuhr, wurden auf ihn mehrere Schüſſe abgegeben,
Die jedoch glücklicherweiſe ihr Ziel verfehlten.
Feſtſitzung im Reichspatentamt.
Berlin. Aus Anlaß ſeines 50jährigen Be=
Etehens veranſtaltete das Reichspatentamt am
Frei=
rag vormittag im Langenbeck=Vircho=Haus eine
Feſtſitzung, an der u. a. Reichsjuſtizminiſter Dr. Hergt,
Meichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius ſowie neben
Wertretern der Reichs= und Staatsbehörden
Mitglie=
ſoer des Reichsrats, die Präſidenten der
Patent=
irmter von Finnland, Holland, Oeſterreich, Ungarn,
Spanien und der Tſchechoſlowakei ſowie Abgeordnete tiere zu künftigen Zuchtpaaren zuſammenzuſtellen,
be=
zahlreicher Verbände und Vereine teilnahmen. Der
Wräſident des Reichs=Patentamtes, v. Specht, gab freulichſten Nachzuchten der letzten Zeit iſt die
Erſt=
ainen Ueberblick über die Entwicklung und die
Tätig=
zeit ſeines Amtes und teilte unter anderem mit, daß
bis heute faſt 1 Million Gebrauchsmuſter geſetzlichen. Ein prachtvolles braunes Kuhkalb iſt auch bei den
Schutz erhalten haben. Neichsjuſtizminiſter Dr. Hergt
Reichsregierung und der preußiſchen Staatsregie= tummeln ſich bei der Herde zwei wildfarbige
Neu=
wung und feierte deutſche Beamtentüchtigkeit, deutſchen geborene, die auf ihren überlangen Stelzbeinen ſehr
FFleiß und Gewiſſenhaftigkeit.
90 Jahre Borſig.
Samstag, den 2 Zul/ 1927
Geite 11
Eine neue Erfindung auf dem Rundfunkgebiet.
Friedrich Anguſt Borſig,
der Begründer der Borſig=Werke.
Bzeichnet nach dem berühmten Gemälde von Krüger.)
dieſen Tagen feiert das große Borſig=Werk das
Mährige Jubiläum. Im Jahre 1837 begann
Fried=
ich) Auguſt Borſig, der Zimmermannsſohn, mit dem
Bru ſeiner erſten Pumpmaſchinen in einer
Holz=
daracke vor dem Oranienburger Tor zu Berlin.
a chdem Borſig in England den Lokomotivenbau
„wdierte, widmete er ſich hauptſächlich dieſem
Spezial=
gewiet, zumal durch den Ausbau der preußiſchen
Eiſenbahn ein großer Bedarf an Maſchinen vorlag.
Eire ſtändige Erweiterung der Werke war die Folge.
beutte iſt der Lokomotivbau, der Borſigs Weltruf
rändete, etwas in den Hintergrund getreten, andere
wduktionszweige ſind mehr in den Vordergrund
gerückt.
Hundertjahrfeier der erſten
Lebensverſicherungin Deutſchland
Lautſprecherempfang ohne Röhren.
Eine wichtige Erfindung auf dem Gebiete des Rundfunks wird jetzt bekannt. Ein Konſtant= Am 9. Juli des Jahres 1827 wurde von dem durch
Verſtärker für Lautſprecherempfang mit Detektor ermöglicht die Anwendung des Lautſprechers ſeine baterländiſche Geſinnung und ſeine dem
all=
ohne Röhren oder der in den letzten Jahren viel angewandten Verſtärkung durch Widerſtände, gemeinen Wohl dienenden Schöpfungen weit über
Der Empfangsverſtärker arbeitet nach dem neuen Prinzip der Mikrophon=Verſtärkung. Der ſeine engere Heimat hinaus bekannten Gothaer Kauf=
Lautſprecherempfang wird in normaler Stärke ohne Röhren, Akkumulator und ohne Anoden= mann Ernſt Wilhelm Arnoldi die Gothaer
Lebens=
batterie erzielt. Das Bild zeigt den kleinen Konſtant=Verſtärker in Verbindung mit einem verſicherungsbank A.G. ins Leben gerufen. Dieſer
Detektorapparat und einem Lautſprecher.
250 Jahrfeier der Univerſität Innsbruck.
Einziehen der Chargierten in die Univerſitätskirche.
Die Univerſität Innsbruck konnte jetzt auf ein Vierteljahrhundert gkademiſcher Forſchung und
Erziehungsarbeit zurückblicken. Die eben ſtattgefündene Jubelfeier, der zahlreiche Perſönlich= es ſich um eine Verhaftung auf Verankaſſung einer
keiten, nicht nur der Wiſſenſchaft ſondern auch der Politik, beiwohnten, geſtaltete ſich zu einem
unvergeßlichen Ereignis der Landeshauptſtadt Innsbruck und des Deutſchtums.
Zuchtrekorde im Frankfurter Zoo.
Das Beſtreben bei dem vor einigen Jahren
er=
folgten Neuausbau der Tierſammlung, kräftige
Jung=
ginnt jetzt reiche Früchte zu tragen. Eine der
er=
geburt eines Streifengnus, ein
über=
aus kräftiges, erwünſchter Weiſe weibliches Kalb.
tibetaniſchen Yaks zu verzeichnen. Außer
Uberbrachte als Vizekanzler die Glückwünſche der dem jungen weißen Lama von dieſem Frühjahr
poſſierlich ausſehen. Je zwei kräftige Kälbchen ſind
bisher bei den Rudeln der Rothirſche, der
Damhirſche und der Pferdehirfche zu
ver=
zeichnen. Das mit einem halbwüchſigen Jungtier
kürzlich erworbene ſchwarze, mit weißen Flecken
ge=
zierte Paka, ein im kleinen Säugetierhaus
unter=
gebrachtes, ſüdamerikaniſches Nagetier, hat
neuer=
dings ein weiteres, auffallend ſtattliches Junges
ge=
worfen. Ohne ſich durch die umfangreichen
Umbau=
arbeiten des Raubtierhauſes ſtören zu laſſen, hat
nach zweijähriger Pauſe auch die abeſſiniſche
Leopardin einem ſchönen Wurf von drei
Spröß=
lingen das Leben gegeben. Die neun jungen Wölfe
wachſen erſtaunlich ſchnell heran. Drei davon ſind
neuerdings als Geſpielen für die beiden Tiger=
Babis und die vier Löwen=Jungen der
Raub=
tierkinderſtube eingereiht worden. Reich ſind auch die
Nachzuchten des Vogelhauſes. Außer der Zucht der
gewöhnlichen Arten iſt auch in dieſem Jahre wieder
die im Vorjahre erſtmals hier erzielte Zucht der
ſüdamerikaniſchen Kronenkiebitze und
der abeſſiniſchen Prachtglanzſtare
er=
reicht worden. In den Zierfiſchbecken des Aquariums
wimmelt es überall von vielen Hunderten von
Jung=
fiſchen. Erwähnt ſollen noch die zahlreichen Zuchten
von allerhand Waſſer= und Hausgeflügel werden.
Dr. K. Pr.
Erdbebenregiſtrierung in Hamburg.
Hamburg. Am Freitag morgen regiſtrierten
die Apparate der hieſigen Hauptſtation für
Erd=
bebenforſchung ein ſehr heftiges Erdbeben in 2100
Kilometer Entfernung und aus ſüdöſtlicher Richtung.
Der Herd dürfte vor der klein=aſiatiſchen Küſte, etwa
bei der Inſel Chios, zu ſuchen ſein. Das Beben
er=
eignete ſich um 9,19 Uhr mitteleuropäiſche Zeit,
wäh=
rend in Hamburg die erſten Wellen um 9 Uhr 23 Min.
20 Sek. in Erſcheinung traten.
Von Wildſchweinen aufgefreſſen.
* Budapeſt. Im Cibles=Gebirge verirrte ſich
der 14jährige Hirtenknabe Juon Tomas im Laufe
des Abends im dichten Kiefernwald und konnte den
Heimweg nicht mehr finden. Im einſamen
Waldes=
dickicht wurde der Knabe von Wildſchweinen
ange=
fallen. Die Holzfäller fanden am nächſten Morgen
nur einige Fetzen ſeiner ärmlichen Kleidung und
einige zernagte Ueberreſte des Leichnams.
Das 300jährige Jubiläum Dorpats.
* Riga. König Guſtav Adolf, der vor 300 Jahren
auch über Livland herrſchte, begründete am 30. Juni
16R7 die Univerſität von Dorpat, ein neues Zentrum
nordiſcher Wiſſenſchaft und als eine Feſte des
Pro=
teſtantismus. 1710 brach die Herrſchaft der Schweden
in Liokand zuſammen, die baltiſchen Herzogtümer
kamen in den Beſitz des ruſſiſchen Kronenträgers und
wenn auch gemäß den Kapitulationen Peters des
Großen an die baltiſche Ritterſchaft, die Univerſität
Dorpat beſtehen blieb, ſo gelangte ſie doch erſt unter
Alexander I. zu wirklicher Blüte, der ſie als deutſche
Univerſität mit bedeutenden Mitteln und
Privi=
legien ausſtattete. Hervorragende Gelehrte aus dem
Deutſchen Reiche wurden nach Dorpat berufen, das ſich
bald zu einem bedeutenden Zentrum deutſcher Kultur
und Wiſſenſchaft anwuchs. Man war in Dorpat mit
verbiſſener= Begeiſterung deutſch, in ſchroffer
Abwehr=
ſtellung gegen das andrängende Ruſſentum, wohl
nirgends wurde das Deutſchlandlied mit mehr
Be=
geiſterung als unter den wehenden Fahnen der
Korporationen unter der alten Ruine auf dem
Dom=
berge in Dorpat geſungen. Die Univerſität Dorpat
blieb als Heimſtätte und Feſte des Deutſchtums
un=
angefochten bis zum Ende des vergangenen
Jahr=
hunderts beſtehen, wo unter Zar Alexander III. die
gewaltſamen Ruſſifizierungsverſuche ſtattfanden.
Je=
doch verharrten die Deutſchen in ihrer ſchroffen
Ab=
wehrſtellung und alle Ukaſe konnten der Univerſität
nicht ihren urdeutſchen Charakter nehmen.
Bedeu=
tende Gelehrte ſind aus der Aula der Dorpater
Uni=
verſität hervorgegangen. Man braucht nur an die
Namen von Profeſſor von Karnack, Seeberg,
Leo=
pold von Schröder und viele andere mehr zu
er=
innern. Krieg und Revolution haben die alte
Uni=
verſität Dorpat zerſtört, die heute zur eſtniſchen
Uni=
verſität geworden iſt. Aber Deutſche und Eſten
be=
ginnen ſich allmählich in manchen Dingen wieder die
Freundeshand zu geben und der deutſche Einfluß
macht ſich wieder an der Univerſität Dorpat
bemert=
bar. So wird denn die deutſche Wiſſenſchaft bald
wie=
der jenſeits der Reichsgrenzen eine Pflegeſtätte
finden.
Noch immer Blutrache auf dem Balkan.
* Belgrad. Ungefähr ſieben Kilometer von
Kaeſanik entfernt wurde der aus Uesküb nach
Mi=
trowitza fahrende Perſonenzug plötzlich durch
Ge=
wehrſalven angehalten. Der nächſte Bahnhof
ver=
ſtändigte telegraphiſch die Gendarmerie, da man
glaubte, daß es ſich um einen Ueberfall bulgariſcher
Banden handle. Die Schießerei dauerte mehrere
Stunden, die Kugeln trafen den Zug, der langſam
zurückfahren mußte. Stärkere
Gendarmerieabtei=
lungen ſtellten feſt, daß es ſich nicht um einen
Ueber=
fall auf den Zug handelte, ſondern um den Kampf
zwi=
ſchen zwei Arnautendörfern, die wegen Blutrache
an=
einander geraten waren. Sie hatten über den
Bahn=
damm hinweg aufeinander das Feuer eröffnet. Die
Gendarmerie umzingelte die beiden Dörfer und nahm
zahlreiche Verhaftungen vor. Zwei Tote und zwei
Schwerverletzte waren auf dem Kampfplatz
ge=
blieben.
Die Gothaer Lebensverſicherungsbank
in ihrer heutigen Geſtalt.
Gedenktag iſt nicht nur für die Bank ſelbſt von
Be=
deutung, ſondern für das ganze deutſche
Verſiche=
rungsweſen, weil mit ihrer Gründung die
Lebens=
verſicherung überhaupt erſt in Deutſchland wirklich
Eingang fand.
Eine dramatiſche Verhaftung wegen Spionage?
fm. Baſel. Am letzten Freitag, ſo berichtet die
„Baſeler Nationalzeitung”, kam in das Haus einer
Gärtnerei, das auf deutſchem Boden, unmittelbar
bei der Otterbachgrenze in der Nonnenholzgaſſe liegt,
ein deutſcher Kriminalkommiſſar und bat den
In=
haber, am Nachmittag einen kleinen Handwagen mit
Leitern, wie er zum Kirſchenpflücken gebraucht wird,
bereit zu ſtellen. Es handele ſich um eine wichtige
Ver=
haftung. Um halb zwei Uhr kamen auch zwei
Polizei=
detektive in Arbeiterkleidung und ſetzten ſich ans
Fenſter, von wo aus ſie genau die Straße, die nach
Lörrach führt, überſehen konnten. Bald zeigte ſich
unter dem Bahnübergang eine junge Dame mit einem
Paket unter dem Arm und kurz darauf erſchien ein
Herr mittleren Alters von Otterbach her, der mit
ſchnellen Schritten gegen die Ueberführung kam. Aber
ſchon ſauſten die beiden „Kirſigänger” mit ihrem
Handwagen hinter ihm her und ehe er noch die Dame
erreichen konnte, war er ſchon verhaftet. Mit „
Man=
ſchettli” wurde er — augenſcheinlich auf einem
Sei=
tenweg gegen Leopoldshöhe — abgeführt,
wahrſchein=
lich begleitet von ſeiner Komplizin. Der
Gärtner=
familie wurde bereits eine halbe Stunde darauf der
Wagen zurückgeſchickt. Staatsanwaltſchaft,
Kriminal=
polizei und Amtsgericht. Lörrach wurden auf den
Vorgang erſt durch die Anfrage der „Baſeler
Na=
tionalzeitung” aufmerkſam. Wie man hört, handelt
auswärtigen Behörde. Die Verhafteten wurden
ſo=
fort an das betreffende auswärtige Gericht
aus=
geliefert.
Die Heiratspläne des Königs von Bulgarien.
* Sofia. Die bevorſtehende Auslandsreiſe des
Königs Boris wird von allen der bulgariſchen
Re=
gierung naheſtehenden Kreiſen mit ſeinen
Heirals=
plänen in Verbindung gebracht. Wohl wurden die
Blättermeldungen, daß der König auf Brautſchau
gehe, offiziös dementiert, allein es iſt ein offenes
Ge=
heimnis, daß man in Hofkreiſen ununterbrochen
daran arbeitet, dem Land eine Königin zu
verſchaf=
fen. König Boris hat das 33. Lebensjahr vollendet,
und iſt jetzt der einzige unverheiratete Regent
Europas. Es iſt auch kein Thronfolger vorhanden.
Dieſe letzte Tatſache ſteht mit dem eigenartigen
bul=
gariſchen Erbfolgegeſetz in Zuſammenhang. Man
braucht nur an den Regierungsantritt König
Fer=
dinands zu denken. Ferdinand kam als katholiſcher
Fürſt auf den bulgariſchen Thron. Er mußte ſich
aber zur Einwilligung bequemen, daß der nächſte
König und jeweilige Thronfolger dem orthodogen
Glauben angehören müſſe. So wurde denn Prinz
Boris in der orthodoxen Religion erzogen. Die
Nachfolge war damit geſichert, nicht aber die ſeiner
katholiſchen Schweſtern. Die Bedingung, daß der
Thronerbe orthodoxen Glaubens ſein müſſe, hat
bis=
her verhindert, daß die bisherigen Heiratspläne
Boris durchgeführt werden konnten. Es iſt noch in
allgemeiner Erinnerung, daß im Vorjahre ſeine
Ver=
mählung mit der italieniſchen Prinzeſſin Giovanua
ziemlich nahe bevorſtand. Aber der italieniſche Hof
wollte ſich nicht dazu verſtehen, daß die Prinzeſſin
oder ihre Nachkommen die katholiſche Kirche
ver=
laſſen. Eine Aenderung des Erbfolgegeſetzes war auch
nicht durchzuſetzen. Bei welchem Hofe der König nun
auf ſeiner Brautſchau anklopfen werde, iſt allerdings
noch nicht bekannt. Bald heißt es, daß die rumäniſche
Prinzeſſin Ileana zur bulgariſchen Landesmutter
auserſehen ſei, welcher Plan von Frankreich
unter=
ſtützt werde, bald wird ein Mitglied des engliſchen
Hofes als künftige Braut des Königs bezeichnet.
Andererſeits wird behauptet, das Projekt mit der
Italienerin ſei in ein neues Stadium getreten und
dürfte jetzt verwirklicht werden. Jedenfalls wird die
Neiſe des Königs Klarheit über ſeine Heiratspläne
bringen.
Der Hawai=Flug geglückt.
Seite 12
Eamstag, den 2. Juli 1927
Ohro Hau langeren derſag daf vein Meer gelander.
Byrds Schickſal.
Die „America” muß auf dem Meere
nieder=
gehen. — Die Beſatzung gerettet.
EP. Paris, 1. Juli.
Nach einer Meldung aus Cherbourg ſind die amerikaniſchen
Flieger heute morgen 2.30 Uhr in der Höhe von Ver=ſur=Mer,
halbwegs zwiſchen Cherbourg und Le Havre, etwa 300 Meter
von der Küſte auf dem Meere niedergegangen, nachdem die
„America” die ganze Nacht hindurch ſteuerlos umhergeirrt war.
Die Flieger konnten ſich retten durch Benützung des an Bord
mitgeführten Faltbovtes.
Der Flugverlauf. — Im Regen und Uebel verirrt.
Bis in die frühen Morgenſtunden fehlte über den Verbleib der
„America” jede genaue Nachricht. Geſehen wurde das Flugzeug
zuletzt um 22,00 Uhr über Rennes (Bretagne). Es flog mit einer
Stundengeſchwindigkeit von 100 Kilometer oſtwärts. Der
Funk=
ſpruch Byrds, wonach er die Richtung verloren habe,
wurde außer in Le Havre auch in Le Bourget aufgefangen. Byrd
erſuchte, ihm die Lage des nächſten Flugfeldes mitzuteilen, da
er durch Regen und Nebel außerordentlich
be=
hindert ſei. Es war aber natürlich nicht möglich, dieſem
Wunſch zu entſprechen, da die geographiſche Lage des
Flug=
zeuges unbekannt war und ſie Byrd auch nicht mitteilen konnte.
In Le Bourget fing man an, über das Schickſal Byrds beſorgt
zu ſein, beſonders da unaufhörlich ſtarker Regen fiel, der
die Sichtbarkeit trotz Scheinwerfer und Raketen ſehr einſchränkte.
Der Regen hatte auch bis früh 5 Uhr nicht nachgelaſſen. Die
Beängſtigung erreichte ihren Höhepunkt, als bekannt wurde, daß
Byrd den Notruf 8. O. S. ausgeſandt hatte. Leider herrſchte
aber abſolute Ungewißheit, über die geographiſche Lage des
Flugzeuges. Die Luftſchiffahrtsabteilung gab daraufhin den
nordfranzöſiſchen Poſten Weiſung, keine Anrufe mehr
auszu=
ſenden, um keine Verwirrung durch ſtörende Wellen zu ſchaffen.
Die letzten Meldungen laſſen nicht einwandfrei erkennen, wo
ſich das Flugzeug in Wirklichkeit befindet. Der Umſtand jedoch,
daß die von Rouen aufgefangenen Notſignale außerordentlich
deutlich waren, läßt darauf ſchließen, daß die „America” nicht
allzu weit von Rouen entfernt war. Ob das Abreißen der
Not=
ſignale einem Unfall des Flugzeuges oder dem Verſagen des
Senderpoſtens zuzuſchreiben iſt, muß vorläufig noch dahingeſtellt
bleiben.
Infolge Benzinmangels notgelandet.
Das franzöſiſche Marineminiſterium beſtätigt offiziell, daß
die amerikaniſchen Flieger bei Ver=ſur=Mur auf dem Meere
niedergegangen ſeien, was ſomit eine Abweichung von den
bis=
herigen Meldungen darſtellt, wonach das Flugzeug durch einen
Unfall ins Meer gefallen ſei. Das Flugzeug ruhe augenblicklich
an der Küſte, befinde ſich aber tief im Waſſer, da zurzeit Flut
herrſche. An Ort und Stelle befänden ſich der Kommandant der
Marineluftſchiffahrt aus Cherbourg, der Polizeipräſident des
Departements Calvados, ein Flugzeugingenieur ſowie Vertreter
der Ortsbehörden. Die Flieger ſeien bei Privatleuten
unter=
gebracht, und zwar Byrd und einer ſeiner Gefährten beim
Leucht=
turmwächter, die beiden anderen beim ſtellvertretenden Bürgere
meiſter. Der Marineminiſter hat außerdem ein Telegramm des
Polizeipräſidenten von Caén erhalten wonach die „Miß
Ame=
rica” keinerlei Gefahr ausgeſetzt ſei. Das Flugzeug ſei zwiſchen
mehreren Schiffen feſt verankert, könne aber erſt bei
wieder=
kehrender Ebbe heute nachmittag gehoben werden. Die Flieger
haben erklärt, ſie hätten, als ſie das Feuer des Leuchtturmes
ſahen, beſchloſſen, niederzugehen, da ſie nur noch über wenig
Benzin verfügten und vollſtändig aus der Richtung gekommen
waren. Sie ſeien zu dem Leuchtturm hingerudert und hätten
den Wächter aus dem Schlaf geweckt. Dieſer alarmierte das
Bürgermeiſteramt, und die nötigen Maßnahmen für das
Herbei=
holen des Flugzeuges wurden vom Bürgermeiſter angeordnet.
Byrd erklärte, daß er und ſeine Kollegen außerordentlich erſchöpft
ſeien und wünſchte, während des Schlafes nicht geſtört zu
wer=
den. Er wolle jedoch um ½2 Uhr geweckt werden, um bei
Wiederkehr der Ebbe dem Heben der „America” beiwohnen zu
können.
Amerika in Erwartung der erſten Nachrichten.
EP. New York, 1. Juli.
Das Publikum hat während der ganzen Nacht ausgehalten,
um möglichſt noch Nachrichten über das Verbleiben der Flieger
zu erlangen. Als dieſe an der franzöſiſchen Küſte gemeldet
wur=
den, bemächtigte ſich des Publikums eine außerordentliche
Be=
geiſterung, und niemand zweifelte mehr, daß in kurzer Zeit ihre
Ankunft in Paris gemeldet werde. Als dann aber nach der
mutmaßlichen Zeitſpanne ihr Eintreffen nicht gemeldet wurde,
wich die Begeiſterung einer ſteigenden Beängſtigung, die erſt
vorübergehend nachließ, als die Falſchmeldung von der
Lan=
dung der „America” in Iſſy eintraf. Der Umſtand, daß die
Meldung von Havas verbreitet wurde, flößte Vertrauen ein,
und ſo geſchah es, daß nacheinander Coolidge, der Kriegsminiſter
und der Direktor des Luftſchiffahrtsdepartements
Glückwunſch=
telegramme an Byrd ſandten, ebenſo wie ſeinerzeit der
fran=
zöſiſche Kriegsminiſter Painlevé auf Grund der Falſchmeldung
von der Ankunft Nungeſſers in New York ein
Glückwunſchtele=
gramm geſandt hatte. Die Meldung wurde dann von der Britiſh
United Preß auf das entſchiedenſte dementiert, tauchte aber ſpäter
vorübergehend nochmals auf, um dann endgültig in Abrede
ge=
ſtellt zu werden.
Der Vorgang der Landung.
Der Präfekt des Departements, Calvados, hat dem
Innen=
miniſterium mitgeteilt, alle Maßnahmen zur Rettung des
Flug=
zeuges „Miß America” ſeien getroffen worden. Zur Zeit des
Steigens der Flut ragten nur noch die oberen Teile des
Flug=
zeuges aus dem Waſſer. Das Flugzeug ſei jedoch zwiſchen
mehreren Schiffen verankert worden, ſo daß man zu den
Ber=
gungsarbeiten die Ebbe abwarten könne. Die Marineleitung
von Cherbourg hat mehrere Sachverſtändige zur Leitung dieſer
Arbeiten nach Ver=ſur=Mer entſandt. — Die Inſtrumente des
Flugzeuges und die Poſt ſind bereits in Sicherheit gebracht.
Ueber den Vorgang bei der Landung meldet der
Sonder=
berichterſtatter der Radio=Agentur folgende Einzelheiten: Um
Nummer 181
2 Uhr morgens vernahmen die Einwohner von Ver=ſur=Mer
Motorengeräuſch, dem ſie jedoch keine Beachtung ſchenkten. Erſt
gegen 3 Uhr 45 bemeikten zwei Fiſcher beim Einziehen ihrer
Netze das von ſeinen Inſaſſen bereits verlaſſene Flugzeug, etwa
500 Meter vom Strand entfernt. An der Küſte fanden ſie dann
den Kommandanten Byrd und den Leutnant Neville, die auf
dem Uferſande ſchliefen. Die Fiſcher führten ſie zu der
Woh=
nung eines Gemeinderatsmitgliedes, der ihnen Eſſen vorſetzte
und ſie in Betten unterbrachte. Kommandant Byrd ſchien völlig
erſchöpft und am Ende ſeiner Kräfte zu ſein, denn er konnte
kaum mehr die Treppe des Hauſes hinaufſteigen. In der
Zwi=
ſchenzeit hatten ſich die beiden anderen Flugzeuginſaſſen, Acoſta
und Balchin, zum Leuchtturm begeben, wo ſie von dem
Turm=
wärter und ſeiner Frau gaſtlich aufgenommen wurden.
Byrd erzählt ſeine Erlebniſſe.
EP. Paris, 1. Juli.
Unſer Vertreter hatte heute nachmittag Gelegenheit, in
Ver=ſur=Mer ſich mit dem Kommandanten Byrd zu unterhalten.
Byrd war ſoeben erwacht, und obwohl ſein Geſicht noch
deut=
liche Spuren der phyſiſchen und moraliſchen Anſtrengungen der
beiden letzten Tage zeigte, berichtete er mit fröhlicher Miene über
ſeine Erlebniſſe und Eindrücke bei der Ueberquerung des
Atlan=
tiſchen Ozeans, die er trotz des tragikomiſchen Abſchluſſes als
einen Erfolg bezeichnete. Er habe nicht unbedingt Paris
er=
reichen, ſondern in erſter Linie wiſſenſchaftliche Beobachtungen
machen wollen. Mit ſeinen Gefährten habe er umfangreiche
Be=
obachtungen über die Höhenſchichten, die Luftſtrömungen und
die Temperaturverhältniſſe ſammeln können, die wohl ein
ein=
zigartiges Material für ſeine Nachfolger darſtellten. Vor allem
die Notizen über Nebel= und Wolkenbildungen dürften ſich als
nützlich erweiſen. Da dieſes Material und die Poſt gerettet
werden konnten, ſei er auch mit der unfreiwilligen Notlandung
zufrieden. Er habe unterwegs ſtets mit der Möglichkeit eines
Niedergehens auf dem Waſſer rechnen müſſen, und zu dieſem
Zweck das Gummifaltboot mitgenommen. So ſei alles
abge=
laufen, wie er es vorausgeſehen habe. Er und ſeine Begleiter
hätten ſich ſofort daran gemacht, das Gummiboot aufzupumpen,
und ſo hätten ſie das Land erreicht, ohne ſich auch nur die Füße
naß zu machen. Sie hätten ſich keinen Augenblick in Gefahr
be=
funden. Er ſei ſehr zufrieden mit ſeinem Apparat. Die
Mo=
tore hätten regelmäßig gearbeitet bis zu dem Augenblick, wo
kein Tropfen vorhanden geweſen ſei. Wenn nicht die Benzin=
und Oelvorräte zur Neige gegangen wären, würde er den Flug
bis zum Morgengrauen fortgeſetzt haben. Die Ermüdung habe
keine Bedeutung gehabt, da er und ſeine drei Begleiter ſich
ſtän=
dig in der Führung des Flugzeuges abgelöſt hätten. Im
Augen=
blick der Landung ſei er ſelbſt in der Kabine mit dem Kompaß
beſchäftigt geweſen, der aber in dem Augenblick, wo das
Flug=
zeug franzöſiſchen Boden berührte, vollſtändig verrückt geworden
ſei. Infolgedeſſen habe er niemals gewußt, wo er ſich befand.
Die Scheinwerfer habe er gleichfalls nicht wahrnehmen können,
Zwei Stunden vor der Landung habe er aber das Gefühl gehabt,
in unmittelbarer Nähe von Paris zu ſein. Später ſei es ihm
dagegen vorgekommen, als ob er ſtändig im Kreiſe herumfliege.
Ein geeigneter Landungsplatz ſei nicht aufzufinden geweſen,
Der Radioapparat ſei offenbar durch atmoſphäriſche
Bedingun=
gen und durch begeiſterte Radioamateure geſtört worden. Die
Ueberfliegung des Ozeans habe ſich etwas ſchwieriger geſtaltet,
als ſeinerzeit der Flug über den Nordpol. Ueber ſeine
Zu=
kunftspläne äußerte Byrd, er werde zunächſt die drei Motore
abmontieren, um ſie vor dem Meerwaſſer zu ſchützen und ſie
nachſehen zu laſſen. Das Flugzeug werde wohl repariert und
nach Amerika zurückgebracht werden können. Er hoffe, in zwei
Tagen nach Paris kommen zu können.
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Nummer 181.
Samstag, den 2. Juli 1927
Wanderungen im Pogelsberg.
Wonnig in reiner Luft badet die Bruſt,
Alles iſt Blütenduft, Jubel und Luſt.
Hier friſches Waldesgrün, dort Fels im Sonnenglühn.
Wild genug. Vogelſang. Weidgaug am grünen Hang,
Dörfer im Tal.
Tanne ſo hoch und ſchlauk, Maſtengeſtalt.
Straße mit Ruhebant; blau von Baſalt.
Menſchen ſo ſtramm und grad in ihrem Sonntagsſtaat,
Sangluſtig, friſch und frei, fröhlich und fromm dabei
und ſtolz darauf.
Trotz der rührigen Tätigkeit, die der Vogelsberger
Höhen=
klub ſchon ſeit faſt fünfzig Jahren zur Erſchließung ſeines
Ge=
bietes entfaltet, wird dieſer einzigartige Baſaltkegel unter den
deutſchen Mittelgebirgen von der Touriſtenwelt immer noch nicht
ſo gewürdigt, wie er es verdient. Seine Wieſengründe mit ihrer
teils ſubalpinen Flora bieten dem Wanderer einen ſeltenen
Ge=
nuß. Hier prangt der Wald noch im zarteſten Hellgrün der Buche,
untermiſcht mit Fichte, Lärche und Ahorn. Feld und Wald, Tal
und ausſichtsreiche Höhe wechſeln in bunter Folge. Hier findet
der Wanderer einfache, gute Verpflegung und herzliche
Auf=
nahme in den Gaſtſtätten
In Nachfolgendem ſoll verſucht werden, die Aufmerkſamkeit
der Wanderluſtigen wieder einmal auf den Vogelsberg hinzu=
lenken. An der Hand von Karte und Fahrplan laſſen ſich leicht
ein= und mehrtägige Wanderungen mit Hilfe der folgenden
Vor=
ſchläge zuſammenſtellen. Sperrdruck bedeutet Bahn= bzw.
Kraft=
poſtſtation:
I. Gelbes Kreuz: Hanau — Ronneburg — Büdingen
(die Perle des Vogelsberges) — Wenings — Gedern —
Herchenhain (V. H.C.=Ehrenmal u. Jugendheim) —
Hohe=
rodskopf — Ulrichſtein — Totenkirche b. Meiches —
Lauterbach.
II. Grünes Kreuz: Gelnhauſen— Tiergarten —
Büdin=
gen — Hirzenhain (Buderuswerke) — Gedern —
Hoherodskopf, dann blaues Kreuz nach Lauterbach
(Schloß Eiſenbach, Hginigturm).
III. Gelber Strich: Wächtersbach oder Birſtein —
Hartmannshain — Herchenhainerhöhe — Taufſtein
(Bismarcksturm) — Hoherodskopf — Rudingshain
Laubach (Schloß).
IV. Roter Kreis: Schlüchtern — Hinterſteinau —
Nie=
dermoos — Grebenhain — Burg (Felspartie)
Hoherodskopf — Gackerſtein — Schotten.
V. Blaues Dreieck: Fulda — Hainzell — Blankenau —
Ilbeshauſen. (Hochwaldhauſen)
Hoherodskopf,
dann grüner Kreis nach Schotten.
VI. Weißes Kreuz: Lauterbach — Schalksbach Teiche —
Herbſtein, dann blauer Strich Hoherodskopf —
Bil=
ſtein — Schotten — Hungen.
VII. Rot=weißes Band: Alsfeld — Romrod (Schloß) —
Groß=Felda — Ulrichſtein — Feldkrückerhöhe —
Hoherodskopf — Herchenhainerhöhe —
Hartmanns=
hain — Ober=Seemen.
VIII. Blaues Dreieck: Gießen od. Grünberg —
Freien=
ſeen — Seengrund — Petershainerhof —
Feldkrücker=
höhe — Hoherodskopf, dann roter Strich nach Nidda.
IX. Gelber Strich: Gießen oder Laubach —
Rudings=
hain — Hoherodskopf, dann gelbes Kreuz Ulrichſtein
(Schloßruine).
X. Blauer Strich: Butzbach — Burg Münzenberg —
Hungen — halbwegs Schotten bis zum Straßenkreuz
Gonderskirchen=Ulfa, dann blaues liegendes Kreuz Ulfa
—Nidda.
XI. Blauer Kreis: Bad=Nauheim — Burg Münzenberg
— Kloſter Arnsberg — Lich — Laubach — Jägerhaus
(Kirchenruine Ruthardshauſen), dann weißer Kreis nach
Schotten.
XII. Rotes Kreuz: Bad=Salzhauſen oder Nidda —
Reipperts — Schotten — Rudingshain — Geiſelſtein
— Hoherodskopf — ſchwarzer Fluß — Ilbeshauſen.
XIII. Grünes Dreicck: Birſtein — Gedern — Nidda,
oder ab Gedern grünes Kreuz Hoherodskopf, dann
grüner Kreis nach Schotten, oder blauer Strich
Bil=
ſtein — Schotten.
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(2054a
Seite 14
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Sterbefälle. Am 22. Juni: Ingeborg Eva Sommer, 5 Mon., hier
Grafenſtraße 9; Maria Gerhardt geb. Benkeſer, 64 Jahre,
Schwanen=
ſtr. 37. Am 23. Juni: Maria Hartmann geb. Ziergöbel, 23 J., aus
Zeil=
hardt, hier Riedeſelſtraße 52; Privatin Emilie Frank, 73 Jahre.
Die=
burgerſtraße 17; Kaufmann Jakob Wolf, 63 Jahre, Schulſtraße 13;
Wagnermeiſter Jakob Hölzel, 54 Jahre, Eliſabethenſtraße 64. Am 24.
Juni: Privatmann Philipp Wenz, 80 Jahre, Stiftſtr. 91. Am 23. Juni:
Nudolf Schwedler, 4 Monate, Große Kaplaneigaſſe 26. Am 25. Juni:
Kraftfahrer Wilhelm Nikolaus Schlander, 53 Jahre, Karlſt. 32;
Hoch=
ſchulprofeſſor Dr. Heinrich Schenck, Geh. Hofrat, 67 Jahre,
Nikolai=
weg 6; Fabrikarbeiterin Eliſe Uhl aus Ober=Ramſtadt, 29 Jahre, hier
Erbacherſtraße 25; Suſanne Hein geb. Hegendorfer, 73 Jahre; Johanna
Deſch geb. Habermehl, 49 Jahre, Rhönring 141; Eliſe Hoſch, 67 Jahre,
Annaſtraße 59; Schuhmachermeiſter Peter Becker, 54 Jahre, Geiſtberg. 6.
Am 24. Juni: Bertha Schmidt geb. Hettler, 67 Jahre, aus Eberſtadt,
hier Grafenſtraße 9. Am 27. Juni: Schuhmacher Wilhelm Gottfried
Hermann Eggert, 60 Jahre, Schützenſtraße 8. Am 28. Juni: Taglöhner
Johannes Hönig, 79 Jahre, Große Bachgaſſe 21; Privatin Luiſe Wolff,
91 Jahre, Nieder=Ramſtädter Straße 30.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
3. Sonntag nach Trinitatis (3. Juli 1927).
Stadtkirche. Samstag, 2. Juli, abends 8½ Uhr: Andacht. —
Sonn=
tag, 3. Juli, vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Markusgemeinde
(Knaben). Pfarrer Vogel — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Feier des hl. Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger. — Vorm. 11½
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarver Heß. —
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Schloßgemeinde.
Pfarrer Zimmermann — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier
des hl. Abendmahls. Pfarrer Zimmermann. — Vorm. 11½ Uhr:
Kin=
dergottesdienſt Pfarrer Zimmermann. — Abends 6 Uhr:
Abendgottes=
dienſt. Pfarrer Marx. — Dienstag, den 5. Juli, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung konfirmierter Mädchen. — Mittwoch, 6. Juli, abends 8 Uhr:
im Konfirmandenſaal: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
Abteilung): Poſaunenchor.
Gemeindehaus Kiesſtraße 17). Sonntag, 3. Juli, nachm. 2½ Uhr:
Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer Heß. — Abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung der Stadtgemeinde äältere Abteilung). — Montag, 4. Juli,
abends 8 Uhr: Monatsverſammlung der Männervereinigung der
Lukas=
gemeinde. Freie Ausſprache. Kaufmann Dillmann berichtet von dem
Deutſchen Evang. Gemeindetag in Magdeburg. Gäſte willkommen.
Jugendbund der Lukasgemeinde. — Jugendbund der Markusgemeinde.
— Dienstag, 5. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtge=
meinde (üüingere Abteilung). — Monatsverſammlung des Frauenvereins
der Lukasgemeinde. Freie Ausſprache. — Mittwoch, 6. Juli, abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde. — Donnerstag,
7. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde: Singkreis.
— Freitag, 8. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
— Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung).
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Vormittags 11½
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Beringer.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Goethe.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtraße 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für den Oſtbezirk in
der Kirche. Pfarrer Beringer; für den Weſtbezirk im Gemeindehaus.
Pfarrer D. Waitz. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier 143
heiligen Abendmahls. Pfarrer D. Waitz. Anmeldung von ½10 Uhr an
in der Sakriſtei. Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt für den
Weſt=
bezirk. Pfarrer D. Waitz..
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Samstag, den 2. Juli 1927
Martinsgemeinde Verſammlungen). Montag, 4. Juli, abends 8 Uhr
tinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, 5. Juli, abends 8 Uhr
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 6. Juli, abends Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 3. Juli, vorm. 10½ Uhr, Heidel=
8 Uhr im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Donnerstag, 7.
Juli, abends 8 Uhr (Mauerſtraße 5): Poſaunenchor. — Freitag, 8. Juli,
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für den Sſüidbezirk
im Gemeindehaus. Pfarrer Goethe. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Goethe. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Abends 6 Uhr: Eröffnungsgottesdienſt für die Konfirmanden des
Süd=
bezirks. Pfarrer Goethe. — Montag, nachm. 5½ Uhr: Helferſitzung
des Nordbezirks. — Mittwoch, 13. Juli, nachm. 4 Uhr: Beginn des
Konfirmandenunterrichts des Südbezirks im Gemeindehaus,
Kahlert=
ſtraße 25.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. — Vorm. 11½ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt.
Befſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre
für die 1. Abteilung der Neukonfirmierten. Pfarrvikar Schäfer. —
Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (Mitwirkung des
Kirchengeſangvereins). Pfarrvikar Schäfer. (Kollekte für das Landheim
der Jugendvereinigung.) — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarr=
vikar Schäfer. — Sonntag, vorm 6 Uhr: Abmarſch der Jugendbünde
am Gemeindehaus zum Jugendtreffen im Kranichſteiner Park. —
Mon=
tag, nachm. 3½ Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins — Abends
8 Uhr: Vereinsabend der Mädchenvereinigung. — Dienstag, nachm.
3½ Uhr: Sitzung der „Frauenhilfe‟. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Monatsverſammlung der evang. Männervereinigung; Vortrag=von
Pfarrvilar Schäfer über Walter Flex.
Pauluskirche. Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
— Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Studienrat Krämer. — Abends
8 Uhr: Vereinsabend der Jugendvereinigung. — Montag, abends 8
Uhr: Vereinsabend des Jugendbundes.
Stiftskirche. Samstag, 2. Juli, abends 8 Uhr: Beichte. — Sonntag,
3. Juli, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt —
Epang. Sonntagsverein. Frühgottesdienſt in Kranichſtein um 8½ Uhr.
— Nachm. 4 bis 7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 7. Juli, abends
8 Uhr: Betſtunde.
— Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr:
Bibel=
ſtunde. — Montag, nachm 4 Uhr: Frauenarbeitsſtunde. — Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Mittwoch, nachm. 4 Uhr:
Kinder=
bund für Knaben und Mädchen. — Donnerstag, abends 8½ Uhr: vorm. ½11 Uhr: Chriſtenlehre; nachm. ½1 Uhr: Kindergottesdienſt
Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Blau=
kreuz=Bibelſtunde und Bibelſtunde im der Kinderſchule, Beſſungerſtraße Mädchenabend. — Mittwoch: E. J. G. Jungenabend. — Donners=
80. — Samstag, abends 8½ Uhr: Poſaunenchor.
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat Kriegerdankbund.
Jugendbund für C. C. (Mfihlſtraße 24). Sonntag, vorm 6 Uhr:
Treffen der Teilnehmer an der Dampferfahrt am Hauptbahnhof.
Ab=
fahrt nach Mainz 6,20 Uhr. — Nachm. 2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für
junge Männer; 4½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Mädchen. —
Diens=
tag, abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde für junge Mädchen. — Mittwoch,
abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag, — Mittwoch abend: Jugendbund Wartburg.
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. — Freitgg, abends 8
Uhr: Mädchenkreis.
Möttlinger Freundeskreis. Montag den 4. Juli, abends 8½ Uhr
im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelbeſprechſtunde.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag, vorm. 7 Uhr: Treffen Ecke Rhön= 7 Uhr Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl.
ring und Kranichſteinerſtraße. Wir gehen zum Jugendgottesdienſt und
Sommerfeſt nach Kranichſtein. — Montag, abends 8½ Uhr:
Beſprech=
ſtunde von Lebensfragen moderner Jugend. G. A. Gedät. — Mittwoch, — Nachm. 2 Uhr Chriſtenlehre. 2½ Uhr Andacht. 6 Uhr
Aloyſius=
nachm. 4 Uhr: Turnen und Sport der Jungſchar. Abends 8½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde im Jungmännerkreis. Miſſionar Jürgens. —
Don=
kauf. Später auf der Inſel — Freitag, abends 8 Uhr: Turnen und
Körperſchule in der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag, nachm. 4 Uhr: tags und Freitags 1½ Stunden vor Schulbeginn hl. Meſſe mit Aus=
Jungſcharſtunde. Ingenieur Jung erzählt „Seeräubergeſchichten”.
Feierabend Stiſtsſtraße 51): Gbangeliſcher Arbeiter= und
Hand=
im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt. Abends 8 Uhr im Mar= werkerverein. Dienstag, 5. Juli, abends 8½ Uhr: Monatsverſammlung.
bergerſtraße 9½ III.: Menſchen=Weihe=Handlung mit Predigt. —
Montag, 4. Juli, abends 8½4 Uhr: Vortrags= und Beſprechungsabend,
Johannes Thielemann, Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft. — Die
Veranſtaltungen finden während der Sommermonate im Haus
Heidel=
bergerſtraße 9½ III. ſtatt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Gemeinde, Darmſtadt, (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
3. Juli, vorm. ½10 Uhr: Andacht. Nachm. ½4 Uhr: Jugenobund.
Abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Bibel=
ſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten) Mauerſtraße 17.
Sonntag, 3. Juli, vorm. 10 Uhr: Bibliſcher Vortrag über Geiſtesleitung.
Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8½ Uhr:
Evangeliſationsvor=
trag über das Thema: Wie redet Gott mit Menſchen? — Donnerstag,
7. Juli, abends 8½ Uhr: Bibelerklärung, Epheſerbrief. — In Nieder=
Ramſtadt, Alte Darmſtädter Straße: Sonntag, nachm. 4 Uhr: Chriſtliche
Verſammlung. Dazu ladet freundlichſt ein Prediger Conrad.
Chriftl. Jugendverein. Schloß (Konfirmandenſaal) So intag, 3.
Juli, vorm. 8,08 Uhr: Abfahrt Hauptbahnhof nach Wiesbaden zum
Jahresfeſt. — Montag, 4. Juli, abends 8 Uhr: Unterhaltung. Sang und
Klang. — Mittwoch, abends 9—10 Uhr: Poſaunenchor. — Donnerstag,
abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Chriftliche Verſcmmlung (Waldſtraße 18). Sonntag, 3. Juli, vorm.
11½ Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4½ Uhr: Verkündigung des Wortes
Gottes. — Mittwoch, 6. Juli. abends 8½ Uhr: Gebetſtunde. — Freitag,
8. Juli, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Betrachtung des Evangeliums
Johannes, Kapitel 20. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtraße 44. Sonntag, vorm. 10
Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr: Predigt. —
Montag, abends 8½ Uhr: Jugendverein. — Dienstag, abends 8½4
Uhr: Singſtunde für gem. Chor. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Miſſionsfrauenverein. Donnerstag, abends 8½4 Uhr: Bibelſtunde. Jeder=
Prediger Sauer.
mann iſt herzlich eingeladen.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 3. Juli, vorm. 9 Uhr:
Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf. 11 Uhr Kindergottesdienſt.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Dienstag, 8½ Uhr: Kirchengeſangverein. — Mittwoch, 8 Uhr:
Mäd=
chenvereinigung.
In der Prov. Pflege=Anſtalt. Gottesdienſt 10 Uhr. Pfarrer Paul.
Evang. Gemeinde Traiſa. Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt:
d. Kl.; nachm. ½2 Uhr: Kindergottesdienſt d. Gr. — Dienstag: E. J. G.
tag: Aelterenkreis.
Evang. Gemeinde Nieber=Ramſtadt. Sonntag, 3. Juli (3. n. Trin.),
vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre. —
Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch:
Jungmädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. ½10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. ½11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag abend: Frauenverein.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachnnittags von 5—7 und von 8 Uhr an Beichtgelegenheit. An Sonn=
und Feiertagen: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
Kommunion. Generalkommunion der Marianiſchen Männerkongregation;
9½ Uhr Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl. Kommunion.
andacht. Werktagsmeſſe 1½ Stunden vor Schulbeginn, d. i. 6½ Uhr.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
nerstag, abends 7 Uhr: Schwimmen im Woog. Treffen am Kartenver= hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit, Vor= und in der hl.
Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. — Während der Schulzeit
Diens=
teilung der hl. Kommunion in der hl. Meſſe. Vorher Beichtgelegenheit.
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Kultusminiſter Lers ſpre
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Ootn Spier und Tarnen.
Zur Tagung des D.R. f. L. in Karlsruhe.
Die Tätigkeit des Reichsausſchuſſes. — Die Deutſche Turn= und
Sportausſtellung Karlsruhe. — A. D.A. C.=Gaufahrt zur Tagung.
Vom 2. bis 4. Juli findet in dieſem Jahr die
Hauptverſamm=
ung des Deutſchen Reichsausſchuſſes für
Leibes=
übungen und Jugendpflege in Karlsruhe ſtatt. Die Tätigkeit dieſer
Spitzenorganiſation iſt weiten Kreiſen ſeltſamerweiſe noch nicht genügend
bekannt. Man darf den Wert des Zuſammenſchluſſes all de- Verbände,
die ſich der Ertüchtigung der Jugend, die Erziehung des deutſchen
Men=
ſrhen zur Aufgabe geſetzt haben, nicht unterſchätzen. Erſt im letzten Jahre
5r es erfreulicherweiſe gelungen, die große Gemeinſchaft der deutſchen
Turnerſchaft, die eine zeitlang abſeits ſtand, wieder in den
Reichs=
ausſchuß zu bekommen, in der richtigen Erkenntnis, daß Turnen und
Sport jeder zu ihrem Teil beitragen zur Erwichtigung der Jugend. Der
Deutſche Reichsausſchuß hat die Aufgabe, überall nachdrücklich die
Förderung aller ſeiner Teile durch Reich, Staat und Gemeinden zu
er=
eichen, und er hat ſich darum in Landesausſchüſſe und Stadtausſchüſſe
gezentraliſiert. Den Bemühungen des Reichsausſchuſſes und ſeiner
nterverbände iſt es gelungen, daß im letzten Jahr hervorragende
Sampfſtätten in vielen deutſchen Städten entſtanden ſind, und er
be=
wachtet es als eine ſeiner vornehmſten Arbeitsgebiete, den
Uebungs=
ſrättenbau weiter zu vervollkommnen und jeweils die neueſten
Er=
farhrungen zu verwerten.
Das Ziel für die deutſchen Leibesübungen iſt nicht nur, einzelne
ekordleiſtungen zu erzielen — ſo erfreulich und wertvoll die gewaltigen
Erfolge deutſcher Männer im vergangenen Jahre ſind — ſondern
möglichſt breiten Schichten unſeres Volkes eine gute körperliche
Durch=
bildumg zu vermitteln. Dazu kommt die geiſtige Durchdringung der
Ausbildung im Deutſchland, die auch in der Verinnerlichung des
Sport=
gedankens zum Ausdruck kommt.
In der Tätigkeit des Deutſchen Reichsausſchuſſes bedeuteten die
treutſchen Kampfſpiele in Köln im vergangenen Jahr einen Höhepunkt.
weute iſt das Hauptaugenmerk auf die Vorbereitung zu den olympiſchen
Spielen gerichtet, bei denen Deutſchland im nächſten Jahre würdig
ver=
teten ſein ſoll. Der Aufſchwung des Turn= und Sportgeiſtes in der
teutſchen Jugend rollt ſtändig neue, ſchwerwiegende Probleme für den
Zeichsausſchuß auf, und ſo iſt auch die diesjährige Hauptverſammlung
in Karlsruhe von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung.
Die diesjährige Hauptverſammlung bekommt eine beſondere Note
drurch die Kundgebung, bei der der Vorſitzende des Reichsausſchuſſes,
Exzellenz Lewald, Oberbürgermeiſter Dr. Adenauer und der badiſche
Kultusminiſter Leers ſprechen, ſowie durch die Deutſche Turn=
und Sportausſtellung 1927. Schon ſeit dem 25. Juni iſt
deſe Ausſtellung in Karlsruhe geöffnet und weiſt einen ſtarken Beſuch
aus allen Gegenden auf. Die Ausſtellung iſt die umfaſſendſte ihrer Art
id hat es mit ſeltenem Geſchick verſtanden, das ganze große
Sport=
gebiet klar und üüberſichtlich zu gliedern. Im Mittelpunkt ſtehen die
großen Sonderausſtellungen des Deutſchen Reichsausſchuſſes
ud des Muſeums für Leibesübungen, die einen erſchöpfenden Einblick
in die Geſchichte der Leibesübungen und in die Uebungsſtättenfrage
breten. Alle großen Turn= und Sportverbände haben im Anſchluß daran
inrerſeits in großzügiger Weiſe einen Einblick in ihr Spezialgebiet
ge=
geben und man kann ſagen, daß es überall geglückt iſt, nicht nur
Ge=
ſSichte und Aufbau der verſchiedenen Turn= und Sportarten, ſondern
aich ihren Wert für die körperliche Ertüchtigung und nicht zuletzt ihre
Meittel darzuſtellen. Karlsruhe dicht am Schwarzwald, lag es nahe,
zm Turnen und Sport das Wandern hinzuzuziehen und den großen
WBanderorganiſationen, der Reichszentrale für Deutſche Verkehrswerbung,
den Badiſchen Verkehrsverband und anderen einen Platz einzuräumen.
So konnte es gelingen, eine Ausſtellung aufzubauen, die, aus allen
Treilen des Reiches beſchickt, eine wahrhaft deutſche Ausſtellung geworden
iſ—. — Aus Anlaß der Haupttagung des Deutſchen Reichsausſchuſſes
ü.- Karlsruhe veranſtaltet der Motorſportklub Karlsruhe e. V. (A. D. A. C.)
i Auftrag des Deutſchen Automobil=Clubs, Gau Baden, eine
Ziel=
fahrt nach Karlsruhe. Es ſind 10 Klub=Teampreiſe und
künſt=
riſche Bronze=Plaketten ausgeſetzt. Das Ziel befindet ſich an der
Aus=
ſtallungshalle in Karlsruhe. Die Zielkontrolle iſt am 3. Juli von
8 bis 13 Uhr geöffnet. An die Zielfahrt ſchließt ſich ein Korſo an,
morauf ſich die Teilnehmer zur großen Kundgebung in der Feſthalle
begeben. Der Sonntag verſpricht alſo in jeder Hinſicht ein bedeutſamer
Abſchnitt in der Geſchichte der Leibesübungen in der badiſchen
Landes=
hnuptſtadt zu werden.
Tennis.
Senſationen in Wimbledon.
Tilden und Lacoſte geſchlagen.
Das an Ueberraſchungem wirklich nicht arme Wimbledon=
Tennistur=
wer brachte am Donnerstag zwei Senſationem, die tarſächlich den
Höhe=
pankt hilden. Beide Favoritem des Einzel, Tilden ſowohl wie ſein
gro=
ßer Gegmer Lacoſte, wurden geſchlagen, beide allerdings von Spielern,
daven Können ſie zu derartigen Leiſtungen unbedingt befähigt. Tilden
fand in der Vorſchlußrunde in dem Franzoſen Cochet ſeinen Bezwinger,
dar zu großer Form auflief und 3:6, 4:6, 7:5, 6:4, 6:3 die Oberhand
be=
helt. Lacoſte unterlag in der unteren Hälfte ſeinem Landsmann und
Twppelpartner Borotra, dem vorjährigen Wimbledon=Sieger, der 6:4,
63, 1:6, 1:6, 6:2 das beſſere Ende für ſich behielt. Zwei Franzoſen alſo,
Cochet und Borotra, werden das Endſpiel beſtreiten. Auch im
Damen=
errzel ſind die Gegnerinnen für das Schlußſpiel ermittelt. Helen Wills
zrgte ſich der jungen Engländerin Jean Fry 6:3, 6:1 überlegen und
Sgennorita de Alvarez ſchlug Miß Ryan 2:6, 6:0, 6:4. Die übrigen
Ergebniſſe:
Herrendoppel: Auſtin/Lycett—Crole=Rees/Eames 6:2, 6:3, 6:4.
Gemiſchtes Doppel: Miß Harvey/Gregory—Mlle. Couſin/Landry
64, 8:6; Miß Colyer/Brugnon—Frl. B
n/Timmer 6:2, 4:6, 6:4;
Mriß Heine/Raymond—Miß Ratcliffe/Waſhburn 6:4, 6:1.
Damendoppel: Miß Ryan/Miß Wills—Miß Dransfield/Mrs.
Ho=
gerth 6:2, 6:1; Mrs. Watſon/Mrs. Goldſack-Mrs. Alexander/Mrs.
M=avrogerdate 6:3, 6:2.
Radfahren.
Gau 20 „Heſſen=Darmſiadt” B. D. R.
Gaumeiſterſchaft im Einer=Streckenfahren über 100 Kilometer.
Im Rahmen des Gaufeſtes in Ober=Ramſtadt wird am kommenden
Sonntag, den 3. Juli, die Gaumeiſterſchaft für 1927/28 im Einer=
Streckenfahren über 100 Kilometer auf der Strecke: Ober=Ramſtadt—
Nieder=Modau—Ober=Modau—Ernſthofen—Hoxhol—Brandau—
Gadern=
heim-Lindenfels—Reichelsheim-Brensbach-Groß=Bieberau—Reinheim
—Lengfeld—Zipfen — Groß=Umſtadt — Richen — Kleeſtadt — Langſtadt —
Babenhauſen—Altheim — Dieburg — Gundernhauſen — Roßdorf — Ober=
Ramſtadt ausgetragen, wozu 30 Meldungen aus dem Gau vorliegen.
Der Start iſt vormittags 6 Uhr an der Apotheke zu Ober=
Ram=
ſtadt, Ziel Möbelfabrik Breitwieſer, Oberramſtadt, wo die erſten Fahrer
etwa um 9 Uhr 15 Minuten vormittags eintreffen werden.
Inhaber des Gaumeiſtertitels iſt Ludwig Gans vom Velociped=
Club 1899, Darmſtadt, der leider von ſeinem folgenſchweren Sturz noch
nicht hergeſtellt iſt und den Titel deshalb nicht verteidigen kann.
Meldeliſte:
Luley, Gg., RV. Mörfelden, Gernandt, Gg., Mörfelden, Wilker,
Heinrich, Mörfelden Schader, Philipp, Mörfelden, Wind, Karl, RV.
Erbach, Volk, Rudolf Erbach, Franke, Hans, VC. Darmſtadt, Renſchler,
Viktor, Darmſtadt, Diener, Georg, Darmſtadt, Walkenhorſt, Hugo,
Darmſtadt, Gernand, Ludwig, Darmſtadt, Karnold, Guſtav, Darmſtadt,
Hoffmann, Berni, Darmſtadt, Hoffmann, Leopold, Darmſtadt,
Baum=
hardt, Friedrich, RV. Egelsbach, Baumhardt, Willi, Egelsbach, Lotz,
Friedrich, Egelsboch, Weber, Wili, Egelsbach Lotz Erich, Egelsbach,
Kabel, Adam, RV. Groß=Zimmern, Ackermann, Konr., RV., Ober=
Ram=
ſtadt, Käs, Karl, Ober=Ramſtadt, Auth, Georg, Ober=Ramſtadt, Trietſch,
Karl, BC. Darmſtadt, Meinhardt, Karl, RC. Darmſtadt, Keil, Karl,
RC. Darmſtadt, Schäfer, Friedrich, RV. Langen, Hufer, Ernſt,
Einzel=
fahrer, Schmidt, Auguſt, Einzelfahrer.
Motorſport.
A. v. D.=Kartellfahrt.
Die 5. Etappe von Frankfurt nach Köln.
Nach einem Ruhetag in Frankfurt a. M. ſtarteten die Teilnehmer
an der Kartellfahrt des A. v. D. am Mittwoch früh zur vorletzten Etappe
nach dem 310 Kilometer entfernten Köln. Die Fahrt ging erſt über
Wiesbaden durch den Taunus nach Koblenz, von dort aus durch die
Eifel, wo auch auf dem Nürburg=Ring eine Runde gefahren wurde, über
Euskirchen nach Köln. Die Strecke war überaus ſchwierig. Die Straßen
waren allerdings in tadelloſer Verfaſſung, ſtellten aber doch große
An=
forderungen an die Fahrer durch die zahlveichen ſchwierigen und
gefähr=
lichen Kurven uſw. Die Hauptaufgabe der 5. Etappe war bei
Wies=
baden die Bergprüfungsfahrt „Hohe Wurzel” über eine 2,8 Km. lange
Strecke, die alle Teilnehmer in einer beſtimmten, vorgeſchriebenen Zeit
zu durchfahren hatten. Erſchwerend kam hinuz, daß jeder Fahrer an
einer ihm vorher unbekannten Stelle zu halten und dann wieder
weiter=
zufahren hatte. Die Schwierigkeit dieſer Prüfung ergibt ſich am beſten
aus der Tatſache, daß nur acht Fahrer imſtande waren, ſie ſtrafpunktfrei
zu beſtehen. Somit ſind insgeſamt nur noch vier Teilnehmer, drei
Da=
men und ein Herr, ganz ohne Strafpunkte, nämlich Frau Merck=
Darm=
ſtadt (Mercedes=Benz), Frau Metz=Heſſen (Breisgau) (Wanderer), Frl.
Pix=Sonneberg (Preſto) und Walb=Mannheim (Mercedes=Benz). 42
Fah=
rer erreichten das Etappenziel Köln, von den 45 Geſtarteten waren alſo
drei ausgeſchieden, Frhr. v. Gerſonn=Bad Eibling (Mercedes=Benz),
Oeſt=
reicher=Dresden (Elite) und Atmer=Berlin (Wanderer). — Am
Donners=
tag folgt die letzte Etappe mit dem Fahrtziel nach Hamburg.
Die letzte Etappe der A. v. D.=Kartellfahrt.
Nur vier Wagen blieben ſtrafpunktfrei.
Von den 53 Fahrzeugen, die ſich in der vorigen Woche auf die 2700
Kilometer lange Dauerprüfungsfahrt des Automobilklubs von
Deutſch=
land und ſeiner Kartellklubs begaben, ſtarteten am Donnerstag früh
noch 42 zur letzten Etappe. Die Reiſe führte diesmal über 540 Kilometer
von Köln über Weſel-Bielefeld—Hannover nach Hamburg. Abgeſehen
von ihrer Länge bot die Strecke keine ſonderlichen Schwierigkeiten, aber
dennoch machten ſich natürlich die Stpapazen der Fahrt bei allen
Teilneh=
mern immer ſtärker bemerkbar, und es gab an dieſem Tage eine
Sint=
flut von Strafpunkten. In Hannober machten die Hanomag=Werke den
Fahrtteilnehmern eine kurze Pauſe ſo angenehm als möglich. Am Ziel
in Hamburg bereitete bei prächtigem Sommerwetter eine rieſige
Men=
ſchemmenge den Fahrern einen herzlichen Empfang. Der Präſident des
A. v. D., Graf Arnim Muskau, überreichte jedem Reiſeteilnehmer einen
großen Lorbeerkranz. Alle Fahrer waren natürlich herzlich froh, endlich
am Ziel zu ſein. Daß bei dieſer langen und beſchwerlichen Fahrt von
53 Geſtarteten doch 41 das Ziel erreichten (Mäder=Nürnberg auf
Wan=
derer mußte am letzten Tage noch eines Kuppelungsdefekts wegen
auf=
geben), iſt ein außerordentlich erfreuliches Ergebnis, das ſowohl Fahrern
wie Fahrzeugen das beſte Zeugnis ausſtellt. Beſonders gut haben ſich
bei dieſer Fahrt die deutſchen Fabrikate gehalten. Da die Bedingungen
dieſer Prüfung außerordentlich ſcharf waren — für die geringſte
Ver=
ſpätung gab es beiſpielsweiſe ſchon Strafpunkte —, iſt es natürlich nicht
weiter verwunderlich, daß nur vier Fahrer ſtrafpunktfrei blieben.
Origi=
nellerweiſe iſt unter dieſen vier nur ein Vertreter des ſogenannten
ſtär=
keven Geſchlechts, nämlich Willi Walb=Mannheim auf Mercedes=Benz,
die übrigen drei ſind Frauen, und zwar: Frau Merck=Darmſtadt auf
Mercedes=Benz, Frau Metz auf Wanderer und Frl. Pix=Sonneberg auf
Preſto. — Der Klubpreis dürfte höchſtwahrſcheinlich an den Bayeriſchen
A. C. fallen, deſſen Team Ehepaar Merck und Willi Walb (alle Mercedes=
Benz) die geringſte Zahl von Strafpunkten aufzwweiſen haben. — Das
genaue Ergebnis kann natürlich erſt in den „nächſtem Tagen errechnet
ind bekannt gegeben werden.
Rot=Weiß 1. Jugend—Sportverein Wiesbaden 1. Jugend.
Heute Samstag, den 2. d. M., abends 7 Uhr, findet auf dem Rot=
Weiß=Platze an der Rheimallee das Endſpiel um die
Verbandsmeiſter=
ſchaft des Frankfurter Verbandes, für Leichtathletik ſtatt. Da beide
Mannſchaften über gute Kräfte verfügen und beſonders Wiesbaden eine
körperlich kräftige Mannſchaft ins Feld ſtellt, dürfte das Spiel einen
intereſſanten Verlauf nehmen. Wiesbaden braucht nur noch einen
Punkt, um Meiſter zu werden, währenddem die Rot=Weißelf das Spiel
gewinnen muß, wenn ſie in der Meiſterfrage noch ein Wort mitreden
will. Da der Verband auf die Erledigung der Meiſterfrage großen Wert
legt, iſt die Sperre für dieſes Spiel aufgehoben. In Anbetracht deſſen,
daß während des Monats Juli keine ſonſtigen Spiele mehr ſtattfinden,
dürfen es die Handballanhänger nicht verſäumen, dieſes Spiel
an=
zuſehen.
Geſchäftſiches.
Neu=Eröffnung des Rhein=Hotels in Nierſtein am Rhein.
Als eines der ſchönſten Hotels am Rhein zwiſchen Mainz und
Worms iſt noch vollſtändiger Renovierung unſtreitig das Rhein=Hotel
in Nierſtein am Rhein, deſſen feierliche Eröffnung am nächſten Samstag
und Sonntag bei Feſteſſen, Konzert und Ball erfolgt, anzuſehen. (Siehe
Inſerat.)
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 2. Juli. 12: Uebertr, des Glockenſpiels aus
Darm=
ſtadt. o 15.30: Liedervorträge Frankfurter Schulen: Willemer=
Schule, Kleiner=Knaben=Chor. o 16.30: Konzert. Goldmark: In
Italien”, Ouv. — Lieder. — Tſchaikowskn: „Nußknacker=Suite‟
— Lieder. — Reiſſiger: „Die Felſenmühle‟, Ouv. — Liſzt: 5. Ung.
Rhapſodie in E=Moll. Mitw.: Lotte Kleinſchmidt (Sopran).
6 17.45: Studtmann: Aus dem Roman „Der Oberhof”, von Karl
Immermann. 18.45: Dr. Paul Stefan=Wien: Gegenwart und
Zukunft der Wiener Muſik”, Mitw.: Jella von Braun=Fernwald
(Alt). O 19.20: Stenographiſcher Fortbildungskurſus für Anfänger
und Fortgeſchrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19.45:
Dr. K. Kerber: Die Erweckung des Naturgefühls durch die Dichtung.
20.15: „Mein Leopold”, Volksſtück von LArronge. Muſik von
R. Bial und E. Jonas. Anſchl.: Rundfunk=Jazzband.
Siuttgart.
Samstag, 2. Juli. 13.15: Konzert. 14.30: s Gretle von
Strümpfelbach erzählt. G. Ott. o 15.30: Uebertr. aus dem
Stadtgarten Karlsruhe: Konzert. 10 Darbietungen. O 18.15:
Uebertr. aus Freiburg. Prof. Witkop: Zum 50. Geburtstag
von Hermann Heſſe. O 18.45: W. Ehmer: Rund ums Mittelmeer.
Konſtantinopel, die ſterbende Stadt. O 19.15: Th. Brandt: Wiener
Leben. O 20.15: Volkslieder. Ausführ.: Helene Lachmanski=Schaul
(Sopran) Berlin, R. Hell (Tenor) Berlin, A. Haagen (Klavier).
Brahms=Zilcher: Volkslieder=Duette. — Volkslieder für Sopran. —
Volkslieder für Tenor. — Volkslieder=Duette. e 21.15: Uebertr.
aus Freiburg: Konzert des Freiburger Stadtgarten=Orcheſters. Mitw.:
Thereſe von Lemheny, Luiſe Strauß, G. Starke. 19 Darbietungen.
23: Uebertr. aus Frankfurt a. M.: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 2. Juli. 16: San.=Rat Frank: Mediziniſch=hyg.
Plauderei. O 16.30: Ing. Nelken: Die Technik des Berufsverbrechers.
17: Hermann Heſſe (zu ſeinem 50. Geburtstag). Ueber den Dichter
(Albert Lorenz). — Aus ſeinem Werk (Alfred Braun). o 17.30:
Kapelle Gerhard Hoffmann. Komzak: Bavataria. — Joſ. Strauß:
Schwert und Leyer. — Laſſen: Vorſatz. Allerſeelen. — Cremieux:
Prier. — Dechaux: Sur les rives du Volga. — Rhode: Schelm
Amor. — Marenco: Selektion aus dem Ballett Excelſior.
Uyra=Cſardas. — Friedemann: Heimkehr vom Ball. 18.45:
Spaniſch. O 19.10: Fredy Budzinski: Die Wiederherſtellung der
internationalen Beziehungen im Sport. O 19.35: Dr. Böhm: Neue
Wege der Theaterphotographie. o 20: Dr. Roſenfeld: Geſchichte
der ruſſiſchen Literatur (Doſtojewski). O 20.30: Luſtiges Wochenende.
Mark Twain. Einl. Worte: Gerhart Pohl. — Eine
Geſpenſter=
geſchichte. Wie ich eine Landwirtſchaftszeitung herausgab. Lob der
Hotelportiers. Knipſt, Brüder knipſt! Aus dem Roman: Toms
Huckleberry Finns Abenteuer und Streiche. (Max Gülſtorff, Rezit.),
— Anſchl.: Kapelle Sula Lewitſch. 22.30: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 2. Juli. 14.50: Lektor
Gran=
der, van Eyſeren: Franzöſiſch f. Anf. S 15.15: Lektor Grander,
van Eyſeren: Franzöſiſch f. Fortgeſchr. e 16: Stud.=Rat Friebel,
Lektor Mann: Engl. f. Fortgeſchr. o 16.30: Dr. Braſch: Das
Tragiſche bei Paul Heyſe. o 17: Reg.=Rat Donau: Die Rolle
des Beamten innerhalb d. internationalen Arbeitsamtes. o 17.30:
Dr. Lachmann: Von unſerer Sprache. o 18: Min.=Rat
Horſt=
mann: Techn. Lehrg. für Facharbeiter: Mechanik. o 18.30:
Wiſſen=
ſchaftl. Vortrag für Zahnärzte. e 18.55: Prof. Dr. Küntzel:
Entſtehung und Geſchichte des preußiſchen Staates.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 3. Juli,
Vielfach wechſelnd wolkig, auch aufheiternd und in der
Haupt=
ſache trocken.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ir den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Iuſeratenteil: Willy Kuhle.
Druck und Verlag: 2. C. Wch — ſämtilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſkripte wird Garantie der Rückſendung n ich / Übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Friſch eingettoffen
Große reife Tomaten 3 Pfd. 56 8
Aprikoſen füße ſaft. Früchte
1 Pff
49 9
Große Salatgurken Stück 40 9
Neue Kartoffeln 3 Pfund 50 9
Gr. Matjesheringe 3 Stck. 38
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Wie es ſcheint, wird die Ueberwindung des Ultimo Juni ſich doch
nicht ſo reibungslos und ohne Schwierigkeiten vollziehen, wie man
urſprünglich angenommen hatte. Die letzten Tage haben eine
allmäh=
liche Verſchärfung der Geldmarktlage mit ſich gebracht, die die Zinsſätze
geradezu auf eine Rekordhöhe getrieben hat. Schon ſeit mehreren Tagen
war eine ſtändige Zunahme der Nachfrage nach Reportgeldern zu
be=
bbachten. Der Zinsſatz für Reportgelder wunde dabei auf bis über
11 Prozent heraufgetrieben. Mittlere Bankfirmen, die ſich reichlich mit
Auslandsgeld eingedeckt haben, ſollen hier als Geldgeber aufgetreten
ſein. Indeſſen wird man ſich davor hüten müſſen, den Umfang der hier
verſſügbaren Reportgelder zu überſchätzen. Es iſt nicht anzunehmen, daß
dieſe mittleren Bankinſtitute, die ja von der Reichsbank auch in ihr
Ueberwachungs= und Kontrollſyſtem mit einbegriffen worden ſind, in
bedeutendem Umfange kurzfriſtige Auslandsgelder zu
Reportgeldaus=
leihungen benutzen werden. Daß ſie es bisher nicht in zu großem Maße
getan haben, geht zudem daraus hervor, daß die Knappheit an
Report=
geldern — die Großbanken ſind bekanntlich vorerſt nicht zu Erhöhungen
der Reportkredite bereit — in unveränderter Stärke anhält. — Auch die
Sätze für Tagesgeld haben infolge der Zurückhaltung der Großbanken
ſtark angezogen. Es wurden Sätze von 7 bis 10 Prozent bewilligt. Im
Zuſammenhang hiermit hat ſich naturgemäß am Privatdiskontmarkt
das Wechſelangebot letzthin erheblich geſteigert, ſo daß ſich die
Reichs=
bank genötigt ſah, den Privatdiskontſatz erneut um ein Achtel Prozent
auf 6 Prozent zu erhöhen und ihn damit der offiziellen Bankrate wieder
anzupaſſen. Eigenartig iſt, daß trotz dieſer Warnungszeichen die feſte
Grundſtimmung der Effektenmärkte anhält. Zu berückſichtigen iſt dabei
freilich, daß das Publikum nach wie vor abſeits ſteht, und daß die
Speku=
lation mit ihrem Optimismus zunächſt unter ſich bleibt. Gerade die
Tatfache aber, daß bei der leichten Befeſtigung der Effektenmärkte
die zweite Hand und damit auch der feſte Rückhalt fehlt, veranlaßt die
bedeutenderen Bankkreiſe, ſich gegenüber der neuen Aufwärtsbewegung
ſkeptiſch und abwartend zu verhalten. Die Spekulation, deren
Ge=
ſchäftstätigkeit wahlweiſe von einem Spezialpapier zum anderen wechſelt,
erhofft von den demnächſt hereinkommenden neuen Auslandsanleihen
ſtarke Antriebe für die Fondsbörſe. Sie läßt dabei völlig außer acht,
daß auf eine Erweiterung der Reportkredite über ihren jetzigen
Geſamt=
umfang hinaus zunächſt nicht gerechnet werden darf, und daß auch die
Geſtaltung der Geldmauktlage einſtweilen noch ungünſtig bleibt. Wie
ſich die Reichsbank verhalten wird, bleibt noch eine offene Frage. Der
nächſte Ausweis wird jedenfalls ein erhebliches Anwachſen der
Anlage=
konten und damit eine nicht unbeträchtliche Belaſtung bringen, da die
Wechſeleinreichungen bei der Reichsbank mit Rückſicht auf die hohen
Ziusſätze am Geldmarkt ketzthin einen ſeit längerer Zeit nicht mehr
dageweſenen Umfang angenommen haben. In welchem Maße ſich der
Deviſenbeſtand geändert haben wird, iſt noch nicht vorzuſehen; an
der Börſe ſind die Abgaben der Reichsbank an Deviſen in der letzten
Zeit jedenfalls ſehr gering geweſen. Die ſoeben veröffentlichten
Liqui=
dationskurſe per Ultimo Juni laſſen die Favoriten der
Börſenſpeku=
lation markant hervortreten, ſo ſind z. B. innerhalb der letzten
vier=
zehn Tage Ver, Glanzſtoff um 78 Prozent, Oſtwerko um 74 Prozent,
Schultheiß um 49 Prozent, Zellſtoff Waldhof um 37 Prozent, Ludwig
Löwe um 32 Prozent und Mannesmann um 21 Prozent geſtiegen.
Neuerdings ſind, beſonders von der Spekulation, Kaliwerte, insbeſondere
Neuſtaßfurt, und im Zuſammenhang mit Fuſionsgerüchten auch
Schiff=
fahrtswerte, im Vovdergrund Hapag und Nordd. Lloyd, daneben aber
noch als „beſonderer Typ” Mannesmannröhren bevorzugt worden.
Kursrickgänge ſind nur vereinzelt zu verzeichnen, ſo daß man mit Recht
von einer allgemeinen, fühlbaren Erholung ſprechen darf.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. Juli.
Die Börſe begann den neuen Monat in feſter und ziemlich lebhafter
Stimmung. Die deutſch=franzöſiſche Einigung in der Frage der
Kohlen=
lieferungen wirkte ſich heute noch etwas mehr auf die Tendenz der
Montanwerte aus, um von hier aus auch die anderen Märkte zu
be=
einfluſſen. Außer den Käufen der Spekulation ſollen auch erſtmalig
wieder Kauforders aus der Provinz vorgelegen haben. Andererſeits
machte ſich dann zu den erhöhten Kurſen Realiſationsneigung
bemerk=
bar, doch konnte das herauskommende Material zunächſt noch ziemlich
glatt aufgenommen werden. Bis zu den erſten Notierungen ergaben
ſich im allgemeinen Kursbeſſerungen bis zu 2 Prozent, in erſter Linie
fir die Montanwerte. Nur die Elektrowerte, in denen ſtärker
glatt=
geſtellt wurde, erfuhren entgegen der allgemeinen Tendenz
Kurs=
abſchwächungen bis zu 2½ Prozent. Schutzgebietsanleihe waren auf
ſpekulative Käufe wieder einmal geſteigert, auch Ablöſungsſchuld etwas
feſter. Ausländiſche Fonds geſchäftslos.
Im weiteren Verlaufe machten ſich dann doch Befürchtungen
hin=
ſichtlich der zukünftigen Entwicklung des Geldmarktes geltend, und es
wurde ſtärker realiſiert, ſo daß die Kurſe etwas abbröckelten. Siemens
u. Halske und J.=G. Farben gaben bis zu 3 Prozent nach. Zum Schluß
wurde aber die Stimmung wieder zuverſichtlicher. Tägliches Geld
7 Prozent. Deviſen ſtill. Mark gegen Pfunde 20,49, gegen Dollar
20, 2188, London-Paris 124,02, Mailand 87,5, Madrid 28,30.
Auf verſtäukte Realiſationen zum Wochenſchluß und unter
Berück=
ſichtigung, daß morgen die Börſe ausfällt, wurde die Tendenz
nachbörs=
lich wieder recht ſchwach. J.=G. Farben 287,5, Rheinſtahl 207 und
Siemens u. Halske 281,5.
Wegen der bevorſtehenden zweitägigen Börſenpauſe und des
darauf=
folgenden Zahltages war das Geſchäft unbedeutend und die
Abend=
börſe knapp behauptet. Beſondere Bewegungen traten nicht ein.
Ledig=
lich in einigen Montanwerten und in Farbeninduſtrie war etwas Ge=
ſthäft. Die Kurſ= bröckelten infolge der greßen Geſläftsſtille noch um
½ bis 1 Prozent ab. Im einzelnen nannte man: Gelſenkirchen 176,75,
Harpener 249,75, Klöckner 175, Rheinſtahl 207. Rheinbraun 277,5,
Mannesmann 195‟/s, Riebeck 166, Buderus 124, Bergmann 190,5,
A. E.G. 185,5, Schuckert 190,5, Licht u. Kraft 1.0,75, Dresdener Bank
171, Danat 242, Comnerzbank 182,25, Metallbank 143,5, Nordd. Lloyd
143,5, Wauß u. Frehtag 173, Zellſtoff Aſchafenburg 208, Waldhef 301,
Daimler 128, Erdöl 163, Rütgers 197,5, Farbeninduſtrie 287,5,
Scheide=
anſtalt 213,5, Metallgeſellſchaft 189,5, Schutzgebiete 10.30,
Ablöſungs=
rente 18,3.
Im Abenddeviſenverkehr nannte man: London gegen
Paris 124,02, gegen Mailand 87,40, gegen Solland 12,121/e, gegen
MMadrid 28.26, gegen Zürih 25,232/s, gegen New Yerk 4,8560, Pfunde
gegen Mark 20,480, Dollar gegen Mark 4,2192½.
Berliner Effektenborſe.
Berlin, 1. Juli.
Die Börſe eröffnete etwas lebhafter und feſt. Das Geſchäft dürfte
darin zu ſuchen ſein, daß nach einer Mitteilung der Reichsbank der
Ultimo ohne größere Schwierigkeiten überwunden worden iſt. Auch der
Geldmarkt hat gegenüber geſtern eine Veränderung kaum erfahren, da
die befürchtete weitere Anſpannung ausgeblieben iſt. Außerdem lagen
Nachrichten aus der Wirtſchaft vor, die geeignet waren, die Tendenz
günſtig zu beeinfluſſen. So diente zur Anregung, daß die
Verhand=
lungen der Vereinigten Stahlwerke mit einer amerikaniſchen Geſellſchaft
zu einem erfolgreichen Abſchluß geführt haben, inſofern als das
Ver=
fahren zur Herſtellung des Armco=Eiſen auf die deutſche Geſellſchaft
übergeht. Ferner fand der günſtige Ausgang der deutſch=franzöſiſchen
Verhandlungen, durch die das Fortbeſtehen der Kölner Konvention
ge=
ſichert iſt, einen fruchtbaren Boden. Günſtig aufgenommen wurde auch
der Wirtſchaftsbericht der Commerz= und Privatbank. Infolgedeſſen
zeigte das Kursniveau eine allgemeine Erhöhung im Rahmen von drei
Prozent. Fuihrend waren vor allem Montanaktien. Am Geldmaukt
waren dieſelben Sätze für Tagesgeld (8—9½ Prozent) wie geſtern zu
hören. Am internationalen Deviſenmarkt iſt das Geſchäft ruhig. Die
Mark blieb in New York auf Vortragshöhe.
Im weiteren Verlauf der Börſe ſchwächte ſich der Kursſtand ab,
da das Geſchäft ſehr zurückgegangen war. Außerdem erfolgten
Glatt=
ſtellungen im Hinblick auf den bevorſtehenden Zahltag. Auch die
nun=
mehr eintretende zweitägige Börſenpauſe mahnte zur Vorſicht. Von den
Rückgängen waren am meiſten Spezialpapiere betroffen. Es verloren
Glanzſtoff 8 Prozent, Zellſtoff Waldhof 6½ Prozent, Schultheiß 6½
Prozent, L. Löwe 5½ Prozent, Bemberg 5 Prozent. Im Durchſchnitt
betrug die Abſchwächung etwa 1—1½ Prozent. Privatdiskont kurze
und lange Sicht 6 Prozent. Bis zum Schluß der Börſe war der
Ver=
kehr ziemlich uneinheitlich. Im allgemeinen konnte ſich das Kursniveau
nach den im Verlauf eingetretenen Abſchwächungen halten. Die
Nach=
börſe war eher etwas erholt. Dies gilt insbeſondere für den
Schiffahrts=
markt. Gegen 2.30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: Oſtwerke 414,
Schultheiß 428, Vereinigte Glanzſtoff 672, Bemberg 535, Zellſtoff
Wald=
ſof 312, Rütgerswerke 108, Rheinſtahl 28,75, Rhein. Braunkohlen 276,5,
Phönix 130, Gelſenkirchen 176,25, Harpener 211,75, Mannesmann 196,5,
Köln=Neueſſen 189,75. Geſ. f. Elektr 235,5, AEG. 186. Schuckert 191,
Goldſchmidt 141,5, J.=G. Farben 288,5, Deſſauer Gas 208,5, Hapag
142,25, Hamburg=Süd 235, Nordd, Lloyd 144,25, Kommerzbank 180,
Danatbank 242, Altbeſitzanleihe I 305,25, II 305,5, Neubeſitz 18,30
ab=
geſchwächt.
Aſchaffb. Zellſtoff..
Bamag=Meguin ..."
Berlin el. W. ..
Berlin. KarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan. . . .
Bremer Wolle...
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel.. .
Deutſche Erdöl .....
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte
Tynamit Nobel.
Elektr. Lieferung. .
J. G. Farben ..
R. Friſter. ..
Gaggenau Vorz.
Eelſenk. Berg
h. f. elektr. Untern. .
Halle Maſchinen".
Han. Maſch. Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf..
„ 121.75 120.875 O8.— Sächſ. Gußſtahl. . . . 63.625) 64.— Siemens Glas.. 169.87: 170.— 173.5 Ver. Lauſitzer Glas.. /141.— 239.75 Volkſtedter Porzell.. . 59.25 58.5 181.25 Weſtf. C. Langendreer 92.— 125.— 124.— Wittener Gußſtahl. . . 60.— 220.— Wanderer=Werke. . . 272.— 274.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R. 30. 6.Eeld /Brief
168.85 169.19 1. 7.
Geld
168.8e Brieſl
168.20 Vien D.=Oſt.abg. 30. 6.
Geld /Brie
59.32/ 59.44 1.
Geld
159.32 .
Brief
59.44 Euenos-Aires 1.788/ 1.792 1.788 1.79 Prag. . 12.488/12.508 2.49 12.511 Brüſſel=Antw. 58.56/ 58.6‟ 58.56 58.6‟ BZudapeſt, Pengi 73. 43 73.5 73.43 73.57 Lslo ........" 108.95 109-17 109.05/109.27 Fapan . 1.988 1.994 1 1.98 1.992 Kopenhagen.." 112.6611 12.81 12 68 112.90 Rio de Janeiro. 0.495 0.497 .494 496 Stockholm. . 112.98/113.20 12.94 1 13. 16 Sofia. 3.047 3.05: 3.047 3.053 Kelſingfors ... 1o.608/10.621 10.612 10.632 Jugoſlavien". 7.417 7.43 7.417 7.431 Italien ..
London.. 23.30 23.34 23.37/ 23.411 Konſtantinopel 2.178 2.182 2. 183 2.187 20.469 20.50 20.47 20.51 Liſſabon 20 78 20.821 20.88 20.92 New=York. . 4.2155/4.223: 215 4.223 Danzig. 81.6 8 1.85 81.67 81.83 Paris". 16.50/ 16.54 6.505 6.545 Athen 5.744 5. 766 5. 744 5. 756 Echweiz....." 81.145,81.305 1. 135 91. 295 Tanada .. 4.210 4.214 4.20 4.217 Spanien.. 71. 88. 22.02 72.23 72.37 Uruguay 4.166 a. 174 4. 146 4.154
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Lage des internationalen Aluminiummarktes? In Deutſchland
hielt die bereits in den Vormonaten zu verzeichnende Belebung des
Aluminiumgeſchäfts auch im Juni an. Aus England wird berichtet,
daß ſich dort Produktion und Nachfrage etwa ausgleichen, ſo daß dort
von einem normalen Geſchäftsgang geſprochen werden kann. In
Frank=
reich blieb das Geſchäft weiter ſtill wie im Vormonat. Auf dem
ameri=
kaniſchen Markt iſt es nach der im Vormonat aufgetretenen leichten
Be=
lebung wieder ſtiller geworden, da der dortige Haupt=Aluminium=
Kon=
ſument, nämlich die Automobilinduſtrie, zurzeit mit Neukäufen
zurück=
hält und nur den unmittelbaren Bedarf eindeckt.
Reichsverband des Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels. Der
bis=
herige „Zentralverband des Deutſchen Großhandels” und der bisherige
„Reichsverband des Deutſchen Ein= und Ausfuhrhandels” haben ſich zum
„Reichsverband des Deutſchen Groß und Ueberſeehandels” verſchmolzen.
Der „Reichsverband des Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels”, ſtellt.
ſomit die zentrale Spitzenvertretung für ſämtliche den deutſchen Groß=,
Ein= und Ausfuhrhandel berührenden Fragen dar, dem die vorhandenen
Fachverbände wie eine große Anzahl von Einzelbetrieben Deutſchlands
angehören. Um die beſonderen Intereſſen des Ueberſeehandels
wahr=
zunehmen, iſt eine Abteilung „Ein= und Ausfuhrhandel” beim
Reichs=
verband des Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels geſchaffen worden.
Die Anſchrift iſt einheitlich: Reichsverband des Deutſchen Groß= und
Ueberſeehandels e, V., Berlin W. 30, Motzſtraße 2 (Deutſches
Groß=
handelshaus).
Der Zuſammenſchluß der Uhreninduſtrie. Die bekannten
Verhand=
lungen zum Zuſammenſchluß einer Gruppe der deutſchen Uhreninduſtrie
führten dahin, daß die Geb. Junghans A.=G. in Schramberg den beiden
anderen beteiligten Firmen der Hamburg=Amerikaniſchen Uhrenfabrik
A.=G. und den Vereinigten Freiburger Uhrenfabriken A.=G. einen
Um=
tauſch von Junghans=Aktien im Verhältwis 1:1 anbietet, wobei ſie ihr
eigenes Aktienkapital von 14,56 Mill. RMM. Stammaktien auf 20 Mill.
RM., neben denen noch 0,42 Mill. RM. Vorzugsaktien beſtehen, erhöht.
Die Transaktion wird beveits in Angleichung an das Geſchäftsjahr der
Junghans auf den 1. Juli 1926 vorgelegt, ſo daß die beiden
umtauſchen=
den Firmen keine Bilanz mehr vorlegen werden; deren Aktionäre
wer=
den vielmehr vorausſichtlich eine der letzten Junghans=Dividende
ent=
ſprechende erhalten. Die förmliche Verſchmelzung der drei Geſellſchaften
kann bald erwartet werden. Die Transaktion dürfte auch Weiterungen
im Auslande nach ſich ziehen, wo die Junghans bereits
Tochtergeſell=
ſchaften oder wenigſtens größere Beteiligungen in Paris, Wien, Venedig,
Barcelona= Buenos=Aires beſitzt.
Landwirtſchaftiiche Warengeſellſchaft für das Fuldger Land, Fulda.
Die Heſſiſche Raiffeiſenorganiſation und der Kurheſſiſche Bauernverein
haben ſi.h darüber verſtändigt, daß die Landw. An= und
Ver=
kaufsgeſellſchaft „Heſſenland” G. m. b. H. in Kaſſel und die
Haupt=
genoſſenſchaft des Kurheſſiſchen Bauernvereins e. G. m. b. H. in Fulda
für die Kreiſe Fulda=Gersfeld vom 1. Juli 1927 ab zur beſſeren
Eh=
füllung der fatzungsmäßigen Aufgaben zu einem gemeinſamen
Geſchäfts=
betrieb im „Kornhaus” zu Fulda unter der Firma „Landwirtſchaftliche
Warengeſellſchaft” für das Fuldaer Land in Fulda zuſammengeſchloſſen
werden.
Mannheimer Gummi=, Guttapercha= und Afbeſtfabrik A.G.,
Mann=
heim. In der o. H.V. nurde beſchloſſen, den Verluſt von 188 734 RM.
unter Inanſpruchnahme des Reſervefonds von 63 633 NM. auf neue
Rechnung vorzutragen. Ueber die Ausſichten des laufenden
Geſchäfts=
jahres wird mitgeteilt, daß bis zum Mai dieſes Jahres noch mit Ver=”,
luſt gearbeitet wurde, daß dann aber der Beſchäftigungsgrad ſich
beſſerte, ſo daß man nunmehr mit einem kleinen Ueberſchuß arbeiten
würde. Die A.R.=Wahlen ergaben die Wiederwahl eines ſatzungsmäßig
ausgeſchiedenen Mitgliedes.
Zur Konzentration des Farbenverkaufs bei der J. G.
Farben=
induſtrie A.G. In Beſtätigung und Ergänzung anderer Meldungen
wird von der Verwaltung der J. G. Farbeninduſtrie A.G. folgendes
mitgeteilt: „Die J. G. Farbeninduſtria A.G. hat beſchloſſen, ihren
Farbenverkauf in Frankfurt a. M. zu konzentrieren. Sie wird zu
die=
ſem Zweck ein Geſchäftshaus errichten, wofür ſie einen Teil des
Grüne=
burgparks erworben hat. Das von ihr vor einiger Zeit gekaufte
Ge=
lände zwiſchen Main= und Gutleutſtuaße ſoll anderweitig verwendet
werden.”
Schiffs= und Maſchinenbau A.G., Mannheim. Die Geſellſchaft hatte
eine Roheinnahme von 596 572 (i. V. 594 892) RM., andererſeits
erfor=
derten Betriebsunkoſten 250 640 (286 545) RM., Handlungsunkoſten und
Steuern 214 473 (263 995) RM. Nach 121 577 (86 194) RM. Abſchreibungen
ergibt ſich ein Ueberſchuß von 9877 (i. V. Verluſt 41 842) RM., wozu
damals 34 030 RM. Verluſtvortrag aus 1924 traten. Dieſer
Verluſt=
vortrag von 75 872 RM. verringert ſich ſomit auf 65 905 MM. Die
Kredi=
toren haben ſich von 1,17 Mill. RM. auf 0,25 Mill. RM. errtäßigt,
bei Debitoren ſtanden 32505 (284 932) RM. aus, Materialien und
un=
vollendete Arbeiten erſcheinen mit 0,21 (0,64) Mill. RM., Grundſtücke
und Gebände mit 0,40 (0,44) Mill. RM., die Werft mit 0,15 (0,10) Mill.
Reichsmark. Die kriſenhaften Zuſtände in der Rheinſchiffahrt wirkten
ſich auch auf die Werſtinduſtrie aus, ſo daß ſich für die Geſellſchaft eine
lange Zeit knapper Beſchäftigung und Verringerung der Belegſchaft
er=
gab. Während des engliſchen Kohlenſtreiks ließen die
Schiffahrttreiben=
den ihre Fahrzeuge nicht in Reparatur gehen. Der Verlauf des
Ge=
ſchäftsjahres müſſe ſomit als unbefriedigend bezeichnet werden. Die
o. G.V. genehmigte den Abſchluß und erteilte Entlaſtung.
Oberrheiniſche Tonwerk= und Baubedarfs=A. G., Heppenheim a. d. B.
Die Geſellſchaft erzielte 1926 einen Bruttogewinn von 241 773 RM.,
Handlungsunkoſten erforderten 98 141 RM., Steuern 44 265 RM.,
Ver=
ſicherung 3530 RM. Einſchließlich 2045 RM. Vortrag werden 8 Prozent
Dididende ausgeſchüttet. In der Bilanz erſcheinen u. a. bei 583 960
Reichsmark und 5229 RM. Reſerve Krediroren mit 63047 RM.,
rück=
ſtändige Steuern mit 24 491 RM., Akzepte mit 10 695 RM.,
anderer=
eits Debitoren mit 92950 RM., Kaſſe=, Poſtſcheck=, Banken mit 14 565
Reichsmark. Akzepte mit 37 2c0 RM., Waren uſw. mit 66 842 RM.
Brantfätter Karsoerihe ooi 2. Dan Lest.
Staatspapierea) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. 1. Teil 304 T(. Teil 304.5 D. Reichsanl. Ablöf=
SchuldohneAus=
loſungsſcheine ... 18.6 6½% Reichsp. Sch.
y. 1. 10. 30... 96.5 7%Bayer. Staats=
Sch. v. 1. 4. 29 86.5 6½% H. V. Sch.
v. 1. 4. 29 ..... 96 6½% Pr. St.=Sch.
v. 1. 3. 29 6½% Pr. St.=Sch.
v. 1. 10. 30 .... 7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. v. 1. 7. 29 98.25 7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. o. 1. 7. 30 M 6½%Württ. Freiſt.
Schatz. v. 1. 3. 29 95.5 b) Ausländ iche
5% Bos. E. B. 1914 5%. L. Inv. 1914 4½% 1898 .. 4½% „ 1902.. 3.25 4% „.... 5% Bulg. Taba 02 4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918 3.1 4½%Oſt. Schatz. 14 25.2 4½% Oſt. Silberr 6.5 4% „ Goldr. .. 4% „einh. R. (kon) 5% Port. (Spz.) III 6% Rum.am. R.03, 4½% Gold. 13. 16.75 4½ „ am.konv.. 5.9 4½ „ am. 05.. . 6 48Türk. (Adm.)03 (Bagd.) I „ (Bagb.) II unif. 1903 4% „ 1911 Zoll. 13.8 4½% Ung. St. 1913 4½½ „St. 1914 251. 4% „ Goldr.. 26.3 4½ „ St. 10 22.75 4½ „ Kronr. 3% „ Eiſ. Tor.. 20 Außereuro=
päiſche 5%Mex=am. in.abg. 21.25 3 auß. 99 40 4% „ Gold 04ſtf., 27-1. %o „ konſ. inn. . , 12 4½% Frrigat., 35.25 5% Tamaulipas I . Sachwert= Schuld=
verſchreibungen
Mit Zinsberech=
nung 10%Berl. H.=Bi. G. 105 8% 102.5 6% Berl. St.=Golt 94.75
Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp==Ban!
Meining. Goldpf.
8% Frt.=Hyp.=B.
Goldpfdbr. . . . 1102.5
101.75
100.5
Frkf. H.=B.=Gld. /100
8% Frkf. Pfbr.=B
Goldpfbr..
100.5
70 Pfbr.=Bk.=Gold/100
5% Frki. Pfbbr.=Bk.
Goldpfbr.. .
8% G. Lbs.=Bk. Gld.
109 R. Elettr. Mark
(Hagen) Goldobl.
3½6 K. Landesban
Darmſt., Reihe 1
Reihe II
2o M.=Kraft Höchſt
83
101.5
100.75
102 75
100
100
% Mannh. St.=G.
% Naſſ. Ldb. Gold
8‟ Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
Gold=Pfdbr. . ..
8% Pforzh. St.-G.
8% Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfpr.
% Rh. Hyp.=Bank
Gold. Pfdbr.. . .
7½ %Rh. Sit. W.3
10% Rh.=Weſtf.=B
Cr.=Bk. Goldpf..
2 Südd. B.=Cr. B.
99.5
05.95
100.5
100.5
99
101.25
102
100
100.75
100
153
Goldpfdbr..
26 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.
obl. mit Option
7% V. Stahlw.
Düf=
ſeldorfHyp.-Gd.. ohne Option
30 VoigtckHäffner
Goldobl.. . ... . .
8% Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr..
A
Ohne
Zins=
berechnung
50 Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6‟ Heſ.Brk.-Rg. 23/
5% Roggen .. 23
59 Pr. Kaliw..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G!
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb...
12.65
9
6.18
Bahr. Hhp.u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. .
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk...
Mecklb. Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp. Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk....
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B....
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr. . .
Württ. Hyp.=Bk.. .
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Caſſel.
Naſſau. Ldsb. . ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
5%Oſt. Sb. (L.)ſtfr.
2,6% Alte „
2,6% Neue „.
5%0 Oſt.-Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. „ 1.b.8. E.
3%Oſt. .. 9. E. .
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
*6
9:
9
4% Rud. Silber ..
4%Rud. (Salzkg.)
4½% Anat., S. I
4½% Anat. S. III
O Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
Tehuantepec. .
½%
„
16.4
16.5
13.1
12.1
15.5
13.7
13.6
14
15.05
11:/.
9.375
14
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . .
Bad. Bk. .
Bk. f. Brauind. . . .
Barmer Bankv. ...
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk. 1241
Deutſche Bank..."
D. Eff. u. Wchſ.=Bk. 140
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. ..
Disk.=Geſellſch. . ..
Dresdener Bk. ...
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.. . ..
Frkf. Pfdbr.=Bk. ..
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank. 8.75
Metallbank. . . . . . .
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Pr. Bd.=Credikbank
„ Hhp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. .
Südd. B.=Creditbk.
Südd. Disc.=Geſ...
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Za
161
224.5
154
183
168
145
107
164.7:
170
1137
153
154
177
149
30
218.5
44
68
135
143
8.4
6.75
21
21
24.75
20
19.5
Bergwerks=Akt.
Bochum. Bergb. . .
Buderus.. . . . . . ."
Dt. Luxemburg . . .
Eſchw. Bergw.. . .
Gelſenkirch. Bgw. 1177
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St.. . . 282
„ Genußſchein.
Kali. Aſchersleb. ..
Kali. Salzdetfurth. 247.5
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke
Mannesm.=Röhr.
Mansielder ......
125
„Ga
212.5
184.75
186.5
178.5
198
136.75
Induſtrie=Akt. Brauereien Eichbaum (Mannh.) 271 Henninger. 195
Hercules, Heſſiſche. 252
Löwenbr.=München/370
Mainz. Aktienbr. . . 237
Schöfferhof(Bind. //358
Schwarz=Storchen /180
Tucher, Nürnberg.
Verger
... 183
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleyer
6%E. A. G. Vzg. A.
5%A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm . . ."
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durl. /139
Bad. Uhren, Furtn
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg
Bahr. Spiege
Beck & Henkel
Bergmann El.
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlan
Cement. Heidelb. ..
Cement. Karlſtadt 1194
Cement. Lothr.
Chem. Albert. .. . .
Chem. Brockh.
Chem. Milch .....!
132
89
80.9
187.25
27.5
49
58
80
193
25. 5
154
155
I. 205 Holzverk. Ind. 73 Hydrom. Breslau". 35 70 3nag ..........!. 100
Junghans St..
Kammg. Kaiſersl.
Karlruher Maſch.
Karſtadt, R.... ..."
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Braun
Krw. Alt=Württbg.
Krauß, Lokom.
Lahmeyer
.
Lech. Augsburg ...
Lederw. Rothe
Spicharz.
Lingel Schuhw.. .
Löhnberg. Mühle.
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metall!
Lux, Induſtrie
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frkf. .
Miag, Mühlenb. . .
Moenus, Stamm 79.5
Motorenf. Deutz.
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Reckarſ. Fahrz. ..
Neckarw. Eßlingen
Peters Union ....
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps..
Porzellan Weſſel
Rein. Gebb. &Schal/140
Rhein. Elektr.
Rhenania,Kunheim
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackf. . ./ 99.75
Schriftg. Stemp.. .
Schuckert, Elektr.
Schuhf. Weſſel..."
Schuhf. Herz
Schultz, Grünlack.
Seilind. Wolff...
Siemens Glas
Siemens & Halske
Nf
192
32
154
141
180
70
108
180
125.5
36.5
20
50
122.5
108
132
145.5
189.5
148.5
125‟,
120
69
68.75
45
108.5
69
105
131
192.5
86
80.5
41
13
R
Südd. Immob. 103.5 Südd.Zucker=A.=G 1143.75 Thür. elektr. Lief. 118 Uhren Furtwängl. . 107.5 Unterfr. Kr.=El.=V. Beithwerke Ver. f. Chem. Ind.. 114 Ver. d. Olfbr. Mann Ver. Faßf. Caſſel.. . Gummi. Bln.=Frkf. 105 Pinſel=Nürnberg .. Ultramarin. 151 Zellſtoff Berl. .... 169 Vogtl. Maſch. ..
Voigt & Haeffner 138 Volthom Seil ...! 76 Wayß & Freytag 171.25 Wegelin Rußfbr. . . 146 Zellſt. Aſchaffenbg.. 208 Zellſt. Waldhof ..." 310 Zuckerf. Rheingau. Transport= und
Berſicherungs=Akt. Dt. Reichsb.=Vorzg. 102.25 A. Dt. Eiſenbahn .. 90.5 A. Lokalb. u. Kraftw. Dt. Eiſenb.=Geſ... 138 Schantung E. B. Südd. Eiſenb.=Geſ 142 Hapag ...... 141 Norbd. Lloyd. . . . . 144.75 Frkft. Allg. Ver). . 149.75 Frankona Rückv. Tarmſt. Werte Bahnbedarf 41.5 dampfk. Rodberg Avetia Konſ.... .
Grdr. Lutz ... 116 44 Motorf. Darmſt. 75.5 Gebr. Roeder ....! 48 ZenulethcEllenb. . —
„5 60N
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ormſer Produkte
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mehl 41—
ie 1.
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30 Tonn
zufgenomm
Weizen
abladun
Gefunden: 1 Geldt
karte. 1 Spannkette
tel. 1 Taſchenme
großer Schlt
1 gelbe Perlen
tes Kindert
ſtrichjacke.
mit geradem
ſchwarze Do
Speiſeölkan
1 Stück M
Sonntage
den Apotheken 2a
den Sonntagsdie
anſchließen
2. Juli bis e
Merck’ſche Apotheke,
ger Apotheke, Wit
Schreine
Die Lieſerung
ſtände für das ne
im Gaswerk ſoll
Vergebungsunt
Dienſtſtunden auf
zeichneten Direkti=
Die Angebote ſi.
8. Juli, vorm.
zureichen.
Larmſtadt,
Direktion der ſt
Bekanntn
[ ← ][ ][ → ]Nummer 181
Samstag, den 2 Juli 1927
Geite 17
dende
ent=
eſellſchaften
Die Kapitalserhöhung bei der Reichs=Kredit=Geſellſchaft A.G. Wie
mitgeteilt wird, ſind zur Durchführung der A.K.=Erhöhung 10. Mill.
Neichsmark junge Aktien zum Kurſe von 150 Prozent ausgegeben
wor=
den, die von der Viag übernommen worden ſind, die ſomit
Alleinaktionä=
rin der Geſellſchaft bleibt.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 1. Juli ſtellten ſich wie
folgt: Elektrolytkupfer 122, Remelted Plattenzink 52½—53½, Original
Hütten=Aluminium 210, dto. in Walzen 214, Rein=Nickel 340—350,
An=
timon Regulus 95—100, Silber in Barren 78—79.
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhandel vom 1. Juli
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 11134 (112), Februar 112 (112),
März 1121 (112½), April 112½ (112½), Mai 11234 (11234) Juni
113 (113), Juli 110½ (11034), Auguſt 110 (110), September 110¼ (110½),
Oktober 110¾ (111), November 111½ (111½), Dezember 1113 (11134).
Tendenz: ruhig. Für Blei: Januar 48 (48½), Februar 48 (48½),
März 48 (48½), April 48 (48½), Mai 48½ (48½), Juni 48½ (48½),
Juli 4734 (48), Auguſt 47¾ (48), September 47¾ (48), Oktober
47¾ (48), November 48 (48½), Dezember 48 (48½). Tendenz: matt. Für
Zink: Januar 55 (55½), Februar 55 (55½), März 55 (55½), April
55 (55½), Mai 55 (55), Juni 55 (55½), Juli 55¾ (56), Auguſt
55½ (56), September 55 (55½), Oktober 55 (55½), November 55 (55½),
Dezember 55 (55½). Tendenz: ſchwächer. Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Produktenberichte.
Wormſer Produktenbericht vom 1. Juli. Die heutige Produktenbörſe
iſt gegenüber vorigem Freitag vollkommen underändert geblieben.
Frankfurter Produktenbericht vom 1. Juli. Die Marktlage iſt
in=
folge der erhöhten Auslandspreiſe etwas feſter, der Börſenbeſuch jedoch
recht ſchwach, ſo daß nur äußerſt wenig Geſchäfte getätigt werden. Die
Mühlen haben ihre Forderungen für Weizenmehl um ¼ Mark
herauf=
geſetzt, was aber ohne irgendwelche Bedeutung iſt, da die zweite Hand
zu unveränderten Preiſen gibt und Nachfrage kaum beſteht.
Roggen=
mehl iſt dagegen recht ſtark gefragt. Futtermittel liegen ausnahmslos
flau. Weizen 31,25, Roggen 28,50, inl. Hafer 26, ausl. 23,50—26, Mais
19, Weizenmehl 41—41,25, Roggenmehl 39,25—40, Weizenmehl 13,25,
Roggenkleie 15.25—15,50.
Berliner Produktenbericht vom 1. Juli. Die feſten amerikaniſchen
Mauktmeldungen hatten in den geſtrigen Nachmittags= und heutigen
Vormittagsſtunden hier eine feſtere Stimmung Platz greifen laſſen,
doch brachte der Börſenbeginn eine neue Abſchwächung. Die für heute
angedienten 360 Tonnen Weizen wurden als kontraktlich lieferbar erklärt
und ſchlank aufgenommen. Die Cif=Forderungen wieſen für nähere
Poſitionen für Weizen eine Erhöhung von etwa 10 Guldencents auf,
während Herbſtabladung etwa 20 Guldencents feſter gehalten war.
Um=
ſätze kamen im Cifmarkte ſowohl in Weizen als auch in Roggen, der
zwar erſthändig in den Offerten etwas erhöht, von der zweiten Hand
Uliger angeboten war, nur in geringem Umfange zuſtande. Im
3brotgetreidemarkt hat ſich die Lage nicht verändert, der etwas
ſtätker offerierte Roggen blieb ſchwer mterzubringen Am Zeitmarkte
aren die Weizenpreiſe leicht nickgängig, während bei Roggen kleinere
Preisgewinne erzielt werden konnten. Am Mehlmarkt blieb das
Ge=
ſchäft bei imveränderten Forderungen auf ein Mindeſtmaß beſchränkt.
Für Hafer und Gerſte hat ſich die Situation nicht geändert.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 1. Juli. (Priv.=Tel.)
Weizen: Auf dem Weizenmarkt lagen heute private
Ernteſchätzun=
gen vor. Die Preiſe gaben daraufhin nach, erholten ſich aber, als
ſei=
tens der Wetterwarte für das Winterweizengebiet Niederſchläge in
Ausſicht geſtellt wurden.
Mais: Für Mais beſtand zunächſt Kaufluſt. Später vollzog ſich ein
ganz entſchiedener Stimmungswechſel bei ſtarken Preisabſchlägen.
Hafer: Auch die Haferpreiſe gingen zurück, weil beſſer lautende
Privatſchätzungen bekannt wurden und die Witterung im Nordweſten
der Vereinigten Staaten für die Erntearbeiten durchaus günſtig iſt.
Baumwolle: Angeſichts der bevorſtehenden Feiertage verlief der
Baumwollmarkt außerordentlich ruhig bei im allgemeinen gut
behaup=
teten Preiſen.
Kaffee: Die Tendenz am Kaffeemarkt war beſſer infolge von
Be=
fürchtungen ungünſtiger Entwickelung an den braſilianiſchen Märkten
während der amerikaniſchen Feiertage.
Zucker: Erhebliche Angebote am Lokomarkt und ſchwächeres London
riefen allgemeine Liquidationen und Angſtverkäufe hevvor. Das
Preis=
nibeau ſenkte ſich darauf hin, konnte ſich aber gegen Shluß auf
Deckun=
gen etwas erholen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. Juli:
Getreide: Weizen, Juli 144¾, Weizen, September 1441/s,
Weizen, Dezember 147½, Mais, Juli 95½, Mais, September
104½, Mais, Dezember 108, Hafer, Juli 452/e, Hafer, September
46‟½, Roggen, Juli 109¾, Roggen, September 101½, Roggen,
Dezember 104.
Schmalz: Schmalz, September 12,90½, Oktober 13,00.
Fleiſch: Rippen, Juli 11,97½, September 12,25, Speck 12,00,
1. Schweine (niedr. Preis) 8,75, ſchw. Schweine 8,35—9,05,
Schweinezufuhr Weſten 90000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 1. Juli:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 154½, Weizen Nr. 2 hart 163½,
Mais (neu ank. Ernte) 108¾, Mehl Spring Patent 700—735,
Fracht nach England 1,6 sh, Fracht nach Kontinent 6—8 d.
Schmalz: prima Weſtern loco 13,45, Talg extra 77/s.
Kakav: Tendenz: unregelmäßig, loco 17, Juli 16,23, Auguſt
16,55, November 16,10, Dezember 15,30, Januar 15, März 14,75.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten
Nach einer vom Amtlichen Preußiſchen Preſſedienſt veröffentlichten
Ueberſicht ſtellen ſich die Geſamteinnahmen des Preußiſchen Staats im
Monat Mai auf 198,5 Mill. Mk. Die Geſamtausgaben betrugen 188,6 Mill.
RM., ſo daß ein Ueberſchuß von 9,9 Mill. verbleibt. Der Stand der
ſchwebenden Schuld Ende Mai wird mit 106,8 Mill. RM. angegeben.
In der Ende voriger Woche in Baden=Baden abgehaltenen Sitzung
der Internationalen Drahtgemeinſchaft wurden verſchiedene
Alende=
rungen der Satzungen, insbeſondere des Abrechnungsverfahrens
vor=
genommen und die däniſche Gruppe für ihre Ausfuhr neu in die
Ge=
meinſchaft aufgenommen.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung hat mit Wirkung vom
1. Juli ihre Preiſe erneut um ca. 1½ Prozent ermäßigt.
Der Frankfurter Börſenvorſtand gibt bekannt, daß die veränderte
Notierungsweiſe von Deutſcher Anleiheablöſungsſchuld mit
Ausloſungs=
ſchein, die für den 1. Juli 1927 in Ausſicht genommen worden war,
erſt mit dem 11. Juli 1927 eintritt.
Ab nächſten Montag ſtellt die bekannte Zündholzfabrik Albersweiler
wegen Auftragsmangels ihren ganzen Betrieb wieder ein.
Die Luxemburgiſche Muſtermeſſe wird in Zukunft jeweils vom 13.
bis 24. Auguſt in Luxemburg ſtattfinden. Für dieſes Jahr ſcheint eine
ſtarke Auslandsbeteiligung, beſonders eine ſtärkere deutſche Beſchickung
geſichert.
Zu dem geſtrigen Zuſtandekommen des Kohlenabkommens zwiſchen
dem Kohlenſyndikat und Frankreich wird mitgeteilt, daß es ſich bei den
Kohlenlieferungen nach Frankreich um ein Lizenzſyſtem handelt. Die
einzelnen Verträge unterliegen der Genehmigung der franzöſtſchen
Regierung, eine Angabe der Lieferungsmenge iſt alſo unmöglich.
Die engliſche Kohlenförderung im Juni weiſt gegenüber Mai eine
Steigerung um rund 9 Millionen To. auf. Trotz dieſer
Förderungs=
zunahme ſind die ausgezahlten Löhne gegenüber dem Vormonat um
rund 5000 Pfund zurückgegangen.
Polens Kaliſalzproduktion iſt auch im vergangenen Jahre, über das
ſoeben die endgültigen amtlichen Daten veröffentlicht werden, weiter
geſtiegen, und zwar auf 27 489 Tonnen gegenüber 176 984 Tonnen im
Jahre 1925.
Vorgeſtern fand unter dem Vorſitz des Finanzminiſters Czechowicz
eine Sitzung des Finanzrats ſtatt. U. a. wurden auch Maßnahmen
be=
raten, um einer weiteren Paſſivität der polniſchen Außenhandelsbilanz
entgegenzuwirken.
Aus Moskau wird gemeldet, daß Verhandlungen zwiſchen der
Sowjetregierung und der norwegiſchen Regierung über die Gewährung
von Krediten im Betrage von 40 Mill. Kr. geſcheitert ſeien.
Der Banco Eſpanol de Credito (AK 30 428 500 Peſetas), der bereits
die Mehrheit des Banco Commercial Eſpanol, Valencia (AK. 5 Mill.
Peſetas) in ſeinem Beſitz hatte, wird wahrſcheinlich das geſamte AK.
dieſes Inſtituts übernehmen.
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
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Seite 18
Samstag, den 2. Zuli 1927
Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
(Nachdruck verboten)
Ein namenloſes Grauen hielt ſie gepackt. Jetzt — wenn
ſie die Augen höbe — Barmherziger Gott, ich will nicht — wollte
ſie ſchreien und ſaß noch immer ſtumm mit zu Boden geſenktem
Blick, ein Bild der furchtbarſten Angſt und Ohnmacht gegen
dieſe. Da fühlte ſie eine warme Hand auf ihren kalten Fingern.
Sie hob mühſam den Kopf, und ihre faſt erloſchenen Augen
nahmen den Ausdruck ſo wilder Furcht an, daß die
Oberauf=
ſeherin, die ſie hatte ermutigen wollen, davor erſchrak und
be=
gütigend ſagte:
„Faſſen Sie ſich, ſie weiß nicht, wer Sie ſind.”
Chriſtine hatte geglaubt, die Hand der Mutter zu ſpüren.
Langſam zwang ſie nun die Augen nach einer alten, ergrauten
Frau im Sträflingskleid, die ſtumpf und ohne Erregung ihrem
Blick begegnete. Zwei kleine, ſtechende Aeuglein, waren alles,
was Chriſtine zunächſt ſah. Die Oberaufſeherin war zum
Fenſter getreten, die Beiden ſich ſelbſt überlaſſend.
Endlich hatte Chriſtine ihre lähmende Angſt ſoweit
übec=
wunden, daß ſie ein paar Schritte auf die Alte zuging und mit
Aufbietung all ihrer Energie ihr die Hand reichte. Da ging
ein Grinſen über deren Geſicht, und ſie ſtreckte linkiſch auch ihre
Hand hin, dabei bewundernd das Kleid, den Hut und die
Hand=
taſche Chriſtinens muſternd.
„Ich wollte — Sie — beſuchen, weil — weil ich dachte, mein
Beſuch würde Ihnen Freude machen. Wiſſen Sie wohl, wer —
ich bins” ſtotterte ſie mühſam heraus.
„Nä,” war die von einem ſtändigen Grinſen begleitete
ein=
zige Erwiderung. Dann ſchielte ſie ſchnell nach der zum Fenſter
hinausblickenden Oberaufſeherin, ballie hinter ihr die Fäuſte,
verzog das Geſicht zu einer abſcheulichen Grimaſſe, und ihre
Lippen formten Worte ohne Laute, die Chriſtine nicht verſtand.
Als die Dame am Fenſter durch das Schweigen ſich
auf=
merkſam umdrehte, zog ſofort wieder dieſes widerliche Grinſen
über der Alten Geſicht.
„Ich bin — Ihre — deine — Tochter!” Wie ein
Feuer=
ſtrom lief es durch Chriſtinens Körper nach dieſen Worten vor
wilder Erregung. Doch zunächſt blieb ihre Offenbarung bei der
Alten gänzlich eindruckslos.
„Hähähä — is nich möglich!” war alles, was ſie ſagte
Dann trat ſie näher an die eben gefundene Tochter heran,
be=
taſtete den Aermel ihres Kleides, befah ſie von oben bis unten
mit ernſterem Blick und ſagte bewundernd: „Schönes Kleid,
ſchöner Hut.‟ Doch plötzlich ging eine ſeltſame Veränderung
mit ihr vor. Das Grinſen ſchwand von ihrem Geſicht, die
klei=
nen Aeuglein weiteten ſich, und es klang wie ferne Sehnſucht
durch ihre geflüſterten Worte: „Meine Tochter — mein Kind!”
Ganz weich ſagte ſie das Letzte. Es ſchien, als ſeien ihre längſt
vergeſſenen Muttergefühle jäh erwacht, und als ſuhe ſie jetzt
nach einem Ausdruck für dieſe. Doch ebenſo ſchnell ſchwand auch
wieder die Weichheit aus ihrem Geſicht, ihr Mund verzerrte ſich,
und ein Strom von Unflat ergoß ſich jetzt über ihre Lippen.
„Geſtohlen haben ſe mir damals mein Kind, die Bieſter;
verrecken ſollen ſe alle Tage, die Schweine da draußen.”
„Ruhe!” gebot eine energiſche Stimme vom Fenſter her.
Die eben noch ſo kriegeriſche Haltung der Alten wandelte
ſich ſofort in Unterwürfigkeit, und mit ſcheinheiliger Miene
ent=
ſchuldigte ſie ſich: „Das Wiederſehen mit meiner Tochter hat
mich ſo erregt. Solch ein ſchönes, feines Fräulein, meine
Toch=
ter, nicht wahr, Frau Oberaufſeherin?”
Doch dieſe drehte ihr bereits wieder den Rücken, und die
Alte ſchnitt eine Grimaſſe nach ihr hin.
Chriſtine empfand dies Zuſammenſein von Sekunde zu
Sekunde qualvoller. Sie fühlte die völlige Verlogenheit dieſer
Frau, und ſo ſehr ſie ſich danach geſehnt hatte, einmal „Mutter:
ſagen zu dürfen — ſie brachte dies Wort nicht heraus.
„Haſt auch ſchon, einen Bräutigam?” fragte jetzt die Alle
lauernd. „Wirſt vohl bald luſtige Hochzeit machen, hä?” Sie
kicherte und zwinkerte vielſagend mit den Augen.
Da erklärte die Oberaufſeherin die Unterredung für beendet.
Chriſtine atmete auf — ſie hatte die ganze Zeit auf ein
Wort nur, ein mütterlich liebevolles Woit gewartet und es
nicht gehört. Enttäuſcht bis ins Innerſte reichte ſie mit kühlem
Herzen die Hand zum Abſchied. Die Alte fah ſie einen
Augen=
blick an, und es war Chriſtine, als läge ein unendliches Weh in
dieſen kleinen, müden Augen. Und ſie ſagte raſch, noch ehe der
Schlüſſel ſich wieder umdrehte: „Ich komme wieder.”
Noch am Abend traf ſie müde und zerſchlagen an Leib und
Seele in Hamburg ein; ſie hatte nun ihre Mutter gefunden und
wußte doch, daß ſie ihr für ewig verloren war.
19. Kapitel.
Schon zum ziveiten Male hatte an dieſem Morgen Werner
Krüß beim Frühſtück das auftragende Mädchen nach der Poſt
gefragt und jedesmal den Beſcheid erhalten, der Briefträger
könne noch nicht da ſein, er komme immer erſt ſpäter.
Der ſcheinbar in ſeine Morgenzeitung vertiefte Vater hörte
die Unruhe, die angſtvolle Ungeduld aus den Fragen des Sohns
und hatte auch ſchon etliche Male den Mund geöffnet, um mit
Werner zu ſprechen, damit ihm ſelbſt dieſe Laſt vom Herzen
herunter käme. Aber immer wieder zögerte er, fand nicht die
rechten Worie und ſchwieg bedrückt hinter ſeiner Zeitung.
Die klare Winterſonne beleuchtete den nach Hamburger Art
faſt ſchlemmerhaft bedeckten Frühſtückstiſch und den ganzen
be=
haglich erwärmten Raum, in dem nur die Beiden ſtumm einander
gegenüberſaßen. Frau Krüß pflegte um dieſe Zeit noch der
Ruhe.
Das helle Licht der Morgenſonne ſchien Werner wehe zu
tun, denn er bedeckte plötzlich die Augen und konnte nicht den
leiſen Seufzer unterdrücken, der ſeiner gequälten Bruſt entfloh.
Da legte der Vater mit einer entſchloſſenen Bewegung die
Zeitung aus der Hand und ſagte unvermittelt:
„Was iſt dir, Werner? Du haſt irgendwelche Sorgen, wie
mir ſcheint?”
Der Sohn machte nur eine abwehrende Bewegung mit der
Hand, und ſein Blick wanderte wieder ungeduldig nach der Türe.
„Du machſt dir Sorgen um deine — um Fräulein
Bert=
hold?” fuhr der Vater unbeirrt fort. „Sie hat dir gewiß ihre
Rummer 181
Abreiſe aus Hamburg mitgeteilt?” forſchte er vorſichtig weiter,
als keine Antwort von Werner erfolgt war.
„Ja.”
Da beugte ſich Krüß liebevoll zu dem Sohne: „Es war doch
das Beſte ſo, Werner, ſie hat es ja auch ganz vernünftig
ein=
geſehen.”
„Was meinſt du damit? Was hat ſie eingeſehen?” fuhr
Werner in die Höhe, das Geſicht angſtvoll auf den Vater
ge=
richtet.
„Nun — ich denke, ſie hat dir doch gewiß alles geſchrieben?“
„Was — was hat ſie alles geſchrieben, was willſt du
damit ſagen? Was weißt du mehr von ihr als ich?” Gepreßt
von einer unerklärlichen Angſt klang die Stimme Werners.
„Nun, daß ſie Hamburg verlaſſen will ..
„Das weiß ich — aber was weiter — was iſt da ſonſt noch?
Sie iſt doch nur verreiſt, in Familienangelegenheiten, wie ſie
mir ſchrieb. — Wie lange hat ſie denn Urlaub genommens”
Ueberſtürzt redete Werner und fragte mit ſteigender Angſt
vor etwas Unfaßbarem, das ihm faſt die Kehle zudrückte.
Da merkte der Vater, daß Werner noch nicht die volle
Wahr=
heit wußte, und er fand nicht mehr den Mut, ihm dieſe zu ſagen.
Er würde ja wohl doch bald erfahren, daß ſein Glück ein ſo
jähes Ende gefunden hatte, und daß das geliebte Mädchen nicht
nur verreiſt, ſondern daß ſie geflohen war, um ihn vor Schande
zu bewahren. Daher ſagte er nur: „Sie tvußte nicht, wie lange
ſie wegbleiben müſſe, und ſo habe ich ihr unbeſchränkten Urlaub
gegeben.”
„Aber was meinteſt du damit, ſie habe es ja aub ganz
ver=
nünftig eingeſehen?"
Krüß wich den unruhigen Augen des Sohnes aus. „Nun,
ich hatte den Eindruck, als beabſichtigte ſie, zugleich mit dieſer
Reife das Verhältnis zu dir zu löſen.”
(Fortſetzung folgt.)
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Sensations- und Wildwestfilm in 6 Akten (*17431
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Versäumen Sie nicht das auserwählte Programm im U. 7.
TALA
Die neueste Wochenschau
13% Bockbier Union=Brauerei Gr.=Gerau
mit guter Küche (*17428
Es ladet ein
M. Kaſt.
ilavier= u. Harmonium=
Spiel, ſow. Unterricht
wird noch gut und
preisw. angenomm.
Gefl. Anmeldg, unt.
NT 214 Gſchſt. (*1728
Park-Kaftee-Reslaurant
Unb. Erau 00, Kessler.)
TäglIch
Künstler-Konzert
Kapelle Saarland. ( 17458
Karuſſellbeſitzer
woll, ſich weg. Platz f.
Kirchweihe
in Kl.=Gumpen (Kr.
Erbach, Bahnſt.
Rei=
chelsheim) melden.
Ang. unt. M 247 an
die Geſchſt. 10541
Du schönste aller Rosen .. . . .
hach dem berühmten Tanzschlager von: Löhner Beda
mit Dorothea Wleck, Oscar Marlon, lch. Riemann.
Das Schaf im Welkspelz, Groteske in 2 Akten
Was vlele nicht wissen, Inter, Aufnahmen in vielen Bildern
Neueste Wochenschau
(*17430
Antang 3½ Uhr
Letzte Abendvorstellung abends 8 Uhr
SAPHLUR
— Heute Erslaufführung —
Gastspiel
Uh
Tosef Weinreiss
mit Gesellschaft (10561
in dem urkomischen Lachschlager
K.O.P.B.O.
in 3 Akten von Franz Arnold u. Ernst Bach
W Das Heiterste
vom Heiteren!
Uhr
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Gewöhnliche Preise: Mk. 1.00 bis 3.00
Karten Verk.-Büro u. de Waal, Rheinstraße 14.
Künstler-Konzert
im neu hergerichteten Garten
Alleinausschank der „Edel-Weiße‟‟
a. d. Ersten u. ältesten Weizenbierbrauerei
Süddeutsch-
lands, G. Schneider & Sohn, München.
Bei unganstiger Witterung im Saal des 1. Stocks
ausgeführt von Mitgliedern des
Städtisch. Orchesters, spielt ab
7 Uhr abends
Samstag und Sonntag
HaupidabänerHeitdaran.
Darmstadt
Inhaber: Willy Möver
10542)
Küche und Keller bekannt gut
eu
kaufen. Eberſtadt
Zum Anker, (*17370
SbMmerfprettenr im Mainen Oaus
De9 Terf. Landesthrmers
LEITUNG DIREKTOR ADALBERT STEFFTER
Heute Samstag /21 Vorſtellungen /2) abends 7½ Uhr
Gaſtſpiel Mizzi Marx=Freiberg
Bie Teresina
Operette in 3 Akt. v. Oskar Strauß. In Szene geſetzt v. Dſr. Steffter
Abends 11 Uhr: Nachtvorſiellung — Preiſe Mk. 1.00 / 3.00
Großer Bunter Abend
Mitwirkende:
Maud de Foreſt
Star der weltberühmten amerikaniſchen Original=Negerrevue
Black people, ſowie das geſamte Soloperſonal
Sonntag, den 3. Juli 121 Vorſtellungen 121 nachmittags 3½ Uhr
Familien= und Fremden=Vorſiellung — Preiſe Mk. 1.00 / 3.00
Die Rose von Stambul
Abends 8 Uhr: Gaſiſpiel Mizzi Marx=Freiberg
Die Teresina
Montag, 4. Juli u. täglich abds. 8 Uhr: Gaſtſpiel Mizzi Marx=Freiberg
Die Teresina
Kaffee=Reſtaurant
Neues Schießhaus
Straßenbahnhalteſtelle „Neues Schießhaus”
Angenehmer Familienaufenthalt
Jeden Sonntag nachm. von 3½—3 Uhr
Konzert Lane
Jeden Mittwoch billiger Kaffeetag
Flugtechniſcher Verein Darmſtadt
MonarsVerlammtun
Montag, den 4. 7., Im Kasino
Vortrag über Gleit=u. Segelflugweſen!
(Gäſte willkommen.) (10530
EMLlSLNe
ALIIOTISTeN
Einladung
an die Mitbürger der Stadt Darmstadt zu den
Festlichkeiten anläßlich der Enthüllung
unseres Artillerie-Denkmales
Samstag, den 2. Jull, abends 8 Uhr u. Sonntag, den 3. Jull,
ab 4 Uhr nachmittags und abends 8 Uhr
im Orangeriegarten
drobes Hiitdt Beiver Henkert
ausgeführt von der Kapelle des 5. Artillerie-Regiments Fulda in Uniform,
unter Leitung des Herrn Mnsikmeisters Hewers, sowie vom
Reichs-
bund ehem. Militärmusiker (Ortsgruppe Darmstadt) unter Leitung des
Herrn Obermnsikmeisters a. D. M. Weber
Zusammen etwa 100 Musiker
Es gelangen zum Vortrag u. a.: Großes Schlachtentongemälde,
altbistorische Fanfaren-Märsche f. lange Fanfarentrompeten und
Kesselpanken, gr. Zapfenstreich mit Gebet durch beide Kapellen
gemeinsam.
(10437dfs
Große farbenprächtige Gartenbeleuchtung
ausgeführt durch Feuerwerkfirma Günther, hier
Turnerlsche Aufführungen
Turngemeinde Bessungen 1865 und Darmstadt 1846
Männer-Chöre Liedertafel e. V. Darmstadt 1842
Alles Nähere siehe Festschrift
Montag, den 4. Jull, nachmittags 4 Uhr
Konzert u. Kinderkest
Eintrittsprelse: Festabzeichen gültig zu allen Veranstaltungen im
Bessunger-Herrngarten am 2., 3. und 4. Juli R.-Mk. 1.50.
Einzelkarten: Samstag abend R.-Mk. 1.00 (Vorverkanf 0.70),
Sonntag mittag und abend R.-Mk. 1.00, nur Sonntag abend 0.70,
Montag R.-Mk. 0.50, Festschrift mit Programm R.-Mk. 0.30.
Vorverkauf: nur Festabzeichen für alle 3 Tage und Karten für
Samstag abend. Alle anderen Karten an der Kasse.
Vorverkauf nur bis Samstag, 2 Uhr nachmittag beir
Verkehrsbüro, Zigarrengeschätte: J. Feitler an der Hochschule,
D. Nummerich, Mühlstr. 76 und Wendelstadtstr. 2, J. Mylins,
Ecke Herdweg-Karlstr., Schwinn, Alexanderstr. 16, Haas,
Luisen-
straße 20, Gasthaus „Zur Kanone‟ Heidelbergerstr. 38, Kameraden
Klaus, Grafenstr. 30, Boos, Brandgasse 1 und Frisenr Welter,
Der Denkmalausschuß.
Elisabethenstr. 53.
Bächer=Gehilfen=Verein
Darmſtadt
Zu dem am Sonntag, den 3. Juli
im Konkordiaſaal ſtattfindenden
jährigen Stiftungsfeſt
verbunden mit muſikaliſchen u.
thea=
traliſchen Vorführungen, Tombola
anſchließend Ball
ladet freundlichſt ein
Das Feſikomitee.
Rer
abzug, Heidelberger=
Kredit=
ſtraße 39. (*17369
Genoſſenſchaft
D
nimmt noch neue
Mitglieder auf.
Bayeriſche Volkskaſſe
e. G. m. b. H., München.
Maderbräuſtr. 3 (79459
Sonntag, 3. Juli ab, nachm. 4 Uhr
Sommerfeſt
im Rummelbräu (Allee)
Seite 20
Samstag, den 2. Juli 1922
Nummer 181
ie Genoſſenſchaftsbewegung hat ſich in ſietem Kampfe mit den wirtſchaftlichen Gegnern durchgeſetzt und ſchreitet rüſig vorwärts. Die einzelnen
Genoſſenſchaften blühen und gedeihen. Die genoſſenſchaftlichen Zentralen erſiarken und gewaltige genoſſenſchaftliche Eigenproduktivbetriebe
legen Zeugnis ab von der Macht, die in der Genoſſenſchaftsbewegung wurzelt. Segensreich haben die Genoſſenſchaften für ihre angeſchloſſenen
Mitglieder gewirkt. Noch ſiehen aber Millionen Menſchen, denen die Genoſſenſchaftsbewegung eine wirtſchaftliche Stütze ſein könnte, teilnahmslos
bei=
ſeite. Sie gilt es aufzurütteln. Dieſem Zweck ſoll der
Minernätionnit Senoſſenſcaftkiäg
dienen. Er wird auf Beſchluß des Internationalen Genoſſenſchaftsbundes, der jetzt die Genoſſenſchaftsbewegung von 36 Ländern umfaßt, und über
alle Weliteile verzweigt iſi, am erſien Samstag im Juli eines jeden Jahres gefeiert. Dieſer Tag ſoll zeigen, daß der Wille des herzlichen Einvernehmens
der Menſchen untereinander und der Wille zum Frieden unter den Völkern mächtig iſt. Der Internationale Genoſſenſchaftstag verbindet die
Genoſſen=
ſchafter aller Raſſen, aller Farben und aller Glaubensbekenntniſſe geiſtig miteinander und ſchlingt das Band der Brüderlichkeit und der ſozialen
Gerechtig=
keit um ſie. Der Internationale Genoſſenſchaftsbund will die Förderung einer Wirtſchaftsordnung, die frei vom Anſporn des Profits und vom Anreiz des
perſönlichen Vorteils iſt. Er ſtirebt eine Wirtſchaftsordnung an, die das Wohlergehen der Geſellſchaft über alles andere ſiellt, eine Wirtſchaftsordnung,
in der der Leitgedanke iſt
Einer für alle und alle für einen.
Deswegen iſt ſtrikte Neutralität in allen Angelegenheiten der Politik und der Glaubensbekenntniſſe zur goldenen Regel des Internationalen
Genoſſen=
ſchaftsbundes bei all ſeinen Unternehmungen geworden. Niemand ſoll aus ſeinen Reihen wegen ſeiner politiſchen Meinung oder ſeiner religiöſen
Ueber=
zeugung ferngehalten werden. Dieſe Neutralität wird von allen dem Internationalen Genoſſenſchaftsbund angeſchloſſenen Organiſationen geübt und
das Feſihalten an dieſer Neutralität hat zum Aufſchwung und der Erſtarkung der einzelnen Genoſſenſchaften geführt. Am heutigen Tage verkünden die
Genoſſenſchafter der Welt
Die Genoſſenſchafts=Bewegung ſteht über allen
Parteikämpfen, über allen Glaubensgegenſätzen.
Weil dem ſo iſi, weil die Genoſſenſchaften neutral ſind, ergeht an alle Arbeiter, Angeſiellte und Beamte, an das ſchaffende Volk in Stadt und Land, die
Forderung:
Schließt Euch den Genoſſenſchaften an. — Tretet ein für den Gedanken der gegenſeitigen
Hilfe. — Tragt bei zur Zuſammenfaſſung der Konſum= nnd Produktionskraft zum Wohle
der Verbraucher. — Werdet Mitglied im Konſum=Verein.
Bezitks=Konſum=Perein Darmſtadt e. G. m. b. H.
Auskunft über Erwerbung der Mitgliedſchaft und alle einſchlägigen Fragen erteili das Perſonal der Verteilungsſtellen.
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Sonntag, den 3. Juli
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Eintritt frei Rückfahrt Autobus
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Achtung!
Hd.-Ramstadt
Achtung!
Hiermit gestatte ich mir das verehrte Publikum
zu meiner am Sonntag, den 3. Juli, stattfindenden
Saal-deihe
ganz ergebenst einzuladen. Bei einem vollbesetzten
Orchester und besten Speisen und Getränken in
altgewohnter Weise, dürkte den Besuchern in meinem
neuen, wohl schönsten Saal am hiesigen Orte einige
genußreiche Stunden bevorstehen. — Zu recht
zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein
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Wirtschaft u. Metzgerei „Zum Darmstädter Hof”.
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2 wöchentlicher Hufenthalt Mk. 100.—
1 wöchentlicher Aufenthalt Mk. 55.—
Prospekte durch die Badeverwaltung.
Beſchießung
mit nachfolgender
Beleuchtung der Bergfeſte Dilsberg
am 3. Juli 1927.
Ereignis des Neckartals.
Fahrverbindungen nach allen Richtungen.
Unternehmer:
Neckargemünd, Neckarſteinach, Dilsberg.
Ausführungen:
Unternehmer Heidelberger Schloßbeleuchtungen.
Innerhalb des Sperrgebietes 0,20 Rm.
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beleuchtung und Konzert an den Ufern
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Neckargemünds.
Näh. Verkehrverein e. V. Neckargemünd.
Preiskegeln
Morgen Sonntag ab 2 Uhr, letzter
Kegeltag, anſchließend Stechen und
Preisverteilung
wozu alle Teilnehmer u. Intereſſenten
höfl eingeladen ſind. Höchſtwurf
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jetzt 19 Kegel.
Foh. 8. Dietrich I, Angelſtraße 66
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7 Uhr 190 C.
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des vollſtändig neurenovierten
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