Darmstädter Tagblatt 1927


24. Juni 1927

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſirierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſiattet.
Nummer 173
Freitag, den 24. Juni 1927.
190. Jahrgang

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zelſe 200 Reſchsmart. Alle Preſe in Reſchemarf
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Sfreit uſw. erſiſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
auſträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Vei
Konun oder genſchlſcher Beſtelung ſäüt eder
Nabatt weg. Banttonto: Deutſche Bank und Dacne
ſädter und Nationalbanft.

Stefeaiiig Piatiſodr den sieagtäg.
Anveränderter außenpolitiſcher Kurs. Das Verhältnis zu Rußland. Keine antiruſſiſche Front. Bekämpfung der
weeltrevolutionären Propaganda. Mitarbeit an der Sicherung des europäiſchen Friedens. Deutſcher Preſtigezuwachs
in der Weltpolitik. Die Belaſtungsprobe für die Politik von Locarno.

Muhr=Politik oder Locarno=Politik?
An Frankreichs Adreſſe!
Der Reichstag hat wirklich wieder einmal ſo etwas wie einen
rſeßen Tag gehabt. Die bevorſtehende Ausſprache über die
Iy ßenpolitik hatte auf das Publikum einen ſehr ſtarken Anreiz
usgeübt. Vor dem Hauſe ſammelten ſich, was ſchon lange nicht
nchr der Fall war, Neugierige an, um wenigſtens dem Einzug
ei Miniſter in den Reichstog zuzuſehen. Die Tribünen waren
herfüllt und in der Diplomatenloge wohnte faſt das geſamte
inllomatiſche Korps den Verhandlungen bei. Man wird an=
ewmen
dürfen, daß diesmal auch das Intereſſe ſeine Befriedi=
ung
fand. Unmittelbar nach Eröffnung der Sitzung ergriff ſo=
uur
der Reichsaußenminiſter das Wort. Er hatte ſich begreiſ=
cherweiſe
ſeine Nede, die wenigſtens in ihren Richtlinien auf
abinettsbeſchlüſſen beruhte, im Wortlaut ausgearbeitet und
jellt ſich ziemlich ſtreng an das Manuſkript, was aber der Wir=
rut
g keinen Abbruch tat.
Er ging zunächſt auf die kommuniſtiſche Interpellation ein
me ſkizzierte unſer Verhältnis zu Rußland. Den Ge=
waken
einer antiruſſiſchen Front lehnte er mit aller Ent=
hedenheit
ab und legte ſich darauf feſt, daß Deutſchland ſich
u. ſeiner Außenpolitik nicht abbringen laſſen dürfe, daß auch
Genf keinerlei Bemühungen nach der Richtung eingeſetzt
ktren, daß er aber, wenn er das Prinzip der Nichteinmiſchung
ſoie inneren Angelegenheiten anderer Staaten vertrete, auch
i größter Schärfe allen Verſuchen entgegentreten müßte die
h von außen her gegen unſere eigene Staatsordnung richten.
aumit war der Uebergang zu dem geſamtruſſiſchen Problem und
zu albaniſchen Schwierigkeiten gegeben. Was darüber in Genf
eirandelt und vereinbart worden iſt, iſt ja im weſentlichen be=
mnt
. Dr. Streſemann unterſtrich nur, daß für uns der einzige
eſt chtspunkt die Sicherung des europäiſchen Frie=
eirs
ſei, und daß wir gerade nach der Richtung mit den Er=
briſſen
zufrieden ſein dürften. Er beſprach dann der Reihe
ſc. die einzelnen Punkte der Genfer Tagesordnung, die Welt=
iri
ſchaftskonferenz, die Abrüſtungskonferenz, wobei er das gute
oirt prägte, daß wir uns nicht als Schuldner, ſondern als
läutbiger an dieſer Konferenz beteiligt hätten, und daß für den
ölcerbund die Abrüſtung zu einer Frage ſeiner morgliſchen
likenz geworden ſei.
DDas Wichtigſte für uns im Augenblick war aber doch, was
AStreſemann über das Verhältnis Deutſchlands zu
n. Mächten der Botſchafterkonferenz zu ſagen
ttr. Er ſtellte zunächſt feſt, daß der Sitz in der Mandatskom=
ſſg
=on uns endgültig geſichert iſt und wies darauf hin, welche
(hrutung die Frage der Reduzierung der Rheinlandtruppen
t. Es handelt ſich dabei für uns nicht um irgendeine Kon=
ſion
, ſondern die Erfüllung einer Zuſicherung, die uns ge=
bem
worden iſt. Hier hatte man zum erſtenmal von ſeiten der
gu erung Töne gefunden, die ſeit langem nicht erklungen ſind
ſaber aus der Entwicklung notwendig und unvermeidlich ge=
toen
ſind. Denn dieſer Teil der Rede iſt wohl nicht ſo ſehr
deie deutſche öffentliche Meinung als an die Adreſſe Frank=
hs
gerichtet. Der Miniſter machte die franzöſiſche Politik
eneif aufmerkſam, daß, wenn die Herabſetzung der Beſatzungs=
tpwen
nicht erfolge, dann auch die Gefahr vorhanden ſei, daß
cht auf anderen Gebieten gegebene Zuſagen nicht gehalten wür=
t
mnd es klang wie eine ſtarke Drohung, als er zu verſtehen
v es gehe nicht an, zu warten, bis die deutſche Oeffentlichkeit
te Geduld in dieſer Frage verloren haben werde. Eine Ver=
ſchung
der Beſatzungsfrage mit der Zerſtörung unſerer Oſt=
eſtrigungen
lehnte der Miniſter auch hier mit aller Entſchieden=
1 ab und kam ſo. auf die Rede Poincares, die für die deutſch=
yſöſiſchen
Beziehungen von ausſchlaggebender Bedeutung ſein
in. Mit einer leiſen Fronie tat er Hinweiſe ab, die Herr
ſiuncars ſich aus der Vergangenheit zurückgelegt hat, wehrte ſich
eri doch dagegen, daß der franzöſiſche Miniſterpräſident einige
8 dem Zuſammenhang herausgeniſſene Sätze irgendwelcher
denn vorbringt. Herr Poincars wird es nicht gerne hören,
zu. ihm der deutſche Außenminiſter beſcheinigt, daß er infolge
ſneis Amtes den tatſächlichen Verhandlungen über die einzelgen
zugen offenbar nicht mehr ſo nahe ſteht, um Beſcheid zu wiſſen.
dr er wird noch deutlicher. Er richtet an Herrn Poincaré die
aux, ob er den Weg zur Freiheit verbauen oder ihn ebnen
U und ſtellt ihm die Alternative Ruhrpolitik oder
Qarnopolitik. Eins oder das andere iſt möglich, nicht
ar eins und das andere. Deutſchland ſei bereit zur Ver=
ſnuang
und die Hand zu erfaſſen, die ihm im Geiſte des Frie=
entgegengeſtreckt
werde, aber nicht die Hand des Siegers,
ſie dem Beſiegten reicht.
2Oer Miniſter hat den Schluß mit ſtärkſter Erregung und mit
ſtiſrem Nachdruck geſprochen, ſo eindringlich, daß das ganze
dis ihm andachtsvoll zuhört und an den entſcheidenden Stel=
mit
lebhaftem Beiſall ſeine Worte in ihrer Wirkung unter=
ſicht
. Manchat ſelten das Gefühl gehabt, daß in einer wich=
In Frage eine ſo ſtarke Einheitsfront vorhanden geweſen iſt
ſdemm Deutſchland der Nachkriegszeit wie hier. Das wird auch
Wiplomaten und den Vertretern der ausländiſchen Preſſe,
ſuehr zahlreich erſchienen waren, zu denken geben.
2Die Erklärung der Regierungsparteien, die mit dem Reichs=
ernminiſter
abgeſtimmt war, ergänzte das, was er geſagt hatte.
ſgipfelte in der Forderung, daß endlich die Botſchafterkon=
nf
zu verſchwinden habe, daß ihre Aufgabe erfüllt ſei.

Nach Herrn Breitſcheidt, der in die außenpolitiſche Front
der Regierung eintritt, aber leider die innerpolitiſchen Seiten=
ſppünge
nicht laſſen konnte und ſich ſtark an den Deutſchnationalen
rieb, war das Intereſſe des Hauſes im weſentlichen erſchöpft und
nach dem Kommuniſten, der eine Rede zum Fenſter hinaus hielt,
vertagte man die Fortſetzung der Beratungen auf Freitag.
Sitzungsbericht.
* Berlin, 23. Juni. (Eigener Bericht.)
Die Tribünen ſind überfüllt. In der Diplomatenloge woh=
nen
die Vertreter der framden Mächte den Verhandlungen bei.
Am Negierungstiſch: Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann.
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 15 Uhr. Auf der
Tagesordnung ſteht die Entgegennahme einer Regierungs=
erklärung
über die auswärtige Politik in Verbin=
dung
mit den Interpellationen der Regierungsparteien, der
Sozialdemokraten und der Kommuniſten über die außenpoli=
tiſche
Lage.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann erhält ſofort das Wort
und führt aus: Ich begrüße es, daß die vorliegenden Inter=
pellationen
Gelegenheit geben zu einer Ausſprache über
die gegenwärtige außenpolitiſche Lage und
über die Tagung in Genf. Die kommuniſtiſche Fraktion
des Deutſchen Reichstages glaubt in ihrer Interpellation, daß
die Erörterungen in Genf den Zweck und das Ziel gehabt hätten,
Deutſchland in die Front gegen Sowjetrußland einzugliedern.
Ich könnte mich auf das beziehen, was die ruſſiſche Zeitung
Istreſtija zur Völkerbundstagung geſagt hat. Sie erklärt, daß
die Zuſtimmung Deutſchlands zu den antiſowjetruſſiſchen Plänen
nicht, erlangt werden konnte. Sie führt dazu aus, ſie glaub=
nicht
, daß dieſer Umſtand eine Niederlage Deutſchlands auf der
Ratstagung bedeutet habe. Im Gegenteil habe Deutſchland
durch ſeinen Widerſtand zweifellos auch volles Verſtändnis für
ſeine Politik bei den übrigen Mächten gefunden und damit das
politiſche Preſtige Deutſchlands in der Welt=
politik
geſtärkt. Das iſt die Auffaſſung eines der Sowjet=
regierung
äußerſt naheſtehenden Organs. Aber ich möchte dieſe
außerordentlich wichtige Frage nicht damit allein abtun.
Der Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen
zwiſchen England und Rußland
würde ein Vorgang ſein, der für die geſamte inter=
nationale
Lage von größter Bedeutung wäre. Des=
halb
iſt auch in Genf über dieſes Thema zwiſchen den Vertretern
der beteiligten Regierungen und mir vertrauensvoll und offen
geſprochen worden. Ich habe ſchon in der letzten Reichstags=
debatte
geſagt, daß ich an unſerer bisherigen Außen=
politik
nichts ändern werde, wie dies durch die ab=
geſchloſſenen
Verträge von Locarno und Berlin und durch den
Eintritt in den Völkerbund charakteriſiert iſt. Zweifel darüber,
ob wir im Auslande Verſtändnis für den Weg dieſer unſerer
Politik gewinnen, ſind trotzdem aufgetaucht. Ich kann ihnen auf
Grund der Genfer Beſprechungen mit aller Beſtimmtheit ent= das hohe Haus iſt damit einverſtanden, daß wir unſere
gegentreten. Von keiner Seite haben ſich Beſtrebungen bemeu=
gen
, Zweck und Idee unſerer Politik den ande=
ren
Regierungen gegenüber weiter zu klären
und dafür Verſtändnis und Anerkennung zu
finden. Ich kann auf das Beſtimmteſte erklären, daß mir
von einer Koalition gegen Rußland nichts bekannt
geworden iſt. Ich habe vielmehr die Ueberzeugung gewonnen,
daß alle in Betracht kommenden Staaten volle Freiheit behalten
wollen, ihr Verhältnis zu Rußland ſelbſtändig und nach Maß=
gabe
ihrer individuellen Intereſſen zu beſtimmen. (Lachen bei
den Kommuniſten.) Eine Intervention in die inneren
Angelegenheiten des ruſſiſchen Regimes kann
für uns ſelbſtverſtändlich nicht in Betracht kom=
men
. Ebenſo werden wir auch in Zukunft allen Verſuchen
mit größter Schärfe entgegentreten müſſen, die
ſichetwa von außen gegenunſere eigene Staats=
form
richten. Darin befinden wir uns in Uebereinſtimmung
entgegenſetzen werden. Aber das iſt nicht etwa die Folge
einer ausdrücklichen oder ſtillſchweigenden Vereinbarung (Lachen
bei den Kommuniſten), ſondern die reine Folge des allen Staa=
ten
gemeinſamen Elementargeſetzes der Selbſterhaltung. Das
hat mit der gegen Sowjetrußland gerichteten Politik gar nichts
darin, an der Beſeitigung aller Spannungen zu arbeiten, die die
friedliche Entwicklung der Verhältniſſe in Europa und in der
Welt ſtören könnten. Schon.
die Fortdauer des augenblicklichen Zuſtandes wäre bedenk=
lich
und wir müſſen deshalb alles tun, was zu einer Be=
ruhigung
der Atmoſphäre beitragen kann.
Dieſer Abſicht haben auch die Beſprechungen gedient, die in de=
ſogenannten
Sechsmächtekonferenz ſtattgefunden haben. Schon im
engliſchen Parlament iſt erklärt worden, daß bei dieſer Beſpre=

men wurde, weil keine verlangt worden war. Deutſchlands be=
ſondere
Lage gegenüber Sowjetrußland iſt dabei offen von mir
zum Ausdruck gebracht worden. Unſere Lage verlangt die wirt=
ſchaftliche
Verknüpfung mit unſeren Nachbarländern. Wenn wir
damit rechnen ſollten, daß ein großes mächtiges Wirtſchaftsgebiet
von Deutſchland etwa abgeſchloſſen werden ſollte in den allge=
meinen
wirtſchaftlichen Beziehungen, ſo würde man darin eine
Gefährdung der Lage in ganz Europa erblicken.
Wir haben ein Intereſſe daran, in engen wirtſchaftlichen
Wechſelbeziehungen wie mit allen Ländern, ſo auch mit
Sowjetrußland zu ſtehen., Unſere Staatsverfaſſung ſteht
im ſchärfſten Gegenſatz zu der Sowjetrußlands. Trotzdem
kann dieſer Gegenſatz keinerlei Grund für uns ſein, irgend=
wie
an einer Iſolierung Sowjetrußlands mitzuwirken.
Nur die Univerſalität der Beziehungen aller Länder, der Aus=
tauſch
geiſtiger und wirtſchaftlicher Werte kann für die Menſch=
heit
von Nutzen ſein. Von irgend einer gegen eine Macht gerich=
teten
Aktion würden alle Mächte Schaden haben. Dieſer allge=
meine
europäiſche Standpunkt iſt auch der ſpezielle deutſche
Standpunkt. Zwei Spannungsmomente hat die letzte Zeit ge=
bracht
: den Mord des ruſſiſchen Geſandten in Warſchau und den
Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen Jugoſlawien
und Albanien. Es war zu befürchten, daß
der Geſandtenmord in Warſchau
zu einer außergewöhnlichen Spannung zwiſchen Rußland und
Polen führen könnte. Auf Grund unſerer korrekten und guten
Beziehungen zu Sowjetrußland waren wir berechtigt und ver=
pflichtet
, in freundſchaftlicher Weiſe die Vertreter Sowjetrußlands
darauf hinzuweiſen, daß der bedauerliche Vorfall nicht zur Ver=
ſchärfung
der europäiſchen Lage führen dürfe. Wir wollen den
Frieden und befinden uns damit in Uebereinſtimmung mit der,
Auffaſſung, wie ſie in den Genfer Beſprechungen einmütig zum
Ausdruck gekommen iſt. Wir haben inzwiſchen mit Befriedigung
feſtſtellen können, daß die Regierung von Sowjetrußland nicht
die Abſicht hat, dieſen Zwiſchenfall irgendwie zu verſchärfen,
wenn die Haltung der polniſchen Regierung dieſelbe bleibt, wie
ſie bisher geweſen iſt. Beim
Abbruch der Beziehungen zwiſchen Albanien
und Jugoſlawien
hat die Reichsregierung auf Grund von Beſprechungen mit
Frankreich und England ſich entſchloſſen, jenem Komitee in Bel=
grad
beizutreten, das im Falle von Grenzſtreitigkeiten die Tat=
ſache
feſtſtellen und dadurch zur Entſpannung beitragen ſoll. In
den Beſprechungen in Genf wurde eine Einigung darüber er=
zielt
, Jugoſlawien und Albanien Vorſchläge zur Löſung der
Fragen zu machen, die zum Abbruch der Beziehungen geführt
haben, um die normale Lage zwiſchen den beiden Ländern wie=
der
herſtellen zu können. Ich gebe der zuverſichtlichen Erwar=
tung
Ausdruck, daß das Zuſammenwirken von England, Frank=
reich
, Italien und uns dieſes Ziel erreichen wird. Ich glaube,
Kräfte zur Entſpannung der Lage zwiſchen
bar gemacht, uns von dieſer Politik abzudrängen. Im Gegenteil anderen Staaten einſetzen. Solange wir eine
haben die Genfer Verhandlungen dazu beigetra= gleichberechtigte Macht in dem europäiſchen
Konzert ſein wollen, können wir uns einer
ſolchen Aufgabe nicht eutziehen.
Der Völkerbundsrat hat in dem Sinn der von mir vorge=
ſchlagenen
Entſchließung der Reichsregierung zur
Durchführung der Beſchlüſſe der Welwirt=
ſchaftskonferenz

entſchieden Inzwiſchen iſt auch das Komitee Economique bereits
auf den 12. Juli zuſammenberufen, um die praktiſche Ver=
wirklichung
der Beſchlüſſe auf dem zolltarif=
lichen
Gebiet vorzubereiten. Die überwiegende Mehrheit der
in Genf vertretenen Regierungen hat ähnliche poſitive Erklärun=
gen
abgegeben wie wir. Der Vertreter Großbritanniens er=
ſuchte
um eine Abänderung der Entſchließung nur deshalb, weil
er noch keine formelle Erklärung ſeines Kabinetts abgeben konnte.
mit allen anderen Staaten, daß wir einer weltrevolutio= Skeptiſche Einſtellung allemn iſt das ſchlechteſte Mittel, ſolche Auf=
nären
Propaganda entſchiedenen Widerſtand gaben durchzuführen. Die Reichsregierung wird ſich
in den Dienſt dieſer Aufgaben ſtellen. (Zurufe
links: Auch Schiele?) Die Ent ſchließung iſt vom
Kabinett einſtimmig gebilligt worden. (Lachen
links.) Die zuſtändigen Körperſchaften, der Reichswirtſchaftsrat
und der handelspolitiſche Ausſchuß des Reichstages werden ſich
zu tun. Das beſondere deutſche Intereſſe beſteht ausſchließlich ſchon in nächſter Zeit mit einer Herabſetzung unſeres
Zollniveaus zu beſchäftigen haben. (Rufe links: Na, na!)
Wir wünſchen, daß
das Abrüſtungsproblem
entſprechend der klaren Forderung des Artikels 8 der Völker=
bundsſatzung
gelöſt wird. Das Abrüſtungsproblem iſt leider
durch die Fülle der Beratungen und Reſolutionen beinahe zu
einer Geheimwiſſenſchaft geworden. Dabei iſt es doch nicht ſo
kompliziert, wenn man es nur entſchloſſen angreift! (Sehr richtig!
bei der Mehrheit) Welcher von unſeren Nachbarn könnte von
chung keine Verpflichtung von irgend einem Staate übernom= uns noch weitere Sicherungen verlangens unſere Entwaffnung

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Seite 2

bis zur Nacktheit iſt doch das Aeußerſte, was man fordern kann.
Wir gehen alſo zu den Abrüſtungsverhandlungen nicht als
Schuldner, ſondern als Gläubiger. (Sehr richtig! bei der Mehr=
heit
.) Für den Völderbund ſelbſt iſt die Löſung dieſer Frage ein=
ſach
eine Frage ſeiner eigenen Geltung, ja, eine Frage ſeiner
Exiſtenz (erneute Zuſtimmung.) Die Erklärung der litauiſchen
Regierung zu den
Beſchwerden der Memelländer
gab dem Präſidenten des Völkerbundsrates in ſeinem Schluß=
wort
Veranlaſſung zu der Erklärung, daß der Völberbundsrat
ſich nicht nun noch einmal mit der Regelung dieſer Frage be=
ſchäftigen
müßte. Die Erklärung Litauens enthalte die Zu=
ſage
, daß der memelländiſche Landtag ſpäteſtens am 1. Sep=
tember
gebildet ſein würde, daß das Wahlrecht wur ſolche
litauiſche Staatsbürger haben ſollten, die ihren dauernden Wohn=
ſitz
im Memelland haben, und daß die Regierung dem Landtag
vevantwortlich ſein ſoll. Das Hauptorgan der Deutſchen Das
Memeler Dampfboot erkennt an, daz das die Durchſetzung
der deutſchen Forderungen bedeutet. Meine letzte Be=
ſprechung
mit dem litquiſchen Miniſterpräſidenten vor zwei Tagen
hier in Berlin beſtärkte mich in der Auffaſſung, daß Litauen
gewillt iſt, gute Beziehungen zu ſeinen Nach=
barn
zu unterhalten. Der Redner beſpricht dann das
Verhältnis Deutſchlands zu den in der Botſchafterkonferenz ver=
tretenen
Mächte und die
Zuziehung eines Deutſchen zu der kolonialen
Mand atskommiſſion.
Die Mandatskommiſſion beſteht aus Mitgliedern verſchiedener
Nationalitäten, die beſondere koloniale Erfahrung beſitzen, die
aber nicht von ihren Regierungen abhängig ſind. Der kommu=
niſtiſche
Antrag, den Eintritt in die Mandatskommiſſion abzu=
lehnen
, geht auch von der falſchen Auffaſſung aus, daß die Tätig=
keit
der Kommiſſion gegen die Intereſſen der Eingeborenen ge=
richtet
ſei. Wenn wir auch keine Kolonien beſitzen, ſo ſind
wir doch in hohem Maße an dieſer Kommiſſion
intereſſiert. Auch der Völkerbund glaubt, uns nicht ent=
behren
zu können. Er hat uns ſchon bei verſchiedenen Fragen
bisher zur Mitarbeit aufgefordert. An der Seuchenbekämpfung
unter den Eingeborenen hat Deutſchland das Hauptverdienſt.
(Lachen bei den Kommuniſten.) Ich verſtehe Ihr Lachen nicht!
(Mit erhobener Stimme:) Was hier die deutſche Wirtſchaft getan
hat, iſt hundertmal mehr, als was Rußband je tun kann. ( Leb=
hafte
Zuſümmung bei der Mehrheit.) Für unſere Wirtſchaft iſt
es ferner von außerordentlicher Bedeutung, daß uns die Kolo=
nialerfahrung
nicht verloren geht. Wir brauchen ſie für unſere
Betätigung in den Rohſtoffgebieten. Wenn die frühere Kolonial=
generation
ausgeſtorben iſt, brauchen wir junge Kräfte, die dieſe
Erfahrungen nur bekommen können, wenn wir in der Mandats=
kommiſſion
mitarbeiten. Chamberlain führte zu dieſer Frage im
Rate aus, die Bundesverſammlung erwarte die Ernennung eines
deutſchen Mitgliedes der Kommiſſion; er ſchlug vor, dieſe Frage
an die Mandatskommiſſion zu verweiſen, in der Erwartung, daß
die Kommiſſion ſie kläre, ſo daß der Rat im September die Er=
nennung
eines deutſchen Mitgliedes vollziehen könne. Da dieſen
Beſchlüſſen des Völkerbundsrates auch eine Vorbeſprechung vor=
angegangen
iſt, kann ich annehmen, daß im September die Zu=
ziehung
eines deutſchen Mitgliedes in die Mandatskommiſſion
erfolgt. Ich glaube, daß unſer Eintritt wünſchenswert iſt, zumal
wir damit auch auf die kolonialen Dinge in unſeren früheren
deutſchen Kolonien uns die Mitwirkung ſichern.
Mit Enttäufchung iſt es aufgenommen, daß der Wunſch
der Freien Stadt Danzig in bezug auf die Feſt=
ſtellung
des Rechtszuſtandes auf der Weſtern=
platte
noch nicht erledigt worden iſt. Die Stadt Danzig
will dem Völkerbundsrat neue Vorſchläge unterbreiten für eine
andere Löſung der Differenzpunkte mit Polen. Das war auch
der Grund, der Danzig und uns veranlaßt hat, nicht auf eine
ſofortige Entſcheidung des Völkerbundsrates zu drängen.
Streſemanns Antwort an Poincaré.
Die ſtärkſte Enttäuſchung hat in Deutſchland die Tatſache
hervorgerufen, daß die Frage der Truppenreduktion im
Rheinlande bei den diesmaligen Beſprechungen, in Genf
nicht gelöſt worden iſt.
Es iſt eine völlig falſche Auffaſſung, wenn die franzöſiſche Preſſe
meint, daß die Erfüllung dieſer deutſchen Forderung ein Beweis
des guten Willens gegenüber Deutſchland ſei, dem ein anderer
guter Wille Deutſchlands gewiſſermaßen als Kompenſation
gegenüberſtehen müſſe. Es handelt ſich hier nicht um irgend eine
Konzeſſion, die von unſerem Wohlverhalten abhängig wäre,
ſondern

*Vom Deutſchen Muſeum.

Im nächſten Jahre wird das Deutſche Muſeum von Meiſter=
werken
der Naturwiſſenſchaft und Technik auf ſein 25jähriges
Beſtehen zurückblicken können. Gleichzeitig ſind es dann drei
Jahre, daß die Sammlungen in dem Neubau auf der Iſarinſel
untergebracht ſind. Erſt dann wird die Aufſtellung der reichen
Sammlungen vollſtändig für den Zutritt der Beſchauer eröffnet
werden können. Gegenwärtig ſind immer noch die Abteilungen
für Baumaterialien, Wohnungsbau, Beleuchtung, Heizung,
Waſſerverſorgung ſowie Gas= und Elektrotechnik in der Einrich=
tung
begriffen. Da die erforderlichen Geldmittel (etwa 600 000
Mark) noch nicht zur Verfügung ſtanden, konnte die Eröffnung
dieſer Abteilungen nicht früher ſtattfinden.
Einen weſentlichen Umbau hat in den letzten Jahren die
Abteilung für Schiffbau erfahren, da die urſprünglich aufgeſtell=
ten
kleinen Schiffsmodelle durch Teilbilder und Modelle in den
natürlichen Abmeſſungen erſetzt wurden. Die Modelle in ver=
füngtem
Maßſtabe hatten nicht befriedigt, da der Eindruck, den
ſie bieten, nicht ſo lebhaft und anſchaulich iſt, wie man es in den
anderen Abteilungen des Deutſchen Muſeums mit Erfolg ange=
ſtrebt
hat. Außerdem iſt dieſe Abteilung dadurch ausgebaut wor=
den
, daß eine betriebsfähige Schleppperſuchsanlage für Schiffs=
modelle
und zur Unterſuchung über deren Widerſtand bei der
Bewegung im Waſſer eingerichtet werden konnte. Ferner iſt dieſe
Abteilung dadurch weſentlich bereichert worden, daß der Schöpfer
des Deutſchen Muſeums, Exz. Oskar von Miller, eine Samm=
lung
der älteſten Schiffstypen aus Indien von einer Studien=
reiſe
mitbrachte und dieſe dem Muſeum überwies.

Das heute auf der Jſarinſel ſtehende gewaltige Bauwe
ſtellt trotz ſeiner großen Ausdehnung nur einen Teil des ganze
Planes dar, da ein ganzer Bauteil mit Rückſicht auf die Schwi
rigkeit der Finanzierung bis jetzt zurückgeſtellt werden muß
Die Räume für das Unterbringen der Bibliothek, ſowie d
weiteren dem Studium dienenden Räume, Sitzungsſäle, Vo
tragsſäle, ein Zeichenſaal, ein Urkundenzimmer, eine Medaillen
ſammlung und vor allem ein großer Leſeſaal ſollen in dem ne
zu errichtenden Teil des großen Gebäudekomplexes untergebra
werden. Nach dem urſprünglichen Plan, der bekanntlich v.
Prof. Dr. Gabriel von Seidel entworfen iſt, waren hierfür Bau
teile mit 180 000 Kubikmeter Rauminhalt vorgeſehen. Nur
durch, daß man den vorgeſehenen Platz für die gegenwär
etwa 100 000 Bände umfaſſende Bücherei nicht, wie urſprünglie

Freitag, den 24. Juni 1927

die Reduktion der Rheinlandtruppen bildet einen Teil der=
jenigen
Zuſicherungen, von denen die Unterzeichnung des
Locarnovertrages abhängig war.
(Lebhafte Zuſtimmung.) Unter dieſen Zuſicherungen, die am
14. November 1925 erfolgten, ſtand die Frage der Truppen=
reduktion
naturgemäß an erſter Stelle. Wir wollen objektiv an=
erkennen
, daß Zuſicherungen anderer Art loyal erfüllt worden
ſind, aber wir haben auf die Erfüllung der Zuſage der Truppen=
reduktion
einmal einen formellen und zweitens einen darüber
weit hinausgehenden politiſchen Anſpruch. Der formelle Grund
beſteht in der unbedingten Klarheit der gegebenen Zuſage.
Es gibt keinen Zweifel, es gibt keine Auslegung darüber,
wer hier im Recht ſei.
Es hat auch die Gegenſeite niemals verſucht, unſer Recht jemals
in Frage zu ſtellen. Die fühlbare Verminderung der Truppen,
die in nächſter Zeit eintreten ſoll, kann natürlich nicht mit der
Verminderung um vier= bis fünftauſend Mann gegeben ſein.
In der Zuſage heißt es auch, daß der Truppenbeſtand ſich dem
normalen Stand annähern ſoll. Das kann natürlich nur heißen,
daß die Truppen auf die Zahl vermindert werden ſollen, die in
der Vorkriegszeit von Deutſchland im Rheinland unterhalten
wurden. Die Erledigung dieſer Frage iſt einmal eine Frage des
Rheinlandes, das ein Recht auf die Verminderung der Beſatzung
hat, aber es iſt noch mehr geworden, nämlich
der Kampf um die Methode der Locarnopolitik

überhaupt. Wenn das Mißtrauen in den Wert feierlich gegebener
Zuſagen ſich ausbreitet und erhärtet wird durch die Nichterfül=
lung
auf einem Gebiete, ſo iſt die Gefahr vorhanden, daß die
Zuverſicht auf anderen Gebieten miterſchüttert wird. (Lebhafter
Beifall.) Ich begrüße deshalb, daß der engliſche Unterſtaats=
ſekretär
ausdrücklich darauf hingewieſen hat, daß der eng=
liſche
Außenminiſter Chamberlain die Zuſage
in derſelben Weiſe ausgelegt hat wie wir. Der
deutſche Botſchafter in London hat über dieſe Erklärung eine
Ausſprache gehabt. Ihm iſt verſichert worden, daß nach engliſcher
Auffaſſung die Erledigung der Frage der Oftfeſtungen nicht etwa
als eine Vorausſetzung für die Erfüllung der Zuſage der Trup=
penreduzierung
im Rheinland anzuſehen iſt. Die früher alliierten
Staaten ſtehen uns in dieſer Frage als Einheit gegenüber. Die
Verteilung der Herabſetzung der Beſatzungstruppen iſt alſo eine
interne Frage der Beſatzungsmächte. Wir haben zu fordern, daß
dieſe Mächte durch ihr Zuſammenwirken ſelbſt die Erfüllung des
feierlichen Verſprechens wahr machen, das durch die engliſche
Erklärung wiederholt worden iſt. (Lebhafter Beifall.)
Die Frage iſt eine Frage des Vertrauens geworden, der
Ehrlichkeit der Abſicht unſerer Vertragsgegner, und es
liegt wicht an uns, ſondern an der unglaublichen Hinaus=
zögerung
der Entſchließung, daß die deutſche Oeffentlichkeit
die Geduld verloren hat. (Beifall.)
Die Zerſtörung der deutſchen Oſtbefeſtigun=
gen
kann in keiner Weiſe mit dieſer Frage ver=
quickt
werden. Eine ſolche Verquickung iſt von uns jederzeit
abgelehnt worden. Wenn das deutſche Kabinett ſich entſchloſſen
hat, einen oder zwei Experten zur Beſichtigung der Oſtbefeſti=
gungen
einzuladen, ſo war das lediglich ein Akt des Entgegen=
kommens
, weil die deutſche Regierung nichts zu verbergen hat
und weil die Oſtbefeſtigungsfrage uns zu gering erſcheint, um
ein Streitobjekt zwiſchen den Mächten zu bilden. Daß damit
keine Präjudiz geſchaffen wird, iſt von den in Frage kommenden
Mächten mündlich und ſchriftlich beſtätigt worden. Angeſichts
dieſer entgegenkommenden Haltung Deutſchlands in einer Frage,
in der es rechtlich nicht gebunden war, iſt
die deutſche Oeffentlichkeit empfindlich berührt durch die
Art und Weiſe, in der der franzöſiſche Miniſterpräſident
Poincaré in ſeiner kürzlich in Lunsville gehaltenen Rede
geglaubt hat, das deutſch=franzöſiſche Verhältnis kenn=
zeichnen
zu ſollen.
Ich will auf die Betrachtungen in dieſer Rede über Einzelheiten
der deutſchen Kriegsführung nicht eingehen. Ich bin der Anſicht,
daß wir dem großen Problem der Gegenwart nicht damit näher
kommen und namentlich die deutſch=franzöſiſchen Beziehungen
wenig fördern, wenn wir in den Akten zurückblättern und ein=
zelne
Vorgänge aus vergangenen Zeiten zum Gegenſtand der
Diskuſſion machen. Ich kann mir die Widerlegung der gegen
die deutſche Kriegsführung gerichteten Vorwürfe erſparen, denn
die Aufklärung der Weltöffentlichkeit iſt zu weit vorgeſchritten,
als daß zu befürchten wäre, daß derartige Behauptungen noch
Glauben finden. (Lebhafte Zuſtimmung.) Erheblicher iſt da=
gegen
, was Herr
Poincaré über die Frage der Gegenwart
geſagt hat. Er will Schlußfolgerungen auf die deutſche Geiſtes=
verfaſſung
aus der Tatſache ſchließen, daß ein deutſches Kriegs=

gedacht, für eine Million Bände bemeſſen hat, ſondern daß man
ſich auf den halben Umfang der Bücherei beſchränkte, konnte
nach einem neuen Plan von Oberregierungsbaurat Neithard
vom Landesbauamt München der Raum von 130 000 Kubikmeter
Inhalt beſchränkt werden. Das Deutſche Muſeum wird einen
Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen ausſchreiben, deſſen
Einlieferungstermin der 15. Oktober dieſes Jahres iſt. Die
reichlich vorgeſehenen Preiſe insgeſamt 21 000 M. und die
Zuſammenſetzung des Schiedsgerichts (u. a. Th. Fiſcher, Beſtel=
meyer
, v. Stuck) bürgen dafür, daß dieſer Wettbewerb die bedeu=

tendſten deutſchen Architekten und Baukünſtler auf den Plau
rufen wird und daß der Neubau ſich dem beſtehenden Bau wür=
dig
angliedert. Schwieriger noch als die Erlangung der nötigen
Entwürfe dürfte die Beſchaffung der erforderlichen Mittel ſein.
Sie ſind auf 6 Millionen veranſchlagt. Es iſt erfreulich, zu
hören, daß Hoffnung beſteht, auch dieſes Hindernis zu über=
winden
. Auf der diesjährigen Jahresverſammlung des Deut=
ſchen
Muſeums erklärten namhafte Vertreter der deutſchen Tech=
nik
namens der von ihnen vertretenen Verbände die Bereit=
willigkeit
, durch erhebliche Stiftungen den Neubau zu ermög
lichen. Beiſpielsweiſe wird die J. G. Farbeninduſtrie 50 000 M.,
die A. E. G. 25 000 M., die Stadt München 1000 000 M., das
Reich und der bayeriſche Staat je 25 000 M. bereitſtellen. Wenn
auch damit die Baukoſten noch nicht gedeckt ſind, ſo kann man
doch annehmen, daß nach und nach die erforderlichen Gelde
zuſammenkommen.

Aus dem Verwaltungsbericht, den Exz. von Miller auf der
diesjährigen Hauptverſammlung erſtattete, ſeien noch einige
Zahlen erwähnt, die auch weitere Kreiſe intereſſieren dürften.
Die Beſucherzahl betrug im erſten Jahre der Eröffnung des Neu=
baues
944000. Im abgelaufenen zweiten Jahre iſt dieſe auf
660 000 zurückgegangen. Aus dieſem Rückgang darf keineswegs
geſchloſſen werden, daß das Intereſſe an dem Muſeum zurück=
gegangen
iſt. Man muß vielmehr annehmen, daß der außer=
ordentliche
Zuſtrom, der kurz nach der Eröffnung einſetzte, durch
das anläßlich der Eröffnung im ganzen deutſchen Volke beſon=
ders
geweckte Intereſſe am Deutſchen Muſeum veranlaßt worden
iſt. Entſprechend ſeiner Aufgabe, belehrend zu wirken, hat das
Muſeum im vergangenen Jahre an 161 junge Deutſche Stipen=
dien
zum Beſuch des Muſeums verliehen. Das Deutſche Muſeum
iſt eine unter dem Schutz und der Oberaufſicht der bayeriſchen
Regierung ſtehende Anſtalt des öffentlichen Rechtes mit dem Sitz
in München. Verwaltet wird es von einem Vorſtandsrat von
121 Mitgliedern, der Ausſchuß beſteht aus etwa 600 Perſonen.
Das Muſeum hat augenblicklich etwa 4800 Mitglieder. Die

Nummer 173
ſchiff eine Reiſe angetreten hat, das den Namen Elſaß trägt.
Das Linienſchiff Elſaß iſt aber ſchon im Jahre 1903 erbaut
worden und hat alſo von 23 Jahren ſeinen Namen erhalten
(Heiterkeit.) Im Artikel 181 des Verſailler Vertrages iſt uns
dieſes Schiff ausdrücklich belaſſen worden. Dann will Herr
Poincaré allen Ernſtes die Behauptung verfechten, ich ſei
kein aufrichtiger Anhänger der Lvcarnopplitik.
Warum bezieht ſich Herr Poincaré nicht auf die feierliche pro=
grammatiſche
Erklärung, die Reichskanzler Dr. Marx nach der
Bildung des gegenwärtigen Kabinetts an dieſer Stelle gegeben
hat? Herr Poincaré würde der Aufklärung mehr dienen, wenn
er dieſe Erklärung der Gegenwart zitierte, als wenn er aus
irgend welchen Jahrgängen der Vergangenheit irgend einen aus
dem Zuſammenhang geriſſenen Satz vorbringt! (Lebhafte Zu=
ſtimmung
.) Wenn er weiter ſagt, Deutſchland müſſe erſt einmal
die Forderung der Botſchafterkonferenz in den einzelnen Ent=
waffnungsfragen
erfüllen und damit einen Beweis für ſeinen
guten Willen liefern, ſo läßt ſich eine ſolche Aeußerung nur ſ=
erklären
, daß Herr
Poincaré infolge ſeines Amtswechſels der tatſächlichen
Behandlung der Einzelfragen nicht mehr nahe genug ſteht
und über die Dinge nicht mehr genügend informiert iſt.
Was die ſogenannten vaterländiſchen Verbända anbelangt
ſo ſind diejenigen, die ſich den geſetzlichen Beſtimmungen zu=
wider
mit militäriſchen Dingen befaßt haben, aufgelöſt worden.
Die Botſchafterkonferenz ſelbſt hat Ende Januar ſchriftlich an=
erkannt
, daß ein Bedürfnis zu weiteren Auflöſungen nicht vor=
liegt
(hört, hört!). Von den freigewordenen alten Kaſernen iſt
bereits ein großer Teil dem privaten Erwerbsleben zugeführt und
für die Verwertung der übrigen iſt mit den Mächten eine am
1. Januar beginnende Friſt von 5 Jahren vereinbart worden.
Endlich iſt auch die Zerſtönung der Unterſtände an der Oſtgrenz
vereinbarungsgemäß erfolgt. Wenn demnach nichts anderes
übrig bleibt, um die auch von ihm als erwünſcht bezeichnete An=
näherung
zwiſchen unſeren Ländern zu erleichtern, ſo ſteht
dieſem großen Ziel auf deutſcher Seite nicht das Geringſte mehr
entgegen. Er kann ſeine politiſchen Abſichten ſofort verwirklichen
und der deutſchen Oeffentlichleit den Beweis ſeiner guten Ab=
ſichten
erbringen, wenn er ſeinen großen perſönlichen Einſluß
dafür einſetzt, uns beiſpielsweiſe in der Frage der Truppen=
reduktion
Genugtwung zu verſchaffen. Die Frage iſt die:
Will der Herr franzöſiſche Miniſterpräſident den Weg zur
Verſtändigung verbauen oder will er ihn ebnen? Was iſt
nun das Ziel des Herrn Poincaré? Ruhrpolitik oder
Lvcarnopolitik? Eines oder das andere iſt möglich, aber
nicht eines und das andere.
Die deutſche Oeffentlichkeit iſt bereit, die Hand zu faſſen, die ihr
im Geiſte einer Verſöhnung entgegengeſtreckt wird, aber nicht
die Hand des Siegers, der ſie dem Beſiegten reicht. Immer
ſpricht man von der bedrohten iranöſiſchen Sicherheit. Nie=
mand
in Deutſchland bedroht dieſe Sicherheif,
Es gibt keinen verantwortlichen Menſchen in Deutſchland, der
ſo verbrecheriſch wäre, Deutſchland in einen Krieg mit ingend
einer Macht im Weſten oder Oſten hetzen zu tollen. Wif
wollen endlich acht Jahre nach dem Frieden die Wieder=
herſtellung
der deutſchen Souveranität, wir
wollen den Frieden, aber ein freies Volk auf
deutſchem Boden ſein. An Frankreich haben wir
die Frage zu richten: Soll der Geiſt des Krie=
gesdauernd
wirken oderder Geiſt des Friedens!
Die Rede des Reichsaußenminiſters wurde von der Mehr=
heit
des Hauſes mit bebhaftem Beiſall aufgenommen, in den auch
die Mitglieder des Reichskabinetts mit einſtimmten, die ſich
ſchon kurz nach Beginn der Ausführungen des Reichsauße
miniſters auf der Miniſterbank eingefunden hatten.
Die Regierungsparteien billigen
Streſemanns Politik.
Abgeordneter Dr. Kaas (Zentrum) gibt namens der Ne
gierungsparteien eine gemeinſame Erklärung ab, in der es
heißt: Das Deutſche Reich hat durch Taten bewieſen, wie
ernſt es ihm mit einer ausgleichenden Zuſammenarbeit der
Nationen iſt. Die Haltung der deutſchen Delegation bei der
Beratung der Erhaltung des europäiſchen Friedens fine
det unſere Villigung. Wir billigen das Beſtreben der
Reichsregierung, unſer Verhältnis zu Rußland unabhängig zu
geſtalten. Mit Nachdruck weiſen wir den Gedanken der Ein=
ordnung
Deutſchlands in eine agreſſive Front gegen Rußland
zurück. Lebhafte Zuſtimmung.) Das ſchließt ſelbſtverſtändlich
das Recht Deutſchlands nicht aus gegebenenfalls gewiſſen Be=
tätigungsformen
der Sowjetrepublik mit Nachdruck entgegen=
zutreten
und ſich der berechtigten Entrüſtung anzuſchließen,
welche die Maſſenverurteilungen in den letzten Wochen in der
geſamten Kulturwelt ausgelöſt haben. Mit Recht ſieht die

Werte, die das Muſeum beſitzt, ſind außerordentlich hoch. Viel=
fach
iſt der Wert ein derartiger, daß er in Zahlen nicht ausge=
drückt
werden kann, da das Muſeum Dinge enthält, die vermoge
ihrer hiſtoriſchen Bedeutung unerſetzlich ſind. Man ſchätzt den
Sachwert der Sammlungen auf über 26 Millionen Mark.
Das Muſeum beabſichtigt, auf Anregung von Exz. von
Miller eine Denkſchrift über techniſche Kulturdenkmäler heraus
zugeben, die bei dem nächſtjährigen 25jährigen Jubiläum bol=
liegen
ſoll.
Neben den vielen Ehrungen für hervorragende Forſcher und
Ingenieure, die bereits im Ehrenſaal des Muſeums aufgeſtell.
ſind, ſollen in nächſter Zeit ein Relief für Agricola, ein Doppel
relief von Otto und Langen, den Erfindern des Verbrennungs
motors (Stiftung der Stadt Köln), eine Büſte Friedrich Harkork
(Stiftung des Vereins Deutſcher Eiſenhüttenleute) und ein Bilg"
nis Kirchhoffs (Stiftung des Verbandes der Elektrotechnikel)
aufgeſtellt werden. Für Alexander von Humboldt iſt neuerdings"
ein Denkmal durch die Stiftung der Geſellſchaft für Erdkunge
b. r. K.
ermöglicht worden.

Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
In der bekannten Zweimark=Bücherſammlung de*
Verlags Georg Müller in München erſcheinen ſoeben. !
der Serie von 10 Bänden von Alfred Neumann Der Konnetabel y‟
Auguft Strindberg die berühmten Hiſtoriſchen Miniaturen‟ OHeſ
A. H. Schmitz ſteuert bei einen phantaſtiſchen Erzählungsband Geſchſick
ten im Zwielicht, Paul Ernſt die Novelle Der Scharfrichter. P0ſ
Zoozmann herausgegeben, bringt die Sammlung eine vorzügliche Auls
wahl Deutſche Minneſänger Catulls Gedichte, ſehr reizvoll ausb‟
ſtattet, mit dem lateiniſchen Text; ferner bringt die Sammlung E‟
wirklich ſehr begrüßenswerte Zuſammenſtellung der Tagebüicher 4
Briefe von Albrecht Dürer, und, den Beſchluß machend, die merkwi
digerweiſe ſo unbekannten Idyllen Shakeſpeares Der verliebte Pllbe.
und Venus und Adonis‟. Dieſer Band wird eingeleitet durch die boß
Thereſe Robinſon ſehr gut überſetzten Sonette Shakeſpeareß.

Hk. Zum Univerſitäts=Muſikdirektor an der Univerſität Gieb!"
wurde der Dirigent Dr. phil. Stefan Temesvary in Franlln
a. M. ernannt.
Hk. Todesfall. In München verſtarb der a. o. Profeſſor der 30
logie an der dortigen Techniſchen Hochſchule Dr. Karl Gruber."
Alter von 46 Jahren. Er war geboren zu Freiburg i. B., wurde !04
Privatdozent an der Allgemeinen Abteilung der Münchener e
niſchen Hochſchule und 1921 a. o. Profeſſor.

[ ][  ][ ]

Nummer 123

Freitag, den 24 Juni 1927

Seite 3

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Weltöffentlichkeit in der Zuſammenarbeit Deutſchlands mit den
anderen Mächten im albaniſch=jugoſlawiſchen Konflikt einen
Beweis für die gleichberechtigte Großmachtſtellung Deutſchlands.
urm ſo unverſtändlicher iſt es, daß man uns immer noch die für
ſeden Staat ſelbſtverſtändliche Souveränität vorenthält. Nicht
enmal die Verminderung der Beſazungstruppen iſt durchge=
führt
worden, worauf Deutſchland einen unbeſtreitbaren An=
ſoruch
hat. Mit ſtärkſter Enttäuſchung entnehmen wir aus der
Nede des Reichsaußenminiſters, daß es nicht gelungen iſt, die
dreſem Ziele dienenden Genfer Beſprechungen zum Abſchluß zu
bringen. Wir erwarten beſtimmt, daß es der deutſchen Außen=
wlitik
gelingen wird, die Einlöſung dieſes längſt fälligen Ver=
ſrerechens
endgültig zu erreichen, und zwar ohne deutſche Kon=
zi
ſſionen. (Lebhafte Zuſtimmung bei der Mehrheit.) Die Er=
köärung
der Regierungsparteien ſpricht ferner die Erwartung
aus daß die in Ausſicht genommene Löſung der Oſtfeſtungen
emer endgültigen Bereinigung dieſes Streitpunktes dienen
mird und daß die Botſchafterkonferenz aufgehoben wird. Mit
Befriedigung nimmt die Erklärung das entſchiedene Eintreten
drer deutſchen Delegation für die Memeldeutſchen zur Kenntnis,
eſsenſo die Schritte, um den Eintritt Deutſchlands in die Man=
diatskommiſſion
zu ſichern. Ferner wird die Hoffnung ausge=
ſnrochen
, daß auf der Septembertagung die Danziger Forderun=
gan
erfüllt werden. Der Redner gibt weiter der Enttäuſchung
über den Stillſtand des Werkes von Locarno Ausdruck, die
drch die Ausführungen Poincarés beſtärkt worden ſei. Er
führt fort: Wenn der Geiſt dieſer Rede zum beherrſchenden
dar franzöſiſchen Politik werden ſollte, dann würde aller=
dangs
die Hoffnung auf eine vertrauensvolle Zuſammenarbeit
dar beiden Nachbarmächte und eine dauernde Befriedung
Gutropas aufgegeben werden müſſen. Dann würde das Werk
vien Locarno zuſammenbrechen nicht durch deutſche Schuld.
Yeir geben der Erwartung Ausdruck, daß die Reichsregierung
ſiich auch weiter neben der kraftvollen Geltendmachung deutſcher
Rchte von dem Grundgedanken der Vertragstreue, ehrlichem
Yerſtändigungswillen und lohaler Mitarbeit in den Einrichtun=
gun
der Völkerſolidarität leiten läßt. Nur wenn dem guten
Ai illen Deutſchlands auf ſeiten der übrigen Locarnonationen
die gleiche Geſinnung entgegenſteht, wird die zur Zeit beſtehende
Swannung die Kriſis des Locarnogedankens bald überwun=
dan
und der Weg für die europäiſchen Völker frei ſein zu ge=
meinſamer
und einträchtiger Aufbauarbeit. (Lebhafter Beifall.)
DDie Sozialdemokraten unterſfützen die Außenpolitik.
Abg. Dr. Breitſcheid (Soz.) ſpricht ſeine Verwunderung über
=Zuſtimmung der Deutſchnationalen zur Erklärung der Regierungs=
prrrteien
aus. Die magiſche Gewalt des Zentrums ſcheine Wunderkraft
f1 beſitzen. (Heiterkeit.) Der Redner fährt fort: Die Senſationen
ingen auch in Genf nicht immer auf der Straße. Aus dem heiteren
Gfrſicht Streſemanns, aus dem ſaueren Geſicht Briands werden Zufrie=
deriheit
und Unzufriedenheit geſchloſſen und Hoffnungen daran geknüpft,
di eine ſachliche Behandlung der Dinge erſchweren. Dr. Streſemann
ſt. kein Vorwurf zu machen, daß er die memelländiſche Frage zur
Sierache gebracht hat. Hoffen wir, daß Litauen ſeine Pflicht erfüllt.
Shrher haben wir einen Beweis für den Wert der Zugehörigkeit Deutſch=
ands
zum Völkerbund. Aehnlich iſt es in der Danziger Frage. Der
Rüdner ſtimmt der Feſtſtellung des Miniſters zu, daß Deutſchland das
nueraliſche Recht auf die Abrüſtung der großen Staaten habe. Jetzt
oillten die Völker dafür ſorgen, daß ihre ſaumſeligen Regierungen
mergiſcher vorgehen. Herr Streſemann hält immer ſchöne Reden, wenn
ri der Aufſicht ſeiner ſtrengen deutſchnationalen Schulmeiſter entrückt
ſt. So ſprach er ſich in Genf für freie Weltwirtſchaft aus, während
n! Berlin kurz darauf Herr Schiele neue Zollerhöhungen verlangte.
2 ſcheinen doch Unſtimmigkeiten in der Regierung zu ſein. Der Völ=
enlbund
ſollte endlich einmal mit der Geheimdiplomatie aufräumen, wie
ien in Genf noch geübt wird. Wir wollen mit Rußland gute Beziehun=
ſan
und wehren uns gegen eine Front gegen Rußland. Leider ſcheinen
Deutſchnationalen nicht derſelben Anſicht zu ſein. Der Ueberfall auf
Arcos in London war höchſt bedenklich, aber auch die Erſchießungen
n! Moskau auf den Geſandtenmord in Warſchau können keine Sym=
ſah
hie für Rußland erwecken. Wir wehren uns gegen eine aktive Kolo=
lic
lpolitik Deutſchlands, weil wir dadurch in imperialiſtiſche Konflikte
in eingezogen werden könnten. Der Anſpruch Deutſchlands auf Räu=
nung
der Rheinlande iſt durchaus berechtigt. Die Rede Poincarés hat
i, Lage gewiß nicht gebeſſert. Der Redner wandte ſich zum Schluſſe
ſochmals gegen die Deutſchnationalen, deren Preſſe mit Unrecht über
ie Erfolgloſigkeit der letzten Genfer Tagung jammere. Man dürfe
iat von jeder Genfer Tagung ein Weihnachtsgeſchenk für Deutſchland
rwoarten. Im übrigen ſeien die Deutſchnationalen als Regierungs=
alrtei
verantwortlich für die Außenpolitik, frir die Zerſtörung der Oſt=
eſtwingen
, für die Verzögerung der Rheinlandräumung uſw. Wenn die
Sosialdemokratie die Außenpolitik Streſemanns unterſtütze, ſo tue ſie es
eskhalb, weil ſie von ihr einen möglichſt langen Waffenſtillſtand er=
darte
. Abg. Stöcker (K.) war der Anſicht, daß die Genfer Ratstagung
er. Bankerott der Locarnopolitik bedeute Auch die Abrüſtung ſei
eirheitert. Der Völkerbund ſei nur mächtig in der imperialiſtiſchen
mo kapitaliſtiſchen Bekämpfung der Arbeitermaſſen. Rußland habe ſich
unch alle engliſchen Provokationen nicht von ſeiner proletariſchen Frie=
e
=Bpolitik abbringen laſſen. England aber ſetze die Einkreiſung Ruß=
af
ds fort.
Hierauf wurde die Weiterberatung abgebrochen.
Das Haus nahm in allen drei Leſungen das internationale Abkom=
narn
über die Immunität der Staatsſchiffe an und dertagte ſich dann
ui Freitag nachmittag 2 Uhr.
Meligionund Muſik im Leben der Völker
zur Woche für katholiſche Kirchenmuſik
Als der große Beethoven ſich anſchickte, ſeine unſterbliche
Mäissa solemnis zu ſchaffen, da ſprach er zu Beginn ſeines Wer=
ts
. die Worte: Opfere noch einmal alle Kleinigkeiten des geſell=
hörftlichen
Lebens deiner Kunſt: O Gott über alles! Das iſt
in herrliches Gebet eines gottbegnadeten Künſtlers, aber auch
in wertvolles Zeugnis daſür, daß die Religion, die Verbindung
es Menſchen mit Gott, eine weſentliche Eigenſchaft der Muſik
t. Religion und Muſik gehören zuſammen, ſie ſind ſtets in
um iger Freundſchaft miteinander verbunden geweſen. Es gab
no gibt kein Volk, bei dem nicht Geſang und Muſik im Dienſte
einer gottesdienſtlichen Veranſtaltungen geſtanden hätte. So
t’s ſchon ſeit Jahrtauſenden bei den Heiden geweſen, ſo war’s
nzerhöhten Maße bei den Juden, und im Chriſtentum fand die
recliche Muſik von jeher eine liebevolle Pflege; der Geſang iſt
grar, wie der muſikkundige, hochſelige Papſt Pius X. in ſeinem
lattu proprio vom 22. November 1903 Inter pastorales offiei,
enn verpflichtenden kirchenmuſikaliſchen Geſetzbuch, ausdrücklich
etont, ein integrierender Beſtandteil der Liturgie. Freilich muß
imi gerade in unſerer Zeit, wo man auf dem Gebiet der Litur=
ie
und der Kirchenmuſik gerne einem unfrommen Aeſthetizis=
uus
huldigt, mit aller Klarheit zum Ausdruck bringen, daß die
Musica sacra nicht Selbſtzweck iſt, ſondern zuerſt die hohe Auf=
abe
hat, die Ehre Gottes und die Erbauung der Gläubigen zu
irſoern.
Freilich hatte die kirchliche Tonkunſt und hat ſie gerade in
tſeren Tagen eine beſondere ſoziale Bedeutung, da ſie berufen
ausgleichend und verſöhnend zu wirken. Man ſpricht heute
von der ſozialen Frage, man weiß zu gut, wie ein Riß durch
ſermenſchliche Geſellſchaft geht, zwiſchen arm und reich, zwiſchen
un ten und Paläſten, man verſucht mit allen möglichen Mitteln,
ſeige Kluft zu überbrücken. Da iſt die heilige Muſik ein wirk=
imes
Heilmittel: In das Gotteshaus kann jeder kommen, dem
turgiſchen Geſang kann jeder lauſchen, ob arm oder reich; er
rmaicht keine Erlaubnis, keine Eintrittskarte. Jedes würdig
nd: ſchön vorgetragene Muſikwerk im Hauſe des Herrn iſt ein
ſen tvoller Beitrag zur Löſung der ſozialen Frage.
Und welche herrliche Wirkungen übt der Kirchengeſang auf
us glück= und ruheſehnende Menſchenherz aus! Kein Geringe=
als
der große Biſchof und Kirchenlehrer Auguſtinus, der
ureloſe Gottſucher, hat zum Ausdruck gebracht, wenn er in ſei=
en
Bekenntniſſen über den Kirchengeſang im Mailänder Dom

Vom Tage.

Reichsbankpräſident Dr. Schacht hat geſtern ſeine
Reiſe nach Amerika angetketen, um dort an der Zuſammen=
kunft
der Präſidenten der Zentralnotenbanken teilzunehmen. Wie wir
hören, iſt Dr. Schacht ohne Begleitung abgereiſt.
Der deutſche Geſandte in Warſchau, Ulrich
Rauſcher, iſt in Berlin eingetroffen um mit den zu=
ſtändigen
Berliner Stellen über den Stand der deutſch=polniſchen Han=
delsvertragsverhandlungen
, vor allem über die Niederlaſſungsfrage, zu
verhandeln. Er bringt das Ergebnis mit, das ſeine Beratungen mit
den polniſchen Stellen bisher gezeitigt haben.
Als Nachfolger des bisherigen ſtellbertretenden
Polizeipräſidenten von Frankfurt a. M., Oberregie=
rungsrat
Wonnehaupt, der nach Potsdam verſetzt worden iſt, wurde
Oberregierungsrat Fehr von Berlin ernannt, der ſeit
längerer Zeit dem Miniſterium des Innern angehört. Fehr wird vor=
ausſichtlich
am 1. Juli ſeine neue Tätigkeit in Frankfurt a. M. auf=
nehmen
.
Die Ozeanflieger Chamberlin und Levine werden nicht
nach Amerika zurückfliegen. Sie haben ſich entſchloſſen, zu=
ſammen
mit ihren Frauen auf dem Dampfer Leviathan am 12. Juli
nach New York zurückzukehren.
Zu Ehren der in Berlin weilenden badiſchen Miniſter,
die unter Führung des Staatspräſidenten und in Begleitung ihrer
Staatsſekretäre am Mittwoch ankamen, fand am Donnerstag abend im
der Badiſchen Geſandtſchaft ein Bankett ſtatt.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius und Reichsaußenminiſter
Dr. Streſemann haben dem Reichstag den Schlußbericht
der Weltwirtſchaftskonferenz vom Mai d. Js. in der deut=
ſchen
Ueberſetzung in Form einer Denkſchrift zugehen laſſen,
Wie wir hören, hat ſich der am Dienstag in Saarbrücken ein=
getroffene
neue Präſident der Regierungskommiſſion
Wilton nochmals für kurze Zeit nach England begeben, von wo er
Anfang Juli zurückerwartet wird.
Reichspräſident v. Hindenburg hat geſtern mittag die Ver=
treter
der Außenhandelskammern, die in Hamburg ge=
tagt
hatten, empfangen.
Das deutſchetſchechiſche Kohlenabkommen wird
auf Grund von Verhandlungen zwiſchen den zuſtändigen deutſchen und
tſchechiſchen Stellen eine Verlängerung um ein halbes Jahr
bis einſchließlich 31. Dezember dieſes Jahres ohne Abänderung der Be=
dingungen
erfahren.
Der franzöſiſche Kriegsminiſter führte die Reſerviſtenaus=
ſchreitungen
auf kommuniſtiſche Propaganda zurück
und kündigt energiſches Vorgehen gegen jede Diſziplinloſigkeit an.
Die ſozialiſtiſche Kammerfraktion hat beſchloſſen, in der fran=
zöſiſchen
Kammer zwei Interpellationen einzureichen,
eine über die Außenpolitik, alſo vor allem über die
Rede Poincarés in Lunéville, und die andere über die
Finanzpolitik der Regierung, im beſonderen über die De=
flationsanleihe
, die bekanntlich von den Sozialiſten als ungeſetzlich be=
zeichnet
wird.
Der umäniſche Geſandte in London Tituleseu hat das ihm
angebotene Portefeuille der äußeren Angelegenhei=
ten
im neuen Kabinett Bratiqnu angenommen.
An franzöſiſchen Stellen liegen Nachrichten darüber vor daß es
an der jugoſlawiſch=bulgariſchen Grenze zu Zuſam=
menſtößen
zwiſchen mazedoniſchen Komitatſchis und jugoſlawiſcher
Gendarmerie gekommen ſei. Nähere Einzelheiten fehlen bis jetzt.
Wie aus Madrid gemeldet wird, iſt der ſpaniſche König nach
Paris und London abgereiſt. Mit ihm fährt ſein Kronkäm=
nerer
, der Herzog von Miranda, der in Paris der franzöſiſchen Regie=
rung
die endgeiltige Forderung der ſpaniſchen Tangeranſprüche über=
geben
laſſen wird.
Nach Warſchauer Meldungen wunde auf das Gebäude des
Kreisſowjet von Zitomir in Wolhynien ein Bomben=
attentat
verübt.

Die Intervention der Mächte im albaniſch=
jugoſlawiſchen
Konflikt.
EP. Belgrad, 23. Juni.
Die Geſandten Deutſchlands, Englands, Frankreichs und
Italiens erſchienen heute im Außenminiſterium und überreichten
dem jugoſlawiſchen Außenminiſter eine im Wortlaut überein=
ſtimmende
Verbaluote bezüglich der Beilegung des jugoſlawiſch=
albaniſchen
Konflikts. In der Note drücken die Mächte den
Wunſch aus, daß der aus geringfügigem Anlaß entſtandene
Streitfall auf friedlichem Wege aus der Welt geſchafft wird. Zu
dieſem Zweck wurde vorgeſchlagen, daß die albaniſche Regierung
den verhafteten Dragomanen freiläßt, und daß gleichzeitig die
Note des jugoſlawiſchen Geſchäftsträgers vom 1. Juni zurück=
gezogen
werde. Der Außenminiſter gab die Erklärung ab, daß
die jugoſlawiſche Regierung den Vorſchlag der Mächte zur
Kenntnis nimmt. Der Konflikt mit Albanien kann damit als
beigelegt angeſehen werden.

Innenpolitiſche Probleme.
Kompromißverhandlungen.
Von unſerer Berliner Redaktion.
In den letzten 24 Stunden ſind die Ausgleichsverhandlungen
zwiſchen den Regierungsparteien über eine Reihe noch ſchweben=
der
Differenzen weſentlich weiter gekommen. Zunächſt iſt in der
Frage des Sperrgeſetzes wegen der Fürſtenabfindung
eine Verſtändigung ſo gut wie ſicher. Die Fürſtenhäuſer und die
ehemaligen Standesherren haben gemeinſam an den Reichs=
kanzler
einen Brief geſchrieben, worin ſie ſich verpflichten, daß
ſie bis zum 1. Dezember bei den Gerichten keine neuen Klagen
anhängig machen und die laufenden Klagen nicht weiter verfol=
gen
wollen. Man rechnet damit, daß es innerhalb dieſer Friſt
noch möglich ſein wird, alle noch ſchwebenden Streitigkeiten auf
dieſem Gebiet beizulogen, ſo daß unter dieſen Umſtänden auf den
Fortbeſtand des Sperrgeſetzes verzichtet werden könnte.
Auch in der Aufwertungsfrage, die ja erhebliche
Schwierigkeiten machte, iſt eine Verſtändigung ſo gut wie erzielt.
Die Regierungsparteien wollen in vier Punkten eine Verlänge=
rung
der gegenwärtgen Geſetze vorſchlagen. Zunächſt ſoll die
Einſetzung in den Vorkriegsſtand erweitert und erleichtert wer=
den
. Außerdem ſoll die Einkommensgrenze für die Anleihe=
aufwertung
der Bedürftigen von 800 auf 1000 Mark erhöht wer=
den
. Dritdens wird der Zinsbeginn für die Auſwertung vielleicht
vom 1. 6. 26 auf den 1. 4. 26 zurückverlegt und ſchließlich ſoll für
Reſtkaufgelder aus dem Jahre 1921 die Auſwertung für die erſten
drei Viertel des Jahres 400 Prozent und für das letzte Viertel
600 Prozent betragen, wähvend ſie dann für 1922 unbegrenzt iſt.
Alle Regierungsparteien haben ſich verpſlichtet, dieſem Kompro=
miß
zuzuſtimmen, ſo daß damit wenigſtens die Wahrſcheimlichkeit
einer raſchen Erledigung auch dieſer Frage gegeben iſt.
Bleibt alſo das Reichsſchulgeſetz. Auch hier iſt eine
Annäherung zu verzeichnen. Herr von Keudell hat ſeinen bis=
herigen
Endwurf zurückgezogen und den Vertretern der Parteien
einen neuen, ſechſten, Endwurf zugehen laſſen, der, ſoweit ſich
überſehen läßt, den Wümſchen der Deutſchen Vollkspartei ſehr viel
weiter endgegenkommt und dadurch immerhin die Möglichkeit
eiwes Kompromiſſes öffnet, wenn auch hier noch ſehr viele weitere
Verhandlungen erforderlich ſein werden.
Die Beamtenbeſoldung.
* Berlin, 23. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Reichsfinanzminiſter hat über das Ergebnis ſeiner Be=
ſprechungen
mit den Ländern über die Beamtenbeſoldung nur
eine ſehr kurze Mitteilung ergehen laſſen und ſich alles weitere
für die Beratungen in dem Hauptausſchuß vorbehalten. Dieſe
Zurückhaltung iſt dahin ausgedeutet worden, daß die Verhand=
lungen
mit den einzelſtaatlichen Finanzämtern geſcheitert wären.
Das iſt wohl nicht ganz zutreffend. In der Beſprechung iſt von
allen Seiten die Notwendigkeit einer Erhöhung der Beamten=
gehälter
anerkannt worden. Die Landesfinanzminiſter haben aber
darauf verwieſen, daß ihnen Mittel dazu nicht zur Verfügung
ſtehen, während der Reichsfinanzminiſter ſich darauf zurückzog,
daß er wohl für das Reich, aber nicht für die Länder die Mittel
aufbringen könne, ſoweit nicht die Ueberweiſungen aus den Ein=
gängen
den Ländern größere Beträge zuführten, als ſie bisher
errechnet hatten.
Der deutſch=türkiſche Handelsvertrag.
* Berlin, 23. Juni. (Priv.=Tel.)
Am 12. Juni tritt der deutſch=türkiſche Handelsvertrag, eben=
ſo
auch das Niederlaſſungsabkommen in Kraft. Die Ratifikations=
urkunden
ſind bereits ausgetauſcht worden. Die Verträge haben
eine Laufzeit von zwei bzw. drei Jahren und können nach Ab=
lauf
dieſer Friſten bis auf unbeſtimmte Zeiten weiterlaufen.
Für die Türkei ſind die Verträge inſofern bedeutungsvoll, als
die türkiſche Exportinduſtrie ein neues Abſatzfeld gewinnt. Tep=
piche
und vor allem Früchte können jetzt in Deutſchland in größe=
ren
Mengen abgeſetzt werden als das bisher der Fall war. Um=
gekehrt
öffnet aber dieſer Vertrag, der auf dem Grundſatz der
gegenſeitigen Meiſtbegünſtigung abgeſchloſſen iſt, auch unſerer
Induſtrie das türkiſche Abſatzgebiet. Es iſt zu hoffen, daß ſich
unter den neuen Vertragsbeſtimmungen ein für beide Seiteu
erfreulicher Warenaustauſch entwickelt.

ſchreibt: Wieviel Tränen, o Gott, habe ich vergoſſen bei deinen
Hrmnen und Liedern! Wie tief wurde ich gerührt, von den
Worten, die deine Kirche ſo lieblich ſang. Deine Worte drangen
an mein Ohr und mit ihnen ward die Wahrheit in mein Herz
ergoſſen; die Glut der Andacht loderte auf, die Tränen floſſen
und es war mir wohl dabei. Das iſt ein ſchönes Wort voll
tiefen Sinnes und voll der Wahrheit. Wieviel Verbitterung und
Verzagtheit, wieviel Unzufriedenheit und Trauer gibt es doch
im Menſchenleben, häuft ſich zuſammen im Laufe der Woche, mit
ihren zermürbenden Alltagsmühen. Da läuten die Glocken hoch
vom Turm den Tag des Herrn ein, man tritt ein ins feſtlich
geſchmückte Gotteshaus, die brauſenden Akkorde der Orgel drin=
gen
an unſer Ohr, frohe, lichte Weiſen ſenken ſich in unſer Herz,
man vergißt die Sorgen des Alltags und mit dem hl. Auguſtinus
möchte man ausrufen: Es war mir wohl dabei.
So iſt die Kirchenmuſik für unſer Volk von großer ſozialer
Bedeutung. Sie iſt heute mehr denn je berufen, verſöhnend und
ausgleichend, tröſtend und beglückend zu wirken, fürwahr ein
wichtiger Faktor zur Hebung und Veredlung der Menſchheit.
Darum iſt es wahrhaft würdig und recht, billig und heil=
ſam
, wenn im Rahmen der internationalen Veranſtaltung
Sommer der Muſik eine Woche für katholiſche Kirchenmuſik
vorgeſehen iſt. Wenn da gottbegnadete Künſtler ihr beſtes Wiſ=
ſen
und Können in den Dienſt der Musica sacra ſtellen, ſo iſt
ein Dienſt an der Menſchheit des Schweißes der Edlen wert.
Möge die Woche für katholiſche Kirchenmuſik reichen Troſt
und Erbauung ſpenden.
Elückſelig Volk, das zu ſingen weiß! (Pſalm 88, 16.)

Deutſche Muſikbücher auf der Internationalen Ausſtellung
Muſik im Leben der Völker in Frankfurt a. M. Auf der Aus=
ſtellung
Muſük im Leben der Völker iſt in der Verlagsabteilung
außer dem ausgeſprochenen Notenverlag auch der Buchverlag
mit wertvollen Werken über Muſik und Muſiker vertreten. So
zeigt u. a. der bekannte Verlag von J. Engelhorns Nachf. in einer
beſonderen Vitrine das unlängſt erſchienene Illuſtrierte
Muſiklexikon von Profeſſor Hermann Abert. Wer bisher
keine Gelegenheit gefunden hat, dieſes bedeutende Werk einzu=
ſehen
, ſollte ſich dieſe Möglichkeit auf der Ausſtellung nicht ent=
gehen
laſſen. Die geſchmackvolle Auslage zeigt nicht nur die ver=
ſchiedenen
Einbandarten, ſondern gibt auch ein vorzügliches Bild
der Innenausſtattung des Werkes. Die ebenda gezeigten einge=
rahmten
Bilder ſind ebenfalls dieſem Standardwerk entnommen.
In einer zweiten Vitrine zeigt der Verlag ſeine wertvollen Werke
über Max Reger, die Autobiographie von Wilhelm Kienzl,

ſowie die wichtigſten Muſikaliſchen Volksbücher‟. Die
vollſtändige Sammlung Muſilaliſche Volksbücher iſt in den
Wandkäſten untergebracht. Die ganze Auslage vermittelt einen
ſehr guten Ueberblick über die Tätigleit dieſes Verlags, der ſich
wicht nur durch eine geſchickte und zielbewußte Auswahl der
Manuſkripte, ſondern auch durch eine muſtergültige Ausſtatvung
auszeichnet.
Vom Büchermarkt.
Paul Morand, Nachtbetrieb, Novellen, Verlag Ullſtein.
Der große Reiz dieſer Novellen, die ihren Verfaſſer ſo raſch berühmt
gemacht haben, liegt in der Buntheit der aus aller Welt zuſammen ge=
rafften
Bilder, der Fähigkeit, amüſante Typen kritiſch, doch anziehend zu
zeichnen und in der witzigen Oberfläche eines beweglichen, keineswegs
pedantiſchen Stils. Morand iſt franzöſiſcher Diplomat und hat viel ge=
ſehen
. Das mondäne Abenteuer, nicht das erotiſche allein, ſondern
ebenſo das politiſche, das geſinnungsmäßige, entkleidet er der gewohnten
Romantik und entdeckt ſeine neuere, ſchärfere, zeitgemäße Atmoſphäre.
So zeigt er die ruſſiſche Prinzeſſin in Nachtlokalen Konſtantinopels,
ſchwediſche Spießer beim Nacktkultus, den iriſchen Freiheitsdichter, den
Pariſer Miniſter und den levantiſchen Schönheitsdoktor, zuweilen faſzi=
nierende
Städtebilder und Landſchaften in einer überquellenden Fülle
raffinierter Vergleiche, feinſchmeckeriſcher Beiwörter, ein bißchen zyniſch,
ein bißchen ſalopp, durchaus nicht immer ſympathiſch, aber in keinem
Punkte langweilig.
Walther von Houänder, Das fiebernde Haus, Roman. Verlag
Ullſtein.
Dieſer Roman eines Hauſes in der Berliner Lutherſtraße, eines ge=
wöhnlichen
Mietshauſes, in dem verſchiedene Arten von Menſchen die
Gegenwart ertragen, zeigt die vielfältigen Beziehungen zwiſchen den
Mitmenſchen, die einander in der Befangenheit ihres eigenen Daſeins, in
der Zerſtreuung des großſtädtiſchen Lebens begegnen. Vergebens verſucht
der Arzt Urk, zufälliger Mieter, ſich dem von allen Seiten andrängen=
den
, fremden Schickſal zu entziehen. Schnell ſieht er ſich im Mittelpunkt
der ſinnloſen Unruhe, in der unfertige oder ſchon erkaltete, gleichgültige
Menſchen einander bedrängen. Ihn ſelbſt ſucht die frühere Geliebte wie=
der
auf und trachtet, ihn wieder an ſich zu ziehen. Politiſches Gezänke,
die Dummheit beengten Familienſtreites, die unnützen Verletzungen der
in ihrem Triebe Verſtrickten beanſpruchen ſeine Aufmerkſamkeit, ſeine
Hilfe, ſeine Einmiſchung, dringen in ſein Geſichtsfeld, durch die Mauern
in ſein Ohr, finden eine faſt ſymboliſche Verdichtung in der Figur einer
armen Verrückten, die in der Bedrängnis ihres Wahnes ſchließlich mor=
det
und ſtirbt. Hollanders Kunſt wurzelt in der Wirklichkeit ſeiner
Geſtalten, die alle dreidimenſional ſind. Exiſtenzen auch außerhalb der
Schauſeite. Er weiß viel mehr vom Leben als er zugibt. Er vermittelt
in kleinen Zügen rundes Daſein. Der Kontraſt zwiſchen ihrer Körper=
haftigkeit
und der geſpenſtiſchen Sinnloſigkeit ihres täglichen Lebens
zwingt in den Bann dieſes Fiebertraumes von dem Leben unſerer Tage
und unſerer Nachbarſchaft.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Heſſiſcher Landtag.
Einſetzung eines parlamentariſchen Unter=
ſuchungsausſchuſſes
.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 48 Min.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Abg. Dr. Werner (Dntl.)
eine Erklärung ab, die einen Proteſt darſtellt gegen die geſtrige Be=
handlung
ſeines Antrages betr. die nachträgliche Gewährung einer
Weihnachtsbeihilfe für die Beamten durch die Mehrheit des Hauſes.
Präſident Adelung weiſt darauf hin, daß nach der Geſchäftsordnung
verfahren worden ſei.
Als erſter Punkt ſteht auf der gedruckten Tagesordnung eine Große
Anfrage des Abg. Kindr über die Organiſation der Hefrag.
Abg. Kindt (Ontl.) erklärt, warum er die Große Anfrage ſtellen
mußte. Man habe ihm durch die Nichtbeantwortung oder die unge=
nügende
Beantwortung früherer Anfragen keine andere Möglichkeit ge=
laſſen
. Der Redner verlieſt dann nochmals ſeine Anfrage, die im
weſentlichen die Ernennung des Miniſterialrates Windiſch zum Leiter
der Hefrag und der Berufung des Abg. Lux zum Aufſichtsratsmitglied
zum Gegenſtand hat. Die Antwort des Finanzminiſters gehe gar nicht
auf ſeine Fragen ein. Lange vor dem Abſchluß der Verhandlungen mit
Frankfurt ſei bekannt geweſen, daß Miniſterialrat Windiſch, dem
doch im weſentlichen der Vertrag zuzuſchreiben ſei, Leiter der Hefrag
werde. Redner macht dem Finanzminiſter Vorwürfe, daß er trotzdem
W. die Verhandlungen habe führen laſſen. Abg. Kindt geht dann
näher auf das Vertragswerk ein und übt ſchärfſte Kritik daran. Ab=
ſichtlich
hätte zwar W. nicht gegen die heſſiſchen Intereſſen gehandelt,
ober man hätte ihn nicht mit dem Abſchluß der Verträge betrauen
dürfen, das ſei unſauber. Es ſei bekannt, daß Miniſterialrat W. als
Parkeifreund des Miniſters in das Miniſterium berufen worden ſei,
jetzt habe er aus demſelben Grunde die neue Stellung erhalten.
Abg. Lux (Soz.) bemerkt, es ſei doch nicht zu beanſtanden, daß
ein früherer Miniſterialbeamter ſeine Kenntniſſe zum Beſten des
Wirtſchaftslebens verwerte. Worin liege denn da eine Unſauberkeit2
Nicht Miniſterialrat Windiſch, ſondern der Finanzminiſter ſei dem
Landtag für die Vorlage verantwortlich geweſen. Die Akten müßten
einmal geöffnet werden, um die Behauptungen des Abg. Kindt gegen
Miniſterialrat W. klarzuſtellen. Abg. Kindt wolle im Lande den Ein=
druck
erwecken, als hätte W. die Verhandlungen nur gefördert, um
Generaldirettor zu werden. Die Sache ſei durchaus ſauber und er
(der Redner) fühle ſich durch die Beſchuldigungen durchaus nicht be=
troffen
.
Finanzminiſter Henrich erwidert, die Erklärungen des Abg.
Kindt laufen darauf hinaus, daß Miniſterialrat Windiſch nicht mehr ge=
eignet
geweſen ſei, den Vertrag abzuſchließen. Der Miniſter weiſt die
Anſchuldigungen nachdrücklich zurück. Abg. Kindt habe auch noch nach
dem Dezember mit W. verhandelt, und zwar in deſſen Eigenſchaft als
Miniſterialrat; das laſſe ſich doch ſchwer in Einklang mit den gegen W.
erhobenen Beſchuldigungen bringen. Daß der Vertrag Nachteile für
Heſſen gebracht habe, ſei doch nur die Meinung des Abg. Kindt, die
Mehrheit des Hauſes ſei anderer Meinung, und das ſei für ihn als
Miniſter maßgebend. Der Vertrag ſei von Sachverſtändigen geprüft
worden, denen man doch wohl keine Unſauberkeit vorwerfen könne.
Es ſtehe etwas anderes hinter dieſen Angriffen. Er müſſe darum bitten,
daß die Akten geprüft würden. Zum Schluß ſeiner Ausführungen weiſt
der Miniſter nochmals alle Angriffe auf Miniſterialrat Windiſch ent=
ſchieden
zurück.
Abg. Kindt (Dntl.) ſtellt den Antrag, daß eine Kommiſſion die
Akten prüft. Er weiſt die Unterſtellung zurück, daß er perſönlich an den
Keſſellieferungen intereſſiert geweſen ſei.
Miniſter Henrich unterſtreicht nochmals ſeine eben wiederge=
gebenen
Erklärungen.
Es liegen zwei Anträge Kindt und Kaul vor, die Hefrag= Ange=
legenheit
durch einen parlamentariſchen Unterſuchungsausſchuß prüfen

Freitag, den 24 Juni 1927

zu laffen. Der Antrag Kaul, der den Zweiten Ausſchuß mit der Prü=
fung
beauftragt, wird angenommen.
Das Haus nimmt hierauf einen Abänderungsantrag der Abgg.
Kaul, Lenhart, Dr. von Helmolt, Scholz, Reiber und Kindt zum Land=
tagswahlgeſetz
an, wonach Wahlvorſchläge von mindeſtens 7000 Wählern
unterzeichnet und 5000 Mark beim Landeswahlleiter hinterlegt ſein
müſſen. Eingaben des Hypothekengläubiger= und Sparerſchutzverbandes
ſowie der Volksrechtspartei, die dagegen Stellung nehmen, werden für
erledigt erklärt.
Zu einem Antrag des Abg. Schott zum Geſetz über das Liegen=
ſchaftskataſter
(Kataſtergeſetz) vom 9. Januar 1926 hat der Ausſchuß Ab=
lehnung
empfohlen.
Abg. Schott (D. Vpt.) empfiehlt die Annahme ſeines Antrages, der
auf eine Aufhebung der Kataſter abzielt und der verlangt, daß der
Steinſatz, wie bisher, durch die Feldgeſchworenen vorgenommen wird.
Der ablehnende Antrag des Ausſchuſſes wird mit geringer Mehr=
heit
angenommen.
Anträge zum Entwurf eines Geſetzes zur Aenderung der Land=
gemeindeordnung
wollen verhindern, daß Perſonen, die gerichtlich wegen
ehrenrühriger Vergehen beſtraft ſind, den Poſten eines Bürgermeiſters
oder Beigeordneten bekleiden können. Die Anträge werden der Re=
gierung
als Material überwieſen.
Eine Regierungsvorlage zur Vereinfachung der Verwaltung der
Landesabgaben wird angenommen.
Eine Anfrage des Abg. Dr. von Helmolt über die Reichszuwen=
dungen
an Heſſen und wie ſie verwendet worden ſind, wird von
Miniſterialrat Schäfer dahin beantwortet, daß die Anfrage den ein=
zelnen
Miniſterien unterbreitet worden ſei, deren Antworten jedoch
noch ausſtänden. Die Regierung ſei bereit, dem Finanzausſchuß Aus=
tunft
zu geben.
Um 12½ Uhr ſchließt der Präſident die Beratungen und teilt mit,
daß der Landtag vorausſichtlich Ende September wieder zuſammentritt.

Die Vertreter der deutſchen Außenhandels=
kammern
beim Reichspräſidenten.
Berlin, 23. Juni.
Der Reichspräſident empfing heute im Anſchluß an die Ham=
burger
Tagung des Deutſchen Induſtrie= und Handelstages die
Vertreter der deutſchen Außenhandelskammern, darunter die
Präſidenten der deutſchen Handelskammer in Spanien, der deut=
ſchen
Wirtſchaftskammer für Oeſterreich, der deutſcheitalieniſchen
Handelskammer in Mailand, den Delegierten des deutſchen Bun=
des
in Batavia, der deutſchen Handelsbamern in Buenos Aires,
Valparaiſo und Rio de Janeiro und die Vertreder der deutſchen
Handelskammern in China und Japan. Der Delegierte der deut=
ſchen
Handelskammer in Buenos Aires gab dem Reichspräſiden=
ten
gegenüber der beſonderen Vevehrung Ausdruck, die das Aus=
landsdeutſchwim
ihm entgegenbringt, der ein Vorbild dafür ſei,
wie man Vergangenheit und Gegenwart des Vaterlandes in der
Arbeit und im Staat ohne Rückſicht auf die parteipolitiſche Ein=
ſtellung
vereinigen kann. Der Reichspräſident erwiderte mit
Worten des Dankes und der Anerkennung für die unter ſolch
ſchwierigen Verhältniſſen geleiſtete Aufbquarbeit der deutſchen
Auslandskaufleute und der Auslandsdeutſchen überhaupt. Er
gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung in Hamburg mit
dazu beitragen möge, die Verbindung zwiſchen den Auslands=
handelskammern
und dem wirtſchaftlichen Band der Heimat zu
feſtigen und daß der Arbeit der Auslandsdeutſchen die verſtänd=
nisvolle
Mitarbeit der Heimat nicht fehlen werde. Er bat die
Vertreter, allen Deutſchen draußen ſeine herzlichen Grüße und
den Ausdruck treuen Gedenkens zu übermitteln.

Nummer 173
Die deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertragsverhandlungen.
Keine Verlängerung des Handelsprobiſoriums.
Acht Tage trennen uns noch von dem Zeitpunkt, an demn
das lauſende deutſch=frar zöſiſche Handelsvertragsproviſorium ab
läuft. Eine Verlängerung des Proviſoriums in der gegenwär= Form kommt für Deutſchland nicht in Frage, ſchon auss
dem Grunde nicht, weil die gegenſeitigen Konzeſſionen auf eines
Laufzeit von drei Monaten berechnet waren und nicht einfachs
wiederholt werden können. Da der franzöſiſche Zolltarif immern
noch nicht fertiggeſtellt iſt hat die deutſche Regierung dem fran= Handelsminiſter den Vorſchlag gemacht, vom 1. Juli gbch
ein Interim in Kraft treten zu laſſen, das bis zum endgültigem
Handelsvertrag dauern ſoll. Es wird aufgebaut auf dem Bodem
der gegenſeitigen Meiſtbegünſtigung, allerdings mit der Ein=
ſchränkung
, daß Deutſchland bei einer Reihe franzöſiſcher Zoll= eine Erhöhung der geltenden Minimaltarife in demn
Kauf nehmen ſoll, während wir Ermäßigung unſerer autonomem
Sätze für beſtimmte franzöſiſche Importintereſſen zugeſtehen. Die
Aufnahme dieſes Vorſchlages iſt in Frankreich zunächſt nicht ſehru
günſtig. Da aber die Gefahr beſteht, daß ſonſt ein Zollkrieg zwi=
ſchen
Deutſchland und Frankreich entſteht, der den Wirtſchaftem
beider Länder ſchwere Lücken ſchlägt, da andererſeits Frankreichh
damit rechnen muß, daß Belgien und die Schweiz, die ja in der= Lage ſind wie wir, dann zu den gleichen Kampfmittelny
greifen müßten, beſteht immer noch Hoffnung, daß im letzten
Augenblick noch eine Verſtändigung zuſtandekommt. Die Ver=
antwortung liegt jedenfalls ausſchließlich auf ſeiten Frankreichs.
das durch die Hinauszögerung der Verabſchiedung ſeines Schutz=
zolles
ſich in ſchroffen Gegenſatz zu den Ergebniſſen der Genfery
Weltwirtſchaftskonferenz geſetzt hat.
Die deutſch=litauiſchen Beziehungen.
TU. Kowno, 23. Juni.
Der geſtern nach Kowno zurückgekehrte litauiſche Miniſter=
präſident
Woldemaras empfing heute nachmittag die Vertretem
der Preſſe und rechtfertigte vor allem ſeine Haltung in Genf.f
Seine Erklärungen brachten im weſentlichen nichts neues. Ern
erklärte jedoch, daß die Wahl im Memelgebiet auto=
matiſch ausgeſchrieben würde, ſobald die zuſtändigen Behördenn
im Memelgebiet die nach der Genfer Entſcheidung wahlberechtig=
ten
litauiſchen Staatsbürger in die Wählerliſten eingetragem
haben würden. Auf eine Frage, wie die Wilnafrage zurzeit be= würde, erklärte Woldemaras, daß das Wilnaproblem vor
der Zeit von neuem wieder aufgerollt werden könne, angeſichtss
der geſpannten polniſch=ruſſiſchen Beziehungen empfehle es ſicht
jedoch, einen günſtigeren Zeitpunkt für die Behandlung der Fragsy
abzuwarten. Auf weitere Fragen betonte er, daß die Beziehungem
zu Deutſchland trotz der letzten Beſchwerde der Reichsregierung
ſehr gut ſeien. Er hoffe, daß es möglich ſein werde, die Handels=
vertragsverhandlungen
mit Deutſchland in Kürze zu beginnen.

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litauiſche 14
mittag die Ia
Haltung 1
en nichts neu
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rliſten eindt
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die Beich
der Reichäu=
werde
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Kürze zu bein

Nummer 173

Freitag, den 24. Juni 1927

Seite 5

* Das Ergebnis des Ballonwettbewerbs
Aus der Landeshauptſtadt.

Darmſtadt, 24. Juni.
Einannt wurden am 27. Mai: der Lehrer Heinrich Beck zu Bin=
mn
zum Rektor, an der katholiſchen Volksſchule daſelbſt; wegen der
2Fierſſtbezüge ergeht beſondere Verfügung; am 23. Mai: der prov. Dipl.=
(randelslehrer Ludwig Herbert, zu Bingen zum Dipl.=Handelslehrer
ar der kaufmänniſchen Abteilung der Fortbildungsſchule daſelbſt.
Erledigt ſind: eine Schulſtelle für eine evangeliſche Lehrerin an
dar Volksſchule in Hainſtadt (Kreis Erbach i. Odw.). Dienſtwohnung
vorhanden; eine Schulſtelle für eine evangel. Lehrerin an der Volks=
ſoeule
in Vielbrunn (Kreis Erbach i. Odw.). Dienſtwohnung iſt
verhanden; eine Schulſtelle für eine evangel. Lehrerin an der Volks=
ſgeule
in Neuſtadt (Kreis Erbach i. Odw.). Dienſtwohnung iſt vor=
hu
nden; eine Schulſtelle für eine evangel. Lehrerin an der Volksſchule
Kirch=Brombach (Kreis Erbach i. Odw.). Dienſtwohnung iſt
or rhanden.
Verſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des § 1 des Geſetzes
iv er die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 19. Dezem=
bma
1923 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S.
2) tritt am 1. Juli 1927 in den Ruheſtand: Lehrer Friedrich Boller
n der Volksſchule zu Griesheim bei Darmſtadt.
Heſſiſches Landestheater. Die morgen Samstag, abends 7.30 Uhr,
Großen Haus ſtattfindende Aufführung von Molnars Spiel im
Sochloß iſt der Miete D zugeteilt. Für den Büihnenbildner Arth.
Aohl iſt der Ausſtattungschef des Stadttheaters in Würzburg, Wilhelm
ſoeinking verpflichtet worden. Reinking geht der Ruf eines im
modernen Sinne arbeitenden Raumkünſtlers voraus, der ſeiner Be=
fabung
nach ſpeziell für architektoniſche Gliederungen und klaſſiſche
Aoonumentalwerke in Frage kommt. Seine erſte hieſige Aufgabe wird
di=Ausgeſtaltung von Händels Julius Cäſar ſein. Als Opern=
ragiſſeur
tritt Arthur Maria Rabenalt in den Verband des Lan=
diStheaters
. Er wird ſich in der ſzeniſchen Arbeit teilen mit dem reenga=
zuerten
Oberregiſſeur Hans Esdras Mutzenbecher, der ſeinerſeits neu
*Dramaturgie der Oper hinzu übernimmt. Rabenalts erſte hieſige
Firſzenierung wird Händels Julius Cäſar ſein.
Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Aeitung: Direktor Adalbert Steffter). Auf die morgen Samstag ſtatt=
ich
dende Eröffnung der diesjährigen Sommerſpielzeit ſei hiermit noch=
nl
Is hingewieſen. Zur Aufführung gelangt die Operette Die Roſe
n Stambul, mit Erik Wirl vom Metropoltheater Berlin als
Eüſt. Die Vorſtellung beginnt um 8 Uhr. Sonntag und täglich gelangt
II8 Die Roſe von Stambul mit Erik Wirl als Gaſt zur Wieder=
Montag, den 27. Juni, iſt die erſte Vorſtellung für Montag=
Uketer. Abonnementskarten werden noch ausgegeben. Mittwoch, den
Juni, nachmittags 4 Uhr, wird zu ganz kleinen Preiſen das Kinder=
na
rchen Hänſel und Gretel gegeben. Der Vorverkauf iſt an der
Cngeskaſſe im Kleinen Haus und im Verkehrsbureau, Ernſt=Ludwigsplatz.
Turngeſellſchaft 1875. Die letzte Monatsverſammlung vor dem
rſoßen Mittelrheiniſchen Kreisturnfeſt ſoll den Mitgliedern des Vereins
näheren Anordnungen und die Durchführung des Feſtes bekannt
ndchen. Es muß deshalb Ehvenpflicht eines jeden Vereinsmitgliedes
euta, zu dieſer Verſammlung zu erſcheinen. Die einzelnen Ausſchüſſe
bemden über die nunmehr erfolgten Arbeiten Bericht erſtatten. Der
Cy rnverein Roßdorf begeht am Sonntag, 26. Juni, das Feſt ſeines 50 rigen Beſtehens. Die Mitglieder des Vereins werden zur Teilnahme
ni. der Feier hiermit nochmals aufgefordert und zahlreiche Beteiligung
nartet. Die Abfahrt erfolgt am Sonntag, nachmittags 1.44 Uhr, ab
25 bahnhof. Der Verein wird ſo zeitig in Roßdorf eintreffen, daß eine
Chſilnahme am Feſtzug ermöglicht wird. Die Feſtfeier findet um 10.30
Uirr in der Turnhalle des Roßdörfer Turnvereins ſtatt, und fahren die
Sclilnehmer vormittags ab Oſtbahnhof 8.46 Uhr.
* Die erſte Feier in der Feſthalle. Am Freitag, den 17. ds. Mts.,
vurrde an der Städtiſchen Feſthalle eine Arbeit vollendet, welche die All=
enreinheit
wohl intereſſieren dürfte. Zur Ausführung der Zimmer=
r
eiten des Hauptdaches ſowie der Anſtreicher= und Inſtallationsarbeiten
ſS. war der Bau eines Gerüſtes erforderlich, wie in ſeinen Ausmaßen
in gleiches in Darmſtadt wohl noch nicht zur Aufſtellung kam. Die
ein ma Wilh. Klein war mit der Ausführung desſelben beauftragt. Es
alndelt ſich um die Einrichtung der Haupthalle mit einer Grundfläche
or 2500 Quadratmetern bis zu einer Höhe von 16 Metern Für die
diä -ſtellung des Gerüſtes waren erforderlich 4000 Stück Stangen, 3450
Stüick Dielen und zirka 15 000 Stück Bindeſtricke. Beim Auf= und Abbau
oneie bei ſämtlichen auf dem Gerüſt ausgeführten Arbeiten war nicht der
erfingſte Unfall zu verzeichnen, was in Anbetracht der bei ähnlichen Ar=
ensen
in andeven Städten vorgekommenen ſchweren Unfälle ganz be=
oüfders
hervorzuheben iſt. Aus dieſem Anlaß wurde den Apbeitern ein
enner Richtſchmaus bei Herrn Gaſtwirt Tot in der Kantine an der
eibhalle gegeben. Von der Bauleitung waren die Herren Regierungs=
n
meiſter Müller, Oberbauinſpektor Graf und Bauführer Kaiſer zu=
emen
. Vom Vorarbeiter der Fa. Wilh. Klein, Herrn Fritz Weingärtner,
urden den Herren je eine ſchöne Innenaufnahme der Halle mit dem
derrüfſt zu Erinnerung überreicht. In einer kurzen Anſprache hob Herr
egierungsbaumeiſter Müller die Leiſtungen der Arbeiter hervor und
arbe beſondere Anerkennung dafür, daß, wie ſchon erwähnt, kein Unfall
vnngekommen ſei. Herr Oberbauinſpektor Graf betonte beſonders das
ue Einvernehmen der Bauleitung mit der Arbeiterſchaft und hatte
verrkennende Worte über das, was in ſo kurzer Zeit an einem ſo um=
tmgreichen
Bauwerk geleiſtet worden iſt. Herr Bauführer Kaiſer machte
ſtel bereits erwähnten intereſſanten Angaben über das beim Gerüſtbau
em.vendete Material und ſchloß mit einem Hoch auf die Bauleitung und
tel Arbeiterſchaft. Die Weißbindergehilfen hatten eine Kapelle des Kraft=
oot
-tvereins 1914 Pfungſtadt mitgebracht. Bei dieſer Gelegenheit wurde
te) Akuſtik der Halle probiert, die als ſehr gut zu bezeichnen iſt.
Vom Schwimmbad. Um während der Sommermonate dem Bade=
ullikum
ſchon in den frühen Morgenſtunden die Erfriſchung eines
ſchhvimmbades bieten zu können, ſind die Schwimmhallen im Städtiſchen
aüllenſchwimmbad ſowohl für Herren als auch für Damen mit ſofortiger
Bil=kung von 7 Uhr vormittags ununterbrochen bis 7½ Uhr abends ge=
fmret
. Die Badezeiten der übrigen Abteilungen, Heilbäder, Brauſe=
ädrr
, Wannenbäder 1. und 2. Klaſſe, bleiben wie ſeither, alſo von 9 Uhr
omnittags bis 7½ Uhr abends, ununterbrochen geöffnet. Es iſt zu hof=
u
. daß von der Annehmlichkeit eines frühen Morgenſchwimmbades recht
emer Gebrauch gemacht wird, und daß auch die übrigen Abteilungen des
tc dtiſchen Hallenſchwimmbades weiterhin lebhaften Zuſpruch finden.
dar-mſtadt hat mit der ſtädtiſchen Badeanſtalt eine Stätte der Körper=
flnge
und Körperkultur, wie man ſie ſelten in gleicher Vollendung in
nderen Städten antrifft; im Intereſſe der Volksgeſundheit kann daher
ſie, Inanſpruchnahme nur auf das wärmſte empfohlen werden.
* Ein nicht unerheblicher Brand wurde geſtern gegen 11 Uhr durch
e dritte Bereitſchaft der Bereitſchaftspolizei an der Bahnlinie nach
barrſtadt feſtgeſtellt, woſelbſt ein mehrere hundert Morgen großes Stück
Böſchung aus bisher noch unbekannter Urſache in Brand geraten
ſa= und bei dem herrſchenden Wind ſchnell an Ausdehnung zunahm.
dnrik der ſofortigen energiſchen Bekämpfung durch die Polizeimann=
hafften
der dritten Bereitſchaft konnte bei der unmittelbaren Nähe des
Lalldes größerer Schaden abgewendet werden.

Am Roten=Kreuz=Tag fand im Orangeriegarten und im Pla=
tanenhain
ein Ballonwettbewerb ſtatt, an dem ſich groß und
klein ſchon in Anbetracht des guten Zweckes mit großer Freude
zahlreich beteiligte. Nunmehr liegen die Ergebniſſe dieſes Wett=
bewerbs
vor, der ganz erſtaunliche Reſultate aufweiſt. 30 Pro=
zent
der abgeſandten Karten ſind richtig an den Adreſſaten ge=
langt
, der 8. bis 10. Teil der Ballons legte eine Strecke von weit
mehr als 100 Kilometer zurück. Die größte Entfernung erreichte
der mit der Nummer 529 vermerkte größere Ballon. Er flog bis
Eger (Tſchechoſlowakei) und trug ſomit ſeinem Abſender den
erſten Preis ein. Intereſſant iſt, daß die mit einer deutſchen
Marke verſehene Poſtkarte von der tſchechiſchen Poſtbehörde ab=
geſtempelt
und befördert wurde. Der Kinderballon Nr. 649 flog
bis Weidenberg als weiteſtem Ort. Die einzelnen Preisträger
werden noch durch die Geſchäftsſtelle des Roten Kreuzes benach=
richtigt
.
* Darmſtädter Fahrplanbuch. Da möglicherweiſe der Bedarf eines
Nachdrucks der ausverkauften Sommerausgabe eintreten wird, bittet die
Schriftleitung des Darmſtädter Fahrplanbuches, Heinrichſtraße 92, um
gefl. Angabe etwa aufgefundener Druckfehler, ſoweit dieſe noch nicht in
den Nachträgen in den drei letzten Freiragsnummern dieſer Zeitung be=
richtigt
ſind.
Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die hieſige Ortsgruppe der R. E.K. beabſichtigt, im kommenden Herbſt
eine Ausſtellung zu veranſtalten, in der alle in Gefangenſchaft angefer=
tigten
Gegenſtände ſowie Lageranſichten, Gruppenbilder, Lagerzeitungen
uſſtv. zur Ausſtellung gelangen ſollen. Wir bitten alle ehem. Kriegsge
fangenen ſowie die Angehörigen verſtorbener Kameraden, alle dergleichen
aus Gefangenſchaft ſtammenden Gegenſtände, die ſelbſtverſtändlich Eigen=
tum
des Beſitzers bleiben, der R. E.K. leihweiſe zur Verfügung zu ſtellen.
Für die Ausſtellung in Frage kommende Gegenſtände wie: Holz= und
Knochenſchnitzavbeiten, Einlegearbeiten, Kunſtſchmiede= und Gravierarbei=
ten
, Bilder von Theater= und ſonſtigen Veranſtaltungen, ganze Lager=
anſichten
, Gebrauchsgegenſtände jeder Art, auch ſelbſtverfertigte, Schul=
arbeiten
, Programme, Lehrpläne uſw. können bei dem Leiter der Ver=
anſtaltung
, Kamerad E. Vöglin, Schloßgaſſe 30, ſowie auf der Geſchäfts=
ſtelle
der R.E.K., Kamerad A. Bock, Luiſenſtraße 38, und bei Kamerad
K. Exner, Lauteſchlägerſtraße 14, gegen Ouittung abgegeben werden.
Auf Wunſch werden die Gegenſtände abgeholt. Näheres im nächſten
Mitteilungsblatt. Letzter Termin 31. Juli 1927.
Das Feſt der Goldenen Hochzeit feiern heute die Eheleute Fried=
rich
Müger und ſeine Ehefrau Chriſtine, geb. Eichner.
Sonderzug nach dem Vogelsberg. Der im Sommerfahrplan vor=
geſehene
, monatlich nur einmal verkehrende Sonntagsausflüglerzug von
Frankfurt a. M. über Offenbach, Hanau nach Hartmannshain im Vo=
gelsberg
wird in dieſem Sommer noch am 3. Juli, am 7. Auguſt und
am 4. September gefahren. Dieſer Zug ſtellt eine gute Verbindung
mit dem Ausflugsgebiet des Vogelsbergs dar. Die Abfahrt erfolgt um
7.06 Uhr vorm. in Frankfurt a. M., in Offeubach um 7.23 Uhr, Hanau
um 8.15 Uhr. Die Ankunft erfolgt um 9.45 Uhr in Hartmannshain.
Dieſer Zug iſt auch mit Sonntagskarten benutzbar.
Vielen Wünſchen entſprechend, werden für die Ausſtellung Alte
Kunſt am Mittelrhein, die im Landesmuſeum bis Ende September ſtatt=
findet
und täglich von 1018 Uhr geöffnet iſt, Dauerkarten im Preife
von 3 Mark herausgegeben. Da die Ausſtellung viele Hunderte von in=
tereſſanten
Werken aus allen Gebieten" der Kunſt zeigt, iſt es unmög=
lich
, daß all das Schöne bei einem einzigen Beſuche gewürdigt werden
kann. Aus dieſem Grunde wird es ſicherlich begrüßt, daß Dauerkarten
zu einem ſo billigen Preiſe abgegeben werden. Sie ſind an der Kaſſe
am Eingang des Landesmuſeums zu haben.
N. V. Auswanderung nach Argentinien. Wie der Evangeliſche Haupt=
verein
für deutſche Auswanderer und Anſiedler in Witzenhauſen an der
Werra mitteilt, wird neuerdings für ein großes Siedlungsunternehmen
in Argentinien Propaganda gemacht. In Flugblättern wird ſelbſt völ=
lig
Mittelloſen die Ausſicht auf den Erwerb eigener Scholle eröffnet.
Es handelt ſich darum, daß die größtenteils in engliſchen Händen be=
findlichen
Eiſenbahngeſellſchaften in Argentinien ein großes gemeinſames
Koloniſationsunternehmen planen. Die Pläne, auch von argentiniſchen
Zeitungen unterſtützt hören ſich vielverſprechend an, und ihre Verwirk=
lichung
wäre ſicher von beſonderer Bedeutung. Bisher iſt aber noch alles
im Werden. Man weiß nicht einmal, wo ſich die im Frage kommenden
Ländereien beſinden, und es bleibt abzuwarten, ob und wie der groß=
zügige
Plan zur Ausführung kommt. Auswanderungswillige, die ſich
durch die Propaganda beſtimmen ließen, jetzt nach Argentinien auszu=
wvandern
, dürften die ſchlimmſten Enttäuſchungen erleben. Man hüte
ſich auch, an unbekannte Stellen Geld, auch in kleinen Beträgen, einzu=
ſenden
. Zuverläſſige Auskunft über die Weiterentwicklung jenes Unter=
ehmens
gibt jederzeit koſtenlos obengenannte Stelle. Um Weiterver=
breitung
vorliegender Nachricht wird gebeten.

Billige Nordſeebäder. Reiſe nach Wilhelmshaven
mit Beſuch von Bremen, Helgoland und Hamburg..
Die Badeverwaltung Wilhelmshaven veranſtaltet unter techniſcher
Leitung der Verkehrsgeſellſchaft Siemer und Co in München in dieſem
Sommer während der Hochſaiſon verſchiedene Sonderfahrten, um In=
tereſſenten
aus Süd= und Weſtdeutſchland den Beſuch des im raſchen
Aufblühen begriffenen Seebades Wilhelmshaven zu beſonders billigen
Preiſen zu ermöglichen. Die erſte Reiſe findet ſtatt in der Zeit vom
17. bis 31. Juli 1927. Der Sonderzug verkehrt am 17./18. Juli von
München nach Wilhelmshaven mit längerem Aufenthalt in Bremen.
Der Aufenthalt im Seebad Wilhelmshaven dauert 12 Tage.
Mancherlei Veranſtaltungen (Bahn= und Schiffsausflüge nach Helgo=
land
, Leuchtturm Roter Sand, Butjadingen, Urwald Neuenburg uſw.,
Konzerte, Strandfeſt mit Schaufliegen, Führungen durch Kriegshafen,
Werft, Heldenfriedhof der Marine u. a.) bieten neben dem täglichen
Badebetrieb reichliche Abwechſlung. Die Rückfahrt erfolgt vom 29. bis
31. Juli über Hamburg mit 1½tägigem Aufenthalt dortſelbſt.
Der Preis der 15tägigen Reiſe ab München und bis München
zurück beträgt einſchließlich Bahnfahrt, Wohnung, voller, reichlicher
Verpflegung, Kurtaxen, Trinkgelder, ſowie verſchiedene Ausflüge und
Veranſtaltungen nur 125 Mk.
Aushünfte und Proſpekte bei Siemer u. Co. Verkehrsgeſellſchaft
m. b. H., München, Herzog=Wilhelmſtraße 33, oder Badeverwaltung
Wilhelmshaven, Rathaus.
2 Ausstellungen
Juni September, 10-19 Uhr (0073a
Landesmuseum Mathildenhöhe

* Bereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Lichtbildervortrag Hohl.
Im Rahmen der von der Vereinigung für Ortsgeſchichte und Hei=
matkunde
Alt=Darmſtadt veranlaßten Vorträge ſprach am Donnerstag
abend in der Eintracht Herr Büihneninſpektor Engelbert Hohl vom
Heſſiſchen Landestheater über die Entwicklung des Theaters
und des Brühnenbildes. Die Wahl des Themas hatte natürlich
in Darmſtadt, der Stadt des lebendigen Theaterintereſſes, eine beſon=
dere
Anziehungskraft ausgeübt, ſodaß eine ſtattliche Zuſchauerzahl den
höchſt intereſſanten Ausführungen des Vortragenden mit Spannung
folgte. Herr Hohl erwähnt, daß von alten Bühneneinrichtungen aus
Holz, die allmählich Bränden zum Opfer fielen, nur noch vereinzelte
erhalten ſind, und erläuterte die einzelnen wichtigen Bühnenſyſteme.
Die Drehbühne kommt nur für Großſtadtbühnen mit wenig wechſeln=
dem
Repertoire und großen plaſtiſchen Dekorationsaufbauten in Frage,
während für Provinztheater, die zahlreiche Opern, Operetten und Schau=
ſpiele
geben müſſen, das Bühnenwagenſyſtem ſich empfiehlt. Als An=
triebsarten
dürfen für Bühnen im allgemeinen nur die elertriſche oder
die hydrauliſche gewählt werden. Einer eingehenden Erörterung unter=
zog
der Vortragende die Feuerlöſcheinrichtungen auf der Bühne und die
Trennung von Bühnenhaus und Zuſchauerraum durch den eiſernen
Abſchluß, der mindeſtens einen Druck von 200250 Kilo pro Quadrat=
meter
aushalten muß. Der Ueberdruck im Brandfalle iſt viel ſtärker,
wie man früher annahm. Gegen Eiſenbeton=Vorhänge ſprechen manche
Momente, wie das hohe Gewicht. Für kleinere Theater genügen Afbeſt=
vorhänge
in eiſernem Rahmen. Neuerdings baut man die Orcheſter=
räume
ein und konſtruiert ein variables Proſzenium, um das Orcheſter
überdecken zu können. Die modernſte Bihnenkonſtruktion, die Drei=
felder
=Zone (Syſtem Linnebach) iſt an dem Neuen Schauſpielhaus in
Chemnitz, der Staatsoper in Dresden und der Hamburger Oper ein=
gebaut
. Dieſe Anlagen, die mit 100 Atmoſphären Druck arbeiten, er=
fordern
ein techniſch ausgezeichnetes Perſonal, entſpricht aber allen.
heutigen Anforderungen. Die Pauſen werden abgekürzt, die Wagen
mit Dekorationen werden unter der Bühne, mitten, hinten und ſeitlich
aufgebaut. So konnte man z. B. bei einem Stück von Kaiſer 13 Ver=
wandlungen
in nur vier Minuten bewältigen. Herr Hohl beſprach
ſodann die Einrichtungen, die in techniſcher Hinſicht beim Neubau von
Theatern zu treffen ſind, je nachdem es ſich um Liebhabertheater, Volks=
theater
, Kurtheater, Schauſpielhäuſer oder Operntheater handelt.
An den Vortrag ſchloß ſich eine ganze Reihe ausgezeichneter Licht=
bilder
an, die der Vortragende erläuterte und die einen ausgezeichneten,
lückenloſen Ueberblick über die Entwicklung des Theater= und Bühnen=
baues
mit all ſeinen verwickelten techniſchen Einrichtungen gaben. Unter
den Bühnenbildern, die den Weg vom Entwurf bis zum fertigen Modell.
zeigten, konnten die Zuſchauer liebe alte und junge Bekannte von
unſerer Darmſtädter Bühne begrüßen. Der erſte Vorſitzende, Herr
Bibliothekar Weber, faßte den Dank der Anweſenden noch einmal im
herzliche Worte zuſammen.
H. W. W.
Lokale Veranſialtungen.
Die bierunter erſchelnenden Nellzen ſind ansſchließlich als Hinwelſe auf Anzelgen in beirachtrn.
in keinem Faſſe irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Fünfte Wanderung. Die Wander=Abteilung der Kaufm.
Stenographen=Geſellſchaft hält am Sonntag, 26. Juni, ihre 5 Wande=
rung
ab Abfahrt vorm. 6.12 Uhr vom Oſtbahnhof nach Fränkiſch=
Crumbach. Hierauf geht es über die Nonroder Höhe, Nuine Roden=
ſtein
, Neunkirchen und zurück nach Groß=Bieberau. Die Führung der
Wanderung liegt in den Händen des Mitglieds Herrn Heiligenthal.
Die Marſchzeit beträgt viereinhalb Stunden. Ruckſackverpflegung. Gäſte
ſind willkommen. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten.
Kunſtnotizen.
Ueber Werſe, Künfſier oder fünſtloriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden dre ihnung
geſchiebt, behält ſich die Redaftlon ihr Urtell vos
Palaſt=Lichtſpiele. Mata=Hari die größte Senſa=
tion
im Film. Die ſchöne Holländerin, die unter dem Namen Mata=
Hari bis 1917 vierzehn Jahre lang mit ihren indiſchen Tempeltänzen
und Kurtiſanen=Künſte die Senſation der Hauptſtädte aller Länder bil=
dete
, und der Könige, Prinzen, Botſchafter, Generäle, Bankiers und
Barone zu Füßen lagen, entſteht jetzt im Film zu neuem Leben.
Ihre feurigen Augen, die eigenartige Färbung ihrer hellen Haut, ihre
wilde Sinnlichkeir, umgaben ſie mit exotiſchem Nimbus, ein Rätſel, ver=
worren
wie das wilde Leben, aber obenſo beſtrickend, wie dieſes. Selbſt
ernſte Forſcher wurden hingeriſſen von dem Taumel ihrer Bajadeven= und
Tempeltänze und glaubten in ihnen die Verkörperung der heißen indi=
ſchen
Liebeslehren, des Kuma Sutram zu erblicken. Angeboren war
ihre grenzenloſe Sinnenfreude, und ſelbſt noch in der Gefängniszelle,
kurz vor der Hinrichtung, warf ſie ihre Kleider ab, um nackt zu tanzen.
Magda Sonia als Mava=Hari führt ihre Rolle glänzend durch und
verſteht es meiſterhaft, die vielen, oft ſchnell wechſelnden Stimmungen,
wiederzugeben.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm: Eine Schrek=
kensnacht
in Sing=Sing‟. Der Kohinoor, der größte Diamant
der Welt, iſt bekannt. Von dem faſt ebenſo wertvollen indiſchen Dia=
manden
Das Auge Indiens hat man bisher wenig gehört. Er iſt im
Beſitze eines indiſchen Nabobs und ſozuſagen die Hauptfigur eines
neuen Foxfilms: Eine Schreckensnacht in Sing=Sing, der ab heute im
Reſidenz=Theater läuft.

Tageskalender für Freitag, den 24. Juni 1927.
Landestheater GroßesHaus, Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr:
Der Bürger als Edelmann. Kleines Haus: Geſchloſſen.
Orpheum, abends 8 Uhr: Gaſtſpiel des Teatro dei Piccoli:
Ali Baba. Konzerte: Schloß=Café; Herrngarten=Café;
Hotel=Reſtaurant Schmitz, Café=Reſtaurant Waldesruhe. Schach=
klub
Darmſtadt abends 8 Uhr im Fürſtenſaal: 10 Partien des
Schachmeiſters Sämiſch. Union=Theater, abends 11 Uhr,
Nachtvorſtellung: Menſchwerdung Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpſele. Theater= Va=
rieté
=Saal Perkeo, Alexanderſtr. 12, abends 8 Uhr: Heitere
Burlesken Landesmuſeum, von 1019 Uhr, Ausſtellung:
Alte Kunſt. Mathildenhöhe, von 1019 Uhr, Ausſtellung:
Neue Kunſt.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 24. Juni: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 25. Juni: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min;
Schrifterklärung. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr. Abends
7 Uhr 15 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 25. Juni: Vorabend 7 Uhr 50 Min. Morgens
8 Uhr. Nachm. 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. Abends 8 Uhr.
Rauſch Chaudeſch Taamus: Donnerstag, den 30. Juni, und
Freitag, den 1. Juli.

[ ][  ][ ]

Seite 6

* Der Einſturz des Fabrikneubaues in Bieber
vor der Großen Straffammer.

Wegen fahrläſſiger Tötung bzw. Körperverletzung haben ſich zu
berantworten: 1. der Architekt Hieronyms, Burkart in Bieber,
2. der Bauundernehmer Joh. Ott in Lämmerſpiel; beide ſind un=
beſtraft
.
Die Lederwarenfabrik Odenweller in Bieber errichtete in der Bahn=
hofſtraße
in Bieber im Anſchluß an den bereits beſtehenden Fabrikaltbau
einen Neubau, der bereits zum zweiten Stockwerk gediehen war, als er
plötzlich em 21. Oktober 1925 einſtürzte. Die Anklage legt den genann=
ten
Perſonen Burkart und Ott zur Laſt, daß ſie bei Errichtung des
Fabrikneubaues minderwertiges Bruchſteinmaterial bei den Fundamen=
tierungsarbeiten
verwandt hätten und auch in weſentlichen Punkten von
dem genehmigten Bauplan abgewichen ſeien. Der Einſturz hatte den
Tod eines Zimmererlehrlings durch Bruch der Halswirbelſäule und die
Körperverletzung dreier weiterer Lehrlinge zur Folge, die verſchüttet
wurden.
Ein richterlicher Augenſchein wurde am 22. Oktober 1925 eingenom=
men
und Lichtbildaufnahmen von der Kataſtrophe angefertigt.
Am 10. Dezember 1926 fand die Verhandlung vor dem Bezirks=
ſchöffengericht
ſtatt. Ein verleſenes Gutachten des Landesgeologen kommt
zum Schluſſe, daß ein Erdbeben, für das Unglück nicht in Frage
kommt. Während der Bauperiode herrſchte regneriſches Wetter, das
ein richtiges Abbinden des Mörtels verhinderte. Ein weiteres Gut=
achten
bezeichnet als Gründe des Einſturzes: die Witterungsverhält=
niſſe
, das minderwertige Bruchſteinmaterial, den minderwertigen Mör=
tel
. Der Neubau ſollte noch vor Beginn des Winters under Dach kom=
men
. Oté hut ſich der Firma Odenweller gegenüber verpflichtet, den
Bau in gutem Material herzuſtellen. Das Urteil erſter Inſtanz er=
kannte
gegen Burkart wegen fahrläſſiger Tötung in Tateinheit mit
fahrläſſiger Körperverletzung auf ſechs Monate Gefängnis und ſprach
Ott frei.
Der Vorſitzende ſchaltet hier ein, daß auch Baugefährdung nach
§ 330 StGB. in Frage komme. Die Einſturzbewegung hat an einer
Stelle begonnen, an der entgegen dem Bauplan Schreinerarbeiten zur
Anbringung einer Tür vorgenommen wurden. Burkart war der bau=
leitende
Architekt, war täglich an der Bauſtelle und üiberwachte den Bau,
wvie auch aus dem Vertrag vom Auguſt 1925 hinſichtlich der übernom=
menen
Verpflichtungen hervorgeht. Fehler ſind beſonders beim Auf=
legen
der Träger gemacht worden. Der Bau wurde mit großer Haſt
uusgeführt. Ott hatte die Maurerarbeiten übernommen, war aber
infolge einer Fußverletzung außerſtande, die Arbeiten zu überwachen,
ſodaß er ſeinen 21jährigen Sohn, der die Offenbacher Baugewerksſchule
abſolviert hatte, mit ſeiner Vertretung betraute.
Die Staatsanwaltſchaft und Burkart haben Berufung verfolgt.
Es ſind fünf Sachverſtändige beſonders aus der Baubranche zur
Stelle. Der ärztliche Sachverſtändige wird unverhört entlaſſen, da die
Tatſache, daß der Tod des Zimmererlehrlings durch den Zuſammenſturz
verurſacht iſt, unbeſtritten feſtſteht.

Die Verteidigung Burkarts führt Rechtsanwalt Neuſchäffer, die
Otts Rechtsanwalt Dr. Lachmann in Offenbach.
Burkart möchte für Abweichung von den Plänen die Bauherrin
verantwortlich machen, wird aber darauf hingewieſen, daß er auch die
Arbeiter vor Gefährdung zu bewahren habe. Er will die Verant=
wortung
abgelehnt haben, hat aber trotzdem die Bauleitung weiter=
geführt
. Burkart gibt zu, der verwendete Mörtel ſei nicht vollwertig
geweſen; der gleiche Mörtel, ſo fügt er bei, ſei auch bei dem nahen
Poſtneubau verwendet worden. Ott will nur mit den Maurerarbeiten
zu tun gehabt haben; als der Bau über Sockelhöhe war, ſchied er
wie ſchon erwähnt infolge einer Verletzung aus den Arbeiten aus.
Ott gibt zu, daß in der Lehmgegend Sand zum Mörtelbereiten
hätte beigeſchafft werden müſſen, nachdem die Arbeiter ihm geſagt hät=
ten
, der Mörtel binde nicht.
Dem Kreisbauamt Offenbach wurde ein Bauplan mit ſtatiſcher Be=
rechnung
eingereicht, an dem nachher mit roter Tinter gemachte Ab=
änderungen
zu bemerken waren. Der Plan wurde genehmigt, mit dem
Bau begonnen, bevor die Pläne zurück waren. Da Ott nichts zu tun
hatte, wurden die Arbeiten forciert. Es war dies im Auguſt 1925. Die
obere Schicht des Bauaushubs wurde zur Mörtelbereitung verwendet,
der ſchlechtere Teil desſelben weggefallen. Eines Tages bemerkte der
Zeuge Fornoff, Mitinhaher der Firma Odenweller, daß ſich die Längs=
wand
werfe, doch verſicherte Burkart, es ſei nichts zu befürchten. Eine
Anweiſung, an Sand oder Zement zu ſparen, wurde ſeitens der Firma
Odenweller nicht gegeben. Wenn erſpart wurde, geſchah es im Intereſſe
Otts. Bauinſpektor Göbel hat dem Zeugen Fornoff erklärt, er habe
nicht die Macht, den Bau einzuſtellen; Göbel äußerte dabei, ſolch ſchie=
fen
Bau habe er noch nicht geſehen. Göbel äußerde am Telephon zu
Fornoff, wie letzterer angibt, der dritte Stock ſei genehmigt, er komme
auf den Bau. Fornoff äußerte dazu, die Träger ſeien aufgelegt wor=
den
gerade ſo, wie ſie gekommen waren. Mauver Seip=Dudenhofen
bekundet, der Speis ſei zu lehmig geweſen, Kies habe dazu gehört; trotz=
dem
wurde weitergemauert. Später zeigte ſich nach der Poſt zu ein
Riß. Die Seite nach der Poſt zu war angelaufen. Die Riſſe, die ſich
zeigten, wurden mit Zement ausgeſchmiert. Der Zeuge Zimmererlehr=
ling
Karth erlitt eine Kopfquetſchung und war bald wieder geſund;
ein weiterer Lehrling erlitt eine Verletzung am Bein.

In der Nachmittagsſitzung äußert ſich ein Sachverſtändiger über die
am 24. Oktober 1925 erhaltenen, ſeitens des Unterſuchungsamtes geprüf=
ten
Mörtelproben. Die Prüfung ergab ein ungünſtiges Verhältnis
zwiſchen Sand und Kalk. Das verwendete Material kann danach nicht
als Mörtel angeſprochen werden. Der Mörtel war entſchieden minder=
wertig
und zog die Nichtbindung nach ſich. Das Mauevwerk konnte den
Druck nicht aushalten und mußte nachgeben. Die Minderwertigkeit des
Mörtels liegt wohl im Kalkmangel. Auch der Mörtel des Poſtneubaus
hatte zu wenig Kalk. Ein Zeuge fand weſentliche Mängel etwa acht
Tage vor dem Einſturz, namentlich zeigten ſich im Mauerwerk des
Kellergeſchoſſes unter dem Trägerwerk Riſſe. Es waren keine Unterlag=
ſteine
genommen, die Mauern waren nach dem Poſtneubau hin nach
innen geneigt. Er riet an, Streberpfeiler einzulaſſen, ſowie Betonie=
rung
im erſten Stock. Der Zeuge äußerte ſich auch als Sachverſtändiger;
er erachtet für möglich, daß der Boden nachgegeben hat, für möglich auch,
daß das Mauerwerk nachgegeben hat, die eigentliche Einſturzgefahr liege
in den Trägern. Eine Kontrolle durch das Bauamt Offenbach hat nur
einmal 1 Tag vor dem Einſturz ſtattgefunden. Es waren Un=
ebenheiten
im Mauerwerk wahrnehmbar, der Bau war nicht in Ovd=
nung
. Dem Bauinſpektor Göbel ſchien die Sache nicht geheuer, er riet,
nicht weiterzubauen, und wollte mit den Herren ſeines Amtes ſprechen.
Der Bau war völlig durchmäßt und machte einen ſchlechten Eindruck. Nach
Bekumdung eines weiteren ſachverſtändigen Zeugen war der Zuſammen=
ſturz
darauf zurückzuführen, daß das Bruchſteinmauerwerk in ſich aus=
einandergeborſten
iſt.
Es folgen nun die Gutachten; als neuer Gutachter wird Prof.
Walbe hier gehört. Er bekundet, daß viele Fehler hier vorgekommen
ſind. Die Fundamente gingen nur 10 Zentimeter unter Kellerfußboden.
Die Steine als glaſige Baſalte waren ungeeignet. Notoriſch iſt, daß der
Mörtel ſchlecht war. Aber auch die Ausführung im Verband war
mangelhaft. Auch das Auflagern der Träger iſt nicht richtig geweſen,
Die ganze Zeit hat es geregnet, was die Verhärtung des Mörtels ver=
hinderte
. Nur Mutmaßungen darüber ſind anzuſtellen, wo der Ein=
ſturz
ſeinen Anfang genommen hat. Es ſcheint dies oberhalb der Kel=
lerdecke
geweſen zu ſein. Der Grund des Einſturzes war die ſchleihte
Ausführung des Mauerwerks. Eine große Menge von Fehlern und
Nachläſſigkeiten kamen bei dem Bau zuſammen.
Die Erhebung weiterer Gutachten hält das Gericht nicht ſür er=
forderlich
.
Der Staatsanwalt, Aſſeſſor Schulz, ſtützt ſich in ſeinen Ausfüh=
rungen
beſonders auf das Walbeſche Gutachten, was er im einzelnen
näher darlegt. Auch den Bauherrn treffe ein gerütteltes Maß von
Schuld in der Anordnung von Sparmaßnahmen. Ott habe für einen
ſachkundigen Vertreter ſorgen müſſen. Das freiſprechende Urteil gegen
Ott ſei aufzuheben; der Strafantrag geht auf 9 Monate Gefängnis.
Der Verteidiger des Burkart ſucht nachzuweiſen, daß die Bauober=
leitung
die Firma Odenweller gehabt habe; die Verantwortung aber
lade ſie auf andere ab. Auch die örtliche Bauleitung habe Burkart nicht
übernommen gehabt. Beſtand keine Rechtspflicht, ſo beſtand auch kein
Verſtoß gegen die geſetzlichen Vorſchriften. Dieſe Vorfrage ſei ent=
ſcheidend
. Der Antrag geht auf Freiſprechung, gegebenenfalls auf eine
angemeſſene Geldſtrafe. Die Baukontrolle müſſe ſchärfer
geübt werden.

Der Verteidiger Otts betont, hier ſei intra et extra muros gefünk
worden. Das Urteil erſter Inſtanz möge beſtätigt werden. Ott he
nicht in Eigennutz gehandelt. Am Tode des Zimmerergeſellen tref
ihn keine Schuld.
Der Staatsanwalt beantragt gegen Burkart 1 Jahr Gefängn
Das Urteil erkennt gegen Burkart auf vier Monate geg
Ott auf drei Monate Gefängnis. Ein moraliſches Mitv=
fchwlden
trifft wohl auch die Firma Odenweller. Aber im höchſt
Maße leichtfertig haben die Angeklagten gehandelt.

Freitag, den 24. Juni 1927

Nummer 173

Die Krieger=Gedächtnisſtätte auf dem Friedhof zu Goß=Umſtadt.
(Nach einer von Herrn Oberlehrer Frey zur Verfügung geſtellten Photographie gezeichnet.)

Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arheilgen, 21. Juni. Kreisturnfeſt. Da für dieſes anfangs
Auguſt in Darmſtadt ſtattfindende Feſt außerordentliche Anforderungen
an den Quartierausſchuß geſtellt werden, es werden etwa 20000 Turne=
rinnen
und Turner an dieſen Tagen in der Landeshauptſtadt weilen,
ſo müſſen auch die Vororte helfend einſpringen. Auch eine große Zahl
Turner, es wird die Zahl von 600 genannt, ſoll am hieſigen Platze
untergebracht wenden. Der hieſige Turnverein ließ darum in dieſen
Tagen bei der Eimwohnerſchaft durch Quartiermacher umfragen, wer
geneigt ſei, für die Feſttage Freiquartiere zur Verfügung zu ſtellen.
Außerdem wurde ſeitens der hieſigen Schulleitung in zuvorkommender
Weiſe das ſogenannte Avemarieſchulhaus in der Unteren Mühlſtraße
zu dieſem Zwecke freigegeben, worin Maſſenquartiere errichtet werden
follen. Dasſelbe befindet ſich in nächſter Nähe der Endſtation der
elektriſchen Bahn und iſt darum hierfür ſehr gelegen. Die Heag hat für
die Feſtzeit verlängerten Nachtbetrieb in Ausſicht geſtellt und ſo ſind die
hieſigen Quartiere zu jederzeit leicht erreichbar. Die hieſige Sport=
vereinigung
04 hat bis auf weiteres ſeine Uebungsſtunden der=
art
geregelt, daß Mitwvochs 1. Fußball: ab 6 Uhr abends die Schüler=
abteilung
, ab 7 Uhr die Liga und die 1. Jugend, 2. Handball und
Leichtathletik: ab 6 Uhr abends die Schülerabteilung, ab 7 Uhr ſämi=
liche
Aktiven und die Jugend üben. Für Samstag iſt 1. Fußball: ab
7 Uhr die Ligareſerve und 2. und 3. Jugendmannſchaft, 2. Handball
und Leichtathletik: ab 7 Uhr für ſänctliche Aktiven und Jugend vor=
geſehen
. Jeder Spieler hat entſprechend ſeiner Zuteilung regelmäßig
und pünktlich zu erſcheinen. Am Sonntag abend hielt die Darm=
ſtädter
Muſikantengilde im hieſigen Gemeindehauſe einen
Singabend ab und zeigte, wie das neue Singen der Jugend für ſie
einer der Wege zur ſoligen Freude iſt, das Singen um ſeiner ſelbſt
willen, nicht um der Darbietung willen, alſo kein Konzert. Alte
deutſche Volksmuſik war es, die das Herz und Ohr erfreuten. Sicherlich
iſt das hier Gehörte auf guten Boden gefallen und findet Nachahmung,
was gewiß großen Anklang finden dürfte.
Griesheim, 23. Juni. Der Geſangverein Liedertafel von hier
beteiligt ſich am kommenden Sonntag als einziger hieſiger Geſangverein
in der zweiten Stadtklaſſe an dem Geſangswettſtreit des Geſangvereins
Sängerbund. Durch die Straßenſperrung Darmſtadt-Büttelborn
fahren jetzt viele Kraftfahrzeuge den Verbindungstveg Griesheim- Büit=
telborn
. Auf Beſchwerde der Gemeinde Büttelborn iſt jetzt dieſer Weg
durch kreisamtliche Verfügung bis auf weiteres für Kroftfahrzeuge ge=
ſperrt
.
* Eberſtadt, 20. Juni. Die Landwirtſchaftliche Bezugs=
und Abſatzgenoſſenſchaft hielt dieſer Tage ihre Hauptver=
ſammlung
ab. Wie aus dem Geſchäftsbericht hervorging, betrug der
Mitgliederſtand am Ende des Geſchäftsjahres 148 Perſonen. Die Ge=
ſamthaftſumme
der Mitglieder beträgt 17 760 RM. Aus der Ver=
mögensbilanz
iſt erſichtlich, daß die Summe der Aktiva 7127,57 RM.
beträgt, während die Summe der Paſſiva 6897,12 RD. ausmacht. Die
Reingewinn beläuft ſich auf B0,45 RM. Die Genoſſenſchaft hat im
allgemeinen eine gute Entwicklung genommen. Die Bürgermeiſterei
teilt mit, daß mit dem Reinigen der Kamine ſeitens der Schornſteinfeger
begonnen worden iſt. Veränderte Badezet. Die Badezeit
im hieſigen Gemeindeſchwimmbad hat beſonders in den Nachmittags=
ſtunden
kleine Aenderungen erfahren. Preisſchießen. Bei
dem erſten Preisſchießen der neugegründeten Schützengruppe der Sol=
datenkameradſchaft
errang Georg Weigand mit 49 Ringen den erſten
Preis. Den zweiten Preis errang Heinrich Kölſch mit 48 Ringen und
den dritten Preis Fritz Bauer mit 47 Ringen. Die Preisverteilung
wurde durch den Vereinsvorſitzenden Ludwig Oſt vorgenommen.
H. Eberſtadt, 23 Juni. Perſonalien. Kontrolleur Wilhelm
Platt iſt zum Oberkontrolleur, Hilfskontrolleur Kolb zum Kon=
trollenr
, beide mit Wirkung vom 1. April 1927 ab, ernannt worden.
* Pfungſtadt, 23. Juni. Jugendtag. Der diesjährige Jugend=
tag
der Pfungſtädter Schulen wird am Freitag dieſer Woche gefeiert.
Die Hauptfeier findet im Hofe des neuen Schulhauſes ſtatt. Dabei wird
eine Feſtanſprache gehalten werden. Gedichtvorträge, Schülerchöre und
Reigenaufführungen werden miteinander abwechſeln. Nach dieſer Feier
ziehen die einzelnen Schulklaſſen unter Führung ihrer Lehrer und
Lehrerinnen in den Wald.
* Roßdorf, 22. Juni. Sechzigjährigen= Geburtstags=
feier
. Einer langjährigen ſchönen Sitte folgend, begingen die im
Jahre 1867 dahien Geborenen am Sonntag hier gemeinſam ihren Ge=
burtstag
. Faſt ohne Ausnahme hatten die ehemaligen Schulkameradin=
nen
und =kameraden der Einladung des Kameraden Friedrich Wilhelm
Becker Folge geleiſtet. Um 9½ Uhr vormittags trafen ſich die Teil.
nehmer vollzählig zum gemeinſamen Kirchgang, und mit warmem
Händedruck begrüßten ſich alle. Herr Pfarrer Berck hielt eine der
Weihe des Tages angepaßte, zu Herzen gehende Predigt. Anſchließend
daran wurden die Gräber der inzwiſchen verſtorbenen Kameradinnen
und Kameraden beſucht und unter ehrenden Worten Kränze nieder=
gelegt
. Nachmittags 3 Uhr fanden ſich die Teilnehmer im Saale Zum
goldenen Stern (Barth) wieder zuſammen. Kamerad Jakob Löffler,
Pläſterermeiſter, Darmſtadt, begrüßte alle Erſchienenen aufs herzlichſte

und wies in ſinnvollen Worten auf den Zweck der Zuſammenkunft hin.
Frau Baumann, die Tochter der Kameradin Eliſabeth Korndörfer, trug
einen gut angepaßten Prolog vor. Der Geſangverein Konkordia
unter Leitung ſeines bewährten Dirigenten, Herrn Lehrers Hackemer,
erfreute die Anweſenden durch paſſende Geſangsvorträge. Reicher Bei=
fall
lohnte die Vortragenden. Bei Anſprachen, Darbietungen der ver
ſchiedenſten Art entſchwanden die wirklich ſchönen, von echt kamerad=
ſchaftlichem
Geiſte getragenen Stunden nur allzu ſchnell. Nicht uner=
wvähnt
ſoll bleiben, daß das Gaſthaus Barth für Speiſen und Getränke
beſtens geſargt hatte. Der hieſige Turnverein D. T. begeht am kom=
menden
Samstag, Sonntag und Montag die Feier ſeines fünfzigjährigen
Beſtehens. Ein Fackelzug am Samstag abend wird das Feſt einleitn.
Anſchließend findet auf dem Feſtplatz die Einleitungsfeier ſtatt. Muſilo
iſche, geſangliche und turneriſche Darbietungen werden miteinander
rbweichſeln. Ein Wecken wird den Hauptfeſttag einleiten, und gemein=
ſamer
Kirchgang und Feierſtumde in der Turnhalle werden der Erinne=
rung
geweiht ſein. Nachmittags um 2 Uhr wird ſich ein großer Feſtzug
durch die Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz bewegen. Dortſelbſt wird Herr
Pfarrer Berck die Feſtrede halten, turneriſche Vorführungen werden mit
gefanglichen und muſikaliſchen Vorträgen das Hauptprogramm bilden.
Abends iſt dann Feſtball im Saale zur Sonne und Tanz auf dem Feſt=
platz
. Am Montag iſt Volksfeſt auf dem Feſtplatz und ein großes
Feuerwerk wird das Feſt beſchließen. Da alle Roßdörfer Vereine ihre
Beteiligung zugeſagt haben und auch eine große Anzahl auswärtiger
Gäſte erwartet wird, dürfte mit einem Feſt großen Stils gerechnet
werden An die Einwohnerſchaft Roßdorfs aber ergeht die Bitte, daß
ihre zum Gelingen des Feſtes beizutragen dadurch, daß ſie ihren Häuſern
feſtlichen Schmuck verleihen, und durch eifrigen Beſuch des Feſtes ihrer
Sympathie für den Jubelverein Ausdruck geben.
* Roßdorf, 23. Juni. Zwangsverſt eigerung. Am 30. d.
M., nachm. 5½4 Uhr, werden auf dem Rathauſe die Grundſtücke der ver=
ſtorbenen
Adam Albert Eheleute (darunter auch das Haus) zur Ausein=
anderſetzung
der Erbengemeinſchaft durch das Amtsgericht 2 Darmſtadt
öffentlich verſteigert Der ſeit 8. d. M. vermißte Steinbrucharbeiter
Friedrich Leopold Emig wurde erſt vorgeſtern zufällig von einem Darm=
ſtädter
Fuhrmann in der Nähe des Beſſunger Forſthauſes, zwiſchen
Heuweg und der Bahnlinie, im Gebüſch liegend aufgefunden. Die Leiche
war infolge ſtarker Verweſung faſt nicht mehr erkenntlich. Mit dem m!
unmittelbarer Nähe liegenden Taſchenmeſſer hat ſich Emig offenbar die?
Pulsader durchſchnitten. Der Grund zur Tat dürfte in Schwermt:
liegen.
Groß=Bieberau, 23. Juni. Sängerfeſt. Wie bereits gemel=
det
, ſind zu dem am 25., 26. und 27. d. M. hier ſtattfindenden 70jährie
gen Gründungsfeſt des Männergeſangvereins Eintracht, verbunden 2
mit Fahnenweihe und Wertungsſingen des Gerſprenzgaues, umfaſſende:
Vorbereitungen getroffen. Es iſt dringend zu empfehlen, ſich ſchon am 2
Samstag zum Feſte hier einzufinden, denn abends 8 Uhr gibt es einen ?
Fackelzug unter Beteiligung der ſchon anweſenden auswärtigen Ver
eine und ſämtlicher Ortsvereine, an den ſich die akademiſche Feier auf 1
dem Feſtplatz (dem 15 000 Quadratmeter großen Sportplatz) anſchliebt.
Der Hauptanziehungspunkt am Saustag abend, dürfte wohl das von?
der hieſigen Adlerdrogerie (Inhaber Gg. Becker) gelieferte Brillantfeuen
werk ſein, das alles bisher in hieſiger Gegend Gezeigte dieſer Art i.
den Schatten ſtellen ſoll.
* Groß=Zimmern, 23. Juni. Es iſt den Kegelſportfreunden kone‟
menden Sonntag nochmals Gelegenheit gegeben, ſich an dem Preiskegeln4
bei Gaſtwirt Dietrich zu beteiligen. Am darauffolgenden Sonntag, dened
3. Juli ds. Js., findet der Abſchluß und Stechtag ſtatt, verbunden wic
großem Gartenkonert.
r. Babenhauſen, 23. Juni. Die Heuernte iſt ſeit einigen Tagel.
hier in vollem Gange. Ueberall ſieht man in der Frühe und alß-
Abend die Landwirte auf den Wieſen eifrig bei der Arbeit. Man bei
ſpricht ſich bei dem durch das naſſe Frühjahr geförderten üppigen Grſs
beſtand eine gute Ernte. Die Spargelernte, die durch deie
kühlen Monat Mai nur als eine Mittelernte bezeichnet werden kälu
wird im Laufe dieſer Woche ihr Ende erreichen. In den letzten Jchre
wurden hier und in der Umgebung (Harreshauſen) viele Neuanlagi
geſchaffen, ſo daß die Landwirte, um ſich einen größeren Abſatz zu bele
ſchaffen, daran denken, im nächſten Jahre hier einen Spargelmarkt d"
errichten. Der Veteranen= und Militärverein Babenhauſen=Harke*
hauſen hält kommenden Sonntag in Harreshauſen im Gaſthaus nDie
ſchönen Eiche ſeine 2. ordentliche Generalverſammlung ab=
wirkk
abſtoßend.
Häßlich gefärbie
Ubler Handgerueh schne enſtell-
das
ſchönſte And=
litz
. Beide Schön=
heitsfehler
werden oft ſchon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfriſchenoe.-
Zahnpaſte Chlorodont beſeitigt. Die Zähne erhalten ſchon nach kurzem De
brauch einen wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seitenflächen, bei gleick"
zeitiger Benutzung der dafür eigens konſtruierten Chlorodont-Zann."
bürste mit gezahntem Borſtenſchnitt. Faulende Speiſereſte in den Z0ye
zwiſchenräumen als Urſache des üblen Mundgeruchs werden gründlich damit Ve
ſeitigt. Verſuchen Sie es zunächſt mit einer Tube zu 60 Pf. Chlorodohe-
Zahnbürste für Kinder 70 Pf., für Damen Mk. 1.25 (weiche Borſtenl,lt
Herren Mk. 1.25 (harte Borſten). Nur echt in blau=grüner Originalpachung Niee
der Aufſchrift Chlorodont. Ueberall zu haben.
(I.Dr. 903)

[ ][  ][ ]

Nummer 173

Freitag, den 24 Juni 1927

Seite 7

EEine furchtbare Bluttat in Michelſiadt i. O.
Geſtern vormittag kurz vor 7 Uhr ereignete ſich hier eine furchtbare
ſſrattat, die zwei Menſchenleben forderte. Der ledige 28 Jahre alte
ſcreuhmacher Karl Beimert erſchoß ſeine Geliebte, die ledige Lina
ummer, 23 Jahre alt, auf dem Wege zu ihrer Arbeitsſtätte, und
rarchte ſich alsdann ſelbſt einen Schuß in die Schläfe bei. Zur Tat
nmitzte der junge Mann einen Armeerevolver. Er und das Mädchen
urren ſofor tot. In ſeiner linken Hand hatte Beimert einen Zettel,
ui. dem ſtand, daß das Leben keinen Wert mehr ſür ihn habe. Dieſes
iarriftſtück war in der Nacht um 12 Uhr geſchrieben worden.
Ueber das Verhältnis des Beimert zur Zimmer erhalten wir fol=
De Einzelheiten: Seit einer Reihe von Jahren unterhielt B. einen
eren Verkehr zur Zimmer, dem auch ein heute etwa 3 Jahre altes
.Kd entſtammt. Von ſeiten der Eltern wurde das Zuſammentreffen
beiden jungen Leute nach jeder Richtung hin unterbunden. Die
inorn waren entſchieden gegen eine Heirat. Es kam deshalb des öfte=
zu
größeren Stveitigkeiten zwiſchen dem B. und dem Vater der 3.,
pozei in einem Falle der Letztere von B. derart mißhandelt wurde,
die Sache ein gerichtliches Nachſpiel hatte, das dem Täter eine Ge=
ugnisſtrafe
von mehreren Wochen eintrug, auf die ihm jedoch nach=
äl
lich Bewährungsfriſt gegeben wurde. Um nun eine Trennung der
ſioen zu erreichen, ſollte das Mädchen in den nächſſten Tagen eine Stel=
mn
, angeblich im Auslande, antreten. Von dieſem Vorhaben dürfte
verfahren haben. Der Tat geſtern vormittag ſoll eine ziemlich er=
ee
Auseinanderſetzung vorausgegangen ſein, was verſchiedene Zeu=
die
den beiden auf dem Wege begegneten, übereinſtimmend bekunde=
Auf einem Seitenweg, unweit der belebten Bahnhofſtraße, dem
ann. Wieſenweg, zog B. plötzlich den Revolver und verübte die ſchreck=
Tat.
Aus dem Gerſprenztal, 21. Juni. Heuernte und Stand
Feldfrüchte. Die ſeit voriger Woche eingeſetzte gute Witte=
wa
konrmt der Heuernte, mit der unſere Landwirte jetzt beſchäftigt
19. ſehr zuſtatten. Das Heuen wird innerhalb weniger Tage beendet
n. Wenn auch der Ertrag des Wieſenheues im allgemeinen faſt um
a/Drittel in dieſem Jahre hinter dem Dunchſchnitt zurückbleibt, ſo
U. dafür das Feldfutter (Klee= und Graspflanzungen) um ſo beſſer
8 Die Kartoffeläcker und Dickwurzgeſvächſe ſehen ſehr gut aus.
ſen=iger gut iſt der Stand der Sommerfrucht, beſonders iſt der Hafer,
ſſan Gedeihen von warmer und feuchter Witterung im Fruhjahr ab=
mtut
, infolge des kühlen, trockenen Maiwetters im Wachstum ſehr
ro ckgeblieben. In manchen Lagen ſind auch die Haferfelder ſtark von
an=aut (Hederich) überwuchert.
* Erbach i. O., 23. Juni. Der Gau Mümling=Süd des ſüdweſt=
uuſſchen
Sportverbandes für Kleinkaliberſchießen hat ſeine Vereine zum
e5 ährigen offiziellen Gauſchießen für Sonntag, den 3. Juli d. J.,
d. Unter=Moſſau eingeladen. Das Treffen der Schüitzenkameraden un=
zas
näheren Umgebung verſpricht ſehr ſcharfe Konkurrenzen. Die
ſaurnſchaften des Erbacher Vereins wurden in einer geſtrigen Sitzulug
BWorſtandes zuſammengeſtellt. Der Umſtand, daß unſere Leute in
nlletzten Sonntagen vorher das Vereinsmeiſterſchaftsſchießen beenden,
uniſofern günſtig, als dieſelben dadurch ein ſehr gutes und wirkſames
a ning hinter ſich haben, das hoffentlich in Moſſau ſich für uns gün=
nnauswirken
wird. Das Reſultat der Vereinsmeiſterſchaft in Klaſſe 0
6 bereits feſt. Der vorjährige Vereinsmeiſter Ludwig Ehrhardt,
tar unſerer Beſten, wußte die Siegespalme unſerem rührigen Schieß=
tax
, Kamerad Friedel Schneider, überlaſſen. Neſultat: 1183 Ninge,
nerr 1172 im Vorjahre. Uebungsſchießen finden auf unſeren Ständen
namäßig Sonntags ſtatt. Unter allgemeiner Anteilnahme der Be=
Umn rung wurde geſtern nachmittag im Erbbegräbnis der Familie Sachs
F dem hieſigen Friedhof Herr Oberlandwirtſchaftsrat Dr. Heinrich
.. Vortragender Rat im Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft,
igl=ſetzt. Die Grabrede hielt Herr Pfarrer Scriba, ein naher Ver=
inſöter
des Verſtorbenen. In Damſtadt hatte bereits am Morgen
te: Trauerfeier ſtattgefunden. Welch hoher Achtung und Wertſchätzung
ſHherr Oberlandwirtſchaftsrat Dr. May bei ſeiner vorgeſetzten Be=
Erix, bei ſeinen Kollegen und früheren Schüilern erfreute, bewies die
ofe Zahl von Kranzſpenden und ehrenden Nachrufe, die ihm als
tu Grüße gewidmet wurden. So ſprach im Namen des Herrn Mini=
ei
Naab und für das Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft Herr
twäſterialdirektor Dr. Uebel, für die heſſiſche Landwirtſchaftskammer
m. Oekonomierat Heil=Habitzheim. für den Verein höherer landwirt=
gürlicher
Beamten ein Vertreter desſelben, für die Vereinigung ehem.
hüller der landwirtſchaftlichen Schule zu Michelſtadt Herr Bürger=
ſiſter
Meiſinger=Kirch=Brombach, für die Vereinigung der Schüler der
tovirtſchaftlichen Schule zu Lich ein Vertreter derſelben.
* Rimhorn, 23. Juni. Feuerwehrfeſt. 35 Jahre ſind ver=
ſſom
, ſeit in Rimhorn, unſerem gern beſuchten, freundlichen Oden=
KaDorf, ein Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen werden konnte.
nukommenden Sonntag, den 26. Juni, wird deshalb die Freiwillige
uerwehr ihr 35jähriges Stiftungsfeſt feierlich begehen. Eine ſtatt=
el
Anzahl fremder Wehren wird an jenem Tag nach Rinhorn eilen,
unit ihren Kameraden einige frohe Stunden zu verleben. Die Rim=
imer
Bevölkerung wird ihr Möglichſtes tun, um recht vielen Gäſten
Wiederkommen zu erleichtern.
Breitenbrunn, 23. Juni. Nachdem unſer ſeitheriger Beigeord=
ei
. Johannes Sceger zum Oberhaupt unſerer Gemeinde gewählt und
hllbeſtätigt worden war, mußte zur Wahl eines neuen Beigeordneten
fhritten werden. Die hieſige Outsgruppe des Bauernbundes ſtellte in
ei. Liſte Landwirt Michael Schäfer 2. zum Beigeordneten auf. Da
nſlbis heute kein anderer Vorſchlag gemacht worden iſt, gilt Michael
viu er 2. für gewählt.
.. Aus dem Kreiſe Erbach, 23. Juni. Auch dieſem Herbſt wird wie=
4 nin wiſſenſchaftlicher Kurſus in Stockheim bei Michelſtadt abgehalten,
8 xwar vorausſichtlich am 11. und 12. Oktober. Schon eine Reihe von
ynen finden derartige Veranſtaltungen ſtatt ud werden hauptſächlich
2 Wfarrern und Lehrern, aber auch von anderen Damem und Herren
buaet, die Intereſſe für dieſe Fragen haben. Für diesmal ſind als
Zen enten gewonnen: Geheimrat D. Dr Krüger=Gießen, Profeſſor
WWeckeſſer=Karlsruhe und Lie. Dr. Weiſer=Heidelberg. Folgende
Em=ata ſind Gegenſtand der Vorträge und der Diskuſſion: Der
tſhe Idealismus und das Chriſtentum. Die parapſychologiſche
4ſayng der Gegenwart und ihre Bedeutung für Neligion und Neli=
nitzwwiſſenſchaft
und Die religionsfeindlichen Nichtungen der Gegei=
Reichelsheim i. O., 23. Juni. Unfall in einem Dampf=
zu
=werk. Einem in dem Sägewerk der Firma Valentin Volk hier
Eiftigten verheirateten Mann drang die Kreisſäge derart in den
B. daß der Dünndarm verletzt wurde. Nach Einlieferung in ein
am ſtädter Krankenhaus mußte ſich der Schwerverletzte einer Operation
ensiehen, die einen guten Verlauf nahm. Einweihung des
Gwimmbades. Die Arbeiten an dem großen, herrlich gelegenen
emmerſchwimm=, Sonnen= und Luftbad ſind nun ſowveit fortgeſchritten,
9 zrie Einweihungsfeierlichkeiten auf Samstag, den 2. Juli, und fol=
Derr Sonntag feſtgeſetzt worden ſind. Auswärtige Schwimmvereine
tdem an der Eröffnung teilnehmen.
Fürth, 22. Juni. Brand. Im benachbarten Ellenbach ſhlug
2Aälitz in eine Telephonanlage der Ziegelei Zeiß und entzündete die
kam, die zuerſt langſam glimmten, aber durch den ſtarken Wind
rd2 das Feuer mächtig entfacht, und ehe man es hindern konnte,
d die Ziegelei in hellen Flammen und brannte völlig nieder. Be=
ſeü
erung. Der ſchon über zehn Jahre an der hieſigen Finanz=
vangeſtellte
Steueraſſiſtent Joh. Joſ. Kilian wurde zum Steuer=
ſetär
ernannt.
* Affolterbach, 21. Juni. Die vom Landwirtſchaftsamt Heppen=
mogemeinſam
mit der Landwirtſchaftlichen Zentralgenoſſenſchaft ver=
galntete
Vorführung von Gras=Mähmaſchinen erſtreute ſich eines guten eine erhebende Feier des evangeliſchen Kirchengeſanges, denn 250 Sänger
zugses der Landwirte von nah und fern. Landw.=Rat Dr. Bäumer,
dummheim, eröffnete die Veranſtaltung und wies in kurzen Worten
dnnnacheinander ein Krupp=Grasmäher für Kuh= und einer für Pferde= des Herrn Lehrers Stork=Altenſtadt dvei Chöre vortrug: Der Herr iſt
hannung in Tätigkeit vorgeführt. Die Maſchinen arbeiteten zur
een. Zufriedenheit. 2 Tage ſpäter fand unter der Leitung von Direk= ſchönſte Zier und Kleinod biſt auf Erden Du, Herr Jeſu Chriſt‟. Es
Drr. Schül, Heppenheim, in Mörlenbach eine ähnliche Veranſtaltung
Hier begegnete beſonders der Grasmäher für Kuhbeſpannung
geyneinem Intereſſe.
*2Aus dem Gorxheimer Tal, 22. Juni. Eingeſtellt. Die Kraft=
Fakörten auf der Straße Oberflockenbach-Rittenweier mußten wegen
ſen tabilität wieder eingeſtellt werden.
Von der Bergſtraße, 22. Juni. Schadenfeugr. In dem
Bychaufe des Bürgermeiſters Hofmann in Hemsbach brach geſtern
der aus, das in kurzer Zeit das ganze Gebäude ergriff. Das Vieh beachtliche Leiſtungen geboten, die erkennen ließen, daß dem evangeliſchen
ſat; glücklicherweiſe noch gerettet werden, das aufbewahrte Getreide
uvurde ein Raub der Flammen. Das Feuer wurde auf ſeinen
Albeſchräntt. Bienenwirtſchaftliche Ausſtellung. Willkommensrede, begrüßte zu Beginn, dieſer Nachfeier Herr Dekan
Eöfllich des 60jährigen Stiftungsfeſtes des Bienenzuchtvereins Wein=
N zwurde beſchloſſen. Ende September daſelbſt eine bienenwirtſchaft=
Musſtellung zu veranſtalten. Hiermit ſoll eine Obſt= Gartenbau=, Wort: Singet dem Herrn ein neues Lied, letzterer über Aufgaben und
umen= und Weinbau=Ausſtellung verbunden werden. Man hofft auf Pflichten eines evangeliſchen Kirchengeſangvereins. Nicht vergeſſen ſoll
große Beteiligung, auch von ſeiten des Nachbarſtaates Heſſen.
* Hirſchhorn, 23. Juni. Waſſerſtand des Neckars am

mni: 1.18 Meter; am 23. Juni: 1,04 Meter,
/Gernsheim, 23. Juni, Waſſerſtand des
Inmmi: 2.05 Meter.

Nheins am

Lorſch, 21. Juni. 50jähriges Stiftungsfeſt der Frei=
willigen
Feuerwehr. Die hieſige Freiwillige Feuerwehr feiert=
das
Feſt ihres halbjahrhundertjährigen, ehrenvollen Beſtehens. Bereits
am Samstag wurde das Feſt eingeleitet durch einen großen, impoſanten
Fackelzug, der ſich durch die Ortsſtraßen nach dem ſchönen Feſtplatz be=
wegte
. Nach Einzug des unendlich langen Fackelzuges herrſchte allent=
halben
reges Leben, das ſich bis in die ſpäte Nachtſtunde hinzog. Am
gleichen Abend fand auch die Ehrung von vier Vereinsjubilaren, die
als Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr an dem Feſte teilnahmen,
ſtatt. Am Sonntag früh ertönte der Weckruf, darauf Kirchenparade und
Empfang der auswärtigen Vereine. Um 10 Uhr fand eine Inſpektion
der hieſigen Freivilligen Feuerwehr auf dem Marktplatze ſtatt. Das
größte Intereſſe jedoch fand der in zirka 80 Nummern zuſammengeſtellte
Feſtzug, der ſich am Nachmittag durch die Ortsſtraßen bewegte. Be=
ſonders
ſtark intereſſierte ſich die Menge, die ſämtliche Straßen, durch
die der Feſtzug kam, ſtark beſetzt hielt, für die hiſtoriſchen Wagen und
Gruppen. Doch gebührt auch allen anderen Gruppen ein Lob für die
allgemein ſchöne Zuſammenarbeit, die dem Ganzen ein äußerſt feſtliches
Gepräge gab. Auf dem Feſtplatz angekommen, folgten alsbald Muſik=
vorträge
, Anſprachen, ein ſehr ſchön vorgetragener Prolog, ſowie die
Feſtrede, die von Herrn Dr. Degen gehalten wurde. Als auch das
Wetter ſich nach und nach rollends aufheiterte, erreichte das herrliche
Feſt alsbald ſeinen Höhepunkt und wird ſicherlich noch lange allen
Teilnehmern in freudiger Erinnerung bleiben.
* Biblis, 23. Juni. Unfall. Beim Holzſägen geriet der Säge=
werksbeſitzer
Barth in ſeine eigene Bandſäge. Er kam mit dem rechten
Beine dem Sägeblatte zu nahe und wurde ihm die Wade vollſtändig
durchſägt. Ein hieſiger Arzt brachte den Schwewerletzten nach An=
legung
eines Notverbandes mit ſeinem Auto in deſſen Wohnung.
Motorradbrand. Einem junger Metzger von Bürſtadt mit
einem hieſigen Metzgergeſellen auf dem Sozius war der Benzin ausge=
gangen
, worauf er noch in ſtäter Abendſtunde hier tankte. Dabei muß
wohl der Benzintank übergelaufen ſein, denn als der Fahrer die Lampe
in Brand ſteckte, erfolgte plötzlich eine leichte Exploſion und das Motor=
rad
brannte lichterloh. Zum Glück wurde niemand verletzt.
* Stockſtadt a. Rh., 23. Juni. Lehrerjubiläum. In dieſen
Tagen konnte Lehrer Mauer auf eine 25jährige Wirkſamkeit in Stock=
ſtadt
zumickblicken. Lehrer Mauer hat ſich als Heimatſchriftſteller einen
beſonderen Ruf erworben.
nk. Rüfſelsheim, 23. Juni. Schwerer Unfall. Dienstag, nach=
mittags
4 Uhr, geriet der 19jähriger Schreiner Schulmeher aus Mör=
felden
in eine Holzbearbeitungsmaſchine und wurde am Körper ſchwer
zugerichtet, ſo daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt wird. In der
Abteilung Werkzeugbau in den Opelwerken gerieten zwei Arbeiter in
Wortwechſel. Dabei diente ein Werkzeug (Dreikantſchaber) als Waffe,
wodurch der eine Arbeiter eine Verletzung am Arm davontrug.
nk. Raunheim, 23. Juni. Ein bei der Firma Opel in Rüſſelsheim
beſchäftigter Arbeiter namens Leonhardt von hier bot in der vorigen
Woche einem ebenfalls in den Opelwerken beſchäftigten Arbeiter namens
Back aus Mainz ſein Motorrad zum Verkaufe an. Nachdem beide das
Rad probiert hatten, bat der angebliche Käufer, einmal allein damit
fahren zu dürfen, was ihm auch gewährt wurde. Dieſen alten Trick be=
nutzte
der Back und verſchwand. Erſt jetzt, nach einer Woche, wo der
angebliche Motorxadkäufer in den Opelwerken ſeine Papiere empfangen
wollte, konnte der Täter der Polizei überführt werden. Das Motorrad
iſt nun total defekt und der Ausreißer infolge Unglücksfalles verletzt.
* Langen, 23. Juni. Unfall. An der Straßenkreuzung Egels=
bacher
und Darmſtädter Landſtraße ſtioß abends ein Auto mit einem
Motorradfahrer zuſammen. Der hintere Teil des Motorrades ging
völlig in Trümmer. Der Beifahrer mußte ſchwerverletzt ins Langener
Kreiskrankenhaus gebracht werden. Auch der Lenker des Motorrades
zog ſich größere Verletzungen zu.
* Egelsbach, 22. Juni. Der Zweigverein Offenbach=Langen der
Guſtav=Adolf=Stiftung hat hier ſein Jahresfeſt gefeiert. Programm und
Verlanf des Feſtes bewieſen, daß keine Mühe und Arbeit geſcheut
wurden, um den Freunden der Guſtav=Adolf=Sache einige erhebende und
genußreiche Stunden zu bereiten. Das gilt ſowohl von dem Jugend=
gottesdienſt
wie auch von dem Feſtgottesdienſt in der ſchönen, geſchmick=
ten
Kirche, mit der packenden Predigt von Pfarrer Germer aus Bingen
und der außerordentlich eindrucksſtarken Anſprache des Vorſitzenden,
Pfarrer Weiß aus Bieber, der auch am Vormittag zur Jugend redete.
Das gilt beſonders auch von der ſehr zahlreich beſuchten Nachverſamm=
lung
. Ein reichhaltiges Programm lag ihr zugrunde. Die Begrüßung
des Ortspfarrers Hartmann, dem ja das weſentliche Verdienſt um das
ſchöne Feſt zufällt, die Anſprache des Vertreters des Hauptvorſtandes,
Studienrates Dr. Zimmermann aus Darmſtadt, der Rechenſchaftsbericht
von Pfarrer Weber, Dietzenbach, die Ausführungen der beiden Haupt=
redner
, des Feſtpredigers Germer und des Pfarrers Meyer aus Frank=
furt
, der lange Jahre im Ausland, in Aegypten, im Dienſte der Diaſpora
ſtand, und durch ſeine plaſtiſchen Schilderungen die Zuhörer beſonders
feſſelte, fanden reichen Beifall. Aber nicht minder die muſikaliſchen
und deklamatoriſchen Darbietungen, die mit den Reden wechſelten. Die
Darbietungen des Frankfurter Celliſten Uhrhan, die für Klavier,
Violine und Flöte von Brück, Lemper, Hartmann und Quick, die Lieder
von Lehrer Breier, den Damen Metzler und Seriba, die uns im Gottes=
dienſt
ſchon durch ihre Kunſt erfreuten, ſeien rühmlichſt genannt. Be=
ſonderes
Lob verdient aber auch die Egelsbacher Jugend ſür ihre ſchönen
Gedichte und vor allem für das Feſtſpiel, das in ergreifender Weiſe von
dem Kampf um Glaube und Heimat früherer Zeiten kündete. Der
Zweigverein Offenbach=Langen darf mit Stolz auf ſein wohlgelungenes
Jahresfeſt zurückblicken.
* Dietzenbach bei Offenbach, 23. Juni. Zuſammenſtoß. Ecke
Babenhauſer= und Schmittſtraße ſtieß ein Motorradfahrer mit einem
anderen Motorradfahrer zuſammen. Die Räder wurden ſtark demoliert.
Glücklicherweiſe kamen die Lenker der Motorräder ohne ſchlimmere Ver=
letzugen
davon.
Rheinheſſen.
* Worms, B Juni. Selbſtmord. Heute vormittag durch=
ſchnitt
ſich in ſelbſtwörderiſcher Abſicht ein in der Zornſtraße wohn=
hafter
B Jahre alter verheirateter, ſtellenloſer Drogiſt die Pulsadern
an beiden Armen. Ehe irgend welche Hilfe gebracht werden konnte, hatte
ſich der Schwerverletzte verblutet, ſo daß der Tod ſofort eintrat. Die
Urſache zu dieſer unglückſeligen Tat ſoll in wirtſchaftlicher Not be=
gründet
liegen.
bg. Nieder=Ingelheim, 22. Juni. Die Beſitzer der ſog. Wäſchbach
haben ſich bereit erklärt, den Tümpel, der eine wahre Schnakenbrutſtätte
iſt, an die Gemeinde abzutreten. Hierdurch wird es möglich, dieſes allen
hygieniſchen Anforderungen widerſprechende, mitten im Ort gelegene
übelriechende Wahrzeichen von Nieder=Ingelheim zu beſeitigen. Wegen
Gewährung einer Gegenleiſtung ſchweben zurzeit noch Verhandlungen
mit den bisherigen Beſitzern. Der Gemeinderat beſchäftigte ſich in ſeiner
letzten Sitzung u. a. auch mit einem Antrag auf Einführung der Bier=
ſteuer
. Dieſer Antrag wurde abgelehnt und eine Eingabe des Gaſtwirte,
verbandes damit für erledigt erklärt. Für das den beiden Gemeinden,
Ober= und Nieder=Ingelheim gemeinſam gehövige Kindererholungsheim
im Ingelheimer Wald, das am Montag ſeine diesjährige Tätigkeit er=
öffnete
, waren von hier 30 Knaben angemeldet worden. Von dieſen ſind
aber nur 19 erſchienen. Die Gründe ſind angeblich unbekannt, dürſten warm und in der Hauptſache trocken.
jedoch in der Beſſerung der wirtſchaftlichen Lage zu finden ſein.

Oberheſſen.

* Altenſtadt, 22. Jumi. Hier fand das Kirchengeſangsver=
einsfeſt
des evangeliſchen Dekanats Rodheim v. d. H. ſtatt. Es war
und Sängerinnen waven zuſammengekommen, die evangel. Kirchengeſang=
vereine
von Altzenſtadt, Büdesheim, Groß=Karben, Höchſt a. d. N., Nie=
4 doen Zweck der Vorüihrung und die Bedeutung der Maſchinen= der=Erlenbach, Nicder=Eſchbach, Oberau, Nommelhauſen und Vilbel ver=
oründung
im heutigen landwirtſchaftlichen Betrieb hin. Gs wurden einten ſich im Feſtgottesdienſt zu einem Geſamtchor, der unter Leitung
mein getveuer Hirte, Jauchzt alle Lande, Gott zu Ehren und Mein
war dies ein ſchönes Zeugnis für die Mühe und Arbeit der Dirigenten
der einzelnen Vereine, mühelos und harmoniſch fügten ſich die einzelnen
Chöre zu einem Chor zuſammen. Die Liturgie hielt. Herr Dekan
Heußel=Altenſtadt, die Feſtpredigt Herr Pfarrer Weber=Kaichen. Am
Spätnachmittag fand, ebenfalls m der Kirche, eine Nachverſammlung
ſtatt, zu der auch der Superintendent von Oberheſſen, Herr Oberkirchen=
rat
Wagner=Gießen, erſchienen war. In dieſer Nachverſammlung kamen
nun die Chöre einzeln zu Wort, und es wurden durchweg wirklich recht
Kirchengeſang als auch dem deutſchen Volkslied in den einzelnen Vereimen
eine Stätte der Pflege und der Liebe entſtanden iſt. In einer herzlichen
Heußel die Erſchienenen. Ferner ſprachen noch Herr Oberkinchenrat Wag=
ner
=Gießen und Herr Pfarrer Freundlieb=Vilbel, der erſtere über das
werden, der Gemeinde Altenſtadt auch an dieſer Stelle herzlich zu danken
für die große Gaſtfreundſchaft, mit der ſie die auswärtigen Sänger auf=
genommen
und bewirtet hat. Möge dieſer Feſttag evangeliſchen Kirchen=
geſanges
ein neuer Antrieb geweſen ſein zur freudigen Bejahung des
Wortes: Singet dem Herrn ein neues Lied!

Frfebberg i. 8., B. Jumi. Am B. Juni veranſtaltet der Jung=
deutſche
Orden e. V. Ballei Oberheſſen eine Balleitagung, die einen
machtvollen Verlauf zu nehmen verſpricht. Während vormittags die
Wanderabteilungen in Sportwettkämpfen ihre Kräfte meſſen werden,
ſchließt ſich an den Feldgottesdienſt ein Marſch durch Friedberg zur
Burg an, wo eine Kundgebung ſtattfindet. Anſchließend begeben ſich die
Einheiten nach Bad=Nauheim zu einem Marſch durch die Stodt und zur
Schlußveranſtaltung auf dem Marktplatz. Samstags findet bereits in
Bad=Nauheim eine öffentliche Veranſtaltung in der Turnhalle ſtatt.
Jungdeutſche Füihrer ſprechen über Der Jungdeutſche Brudergedanke‟
und Der Jungdeutſche Kampf um die innere und äußere Befreiung
Deutſchlands‟. Die Veranſtaltung verdient größte Beachtung aller
Volkskreiſe.
* Gießen, 21. Juni. Die 24. Jahrestagung der Vereini=
gung
für gerichtliche Pſychologie und Pſychatrie
in Heſſen fand bei ſehr ſtarker Beteiligung in der Univerſitäts=
Nervenklinik ſtatt. Profeſſor Dr. Mittermeier=Gießen leitete die Jahres=
tagung
und hieß ganz beſonders die Vertreter der heſſiſchen Geſundheits=
behörde
willkommen. Nachdem unter Leitung von Geheimrat Prof. Dr.
Sommer eine Beſichtigung der Nervenklinik ſtattgefunden hatte, erfolgten
im großen Hörſaale die Vorträge der Referenten. Ueber das Thema:
Die morphotogiſche Richtung in der Pſychaterie ſprachen Dr. Sommer=
Gießen und Dr. Kretſchmer=Marburg. Dr. Jakobi=Gießen hielt einen
Vortrag über Die Unterſuchung der Blutgerinnbarkeit beſonders in
gerichtlicher Beziehung. Medizinalrat Dr. Schäfer=Butzbach erſtattete
Bericht über den zweiten Kongreß für Pſychotherapie in Bad=Nauheim.
An die Tagung, die um 3 Uhr beendet war, ſchloß ſich ein gemeinſames
Eſſen im Hotel Schütz.
m. Aus dem Lande, 22. Juni. Die Landwirtſchaftskammer hält in
nächſter Zeit folgende Pferde= und Fohlenauktionen ab: in Reichelsheim
i. d. W. am 27. Juni; in Nidda am 6. Juli; in Groß=Bieberau am
7. Juli; in Groß=Gerau am 9. Juli. In Groß=Gerau hält der Land=
wirtſchaftskammerausſchuß
für die Provinz Starkenburg einen Ziegen=
markt
ab. Einen Faſel=, Zuchtvieh= und Ziegenmarkt hält der Land=
wirtſchaftskammerausſchuß
am 9. Juli in Hähnlein ab, ſämtliche Tier=
arten
können an der damit verbundenen Prämiierung teilnehmen. Der
Landwirtſchaftskammevausſchuß für Oberheſſen hält in Lauterbach eine
Zuchtviehverſteigerung ab, zu der 50 Bullen der heſſiſchen Fleckviehraſſe
angemeldet ſind. Die Landwirtſchaftskammer läßt Vorträge abhalten
in Starkenburg an vier Orten, in Oberheſſen an 2 Orten, in Nheinheſſen
an 8 Orten.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 24. Juni. 12: Glockenſpiel aus Darmſtadt. o 13:
Neue Schallplatten. O 16.30: Hausfrauen=Nachmittag. Studieurat
Wagner: Butter und Käſe. 0 17.45: Leſeſtunde: Aus dem Buch
über Deutſchland von Frau von Stael. 6 18.15: Generalkonſul
Müller=Beeck: Indien, eine volkskundliche und wirtſchaftliche Skizze‟
e 18.45: Prof. Schultz: Der nordiſche Roman: Knut Hamſun.
O 19.15: Italieniſch. 6 19.45: Prof. Fränkel: Hundert Jahre
Aluminium 8 20.15: Filmwochenſchau. 0 20.15: Violinſonaten.
Beethoven: Erſte Sonate. Bloch: Violinſonate. Schoen: So=
natine
für Violine. Ausf.: Ferru Roth (Violine), Kapellmeiſter
Merten (Flügel). 6 21.15: von Kaſſel: Konzert des 1. Kaſſeler
Mandolinen=Orcheſters 1913 e. V./ Bitelli: San Giuſto, Ouv.
Salvetti: Intermezo. Sartori: Walzer. Kollmaneck: Kleines
Konzert in F=Dur, Wormsbacher: Alpen=Idylle. Hungerland:
Volkslieder=Potpourri. Mendelsſohn: Hochzeitsmarſch. Anſchl.:
Hausorſteſter: Anton Bruckner. Darauf: von Kaſſel: Unter=
haltungsmuſik
.
Siuttgart.
Freitag, 24. Juni. 13.10: Konzert. Freiburg: Konzert.
S 16.15: Konzert. Döring: Iris=Marſch. Fall: Walzer aus
Dollarprinzeſſin. Schrock: Paraphraſe über Spinn, Spinn.
Brüll: Ouv. Das goldene Kreuz. Bizet: LArleſienne, Suſte.
Nowowieſky: Slaviſche Volks=Szene. Schrock: Elegie Engels=
geſang
. Blon: Viktoria=Marſch. 6 18.51: Uebertr. aus Karlsruhe:
Dramaturgiſche Funkſtunde. O 18.45: Stunde der Technik. O 19.15:
O. Heuſchele: Rudolf Pannwitz Werk. Die Fortſetzung und
Vollendung der Philoſophie Nietzſches. O 20: Sinfonie=Konzert.
Phikharm. Orch., Stuttgart. Mozart: Ouv. Coſi fan tutte.
Mendelsſohn: Sinfonie Nr. 4. O 21: Stuttgart und Freiburg:
Röſickes Geiſt, Komödie von Georg Hirſchfeld.
Berlin.
Freitag, 24. Juni. 15.30: Adele Schreiber: Frauen von
heute in vielen Ländern. O 16: Gartenbauoberinſp. Krug:
Sommerarbeiten im Gemüſegarten. 16.30: Paula Foerſter:
Wanderungen durch die Mark. 8 17: Kapelle Emil Rooſz. 6 18.45:
Waſſerbaurat Miehlke: Waſſerſport und Waſſerpolizei. 0 19.10:
B. Otte: Das Arbeitszeitproblem. 19,35: Prof. Kuttner:
Das geiſtige und ſeeliſche Band der weſteuropäiſchen Völker. O 20:
Stadträtin Weyl: Wo finden die Berliner Kinder in dieſem Jahre
ihre Ferienerholung? 8 20.30: Turn= und Sport=Abend. Burrmann:
Hinaus zum Wald, Marſch. Oberbürgerm. Dr. Böß: Anſprache.
Berliner Funk=Chor. Staatsſekr. Lewald: Anſprache. Leibes=
übungen
mit Muſikbegleitung. Funkchor. Ernſtes und Heiteres
vom Sport. Adolf=Becker=Orcheſter. 22.30: Aus klaſſiſchen
Operetten. Suppe: Ouv. Schöne Galathee. Zeller: Ich bin die
Chriſtel von der Poſt, aus Vogelhändler. Suppe: Hab ich nur
deine Liebe, aus Boccaccio. Strauß: Walzer aus Waldmeiſter.
Jones: Fant aus Geiſha. O tanz, du kleine Geiſha. Wir waren
ein ſeliges Pärchen. Strauß: Ouv. Das Spitzentuch der Königin.
Fant aus Eine Nacht in Venedig. Gilbert: Das Lied vom
Bachſtelzchen, aus Mikado. Strauß: Friſch ins Feld, Marſch aus
Der luſtige Krieg.
Königswuſterhauſen. Freitag, 24. Juni 15: Prof Dr. Amſel,
Oberſchull. Weſtermann: Einheitskurzſchrift für Fortgeſchrittene,
15.35: Wetter= u. Börſenbericht. 0 16: Prof. Dr. Bürger: Ueber
einwandfreies Trinkwaſſer auf dem Lande. o 16.30: Graef: Die
Kunſt des Sprechens. 6 17: Dr. Koſſinna: Die Alpen. o 1730=
W. Schrenck: Richard Wagner als Problem. o 18.30: Stud.=Rat
Friebel, Lektor Mann: Engliſch für Fortgeſchrittene. o 18.55: Geh.
Reg=Rat Dr. Mathies: Das deutſche Meſſe= und Ausſtellungs=
weſen
. O 19.20: Wiſſenſchaftl. Vortrag für Aerzte. 0 20.30: Ueber=
tragung
aus Hamburg: Niederdeutſches Volksfeſt und Tänze.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 25. Juni,
(nach der Wetterlage vom 23. Juni).
Zeitweiſe wechſelnd wolkig mit Aufheiterung, verhältnismäßig
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

von ihnen Frische und Arbeltstreude.
Wenn die dumple Bürolut ährnend auf
Unre Neiven wikt, nehmen Sie einlge
Ser ostta starken‟
HlrlE,
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Sie erhöhen Uhre Enerole

(T.287)

Vertr.
ückmann, Darmstadt, Rheins

[ ][  ][ ]

Seite 8

Freitag, den 24. Juni 1922

Nummer 173

Statt Karten.

Die Verlobung ihrer Tochter
Luch mit Herin Gerichtsaſſeſſor
Wilheim Otto zeigen hierdurch
an

Hans Hillebratd u. Frau
Fides, geb. Meher.

Mainz, den 24. Juni 1927.
Frauenlobſtraße 14.

Luch Hillebrand
Innenarchitektin
Wilhelm Otto
Gerichtsaſſeſſor
Teutnant a. D.
Verlobte
Darmſtadt
Mainz

Zu Hauſe: Sonntag, den 26. Juni.

(10159

Allen lieben Freunden und Bekannten teilen wir tieferſchüttert
mit, daß unſer über alles in der Welt geliebtes, einziges, herzens=
gutes
Töchterchen, unſer ganzes Glück und unſere ganze Freude,
unſere

Ihre am Samstag, den 25. Juni, nachmittags 3 Uhr, in
der Martinskirche statttindende Trauung beehren sich anzu-
zeigen

Toni Bopf
Dipl.-Ing. Fritz Enders.
Darmstadt, im Juni 1927.
(10174
Taunusstr. 37.

Anenſe Mnershagg

im blühendſien Alter am Freitag, den 17. Juni, nachmittags,
plötzlich und jäh durch frevelnde Hand in den Rhein geſioßen
wurde und ein grauſames Ende in ſeinen Fluten fand.

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Geschmack
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Die verzweifelten Eltern.

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Nach langem Teiden entſchlief am 23. Juni,
vormittags: 8½ Uhr, mein innigſigeliebter
Gatte, unſer treuſorgender Vater, Schwieger=
vater
, Bruder, Schwager und Onkel

Adam KellerV

Bürgermeiſter
(*16697
im 65. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Die Hinterbliebenen.
Frankenhauſen, den 24. Juni 1927.

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Die Einſegnung findet am Samstag, den 25 Juni, vormittags 10 Uhr,
in der Kapelle des Friedhofs Hochheimer Höhe ſtatt, die Einäſcherung
(10212
in aller Stille in Darmſtadt.

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Für die uns anläßlich unſerer Vermählung er=
wieſenen
Aufmerkſamkeiten, ſowie für die uns ſo
zahlreich übermittelten Glückwünſche ſprechen wir
hiermit Allen unſeren herzlichen Dank aus
Philipp Hildenbrand und Frau.
Darmſtadt, den 23. Juni 1927. ( 16707

Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. Juni 1927,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.

Bei
itrovanille

Es iſt uns nicht möglich, für die uns
anläßlich unſerer Vermählung in ſo
reicher Fülle dargebrachten Geſchenke,
Gratulationen und Ehrungen ſedem
Einzelnen zu danken, dieſerhalb ſprechen
wir auf dieſem Wege Allen unſeren
(*16710
herzlichſten Dank aus.

Ernſt Auracher und Frau.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlichſter
Teilnahme und zahlreichen Blumen=
ſpenden
bei dem Hinſcheiden unſerer
unvergeßlichen Entſchlafenen

Frau
Chriſine Schmidt
geb. Köhler
ſagen wir allen Beteiligten auf
dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
In tiefer Trauer:
Heinrich Schmidt
Ständehausinſpektor i. R.
nebſt Kinder.
Langsdorf, den 23. Juni 1927. (10170

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und Cadillac jetzt in den Berliner Werk=
anlagen
der General Motors G. m. b. H.
hergestellt bzw. wird die Herstellung in
nächster Zeit aufgenommen.
Durch diese Maßnahme und angesichts
der Reduzierung der Betriebs- und Absatz=
Spesen intolge der kürzlichen gewaltigen
Steigerung unserer Verkäute sind Erspar=
nisse
in den Grundkosten bei den Buick=,
Cnevrolet=, Oakland=, Oldsmobuie- und
Pontiac-Wagen erzielt worden. Diese Er=
Sparnisse werden, wie es das Geschätts=
prinzip
von General Motors immer gewesen
1st, dem Wagenkäuter zugute kommen.
Neue ermäßigte Preise aller General
Motors=Marken - abgesehen von Chevrolet,
dessen neue niedrige Preise schon veröttent=
licht
sind, werden daher am 30. Jun be=
kannt
gegeben. Wir sind sicher, daß diese
neuen Preise von großem Interesse für
jeden zukünttigen Käuter eines Automoblls
sein werden.
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ſtunden
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neten
Direktion, Frantfurterſtraße 69, zur
Einſicht offen. Die Angebote ſind bis
Donnerstag, den 30. Juni 1927, vor=
mittags
10 Uhr, hierher einzureichen.
Darmſtadt, den 22. Juni 1927. (st1018
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.

Heugras=Verſteigerung. Oasſtädt. Hallenſchwimmbad

Montag, den 27. Juni 1927, nach=
mittags
2 Uhr, wird im Rathausſaale
zu Pfungſtadt die Heugrasernte von den
Gemeindewieſen in den Eimen ( Hirten=
ſtücke
, Alter Kauf, Entenfang, Driangel,
Dicksheck, Seeheimer=, Kauf= u. Gulden=
wieſen
und an der Torfgrube, ca. 80
Morgen) öffentlich verſteigert.
Gegen ſichere Bürgſchaft wird Zah=
lungsfriſt
bis Martini 1927 gewährt.
Pfungſtadt, den 22. Juni 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Schwinn. (10160tg

iſt von heute ab wie folgt geöffnet:
1. Schwimmhallen für Damen u.
Herren:
(ts10181
von 7 Uhr vorm. bis 7", Uhr abends
2. Heilbäder, Brauſebäder, Wan=
nenbäder
I. u. II. Kl.:
von 9 Uhr vorm. bis 7"/, Uhr abends.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.
1 Einſpänner= Feder=
rolle
, guterhalt., zu
verkaufen (*16682
W. Merz,
Hahn bei Pfungſtadt.

Feräad.
(6866a)

Verſteigerung
Donnerstag, den 30. Juni 1927,
vorm. 9½), Uhr, werden in der Polizei=
Unterkunft, Holzhofallee 25, öffentlich
meiſtbietend gegen ſofortige Bezahlung
verſteigert:
etwa 300 kg Neutuchabfälle,
3500 kg gemiſchte Lumpen aus
Tuchen u. Futterſtoff.
300 kg gemiſchte Stricklumpen,
800 kg unbrauchbare Beklei=
dungsſtücke
.
2200 Paar unbrauchbare Rind=
leder
=Schnürſchuhe,
220 Stück früh. Militär= Koch=
geſchirre
,
270 Stück früh. Militär= Feld=
flaſchen
,
330 Stück früh. Militär= Trink=
becher
und
100 kg Alteiſen.
Anzuſehen //, Stunde vor Beginn der
Verſteigerung.
(9798fg
Materialverwaltungs= u. Beſchaf=
fungsſtelle
(Abteilg. Bekleidung).

Verpachtung des Schwimmbades
in Reichelsheim i. Odw.
Das hieſige Gemeinde=Schwimmbad,
das am 3. Juli ds. Js. eröffnet wird,
ſoll für dieſes Jahr auf dem Submiſ=
ſionswege
verpachtet werden. Es wird
bemerkt, daß nur Pächter berückſichtigt
werden, die ſehr gute Schwimmer und
in der Lage ſind, guten Schwimmunter=
richt
erteilen zu können.
Pächter hat geſicherte Kaution in Höhe
der Pachtſumme zu ſtellen.
Sämtliche Einnahmen aus Feſten,
Badekarten, Kantine, Schwimmunterricht,
Wäſcheverleihung uſw. gehören dem Päch=
ter
. Die Bedingungen können auf der
Bürgermeiſterei Reichelsheim i Odw. ein=
geſehen
werden. Vorherige Beſichtigung
des großartigen, herrlich und ſchön ge=
legenen
Schwimm=, Freiluft= u. Sonnen=
bades
(mit ſchönen Badebauten) emp=
fiehlt
ſich.
Angebote ſind verſchloſſen mit der
Aufſchrift Schwimmbadverpachtung
verſehen bis nächſten Montag, den
27. Juni ds. Js., mittags 12 Uhr,
auf der unterzeichneten Bürgermeiſterei
einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 8 Tage. Freie Aus=
wahl
bleibt vorbehalten.
(10173
Reichelsheim i. Odw., d. 22. Juni 1927.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Heiſt.

Heugras=Verſteigerung.
Donnerstag, den 30. Juni, wird
auf der Mönchbruchmühle von morgens
8 Uhr an das Gras von
5,84 ha der Zinswieſe,
15,20 der großen Horſtwieſe,
0,38 der kleinen Horſtwieſe,
1,29 der Markwaldwieſe,
3,00 der kleinen Lindenſeewieſe,
9,32 der großen Lindenſeewieſe,
1,21 der Entenlochwieſe,
1,35 der Fiſcherſeewieſe,
11,78 der Kohlbruchwieſe,
ſodann von morgens 10 Uhr an das
Gras von 77,28 ha der Mönchbruch=
wieſe
verſteigert.
(10203
Mönchbruch, den 23. Juni 1927.
Forſtamt Mönchbruch.
V.: Müller.

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Geite 10

Freitag, den 24. Juni 1927

Nummer 173

Sport, Spiel und Turnen.

Vier Ereigniſſe ragen aus dem reichhaltigen Sportprogramm des
26. Juni hervor: der leichtathletiſche Vierverbandskampf in Ludwigs=
hafen
, das Deutſche Derby, die Deutſchen Radmeiſterſchaften der Berufs=
fahrer
und das Tennis=Weltmeiſterſchaftsturnier mit deutſcher Beteili=
gung
in Wimbledon. Mit dieſen vier Veranſtaltungen erhält das
Programm des Sonntags Qualität, für die Quantität ſorgen zahlreiche
mittlere und kleinere Veranſtaltungen. Im
Fußball
wwird es jetzt allmählich ruhiger. In Weſtdeutſchland hat bereits mit
dem 15. Juni die bis zum 15. Auguſt währende Sperrfriſt eingeſetzt und
in den meiſten übrigem Landesverbänden ſetzt die Zwangspauſe am
1. Juli ein. Viele Mannſchaften haben aber ſchon jetzt vernünftiger=
weiſe
ihre Spielzeit abgeſchloſſen, die freiwillig verlängerte Ruhezeit
wird ihnen ſicher wohl tun. Für den 26. Juni ſelbſt beſteht übrigens
faſt allenthalben für die Seniorenmannſchaften Spielverbot, da dieſer
Tag der Jugend gewidmet ſein ſoll.
In Süddeutſchland ſpielt ſich das Hauptereignis mit dem Pokalſpiel
1. FC. NürnbergKarlsruher FV. ab. Der Sieger aus dieſem Spiel
erwirbt ſich die Berechtigung zur Teilnahme am Endſpiel.
Schwimmen.
Der Sonntag bringt verſchiedene Spiele der zweiten Runde um die
Deutſche Waſſerball=Meiſterſchaft.
Leichtathletik.
Beim Vierverbandskampf in Ludwigshafen treffen die leichtathleti=
ſihen
Repräſentativmannſchaften von Süd=, Weſt=, Mitteldeutſchland und
Verlin zuſammen. Die ſtärbſte Mannſchaft ſtellte ohne Zweifel Verlin,
dem auch der Sieg ſicher iſt, um den zweiten Platz dürfte ein harter
Kampf zwiſchen Süd= und Weſtdeutſchland entbrennen, während Mittel=
deutſchland
wohl kaum über den vierten Platz hinauskommen wird.
Von den bisher ausgetragenen Kämpfen gewann Weſtdeutſchland den
erſten 1925 in Köln, 1926 blieb in Dresden Süddeutſchland vor Weſt=,
Mitteldeutſchland und Berlin Sieger. Die Jung=Siegfriedſpiele er=
leben
am Sonntag in Frankfurt a. M. ihre zweite Wiederholung. Sieben
Klubs aus Frankfurt (SC. 1880), Berlin (PSC.), Stettin (Preußen),
Hamburg, Leipzig, Kaſſel und Breslau ſchicken ihre beſten Jugendlichen
nach Frankfurt. Die leichtathletiſchen Wettbewerbe werden umrahmt
von Werbe=, Hockeh= und Rugbyſpielen.
Rudern.
Die große Frankfurter Regatta, eines der bedeutendſten ruderſport=
lichen
Ereigniſſe der Saiſon, bringt 34 Vereine aus Frankfurt, Mann=
heim
, Mainz, Worms, Ludwigshafen, Köln, Düſſeldorf, Eſſen, Gießen,
Kitzingen und Heidelberg mit 151 Booten und 734 Ruderern an den
Start. Beſonders intereſſant werden die ſtark beſetzten erſtklaſſigen
Nennen verlaufen. Zur 10. Stuttgarter Regatta auf dem Neckar er=
ſcheinen
18 Vereine, darunter ſolche aus Saarbrücken, Konſtanz, Schwein=
fürt
, Mannheim, Karlsruhe, Worms, Heilbronn mit 68 Booten und
379 Ruderern. Bei der Düſſeldorfer Regatta ſind die beſten weſt=
deutſchen
Mannſchaften beteiligt. Fünf Nationen nehmen an der
Luzerner Regatta auf dem Vierwaldſtätter See teil. Deutſcherſeits
meldeten Mainzer RV. Neptun Konſtanz und WSV. Warmbach= Rhein=
felden
. Die Mainzer Meiſtermannſchaft iſt im Erſten Vierer mit und
Erſten Vierer ohne vertreten.
Durnen.
Das Feldbergfeſt der D.T. auf dem Großen Feldberg im Taunus
vereinigt am 25. und 26, Juni wieder einmal eine ſtattliche Turnerzahl
zu turneriſchen und volkstümlichen Wettkämpfen.
Pferdeſport.
In Hamburg=Horn ſteigt am Sonntag das Deutſche Derby, die große
klaſſiſche Prüfung der Dreijährigen, das bedeutendſte pferdeſportliche
Ereignis des Jahres. Obwohl noch 20 Pferde im Rennen ſind, hat das
Derby doch keinen ausgeſprochenen Favoriten. Der wirklich beſte Drei=
jährige
, Torrero, iſt leider nicht zum Derby gemeldet. Auch Oleander
und Obevwinter, zwei weitere ausſichtsreiche Kandidaten, ſind nicht mehr
in der Konkurrenz. Weitere Galopprennen gibt es am Sonntag in
Leipzig, Mülheim=Duisburg, München=Riem und Paris.
Radſport.
Die Deutſchen Radmeiſterſchaften für Berufsfahrer nehmen am
Samstag im Frankfurter Stadion mit den Vorläuſen der Flieger ihren
Beginn. Die Sieger aus dieſen Vorentſcheidungen beſtreiten dann am
Sonntag die Zwiſchen= und Endläufe.

Kegeln.

Darmſtädter Keglerverband. Gaumeiſterſchaftskämpfe.
Mit den Gaumeiſterſchaftskämpfen verbunden waren auch Prämien=
kegeln
auf den verſchiedenen Bahnarten. Hierbei gelang es einigen un=
ſerer
Hegelbrüder, erfolgreich zu beſtehen. Es errangen:
1. Kegelbruder Schüßler=Haſſia 1919 den erſten Sieg auf der Indu=
ſtvie
=Bahn; mit 10 Kugeln ereichte er 67 Holz. 2. Kegelbruder Thüm=
mel
=D. K.8. 1911 auf der Ehrenbahn mit 61 Holz bei 10 Kugeln den
zehnten Sieg.
Von Intereſſe dürften auch die Einzelergebniſſe der ſiegenden Mann=
ſchaft
ſein. Dieſelben ſind folgende:
1. Schüßler 563 Holz; 2. Grün 544; 3. Wilbert 543; 4. Wilbert 543;
5. Schönefeld 543; 6. Sattler 540; 7. Hübner 536; 8. Scherer 532;
9. Reichert 525; 10. Reiſewweber 525; insgeſamt 5389 Holz. Ein Er=
gebnis
, das bisher auf Aſphalt bei Gaumeiſterſchaftskämpfen ſelten er=
reicht
wurde.

Sportliche Tagesſchau.
Anerkannter deutſcher Rekord. Der Deutſche Schwimmverband hat
die von Küppers=Vierſen am 16. Juni in München=Gladbach erzielte
Leiſtung im 100 Meter Rückenſchwimmen mit 1:13,2 Minuten als neuen
deutſchen Rekord anerkannt. Inzwiſchen hat aber Küppers am ver=
gangenen
Sonntag in Düſſeldorf ſeine eigene Beſtleiſtung ſchon wiede=
rum
verbeſſert und zwar auf 1:12 Min.
Weißmüller ſchwimmt Weltrekord. Das amerikaniſche Schwimm=
wunder
Jonny Weißmüller läßt wieder einmal von ſich hören. Jonny
ſtellte über 300 Yards Freiſtil mit 3:07 Minuten einen neuen Welt=
rekord
auf.

Handball.

Städtemannſchaft d. Darmſt. Turnerſchaft-Techn. Hochſchule 2:7 (1:3).
Obige Mannſchaften ſtanden ſich auf dem Hochſchulſportplatz zum
Freundſchaftsſpiel gegenüber. Um es mit einem Worte zu ſagen, es
war ein Propagandaſpiel im wahrſten Sinne, ſchnell, reich an Fineſſen
und fair von Anfang bis zu Ende. Die Techniker die mit Erſatz für
den Rechtsaußen antraten, gewannen verdient. Den Hauptanteil an
dem Erfolg hat wohl Leber, als Mittelläufer, der unermüdlich ſeine An=
griffsreihe
immer wieder nach vorne warf, dabei aber auch ein ausge=
zeichnetes
Zerſtörungsſpiel lieferte. Im Sturm taten ſich vor allem
Allwohn und Werner hervor. Das Spiel begann mit beiderſeitigen
ſchnellen Angriffen. Die Hochſchüler fanden ſich ſchneller zuſammen und
konnten in der ſechſten Minute, nach ſchöner Flanke von Linksaußen,
durch einen Prachtſchuß von Allwohn in Führung gehen. In der elften
Minute folgte der Ausgleich durch einen 16,50 Meter=Wurf. Ein weiterer
16,50 Meter=Wurf wird von Frion glänzend gehalten.: In den folgenden
Minuten gingen mehrere Schüſſe auf beiden Seiten gegen den Pfoſten.
In der zwanzigſten Minute verwandelt Leber einen Strafwurf zum
zuveiten Tor für die Akademiker. Nach ausgeglichenem Spiel konnte
Werner kurz vor Halbzeit für den Tormann unhaltbar zum dritten
Tore einſenden. Nach der Pauſe ſetzte das Spiel ſofort mit voller
Schärfe wieder ein. Die Hochſchüler zogen in ſchöner Kombination im=
mer
wieder vor das gegneriſche Tor, während die Stürmer der Turner
ſich in Weitſchüſſen verſuchten, mit denen ſie aber bei dem ausgezeichneten
Frion kein Glück hatten. In der ſechſten und ſiebenten Minute nach
Halbzeit ſchoſſen Werner und Allwohn nach guter Kombination mit der
linken Seite zwei weitere Tore. Kurz darauf macht Allwohn einen
Alleingang und kann ſeiner Mannſchaft zum ſechſten Erfolg verhelſen.
Einige 16,50 Meter=Würfe auf beiden Seiten bringen nichts ein. In
der 14. Minute ſchießt Allwohn dem gegneriſchen Towwart mit unheim=
licher
Wucht durch die Hände. Gegen Schluß der Spielzeit kamen die
Turner mehr auf. Ein Mißverſtändnis zwiſchen Läufern und Verteidi=
gern
geſchickt ausnutzend, ſtellve der Halbrechte in der 20. Minute das
Endergebnis her. Mehrere 16,50 Meter=Würfe für die Turnerſchaft ver=
liefen
ergebnislos.
Tennis.
Zwiſchenrunde der Meden=Bezirks=Wettſpiele.
Am kommendem Sonntag hat der Tennis= und Eisklub Darmſtadt
die Zwiſchenrunde der Meden=Bezirkswettſpiele auf ſeinen eigenen
Plätzen am Böllenfalltor zu beſtreiten. Von den acht im hieſigen Be=
zirk
des Deutſchen Tennisbundes (Heſſen und Heſſen=Naſſau) gemeldeten
Vereinen ſind in der erſten Runde Darmſtadt über Worms, Wiesbaden
über Frankfurt=Palmengarten und Homburg über Gießen ſiegreich ge=
blieben
. Nur Darmſtadts Gegner in der Zwiſchenrunde muß noch am
Samstag zwiſchen Frankfurt=Forſthausſtraße und Marburg ermittelt
werden. Bei der bekannten Spielſtärke des Frankfurter Spotklubs Forſt=
hausſtraße
iſt dieſer unbedingt als Sieger zu ewwarten. Die dieſes Jahr
noch nicht geſchlagene Darmſtädter Mannſchaft wird damit zum erſten
Male auf einen ebenbürtigen Gegner ſtoßen. Die Kämpfe um die Be=
zirksmeiſterſchaft
beſtehen aus 6 Herren=Einzel= und 3 Herren= Doppel=
ſpielen
. Frankfurt hat für Sonntag ſeine ſtärkſte Mannſchaft mit:
Bartmann, Th. Schmidt und Lewin aufgeſtellt. Auch Darmſtadt tritt
mit ſeiner ſtärkſten Mannſchaft an: Krafft, U. Deutler, Daub, Steffan,
Kkeinlogel und Claß. Das Medenſpiel findet im Nahmen eines
Klubwvettſpieles ſtatt, an dem noch je 6 Damen teilnehmen. Der kom=
mende
Sonntag wird alſo ein Großkampftag des Tennisſportes in
Darmſtadt ſein.
Tennisturnier in Wimbledon. Niederlagen der Deutſchen.
Altmeiſter Froitzheim trat am Dienstag noch in Wettbewerb und
ſpielte gegen den Engländer Peters 6:0; 6:3; 12:10. Nachzutragen
ſind noch die Ergebniſſe BrugnonHunter (England!!) 7:5: 6:1; 6:3;
CochetTurnbull 6:2; 0:6; 6:2; 6:3 und Helen WillsMiß Sterry 6:3;
3:6; 6:4. Der Mittwoch brachte den Deutſchen dann Niederlagen auf
der ganzen Linie. Frl. Auſſem, die Hoffnung der Deutſchen, unterlag
der jungen Engländerin Miß Betty Nuthall glatt 3:6; 4:6 und ſchied
damit aus dem Wettbewerb. Auch Frau Friedleben erlitt nach mäßi=
gem
Spiel von der Engländerin Miß Harvey eine 0:6; 5:7 Niederlage.
Frau von Reeniezek trat gegen Mrs. Watſon nicht an und ſchied kampf=
los
aus. Aber auch die Herren ſchnitten nicht beſſer ab. Froitzheim
wurde von dem blendend disponierten Franzoſen Brugnon glatt aus
dem Rennen geworfen. 6:1; 6:2; 4:6; 6:3 für Brugnon war das Er=
gebnis
. Kreutzer hatte gegen den Engländer Leſter nichts zu beſtellen
und verlor 1:6: 0:6; 3:6. Lediglich Dr. Kleinſchroth gewann ſein Spiel
gegen den Engländer Orety 6:4; 2:6; 6:1; 6:3 und im Doppel konnten
Froitzheim=Kreutzer mit 7:5; 6:3; 6:1 über die Engländer Hunter=Saul
erfolgreich bleiben.

Per erre derrf ter rraucht immer noch,
könnte man jagen, aber wir meinen hier den
vortrefflichen kunſtreichen Gott, den ſeine Mutter
Hera verſehens vom Olump auf die Inſel Lemnos
hinunter fallen ließ, was nicht ganz ſchmerzlos
geueſen ſein ſoll. Er legte ſeine Siſengießereien
und Maſchinenwerkſtätten unter Rleinaſien an,
mit der Sſſe durch den Aetna auf Sizilien. Die
Hitze dieſes Fernheizwerkes tat noch ſpäter-
den darüber wachſenden Jabaken wohl:
Dom Dulkan erzählen ſich die Griechen ein
luſtiges Hiſtörchen, wie er einmal ſeine Gemah,
lin Denus mit dem Mars bei einem Rendezvous
ertappte und beide in einem Nek fing, deſſen
Inhalt er mit dröhnendem Gelächter vor Zeuus
ausſchüttete. Seine Gehilfen in ſeinen Schwer,
betrieben waren jene ſtarben Schwerarbeiter-
die
Cklopen. Aber ſelbſt Schwerarbeiter ſind
keine Liebhaber ſchwerer Jabake, ſondern be,
vorzugen wie alle anderen auch, ob nun Hand-oder Ropfarbeiter, milde leichte und wirzige
Zigaretten, wie ſie mit unſeren

Auslele,5
vund
dewer,e

geboten werden.- Sie verleihen nicht nur einem Cxklopen Anmut, ihr Genuß überſtrömt den Raucher
auch mit der bewundernswerten Gelalſenheit Dulkans.

Generaluertreter für Maiz und Darmstadt:
Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt IMain, Niddastr. 64, Mittelbau
nsa 6963,

(TV.8730

Leichtathletik.
Abendſportfeſi der Stettiner Preußen.
Körnig läuft wieder einmal 100 Meter im 10/4 Sek. Troßbach niö,
Nevanche an Wiahtmann=Smith. Peltzer abermals geſchlagen:
Das Abendſportfeſt der Stettiner Preußen brachte einen ſchö,
ſportlichen Erfolg. Die Stettiner ſelbſt waren allerdings betrüht.
ihr Dr. Peltzer abermals geſchlagen wurde. Peltzer leidet immer
an ſeiner Fußverletzung und täte gut daran, dem Drängen der Veo
ſtalter ſo lange Widerſtand zu leiſten, bis er ganz wieder hergeſten.n!
Diesmal wurde der Stettiner von dem Finnen Jannſſon, der am Ss
tag von Böcher glatt abgefertigt wurde, über 1000 Meter geſchlagen.
100 Meter=Einladungslauf gab es glänzende Zeiten, bei denen aller6t
auch ein leichter Rückenwind mitwirkte. Körnig erreichte wieder einn
die Weltrekordzeit von 10,4 Sek. Im 110 Meter=Gürdenlauſen mi
der Deutſche Meiſter Troßbach Revanche an dem Südafrikaner V99
mann=Smith.
Die Ergebniſſe:
100 Meter=Einladungslaufen: 1. Körnig=Berlin 10,4 Sek.; 2. E
ler=Krefeld 10,5 Sek.; 3. Schlößke=Berlin 10,6 Sek.; 4. Suhr=Karlsrs.
200 Meter Einladung: 1. Schüller=Krefeld 22,3 Sek.; 2. Schluu
Berlin 22,6 Sek.; 3. Suhr=Karlsruhe 22,7 Sek.
110 Meter Hürden: 1. Troßbach=Berlin 15,1 Sek.: 2. Wightmm.)
Smith=Südafrika ½ Meter zurück; 3 Gerner=Stettin.
1000 Meter Einladung: 1. Jannſſon=Finnland 2:36,2 Min.; 2.1)
Peltzer 2:37 Min.; 3. Schoemann=Breslau.
1000 Meter offen: 1. Cornelius=Berlin 2:42,2 Min.
4mal 100 Meter: 1. SC. Charlottenburg 44,7 Sel.; 2. Pnrrd
Stettin.
4mal 800 Meter: 1. Preußen Stettin 8:27 Min.; 2. V.f.B. Breist
5000 Meter: 1. Boltze=Stettin 15:52,5 Min.; 2. Mierdel=Berlim
Meter zurück.
Weitſprung: 1. Schumacher=Hamburg 6,81 Meter; 2. Gerner=us
tin 6,48 Meter.
Speerwerfen: 1. Zimmermann=Berlin 52,97 Meter.
Hochſprung: 1. Sdolfſſon=Schweden 1,87 Meter: 2. Skorzinski=B,61
1,85 Meter.

Techn. Hochſchule DarmſtadtUniverſität Gießen 8:7.
Die letzten Siege der Darmſtädter über die Gießener Hochſchulmnn
ſchaft (7:0, 8:1) waren ſo überzeugend, daß man für dieſes Freundſchc
ſpiel die Einſtellung neuer Spieler wagen konnte. Das Spiel fm
war wenig intereſſant. Auf beiden Seiten waren die Sturmreihennd
Beſte, wobei die Hintermannſchaften ihnen durch einige Verſager 7u
Torſchießen erleichterten. Auf dieſe Weiſe iſt auch das hohe Reſultatau
ſtande gekommen. Bei den Gießenern war die Seele der Mannſtn
der Halbrechte Bantle vom FC. Freiburg, der die meiſten Tore ſin
Bei Darmſtadt konnten nur der Halbrechte, der Linksaußen und =
läufer
einigermaßen gefallen. Bei der Hintermannſchaft mangelt
vor allem am Stellungsſpiel und Schußſicherheit. Der Tormam I9
zum mindeſten drei Tore verhindern müſſen. Die Hauptſache fürrn
Hochſchulmannſchaft iſt, viel ſpielen, damit das Verſtändnis unte
ander beſſer wird. Im übrigen iſt es wenig vatſam, viele Aufſtellugg
zu probieren, da dadurch ungünſtige Reſultate zuſtande kommen, die in
Preſtige des Hochſchulſportes ſchaden. Der Schiedsrichter, Herr 221
war zu jeder Zeit korrekt.
Eintracht 1Polizeiſportverein.
Obige Mannſchaften treffen ſich am Samstag, den 25. Juni,
dem Platze am Finanzamt zu einem Pribatſpiel. Der Beſuch kanur.
beide Mannſchaften zur Genüge bekannt ſind, ſehr empfohlen werry
Das Spiel beginnt um 18½ Uhr.

Gauſchwimmfeſtin Darmſtadt, veranſtaliettn
Jung=Deutſchland.
Am kommenden Sonndag wird Darmſtadt der Sammelpunt 1
beſten Schwimmer des Gaues 1 des Kreiſes 5 (Süd=Deutſchlnd/4
Deutſchen Schwimmerbandes ſein. Seit langer Zeit führt der ſallie
ſtärkſte Verein des Gaues, Jung=Deutſchland, wieder einmal dict
jährlich im Juni abgehaltene Veranſtaltung durch. Sämtliche Vei=
aus
Frankfurt, Offenbach, Gießen uſw., ſowie die einheimiſchen Vers=
Not=Weiß und Jung=Deutſchland entſenden ihre beſten Leute, un 12
ſchnellſten Schwimmerinnen und Schwimmer des Gaues feſtzuſtlw
Eine beſondere Note erhält das Feſt durch den Start des deutftim
Meiſters Berges, der ſeit langer Zeit in ſeiner Vaterſtadt nicht am SS
war. Zum erſten Male werden auch bei einem Darmſtädter Schwiic
feſt Sprünge vom 10=Meterturm vorgeführt werden. Auch Waſſernd
ſpiele, die ſich in Darmſtadt durch die ausgezeichnete Mannſchaft 774
Deutſchlands einer ſo großen Beliebtheit erfreuen, werden durchgeſti
Eine genaue Vorſchau werden wir an dieſer Stelle noch bringen.
Internationale Schwimmwettkämpfe in Chemnitz.
Bei den Internationalen Schwimmwettkämpfen in Chemnitz ſtang
die Waſſerballſpiele im Vordergrund des Intereſſes. In der Zwiſſt=
runde
um die Deutſche Waſſerballmeiſterſchaft ſin
Poſeidon Leipzig Spandau 04 knapp 1:0 (Halbzeit 0:0). APC. 2A
blieb über Wiking Chemnitz 5:0 (2:0) Sieger, wurde aber von Va4
freunde Hannover 4:0 geſchlagen. Wiking Chemnitz und Neptun B
den ſpielten 3:3, Stern Leipzig fertigte Vogtland Plauen 4:0 ab. 20
gute Leiſtungen brachten die Schwimmwettbewerbe. Die einzelnenns
gebniſſe waren:
10mal 50 Meter Bruſtſtaffel: 1. Poſeidon Dresden 6:50,9 Al.
2. Stern Leipzig.
100 Meter Rückenſchwimmen: 1. Dahlem=Breslau 1:20; 2. Trmr4
Leipzig 1:21 Min.
zmal 100 Meter Bruſtſtaffel: 1. Berlin 78 4:21,8 Min.: 2. Poſe?
Berlin.
100 Meter Freiſtil: 1. Dahlem=Breslau 1:07,3 Min.; 2. Mch=
Berlin 1:07,8 Min.
100 Meter Damen=Freiſtil: 1. Lotte Lehmann=Dresden 1:163:
100 Meter Bruſtſchwimmen: 1. Dornheim=Berlin 1:B5 TM
2. Kummert=Hellas=Magdeburg 1:23,6 Mim.
Waſſerball.
Verbandsſpiele in der A= und Jugendklafſe.
In dieſer Woche beginnen die diesjährigen Waſſerballverbands:
in der 4= und Jugendklaſſe, nachdem die Ligaſpiele bereits vor
Wochen ihren Anfang genommen haben. Auf Grund des Meldeesl
niſſes ſind ſehr intereſſante Spiele zu erwarten, die ſich bis Mitte A1
hinausziehen. Es haben in der A=Klaſſe folgende Vereine ihre A
dungen abgegeben: Jungdeutſchland und Rot=Weiß Darmſtadt
Offenbach 96. In der Jugendklaſſe kommen außerdem noch der 78
furter Schwimmverein, ſowie SV. Marburg hinzu.
In der A=Klaſſe dürfte wohl Jungdeutſchland, das eine aus
maligen Liga= und Jugendſpielern gut beſetzte Mannſchaft ins
ſtellt, kaum zu ſchlagen ſein, während in der Jugendklaſſe wohl
Weiß ſich durchſetzen ſollte, zumal ſeine Stärke durch den Zuſam.
ſchluß zwiſchen SV. Möwe und V.f.L. Heſſen ſehr zugenommen
Allerdings kann man gerade bei Jugendſpielen nie eine Vorgun
machen, da ſich das Stärkevevhältnis in dieſer Klaſſe ſtets jedes
ändert. Hoffen wir aber, daß die beiden Darmſtädter Mannſch
Jungdeutſchland und Rot=Weiß auch dieſes Jahr wieder die Spns
halten. Das erſte Spiel findet am Samstag abend um 248. 4
Woog ſtatt zwiſchen Rot=Weiß und SV. Marburg.

Briefkaſien.
L. W. Darüber wird Ihnen das Reichsadreßbuch Aufſch.
teilen. Solche Fabuiken beſtehen in Nürnberg unnd Sonneberg 91
ringen).
H. G. Der neue Beſitzer, auf den die Verpflichtungen as
Mietvertrage übergegangen ſind.
Hauptſchriftleitung: Rudol/ Mauve
Verantwortlich für Politikt und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feutſleion, M.
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Byhſt.
für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch; für den Schlußdienſf: Andreas Baue, I
Inſeratenteil: J. V. Adam Flelſchmann: Drnck und Verlag: CL. C. 3
ſämilich in Darmſfabt.
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückfendung n ich4 übeinene
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 173

Freitag, den 24. Juni

Amerikaniſche Kabelnachrichten.

* New York, 23. Jmi. (Priv.=Tel.)
Beizen: Niedrigere Kabelmeldungen, ferner günſtigere Berichte aus
Menkinien, ſowie aus dem Winterweizengürtel riefen einen ſchwachen
Mahwerlauf hervor, ſodaß die Terminpreiſe bis zu 2 Cent nachgaben.
N M ais: Der Markt nahm einen ſchwachen Verlauf auf Abgabe An=
int
: der Weizentendenz. In gleicher Richtung wirkten auch Meldun=
Uſuren günſtigerer Witterung aus dem Maisgebiet und die Schwäche
Kmaſſamärkte. Die Terminpreiſe zeigten einen Rückgang bis zu
34 Gzent.
Giafer: Die Märkte nahmen einen überwiegend abgeſchwächten
Ackauf mit Kursrückgang bis 1 Prozent.
Amumwolle: Verkäufe der Lokofirmen riefen ſchwache Tendenz her=
6 bzeſonders für nahe Termine. Die Erwartung größerer Lieſer=
Ufügnr und die Vorherſage von Niederſchlägen in den atlantiſchen Staa=
Uſetwugen zur Rückwärtstendenz bei.
Kürffee: Der Markt verlief in ſchwacher Haltung auf europäiſche
Känufe. Beſonders waren nahe Termine angeboten. Ausländiſche
Mclumeldungen ſowie die Erwartung großer Liefernotizen trugen zur
AUngächung bei.
Zuucker: Höhere Auslandsnotierungen im Verein mit guten euro=
MAem Käufen verurſachten ziemlich feſten Verlauf. Käufe des Handels
be der Wallſtreetſpekulation trugen zur aufwärts gerichteten Ten=
i
hrei.
Küakao: Der heutige Markt nahm einen überwiegend ſchwachen
Kanrf. Zwangsverkäufe ſowie Verkäufe des Auslandes verliehen dem
ſt, ein ſchwaches Ausſehen.
Fs notierten nach Meldungen aus Chicago am 23. Juni:
ſattreide: Weizen, Juli 142, Weizen, September 140½, Mais
98½, Mais September 104, Hafer, Juli 47/e, Hafer. Sep=
1ber 47, Roggen, Juli 115½, Roggen, September 1017g.
Sarmalz: Schmalz, Juli 12,52, Schmalz, September 12,72.
Fleiſch: Rippen, Juli 3 11,50, Rippen, September 3 12,07,
S41 11,87, Schweine, ſchwer 8,509, Schweine, leicht 8,609,10,
Kpttinezufuhr Chicggo 40 000, Schweinezufuhr Weſten 120 000,
1Ohio 7ls.
s notierten nach Meldungen aus NewYork am 23. Juni:
bet treide: Weizen Nr. 2 rot 153s, Weizen Nr. 2 hart 1607,
3 Nr. 2 111½, Hafer Nr. 3 57g, Roggen exp. 124½ Mehl
Eig Patent 690, Getreidefracht nach England 1,9 sh. Ge=
weifracht
nach Kont. 18 d.
Sochmalz: Schmalz Mittel, Weſten 13,22.
Sachweinefleiſch: Schweinefleiſch Family 33.

Franzöſiſcher Wirtſchaftsbrief.
Von unſerem N=Korreſpondenten.
Paris, 22. Juni.
98erſchiedene Ereigniſſe der Außen= und Innenpolitik haben eine
üſ e Beunruhigung in den franzöſiſchen Wirtſchaftskreiſen verur=
ſt
, eine Beunruhigung, die ſich ſchwer präziſſeren läßt, aber deshalb zu Beginn 7 Prozent, Aſchaffenburger Zellſtoff 4 Prozent. Trotzdem
nwweniger fühlbar iſt. Am ſtärkſten hat vielleicht der Mißerfolg der
uger die innenpolitiſche Lage ebenſo wie die Finanzlage weiter un= erfuhr der Markt aber keine weſentliche Belebung. Neben den Zell=
äüldert
geblieben. Die Ausſichten der neuen Konſolidierungsanleihe
dan in Anbetracht des großen Erfolges einer ähnlichen, vor kurzer
mufgelegten Anleihe günſtig. In manchen Kreiſen der Wirtſchaft,
inders in den der Schwerinduſtrie, beklagt uan lebhaft, daß die end=
zire
Stabiliſierung noch nicht erfolgt iſt. In Kürze iſt aber eine
lation von ungefähr zehn Milliarden zu erwarten, im Zuſammen= Kursrückgänge zu verurſachen, den Beſitzer wechſeln konnte. Deutſche
. mit der neuen Anleihe, die ſicherlich einen großen Schritt zur
Elliſierung bedeutet.
Aie Effektenbörſe litt weiter, trotz der großen Geldflüſſigkeit, unter
tes Depreſſion. Es ſollen große Käufe von engliſcher Seite erfolgt traten leichte Kurgrückgänge ein, die ſich aber in ganz beſcheidenen
ſ was um ſo verſtändlicher iſt, als die meiſten frauzöſiſchen Werte
ſe wunterwertet ſind.
Rur Erleichterung der Lage des franzöſiſchen Kohlenbergbaues ſind
tchäedene Maßnahmen getroffen worden. Vor allem wurde jedweder
Ugmimport an ſpezielle Genehmigungen des Handelsminiſteriums
Werhinderung des ausländiſchen Kohlenimports. Es handelt ſich
Ei eigentlich nur noch um die engliſche Kohle, die infolge eines für die bekannten Spezjalwerte als feſt gelten kann. Am Anleihemarkt
gewordentlich ſcharfen Dumpings eine gefährliche Konkurrenz für die
rzöſiſche Kohle geworden iſt. So entſtand nämlich, infolge der eng=
tei
Ronkurrenz, die paradoxe Lage, daß die franzöſiſche Kohle un=
rätflich
blieb, obwohl die franzöſiſche Produktion für Frankreich bei
ne nicht ausreicht. Man beurteilte ſchon die Lage für die franzö=
ſe
Produktion äußerſt peſſimiſtiſch, manche haben gar von einem
giſthfranzöſiſchen Kohlenkrieg geſprochen. In der Tat haben die
Ba ahmen der franzöſiſchen Negierung in England große Beſtürzung
bo=gerufen. Aber auch in manchen Kreiſen der franzöſiſchen Indu=
i
wpaben ſie zu Sorgen Anlaß gegeben. Beſonders in der Schwer=
argie
, bei der die Koksverſorgung ſchon früher Schwierigkeiten ver=
natt
hat. Aus dieſem Grunde hat man den Koksimport wieder frei=
aben
.
Oſeie noch vor kurzem günſtige Lage der Schwerinduſtrie hat ſich
wit chen verſchlechtert. Die Urſache iſt, daß die engliſchen Käufe am
Ktunent langſam ausbleiben, während zu gleicher Zeit England ſelbſt
nurenzfähig wird. Die franzöſiſchen Käufer ſind ſehr zurückhaltend.
/a hrauſſetendenz der Stahlpveiſe in der vorigen Woche konnte ſich nicht
ne behaupten. Die jetzigen Preiſe der verſchiedenen Eiſenſorten
ſiy, ſich auch nur mit den größten Anſtrengungen aufrecht erhalten.
36l ſondene gilt dies für Haematiteiſen. Man behauptet, daß ver=
föane
Eiſenſorten von kleineren Firmen tief unter dem offiziellen
aſs angeboten werden. Die Schwerinduſtriewerte lagen ſehr niedrig,
Uin auch bei der allgemeinen Depreſſion an der Effektenbörſe rela=
fürt
.
Aie Kupferpreiſe lagen ſchwach, ſie ſcheinen ſich fetzt aber zu er=
zn
. Im ganzen genommen iſt aber die Lage am Kupfermarkt gün=
*Die Baiſſe des Bleipreiſes wird nur für vorübergehend gehalten
man ſchreibt ſie größtenteils der Spekulation zu. Am ungünſtigſten
Ktm auf den Markt die Nachrichten von den großen Londoner Blei=
rären
, die ſich im Laufe der letzten Zeit verdoppelt haben follen.
2n Anſchein nach wird aber die amerikaniſche Ueberproduktion
iguens die einzige Urſache der Schwievigkeiten des Marktes bald
taren.
D ie Lage am Zinkmarkt iſt infolge großer engliſcher Käufe günſtig.
warke Hauſſe während der vorigen Woche in New York konnte ſich
zrunicht länger behaupten, war aber ein Zeichen für die baldige Neu=
lanüerung
des Marktes. Die Zinnpreiſe ſind unſicher und großen
Suu nkungen unterworfen.
Itgug kam ganz unerwartet und kann nicht genügend erklärt werden.
Ach winer Verſion ſoll er ausſchließlich durch ſpekulative Manöver des
19 Worker Marktes hervorgerufen ſein; nach einer anderen Auffaſſung
* Ufü Urſache der Baiſſe in dem Rückgang der Autoproduktion, ins=
Abrizere bei den Fordwerken, zu ſuchen. Die Genichte die übrigens
Iſe BGrundlage entbehren , nach denen der Stebenſonplan aufge=
Aſſahukbreiſes beigetragen. Man hat nämlich infolge dieſer Gerüchte
Uſnenrv York ebenſo wie in London große Mengen realiſiert.
Am der Effektenbörſe lagen die Kautſchukwverte ziemlich ſchwach, ſveiteren Verlaufe V. G. Farben plus 175 Prozent höher.
WRniz ers die franzöſiſchen.
2are Lage des Petroleummarktes iſt beinahe unverändert. Die
0rihaniſche Ueberproduktion dauert an. Die Vorräte ſollen überall
U groß ſein. Man ſpricht ſogar von einer Abſatzkriſe. Die Preis=
Mſkſoven Betroleums wird in hieſigen Wirtſchaftskreiſen ernſtlich er=
Uſen An der Effektenbörſe waren die angloſächſiſchen Petroleum=
ge
ſchwach, die galiziſchen dagegen geſucht. Die rumäniſchen Werte
TI0 gnge Zeit vernachläſſigt waren, erfuhren auf die Nachricht, daß die
fünbn eſetzt hat, eine ſtürmiſche Hauſſe.

Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 23. Jui.
Die Börſe eröffnete auch heute wieder ſehr ſtill und abwvartend, nur
die Bewegung in Zellſtoffaktien, beſonders in Zellſtoff Waldhof, die ſeit
einigen Tagen beobachtet wird und heute ſtärkere Formen annahm, ſorgte
für eine beſcheidene Umſatztätigkeit. Zellſtoff Waldhof gewannen gleich
auch heute wieder verſchiedene anregende Momente vorlagen, wie z. B.
ziwrung in der Frage des Zündholzmonovols gewirkt. Tatſächlich das neue Angebot an die Stadt Berlin bezüglich einer Auslandsanleihe,
ſtoffattien konnten noch einige favoriſierten Paviere Kursbeſſerungen von
12 Prozent erzielen, meiſt liegen aber die Kursbeſſerungen unter
1 Prozent. Im Verlaufe wurde die Tendenz dann recht ſchwankend, der
Markt zeigte ſich aber recht aufnahmefähig, ſo daß das durch die immer
wieder vorgenommenen Glattſtellungen frei werdende Material ohne
Anleihen erwieſen ſich im Verlaufe als recht feſt. Es ſoll für die Reichs=
ablöſungsanleihe
ein Hauſſekonſortium beſtehen. Auch Schutzgebiets=
anleihen
wurden mitgezogen. Ausländer ſtill, Türken aber feſter, Unif=
türken
und Zolltürken im Vordergrund. Gegen Schluß der Börſe erſt
Grenzen bewegten. Tägliches Geld 5 Prozent. Deviſen ſtill London
etwas ſchwächer. Die Mank iſt gegen London wie auch gegen New York
etzwas feſter. Mark gegen London 20 496; gegen Naw York 4,2205; Lon=
don
-Paris 124,01; Mailand 85‟l; Madrid B.46.
euchden. In der Praxis bedeutet dies eine ſtarke Beſchränkung oder Bei äußerſt ſtillem Geſchäft war die Abendbörſe nur knapp
behauptet, wenn auch die Grundſtimmumg der Börſe durch die Meinung
Ablöſungsrente bis 19,75 befeſtigt. Der Schluß war leicht abgeſchwächt.
Im einzelnen nannte man: Phönix 124,75: Rheinſtahl 199: Gelſen=
kirchen
1693 Harpener 199 25: Mansfelder 129,75: Schuckert 180,75: Sie=
mens
und Halske 265.5; AGG. 179; Commerzbank 179: Diskonto 161.,5;
Metallbank 142: Zelſtoff Waldhof 316.5; Aſchaffenburg 210.B5: Daim=
ler
121,25; Kleher 12825: Farbeninduſtrie 283,25; Scheideanſtalt 204:
Nordd. Lloyd 145; Südd. Bucker 141,87: Goldſchmidt 124,5: Peters Union
115. Im Abenddeviſenverkehr nannte man: London gegen
Paris 12401; gegen Mailand 8480; gegen Holland 12.12: gegen
Madrid B,55; gegen Zürich 2523½4; gegen Oslo 18.75; gegen Neiw York
4,8560. Pfunde gegen Mark 20/49½; Dollar gegen Mark 4.,2205.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 23. Juni.
Die Börſe eröffnete in freundlicher Haltung. Die erſten Kurſe
brachten faſt überall Beſſerungen, die ſich im Rahmen von 12 Prozent
bewegten. Spezialverte konnten ſogar ſtärker anziehen. Glanzſtoff
plus 13 Prozent, Bemberg plus 10; Zellſtoff Waldhof plus 9: Schult=
heiß
und Oſtwerke plus 5,5 Prozent. In der Hauprſache dürfte die
Kursbeſſerung auf Deckungskäufe der Spekulation zurüchuführen ſein.
Das Geſchäft bewegte ſich aber noch in mäßigen Grenzen. Trotzdem
blieb aber die Grundſtimmung der Börſe freundlich. Man weiſt auf
die zunehmende Entſpannung des Geldmarktes hin, in der Annahme,
daß der engliſche Diskontſatz bald erhöht werden könnte. Günſtia wirken
ſich auch die Nachrichten von Abſchlüſſen von Anleihem mit dem Ausland
aus. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,56,5 Prozent und Monats=
geld
mit 89 Prozent zu hören. Am internationalen Debiſenmarkt ſind
bei ruhigem Geſchäft ebenfalls keine nennenswerten Veränderungen ein=
getreten
. Mailand liegt mit 58lz etwas feſter und Madrid mit 28,48
etwas ſchwächer. Die Mark notierte in New York 4,2206. Die Neu=
beſitzanleihe
konte ſich auf 18,75 erhöhen. Im einzelnen war das Ge=
ſchäft
am Schiffahrtsmarkt etwas gebeſſert. Hapag plus 1,75: Lloyd
plus 17: Hamburg Süd plus 3: Hanſa Dampf plus 3,25 Progent.
Von Bankenwerten konnten ſich Berliner Handelsgeſellſchaft um 375
Prozent verbeſſern. Die übrigen Werte zeigen Erhöhungen von etwa
11,5 Prozent. Am Montanaktienmarkt ſteigerte ſich Rheinſtahl um 1,5:
Harpener um Pl.; Eſſener Steinkohlen um 2,75; Ilſe Bergbau um
Der Preis für Kautſchuk iſt erheblich zurückgegangen. Dieſer Preis= 2.5: Mansfeld um 225; Oberbedarf um 25 und Niebeck Montan um
1 Prozent. Gelfenkirchen, Rheiniſche Braunkohlen lagen dagegen um
etwa 1 Prozent ſchwächer. Am Glektromarkt gewannen AEG. 1.. Berg=
mann
2: Schleſiſche El. 2,5; Siemens und Halske 1,5; während Thürin=
ger
Gas zwei Prozent hergaben. Am Markt der chemiſchen Werte ver=
beſſerte
ſich Fahlberg Liſt um 15 Prozent, während J. G. 1 Prozent
einbüßten. Von Kaliwerten Aſchersleben um 3, Salzdetfurth um 3:
ünm oder modifiziert werden ſoll, haben auch viel zu dem Sturz des Weſteregeln um 1. und Deutſche Kaliwerke um 175 Prozent höher.
Von der übrigen Papienen Vereinigte Schuhfahriken 1:. Deutſche
Maſchinen 2: Dynamit Nobel 12); Felten und Guillegume 1,75: Aſchaf=
fenburger
Zellſtoff 4,5: Schubert und Salzer 2 Prozent höher. Im 125 Kälber, 2 Schafe. Bezahlt wurden für Kälber 2) 6675 Pfg.;
Im weiteren Verlaufe der Börſe konnte ſich die feſtere Grundſtim=
mung
enhalten. Beſondere Beachtung wurde der Amerikareiſe des
Neichsbankpräſidenten geſchenkt. Das Geſchäft liegt nach wie vor be=
üſeungg
des Benzins ſeit Mitte 1926 beträgt 28 Prozent die des Petro= engt. Nur für Spezialwerte war etwas mehr Intereſſe zu beobachten. Klaſſe gehandelt: 34 Kälber, 6075: 5 Schafe ; 199 Schweine 5963;
Mr31 45 Prozent. Sie wird vorausſichtlich, falls die Produktion nicht Nur einige oberſchleſiſche Paviere konnten ſich etwas gebeſſerter Nach= 687 Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 813; Ferkel über 4 Wochen
Aäachneht, noch weiter anhalten. Die eventuelle Konkurrenz des ſyn= frage erfreuen. Laurahütte plus 4: Oberkoks plus 3,25. Bei Schultheiß
ſplus 2 Prozent) kamen neuerlich Gerüchte auf, die von einer Expan=
ſionspolitik
der Geſellſchaft und damit zuſammenhängenden Kapital=
erhöhung
wiſſen wollen. Pribatdiskont kurze Sicht 57lo, lange Sicht
57l, Prozent. Die freundlichere Tendenz ſetzte ſich bis zum Schluß der Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes von der vergangenen
Un rumäniſche Regierung die Exportſteuer um 400 Lei per Waggon Börſe fort, ſo daß noch kleine Kurserhöhungen ſtattfanden. Zellſtoff
Waldhof hatten vorübergehend einen Kurs von 318 Prozent und ſchloſſen
dann mit 31925 Prozent. An den übrigen Märkten war das Geſchäft
dagegen ſehr zurückhaltend. An der Nachbörſe war dann eine gewiſſe Klaſſe 2)5255; 0) 5557; 0) 5658: 0) 5658 und e) 5355. Gegen
Abſchwächung feſtzuſtellen, die auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen
ſein dürfte. Eine Ausnahme bildeten Schultheiß, die ſich nachbörslich zu 4 Mark billiger. Schafe unverändert. Die Fleiſchgroßhandelspreiſſe
noch um 1 Prozent verbeſſern konnten. Gegen 230 Uhr hörte man un= wurden wie folgt feſtgeſetzt: Ochſenfleiſch 1. 100105: 2. 80100: Bullen=
Llotzd 144,75: AEG. 179: Deſſauer Gas 206: Siemens und Halske
26475: J. G. Farben 283B; Gelſenkirchen 16875; Harpener 200 53 Vorderviertel 4650 und Hinterviertel 5458.
Mannesmann 184: Oſtwerke 388: Schultheiß 421; Leonhard Tietz 155;
Holzmann 194,5; Geſ. f. El. 228,5; Rheinſtahl 198,5; Rhein, Brauu=
kohlen
269; Ver. Glanzſtoff 683: Bemberg 549; Zellſtoff Waldhof 340.
122. 6. 1 23. 6.
22. 6. 1 23. 6. I
209. Ibemoor=Zement : ..
Aſchaffb. Zellſtioff ..."
120. 1181.
Augsb.Nürnb.Maſch. 143. 143. Hirſch Kupfer ....
Höſch Eiſen ...
174. 1173.125
47.5 46.5
Bamag=Meguin.
Berlin el. W.
111.- 111.-
Berlin Karlsrubeſnd 1os. lros. Kahla Porzellan.:
Braunkohl.=Brikets. 185. 185.25 Lindes Eismaſch.
138. 139. lLingel Schuh. 77: 1 85. 85.
Bremer Vulkan.
Linke u. Hofmann..
204.75
Bremer Wolle.
255:
Teutſch.=Atlant. Tel. 106. 107.5 8. Loewe u. Co....=
Deutſche Maſchinen: 92.25 93,875/C. Lorenz.. . 121.
Teutſch.=Nieb Tel. : / 12.375/ 12.5 MNiederlauſitzer gohle 181. 180,5 25 Monate verlängert.
Deutſche Erdöl. .... 143.75 1144. 125/Nordd. Gummi.
Deutſche Petroleum. 63.5 8264 Drenſtein. . . 129.5 130.25
Dt. Kaliwerke.
124. ſRombacher Hütten..
Lonnersmarchütte:
93.
138. 140. Roſitzer Zucker.
93.25
Tynamit Nobel.
89.75 90.25
17125 121.5. ſRütgerswerke:
Elektr. Lieferung.
u16.5 132,5
259. 1281.55 Sachſenwerk
F. 0. Farben .
91. 91.5 lSächſ. Gußſtahl.
R. Friſter.
Gaagenau Vorz
63. 62.625/Siemens Glas.
135. 1135.25
Ver Lauſitzer Glas
Eelſenk. Eußſtahl...
227. Volkſtedter Porzell. 1 59,25 59.25
G. f. elektr. Untern. 226.
175. ſWeſtf. C. Langendreer
Halle Maſchimen .
Hon. Maſch. Egeſt ...
Hanſa=Tampfſchf. 1212. 216. Wanderer=Werke.:

Oeviſenmarkt.

Amſterdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Fslo ...
Kopenhagen.
Stocholm.
Celingfors.
Italien:
London. .
New=York. ...
Varis ...
Schweiz ...
Sponien....

22. 6. 23. 6. 22. 6. Geld Briel Geld Brtef geid 8 Briel 188.93 3ue9.a7 189.93 189.27 Wien D.=Oſt. abg /5 s5.31 o.,43 1.721 1 1.795 1.788 1.752 Prag. ſi2 49 ſi2.81 sa.55 5 5o.85 So.55 5o 67 Budapeſt, Bengö 3 73.421 73.57 109.2311 109.51 1o9.24 109.Zel: Japan. 1.993 1.997 112 711 12.331 12 72112-3310 Rio de Faneiro 0.age 3 0.3990 112.8e 13.20 1 112.27113-1913 Sofia. 2.944.3 3.o50 10.S1311 1i0.8331 10.Si8 10 8sc Jugoſlavien. 7.413 7.27 23.63 323.25 24.15 124.19 Konſtantinopel 2.188 2.199 20.77 9 a0.51 20.471 20.511 Liſſabon. 20.63 30.57 4.21s 54.324 4ais 4.22413 Danzig. 131.80 21.-78 1s.5os11 18.S4s i1s.505 16.548 Athen. 5.7141 5 5.726 21. 104/ der ges 91.15 61.31 Kanada. 4.269 4219 72.19 72.321 71.78 71921u uruguah j.: 4.176 4 ia4

23. 6.
Geld Brie
59.3u 5o.43
12.49 12.51
73.45) 73.59
1.398 2.002

43i4l4,g
7413 1.427
2.1931 2.197
20 30 20.84
zi. 89 81.9s
3.694 5.708
4.213 4.321
4.176 4.184

Meiallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 23. Juni ſtellten ſich wie
folgt: Elektrolytkupfer 122, Remelted Plattenzink 5354, Original=
Hüttenaluminium 210, desgl. in Walzen A4, Rein=Nickel 340350, An=
timon
Regulus 1001G, Silber in Barren 77347834.
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhandel vom
23. Juni ſtellten ſich für Kupfer: Januar 113½ (113½), Februar
113½ (113½), März 113½ (11334), Aprik 11334 (114), Mai 114 (114),
Juni 113½ (114½), Juli 113½ (113½), Auguſt 111½ (111½), Sep=
tember
111½ (1113 Oktober 11134 (112½) November 119½ (112½),
Dezember 113½ (113½). Tendenz: feſt. Für Blei: Januar 4934
(50), Februar 50 (50½), März 50½ (50½), April 50½4 (50½), Mai
50½ (50½), Juni 49½ (4934), Juli 49½ (4934). Auguſt 49¾ (50),
September 493 (50), Oktober 50 (50½), November 50 (50½), De=
zember
50 (50½). Tendenz: befeſtigt. Für Zink: Januar 56½ (56½),
Februar 56½ (5634), März 56½ (5634), April 56½ (56½), Mai 56½
(563), Juni 56½ (5734), Juli 56½ (57), Auguſt 5634 (57), September
5634 (50), Oktober 56½ (57), November 56½ (573) Dezember 56½
(57). Tendenz: befeſtigt. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern beigefügten Brief.
Produktenberichte
Mannheimer Produktenbericht vom 23. Juni. An der heutigen
Produktenbörſe waren die Preiſe für Brotgetreide leicht abgeſchwächt.
Ansländiſches Brotgetreide befeſtigt. Futtergetreide unverändert. Man
verlangte für die 100 Kg. waggonfrei Mannheim ohne Sack: Weizen
inl. geſtrichen; ausl. 3133,75; Roggen inl. ; ausl. B,2538,5; Brau=
gerſte
inl. ; ausl. 3134,5: Futtergerſte 24,525,5: Hafer inl. :
ausländiſch 24 26,5: Mais mit Sack 19,5: Südd. Weizenmehl Null
41,2541,75: Südd. Brotmehl 33,2533,75; Südd. Roggenmehl 38,25 bis
40; Kleie 13.
Frankfurter Produktenbericht vom 28. Juni. Das Geſchäft war
heute außerordentlich klein und zurückhaltend. Futtermittel hatten heute
auch faſt keinen Umſatz; Weizen 31.25 bis 31.50; Noggen 2,50 bis 28.75;
inländiſcher Hafer 26; ausländiſcher Hafer 2426,50; Mais 19; Weizen
mehl 42; Roggenmehl 39,2540; Weizenkleie 13,3513,50 und Roggen
kleie 1616,25.
* 71. Südweſtdeutſche Zentral=Häuteauktion in Mainz am 23. Juni.
Der Auktionsbeſuch war gut und die Kaufſtimmung ziemlich feſt.
Kalbfelle hielten die letzten Preiſe mit kleinen Schwankungen. Leichte
Häute ließen etwas nach, während Rinderhäute und Häute ohne Kopf
bis zu 5 Pfg. anzogen. Ochſen=, Kuh= und Bullenhäute erzielten 9 bis
10 Pfg. mehr gegen die letzte Verſteigerung. Es ſtanden zum Angebot:
5614 Großviehhäute, 7891 Kalb= und Freſſerfelle und 25 Hammelfelle.
Im einzelnen wurden folgende Preiſe erzielt: Kalbfelle ohne Kopf,
Klaſſe 1: bis 9 Pfund: 150156,5 Pfg.; über 9 Pfund: 137,25; Klaſſe 2:
bis 9 Pfund: 117122,5; über 9 Pfund: 111,5; mit Kopf: Klaſſe 1:
118: Klaſſe 2: 89 Pfg. Schußkalbfelle ohne Kopf, alle Ge=
wichte
: 91 Pfg.: mit Kopf: 82 Pfg. Freſſerfelle ohne Kopf,
Klaſſe 1: 105 Pfg.: Klaſſe 2: 95: Schuß: 70; mit Kopf: 60 Pfg.
Leichte Häute ohne Kopf: 229 Pfund. Klaſſe 1: 96 Pfg.;
Klaſſe 2: 93 Pfg. Ninderbäute ohne Kopf, Klaſſe 1: 3049
Pfund: 94N7 Pfg.: 5059 P und: 851012: 60 und mehr Pfund:
91101 Pfg. Ochſenhäute ohne Kopf, Klaſſe 1: 3049 Pfund:
83 Pfg.: 5059 Pfund: 8289; 6079 Pfund: 85,7596,25; 80 und
mehr Pfund: 85,B92,25 Pfg. Kuhhäute ohne Kopf, Klaſſe 1:
3049 Pfund: 7685,5 Pfg.: 5059 Pfund: 78,590,25; 6079 Pfund:
87.7599,75; 80 und mehr Pfund: 102 Pfg. Bullenhäute ohne
Kopf, Klaſſe 1: 3049 Pfund: 82,7588.25 Pfg.; 5059 Pfund: 7425
bis 80,5; 6079 Pfund: 72.2575, 25; 80 und mehr Pfund: 67. 68,B.
Häute ohne Kopf, Klaſſe 2: 3049 Pfund: 75,7582,5 Pfg.; 50
und mehr Pfund: 66,2579,75. Rinderhäute mit Kopf, Klaſſe 1:
3049 Pfund: 8089 Pfg.; 5059 Pfund: 7883,5: 60 und mehr
Pfund: 8282,75. Dchſenhäute mit Kopf. Klaſſe 1: 3049 Pfd:
75 Pfg.; 5059 Pfund: 74: 6079 Pfund: 7581,5: 80 und mehr
Pfund: 79. Kuhhäute mit Kopf. Klaſſe 1: 3049 Pfund: 72.35
bis 75.25 Pfg.: 5059 Pfund: 7177 75; 60 und mehr Pfund: 7881.
Bullenhäute mit Kopf, Klaſſe 1: 3049 Pfund: 66,2579,25
Pfg.; 5079 Pfund: 6565,5; 80 und mehr Pfund: 5658. Häute
mit Kopf. Klaſſe 2: 2049 Pfund: 67.7580 Pfg.: 50 und mehr
Pfund: 69. Schußhäute ohne Kopf, alle Gewichte: 64,25 Pfg.;
mit Kopf: 59,B Pfg. Schaffelle, vollwollig: 73,25 Pfg.; blöß:
57.5 Pfg.

Viehmärkte.

Darmſtädter Viehmarkt. Aufgetrieben waren: 4 Ochſen, 3 Kühe,
b) 6165 Pfg.; C) 5060 Pfg.; Schafe 4550 Pfg. Marktverlauf:
Großvieh nicht notiert, Kälber und Schafe ſchleppend geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 23. Juni. Zum heutigen Kleinvieh=
markt
waren zugeführt und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach
1429; Läufer 2025 Mank das Stück. Marktverlauf: Kälber ruhig,
langſam geräumt. Schweine Ueberſtand, Ferkel und Läufer ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 23. Juni. Der Auftrieb des heutigen
Nebenmarktes beſtand aus 765 Kälbern, 135 Schafen und 579 Schweinen.
Woche waren 50 Kälber, 20 Schafe und 420 Schweine weniger angetrie=
ben
. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 7580;
C) 68ſ4 und 4) 6067 Schafe 2) 5055: b) 4249: Schweine,
die Notierungen vom Mondag ſind Kälber 3 Mark und Schweine bis
ter anderen folgende Kurſe: Danatbank 232,75; Hapag 141: Nordd. fleiſch 98105; Kuhfleiſch 1. 7585: 2. 6070 und 3. 4555: Kalb=
fleiſch
2 .110115: Schweinefleiſch 1. 7380; Gefrierfleiſch, Rindfleiſch,
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Die diesjährige Kölner Herbſtmeſſe wird in der Zeit vom 2. bis
236. ſe31. 5. Oktober ſtattfinden.
Die neugegründete Danziger Tabakmonopol A.G. hat ihre Tätigkeit
lbohenlohe Werle ::: 22. 22,55 in den bisherigen Räumen der Zigarettenfabrik Hellas aufgenommen.
Zur Förderung des Wohnungsbaues plant die Stadtverwalzung
153,5 152.5 Saarbrücken eine 10 Millionen=Goldmarkanleihe aufzuehmen. Der
53. Stadthaushalt 1927 gleicht ſich mit 264 325 000 Franken aus.
Wie wir aus Saarbrücken erfahnen, wurden die ſaarländiſchen Zoll=
121,5 ſtundungen unter den bisherigen Bedingungen um einen Monat auf
Die Sicherheitsſprengſtoffabriken Kockelſchener bei Luxemburg, am
146. 147.25 Rathgeber Waggon ; 99 100. denen deutſches Kapital intereſſiert iſt, erzielten einen Reingewinn von
254 000 Fr., woraus B Proz. Dividende verteilt werden, gegen 194000
Fr. bzw. 20 Prozent Divende im Vorjahr.
Die Hauptverſammlung der Banque de Bruxelles, die über die be=
kannten
Kapitalerhöhungsvorſchläge Beſchluß faſſen ſollte, iſt auf den
150. 168. 9. Juli vertagt worden.
Die polniſche Regierung iſt entſchloſſen, die Zahl der Importeure
weſentlich einzuſchränken. In letzter Zeit ſollen zahlreiche neu entſtan=
120. 1118. Wittener Gußſtahl. . 1 58.25 60. dene Firmen unverhältnismäßig hohe Lmportforderungen geſtellt habem
239.25 1241.5 Auch hat ſich ein förmlicher Handel mit Einfuhrbewilligungen ent=
wickelt
.
Im Dziennik Uſtaw iſt eine neue Verordnung des polniſchen
Staatspräſidenten veröffentlicht, nach der von Darlehen nicht mehr als
15 Prozent jährlich Zinſen benechnet werden dürfen. Die Anwendung
eines höheren Zinsfußes wird mit Strafe bedroht.
Die vom amerikaniſchen Handelsamt veröffentlichte Monatsſtatiſtik
über die amerikaniſche Kunſtſeideneinfuhr, beziffert die Geſamteinfuhr
für Kunſtſeide für den Monat Mai auf 1 798000 lb. im Werte von
1 428 000 Dollar. Hiervon kamen aus Deutſchland 177000 lb. im Wert
von 171000 Dollar.
Am 21. Juni gelangte in Shdneh ein Angebot von 7850 Ballen
Wolle zur Verſteigerung, das zu feſten Preiſen und bei guter Konkur=
renz
gänzlich verkauft wurde, Hauptintereſſenten waren Japan, Frank=
reich
und Deutſchland. Die Preistendenz wird als etwas ſteigend be=
zeichnet
.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Freitag, den 24. Juni 1927

Nummer 173

Gransfarter Karboerict obcr 2o. Danf Leati

Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. 1. Zeil/301
TI. Teil/301.5
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
...! 19.1
6½% Reichsp. Sch.
h. 1. 10. 30.... / 96.75
7%Bayer. Staats=
Sch. v. 1. 4. 291 96.75
½% H. V. Sch.
96
v. 1. 4. 29 .
6½% Pr. St.=Sch.
v. 1. 3. 29
6½% Pr. St.=Sch.
v. 1. 10. 30
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. v. 1. 7. 29/ 98.25
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. o. 1. 7. 30/ 98.25
6½%Württ. Freiſt.
Schatz. v. 1. 3. 29

b) Ausländ iſche
5% Bos. E. B. 1914
5% L.Inv. 1914
4½% 1898 ..
½% 1902 ...
4½ ..

3.
23
3.25
6.

5% Bulg. Taba 02
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
½%Oſt. Schatz. 14
4½% Oſt. Silberr.
4½ Goldr..
426 einh. R. (kon))

8% Port. (Spz.) III
7.:
5% Rum.am. R.03.
4½% Gold. 13 ../ 172/,
4% am.konv..
4½ am. 05.. .! 5.7!

Türk. (Adm.)03/
(Bagd.) II 21.5
(Bagd.) III 18.25
unif. 1903
1911 Zoll.

0 Ung. St. 1913
% St. 1914
Goldr.
St. 10 ..
Kronr.
Eiſ. Tor...
Außereuro=
päiſche

5%Mex. am. in. abg.
5% äuß. 99
4% Gold 04ſtf.,
3% konſ. inn. .
4½% Frrigat.,
5% Tamaulipas I".
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech
nung
10%Berl. H.=Bf. G.
8%
6% Berl. St.=Gold
3% Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp==Bank
Meining. Goldpf.
82 Frk.=Gyp.=B.=
Goldpfdbr.. . . .
% Frkf. H.=B.=Gld
8% Frkf. Pfbr.=Bk
Goldpfbr.
Pfbr.=Bk.=Gold
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Goldpfbr.
8% H. Lds.=Bk. Gld.
10% K. Elektr. Mar
(Hagen) Goldobl
8% K. Landesbank
Darmſt., Reihe I
Reihe II
72 M.=Kraſtböchſt

25.35
26.25
23
20.5

R
400.
27.5
12
352.

106.75
95
97
101.75
100.5
102.5
100
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Nummer 173

Reich und Ausland.
Familientragödie.
Mannheim. In Neckarau wurde am Mitt=
ſutrh
früh morgens die Ehefrau des 35 Jahre alten
Malers Keitlers, offenbar von ihrem Mann, aus
ein Fenſter der im dritten Stock gelegenen Wohnung
u den Hof geworfen, wo ſie bewußtlos mit einem
ſösädelbruch und inneren Verletzungen liegen blieb.
dr Ehemann, der anſcheinend ſeiner Frau nach=
ewrungen
iſt, wurde im Hofe tot aufgefunden. Miß=
ſage
Verhältniſſe ſollen die Urſache der grauſigen
N4 ſein.
Eine Zigeunerſchlacht.
Miederlahnſtein. Zwei vor den Toren der
ßundt lagernde Zigeunerfamilien gerieten mitein=
nieer
in Streit, der in eine regelrechte Schlacht, an
ei ſich Mann, Weib und Kind, jung und alt, be=
lifigten
, ausartete. Aber damit nicht genug. Sie
en rohten außerdem die Straßenpaſſanten, ſo daß
in größeres Polizeiaufgebot herbeigezogen werden
nüßte, um die Zigeuner hinter Schloß und Riegel
al bringen.
f Folgen einer Spielerei mit Schußwaffen.
Aſchaffenburg. Ein zehnjähriger Knabe
=lte in Winterhauſen mit einem Gewehr,
a: ſich plötzlich entlud. Die Kugel ſchlug der
2jährigen Schweſter des Knaben in den Kopf, drang
rädas Gehirn, ſo daß das Mädchen bewußtlos zu=
zuumenbrach
und alsbald verſtanb.
Schwere Autvunfälle.
Wad Lindewieſe. Beim Ueberqueren von
ſitenbahngleiſen bei dichtem Nebel wurde das Auto
iner Gaſtwirti aus Würbentak von einer Loko=
icrive
erfaßt und zertrümmert. Die Frau wurde
etStet, zwei Mitfahrer leicht verletzt.
BBeuthen. Auf der Straße Myſlowitz Gieſche=
ſab
d fuhr ein Auto gegen einen Baum. Es wurde
em=rümmert. Der Chauffeur wurde getötet. Drei
ſyd aſſen wurden ſchwer verletzt.
GBBaden=Baden. Am Mittwoch früh ſtieß auf
ei Straße von Baden=Baden nach Iffezheim in der
taSe von Iffezheim ein Laſtauto mit dem Perſonen=
u
des Sanatoriumsbeſitzers Hoops aus Jeſerburg
ei, Hamburg zuſammen. Das Perſonenauto wurde
ungeworfen, kam aber glüchlicherweiſe über den
ſty aßengraben zu liegen, ſo daß die fünf Inſaſſen
aninter hevvorkriechen konnten. Zwei Damen blie=
en
. unverletzt, der Beſitzer Hoops und ſein Schwager
Belf aus Altona erlitten dagegen Rippenbrüche und
hwere innere Verletzungen, jedoch nicht lebensge=
ihrlicher
Natur. Der Chauffeur wurde leichter ver=
. Die Verunglückten fanden Aufnahme im Baden=
aener
Krankenhauſe.
Opfer eines Grubenunglücks.
Delsnitz. Durch Einſturz eines Kohlenſchachtes
ut den auf der Grube Concordia zwei Bergleute
erüfſchüttet. Während der eine mit ſchweren Ver=
uungen
ausgegraben wurde, konnte der andere
uu noch als Leiche geborgen werden.
85 000 Mark erſchwindelt.
Schneidemühl. Ein zugereiſter Schwindler
arnens Buckwitz, der ſich hier vorübergehend auf=
ſe
X, haf eine hieſige Bank durch Fälſchungen von
ſalbieren um 85 000 Mark betrogen. Scheinbar hat
n/ Helfershelfer die erforderlichen, vorzüglich ge=
ilſthten
Schreiben von einer anderen Stadt hierher
rſarndt.
Zweimal zum Tode verurteilt.
Phemnitz. Von dem hieſigen Schwurgericht
ulrde am Mittwoch ein zwanzigjähriger Dienſtknecht
us Seifersdorf wegen Mordes in zwei Fällen, in
mam Fall in Tateinheit mit ſchwerem Raub zwei=
ſal
, zum Tode und außerdem wegen verſuchten Mor=
ezu
und verſuchter Brandſtiftung zu 11 Jahren Zucht=
auss
und dauerndem Verluſt der bürgerlichen Ehren=
ichtte
verurteilt.
Verheerender Zyklon.
Gräfenthal (Thür.). Freitag nacht, gegen
(12 Uhr, vernichtete ein Zyklon an der Grenze des
arveriſch=Thüringiſchen Staatswaldes bei Schreiders=
grrmer
einen großen Teil des Hochwaldbeſtands. In
mar halben Minute wurden zirka 5000 Bäume, dar=
iher
50, Zentimeter ſtarke Stämme, wie Streich=
öleszer
geknickt. Die ganze Bergwand iſt wie abraſiert.
Weitere Suche nach Coli und Nungeſſer.
Die geheimnisvollen Lichtſignale, die im Sagu=
nas
=Bezirk beobachtet wurden und die mit den ver=
nßtten
franzöſiſchen Fliegern in Zuſammenhang ge=
ruccht
wurden, ſind am Montag wieder beobachtet
Zuur Eröffnung der Liebermann=
Ausſiellung in Berlin

Max Liebermann (neueſte Aufnahme).
u Ehren des Präſidenten der Akademie der Künſte
Werlin, Max Liebermann, deſſen 80. Geburtstag
n: 20. Juli von der geſamten deutſchen und aus=
inſoiſchen
Kunſtwelt gefeiert wird, iſt am Donnerstag
Gebäude der Akademie eine Ausſtellung von
u dert Werken des Meiſters in beſonders feier=
licher
Weiſe eröffnet wovden.

Freitag, den 24. Juni 1927

Geite 15

Eine Wohnkolonie für die Berliner Schutzpolizei.

Durchgang zur Wohnkolonie der Berliner Schupo in Spandau bei Berlin.
Für die Mitglieder der Berliner Schupo und ihre Angehörigen wird, in Berlin=Spandau eine
ganze Wohnkolonie gebaut, beſtehend aus kleinen, einſtöckigen freundlichen Häuschen im Grünen.
Die Bauarbeiten ſtehen bereits kurz vor der Vollendung.

Die Jugendburg der Oſtmark.

Die neueingeweihte Jugendherberge in Lagow bei Frankfurt a. d. O.
Die Stadt Frankfurt a. d. Oder hat in Lagow, einer der ſchönſten Stellen der Mark Brandenburg,
die größte und modernſte Jugendherberge der mittleren Oſtmark erbaut. Das vor wenigen Tagen
eingeweihte Gebäude gewährt 200 Jugendlichen Unterkunft. Es ſoll dazu beiträgen, der geſamten
wandernden deutſchen Jugend die landſchaftlichen Schönheiten der Oſtmark zu erſchließen. Die
Gegend um Lagow verdient nicht nur wegen ihrer landſchaftlichen Schönheit, ſondern auch aus
geographiſchem, geſchichtlichem und botaniſchem Geſichtspunkte Intereſſe.

Mordprozeß Groſaveſen.
Wien. Hier begann am Mittwoch unter dem
Vorſitz des Hofrats Dr. Aichinger der auf vier Tage
anberaumte Schwurgerichtsprozeß gegen Frau Nelly
Groſaveſcu, die des Mordes an ihrem Gatten, dem
früheren Opermſänger Trajan Groſaveſcu, beſchul=
digt
iſt. In der von Staatsanwalt Dr. Tuppy ver=
tretenen
Anklage wird nach Schilderung der am
15. Februar 1927 in der Wohnung des Opern=
ſängers
begangenen Mordtat der Charakter der Frau
Groſoveſeu als ſelbſtſüchtig und herrſchſüchtig ge=
ſchildert
und eine Darſtellung der Gründe gegeben,
die darauf ſchließen laſſen, daß dieſe Frau ihren
Mann mit Vorbedacht und Abſicht erſchoſſen hat. Die
Gründe zu dieſer Tat werden in der Eiferſucht ge=
ſehen
, von der die Frau ſeit langer Zeit beherrſcht
war und die am Tage des Mordes beſonders ſtark
hervortrat, da Groſaveſeu nach Berlin fahren wollte,
um dort ein längeres Opern=Gaſtſpiel zu geben.
Ueber den Hergang der Tat liegt die Ausſage der
einzigen Augenzeugin, Fräulein Olga Groſaveſcu,
vor. Vor Beginn der Verhandlung gibt der Vertei=
diger
der Angeklagten, Regierungsrat Stöger, eine
längere Erklärung ab, in der er ſich dagegen wendet,
daß als Privatbeteiligte für das zweieinhalbjährige
Kind die Mutter Groſaveſeus ſich am Strafver=
fahren
beteiligt. Der Gerichtshof teilt den Beſchluß
mit, daß die minderjährige Mia Groſaveſcu und die
Mutter Trajan Groſaveſeus als Privatbeteiligte zu=
zulaſſen
ſind. Gleichzeitig wird konſtatiert, daß ſich
die Angeklagte vom Tage der Verhaftung bis Mitt=
woch
im Inquiſitzenſpital befand. Der Verteidiger
erſucht, daß ſich die Angeklagte, da ſie noch immer
leidend ſei, ſitzend verantworten dürfe. Nach Ver=
leſung
der Anklageſchrift beginnt das Verhör der
Angeklagten.
Aus der Vevnehmung der Angeklagten geht her=
vor
, daß ſie 31 Jahre alt und in Oberſchleſien ge=
boren
iſt. Sie bekennt ſich nicht als ſchuldig. Auf
die Frage des Vorſitzenden, ob ſie die Tatſache zu=
gebe
, daß Groſaveſcu durch einen Schuß ums Leben
gekommen ſei, erklärt die Angeklagte, daß dies mög=
lich
ſei, aber ſie wiſſe nichts davon. Auf weiteres Be=
fragen
, erzählt ſie, ihre erſte Ehe mit dem öſter=
reichiſchen
Major Caltum ſei ſolange glücklich ge=
weſen
, bis ſie Groſaveſeu kennengelernt habe. Unter
Schluchzen erklärt ſie, daß Groſaveſeu ſehr leiden=
ſchaftlich
geweſen ſei, getrunken und geſpie habe.
Jeder Streit ſei mit Fäuſten ausgetragen worden.
Im weiteren Verlauf der Vernehmung ſagte ſie
aus, daß ſie für ihren Mann alle Verhandlungen
mit Agenten und Direktoren geführt, Verträge ab=
geſchloſſen
, ihm Sekretärinnendienſte geleiſtet, und
mit ihm ſeine Rollen einſtudiert habe. Ende 1925
habe ſie ſich durch Veronal zu vergiften verſucht. Der
Arzt, der ihr die erſte Hilfe geleiſtet haben ſollte, er=
innert
ſich, wie die Angeklagte ſelbſt zugibt, nicht
mehr an den Vorfall. Ihr ſei es jedoch mit dem
Selbſtmordverſuch ernſt geweſen. Im Herbſt 1926 ſei
ihr klar geworden, daß Groſaveſeu mit Frau Pro=
feſſor
Stranſky mehr als freundſchaftliche Beziehun=
gen
unterhalten und ihr ſo ar Geld zur Begleichung

von Rechnungen gegeben habe. Ueber die Verwen=
dung
des Geldes habe er ihr jedoch falſche Angaben
gemacht.
Als erſte Zeugin im Groſaveſeu=Prozeß wurde
die Schweſter Groſaveſeus, Olga Groſaveſcu, die
einzige Tatzeugin, über den Hergang der Tat ver=
nommen
. Ueber das Verhältnis der beiden Ehe=
gatten
zueinander wird ſie erſt zu einem ſpäteven
Zeitpunkt vernommen werden. Sie wurde vereidigt
und ihre Ausſagen widerſprechen denen ihrer
Schwägerin ſehr kraß. Die Angeklagte hält dagegen
ihre Ausſagen vom Vormittag aufrecht. Insbe=
ſondeve
behauptet die Zeugin, daß ſie vor der Tat
nicht die ihr in den Mund gelegten Worte ge=
ſprochen
habe: Bruder, ſchlage ſie nicht.
Der nächſte Zeuge, der Arzt, der unmittelbar nach
der Tat gerufen worden war, weiß nichts beſonderes
auszuſagen. Die hierauf vernommenen Wachbeamten
wiſſen nichts andeves zu ſagen, als daß die Ange=
blagte
fortwährend nur gerufen habe: Ich habe
ihn erſchoſſen! Verurteilt mich! Nach Vernehmung
des Polizeibeamten, der das erſte Verhör mit der
Angeklagten angeſtellt hat, wurde die Verhandlung
vertagt.
Am Mittwoch wurde der Arzt des Ehepaares,
Dr. Minkler, als Zeuge vernommen. Dr. Minkler,
der mit den Groſaveſeus eng befreundet war, gab
eine intereſſante Charakterſchilderung des Ehepaares.
Frau Groſaveſcu bezeichnete er als hyſteriſch, herrſch=
ſüchtig
und empfindlich. Sie habe ihre Familie
tyranniſiert. Ihr erſter Mann ſei vollkommen von
ihr abhängig geweſen. Der Groſaveſeu habe ſehr
große Energie entwickelt. Ihr habe er ſeine künſt=
leriſche
Laufbahn zu verdanken gehabt. Sie habe ihn
zu einer internationalen Berühmtheit gemacht. Der
Zeuge teilte weiter mit, daß Frau Groſaveſcu ihren
Gatten auf deſſen eigenen Wunſch hin auf allen
ſeinen Reiſen begleitet habe. Anſcheinend habe ſie
ihn ohne ſein Verſchulden viel mit Eiferſucht ge=
plagt
. Ob Gxoſaveſcu ſeine Frau mißhandelt habe,
ſei ihm unbekannt. Allerdings ſei er jähzornig und
reizbar geweſen und habe keinen Widerſpruch er=
tragen
. Der Hausarzt Dr. Sturca gab vor Gericht
eine weitere ſympathiſche Schilderung des Erſchoſ=
ſenen
. Er könne nicht erklären, daß Groſaveſcu ver=
ſchwenderiſch
geweſen ſei, wie ſeine Frau ausſagte.
Die Weltproduktion von Automobilen
bei Jahresanfang.
Nach New Yorker Meldungen wird der Beſtand
von vorhandenen Automobilen der Welt, und zwar
von ſämtlichen Perſonen=, Laſtwagen und Auto=
buſſen
am 1. Januar 1927 von dem Handelsdeparte=
ment
in New York geſchätzt auf 27 650 000 Wagen
gegen 24 474000 Wagen am 1. Januar 1926. Von
dieſem Beſtand waren vorhanden in Deutſchland
319 000, in den Vereinigten Staaten 22 137 000, in
Großbritannien 1024 000, in Frankreich 891000, in
Canada 827 000, in Auſtralien 366 000, in Argentinien
223 000, in Italien 138 000, in Spanien 135 000 und
in Neuſeeland 123 000. Deutſchland ſteht ſomit an
ſechſter Stelle von den zehn Ländern, die die meiſten
Wagen in der Welt beſitzen.

Die Ozeanflieger in Wien.

Empfang beim Bundespräſidenten Dr. Hainiſch.

Präſident Hainiſch (in der Mitte) mit Levine
und Chamberlin.
Die beiden Ozeanflieger ſind mit dem Flugzeug Miß
Columbia auf dem Flugplatz Aſpern bei Wien ein=
getroffen
. Zu ihvem Empfang hatten ſich der ameri=
kaniſche
Geſandte in Wien und im Auftrage der
Bundesregierung Miniſter Schürff eingefunden. Vom
Wien ſind Chamberlin und Levine in Begleitung
einer ungariſchen Fliegerſtaffel nach Budapeſt
weitergeflogen.
Stierkämpfe in Frankreich.
* Paris. Stierkämpfe waren bisher in Fvank=
reich
weniger von Geſetzes wegen als nach unge=
ſchriebenem
Geſetz des franzöſiſchen Publikums un=
zuläſſig
. Lediglich in Südweſt=Frankreich wurden him
und wieder Stierkämpfe veranſtaltet. Diesmal hat
man ſogar im nördlicheren Frankreich, in Orleans,
ſolche Kämpfe veranſtaltet. Der bekannte ſpaniſche
Matador Chiquito demonſtrierte am Samstag in
einer eigens dafür hergerichteten Arena ſeine Kunſt,
allerdings gewiſſermaßen nur rein markierend. Der
Spanier trug keine Waffe, ſondern verſuchte, den
tödlichen Schwertſtoß durch Auflegen ſeiner Hand
zwiſchen die Hörner des Stieres darzuſtellen. Er
glitt dabei aus und der wütende Stier ſpießte ſeinen
Scheingegner auf ſeine Hörner und ſchleuderte ihm
durch die Arena. Chiquito wurde ins Krankenhaus
transportiert, wo er in hoffnungsloſem Zuſtand dar=
niederliegt
. Am Sonntag gab es dann richtige Stier=
kämpfe
, die trotz des Vorfalls am Samstag ſehr gut
beſucht waren. Allerdings war ein großer Teil der
Zuſchauer nur erſchienen, um auf das aller Ener=
giſchſte
gegen die Kämpfe zu proteſtieren. Ent=
ſprechende
Eingaben ſind bereits an die ſtädtiſchen,
provinzialen Behörden ſowie an die Regierung im
Paris auf den Weg gebracht.
Ein neuer Sport in England. Hunderennen.
EP. Löndon. Am Montag abend fand in Lon=
don
das erſte Hunderennen nach dem elektriſchen
Haſen ſtatt. Es wurden 8 Rennen im Abſtand von je
15 Minuten gelaufen, davon zwei Hindernisrennen.
Die Diſtanz beträgt 525 Yard, wozu etwa 27½33½
Sekunden gebraucht werden. Die erſten Preiſe ſchwan=
zwiſchen
1050 Pfd., die zweiten zwiſchen 525.
Jedes Rennen wird durch einen Trompetenſtoß ein=
geleitet
, worauf die Hunde aus ihren Hütten, von
denen 48 vorhanden ſind, einmal um den Rennplatz
entgegen der Laufrichtung herumgeführt werden,
bis zum Start. Jeder Hund trägt eine Decke mit be=
ſonderer
Farbe und ſeiner Nummer. Hier werden
die Hunde von ihren Pflegern in einer Starthütte
mit acht Abteilungen untergeſtellt. Nun wird der
ausgeſtopfte Haſe, der auf einer Schiene läuft und
durch einen etwa einen Meter langen Stab mit dem
Bewegungsmechanismus am äußeren Ende der Bahn
verbunden iſt, in Bewegung gefetzt und ſeine Ge=
ſchwindigkeit
dauernd erhöht. Sobald er die Start=
hütte
mit vollem Tempo paſſiert, wird die Drahtnetz=
tür
geöffnet und die Hunde ſtürmen dem Haſen nach.
Das Publikum folgte dem Rennen mit großer Be=
geiſterung
. Beſonderen Beifall erregen die Sprüngs
über die Hürden, die etwa 70 Zentimeter hoch ſind
und den Haſen durch eine Klappe hindurchlaſſen.

In 15 Tagen um die Welt!
Rekordverſuch amerikaniſcher Flieger.

Linton Wells.
Leutnant Leigh Wade.
Der bekannte amerikaniſche Sportsmann Linton
Wells, der vor einiger Zeit in 28 Tagen, 14 Stunden
und 36 Minuten die Welt zu Lande, im Flugzeug
und zu Schiff umreiſte will jetzt mit dem Flieger=
leutnant
Wade den Verſuch unternehmen, in 15 Tagen
rund um die Erde zu fliegen. Dem kühnen Unter=
nehmen
der beiden Flieger ſieht man in Amerika
mit ungeheurem Intereſſe entgegen,

[ ][  ][ ]

Tunis.

Reiſeeindrücke
von
Major a. D. Krauße d’Avis.
Die Befreiung Tuneſiens fand im Jahre 1881 ſtatt. In die=
ſem
Jahre beſetzte die franzöſiſche Armee das Land und hat es
befreit nämlich von ſeiner Selbſtändigkeit. Das franzöſiſche
Volk hat von jeher ein liebevolles Herz für die Völker Nord=
afrikas
gehabt. Aus dieſem Grunde hat es ſeit Jahrhunderten
ſeine Armeen dort Krieg führen laſſen, und es gibt keine Stadt,
die nicht die Spuren franzöſiſcher Zerſtörungsarbeit aufwieſe.
Tripolis hatten ſie vor 200 Jahren ſo reſtlos zerſtört, daß von
der alten Stadt außer den Reſten eines römiſchen Baudenkmals
auch nichts mehr übrig geblieben iſt. Die Städte Tuneſiens
kamen glimpflicher davon, ſie zeigen noch ihre Geſchichte.
Man hat dieſe Kriegführung immer vor der Welt damit zu
rechtfertigen geſucht, daß man ſagte, man bringe wilden Völ=
kern
Kultur und Ziviliſation. Die geſamte deutſche Literatur
über Tunis iſt die beſte Propaganda für Frankreichs Gewalt=
politik
und behauptet einſtimmig, daß Frankreich Tunis der
Ziviliſation erſchloſſen habe‟. Demgegenüber möchte ich aber feſt=
ſtellen
, daß die Stadt Tunis ſchon in den ſiebziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts, (alſo ſchon vor der Befreiung) eine
Eiſenbahn beſaß. Auch waren durch die eingewanderten Italie=
ner
ſchon viele europäiſche Aerzte dort tätig. Apotheken gab es,
und die Sklaverei war ſchon ſeit 1830 abgeſchafft. Alles, was noch
fehlte, hätte man mit wirtſchaftspolitiſchem Druck auch erreichen
können. Aber das war es gerade, was Frankreich nicht wollte,
denn dann hätte es im Wettbewerb mit anderen Völkern Euro=
pas
arbeiten müſſen. In dieſem friedlichen Wettkampf, der allen
Völkern Europas und beſonders dem Lande Tunis ſelbſt zugute
gekommen wäre, hätte Frankreich nur eine untergeordnete Rolle
geſpielt. Daher der Gewaltakt, den zu entſchuldigen ſich die deut=
ſchen
Hiſtorienſchreiber mit Erfolg bemüht haben.
Frankreich hat jetzt beinahe 50 Jahre Zeit gehabt, zu zeigen,
was es dem Lande an Ziviliſation geben konnte. Wer die Frage
nüchternen Auges betrachtet, muß ein für Frankreich vernichten=
des
Urteil ſprechen. Die einzige poſitive Leiſtung liegt auf mili=
täriſchem
Gebiet: es hat tatſächlich die Unruhen aufrühreriſcher
Stämme im Hinterland mit rückſichtsloſer Gewalt erſtickt. Ob
eine deutſche Militärmiſſion mit den zu reorganiſierenden Trup=
pen
des regierenden Beys dasſelbe nicht auch fertiggebracht hätte,
laſſe ich dahingeſtellt. Alles andere wäre auch ohne die Franzoſen
gekommen. Das Eiſenbahnnetz hätte ſich von allein ebenſo wie
in anderen Ländern vergrößert, ein einziger engliſcher Polizei=
inſpektor
hätte beſſeres geleiſtet als die heutigen Machthaber (in
Griechenland hat ein Engländer die Polizei in zwei Jahren zu
einer Muſtertruppe umgewandelt), Aerzte und Krankenhäuſer
wären zahlreicher und beſſer, wenn man der deutſchen Gewiſſen=
haftigkeit
keine Hinderniſſe in den Weg gelegt hätte. Alles das
wußte Frankreich natürlich voraus und hat es mit allen Mitteln
zu verhindern gewußt. Frankreich hatte ſich vollkommene Freiheit
erzwungen, mit dieſem Lande zu machen, was es wollte und
hat verſagt. Denn die Hauptfrage, mit der der Reichtum des
Landes ſteht und fällt, die Waſſerrationierung für die Landwirt=
ſchaft
, dieſe Frage hat Frankreich abſichtlich nicht gelöſt.
Vor faſt 2000 Jahren war Tunis die Kornkammer des römi=
ſchen
Imperiums. Wo heute Wüſtenſteppe iſt, da waren einſt
Felder und Gärten von unübertrefflicher Fruchtbarkeit. Mitten
zwiſchen Felſen und Sand findet man die Ruinen großer Städte.
In troſtloſeſter Steppeneinſamkeit ſteht ein römiſches Theater,

das Zehntauſende von Zuſchauern faßte, und legt Zeugnis ab,
daß hier einſt üppigſtes Leben geblüht hat. Alles das könnte in
einem Jahrhundert wieder geſchaffen werden aber Frankreich
will es gar nicht.
Hier kommt man auf den Kernpunkt alles franzöſiſchen Han=
delns
. Wenn Lebensmöglichkeiten geſchaffen werden ſollen, dann
muß man in dieſem menſchenarmen Lande auch Siedlung durch=
führen
. Das aber kann Frankreich nicht, denn es hat keine Men=
ſchen
! Das franzöſiſche Volk als ſolches beginnt zu ſterben. Nur
zwei Völker gibt es in Europa, die Menſchenüberſchuß haben:
Italien und Deutſchland. Wenn Frankreich das Land Tuneſien
wirtſchaftlich erſchließen würde, dann käme das anderen zugute.
Alſo lieber zerſtören, als für die Menſchheit in der Geſamtheit
arbeiten, das iſt die Richtlinie franzöſiſcher Politik. Dieſe Ge=
waltpolitik
wird rückſichtslos durchgeführt. Nur was man hierzu
braucht, das holt ſich Frankreich aus dem Lande: Geld und Re=
kruten
. Die Phosphatgruben ſind Goldgruben, und die Ein=
geborenen
ſind durch jahrzehntelange Unterdrückung ſo willenlos
geworden, daß ſie ſich in den ununterbrochenen Kriegen, die
Frankreich führt, als franzöſiſche Soldaten hinſchlachten laſſen.
Dieſes Bild habe ich in Tunis vorgefunden. Es ſieht anders
aus als das, was ich mir vorher aus deutſchen Berichten gebil=
det
hatte.
Bei meinen Reiſen im algeriſchen Atlas habe ich nicht ganz
dieſelbe Lage vorgefunden, denn die klimatiſchen Verhältniſſe
liegen hier anders. Die Bewäſſerungsfrage nimmt nicht dieſe
Bedeutung ein wie in Tunis, weil es hier mehr regnet. Zwei=
mal
wurde ich vom Regen überraſcht in Gegenden, die eigentlich
ihre Trockenzeit hatten. Nur die Behandlung der Eingeborenen
bleibt ſich im weſentlichen gleich. Die Leute ſind dazu da, um
franzöſiſche Soldaten zu werden, alles andere iſt Nebenſache.
Es wird den Leuten ſtets geſagt, daß ſie belohnt werden und
daß der Staat für die Invaliden ſorgt. Das tut er auch. Wenn
ein eingeborener Sodat wegen Kriegsinvalidität ausſcheiden
muß, dann wird er hoch geehrt. Die Truppe tritt an, ſeine Ver=
dienſte
werden bekannt gegeben und ſeine Bruſt wird mit Orden
und Ehrenzeichen bedeckt. Die Muſik ſpielt, die Fahnen ſenken
ſich und der Kommandeur umarmt und küßt ihn vor dem präſen=
tierenden
Bataillon. Alles iſt tief gerührt und die Tränen fließen
auch bei den Zuſchauern reichlich. Man hat den Eindruck, daß es
kein höheres Glück auf Erden geben kann, als ſich für Frankreichs
militäriſchen Größenwahn zum Krüppel ſchießen zu laſſen. Die
ganze Feier wird photographiert, gefilmt und ſpaltenlang berich=
ten
die Zeitungen darüber. Die Bilder gehen zur Veröffent=
lichung
ins Ausland. Dann wird bekannt gegeben, daß der tap=
fere
Held in einem ſtaatlichen Invalidenheim koſtenlos bis an
ſein Lebensende verſorgt werde.
Aber das gute Herz des franzöſiſchen Staates ſorgt noch wei=
ter
. Man ſagt ſich mit Recht, daß das Leben für einen Krüppel
eigentlich nicht mehr viel Freuden bietet und man ihm gar keinen
Gefallen tut, wenn man ihm die Seligkeit des Paradieſes noch
allzulange vorenthält. Der Willkommengruß im Invalidenheim
iſt daher der Befehl, ſobald als möglich zu verrecken. Frankreich
habe keine Luſt, für unnütze Freſſer viel Geld auszugeben.
Was dann der Staat tun kann, um die Durchführung dieſes
Befehles zu erleichtern, das tut er. Oft wird der Befehl ſchon
nach wenigen Monaten ausgeführt. Das alles iſt mir von Fran=
zoſen
beſtätigt worden..
Während des Krieges habe ich an das Kriegsminiſterium
nach Berlin über die Behandlung deutſcher Gefangener in Frank=
reich
berichtet. Unter anderem führte ich auch einen Fall mit
Angabe der Namen auf, daß ein Deutſcher zur Strafe gezwungen
wurde, mit der Leiche ſeines verſtorbenen Kameraden tagelang
im Zelt zu liegen im Sommer in Algier. Ich fügte hinzu, daß

die Behandlung der Deutſchen durch die Franzoſen in ihrer gan=
zen
Gemeinheit kaum überboten werden könne. ( Selbſtverſtänd=
lich
wurde dieſer dienſtliche Bericht nicht ernſt genommen, da jo=
die
Franzoſen in Deutſchland in dem Rufe ſtehen, eine vor=
nehme
und ritterliche Nation zu ſein.) Heute muß ich die inr
dem Bericht geäußerte Anſicht richtigſtellen. Die Behandlung der=
Eingeborenen durch die Franzoſen wird die gegen die Deutſchen=
angewandte
ſicherlich noch an Perfidie und Grauſamkeit über=
treffen
.
Die Stimmung der Eingeborenen iſt natürlich dementſpre=
chend
, man haßt die Franzoſen. Man darf aber hieraus nichtr
den Schluß ziehen, daß es einmal zu einer Empörung kommen,
könnte. Die Bevölkerung iſt hierzu viel zu indolent, ebenſo wie=
in
Aegypten. Seit 6000 Jahren wird auf den Fellachen Aegyp=
tens
herumgetrampelt, und ſie gehorchen immer ſtill und braw
dem jeweiligen Machthaber. Man denkt in Nordafrika immer anz
die Araber, die vor über 1000 Jahren einſt mit Feuer undo
Schwert, von religiöſem Fanatismus getrieben, erobernd an derr
Südküſte des Mittelmeeres daherſtürmten und dann nach Europag
eindrangen. Dieſe Araber waren nur eine ganz kleine Führer
ſchicht, die einfach alle Völker auf ihrem Wege mit ſich riß. Dieſe=
kriegführende
, aber auch kulturbringende Herrenſchicht ſtarb nacho
einem unumſtößlichen Naturgeſetz nach ein paar hundert Jahrem,
aus, hat aber den eroberten Ländern Nordafrikas ihre Sprache=
hinterlaſſen
. Neben vielen Stammesdialekten iſt die führende=
Sprache Nordafrikas daher das Arabiſche in verſchiedenen Mund=
arten
. Die arabiſchſprechenden Menſchen ſind aber keine Araberr
mehr in der Mehrheit. Man findet daher einen Völkerniſchmaſch.,
der ganz verſchiedene Raſſen mit ausgeſprochenen Raſſeeigen-
ſchaften
zeigt, und dann wieder Vermiſchungsprodukte allerr
durcheinander. Ein ſolches Völkerdurcheinander braucht einenn
Herrn über ſich, der meiſtens von außen geſtellt wird.
Dem Namen nach iſt Tunis ein ſelbſtändiger Staat, der vonu
einem Bey regiert wird. Sein Miniſterpräſident iſt der fran=
zöſiſche
Generalgouverneur, ſein Kriegsminiſter der franzöſiſchee
kommandierende Generai uſw. Seine Hoheit der Bey iſt eigent=
lich
nur noch eine Ordenverleihmaſchine für franzöſiſche Offiziere,
denn zu ſagen hat er bei einem ſolchen Miniſterium natürlich nichts.
Ein Vergleich des Staates Tunis mit der Türkei iſt hierr
am Platze, da ja auch die Familie des Herrſchers mit den Türken=
verwandt
iſt. Den Türken kann man wirklich nicht nachſagen,,
daß ſie von allzu großer Entſchlußfreudigkeit ſind, wenn es ſich;
um Einführung von europäiſcher Ziviliſation handelt. Wenn=
man
aber bedeukt, was die Türkei, die ſeit Jahrzehnten vonz
England, Rußland und Frankreich und von deren vorgeſchobenenu
politiſchen Marionetten ununterbrochen im Kriegszuſtande ge=
halten
wird, an Ziviliſation geleiſtet hat, ſo kann man ſagen, daßz
dasſelbe bei einem ſelbſtändigen Staate Tunis auch möglich ge= wäre. Jeder objektive Beobachter muß feſtſtellen, daß in
der Türkei mehr geleiſtet worden iſt als in Tunis. In der Türkei
geht man an die großen Fragen der Bewirtſchaftung des Landess
heran in Tunis nicht. Militärkonzerte, Kino, Radio, Licht=
reklame
und anderes ſind die ſchön angeſtrichene Kuliſſe, die derz
Fremde zu ſehen bekommt, aber dahinter ſteht nichts, weil eben.
Frankreich nicht will. Selbſt die Eiſenbahnen, mit denen ſoviel!
Reklame getrieben wird, ſind verhältnismäßig ſchlechter als die
türkiſchen Bahnen
Da dem deutſchen Michel ganz langſam die Augen aufgehen,,
iſt es leicht verſtändlich, warum die Franzoſen bis jetzt den Deut= die Einreiſe nach Tunis verboten haben. Denn ſie wiſſeny
ganz genau, daß eines Tages der Ankläger gegen die franzöſiſche
Kolonialpolitik erſtehen wird. Deshalb darf auch der Völkerbund/
nicht das werden, was er ſeinem Namen nach ſein ſollte. Gegen
die Geſetze der Natur kann aber kein Staat ewig arbeiten. und
die Stunde, in der über Frankreich gerichtet wird, muß kommen,

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Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
(Nachdruck verboten)
Da legte Chriſtine haſtig das kleine Obſtmeſſerchen aus der
ſund und ſagte:
Ach Gott, Werner, ich habe dir ja noch gar nicht die Haupt=
ſche
geſagt, nämlich, daß ich heute meine Stellung bei deinem
ſaser gekündigt habe.
Erſtaunt horchte Werner auf. Doch als ihm Chriſtine die
ewveggründe ihres Entſchluſſes dargelegt hatte, billigte er die=
m
durchaus. Es gab ihm dies auch gleich Veranlaſſung, über
ſe Zukunft mit ihr zu plaudern.
Mein Vater wird natürlich erſt unſer heftigſter Gegner
ſiy=, da er das Glück des Lebens eben von einem ganz anderen
ſeifichtspunkte aus betrachtet als wir. Da ich jedoch, ſolange ich
ſer noch als Aſſeſſor beim Gericht tätig bin, noch gänzlich von
unr abhängig bleibe, ſo wäre an unſere Heirat noch lange nicht
iwenken, mein Liebling. Ich habe mir nun ſo weit alles reif=
ch
überlegt, wie ich auch gegen den Willen meines Vaters mein
ſtück erreichen kann. Und er berichtete der Geliebten, wie er
ſeinem Freunde, dem bekannten Hamburger Rechtsanwalt
Sülffen. ſich zu aſſozieren gedenke und ſchon bald aus dem
ſinyterſtande ausſcheide. Ich bin ja in Hamburg überall be=
moit
, und mein Einkommen wird mir ſicher ſchon in kürzeſter
eitt geſtatten, mir ein eigenes Heim zu gründen und dich als
enn geliebtes Weib darin ſchalten und walten zu laſſen.
Selige Schauer überrieſelten, die tieferglühende Chriſtine.
ahr und mehr kam ihr die beglückende Wirklichkeit zum Be=
uſBtſein
. Daß ſie in Zukunft nicht mehr ſich allein überlaſſen
a, daß ſie ein eigenes Heim haben und beſchirmt und beſchützt
I. dem geliebteſten Menſchen fürderhin leben ſollte das
I5s erſchien ihr, der Eltern= und Heimatloſen, wie ein märchen=
aßter
Traum, aus dem das Erwachen furchtbar ſein müßte.
no wie, um ſich zu vergewiſſern, daß ſie nicht träumte, daß
ſeis ja alles wahr ſei, taſtete ſie über den Tiſch hinweg nach
in=er Hand und ſagte mit etwas bedrückter Stimme:
Werner, wie gut du biſt! Und daß ich doch ſo arm an
ſent d und Anſehen ſein muß!
Da lachte er luſtig auf: Was, Geld und Anſehen willſt du
uſc noch haben, du kleine, anſpruchsvolle Perſon welche
engenwerte hätte ich denn da noch in die Wagſchale zu werfen?
Du machſt dich luſtig über mich, und doch legen die Men=
han
ſo viel Wert darauf gerade bei einer Frau.
Vielleicht bei irgend einer Frau ſonſt. Bei meiner Frau
ſint d es ihnen genügen, daß ich, Werner Krüß, ſie für würdig
efninden habe, ſie zu heiraten. Ich möchte es jedenfalls keinem
enten haben, eine andere Auffaſſung zu äußern, ſchloß er
ziü einem kleinen Anflug von Hochmut.
Und deine Eltern? Faſt ſchüchtern klang die Frage.
El8 iſt ſür mich ſo traurig, daß ich die Urſache eines Zwiſtes
vitſchen dir und deinen Eltern werden ſoll.
Werner atmete etwas erleichtert auf, als der wiedereintre=
uoe
Kellner ihn einer ſofortigen Antwvort enthob, denn er
äute im Augenblick nicht gewußt, was er erwidern ſollte. Daß

Nummer 123

Geite 17

Freitag, den 24. Juni 1927

JZToalotOTIS

Armes du ſo haſt du nie die Eltern gekannt gar keine
Erinnerung an ſie?
Nichts weiß ich von ihnen, nicht, wer ſie waren, nicht,
was ſie waren. Ja, ich weiß nicht einmal, wo ſie ſtarben. Sie
ſollen im Süddeutſchen begraben ſein. Man hat mir vom Wai=
ſenhaus
auf zwei Anfragen noch nicht darauf geantwortet. Ich
möchte doch wenigſtens das Grab meiner armen Eltern kennen.
Wahrſcheinlich iſt es ihnen zu unwichtig, und wer weiß, ob
meine Eltern nicht ſehr arm geſtorben ſind. Ich weiß ja auch
gar nichts von ihnen, und nun will ich ſchon deinetwegen im
Waiſenhaus genau darüber Beſcheid erfragen. Nicht wahr,
Werner, du willft doch wenigſtens wiſſen, wen du heirateſt?
Darüber kann mir auch das Waiſenhaus keinen Aufſchluß
mehr geben, du Dummerchen, da ich da ja mit meinen eigenen
Augen wohl am beſten beurteilen kann. Vielleicht hat man aber
mit Abſicht dir nicht geantwortet.
Wieſo meinſt du das?
Nun, es könnte doch ſein, daß das Ende deiner Eltern
hm ich meine, daß man deine Gefühle ſchonen will, daß
ach, Liebes, quäle dich doch nicht mit Vergangenem. Wer
weiß, wozu es gut iſt, daß du nichts davon erfährſt. Das alles
weckt ja ſchließlich auch keine Toten mehr auf, und nur den
Lebenden hat man Rechnung zu tragen.
So glaubſt du, daß daß ſie Unwürdige des Lebens
waren? fragte ſie jetzt ſtockend.
Aber nein nein. Im Gegenteil, ich fürchte vielmehr,
daß ſie irgendwie ein ſo trauriges Ende gefunden haben hm
wie ſoll ich das ausdrücken na alſo, ich vermute, daß ſie
irgend eines grauſamen Todes geſtorben ſind, und daß man dies
vor dir verheimlichen will. Siehſt du, nun biſt du traurig
und erſchrocken, und das ſind doch alles nur Vermutungen.
Da richtete ſie ſich mit ihrer gewohnten Energie wieder auf.
Nein, Werner, ich bin nicht traurig, ich erſchrak nur einen
Augenblick bei dem Gedanken, an ein ſolches Ende meiner
Eltern. Du haſt recht ich will die Toten ruhen laſſen viel=
leicht
iſt es für uns am beſten ſo. Sinnend waren ihre Augen
ſekundenlang wie forſchend in die Ferne gerichtet.
Ein leiſer Händedruck Werners zog ſie in die Gegenwart
zurück: Komm, Liebſte, wir müſſen aufbrechen.
Noch ein paar Worte, Werner, bat ſie zögernd, ich habe
nicht eher Ruhe, bis ich dies noch vom Herzen herunter habe
Suſi! Sag’, wie ſell ſie es erfahren, daß ich ſie um ihr
ganzes Glück betrogen habe, und daß ich ihr den Geliebten ge=
raubt
? Ihr ganzes großes Schuldgefühl ſprach aus dieſen
ſchmerzlich hervorgeſtoßenen Worten.
Da ſtand Werner raſch auf, ſprang um den Tiſch herum
und küßte ſie haſtig ein= zweimal ſtürmiſch auf den Mund:
Du liebe törichte Deern, welch’ große Worte , um ihr Glück
betrogen! den Geliebten geraubt!! für die kleine, ver=
wöhnte
Suſi! Hab’ nur keine Sorge, ſie wird mich herrlichen
Menſchen ſchon recht bald verſchmerzen und, wenn ſie erſt den
Richtigen gefunden, dir noch ſehr dankbar ſein, daß du dich
rechtzeitig meiner erbarmt haſt. Er lachte und ſcherzte, indem
er Chriſtine ſorglich in Pelz und Mantel hüllte.
(Fortſetzung folgt.)

ſein Vater ſich mit Händen und Füßen gegen dieſe Verbindung
ſträuben würde, ihm vielleicht auch mit Enterbung drohte, da=
mit
rechnete Werner. Aber er wußte auch, wie ſehr ihn der
Vater liebte, und daß er auf die Dauer doch nicht ſeine Weige=
rung
aufrecht erhalten würde, wenn es um das wahre Glück
des Sohnes ging. Es würde ſeinen Stolz tief verletzen, daß ſein
einziger Sohn eine arme Angeſtellte zur Frau nahm. Anderer=
ſeits
aber legte der alte Herr dem moraliſchen Werte eines Men=
ſchen
eine mindeſtens ebenſo große Bedeutung bei wie ſeiner
geſellſchaftlichen Stellung. Dieſer Gedanke beruhigte ihn faſt
ſchon in der Beurteilung des Vaters betreffend Chriſtine, denn
muſterhafter konnte ein junges Mädchen nicht leben, als ſie es
tat Und ihre Erziehung im Waiſenhaus hatte es ihr ermög=
licht
, ſich in allen äußeren Gewohnheiten des Lebens wie ein
durchaus wohlerzogener Menſch zu geben. Den Mangel an
Schulbildung aber, wie ſie ſonſt die jungen Mädchen guter Fa=
milien
genoſſen, hatte ſie durch ihren eiſernen Fleiß und noch
mehr durch ihr großes Intereſſe für ſremde Sprachen abſolut be=
ſeitigt
. Dies alles wußte ja auch Vater Krüß ſelbſt recht gut,
da er doch Chriſtine tagtäglich um ſich hatte und zu Hauſe auch
abſolut nicht hinter dem Berge hielt mit ſeiner Zufriedenheit
über ihre Pflichttreue, ihre unbedingte Zuverläſſigkeit und ihre
auffallende Intelligenz. Das Mädchen kapiert doch a tempo
die verwickeltſten Geſchäftsvorgänge, es iſt wirklich eine Luſt,
mit ihr zu arbeiten, hatte er erſt vor ganz kurzer Zeit ge=
äußert
. Ja, das alles wußte der Vater von Chriſtine ſehr ge=
nau
was er aber nicht wußte, und wofür er überhaupt nicht
das geringſte Augenmerk hatte, das ja, das war das an
Chriſtine, das der Sohn mit allen Faſern ſeines jungen heißen
Herzens liebte. Er blickte nach ihr hinüber, wie ſie da ſaß, das
weiße Geſicht mit den wundervollen braunen Augen roſig be=
leuchtet
von der Tiſchlampe, die auch ihren Schein warf auf das
flimmernde bronzefarbene Haar, das in der Mitte geſcheitelt
das feine Geſicht einrahmte und am Hinterkopf in einen loſen
Knoten verſchlungen war.
Nun, fragte ſie verſchmitzt lächelnd, was iſt wohl das
Ergebnis deiner inneren und äußeren Betrachtungen? Sie
hatte ihn in ſeiner Verſunkenheit beobachtet, da der Kellner
abgeräumt und ſie noch auf ſeine Beantwortung ihrer Frage
wartete.
Daß du das liebenswerteſte Geſchöpf auf Gottes weiter
Welt biſt, meine ſüße Chriſtel, und daß ſich meine Eltern dieſer
Erkenntnis ganz gewiß nicht auf die Dauer verſchließen können.
Wollte Gott, es wäre ſo, Werner. Meine Kindesliebe
würde grenzenlos ſein mein ganzes Leben lang habe ich doch
ſelbſt nie Elternliebe genoſſen.

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[ ][  ]

Seite 18

Freitag, den 24. Juni 1927

Nummer 173

Palast-Lichtspiele
Das große Film-Ereignis

DiEKorn TAlki!
Basäenemntstäreskesen
and Inres Todus.
10 Akte 10
Interessaute Enthüllungen über die schöne Frau, deren
erotische Tänze, Liebessensationen, Spionageaffäre u.
rätselvolles Schicksal bis 1917 vierzehn Jahre hindarch
die Hauptstädte aller Länder in Anfregung hielt.
Wer war Mata-Harl: die Rassige, der Könige und
Prizen, Botschafter und Generäle, Bankiers
und Barone zu Füßen lagen?
War sie unter der schweren Anklage der Doppel-
spionage
vor das französische Kriegsgericht ge-
stellt
, zum Tode verurteilt und hingerichtet,
die große Spionin des vergangenen Weltkrieges,
oder wurde sie ein Opfer raffinierter
Liebes-Intrigen?
Es ging ein eigenartiger Zauber von diesem Mädchen
mit den brennenden Augen, der reizenden Färbung
ihrer hellen Hant und ihrer wilden Sinnlichkeit aus.
Selbst ernste Forscher wurden hingerissen von dem
exotischen Taumel ihrer Bajaderen- und Tempeltänze
und glaubten in ihnen die Verkörperung der heißen
indischen Liebeslehren, des Kama Sutram, zu er-
blicken
. Einig sind sich alle, die sie kannten, im
Preise ihres schönen Körpers. Angeboren war ihre
grenzenlose Sinnenfrende, denn selbst noch in der
Gefängniszelle kurz vor ihrer Hinrichtung, warf sie
ihre Kleider ab, um nackt zu tanzen. Groß war ihre
Liebkosungs- und Verführungskunst, die ihr zum
Verhängnis werden sollte.
Die Hauptdarsteller im Film: (10163
Magda Sonia, Fritz Kortner.

Pred Thomson, der Posträuber
6 Akte aus dem Leben eines Sonderlings.
Anfang 3½ Uhr
Neueste Wochenschau

Samstag, den 25. Juni, abends 8½ Uhr
Mondte Serfamntrang
Tagesordnung: Kreis= und Gauturnfeſi,
Berichterſtattung der einzelnen Ausſchüſſe
Zur Teilnahme an der 50 jähr. Jubeſ=
Feier Tv. Roßdorf fordern wir hiermit auf
Abfahrt der Feſiteilnehmer Sonntag 1.44 Uhr Oſibahnhof
10195

ORPHEUM
Nur noch 3 Tage!
(19213
Gastspiel
Teatro dei Piccoli
mit neuem Programm
Sonntag nachm. 4 Uhr
Volks- und Jugend-
Vorstellung
mit ungekürzt. Abendprogramm
bei halben Preisen
Kart.: Verk.-Büro und de Waal
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Madie.

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Flügel Mk. 5.50
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Angeb. u. M 10 an
die Geſchſt. (*16690

Union-Theater
Der Fllm, der dle Welt ereberte: von René Fauchoit
Die Tragödie eines armen Artisten:
Der sprechende Affe
6 Akte! In den Hauptr.: Jacdues Lerner, Olive Borden 6 Akte!
Seit langer Zeit erscheint wieder einmal anf dem Spielplan:
in dem entzückenden
Lustspiel:
Sssl osbdlad
Gräfin Plättmamsel

Akte!

Die neueste Wochenschau
Anfang 3½ Uhr

Residenz-Theater
Ein Doppelprogramm von seltener/ Spannung:
Linesenreckenshäentinsingsing
Ein Detektir-Roman in 6 Akten
In der Hanptrolle: Bessy Love und Leslie Fenton

Sing-Sing ist das größte Staatsgefängnis Amerikas
ve Beiäkggter Tonver eistt
6 heitere Akte. In der Hanptrolle: George Wilsh
(*16719
Anfang 3½ Uhr

Union-Theaten
Des großen Erfolges wegen bleibt der Film bis auf weiteres
auf dem Spielplan. Die
Nacht Vorstellung
fängt pünktlich um 11 Uhr abends an
Vorgeführt wird das populär-sexual-wissenschaftliche Filmwerk:
Menschwerdung
Erläutert wird dieser Film durch persönlichen Vortrag des Herrn
Dr. med. Heinz Walther (Machenhauersche Klinik)
über Werdegang der Menschheit, von den erhabenen Vorgängen
der Zeugung. Geschlechtliches darf nicht geheim
bleiben, In allen Städten allergrößter Erfolg-
Was leder vor und in der
(Hygieng der Eh8) Ehe wissen mug! 16639
Dieser Film wird nur einmal tägl., und zwar abends 11 Unr
vorgeführt. Für Darmstadt voilständig neu und dart
nicht mit dem vor Jahren vorgeführtten Film verwechselt werden
Der große Erfolg beweist, weiche großen Interessen diesem Film
entgegengebracht werden, deshalb haben wir uns entschlossen, den
Film Menschwerdung noch um einige Abende zu
verlängern. Wegen des großen Andranges abends, bitten wir
die Karten im Vorverkauf zu nehmen. Es werden nicht mehr
Karten ausgegeben, wie Plätze vorhanden.
Der Film kann wegen anderweitigen Verpflichtungen am Tag nicht.
vorgetährt werden.
Voranzeige ! Sonntag vormittag 11 Uhr Matinee

Vorverkauf an der Theaterkasse

(*16720

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6 Akte
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Großer Veerfelder
pferde=, Fohlen= und Zuchtvieh=Markt
mit Prämiierung
verbunden mit großem Volksfeſt und
großer Ausſtellung landwirtſchaftlicher
Maſchinen und Geräte
in Beerfelden i. O. am 10.11. u. 12. Zuli1927
(Hauptmarkttag: Montag, 11. Juli 1927.)
Pferde im Beſitze von Händlern und Züchtern, ſowie Vieh aller
Raſſen werden prämiiert und ſtehen hierzu ca. Mark 5000.
Prämiengelder zur Verfügung, ſowie mehrere Ehrenpreiſe des
Verbandes heſſiſcher Warmblutzüchter.
Anerkannt beſte Verkaufs= und Kauf=Gelegenheit!
Großer Jahrmarkt mit reich ausgeſtattetem Juxplatz.
Großzügig angelegte Ausftellung landw. Maſchinen uſw.,
daher für jeden Landwirt hochintereſſant und anerkannt beſte
Gelegenheit zur Beſichtigung und zum Kauf neuer Maſchinen
modernſter Fabrikation erſter Firmen.
Großes Reit=u. Fahr=Zurnier
am Sonntag, den 10. Juli 1927. Wertvolle Ehrenpreiſe und
Geldpreiſe für Beſitzer und Reiter kommen hierbei zur Verteilung.
Nennungen ſind bis ſpäteſtens 1. Juli einzureichen. Die mit
dem Markt verbundene
Beerfelder Pferdemarkt=Lotterie
gelangt wiederum durch den ſtaatl. Lotterie=Einnehmer Willen=
bücher
, i. Fa. Edelmann & Willenbücher in Beerfelden i. D., zum
Vertrieb, an welchen auch Loſebeſtellungen zu richten ſind.
Preis des Loſes: Rmk. 1.. Hauptgewinne: Ein Erntewagen,
beſpannt mit 2 Pferden, ein Stuhlwagen, beſpannt mit Pferd,
Wferde, Fohlen, Rinder, Schweine ſowie land= und hauswirt=
ſchaftl
. Maſchinen aller Art. (Die Lotterie iſt in ganz Heſſen
genehmigt.)
(1V 10162
Anmeldungen zur Prämiierung ſowie ſonſtige Anfragen be=
treffend
Marktangelegenheiten, Wohnung, Stallung uſw. ſind zu
richten an
Das pferdemarkt=Komitee der Stadt Beerfelden.

Arbeiter=Radfahrverein
Fortung
Mitgl d. Arb.=Radfahr.=Bundes Freiheit
Sitz Frankfurt
Sonntag, 26. Juni, von nachm. 4 Uhr ab
Feier des 15jähr. Stiftungsfeſtes
in ſämtlichen Räumen des Rummelbräu.
Preisreigenfahren Preisſpeerſtechen
Tombola Kinderbeluftigung u. Tanz
Nachm. 2 Uhr: Preiskorſofahrt mit Muſik
nach dem Rummelbräu. Aufſtellung auf
dem Mercksplatz. Hierzu ladet freundl. ein
16715)
Der Vorſtand.

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Freitag, den 24. Juni 1827,
abends 7 Uhr
Ariadne auf Naxos
Oper in einem Aüfzuge von Hugo vorn
Hoffmannsthal. Muſik von Rich, Straußs
zu ſpielen nach dem Bürger
als Edelmann: des Moltére
Muſikaliſcher Leiter: Joſeph Roſenſiockn
In Szene geſetzt von Jacob Geis
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapxt
Der Bürger als Edelmann
Eine Komödie mit Tänzen von Moliéren
Nach der Bierling’ſchen Ueberſetzung (17500
neu eingerichtet in zwei Aufzügen
Muſik von Nichard Strauß.
Perſonen des Schauſpiels:
Kluge HerrJourdain, ein Bürger Paul Maletzli
Seine Frau ... . . . . Fäthe Meißner=
Dorimene, eine Marquiſe Beſſie Hoffart 1
Dorantes, ein Graf . . . Robert Klupp/
Nikoline, eine Magd in
Jourdains Haus.
Käthe Gothe
Ein Muſiklehrer . . . . . HansBaumeiſtet
Iu Kern=beifen ſein junger Komponiſt.
deſſen Schüler.
W. Mahenkn. chi
Ri hard Jürgaeu
Otto Wenke
Hans Ney
K. Weſtermanrzu
Philofophie ..
Paula Kapper!
Rabatte (8218a Zweite Sängerin
Martla Liebelk
S. Müller=Wiſchäy
eritte Sängerin".
Ein Schneider.
Hugo Keßler
Sein erſter Geſelle . . Jrene Scheinpflu)
Manda von Kreiba
S Ein Küchenjunge
Erſter Läkai".
Walter Bluhm
Karl Ebert
Zweiter Lakai.
Werner Scharff!
Ein Friſeur
Sehreibmaschinen Vier andere Schneidergeſellen, eine 6ü 4
macherin, vier Köche, ein kleiner Lalu
Ort der Hindlung: Zu Paris,
im Hauſe des Herrn Jourdain.
Tünze einſtudiert von Manda vonz Kreit 7
Spielwart: Willi Krichbaum
Ariadne auf Naxos
Perſonen der Oper:
Ariadne
Gertrud Gerdkes
Bacchuis.
Alfred Poerner=
Najade
Pauln Kapper
Dryade".
Marthn Liebell
Echo
S. Müller=Wiſchi
Zerbinetta
Joh. Bumheinn
Leo Barczinst3
Harlctin .. .
Scaramuccio
Eugen Vogt
Heinrich Hölzlirr.
Truffaldino
. . Guſtav Dehurß
Brighella ..."
Spielwart: Fritz Wilde
reiſe der Flätze 1 bis 10 Mk.
Pauſe nach dem 2. Akt der Komödie
Der Bürger als Edelmann
Ende 10 ug)
Anfang 7 Uhr
Sonimerſpielzeit 1927 im Kleinen Haut
(Leitung: Direktor Adalbert Steffter
Eröffnungs=Vorſtellung
Samstag, den 25. Juni 1927, abends 8ul.
Gaſtſpiel Erik Wirl
Die Roſe von Stambul
Der Verkauf der Tageskarten
hat begonnen.

Entlaufen
(ſeit Montag mittag)
deutſch. Schäferhund,
Rüde, ſchwarz, mit
gelben Beinen. Trägt
braunes, rundesHals=
band
. Abzugeben geg.
Belohn. Otto Wolfskehl=
ſtr
. 25, am Hauptbhf.
(10193)

Vereinigung ehem. Real=und Oberreglſchäla)
Familien=Ausflug
Sonntag, den 26. Juni, beſichtigen wir
Nieder=Ramſtadt eine Hartgummifabrik und
kehren dann in Ober=Ramſtadt bei Mitglid
Schneider, dem Gaſtwirt Zum goldenel
Löwen ein. Abfahrt Oſtbahnhof 15 II
oder Abmarſch Böllenfalltor ½2 Uhr. Treſn
punkt an der Holzbrücke über der Landſtraß
am Nieder=Ramſtädter Bahnhof. (1666/
Der Vorſtand.

OAUTULZ
in den Bayer. Alpen
Deutschlands größtes Jod-Ba0
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wechsel- und Frauenleiden (1 Mch 463

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schattige Waldspasierwege, Kuranlagen, berühmte Kloster=
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Eigenes Fischwasser, Beste Verpflegung in Hotels, Gasthöfen
und Pensionen. Sanatozium für Nervenkranke. Schnellzugs
anschluß.-Ausk. u. Prosp. d. d. Kurverwaltung, Tel Caln 150
Hotels: Kurhotel Kloster Hirsau, neuzeitlich einger, fließ.
Wasser, Zentralh., Direktion Fr. Bopp; Hotel 1öwen, zeu=
setl
. einger, fieß. Wasser, Zentralh, Bestirer Otto Stots
Gasthöfe: Rößle, Bes, H. Bilharz; Waldhorn, Bes. P. Non=
nenmaan
; Schwanen, Bes. E. Ganzhorp
Benglonen: Oscar Adum, Weiustube: Geschw: Weiß (Vüla
Waldeck); Emil Oesterlin (Pension hlösterie); Gaße, Zur
Bleiches (Waldlust); Geschwister Mutschler, Ernstmünt