Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlſcher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 170
Dienstag, den 21. Juni 1927.
190. Jahrgang
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Gewall, wie Krieg, Aufruhr. Sfreil uſwp. ertiſcht
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konhrs oder gerſchtiſcher Beltrelbung fäſt ſeder
Rabatt weg. Danſfonio: Deutſche Bank und
Dasm=
ſädter und Naſionalbant.
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zelle 200 Reichsmarf. Alle Preiſe m Reiſchemarck
4 Doſſr — 430 Mafl. — Im Folle heenes
Befahren für die Volksernährung
und ihre Beryutung.
mehmende Berſchuldung. — Die Antragbarkeit der
Daweslaften. — Schutzzölle und Siedlung.
* Siettin, 20. Juni. (Priv.=Tel.)
r Reichsernährungsminiſter Schiele, der preußiſche
Landwirt=
in des Deutſchen Landwirtſchaftsrates, Dr. Brandes, eröffnete
e WVollverſammlung mit einem Nachruf für den verſtorbenen
ſel herrn von Wangenheim. Wir müſſen, ſo führte Dr. Bran=
8 aus, für die Landwirtſchaft heraus aus dem
Sta=
umder Uebergangszölle. Die Landwirtſchaft iſt in
ſößtter Unſicherheit und Unruhe über den Gang der Zoll= und
ſldelstertragsverhandlungen. Das iſt für die landwirtſchaft=
9. Produktion ein unerträglicher Zuſtand. Die deutſche
Land=
uiſchaft hat im vergangenen Jahre das Ihrige getan, um auf
m. Weg zur Nahrungsmittelbefreiung einen
obren Schritt vorwärts zu kommen. Sie erwartet heute von
EBReichsregierung und dem Reichstag, daß innerhalb der
deut=
er Zollgeſetzgebung Sorge dafür getragen wird, daß ihre
Be=
äl ungen nicht wieder durch verfehlte zollpolitiſche Maßnahmen
ſoranden gemacht werden. Nicht die Erzielung unangemeſſen
hur Preiſe, ſondern die Stabiliſierung der Preiſe, mit der auch
n Intereſſen der Induſtrie und Verbraucherſchaft am beſten
pient iſt, iſt der Zweck des Zollſchutzes. Eine
Nah=
värsfreiheit läßt ſich erfolgreich ohne die Wirtſchafts= und
Ge=
a politik überhaupt nicht führen. Er wandte ſich dagegen, daß
Ziele der Außenpolitik durch Preisgabe der einheimiſchen
nuwwirtſchaft erreicht werden ſollen. Wenn jeder Deutſche,
inzentlich auch jeder Arbeiter, wüßte, was er an Daweslaſten zu
hlen hat, wie dieſe Laſten auf die Dauer die Produktion
unter=
nigen und lahmlegen müſſen und Beſchäftigungsmöglichkeiten
füren, ſo würde ein Schrei durch das deutſche Volk gehen,
i. Laſten auf ein erträgliches Maß herabzuſetzen, und deshalb
uigen auch, ſolange diefe Laſten beſtehen, alle Verſuche, die
zuſſche Wirtſchaft in Ordnung zu halten, nicht zu dauerndem
kfülg führen. Die Zunahme der
landwirtſchaft=
ſch en Verſchuldung um eine halbe Milliarde
ark im letzten Jahr ſpricht eine deutliche Sprache. Bei
m kataſtrophalen Sturz der Schweinepreiſe,
n! Wetterſchäden im vergangenen Jahre und den untragbaren
ſten wird deshalb der bevorſtehende Abſchluß des 1. Juli auch
n ein ſehr trübes und ſehr ernſtes Bild ergeben. Ganz be=
In ders beſorgniserregend iſt die Lage in den
ſrſenzbezirken, in den von Ueberſchwemmungen
heim=
ſutchten Gebieten, kataſtrophal in Oſtpreußen. Es wird eines
nſaſſenden Grenzprogramms bedürfen, um dieſe Gebiete vor
m. Zuſammenbruch zu bewahren. — Hierauf ergriff
Reichsminiſier für Ernährung und
Land=
wirtſchaft Schiele
8 Wort. Die deutſche Landwirtſchaft bedürfe, um ihre Pflicht
rWolksganzen erfüllen zu können und um ſich gegen die Wogen
liriſchen Bewaffnung, die ſich heute noch in einem
unzureichen=
n. Zuſtand befinde. Wenn man heute auf dem Gebiete der
lithtverſtandenen Theſen der Genfer Weltwirtſchaftskonferenz
de man einerſeits die heute noch vorhandene Imparität des
Aolitiſchen Rüſtzeuges der Induſtrie und der Landwirtſchaft
Idu verkenne andererſeits vollkommen die beſondere Lage unſerer
olisswirtſchaft, die heute umringt und umdrängt ſei von mehr
14. auf die gegenwärtigen Wirtſchaftsverhältniſſe fühle er ſich
rüiflichtet, aus Sorge um die geſamte Entwicklung unſerer
olsswirtſchaft eine teilweiſe Erhöhung der Agrar=
IIle zu fordern, denn es ſei andererſeits eine
Lebens=
a ge der deutſchen Menſchheit, die
Produr=
biität der Landwirtſchaft für die Sicherung eines
r AArbeitsleiſtung und dem aufgewandten Kapital
entſprechen=
ſn Nutzens zu gewährleiſten. Die fortſchreitende
Ver=
urdung der Landwirtſchaft beweiſe, daß dieſer Nutzen bisher
ch: vorlag. Er lege beſonderen Wert auf diejenigen
Maßnah=
eur Bauernpolitik und darum Staatspolitik und zugleich Sozial=
Uitrik. Zölle ſeien zurzeit ein unentbehrliches Mittel zur
Siche=
ug der Volksernährung, und nichts anderes. Wir würden
uigg brauchen. Er könne nur immer wieder von neuem auf die 1
meren Gefahren hinweiſen, die ſich für die
Volks=
nährung aus der immer ernſter werdenden Entwicklung
tiarer Handelsbilanz und infolgedeſſen auch Zahlungsbilanz i
güben. Der Paſſivſaldo der Handelsbilanz in den erſten fünf
omaten des laufenden Jahres ſei bereits auf 1½ Milliarden
inek geſtiegen. Wir würden bei Fortdauer dieſes Zuſtandes mit
eüdungen geſtellt werden. Die Hauptſorge ſei, daß, wenn wir
ge Verſtärkung unſerer eigenen Produktion nicht fertig bringen,
ellionen ſtädtiſchen Haushaltungen in punkto Ernährung z
gendwelche andere Wendungen in unſerer Landwirtſchaft bald auf Mehl, Gefrierfleiſch und Speck vorgeſchlagen und
mreten ſollte, ſo daß die deutſche Produktionskraft auf
agrari=
zun Gebiete nicht mehr verhindert ſei, ſich zu entfalten, ſo wäre
er der erſte, der einen Abbau der Zollſätze ausſprechen würde.
Wir würden nur dann unſere politiſche und unſere finanzielle
Freiheit und Unabhängigkeit wiederherſtellen, wenn wir ſie
plan=
mäßig unterbauen durch ſolche Nahrungsunabhängigkeit, die wir
der allernächſten Zeit mit einer Geſetzesvorlage über die Er=
Im Pommernſaale der Landwirtſchaftskammer begann heute leichterung der Darlehensbeſchaffung für die landwirtſchaftliche räumung und das des polniſchen Korridors, d. h. unſerer un=
G7. Vollverſammlung des Deutſchen Landwirtſchaftsrates, zu Bodenverbeſſerung beſchäftigen. Der zweite große Schritt müſſe erträglichen Oſtgrenzen.
der ſein, daß wir den fremden Waren gleichwertige und
gleich=
ſartsminiſter Steiger ſowie zahlreiche Ehrengäſte, u. a. Gene= aufgemachte Waren, z. B. auf dem Gebiete der Molkereierzeug= Volkes vertrauensvoll auf England blickte; das war zu Beginn
Tſeldmarſchall von Mackenſen, erſchienen waren. Der Präſi= niſſe, gegenüberſtellten. Alles dies ſei aber die notwendige Vor= des Ruhrkrieges. Aber ſeitdem folgte eine grauſame
Enttäu=
für die größte Melioriſationsarbeit, die wir in der der Verſchlechterung der engliſch=ruſſiſchen Beziehungen.
deutſchen Volkswirtſchaft ſchaffen müßten; ſie liege
nötig, auf dem uns noch gebliebenen Land der Oſtprovinzen ein
ſtarkes Bollwerk urwüchſigen, bodenſtändigen, arbeitsfrohen und
deutſchen Volkstums zu errichten. Damit ſei die Oſtſiedlung Außenpolitik nur die Erben des Zarismus, haben eine
revolu=
im weiteſten Sinne gemeint.
Der preußiſche Landwirtſchaftsminiſter Dr.
Steiger ſprach dann über gkute Fragen der Landwirtſchaft.
Er behandelte dabei namentlich die Siedlungsfrage und kündigte zeigt.
an, daß die preußiſche Regierung die Errichtung einer
Landes=
rentenbank zur Beſchaffung der Dauerkredite errichten wolle, an
ſachliche Beratung. Rittergutsbeſitzer von Flemming=Patzig räumung wiſſen; denn es braucht einmal Ruhe und zweitens
ſprach über
„Die Steigerung der Produltionsmöglichkeiten”,
werkes eingehend behandelte. Folgende Entſchließung wurde
lich Flurbereinigung. Es iſt zu fordern, daß alle irgendwie ver= und den offenen, vorbehaltloſen Anſchluß an die Weſtmächte reſp.
Was die Finanzierungen im einzelnen betrifft, ſo ſind neben den
der im Wege einer ausländiſchen Anleihe durch die Rentenbank=
Mittel auf 4 Prozent verbilligt werden. Hinſichtlich der
Organi=
ſation iſt in erſter Linie auf Vereinfachung des Inſtanzenweges
hinzuwirken. Der Deutſche Landwirtſchaftsrat erwartet, daß ein Franzofen und Polen zu ſolchen Opfern zwingen kann; das iſt
Geſetz zur Verbilligung der Melioriſationskredite mit größter
handelte dann das Thema:
Finanzierung.”
Die Verſammlung nahm nach kurzer Ausſprache folgende
Ent=
ſchließung an:
„Die Vollverſammlung des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
Faausländiſchen Konkurrenz zu ſchützen, der notwendigen zoll= tritt unter Billigung der Ausführungen des Berichterſtatters, Ueberlegenheit der deutſchen Stellung unter Bismarck die Entente
Freiherrn von Gayl, der Februar=Kundgebung der Spitzen= mit Rußland war, die wieder das Erbſtück aus der Zeit der
Be=
organiſationen zur ländlichen Siedlung bei und erwartet von
ei einen Abbau des deutſchen Zollniveaus diskutiere, ſo über= welche durch zweckmäßige Organiſation und Finanzierung der wertes bringt, daß aber im Gegenteil die beiderſeitige
Feind=
rung dieſer nationalen Aufgabe im Rahmen der in Deutſchland Deshalb hat der Reichsgründer ſchon als junger Diplomat gegen
gegebenen räumlichen und wirtſchaftlichen Möglichkeiten ſichern.
ei, weniger überhöhten Zollmauern anderer Länder. Im Hin= tatoriſchen, die ſachlichen Grundlagen jeder geſunden Siedlungs= halb verſprach er 1863 dem Zaren, flüchtende polniſche
Revolu=
deutſchen Volkes warnen zu müſſen.”
Die Verhandlungen gehen am Dienstag weiter.
Paxteien und Zollfragen.
en, welche die Bauern und Koloniſationsarbeiten insbeſondere meindebeſtimmungsrechtes. Es iſt heute ohne dieſen Zankapfel reichiſche Abenteuer auf dem Balkan, die Wien ängſtlich ver=
8: Oſtens ſchützen. Schweine= und Kartoffelzölle dem Haus vorgelegt worden und wurde von dem Reichswirt= meiden mußte, weil wir jederzeit ganz auf die ruſſiſche Seite
ſchaſtsminiſter begründet. Die Parteien hielten ſich bei der erſten treten konnten; ferner hielt er im Innern Rußlands die
Revo=
mächſter Zeit die Anſpannung gerade der landwirtſchaftlich ſetz dem volkswirtſchaftlichen oder dem bevölkerungspolitiſchen England dadurch und nur dadurch zur Freundſchaft mit
Deutſch=
ohruktiven Kräfte zur Sicherung der Volksernährung dringend Ausſchuß zugewieſen werden ſolle. Im Hammelſprung wurde land und zur Annäherung an den Dreibund. Denn je intimer
dann mit 158: 117 Stimmen die Verweiſung an den volkswirt= die deutſch=ruſſiſchen Beziehungen waren, deſto höhere Preiſe
einig werden können und deshalb dem Kabinett die Entſcheidung der Zeit der größten Intimität des Dreikaiſerbundes gegen
Eng=
afhematiſcher Sicherheit in abſehbarer Zeit vor ernſte Ent= geſetzt, der zu ähnlichem Ergebnis kam wie das Kahinett. Die verwunderlich, daß man in England das Ende des deutſch=
und haben bei den inrerfraktionellen Beſprechungen erneut ver= grüßte; war doch jetzt die Zeit vorbei, wo man dem Deutſchen
nss Tages eine phyſiſche Bedrohung der Exiſtenz unſerer zehn ſucht, die autonomen Kartoffelzölle in Mindeſtzölle um= Reiche große Opfer bringen mußte! Welche kataſtrophale Folgen
zuwandeln, die alſo durch Verhandlungen nicht mehr herunter= dann der ruſſiſch=franzöſiſche Bund, unſer Angewieſenſein auf
mreten wird. Wenn dieſe Sicherung des Marktes durch geſetzt werden können. Sie haben außerdem erneut Zölle Oeſterreich allein gehabt hat, iſt ja bekannt.
angekündigt, daß ſie auch im Plenum derartige Anträge einbrin= Anglomanen um jeden Preis um ſo bedenklicher. Die
Feind=
gen werden.
Oeutſchland und Rußland
in geſchichlicher Beleuchtung.
Von
Profeſſor W. Schüßler.
Der Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
Eng=
nur durch Stärkung der eigenen Produktionskraft erreichen kön= land und Rußland iſt jedenfalls ein ſehr ernſtes Ereignis der
nen. Darum treiben wir mit einer recht verſtandenen und ge= internationalen Politik. Nicht, als ob daraus nun ein Krieg
leiteten Agrarpoltik wahre Befreiungspolitik. Dieſer Agrar= eutſtehen müßte; aber die britiſche Weltpolitik wird jetzt noch
politik ſei aber eine unerläßlche Vorausſetzung die energiſche aktiver vorgehen als bisher. Das trifft aber in erſter Linie
Selbſthilfe der Landwirtſchaft. Das Reichskabinet werde ſich in Deutſchland. Zwei Probleme unſerer Außenpolitik werden
da=
durch unmittelbar erſchwert: das Problem der Rheinland=
Es hat eine Zeit gegeben, wo der größere Teil des deutſchen
ausſetzung unſerer Vorarbeit für ein noch viel größeres Werk, ſchung der anderen. Und zwar im engſten Zuſammenhang mit
Das britiſche Weltreich trifft überall auf Rußland, ſeinen
auf dem Gebiete der Menſchenwirtſchaft. Es ſei alten Feind und Rivalen aus dem 19. Jahrhundert. Der Zar
des früheren Rußland hatte Kanonen, um den koſtbarſten Beſitz
Englands, Indien, zu gefährden. Die Bolſchewiſten, in der
tionierende Idee, die gleichzeitig die unteren Klaſſen des weißen
England und die farbigen Völker Aſiens aufpeitſcht: den
Kom=
munismus, der in Aſien ſich in der Form des Nationalismus
Gegen dieſe furchtbare Gefahr muß England eine „
europä=
iſche” Front bilden. Und darum iſt Polen, ein Schoßkind der
der ſich die ande en Länder beteiligen könnten. Im Namen der engliſchen Diplomatie, deshalb ſind die Engländer taub gegen
vommerſchen Landwirtſchaftskammer hieß Rittergutsbeſitzer von die deutſchen Beſchwerden über die Grenzen; deshalb hat Muſſo=
Flemming=Patzig den Landwirtſchaftsrat in Stettin will= lini den rumäniſchen Beſitz Beſſarabiens anerkennen müſſen,
des=
kommen. Nach weiteren Begrüßungsanſprachen begann dann die halb will England nichts von einer vorzeitigen
Rheinland=
kann das Rheinland einmal wieder ein Handelsobjekt mit
Frank=
reich werden.
Dieſe antiruſſiſche Front Englands aber hat den einen
ent=
an welches Thema ſich eine rege Ausſprache anſchloß, die ins= ſcheidenden Fehler, daß — Deutſchland ihr nicht angehört und
beſondere auch die Finanzierung des großen Melioriſations= angehören will! In England iſt das Mißbehagen gegen
Deutſche=
land ſtändig im Wachſen, Schon der Vertrag von Napallo erregte
angenommen: „Vorausſetzung für die an ſich mögliche Ernäh= 1222 die Wut, vor allem aber der bekannte Neutralitätsvertrag,
den Deutſchland mit Nußland im Augenblick ſeines Eintritts in
rung aus eigener Scholle iſt eine weſentlich beſchleutz den Völkerbund abſchloß. Bei uns mehren ſich ſchon längſt die
nigte Durchführung aller Melioriſationsmaßnahmen, einſchließ= Stimmen, die unſere ruſſiſche Neutralitätspolitik verdammen
fügbaren Mittel für Melioriſationszwecke verwendet werden. England verlangen. Natürlich ſoll England uns dann Zuge=
Mitteln gus öffentlicher Hand im Bedarfsfall die nötigen Gel= ſtändniſſe machen: es ſoll Frankreich zur Näumung des
Rhein=
landes, Polen zur Preisgabe des Korridors bewegen. Wenn das
geſchieht, erklären dieſe Politiker, kann Deutſchland ruhig
ris=
anſtalt aufzubringen. Der Zinsſatz dafür müßte durch öffentliche kieren, zum Schlachtfeld der Weſtmächte und Rußlands zu
wer=
den, ja ſeine eigenen Söhne gegen Rußland zu ſchicken.
Wir wollen nicht näher unterſuchen, ob England wirklich die
unwahrſcheinlich. Wir wollen auch nicht die einleuchtende Tat=
Beſchleunigung berabſchiedet wird.” Freiherr von Gayl be= ſache erörtern, daß das bolſchewiſtiſche Geſpenſt ſofort zergehen
würde, wenn Deutſchland wieder bewaffnet wäre — was
ein=
ſichtige Engländer ſelbſt längſt wiſſen —, denn das wird Eng=
„Ländliche Siedlung in Organiſation und land den Franzoſen ebenſowenig aufzwingen können. Da bleibt
alſo nur die Gewißheit, daß Deutſchland wegen kleiner
Erleich=
terungen ſich in den Krieg mit Rußland ſtürzen ſoll. Das iſt ſo
unſinnig, daß man in Berlin jedenfalls am Neutralitätsvertrag
mit Rußland feſthält. Streſemann, der ja ein guter Kenner der
Geſchichte iſt, weiß jedenfalls, daß das ganze Geheimnis der
freiungskriege war Bismarck ging von der Ueberlegung aus,
der Reichsregierung und den Ländern ſchleunige Maßnahmen, daß ein deutſcher Sieg über Nußland uns nichts Erſtrebens=
Siedlung im Sinne der erhobenen Forderungen die Durchfüh= ſchaft gegen Polen uns mit Rußland zur Freundſchaft zwingt.
die Aufteilungspläne gekämpft, mit denen ſich während des
Der Deutſche Landwirtſchaftsrat glaubt aber vor einer rein agi= Krimkrieges 1854 einzelne preußiſche Staatsmänner trugen.
Des=
politik vergewaltigenden Ausbeutung dieſer Lebensfrage des tionäre auszuliefern, deshalb dachte er ſpäter niemals daran,
etwa ohne Beteiligung Rußlands ein Bündnis mit Oeſterreich
zu ſchließen. Deshalb erfand er ſchließlich, nachdem 1887
das Dreikaiſerbündnis geſcheitert war, den „
Rückverſicherungs=
vertrag”.
Erſt die jüngſte Forſchung hat klar herausgearbeitet, daß die
* Berlin, 20. Juni. (Priv=Tel.) Freundſchaft mit Rußland für Bismarck der Hebel ſeiner geſam=
Der Reichstag hat am Montag das Schankſtättengeſetz in ten Weltpolitik nar. Zunächſt entzog er dadurch den Franzoſen
erſter Leſung beraten. Das Geſetz hat bereits früher einmal den den erſehnten Bundesgenoſſen, dann zügelte er Oeſterreichs
Reichstag beſchäftigt, iſt aber damals gefallen wegen des Ge= Balkanpolitik und ſicherte uns ſo vor Verwicklung in öſter=
Leſung zurück und ſparten ſich ihre Argumente für den Aus= lution zurück und ſicherte mit dem Frieden die Erhaltung der
ſchuß. Der Streit drehte ſich eigentlich mehr darum, ob das Ge= alten Geſellſchaftsordnung, und endlich und vor allem: er zwang
ſchaftlichen Ausſchuß angenommen. Inzwiſchen hatten hinter den mußte London für jede deutſche Unterſtützung der engliſchen
Kuliſſen die interfraktionellen Beſprechungen Weltpolitik bezahlen, deſto mehr mußte England uns umwerben.
über die Zollfrage eingeſetzt. Die Dinge liegen ja hier Darum iſt es kein Zufall, ſondern tief in der Dynamik des
Stag=
ſo, daß die Regierungsparteien ſich urſprünglich nicht hatten, tenſyſtems begründet, daß Deutſchland ſein Kolonialreich nur in
überließen. Für alle Fälle hatten ſie einen Unterausſchuß ein= lands Widerſtand erwerben konnte. Und deshalb iſt es nicht
Deutſchnationalen erklärten ſich aber noch nicht für befriedigt ruſſiſchen Rückverſicherungsvertrages mit der größten Freude be=
Angeſichts dieſer Tatſachen ſtimmt das Treiben unferer
ſchaft Rußlands auf uns zu nehmen ohne eine ganz große Gegen=
Nummer 120
Seite 2
leiſtung Englands iſt für uns unmöglich! Die Geſchichte lehrt,
daß eine geſchickte deutſche Politik immer unſer Verhältnis zu
Rußland zum Regulator unſerer Beziehungen zum übrigen
Aus=
land machen kann. Dafür, daß wir dieſe Grundtatſache des
Staatenſyſtems außer acht ließen, haben wir furchtbar gebüßt.
Hoffen wir, daß wir aus den begangenen Fehlern ein für
alle=
mal gelernt haben.
Franzöſiſches Mißtrauen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. Juni.
Die Völkerbundstagung in Genf iſt zu Ende, und faſt
gleich=
zeitig beginnt in Genf eine andere, politiſch ebenſo wichtige
Tagung: die Dreimächtekonferenz über die Seeabrüſtung. Bei
der Tagung des Völkerbundes hat praktiſch die geheime
Diplo=
matie vorgeherrſcht, eine öffentliche Meinung über die Genfer
Geſchehniſſe kann alſo nicht leicht entſtehen. Es läßt ſich aber
doch feſtſtellen, daß man in Paris mit Mißtrauen nach Genf
ſchaute und ſchaut.
Briand hat die Tagung vorzeitig verlaſſen müſſen, und das
gab den Genfer Verhandlungen den Anſchein, als ob es ſich
eigentlich nur um eine Zuſammenkunft Chamberlain—
Streſe=
mann gehandelt und alles andere nur als Staffage, für dieſe
Zuſammenkunft gedient hätte. Man hat die Bedeutung der
Ab=
reiſe Briands ſehr verſchiedenartig beurteilt. Es iſt möglich, daß
der Zufall, der es wollte, daß der franzöſiſche Außenminiſter
gerade in einem ſo wichtigen Augenblick verhandlungsunfähig
wurde, der franzöſiſchen Außenpolitik das Ausweichen vor
man=
chen unangenehmen Problemen erleichtert hat. Das ſchließt
aber nicht aus, daß in ſehr ernſten politiſchen Kreiſen in Paris
die Zurückhaltung Frankreichs in ſo wichtigen Augenblicken für
einen Fehler und die Tatſache, daß Briand Genf verließ; für
ein Mißgeſchick gehalten wird.
Das poſitive Ergebnis der Genfer Verhandlungen läßt die
franzöſiſche Oeffentlichkeit ziemlich kühl. Nur die Aufnahme
Deutſchlands in die Mandatskommiſſion erſcheint manchen
be=
denklich. Auch die Lage des deutſch=engliſchen Verhältniſſes
nach Genf erſcheint einigen unklar. Zuſammenfaſſend: obwohl
nichts Poſitives bekannt iſt, was man nicht erwartet hätte, iſt
man dennoch ziemlich mißtrauiſch.
Mit viel mehr Mißtrauen ſieht man aber noch der Genfer
Seeabrüſtungskonferenz zwiſchen England, Amerika und Japan
entgegen. Noch iſt die Verſtimmung, die die Waſhingtoner
See=
abrüſtungskonserenz zurückließ, ſehr lebendig. Man ſah in der
amerikaniſchen Initiative anfänglich nur das Beſtreben der
gro=
ßen Seemächte, die kleineren Flotten abzurüſten. Heute will man
hinter den Beſtrebungen Coolidges, der ja die Seele dieſer
Kon=
ferenz iſt, nur innenpolitiſche Motive erblicken. „Die
Präſidenten=
wahlen rücken näher, man will alſo eine pazifiſtiſche Geſte und
gleichzeitig einen diplomatiſchen Erfolg.”
Italien hat ſich endlich dazu entſchließen können, einen „
Be=
obachter” nach Genf zu entſenden. Frankreich zeigt ſich
intranſi=
genter, man entſendet alſo nur einen „Informator‟. Das iſt
eine reine Höflichkeitsgeſte, denn in der Praxis will Frankreich
nichts von der Seeabrüſtungskonferenz wiſſen. Man beurteilt
übrigens die Ausſichten der Konferenz ziemlich peſſimiſtiſch. Es
iſt leicht möglich, daß man voreingenommen iſt. Aber die
Pro=
bleme, die in Genf zur Sprache kommen, ſollen in der Tat viel
heikler ſein, als man im allgemeinen annimmt.
Die Berliner Preſſe zur Poincaré=Rede.
Berlin, 20. Juni.
Die geſtrige Kriegerdenkmalrede des franzöſiſchen
Miniſter=
präſidenten Poinearé hat in den Berliner Blättern eine ſcharfe
Kritik hervorgerufen. Die „Kreuzzeitung” erklärt: Die
deutſche Außenpolitik hat nicht ihresgleichen. Aus dieſer Rede
geht hervor, daß die ganze Locarno=Politik in Scherben geſchlagen
iſt. Man muß zwangsläufig ſeine Konſequenzen daraus ziehen.
— In der „Deutſchen Tageszeitung” ſteht: Es wäre
nicht nötig, daß Poincaré ſich ſelbſt meldete. Auch ſo wiſſen wir
Dienstag, den 21. Juni 1927
Vom Tage.
Gegen die Frankfurter Zeitung iſt das
Vorver=
fahren wegen Landesverrats wegen Nachdruck von
Aus=
zügen aus der Denkſchrift Mahrauns eröffnet worden.
Ein litauiſcher Grenzpolizeibeamter hat ein
21jähriges Mädchen, das vom Bade kam, als es auf ſeinen
Anruf nicht ſofort ſtehen blieb, mit mehreren Schüſſen getötet.
Dieſes rückſichtsloſe Vorgehen des litauiſchen Beamten hat große
Entrüſtung im Memelgebiet hervorgerufen.
Durch Grenzüberſchreitung polniſcher Soldaten hat ſich ein
neuer polniſch=litauiſcher Zwiſchenfall ereignet.
Die im Ausland verbreitete Nachricht, daß Sowjetrußland die
diplomatiſchen Beziehungen mit Polen abbrechen wolle, wird in
War=
ſchauer maßgebenden Kreiſen als ganz unglaubwürdig angeſehen. Man
erwarte vielmehr, daß bereits in nächſter Zeit ein neuer
Ge=
ſandter der Sowjetregierung bei der polniſchen
Regierung ernannt werden wird.
Entgegen den bisherigen Dispoſitionen wird der König von
Spanien ſeine Reiſe nach Paris und London erſt am
kommenden Donnerstag antreten.
Der Meldung, daß auch der ägyptiſche Premierminiſter
Sirwat Paſcha den König Fuad nach London
beglei=
ten wird, wird in London erhebliche Bedeutung beigelegt. Man hofft,
hierbei Gelegenheit zu finden, die engliſch=ägyptiſchen Beziehungen auf
eine neue Grundlage zu ſtellen.
Die engliſche Regierung beabſichtigt anläßlich des
Beſuches des Königs Fuad, der hier am 4. Juli erwartet wird, der
ägyptiſchen Regierung „ein ewiges Bündnis auf der
Baſis völliger Gleichberechtigung beider Partner”, anzubieten.
Das Bündnis ſehe völlige Nichteinmiſchung Englands in die
ägyp=
tiſchen Angelegenheiten vor unter der Vorausſetzung, daß Aegypten
England die notwendigen Garantien für die Rückendeckung des
Suez=
kanals gebe.
Der Polizeibeamte, der von den albaniſchen
Be=
hörden verdäch tigt wurde, mit dem verhafteten
ingo=
ſlawiſchen Dragoman Giuraſkowitſch in
Verbin=
dung geſtanden zu haben, iſt vom politiſchen Gericht zum
Tode verurteilt worden. Das Urteil ſoll bereits vollſtreckt
worden ſein.
Infolge der Zuſammenfaſſung der nordchineſiſchen
Streitkräfte unter einer einheitlichen Leitung
hielt Tſchiang Kai=ſchek mit ſeinen Generälen eine Konferenz
ab, um die etwa notwendig werdenden Gegenmaßnahmen zu
beraten.
zu genau, wer für den neueſten Rückſchlag verantwortlich iſt, den
die Fviedenspolitik in Genf erlitten hat. — Die „Deutſche
Allgemeine Zeitung” bedauert, daß Poinoaré dieswal
nichts Beſſeres zu ſagen gewußt habe, als alte Wunden
aufzu=
reißen und alte widerbegte Behauptungen aufzuwärmen. — Die
„Tägliche Rundſchau” weiſt auf die Unzulänglichkeit der
Argumente Poincarés hin, der von der Exiſtenz der deutſchen
Republik und der Aenderung des Regierungsſyſtems nichts
ge=
hört habe und der annehme, daß der bayeriſche Miniſterpräſident
Held vor zwei Jahren im Namen der deutſchen Regierug
ge=
ſprochen habe. Zu dem Argument der Entſendung des deutſchen
Linienſchiffes nach Liſſabon ſagt das Blatt, daß die „Elſaß” ein
alter Kaſten aus dem Jahre 1903 iſt und daß er nicht wehr in
Vevwendung wäre, wenn wir neuere Schiffe hätten oder zu
bauen in der Lage wären. Poincaré habe gezeigt, daß Jahre und
Ereigniſſe ubemerkt an ihm vorübengegangen ſind. — Die „
Ger=
mania” ſchreibt: Das allermindeſte, was wan über die Rede
ſagen hann, iſt, daß ſie für alle jene Deurſchen, die auf
Sinnes=
wamdlung gehofft hatten, eine ſehr ſchwere Enttäuzſchurmg
dar=
ſtellt. Mancher lernt nie. — In der „Voſſ. Zeitung” wird
aus=
geführt, daß die Politik des Ausgleichs und der Verſöhnung mit
den Kriegs= und Vorkriegspolitikem unmöglich iſt. — Der
„Vorwärts” erinnert daran, daß Poincaré zum Kamfe
aufge=
ruſen habe, und fragt, ob er dabei die Einzelheiten vorher mit
Briand durchgeſprochen habe, wenn nein, ob ſich Briand das
gefallen laſſe. Das Blatt ſieht in der Rede einen neuen
Rück=
ſchlag in den deutſch=franzöſiſchen Beziehungen.
Zuſammentritt der Mandaiskommiſſion.
* Genf, 20. Juni. (Prwv.=Tel.)
Die Mandatskommiſſion des Völkerbundes iſt heute zu ihrer erſten
Sitzung zuſammengetreten. Es wurde ein Schreiben des
Generalſekre=
tärs des Völkerbundsſekretariats verleſen, in dem die Kommiſſion
er=
ſucht wird, ſich über die Frage der Ernennung eines deutſchen
Mit=
gliedes in der Kommiſſion auszuſprechen, damit der Nat im September
Beſchluß faſſen könne. Die Frage wird, wie die geſamte
Tagesord=
nung, alſo auch eine Bittſchrift vom „Bund der deutſchen Togoländer”
in nichtöfſentlicher Sitzung entſchieden werden. Einem von holländiſcher
und belgiſcher Seite vorgebrachten Wunſche, wonach ein Brief der
eng=
liſchen Regierung, ferner die Frage der Kompetenzen des
Mandatsaus=
ſchuſſes über die Frage der Souveränität der Mandatsmächte über die
Mandatsgebiete auf die gegenwärtige Tagesordnung geſetzt werden
ſollten, wurde nicht entſprochen, da bei der Ausſprache über die
ein=
zelnen Berichte der Mandatsmächte beide Fragen geprüft werden
könnten.
Nach dem Fallen des Vorhanges.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 20. Juni.
Eine mit beſtinformierten Kreiſen in engſter
Fühlum=
ſtehende Perſönlichkeit ſagte mir heute: „Es läßt ſich ſchwerlid
verhehlen, daß eine ganze Zahl von Fragen unerledigt geblin
ben, beziehungsweiſe aufgeſchoben worden iſt. Von gewiſſern
Geſichtspunkt aus iſt es beſonders zu begrüßen, daß es den miy
dernden Einflüſſen verſchiedener Regierungen auf beiden Seites
gelungen iſt, die jugoſlawiſch=albaniſche Kriſis auf den na.
menſchlichem Ermeſſen ſicheren Weg ihrer Löſung zu leiten, um
es iſt dabei zu betonen, daß auch Italien bei der Applanierunu
nicht zum wenigſten tätig geweſen iſt. Eine entgegengeſetzte Hau
tung hätte zu nicht abſehbaren Folgen führen können. Vor allern
bedauerlich war die plötzliche Erkrankung Briands, die manchh
Verſtändigungen nicht zum Abſchluß kommen ließ, ſo insbeſorr
dere die für die Weiterentwicklung des ganzen Locarno=Syſtem)
eine ſo grundlegende Wichtigkeit beſitzende zwiſchen Deutſchlan.
und Frankreich. Man ſollte aber trotzdem keineswegs zu der
peſſimiſtiſchen, irrigen Folgerung gelangen — wie ſie ſchon f0
Deutſchland zum Beiſpiel vertreten wird —, daß infolge der E:
krankung von Briand überhaupt kein Fortſchritt in der Behan:)
lung der beiden, nach franzöſiſcher Auffaſſung nun einmal
müſ=
einander verquickten Fragen, der Oſtbefeſtigungen und der
Rheinlandbeſetzung, gemacht worden iſt. Private Beſprechungeu
zwiſchen Dr. Streſemann und Briand haben nach dem Eintreffeon
der beiden Staatsmänner ſofort eingeſetzt und weiteren Forn
gang genommen, alſo bevor Briand von ſeinem leidigen Uebe
zur Abreiſe gezwungen wurde. Ich glaube es ausſprechen 3u
können, daß der franzöſiſche Staatsmann, wenn auch noch nich
Formales feſtgelegt wurde, zweifellos infolge der Unterhaltungsn
nunmehr zu dem definitiven Entſchluß gekommen iſt, daß er, ſ0
wie Deutſchland die verlangte Zerſtörung der Unterſtände wir
nachweiſen können — wie bei uns zuverläſſig angenommen
wird —, als Corollarium eine möglichſt beträchtliche Herau
ſetzung der Beſatzungsſtärke anſtreben wird. Freilich iſt nu
höchſtbedauerlicherweiſe wiederum eine Verſchiebung der endgiu
tigen Behandlung dieſer nach unſerer Anſicht ſo dringenden A5
gelegenheit kaum zu vermeiden. Auf noch eines fühle ich mit
verpflichtet hinzuweiſen, auf die ſo bedeutſame Erklärung d
Sir Auſten, daß die engliſche Regierung nie die Abſicht gehau
hat, alle in Betracht kommenden Mächte zu einer „Einkreiſun=”
Rußlands zu gewinnen. Die gegenteilige Behauptung iſt ei
abſolute Unwahrheit.”
* Die Ausführungen der „beſtinformierten” Perſönlichkeit vera
laſſen, gewiſſermaßen automatiſch, einige zweifelnde Fragen und AA
merkungen. War es wirklich notwendig, daß Briand wegen eines Ekzen
auch wenn es das Geſicht befallen hatte, ſofort nach Paris abreiſtie
Gibt es nicht auch in Genf Aerzte von anerkanntem Ruf?. War
nicht möglich, eine Autorität aus Paris nach Genf noch ſchneller kon
men zu laſſen, als er ſelber heimreiſen konnte? War es auf dieſe
We=
nicht möglich, die Unterhandlungen mit Herrn Dr. Streſemann E
zu einem feſten Ergebnis fortzuſetzen? War eine neue Etappe in S
Sanierung der deutſch=franzöſiſchen Beziehungen nicht wichtiger als 7.
Behandlung durch einen Pariſer Spezialiſten? Der Schluß iſt ww
vermeidlich: Briand hat ſich in der Behandlung der Hauptfrage
ganzen Komplexes ſo feſtgefahren, daß er mit ſeiner Fähigkeit um
Macht zu Ende iſt. — Der Londoner Bekannte unſeres dortigen E)
richterſtatters ſcheint völlig aufrichtig zu ſein, aber er iſt wie ande
höhere völlig darin verrannt, daß es ohne Briand nicht geht. Es en
ſteht denn doch für uns die Frage, was er eigentlich bisher für Deutſ
land tarſächlich erreicht, was er ſeit Locarno für Europas
Wiederaufb=
im Logarno=Geiſte an Taten geleiſtet hat. Was wir hören, iſt mr 54
alte Melodie it altem Text, die wir ſeit langen Monaten vernehma
Man kann aber auch des verlockendſten Liedes überdrüſſig werden, uw
es verliert allmählich jede einlullende Wirkung. Wenn man immer
b-
geblich auf Taten an Stelle von Worten warten muß, iſt es da ar
Wunder, daß man ſchließlich am Ende der Geduld ſteh
Lächerliche, winzige Abſchlagszahlungen können ſie nicht erhalten. 25
am Ende verzeichnete Dementi der „Einkreiſungsabſichten” kann de9
niemand täuſchen. Es iſt gewiſſermaßen der Punkt auf dem „—
Welchen Namen man auch einer Zernierung beilegt, die Tatſache ble—
dieſelbe, ob man ringsum Verbindungswege oder Kredite abſchneidv.
Würde Briand mit ſeinem Pflaſter auf dem Auge ſo ſchnell nach Pa—5
entwichen ſein, ohne einen Schritt in der Beſetzungsfrage weiter
gehen, wenn ſich der deutſche Außenminiſter ohne Zögern der
fincr=
ziellen Belagerung unſeres Nachbarn angeſchloſſen hätte?
*Zur neuen Bibliographie des
Hochſchulweſens.
Wer ſich über das Hochſchulweſen und die wiſſenſchaftlichen
Einrichtungen der ganzen Welt unterrichten will, der greift zu
er Minerva Jahrbuch der gelehrten Welt. Sie iſt 1891 von
Dr. R. Kukula und Dr. K. Trübner gegründet und 1926
in ihrem 28. Jahrgang von Dr. Gerhard Lüdtke (unter der
Schriftleitung von Dr. Fritz Epſtein) herausgegeben worden.
(Berlin und Leipzig. Verlag von Walter de Gruyter u. Co.)
Aus einem nicht zu dicken Bande der Vorkriegszeit ſind jetzt
zwei ſtarke und ein ſchmaler entſtanden, und ihnen ſchließt ſich
ein vierter von mittlerer Größe an, der Minerva=Index
der vor einigen Wochen unter redaktioneller Mitarbeit von Dr.
Friedrich Richter erſchienen iſt und das ſorgfältig gearbeitete,
nach Ländern und Wiſſenſchaften geordnete geographiſche Regiſter
bietet. Heute übertrifft die Minerva die Ausgaben der
Vor=
kriegszeit ganz bedeutend, ſie hat wieder mit allen
Kulturlän=
dern Verbindungen angeknütft, berichtet über ihre Hochſchulen,
Bibliotheken, Inſtitute, Sternwarten, ſowie über ihre gelehrten
Körperſchaften und ihre ſonſtigen wiſſenſchaftlichen
Einrichtun=
gen. Auf dieſe Weiſe bringt ſie tatſächlich ein umfaſſendes, bis
in die Einzelheiten getreues und zuverläſſiges Bild von der
Ausdehnung und der augenblicklichen Lage des höheren
Geiſtes=
lebens auf der genzen Erde glücklich zuſtande. Ihre
wiſſenſchaft=
liche Unparteilichkeit unbedingt wahrend, hat ſie ſich durch kein
Unternehmen des Völkerbundes (ſ. deſſen Index bibliograxhieus.
1925) oder des feindlichen Auslandes aus der hohen Stellung
verdrängen laſſen, die ſie ſchon vor 1914 in der Wiſſenſchaft der
geſamten Welt einnahm. Sie iſt Siegerin in dem harten Kampfe
geblieben und ragt empor als ein ſtolzes Wahrzeichen deutſchen
Organiſationsgeiſtes und unermüdlicher, opferwilliger, peinlich
genauer und zuverläſſiger Klein= und Sammelarbeit.
Neben der Minerva erſcheinen andere periodiſche Veröf
lichungen über das Hochſchulweſen als klein und unbedeut
beſitzen aber gleichwohl allgemeinen Wert. Von dem „Deutſe
Univerſitätskalender” der ſeit dem Sommerſemeſter 1872
Ausnahme der letzten Kriegszeit in jedem Halbjahr erſchie
iſt, hat der Verlag von Johann Ambroſius Barth in
Lei=
für das laufende Semeſter keine Ausgabe veranſtaltet. Der
lender ſoll in neuer Form vom künftigen Halbjahr an wi
berauskommen und wird dann auch die jetzt unterbrochene
famnienſtellung und Bearbeitung des Verbindungsweſens
der bringen, die ſeit dreißig Jahren in der Hand des kennt
reichen und überaus gewiſſenhaften Studentenhiſtorikers E.
Eberhard (Hamburg) liegt. Für die Techniſchen und die
übrigen Hochſchulen des Deutſchen Reiches fehlt augenblicklich
noch eine ähnliche Einrichtung wie der Univerſitätskalender,
ebenſo für die deutſchen Univerſitäten und Hochſchulen
Sudeten=
deutſchlands und Oeſterreichs. Dagegen beſitzt die Schweiz in
dem zweiſprachigen „Schweizeriſchen Univerſitätskalender
Almanach universitaire suisse” der kürzlich zum vierzigſten
Male erſchienen iſt, eine überſichtliche Zuſammenſtellung aller
Dinge, die ihre Univerſitäten und Hochſchulen betreffen (Zürich.
Verlag von Gebr. Leemann u. Co.).
Während der deutſche und der ſchweizeriſche
Univerſitäts=
kalender das geſamte Vorleſungsweſen der von ihnen
behandel=
ten hohen Schulen bringen, beſchränkt ſich „Schröders Allgemeiner
Deutſcher Univerſitäts= und Hochſchulkalender” darauf, das auf
die Hochſchulbehörden, die Inſtitute und die Dozentenſchaft
Be=
zügliche mitzuteilen (Kirchhain N.=L. Brücke=Verlag Kurt
Schmer=
ſow. 1927). Er weiſt noch mannigfache Lücken auf; es fehlen
außer der Kolonialhochſchule Witzenhauſen noch die
philoſophiſch=
theologiſchen ſowie die neuen pädagogiſchen Akademien und die
bayeriſchen Lyzeen. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn der
Ka=
lender in künftigen Zeiten auf die Univerſitäten und Hochſchulen
Oeſterreichs und Sudetendeutſchlands ausgedehnt würde. In
einem beſonderen Abſchnitt iſt das ſtudentiſche Verbindungsweſen
behandelt, das allerdings die erwartete Vollſtändigkeit ſehr
ver=
miſſen läßt. Auch die Zuſammenſtellung der ſtudentiſchen Preſſe
bedarf noch dringend der Erweiterung und beſſeren Ordnung.
Als ſehr wertvoll dagegen möchte ich den Abſchnitt über die
Inſtitute für Leibesübungen bezeichnen, die hier zum erſten Mal
als ſelbſtändige Gruppe erſcheinen. Um der Studentenſchaft
möglichſt entgegenzukommen, hat der Verlag die Abteilungen
Verbindungsweſen und Leibesübungen als Sonderdruck in
Buch=
form herausgegeben, der für billiges Geld im Buchhandel
erhält=
lich iſt (unter dem Titel: „Die Burſe‟).
Sehr wünſchenswert wäre eine regelmäßig erſcheinende
Bibliographie der geſamten Hochſchulkunde, die nicht nur die
einzelnen Schriften über Hochſchulweſen und Studententum,
ſon=
dern auch größere Zeitſchriftenaufſätze gewiſſenhaft verzeichnete.
Den Grund zu einer ſolchen haben die Profeſſoren Wilhelm
Erman und Ewald Horn in ihrer dreibändigen „
Biblio=
graphie der deutſchen Unierſitäten” (Leipzig. 1904) gelegt. Dieſe
enthält in 40000 Artikeln nahezu lückenlos alle bis 1899
ge=
druckten Bücher und Aufſätze über das ganze deutſche
Univerſi=
tätsweſen. Den Zeitraum bis 1910 behandelt der von Profeſſor
Horn druckfertig hinterlaſſene vierte Band, für deſſen Erſcheinen
das preußiſche Kultusminiſterium hoffentlich bald Sorge trägt.
Ueber die Jahre 1910 und 1911 berichtet das von O. E. Ebert
und F. Scheuer zuſammengeſtellte „Bibliographiſche Jahr=
buch für deutſches Hochſchulweſen” (Wien und Leipzig. S
Beyers Nachfolger. 1912), und für 1924 hat Dr. Ebert
E=
wichtigſten Preßerzeugniſſe hochſchulkundlicher Art in ſein?
„Hochſchulkunde” geſammelt (Leipzig. Verlag, des Börſenereir
1925). Jetzt iſt vom „Literariſchen Zentralblatt”, zu bibliogre
phiſchen Zwecken dauernd eine von Dr. Ebert verſorgte Spa.*
eingerichtet worden, die ſich mit der Hochſchulkunde
beſchäfti-
aber doch noch nicht alle Wünſche befriedigt. Es wäre wm”
ſchenswert, wenn der Verband der deutſchen Hochſchulen EA
Vertreter der Dozentenſchaft und die Deutſche Studentenſchal
als Vertreterin der akademiſchen Jugend gemeinſam dafür wien
ten, daß eine regelmäßige Bibliographie der Hochſchulkunde S
ſchaffen würde, denn erſt eine ſolche ermöglicht eine tiefgehende
und erfolgreiche Bearbeitung der neuartigen Wiſſenſchaft veN
Hochſchulweſen. Prof. Dr. Paul Sſymank, Göttingen—
*Vom Splter Bahndamm.
Wie in der Feſtrede bei der Eröffnungsfeier des Syln
Bahndamms am 1. Juni betont wurde, hat auch der Oder
wald ſeinen Tribut zum Bau dieſes einzig daſtehenden ho9?
Kulturwerks in Geſtalt von Bohlen und Stämmen, nament.
aber auch Steinen beigeſteuert.
Durch die Abtrennung des nördlichen Teils von Schlesn.
iſt die direkte Verbindung der Inſel Sylt über Tondern—bol=
(jetzt däniſch) mit dem deutſchen Feſtlande verloren gegange
Der Seeweg führt ſeitdem über Wyk auf Föhr. In 3½jährie
harter Arbeit iſt es deutſcher Ingenieurkunſt und deutſche
Fleiß gelungen, ein 12 Kilometer langes Gelände dem Mee‟
abzuringen, auf dem der Hindenburgdamm für die Ve‟”
Reichsbahnſtrecke Klanxbüll-Weſterland errichtet wurde.
Ou-
dieſe Bahn iſt die einzig ſchöne Inſel Sylt mit dem heimatlich
Feſtlande verbunden, eigentlich nun keine Inſel mehr, ſonde
eine Halbinſel, die in abſehbarer Zeit immer mehr mit de
Feſtlande verwachſen wird, denn auf beiden Seiten des Damm"
wird das Meer Land anſpülen, das einſt fruchtbare Felder 1
grünende Wieſen tragen wird. Wer nun die Nordſeebäder &
Sylt beſuchen will, kann mit direkten Zügen von Hamburg !."
dahin gelangen, unabhängig von den Stürmen und
Gezel=
des Meeres.
Hans Oelhafen von Schöllenbach: Die Beſiedelung Deutſch=Sütdwe
afrikas bis zum Weltkrieg, Dietrich Reimer Verlag, Berlin. 6—2
J. P. Müller: Mein Syſtem für Kinder, Grethlein u. Co. Verit
Zürich. Mk. 4.—
W. Kurt Schaldach: Fomularbuch für den geſchäftlichen Verkehr, —
duſtrie=Verlag Spgeth u. Linde, Berlin W. 10.
Rymmer 170
Der bekannte Führer der heſſiſchen Landwirtſchaft, Herr
Ab=
twordneter Dr. Dehlinger, iſt aus der Fraktion des
Heſſi=
ſchren Landbundes ausgeſchieden und mit ſofortiger Wirkung in
ſie Deutſche Volkspartei eingetreten, deren Landtagsfraktion er
inn damit angehört. Die Kräfteverhältniſſe im Heſſiſchen
Land=
agze verſchieben ſich damit in beachtlicher Weiſe: der
Bauern=
fund hat künftighin nur noch 8 Abgeordnete, während die
Deut=
aze Volkspartei 9 Abgeordnete im Heſſiſchen Landtag hat.
Da=
ntt hat die Deutſche Volkspartei auch Anſpruch auf die Beſetzung
ſer Stelle des 2. Vizepräſidenten des Heſſiſchen Landtages, die
isher durch den Vorſitzenden der Fraktion des Heſſiſchen
Land=
ſurndes, Herrn Abgeordneten Dr. von Helmolt, beſetzt war. Herr
Awgeordneter Dr. Dehlinger teilt der Oeffentlichkeit ſeinen
Eghritt und deſſen Gründe durch nachſtehenden Offenen Brief mit:
Offener Brief.
Weilerhof (Poſt Wolfskehlen), den 18. Juni 1927.
An den Herrn Vorſitzenden der Landtagsfraktion des
Heſſiſchen Landbundes, Herrn Dr. von Helmolt.
Sehr geehrter Herr Kollege!
Wie ſchon öfter bei Verſammlungen, ſo habe ich leider auch
inllängſt wieder im Finanzausſchuß des Landtages es erleben
mäſſen, daß Herr Kollege Glaſer in einer Art und Weiſe gegen
nu ine Beſtrebungen und Anträge zur Hebung der Kultur im
ſteed Sturm lief, die jeder gebotenen kollegialen Rückſicht entbehrt.
Zumeinem Bedauern finde ichüberhaupt bei
ur Fraktion des Heſſiſchen Landbundes wenig
8erſtändnis für die hohe volkswirtſchaftliche
ßeedeutung der Verbeſſerung der Waſſer= und
zwodenverhältniſſe im Ried und
dementſpre=
diind eine unbegründete Zurückhaltung
gegen=
iſ er den zur Hebung der landwirtſchaftlichen
Brroduktion erforderlichen Maßnahmen.
Wir Führer in der Landwirtſchaft haben doch die Pflicht,
hnie Rückſicht auf althergebrachte und irrige Meinungen der
Be=
öſkerung gegen beſtehende Mißſtände und für den
volkswirt=
chaftlichen Fortſchritt offen und ehrlich einzutreten. Wir müſſen
sf wagen, unbekümmert um das Mißfallen der Wähler für das
m. Intereſſe der Landwirtſchaft als notwendig und richtig
Er=
gurnte uns mit allen Kräften einzuſetzen.
Schon lange kämpfe ich in der Landtagsfraktion des
Heſſi=
hin Landbundes vergeblich, die Freiheit meines Handelns und
ſie Anerkennung meiner Arbeit für das Wohl der
Riedbevölke=
umg zu erwirken.
Aus dieſer Erwägung erkläre ich hiermit meinen
Aus=
rätt aus der Landtagsfraktion des Heſſiſchen
ndbundes.
Ich habe mich entſchloſſen, bei der Landtagsfraktion der
dieutſchen Volkspartei einzutreten, da ich auf Grund der
ſis herigen Haltung dieſer Partei ſicher ſein kann, daß ſie mir
ni meinen Beſtrebungen zur Verbeſſerung der
landwirtſchaft=
ſchren Produktion im Ried freie Hand läßt und gewillt iſt, mit
uir für die Förderung und Kräftigung der geſamten
Landwirt=
hift in Heſſen einzutreten. Für dieſe habe ich ſeit über 40
Jah=
er in Wort und Schrift und in der Tat gearbeitet.
Um ſo mehr freue ich mich, daß ich nun im Rahmen der
cheidtagsfraktion der Deutſchen Volkspartei meine Beſtrebungen
ul Hebung der heſſiſchen Landwirtſchaft zielbewußt fördern kann.
Meine Liebe gehört nach wie vor der
heſſi=
chen Landwirtſchaft. Deshalb habe ich die feſte
ü berzeugung, daß die Landwirte
Starken=
urgs, denen ich jahrzehntelang uneigennützig
nldtreu gedient habe, meinen Schritt verſtehen
n d auch weiterhin ihr Vertrauen mir ſchenken
verden.
Mit kollegialer Hochachtung
Dr. Dehlinger
Landtagsabgeordneter.
Bum hefſiſchen Landtagswaylrecht.
Der Vorſtand des Landesverbandes Heſſen der
Volks=
eähtpartei (Reichspartei für Volksrecht und Auſwertung)
ai. ſich in einer Eingabe an den Landtag des Freiſtaates Heſſen
egen die geplante Abänderung des Landtagswahlrechtes
ge=
andt, nach der in Heſſen von neuauftretenden Parteien bei
Ein=
eiſthung ihrer Vorſchlagsliſten 7000 Unterſchriften und die
Hin=
enegung von 5000 Reichsmark verlangt werden, während die
*Sommerausſtellung der Neuen
Münchener Sezeſſion 1927.
Am 11. d. M. fand unter regſter Anteilnahme des
kunſt=
maigen Münchens die Eröffnung der Ausſtellung ſtatt. Man
eisichtete erfreulicherweiſe auf lange Feſtreden und verteilte
u: im Katalog eine programmatiſche Erklärung, die ſich gegen
tei äußerlich dekorative Tradition der Lenbach=Zeit richtete (wohl
n. Hinblick auf die Scheinkultur, die in den Nachbarſälen des
lerspalaſtes in „moderner” Aufmachung ihre Auferſtehung
ſiart)! — In der Abſicht, das freie Kunſtſchaffen nach
Möglich=
t zu fördern und — in Erinnerung an die Behandlung Leibls
iſe Heiders — auch ſogenannte Außenſeiter zur Mitarbeit
eranzuziehen, haben diesmal die jüngſten Kräfte, ſoweit ſie als
ilentvoll gelten, in liberalſter Weiſe Platz gefunden. Es weht
aber in den erweiterten Räumen ein friſcher Zug, gezeitigt
unch eigene Lebenskraft und nicht durch Inanſpruchnahme
lei ensfremder Elemente. — Aber auch in der diesjährigen
Aus=
elung der Neuen Sezeſſion konzentriert ſich das Hauptintereſſe
ſ die Plaſtik, vor allem auf die Hindenburgbüſte E. Scharffs,
ei nicht die ſtraffe Maske des Generals, ſondern das ernſte und
imepathiſche Weſen eines alten großen Mannes widergibt.
Da=
ehen das Porträt Eberts von Bleeker — zu Vergleichen mit
enx mehr maleriſch behandelten Werke Kolbes anregend — in
rarhtvoller Geſchloſſenheit der Form die Energie des ehemaligen
anidwerkers, der ſich durchgeſetzt hat, betonend. Auch die
übri=
en Büſten Bleekers ſind von vollendeter Meiſterſchaft und
über=
lefffen bei weitem — ein Selbſtporträt Fritz Kölles vielleicht
us genommen —, was an Plaſtik in der Neuen Sezeſſion
ge=
rtien wird.
Unter den zahlreichen Malern der N. S. ſteht J. Heßwegen
imer hohen Malkultur an erſter Stelle. Als ernſter Künſtler
füre auch K. Caſpar zu nennen, deſſen im Stile Munchs in
iggt und Farbe aufgelöſte Arbeiten ſtarke Eindrücke erwecken. —
ſimre umfangreiche Kollektivausſtellung ehrt den ſechzigjährigen
. Th. Heine. Th. Th. Heine, als Graphiker eines der
origi=
elſ ſten Talente unſerer Zeit, unterliegt als Maler den
jewei=
gun Modeſtrömangen. Seine frühen Stilleben und Interieurs
iſteen in ihrer minutiöſen Ausführung die „neue Sachlichkeit”
olnausahnen und entſprechen ähnlichen Arbeiten R. Müllers oder
mintſchers. In der Landſchaft wird Heine Pleinairiſt und
ält ſich an die Vorbilder A. Langhammers und Toni Stadlers;
Heiders ſtrenge und etwas trockene Art wirkt ſich hiergegen
Geines Porträts aus. Am beſten gefällt ein Frühwerk „Der
Dienstag, den 21. Juni 1927
bisher im Landtag vertreienen Parteien hiervon verſchont ſind.
Die Eingabe erblickt darin ein undemokratiſches und
pluto=
kratiſches Ausnahmegeſetz zugunſten der beſtehenden Parteien,
das im Widerſpruch mit den Artikeln 17. 22 und 125 der
Reichs=
verfaſſung ſteht und das gewährleiſtete freie und geheime
Wahl=
recht aufhebt.
* Inzwiſchen hat dieſe Angelegenheit, wie wir ſoeben
er=
fahren, bereits inſofern ihre Erledigung gefunden, als der
Ge=
ſetzgebungsausſchuß des Heſſiſchen Landtags am geſtrigen
Mon=
tag den von der Volksrechtpartei angefochtenen Antrag
einſtim=
mig angenommen hat. Der Beſchluß des Landtagsausſchuſſes iſt
nur zu begrüßen, da ſich ja im Laufe der letzten Jahre immer
mehr die Notwendigkeit herausgeſtellt hat, der Zerſplitterung der
Stimmen bei den Wahlen einen wirkſamen Riegel vorzuſchieben.
Bewegungen aber, die ſo ſtark ſind, daß ſie die Neugründung
einer beſonderen Partei rechtfertigen, werden ja ohne
Schwierig=
keiten die in Zukunft verlangten 7000 Unterſchriften aufbringen.
Aufruf der Reichsregierung
für eine Hindenburg=Spende!
Berlin, 20. Juni.
Amtlich wird mitgeteilt: „In einer ſeiner letzten Sitzungen
hat ſich das Reichskabinett, auch mit der Feier des 80.
Ge=
burtstages des Herrn Reichspräſidenten am
2. Oktober dieſes Jahres beſchäftigt. Es ging dabei von der
Auffaſſung aus, daß das deutſche Volk es ſich nicht nehmen laſſen
wird, dem Herrn Reichspräſidenten anläßlich ſeines Ehrentages
erneut ſeine Anhänglichkeit und Verehrung zu bezeugen.
An=
dererſeits iſt die Reichsregierung aber überzeugt, im Sinne des
Herrn Reichspräſidenten zu handeln, wenn ſie von koſtſpieligen
allgemeinen Feiern aus dieſem Anlaß Abſtand nimmt und den
guten Wünſchen zum Geburtstag eine Form gibt, die dem Ernſt
der Zeit und der Not unſeres Volkes Rechnung trägt. Um jedem
Deutſchen daheim und draußen die Möglichkeit zu geben, ſeiner
dankbaren Verehrung für die Perſon des Herrn
Reichspräſiden=
ten Ausdruck zu verleihen, haben die Reichsregierung und die
Regierungen der deutſchen Länder beſchloſſen, eine
Hinden=
burg=Spende zu veranſtalten, die dem Herrn
Reichspräſi=
denten an ſeinem 80. Geburtstag übergeben werden ſoll. Sie
ſind gewiß, den Wünſchen des Herrn Reichspräſidenten
ent=
gegenzukommen, wenn ſie ihm vorſchlagen werden, die
aufgekom=
menen Mittel in erſter Linie dem Perſonenkreis zugute kommen
zu laſſen, der ihm beſonders naheſteht, nämlich den
Kriegs=
beſchädigten und Kriegshinterbliebenen. Neben der Sammlung
von Spenden, die in Verbindung mit den großen
Spitzenorgani=
ſationen des Wirtſchaftslebens uſw. durchgeführt werden ſoll, iſt
die Ausgabe einer Hindenburg=Briefmarke in
Ausſicht genommen. Sie ſoll weiteren Kreiſen die Möglichkeit
der Beteiligung an dem Geburtstagsgeſchenk, für den
Reichs=
präſidenten geben. Ihr Erlös iſt vorzugsweiſe für ſchwer
notleidende Mittelſtandsangehörige,
Sozial=
rentner uſw. beſtimmt. Nähere Mitteilungen, vor allem auch
über die Annahmeſtellen von Spenden, werden erfolgen, ſobald
die im Gange befindlichen Beſprechungen abgeſchloſſen ſind.”
Ergänzend wird dazu mitgeteilt: Die Anſchrift der
Hinden=
burg=Spende lautet: Hindenburg=Spende, Berlin NW 40,
Scharnhorſtſtraße 35 (Fernſprecher Amt Norden 2831 und
fol=
gende).
Der Reichsfinanzminiſter zur Beſoldungserhöhung.
Berlin, 20. Juni.
Im Haushaltsausſchuß des Reichstags erklärte heute bei der
Beratung von Anträgen über die Beſoldungserhöhung für die
Beamten der Reichsfinanzminiſter, daß die Regierungsparteien
bereit ſeien, ab 1. Oktober eine Beſoldungserhöhung vorzunehmen,
ſofern nicht kataſtrophale wirtſchaftliche Verhältniſſe eintreten.
Dabei ſoll eine grundlegende Aenderung der Beſoldungsordnung
vorgenommen und nicht nur prozentuale Zuſchläge gewährt
wer=
den. Den Ländern und Gemeinden müßte eine Neuregelung ſelbſt
überlaſſen werden. Demnächſt werde eine gemeinſame Sitzung
der Länderfinanzminiſter wit dem Reichsfinanzminiſter
ſtatt=
finden. Der preußiſche Finanzminiſter habe ihm mitgeteilt, daß
eine Erhöhung der Beamtengehälter vor dem 1. Oktober
gleich=
falls nicht in Frage komme.
Angler”, das in ſeinem maßvollen Impreſſionismus von keinem
ſpäteren Bilde des Künſtlers mehr übertroffen wird.
Unter den bewährten Mitarbeitern der N. S., wie M. Caſpar
Filſer, Schrimpf, Unold, Tröndle u. a. m. fällt diesmal nur W.
Teutſch durch ſeine blühenden landſchaftlichen Phantaſien auf,
ferner überraſchen einige jüngere Talente, M. Lauterburg
und Ahlers=Heſtermann. Hamburg, durch den feinen
Farbengeſchmack ihrer Stilleben. — Aber manche Wände der
Ausſtellung offenbaren Erfindungsarmut und mangelnde
tech=
tiſche Vorbildung, wenn auch bei dem jungen Nachwuchs
durch=
weg ein ernſtliches Streben unverkennbar iſt.
Dr. Auguſt Goldſchmidt.
*Wiesbadener Staatstheater.
(Kleines Haus.)
Zum erſten Male: „Manon Lescaut”,
Schauſpiel in 4 Akten von Carl Sternheim.
Sternheims „Manon Lescaut” ſetzt im Geiſte da ein, wo er
vor Jahren die „Marquiſe von Arcis” verließ, um ſich ganz der
antibürgerlichen Satyre zu widmen. Auch im Rokokoſpiel der
„Manon” ſpielt der Haß, den er gegen das Bürgertum hegt,
eine bedeutende Rolle. Trotz dieſem tendenziöſen Einſchlag iſt
dieſes Schauſpiel ausgezeichnetes, ſehr amüſantes Theater. Die
Spielleitung Dr. von Gordons hätte hier und da das graziöſe
Rokoko etwas mehr betonen und die Burleske etwas mildern
können; ein Schuß mehr Atem und Kolorit der Zeit wäre dem
Ganzen zum Vorteil geweſen. Manches war nicht zugeſpitzt
ge=
nug und manches überdeutlich. Alles in allem aber ein ſehr
erfreulicher, unterhaltender Theaterabend. Vor allem Dank dem
entzückend anmutigen Spiel von Frau Ferrat=Eiſenlohr in der
Titelrolle. Sie war ganz die kapriziöſe, kokette, dabei
leiden=
ſchaftlich liebende Manon, wie ſie Abbé Prevoſt ſchilderte. Das
Kind des Volkes und die große, durchtriebene Kokotte ihres
Jahrhunderts. Sie hat die angeborene Grazie und Laune, die
ſie für derartige Rollen prädeſtiniert. Auch ſtanden ihr die
reiz=
vollen Koſtüme (Palm) ausgezeichnet, was die Illuſion
voll=
endete. Wenn Frau Ferrat ſich weiterhin in der deutſchen
Sprachtechnik vervollkomimnen würde, ließe ihr ſchauſpieleriſches
Können nichts zu wünſchen übrig. Den letzten, allzu ſentimental
und lang ausgeſponnenen Akt konnte aber weder ſie noch ihr
vorzüglicher Partner, Wolfgang Langhoff als des Grieuſe,
ret=
ten. Bliebe noch die Kabinettsleiſtung en miniature Rob.
Klei=
nerts als verliebter und genarrter alter Liebhaber zu erwähnen.
Der Bruder Manons war von Paul Wagner ſchauſpieleriſch
Seite 3
Streſemanns Genfer Bericht
vor dem Kabinett.
Der deutſehe Standpunkt innerhalb der
euro=
päiſchen Konſtellation unverändert.— Vor der
außenpolitiſchen Ausſprache.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt am Montag
vormittag in Berlin eingetroffen. Er hat ſofort die
erforder=
lichen Vorbereitungen getroffen, um die Ausſprache im Reichstag,
die für den Donnerstag erwartet wird, entſprechend in die Wege
zu leiten. Er iſt am Nachmittag beim Reichspräſidenten zum
Vortrag geweſen und hat im Anſchluß daran das Kabinett
aus=
führlich über die Genſer Beſprechungen unterrichtet. Der Miniſter
teilte bei ſeinem Referat die in Genf behandelten Fragen in drei
Teile, zunächſt europäiſch=politiſchen, die ſich um den
Albanienkonflikt, um den engliſch=ruſſiſchen und den damit in
Verbindung ſtehenden ruſſiſch=polniſchen Konflikt gruppieren.
Beim Albanienkonflikt wird der Verſuch eines Ausgleiches
ge=
macht. Beim ſpeziell engliſch=ruſſiſchen wies er darauf hin, daß
Chamberlain mit aller Entſchiedenheit erklärt habe, er werde eine
weitere Verſchärfung der Beziehungen zu Rußland nicht eintreten
laſſen, und daß auch Chämberlain die Bildung eines antiruſſiſchen
Blockes nicht verſucht hat, während Deutſchland durch ſeine
freund=
ſchaftlichen Beziehungen zu Rußland in der Lage war, Herrn
Tſchitſcherin Kenntis zu geben von der allgemeinen
Verſtim=
mung, die bei allen Mächten in Genf wegen der ruſſiſchen
Pro=
paganda herrſchte, darüber hinaus aber auch ihm nahezulegen,
die ruſſiſch=polniſche Spannung nicht zu verſchärfen. Jedenfalls
ſtellte der Miniſter feſt, daß der deutſche Standpunkt
innerhalb der europäiſchen Konſtellation
un=
verändert derſelbe geblieben iſt und daß
Deutſch=
land ſich ehrliche Mühe gegeben hat, die
Störun=
gen des europäiſchen Friedens, die immerhin durch
dieſe Konflikte entſtehen könnten, zu beſeitigen.
Die zweite Gruppe umfaßt die eigentliche
Tages=
ordnung des Rates. Hier iſt Deutſchland bei der
Be=
ſchwerde der Memelländer ſehr aktiv aufgetreten und hat einen
Ausgleich herbeigeführt, dem die Memelländer ſelbſt zugeſtimmt
haben. Die Anregung dazu iſt übrigens von dem litouiſchen
Miniſterpräſidenten Woldemaras ausgegangen, der ſich an Dr.
Streſemann gewandt hatte. Sein erſter Vorſchlag, über die von
ihm beabſichtigte Erklärung, iſt von deutſcher Seite abgelehnt
worden, ſo daß Herr Woldewaras noch weitere Ergänzungen
hin=
zufügen mußte, die dann von Chamberlain in öffentlicher
Rats=
ſitzung noch unterſtrichen wurden. Der Miniſter wies darauf hin,
daß der Rat beim größten Teil ſeiner Tagesordnung raſche
Ar=
beit geleiſtet habe, verhehlte aber nicht, daß in der
Armenier=
frage, ebenſo wie in dem ungariſch=rumäniſchen Konflikt ein
ſtarkes Verſagen des Rates vorliege.
Die letzte Gruppe der Deutſchland beſonders
intereſſierenden Fragen iſt durch die großen politiſchen
Probleme in Genf in den Hintergrund getreten. Sie ſind zudem
durch die plötzliche Abreiſe des franzöſiſchen
Außenminiſters nicht zum Abſchluß gekommen
und werden auf diplomatiſchem Wege erledigt
werden müſſen. Dr. Streſemann ſteht unter dem Eindruck,
daß Herr Briand wirklich ſchwer krank geweſen iſt. Er iſt krank
nach Genf gekommen und hat die Verhandlungen unter teilweiſe
unerträglichen Schmerzen weiter geführt, bis ſein Arzt ihn auf die
Folgen aufmerkſam machte. Die diplomatiſchen Verhandlungen
über die Herabminderung der Beſatzungsſtärke werden
fortge=
führt. Von deutſcher Seite iſt auch Herrn Chamberlain klar
ge=
macht worden, daß ein Vergleich, den neuerdings auch Herr
Poincaré gezogen hat, zwiſchen der Nichterfüllung des
Ver=
ſprechens der Botſchafterkonferenz und des angeblichen
Friſt=
verſäumniſſes Deutſchlands bei den Reſtpunkten der Abrüſtung
nicht zuläſſig iſt. Bei den Entwaffnungsfragen handelt es ſich
doch jetzt nur noch um Punkte untergeordneter Bedeutung, die
zum größten Teil doch nur noch formal erledigt werden müſſen,
während bei der Herabminderung der Beſatzungstruppen ein
feierliches Verſprechen der Botſchafterkonferenz vorliegt. Es iſt
ganz unausbleiblich, daß, wenn derartige Zuſagen nicht erfüllt
werden, dann das Vertrauen auf eine loyale Politik auch in
Deutſchland allmählich ſchwinden muß. Herr Chamberlain hat
das von ſich aus anerkannt. Es wird ſich zeigen müſſen, wie weit
durchdacht; aber er war ſprachlich dieſer zugeſpitzten Dialektik,
die ſich ſo einfach und natürlich gerade in dieſer Rolle gibt, nicht
voll gewachſen.
Die Bühnenbilder Th. Schleims waren ſehr fein und
ſtil=
voll, beſonders hervorzuheben; das Spielzimmer. J. D. U.
* Bilder aus Aegypten. Von Johannes Guthmann.
Aquarelle und Zeichnungen von Max Slevogt. Verlag von Bruno
Caſſirer, Berlin. Verfaſſer dieſes Buches ſchildert die alten und neuen
Wunder des Pharaonenlandes, ſeine landſchaftlichen Schönheiten, die
Pracht ſeines Himmels, ſeine Einſamkeiten auf Feldern und Wüſten in
lebendigen Farben und verbindet damit die Schilderungen ſeiner
Er=
lebniſſe und ſeine perſönlichen Eindrücke; denn die Wunder dieſer Welt
regen ſeine Phantaſie an wie die eines Dichters, der über das Geſchaute
und Erlebte Betrachtungen anſtellt und ſie zu eigenen Gedanken ſormt.
Mit ſeinem Freund, dem Maler Slevogt, der die Eindrücke in
Aqua=
vellen und Skizzen feſtgehalten hat, durchwandert er die bunte Welt
Kairos und ſchildert das wogende Leben und Treiben der Bazargegend,
die Wunder der arabiſchen Baukunſt, die Stadt der Toten und die
Pyramiden. In Luxor bieten ſich dem Auge neue landſchaftliche Reize
dar. Bewunderung erregen die Ruinen des Ammontempels von Karnak,
des einen der ſieben Weltwunder der Antike, die Memnonkoloſſe, die
den Verfaſſer zu einem Gedichte begeiſtern, und das Tal der
Königs=
gräber, wo die Phargonen ihre Grabesruhe für die Ewigkeit geſichert
glaubten, wo ſie den küſteren Pomp religiöſer Weihen, monumental und
doch den Augen der Welt entrückt, befohlen. In Aſſuan iſt es neben
dem Steinbruch, einer Granitlandſchaft, die den Pharaonen das
unver=
gängliche Material für ihre Bauten geliefert haben, dem
Katarakten=
gebiet des Nils, der buntfarbigen Wüſte mit ihren purpurroten, gelben,
grünen, blauen Steinen, beſonders die Inſel Elephantine, deren
Schön=
heit das Auge entzückt. Aber auch Schrecken birgt dieſe ſchöne Landſchaft
in ſich, eine Hitze, die ſchier unerträglich iſt, und einen Sandſturm, der alles
Leben zu erſticken droht und ſtundenlang anhält. Dann wieder werdem
die Mühen und Reize eines Kamelritts durch die Libyſche Wüſte
ge=
ſchildert und die unermeßliche Fülle der Schönheit in den poetiſchen
Be=
ſchreibungen der Herrlichkeit der Mittagsſtunde in afrikaniſcher
Sonnen=
pracht und einer wundervollen Mondnacht. Eine Nilfahrt bietet den
Anblick einer herrlichen Landſchaftsſzenerie. Auf der Rückfahrt wird
Luxor nochmals ein Beſuch abgeſtattet zur Beſichtigung der Grüfte, die
vor 3000 Jahren die Pharaonen ihren Frauen und unmündigen Kindern
ſo ſtandesgemäß wie zärtlich befliſſen ausgeſchmückt haben. In Kairo
wird das Feſt des Hoſen, des Enkels des Propheten, gefeiert, bei dem
ſich in den mit Menſchen dicht geſüllten Straßen ein buntes Leben und
Treiben bis in die Nacht hinein entwickelt. Der Beſuch einer Bar gibt
dem Verfaſſer Gelegenheit, das in ihr herrſchende Getümmel und Muſik
und Tanz voll Feuer und Verlangen, die nicht von außen her als Form
und Regel wirken, ſondern ganz als Dynamik, ganz als Sinnlichkeit und
offenbares Geheimnis, zu ſchildern. Dann geht es heimwärts auf einem
italieniſchen Schiffe. Von Alexandrien wird in drei Tagen Syrakus
erreicht, und beim Wiederbetreten europäiſchen Bodens gibt der
Ver=
faſſer dem Urbehagen des Sichheimbefindens Ausdruck: Nicht noch
ein=
mal zurück jetzt in die Wüſte, und ſei ſie auch voll von allem Golde und
allen Herrlichkeiten und Wundern ihrer Bilder
Seite 4
Dienstag, den 21. Juni 1927
Frankreich, dem auch Belgien in dieſem Falle keine Hiülfsſtellung
gibt, ſich ebenfalls zu Zugeſtändniſſen bereitfindet. Gerade über
dieſe Fragen wird der Reichsaußenminiſter am Donnerstag vor
dem Reichstag ſprechen und dabei wohl auch eine Antwort auf
die letzte Rede Poincarés geben.
Das Reichskabinett billigt die Haltung der
deutſchen Delegation.
Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett nahm in feiner
heutigen unter dem Vorſitz des Reichskanzlers abgehaltenen
Sitzung den Bericht des Reichsaußenminiſters über die Tagung
des Völkerbundsrates und die in Genf geführten Verhandlungen
entgegen. Es ſprach der deutſchen Delegation den Dank für ihre
Bemühungen aus und ſtellte die Grundzüge feſt, nach denen die
eingebrachten Interpellationen über die Außenpolitik
beant=
wortet werden ſollen.
Zu den Genfer Verhandlungen der letzten Woche verlautet
halb=
amtlich: Gegenüber der Kritik an der deutſchen Beteiligung an der
Mandatskommiſſion wird darauf verwieſen, daß eine Mitarbeit
Deutſch=
lands in der Frage der Seuchen=Bekämpfung, in der Stellung von
Experten uſw. bisher ſchon erfolgt, daß erhebliche deutſche
Anſiedler=
intereſſen hier behandelt werden, daß die Rohſtoffverſorgung als
Welt=
problem auch in dieſem Zuſammenhang uns angehe, daß zum Beiſpiel
auch die Schweiz Mitglied iſt, die ſicher keine größere koloniale
Er=
fahrung und kein größeres koloniales Intereſſe mitbringt, und daß es
ſich bei der Einſetzung eines Poſtens in das Budget des Völkerbundes
für die Aufnahme eines deutſchen Mitglieds in die Kommiſſion überdies
um eine ſelbſtändige Anregung des Bundes handelte. Gegenüber
Be=
merkungen von einem „Danaergeſchenk” iſt feſtzuſtellen, daß ein Gegenſatz
zur Unabhängigkeitsbewegung der Eingeborenen aus der Mitarbeit in
der Mandatskommiſſion keineswegs entſtehe, da hier durchaus in
ſach=
licher Weiſe wirtſchaftliche und Wohlfahrtsfragen behandelt werden
können.
Schließlich ſei die Auffaſſung derjenigen Volksteile und Gebiete
deutſcher Zunge, für die Deutſchland in der vorigen und diesmaligen
Ratstagung einzutreten Gelegenheit hatte, entſcheidender als die Kritik
Außenſtehender. Das gilt für Oberſchleſien, für den Memelkonflikt wie
für die Behandlung der Fragen des Danzig=polniſchen Munitions=
Depots. Wie wären ſie gelaufen ohne die Beteiligung Deutſchlands am
Völkerbund und im Rat? Deutſchlands Mitwirkung in den großen
Fragen, die über Krieg und Frieden entſcheiden, iſt ſchließlich auch ein
Aktivum der Völkerbundsarbeit; die in Genf gewonnenen
Formulierun=
gen ſind nicht auf Deutſchland ſpeziell bezogen, aber die Hinderniſſe, die
im beſonderen deutſchen Anforderungen zurzeit im Wege ſtehen,
ent=
ſpringen nicht einer Parteikonſtellation der Mächte, ſondern viel eher
einer Ueberſchätzung der deutſchen Kräfte bei der einen oder anderen
von ihnen, die ans Krankhafte grenzt. Das Verhältnis zu den
Be=
ſatzungsmächten befindet ſich vorläufig in einer Kriſe; aber auch dieſe
Kriſe kann, wie jede Kriſe, zu einer Geſundung führen.
(röffnung der Oreimächte=
Seeabrüſtungskonferenz.
Das Kräfteverhältnis zwiſchen England,
Amerika und Japan.
* Genf, 20. Jum. (Priv.=Tel.)
Heute iſt die Konferenz der drei Seemächte England, Japan
und Vereinigte Staaten, die eine Herabſetzung der
Marinerüſtun=
gen und eine Erweiterung der Waſhingtoner Konvention zum
Gegenſtand hat, eröffnet worden. Die amerilaniſche Dellegation
ſteht unter der Leitung des Geſandten in Bern, Gibſon. Weiter
gehören der amerikaniſchen Delegation an: Admiral Hilary
Jones, Admiral Long und Admiral Shotfield, ferner als
Ver=
treter des Staatsdepartements Morgan. England iſt vertreten
durch Lord Nobert Cecil, den erſten Lord der Abmiralität, Brid=
Nummer 170
gema, die Vizeadmirale Field und Smith. Die Delegierten
„Zpans ſind der Admiral Satto, Gouverneur von Korea, und
Admiral Kajanſiſhi. Frankreich und Italien ſind auf der
Kon=
ferenz nur durch „Beobachſter” vertreten. Die Konferenz ſoll eine
Fortſetzung der Waſhingtoner Konferenz vom
November 1921 ſein. Damals wurde für die Vereinigten
Staaten, Großbritannien und Japan ein Tonnageverhältnis von
5:3:3 vereinbart.
Die jetzige Konferenz ſoll das Abkommen von 1921 auf die
bleineren Schiffstypen, Kreuzer, Torpedo= und U=Boote
erwei=
tern. Auf die Größkampfſchiffe ſoll nicht mehr eingegangen
wer=
den. Der amerikanifche Vorſchlag fordert ganz allgemein die
Anwendung der Wafhingtoner Schlachtſchiffquote von 5:3:3 auf
ſämtliche Schiffskategorien und Gleichberechtigung in allen
Ein=
heiten. Der engliſche Vorſchlag iſt ſolgender:
Verminde=
rung der Tonnage für kleine Kreuzer von 10 000 auf 6000
Ton=
nen, für Schlachtſchiffe von 35 000 auf 25 000, Herabſetzung der
Zahl der Unterſeeboote under Feſtſetzung einer Höchſtgrenze von
1000 Tonnen für reine Küſten=U=Boote. Ueber den japaniſchen
Vorſchlag liegen beſtimmte Einzelheiten noch nicht vor.
Frankreich und Italien haben die offizielle Beteiligung an
der Konferenz abgelehnt, wobei für dieſe Länder vor allem der
Wunſch maßgebend iſt, im U=Bootbau ungehindert zu bleiben.
Frankreich ſträubt ſich dagegen, daß die Kreuzer und U=Boote
im gleichen Verhältnis ſtehen ſollen, wie es auf der Waſhingtoner
Konferenz für die Linienſchiffe vereinbart wurde.
Großbritan=
nien ſcheint feſt entſchloſſen zu ſein, einer Vereinbarung über die
kleineren Schſiffstypen nur dann zuzuſtimmen, wenn auch
Itg=
lien und Frankreich dem Alomen beitveten. Der Konferenz
mißt man allgemein größte Bedeutung bei. Wenn ein neues:
Ablommen wirllich zuſtande kommt, was vorläufig allerdings
noch fraglich iſt, wird es ſeine Wirkung auf die allgemeinen
Wb=
rüſtungsarbeiten ſicher nicht verfehlen.
Familiennachrichten
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Rosa Auracher
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Heute vormittag entſchlief nach ſchwerem Teiden
im 48. Lebensjahre mein geliebter Mann, unſer treuer
Vater, Bruder und Schwager
Oberlandwirtſchaftsrat
Dr. Heinrich Mag
Vortragender Nat im Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft
Hauptmann d. L
In tiefer Trauer:
Emma Man, geb. Sachs
Heinrich Matz
Margot Man
Hedwig May
zugleich im Namen der
üb=
rigen Angehörigen
Darmſiadt, den 19. Juni 1927.
(10025
Wittmannſtraße 2.
Die Trauerfeier findet in Darmſiadt, Wittmannſtr. 2, am Mittwoch,
den 22. Juni, 2/.11 Uhr vormittags, die Beiſetzung in Erbach i. O. am
Mittwoch, den 22. Juni, um /.4 Uhr nachmittags vom Friedhofe aus
ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitiet man abzuſehen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Anteilnahme,
ſowie den zahlreichen Blumenſpenden und im
be=
ſonderen den troſtreichen Worten, des Herrn
Pfarr=
aſſiſtenten Saal bei dem plötzlichen Heimgange unſerer
lieben Mutter
Frau
Sophie Salomon Wwe.
ſagen wir allen auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
16398
Geschäffshaus
AEII Läe
Ludwigstraße 15 (1006t
Der Haus der Vertrauens-Qualitäten.
Ein Ladenregal zu
verkaufen (*16421
Mühlſtr. 7 (Laden
E 82.
Dame E 82 vom
10. 5. bitte nochmals
heute oder morgen
7 Uhr am ſelben
Platz.
(*16449
Pédieure=
Fußbehandlung
jeder Art, ſachgemäß
u. nach neueſten
An=
forderungen.
Auf Wunſch
Haus=
beſuch. (*16402
K. A. Gunz
Schloßgartenſtr. 7, II.,
b. d. Hochſchule.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme, ſowie für die
zahl=
reichen Blumenſpenden bei dem Heimgang meines lieben, leider ſo früh
aus dem Teben geſchiedenen Gatten
Wille Bickerle
ſage ich Allen auf dieſem Wege innigſien Dank Beſonderen Dank Herrn
Pfarrer Lautenſchläger für die troſtreichen Worte am Grabe, dem
Vor=
ſtand und der Geſangsabkeilung der Metzger=Innung, der Fleiſch=Einfuhr=
Geſellſchaft A=G. Hamburg, der Südd Gefrierfleiſch=Großhandels=A=G.
Mannheim, der Schüler=Vereinigung, dem Darmſtädter Bichcle=Club
1883, ſowie all denen, welche dem EEntſchlafenen das letzte Geleit gaben
In tiefer Trauer:
Aenny Bickerle
Darmſtadt, den 20. Juni 1927.
und Kinder.
Waldſtraße 11
Dankſagung.
Für alle Zeichen teilnehmender Liebe und
Verehrung für unſeren lieben Entſchlafenen,
den Diviſionspfarrer a. D.
Di. Dulet
danken wir herzlichſt
(10038
Babeite Friedrich, geb Büttel, Pfungſiadt
Bechtel, Forſirat, Jugenheim a. d. B.
Clara Lenhard, geb. Büttel,
Biebes=
heim a. Rh.
Büttel, Dr. med., Biebrich a. Rh.
gesunden
Schtat
und dumit, eine-Krst.
Atirung des ganzen
Ner-
venensteme erzielen Sie
vur durch den echten
„Baldravin”
Patentamtlich geschütrt
unter Nr. 342681. Er
Venthält zämtliche
Er=
traktivstoffe der
Bal-
drianwurzel in kräftigen
Südwein gelöst. Alle
RNschahmungen, die als E
Aebens gut ungeboten
werden, weise mon
ent=
wieden zurück.
Zuhaben in Apotheken
und Drogerien. bestimmt
„ der
Engel-Apotheke
Gentral-Drogerie
Med. Drogerie.
Fr. Beckenhaub.
Drog.
Rr
Witwer, anf. 40er, in
ſicher. Stellung ſucht
Mädchen od. Witwe,
mögl. ohne Kind,
ken=
nen zu lernen zwecks
ſpät. Heirat
Angeb. u. L. 156 an
die Geſchſt. (*16439
Ein junger Mann
von 36 Jahr., wünſcht
ſich zu verheiraten
mit einem Mädchen
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unter L 161 an die
Geſchäftsſt. (*16452
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in Apotheken, Drogerien,
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(16822
Sie unter Gaxantie in der
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Stickereigeschäft Karlsstr. 11,10
Heirat.
Geſchäftstocht., 25 J.,
mit tadelloſer Ver
gangenheit, ſchöne
Ausſtattung, ſuch
Lebensgefährten. —
Nur ernſtgem.
An=
träge, wenn möglich
mit Bild, n. L. 155
an die Geſchäftsſtelle
ds. Bl. erbet. (10049
Frl., 47 Jahre, ſell
häusl., heiteres
Gr=
müt, guter Leben=, wünſch=
Briefwechſel m. Herr
auch Witwer, zwee
Heirat. Anony—
zweckl. Angeb. um
L 152 Gſchſt. /*16427 1
V60r
[ ← ][ ][ → ]Nummer 170
Dienstag, den 21. Juni 1927.
Seite 5
Aus der Landeshauptſigdt.
Darmſiadt, 21. Juni.
— Ernannt wurde am 16. Juni der Dirigent Dr. phil. Stefan
Temesvary in Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 1. April 1927 an
zum Univerſitäts=Muſikdirektor an der Landesuniverſität Gießen.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 13. Juni der Lehrer an der
Volksſchule zu Biſchofsheim (Kreis Groß=Gerau) Guſtav Kraft auf
ſein Nachſuchen wegen geſchwächter Geſundheit vom 1. Juli 1927 ab.
Bühnenvolksbundes, die Zuſatzmiete Al haben, iſt die Aufführung
der „Ariadne auf Naxos” (zuſammen mit „Bürger als
Edel=
mann”) am Freitag, den 24. Juni, zugeteilt. Sie müſſen die für die
* Aufführung gültigen Eintrittskarten, die gegen Rückgabe der Mietkarten
unentgeltlich ausgegeben werden, bei der Firma Chr. Arnold bis
ſpäte=
ſtens Donnerstag, den 23. Juni, in Empfang nehmen. Diejenigen K=
Mieter, die Zuſatzmiete XII haben, und denen die Vorſtellung
(der „Verkauften Braut” am Sonntag, 26. Juni, zufällt, müſſen
fihre für dieſe Aufführung güültigen Karten bis ſpäteſtens Samstag, den
225. Juni, bei Arnold abholen.
Die heutige Aufführung von Verdis „Troubadour” wiche von
2Kapellmeiſter Joſef Schmid aus Berlin als Gaſt muſikaliſch geleitet.
Heinrich Hölzlin, der ſechs Jahre dem Landestheater im Fache
Edes erſten Baſſes angehörte, wird ſich, wie bereits angekündigt morgen
dabend als Figaro vom Darmſtädter Publikum verabſchieden. Der
Vor=
tverkauf zu dieſer Aufführung hat bereits begonnen.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters.
Seitung: Direktor Adalbert Steffter. Direktor Adalbert Steffter
geröffnet ſeine dritte Spielzeit am Samstag, den 25. Juni, abends 8 Uhr,
rmit der ſeit längerer Zeit nicht mehr hier gegebenen beliebten Operette
„Die Roſe von Stambul”. Für den „Achmed” wurde einer der beſten
Uyriſchen Tenöre Deutſchlands gewonnen: Erik Wirl. Als
bemer=
ſeuswerteſte muſikaliſche Veranſtaltung iſt im Rundfunkprogramm der
ſckommenden Woche die mit einem Gaſtſviel Erik Wirls verbundene Wie=
Gdergabe von Debuſſys „Pellegs und Meliſande” zu verzeichnen. Erik
EWirl iſt den Beſuchern des Frankfurter Opernhauſes als glänzender
Tenor in beſter Erinnerung geblieben. Zu ſeinen beſten Partien ge=
Wörte während ſeiner Zugehörigkeit zu dieſer Bühne der „Narr” in
„Schatzgräber” und die Partie des „Pellegs”, Später ging Wirl, der
ſſchon in Frankfurt als Operettentenor rieſig beliebt war, ganz zu der
Sperette über. Als Partner der Maſſary hat er in den letzten Jahren
Feine ſtärkſten Erfolge davongetragen. Es iſt nun Herrn Direktor
Steff=
ſnter gelungen, Erik Wirl unter großen finanziellen Opfern zu einem
mnehrmaligen Gaſtſpiel als „Achmed” in der „Roſe von Stambul” zu
gewinnen. Samstag, den 25. Juni, tritt Erik Wirl in der
Eröffungs=
wvvorſtellung auf. Die Preiſe mußten infolge des Gaſtſpiels etwas
er=
chöht werden. Die Abonnenten zahlen keine Erhöhung. Die Rolle der
Midilli” ſpielt Gretl Zadora, welche ſeinerzeit mit großem Erfolge im
FFrankfurter Ncuen Operettentheater in „Lene, Lotte, Lieſe” gaſtierte.
TDie Vorproben für die Eröffnungsvorſtellung haben bereits begonnen.
lelb Mittwoch findet an der Kaſſe des Kleinen Hauſes der Tagesverkauf
Itatt, ebenſo im Verkehrsbureau (Ernſt Ludwigs=Platz) Mittwoch, den
229. Juni, findet nachmittags 4 Uhr zu ganz kleinen Preiſen eine
Auf=
iführung des beliebten Kindermärchens „Hänſel und Gretel” ſtatt.
— Bühnenvolksbund. Für die letzten Vorſtellungen am Freitag
wder Sonntag im Großen Haus des Landestheaters, die außer Miete
uuuns zugeteilt ſind, haben unſere Mietkarten keine Gültigkeit. Sie
mnüiſſen vielmehr bei Chriſtian Arnold am Weißen Turm gegen Tages=
Tarten umgetauſcht werden. Die Kartenausgabe hat begonnen. Ohne
ſrolche Tageskarte findet niemand Einlaß. Am Donnerstag abend
ver=
manſtaltet Herr Mahenknecht eine Vorleſung von Gedichten im
Muſik=
wereinsſaal. Unſere Mitglieder erhalten hierzu Ermäßigung. Wir
rrmpfehlen, davon Gebrauch zu machen. Die Liſte für Neuanmeldungen
und Mieterneuerung liegt in der Geſchäftsſtelle auf. Niemand verſäume,
(auch zugleich eine Miete der Darmſtädter Spielſchar zu zeichnen, d. ſ.
wier Aufführungen in der Aula der Landesbauſchule für insgeſamt 2,50
UMart. Dieſe Miete kann auch von Nichtmitgliedern gezeichnet werden.
— Orpheum. Im Teatro dei Piccoli iſt der Applaus allabendlich
ginſtimmig und zwingt zur Wiederholung verſchiedener Nummern und
en Leiter Dr. Vittorio Podrecca, ſich mit ſeinen 23 Künſtlern mehrmals
lzu verneigen. Nichts hat das Publikum noch ſo überraſcht. Das
Pro=
aramm iſt außergewöhnlich; unmöglich kann mehr Feinheit, mehr
komi=
che Kraft in dieſem Wundertheater ſich vorfinden. Es beſteht eine volle
kebereinſtimmung zwiſchen der Inſzenierung, die in ſehr elegantem
Stil gehalten iſt, und der Muſik der Oper, welche ihr höheren Wert
werleiht. — Man wüinſcht nur, daß das Publikum in Darmſtadt das
Kunſtwerk, das Verdienſt und die ganze Wichtigkeit dieſes Schauſpiels,
ſoas in Rom gegründet, im Triumph alle Hauptſtädte Europas
durch=
gogen hat, mehr ſchätzen würde. Das entzückende Programm mit der
OOper „Der Barbier von Sevilla”, ſowie der Operette „Die Geiſha”
gselangt heute Dienstag letztmalig zur Aufführung. — Morgen Mittwoch
WBrogrammwechſel; Erſtaufführung u. a. „Ali Baba”, komiſch=
phanta=
ftiſche Oper in drei Bildern von Giovanni Potteſini; Bühneneinrichtung
von M. Montedoro. Es ſei nochmals beſonders darauf hingewieſen,
aß das Gaſtſpiel des Teatro dei Piccoli nur noch unwiderruflich bis
mnikluſive Sonntag, 26. Juni, währt. (S. Anz.)
— Städtiſche Akademie. Wir machen nochmals auf den am
Diens=
nag, den 21. Juni, abends 8 Uhr, im Saale der Städtiſchen Akademie
nüir Tonkunſt ſtattfindenden Vortrags= (Lieder=) Abend von
cinigen Schüilerinnen der Geſangsklaſſe von Prof. Carl Beines
aufmerk=
ſeam. Programme (20 Pfg.), zugleich als Eintrittskarte geltend, im
Sekretariat der Akademie (Eliſabethenſtraße 36).
— Orangeriegarten. Das für Sonntag, den 19. Juni, in Ausſicht
genommene japaniſche Kinderfeſt, fiel wegen der Ungunſt der
Wit=
nerung aus. Aus dem gleichen Grunde mußte auch die vorgeſehene
ſSartenbeleuchtung unterbleiben. Es iſt geplant, dieſe beiden
Veran=
braltungen bei günſtiger Witterung am Sonutag, den 26. Juni,
nachzu=
olen. Näheres in der demnächſt erſcheinenden Anzeige an dieſer Stelle. Adlerſtempel iſt dick, mit falſchen größeren Typen gedruckt. Rückſeite:
* Düfſeldorfer Uraufführung. Die Oper brachte als ſommerliche
euheit das Muſikdrama „Hypatia” von Roberedo Caetani in
der neuen Faſſung zur erfolgsſtarken Uraufführung. Ein etwas abſeits=
LHypatia”, die im Kampfe zwiſchen Chriſten=, Heiden= und Judentum
„rrieben wird (Alexandrien um 400 n. Chr.), findet hier ſeine zwar in Mitteilungen, die auf Wunſch vertraulich behandelt werden, nimmt für
4—radition (Wagner—Liſzt) befangene, aber noble und klangfreudige Groß=Berlin Kriminalkommiſſar v. Liebermann, Alte Leipziger Str. 16,
Wertonung. Der fürſtliche Komponiſt (Baſſiano iſt ſein Zivilname)
bat ein großes handwerkliches Können und Geſchmack. Neue Probleme
ſaellt er nicht, das liegt nicht in ſeiner Abſicht. Die reiche
Inſtrumentie=
wung könnte oft ſparſamer ſein. Spontane Dramatik tritt im übrigen
Miinter dem lyriſchen Charakter zurück. Das ſelbſt geſchaffene Textbuch
zSichnet ſich durch krappe Diktion aus. Die ſzeniſche Oekonomie leidet
mn Mittelteil etwas unter der Breite des „Myſteriums”, ſonſt aber
leann man dem Bühnenvorgang Geſchick nicht abſprechen. Es läßt ſich
twas daraus machen Und Spielleiter Dr. Fr. Schramm unterließ
uichts, das bewegte Spiel der Gruppen bildhaft und dramatiſch richtig
und wirkungsvoll anzuſetzen. Kapellmeiſter Hugo Balzer als
Inter=
nret der inſtrumental ergiebigen Partitur ſtand ihm auch hinſichtlich der
ſeſtgefaßten Chöre ſtützend zur Seite. Da ferner die Th.
Schlonski=
ſichen Bühnenbilder recht gut in ſzeniſcher Zweckmäßigkeit und formalem
(Geſchmack harmonierten, kam eine ſehr gute Aufführung zuſtande. Als
— Alldeutſcher Verband. Indem wir auf unſere Anzeige verweiſen,
rnachen wir darauf aufmerkſam, daß zu dem am Dienstag, 21. Juni,
abends 8 Uhr, im Weißen Saal bei Chriſt (Grafenſtraße 18)
ſtattfinden=
deen Lichtbildervortrag über „Kinderheim Schloß
Neu=
ſaorge”, die Schöpfung der deutſchfreundlichen Schwedin Elſa
Brand=
ſu röm, auch Freunde und Gäſte willkommen ſind. — Die nächſten
All=
drutſchen=Abende finden am 12. Juli (2. Dienstag), 16. Auguſt und 20.
SSeptember (3. Dienstag) um 6 Uhr bei Chriſt, möglichſt im Garten,
ſatt. Beſondere Einladungen ergehen nicht.
— Männerquartett „Eintracht”. Unter Leitung ihres Dirigenten
boerrn Kammermuſiker Adam errang das Männerquartett „Eintracht”=
2Oarmſtadt am Sonntag auf ihrem erſten Geſangswettſtreit in Bürſtadt
mnter ſechs erſtklaſſigen Vereinen in ihrer Klaſſe den dritten
Klaſ=
ſoenpreis nebſt einer Ehrenurkunde. Dieſer glänzende Erfolg
hos erſt ſeit kurzem beſtehenden Vereins berechtigt für die Zukunft zu
den ſchönſten Hoffnungen.
*Zum 75. Geburtstag Exz. von Ewalds
hat Abg. Dingeldey folgendes Schreiben an den
Staats=
miniſter a. D. Dr. von Ewald gerichtet:
Hochverehrte Exzellenz!
Zu Ihrem 75. Geburtstage ſtellt ſich auch die durch mich
ver=
tretene Deutſche Volkspartei des Landes Heſſen mit warmen,
aufrichtigen Glückhwvünſchen ein. In unſeren Reihen iſt die
Er=
innerung an das, was Ew. Exzellenz in einem langen, durch
— Heſſiſches Landestheater. Den Mietern der Miete K des Arbeit und Ehre geſegneten Leben für das Heſſenland geleiſtet
haben, ſtets lebendig geblieben. Wir erblicken in Ew. Exzellenz
einen Beamten, dem das ihm anvertraute Wohl eines Landes
oberſtes Geſetz ſeines Handelns war; einen Menſchen, der durch
Güte und Gerechtigkeit und durch die unbeſtechliche Vornehmheit
des Charakters ſich die größte Verehrung in allen politiſchen
Kreiſen des Landes erwarb; endlich, und nicht zuletzt, einen
Richter, der in weiſer Menſchenkenntnis und in geiſtvoller
Be=
herrſchung der wiſſenſchaftlichen Vorausſetzungen ſein Amt
ge=
führt hat.
Darf ich auch perſönlich Ew. Exzellenz meine aufrichtigen
Segenswünſche ausſprechen. Mir iſt es eine der liebſten und
wertvollſten Erinnerungen an den Beginn meiner Tätigkeit als
Führer der Deutſchen Volkspartei in Heſſen, daß ich in jenen
erſten Monaten nach dem Umſturz mich auch auf die
vertrauens=
volle Geſinnung eines ſo bewährten Führers der Geſchicke
unſe=
res Landes ſtützen durfte.
Wir wünſchen Ew. Exzellenz an der Seite Ihrer von allen,
die ſie kennen, beſonders verehrten Frau Gemahlin einen
geſeg=
neten Lebensabend.
Mit der Verſicherung aufrichtigſter Hochachtung und
freund=
licher Begrüßung bin ich Ew. Exzellenz ſtets ergebener
Dingeldey.
— Oberlandwirtſchaftsrat Dr. May †. Der landwirtſchaftlich=
tech=
niſche Referent im Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft, Herr
Ober=
landwirtſchaftsrat Dr. Heinrich May, iſt am Sonntag, 19. Mai,
vormittags, ſeinem ſchweren Leiden im Alter von 47 Jahren erlegen.
Seine ausgezeichneten niſſenſchaftlichen Kenntniſſe auf ſeinem
Spezial=
gebiet, ſowie ſeine praktiſchen Erfahrungen während ſeiner Betätigung
in den verſchiedenſten ſtaatlichen Dienſtſtellen waren Veranlaſſung, ihn
im Mai 1924 zum landwirtſchaftlich=techniſchen Referenten in das
Mini=
ſterium für Arbeit und Wirtſchaftt zu berufen, an welcher Dienſtſtelle er
bis zu ſeinem Ableben tätig war. Die Beiſetzung erfolgt am Mittwoch,
den 22. Juni, nachmittags 3.45 Uhr, auf dem Friedhof zu Erbach i. Odw.
— Volkshochſchule. Am Mittwoch den 22. Juni, abends 8 Uhr,
wird Herr Studienrat Jakob im Feſtſaal des Realgymnaſiums in
einem Lichtbildervortrag: „Wimpfen, die
Hohenſtau=
fenſtadt” die Entwicklung der ehemaligen freien Reichsſtadt
behan=
deln. Eintritt für Mitglieder 30 Pfg., Nichtmitglieder 50 Pfg. Karten
in der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule und am Saaleingang.
* In einem Schaufenſter von Saengs Buchhandlung, iſt die
Ur=
kunde ausgeſtellt, laut welcher der hieſige Zweig des Deutſchen
Sprach=
vereins ſeinem früheren Obmanne Profeſſor D. Dr. Berger, die
Würde eines Ehrenmitgliedes zuerkennt. Das von
Miniſterialbau=
zeichner Strobel in Rudolf Kochs Buchſtaben beſchriftete Blatt
ge=
währt einen erfreuenden Anblick.
Wohlfahrtsbriefmarken. Die poſtaliſch= Gültigkeit der im
Dezem=
ber vor Js. herausgegebenen und jetzt noch im Umlauf befindlichen
Wohlfahrtsbriefmarken erliſcht am 30. Juni d. Js. Um ſich vor
Schaden zu bewahren, wird allen Intereſſenten, die noch im Beſitz von
Marken ſind, empfohlen, dieſe reſtlos bis Ende d. Mts. zur Frankatur
zu verwenden. Eine Verlängerung dieſes Termins iſt ausgeſchloſſen.
Aenderungen in der Invalidenverſicherung. Durch Reichsgeſetz
vom 8. April d. Js. ſind die Beiträge ſir die Invalidenverſicherung
vom 27. Juni d. Js. erhöht worden, und zwar in der 1. Klaſſe von
25 Pfg. auf 30 Pfg., in der 2. Klaſſe von 50 auf 60 Pfg., in der 3. Klaſſe
von 70 auf 90 Pfg., in der 4. Klaſſe von 100 auf 120 Pfg., in der
5. Klaſſe von 120 auf 150 Pfg., und in der 6. Klaſſe von 140 auf
180 Pfg. Die erhöhten Beiträge müſſen auch für Zeiten vor dem
27. Juni d. Js. verwendet werden, wenn nach dem 31. Juli d. Js. noch
Beiträge für Zeiten vor dem 27. Juni d. Js. rückſtändig ſein ſollten.
An alle Beitragspflichtigen, insbeſondere an die Arbeitgeber, ergeht
da=
her die dringende Mahnung, etwaige Rüchſtände ſofort zu beſeitigen
und die fälligen Invalidenmarken rechtzeitig und in zureichender Höhe
zu verwenden. Vom 1. Auguſt d. Js. ab werden Marken in den heute
noch güiltigen Werten nicht mehr verkauft und dürfen auch nicht mehr
verwendet werden.
Falſche Reichsbanknoten über 100 Reichsmark. Von den in
Um=
lauf befindlichen Reichsbanknoten über 100 Reichsmark mit dem Datum
des 11. Oktober 1924 iſt neuerdings eine Fälſchung feſtgeſtellt worden,
die an den nachſtehend aufgeführten hauptſächlichſten Merkmalen zu
er=
kennen iſt: Papier; Lappig, dünner, weicher Griff.
Pflanzen=
faſern: Durch hellrote und hellgrüne, in das Papier eingearbeitete
Faſern nachgeahmt. Waſſerzeichen: Auf der Vorderſeite durch
Aufdruck in hellgueiner Farbe vorgetäuſcht. In der Durchſicht unklar,
kaum lesbar, Gemuſterte Blindprägung: In der Zeichnung
der echten ähnlich, jedoch ſchwächer geprägt. Im Kontrollſtempel fehlt
über der kleinen Verzierung in der Mitte der Punkt. Vorderſeite:
Verſchwommener Geſamteindruck. Im Frauenbildnis fehlen die feinen
Schattenlagen. Der Schleier der Haube hebt ſich nur wenig vom
Hinter=
grunde ab. Die Haube endet rechts (vom Beſchauer aus geſehen) auf
der Wange in einem abgerundeten, anſtatt echigen Teile. Der darunter
befindliche Einſchnitt im Schleier iſt abgerundet anſtatt ſpitzwinklig. Der
Im Geſamteindruck tonig wirkend. Der Strafdruck iſt gequetſcht und
unſauber wiedergegeben. Kontrollnummer: Mit ungleichen
falſchen Typen eingefügt. Vor Annahme dieſer Fälſchung wird gewarnt.
bregender Stoff von der ſchönen, dem antiken Religionskult ergebenen Für die Aufdeckung der Falſchnünzerwerkſtatt und dahin führende
An=
gaben hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 RM. ausgeſetzt.
Anruf Merkur 3789 entgegen; für alle anderen Orte ſind die örtlichen Brandſtröm. Deutſche Verlagsgeſellſchaft für Politik und Geſchichte
Polizeibehörden zuſtändig.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunfer erſchelnenden Notlzen ſind antſchlieſlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachtn, angebotenen Wohnungen vielfach nicht in der Weiſe bezogen wurden,
in keinem Falle irgendwie al” Beſprechung oder Kritk.
— Bund Königin Luiſe. Verſammlung mit Lichtbildervor= ſagen erſt verſpätet, nach Beginn der Tagung, einliefen und ſomit 41
trag von Herrn Hauptmann a. D. Moſer Mittwoch, den 22. Juni, 8 Uhr Quartiere unboſetzt bleiben mußten, und andererſeits, daß die Damen
abends, bei Sitte (Karlſtraße). Zahlreiches und künktliches Erſcheinen
iſt Pflicht. Gäſte willkommen.
gruppe des Alldeutſchen Verbandes veranſtaltet heute Dienstag, den willigkeit zur Verfügung geſtellt wurden.
21. Juni, abends 8 Uhr, im Weißen Saale bei Chriſt (Grafenſtraße 18)
einen Lichtbildervortrag über „Kinderheim Schloß Neuſorge”. Unſere
Mitglieder ſind zu dieſem Vortrag bei freiem Eintritt eingeladen.
Kunſfnotizen.
Ueber Werſe, Künſſler oder künffleriſche Veranftaltungen, deren im Nachſtehenden drwchnung
geſchleht, behält ſich die Redaltion ihr Urſell vor
— Palaſt=Lichtſpiele: „Mitgiftjäger” nach dem
Roman „Die Geſchichte eines jungen Mannes ohne Geld‟. Die
In=
trigen einer Geſellſchafterin bilden den Inhalt dieſes Films, deſſen
her=
vorragende Regie, ſowie die glänzende Darſtellung und die herrlichſten
Naturaufnahmen einen außsrgewöhnlichen Erfolg verbürgt. Maly
Delſchaft. Elizze la Porta, Suzi Vernon, Wladimir Gaidarow und
Albert Steinrück, die die Hauptrollen ſpielen, geſtalten das Werk zu
einer inhaltsreichen erſtklaſſigen Darbietung. — Der zweite Schlager:
„Fräulein Joſſete, meine Frau”, die Geſchichte eines
Ehever=
trags, mit Agnes Eſterhazy und Livio Pavanelli, eine heitere Epiſode,
reiht ſich dem Hauptſtück in würdiger Weiſe an.
2T. ordentlicher Bundestag des Bundes
Oeutſcher Reichszollbeamten in Köln.
Der Bund Deutſcher Reichszollbeamten E.V. Berlin, der etwa vier
Rünftel der deutſchen Zollbeamtenſchaft organiſiert, hielt in den Tagen
vom 10—12. Juni ſeinen N. ordentlichen Bundestag in Köln ab. Zu
der Vollverſammlung am Eröffnungstage waren Vertreter des
Mini=
ſteriums und der Reichsfinanzbehörden, ſowie einige Abgeordnete
an=
weſend. Aus dem Jahresbericht des erſten Bundesvorſitzenden ergab
ſich vor allen Dingen, daß die Zollbeamtenſchaft ſeit 1920 unverdient
unter der übrigen Beamtenſchaft zurückgeſetzt ſei. Er ſtellte beſonders
heraus, daß die Grenzablöſungsfrage eine Schickſalsfrage der
Reichszoll=
verwaltung ſei, weil es ſich mit den Belangen der Verwaltung nicht
vertrage, daß die ſpäter im inneren Dienſt zur Vollſtreckung der Zoll=
und Verbrauchsſteuergeſetze berufenen Grenzbeamten ſieben und mehr
Jahre an der Grenze zubringen und dort körperlich und geiſtig
verküm=
mern. Geſagt werden müſſe auch, daß die Zollbeamten im Innendienſt
vollkommen unterbewertet ſeien, weil die Art ihrer Dienſtverrichtung
eine erheblich beſſere Eingruppierung in die Beſoldungsordnung den
Kollegen anderer Verwaltungen gegenüber verlange. Die
Zollverwal=
tung allein habe es weiter fertig gebracht, mehr als 600 Sekretäre aller
Art, die in anderen Verwaltungen des Reiches und der Länder ſowie
der Kommunen ſeit Jahren nach Gruppe 8 eingeſtuft ſeien, noch heute
in Gruppe 7 zu halten. Die Reichszollverwaltung ſei überhaupt als
Sparverwaltung aus Tradition bekannt, zum Schaden ihrer
Beamten=
ſchaft.
Der Vertreter des Reichsfinanzminiſteriums, Herr Miniſterialrat
Bierſtedt, erklärte, daß das Reichsfinanzminiſterium ſich lünftig der
Bo=
lange der Zollbeamtenſchaft warmen Herzens annehmen würde. Ebenſo
verſicherte der Chefpräſident des Landesfinanzamts Köln, Herr
Mini=
ſterialdirektov Dr. von Brandt, daß er für die Zollbeamten tun werde,
was in ſeinen Kräften ſtehe
Im übrigen war der Bundestag ausgefüllt mit Ausſchußſitzungen,
die reiches Material, das von der Zollbeamtenſchaft
zuſammengetra=
gen war, zu verarbeiten hatten.
Den Abſchluß des Bundestages bildete eine öffentliche Kundgebung
am Sonntag vormittag, bei der der Schriftleiter Dr. Vogt (Berlin)
über das Thema „Der Zollbeamte in der Wirtſchaft” und der
Univerſi=
tätsprofeſſor Dr. Friedrich Hoffmann (Münſter) über das Thema „Der
Wandel in Handels= und Zollpolitik” ſprachen. Aus den Ausführungen
Dr. Vogts konnte man beſonders auch den Eindruck gewinnen, daß der
Zollbeamtenſchaft in der neueren Zollpolitik, die auf weitere
Speziali=
ſierung der Zolltarife hinauslaufe, noch eine große Aufgabe
zugewie=
ſen ſei. Damit war die machtvolle Kundgebung, der zahlreiche
Behör=
vertreter, Reichstagsabgeordnete, Angehörige der Preſſe und Wirtſchaft
beiwohnten, geſchloſſen. — Als Tagungsort für 1928 wurde
Darm=
ſtadt gewählt.
Kinderheim Schloß Neuforge — Elfa Brandſtröm.
Man ſchreibt uns: Hinter die großen Erfolge und Siege an den
Rieſenfronten des Weltkrieges traten die nicht mindergroßen Taten in
der Heimat weit zurück, niemand ſprach davon, nur wonige hörten
davon und das Gehörtg verrauſchte in dem Lärm der Schlachten nur
zu ſchnell. Noch weit weniger, als von den Taten der Heimat hörte
man natürlich von den Geſchehniſſen außerhalb der deutſchen Grenzen,
wenn ſie auch für Deutſchland und ſeine Soldaten wirkten. So iſt auch
von der Arbeit Schweſter Elſa Brandſtröms für die deutſchen
Ge=
fangenen in Rußland und Sibirien nur wenig bekannt. Sie iſt eine der
erſten geweſen, die in Rußland die Gefangenenlager beſuchte und die
Not dort zu lindern verſuchte. Als Neutrale, Tochter des kgl,
ſchwedi=
ſchen Geſandten am St. Petersburger Hof, erlangte ſie, nicht immer
ohne die größten Schwierigkeiten und Gefahren, Zutritt zu den Lagern
und verteilte die Sendungen an Kleidern und Geld; Krankenſtuben
richtete ſie ein und verſah ſie mit Medikamenten, Büchereien, und viele
andere ſegensreiche Einrichtungen rief ſie ins Leben. Jahrelang hat ſie
ſo nach Kräften für das körperliche und geiſtige Wohl der Gefangenen
gewirkt. Nach der Einſtellung des Waffenganges hat ſie dann ebenſo
unermidlich für die Rückbeförderung der Gefangenen in die Heimat
gearbeitet. Ihre Schutzbefohlenen, die Plennies (— Gefangenen) haben
ihr den Ehrennamen „unſer Sibirienengel” gegeben, und zahlreich ſind
die Anerkennungen und Auszeichnungen, die ſie für ihr Wirken erhielt.
Aber mit der Heimebförderung der Gefangenen war ihre Aufgabe
für ſie noch nicht erfüllt; manchem Gefangenen hatte ſie, um ihm ſein
Los oder gar das Sterben zu erleichtern, verſprochen, ſich um ſeine
An=
gehörigen daheim zu kümmern und für ſie zu ſorgen; auch den vielon,
die krank an Körper und Seele oder als Krüppel zurückamen, wollte
ſie helfen, und faßte den Plan, ein Arbeitsſanatorium und ein
Kinder=
heim zu ſchaffen. Durch Vorträge in Schweden und in Amerika und
durch den Vertrieb eines Buches über ihre Erlebniſſe?) erlangte ſie
den Grundſtock zu einem Vermögen, das ihr die Verwirklichung ihrer
Pläne ermöglichten ſollte. So beſteht heute in Marienborn bei Kamenz
ein Erholungsheim, das alljährlich einer bedeutenden Zahl ehemaliger
Gefangener aus allen Gauen Deutſchlands und Oeſterreichs die oft ſo
nötige Erquickung gewährt. Geradetu vorbildlich und für die Kleinen
ideal iſt jedoch das Kinderheim Schloß Neuſorge bei Mittweida in
Sachſen.
Das alte Schloß beherbergt etwa achtzig Stammkinder, Waiſen
oder Halbwaiſen ehemals Gefangener dazu eine wechſelnde Zahl vom
Erholungskindern, die auf zwei bis drei Monats dort ein liebevolles
Heim finden. Bis zu dreihundert Kinder waren zeitweiſe dort und
haben Freude und Lebensluſt mit nach Hauſe gebracht. Mit
unend=
licher Liebe werden die Kleinen dort umſorgt, jede Regung der kleinen
Menſchenſeele wird erlauſcht und beachtet und nach Möglichkeit zur
Entwicklung gebracht, oder Falſches, vom Kind unrichtig verſtandenes
in rechte Bahnen gelenkt. Nicht durch äußere und innere
Uniformie=
rung oder durch Gleichmacherei wird ein Typ herauserzogen, ſondern
durch Belaſſung möglichſtor Freiheit, durch ganz leiſes Lenken, vor allem
aber durch Vorleben, durch das Beiſpiel werden dort Menſchen
er=
zogen, die mit Kraft und Mut in das Leben hinaustreten werden. So
wie früher die Väter ſchon, bringen heute die Kinder ihrer Schweſter
Elſa, die ihnen dieſes Heim durch die Arbeit und Wivkung ihrer
außer=
ordentlich ſtarken Perſönlichkeit geſchaffen hat und durch unermüdliche
Tätigkeit weiter erhält, herzlichſten Dank, Liebe und Verehrung ent=
Stud. jur. E. Steinicke.
gegen.
*) „Unter Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirion” von Elſa
m. b. H., Berlin.
— Verein Freundinnen junger Mädchen. Dem Vorſtand wird
erſt=
allmählich bekannt, daß bei der Jubiläumstagung des Vereins die ihm
wie ſie von ihm mit unſäglicher Mühe eingeteilt worden waren. Die
Urſache lag einerſeits darin, daß durch die Pfingſtfeiertage viele
Ab=
untereinander tauſchten und ander Wohnungen bezogen, als die ihnen
zugedachten. Da entſtanden manche Enttäuſchungen, die der Vorſtand
—Reichsbund der Kinderreichen. Die hieſige Orts= herzlich bedauert, um ſo mehr, als die Quartiere mit ſolcher Bereit=
Tageskalender für Dienstag, den 21. Juni 1927.
Vandestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: „Troubadour”. — Kle ines Haus: Geſchloſſen. —
Or=
pheum, abends 8 Uhr: Gaſtſpiel des Teatro dei Piccoli. —
Konzerte: Schloß=Café; Hotel=Reſtaurant Schmitz, Herrngarten=
Café; Café=Reſtaurant Waldesruhe. — Tanz: Hotel Hufnagel,
Seeheim. — Konkordiaſaal, Waldſtr. 33, abends 8½ Uhr,
Lichtbildervortrag: „28 Jahre in Süd=Afrika unter Wilden und
Ge=
bildeten” von Afrikamiſſionar P. Marcellinus Bruno, R. M. M.
Alldeutſch. Verband, abends 8 Uhr, bei Chriſt (Weißer
Saal) Grafenſtr., Lichtbildervortrag: „Kinderheim Schloß Neuſorge‟.
Städt. Akademie für Tonkunſt Eliſabethenſtr. 36,
abends 8 Uhr: Vortrags=Liederabend. — Union=Theater,
abends 11 Uhr, Nachtvorſtellung: „Menſchwerdung”. —
Kinovor=
ſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Theater=Varieté=Saal Perkeo, abends 8 Uhr: Heitere
Burlesken. — Zwei Ausſtellungen: Alte Kunſt am
Mittel=
rhein im Landesmuſeum. Neue Kunſt, Mathildenhöhe, täglich von 10
bis 19 Uhr.
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Das Eeinste für echte Elammeris und echte rote Grütze! Dal
te Zic 2
als lose?
Seite 6
Dienstag, den 21. Juni 1927
Nummer 170
Tagung der ſüddeutſchen Hochſchulgruppen
der O. V. P. in Heidelberg.
34 Vertreter von zwölf ſüd= und ſüdweſtdeutſchen Hochſchulgruppen
wave in Heidelberg zuſammengekommen, um Richtlinien
für ihre Organiſation im Süden des Reiches aufzuſtellen, zu
den akuten Fragen der Hochſchulpolitik Stellung zu nehmen und
akade=
miſche Berufs= und Fachfragen zu beſprechen. Das beſondere an dieſer
Tagung junger Akademiker war, daß hier verſucht wurde, einmal
jen=
ſeits aller Tagespolitik Stellung zu nehmen zu den weſentlichen Fragen
des deutſchen Studententums, die letzten Endes allein mit Hilfe der
ſtaatsbildenden Faktoren, den Parteien, zur praktiſchen Löſung gebracht
werden können. So wird nicht Hochſchulpolitik im luſtleeren Raum
betrieben, ſondern mit der Ausſicht auf tatſächliche Verwirklichung des
als richtig Erkannten.
An dem Begrüßungsabend fand Herr Rechtsanwalt
Steinel für den Landesverband Baden und Herr Prof. Horn für den
Ortsverein Heidelberg herzliche Worde des Willkommens; von den
ge=
ſchäftsführenden Parteiinſtanzen war für den Landesverband Baden
Herr Generalſekretär Wolf und für den Landesverband Heſſen=
Darm=
ſtadt Herr Generalſekretär Welkow erſchienen. Für die Gäſte dankte
der Leiter der Tagung, Herr Dr. Göpel=Berlin, und ein Vertreter
der ſüdweſtdeutſchen Hochſchulgruppen.
Die Beratungen des erſten Verhandlungstages ſtanden unter dem
Thema der Organiſation der Hochſchulgruppen. Kand. ver. vol.
Koer=
fer= Freiburg gab in ſeinem Referat wertvolle Anvegungen für eine
Intenſivierung der Werbearbeit. Kand. rer. dee Nonn=Frankfurt
ſprach über die innere Gruppenarbeit. Referendar Böhmann=
Heidel=
berg gab eine Darſtellung über den organifatoriſchen Aufbau der
Hoch=
ſchulgruppen. — Die am Nachmittag durchgeführte Ausſprache ergab
wertvolle Ergänzungen aus den Erfahrungen der einzelnen Gruppen
und vermittelte eine gute Ausſicht auf weiteren Erfolg der Bewegung
im Süden des Reiches. Am Abend fand eine Feier auf dem
König=
ſtuhl ſtatt.
Der zweite Verhandlungstag galt den Fragen der Hochſchulpolitik.
Dr. Göpel=Berlin ſkizzierte die Entwicklung der hochſchulpolitiſchen
Lage ſeit der Freiberger Tagung der Bewegung, die beſonders durch
den Austritt mehrerer örtlicher H.d.A. aus dem Deutſchen
Hochſchul=
ring und durch eine neuerliche Verſtändigung zwiſchen preußiſchem
Kul=
tusminiſterium und den preußiſchen Einzelſtudentenſchaften
gekennzeich=
net iſt. Obwohl zweifellos ſtarke Kräfte am Werk ſind, die eine
fried=
liche Beilegung des Verfaſſungskonfliktes zugunſten einer völkiſchen
Nadikaliſierung der Studentenſchaften verhindern wollen, beſteht dennoch
durchaus begwindete Hoffnung, daß die vernünftige Mehrheit der
Stu=
dentenſchaft ſich gegen den Radikalismus einzelner Führer behauptet und
daß damit der DSt. der Weg frei gemacht wird zu den großen
ſach=
lichen Aufgaben, die ihre Mitarbeit auf dem Gebiet des geſamten
deut=
ſchen Hochſchulweſens fordern. Es iſt keine Rede davon, daß die
volks=
parteiliche Hochſchulbewegung mit ihrer hochſchulpolitiſchen Haltung ſich
die Ideen der Linksparteien zu eigen gemacht hat; ihre Stellung iſt
viel=
mehr nach wie vor im Lager der bewußt nationalen Mehrheit der
Deut=
ſchen Studentenſchaft. Sie muß aber auf alle Fälle verhindern, daß
in dieſer Mehrheit Kräfte die Führerſchaft gewinnen, deren radikale
Ein=
ſeitigkeit gefährliche deſtruktive Elemente in ſich birgt. Die anſchließende
Ausſprache ergab volle Einmütigkeit über die hochſchulpolitiſche
Ein=
ſtellung und legte Zeugnis ab von der vollen Sicherheit des endlichen
Erfolges.
Der letzte Tag begann mit einer Beſichtigung des Schloſſes unter
Führung des bekannten Kunſthiſtorikers Geheimrat Luckenbach=
Heidelberg. Den Inhalt der Beſprechungen dieſes Tages bildeten
Stu=
diums= und Berufsfragen. Kand. rer el. Peiß=Darmſtadt forderte in
ſeinem Referat über das Studium an Techniſchen Hochſchulen vor allem
eine Angleichung der Studienpläne in den einzelnen Hochſchulländern
und eine Aenderung des jetzigen unhaltbaren Zuſtandes, daß die
Ver=
ſchiedenartigkeiten der Prüfungsordnungen eine Freizügigkeit praktiſch
völlig unmöglich machen. Es müſſe baldigſt eine Regelung unter den
Hochſchulländern dahingehend getroffen werden, daß für die Prüfungen
an allen Orten die gleichen Bedingungen zu gelten hätten. — Ueber das
Studium der Wirtſchaftswiſſenſchaften ſprach Herr Kand. rer. vec.
Gör=
litz= Frankfurt. Er ſchilderte eingehend die Entwicklung der
Wirt=
ſchaftswiſſenſchaften in Deutſchland und kam zu dem Schluß, daß der
Bedeutung dieſer verhältnismäßig jungen Wiſſenſchaft durch eine dem
Verhältnis ihrer Wichtigkeit entſprechenden Vermehrung der Lehrſtühle
Rechnung getragen werden müſſe. Nötig ſei ferner eine ſtarke
Berück=
ſichtigung auslandskundlicher und außenpolitiſcher Studien bei der
Ein=
richtung von Lehrſtühlen. Als Ergebnis der Ausſprache wurden zwei
Entſchließungen gefaßt, die als Material den zuſtändigen Parteiſtellen
unterbreitet werden ſollen. Die Parteileitung ſoll grundſätzlich gebeten
werden, für die Verfolgung berufsſtändiſcher Fragen der Akademiker
beſondere Mittel zur Verfügung zu ſtellen.
Als letzter Punkt der Tagung referierte Dr. Göpel über den
Eintritt der volksparteilichen Hochſchulbewegung in die Zentralſtelle für
ſtudentiſche Völkerbundsarbeit, die deutſche Sektion des ſtudentiſchen
Weltverbandes für Völkerbund, die zuſammen mit der deutſchnationalen
Studentenſchaft kürzlich erfolgt iſt. In der Ausſprache wurde lebhaft
bedauert, daß die 1925 geſchaffene Gefallenengedenkſtiftung der D. St.
noch immer nicht ihrer Zweckbeſtimmung zugeführt worden ſei. Eine
Entſchließung bittet Kultusminiſterium und Vorſtand der D. St., dieſes
wichtige Hilfsmittel für deutſche Studenten, ihren Bildungskreis im
Auslande zu erweitern, endlich zu erſchließen.
Die ohne Mitwirkung prominenter Politiker, nur durch den
Tat=
willen der volksparteilichen Jungakademiker dunchgeführte Tagung kann
als ein ſchlagender Beweis dafür betrachtet werden, daß es möglich iſt,
in Anlehnung an eine Partei ſachliche und für die geſamte
Studenten=
ſchaft fruchtbare hochſchulpolitiſche Arbeit zu leiſten.
Da der m Heidelberg gefaßte Beſchluß betr. Freizügigkeit uſw. die
Darmſtädter Studierenden beſonders intereſſieren dürſte, fügen wir
den=
ſelben im Wortlaut an:
Die ſüddeutſchen Hochſchulgruppen der D.V.P. fordern:
1. eine Angleichung der Studienpläne an ſämtlichen deutſchen
Tech=
niſchen Hochſchulen;
2. eine Aenderung der Prüfungsordnungen in den einzelnen
Hoch=
ſchulländern, um die unbedingt nötige Freizügigkeit zu erveichen.
MinPPieEn
sagt von
TAK
Dieser gefeierte Tänzer äußert sich folgendermaßen: „Eine Frau ist
niemals vollkommen hubsch, wenn sie Härchen und Haarflaum aut
dem Gesicht, dem Nacken, den Armen oder Beinen hat. lch verstehe,
daß eine Dame Bedenken hat, sich des unbequemen Rasiermessers zu
bedienen, welches Pickel verursacht und die Härchen schnell und
hart wieder hervortreibt! Die üblichen Enthaarungsmittel sind
kom-
pliziert in der Anwendung und riechen schlecht.
(TV 288
Aber seit der Entdeckung des TAKF kann jede elegante Dame, die
auf ihre Erscheinung Wert legt, wo sie sich immer befindet, sich von
überklüssigen Härchen befreien; diese parfumierte Creme kommt
ge-
brauchsfertig aus der Tube, reizt die Haut nicht, und ich habe
wiederholt festgestellt daß sie nur sehr langsam nachwachsen und
viel feiner, Ich selbst „takysiere”” mich und bin davon entzückt‟.
TAKT ist erhältlich in allen einschlägigen Geschäften zum Preise
von Mk. 2.50 pro Tube. — Generalvertretung für Deutschland:
A. BORNSTEIN & CO., Berlin-W62, Kalckreuthstraße Nr. 4,
Telephon: Nollendorf 6666/67, Danzig, Böttchergasse 2327, II.
Nur Tuben mit dem Aufdruck „A. BORNSTEIN & CO.”
ent-
halten deutsche Gebrauchsanweisungen, auch wird nur für diese garant.
Niederlage für Frankfurt am Main und Umgebung:
Karl Meyer, Frankkurk am Main, Oederweg 120
Fernsprecher Hansa 2785
Aus Heſſen.
TII. Heſſiſcher Landgemeindetag.
WSN. Bad=Nauheim, 20. Juni. Am Samstag tagte im hieſigen
Sprudelhotel die 7. Vertreterverſammlung des Heſſiſchen Landgemeinde= fehlen hier Wieſe und Wald — aber mit ſeinen wogenden Saatfeldern.
=Alzen.
(Zur Feier ſeines 650jährigen Stadtiubiläums.)
Quer durch das rheinheſſiſche Land trägt mich das Dampfroß. Wohl:
tages, die aus allen drei heſſiſchen Provinzen zahlreichen Beſuch auf= dem rotblühenden Klee und den ſtattlichen Weinbergen entbehrt dieſes;
wvies. Büirgermeiſter Alexander=Gonſenheim, der Vorſitzende des Land= geſegnete Stückchen Erde nicht eigenartigen Reizes.
Da taucht ſchon Alzey vor meinen Blicken auf. Im Scheine der
gemeindetages, konnte als Gäſte u. a. Miniſterialrat Weber vom
heſ=
ſiſchen Innenminiſterium und Finamzrat Meiſinger vom heſſiſchen
Finanzminiſterium, ferner als Vertveter des Heſſiſchen Städtetages
Bürgermeiſter Dr. Seyd=Friedberg und als Vertreter der Stadt
Nau=
heim Bürgermeiſter Dr. Ahl begrüßen. Nach dem geſchäftlichen Teil,
der ſchnell erledigt war, machte Dr. h. e. Damaſchke, der bekannte
Bodenreformer, längere Ausführungen zu dem Thema „Landgemeinde
Abendſonne liegt ſie vor mir, die alte Volkerſtadt, überragt von dem:
Wartberg mit ſeinem merkwürdigen Wartturm.
Friedlich ſteigt der Rauch der Abendfeuer über die alten Ziegel=. Und wie, um nicht nur den kommenden Sonntag, ſondern auchn
den ſeit faſt einem Menſchenalter der Heimat Fernen zu ſeiner
Rückkehr=
zu gyißen, hebt das wundervolle Geläute der halbtauſendjährigen Stadt==
und Bodenreform‟. Nachdem der Redner der hiſtoriſchen Entwicklung 1 birche an, die mit ihrem hochragenden Turm die ganze Stadt beherrſcht.
der Bodenreformbewegung nachgegangen war, ſchilderte er die Auf= Mit Staunen gewahre ich den ſchönen Aufbau der Stadt, der mich
un=
gabe der Gemeinden auf dem Gebiete der Bodenreform. Er erklärte,
der Gedanke des Grundeigentums müßte in den Gemeinden mehr
Wur=
zel faſſen und der Boden lebendig gemacht werden im einer Form, die
jeder Spekulation vorbeuge. Die Gemeinde, die über viel Boden
ver=
ſüge, könne auch Arbeitsgelegenheit bieten und zur Bekämpfung der
Arbeitsloſigheit beitragen. Die Vertreterverſammlung zollte den
Aus=
führungen ſtarken Beiſall und nahm einſtimmia eine Entſchließung an,
wvonach im Indereſſe der Geſundung des deutſchen Volkslebens baldige
Verabſchiedung eines Bodencechts gefordert wird, das den Weg für den
Wohnungsbau und das Siedlungsweſen freimacht und den
Bodenmiß=
brauch verhindert.
Darnach gab Negierungsrat Kadel vom Landesfinanzamt
Darm=
ſtadt eine Einführung in das umfangreiche Gebiet der neuen
Einheits=
bewertung. In der Ausſprache hierzu erklärte Bürgermeiſter Nitzel=
Michelſtadt, Mitglied des Heſſiſchen Landtags, die
Durchführungsbe=
ſtimmungen zum Reichsbewertungsgeſetz würden nicht einheitlich
gehand=
habt und die Laſtenverteilung ſei ungerecht, wozu er Beiſpiele aus der
Praxis anführte. Im Anſchluß daran wurde eine längere Entſchließung
zum Gebiet des Steuerweſens angenommen, in der darauf hingewieſen
wird, daß eine fühlbare Beſſerung der Finanzverhältniſſe der
Gemein=
den nicht eingetreten iſt, da eine teilweiſe Entlaſtung durch neue
Be=
laſtungen mehr als ausgeglichen wurde. Von der Reichsregierung wird
bei dem Erlaß der Reichsrahmengeſetzgebung zu dem Realſteuern und
der Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz Rückſicht auf die
Bedürſ=
niſſe der Gemeinden nun weiter gefordert, daß die bei der Duuchführung
des Neichsbewertugsgeſetzes zutage getretenen Benachteiligungen
heſ=
ſiſcher Steuerzahler baldigſt beſeitigt werden und eine gerechte
Laſten=
verteilung durchgeführt wird. Ferner wird der Wunſch ausgeſpochen,
daß das Reich endlich der beſondeven Notlage des am ſtärkſten beſetzten
deutſchen Landes und ſeimer Gemeinden Rechnung tragen möge. Zum
Schluß wird Wiedereinführung der örtlichen
Steuereinſchätzungskommiſ=
ſionen gefordert.
Die Verhandlungen begannen 10 Uhr vormittags und waren gegen
2 Uhr mittags bendet.
* Arheilgen, 20. Jumi. Roter Kreuztag. Der geſtrige
Sonn=
tag galt auch hier als Opfertag für das Rote Kreuz. Schon in den
frühen Morgenſtunden gingen junge Mädchen von Haus zu Haus und
boten Blümchen, Fähnchen und Streichholzpäckchen an, wobei ſie bittend
ihre Sammelbüchſen darboten, um ein Scherflein für die Zwecke der
Samariterarbeit des Roten Kreuzes zu heiſchen. Auch im Laufe des
Tages wurde man allenthalben von den eifrigen Sammlerinnen
ange=
halten und viele derſelben konnten am Abend eine recht gewichtige Büchſe
zur Ablieferung bringen. Das Ergebnis dürfte auch hieſigen Orts ein
recht erfreuliches geweſen ſein. — Die hieſige Bürgermeiſterei weiſt
darauf hin, daß das Abladen von Unrat und dergleichen auf Feldwegen
verboten iſt. Dasſelbe kann an beſtimmten Stellen, die durch die
Orts=
behörde bezeichnet werdem, geſchehen und hat man ſich bei gegebener
Gelegenheit an die obenbezeichnete Stelle zu wenden. Das Abladen
von altem Geſchirr iſt bekanntlich an der an den Fuchslochbergen
ge=
legenen Stelle erlaubt. — Letzte Woche wurde hier der Brotpreis für
Miſchbvot auf 85 Pfg. und für Kornbrot auf 90 Pfg. für den Zwei=
Kilolgib erhöht. — Außer den ſchon früher hier aufgelegten
Sonntags=
fahrkarten nach Bensheim, Fpankfurt a. M. Heidelberg. Jugenheim
und Weinheim, ſimnd nun auf der hieſigen Station der Main=Neckar=
Eifenbahn auch ſolche nach Mainz, Mannheim ud Worms erhältlich. —
Am letzten Sonntag fand im Nachmittags=Gottesdienſt eine
Einzel=
konfirmation ſtatt. Ein Mädchen, das zurzeit der Konfirmation am
Sonntag nach Oſtern, als ſeine Kameradinnen konfirmiert wurden,
er=
krankt wpar, wurde durch Herrn Pfarrer Grein eingeſegnet.
* Griesheim, 19. Juni. Durch die Kirchenregierung wurde Herrn
Pfarraſſiſtenten Clotz von hier die evangeliſche Pfarrſtelle zu Ober=
Moſſau, Dekanat Erbach, übertragen, und Herr Pfarraſſiſtent Kalbhenn
von Steinbach im Odenwald hierher verſetzt. — Die dem Geſangverein
Sängerbund” zu ſeinem Geſangswettſtreit am nächſten Sonntag
ge=
ſtifteten Chrenpreiſe ſind im Schaufenſter der Frau Heinrich Merker, der Eleononenſchule am Montag, den N. Juni d. J., ſeiner Beſtimmumm
Ww. in der Neuen Darmſtädter Straße ausgeſtellt. — Die
Geſangs=
probe der Sängervereinigung „Germania” am Mittwoch abend im
Feſt=
ſaal „Zum grünen Laub” war ſehr ſtark beſucht. Die von den Sängern
vorgetragenen Chöre zeugten von einer ſehr guten Schulung durch den
Dirigenten Herrn Simmermacher aus Darmſtadt, und wurden von den
Zuhörern labhaft applaudiert.
* Pfungſtadt, 18. Jumi. In der letzten
Gemeinderats=
ſitzung wurde als erſter Punkt der Waldwirtſchaftsplan für 1927/98
durchgeſprochen und wie vom Waldausſchuß vorgeſchlagen, genehmigt. ſtudieren. So wie der Badeplan jetzt ausſieht, wird er ſich in der Be=
Im Wirtſchaftsjahr 1926/27 wurden 5449 Feſtmeter geſchlagen, für 1927=
B ſind 5400 Feſtmeter vorgeſehen. Außerdem werdem für die
Klings=
ackertanne 3,7 Hektar und für die Malchertanne 4 Hektar mit
Kartoffel=
anbau i Betracht kommen. Des weiteren wurde angeregt, den direkten
Weg nach Darmſtadt längs der Sandſchollenſchneiſe in einen beſſeren
Zuſtand zu verſetzen, ſo daß er für Radfahrer beſſer benutzbar wäre.
Es wird darauf hingewieſen, daß es ſchwer ſein wird, den Weg dauernd
in gutem Zuſtand zu erhalten, da die Holzfuhrwerke ſehr den Weg
ver=
fahren und ein Teil des Weges außerdem durch Eberſtädter Wald führe,
welche Gemeinde man nicht zur Herſtellung des Weges heranziehen
könne. Der Waldausſchuß wird damit beauftragt, nach einer
Beſich=
tigung des Weges Abhilfe ſchaffende Vorſchläge zu machen. — Die auch in unſever Stadt eine Wohltätigkeitsveranſtaltung ſtatt, die ſich trot=
Heſſiſche Wanderausſtellung für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge
will auch nach Pfungſtadt kommen. Die Transporikoſten hierzu in ſuches erfreuen durſte. In den Sälen des „Mainzer Hofes” des größter=
Höhe von RM. 50,— und die entſtehendem Ausgaben für
Unten=
bringung und Verköſtigung des Führers werden antragsgemäß bewilligt.
— Der Antrag des Gewerkſchaftskartells, welches dieſes Jahr ſein
dreißigjähriges Beſtehen in Form eines Volksfeſtes feiern will, zur
Her=
ſtellung einer feſten Lichtleitung nach dem Feſtplatz wurde vorläufig
zu=
nückgeſtellt und der Elektrizitätskommiſſion zur Begutachtung überwieſen.
Das Unterſtützungsgeſuch des Raſenſportvereins 03 e. V. eine gewiſſe
Summe für ſportliche Zwecke bereitzuſtellen, wurde dem Finanzausſchuß
RM. 200,— zu bewilligen, wurde mit allen gegen 2 Stimmen abgelehnt
Bemerkt ſei noch, daß niemand gegen eine Unterſtützung iſt, doch ſoll
der Finanzausſchuß über die Höhe der Summe beraten. — Der Antrag
des Landwirts Adam Rau 5. um Erlaß der Reparaturkoſten für den
Viehwagen in Höhe von RM. 7102 wurde in anbetracht ſeiner Ver= Hugo Wolf und den Balladen von H. Hermann. Als den Heldentenon
wurde dieſelbe genehmigt. Die nicht verſteigerte Heugrasernte des
Heidendamms ſoll zum Taxationspreis durch Herrn Birgermeiſter „Bajazzo” und des Rhadames aus Verdis „Aida”, hierbei ſowohl der
Schwinn vergeben werden. — Die Freigabe der Wieſen erfolgt ab 15.
Heuernte ausgebeſſert werden. — Die Wohnungskommiſſion wird in
ihren nächſten Sitzungen vor eine große Aufgabe geſtellt. In der
nächſten Zeit gehen 16 Wohnungen in den Flachbauten und 2
Wohn=
häuſer ihrer Vollendung entgegen; für dieſe 22 Wohnungen haben ſich
105 Wohnungsſuchende gemeldet. Aus dieſer großen Zahl die
dringend=
ſten Fälle herauszufinden, wird ſehr ſchwierig ſein. Die Beſichtigung leben unſerer Stadt ja bekannt genug iſt und ſich auch oft ſchon in de
der Flachbauten und der 2 Wohnhäuſer durch die Wohnungskommiſſion
hat ein volles Lob für die geleiſtete Arbeit ergeben. — Den
Baulieb=
habern Adam Haſſenzahl 5. und Adam Crößmann 10 wird je ein
Bau=
platz in der Lindenſtraße zugeſprochen, unter der Bedingung, den Bau
noch dieſes Jahr vorzunehmen. — Der ſeither von dem Seiler Gräf
gepachtete Platz in der Hillebergſtraße von ca 770 qm wird an Herrn
Philipp Stahl zum Preis von RM. 1000,— abgegeben. Das übrige
Ge=
lände wird den Anliegern für 1 RM. pro am überlaſſen. — In
ge=
heimer Sitzung wurden noch verſchiedene Punkte erledigt.
E
G
willkürlich an Schwäbiſch=Hall erinnert. Und wie mein Blick hinüber.
ſchweift zum ehemals kurpfälziſchen Schloſſe (jetzt zum Teil wieder
auf=
gebaut), das — als Ruine — mit der Kirche und wenigen Häuſern und
etlichen Turm= und Stadtmauerreſten allein die ſchreckliche
Pfalzver=
wüſtung überlebte, tritt vor mein geiſtiges Auge die ſtolze,
türmereiche=
mittelalterliche Stadt, deren Bild uns dunch den Stich Merians über= iſt.
Wenn ſich auch Alzey ſeitdem nie mehr zu ſeiner ehemaligen
Blüte=
wieder aufſchwingen konnte, ſo iſt es doch keineswegs ein verträumtes,
in Dornröschenſchlaf verſunkenes Neſt, in dem das Gras zwiſchen den:
Pflaſterſteinen wächſt. Im Gegenteil überraſchen die gepflegten Straßen:
mit ihren vielen Kaufläden aller Art, die faſt großſtädtiſch anmuten
In der Tat iſt Alzeh als Mittelpunkt des füdweſtlichen Rheinheſſens miti
ſeinem reichen Hinterlande von einer nicht geringen wirtſchaftlichen
Be=
deutung; auch die Induſtrie — beſonders Schuh= und Maſchinenfabriken,
ſowie Ziegeleien — iſt ziemlich ſtark vertreten.
Durch die traulichen, engen Gaſſen komme ich zu den drei
neben=
einander liegenden freien Plätzen der Stadt. Welchem ſoll ich den Preiss
zuerkennen? Dem Roßmarkt mit ſeinen Fachwerkhäuſern, dem
Fiſch=
markt mit dem aus dem 16. Jahrhundert ſtammenden, eindrucksvollen:
Nathauſe, oder dem mit einer wundervollen Allee eingerahmten Ober=, an deſſen Südſeite ſich die Stadtkirche erhebt? Der prächtige,,
reichverzierte Chor der Kirche weiſt auf einen bedeutenden Baumeiſter:
hin; vermutlich iſt es derſelbe, der die Oppenheimer Katharinenkinche;
erbaut hat. Noch raunt der alte Marktbrunnen ſein eintöniges Lied wies
vor Zeiten, und hie und da ſitzen auch noch, wie ehedem, die Bewohner:
vor ihren Häuſern, den Fcierabend genießend.
Noch erwähnenswert iſt das alte Schloßtor, das als letztes der vier=
Stadttoro bis in die neueſte Zeit erhalten geblieben iſt. Von neueren=
Gebäuden verdient neben der Nibelungenſchule beſonders der ſtattliche=
Neubau der Oberrealſchule und des Progymnaſiums beſondere Beach=. Die alte Realſchule iſt der höheren Töchterſchulg eingeräumt.
Mit Wehmut ſchaue ich in den mit wundervollen Ahorubäumen um= Schulhof, und hier iſt ja die Ecke, in der wir Jungen ſo manches 4
Mal noch raſch vor der Stunde unſeren Homer oder Ovid präparierten!
Wie liegt ſo weit.
Und nun rüſtet Alzeh zur Feier ſeines 650jährigen Stadtjubiläums.
Mit berechtigtem Stolz dürfen die Bürger auf ſeine vielhundertjährige=
Geſchichte ſchauen. Wie die Funde aus der Steinzeit beweiſen, die in1
dem ſehr beachtenswerten Stadtmuſeum zu ſehen ſind, waren dort, woo
ſich heute die Stadt erhebt, ſchon zu dieſer Zeit Siedlungen. Zur Römer= erſcheint Alzey als rieus Altiaiensig. Und wer kennt nicht denu
Volker von Alzeh des Nibelungenliedes, den die Stadt noch heute iuu
ihrem Wappen führt?
Im Mittelalter erhob ſich die Stadt zu glanzvoller Höhe, bis dern
30jährige Krieg und noch mehr die Verwüſtug der Pfalz durch
die=
räuberiſchen Horden Ludwigs XIV, ihrer Blüte ein Ende bereiteten.
Von 1801—16 gehörte ſie mit dem Departement Donnersberg zu Franl=, deſſen Trikolore leider ja auch heute wieder über ihr weht. Auff
dem Wartturm brannten die Feuerſignale für die franzöſiſchen Heere=
und über die Kaiſerſtraße, die von Paris über Alzey nach Mainz führt
marſchierten die Bataillone des großen Napoleon.
Alzey verſteht es, Feſte zu feiern.
Darum kommt zu ſeinem Ehrentage, ihr alle, dis ihr es mit
Stolz=
eure Heimatſtadt nennen dürft! Aber auch fremde Beſucher, die ihre=
Freude haben an der alten deutſchen Kleinſtadt, die rheinheſſiſches Lebet 1
und rheinheſſiſche Gaſtlichkeit kennen lernen wollen, werden eings Fah4:1
in die Stadt Volkers nicht zu bereuen haben!
H. Eberſtadt, 20. Juni. Eröffnung des Schulbades.
Nach=
dem in der letzten Sitzung des Gemeinderats die Stelle des Badcwärters
beſetzt worden iſt — die Wahl ſiel auf den Maurer Wilhelm Dieter5.,
Büſcklerſtraße 6 — wird das neu errichtete Brauſe= und Wannenbad im
übergeben werden. Wie ſchon mitgeteilt, umfaßt die Badeanlage ner
Wanmen= und fünf Brauſebäder. Die Badepreiſe ſind wie folgt
feſt=
geſetzt worden: Wannenbäder 80 Pfg., Brauſebäder 20 Pfg., Kindem
unter 14 Jahren zahlen die Hälſte. Für die Schüler der Volksſchule iſn
das Baden frei, ſofern ſie an dem geſchloſſenem Baden ihrer Schulklaſſe
teilnehmen. Ein Mangel iſt die ſehr umſtändliche und verworwene Ein= der Badezeiten. Sie läßt die Einſackheit vermiſſen, die nötig iſt
wenn man den Badegäſten nicht zumuten will, ſtändig den Badeplan z..
völkeruneg niemals einbürgern. Vorausſichtlich findet am Eröffnungs.”
tage ein kurzer offizieller Uebergabeakt ſtatt.
* Roßdorf, 20. Juni. Hohes Alter. Im Alter von nahezur
93 Jahren verſtarb am 17. d. M. nach arbeitsreichem Leben Margareta
Neinholz Witwe, geb. Ramge. Frau Reinholz war 54 Jahre Witwel
und konnte ſich bis vor kurzer Zeit beſter Geſnudheit erfreuen. Sick
hatte 16 Enkel und 6 Urenkel. Unter zahlreicher Beteiligung wurde
ſia=
geſtern zu Grabe getragen. Frau Reinholz war die zweitälteſte
Ein=
wohnerin unſeres Dorfes; der älteſte Einwohmer iſt 94 Jahre alt.
B. Dieburg, 20. Jumi. Zugunſten des Roten Kreuzes fand
wehrerer Konkurrenzunternehmen des gleichen Tages eines guten
Be=
hieſigen Lokals, kam man am Sonntag abend zu dem
Künſtlerkonzert=
das der Bezirksverein Dieburg des Roten Kreuzes dank der
Mitwirkung=
auswärtiger und hieſiger muſikaliſcher Kräſte veranſtalten konnte. Keir=
Geringerer als Kammerſänger Karl Jörn von Darmſtadt gab dem=
Abend ſeine Weihe. Den Theaterbeſuchern iſt Herr Jörn ja wohl
be=
kannt, aber wer ihn noch nicht gehört hatte, der war überraſcht von der
Schönheit und Größe dieſer ſelten kultivierten Stimme, die den bel eaute
noch meiſtert, wie in faſt ſagenhaft gewordenen Zeiten die Sänger
ihr=
überwieſen. Ein Antrag des Gemeinderats Stetter, dieſem Verein klingen ließen. An der geſchulten und gepflegten Stimme Jörns iſt dieh
Zeit ſpurlos vorbeigegangen. So entzückte er auch diesmal wieder dies
Höver durch den ſeltenen Wohllaut ſeines Weichheit, Kyaft und
Glan=
vereinigenden Organs. Nicht minder erfreute der geſchmackvolle
Vor=
trag, die Beſeelung und das Miterleben in den Liedern von
Schubert=
letzung bei dem Unfall auf die Hälſte der Summe genehmigt. — Die einer großen Oper zeigte ſich dann Herr Jörn in dem Vortrag
vol=
diesjährige Heugrasverſteigerung brachte einen Erlös von 2015 RM. und Walter Stolzings Lied aus Wagners, Meiſterſinger”, der Arie deie
Rudolf aus Puccinis „Boheme”, der Arie des Canio aus
Leoncaballos=
lyriſchen wie den dramatiſchen Charakter der Vortragsſtücke voll er
Juni. — Verſchiedene Wieſengräben ſollen laut Voranſchlag nach der ſchöpfend. Es war ein ſeltener Genuß, für den die Hörer ſich von Herve.
dankbar erwieſen. Am Flügel begleitete diskret und mit vorbildlichen
Anpaſſung Herr Kapellmeiſter Berthold Sander vom Darmſtädten
Theater. Den inſtrumentalen Teil des Konzerts beſtritt ein
Streich=
orcheſter aus hieſigen und auswärtigen Kräſten unter der Leitung des
Herrn Eiſenbahnoberſetretärs Hermann Holzapfel, der im Muſie
Dienſt einer guten Sache geſtellt hat. Umſichtig und zielbewußt führte
auch diesmal wieder Herr Holzapfel ſeine Muſikſchar, die einen Klang
körper von bemerkenswerter Tonfülle und =ſchönheit bedeutete, zu einen
ſchönen, vom Publikum gern anerkannten Erfolg. Mit Beethovens Gn”
mont=Ouvertüre, Mozarts „Entführung”, Wagners „Meiſterſinger”, mS
„Lohengrin”, Verdis „Aida” und Bizets „Carmen” konnten ſchon ver”
wöhnte Anſprüche befriedigt werden. So vereinigte ſich alles zu einen
wohlgelungenen Abend, deſſen finanzieller Ertrag ſür das Rote Kreus
wohl auch hoffentlich befriedigend ausgefallen ſein dürfte.
Ber deg zur Hysiene
und Sauberkeit führt eigentlich zwangsläufg zur chemischen Reinigung Ihrer Garderobe und
aller Gegenstände, mit denen Sie täglich in Berührung kommen. Nicht nur Schmutz, Flecken und
Krankheitskeime werden aus Ihrer Kleidung, Ihren Decken, Kissen, Teppichen, Vorhängen,
Hand-
schuhen usw. beseitigt, die meisten Dinge werden auch wieder wvie neu.- Auch das Auflärben
und Plissieren aller Arten Stofte wird von uns in der
erstklassigen Weise ausgelührt.
„9
Li
heinstraße 23. Telephon 1222.
Rummer 170
Dienstag, den 21. Juni 1927
Geite 7
Die Einweihung des Ober=Ramſtädter Schwimmbades
an der Helgertsmühle am 25. und 26. Juni 1927.
Zwei frohe Tage ſtehen den
Wber=Ramſtädtern und darüber
cinaus der ganzen Umgebung
Sber=Ramſtadts am nächſten
Samstag und Sonntag bevor.
Wird doch die Gemeinde um
Ein ganz vorbildlich angelegtes k5
SSommerſchwimmbad bereichert,
Sas — ſchon lange ein drin=
Sendes Bedürfnis für die nahe= fᛋ
zu. 5000 Einwohner zählende
IInduſtriegemeinde — in
lan=
gem Kampf durch Selbſthilfe
Faſt der ganzen Einwohnerſchaft
Errungen worden iſt. Bereits
wor dem Kriege haben Pläne
(rür Errichtung eines Schwimm=
Sades beſtanden, der Weltkrieg
nund die traurige Nachkriegszeit
dießen das Projekt ſchlummern
ſend auch die Goldmarkzeit
Grachte keinen Schritt
vor=
avärts. Da griffen einige
be=
ſgerzte Mitglieder der beiden
ſgieſigen Turnvereine (D. T.)
am Herbſt 1926 einen Plan des
Main=Rhein=Gaues der
Deut=
bchen Turnerſchaft auf, leiſteten
leſt vergebliche Kleinarbeit,
ver=
nuchten mit Nieder=Namſtadt
uund Traiſa ein gemeinſames
Bad an der Waldmühle zu
er=
ichten und erhielten dann
ſtihließlich durch
Entgegenkom=
ien des Beſitzers der
Helgerts=
mühle und des Evang.
Kirchen=
worſtandes am ſüdlichen
Orts=
z ingang ein in jeder Hinſicht
Fhönes und brauchbares Gelände zu annehmbarem Kaufpreis.
Während=
lem wurde, nachdem die Reinheimer Bezirksſparkaſſe ſich zur
Bereit=
wellung der Mittel bereit erklärte, unter den Mitgliedern der beiden
ſeutſchen Turnvereine und des Arbeiterſportvereins „Vorwärts” der ſich
(Senfalls inzwiſchen dem Bäderbauverein angeſchloſſen hatte,
Bürgſchaf=
uen für dem Können des Einzelnen angepaßte Beträge geſammelt, die
in einigen Tagen faſt 40 000 RM. erreichten. Die Gemeinde ſelbſt
ver=
bürgte ſich der Kaſſe gegenüber für das aufzunehmende Darlehen und
wohm die weit überzeichneten Bürgſchaften als volle Deckung in
An=
wruch. So hatte die Gemeinde, ohne daß ein Pfennig Steuergelder
mötig waren, eine wertvolle Hilfe dem uneigennützigen Wirken der drei
Brereine gewährt.
Nachdem die Pläne entworfen und gutgeheißen worden waren, ging
48 an die Arbeit. Sämtliche Arbeiten wurden durch hieſige
Unterneh=
mrer und Notſtandsarbeiter unter Bauleitung des Architekten Hendt
muusgeführt. In etwa drei Monaten wurde ein Schwimmbad erbaut,
(as — ſtreng allen ſportlichen Anforderungen und Größen entſprechend
— eine Zierde für Ober=Ramſtadt und ein Segen für Ober=Namſtadt
und das Modautal werden ſoll. Eine Kampfbahn von 50:22 Meter,
mn großes Planſchbecken für Kinder, ein Lehrbechen für Erwachſene,
Asprungbretter und Sprungturm uſw., bieten dem Beſucher genügend
Göelegenheit für alle Anſprüche. Eine in der edlen Schwimmkunſt
er=
füuhrene Kraft wurde als Bade= und Schwimmeiſter verpflichtet und
weird dafür ſorgen, daß der Name Ober=Ramſtadt, der in der edlen
Aurnſache ſchon gar viele Preiſe heimgeholt hat, bald auch im
Schwim=
uren mit Ehren genannt wird.
So ſoll denn für die Umgebung Ober=Ramſtadts, beſonders auch
ſtär Darmſtadt, die ſchon ſo oft ſchöne Feſte im Ober=Ramſtadt verleben
honnten, am kommenden Samstag Parole ſein „Auf nach Ober=
Nam=
ſtundt!“ Am Samstag, den 25. Juni, nachmittags 4 Uhr, wird mit einer
lurzen offiziellen Feier das Bad eröffnet, am Samstag abend und
S onntagnachmittag werden auswärtige Schwimmriegen zeigen, was ſie
lnnnem und wvas zu erſtreben iſt. An ſonſtigen Abwechſelungen fehlt es
egenfalls nicht. Alle Schwimmfreunde ſeien herzlichſt willkommen!
* Würzbera i. O., 20. Juni. Unter ſehr großer Beteiligung von
Mah und Fern wurde heute der in weiten Kreiſem bekannte und beliebte
werr Bürgermeiſter Gg. Hch. Reichert zu Grabe getragen.
Ver=
ſihiedene Vereine und Korporationen legten am Grabe Kränze nieder
mit den Worten „Ehre ſeinem Andenken”.
* Birkenau, 20. Juni. Straßenſperre. Die Straße Birkenau
Weinheim iſt wegen Walzarbeit vom 20. bis 25. Juni für jeglichen
Naihrwerksverkehr geſperrt.
* Auerbach, 20. Juni. Diamantene Hochzeit. Das ſeltene
Rreſt der diamantenen Hochzeit feierten geſtern das Ehepaar Phil.
Frindfleiſch und deſſen Ehefrau Eva Margarethe geb. Menel.
Hirfchhorn, 20. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
1.2. Jumi: 1,63 Mcter; am 20. Juni: 1.38 Meter.
. Wimpfen, 20. Juni. Eine Trauerkunde durcheilt die
Sitadt. Der allſeits beliebte Arzt und Menſchenfreund Sanitätsrat
Drr. Georg Geiger iſt an den Folgen einer Blinddarmoperation
ge=
ſworben. Dr. Geiger iſt im Jahre 1866 in Käfertal geboren. Vor über
3. Jahren ließ er ſich als prakt. Arzt hier nieder und hat ſich infolge
ſuner reichen Kenntniſſe und ſeiner Ruhe das Vertrauen aller Familien
von Wimpfen und Umgebung erworben. Er lebte mit den Familien und
hrlf wie ein Vater, wo es galt, mit Rat und Tat. Nach 30jähriger
Yäitigkeit hat ihn die Gemeinde zu ihrem Ehrenbürger ernannt, dem
ſi= heute die letzte Ehre erweiſen wird.
* Biblis, 20. Juni. Turnerehrung. Bei den
Meiſterſchafts=
karmpfen in Wiesbaden des 3. Gauverbandes des 9. Mittelrheinkreiſes am
1.. Juni, wurde der Turner Joſef Wolf des Turnvereins Biblis erſter
Säeger im Steinſtoßen, beidarmig, 14,91 Meter; zweiter Sieger im
Sſteinſtoßen, beſtarmig, 8,29 Meter; dritter Sieger im Kugelſtoßen 12,83
Mreter. Bei ungünſtiger Witterung und unter ſtärkſter Vertretung der
eurtzelnen Gaue hat Herr Wolf auch diesmal durch ſein gutes Können
ſich durchzuſetzen vermocht.
Gernsheim, 20. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
2.. Juni: 2.15 Meter.
* Worms, 20. Juni. Von einem ſchweren Schickſalsſchlag wurde Jie
Tamilie Karl Rittershaus (früher in Darmſtadt) betroffen. In der
Füirſtſchen Badeanſtalt wurde die 14jährige Tochter Annelieſe, die des
Sarhwimmens noch nicht recht kundig war, von einem Jungen ins
Stchwimm=Baſſin geworfen und ertrank. Die Leiche konnte trotz eifrigen
Forſchens noch nicht gefunden werden. Alsbald nach Bekannwerden
de8s Unglücksfalles, dem die 14jährige Annelieſe Rittershaus
zum Opfer fiel, nahm die Polizeidirektion, den Tatbeſtand auf und
ſialllte feſt, daß als der Täter, welcher das Mädchen in das Waſſer
ge=
ſtjeßen hatte, ein dürftig gekleideter Burſche im Alter von etwa 15
Jah=
rom in Fuage kommen konnte. Die eingehend feſtgeſtellten
Ermittlun=
gan ließen die Polizei in der Hauptſache dieſe Spur verfolgen, welche
narch Albsheim an der Eis wies. Herr Polizeidirektor Klapproth fuhr
in Begleitung des Leiters der Kriminalpolizei, Herrn Oberinſpektor
Zorn, und des Kriminalſekretärs Dietz Samstag vormittag mit einem
Auito nach Albsheim und ſtellten dort feſt, daß der Täter unzweifelhaft
dar am 26. 12. 1912 in Aſſelheim geborene Taglöhnerſohn Gottfried
Goalbgewachs ſein mußte. Dieſer handelt mit Silberſand und
war am Samstag zu dieſem Zwecke in Deidesheim, wo er in einer
Ajirtſchaft feſtgenommen werden konnte. Der Titer wurde ſogleich
mit dem Auto nach Worms geſchafft. Als ihm bei ſeiner Vernehmung
die Folgen ſeiner Handlungsweiſe vorgehalten wurden, brach er
ſchluh=
zeund zuſammen. Sein Geſtärdnis ergab, daß er am Freitag nachmittag
m. „Worms mit Silberſand hauſiert hatte und anſchließend daran ſich
mehrere Stunden in der Fürſtſchen Badeanſtalt aufhielt. Er habe dort,
die Neckereien anderer nschahmend, eine Reihe von Mädchen aus
Un=
ſurn ins Waſſer geſtoßen. Die Annelieſe Rittershaus ſei die letzte ge=
Daumen an den Abzugsbügel kam und den Schuß auslöſte. Die
Platz=
patrone traf das Auge des Wachtmeiſters, ſo daß es ſofort auslief. Der
Verunglückte wurde ſofort in die Gießener Univerſitäts=Augenklinik
übergeführt.
Der Jahrestag der Kriegerkameradſchaft Haſſia.
Am 18. und 19. Juni fand in Schlitz die Jahrestagung des
Verban=
des der heſſiſchen Krieger=, Militär= uſw.=Vereine ſtatt. Der
Haſſia=
bezirk Lauterbach=Schlitz hatte hierzu nach dem ſchönen StädtchenSchlitz
eingeladen. Hunderte von Teilnehmern, die als Vertreter der 700
Haſſiavereine beſtimmt waven, fanden in dem urdeutſchen Städtchen
Oberheſſens gaſtlichſte Aufnahme. Die Stadt hatte ihr möglichſtes getan,
den Gäſten den Aufenthalt ſo angenehm als möglich zu machen.
Nach vorbereitender Präſidialſitzung am Samstag fand die
Ver=
bandsſitzung am Sonntag vormittag unter Leitung des erſten Präſidenten
der Kriegerkameradſchaft Haſſia, des Herrn Generalmajor Freiherr von
Preuſchen, ſtatt. Anweſend waren u. a., Vetreter der Regierung und
der Stadt, außerdem als Ehrengaſt der Graf von Schlitz gen. von Görtz.
Der Herr Miniſter des Inern hatte Herrn Kreisdirektor Michel mit
ſeiner Vertrewmg beauftragt und ſeine Grüße und beſte Wünſche für ein
gutes Gelingen der Tagung überbringen laſſen. Der Herr Kreisdirektor
von Lauterbach betonte bei ſeiner Anſprache, daß die heſſiſche Regierung
die Tätigkeit des Verbandes auf dem Gebiete des Wohlfahrtsweſens in
ihrer ganzen Bedeutung erkenne und der Haſſia auch fernerhin bei ihren
Beſtrebungen ihre Unterſtützung zuteil werden laſſe. Der Verlauf der
Sitzung zeigte, daß die Vertreter aller Vereine aus ganz Heſſen die
bis=
herige vom Präſidium geleitete Arbeit des Verbandes nicht nur voll und
ganz billigten, ſondern auch allen gemachten Vorſchlägen für die
zuküinſ=
tige Arbeit zuſtimmten und die nötigen Mittel hierzu bewilligten. In
Sonderheit wurde die Frage der Verſorgung unſerer Kriegsbeſchädigten
und Kriegerhinterbliebenen dahin entſchieden, daß der verantwortliche
Leiter, Herr Lehrer Ihrig=Darmſtadt, die Oganiſation in der bisherigen
Weiſe weiter ebenſo erfolgreich wie bisher ausbauen ſolle.
Auch die vom Präſidium gemachten Vorſchläge über den Ausbau der
Jugendabteilungen und des Kleinkaliberſchießens fanden die Zuſtimmung
des Verbandstages. Bei der Gründung einer Schießabteilung müſſen
die gegebenen Beſtimmungen auf das peinlichſte beobachtet werden, in
Sonderheit iſt jeder Verſtoß im beſetzten Gebiet zu vermeiden. Zum
Schluß der Sitzung wurde entſchieden, daß der Jahrestag 1928 in
Wimpſen abgehalten werden ſolle.
Die allgemeie Beteiligung der Bevölkerung des Schlitzer Landes
hat wieder einmal gezeigt, wie volkstümlich die Beſtrebungen der in der
Kriegerkameradſchaft Haſſia zuſammengeſchloſſenen alten Soldaten ſind.
Dieſer Verband, dem jede Einmiſchung in die Parteipolitik völlig
fern=
ſteht, kennt als Richtlinie für ſeine Tätigkeit nur die Worte: „Gott,
Ehre, Vaterland."
g. dA.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 21. Juni. 12: Glockenſpiel aus Darmſtadt. o 13:
Neue Schallplatten. 15: Stunde der Jugend. Oberſtudiendir. Dr.
Oehlert: „Ernſtes und Heiteres aus den erſten Jahrzehnten deutſcher
Lechiere Eid der Drie e une deſiſtane eatluege
velle von Storm. o 18.15: von Kaſſel: „Die Stunde der Frau.”
O 18.30: von Kaſſel: Dr. Höpfer: Sprachſtörungen. O 19: C.
Broß=
witz: Entwicklungsſtufen des Wirtſchaftslebens. Dr. Götz:
Alt=
deutſche Tafelmalerei. O 20: Schach. O 20.30: „Der Vogelhändler”,
Operette von Weſt und Held, Muſik von Karl Zeller. Hauptperſ.:
Kurfürſtin Marie: Eliſabeth Friedrich. Baron Weps: Alois Reſni.
Graf Stanislaus: Heinz Steinbrecher. Adam, der Vogelhändler:
Erik Wirl. Die Briefchriſtel: Anita Franz.
Stuttgart.
Dienstag, 21. Juni. 13.10: Konzert. — Freiburg: Konzert.
16.15: Konzert. Offenbach: Ouv. Orpheus. — Radecke: Aus der
Jugendzeit. — Offenbach: Muſette. Ouv. zu Die ſchöne Helena.”
Fant. aus Hoffmanns Erzählungen. Ouv. zu Verlobung bei der
Laterne. — Tellier: Meditation. — Offenbach: Melodien aus
Orpheus. o 18.15: Einf. in Bert Brechts Schauſpiel „Mann iſt
Mann”. o 18.45: A. Soboczik: Das Flugproblem und ſeine
Löſung durch Schwingenflieger, Drachenflugzeug und Hubſchrauber.
19.15: Dr. Wirths, Berlin: „Eupen—Malmedy—Monſchau,
2 20.15: Uebertr. aus Frankfurt a. M.: „Der Vogelhändler”,
Operette von K. Zeller.
Berlin.
Dienstag, 21. Juni. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
O 16: Schriftſteller Bamberger: Berliner Humor. 16.30: Ing.
Boehmer: Techniſche Wochenplauderei. O 17: Dr. Becces Kammer=,
Orcheſter. Mozart: Ouv. Gärtnerin aus Liebe. — Tſchaikowsky:
Aus der 6. Sinf. — Leoncavallo: Fant, La Boheme. — Becce:
Legende d'amour. — Wolf: Lyriſche Suite. — Brahms: Lyriſche
Suite. — Puccini: Fant. Manon Lescaut. — Grieg: Menuett.
— d’Albert: Fant. Mareike von Nymwegen. o 18.40: Karlernſt
Knatz ſpricht über neue Bücher. O 19.10: Dr. Apel: Giordano!
Bruno. o 19.35: Dr. Stein: 200 Jahre Berliner Muſikleben.
20: Prof. Wegener: Die Ereigniſſe in China. O 20.30: Dr.
Deſſoir: Geiſtiges Leben in Argentinien. 21: „Die Kreuzfahrer”.1
Dramat. Gedicht von Anderſen. Muſik von Niels W. Gade. Dir.=/
Prof. Rüdel. Chor und Orch, der Funkſtunde. — Anſchl.: neueſte
Tagesnachrichten uſw.
Königswuſterhauſen. Dienstag, 21. Juni. 12: Lektor Er.
Grander, G. v. Eyſeren: Franzöſiſch für Schüler. o 15: Helene
Braun: Zu milde und zu ſtreng erzogene Kinder. o 15: Wetter=
und Börſenbericht. o 16: Stud.=Rat Dr. Schröter: Anſchauungen
Goethes, Kants und Schillers über die Erziehung des Menſchen.
17: Prof. Dr. Utitz: Weſen und Grenzen der einzelnen
Kunſt=
zweige. O 18: Amtsgerichtsrat Dr. Schubart: Juriſtiſche
Tages=
fragen. o 18.30: G. v. Eyſeren. C. M. Alfieri: Spaniſch für
Anfänger. 18.55: Gerda von Below: Aus eigenen Dichtungen.
Einf.: Dr. Krammer.
freiem Himmel.
19.20: Dr. Dürre: Das Theater unter
Geſchäftliches.
D. Cohn jr. A.=G., Frankfurt a. M., Zeil 109, Spezialhaus für
Damenkonfektion und Pelzwaren, vergrößert ihre Geſchäftsräuwe um
mehr als das Doppelte durch Hinzunahme großer Partervelokalitäten
ufw. Wegen der Störung des Umbaues veranſtaltet die Firma ab
Dienstag, den 21. Juni, einen großen Sonderverkauf zu außerordentlich,
zum Teil bis 50 Prozent ermäßigten Preiſen. Wir verweiſen auf das
Inſerat in der heutigen Ausgabe.
Sport und Hygiene ſind eng miteinander verknüpft. Denn beide
ſollen unſere Geſundheit ſtärken und den Körper geſund und
wider=
ſtandsfähig erhalten. Wie aber beim Sport die Betätigung vielſeitig
iſt, ebenſo ſind auch die Mittel der Hygiene verſchiedene. Vieles
er=
reichen wir in hygieniſcher Hinſicht, wenn wir unſere Kleider, Anzüge,
Gavdinen, Vorhänge, Teppiche uſw. chemiſch reinigen laſſen. Dadurch
werden die Gegenſtände nämlich von allen Krankheitskeimen, ſowie von
Schmutz und Flecken befreit und ſehen faſt immer wieder wie neu aus,
ſo daß außerdem in vielen Fällen eine Neuanſchaffung erſpart werden
kann. Zwecks fachmänniſcher Beratung und evtl. Rückfragen wende man
ſich an die Fa. Färberei Gebr. Röver, welche als größtes Werk
Mitteldeutſchlands dieſer Branche das große Vertrauen genießt.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Mittwoch, 22. Juni
(nach der Wetterlage vom 20. Juni):
Veränderliche Bewölkung, auch aufheiternd Temperatuven anſteigend
und meiſt trocken.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle Gießen.
DOrrrer/toes der;Oocnerdenkende,
begab lich nach der griechilchen
Sage aus den Höhen der Jitanen
auf die Erde und bildete Menſchen
aus Jon, denen er,durchsſeine-e
Feundin Athene,die Göttin der
Sbeisheit, Seele einhauchen ließ.
Er beichenbte ſeine unbeholfenerze
Geſchöpfe mit allen Künſten und
AOſiſſenſchaften. Nur eins fehlte-e
ihnen noch: das Feuer. Das raub,
te ihnen Prometheus vom Himmel,
wofüir ihn der ergrimmte Zeus-P
an den Kaukaſus ſchmieden ließ.
Für alle Zeit aber gilt ſeitdem-e
Drometheus den Menſchen als der
Lichtbeinger, der Segenſpender der
Kultur, der große Erfinder. WEin Kulturdokument und Muſterbeilpiel deutſcher
Westarbeit ſind auch unſere
Un
ierien Hiel. Wieliagſe geleſlife ecane Lenle ife te
ſchärfte Ahndung am Platz iſt. Die gerichtliche Unterſuchung wird
feittzuſtellen haben, welche Motive den jugendlichen Täter zu der Flege=
=veranlaßt haben. Eltern und Erziehern liegt es ob, die Jugend
en zuhalten, derartige Rohheiten unbedingt zu unterlaſſen, wie auch die
Badeaufſicht alles zu tun hat, durch ſtrenge Handhabung der
Beſtim=
wungen ſolchen Unglücksfällen von vornherein vorzubeugen.
* Büdingen, 19. Juni. Ein ſchweres Unglück ereignete ſich
am Freitag nachmittag bei einer Uebung der Schutzpolizei aus
Rriedberg und Butzbach. Während der Uebung im Gelände ſiel ein
Wrachtmeiſter aus Darmſtadt ſo unglücklich ins Gewahr, daß der
Unter der Gluf der kleinaſiatiichen und thräzichen Sonne reifen die böſtlichen
der edelſte Genuß
hen
Sorgen vielfach geplagten Menſchen—
O I
Generalvertreter für Mainz und Darmstadt:
Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt/Main, Niddastr. 64, Mittelbau,
Hansa 6963.
Rf
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Reich und Ausland.
Banden=Unfälle in Erkner.
DD. Berlin. Seit einigen Tagen werden, nach
einer Meldung der „Montags=Poſt”, Erkner ſowie
die benachbarten Ortſchaften Grünheide und Alt=
Buchhorſt von einer Einbrecherkolonne heimgeſucht,
die mit größter Dreiſtigkeit ans Werk geht. Die
ge=
fährlichen Verbrecher ſind mit Piſtolen ausgerüſtet.
In der Nacht zum Sonntag ſtellten vier Räuber einen
Wachbeamten, der ſie nach einem Einbruch verfolgte,
mit vorgehaltenem Revolver, feſſelten und knebelten
ihn und ſchleppten den Hilfloſen in den Wald. Sie
entkamen in dem dichten Forſt. Die Landjägerei hat
auf Grund dieſer Vorfälle den Sicherheitsdienſt in der
ganzen Gegend verſchärft.
Lindbergh und die Steuerbehörde.
400 000 Dollar Einkommen.
DD. Berlin. Die „Montags=Poſt” meldet aus
Paris: Nach einer Meldung des New York Herald
aus Waſhington, wird der amerikaniſche Flieger
Lindbergh demnächſt Steuern für ein Einkommen
von 400 000 Dollar bezahlen müſſen. Dieſe Summe
beſteht aus 25 000 Dollar des Orteigpreiſes für ſeinen
Flug, 100 000 Dollar für das Veröffentlichungsrecht
ſeiner Berichte über den Flug, 100 000 Dollar für
ein demnächſt erſcheinendes Buch, den gleichen
Be=
trag für eine Reihe von Vorleſungen, außer dem
Gehalt, das er demnächſt erhalten werde.
Wieder ein Kaſſenbote überfallen.
Berlin. In Spandau wurde ein Kaſſenbote,
der 1700 Mark bei einer Bank einzahlen ſollte, beim
Betreten des Bankgebäudes von zwei jungen
Bur=
ſchen überfallen, die ihn mit einem ſtumpfen
In=
ſtrument niederſchlugen. Geiſtesgegenwärtig hielt
jedoch der Ueberfallene die Taſche mit dem Gelde
feſt und ſchrie um Hilfe. Eine große
Menſchen=
menge und mehrere Polizeibeamte verfolgten die
Täter, die bald eingeholt und feſtgenommen werden
konnten. Bei dem einen, einem 19jährigen Burſchen,
fand man eine ſcharf geladene Piſtole.
Folgenſchwere Verkehrsunfälle.
Berlin. Bei einem Zuſammenſtoß zweier
Autodroſchken in der vergangenen Nacht in Pankow
wurden insgeſamt ſechs Perſonen verletzt, von denen
eine auf dem Transport ins Krankenhaus verſtarb.
Beide Fahrzeuge wurden ſchwer beſchädigt. — Am
Montag morgen gegen 7 Uhr ſtießen in der Nähe
des Gutes Lindenhof ein Motorradfahrer und ein
Fuhrwerk mit ſolcher Wucht zuſammen, daß der
Motorradfahrer ſeinen ſchweren Verletzungen auf
dem Trosport nach dem Krankenhaus erlag,
Schweres Paddelbvotsunglück.
Duisburg. Am Samstag abend gegen 6 Uhr
kenterte auf dem Rhein in der Nähe der
Hagen=
felder Brücke ein mit drei jungen Leuten beſetztes
Paddelboot, wahrſcheinlich infolge des hohen
Wellen=
ſchlages. Während es einem Inſaſſen gelang, ſich
durch Schwimmen zu retten, ertranken die beiden
an=
deren, ehe Hilfe zur Stelle war.
Drei Tote bei einem Autvunglück.
TU. Dortmand. In der Nähe von
Her=
decke geriet ein Auto=Laſtzug aus Eſſen auf
ab=
ſchüſſiger Straße ins Rutſchen und fuhr gegen einen
Baum. Währned ſich der Führer retten konnte,
wur=
den drei Mitfahrer getötet.
Ein Gradierwerk eingeſtürzt.
TU. Dortmund. Das größte Gradierwerk in
Wachendorf, die ſogenannte Feldſaline, iſt infolge
von Bodenverſchiebungen eingeſtürzt. Das Werk war
311 Meter tief und 12 Meter hoch. Der
Material=
ſchaden beträgt nach oberflächlicher Schätzung 300 000
Mark. Perſonen ſind nicht zu Schaden gekommen.
Der Badebetrieb wird durch den Einſturz nicht
be=
einträchtigt.
Ein koſtbarer Fund.
WSN. Traben=Trarbach. Beim Entleeren
eines Aſcheeimers entdeckte ein Hotelangeſtellter ein
Brillantkollier im Werte von über 10 000 Mark. Vor
längerer Zeit hatte ein Juwelier den koſtbaren
Schmuck vermißt, der ihm von dem ehrlichen Finder
jetzt ausgehändigt wurde.
Unwetter im Altvatergebirge.
Breslau. Ueber das Alwatergebirge ging am
Sonntag erneut ein furchtbares Unwetter nieder,
das nach der „Schleſiſchen Zeitg.” erhebliche
Ueber=
ſchwemmungen und Schaden im Bieletal verurſachte.
Dem ſtarken Temperaturwechſel folgte ein
orkan=
artiger Sturm.
Geplanter Transatlantikflug Udets.
München. Wie die „München=Augsburger
Abendzeitung” meldet, iſt der Münchener Flieger
Udet an einheimiſche Fabriken herangetreten, eine
Flugmaſchine zu konſtruieren, mit der er einen
Dauerflug München—New York unternehmen will.
Die Finanzierung des Unternehmens ſoll bereits
ge=
ſichert ſein.
160. Geburtstag Wilhelm v. Humboldts.
Wilhelm von Humboldt,
Her bedeutende Sprachforſcher, Geſchichtsphiloſoph
und Staatsmann, ein Bruder des großen Pioniers
der Erdforſchung, Alexander v. Humboldt, iſt vor
160 Jahren, am 22. Juni 1767, in Potsdam
ge=
boren worden.
Dienstag, den 21. Juni 1927
Zur Eröffnung des Nürburg=Ringes.
Deutſchlands ſchönſte Automobilrennſtraße.
Die letzte Trainingsfahrt vor Beginn
Einſegnung der Bahn durch Pfarrer
des Nennens.
Gundershauſen von Nürburg.
Am Samstag und Sonntag fanden die Eröffnungsrennen auf der neuen Automobilrennbahn
„Nürburg= Ring” ſtatt. Die Bahn iſt nach den neueſten Erfahrungen auf dem Gebiete des
Auto=
rennbahnb. es angelegt; ihre Länge beträgt 29 Kilometer.
1200=Jahrfeier der Stadt Hersfeld.
Blick auf Hersfeld.
Das ſchöngelegene Städtchen Hersfeld begeht demnächſt die Feier ſeines 1200jährigen Beſtehens.
Hauptverſammlung des Vereins
deutſcher Zeitungsverleger.
Dresden. Nach dem eindrucksvollen Auftakt
des Feſtakts und des Begrüßungsabends begannen
am Sonntag vormittag die geſchäftlichen Beratungen
des Vereins deutſcher Zeitungsverleger. Die
Haupt=
verſammlung war außerordentlich zahlreich beſucht.
Ueber 200 Verleger aus dem ganzen Reiche nahmen
an der Tagung teil. In ſeiner Begrüßungsanſprache
betonte der Vorſitzende, Kommerzienrat Dr.
Krumb=
haar=Liegnitz, daß der ſtarke Beſuch und der
bis=
herige glänzende Verlauf der Tagung bewieſen
habe, wie ſehr der Verein deutſcher
Zeitungsver=
leger nicht nur an innerer Kraft, ſondern auch an
äußerer Bedeutung und öffentlicher Beachtung
im=
mer mehr gewachſen ſei. Er ſkizzierte kurz alle
ak=
tellen Fragen des Zeitungsweſens und das
ge=
waltige Maß von Arbeit, welches die
Vereins=
leitung auch im vergangenen Geſchäftsjahr zu
be=
wältigen hatte. Im beſonderen beleuchtete der
Vor=
ſitzende das engere Verhältnis des Vereins zu ſeinen
Unterorganiſationen. Der Vorſitzende wies ferner
auf die Tätigkeit der Vereinsleitung für die
Neu=
formung des Reichspreſſegeſetzes und die Reform
des Strafgeſetzbuches in den Fragen, die die Preſſe
berühren, hin. Zum Schluß ſeiner Ausführungen
ſprach Dr. Krumbhaar dem Kreisverein Sachſen und
ſeinem Vorſtand den Damk der Vereinsmitglieder
für die herzliche Aufnahme in Dresden aus,
insbe=
ſondere auch dem ſtellvertretenden Vorſitzenden des
Vereins, Profeſſor Dr. Jul. Ferdinand Wollf, für
die geiſtvollen Anregungen und tatkräftige
Durch=
führungsarbeit, mit der er das Wirken des Vereins
deutſcher Zeitungsverleger und die Tätigkeit der
Zei=
tungsverleger in der gegenwärtigen Dresdener
Aus=
ſtellung zur wirkungsvollen Darſtellung gebracht hat.
Dr. Garbe=Berlin erſtattete den Bericht über die
finanzielle Lage des Vereins. Jahresrechnung und
Voranſchlag wurden von der Verſammlung
ein=
ſtimmig und ohne Debatte genehmigt. Aus der
Ver=
ſammlung heraus wurde der Geſchäftsleitung für
die ſorgſame vorausſchauende Finanzführung
leb=
hafter einhelliger Dank entgegengebracht. Bei den
Wahlen wurden die ausſcheidenden Mitglieder des
Vorſtandes und die Rechnungsprüfer durch Zuruf
einſtimmig wiedergewählt. Dieſelbe Einſtimmigkeit
ergab ſich bei der Genehmigung der Jahresrechnung,
des Voranſchlags, der Wahl= und Satzungsänderung
des Arbeitgeberverbandes für das Zeikungsgewerbe.
Zur allgemeinen Lage der deutſchen Zeitungen
ſprach alsdann der Vorſitzende Dr. Krumbhaar. Er
gab zunächſt einen ausführlichen, durch reiches
Zahlen=
material veranſchaulichten Ueberblick über die
wirt=
ſchaftliche Entwicklung im letzten Jahre. Er zeigte
auf, daß von einer guten Konjunktur angeſichts der
ungeheuren Reparations= und Steuerlaſten noch keine
Rede ſein könne und ſtellte dann im einzelnen die
wirtſchaftlichen Verhältniſſe der Zeitungen dar, die
Tendenz zur Steigerung der Unkoſten auf allen
Ge=
bieten des Zeitungsweſens. Er trat entſchieden für
eine vermehrte Eigenpropaganda der Zeitungen ein.
Die intenſive Tätigkeit des Vereins zur
Aufrecht=
erhaltung der Vormachtſtellung der Zeitungsanzeige,
eine der wichtigſten aktuellen Aufgaben der
Zeitungs=
verlegerſchaft, müſſe die nachhaltigſte Unterſtützung
jeder einzelnen Zeitung finden. Insbeſondere gelte
es auch, die bei Behörden und Wirtſchaftskreiſen noch
vielfach anzutreffende Aberkennung der
wirtſchaft=
lichen Bedeutung der Zeitungsanzeige und die hier
herrſchende Preſſefremdheit und Inſertionsſcheu zu
bekämpfen. Dr. Krumbhaar mahnte zum Schluß
angeſichts der durchaus nicht befriedigenden Lage
des Zeitungsweſens zur äußerſten Sparſamkeit. Zwar
dürfe nicht die Qualität des Zeitungsinhalts
ver=
ſchlechtert wreden, aber in bezug auf die Quantität,
die Menge des Gebotenen, geſchehe oft zu viel.
Die Verſammlung nahm die wirtſchaftlich
hoch=
intereſſanten Ausführungen des Vorſitzenden mit
leb=
haftem Beifall entgegen. Eine angeregte Debatte
entſpann ſich im Anſchluß an den außerordentlich
wertvollen und lehrreichen Vortrag von Zweck=
Bernburg über die beſonderen Intereſſen des
Zei=
tungsverlegers an der neueren ſozialpolitiſchen
Ge=
ſetzgebung. Er forderte, daß bei den kommenden
Verhandlungen über das Arbeitsſchutzgeſetz die
In=
tereſſen der Zeitungen an der geſetzlichen Regelung
der Arbeitszeitfrage unbedingt berückſichtigt werden
müſſen.
Zum Thewa „Anzeigenweſen” ſprach der
Vor=
ſitzende des Anzeigen=Ausſchuſſes des Vereins,
Diet=
rich=Bochum. Er ſchilderte eingehend die ganze
Ent=
wickelung der Verhältniſſe im Anzeigenweſen in den
letzten Jahren und die erhebliche Arbeit, die von der
Vereinsleitung zur Beſſerung dieſer Verhältniſſe
geleiſtet werden mußte. Eine ausgiebige Debatte
führte alle aufgeworfenen Fragen zur Klärung. Die
Verſammlung ſprach dem Anzeigen=Ausſchuß, vor
allem ſeinem verdienſtvollen Vorſitzenden, den Dank
für das Erreichte aus.
Der erſte ſtellvertretende Vorſitzende des Vereins,
Prof. Dr. Jul. Wollf=Dresden, behandelte die im
nächſten Jahr in Köln ſtattfindende internationale
Preſſeausſtellung. Als Mitvorſitzender des
Fachaus=
ſchuſſes der Preſſe über das Zeitungsweſen
ſchil=
derte er ins einzelne gehend die Abſichten der
Aus=
ſtellungsleitung und das bisher bereits für ſie
ge=
leiſtete, insbeſondere auch Art und Umfang, in dem
ſich der Verein deutſcher Zeitungsverleger an der
Preſſeausſtellung zu beteiligen beabſichtigt. Seine
er=
ſchöpfenden Darlegungen wurden durch
Kommerzien=
rat Dr. Ahn=Köln wirkungsvoll ergänzt. Er, wie
auch Kommerzienvat Neven=Dumont=Köln ſprachen
Profeſſor Wollf unter lebhaftem Beifall der
Ver=
ſammlung den Dank des Vereins für ſeine
vorbild=
liche Arbeit, ſowohl für die Dresdener Ausſtellung
wie für die Vorbereitung der Kölner Ausſtellung aus.
Als Ort der nächſten Tagung wurde Berlin
ge=
wählt. Gleichzeitig wurde eine Einladung nach
Aachen und Köln angenommen, wo anläßlich der
Eröffnung der Internationalen Ausſtellung eine
gemeinſame Veranſtaltung der weſtlichen
Kreisver=
eine unter Zuziehung des Vorſtandes des V. D.3.
ſtattfinden ſoll. Zum Schluß fand Dr. Jänicke=
Han=
nover die allgemeine Zuſtimmung der Verſammlung,
als er die Verlegerſchaft aufforderte, ihre Mitarbeit
und Mithilfe einer allgemeinen Volksgabe zu leihen,
die dem Reichspräſidenten von Hindenburg zu ſeinem
80. Geburtstag vom deutſchen Volke dargebracht
werden ſoll.
Abends fand eine Feſtvorſtellung im ſtaatlichen
Opernhauſe unter Leitung des Generalmuſikdirektors
Fritz Buſch ſtatt.
Der Verein deutſcher Zeitungsverleger hat auf
die Begrüßung des Herrn Reichspräſidenten
ſolgen=
des Antworttelegramm abgeſandt: „Dem erwählten
Führer des deutſchen Volkes entbieten die heute zur
Hauptverſammlung aus allen Teilen Deutſchlands
in Dresden verſammelten deutſchen Zeitungsverleger
ihren ehrfurchtsvollen Gruß. Deutſchland kann das
Vertrauen haben, daß der Verein deutſcher
Zeitungs=
verleger ſeine vornehmſte Aufgabe und ſeine Pflicht,
hinter der alles andere zurückſtehen muß, darin
er=
blickt, die in der deutſchen Preſſe lebendigen geiſtigen
Kräfte über alles Trennende hinweg auf ein großes
Ziel einzuſtellen und zuſammenzufaſſen: Das Wohl
des Vaterlandes.”
Nummer 170
Feſtnahme des Hamburger Gattenmörders.
Hamburg. Der Angeſtellte Franz Moſer aug7
Frankfurt a. M., der am Samstag in einem hieſigen:
Penſionat ſeine Frau erdroſſelt hatte, wurde, wiee
die Polizeidirektion mitteilt, in Frankfurt a. M. feſt=.
Landung eines belgiſchen Freiballons.
Plauen (Vogtland). Am Montag morgen 7.100
Uhr mußte ein belgiſcher Freiballon mit einem
Kax=
pitän und einem Leutnant, die am Sonntag abendo
21,30 Uhr bei Brüſſel zu einer Wettfahrt mit achtt
anderen Ballons aufgeſtiegen waren, notlanden.
Von einem Grenzpoliziſten erſchoſſen.
Heydekrug (Memelgebiet). Als in der Nacht
zum Sonntag eine Beſitzerstochter vom Baden zu.u
rückkehrte traf ſie unterwegs ein litauiſcher Grenz
poliziſt, der ſie unter dem Verdacht des Schmuggelns.!
anhielt. Als die Beſitzerstochter einige Schritte ſeit,t
wärts machte, gab der Grenzpoliziſt einen Schuß auy
ſie ab, an deſſen Folgen ſie 1½ Stunden ſpäter ſtarbch
Segelbootunglück auf der Oſtſee.
TU. Schwerin. Fünf Studentinnen und dres
Studenten der Univerſität Roſtock unternahmen amm
Sonntag nachmittag von Warnemünde aus einn
Segelfahrt nach dem Oſtſeebad Müritz. Geger=
5 Uhr nachmittags traten ſie, obwohl der Winzu
außerordentlich ſtark aufgefriſcht hatte, von der Weſtf
brücke aus die Rückfahrt an. Das Boot konnte bi.)
8 Uhr abends noch vom Strand aus, ſchwer mit ders
Wellen kämpfend, beobachtet werden. Gegen 1 Uhch.
nachts ſichtete das Fährſchiff Warnemünde—
Gjedſe=
die verzweifelt mit dem Waſſer Kämpfenden. Es
wurden ſofort Rettungsverſuche unternommen. Wähl)
rend es gelang, zwei Studentinnen der ſtürmiſches
See zu entreißen, fanden drei Studentinnen und dren
Studenten den Tod in den Wellen. Das
Rettungs=
boot des Fährſchiffes ging bei den
Rettungsver=
ſuchen verloren. Wie ſchwer der Sturm war,
gell=
daraus hervor, daß auf dem Fährſchiff mehrer=
Eiſenbahnwagen umſchlugen. Die Namen der E.ä
trunkenen ſind: Fräulein Elſe Beckmann aun
Roſtock, 27 Jahre alt, deren Schweſter, ferner Fräu,
lein Charlotte Schilling aus Landsberg a. d. UEI
30 Jahre alt, Karl Kopp aus Wismar, 27 Jahun
alt, Karl Max Schmack aus Gleiwitz, 26 Jahre au
und Student Alfred Blum aus Berlin=Friedrich=6
hafen, 25 Jahre alt. Ein Fräulein Lange und ein
Fräulein Neumann ſind gerettet worden.
Vom Blitz erſchlagen.
Stralſund. Bei dem am Samstag über Voo
pommern niedergegangenen ſchweren Gewitter wurkn
auf einem Rittergut eine Gruppe Schnitter voc
Blitz getroffen, wobei ein Schnitter ſofort getötg,
während zwei Schnitterinnen ſchwer verletzt wunder
Chamberlin in Wien.
TU. Wien. Chamberlins Eintreffen auf der
Wiener Rlughafen wurde durch ſtrömenden Regep
beeinträchtigt. Kaum 7000 Perſonen hatten ſein.n
Ankunft geharrt. Dafür übertrafen die polizeilichee
und ſogar militäriſchen Abſperrungskräfte das Be
liner Schupoaufgebot. Der Jubel der Schauluſtiger
auf dem Flugplatz Aſpern war aber ſo groß, deut
die Abſperrungsmaßnahmen nicht verhindern konm
ten, daß die Ozeanflieger und ihre Gattinnen 7—
nach einem zweiſtündigen Flugplatzaufenthalt i
Hotel aufſuchen konnten. Sonntag abend fand ſü.
die Flieger ein intimes Eſſen in der amerikaniſchen
Geſandtſchaft ſtatt.
Unwetter im Semmeringgebiet.
Wien. Am Samstag und Sonntag richtet*
ſchwere Unwetter im Kurorte Bayernbach (Semmp
vinggebiet) großen Schaden an.
Exploſionsunglück.
Budapeſt. Auf dem Truppenübungsplatz
Hafmasker explodierte nach Beendigung eim
Uebung bei Aufräumungsarbeiten ein unbemerfüh=
Blindgänger, wodurch zwei Artillerieſoldaten O0
tötet wurden.
Byrds Start verſchoben.
NewYork. Byrd hat nach einer
Beſprechu=
mit dem Sachverſtändigen der Wetterwarte 1)
ſchloſſen, ſeinen Europaflug erſt in den nächſth
Tagen anzutreten.
60 Tote bei einem Erdrutſch.
EP. NewYork. Nach einer Meldung aus 2
gota in Columbien iſt eine Baumwollſpinnerei
Roſellon bei Medellin durch einen Erdrutſch, He
durch das anhaltende Regenwetter verurſacht word”
iſt, verſchüttet worden. 60 Arbeiter werden verm-
Man befürchtet, daß ſie unter dem Schutt begral.”
worden ſind. Bis jetzt konnten 10 Leichen geborE!
werden.
Segelflieger Schulz abgeſtürzd
Ferdinand Schulz,
der durch ſeine hevvorragenden Leiſtungen im mor 2
loſen Flug weithin bekannt gewordene oſtpreußi.
Lehrer, iſt am Freitag nachmittag auf dem öich
platz Danzig=Langfuhr mit einem kleinmotorſ
Sportflugzeug aus 30 Meter Höhe abgeſtürzt. 2
Flugzeug wurde zertrümmert, der Flieger mußte *
Verletzungen ins Krankenhaus geſchafft wemet. ”
Nummer 7
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
21. Junz 1927
Bie Opel-Betriebe
In Rüsselsheim.
Von
Ing. B. Vater, Darmstadt.
Vor einiger Zeit gab die Betriebsleitung der Opel=Werke
em Verfaſſer Gelegenheit, die Werkſtätten der Firma einer
ein=
gehenden Beſichtigung zu unterziehen. Wenn es an ſich ſchon von
ggroßem Intereſſe war, die vorbildlich geleiteten, muſterhaften
Betriebe dieſes großen Unternehmens kennen zu lernen, ſo trug
woch der Umſtand, nach dem gerade dieſes Werk eifrig bemüht iſt,
ſſich für ſeine Erzeugung amerikaniſche Fabrikationsmethoden zu
seigen zu machen, ſehr dazu bei, den Beſuch beſonders lohnend
Bu geſtalten.
Fließarbeit, d. h. die Arbeit am laufenden Band, iſt ja jetzt
Bum Begriff und Schlagwort geworden, man möchte ſagen, faſt
Bu einem Symbol techniſchen Fortſchritts, wenigſtens was die
MMaſſenerzeugung anbelangt. Man hat ſich daran gewöhnt,
mmerikaniſche Erfolge mit amerikaniſchen Maſchinen und ameri=
(Eaniſchen Arbeitsweiſen in Verbindung zu bringen. So iſt es
ſEein Wunder, daß unſere deutſche Induſtrie dieſe Neuerungen
mufzugreifen beginnt, ja aufgreifen muß, obwohl ſich Stimmen
geltend machen, die von einer ſolchen Uebernahme nichts wiſſen
wvollen und die Anſicht ausſprechen, daß wir den Sieg in dieſem
großen Wirtſchaftskampf nur mit Kerntruppen von bis ins Letzte
ausgebildeten Facharbeitern zu erringen in der Lage ſind. Zwei
FFaktoren ſind es, die dieſe Anſchauungen als nicht mit Unrecht
Gegründet erſcheinen laſſen: Einesteils darf das
Menſchen=
nnaterial, wie es unſere Arbeiterſchaft ſtellt, als unbedingt wert=
Söller angeſehen werden (denn wer mit den Verhältniſſen
ver=
traut iſt weiß, daß die wirtſchaftliche Notlage viele ehemals
(ſelbſtändige kleine Meiſter und Handwerker in die Fabriben gehen
ſchieß), ſodaß eben eine ſolche vollſtändige Uebertragung nicht zu
interſchreiben wäre; andernteils fehlt es uns an Geld, und zwar
Hinterachs-Montage auf dem automatischen Förderband.
mn Geld zur Einrichtung und Ausgeſtaltung und zum Verkauf.
Denn die Organiſation des Abſatzes, die Schaffung eines
Mark=
ves, wie ihn die Erzeugung auf genannter Baſis mit zur
Voraus=
betzung hat, erfordert Kapital.
Nichtsdeſtoweniger aber, abgeſehen von alten Einzelheiten,
ſiiegt es klar auf der Hand, daß unſere Induſtrie ſich offenſichtliche
Worteile zunutze zu machen ſucht, denn die alten Arbeitsweiſen
weiſen oftmals eine erſchreckende „Leerlaufarbeit” auf und
kön=
uen eine Auffriſchung nur zu gut gebrauchen. Welch einen
un=
andlich langen Weg mußte ein Werkſtück zurücklegen bis zur
Wollendung, weil man in dem durch Hilfskräfte ausgeführten
„Transport keine weſentliche Verteuerung ſah und die ſchön
ge=
mrennten Abteilungen der einzelnen Maſchinen= und
Arbeiter=
cattungen für einen überſichtlichen Fabrikationsgang erforderlich
bielt, wie ſelbſtverſtändlich durchkramte früher ein Schloſſer auf
der Suche nach einem paſſenden Schlüſſel zum Anziehen einer
Serie von Schraubenmuttern ſeinen Schrank, um ſich dann mit
(sifer an eine langwierige Arbeit zu begeben, die er heute in
miindeſtens einem Drittel der Zeit vermittels einer über dem
Arbeitsplatz angebrachten, an einer Rolle mit Gegengewicht
hän=
genden kleinen Preßluftmaſchine ausführt.
In der Fahrradabteilung der Firma Opel erhält man nun
ein Bild davon, wie ſich manche Arbeitsvorgänge mit dem „
lau=
ſenden Band” „abrollen” laſſen. Sehr intereſſant iſt z. B. die
foerſtellung des Rahmens, der ja bekanntlich aus einzelnen
Rohr=
ſtrücken zuſammengeſchweißt wird. Eine Anlage, die einem
fliegen=
dem Karuſſell nicht unähnlich iſt, wie dieſes aus einem drehbaren
Mittelteil mit Auslegern beſteht, gibt der ganzen Arbeitsweiſe
erne beſtimmte Methode. Am Ende der Ausleger ſind beſondere
feaken angebracht, zum Anhängen des Rahmenſtückes, und zwar
ſo, daß die zu ſchweißende Stelle gut zugänglich iſt. Die
Brenn=
moffzuführung erfolgt von der Mitte aus und das ganze Geſtell
drreht ſich ganz langſam, dem Mann, der mitgeht, genügend Zeit
zur Ausführung der Arbeit laſſend. Nach Beendigung tritt dieſer
noieder auf ſeinen alten Platz zurück, wo inzwiſchen der Ausleger,
deer das Werkſtück ſeines Nebenmannes trägt, angekommen iſt und
heginnt ſeine Arbeit von neuem, immer mit demſelben Teil und
derſelben Stelle. Dieſe Arbeitsgliederung bietet eine Gewähr
ſtir zuverläſſige und vorſchriftsmäßige Fertigung, die ſich wegen
dier Verſchiedenartigkeit der einzelnen Schweißſtellen ſonſt
ſchwie=
ry ger durchführen läßt, jedenfalls, winn der Arbeitsvorgang auf
dire beſchriebene Weiſe zeitlich feſtgelegt iſt.
Eine beſondere Sehenswürdigkeit bildet die neu erbaute und
eiliſt kürzlich in Betrieb genommene Lackiererei. Für gewöhnlich
rächnet eine Werkſtatt dieſer Art zu den Teilbetrieben, die wegen
unvermeidbarer Unannehmlichkeiten bezüglich Sauberkeit uſw.
enne etwas ſtiefmütterliche Behandlung erfahren. Natürlich nicht
mm nun hier beſondere Fürſorge angedeihen zu laſſen, ſondern
auts rein praktiſchen Erwägungen heraus, wurde, zurückgreifend
auuf eine alte Heiſtellungsmethode, mit modernen
Transport=
anilagen eine muſtergültige Einrichtung geſchaffen. Eine endloſe
ſbette, auf Rollen laufend und mit Haken ausgerüſtet, zieht ſich
ſéGräg von einem Stockwerk ins andere hinauf. Unten hängt
enn Arbeiter Felgen auf Felgen, Schutzbleche auf Schutzbleche
diaran, und an beſtimmter Stelle oben werden die Teile wieder
abogenommen, um dann auf die Tauchgeſtelle der
Lackiereinrich=
trung gehängt zu werden. Hier iſt der Eingang zu der noch=
Du sehnst dſch, mſt hinaus zu wandern,
Bereſtest dich zu raſchem Flug.
Dir selbst sel treu und treu den andern,
Dann ſst die Enge weſt genug.
Goethe (1799—1832)
mal durch ein beſonderes Drahtgitter abgeteilten
Lackier=
anlage, deren Wände dauernd mit Waſſer berieſelt werden.
Dieſe beſteht zunächſt wieder aus einem endloſen Band, derart,
daß walzenartige Geſtelle rechts und links eine Kettenführung
beſitzen, vermittels der ſie einen beſtimmten Weg zurücklegen
müſſen: durch das erſte Lackbad, über die Abtropfbahn und durch
den Trockenofen. Dieſer Vorgang wiederholt ſich ein zweites
Mal ohne Unterbrechung des Arbeitsganges. An dem zuerſt ge=
Zylinder-Blöcke auf dem Rollen-Förderband.
einlegen, Decke am Ventil einklemmen und dieſes aufſetzen, Decke
fertig einklemmen, Ventil feſtdrehen und Schlauch mit Preßluft
auf=
blaſen. — Selbſt wenn es verpadt wiro, hängt das nunmehr
fertige Fahrrad an einer laufenden Kette und fährt an ihr in den
zu ebener Erde gelegenen Vorratsraum. Zuſammenfaſſend läßt
ſich ſagen, daß überall da, wo ſich der Prozeß nach dem Syſtem
der Fließarbeit vollzog, in dem Beſchauer nirgends der Eindruck
erweckt wurde, daß ſich dieſe Geſetzmäßigkeit zu einem
unwür=
digem Zwang geſtaltete; wo ſie eingeführt war, paßte ſie ſich der
Art des Arbeitsrorganges en. Es iſt erklärlich, daß die Firma
bei dem Wunſch nach Steigerung ihrer Leiſtungsfähigkeit von
dieſen Errungenſchaften der modernen Technik Gebrauch macht;
zu hoffen ſteht nur, daß ſie auch trotz der bekannten Güte ihrer
Markenräder bei einer Tagesproduktion von 3000 Stück den
nöti=
gen Abſatz findet.
Der Veſichtigung der Fahrradabteilung ſchloß ſich eine ſolche
des Automobilbaues an. Hier iſt noch mauches im Werden
be=
griffen. Verſtändlich, denn die ganze Frage iſt viel mehr noch
nach der kaufmänniſchen Seite hin zu betrachten. Was nützt eine
noch ſo fein ausgedachte Maſſenanfertigung, wenn der Verkauf
mit der Produktion nicht Schritt halten kann? Aber alles deutet
darauf hin, daß man ſich mit dem Gedanken trägt, ſie in ähnlicher
Art und Weiſe zu geſtalten. Auf Schritt und Tritt finden ſich
Neuerungen und Verbeſſerungen. Sei es die ſchon am
An=
fang erwähnte kleine Preßluftmaſchine zum Anziehen von
Schrau=
benmuttern, ſei es die Außerdienſtſtellung der kleinen
Werkſtatt=
transportwagen, deren hervorſtehende Schienen und Drehſcheiben
manchen Unglücksfall hervorgerufen haben, und wieder die
An=
lage einer laufenden Kette als Beförderungsmittel, ſei es eine
elektriſche Polſterſtoffſchneidemaſchine oder die amerikaniſche
Kopiermaſchine. Auf letztere lohnt es ſich, mit ein paar Worten
einzugehen. Ein Kotflügel wird z. B. in wenigen Sekunden auf
einer Preſſe hergeſtellt, wobei ein bereits zugeſchnittenes Blech
über ein Geſenk geſchoben wird und die Maſchine nun den
ſoge=
nannten Stempel hineindrückt. Dieſer Stempel muß das
Gegen=
ſtück zu dem Geſenk bilden und ſtellt im großen und ganzen die
maſſive Form des gewünſchten Werkſtückes dar. Man braucht ſich
nur den fertigen Kotflügel angelegentlich betrachten, um die
Schwierigkeiten zu ahnen, die ſich bei Herſtellung des Stempels
ſelbſt ergeben. Dieſe Arbeit wird durch die erwähnte Maſchine
weſentlich vereinfacht. Die Maſchine beſitzt zwei Spindeln, eine
zum „Taſten” die andere, als Arbeitsſpindel für den Fräſer.
Beide liegen horizontal; vertikal zu der oberen iſt das
Blech=
modell, zu der unteren der zu bearbeitende Block befeſtigt. Der
Taſter betätigt eine elektriſche Schaltung, die wiederum den
Vor=
ſchub regelt; auf dieſe Weiſe arbeitet der Fräſer immer ſo viel
ab, wie es das Modell angibt und die ganze, an und für ſich
mühevolle Arbeit, die früher geübte Spezialiſten erforderte,
er=
fährt eine weſentliche Vereinfachung.
Ein Blick in die große, geräumige Montagehalle bot den
Ab=
ſchluß der Beſichtigung. Auf einer Gleisanlage laufen fahrbare
Geſtelle,, auf die die Chaſſis aufgeſetzt werden. Zunächſt wird
der Motor einmontiert, ſpäter folgt dann die Karoſſerie. Wenn
nan die Wagenreihe entlang geht, erhält man einen guten
Ueber=
blick über die einzelnen Stadien des Zuſammenbaues und wird
ſich eigentlich erſt jetzt recht bewußt, welch komplizierten Mecha=
Vielspindlige Zvlinder-Bohrmaschine und Rollen-Förderband.
uannten Ende werden nun dieſe Geſtelle, während ſie langſam
vor=
ſchreiten, mit den Felgen und Schutzblechen behängt; der
Arbeits=
gang iſt ſo geregelt, daß das nachfolgende Geſtell in erreichbare
Nähe gekommen iſt, wenn das erſte fertig „beſchickt” iſt. Zwei direkt
rechts und links über dem Lackbottich angebrachte Zahnräder
drücken die Ketten und damit die Geſtelle herunter und laſſen
die Werkſtücke in den Lack eintauchen. Ueber eine ſchräg liegende
Tropfbahn hinweg werden dieſe dann wieder aufwärts geführt
und gelangen nun in den horizontal angeordneten Trockenofen,
bei deſſen Verlaſſen der Prozeß beendet iſt. Durch geſchicktes
Aufhängen läßt ſich eine einwandfreie, ſchön glatte Oberfläche
erzielen, und es bilden ſich weder Blaſen noch „Rotznaſen”. In
der Mitte des langgeſtreckten Raumes ſind dann mehrere
Arbei=
terinnen damit beſchäftigt, den Schutzblechen die letzten
Fein=
heiten, wie einen roten Rand und die gelbe Firmenbezeichnung,
zu geben. Die Arbeitsſtücke werden ihnen wieder durch ein Band
zugeführt und durchwandern, ehe ſie an die erſtgenannte Kette
zum Rücktransport ins tiefer gelegene Stocklwerk aufgehängt
wer=
den, nochmals einen kleinen Trockenofen.
Mit bewundernswerter Geſchicklichkeit geht das Auflegen von
Schläuchen und Decken auf die Felgen vor ſich, ebenfalls in
Rei=
henfertigung. In wohl kaum mehr als drei Minuten ſteht das
Rad aufgepumpt und einſetzfertig da, von Hand zu Hand gehend,
ſodaß jeder Mann nur beſtimmte Griffe macht, Decke und Schlauch
Karosserie-Monlage.
nismus ſo ein Auto immerhin vorſtellt und wieviel Hände zur
Vollendung beitragen müſſen. Steht dann der fertige Wagen
auf dem Prüfſtand, ſo muß er Zeugnis ablegen von der Güte
des Materials, aus dem er hergeſtellt wurde. Während die
Vor=
derräder in Vertiefungen ruhen, die aus einer einfachen Holzbohle
herausgearbeitet ſind, liegen die Hinterräder in ſolchen, die aus
der Nebeneinanderſtellung zweier kleiner Walzen gebildet werden,
die mitlaufen und den Wagen an der Vorwärtsbewegung
hin=
dern. Dient dieſe Unterſuchungsanordnung mehr dem Motor,
ſo beanſprucht die nachfolgende Probe, wo die Hinterräder auf
exzentriſch gelagerten Walzen laufen und der Wagen bei hoher
Tourenzahl kräftig hin und her geſchüttelt wird, hauptſächlich
die Federteile.
Damit ſei die Wiedergabe einiger Einzelheiten, geſammelt
anläßlich eines Rundganges durch die Opel=Betriebe, beſchloſſen.
Für die Allgemeinheit, die mehr und mehr techniſchen Fragen
Geſchmock abgewinnt, ſind ſie ſicherlich von Intereſſe. Zumal es
ſich im Auto um ein techniſches Erzeugnis handelt, mit dem
immer weitere Kreiſe unſeres Völkes in innige Berührung kom=
Wärmestandplatte.
Von
Dipl.-Ing. Zwener, Köln.
Wer hätte nicht ſchon in kalter Winterszeit den
Verkehrs=
poliziſten bedauert, der von berufswegen gezwungen iſt,
ſtunden=
lang faſt unbewegt auf ſeinem Poſten auszuharren? Der
mili=
täriſche Wachpoſten kann wenigſtens noch langſamen Schritt üben,
um den Blutumlauf in Bewegung zu halten. Für ähnliche
Ver=
hältniſſe in der Jnduſtrie, wenn beiſpielsweiſe ein Kranführer
hoch oben in ſeinem Führerſtand unter geſpannter
Aufmerkſam=
keit ſtundenlang auf demſelben Fleck verharren mußte, hat man
ſchon länger elektriſch beheizte Fußwärmeplatten im Gebrauch.
Auf der Straße waren dieſe aber ſeither nicht anzuwenden, da
ein Zulauf von Weſſer bei ſtarkem Regen in kürzeſter Friſt zu
Kurzſchlüſſen geführt hätte. Die A. E. G. hat zur Ausfüllung
dieſer Lücke eine Wärmeſtandplatte konſtruiert, die mit größter
Sicherheit gegen Eindringen von Regenwaſſer geſchützt iſt. Die
Platte, etwa 40 zu 40 Zentimeter groß, iſt aus Gußeiſen
herge=
ſtellt und ſtellt eine oben geſchloſſene Glocke von 23 Zentimetern
Höhe dar. In etwa zwei Drittel der Höhe iſt ein U=förmiger
Stabheizkörper frei aufgeſtellt. Hierdurch iſt einmal vermieden,
daß eine Berührung zwiſchen Glocke und Platte erfolgt, und
außerdem, daß der Heizſtab ins Waſſer kommt, da nach dem
Grundſatz der Taucherglocke das Waſſer in der Glocke nie
hoch=
ſteigen kann. Die Oberfläche der Platte liegt bündig mit der
Fahrbahn, ſo daß der Verkehr nicht behindert iſt, und weiſt
Ver=
tiefungen auf, wodurch ein Ausgleiten vermieden wird.
Auch für Mark ſtände dürfte ſich die Platte empfehlen, zumal
bei dem geringen Stromverbrauch ron 250 I die Betriebskoſten
gering find. Für die Elektrizitätswerke eine neue
Abſatzmöglich=
keit für Strom.
Dienstag, 21. Juni 1927.
Technik der Gegenwert
Motorische Kräfte
in der Landwirtschaft.
Von
Dr. Gustav Stöckle, beratender Diplom-Ingenieur, Darmstadt.
Die Einführung der landwirtſchaftlichen Zugmaſchine hängt
auf das innigſte mit der Entwicklung der Dampfmaſchine und
hauptſächlich mit der der Verbrennungsmaſchine zuſammen
Das Beoürſuis zur Verwendung motoriſcher Kräfte aber wurde
durch eine notwendig gewordene Ertragsſteigerung des
land=
wirtſchaftlich genutzten Bodens hervorgerufen. Dieſe verlangte,
neben beſſeren Methoden in der Bodenbearbeitung und
ver=
beſſerten Bodenbearbeitungsmaſchinen, größere Zugkräfte.
Natur=
gemäß waren und ſind es die ausgedehnten Güter, die ſich
die=
ſer größeren motoriſchen Kräfte bedienen. Nach einer
Reichs=
ſtatiſtik aus den Jahren 1882 und 1895 waren in Deutſchland
an Dampfpflügen 836 bzw. 1696 vorhanden, was eine
Zu=
nahme in einem dreizehnjährigen Zwiſchenraum von 860
Dampf=
pflügen bedeutet. Nach einer Zählung im Jahre 1907, die in
Preußen gelegentlich der landwirtſchaftlichen Betriebszählung
vorgenommen wurde, hatte dieſes allein im Jahre 1895 1209
Dampfpflüge und im Jahre 1907 2635, woraus die Wert=
Bild 1. 40 P. S. Stockmotorpflug „Stockkraft”
ſchätzung derſelben für die Landwirtſchaft zu erſehen iſt.
Spä=
tere Aufzeichnungen über motoriſch betriebene Pflüge beſitzen
wir leider nicht, können aber eine entſprechende Steigerung der
Zahlen bis heute annehmen, zudem der Dampfmaſchine eine
recht gefährliche Konkurrenz in dem Verbrennungsmotor
ent=
ſtanden iſt. Wir können heute ſchon ohne Uebertreibung
be=
haupten, daß die Entwicklung der betrieswirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe in der Landwirtſchaft durch die Verwendung des
Motorpfluges in einen neuen Abſchnitt getreten iſt.
Vor der Einführung des Motorpfluges war es nur den
größeren Gütern möglich — und zwar Gütern von 20 Hektar
ab — ſich einen Dampfpflug anzulegen, während die mittleren
und kleineren Güter eine Rentabilität durch die Verwendung
eines hochpreiſigen Dampfpfluges nicht herauswirtſchaften
konn=
ten. Durch den Bau von Brennſtoffmotoren zum Antrieb von
Pflügen und Ackergeräten wurde es möglich, auch die Beſitzer
kleinerer Güter an den Fortſchritten der landwirtſchaftlichen
Technik teilnehmen zu laſſen, wodurch die Ertragfähigkeit des
Bodens und die Produktionsverbilligung nicht nur den
grö=
ßeren Gütern zuteil wurde.
Wir haben in Deutſchland bereits eine große Zahl der
ver=
ſchiedenſten Typen und Fabrikate von Motorſchleppern, die
im=
ſtande ſind, die verſchiedenartigſten Arbeiten, die einen größeren
Kraftaufwand erfordern, in der Landwirtſchaft zu vollbringen
Eswerden mit dem Motorpfluge im Frühjahr und Herbſt nicht
nur die erforderlichen Pflugarbeiten erledigt, ſondern es wird
Bild 2. 40 P. S. Hanomag WD-Schlepper als Ackerzugmaschine
auch mit Hilfe des Motorpfluges die Dreſchmaſchine getrieben,
geſägt, Kartoffeln ausgemacht, Gras= und Getreidemäher
ge=
zogen und anderes mehr. Die Anwendung der
Untergrund=
packer, überhaupt der Untergrundkultur, iſt in dem gewünſchten
Maße erſt durch den Motorpflug möglich geworden. Je größer
aber die Verwendungsmöglichkeit der einmal beſchafften
moto=
riſchen Kraft iſt, deſto rentabler wird dieſe für den betreffenden
Landwiri, d. h. je gründlicher und je mannigfaltiger die
Muskel=
arbeit von Menſch und Tier durch den Motor Ergänzung
fin=
det, deſto lohnender wird ein Motorſchlepper für den Beſitzer.
Es kann nicht Aufgabe dieſer Zeilen ſein, eine ergänzende
Darſtellung und Beſchreibung ſämtlicher exiſtierender
Motor=
pflüge zu geben. Ich will mich lediglich auf die Beſchreibung
einiger Typen und Fabrikate beſchränken, wie dieſe von unſerer
heſſiſchen Landwirtſchaft verwendet werden können. Bei
verſchie=
denen Typen beſteht die Möglichkeit, den Motorpflug zur
Straßenzugmaſchine mit wenig Mühe umzuändern. Die Räder
der Schlepper werden, je nach Konſtruktion mit Gummireifen
verſehen. Größere Steigungen und Laſten werden dagegen von
den Raupenſchleppern bewältigt.
Aus dieſer Betrachtung ſcheiden wir auch die Fräſen aus,
wie dieſe beſonders von den Firmen Siemens=Schuckert und
der Comfräſch A.G. gebaut werden. Die Fräſen werden in der
Praxis verſchieden beurteilt. Zudem ſind dieſe im
Anſchaf=
fungspreis gegenüber den Motorpflügen weſentlich höher.
Bei den Motorpflügen hat man beſonders zwei Tyden zu
unterſcheiden. Die ſogenannten Tragpflüge, bei denen die
Pfluggeräte direkt angebracht ſind, und die Traktoren; an letz=
Bild 3. 28 P. S. Hanomag WD.Schlepper als Straßenzugmaschine
tere werden die Pflüge und Geräte angehängt. Die Bedi
der folgenden Typen, das Aus= und Einſetzen der Pflüg
folgt aber jeweils von dem Pflugführer. Bei ſchweren
gen, für ganz große Güter, nimmt jedoch ein beſonderer
nungsmann auf dem Anhängegerät Platz.
Zu der erſtgenannten Kategorie, den Tragpflügen,
der Stock=Motorpflug. Im Jahre 1910 baute Stock den
deutſchen Motorpflug, der auch ganz befriedigende Arbeit Ie
Der Pflug kommt in zwei „Ausführungen, als „Stockk
— 40 PS. dreiſcharig — und als „Wendeſtock” — 21 PS.
den Markt. Letzterer iſt beſonders für den landwirtſchaft
Kleinbetrieb gedacht. Die Lenkung iſt ſehr einfach. Dieſelbe iſt
der Pferdelenkung angepaßt. Zwei Lenkhebel werden wie Zügel
angezogen. Zieht der Führer am rechten Hebel, ſo löſt ſich die
rechte Kupplung aus. Das linke Treibrad eilt voraus und der
Pflug dreht ſich nach rechts. Entſprechend wird die Drehung
nach links bewirkt. Je nachdem die Kupplung mehr oder
weni=
ger gelöſt wird, iſt der Lenkradius größer oder kleiner. Zieht
man die Kupplung ſehr feſt an, ſo bremſt man das Getriebe
auf dieſer Seite: das Treibrad ſteht ſtill und der Pflug wendet
auf der Stelle. Die Pflugkörper bei dem Wendeſtock wirken als
Brabanterpflug und ſind an einem drehbar gelagerten Rahmen
Bild 4. 12 P. S. Lanzscher Ackerbulldog
befeſtigt. Das Ausheben der Pflugkörper am Vorgewende
er=
folgt gewiſſermaßen automatiſch, ohne daß der Führer
irgend=
welche Hilfshandlungen auszuführen braucht, völlig ſelbſttätig,
indem die Körper durch die Wendebewegung des Pfluges aus
der Erde gedreht werden. Bild 1 zeigt den 40 PS Stockkraft.
Hier werden die Pflugkörper beweglich aufgehängt, um beim
Aufſtoßen auf Hinderniſſe, wie Steine, ſeitlich oder nach oben
ausweichen zu können.
Sehr gut eingeführt haben ſich die WD=Schlepper der
Deut=
ſchen Kraftpfluggeſellſchaft in Berlin. Die Maſchinen ſelbſt
werden von der bekannten Maſchinenfabrik Hanomag in Han=
Bild 5. 22 P. S. Lanzscher Großbulldog im Schnitt
over gebaut. Für unſere Verhältniſſe kommt der 28/32 PS=
Rad=
ſchlepper am meiſten in Frage, weniger der gleich ſtarke
Raupen=
ſchlepper, während der 50 PS.=Raupenſchlepper nur für größere
Zugkräfte und Steigungen benutzt wird, und zwar für
umfang=
reichere Güter. Als Ackermaſchine hat der Nadſchlepper ein
Betriebsgewicht von zirka 1900 Kilogramm, als
Straßenzug=
maſchine mit Gummireifen ausgerüchet zirka 3200 Kilogramm.
Für ſehr leichte Böden werden Radverbreiterungen geliefert.
Als Ackermaſchine werden normalerweiſe Greifererhöhungen
verwendet. Eine ſeitlich angebrachte Riemenſcheibe dient zum
Antrieb ſtationärer Maſchinen, wie Dreſchmaſchine, Säge uſni.
Mit dem Radſchlepper kann man immerhin eine Dreſchmaſchine,
mit einer Stundenleiſtung von etwa 25 bis 30 Zentnern
Wei=
zen trocken gerechnet, antreiben. Bild 2 zeigt einen WD=
Rad=
ſchlepper bei der Pflugarbeit, während Bild 3 den gleichen
Schlepper für Straßenzug mit Gummiausrüſtung ausgeſtattet
darſtellt.
Die bis jetzt beſprochenen Maſchinen ſind als
Viertakt=
maſchinen gebaut und können als Betriebsſtoff außer Benzol,
Benzin, Petroleum, Spiritus, auch Gasöle benutzt werden.
Bild 6. 22 P. S. Lanzscher Großbulldog
Spezialmaſchinen, die nur für die Verwendung von
Schwer=
len beſtimmt ſind, baut die beſtens bekannte Firma Heinrich
Lanz. Dieſe Schwerölmotoren werden in drei Größen
ver=
trieben: als 12 PS=Ackerbulldog, als 22 PS.=Großbulldog und
als 38 PS Felddank. Bild 4 zeigt einen Ackerbulldogg.
Inter=
eſſant iſt die Ausbildung des Fahrgeſtells als Vierradantrieb,
der ſich deſto mehr geltend macht, je weicher und nachgiebiger das
Gelände iſt, alſo auf Sand, Moor oder durchfeuchteten
Mineral=
böden. Dieſer Schlepper iſt für mittlere und kleinere
Guts=
betriebe geeignet. Seine mittlere tägliche Flächenleiſtung
be=
trägt beim Pflügen auf 8—10 Zentimeter Tiefe etwa 5—6
Mor=
gen, je nach den Bodenverhältniſſen.
Bild 7. 38 P. S.
scher Felddank
Bild 5 zeigt die Schwerölzugmaſchine Großbulldog in
Schnitt und Bild 6 in Anſicht. Die Ackerleiſtung dieſer
Ma=
ſchine beträgt täglich 8—12 Morgen beim Saat= oder
Tief=
pflügen.
Der Acker= ſowie der Großbulldog ſind liegende
Ein=
zylindermaſchinen, die im Zweitakt arbeiten. Der Vorderteil
des Motors bildet der eigenartige Bulldogg=Zündkopf.
Der=
ſelbe iſt waſſergekühlt. Am Scheitel trägt der Zündkopf die
regulierbare Düſe. Zum Anwärmen des Zündkopfes vor
In=
betriebſetzung der Maſchine kann eine Motorheizlampe
verwen=
det werden. In neuerer Zeit wird aber an Stelle derſelben
ein Holzkohlen=Wärmeapparat geliefert, der für den Betrieb
ganz beträchtliche Vorteile bietet.
Bild 7 zeigt den Felddank während der Arbeit. Dieſe
Zweizylindermaſchine, ſtehend angeordnet, wird von Lanz in
drei Ausführungen gebaut: als Verkehrsmaſchine, als
Acker=
maſchine und als Spezialmaſchine für die Moorkultur. Der
Motor iſt hinſichtlich ſeiner Arbeitsweiſe dem Bulldogmotor
leichartig. Die Maſchine beſitzt, wie übrigens auch der 22 P8
Großbulldog, ein Ganggetriebe.
Bezüglich der Leiſtungen der Maſchinen beim Pflügen iſt
s ſehr ſchwer, die aus der Praxis gemachten Angaben auf einen
gemeinſchaftlichen Nenner zu bringen, da in erſter Linie bei den
Pflugleiſtungen die Bodenverhältniſſe ausſchlaggebend ſind. Im
allgemeinen werden die katalogmäßig angegebenen Leiſtungen
Mittelwerte darſtellen.
Bei der Anſchaffung einer Maſchine iſt mit Rückſicht auf
die ländlichen Verhältniſſe möglichſte Einfachheit der Maſchine
in Bedienung und Reparatur erforderlich. Außerdem ſollen
die motoriſchen Antriebsmaſchinen einen nicht zu großen Untere
bringungsraum beanſpruchen, damit die Unterſtellung leicht in
und keine Schwierigkeiten bietet. Bei den oben beſchriebenen
Maſchinen iſt dieſes der Fall.
Der Staat ſeinerſeits hat ein großes Intereſſe daran,
Motor=
pflüge in der Landwirtſchaft einzuführen. Von einzelnen
Län=
dern werden auch entſprechende Beihilfen bzw. Kredite
gege=
ben. Der Einführung der Pflugmotoren iſt dort ein Ziel
ge=
ſetzt, wo Feldbereinigungen noch nicht durchgeführt ſind und
Lohnpflügern bzw. Pfluggenoſſenſchaften ein wirtſchaftliches
Ar=
beiten nicht möglich gemacht wird.
KURZE MITTEILUNGEN
* 60 Jahre Technikum Mittweida. Es wird wohl kaum einen
Tech=
niker geben, dem das Technikum Mittweida nicht als Lehrſtätte für den :
techniſchen Nachwuchs rühmlichſt bekannt iſt. Tatſächlich kommen auch
aus aller Herren Länder Zöglinge nach Mittweida, um ſich hier ihr:
Rüſtzeug für das Leben zu ſchaffen. Die Anſtalt feierte vom 2—4. 6. .
d. Js. ihr 60jähriges Beſtehen. Leiter der Anſtalt iſt Prof. Dipl.=Ing..
A. Holſt. Anläßlich dieſer Feier wurde ein Denkmal füir die im
Welt=
kriege gefallenen Zöglinge der Anſtalt errichtet.
* Großkraftwerk Klingenberg. Mitte Mai wurde nach einer Bauzeit1
von kaum 13 Monaten das zur Zeit vollkommenſte Großkraftwerk
Rum=
melsburg ſeiner Benutzung übergeben. Damit hat ſich die Berliner;
ſtädtiſche Elektrizitätswerk. A. G. (Bewag) ein Werk geſchaffen, das trotz /
ſeiner ſehr großen Leiſtung doch nur in der Lage ſein wird, bis zunm
Jahre 1928—29 den in raſendem Tempo ſteigenden Elektrizitätsbedarff
zu decken. Das Werk iſt bekanntlich eine Schöpfung des leider viel zm
früh geſtorbenen Ingenieurs Georg Klingenberg. Um dieſem Meiſtern
der Technik, der neben weitreichender Lebenserfahrung ein enormes
tech=
niſches Können beſaß, ein bleibendes Denkmal zu ſetzen, hat die
Ver=
waltung der Stadt Berlin beſchloſſen, dieſes Großkraftwerk in Zukunftt
„Großkraftwerk Klingenberg” zu nennen. Eine von Klimſch geſchaffense
Bronzeplakette ſoll in Zukunft den Eingang zum Werk ſchmüicken. Nachal
dem Urteil des Nachfolgers Klingenbergs, Prof. Peterſens, wird dieſess
Werk, wenn auch nur vorübergehend, das vollkommenſte der Welt ſein.
Es wird zweifellos von anderen überholt werden. Es ſtellt aber
durch die ganze Art ſeiner Einrichtung einen wichtigen Abſchnitt in der
Entwicklung dar.
* Vom Dieſelkraftwagen. Da dem Amerikaner der Rekord
unver=
meidbar zu ſein ſcheint, hat die Geſchäftsleitung der Indianapolis Renn=l
bahn einen Preis von 25 000 Dollars für den Sieger in einem Rennem
mit Dieſelkraftwagen ausgeſetzt. Die Bedingungen dieſes
außerordentlich=
intereſſanten Ausſchreibens beſtimmen, daß der Wagen vom Führerſit
aus in Betrieb geſetzt werden muß und daß, ſobald der Motor im Ganm;
iſt, alle elektriſchen Hilfszündungen oder alle Zuleitung für
Hilfsbrenn=
ſtoffe abgeſchaltet werden müſſen. Der Motor muß ausſchließlich mit.
ſchwerem Oel laufen und darf weder elektriſche noch Glührohrzündungem
haben. Wegen der Größe und Bauart des Motors ſind keinerlei Vor=;
ſchriften erlaſſen. Um aber die Betriebsſicherheit, beſonders die Schwie= beim Anlaufen des Motors, wirkſam zu erfaſſen, wurde beſtimmt,
daß der Motor während des Rennens alle zwei Stunden eingehaltenm
und von neuem in Betrieb geſetzt werden muß.
NEUE BÜLHER UND ZEITBCHRIFTEN
* Experimente vom Klub der Weiſen. II. Band: Der kleine Chemiler!
im Haushalt, und Band III: In der Werkſtatt des Chemikers. Vor=
Stud.=Rat M. Friedrich. Leipzig 1926. Dr. Max Jänecke,
Ver=
lagsbuchhandlung. Preis je 1,55 RM.
Die Jugend hat eine aus natürlichem Freiheitsdrang geborene‟
Abneigung gegen alles ſchulmäßige Lernen, und iſt auf der anderern
Seite, wenn ihr der Stoff in Form eines Spieles oder als Unter
haltung nähergebracht wird, von einer unermüdlichen Ausdauer. Irm
den natürwiſſenſchaftlichen und techniſchen Fächern geſellt ſich hierzu
meiſt=
noch ein unſtillbarer Forſcherdrang. Der Verfaſſer hat es ſelten gu:b
verſtanden, dieſen jugendlichen Eigenheiten nachzukommen, was ihnn
ſcheinbar die Erprobung im eigenen Wirkungskreis gelehrt hat. Vom
ſehr bedachtſamen Grundſätzen ausgehend, werden im leichten Plauder2
ton Forſchungs= und Erfindungsdrang angeregt und ſpielend Kenntniſ.
vermittelt, die für das praktiſche Leben von unſchätzbarem Wert ſeim!
müſſen. Dabei iſt überall der größte Wert darauf gelegt, alle Verſuch”
mit den denkbar einfachſten Mitteln und ganz verſchwindend geringem
Koſten durchzuführen, ſo daß jedem Erzieher nur geraten werden kanm.
das Buch getroſt in die Hand der Jugend zu legen. Nimmt der Erziehe::
ſelbſt gar an der Lektüre teil, dann wird er wohl auch noch einigen!
Nutzen daraus ziehen können.
* Die Laufbahn des Ingenieurs. Von E. Freytag. 5.
Auflage=
bearbeitet von Dipl.=Ing. G. Förſter. Leipzig 1926. Dr. Ma.
Jänecke, Verlagsbuchhandlung. Preis: kart. 3.45 Mark.
Das flüſſig und ſehr anregend geſchriebene Werk ſchildert nicht nu
den Werdegang des Ingenieurs, es gibt auch eine Darſtellung
ſeine=
ſpäteren Tätigkeit, ſo daß dem, der vor der Berufswahl ſteht, ein
möglichſt getreues Bild ſeiner ſpäteren Arbeit vor Augen geführt wirc.
Auch der im Berufe ſtehende Ingenieur wird mit Freude und Nuße‟
das Buch leſen. Neben vielen anregenden Beiſpielen und Erzählunger
aus der Praxis ſind Lehren und Hinweiſe auf Grund reicher Erfan)
rungen eingeſtreut, die jedem Ingenieur von Wert ſein müſſen. D—
Zahl der Auflagen — bereits die zweite nach dem Krieg — beweiſt klarh
daß der Verfaſſer einem Bedürfnis gerecht geworden iſt.
* E. Pfeiffer, Prohleme der Großſtadttechnik. Verlag Dieck u. L0.
Stuttgart 1927. 80 Seiten, 36 Abbildungen, mehrfarbiges
Umſchlack=
bild von W. Plank.
Es iſt wohl jedem in der Zeit lebenden Menſchen bewußt, daß de
ſtetig wachſende Umfang der Großſtädte durch die Zuſammenballung voe=
Millionen von Menſchen auf beſchränktem Raum an den Ingeniel—
ungewöhnliche Forderungen ſtellt, die insbeſondere den Aufbau 9e
Stadt, den Verkehr in ihr und die Zuführung der notwendigen Lebele
bedürfniſſe umfaſſen. Wer würde da nicht gerne einmal die Gedanle.
nachleſen, die ein erfahrener und ſchriftgeſbandter Ingenieur. zu dieſe.
Fragen niedergeſchrieben hat? Wenn man dem Verfaſſer aufmerkſc.
folgt, merkt man erſt, wie ungelöſt und ſchwierig noch die Aufgaben Ve—
Großſtadtechnik ſind. Leider laufen die Abbildungen parallel mit del
Wortlaut, es fehlt eine innige Bindung.
Kaul Hack: Der praktiſche und theoretiſche Vorteil der eutropiſchee
Spirale. Phyſikochemiſcher Verlag, Würzburg.
Das vorliegende kleine Heftchen verſucht, das periodiſche Shſticl
der Elemente in einer neuen Form ſeinem Leſer zu erklären. Wille.
ſchaftlicher Kritik, kann es nicht ſtandhalten, da andere Verfaſſer Che
liche, zum Teil beſſere Hilfsmittel zur Erfaſſung des periodiſchen Shilkll
geſchaffen haben
PERSONLICHES AUS DER TECHNIR
Profeſſor Dr. L. Prandtl=Cöttingen wurde anläßlich Eie
Vortrages bei der Gedenkfeier, ſir Wilbur Wriaht zum Ehrenmitg‟
der Rohal Aeronautical Soviety ernannt. Gleichzeitig wurde ihm.
Hedenkmünze dieſer Geſeilſchaft verliehen.
Geh. Rat Prof. Dr. phil. h. c. Dr.=Ing. e. h. Carl von Lin?
feierte am 11. Juni ſeinen 85. Geburtstag.
Nummer 120.
Dieſistag, den 21. Juni 1927
Opotl Spier un Tarnen.
Fußball.
Zum Kampf Schreling — Delarge.
LUNAr
B.Sp.=B. 1918 Groß=Zimmern—l. Mannſchaft Germania Ober=Roden
13:3 (9:1).
Groß=Zimmern hatte am Sonntag die erſte Mannſchaft von
Ger=
mania Ober=Roden als Gaſt, die aber mit einigen Erſatzleuten antrat.
Das obige Reſultat überzeugt wieder, daß Groß=Zimmern ſich in Form
by=findet und noch manchem A=Klaſſenverein ſowie Liga=
Erſatzmannſchaf=
im was bieten kann. Das Spiel war im ganzen ſehr einſeitig und
kaunte Ober=Roden ſehr wenig gefährlich werden.
F. Sp.V. Groß=Zimmern 2—Eintracht Darmſtadt 2 6:0.
Spv. Biebrich-Germania Eberſtadt 1:0 (0:0). Ecken 7:5.
Eberſtadt weilte zum fälligem Rückſpiel beim Sportverein Biebrich
m Rhein und verlor underdient durch Elfweter. Germania, ihrem
Gegner techniſch überlegen, konnte durch das robuſte Spiel des
Platz=
vareins zu keinem Erfolg kommen. Das Eckenverhältnis von 7:5 zu
Guurnſten Biebrichs zeugt nicht von einer Ueberlegenheit Biebrichs. Die
ALehrzahl der Ecken wurde vielmehr durch Gegenwind erzielt. Nach
Kralbzeit das gleiche Bild, bis 10 Minuten vor Schluß der Schiedsrichter
negen angeſchoſſener Hand einen Elfmeter verhängt, der Eberſtadt zum
Terhängnis wurde. Das Reſultat wird Germania nicht entmutigen.
Sportverein 1898 (Jugenb).
1. Jugend ſchlägt in Arheilgen 1. Jugend 3:2.
2. Jugend ſchlägt in Arheilgen 2. Jugend 3:0 und wird
Gruppen=
meiſter. — 3. Jugend ſchlägt 1. Union Darmſtadt auf dem Stadion 2:1.
— 4. Jugend unterliegt 2:4 der 2. Jugend von V.f.R. Darmſtadt. —
Laue erſte Schülermannſchaft ſchlägt im Entſcheidungsſpiel um die
Grup=
pani=Meiſterſchaft Haſſia Dieburg 1. Schülermannſchaft mit 3:2 und wird
Aoeiſter. — Die zweite Schülermannſchaft ſchlägt die dritte
Schüler=
mannſchaft Sp. V. 98 mit 4:1 Toren.
Sportverein Lenafeld 1919—Sportverein Geinsheim 3:1.
Am Sonntag trug der B=Meiſter des Bezirks 3 Sportverein
Geins=
derm ſein letztes Spiel um die Gaumeiſterſchaft in Lengfeld aus. Trotz
ſ8 kurz vor dem Spiel niedergegangenen ſtarken Regens waren etwa
M0 Zuſchauer erſchienen, die Zeuge eines fairen und intereſſanten
Sidieles waren. Beiden Mannſchaften gebührt ein Lob für die
anſtän=
ſire Spielweiſe, denn nur hierdurch gewinnt unſer Fußballſport neue
Aürhänger und Anſehen. Auch war der Schiedsrichter, Herr Blümel=
Orrrmſtadt, ausgezeichnet. Vor dem Spiel trennten ſich die zweiten
Gar=
riu uren von Lengfeld und Roßdorf mit dem Ergebnis 5:0 für Lengfeld.
Germania Pfungſtadt—Starkenburgia Heppenheim 6:3 (1:0).
Germania Pfungſtadt, das ohne Petry antrat, unterſchätzte den
Ananer, ſpielte leichtſinnig und zerfahren, ſo daß es nicht wundern
ar wenn Heppenheim, unterſtützt durch die ſchwachen Leiſtungen des
Biuingſtädter Erſatztorhüters, eine Viertelſtunde vor Schluß mit 3:1
Taren in Führung lag. Jetzt erſt beſann ſich der Germania=Sturm eines
Zücſſeren und ſchoß innerhalb von 15 Minuten 5 Tore. Der
Schieds=
ſinoter Zeidler=V.f.N. Darmſtadt bot eine befriedigende Leiſtung.
Die erſte Box=Europameiſterſchaft in Deutſchland.
Tennis.
Tennis= und Eisklub Darmſtadt—T., u. H.=Cl. Hanau.
Am Sonntag empfing der Tennis= und Eisklub Darmſtadt den
kmnis= und Hockehklub Hanau und den Tennisverein Frankfurt=
Heim=
ſi ten zu Klubwettſpielen auf den Plätzen am Böllenfalltor. Das
Lutter, das beim Eintreffen der Gäſte die Austragung von 2
Wett=
pilslen gänzlich unmöglich erſcheinen ließ, hellte ſich rechtzeitig auf, ſo
gi= unter Zuhilfenahme der Mittagsſtunden ſämtliche Kämpfe ausge=
) eſt werden konnten. Der Tennis= und Eisklub Darmſtadt verfügt
bir eine ſo große Zahl guter Spieler, daß er zwei getrennte
Mann=
hiü=ften aufſtellen konnte, die die Reihe der diesjährigen Siege um zwei
(akte Erfolge vergrößerten. Gegen Hanau ſpielten: U. Deutler, Klein=
MeI. Claß, Samesreuther, Landmann, Schmidt und Frl. S. Fiſcher,
3. Ulenherg, Frl. Michel und Fr. Lange; gegen Frankfurt=Heimaarten:
uirfft, Daub, Balanyi, Hoſmann, N. Deutler, Neuter. Chriſtmann,
ſarstmann und Frl. Noellner, Fr. Ulenberg, Frl. Loy, Frl. Michel und
r.— T. Fiſcher. Die Geſamtergebniſſe der beiden Wettſpiele ſind: gegen
ſanau 16:1 (32:6 Sätze, 220:140 Spiele); gegen Frankfurt=Heimgarten
218 (41:10 Sätze, 307:199 Spiele).
Froitzheim in Wimbledon ſiegreich.
Bei wundervollem Wetter und bei vollbeſetzten Tribünen wurden
m. Montag die diesjährigen Tenniswettſpiele in Wimbledon
eröff=
et. Der erſte Tag begann mit Herreneinzelſpiel. 17 Nationen nehmen
alden Wettſpielen teil. Froitzheim ſchlug Collins mit 11:9;
(3- 3:6; 6:3; der Amerikaner Tilden den Engländer Pratt mit 6:2;
6:0.
Deutſches Turn= und Sportabzeichen.
Eine Abnahmeprüfung im Radfahren findet am Donnerstag, den
1.Xd. M., ſtatt, auf der Strecke Darmſtadt-Büttelborn.
Zuſammen=
mit der Fahrer 6 Uhr abends am Rummelbräu. Meldungen werden
er entgegengenommen.
Jungdeutſchland 2. Mannſchaft—Frankfurter SV. 2:1.
Einen ſehr ſchönen Erfolg hatte die zweite Mannſchaft von
Jung=
uu ſchland gegen die Liga des Frankfurter Schwimmvereins zu
ver=
ichnen. Anläßlich des Speſſartfeſtes fand in Aſchaffenburg am
Sams=
gldie Begegnung der beiden Vereine vor zahlreichen Zuſchauern ſtatt.
na zunächſt ausgeglichenem Spiel ſetzt ſich Darmſtadt in der zweiten
alozeit durch und vermag die ſchnelleven Frankfurter zurückzudrängen.
lax darf auf das Abſchneiden der Reſerve von Jungdeutſchlaud in den
mnrnenden Gauſpielen der A=Klaſſe geſpannt ſein; denn die
Mann=
ſaitt verfügt über einen guten Durchſchnitt. Einige Spieler wirkten
iher in der erſten Mannſchaft mit. Jungdeutſchland trat mit
Fuhr=
nia=er im Tor, Hirſchauer=Apfel Verteidigung, Schmuck Verbindung,
imer, Federlin, Brandis im Sturm an.
Seite 14
Max Schmeling.
Im Kreis unten: Fernand Delarge.
Der deutſche Halbſchwergewichtsmeiſter Max Schmeling kämpfte
Sonntagabend in der Dortmunder Weſtfalenhalle mit dem Titelhalter
Fernand Delarge um die Europameiſterſchaft.
Darmſtädter Keglerverband. — 200 Kugelkampf.
In Fortſetzung des Kampfes traten am vergangenen Samstag und
Sonntag wiederum eine größere Anzahl Kegelbrüder zum Starte an
und widmeten ſich mit beſonderem Eifer dieſem intereſſanten
Sport=
kegeln. Es erzielten:
1. Kegelbruder Joſt, L. L.,, 1058 Holz: 2. Gebhardt, D.K.K. 23, 1050;
3. Ringler, Spoxtkegler, 1028; 4. Dahlem, 12er, 1014; 5. Seibert, 12er,
1005; 6. Reinhardt, Molly. 990; 7. Horn, Konkordia, 954; 8. Hahn,
Kranz, 942; 9. Belz, Konkordia, 943; 10. Friedrich, Haſſia, 924; 11.
Kleiß, D.K.K. 1911, 924; 12. Bäumer, Chattia, 872; 13. Götz, Haſſia,
870; 14. Ripper, D.K.K. 1911, 861: 15. Maier, Konkordia, 848; 16.
Sauter, BV., 848; 17. Pfeiffer, 12er, 846: 18. Kugler, D.K.K. 1911, 845:
19. Sommer, D.K.K. 1911, 830; 20. Wahl, Kranz, 826: 21. Hermann,
Konkordia, 804.
Meiſierſchaftsſchießen des Vereinigten
Heſſiſchen Schützenbundes.
Das während der Pfingſtſeiertage ausgetragene Schießen um
die Meiſterſchaft von Darmſtadt nahm am geſtrigen, Sonntag bei
einem ſchön arrangierten Schützenball im Hanauer Hof mit der
Sieger=Ehrung einen würdigen Abſchluß.
Was die einzelnen Kämpfe anbelangt, enttäuſchten faſt alle,
mit Ausnahme der offenen Viſierung (Einzelkampf), in welcher
ſich die vorausgeſagten Anwärter tatſächlich nach einem harten
Ringen entſprechend placieren konnten, und zwar: Grimm,
Klee=
blatt, 123 Ringe, Schneider, Windmühle, 122 Ringe, und Ehrig,
Wildſchütz, 121 Ringe.
Der Sieg in beliebiger Viſierung (einzeln) wurde, wie zu
erwarten war, eine ſichere Beute von Grimm, Kleeblatt, welcher
mit 135 Ringen den 2. Gräf, Windmühle, mit 126 Ringen und
den 3. Schütze, Kleeblatt, ebenfalls mit 126 Ringen, weit hinter
ſich ließ.
Im Mannſchaftskampf (offenes Viſier) gelang es der gut
in Form befindlichen Gruppe der Schützengeſellſchaft Wildſchütz,
über Windmühle und Kleeblatt zu triumphieren, wogegen es
dem Schießſportklub Kleeblatt gelang, in beliebiger Viſierung
die Scharte wieder auszuwetzen und über Wildſchütz und
Wind=
mühle ſiegreich zu bleiben.
Mit einem „Gut Schuß” gratulieren wir hiermit allen
nach=
ſtehend aufgeführten Siegern und Preisträgern, und wünſchen
denjenigen Schützen, die diesmal leer ausgingen, viel Glück und
einen beſſeren Erfolg bei den demnächſt ſtattfindenden
Landes=
meiſterſchaften.
Eröffnungsſchießen: 1. Rittſcher=Heſſen 82 Ringe. 2.
Schlen=
ker=Baden 78 Ringe. 3. Bender=Heſſen 68 Ringe.
Meiſterſchaft von Darmſtadt, off. Viſier K.K.S.: Meiſter
wurde Karl Grimm, Kleeblatt, mit 123 Ringen. 2. Heinrich
Schneider, Windmühle, 122 Ringe. 3. Hans Ihrig, Wildſchütz,
121 Ringe.
Meiſterſchaft von Darmſtadt, beliebiges Viſier K.K.S.:
Meiſter wurde Karl Grimm, Kleeblatt, 135 Ringe. 2. Ernſt Gräf,
Windmühle, 126 Ringe. 3. Fr. Schütze, 126 Ringe.
Mannſchaftskampf. a) Off. Viſier K.K.S.: Vereinsmeiſter
wurde Wildſchütz=Darmſtadt mit 679 Ringen. 2. Windmühle
655 Ringe. 3. Kleeblatt 61 Ringe. — b) Beliebiges Viſier
K.K.S.: Vereinsmeiſter wurde Kleeblatt=Darmſtadt mit 724
Ringen. 2. Wildſchütz 716 Ringe. 3. Windmühle 685 Ringe.
Feſtſcheibe Darmſtadt, 50 Meter, 5 Schuß lgfr.: 1.
Schnei=
der 48. 2. W. Lich 47. 3. H. Ehrig 47. 4. Schlenker=Baden 47.
5. E. Wilke 46. 6. Bender 46. 7. K. Grimm 46. 8. Rittſcher 46.
9. E. Gräf 45. 10. Bormuth 45 Ringe.
Glücksſcheibe, 50 Meter, 3 Schuß ſtehend fr.: 1. Schneider 30
2. Fr. Schütz 28, 3. H. Ehrig 28, 4. K. Grimm 28, 5. E. Gräf
26, 6. Schlenker=Baden 26, 7. Bender 26, 8. Schmalz 25 Ringe.
Meiſterſchaften im Zimmerſchießſport, 15 Meter: a) Einzel:
Meiſter von Darmſtadt wurde H. Ehrig mit 111 Ringen, 2. Rohde
110, 3. Fr. Schütze 107 Ringe. — b) Mannſchaften:
Vereins=
meiſter wurde Fledermaus mit 205 Ringen, 2. Fledermaus
205 Ringe, 3. Hubertus 196 Ringe.
Standfeſtſcheibe „Weidmannsheil”: 1. Rohde 67, 2. Link 56,
3. Schneider 55, 4. H. Ehrig 55, 5. Junk 55, 6. Gräf 55,
7. Fr. Stroh 56, 8. Grimm 54, 9. W. Lich 54, 10. Fr. Schütze
54 Ringe.
Glücksſcheibe: 1. H. Junk 35, 2. Schneider 34, 3. Schnatz 34,
4. H. Ehrig 33, 5. E. Gräf 33, 6. Fr. Schütze 33, 7. Nohde 33,
8. K. Wagner 33. Ringe.
Große Grünauer Regatta.
Erſter Tag.
Trübes, regneriſches Wetter und leichter Gegenwind herrſchten am
erſten Tage der großen Grünauer Negatta. Der Witterungsverhältniſſe
ungeachtet nahmen aber doch alle Rennen einen ſpannenden Verlauf.,
Im großen Vierer ohne Steuermann um den Preis der Stadt Berlin
mußte der Verteidiger des Wanderpreiſes, Hellas Berlin, auf der halben
Strecke wegen Kolliſion ausſcheiden. Berliner RC. gewann dann das
Rennen leicht gegen den Mainzer RV. Hellas entſchädigte ſich fün
dieſen Verluſt durch Siege im Deutſchen Vierer und Viktoria=Zweien
ohne Steuermann. Walter Flinſch=Framkfurt ließ ſich natürlich den
Großen Einer nicht nehmen; der Frankfurter ſiegte überlegen vor
Penner=Hamburg und Vogt=Berlin, nachdem Rutkowski und Böttchey
bereits in den Vorläufen ausgeſchieden waren. Der Büixenſteim=Achter
fiel an die Kölner, RG. 91, die einen bemerkenswert kräftigen Endſpurt
zeigte.
Zweiter Vierer ohne St.: 1. Dresdener RV. 7:16,2 Min., 2.
Ber=
liner RC. 7:23,0 Min.
Großer Preis von Berlin, Vierer ohne St.: 1. Berlmer RC. 7:25
Min., 2. Mainzer RV. 7:40 Min. — Hellas Berlin wegen Kolliſion
ausgeſchloſſen
Zweiter Einer: 1. Wiking Berlin (Kobbo) 8:46,8 Min., 2. Gubener
RC. 8:57,6 Min.
Akademiſcher Vierer: 1. Akadem. RC. Berlin 8:00,4 Min., 2. Hanſa
Berlin 8:17,3 Mm., 3. Ruderriege des Akademiſchen Turnvereins
Ber=
lin 8:19,6 Min.
Deutſcher Vierer: 1. Hellas Berlin 7:49,2 Min., 2. Hanſa
Ham=
burg 7:52 Min., 3. Potsdamer RC. 7:53,4 Min.
Viktoria=Zweier ohne St.: 1. Hellas Berlin (B. Müller=Möſchter)
8:24,6 Min., 2. Der Hamburger RK. 8:36,8 Min., 3. Viktoria Berlin
8:56 Min.
Jungmann=Achter: 1. A. RC. Berlin 7:20 Min., 2. RC. am
Wan=
ſee 7:21,4 Min.
Jungmann=Einer: 1. Berliner RG. 84 (Grell) 9:00,4 Min., 2.
Hel=
las 9:20 Min.
Jungmann=Vierer: 1. RC. Deſſau 7:62 Min., 2. Hanſa Hamburg
7:54 Minuten.
Großer Einer: 1. Frankfurter RV. 65 (Flinſch) 8:15,2 Min., 2. Der
Hamburger RC. (Penner) 8:21,/4 Min., 3. Berliner RG. (Vogt) 8:22
Minuten.
Büxenſtein=Achter: 1. Kölner RG. 91 6:31 Min., 2. Berliner RC.
6:32 Min., 3. Sturmvogel=Berlin 6:39 Min.
Zweiter Tag.
Wie am erſten, ſo war auch am zweiten Tage der Grünauer Regatta
die Witterung ſehr ungünſtig. Ein ſtarber böiger Wind und
Regen=
machten den Ruderern ſtark zu ſchaffen. Erſt ganz zuletzt — bei dem
Großen Achter — wurde das Wetter beſſer. Der Große Achter wurde
eine leichte Beute der Kölner RG., die nur zwiſchen 400 und 600 Meter
vorübergehend einmal den Berliner RC. in Führung ließ. Im Kaiſer=
Vierer büßte der Berliner RC. dadurch an Chancen ein, daß einer
ſeiner Leute einen Krebs fing. Mainzer RV. blieb ſchließlich glatt in
Front. Der Steuermann des Mainzer Bootes, Kalckhof, konnte damit
ſeinen 100. Sieg ſteuern. Im Doppelzweier ohne Steuermann kam die
Hamburger Kombination Rutkowski=Penner zu einem lächerlich leichten
Sieg; ſie endete mit 100 Meter Vorſprung vor dem Friedrichshagener
Ruderverein.
Zweiter Vierer: 1. Berliner RC. 7:30 Min, 2. Hellas Berlin
7:30,4 Min.
Erſter Junior=Vierer: 1. Hellas Berlin 7:53 Min., 2. Viktoria
Berlin.
Kaiſer=Vierer: 1. Mainzer RV. 7:32,4 Min., 2. Berliner RC. 7:34.
Zweiter Jungmann=Vierer: 1. Alemannia=Berlin 8:00,4 Min.
Doppelzweier ohne Steuermann: 1. Favorite=Hammonia und Der
Hamburger RC. kombiniert (Rutkowski=Penner) 8:30 Min., 2.
Fried=
richshagener RV. 9:02 Min.
Zweiter Achter: 1. Dresdener RV. 9:10,2 Min., 2. Hanſa Berlin
9:27,4 Min.
Gaſt=Vierer: 1. RC. Deſſau 8:17,4 Min., 2. Favorite=Hammonia
Hamburg 8:22 Min.
Junior=Achter: 1. Hanſa Hamburg 7:22,6 Min., 2.
Spindlersfel=
der NV. 7:32,2 Min.
Grünau=Vierer: 1. Hellas Berlin 8:57 Min., 2. RC. am Wanſee
9:08 Minuten.
Großer Achter: 1. Kölner RG. 91 6:59 Min., 2. Berliner RC.
7:03,2 Min., 3. Sturmvogel Berlin 7:08,2 Min., 4. Hellas Berlin.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhimann
ſür den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratenteil: J. V.: Adam Fleiſchmann; Druck und Verlag: &. C. Wititch
ſämilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſkripte wird Garantte der Rückſendung n ich / Übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
ſEinträge in das Handelsregiſter
Ab=
ilnang A: Am 14. Juni 1927 hinſichtlick
rFirma: Friedrich Techel,
Darm=
i9: Die Prokura des Fritz Schmähling
verloſchen. Die offene
Handelsgeſell=
ſant iſt aufgelöſt, die Firma iſt
er=
ſchen. Am 16. Juni 1927 hinſichtlich
rFirmen: 1. Ni Moh & Co., Darm=
1d—: Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Ge=
änt ſamt Firma iſt auf den ſeitheriger
ſelllſchafter Studenten Ni Moh in
Darm=
id als Einzelkaufmann übergegangen
SDarmſtädter „Aluminiumhaus
hunl Eichler, Darmſtadt: Die Firma
eilloſchen. Neueinträge: Am 15. Juni
2i.: 1. Firma: Otto Cartharius,
tmmſtadt. Inhaber: Otto Cartharius,
ſon ograph in Darmſtadt. Angegebener
hishäftszweig: Photographie= und
Kino=
fmahmen und Handel mit
photo=
arſhiſchen Bedarfsartikeln. 2. Firma
beißialhaus für Betten und
Bett=
unen Heinrich Kahn, Darmſtadt:
ihürber: Heinrich Kahn, Kaufmann in
ſrmnſtadt. Selma, geborene Gras,
Ehe=
zu des Kaufmannes Heinrich Kahn in
hrymſtadt, iſt zur Prokuriſtin beſtellt.
Y0armſtadt, den 17. Juni 1927.
Amtsgericht I. (10024
Verpachtung von Verkaufsläder
in den Rebengebäuden der
Feſthalle.
Die Stadt Darmſtadt verpachtet in
den Nebengebäuden der Feſthalle auf dem
Exerzierplatz 5 kleine Läden zum
Ver=
kauf von Zigarren, Zigaretten,
Konfi=
türen, Erfriſchungen, Blumen, Zeitungen
uſw. Die Läden können während des
ganzen Jahres offen gehalten werden."
Der Lageplan und die näheren
Be=
dingungen können im Stadthaus,
Zim=
mer 65, täglich von 10—12 Uhr
vormit=
tags eingeſehen werden.
Die Bewerbungen ſind unter Benutzung
des vorgeſchriebenen Formulars bis
ſpäte=
ſtens 15. Juli 1927 in einem
verſchloſſe=
nen Briefumſchlag mit der Aufſchrift:
„Verpachtung der Verkaufsläden der
Feſthalle” auf Zimmer 65 des Stadt=
(st9857
hauſes einzureichen.
Darmſtadt, den 17. Juni 1927.
Der Oberbürgermeiſter.
Verpachtung der Wirtſchafts=
räume der Feſthalle.
1 groß, eiſ.
Kinder=
bett mit Matr. für
20 ℳ zu verk. /*16374
Wienerſtraße 60, II.
Gaszugl. und Lüſter
bill. abzugeb. (*16412
Beſſungerſtraße 43, II.
Die Stadt Darmſtadt ſucht für die
geſamten Wirtſchaftsräume der
neuer=
richteten Feſthalle auf dem Exerzierplatz
einen geeigneten Pächter. Die
Bedin=
gungen liegen im Stadthaus, Zimmer
Nr. 65, täglich von 10—12 Uhr zur
Ein=
ſicht auf. Die Bewerber werden hiermit
aufgefordert, ihre Angebote unter
Be=
nutzung des vorgeſchriebenen Formulars
bis ſpäteſtens 10. Juli 1927 in einem
verfchloſſenen Briefumſchlag mit der
Auf=
ſchrift: „Verpachtung der
Wirtſchafts=
räume der Feſthalle” im Stadthaus,
Zimmer 65, abzugeben.
(st9856
Darmſtadt, den 17. Juni 1927.
3
Der Oberbürgermeiſter.
Freitag, den 24. ds. Mis.,
vor=
mittags 11½, Uhr, wird im Rathaus
zu Nieder=Ramſtadt ein der Gemeinde
(10063
gehöriger gut genährter
Mittwoch, den 22. Juni 1927,
nachmittags 2 Uhr, verſteigere ich im
Verſteigerungslokal Wendelſtadtſtr. 24
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung
(10059
nachſtehende Gegenſtände:
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Hagen (Westf.)
Sitz der Märliſchen Kleineiſen: Induftrie.
Eingangspforte zum Sauerland.
Weſtfäliſches
Tageblatt
General=Anzeiger, für Hagen
und Umgegend.
62.. Jabrgang / Wgie Verbreitung.
Anzeigenwirkung
glänzend auerkennt!
Vom Holzmarkt
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Nach der Anſicht maßgebender Kreiſe in
der Holzwirtſchaft hat ſich die Diskonterhöhung der Reichsbank bisher
in Bezug auf die Abſatzverhältniſſe nicht ausgewirkt. Eine Einwirkung
wird nur dann befürchtet, wenn die Bereitwilligkeit der Banken zun
Her=
einnahme von Kundenwechſeln geringer werden ſollte. Man rechnet
da=
mit freilich nicht, da die Banben über genügend flüſſige Mittel zur
Dis=
kontierung verfügen, nachdem das Börſengeſchäft auf den Nullpunkt
her=
abgeſunken iſt. Daß die Umſätze etwas zurückgegangen ſind, iſt auf die
übliche Ruhe im Einkauf in den Sommermonaten zurückzuführen. Nach
dem Rhein und nach Weſtfalen werden jetzt ſehr bedeutende Mengen
von oſtdeutſcher Stammkiefer verladen, die Läger auf den Plätzen ſind
trotzdem nicht überfüllt, weil viele Waggons in direktem Verkehr zu den
Etabliſſements der Induſtrie, die Holz verarbeiten, rollen. Als
beſon=
ders gut beſchäftigt wird die Matratzenrahmeninduſtrie bezeichnet, die
größere Mengen 36 Millimeter ſtarke Stammkiefer kaufte. Am
Schwel=
len=Markt iſt man zuverſichtlicher Stimmung und rechnet mit einem
ge=
ſteigerten Bedarf des Eiſenbahnzentralamtes in den Heubſtmonaten. Der
Auslandsſchwelle dürfte wieder bei den Vergebungen ein größerer Platz
eingeräumt werden, da die Lieferer inländiſcher Schwellen infolge der
großen Preisſteigerungen am Rohholzwarkt in verſchiedenem Fällen
wäh=
wend der künftigen Monate verſagen werden. Ma kann ſchon jetzt
über=
ſehem, daß nicht alle Verpflichtungen erfüllbar ſein werden. Der
Gruben=
holzwarkt liegt feſt. In den Kreiſen des Furnierhandels beſteht ſchon
jetzt Intereſſe an Angeboten von wertvollen Rundeichen für die
nächſt=
jährige Fällung. Erle aus Wolhynien iſt geſucht. Die
Einfuhrſchwie=
rigkeiten aus Polen verurſachten Preisſteigerungen von 5 bis 6 v. H.
Mit der Tſchechoſlowakei wunden verſchiedene Abſchlüſſe in parallel
be=
ſäumter Fichte nach Sachſen und nach dem Rheinland bekannt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Juni.
Nach vorbörslich ſchwächerem Anſatz trat zum amtlichem Beginn
un=
ter Führung von Spezialwerten ein durchaus friſcherer Zug an der
Börſe hervor. Anregend wirkten noch nach die Rekordziffer der Eiſen=
und Stahlinduſtrie ſowie erhöhte Ruhrkohlenförderung. Die
Zellſtoff=
werte lehnten ſich ſtark an die Berliner Bewegung der Kunſtſeideaktien
an, da bei letzteren bereits eine ſehr wahrſcheinliche Preiserhöhung
vor=
weg escomptiert wird. Daneben traten Freigabeaktien wieder ſtark in
den Vordengrund, ſo vor allem Schiffahrtswerte und auf Beliner Käufe
auch Scheideanſtaltaktien. Immerhin war das Geſchäft nicht allzu groß,
da der Ordereingang mur ſehr gering war. Die Rede Poincarés in
Zuneville und das für Deutſchland wagere Genfer Eregbnis und vor
allem die erneute Erhöhung des Privatdiskontes mahnten zur
Zurück=
haltung. Nach anfänglicher Geſchäftsbelebung ſtoppten die Umſätze
wie=
der faſt völlig ab. Die Anfangsgewinne von 1—1,5 Prozent, die zunächſt
für Spezialwerte noch um 1—3 Prozent überſchritten wurden, konnten
im Verlaufe micht gehalten werdem. Den Nekordgewinn hatte Zellſtoff
Waldhof um 10 Prozent, wozu im Verlaufe noch 4 Prozent kamen, dieſe
4 Prozent gingen jedoch ſpäter wieder verloren. Die Farbenaktie ſetzte
0,75 Prozent höher ein, gewann noch raſch 1,25, ging jedoch wieder von
dieſem Geſamtgewinn zurück. Von Schiffahrtswerten gewannen Nord=
Lloyd insgeſamt 6 Prozent, wovon ſie wieder 2 Prozent hergaben.
An=
leihen äußerſt ſtill, fremde Renten umſatzlos. Der Geldmarkt zeigt
flüſ=
ſiges Tagesgeld bei 5,5, dagegen noch Nachfrage für Monatsgeld 6”/, bis
8,5; Privatdiskonte 5½; Warenwechſel 5,75 Prozent; Deviſen ohne
be=
ſondere Anregung; Madrid etwas ſchwächer.
Die Abendbörſe war ſchwächer und außerondentlich luſtlos.
Die abermalige Erhöhung des Privatdiskonts mahnte zur Zurückhaltung.
Die Kurſe bröckelten im Verlaufe noch ab, ſo daß ſchließlich Kursverluſte
gegen die Spätnachbörſe von weiteren 1—2 Prozent zu verzeichnen waren.
J. G. Farben lagen trotz verſchiedentlicher Aufnahmen 1,5 Prozent
nied=
riger, auch Mannesmann 1,5 Prozent ſchwächer angeboten. Schwer
an=
zubringen waren Zellſtoff Waldhof, obwohl der Abendbörſenkurs 8
Pro=
zent gegen die erſte Mittagsnotiz niedriger war. Ferner waren
Har=
pener ſtark angeboten. Renten ſtill, aber behauptet. — Nachbörſe:
AEG. 178; Mansfeld 131: Cement Heidelberg 151.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 2. Juni.
Im heutigen vorbörslichen Verkehr waren angeblich auf Blanko=
Abgaben der Spekulation, die durch die geſtvige Poincaérede und die
Ausführungen Geh. Rat Nordens in der Zeitſchrift „Deutſche
Konfek=
tion” zur Diskonterhöhung und zur Frage der Auslandsgelder
ver=
ſtimmt war, ſchwächere Kurſe zu hören. Die Umſatztätigkeit blieb auch
zu den erſten Kurſen ſehr klein. Die Abweichungen gegen die offiziellen
Schlußkurſe vom Samstag waren im allgemeinen nur gering; die Kurſe
lagen jedoch unter den erhöhten Nachbörſenkurſen. Nur wenige
Spe=
zialwerte konnten ſtärkere Gewinne aufweiſen. So lagem
Kunſtſeide=
werte, Papier= und Zellſtoffaktien, Sprit= und Bauwerte und von
Mon=
tanpapieren Stollberger Zink lebhafter und feſter. Im Verlaufe kam
zu dieſen Spezialgebieten noch der Schiffahrtsmarkt hinzu, an dem
beſonders Nordd. Lloyd und Hanſa größere Umſätze zu verzeichnen
hat=
ten. Hiervon ausgehend wurde es allgemein etwas lebhafter, die
Kurs=
veränderungen hielten ſich jedoch in engſten Grenzen. Anleihen ſetzten
ſehr ruhig und unverändert ein, wurden aber im Verlaufe feſter. Von
Ausländern kamen nur ſehr wenig Notierungen zuſtande. Bosniſche
Eiſenbahn und im Verlaufe Mazedonier etwas anziehend. Am
Pfand=
briefmarkt beſtand einiges Intereſſe für Papierpfandbriefe bei 5—10 Pf.
höheren Kurſen, während für Goldpfandbriefe Abgabeneigung beſtand
und die Kurſe faſt durchweg nachgaben. Am Deviſenmarkt blieb die
Nachfrage unverändert. Mailand etwas befeſtigt, Spanien nach ſchwe
chem Beginn kräftig erholt (28,38 nach 28,58 gegen Pfunde). Der
Geld=
markt bleibt angeſpannt, die Sätze ſind unverändert. Monatsgeld iſt
hinſichtlich des Halbjahrs=Ultimos ſtark geſucht. Der Privatdiskont mußte
erneut erhöht werden, und zwar um ¼ Prozent, und für beide Sichten
auf 55/s Prozent. In Erwartung dieſer Tatſache und bei der
herrſchen=
den Geſchäftsunluſt hatte die Börſe ſchon zu Beginn der zweiten Stunde
Abgaben vorgenommen, die die Kurſe unter Anfangsniveau drückten
und eine allgemeine Abſchwächung herbeiführten. Im allgemeinen
gaben die Kurſe um 1—2 Prozent nach. Glanzſtoff gingen auf 657
Pro=
zent und Bemberg auf 538 Prozent zurück. Auch die Nachbörſe zeigte
eine leichtliegende Tendenz. Gegen halb 3 Uhr hörte man u. a. Hapag
142,50, Nordd. Lloyd 144.50, Hamburg=Süd 229, Mannesmann 183,
Rheinſtahl 199, Harpener 200,50. Siemens 262, A. E. G. 179, J. G.
Far=
ben 283, Zellſtoff Waldhof 305, Glanzſtoff 652, Bemberg 535, Danatbant
233,5; Deutſche Bank 164,5; Dresdner Bank 166,5.
Aſchaffb. Zellſtoft
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin ..
Berlin el. W..
Berlin. KarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan..
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel...
Deutſche Erdöl ....."
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.. ...
Donnersmarckhütte".
Dynami tNobel.
Elektr. Lieferung.
J. G. Farben
R. Friſter.
Gaggenau Bor
Eelſenk. Gußſtahl
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen.
Han. Maſch. Egeſt. .
Hanſa=Dampfſchf..
Amſterdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Oslo ........"
Kopenhagen..
Stockholm. . . .
Helſingfors ...
Italien ...
London.
New=York.
Paris
Schweiz ..
Spanien ....
201.— 20. 6.
207.— Hemoor=Zement. 234.— 1445 145.5 Hirſch Kupfer. 123. 49.— 49.— Höſch Eiſen .... 177.25 Hohenlohe Werke 22.9 113.50 112.- Kahla Porzellan 1 111.— 188.125 189.5 Lindes Eismaſch. 156.25 143.25 140.— Lingel Schuh. . 85.— 201.5 203.— Linke u. Hofmann 76.50 108.50 108.5 1L. Loewe u. Co. 265.— 96.875 96.25 C. Lorenz... 12.875 12.125 Niederlauſitzer gohle 182.— 150.50 149.875 Nordd. Gummi. 61..— 62.— Orenſtein. . 149.875 151.— Rathgeber Waggon 101.— 116.— 120.— Rombacher Hütten. 143.— 142.50 Roſitzer Zucker. 92.75 176.5 176 25 Rütgerswerke. 91.— 286.— 285.— Sachſenwerk .. 118.875! 98.75 97.— Sächſ. Gußſtahl. 65.— 64.— Siemens Glas. Ver. Lauſitzer Glas. 140.— 233.— 231.25 Volkſtedter Porzell.. . 59.25 174.75 178.5 Weſtf. C. Langendreer
Wittener Gußſtahl. . . 122.— 124.— 60.25 216.— 219.— Wanderer=Werke. . .. 250.— 1248.—
Deviſenmarkt.
18. 6. 20 6. 18 6. Geld Brief Geld Brie Geld Brie 168.89 69.23 168.92 169.26 Wien D..Oſt.abg. 59.27 59.39 1.79 1.694 1.79 1.794 Prag.. 12.489 12.509 58.55 58.67 58.56 58.68 Budapeſt, Peng” 73.4 73.5 1o8.971 109.19 108.9‟ 109.21 Fapan 1.ons 1.982 r2.71 112.93 112 73 112.95 Rio de Janeiro .4265 519.498 Nr12.94 Mis.16 112.96 13.18 Sofia ... 3.0441 3.05 Ho.616/10.636 10.615/ 10.63 Jugoſlavien ... .! 7.408 7.42 23.48 23.52 23.60 23.64 Konſtantinopel 2. 193 2.19 120.468/20.508 20.468 20.508 Liſſabon 20 88 20.92 4.215 4.223 4.215 4. 223 Danzig 81.55 81.-71 16.50 16.54 16.505 16.545 Athen 5.714 5. 736 181.065 81.225 81.08 81. 24 Kanada 4.210 4.218 71.92 Mafe 72.08 72.23 Uruguah 4.216 4.224 18. 6. 20.6
234.—
122.5
178.—
22.90
112.5
159 —
87n5
74.50
263.50
122.50 122.—
181.—
132.75 1134.—
101 —
92.75
90.625
118.50
171.— 1170.—
135.25
55.25
59.75
20. 6.
Geld /Brie
59.305/59.425
2.489/12.509
73.441
1.97:
0.496
3.044
7.408
2.170
20.88
81.5
5.71
4.209
4.196
73.57
1.977
0.498
3.050
7.422
2.182
20.32
g1.73
5. 736
4.217
4.204
Der deutſche Poſtſcheckverkehr im Mai 1927. Die Zahl der
Poſt=
ſcheckkonten ſtieg nach amtlichen Angaben im Mai auf 911 875 gegen
909 169 Ende April, alſo um 2709 Konten. Der Poſtſcheckverkehr ſelbſt
hat ſich ungefahr auf der Höhe des Vormonats gehalten. Auf
ſämt=
lichen Konten wurden im Mai ausgeführt 35 691 000 (April: 34 876 000)
Gutſchriften über 5 497 196000 (5 518 528000) RM. und 19 883 000
(19 794 000) Laſtſchriften über 5 502 512000 (5 473 308 000) RM. Der
Geſamtumſatz bezifferte ſich alſo auf 55 574 000 Buchungen über
10 999 708 000 (10 991 831 000) RM. Davon ſind bargeldlos beglichen
8829 695 000 (8 792 778 000) RM. Das durchſchnittliche Guthaben auf
den Poſtſcheckkonten betrug im Mai 625 048 000 (661 906 000) RM. Im
Ueberweiſungsverkehr mit dem Auslande wurden 5 610000 (5 338000)
RM. umgeſetzt.
Produktenberichte
Mannheimer Produktenbörſe vom 20. Juni. Die heutige
Produk=
tenbörſe verlief ruhig; die Preiſe erfuhren nur mäßige Veränderungen.
Inländiſches Angebot fehlte. Man verlangte für die 100 Kg. ohne Sack
waggonfrei Mannheim: Weizen inl. geſtrichen; ausl. 31,25—33,25:
Rog=
gen inl. geſtrichen; ausl. 28,75; Braugerſte inl. geſtrichen, ausl. 30,75
bis 34; Futtergerſte 24,5—25,5; Hafer inl. geſtrichen, ausl 24—25: Mais
mit Sack 19,25; Weizenmehl, Spezial Null, ſüddeutſches, 41,25—42:
Weizenbrotmehl 33,25—34; ſüddeutſches Roggenmehl 38,5—40,25; Kleie
13: Biertreber 16—16,5.
Frankfurter Produktenbörſe vom 20. Juni. Die Getreidebörſe lag
wegen fehlenden Geſchäftes in Inlandsware ſehr ruhig. Gefragt iſt
etwas gute Sommergerſte und Hafer. Von Futtermitteln iſt
Noggen=
kleie 25 Pfg. teurer. Je 100 Kg. Parität Frankfurt a. M. bei
Waggon=
bezug erzielten: Weizen 31,25—31,50; Roggen 29,25—29,50;
Sommer=
gerſte —; Hafer inl. 26; ausl. 24—26,50; Mais gelb 19; Weizenmehl
42: Roggenmehl 39,25—40; Weizenkleie 13,25; Roggenkleie 16—16.50;
Erbſen 30—55; Linſen 40—60; Heu ſüdd. 7,50—8; Weizen= und
Rog=
genſtroh drahtgepr. 4,50—5; dito geb. 3,75—4,25; Treber 16.
Berliner Produktenbericht vom 20. Juni. Die Unternehmungsluſt
hat ſich zwar im Berliner Produktengeſchäft noch nicht erweitert, doch
ſchließen ſich die Märkte um ſo eher den etwas befeſtigten überſeeiſchen
Forderungen an, als neuerlich Beſorgniſſe wegen des
Inlandſaatenſtan=
des auftauchen. Beſonders für ſpätere Lieferungen macht ſich dies
be=
merkbar. Weizen wurde im Terminhandel bis 2 Mk. höher bezahlt,
während Roggen etwa 1,5 Mk. bewilligt wurde. Futtermittel ſtill. Auch
Mehl bleibt ruhig. In Roggenmehl neuer Ernte entwickelt ſich etwas
Geſchäft.
Die preußiſchen Sparkaſſen Ende 1926.
Am Ende des Jahres 1926 ſtellt ſich die Geſchäftslage der preußiſchen
Sparkaſſen nach den Zweimonatsbilanzen wie folgt:
Das Einlagenkapital gliedert ſich in folgende Gruppen:
Scheck= und Giro=, Kontokorrenteinlagen 600,0 Millionen
1 965,9 Millionen
Spareinlagen
132,5
„ „
Depoſiten
Scheck= und Giro=, Kontokorrenteinlagen 600,0
Leihgelder von Banken
27948 Millionen
Im Laufe des Jahres 1926 ſind die Spareinlagen von 1059,1 Mirn
auf 1965,9 Mill., alſo um 906,8 Mill. geſtiegen. Der Zuwachs
beträg=
alſo 85 Prozent des Einlagenbeſtandes von Ende 1925. Der ganz übern
wiegende Anteil der Zunahme entfällt auf die gewöhnlichen Spareirn
lagen; die ſogenannten Feſtlegungsgelder ſind zwar abſolut noch etwaw
geſtiegen, mit dem Geſamteinlagenkapital in Verhältnis geſetzt, treten fiſ
mehr und mehr zurück. Die Scheck= und Grioeinlagen haben ſich inn
Laufe des Jahres 1926 um 160 Mill. vermehrt. Die Rücklagen ſind iun
gleichen Zeitraum von 57,9 Mill. auf 80,5 Mill. geſtiegen.
Ueber die Anlagepolitik der preußiſchen Sparkaſſen laſſen ſich fog
gende Angaben machen:
60,5 Mällionen
Kaſſe
138,9
Wechſel und Schecks
Guthaben b. and. Geldanſtalten 547,7
407.0
Wertpapiere
1068,86
Kurzfriſtige Kredite
Langfriſtige Hypothekardarlehen 518,37
Darlehen an öffentl. Körperſchaft. 228,5
In der Anlagepolitik zeigen ſich bemerkenswerte Veränderunge
gegenüber dem Vorjahre. Beſonders auffällig iſt die Zunahme dor
Effekten und der Hypothekarkredite. Der Wertpapierbeſtand ſtellte ſi
Ende 1925 auf 55,3 Mill., Ende 1926 auf 407,0 Mill.; danach haben da
Sparkaſſen im abgelaufenen Jahr über 350 Mill. neu in Effekten angy
legt. Von der Geſamtſumme entfallen 118,1 Mill. auf Reichs= urm
Staatspapiere und 288,8 Mill. auf ſonſtige mündelſichere Papiere.
Eber=
ſo groß iſt der Geſchäftszuwachs im Hypothekarkredit. Hier iſt eine 3:0
nahme von 198,9 Mill. auf 518,3 Mill. Reichsmark zu verzeichnen, davan
ſind 400,5 Mill. auf ſtädtiſche Grundſtücke und 117,8 Mill. auf ländlicha
Grundſtücke gegeben worden. Die Hypothekarkredite betragen Ende 1920
26,5 Prozent der Spareinlagen. Im kurzfriſtigen Kreditgeſchäft iſt, aum
En den abſoluten Beträgen, zumindeſt keine weſentliche Erweiterung ein
getreten. Gemeſſen an der Bilanzfumme, iſt der Anteil der kurzfriſtiger
Kredite zurückgegangen. Hierin drückt ſich die im vorigen Jahre beſoc
ders intenſiv betriebene Umwandlung der kurzfriſtigen in langfriſtin
Kredite aus.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Kein Zuſammenſchluß der Opel=Mifa. Die Vewvaltung der Open
werke teilt uns mit: Die Nachricht, daß ein Zuſammenſchluß der Oph
werke mit den Mitteldeutſchen Fahrradwerken (Mifa)
Sangerhauſs=
bevorſtehe, entſpricht ebenſowenig den Tatſachen, wie das Gerücht, der
die Elitewerke, die Herſtellerin der Diamantfahrräder, von den Opin
werken bereits aufgekauft ſei.
Hermann Wronker A.=G., Frankfurt a. M. Die Aktienmehrheit d.
Société Internationale des Grands Bazars S.A. in Lüttich (9 M5.
belg. Fvancs Aktienkapital) iſt in den Beſitz einer deutſchen Gruppe und
Führung der Hermann Wronker A.=G., Frankfurt am Main, übercn
gangen. Sämtliche Geſchäftsanteile des Kaufhaus Hanſa in Frankfun
am Main und des Warenhaus zum Strauß in Nürnberg ſind in Händi
der belgiſchen Geſellſchaft, ſo daß man mit einer techniſchen Verbindurr
der genannten Warenhäuſer rechnen kann. Später wird auch wohl ei*
Verhindung des Aktienkapitals und Fuſion durch Kapitalserhöhung du
Firma Wronker, die erſt kürzlich ihr Kapital von 1,3 auf 1,8 Mill. RE
erhöht hat, vorgenommen werden.
Leder= und Riemenwerke Gebr. Reerink A.=G., Frankfurt am Maiü
Bonames. Das Jahr 1926 machte infolge großer Verluſte die Sanierunn
der Geſellſchaft notwendig durch eine Kapitalsermäßigung von 9000
RM. auf 225 000 RM. und Wiedererhöhung auf 825 000 RM. 2‟
Betriebskapital konnte durch den Verkauf der alten Gerberei und dun
die Aufnahme eines ſtaatlichen Hypothekarkredits für erlittene Waſſa
ſchäden geſtärkt werden. Der in der G.=V. genehmigte Abſchluß erzu
weder Gewinn noch Verluſt.
Chemiſche Werke Brockhues A.=G., Niederwalluf. Die G.=V. genet
migte den bekannten Abſchluß für 1926 mit 4 Prozent Dividende u.b
wählte neu in den Aufſichtsrat: Generaldirektor Dr. Lammers,
Nr=
ſauiſche Landesbank, Wiesbaden, und Direktor Dr. Rudolf Dahlber
Berlin= Im laufenden Jahre iſt die Beſchäftigung ſehr gut und E
Produktion für einige Wochen ausverkauft. Man erwartet für 1977 G
güinſtiges Ergebnis.
A.G. für Stickſtoffdünger Knappfack b. Köln. Die Generalverſam
lung der faſt ganz von der J. G. Farbeninduſtrie A.G. beherrſcht.
Geſellſchaften genehmigte den Abſchluß 1920 mit 8 Prozent Dividem
aus 975 838 (808 282) RM. Reingewinn. Betrieb und Abſatz ſind
abgelaufenen Geſchäftsjahr im ganzen als befriedigende zu bezeichnce
Aehnliche Verhältniſſe herrſchten bei der Tochtergeſellſchaft, dem Kan
Emaillierwerk. Gebr. Wandersleben G. m. b. H. in Stromberg
Hunsrück, jedoch mit dem Unterſchied, daß die flaue B=ſchäftigung
Emaillierwerk faſt das ganze Jahr hindurch anhielt, während die
E=
zeugung in Kalk regelmäßig abgeſetzt werden konnte.
Rentenbankanleihe in Amerika. Die deutſche Nentenbankkred
anſtalt hat Fühlung mit New Yorker Finanzkreiſen aufgenommen, L
die baldige Auflegung einer zweiten Tranche ihrer Amerikaanleihe
Höhe von 25 Millionen Dollar vorzubereiten. Dieſe Beſprechung!
ſollen bereits ziemlich weit gediehen ſein.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.-Sch. 1. Teill302
II. Teille
D. Reichsanl. Ablöſ=
SchuldohneAus=
loſungsſcheine ...
6½% Reichsp. Sch.
h. 1. 10. 30....
7½Baher. Staats=
Sch. v. 1. 4. 29
6½% H. V. Sch.
v. 1. 4. 29 ...."
S½% Pr. St.=Sch.
v. 1. 3. 29 ..
6½% Pr. St.=Sch.
v. 1. 10. 30...
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. v. 1. 7. 29
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. o. 1. 7. 30
6½%Württ. Freiſt.
Schatz. v. 1. 3. 29
302.5
18
97
96.5
96
98.25
98.25
96.75
B Ausländiſche
5% Bos. E.B. 1914/ 41
5%. L. Inv. 1914/ 40
4½½ „1898
4½% „1902
3‟I.
4% „..."
6% Bulg. Taba. 02/ 25
4½% Oſt. Staatsr.
b. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 141 252,
4½% Oſt. Silberr.
47 „ Goldr. . . / 27
4½ „einh. R. (kon)/ 1.35
8% Port. (Spz.) III
6 ½ Rum.am. R.03.
4½% Gold. 13 ../ 18
„ am. konv.
4% „ am. 05..
8% D. Hhp.=Bank
Meining. Goldpf. /102.25
100.5
82 Frk.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr.. . . . 102.25
Frkf. H.=B.=Gld. /100
20 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr..
100
6 Pfbr.=Bk.=Gold/100.5
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Goldpfbr.
82.25
8% 6. 2bs.-Bk. Gld. /102
101.25
10% R. Elektr. Mark
(Hagen) Goldobl. 102.5
80 g. Landesbank
Darmſt., Reihe 1/101
„ Reihe II/100.5
25 M.=Kraftböchſt/ 92.25
2 Mannh. St.=G.) 99.5
2 Naſſ. Ldb. Gold
80 Nbg. St. Gldal. 100
8%0 Pfälz. Hyp. Bk.
Gold=Pfdbr. ..
8%6 Pforzh. St.=G.
8% Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr. 101
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfpr.
8% Rh. Hyp.=Bank
Gold. Pfdbr..
2oRh. St.=W. 2.
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
8% Südd. B.Cr. B.
Goldpfdbr. . . . . . 100
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=Gld.
obl. mit Option
72o V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option
Goldobl.. .
8% Württbg. Hyp.
Bank Goldpfbr.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 231 19.5
6% Großkr. Mannh.
Arlien, Sarifrabt. Flantfarter Karvoericht oour 2u. Bant Lou
eeicho
500 Pr. Kaliw.
Pfandbriefe.
Bahr. Hyp.u. Wechſ.” 103‟ Berliner Hyp.=Bk. Frkf. Hhp.=Bk. . ..Frkf. Pfandbr.=Bk. 98 Hamb. Hyp.=Bk.. 992I. Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp. Bk. Nordd. Gr.=Cr.=Bk. Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Preuß.Bod.=Cr.=B. 104 Pr. Cent.=B.=Cr. B. 102 Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B... — Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B. 100.5 Südd. Bodenkr. .. 149 Württ. Hyp.=Bk.. . Staatl. od. prov. — garantiert Heſſ. L.=Hhp.=B..
Landeskr. Caſſel .. Naſſau. Ldsb. . ..
Obligationen v. 105 Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl= 941. Lud.=B.
abg. 98.5 5%Oſt. Sb. (L.)ſtfr.
2,6% Alte .. 98.25 2,6% Neue, 97 5%0 Oſt.=Ung.73/74
4½Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. .. 1.b.8.E.
3%Oſt. „ 9. E. 3%Oſt. „ 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz — 3% Raab Oedbg. 83
3 9
9u 3 8.75 3 — 42 Rud. Silber 4½Nud. (Salzkg.) B 2.31 4½% Anat., S. I
4½%Anat. S. II
4½% Anat., S. III
32 Salon. Monaſt. 20.25 5% Tehuantepec. 4½%0
14
23.5
18.75
18
20.
19.4
23.75
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 147
Bad. Bk. ... . . ..
Bk. f. Brauind. . . /215
Barmer Bankv. /1492),
Bay. Hyp.=Wchſ..
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 1181
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank ... 165
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 140
D. Hyp.=Bk. Mein. /146
D. Vereins=Bk. . .1108
Disk.=Geſellſch.
163
Dresdener Bk.
165.25
Frankf. Bk.
138.5
Frkf. Hyp.=Bk
1151
Frkf. Pfdbr.=
1156
Gotha. Grundkr. T
Lux. Intern. Bank. 9
Metallbank.
1144
Mitteld. Creditb
215
Pfälz. Hyp.=Bk. . . 215
Pr. Bd.=Credikbank/143.5
„ Hyp.=Akt.=Bank/140
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk. . . . 130
Rhein=Hyp.=Bk. . /180
Südd. B.=Creditbk.
Südd. Disc.-Geſ.. 1142
Oſterr. Creditanſt. 8.95
Wiener Banlverein! 6.9
Bergwerk8=Akt.
Bochum. Bergb. .
Buderus. . . . . . . . . 116.25
Dt. Luxemburg . ..
Eſchw. Bergw... .
Gelſenkirch. Bgw. 1172
Harp. Bergb.. ..
Ilſe Bergb. St....
„ „ Genußſchein. /132.25
Kali. Aſchersleb. .
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln. 1178.75
Klöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr. 184.95
Mansfelder ..... . 131
Oberbedarf .....,/100
Otavi=Min.=Ant..
Phönix=Bergb. . .. 127
Rhein.Braunk. . . . 269.!
Rhein. Stahlw.. . . 200.I
A. Riebeck Montan/162.
Rombach. Hütte
SalzwerkHeilbronn 180
Tellus Bgb.. . . . . . 117.5
Ver. Laurahütte . .
Ver. Stahlwerke. . 140
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.
Henninger
Hereules, Heſſiſche.
Löwenbr.=Müncher
Nainz. Aktienbr. .
Schöfferhof(Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg.
Werger ........."
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleher//129‟
6%E. A. G. Vzg. A. . 89
5% A. E. G. Vzg. B.. 87.2
A. E. G. Stamm . . . 179.7
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durl. /139
Bad. Uhren, Furtw./ 25
Bamag=Meguin ../ 49
Baſt Nürnberg.
Bahr. Spiegel
Beck& Henkel".
Bergmann El.
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.. / 69.5
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement. Heidelb. . . 151
Cement. Karlſtadt 186
Cement. Lothr.. .
Chem. Albert . . . . . 145
Chem. Brockh. . . . 93
Chem. Milch ... . .! 66
271
182
149
354.5
242
341
183
56.
83
1184
27.:
R
Daimler=Benz A.6.
Dt. Eiſenhandel. ..
Deutſche Erdöl ..."
D. G.u. Silb. Scheid
Dingler,Zweibrück.
Dresd. Schnellpr..
Dürrkopp.
Dürr. Rattingen
Dyckerhof & W.
Eiſenw. Kaiſersl..
El. Licht u. Kraft
El. Lieferung ...
Elſ. Bad. Wolle.
Email. Ulrich ..
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch. ..
Ettlinger Spinn...
Faber Bleiſtift..
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas.
Frankfurter Hof ..
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling & Cie.
Germania Linol..
Gelſenk. Gußſt.
Goldſchmidt, Th..
Gotha Waggon ...
Gritzner, Maſch.. ..
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle, Frkft.
Hammerſen .....
Hanfw. Füſſen ..."
Hanſa=Lloyd, Br..
Hartm. & Braun..
Heyligenſtaedt. . . .
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ...
Hoch=Tief Eſſen.
Holzmann".
..
Holzverk. Ind..
Hydrom. Breslau.
3nag
..!
122—
91
148
206.5
150
72
40
42.25
51.5
61.5
111
57
284.5
102
53
170
115
75
71.
122
178
138
167
24
114.5
123
75
97.5
Funghans St.... /129
Kammg. Kaiſersl. 1190
Karlruher Maſch. 34
Karſtadt, R.
1151.5
Klein Sch. & Beckerl138
Knorr, Heilbronn .1184.5
Konſerv. Braun
Krw. Alt=Württbg. /107
Krauß, Lokom.
Lahmeyer ... . . . . 177.75
Lech. Augsburg . .. 125.75
Lederw. Rothe
„ Spicharz. 20
Lingel Schuhw.. .
Löhnberg. Mühle . / 49
Ludwigsh. Walzm. 127.5
Lüdenſcheid Metall/108
Lux, Induſtrie
Mainkraft Höchſt /129.75
Mars=W. Nürnberg /136
Metallgef. Frkf. ..1186.5
Miag, Mühlenb.
Moenus, Stamm . / 80
Motorenf. Deutz ..
Motorenf. Oberurſ./ 65
Münch. Lichtſpielk. 125
Reckarſ. Fahrz.
126.5
Neckarw. Eßlingen 1142
Beters Union . . . . 115.25
Pfälz. Näh. Kayſer/ 66
Philipps..
66
Porzellan Weſſel / 50
Rein. Gebb. &
alf142
Rhein. Elektr.
1175.5
Rhenania,Kunheim! 62
Rütgerswerke
92.6
Schneid. & Hanau. 68
Schnellpr. Frank. 1104
Schramm Lackf. 1100.5
79 Schriftg. Stemp. 1132.25
Schuckert, Elektr. 1159
Schuhf. Weſſel ..! 85
Schuhf. Herz
81
191. 25 Schultz, Grünlack • / 40.5
Seilind. Wolff
92
Siemens Glas".
Siemens & Halske 1263
35.75
Südd. Immob.
Südd.Zucker=A.=G.
Thür. elektr. Lief..
Nhren Furtwängl.
Unterfr. Kr.=El.=V
Veithwerke" .
Ver. f. Chem. Ind.
Ver. d. Olfbr. Man=
Ver. Faßf. Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg ..
Ultramarin
Zellſtoff Berl. .
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner.
Volthom, Seil
Wayß & Frehtag.
Wegelin Rußfbr..
Zellſt. Aſchaffenbg.
Zellſt. Waldhof ...!"
Zuckerf. Rheingau
Transport= und
Verſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg./101.
A. Dt. Eiſenbahn..
A. Lokalb. u. Kraftw. —
Dt. Eiſenb.=Geſ.../144.P
Schantung E.B.
Südd. Eiſenb.=Geſ./144
141.5
Hapag ......."
Nordd. Lloyzd.. ... 144.
100
140
118
08
70
108.2:
85
83.!
88
149.*
180
133.
70
166
150
207
302
Frrft. Allg. Ber.
Frankona Rückv.
Tarmſt. Werte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg
Helvetia Konſ..
Gebr. Lutz...."
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ..../145
VenulethckEllenb..
152
40.5
8
40
Nummer 170
Dienstag, den 21. Juni 1927
Seite 13
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 20. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Im Anfangsverkehr war die Haltung ziemlich feſt auf
un=
mnſtige Witterungsberichte aus Argentinien. Dann wurde der Markt
Ahwach auf ermäßigte Kabel und eine baiſſegünſtige Statiſtik. Nahe
B=ermine gewannen ½ C., die andern ſchließen unverändert.
Mais: Der Markt begann abgeſchwächt auf die baiſſegünſtige
Sta=
tötik und ſchleppende Lokonachfrage. Später trafen Meldungen über
Froſtbefürchtungen ein. Doch ſchließen die Termie noch 1½ C. niedriger.
Hafer: Der Markt verlief abgeſchwächt mit leichten Kursabgaben.
Baumwolle: Nach ſchwächerem Beginn trat eine Befeſtigung durch
airf Käufe der Wallſtreet und Lokofirmen. Die Termine konnten bis
z: 16 Punkten anziehen.
Kaffee: Der Markt nahm einen vorwiegend ſtetigen Verlauf auf
Acckungskäufe, höhere braſilianiſche Forderungen und Notierungen. Der
Srhluß war leicht abgeſchwächt. Die Termine gewannen bis 10 Pkt.
Zucker: Der Markt verkehrte überwiegend in feſter Haltung auf
Räufe der Wallſtreet und höhere kuban. Forderungen. Der Schluß war
ag geſchwächt auf Verkäufe der Spekulation.
Kakao: Der Markt ſetzte ſeine Aufwärtsbewegung weiter fort
aff höhere Kabelmeldungen und feſte Lokopreiſe. Auf dem erhöhten
ſtiarsniveau wurden dann Liquidationen vorgenommen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. Juni:
Getreide: Weizen, Juli 146½, Weizen, September 1427/e,
mais, Juli 99/, Mais, September 104/, Hafer, Juli 48½,
Hiafer, September 48, Roggen, Juli 117½, Roggen, Sept. 1047/s.
Schmalz: Schmalz, Juli 12,67, Schmalz, September 12,85.
Fleiſch: Rippen, Juli 11,95, Rippen, September 12,20, Speck
19.00, Schweine, ſchwer 8,50—9,50, Schweine, leicht 8,60—9,15,
SEhweinezufuhr Chicago 50 000, Schweinezufuhr Weſten 116000,
Zalg, Ohio Pls.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 20. Juni:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 1582/s, Weizen Nr. 2 hart 164½½,
MKais Nr. 2 1122/s, Hafer Nr. 3 58½, Roggen exp. 129½, Mehl
Gpring Patent 6,90, Getreidefracht nach England 1,9 sh,
Ge=
tpeidefracht nach Kont. 8 d.
Schmalz: Schmalz Mittel, Weſten 13,30.
Schweinefleiſch: Schweinefleiſch Family 33.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 20. Junf. Zum heutigen Viehmarkt
waren zugefüthrt und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach Klaſſe
ge=
handelt: 220 Ochſen 30—63; 183 Bullen 2—54: 352 Kühe 16—51: 397
Färſen 35—64; 756 Kälber 55—82: 60 Schafe 35—45: 13 Ziegen 10—25:
2517 Schweine 52—65. — Marktverlauf: Mit Großvieh ruhig,
Ueber=
ſtand, mit Kälbern mittelmäßig, langſam geräumt, mit Schweinen
lang=
ſam Ueberſtand.
Frankfurter Großviehmarkt vom 20. Juni. Der Auftrieb war
gegenüber dem letzten Großviehmarkt um 180 Ninder, 422 Kälber und
717 Schweine bei einem Geſamtauftrieb von 1400 Rindern (darunder
291 Ochſen, 80 Bullen, 63 Kühen, 324 Färſen), 555 Kälbern. 90 Schafen
und 5100 Schweinen bedeutend geringer. Auch die Preiſe zeigten
ſämt=
lich einen Rückgang und zwar bei Rindern von durchweg 1 RM., bei
Kälbern um 2 und bei Schweinen 2—5 RM. — Marktverlauf: Rinder
ruhig und Ueberſtand, Schweine langſam und Ueberſtand, Kälber
lang=
ſam und ausverkauft, Fettſchweine ſchwer verkäuflich. Bezahlt wurde
für 1 Zentner Lebendgewicht: Ochſen a1) 66—69: 42) 61—65: b1) 55—60;
b2) 50—54; c) —: d) —: Bullen a) 60—63: b) 55—59; c) —: d) —
Kühe a) 53—58: b) 4—52: c) 38—44: d) —; Färſen a) 65—68; b) 58
bis 64: c) 50—57: Kälber a) —; b) 78—83: c) 70—77: d) 60—69;
Schafe ſämtliche geſtrichen; Schweine a) über 300 Pfund 58—60; b) von
240—300 Pfd. 58—60; c) von 200—240 Pfd. 60—61; d) von 160—200
Pfd. 60—61; e) von 120—160 Pfd. 59—60; k) unter 120 Pfd. —: g) —
Sauen —. — Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſen= und Rindfleiſch 1. 100
bis 108; dito 2. 95—100; Bullenfleiſch 92—98; Kuhfleiſch 1. 70—80: dito
2. 60—70; dito 3. 45—55; Kalbfleiſch 1. —: 2. 105—110; Hamelfleiſch
—: Schaffleiſch —: Schweinefleiſch 1. 75—80; dito 2. —; Gefrierfleiſch,
Nindfleiſch Vorderviertel 46—50; Hinterviertel 54—58.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Das Geſchäftsjahr 1926 der Rheiniſchen Braunkohlenbergbau= und
Brikettinduſtrie=A. G. bracltte einen Rohgewinn von 12 668 500 RM.
Nach Abſchreibungen von 4 859 000 RM. verbleibt ein Reingewinn von
7 506 000 RM., aus dem 375 000 ReM. der Reſerve überwieſen und,
wie im Vorjahre, 10 Prozent Dividende auf die Stamnaktien und
6 Prozent auf die Vorzugsaktien verteilt werden, ſowie 373 000 RM.
auf neue Rechnung vorgetragen werden ſollen.
In den Tagen vom 2. bis 22. Juni wird in Eſſen (Ruhr) der
24. ordentliche Genoſſenſchaftstag des Zentralverbandes deutſcher
Kon=
ſumvereine abgehalten.
Die ungariſche Allgemeine Kreditbank will die Konzentrationsidee
bei allen ihven Induſtrien nach Tunlichkeit verwirklichen. Wie wir
erfahren, ſoll nun die Kattundruckerei A.G. im Fuſionswege von der
Ungariſchen Baumwollinduſtrie A.G. aufgenommen werden.
Die Paſſivität der polniſchen Handelsbilanz für den Monat Maf
iſt größer, als bisher angenommen wurde. Sie beträgt nicht 34,
ſondern 49,6 Mill. Zl., nachdem die Einfuhr mit 163, die
Aus=
fuhr mit 114 Mill. Zl. errechnet iſt. Der Importüberſchuß geht
haupt=
ſächlich auf Koſten der Lebensmitteleinfuhr.
Der Ausweis der polniſchen Staatsbank für die erſte Junidekade
weiſt eine Metallzunahme (Gold und Silber) um 2,9 Mill. auf 161,1
Mill. auf. An Deviſen und Valuten iſt eine Vermehrung um 2,6
Mill. arf 231,7 Mill. Bloty eingetreten. Das Wechſelportefeuille hat
um 13,9 Mill. auf 389,8 Mill. Zloty, Giro und andere Verbindlichkeiten
auf 257,2 Mill. Bloty zugenommen. Der Banknotenumlauf hat ſich um
10,9 Mill. auf 694,3 Mill. Bloty ermäßigt.
Mit Ausnahme von Paraffin iſt der Export von Naphtha und
aller anderen Naphthaprodukten, insbeſondere für Benzin, in Polen
außerordentlich zurückgegangen. Eine weitere Ausnahme macht Gasöl,
das nach Italien und der Schweiz weiter in befriedigender Weiſe
ver=
kauft wird. Nach Deutſchland gehen hauptſächlich Aſphalt und Koks.
Die Ausfuhr der Tſchechoſlowakei betrug im Mai 1517 Mill. Kr.,
die Einfuhr 1373 Mill. Kr., ſodaß ſich eine Aktivität von 144 Mill. Kr.
ergab.
Um die hohen amerikaniſchen Einfuhrzölle zu umgehen,
beabſich=
tigt das belgiſche Spiegelglasſyndikat, in Amerika eine große
Glas=
hitte zu errichten.
Im Monat Mai wurden in Belgien an 24 Arbeitstagen (25 i. V)
2 233 730 Ton. (gegen 2280 380 Ton. i. V.) Steinkohle gefördert. Die
Haldenbeſtände betragen 1129 220 Tonnen (i. V. 1202 620
Tonnen). Die Kokserzeugung ſtellt ſich auf 461050 Tonnen
(i. V. 440 100 Tonnen), die Erzeugung von Preßkohlen auf
147 950 Tonnen (i. V. 131 700 Tonnen). Im Monat Mai waren 174 096
Bergarbeiter gegen 175 907 Bergarbeiter im Monat April beſchäftigt.
Im Monat Mai belief ſich die Erzeugung Belgiens an
Gießerei=
roheiſen auf: 373 030 Tonnen gegen 309 920 Tonnen im
Vor=
monat, an Rohſtahl auf 314 000 Tonnen (April 1927 auf 292 500
Tonnen); an fertigen Stahlwaren auf 252 780 Tonnen (i. V. 237 700
Tonnen); an fertigen Eiſenwaren: 14 200 Tonnen (i. V. 13 210 Ton.).
Die Zinkerzeugung ſtellte ſich auf 17 240 Tonnen gegen 16 870 Tonnen
im April.
Mürtſchaft an unabh.
Fpau od. Frl. zu
ver=
weten. Daſelbſt ein
Mädchen
u: Servier. u.
Haus=
ſa-t ſof. geſ. Angeb.
1.149Geſchſt. /*16419
Weiblich
Perfekte
buchhalterin
uicht Stell. per 1. od.
57 7. auch als
Privat=
elr. Ang. K243 Gſchſt.
(*16041s1)
ſüähriges Mädchen,
chuilfr., ſucht z. 15. 7.
Laſhrſtelle in einem
Fräſeurgeſchäft. Ang.
inſter I. 173 an die
Bu=ſchäftsſt. (*16470
FFräulein
4F., ev., im Haush.
Erchaus firm u. fähig
z —. gutbürgerl.
Haus=
ſatt ſelbſt. zu führen,
rent u. zuverl., ſucht
5t-i. frauenl. Haush.
d1 bei ält. Ehep. Ang.
166 Geſchſt. (*16456
Mädchen
onn Lande, das ſchon
ee hat, ſ. St. in einf.
üirg. Haush. z. 1. Juli.
Ling. L. 165 Geſchſt.
(*16455)
Gsür junge Dame
u— erzogen, intel=
„igrent u. ſehr hübſch,
vWerhältniſſe halber
Buſſchäftig. beliebiger
Ir— geſucht, welche
Bemehmen, Takt und
alelloſe Erſcheinung
rfwordert. Gefl.
Zu=
chuirift unt. L. 140 an
te Geſchſt. (*16395
Feſſ ſ. Frau, ſymp.
Er=
chuein., in all. Zweig.
,öaush. erf., m. nett.
f.* Töchterch. u. eig.
N. b., ſucht. Stellg. in
üyrgl. frauenl. Haush.
fsmp, mehr auf gute
Zeſch. als auf Lohn geſ.
be fl. Ang. unt. L. 133
ndie Geſchſt. (*16370
Fei-fekte Schneiderin
mwfiehlt ſichin allen
vrkomm. Arbeiten.
Arlf,
Magdalenen=
raße 11. (*16396
Zuſtempfohlene Frau
eltt waſchen (*16429
Mabenauſtraße 37.
Männlich
Jung er
Raufmann
züretzt in ein.
Schuh=
ahrik tätig, kundig in
Stnenograph. (160
Sil=
enl-),Schreibmaſchine
RRegiſtraturarbeit.,
uäigt Stellung ſofort
dar ſpäter. Angeb.
„III. 144 an die
Ge=
hö.-ftsſt. d8. Bl. erb.
(10034im)
Achtung!
Geſchäftsteute!
haruffeur mit
eige=
en Wagen ſucht bei
ihhiger Berechnung
ſeſ chäftigung! Gefl.
Inggebote u. L 162 a
GGeſchſt. (N010053
Eutche Auto z. waſch.
lnng. unt. L. 134 ar
Geſchſt. (*1637
Weiblich
fm. Hausweſen und
dockhen durchaus erf
Person
guten Zeugn. u.
Emtpfehl. i. kl. Haush
ſeſuucht. Zweitmädch
ſork hand. Angeb. unt.
1.46 Geſch. /*16409id
Hatn
Sonderrangebot
10054
in
Tüchtige Waſchfrau
ſofort geſucht (*16382
Kahlertſtraße 15, II
Männlich
BaderArtikel
Walchlappen
aus gutem Frottierstoft, Handschnh oder
glatt . . . . . . . . . . . . 0.25, 0.15,
B adeh au ben
Gammi, in all. Fassons u. Farben 0.95, 0.55,
B adeh au ben
Ia Gummi, in allen mod. Formen 2.65, 1.95,
B ad e h o s en
aus Trikot oder Cretonne . . 0.68, 0.48,
Bade-Hnzüg
Trikot, schwz., m. Besatz, Gr. 60, 1.95, 1.30,
B ademante
Capesform, in sehönen Dessins.
Kinder-Bademantel
mit Schalkragen, langer Arm, 2 Taschen
12.50, 10.50,
Bademantel
Capesform oder mit Arm
16.50,
Frottier-Handtücher
weiß mit Kante oder gestreift 0.98, 0.68,
Frottier-Handtücher
schwere Qualität, kariert oder weiß mit
Kante
1.95, 1.50,
Frottier-Handtücher
extra schwere Ware, weiß mit farbiger
Borde ...
.. . . 2.85, 2.25,
B adet ü ch er
weiß mit Kante, 80/100, 95/95
. 1.95
B a d et ü ch er
weiß oder farbig gestreift
100/130 3.95, 100/100
B adet ü ch er
weiß mit Kante oder farbig geblümt
125/140 5.90, 100/150
B a d e t ü cher
in nur aparten Dessins oder weiß m. Kante
1601200 9.80, 150/180 9.50, 125/160
Frottierstoffe
150 hr., in viel. Onalität. u. Must. 8.50, 5.90,
Hohen Verdienſt!
Für ſofort ſuche ich
bei tägl. barem Gelde
2 tücht. Reiſedamen
od. Herren von 25-40
Jahren. Es wollen
ſich nur ſolche Damen
oder Herren melden,
die ſchon mit Erfolg
gereiſt haben und auf
dauernde Stellung
Wert legen.
Einar=
beiten erfolgt. Perſ.
Melduug
Dienstag=
u. Mittwochs 3—5 Uhr
bei Eyrich, Friedrich
ſtraße 16, pt. (*16367
Zurvorübergehenden
Beſchäftig. (
Schreib=
maſchinenarbeit wirt
jig. wbl. Hilfskraft
geſucht. Alter 17-19J.
Verband
d. Polizeibeamten
Heſſens e. V.
Friedrichſtr. 21, I. (:16406
Tüchtiges
ür alle Hausarbeiten
ſofort geſucht. (1004,
Café Waldesruh
ſa.
bei
Ve
Kinderfräul.
mit langjähr. Berufs
tärgkeit aus nur gut.
Hauſe zum bald. Ein
tritt. Gute
Behand=
lung zugeſichert.
An=
geb. mit Abgabe von
Zeugn.=Abſchrift. u.
Zild unt. I. 143 an
die Geſchſt. (10033
Gedieg, zuverläſſiges
Alleinmädchen, d. in
Küche u. Haush. perf.
iſt, zu 4 Perſ. in fein.
Haush. geſ. Ang. u
K 248 Gſchſt. /160501
Zur Entlaſtung m.
Frau ſuche nicht zu
junges Mädchen (ält
alleinſteh. Frau für
alle Arbeiten,
Allein=
mädchen). Nur gut
empfohl, wollen ſich
melden. Ausk. gibt
auch Frau Rouſſelot
Nied.=Ramſtädterſtr
Nr. 37. Georg Welter,
Saalfeld (Saale).
(10035ids)
Saubere Frau oder
Mädchen abends n.
5 Uhr f. Hausarb. ge
Näh. Geſchſt. (*16408
Ehrliches, fleißiges
Mädchen für ſofort
(*16442
geſucht.
Eliſabethenſtr. 37, p.
Hausmädchen
geſucht zum 1. Juli
oder früher in guten
Haush. in Darmſtadt
wo noch ein Mädch.
tätig. Nur Mädcher
v. Lande nicht unter
17 J. wollen ſich
mel=
den. Angeb. u. L. 153
a. d. Geſchſt. (*16433
Mädch. z. Aush. von
27.—7. 7. geſ. (*1639
Martinſtr. 2½, II.
Ahn
krankg, des ſeitherig
Mädchens ſucht älter.
Ehepaar für ſofort
ehrliches, fleißiges
Mädchen
das ſelbſtändig kochen
kann u. alle
Hausar=
beit übernimmt. Nur
ſolche mit gut.
Zeug=
niſſen wollen ſich
vor=
ſtellen. Heinrichſtr. 11, I.
(*16438)
Jüng. Mädchen
als Stütze der
Haus=
frau per ſof. geſ. Näh.
Geſchäftsſt. (*1645
Re
Alleinmädchen
im Kochen u. Haush.
erfahr., z. 1. Juli ge
Mayer,
Frankfurter=
traße 130. (16473
für Damen= u. Herr.=
Garderobe, werd.
fü=
dauernd geſ. (10003a
Färberei Rheingold
Geübte Büglerin
ſofort geſucht (*1638
Kahlertſtraß
Reiſende
gegen Proviſion und
Fixum ſofort geſucht.
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en 22. ds. Mts., ab
3 Uhr nachmitt. bei
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Dienstag, den 21. Juni 1927.
Nummer 120
Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
(Nachdruck verboten)
17)
Verſchmitzt lächelnd kam die Wirtin herbei: „Ach, Fräulein
Berthold, das hat ja doch Fräulein Peters alles heute hier
an=
geſchleppt.”
„Fräulein Peters hat das gebracht?” Faſt unmutig klang
die Frage.
Die Wirtin nickte und bemerkte erſtaunt die Wirkung von
Suſis heimlicher Aufmerkſamkeit.
Dann ſprach Chrinſtine nicht mehr davon und nahm ihre
Mahlzeit ein, die Frau Tweſten ihr auftrug.
Schen am nächſten Tage hatte Suſi das meiſte wieder
ab=
holen müſſen.
„Das iſt doch nichts für mich, Suſi,” hatte Chriſtine ihr
ge=
ſagt. „Wenn ich abends meine Bücher und Arbeiten vorhabe,
dann ſitze ich auf meinem Rohrſtuhl, und deine hübſchen Kiſſen
liegen mir im Weg, da ich den geringen Raum hier für meine
Hefte und Schreibereien brauche. Und dann, Suſi — nimm
mirs nicht übel — bedarf es denn ſolcher Geſchenke, um mir zu
zeigen, daß du mich lieb haſt?”
„Aber Chriſtel,” meinte Suſi gekränkt, „ich wollte es dir
behaglicher hier machen. Du tateſt mir ſo leid in dieſer kahlen,
beſcheidenen Stube.”
Da ſah ſich Chriſtine erſtaunt um. „Kahl und beſcheiden
nennſt du die Stube? Und iſt doch mein Reich, entſpricht doch
meinem Stand, Kind. Weißt du noch, wie wir im Waiſenhaus
nur eigentlich kleine Gefangene waren, kontrolliert in Wort
und Blick und jedem Schritt? Und hier bin ich Alleinherrſcherin,
reich und glücklich, und habe ſogar dich wieder dazu gefunden!
Was fehlt mir denn noch, du Dummerchen?”
Glückſtrahlend ſah ſie ſich um, und lächelnd ſagte ſie: „Bei
Weißhaupts hatte ich ein weißgetünchtes Dachſtübchen, ſo klein
und winzig, daß ich die Türe öffnen mußte, wenn ich mich
an=
oder auszog. Hier habe ich meine große, gutmöblierte Stube.
Später kommt dann meine eigene Wohnung, dann die Villa
und zuletzt —
„Der Palaſt!” ſpottete Suſi.
„Wer weiß?!” meinte Chriſtine nachdenklich. „Ich ſtehe ja
erft auf der niedrigſten Sproſſe der Lebensleiter. Die aber iſt
hoch, und ich will hinauf.”
Das junge verwöhnte Mädchen ſah verblüfft in das blaſſe
Geſicht der Freundin. „Wenn ich doch nur ein kleines Teilchen
deines ſtarken Wollens hätte!” ſagte es bedrückt. „Dir muß ja
alles gelingen, Chriſtel.”
Und unvermittelt begann Suſi von Werner Krüß zu ſprechen:
„Weißt du, ſein Vater vergöttert ihn,” plauderte ſie, und
Chriſtine fiel es ſchwer, ſich ihren Chef bei ſolcher Betätigung
vorzuſtellen.
„Seine Mutter iſt eine halbe Gelehrte, die keinen
Kauf=
mann leiden kann. Sie hat es auch durchgeſetzt, daß Werner
Juriſt wurde.”
Chriſtine entgegnete nichts darauf.
„Ich muß noch allerhand Beſorgungen machen für die
Weihnachtskiſten vom Waiſenhaus. Onkel Ernſt ſchickt doch noch
jedes Jahr wie damals den Kindern die Geſchenke. — Kommſt
du mit in die Stadt?”
Gern begleitete Chriſtine, die Freundin, und ſie kauften
und ſcherzten und kramten tauſend Erinnerungen aus, die alle
die Stätte ihrer Kinderjahre zum Ziele hatten.
„Und es war doch manchmal ſchön im Waiſenhaus,”
be=
hauptete jetzt Suſi.
„Aber es iſt jetzt doch ſehr viel ſchöner,” lachte die andere
Im beſten Einvernehmen trennten ſie ſich. Chriſtine
ver=
ſtaute Suſi förmlich in deren Auto inmitten der unzähligen
Päckchen und Schachteln und rief ihr zärtlich nach: „Auf
Wieder=
ſehen, kleiner Weihnachtsmann!“
„Und am Sonntag kommſt du ſchon früh, daß wir den ganzen
Tag vor uns haben?”
Chrinſtine wollte freudig bejahen, doch ſie ſah durch die
Scheiben des Wagens gegenüber einen Augenblick ein paar
ſcharfe, blaue Augen auf ſich gerichtet, und die Worte blieben ihr
in der Kehle ſtecken. Die davonfahrende Freundin hatte nicht
mehr das tiefe Erglühen auf den ſonſt ſo blaſſen Wangen
Chriſtinens bemerkt.
Ihr war zumute wie einem Menſchen, der träumt, zu
fliehen, und doch nicht von der Stelle kommt. Ihre Füße
blieben wie angewurzelt und — da ſtand auch ſchon Werner
Krüß tief aufatmend vor ihr.
„Wie ich mich freue — wie ich mich freue!” ſprach er
glück=
lich aufſeufzend und preßte ihre Hand, bis ſie ihm leiſe entzogen
wurde.
„Ich brachte Suſi — — —” begann ſie nun. Doch er lachte
vergnügt auf.
„Ich weiß ja. Ich beobachte Sie doch ſchon eine ganze
Weile zuſammen.”
„Und warum geben Sie denn erſt jetzt Ihren
Beobach=
tungspoſten auf?”
„Fräulein Berthold”, er ſah ſie treuherzig an — „weil
ich — ſeien Sie mir nicht böſe — weil ich mich unbändig freute,
einmal wieder ein paar Augenblicke ganz allein mit Ihnen
plaudern zu dürfen.”
„Haben Sie mir denn ſo etwas Wichtiges zu ſagen, daß es
meine Freundin nicht auch hören dürfte?” fragte ſie nun mit
erzwungener Ruhe.
Da blieb er in der menſchenleeren Straße, in die ſie
ein=
gebogen waren, plötzlich vor ihr ſtehen und ſah ſie mit einem
Blick an, daß ſie ſachte ihre ſtolze Abwehr ſchwinden fühlte.
„Fräulein Berthold, warum behandeln Sie mich, wann
immer ich Sie auch ſehe, ſtets wie einen Menſchen, vor dem
Sie fortwährend glauben, auf der Hut ſein zu müſſen?
Habe ich Sie ſchon jemals beläſtigt, oder vermißten Sie in
meinem Benehmen irgendwann einmal den Ihnen ſchuldigen
Reſpekt?‟
„Nein — nein,” flüſterte Chriſtine, „aber —” und nun
blickte ſie voll zu ihm auf — „der einzige Menſch auf der Welt.
zu dem ich ein Zugehörigkeitsgefühl empfinde, ſeit ich denken
kann, iſt Suſi Peters. Ich liebe Suſi, wie ich eine Schweſter
nicht weniger lieben könnte, Herr Krüß — ——
Er vollendete nicht
„Und was hat das damit —
und ſah ihr in plötzlichem Verſtehen in das bleiche Antlitz. Doch
in jäher Freude griff er nach ihrer Hand: „Kann ich denn dafür,
daß ich die Pläne meines Vaters zertrümmern muß? Und
könnten Sie künftig nur ein wenig freundlicher zu mir ſein.
Chriftine, wenn ich Ihnen ſage, daß es nur eine fixe Idee
meines guten Vaters iſt, das Bankkonto Stoewings mit dem
unſeren zu vereinigen?”
Aber ſie löſte haſtig ihre Hand aus der ſeinen. „Dann
handeln Sie unverantwortlich, Herr Krüß, oder ich muß
an=
nehmen, daß Ihre häufigen Beſuche im Hauſe Stoewing nur
Ihre Eitelkeit befriedigen ſollen.”
Er ſah betroffen auf: „Ich glaube wahrhaftig Sie haben
recht, Fräulein Berthold. Es iſt eine niederträchtige Art der
Männer, ſich in den Schwächen der Frauen zu ſonnen,” gab er
nachdenklich zu.
Faſt feindſelig blickte Chriſtine in ſeine ſie ſuchenden
Augen. Doch er fuhr raſch fort: „Verſtehen Sie mich nicht falſch,
Chriſtine. In dieſem Falle habe ich bewuFt keine Schuld
Sie haben mich jetzt erſt darauf gebracht, wie unvorſichtig ich
wohl geweſen ſein mag. — Herrgott — und jetzt begreife ich ſo
vieles, auch bei Ihnen. Chriſrine — waren Sie deshalb immer
ſo ſchrecklich abweiſend gegen mich, wenn ich Sie bei Stoewings
traf, oder gönnten Sie mir darum kein Wort außer einem
for=
mellen Gruß, wenn ich in dieſen letzten Wochen in ungeduldiger
Freude und Erwartung das (eſchäft meines Vaters betrat?
Sprechen Sie — ſagen Sie mir nur ein Wort, daß Sie mich
verſtehen, daß Sie wiſſen, wie ich Sie —
„Still — ſtill!” rief Chriſtine mit ſchwacher Stimme.
„Sprechen Sie nicht weiter — ich verſtehe Sie nicht und kann
Sie auch niemals verſtehen.”
„Aber weshalb denn nicht?” ſtieß er erregt hervor. Doch
ſie ſchüttelte abwehrend das Haupt und bat dringender:
„Gehen Sie jetzt, Herr Krüß. Ich muß nach Hauſe und
und — vergeſſen Sie nicht, daß ich ein herrenloſes Gut ohne
jeden Schutz und nur auf mich ſelbſt — auch in ſolchen Fragen
— angewieſen bin.” Ihre Stimme klang zuletzt klar, und ihr
Schritt war feſt, als ſie ihm zunickend raſch um die Ecke bog
und in der lebhaften Geſchäftsſtraße raſch verſchwand.
Wie gehetzt flog ſie an den Menſchen vorüber und betrat
ſchen und leiſe ihre dunkle Stube, die ſie hinter ſich abſchloß.
Sie hätte um keinen Preis jetzt eine menſchliche Stimme
ver=
nehmen mögen. Nur dieſe Stimme ſollte in ihr weitertönen,
und die Dunkelheit ſollte ihr ſeine Augen, dieſe hellen, heißen
Augen weiterleuchten laſſen. Kein Licht durfte jetzt etwa mit
grellem Schein unbarmherzig den Schleier zerreißen, der ihre
Gedanken umwob: Sie ſtand ja noch im Geiſte in der düſteren
Straße — ſie fühlte ja, wie ſie eben nachgab, wie ſie die Augen
öffnete, die all ihre zurückgedrängte, ſo tapfer verborgene
Liebe ſchonungslos verrieten. Senkte er jetzt nicht auch ſeine
Augen tief in die ihren, und ſtreckten ſie ſich nicht die Hände in
überſtrömendem Gefühl entgegen —? „Werner — Werner, hilf
mir, ich liebe dich und breche Suſi das Herz,” ſtöhnte ſie auf
und ließ ſich, zerriſſen von dem Zwieſpalt ihrer Gefühle,
auf=
ſchluchzend auf ihr Bett ſinken.
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Seite 16
Dienstag, den 21. Juni 1927
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Die Könisin derwäste
Abenteuerfilm in 6 Akten
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