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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 160
Samstag, den 11. Juni 1927.
190. Jahrgang
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ſtädter und Nationaibant.
Moskaus Rache für die Ermordung Woſfowos
Maſſenhinrichtungen in Moskau.
DDas Werk der Tſcheka. / Eine neue
Schreckens=
herrſchaft beginnt.
* Moskau, 10. Juni. (Priv.=Tel.)
Die Drohung der Sowjetregierung gegen die ruſſiſchen Gegen=
Sevolutionäre iſt nicht ohne außerordentliche Folgen geblieben.
Die G.P.U., die politiſche Staatsverwaltung und Polizei, Nach=
Eolgerin der Tſcheka, läßt durch die Moskauer Preſſe eine
Mit=
reilung veröffentlichen, in der es heißt, daß angeſichts des
Ueber=
gangs zum terroriſtiſchen Kampf ſeitens der Weißgardiſten, die
enſeits der Grenze nach Anweiſung und mit Mitteln des
aus=
ändiſchen Geheimdienſtes vorgehen, das Kollegium der G.P.u.
um 9. Juni 20 Perſonen zum Tode durch Erſchießen verurteilt
Hat. Das Urteil ſei bereits vollſtreckt. Von den Todesurteilen
find acht mit Spionage zugunſten ausländiſcher Miſſionen
be=
gründet, acht mit allgemeiner konterrevolutionärer Tätigkeit und
Zugehörigkeit zu monarchiſtiſchen Organiſationen. In drei
wei=
eren Fällen gründet ſich das Todesurteil auf verübte oder
ge=
plante Attentate gegen führende Mitglieder der Sowjetregierung.
In einem Fall iſt als Begründung illegales Eindringen in das
Territorium der Sowjetunion angeführt. Es handelt ſich um
Paul Dolgorukoff. Unter den wegen Spionage Erſchoſſenen be=
Findet ſich auch ein Angeftellter der Staatsbank der Sowjetunion
rund früherer zariftiſcher Konſul Jewrinow. Ein früherer
Kam=
ſi rnerherr und ehemaliges Mitglied des Reichsrats Mitkulin iſt in
wer Liſte der Urteile als Inhaber einer Wohnung aufgeführt, in
rvelcher ſich aus dem Auslande eintreffende Terroriſten zu ver=
Sergen ſuchten. Unter den Erſchoſſenen befinden ſich u. a. noch
Fürſt Pawel Dolgorukoff, der ſich längere Zeit in England
auf=
gehalten hat und ohne Einreiſeerlaubnis die ruſſiſche Grenze
über=
ſichritten hat, ferner Fürſt Maſchtſchewſki und der letzte
Juſtiz=
mniniſter des Zaren, General Tſcheglowitow.
Die Berliner Preſſe zu den Moskauer
Todesurteilen.
* Berlin, 10. Juni. (Priv.=Tel.)
Die Hinrichtungen in Moskau haben auch in Berliner
poli=
ſtiſchen Kreiſen ſowie in den führenden Blättern aller Richtungen
Aebhafteſte Beachtung gefunden. Man iſt ſich durchweg einig, daß
ſdas Vorgehen der Sowjetbehörden, gleichviel, von welchem
/Standpunkt aus man es anſieht, ein ſchwerer politiſcher Fehler
wwar, der noch ſchwerwiegende politiſche Folgen nach ſich ziehen
kkann. Die geſamte Berliner Preſſe findet ſich auf einer Linie
der Ablehnung der Moskauer Todesurteile zuſammen. Faſt
Durchweg finden ſich Ueberſchriften wie „Blutgericht in Moskau”
„Die Schreckensherrſchaft beginnt”, „Terrorjuſtiz in Moskau”,
„Maſſenhinrichtungen in Moskau‟. Dabei iſt in den
Kommen=
taren bemerkenswert, daß nicht nur die Todeéurteile als ſolche
behandelt werden, ſondern ebenſo die außenpolitiſchen Folgen
beleuchtet werden, die Rußland hierbei erwachſen müſſen. In
ider „Kreuzzeitung” wird geſagt, „wenn die
Sowjet=
regierung mit ſolchen Mitteln gegen die ihr unbequemen
Elemente vorgeht, ſo beweiſt ſie nur, aufwie ſchwachen
Füßen das ganze Sowjetregime ſteht. Darüber
ſollte man in Moskau nicht im Zweifel ſein, daß man ſich durch
ſolche Gewaltmittel ſicherlich keine Freunde erwirbt. Die neuen
unerhörten Bluttaten können nur dazu beitragen, die Reihen der
Gegner des Bolſchewismus enger zu ziehen und die
Antiſowjet=
front zu verſtärken.” Aehnlich äußert ſich der „Berl. Lokal=
Anz.” in dem es heißt: „Eine Regierung, die ſich unter
Ver=
zicht auf jedes Gebot der Menſchlichkeit und Gerechtigkeit nur
mit ſolchen barbariſchen Mitteln am Ruder halten kann, iſt ein
für alle Mal gerichtet und die Sympathien der Welt
werden jedenfalls in dem Machtkampf zwiſchen England und
Nußland nach dieſen neueſten
Maſſenhinrichtun=
gen ſelbſtverſtändlich ſich, mehr und mehr der
engli=
ſchen Regierung zuwenden. Ebenſo läßt ſich die
„Deutſche Tageszeitung” aus: „Fahren die Moskauer
Gewalthaber auf dieſem blutigen Weg fort, dann arbeiten ſie
gleichwohl England und all denen in die Hände, die eine
gemein=
ſame Antiſowvjetfront zuſtande bringen wollen.” In der „Voſſ.
Ztg.” wird auf das politiſch Unkluge dieſer Handlungsweiſe
hingewieſen. Ein Moskauer Bericht des „Berl. Tagbl.”
ſpricht die Vermutung aus, daß dieſe Taktik eine für Rußland
ſehr ungünſtige Wirkung auf die übrige bürgerliche Welt
aus=
üben müſſe, denn eine innere Erſchütterung Englands oder auch
nur eine Bedrohung ſeiner inneren Freiheit, die London als
Geldmarkt treffe, würde die übrige Welt auf die Seite Londons
treiben und auf die Dauer der Sowjetunion alle die Hilfe
ent=
ziehen, die ſie beſonders aus Amerika erwartet. Im übrigen
wird durchweg auf die innenpolitiſche Konſtellation der
Sow=
jet=Union hingewieſen und darauf aufmerkſam gemacht, daß ſich
der Terror gegen alle die richte, die nicht auf das orthodoxe
kom=
muniſtiſche Glaubensbekenntnis eingeſchworen ſeien. Die „
Ger=
mania”, das Parteiorgan des Zentrums, ſchreibt: „Wir ſehen
nicht, wieſo die neueſten Bluttaten der politiſchen Polizei gegen
wehrloſe Gefangene, zum großen Teil gegen arme Teufel, die
ſeit Monaten in Haft ſind und die deshalb unmöglich eine
Mit=
ſchuld an den jüngſten Attentaten in Petersburg und anderswo
treffen kann, die Stellung der Sowjetregierung ſtärken könnten.
Wir erblicken darin im Gegenzeil ein Zeichen der
Nervoſi=
tät der Moskauer Machthaber, ein unfreiwilliges
Schwäche=
bekenntnis.”
Erregung in England.
EP. London, 10. Juni.
Die Hinrichtung von 20 angeblichen Spionen in Moskau
erregt in England, aus leicht erklärlichen Gründen das
lebhaf=
teſte Intereſſe. Das Urteil wird von der Preſſe allgemein als
Racheakt für die Ermordung Wojkows angeſprochen, ohne daß
dabei auf die Tätigkeit des engliſchen Spionagedienſtes näher
eingegangen wird. Die Aufregung in den weißruſſiſchen Kreiſen
iſt erheblich. Salbin, der frühere ruſſiſche Geſchäftsträger und
der Mittelpunkt der weißruſſiſchen Geſellſchaft in London, läßt
veröffentlichen, daß die Behauptung, die Erſchoſſenen wären
eng=
liſche Spione oder hätten an kommuniftenſeindlicher Propaganda
teilgenommen, Unſinn und eine freche Lüge ſei. Das einzige
Verbrechen ſei geweſen, Rußland geliebt zu haben und
Ariſto=
kraten geweſen zu ſein. Die Mitglieder der engliſchen
diploma=
tiſchen Miſſion in Moskau, die geſtern in London eingetroffen
ſind, haben in bezug auf die Hinrichtung der zwanzig ruſſiſchen
Gegenrevolutionäre erllärt, daß die Anſchuldigungen, die gegen
dieſe erhoben worden ſeien, nach ihrer Anſicht unberechtigt ſeien.
Man könne den Erſchoſſenen höchſtens vorwerfen, daß ſie gute
Patrioten und Anhänger des alten Regimes geweſen ſeien.
Weiter berichteten ſie, daß ſie ſich in Moskau hätten hüten
müſ=
ſen, mit irgendeinem Ruſſen ins Geſpräch zu kommen oder auch
nur Tennis zu ſpielen, da ſie ſonſt der Spionage verdächtigt
wor=
den wären. Der diplomatiſche Redakteur der „Evening News”
ſchreibt, daß die Hinrichtung der zwanzig Gegenrevolutionäre
eine neue Terrorperiode eröffnen dürfte. Die Gründe für die
Erſchießung ſeien nicht ſtichhaltig. Die Erſchoſſenen könnten ſich
leider nicht mehr verteidigen. — Der „Star” weiſt die
Behaup=
tung zurück, daß England für die Ermordung Wojkows
ver=
antwortlich ſei. Damit ſuche man lediglich das ruſſiſche Volk zu
belügen und gegen Großbritannien aufzuhetzen.
Ausweiſung der Engländer aus Rußland?
TU. Riga, 10. Juni.
Wie aus Moskau gemeldet wird, werden aus Charkow,
Niko=
lajew und Odeſſa zahlreiche weitere Verhaftungen, darunter von
Ausländern gemeldet. Die Oppoſitionsführer erheben lebhaften
Proteſt gegen die Schreckensherrſchaft. Das Oberſte Kriegs= und
Revolutionstribunal hat wegen der Erregung der Oeffentlichkeit
die Akten der Verurteilten eingefordert. Weiter wird gemeldet,
daß die Sowjetregierung beabſichtige, alle britiſchen
Staatsange=
hörigen aus der Sowjetunion auszuweiſen. Als
Gegenmaß=
nahme gegenüber den engliſchen Truppenzuſammenziehungen in
Indien werden Truppenteile der Roten Armee in Turkeſtan,
Buchara und der Mongolei zuſammengezogen. In der Provinz
ſind neue Demonſtrationen gegen England erfolgt. Die
Kommu=
niſtiſche Internationale hat ihre Propaganda in den aſiatiſchen
Ländern verſtärkt.
Die Ueberführung der Leiche Woikows.
w. Warſchau, 10. Juni.
Heute früh erfolgte die Ueberführung der Leiche des
ermor=
deten Sowjetgeſandten Wojkow. Die Straße vor der ruſſiſchen
Botſchaft war durch ein Ehrenſpalier abgeſchloſſen. Gegen
½8 Uhr früh trafen im Geſandtſchaftsgebäude die Vertreter
der Regierung, der Zivil= und Militärbehörden ſowie das
War=
ſchauer diplomatiſche Korps ein. Kurz vor 8 Uhr trugen die
Beamten der Sowjetgeſandtſchaft den Sarg aus dem
Geſandt=
ſchaftsgebäude. Die Spitze des Trauerzuges bildeten zwei
Kom=
pagnien Infanterie und ein Bataillon Feldartillerie. Darauf
folgten die Kranzträger. Hinter dem Leichenwagen gingen die
Witwe des Toten mit den nächſten Familienangehörigen und die
Angehörigen der Geſandtſchaft. Um 8.25 Uhr kam der
Leichen=
zug auf dem Bahnhof an, wo der Sarg in einen mit den
Sowjet=
farben geſchmückten Sonderwagen getragen wurde.
Tſchitſcherins Heimkehr.
* Berlin, 10. Juni. (Priv.=Tel.)
Der ruſſiſche Außenminiſter Tſchitſcherin wird auch
nach der Abreiſe Dr. Streſemanns, der ihm am heutigen Freitag
einen kurzen Beſuch machte, noch einige Tage in Berlin bleiben,
um mit führenden Perſönlichkeiten der deutſchen Wirtſchaft in
Verbindung zu treten. Alsdann wird er nach Moskau
zurück=
kehren, um ſelbſt wieder die Leitung der ruſſiſchen Außenpolitik
zu übernehmen, die durch ſeinen Vertreter Litwinow einen etwas
zu ſchroffen Kurs genommen hat.
Neue Regierungskriſe in Rumänien.
E.P. Bukareft, 10. Juni.
In politiſchen Kreiſen verlautet, daß der Miniſterrat in ſeiner
heu=
tigen Sitzung, die für 11 Uhr anbernumt iſt, auf Antrag des
Miniſter=
präſidenten Prinz Stirbey ſeine Demiſſion beſchließen wird. Prinz
Stir=
bey ſoll ſogleich nach dem Miniſterrat zum König fahren, um ihm das
Demiſſionsgeſuch zu überreichen. Als Grund der Demiſſion ſieht man
das Mißlingen der Verhandlungen mit den Parteien über die
Aufſtel=
lung gemeinſamer Wahlliſten für die bevorſtehenden Wahlen an —
Dem Kabinett Stirbey dürfte eine Regierung Bratianu folgen.
Bra=
tianu würde den Verſuch machen, wenigſtens die Nationale
Baueru=
partei zur Aufſtellung gemeinſamer Wahlliſten zu veranlaſſen, wofür ſie
80 Prozent der Mandate erhalten würde.
Beamtenpolitik der S. P.D.
Von
Albrecht Morath, M. d. R.
Noch nie hat ſich, wie rühmend die ſozialdemokratiſche Preſſe
berichtet, ein Parteitag der S.P.D. ſo eingehend mit
Beamten=
fragen befaßt, wie der jüngſt in Kiel abgehaltene. Schon recht,
nur drehte es ſich nicht um das Wohl und Wehe der Beamten,
ſondern einzig und allein darum, wie ſich die Beamten, vom
Parteiſtandpunkt der S. P.D. aus geſehen, am zweckmäßigſten zu
organiſieren haben. Es iſt bezeichnend, daß keiner der ſonſt ſo
klugen Regiſſeure des Parteitages daran dachte, wie kläglich
dieſer offenkundige Parteiegoismus auf die Beamtenſchaft
wir=
ken muß. Jiimerhin hat das, was in Kiel zur Beamtenfrage
verhandelt und beſchloſſen wurde, nicht nur für die
Beamten=
ſchaft, ſondern für die geſamte Oeffentlichkeit Intereſſe.
Seit der Revolution beſchäftigt ſich die S.P.D. mit der
Frage, wie man Einfluß auf die Beamtenſchaft gewinnen könne.
Schon einer der Volksbeauftragten gab ſeufzend der Erkenntnis
Ausdruck, es hülfe nichts, wenn in der Beamtenhierarchie die
Spitze der Pyramide ſozialdemokratiſch ſei; auf die Durchſetzung
des ganzen Bauwerks bis zur Grundfläche komme es an.
An=
fänglich kamen denn auch Beamte, namentlich der unteren, aus
der Arbeiterſchift ſtammenden Gruppen zur Sozialdemokratie.
Ueberſchwengliche Enthuſiaſten nannte ſie in Kiel Herr Wels.
Ein anderer Redner meinte ſchüchtern, es ſeien darunter ſehr viele
Stellenjäger geweſen. Einig waren ſich beide in der Klage, daß
dem ſtarken Zulauf ein ſtarker Rückgang folgte. Nachdem man
das ſchon ſeit Jahren erkannt hatte, ſuchte man Einfluß auf die
Beamtenorganiſationen und namentlich auf die
Beamtenfach=
blätter zu bekommen. Schließlich aber wurden auch dieſe
kryptho=
ſozialiſtiſchen Beſtrebungen entdeckt und zurückgedrängt, worauf
man verſuchte, die ſozialdemokratiſchen Beamten aus den
partei=
politiſch neutralen Organiſationen heraus= und in den
neu=
gegründeten Allgemeinen Deutſchen Beamtenbund hineinzuziehen.
Auch das iſt mißlungen. Selbſt Beamtenverbände unter
ſozial=
demokratiſcher Führung blieben beim parteipolitiſch neutralen
Deutſchen Beamtenbunde. Im Allgemeinen Deutſchen
Beamten=
bunde, der in Wirklichkeit eine gemiſchte Organiſation von
Arbei=
tern, Angeſtellen und Beamten iſt, iſt der Mitgliederſchwund, wie
ſein Vorſitzender geſtand, nicht aufzuhalten. In mehr als
zwan=
zig Anträgen zum Parteitag ſuchten ſeine Freunde das Heil im
Mittel der Zwangsrekrutierung. Der Parteitag ſollte beſchließen,
daß ſozialdemokratiſche Beamte dem A. D.B. angehören
müſ=
ſen. Eine fatale Forderung für die Partei der
Meinungs=
freiheit. „Die Demokratie unſerer Partei verträgt keinerlei
Be=
ſchränkung der Meinungsfreiheit”, verkündete ſtolz in Kiel Dr.
Roſenfeld; aber der Abgeordnete Stelling antwortote ihm:
„Demokratie heißt nicht nur ſchrankenloſe Meinungsfreiheit,
ſon=
dern auch Unterordnung unter die Intereſſen der Partei”. Bei
gegneriſchen Parteien pflegen die Sozialdemokraten ſo etwas
„Drehſcheibe” zu nennen. Köſtlich, wie man den Ausweg fand.
„Wir achten die Genoſſen, die als Vorkämpfer im Deutſchen
Beamtenbunde wirken. Auf der anderen Seite halten wir es für
zweckmäßig, wenn ſich die Partei klar für die freie
Beamten=
bewegung ausſpricht”, ſo lautete das ſalomoniſche Urteil
Stein=
kopfs, und man nahm außer einer Einerſeits=Andererſeits=
Ent=
ſchließung des Parteivorſtandes und einem Antrag Aufhäuſer
einen Schlußſatz an, der den ſozialdemokratiſchen Beamten
ledig=
lich die Zugehörigkeit zu einer freien Beamtengewerkſchaft
emp=
fiehlt und darauf den Satz folgen läßt: „Aufgabe der Partei iſt
es, die freien Gewerkſchaften zu unterſtützen”.
Man könnte den Parteitag ruhig auf ſeiner eigenen Blamage
ruhen laſſen, wenn nicht einige vorwitzige Redner ſehr deutlich
den eigentlichen Zweck dieſer Toleranz gegenüber den im
Deut=
ſchen Beamtenbunde organiſierten Genoſſen zum Ausdruck
ge=
bracht hätten. Man gibt die Hoffnung nicht auf, daß die
Sozial=
demokraten im Deutſchen Beamtenbund, deſſen parteipolitiſche
Neutralität ſtören und für die Sozialdemokratie werben werden.
Der Parteitagsvorſitzende erinnerte daran, wie ſtolz einſt die
Partei auf die erſten ſozialdemokratiſchen Lehrer geweſen ſei,
„die im Deutſchen Lehrerverein als Vorkämpfer des Sozialismus
gewirkt haben”. Man ſolle dieſe Männer nicht aus den
Organi=
ſationen herausholen, „in der ſie ſo lange auch für die Partei
ge=
wirkt haben‟. Es ſcheint die ſozialdemokratiſchen Ethiker wenig
zu kümmern, daß ſie damit ihren Genoſſen eine höchſt
unanſtän=
dige Wirkſamkeit zutrauen. Man ſcheint aber leider auch Grund
zu der Annahme zu haben, daß dieſe Aufgaben erfüllt werden.
Es hat ſich im Deutſchen Beamtenbund eine „
Arbeitsgemein=
ſchaft ſozialdemokratiſcher Beamten” gebildet, deren Vorſitzender
ein Direktor dieſes Bundes iſt. In dem Werbeblatt, mit dem
dieſe Arbeitsgemeinſchaft ins Leben trat, bekennen ſich ihre
Be=
gründer dazu, im parteipolitiſch neutralen D.B.B. „für den
Ge=
danken des Sozialismus und für die Sozialdemokratiſche Partei”
zu werben. Sie wollen, wie es an anderer Stelle heißt, auf
die=
jenigen Beamten einwirken, die ſich noch nicht von den Ketten
des Servilismus freigemacht haben. Sie gehen noch weiter. Sie
bekennen ſich in ihrem Werbeblatt ausdrücklich zum
ſozialdemo=
kratiſchen Beamtenprogramm, das in den weſentlichſten Punkten
in unvereinbarem Gegenſatz zum Programm des Deutſchen
Beamtenbundes ſteht. Da wird unter anderem die Abſchaffung
eines beſonderen Beamtenrechts und die Unterſtellung der
Be=
amten unter das Arbeitsrecht gefordert. Gehaltsfeſtſetzungen
ſollen nicht mehr durch Geſetz, ſondern durch Tarifverhandlungen
eingeführt werden. Mit dem Koalitionsrecht ſoll den Beamten
für den Fall, daß andere Mittel verſagen, auch ein Streikrecht
gegeben werden. Es liegt auf der Hand, daß ſich dieſe
Forde=
rungen nur durchführen laſſen, weun man das
Berufsbeamten=
tum mit lebenslänglicher Anſtellung abſchafft. Es liegt auf der
Hand, daß man nicht zu gleicher Zeit — um es ſo auszudrücken —
Bundesdirektor des Deutſchen Beamtenbundes und Vorſitzender
einer ſolche Forderungen vertretenden Arbeitsgemeinſchaft
ſozial=
demokratiſcher Beamter ſein kann. Die peinliche Lage, in die
durch die Parteitagsbeſchlüſſe die Beamtenführer im Deutſchen
Beamtenbund gekommen ſind, mag gewürdigt werden. Aber
ſo=
lange ſie im Deutſchen Beamtenhund tätig ſind, haben ſie ſich
parteipolitiſcher Tätigkeit zu enthalten. Es heißt, daß ſie das
auch der Bundesleitung verſprochen haben. Aber gegen wen ſind
Seite 2
Samstag, den 11. Juni 1927
Nummer 160
ſie dann unehrlich? Gegen die Sozialdemokratiſche Partei oder
den Deutſchen Beamtenbund? Wenn die bürgerlichen Parteien,
die ſamt und ſonders für ſich in Anſpruch nehmen können, die
parteipolitiſche Neutralität der Beamtengroßorganiſation ſtrikte
beachtet zu haben, ſich die Minierarbeit der ſozialdemokratiſchen
Arbeitsgemeinſchaft gefallen laſſen, dann ſchädigen ſie nicht nur
ſich ſelbſt, ſondern ſie tragen auch zur Zerſtörung der neutralen
Grundlage und damit des D.B.B. bei. Es heißt den D.B.B.
ſchützen, wenn man die Auflöſung der Arbeitsgemeinſchaft
ſozial=
demokratiſcher Beamten im D.B.B. verlangt. Es heißt darüber
hinaus die geſamte deutſche Beamtenbewegung ſchützen, wenn
nan ſie vor dem Wege warnt, den die Sozialdemokraten die
Beamten im A. D.B. wie im D.B.B. führen wollen. Die
Be=
amten als Stoßtrupp in der Arbeiterbewegung und in
Arbeit=
nehmerlohnkämpfen — das iſt das Ende des Berufsbeamtentums,
das iſt die Auflöſung des Staates.
Die Genfer Ratstagung.
Das Programm.
* Genf, 10. Juni. (Priv.=Tel.)
Die am Montag beginnende Tagung des Völkerbundsrates
umfaßt diesmal 36 Punkte. Der Völkerbundsrat wird den
Be=
richt über die Weltwirtſchaftskonferenz entgegennehmen, wobei
insbeſondere die praktiſche Durchführung der Konferenzbeſchlüſſe
auf dem Gebiete der Zolltarif= und Handelsvertragspolitik,
ſo=
wie der Antrag der Einberufung einer Konferenz der
Wirtſchafts=
miniſter im Vordergrund ſtehen werden. Des weiteren gelangt
der Bericht der vorbereitenden Abrüſtungskommiſſion über die
allerdings wenig greifbaren Reſultate der erſten Leſung des
Konventionsentwurfes zur Behandlung. Die Frage der
Teil=
nahme Sowjetrußlands an den künftigen
Abrüſtungsverhand=
lungen wird hierbei eine nicht unweſentliche Rolle ſpielen. Dieſe
Frage dürfte im Rahmen der gegenwärtigen weltpolitiſchen
Lage noch keineswegs geklärt ſein. Drei Danziger Fragen ſtehen
ferner auf der Tagesordnung: die als eine Selbſtverſtändlichkeit
anzuſehende Aufhebung der Danzig im Jahre 1921 vom
Völker=
bundsrat auferlegten Beſchränkungen des Flugzeugbaues, ferner
die Danziger Kommunalanleihe ſowie der Tranſitverkehr von
Munition durch den Danziger Hafen. Die grundſätzliche Frage
der Gefährdung der Danziger Bevölkerung durch die auf der
Weſterplatte lagernde polniſche Munition wird dagegen aller
Vorausſicht nach noch nicht zur Sprache gelangen.
Große Schwierigkeiten bereitet gegenwärtig auch der
unga=
riſch=rumäniſche Konflikt über die Entſchädigung der enteigneten
ungariſchen Grundbeſitzer in Rumänien. Dieſer Frage kommt
zweifellos auch vom deutſchen Standpunkt aus großes Intereſſe
zu. Eine materielle Entſcheidung des Rates zugunſten der
unga=
riſchen Anſprüche würde einen Präzedenzfall ſchaffen, der die
Frage der entſchädigungsloſen Enteignung auch des deutſchen
Grundbeſitzes in den Randſtaaten in einem neuen Licht
erſchei=
nen laſſen würde. Der Ausſchuß, der ſich aus England, Chile
und Japan zuſammenſetzt und der eben in London getagt hat,
dürfte bisher mit den Verſuchen, zu einer Kompromißlöſung zu
gelangen, in Anbetracht der großen politiſchen und juriſtiſchen
Schwierigkeiten dieſer Frage wenig Erfolg gehabt haben. Wie
in allen ſchwierigen Fällen, ſo wird auch diesmal in
Völker=
bundskreiſen die Anrufung des Haager Schiedsgerichtshofes
erwogen.
Die urſprünglich auf der Tagesordnung ſtehende Frage der
Einreichung der Liſten der deutſchen Zivilluftfahrt an den
Völ=
kerbund hat bekanntlich eine direkte Regelung zwiſchen der
deut=
ſchen Regierung und den Alliierten gefunden, indem man ſich
auf eine gewiſſe Publizität der Liſten über die deutſche Luftfahrt
geeinigt hat. Infolgedeſſen wird dieſer Punkt von der
Tages=
ordnung des Rates in der erſten geheimen Sitzung abgeſetzt
werden. Oberſchleſiſche und Saarfragen ſtehen diesmal nicht auf
der Tagesordnung des Rates, dagegen wird die Behandlung der
Memeler Beſchwerde, die auf Wunſch der deutſchen Regierung
auf die Tagesordnung geſetzt worden iſt, für Deutſchland von
weitgehender Bedeutung ſein. Es handelt ſich hierbei tatſächlich
nicht um eine interne Memeler Angelegenheit, ſondern um eine
Frage des deutſchen Anſehens im Oſten. Zahlreiche, mehrere
Jahre umfaſſende Verletzungen der Memeler Konvention durch
die litauiſche Regierung ſtellen ein ſchweres Schuldkapitel
Litau=
ens dar. Eine Aenderung dieſes Zuſtandes iſt zu einer
dringen=
den Notwendigkeit geworden. Welchen Verlauf die
Verhand=
lungen der Memeler Beſchwe de im Völkerbundsrat nehmen
wird, dürfte gegenwärtig noch kaum zu überſehen ſein. Die
Tak=
tik der litauiſchen Regierung, prozeſſuale Rechtsfragen in den
Vordergrund zu ſchieben und keinen Vertreter zur Ratstagung
zu entſenden, zeugt lediglich von dem ſchlechten Gewiſſen der
litauiſchen Regierung. Eine ſachliche Behandlung der Beſchwerde
im Völkerbundsrat ſcheint ohne weiteres möglich zu ſein, da die
litauiſche Regierung formell zur Entſendung eines Vertreters
4Anfänge der Schrift.
Von Michael Jemtſchik.
Eine einfache Ueberlegung ſagt uns, daß wir noch nicht ein
mal über die Geſchichte des Schreibmaterials eine richtige
Vor=
ſtellung haben können, und wenn wir dieſes Material in allen
ſeinen Phaſen ungefähr erraten, dann werden wir auch einſehen,
daß uns nicht der kleinſte Bruchteil der von Menſchen
nieder=
geſchriebenen Worte aufbewahrt blieb über die Zeiten. Ver
ſchaffen wir uns zunächſt einmal eine kleine Ueberſicht über das
Schreibmaterial, auf dem uns die Aufzeichnungen der
verſchie=
denen Völker überliefert worden ſind.
In Italien, Griechenland und Kleinaſien fanden wir
über=
wiegend das Pergament in der jüngeren, den Stein in der
älteren Zeit. In Aegypten haben wir Pergament, Papyros und
wiederum Stein. In den Ländern des Fernen Oſtens ſind e
die verſchiedenen Blätter der Palmarten, ſowie einige
Rinden=
ſtoffe und wiederum dann die chine ſchen Steintrommeln, au
denen wir älteſte, noch heute nicht völlig lesbare Schriftzeichen
finden, während in China auch hier und dort ſehr alte Knochen
gefunden wurden, die mit Zeichen bedeckt waren.
Auf Inſeln der fernſten Südſee, wie auf den Oſterinſeln
haben wir Holzplatten, die wahrſcheinlich ſeit ſehr alten Zeiter
mit Schriſten bedeckt waren. Im Norden Europas finden wi
dagegen nur Stein, nichts, als ein paar Grabſteine, und auch
dieſen kann man kein überwältigend hohes Alter zuſchreiben. Jr
Meſopotamien finden wir eine ganz iloſiert bleibende Erfin
dung, die gebrannten Tonzylinder, in welche die Keilſchrift mi
äußerſter Feinheit eingegraben iſt.
Weiter erfahren wir noch, daß die Schrift in manchen
G=
bieten vorhanden war und wieder abgeſchafft wurde. So war
es in Peru, wo einſt umfangreiche Aufzeichnungen vorhanden
waren, aber ſie wurden nicht fortgeführt, ſondern vernichtet
Zeichen dieſer Art und Periode ſollen noch auf einigen weniger
Gefäßen in Gräbern gefunden worden ſein, aber man hat
Zwei=
fel, ob dieſe Gefäße echt ſind. Ueber Luretia, das alte Paris
berichtet Julius Cgeſar, daß es einſt reichliche Aufzeichnunger
beſaß, daß man aber die Schrift für ſchuldig hielt, das menſch
liche Gedächtnis zu zerſtören und die Lebendigkeit der Erinne
rung zu unterdrücken, und ſo wurde auch dort die Schrift zerſtört
1eberblicken wir eine Reihe von ſolchen Daten, ſo ſagen w.
nus, daß die Stoffe, die auf uns kamen, durchweg keine höchſt
Lebenszeit erreichen können. Mögen alſo die Papyri oder Paln
blattrollen auch oft eine erſtaunliche Zeit überdauert haben,
End, ebenſo wie das Holz, mit dem ſie im Grunde ſtets identiſe
bleiben, in ihrem Alter begrenzt, und hinter dieſer Zeit d
Vom Tage.
Der Reichspräfident wird am 14. Juni vormittags auf
Einladung der anhaltiſchen Regierung in Deſſau
eintreffen. Er wird zunächſt der Regierung und der Stadtverwaltung
ſeinen Beſuch abſtatten und dann den Ehrenfriedhof beſuchen, wo er
am Ehrenmal des Fliegerhauptmanns Bölcke und am Ehrenmal für die
im Weltkrieg Gefallenen einen Kranz niederlegen wird.
Briand empfing geſtern nachmittag den rumäniſchen Geſandten
in London Titulescu, der nach Bukareſt reiſt, den italieniſchen
Geſchäftsträger wegen der ſüdſlawiſch=albaniſchen Spannung, Marſchall
Foch wegen der Frage der deutſchen Oſtfeſtungen.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki, der geſtern.
vormittag in Paxis eingetroffen iſt, hat ſich gegen Mittag in Begleitung
des polniſchen Geſandten Chlapowſki nach dem Quai d’Orſay begeben,
vvo er eine etwa einſtündige Unterredung mit Briand hatte,
die vor allem die durch das Warſchauer Attentat geſchaffene Situation
zum Gegenſtand gehabt hat.
Auf der Strecke von Nizza nach Ventimiglia wurde dicht
hinter der italieniſchen Grenze ein Güterzug von einer Abteilung
fasciſtiſcher Miliz beſchoſſen. Die franzöſiſche Polizei hat
ich ſofort mit den italieniſchen Behörden in Verbindung geſetzt. Die
Ermittelungen ſind noch nicht abgeſchloſſen.
Durch Beſchluß des griechiſchen Miniſterrats wurde in
Griechen=
land mit Wirkung vom 15. Juni eine Direktion der
Han=
delsmarine gegründet, deren Dienſt vollſtändig autonom iſt
und nur den Anordnungen des Marineminiſters unterſteht.
Es beſtätigt ſich, daß der albaniſche Geſandte in Belgrad Tſena Bey
von feiner Regierung angewieſen worden iſt, Belgrad zu verlaſſen. Tſena
Bey ſoll erklärt haben, daß er ſich von Achmed Bey losfagen und nicht
nach Albanien zurückkehren werde.
An den Ufern des Großen Kanals in China haben weitere Kämpfe
ſtattgefunden, wobei die Südtruppen erhebliche
Fort=
ſchritte in der Richtung auf Schanghai machen konnten.
Nach einer Meldung aus Schanghai haben die Nationaliſten
Hoſhin in der Provinz Anhui eingenommen und dabei
zahlreiche Gefangene und große Beute gemacht.
„Daily Telegraph” gibt Berichte aus China wieder, wonach vier
Deutſche, die an der Eiſenbahn Pukau—Tientſin arbeiteten, durch
Angehörige der Partei Tſchiang Kai=ſcheks getötet wonden
ſeien. Eine offizielle Beſtätigung dieſer Nachricht liegt bisher nicht vor.
Wio offiziell mitgeteilt wird, wird der amerikaniſche
Schatz=
kanzler Mellon im Laufe des Monats Juli ſich zu einer
ſechs=
wöchigen Reiſe nach Europa einſchiffen.
Wie die Agentur Info Pacific aus Tokio meldet, wird der Kaiſer
von Japan am 22. Juni den Polarforſcher Amundſen
empfangen. Amundſen wird einen Vortrag über ſeinen
Nordpol=
flug halten.
Nach Meldungen aus dem Kaukaſus ſind auch dort
Gegenrevolutio=
näre erſchoſſen worden. In der Ukraine wie in Weiß=Rußland wird
eifrig nach polniſchen Spionen gefahndet.
Der Aſien=Oſteuropa=Dienſt ſtellt auf Grund von Angaben der in
Berlin vorliegenden Sowjetblätter der letzten Woche feſt, daß den 20
Hinrichtungen in Moskau ſeit dem 4. Juni 23 Hinrichtungen
vorausge=
gangen ſind, die ſämtliche politiſche Hintergründe aufweiſen.
aufgefordert worden iſt und die notwendigen Formalitäten bei
der Antragsſtellung eingehalten ſind. Es wird von deutſcher
Seite mit allem Nachdruck eine eindeutige Feſtſtellung des
Bruches der Memel=Konvention durch die litauiſche Regierung
herbeigeführt werden müſſen. Die gegenwärtig erwogene
Ueber=
weiſung der Beſchwerde an den Haager Gerichtshof würde
tat=
ſächlich nur zu einer neuen einwandfreien Feſtſtellung der
Ver=
fehlungen der litauiſchen Regierung führen.
Der Völkerbundsrat wird ſich ferner auf der kommenden
Tagung mit der ſchnelleren Mobiliſierung des Völkerbundsrates
bei Kriegsgefahr befaſſen. In dieſer Frage, die auf eine
Inter=
pretation der Artikel 11 und 16 des Paktes hinauslaufen würde
ſtößt man bisher ſtets auf die noch ungelöſte und ſcheinbar
un=
lösbare Frage, wer als der angreifende Staat feſtzuſtellen iſt.
Ob der jugoſlawiſch=albaniſche Konflikt vor den Völkerbunds
rat kommen wird, dürfte ſich in den nächſten Tagen entſcheiden.
In Völkerbundskreiſen ſcheint hierfür wenig Neigung zu beſtehen,
da der bekannte Beſchluß der Botſchafterkonferenz von 1921
tat=
ſächlich ein beſonderes Mandat für Italien Albanien gegenüber
geſchaffen und damit dem Völkerbundsrat in den Angelegenheiten
Albaniens die Hände gebunden hat. Die Entſcheidung, ob die
Angelegenheit vor den Rat kommen wird, dürfte gegenwärtig
bei der Belgrader Regierung liegen.
Die bevorſtehende Ratstagung wird neben den öffentlichen
Ratsverhandlungen wiederum eine Reihe direkter
Verhandlun=
gen zwiſchen den Außenminiſtern Englands, Frankreichs und
Deutſchlands bringen, in denen in erſter Linie das Problem der
Kontrolle der zerſtörten deutſchen Oſtbefeſtigungen ſowie die
Herabſetzung der Rheinlandtruppen zur Behandlung gelangen
werden.
Streſemann auf der Fahrt nach Genf.
* Berlin, 10. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann hat ſich am
Frei=
tag abend nach Frankfurt begeben, von wo er nach eintägigem
Aufenthalt nach Genf weiterfahren wird. Er nahm vorher noch
an einer Kabinettsſitzung teil, die ſich im weſentlichen mit
inner=
politiſchen Fragen beſchäftigte und das Arbeitsprogramm für
die kommende Reichstagstagung feſtlegte. Ueber die Genfer
Dinge iſt dabei nicht mehr geſprochen worden. Darüber hat man
ja bereits tags zuvor im Kabinett, eine völlige Einigung
er=
zielt. Die Genfer Ausſprache wird im weſentlichen in drei große
Gruppen zerfallen. Sie wird ſich zunächſt einmal um die
all=
gemeine europäiſche Politik drehen, wie über den Konfliktsſtoff
zwiſchen Warſchau und Moskau, Albanien uſw. Es wird ſich
dabei ſehr raſch zeigen, daß die Politik durch den Henker, wie
ſie in Moskau betrieben worden iſt, die Bolſchewiſten nur
Eng=
land in die Hand geſpielt hat, das bisher ziemlich allein ſtand,
jetzt aber mit moraliſchen Gründen Bundesgenoſſen gegen
Ruß=
land zu werben ſuchen wird. Der albaniſche Konflikt wird
inner=
halb der europäiſchen Kabinette auch jetzt noch ruhig beurteilt,
zumal ja auch Italien betont, daß es zuſammen mit England
und Frankreich ſich für eine gütliche Beilegung einſetzen wird.
Für Deutſchland iſt in allen dieſen Fragen die Politik
vorgezeich=
net. Wir können unſeren Einfluß, ſoweit er überhaupt reicht,
nur in der Richtung einſetzen, Verwicklungen zu vermeiden.
Darüber hat auch im Kabinett völlige Einigung geherrſcht.
Die zweite Gruppe von Thematas, die in Genf zur
Verhand=
lung ſtehen, iſt das eigentliche Völkerbundsprogramm. Das iſt
zunächſt einmal die Beſchwerde der Memelländer gegen die
litau=
iſche Herrſchaft. Auch die Danziger Frage kommt wieder aufs
Tapet. Einen weiten Raum wird auch der Bericht über die
Wirtſchaftskommiſſion einnehmen, den Dr. Streſemann erſtattet.
Ebenſo ein Bericht, den Herr Chamberlain als Vorſitzender eines
im Frühjahr eingeſetzten Ausſchuſſes über Rumänien und
Un=
garn zu erſtatten hat. Es hat den Anſchein, als ob eine
Kom=
promißlöſung verſucht werden ſoll. Die dritte Gruppe endlich
umfaßt die Fragen, die zwiſchen Deutſchland und den
Beſatzungs=
mächten unmittelbar ſpielen. Das iſt für den Augenblick die
Verminderung der Beſatzung und die Zerſtörung der deutſchen
Oſtbefeſtigungen. Der letzte Termin, der uns für die
Zerſtörun=
gen geſtellt war, war der 15. Juni. Deutſchland hat von ſich aus
keine Veianlaſſung gehabt, obwohl die Zerſtörungen längſt
er=
folgt ſind, vorzeitig ſeinen Bericht der Botſchafterkonferenz
zu=
gehen zu laſſen. Er wird aber in den nächſten Tagen in Form
einer Note erfolgen. Strittig bleibt dabei die Etikettefrage, ob
und in welcher Form die Entente ſich von der erfolgten
Zer=
ſtörung überzeugen kann. Auch darüber iſt im Kabinett
voll=
kommene Einigung erzielt worden, wahrſcheinlich in einer
For=
mulierung, wie ſie die „Kreuzzeitung” zum Ausdruck bringt, daß
eine erneute Nachprüfung durch die Militärattachés nur dann
erfolgen kann, wenn wir dafür die ſchriftliche Zuſicherung
erhal=
ten, daß dieſe Kontrolle auch endgültig die letzte iſt, und daß
gleichzeitig alle anderen noch ſchwebenden Entwaffnungsfragen
als erledigt anzuſehen ſind. Was die Verabſchiedung des
Kriegsgerätegeſetzes betrifft, ſo iſt ſeine Erledigung durch den
Reichstag nur noch eine Formſache. Es würde dann das ganze
Kapitel der Entwaffnung endgültig geregelt ſein, und damit
wäre für Deutſchland die Vorausſetzung gegeben, um auf Grund
des Artikels 431 zu einem ausgemachten Zeitpunkt die
Zurück=
ziehung der geſamten Beſatzung zu verlangen. Inzwiſchen wird
auch — darüber haben wir bereits das Erforderliche geſagt —
die Herabminderung der Beſatzungstruppen in Genf mit
hinein=
ſpielen. Man rechnet damit, daß die Tagung etwa eine Woche
in Anſpruch nehmen wird. Streſemann will dann den Montag
darauf wieder in Berlin ſein und unmittelbar danach einen
kurzen Abſtecher nach Oslo machen.
Die deutſche Delegation in Genf.
Berlin, 10. Juni.
Wie nunmehr amtlich mitgeteilt wird, ſind für die kommende
Ratstagung in Genf für Deutſchland der Reichsaußenminiſter
Dr. Streſemann, Staatsſekretär von Schubert und
Generaldirek=
tor Gauß delegiert worden. Ferner begeben ſich nach Genf der
Leiter der Preſſegbteilung der Reichsregierung, Min.=Direktor
Zechlin, in Vertretung des erkrankten Staatsſekretärs Pünder die
Herren der Völkerbundsabteilung des Auswärtigen Amts,
Ge=
heimrat von Bülow, Legationsrat von Dirkſen und Geſandter
Freytag. Sekretär der Delegation iſt wiederum Legationsrat von
Redlhammer und Geſandtſchaftsrat Bolze,
Holzes folgen die Zeiten des Steines. Nun, es gehört ſchon eine
beſondere Konſtellation dazu, auf Stein irgendwelche Worte
ein=
zumeißeln. Die Arbeit iſt außerordentlich groß, ſelbſt das
Aus=
löſchen und Verbergen einer ſolchen Schrift wäre kaum möglich,
und ſo kann der Stein nur gebraucht worden ſein, wenn die
Menſchen eindeutig entſchloſſen waren, Worte auf ſehr ferne
Zeiten zu übertragen, und wenn ſie weiter keine Bedenken
hatten, ihre Schrift jedem zu zeigen, der ſie ſehen wollte.
Eine gewiſſe Ausnahme, zugleich aber auch eine gewiſſe
Be=
ſtätigung ſolcher Vorausſetzungen haben wir in der Schrift
ägyp=
tiſcher Gräber. Mag dieſe Schrift nun in Stein gegraben oder
auf den Stein gemalt ſein (oder auf vorbereitete Stuckflächen
uſw.), ſo iſt es klar, daß dieſe alten Gräber heilig und vor allen
fremden Menſchen verſchloſſen waren. Wie weit der Glaube der
Aegypter ging, daß ſie als leibliche Weſen ſpäter einmal wieder
aufleben würden, läßt ſich nicht leicht beſtimmen, aber dieſe
Gräber, in denen allerlei Speiſe, Saatkorn und Oel, Körperfarbe
und Stoff zuſammenlagen, in denen die Wände des Grabes
be=
malt waren mit Szenen des vergangenen Lebens, an denen ein
Menſch vielleicht ſeine Erinnerung wiederfinden ſollte, — immer
haben wir das unheimliche Gefühl, daß hier der Glaube an eine
körperliche Wiederkehr einen Schritt weitergegangen iſt, als wir
ihn mitgehen können, aber ohne Frage lebt ein Teil dieſer Lehre
noch im heutigen Iflam weiter. Hier, in Aegypten alſo, ſollte
derſelbe Menſch die Schrift wiederfinden, die er auch in ſeiner
Lebenszeit vor Augen gehabt und gekannt hatte. Fremde ſollten
durchaus verhindert werden, dieſe Grabſtätten zu betreten. —
Daß auch die Mumien ſelbſt zu verſchiedenen Zeiten, ob
abſicht=
lich oder unabſichtlich, mit Schriftbändern eingehüllt wurden, ſei
nebenbei erwähnt, und alle dieſe Erſcheinungen gehören daher in
ein Sondergebiet zuſammen. Was aber ägyptiſche Grabmäler
uns zu berichten haben, iſt im geiſtigen Sinne wenig, verglichen
mit jenem ungeheuren geheimen Wiſſen, das die ägyptiſchen
Prieſter in jeder Hinſicht gehabt haben, um nur an das zu
er=
innern, was ſie von Atlantis glaubten oder wußten und wovon
irgendein Bruchſtück durch Platon zu den Griechen gelangt war.
Mit anderen Worten: Wir haben einen Beweis, daß die
Aegypter Meiſter und Kenner einer außerordentlichen Geſchichte
der menſchlichen Vergangenheit geweſen ſind, aber von ſolcher
Geſchichte fand man bisher noch nirgends etwas durch
Schrift=
zeichen überliefert.
Springen wir plötzlich in unſere Kultur hinüber und fragen
wir uns, was denn eigentlich von unſerer ſo ungeheuer mit
Worten wirkenden Kultur erhalten bleiben würde, wenn unſer
Papier durch die Zeit vernichtet wäre, ſo würden wir finden
daß nichts, aber auch gar nichts mehr nach tauſend Jahren
vor=
handen ſein kann, außer einigen Grabſteinen, genau, wie wir
ſolche im ſkandinaviſchen Norden mit einigen Runen bedeckt
ge=
funden haben.
Mit anderen Worten: Die Geſchichte der Schrift iſt in keine:
Hinſicht ein Spiegel der Kultur der Menſchen im allgemeinen,
ſondern iſt eine Geſchichte, die durch das faſt zufällige Material
des Schreibens überall zerriſſen iſt, und Wirklichkeit läßt ſich
heute aus der Geſchichte der Schrift kaum herleiten. Welche
Völker alſo reichliche Schriftkultur einſt beſeſſen haben, wie dieſe
Schrift angewandt wurde — wir wiſſen es nicht. Nichts hindent
uns, zu glauben, daß der Schiefer für die Mitteilung des
Augen=
blickes einſt etwas Alltägliches war, wie ſpäter in Rom die
Wachstafel. Nichts hindert uns, zu vermuten, daß, ſolange es
eine Leinenweberei gibt, auch eine Beſchriftung dieſes Stoffel
ſtattgefunden hat, die manches Jahrhundert überdauern konnte,
nichts hindert uns, zu vermuten, daß auch viele nordiſche Länder
einſt Archive von beſchriebenen, geritzten Holztafeln hatten. Daß
einſt eine Zahl von Wahrſagern, Jahrtauſende, nachdem di
Schrift erfunden war, Buchenſtäbe und Aſtwinkel durcheinander
warfen, um aus ken entſtehenden Zufällen eine Deutung heraus
zuleſen, das iſt natürlich, wie wenn heute ein Menſch eine Bibel
blind aufſchlägt, um daraus ein Wort zu finden, das auf ſeim
eigene Lage oder Stimmung paßt, aber mit dieſem Loswerfen
hat die Entſtehung der Schrift gar nichts zu tun, denn di
Schriftformen ſelbſt ſind in allen Kulturen etwas tief Durch
dachtes, etwas vüllig Geiſtig=Geſetzliches, und irgendeine unüber
legte Schrift iſt uns auf der Erde nicht bekannt.
Wenn wir uns nun ungefähr darüber klar geworden ſind
wvie völlig lückenhaft unſer Wiſſen von den früheren Zeiten der
Schrift iſt, ſo gibt es für die Entſtehung der Schrift keinerle
Anhaltspunkte. Wir können hier vielmehr nur ganz allgemein
Vermutungen aufſtellen, wenn wir uns überlegen, wie ein Be
darf an Schrift überhaupt auftreten konnte.
Schrift iſt und bleibt das Mittel der Verſtändigung zwiſche‟
Menſchen, die ſich wegen räumlicher oder zeitlicher Ferne nich
ſehen oder nicht miteinander ſprechen können. Soweit noch di
Stimme reicht, wird ſie angewandt werden, weil ihr Mittel /
unendlich viel reicher iſt als das Mittel der Schrift, weil ih
Inhalt und ihr Ausdruck ſich ſo ungleich ſchneller geben, fixiere:
übertragen laſſen, aber im Augenblick, in dem die Tragweit
der Stimme erliſcht, beginnt der Wert des Zeichens. Das Zeiche
hat wohl außer Zweifel einen ganz eindeutigen Anfang: es
das Ausdruckszeichen des Wanderers an die Folgenden. Bekank
iſt, wie der Wandernde, um ſeine Spur dort zu bezeichnen, w
der Abdruck des Fußes ſelbſt verſagt, wo er verſchwindet, wo
gekreuzt oder verwiſcht nerden kann, ſei es durch die Zeit, ſei
durch einen Gegner, ein Wanderzeichen hinterläßt, ob er nuſ
Zweige umknickt, Stämme mit einem ſcharfen Inſtrument keß
Nummer 160
Samstag, den 11. Juni 1927
Seite 3
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ſterkonfel
Sie Kommuniſtenbekämpfung in Frankreich
Die Rückwirkung der öſtlichen
Ereigniſſe auf Frankreich.
Peſſimismus in Paris.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 10. Juni.
Die Haltung Rußlands fängt an, hier Beunruhigung
aus=
mtlöſen. Eine Serie von unglücklichen Zufällen hat dazu
beige=
wagen, die ſowieſo ſchon geſpannte Lage in Moskau noch weiter
mu verderben. Die engliſche=ruſſiſche Spannung hat ſich in den
äch, wann die Zwiſchenfälle aller Art, welche Moskau ſo
auf=
gegen aufhören werden.
Die franzöſiſche Preſſe gibt ſich einſtimmig Mühe, die Schuld=
In Moskau war man aber außer ſich, und — wohl unter dem
Srängen der Extremiſten — hat man Polen äußerſt demütigende
Forderungen geſtellt. Warſchau zeigt ſich ziemlich nachgiebig;
manche wollen darin auswärtige Einfüſſe ſehen.
Die ganze Situation wird in politiſchen
Rreiſen von Tag zu Tag peſſimiſtiſcher
beur=
eilt. Zu dieſem Peſſimismus ſollen auch die Aeußerungen
Serbettes, des Moskauer Botſchafters Frankreichs, beitragen, der
negenwärtig auf Ferien in Paris weilt. Herbette ſoll ſeine
elrbeit in Moskau für ausſichtslos halten. In der Tat iſt auch
eit der Aufnahme der normalen Beziehungen ſehr wenig
zwi=
ſchen Moskau und Paris geſchehen. Man ſpricht übrigens davon,
waß Herbette amtsmüde iſt. Sollte dies wahr ſein, dann wird
vie Neubeſetzung des Moskauer Poſtens keine kleine Sorge für
vie franzöſiſche Diplomatie ſein.
Ueber Genf hört man ziemlich wenig. Es ſcheint ſchon
feſt=
zuſtehen, daß der Völkerbundsrat in ſeiner nächſten Sitzung den
Hrennendſten Fragen wieder ausweichen wird. Es kann auch
richts anderes erwartet werden. Es iſt im Intereſſe des Völker=
Hundes ſelbſt unbedingt nötig, daß man es vermeidet, vor
ſchwer=
eviegende politiſche Entſcheidungen geſtellt zu werden. Nichts=
Seſtoweniger ſchauen alle Völkerbundsfreunde mit viel Unruhe
Der Genfer Zuſammenkunft entgegen.
In der Innenpolitik ſcheint der antikommuniſtiſche Kampf
nnur noch heftiger zu werden. Die Rechte hat einen nicht zu
unter=
ſchätzenden Sieg davongetragen. Die Radikalen haben in der
Uetzten Minute ihre Haltung geändert und gegen die
Kommu=
miſten Setllung genommen. In den Stichwahlen im Departement
Sube werden alſo die Radikalen nicht für die Kommuniſten
ſtimmen. Das Ergebnis der Verſammlung der Radikalen Partei
läßt darauf ſchließen, daß man bei den Wahlen offen gegen die
Kommuniſten Stellung nehmen wird. Bis dahin können aller=
Gings noch manche Ueberraſchungen kommen.
Poincarés Niederlage bei der Aſtimmung über
das Zündholzmonopolgeſetz.
Paris, 10. Juni.
In der heutigen Kammerſitzung wurde bei der Abſtimmung
tüber das Zündholzmonopolgeſetz der entſcheidende Paragraph
imit 281 gegen 243 Stimmen abgelehnt. Die Regierung Poincaré
fiſt alſo in der Minderheit geblieben. Ein RNücktritt der Regierung
zu erwarten. Immerhin wird das Abſtimmungsergebnis in den
Wandelgängen der Kammer aufs lebhafteſte kommentiert, zumal
ſes das erſtemal iſt, daß das Miniſterium in einer wichtigen Ab= ſie unter gewiſſen Vorbehalten billigt, und
ſtimmung von ſeiner bisherigen Mehrheit im Stich gelaſſen
wor=
den iſt.
In Abgeordnetenkreiſen war die heutige Niederlage der
Re=
gierung in der Frage des Zündholzmonopols Gegenſtand
all=
gemeiner Beſprechungen. Man äußerte die Anſicht, daß die
Regierung nicht mehr allzu feſt im Sattel ſitze und daß ſie
offen=
bar in der Frage des Zolltarifs zu Fall kommen dürfte, ſofern
ſie, was wahrſcheinlich iſt, die Kommuniſtendebatte überſteht. —
In der Frage des Zolltarifs hat die Regierung
übrigens heute nachmittag ſchon eine kleine
Schlappe erlitten. Handelsminiſter Bokanowſki hatte
be=
kanntlich die Verſammlung der Kommiſſionspräſidenten, die
je=
vorlage ſo raſch wie möglich zur Beratung zu bringen. Die
Kom=
miſſion hat nun heute beſchloſſen, zunächſt zwei Projekte unter= Kammer hat ſich dann vertagt.
oder was ſonſt; immer bleibt das Wanderzeichen die erſte
Not=
wendigkeit einer Mitteilung an den Anderen. Das iſt auch heute
nicht anders. Wir benutzen die Schrift als Mitteilung an
Men=
ſchen, die uns gegenwärtig nicht erreichen können, ſei es, daß ſie,
wie man bei einem Brief vorausſetzen kann, abweſend ſind, ſei
es, daß es ſich, wie bei unſeren Dichtungen und Gedanken, um
Menſchen handelt, die erſt nach uns kommen werden und die
unſere Stimme auf keinen Fall mehr erreichen würde.
Die Zeichen der Wanderer laſſen ſich villeicht noch ein wenig
weiter beſtimmen. Außer dem Knicken von Zweigen kann man
auch die Aeſtchen in eine beſtimmte Stellung zueinander bringen.
Wir können uns weiter vorſtellen, daß die Menſchen einen
Ge=
dankengang oder eine Tatſache durch nach und nach vereinbarte
Zeichen wirklich aufzeichnen, wie wir heute, noch irgendeine
Situation ſkizzieren, um ſie einem Fremden klar zu machen. Bei
ſolchen Bildern würde es möglich ſein, daß ſie wie für
Taub=
ſtumme gemacht wären, daß alſo kein Lautwert dazu beſtimmt
iſt, dieſe Zeichen zu kommentieren. Ob Anſätze ſolcher
Zeichen=
ſchriften vorhanden ſind, läßt ſich heute nur ſehr ſchwer ſagen.
Jedenfalls hat ſich keine dieſer reinen Zeichenſchriften erhalten.
Der Weg der Zeichnung war zu lang. Weiter reicht unſer Wiſſen
hier nicht, und wir haben nicht die kleinſten Anhaltspunkte,
wann ungefähr Schrift zum erſten Male entſtanden ſein kann,
oder gar von welchem Orte ſie ihren Ausgang nahm.
Ganz anders, ſtellt ſich unſer Urteil, wenn wir über die
Zeichen des Geiſtes und über die Ideen ſprechen wollen, die mit
der Schrift und den Schriftzeichen verbunden ſind. Hier können
wir aus der Geſchichte der Sprache weitgehende Einblicke
er=
zielen, aber damit verſtehen wir nur die Geſchichte der uns
be=
kannten Schriften, während der Urſprung und Anfang der Schrift
ſelbſt uns für alle Zeit ein verſchloſſenes Buch iſt.
*Die Böcklin=Jahrhundertausſtellung
zu Baſel.
Baſel, die Vaterſtadt Arnold Böcklins, zeigt in dieſen
Mona=
ten zur Feier des hundertſten Geburtsjahres ihres großen
Sohnes eine Ausſtellung Böcklinſcher Gemälde, wie ſie ſeit der
Jubiläumsſchau von 1897 nicht mehr zuſammengetragen wurde.
Dieſe Böcklin=Jahrhundertausſtellung der Baſeler, Kunſthalle
bietet die Möglichkeit, das Verhältnis unſeres modernen
Kunſt=
empfindens zu Böcklinſcher Geſtaltungsweiſe einer eingehenden
Kritik zu unterzichen und zu klären. Daß der
Entwicklungs=
gang des Künſtlers nicht in allem betont werden konnte, wie es
wünſchenswert ſchien, lag an der Abneigung mancher Muſeums=
behandelt werde. Die Kommiſſion hat aber auch beſchloſſen, in urteilt werden.
dritter Linie das Mietergeſetz und erſt nachher die Tarifvorlage
auf die Tagesordnung zu ſetzen, was Bokanwfki in helle Wut Zur Wiederaufnahme der deutſch=franzöſiſchen
verſetzt hat. Erſt nachher foll die Wahlreform kommen und
mitt=
lerweile auch die Heeresvorlage erledigt werden. Poinearé
war in der Sitzung von heute morgen wieder
außerordent=
lich nervös. Er hatte eine ziemlich erregte
Ausein=
anderſetzung mit dem ſozialiſtiſchen
Abgeord=
neten Moutet, dem er vorwarf, er ſpreche nun ſchon ſeit
ein=
antwort Poincarés zuzog: „Nein, nicht die Kam=
Stzten Tagen beunruhigend verſchärft, und man fragt ſich ängſt= mer iſt ſouverän, ſondern das Kammer=Regle= jetzt geltende Handelsproviſorium läuft bekanntlich am 30. Juni
ment.” — Nach der Verkündigung des
Abſtim=
mungsreſultates, das die Niederlage der Regierung
be=
ſiegelte, verließ Poinearé in großer Aufregung
wſigkeit der Polen an dem Attentat gegen Wojkow zu betonen, den Saal. Die übrigen Miniſter folgten, während der Kam= mer verabſchiedet ſein wird. Es handelt ſich nunmehr darum
merpräſident inmitten allgemeiner Unruhe die Sitzung aufhob.
Kammer.
In der franzöſiſchen Kammer iſt heute nachmittag
die Kommuniſtendebatte fortgeſetzt worden. Der
Juſtiz=
verſchiedenen antikommuniſtiſchen Reden des Innenminiſters
Sarraut in der Kammer erweckt hatten. Barthou äußerte ſich
denn auch weitaus gemäßigter und diplomatiſcher und
ver=
mied es, den Eindruck zu erwecken, als ob die Pandervelde über die Unterſuchung der
Völker=
rote Revolution bereits vor der Tür ſtehe. Sehr
intereſſant in ſeinen Ausführungen war die Erklärung, daß von
gewiſſer Seite geplant ſei, ein neues Amneſtie=
Projekt in der Kammer einzubringen, daß die Re=
Amneſtie wolle, müſſe man eine ſolche von
habe nur bedauerliche Folgen gehabt. Dadurch
Freiheit geſetzt worden.
11. April 1927 239 Kommuniſten oder Anarchiſten auf war. Im übrigen war man ſelbſt in Deutſchland weit davon entfernt,
verurteilt worden ſeien, darunter 25 mit Strafaufſchub.
Von den 214 verbleibenden hätten 203 ihre Strafe abgeſeſſen
oder angetreten. Die übrigen 11 ſeien entweder geflohen oder
hätten Berufung eingelegt. Das ſei beſonders der Fall bei dem
Abgeordneten Cachin. Man habe ſomit der Regierung zu
Un=
recht vorgeworfen, mit Cachin eine Ausnahme gemacht zu haben.
Seit dem 11. April ſeien weitere 39 Strafverfolgungen
eingelei=
den Rohaliſten gegenüber nicht die gleiche Strenge wie gegen= troffen, die einen ganzen Laſtwagen voll Dokumente
mitbrach=
über den Kommuniſten an den Tag, und nachdem der
ſozia=
tiſt jedoch, da die Vertrauensfrage nicht geſtellt worden war, nicht dar, wurden drei Tagesordnungen eingebracht: eine nahme franzöſiſcher und italieniſcher Beobachter=Delegationen=o
der Kommuniſten mißbilligt, eine radikale, die
eine nationaliſtiſche, die ſie in vollem Umfang
anerkennt.
Poincaré ſiellt die Vertrauensfrage.
bezüglich die Vertrauensfrage ſtelle. Nach Stel= eintreffen wird, um die litauiſche Regierung in der Memeler
Blum, die die Verfolgung der Kommuniſten mißbilligt, mit
weils die Tagesordnung der Kammer feſtſetzt, erſucht, die Tarif= TageKordnung, die ſie unter gewiſſen Vorbehalten billigt, litauiſche Miniſterpräſident nur den Vertagungsontrag
perſön=
mit 370 gegen 148 Stimmen angenommen. Die lich vertreten will, wie es der Praxis des Völkerbundsrates ent=
Die neun Kommuniſten, die vor einiger Zeit unter der
An=
ſchuldigung der Spionage zugunſten Sowjetrußlands verhaftet
worden waren, ſind vom Unterſuchungsrichter heute endgültig
dem Strafgericht überwieſen worden, nachdem ein neuerliches
Geſuch für vorläufige Freilaſſung, das drei der Verhafteten
geſtellt hatten, zuvor abgelehnt worden war. Zwei der
Angeklag=
geordneter Natur behandeln zu laſſen, wogegen auch Bokanowfki ten, nämlich der Pariſer Stadtrat Crémet und ſein Sekretär, ſind
nichts einzuwenden hatte, ſofern die Tarifvorlage ſofort danach flüchtig geworden und dürften jedenfalls in Abweſenheit abge=
Wirtſchaſteverhandlungen.
Berlin, 10. Juni.
Wie uns aus Berliner unterrichteten Kreiſen mitgeteilt wird,
beſtätigt es ſich, daß in Paris zwiſchen, der deutſchen und der
einviertel Stunden, worauf dieſer erwiderte: „Die Kammer franzöſiſchen Wirtſchaftsdelegation noch nicht über den künftigen
iſt ſouverän!, was ihm wiederum die ziſchende Gegen= Handelsvertrag verhandelt wird, ſondern, daß man ſich
aus=
ſchließlich mit der Frage einer neuen Zwiſchenlöſung befaßt. Das
ab und es gilt als ausgeſchloſſen, daß bis dahin der neue
fran=
zöſiſche Zolltarif, der eine der weſentlichen Grundlagen des
kom=
menden Handelsvertrages bilden ſoll, von der franzöſiſchen
Kam=
ob das jetzige Proviſorium verlängert oder ein neues vorläufiges
Abkommei getroffen werden ſoll. Eine einfache Verlängerung
wird in hieſigen unterrichteten Kreiſen als unwahrſcheinlich an=
Die Kommuniſtendebatte in der franzöſiſchen geſehen, weil der Reichstag den jetzigen Abmachungen ſeinerzeit
nur unter dem Vorbehalt zugeſtimmt hat, daß das Proviſorium
am 30. Juni außer Kraft zu treten habe. Was insbeſondere die
Intereſſen des deutſchen Weinbaues angeht, ſo laſſen gewiſſe
Aeußerungen aus führenden Weinbaukreiſen keinen Zweifel
dar=
miniſter Barthou hielt eine Nede, die offenbar dazu beſtimmt über, daß nach Anſicht des Weinbaues die Frage der Weinzölle
war, den ungünſtigen Eindruck wieder wettzumachen, den die aus neuen proviſoriſchen Abmachungen herausgelaſſen werden
muß und daß Frankreich auch kein weiteres Weinkontingent
ein=
geräumt werden ſoll.
rechtsverletzungen im Weltkrieg.
w. Brüffel, 10. Juni.
Auf eine Anfrage des Abgeordneten. Deveze, betreffend die
Er=
gierung aber dagegen ſei. Wenn man eine neue gebniſſe, zu denen der mit der Unterſuchung der
Völkerrechtsverletzun=
gen im Weltkvieg beauftragte Reichstagsausſchuß gelangte, erwiderte
einer anderen Regierung fordern. Die letzte Vandervelde: Die Berichte über den Vollskrieg in Belgien und die
Amneſtie im Jahre 1925 (unter dem Kartell) Deportation von Arbeitsloſen ſind mir gerade zugegangen. Sie werden
eingehend gebrüft. Das Außenminiſterium wird etwa nicht dem Recht
ſeien Verbrecher, Schwindler, Diebe, Mörder, Meuterer und und der Wahrheit entſprochende Behauptungen des Unterſuchungsaus=
Revolutionäre zum großen Schaden der Geſellſchaft wieder in ſchuſſes berichtigen und dafür ſorgen, daß dieſe Berichtigungen in
wei=
tem Umfange der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die
bel=
giſche Regierung macht ſchon jetzt alle Vorbehalte gegenüber dem Wert
Barthou führte weiterhin aus, daß vom 1. Januar 1925 bis von Schlußfolgerungen eines Ausſchuſſes, deſſen Unterſuchung einſeitig
Grund des ſogenannten Anarchiſtengeſetzes vom Jahre 1894 dieſe Schlußfolgerungen einmütig zu billigen. Sie wurden von
Mit=
gliedern des Reichstags und einem Teil der Preſſe lebhaft kritiſſert.
Auftakt zur Seeabrüſiungskonferenz.
EP. Genf. 10. Juni.
Als erſte Delegierte für die Seeabrüſtungskonferenz, die am
tet worden. Nach einer längeren Debatte, in deren Verlauf der 20. Juni auf Einberufung des Präſidenten Coolidge beginnt,
Regierung von den Kommuniſten vorgeworfen wurde, ſie lege ſind heute eine große Anzahl Japaner, mehr als 30, hier
einge=
liſtiſche Abgeordnete Marquet erklärt hatte, die Verfolgung der ten. Die japaniſche Delegation wird insgeſamt 70 Mitglieder
Kommuniſten ſtelle lediglich ein politiſches Diverſionsmanöver umfaſſen. Die Geſamtzahl der Delegierten dürfte durch die
Teil=
ſozialiſtiſche von Leon Blum, die die Verfolgung ſowie einer Reihe von Vertretern der engliſchen Dominions auf
weit über zweihundert ſteigen.
Die Memelfrage.
EP. Genf, 10. Juni.
Die litauiſche Regierung hat dem Völkerbund in einem Tele=
Poinearé erklärte, daß die Regierung, die gramm von geſtern mitgeteilt, daß der litauiſche Miniſterpräſident
radikale Tagesordnung gutheiße und darauf Woldemaras zu der am Montag beginnenden Ratstagung hier
lung der Vertrauensfrage wurde die Tagesordnung Léon Frage zu vertreten. Damit iſt indeſſen, wie betont wird, kein
Verzicht auf den Vertagungsantrag ausgeſprochen, ebenſowenig
wie die Bereitwilligkeit, in ſachliche Verhandlungen einzutreten.
350 gegen 155 Stimmen abgelehnt, dagegen die radikale Es iſt nach Anſicht hieſiger Kreiſe durchaus möglich, daß der
ſpräche.
direktionen gegen die Verſendung ihres Beſitzes. Um ſo mehr iſt
es zu begrüßen, daß gerade Darmſtadt, das durch die v.
Heyl=
ſche Sammlung des Landesmuſeums ein beſonders reges
Ver=
hältnis zu dem Künſtler beſitzt, mit drei Gemälden an der Ehrung
des Meiſters teilnimmt, mit dem „Liebesfrühling‟ „Euterpe mit
einer Hirſchkuh” und der „Flötenden Nymphe‟. Man hätte
frei=
lich gehofft, im Geſamtbild der Ausſtellung gerade die Spätzeit
des Künſtlers, die dem künſtleriſchen Empfinden unſerer Tage
am eheſten entſpricht, beſſer vertreten und akzentuiert zu finden;
ſo vermißt man etwa die „Fiſcherpredigt des heiligen Antonius”
(1892). Die übrigen Schaffensperioden Böcklins aber, vor allem
auch die Frühzeit, ſind ausgezeichnet charakteriſiert, teilweiſe
ſogar durch wenig bekannte Bilder. Man findet hier die frühen
Landſchaften und Bilniſſe, die noch die Düſſeldorfer Schule
ver=
raten und den ſpäteren großen Koloriſten noch nicht ahnen laſſen.
Die Reihe der Werke des erſten römiſchen Aufenthalts (1850 bis
1857) wird durch einige Ideallandſchaften eröffnet; es
iſt intereſſant, zu beobachten, wie der nordiſche Künſtler faſt
immer durch die Großräumigkeit der römiſchen Landſchaft
zu=
nächſt zur Geſtaltung einer Ideallandſchaft, etwa im Einne
Pouſſins, hingeführt wird, um dann in langſamer Entwicklung
zu der ihm gemäßen Ausdrucksweiſe zu gelangen. Es gibt im
19. Jahrhundert nur wenig Beiſpiele von Künſtlerentwicklung,
die hierin eine Ausnahme bilden. Am Ende dieſer römiſchen
Periode Böcklins ſteht ein Markſtein, jener Pan im Schiff”,
deſſen bedeutendere Wiederholung (jetzt im Beſitze der modernen
Staatsgalerie zu München) in Baſel gezeigt wird. Der Künſtler
iſt hier auf dem beſten Weg zur Entfaltung ſeiner Eigenart, wie
ſie ſich ſeit Mitte der fünfziger Jahre herausſtellte. Wir wiſſen
heute und es iſt uns ſelbſtverſtändlich, daß Böcklin, nicht den
eminenten Anſätzen dieſes Bildes von Freilichtmalerei folgte,
ſondern daß ſ ine weiteren Bemühungen, der Eroberung des
mythiſchen Raumes galten.
Mit jenem „Pan im Schiff” verwandt und zur Zeit des
Münchener Aufenthalts (1858—1860) entſtanden iſt jenes Bild
„Pan erſchreckt einen Kirten”, das heute der
Schack=
galerie zu München gehört. Auch hier wird der elementare antike
Naturgeiſt als Steigerung der ſchwülen, geſpenſtiſchen
Hellig=
keit des Mittags zum poetiſch ſtimmungsvollen Gleichklang mit
der Natur ſelbſt. Die zweite Verſion der „Villa am Meer”
(1865), der „Liebesfrühling”, der „Kentaurenkampf”
und viele andere ausgeſtellten Bilder leiten, zu jener großen
Epoche der Reife über, wo die Farbe als Ausdruck geſunder
Sinnlichkeit jene tiefe Leuchtkraft annimmt, wie ſie als
Charak=
teriſtikum der Böcklinſchen Kunſt bekannt iſt. Es iſt ein
Koloris=
mus, der nunmehr alle Werke lebendig durchpulſt und aus der
Darſtellung des Organiſchen die heidniſche Gewalt der Erde auf=
Gmm mm m mmmmn
dung oder Holbein mit der diesſeitigen Freude am
mannig=
faltigen Spiel der Erdenkräfte. Hiermit paart ſich ein Zug zu
melancholiſcher Grübelei über den Tod dieſer herrlichen
Erden=
gebilde. So wird die Florentiner Periode Böcklins (1874—1885)
durch „Triton und Nereide”, das „Gefilde der
Se=
ligen” (eine Farbenſkizze zu dem berühmten Bild der
Natio=
nalgalerie), die fünfte Faſſung der „Villa am Meer”, durch
die „Toteninſel” und viele andere bezeichnet. Aus der Zeit
des Züricher Aufenthalts (1885—1892) ſeien, das wundervolle
„Selbſtbildnis mit dem Weinglaſe”, die „
Meeres=
ſtille”, „Vita ſomnium breve” und „In der
Gar=
tenlaube” genannt. Die letzten Jahre (in San Terenzo und
der Villa Böcklin), ſind durch das „Selbſtbildnis von
1893”, durch die „Landſchaft mit Jagdzug der
Diana” (Farbenſkizze), durch die erſte Faſſung des „Kriegs”,
durch eine Farbenſkizze zu deſſen zweiter Faſſung, durch den
„Orlando Furioſo” und die „Peſt” charakteriſiert.
Rudolf Pérard.
Konzert in der Johanneskirche.
FN. Die Vereinigung Darmftädter
Soliſtin=
nen unter der Leitung von Herrn Bernd Zehhielt am
Frei=
tag abend in der Johanneskirche eine Abendfeier zum Gedächtnis
von Johannes Brahms, die leider ſehr ſchlecht beſucht war.
Wenn die Don=Koſaken ihre virtuoſen Varietekünſte darbieten,
iſt der Saalbau überfüllt und das Publikum wie verhext, wenn
aber Richard Strauß dirigiert, iſt das Theater nur knapp beſetzt,
und ein Brahmskonzert einer mit größtem Fleiß und tiefem
Ernſt arbeitenden Frauenchorvereinigung vermag nicht einmal
ſeviel Hörer in die Kirche zu locken, daß der bei lerer Kirche
faſt unerträgliche Widerhall auch nur einigermaßen gedämpft
wird! So kam es, daß die Darbietungen der ſelten gehörten
Brahmsſchen Frühwerke für Frauenchor, das Ave Maria Op. 12,
die geiſtlichen lateiniſchen Chöre Op. 37 und der 13. Pfalm
Op. 27 wenig zur Geltung kamen, da der Nachhall, beſonders bei
nicht ganz langſamem Tempo ſo ſtark war, daß die verſchiedenſten
Klänge, die aufeinanderfolgten, miteinander verſchmolzen. Wie
mit den Chorwerken, die von den ſchönen Stimmen mit vollſter
Hingabe geſungen wurden, ging es auch mit den Orgelwerken,
der 4s=Moll=Fuge und zweien von den elf Choralvorſpielen aus
Oy. 122, die der Organiſt der Kirche, Herr Auguſt
Nieber=
gall, ſpielte. Die ſtärkſte Wirkung war durch dieſe umſtände
den beiden Soli von Heinrich Hölzlin beſchieden, der mit
ſei=
ner reifen Künſtlerſchaft den erſten und letzten der vier ernſten
Geſänge, den Schwanengeſang des Meiſters, vortrug. iut
Seite
Samstag, den 11. Juni 1927
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Montag, 13. Juni. Anfang 7½ Uhr, Ende 9½ Uhr: Achtes
(letztes) Sinfoniekonzert desLandestheater= verſammlung die 33. Vollverſammlung der Heſſiſchen Handwerkstammer,
orcheſters. (Beethoven: Sinfonie Nr. 7; Schreker: Suite grüßung eröffnete. Erſchienen waren für das Miniſterium für Arbeit
„Der Geburtstag der Infantin”; Igor Strawinſty: „Feuer= und Wirtſchaft Herr Miniſterialrat Hechler, für die Bauabteilung des
vogelſuite‟.) Preiſe 1 bis 7 Mk.
Dienstag, 14. Juni. 4 23. Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10 Uhr:
„Tiefland”, Oper v. Eugen dAlbert. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, 15. Juni. B 24; Schülermiete weiß 10. Anfang 7 Uhr,
Ende nach 10 Uhr: „Nathan der Weiſe” ein drama=
Donnerstag, 16. Juni. 0 23. Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10 Uhr:
„Hänſel und Gretel”, Märchenoper von Humperdinck.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, 17. Juni. K 18 (Bühnenvolksbund). Anfang 7½4 Uhr, Zum Schluſſe überreichte er namens des heſſiſchen Handwerks dem ver=
Ende nach 10 Uhr: Neu einſtudiert: „Falſtaff”, lyriſche
Komödie von Verdi. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, 18. Juni. Schüler= und Volksvorſtellung zu
Einheits=
preiſen (0.50, 1. 1.50, 2 Mk.). Anfang 71 Uhr, Ende 10 Uhr:
„Wilhelm Tell”, Schauſpiel von Schiller.
Sonntag, 19. Juni. T 25; G 18 (Darmſtädter Volksbühne).
An=
fang 5½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Siegfried” von Nichard
Wagner. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus: Keine Vorſtellungen.
Die Sommerſpielzeit (Direktion Adalbert Steffter)
beginnt am 25. Juni 1927.
Heſiſches Laubesthegter. Zu Begiun des am Montag, 13. Juni, baſſenden Punkten der Tagesordnung verhandelt.
abends 7.30 Uhr, im Großen Haus ſtattfindenden 8. und letzten
Sin=
foniekonzerts wird die Suite „Der Geburtstag der Infantin” von Franz
Schreker geſpielt werden. Schreker gehört noch immer zu den
bekann=
teſten und geachtetſten Namen der gegenwärtigen deutſchen Muſik. In ſchiedenen Fragen der Verwaltung Stellung. U. a. wird die Gerausgabe
Darmſtadt iſt er hauptſächlich durch die Aufführung ſeiner Oper „Die des Vorſitzenden verſehentlich geſchehen iſt.
Gezeichneten” zu Beginn dieſer Spielzeit eingeſihrt worden.
Die morgen abend im Großen Haus ſtattfindende Aufführung von
Verdis „Aüda” wird von Kapellmeiſter Mas Rudolf aus
Frant=
furt a. M. als Gaſt muſikaliſch geleitet.
Die Mieter werden höflichſt darauf aufmerkſam gemacht, daß die druckt zugeſchickt. Der Bericht der Hauptveywaltung befaßt ſich nach einer
Friſt zur Erneuerung der Mieten am 15. Juni endet. Die
Haupt=
kaſſe iſt zur Entgegennahme der Anmeldungen vormittags von 9—9 Uhr getretenen Schäden mit Fragen der Bauwirtſchaft und der
Krebitverhält=
geüffnet.
letzten Reiſe noch eine Aufführung am Dienstag, den 14. Jüni, abends Geſellenprüfungs= und Meiſterprüfungsweſen und ſchildert ferner die
730 Uhr, im Volkshildungsheim in Frankfurt a. M. Dieſe Vorſtellung Tätigkeit der Kammer auf wirtſchaftlichem Gebiet, ſowie bezügl, der
iſt die endgültig letzte Aufführung der Bühne in dieſer Spielzeit in
Frankfurt a. M. Zur Dayſtellung gelangt das Luſtſbiel „Fugend” währt einen intereſſanten Einblick in die umfaſſende und äußerſt
viel=
freunde” von Ludwig Julda.
— Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Herr Reichsaußels Einzelbetriebes wird darin der derzeitige Stand der Gewerbeförderung
minſter Dr. Streſemann hat ſich vor einiger Zeit auf Einladung der Kammer folgendermaßen dargeſtellt: 1. Dem Handwerksmeiſter wird
der Geſelſchaft zu einem Vortrag über hünſtleriſchekulturelle Fragen koſtenlos Beratung in allen Dingen, gewerblicher, perſönlicher und
der Geſelſchaft in Darmſtadt grundſätzlich bereit erklärt. Die Ge= ſtenerlicher Art gewährt, durch die Handwerkskammer=Nebenſtellenz
ſellſchaft hatte hieauf bei Dr. Streſemann angefragt, ob der Vortrag
öffnung der Internationalen Muſikausſtellung ſtattfinden könne. Wie
Herr Dr. Streſemann ſoeben telegraphiſch mitteilt, läßt ſich der Vortrag die maſchinelle Einrichtung der Betriebe zu günſtigen Bezugs= und
bei dieſer Gelegenheit leider nicht emöglichen, da er im Anſchluß an Sicherheit Rohſtofredit zur Beſchaffung von Materialien und
Halb=
die Eröffnung der Ausſtellung ſofort nach Genf weiterreiſen muß.
11 und 11.30 Uhr, nachmittags 330 und 4 Uhr, Sonntags nür 11 Und zu günſtigem Zinsſatz gegen bankmäßige Sicherheit ausgegeben. In ähn=
11.30 Uhr ſtatt. Samstags geſchloſſen.
— 30jähriges Geſchäftsjubiläum. Heute begeht Herr Sattlermeiſter Beobachtungen und Tätigkeit.
Karl Gieſecke hier, Heidelberger Straße 19 ſein 30jähriges Ge=
Vater, Heurn Fritz Gieſecke gegründet, der es bis zu ſeinem Tode, der gen an die Handwerkskammer erfolgen. An die Preſſe ſollten Artikel
1897 erfolgte, erfolgreich führte. Von da ab übernahm ſein Sohn Karl, über die Wirtſchaftslage des Handwerks gehen, dazu ſind allerdings wei=
Dank ſeines Fleißes, das Geſchäft nicht nur zu halten, ſondern auch zu Ausſprache folgte über die Reicksverdingungsverordnung, deſſen
An=
vergrößern. Nach dem Kriege mußte der Betrieb infolge des Abzugs, nahme nach Auslaſſungen des Herrn Miniſterialrat Wagner, für Heſſen
des Militärs verkleinert werden, fand jedoch einen faſt ebenbürtigen unbeländert vorgeſchlagen wurde. Ein vorliegender diesbezüglicher
Erſatz durch das ungeheure Aufblühen der Automobilbranche.
— Dienſtjubiläum. Am kommenden Mittwoch, den 15. Juni, begeht mit der Auftragserteilung der Schupo und Poſt an das Schneider=
Herr Elias Hauſer hier, Friedrichſtraße 15, ſein 25jähriges Jubi= gewerbe zur Herſtellung von Uniformen. Ein diesbezüglicher Antrag
be=
läum als Lehrer, Kantor, Shnagogen= und Friedhofsverivalter der ſagt u a: Im Handwerk wird lebhaft Klage darüber geführt, daß trotz
iſrgelitiſchen Religionsgemeinde Darmſtadt. Wir wünſchen und hoffen, aller Bemühungen dem heſſiſchen Handwerk eine Beteiligung an
Liefe=
daß dem Jubilar noch lange Jahre guter Geſundheit beſchieden ſein, rungen für die Reichsverwaltung, insbeſondere an ſolchen für die
Reichs=
mögen, um wie ſeither, die Intereſſen ſeiner Gemeindemitglieder wie wehr, aber auch an Lieferungen von Bekleidungsſtücken an
Staats=
der Gemeinde vertreten zu können.
— Odenwalbklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Meldeſchluß für die Zwei= kaſſen werden zweifellos Zuſchüiſſe ſeitens der Staats= und ſtädtiſchen
tagswanderung nach Oberheſſen am 18./19. Juni iſt am Dienstag um Verwaltung geleiſtet. Verhandlungen mit den vergebenden Stellen im
12 Uhr. Die Wanderer, die nicht mit nach Oberheſſen gehen, werden. Intereſſe des durchaus für ſolche Lieferungen geſchulten Gewerbes hatten
dringend gebeten, ſich an der Wanderung am 19. Juni nach Fräukiſch= nur rein negatives Ergebnis. Das Handwerk fordert, da öffentliche
Crumbach zu beteiligen. Die Ortsgruppe Fränkiſch=Crumbach feiert ihr Körperſchaften zweifellos Zuſchuß zu dieſen Lieferungen leiſten, mit
derung nach Oberheſſen. Die Vorbedingungen für die Zweitagswande= verwaltung, wie von den ſonſtigen vergebenden Stellen im Lande muß
rung ſind glänzend. (Siehe Anzeige.)
einmal daran erinnert, daß am Sonntag, den 12. Juni, nachmittags von Aufträgen ſchaffen. Die Leitung der Handwerkskammer wird be=
Hauptverſammlung ſtattfindet. Auf vielfachen Wunſch ſoll für erneut in Verbindung zu treten, daß eine Berückſichtigung des heſſiſchen
die Mitglieder, die zu Fuß gehen wollen, der gemeinſame Treffpunkt Handwerks bei den in Frage kommenden Handwerkszweigen für die
die „Hirſchköpfe” ſein. Ahmarſch unter Leitung der Herren vom Vor= Folge ſtattfindet.
ſtande daſelhſt 3.30 Uhr pünktlich.
— Turngemeinde Beſſungen 1865, Darmſtadt, e„V. Große Ereig= entlaſtet.
niſſe werfen ihre Schatten voraus. Dies kann man auch in dieſen Woche
von der Turngemeinde Beſſungen ſagen, denn am Samstag, den nings=Gießen über die bisherige Tätigkeit der Gewerbeförderungsanſtalt.
11. Juni, abends 8.30 Uhr, findet im großen Saale eine
Monats=
verſammlung ſtatt, zu der ſämtliche Mitglieder (Tumerinnen, Turner, tor Schüttler Aufſchluß über die Kreditwirtſchaft der Kammer im letz=
Zuſammenarbeit, Einigkeit und ein groß Teil Ausdauer, um würdig ſeitens der Preußenkaſſe. Dieſe Darlehen werden dazu benutzt, um d
beſtehen zu können. Turnerinnen und Turner, folgt dem Rufe des den Handwerkern, die wegen der Natur ihres Betriebes Bankverbindun= 2
Vanderabteilung erſcheint auch wieder auf dem Plane und Herr Nohl macht darauf aufmerkſam, daß die Heſſiſche
Handwerks=
ruft für Sonntag, 12. Juni, ihre Getreuen zur diesjährigen vier= kammer die erſte iſt, die einen derartig ausgedehnten Kredit in Anſpruch
ten Wanderung (Familienſpaziergang) nach Nieder=Beerbach. Diesmal nimmt. Dieſer weitgehende Kredit ſei beſonders dem Miniſter für Arbeit d
führen die Turnerinnen Marg. Horſt und Luiſe Kugel. Sie haben den und Wirtſchaft und der Regierung zu danken.
Abmarſch auf 9 Uhr vormittags feſtgeſetzt und wollen nach dreieinhalb
Beerbach bringen, wo ſie für gute Unterkunft geſorgt haben. Nach aus= lingsweſens. Mitglied Landvogt=Biugen rügt die unzureichende
Kon=
giebiger Raſt geht es heimwärts über Traiſa, wo nochmals mit guten trolle z. B. in Bingen. Es wird von anderer Seite darauf hingewieſen,
Freunden ein Stelldichein verabredet iſt. Die Teilnehmer treffen ſich daß die Lehrlingsfnage, um deren Kontrolle es ſich bei den Prüfungen
Ecke Landskron= und Goetheſtraße, von wo rüinktlich um 9 Uhr vorm. ganz beſonders handele, tariflich nicht zu regeln ſei. Ueber die
Lehr=
der Abmarſch erfolgt. Der Wanderausſchuß hofft, daß der Wettergott lingsfrage entſpinnt ſich hier eine ſehr lebhafte Debatte, zu der ſehr
Einſicht hat und daß die Beteiligung ebenſo zahlreich iſt, wie bei den viele Mitglieder, insbeſondere die Mitglieder Schwarz=Darmſtadt,
Stein=
vorhergegangenen Wanderungen. — Am Sonntag, den 12. Juni, findet metz, Fröhlich uſw. Stellung nehmen. Eine äußerſt lebhafte
Aus=
in Bickenbach das Jugendwetturnen im 3. Bezirk ſtatt. Be= ſprache entſpinnt ſich wegen der Anſchaffung eines Autos zu
Kontroll=
kanntlich gehört die Turngemeinde zu dieſem Bezirk und ſtellt zu dieſem zwechen für Herrn Neſſel, das teils befürwortet, teils abgelehnt wird
Wettbewerb 45 Jugendliche beiderlei Geſchlechts. Das Turnen beginnt und ſtatt deſſen nach einem Antrag Landvogt=Bingen ehrenamtliche
am Sonntag um 8.30 Uhr vormittags. Es wäre zu begrüßen, wenn Kontrollbegmte bei den einzelnen Handwerkskammernebenſtellen
emp=
recht viel ältere Mitglieder Gelegenheit nehmen wollten, dem Wetturnen, fohlen werden. Trotzdem die Anſchaffung eines Autos durch die
Ver=
unſerer Jüngſten beizuwohnen, denu die Jugend ſieht es auch gerne, ſammlung mit 18 gegen 12, bei 6 Stimmenthaltungen angenommen wurde.
wenn ſich die Alten für ihre Arbeit intereſſieren.
— Turngeſellſchaft Darmſtabt 1875. Am Sonntag nachmittag findet
anläßlich des in Nieder=Ramſtadt ſtattfindenden Jugendturnens Ueberſicht über die Einnahmen und Ausgaben im letzten Jahre.
Weiter=
ein Spaziergang nach dort ſtatt. Der Abmarſch iſt um 1 Uhr ab hin berichtete Kammermitglied Nempel=Worms über das Ergebnis der
Turnhaus. Die Teilnehmer treffen rechtzeitig dort ein, ſo daß ſie noch Nechnungsprüfung, worauf dem Nechner Entlaſtung zuteil wird.
den Darbietungen der Vereine mit zuſehen können. Beſonders den
Eltern unſerer Schüler und Schülerinnen empfehlen wir, einmal ſich ſo ten Voranſchlag. Die Umlage für 1927 wird feſtgeſetzt und genehmigt.
läteturnen, ferner Frejübungen der Knaben, Jugendturner und der Lehrverträgen beſchloſſen. Weiterhin wurde Beſchluß gefaßt über die
Schülerinnen. An die Freiübungen reiht ſich die Siegerehrung an.
— Städtiſches Orch=ſter. Das Städtiſche Orcheſter ſpielt heute wverkskammer. Der Vorſtand des Handwerksamts, Engelmann, begrün=
Samstag von 12—1 Uhr an der Johanuesfirche nach folgender Vor= dete den Antrag. Zur Schaffung von Mietwohnungen für die
Kammer=
tragsfolge: 1. Marſch. 2. Duvertüre „Ordheus imn der Unterwelt”, beamten wurde die Erſverbung des Gauſes, Bruſtſtr. 48. genehmigt
vourri „Der Zigeunerbaron, 6. Marſch.
Samstag, den 11. Juni 1927
Seite 5
33. Sitzung der Seſſiſchen Sandwerkskammer
Lage des Handwerks. / Lebhafte Beteiligung an den Ausfprachen.
Voranſchlag und Rechnungslegung.
Am Freitag vormittag tagte im Sitzungsſaal der
Stadtverordneten=
die der Vorſitzende, Heur J. Nohl, Darmſtadt, mit Worten der Be=
Finanzminiſteriums Herr Miniſterialrat Wagner, Herr.
Landtags=
abgeordneter Schreinermeiſter Lautenbacher und Herr Direktor Paech
für die Heſſiſche Handwerkerzentralgenoſſenſchaft. Die Delegierten waren
faſt volzählig erſchienen.
der allgemeinen Wirtſchaftslage und der beſonderen Stellung des
heſſi=
tiſches Gedicht von 6. E. Leſſing. Preiſe 1 bis 10 Mk. ſchen Handwerks auf die Ausführungen im gedruckten
Verwaltungs=
bericht. Er dankte für die Unterſtützung der Beſtrebungen der Kammer
durch Regierung und Behörden, insbeſondere durch den Hermn Staats=
Hierauf: „Die Puppenfee”, Pantomime von J. Bayer, kommiſſar, dankte den dem Handwerkerſtand angehörigen
Landtags=
abgeordneten für ihr tatkräftiges Eintreten für die Intereſſen des
Hand=
werks, ſowie der Stadtverwaltung für die Hergabe des Sitzungsſaales.
dienten Direktor der Heſſ. Handwerkerzentralgenoſſenſchaft. Heurn Pacch,
der in dieſem Jahre ſein B5jähriges Jubiläum als Leiter des genannten
Inſtituts beging, ein Ehrendiplom als ſchlichtes Zeichen der
Anerken=
nung und der Dankbarkeit ſüir die hervorragenden Arbeiten in ſchwerſter
Notzeit.
Namens der heſſiſchen Regierung übermittelte Herr Miniſterialrat
Hechler die beſten Wünſche zu einem guten Gelingen der Tagung. Er
wies darauf hin, daß in der allgemeinen Wirtſchaftslage eine Beſſerung
eingetreten iſt, allerdings hat das Handwerk immerhin noch ſchwer zu
leiden. Feſtzuſtellen iſt aber doch, daß es durch raſtloſe Arbeit des
Hand=
werks bei dieſem vorwärts geht zum Segen der Allgemeinheit.
Zu Punkt 1 der Tagesordnung wurde Mitteilung gemacht von
Ab=
trägen der Schneiderinnung Mainz, die ſich mit der Vergebung von
Uni=
formſtücken einerſeits und mit dem Kurſusweſen im
Schneiderinnen=
gewerbe andererſeits befaſſen. Beide Angelegenheiten werden bei den
In der ſich anſchließenden Ausſprache zollte zunächſt Herr
Miniſterial=
rat Hechler der Handwertskammer hohe Anerkennung für ihre im letzten
Jahre geleiſtete Arbeit. Verſchiedene Diskuſſionsredner nahmen zu
ver=
eines politiſchen Flugblattes zur Fachzeitung gerügt, die nach Feſtſtellung
Zu Punkt 2 der Tagesordnung wurde ſofort in die Diskuſſion über
den Geſchäftsbericht der Hauptverwaltung und der Nebenſtellen
ein=
getreten. Die Berichte waren den Kammermitglieder vor turzer Zeit ge=
Schilderung der allgemeinen Wirtſchaftslage und der im Handwerk
auf=
niſſe, mit der Entwicklung der Fach= und Buchſührungskurſe, mit der
allen Handwerkern regelmäßig zugehenden Halbmongtsſchrift „Heſſiſches
— Das Heſſiſche Künſtlertheater verauſtaltet nach Rückkehr von ſeiner Handwerk und Gewverbe”, dem Orggniſationsweſen, dem Lehrliugs=
Begutachtung in der Geſetzgebung und Verwaltung. Der Bericht
ge=
ſeitige Arbeit einer Handwerkskammer. Hinſichtlich der Förderung des
2. koſtenloſe betriebswirtſchaftliche Beratung ſteht jedem Meiſter zur
Ver=
in Darmſtadt anläßlich ſeiner Anweſenheit in Frankfurt a. M. zur Ek= fügung: 3, die Handwerkerzentralgenoſſenſchaft übernimmt auf Wunſch
Lieferungsbedingungen: 4. dem Handwerksmeiſter wird bei geeigneter
fabrikaten zu angemeſſenem Zinsfuß gewährt; 5. bei kleineren baulichen
— Im Schloßmuſeum, finden tiglich Führungen vormittags Veränderungen, Werkſtatumbauten uſw. werden langfriſtige Darlehen
licher Weiſe geben die Berichte der Nebenſtellen Aufſchluß über deuen
ſchäftsjubiläum. Das Geſchäft wurde bereits im Jahre 1871 von ſeinem verſammlungen der einzelnen Fachverbände müſſen unbedingt Einladun= eine verluſtbringende Geſchäftslage herbeigeführt wurde.
damals U7jährig, die Sattlerei. Trotz ſeiner Jugend gelang es ihm, tere Unterlagen der einzelnen Handwerksorganiſaitonen nötig. Eine kurze und Schuhmacherbedarfsartikelgeſchäft haben ſich die Verhältniſſe in
Antrag iſt alſo damit erledigt. Weitere Auslaſſungen beſchäftigen ſich
einrichtungen, für die Schutzpolizei nicht möglich iſt. In die Kleider=
40jähriges Beſtehen. Gezählt wird aber nur die programmäßige Wau= allem Nachdruck Berückſichtigung. Von der Reichsvegierung, der Poſt= gründet, teilweiſe auch in der zu ſchnellen Ausdehnung des
Geſchäfts=
erwartet werden, daß ſie den bedrängten Verhältuiſſen des heſſiſchen 9
— Verein zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte. Es ſei noch Handwerks Rechnung tragen und Arbeitsmöglichkoit durch Zuweiſung
4 Uhr, in Kranichſtein, eine Andacht mit daran angeſchloſſeuer auftragt, mit den maßgebenden reichs= und landesbehördlichen Stellen fahrungen wurde jedoch und wird auch jetzt noch mit der größten Ener=
Der Vorſtand und die Geſchäftsſührung wurden in ihrer Tätigkeit
Zu Punkt 3 der Tagesordnung berichtete Gewerbeſchulrat Dr. Bün=
Zum nächſten Punkt der Tagesordnung gab Handwetkskammerdirek=
Zöglinge) eingeladen ſind. Als Tagesordnung hat der Vorſtand das ten Jahre. Die Vollverſammlung gab ihre Zuſtimmung hierzu und
33. Mittelrheiniſche Kreisturnfeſt gewählt, wichtig genug, daß alles genehmigte die Uebernahme eines langfriſtigen Darlehens auf 35 Jahre
pünktlich zur Stelle iſt. Ein ſo großes Feſt erfordert in erſter Linie, ſeitens der Kommunalbank für Sachſen und eines kurzfriſtigen Darlehens
Vorſtandes, denn es muß ein „Groß Ding, geſchaffen werden. — Die gen nicht unterhalten, produktive Kredite zu vermitteln. Der Vorſitzende
Zu Punkt 5 der Tagesordnung berichtete der Beauftragte der Kam=
Stunden Marſchzeit die Teilnehmer über den Kohlberg nach Nieder= mer, Herr Neſſel=Offenbach, über die durchgeführte Kontrolle des
Lehr=
ſoll der vorliegende Antrag vom Vorſtand geprüft werden.
Zum nächſten Punkt der Tagesordnung gibt Direktor Schüttler eine
Zu Punkt 8 der Tagesordnung verlieſt der Vorſitzende den
gedruck=
ein Jugendfeſt mit anzuſehen. Der Nachmittag bringt Volkstänze, Ge= Ferner wurde eine Einſchreibegebühr für verſpätete Einreichung von
Umwandlung des Handwerksamtes Alzeh in eine Nebenſtelle der Hand=
8. Potpourri von Gluck bis Wagner, 4. Eſtudiantina=Walzer, 5. Pot= Zur Erbauung eines Kammergebäudes bewilligte die Vollverſammlung
einſtimmig eine Bgurgte von Mk. 41 000. — Auch bei Durchberatung
dieſer Fragen entſpann ſich eine ausgedehnte Ausſprache vor der
je=
weiligen endgültigen Beſchlußfaſſuing. Der Vorſitzende, Herr Nohl,
nahm des Oefteren Gelegenheit, in die Verhandlung erklärend
einzu=
greiſen. „Beſonders auläßlich der Beſchlußfaſſung über den ſpäteren
Bau eines Kammergebäudes wies er darauf hin, daß bei dem
vorliegen=
den Voranſchlag 41 000 Mk. eingeſpart worden ſind, die zum Bau eines
eigenen Handwerkshauſes verwendbar wären. Der Beſchluß wurde,
wie erwähnt, gefaßt. Der diesbezügliche Antrag fand auch durch
Ehren=
meiſter Schmuck warme Unterſtützung. An der ſonſtigen Ausſprache be=
Der Vorſitzende verwies in ſeiner Eröffnungsanſprache hinſichtlich teiligten ſich neben vielen anderen Mitgliedern die Herren Steinmetz
und Fröhlich in beſonderer Weiſe, indem ſie mehrere Fragen anſchnitten,
die dann beleuchter wurden. Der Herr Vorſitzende nimmt hier
Ge=
legenheit, dem Herrn Miniſterialrat Hechler für ſein waumes Intereſe
am Handwverk aufrichtig zu dauken, ſowie den Herren
Landtagsabgeord=
neten Haury und Lautenbacher, die ſich ſtets für das Handwverk warm
eingeſetzt haben, ferner den Begmten und Angeſtellten für ihre
Mit=
arbeit und der Stadtverwaltung für Ueberlaſſung des Saales. Es
folgte eine Zuwahl zum Vorſtand als Sachverſtändigenmitglieder in
der die vorgeſchlagenen Herren Müller=Offenbach und Engelmann=Alzey
einſtimmig gewählt wurden.
Zu Punkt 9 der Tagesordnung berichtet Direktor Schüttler über
die Lehrlingsordnung im Buchdruckergewerbe, deren Einführung
be=
ſchloſſen wurde. Weiter gelangte ein Antrag betr. Feſtſetzung einer
Höchſtzahl für die Hausbedarfsſchülerinnen im Schneiderinnengewerbe
zur Behandlung, desgleichen Anträge auf Erhöhung der Lehrzeit im
Küfer=, Glaſer= und Friſeurgewerbe. Dieſe Anträge ſollen gegen die
Stimmen des Geſellenausſchuſſes und der Antrag betr. Erhöhung der
Lehrzeit im Friſeurgewerbe gegen 9 Stimmen an die geeigneten
Stel=
len weitergeleitet werden. Der Herr Regierungsvertreter erklärt hierzu,
daß eine Bewilligung dieſer Anträge vorausſichtlich nicht zu erwarten iſt.
Der Vorſitzende nimmt Gelegenheit anläßlich des ihm erſt jetzt
be=
kannt gewordenen 60jährigen Berufsjubiläums dem Vorſitzenden des
Geſellenausſchuſſes auch im Namen der Verſammlung aufs herzlichſte
zu gratulieren.
Zu Punkt 10 der Tagesordnung gab Direktor Paech einen
Ueber=
blick über die Tätigkeit und
die Lage der Handwerkerzentralgenofſenſchaft,
der wir in Kürze folgendes entnehmen.
Im 2. Geſchäftsjahr 1925/26 war die Wirtſchaftslage des heſſiſchen
Handwerks, insbeſondere des geſamten Baugewerbes, noch immer eine
ſehr wenig erfreuliche. Die Schwierigkeiten in der Beſchaffung
aus=
reichender Bau= und Hypothekengelder zu tragbaren Bedingungen wirkten
trotz des großen Wohnungsbedarfes um ſo lähmender, als das
Hand=
werk aus der vorjährigen Bautätigkeit noch ſehr große Beträge zu
fordern hatte, deren Eingang größtenteils nur allmählich in kleineren
Naten erfolgte. Trotzdem gelang es, den Geſamtumſatz in allen
Abtei=
lungen von 61 176 151.38 auf 65 964 794,88 Mk. zu ſteigern. Die Maſchinen=
Abteilung, die in erſter Linie von dem Gedeihen des Baugewerbes und
der Möbelſchreinerei abhängt, hatte unter dem Darniederliegen dieſer
Handwerkszweige ganz beſonders zu leiden.
Sehr viel günſtiger lagen bei der allgemeinen Geldtnappheit die
Verhältniſſe in der Abteilung Landesgewerbebank. Im geſamten
Hand=
werk, ganz gleich, ob Bau=, Nahrungsmittel= oder Bekleidungsgewerbe,
wird über die ſtändig ſteigende Borgwirtſchaft von Seiten der
Kund=
ſchaft geklagt. Der von der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe in
Berlin gewährte Kredit erhöhte ſich auf 3 05 000 RM. Weiter wurden
von der Handwerkskammer für die Belebung der Bautätigkeit und
ins=
beſondere für Baugenoſſenſchaften uſw. mehrfach Kredite aufgenommen.
Am Ende des Jahres konnten auch Verhandlungen wegen Aufnahme
weiterer zwei Millionen RM., zu vorteilhaften Zinsbedingungen mit
Bürgſchaft der Regierung und Handwerkskammer zu einem günſtigen
Abſchluß gebracht werden. Dank dieſer tatkräftigen Unterſtützung durch
Handwerkskammer und Regierung iſt zurzeit in Heſſen jeder
Hand=
werksmeiſter in der Lage, einen ſeiner Kreditwürdigkeit entſprechenden
Kredit zu erlangen. Hiermit iſt im heſſiſchen Gewerbeförderungsdtenſt
ein weſentlicher Schritt vorwärts getan.
In der Bäckerabteilung war die Entwicklung, was den Umſatz an=
In der Diskuſſion werden verſchiedene Fragen berührt. Zu den Jahres= belangt, befriedigend, das Mehlgeſchäft aber derart unbefriedigend, daß
In der Schuhmacher=Abteilung haben ſich die vorgenommenen
Um=
ſtellungen gut bewährt. Der Umſatz überſtieg 600 300 RM. Im
Leder=
jeder Hinſicht erheblich gebeſſert. Die bei der Umſtellung von der
Ge=
ſchäftsleitung getroffenen Maßnahmen zeigten erfreuliche Erfolge. Mit
der Ausnahl und Anſtellung uüchtiger Fachleute geht eine geſunde
Um=
ſatzſteigerung Hand in Hand.
Wenn trotzdem auch in dieſem Jahre noch einmal die Hilfe der
Handwerkskammer in Anſpruch genommen werden mußte, und eine
Dividende nicht verteilt werden kann, ſo liegt dies neben der, für unſere
Maſchinen= und Bäcker=Abteilung beſonders ungünſtigen Wirtſchaftslage,
vor allem in dem Umſtand, daß für die Auswirkung der vorgenommenen
Umſtellungen nur ein Teil des Jahres zur Verfügung ſtand.
Die Ausſichten für das laufende Geſchäftsjahr ſind in der Maſchiuen=
Abteilung wieder recht günſtig. Es ſind bis Mitte Mai bereits für
200 000 RM. Aufträge hereingebracht worden, gegenüber einem Umſatz
von 206 000 RM. im gauzen vorigen Geſchäftsjahr.
Die Genoſſenſchaft hat zwei außerordentlich ſchwere Jahre hinter
ſich. Die Schwierigkeiten ſind vor allem in der Ungunſt der Zeiten
be=
betriebes, ſind doch in der Nachkriegszeit zu der urſprünglichen
Maſchinen=Abteilung die ſehr umfangreichen und in ſich außerordentlich
verſchiedenen Betriebszweige des Bäckerrohſtoff=, Schuhmacherrohſtoff=
und Bankgeſchäftes hinzugekommen. Auf Grund der geſammelten
Er=
gie an der Umſtellung und inneren Durchbildung des Betriebes
ge=
arbeitet. So z. B. wird durch die Mechaniſierung der Buchführung dieſe
Arbeit in der Maſchinen=, Bäcker= und Schuhmacher=Abteilung nur noch
faſt die Hälfte des ſeither benötigten Perſonals erfordern. Die
Ge=
ſchäftsführung iſt der Ueberzeugung, daß die Kriſis überwunden iſt.
Herr Direktor Paech dankte herzlich für das ihm zu Beginn der
Tagung überreichte Diplom zu ſeinem 25jährigem Berufsjubiläum und
gelobt zum Segen des deutſchen Handwverks auch in Zukunft ſeine ganze
Kraft einzuſetzen.
Zu dem letzten Punkt, Verſchiedenes, werden kleinere Anträge
ein=
gebracht
Nach fünfeinhalbſtündiger ununterbrochener Tagung, die infolge
der lebhaften Anteilnahme, Ausſprache und faſt vollzähliger Anweſenheit
der Delegierten einen anregenden und intereſſanten Verlauf nahm,
ſchloß der Verſammlungsleiter und Vorſitzende, Herr Nohl, um 4 Uhr
die 33. Tagung der Handwerkskammer mit kurzen herzlichen
Schluß=
worten und den aufrichtigſten Wünſchen zum weiteren Gedeihen des
deutſchen Handwerks. Die Mitglieder blieben bei einem anſchließenden
Imbiß noch eine Stunde in zwangloſer Unterhaltung zuſammen.
die große Welt Der Blick in weitet den Gesichtskreis
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Reich illustrierte Monaiszeitschrift. Preis 1.— Mark
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Seite 6
Feumienag des keiusauswäfſee
der deutſchen demokratiſchen Beamten.
Der achte Beamtentag der Deutſchen Demokratiſchen Partei wurde
geſtern vormittag in Darmſtadt eröffnet. Nach einer Sitzung des
Reichs=
vorſtandes trat die Delegierten=Vollverſammlung zur Erledigung der
geſchäftsmäßigen Tagesordnung zuſammen. Die Tagung iſt reich aus
allen Teilen Deutſchlands beſchickt. Regierunsrat Vogt konnte uter
herzlichem Beifall der Verſammlung Reichstagsabgeordneten Erke=.
lenz als Vertreter des Parteivorſtandes begrüßen, weiterhin die
Landtagsabgeordneten Barteld und Rave aus Preußen,
Hof=
heinz und Dr. Wolfert aus Baden und Reiber aus Heſſen.
Vermißt wird der infolge Ueberbürdung erkrankte Beamtenführer
Schuldt=Steglitz. Die demokratiſche Jugend iſt durch Elſe
Rein=
hardt vertreten. Grüße haben geſandt der Parteivorſitzende Koch,
der Wirtſchaftsausſchuß der Partei, der Frauenausſchuß und eine
grö=
ßere Zahl verhinderter Abgeordneter. Für die Heſſiſche Landespartei
wünſcht Staatsanwalt Dr. May der Tagung einen vollen Erfolg, ſie
möge zeigen, daß Politik auch eine Sache des Willens ſei und ein
Zeug=
nis des Machtwillens der demokratiſchen und republikaniſchen
Beamten=
ſchaft werden. Nach weiteren Begwüßungsanſprachen wird das Bureau
gebildet und der Geſchäfts= und Kaſſenbericht erſtattet. Daraus iſt zu
entnehmen, daß die Gründung von Ortsgruppen und der Ausbau des
Vertrauensmännerſyſtems begrüßenswerte Fortſchritte gemacht haben.
In den Vorſtand wird der erſte Vorſitzende Gerhard Vogt=Berlin
wiedergewählt, ſeine Stellvertreter ſind Senatspräſident Dr.
Groß=
mann= Berlin, Verbandsſekretär Redepenning=Berlin,
Ober=
ſteuerinſpektor Tempel= Nürnberg, Eiſenbahninſpektor Walther=
Ludwigshafen. Eine Reihe von Anträgen zu Kultur= und Schulfragen,
zur Beamtenbeſoldung und akuten politiſchen Problemen wird den
zu=
ſtändigen Ausſchiſſen überwieſen und heute verabſchiedet werden.
Im Rahmen des 8. Beamtentages der Deutſchen Demokratiſchen
Partei ſprach geſtern abend in einer öffentlichen Verſammlung im
Saalbau
Staatspräſident a. D. Hieber
über „Konkordat und Reichsſchulgeſetz‟. Er führte u. a. aus:
Durch unſere allgemeinen inner= und wirtſchaftspolitiſchen Sorgen
iſt das Intereſſe für die kulturpolitiſchen Dinge ſehr ſtark in den
Hintergrund gedrängt worden. Und doch muß man ſich heute mehr
denn je damit befaſſen. Die Zuſtändigkeit des Reichs in Schulfragen iſt
jetzt durch die Weimarer Verfaſſung im Vergleich zu der früheren
Bis=
marckſchen Verfaſſung grundſätzlich geändert. Bismarck hatte dem
Reich keinerlei Zuſtändigkeit auf dem Gebiet der Schulfragen, ia der
kulturellen Fragen gegeben, ſondern ſie ausſchließlich den einzelnen
Bundesſtaaten zugewieſen. Die Folge davon war, daß Preußen als
größter Bundesſtaat, naturgemäß richtunggebend war. In der
Wei=
marer Verfaſſung iſt im Artikel 10 feſtgelegt, daß das Reich das Recht
hat, auf dem Schulgebiet in der Schulgeſetzgebung Grundſätze
aufzu=
ſtellen, denen die einzelnen Staaten dann Folge zu leiſten haben.
Weiter=
hin ſind in den Artikeln 140—150 grundſätzliche Forderungen
aufge=
ſtellt, die für alle deutſchen Länder maßgebend ſind. Man kann nicht
fagen, daß auf dieſem Gebiet ſeit 1918 ſehr viel erreicht worden ſei.
Man kann eher ein Auseinanderſtreben in den einzelnen Staaten als
ein Handinhandarbeiten beobachten.
Der wichtigſte Artikel iſt der Artikel 146 der Reichsverfaſſung, zu
deſſen Ausführung ein Reichsſchulgeſetz nowendia iſt. Ueber dieſes
Reichsſchulgeſetz geht ſeit 6, 7 Jahren der Streit zwiſchen den Parteien
und den Regierungen in den verſchiedenen Zuſammenſetzungen hin und
her. Nedner kommt dann auf die verſchiedenen Entwürfe ſeit dem
Jahre 1921 zu ſprechen. Redner vertritt die Auffaſſung, daß die
Lehrer=
ſchaft heute froh wäre, wenn ſie den Entwurf des Jahres 21, der
an ihrer Polemik im weſentlichen geſcheitert iſt, als Geſetz bekommen
hätte. Miniſter von Keudell iſt verpflichtet, einen neuen Entwurf
vor=
zulegen. Es iſt zu erwarten, daß im Laufe der nächſten Wochen oder
Monate ein Entwurf vorgelegt wird. Was er enthalten wird, entzieht
ſich meiner Kenntnis. Aber ich glaube, daß die Richtlinien, welche die
Demokratiſche Partei auf ihrem letzten Parteitag in Hamburg
aufge=
ſtellt hat, für uns die Grenzen vorſichtig und ſachlich richtig abſtecken,
innerhalb deren die Demokratiſche Partei einem Reichsſchulgeſetzentwurf
zuſtimmen kann. Redner beſpricht dann dieſe programmatiſchen
For=
derungen des Hamburger Parteitages. Die in Zuſammenhang des
Themas bedeutſamſten ſind außer anderen vor allem die Forderung auf
Aufrechterhaltung der Simultanſchule und ferner die Sicherung der
Staatshoheit über die Schule, d. h. daß der Herr über die Schule der
Staat iſt und bleibt, nicht die Kirche, auch nicht das, was man die
Eltern nennt. Die Zuſammenfaſſung der Eltern iſt eben der Staat.
Alle Fortſchritte in unſerem Schulweſen ſind ſeit 200 Jahren erfolgt
durch den Staat und durch keine andere Macht. Es wäre ein
Nück=
ſchritt in unſerer geſamten kulturellem Entwicklung, wenn wir
irgend=
einer Macht, ſie möge heißen wie ſie will, irgend einen Einfluß
ge=
zähren wollten.
Gegenüber dem Reichsſchulgeſetz werden die Elternrechte vielfach ſehr
ſtark betont. Unter Elternrecht verſteht man auf tatholiſcher Seite
etwas weſentlich anderes als auf proteſtantiſcher Seite. Jch ſage das
ohne jede Polemik, rein ſachlich objektiv geſchichtlich. Das Elternrecht
auf katholiſcher Seite hat immer ſeine religiös dogmatiſche Grenze an
dem, was die Kirche als Elternrecht zuläßt, und die Kirche wird als
Elternrecht nie etwas anderes zulaſſen, als eben die Erziehung im ſtreng
katholiſchen Glauben. Auf proteſtantiſcher Seite verſteht wan unter
dem Elternrecht das ſubjektive Recht des einzelnen, über die Erziehung
der Kinder zu beſtimmen. Mit dem Begriff des Elternrechts iſt
ge=
ſetzgeberiſch nichts anzufangen. Es wird niemals die alleinige
Grund=
lage für die Schulorganiſationen abgeben können; denm das Elternrecht
grundſätzlich bis in die letzten Konſequenzen verfolgt, würde zu einen
vollſtändigen Zerſplitterung unſeres geſamten Schulweſens führen, die
einen geordneten Schulbetrieb überhaupt nicht mehr möglich machen.
Man hat von katholiſcher Seite wieder das Wort vom Kulturkampf
in dieſe Auseinanderſetzung hereingeworfen. Uns von der
Demokra=
tiſchen Partei liegt nichts ferner, als einen Kulturkampf
herbeizufüh=
ren. Wir wiſſen aus der Geſchichte des Kulturkampfes zur Genüge, wie
verwüſtend er auf unſere ganze innerpolitiſche Entwicklung Jahrzehnte
hindurch eingewirkt hat. Ein neuer Kulturkampf, den der Staat mit
der Kirche aufnehmen wollte, würde das größte Unglück für das deutſche
Volk in ſeiner gegewwärtigen ſchweren politiſchen und wirtſchaftlichen
Lage. Aber die Gefahr eines Kulturbampfes iſt heute auf ſtaatlicher
Seite kleiner, als auf kirchlicher Seite. Auf kirchlicher Seite ſpannt
man die Anſprüche und Forderungen ſo hoch, daß man feden Tag den
Kulturkampf daraus entfeſſeln könnte.
Die Frage der Schulgeſetzgebung wird vielfach von der Kurie mit
der Frage des Konkordats verflochten. Sie erhebt jedenfalls
grundſätz=
lich den Anſpruch, daß ein Konkordat, das das Reich mit der Kurie in
Rom abſchließt, auch gewiſſe grundſätzliche Forderungen auf dem
Schul=
gebiet enthalten ſoll. Das Konkordat hat man früher Konvention
ge=
nannt, und das iſt auch heute noch der amtliche Ausdruck der Kurie.
Ein Konkordat iſt unter allen Umſtänden ein Vertrag, den der Staat
mit der Kurie abſchließt, ein Staatsvertrag, ein Vertrag mit einer
aus=
wärtigen Macht. Auf dem Wege des Staatsgeſetzes, aber nicht auf dem
Wege des Staatsvertrages iſt die Frage des Konkordates zu regeln,
Für ein Reichskonkordat vermag ich überhaupt kein Bedüirfnis
anzu=
erkennen.
Wir haben allen Grund — ſo führt der Redner zum Schluß aus —
die beiden Grundſätze: Staatshoheit auf der einen und Freiheit der
geiſtigen und kulturellen Entwicklung auf der anderen Seite,
hochzu=
halten und miteinander in Einklang zu bringen. Das iſt in einzelnen
Fällen ſehr ſchwer, und bei unſeren heutigen parlamentariſchen
Ver=
hältiſſen vielfach eine Aufgabe, die an die Grenze der Möglichkeit ſtreift,
Aber das Ideal der Demokratiſchen Partei muß es bleiben,
Staats=
hoheit und Geiſtesfreiheit miteinander in Einklang zu bringen.
Regierungsrat Vogt=Berlin
hatte ſich zur Aufgabe gemacht, über die Beamtenpolitik der Reichstag
frakrion zu ſprechen. Er ſtreifte dabei die von der Reichstagsfraktio
bei den die Beamten angehenden Fragen bisher eingenommene Stellut
und ihre zuhünftige Haltung. Er wies nach, wie ſie ſich, ſo lange ſie
der Regierung war, für die Belange der Beamten eingeſetzt habe, un
jetzt als Oppoſitionspartei es als ihre Aufgabe betrachte, die Regieru
zu drängen und an ihre Pflicht zu erinnern, die ſie in wirtſchaftlich
und rechtlicher Art den Beamten gegenüber habe. Er verſuchte
allem nachzuweiſen, daß die von der Demokratiſchen Partei verfolg
Beamtenpolitik eine gerade Linie aufzuweiſen hätte, auch dann, wenn
nicht die Wünſche der Beamten erfüllen konnte.
Rektor Reiber, M. d. L.,
der über „Aktuelle Beamtenfragen” ſprach, ſtellte in de
Vordergrund ſeiner Betrachtungen die Beſoldungsfrage. Er führte d
zu unter anderem aus:
Was die deutſche Beamtenſchaft braucht, ſind Taten, die an die Stell
des Nauſchgiftes des Wortes treten müiſſen. Wir fordern mit Nachdru
die ſchleunige Einlöſung der gegebenen Verſprechungen von der Reig
zegierung.
Samstag, den 11. Juni 1927
Nummer 760
Auch eine Beſoldungsreform iſt wichtig. Zugegeben! Es iſt ſeit 1921
mancherlei noch unſtimmiger geworden, als es vorher war, und es muß
das ganze Werk wieder einmal gründlich überprüft und gebeſſert
wer=
den. Aber was wichtiger iſt für die Beamtenſchaft aller Gruppen, iſt,
daß ſie mit Beſchleunigung zu Mitteln kommt.
Was die Beſoldungsreform anlangt, ſo fordern wir gemäß unſerer
ſeitherigen Haltung einen ſozialen Aufbau und Ausbau unſerer
Beſol=
dungsverhältniſſe. Es müſſen bei der Beſoldung berückſichtigt werden
die Ausbildung, Leiſtung und Verantwortlichkeit des Amtes; aber das
ſoll nicht in der Weiſe geſchehen, daß man die einzelnen Gruppen
auf=
löſt und auseinanderzieht, wie das früher geſchehen iſt. Redner ſetzt ſich
weiterhin ſür die beſonderen Belange der heſſiſchen Beamtenſchaft ein.
In ſchärfſter Form weiſt er das Verfahren des Zentrums in Heſſen
zurück, d. h. ſeines Organs in Mainz, das er als nicht loyal bezeichnet
in ſeiner Polemik gegen die Demokraten. Die Demokratiſche Partei
lehnt es entſchieden ab, Katholik und Zentrum identifizieren zu laſſen.
Sie hat in ihren Reihen Katholiken, deren Intereſſen ſie zu vertreten
hat, und nicht des Zentrums.
Redner ſetzt ſich des weiteren für den großdeutſchen
ſchwarzrotgolde=
nen Einheitsſtaat ein.
Die Beamtenſchaft erwartet, durch die Beſoldung ſo geſtellt zu
wer=
den, daß ſie mit ihrer Familie ein Auskommen hat, daß ſie frei von
der drückendſten Sorge ihren beruflichen Verpflichtungen nachgehen kann.
Sie verlangt ferner, daß ſie im Staat eine Stellung erhält, die ihr die
volle Inanſpruchnahme ihrer ſtaatsbürgerlichen Rechte ohne jede
Ge=
fährdung für ſie ſelbſt ermöglicht, daß es endlich dazu kommt, daß der
republikaniſch geſinnte Beamte nicht darum angeſehen werde und daß
auf dieſe Weiſe in dem Beamten eine Geſinnung erzeugt wird, die ihn
mit dem Staat noch mehr als ſeither innerlich verknüpft. Dann wird
der Aufbau des Reiches und der Länder um ſo raſcher möglich ſein.
Die Demokratiſche Partei wird ihrerſeits alles tun, um dieſen Zuſtand
herbeizuführen.
Sämtliche Referate wurden von dem Beifall der Verſammlung
begleitet.
* Jubiläumstagung des deutſchen
National=
vereins der Freundinnen junger Mädchen.
III.
Ein Ausflug nach Lindenfels und Schönberg=
Nach einem gemeinſamen Mittageſſen im Saalbau führte am
Don=
nerstag nachmittag eine lange Reihe von Autos eine Anzahl der
Teil=
nehmerinnen der Tagung nach Lindenfels und Schönberg. Der Ausflug
war vom Wetter begünſtigt. Zwar wehte ein kühler Wind, aber die
Sonne ſchien freundlich, und am blauen Himmel, der ſich über Wald
und Berge ſpannte, wanderten große weiße Sommerwolken. So
konn=
ten die Gäſte von auswärts, denen unſer ſchöner Odenwald noch
unbe=
kannt iſt, ſich an der Fahrt erfreuen, die ſo reich iſt am ſchönen wechſeln=
Bildern. — Das erſte Ziel war Lindenfels, die Heimat des Ehepaares
Wilhelm und Meta Baur, die dort auch ihre letzte Ruheſtätte gefunden
haben. Der kleine Friedhof liegt am Abhang; man blickt von dort in
den Kranz der grünen Waldberge; auf den wohlgepflegten Gräbern
ringsum blühen Pfingſtroſen, Federnelken und Geranien, zwiſchen
dunk=
lem Efeu; ſchlicht und ernſt ragen dazwiſchen einfache Holzkreuze. Am
Grunde des Abhangs liegt das Baurſche Grab unter dunklen Tannen.
Hier fand eine Gedenkfeier ſtatt, eingeleitet vom Geſang der
Schul=
kinder, unter Leitung von Herrn Lehrer Stierle. Herr Pfarrer Junker
fand herzliche Worte des Gedenkens für das Ehepaar Baur, das, von
warmer Menſchenliebe getrieben, aus ſtarkem Glauben heraus den Grund
legte zu dem Werke, das heute — aus kleinen Anfängen — groß
gewor=
den iſt. Dem Schutz der weiblichen Jugend war ihre Lebens= und
Liebesarbeit gewidmet; ſie hegten und pflegten das ſchwache Pflänzchen,
das heute zum ſtarken Baum geworden iſt, unter deſſen Aeſten ſich viele
bergen können. Die Frau Vorſitzende legte einen Kranz am Grabe
nieder, an dem das Wort zur Wahrheit wird: „Ihre Werke folgen ihnen
nach!” Bewegten Herzens ſtanden die Freundinnen im Banne dieſer
Stunde und dem Gedenken an das Lebenswerk glaubensſtarker
Perſön=
lichkeiten. — Es folgte ein Rundgang durch das Städtchen, deſſen
male=
riſche Winkel, altes Gemäuer, efeubewachſene Mauern und graue
Tor=
bogen bewundert wurden. Der Weg ſührte weiter an den Baurſchen
Stiftungen, dem Schweſtern= und Altersheim, der Kinderſchule vorbei,
ſvo zur Freude der Kleinen ein Korb mit Brezeln verteilt wurde.
Ueber=
all grüßten freundliche Geſichter von Alt und Jung die hohe Vorſitzende
und die fvemden Gäſte. Fahnen und Fähnchen varen aufgeſteckt, und
man fühlte, wie eng hier noch die Menſchen verknüpft ſind durch feſte
Bande gegenſeitiger Liebe und Achtung. — Nachdem die Gäſte ſich mit
Kaffee und Kuchen im Heſſiſchen Haus geſtärkt hatten, ging es unter
Winken und Abſchiedsrufen weiter nach Schönberg. Auch hier galt der
Beſuch dem Grabe der langjährigen Vorſitzendem, der Fürſtin Marie zu
Erbach=Schönberg. Sie war die Leiterin des Vereins, ſein ſeeliſcher
Mittelpunkt, von unerſchöpflicher Liebes= und Arbeitskraft. Ihre edle,
hochbegabte Perſönlichkeit wußte ſich durchzuſetzen, auch wo
Schwierig=
keiten entſtanden. In die Zeit ihres Vorſitzes fiel der Weltkrieg, der
dem Verein der Freundinnen neue, ungeahnte Aufgaben ſtellte. Was
mußte in dieſen Jahren geleiſtet werden, welche Arbeit erforderte allein
die Bahnhofsmiſſion! In ihrem Büchlein „. .. aber die Liebe iſt die
größeſte unter ihnen!” gibt die Fürſtin eine lebendige Schilderung
dieſer ſchweren Zeiten. Vor der Kirche, die maleriſch hoch auf einem
bewaldeten Hüigel liegt, empfing die Fürſtin Erbach=Schönberg die Frau
Großherzogin und die übrigen Gäſte. Seitwärts der Kirche in grünen
Anlagen liegt der ſtille Ruheplatz der verewigten Fürſtin. Auch hier
vereinte eine Andacht die kleine Gemeinde von Frauen in dankbarem
Gedenken. Die Frau Vorſitzende legte einen Kranz nieder; ein
gemein=
ſamer Geſang und ein laut geſprochenes Vaderunſer beſchloß die Feier
Der Abendwind bewegte ſchon die Waldbäume und die Sonne ſtand tief,
als man ſich dem Schloß Schönberg zuwandte, um von ſeiner Terraſſe
aus den unvergleichlich ſchönen Blick in das Tal und über Wald und
Berge zu geniehen. Nur ungern trennte man ſich von dem ſchönen
Bild, um die Autos zu beſteigen, die die Ausflügler wieder nach
Darm=
ſtadt zurückſtihrten. Wohl allen Teilnehmerinnen wird dieſer ſchöne
Nachmittag eine unvergeßliche Erinnerung bleiben.
Dd.
TV.
Gehörte der geſtrige Tag dem Rückblick auf die Vergangenheit, dem
Gedenken der Perſönlichkeiten, die Gründer des Vereins und jahrelang
ſeine Führer waren, ſo ſteht der heutige unter dem Zeichen der
prak=
tiſchen Arbeit für Gegenwart und Zukunft. Nur in dieſem Sinne iſt
Rückblick und Erinnerung fruchtbar, daß neue Kraft und neuer Mut für
neue Aufgaben daraus erwächſt.
Die heutige Mitgliederverſammlung wurde von der Frau
National=
vorſitzenden mit dem Verleſen des 100. Pſalms eröffnet, an den ſie einige
Worte knüpfte. Je mehr wir Gott erkennen, deſto beſſer erkennen wir
unſere Pflichten und Aufgaben. Die Verſammlung ehrte die Toten des
vergangenen Jahres durch Erheben von den Sitzen. Es wurden noch
eine Reihe von Briefen und Glückwünſchen verleſen, ſtatiſtiſches Material
bekannt gegeben und interne Angelegenheiten des Vereins beſprochen,
die z. T. eine lebhafte Diskuſſion auslöſten. Es gilt, immer von Neuem
Freundinnen und Geldmittel für die Zwecke des Vereins zu werben.
Nach einer kurzen Frühſtückspauſe wurden gemäß der Tagesordnung
in drei Referaten die verſchiedenen Aufgaben des Vereins beſprochen.
Als ein beſonders wichtiger Zweig hat ſich die Bahnhofsmiſſion
aus=
gebildet, die in den großen Hafenſtädten zugleich als
Auswanderer=
fürſorge wirkt. Zu dieſem Vortrag erhielt Frl. Ohlert=Hamburg das
Wort:
Man ſpricht heute viel vom Selbſtändigkeitsdrang der Jugend. Dies
läßt ſich nicht verallgemeinern, auch heute noch gibt es ſchüchterne,
un=
ſichere, hilfloſe junge Menſchenkinder, die froh ſind, auf dem Bahnhof der
großen Weltſtadt Schutz und Hilfe zu finden. Meiſt ſind es junge
Mäd=
chen aus Süddeutſchland, die nach Nordamerika auswandern, die von
den „Freundinnen” in Empfang genommen, beraten und betreut
wer=
den. Pfarr= und Jugendämter ſollten es ſich angelegen ſein laſſen, ſolche
jungen Auswanderer vorher bei der Bahnhofsmiſſion anzumelden. Wenn
dieſe Anmeldung erfolgt, gilt es meiſtens, brieflich die jungen Reiſenden
dazu zu bewegen, nicht zu früh nach Hamburg zu kommen, nicht ſchon
mehrere Tage vor Abgang des Schiffes. Vier bis fünf Tage Aufenthalt
in der großen Stadt bedeutet Koſten und Gefahren aller Art. Es
ge=
nügt, kurz vor Abgang des Schiffes anzukommen. Oft geraten die
jungen Menſchenkinder dort in einen wahren Freiheits= und
Ver=
gnügungstaumel. Iſt die Anmeldung vorher erfolgt, ſo wird ſie nach
dem Ankunftshafen weitergegeben, in den Vereinigten Staaten an die:
Young women Chriſtien Aſſociation oder die Travellas etid Soeiety,
die gewiſſenhaft für ihre Pflegebefohlenen die weitere Fürſorge im
fremden Lande übernehmen. Bei der Einſchiffung iſt Hilfe und
Be=
ratung durchaus nötig. Es gibt in Hamburg nicht weniger als
40 Schiffslinien für Auswanderer. Die Auswanderung nach Kanada
hat vor Kurzem einen großen Aufſchwung genommen, nachdem die Ein=
reiſe im Prinzip geſtattet iſt, doch werden in Einzelällen noch oſt
Schwierigkeiten gemacht. Die Freundinnen haben unter ihren
Schütz=
lingen aber auch oft ſolche, die nach Süd= oder Zentral=Amerika reiſen.
auch nach Afrika, ja nach Aſien und Auſtralien. Bevorzugt iſt
neuer=
dings England; es iſt eine Genugtuung, wenn man den jungen Mädchen
Vertrauensadreſſen der Freundinnen im Ausland mitgeben kann.
Darum iſt eine genaue Führung der Adreſſenliſten von größter
Wichtig=
keit. Freundliche Unterſtützung findet man bei der Zweigſtelle des
Reichs=
wanderungsamtes in Hamburg, das auch Ratſchläge prüft und
berück=
ſichtigt Trotz ſchöner Erfolge bleibt auf dieſem Gebiet der Fürſorge
noch viel zu tun.
Ein herzlicher Beifall dankte der Rednerin für ihre intereſſanten
Ausführungen.
Frau Dekan Schmitthenner=Wiesloch ſprach über „Freundinnenarbeit
auf dem Lande‟. Dieſe wird oft für überflüſſig gehalten und doch iſt
ſie dringend nötig. Die jungen Mädchen wachſen nicht mehr, wie früher,
in ländlicher Abgeſchloſſenheit auf. Der ſtarke Verkehr läßt dieſe
Ver=
hältniſſe nicht unberührt. Allerlei Einflüſſe ſtürmen auf die jungen
Menſchenkinder ein, denen ſie ſeeliſch nicht gewachſen ſind. Sie drängen
zur Stadt, entziehen ſich der ſchweren Landarbeit und ſind in den
anderen Verhältniſſen den ſchweren Verſuchungen meiſt nicht gewachſen.
Pfarr= und Jugendämter ſchließen die Arbeit der „Freundinnen” nicht
aus, die auf die perſönliche Note eingeſtellt ſein muß. In Mütter= und
Jugendvereinigungen ſollten die Freundinnen mitarbeiten, die
Ver=
teilung von Konfirmandenblättern hat ſich bewährt. Stellenvermittlung
und Auskunftsſtellen müſſen gegründet werden. Wir müſſen uns
ver=
antwortlich fühlen für die ländliche Jugend. Aber auch die einzelne
Freundin auf dem Lande hat es oft ſchwer. Sie iſt einſam und braucht
für ihre Arbeit den Kontakt mit Gleichgeſinnten, Verſtändnis und
An=
regung für ihre beſonderen Aufgaben. Sie braucht Kraft, die ſie nur
finden kann im chriſtlichen Glauben. Wer iſt dein Nächſter?, ſo klingt
die Frage. Es heißt in höchſter Verantwortlichkeit ſich einuzſetzen für
unſere Jugend und ihre Not. Warmer Beifall dankte der Rednerm.
Das dritte Referat hatte Frl. Dittmar=Berlin: „Freundinnenarbeit in
der Stadt”. Trotz Jugendämtern und ſtaatlicher Fürſorge aller Art iſt
unſere Mitarbeit für die gefährdete Jugend in der Großſtadt
unent=
behrlich. Es iſt aber unſerer Arbeit förderlich, mit allen Behörden,
vor allem auch der Polizei, in engſter Verbindung zu ſtehen. Im
Paß=
amt ſind jetzt einige weibliche Beiſitzerinnen, denen die Päſſe der
aus=
wandernden jungen Mädchen vorgelegt werden. Kinos, Kabaretts und
Theater erfordern Aufſicht. Ebenſo iſt die Hilfe auf der Straße oft
not=
wendig. Damit ſie wirkſam ſein kann, muß man von uns wiſſen, wir
können nicht genug Propaganda machen, Bücherſtände ſollten
beauf=
ſichtigt werden. Wie manchem Verbrechen, vor allem Verſchleppung,
kann vorgebeugt werden, wie mancher Selbſtmord könnte verhindert
werden. Zu fördern und zu empfehlen ſind folgende Einrichtungen:
alle Jugendvereinigungen für die weibliche Jugend, Stätten der Ruhe
und Erholung; Stellenvermittlung und Auskunftsſtellen ſind von größter
Wichtigkeit; die Gründung von Heimen in unſerem Sinne. Wir ſollten
nicht vergeſſen Beſuche in Krankenhäuſern und Gefängniſſen zu machen.
Noch viele gute Gedanken und Ratſchläge wurden in dieſem Vortrag
ent=
wickelt, die leider hier nicht mehr wiedergegeben werden können. Reicher
Beifall folgte dem anregenden Vortrag; dann trat die iMttagspauſe ein.
Am Nachmittag wurden Vereinsfragen beſprochen, einige Anträge
geſtellt und über verſchiedene Vorſchläge diskutiert. Die Frau
Vor=
ſitzende ſchloß die Verſammlung um 6 Uhr, die in einem gemeinſamen
Lied ausklang.
Dd.
Zu dem Empfangsabend des Vereins der Freundinnen junger
Mäd=
chen iſt ergänzend nachzutvagen, daß den Mittelpunkt der Veranſtaltung
ein Begrüßungsſpiel in zwei Bildern „Willkommen”, Text von Graf
von Handenberg, Muſik von L. Kelterborn, in Szene geſetzt von Herrn
Weſtermann, bildete Von den mitwirkenden Herren verdienen die
Herren Hinz und Mank von der Spielgemeinſchaft beſondere
Erwäh=
nung, die ihre Dialektrollen trefflich meiſterten; von den Damen
Prin=
zeſſin Eliſabeth Solms=Lich, die ein beachtliches komiſches Talent ihr
eigen nennt und Heiterkeitsſalven hervorrief; ferner Frl. Olbrich, Frl.
Heher, Frl. Hedderich, Frl. Strecker und Frl. Schreiber=Gaſtell. Als
Intermezzo war ein „Feſtlied der Freundinnen” eingeſchaltet, das mit
ungewöhnlicher Feinheit von L. Kelterborn vertont worden iſt. Frau
Schönfeld wußte es mit ſchönem und reifem Marerial innig
wiederzu=
geben. Das Schlußlied gewährte einen liebenswürdigen
Zauberauf=
wand von reizenden Mädchen und Kindern und machte den Damen des
Ausſchuſſes, Frau Baronin Oetinger und Frau Exzellenz Krauſe,
die=
die Auswahl und Koſtümierung beſorgt hatten, alle Ehre. Ein ganz
beſonders hohes Lob verdient freilich Herr Weſtermann, der es
ver=
ſtanden hatte, ſein 30 Perſonen ſtarkes Willkommen=Enſemble in
meiſter=
hafter Weiſe einzuſtudieren und jedes Bild zu echt künſtleriſcher Höhe
zu treiben. Jedenfalls hatten die auswärtigen Gäſte bei der
Veranſtal=
tung Gelegenheit, Darmſtadt als Stadt von Kunſtſinn und Geſchmack
kennen zu lernen, was ſie allgemein froh anerkannten.
— Zirkus Lorchs Gaſtſpiel nähert ſich ſeinem Ende, und zwar gibt
Zirkus Lorch nur noch drei Tage ſeine hier in Darmſtadt mit ſo groß=
Gem Beifall aufgenommenen Vorſtellungen. Es verſäume deshalb
nie=
mand, ſich dieſen nicht ſo ſchnell wiederkehrenden Genuß — einer
Vor=
ſtellung im Zirkus Lorch beigewohnt zu haben —, entgehen zu laſſen.
Heute Samstag und morgen Sonntag finden zwei Vorſtellungen ſtatt,
und zwar nachmittags 3.30 und abends 8.15 Uhr. Es ſei noch auf die
ermäßigten Prciſe hingewieſen. Kinder zahlen nachmittags halbe Preiſe.
* Autounfall. Geſtern abend gegen 7 Uhr erlitt an den
Hirſch=
köpfen ein Perſonenwagen einen Differentialbruch und mußte von der
Städtiſchen Feuer= und Rettungswache nach dem Sensfelder Weg
abge=
ſchleppt werden.
Lokale Veranſkaltungen.
— Der Krieger=Militärverein „Blücher” veranſtaltet
am Sonntag, den 12. Juni, einen Familienſpaziergang nach Nieder=
Ramſtadt. Abmarſch pünktlich 3 Uhr am Böllenfalltor. (Vgl. Anzeige.)
Kunſfnotizen.
— Palaſt=Lichtſpiele: „Eiferſucht” betitelt ſich der Ufa=
Film, in dem Lya de Putti, Werner Krauß, Georg Alexander die
Haupt=
rollen ſpielen. In dieſem Werk ſucht der Regiſſeur leiſe und diskret
zum Menſchlichen vorzudringen und ſeine ſeeliſchen Eroberungen aus
dem Geſetz der bewegten Bilder zwangslos zu entwickeln. Und ſo gibt
es denn eine Tragikomödie, in der das ernſte Moment faſt überwiegt,
wenn ſchließlich auch der von einer tändelnden Frau zu maßloſer
Eifer=
ſucht gereizte Mann die Tat Othellos nicht vollbringt. Georg
Alexan=
der, der elegante Freund und ſkrupelloſe Experimentator, glücklich
ge=
wählte Folie für das Ehepaar, das Liebe ſtahl und in Eiferſucht vergeht.
Werner Krauß, der Mann, Lya de Putti, die Frau. Krauß in allen
ſeeliſchen Stadien ungetrübt glücklich, zermürbt von Eiferſuchtsqualen,
halb geiſtesverwirrt und in raſendem Zorn. Lya de Putti, die
tempera=
mentvolle, im Ballkleide verkörpert ſie das köſtlichſte Frauenbild, mit all
ſeinen ſüßen und ſchönen Nüancen. — Im Beiprogramm ſehen wir die
unglaublichſten Leiſtungen eines Schäferhundes, der in ſeinem Inſtinkt
oft menſchliche Intelligenz in den Schatten ſtellt.
Aus den Parteien.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Wir
bitten unſere Parteifreundinnen um recht zahlreichen Beſuch unſerer
heutigen geſelligen Zuſammenkunft auf dem „Heiligen
Kreuz” um 4 Uhr nachmittags. Wie bereits mitgeteilt iſt, werden
Rezi=
tationen giner Parteifreundin einige genußreiche Stunden bieten.
Die=
jenigen unſerer Damen, die bei dem ſchönen Wetter einen Spaziergang
damit verbinden wollen, treffen ſich um 3 Uhr Ecke der Roßdörfer= und
Heidenreichſtraße.
— Deutſchnationaler Arbeiterbund, Ortsgruppe
Darmſtadt. Die Mitglieder ſowie die Freunde unſerer Bewegung
werden hiermit nochmals auf den heute abend im Saale der „Stad=
Coburg” ſtattfindenden Vortrag des Herrn Landesgeſchäftsführers Dr.
Brehm aufmerkſam gemacht. Es wird um zahlreiches Erſcheinen
ge=
beten. Herr Dr. Brehm wird ſprechen über: Republikſchutzgeſetz,
Kon=
kordat, Heſſiſche Verhältniſſe und die Wohnungszwangswirtſchaft. Die
Mitglieder werden gebeten, das letzte Mitteilungsblatt zu dieſer
Ver=
ſammlung mitzubringen. — Ferner ſei auf die am Sonntag, 12. Junr,
vormittags halb 10 Uhr, ſtattfindende Beſichtigung des Schloßmuſeums
hingewieſen, und wird auch hierzu pünnktliches Erſcheinen erbeten
An=
gehörige der Mitglieder ſowie Kinder ſchulpflichtigen Alters können;
ebenfalls daran teilnehmen.
andestheater, Großes Haus. Anfang 7½ Uhr, Ende 1
10 Uhr: „Nathan der Weiſe”. — Kleines Haus: Geſchlo
— Orpheum: Geſchloſſen. — Zirkus nachm. 3½ Uhr.
abends 8½ Uhr: Vorſtellung. — „Concordia Darmſtadt, abe
8 Uhr im Mathildenhöhſaal (Dieburgerſtr.): Bunter Abend 1
Tanz. — Konzerte: Schloß=Café; Hotel=Reſtaurant Schm
Café=Reſtaurant Waldesruhe; Reſtauration Robert Kümmerlein.
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=L.
ſpiele. — Theater=Varieté=Saal, Alexanderſtr. 12 (Per
abends 8 Uhr: Heitere Burlesken.
Nmmer 160
Samsfag, den 11. Juni 1927
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Mefſel, 10. Juni. Turnfeſt. Der im Jahre 1887 gegründete
Turnverein Meſſel E. V., der dem Jahn=Starkenburg=Gau angehört,
hält am Samstag, Sonntag und Montag das Feſt ſeines 50jährigen
Vereinsbeſtehens ab. Damit verbunden ſind leichtathletiſche Wettkämpfe,
zu denen zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Der Feſtſamstag wird mit
einem Kommers eingeleitet. Am Sonntag finden vormittags die
Wett=
kämpfe ſtatt, während mittags im Anſchluß an den Feſtzug ein
feier=
licher Feſtakt ſtattfindet. Die Veranſtaltung wird durch ein Volksfeſt
am Montag abgeſchloſſen.
H. Eberſtadt, 10. Juni. Der Odenwaldklub, Ortsgruppe Eberſtadt,
unternimmt am Sonntag, den 12. Juni, ſeine 6. Wanderung, die die
Teilnehmer über Heppenheim-Juhöhe-Birkenau nach Weinheim führt.
Marſchzeit zirka 4 Stunden. Abfahrt mit der Main=Neckar=Bahn
8,15 Uhr mit Sonntagskarte nach Weinheim 1,40 Mk. — Der
Turn=
verein 1876 (e. V.) beteiligt ſich am kommenden Sonntag am
Jugend=
wetturnen des dritten Bezirks des Main=Rhein=Gaues in Bickenbach.
Abfahrt der Kampfrichter am Samstag, 17.30 Uhr, Abfahrt der
Teil=
nehmer am Wettkampf am Sonntag, vormittags 8,15 Uhr. —
Ober=
gendarmerieſachtmeiſter Reeg iſt zum Gendarmerie=Kommiſſar befördert
und in dieſer Eigenſchaft nach Worms verſetzt wvorden. — Die
freigewor=
dene Stelle eines Nachtſchutzmanns iſt zur Beſetzung ausgeſchrieben
wor=
den. Das Ausſchreiben kann auf Zimmer 2 der Bürgermeiſterei
einge=
ſehen wverden.
* Pfungſtadt, 10. Juni. Turnen und Wandern. Der
hieſige Turnverein unternimmt am kommenden Sonntag ſeine ſechſte
Wanderung mit dem Endziel Neckargemünd. Abfahrt ab Bahnhof
Eber=
ſtadt 6,25 Uhr vormittags. — Feuerwehrübung. Die Freiwillige
Feueriwehr ſowie die Pflichtfeuerwehr Pfungſtadts haben am Sonntag
vormittag um 347 Uhr eine gemeinſame Uebung, mit der eine
Hydran=
ten=Probe verbunden iſt. Entſchuldigungen werden nur in ganz
drin=
genden Fällen angenommen.
* Ober=Ramſtadt, 10. Juni. Samstag, den 11. Juni, abends 8 Uhr
findet am Rathaus eine Feuerwehrübung ſtatt, zu der ſowohl die
Mannſchaften der Freiwilligen als auch der Pflichtfeuerwehr zu
erſchei=
uen haben. — Fälligkeit der Landesſteuervorauszahlungen 1927. Das
erſte Ziel der vorläufigen Landesſteuern 1927 iſt bis zum 10. Juni, das
zweite Ziel bis zum 25. Juni fällig. Vom erſten Tag nach den
Fällig=
keitsterminen ab ſind Verzugszinſen zu zahlen.
* Ober=Ramſtadt, 10. Juni. 25jähriges
Dienſtjubi=
läum. Dieſer Tage waren es 25 Jahre, daß Herr Philipp Keller 1.
hier, den Dienſt als Rechner der Waſſerwerkskaſſe Ober=Ramſtadt
ver=
ſah. Aus dieſem Anlaß wurde ihm in Anerkennung ſeiner langjährigen
treuen Dienſte durch die Gemeinde ein paſſendes Geſchenk überreicht,
Nuch ſeitens der Gemeindebeamten wurde der Jubilar in gleicher Weiſe
geehrt.
* Roßdorf, 10. Juni. Sportverein 1922. Am kommenden
Samstag und Sonntag feiert obiger Verein den Tag ſeines 5jährigen
Beſtehens. Als der Verein 1922 gegründet wurde, war man ſich der zu
erfüllenden Aufgaben bewußt, dem darniederliegenden Deutſchland eine
geſunde Jugend zu erziehen. Tren ſeinen Grundſiitzen, politiſch neutral,
hat der Verein 5 Jahre in der Erziehung einer geſunden,
ſporttreiben=
den Jugend, durchwandert. Aus dieſem Anlaß findet am Samstag
abend eine Gründungsfeier im „Darmſtädter Hof” ſtatt. Zu einem
in=
tereſſanten Fußballwettſpiel hat der Verein für Sonntag nachmittag den
Ligaverein Weiſengu bei Mainz gewonnen. Möge dem jungen,
ſtreb=
ſamen Verein in Erfüllung ſeiner edlen Ziele ein voller Erfolg
be=
ſchieden ſein.
g. Groß=Bieberau, 10. Juni. Seine Generalverſammlung hält der
Gewerbeverein Groß=Bieberau am Sonntag, den 12. d. M., nachmittags
3 Uhr, bei Gaſtwirt Ludwig Lortz, wobei auch die Geſellenbricfe an die
Junggeſellen überreicht werden. Da auch Gewerberat Lindemann noch
über ſteuerliche Angelegenheiten einen Vortrag hält, ſo iſt zu erwarten,
daß nicht nur die Angehörigen der Junggeſellen und die Meiſter
der=
ſelben, ſondern auch die übrigen Mitglieder und Geſerbetreibenden
er=
ſcheinen.
* Dieburg, 10. Juni. Nacheakt. In einer der letzten Nächte
wurde in der Erzbergerſtraße ein Haſenſtall erbrochen. 14 Haſen
wur=
den getötet, aber nicht mitgenommen. Man ſchließt auf einen Racheakt.
* Reichelsheim i. Odw., 10. Juni. Das Schwimmbad, 140
Meter lang und 60 Meter breit, das nach den Vorſchriften der
Sport=
behörde unter fachmänniſcher Leitung mit einer Abteilung für
Nicht=
ſchwimmer und für Kinder in geſchützter, fonniger Lage am Fuße des
Reichenberges angelegt wurde, geht ſeiner Vollendung entgegen.
Ver=
bunden wird damit ein Licht=Luftbad und ein mit beſonderer
Umzäu=
nung verſehenes Sonnenbad mit Duſche und Liegeſtühlen, ſo daß alle
Arten heute begehrter Bäder hier in idealer Weiſe vereinigt ſind. Die
Einrichtung wird gewiß auch von unſeren Kurgäſten, zumal die Bäder
in unmittelbarer Nähe bekannter Gaſthäuſer liegen, ſehr begrüßt
wer=
den. Vom Bade aus führen neu hergerichtete, vielfach mit Bänken
der=
ſehene ſchöne Wege durch den Wald nach dem Reichenbera, mit dem
herrlichen Blick in die beiden Täler und nach den fernen Höhen, wie
man ihn im Odenwald nicht leicht ſchöner findet. Auch dort ſind die
Spuren der ſchlimmen Zeit verſchwunden. An reizenden Plätzchen, in
der Sonne und im ſchattigen Walde, laden wieder Bänke überall zu
be=
ſchaulichem Verweilen ein.
* Michelſtadt, 10. Juni. Radſport. Der Radfahrerverein 1902
rüiſtet eifrig zu dem am Sonntag, den 12. Juni, ſtattfindenden 25
jäh=
rigen Stiftungsfeſt, welches ein ſportliches Ereignis erſten Ranges für
Michelſtadt zu werden verfpricht. Der durch ſeine erſttlaſſigen
Saal=
ſportmannſchaften weit über die Grenzen unſeres engen Heimatlandes
bekannte Verein hat einen nicht erwärteten Erfolg durch ſeine
Ein=
ladungen an die Bundeskameraden zwecks Teilnahme zu den einzelnen
Konkurrenzen im Saalſport erzielt, denn bis zum Ablauf der
Melde=
friſt lagen ſchon weit über 100 Meldungen vor, was ein Beweis für
das überaus freundſchaftliche Verhältnis und treue
Zuſammengehörig=
keitsgefühl der Darmſtädter und Frankfurter Gau= und
Bundeskame=
raden gegenüber ihren Michelſtädter Sportkollegen iſt. Auf allen
Ge=
bieten des Saalſports werden dem Beſucher hochſtehende ſportliche
Dar=
bietungen durch namhafte Saalſportmannſchaften geboten werden.
Kunſtreigenmannſchaften aus Frankfurt a. M., Darmſtadt uſw., die den
verwöhnten Anſprüchen eines Großſtadtpublikums geſvachiſen ſind,
wer=
den auch hier die Herzen in Begeiſterung für die hohe Kunſt des
Saal=
fports höher ſchlagen laſſen. Ferner werden Damen= und Jugendreigen
ihre Wirkung nicht verfehlen. Im Radballſpiel treffen ſich 16
Mann=
ſchaften, die um die Siegeslorbeeren kämpfen und den Zuſchauer auf
einige Zeit in atemloſer Spannung halten werden. Auch für das am
Vormittag ſtattfindende 75=Km.=Rennen ſind zahlreiche Meldungen
ein=
gegangen und dürfte mit einer Startzahl von 50 Fahrern zu rechnen
ſein. Hoffentlich haben ſie gutes Wetter zu ihrer Fahrt über den durch
die alljährlichen Autorennen des Heſſ. Automobilklubs bekannten
Kräh=
berg. Gleichzeitig wird an dieſem Tage die Uebungsfahrt im
Rad=
fahren für das Deutſche Turn= und Sportabzeichen abgenommen.
Wün=
ſchen wir dem Radfahrerverein 1902 einen vollen Erfolg zu ſeiner gut
vorbereiteten Veranſtaltung.
* Erbach i. O., 10. Juni. Gemeinderatsſitzung. Der
Gemeinderat hat in ſeiner letzten Sitzung beſchloſſen, die Errichtung
einer Dreſchhalle noch in dieſem Jahre vornehmen zu laſſen. Die
Er=
richtung wird ſo vorgenommen werden, daß die Halle zu verſchiedenen
Zwecken verwendet werden kann. — Der Antrag des Schlvimmklubs,
den ſeither gewährten jährlichen Zuſchuß von Mk. 500 zu erhöhen,
wurde genehmigt. Hiernach haben ſämtliche Erhacher Kinder bis zum
14. Lebensjahre koſtenloſen Zutritt zum Erbacher Schwimmbad. — Der
Voranſchlag des Kreiskrankenhauſes für das Rechnungsjahr 1927 wurde
in Einnahme und Ausgabe mit Mk. 37 000 genehmigt. — Auf
Vor=
ſchlag der Verwaltung, die Grasnutzung auf dem zur Erbacher
Sport=
anlage gehörigen Gelände dem jeweiligen Farrenhalter zur Verfügung
zu ſtellen, hat der Gemeinderat beſchloſſen, die landwirtſchaftliche
Kom=
miſſion mit näherer Prüfung der Angelegenheit zu beauftragen. — In
nichtöffentlicher Sitzung ſtanden verſchiedene Fürſorgeangelegenheiten
zur Beratung. — Evangeliſches Jugendtreffen. Wie
ſchon berichtet wurde, feiert am kommenden Samstag und Sonntag,
ge=
legentlich des Provinzialtreffens des Heſſenbundes, der hieſige
Jüng=
lingsverein ſein 25jähriges Beſtehen. Im Laufe des
Samstagnachmit=
tags trifft ſchon ein gut Teil Jugend ein, um der Kundgebung am
Abend beizuwohnen. Der Fackelzug führt durch die Stadt nach dem
Marktplatz, wo nach Liedern und Anſprachen die Kundgebung in einer
eindrucksvollen Beleuchtung des hiſtoriſchen Platzes mit ſeinen herrlichen
Gebäuden und Türmen ihren Abſchluß findet. Am Sonntag morgen
grüßen friſche Choräle der Poſaunenchöre die Stadt und laden zum
Feſtgottesdienſt in der Stadtkirche, in dem Pfarrer Rohrbach=Frankfurt
am Main die Feſtpredigt halten wird. Nachmittags um 2 Uhr führt ein
Feſtzug die Teilnehmer nach dem Platz „Unter den Linden‟. Dort bietet
ſich beſte Gelegenheit, in das Weſen der Evangeliſchen Jugendbewegung
Einblick zu tun. Lieder in der Art der neuen Singebewegung werden
den intereſſierten Hörer erfreuen und begeiſtern. Eine Darmſtädter
Spielgemeinde führt durch ein Spiel von Burkard Waldis in das nen
entdeckte Laienſpiel ein, das mehr als Theaterſpiel ſein und eine rechte
Feierſtunde der Erhebung ſchenken wird. Hoffentlich leikt ſchönes Wetter
recht biele Freunde auch aus der weiteren Umgebung Erbachs an, um
mitzufeiern.
* Tagung des Verbandes der Tierſchutzvereine
des Deutſchen Reiches.
Vorgeſtern nachmittag hielt der Verband der Tierſchutzvereine des
Deutſchen Reiches, der hier in der „Vereinigten Geſellſchaft” tagt, ſeine
zweite nichtöffentliche Sitzung ab. Da die Tagesordnung nur halb
er=
ledigt werden konnte, ſo wurde zunächſt geſtern vormittag der Reſt der
Tagesordnung erledigt. Hierauf wurde in die Beſprechung des
Geſchäfts=
berichts und der vorgeſtrigen Ausſchußberichte eingetreten. Es wurden
dann wieder geſchäftliche Angelegenheiten erledigt, der Bericht des
Rech=
nungsprüfers entgegengenommen und dem Vorſtand Entlaſtung erteilt.
Nachdem auch noch die Neuwahl des Vorſtandes vollzogen war, wurden
ſehr wichtige Anträge der Vereine Düſſeldorf, Hilchenbach, Lübeck und
München beraten über die
allgemeine Durchführung des Betäubungszwanges bei Vornahme
der Schlachtungen,
insbeſondere gemäß dem Antrag Hilchenbach, den Verbandsvorſtand zu
beauftragen, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um im
Deut=
ſchen Reiche die Betäubung aller Schlachttiere zu erreichen, namentlich
dadurch, daß die auf der Nürnberger Tagung am 3. Oktober 1906
be=
ſihloſſenen Eingaben ſolange wiederholt werden, bis in allen deutſchen
Bundesſtaaten allgemein bei allen zum Schlachten beſtimmten Tieren
die Betäubung vor der Blutentziehung durch landes= oder
reichsgeſetz=
liche Beſtimmungen vorgeſchrieben iſt. Der Verein Mkinchen führt bei
ſeinem Antrage noch das Vorbild der Schweiz an.
Die Grundlage für die Beratungen bildete der am Donnerstag von
Veterinärrat Dr. Bützler, Direktor des großen Kölner Schlachthofes, in
ſeiner Eigenſchaft als Vorſitzender des Ausſchuſſes für humane
Schlach=
tung erſtattete Bericht über die vielſeitige Tätigkeit, die von den
Mit=
gliedern des Ausſchuſſes ſeit der letzten Tagung in München geleiſtet
worden iſt. Beſonders hob er die glänzenden Fortſchritte der
Tötungs=
werkzeuge hervor, die durch ſeine und ſeiner Mitarbeiter Bemühungen
gemacht ſind. Der Schernerſche Bolzenſchußapparat, den die meiſten
Schlachthöfe ſüir Großvieh benützen, iſt jetzt ſo verbeſſert worden, daß
es nach ſeiner Anſicht zurzeit keine beſſere, humanere Tötung, auch der
ſtärtſten Tiere, gibt, als die mit dieſem vorzüglichen Apparat. Es muß
angeſtrebt werden, daß auch in kleineren, z. B. Landgemeinden, dieſe
Werkzeuge angeſchafft und benutzt werden, zumal der Preis für dieſelben
durch die Verhandlungen des Berichterſtatters mit dem Inhaber der
Fabrik ſtark herabgeſetzt worden iſt. Zur Betäubung der Kälbe= und
Schafe dienen die bekannten Eiſenkeulen, doch ſind Verhandlungen
an=
geknüpft, um auch für die Betäubung dieſer Tiere einen kleineren
Schlagbolzenapparat herzuſtellen. Ferneu erläutert er eine Schweinefalle,
mit der es leicht gelingt, die Tiere auf einen beſtimmten Platz zu
fixie=
ren und ſie ſchmell und ſchmerzlos zu betäuben, ohne ſie anzubinden.
Wie viele Anzeichen lehren, ſind die Tierſchutzbeſtrebungen nicht mehr
weit von dem Ziel, daß die Tötung mit vorheriger Betänbung, infolge
des Vorhandenſeins guter Betäubungsmittel, immer weitere
Verbrei=
tung findet. Die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen
dürfen, wie ſchon geſagt, mit großem Recht als beſter Untergrund ſüir
die große Verhandlung aufgefaßt werden, die am geſteigen Freitag
bei dem Antrage, den Betäubungszwang für alle Schlachttiere
einzu=
führen, ſtattfand.
Die oben erwähnten Anträge wurden mit 80:7 Stimmen
ange=
nommen.
Geſtern nachmittag um 4 Uhr hielt der Univerſitätsprofeſſor für
Tierzucht an der Landesuniverſität Gießen Dr. H. Kraemer einen
feſſelnden Vortrag über „Tierpſychologie und Tierſchutz‟. Der Redner
ſüihrte zu ſeinem Thema etwa aus: Kinder und Laien vermenſchlichen
ohne weiteres alle Tiere; ganze Völker täten es im Kindesalter. Dem
Tierkult der Aegypter und Inder liegt doch wohl der Gedanke zugrunde,
daß nur die Höhenlagen der Leiſtungen ſich unterſcheiden. „Sie haben
alle einen Geiſt”, heißt es ſogar in den Predigten Salomonis, und der
„Menſch hat vor dem Tiere nichts voraus”. Auch nach der
vorherrſchen=
den Auffaſſung der Griechen und Römer iſt wohl die Pſyche von
Menſch und Tier nicht grundverſchieden. Doch begann hier ſchon in
wiſſenſchaftlich=philoſophiſchen Kreiſen eine Trennung der Geiſter. Der
Redner verfolgte dann die Nachwirkungen dieſer Anſchauungen bei den
Scholaſtikern des Mittelalters und erörterte die Auffaſſung, die die
Philoſophen des Aufklärungszeitalters von der tieriſchen Pſyche hatten.
Die Freidenker des 19 Jahrhunderts lehnten den Inſtinktbegriff der
Kirche in ſeiner Verallgemeinerung ab und ſahen beim Tier dasſelbe
Empfinden, Fühlen und Handeln, wenn auch natürlich auf verſchiedener
Stufe und nicht auf der allgemeinen Höhe des Menſchen. Die
Abſtam=
mungslehre von Darwin ſtellt ſich auf den Standpunkt, daß alle
geiſti=
gen Leiſtungen von der Höhe der Organiſation des Nervenſyſtems
ab=
hängig ſind. In Deutſchland ſchieden ſich dann die Geiſter. Haeckel,
Semon, Wundt und einige Soziologen erklären die Inſtinkte aus
ver=
erbter Gewohnheit oder vererbten Verſtandstätigkeiten. Weismann
da=
gegen beſtritt, gemäß ſeiner allgemeinen biologiſchen Einſtellung, daß
ſich Veränderungen vererben, die unter dem Einfluß von äußeren
Ein=
wirkungen entſtehen. Wir erkennen auch heute noch in den Kreiſen der
Laien tiefe Gegenſätze in einfachſten Formen; aber wir ſind doch wohl
zu vernünftige Menſchen, um ohne weiteres fanatiſch zu werden und
den Standpunkt anderer als lächerlich zu empfinden. Die einen
ver=
menſchlichen die ganze Tierwelt zu ſehr und ſchreiben ſelbſt den
Ge=
ſchöpfen niedrigſter Stufe überlegte Handlungen zu; die anderen
glau=
ben nur an eine niedrige Stufe pſychiſcher Tätigkeit ſeilbſt bei
hoch=
ſtehenden Tieren. Inſtinkt beim Tier, Vernunft beim Menſchen! Das
würde den Vorzug großer Einfachheit haben. Wir müſſen aber die
feinere Stufenleiter des Geſchehens erkennen, die von dem
Geſamtner=
venſyſtem bzw. dem Gehirn abhängig iſt. Als Hauptleitſatz iſt zu
be=
trachten, daß alles Tun und Treiben der Tiere von Bau und Leiſtung
des Nervenfyſtems bedingt iſt. In dieſem Sinne unterſcheiden wir:
Reaktionen, Reflexe, Inſtinkte, Aſſoziationen, Praxie und endlich erſt,
als höckſte Stufe der geiſtigen Leiſtung, Ueberlegung, Verſtand und
Vernunft. All dies ſteht im Einklang mit dem Aufbau der tieriſchen
Syſtematik, der gewaltigen Entwicklung vom Protoplasma=Khäimpchen
in der Urweltwoge bis zum Menſchen herauf. Der Redner verfolgte
nun unter Zuhilfemahme von Tafeln den Werdegang des Nervenſyſtems
von der niederen bis zu immer höheren Tierklaſſen und der
Gehirnent=
wicklung und wies auf die immer ſtärker werdenden geiſtigen Fähigkeiten
im einzelnen hin. Weniger kommt es wie der Vortragende hervorhob,
auf das Geſicht der Hirnmaſſe an, als auf die Innenſtruktur des
Ge=
hiens bei der Entwicklung von geiſtigen Fähigkeiten. In bezug auf den
Tierſchutz ſtellte der Redner u. a. die nachſtehenden Betrachtungen an:
Aber wer je in die dumpf erſchrockenen Augen eines angſtvoll leidenden,
eines ſterbenden Tieres geblickt hat, fühlt das Verwandtſchaftliche aller
Qual, ſpürt das unzerreißbare Band, das alles Lebendige umſchlingt.
Und eines muß der Menſch, ſo er in Wahrheit edel, hilfreich und gut
heißen will, lernen und begreifen: Er darf äſthetiſche Erwägungen nicht
hineinreden laſſen in ſein Verhältnis zur unterſochten Kreatur. Keine
Anmut der Form, die wir oft bevorzugen, hat auf das Maß des
Schmer=
zes Einfluß. Wir ſind die Herren; um es zu bleiben, müſſen und
dür=
fen wir töten, was uns im Wege ſteht. Aber ſchon das Kind lerne,
mit=
leidsvoll zu töten. Der Tod iſt nie das Schreckliche, ſondern der
Todes=
kampf. Das Nichtſein iſt nie das Grauenvolle, ſondern das Sterben.
Die Ausführungen des Redners waren von lebhaftem Beifall
begleitet.
* Tröſel, 10. Juni. Der hieſige Geſangverein errang ſich bei dem
Geſangswvettſtreit in Bechtheim einen erſten Preis der 3. Landklaſſe.
* Hirſchhorn, 10. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
9. Juni: 109 Meter; am 10. Juni: 1,12 Meter.
* Aus dem Birkenauer Tal, 10. Juni. In der Birkenauertalſtraße
rannte ein Chauffeur mit ſeinem Perſonenkraftwagen wegen Verſagens
der Wagenbeleuchtung gegen einige Bäume, die ſtark beſchädigt wurden.
Auch das Auto wurde ſtark mitgenommen, ſo daß es abgeſchleppt werden
mußte.
* Fürth, 10. Juni. Die beiden am hieſigen Finauzamt bzw.
Finanz=
kaſſe beſchäftigten Ober=Steuerſekretäre Ludwig Kadel und Georg Schütz,
wurden zu Steuerinſpektoren ernannt
* Viernheim, 10. Juni. Bei dem Geſaugswettſtreit in Bechtheim
errang der hieſige Geſangverein „Sängereinheit” zwei erſte Preiſe, 600
Mark und einen prachtvollen Weinpokal mit 6 Bechern. In den
Diri=
gentenpreis, 200 Flaſchen Wein, mußte ſich der obige Geſangverein mit
dem Geſangverein „Sängerroſe”=Lampertheim punktgleich teilen.
* Groß=Gerau, 10. Juni. Baumfrevel. Auf der Straße
zwi=
ſchen Groß=Gerau und Berkach wurde au einem ſtarken Kaſtanienbaum
von jugendlichen Tätern die ganze Ninde abgeſchält. Außerdem wurde
ein in der Nähe ſtehendes Obſtbäumchen feiner Krone beraubt.
Groß=Gerau, 10. Juni. Ferkelmarkt. Der nächſte Groß=
Gerauer Ferkelmarkt findet am kommenden Mittwoch, den 15. Juni,
ſtatt. Der Markt wird wie üblich auf dem Marktplatz abgehalten.
* Rüffelsheim, 10. Juni. Fortſchritte beim
Brücken=
bau. Gegenwärtig werden die erſten Betonarbeiten für den Brückenbau
auf der Rüſſelsheimer Seite vorgenommen. Das erforderliche Material
liegt bereits an Ort und Stelle. Die Bauſtelle mußte ſelbſtverſtändlich
in weitem Umkreiſe abgeſperrt werden. — Verſchobene Weihe.
Das evangeliſche Gemeindehaus, das an Pfinaſten eingeweiht werden
ſollte, wurde leider nicht pünktlich fertig, ſo daß die Weihe im letzten
Augenblick verſchoben werden mußte.
* Mörfelden, 10. Juni. Keine Abtretung von Gelände.
Der Gemeinderat von Mörfelden hat einen Antrag der Gemeinde
Wall=
dorf auf Abtretung eines Gemarkungsteils, das als Siedlungsgelände für
Walldorf vorgeſehen war, abgelehnt.
Oberheſſen.
* Gießen, 9. Juni. Mehrere tierzüchteriſche
Veranſtal=
tungen finden ſeitens der Landwirtſchaftskammer in verſchiedenen
Städtchen Oberheſſens ſtatt: In Laubach am 14. Juni
Prämien=
maukt und Zuchtviehberſteigerung; in Lauterbach am 14. und 15.
Juni Kreistierſchau für Klauenvieh; in Alsfeld am 4. Juli
Prä=
mienmarkt, Fohlenverſteigerung, Lämmer= und Ziegenmarkt; in
Lau=
terbach am 22. Juni Zuchtviehverſteigerung für Vogelsberger= und
Simmentaler Raſſe; in Hungen am 1. Auguſt Ziegen= und
Bock=
markt.
Gießen, 10. Juni. Es iſt der Firma Louis Treff u. Co. (
Tuch=
großhandlung u. Futterſtoffe), vergönnt, am 11. Juni d. J. auf ein
100jähriges Beſtehen zurückblicken zu können. — Der Gründer führte
bis zum Jahre 1869 das Geſchäft in beſcheidenem Umfang. Dank ſeiner
reellen Geſchäftsführung und großen Beliebtheit konnte Herr Louis
Treff vom Jahre 1869 ab die Firma, als einziges Spezialgeſchäft am
Platze, bedeutend vergrößern. Der jetzige Inhaber, Herr Heinz Münch,
hat weiteren großzügigen Ausbau des Geſchäftes vorgenommen, ſo daß
heute die Firma in dieſer Branche zu einer der bedeutendſten und
leiſtungsfähigſten in Oberheſſen zu zählen iſt. Anläßlich des Jubeltages
ſtellt Herr Münch dem Herrn Oberbürgermeiſter zwei Ballen Tuch für
die Waiſenkinder der Stadt Gießen zur Verfügung.
* Bad=Nauheim, 10. Juni. Amtseinführung des neuen
Bürgermeiſters. In öffentlicher Sitzung der Stadtverordneten
wurde Regierungsrat Dr. Ahl=Darmſtadt, der am 25. März ds. Js.
als Nachfolger Dr. Kayſeus zum Bürgermeiſter unſerer Stadt gewählt
worden iſt, in ſein Amt eingeführt. Kreisdirektor Gebhardt=Friedberg
verpflichtete Dr. Ahl und ſagte ihm die Unterſtützung der Behörde zu.
Der neue Bürgermeiſter betrachtete von hoher, vevantwortungsbewußtev
Warte die Aufgaben eines Bürgermeiſters. Das beſondere Ziel ſeiner
Arbeit ſei, die Stadt einer zukunftsreichen Entwicklung
entgegenzufüh=
ren. Die bedeutſamen Ausführungen Dr. Ahls wurden von der
geſam=
ten Verſammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der neue
Bür=
germeiſter iſt 42 Jahre alt und war zuletzt im Innenminiſterium in
Darmſtadt tätig.
* Aus Oberheſſen, 8. Juni. Die von der
Landwirtſchafts=
kammer veranſtaltete Grünlandfahrt durch den Vogelsberg
wies die außerordentliche ſtattliche Zahl von 150 Teilnehmern, zum
größten Teil Landwirte, auf. Die Führung hatten Dr. Finger von der
Landwvirtſchaftskammer und Diplomlandwirt Greber=Darmſtadt, der
Ge=
ſchäftsführer des Vereins zur Förderung der Grünlandwirtſchaft. Die
Veranſtaltung begann auf dem Hofe des Oberamtmanns Heſſe in
Otter=
bach, Kreis Alsfeld, deſſen ältere und neuen Jungviehweiden beſichtigt
wurden. In Altenburg bei Alsfeld galt der Beſuch den Wieſen und
Weiden und dem Viehbeſtand des Freiherrn von Riedeſel, des Grafen
von Bredow und der Landwirte Kalbfleiſch und Waterfeld. Anſchließend
fand ein Vortrag Dr. Fingers mit lebhafter Ausſpräche ſtatt. Der
zweite Tag führte von Alsfeld nach dem Selgenhof bei Ulrichſtein zur
Beſichtigung des Verſuchsgutes der Landwirtſchaftskammer. Nach einem
Imbiß auf dem Hofe wurden die Hutweidenmeliorationen des
Selgen=
hofes und der Gemeinde Ulrichſtein beſichtigt. Allgemeine Anerkennung
fand der Viehbeſtand der Vogelsberger Naſſe. In der Ausſprache hob
der Führer der Fahrt hervor, daß es gelte, den Landwirten an
prak=
tiſchen Beiſpielen zu zeigen, wie neuzeitliche Grünlandwirtſchaft zur
Hebung des Betriebes beitragen kann und die Vorausſetzung für eine
geſunde Viehzucht bildet.
Frankfurt.
Samstag, 11. Juni. 11: Uebertr. des Eröffnungskonzertes der
Frankfurter Internationalen Muſikausſtellung „Muſik im Leben der
Völker” 6 15.30: Stunde der Jugend. Liedervorträge Frankfurter
Schulen: Fröbelſchule. 16.30: Neue Tanzſchlager. o 17.45:
Leſe=
ſtunde. Aus „Oberhof” von Imermann. Sprecher: Studtmann.
18.15: von Kaſſel: Die Stunde „Haus u. Garten‟ o 18.30:
Briefkaſten. O 19: Schach. O 19.30: Prof. Sittig: Der Himmel
im Juni Kometen in Erdennähe, Mond= und Sonnenfinſternis.
6 20: aus dem Saalbau: Sinfoniekonzert. Anſchl. bis 0.30:
Rund=
funk=Jazzband.
Stutigart.
Samstag, 11. Juni. 13.10: Konzert. 15: ’s Gretle von
Strümpfelbach erzählt. o 16: Aus italieniſchen Opern. Mitw.:
Alice Nick, Giacomo Mancini, Funkorcheſter. 18.15: Aus Freiburg:
Dr. Marquard: Freiburg über Stuttgart im Flugnetz der deutſchen
Lufthanſa. o 18.45: Aus Stuttgart: R. Tſchorn: Turner auf
zum Streite (Ein Wort über das deutſche Turnen). o 19.15:
E. Nann: Eine Nachtfahrt auf der Lokomotive. o 20: Aus
Frankfurt: Feſtkonzert des Orcheſtre du conſervatoire, Paris. Leit.:
Philippe Gaubert. Soliſt: A. Cortot (Klavier). Berlioz: Sinf.
fantaſtique. — St. Saens: Klavierkonzert. — Rouſſel: Fete de
printemps. — Schmitt: La tragedie de Salome. — Anſchl.:
Funk=
brettl. Mitw.: Hilde Binder, Gerda Hanſi, Käte Mann, Th.
Brandt, H. Hanus, Funkorch. Urbach: Fliegermarſch. — Kollo:
Eliſabeth das kommt davon. — Stolz: Turandot. — Aſcher:
Auftrittslied aus Hoheit tanzt Walzer. — Roda=Roda: Meine
neue Wohnung. — Aſcher: Wo die Liebe hinfällt u. a. m. O 23;
Letzte Nachrichten. — Anſchl.: Tanzmuſik aus Frankfurt.
Berlin.
Sonnabend, 11. Juni. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
6 16: Studienrat Schinck: Was bedeuten unſere Familiennamen?
S 16.30: Dr. Frank: Theatererlebniſſe in Italien. O 17: Guſtav
Jacoby: Heiteres. o 17.30: Dr. Berces Kammer=Orch. O 18.45:
Spaniſch. O 19.15: Miniſterialrat Sjöberg: Rußlands Erdölinduſtrie
und ihre weltwirtſchaftl. Bedeutung. 6 19.45: Dr. Luther: Schlaf,
Traum und Tod vom Standpunkt der Pſychologie (Der Tod).
20.15: Präſ. des Deutſchen Roten Kreuzes v. Winterfeld: Das
Weſen des Rotkreuz=Tages. O 20.30: „Zwei glückliche Tage‟
Schwank in vier Akten von Schönthan und Kadelburg. Friedrich
Weinholz: Jul. Brandt; Bertha, ſeine Frau: Roſe Lichtenſtein;
Elſe, deren Tochter: Karin Evans; Hugo Witte, Ing.: Alfred
Braun; Gertrud, ſeine Frau: Sonja Bogs; Lüttchen: C. Wallauer:
Joſeph Freiſinger: O. Karlweiß. Ort: Villenkolonie „Waldesruh”
bei Berlin. O 22.30: Tanzmuſik.
Stettin. 10.30: Uebertr. des 4. Pommerſchen
Landgemeinde=
tages in Köslin. Eröffnung durch den 1. Vorſ., Bürgermeiſter
Gahren. — Begrüßungsanſprachen. — Landrat Dr. Gereke: Die
Stellungnahme der Landgemeinden zum Finanzausgleich und dem
Reichsrahmengeſetz, ſowie zum Entwurf der neuen
Landgemeinde=
ordnung. — Generalſekretär Standke: Verminderung der Laſten
für unſere Schulen und ſonſtige Wünſche der Landgemeinden zur
kommenden Reform der Schulverwaltung. — Geſchäftsbericht. —
Annahme von Entſchließungen.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, den 11. Juni 1927. 14.50:
Lektor Cl. Grander, G. v. Eyſeren: Franzöſiſch für Anfänger.
6 15.15: Dieſelben: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene. O 15.40: Wetter=
und Börſenbericht. 16: Poſtrat Behrendt, Frl. Moelke:
Eſpe=
ranto. O 16.30: Aus dem Zentralinſtitut. 17: Reg.=Präſ.
Krüger, Lüneburg: Die Wohnungsfrage der Beamten. o 17.30;
Prof. Dr. Thurnwald: Entwicklung der Arbeit. O 18: Min.=Rat
Horſtmann: Techn. Lehrgang für Facharbeiter: Mechanik. a 18.30;
Wiſſenſchaftl. Vortrag f. Tierärzte. O 18.55: Claude Grander:
Die Strömungen der franzöſiſchen Literatur.
LIbg 81. 2
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratenteil: J. V.: Adam Fleiſchmann: Druck und Verlag: 2. C. Wittich
lämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückſendung n ich / übernommen.
Die ßeutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Samstag, den 11. Juni 1927
Nummer 160
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorben. Am 24. 5.: Wenner, Johann Konrad, Telegraphen=
Sekr. i. R., wohnhaft in Eſchollbrücken, 68 J., geſtorben Grafenſtraße 9.
Am 25. 5.: Rebſon, Dorothea, geborene Kehr Wtw, des Kanzleidieners
Chriſtan Rebſon, 84 J., Beſſungſtraße 12. Am 27. 5.: Treßer, Konrad
Philipp Chriſtian, Metzgermeiſter, 70 J., Weiterſtädterſtr. 14. Am 25. 5.:
Heß, Johann Chriſtian, Kaufmann, 72 J., Riedlingerſtraße 20. Deſch,
Liſelotte, Kind des Steinmetzen Peter Deſch in Eberſtadt, 8 Mon.,
ge=
ſtorben Grafenſtraße 9. Köppchen, Marie Elſe, geb. Reinhart, Ehefrau
des Schuhmachers, Schwanenſtraße 10. Klein, Elifabethe, geb.
Breit=
wieſer, 49 J., Wtw. des Magaziniers Georg Klein in Pfungſtadt,
ge=
ſtorben 27. 5., Grafenſtraße 9. Am 29. 5.: Stohrer, Erich Fritz, Schloſſer,
37 J., Bismarckſtvaße 16. Am 28. 5.: Knörzer, Regine, geb. Gehbauer,
Ehefrau des Mechanikers i. R. Gg. Knörzer, 69 J., Barkhausſtraße 11.
Am 29. 5.: Volk, Adam, Ober=Vermeſſ.=Inſpektor, 64 J., Beckſtraße 50.
Am 30. 5.: Freſe, Friederike, geb. Schubert, Wtw. des Täglöhners
Wilhelm Freſe, 78 J., Martinſtraße 22. Am 28. 5.: Keller, Hans, Kind
des Packers Franz Keller, 4 J., Schuchardſtraße 4. Meiſter, Adam,
Taglöhner i. R. aus Heubach i. O., 72 J., geſtorben Grafenſtraße 9.
Am 30. 5.: Stein, Adolf, Chorſänger i. R., 47 J., Heinheimerſtraße 32.
Am 29. 5.: Stock, Eliſabeth Katharina, geb. Klock, Ehefrau des Polizei=
Oberleutnants Wilhelm Stock in Babenhauſen, 29 J., geſtorben
Grafen=
ſtraße 9. Am 23. 5.: Weſp. Karl Friedrich, Wagenaufſeher, 59 J.,
Schuknechtſtraße 55. Am 31. 5.: Müller, Katharina, geb. Glenz.
Ehe=
fra des Bureauvorſtehers Karl Müller, 55 J., Liebigſtraße 30. Am
30. 5.: Löffel, Karoline, geb. Walther, Ehefrau des Handarbeiters
Jakob Heinrich Löffel, 59 J., Obergaſſe 44. Am 31. 5.: Koch, Lina
Margaueta Dorothea, geb. Spgar, Ehefrau des Ober=Rechn.=Rats
Hein=
rich Koch, 45 J., Kiesſtraße 68. Eliſe Lochmann, geb. Knörzer, Ehefrau
des Eiſendrehers i. R., 75 J., Pankratiusſtraße 2½. Am 1. 6.: Hupfer,
Franz Auguſt, Rentner, 68 J., Heidelbergerſtraße 98. Fiſcher, Heinrich,
Obſthändler, 85 J., Kiesſtraße 9. Am 2. 6.: Beck, Friedrich Auguſt,
Kind des Hausdieners Friedr. Aug. Beck, 3 Monate ,Große
Kaplanei=
gaſſe 14. Schill, Heinz Konrad, 7 Monate, Heinheimerſtraße 21. Am
3. 6.: Hofmann, Johann, Mechaniker, 50 J., Beſſungerſtraße 29.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag, den 12. Juni 1927 (Trinitatis).
Stadtkirche. Samstag, den 11. Juni, abends 8½ Uhr: Andacht.
Sonntag, den 12. Juni, vormittags 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Lukas=
gemeinde. Pfarrer Kleberger. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Lautenſchläger. Vormittags 11½ Uhr: Kindergortesdienſt.
Pfarrey Lautenſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
bffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vormittags 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann. Vormittags 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Kaplanei=
gemeinde. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfaryer Heß. —
Dienstag, den 14. Juni, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung,
Leſe=
abend. — Mittwoch, den 15. Juni, abends 8 Uhr (Konfirmandenſaal
im Schloß): Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung),
Poſaunenchor.
Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Got=
tesdienſte Sonntag, den 12. Juni, nachmittags 4 Uhr: Andacht
in der Schloßkapelle zu Kranichſtein. Pfarrer Lautenſchläger.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 12. Juni, vormittags
9 Uhr: Chriſtenlehre für die Neformationsgemeinde. Pfarrer
Lauten=
ſchläger. Vormittags 111 Uhr: Chriſtenlehre für den Weſtbezirk der
Reformationsgemeinde. Pfarrer Wagner. Abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung). — Montag, den
13. Juni, abends 8 Uhr: Monatsverſammlung der Männervereinigung
der Lukasgemeinde. Vortrag von Pfarrer Berck aus Roßdorf über
„die Konkordatsfrage‟. Auch die Mitglieder des Frauenvereins und
Gäſte ſind willkommen. — Jugendbund der Lukasgemeinde. —
Ju=
genbund der Markusgemeinde. — Dienstag, den 14. Juni, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mittwoch, den 15. Juni, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Markus=
gemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformarionsgemeinde.
Unterhaltungsabend der Spielſchar der Lukasgemeinde (Eintritt 50 Pfg.
zum Beſten der Nothilfe). — Donnerstag, den 16. Juni, abends
8 Uhy: Hauptverſammlung des Ortsverbandes der
Männervereini=
gungen Darmſtadt=Beſſungen (Jahres= und Kaſſenbericht, Eigenheim der
Diakonenſtation, ovangeliſches Heimſtättenweſen). Jugendbund der
Lukasgemeinde: Singkreis. — Freitag, den 17. Juni, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). —
Ju=
gendbund der Kaplaneigemeinde.
Walderholungsſtätte am Beffunger Forſthaus. Vormittags 11½ Uhr:
Kindeugottesdienſt. Pfarrer Heß.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtr. 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Evangeliſcher Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprechſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vormittags 8 Uhr: Jugendgottesdienſt an der
Ludwigsbiche bei Kranichſtein. Treffpunkt 7 Uhr an der
Martins=
kirche. (Bei ungünſtiger Witterung um 7 Uhr in der Martinsbirche.)
Pfarraſſiſtent Saal. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt, zugleich
Jahresfeſt des Frauenvereins. Pfarrer D. Waitz. Vormittags 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk. Pfarrer Beringer.
Die Anmeldung der diesjährigen Konfirmanden
findet für den Oſtbezirk im Martinsſtift, fün den Weſtbezirk
im Gemeindehaus ſtatt, und zwar die der Mädchen am Mittwoch, den
15. Juni, nachmittags 5—6 Uhr, die der Knaben am Donnerstag, den
16. Juni, nachmittags 5—6 Uhr.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, den 13. Juni, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt. Abends 8 Uhr
im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Dienstag, den 14. Juni,
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. — Mittwoch
den 15. Juni, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt.
— Donnerstag, den 16. Juni, abends 8 Uhr, im Gomeindehaus:
Mäd=
chenvereinigung Weſt. — Freitag, den 17. Juni, abends 8 Uhr, im
Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung). Abends 8 Uhr:
(Mauerſtraße 5): Poſaunenchor.
Johanneskirche. Vormittags 9 Uhr: Chriſtenlehre des
Nord=
bezirks. Pfarrer Marx. — Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Marx. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Vormit=
tags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. Vormittags
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Nachmittags 2 Uhr: Chriſtenlehre.
Die Anmeldung der diesjährigen Konfirmanden
findet für den Nordbezirk im Gemeindehaus ſtatt, und zwar die
der Mädchen am Mitwwoch, den 15. Juni, nachmittags 5—6 Uhr, die der
Knaben am Donnerstag, den 16. Juni, nachmittags 5—6 Uhr.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vormittags 81/ Uhr:
Chriſten=
lehre der 2. Abteilung der Neukonfirmierten. Pfarrwikar Schäfer. —
Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (Ordination des Pfarraſſiſtenten
Bickel). Dekan Weißgeber. — Montag, abends 8 Uhr: Vereinsabend
der Mädchenvereinigung. — Dienstag, nachmittags 3½ Uhr: Sitzung
der „Frauenhilfe‟ — Donnerstag, abends 8 Uhr: Frauenabend (
Vor=
trag von Pfarrvikar Schäfer über Walter Flex).
Die Sitzung des Vorſtandes des Frauenvereins fällt im Juni aus.
Pauluskirche. Vormittags 8½ Uhr: Chriſtenlehre für beide
Grup=
pen. Pfamaſſiſtent Dr. Wendel. Vormittags 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. Vormittags 11¾ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. Abends 8 Uhr: Vereinsabend
der Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Vereinsabend
des Jugendbundes.
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Beringer. — Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang.
Sonntagsverein. Nachmittags 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. —
Don=
nerstag, den 16. Juni, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Luth. Gottesdienſt. (Selbſtändige evangeliſchllutheriſche Kirche.)
Sonntag, den 12. Juni (Trinitatis), im „Feierabend”, Stiftsſtraße 51:
vormittags 10 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrvikar Lucius.
Stadtmiffion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. Nachmittags 3½ Uhr: Bericht über die diesjährige
bedeut=
ſame Gnadauer Konfrenz. Thema: Iſt die Zeit der
Gemeinſchafts=
bewegung vorüber?‟ — Mantag, nachmittags 4 Uhr:
Frauenarbeits=
ſtunde. — Dienstag, nachmittags 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. —
Mitt=
woch, nachmittags 4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen. —
Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. —
Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde (Prediger Semmel)
und Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80 (Prediger
Neuber). — Samstag, abends 8½ Uhr: Poſaunenchor.
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat Kriegerdankbund.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachmittags
2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer; 4½ Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Mädchen. Abends 8½ Uhr: Weiheſtunde. —
Mon=
tag, abends 8 Uhr: Turnen in der Turnhalle Soderſtraße. —
Diens=
tag, abends 8½ Uhr: Miſſionsſtunde. Miſſionar Rottmann. —
Mitt=
woch, abends 81 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. —
Donners=
tag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer, — Freitag, abends
8 Uhr: Mädchenkreis.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Schießen und
Spielen des Jung=E. im Heim; nachmittags 5 Uhr: Ingenieun Jung
erzählt von ſeinem Erleben „als Schiffsjunge um Kap Hom nach
Honolulu”. Abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. Es iſt gebeten,
das Erſcheinen als Pflicht anzuſehen. — Montag, abends 8½ Uhr;
Beſprechſtunde von Lebensfragen moderner Jugend. G. A. Gedat. —
Mittwoch, nachmnittags 4 Uhr: Turnen und Sport der Jungſchar in
der Ludwigs=Oberrealſchule. Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde im
Jungmännerkreis: „Du und die Welt‟ Dr. Avemarie. —
Donners=
tag, abends 8½ Uhr: Heimabend. — Freitag, abends 8 Uhr: Turnen
und Körperſchule in der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag,
nach=
mittags 4 Uhr: Ingenieur Jung erzählt: „Wie ich Scemann wurde‟.
Möttlinger Freundekreis. Montag, den 13. Juni, abends 8½ Uhr,
im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelbeſprechſtunde.
Chriſtlicher Jugendverein (Alexandraweg 8). Sonntag, vormittags
7,30 Uhr: Friedhofsfeier. Abfahrt 7.15 Uhr ab Schloß mit Linie 9.
Abends 8 Uhr: Treffen im Heim. — Montag, abends 8 Uhy: Turnen.
— Mittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für alle. Pfarrer Waldeck.
— Donnerstag, abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. — Samstag,
abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Feierabend (Stiftsſtraße 51): Evangeliſcher Arbeiter= und
Hanb=
werkerverein. Dienstag, den 14. Juni, abends 8½ Uhr:
Mitglicder=
verſammlung.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 12. Juni: Feſtlicher
Ge=
meinde=Sonntag mit Gäſten in Nieder=Ramſtadt (Villenkolonie
Traut=
heim); daſelbſt vormittags 10½ Uhr: Menſchemweihe=Handlung mit
Predigt. Nachmittags 2½ Uhr: Hans=Sachs=Spiele, Muſik, Vorträge. —
Montag, den 13. Juni, abends 8½ Uhr (Heidelbergerſtmße 9½, III.):
Vortrags= und Beſprechungsabend. Johannes Thielemann, Pfarrer in
der Chriſtengemeinſchaft.
Chriſtliche Verſammlung, Waldſtraße 18. Sonntag, den 12. Juni,
vormittags 11½ Uhr, Sonntagsſchule, nachmittags 4½ Uhr,
Verhundi=
gung des Wortes Gottes. Mittwoch, den 15. Juni, abends 8½ Uhr,
Gebetſtunde. Freitag, den 17. Juni, abend 8½ Uhr, Bibelſtunde (
Be=
trachtung des Ev. Johannes Kap. 20). Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Gemeinde Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
12. Juni, vorm. ½10 Uhr: Andacht; nachm. ½4 Uhr: Jugendbund;
abends 8½ Uhr: Cvangeliſation. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Bibei=
ſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 12. Jun: 1927, vormittags 10 Uhr: Prediger Conrad.
Vormittags 11 Uhr: Sonntagsſchile. — Abends 8½ Uhr:
Evangeli=
ſationsverſammlung. — Donnerstag, den 16. Juni 1997, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde. Epheſerbrief. Jedermann iſt bei freiem
Ein=
tritt willkommen.
Die Heilsarmee (Schulzengaſſe 3). Sonntag, den 12. Juni,
vor=
mittags 10 Uhr: Heiligungsgottesdienſt. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Abends 7 Uhr: Freiderſammlung (Paradeplatz). Abends 8½ Uhr:
Heilsverſammlung. Außerdem jeden Mittwoch und Freitag, abends
8½ Uhr: öffentlicher Gotesdienſt. — Es ladet herzlichſt ein Kapitänin
Schönthaler.
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 12. Juni,
vormit=
tags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. ½1 Uhr: Chriſtenlehre.
Nach=
mittags ½1 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. ½2 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt der Großen. — Dienstag: E. J. G. Mädchenabend. —
Mittwoch: E. J. G. Jungenabend. — Donnerstag: E. J. G.
Frauen=
abend. — Freitag: E. J. G. Aelterenkreis.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 12. Juni,
vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienſt für die Teilnehmer am
Jugend=
turnen (im Hof der Anſtaltsmühle). Vormittags ½10 Uhr:
Hauptgot=
tesdienſt. ½11 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag: Jugendvereinigung.
— Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 12. Juni: Auguſt
Hermam Francke=Feier. Vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
½11 Uhr: Chriſtenlehre. — Donnerstag abend: Jungmädchenverein.
Vortrag über „Auguſt Hermann Francke und die deutſch=evangeliſche
Jugend”
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 12. Juni, vorm. 8¾
Uhr: Chriſtenlehre der Mädchen. 9½ Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer
Paul. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag, 8 Uhr: Filmportrag
der Orient=Miſſion von Dr. Lepſius über Armenien. — Mittwock),
8½ Uhr: Kirchengeſangverein und Mädchenvereinigung. —
Donners=
tag, 8½ Uhr: Wartburgverein.
In der Provinzialpflegeanſtalt Gottesdienſt 10 Uhr. Pfarraſſiſtent
Wolf.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße) . Sonntag, den 12. Juni. Vor
Sonn= und Feiertagen: Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von
8 Uhr an Beichtgelegenheit. An Sonn= und Feiertagen: Vormittags
von 6 Uhr an Gelegenheit zur heiligen Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe.
Vor und in der heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion.
9½ Uhr: Hochamt und Predigt, vorher Austeilung der heiligen
Kommunion. Nachmittags 2 Uhr: Chriſtenlehre. 2½ Uhr: Andacht.
Werktagsmeſſe 1½ Stunden vor Schulbeginn, das iſt ½7 Uhr,
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
heilige Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
heiligen Meſſe Auskeilung der heiligen Kommunion.
Während der Schulzeit Dienstags und Freitags ¼7 Uhr heilige
Meſſe mit Austeilung der heiligen Kommunion in der heiligen Meſſe.
Vorher Beichtgelegenheit.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Mittwoch, 15. Juni,
nachmit=
tags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit. —
Donnerstag, den 16. Juni (Fronleichnom), vormittags 6 Uhr: 1 heilige
Meſſe. 7 Uhr: 2. heilige Meſſe. 8 Uhr: Hochamt. Darazf Prozeſſion.
Nachmittags 2 Uhr: Andacht. Darauf Spaziergang der Gemeinde nach
Nieder=Ramſtadt. Die Vereine werden gebeten, ſich zahlreich beteiligen
zu wollen.
Martinskapelle (Herdweg). Am Fronleichnamstage kein Gottesdienſt.
Freitag, vormittag? ¼7 Uhr: heilige Meſſe mit Austeilung der
heili=
gen Kommunion in der heiligen Meſſe. Vorher Beihtgelegenheit.
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Für ſede Person werden abends 2-3 gehäufte Eßlöffel
Knorr Haferflocken, 1 schwacher Eßlöffel Zucker mit
3 Eßlöffel Milch zusammengerührt, damit das Ganze
über Nacht ziehen kann. Am anderen Morgen reibt man
* Apfel samt der Schale und dem Gehäuse hinein,
gibt den Saft einer viertel Zitrone und nach Belieben
1-2 Kaffeelöffel geriebene Haselnüsse, Mandeln oder
beides hinzu. Das Ganze rührt man gut durch. Der
Ap-
fel kann auch durch Apfelsinen, Erdbeeren, Himbeeren,
Kirschen usw., je nach Jahreszeit, ersetzt werden.
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Rkeiner Ukrenzenirale Franz Hersting, Aheine
Westfalen
Seite 10
Samstag, den 11. Juni 1927
Nummer 160
Reich und Ausland.
Pirandello — Nobelpreisträger
für Literatur?
Dr. Froitzheim,
der populäre deutſche Tennismeiſter, der bisher
kom=
ſiſſgriſcher Leiter der Wiesbadener Polizei war, iſt
etzt zum Polizeipräſidenten von Wiesbaden ernannt
Luigi Pirandello,
der berühmte italieniſche Schriftſteller, der mit ſeinen
Bühnenwerken auch in Deutſchland großen Erfolg
hatte, iſt nach Anſicht wohlunterrichteter Kreiſe einer
der ernſteſten Kandidaten für den nächſten
Literatur=
preis der Nobel=Stiftung.
Abſchluß des 22. Deutſchen
Geographentages.
Karlsruhe. Am Donnerstag vormittag
fan=
den Vorträge über Schulgeographie ſtatt, während
der Nachmittag die Kongreßteilnehmer in das
Ge=
biet Südweſtdeutſchlands führte. Profeſſor Dr. Klute=
Gießen ſprach über „Land und Leute Oberheſſens”,
Privatdozent Dr. Metz=Leipzig ſchilderte „Die
ober=
rheiniſchen Lande als klaſſiſches Ein= und
Auswande=
rungsgebiet.‟ Dann folgte eine Geſchäftsſitzung.
Da=
bei gelangten eine Reihe von Anträgen zur
einſtim=
migen Annahme und zwar: Der 22. Deutſche
Geo=
graphentag beglückwünſcht die Meteor=Expedition,
dankt den Mitgliedern und der Mannſchaft für die
erfolgreiche Durchführung der großen Aufgabe und
Küir die würdige Vertretung des deutſchen Namens in
der Welt. Es wird der Notgemeinſchaft der
Deut=
ſchen Wiſſenſchaft für die wirkſame Förderung der
geographiſchen Forſchung Dank ausgeſprochen.
Er=
neut wird die beſtimmte Forderung an die
Schul=
behörden aller deutſchen Staaten erhoben, daß an
allen höheren Schulen mindeſtens zwei Wochenſtunden
geographiſcher Unterricht von Fachlehrern abgehalten
wird. Weiter ſetzte ſich der Geographentag für die
Errichtung zweiter geographiſcher Profeſſuren an
den deutſchen und öſterreichiſchen Univerſitäten ein.
An die Zentralkommiſſion für wiſſenſchaftliche
Land=
kunde Deutſchlands richtete er das Erſuchen, die
Schaf=
fung eines volkskundlichen Atlanten für das deutſche
Sprachgebiet zu unterſtützen. Den Beſuch
internatio=
naler Geographenkongreſſe in London und Cambridge
kann der Geographentag nicht empfehlen, ehe die
Unterſtellung unter das Conſeil de Recherches
aufge=
hört hat. Zum Tagungsort des 23. Geographentages
an Pfingſten 1929 wurde Magdeburg beſtimmt, für
die dann folgende Tagung Danzig empfohlen, doch
hält Wien ſeine Einladung für 1931 aufrecht. Darauf
hielt Geheimrat Drygalski die Schlußrede, in der er
mit Genugtuung die Einigkeit der geographiſchen
Wiſ=
ſenſchaft feſtſtellt. Mit einem oberrheiniſchen
Heimats=
abend in der Feſthalle fand die Tagung ihren
Ab=
ſchluß. Morgen nehmen verſchiedene wiſſenſchaftliche
Ausflüge ihren Anfang, die in verſchiedene Teile
Badens, in die Pfalz, das Saargebiet und nach
Stuttgart führen.
Mißglückter Ausbruchverſuch eines Mörders.
Berlin. Karl Böttcher, der Mörder an der
Gräfin Lambsdorf und der kleinen Senta Eckert hat
zuſammen mit ſeinen Zellengenoſſen einen
Ausbruchs=
verſuch aus dem Unterſuchungsgefängnis in Moabit
unternommen. Auf noch ungeklärte Weiſe war er in
den Beſitz von alten Korſettſtangen gelangt, aus
denen er ſich Sägen machte und damit die Gitterſtäbe
des Zellenfenſters teilweiſe bereits durchſägt hatte.
Sein Vorhaben wurde ſchließlich bemerkt. Die beiden
Zellengenoſſen ſind ſofort getrennt worden und jetzt
in anderen Zellen untergebracht.
Deutſchlands Tennismeiſier
Polizeipräſident
Das Feſtprogramm für die Marburger
400=Jahrfeier.
Marburg. Das Programm für die 400=
Jahr=
feier der Univerſität Marburg iſt jetzt endgültig
feſt=
geſetzt. Am Freitag, den 29. Juli, nachmittags 5½
Uhr, wird die Feier eröffnet mit der Enthüllung eines
Gefallenendenkmals für die Angehörigen der
Gefalle=
nen und die Mitglieder der Univerſität. Abends findet
ein Fackelzug der Studentenſchaft und ein
Be=
grüßungsabend in der Feſthalle ſtatt, während der
Vormittag und Nachmittag durch Vorträge
Mar=
burger Dozenten und turneriſche und ſportliche
Ver=
anſtaltungen ausgefüllt werden. Am Samstag, den
30. Juli, iſt vormittags 9½ Uhr Feſtgottesdienſt. Um
11 Uhr findet in der Univerſitätskirche der 1.
Feſt=
aktus (Begrüßung, Ueberreichung der Stiftungen uſw.),
daran anſchließend ein Imbiß in der Aula ſtatt.
Nachmittags werden die neuen Inſtitute übergeben
(Jubiläumsbau, Kunſtinſtitut, Kinderklinik und
Ohrenklinik). Abends Feſteſſen in der Feſthalle für
die geladenen Gäſte. Am Sonntag, den 31. Juli,
findet vormittags 9½ Uhr in der Feſthalle der 2.
Feſt=
aktus ſtatt, bei dem Prof. Dr. Otto die Feſtrede
hal=
ten wird; im Anſchluß Verkündigung der
Ehren=
ſenatoren und Ehrenpromotionen. Nachmittags
Feſt=
zug und Volksfeſt, abends Feſtkommers. Den
Be=
ſchluß bildet am Montag, den 1. Auguſt eine
Be=
leuchtung von Schloß und Eliſabethkirche. Für
Un=
terbringung in Marburg, ſowie der näheren und
weiteren Umgegend iſt beſtens geſorgt. Die
Quar=
tierpreiſe ſind auf 4 und 5 Mark vorgeſehen.
Be=
ſtellungen ſind an das Quartieramt für die 400=
Jahr=
feier, Marburg, Univerſität, Zimmer 23, zu richten.
Schwere Grubenunfälle.
Jckern. Auf der Grube Ickern I/II der Glöckner=
Werke ſtürzte ein Stapelhauer aus bisher
unbekann=
ter Urſache 30 Meter tief ab und war ſofort tot. Sein
Arbeitskollege erhielt in dem Förderkorb ſchwere
Kopfverletzungen. Durch Steinfall aus den
Hang=
wänden erlitten zwei Hauer ſchwere Verletzungen.
Die Teilſtrecke Mannheim-Heidelberg des Neckarkanals, der den Rhein mit dem
württember=
giſchen Induſtriegebiet verbinden ſoll, iſt bereits fertiggeſtellt und für Schiffe bis 1200 Tonnen
freigegeben worden. — Unſer Bild zeigt den unmittelbar unterhalb Heidelberg (Stadtteil
Wieblingen) errichteten Bau.
Schweres Eiſenbahnunglück in Frankreich.
An der unglücksſtätte.
Auf der Strecke Paris—Nimes hat ſich am Freitag eine furchtbare Eiſenbahnkataſtrophe
ereig=
net. Bei Beſſay ſüdlich von Moulin entgleiſte ein Güterzug. Wenige Sekunden ſpäter kam
auf dem Nebengleis der von Paris abgehende Riviera=Expreß heran und fuhr mit voller
Ge=
ſchwindigkeit auf die das Gleis verſperrenden Güterwagen. Bei dem Unglück ſind neun Tote
und zahlreiche Schwer= und Leichtverletzte zu beklagen.
Wiedereröffnung eines Theaters nach — 2000 Jahren.
Szenenbild aus der Aufführung des Schauſpiels „Aiſchylos und Sophokles” im Antiken Theater
von Oſtia, einer ausgegrabenen römiſchen Hafenſtadt. Die Wiederaufnahme der Vorſtellungen
in dem Theater erfolgte vor kurzem nach einer faſt zweitauſendjährigen Unterbrechung.
Der neue Neckarkanal bei Heidelberg.
Großfeuer im Kaſſeler Hafen.
Kaſſel. Am Donnerstag morgen brach in einem
dem „Waſſerbauamt gehörigen
Holzbearbeitungs=
ſchuppen Feuer aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr
Mauerſtraße ſtand das Gebäude bereits in hellen
Flammen. Das Feuer bedrohte die in allernächſter
Nähe liegenden Oel= und Benzintankanlagen der
Firma Rhenania, ſo daß zunächſt dieſe Anlagen
ge=
ſchützt werden mußten. Mit der inzwiſchen
eingetrof=
fenen Hauptfeuerwache wurde dann an den
eigent=
lichen Brandherd herangegangen. Nach zweiſtündiger
anſtrengender Arbeit war das Feuer gelöſcht.
Sämt=
liche in dem Schuppen untergebrachten Maſchinen
ſowie größere Holzvorräte wurden ein Raub der
Flammen. Der Schaden iſt beträchtlich.
Der Ottenheimer Mörder verhaftet.
fm. Ottenheim. Am Donnerstag vormittag
erhielt die Gendarmerie davon Kenntnis, daß der
Mörder, der auf ſo tragiſche Weiſe ums Leben
gekomenen Anna Maurer Heimburger ſich im
Heu=
ſtock des elterlichen Anweſens aufhalte. Sie begab
ſich dorthin und nahm ihn ohne weitere
Schwierig=
keiten feſt. Heimburger wurde im Auto nach dem
Amtsgefängnis in Lahr gebracht. Das Meſſer, mit
dem er die Tat vollführt hatte, ein gewöhnliches
Taſchenmeſſer, trug der Mörder bei ſich.
Großer Heidebrand in Hannover.
Cuxhaven. Ein gewaltiger Heidebrand iſt am
Donnerstag mittag auf der Höltjer Höhe bei
Alten=
walde ausgebrochen. Zur Löſchung der Feuersbrunſt
ſind Polizeimannſchaften und Reichswehr ausgerückt.
Auch die Feuerwehr, zahlreiche Arbeiter und das
Forſtperſonal wurden aufgeboten. Der ſtarke Wind
treibt indeſſen die Flammen in das hohe
Heide=
geſtrüpp immer weiter und ſelbſt die gezogenen
Grä=
ben konnten dem Feuer keinen Halt gebieten.
Nach=
mittags begann eine zwiſchen Altenwalde und Spaden
gelegene Waldparzelle zu brennen. Man ſchlägt eine
breite Schneiſe durch den Wald, um das Feuer
ein=
zudämmen.
Die Zukunft
des Ozeanluftverkehrs
Regelmäßiger Paſſagierflugverkehr
zwiſchen Uew York und Paris.
EP. Mailand, 8. Juni.
Ingenieur Bellanca hat infolge des geglückten
Fluges der „Columbia” zahlreiche Angebote für neue
Flugzeugbauten erhalten, und über ſeine
Zukunfts=
pläne dem New Yorker Korreſpondenten des „
Cor=
riere della Sera” u. a. erklärt: „Ich plane den Bau
eines der „Columbia” ähnlichen Eindeckers, um
da=
mit ſpäteſtens Anfang September den Flug New York
—Rom zu verſuchen. Auf dieſen Flug lege ich ſchon
aus patriotiſchen Gründen großen Wert. Gleichzeitig
vervollkommne ich die Pläne für einen gewaltigen
mehrmotorigen Doppeldecker, mit dem ein
regel=
mäßiger Paſſagierflugverkehr zwiſchen New York und
Paris eingerichtet werden ſoll. Es wird ſich um eine
Art Ueberſeeflugzeug handeln. Der Apparat wird
ein wahres Flugſchiff ſein und mindeſtens 40
Paſſa=
giere mitführen können, von denen jeder über ein
bequemes Bett verfügen wird. Außerdem wird der
Apparat mit einem Reſtaurant und allem modernen
Komfort ausgeſtattet. Einige Reſervemotoren
wer=
den die Gefahr einer Notlandung beſeitigen. Im
übrigen wird dieſes Flugzeug mit Vorrichtungen zum
Schwimmen verſehen, damit durch ein eventuelles
Niedergehen auf das Waſſer niemand beunruhigt
wird. Unterwegs ſind Zwiſchenlandungen in
Neu=
fundland und auf den Azoren vorgeſehen. Der Flug
würde einſchließlich der Aufenthalte für die
Verpro=
viantierung nicht mehr als 36 Stunden dauern, weil
der Apparat eine Geſchwindigkeit von 200 Kilometer
erreichen kann. Die Ueberfahrt würde allerdings für
die erſten Flüge etwa 30 000 Döllar koſten.”
Berliner Ehrenplakette für die Ozeanflieger.
Berlin. Der Magiſtrat der Stadt Berlin hat
in ſeiner Donnerstag=Sitzung beſchloſſen, dem
Bot=
ſchafter Shurman und den Fliegern Chamberlin und=
Levine die große Ehrenplakette der Stadt Berlin zu.
überreichen.
Tragiſcher Unglücksfall bei einer
Feuerwehr=
übung.
Wanne=Eickel. Bei einer Uebung der
frei=
willigen Feuerwehr in Holſterhauſen, bei der die
Ret=
tung von Kindern aus einer brennenden Schule
de=
monſtriert werden ſollte, verunglückte ein 13jähriger
Junge, der aus der Höhe des dritten Stockwerks
ab=
geſeilt werden ſollte. Dabei löſte ſich der
Karabiner=
haken von der Leine und der Junge ſtürzte ab. Er
war ſofort tot.
Der Empfang der Ozeanflieger in Wien.
Die Stadt Wien trifft umfangreiche
Vorbereitun=
gen zum Empfang der amerikaniſchen Flieger, die
wie nun feſtſteht, am Sonntag nachmittag zwiſcher
5 und 6 Uhr aus München kommend auf dem
Flug=
platz Aſpern bei Wien eintreffen ſollen. Nach den bis
herigen Dispoſitionen wird ein öſterreichiſches
Flug=
zeuggeſchwader den amerikaniſchen Ozeanfliegern bis
Salzburg entgegenfliegen und ſie bis Aſpern
be=
gleiten. Auf dem Flugplatz wird Handelsminiſter Dr.
Schürff namens der Bundesregierung und
Bürger=
meiſter Dr. Seitz namens der Stadt Wien die ameri
kaniſchen Gäſte begrüßen. Am Montag findet eir
offizieller Empfang der amerikaniſchen Flieger bei
der Bundesregierung durch den Bundeskanzler Dr
Seipel ſtatt, an den ſich ein Empfang durch der
Bundespräſidneten Hainiſch anſchließen wird. Am
Dienstag werden Chamberlin und Levine einer
Gala=
vorſtellung in der Oper beiwohnen. Die Polizei ha
umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um den zu
er=
wartenden ungeheuren Verkehr nach dem Flugplatz
zu regeln. Sämtliche in Wien ſtationierten Truppen
teile des Bundesheeres werden aufgeboten werden,
um auf dem Flugplatz die Ordnung aufrecht zu er
halten und ähnliche Szenen zu verhüten, wie ſie ſich,
bei der Ankunft Lindberghs in Paris abgeſpiel!
haben.
Ein StolzunſererHandelsmarine.
Der neue Schnelldampfer „Cap Arcona”.
Wie die „Cap Arcona” nach ihrer baldigen Fertig;
ſtellung ausſehen wird. Der kürzlich auf der Werf!
von Blohm u. Voß in Hamburg vom Stapel
ge=
laufene Schnelldampfer „Cap Arcona”, das größte
und modernſte für den Südamerikaverkehr beſtimmte
Paſſagierſchiff der Hamburg=Südamerikaniſchen
Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft, geht jetzt ſeiner
Vollendung entgegen.
Nummer 160
Samstag, den 11. Junf 1927
Geite 14
er die No
Opurn Shier und Tarnen.
Der Sport des Sonntags.
Fußball.
Das Hauptereignis im Sport des 12. Juni ſpielt ſich im Fußball
mit dem im Deutſchen Stadion zu Berlin=Grunewald unter der Leitung
des bewährten Eſſener Schiedsrichters Willi Guyenz ſtattfindenden
Endſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft
ab. Durch den überraſchenden Ausgang des Zwiſchenrundenſpiels in
Leipzig, das bekanntlich einen Sieg des Berliner Meiſters über die
favoriſierte Sp.Vg. Fürth brachte, iſt das Intereſſe am Ausgang des
Meiſterſchaftskampfes noch beträchtlich geſtiegen. Die beiden Finaliſten
treten mit den folgenden Manſchaften an:
1. FC. Nürnberg:
Stuhlfauth
Popp Winter
Schmidt Kalb Köpplinger
Reinmann Hochgeſang Schmidt 2 Wieder Trän,
Gülle Kirſey Grenzel Sobeck Ruch
Müller Tewes Leuſcher
Fiſcher Domſcheidt
Hertha=BSC.
Götze.
Wir unterſchätzen das Leiſtungsvermögen der Berliner Elf nicht,
glauben aber mit einem Siege des 1. FC. Nürnberg rechnen zu müſſen.
Nürnberg würde damit zum fünftenmal Deutſcher Meiſter, ein Erfolg,
der den Club und ſeine kampferprobte Elf ſicher auch ſtark reizen wird.
In Süddeutſchland
ſteigt am 12. Juni die 3. Haupt=Pokalrunde. Von den drei
noch ausſtehenden Spielen ſind zwei angeſetzt, das dritte — 1. FC.
Mürnberg gegen Karlsruher FV. — kann natürlich erſt ſpäter
ſtattfin=
den, da ja die Nürberger am 12. Juni das Endſpiel gegen Berlin zu
beſtreiten haben. Die beiden Pokalſpiele des Sonntags ſind: in Fürth:
Sp.Vg. Fürth gegen Bayern München; in Frankfurt: FSV.
Frankfurt—FC. Pirmaſens. — Die Sieger aus den beiden Spielen des
—12. Juni beſtreiten am 26. Juni das Pokal=Vorſchlußſpiel; der
Gewin=
ner des Spiels Nürberg=Karlsruhe kommt ohne weiteres ins Endſpiel,
An Privatſpielen ſind vorgeſehen: Hanſa München—V.f. R.
Fürth (Samstag); Sp.Vg. Landshut—V.f.R. Fürth; Eintracht
Stutt=
gart-V.f. B. Stuttgart: Schwaben Ulm—Stuttgarter SC.;
Sport=
freunde Eßlingen—Sportfreunde Stuttgart; Stuttgarter Kickers—
Phönix Lübeck (Samstag); Stuttgarter Kickers—Turn Düſſeldorf (
Sonn=
tag); FC. Baſel—FC. Freiburg (in Lörrach); Phönix Mannheim—
Boruſſia Neunkirchen; FV. Saarbrücken—BC. 05 Düſſeldorf; Trier 05
—Saar 05 Saarbrücken; V.f.L. Neu=Iſenburg—Alemannia Worms;
Griesheim 02—SV. 98 Darmſtadt; SV. Wiesbaden—Phönix Karlsruhe;
Wormatia Worms—Eintracht Frankfurt.
Im Ausland
gibt es u. a. die Länderſpiele Dänemark—Holland in Kopenhagen und
Ungarn gegen Frankreich in Budapeſt.
Handball.
Die Deutſche Sportbehörde trägt ihr zweites Handball=Länderſpiel
Deutſchland—Oeſterreich aus. Nach ſorgfältiger Vorbereitung
iſt folgende deutſche Ländermannſchaft aufgeſtellt worden:
Texheimer (PSV. Berlin)
Seiler (Dresdenſia Dresden) Knobbe (PSV. Halle)
Köbke (PSV. Berl.) Preuß (Siemens Berl.) Adebahr (PSV. Berl.)
Fiedler Dieſing Jans
Wolff
Böhme
(Darmſtadt (SCC.) (Darmſtadt) (PSV. Berlin) (Freital)
Erſatz: Fiedler (V.f.B. Leipzig); Schelenz. Spielführer: Jans=
Darmſtadt. — Vertreter des DSB.=Spielausſchuſſes: W. Burmeiſter=
Hamburg; Vertreter des DSV.=Vorſtandes: O. N. Helbig=Weimar.
Unſere Handballer haben ja auch noch etwas gut zu machen, denn
das erſte, in Halle 1926 ausgetragene Länderſpiel wurde von den
Oeſter=
reichern gewonnen.
Turnen.
Die Deutſche Turnerſchaft hat für den 12. Juni ihre Endſpiel
im Fußball und Handball anberaumt. Der vorjährige Hand=
Ballmeiſter der DT. Polizei SV. Naſtatt verteidigt in Dresden gegen
den Tv. Chemnitz=Gablenz ſeinen Titel und im Fußball findet zwiſchen
Tv. 1861 Forſt und Tv. 46 Mannheim ebenfalls in Dresden das
Ent=
ſcheidungsſpiel ſtatt. In beiden Kämpfen ſind alſo ſüddeutſche
Mann=
ſchaften vertreten.
Tennis.
Der Davis=Pokalkampf Deutſchland—Südafrika in Berlin ſtellt die
deutſche Vertretung Froitzheim—Dr. Landmann-Moldenhauer—
Klein=
ſchroth vor eine ſchwere Aufgabe, denn die ſüdafrikaniſche Mannſchaft
Spence—Raymond—Condon iſt innerhalb der europäiſchen Zone eine
der ſtärkſten, was ſich noch in den letzten Turnieren zeigte. — Ein
weite=
res Davis=Treffen führt in Rom Frankreich und Italien zuſammen.
Im Reich finden noch u. a. gut beſetzte Turniere in Kaſſel und Bad
Kiſſingen ſtatt.
Leichtathletik.
Internationale Wettkämpfe veranſtalten Viktoria=Hamburger SV.
am Samstag und Eintracht Braunſchweig am Sonntag. — Die Reihe
der Meiſterſchaftskämpfe wird mit den Meiſterſchaften des Badiſchen
L.f.L. in Mannheim eröffnet.
Schwimmen.
Recht gut beſetzt ſind die „Verbandsoffenen” des SV. Göppingen.
Boxſport.
Bei den Boxkämpfen in Hamburg kommt das allgemein
intereſſie=
rende Treffen Diener—Breitenſträtter zum Austrag. Bei
der gleichen Veranſtaltung ſieht man Ludwig Haymann=München gegen
den Engländer Bob Spiller im Kampf. — Der neue deutſche
Schwer=
gewichtsmeiſter Rudi Wagener tritt in Hamborn dem Franzoſen
Marcel Nilles entgegen.
Rudern.
Die 42 Mainzer Ruder=Regatta bringt am Samstag und Sonntag
auf dem Rhein bei Weiſenau 25 Vereine mit 132 Booten und 687
Rude=
rern aus Mainz, Frankfurt, Mannheim, Worms, Ludwigshafen, Köln,
Godesberg, Koblenz, Bingen uſw. an den Start. Im Rahmen der
Mainzer Regatta kommt auch die Rheinmeiſterſchaft im Einer zum
Aus=
trag. — 17 Vereine mit 100 Booten und 479 Ruderern aus
Mittel=
deutſchland und Berlin ſtarten bei der zweitägigen Großen Dresdener
Ruder=Regatta. Hier ſind aber die meiſten Wettbewerbe nur ſchwach
beſetzt. So meldeten für den Großen Achter lediglich der Dresdener
RV. und Wiking Leibzig. — 17 Vereine aus Berlin, drei aus Stettin
und zwei aus Breslau beteiligen ſich an der Ruder=Regatta in
Frank=
furt a. b. O. Im Großen Achter und Hindenburg=Vierer ſind die
Ber=
liner Vereine Sport=Boruſſia, Hellas und Berlimer RC., ſowie
Wratis=
lavia Breslau vertreten. — In Lübeck ſtehen die bekannten novddeutſchen
Mannſchaften mit ſolchen aus Dänemark im Kampf.
Handball.
Sportverein 1898—Turn Düfſeldorf.
Heute (Samstag) und morgen (Sonntag) ſchließt die Ligamannſchaft
ihre diesfährige Spielſerie mit zwei Spielen im Rheinland ab. Am
Samstag iſt ſie bei Turu=Düſſeldorf zu Gaſte und am Sonntag
fällt ihr die nicht ganz leichte Aufgabe zu, im Spiele gegen die
Städte=
mannſchaft Köln Darmſtadts Namen würdig zu vertreten. Das
Handballſpiel wird im Rahmen größerer Kämpfe, darunter eines
Städte=Fußballſpiels Köln-Brüſſel, im herrlichen
Köl=
ner Stadion, dem Ort der vorjährigen Deutſchen Kampfſpiele, zur
Durch=
führung gelangen. Leider muß der Süddeutſche Meiſter die beiden
Spiele mit Erſatz austragen, da Jans und Fiedler in der
deut=
ſchen Handballmannſchaft als Sturmführer, bzw. Rechtsaußen im
Länder=
ſpiel Oeſterreich-Deutſchland am Sonntag in Wien
aufge=
ſtellt ſind. Beide werden die deutſchen Farben ſowohl als auch ihre
Heimatſtadt ehrenvoll zu vertreten wiſſen.
Fußball.
V.f.R. 1900 Offenbach — R. Sp.V. „Germania” Pfungſtadt.
Am kommenden Sonntag, den 12. Juni, ſteht die Ligamannſchaft der
„Germania”, Pfungſtadt vor einer ſchweren Aufgabe. Es gilt auf
fremdem Gelände gegen den Kreisligameiſter des Südmainkreiſes, den
Verein für Raſenſpiele 1900 Offenbach, ein günſtiges Ergebnis zu
er=
zielen. V.f.R. Offenbach beendete vor kurzem ungeſchlagen die
Aufſtieg=
ſpiele zur Bezirksliga. Lediglich 2 Unentſchieden rangen ihm die Gegner
ab. Somit wurde er Kreisligameiſter im geſamten Mainbezirk und wäre
demnach auch ohne die Verbreiterung der Bezirksliga in dieſe
aufge=
ſtiegen. Der Sieger dieſes Kampfes wird wohl Offenbach heißen; wir
ſetzen aber in Pfungſtadts Ligamannſchaft das volle Vertrauen, daß ſie
alles aufbietet, um ſo erfolgreich wie möglich abzuſchneiden. Pfungſtadt
ſpielt vorausſichtlich in folgender zurzeit ſtärkſter Aufſtellung mit: Petry;
Polſter und Hillgärtner; Crößmann, Marquard, Kunkel; Steinmetz,
Jans, Nickel II, Nickel I und Voß. — Die Junioren ſpielen in
Frank=
furt gegen „Rot=Weiß” — Nachzutragen ſind folgende Ergebniſſe:
Germania Pfungſtadt komb. — Eintracht Darmſtadt I. 6:2. Germania
Pfungſtadt 1. Jgd. — F. Cl. Langen 1. Jgd. 4:1. Germania
Pfung=
ſtadt 1. Jgd. — Union Wixhauſen 1. Jgd. 1:1. Germania Pfungſtadt
1. Schüler — Germania Eberſtadt 1. Schüler 1:1.
Werbe=Pokal=Turnier des FC. Union Wixhauſen.
Am kommenden Sonntag veranſtaltet der FC. Union auf ſeinem
Sportplatze ein Werbe=Pokal=Turnier, an dem ſich folgende Vereine
be=
teiligen: 1. FC. Langen, FC. 03 Egelsbach, V.f.R. Darmſtadt und FC.
Union Wixhauſen. Die Ausloſungen haben folgende Paarungen
er=
geben: vorm. 8½ Uhr: , FC. Langen gegen FC. 03 Egelsbach: vorm.
10 Uhr: V.f.R. Darmſtadt gegen FC. Union Wixhauſen. Nachmittags
2½ Uhr treten die beiden Unterlegenen und um 4 Uhr die beiden
Sie=
ger aus den Vormittagsfpielen zur Entſcheidung um dem dritten und
vierten und erſten und zweiten Platz an. Wie ſchon die Namen der
be=
teiligten Mannſchaft zeigen, wird es überall zu ſcharfen und intereſſanten
Kämpfen kommen, deren Ausgang im Voraus nicht zu ſagen iſt. Möge
der beſte den Sieg und den Pokal davontragen und mögen die Spiele
auch ihren Werbezweck nicht verfehlen. — Es ſtehen ſomit allen
Sport=
intereſſenten von Wixhguſen und Umgegend einige ſchöne Spiele bevor
und wird ſich der Beſuch ſicherlich lohnen, zumal der Unionſportplatz in
ſeiner herrlichen Lage von überall gur zu ererichen iſt. Ab abends
7 Uhr findet im Gaſthaus „Zur Sonne” Preisverteilung mit
an=
ſchließendem Ball ſtatt.
Leichtathletik.
Sportverein 1898 Darmſtadt.
Unſere beiden Mittelſtreckler Engelhard und Hohl nehmen
am Samstag und Somtag an den internationalen Wettkämpfen in
Hambura und Braunſchweig teil und werden hier mit beſter deutſcher
und ausländiſcher Klaſſe zu kämpfen haben.
Tennis.
Tennis= und Eisklub Darmſtadt—Tennis= und Eislauf=Verein Stuttgark.
Das Wettſpiel gegen Stuttgart brahte dem Tennis= und Eisklub
Darmſtadt einen weiteren glatten Sieg. Darmſtadt ſpielte in der
Auf=
ſtellung: Schüler; Blecher; U. Deutler; Werner; Steffan; Balanyi;
Hofmann; Daub; Landmann; Samesreuther und R. Deutler und Frl.
Noellner; Frl. Kleinſchmidt; Frl. Loy; Frl. Goldſchyidt; Frl.
Hedde=
rich und Frl. von Löw. Für Stuttgart ſpielten: Heinze; Mäulen;
Ißler; Hetzer; Gonſer; Frech; Rund; Dr. Fiſcher; Hangleiter und
Mayer und Frl. Becher; Frl. Denzel; Fr. Bock: Frl. Katz und Frl.
Noſental. Das Geſamtergebnis iſt 18:7 Punkte (40:17 Sätze) für
Darmſtadt.
Kraftſport.
Der Kraftſportverein Darmſtadt 1910
ſchreibt uns: Heute abend um 8 Uhr ſollte im Chauſſeehaus,
Heidel=
berger Straße, der letzte Aufſtiegskampf im Mannſchaftsringen auf
heimiſchem Boden, und zwar gegen den Speſſartgaumeiſter
Kraftſport=
klub Alzenau, ausgetragen werden. Leider hat Alzenau in letzter
Mi=
nute abgeſagt und hat uns die Punkte kampflos überlaſſen. Der
Vor=
kampf in Alzenau wurde ſchon von uns, wie bekannt, mit 8:6
gewon=
nen, trotz zwei Erſatzleuten, und es war deshalb auch mit einem
ziem=
lich ſicheren Sieg unſerer Mannſchaft hier zu rechnen. Allerdings kann
ein derartig unſportliches Verhalten nicht genugt gerügt werden. Wir
wollen hoffen, daß der Herr Kreisſportwart einmal etwas Energie
ent=
wickelt und den Herren aus dem Speſſart klar macht, daß eingegangene
Verpflichtungen auch zu halten ſind.
Es iſt uns nun gelungen, für den heutigen Abend als Erſatz die
rühmlichſt bekannte Mannſchaft der Kraftſportabteilung des
Turnver=
eins Nieder=Ramſtadt zu verpflichten. Dieſer Kampf, welcker eigentlich
noch rückſtändig von den Gaukämpfen her iſt und ſeinerzeit
umſtände=
halber nicht ausgetragen wurde, verſpricht hochintereſſant zu werden,
Nieder=Ramſtadt verfügt über eine zwar jugendliche, aber techniſch
ſehr hochſtehende Mannſchaft, aus welcher in erſter Linie die Gebrüden
Schanz hervorzuheben ſind. Jedenfalls ſind ſehr intereſſante Kämpfe
zu erwarten. Es werden auch noch Unterhandlungen mit Werſau
ge=
pflogen, welches ebenfalls noch einen Kampf rückſtändig hat. Da die
Mannſchaft des Sportvereins Werſau ebenfalls zu den beſten des
Gaues zählt, ſo gilt von ihr dasſelbe, wie von Nieder=Ramſtadt.
Nie=
bel und Daum ſind die Stützen dieſer Mannſchaft. — Sollte auch
Wer=
ſau zu dieſem Kampſabend erſcheinen, ſo hätten die Darmſtädter gegen
zwei Mannſchaften zu kämpfen, und ſie müſſen ſich gewaltig ſtrecken,
wenn ſie ehrenvoll abſchneiden wollen. Jedenfalls werden die Beſuchen
des Abends in jeder Hinſicht auf ihre Rechnung kommen.
Geſchäftliches.
Hafernährmittel. Zutreffend, heute mehr denn je, iſt, was Profeſſov
Ottfried Müller, Tübingen, ſchon vor dem Kriege ſchrieb: „Betrachtetz
man die Nährpräparate unter dem Geſichtspunkt der Wirtſchaftlichkeit
— und dieſer iſt für die größere Anzahl aller Menſchen doch ein recht
weſentlicher — ſo treten naturgemäß die aus tieriſchen Stoffen
nament=
lich aus Fleiſch gewonnenen, in den Hintergrund, und die aus
Pflanzen=
beſtandteilen hergeſtellten gewinnen an Bedeutung.” In ſehr
intereſ=
ſanten und leſenswerten Ausführungen bringt er den Beweis ſeiner
Worte durch Berechnung der verſchiedenſten Nährmittel, unter denen er
Knorr Haferflocken an bevorzugter Stelle anführt. Es verdient aber
auch noch eine andere beachtenswerte Eigenſchaft dieſes Erzeugniſſes
genannt zu werden, nämlich ſeine Geeignetheit für alle diefenigen, deren
Magen beſondere Rückſicht erfordert: Magenleidende und Säuglinge.
Die weltbekannte Firma Heinrich Franck Söhne G.m.b.H.,
Luwigs=
burg — Berlin W — Halle — Neuß, ſeit vielen Jahren führend auf
dem Gebiet der Kaffee=Zuſatz= und Erſatz=Induſtrie, bringt dem
Be=
dürfnis der Zeit entſprechend, unter der Bezeichnung „Kaffee Gold”,
Karlsbader Kaffee=Gewürz, ein neues Erzeugnis in den Handal, wie
ſie ſich ausdrückt: „Für die feine Küche‟. Es darf als feſtſtehend
ange=
ſehen werden, daß die Firma Heinrich Franck Söhne G.m.b.H. auch mit
dieſem Kaffeegewürz ein erſtklaſſiges Produkt geſchaffen hat, das ſich
den bekannten, ſeit Jahren eingeführten Spezialitäten Aecht Franck”,
mit der Kaffeemühle und „Kornfranck” in Beſchaffenheit und
Zweck=
mäßigkeit würdig zur Seite ſtellt. Die Gewißheit, ein erſtklaſſiges
Kaffeegewürz zu erhalten, wird die zahlreichen Freunde Franck’ſcher
Er=
zeugniſſe gern bereit finden, auch die neue Spezialität zu verſuchen.
Eine große Orientreiſe iſt das Ideal einer Erholungsfahrt zu jeder
Jahreszeit, leider ſind aber die Koſten meiſt ſehr hoch und beſonders im
Frühjahr, wenn ſich der Strom des beſonders begüterten internationalen
Reiſepublikums über dieſe klaſſiſchen Stätten der Antike ergießt, werden
ſie faſt unerſchwinglich. — Um nun auch dem minder bemittelten,
ge=
bildeten Publikum die wirklich einzig daſtehenden Sehenswürdigkeiten
des Orients zugänglich zu machen, veranſtaltet das Mittelmeer=
Reiſe=
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Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 12. Juni,
(nach der Wetterlage vom 10. Juni).
Zeitweiſe wechſelnd wolkig, immer noch für die Jahreszeit mäßig.
warm und vereinzelte Niederſchläge wahrſcheinlich.
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(auch Sonnabends)
Nummer 140
Samstag, den 11. Juni
Börſe und Geldmarkt.
Der Berliner Effektenmarkt litt in der letzten Woche, die durch die
Pfingſtfeiertage für die Börſe nur ſehr kurz war, unter einer großen
Geſchäftsunluſt. Daraus ergibt ſich ſchon von ſelbſt, daß kursmäßig keine
beſonderen Ereigniſſe eintraten. Die Tätigkeit der Berufsſpekulation
war nicht zielbewußt eingeſtellt, ſondern von Zufälligkeiten abhängig.
So verſtimmten während der erſten Tage nach Pfingſten der überraſchend
große Verluſt der Rütgers=Werke AG., einer Geſellſchaft, die der
Deut=
ſchen Bank naheſteht. Gleichzeitig tauchten politiſche Beſorgniſſe auf,
die ſich an die Vorgänge auf dem Balkan und an die ruſſiſch=polniſche
Spannung knüpften. Die Unſicherheit über die Frage, wie weit die
Kundenengagements abgewickelt ſeien, beunruhigte ebenfalls und ver
minderte die Unternehmungsluſt. Man konnte kürzlich mehrfach
beob=
achten, daß noch Poſitionslöſungen anſcheinend ſchwacher Hände
ſtatt=
fanden, die zwar nur kleinere Aktienpoſten an den Markt brachten, bei
dem geringen Volumen des Geſamtgeſchäftes aber doch einen Druck auf
den allgemeinen Preisſtand ausübten. Inzwiſchen hat der günſtige
Ab=
ſchluß der Gelſenkirchener Bergwerks=AG, wieder einen gewiſſen
Aus=
gleich gebracht und die Spekulation zu Deckungskäufen veranlaßt.
Ver=
einzelt miſchen ſich bereits Meinungskäufe ein, zu denen hauptſächlich die
uus dem Ausland vorliegenden Kauforders Anregung geben. Die Kurſe
ſchwanken ſomit unregelmäßig und uneinheitlich von Tag zu Tag.
Liegen keine Motive vor, die die Stimmung beeinfluſſen könnten, ſo
findet die Spekulation infolge ihrer gegenwärtigen Herrſchaft über die
Cage ſchon eine Möglichkeit, Bewegungen zu inſzenieren. Die Kuliſſe
braucht ſolche, um an den Kursſpannen zu verdienen. Eine derartige
ſpekulative Beeinfluſſung ſcheint im Augenblick mit den Gerüchten
beab=
ſichtigt zu ſein, daß die angeblich geplante Dollaranleihe des Reiches
beveits perfekt ſei. In der Burgſtraße kann man alle Einzelheiten über
die Begebung hören, obwohl die amtlichen Stellen ſcharf dementieren.
An ſich iſt bekannt, daß Erörterungen über eine ſolche Anleihe vor
einiger Zeit ſtattgefunden haben. Zu welchem Ergebnis dieſe
Erwä=
gungen führten, iſt bisher nicht bekannt geworden. Die Möglichkeit einer
Auslandsanleihe des Reiches iſt alſo nicht von der Hand zu weiſen, wenn
guch die poſitiven Angaben der Börſe als voreilig und übertrieben, wenn
nicht gar als falſch, angeſehen werden müſſen. Die Steigerung der
Neubeſitz=Anleihe des Reiches iſt jedenfalls auf die Hoffnung
zurückzu=
führen, daß die Emiſſion der erwarteten neuen Anleihe bald erfolgen
werde. Eine beſondere Sorge drückt aber durch die äußerſt
undurch=
ſichtige Geldmarktlage auf die Effektenmärkte. Tagesgeld wird reichlich
angeboten, wegen der täglichen Kündigungsmöglichkeiten jedoch wenig
gefragt. Dagegen bemüht ſich die Börſe ſehr um die Hereinnahme von
ermingeldern, die wiederum nur ſchwer zu erhalten ſind und die
Auf=
wendung von 7½ bis 9 Prozent Zinſen p. a. erfordern. Die Knappheit
des Termingeldes mag teilweiſe durch die Notwendigkeit der Vorſorge
für den Stichtag der Zweimonatsbilanzen bedingt ſein, der am Ultimo
Juni mit dem Vierteljahrsſchluß zuſammenfällt. Auch ſonſt ſieht die
Si=
tuation des Geldmarktes unklar aus. Die Stütze des engliſchen
Geld=
marktes ſteht uns nicht mehr in dem bisherigen Umfang zur Verfügung,
nachdem in London durch die erheblichen Goldabflüſſe der Bank von
England die Tagesgeldſätze anzogen und ſogar die Möglichkeit einer
Erhöhung der Diskontrate beſteht. Am Donnerstag dieſer Woche
er=
folgte dieſer Schritt noch nicht, ohne daß ſein ſpäteres Eintreten damit
ausgeſchloſſen iſt. Dee Berliner Privatdiskont konnte kürzlich etwas
ermäßigt werden und liegt damit wieder 1/ Prozent unter der offiziellen
Nate. Vielleicht wollte die Reichsbank damit einen Anhalt für ihre
eigene Diskontpolitik geben und zeigen, daß ſie weiter beſtrebt iſt, ſo
lange wie möglich eine Heraufſetzung des Reichsbankſatzes zu vermeiden.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 10. Juni.
Obwohl heute mit ziemlicher Sicherheit eine Erhöhung des
Reichs=
bankdiskonts zu erwarten war, eröffnete die Mittagshörſe in angeregter
Stimmung. Die vorbörslich genannten und teilweiſe recht niedrigen
Kurſe waren bald wieder ausgeglichen, ſo daß bei der Eröffnung des
offiziellen Verkehrs ungefähr die geſtrigen Abendbörſenkürſe maßgebend
waren. Infolge der durch die Reportgeldreſtriktion hevvorgerufenen
Situation an der Börſe neigte man ſchließlich ſogar dazu, die
Diskont=
erhöhung der Reichsbank zu begrüßen, weil dadurch für das Ausland
wieder ein Anreiz zur Geldanlage in Deutſchland gegeben werde und
dadurch unter Umſtänden ein gewiſſer Ausgleich gegenüber der
Report=
geldkürzung geſchaffen würde. Einen guten Eindruck machte auch die
verſtärkte Nachfrage nach den Reichsablöſungsſchuldanleihen, die man
in Verbindung bringt mit den ſchon ſeit einigen Tagen umgehenden
Ge=
rüchten über eine neue deutſche Auslandsanleihe, die aber noch
voll=
kommen unbeſtätigt ſind. Man knüpft daran wieder allerlei Hoffnungen
bezüglich Umtauſch uſw., die aber noch jeder Grundlage entbehren. Da
neben den heimiſchen Käufen auch Auslandsorders vorlagen, konnten
ſchließlich auch die Abendbörſennotierungen für viele Papiere
über=
ſchritten werden. Dies trifft beſonders für die Montanwerte zu, ferner
für Holzmann, Nordd. Lloyd, Hapag und die Elektrowerte, beſonders
für Siemens u. Halske. Kleine Kursverluſte wieſen dagegen die
Banken auf.
Auf dem Anleihemarkt konnten ſich bei lebhaftem Geſchäft neben den
deutſchen Anleihen auch die ausländiſchen befeſtigen.
Später war die Tendenz Schwankungen unterworfen. Zunächſt
konnten zu den erſten Notierungen noch 1 bis 3prozentige
Kursbeſſe=
rungen erzielt werden, als die Heraufſetzung des Reichsbankdiskonts von
5 auf 6 Prozent bekannt wurde. Dann aber nahm die Tagesſpekulation
Glattſtellungen vor, ſo daß die höchſten Kurſe nicht ganz behauptet
werden konnten.
Tägliches Geld 6 Proz. und leichter zu haben, Monatsgeld iſt aber ſehr
knapp und kaum zu haben.
Deviſen ſehr ſtill. Spanien liegt wieder etwas feſter, gegen London
28.—, London-Paris 124,0, Mark gegen Dollar 4,22, gegen Pfunde
20,498.
Auch an der Nachbörſe war die Tendenz recht ſchwankend, aber die
Kurſe konnten ſich im allgemeinen weiter behaupten.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 10. Juni.
Im Mittelpunkt ber Erörterungen ſtand heute bei Beginn der Börſ.
die Wahrſcheinlichkeit einer Erhöhung des Reichsbankdiskontes. Das
Ergebnis der Zentralausſchußſitzung war während der erſten Stunde
noch nicht bekannt, doch rechnete man infolge des ſehr unbefriedigenden
Reichsbankausweiſes mit einer Herauffetzung des Satzes um ein volles
Prozent. Die Spekulation hatte ſich auf dieſe Maßnahme bereits
ein=
geſtellt, ſo daß eine kurze Wiederauflebung des Geſchäftes zu
ver=
zeichnen war. Das Geſchäft bewegte ſich in äußerſt mäßigem Rahmen.
Auch bei den Großbanken und den Großen Privatbanken lagen
Kund=
ſchaftsaufträge kaum vor. Lediglich für die Neubeſitzanleihe war das
In=
tereſſe größer, die mit 18,25 Prozent umgeſetzt wurde. Auch für J. G.
Aktien, für die wiederum ausländiſche Kauforders vorgelegen haben
ſollen, war etwas Intereſſe vorhanden und ſie ſteigerten ſich bis auf 275
ſowie Elektrowerte unter Führung von Siemens und AEG. Die
Ten=
denz war ſonſt uneinheitlich. Bis auf wenige Papiere veränderte ſich
das Niveau durchſchnittlich um 1—2 Prozent. Später neigte die
Hal=
ung zur Schwäche. Auch die Verſteifung des Termingeldmarktes löſte
eine Beunruhigung aus. Monatsgeld behauptete den Satz von 7½ bis
8 Prozent. Das ſtärkere Angebot in Tagesgeld unter 7 Prozent konnte
den ungünſtigen Eindruck der Knappheit an Termingeldern nicht
ver=
ringern. Im internationalen Deviſenverkehr bewegte ſich das Geſchäft
bei faſt unveränderten Notierungen in den bisherigen ruhigen Bahnen.
Die europäiſchen Valuten wurden auf ihrer geſtrigen Baſis gehandelt.
Im weiteren Verlauf der Börſe gingen die Meinungen über die
Auswirkungen der Diskonterhöhung auseinander. Die Tendenz
unter=
lag mehrfachen Schwankungen. Als um 1 Uhr bekannt wurde, daß der
Lombardſatz unverändert geblieben ſei, tätigte die Spekulation zunächſt
Deckungskäufe und Neuanſchaffungen, die eine allgemeine Befeſtigung zur
Folge hatten. Später hatte jedoch die Anſicht das Uebergewicht, daß für
die Wirtſchaft durch die jetzt wieder beginnende Anſpannung der
Zins=
ſätze eine ſchwierige Situation geſchaffen werde. Die Börſe nahm daher
zum Schluß wieder Abgaben und Glattſtellungen vor, zumal die ſcharfe
Heraufſetzung der Privatdiskontnotiz ſtärker verſtimmte. Das Geſchäft
kam am Ende der zweiten Stunde faſt zum Erliegen, da die Unſicherheit
über die weitere Entwicklung der Wirtſchaftsverhältniſſe jede Betätigung
der Spekulation lahmlegte.
Privatdiskont kurze Sicht 5½ Prozent lange Sicht 5½ Prozent. An
der Nachbörſe kam es inſofern zu einem Umſchwung der Tendenz, als
überraſchend in Schiffahrtsaktien, Elektrowerten und Montanaktien
größere ausländiſche und einzelne Käufe führender Banken
vorgenom=
men wurden und damit allgemein eine Geſchäftsbelebung eintrat.
Schif=
fahrtsaktien waren an der Nachbörſe beſonders geſucht. Hamburg=Süd
gingen um 3 Prozent auf 221, Hapag auf 136½ und Nordd. Lloyd auf
ebenfalls 136½. Unter Montanwerten ſtanden im Spätverkehr
Gelſen=
kirchen mit einer 3½prozentigen Befeſtigung auf 171½ an der Spitze
Harpener 193, Rheinſtahl 193½, Klöckner 157½, Manuesmann 157.
Von Elektrowerten beſſerten ſich Siemens auf 255 und AEG. auf 174.
J. G. Farbeninduſtrie ſchwankten, aber freundlich 275, Neubeſitzanleihe
18½. Die Reichsanleihe von 1927 ging heute um ¼ Prozent au
88,25 Prozent zurück.
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin.
Berlin el. W.
Berlin. Karlsruhe.
Vraunkohl.=Briketts
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant.
Deutſche Maſchi
Deutſch.=Nied. Tel
Deutſche Erdöl"
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Tonnersmarckhütte.
Tynami Nobel.
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
R. Friſter.
Gaggenau Vorz
Geiſenk. Gußſtahl".
GG. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen
Han Maſch. Egeſt. .
Hanſa=Dampfſchf.. .
Nordd. Gummi. 184.5 188.— 128.5 143.— 60 62.— Orenſtein. 120.— A22. 137.75 138 — Rathgeber Waggon. 100.— 100 — 1165 116.5 Rombacher Hütten. 133.5 136.— Roſitzer Zucker. 93.— 94.25 165.25 171.— Rütgersiverfe 93.5 93. 271.25 276.— Sacſſenwver! 114.5 115 875 94.— 92. Sächſ. Gußſtak 63.— 65.5 Siemens Glas. 168.— 168.— Ver. Lauſitzer Gla 143.5 1465 215.25 224 87 Volkſtedter Porzell.. 54.25 54.— 175. 174.— Weſtf. C. Langendree 118.— 118.— Wittener Gußſtahl. 60.5 61.— 201. — 1206.— Wanderer=Werke. 239.— 240.—
Amſterdam =R
Buenos-Aires
Brüſſel=Antw.
Lslo
Kopenhagen.
Stockholm. . . .
Helſingfors ..."
Italien ..
London.
New=York.
Paris
Schweiz.
Spanien
9. 6.
Eeld /Drief
168.80 169.24
1.788 1-792
58.571 58.6
109.14/109.3e
Hi2.76 112.98
fv12.86/113.0
10.614/10 634
23.30/ 23.34
r0.476 20.516
4.216/ 4.224
16.51/ 16.5:
81.105 81.265
72.95/ 73 09
Deviſenmarkt.
10. 6. Geld Brie 1168.90/169.241 Wien D.=Oſt. abg 1.788/ 1.792/ Prag..... 58.575/58.69‟ Budapeſt, Pengö 109.09/ 109.3 Fapan . 112 7i112.93 Nio de Janeiro. 112.86/1 13.0c Sofia 10.611 10.63 Jugoſlavien 23. 28/ 23.32 Konſtantinopel „/ 2.203/ 2.20 20.478 20.5187 Liſſabon 4.216/ 4.224 Danzi= 16 51/ 16.55 Athen 31.095/8: . 255 Kanada .. 73.09/ 73. 23 Uruguah 3. 6.
10. 6.
Geld /Brie
59.335 59.45:
12.491/12.5
73.47/ 73.6
1.958/ 1.96
0 4965)). 498:
3.0471 3.05
7.4051 7.425
20 67 20.71
s1. 70/ 81.88
5.624/ 5.63
4.215 1.22
4.236 4.24
Staatöpapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl
Ausloſ.-Sch. I. Teil/304.!
I. Teil/305
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld ohne
Aus=
bſungsſcheine ... 18.25
6‟,% Reichsp. Sch.
v. 1. 10. 30 ..1 97
7½ Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29/ 96.5
6‟-¾ H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
5‟/.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
79 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29/ 93.
7½ Sächſ. Freiſtac
Schatz. p. 1. 7. 30/ 98.
6½ Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 3. 29/ 97
96
125 Türk. (Adm.103 (Bagd.) 1 21 (Bagd.) II 18 4½ Türk. unif. 1903 4% 1911 Zoll./ 13.75 4 ½.% Ung. St. 1913 24.95 4½% St. 1914 25.5 Goldr. St. 10 . A4 „ Kronr. 1.85 % „ Eiſ. Tor. Außereuro- päiſche a) Ausländ iſche
5%Bos. E. B 1914
6% . L.Inv. 1914
4½% „1898
4½% „1902
3.8
4%
5½ Bulg. Taba 102/ 27
4 ½% Oſt. Staatsr.
v. 1913. Kdb. 1918
4 ½%Lſt. Schatz. 14/ 25‟
4½% Oſt. Silberr. 6.5
4% „ Goldr.
21.5
4 einh. R. (kon)
103
Bort. (Spz.)1II
Rum.am R.03
Gold. 13..
„„ ant. konv.
„ am. 05..
n.n5
18
(2
5% Mex am. in abgl 22.5
% äuß. 99
D Gold04ſtf.,/ 28.5
% konſ. inn. „/ 12.25
4½% Irrigat. 37.2
5½ Tamaulipas 1
Zachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mi; Zinsberech
nung
10%Berl. H.=B1. G.
% Berl. St.=Gold/ 95.75
3% Darmſt. St.=G./ 96.5
8½ D. Hyp.=Ban
Meining. Goldpf. 101.9
101.
8% Frl.=Hhp.=B
Goldpfdbr.
1102
7%Frlf. H.-B. Gld. 101
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.
99.8
7% Pfbr. • Vf.-Gld./101
5% Frk'. Pfdbr.=Bf
Goldpfdbr.
3% G. Lb3.-Bt. Gld. 102.25
101.5
10% N. Eleſtr. Mar//10- 23
voldo
8. Landesban
Dar
100.5
SM.=Krft. Höchlt 93
Mannh. St.G.)
O Naſſ. Ldb. Gold
80 Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr.
8% Pforzh. St.=G.
25 Pr. Centr.=Bd.=
Cr. Bf. Gldpfbr.
89 Pr. Centr.=St.
ſchaft=Goldpfbr.
8% Rh. bhp.=Bank
Gold=Pfdbr.
P0 Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
80 Südd.B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. mit Option
7 % V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.
obl. ohne Option
8% Voigt &Häffner
Goldobl..
8% Württba. Hyp.-
Bank Goldpfbr.
98
00
102
105
103
146
101
105.25
96
98
A
96.5
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 231 12.5
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23/ 13.85
6% bei. Bri.-Rg. 2:
g. Roggen . 23 8.65
* Pr. Kaliw.
6.2
125 Pr. Roggenw. 8.8
5% Südd. Feſt=B. G/ 2.3
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Buhr. Vereinsb
Bayr. Handelsb.
Bahr. Hyp.i. Wechſſ
Berliner Hyp.=B:
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp=Bk.
Mecklb.Hyp.=u Wb.
Meining. Hyp.Bk
Nordd. Gr.=Cr B/
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bob.=Cr.:B
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B...
Kh. Wſtf.=B.=Cr..=B.
Südd. Bodenkr. .
Württ. Hyp.=Bk...
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. . . .
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
40
abg.
5% O. Sb. /(Lb. ſſtfr.
2,6%0 Alte
2.6% Neue„
5%0 Oſt.=Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. .. 1.b.8.E.
3%Oſt. . 9. E
3%Oſt. . 1885
3% Oſt. „. Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
91
97
12 Rud. Silber.
4 Rud. Salsfg.)
1 ½% Anat., S.I
4½%0 Anat. S.
4½% Anat. S. III
% Salon. Monaſt.
Tehuantepec.
4½2
„
16.6
16.8=
12.75
12.25
13.75
13.1
13.6
13
15
10.95
9.05
4. 25
14.5
14.5
9. 25
20
23.5
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . .
Bad. Bk. .. . . . . . 153
Bk. ſ. Brauind. .
Barmer Bankv. . . 146.5
Bay. Hyp.=Wchſ.
12.4 Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. 1172
Darmſt. u. Nat.=Bk. 228
Deutſche Bant
188
D. Eff. u. Wch
137.5
D. Hyp.=Bk
./142
D. Vereins=B;
105
Disk.=Geſellſch
161
Dresdener Bk.
164
Frankf. Bk.
133
Frkf. Hyp.=Bk.
154.5
Frrf. Pfbbr.=B
158
Gotha. Grundkr. Bk. /200.75
Lux. Intern.
nki 8.75
Metallbank
144
Mitteld. Cret
200
Pfälz. Hyp.
210
Pr. Bd.-C
ank 144
Hyp.=Akt.=Bank 145
Reichsbank=Ant
270
Rhein. Credit!
(131
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.= Creditbk.
Südd. Disc.-Geſ..1142
Oſterr. Creditanſt. 9.05
Wiener Bankverein! 6.92
Bergwerkö=Akt.
Bochum. Bergb..
Buderus.
106.5
Dt. Luxemburg.
Eſchw. Bergw..
Gelſenhrch. Bgw /470
22 Harp. Bergb.
1191
9.25 Jiſe Bergb. St. . /252
Genußſchein . 132 5
Kali=Aſchersleb. 1170
Kali. Salzbetfurt.
Kali. WBeſterregln 1170.5
Klöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr. 1177.75
Mansfelder ... . . . 1 127
Oberbedarf
Otavi=Min=Ant. . 35
Phönix=Bergb. . . . 127.
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw.. . . 1193
A. Riebeck Montan/155
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr.
Tellus Bgb..
1114
Ver. Laurahütte .. 71
Ver. Stahlwerke . . /140.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)
Henninger
Hereules Heſſiſch
Löwenbr.=Münche:
Mainz. Aktienbr.
Schöfſerhof(Bind,
Schwarz Storchen=
Tucher, Nürnberg
Werger
Akkum Berlin
Adler & Oppenh...
Adlerw. (v. Rleher
6%A. E. G. Vzg.A.
2 A. E. G. Vzg. B..
A. E. G. Stamm . . .
Anglo=Cont Guano
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnbera ..."
Bayr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El
Bing: Metall
Brem.=B
Bürſten
Cement
Cement Karlſtad1
Cement. Lothr.. .
Chem Albert . . ..
Chem. Brockh. .."
Chem. Milch...."
271
195
150
338.5
233
332
189
169
140
128.5
173.75
137
25.5
47
223.5
60
80
174
27.25
63
69
143.5
183
87
Zur Diskonterhöhung der Reichsbank.
Die Reichsbank hat ſich nun doch entſchließen müſſen, ihren
Dis=
kontſatz um ein volles Prozent von 5 auf 6 Prozent zu erhöhen. Dieſer
Schritt war eigentlich ſchon in der vorigen Woche kaum zu umgehen.
Dr. Schacht hat aber noch eine Woche Friſt gewinnen wollen, in der
Hoffnung, daß vielleicht die erſte Juniwwoche eine ſtarke Enklaſtung der
übermäßig angeſpannten Geidlage der Reichsbank bringen werde. Das
iſt in nennenswertem Maße nicht eingetreten, ſo daß eine Heraufſetzung
des Diskontſatzes nicht mehr zu umgehen war. Schwer iſt ihr die
Ent=
ſcheidung vermutlich geworden, weil jede Erhöhung des Zinsſatzes eine
Verteuerung des Kredits bringt und damit gleichzeitig die Gefahr einer
Abdroſſelung der günſtigen Konjunkturausſichten der Wirtſchaft
ent=
ſteht. Da aber die Diskontkurſe der Reichsmark den Goldſatz bereits
erreicht hatten, blieb in der Tat kein anderer Ausweg. Rückwärts
ge=
ſehen, iſt es ſogar fraglich, ob nicht trotz aller Bedenken eine
Herauf=
ſetzung des Diskonts um Mitte Mai richtiger geweſen wäre. Wieweit
ſich eine Störung der wirtſchaftlichen Entwickelung aus der
Diskont=
erhöhung ergibt, läßt ſich natürlich im Augenblick noch nicht beurteilen.
Zweifellos wird der Anzeiz einer höheren Verzinſung, zumal im
Zu=
ſammenhang mit der gleichzeitigen Beſeitigung der Kapitalertragsſteuer
für auswärtige Anleihen, einen Zufluß von ausländiſchem Geld
heran=
ziehen, der für die Reichsbauk eine Verſtärkung ihres Deviſeufonds
be=
deutet, um damit den kritiſchen Stand für unſere Währung zu
über=
winden. Zu befürehten aber bleibt eine Stockung unſerer
wirtſchaft=
lichen Entwickelung, weil mit einer höheren Geldrate ſich auch die Rente
erhöhen muß, die von der Wirtſchaft herausgewirtſchaftet werden muß=
Immerhin, wie die Dinge liegen, muß die Wirtſchaft ſich damit
abfin=
den, iveil dieſe Dieskonterhöhung gegenüber einer allgemeinen
Kredit=
reſtriktion und der Angriffe auf unſere kaum erſt ſtabiliſierte Währung
das kleinere Uebel iſt. Schwer wird auch die Landwirtſchaft zu leiden
haben, die gerade jetzt kurz vor der Ernte Geld braucht. Mit
Rück=
ſicht darauf iſt wohl auch der Lombardzinsfuß diesmal nicht geändert
vorden. Die Börſe hat auf die Diskonterhöhung mit einer feſten
Hal=
tung reagiert, weil ſie durch das Hereinfließen von auslänbiſchem Geld
eine weſentliche Erlcichſterung am Geldmaukt für wahrſcheinlich hält.
Reichsbankpräſident Dr. Schacht in der heutigen
Zentralausſchuß=
ſitzüng der Reichsbank begründete die Erhöhung des Diskontfatzes von
fünf auf ſechs Prozent mit eingehenden Darlegungen. Dr. Schacht
be=
euchtete eingangs die Gründe, die die Reichsbank am 11. Januar d. J.
veranlaßten, den Diskontſatz auf 5 Prozent herabzuſetzen. Man habe
erwartet, daß die Diskontherabſetzung den Zufluß ausländiſcher
kurz=
friſtiger Gelder herabmindern werde. Dieſe Wirkung ſei tatſächlich
zu=
nächſt eingetreten. In der Folge ſeien dann aber, ganz unabhängig von
dem Diskontſatz — d. h. alſo zu weit höheren Sätzen — wiederum
Aus=
landskredite in erheblichem Umfange zur Finanzierung von
Effekten=
käufen hereingenommen worden. Durch die am 12. Mai d. J. erfolgten
Maßnahmen ſei die Durchkreuzung der Diskontpolitik herabgemindert.
Immerhin zeige die Entwicklung des Geldmarktes in der letzten Zeit,
daß die Reichsbank in ihren Diskontpolitiſchen Entſchließungen auch
etzt noch nicht frei ſei. Die hoch entwickelte deutſche Wirtſchaft ſei auch
weiter auf die Zufuhr ausländiſchen Kapitals angewieſen und dieſes im
großen Umfange für rein wirtſchaftliche Zwecke hereinzubekommen, ſei
aber notwendig. Innerhalb der letzten Monate hätten ſich die
Deckungs=
verhältniſſe innerhalb der Reichsbank weſentlich verſchoben. Während
der Notenumlauf ſich innerhalb der letzten fünf Monate in ſeinem
Umfange, faſt nicht geändert habe, ſei die geſamte Kapitalanlage in
Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten von 2004 Millionen
Reichsmark Ende 1926 auf 2486 Mill. Reichsmark am 7. Juni 1927
ge=
ſtiegen. Dagegen habe der geſamte Deviſenbeſitz der Reichsbank ſeit
Jahresbeginn um rund eine Milliarde Reichsmark abgenommen.
Ganz=
abwegig ſei es, von einer Gefährdung der Währung zu ſprechen. Die=
Währungsfrage ſei in Deutſchland kein Problem mehr. Problem ſer
lediglich die Wirtſchaftsfrage.
Die Golddiskontbank erhöhte ihren Diskont ebenfalls um 1 Prozent.
von 5 auf 6 Prozent.
Wirtſchaftliche Rund/chau.
Cornelius u. Hehl A.G., Worms a. Rh. Die Geſellſchaft ſchließt.
das am 31. Oktober 1926 beendete Geſchäftsjahr nach 492 201 (475 567)
RM. Abſchreibungen auf Immobilien und 400 145 (875 893) RM.
Ab=
ſchreibungen auf Maſchinen und Einrichtungen mit einem Reingewinin
einſchließlich des Vortrags von 498 585 (804 860) RM., aus dem wieder
6 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien und 3 Prozent (5 Proz.
Dividende auf die Stammaktien verteilt und 19 445 RM. vorgetragen
werden. Die Verwaltung teilt mit, daß man 1925/26 mit ſehr
ungün=
ſtigen Konfunkturverhältniſſen zu kämpfen hatte. Die großen
Schwan=
tungen auf dem Rohfeſtmaukt konnten nur zum kleinſten Teil durch
ent=
ſprechende Lederpreiſe ausgeglichen werden. Auch die Einflüſſe der
Moderichtung waren für ihren Betrieb, z. B. durch die ſtarke
Bevor=
zugung von Chevreauleder, das bekanntlich von der Geſellſchaft niche
fabriziert wird, zeitweilig von nachteiliger Wirkung. Trotz erheblichen
Verminderung der Koſten konnte man nur einen beiſcheidenen Gewint:
erzielen. Für das neue Geſchäftsjahr, von dem bereits füber 7 Monate
verfloſſen ſind, hofft man, daß es in ſeinem weiteren Verlauf die bis
jetzt günſtigen Ausſichten nicht mehr beeinträchtigt. In der Bilanz er
ſcheinen Fabrikanlagen mit 12,42 (12,67) Mill. RM., Waren mit 13,48
(23,57) Mill. RM., Kaſſe, Wechſel und Effekten mit 0,367 (0,765) Mill.
RM. und Debitoren mit 8,09 (9,16) Mill. RM., Kreditoren und
Ver=
rechniungspoſten mit 16,89 (28,39) Mill. RM., Grunderwerbsſteuer=Rück
lagen mit 0,07 (0,035) Mill. RM., Proviſorienkonto mit 0.377 (0,428
Mill. RM. Die Hauptverſammlung genehmigte den Abſchluß und di
vorgeſchlagene Gewinnverteilung.
Nummer 160
Samstag, den 11. Juni 1927
Geite 13
Der Reichsverband der deutſchen Induſtrie zur Wirtſchaftslage. Der
Reichsverband der deutſchen Induſtrie wendet ſich in einem an den
Reichswirtſchaftsminiſter perſönlich gerichteten Schreiben gegen die nach
ſeiner Anſicht bedrohliche Sorgloſigkeit der öffentlichen Meinung und
auch der amtlichen Stellen bezüglich der Entwicklung der wirtſchaftlichen
„Lage. Der Verband bittet den Reichswirtſchaftsminiſter, ſeinen Einfluß
und ſeine Perſönlichkeit einzuſetzen, daß Maßnahmen verhindert
wer=
den, die neuerdings die deutſche Wirtſchaft Experimenten ausſetzen, die
nur dazu führen könnten, die Rentabilität der Betriebe dauernd
ernſt=
lich zu gefährden, die Lebenshaltung der breiten Maſſe herabzuſetzen
und die Arbeitsloſigkeit zu vergrößern.
Aſchaffenburger Zellſtoff= und Papierfabrik A.G. In der geſtrigen
G.V. waren 10 Aktionäre mit 9 343200 RM. anweſend. Dio Bilanz
und Gewinn= und Verluſtrechnung wurden einſtimmig genehmigt. Aus
dem Reingewinn von 1 694 745 RM. kommt eine Dividende von 10
Pro=
zent zur Verteilung. Der Reſt von 254 745 RM. wird auf neue
Rech=
mung vorgetragen. Die turnusgemäß ausſcheidenden A. R.=Mitglieder
wurden wiedergewählt. An Stelle des verſtorbenen Direktors Heyden
wurde Dr. Hermann Wittgers von der Deutſchen Bank Frankfurt
ge=
wählt. Ueber das Berichtsjahr wurde ergänzend bemerkt, daß dieſe
Be=
triebe viel beſchäſtigt waren und die Produktion geſteigert werden
konnte. Jedoch erfolgte der Abſatz, beſonders im erſten Drittel des
Jahres, zu unzulänglichen Preiſen. Die in Finnland gegründete
Geſell=
ſchaft für Holzbeſchaffung hat ſich gut bewährt. Erhebliche
Aufwen=
dungen wurden für den Aufbau der maſchinellen Einrichtungen gemacht.
Eine Reihe kurzfriſtiger Kredite wurden in langfriſtige umgewandett.
Die Preiserhöhung für Branntwein. Die Reichsmonopolverwaltung
für Branntwein hat mit Zuſtimmung des Beirats mit Wirkung vom
1. Juni 1927 den regelmäßigen Verkaufspreis von 4,30 Mk. auf 5 Mk.
erhöht. Die weiter erfolgte Erhöhung des beſonderen ermäßigten
Ver=
kaufspreiſes von 2,25 Mk. auf 2,50 Mk. iſt lediglich zur Aufrechterhaltung
der Relation zwiſchen regelmäßigem und beſonderem ermäßigten
Ver=
kaufspreis erfolgt.
Produkienberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 10. Juni. Die heutige
Produkten=
börſe war angeregter und etwas feſter, bei jedoch unveränderten Preiſen.
Es notierten bei 100 Kilogramm Parität Frankfurt a. M.: Weizen
31,25—31,50, Roggen 29,25—29,50, Hafer inl. 26, dto. ausl. 24,50—27,
Mais gelb 18,75—19, Weizenmehl 42—42,25, Roggenmehl 39,25—40,
Weizenkleie 13—13,25, Roggenkleie 15,75—16.
Berliner Produktenbericht vom 10. Juni. Die feſteren
Auslands=
meldungen boten hier zwar einige Anregungen, des Geſchäft hat aber
keine nennenswerte Belebung erfahren. In Plataweizen und auch in
Weſternroggen kamen zu etwas höheren Preiſen als geſtern einige
Ab=
ſchlüſſe zuſtande. Während am Locomarkt die Situation ziemlich
un=
verändert liegt, zeigten die Preiſe im Zeitmarkte eine Steigerung um
34—1 Mark. Roggen iſt aus der Provinz etwas freundlicher offeriert,
da die Eigner hinſichtlich der Qualität des im vorigen Jahre
ge=
ernteten, zumeiſt etwas feuchten Roggens Beſorgniſſe hegen. In den
Preiſen zeigten die Warenbeſitzer kaum größeres Entgegenkommen. Im
Roggenzeitmarkt blieben die Preiſe ziemlich unverändert. Nur Oktober
erhöhte ſich auf das September=Niveau. Auch Roggenmehl iſt von der
Provinz etwas ſtärker angeboten, die Preiſe für Weizen= und
Roggen=
mehle blieben unverändert, das Geſchäft ſtill. Hafer und auch
Futter=
gerſte ſind ſehr wenig offeriert, hier werden 3 Mark höhere Preiſe als
geſtern geboten.
Der Ausweis der Reichsbank.
Die Reichsbank hat den Wechſeldiskont von 5 auf 6 Prozent erhöht.
Der Lombardzinsfuß bleibt mit 7 Prozent unverändert.
Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Juni zeigt einen Rückgang der
geſamten Kapitalanlage an Wechſeln und Schecks, Lombards und
Ef=
fekten um nur 99,9 Mill. RM., davon entfallen auf die Beſtände an
Wechſeln und Schecks 83,1 Mill. RM., die Lombardanlage ging um 16,8
Mill. RM. auf 54,9 Mill. RM. zurück, die Anlage in Effekten weiſt eine
ganz geringfügige Verminderung um 8000 RM. auf. An Reichsbanknoten
und Nentenbankſcheinen zuſammen ſind 50,9 Mill. RM. in die Kaſſen der
Bank zurückgefloſſen, der Umlauf an Reichsbanknoten hat ſich um 30,0
Mill. RM. auf 3689,2 Mill. RMM. verringert, der Umlauf an
Renten=
bankſcheinen nahm um 20,9 Mill. RM. auf 1012,3 Mill. RM. ab;
dem=
entſprechend vermehrten ſich die Beſtände der Reichsbank an ſolchen
Scheinen um 20,9 Mill. RM. auf 60,6 Mill. RM.
Die fremden Gelder gingen um 48,9 Mill. RM. zurück. Die
Be=
ſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen erhöhten ſich um 8,3 Mill.
RM. auf 1902,4 Mill. RM. Die Erhöhung iſt lediglich durch die
Zu=
nahme der Beſtände an deckungsfähigen Deviſen verurſacht, da die
Gold=
beſtände um 59 000 RM. abnahmen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein ſtieg von 48,8 Prozent
am Ende der Vorwoche auf 49,2 Prozent, die Deckung durch Gold und
deckungsfähige Deviſen von 50,9 Prozent auf 51,6 Prozent.
Ameritaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 10. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Markt zeigte anfangs eine feſte Haltung in
Uebereinſtimmng mit höheren ausländiſchen Notierungen. Dann trat
eine Abſchwächung ein auf günſtige Berichte aus dem
Winterweizen=
gürtel, und die Baiſſe in Mais verſtimmte. Die Termine verloren bis
zu 34 C.
Mais: Der Markt eröffnete feſt im Einklang mit dem Weizenmarkt.
Dann wurde die Haltung ſehr ſchwach auf günſtige Wetterberichte und
empfindliche Rückgänge am Kaſſamarkt. Die Termine gaben bis 4¾ᛋ
Punkte nach.
Hafer: Unter dem Eindruck der Schwäche am Maismarkt verlief
auch dieſer Markt flau bei Kursverluſten bis 1 C.
Baumwolle: Die Aufwärtsbewegung machte anfangs weitere
Fort=
ſchritte auf ungünſtige Witterungsberichte, beſſere Lageberichte von den
europäiſchen Spinnereibezirken und ſtarke Exportnachfrage. Der Schluß
war abgeſchwächt.
Kaffee: Der Markt nahm einen ſchwachen Verlauf auf ermäßigte
braſilianiſche Forderungen, Kaufreſerve des Handels und Abgaben
an=
geſichts der mehrtägigen Unterbrechung des Verkehrs.
Zucker: Im Anfangsverkehr konnte ſich der Maukt gegenüber der
letzttägigen Abſchwächung etwas erholen auf geringeres Angebot aus
Kuba. Dann erfolgten Abgaben angeſichts der mehrtägigen
Unterbre=
chung des Verkehrs, die zuſammen mit ſchwächerer Exportnachfrage und
Hedgesverkäufen eine Abſchwächung bewirkte.
Kakao: Der heutige Markt nahm einen ziemlich ſchwachen Verlauf
auf niedrigere Kabel, Verkäufe des lokalen Handels und des Auslandes.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 10. Juni:
Getreide: Weizen, Juli 147½, Weizen, September 145½,
Mais, Juli 94½/=, Mais September 99½/, Hafer, Juli 482, Hafer,
September 472, Roggen, Juli 117½, Roggen, September 1041/s.
Schmalz: Schmalz, Juli 12,82, Schmalz, September 13,02.
Fleiſch: Rippen, Juli 12.45, Rippen, September 12,70, Speck
12,50, Schweine, ſchwer 8,60—9, Schweine, leicht 8,75—9,25,
Schweinezufuhr Chicago 20 000, Schweinezufuhr Weſten 75 000,
Talg, Ohro 72/s.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 10. Juni:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 1592/=, Weizen Nr. 2 hart 165½/e,
Mais Nr. 2 105¾, Hafer Nr. 3 59, Roggen exp. 131, Mehl
Spring Patent 6,90, Getreidefracht nach England 2 sh,
Getreide=
fracht nach Kont. 10 d.
Schmalz: Schmalz Mittel, Weſten 13,45.
Schweinefleiſch: Schweinefleiſch Family 34.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Die Reichsbank hat mit der Banque de France, Paris, ein
Abkom=
men getroffen, demzufolge die Girokunden der Reichsbank auch
Ueber=
weiſungen in franzöſiſchen Franes durch Einreichung von
Auslandsgiro=
ſchecks vornehmen können. Der Verkehr wird am 16. d. M.
aufgenom=
men werden.
Nach den geſtrigen Erklärungen des Finanzſenators Dr. Volkmann
im Hauptausſchuß des Volkstages iſt der Danziger Anleihevertrag in
London abgeſchlloſſen worden. Die Anleihe läuft auf 20 Jahre. Der
Emiſſionskurs iſt 91½ Prozent.
Die luxemburgiſche Regierung bekundet die Abſicht, demnächſt dem
Staatsrat einen allgemeinen Auſwertungsplau zu unterbreiten, der
weittragende Folgen für die Staats= und Privatfinanzen haben wird.
Die Indexziffer der Lebenshaltung im Großherzogtum Luxemburg
ſtellt ſich am 1. Juni auf 769 unter Annahme der Grundziffer 100 fün
den Monat Juni 1914. Die Ziffer des Vormonats war 766, diejenige
des Juni 1326 wan 578.
Der Gemeinderat von Rotterdam beſchloß die Aufnahme einer
An=
leihe von 10 Mill. hfl. Die Anleihe wird mit 4½ Prozent
verzins=
lich ſein.
Die polniſche Regierung hat für die weitere Elektrifizierung,
beſon=
ders für die Anlage von Kraftwerken, ausländiſche Angebote in
gro=
ßer Menge erhalten; beſonders erwähnenswert ſind die von der
eng=
liſchen Aumſtrong=Geſellſchaft und der italieniſchen Geſellſchaft Anſaldo.
Es ſind lebhafte Beſtrebungen im Gange, um alle polniſchen Draht=
und Nagelfabriken für ein Kartell zu gewinnen. Bisher war es noch
nicht möglich, ſämtliche Produzenten auf einen Plan zu einigen. Man
will vornehmlich den Verkauf und den Export zentraliſieren.
Der Auswois der Bank Poliki vom 31. Mai 1927 zeigt gegenüber
der zweiten Mai=D=kade eine Zunahme des Metallbeſtandes (Gold und
Silber) um 383 185 Zloty auf 158 284 539 Zloty. Der Vorrat an
Devi=
ſen und Valuten erhöhte ſich um 122 462 Bloty auf 230 236 021 Zlott
Das Wechſelportefeuille weiſt eine Zunahme um 8 173 374 Zloty auf.
Aug den Amtsverküniogungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Belanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Damenſchirm mit
ſchwar=
zem gebogenem Griff. 1 Zehnmarkſchein.
1 Bernſteinhalskette. 1 Kindernachthemd.
1 farbiger Lederbeutel mit blauem
Samt=
gürtel. 1 Huppenball von Motorrad. Drei
Schlüſſel an einer Kurbel. 2 Schlüſſel (
zu=
ſammengebunden). 1 Paar neue
Knaben=
ſchnürſchuhe im Karton. 1 Handtäſchchen
mit Portemonnaie mit über 7 Mk. und
Schlüſſel. 1 Photographenapparat in
ſchwarzem Stoffutteral. 1 ſchwarzſeidener
Schal. — Zugelaufen: 1 brauner Dackel
1 großer ſchwarzer Neufundländer. —
Zu=
geflogen: 1 Kanarienvogel. 1 Brieftaube.
Der Umndau der
Sammel=
heizungs= und Badeanlage
in der Ballonſchule ſoll vergeben werden.
Die Unterlagen können, in den üblicher
Dienſtſtunden auf unſerem Amte,
Frank=
furterſtraße 69, Zimmer 22, eingeſehen
werden. Angebote ſind bis Freitag,
den 17. Juni, vormittags 10 Uhr,
(st9540
hierher einzureichen.
Darmſtadt, den 9. Juni 1927.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.
Dergebang von Sauurbenen
Nachſtehende Rohbauarbeiten zur
Er=
richtung von Beamtenmietwohnungen
V. Reihe; hier: in Erbach, Michelſtadt
König und Reichelsheim i. Odw. (
Bau=
herr Volksſtaat Heſſen), ſollen unter
Hin=
weis auf den Miniſterialerlaß vom 16.
Februar 1893 und ſeine Ergänzungen in
öffentlichem Wettbewerb vergeben
wer=
den, und zwar:
Los I Erd= und Maurerarbeiten,
II Steinhauerarbeiten,
„ III Zimmerarbeiten,
„ IV Grobſchloſſerarbeiten,
„ V Dachdeckerarbeiten,
„ VI Spenglerarbeiten.
Die Zeichnungen und
Verdingungs=
unterlagen ſind während der
Dienſtſtun=
den bei uns einzuſehen.
Angebotsvor=
drucke werden, ſoweit der Vorrat reicht,
gegen Vergütung der Selbſtkoſten
abge=
geben.
Die Angebote ſind verſchloſſen,
poſt=
frei und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis zum Dienstag, den
28. Juni ds. Js., bei uns einzureichen.
Die Oeffnung der Angebote erfolgt in
Gegenwart der etwa erſchienenen
Be=
werber, und zwar für das
Beamtenwohn=
haus in Erbach vormittags 10 Uhr, für
das Beamtenwohnhaus in Michelſtadt
vormittags 10" Uhr, für das
Beamten=
wohnhaus in König vormittags 10", Uhr
und für das Beamtenwohnhaus in
Rei=
chelsheim vormittags 107/, Uhr. (9494
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Erbach, den 7. Juni 1927.
Heſſiſches Hochbauamt Dieburg,
Zweigſtelle Erbach.
Diefenbach.
Freibank-Schlachthof.
Verkauf v. 8—11 Uhr
vorm., nachmitt, ab
4 Uhr Ochſen= und
Schweinefleiſch./9490
AStellengeſuche ß
Geſchäftstochter ſucht
Stelle als Verk. gl.
w. Art, übernimmt
auch Hausarb. Ang
u. K 45 Gſchſt. (*15565
Weiblich
Fräulein, 18 J. alt
Stellg. a. Verkäuferin
i. Lebensmit. v.
Fein=
koſtgeſchäft. Angeb. u.
K17a. d. Gſchſt. (*1550
Fräul. ſucht Stelle als
Haus hälterin
bei ält. Herrn, Dame
oder ält. Ehepaar in
iur beſſerem Hauſe.
Erſtkl. Zeugnis ſteht
zu Dienſten. Ang. u.
K 13 Geſchſt. (*15487
Mädch. ſ. Laufſtelle
Annaſtr. 23, Hinth.
b. Schneider. (*15421
Frl. ſucht Stelle au
4-6 Woch. z. Aushilfe.
Angebote unt. K 5
an die Gſchſt. (*15461
Unabh. Frau ſ. Stelle
zum Waſch. u. Putzen
Bleichſtr. 40, p. (*15490
Beſſ., gut empf. Frau
ſuchtStellg.
infrauen=
loſ. Haush., am liebſt.
Geſchäftsh., ev.
tags=
üb. Gefl. Ang. u. K 29
a. d. Geſchſt. (*155278g
Baherin, jg. Wtw.ſ.
Führg.e. n. gt. frauenl.
Haushalt. Angeb. a. d.
Geſchſt.n. K21 (*15510
Alter, alleinſtehendes
FräuleinVertrauens=
würdig, ſucht alsbald
Stellung i. frauenloſ
Haushalt. Ang. u. K14
a. d. Geſchſt. (*15491
Stellen ſuchen:
Stützen, Kinderfrl.
Haushält.,
Aushilfs=
köchin.,
Zimmermäd=
chen, jüngere
Allein=
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gewerbsm.
Stellen=
büro, Eliſabethenſt. 5
Teleph. 3365. (*1557e
Tüchtige Schneiderir
empf. ſ.f. Dam. u.
Kin=
dergard. Ang. u. K 19
and. Geſchſt. (*15503
Männlia
Junger ſtrebſ. Mann,
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Mei=
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zu verändern, z. Zt.
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(15326dfs
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Ge=
haltsanſprüchen unt
19. an die Geſchſt
Tüchtiges, erfah enes
Mädchen, mit guten
Zeugn", für Küche u
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geſ. Hermannſtr. 39
(*15395fs
Jüng. Mädchen in
einf. Haushalt ſofort
geſucht. Weber,
Kirch=
ſtraße 21, II. (*15447
Aelt. Hausmädchen,
das ſchon in beſſerem
Hauſe tätig war und
Kenntniſſe im Näher
u. Bügeln beſitzt, zun
1. Juli bei hoh. Lohn
geſucht. Ang. u. K 2:
an d. Geſchſt. (*15516
Vertrauensstelle.
Tücht. Mädchen aus
gut. Fam. aufs Land
geſ. in kl. Geſchäft u.
einf. Haush. (2 Perſ.)
Ohne Landwirtſchaft.
Angeb. unt. K 28 an
die Geſchſt. (9514sm
15—17jähriges
Mädchen
v. 9 bis n. d. Spülen
geſucht
Eliſabethen=
ſtraße 23, III. (*15588
Junges Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht
(*1553‟
Mathildenſtr. 23, II.
Beſſeres, ält. Allein=
Mädchen, gute
Kö=
chin, in ruhiger
Fa=
milie (2 Perſonen)
geſ. Vorzuſt. Sonntag
od. Montag
Saalbau=
ſtraße 70, I., 6 Uhr
abends.
* 15582
Beſſ. jung. Mädch. f
nachm. z. 2j. Jung. geſ.
Vorſt. 10=12 v.
Frank=
furterſtr. 21 II. (*15484
S uch e
perfekte
Herrſchafts=
köch., 1. ältere
Haus=
mädchen für feine
Herrſchaftshäuſer;
ferner tüchtige ältere
Alleinmädchen, die
koch. kön., 2
Küchen=
mädchen nach Bad=
Nauheim. Minna
Dingeldein,
ge=
werbsm. Stellenbüro
Eliſabethenſtraße 5.
Teleph. 3365. (*15575
Männlich
Verkäufer (in), auch
in Büroarbeiten bew.
vorerſt aushilfsw. geſ.
Nur ſchriftl. Ang. erb.
Bächer=Einkaufs=
Genoſ=
enſchaft, Landgraf=
Georgſtr. 36 (*15554
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 160
Samstag, den 11. Juni 1927
Geite 15
Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
20)
(Nachdruck verboten.)
8. Kapitel.
Die Firma F. R. Döhlen &. Sohn betrieb einen großen
(Exporthandel nach Südamerika. Chriſtine ſollte die franzöſiſche
und ſpaniſche Korreſpondenz führen und bekam Herzklopfen, als
ſie zum erſtenmal das Geſchäft betrat und die vielen Angeſtellten
erblickte. Dann war aber doch nicht alles ſo ſchlimm geweſen,
wie ſie ſich vorgeſtellt hatte. Der Chef, ein noch junger Mann
won ſtattlicher Größe und ſehr elegantem Aeußeren, hatte ſie
ſogar freundlich begrüßt und gleich dabehalten, um ihr eilige
Briefe zu diktieren.
Chriſtine dachte: „Aha — ſo will er mich prüfen. Gott be=
Swahre, daß ich meine Sache ſchlecht mache!”
Während er ſprach, rauchte er eine Zigarette nach der andern
und lief dabei im Zimmer auf und ab. Dabei beugte er ſich
auch manchmal über ihre Schulter, wie um das Stenogramm
zu prüfen. „Daran kann er doch nichts erkennem,” dachte
Chri=
ſtine, die wirren Zeichen übenblickend. Dann kam der Prokuriſt
Möller, ein älterer Mann, herein, und Chriſtne konnte ſich mit
ihrer Arbeit zurückziehen.
Die folgenden Tage ſtellten gleich hohe Anforderungen an
ihre Leiſtungsfähigkeit. Ein nach Braſilien abgehender Dampſer
ſollte eine große Warenſendung mitnehmen, und ſie hatte bis
in den ſpäten Abend hinien zu arbeiten. So war ſie noch nicht
dazu gekommen, einen Spaziergang durch die Stadt zu machen.
Das wollte ſie tun, ſowie ſich ihre Arbeitslaſt im Geſchäft etwas
verringern würde.
Ihre neue Tätigkeit erregte ihr Intereſſe, das ſie allen
kauf=
männiſchen Dingen entgegenbrachte, und ſie ſchien auch die
Zu=
friedenheit ihres Chefs erworben zu haben; denn mit frohem
Verwundern konnte Chriſtine bemerken, wie Herr Döhlen mehr
und mehr freundlich, ja für ihre rein perſönlichen
Angelegen=
heiten ſogar intereſſiert wurde.
Während er im Zimmer auf= und abgehend von Waren=
Agenten, Schiffsraten und Preisſteigerungen diktierte, konnte er
zwiſchendurch fragen: „Haben Sie noch Geſchwiſter, Fräulein
Berthold!”
„Nein, Herr Döhlen, ich ſtehe ganz allein in der Welt”, ſagte
Chriſtine, und ihre ernſten Augen ſenkten ſich ſogleich wieder vor
dem warmen Blick Döhlens.
Dann blieb es eine Weile ſtill, er nahm ſeine läſſige
Wan=
derung wieder auf und diktierte in kühlerem Tone weiter von
Reis und Textilwaren, Glaswaren und Taſchenmeſſern, bis er
wieder begann: „Da fühlen Sie ſich wohl einſam, oder haben
Sie hier Bekannte?"
Chriſtine verneinte die Bekannten und ebenſo, daß ſie ſich
einſam fühlte; doch hielt ſie den Blick geſenkt, ſie wußte nicht,
warum ihr vorhin das Blut ſo in die Wangen geſtiegen war.
Da ſtand auch die ſchlanke Geſtalt Döhlens dicht neben ihr
und tat einen Blick auf das Geſchriebene. Sie fühlte den
diskre=
ten Duft eines köſtlichen Parfüms, das von ihm ausging und ſich
mit dem Zigarettenrauch vermengte. Es war ihr zumute, als
ſchlöſſen dieſe Rauchringe ſie wie mit Ketten zuſammen, und ſie
wagte nicht, ſich zu rühren, da ſie den Kopf des Mannes dicht an
dem ihren ſpürte.
Es klopfte, und ein junges Mädchen brachte einige
Schrift=
ſtücke zur Unterſchrift herein. — Wie erlöſt atmete Chriſtine auf
und ſtrich ſich das Haar aus dem glühenden Geſicht. Das junge
Mädchen an der Türe ſah fcharf nach ihr hin, und Chriſtine
be=
merkte dies in einiger Verwirrung. Als ſie ſpäter wieder ihren
Platz im Hauptkontor einnahm, ſah ſie, wie dasſelbe Mädchen im
Flüſterton zu ihrer Nachbarin über ſie redete, denn die Blicke der
beiden ſtreiften ſie neugierig wie vorſichtig taſtende Hände.
An dieſem Abend blieb ſie nicht zu Hauſe. Es war eine
ganz unbegreifliche Unruhe in ihr, und ſie machte nun ihren
erſten Spaziergang durch die Stadt.
In hellem Entzücken bileb ſie an der Alſter ſtehen, aber ſie
wagte nicht, allein eines der Dampfboote zu beſteigen. Mit
ſehn=
ſüchtigen Augen ſtand ſie an der Halteſtelle der Fähren. Einige
junge Herren ſtrichen um das ſchlanke, dunkle Mädchen herum,
und einer hatte wohl auch etwas zu ihr geſagt. Doch ſie ſchien
ihn nicht einmal bemerkt zu haben, denn achtlos ſchritt ſie an
ihm vorüber und bog langſamen Schrittes in einer der
gegen=
überliegenden Straßen ein. Alles erregte hier ihre
Bewunde=
rung, von den Produkten aller Erdteile an, die wunderbar
ver=
einigt in dem Schaufenſter eines großen Delikateſſengeſchäftes
lagen, bis zu den koſtbaren blitzenden Geſchmeiden eines
vorneh=
men Juwelierladens.
Ganz ſelig ging ſie weiter und betrachtete all die
Herrlichkei=
ten mit ſtaunenden Augen, wie ein Kind, das vor ſeinem
reich=
gedeckten Weihnachtstiſch ſteht.
Alle Unruhe war von ihr gewichen, ſie ging fröhlich unter den
Menſchen einher und bedauerte zum erſten Male, daß ſie keine
Freundin oder ſonſt einen Menſchen hier hatte, mit dem ſie ihre
Freude und ihre Eindrücke teilen konnte.
Auf dem Rückweg ging ſie noch einmal an die nun im
Abend=
licht glitzernde Alſter, auf der es von kleinen Segel= und
Ruder=
booten wimmelte, die hinausfuhren in das große Alſtevbaſin.
Weiße Schwäne ſtrichen in Scharen hinterher, und lachende
weiß=
gekleidete Geſtalten warfen ihnen aus den Booten Futter zu.
Manchmal trug der Wind die Töne einer Muſikkapelle an
Chri=
ſtinens Ohr, und dies alles ſteigerte ihre Freude an dem ſchönen
Abend zu einem wahren Glücksempfinden.
Müde von der weichen Luft des warmen Maienabends kehrte
Chriſtine in ihr Heim zurück und brachte ein ſtilles Verwundern
mit nach Hauſe, daß ſie ſoviel Luſt in ſich ſpürte, fröhlich zu ſein
und zu lachen, wie ſie es lange nicht mehr getan.
Am folgenden Sonntag fuhr ſie mit ihrer Wirtin und deren
ſünfzehnjähriger Tochter auf der Elbe nach Teufelsbrücke. Dort
wollten ſie ihren Kaffee trinken und dann zu Fuß weiter nach
dem elbaufwärts gelegenen Blankeneſe gehen.
Als Chriſtine eben in den Garten der Konditorei einbiegen
wollte, prallte ſie faſt mit einem jungen Herrn zuſammen, der
entſchuldigend ſogleich den Hut vor ihr zog. Seine ſcharfen
hellen Augen blieben dabei ſekundenlang auf Chriſtinens
ſchma=
lem Geſicht haften und ſchienen ſich nur widerwillig von dem über
und über errötenden Mädchen loszureißen. Die wandte den
Kopf und ſah ihn neben einer eleganten jungen Dame in einem
Dog=cart Platz nehmen, auf deſſen Hinterſitz ein Groom ſaß.
Noch einmal bog der junge Herr den Kopf ſeitwärts nach
Chriſtine, die wie erſtarrt daſtand und auf die junge Dame mit
den blonden flattrigen Ringelhärchen blickte. Das gertenſchlanke
Mädchen trug ein elegantes graues Koſtüm, und ein
Veilchen=
ſtrauß ſteckte an ihrer Bruſt. Sie hatte eben die Zügel ergriffen,
als ihr Begleiter neben ihr aufſprang und ihr ruhig dieſelben
aus der Hand nahm. Mit einer faſt ſcheuen, demütgen
Ge=
bärde überließ dieſe dem jungen Mann die Zügel und bog ſich in
den Sitz zurück. Dabei glitt ihr Blick über die Vorübergehenden
und ſtreifte Chriſtinens erblaßtes Geſicht. Doch gleichgültig irrten
ihre Augen darüber hinweg, ein liebreizendes Lächeln flog um
den hübſchen, roten Mund, als ſie ſich plaudernd zu ihrem
Be=
gleiter neigte, der jetzt die Zügel ſtraffzog und in wenigen
Augen=
blicken wie eine Viſion vor Chriſtinens Augen entſchwunden war.
Wie eine Traumwandlerin ging dieſe nun neben Frau
Tweſten, ihrer Wirtin, in das Reſtaurant hinein.
All die Erinnerungen an die gemeinſam verbrachte Kindheit
mit Suſi ſtürmten nun wild auf Chriſtine ein. Das war alſo
jetzt die zarte, blonde Suſi — dieſe vornehme junge Dame! Und
ihre Augen ſind fremd an mir vorübergegangen, dachte Chriſtine
mit wehem Herzen. Und ſie hätte doch Suſi aus Tauſenden
wie=
der herausgefunden. — Und der junge Herr neben ihr war wohl
ihr Bräutigam oder ihr Gatte? — Sie würde das wohl nie
er=
fahren, denn nun wußte ſie, daß es keine Brücke mehr gab von
der armen Angeſtellten der Firma Döhlen zu der vornehmen und
reichen Suſi Peters.
Und ein Gefühl grenzenloſer Bitterkeit ſtieg in ihr auf, ald
ſie an dieſe von dem Glanz des reichen Onkels umgebene
Jugend=
geſpielin dachte. Was hatte ſie ſelbſt denn bisher von all ihreis=
Fleiß, ihrer Pflichttreue gehabt? Sie wurde in der Welt
herum=
geſtoßen, kein Menſch nahm innigeren Anteil an ihrem Ergehenz
ſie arbeitete für eine kärgliche Bezahlung und fühlte doch, wie V
die Kraft und die Ausdauer beſäße, weit mehr zu leiſten als der
Durchſchnitt dieſer jungen Mädchen, mit denen ſie Tag für Tag
in einem Raume ſaß. Die ſprachen von Tanzen und Rudern, von
jungen Herren und vom Tennisſpielen, und von allen möglichen
Vergnügungen, die ihr fremd waren. Sie war doch auch jung
und ſpürte oft ein heißes Sehnen in ſich nach all dieſen Freuden,
die ein junges Mädchen beglücken konnten.
Die frohe Stimme der jungen Hella Tweſten riß ſie aus
ihrem trüben Sinnen heraus:
„Sehen Sie, Fräulein Berthold, da drüben kommt ein großer
Ueberſeedampfer heimgefahren!“
Da blickte Chriſtine hinüber und ſah auf dem Verdeck des
Ozeanrieſen Geſtalten hin= und herlaufen und Tücher ſchwenken,
ſo, als wollten ſie jedem Fremden und Unbekannten die Freude
der glücklichen Heimkehr vermelden. Dazu erklangen die luſtigen
Weiſen der an Bord befindlichen Muſikkapelle, und ſchäumende
Wellen liefen wie frohe, ausgelaſſene Gaſſenbuben als ſtändige
Begleiter neben dem ſtolzen Schiff her.
Lange ſah Chriſtine ihm nach, die Bitterkeit begann von ihr
zu weichen, und Wünſche und Hoffnungen aller Art für ihr
ferneres Leben verbanden ſich mit dieſem Anblick. Vorwärts
wollte ſie kommen, etwas erreichen im Leben; ſie wollte nun
be=
ginnen, die Ellenbogen zu gebrauchen, um an die Oberfläche zu
kommen, wie einmal der gute Herr Weißhaupt von ihr geſprochen
hatte. Die Firma Döhlen u. Sohn ſollte ihren Fleiß und ihre
Arbeitsluſt mit der Zeit auch anerkennen und ſehen, welch ſtarkes
Intereſſe ſie ihrem Beruf entgegenbrachte.
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