Einzelnummer 10 Pfennige
Anzeigenpreis:
Zu mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Alnzeigen 40 Reichepfg, Reilamezelle (92 mm
breil) 2.Reichsmark. Anzeigen von auswärte 40 Reichpfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspſg. 92 mm breite Rellame
zelſe 300 Reiſchsmart. Alle Preiſe in Reſchemark
1 Dollar — 420 Marll. — Im Falle höherer
Gewolt, wie Kieg Aüſrur Sfeil ub euſche
ſede Verpſlichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurz oder gerſchtliſcher Beltreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Banſſonto: Deutſche Bani und
Dars=
ſtädter und Natlonalbank.
Talette Lolesolrr
ZEITSCHRIRT HUR POLITIK
UND WiRSCFAR
Herausgeber Gustav Stolper
VERLAG UND REDAKTION: BERLIN W9, BELLEVUESTR. 14
Erscheint jeden Freitag. Einzelnummer RM 1.—. Inlands-Abonnement vierteljährlich RM 12.—.
Die grosse politisch-wirtschaftliche Wochenschrift ist heute für jeden
Gebildeten die notwendige Ergänzung seiner Tageszeitung.
UER „DEUTSCHE VOLKSWTRTB wendet sich daher an die Gebildeten
aller Schichten und Berufe, denen eine intime Kenntnis der wesentlichen
Vorgänge in Politik und Wirtschaft aus den Erfordernissen ihrer
beruf-
lichen Stellung oder aus persönlichem Bedürfnis Notwendigkeit ist und
die ein von parteilichen oder Interessenfärbungen befreites Material und
Urteil suchen.
AUS DEM KREIS DER AUFGABEN, DIE SICH „DER DEUTSCHE VOLKSWIRTR STELET,
ERGIBT SICH SEINE GLIEDERUNG:
GLOSSEN in denen die Redaktion sich und den Lesern
über den Sinn der bedeutsamen politischen und
wirtschaft-
lichen Ereignisse Rechenschaft gibt. Sachkenntnis und
Form sollen ihnen ihr Gewicht verleihen.
ARTIKEL, in denen Redaktion und Mitarbeiter aus
Wissenschaft und Praxis alle wichtigen Fragen erörtern.
Außenpolitik, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie,
Soziologie, Finanz- und Rechtsfragen sind das Stoffgebiet,
das mit der Autorität der Sachlichkeit bearbeitet wird.
WIRTSCHAFTSANALYSEN und eine allwöchentliche
Ubersicht über alle wichtigen Warenmärkte, die den Leser
über die Entwicklung aller Wirtschaftszweige unterrichten.
CHRONIK, die systematisch alle politischen und
wirt-
schaftlichen Vorgänge verzeichnet und die durch ihre
Stoff-
anordnung ein für jeden Leser benutzbares Archiv bildet.
STATISTISCHE TABELLEN, die allwöchentlichin neuer,
durchsichtigerForm allesverfügbarewirtschaftsstatistische
Material Deutschlands und der wichtigen Auslandsstaaten
nach dem neuesten Stand zusammenfassen (vollständiger
Börsenindex, Noten-Banken, Kreditmärkte, Produktion,
Verkehr, Außenhandel, Warenpreise, Löhne usw.).
NOTIZEN über alle Hnanziell und privatwirtschaftlich
erheblichen Erscheinungen, genaueste Analyse der
Vor-
gänge auf den Börsen und Geldmärkten.
BILANZANAL ISRN, die ausführlich und kritisch
die Rechnungsabschlüsse und den Stand aller
wichtige-
ren Gesellschaften behandeln. Niemand, der in
Deutsch-
land oder im Ausland an deutschen Wertpapieren
interessiert ist, aber auch niemand, der in den größeren
Unternehmungen die Zellen des Wirtschaftskörpers
erkennen will, wird dieses Material entbehren können.
ſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Juni.
twährend in der franzöſiſchen Innenpolitik.
man mit Kriſenbefürchtungen auf, und jeden
ſich vor der Kriſe, die der nächſte Tag
brin=
geſchieht nichts und allmählich bekommt man
nicht die Lage des Kabinetts die Urſache der
Politik iſt, ſondern die Nähe der Wahlen.
Kabinetts ſoll angeblich beſſer ſein, als man
ré hätte ſchon die Vertrauensfrage aufwerfen
r Zündholzfrage, wenn eben das Kabinett
e”, ſagen die unerſchütterlichen Anhänger der
Das alles ändert aber daran nichts, daß das
Gelegenheit mit neuen Angriffen und
Demü=
r Kammer bedacht wird. Man hatte gehofft,
ite wenigſtens zwei oder drei große Projekte
t deſſen muß man dauernd lavieren, kleinliche
ßen und jede Stunde des Programm der
Sei der Verhandlung des Zündholzmonopols
darauf hingewieſen, daß drei linksorientierte
Herriot und Painlevé, das Regierungsprojekt
n prinzipiellen Gründen natürlich. Es mutet
i ſonderbar an, wenn von oben her die Un=
Kabinetts betont wird. Aber die
eigen=
iſſe und die Nähe der Wahlen ſtellen alles auf
gen der Wahlen von 1928 wächſt ſtändig. Im
— es gibt dort jetzt eine Stichwahl — haben
n für die Unterſtützung der Kommuniſten
ent=
eine verzweifelte Geſte, aber die ganze Lage
nken in Frankreich iſt im Grunde genommen
on rechts her ausgegebene Parole, die
Be=
muniſten, wird die bürgerliche Linke ſo oder
ſt ſchon ſicher, daß die Wahlparole der
Rech=
ne voilä lennemi” ſein wird.
ußenpoliti: dreht ſich viel um Moskau. Der
llich erreicht, daß man viel über ihn ſpricht,
auf nicht beſonders ſtolz zu ſein, denn meiſtens
man die kommuniſtiſche Gefahr erwähnt, an
28. Manchmal an die franzöſiſchen Wahlen
energiſche Vorſtöße im fernen Oſten oder
Uebereinſtimmung der engliſchen
chen Politik und der Sinn der
Be=
indon, ſowie der engliſch=franzöſiſchen
kolonia=
n Paris wird immer klarer. Gleichzeitig
juniſtiſche Kampagne in beiden Ländern ge=
1zeitig greifen Frankreich und England
ko und Aegypten zu. Für Frankreich iſt dies
m, denn niemals wird es ſeine
nordafrika=
en Unruhen ganz los werden, ſolange in
miſten nicht gemaßregelt ſind.
ehen die Dinge etwas komplizierter für die
aſchend haben ſich die Südchineſen wieder
er=
entfalten eine verzweifelte Aktivität und es
gland nicht gelingt, den chineſiſchen Norden
zieren. Entweder ſind die meiſten Generäle
korrupter als man im allgemeinen annimmt
eine anſehnliche Leiſtung — oder aber es iſt
na im Grunde genommen alle Parteien der
indlich gegenüberſtehen. Denn die
nordchine=
hen einer nach dem anderen zum Süden über.
in London befürchten ſchon, daß die Kräfte
nicht ausreichen werden, das Gleichgewicht
n und daß deshalb ein Eingreifen
Ja=
vird. Japan ſteht heute aus finanzpolitiſchen
ark unter engliſchem Einfluß. Und die Inter=
Englands und Amerikas in China ſcheinen
ert zu ſein. Es iſt dabei beſonders intereſſant,
ſchen Kolonialpolitik eine Richtung im
Erſtar=
velche in der fernöſtlichen Politik alles vom
ochinas aus betrachtet. Man intereſſiert
ommen nur für Indochina und die
angrenzen=
ſt der Beſitz der Schanghaier Konzeſſion
er=
zöſiſchen Politikern nur aus Preſtigegründen
chaftlichen Intereſſen Frankreichs in
Schang=
rächtlich, aber man neigt dazu, ſie nur als
aufzufaſſen. Dagegen wird Indochina und
äre von jedem für prinzipiell wichtig gehalten.
tik Swwyeiraptanv.
Moskau, 9 Juni.
Die Ermordung Wojkows hat in der Sowjetunion eine
allgemeine Erregung hervorgerufen. Aus Charkow,
Leningrad, Minfk, Swerdlowſk und Kiew werden zahlreiche
Proteſtverſammlungen und Kundgebungen gemeldet. In
Mos=
kau nahmen an den Demonſtrationen mehrere hunderttauſend
Perſonen teil. Beſonders groß waren die Demonſtrationen vor
dem Gebäude des Außenkommiſſariats, wo Demonſtrationszüge
von 3 Uhr nachmittags bis ſpät abends vorbeidefilierten. Die
Worowſkiſtraße, wo ſich die polniſche Miſſion befindet, war durch
verſtärkte Milizaufgebote abgeſperrt. Die angenommenen
Reſo=
lutionen heben hervor, daß die Ermordung Wojkows im engen
Zuſammenhang mit der ſowjetfeindlichen Politik Englands ſtehe,
und weiſen darauf hin, daß die polniſche Regierung die
Ver=
antwortung für den Mord trage. Sie verlangen ſtrenge
Be=
ſtrafung des Mörders und Liquidierung der weißgardiſtiſchen
Organiſationen.
liſchem Einfluß zugeſchrieben. Es heißr dazu unier anverem:
Demnach iſt es völlig klar, daß die engliſche
Re=
gierung, die die Kriegsvorbereitungen gegen
die Sowjetunion mit allen Mitteln und auf
allen Wegen in raſchem Tempo betreibt,
be=
ſtrebt iſt, die friedliche Arbeit der Sowjets zu
ſtören. Die Sowjetregierung hält es für ihre Pflicht, die
ſowjetfeindliche Politik des britiſchen Kabinetts und ſeiner
Agenten aufzudecken. Sie richtet an die werktätige Bevölkerung
den Aufruf, die Fabriken, Stationen uſw. zu ſchützen, und macht
es der G.P.U. zur Pflicht, entſchiedene Maßnahmen
zum Schutze des Landes vor ausländiſchen
Brandſtiftern Spionen und Mördern zu
er=
greifen. Die Regierung erklärt, daß ſie,
ge=
ſtützt auf die werktätigen Maſſen, das Land
von Feinden ſäubern und es verſtehen werde,
das ſozialiſtiſche Aufbauwerk vor jeglichen
Anfchlägen zu ſchützen.
herige Haltung der franzöſiſchen Außenpolitik
Zuſammenkunft ſcheint zu beweiſen, daß das
wiſchen Paris und London ſich auf die
euro=
ſungen nicht ausdehnt. Das ſchließt aber
daß die franzöſiſche Politik ſich an vielen
der engliſchen geſchaffenen Lage anzupaſſen
Jen prinzipiell wichtigen Punkten iſt aber ſeit
London nichts geſchehen. Weder auf dem Balkan noch in den
Mittelmeerfragen, inſofern ſie ſich auf das — übrigens recht
labile — Gleichgenicht zwiſchen Frankreich, Italien und
Spa=
nien beziehen, noch — und das wäre das wichtigſte — in dem
Verhältnis zu Rußland. Frankreich hütet ſich davor, ſeine
Neutralität zwiſchen London und Moskau aufzugeben, obzwar
man zu London neigt und für die Ruſſen privatim eine ganz
hübſche Rechnung zu präſentieren hatte. Man legt dieſe
Rech=
nung jetzt beiſeite, mit der Abſicht, ſie ſofort, wenn es möglich iſt,
wieder herauszuſrchen.
Es gibt ſehr viele Gründe, die annehmen laſſen, daß die
franzöſiſch=engliſche Einigkeit auch in Genf vollſtändig ſein
wird. Nach der in ganz Europa herrſchenden Stimmung ſollen
die Ausſichten, was die Fortentwicklung der europäiſchen
Verſtändigung betrifft, ziemlich trübe ſein. Tatſächlich
er=
fordert die Lage eine Initiative Briands. Man zerbricht ſich
den Kopf darüber, ob er ſie unternehmen wird.
Seite 15
Donnerstag den 9 Juni 1927
Nummer 158
Nessel
80 cm breit . . . . . .
Nessel
solide kräftige Qualität.
Mtutif
Haustuche
150/160 cm breit, 8
Haustuch
140 cm br., voll, weiß geb.
Haustucl
150 cm br., sol. Qual, für B
Hau,Stulch
150 cm br., schwere Ia On
Halbilein
150 cm breit, extra preiswe
Halblein
150 cm br., solide kräftige
Halblein
150 cm br., schwere 1a 0r
1 Posten
C retonn
80 cm breit, solide Qualität
süddentsche Ware, für
Art Wäsche .. . lleter 0
Bettfedern.
Reinigung
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Beiten und Polſtermöbel
Jahob Heymann Teleph. 970
Tapeziermeiſter, Beſſungerſtr. 75 B 9105
Eſchollbrücher=
Farben=Krauth ſrahe 284692 Arhei
AUS DER LANGEN REIHE DER BISHERIGEN MITARBEITER SEIEN GENANNT
Botschafter a. D. Viscount DABERNON, London / Professor S. P. ALTMANN, Mannheim / Dr.
Fritz BAADE, Berlin / Dr. Fritz DEMUTH, Berlin / Helene DUGZINSKA-POLANFI, Wien
Dr. Fritz ELSAS, Berlin / Prof. Louis EISENMANN, Paris / Walther FEDERN, Wien / Geh. Rat
Direktor Dr. W. FRISCH, Berlin / George GLASGOW, London / Prof. T. E. GREGORT, London
Prof. Dr. E. GROSSMANN, Berlin / Dr. L. Albert HAHN, Frankfurt a. M. / Prof. Henri HAUSER,
Paris / Prof. Dr. Friedr. HATDUCK, Berlin / Prof. Dr. Heinrich HERKNER, Berlin / Ministerialrat
W. HETDEN, Berlin / Prof. Hans KELSEN, Wien / Dr. Aurel KOLNAI, Wien / Prof. Emil
LEDERER, Heidelberg / Oswig LUTTIG, Berlin / Dr. Wilhelm MAUTNER, Amsterdam / Prof.
A. MENDELSSOHN-BARTHOLDT, Hamburg / Dr. F. W. MOHR, Hamburg / Dipl.-Ing. F. ZUR
NEDDEN, Berlin / Abg. Prof. Bertrand NOGARO, Paris / Prof. Dr. Arthur NUSSBAUM, Berlin
Prof. Dr. Josef REDLICHI, Cambridge, U. S. A. Priv.-Doz. Dr. Kurt RITTER, Berlin / Min. a. D.
Dr. W. SCHALL, Stuttgart / Prof. Dr. Josef SCHUMPETER, Bonn / Dr. Felix SOMART, Zürich
Dr. Fritz Georg STEINER, Paris / Dr. Walther SÜLZBACH, Frankfurt a. M. / Dr. Theodor
VOGELSTEIN, Berlin / Prof. Robert WILBRANDT, Tübingen / Prof. Kurt WIEDENFELD, Leipzig
EINIGE URTEILE DER PRESSE UBER DENDEUTSCHEN VOLKSWIRTC
der Deutſchen demokr
Freitag, den 10. Juni, abends
Dr. Hieber=Stuttgart, Ste
Reichsſchulgeſetz ur
Regierungsrat Vog
Beamtenpolitik in
Nektor Reiber=Darmſ
Aktuelle Beamtenfragen
Jonntag, den 12. Juni, vorm. 11½. Uhr, im Saalbau
Rehublikaniſche Kundgebung
Redner: Kuliusminiſier Leers=Baden.
BANKBBAMTRN-ZEITUNG
„Der deutsche Volkswirt” eine neue Zeitschrift für
Politik und Wirtschaft, behandelt alle Gebiete des
deutschen Wirtschaftslebens .. . . sehr gründliche
Bilanzkritiken. Der Inhalt ist zweifellos geeignet, einen
guten Uberblick über die wichtigen Ereignisse in der
deutschen Volkswirtschaft zu geben.
BRAUNSCHWEIGISCHE LANDES-ZEITUNG
Wir wünschen der wirklich wertvollen und
gehalt-
vollen, sachlichen Zeitschrift weiteste Verbreitung.
BRESLAUER HEITING, BRESLAU
Alle Fragen der Außenpolitik, Wirtschaftspolitik und
Wirtschaftstheorie, Soziologie, Finanz- und Rechtswesen
wer-
den in längeren und kürzeren Artikeln behandelt. Statistische
Tabellen zur Konjunkturbeobachtung und ausführliche
Bilanz-
kritiken ergänzen den gediegenen Inhalt der bisher
vor-
liegenden Hefte.
CHEMNITÄER ALLGEMEINE ZEITUNG
Die Zeitschrift unterrichtet in sachverständiger Weise
und in gediegener Form über alle politischen und
wirt-
schaftlichen Ereignisse. Das beigefügte statistische Material
ist übersichtlich geordnet, gut verwertbar. Die
ver-
öffentlichten Artikel sind von namhaften Verfassern und
klar geschrieben. Sie ermöglichen eine schnelle und
um-
fassende Orientierung, wie sie auch der interessierte
Nichtvolkswirt heute braucht.
DESSAUER AEITUNG
Man kann diese neue Zeitschrift nur wärmstens begrü-
Ben. Ein Organ, das dem weltbekannten
engli-
schen „Economist” entspräche, hatten wir bisher in
Deutschland noch nicht.
DRESDNER BANK, HITTEILUNGEN DER GENOSSEN-
SCHAFTS-ABTEILUNg"
Der Inhalt ist zweifellos auch für die
genossen-
schaftlichen Volksbanken von ganz besonderem
Interesse, weil er einen guten Ueberblick über die
wich-
tigsten Wirtschaftsvorgänge gibt. Daneben werden von
maßgebenden Wirtschaftsführern die Gegenwartsfragen der
Wirtschaft in ausgezeichneten Artikeln bearbeitet.
NEUER GÖRLITHER ANZEIGER
Diese Wochenschrift hat den Vorteil, daß an ihr einige
unserer größten Nationalökonomen mitarbeiten. Aus
Wissenschaft und Praxis werden alle wichtigen Fragen
der Wirtschaft und Politik erörtert. Eine Zeitschrift, die sich
bald einen großen Leserkreis erworben haben dürfte.
HANBURGER ECH0
Eine neue Zeitschrift ist auf dem deutschen
Zeitschriften-
markt erschienen. Man wird sich vielleicht fragen, woher
dieses neue Unternehmen sich seine Leserschaft beschaffen soll.
Dennoch gibt der Ruf und die Fähigkeit des Herausgebers
Stolper eine gewisse Gewähr für den Erfolg. Stolper hat
durch seine glänzende und treffsichere Aphoristik
und sein ausgezeichnetes politisches und
volkswirt-
schaftliches Wissen berechtigtes Aufsehen erregt.
HEIDELBERGER TAGEBLAHT
Die Hefte zeichnen sich durch einen ungemein reichen
und anregenden Inhalt aus.
KALTOWITHER ZEITUNG
„Der deutsche Volkswirt” steht auf einem hohen
Niveau und ist besonders wertvoll durch die laufende
Darstellung der Zusammenhänge von Politik und Wirtschaft.
Seandg Rußes
Wzu hriz
KöLNISCHR AEITUNG
... reiche u. anregende Informationsguelle...
KöNIGSBERGER ALLGEMEINE ZEITING
Die vielseitige und anregend geschriebene
Zeit-
schrift wird sicher vielen ein ständiger Begleiter und
Ratgeber werden.
HÜNCHRNER HEITUNG
Die neue Zeitschrift bringt reichen Inhalt in kritischer
Form und übersichtlicher Gliederung.
MÜNCHENER NEUESTE NACHRICHIHN
Der Herausgeber dieser neuen groß angelegten
Wochen-
schrift, Gustav Stolper, ist weitesten Kreisen Deutschlands
und Osterreichs bekannt. Sein Name, im Verein mit einer
ganzen Reihe von prominenten Mitarbeitern, lassen das
Ziel der Zeitschrift: ein repräsentatives Organ der
deutschen Wirtschaft und Politik zu werden, nicht
als zu hoch gegriffen erscheinen.
MÜNSTERSCHE AEITUNG
Obschon bereits eine stattliche Reihe von Zeitschriften
wirtschafts-politischen Inhalts vorhanden ist, kann man eine
Zeitschrift wie diese nicht als überflüssig bezeichnen. Im
Gegenteil. Sie füllt eine fühlbare Lücke aus.
NEUE PFALZISCHE LANDBSZEITUNG
Man kann ruhig sagen, daß diese Zeitschrift einem
ver-
spürbaren Mangel der volkswirtschaftlichen Zeitschriften
Abhilfe schafft. Nicht als ob es an volkswirtschaftlichen
Zeitschriften gefehlt hätte. Aber die meisten bestehenden sind
nur einem engen Kreis van Lesern zugänglich, weil verständlich.
Sie sind zumeist zu theoretisch aufgezogen, behandeln zuviel
Fragen mehr akademischer Natur. Die vorliegende Zeitschrift:
„Der deutsche Volkswirt” gibt praktische Orientierung
über alle aktuellen politischen (nicht parteipolitisch) und
wirt-
schaftlichen Fragen, bleibt immer, wo es auch schwer
fallt, objektiv und damit wissenschaftlich. Der
Ton ist vornehm wie die ganze Aufmachung der
Zeitschrift.
STUTTGARTER NEURS TAGBLAIT
Die von Gustav Stolper herausgegebene Wochenschrift
wird immer mehr ein notwendiges Reguisit derer,
denen es um ein sachliches Verstehen der die Gegenwart
be-
wegenden politischen und wirtschaftlichen Fragen geht.
SÜDDEUTSCHE AEITUNG
Eine Fülle von Streiflichtern, die in ausgezeichneter
Form inländische und ausländische Fragen und Verhältnisse
kurz beleuchten. Im übrigen wöchentlich das unglaublich
reichhaltige Zahlenmaterial über Börsen, Notenbanken,
Warenmärkten und Bilanzen . . . Das Erscheinen dieser
Wochen-
schrift ist Anzeichen unseres Wiederaufstiegs.
VOTGTLANDISCHER ANZEIGER UND TAGEBHATT
Wir glauben schon heute die neue Zeitschrift, die sich
durch rühmliche Sachlichkeit und außerordentliche
Vielseitigkeit auszeichnet, allen am Wirtschaftsleben
In-
teressierten empfehlen zu können.
WESER-ZEITUNG
Diese Wochenschrift, die sich in wenigen Wochen eine
führende Stellung in der deutschen Offentlichkeit
errungen hat, ist außerordentlich reichhaltig.
Zurrwarme . 14- e.
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 184 C.
Woogs=Polizei=Wache
Wfck
für Ausflügler.
Tägl. friſche Wurst- u. Fleischwaren
Dieſe Verſammlungen ſind öffentlich
Eintritt frei.
astr. 52, Cel. 842
Butter-Abschlag!
Holländische Süßrahm-
TAFELBUTTER
äalſch riſch. 4ySS.
Waldstraße 11
Sicherl8 —
Einzelnummer 10 Pfennige
Mar
bauisit derei,
Gegennart be=
zeichnetel
n„d Verhältuig
uuglaudlig
ernf
Ait
EMIGE URTEILE AUS LESERKREISEN UBAR DEN,DEUTSCHEN VOLKSWIRT
GRAF A. BASSEWITZ, Burg Schlitz i. M.
„Der Volkswirt” ist m. E. die bisher einzige deutsche
Zeitschrift, welche den Anforderungen entspricht, die
man in England seit langer Zeit an Zeitschriften
vom Range z. B. des „Economist” zu stellen gewohnt
war. Die große Objektivität, deren „der Volkswirt” sich
befleißigt, ermöglicht es seinen Lesern zudem, alle von ihm
behandelten Fragen endlich einmal nicht durch die mehr oder
minder getrübte Parteibrille zu betrachten.
GEHI. KONMER-
ZIENRAN Dr.
FELIK DEUISCH,
Vorsitzender des
Vorstandes der
A. B. G.
... Ihr Blatt
nicht nur
ausge-
zeichnet über rein
wirtschaftliche,
aktu-
elle Dinge
infor-
miert, sondern auch
tischen Fragen
Stel-
lung nimmt und das
politische
Fangball-
spiel durchführt. Ihre
Bilanzbesprachun-
gen orientieren sehr
eingehend —
beson-
ders in der Kritik —
über den Stand der
Aus der Woche:
Gesellschaften, und
das, was Sie im
ein-
zelnen auszusetzen
haben, ist eine
wert-
in Niederländiuch Ipdiep / Siam gourerdner Siant /
volle Anregung aus
Unfreie Kreditpolitik
Ihrer Einstellung her-
Geist und Technik der Finanzverwaltung
aus gesehen. — Die
Probleme der deutschen Automobilindustrie
verschiedenen Arti-
Das Brennholz „
Volkswirtschaftliche Produktinitzt
kel über Haupt-
Chronik
problemeder deut-
Statistik
schen Wirtschaft
Deutschland / England / Frankreiel /
oder fremder Länder
Düuswark / Finnland / lagen
zeugen von Ihrer
Notenbanken:
Reichsbunk / Bank von Eurland /B=
Kenntnis, sich die
Manten vn Lwste
— iahtiman-Mitanhaitan-
Ber
Geutselte Sor Zwtre
znirtschattlichpol- ZEITSCHRIFT FÜR POLITIK
UND WIRTSCHAFP
Herausgeber Gustav Stolper
VERLAG UND REDAKTION: BERLIN W9, BELLEVUESTR. 14
Rrscheind ioden Freiltag. Kinzelnummer RM 1.—.
Ini=
hrlick RM 12.—
Inhalt:
Die Weltwirtschaftsdebatte / Die Stimme Usterreichs / Kohlenpreiserhöhungt /
Wohlfahrtsmini-
sterinm und Berliner Wohmmgshau / Das Reiceh als Unternehmer Prenden und die Reichsbohn
Ungerpreudischer Finanzausgleich / Internationale und deutsche Rohstahlgemeinschaft
Krank-
meldungen und Knappschaltenorelle 1 Um den Kalitrust / Die Wandluns der Hesierung Baldwiv
Klassenkampf oder Folitik der Mittek / Die ewige Kriegsschuldendebatte / Die faschistische Lüre
„Freigbbauf im Ruland Heine Note zn Chlna 1 Autzugzuktion im lonan Der geue loltennsd
b bestell
h die Zeitschrift
DER DEUTSCHE VOLKSWIRN
Inlands-Preis Mk. 12.— für 1/, Jahr
ferung soll erfolgen
bis auf Widerruf
ab .
vorläufg für 1 Monat zum Preise von Mk. 4.—
* Nichtzutreifendes bittet man durchzustreichen.
Abonnementsbetrag wird gleichzeitig auf das Postscheckkonto
in 87448 „Der deutsche Volkswirt‟ G. m. b. H. eingezahlt.
EDUARD HAMM, Minister a. D., Geschäftsführendes
Präsidial-
mitglied des Deutschen Industrie- und Handelstages, Berlin
Ihren „Deutschen Volkswirt” lese ich von seinem Entstehen
an mit großer Aufmerksamkeit und Freude. Nach meinem Urteil
hält die Zeitschrift stets einen hohen Stand ein. Sie
istaußerordentlich anregend und anziehend geschrieben.
Ich bin oft erstaunt darüber, wie reichhaltig sie ist und wie
sie es versteht, die Gründlichkeit der Beurteilung mit
Raschheit der Stellungnahme zu vereinen.
BARON EDUARD
VON DER HEFDT,
Von der Hevdt’s
Bank A.-G., Berlin".
Ihre Zeitschrift
ist m. G.
unent-
behrlich für jeden
Bankier,
Volks-
wirtschaftler und
Politiker.
Abge-
sehen von dem
her-
vorragenden
sta-
tistischen
Mate-
rial bringt sie stets
bedeutsame Hinweise
politischer Natur und
übertrifft dadurch
noch an
Bedeu-
tung die
führen-
den
angelsächst-
schen
Zeitschrif-
ten, wie den
engli-
schen „Economist‟
und das
amerikani-
sche „Commercial &
Financial Chronicle‟,
welchen beiden Zeit-
„ Gustav Stolper
Joseph Schumpeter, Bonn
schriften Ihr wertes
Dipl.-Ing. P. Friedmann
Blatt im übrigen in
„ Dr. Otto Jellinek, Heidelberg
jeder Weisg
ebenbür-
einticti- Fiörauigr
tig ist. Ich freue
mich, daß seit
Er-
gen 1 Schweden !
scheinen des „
Deut-
schen Volkswirt‟
Zanken der Vereinisten
Deutschland
end-
lichdiewirtschaft
lichdiewirtschaft-
liche Wochen-
Oea
en!
schrift besitzt,
die bisher fehlte
und die heute
je-
der, der im
wirt-
schaftlichen oder
politischen Leben
steht, 1esen muß.
Dr. OTT0 JEIDALS,
Geschäftsinhaber
11927
der Berliner
Han-
dels-Gesellschaft
... daß nach
meiner Überzeugung
deutsche Volkswirt erscheint jeden Freitag im Umfang von 48 Seiten
Blatt regelmäßig und nie ohne Belehrung und Nutzen lese.
” alle Erwartungen, die an das
n Wochenschrift geknüpft wurden,
t. Die vortreffliche Einteilung
wirtschaftliche Notizen, in eine
be-
eren Artikeln, in Chronik und Statistik
prechung von Bilanzen erweist sich
g, und die Qualität des Gebotenen
rkennung. Ich selbst finde vom
dichkeit des Lesers ganz besonders
hronik und als sehr instruktiv
ftlichen Notizen im Anfang des
vorbildlicherweise politisch, aber
er die wichtigsten Vorkommnisse ge-
Wesentliche beschränkt und völlig
un-
abhängig von Einflüssen irgendwelcher Artim Urteil.. . Von aus-
Anzeigenpreis:
fet.
Zu mm breite Zeille im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
FinanzeAnzeigen 40 Reichepfg, Reilamezelle (92 mm
breit 2 Reichsmark. Anzelgen von auswäris 40 Reichpfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reiſchspfg., 92 mm brelte Rellame
zeiſe 300 Reſchsmart. Alle Preiſe in Reichemart
1 Dolſar — 420 Marll. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streik uſw erliſcht
ede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreidung fällt ſeder
Nabatt weg. Banſionto: Deutſche Bani und Darse
ſtädter und Natonalbani.
iN Sowlerruplanp.
Moskau, 9 Juni.
Die Ermordung Wojkows hat in der Sowjetunion eine
allgemeine Erregung hervorgerufen. Aus Charkow,
Leningrad, Minſk, Swerdlo)ſk und Kiew werden zahlreiche
Proteſtverſammlungen und Kundgebungen gemeldet. In
Mos=
kau nahmen an den Demonſtrationen mehrere hunderttauſend
Perſonen teil. Beſonders groß waren die Demonſtrationen vor
dem Gebäude des Außenkommiſſariats, wo Demonſtrationszüge
von 3 Uhr nachmittags bis ſpät abends vorbeidefilierten. Die
Worowſkiſtraße, wo ſich die polniſche Miſſion befindet, war durch
verſtärkte Milizaufgebote abgeſperrt. Die angenommenen
Reſo=
lutionen heben hervor, daß die Ermordung Woikows im engen
Zuſammenhang mit der ſowjetfeindlichen Politik Englands ſtehe,
und weiſen darauf hin, daß die polniſche Regierung die
Ver=
antwortung für den Mord trage. Sie verlangen ſtrenge
Be=
ſtrafung des Mörders und Liquidierung der weißgardiſtiſchen
Organiſationen.
liſchem Einfluß zugeſchrieben. Es heißt dazu unter anverem:
Demnach iſt es völligklar, daß die engliſche
Re=
gierung, die die Kriegsvorbereitungen gegen
die Sowjetunion mit allen Mitteln und auf
allen Wegen in raſchem Tempo betreibt,
be=
ſtrebt iſt, die friedliche Arbeit der Sowjets zu
ſtören. Die Sowjetregierung hält es für ihre Pflicht, die
ſowjetfeindliche Politik des britiſchen Kabinetts und ſeiner
Agenten aufzudecken. Sie richtet an die werktätige Bevölkerung
den Aufruf, die Fabriken, Stationen uſw. zu ſchützen, und macht
es der G. P.U. zur Pflicht, entſchiedene Maßnahmen
zum Schutze des Landes vor ausländiſchen
Brandſtiftern, Spionen und Mördern zu
er=
greifen. Die Regierung erklärt, daß ſie,
ge=
ſtützt auf die werktätigen Maſſen, das Land
von Feinden ſäubern und es verſtehen werde,
das ſozialiſtiſche Aufbauwerk vor jeglichen
Anfchlägen zu ſchützen.
tenundihre Auswirkungen.
ſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Juni.
twährend in der franzöſiſchen Innenpolitik.
man mit Kriſenbefürchtungen auf, und jeden
ſich vor der Kriſe, die der nächſte Tag
brin=
geſchieht nichts und allmählich bekommt man
nicht die Lage des Kabinetts die Urſache der
Politik iſt, ſondern die Nähe der Wahlen.
Kabinetts ſoll angeblich beſſer ſein, als man
ré hätte ſchon die Vertrauensfrage aufwerfen
er Zündholzfrage, wenn eben das Kabinett
e”, ſagen die unerſchütterlichen Anhänger der
Das alles ändert aber daran nichts, daß das
Gelegenheit mit neuen Angriffen und
Demü=
r Kammer bedacht wird. Man hatte gehofft,
ite wenigſtens zwei oder drei große Projekte
t deſſen muß man dauernd lavieren, kleinliche
ßen und jede Stunde des Programm der
Bei der Verhandlung des Zündholzmonopols
darauf hingewieſen, daß drei linksorientierte
Herriot und Painlevé, das Regierungsprojekt
n prinzipiellen Gründen natürlich. Es mutet
i ſonderbar an, wenn von oben her die Un=
Kabinetts betont wird. Aber die
eigen=
iſſe und die Nähe der Wahlen ſtellen alles auf
gen der Wahlen von 1928 wächſt ſtändig. Im
— es gibt dort jetzt eine Stichwahl — haben
n für die Unterſtützung der Kommuniſten
ent=
eine verzweifelte Geſte, aber die ganze Lage
inken in Frankreich iſt im Grunde genommen
on rechts her ausgegebene Parole, die
Be=
muniſten, wird die bürgerliche Linke ſo oder
iſt ſchon ſicher, daß die Wahlparole der
Rech=
ne voilä Lennemi” ſein wird.
ußenpoliti: dreht ſich viel um Moskau. Der
llich erreicht, daß man viel über ihn ſpricht,
auf nicht beſonders ſtolz zu ſein, denn meiſtens
man die kommuniſtiſche Gefahr erwähnt, an
18. Manchmal an die franzöſiſchen Wahlen
energiſche Vorſtöße im fernen Oſten oder
Uebereinſtimmung der engliſchen
chen Politik und der Sinn der
Be=
ndon, ſowie der engliſch=franzöſiſchen
kolonia=
n Paris wird immer klarer. Gleichzeitig
iuniſtiſche Kampagne in beiden Ländern
ge=
zzeitig greifen Frankreich und England
ko und Aegypten zu. Für Frankreich iſt dies
m, denn niemals wird es ſeine
nordafrika=
en Unruhen ganz los werden, ſolange in
emiſten nicht gemaßregelt ſind.
ehen die Dinge etwas komplizierter für die
aſchend haben ſich die Südchineſen wieder
er=
entfalten eine verzweifelte Aktivität und es
gland nicht gelingt, den chineſiſchen Norden
zieren. Entweder ſind die meiſten Generäle
korrupter als man im allgemeinen annimmt
eine anſehnliche Leiſtung — oder aber es iſt
na im Grunde genommen alle Parteien der
indlich gegenüberſtehen. Denn die
nordchine=
hen einer nach dem anderen zum Süden über.
in London befürchten ſchon, daß die Kräfte
nicht ausreichen werden, das Gleichgewicht
n und daß deshalb ein Eingreifen
Ja=
vird. Japan ſteht heute aus finanzpolitiſchen
ark unter engliſchem Einfluß. Und die Inter=
Englands und Amerikas in China ſcheinen
ert zu ſein. Es iſt dabei beſonders intereſſant,
ſchen Kolonialpolitik eine Richtung im
Erſtar=
velche in der fernöſtlichen Politik alles vom
ochinas aus betrachtet. Man intereſſiert
ommen nur für Indochina und die
angrenzen=
ſt der Beſitz der Schanghaier Konzeſſion
er=
zöſiſchen Politikern nur aus Preſtigegründen
chaftlichen Intereſſen Frankreichs in
Schang=
rächtlich, aber man neigt dazu, ſie nur als
aufzufaſſen. Dagegen wird Indochina und
äre von jedem für prinzipiell wichtig gehalten.
herige Haltung der franzöſiſchen Außenpolitik
Zuſammenkunft ſcheint zu beweiſen, daß das
wiſchen Paris und London ſich auf die
euro=
ſungen nicht ausdehnt. Das ſchließt aber
daß die franzöſiſche Politik ſich an vielen
der engliſchen geſchaffenen Lage anzupaſſen
„en prinzipiell wichtigen Punkten iſt aber ſeit
London nichts geſchehen. Weder auf dem Balkan noch in den
Mittelmeerfragen, inſofern ſie ſich auf das — übrigens recht
labile — Gleichgenicht zwiſchen Frankreich, Italien und
Spa=
nien beziehen, noch — und das wäre das wichtigſte — in dem
Verhältnis zu Rußland. Frankreich hütet ſich davor, ſeine
Neutralität zwiſchen London und Moskau aufzugeben, obzwar
man zu London neigt und für die Ruſſen privatim eine ganz
hübſche Rechnung zu präſentieren hatte. Man legt dieſe
Rech=
nung jetzt beiſeite, mit der Abſicht, ſie ſofort, wenn es möglich iſt,
wieder herauszuſrchen.
Es gibt ſehr viele Gründe, die annehmen laſſen, daß die
franzöſiſch=engliſche Einigkeit auch in Genf vollſtändig ſein
wird. Nach der in ganz Europa herrſchenden Stimmung ſollen
die Ausſichten, was die Fortentwicklung der europäiſchen
Verſtändigung betrifft, ziemlich trübe ſein. Tatſächlich
er=
fordert die Lage eine Initiative Briands. Man zerbricht ſich
den Kopf darüber, ob er ſie unternehmen wird.
Seite 15.
Donnerstag, den 9 Juni 1927
Nummer 4158
Nessel
80 cm breit . . . . . .
Nessel
solide kräftige Qualität .
Mdf
Mtltututuif
Haustuche-
150/160 cm breit, 8
Haustuch
140 cm br., voll, weiß gebl
Haustuck
150 cm br., sol. Qual, für B
Haustu ch
150 cm br., schwere Ia On=
Halblein
150 cm breit, extra preiswe
Halblein
150 cm br., solide kräftige
Halbleine
150 cm br., schwere 1a Or
Mftltutuftutututututuntututf
1 Posten
C retonn
80 cm breit, solide Qualität
süddentsche Ware, für
Art Wäsche .. . lleter 0
Bettfedern-
Reinigung
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Golz= und Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Beiten und Polſtermöbel
Jakob Heymann Teleph. g70
Tapeziermeiſter, Beſſungerſtr. 75 B 2105
Eſchollbrücher=
Farben=Krauth ſrobe 284894
AUS DER LANGEN REIHE DER BISHERIGEN MITARBEITER SEIEN GENANNT
Botschafter a. D. Viscount DABERNON, London / Professor S. P. ALTMANN, Mannheim / Dr.
Fritz BAADE, Berlin / Dr. Fritz DEMUTH, Berlin / Helene DUCZINSKA-POLANHI, Wien
Dr. Fritz ELSAS, Berlin / Prof. Louis EISENMANN, Paris / Walther FEDERN, Wien / Geh. Rat
Direktor Dr. W. FRISCH, Berlin / George GLASGOW, London / Prof. T. E. GREGORT, London
Prof. Dr. E. GROSSMANN, Berlin / Dr. L. Albert HAHIN, Frankfurt a. M. / Prof. Henri HAUSER,
Paris / Prof. Dr. Friedr. HAFDUCK, Berlin / Prof. Dr. Heinrich HERKNER, Berlin / Ministerialrat
W. HETDEN, Berlin / Prof. Hans KELSEN, Wien / Dr. Aurel KOLNAl, Wien / Prof. Emil
LEDERER, Heidelberg / Oswig LÜTTIG, Berlin / Dr. Wilhelm MAUTNER, Amsterdam / Prof.
A. MENDELSSOHN-BARTHOLDT, Hamburg / Dr. F. W. MOHR, Hamburg / Dipl.-Ing. F. ZUR
NEDDEN, Berlin / Abg. Prof. Bertrand NOGARO, Paris / Prof. Dr. Arthur NUSSBAUM, Berlin
Prof. Dr. Josef REDLICHI, Cambridge, U. S. A. Priv.-Doz. Dr. Kurt RITTER, Berlin / Min. a. D.
Dr. W. SCHALL, Stuttgart / Prof. Dr. Josef SCHUMPETER, Bonn / Dr. Felix SOMART, Zürich
Dr. Fritz Georg STEINER, Paris / Dr. Walther SÜLZBACH, Frankfurt a. M. / Dr. Theodor
VOGELSTEIN, Berlin / Prof. Robert WIL.BRANDT, Tübingen /Prof. Kurt WIEDENFELD, Leipzig
EINIGE URTEILE DER PRESSE UBER DENDEUTSCHEN VOLKSWIRT
BANKBBAMTEN-ZEITUNG
„Der deutsche Volkswirt”, eine neue Zeitschrift für
Politik und Wirtschaft, behandelt alle Gebiete des
deutschen Wirtschaftslebens .. . . sehr gründliche
Bilanzkritiken. Der Inhalt ist zweifellos geeignet, einen
guten Uberblick über die wichtigen Ereignisse in der
deutschen Volkswirtschaft zu geben.
BRAUNSCHWEIGISCHE LANDES-ZEITING
Wir wünschen der wirklich wertvollen und
gehalt-
vollen, sachlichen Zeitschrift weiteste Verbreitung.
BRESLAUHR AEITUNG, BRESLAU
Alle Fragen der Außenpolitik, Wirtschaftspolitik und
Wirtschaftstheorie, Soziologie, Finanz- und Rechtswesen
wer-
den in längeren und kürzeren Artikeln behandelt. Statistische
Tabellen zur Konjunkturbeobachtung und ausführliche
Bilanz-
kritiken ergänzen den gediegenen Inhalt der bisher
vor-
liegenden Hefte.
CHEMNITZER ALLGEMEINE ZEITUNG
Die Zeitschrift unterrichtet in sachverständiger Weise
und in gediegener Form über alle politischen und
wirt-
schaftlichen Breignisse. Das beigefügte statistische Material
ist übersichtlich geordnet, gut verwertbar. Die
ver-
öffentlichten Artikel sind von namhaften Verfassern und
klar geschrieben. Sie ermöglichen eine schnelle und
um-
fassende Orientierung, wie sie auch der interessierte
Nichtvolkswirt heute braucht.
DESSAUER EITUNG
Man kann diese neue Zeitschrift nur wärmstens begrü-
Ben. Ein Organ, das dem weltbekannten
engli-
schen „Economist” entspräche, hatten wir bisher in-
Deutschland noch nicht.
KöLNISCHE AEITUNG
... reiche u. anregende Informationsguelle...
KöNIGSBERGER ALLGEMEINE AEITING
Die vielseitige und anregend geschriebene
Zeit-
schrift wird sicher vielen ein ständiger Begleiter und
Ratgeber werden.
MÜNCHENER AEITUNG
Die neue Zeitschrift bringt reichen Inhalt in kritischer
Form und übersichtlicher Gliederung.
MÜNCHENER NEUESTE NACHRICHTHN
Der Herausgeber dieser neuen groß angelegten
Wochen-
schrift, Gustav Stolper, ist weitesten Kreisen Deutschlands
und Osterreichs bekannt. Sein Name, im Verein mit einer
ganzen Reihe von prominenten Mitarbeitern, lassen das
Ziel der Zeitschrift: ein repräsentatives Organ der
deutschen Wirtschaft und Politik zu werden, nicht
als zu hoch gegriffen erscheinen.
MÜNSTERSCHE AEITUNG
Obschon bereits eine stattliche Reihe von Zeitschriften
wirtschafts-politischen Inhalts vorhanden ist, kann man eine
Zeitschrift wie diese nicht als überflüssig bezeichnen. Im
Gegenteil. Sie füllt eine fühlbare Lücke aus.
NEUE PFALZISCHE LANDBSZEITUNG
Man kann ruhig sagen, daß diese Zeitschrift einem
ver-
spürbaren Mangel der volkswirtschaftlichen Zeitschriften
Abhilfe schafft. Nicht als ob es an volkswirtschaftlichen
Zeitschriften gefehlt hätte. Aber die meisten bestehenden sind-
Einzelnummer 10 Pfennige
EINIGE URTEILE AUS LESERKREISEN UBHR DEN„DEUTSCHEN VOLKSWIRT
GRAF A. BASSRWIIZ, Burg Schlitz i. M.
„Der Volkswirt” ist m. E. die bisher einzige deutsche
Zeitschrift, welche den Anforderungen entspricht, die
man in England seit langer Zeit an Zeitschriften
vom Range z. B. des „Economist” zu stellen gewohnt
war. Die große Objektivität, deren „der Volkswirt” sich
befleißigt, ermöglicht es seinen Lesern zudem, alle von ihm
behandelten Fragen endlich einmal nicht durch die mehr oder
minder getrübte Parteibrille zu betrachten.
GEH. KONMER-
ZIENRAT Dr.
FELIK DEUTSCH,
Vorsitzender des
Vorstandes der
A. B. G.
... Ihr Blatt
nicht nur
ausge-
zeichnet über rein
wirtschaftliche,
aktu-
elle Dinge
infor-
miert, sondern auch
tischen Fragen
Stel-
lung nimmt und das
politische
Fangball-
spiel durchführt. Ihre
Bilanzbesprechun-
gen orientieren sehr
eingehend —
beson-
ders in der Kritik —
über den Stand der
Aus der Woche:
Gesellschaften, und
das, was Sie im
ein-
zelnen auszusetzen
haben, ist eine
wert-
in Niederländiach Indien / Siam sourerdner Siant !
volle Anregung aus
Unfreie Kreditpolitik
Ihrer Einstellung her-
Geist und Technik der Finanzverwaltung
aus gesehen. — Die
Probleme der deutschen Automobilindustrie
verschiedenen Arti-
Das Brennholz „
Volkswirtschaftliche Produktinität
kel über Haupt-
Chronik
problemeder deut-
Statistik —
schen Wirtschaft
Dertchland Foslund Franknish Von
oder fremder Länder
Dänemark / Finnland / Japan
zeugen von Ihrer
Notenbanken-
Kenntnis, sich die
Staaten von Amerike /
richtigen Mitarbeiter
Die Börsen:
gewählt zu haben.
Citybriel / Pariuer Börue / New lorker Börue
GEH. LEGATIONS-
Berliner Effektenkurse
RATDr. W. FRISCH,
Warenmärkte:
Die Veisenmirkte / Wbrise Get
Dresdner Bank,
Motallmürkte
Berlin
Warenpreise
lch glaube, daß
Bilanzen:
wir in Deutschland
L-G. Niesky (Oberlansits) / F. Kupperrbusch & Söhne 4-G. Gelsenkirchen
kaum ein
Wochen-
blatt haben, das in
s0 präziser Weise
1. Jahrg. Rr. 33
die für die Wirtschaft
wichtigen
Tageser-
eignisse besprichtund
durch wertvolle
Aufsätze über aktuelle Themata dazu beiträgt, die
wirt-
schaftliche Erkenntnis zu fördern.
FRITÄGRADHANN, Präsident der Handelskammer Konstanz
Die Vielseitigkeit und besonders die Aktualität Ihrer
Zeitschrift auf allen Gebieten des politischen und
wirt-
schafts-politischen Lebens, die Aufsätze in gedrängter Form
Hervorragender Mitarbeiter ermöglichen dem im
öffent-
lichen Leben stehenden Leser, sich laufend über die
wechsel-
vollen Ereignisse unserer Zeit zu unterrichten. Sie ersetzt ihm
infolgedessen das Studium vieler nur Teilgebiete behandelnde
Fachzeitschriften.
ARTHUR VON GWINNER
Es ist mir ein Vergnügen Ihnen zu sagen, daß ich Ihr
Blatt regelmäßig und nie ohne Belehrung und Nutzen lese.
EDUARD HAMM, Minister a. D., Geschäftsführendes
Präsidial-
mitglied des Deutschen Industrie- und Handelstages, Berlin
Ihren „Deutschen Volkswirt” lese ich von seinem Entstehen
an mit großer Aufmerksamkeit und Freude. Nach meinem Urteil
hält die Zeitschrift stets einen hohen Stand ein. Sie
istaußerordentlich anregend und anziehend geschrieben.
Ich bin oft erstaunt darüber, wie reichhaltig sie ist und wie
sie es versteht, die Gründlichkeit der Beurteilung mit
Raschheit der Stellungnahme zu vereinen.
BARON EDUARD
VON DER HEFDT,
Von der Hevdt’s
Bank A.-G., Berlin
Ihre Zeitschrift
ist m. E.
unent-
behrlich für jeden
Bankier,
Volks-
wirtschaftler und
Politiker.
Abge-
sehen von dem
her-
tistischen
Mate-
rial bringt sie stets
bedeutsame Hinweise
politischer Natur und
übertrifft dadurch
noch an
Bedeu-
tung die
führen-
den
angelsächst-
schen
Zeitschrif-
ten, wie den
engli-
schen „Bconomist‟
und das
amerikani-
sche „Commercial &
Financial Chronicle‟,
welchen beiden Zeit-
Gustav Stolper
Joseph Schumpeter, Bonn
schriften Ihr wertes
Dipl.-Ing. P. Friedmann
Blatt im übrigen in
„ Dr. Otto Jellinek, Heidelberg
jeder Weise ebenvär-
Heisziel,-ferktigl
tig ist. Ich freue
mich, daß seit
Er-
tesen / Schweden /
scheinen des „
Deut-
schen Volkswirt‟
Deutschland
end-
lichdiewirtschaft
lichdiewirtschaft-
liche
Wochen-
schrift besitzt,
die bisher fehlte
und die heute
je-
wollmerkt / Rohwoll
der, der im
wirt-
schaftlichen oder
politischen Leben
steht, 1esen muß.
Dr. OTT0 JEIDELS,
Geschäftsinhaber
13. Mai 1927
der Berliner
Han-
dels-Gesellschaft
... daß nach
meiner Überzeugung
„Der deutsche Volkswirt” alle Erwartungen, die an das
Erscheinen dieser neuen Wochenschrift geknüpft wurden,
weit übertroffen hat. Die vortreffliche Einteilung
des Stoffes in politisch -wirtschaftliche Notizen, in eine
be-
schränkte Zahl von längeren Artikeln, in Chronik und Statistik
und schließlich die Besprechung von Bilanzen erweist sich
als überaus zweckmäßig, und die Qualität des Gebotenen
verdient höchste Anerkennung. lch selbst finde vom
Standpunkt der Bequemlichkeit des Lesers ganz besonders
wertvoll die kurze Chronik und als sehr instruktiv
die politisch-wirtschaftlichen Notizen im Anfang des
Blattes. Hier wird m. E. vorbildlicherweise politisch, aber
nicht parteipolitisch, über die wichtigsten Vorkommnisse
ge-
sprochen, kurz und auf das Wesentliche beschränkt und völlig
un-
abhängig von Einflüssenirgendwelcher Artim Urteil.. . Von aus-
Ber
Geulsette Gort Strr
rumatschatlichpol= ZEITSCHRIFT FÜR POLITIK vorragenden sta-
UND WIRTSCHAFT
Herausgeber Gustav Stolper
VERLAG UND REDAKTION: BERLIN W9, BELLEVUESTR. 14
M icden Preitag.
nmer RM 1.—. Inland-4
jahrlick RM 12.—
Inhalt:
Die Weltwirtschaftsdebatte / Die Stimme Usterreichs / Kohlenpreiserhöhungt /
Wohlfahrtsmini-
sterium und Berliner Wohwmgsbau / Das Reich als Unternehmer / Preucen und die Reichsbahu
ipgerpreukischer Finanzaussleich / Internationale und deutsche Rohstahlgemeinschaft
Krank-
meldungen und Knappschaftsnorelle Um den Kalitrust Die Wandluns der Regieruns Baldwin
Klassenkampl oder Folitik der Mittek / Die ewige Kriessschuldendebutte / Die faschistische Lüre
„Preisabbau, in Rudland / Keine Note an China / Stützungsaktiop in lapan / Der neue Volkerand
Reichsbank / Bank von Ensland / Bank von Frankreich / Federal Reserve Banken der Vereinisten
Etfoktenböre / Börzeninder / Geldmarkt / Derisenmarkt / Rhenania-Kunheim-Savierung / Der
Kompf um Hammerten / Die Aktien der Gemeinschaftegruppe / Mehrheitewschsel bei Boblen
Vereinigte Industrie-Unternehmungen A.-G. (Viag) / Schlesische Bergwerk-- und Hütten-A-G.
Beuthen, 0.S / Braunkohlen- und Brikettwerke Roddersrube A-G. Brühl / Chrirtopb 4 Unmuck
Anzeigenpreis:
Zu mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Aluzeigen 40 Reichspfg., Reilamezeile (92 mm
breil) 2 Reichsmarf. Anzelgen von auswärts 40 Reſchpfg.
FinanzeAnzeigen 60 Reſchspſg., 92 mm breite Rellame
jeſſe 300 Reichsmart. Alle Preiſe in Reſchemark
1 Dollar — 420 Marll. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krſeg. Aufruhr. Sſrel uſw erſcht
ede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſuz oder gerſchtiſcher Beitreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Banſkonto: Deutſche Bani und
Dars=
ſädter und Natlonalbank.
ſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Juni.
twährend in der franzöſiſchen Innenpolitik.
man mit Kriſenbefürchtungen auf, und jeden
ſich vor der Kriſe, die der nächſte Tag
brin=
geſchieht nichts und allmählich bekommt man
nicht die Lage des Kabinetts die Urſache der
Politik iſt, ſondern die Nähe der Wahlen.
Kabinetts ſoll angeblich beſſer ſein, als man
ré hätte ſchon die Vertrauensfrage aufwerfen
er Zündholzfrage, wenn eben das Kabinett
e”, ſagen die unerſchütterlichen Anhänger der
Das alles ändert aber daran nichts, daß das
Gelegenheit mit neuen Angriffen und
Demü=
er Kammer bedacht wird. Man hatte gehofft,
nte wenigſtens zwei oder drei große Projekte
t deſſen muß man dauernd lavieren, kleinliche
ßen und jede Stunde des Programm der
Bei der Verhandlung des Zündholzmonopols
darauf hingewieſen, daß drei linksorientierte
Herriot und Painlevé, das Regierungsprojekt
n prinzipiellen Gründen natürlich. Es mutet
n ſonderbar an, wenn von oben her die Un=
Kabinetts betont wird. Aber die
eigen=
iſſe und die Nähe der Wahlen ſtellen alles auf
egen der Wahlen von 1928 wächſt ſtändig. Im
— es gibt dort jetzt eine Stichwahl — haben
en für die Unterſtützung der Kommuniſten
ent=
eine verzweifelte Geſte, aber die ganze Lage
inken in Frankreich iſt im Grunde genommen
von rechts her ausgegebene Parole, die
Be=
imuniſten, wird die bürgerliche Linke ſo oder
iſt ſchon ſicher, daß die Wahlparole der
Rech=
ine voilä Lennemi” ſein wird.
—lu ßenpoliti: dreht ſich viel um Moskau. Der
dlich erreicht, daß man viel über ihn ſpricht,
auf nicht beſonders ſtolz zu ſein, denn meiſtens
man die kommuniſtiſche Gefahr erwähnt, an
es. Manchmal an die franzöſiſchen Wahlen
energiſche Vorſtöße im fernen Oſten oder
7.
Uebereinſtimmung der engliſchen
ſchen Politik und der Sinn der
Be=
ondon, ſowie der engliſch=franzöſiſchen
kolonia=
in Paris wird immer klarer. Gleichzeitig
nuniſtiſche Kampagne in beiden Ländern
ge=
hzeitig greifen Frankreich und England
kko und Aegypten zu. Für Frankreich iſt dies
m, denn niemals wird es ſeine
nordafrika=
hen Unruhen ganz los werden, ſolange in
emiſten nicht gemaßregelt ſind.
tehen die Dinge etwas komplizierter für die
aſchend haben ſich die Südchineſen wieder
er=
entfalten eine verzweifelte Aktivität und es
ngland nicht gelingt, den chineſiſchen Norden
nzieren. Entweder ſind die meiſten Generäle
korrupter als man im allgemeinen annimmt
eine anſehnliche Leiſtung — oder aber es iſt
ina im Grunde genommen alle Parteien der
eindlich gegenüberſtehen. Denn die
nordchine=
ehen einer nach dem anderen zum Süden über.
n in London befürchten ſchon, daß die Kräfte
nicht ausreichen werden, das Gleichgewicht
en und daß deshalb ein Eingreifen
Ja=
wird. Japan ſteht heute aus finanzpolitiſchen
tark unter engliſchem Einfluß. Und die Inter=
Englands und Amerikas in China ſcheinen
liert zu ſein. Es iſt dabei beſonders intereſſant,
iſchen Kolonialpolitik eine Richtung im
Erſtar=
welche in der fernöſtlichen Politik alles vom
dochinas aus betrachtet. Man intereſſiert
nommen nur für Indochina und die
angrenzen=
bſt der Beſitz der Schanghaier Konzeſſion
er=
nzöſiſchen Politikern nur aus Preſtigegründen
ſchaftlichen Intereſſen Frankreichs in
Schang=
trächtlich, aber man neigt dazu, ſie nur als
te aufzufaſſen. Dagegen wird Indochina und
häre von jedem für prinzipiell wichtig gehalten.
ii SuwlenApiwwe.
Moskau, 9 Juni.
Die Ermordung Wojkows hat in der Sowjetunion eine
allgemeine Erregung hervorgerufen. Aus Charkow,
eningrad, Minfk, Swerdlowſk und Kiew werden zahlreiche
roteſtverſammlungen und Kundgebungen gemeldet. In
Mos=
zu nahmen an den Demonſtrationen mehrere hunderttauſend
Perſonen teil. Beſonders groß waren die Demonſtrationen vor
em Gebäude des Außenkommiſſariats, wo Demonſtrationszüge
on 3 Uhr nachmittags bis ſpät abends vorbeidefilierten. Die
Vorowſkiſtraße, wo ſich die polniſche Miſſion befindet, war durch
rſtärkte Milizaufgebote abgeſperrt. Die angenommenen
Reſo=
utionen heben hervor, daß die Ermordung Wojkows im engen
Zuſammenhang mit der ſowjetfeindlichen Politik Englands ſtehe,
ind weiſen darauf hin, daß die polniſche Regierung die
Ver=
antwortung für den Mord trage. Sie verlangen ſtrenge
Be=
rafung des Mörders und Liquidierung der weißgardiſtiſchen
Organiſationen.
Liſchem EinſtUß zugeſchrieven, eg geip- Dunu .
Demnach iſt es völlig klar, daß die engliſche
Re=
gierung, die die Kriegsvorbereitungen gegen
die Sowjetunion mit allen Mitteln und auf
allen Wegen in raſchem Tempo betreibt,
be=
ſtrebt iſt, die friedliche Arbeit der Sowjets zu
ſtören. Die Sowjetregierung hält es für ihre Pflicht, die
ſowjetfeindliche Politik des britiſchen Kabinetts und ſeiner
Agenten aufzudecken. Sie richtet an die werktätige Bevölkerung
den Aufruf, die Fabriken, Stationen uſw. zu ſchützen, und macht
es der G.P.U. zur Pflicht, entſchiedene Maßnahmen
zum Schutze des Landes vor ausländiſchen
Brandſtiftern Spionen und Mördern zu
er=
greifen. Die Regierung erklärt, daß ſie,
ge=
ſtützt auf die werktätigen Maſſen das Land
von Feinden ſäubern und es verſtehen werde,
das ſozialiſtiſche Aufbauwerk vor jeglichen
Anſchlägen zu ſchützen.
sherige Haltung der franzöſiſchen Außenpolitik
Zuſammenkunft ſcheint zu beweiſen, daß das
zwiſchen Paris und London ſich auf die
euro=
hungen nicht ausdehnt. Das ſchließt aber
1s, daß die franzöſiſche Politik ſich an vielen
der engliſchen geſchaffenen Lage anzupaſſen
den prinzipiell wichtigen Punkten iſt aber ſeit
London nichts geſchehen. Weder auf dem Balkan noch in den
Mittelmeerfragen, inſofern ſie ſich auf das — übrigens recht
labile — Gleichgenicht zwiſchen Frankreich, Italien und
Spa=
nien beziehen, noch — und das wäre das wichtigſte — in dem
Verhältnis zu Rußland. Frankreich hütet ſich davor, ſeine
Neutralität zwiſchen London und Moskau aufzugeben, obzwar
man zu London neigt und für die Ruſſen privatim eine ganz
hübſche Rechnung zu präſentieren hatte. Man legt dieſe
Rech=
nung jetzt beiſeite, mit der Abſicht, ſie ſofort, wenn es möglich iſt,
wieder herauszuſuchen.
Es gibt ſehr viele Gründe, die annehmen laſſen, daß die
franzöſiſch=engliſche Einigkeit auch in Genf vollſtändig ſein
wird. Nach der in ganz Europa herrſchenden Stimmung ſollen
die Ausſichten, was die Fortentwicklung der europäiſchen
Verſtändigung betrifft, ziemlich trübe ſein. Tatſächlich
er=
fordert die Lage eine Initiative Briands. Man zerbricht ſich
den Kopf darüber, ob er ſie unternehmen wird.
Seite 15
Donnerstag den 9 Juni 1927
Nummer 158
Nessel
80 cm breit . . . . . .
Nessel
solide kräftige Qualität .
MA
Müfif
Haustuche
150/160 cm breit, s
Haustuch
140 cm br., voll, weiß geb.
Haustucl
150 cm br., sol. Qual., für B
Haustuch
150 cm br., schwere Ia On
Halblein
150 cm breit, extra preiswe
Halblein
150 cm br., solide kräftige
Halblein
150 cm br., schwere Ia.O1
Mftlutuftutuftuftuftutuntutuntuftf
1 Posten
C retonn
80 cm breit, solide Qualität
süddentsche Ware, für
Art Wäsche . . . Meter 0
Bettfedern-
Reinigung
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Betten und Polſtermöbel
Jakob Heymann Teleph. 270
Tapezierieiſter, Beſſungerſtr. 55 (B 9105
Farben=Krauth
Eſchollbrücker=
ſtraße 3 84692
der Deutſchen demokr
Freitag, den 10. Juni, abends
Dr. Hieber=Stuttgart, Ste
Reichsſchulgeſetz un
Regierungsrat Vo
Beamtenpolitik in
ländischen Freunden habe ich durchweg das
freund-
lichste Urteil über die Zeitschrift gehört und ausgesprochen
erhalten, daß eine solche Zeitschrift für den
Aus-
länder, der sich über deutsche wirtschaftliche
Verhältnisse informieren will, eine ernstlich
empfundene Lücke wirklich ausfüllt.
Dr. PAUT, KEIPNER,
Mitinhaber des Bankhauses Mendefssohn & Co.
lch bin der Meinung, daß es nicht ohne Bedeutung ist,
daß in Deutschland eine wirtschaftliche
Fach-
zeitschrift heranwächst, die es mit den
entsprechen-
den Blättern namentlich Londons und New Forks
aufnehmen kann.
Minister a. D. ERICH KOCH, M. d. R.
Der „Deutsche Volkswirt” ist mir ein wertvoller
Lesestoff geworden. Ich freue mich darüber, in wie
prachtvoller Unabhängigkeit von allen Interessenten
hier wirtschaftliche Fragen von Grund auf erörtert werden.
Der „Deutsche Volkswirt” hat meine Kenntnis auf manchem
Gebiet sehr erweitert.
LEGATIONSRAT VON KRAUSE, Schloß Bendeleben
Ich halte den „Deutschen Volkswirt” für die beste
Zeit-
schrift, welche wir auf diesem Gebietbisherin Deutschlandhaben
Dr. EDGAR LANDAUER, Vorstand der „Viag‟ Vereinigte
Industriewerke Aktiengesellschaft
lch freue mich immer wieder, daß Form und Inhalt
Ihrer Zeitschrift auf seltener Höhestehen. Besonders
wertvoll erscheint mir die Unabhängigkeit, die es
ermög-
licht, rein sachlich zu den mannigfachen Problemen Stellung
zu nehmen.
OBERBÜRGERMEISTER Dr. LANDHANN, Frankfurt a. M.
Die Lektüre des „Deutschen Volkswirt” hat mir bisher viel
Anregung gebracht und in mancher Beziehung auch zur Klärung
meiner Ansichten beigetragen. Ihre Zeitschrift gibt gegenüber den
sonstigen Wirtschafts-Zeitschriften mehr Einblick in die
Ab-
hängigkeiten und das Zusammenwirken von Politik und
Wirt-
schaft und unterrichtet dadurch umfassend über die
großen Gesichtspunkte und Tendenzen der deutschen
und außerdeutschen Wirtschaft. Aber auch der mehr
privat-
wirtschaftlich Interessierte kann sich eingehend unterrichten.
Dr. JÜLIU8 LEHMANN, Rechtsanwalt, Frankfurt a. M.
Ich kann Ihnen nur sagen, daß mir der „Deutsche
Volks-
wirt” eine unentbehrliche Lektüre geworden ist. Er
scheint mir ein Ideal zu verwirklichen, das gerade bei
den besonderen deutschen Verhältnissen beinahe unerreichbar
ist, nämlich: In wirklich objektiver Weise über die
mannigfachsten Vorgänge unseres Wirtschaftslebens zu
be-
richten. Jede Nummer bedeutet daher für mich eine Quelle
neuer Erkenntnis.
R. LEVI. Direktor der Darmstädter und Nationalbank,
Stuttgart
Ich freue mich jede Woche auf die neue Nummer
des „Deutschen Volkswirt”. Al Börsenmann hat die
Bei-
lage mein besonderes Interesse; insbesondere die Besprechung
der Bilanzen ist für mich äußerst wertvoll.
H. L0TZ., Generaldirektor der Preussag, Preußische Bergbau-
und Hütten A.-G.
Der „Deutsche Volkswirt” wird von mir dauernd mit
besonderem Interesse gelesen, und ich finde die Zeitschrift
ganz besonders zweckentsprechend und glücklich aufgezogen.
PFARRER HENN, Soxiales Pfarramt, Düsseldorf-
Grafen-
berg
Ihre Zeitschrift bietet mir zur Beurteilung der wirtschaftlichen
Vorgänge Materiat in einer Vollständigkeit, wie es auch
gründliche Lektüre der Handelszeitungen nicht zu
gewähren vermag . . . lch begrüße die unbefangene
sozial-
politische Haltung fhres Blattes mit besonderer Freude...
Ich habe sozial arbeitende Stellen der Kirche wiederholt auf ihn
aufmerksam gemacht und werde das auch in Zukunft gerne tun.
PRIEDRICH MÜCK, Direktor der Handels- und Gewerbebank,
Heilbronn
Die Lektüre des „Deutschen Volkswirt” ist mir bereits
zum Bedürfnis geworden, und ich würde etwas entbehren, wenn
er Sonntags nicht bei mir eintreffen würde.
BRUNO L. PHILIPS, Direktor der Dresdner Bank in Köln
Ich habe den „Deutschen Volkswirt” von Anfang seines
Er-
scheinens bis heute mit steigendem Interesse verfolgt und den
Ein-
druck gewonnen, daß die Zeitschrift in ihrer gegenwärtigen
Form einem Bedürfnis in Deutschland entspricht.
Durch die glückliche Verbindung der in kondensiertester Form
berührten aktuellen Tagesfragen und Ereignisse in Gestalt von
„Glossen” mit den von hoher Warte geschriebenen
Auf-
sätzen politischen und wirtschaftlichen Inhalts, die durch ein
überaus vollständiges und dabei doch nicht zu umfangreiches
statistisches Material und die handliche Börsenbeilage
er-
gänzt werden, hat sie Vorbildliches geschaffen und darf sich
m. E. dem Londoner „Economist” und „Statist”
eben-
bürtig an die Seite stellen.
GEH. OBERFINANZRAT FRIEDRICH POCHHAHHER,
Präsident a. D.
Ich habe den Eindruck gewonnen, daß die Zeitschrift ihrer
Aufgabe in vornehmer und unparteiischer Weise
ge-
recht wird und eine überaus wertvolle Ergänzung der
Tagespresse darstellt.
Professor Dr. ARTHUR SALZ, Heidelberg
Dies ist endlich die deutsche Zeitschrift, die der
Praktiker und Theoretiker mit gleichgroßem Nutzen
1esen wird.
Dr. med. R. SEITZ, Kindersanatorium, Obersalzberg bei
Berchtesgaden
lch selbst freue mich über jede Nummer, die Sie mir
senden, und schöpfe, da ich selbst ja schließlich, wenn auch stark
wirtschaftlich interessiert, letzten Endes bloß Mediziner bin,
aus jeder Nummer mir wirklich objektiv und leidenschaftslos
scheinende Kenntnisse. Ganz besonders habe ich aber zu danken
für Ihre eigenen, immer groß angelegten und tiefste
Ein-
sicht in die wirtschaftlichen Zusammenhänge zeigenden Artikel.
So oder so ist mir der „Deutsche Volkswirt” ein Freund geworden,
den ich, bleibt er, was er ist, nicht vermissen möchte.
Dr. PAUL. SILYERBERG, Köln, Aufsichtsrats-Vorsitzender
der Rheinischen Braunkohlenbergbau A.-G.
Ich lese den „Deutschen Volkswirt” ganz regelmäßig
und gern. Was ich besonders an ihm schätze, sind die
außer-
ordentlich wertvollen Aufsätze, die weit über dem
Niveau stehen, das man sonst in Deutschland in
perio-
disch erscheinenden wirtschaftlichen Zeitungen kennt.
GENERALKONSUL FELIK S0B0TKA, Aufsichtsrat der
Bayerischen Vereins-Bank, München
Unter den vielen wirtschaftlichen Fachblättem scheint mir
der „Deutsche Volkswirt”, dessen Erscheinen ich lebhaft begrüßt
habe, besonders durch eines hervorzustechen, das ist eine aus
seinem ganzen Wesen herausleuchtende und bis in
seine typographische Anordnung fortgesetzte
gerad-
linige Klarheit.
Dr. GEORG SOLMSSEN, Geschäftsinhaber der Discento-
Gesellschaft
Ich kann Ihnen als meine Meinung über den „Deutschen
Volkswirt” nur sagen, daß ich seine Darstellungen als
außerordentlich wertvoll betrachte und stets mit
Interesse von den Ausführungen des Blattes Kenntnis nehme.
STAATSSEKRETAR a. D. WAHNSCHAFFE, Wirklicher
Geheimer Rat, Rottmannshagen
Ich lese den „Deutschen Volkswirt” mit größtem Interesse.
Die Informationen, die er über so viele wirtschaftliche Fragen in
vorbildlicher Kürze und ausgezeichneter Klarheit gibt,
sind mir sehr wertvoll.
OSCAR WASSERMANN, Direktor der Deutschen Bank
Ich finde den „Deutschen Volkswirt” ganz
ausgezeich-
net und lese ihn mit großer Freude. Wenn ich als
viel-
beschäftigter und mit Zwangslektüre reichlich versehener
Bankleiter feststelle, daß Ihre Zeitschrift eine bisher
vor-
handene Lücke sehr wirksam ausfüllt, so schließt
diese Aussage wohl die vollste Anerkennung für die im
„Deutschen Volkswirt” geleistete Arbeit ein.
Rektor Reiber=Darmſ
Aktuelle Beamtenfragen
SJonntag, den 12. Juni, vorm. 11½/. Uhr, im Saalbau
Republikaniſche Kundgebung
Redner: Kultusminiſier Leers=Baden.
Dieſe Verſammlungen ſind öffentlich
Eintritt frei.
BeensM Rußer
MFgu Hriz
astr. 52, Tel. 84
Zufrwarme . 14- e.
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 16‟ C.
Woogs=Polizei=Wache
für Ausflügler. /*15290
Tägl. friſche Wurst- u. Fleischwaren
Butter-Abschlag!
Holländische Süßrahm-
TAFELBUTTER
äalich tiſch. 4pSS
Waldstraße 11
SeheRlé
Einzelnummer 10 Pfennige
ber, die Sie mit
Dnenn auch stauk
Mediuiner bi,
slos
aber m danken
tiefste
Ein-
en Artikel
egelmabis
je außer.
Feit über den
Hland in perie
ſitungen kennt
ksiehtsrat der
mi
eine aus
j9
setzte gerad"
der
Diseonte-
ſotem lutereßse
Mtliche Tagße
Flarheit 50
ngtschen Boibhe.
gr auße”di
ga c P
Bezugspreis:
Bei wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Jun
bis 30. Junl 2.u8 Reichsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 2.28 Reichsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reſchsmart frei Haus. Poſibezugspreis
im Juni ohne Beſtellgeld monatl. 2.75 Reichsmark.
Verantwortlichteit für Aufnahme von An eigen an
beſimmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
erſcheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkeit für uns. Poſiſcheckonto
Franffurt a. M. 1304
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtirierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 159
Freitag, den 10. Juni 1927.
190. Jahrgang
Anzeigenpreis:
Zu mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Reiiamezelle (92 mm
breit) 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichpfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspſg., 92 mm breite Rellame
zeſle 3.00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reſchemart
z Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Sfreik uſw erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſuns oder gerſchtlicher Beitreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Banſionto: Deutſche Bani und Darme
ſtädter und Nailonalbani.
Die pomtſce Mmwooridte in Mogtag.
Die Unterſuchung
der Ermordung Woikows.
Zurückweiſung der ruſſiſchen Vorwürfe. — Zahlung
einer Entſchädigung an die Hinterbliebenen Woſkows.
EP. Warſchau, 9. Juni.
Unter den mit dem Attentat in Zuſammenhang ſtehenden
Verhafteten befindet ſich auch der Bevollmächtigte des
Groß=
fürſten Nikolaj Nikolajewitſch für Polen ſowie eine ganze Reihe
ehemaliger ruſſiſcher zariſtiſcher Generale. — Der Mörder hat
bereits geſtanden, dem Geſandten drei Tage lang aufgelauert zu
haben. Er habe den Mord begangen, weil er ein Gegner der
Bolſchewiſten ſei und in ihnen die Zerſtörer ſeines Vaterlandes
erblicke. Aus Wilna wird gemeldet, daß die dortige Polizei eine
ſeſtgefügte terroriſtiſche monarchiſtiſche ruſſiſche Organiſation
auf=
gedeckt habe, an deren Spitze ein gewiſſer Jakowleff ſtehe, der
auch geſtern verhaftet worden iſt. Angeblich hat auch Kowerda
dieſer terroriſtiſchen Organiſation angehört.
Der polniſche Geſandte in Moskau Patek überreichte heute
dem ruſſiſchen ſtellvertretenden Volkskommiſſar für äußere
Ange=
legenheiten Litwinow die Antwortnote der polniſchen
Regierung. In der Andwortnote drückt die polniſche
Regie=
rung ihr tiefſtes Bedauern über die Ermordung des Geſandten
Wojkow aus und gedenkt in warmen Worten der Verdienſte, die
ſich der ermordete Geſandte bei der Aufrechterhaltung der
bis=
herigen guten Beziehungen zwiſchen den beiden Staaten
erwor=
ben hat. Die Beſchuldigungen der ruſſiſchen Regierung werden
jedoch zurückgewieſen. Der Täter ſei ein Ruſſe und ſeine Tat
werde ſowohl von der polniſchen Regierung wie von der
öffent=
lichen Meinung aufs ſchärfſte verurteilt. Auf die Frage der
ruſ=
ſiſchen Emigranten übergehend, führt die Note aus, daß die
ruſ=
ſiſchen Emigranten in Polen wohl ein Aſyl finden, aber keine
Möglichkeit hätten, irgendwelche politiſche oder propagandiſtiſche
Aktionen gegen die Nachbarſtaaten Polens zu entfalten. Die
Tat des Mörders Kowerda ſei rein indibiduell. Die
pol=
niſche Regierung treffe keine Verantwortung.
für dieſe Tat, ebenſo wenig wie der polniſchen Regierung
Vor=
würfe über unzulängliche Ueberwachung des Geſandten
Woj=
kow gemacht werden könnten, der alle Vorſchläge der polniſchen
Behörden bezüglich eines wirkſameren Sicherheitsdienſtes für
ſeine Perſon ſtets kategoriſch abgelehnt habe. Wojkow ſei in
ganz Polen umhergereiſt, ohne die Behörden davon zu
unter=
richten, die auch über die Durchreiſe des früheren ruſſiſchen
Ge=
ſchäftsträgers in London, Roſengolz, durch Warſchau nicht
in=
formiert geweſen ſeien. Die Note bringt die weitgehende
Bereit=
willigkeit der polniſchen Regierung zum Ausdruck, den
Hinter=
bliebenen des ermordeten Geſandten eine Entſchädigung zu
ge=
währen. Zum Schluß betont die Note nochmals, daß die
pol=
niſche Regierung ſich im Zuſammenhang mit dem tragiſchen
Ende des Geſandten Wojkows keiner Schuld bewußt ſei.
In Warſchauer politiſchen Kreiſen iſt man der Anſicht, daß
mit der Ueberreichung der polniſchen Note die durch die Note
Litwinows hervorgerufene Differenz zwiſchen den beiden
Regie=
rungen beigelegt iſt.
Die Attentate im ruſſiſch=polniſchen Grenzbezirk
häufen ſich in recht auffälliger Weiſe. Die Ermordung des
ruſſiſchen Militärbefehlshabers in Minſk
un=
mittelbar nach der Ermordung des ruſſiſchen Geſandten in
War=
ſchau und dann das Dynamitattentat in Leningrad
müſſen dazu führen, daß die Spannung zwiſchen Moskau und
Warſchau immer ſtärker wird. Tſchitſcherin hat zwar bei ſeiner
Unterredung mit Dr. Streſemann zu erkennen gegeben, daß er
alles jun wolle, was in ſeinen Kräften ſtehe, um einen Konflikt
zu vermeiden. In Moskau aber denkt man doch etwas anders.
Die Sowjetregierung hat einen Aufruf veröffentlicht,
in welchem ſie ſchärfſte Maßnahmen der politiſchen Polizei in
Ausſicht ſtellt, um das Land vor ausländiſchen Spionen und ihren
inländiſchen monarchiſtiſchen Genoſſen zu ſchützen. Dahinter
ver=
birgt ſich zweifellos der Verſuch, die Spitze der Aktion gegen
Eng=
land zu dvehen und den Engländern nachzuſagen, daß ſie ihre
Hand bei dieſen Affären im Spiel haben. Trotzdem befürchtet
man aber auch in diplomatiſchen Berliner Kreiſen, daß die
Atten=
tatsſeuche der letzten Tage, eben weil Polen mehr in der
Ziel=
linie liegt, Moskau zu einer ſehr heftigen Sprache gegen Warſchau
verleiten wird. Dadurch entſteht natürlich eine neue Belaſtung
der ohnehin ſchon recht ſchwierigen europäiſchen Verhältniſſe.
Polen= und englandfeindliche Oemonſtrationen
in Sowjetrußland.
Moskau, 9 Juni.
Die Ermordung Wojkows hat in der Sowjetunion eine
allgemeine Erregung hervorgerufen. Aus Charkow,
Leningrad, Minfk, Swerdlo)ſk und Kiew werden zahlreiche
Proteſtverſammlungen und Kundgebungen gemeldet. In
Mos=
kau nahmen an den Demonſtrationen mehrere hunderttauſend
Perſonen teil. Beſonders groß waren die Demonſtrationen vor
dem Gebäude des Außenkommiſſariats, wo Demonſtrationszüge
von 3 Uhr nachmittags bis ſpät abends vorbeidefilierten. Die
Worowſkiſtraße, wo ſich die polniſche Miſſion befindet, war durch
verſtärkte Milizaufgebote abgeſperrt. Die angenommenen
Reſo=
lutionen heben hervor, daß die Ermordung Wojkows im engen
Zuſammenhang mit der ſowjetfeindlichen Politik Englands ſtehe,
und weiſen darauf hin, daß die polniſche Regierung die
Ver=
antwortung für den Mord trage. Sie verlangen ſtrenge
Be=
ſtrafung des Mörders und Liquidierung der weißgardiſtiſchen
Organiſationen.
Schwere ruſſiſche Vorwürfe gegen England.
Ein Communiqué der Sowjetregierung erklärt unter
ande=
rem: Die Ermordung Wofkows iſt ein Glied in einer ganzen
Kette von Ereigniſſen, die in ihrer Geſamtheit eine immer
ſtär=
kere Bedrohung des Friedens bedeuten. Dieſe Bedrohung wird
immer greifbarer, ungeachtet der außerordentlichen Bemühungen
der Sowjetregierung, den Frieden zu erhalten. Im
Zuſammen=
hang mit dem frevelhaften Mord an Wofkow, der auf eine ganze
Reihe direkter und indirekter Angriffe der engliſchen Regierung
auf die Sowjet=Inſtitutionen im Auslande und auf den Abbruch
der diplomatiſchen Beziehungen mit der Sowietunion durch
Großbritannien folgte, erachtet es die Sowjetregierung für
not=
wendig, nunmehr eine Reihe anderer Tatſachen bekannt zu geben,
die die Arbeit der engliſchen Negierung und ihrer
untergeord=
neten Organe auf dem Territorium der Sowjetregierung zur
Genüge kennzeichnen.
Im Sommer 1925 wurde ein gewiſſer, im Beſitz eines
Sowjetpaſſes auf den Namen Steinberg befindlicher Kaufmann
beim illegalen Ueberſchreiten der finniſchen Grenze nach der
Sowjetunion von einer Grenzwache verwundet und verhaftet.
Er ſagte bei ſeiner Vernehmung aus, daß er Sidney George
Riley heiße und daß er in Wirklichkeit ein Angeſtellter des
engliſchen Geheimdienſtes und Hauptmann in der engliſchen
Luftflotte und einer der Hauptorganiſatoren der Verſchwörungen
Lokkaris ſei, der durch das Urteil des Tribunals vom 3.
Dezem=
ber 1918 als außerhalb der Geſetze ſtehend erklärt wurde. Riley
bekundete, daß er in der Sowjetunion eigens zum Zwecke der
Organiſierung terroriſtiſcher Anſchläge ſowie von
Brandſtiftun=
gen und Aufſtänden eingetroffen ſei, und daß er auf der
Durch=
reiſe aus Amerika den engliſchen Schatzkanzler Churchill
auf=
geſucht habe, der ihm perſönlich Inſtruktionen zur Organiſierung
terroriſtiſcher Attentate und anderer Diverſionsakte erteilte.
Seine ſchriftlichen Ausſagen ſind im Beſitze der Regierung. Das
bei weiteren Verhaftungen beſchlagnahmte Material beſtätigt
vollauf die Ausſagen Rileys.
Ende 1926 vereitelten die Organe der G.P.U. ein Attentat
auf Petrowſky, den Vorſitzenden des Zentral=Exekutivkomitees
der Sowjetunion und des allukrainiſchen Zentral=
Exekutivkomi=
tees, ſowie auf den Vorſitzenden des Rates der Volkskommiſſare
der Ukraine, Tſchubar. Gleichzeitig wurde auf den Vorſitzenden
der Leningrader G.P.U., Meſſing, ein Attentat verübt, als deſſen
Urheber ſich der Sohn des früheren Oberſten der Streitkräfte
Petljuras, Truba, erwies, der zur Zeit Petljuras Kommandant
von Charkow war und jetzt in Warſchau lebt. Der Urheber des
Attentats hatte eine Zeitlang einem kommuniſtiſchen
Jugend=
verbande angehört, um dieſen für ſeine Zwecke des
konterrevolu=
tionären weißen Terrors auszunützen. Er gehörte der gleichen
Gruppe wie die der Konterrevolutionäre an, die die Ermordung
Petrowſkys und Tſchubars vorbereitet haben.
Gleichzeitig wurde ein ehemaliger Freiwilliger der Armee
Denikins verhaftet, der über einen kommuniſtiſchen
Jugendver=
band verſucht hatte, in die Partei einzutreten und ein Attentat
auf den Vertreter der ukrainiſchen Sowjetrepublik vorbereitet
hatte. Für den 12. März 1927 war ein Attentat auf Bucharin im
Großen Theater während ſeines Referates am Jahrestage der
Revolution vorbereitet worden, wobei es dem reinen Zufall zu
verdanken war, daß der Attentäter ſeine Abſicht, Bucharin zu
er=
morden, nicht erreichen konnte. Dieſelbe Perſon, die ſich als
der Sohn des Kaufmanns Gurewitſch erwies, bereitete
darauf=
hin ein Attentat auf Rykow und Stalin vor. Gurewitſch wurde
jedoch rechtzeitig verhaftet.
Am 10. Mai wurde eine Gruppe früherer Koltſchak=Offiziere,
Zöglinge des adligen Waiſeninſtituts in Leningrad, verhaftet.
Dieſe Gruppe ſtand den Ausſagen ihrer Mitglieder zufolge in
unmittelbarer Verbindung mit White, dem Leiter der
Konſulats=
abteilung der engliſchen Miſſion in Moskau. Die Gruppe
be=
reitete im Auftrag der engliſchen Miſſion eine Sprengung im
Kreml und eine Sprengung des Großen Theaters vor während
irgend einer großen Verſammlung. In der Nacht zum 3. Juni
vereitelte die G. P.U. die Sprengung eines Hauſes in der Nähe
des Amtsſitzes der G. P.1. Hier wurde eine vier Kilogramm
ſchwere Melinitbombe ermittelt. Das Melinit war in einer
franzöſiſchen Bombenhülſe und engliſchen Urſprungs. Demnach
unterliegt es keinem Zweifel, daß die Beſtandteile der Bombe
aus dem Auslande eingeführt worden ſind.
In dem Communiqué heißt es dann weiter, daß engliſche
Blätter unmittelbar nach der Ermordung Wojkows ein
Inter=
view mit dem früheren zariſtiſchen Diplomaten Sablin
ver=
öffentlichten, der den Mörder direkt rechtfertigt. Die engliſche
Hand, die das Attentat des polniſchen Staatsangehörigen lenkte,
ſei hier deutlich zu erſehen. Auch der Tod des ſtellvertretenden
Bevollmächtigten der G.P.u. für den weißruſſiſchen
Militär=
bezirk beim Transport eines polniſchen Spionageverdächtigen
auf einer Draiſine, ferner der Bombenanſchlag im
kommuniſti=
ſchen Klub in Leningrad ſowie verſchiedene Brandſtiftungen und
Sabotageakte auf Fabriken werden von dem Communiqué
eng=
liſchem Einfluß zugeſchrieben. Es heißt dazu unter anderem:
Demnach iſt es völligklar, daß die engliſche
Re=
gierung, die die Kriegsvorbereitungen gegen
die Sowjetunion mit allen Mitteln und auf
allen Wegen in raſchem Tempo betreibt,
be=
ſtrebt iſt, die friedliche Arbeit der Sowjets zu
ſtören. Die Sowjetregierung hält es für ihre Pflicht, die
ſowjetfeindliche Politik des britiſchen Kabinetts und ſeiner
Agenten aufzudecken. Sie richtet an die werktätige Bevölkerung
den Aufruf, die Fabriken, Stationen uſw. zu ſchützen, und macht
es der G.P.U. zur Pflicht, entſchiedene Maßnahmen
zum Schutze des Landes vor ausländiſchen
Brandſtiftern, Spionen und Mördern zu
er=
greifen. Die Regierung erklärt, daß ſie,
ge=
ſtützt auf die werktätigen Maſſen, das Land
von Feinden ſäubern und es verſtehen werde
das ſozialiſtiſche Aufbauwerk vor jeglichen
Anfchlägen zu ſchützen.
Wahlſchatten undihre Auswirkungen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Juni.
Es brodelt fortwährend in der franzöſiſchen Innenpolitik.
Jeden Morgen ſteht man mit Kriſenbefürchtungen auf, und jeden
Abend fürchtet man ſich vor der Kriſe, die der nächſte Tag
brin=
gen kann. Und es geſchieht nichts und allmählich bekommt man
den Eindruck, daß nicht die Lage des Kabinetts die Urſache der
Aufgewühltheit der Politik iſt, ſondern die Nähe der Wahlen.
Die Lage des Kabinetts ſoll angeblich beſſer ſein, als man
annimmt. „Poincaré hätte ſchon die Vertrauensfrage aufwerfen
können, auch in der Zündholzfrage, wenn eben das Kabinett
innerlich einig wäre”, ſagen die unerſchütterlichen Anhänger der
„Union nationale‟. Das alles ändert aber daran nichts, daß das
Kabinett bei jeder Gelegenheit mit neuen Angriffen und
Demü=
tigungen ſeitens der Kammer bedacht wird. Man hatte gehofft,
die Regierung könnte wenigſtens zwei oder drei große Projekte
verwirklichen. Statt deſſen muß man dauernd lavieren, kleinliche
Kompromiſſe ſchließen und jede Stunde des Programm der
Kammer ändern. Bei der Verhandlung des Zündholzmonopols
hat Poincaré offen darauf hingewieſen, daß drei linksorientierte
Miniſter, darunter Herriot und Painlevé, das Regierungsprojekt
ablehnen. Aus rein prinzipiellen Gründen natürlich. Es mutet
jedoch einigermaßen ſonderbar an, wenn von oben her die
Un=
einigkeit des Kabinetts betont wird. Aber die
eigen=
tümlichen Verhältniſſe und die Nähe der Wahlen ſtellen alles auf
den Kopf.
Die Unruhe wegen der Wahlen von 1928 wächſt ſtändig. Im
Departement Aube — es gibt dort jetzt eine Stichwahl — haben
ſich die Linksparteien für die Unterſtützung der Kommuniſten
ent=
ſchloſſen. Das war eine verzweifelte Geſte, aber die ganze Lage
der bürgerlichen Linken in Frankreich iſt im Grunde genommem
verzweifelt. Die von rechts her ausgegebene Parole, die
Be=
kämpfung der Kommuniſten, wird die bürgerliche Linke ſo oder
ſo vernichten. Es iſt ſchon ſicher, daß die Wahlparole der
Rech=
ten „Le communisine voilä Vennemi” ſein wird.
Auch in der Außenpolitik dreht ſich viel um Moskau. Der
Sowjet hat es endlich erreicht, daß man viel über ihn ſpricht,
aber er braucht darauf nicht beſonders ſtolz zu ſein, denn meiſtens
denkt man, wenn man die kommuniſtiſche Gefahr erwähnt, an
erwas ganz anderes. Manchmal an die franzöſiſchen Wahlen
und manchmal an energiſche Vorſtöße im fernen Oſten oder
irgendwo in Afrika.
Die Art der Uebereinſtimmung der engliſchen
und franzöſiſchen Politik und der Sinn der
Be=
ſprechungen von London, ſowie der engliſch=franzöſiſchen
kolonia=
len Manifeſtation in Paris wird immer klarer. Gleichzeitig
wird die antikommuniſtiſche Kampagne in beiden Ländern
ge=
ſührt, und gleichzeitig greifen Frankreich und England
energiſch in Marokko und Aegypten zu. Für Frankreich iſt dies
beſonders angenehm, denn niemals wird es ſeine
nordafrika=
niſchen und ſyriſchen Unruhen ganz los werden, ſolange in
Aegypten die Extremiſten nicht gemaßregelt ſind.
In China ſtehen die Dinge etwas komplizierter für die
Franzoſen. Ueberraſchend haben ſich die Südchineſen wieder
er=
holt. Die Ruſſen entfalten eine verzweifelte Aktivität und es
ſcheint, daß es England nicht gelingt, den chineſiſchen Norden
genügend zu finanzieren. Entweder ſind die meiſten Generäle
des Nordens noch korrupter als man im allgemeinen annimmt
— und das wäre eine anſehnliche Leiſtung — oder aber es iſt
wahr, daß in China im Grunde genommen alle Parteien der
Fremdherrſchaft feindlich gegenüberſtehen. Denn die
nordchine=
ſiſchen Generäle gehen einer nach dem anderen zum Süden über.
Manche Peſſimiſten in London befürchten ſchon, daß die Kräfte
der Nordtruppen nicht ausreichen werden, das Gleichgewicht
aufrecht zu erhalten und daß deshalb ein Eingreifen
Ja=
pans nötig ſein wird. Japan ſteht heute aus finanzpolitiſchen
Gründen wieder ſtark unter engliſchem Einfluß. Und die
Inter=
eſſen Frankreichs, Englands und Amerikas in China ſcheinen
ſchon vollſtändig liiert zu ſein. Es iſt dabei beſonders intereſſant,
daß in der franzöſiſchen Kolonialpolitik eine Richtung im
Erſtar=
ken begriffen iſt, welche in der fernöſtlichen Politik alles vom
Standpunkte Indochinas aus betrachtet. Man intereſſiert
ſich im Grunde genommen nur für Indochina und die
angrenzen=
den Gebiete. Selbſt der Beſitz der Schanghaier Konzeſſion
er=
ſcheint vielen franzöſiſchen Politikern nur aus Preſtigegründen
wichtig. Die wirtſchaftlichen Intereſſen Frankreichs in
Schang=
hai ſind zwar beträchtlich, aber man neigt dazu, ſie nur als
Konjunkturgeſchäfte aufzufaſſen. Dagegen wird Indochina und
ſeine Intereſſenſphäre von jedem für prinzipiell wichtig gehalten.
Die ganze bisherige Haltung der franzöſiſchen Außenpolitik
ſeit der Londoner Zuſammenkunft ſcheint zu beweiſen, daß das
Zuſammenwirken zwiſchen Paris und London ſich auf die
euro=
päiſchen Beziehungen nicht ausdehnt. Das ſchließt aber
natürlich nicht aus, daß die franzöſiſche Politik ſich an vielen
Punkten der von der engliſchen geſchaffenen Lage anzupaſſen
beſtrebt iſt. In den prinzipiell wichtigen Punkten iſt aber ſeit
London nichts geſchehen. Weder auf dem Balkan noch in den
Mittelmeerfragen, inſofern ſie ſich auf das — übrigens recht
labile — Gleichgenicht zwiſchen Frankreich, Italien und
Spa=
nien beziehen, noch — und das wäre das wichtigſte — in dem
Verhältnis zu Rußland. Frankreich hütet ſich davor, ſeine
Neutralität zwiſchen London und Moskau aufzugeben, obzwar
man zu London neigt und für die Ruſſen privatim eine ganz
hübſche Rechnung zu präſentieren hatte. Man legt dieſe
Rech=
nung jetzt beiſeite, mit der Abſicht, ſie ſofort, wenn es möglich iſt,
wieder herauszuſuchen.
Es gibt ſehr viele Gründe, die annehmen laſſen, daß die
franzöſiſch=engliſche Einigkeit auch in Genf vollſtändig ſein
wird. Nach der in ganz Europa herrſchenden Stimmung ſollen
die Ausſichten, was die Fortentwicklung der europäiſchen
Verſtändigung betrifft, ziemlich trübe ſein. Tatſächlich
er=
fordert die Lage eine Initiative Briands. Man zerbricht ſich
den Kopf darüber, ob er ſie unternehmen wird.
Seite 2
Freitag, den 10. Juni 1927
Nummer 139
Vor der Ratstagung.
Geringe Ausſichten für die Rheinlandräumung.
Der Reichsaußenminiſter hat in Berlin, nachdem ihm ein
voller Tag durch den Chamberlin=Empfang verloren gegangen
iſt, gerade noch 48 Stunden Zeit zur Verfügung gehabt, um die
letzten Vorbereitungen für die Fahrt nach Genf zu treffen. Er
iſt am Donnerstag vormittag bei dem Reichspräſidenten geweſen
und hat ihm Bericht erſtattet über ſeine Unterhaltung mit
Tſchi=
tſcherin und hat dann den Grafen Weſtarp empfangen, der den
Wunſch hatte, noch einmal den Standpunkt der
Deutſchnatio=
nalen zu den aktuellen Fragen der Außenpolitik dem
Außen=
miniſter gegenüber zu vertreten. Es war urſprünglich in
Aus=
ſicht genommen, daß dieſe Ausſprache im Rahmen des
inter=
fraktionellen Ausſchuſſes erfolgen ſollte, der indes nicht
zuſam=
mentreten konnte, weil die Führer der übrigen
Regierungs=
parteien nicht in Berlin geweſen ſind. Nachmittags iſt dann in
einer eingehenden Kabinettsſitzung das Thema Außenpolitik nach
allen Richtungen durchgeſprochen worden. Der Außenminiſter
hat ausführlich berichtet nicht nur über ſeine Unterhaltung von
Baden=Baden, ſondern auch über die ganze weltpolitiſche Lage,
die durch den engliſch=ruſſiſchen Konflikt, die
Bal=
kanſorgen den polniſch=ruſſiſchen Notenwechſel
und Englands Vorgehen gegen Aegypten in der
Tat ſehr ernſt iſt. Unter dieſen Umſtänden dem
Reichsaußen=
miniſter irgendwelche Richtlinien mit auf den Weg zu geben,
erwies ſich nicht als zweckmäßig. Das Kabinett iſt vielmehr
dar=
auf abgekommen, während der Genfer Tagung ſich möglichſt
voll=
zählig in Berlin aufzuhalten, um jederzeit aktionsfähig zu ſein,
falls die Genfer Beſprechungen eine raſche Entſchließung
notwendig machen ſollten. Dabei wird die offizielle
Tagesord=
nung der Tagung kaum allzuviel Kopfzerbrechen machen.
Deutſch=
land wird ſich bemühen, die Beſchwerden der Memelländer
durch=
zubringen. Das andere aber iſt mehr Rankenwerk.
Das eigentliche Schwergewicht liegt infolgedeſſen in den
Miniſterkonferenzen, die neben dem Programm herlaufen, weil
jeder Verſuch gemacht werden muß, einigermaßen Klarheit über
die Grundlinien der europäiſchen Politik zu gewinnen. Der
Reichsaußenminiſter hat einmal daran gedacht, das Thema der
Rheinlandräumung jetzt im Juni anzuſchneiden. Er iſt davon
wieder abgekommen. Einmal aus der praktiſchen Erwägung
her=
aus, daß bei der gegenwärtigen Lagerung der Verhältniſſe weder
bei England noch Frankreich Neigung vorhanden ſein wird, uns
irgendwie entgegenzukommen; dann aber auch aus der
Er=
wägung heraus, weil er es für richtiger hält, daß wir einen
ſolchen Vorſtoß auf Grund des Artikels 431 des Verſailler
Ver=
trages machen, wozu wir unſere Poſition noch untermauern
müſſen. Dazu brauchten wir einmal eine Generalquittung, daß
wir die uns aus dem Verſailler Vertrag auferlegten Leiſtungen
militäriſcher und finanzieller Sicherheit durchgeführt haben,
Dieſe Quittung werden wir jetzt nicht bekommen, weil aus
irgendwelchen unbegreiflichen Gründen der Reichstag das mit
dem Abſchluß der Militärkontrolle in Zuſammenhang ſtehende
Kriegsgerätegeſetz noch nicht erledigt hat, weil auch außerdem
noch die Frage der Oſtfeſtungen offenſteht. Es ſcheint auf der
Gegenſeite einigermaßen verblüfft zu haben, daß Deutſchland
ſich in dieſer Frage ſo zurückgehalten hat. Das war aber
ſelbſt=
verſtändlich, nachdem ein von uns gemachter Kompromißvorſchlag
abgelehnt worden iſt. Die Dinge liegen für uns juriſtiſch ſo,
daß eine nochmalige Verpflichtung zur Kontrolle über die erfolgten
Zerſtörungen nicht anerkannt wird, daß wir aber keinen Grund
haben, eine Preſtigefrage daraus zu machen und zu einer
Ver=
ſtändigung auf der mittleren Linie bereit ſind, falls ſich das
machen läßt. Wir ſtehen aber vor der bedauerlichen Tatſache,
daß Briand unſeren letzten Verſuch zur Herabminderung der
Beſatzungstruppen ſich einfach totlaufen ließ und uns die
Ant=
wort darauf ſchludig blieb, obwohl niemand beſtreiten kann, daß
wir nach dem Locarnovertrag und der Zuſage der
Botſchafter=
konferenz einen wohlbegründeten Anſpruch darauf haben.
Ver=
mutlich hat Briand aber abſichtlich die Fortführung dieſes
Ge=
ſprächsthemas bis Genf zurückgehalten, um ein Druckmittel
wegen der Oſtbefeſtigungen noch in der Hand zu haben. Er wird
alſo von ſich aus in der Richtung arbeiten, daß er die
Herab=
minderung der Beſatzungstruppen um acht= bis zehntauſend
Mann, zu der er theoretiſch ja ſchon vor Monaten bereit war,
in Ausſicht ſtellt, falls wir den Militärattachés den Spaziergang
über die Stellen geſtatten, wo die zerſtörten Feldbefeſtigungen
einmal geſtanden haben. Darüber wird ſich reden laſſen, wenn
damit die Aufgabe dieſer Militärattachés beendet iſt. Wenn
wei=
ter von der Gegenſeite offiziell anerkannt wird, das dann unſere
Entwaffnungsverpflichtungen reſtlos erfüllt ſind, wenn wir alſo
mit anderen Worten dieſe Generalquittung erhalten, die wir für
die Ankurbelung des Artikels 431 brauchen. Gerade darin aber
wird wohl wieder die Schwierigkeit liegen, weil Briand die
ſelbſtverſtändlichen Folgen kennt, die ſich daraus für die deutſche
Politik ergeben, ſobald wir dieſe Quittung in Händen haben,
und wenn wir den Sinn der franzöſiſchen Politik in der
Dia=
gonale Poincaré-Briand richtig verſtehen, dann beſteht er
darin, daß das franzöſiſche Kabinett jede Diskuſſion über die
Vom Tage.
Der Reichstag nimmt nach den Pfingſtfeiertagen am nächſten
Dienstag, den 14. Juni, ſeine Vollfitzungen wieder auf.
Auf der Tagesordnung ſteht das Lebensmittelgeſetz. Der Preußiſche
Landtag verſammelt ſich erſt wieder am 20. Juni.
Der litauiſche Miniſterpyäſident Woldemams und
der litauiſche Geſandte in Berlin werden ſich zur Verhandlung
der Memelfrage nach Genf begeben.
Aus Albanien wird berichtet, daß die dortigen Behörden mit
der Ausweiſung von ſüdſlawiſchen
Staatsangehö=
rigen begonnem haben. Im Laufe des geſtrigen Tages wurden
50 Südſlawen über die Grenze geſchafft.
In Minſk wurde auf den Chef der weißruſſiſchen
Mili=
tärpolizei ein Attentat verübt. Der Polizeichef wurde getötet,
drei andere Perſonen ſeiner Umgebung wurden ſchwer verletzt.
Nach einer Meldung aus London ſoll die Sowjetrepublik
des Fernen Oſtens (der an die Mandſchurei grenzende Teil des
aſiatiſchen Rußland) den Belagerungszuſtand über ihr
Ge=
biet verhängt haben.
Die Unruhen an der indiſchen Nordweſtgrenze
unter den Stämmen der Mohmands dauern weiter. Die indiſche
Re=
gierung läßt eine Reihe von Operationen gegem die aufrühreriſchen
Stämme durch Luftſtreitkräfte ausführen.
Havas meldet aus Badajoz, das Gerücht laufe um, daß eine
revo=
lutionäre Bewegung in Portugal ausgebrochen ſei. Die
Regierung habe den Truppen des Nordens Befehl erteilt, alle
not=
wendigen Maßnahmen zu treffen.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand wird am Samstag
abend Paris verlaſſen, um ſich zur Teilnahme an der
Völker=
bundstagung nach Genf zu begeben. Er wird
wahr=
ſcheinlich u. a. von dem juriſtiſchen Berater der Regierung,
Froma=
geot, begleitet werden.
1500 amerikaniſche Seeſoldaten ſind in Manila an
Bord des Transportdampfers „Chaumond” eingeſchifft worden, um
nach Chinatransportiert zu werden. Die Expedition iſt mit
Panzertanks, Flugzeugen und modernem Kriegsmaterial ausgerüſtet.
Nach den letzten Meldungen aus China hat Tſchiang Kai=ſchek
an der Grenze von Schantung einen neuen Sieg errungen. Die
Nordtruppen ſollen in großem Maße zu ihm übergegangen ſein.
Rheinlandräumung vor den Wahlen vermeiden möchte, weil es
ſich nicht ſtark genug fühlt, um eine Zuſtimmung oder eine
Ab=
lehnung ohne Rückwirkungen auf die Volksſtimmung wagen
zu können.
Herr Briand wird alſo darauf hinarbeiten, dieſes Thema
bis 1928 zurückzuſtellen. Das iſt wieder eine Taktik, in der ihm
die deutſche Politik nicht folgen kann. Wir befürchten alſo, daß
die Genfer Beſprechungen ſich im Kreiſe bewegen. Im
günſtig=
ſten Fall werden ſie als poſitives Ergebnis die Herabminderung
der Beſatzungstruppen erbringen in einem Ausmaß, das den
Zuſagen von Locarno nicht entſpricht. Vielleicht wird darüber
hinaus auch noch der Verſuch glücken, die Locarnopolitik aus
der Sackgaſſe herauszubringen, in der ſie ſich feſtgefahren hat,
wenn nicht die engliſch=ruſſiſche Spannung zu ſtarke Schatten
auf die ganze Genfer Tagung wirft.
Die Ermordung des Warſchauer Sowjetgeſandten.
Wojkow,
ruſſiſcher Geſandter in Polen, der auf dem Hauptbahnhof in
Warſchau einem Attentat zum Opfer fiel.
Die gebeimnisvolle Denkſchrift
Keine Heranziekung der Reichspoſt zu den
Daweslaſien.
Seit Wochen eigentlich geht ſchon das Gerücht, daß der
Re=
parationsagent ein Attentat auf die Reichspoſt vorhabe, um ſie
in verſtärktem Maße zur Mobilwachung der Reparationslaſt
her=
anzuziehen. Vom Reparationsagenten ſelbſt, wie auch von
amt=
licher deutſcher Stelle ſind alle dieſe Gerüchte dementiert worden.
Die „Deutſche Zeitung” druckt jetzt eine Denkſchrift ab, die
an=
geblich der Reparationskommiſſion eingereicht werden ſolle. Sie
läuft darauf hinaus, daß bei der Reichspoſt eine ſtarke
Verſchwen=
dung getrieben werde und ſchlägt deshalb einen 30prozentigen
Perſonalabbau, ſowie eine 50prozentige Einſchränkung des
Poſt=
bauprogramms neben mancherlei anderen harten Maßnahmen
vor. Auch diesmal wieder iſt ein Dementi des
Reparations=
agenten und der Reichsregierung erfolgt. Die Angaben der
„Deutſchen Zeitung” ſind aber ſo beſtimmt, daß man dem Fall
wohl weiter nachgehen wird.
Ein deutſcher Erfolg in der Luftfahrt.
* Berlin, 9. Juni. (Priv.=Tel.)
Schon die vorige Sitzung des Völkerbundsrates ſollte ſich
mit der Vorlegung der deutſchen Liſten über die Luftfahrt
be=
ſchäftigen, doch wurde ſeinerzeit, um die damals ſchon recht
kom=
plizierte Situation nicht noch weiter zu erſchweren, dieſer Punkt
von der Tagesordnung abgeſetzt. Er wurde für die
Sommer=
tagung vorbehalten. Inzwiſchen gingen die Verhandlungen über
dieſen Punkt zwiſchen Berlin und der Botſchafterkonferenz hin
und her. Es handelt ſich bei dieſen Liſten um Aufſtellungen
über die Zahl und Art der Flugzeuge und die Zahl unſerer
Flieger und Flugſchüler. Bisher mußten die Liſten der
Kon=
trollkommiſſion zugeleitet werden, doch übernahm auf Grund
eines neuen Abkommens die Reichsregierung die Garantie, daß
die Luftvereinbarungen nicht verletzt würden. Von franzöſiſcher
Seite iſt nun der Verſuch gemacht worden, einer Konſtruktion
zum Siege zu verhelfen, wonach die Reichsregierung verpflichtet
werden ſoll, fortlaufend dieſe Liſten dem Völekrbund zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Das hat natürlich die Reichsregierung mit
Recht abgelehnt. Sie iſt auch in den jüngſten Verhandlungen
mit ihrem Standpunkt durchgedrungen, ſo daß dieſe Frage jetzt
endgültig von der Tagesordnung des Völkerbundsrates abgeſetzt
worden iſt. Es bleibt alſo dabei, daß ſie ſelbſt die Liſten führt
und nur dann vorlegt, wenn der Völkerbundsrat zu einer
In=
beſtigation ſchreitet.
Nachwirkungen des Bukareſier Friedens.
* Berlin, 9. Juni. (Priv.=Tel.)
Vor einigen Tagen hat in Salzburg zwiſchen Deutſchland,
Oeſterreich, der Tſchechei und Rumänien eine Konferenz
ſtattge=
funden, die ſich mit den Zahlungen und Leiſtungen Rumäniens
aus dem Bukareſter Friedensvertrag beſchäftigte, ſoweit dieſe
von der rumäniſchen Regierung ausgeführt worden ſind. Die
Konferenz war an ſich bedeutungslos, da ſie auf Grund des Art.
259, Abſ. 6, des Verſailler Vertrages rein rechneriſch die Höhe
der Leiſtungen feſtzuſetzen hatte. Deutſchland iſt nach dieſem
Artikel verpflichtet, die Summen zurückzuzahlen.
Selbſtver=
ſtändlich fallen auch dieſe Summen unter das Dawesgutachten,
ſo daß ſich die rumäniſche Regierung dann mit dem
Reparations=
agenten in Verbindung ſetzen muß, um aus unſeren Jahresraten
ſeinen Anteil zu bekommen.
Die Ruſſen in England.
EP. London, 9. Juni.
Sämtliche Ruſſen, denen nach Abbruch der diplomatiſchen
Beziehungen zwiſchen England und Rußland der Befehl zum
Verlaſſen Englands binnen beſtimmter Friſt gegeben worden
war, haben jetzt London verlaſſen. Die übrigen in England
an=
ſäſſigen ruſſiſchen Staatsangehörigen wurden benachrichtigt, daß
ihr Aufenthalt in England jetzt von begrenzter Dauer ſei und
daß ſie deshalb ihre Aufenthaltsgenehmigungen den engliſchen
Behörden zur Verlängerung vorzulegen haben.
*Das moderne Venedig.
Von Kaſimir Edſchmid.
Ein Jahr wäre unglücklich, wenn man im Frühjahr oder im
September nicht auf dem Markusplatz ſäße.
Dieſe Piazza iſt der heroiſchſte Salon, über dem der Himmel
ſteht. Zwiſchen ſechs und ſieben erſcheint die venezianiſche
Geſell=
ſchaft zum erſtenmal und nach der Oper zum zweitenmal am
unteren Teil des Café Florian. Sie beſitzt, neben dem umbriſchen
Adel, die ſchönſten Frauen Italiens.
Dieſe Frauen beſitzen denſelben Charme, den ihnen die
großen Maler dieſer ariſtokratiſchen Republik einige
Jahrhun=
derte hindurch zu verleihen wußten. Manchmal haben ſie das
diskrete Dunkelrot, das oft wie blond wirkt, aber halb aus
Metall, halb aus Seide zu ſein ſcheint. Die umbriſchen
Blon=
dinen, die nicht nur dunkle Augen, ſondern auch die Züge der
Renaiſſance noch beſitzen, üben eine ähnlich geheimnisvolle
Wir=
kung durch dieſe Kontraſte aus. Die Frauen der venezianiſchen
Geſellſchaft haben aber andere Bewegungen. Salopper, aber
ge=
fährlicher. Weniger edel, aber rätſelhafter. Es wäre verſnobt,
nicht geſtehen zu wollen, daß ſie in der Tat ein wenig jene
Romantik beſitzen, die ihnen in Büchern oft zugeteilt wird. Sie
haben über und unter den Augenlidern jene irritierenden
Schat=
ten, deren Farbigkeit das höchſte Wunder der Lagune iſt.. Das
haben Byron und Stendhal, die zu ihrer Zeit ebenfalls vor dem
Café Florian ſaßen, auch ſchon bemerkt.
Die Frauen der venezianiſchen Ariſtokratie haben jenen
Hochmut, den auch die Engländerinnen beſitzen, und ſie erſcheinen
wie dieſe in einem diskreten und faſt ſportlichen Stil. Sie haben
aber den Hochmut der Britinnen, der bei den Ladys kalt und
albern wirkt, auf eine dunkle und phantaſtiſche Art. Ihre
Vor=
fahren haben ebenfalls die halbe Welt beſeſſen. Dieſe
Vene=
tianerinnen ſind ſelbſt unter Italienern eine eigene Raſſe. Sie
ſtammen aus einer Kaſte, die ein vollendetes See=Imperium
be=
ſaß, Frauen aus einem Kolonialheldengeſchlecht, das einen Glanz
ohnegleichen darſtellte, den kühnſten Prunk der Adria.
Vendig ſpiegelt ſich ohne Zweifel ein wenig in der Art
ſei=
ner Frauen. Es iſt ungeheuer modern und hat gleichzeitig eine
bezaubernde Tradition, vielleicht die verwegenſte des Kontinents.
Es wäre dumm, das auseinanderreißen zu wollen. Wenn
Vene=
dig auch die einzige Stadt iſt, die keine Autos beſitzt, ſo wäre es
Kinderei, in ihr einen Lagerraum von Biedermeiergefühlen ſehen
zu wollen. Die großen Familien Venedigs beſitzen ihr „Mott
Scafo” genau, wie die großen Familien von Florenz ihre Alfa
Romeo=Wagen beſitzen. Es gibt in der Tat nichts Schöneres, al
durch die alten Kanäle Venedigs mit einem jener entzückender
Motorboote zu jagen, die wie die Delphine der Adria ſpringe
Man muß Venedig lieben mit der ganzen Bewußtheit eine=
Menſchen, der über alle Tatſachen und Leidenſchaften ſeine
eigenen Zeit verfügt. Aber nicht wie ein Liebhaber von Anti
quitäten, der ſich einzureden verſucht, über die Seufzerbrücke wür
den noch immer die politiſchen Gefangenen der Dogen geführt
und unter den Bleikächern läge noch immer Caſanova.
Ach nein, Venedig hat ſein herrliches modernes und ſei
herrliches antikes Geſicht. Und man wird mit der Gondel dur
ſeine dunklen Waſſerſtraßen nur fahren, wenn man jene Zu
ſtände der Ruhe und des Glückes haben will, unter deren Ein
fluß man auch nechts durch Nizza bis nach Cagnes ſchließli
einmal verrückterweiſe im Pferdewagen fährt. Das auszuſpreche
iſt vielleicht gefährlich, wenn man die Anſichten von Menſche
ſchonen will, die glauben, daß die Romantik der Städte einen
Naturſchutzpark habe wie gewiſſe Sorten von Büffeln, von Elche
oder von Reihern. Ach nein, Venedig iſt nicht Brügge, das nebe
ihm die mächtigſte Stadt der Welt war und heute zehn Kile
meter vom Meer, verſandet, unter dem Donner ſeiner Belfried
glocken als ein Provinzneſt liegt und nur wie aus einer Muſche
heraus von ſeiner Geſchichte ſummt. Nein. Venedig iſt ein Or
der nicht zum Schauen, ſondern zum Leben da iſt. Venedig i
eine Stadt mit Schatten nach rückwärts, wohl aber auch m
Lichtern nach vorwärts. Nur hat Venedig, im Gegenſatz
Ravenna und zu Brügge, dieſelbe großartige Geſte behalten, di
ſie voll unerhörten Glanzes machte, als die Dogen ſich mit de
Adria in ſymboliſcher Hochzeit vermählten.
Venedig hat unter den fasciſtiſchen Adlern denſelben Hock
mut und dieſelbe Träumerei, die es 1480 unter dem Dogen Fos
cari oder 1700 unter dem Dogen Silveſtro Valier hatte. Venel
beſitzt heute dieſelbe grandioſe Himmelskraft, die ſein gigan
tiſchſter Maler Tintoretto in ſeinen Bildern in der Scuola Sa
Rocco aufgetürmt hat bis ins myſtiſche Verſchweben. Vened
beſitzt heute noch dieſelbe graziöſe Phantaſtik, wie ſie Francesc.
Guardi auf ſeinen eleganten Maskenbildern in der zweiten Hälft
des achtzehnten Jahrhunderts gemalt hat, jenen weltmänniſcher
Koſtümbildern einer großartigen und launiſchen Geſellſchaft, di
der Maler zum Teil ſelbſt den Gäſten des Café Florian ver
kaufte, dieſem Café, das einen Teil des Markusplatzes darſtell
und wo die beſten Leute Europas im Frühjahr und im
Septem=
ber zu ſitzen pflegen. Wenn Venedig nichts hätte als dieſen
gigantiſchen Salon von Platz, deſſen Plafond ſeine
Tauben=
ſchwärme ſind, wäre es ſchon einzigartig. Nirgends iſt das
Ge=
fühl des Raumes, in dem man ſich wohl fühlt, ſo märchenhaft
mit dem Gefühl von vornehmer Größe und mit der Vorſtellung
des Glanzes von Menſchen, Meer und Natur vereinigt wie hier.
Der Strom von Menſchen, der durch die Stadt der Kanäle
hinzieht, gibt der Stadt, die nachts am ſtummſten iſt, ihren
modernen Reiz. Das kommt von der Entdeckung des Lido. Der
Lido iſt, zehn Minuten von Venedig, im Meer draußen, einer
der vollkommenſten Badeorte der Welt. Der Lido iſt jene
Bogen=
ſehne von Halbinſeln, die Venedig vor dem Meer ſchützen. Auf
ihrer einen Seite flutet die Adria. Zwiſchen dem Lido und
Venedig aber, das in der Spitze des Winkels liegt, ſtreckt ſich
jenes ruhige Waſſer, das die Lagune heißt, jenes Paradies von
Farben auf dem Waſſer, das von Segelbooten, Motoren und
Gondeln maleriſch bevölkert iſt. Auf dem Lido nämlich, der
ge=
wiſſermaßen Venedigs Augenbraue iſt, ſtehen die Hotels nach
dem Meere zu, die den ſchönſten tiefen Sandſtrand der Adria
beſitzen. Das Excelſior, das einen eigenen Hafen und einen
kleinen Kanal durch den kaum einen Kilometer breiten Lido
be=
ſitzt, gehört zu den erhabenſten Hotels des Kontinents.
Den Tag am Lido im Sand zu verbringen und abends nach
Venedig zu fahren, wenn der Dogenpalaſt wie eine Traumwabe
an der Riva degli Schiavoni ſteht und die Lichter auf dem
Markusplatz unter dem Bild des geflügelten Löwen angehen,
gehört zu den klarſten Genüſſen dieſes Daſeins. Dieſe Miſchung
von Sport, Natur und Phantaſie iſt unvergleichlich. Ja, die
Menſchen, die den Tag über das blaueſte Meer genoſſen haben,
ſcheinen abends in der Stadt, die die tiefſten Schatten hat, die
heiße Sonne der Adria wieder auszuſtrahlen. Eine
unbezahl=
bare Miſchung von Kraft und Jahrhundertglanz, von Augenblick
und Geſchichte, von Gegenwart und Tradition. Das ſind die
zwei Geſichter von Venedig, die nicht zu trennen ſind, ohne ihmi
ſein ſchönſtes Geheimnis zu rauben. Venedig iſt nicht tot.
Es lebt.
Ich geſtehe, der Charme der Städte und das Rätſel ihr
Atmoſphäre hat mich ſtets wie der Reiz von ungewöhnliche
Menſchen angezogen. Ich bin viele Dutzende Male abends d
zehn Minuten über die Lagune gefahren, ohne Hut, im Aben
anzug, manchmal allein, manchmal mit dem Chef der venez
niſchen Legion, manchmal mit einer Frau. Aber wenn d
Frauen und die Männer der Geſellſchaft auf dem Markusplo
Nummer 159
Geite 3
Franzöſiſch=engliſche
Wirtſchaftsbeziehungen.
Oas neue franzöſiſche Kohleneinfuhrverbot.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 8. Juni 1927.
Was die Entente cordiale durch die Beſuche und
Feierlich=
keiten der letzten Wochen etwa an Wärme gewonnen haben ſollte,
wird vielleicht gerade genügen, um die Abkühlung auszugleichen,
die um dieſelbe Zeit durch die wirtſchafts= und finanzpolitiſchen
Gegenſätze zwiſchen hüben und drüben hervorgerufen worden iſt.
Die Liquidation des Kohlenſtreiks Ende vorigen Jahres
mußte ihrer ganzen Art nach den Gedanken aufdrängen, daß
nicht nur von dieſer Löſung keine Beſeitigung des Grundübels
zu erwarten war, ſondern daß etwa im Spätſommer dieſes
Jahres die Bedingungen einer neuen Kriſe von der gleichen Art
wie im vorigen Frühjahr wieder vollzählig zur Stelle ſein
wür=
den. Die allgemeine Urſache der vorjährigen Kriſe war
Ueber=
produktion mit da ausfolgender Unterbietung auf dem
Welt=
markt und ſteigender Unrentabilität der Gruben. Beim
Zuſam=
menbruch des Streiks wurde nun die Arbeit wieder
aufgenom=
men auf Grund verlängerter Arbeitszeit und verringerter Löhne
oder — in gewiſſen Fällen — eines Lohnſchemas, das keine
ſofortige, dafür aber eine ſtufenweiſe Herabſetzung der Löhne
vorſah. Der größere Teil dieſer letzteren Herabſetzungen hat ſich
inzwiſchen ausgewirkt. Obwohl dieſe Maßnahmen der
Ueber=
produktion und der Unterbietung, alſo gerade dem, was es zu
vermeiden galt, einfach in die Hände zu arbeiten ſchienen, hätten
ſie dieſe Wirkung nicht notwendigerweiſe zu haben brauchen, wenn
ſie durch eine Regelung und Milderung der innerengliſchen und
der internationalen Konkurrenz auf dem Kohlenmarkt ergänzt
worden wären. Es hätte mit anderen Worten gleichzeitig der
Rationaliſierung des engliſchen Kohlenbergbaus und einer
Ver=
teilung der Kohlenabſatzmärkte unter die wichtigſten europäiſchen
Kohlenproduktionsländer bedurft. Da weder das eine noch das
andere, abgeſehen von unwirkſamen Anſätzen, geſchehen iſt, mußte
der Widerſinn der neuen Arbeitsbedingungen ſeine vollen Früchte
tragen. Nachdem der Kohlenhunger der erſten Monate nach
dem Streik geſtillt war, verengten ſich die Abſatzmöglichkeiten
raſch und in den letzten Monaten waren bei ſtetig ſinkenden
Kohlenpreiſen bereits wieder große engliſche Kohlenreviere
außerſtande, ſelbſt die herabgeſetzten Löhne ohne Verluſt zu
zah=
len. Die Arbeit iſt in einzelnen Revieren auf fünf, drei, ja zwei
Tage in der Woche eingeſchränkt.
Mitten in dieſer Situation ſoll nun das neue franzöſiſche
Kohleneinfuhrverbot in Kraft treten. Was für England auf dem
Spiele ſteht, erſehe man daraus, daß die engliſche Kohleneinfuhr
nach Frankreich ſich normalerweiſe um 10 Millionen Tonnen
jährlich zu bewegen pflegt. Allein die ſchwebenden Kontrakte
zwiſchen engliſchen Kohlenlieferanten und franzöſiſchen
Abneh=
mern werden zurzeit auf etwa 4 Millionen Tonnen geſchätzt. Da
Frankreich natürlich die deutſche Reparationskohle nicht
aus=
ſchließt und, abgeſehen davon, England praktiſch die ſämtliche in
Frankreich verbrauchte fremde Kohle liefert, ſo iſt kein Zweifel, daß
das Einfuhrverbot eine antiengliſche Maßnahme iſt. Die
diplo=
matiſchen Vorſtellungen, die daraufhin von engliſcher Seite
er=
folgt ſind, ſind alſo durch die Sachlage ſelbſt vollkommen
gerecht=
fertigt. Sie ſtoßen jedöch zunächſt auf die formale Schwierigkeit,
daß Frankreich ja nicht etwa die Einfuhr engliſcher Kohle,
ſon=
dern die Einfuhr von Kohle überhaupt verboten hat. Wenn es
die Abſicht hat, ſich taub zu ſtellen, ſo ſteht es ihm frei, England
darauf hinzuweiſen, daß dem einen recht iſt, was dem anderen
billig iſt. Nun iſt natürlich von einer glatten Ablehnung der
engliſchen Wünſche keine Rede. Da auch unter dem
Einfuhr=
verbot auf Grund beſonderer behördlicher Bewilligung
Aus=
nahmen möglich ſind, ſo hat Frankreich es in der Hand, durch
eine liberale Handhabung dieſes Mittels die Sorgen Englands
zu beſchwichtigen, wenn es auch ſicher nicht daran denkt, ſie ihm
abzunehmen. Es wird heute bekannt, daß die franzöſiſche
Regie=
rung die Inkraftſetzung des Einfuhrverbots um fünf Tage
auf=
geſchoben hat, um die Verhandlungen mit England nicht zu
prä=
judizieren. Dieſe ſind alſo in vollem Gange, aber ſie ſind auch
offenbar nicht leicht.
Von dem anderen engliſch=franzöſiſchen Konflikt, der zurzeit
ſchwebt, dem Streit um die enormen franzöſiſchen Goldkäufe in
London, kann man nicht einmal ſagen, daß er auf gutem Wege
wäre, was man von der Kohlenfrage bis auf weiteres
wenig=
ſtens annehmen muß. Die Bank von Frankreich hat ohne Frage
die Kreditpolitik der Bank von England in einem Zeitpunkt
durchkreuzt, wo die letztere alles tut, um die Folgen des
ver=
gangenen Streikjahres wettzumachen. Und man iſt trotz aller
Ausſprachen in Paris und London bisher nicht über die
Feſt=
ſtellung hinausgekommen, daß die beiden Zentralbanken
ent=
gegengeſetzte Tendenzen verfolgen. Es verſchärft die Situation,
daß man in England dem Verdacht Raum gegeben hat, es ſeien
am Ende überhaupt keine währungstechniſchen Motive, die hinter
erſchienen, ohne Hut, im Geſellſchaftsanzug, wie im klaſſierteſten
Salon der Vorſehung, dann ſchien der Olymp der Renaiſſance
mir jedesmal von neuem in ſeiner heroiſchen Größe
wieder=
geboren, auch wenn dieſe Männer engliſche Lords oder
jugo=
ſlawiſche Attachés waren. Dann kamen abends die Götter und
die Göttinnen auf den Markusplatz, zwar von der Vionett und
von Worth gekleidet oder von Fries und Burburry angezogen ..
aber dieſe modernen Männer hatten allen Glanz, den die
Jahr=
hunderte in dieſer Stadt aufgehäuft haben, den Zauber, die
Gentilezza, die Heiterkeit einer Epoche, die großartig, anmutig
und rätſelhaft war.
Es gibt hier Nächte, die unvergleichlich ſind, erreicht
höch=
ſtens durch die Nächte von Sevilla. Man hat bei Martini
ge=
ſpeiſt, rohen Schinken mit Melonen, Scampi bolliti (aber ohne
Mayonnaiſe), ein Kotelett, aber auf Bologneſer Art. Man ißt
auf einem winzigen Platz, zwiſchen hohen Kirchen, Paläſten und
Theatern. Ueber einem eine Kokotte mit einem Papagei an
einem Fenſter eines Palazzo, hinter einem ein ſchreiendes Kind
im Halbſchatten einer Renaiſſancetreppe. Man geht zwei Schritte,
die Treppe hinauf in das Theater Fenice, eines der herrlichſten
Theater Italiens, den „Troubadour” zu hören. Man verläßt
es nach der Seite des Kanals zu und fährt unter hundert Brücken
durch einen der tollſten Traumteile Venedigs nach dem
Markus=
platz. Die Piazza iſt voll von Tauſenden von Menſchen, aber in
der Mitte ſteht das Orcheſter, auf einem Podium, mit vielen
grünen Lichtern. Und dann ſingt auf dieſem Podium Gigli, wie
er nie geſungen hat; er ſingt den Dogen und der Markuskirche
und dem Himmel, der über ihm hell wie die Lagune iſt. General
Nobile ſteht, hingeriſſen auf das Podium geſprungen, neben dem
Herzog von Bergamo. Und das Publikum klatſcht dem Sänger
und dann dem 35jährigen General und dann dem Verwandten
des Königs.
Welch würdige Haltung! Und welche Umgebung! Aus den
vielen Hundert Fenſtern des königlichen Palaſtes, der dieſen
Platz umrahmt, hängen Teppiche, und in den Simſen ſtehen
kleine Lichter. Das iſt ein Abend für Götter, wahrhaftig, aber
es iſt ein Abend ohne Arrangement, ein kindlich einfacher Abend
von Venedig, wie es Hunderte gibt, aus dem Aermel geſchüttelt,
aber aus dem Aermel Gottes wahrſcheinlich, der ja nicht nur die
Strafen, ſondern auch die Genüſſe des Daſeins verteilt.
Gewiß, und man nimmt, ehe man zur brauſenden Adria
auf den Lido hinüberfährt, bei Florian eine Caſſate oder eine
Melone, die mit Eis gefüllt iſt, oder einen Monte bianco oder
einen Americano, wie es Byron und Stendhal getan haben, die
Freitag, den 10. Juni 1927
den franzöſiſchen Goldkäufen ſtehen, ſondern die alten
Trieb=
kräfte der franzöſiſchen Innenpolitik, die bisher die geſetzliche
Stabiliſierung des Franken verhindert haben und vielleicht auf
eines neues Abenteuer, eine neue Frankenhauſſe mit allen
Ge=
fahren neuer Inſtabilität hinarbeiten. Die Sympathien für das
Werk des Finanzminiſters Poincaré haben ſich in London
merk=
lich abgekühlt.
Frankreichs Finanzlage. — Eine
Konſolidie=
rungsanleihe geplant.
EP. Paris, 9. Juni.
Seit einiger Zeit laufen in politiſchen und Finanzkreiſen
Gerüchte von einer bevorſtehenden
Konſolidierungs=
anleihe um. Heute glaubt der „Matin” mitteilen zu können,
daß Finanzminiſter Poincaré in methodiſcher Fortſetzung ſeines
Planes zur Stabiliſierung der Finanzen mehrere
Konſolidie=
rungsoperationen vorbereite, deren erſte in aller Kürze ſichtbar
werden ſoll. Der Zweck dieſer Maßnahme werde ſein, den
Bank=
notenüberſchuß aufzuſaugen, der ſich ſeit der Verminderung der
umlaufenden nationalen Verteidigungsſcheine ergeben habe.
Man nehme an, daß Banknoten im Werte von 10 Milliarden
Franken ohne Schädigung des Handels aus dem Verkehr
genom=
men werden könnten. Dann werde das Parlament aufgefordert
werden, die Höchſtgrenze für die Vorſchüſſe der Bank von
Frank=
reich an das Schatzamt entſprechend herabzuſetzen, ſo daß dieſes
den Gegenwert an Banknoten zurückziehen müſſe. Es handele
ſich um eine Deflationsmaßnahme, die gerade in dem Augenblick,
in dem die Zentralbank ihre Goldvorräte verſtärke, im Ausland
ein bedeutendes Intereſſe finden dürfte. Die Konverſion der der
Zentralkaſſe anvertrauten Depots werde vorausſichtlich zwiſchen
dem 15. Juni und dem 1. Juli erfolgen und ſich nicht nur auf
flüſſiges Geld, ſondern auch auf die nationalen
Verteidigungs=
bonds erſtrecken, die das Schatzamt bei der gleichfalls
überflüſſi=
ges Geld verfügenden Tilgungskaſſe diskontieren werde.
Im „Echo de Paris” beſtätigt Marcel Hutin, daß Poincaré
noch vor den großen Ferien eine Anleihe zu lancieren gedenke.
Die im Gange befindlichen Studien zielten auf die
Konſolidie=
rung der Rückzahlungen an die Bank von Frankreich, der Depots
auf Sicht beim Schatzamt und, wenn möglich, eines weiteren
Teiles der nationalen Verteidigungsſcheine hin. Mit einer ſehr
deutlichen Anſpielung auf die kürzlichen Kriſengerüchte ſchreibt
Hutin, um der Anleihe einen großen Erfolg zu ſichern, ſei zu
wünſchen, daß die Autorität des Miniſterpräſidenten nicht
beein=
trächtigt werde. Denn davon hänge, wie man von Tag zu Tag
mehr feſtſtellen könne, die finanzielle Wiederaufrichtung
Frank=
reichs ab.
Das Zündholzmonopol, eine „intereſſante
Finanzoperation” Poincarés.
EP. Paris, 9. Juni.
In der Kammer iſt heute vormittag die Beratung über
die Vergebung des Zündholzmonopols an die
ſchwediſche Firma Svenska fortgeſetzt worden. Es iſt
auch heute noch zu keinem Beſchluß gekommen. Poincaré hielt
eine längere Rede, in der er von neuem für die Vergebung
des Monopols eintrat. Seine Ausführungen enthielten vor
allem einen intereſſanten Paſſus über die franzöſiſchen
Kriegs=
ſchulden an Amerika. Die Spenska hat bekanntlich nach dem
Kon=
ventionsentwurf eine ſofortige Barſumme von 80 Millionen
Dol=
lar zu entrichten. Auf die Frage eines ſozialiſtiſchen Abgeordneten
in einer vergangenen Sitzung, warum denn der Regierung, die
doch gerüchtweiſe über eine Milliarde Dollar Deviſen verfüge, ſo
viel an dieſer Bareinnahme gelegen ſei, hatte Poincaré erklärt,
daß dieſe Summe zur Verwirklichung „intereſſanter Operationen”
beſtimmt ſei, über deren Charakter er aber damals nichts näheres
ausſagte. Heute iſt davon der Schleier etwas gelüfet worden.
Poincaré erinnerte nebenbei daran, daß das Abkommen Mellon=
Bérenger vom Parlament nicht ratifiziert worden ſei, und daß
das Parlament offenbar auch keine Luft habe, dies zu tun. Unter
dieſen Umſtänden müßten die Verhandlungen wohl eines Tages
wieder auf neuer Grundlage aufgenommen werden. Um aber
un=
gehindert diskontieren zu können, müſſe man doch Deviſen haben.
Die von der Spenska zu bezahlenden 80 Millionen Dollar ſeien
darum auch nicht zu verachten. Der Sinn dieſer Erklärung iſt
offenbar der, daß Poincaré beabſichtigt, den im nächſten Jahr
ver=
fallenden Betrag von 430 Millionen Dollar für die
zurückgelaſſe=
nen amerikaniſchen Kriegsvorräte in bar zu bezahlen. Amerika
hat in den Verhandlungen dieſe Barſchuld immer als wirkſame
Waffe benutzt. Es wird die Vermuntung ausgeſprochen, daß
Frankreich nach Abwendung dieſes Damoklesſchwertes von der
eigentlichen Kriegsſchuld nicht mehr ſo viel bezahlen will, als im
Abkommen Mellon=Bérenger vorgeſehen iſt.
ebenfalls wußten, was leidenſchaftlich und was ſchön an dieſer
Erde iſt. Venedig iſt immer königlich, aber auch immer
flim=
mernd, immer hell, aber auch immer taubenblau. Es iſt der
üppigſte Berührungspunkt zwiſchen Norden und Süden, zwiſchen
Verſtand und Phantaſie, zwiſchen Leben und Traum; aber, nicht
wahr, man muß dieſen Traum auch zu leben und nicht nur zu
träumen verſtehen.
Die „Himmelsſchrift.”
Die techniſche Erfüllung eines Dichtertraumes.
Von Auguſt Kuhn=Foelix.
Am Ende eines ſeiner Liebeslieder (und es ſteht im „
Nord=
ſeezyklus”) ruft Heinrich Heine frenetiſch aus: daß er an die
Himmelsdecke die Worte ſchreiben wollte:
„Agnes, ich liebe Dich!”
„Frenetiſch” nannte ich das. Zu deutſch: toll, raſend,
ver=
rückt. Und wirklich, auf ſolche im wahrſten Sinne des Wortes
„verſtiegene” Idee konnte doch auch nur ein Dichter auf den
Schwingen ſeiner von keinerlei Wirklichkeitsbedingtheiten
ge=
hemmten Phantaſie kommen
Meint man . und die Technik lacht uns aus.
Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten daran gewöhnt,
daß kühnſte Phantaſien Wirklichkeit wurden. Wieviel Jules
Vernes Abenteuer, die wir als Knaben ungläubig laſen, haben
wir ausgeführt geſehen. Aber nun bricht die Technik gar in
die Poeſie ein: und was ein verliebter Dichter in ſeinem
Traum=
rauſch zuſammenphantaſierte, ſo kühn, daß man ihn ſchon um
dieſen Gedanken beneiden muß, das macht ſie uns zur Tat.
Auf dem Grunde des blauen Himmels entwickeln ſich vor
uns in wenigen Sekunden Buchſtaben von Kilometerlänge in
ſchneeiger Weiſe, als ſchriebe ſie eine unſichtbare Gigantenhand
aus Wolkendunſt.
Freilich iſt es kein Liebesbekenntnis. Nicht: „Agnes, ich
liebe Dich!” Unſer Zeitalter — ſo wenig wie eines der
frühe=
ren — hat für ſolche Sentiments Verſtändnis. Und die paar
Poeten, die ihrer Geliebten auf ſolch exzentriſche Weiſe ein
Geſtändnis machen wollten, ſind arme Teufel und gewöhnlich
froh, wenn es zum Porto reicht.
Nein, nein! Es iſt die Reklame einer Weltfirma, die ein
kühner Flieger, ſo hoch, daß man ſein Flugzeug kaum noch ſieht,
mit Hilfe von Rauchentwicklungsabparaten „an die Him
melsdecke” ſchreibt.
Die ruſſiſch=franzöſiſche
Einigung in der Schuldenfrage.
Deutſchlands Anſprüche aus der Vorkriegszeit.
Auch Moskauer Meldungen wollen jetzt beſtätigen, daß die
ruſſiſch=franzöſiſchen Verhandlungen über die Schuldenregelung
zu einem Abſchluß gekommen ſind. Darnach ſoll die
Verſtändi=
gung auf der Grundlage erfolgt ſein, daß die Ruſſen auf die
Dauer von 62 Jahren ſich zur Zahlung von 72 Millionen
Gold=
franken jährlich, beginnend am 1. Juli 1927, verpflichtet haben.
Wenn dieſer Abſchluß wirklich zuſtande gekommen ſein ſollte,
kann er auch von weittragender Bedeutung auf die deutſch=
ruſſi=
ſchen Geldverhältniſſe werden. Deutſchland hat bekanntlich im
Rapallovertrag auf die privaten und öffentlichen
Vorkriegsſchul=
den verzichtet, hat dies aber im Artikel 2 nur unter der
Voraus=
ſetzung getan, daß die Sowjetregierung „auch geldliche Anſprüche
dritten Staaten nicht bewilligt‟ Die Ruſſen ſcheinen dieſe
Rückwirkungen umgehen zu wollen, indem ſie in dem Abkommen
mit Frankreich lediglich die ruſſiſchen Staatsſchulden, nicht aber
die Privatſchulden einer Aufwertung unterziehen, um ſich bei
der etwas verklaufulierten Formulierung ihren Verpflichtungen
Deutſchland gegenüber entziehen zu können. Es iſt aber
ſelbſt=
verſtändlich, daß Deutſchland ſeine Anſprüche anmeldet. Wenn
auch die ruſſiſchen Staatsanleihen in Deutſchland bei weitem
nicht den Umfang der franzöſiſchen Anleihen ausmachen, ſo
be=
ſteht doch die Hoffnung, daß wenigſtens ein Teil dieſes Geldes
auf dieſem Umwege gerettet werden kann.
Frankreichs Grenzdeckung am Rhein.
EP. Paris, 9. Juni.
In der Kammer wurde heute nachmittag die Debatte über
die Heeresreform fortgeſetzt. Der rechtsſtehende Abgeordnete
Fabry verteidigte ſein Gegenprojekt. Er iſt der Anſicht, daß die
Pläne der Regierung zu ſchüchtern ſeien im Hinblick auf
angeb=
liche deutſche und italieniſche Rüſtungen gegen Frankreich.
Deutſchland könnte jeden Augenblick, ſo behauptete der
Abge=
ordnete, ſogar ſchon jetzt über eine Armee verfügen, der die
Fran=
zoſen nicht gewachſen ſeien. Im Rheinland allein könnte
Deutſch=
land zwei Diviſionen aufbieten. Italien beſitze andererſeits
eine Grenzdeckung von 12 Diviſionen. Painlevé will dieſe
Be=
fürchtungen nicht gelten laſſen und erklärte, daß im Kriegsfalle
die Grenze unmittelbar mit 600 000 Mann kampffähiger
Trup=
pen verteidigt werden könnte und daß dieſe genügten, um binnen
kurzem weitere 600 000 Mann Reſerve mobil zu machen. Auch
für die Bedürfniſſe in den Kolonien beſitze Frankreich genügende
Wehrkräfte. Es verfüge beſonders in den nordafrikaniſchen und
ſenegaleſiſchen Regimentern über abſolut zuverläſſige und
ſchlag=
fertige Einheiten. Der Abgeordnete Fabry erklärte darauf, daß
er ſeinen Gegenvorſchlag zurückziehe und für die Vorlage
ſtim=
men werde. Augenblicklich liegt aber noch ein
ſozialdemokrati=
ſcher Gegenentwurf von Renaudel vor.
Der Prozeß gegen den Muſſolini=Attentäter Luzetti.
Heute beginnt vor dem außerordentlichen Gericht zum Schutze
des Staates der Prozeß gegen Gino Luzetti, der am 11.
Septem=
ber 1926 bei der Porta Pia eine Bombe gegen das Automobil
Muſſolinis geſchleudert hatte, wobei acht Perſonen verletzt
wur=
den. Der bekannte Anarchiſt Stefano Vatteroni iſt als Mittäter:
angeklagt. Ferner iſt ein Kellner des Hotels mitangeklagt, wo
Luzetti in Rom gewohnt hatte. Die Unterſuchung hat ergeben,
daß Luzetti die beiden Bomben vom Kriege her beſaß. Er hatte
ſie auf der Hochebene von Aſiago beim Sammeln von
Kriegs=
material gefunden und mit nach Hauſe genommen. Luzetti hatte
ſich nach Frankreich flüchten müſſen, weil ihn die Fasciſten von
Avenza verfolgten. Er arbeitete an der franzöſiſchen Riviera
und kehrte im Mai 1926 nach Italien zurück.
Der Anarchiſt Luzetti erſchien heute vor dem
außerordent=
lichen Gericht zum Schutze des Staates, ſehr aufgeräumt und in
ſommerlicher Sportkleidung. Es iſt ein 26jähriger Mann mit
durchdringendem Blick und dichtem Kraushaar. Bei ſeiner
Ver=
nehmung gab er an, daß er das Bombenattentat mit Vorbedacht
ausgeführt habe. Er erklärte, er habe im Dezember 1926 in
Marſeille von der Ermordung einiger Arbeiter in Turin gehört
und ſofort den Plan gefaßt, einen Führer des Fascismus
um=
zubringen. Dieſe Abſicht habe er jedoch niemals jemand
mit=
geteilt, da man gewiſſe Dinge nur ausführe, aber niemand ſage.
Es habe auch niemand gewußt, daß er Anarchiſt ſei. Seinen
Revolver habe er ſchon 1923 gekauft und habe vor dem Attentat
die Kugeln vergiftet, damit ſie um ſo mörderiſcher wirken ſollten.
Schließlich habe er aber den Revolver nicht verwendet, da er
ſich nicht gleichzeitig zweier Waffen bedienen konnte. Er ſei
ſchon 1923 einmal nach Rom gekommen, habe aber damals keine
Waffen beſeſſen. Zehn Tage vor der Ausführung des Attentats
ſei er nach Rom gekommen und habe dort unter falſchem Namen
in einem kleinen Hotel gewohnt. Er beſtreitet jede nähere
Be=
ziehung zu den beiden Mitangeklagten.
Aber wie er ſchreibt, überkommt mich das Gefühl eines
Zaubers, einer der ſeltſamſten Senſationen, wie kaum
Dich=
tung ſie zu geben vermag. So unwirklich, ſo magiſch wirkt das,
wie die Buchſtaben da aus dem Nichts zu kommen ſcheinen. Und
nun leuchtet das Rieſenwort ein paar Minuten herab auf die
Erde, zieht ſtolz und immer größer werdend dahin. Doch dann
verändert ſich langſam die Schrift, wird windſchief, zerflattert,
ſcheint ferner zu rücken, bis ſie ſchließlich blaß und blaſſer ſich
wieder auflöſt im All . .. ſpukhaft, geheimnisvoll . . . wie ſe
kam.
Wiesbadener Staatstheater, Kleines Haus.
„Volpone” von Ben Yones.
Neu bearbeitet und übertragen von Stefan Zweig.
„Volpone”, eine Komödie der Geldgier, im mittelalterlichen
Venedig. Derb, ziemlich deutlich, frech — aber ſehr geiſtreich,
witzig und unerhört amüſant. Die Aufführung ſtand in jeder
Beziehung auf der Höhe. Das Bühnenbild: der luſtige Rahmen
der überſprudelnden Handlung. Die Verwandlungen bei offener
Szene: nicht mehr originell, aber in dieſem Falle ſehr ſtilvoll,
Die Herren Kleinert und Breitkopf waren in den führenden
Rollen von Herr und Diener brillant. Auch die Nebenrollen und
die Rollen der Frau und der großen Kurtiſane waren mit den
Damen Kabiſch und Ferrat=Eiſenlohr vorzüglich beſetzt. Das
Ganze: eine Kabinettsleiſtung.
J. D. U.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Franzöſiſche Muſik zum erſten Male in
Deutſchland. Zum erſten Male ſeit Kriegsende kommen am
11. und 12. Juni anläßlich der Eröffnung der großen
Inter=
nationalen Ausſtellung „Muſik im Leben der Völker” franzöſiſche
Muſiker nach Deutſchland, und zwar nach Frankfurt a. M. Das
Orcheſtre des Concerts du Conſervatoire, das heute das gefeiertſte
franzöſiſche Orcheſter iſt, wird unter Philipp Gaubert zwei
Kon=
zerte geben, in denen der bekannte franzöſiſche Pianiſt Alfred
Cortét als Soliſt mitwirkt. Die Konzerte finden Samstag, den
11. Juni, abends und Sonntag, den 12. Juni, vormittags ſtatt.
Auskünfte durch die Ausſtellungsleitung, Beſucher=Organiſation=
Frankfurt a. M., Haus Offenbach, Platz der Republik.
Seite 4
Freitag, den 10. Juni 1927
Nummer 159
Familiennachrichten
Für die uns anläßlich unſerer
Vermählung übermittelten
Blu=
nenſpenden und Gratulationen
ſagen wir herzlichen Dank.
Georg Schell
Elonore Schell, geb. Roos
Alzeh
*15367)
Darmſtadt
Markt 11½
Das Feſi der
„Silbernen Hochzeit”
begehen am 10. Juni die Eheleute
Georg Beckenhaub und Frau Sophie
Landwehrſtraße 2. (*15449
Anläßlich unſerer
SilbernenHochzeit
ſagen wir auf dieſem Wege allen
Ver=
wandten, Bekannten, Stammgäſten,
Kegelklubs und dem Geſangverein
„Konkordia” für die erwieſenen
Auf=
merkſamkeiten unſeren
herzlichſten Dank
KonradKrichbaum u. Frau
Schwanenſtraße Nr. 49
(*15411
Dankſagung.
Nachdem mein lieber Mann, unſer
treuſorgender Vater
Herr
Georg Saal.
am 2. d8. Mts. beerdigt worden iſt,
drängt es uns, allen Freunden und
Bekannten, für die zahlreichen
Be=
weiſe aufrichtiger Teilnahme unſeren
herzlichen Dank zu ſagen.
Katharina Saal Wwe.
Georg Saal u. Familie
Dr. Ernſt Saal u. Familie.
Lengfeld i. D., Frankfurt a. M.,
erbach i. D., 8. Juni 1927 (9471
Dankſagung.
Für die uns beim Heimgang
unſerer lieben, unvergeßlichen Mutter
in ſo großem Maße erwieſene
Teil=
nahme, ſowieHerrn Pfarrer
Zimmer=
mann für ſeine troſtreichen Worte
ſagen herzlichſten Dank 15393
Hugo Nietzſch und Familie.
70
Df 2
D
imwsasnesseaaaeaaeassenseessstetteessesessessesssessseestssangiessshensrsssessseseesiwwssssses
auuendel-Seufe
„Schneewittchen
Gross, schwer und schneeweiss ist- das Stüch,
der Schaum wunderbar Sahnig, mild und
mollig, eine Liebkosung für die Haut,
herzhaft erfrischend der Duft..
Lapendel-Seife Schneewittchen‟
Lavendel-Seife „Gold’(Spez.-Farf)
Stück 00gr. schwer 45Pfg. 150gr. schwer 75Pg.)
v 8Ogr.schwer 60Pfg. 1Ogr. schwer 100Pfg.,
Kaffee Mitze
Schützenſtraße 10½,
Bürgerl. Tageskaffee
Billige Preiſe (108sa
Koch-Hühner
Pfund nur 1.30
Junge Hahnen, Enten, Gänse
Poularden, Kenlen
Reh-Rücken, -Bug. -Ragout
Pfund 80 Pfg.
— Sonder-Angebof —
Bergsträßer Kirschen . Pfd. 50 Pfg.
Bergsträßer Erdbeeren Pfd. 90 Pfg.
Bernhard Held
Karlstr. 24. (9481) Telephon 478.
PAufklärungen
Beweismaterial liefert für alle Zwecke
schnell. Reisebegleitung. (V 3913
Eberhards Welt-Detektiv-Institut
Teleph. 1523. Darmstadt, Rheinstr 43
R
Fenſter= u. Wagenleder Ludwigshöhſt.
(B.3781)
ubikopfpflege, Schneiden,
ondulation, Wasserwellen,
Damen-Kopfwaschen,
Färben, Bleichen, Manicure
Damen-Salon
Schreiben
Klesstrasse 35 (*15406
zwischen Hoch- und Karlstraße.
Herrensalon
Schreiben
dietet erſtklaſſige Leiſtungen.
(*15418
Kiesſtraße 35, zwiſchen Hoch= u. Karlſtraße
Tnova
Unerzeicht
in
Geschmack
und
Klmtet
als
Onnnt Lagsh
Auch bei Magen-,
Nieren- und
Zucker-
krankheit ärztl.
empfohlen.
Eikrovin-Fabrik
Bad Homburg.
Verkäufe
1tadell, ſchw. Mantel
(44/46), 1mal getrag.,
für d. Hälfte d.
An=
ſchaffungspr., einige
alte franz. Bücher, 1
Schülerpult, 2
Chaiſe=
longues bill. zu verk.
Herdweg 95,
Garten=
haus. (*15469
Günſt. Gelegenheit!
Neues Speiſezimmer,
unkel Eiche, bill, z
vk. Näh.
Eliſabethen=
ſtr. 34 (Alterl. (9368a
Dam.= u. Herrenrad,
gebr., bill z. vk (*15366
Barkhausſtr. 15.
Iiehug garantert 24. hunf 1921 5
Die bellebte
Stuttsarter Geld-Latterie
des Württ. Rennvereins
Gesamt-, Höchst- und Haupigewinn Mark A
Saa
K
TSut
13 Lose 12 Mark,
I08e II IN., Porto rListe 30 Pf., mehr
A. Dinkelmann, Worms
Poktscheckkonto 15194 Frankfurt a. M.
Hler in allen Vorkaufsstellen m
lier bei: Staatl. Lotterie-Einnehmer
Hils-
dorf, Kullmann, Ohnacker, Petrenz;
außer-
dem bei: Wilh. Bauch, Friedr. Hartmann,
Frau E. Kern, Konrad Koch, Heinrich
Marguth, Frau Ludwig Schwinn, Hugo
de Waal. (IV 945(
Ein gut erhaltener (*15419
Kassen Bemlann
wegen Platzmangel billig zu verkaufen.
Kahlertstr. 3, 1. Stock.
Guterhaltene, gebrauchte
Kisten
laufend geſucht. Angeb. erbitten wir unter
228 an die Geſchäftsſtelle. T (9446fs
aschbdtten
liefert und repariert (9440a
Gg. Heim, Darmstadt
Arheilgerſtr. 53. Telephon 2062.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl. Teilnahme
bei dem Ableben meines teuren Gatten, unſeres
lieben Vaters und Bruders, des
Eiſenbahninſpektor
Karpenſtein
ſage Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Marx
und den lieben Freunden und Kollegen aus
Frankfurt und Darmſiadt herzl. Dank. (rus4c0
Die trauernden Hinterbliebenen.
J d N:
El. Karpenſtein, geb. Windhaus.
Bei
trovanille
In Apotheken
R
zehnte
bewährt,
Frasch
wirkend
6
(IV 30
Vorzügliches Vorbeugungsmittel gegen Gripp
Von der Reiſe
zurück
D. Miontwein
Tierarzt.
15243mkl
Von der Reiſe zurück
Dr. Walther
Brüning
Facharzt f. Hals, Naſe,Ohr.
(e15399)
Schöne grüne
Stacheldeeren
direkt vom Erzeuger
jedes
Quantumpreis=
wert abzug (9465
Auerbach (Heſſen)
Darmſtädterſtraße 12.
Penſionenf
Mittag= und
Abendtiſch
von 50—95 Pfg.
egetariſche u.
Fleiſch=
küche
(344a
Reform=Reſtaurant
Alexanderſtr. 4, I.
M Ruher
Kersich!
N4 3
Auf Teilzahlung
bei kleinſter Anzahlung und leichter
Abzahlung verkaufe ſeit 22 Jahren
in nur guten Qualitäten
Möbel
lackiert, Küchen,
natur=
laſſiert ſowie
Einzelmöbel
Anzüge
für Herren und Burſchen I Schlafzimmer in eiche u.
in modernen Macharten
Paletots
Covercoat auf Satinella
aller Art
gearbeitet
Bettſiellen, Rahmen
Matratzen,Kleiderſchränke,
Tiſche, Stühle. Diwans,
Gummi=
Chaiſelonques, Büfetts,
Schreibtiſche,
Flurgarde=
roben uſw. uſw.
Mäntel
Federbetten, Strohmatratz.
für Herren und Damen
Die gute alte Firma 50709
Julius Wagner
Darmſtadt — Karlſtraße 30 (Caden)
Wer seine Blumen liebt
gibt ihnen nicht nur WDaſſer, ſondern weiß, daß ſie auch kräftiger
Nahrung bedürfen. Seben Sie deshalb alle 14 Tage eing
Meſſerſpitze aun-Oc in das Sießwaſſer, dann erhalten
Sie wundervolle Topfpflanzen. Doſe 50 Pfg. erhältlich
m Drogerien, Kpoiheten, Blumene und Samenhandlungen,
Damen- und
Herrenräder
nur beſte Marken,
uf bequeme
Teil=
jahlung zu verkauf.
Eidenmüller
Tahlertſtr. 13 (9132=
Geſpieltes
Piane
Ausnahmepreis.
Klavierlager
Zimmermann
Brafenſtr. 21 193192
Stansporte
Spott=
dirlig.
Cichen furnierter
Kleiderſchrank
zweitürig, fertig
gebeizt . . 70 Mk.
poliert . 75
Küche
laſ., Kiefern und
Sperrholz, Linoleum,
Kacheln, 2 Schränke,
Tſch und 2 Stühle
nur 195 Mk. (*15445
Möbel=Bertrieb
Rob, Heerwagen
Br Schſengaſue 10.
Schuhmacher=
Aus=
putzmaſchine f. 250ℳ
zn verkaufen. Weis,
Bordiſtenſt. 1 1. (r 15409
Gut erhalt., grauer
Sportanzug f. 14- bis
15jähr. Jungen z. vk.
Rhönring 93, 2. St
(154 12)
8668a
Waldstr. 32, Tel. 842
Kaſſenſchrank
mod., 0,90 10,90/2,00,
billig abzugeb. Näh
Geſchäftsſt. (1538
Mittelgroßer 1215422
Mahogonitilch
zu verkf. ab 10 Uhr
Herdweg Nr. 92, pt.
Diider aHd Hinränmangen
gut u
Franz Langheinz
Karlsstr. 25, Ecke Hölgesstr. Telephon 1747
Grösstes Spezial-Geschäft am Platze. (5068a
Pension
Hausfrauen, verlangt
May-Seifen
Der Name bürgt für die Oualität
(370a
Herstellers Bernhard May Söhne — Groß-Zimmern
enhof
omant idhll. Lage a
Walde
Züdſpeſſart
Vollpenſion ℳK 4.50
Voranmeldg erbeten
Hasloch a. M.
Unterfranken (*15466
N
Mober..
Sonderangebot
3 billige
echt eichen
Speise-
zimmer
mit Zugtiſch und
echt. Lederſtühlen
Mk. 440.—
Mk. 590.— 2
Mk. 660.—
Aparte Modelle!
Hfaßr, 7af
8 t:. 22/40 PS.
be=
triebsf., guterhalten
u kr. Bauart ſofort
zu verkaufen. Angeb.
unter J 157 an die
Geſchäftsſt. (9389m d.
Adler, 4ſitz.,
elektr. Licht, Anlaſſer
abn. Aufſatz, gute Be
reifung, 3 Türen
täg=
lich im Betrieb, weg.
Anſchaffung eines 2, äußerſt billig zu
vk. Fröhner, Dieburg,
Teleph. 287. (*15158
Neues Damenrad
ſehr billig abzugeb.
Saalbauſtraße 41,
r. Stb., II. (15471
H.Fahrrad
für ℳ 28 — zu verk.
Liebigſtr. 54, I./ 15455
4½ Getriebe
Wanderer
mit allen Schikaner
zu verkauf. (*153641s
Kahlertſtraße 47,
Mehr. gebr.
Herren=
fahrräder preiswer
abzugeben (*1543
Mauerſtr. 6, Lader
Fahrrad
m. Torp.=Freil. f. 32./
abzugeben. (*15389
Baſtian, Neckarſtr. 4.
Vietoria-Motorrad
mit Boſchzündlicht,
Mod. 26, zu verkauf.
Ph. Huck,
Alexander=
ſtraße 6. (*15443fs
Motor=
Flottweg: rad,
für Dame geeignet,
zu verkf. Ph. Huck,
Alexanderſtr. Nr.
(*15214mf!
Royal-
Seitenwagen
zu verkauf. (*154441s
Ph. Huck,
Alexanderſtr. Nr.
Wegen Abbruch (945‟
1 Kackel=
Dauerbrandofen
zu verkaufen. Jacob
Hemmerich. Darm
ſtadt, Rundeturmſt, 16.
Radſchneid=
maſchin=
3 cm,
reparaturbe=
dürftig, 60 Mk.,
Boſtonpreſſe
100 Mk., vk. Papier=
Eifler, Woogsplatz 3.
(e15428)
Schw. H.=Capes, ſchw.
D.=Mantel u. Kleid.,
Schuhe(39)eleg ſchw.
Seidenhut, Holzbank,
Einmachtöpfe(*15462
Pallaswieſenſtr 50,II
14
Kinder=
wagen
Riemenfederung,
von 60 Mk. an.
Pullmann
Saalbauſtr. Nr. 27.
(215470fg:
Gut erh. Gasmotor
4 Pferdekr. (Deutz
bill. zu verk.
Gries=
heim b. D.,
Rathenau=
ſtraße 36. 19316smt
Klees
2 Stück Klee am
Martinspfad fürs
ganze ahr zu
ver=
kaufen Schneider,
Ludwigshöhſtraße 19.
Torf=Miſt
preiswert abzugeb
G tenbergſtr. 37
(9469)
mittels
19470fgm
erledigt preiswert
Möbeltransport=Spedition
Albert Bogk Tel. 2050, Gutenbergſtr. 37/69
Schreibmaschinen
gebraucht, verschiedene Systeme
von BO MK- n
ferner fast ständig greilbar
Continental, Adler
Mercedes, Stöwer,Urania
Underwood
usw., gebraucht, zu äußersten Preisen
Zahlungserleichterung auf Wunsch
Carl Winkef
Darmstadt (7644a) Rheinstr. 28
Telephon 1435
Mainz, Gr. Bleiche 23.
Reiſekoffer
in Taſchen und Beuteln
ganz beſonders billiz.
Offenbacher
nur
Eliſabethenſtraße 37 und Grafenſtr. 21, I.
Revaraturen billiaſt. 125012
Lederwaren MaBeh
Gymnaſtik=Anzüge
SchuhefürDamen
und Kinder. /4493a
Sporthaus Adelm ann, Darmſtadt
Tablecll
3 X8 Mtr. gr.. Holz= un Eiſentreppe z11
verkaufen Näh unter J217 Geſchſt. 1:370
Haeie Hauuf
besonders preiswert!
Müiller dober
Rheinstraße 39. (8708a
lie
odtriſioe
it Cage ein
iom erhaolien
Pi. erhällch
ransport= Spedilie
T, Guenberaft. zin
ſichinen
raniel!
Nummer 159
Aus der Landeshaupiſfadt.
Darmſtadt, 10. Juni.
* Jubiläumstagung des deutſchen
National=
vereins der Freundinnen zunger Mädchen.
II.
Der Auftakt zur eigentlichen Arbeitstagung der „Freundinnen” war
ein Gottesdienſt in der Schloßkirche, Prälat D. Dr. Diehl legte ſeiner
Anſprache das Wort vom Weinſtock und den Reben zu Grunde. Alle
ſoziale Arbeit ſolle hervorwachſen aus dem Glauben, aus der Liebe
die nicht anders kann, als dem Nächſten zu dienen um des Heilandes
willen. Im Gebet ein dankender Rückblick auf 50 Jahre ſegensreicher
Wirkſamkeit, eine Bitte um Kraft und Segen zu neuer Arbeit in der
Zukunſt — ſo klang mit Vaterunſer und Segen die kurze Feier aus.
In der Otto Berndt=Halle begann die Tagung. Die
Nationalvor=
ſitzende ſir Deutſchland, J.K.H. die Großherzogin eröffnete die
Ver=
ſammlung, die ſie unter das Wort ſtellte: „Die Liebe höret nimmer
auf”! Herzliche Worte der Begrüßung widmete die hohe Vorſitzende
den Delegierten aus Deutſchland und dem Ausland und allen Gäſten
und „Freundinnen”, und gedachte beſonders auch derer, die heute in
dieſer Verſammlung fehlten, zumal der Freundinnen im abgetretenen
und beſetzten Gebiete.
Die Nationalſchriftführerin Frau Dr. Blanck= Heidelberg gab
einen Ueberblick über die Geſchichte des Vereins, ſeine Entwicklung in
50 Jahre treuer und ſelbſtloſer Arbeit, die eng verknüpft iſt mit
Per=
ſönlichkeiten, die ihre Lebensaufgabe in dieſer Liebesarbeit erblickten.
Gegründet im Jahre 1877 in Genf als internationaler Verein der
Freundinnen junger Mädchen von 22 Frauen aus ſieben verſchiedenen
Ländern, die die Arbeit zum Schutz junger Mädchen als dringende
Not=
wendigkeit erkannten, wurde er auch alsbald nach Deutſchland verpflanzt
durch den Hofprediger Wilhelm Baur in Berlin und ſeine Gattin Meka
Baur, die lange Jahre hindurch zuſammen mit den Schweſtern
Voll=
mar im Mittelpunkte der Arbeit ſtanden. Jede ſoziale Arbeit entwickelt
aus ihren eigenen Bedürfniſſen ihre Organiſation. Frau Dr. Blanck
verfolgte dieſe Entwicklung von Stufe zu Stufe. Die Gwüindung der
„Geimaten”, die Auskunfts= und Stellenvermittelungsbureaus, der
Ket=
tendienſt, aus dem dann die Bahnhofs=Miſſion erwuhs. Aus den
Er=
fahrungen des Bahnhofsdienſtes ergab ſich die Betämpfung des
Mädchen=
handels auf internationaler Grundlage. Die Kriegs= und Nachkriegszeit
brachten dem Verein neue ſchwvere Aufgaben, aber auch manchen Erfolg
in ſeiner Tätigkeit. Frau Meta Baur hatte nach dem Tode ihres
Gat=
ten den Vorſitz niedergelegt; ihr folgte die Fürſtin Marie zu=
Er=
bach=Schönberg. Nach dem Tode der Fürſtin ging der Vorſitz im
Deutſchen Nationalverein auf die Frau Großherzogin über. Heute hat
der Verein in Deutſchland 10 665 Freundinnen.
Dem Vortrag von Frau Dr. Blanck folgte der Kaſſenbericht des
Schatzmeiſters. Herrn Oberſtleutnant Baur, der mit Friſche und mit
Humor vorgetragen, der Materie viel von ihrev Trockenheit nahm, aber
auch zeigte, mit welchen großen finanziellen Schwierigkeiten der Verein
heute noch, als Nachwehen der Kriegszeit und Inflation, zu kämpfen
hat. Das Reichsminiſterium des Innern und die Innere Miſſion haben
den Verein nach Kräften geſtützt, was mit Dank auerkannt wurde,
Ver=
ſchiedene Grüße und Glückwünſche wurden dem Verein zu ſeiner
Jubel=
feier dargebracht: Grüße aus Hollaud und Deutſch=Oeſterreich, von der
Neichsſtelle für das Auswanderungsweſen durch Geh. Rat Schmidt, vom
Prälat. D. Dr. Diehl im Namen der evangeliſchen Landeskirche, vom
beſiſchen Geſamtminiſterium und dem Hermn Miniſter des Innern eben für dieſen Fall den kleinen Nachteil in Kauf nehmen, daß das
durch Miniſterialrat Krebs von der Stadt Darmſtadt durch
Bürger=
meſte. Delb, vom Deutſchlezangeliſchen Frauenbund, vom Katholiſchen Haut im einer engen Straße erichtet werde.
„Freumdinnen” zum Ausdruck.
unter Führung ihrer hohen Vorſitzenden am Nachmittag an die Gräber
führte, in denen Perſönlichkeiten ruhen, die einſt die Begründer des
Vereins und Jahrzehnte hindurch ſeine Führer, ſein ſeeliſcher
Mittel=
punkt waren. — Der Bericht über den Verlauf des Ausflugs nach
Lindenfels und Schönberg kann wegen vorgerückter Stunde, dieſen Zeilen
Da.
erſt morgen folgen.
*
In dem geſtrigen Tagungsbericht iſt als erſte Rednerin Frau
War=
lich=Kaſſel (nicht Frau Werlich) zu leſen.
Freitag, den 10 Juni 1927
— Heſſiſches Laudestheater. „Heute beginnt an der Tageskaſſe
des Großen Hauſes der Vorverkauf für das achte (und letzte unter
Generalmuſikdirektor Joſeph Roſenſtocks Leitung ſtehende)
Sinfonie=
konzert am Montag, den 13. Juni. Ju dieſem Konzert gelangt, wie
bereits mitgeteilt, als Abſchluß Beethovens 7. Sinfonie (4=Dur) zur
Aufführung. Das nach der (im erſten Sinfoniekonzert im September
vorigen Jahres zur Aufführung gelangten) CMoll=Sinfonie und der
zuſammen mit dem Ballett „Die Geſchöpfe des Prometheus” geſpielten
Paſtoralſinfonie geſchaffene, in den Jahren 1811—13 entſtandene Werk
gehört zu den hervorragendſten Schöpfungen des Meiſters. Mit der
Aufführung dieſer 7. Sinfonie ſind in dieſem Winter faſt alle
ſinfoni=
ſchen Werke Beethovens gebracht worden.
In der morgen abend im Großen Haus ſtattſindenden erſten
Wie=
derholung von Leſſings „Nathan” ſpielen — wie auch in allen noch
folgenden Aufführungen des Werkes — Kurt Weſtermann und
Richard Jürgas die Nollen des Nathan und des Kloſterbruders.
— Bühnenvolksbund. Der Miete K wird außer der 18. Vorſtellung
noch eine weitere zugeteilt werden, über die Veröffentlichung erfolgt Wir
bitten deshalb die Mitglieder, den Tagesbericht des Landestheaters
künf=
tig zu beachten. Ein beſonderes Eintrittsgeld für dieſe Vorſtellung wird
nicht erhoben, doch wird wohl ein Umtauſch der Karten zum Tail
erfol=
gen müſſen, weil die Vorſtellung vorausſichtlich mit einer anderen
Vor=
ſtellung zuſammentrifft.) Inzwiſchen empfehlen wir, die Neuanmeldung
vorzunehmen, wozu wuir auch andere Theaterfreunde auffordern.
Aus=
kunft erteilt bereitwilligſt die Geſchäftsſtelle bei Chriſtian Arnold am
Weißen Turm. Der Vorſtand beabſichtigt, am Ende des Monats eine
Ausſprache mit den Mitgliedern anzuſetzen, in der er gerne die Wünſche
für die kommende Spielzeit entgegennimmt.
— Jubiläum. Am 10. Juni ſind es 25 Jahre, daß Herr Philipp
Hennemann, Rhönring 55, bei der Firma Karl Schenck, G. m. b. H., als
Kranenführer tätig iſt.
— Der Verkehrsverein ſchreibt uns: Auf ins Neckartal! ruft
die Eiſenbahndirektion Mainz für nächſten Sonntag, wo ſie einen
Son=
derzug in eine der intereſſanteſten Gegenden in nächſter Nähe führt.
Hiſtoriſcher Boden, und landſchaftliche Schönheit gibt es in dieſer Gegend
ſo viel, daß jeder Teilnehmer dieſe herrliche Fahrt nie vergeſſen wird.
Karten ſind auf dem Verkehrsbureau zu haben, wo auch bekanntlich
ſämt=
liche Eiſenbahnfahrkarten zu amtlichen Preiſen aufliegen. Proſpekte
und Fahrkarten für Geſellſchaftsreiſen nach Schweden, Norwegen und
Dänemark liegen daſelbſt nebſt den früher bekannt gegebenen
Geſell=
ſchaftsreiſen nach Amerika, Italien und Paris auch auf.
Die Einweihung des Heaghauſes.
Schlußſieinlegung und Enthüllung der Gedenktafel für die Gefallenen.
In dem neuen Heaghaus, das künftig eine beſondere Zierde nicht / es unſerer Geſellſchaft beſchieden ſein, die moderne Technik der
Elektri=
nur der Luiſenſtraße, ſondern des ganzen Straßenbildes unſerer ſchönen zität in unſerer Stadt und in der Provinz Starkenburg in weiterer
Landeshauptſtadt ſein wird, fand geſtern abend die feierliche Einweihung guter Enzuuicklung zum Segen von Stadt und Land fördern zu helfen.
und in Verbindung damit die Enthüllung einer Gedenktafel für die im Hieran ſchloß ſich die
Weltkrieg gefallenen Heag=Angeſtellten, ſowie die Schlußſteinlegung
ſtatt. Zu dem feierlichen Akt, der im Schalterraum ſtattfand, hatten ſich
auf Einladung der Heaa etwa 80 Ehrengäſte eingefunden. Unter ihnen
ſah man den Herrn Staatspräſidenten Ulrich, die Herren
Finanz=
miniſter Henrich, Wirtſchaftsminiſter Raab, Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing, die Herren Bürgermeiſter Buxbaum, Delp. und
Ritzert, Reichsbankdirektor Müller, Geh. Oberpoſtrat Martin,
Proyinzialdivektor, Dr. Kranzbühler, ferner die Herren
Kreis=
direktoren Haberkorn; Damſtadt, Merck= Groß=Gerau,
Rein=
hardt=Bensheim, Dr. Feilbach (Vertreter des Kreisamts Erbach),
weiter Se Magn, der Rektor der Techniſchen Hochſchule Prof. Knip= genden
ping, Telegraphendirektor Herdt, Oberbaurat Geibel, endlich
Mitglieder des Aufſichtsrats, der Stadtverordnetenverſammlung,
Poli=
zeidirektor Dr. Uſinger, ferner die Herren Fabrikaut Schenck
lInduſtrie= und Handelskammer, Fabrikdirektor May (Kartell, der
Arbeitgeberverbände und der Darmſtädter Induſtriau znvekeinigung),
Nohl (Handwerkskammer) und Vertreter der Preſſe.
Herr Direktor Bohnenberger
hielt im Veſtibül, „wo die Herren ſich zunächſt verſammelten, die
Be=
grüßungsanſprache, in der er etwa folgendes — nach herzlichem
Will=
komm an die erſchienenen Ehrengäſte — ausführte:
Meine ſehr geehrten Herren! Der feierliche Moment iſt gekommen,
mit welchem wir das neuerrichtete Verwaltungsgebäude der Heſſiſchen
Eiſenbahn=A G., das Heaghaus, durch die Schlußſteinlegung offiziell dem
allgemeinen Betrieb übergeben können.
Meine Herren, bei dem Bau eines Verwaltungsgebäudes ſprechen,
mit Rückſicht auf die beabſichtigte lange Benutzuugsdauer, die
verſchieden=
ſten Momente mit, die für das Gebäude, den Grundriß und die
Eintei=
lung von ganz beſonderer Wichtigkeit ſind. Es handelt ſich
beiſpiels=
weiſe zunächſt darum, helle, den Witterungsverhältniſſen entſprechende,
gut gelüftete Bureauräume zu ſchaffen; ferner die Möglichkeit zu geben,
den Verkehr der einzelnen Abteilungen auf das leichteſte zu ermöglichen, ſchweren Verhandlungen, welche im März 1912 beendet waren und
Es muß ferner darauf Bedacht genommen werden, daß ſur die Ab= über ein Jahr lang gedauert hatten, ſind mir heute noch in lebhafter
wicklung des ſtarken Verkehrs zwiſchen Publikum und Hega, der in dem Erinnerung. Es aab Höhen=, aber auch Tiefpunkte, wir mußten durch
Haufe ſelbſt ſtattfindet, ein möglichſt großer Naum auf den Gängen und
im Treppenhaus zur Verfügung ſteht. Alle dieſe Aufgaben verlaugten es mir oft, daß der letzte Berg, der ſehr nahe erſchien, nun doch wieder
eine umſichtige und genaue Behandlung des Bauprogramms und der in weiter Entfernung lag.. Schließlich kam es doch zu einer Einigung,
techniſchen Einrichtungen, die in jeder Weiſe der Neuzeit entſerechen die, wie jede Verſtändigung, beide Teile zum Nachgeben zwang. Ich
ſollte. Und nun handelte es ſich auch noch in erſter Linie um die Er= habe das Vertragswerk, als es endlich geſchaffen war, aus innerſter
ſtellung und Feſtlegung eines dem Unternehmen gerechtwerdenden
Grundriſſes, abhängig von dem zur Verfügung ſtehenden Vorder= und unter allen Umſtänden erreicht werdem. Die heute lebende Generation
Betrieb, wie er im Heaghaus ſtattfindet, eignet.
der Stadt zu finden, nahmen bereits 1934 längere Zeit in Anſpruch, kommen konnten. Auch das Vertragswerk ſelbſt zeigt, wie der Beſitz
wuaren aber reſultatlos, und ſchließlich war es doch das richtigſte auf dem
eigenen Grundſtück in der Luiſenſtraße und zwar an der Stelle der großen, bedeutenden Fragen eine Löſung fanden, die beide Teile
be=
alten Häuſer 12—16. ein entſprechendes Gebäude zu errichten. Man mußte
Mädchenſchutzverein und dem Verband Heſſchar Frauenvereine. Ir blicken, ſo können wir wohl ſagen, daß nicht die Errichtung des Hauſes ſchaft Herrn Hugo Stinnes, des Geheimrat Nötelmann, des Herrn
alen Begrüßungen kam die hohe Wertſchäitzung der Vereinsarbeit der ſelbſt, ſondern, vielmehr die vorbereitenden Abſchnitte zum Bau, die Direktors von Klitzing und des Herrn Stadtverordneten Miniſterial=
Gs war nicht nur eine Pflicht der Dankbarkeit und der Pietät, es ſchlwierigſten Aufgaben geſtellt haben. Ich erinnere her nur an die rat Emmerling. Der Zeit nach haben wir vevloren: Herrn Geh.
Bau=
war ein ſtarkes Herzensbedürfnis, das die Teilnehmerinnen der Tagung Wohnungsinhaber der fücheren Häuſer 12—16, die proviſoriſch ander= rat Rötelmann, geſtorben im Jahre 1913, Herrn Eiſenbahn=Direktor
keine Wohnungen frei waren und die Wohnungsinhaber unſerer Häuſer, Oberfinanzrat von Klitzing, geſtorben im Jahre 19233, Herrn Direktor
an der ſie jahrelang ihr Geſchäft führten.
Und dennoch, meine Herren, iſt es uns geglückt, durch Zuſammen= 1924, Herrn Juſtizrat Gallus, geſtorben 18. Januar 1996.
legung und Verſchiebung der Bureaus, die Auseinanderziehung der
ein=
zelnen Abteilungen, Einſchaltung proviſoriſcher Wohnungen, Umbau
von Dachgeſchoſſen und Dachböden uſw., die Häuſer doch ſo frei zu elektriſchen Verkehrs erſt neuerdings mit unſeren Vororten herbeige=
Baumaterialien auf das Hintergelände zu erhalten.
Es folgte dann eine Geſchichte des Baues, die eingehend in der liche Förderung durch den Ausbau der Verkehrsunternehmungen zu
engeren Kommiſſion desſelben, aufs herzlichſte Dank aus ſür die zur ren Direktoren mit ausgezeichneten Fachkenntniſſen in ſtarker Arbeits=
Ausführung des Projektes erforderlichen Varmittel. Er benutze aber kraft mit Energie und Zähigkeit geſchaffen haben. Möge der Bau des
ren Markwort und Seibert, volles Lob und wärmſten Dank zeichen ſein auch für eine günſtige Entwicklung unſerer modernen
auszuſprechen für die Löfung der ihnen geſtellten Aufgaben, die zweck= Elektrotechnik in der Zukunft.
dienliche, ſachgemäße und dennoch künſtleriſche Ausführung der geſamten
Grundanordnungen und Hauseinteilungen. Nicht zuletzt ſoll der Dank ſen ſchönen Bau geſchaffen haben.
zum Ausdruck kommen an alle Darmſtädter Firmen und Lieferanten,
ſowie an unſere eigenen Angeſtellten, die ſich in den Dienſt der Sache
geſtellt und gute Leiſtungen vollbracht haben. Bekanntlich iſt gerade erinnerte im Anſchluß an die vom Vorredner gegebene Geſchichte der
das Darmſtädter Handwerk an den von der beag in der letzten Zeit zur Heag=Gründung daran, daß ehedem ja die Städte Angſt hatten vor
Ausführung gelangten Neubauten faſt ausnabmslos beſchäftigt worden, der Erbauung von Bahnen in ihren Wohngebieten. Man fürchtete von
nur einzelne Spezialfirmen, von denen wir Materialien beziehen muß= den Dampfbahnen Feuersgefahr und wehrte ſich dagegen, daß die Bahnen
ten, wurden von außerhalb zur Lieferung herangezogen.
Und nun, meine Herren, ſchließe ich mit dem Wunſche, daß das Urſprünglich ſollte Heſſen die erſte Eiſenbahn in dieſer Gegend er=
Heaghaus dazu beitragen möge, daß ſich das Unternehmen weiterhin
lichen Verbreitung der elektriſchen Arbeit in alle Vollsſchichten.
Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
hielt zum feierlichen Akt der Uebergabe folgende Anſprache:
res Hoagverwaltungsgebäudes. Ich begrüße aufrichtig die hier ge= verfügt über Männer, über Kräfte, die ſich durchſetzen können.
fundene Löſung der geſtellten Aufgaben. Das Haus in ſeiner guten, Darauf allein kommt es an. Ich freue mich immer wenn Bienchen
einfachen, von allem leeren Prunk abſehenden Erſcheinung, mit ſeiner Bimbernell, ſo an meinem zweiten Nachbarn zur Rechten (Bürger=
Fülle von Licht und Luft und allen techniſchen Vorzügen im Jnnern, meiſter Burbaum) reibt. Ich erſehe daraus, daß das eine Perſönlichkeit
iſt trotz beſonderer Schwierigkeiten in verhältnismäßig kurzer Zeit ent= iſt, die weiß, was ſie will und die ſich durchſetzt. (Bravol) So hat auch
guten, neuzeitlichen Bauten. Ich ſpreche daher aufrichtigen Dank aus ausdehnungsfähig iſt. So iſt zu hoffen, daß ſie ihre Drähte nach der
beteiligt waren, insbeſondere der Direktion unſerer Geſellſchaft, Herrn es ja, der uns verbindet. Ich möchte darum meinen Dank für die Ein=
Direktor Bohnenberger und Herrn Direktor Brandis, der bauleitenden ladung namens aller Gäſte Ausdruck geben mit dem Wunſche, die Heag
Firma Markwort u. Seibert ſowie dem geſamten am Umbau tätig ge= blühe, gedeihe und wachſe im Intereſſe des Gemeinweſens und des
weſenen Perſonal. Unſere Geſellſchaft iſt in ihrer Ausdehnung ſo
ge=
wachſen, daß heute 1392 Kilometer der Provinz Starkenburg mit
Hoch=
ſpannungsanlagen, Ortsnetzen und Verteilungsleitungen beſtrichen und im Namen der Induſtrie= und Handelskammer und Handwerkskammer,
ea, 32 Kilometer Bahnſtrecken einſchließlich der Vororte Arheilgen und die namentlich die Erfüllung der Verkehrswünſche erhofft, Fabvikdirektor
Griesheim betrieben werden. Noch große Zukunftsaufgaben ſtehen uns May für das Kartell der Arbeitgeberverbände und die
Induſtriellenver=
bevor. Insbeſondere auch nach der Seite der Bahnunternehmungen, einigung, der die engen wirtſchaftlichen Beziehungen zur Heag und be=
Möge das Haus dazu beitragen, die rege Arbeit unſerer Geſellſchaft, ſonders zu Herrn Direktor Rohnenberger hervorhob, Redakteur
der Direktion und des geſamten Perſonals zu unterſtützen, und möge
Enthüllung der Gedenktafel,
die links vom Hauptportal im Veſtibül angebracht iſt und mit
entſpre=
chender Inſchrift die 2 Namen der Angeſtellten und Arbeiter der Heag
enthält, die den Heldentod im Weltkrieg fanden. — Die Herren Heiſt
vom Angeſtelltenrat und Gutfreund vom Betriebsrat legten mit
entſprechenden Anſprachen, in denen der Wunſch widerklang, daß das
Blut der Gefallenen nicht vergeblich vergoſſen ſein möge. Kränze für die
Angeſtellten= und Arbeiterkollegen nieder. Dieſer feierliche Akt wurde
von Harmoniumſpiel begleitet, das auch während der unmittelbar fol=
Schlußſteinlegung
erklang. Der Schlußſtein iſt unter der Gedenktafel eingelaſſen, und
zwar in Kunſtmarmor, der die Umkleidung der Gedenktafel bildet. In
die offen gelaſſene Höhlung wurde eine Kupferkaſſette eingelaſſen, in
die außer der Urkunde mit der Geſchichte des Baues, den Namen der
Architakten, des Aufſichtsrats und Vorſtandes, Photographien, Notgeld,
Münzen, ein Exemblar der Feſtſchrift uſw. niedergelegt waren. Die
Kaſſette wurde verlötet und dann durch Herrn Guida=Frankfurt
kunſt=
gerecht durch Vorlage einer Marmorplatte vermauert.
An dieſen feierlicken Akt ſchloß ſich ein Rundgang durch das ganze
Gebäude, der im großen Zeichenſaal des 3. Stockes endete. Ueber das
Geſchaute herrſchte — auch aus berufenem, fachmänniſchem Munde —
nur eine Stimme uneingeſchränkten Lobes.
In dem großen Zeichenſaal wurden den Gäſten an feſtlich
geſchmück=
ter Tafel Imbiß und Ehrentrunk geboten. Während der Tafel hielt
als erſter
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
folgende Anſprache:
Es iſt mir eine beſondere Freude. Sie heute als Gäſte unſerer
Ge=
ſellſchaft bei dieſer bedeutungsvollen Feiev willkommen zu heißen.
Unſere Geſellſchaft wurde im Jahre 1912 gegründet. Die ſehr
Täler und über Berge, und wenn ein Berg erſtiegen war, ſo erſchien
Ueberzeugung begrüßt. Es mußte das Ziel der Einheit des Verkehrs
Hintergelände, mit der Maßgabe, daß er ſich in allen Teilen für den weiß es zum Teil uicht mehr, wie ſchlimm es in dieſer Beziehung in
der Stadt Darmſtadt beſtellt war. Es ſtanden Kämpfer gegenüber als
Die verſchiedenen Verſuche, ein geeignetes Verwaltungsgedäude in Vertreter von Machtſtellungen, die ſich bekämpften und nicht
zuſammen=
an Macht ſchließlich verteilt werden mußte und wie wir doch in allen
friedigen mußte.
Ich gedenke am heutigen Tage auch der verſtorbenen Mitglieder
unſeres Aufſichtsrates und der Förderer unſeres Unternehmens, des
Wenn wir heute auf das Anfangsſtadium dieſer Bauperiode zurück= Mitbegründers und Mitvorſitzenden, des großen Führers der
Wirt=
weitig untergebracht werden mußten, um ſie ſpäter endgültig in den Nettel, geſtorben 1. Juli 1915, Herrn Direktor Goldenberg, geſtorben
Häuſern 18. 20 und 22 einzumieten. Das Wohnungsamt hat uns trotz 30. Juni 1917. Herrn Kommerzienrat Jacobi, geſtorben 9. Septomber
vielfacher Mühen in keiner Weiſe helfen können, weil zu damaliger Zeit 1917, Herrn Beigeordneten Eckert, geſtorben 16. Mai 1920, Herrn Geh.
beſonderen Wert darauf legten, an der innegehabten Stelle zu bleiben, Meher, geſtorben B. Dezember 192, Herrn Miniſterjalrat Emmerling,
geſtorben im Jahre 1933, Herrn Hugo Stinnes, geſtorben 10. April
Der Krieg und die Nachkriegszeit hatte in der Entwicklung unſerer
Geſellſchaft eine jähe Unterbrechung gebracht, ſodaß die Einheit des
machen, daß am V. Januar 1925 mit dem Abbruch des von der Heag führt werden konnte. Die beiden Abteilungen unſeres Unternehmens
gekauften Schmitzſchen Hauſes begonnen werden konnte. Der Abbruch haben nach dieſer Unterbrechung ſich gut entwickelt. Hoffentlich wird
zußte erfolgen, um eine geeignete Durchfahrt zur Einbringung von es der Stadt Darmſtadt beſchieden ſein, die durch die Nachkriegszeit ſo
viel verloren hat und zurzeit ſtark belaſtet iſt, eine weitere wirtſchaft=
Feſtſchrift niedergelegt iſt, die den Gäſten überreicht wurde. Zum erfahren. Es iſt mir eine angenehme Pflicht, heute den Dank des Auf=
Schluß ſprach Redner in erſter Linie dem Aufſichtsrat, inſonderheit der ſichtsrats und der Stadt auszuſprechen für das, was unſere beiden
Her=
auch die Gelegenhoit, um an dieſer Stelle unſeren Architekten, den Her= Verwaltungsgebäudes in ſeinen ſchönen konſtruktiven Formen ein Wahr=
Ich bitte, mit mir zu trinken auf das Wohl der Herren Direktoren
Gebäude und des reibungsloſen Zuſammenalbeitens bei Feſtlegung der unſerer Geſellſchaft und der Inhaber der bauleitenden Firma, die die=
Staatspräſident Ulrich
durch das Stadtgebiet geführt wurden. So war es auch mit Darmſtadt.
halten. Sie ſollte von Darmſtadt nach Offenbach geführt werden,
Frank=
im allgemeinen Staats= und Volksintereſſe entwickeln und die neueſten furt hatte die Bedenken nicht und ſo kann tatſächlich geſagt werden, daß
Errungenſchaften der Elektrotechnik in ſich aufnehmen möge zur gedeih= dieſe Stadt früher aufſtand. Heute gibt es wohl keine Gemeinde mehr.
die nicht gerne eine Bahn haben möchte. So iſt es im Weſentlichen auch
mit den Straßenbahnen der Heag gegangen. Die Schwierigkeiten
ent=
ſtehen immer, wenn die Abſicht auftaucht, eine neue Anlage zu ſchaffen,
oder eine beſtehende zu erweitern, namentlich dann, wenn es gilt, die
Mittel zu beſchaffen, oder zu bewilligen. Dann gehts wie mit den
Für den Aufſichtsrat und die Stadt Darmſtadt übermittele ich die Steuern. Man wird unbeliebt. Da muß man denn geſtehen, wenn
herzlichſten Glückwünſche zu der Uebergabe und Schlußſteinlegung unſe= man dieſen Bau ſieht, der nach ſo kurzer Zeit entſtanden iſt, die Hegg
ſtanden. Es verſchönt das Straßenbild und gehört zu unſeren erſten die Heag den Beweis erbracht, daß ſie nicht nur lebens=, ſondern auch
allen denen, die an der Planung und der Ausführung dieſes Gebäudes Bergſtraße ausſtreckt und auch nach Frankfurt. Der Verkehr allein iſt
ganzen Landes. (Bravo!)
Weiter ſprachen im Laufe des Abends die Herren Fabrikant Schenck
Streeſe für die Darmſtädter Tagespreſſe, der beſonders die ſchöpfe=
UV 4346
bringt die neuesten
Stahlseil-
Ballennesß
Seite 6
Freitag, den 10. Juni 1927
ANummer 159
riſche Tätgkeit des Herrn Lirektor Bohnenberger und die
künſtleriſch=
ausführende der Herren Seibert und Markwort pries.
Der Reigen der offiziellen Reden war damit erſchöpft. Der Abend
gab im weiteren Verlauf noch Gelegenheit, des vorzüglichen Mahles, von
Herrn Friebis (Reichshof) geſtellt, und der Verdienſte Einzelner zu
gedenken. Er verlief harmoniſch und wird lange in ſchöner Erinnerung
St.
bleiben.
Das „Heaghaus
war dieſer Tage bereits Gegenſtand einer Vorbeſichtigung durch die
Vertreter der Preſſe. Wer ſich die frühere Häuſerflucht der
Luiſen=
ſtraße 12 bis 16 vorſtellt und mn das Prachtgebäude der Heag vor ſich
ſieht, möchte faſt bedauern, daß dieſes architektoniſch ſchöne Werk nicht
an einer der Hauptſtraßen der Stadt liegt. Aber interne Erwägungen
haben die Verwaltung veranlaßt, auf eigenem Gelände das
Verwal=
tungshaus der Heag erſtehen zu laſſen. Schon die äußere
Faſſaden=
geſtaltung zeigt in vornehmer Einfachheit, geſteigert durch
bildhaue=
riſchen Schmck am Schlußſtein und den Portalen (von Prof. Jobſt)
den Charakter und Zweck des Verwaltungsgebäudes. Rechts und links
von dem Hauptportal ſind Schaufenſter, in denen elektriſche Geräte aller
Art ausgeſtellt ſind, ohne daß ein Verkauf hier ſtattfindet. Nehmen
wir an einer eingehenden Beſichtigung des Innern teil, ſo gelangen
wir zunächſt durch das monumentale Hauptportal, an deſſen rechter
Seite ſich die Portierloge befindet, durch vornehme Flügeltüren in den
dem Publikum zugänglichen Kaſſenraum. Die Schalter ſind durch Tafeln
zweckentſprechend und überſichtlich und durch einzelne Nummern
kennt=
lich gemacht. Die Be= und Entlüftung dieſer geräumigen Schalterhalle
erfolgt durch moderne Zuleitungsrohre aus dem Keller bzw. durch
Deckenklappen. Wie ſpäter in ſämtlichen Räumen fällt hier die
vor=
nehm=gediegene Einfachheit der Aufmachung und die durchaus
zweckent=
ſprechende Einteilung auf. Beleuchtungskörper und Farbenabſtimmung
der Wände und Verſchalung harmonieren durchaus.
In dem Untergeſchoß iſt zunächſt die reichhaltige
Ausſtellung elektriſcher Geräte
jeder Art zu erwähnen, die in verſchiedenen Abteilungen elektriſche
Bedarfsartikel für Landwirtſchaft, Gewerbe, Haushalt, Küche,
Bade=
einrichtung, elektriſche Kühlanlagen, Glühlampen uſw. birgt.
Bereit=
willigſt wird hier Intereſſenten die vielfältige Möglichkeit der
Ver=
wendung der Elektrizität gezeigt, ſelbſtverſtändlich fehlt auch der
Radio=
apparat nicht, ſo daß der Ueberblick ein ſelten vollkommener iſt. Ein
Verkauf von Gegenſtänden findet nicht ſtatt. Die Ausfrellungshalle
ſelbſt iſt ebenſo gediegen ruhig, wie in ihrem ganzen Aufbau durchaus
den Erforderniſſen entſprechend.
An dieſe Beſichtigung ſchloß fich die der übrigen Räume im
Erd=
geſchoß. Da ſind die Garderobenräume für das kaufucmiſche
Per=
ſonal, der Perſonenaufzug, der durch ſämtliche Stockwerke fährt, ſowis
die Battevieräume, die durch Durchziehen einer Decke in den früheren
Kellerräumen geſchaffen wurden. Starkes Intereſſe ervegte die
Er=
klärung der Zählerſtation, in der der Stromverbrauch einer genauen
Kontrolle utevliegt. In dieſem Kellergeſchoß befindet ſich ferner das
Materialdepot, ſowie Badeeinrichtung für das Perſonal.
Für die Anlage der geſamten Räumlichkeiten war ſtets größte
Zweckmäßigkeit bei Vermeidung unnötiger Zerſplitterung an ſich
zu=
ſammenhängender Abteilungen maßgebend. Aus dieſem Grunde waren
auch alle Räumlichleiten und Abteilungen, die mit dem Publikum in
direktem Verkehr ſtehen müſſen, zu ebener Erd= um die oben erwähnte
Schalterhalle gruppiert
Im erſten Obergeſchoß ſind die Büros der Direktion mit
anſchließen=
den Sekretariatszimmern. Da die Errungenſchaften der Nerzeit in
jeder Form (elektriſche Klingelleitung, Telephonverbindumg nach allen
Büros uſw.) ausgenutzt find, und da die Lage dieſes Büros im
Schwer=
punkt des Verwaltungsgebäudes liegt, iſt eine vollkommen glatte
Er=
ledigung der geſchäftlichen Vorgänge innerhalb des Vevwaltungsbetriebs
ermöglicht. Anſchließend an die Direktionsräume befindet ſich der große
Sitzungsſnal, der gevade wegen ſeiner einfachen Ausführung oinen
ge=
diegenen und vornehmen Eindruck hinterläßt. Dunkle Holzvertäfelung,
ruhige Farbenwirkung der Wände, ſtilvolle Decken= und
Wandbeleuch=
tung und maſſives Möbel geben dem Raum den Stempel eines
mo=
dernen Sitzungszimmers, wie ihn ein ausgedehnter Verwaltungsbetrieb
benötigt.
In den übrigen Geſchoſſen befinden ſich die verſchiedenen Büros
für die techniſchen Abteilungen, ferner drei große Arbeitsſäle und
Zeichenbüros ſowie ein vollkommen mit modernen Apparaton
ausge=
ſtatteter pſychotechniſcher Prüfraum für das Fahrperſonal.
Die Raumabmeſſungen und die Anzahl der Räume ſowie deren
Beleuchtung ſind ſo geſchaffen, daß ſie ohne weiteres eine weſentliche
Erweiterung und dichtere Beſetzung geſtatten. Nach der ungeheuren
Ausdehnung der Heag waren die Zuſtände der alten Verwaltungsräume
in jeder Beziehung unhaltbar. In den alten, winkeligen Häuſern
waren weder die Vorſchriften der Hygiene beachtet, noch ein
reibungs=
loſes, glattes Arbeiten der Büros untereinander möglich. Bei der
nunmehrigen architektoniſchen und konſtruktiven Durchbildung des neuen
Verwaltungsgebäudes wurde in erſter Linie auf Einfachheit,
Sachlich=
keit und Zweckmäßigkeit geachtet. So ſind zum Beiſpiel die bei ſolchen
maſſiven Gebäuden auftretenden ſtarken Geräuſche innerhalb des
Ge=
bäudes durch Einlegen von Kork in den Auflagen der Decke, durch
Iſolierung der Fußböden, durch Gummieinlagen in den Türen und
durch Schaffung eines mit Gummi belegten Treppenhauſes vermieden
worden. Somit iſt das Arbeiten in den einzelnen Büros in keiner
Weiſe ſtörend beeinflußt. Angenehm empfunden wird, daß durch den
Einbau der Schränke und Möbel in keinem Naum Gelegenheit zur
Staubablagerung gegeben iſt. Die Lüftung im ganzen Hauſe iſt
muſter=
gültig gelöſt, ebenſo die Beleuchtung, auf die bereits mehrfach
hinge=
wieſen wurde. Auf vorteilhafte Lichrverteilung in den einzelnen Büros
wurde beſonders geachtet. Originell iſt die bereits oben erwähnte
Deckenbeleuchtung im Sitzungsſaal ſowie in den Repräſentationsräumen,
ganz beſonders aber die des Treppenhauſes. Der hier angebrachte
Körper iſt ein Kunſtwerk beſonderer Art, und paßt ſich dem breiten,
wundervollen Treppenhaus mit ſeinen marmorähnlichen Fußwänden
und dem Meſſinggeländer harmoniſch an. Nicht zu vergeſſen iſt, daß
die geſamten Toiletteanlagen modern, ſauber und der Hygiene
ent=
ſprechend eingerichtet ſind. Die geſamte Beheizung des Hruſes erfolgt
durch Warmwaſſerheizung, unterſtützt durch eine Friſchluftzuführung,
und zwar in den Räumen, in denen es die dichtere Beſetzung und der
ſtärkere Verkehr erfordert. So iſt dieſes moderne Verwaltungsgebäude,
das unter der Bauführung der Herren Architekten Markwort und
Seibert mit größter Sachkenntnis und künſtleriſchem Empfinden der
Wirtſchaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Betriebe entſprechend erbaut
wurde, ein architektoniſch vorbildliches Gebäude geworden, um das
manche Großſtadt Darmſtadt und die Heag beneiden kann.
— Sonderfahrt des Heſſiſchen Handwerks zur Münchener
Aus=
ſtellung. Die Zahl der Anmeldungen zur Münchener Sonderfahrt des
heſſiſchen Handwerks hat alle Erwartungen übertroffen. Allein aus
Darmſtadt haben ſich mehrere hundert Teilnehmer gemeldet. Die
ord=
nungsmäßige Durchführung der Sonderfahrt wird aber durch die
vie=
len Nachzügler ſehr erſchwert. Es werden deshalb alle, die noch an der
Fahrt teilnehmen wollen, aufgefordert, ſich unverzüglich bei der
Handwerkskammer=Nebenſtelle Darmſtadt, Hügelſtr. 16, 1. St., oder
beim Verkehrsbüro (am Schloß) anzumelden. (Vorſorglich ſind
näm=
lich eine Anzahl von Sonderfahrkarten mehr beſtellt worden.) Alle
An=
meldungen ſind erſt nach Zahlung des verbilligten Fahrpreiſes für die
Sonderfahrt Darmſtadt—München in Höhe von 9,20 Mark wirkſam.
Soweit dieſes noch nicht geſchehen iſt, muß die Einzahlung ſofort bei
den obengenannten Stellen nachgeholt werden. Es wird dringend
emp=
fohlen, die Sonderfahrkarten bereits im Laufe des Montag, den 13.
Juni — möglichſt vormittags — abzuholen, damit am Mittwoch vor
Abfahrt des Sonderzuges keine Verzögerungen entſtehen. Der
Sonder=
zug nach München fährt am Mittwoch, den 15. Juni, vormittags
pünkt=
lich um 10,15 Uhr, vom Hauptbahnhof Darmſtadt ab (ab Bensheim
10.35 Uhr, ab Hepepnheim 10,40 Uhr, ab Weinheim 10,50 Uhr) und trifft
bereits um 18.49 Uhr in München ein. Dieſer Sonderzug, der aus
modernen Durchgangswagen 4. Klaſſe beſteht, und mit
Schnellzugsge=
ſchwindigkeit fährt, bietet für alle Handwerker und Freunde des
Hand=
werks eine außerordentlich bequeme und billige Gelegenheit, nach
Mün=
chen und zur bedeutſamen Gewerbausſtellung zu gelangen.
— Die Ausſtellung Gemälde und Graphik von A. v.
Bellers=
heim: Wilhelminenſtraße 42, Erdgeſchoß, bleibt bis zum 15. Juni
geöffnet. (Vgl. beſ. Anzeige.)
— Verwaltungsſonderzug nach Kochendorf=Wimpfen. Ein
Salzberg=
werk, das ſich in faſt 200 Meter tiefem Schacht befindet, zu beſichtigen,
iſt ein reizvolles Vergnügen, das den Teilnehmern am Sonderzug nach
Kochendorf=Wimpfen am 12. Juni d. Js, ohne große Koſten geboten
wird. Die Eintrittskarten zur Beſichtigung des Bergwerks ſind gegen
Entrichtung von 1 Mk. bei den Fahrkartenausgaben und Reiſebureaus
zu haben. Wer ins Bergwerk einfährt, kann ſich die unterirdiſchen
Herr=
lichkeiten bei tagheller Beleuchtung anſehen. Da alle Fahrgäſte einen
Sitzplatz haben müſſen, ſteht zu erwarten, daß bei der Beliebtheit dieſer
Verwaltungsſonderzüge alle verfügbaren Fahrkarten bald ausgegeben
ſein werden. Es empfiehlt ſich deshalb, die Fahrkarten ſogleich zu löſen.
— Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche Sitzung
am Samstag, den 11. Juni 1927: 9 Uhr vormittags: Klage des Karl
Göhringer und Gen. in Eberſtadt gegen einen Gemeinderatsbeſchluß der
Aminde Werſtadt wegen Anſtellung eines Berufsbürgermeiſters.
4Tagung des Verbandes der Tierſchutzvereine
des deutſchen Reiches.
Mittwoch abend begann hier die 18. Verſammlung des
Verbandes der Dierſchutzvereine des Deutſchen
Reiches im großen Saale der „Vereinigten Geſellſchaft‟ Die erſte
Zuſammenkunft war nichtöffentlich. In den gut beſuchten Verhandlungen
wurden ausſchließlich geſchäftliche Angelegenheiten erledigt, wie
Neu=
aufnahme von Vereinen, Wahlen von Schriftführern uſw.
Geſtern vormittag um 9 Uhr begann die erſte öffentliche
Verſamm=
lung in Gegenwart zahlreicher Ehrengäſte und Vertreter von Behörden.
Für die heſſiſche Regierung waren anweſend: der Herr Miniſter für
Arbeit und Wirtſchaft Raab., Veterinärrat Dr. Gadow als
Ver=
treter des Miniſteriums des Innern; Oberſchulrat Hoffmann vom
Landesamt für das Bildungsweſen, Bürgermeiſter Buxbaum,
Ver=
treter der Stadt Darmſtadt, Univerſitätsprofeſſor Dr. H. Kraemer,
Vertreter der Landesuniverſität Gießen; Oberforſtrat Dr. Urſtadt
Vertreter der heſſiſchen Forſtverwaltung und als Vorſitzender des
Vogel=
ſchutzvereins für Heſſen;Schulrat Haſſinger. Leiter der
Zentral=
ſtelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Heſſen;
Veterinärrat Dr. Ohly. Vertreter der Tierärztekammer für Heſſen;
Dr. h. e. Freiherr v. Berlepſch, Oberſtleutnant Seebach.
Von der Darmſtädter Schlachthofdirektion war — wie bekannt
ge=
geben wurde — eine Einladung eingegangen, den Schlachthof zu
be=
ſuchen; es ſollen dort die verſchiedenen Schlachtmethoden vorgeführt
werden.
Den Vorſitz in der Verſammlung führte Herr Otto Hartmann,
der die Ehrengäſte herzlich begrüßte.
Oberſchulrat Jung übermittelte die Grüße der heſſiſchen
Staats=
regierung, die lebhaften Anteil an den Beſtrebungen des Tierſchutzes
nehme. Ferner begrüßte der Redner die Verſammlung in ſeiner
Eigen=
ſchaft als Vorſitzender des Tierſchutzvereins in Darmſtadt. Er zählte
die Bemihungen der heſſiſchen Regierung auf den verſchiedenſten
Gebie=
ten des Tierſchutzes auf, namentlich gedachte er auch der indirekten För=
Der Blick
Der Blick
Der Blick
vom Flugzeug aus
eröffnet neue Perspektiven
in die große Welt
weitet den Gesichtskreis
in den „Ikarus‟
vermittelt beides in Wort und Bild
Reich illustrierte Monatszeitschrift. Preis i.— Mark
Uberall zu haben.
Luftfahrt Verlag G. m.b.H., Berlin s!19
Krausenstraße 35.36
(9459fsg
derung durch den Staat, der Bemühungen der Schulbehörden und der
Lehrerſchaft. Im einzelnen wurden dann das Leben und die Tätigkeit
des Heſſiſchen Tierſchutzvereins (Sitz Darmſtadt) beſprochen.
Der Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft Raab dankte für die
Ein=
ladung; er ſei ihr gern gefolgt, aus perſönlichem Intereſſe, aber auch,
um das Intereſſe der Staatsregierung an den Beſtrebungen der
Tier=
ſchutzvereine zu bekunden. Der Tagung wünſchte der Miniſter einen
vollen Erfolg.
Bürgermeiſter Buxbaum überbrachte herzliche Grüße der
Stadt=
verwaltung. Seine erſten perſönlichen Erinnerungen ſeien mit dem
Tierſchutz verknüpft, denn über ſeiner Wiege habe eine Tafel mit den
Geboten des Tierſchutzes gehangen. Die Stadt Darmſtadt habe
beſon=
ders viel auf dem Gebiete des Vogelſchutzes geleiſtet; vielleicht würden
viele Mitglieder Gelegenheit nehmen, unter Führung von Oberforſtrat
Kullmann die Anlagen zum Vogelſchutz zu beſichtigen. Den Gäſten —
ſo ſchloß der Redner — möge es in Darmſtadt gefallen.
Profeſſor Dr. H. Kraemer=Gießen begrüßte die Verſammlung
im Namen der Landesuniverſität. Der Redner machte darauf
aufmerk=
ſam, daß im vergangenen Herbſt an der Landesuniverſität Gießen ein
Kurſus für Biologie abgehalten wurde, der auch den Beſtrebungen des
Tierſchutzes diene. Jeder gebildete Menſch müſſe dem Tierſchutz
hul=
digen. Aus den Univerſitäten ſei der Fakultätshochmut gewichen,
ſeit=
dem man lernte,die Taten werktätigerMänner als Leiſtungen zu bewundern.
Gegenüber dem Konglomerat von Spezialiſtenſchulen gelte es, einigende
hohe Gedanken zu pflegen und die Jugend dafür zu gewinnen. Kein
hochſtrebender Menſch könne den Aufgaben der Tierſchutzvereine
gegen=
über gleichgüiltig ſein. Der Redner zitierte dann Worte des griechiſchen
Dichters Aeſchylos, in denen geſagt wird, daß tiefes Leid gut macht
und daß man durch Leid weiſe werde. Zum Schluß ſeiner
Ausffüührun=
gen begrüßte der Redner nochmals die Anweſenden im Namen der
Landesuniverſität.
Veterinärrat Dr. Ohly verſicherte als Vertreter der Heſſiſchen
Tierärztekammer, daß ſich die Tierärzte angelegentlich den Beſtrebungen
zur Förderung des Tierſchutzes widmen und daß ſie die berufenen
An=
wälte der leidenden Tierwelt ſeien.
Im Anſchluß an die Einladung der Schlachthofdirektion entſpann
ſich beim Eintritt in die Tagesordnung eine lebhafte Ausſprache. Es
wurde von einem Verſammlungsteilnehmer der Vorſchlag gemacht, die
Verhandlungen gegen 10 Uhr abzubrechen und den angekündigten
Vor=
trag von Profeſſor Dr. Kraemer=Gießen vorher zu hören. Dieſem
Vor=
ſchlag widerſprochen ſowohl Prof. Kraemer wie der Vorſitzende. Nach
längerer Debatte wurde abgeſtimmt, und die Mehrzahl der Anweſenden
entſchied ſich dahin, ſogleich in die Verhandlungen einzutreten und die
Tagesordnung zu erledigen. Ein Teil der Beſucher der Tagung
ver=
ließ ſpäter den Saal, um den Schlachthof zu beſichtigen. Der Vortrag
von Prof. Kraemer wurde auf Freitag nachmittag verſchoben.
Zunächſt wurde von der Verſammlung der Geſchäftsbericht des
Vor=
ſtandes entgegengenommen, deſſen Inhalt kein öffentliches Intereſſe hat.
Es folgten dann Berichte der Verbandsausſchüſſe für Schlachtviehtötung,
Vogelſchutz und Jugendgewinnung. Dem Bericht des Ausſchuſſes zur
Förderung des Vogelſchutzes, den Oberſtleutnant z. D. Henrici=
Kaſſel erſtattete, iſt folgendes von allgemeiner Bedeutung über Heſſen
zu entnehmen:
In Heſſen ſind durch das Miniſterium der Finanzen, Abteilung
Bauweſen, die unterſtellten Bauämter angewieſen worden, bei
Neu=
bauten, wo irgend angängig, Niſtſteine einzubauen, um der Not der
Halbhöhlenbrüter für den Neſtbau abzuhelfen. Der ſeit 1904 durch den
Geheimen Forſtrat Kullmann noch während ſeiner Dienſttätigkeit in der
Oberförſterei Darmſtadt und den Stadtwaldungen nach den Lehren des
Freiherrn von Berlepſch betriebene praktiſche Vogelſchutz hat große
Er=
folge aufzuweiſen. Infolge Bekämpfung der Inſektenplage durch die
auf ſeine Anregung herangezogene Vogelwelt in den Wein= und
Obſt=
baugegenden haben die Erträge ſehr zugenommen. Die an waſſerarmen
Oertlichkeiten nach den Kullmannſchen Angaben und durch das
Ent=
gegenkommen der Stadtverwaltung Darmſtadt ermöglichte Herſtellung
von Vogeltränken hat ſich ſehr bewährt.
In dem Ausſchußbericht über die Jugendgewinnung beklagt Geh.
Nat Volckmar=Büdingen, daß die Jugend immer noch nicht ganz für
den Gedanken des Vogelſchutzes gewonnen ſei.. Er ſprach auch von der
Uebernahme des Tierſchutzes in den offiziellen Lehrplan der Schulen.
Dieſe Beſtrebungen des Vogelſchutzes hätten einen hohen Bildungswert.
In Heſſen wäre bereits der Vogelſchutz in die neuen Lehrpläne
über=
nommen worden, Bayern ſei gefolgt und Preußen werde bald
nach=
folgen. Der Tierſchutz ſoll nicht ein eigenes Lehrfach ſein, ſondern alle
Lehrfächer müßten davon durchdrungen werden. Nicht Mattherzigkeit
ſolle anerzogen, ſondern Roheit ſolle bekämpft werden. In Heſſen
ge=
hörten faſt ſämtliche Lehrer dem Tierſchutzverein an. In ſeinen weiteren
Ausführungen machte der Redner Vorſchläge, wie der Tierſchutz als
Lehrſtoff im Unterricht zu verwenden ſei.
Hierauf wurde der Kaſſenbericht erſtatret und Mitteilungen
bezüg=
lich des Verbandsvermögens gemacht. Das Vermögen beläuft ſich zur
Zeit auf 20 000 Mark.
Gegen Schluß der Vormittagsſitzung wurden noch Anträge auf
geſetz=
liche Strafvorſchriften zur Ahndung der Tierquälerei beraten.
Stadtverordnetenberſammlung.
Auf der Tagesordnung ſteht wieder: Abſtimmung über den Antrag
der Deutſchen Volkspartei, eine weitere Erhöhung der Zahl der
Auf=
ſichtsratsmitglieder der Heſſiſchen Eiſenbahn=A. G. von 13 auf 17
vorzu=
nehmen.
Vorausgeſchickt ſei, daß als Vertreter der Verſammlung in der nicht,
öffentlichen Sitzung vom 27. Mai delegiert ſind: Stadtvv. Aßmuth
und Leuſchner ſür die Sozialdemokratiſche Partei, Prof.
Heide=
broek (Demokraten), Stadtv. Weſp (Zentrum), Stadtb. Dr.
Ben=
der (Deutſche Volkspartei), Stadtv. Schneider (Deutſchnatl.). Dazu
kommt noch ein Mitglied der Stadtverwaltung. Den Aufſichtsrat bilden
weiter noch Vertreter der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft und ein
ſolcher der Provinz Starkenburg.
Herr Oberbürgermeiſter eröffnet die Sitzung um 4 Uhr 37 Minuten.
Stadtv. Klotz beantragt, daß über die Frage der Dringlichkeit
abge=
ſtimmt werde. Der Antrag — ſo wurde erklärt — habe keine perſönliche
Spitze. Der Antrag Klotz wurde mit Stimmenmehrheit angenommen.
Die Dringlichkeit iſt ſomit verneint. Mit der
Sozial=
demokratiſchen Partei ſtimmten gegen die Dringlichkeit des Antrags der
Deutſchen Volkspartei die anweſenden Deutſchnationalen, das Zentrum
und die Demokraten. — Der Schluß der Sitzung war 4 Uhr 40 Min.
* Darmſtädter Fahrplanbuch. Zweiter Nachtrag (vgl. die
Anmerkung und den erſten Nachtrag in Nr. 153 vom 3. d. M.): Strecke
1a, Seite 2: Gbexſtadt ab 7,26 nach Pfungſtadt, verkehrt jetzt täglic.
— Strecke 1b, Seite 5: neu Pfungſtadt ab S 804, Eberſtadt an
S 8,11. — Seite 6: Der in Mannheim 13,06 abgehende Perſonenzug
fährt in Weinheim ab 13,56 ſtatt 15,56. — Seite 112: Durch Verſehen
ſind bei Buchſtabe N der Entfernungstafel 20 Stationen von
Nacken=
heim bis Nieder=Olm ausgefallen. Man wolle die
Entfernun=
gen aus der Winterausgabe entnehmen; in der nächſten Ausgabe des
„Darmſtädter Fahrplanbuchs” werden ſie nachgetragen. — Die
Nach=
träge zum „Darmſtädter Fahrplanbuch” erſcheinen jeweils nach Bedarf
Freitags an dieſer Stelle.
— Ein zweiter theoretiſcher und praktiſcher Kochkurſus über
vitamin=
reiche fleiſchloſe Ernährung, geleitet von Frl. Frieda Mangold aus
Herrliberg=Zürich, wird auf vielſeitigen Wunſch am 13., 15., 16. und
17. Juni (Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag), jeweils abends
8 Uhr, im Saale der „Eintracht”, Eliſabethenſtraße 12, veranſtaltet.
(Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Zirkus Lorch. Allabendlich um 8½ Uhr ſowie Samstag und
Sonntag auch nachmittags 3,30 Uhr, das große Programm mit den
be=
kannt guten Darbietungen.
Kunſitnotizen.
Ueber Werke, Künſtier oder künfileriſche Veranffuitungen, deren im Nachſlehenden drwdhnung
geſchiebt, behält ſich die Redaktlon ihr Arteil vor
— Palaſt=Lichtſpiele. „Der ſtumne Ankläger”.
Unglaub=
liche Leiſtungen des deutſchen Polizeihundes „Peter der Große” ſind in
dem Film in eine ſpannende Handlung verflochten. Ein unſchuldig des
Mordes Angeklagter wird durch ſeinen Hund aus dem Zuchthauſe
be=
freit und der wirkliche Mörder ebenfalls durch den Hund entlarvt.
Staunenswert iſt, wie der treue Hund, um ſeinem Herrn folgen zu
können, in das Coupé eines Schnellzuges ſpringt, ſodann auf das
Wagendach und von hier mit einem Satz auf einen zweiten
vorbei=
fahrenden Zug. Senſationell iſt ferner der Kampf des Hundes mit
Poliziſten und die Entlarvung des tatſächlichen Mörders. Mit der
Handlung iſt eine Liebesgeſchichte verbunden. Der Hund erweiſt ſich
denn auch als Paſtillon damour wie überhaupt als Förderer und
Be=
gründer des Liebesglücks der Helden. Alles in allem ein intereſſanter
und feſſelnder Film. Ferner Lya de Putti, Werner Krauß, Georg
Alegander bringen in der Tragikomödie „Eiferſucht” eine Reihe reizender
Einzelſzenen zwiſchen Mann und Frau. Eiferſucht iſt eine Leidenſchaft.
die mit Eifer ſucht, was Leidenſchafft. Es wird gezeigt, wie aus
einem Scherz, einer Bagatelle, ſchwere eheliche Konflikte entſtehen. Drei
Küinſtler ſind die Träger der Handlung, die den Stoff zu einer
zwerch=
fellerſchüitternden Komödie geſtalten.
— Im Union=Theater läuft gegenwärtig ein Film mit dem
vielverſprechenden Titel „Faſchingszauber”, der den immer
liebenswürdigen Harry Liedtke in menſchliche Konflikte verſtrickt zeint,
die ſich in ihrem Ende unerwartet glücklich löſen. Er, Harry Liedtte
nämlich, iſt hier der in der guten Geſellſchaft bekannte Student und
Weltenbummler Nikolaus Cart, der die Herzen aller Frauen gewinnt.
Seine Liebe wendet ſich aber einem zarten kleinen Mädchen zu, einer
armen Klavierſpielerin. Da er von der ſtolzen Schönheit der reichen
Venda Patrick ſich nicht gefangen nehmen läßt, ſo wird er, der verarmt
iſt, von ihr aus dem Palais gewieſen, das früher ſeinem Vater
ge=
hörte und in das er ſich jetzt für eine Faſchingsnacht mit ſeiner zarten
Liebe eingeniſtet hat. Eine Lungenentzündung, die ſie ſich im
SImnee=
treiben der Winternacht zugezogen hat, überſteht wie durch ein
Wun=
der das verliebte Mädchen, und das Ende aller Konflikte iſt die
rüh=
rende und glückliche Vereinigung. Neben Harry Liedtke ſind es vor
allem die im Typiſchen ausgezeichnete Frau Grete Mosheim als
mimo=
ſenhaftes Weſen, und die übpige, großäugige Grit Haid als
verführe=
riſche Dame der Groß velt, die dem Film zum Erfolg verhelfen.
Be=
ſondere Umſicht iſt auf die Verteilung der Nebenrollen gelegt worden,
in denen Paul Biensfeld, Margarete Kupfer, Wilhelm Bendow, Emit
Rameau und Frieda Richard zu ausgezeichneter Wirkung kommen. Ein
im ganzen anſpruchsloſer Film, den gute Beſetzung und ſzeniſche
Durck=
arbeitung die unwahrſcheinliche Sentimentalität der Handlung oftmals
vergeſſen läßt. Mit ganz beſonderem Lob ſei der Begleitmuſik des
Herrn Kapellmeiſters G. Seiberr gedacht.
Aus den Parteien.
— Deutſchnationaler Arbeiterbund. Samstag, den
11. Juni, abends 8 Uhr, findet im Saale der „Stadt Coburg” (
Wald=
ſtraße) eine Mitgliederverſammlung ſtatt, bei der Herr
Landesgeſchäfts=
führer Dr. Brehm über das Thema: „Republikſchutzgeſetz, Konkordat,
Heſſiſche Verhältniſſe und Wohnungszwangswirtſchaft” ſprechen wird.
In Anbetracht der Wichtigkeit dieſes Vortrags erwarten wir von unſeren
Mitgliedern vollzähliges Erſcheinen. Zu dieſer Veranſtaltung ſind
Nationalgeſinnte herzlich willkommen. Die Mitglieder der
Deutſch=
iationalen Volkspartei ſind ganz beſonders eingeladen. Auf der
Tages=
ordnung ſtehen außerdem noch außerordentlich wichtige Punkte. Es iſt
im Intereſſe der Mitglieder notwendig, pünktlich zu erſcheinen;
beſon=
ders die Frauen dürfte es intereſſieren.
Umtausch alter Rasierapparate aller Systeme beim Kauf eines
Mulcuto-Rasier-Apparotes. Vergütung für alte Apparte bis zu 3 50, siehe
Schaufenster Parfümerie Müller, Rheinstr. 6. Versand nach auswärts. (9451
Geſchäftliches.
Das katholiſche Reiſekomitee veranſtaltet in dieſem Jahre
Pilger=
fahrten nach Lourdes, Rom, Aſſiſi, Paris und nach Paläſtina. Wir
ver=
weiſen unſere Leſer auf die Anzeigen in der heutigen Ausgabe.
Die Weltſtraßen.
In den internationalen Modeplätzen Monte Carlo, Nizza, Cannes,
Venedig Stadt, Venedig Lido wird man jetzt bald zum erſtenmal ſeit
1914 wieder deutſche Reklame ſehen. Einige große deutſche
Verkehrs=
unternehmungen haben bereits Verhandlungen aufgenommen.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 11. Juni,
(nach der Wetterlage vom 9. Juni).
Meiſt heiter, Temperaturen wenig verändert und durchweg trocken.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Tageskalender für Freitag, den 10. Juni 1927.
Landestheater Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 10¼
Uhr: „Der Roſenkavalier”. — Kleines Haus: Geſchloſſen. —
Orpheum: Geſchloſſen. — Zirkus abends 8½ Uhr: Vorſtellung.
— Konzerte: Herrngarten=Café; Schloß=Café; Hotel=Reſtaurant
Schmitz; Café=Reſtaurant Waldesruhe. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Sottesdienſt der iſraelitiſ hen Feligionsgemeinge.
Hauptſynagoge (Friedri hſtraße).
Freitag, den 10 Juni. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 11. Juni. Norgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
(Hottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 00 Min,
Abends 7 Uhr 15 M(in.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſrael. Religionzgeſellſchaft.
Samstag, den 11. Juni: Vorabend 7 Uhr 50 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 5 Uhr. — Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienft: Morgens 6 Uhr. — Abends 8 Uhr 00 Mi=
Landwirtſchaftskammer und Landwirtſchaft. / Immer noch ungünſtige Lage der Landwirtſchaft.
Wahlen und Rechnungslegung.
Geſtern vormittag eröffnete im Sitzungsſaale des Landeskirchentages
kurz nach 10 Uhr Herr Präſident Henſel die diesjährige Tagung der
Landwirtſchaftskammer, zu der außer den Delegierten u. a.
Miniſterial=
direktor Uebel als Vertreter der Regierung, die Miniſterialräte Hehl,
Becker und Oekonomierat Bauer erſchienen waren. Präſident Henſel
gedenkt des verſtorbenen Vorſtandsmitgliedes Mogk, Grund=Schwalheim,
und führte nach herzlicher Begrüßung der Verſammlung zunächſt über die
Bedeutung des verfloſſenen Jahres für die deutſche
und heſſiſche Landwirtſchaft
folgendes aus:
Das abgelaufene Jahr war leider wiederum nicht ſehr günſtig für
die Landwirtſchaft. Die Ernte war im allgemeinen recht gering. Die
Hoffnung, welche ich voriges Jahr hier ausſprach, daß wir endlich in
Heſſen einmal eine gute Ernte haben möchten, hat ſich zu unſerem
Be=
dauern nicht erfüllt. Die Erträge an Getreide und Kaktoffeln waren
mit wenigen Ausnahmen ſehr ſchlecht, nur in einzelnen Höhenlagen
konnte man eine mittlere Ernte verzeichnen. Sehr gering iſt mit ganz
wenigen Ausnahmen die Weinernte geweſen, was wohl eine Folge des
Frühjahrsfroſtes war. Dieſes Mißgeſchick, das die heſſiſche
Landwirt=
ſchaft auch im Jahre 1926 betroffen hat, hat die Folge, daß die noch
laufenden Kredite nur in Ausnahmefällen zurückgezahlt werden
konn=
ten und die heſſiſche Landwirtſchaft unter der erdrückenden Schuldenlaſt
und Steuerlaſt weiter leidet und zurückgegangen iſt. Auch im Jahre 1927
haben in vielen Gegenden Deutſchlands große Unwetter ſtattgefunden
und Waſſerſchäden herbeigeführt. Gott ſei Dank, ſind wir in Heſſen
bis jetzt von größeren Wetterſchäden verſchont geblieben. Leider ſind wir
mit einer Ausnahme in einem Landſtriche Rheinheſſens nicht verſchont
geblieben, dort ging am Donnerstag, den 2. Juni, ein furchtbares
Un=
wetter nieder. Am ſchlimmſten hat das Wetter in Oſthofen und
um=
liegenden Orten gehauſt. Wir hoffen, daß ſich Wege finden laſſen, den
Schwergeſchädigten zu helfen. — Erfreulich iſt, daß trotz allen Nöten der
Zeit unſere Landwirte wieder etwas mehr Mut faſſen und für
Neue=
rungen wiſſenſchaftliche und techniſche Arbeiten zugänglich ſind. Auf
der D. L. G.=Ausſtellung in Dortmund mußte man ſtaunen, welche
ge=
waltige Fortſchritte die deutſche Landwirtſchaft auf allen Gebieten
ge=
macht hat, trotz der Schwere der Zeit. Auch wir in Heſſen haben große
Erfolge in Dortmund zu verzeichnen. Mit unſerer Rotviehzucht ſtehen
wir an der Spitze. Viele Preiſe wurden uns zuerkannt. Auch mit
uſerer Ziegenzucht haben wir recht gut abgeſchnitten. Auch heuer
haben wir viele Preiſe erzielt. Auch unſere Originalſaaten fanden in
Dortmund lebhafte Beachtung. — Die Grünlandfahrten in voriger Woche
hatten vollen Erfolg. Die Beteiligung war erfreulicherweiſe recht groß.
Die Zuſammenarbeit der Landwirtſchaftskammer mit dem
Grünlandver=
ein iſt erfreulicherweiſe eine ſehr gute und für unſere heſſiſche
Land=
wirtſchaft ſegensreich. Erfreulicherweiſe regt es ſich überall, um den
Ratſchlägen zu folgen. Wir ſahen im Odenwald und Vogelsberg recht
ſchöne Weiden und Neuanlagen. Bei derartigen Zuſammenhüinften
fin=
der ein reger Meinungsaustauſch, ſei es öffentlich oder in
Einzelunter=
haltungen, ſtatt, welche belehrend und aufklärend wirken. Oft werden
aber auch Fragen geſtellt, die nicht immer ſo beantwortet werden kömnen,
daß ſie den Frager und Antwortgebenden befriedigen. Gerade in
letz=
terer Zeit und auch bei der Grünlandfahrt wurde mir oft von
Land=
wirten die Frage geſtellt: Iſt es denn der Landwirtſchaftskammer gar
nicht möglich, dahinzuwirken, daß wir Erleichterungen bekommen und
uſere Betriebe wieder einigermaßen rentabel werden?. Auf der einen
Seite geringe Preiſe für unſere Produkte, ganz beſonders für Milch
und Schweine, auf der anderem Seite fortgeſetzte Preisſteigerungen, wie
Lohnerhöhung, Steigerung der ſozialen Laſten, unerträgliche Steuern,
hauptſächlich Grund=, Sonder, Erbſchaftsſteuer. Die
Landwirtſchafts=
kammer hat leider wenig Einfluß auf die Geſetzgebung im Reich und in
Heſſen. Ich ſehe mich gezwungen, in aller Oeffentlichkeit zu erklären,
daß die Landwirtſchaft in der Nachkriegszeit nicht
die Beachtung findet, welche ſie in der
Vorkriegs=
zeit gefunden hat. Was helfen uns ſchöne Worte, welche im
Neichstage und den Parlamenten der Länder über die Landwirtſchaft
von den Parlamentariern und Regierungsvertretern geäußert werden,
wenn die Taten nicht folgen. Jahrelang warten wir ſchon auf beſſere
Handelsverträge und beſſere Zölle zum Schutze unſerer Landwirtſchaft.
Ein Anlauf wurde zwar genommen, aber man iſt wieder zurückgeſchreckt,
als die Freihändler mit großem Tamtam dagegen vorgingen. Zum
Schluß fordert der Redner alle Landwirte auf, in engem
Zuſammen=
ſchluß einheitlich zuſammenzuſtehen, um dadurch die Stellung wieder
zu erringen, die der Landwirtſchaft gebührt.
Herr Präſident Henſel begründete dann kurz den Grund der
Verlegung der Hauptverſammlung auf den geſtrigen Tag und erteilte
hierauf Herrn Generaldirektor Dr. Hamann das Wort zu einem
Referat über
die Lage der Landwirtſchaft.
Der Herr Referent gibt hierzu längere Ausführungen. Er macht
darauf aufmerkſam, daß die heutigen ſchwierigen Verhältniſſe der
Land=
wirtſchaft nicht zuletzt bedingt ſind durch die Nachwirkungen der
Infla=
tion. Verſchärft wurden dieſelben durch die wiederholt ſchlechten
Ern=
ten und die Mißernten der letzten Jahre. Die ſteigenden Laſten aller
Art, Steuern und ſoziale Laſten drücken die Landwirtſchaft. Der
Man=
gel an Betriebskapital zwingt die Landwirte zur Aufnahme von
Dar=
lehen, die nur gegen hohe Zinſen, die die Landwirtſchaft nicht tragen
kann, zu erhalten ſind. Die Landwirtſchaft iſt nicht in der Lage
die=
ſelben Zinsſätze zu tragen, wie andere Berufe, da ſie in der Regel nur
einmal im Jahre erntet, und deshalb das aufgenommene Kapital nicht
wiederholt umſetzen kann. Die Landwirtſchaft kann auch nicht
preis=
regulierend wirken, wie dies andere Berufsſtände in der Lage ſind. Sie
iſt dagegen oſt bei Ankauf ihrer Hilfsmittel großen Verbänden
gegen=
übergeſtellt, die die Preiſe regulieren und den Produktionskoſten
an=
paſſen können.
Der Abſchluß ungünſtiger Handelsverträge und die im allgemeinen
nicht im Intereſſe der Landwirtſchaft gelegenen Wege der
Handelspoli=
tik des Reiches haben die Lage der Landwirtſchaft noch weiter verſchärft.
Der Verſuch vieler Landwirte, durch Aufnahme von Notſtandskrediten
ihre Lage zu verbeſſern, in Erwartung größerer Erträge, ſchlug fehl, da
ungünſtige Witteungsverhältniſſe den Ertrag der Ernte nachteilig
beein=
flußten. Auch die einſeitige Entwicklung der Milcherzeugung, zu der die
Landwirtſchaft mit Rückſicht auf Mangel an Mitteln für die laufenden
Ausgaben gezwungen wurde, hat ihr bei dem ſtüändigen Sinken der
Milchpreiſe keinen Erfolg gebracht. Im Gegenteil hat die einſeitige
Steigerung der milcherzeugenden Betriebe zu einer ſtärkeren
Verſchul=
dung derſelben geführt
Beſonders benachteiligt durch die Entwicklung der Verhältniſſe wurde
der Gemüſebau, Obſt= und Weinbau, und nicht zuletzt auch die
Tierhal=
tung. Die Landwirtſchaft muß einen ausreichenden Schutz fordern, um
einen rentablen Betrieb führen zu können.
Die Landwirtſchaft hat mit dieſer Standardiſierung ebenſo wie mit
der Rationaliſierung ſchon begonnen, und ſie wird weiter auf dieſem
Wege fortſchreiten. Erſchwert wird ihr allerdings dieſer Weg dadurch,
daß ihr ausreichende Kapitalien nicht zur Verfügung ſtehen, oder da,
wo ſie bereitgeſtellt werden, nur zu hohen Zinsſätzen zu erhalten ſind.
Die Landwirtſchaft ſieht auch in der Verwendung der Mittel für die
Erwerbsloſenfürſorge eine Benachteiligung der Landwirtſchaft, die nur
dazu führt, die Abwanderung der Arbeitskräfte aus der Landwirtſchaft
zu fördern.
Im allgemeinen iſt das Geſamtbild ein wenig erfreuliches. Die
Land=
wirtſchaft ſieht noch keine Silberſtreifen, ſondern nur trühe Wolken am
Horizont aufſteigen. Sie hofft und wünſcht aber, daß die wirtſchaftliche
Entwicklung eine ſolche ſein wird, die auch ihren Intereſſen Rechmung
trägt,worauf ſie als wertvoller Teil des Volkes ein Anrecht hat.
Zu den Ausführungen der Vorredner ergreift Mitglied Korell
das Wort und ſtellt einen Antrag, für einen ausveicheiden Schutz der
landwirtſchaftlichen Erzeugung bei den noch kommenden
Handelsver=
tragsverhandlungen und für die Feſtſetzung von ausreichenden
Zoll=
ſätzen bei dem in Ausſicht ſtehenden Zolltarif mit Nachdruck einzutreten,
die ſteuerliche Geſetzgebung im Reich und beſonders in den Ländern
dahingehend zu ändern, daß eine weitere Steigerung der Grundſteuern,
die für die Landwirtſchaft nicht mehr tragbar iſt, in Zukuft
unter=
bleibt. Der Antrag wird einſtimmig angenommen.
Zu Punkt 3 ſprach Generaldirektor Hamann über die
Landwirtſchaftliche Landesausſtellung 1927,
die letztmalig vor 22 Jahren ſtattfand. Der Redner gab ein genaues
Bild über die kommende Ausſtellung, die ſehr großzügig und umfaſſend
zu werden verſpricht und in vielen Einzelabteilungen ſämtliche Belange
Geite 2
der Landwirtſchaft und der mit ihr zuſammenhängenden Nebenzweige
enthalten wird. Eingeſchloſſen werden zahlreiche Sonder= bzw.
Unter=
ausſtellungen, z. B. der Bienenzüchter, Geflügelzüchter uſw. Der
Red=
ner hält es durchaus für möglich, daß die D. L. G.=Ausſtellung auf dem
für eine landwirtſchaftliche Ausſtellung geradezu idealen Gelände
ab=
gehalten werden kömne.
Bei den Ergänzungswahlen für das verſtorbene Mitglied G. Mogk,
Grund Schwanheim, wird zum Vorſtand der Landwirtſchaftskammer
Th. Cellarius=Schotten, zur Kommiſſion III für Wirtſchaftslehre und
Buchführung Abg. Fenchel, zur Kommiſſion IK für Pfeudezucht A.
Schneider=Utphe und zur Kommiſſion K für Geflügelzucht Beigeordneter
Schwab=Bindſachſen einſtimmig gewählt.
Der Verkauf der Haushaltungsſchule Langen für 40 000 Mark wird
einſtimmig gutgeheißen. Der Betrag wird für das in Michelſtadt
er=
worbene Gebäude verwendet.
Punkt 6, Aenderung der Satzung der Weideverſicherung, hier
Dieb=
ſtahlsverſicherung, ſowvie der Punkt 7, den Ankauf von Gelände zur
Rebſchule Alzey betreffend, die beide im Druck vorliegen, werden
debatte=
los einſtimmig angenommen.
Bei Punkt 8 der die Jahresrechnng 1923 und 1924, ſowie den
Be=
richt über die Rechnungsprüfung bringt, entſpinnt ſich eine längere
Ausſprache, in der zunächſt Abg. Weckler zu dem verbleibenden
Rech=
nungsreſt Stellung nimmt und die Bitte ausſpricht, den Voranſchlag
künftig den Mitgliedem früher zuzuſtellen, damit er einer Prüfung
unterzogen werden könne. Rechnungsdirekvor Schmidt und
Präſi=
dent Henſel begründen die diesmalige, durch Ueberarbeitung noch
aus früheren Inflationsjahren hervorgerufene verſpätete Abſchließung
der Rechnungsvorlage. — Dann wurde dem Rechner einſtimmig
Ent=
laſtung erteilt.
Nach einer kurzen Frühſtückspauſe wird die Tagung fortgeſetzt, die
ununterbrochen bis 5 Uhr dauerte. Zu Punkt 9 entſpinnt ſich eine ſehr
lebhafte Ausſprache. Der Voranſchlag der Landwirtſchaftslammer für
1927 in Verbindung mit dem Voranſchlag der Haushaltungsſchule
Michel=
ſtadt und der Heſſiſchen landwirtſchaftlichen Zeitſchrift für 1927 wird
be=
handelt. Es ſprehen u. a. die Mitglieder Waſem, der zur Verhütung
der Maul= und Klauenſeuche eine billigere Belieferung der
Landwirt=
ſchaft mit Serum fordert. Mitglied Schneider=Utphe fordert
Unter=
ſtützung der Pferdezuchtbeſtrebungen. Abg. Weckler ſpricht über die
Neichsbewertung und ſtreift das Verhältnis zwiſchem
Landwirtſchafts=
ämtern und Landwirtſchaftskammern, und fordert beſondere
Berückſich=
tigung heſſiſcher Staatsangehöriger bei Anſtellung. Landwirt
Dett=
weiler tritt für Erhöhung der Umlage im Intereſſe der Landwirte
ein. Mitglied Oekonomierat Breidenbach hält die derzeitigen
Weidegelder für zu hoch. Mitglied Korch ſtreift das Siedlungsweſen und
betont, daß eine Umſtellung im Vogelsberg von der Landwirtſchaft zur
Viehzucht aus Nentabilitätsgründen dringend erforderlich ſei.
Land=
wirt Noßkopf fordert einen Zuſchuß zur Ausbildung junger
Land=
wirte und ſtellt einen diesbezüglichen Antrag, den er ſpäter zurückzieht,
aber zur wohlwollenden Erwägung empfiehlt. Eine ähnliche Forderung
ſtellt Landwirt Häuſer für die Töchter der Landwirte. Mitglied
Mofſel fordert Wizerkredite und ſtellt einen entſprechenden Antrag.
Weitere Diskuſſionsredner ſtellen im Auftrage und Sinne der von
ihnen vertretenen Landwirte Forderungen. Präſident Henſel und
Generaldirektor Hamann nehmen mehrfach Gelegenheit zu aufklärenden
Erwiderungen.
Der Regierungsvertreter, Miniſterialdirektor Uebel, ſpricht über
die finanziellen Reichszuſchüfſe, die nach Möglichkeit der Landwirtſchaft,
als deren Vertretumg der Landwirtſchaftskammer, zugeſtellt würden,
ſo=
fern nicht ausdrücklich vom Reich beſtimmte Richtlinien zur Veuwendung
gegeben ſeien.
Dr. Andrae ſpricht über Buchführug und Steuer und geht auf
beſondere Auslaſſungen einzelner Vorredner ein. Die vorliegenden
An=
träge der Mitglieder Naguet und Gen, betr. 7 Uhr=Ladenſchluß der
Landgemeinden, Riffel und Gen., betr. Notlage der Gemarkung
Nacken=
heim und deren Behebung, Ochs und Gen., betr. vereinfachte
Ausfüh=
rung des Steuerzettels, Seckel und Gen., betr. Unterſtützung der durch
das Unwetter ſchwer betroffenen Gemeinden, Cellarius, betr.
Bereit=
ſtellung von Mitteln zur Flurbereinigung, Moſſel, betr. Bereitſtellung
von Mitteln zur Förderung der Landwirtſchaft durch das Reich und
der freien Verwendung dieſer Mittel durch die Landwirtſchaftskammer,
Korell, betr. den Generalkulturplan des Vogelsbergs und Wolf, betr.
Erhaltung der Heſſiſchen Pferdezucht, werden einſtimmig angenommen.
Zum Punkt Erweiterungsbau der Landwirtſchaftskammer ſprechen
Blank und Fenchel dagegen, Korell und Hamann dafür. Der Bau wird
gegen 4 Stimmen genehmigt.
Zu Punkt Verſchiedenes: Abg. Fenchel beſchwert ſich, daß das
Landeshoſpital in Goddelau Pachtland zurückzieht und den Landwirten
durch Ackerbau und Viehzucht Konkurrenz bereitet.
Der Voranſchlag für 1927 wurde genehmigt. Nach einer kurzen
Schlußanſprache wurde die außerordentlich anregende Tagung von Herrn
Präſident Henſel geſchloſſen.
Wanderkamerad
Brief liegt. Bitte
Nachricht. 15429
Friſch auf.
Ve
Hochſch. Garage
für Perſonenauto geſ.
Ang. unt. 236 an
die Geſchſt. (*15416
2—3 Zimm.=Bohn.
mit Küche,
beſchlag=
nahmefr., v.
Braut=
paar per 1. 7. geſucht.
Preisangeb. n. 1 218
an die Geſchſt. (15179
Beſchlagnahmefreie
3—4 Zimm.= Wohn.
per ſofort zu mieten
geſucht. Angeb. unt.
T212 Gſchſt. 1536001
6 Limmer-Nohnung
mit Bad u. Zubehör
in gut. Hauſe geſucht.
Gefl. Angeb. u. J156
Geſchſt. eis25imdt
Einfach möbl. Manſ.=
Zimm. zu miet. geſ.
Angebote u. J 225
an die Gſchſt. (215387
Leeres Zimmer und
Kammer oder Küche
von ält. Frau geſucht.
Angebote u. 1 216
an die Gſchſt (*15369
Akadem, ſucht einf
möbl. Zimmer zum
1. VII. Angebote m.
Preis u. K 6 an die
Geſchäftsſt. (*15464
Immobilien 8
Haus mit Wirtſchaft
(Bergſtr.) 20000 ℳ,/Zu kaufen geſucht:
Anzahlg. 8-10 000 ℳ,
Ledensmittelgeſchäfte,
Zigarrengeſchäft z. verk.
Immobilien=Dingeldein, in beſtem Zuſtande,
Teleph. 2067. (e15453 / Zimmer, wenn mög=
Ny. Haus
möbl. od. unmöbl, m.
Galtenland, eptl. auch Für eine Speiſewirt=
Baugrundſtück (Gegend
gleich) auf läng. Zeit
zu mieten od. kaufen /Bierumſatz tüchtige,
geſucht, evtl. können
auch ältere Leute in
Pflege wohnen blei=/Wirtsleute
ben. Preisangeb. u: geſucht. Nur ſolche,
250 an die Ge= die derartige Betriebe
ſchäftsſt d. Bl. /15440 nachweislich, mit Er=
Häuschen
zu kauf. geſucht.
An=
geb unter 1 168 an unter 243 an die
B: Geſchäftsſt ( 15274
5381
In gut 3 Lage für beſte
Sigutten;Seſchaft
Altangeſehene hieſige
Firma ſucht gegen
gute Sicherheit 1000
Mark geg. 20 %
Be=
teiligung auf 1 Jahr.
Angeb. u. J 177 an
die Geſchſt. 15286dr
geſucht. — Bedingung: Kautionsfähig,
4 Zimmer= Tauſchwohnung
Angebote unter T 222 an die Geſchäftéſt.
Villa
im Tintenviertel
nur Landwehrſtr. 39 enthaltend etwa acht
lich mit Garten und
Garage Beſchreib ung
mit Preisangabe u.
1 227 Geſchſt. 15391
ſchaft, in guter Lage
Darmſtadts m. groß
kautionsfähige
folg geführt haben,
wollen ſich melden
Geſchäftsſt. (9460ks
F0 Mm. Haus
gute Lage, zu kaufen
geſucht.
Tauſchwoh=
nung vorhanden,
An=
gebote unter K 2an
die Geſchſt (15454
Stiller oder tätiger
Teilhaber
mit 1500—2000 Mr.
zur Vergrößerung
einer gut
eingerichte=
ten Geflügelfarm geſ.
Näh. Geſchſt (—15402
Bar=Darlehen
I. I. II. Aypotheken
G. Ebert, Darmſt.,
Hügelſtraße 75.
Tel. 1117. (7860a
Beſte Referenzen!
Stiller Teilhaber mit
ca. 5000 Mk. zur
Er=
richtung einer
Ge=
flügelfarm geſ. Ang.
u. 1 230 Gſchſt. / 15397
Tiermarkt
geydgnt
1926er, alle legend,
billig abzug,, tauſche
auch auf
Schlacht=
geflügel, desgl. 40 St.
5 W. alte rebhf.
Ita=
liener von hochpräm.
Eltern. Schröder,
Kiesſtr. 15. Tel. 1969.
(e15373)
Eintags=Küken v. h.
präm. Elterntieren z
verk. 15 geſtr. Plym.=
R., 12 w. Whand., 12
Barnevelder m. od. o
Glucken. Sehen Sie
ſich d. Elterntiere an
Wedde. Alte Darmſt.
Straße 70, Eberſtadt.
EIAAHIINt
haben Viele, daß Reklame allein
nicht richtunggebend ſein darf und
bevorzugen wieder den Fachmann
beim Einkauf von Fertigkonfektion,
weil er eventuelle Fehler richtig
zu beheben weiß.
(94621
Anzüge
für Straße, Sport und Geſellſchaft
Paletots u. Mäntel
aller Art
Leinen=Anzüge
und einzelne Stücke zu billigſien Preiſen.
Gg. Schmeck
früher Daum, Ochſengaſſe 26, i. gold. Anker.
Spezlalgeſchäft f. Qualitätsware
Urindein
Unerr. in Geschmack
als Speise-u. Einmach-
Essig, Auch b. Magen-,
Nieren- und
Zucker-
krankheit ärztlich
empkohlen.
Eine Fl. Citrovin erg.
3—4 Ltr,. Speise-Eseig
In allen einschlägigen
Geschäften erhältlich.
(I 8445)
Die hesten Markenräder
in Herren-, Damen- und Kinder-
Räder von 90 Mk. an, sowie alle
Ersatzteile liefert die Verkanfsstelle des
Fahrradhauses „Frisch Auf”
Darmstadt, Feldbergstr. 70.
Weitgehende Zahlungserleichterung wird
gewährt. Besicht. ohne Kaufzwang. (9050a
Glucke m. 10 Jungen
und 2 Weinfäßchen
bill. zu verkf.
Lieb=
frauenſtr. 75,pt /e15408
E
in gute Kände
abzu=
geben.
Lichtenberg=
ſtr. 23, H.,pt. (*15451
11719
Große Leistung
Bieltter lalte.
Mit VIM schaffen Sie Ihre tägliche
Putz-
arbeit in der halben Zeit, und Ihr
Ge-
schirr wird im Nu blank und rein.
VIM ist säurefrei; es schmiert nicht, riecht
nicht und ist das appetitlichste und
hand-
lichste Putzmittel für Koch- und Eßgeschirr.
Wer VIMl kennt, will’s nimmer missen.
„Sunlicht‟ Mannheim
[ ← ][ ][ → ]Seite
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Weiterſtadt, 9. Juni. Sportplatzweihe. Die
Sportplatz=
weihe nahm in Gegenwart des Kreisdirektors Dr. Merck einen
außer=
ordentlich guten Verlauf. Der neue Spotplatz iſt 17 000 Quadratmeter
groß.
* Griesheim, 9. Juni. Am nächſten Samstag, 11. Juni, abends
9 Uhr, findet im Saale des Gaſthauſes „Zum Riedhof” hier wiederum
eine Hauptprobe des hieſigen Philharmoniſchen Orcheſters ſtatt. Mit
Nückſicht auf die guten Leiſtungen des Orcheſters iſt ein Beſuch des
Konzertes aufs beſte zu empfehlen.
* Griesheim, 9. Juni. Am Sonntag, den 12. Juni, nachmittags
3½ Uhr, findet dahier ein Gemarkungsrundgang unter Leitung des
Herrn Direktors Seeger vom Landwirtſchaftsamt Darmſtadt ſtatt, um
an Ort und Stelle mit den intereſſierten Kreiſen Fragen der
Boden=
bearbeitung, Saat, Saatenpflege, Unkraut= und Schädlingsbekämpfung,
Anwendung der Düngemittel, Fruchtfolge uſw. zu erörtern. An den
Nundgang ſoll ſich möglichſt in einem Lokal eine Ausſprache über das
Ergebnis des Rundganges anſchließen. Treffpunkt für den Rundgang
iſt die Bürgermeiſtevei. Mit Rückſicht auf die überaus große
Be=
deutung derartiger belehrender Rundgänge ffir die Landwirtſchaft
treibende Bevölkerung erſcheint eine zahlreiche Beteiligung der
Intereſ=
ſenten durchaus wünſchenswert.
* Pfungſtodt, 9. Juni. Kontrollgang. Stadtverwaltung und
Gemeinde untemahmen zu Beginn dieſer Woche an der Südweſtgrenze
einen Kontrollgang. Die Beſichtigung begann an der Torfgrube und
endete an der Steinmauer bei der Hahnmühle. In der Hauptſache
ſtanden Feld= und Wieſenfragen zur eingehenden Beſichtigung und
Be=
ratung.
* Ober=Ramſtadt, 9. Juni. Einen ſchönen Erfolg konnte der
hieſige Geſangverein „Sängerluſt” buchen. Bei dem an Pfingſten in kam ein Nadfahrer zu Fall. Er trug eine ſchwere Armperletzung da=
Schierſtein a. Rh. ſtattgefundenen Geſangswettſtreit errang er bei ſtarker
Konkurrenz i der dritten Landklaſſe im Klaſſenſingen den zweiten per Eiſenbahn in ſeine Heimat befördert wurde.
Preis, beim Ehrenſingen ebenfalls den zweiten Preis und außerdem
den zweiten Dirigentenpreis. Beim höchſten Ehrenſingen rangierte der
Verein an dritte Stelle. Für dieſe Leiſtungen gebührt dem Verein volle
Anerkennung. — Arbeitsjubiläum. Anläßlich ſeiner 43
jähri=
gen Dienſtzeit bei der Firma E. Merck, Darmſtadt, ging Herrn
Be=
triebsaufſeher Heinrich Rindfrey, hier, ein Handſchreiben des Herrn
Neichspräſidenten von Hindenburg zu. — Rote Kreuztag. Am
nächſten Sonntag wird ein Rote Kreuztag veranſtaltet, der durch
Veran=
ſtaltungen des Alice=Frauen=Vereins in Verbindung mit der Freiwilligen
Sonitätskolonne vom Roten Kreuz, Ober=Ramſtadt, und der Freiw.
unterricht. Die Schwimmbadgeſellſchaft e. V., Ober=Namſtadt,
be=
ginnt in Kürze bereits mit einem Schwimm=Unterricht, zu dem
An=
meldungen ſchon jetzt bei Herrn Oberpoſtſekretär Völſing und Herrn
Nektor i. R. Hofmann getätigt werden können. Die Unterrichtsgebühr
beträgt für Erwachſene 6 Mk. und für Kinder 3 Mk., und iſt im
vor=
aus zahlbar. — Filmvortrag. Heute, Freitag, den 10. Juni,
abends 8½ Uhr, findet in der Kirche ein Filmportrag der Miſſionarin
Liſa Neyer über Armenien ſtatt, zu der der Evang. Bund,
Zweig=
verein Ober=Ramſtadt, freundlichſt eingeladen hat. Der Eintrittspreis
iſt ſehr gering und geſtattet ſomit den Beſuch jedermann.
* Ober=Beerbach, 9. Juni. Die neuen Rentenerhöhungen in der
Invalidenverſicherung. Durch Reichstagsbeſchluß vom 4. April d. J.
verſicherung mit Wirkung vom 1. Juli d. J. erhöht. Ueber dieſes, für
alle Rentenbezieher aus der Invalidenverſicherung wichtige Thema
ſpricht am Sonntag, den 12. Juni, nachmittags 3 Uhr, im Saale des
Reſtaurants von Philipp Wolf, Ober=Beerbach, der Gauleiter Jaxt des
Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutſchlands,
Gau=
leitung in Heſſen in Darmſtadt, Waldſtraße 55. Allen Rentenbeziehern
aus der Invalidenverſicherung, ſowie allen Sozialhilfsbedürftigen dürfte
ein Beſuch der Verſammlung nur zu empfehlen ſein.
Bekanntmachung der Bürgermeiſterei iſt die Schwimmanſtalt eröffnet.
von 1—3 Uhr für Damen, 3—5 Uhr für Herren, 5—6 Uhr fün Damen,
denen gelten: 1—3 Uhr für Damen, 3—5 Uhr für Herren, 5—8 Uhr für
Damen und 8—9 Uhr für Herren. An Sonntagen iſt die Benutzung
folgende: Von 9—12 Uhr für Herren und 1—3 Uhr für Damen. Als
Badediener wurde Ludwig Valentin Hechler beſtimmt.
wurde beſchloſſen, von der Erhebung einer beſonderen Bierſteuer
abzu=
ſehen. Die Erhöhung des Wohnungsgeldes der Gemeindebeamten
wurde abgelehnt. — In den fünf erſten Monaten dieſes Jahres fanden
in hieſiger Gemeinde 32 Geburten, 20 Sterbefille und 18
Eheſchließun=
gen ſtatt. — Am zweiten Feiertag fiel ein Radfahrer aus Offenbach
am Südausgang des Dorfes ſo unglücklich vom Rad, daß er bewußtlos
liegen blieb. Die Sanitätskolonne brachte ihn nach Anlegung eines
Notverbandes zum Arzt, der die Ueberführung nach Darmſtadt
anord=
nete. Es wird in letzter Zeit wieder allgemein geklagt über zu ſchnelles
Fahren.
* Kirch=Brombach, 9. Juni. Feuerwehrfeſt. In acht Tagen
findet in unſerem weitbekannten Ort das Feſt der Freiw. Feuerwehr,
verbunden mit Bannevweihe ſtatt. Unter Leitung des in Turnkreiſen
allerorts bekannten Herrn Adrian ſind die Vorbereitungen hierzu ſoweit
gediehen, daß ein glückliches Gelingen der Veranſtaltung gewährleiſtet ſtürzte, wobei er ſich eine Kopfverletzung zuzog.
iſt. Der Feſtplatz iſt geräumig und hat das Gute, daß er mitten im
Dorf liegt. Karuſſell, Schiffſchaukel, Vergnügungs= und Erfriſchungs= wettſtreit. Unter großer Anteilnahme den geſamten
Einwohner=
buden, alles iſt vorhanden. Die Einwohnerſchaft läßt es ſich nicht neh= ſchaft beging an den Pfingſttagen der Männergeſangverein „
Rhein=
men, ihre Häuſer mit Grün prächtig zu ſchnücken. Im Feſtzug zeigen
die Platzvereine allegoriſche Gruppen. Anſchließend an die Weihe des
Banners wird eine Quadrille geritten, eingeübt von Herrn Adrian.
s. Ober=Sensbach, 9. Juni. Der hieſige Geſangverein „Sängerluſt”
begeht kommenden Sonntag ſeine Fahnenweihe. Am Samstag
abend 8 Uhr iſt eine Gedächtnisfeier am Denkmal, der ſich ein
Feſt=
kommers anſchließt. Der Sonntag bringt die Ankunft der Vereine, den rungsaſſeſſor Dr. Freiherr Reitz von Frentz überbrachte die Glück=
Feſtzug und die Bannerweihe mit Anſprachen und Geſängen. Am
Montag iſt Volksbeluſtigung auf dem Feſtplatz und Jugendfeſt.
* Michelſtadt, 9. Jumi. Feier der Fünfzigjährigen.
Wie alljährlich, ſo begehen auch in dieſem Jahre die Komſtrmanden des
Kirchſpiels Michelſtadt, welche dieſes Jahr das 50. Lebensjahr erreicht
den 12. Juni, im Schmerkers Garten ſtattfindet. Vormittags 10 Uhr
werden ſich die Jubilare auf dem Marktplatze treffen, um gemeinſam
dem Gotesdienſte beizuwohnen, dem ſich unmittelbar ein Rundgang
durch Michelſtadt anſchließt. In dem geräumigen Saale des
Schmer=
kers Garten wird um 12½ Uhr ein gemeinſamer Mittagstiſch die
Teil=
nehmer vereinigen, woſelbſt auch ab 2 Uhr gemütliches Beiſammen iſt.
Für den Abend iſt neben muſikaliſchen, ſowie ſonſtigen Vorträgen ein
Tanz vorgeſehen, um den Jubilaren Gelegenheit zu geben, ſich einige
Stunden bei den alten deutſchen Klängen der Walzer, Rheinländer uſw.
zu unterhalten. Die Teilnahme von zugezogenen 50jährigen, gleich
wel=
cher Konfeſſion, iſt erwünſcht. — Durch die Bezirksfürſorgeſtelle wird
darauf hingewieſen, daß Kinder, welche während ihrer Ferien
Ange=
hörige oder Verwandte beſuchen wollen, die Möglichkeit gegeben iſt,
ſich an dem Kindertransport, welcher am 17. Juni d. J. an die Oſtſee
geht, gleichfalls zu dem ermäßigten Fahrpreis anzuſchließen. Falls nur
ein Teil der Strecke in Frage kommt, ſo kann das Kind bis zu der
ent=
ſprechenden Station an der Fahrt teilnehmen, wobei darauf
aufmerk=
ſam gemacht wird, daß die Reiſeroute wie folgt vorgeſehen iſt:
Frank=
furt-Bebra—Erfurt—Halle-Berlin— Paſſewalk — Stralſund — Bergen
auf Rügen-Göhren. Entſprechende Meldungen ſind rechtzeitig an die
Bezirksfürſorgeſtelle (Geſchäftszimmer Nr. 7a oder durch Fernſprecher
Nr. 511) zu machen.
Hirſchhorn, 9. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
8. Juni: 1.19 Meter; am 9. Juni: 1.09 Meter.
Gernsheim, 9. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
9. Juni: 245 Meter.
z. Groß=Gerau, 8. Juni. Gruppenwaſſerwerk. Unter der
Vorſitz des Herrn Kreisdirektors Dr. Merck tagte im „Weißen Roß
dahier eine Vertreterverſammlung der Gemeinden Groß=Gerau, Klein
Gerau, Nauheim, Berkach, Dornberg, Büttelborn, Worfelden un
Wallerſtädten behufs Gründung eines Zweckverbandes zur Errichtun
eines Gruppenwaſſerwerkes. Das Kulturbauamt Darmſtadt hatte Herrt
Oberbaurat Gauck entſandt, der über die techniſchen Einzelheiten berie
tete. Als Errichtungsplatz für Brunnen und Pumpen wurde die Ge
gend nordöſtlich des Groß=Gerauer Bahnhofes beſtimmt. Von hier au
wird das Waſſer in einen noch zu erbauenden hohen Turm gepump
über deſſen Standort man ſich noch nicht geeinigt hat. — Schwimm
bad. Durch die Wirkſamkeit des Herrn Bürgermeiſters Dr. Lüdecke
iſt unſer Schwimmbad nicht nur bedeutend vergrößert, ſondern auch beſſe
ausgeſtattet worden. Durch dauernden Waſſerzufluß iſt jetzt für
Reinlichkeit des Bades geſorgt. Beſonders bemühte man ſich um die 2
lage von Kabinen mit Brauſen und Kleiderablagen. Auch
Sicherheit=
maßnahmen werden getroffen, weshalb ein Sanitätsſchrank angeſchaf
wird. Das Schwimmbad ſoll auch der Volksſchule zugänglich gemadk
und der Schwimmunterricht obligatoriſch werden.
Freitag, den 10. Juni 1927
Nummer 159
* Groß=Gerau, 9. Juni. Beitritt zum Verkehrsverein.
Die Kreisgemeinde Berkach iſt dem Verkehrsverein Groß=Gerau als
korporatives Mitglied beigetreten.
* Langen, 9. Juni. Rege Benutzung der neuen
Auto=
buslinie. Die neue Autobusverbindung zwiſchen der Mitte des
Ortes und dem Bahnhof erfreut ſich ſeit ihrer Eröffnung aus allen
Teilen der Bevölkerung einer ſtarken Benutzung, ſo daß mit einem
ſtändigen Unternehmen gerechnet werden kann.
nk. Büttelborn, 9. Juni. Bei dem ſchweren Bauunglück in
Merk=
linde bei Dortmund. Abſturz von einem 35 Meter hohen
Fabrikſchorn=
ſtein, wobei zwei Menſchen ums Leben kamen, war leider eim tüchtiger
Haminbauer, Georg Aſtheimer von hier, unter den Toten. Aſtheimer
wurde heute nachmittag um halb 5 Uhr in dem Stadtteil Merklinde mit
ſeinem Unternehmer W. Okulik, der ebenfalls mit abſtürzte, beerdigt.
Zahlreiche Kränze wurden am Grabe niedergelegt.
r. Trebur, 9. Juni. An Pfingſten fand die feſtliche Einweihung
der neuerbauten Turnhalle des Turnvereins 1886 ſtatt. Es iſt
dies die erſte Turnhalle, welche ſich im Main=Rod=Gau befindet. Sie
iſt 30 Meter lang, 14 Meter breit und umfaßt 600 Sitzplätze.
Außer=
dem befinden ſich noch Wirtſchaftsräume und eine große Bühne, welche
ſich vorzüglich zu größeren Veranſtaltungen eignet, in der Halle. An
der Feier nahm Kreisdirektor Dr. Merck teil.
Rheinheſſen.
DI. Ingelheim a. Rh., 9. Juni. Rheinheſſiſche Obſt= und
Gemüſemärkte. Auf dem letzten Ingelheimer Obſt= und
Spargelgroßmarkt wurden bezahlt für Spargel 1. Sorte 65—75 Pfg.;
2. Sorte 2—25 Pfg.; Kirſchen 55 Pfg. und Erdbeeren 2 Mk. je Pfd.
— Auf dem Spargelgroßmarkt Gau=Algesheim ſtellten ſich geſtern
die Preiſe für Spargeln 1, Sorte auf 70—75: 2. Sorte 30; Kirſchen 55
bis 75: Erdbeeren 150 Pfg. je Pfund.
a. Nackenheim, 8. Juni. Unfall. Am Nierſteiner Bahnübergang
von, weshalb er von der Nierſteiner Sanitätskolonne verbunden und
a. Schimsheim, 8. Juni. Saatenſtand. Zur
Weiterentwicke=
lung des Getreides, das bis jetzt einen normalen Stand hat, iſt
feucht=
warmes Wetter dringend erwünſcht. Solches haben auch die Hackfrüchte
nötig, die ſich bis jetze ſchön entwickelt haben. Der Behang des
Wein=
ſtocks hingegen, der vor der Blüte ſteht, iſt mittelmäßig bis gering. Bei
lebhafter Nachfrage ſind die früheren Kreſzenzen faſt vollſtändig
aus=
verkauft.
k. Nieder=Olm, 9. Juni. Zurzeit iſt man damit beſchäftigt, die
ein=
gleiſige Bahnſtrecke vom Bahnhof Klein=Winternheim, bis ein
Stück hinter die Bahnüberführung über die Pariſer Straße zwei=
Feuerwehr beſonders würdig geſtaltet werden ſoll. — Schwimm= gleiſig zu bauen, um hauptſächlich das Rangieren zu erleichtern.
Der Bahndamm an dieſer Stelle iſt bereits verbreitert. Die ganzen
Arbeiten ſollen bis Mitte Juni beendet ſein. — Bei der franzöſiſchen
Feldgendarmerie wurde ein Landwirt aus Ebersheim angezeigt,
der angeblich noch im Beſitze eines Revolvers ſei. Es wurde
Haus=
ſuchung vorgenommen und die Schußwaffe auch entdeckt und
be=
ſchlagnahmt.
M. Bingen a. Rh., 7. Juni. Auf der rechten Rheinuferſeite,
gegen=
über Trechtingshauſen, ſtürzte ein Motorradfahrer mit ſeinem
Fahr=
zag und trug dabei erhebliche Verletzungen davon. Nach Ausſagen
von Augenzeugen iſt ein vorübergekommenes Perſonenauto, ohne den
Verletzten ins nächſte Krankenhaus zu befördern, weitergefahyen. Ein
Trechtingshäuſer Fährmann nahm ſich des Verletzten an und
beför=
werden die Invaliden=, Witwen= und Waiſenrente aus der Invaliden= derte ihn mit ſeinem Fahrzeug auf die linke Rheinſeite, von wo aus
er dann ins Binger Heilig=Geiſt=Hoſpital verbracht wurde. —
Sän=
gertagungen in Bingen. Im ſangesfrohen Bingen finden
in den nächſten Monaten zwei bedeutende Sängerveranſtaltungen ſtatt,
und zwar wird am Sonntag, den 2. Oktober, hier der 1. Gau=
Lieder=
tag des Sängergaues Bingen (im Heſſiſchen Sängerbunde)
abge=
halten, während Ende Auguſt der Hefſiſche Sängerbund in
den Mauern der Stadt tagen wird. — Auf der Mainzey Straße wurde
ein hieſiger Einwohner von einem Auto angefahren und erlitt durch
* Roßdorf, 9. Juni. Schwimmanſtaltseröffnung, Laut den Sturz Verletzungen am Kopfe. Er wurde ins Krankenhaus
ver=
bracht. — Ein junger Mann von hiev kam mit ſeinem Motorrad mit
Die Benutzungszeiten ſind wie folgt feſtgeſetzt: Werktags nachmittags einem Auto in Kolliſion. Mit ſchweren Beinverletzungen wurde er dem
Heilig=Geiſt=Hoſpital zugeführt. — Die Zahl der an den Pfingſtfeier=
6—9 Uhr für Hepren mit Ausnahme von Dienstags und Freitags, an tagen ins hieſige Krankenhaus eingelieferten Verletzten beziffert ſich
auf 5.
* Schotten, 9. Juni. Der letzte Prämienmarkt, welcher ver
bunden war mit Pferdemarkt, Ziegen=, Schweine= und Krämerwarkt.
wies einen ſtarken Auftrieb und ausgezeichnetes Zuchtmaterial auf. Aus
der Prämiierung von Vogelsberger Vieh gingen folgende Züchter mit
hohen Preiſen hervor: 1. für Bullen: Albert Keil, Feldkrücken, und
Auguſt Reichold, Bobenhauſen, 2. für Rinder, Kalbinnen und Kühe:
Ehrenpreiſe Altbürgermeiſter Deubel, Rudingshain, Joh. Hch.
Hart=
mann, Rudingshain, Karl Meiſki, Schotten, und Theodor Dambmann.
Rudingshain. Die Vogelsberger Rotviehzucht, die ſich über Oberheſſen,
Kreis Wetzlar und Biedenkopf ausdehnt, macht beſonders in ihrem
Ur=
ſprungsgebiet, dem Vogelsberg, in letzter Zeit große Fortſchritte.
* Aus Oberheſſen, 8. Juni. In die tiefe Jauchegrube einer Aus
flugswirtſchaft zu Berkersheim bei Vilbel fiel ein dreijähriges Kind.
Metzgermeiſter Pulver ſprang nach und zog das Kind heraus, das erſt
nach längeren ärztlichen Bemühungen wieder ins Leben zurückkehrte. —
Die Wildſchweine haben in der Flur Schalsberg bei Oberkleen an
den beſtellten Kartoffeläckern großen Schaden angerichtet. Ganze Aecken
ſind umgewühlt. — In Lauterbach feierte der älteſte Einwohner
Heim=
rich Stöpler ſeinen 88. Geburtstag. — Fürſtin Alfred zu Yſenburg=
Büdingen, geborene Gräfin Kaſtell=Rüdenhauſen, iſt m Büdingen
im hohen Alter von 84 Jahren geſtorben. — Die Sparkaſſe
Ulrich=
ſtein hat einen günſtigen Jahresabſchluß zu verzeichnen, die
Sparein=
lagen betragen 104 000 Mark, der Reingewinn beläuft ſich auf 4860 Marr.
der Geſamtumſatz auf 2320 000 Mark. — In Ockſtadt feierte
Metz=
germeiſter Joh. Neumann ſeinen 84. Geburtstag. — Spurlos
vew=
ſchwunden iſt aus Aßlar der Weichenwärter Mink — Walzer
Hed=
rich aus Niedergirmes erlitt im Eiſenwerk Röſchling ſchwere
Brandwunden durch flüſſiges Eiſen. — In der chirurgiſchen Klinil
Gießen ſtarb ein Frankfurter Ausflügler, der in Hohenſolms dunch
ein Motorradunglück tödlich verletzt wurde. — In Gelnhaar bei
Ortenberg geriet der 12jährige Ludwig Weber im Walde unter den
be=
ladenen Holzwagen und erlitt einen ſchweren Beinbruch. — Das
Blindenheim in der Villa „Stillfried” zu Bad=Salzhauſen
wurde ſeitens der Deutſchen Blindenfürſorge eröffnet. — Eine
Ehren=
tafel für die gefallenen Turner wurde in Oſtheim von dem
Turn=
verein eingeweiht.
M. St. Goar a. Rh., 9. Juni. Das Auto iwRhein. — Die
Inſaſſen gerettet. Ein aus der Richtung Bingen kommendes,
einem Herrn Hahn aus Düſſeldorf gehörendes Perſonenauto, rannte
unterhalb Oberweſel in einer gefährlichen Kurve gegenüber dem
Loreleh=
felſen, mit großer Wucht gegen das eiſerne Schutzgeländer. Der Wagen
überſchlug ſich und ſtürzte über das Geländer hinweg in den Rhein.
Die beiden Inſaſſen, zwei Herven, konnten gerettet werden. Der Wagen
iſt ſtark beſchädigt und wurde von an der Unglücksſtätte erſchienenen
Leuten aus dem Rhein geborgen.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsgulttung belzufügen. Anonyme Anfragen werden
nſcht beantwortet. Die Beaniwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlſchkeſt.
„Rechtskonſulent‟. Der Gebührenanſatz mit 25 Mark erſcheint min
ſeitens eines, Rechtskonſulenten zu hoch. Verlangen Sie nähere
Spezi=
fikation und unterbreiten Sie eventuell die Sache dem
dienſtaufſicht=
führenden Amtsrichter ſchriftlich — Die Rechtsanwaltsgebühren
betro=
gen ab 1. April 1927 — Prozeßgebühr bis zu 500 Mk. — 5 Prozent,
von dem Mehrbetrag bis zu 1000 Mark einſchließlich 4 Prozent.
1867. 1. Sie können, wenn Sie dem Vermieter ſeinerzeit bei der
Aufforderung zur Inſtandſetzung eine Friſt geſetzt haben, innerhalb
deren der Mangel zu beheben war, die Materialauslagen und
Arbeits=
lohn in Anſatz und am Mietzinſe in Abzug bringen. — 2. Nein. Hies
handelten Sie rein im eigenen Intereſſe.
„Rettung‟. Der Härteparagraph (Ermäßigung oder Erlaß von
Reichsſteuern) der Reichsabgabenordnung findet auch auf Landesſteuerm
auf Grund des Heſſiſchen Ausführungsgeſetzes zum Landesſteuergeſetze
Anwendung. Es wird deshalb das einfachſte ſein, im Wege der
Dienſt=
aufſichtsbeſchwerde ſich zunächſt an das Landesfinanzamt in Darmſtadt
und letzten Endes an das Heſſiſche Finanzminiſterium daſelbſt zu
wen=
den, natürlich unter ausführlicher Darlegung der Verhältniſſe.
M. Bingen a. Rh., 9. Juni. Binger Schloßbeleuchtung.
Trotz des unfreundlichen Wetters hatten ſich Tauſende von Fremden,
ſowohl aus der näheren wie der weiteren Umgebung (Frankfurt a. M.,
g. Groß=Bieberau, 8. Juni. In der letzten Gemeinderatsſitzung Mainz, Wiesbaden, Kreuznach, Koblenz, ſelbſt aus dem Saargebiet),
eingefunden, um dem herrlichen Schauſpiel der Beleuchtung der „Burg
Klopp” beizuwohnen. Wenn auch die Beleuchtung ſelbſt durch den
ein=
ſetzenden leichten Regen zu leiden hatte, ſo kann ſie dennoch als
wohl=
gelungen bezeichnet werden.
M. Gaulsheim bei Bingen, 7. Juni. Ein Motorradfahrer aus
Darm=
ſtadt wollte hier einer Frau aus Ingelheim, die einen Kinderwagen
vor ſich her drückte, ausweichen, fiel aber in dieſem Augenblick und riß
die Frau mit dem Kinderwagen um. Das Kind wurde aus dem Wagen
geſchleudert. Glücklichewweiſe haben ſowohl die Frau und das Kind wie
auch der Fahrer nur leichte Verletzungen erlitten.
M. Kempten (b. Bingen), 9. Juni. Auf der Hindenburgbrücke
ge=
rieten, ſicherlich durch ausgeworfene Schlacken eines die Brücke
paſſieren=
den Zuges, die Bohlen leicht in Brand. Ein Motorradfahrer
kam beim Ausweichen vor den glimmenden Bohlen in die Schienen und
M. Kempten b. Bingen, 7. Juni. Nationaler
Geſangs=
gold” Kempten die Feier ſeines 50jährigen Beſtehens, die mit
einem Nationalen Geſangswettſtreit verbunden war. Eingeleitet wurde
das Feſt am Abend des Pfingſtſamstag mit einem Fackelzug und
darauf=
folgendem Feſtkommers. Im Mittelpunkt des Kommerſes ſtand die
Weihe des neuen Vereinsbanners, die von dem Vertretev des Heſſiſchen
Sängerbundes W. Kunze=Bingen, vorgenommen wurde.
Regie=
wünſche des heſſiſchen Staatspräſidenten und der Kreisverwaltung,
wei=
ter folgten dann noch die Glüchwünſche der einheimiſchen und
befreun=
deten Vereine. Bei geſanglichen und muſikaliſchen Darbietungen und
turneriſchen Vorführungen nahm der Abend einen ſchönen Verlauf. Am
Pfingſtſonntag war vormittags eine Gedenkfeier für die verſtorbenen
haben, dieſen Tag durch eine ſchlichte Feier, die kommenden Sonntag, und gefallenen Vereinsmitglieder. Der zweite Pfingſtfeiertag brachte
das Wettſingen, das ſich bis in die Abendſtunden hinzog. Die
Betei=
ligung war eine befriedigende. Den Siegern im Streite wurden ſchöne
Ehrenpreiſe und gaben ausgehändigt.
Oberheſſen.
* Gießen, 9. Juni. Eine Sitzung des Provinzial=
Au=
ſchufſes fand am Pfingſtſamstag unter Leitung von Provinzie
direktor Graef ſtatt. Den wichtigſten Punkt der Tagesordnung bilde
die Beſoldung der Gemeindebeamten in Nieder=Ohmen, mit der ſich au
ſchon der Kreisausſchuß des Kreiſes Alsfeld befaßt hatte. Nach lang
wierigen Verhandlungen wurden, dem Kurs des Kreiſes Alsfeld gemäf
folgende Sätze beſtimmt. Bürgermeiſter 2800 Mk., Gemeinderechne
1600 Mk., Polizeidiener und Feldſchütz je 900 Mk. — Ein Geſuch de
Johannes Geiſel, Angenrod, um Erlaubnis zum Kleinhandel m
Branntwein wurde abgelehnt, da in Angenrod bei 460 Einwohnern ſch=
4 Ausſchankſtellen vorhanden ſind. — Das Kreisamt Büdingen
ha=
dem Baſaltwerk Scherer aufgegeben, die ohne Erlaubnis errichtete Ver
laderampe bei Lißberg zu entfernen. Scherer legte dagegen Berufur
ein, die vom Provinzialausſchuß abgelehnt wurde.
* Inheiden, 8. Juni. Das große Gruppenwaſſerwer!
der Provinz Oberheſſen bei Inheiden, das die Städ
Frankfurt, Friedberg, Vilbel und 7 weitere Ortſchaften der
Wettera=
mit Waſſer verſieht, lieferte im Rechnungsjahr 1925 über 7,5 Millioner
Kubikmeter Waſſer bei einer Einnahme von 819 314 Mark. Hiervo
bezog die Stadt Frankfurt 7 445 715 Kubikmeter Waſſer zu 809 675 Marl
Die Betriebs= und Unterhaltungskoſten des Werkes belaufen ſich au
144 074 Mark. Insgeſamt ſchließt das abgeſchloſſene Rechnungsjahr u
822 296 Mark in Einnahme und Ausgabe ab. Der Voranſchlag fü
1927 beträgt in der Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe 825 50
Mark, in der Vermögensrechnung 560 500 Mark. Die Waſſerbelieferun
iſt eingeſetzt mit 7352 000 Kubikmeter mit einer Einnahme von 823 9*
Mark. Hiervon erhält die Stadt Frankfurt 7.1 Millionen Kubikmete
für 798,750 Mark. Die Stadt Friedberg erhält 120 000 Kubikmeter di
Dörfer Borsdorf, Unter=Widdersheim, Dorn=Aſſenheim. Nieder=Wöl
ſtadt, Ober=Widdersheim, Langsdorf, Ober=Wöllſtadt, Inheiden ſowi
4 Gutshöfe erhalten 252 000 Kubikmeter für 25 200 Mark. Die 8
meinde Inheiden hat das vertragliche Recht auf freien Waſſerbezug
Die Koſten für die Maſchinenanlage betrugen 275 000 Mk. und die Bau
koſten des Pumpwerkgebäudes und der Lager 21000 Mark. Die B
triebskoſten der Pumpſtation in Hungen belaufen ſich auf 2200 Ma=
Die Betriebs= und Unterhaltungskoſten der Zuleitung nach Frankfu
und der Anſchlüſſe ſind mit 33 900 Mark eingeſetzt. Die Verwaltungs
koſten ſind mit 28500 veranſchlagt.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 10. Juni. 12: Uebertr, des Glockenſpiels aus dem
Darmſtädter Schloß. o 13: Neue Schallplatten. 16.30:
Haus=
frauen=Nachmittag. Karl Stricker: Kinder untereinander” o 17.45:
Leſeſtunde: Aus dem Buch „Uleber Deutſchland”, von Frau v. Stael.
o 18.15: Zu Adolf Stolzes 85. Geburtstag”, aus ſeinen Werken
von C. Hub. o 18.45: Dr. Jahn: Der Kaufmannsgehilfe als
poſitive Arbeitskraft” O 19.15: Italieniſch. 0 19.45: Ing. Randewig:
Die Fahrt des Meteor — Ottomar Anſchütz — Zwei Brennpunkte
der Weltwirtſchaft. O 20.05: Film=Wochenſchau. O 20.15: Achtung!
Rückkoppler! 6 20.25: Mann iſt Mann”. Komödie von Bertold
Brecht. Anſchl. bis 0.30: von Kaſſel: Unterhaltungsmuſik.
Stuttgart.
19.50: Eugenie Sauter: Aus dem Reiche der Frau. 8 16.15:
Konzert. Blankenburg: Prinz Eitel Friedrich=Marſch. — Benatzky:
Liebe im Schnee. — Ganne: Kantilene, Cello=Solo. — Auber:
Ouv. Das eherne Pferd. — Urbach: Fantaſie. — Urban:
Rhapſodiſche Fant. — Translateur: Schlummerliedchen. Serenade.
— Blankenburg: Germanentreue. — Einl.: Fritz Löffler. o 18:
Landwirtſchaftsnachrichten. O 18.15: Aus Karlsruhe: Dramaturg.
Funkſtunde. 18.45: Dr. Berger: Auf Elefantenjagd am Blauen
Nil. o 19.15: Schachverein Stuttgart. o 20: Humoresken=Abend.
Mitw.: M. Heye, K. Köſtlin, Mandolinenquartett Faiß. Roſſini=
Ouv. Tancred. — Schmitz: Die Taufe. Die vorzügliche
Kaffee=
maſchine. — Sor: Menuetto. — Faiß: Gavotte. — Schmitz:
Die Bahnhofsmiſſion. Was ich an der Table dhote erlebte.
— Boieldieu: Ouv. Der Kalif von Bagdad. — Frey: Der
un=
heimliche Abend. — Diabelli: Rondo. — Faiß: Gique Allemande,
O 21.50: Funkſtille für Fernempfang.
Berlin.
Freitag, 10. Juni. 15.30: Adeie Schreiber: Frauen von heute
— in vielen Ländern. Franzöſinnen. O 16: Gartenbauinſp. Kache:
Sommerarbeiten im Blumengarten. o 16.30: Prof. Kaßner:
Bulgariſcher Humor. 6 17: Ernſt Heilborn ſanl. ſeines 60.
Geburtstages). Alfred Braun lieſt die Novelle: Geburtstag. 6 17.30:
„Franz Schubert”. Scherzo B=dur (Leni Knauth=Panaiotoff (Klav.)
Die Krähe. Des Mädchens Klage. Du biſt die Ruh (Ilſe Thiele,
Sopran). An die Leyer. Lied eines Schiffers an die Dioskuren
(Pau. Kleinwächter, Bariton), u. a. m. 0 18.45: Jaro Jaretzki=
Kunſt und Kultur im alten Berlin. o 19.10: R. Großmann: Die
Karikatur im Spiegel der Zeit. 19.35: Stadtverordneter Flatau,
Vorſ. des Ortskartells Berlin des Allg. Freien Angeſtelltenbundes:
Die Förderung der Kultur durch die Gewerkſchaften. 6 20: Prof.
Kuttner: Das geiſtige und ſeeliſche Band der weſteurop. Völker
(Sinnesänderung im Frankreich ?). 0 20.30: Sinfonie=Konzert. Dir.=
Georg Szell von der Staatsoper. Kletzki: Vorſpiel zu einer Tragödie;
— Chopin: Gr. Konzert E=moll. (Selma Honigberger, Flügel.
— Schumann: Sinf. Nr. 4, D=moll. 22.30: Walzer. Joh. Strauß:
Wiener Blut. Roſen aus dem Süden (Konzert=Orch. Kermbach).
— Joſ. Strauß: Dorfſchwalben aus Oeſterreich (Frida Weber,
Sopran). — Lehar: Gold und Silber. — Puccini: Walzer der
Muſette. — Joh. Strauß: Wiener Bonbons. Frühlingsſtimmen.
— Waldteufel: Immer oder nimmer. — Joſ. Strauß: Transaktionen.
Königswuſterhauſen. Freitag, 10. Juni. 15: Prof. Dr. Amſel,
Oberſchull. Weſtermann: Einheitskurzſchrift für Fortgeſchrittene.
0 15.40: Wetter= und Börſenbericht. O 16: Reg.=Rat Dr. v.
Schuck=
mann: Fliegen= und Mückenbekämpfung im Sommer. o 16.30: B.
K. Graef: Die Kunſt des Sprechens. 6 17: Dr. Koſſimna: Die
Alpen. o 17.30: Berghauptmann Schulz=Brieſen: Bilder aus dem
Steinkohlenbergbau. 18.30: Stud.=Rat Friebel, Lektor Mam:
Engliſch für Fortgeſchrittene. o 18.55: A. Cohn: Organiſation u.
Organiſationen des deutſchen Großhandels. 0 19.20: Wiſſenſchaftlicher
Vortrag für Aerzte.
Hauptſchriftleitung: Rudol/ Mauve
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten. Mar Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch= für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratenteil: J. V.: Adam Fleiſchmann, Druck und Verlag: C. C. Wittſch
ämſlich m Darmſtiadt.
Für unverlangte Mannſtrivte wird Garanie deu Rüchſendung n icht übernommen
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 159
Freitag, den 10. Juni 1927
Seite 9
Opotn, Spiet und Tarnen.
* Deutſche Meiſterſchaften.
Am Sonntag wird im Deutſchen Stadion in Berlin=
Grune=
ſar d das Endſpiel um die Deutſche Fußballmeiſterſchaft zwiſchen
ar Meiſter Süddeutſchlands, dem 1. F. C. Nürnberg, und
im Meiſter Berlins, des Hertha B. S. C., ausgetragen. Der
uß ere Rahmen wird durch die Anweſenheit des
Reichspräſiden=
von Hindenburg ein beſonderes Gepräge erhalten. Berlin
u. alſo ſein Sportereignis. Es hat ſeine Mannſchaft im Felde
ſeſ en und wenigſtens die Hoffnung, ſie ſiegen zu ſehen — weiter
i d es allerdings nicht langen; denn an einen Sieg von Hertha
tuubt ja ernſthaft auch kein Berliner. Aber man hat es
immer=
in geſchafft, daß man auf vertrautem Gelände und vor Berliner
ublikum für die denkbar günſtigſten Begleitmomente vorgeſorgt
u. Daß die zurzeit beſte deutſche Mannſchaft der 1. F.C.
Nürn=
ſeisy iſt, dem es innerhalb acht Tagen gelang, den Hamburger
7.B., Burnley und München 1860 zu ſchlagen, kann nur den
erz erhöhen.
Nürnberg hatte gegen Berlin als Austragungsort mit Recht
wteſt eingelegt. Es hat nichts genützt. Der Deutſche Fußball=
und iſt bei ſeinem Beſchluß geblieben. Er hat ja das formale
ſicht, ſo ſcheint es wenigſtens, auf ſeiner Seite; denn im
12 der Bundesſtatuten heißt es:
DDie Orte für die Bundesmeiſterſchaftsſpiele beſtimmt nach
Anhören des Bundesſpielausſchuſſes der Bundesvorſtand,
.dem auch die Beſtimmung der Plätze zuſteht. Es dürfen nur
=geſchloſſene Plätze gewählt werden. Die Spiele ſollen auf
meutralen Plätzen abgehalten werden.”
ivo kann der D.F.B. beſtimmen, was er will, und dabei bleibts.
nn Nürnberg wurde ernſthaft der Gedanke erwogen, überhaupt
u. die Meiſterſchaft zu verzichten und den Berlinern kampflos
eie Titel zu überlaſſen. Anders dachten die Mannen um Kalb
u Stuhlfauth, die den Berlinern zeigen wollen und werden,
ax auch die einſeitige Bevorzugung nichts nützen wird und
as ſie auch in Berlin zu ſiegen verſtehen. Ein verſtändiger
Sandpunkt!
Siegen die Nürnberger, woran wir nicht zweifeln, ſo wird
mnerhin noch ein kleines Nachſpiel folgen und man wird
ſchleu=
ia ſt an eine Aenderung des kautſchukartigen 8 112 der
Bundes=
a uten herangehen müſſen, um eine Wiederholung derartiger
isslegung unmöglich zu machen. Gewiß, Berlin iſt die
Reichs=
entrale auf vielen Gebieten. Und wenn es nach dem Wunſche
er Berliner ginge, würde auch die ganze Sportbewegung nach
ſinglichkeit dort zentraliſiert. Alle Sportzweige ſollten ernſthaft
mi. Augenmerk darauf richten, um dem rechtzeitig einen Riegel
o zuſchieben.
Was uns in Darmſtadt dieſen Fall beſonders intereſſant
er=
h=inen läßt, ſind die ohne Schwierigkeit zu ziehenden
Paral=
elen. Die D.S.B. hatte zwar ſeinerzeit das über die
Meiſter=
huft im Handball entſcheidende Spiel zwiſchen Sportverein 98
derrmſtadt und Polizeiſportverein Berlin nach Darmſtadt ver=
* — es handelte ſich ja auch nicht um das Endſpiel —, hatte
gaan aber in der Wahl des Schiedsrichters eine derart
unglück=
ae Hand gezeigt, daß das Handicap der Berliner Mannſchaft,
as darin beſtand, daß ſie diesmal auf fremdem Platz ſpielen
nu ßte, mehr wie ausgeglichen war. Im Zuſammenhang mit
Er=
griſſen früherer Jahre konnte ſo der falſche Eindruck
ent=
euen, daß darin eine Tendenz liege, und man hätte es daher
enade in den Kreiſen, denen der Volksſport beſonders am
Her=
en liegt, gern geſehen, wenn die D.S.B. aus den Vorfällen auf
em Stadion die einzig richtige Folgerung gezogen hätte und
as Spiel annulliert hätte. Statt deſſen ſtellte ſie ſich ſo, als ob
ichts geſchehen ſei, und ſanktionierte ſo dieſe den Handballſport
uBerordentlich ſchädigenden Erſcheinungen. Das Pfläſterchen,
as dann in Geſtalt der Spielſyſtemänderung folgte, iſt zu klein,
m. die Vorkommniſſe der Vergangenheit zuzudecken. Immerhin
heint wenigſtens eine Beſſerung geplant zu ſein, was im
Inter=
ſie= des Anſehens des deutſchen Sports nux begrüßt werden
mn. Es muß großer und größter Wert dareuf gelegt werden,
os gerade die Deutſchen Meiſterſchaften ganz einwandfrei
aus=
erragen werden. Nur dann wird es gelingen, das ganze
deut=
ch Volk und auch die Kreiſe, die bisher abſelts ſtehen, wirklich
ü die Sache zu erwärmen. Wir ſind überzelfgt, daß derartige
ſtürckſchläge, wie das letzte Spiel ſie zeitigen mußte, dann in
Durmſtadt wieder wettgemacht werden.
Turnen.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
Am Samstag, den 11. und Sonntag, den 12. Juni, findet in
Nieder=
a mſtadt das Bezirks= und Jugendturnen des 4. Bezirks des Main=
Ru eingaues ſtatt. Der Samstag abend vereinigt die Kampfrichter,
iegenführer und Berechner in einer Sitzung, wo nochmals die
Wett=
änpfe durchgeſprochen werden, daran anſchließend findet das
Bezirks=
urnen ſtatt. Zu dieſem Turnen treten von jedem Verein die vier
ueren Turner an um ſich gegenſeitig zu meſſen, die beſte Mannſchaft Kairos hatten abwvechſelnd geführt. In der Geraden griff Kairos den
owie der beſte Einzelkämpfer iſt „Bezirksbeſter für das Jahr 1927‟
Zueimal konnte die Mannſchaft der Taſ. Darmſtadt die Meiſterſchaft
erningen, hoffen wir, daß es ihr zum dritten Male gelingt, den Kampf
rwlgreich zu beſtehen. Am Sonntag vormittag beginnt das Jugend= rung der Sieg abgeſprochen. Den einleitenden Preis von Offenbach
ge=
un nen, hier treten Schülerinnen, Schüler und Jugendturner zum
Wett=
rupfe an. Neben den Geräteübungen (Pferd, Barren, Reck) ſind noch
ei volkstümliche Uebungen und eine Freiübung im Mehrkampf
ent=
ſuten. Die Turngeſellſchaft nimmt mit 70 Teilnehmern daran teil. Die
Mfahrt erfolgt Sonntag vormittag 733 Uhr ab Oſtbahnhof. Eltern,
ihre Kinder begleiten wollen, ſind herzlich willkommen. Am
Nach=
uſttag bietet ſich jedoch nochmals Gelegenheit, da der Verein einen
Scaziergang nach dem Feſtort vorgeſehen hat. Der Abmarſch
ſt um 1 Uhr am Turnhauſe, die Teilnehmer treffen rechtzeitig in N.=
Namſtadt ein, ſo daß noch Gelegenheit gegeben iſt, die Darbietungen der Platz aufrückte.
9 zirksvereine und Freiübungen zu ſehen, die am Nachmittaa auf dem
Fiſtplatz ſtattfinden. An die allgemeinen Freiübungen ſchließt ſich die
begerverkündigung an. Die Rückfahrt erfolgt mit dem 6 Uhr=Zuge. Euterpe. Heilige Johanna. Tot.: 38, Pl. 23, 25:10. 1½—3 Lg.
Schwimmen.
Nationale Schwimmwettkämpfe in Wiesbaden.
Die am Dienstagabend in Wiesbaden abgehaltenen
Schwimmwett=
hrnpfe erhielten durch den Start der Meiſterſchwvimmer Rademacher,
Füölich, Luber uſw. eine beſondere Note. Leider war aber der Beſuch
uar ſehr ſchwach. Infolge einer Muskelentzündung zeigte ſich Welt=
Eordmann F. Rademacher nicht in beſter Form, immerhin gewann er
aßer dennoch ſeine Wettbewerbe glatt. Die einzelnen Ergebniſſe
laute=
im (Bahnlänge 20 Meter): 80 Meter Freiſtil: 1. Frölich 48,1 Sek.;
12. Cordes 49,6 Sek.; 3. Kaſelitz 50,3 Sek.; alle Magdeburg. — 80 Meter
Sciteſchwimmen: 1. Bennecke=Magdeburg 54,8 Sek.: 2. Amann=Magde=
Urra 55,9 Sek.; 3. Baldorfer=Wiesbaden 56,2 Sek. 200 Meter Bruſt:
E. Nademacher 2:42,6 Min.: 2. Kummert 2:47 Min.; 3. Staffel des
W. 1911 Wiesbaden 2:47,2 Min. — 200 Meter Freiſtil: 1. Jogchim
Nrdemacher 2:23,6 Min.; 2. Meier=Wiesbaden 2:31,8 Min. — 120 Meter
Mücken: 1. Schumburg=Magdeburg 1:32,6 Min.; 2. Amann=Magdeburg
13344 Min.: 3. Frölich=Magdeburg 1:34,6 Min. — Große Freiſtilſtaffel
Lmal 40 Meter): 1. Hellas Magdeburg 3:55 Min.; 2. komb. Staffel
4905 Min. — Luber und Plumanns zeigten ſich in einem Schauſpringen.
Sportliche Tagesſchau.
Erich Möller gewann in Köln am Mittwoch den Großen Steher” werter iſt, als jeweils über hundert Schützen ſich an dem Schießen
be=
preis über 100 Kilometer vor Dederichs, Krewer, Linart und Bauer, teiligt haben,
Noch 40 Pferde ſind bei der letzten Einſatzzahlung für das Deutſche
Derby ſtehen geblieben.
Otto von Porath ſchlug in Minneapolis den Amerikaner
Mont=
gommery klar nach Punkten.
Rudern.
42. Mainzer Regatta am 11. und 12. Juni 1927.
Die erſten Negatten dieſes Jahres im weſtdeutſchen Ruderbezirk und Preis A. Gunſchmann.
zwuar in Mülheim, Trier, Köln und Worms haben weſentliche
Aufſchlüſſe über das Kräfteverhältnis im Aufmarſch der Nennruderver=
Negatten an den Pfingſttagen waren die Vereine mit ihren Mannſchaf= punktſcheibe, 175 Meter: 1. Preis Leo Raſt. — Standmeiſterſcheibe, 175
ten ſtark verteilt, und ſo iſt es auch in dieſem Jahre wieder der Meter: 6. Preis A. Gunſchmann; 11. Prof. Hohenner. —
Auflage=
ſegattaplatz Mainz, der faſt alle Vereine des bpeſtdeutſchen Laufender Keiler: 2. Preis Baron von Diemar; 10. Herm. Schönberger.
Nuderbezirks zum erſten Male zuſammenführt. Es ſind ſowohl
Sams=
tags, wie Sonntags außerordentlich ſpannende und intereſſante Kämpfe
zu erwarten.
Am Samstag (erſter Tag) werden die erſten Rennen, Vierer
ohne Steuermann, Rheinmeiſterſchaft, und Erſter Achter, das Haupt= ſem Jahre nach 15jähriger Pauſe erſtmalig wieder ſtattſindende 18.
intereſſe in Anſpruch nehmen. Im Vierer ohne Steuermann treffen die
alten Rivalen, Ludwigshafener Ruderverein und Mainzer Nuderverein,
zuſammen, dazu kommt Frankfurter Nuderberein. Mainz geht iit dem Deutſchen Turnfeſt vergleichbar. Sind doch jetzt ſchon zum
Bun=
ſeiner alten bekannten Rackemannſchaft hier zum erſten Male in dieſem des=Schießen aus allen Gauen Deutſchlands bereits zirka 8000 aktive
Jahre an den Start. Weun die Mannſchaft ſich in ihrer Beſetzung gut Schützen und etwa 60 000 Feſtgäſte in München angemeldet. Feſt
zu=
zuſammenfindet, darf man ihr wohl gute Ausſichten für den Sieg
zu=
ſprechen. In der Rheinmeiſterſchaft wird Wolff, Nudergeſellſchaft
Worms, ſicher an der Spitze liegen. Sein ſtärkſter Konkurrent dürfte Schützen, ſowie 2 Schützenvereine aus Neip York.
Engels, Waſſerſportverein Godesberg, ſein. Im Erſten Achter iſt ein
erbittertes Nennen zwiſchen den drei Bewerbern zu erwarten.
Frank=
furter Ruderverein und die Erſter Achtermaunſchaft des Mainzer
Nuder=
vereins lieferten ſich bereits in Worms ein Bord=an=Bord=Nennen.
Köl=
uer Club für Waſſerſport, aus den letzten Jahren mit ſeinen ſtarken
Mannſchaften bekannt, dürfte den beiden erſtgenannten nicht nachſtehen.
Im Rheinachter und den Jungmann=Nennen ſind die Mannſchaften noch
faſt alle vollkommen unbekannt. Ueber den Ausgang dieſer Rennen
etwas voraus zu ſagen, iſt unmöglich. Im Gaſt=Vierer dagegen wird
man wohl den Mannheimer Ruderverein Amicitia in Führung ſehen.
Der Sieg im Doppelzweier iſt offen. Rudergeſellſchaft Worms, der
Sieger in Worms gegen Waſſerſportverein Godesbera, den Siegern von
Köln und Trier. Sofern Worms ummeldet und ſeinen Skuller Wolff
in dieſem Rennen ſtarten läßt, was wohl anzunehmen iſt, werden beide
Mannſchaften ſich die Wagſchale halten. Im Zweiten Achter gelten
Kaſtel, Koſtheim und Wormſer Ruderverein als Anwärter.
Am Sonntag, den 12. Juni (zweiter Tag) treffen ſich
im Großherzogs=Vierer Mainzer Nuderverein, Kölner Club und
Lud=
wigshafen. Hier gilt dasſelbe wie im Vierer ohne Steuermann am
Samstag. Im Zweier ohne Steuermann hat Köln bereits einen Sieg
zu verzeichnen. Wie ſtark die Mannſchaft des Mainzer Nudervereins
für dieſes Rennen iſt, läßt ſich ſchwer beurteilen, da ſie noch zu wenig
in dieſer Bootsgattung geübt hat. Im Jungmann=Einer errang
Mar=
ſchang, Rudergeſellſchaft Worms, in Worms einen ſcheren Sieg. Herr
Petry vom Mainzer Ruderverein, der ſich in Worms ſtark verſteuerte,
muß nun erneut an ſeinen Rivalen herantreten. Das letzte Wort
zwi=
ſchen dieſen beiden Skullern dürfte noch nicht geſprochen ſein. Im
Hoch=
ſchul=Vierer iſt dem Heidelberger Ruderklub der Sieg wohl kaum zu
nehmen. Im Zweiten Vierer ohne Steuermann, Junior=Vierer und
Leichten Vierer ſind die Ausſichten für alle Beteiligten gleich. Der Erſte
Einer wird wohl eine ſichere Beute von Meiſter Flinſch, Frankfurter
Ruderverein, der zum erſten Male in dieſem Jahre am Start erſcheint.
Ueber den Ausgang im Rennen Dritter Achter kann nichts geſagt
wer=
den, da die Sieger von den Jungmann= und Junjor=Achter=Rennen laut
Ausſchreibung ausſcheiden müſſen und man ſo nicht wiſſen kann, wer
überhaupt am Start erſcheint. Den Schluß der Regatta, bildet der
Opel=Herausforderungs=Achter. Sechs Boote! Es wird einen Kampf
geben, wie wir ihn oft ſehen möchten, aber ſelten zu ſehen bekommen.
Kein Boot wird dem anderen etwas nachgeben. Ob Mainz, ob Kaſtel,
ob Köln oder Frankfurt?? Wünſchen wir unſeren Mannſchaften von
Mainz zu dieſem Rennen gute Fahrt.
Pferdeſporf.
Rennen zu Frankfurt a. M.
Trotz des diesmal ausnahmsweiſe wirklich guten Wetters waren die
Donnerstag=Rennen in Frankfurt nicht ſonderlich ſtark beſucht, wenn
auch der Totaliſator die gewohnten lebhaften Umſätze zeigte. Im
Mittelpunkt des Tages ſtanden die beiden Herrenreiten, die beide der
junge Herr Hermann Baumgärtner durch vorzügliches Reiten für ſich
entſcheiden konnte. Mit Neulichs hatte er im Dr. Nieſe=Rennen den
ganzen Weg geführt, als Trapper, von Herrn v. Moßner geſteuert,
in der Flachen mächtig aufholte und — trotz ſeiner 75 Kg. — Neulichs
faſt erreichte. Im letzten Augenblick zog Neulichs noch einmal an, und
konnte den Sieg ſichern. Schwerer war der Kampf im Buchenrode=
Jagdrennen. Hier führte erſt Credulité, dann gingen My Lord 2 und
Stattliche in Front, gefolgt von Boros. Gegenüber ſonderten ſich My
Lord 2 und Boros ab, dann aber wurde Stattliche von Herrn
Baum=
gärtner ſtark aufgebracht. Im letzten Sprung machte My Lord 2
einen eutſcheidenden Fehler, behinderte dabei noch Boros, ſo daß
Statt=
liche gewinnen konnte. Einen Zwiſchenfall gab es im Preis von
Erleu=
hof, dem Hauptrennen auf der Flachen. Storm Cloud Nuzilo und
führenden Storm Cloud an, dieſer brach aus und behinderte Kairos,
ſo daß dieſer nicht mehr ganz an ihn heran konnte. Dem Proteſt des
Stalles Opel wurde ſtattgegeben und Storm Cloud wegen
Behinde=
wann überraſchend Arber, der immer geführt hatte. Nur vier Pferde
beſtritten den Preis von Goldſtein, den Exzellenz überlegen gewann.
Im Preis vom Saalhof gab es einen ſcharfen Kampf zwiſchen Optimat,
Eifel und der während des ganzen Rennens führenden Farmerin. Nur
gauz knapp kamen die Pferde in dieſer Reihenfolge ein. Der ſtark
be=
ſetzte Preis vom Main brachte dem Stall Opel ſeinen zweiten Erfolg
mit Falkner, der gerade noch im Ziel Luſtgarten abfangen konnte,
nach=
dem anfangs nur Perfekt, Falkner und Mira 2 für den Ausgang in
Frage zu kommen ſchienen und Luſtgarten in der Geraden vom letzten
1. Preis von Offenbach. 2700 Mk. 1000 Meter. 1. Frau E.
Korn=
blums Arber (Eicke); 2 Fafnirs Bruder; 3. Fafner. Ferner: Strug,
2. Preis von Goldſtein: 200 Mk. 1450 Meter. 1. W. Weigangs
Exzellenz (Staudinger); 2. Tarzan; 3. Luſtgarten. Ferner: Optimat,
Eleonore. Tot.: 14. Pl. 10, 11:10. 34—6 La.
8. Dr. Rieſe=Fagdrennen. 3000 Mk. 3600 Meter. 1. Heinrich und
Hermann Baumgärtners Neulichs (Hr. M. Baumgärtner); 2.
Trap=
per; 3. Schloß Snob. Ferner: Toga, Petronius. Tot.: 28, Pl. 16,
21:10. 7—4 Längen.
4. Preis vom Saalhof. 200 Mk. 1400 Meter 1. Hahns Optimat
(Tauſz); 2. Eifel; 8. Farmerin. Ferner: Rari, Gio, Roſario, Metis,
Sternche Lydia, Valens. Tot.: 30, Pl. 14, 24, 29:10. K.—8.
5. Preis v Erlenhof. Ehrenpreis und 5000 Mk. 2000 Meter.
1. H. v. Opels Kairos (K. Narr); 2. Storm Cloud; 3. Jſonzo. Ferner:
Boiſſy d’Anglas, Virradat, Tite Live, Ruzilo. Tot.: B, Pl. 12, 16.
14:10. 9.—14 Lg.
6. Buchenrode=Jagdrennen. Herrenreiten. 5000 Mk. 4000 Meter.
1. H. u. H. Baumgärtners Stattliche (Herr Herm. Baumgärtner);
2. Boros; 3. My Lord 2. Ferner: Credulité, Ardente. Tot.: 79, Pl.
22, 16:10. 3—½ Lg.
7. Preis vom Main. Ehrenpreis. 2700 Mk. 1800 Meter. 1. H v.
Opels Falkner (K. Narr); 2. Luſtgarten; 3. Perfekt. Ferner: Parades,
Moulin Vert, Mardonius, Mira 2, Pandora, O’Straßburg, Teddy Bear.
Tot.: 29, Pl. 15, 33, 24. 34—K.
Schießſport.
Privilegierte Schützen=Geſellſchaft Darmſtadt.
Nach eifrigem Wintertraining haben wir in dieſem Jahre bereits
zwei größere Preisſchießen hinter uns. Daß unſere Schützen gut in
Form ſind, zeigt das nachſtehende Ergebnis, welches um ſo beachtens=
Bei dem Groß=Kaliber=Preisſchießen in Babenhauſen
er=
rangen:
Auf Feſtſcheibe 175 Meter: 1. Preis Herm. Schönberger: 2. Prof.
Hohenner; 9. Ludw. Diefenbach. — Standmeiſter, 175 Meter: 1. Preis
A. Gunſchmann; 8. Prof. Hohenner; 9. Herm. Schönberger; 10. P.
Kröh. — Feldmeiſter, 300 Meter: 3. Preis A. Gunſchmann; 4. Prof.
Hohenner. — Feldfeſtſcheibe, 300 Meter: 3. Preis A. Gunſchmann; 6.
Prof. Hohenner. — Auflagemeiſter, 175 Meter: 3. Preis A.
Gunſä=
mann; 5. Prof. Hohenner; 6. Ludw. Diefenbach; 9. Alb. Boſch: 10. Gg.
Link. — Nehbockſcheibe: 5. Preis K. Endres. — Laufender Keiler: 9.
Bei dem 70jährigen Jubiläumsſchießen in Dieburg konnten
fol=
gende Mitglieder als Sieger heimkehren: Feſtſcheibe, 175 Meter: 8. Pr.
eine nicht erbringen können. Durch das Zuſammenfallen von allein drei Prof. Hohenner: 10. Leo Raſt; 15. Gg. Link: 20. K. Endres. —
Stand=
meiſterſcheibe, 175 Meter: 1. Preis A. Gunſchmann; 14. N. Franz. —
— Tontaubenſchießen: 2. Preis Robert Hübner; 3. Baron von Diemar.
Das Einweihungsſchießen in Groß=Umſtadt, bei dem unſere Sthützen
ebenfalls antreten, ſteht noch bevor.
Dieſe kleineren Schießen ſollen eine gute Vorübung für das in die=
Deutſche Bundesſchießen in München (vom 16.—24. Juli 1927)
ſein. Das Deutſche Bundesſchießen iſt in ſeinem Ausmaße höchſtens mit
geſagt haben außerdem die Schwveizer, Tiroler und Oeſterreicher
Eingeleitet wird das Feſt durch einen impoſanten S hützen= und
Trachtenzug, zu dem etwa 280 Vereine feſt gemeldet haben. Die große
Thereſienwieſe in München wird zurzeit zu einer Holzſtadt ausgebaut
mit einem Koſtenaufvand von über 1 Million Mark. Aufgebaut werden
iusgeſamt 189 Scheiben, ſo daß zu hoffen iſt, daß ſich das Wettſchießen
reibungslos abwickelt. Bis jetzt ſind ſchon viele Preiſe im Wert von
über 100 000 Mark geſtiftet. Alles in allem wird die Feſtſtadt München
ein Schützentreffen erleben, wie es in gleichem Maße ſelbſt vor dem
Krieg ſelten war. An dieſem cc
ſchem Bundesfeſt wird auch die
Privilegierte Schützengeſellſchaft D
„dt mit ihrer
Großkaliberkampf=
mannſchaft teilnehmen, da ſie als
Schüitzenverein Darmſtadts dem
Deutſchen Schützenbund angehört.
iſen wir, daß demnächſt als Erfolg
des eifrigen Trainings unſerer Schützen der Name Privilegierte
Schützen=Geſellſchaft Darmſtadt recht häufig auf der Münchner
Sieger=
liſte wviederkehrt.
Unſere Saalſchießabende (Kleinkaliber auf 15 Meter) finden nach
wie vor jeden Montag abend ab 8 Uhr im Konkordiaſaal, Waldſtr. 33,
ſtatt. Gäſte ſind willkommen!
Schießergebniffe beim 70 jährigen
Jubiläums=
preisſchießen der Schützengeſellſchaft 1852
Dieburg e. V.
1. Feſtſcheibe Dieburg (12 Zentimeter roter Karton, 175 Meter). Die
Preiſe beſtehen in Ehrengaben. (Die Zahl vor dem Namen bedeutet den
Preis, die Zahl hinter dem Namen den Teiler.) 1. Schaezler, Groß=
Umſtadt 925; 2. Claus, Mannheim 1141: 3. Neh. Dieburg 1449; 4.
Kraus, Frankfurt 1566; 5. Baur, Babenhauſen 1641; 6. Sauer,
Offen=
bach a. M. 1856; 7. Winkel, Dreieichenhain 1864; 8. Dr. Hohenner,
Darmſtadt 1909; 9. Kießner, Aſchaffenburg 1917: 10. Naſt. Darmſtadt
2166; 11. Ofenſtein, Aſchaffenburg 2690; 12. Grimm, Bieber 2802; 13.
Büchner, Habitzheim 2880; 14. Hags, Dieburg 2304; 15. Link, Darmſtadt
2907; 16. Palmy, Gundernhauſen 2912; 17. Geisler, Dieburg 2940; 18.
Emmerich, Groß=Umſtadt 2945; 19. Neubold, Michelſtadt 2974; 20.
End=
res, Darmſtadt 3063: 21. Nagel, Sprendlingen 3084: 22. Schuſter,
Häuſerhof 3233; 23. Frieß, Groß=Umſtadt 3263; 24. Müller, Chriſtian,
Sprendlingen 3292; 25. Dr. Gohl, Wiesbaden 3308; 26. Ullmann,
Baben=
hauſen 3353; 27. Löffler, Frankfurt 3360; 28. Schepp, Babenhauſen
3365; 29. Friedlein Michelſtadt 3601; 30. Schroth, Babenhauſen 3707.
2. Feſtſcheibe Mittelrhein (20 Ringſcheibe, 175 Meter, 2 Schuß)
1. Enders, Dieburg, 19 Ringe, Stechſchuß 17 Ringe, eine Ehrengabe des
Mittelrheiniſchen Schützenbundes: 2. Schmucker, Ober=Moſſau, 19 Ringe,
Stechſchuß 16 Ringe. Barpreis 25 RM.
3. Feſtſcheibe Obenwalb (20 Ringſcheibe, 175 Meter, 2 Schuß): Den
Ehrenbecher der Odenwälder Schützenvereinigung: A. Enders, Diebura,
mit 19 Ningen Stechſchuß 17 Ringe.
4. Stand=Punktſcheibe (175 Meter). a) Feſtmünzen und
Punktprä=
mien, insgeſamt 46 Feſtmünzen und 7 Punktprämien zu je 5 RM. —
35 RM. in bar. (Die mit * bezeichneten Namen erhielten außer den
Feſtmünzen auch Punktprämien.) Claus, Mannheim; Ullmann.
Baben=
hauſen; Cahn, Mannheim; Krücken, Mannheim; Geisler. Dieburg:
Haas, Dieburg; Schepp, Babenhauſen; Kirſchſtein, Dieburg; * Enders,
Dieburg; Grimm, Bieber; Thomann, Offenbach: Chriſt, Dieburg;
Palmy, Gundernhauſen; Kraft, Babenhauſen; Krapp, Babenhauſen;
Reh. Dieburg; May, Groß=Umſtadt: Emmerich, Groß=Umſtadt; Hunkel,
Sprendlingen; Schade, Sprendlingen; Müller, Chriſtian, Sprendlingen;
Dr. Gohl, Wiesbaden; Barreis, Auerbach; * Kießner, Aſchaffenburg;
Gunſchmann, Darmſtadt; Dr. Hohenner, Darmſtadt; * Ofenſtein,
Aſchaf=
fenburg; Orth, Sprendlingen; „Bratengeier, Sprendlingen: „Nagel,
Sprendlingen; Raſt, Darmſtadt; Schaezler, Groß=Umſtadt; Winkel.
Drei=
eichenhain; Adelberger, Dieburg; * Schroth, Babenhauſen; Löffler,
Frankfurt; Kraus, Frankfurt; Bauer, Michelſtadt; * Friedlein,
Michel=
ſtadt; Schinucker, Ober=Moſſau; Löw, Babenhauſen; Schuſter, Häuſerhof.
(Die Münzen und Punktprämien wurden den Schützen während des
Schießens ausgehändigt.) — b) Blättchen=Prämien. (Barpreiſe
zuſam=
men 120 RM.) (Die Zahl vor dem Namen bedeutet den Preis, die
Zahl hinter dem Namen den Teiler.) 1. Naſt, Darmſtadt 225; 2. Schade,
Sprendlingen 443; 3. Haas, Dieburg 483; 4. Schroth, Babenhauſen 498:
5. Kraus, Frankfurt 531; 6. Claus, Mannheim 670.
5. Stand=Meiſterſcheibe (175 Meter). Barpreiſe zuſammen 300 RM.
(Die Zahl vor dem Namen iſt der Preis, nach dem Namen die
geſchoſſe=
nen Ringe.) 1. Bratengeier, Sprendlingen 56; 2. Grimm, Bieber 55;
3. Kraus, Frankfurt 54; 4. Schroth. Babenhauſen 54: 5. Thomann,
Offenbach 54; 0. Gunſchmann. Darmſtadt 53: 7. Schade, Sprendlingen
52; 8. Müller, Chriſtian 7., Sprendlingen 52; 9. Friedlein, Michelſtadt
52: 10. Ofenſtein, Aſchaffenburg 51; 11. Dr. Hohenner, Darmſtadt 51;
12. Kießner, Aſchaffenburg 51: 13. Dr. Gohl, Wiesbaden 51; 14.
Neu=
bold, Michelſtadt 50; 15. Haas. Dieburg 50; 16. Bauer, Michelſtadt 50.
6. Auflage=Scheibe (175 Meter). Barpreiſe zuſammen 450 RM.:
1. Gunſchmann, Darmſtadt 58; 2. Lämmermaun, Dieburg 58; 3. Löu,
Babenhauſen 58: 4. Müller, Chriſtoph, Sprendlingen 57: 5. Grimm,
Bieber 57; 6. Büchner, Habitzheim 56; 7. Krapp, Babenhauſen 56;
8. Ofenſtein, Aſchaffenburg 55; 9. Orth, Sprendlingen 55: 10. Pfau,
Auerbach 54; 11. Frieß, Groß=Umſtadt 54: 12. Chriſt, Dieburg 54;
13. Neubold, Michelſtadt 54; 14. Franz, Darmſtadt 54: 15. Bauer,
Michelſtadt 53; 16. Enders, Dieburg 58; 17. Thomann, Offenbach 53;
18. Schroth, Babenhauſen 53; 19. Schepp. Babenhauſen 53: 20. Kraus,
Frankfurt 53; 21. Schmucker, OberMoſſau 53; 22. Kraft,
Baben=
hauſen 53.
7. Jagbſcheibe (60 Meter). Barpreiſe zuſammen 250 RM. 1. Roſſi,
Frankfurt 29; 2. Freiherr von Diemar, Darmſtadt 29; 3. Dr. Gohl,
Wiesbaden 29; 4. Müller, Chriſtoph, Sprendlingen 28; 5. Schuſter,
Häuſerhof 2; 6. Friedlein, Michelſtadt 27; 7. Ofenſtein, Aſchaffenburg
26; 8. Schmucker, Ober=Moſſau 25; 9. Löw, Babenhauſen 24: 10.
Schön=
berger, Darmſtadt 23.
8. Wurſtauben=Preisſchießen. (Die Preiſe beſtehen in Ehrengaben.)
a) Hauptſchießen mit je 20 Tauben. 1. Willems, Nieder=Klingen 18
Tauben; 2. Hübner, Darmſtadt 18; 3. Freiherr von Diemar, Darmſtadt
17: 4. Roſſi, Frankfurt 16; 5. Kleinen, Gundernhauſen 16. — b)
Ein=
lageſchießen mit je 10 Tauben. 1. Hühner, Darmſtadt 10 Tauben;
2. Roſſi, Frankfurt 9; 3. Willems, Nieder=Klingen 9 Tauben.
Dieser kochfertige Pudding
ist etwas ganz Feines zu 2E
Geb. kinderl. Witwe,
Mitte 40, evang mit
ſchönem eign. Heim
u. etwas Vermögen,
wünſcht Herrn in ſich.
Poſ.
zwecks Heirat
kennen zu lernen
Angeb. unt K 7 an
die Geſchſt. (15465
Fußball-Handball-
Faustball-Ausrüstung,
Bekleidung
(4492 a
Sporthaus Hdelmann, Darmstadt
Nummer 159
Freitag, den 10 Juni 1927
Onft. 2
Reich und Ausland.
Autounglück.
Wiesbaden. In Eltville überſchlug ſich ein
Wiesbadener Auto durch allzuſcharfes Anziehen der
Bremſe und geriet ſo auf den Wagen eines
Alt=
händlers. Die Inſaſſen des Autos, zwei Herren und
eine Dame aus Wiesbaden, trugen erhebliche
Ver=
letzungen davon. Die Fahrzeuge wurden beide ſchwer
beſchädigt. — Ein ſofortiger Tod ereilte einem
Ar=
beiter aus Biebrich, der von dem Anhänger eines
Laſtautos herabfiel und dabei unter die Räder des
Wagens geriet. Die Räder fuhren ihm über den
Kopf und zerdrückten die Schädeldecke.
Schwerer Einbruch in ein Goldwarengeſchäft.
Wetzlar. Ein ſchwerer Einbruchsdiebſtahl wurde
in der vergangenen Nacht in das Goldwarengeſchäft
von J. Leiſter verübt. Zwei Einbrecher, angeblich
aus Eſſen a. d. Ruhr, brachen durch die Mauer in
den Laden ein und entwendeten Wertſachen im
Be=
trage von mehreren tauſend Mark. Die ſofort
auf=
genommene Verfolgung hatte das Ergebnis, daß das
Polizeiauto auf der Straße Gießen—Wetzlar in der
Nähe der Blockſtation Dorlar eines der Einbrecher
habhaft wurde. Der andere Komplize entkam und
konnte trotz ausgedehnter Streifen nicht ergriffen
werden. Wie von der Polizei mitgeteilt wird, trägt
der entkommene Verbrecher den Spitznamen „
Darm=
ſtädter Schorſch”. Er iſt 25 bis 30 Jahre alt,
be=
kleidet mit braunem Mancheſteranzug, hat ſchwarzes
und leicht gekräuſeltes Haar. Man vermutet bei ihm
den größten Teil der Beute. Verdächtige
Wahr=
nehmungen bittet die Polizeiverwaltung Wetzlar ihr
umgehend mitzuteilen.
Rhön=Segelflug=Wettbewerb. 1927.
Fulda. Das Programm für den diesjährigen
Whön=Segelflug=Wettbewerb ſteht jetzt endgültig feſt.
Mennungsſchluß für den Wettbewerb iſt am 30. Juni,
für die techniſche Prüfung neuartiger Flugzeuge und
Modelle am 1 .Juli. Nachnennungen werden bis zum
12. Juli angenommen. In der Zeit vom 20. Juli
bis 8. Auguſt findet auf der Waſſerkuppe die
Ab=
nahme von Probeflügen ſtatt. Beginn des eigentlichen
Wettbewerbs am 31. Juli. In der Zeit vom 31. Juli
bis 8. Auguſt finden die Zulaſſungsprüfungen auf der
Waſſerkuppe ſtatt. Die techniſche Prüfung beginnt
am 1. Auguſt. Schluß des Wettbewerbs am
14. Auguſt, der techniſchen Prüfung am 15. Auguſt.
An dieſem Tage werden auch die Entſcheidungen des
Preisgerichts bekanntgegeben werden.
Das Schwetzinger Spargelfeſt.
Schwetzingen. Der Spargelfeſtzug, der auch
bei dem am Samstag und Sonntag hier
ſtattfinden=
den Spargelfeſt den Mittelpunkt bilden wird, iſt in
dieſem Jahre ganz weſentlich erweitert. Er gliedert
ſich in 3 Teile: 1. „Aus Schwetzingens Vergangenheit”,
(Einzug des Kurfürſten Karl Theodor, Jagdſzenen,
Moſenmontag, kurfürſtliche Leibjäger, große
Reiter=
kavalkaden), 2. „Schwetzingen, die Spargelſtadt‟ (
Dar=
ſtellung des Spargelbaus, der Spargelernte,
Spargel=
markt, Spargeleſſen, Schwetzinger Rieſenſpargel) und
3. „Schwetzinger Humor”. Hier wird als alter
kur=
pfälziſcher Volksbrauch eine Jagd auf die ſagenhafte
„Elbetritſche” dargeſtellt werden. Nach dem Feſtzug
trifft ſich Jung und Alt auf dem Feſtplatz in der
„Wildnis”. Hier ſind Bier= und Weinzelte, ein
Ver=
gnügungspark und ein Spargelglückshafen. Als
Feſt=
ſchrift mit ausführlichem Programm und
reichhal=
tigem Textteil iſt die Schwetzinger Spargelzeitung
er=
ſchienen, die angeſehene Mitarbeiter aufweiſt.
Tagung des Reichsverbandes der Deutſchen
Poſt= und Telegraphenbeamten in München.
München. Der Reichsverband der Deutſchen
Poſt= und Telegraphenbeamten beſchloß in ſeiner
Sitzung mit wenigen Stimmen, dem
Vertragsent=
wurf, der den Zuſammenſchluß mit dem
Reichsver=
band hervorhebt, zuzuſtimmen. Durch den
Zuſam=
menſchluß ſoll an dem organiſatoriſchen Aufbau der
bisherigen Deutſchen Poſtgewerkſchaften hinſichtlich
der Landesverbände Bahern und Württemberg keine
Aenderung eintreten. Die beiden Landesverbände
be=
halten die Verwaltung ihrer Sondervermögen und
ihrer Einrichtungen bei.
Schwerer Unfall.
Oggersheim. Am Mittwoch mittag nach
I Uhr wurde am alten Friedhofweg vor dem
An=
weſen des Zigarrenhauſes Kempf der 9 Jahre alte
Sohn der Familie Gundel von einem Lieferwagen
aus Ludwigshafen angefahren und gegen den
Rand=
ſtein des Bürgerſteigs geſchleudert. Der Junge trug
eine ſchwere Verletzung an der Stirn davon und
wurde in bewußtloſem Zuſtand in ſeine Wohnung
verbracht.
Chamberlin fliegt über München nach Wien.
Als erſte Etappe für den vom Chamberlin und
Levine geplanten Rundflug durch Guropa iſt
Mün=
chen auserſehen worden. Nach den bisher getroffenen
Dispoſitionen werden die beiden amerikaniſchen
Flie=
ger von Berlin am Sonntag früh nach München
fliegen und von da nach Wien. Nach dreitägigem
Aufenthalt in Wien wird die Rückkehr nach Berlin
erfolgen, wo am Donnerstag, den 16. Juni, die
Frauen der beiden Ozeanflieger eintreffen ſollen. Die
Deutſche Lufthanſa hat für Freitag, den 17. Juni,
eine Feſtvorſtellung im Staatlichen Schauſpielhaus zu
Ehren der Ozeanflieger angeſetzt.
Der Dank Chamberlins und Levines.
Berlin. Die Herren Chamberlin und Levine
wünſchen, auf dieſem Wege ihre aufrichtige
Erkennt=
lichkeit für die zahlreichen freundlichen Telegramme
und ſonſtigen Gaben, welche ſie bei ihrer Ankunft in
Deutſchland erhalten haben, zum Ausdruck zu
brin=
gen. Sie bedauern, daß es ihnen unmöglich iſt, für
die Hunderte von Briefen, die Blumen und anderen
Gaben, die ihnen zugegangen ſind, ihren Dank
ein=
zeln abzuſtatten und ſie bedienen ſich daher dieſes
Weges, um ihrer von Herzen kommenden Dankbarkeit
Ausdruck zu geben.
Unglaublicher Leichtſinn eines Autofahrers.
Der Dentiſt Meißner aus Schönau in Schleſien
unternahm mit der Gattin eines Breslauer
Inge=
nieurs eine Vergnügungsfahrt. Der Dentiſt, der
zwar fahren konnte, aber nicht im Beſitze eines
Führerſcheins war, wollte ſich eine Zigarette
an=
zünden und ließ dabei das Steuerrad aus den
Händen. Das Auto ſtieß gegen einen Stein,
über=
ſchlug ſich mehrere Male und begrub die beiden
In=
faſſen unter ſich. Sie wurden mit ſchweren
Schädel=
brüchen von Paſſanten aufgefunden und ſind in der
Nacht ihren Verletzungen erlegen.
50 Jahre Raiffeifen.
Jubiläum der deutichen Raiffeiſen=Organiſation.
In dieſen Tagen begeht die deutſche Raiffeiſen=Organiſation die Feier ihres fünfzigjährigen
Be=
ſtehens. Der Begründer der unter dem Namen „Raiffeiſen” in der ganzen Welt bekannten
länd=
lichen Genoſſenſchaften, die ſich am 26. Juni 1877 in Neuwied zu einem Generalverband
zuſam=
mengeſchloſſen haben, iſt der 1818 geborene Friedrich Wilhelm Raiffeiſen. Er war der erſte in
Deutſchland, der auf bäuerlicher Selbſthilfe beruhende Wirtſchafts= und Hilfsvereine ins Leben
gerufen hat. — Unſer Bild zeigt das von F. W. Raiffeiſen ſelbſt erbaute Raiffeiſenhaus in
Heddesdorf bei Neuwied, das Mutterhaus der Raiffeiſen=Organiſation. Links im Oval: Porträt
von Friedrich Wilhelm Raiffeiſen.
Der Empfang bei Hindenburg.
Die beiden Flieger verlaſſen in Begleitung des amerikaniſchen Botſchafters das
Reichspräſi=
dentenpalais, wo ſie von Hindenburg empfangen wurden.
Der Ozeanflieger=Empfang in Berlin.
Chamberlin (1) wird unter toſendem Beifall der Menge bekränzt,
während Levine (2) Autogramme ſchreibt.
Der Prozeß gegen den Fürſorgezögling Hintze.
Im Neuköllner Amtsgericht begann Donnerstag
vor der zuſtändigen Jugendabteilung der Prozeß
gegen den 16 Jahre alten Fürſorgezögling Willi
Hintze, der bekanntlich viele Perſonen, in erſter Linie
Berliner Aerzte, durch einen mit großer Dreiſtigkeit
durchgeführten Trick geſchädigt hat. Er rief die Aerzte
telephoniſch zu angeblichen Unfällen und verſtand es
dann, in ihrer Abweſenheit durch weitere
Tele=
phonate und auf andere Weiſe Garderobe und ſonſtige
Wertgegenſtände an ſich zu bringen.
Tod in den Bergen.
München. Die Bergwacht teilt mit: Die ſeit
11. Januar im Rotwandgebirge bei Schlierſee
ver=
mißten Skifahrer Joſeph Brätzel und Max Reisner,
beide von München, ſind Samstag, den 4. Juni,
vor=
mittags 7,30 Uhr von Touriſten auf der Rotwand
tot aufgefunden worden. — Pfingſtmontag iſt das
Mitglied des Sportklubs „Arminia”, Willy Meier
aus München, Sandſtraße 14, von der Brecherſpitze
(Nordweſtwand) abgeſtürzt. Die Leiche konnte
ge=
borgen werden.
Die Spritſchiebungen des Ruben=Konzerns.
*Berlin. In Abweſenheit des Hauptangeklag, /
ten, des flüchtigen Apothekers Paul Ruben, beganm
am Mittwoch vor dem Erweiterten Schöffengerich.
Wedding der neue große Spritſchieberprozeß, der ſify
mit den umfangreichen Monopolhehlereien deu
Ruben=Konzerns befaßt. Der Apotheker Paul Ruboi
war einer der größten Monopolfchieber. Durch B.
ſtechung von Beamten hat er über 600 000 Litw=
Sprit zu ermäßigten Preiſen von durchſchnittlf.
40 Pfg. das Liter für ſeine zahlreichen
Scheinbetries=
zur Herſtellung von Riech= und Schönheitsmitteln
ae=
halten. Der von der Monopolverwaltung zur tes
niſchen Verarbeitung gelieferte Sprit wurde jednut
zum größten Teil nicht vergällt, ſondern als Trin! verſchoben. Auch beim Ruben=Konzep
war der Hauptabnehmer der Spritweber=Konzern
Ruben bekam dank ſeiner guten Beziehungen ae
erſter Wind von dem Zugreifen der Behörden uud
konnte ſich mit ſeinen Millionen rechtzeitig ins Ar.;
land retten. Angeblich ſoll er ſich in London anf
halten. Die Anklage richtet ſich jetzt in der Haun.
ſache gegen ſeinen Geſchäftsführer, den Divlon
ingenieur Dr. Salomony, ferner ſind mitangeklagt
drei Brüder Weber, Generaldirektor Hermann
Webk=
der ſogenannte Spritweber, und ſeine Brüder Hexr
rich und Adolf Weber, der Geſchäftsführer des Webk=
Konzerns, Dr. Cantrub, ein Apotheker Heinrich um.
mehrere Zollbeamte. Außerdem ſind noch eine Reu
von weiteren Perſonen, die ebenfalls Sprit in klei.
Mengen vom Ruben=Konzern bezogen haben, urn=
Anklage geſtellt worden. Die Monopolverwaltun
hat ſich dem Strafverfahren als Nebenklägerin
geſchloſſen.
Eine wertvolle Plaſtik geſtohlen.
Berlin. Aus den Ausſtellungsräumen des Ai
ſchaftlichen Verbandes bildender Künſtler im nesu
Berlin=Schöneberger Rathauſe hat ein noch unbeka-u
ter Beſucher eine Bronzefigur entwendet, die von 2.
Berliner Bildhauer Willi Schlender ſtammt. Die een
einen halben Meter hohe Plaſtik ſtellt einen Knge
dar, der in den über den Kopf erhobenen Händen= /
große Traube hält.
Regelmäßige Amerika—Europa=Flüge bimmn
Jahresfrift?
Berlin. Charles Levine erklärte, daß er
ernſte Abſicht habe, eine Luftfahrtlinie zwißſi
Amerika und dem europäiſchen Kontinent zu grüme
Außer ſeinen eigenen großen Geldmitteln
glaub=
noch andere Geldgeber für dieſen Plan intereſſtin
zu können und hofft, mit den erſten regelmäßz
Flügen im nächſten Jahr beginnen zu können.
Tagung des Katholiſchen Lehrerverbande.
Berlin. Der Katholiſche Lehrevverband
Deutſchen Reiches, der ſich aus allen Lehrergru.p
der Volks=, Mittel=, Berufs= und Sonderſchulen ſ
aus den aus dem Lehrerſtand hervorgegangenen
gern der Schulaufſicht zuſammenſetzt, hält zurze
Berlin ſeine 22. Hauptverſammlung ab.
Doppelmord.
Köthen. Donnerstag vormittag gegen 10 N
wurden der Rittergutsbeſitzer Klopp und ſein Sl
als ſie mit ihrem Kutſchwagen ausfahren wo.
von einem Unbekannten erſchoſſen. Der Täter
kam. Anſcheinend handelt es ſich um einen Rachka
Geldveruntreuungen bei einem Wohlfahrtsſ
Berlin. Der Wohlfahrtskommiſſionsvorf:
Friedrich Kirſchnick hat ſeit Anfang des Jahres
Unterſtützungsgelder in Höhe von 3311 Mark or
treut. Als er überführt wurde, erlitt er einen
ſuchtsanfall und mußte in eine Anſtalt gebracht 1
den. Es wird jedoch angenommen, daß Kirſchnicly
den wilden Mann ſpielt. Die Feſtſtellungen erg.!h
daß die Unterſchlagungen bis zu Anfang des Jc
1926 zurückreichen und daß Kirſchnick es bei den W
mal jährlich ſtattfindenden Reviſionen verſtand, 7
mal die Kaſſe aufzufüllen. Es wurde weiter fſt
ſtellt, daß Kirſchnick den Unterſtützungsempfänger!
einen Teil ihrer Unterſtützungen in barem Gelde
zahlte und ſie gezwungen hat, für den Reſt Be
aus ſeinem Geſchäft zu beziehen. Kirſchnick if
notoriſcher Schwindler geweſen.
Warenverſchiebungen von Memel nach Re)
Rebal. Der große Warenſchwindel, den
Vorſteher des litauiſchen Stadtbahnhofes in M
Rudas, mit einer Anzahl Helfershelfer begangen
ſpielt, wie ſich aus Preſſeberichten ergibt, auch
Neval hinüber. Auf dem Revaler Zollamt lagen
über 100 000 Dollar Waren unter Nachnahm.
Rudas nach dort an erfundene Firmen verſchobe,
wobei er ſich die Nachnahmen allerdings vergeb!0
Reval zu erſchwindeln verſuchte. Die Deutſche 9e
bahn verlangt jetzt von der litauiſchen Eiſenbaln
waltung, die den Abſendern der Waren auf 2n
fung von Rudas hin gezahlten Nachnahmebeträ/
Betrage von etwa 40 Millionen Mark, was
litauiſche Bahn vorläufig verweigert, da die 9
nahme unzuläſſigerweiſe den Wert der Warei
das 10 bis 20fache überſteigt. Der Leiter des !
iſchen Eiſenbahnweſens hat ſich,zur Klärung der
gelegenheit nach Reval begeben.
Fakire ganz Indiens — vereinigt euch!
* London. Die Konkurrenz, jenes böſe,
ſchenfreſſende Ungeheuer, hat nunmehr auch
zum Opfer erkoren, von denen man bisher mit
Recht annehmen konnte, daß ſie außerhalb der
bungen des gemeinen Lebens ſtünden. Die in
Fakire, jene Zauberkünſtler, die im Beſitz uraltn”
heimniſſe den erſtaunten Fremden Kunſtſtücke
machen, die im Buch der Natur nicht verzi
ſtehen, haben ſich zu einem Verband zuſamn‟
ſchloſſen. Dieſer Verband bezweckt — die Verfol
aller jener Zauberkünſtler auf der ganzen Er)”
ſich Fakire nennen, ohne es wirklich zu ſein.
echten indiſchen Originalfakire haben nämlich ſ.
letzten Zeit trübe Erfahrungen gemacht; oft
ihnen paſſiert, daß Fremde, denen ſie ihre Kunſ”
vorführten, in Lachen ausbrachen und erklärten”
artig harmloſe Sächelchen würden in der kle‟
Provinzſtadt ihres Vaterlandes als veraltet bi
werden. Die Fakire, die echten wohlverſtanden, f”
ſich durch die Konkurrenz, die ihre uralten Trick!.
modernſter europäiſcher Geriſſenheit überholt he
ihrer Exiſtenz geſchädigt und wollen jeden vo
Richter bringen, der ſich Fakir nennt und fakirm
Arbeit leiſtet, ohne es wirklich zu ſein. Die en”
iſchen Richter werden alſo in nächſter Zeit vie
Gelegenheit haben, allerhand Zauberkünſtler e
unlautern Wettbewerbs zu verurteilen.
Nummer 159
Freitag, den 10. Juni
Der Kursſiand der Aktien Ende Mai 1927.
In dem neueſten Wirtſchaftsbericht der Commerz= und Privatbank
wird die übliche Aufſtellung über den Kursſtand der an der Berliner
Börſe amtlich notierten Aktienwerte Ende Mai im Vergleich zum
Vor=
monat veröffentlicht. Danach notierten:
Zahl der
Ende Mai Ende April
notierten Aktienwerte
1997 1927
Goldparität
Ende Mai Ende April
in % der Geſamtzahl
7.9
114
14,4
35,3
2,4
6,3
4,3
6,4
8,4
12,6
B8
B9
117
79
IN
f
Die vorſtehende Tabelle läßt deutlich den im Monat Mai an der
Börſe eingetretenen Umſchwung erkennen. Während am Ende des
Vor=
monats noch 72,6 Prozent aller amtlich notierten Aktienwerte auf und
über Parität, und nur 27,4 Prozent unter Pari notierten, befinden ſich
Ende Mai nur noch 66,3 Prozent aller Werte auf und über Pari,
wäh=
rend 33,7 Prozent unter der Parität ſtehen. Beſonders augenfällig iſt
die ſtarke Verſchiebung in den oberen Kursklaſſen. Die Zahl der
Aktien=
werte, die mit über 20, bzw. 250 Prozent eingeſchätzt wurden, hat ſich
nahezu halbiert. Von dem Kursrückgang ſind faſt alle Marktgebiete
mehr oder weniger ſtark betroffen worden, in ganz beſonderem Maße
einzelne Terminwerte, die durchſchnittlich 20 bis 30 Prozent ihres
Höchſt=
kurſes verloren haben. Auch die Zahl der Werte, bei denen eine
Notie=
rung nicht zuſtande kam, hat ſich beträchtlich vermehrt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Gründungen und Auflöſungen im Mai. Die Geſamtzahl der
Grin=
bungen iſt gegenüber dem April von 1711 auf 1786 geſtiegen. Die
Zu=
mahme entfällt ausſchließlich auf Einzelfirmen und
Kommanditgeſell=
ſchaften, während bei den anderen Unternehmungsformen ein allerdings
unerheblicher Rückgang eingetreten iſt. Die Zahl der Auflöſungen zeigt
im Mai eine Steigerung von 3406 auf 3872. Die Zunahme verteilt ſich
gleichmäßig auf alle Unternehmungsformen; auf die Einzelfirmen jedoch
kommt ein beſonders hoher Anteil. Für die Einzelfirmen, offenen
Han=
delsgeſellſchaften und Kommanditgeſellſchaften zuſammen ergibt ſich
ſo=
mit noch immer ein ganz bedeutender Auflöſungsüberſchuß. Die
Kapi=
talſumme der neu gegründeten Aktiengeſellſchaften beträgt 9,5 Millionen
Neichsmark bei unveränderter Zahl der Unternehmungen gegenüber dem
Vormonat mit 6 Mill. RM. Der Umfang der einzelnen
Neugründun=
gen iſt jedoch nicht größer als im April, da allein 5 Mill. RM. auf ein
Unternehmen entfallen, während bei allen anderen Geſellſchaften das
Gründungskapital unter 1 Mill. RM. liegt.
Die Rhein=Main=Donau A.=G. im Geſchäftsjahr 1926. Die Rhein=
Main=Donau A.=G. legt nunmehr den Bericht des Vorſtandes über das
5. Geſchäftsjahr 1926 vor. Die Geſellſchaft hat auch im Geſchäftsjahr
1926 ihre Aufgaben programmäßig fortgeführt. Wie bereits im Bericht
über das 4. Geſchäftsjahr ausgeführt, ſind die erforderlichen Mittel
durch eine Auslandsanleihe von 6 Millionen Dollar — 25,2 Mill. RM.
unter Bürgſchaft von Reich und Bahern beſchafft worden, wozu noch
von Reich und Bayern weitere Darlehen im Betrag von rund R Mill.
RM., zahlbar in 3 Jahresraten zu 9 Mill. RM., zugeſichert wurden.
Hierdurch iſt die Fertigſtellung der in Bau befindlichen Anlagen und
die Inangriffnahme des Baues von 3 weiteren Stauſtufen am Main
gewährleiſtet. Von der Aufſtellung einer Gewinn= und Verluſtrechnung
wurde in den Vorjahren abgeſehen, weil auch im Baujahr 1926 die
Ueberſchüſſe aus den Kraftwerken und die Aktivzinſen naturgemäß hinter
den Aufwendungen für den Finanzdienſt zurückgeblieben ſind, der
Unter=
ſchied aber einen Teil der Baukoſten bildet und daher dem Werte der
Bauanlagen zuzuſchlagen war.
In den Aufſichtsrat der Heag wurden geſtern in der
Generalver=
ſammlung 15 Mitglieder gewählt. Neu gewählt wurden, teils als
Erſatz für ausſcheidende Mitglieder: Für die Süddeutſche Eiſenbahn=
A. G. Direktor Kern und Miniſter Becker, für die Stadt die Stadtvr.
Weſp, Leuſchner und Schneider.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Mainz: Kfm. Leopold Lorch. — Af. 20. 6. GlV. u. Prft. B. 6.
Höchſt, Odenwald: Georg Ludwig Eckhardt. — Schlußtedmin 22. 6. —
Homberg, Oberheſſen: Steinbruchbeſitzer Johannes Becker. — Af.
13. 7. Wt. u. GlV. 23. 6., Prft. 21. 7.
Deutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft A.G. zu Frankfurt a. M. In dem
Geſchäftsjahr 1926 wurden einſchließlich 30 697 NM. Vortrag
Rohein=
nahmen von 852 043 (765 455) RM. erzielt. Für Obligationszinſen
mußten 34 870 (23 671) RM., und für Unkoſten und Steuern 142337
(154 407) RM. ausgegeben werden. Aus dem Reingewinn von 674885
(587 377) RM, ſollen die Stammaktien, wie bereits gemeldet, eine
Divi=
dende von 8 Prozent (7 Proz.), die Vorzugsaktien von wieder 6 Proz.
und die Genußrechte vom Obligationen=Altbeſitz 4 Prozent (2 Proz.)
erhalten. 34 851 RM. werden als Tantieme, für den Aufſichtsrat
be=
nötigt, 26 432 RM. ſollen vorgetragen werden. Der Perſonenverkehr
ſei im Berichtsjahre auf dem verhältnismäßig günſtigen Stand des
Vor=
jahres erhalten geblieben. Der Güterverkehr ſei bei den meiſten
Bah=
nen in der erſten Hälfte des Berichtsjahrs infolge der Wirtſchaftskriſe
empfindlich beeinträchtigt. Für die Unterhaltung und Erneuerung der
Bahnanlagen und Betriebsmittel, ſowie zur Auffüllung der in der
In=
flation faſt völlig entwerteten Erneuerungsfonds ſeien wieder bedeutende
Mittel aufgewendet worden. Bei der Bremiſch=Hannoverſchen Kleinbahn
hätten ſtärkere Rückgänge des Perſonenverkehrs durch den Wettbewerb
der Kraftwagenlinien ſtellenweiſe durch Abwehrmaßnahmen verhindert
werden können. Das Ergebnis entſpreche dem des Vorjahres. Bei der
Induſtriebahn A.G. ſei der Verkehr, insbeſondere der Bauſtoffinduſtrie,
ſtark zurückgegangen. Bei der Freien Grunder Eiſenbahn=A. G. habe ſich
erſt im zweiten Halbjahr ein lebhafter Eiſenſteinverſand, wodurch eine
Gewinnausſchittung von 2 Prozent ermöglicht werde, entwickelt. Bei
der Kleinbahn A.G. Höchſt—Königſtein habe ſich der allgemeine
Per=
ſonenverkehr gehoben. Bei der Kleinbahn Kaſſel—Naumburg A.G. ſei
im Güterverkehr der Verſand an Steinbrucherzeugniſſen weiter geſtiegen.
Bei der Kraftverkehrsnetz Neuſtadt=Haardt. A. G. ſei das Erträgnis
be=
einträchtigt worden. Der Ueberſchuß reiche aber immerhin zur
Vor=
nahme angemeſſener Abſchreibungen auf die Fahrzeuge und feſten
An=
lagen. Bei der Wilhelmshavener Straßenbahn GmbH. habe der
Ver=
kehrsumfang dem des Vorjahrs entſprochen. Für die im Beſitze der
Geſellſchaft befindlichen Prioritätsaktien der Lokalbahn Starkenbach—
Nochnitz (Tſchechoflowakei) ſeien die 4prozentigen Zinſen und die
plan=
mäßige Tilgungsquote eingegangen. Die Ertragsausſichten der Centrale
Bank voor Spoorwegen, die bereits ſür das erſte Geſchäftsjahr (ine
Dividende von 2,8 Prozent abgeworfen habe, ſeien günſtig zu
beurtei=
len. In der Bilanz ſtehen „Eigene Bahnen, Aktien und
Geſchäftsan=
teile erhöht mit 11 824 472 (11 562 296) RM. zu Buche. Die Schuldner
ſind von 3 824 235 auf 3 784 125 RM. zurückgegangen, während die
Bank=
guthaben von 71935 RM. auf 75 926 RM. leicht geſtiegen ſind. Die
Betriebs= und Werkſtattmaterialien ſind mit 22 168 (18 665) RM.
aus=
gewieſen. Auf der Paſſivſeite haben ſich die Gläubiger von 112594
auf 228 631 RM. erhöht. Die Erneuerungs= und Tilgungsrücklagen der
eigenen Bahnen ſind auf 535 297 (365 738) RM. geſtiegen. Ordentliche
Hauvtverſammlung am 29. Juni.
Keine Ausloſung der 8prozentigen Mannheimer Anleihe 1926. Die
nach dem Tilgungsplan auf 1. Oktober 1927 durch Ausloſung zur
Heim=
zahlung gelangenden Stücke der Mannheimer Goldanleihe von 1926
werden nicht ausgeloſt werden, da die Stadt die Stücke freihändig
er=
worben hat.
Aus dem Konzern der J.G. Farbeninduſtrie. Die
Konzerngeſell=
ſchaft Wallendorfer Kohlenwerke A.=G. in Halle trug in der G.=V. ihren
Verluſt von 222 000 RM. vor und wählte anſtelle des ausſcheidenden
Geheimrats Dr. Michel Herrn Dr. v. Knierim=Mannheim und Direktor
Dr. Bueb neu in den A=R. — In der G=V. der Dörſtewitz=
Rattmanns=
dorfer Braunkohleninduſtrie wurde der Abſchluß mit 8 (0). Prozent
Dividende genehmigt und Dr. v. Knierim dem A.=N. dazugewählt.
Franzöſiſche Sperre für engliſche Kohle. Vertreter der engliſchen
Grubenbeſitzer und Kohlenexporteure begaben ſich in das
Bergbau=
miniſterium, um dasſelbe auf die Gefahr aufmerkſam zu machen, welche
dem britiſchen Kohlenhandel aus der von Frankreich angeordneten Sperre
für engliſche Kohle erwachſen könnte. Der Bergbauminiſter antwortete,
daß die britiſche Regierung in Frankreich eine Demarche unternehmen
werde. Die britiſchen Minenbeſitzer rechneten damit, dieſes Jahr 16
Mill. Tonnen Kohle
ſch zu expedieren. Die Produktion
dieſer Kohle hätte 65 000 Arbeiter beſchäftigt,
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 9. Juni.
Tendenz: Außerordentlich ſtill. Die Börſe eröffnete heute in einer
ſelten beobachteten großen Geſchäftsſtille. Eine Rundfrage bei den
Mak=
lern ergab die Tatſache, daß ganz ungewöhnlich wenig Aufträge
vor=
lagen. Neben der weiteren Zuſpitzung der Lage zwiſchen Rußland und gebot, ausl. 29½ bis 2934, Braugerſte inl. ohne Angebot, ausl. 31 bis 34,
Polen war es namentlich der Geldmarkt, der, da er immer noch keine
weſentliche Entſpannung erfuhr, die Zurückhaltung veranlaßte. Die
ordentlich ſtark und bei den ſogenannten ſchweren Papieren konnten bis 40, Weizenkleie 13.
nur Umſätze von 3 bis 6 Mille feſtgeſtellt werden. Die vorbörslich etwas
niedrigeren Notierungen konnten ſich aber im Verlaufe wieder etwas
be=
feſtigen, da verſchiedentlich Deckungen vorgenommen wurden, ſo daß bei verändert. Mais wurde um eine viertel Mark im Preiſe ermäßigt.
der Feſtſetzung der erſten Kurſe die Kursrückgänge 1 bis 3 Prozent
ausmachten. Deutſche Anleihen konnten ſich im Verlaufe befeſtigen, ernte gedrückt ſind, finden augenblichlich ſo gut wie keine Käufer, da die
namentlich Reichsablöſungsſchuldanleihe waren verlangt. Von
Aus=
ländern wurden Ruſſen ſtärker angeboten.
Deckungsbegehr in Erſcheinung und auch für Berliner Rechnung wurde
jetzt Matevial aus dem Markte genommen. Das Geſchäft wurde nun= Roggenmehl 3925—40, Weizenkleie 13—13,25, Roggenkleie 15,75—16.
mehr für J. G. Farben, Rheinſtahl, Mannesmann und Siemens u.
Halske etwas lebhafter. Das allgemeine Kursniveau wurde daraufhin
wieder bis an das der geſtrigen Abendbörſe herangebracht. Vereinzelt Bedarf, der ſich anhaltend für Roggen zeigt, iſt deshalb faſt ausſchließlich
konnten auch kleine Kursbeſſerungen für führende Werte durchgeſetzt auf das Ausland angewieſen und ſelbſtverſtändlich wirkte ſich dies in
werden. Tägliches Geld 6 Prozent. Auf dem Deviſenmarkt bleibt
gegen Dollar 4,222. London—Paris 124.
Auch die Nachbörſe verkehrte in weiter anziehender Tendenz.
Be=
ſich weiter befeſtigen.
börſe ſehr gut behauptet. Neben der Farbenaktie waren Phönir und RM. (Geld), 7930 RM. bis 80,80 RM. (Brief). Tendenz: Ruhig.
Rheinſtahl ſtärker beachtet. Auch am Anleihemarkt lagen die Kurſe gut Stuttgart: Edelmetalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Fein=
Mansfeld 125, Mannesmann 174½, Phönix 127, Rheinſtahl 192½, denz: Ruhig.
Rheinbraun 2453/ Riebeck 134, Stahlverein 142½, Commerzbank 170½,
Danat 229, Dresdener 163. Deutſche 166½, eMtallbank 145. Hapag 134,
AEG. 172, Schuckert 151½, Siemens u. Halske 2491 Daimler 111,
Waldhof 262, Aſchaffenburg 184½, Scheideanſtalt 2082½, Daimler 111,
Paris 124,01, — Mailand 88, Holland 12,12½, — Madvid 98,15, Pfg. pro Pfund, für Schafe 45—50. Der Marktverlauf war lebhaft
— Zürich 25,25, — Oslo 18,75 — New York 4,8565, Pfunde — Mark geräumt.
20,50, Dollar — Mark 4,22.
Berliner Effektenbörſe.
Die Geſchäftsunluſt erreichte heute einen ſo hohen Grad, daß die
Kursentwicklung ſtagnierte und irgendwelche Veränderungen von Be= vor und bei der zahlreichen Beſchickung dieſer Märkte mit Pferden aller
deutung nicht eintraten. Während der erſten Stunden überwogen die Naſſen iſt für die Induſtrie wie Landwirtſchaft bei größter Auswahl
Abſchwächungen von 1—2 Prozent, denen nur äußerſt ſchleppende Um= ſtets eine gute Einkaufsmöglichkeit gegeben. Auch leichtere Arbeitspferde
ſätze zugrunde lagen. Auch ſpäter war das Geſchäft ſehr zurückhaltend. und Tiere des norddeutſchen Schlages werden diesmal zum Verkauf
Beſtimmend für die abwartende Einſtellung der Börſenſpekulation waren ſtehen. Ein Beſuch der Frankfurter Pferdemärkte dürfte ſich bei den
außer politiſchen Beſorgniſſen auch Befürchtungen, daß der bevorſtehende durch Angebot und Nachfrage ergebenden nicht zu hohen Marktpreiſen
Medio=Termin nicht ſo glatt verlaufen würde, wie die letzten Liquida= empfehlen,
tionen. Man war vielfach der Auffaſſung, daß noch manche Poſitionen
glattzuſtellen ſeien, deren Erledigung infolge des Entgegenkommens der
Geldgeber ſich bisher verzögern konnten. Termingeld wurde geſucht und
war wieder ſchwer zu erhalten. Die Sätze ſtellten ſich unberändert auf
7½—8½ Prozent. Für Tagesgeld beſtand dagegen noch ausreichendes
Angebot 5½—7½ Prozent. Der Geldbedarf zum Medio dürfte noch denz vor auf niedrigere ausländiſche Notierungen und günſtige
Wit=
durch die jetzigen Steuertermine vergrößert werden. Der internationale terungsberichte. Dann konnte eine Erholung eintreten auf gebeſſerte
Deviſenverkehr vollzog ſich in den gewohnten Bahnen und brachte keine Exportnachfrage und Glattſtellungen vor Erſcheinen des Regierungs=
Ueberraſchungen. London-Mailand notierte 87,92, London-Madrid berichts. Die Termine gewannen bis 1½ C.
28,15. Das engliſche Pfund und die Reichsmark notierten etwa zu letzten
Kurſen.
Im einzelnen verloren bei Beginn der Börſe Oſtwerke 11 Prozent,
Schultheiß 3 Prozent. C. Lorenz 534 Prozent und Vereinigte Glanz= bis zu 2 C.
ſtoff 7½ Prozent. Von Zellſtoffwerten Waldhof 5 Prozent. Damit war
der Kreis der ſtärker gedrückten Papiere bereits geſchloſſen. Sämtliche
übrigen Werte bröckelten nur um 1—9 Prozent ab. J. G. Farben 9671 aufbeſſerungen bis zu ½ C.
bis 269. Das Papier war das einzige, das lebhafter umgeſetzt wurde.
Montanaktien lagen ſehr ſtill. Rheiniſche Braunkohlen — 35/ Elektro= vom Baumwollwarenmarkt hatten eine feſte Tendenz zun Folge. In
werte ebenfalls abgeſchwächt, Siemens und Halske — 2½, AGG. — 2½, der gleichen Nichtung wirkte die Wochenſtatiſtik. Die Termine konnten
Schiffahrtswerte büßten in dem allgemeinen Rahmen ebenfalls — 2—3 daher bis zu 50 Punkten anziehen.
Prozent ein. Fahlberg=Liſt ſetzten im Gegenſatz zu der Geſamthaltung
der Börſe etwas feſter ein. Renten geſchäftslos. Altbeſitzanleihen etwas Käufe der Röſtereien und feſte Lokopreiſe. Die Termine gewannen bis
niedriger.
In der zweiten Stunde hörten die Abgaben auf. Dafür gingen
Deckungen und kleinen Meinungskäufen über, als bekannt wurde, daß ſchleppende Nachfrage aus dem ferneren Oſten und Kaufreſerve der
die Bank von England ihre Diskontlage heute nicht verändert hat und Naffinerien. Die Termine gaben bis 6 Pkt. nach.
bei einigen hieſigen Bankfirmen ausländiſche Kauforders vorlagen. Die
fahrtswerte, 4—5 Prozent für Montanaktien mit Gelſenkirchen und Befeſtigung nach ſich zogen.
Rheinſtahl und einige Prozent für Elektro= und chemiſche Werte. 7 G.
Farben R2½, eVr. Glanzſtoff gewannen 10 Prozent zurück. Man
operierte auch wieder mit der angeblich geplanten, von ſämtlichen in
Frage kommenden Stellen aber ſtrikt dementierten Aufnahme einer öffent= Mais, Juli 99, Mais, September 102½, Hafer, Juli 49½4, Hafer,
lichen Dollaranleihe. Am Schluß der Börſe konnten ſich die höchſten
Kurſe nicht ganz behaupten, da die Kuliſſe ſofort wieder
Gewinnſiche=
rungen vornahm.
Privatdiskont kurze Sicht 4’/s Prozent, lange Sicht 4/s Prozent.
An der Nachbörſe fanden lediglich J. G. Farbeninduſtrie größere Be= 12,12, Schweine, ſchwer 8,45—8,85, Schweine, leicht 8,85—9,10,
achtung bei einem Kurs von 275—R75½. Siemens konnten nach Schluß Schweinezufuhr Chicago 31 000, Schweinezufuhr Weſten 101000,
der Börſe noch um 3 Prozent auf 250 anziehen. Größere Umſätze fan= Talg, Ohio 7lg.
den in der Neubeſitzanleihe des Reiches ſtatt, da die Platzſpekulation auf
die Engagements zu 17½—1734 einging, ſonſt war die
Nachbörſen=
tendenz auf der Baſis der amtlichen Schlußnotierungen ſtehend, die
ihrerſeits vielfach Tagesgewinne bis zu 10 Prozent brachten. Man Mais Nr. 2 110½, Hafer Nr. 3 60½, Roggen exp. 131½, Mehl
nannte gegen 2,30 Uhr u. a. Zellſtoff Waldhof 262½ (Beginn Bl), Spring Patent 6,19, Getreidefracht nach England 2 gh, Getreide=
Deſſauer Gas 193 (Beginn 1843), L. Loewe 244 nach B4½, Schubert fracht nach Kont. 10 d.
und Salzer 317 nach 30934, Mannesmann 174½, Rheinſtahl 192½,
Har=
pener 193½, Gelſenkirchen 168½, Ver. Glanzſtoff 570.
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin
Berlin el. W.
Berlin. KarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel..
Deutſche Erdöl .....
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Tonnersmarckhütte
Lynami Nobel.
Elektr. Lieferung. ...
J. G. Farben
R. Friſter.
Gaggenau Vorz.
Eelſenk. Gußſtahl ..
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen.
Han. Maſch.Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf.
8. 6.
182.
132.25
45.5
103.875
182.
132 25
193.—
99.—
85.5
11.25
137.
59.—
135,5
116.5
132.5
166 25
285.
9425
64.—
211.—
170.,5 175.-
118.5 118.—
200.—
9 6.
181.5
135 —
47.—
109.75
181.
132.25
193.—
104.25
87.5
138.5
60
116.5
133.5
271.25
a15.25
201.—
Hemoor=Zement ...
Hirſch Kupfer ...
Höſch Eiſen ....
Hohenlohe Berke.
Kahla Porzellan ..
Lindes Eismaſch.
Lingel Schuh.
Linke u. Hofmann.
2. Loewe u. Co
VC. Lorenz
11.375/Niederlauſitzer Kohle
Nordd. Gummi.
Orenſtein.
137.75 Rathgeber Waggon
Rombacher Hütten..
Roſitzer Zucker.
165.25 Rütgersverke..
Sachſenwerk.
94.— Sächſ. Gußſtahl.
63.— Siemens Glas.
Ver. Lauſitzer Glas..
Volkſtedter Pokzell..
Weſtf. C. Langendreer
Bittener Gußſtahl.
Wanderer=Berke.
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Lslo".
Kopenhagen.
Stockholm. .
Helſingfors:.
Italien..
London.
New=York.
Paris
Schweiz
Spanien ...
Produkienberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 9 „Juni. Bei Zurückhaltung der
Käufer blieben die Offerten für Getreide ziemlich unverändert. Man
ver=
langte für die 100 Kilogramm waggonfrei Mannheim ohne Sack:
Weizen inl. ohne Angebot, ausl. 31½ bis 33½, Roggen inl. ohne An=
Futtergerſte 25 bis 25½, Hafer inl. 25½ bis 2534, ausl. 24½ bis 25½,
Mais mit Sack 19½ bis 1934, Süddeutſches Weizenmehl, Spezial 0, 4134
Feſtſetzung der erſten Kurſe verzögerte ſich mangels Aufträge außer= bis 42, ſüddeutſches Weizenbrotmehl 34, ſüddeutſches Roggenmehl 39
Frankfurter Produktenbericht vom 9. Juni. Bei außerordentlich
ruhigem Geſchäft ſind die Notierungen mit Ausnahme von Mais un=
Kraftfuttermittel, die ſchon durch die im Gang befindliche Grünfutter=
Landwirte infolge der herabgeſetzten äußerſt niedrigen Milchpreiſe an
der Abmelkwirtſchaft nur ſehr geringes Intereſſe haben. Weizen 31,25
Im weiteren Verlaufe trat für verſchiedene bevorzugte Papiere bis 31,50 nom., Roggen 29,35—29,50, inländiſcher Hafer 25,
auslän=
diſcher Hafer 24,50—27, Mais gelb 18,75—19 Weizenmehl 42—42,B5,
Berliner Produktenbericht vom 9. Juni. Die geringen Vorräte in
Inlandsgetreide laſſen eine Umſatztätigkeit kaum noch aufkommen. Der
der Tendenz aus. Lieferung wurde für Juli eine Mark höher, ſpätere
Madrid weiter ſchwach, gegen London 28,15, Mark gegen Pfunde 20,498, Sichten behauptet. Weizen notierte eine Mark niedriger. Hafer wurde
für den Konſum lebhaft gefragt und weiter höher bezahlt. Mehl ſtill.
fm. Süddeutſche Edelmetallnotierungen, Pforzheim:
Edel=
ſonders die Elektrowerte, Mannesmann und Zellſtoff Waldhof konnten metalle notieren folgende Großhandelspreiſe: Barrengold das Gramm
2,800 RM. (Geld, 2,814 RM. (Brief); Platin, handelsübliche Waro, das
Die Abendbörſe war in Fortſetzung der freundlichen Nach= Gramm 8 RMM. (Geld) 8,75 RM. (Brief); Feinſilber das Kilogramm 78
gehalten. Ablöſungsrente 18½, Schutzgebiete 9½. Die Börſe wurde im gold das Gramm 2,809 RM. (Geld) 2,819 RM. (Brief); Platin, han=
Verlaufe ſehr ruhig und lag zum Schluſſe eher ſchwächer. Im einzelnen delsübliche Ware, das Gramm 7,50 RM. (Geld), 8,70 RM. (Brief);
Fein=
nannte man: Gelſenkirchen 169/, Harpener 19334, Weſteregeln 169, Kornſilber das Kilogramm 79,10 RM. (Geld), 80,10 RM. (Brief). Ten=
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 9. Juni. Aufgetrieben waren 68 Kälber,
Kleyer 197. Im Abenddeviſenverkehr nannte man: London— 3 Schafe. Die Preiſe betrugen für Kälber a) 76—84, b) 71—75, c) 64—70
Mannheimer Viehmarkt vom 9. Juni. Zum heutigen
Kleinvieh=
markt waren zugeführt und wurden die 50 Kilogramm Lebendgewicht
ge=
handelt: 322 Schweine 56 bis 63, 632 Stück Ferkel und Läufer, Ferkel
bis vier Wochen 10 bis 15 Mark, über 4 Wochen 16 bis 22 Mark,
Berlin, 9. Juni. Läufer 24 bis 30 Mark pro Stück. Marktverlauf: Schweine ruhig,
Ueber=
ſtand, Ferkel und Läufer mittelmäßig.
Der nächſte Pferdemarkt zu Frankfurt a. M. ſteht am 13. Juni be=
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 9. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Im Anfangsverkehr herrſchte eine etwas ſchwwächere Ten=
Mais: Der Maukt nahm einen ſchwächeren Verlauf auf Verkäufe
der Lokofiymen, günſtige Witterugs= und Saatenſtandsberichte und
die ſchleppende heimiſche Lokonachfrage. Die Termine zeigen Rückgänge
Hafer: Der Markt nahm einen ziemlich ſtetigen Verlauf bei Kurs=
Baumwolle: Höhere Liverpooler Notierungen und beſſere Berichte
Kaffcet Nach abgeſchwächtem Beginn trat eine Befeſtigung ein auf
zu 5 Punkten.
Zucker: Der Markt nahm einen ſehr ſchwachen Verlauf auf ſehr
einige Großbanken zu ſtärkeren Rückläufen und die Spekulation zu billiges kubaniſches Angebot, ermäßigte ausländiſche Notierungen,
Kakao: Verkäufe des Auslandes bewirkten einen ſhwachen Be=
Kurſe erfuhren eine kräftige Befeſtigung von 2—4 Prozent, für Schif= ginn. Dann folgten Deckungskäufe ſeitens der Spekulation, die eine
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 9. Juni:
Getreide: Weizen, Juli 1467/, Weizen, September 1447/,
September 482, Roggen, Juli 115½/, Roggen, September 10434.
Schmalz: Schmalz, Juli 12,65, Schmalz, September 12,85.
Fleiſch: Rippen, Juli 1207, Rippen, September 12,37, Speck
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 9. Juni:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 1592/s, Weizen Nr. 2 hart 1657/s,
Schmalz: Schmalz Mittel, Weſten 13,31.
Schweinefleiſch: Schweinefleiſch Family 34.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der amtliche Großhandelsindex im Monatsdurchſchnitt Mai 1927
beträgt 137,11 gegen 134,08 des Monatsdurchſchnitts im April. Dies
bedeutet eine Steigerung von 1,7 Prozent.
In der Sitzung des Verwaltungsrats des Liquidationsvereins für
Zeitgeſchäfte an der Berliner Wertpapierbörſe E. V. und des
Aufſichts=
rats der Liquidationskaſſe A.G. Berlin wurde Dr. Karl Gelpcke
ein=
ſtimmig zum Vorſitzenden dieſer beiden Gremien gewählt.
Die belgiſchen Superphosphatproduzenten erklärten ihren Beitritt
zum internationalen Superphosphat=Syndikat. Amerika und Italien
dürften demnächſt ebenfalls beitreten.
Wie das engliſche Arbeitsminiſterium mitteilt betrug die Zahl der
Arbeitsloſen in Großbritannien in der am 30. Mai, endenden Woche
965 300; gegenüber der Vorwoche iſt damit eine leichte Steigeyung um
7124 zu verzeichnen.
Der Londoner Goldpreis beträgt ab 8. Juni für eine Unze
Fein=
gold 84 sh 11½ d, für ein Gramm Feingold demnach 32,7777 peace.
Der Präſident des iriſchen Freiſtaates, Coſtgrave, kündigte in einer
Rede an, daß die iriſche Regierung beabſichtige, innerhalb von ſechs
Monaten nach den Wahlen eine Anleihe von wenigſtens 10 Mill. Lſtrl.
aufzunehmen.
Die Vertreter der tſchechoſlowakiſchen Bankbeamtenſchaft haben beim
Präſidenten der Effektenbörſe in Prag vorgeſprochen, um die
Auf=
hebung der Samstagbörſe zu erwirken. Die Angelegenheit wird der
Börſenkammer zur Beratung unterbreitet.
New Yorker und Londoner Bankhäuſer, einſchließlich der Fiumen
Dillon, Read u. Co, und Henry Schröder, verhandeln über die
Gewäh=
rung einer Anleihe an die rumäniſche Regierung. Die Anleihe ſtellt
ſich als eine finanzielle Transaktion dar, da die rumäniſche Regierung
von der Gewährung der Anleihe die Vergebung der Kontrakte für
Eiſenbahnmaterial abhängig macht.
Die Mehrzahl der amerikaniſchen Automobilfabriken hat nach
aus=
ländiſchen Meldungen ihr Fabxikationsprogramm erheblich reduzierk.
Seite 12
Freitag, den 10 Juni 1927
KantArter Aürstt ssit orbant dent.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl
Ausloſ.=Sch. I. Teil/308
II. Teil/309.5
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
oſungsſcheine ... / 17.25
5‟/-% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30 .. 97
% Bayer, Staats=
Sch. p. 1. 4. 29/ 96.75
5/-% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
95
1,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
z%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30 ..
Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 2‟
% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 30
6½% Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 8. 29
a) Ausländ iſche
5%Bos. E. B. 1914
6% L.Inv. 1914
„ 1898 ..
4½% „1902 ...
4%
5 2 Bulg. Taba 102
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½% Oſt. Schatz. 14
4½% Oſt. Silberr.
4% „ Goldr.
4% „einh. R. (kon)
Ru
43
A
25
6.2
1.2
8% Port. (Spz.) III 9.5
4% Rum.am. R. 03.
6½½ Gold. 13 ..
4% „ am.konv..
4% am. 05..
18
Fürk. (Adm./03/
(Bagd.) II
(Bagd.) II
420 Türk. unif. 1903
„ 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 191:
4½% St. 1914
„ Goldr. .
„ St. 10
Kronr.
Eiſ. Tor..
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. in abe
5% äuß. 99
4% Gold04ſtf.,
3% „ konſ. inn. .,
4½% Irrigat.,
5% Tamaulipas !",
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mi;
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=B1. G.
7%6 Berl. St.=Gold
3% Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
82 Frl.=Ghp.=B.
Goldpfdbr.
7% Friſ. H.=B. Gld.
80 Frrf. Pfbr.=Bk
Goldpfdbr.
7% Pfbr. • Bk.=Gld.
5% Frki. Pfdbr.=Bk.
Goldpfdbr.
3% H.Lds.-Bk. Gld.
10% R. Elektr. Marl
(Hagen) Goldobl. /102.3
8% K. Landesbank
Darmſt Reihe 1
Reihe II
72M.=Krſt. Höchſt
24.25
25.5
26.8
1.8
21.05
22. 25
40.5
27.5
121/.
35.25
103
95.75
98
101.5
102
101
99.8
101.5
82.5
102.5
101.5
Regelung des
Ausverkaufsweſens
Das Heſſiſche Kreisamt Darmſtadt
hat durch Verfügung vom 24. Mai ds.
Js. neue Beſtimmungen, über die
Rege=
lung des Ausverkaufsweſens erlaſſen
Die Beſtimmungen ſind in der
Darm=
ſtädter Zeitung vom 27. d8. Mts. Nr. 122
veröffentlicht und können außerdem in
den für den Aushang ſtädtiſcher
Bekannt=
machungen angebrachten Kaſten einge=
(st945(
ſehen werden.
6
Darmſtadt, den 30. Mai 1927.
Der Oberbürgermeiſter.
820 Mannh. St.=G.
8½ Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr. .
80 Pforzh. St.=G.
8% Pr. Centr.=Bd.
Cr.=Bf. Glopfbr.
82 Br. Gentr.=St.-Goldpfbr.
7
8% Rh. Hhp.=Bank
Gold=Pfdbr. ..
7½%Rh. St.=W.25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
2 Südd. B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
7 % V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.-Gld.. mit Option
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. ohne Option
2 Voigt &Häffner
Goldobl.. . . . . . ."
8% Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Roggen 23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw
5% Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb..
Bahr. Handelsb..
Junge Dame, perf. in
Stenogr, Schreibmaſch.,
Buchhaltung (dopp u.
anerik), mit 7jähr,
Praxis, ſ. Stell., evtl.
auch halbe Tg. Angu
247 Gſchſt. (*15437
Ordentl ehrl. Mädch.,
d. etwas bewand. iſt
m Nähen, ſ. b. z 15.
od 1. aute Stellg.
kl. Haush. An eb. u.
1224 Gſchſt. (*15385
99
03.6
98
00.5
99
102
105
103
98
96.5
Bahr. Hyp. u. Wechſ!
Berliner Hyp.=Bk.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp =Bk.
Mecklb.Hyp.=u Wb.
Meining. Hyp.Bk
Nordd. Gr.=Cr B;
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preus. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B...
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk...
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel
Naſiau. Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=J. hn ſtfr.
49 Galiz. Carl=
Lud.=B.
4%o
„ abg.
5% L. Sb. /Lb. ſtfr.
2,6% Alte „
2.6% Neue
5% Oſt.=Ung. 73/74
4% Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. . 1.b.8.E.
3%Oſt. . 9. E.
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 8:
3%0
9.
30
97
4% Rud. Silber
4 Rud. Salzkg.)
4½% Anat.. S.I
4½% Anat. S. I.
½% Anat. S. III
30 Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½2
Tüchtige
16.1
16.65
12.8
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit. 145.25
Bad. Bk.
Bk. f. Brauind.
Barmer Bankv. 1144.25
Bay. Hyp.=Wchl. 1171
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 1169.75
Darmſt. u. Nat.=Bi. 223
Deutſche Ban:
18;
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 138
D. Hyp.=Bk. Mein. /142
D. Vereins=Bk . 105
Disk.=Geſellſch . . . 159
Dresdener B1 . .. 161
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.. . 158.25
Frkf. Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. Bk. /200.5
Lux. Intern Bank 8.75
142
Metallbank.
Mitteld. Creditb 195
Pfälz. Hyp.=Bk. (203
Pr. Bd.=Creditbank/141. 25
Hyp =Akt.=Bank 145
166.75
Reichsbank=Ant
131
Rhein. Creditbk.
Rhein=Hyp.=Bk. 1180
Südd. B.=Creditbk.
Südd. Disc.-Geſ. 1142
Oſterr. Creditanſt. 9.07
Wiener Bankverein! 6.9
. .153
8.8 Bergwerks=Aki.
Bochum. Bergb.
Buderus.
0.5 Dt. Luxemburg.
8
Eſchw. Bergw...
3 Gelſenkirch. Bgw..
101.5
167
190
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St.
Genußſchein
Lali=Aſchersleb.
Lali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke .
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
250
1133
1162.25
203
163.25
125
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant
Phönix=Bergb. . . 125.75
Rhein. Braunk . 1241
Rhein. Stahlw.. . 189.5
A. Riebeck Montan 149
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr.
Tellus Bgb..
111
Ver. Laurahütte .. 70
Ver. Stahlwerke .. /140
Induſtrie-Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)
Henninger
Hercules Heſſiſche
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind,
Schwarz Storchen=
Tucher, Nürnberg.
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh...
Adlerw. (v. Kleyer)
6%A. E. G. Vzg. A..
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm . ."
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin.
Baſt Nürnberg".
Bahr. Spiegel.
Beck & Henkel ....
Bergmann El. ....
Bing. Metall. . . ..
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement=Heidelb..
Cement, Karlſtad 1
Cement. Lothr..
Chem. Albert . .
Chem. Brockh
Chem Milch
771
195
159
331
237
330
180
140
89
81
170
137
25. 5
47
60
76
158.5
27.25
64
145
186
88
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ..."
D. G u. Silb. Scheid.
Dinaler. Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkopp
Dürr. Rattingen
Dyckerhoff & W. .
Eiſenw. Kaiſersl..
El. Licht= u. Kraft
El. Lieferung .
Elſ. Bad. Wolle ..
Email Ulrich
Enzinger Werte . . 64.5
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn 1200
Fuber Bleiſtift
Faber 6 Schleicher
Fahr Virmaſens
Farbenind. J. G
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas 175
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling & Cie
Germania Linol..
Gelſenk Gußſt..
Goldſchmidt. Th. . .
Gotha Waggon
Gritzner. Maſch..
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ..."
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun.
Heyligenſtaedt. ..
Hilpert, Armatur
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch. Kupfer ...!
Hoch=Tief Eſſen ..!
Holzmann".
Holzverk. Ind..
Hydrom Breslau
7nag.
Ja
140
199.75
148
88.75
43
42.5
33
49
85.5
107
272
95
113.5
73.75
68
126.75
117
176
133
1292.
23.75
110
111. 25
139
179.5
A.
95
ſFunghans St.
Kammg. Kaiſerzl.
112
192
Karlsruher Maſch 35.1
Karſtadt. R.
149
Rlein Sch. & Becker 126
Knorr. Heilbronn",
Konſerv. Braun
Krw. Alt= Württbg. 1109
Krauß Lokom
Lahmeyer
191 Lech. Augsburg. 1123
Lederw. Rothe
Spicharz. 20
Linge Schuhw.
Löhnberg. Mühle 1 51
Ludwigsh. Walzm
Lüdenſcheid Metall/104
Lux Induſtrie
50.5 Mainkraft Höchſt 128.10
Marz=W. Nürnberg 138
131 Metallgeſ. Frrf.
Miag. Mühlenb.
Moenus, Stamin 79.5
Motorenf. Deutz
Motorenf. Tberurſ./ 62
Münch Lichtſpielk. 120
Neckarſ. Fahrz.
127
Neckarw. Eßlingen
Beters UInion
1114
Pfälz Näh Kayſer
66
Philipps...
Porzellan Weſſel / 50
Rein. Gebb. & Schal
Rhein. Elektr
160.5
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke
94
Schneid. & Hanau
Schnellpr. Frant /102
Schramm Lackf. .1100
Schrift Stemp. 125
Schuckert, Elett: 263.5
73.5
Schuhf. Weiſel
Schuhſ, Herz
70.5
Schultz Grünlack
Seilind Wolff .../ 87.25
Siemens Glas
Siemen: & Halsle 1244
1169
Südd. Immob.
94.5
Züdd Zucker=A.-G. /135
Thür. eleftr. Lief.
Uhren Furtwäng.
Unter fr. Kr. El.=V./109.75
Beithwerke
Ver. 1. Chem. Ind.. 100.5
Ver v. Olfbr. Mann
Ver. Faßi Caſſel. / 78.5
Gummi Bln.=Frkf. 99
Pin ſel=Nürnberg
Ultramarin
142.5
Zellſtoff Berl
1154
Vogt! Maſch. . . 105
Voigt & Haeffner .1132
70
Volthom.
Wayß, & Frentag 1157.25
Wegelin Rußfbr. 1135
Zellſt. Aſchaffenbg. 180
Zellſt. Waldhof .. . 1258
Zucker Rheingau
ransport= und
Zerſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg./102.5
A. Dt. Eiſenbahn
A. Lokalb. u. Kraft w. /180
Dt. Eiſenb.=Geſ 141.5
Schantung E.B
Südd. Eiſenb.=Geſ./139
Hapag
133
Nordb Llonzd. . . . . 1132.5
Frift. Allg. Veri.
Frankona Rückv
Darmſt Berte
Bahnbedar
Dampft. Rodberg
Helvetia Konſ...
Gebr. Lutz
Motorf. Darmiſt
Gebr. Roeder ..."
Venuletü & Ellen
150
68
41.75
Die nachſtehenden, in unſerem
Han=
delsregiſter eingetragenen, nicht mehr
be=
ſtehenden Handelsfirmen 1. Orth & Co.
Geſellſchaft mit beſchränkter Haf= vorh. Sehe ſehr auf
tung, Darmſtadt, 2. Chemiſch=
phar=
mazeutiſches Haus, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung, Darmſtadt,
3. Bekleidungs= und
Stoffetiketten=
fabrik, Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt,
4. Hermann Gundlach=Konzern/
Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt, 5. „Li= an die Geſchſt. *13425
tera”, Aktiengeſellſchaft für die Braves, fleiß.Mädch.,
chemiſche Induſtrie, Darmſtadt, 6.
Kuhn & Alberts, Immobilien und bis 1. Juli od. ſpäter
Kommiſſionen, Geſellſchaft mit be= Stellg. in beſſ. Hauſe.
ſchränkter Haftung, Darmſtadt, und
7. Darmſtädter Reviſions= und
Treuhand=Aßtiengeſellſchaft,
Darm=
ſtadt, ſollen von Amts wegen gelöſcht ſucht für ½ Tage
Be=
werden. Die Inhaber der Firmen,
Ge=
ſellſchafter oder ſonſtige Intereſſenten nachm. i. Weißnäher
werden aufgefordert, ihren etwaigen
Wi=
derſpruch gegen die Löſchung der Firma
bis zum 30. September 1927 geltend zu
machen.
Darmſtadt, den 30. Mai 1927.
Amtsgericht I.
Die Eindechung des
Wohnhaus=
baues in der Induſtrieſtraße mit
teer=
freierDachpappe ſoll öffentlich
ſubmiſſions=
weiſe vergeben werden. Die Angebots
unterlagen ſind bei dem Gemeinde=
Bau=
amt Eberſtadt erhältlich. Die Angebote
ſind ſpäteſtens bis Montag, den
13. Juni 1927, nachm. 3 Uhr, bei der
Heſſiſchen Bürgermeiſterei Eberſtadt
ge=
ſchloſſen abzugeben.
(9443
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer
Eber=Verkauf.
Die Gemeinde Eberſtadt hat einen
zur Zucht untauglichen, gut genährter
Faſeleber zu veräußern. Angebote auf
das Pfund Lebendgewicht ſind bis
läng=
ſtens Dienstag, den 14. ds. Mts.,
nachm. 3 Uhr, bei der Heſſ.
Bürger=
meiſterei Eberſtadt einzureichen. (9444
Eberſtadt, den 8. Juni 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer
Montag, den 13. Juni 1927,
nach=
mittags 2 Uhr, wird im Rathausſaale
zu Pfungſtadt die Heugrasernte von den
Gemeindewieſen, Weidäcker (ſogenannte
Fohlenweide), großer und kleiner
Juden=
kirchhof, Schwarzen Stock, der
Heide=
damm ſowie ſämtlichen Wegen und
Dämmen in den Wieſen, ca. 50 Morgen.
öffentlich verſteigert. Gegen ſichere
Bürg=
ſchaftsleiſtung wird Zahlungsfriſt bis
Martini 1927 gewährt.
(9457
Pfungſtadt, den 8. Juni 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Schwinn.
Weiblich
Mädh., i. all.
Haus=
arb, ſow. t. Ko.h bein
ſucht Stellg. der 1.
Ang. unt. J 240 ar
die Geſchſt. (*15426
Suche für meine 16i.
Tochter Stelle als
Haustochter, wo ſie
d. beſſeren Haushalt
gründl. erlernen kann
etwais Taſchengeld u
Mädchen, ſehr kinder=
lieb, ſucht Stelle als
g d. Hausfrau,
blUhE w oihm Ge=
legenheit geboten iſt,
ſich in allen Hausarb.
zu vervollkommnen
Koch= und Nähkenntn
gute Behandl. Frdl.
Zuſchr. u J226 Gſchſt.
erbeten. (*1538 Frl. m. beſt. Zeugn.
Stellg. z. Kind. p. 1. 7
übern. auch noch eiw
Hausarb Ang. u. 1241 mit gut. Zeugn", ſ.
Angebote u. 1 246
an die Gſchſt. (*15436 Fleißig, jg. Fräulein
ſchäft. im Haush. u.
u. Flicken, auch ſtun=
denw. Angeb. u. K 4
an die Geſchſt. (*15457 (9441) Männlich Jüngerer, tücht.
Ollftaudtear
ſucht Stellung. Ange=
bote unter J 232 an
die Geſchſt. (*156:0 AOffene Stellen Weiblich Sehrmaschen
für kaufmänniſches
Büro ſofort geſucht.
Gute Schulbildung,
ſowie Kenntniſſe in
Stenographie u. Ma=
ſchinenſchreiben Be=
dingung. Schriftliche
Angeb. unt, K 8 an
die Geſchſt. 9472 Bedeut Firma ſ. z.
Verk. ihrer Erzeugn
an Tierhalter überall
Damen u. Herrer
Hoh. Verd, wöchentl.
Auszlg. Anfr. u. 1 221.
*15378) Fräulein
für Büro u. Verſand
per ſofort geſ. Foto=
Spezialhaus, Rhein=
ſtraße 19. (*15405 Welche
Schneiderin
arb, ſof. eleg. Damen=
garderobe? Angeb
u. 1 244 an d. Ge=
ſchäftsſtelle. (*15434 Tüchtige
Friſeuſe
bei 40—50 ℳ Wochen=
lohn geſucht. (*15427
Hugo Ortmann
Silhelminenſtraße 13 Tücht. Mädchen, wel=
ches kochen kann, zum
15. 6. oder 1. 7. geſ.
Frau Dr. Mahr, Mor=
newegſtr. 43. (*15379
Ducwätlerln
an ſelbſtänd. Arbeiten gewöhnt,
z. ſofort. Eintritt geſucht. Angeb.
unter J174 Geſchäftsſt. (9404dfs
Gewandtes
Sehrmaecen
mit möglichſt 10 jähr. Schulbildung
auf Büro per 1. Auguſt oder früher
geſucht. Nur ſchriftliche Angeb. unt.
K 9 an die Geſchäftsſtelle. (947
Zung. Mädchen
f. Haush. p. ſof. geſ.
Näh Geſchſt. (*15401
Zum 1. Juli nicht zu
unges (15326dfs
Dienſtmädchen
geſucht. Ang. m.
Ge=
haltsanſprüchen unt
194 an die (teſchſt
Jüng zuverl., ehr
Mädchen vorm. geſ.
Roßdörferſtr. 40, pt.
(*15394)
Tüchtiges, erfahr enes
Mädchen, mit guter
Zeugn, für Küche u
Haus z 15. 6 od. 1. 7.
geſ. Hermannſtr. 39
(*15395fs)
Tücht. Aushilfe für
4 Wochen wegen
Be=
urlaubung m.
Mäd=
chens geſ. Frau Th.
Meher, Aliceſte. 14, I.
Zuſpr. vorm 9-10Uhr
(*15383
Ehrl. fleiß. Mädchen
geſucht (*15327d1
Kiesſtraße 45, part.
Männlich
Größere General=
Agentur in allen
Ver=
icherungszweig, ſuch
jungen, verſierten
Herrn, der Kaution
ſtellen kann, als
Teil=
haber. Angeb. unt
159 Geſchſt (*15253
Lebensmittelgroß=
handlg. ſucht per 1. 7.
oder ſpäter einen bei
der Stadt= und
Land=
kundſchaft gut
einge=
führten Reiſenden.
Ungeb. mit
Zeugnis=
abſchrift. u.
Gehalts=
anſpr unt J 238 an
die Geſchſt (*15423
Rim. Lehrl. geſ.
Gebr Crummenauer
Elektro=Großhandlg.
Darmſt., Karlſtr. 41.
Alte norddeutſche Lebensverſicherungs=
Geſellſcha t mit allen Branchen ſucht für
ſofort od. ſpäter einen im
Verſicherungs=
fach bewanderten Herren als
Reiſe=Inſpektor
Wir bieten feſtes Gehalt, Speſen,
Pro=
viſion und Beteiligung an der
unterſiell=
ten Organiſation. Schriftliche
Bewer=
bungen von nur Herren, welche mit
Er=
folg im Verſicherungs=Außendſenſt tätig
waren unter S. M. 921 befördert Audolff
Moſſe, Mannheim. Diskr. zugeſich. (I.9453
mit langjährig. Praxis im Automobilbau, an
ſaubere und präziſe Arbeit gewöhnt, f.
dau=
ernde Beſchäftigung geſucht, darunter einige
mit Führerſchein.
Röhr-Auto A.-G.
Ober=Ramſiadt.
(9445
Redegewandten
Herfn
aus d. Zeitſchriftenbranche bevorzugt,
für neu herausgegebene Tarife der
Kleinleben= u. Sterbekaſſen=
Verſiche=
rung bei äußerſt billigen
Monatsprä=
mien von beſteinge ührter
Verſiche=
rungs=Geſellſchaft geſucht. Höchſie
Proviſion, feſte Anſtellung nach
Lei=
ſtung zugeſichert. Offerten unter
R. M. 920 befördert Rudolf Moſſe,
(I 9447
Mannheim.
KWohnungstauſch
Wer zieht nach
Berlin?
Geboten: In Berlin=
Weſtend ſchöne 5=
Zimmer=Wohnung
mit allem Komfort,
Fried.=Mietel400.4
Geſucht: 5—6 Zim.=
Wohnung in
Darm=
ſtadt in gu er Lage.
Alter’s Tauſchbüro,
Eliſabethenſtr. 34
Wohnungstauſch
Geboten: hübſche 4
Zimmer=Wohnung
mit Zubeh., Frdm.
730.— im
Johan=
nisviertel.
Geſncht: 4—6 Zim=
Wohnung im Zent=
(9475
rum.
Eliſabethenſtraße 34
7 Zmmer
KRt
Ma/ Lialic
müssen Sie sagen, wenn Sie „Adler-Emmentaler”.
ohne Rinde nehmen und diesen kritisch geprüft haben.
Sie werden dann zugeben müssen, daß für den
bezahl-
ten Preis wirklich etwas ganz Vorzügliches geschaffen
wurde, denn dieser Käse vereinigt in sich höchsten
Nährwert, leichte Verdaulichkeit mit hochfeinem
Ge-
schmack — eignet sich
da=
her besonders gut für
den
anspruchs-
vollen
Käse-
liebhaber.
Schöne 3—4:
Zim.=Wohng.
mit Zubehör KKüche,
Speiſek., Mädchenz.,
Bad), möbl. od. teilw.
öbl., in beſt. Lage
zu vermiet. Nähere‟
von 10—1 u. 3½ bis
5½ Uhr
Wilhelminen=
ſtraße 42, I. (*15468
2 Zimmer
A0chtr. 00, Hero=
Ecke
weg, part, 2 evtl 3
ſchöne Zim m. Kühe
uſw. an beſſ. Ehepaar
1. 7. zu vm./*15407
1 Zimmer
Beſchlagnahmefreie
Wohn., 1 Zim. u. 1
Küche, z. vin. Ang. u.
J220 Geſchſt. (*15377
Aohne
Nott Pitttsuse.Kinde
hochfern rm Geſchmuu.
Zu haben in allen Feinkosthandlungen
Vertreter:
M. Kaufmann, Darmstadt
Alicestraße 20
ISt 674
Eilddsen!
Hegenüber vom Herrngarten gelegene
herr=
ſchaftliche 2 Zim. • Wohnung mit Bd.,
Mäd=
chenzim., Diele, ſchön. Ver., 2 Manſ., Zentr.=
Heizung etc. Frdm. 1800.— gegen 7—9
Zim.=Wohnung im Zentrum part. od. 1. Stck.
Alter’s Tauschbüro
Eliſabethenſtraße 34.
(947=
DumnanigpsTauie
m. ſeparat. Eingang,
Große,
helle Ludemdrantäten
im Zentrum per 1. 9. 27 zu vermieten.
Näheres durch die Alleinbeauftragten
Conrad & Hellmund (* 15446
Waldſtraße 3. Telephon 3084.
Geschäftsräume
für Arzt, Rechtsanwalt od. Büro in gut. Lage
ſof. z. vermiet. Angeb. u. J215 Geſchſt. (15365
2 Zimmer
4Beſchäftsräume g möbl. od teilw.möbl.
m. Küchenben. z. vm.
Geſchäftsraume /Näh. Geſchſt. (15374
Gebote:: Herrſchaftswohnung, 6 Zimmer
Komfort, Frdm. 1800.— in der
Heidelbergerſtraße, 1. Stock.
Geſucht: 4—5 Zimmerwohnung in ſchöner
freier Lage, bis ℳ 1000.— Große, helle Räume
f. Arzt, Rechtsanwalt
od. ruhig. Büro ſof.
zu vermieten. (*15091
Ang. u. 1 91 Geſchſt
Alter’s Tauschbürolgeeig., f. ſof. zu verm.
Eliſabethenſtraße 34 (9473 die Geſchſt (15403
für jed. Geſchäftsbetr
Ang. unt J 231 an
Eſchollbrücker=
Farben=Krauth ſraße 38469=
wünſcht. Angeb. u
229 Geſchſt. / 15398 vorm. geſucht. (*15150
Mathildenſtr. 33, I.
Eilt! Eilt! Eilt!
SlRtoS
SOAUT!
abends 81), Uhr
bei bedentend ermässigten Preisen
das grosse Programm
Samstag und Sonntag
auch nachmittags 3½ Uhr
Vorverkauf: Verkehrsbureau und
an den Circnskassen. (9483
Nur noch ganz wenige Tage.
ALLE
FAMILIEN-
DRUCKSACHEN
GEBURTS-
VERLOBUNGS-
VERMAHLUNGS-
unp
TODES-ANZEIGEN
LIEFERT IN
KURZESTER ZEIT
L. C. WITTICH SCHE
HOFBUCHDRUCKEREI
DARMSTADT / RHEINSTR. 23
Heinrichſtr. 69, Ecke
Martinſtr., frdl. möbl
Zim. nit gut. Penſ.
zu verm. (90622
Vornehm möbl.
Zimmer
ofort beziehb.
Hügel=
ſtr. 15, Laden. (8265a
Rheinſtr. 75 gt. möbl
B. „evtl. m. Penſ.z. vm
(9388a)
Ludwigſtraße 10, II.
möbliert, Zimmer zu
vermieten (9432dn
1 möbl. Zim. z. vm
an beſſ., ält. Heirnm
Penſion. Angeb unt
T 248 Gſchſt. (15438
Kranichſteinerſtr. 59,1,I.
gut möbl Zimmer zu / Friedrichſtr. 16, pt.
Heinrichſtr. 142, I
ſchönes, g. möbl. B.
m. el. L z. vm. i*15392
Groß. möbl Zimme
m. K.=Benutz, z 1. od
15 Juli an berufstät
Eheleute zu vermiet
Gefl. Ang. u J 223
Geſchäftsſt. (*1538210
Taunusſtraße 6, bei
Kr uß, möbl Zimm
mit od. ohne Penſion
zu vermieten (*15267
Ludwigspl. 1, II7,
gut möbl Zim an ſol
Hrn. zu verm (*15384
Friedrichſtr. 38, I.
2 gut möbl. Z,
Wohn=
u. Schlafz., mit el. L
of. zu verm (215386
endelſtadtſtr. 38, I.,
ſchön möbl. Zimmer
ſof. zu verm /15404
Wienerſtr. 52 inöbl.
Zim zu verm (e1533
Stiftſtr 93 1 oder
möbl. Zim. m Küchen
ben. zu verm (*1544
Dieburgerſtr. 84, pt.
möhl. Zim., el. L,
zu vermiet. (*15412
vermieten. (*15418 Kientz, aut möbl Zim
Saalta ſtr. 25. III,Imit e. L. u. Schre
b=
öbl Z. z. vm. /*15 68 tiſch zu verm. (9461
Nd.=Ramſtädterſt. 53
11,b. Frey ſchönmöbl.
Zim. zu vm. * 5398
AunterrichtK
O erſekundan
/Ober=
realſchule) ert.
Nach=
hilfe in Mathematik,
Franzöſ. Engl. Ang u.
245 Gſchſt. 15125
aschinenschreiben
Hans Schlöſſer
Schwanenſtraße 30.
1. Stock. (*15305dk
Werert. Cello=
Unter=
richt? Angebote mit
Preis unt. J 237 an
die Geſchſt. *15420
Teppich
tadellos erh., a. gut.
Hauſe zukf. geſ. Ang.
m. Angabe der Qual.,
Größe u. Preis unt
Kla d. Gſchſt (*15452
Gleichſtrommot re
220 Volt. in den
Stär=
ken v. 4. u. 5. PS. zu
kaufen geſ. Angeb. u.
K 3 an die Geſchſt.
(*15456)
Schülerpult, guterh., zu
kaufen geſ. Angeb. ur.
219 Gſchſt. 15376
Maurer=
werkzeug
Diele uſw. ſofort zu
kaufen geſucht. Ange‟
bote unter J 234 an
die Geſchſt. (*15417
Gebr. Handkarr.
geſ. Ang. unt. J 27‟
an die Geſchſt (*15411
Nummer 159
Freitag, den 10. Juni 1927
Geite 13
Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
(Nachdruck verboten.)
Raſch kniete ſie neben der Sinkenden, eine Flut von
Troſtes=
worten in der Kehle. Doch mit einem entſetzten Aufſchrei prallte
ſie zurück: „Herrgott, Thereſe — ſie ſtirbt!” rief ſie mit erblaßten
Lippen. Mit einem Blick gewahrt auch die alte Dienerin die
ſchnelle Verändeung in dem Geſicht ihrer Herrin. Die alte Frau
ging als treue Weggenoſſin mit dem geliebten Manne, wie ſie
es Zeit ihres Lebens getan hatte.
Als Chriſtie zwei Tage ſpäter vom Begräbnis der Frau
Weißhaupt nach Hauſe kam, wußte ſie, daß ihres Bleibens in
dieſem ihr ſo liebgewordenen Hauſe nicht mehr lange ſein könnte.
Unterwegs hatte ſie gehört, daß das Geſchäft ſo lange geſchloſſen
bleiben ſollte, bis ſich ein günſtiger Käufer dafür fände. Wehen
Herzens ſuchte ſie Thereſen auf und ſchlang verzweifelt die
Arme um den Hals der greiſen Dienerin: „etzt bin ich erſt eine
Waiſe — ich habe mit ihnen Eltern und Heimat zugleich
ver=
lorem,” jammerte ſie, und die alten, arbeitsrauhen Hände
ſtrei=
chelten tröſtend das faſſungsloſe Geſchöpf.
„Ich habe vierzig Jahre meines Lebens bei ihnen
ver=
bracht,” ſprach mit zittriger Stimme das alte Weiblein und
wiſchte ſich mit der Schürze über die Augen. „Jetzt bin ich alt
und zu nichts mehr nütze — du aber biſt jung, und die ganze
Welt ſteht dir noch offen.”
Da entſann ſich Chriſtine mit einem Male des Geſpräches
mit dem Reiſenden Hamßen. — Ja, jetzt mußte ſie ihm ſchreiben
und ihn um ſeinen Rat und ſeine Fürſprache bitten, denn ſie
war heimat= und ſtellenlos zugleich geworden.
7. Kapitel.
Auf dem alten Hamburger Kloſtertor=Bahnhof fuhr ziſchend
und ſtampfend ein Zug ein. Türen wurden aufgeriſſen und
mit großer Wucht wieder zugeworfen. Der Ruf nach dem
Ge=
päckträger ertönte in allen Stimmlagen; ſtürmiſche Begrüßungen
und tränenreicher Abſchied wechſelten vor den verſchiedenen
Abteilen, bis der Zug ſich wieder langſam in Bewegung ſetzte
und hoheitsvoll an Schutthaufen und halbverfallenen Mauern
vorüber ſeinem nächſten Ziele entgegenrollte.
Durch das ſchon faſt baufällige, niedrige Bahnhofsgebäude
drängte ſich die Flut der Neuangekommenen in eiliger Haſt. Als
eine der letzten ging Chriſtine Berthold durch die Sperre und
ſtand nun mit ihrer kleinen Reiſetaſche in der Hand ziemlich
ratlos auf dem rußigen, häßlichen Bahnhofsplatz. — Sie war
alſo nun in Hamburg — der Märchenſtadt ihrer Kindheit!
Chriſtine blickte in maßloſem Staunen auf die großen und
klei=
nen düſteren Häufer, die über und über mit Kohlenſtaub
be=
deckt, ſo gar nichts märchenhaftes an ſich hatten. Die Eingänge
dieſer Häuſer glichen unheimlichen Höhlen, hinter denen meiſt
ein finſterer Hof lag, auf dem aller Scmutz und aller Unrat der
Hausbewohner zu lagern ſchien. Schaudernd eilte Chriſtine
an den Häuſern vorüber. Von all der Schönheit ihrer
Kinder=
träume, in denen dieſe Stadt eine ſo große Rolle geſpielt hatte,
war nichts zu ſehen. Enttäuſcht ſchritt ſie über den Platz und
bog ſchnellen Schrittes aufs Geratewohl in die erſte Straße ein,
die nach der inneren Stadt führte. Ein paar verwegen
aus=
ſehende Burſchen verſperrten faſt den Eingang zu der ſchmalen
Straße. Raſch huſchte ſie an ihnen vorüber. Sie hatte bemerkt,
daß zwei davon ſich von der Gruppe losgelöſt hatten und ihr
nun folgten. Je weiter ſie ging, deſto verdächtiger wurde ihr
dieſe Straße. Aus jedem Haus tönte Muſik, und kleine,
ſchmutzige Kinder tanzten auf dem ſchmalen Fußweg dazu,
wäh=
rend ihre Mütter mit blaſſen, elenden Geſichtern träge daneben
ſtanden, meiſt noch einige Kinder an ſich hängend. Was war
das nur für eine entſetzliche Straße?. Am liebſten wäre ſie
wie=
der umgekehrt; aber um keinen Preis wäre ſie nochmals an jenen
Burſchen vorbeigegangen, die in einiger Entfernung hinter ihr
herkamen. Voller Augſt blickte ſie die Straße entlang, als
er=
warte ſie von irgendeiner Seite Hilfe aus dieſer Bedrängnis.
Aus den Häuſern klang Schreien und Lärmen; betrunkene
Män=
ner ſtolperten mit ſtumpfen, vertierten Geſichtern an ihr vorüber;
Gruppen von lichtſcheuem Geſindel ſtanden in den
tieferliegen=
den Häuſerniſchen. Dort taſtete ſich eine Frau mit wirrem,
grauem Haar und verſchwommenen Augen in dem gedunſenen
Geſicht unſicher eine Kellertreppe hinab. Als die Alte die Tür
des tief liegenden Kellerlokals öffnete, drang Chriſtine eine
dumpfe, unheimliche Muſik entgegen, ſo als kämen dieſe Klänge
unheilverkündend von ganz weit her. und ein wahres Entſetzen
kam über ſie, als ſie wüſtes Schreien, untermiſcht mit „chrillem
Pfeifen, dazu vernahm. Da ſchloß ſich die Türe gleich wieder
hinter der Betrunkenen, und alles war verrauſcht wie ein böſer
Spuk. Der Keller lag wieder in dumpfer Ruhe,
Nahm denn dieſe furchtbare Straße gar kein Ende?
Chri=
ſtine lief wie gehetzt und wäre beinahe über den Fuß eines
Burſchen gefallen, den dieſer ihr abſichtlich geſtellt hatte, um ſie
dann auffangen zu können. Sie blickte in ein freches,
laſter=
haftes Geſicht, das von einer breiten Narbe entſtellt war, und
aus dem ein Paar ſtechende, rotunterlaufene Augen ſie
unver=
ſchämt anlächelten.
„Laſſen Sie mich los!” ſchrie Chriſtine entſetzt auf und hob
ihre Reiſetaſche wie zum Schlag. —
Da tauchten um die Ecke die Helme zweier Schutzleute auf,
und im ſelben Augenblick war der junge Menſch wie von der
Erde verſchwunden.
Faſt beſinnungslos vor Angſt ſtand Chriſtine jetzt vor den
beiden Schutzleuten. „Um Gotteswillen, helfen Sie mir! Ich
weiß nicht, wohin ich hier geraten bin. Ich komme von der
Bahn und will mir in der Stadt Wohnung ſuchen. Sind denn
hier alle Straßen ſo ſchrecklich wie dieſe?” flüſterte ſie, ſcheu um
ſich blickend.
Aieetgge
u2
EUSSspupER
Die beiden großen Männer ſahen lächelnd auf das vor
Er=
regung zitternde Mädchen, und der eine ſagte: „Die
Nieder=
ſtraße iſt wohl einzig in ihrer Art. Sie ſind eben gleich in
Hamburgs ſchlimmſte Gegend gekommen. — Wohin wollen Sie
denn? Wir werden Sie aus der Straße herausbringen, damit
Sie nicht nochmals beläſtigt werden.”
Chriſtine ſagte nun, daß ſie bei der Firma Döhlen in der
Ferdinandſtraße angeſtellt ſei und auch dort in der Nähe
woh=
nen möchte. Dann ſtrebte ſie an der Seite der beiden Männer
eilig weiter. Nur aus dieſer abſcheulichen Straße heraus —
dachte ſie und wußte nichts mehr von all den Wunderdingen,
mit denen ihre kindliche Phantaſie einſt dieſe Stadt
ausge=
ſtattet hatte. So groß war ihre Enttäuſchung!
Da ſtockte mit einem Male ihr Fuß, und kaum vermochte ſie
einen leiſen Ausruf des Erſtaunens zu unterdrücken. — Ein
Trupp Schiffsvolk aus aller Herren Länder war neben ihr aus
einer Kneipe herausgekommen, und ein ſeltſames
Sprachenge=
wirr von den Lippen dieſer ſchwarzen, braunen und gelben
Meuſchen klang an ihr Ohr. — Blitzartig tauchte da ihre
Erinne=
rung an jenen Abend auf, da ſie das erſtemal von Hamburg
hörte. — Sie war alſo doch in dieſer Stadt, von der aus die
weite Welt da draußen ihren Anfang nahm.
„So, nun ſind Sie außer Gefahr,” ſagten die beiden
Schutz=
leute. „Dort, am Ende der Straße, ſehen Sie das Rathaus. Da
kann Ihnen jeder weiter Beſcheid ſagen.”
Wie erlöſt ſtand Chriſtine auf der breiten Straße. Sie
atmete mit vollen Zügen die kräftige Abendluft ein und fühlte,
wie ihr allmählich der Mut wieder zurückehrte, den ſie da unten
in der Straße ſo völlig eingebüßt zu haben glaubte. Sie ſah
nun ſchon die hellerleuchteten Läden mit den prächtigen
Aus=
lagen und verglich damit den kleinen Laden am Markplatz
daheim, der ihr bisher immer ſo beſonders ſchön erſchienen war.
Ihre Gedanken irrten in die Heimat zurück. Der Abſchted von
der guten, alten Thereſe, die ihr tauſend Natſchläge mit auf den
Weg gab und dazwiſchen immer wieder geflüſtert hatte: „. und
führe uns nicht in Verſuchung, ſchnürte ihr faſt die Kehle zu,
daß ſie vorwärts ſtarrte, um nicht den Tränen freien Lauf zu
laſſen. Dann Schweſter Marianne, die allzeit Gütige, ja ſie gab
ihr keine Ratſchläge mit, ſie ſagte nur: „Iſch weiß, du wirſt dir
immer treu bleiben, kleine, ſtarke Chriſtine. Der liebe Gott ſei
mit dir!” und alle anderen waren lieb und gut zu ihr geweſen.
Nur Schweſter Paula war kühl wie immer und hatte geſagt:
„Nimm dich in acht vor dem Großſtadtpflaſter! Das iſt heiß,
und mancher hat ſich da ſchon die Füße verbrannt!“
Chriſtine zog die Lippen zuſammen bei der Erinnerung an
Schweſter Paula. Pah — mag ſie ſo reden. Sie mochte mich
nie leiden — und ich ſie auch nicht,; geſtand ſie ſich ſelbſt lächelnd
ein. Jemand hatte noch Suſie Peters erwähnt, und ob ſie dieſe
wohl beſuchen werde. Da hatte ſie nur abwehrend den Kopf
geſchüttelt.
„Suſi iſt ja doch wirklich auch in dieſer Stadt, dachte
Chri=
ſtine weiter, und ihr Herz zuckte für eine Sekunde freudig auf.
Im raſchen Gehen war ſie indeſſen an ihrem Ziele
ange=
langt und hatte auch nach einigen vergeblichen Anfragen bald
ein ihr zuſagendes Unterkommen gefunden.
(Fortſetzung folgt.)
DadrMee dadTAAAtA
2 e phr
in verschied. hübschen
Streifen . .065, 0.50,
Z e phir
80 br., in viel. hellen und
dkl. Streiten 0.95, 0.80,
2 e phir
für eleg. Herrenhemden,
80 cm br. 1.65, 1.45,
Z e phir
80 cm breit, in aparten
Karostellungen .
Bettkattun
80 cm br., in vielen häbschen
Blumenmustern . . 0.78, 0.68,
Bettzeu
80 cm breit, blan und rot
kariert . . . . . . . . 0.78,
Bettkattun
130 cm br., hübsche Blumen-
.. 1.45,
musterungen
Möbel-Kattun
geschmackvolle mod. Dessins,
80 om breit.
1.10,
A
B1au tu ch
für Schürzen . . . 1.00, 0.78,
Sportflanell
verschiedene hübsche Streifen
080, 0,68,
Kleider-Druck
in vielen Dessins . 0.90, 0.78,
Kleider-Schotten
für Schnlkleider, verschiedene
Musterungen . . . 1.30, 1.15,
s Schürzan-Cretonne
S 80 cm breit, in hübsch.
S bunten Mustern 0.98,
s Schürzen-Siamosen
S ca. 115 cm br., viele helle
S u. dunkl. Streik. 1.30,1.15
sBchärzen-Druck
S ca. 115 br., in viel. Strei-
* fenmustern . 1.45,1.35,
sKnaben-Droll
S für Kieler Anzüge,
blan-
s weiß gestreit . . 1.45,
T TIOOTAltA
Hemdentuch
grobfäd. Ware, 80 cm br.
080, 068, 058,
sC ro 1sé
gut gerauhte Oualität,
80 cm br. 1.15, 0.98, 0.75
M a c C O
80 cm br., für feine
Leib-
mäsche 0.95, 0.85, 0.78,
I. 1 n o n
80 cm br., f Kopfkissen
1.10, 0.85, 0.78,
Rentorcé
teinfäd. Ware, 80 cm br.
1.35, 1.20, 1.00
Hau stuch
80 cm breit. . . . 1.15, 0.98,
Halb leinen
80 cm breit, für Kopfkissen
1.70, 1.35.
25
Jaustussssaan
Handtuchstott
grau Gebild, 0.45, 0.38, 0.24,
S Handtuchstotf
Gerstenkorn, mit bunter
Kante ..058, 0.48, 0.35,
Handtuchstoft
weiß Gebild, 0.78, 0.,68, 0.50
Handtuchsrott
mit häbsch. Mnstern,
Halb-
leinen . . 1.35, 1.10, 0.95,
Bett-Damast
130 cm br. schöne
Band-
streiten 1.95, 1.58, 1.35,
Bett-Damast
hübsche Blumenmnster,
130 br., 2.95, 2 50, 1.95,
Bett-Damast
160 cm br., gestreift
2,75, 2.50, 1.95,
Bett-Damast
160 br., in hbsch. neuen
Blumenmust. 2, 75, 2.25,
Halbleinen
150 cm br., für Bettüch.
2.50, 2.20, 1.80,
Beachtenswerte
Auslagen
(Waldlust); Geschwister Mutschler, Erustmühl
Residenz-Theater
Erinnerungen einer Aonne
6 Akte. Regie: Arthur Bergen. — In den Hauptrollen:
Imogene Robertson, Camilla v. Hollay, Eilen Kürtl.
Wild-West und Abenteurer-Roman in 5 Akten
(*15460
Der Teufel von Takota
Anfang 3½ Uhr.
Tom Talle, der neueste Kowboy-Darsteller.
Nach dem Roman von Hans Land mit Hans Mierendorff.
Harry Liedtke i Faschingszauber
Anfang 31/, Uhr.
Von 31/, bis 6 Uhr haben Ingendliche Zutritt.
Seite 14
Freitag, den 10. Juni 1927
Nummer 159
Palast-Lichtspiele
Das Programm der Ueberraschung:
Lya de Putti, Werner Krauß
sind die Träger dieses Films
Tragikomödie zwischen Mann und Fran
in 5 Akten, voll Spannung und Humor.
Der stumme Ankläger
(Der Wolfshund als Befreler)
Die größte Leistung eines Schäferbundes 9478
6 sensationelle Akte interessanter Ereignisse
Neueste Wochenschau.
Anfang 3½ Uhr.
Reſtauration Robert Kümmerlein
ByffuhlR cherstr asse
Samstag, den 11. Juni. abds. 8 Uhr
Groß. Garien-Vomzert
mit IIIumination des Gartens
O Eintritt frei e
Bei ungünstig. Witterung findet
das-
selbe inden Wirtschaftsräumen statt
Bühnenvolksbund
Neuanmeldungen für das
Spiel=
jahr 1927—1928 werden jetzt ſchon in
der Geſchäftsſtelle, bei Chriſtian Arnold,
am weißen Turm, entgegengenommen.
Der Vorſtand.
9482)
Die Ausstellung
Gemälde und Graphik
von A. von Bellersheim
Wilhelminenstraße 42, Erdgeschoß
bleibt bis zum 15. geöffnet.
Vormittags 11-1, nachm. 4-5½. (15467
Johanneskirche 8/44 Uhr
Prahms Gedächtnisfeiet
veranſtaltet von der
„Vereinigung
Darmſtädter Holiſtinnen”
(Leiter: Bernd Zeh)
unter Mitwirkung von
(*15309
Heinrich Hölzlin (Baß)
AuguſtNiebergall (Orgel)
Ziſchhaus Fertig
Markt 4 Telephon 641 Karlſtr. 47
Aus friſchen Zufuhren empfehle:
Schellfiſche, Kabliau,
Seelachs, Backfiſche, Heilbutt,
Salm, Roizungen
ſofort
Ptano Mk. 4.50
Flügel Mk. 5.50
durch (9222a
erſtklaſſigen
Konzertſtimmer
Klarier-Arnold)
Eliſabethenſtr. 28
Tel 2457, 975
Gelegenheitskauf!
Einen größer. Poſten
erſtkl. Fahrräder
geben, um damit zu
räumen, ſehr billig ab.
Donges & Wiest.
(7676a
Beſondere
Gelegenheit
faſt neues
äußerſt preiswert
auch auf Teilzahlung
zu verkaufen.
Klavier=Arnold
Eliſabethenſtr. 23
Beſſere Wäſche
zum Waſchen u. Bügeln
(auch Stärkewäſche)
wird, nach Jugenhe m
angenommen.
Scho=
nendſte Behandlung,
kein Maſch.=Betrieb.
Anfragen unt. J 147
a. d. Geſchſt. (9380mdr
Fahrrad=Decken
u. Luſtſchläuche
xtra prima, kaufen
Sie billig bei
B. Orio
Karlſtraße 14 (79562
Neue Matjesheringe
Stück zu 25, 30, 35 Pfg.
Täglich friſche
Süßrahm=Butter
467) ½ Pfund 95 Pfg.
„Hoike-
Schreihmaschinen
W.Heckmann
Bürobedarf
Papierhandlung
Mühlstr. 72
Erleichterte
Zahlungsbedingung.
(419a)
Die Zeiten ändern sich!
Heute kann jeder Herr Fertigkleidung
tragen, denn groß ist die Auswahl in
Formen und Größen. Selbst der
korpu-
lente Herr findet etwas Passendes. Wer
sparen möchte und doch gut gekleidet
gehen will, der prüfe dieses Angebot
Herren-Anzüge
in vielen Preislagen . 0.
schon von Lu- an
Sport-Anzüge
flotte Formen . . .
schon von 20. an
Blaue Herren-Anzüge
unsere besondere
Lei-
stungsfähigk, schon v. 30, an
Frühjahrs-Mäntel
in vielen Farben
sehon von 30. an
Loden -Mäntel
stets praktisch .
gehon von 10. an
Wind-Dacken
verschiedene Stoffe".
gehon von 9.50 zn
Knickerbocker
Breches-Hosen
Tennis-Hosen
alles billig und gut!
Desgleichen
Anaben-Bekleidung
Wasch- und Tiroler-
Anzüge
(9464
Kommen Sie zu uns,
wir bedienen Sie gut!
V
O
Erdbeeren
und Kirschen
täglich friſch (94242
Lebensmittelhaus
1. Schellhaas
Karlſtraße 50.
Ausſchneiden!
Aufheben:
Gummimäntel werd
gereinigt u repariert.
Wollheß, Gr.
Ochſen=
gaſſe 13. (*15375
Viktoria-
Motorräder
Ph. Huck,
Alexander=
ſtraße 6. (9377a
larllsche, ub eraus milcke lage, osoneliche Waldlut, herliche
schattige Waldspasierwege, Kuranlagen, berühmte
Koster-
ruinen, Kurmustk, Fluß, Lutt= und Sonnenbad, Kahnfahrten.
Eigenes Pischmasser, Beste Verpllegung in Hotels, Gasthofen
und Pensionen. Sanatorium für Nerverkranke. —
Schnellzugs-
anschluß. — Ausk. u. Prosp. d. d. Kurverwaltung, Tel. Calw 150
Hotels: Kurhotel Kloster Hirsau, neuzeitlich einger,, fließ.
Wasser, Zentrall., Direktlon Fr. Bopp; Hotel L5wen,
neu=
setl. einger, Hieß. Wasser, Zentralh. Bestzer Otto Stot=
Gasthöfe: Rößle, Bes. H. Bilharz; Waldhorn, Bes. P.
Non-
nenmann; Schwanen, Bes. E. Ganzhorn.
Penslonen: Oscar Adam, Weinstube: Geschw. Weis Gulg
Waldeck); Emil Oesterlin (Pension Klösterle); Gage. Zur
Kluge
Hausfrauen
kaufen
a Kern=Geifen
Seifenpulver
alle Waſchmittel zu
den billigſten
Tages=
preiſen nur bei
Seifen=Lehner
Waldſtraße 11
Wiederverk. höchſte
Rabatte (8218a
Boog, 9. Juni 1927.
Waſſerhöhe . 3 03 m
Luftwärme . 140 C.
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 15‟ C.
Woogs=Polizei=Wache
2oooooooooooeoeoee
Geſunde Nahrung erzielt geſundes Blut.
Die Küche derNeuzeit
Auf vielſeitigen Wunſch wird in Ergänzung des
1. Kochkurſus ein weiterer
Kocratfnt
theoretiſch und praktiſch
mit Koſfproben
geleitet von Frl. Frieda Mangold aus Herrliberg=
Zürich, am 13., 15., 16. und 17. Juni (Montag,
Mittwoch, Donnerstag und Freitag), jeweils abends
8 Uhr, im Saale der „Eintracht‟,
Eliſabethen=
ſtraße 12, veranſtaltet.
Der Unkoſtenbeitrag für den einzelnen Abend,
einſchließlich Koſtproben, beträgt Mk. 1.30; für alle
4 Abende zuſammen Mk. 4.50.
Karten im Reformhaus Vraunwarth,
Ernſt=Ludwigſtraße, und an der Abendkaſſe. (9477
Preis=Kegeln
in Groß=Zimmern bei
Joh. Hch. Dietrich I., Angelſtr. 66.
geht zu Ende
SWertvolle Preiſe O
1 Wurf a 3 Kugeln 30 Pfg. (*15433
Höchſtwurf bis heute 18 Kegel.
Kegelzeit: Sonntag, nachm. ab 2 Uhr.
S0MMER DER MUSIR
FAHNRFÜRTRM MRIA
INTERHRTIOHRIE
AASSTELLUNK
11. JUN1 — 28. AUGUST
LRdSSE TONZERTE
Kondtoreln. Lafe Egenrieder
Telef. 2177, Niederramſtädterſtr. 14
Empfehle täglich friſch:
Erdbeertorten mit Sahne
zu Mk. 1.50, 2.00 und 3.00 (9476
Obstkuchen, Butterteig
Böden
ohne Beleg zu Mk. 1.— und 0.60.
BAD TOLZ
in den Bayer. Alpen
Deutschlands größtes Jod-Bad
bei Arterienverkalkung, Nerven-, Stoff:
wechsel- und Frauenleiden (I Mch 4637
Heſſiſches Landestheater
D 23 Großes Haus D2B
Freitag, den 10. Juni 1927
abends 7½ Uhr
König für einen Tag
(Wenn ich König wär!)
Komiſche Oper in 3 Akten von d’Ennerh
und Breſil. Muſik von Adolf Adam
Ueberſetzt und für die deutſche Bühne
bearbeitet von Paul Wolff
Muſikaliſcher Leiter: Max Hüsgen
In Szene geſetzt von Oscar Fritz Schuh=
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Moſſoul, König von Goa . Leo Barczinsky
Prinzeſſin Neméa, ſeine
Joh. Buchheim
Couſine ."
Prinz Kadoor ſeinVetter. Alfred Karen
Zephoris, ein armer Fiſcher . Joſe f Poernel
Zelide, ſeine Schweſter . S. Müller=Wiſcht:
Piféar, ein Fiſcher . . Eugen Vogt
Zizél, Küſtenaufſeher Heinrich Kuhn
Atar, Kriegsminiſter . . Werner Scharff
Iſſalim, Leibarzt des Königs . Hans Ney
Der Großadigar . . . . . Adolf Klotz
.. . Chriſtoph Möbus
Ein Sklave
. . . . . . Rudolf Strzeletz
Brahminen . . . . . . Otio Horina
.. . . . . Carl Ebert
. . . . . . Oscar Grauert
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraun
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſe
Pauſen nach dem 1. und 2. Akt
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10uN
Samstag, 11. Juni, K 17 (Bühnen=
Volk=
bund). Nathan der Weiſe. Anfang 74
Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Sonntag, 12. Juni. E 25, Aida. Anfarg
6½ Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Montag, 13. Juni. Achtes (letztes) Sinfoni”
Konzert. Leitung: Joſeph Roſenſtock.
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 1—7 Mk.
Kleines Haus: Geſchloſſen.
Parkett-Reinigung
Nühlſtr. 26 Gebr. Lang Telef. 141
7050a1
Paßbilder
in einer Stunde 7457a
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bldichſtr. 0. Xd. 191z.
Württ, Schwarzwald
450 m u d. M.
für Frauenkrankheiten,
Mast- und Entfettungskuren *
— Günstiger Aufenthalt für Erholungsbedürftige —
Besitzer und leitender Arzt: Dr. med. Paul Reinöhl. s
chloß Wildberg
anatorium innere u. Vervenleiden
Dad TahgenschHäuden
Ftaßk und. Mootbad.
Blutarmut Frauenleiden Herzkrankheiten