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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 154
Samstag, den 4. Juni 1927.
190. Jahrgang
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ſz Dolſar — 420 Markl. — Im Falle höbener
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Sireik uſw. erliſcht
ebe Berwſchng” auf Cſtung der
Anzelgen=
auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Kotu” oder grichlſcher Beſteldung ſant ede
Nabat weg. Banſſonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſädier und Nalonalban”.
Um die Kontrolſe der Oſtfeſtungen.
Räumungsſabotage.
Der Streit um die Kontrolle. — Die Polen
ſollen aufFrankreichs Wunſch beim Völkerbund
Inveſtigation gegen Deutſchland beantragen.
Die Franzoſen geben keine Ruhe. Sie führen mit ihrer
nationaliſtiſchen Preſſe den Kampf um das Recht auf Kontrolle
der zerſtörten Oſtbefeſtigungen weiter, und ein Teil der deutſchen
Oppoſitionspreſſe leiſtet ihnen dabei leider Sekundentendienſte,
nur um die Deutſchnationalen in innere Schwierigkeiten
hinein=
zubringen. Tatſächlich liegen doch die Dinge ſo, daß Deutſchland
nicht die geringſte Veranlaſſung hat, über die eingegangenen
Verpflichtungen auch nur einen Zentimeter hinauszugehen.
die Zerſtörungen zu kontrollieren, ſo hätte ſie es damals nur zu Eindruck einer Demonſtration.
ſagen brauchen. Vermutlich wäre eine Verſtändigung darüber
möglich geweſen. Heute dagegen würde das wieder eine neue Hausſuchung in der Sowjetgeſandtſchaft in Mexiko.
Nachgiebigkeit Deutſchlands bedeuten. Dabei hat es Deutſchland
doch, bei Gott, an dem guten Willen zur Verſtändigung nicht
fehlen laſſen. Wir glauben auch, daß die Verhandlungen, die doch
ſchon vor längerer Zeit eingeleitet wurden, aller Vorausſicht nach
zu einem Ergebnis führen werden. Es hat alſo an ſich gar keinen
Zweck, den Streit um das Kontrollrecht weiter fortzuführen.
Man täte beſſer daran, abzuwarten, ob nicht die von deutſcher
Seite unterbreiteten Vorſchläge zu einer Einigung führen.
Allerdings iſt der Weg, der jetzt von Paris eingeſchlagen wird,
um uns gewiſſermaßen unter Druck zu ſetzen, nicht allzu
zweck=
mäßig. Die Franzoſen deuten nämlich an, daß Polen vielleicht
zu dem Mittel greifen könnte, beim Völkerbund eine
Inve=
ſtigation gegen Deutſchland zu beantragen, um auf dieſem Wege
das zu erzwingen, was im Guten von uns nicht zu erreichen
wäre. Die Möglichkeit, daß Polen einen ſolchen Antrag ſtellt,
iſt theoretiſch ſicher vorhanden. Es fragt ſich nur, ob der
Völker=
bundsrat bereit iſt, daraufhin den ganzen Apparat der
Inve=
ſtigation in Tätigkeit zu ſetzen. Es fragt ſich aber auch, ob er das
Recht hat, denn juriſtiſch könnte ſich Deutſchland auf den
Stand=
punkt ſtellen, daß einer Inveſtigation nur Rüſtungen unterliegen,
die nach 1919 vorgenommen worden ſind, da die Beibehaltung
der Oſtfeſtungen uns im Verſailler Vertrag zugeſtanden worden
iſt und wir infolgedeſſen auch das Recht haben
Moderniſierungs=
arbeiten vorzunehmen, daß daher das ganze Kapitel durch die in
Verſailles getroffenen Feſtſtellungen der Inveſtigation nicht
un=
terliegt. Das Ganze iſt aber vorderhand nur ein Streit um
Worte, denn wir glauben nicht, daß Polen es darauf ankommen
laſſen wird, ſich vor dem Rat wegen einer Lappalie, denn etwas
anderes bedeuten die in Frage kommenden Unterſtände nicht,
eine ſchwere Niederlage zu holen.
Der neue Präſident der Saarregierung ein Engländer.
Saarbrücken, 3. Juni.
Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, iſt zum
Nachfol=
ger des aus der Regierungskommiſſion ausſcheidenden
kamadi=
ſchen Präſidenten Stephens der britiſche Diplomat Sir Herne
Wilton auserſehen worden. Wilton, der 57 Jahre alt iſt und
gegenwärtig im Ruheſtand lebt, betätigte ſich faſt ausſchließlich
im engliſchen Konſulatsweſen und war zuletzt Kontrolleur der
Salzſteuer in China. An der Durchführung des Verſailler Ver= lich des Abbruchs der ruſſichengliſchen Beziehungen die
Situg=
trags war er als Berater in Riga und als Abſtimmungsleiter rung ſoll beabſichtigen, neue Vorſchläge an die polniſche
Regie=
in Teſchen beteiligt. Wilton, deſſen offizielle Ernennung in der
Ratsſitzung am 13. Jumi erfolgen dürfte, ſoll, was von größter
Bedeutung für ſeine Aufgabe im Sagargebiet iſt, die deutſche
Sppache durchaus beherrſchen.
Stephens, deſſen Rücktritt im Saargebiet lebhaft bedauert
wird, war dadurch in eine unhaltbare Lage geraten, daß er als
Präſident der Kommiſſion häufig Beſchlüſſe durchführen mußte,
die von der francophilen Mehrheit der Kommiſſion gegen ſeine
Ueberzeugung durchgeſetzt wurden. Da er ſich gegen die
neutrali=
tätsfeindliche Mehrheit, die ſich noch immer als ausführendes
Organ des Quai dOrſay betrachtet und deren verbiſſene
deutſch=
feindliche Einſtellung in den letzten Tagen wieder durch den
Er=
laß beſonderer Einreiſeerſchwerungen aus dem Reich ins Saar= zu nehmen iſt. Die Regierung wünſcht, den gegenwärtigen Kurs
gebiet illuſtriert worden war, nicht durchzuſetzen vermochte, gab
er in der Märzdagung ſeine Demiſſion.
dern zum erſten Male ein Engländer iſt, beſondere Beachtung.
die am 13. Juni zur Einführung kommenden
Sgarbahnſchutz=
truppen bereits zum Ausdruck kommt.
Tſchitſcherins Berliner Programm.
Von unſerer Berliner Redaktion.
* Berlin, 3. Juni. (Prib.=Tel.)
Aus Anlaß der Anweſenheit des ruſſiſchen Außenkommiſſars
Tſchitſcherin in Berlin findet in der ruſſiſchen Botſchaft ein
Früh=
ſtück ſtatt, zu dem auch dem Reichsaußenminiſter und dem
Kanzler Einladungen zugegangen ſind. Es hat ſich nachgerade
zu einer Tradition entwickelt, daß Tſchitſcherin kurz bevor die
vermutlich die Gelegenheit benutzen, um demonſtrativ ſeine guten
Beziehungen zu Deutſchland zu betonen, nicht nur, um England
zu ärgern, ſondern auch um den Gegenſatz zwiſchen
Deutſch=
land und den Weſtſtaaten zu vertiefen, wobei er aber bei uns
richt viel Glück haben dürfte.
Ruſſiſch=litauiſche Differenzen.
Litauen plant eine Hausdurchſuchung im Gebäude
der auſſchen Handelberrelung in Kang.
EP. Wien, 3. Juni.
Nach einer Meldung aus Kowno hat die litauiſche Regierung
beſchloſſen, im Gebäude der ruſſiſchen Handelsvertretung eine
Hausdurchſuchung vorzunehmen, wie das in England geſchehen
iſt. In politiſchen Kreiſen glaubt man, daß ein ſolcher Schritt
führen wird. Geſtern abend wurde die Kownoer Garniſon
glar=
miert und marſchierte durch die Hauptſtraßen der Stadt. Sie
zog am Gebäude der ruſſiſchen diplomatiſchen Vertretung und
Wenn die Gegenſeite den Wunſch hatte, nachträglich noch einmal der Handelsvertretung vorbei. Dieſe Veranſtaltung machte den der gktuellſten und peinlichſten Fragen, nur um ſich ganz und
Ein Telegramm aus Mexiko beſagt, daß in der vergangenen
Nacht mehrere merikaniſche Detektiwe in die Räume der
Sowjet=
geſandtſchaft eindrangen, wo gerade eine Geheimſitzung ſtattfand.
Die Detektive verhafteten etwa zehn der kommuniſtiſchen
Propa=
ganda verdächtige Perſonen, die mehrere Stunden lang gefangen
gehalten und erſt auf das Verlangen des erſten Legationsrates
der ruſſiſchen Geſandtſchaft freigelaſſen wurden. Heute
vormit=
tag veröffentlicht die Polizei ein Comuniqué, in dem erklärt
wird, daß die Hausſuchung irrtümlicherweiſe ſtattgefunden habe.
Die Abreiſe der Ruſſen aus London.
EP. London, 3. Juni.
Am heutigen Geburtstage des engliſchen Königs verließen
der ruſſiſche Geſchäftsträger Roſengolz und der Chef der ruſſiſchen
Handelsdelegation Kinchuck ſowie 30 Beamte der Sowjetbotſchaft
mit ihren Frauen London mit dem fahrplanmäßigen Zuge nach
Oſtende, um von da aus nach Berlin weiterzufahren. Die Polizei
hatte den Teil des Bahnſteiges, wo der Wagen für die Ruſſen
bereitſtand, abgeſperrt. Es gelang jedoch mehreren Hundert
Perſonen, die polizeiliche Abſperrung zu durchbrechen, worauf
ſie abwechſelnd die Internationale und die „Rote Flagge” ſangen
und zugunſten der Ruſſen demonſtrierten. Andere auf dem
Bahn=
hof anweſende Perſonen riefen: „Nieder mit den Ruſſen!” und
verſuchten die Nationalhymne anzuſtimmen. — Der ruſſiſche
Dampfer „Youſhar” verließ heute in den frühen Morgenſtunden
den Londoner Hafen.
Ein ruſſiſches Garantiepaktangebot an Polen.
TU. Riga, 3. Juni.
Wie aus Moskau verlautet, hat die Sowjetregierung den
Warſchauer Geſandten Wojkow nach Moskau berufen, um
anläß=
tion Rußlands gegenüber Polen zu beraten. Die
Sowjetregie=
rung über den Abſchluß eines Garantievertrages zu machen. Der
Reiſe Wojkows nach Moskau wird ruſſiſcherſeits beſonders große
Bedeutung beigemeſſen, weil Wojkow ſeit zwei Jahren nicht mehr
nach Moskau gekommen iſt.
Italiens Finanzlage.
Lira muß auf den Weltmärkten die größtmögliche Kaufkraft ge= Gebarung mit Recht genial nennen.
ſichert werden, wobei auf die Wirtſchaftslage Italiens Rückſicht
der Lira zu halten, damit ſich die Landwirtſchaft und die
In=
duſtrie auf dieſen Kursſtand einſpielen können. Ich bin der
Bei der Ernennung ſeines Nachfolgers verdient der Umſtand. Meinung, daß die Zeit bis zum Herbſt ausreichen wird, um es
daß dieſer nicht, wie man urſprünglich annahm, Kanabier, ſon= dem Handel und den Kreditinſtituten zu ermöglichen, ſich mit der
neuen Währungslage in Einklang zu bringen. Ich gedenke, die
Damit engagiert ſich England ſtärker als bisher an der Saar= Steuern auf die Zuſammenlegung von Unternehmungen herab= die Staatsordnung in den Vordergrund zu rücken. Die Kammer
frage, was auch in der Stellung eines endgültigenKontingentes für zuſetzen. Die Ueberwachung der Kapitalserhöhungen werde fort= erweiſt ſich dabei aber nicht wilfährig. Die Deputierten durch=
In den erſten vier Monaten dieſes Jahres ſonk die
Warenein=
fuhr um eine Milliarde gegen den entſprechenden Zeitraum des
Vorjahres, während ſich die Ausfuhr in den beiden Zeiträumen
auf ziemlich gleicher Höhe hielt. Der Goldwert des Defizits der
italieniſchen Außenhandelsbilanz iſt dauernd geſunken, ſo daß
dieſes Defizit im Laufe der letzten vier Jahre in die Grenzen der
Vorkriegszeit zurückgeſchraubt wurde.
Die Zahlungsbilanz befindet ſich im Gleichgewicht. Die vom
Auslande erhaltenen Kapitalien, ſind für den Augenblickck im
kommener Regelmäßigkeit und hat bereits die fälligen Zahlungen
an die Vereinigten Staaten und England geleiſtet.
Selbſtver=
ſtändlich läßt ſich eine ſolche Lage nur aufrechterhalten, wenn der
deutſche Delegation nach Genf fährt in Berlin erſcheint. Er hat heitlichung der Banknotenausgabe in der Bank von Italien hat Zu dieſen rechnet man in Frankreich auch Muſſolini. Seine
auch diesmal wieder an dieſem Brauch feſtgehalten und wird ſich ruhig und präzis vollzogen und die ſcharfe Ueberwachung des
Umlaufes ermöglicht. Dieſer hatte am 31. Dezember, beinahe ſchon gewöhnt, ſie als unagbänderliche Naturereigniſſe aufzufaſſen.
noten dar.
Pariſer Stimmungen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, Anfang Juni.
Eine Woche lang hat Paris und das ganze franzöſiſche Volk
ſich nur mit dem Ozeanflug befaßt und von nichts anderem
ge=
ſprochen, als von den Feierlichkeiten um Lindbergh. Nun weiß
man zwar, daß dieſe Feiern auch der Verſöhnung mit Amerika
galten; es wäre indeſſen ungerecht, in all den Manifeſtationen
nur Politik zu erblicken und daraus etwa übereilte Konſequenzen
zu ziehen. Wer in Paris mit den Pariſern zuſammenlebt, der
mußte tatſächlich die Begeiſterung um Lindbergh mitempfinden.
Was aber wieder nicht ausſchließt, daß die führenden Kreiſe
alles getan haben, dieſe Begeiſterung wach zu halten. Man macht
gerne eine Geſte nach Amerika, und man freut ſich aufrichtig und
zum Abbruch der Beziehungen zwiſchen Litauen und Rußland innerlich, daß es endlich eine ſchöne Sache gibt, für die wan ſich
begeiſtern kann, ſtatt ſich ewig mit der häßlichen und peinlichen
Politik abzuplagen. Beſonders die Preſſe hat ſich in dieſem
Punkte hervorgetan. Sie verzichtete gerne auf die Behandlung
mit voller Seele Lindbergh widmen zu können.
Das alles iſt aus der innen= und außenpolitiſchen Situation
zu verſtehen. Die Ereigniſſe haben aber trotz Lindberah
uner=
bittlich ihren Lauf fortgeſetzt, die Politik ſtagnierte nicht, auch
wenn man weniger über ſie ſprach.
Noch immer dreht ſich alles um Moskau und London.
Frank=
reich iſt in dem engliſch=ruſiſchen Streite, wie man offiziös
be=
tont hat, neutral. Das empfindet man hier an und für ſich ſchon
als eine heikle Lage. Denn — rein pſychologiſch —iſt der Franzoſe
unfähig, neutral zu ſein. Er begreift die Neutralität nicht bei
den anderen, und wenn er ſelbſt gezwungen iſt, neutral zu
blei=
ben, wird er von einer tiefen „malaise” erfüllt und verliert ſeine
Sicherheit. Zum Glück ſcheint es aber mit der Neutralität
zwi=
ſchen Moskau und London nicht ſo allzu weit her zu ſein, daß
man ſich um das ſeeliſche Gleichgewicht der franzöſiſchen Polittk
beunruhigen müßte. Man neigt zu London..."
Der Zwieſpalt iſt aber doch vorhanden. Er macht ſich in
jeder Beziehung bemerkbar. In der Außenpolitik konſtatiert man
eine Zurückhaltung und Unſicherheit, wie ſeit langem nicht. Was
übrigens ziemlich viel beſagen will. Briand hütet ſich, das Wort
zu ergreifen, trotzdem bei der Oppoſition die Neigung beſteht,
ihn unter allen Unſtänden zu Erklärungen zu zwingen. Er
be=
ſindet ſich ebenſo wie ſeine Außenpolitik auf einem heiklen Punkt.
Und deshalb möchte er warten.
Briand hat ſich in London nicht ganz den Engländern
ver=
ſchrieben. In London wurden wichtige Vereinbarungen
getrof=
fen, in erſter Linie über fernöſtliche Probleme. Es beſtätigt ſich
aus kleinen Anzeichen mehr und mehr, daß die Mächte Wege
und Mittel gefunden haben, ihre Differenzen in der chineſiſchen
Politik durch Kompromiſſe, welche nur chineſiſche
Fra=
gen berühren, auszugleichen. Manche denken ſogar, daß
ſelbſt Amerika dieſem Ausgleich nicht ſo ferne ſteht, wie man es
urſprünglich annahm.
Frankreich hat ſein ſelbſtändiges Vorgehen Rußland
gegen=
über offen betont. Das bedeutet aber keineswegs, daß die
eng=
liſche und franzöſiſche Diplomatie gegenſeitig über ihr Vorhaben
im Unklaren waren oder ſind. Und die Lage der Ruſſen im
Paris iſt dadurch nicht erleichtert. Aber auch ſonſt iſt ſie nicht
leicht. Seit jeher haben ſich die Sowjets in Paris äußerſt
unge=
ſchickt benommen. Die Sowjetdiplomatie hat pſychologiſche
Mo=
mente, wie ſie nie mehr wiederkehren werden, verſäumt und
tauſend kleine Fehler begangen. Die kommuniſtiſche Agitation
in Frankreich und in den Kolonien hat in den Pariſer politiſchen
Kreiſen eine große Verſtimmung verurſacht. Und endlich die
Hinauszögerung der Verhandlungen in der Schuldenfrage, das
fortwährende Aufblitzenlaſſen von roſigen Hoffnungen bei den
franzöſiſchen Wirtſchaftskreiſen und die kalten Duſchen darauf
aus Moskau waren verhängnisvolle Fehler. Wenn die Sowjet=
Rom, 3. Juni. diplomatie nichts anderes gewollt hätte, als eine franzöſiſch=
Finanzminiſter Graf Volpi führte in der Kammer aus: „Der engliſche Annäherung zuſtande zu bringen, dann könnte man ihre
In der franzöſiſchen Innenpolitik dreht ſich jetzt alles um
die Verfolgung der Kommuniſten. Für die Rechte wäre es am
angenehmſten, wenn man den Wahlkampf von 1928 im Zeichen
der Bekämpfung der roten Gefahr durchführen könnte. Das iſt
eine politiſche Tatſache, die verdient, daß man über ſie nachdenkt.
Die Regierung tut alles, um den Kampf der Kommuniſten gegen
geſetzt, ohne der imnduſtriellen Erzeugung Hinderniſſe zu bereiten, ſchauen die innenpolitiſche Bedeutung des Vorgehens der
Regie=
rung. Deshalb der verzweifelte Kampf zwiſchen Oppoſition und
Negierung. Ein Kampf, welcher deshalb ſo unerbittlich iſt, weil
er ein Vorſpiel für die nächſten Wahlen darſtellt. Die
Kommu=
niſten — bei aller Bedeutung und Gefahr ihrer Agitation —
verſchwinden dabei faſt. Sie können ſich ſtolz fühlen, daß man
ſich ſo viel mit ihnen befaßt, aber die Schlacht gilt nur
ſchein=
bar ihnen.
Die ſchwere Situation der Regierung in der Kammer äußert
ſich auch dadurch, daß die Kammer immer wieder den Gegenſtand
Auslande angelegt. Die Amortiſationskaſſe arbeitet mit voll= ihrer Verhandlungen wechſelt. Die Situation erfordert
gebiete=
riſch Kompromiſſe, man kann keine Kriſe heraufbeſchwören,
des=
halb das ewige Lavieren.
Neben den großen außenpolitiſchen Sorgen, welche die ganze
Dawesplan auch weiterhin regelmäßig funktioniert. Die Verein= Welt berühren, gibt es auch kleinere, mehr ſpeziell franzöſiſche,
Reden kommen ſtets ungelegen, man iſt aber in Paris beinahe
22 Milliarden erreicht. Er wurde, bis zum 20. Mai 1927 auf Er ſagte diesmal allerdings recht kraſſe Dinge. Seit langem legt
wenig mehr als 18 700 (00 000 geſenkt. Berückſichtigt man die man ſeine Worte nicht mehr auf die goldene Wage, aber das,
gegenwärtige Entwertung der Lira, ſo ſtellt die Metalldeckung was er über Loegino und den europäiſchen Frieden geſagt hat,
58,47 Prozent des Wertes, der im Umlauf befindlichen Bank= kam der franzöſiſchen Politik in einem beſonders unangenehmen
Augenblick, viel mehr als ſeine ſonſtigen kleinen Sticheleien.
Nummer 154
Seite 2
Samstag, den 4. Juni 1927
Ein Zwiſchenfall in Genf.
Franzöſiſche und engliſche Polemik gegen die
Anerkennung des italieniſchen Vertreters.
EP. Genf, 3. Juni.
Die heutige Vormittagsſitzung der Internationalen
Arbeits=
konferenz befaßte ſich mit den Berichten der
Mandatsprüfungs=
kommiſſion, von denen das größte Intereſſe wie alljährlich der
Bericht über die Validierung des Mandats, des italieniſchen
Arbeiterdelegierten Roſſoni beanſprucht. Die Mehrheit empfiehlt
die Validierung, während der Minderheitenbericht unter heftigen
Ausfällen gegen den Fascismus ſich dagegen ausſpricht.
In der Debatte empfahl der griechiſche Regierungsdelegierte
Merkuris als Berichterſtatter die Annahme des
Mehrheitsberich=
tes, während der belgiſche Arbeiterdelegierte Merten, für die
Minderheit eine ſchriftliche Erklärung vorlas, wonach ſich die
Arbeitergruppen nur mit der Ernennung von Vertretern einer
freien Arbeiterklaſſe einverſtanden erklären könnten. Der
italie=
niſche Regierungsdelegierte erklärte, als einzige Frage komme in
Betracht, ob die Ernennung Roſſonis dem Artikel 389 des
Ver=
ſailler Vertrages entſpräche. Das ſei zweifellos der Fall, da in
Italien eine andere als die fasciſtiſche Gewerkſchaft nicht beſtehe.
Man ſollte endlich aufhören, hier unter dem Vorwand einer
Kritik des genannten Artikels Staatseinrichtungen eines
be=
ſtimmten Landes zu kritiſieren, was der Konferenz nicht zuſtehe.
Der franzöſiſche Gewerkſchaftsführer Jouhaux polemiſierte
dann in langer Rede gegen den Fascismus, dem er vorwarf, die
Demokratie begraben zu wollen, während er ſich doch gerade hier
gegen ſie aufrichte. Die Arbeiterklaſſe werde fortfahren, hier
gegen die Vertreter eines arbeiter= und freiheitsfeindlichen
Syſtems zu proteftieren. Roſſoni ſelbſt verwahrte ſich dann
da=
gegen, daß hier immer unter dem Anſchein eines Kampfes gegen
ſein Mandat eine politiſche Affäre aufgeworfen werde. Der
zweiten Internationale warf er vor, daß ſie von den
Gewalt=
tätigkeiten des Fascismus ſpreche, aber die Gewalttätigkeiten
der Gewerkſchaften vergeſſe. Er ſei Syndikalift, aber er ſei auch
Fasciſt. Er habe als ſolcher in Italien dieſelbe Freiheit wie
die anderen in anderen Ländern. Die Intereſſen ſeiner
Berufs=
genoſſen zu wahren, darauf allein komme es an. Auch in anderen
Ländern ſeien die Gewerkſchaften vom Staat kontrolliert. Wenn
er in den Augen der zweiten Internationale ein Verräter ſei,
ſo ſei die zweite Internationale ebenſo verräteriſch in den Augen
der dritten Internationale. Der Fascismus ſei aus der ſozialen
Geſchichte Italiens nicht zu verſtehen und auf andere Länder
nicht übertragbar. Das hätten auch die Fasciſten niemals
ver=
ſucht, und er nehme für ſich die gleiche Freiheit in Anſpruch, in
Italien Fasciſt zu ſein, wie die anderen in anderen Ländern
ſein könnten, was ſie wollten. Die Fasciſten dächten gar nicht
daran, von der Arbeitskonferenz wegzugehen, ſondern ſie würden
nötigenfalls die ganze Frage vor den Völkerbund bringen, von
dem die Arbeitsorganiſation ja ein Teil ſei. Nach einer Rede
des engliſchen Arbeiterdelegierten Poulton, der gegen Roſſoni
polemiſierte und die Hoffnung ausſprach, daß Italien die Mittel
finden werde, ſeine Geſetzgebung in Uebereinſtimmung mit den
internationalen Verträgen zu bringen, wurde die Abſtimmung
auf morgen vormittag vertagt.
Vor einem neuen engliſchen Bergarbeiterſtreik.
London, 3. Juni.
Auf einer Verſammlung erklärte der Generalſekretär der
britiſchen Bergarbeiterföderation, Cook, die Arbeitsbedingungen,
die den Arbeitern bei Zuſammenbruch des Kohlenſtreiks
aufer=
legt wurden, ſeien ſo ſkandalös, daß ein neuer Kampf nicht
umgangen werden könne. In allen Bezirken ſeien die Löhne auf
ein Minimum gefallen. Die erſte Aufgabe der britiſchen
Berg=
arbeiter ſei, den Zutritt der Ruſſen zur Bergarbeiter=
Internatio=
nale zu erzwingen. Er hoffe, daß dies bis Herbſt gelinge. Dann
ſei der Moment für einen Bergarbeitergeneralſtreik gekommen,
und zwar trotz der Gewerkſchaftsgeſetze. Bevor der Herbſt
vor=
über ſei, werde die Arbeit in allen britiſchen Gruben ruhen.
Cooks Drohung hatte ſofort Einfluß auf die Londoner Börſe,
auf der Bergwerksaktien ſtark angeboten wurden. Von engliſcher
Arbeitgeberſeite wird erklärt, daß man keinen allgemeinen
Berg=
arbeiterſtreik erwarte.
Vom Tage.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt in Baden=Baden
eingetroffen und in Brenners Kurhotel abgeſtiegen. Er wird die
Pfingſttage mit ſeiner ſchon längere Zeit hier weilenden Gattin in
Baden=Baden verbringen und beabſichtigt, am Dienstag zurückzukehren.
Zu den Preſſemeldungen über die Hausſuchungen bei dem
reichsdeutſchen Pfarrer Deutſchmann in Polniſch=
Oberſchleſien iſt feſtzuſtellen, das wohl Hausſuchungen
vorge=
nommen wurden, daß aber Deutſchmann auf reichsdeutſchem Gebiete
ſich befindet.
Wie wir von zuſtändiger Seite erfahren, entſpricht die Nachricht
von einer angeblichen Konferenz der Länder zur Frage der
Beſoldungsregelung in Dresden nicht den Tatſachen.
Der engliſche Transportminiſter Aſhley und ſeine
Gattin begaben ſich geſtern nach Deutſchland. Das
Parlaments=
mitglied Hannon wird ſich der Delegation der engliſchen Induſtriellen,
die nach Deutſchland geht, anſchließen.
Am 30. Mai hat das offizielle Organ der portugieſiſchen
Regierung ein Dekret veröffentlicht, wonach das
wäh=
rend des Krieges in Angola beſchlagnahmte deutſche
Eigentum den Beſitzern zurückgegeben wird.
Venizelos, der bekanntlich nach mehrjähriger Abweſenheit aus
Griechenland kürzlich nach Kreta zurückkehrte, wird im kommenden
Monat eine Beſuchsreiſe durch ganz Griechenland
aus=
führen.
Nach einer Meldung aus Schanghai haben die chineſiſchen Behörden
von Schanghai mitgeteilt, daß die Mündung des
Jangtſe=
kiang miniert ſei. Die Schiffe, die auf dem Fluß fahren wollten,
müßten ſich deshalb mit einem beſonderen Lotſen verſehen.
Die rumäniſche Kriſe.
Bevorſiehender Regierungswechſel.
Averescu,
der ſcheidende rumäniſche Miniſterpräſident.
Bratianu,
der kommende rumäniſche Miniſterpräſident.
Die geſtern erwartete Demiſſion des Kabinetts Averescu iſt
nicht erfolgt, wird aber für heute erwartet. Nach zuverläſſigen
Informationen wird der Führer der liberalen Partei, Bratianu,
das neue Kabinett bilden. Er ſoll bereits ein Uebereinkommen
mit der Nationalen Bauernpartei über deren Eintritt in die neue
Regierung getroffen haben.
*Hanswurſt,
der Begründer der Wiener Volksbühne.
Erinnerung an den 200. Todestag Joſ. Ant. Stranitzkys (19. Mai).
Von
Profeſſor Dr. phil. h. e. Karl Berger.
In der Geſchichte der deutſchen Schauſpielkunſt nimmt Wien
einen hohen Rang ein. Jedermann denkt dabei vor allem an
das Wiener Burgtheater, jenes kaiſerliche Schauſpielhaus, das
unter Leitern wie Schreyvogel, Deinhardſtein, Laube, Dingelſtedt,
Wilbrandt, Auguſt Förſter und mit glänzenden Darſtellern im
Laufe des 19. Jahrhunderts zur führenden deutſchen Bühne
emporwuchs. Aber ſchon vor der Gründung des älteſten
Burg=
theaters (am 14. März 1741), das anfänglich, dem Geſchmack von
Hof und Adel huldigend, ganz auf welſchen Bahnen wandelte,
war in Wien eine volkstümliche Dramatik und Schauſpielkunſt
aufgeblüht, die von der lebendigen Anteilnahme, der breiten
Maſſen des Bürgertums getragen wurde. Dieſe eigentlich
natio=
nale Kunſt Wiens und alſo Oeſterreichs wurzelte in den alten,
das Bauerntum verſpottenden Neidharts=Schwänken und den
Spielen der geiſtlichen Orden, in denen auch derbe Späße und
grobkomiſche Zwiſchenſzenen nicht geſpart wurden. Kleinere
Truppen erſchienen während der großen Märkte und ſpielten in
leicht erbauten Buden auf den Plätzen der inneren Stadt und der
Vorſtädte ihre Schnurren und Schwänke. In dieſen meiſt aus
dem Stegreif geſpielten Poſſen herrſchte ein grobkörniger
Natu=
ralismus in der unverblümteſten und rückſichtsloſeſten
Wieder=
gabe des täglichen Lebens mit ſatiriſchen Anſpielungen auf
ört=
liche Verhältniſſe. Mit einer Wandertruppe dieſer Art iſt auch
Joſef Anton Stranitzky nach Wien gekommen, wo er
bald der Liebling des Publikums und der Begründer einer
volks=
tümlichen Dramatik werden ſollte.
Wie der am 10. September 1676 zu Schweidnitz in Schleſien
Geborene zur Bühne gekommen iſt, wiſſen wir nicht. Aber er hat,
wie es ſcheint, den Sprung auf die weltbedeutenden Bretter aus
dem mediziniſchen Hörſaal gemacht, nicht, wie ſo mancher ſeiner
Genoſſen, als verbummelter Student, ſondern als „examinierter
Zahn= und Mundarzt”; nachmals von der Wiener Fakultät in
dieſer Eigenſchaft beſtätigt, hat er bis zu ſeinem Tode neben dem
Komödiantenberuf die zahnärztliche Praxis ausgeübt. Nach
maucherlei Wanderfahrten als Marionettenſpieler, die ihn über
Augsburg, München, Nürnberg, Brünn und Salzburg ſchließlich
in die Kaiſerſtadt führten, hat er um 1705 ſeine Wiener Tätigkeit
begonnen, zuerſt als „hochteutſcher Commediant” in einer
Bretter=
hütte auf dem Neuen Markt. Harte Kämpfe beſonders mit
aus=
ländiſchen Spielern erſchwerten ihm anfangs das
Vorwärts=
kommen; dazu kamen Spielverbote, 1710 wegen der Peſt, 1711
wegen des Todes Joſefs I. Unterdeſſen hatte die Stadt, um die
Theaterluſt der Wiener zu befriedigen, beſchloſſen, ein feſtes
Komödienhaus zu errichten. So entſtand 1708/08 das „Kärntnertor=
Theater”, zunächſt freilich als Heimſtätte einer „privilegierten”
italieniſchen Truppe. Schließlich aber gelang es den nationalen
Beſtrebungen der Stadtväter, dem deutſchen Schauſpiel die nötige
Geltung zu verſchaffen: Stranitzky, bereits der Liebling der
Wie=
ner, hatte ſich auch durch ſeine für die damalige Anſchauung
außergewöhnlich ehrbaren Darbietungen die Gunſt der Behörden
erworben und ward 1712 mit der Leitung des Kärntnertor=
Thea=
ters betraut. Stranitzky blieb bis zu ſeinem Tode, am 19. Mai
1727, in deſſen Pachtbeſitz. Seiner Witwe, Mutter von zwölf
Kindern, hinterließ er nicht nur die theatraliſche Erbſchaft,
ſon=
dern auch zwei Häuſer, Beſitz an Grund und Boden und ein
Vermögen von 50 000 Gulden.
Dieſe Hinterlaſſenſchaft zeugt von der bürgerlichen
Tüchtig=
keit des Mannes, und von den ungewöhnlichen Erfolgen des
Künſtlers. Wie einſt auf dem unter offenem Himmel
aufgeſchla=
genen Gerüſt, hatte er in dem feſten Theatergebäude Groß und
Klein, Vornehm und Gering, den Mittelſtand und die
Herr=
ſchaften vom Hofe mit feinen Späßen ergötzt. Beide, Bürger
und Adel, kamen in dem niedrigen, nichts weniger als
glanz=
vollen Komödienhaus auf ihre Rechnung. Von der Pracht und
dem Prunk der italieniſchen Opernaufführungen, die dem
er=
leſenen Kreiſe der Ariſtokratie den Schmaus für Augen und
Ohren zu bieten pflegten, war zwar bei Stranitzky nichts zu
holen. Aber die Stoffe, die der geſchickte Theatermann ſeinem
Publikum bot, waren, wie die der italieniſchen Librettiſten, der
Mythologie und der Geſchichte entnommen — fünfzehn „Haupt=
und Staatsaktionen”, die von Stranitzky noch vorhanden ſind
beweiſen es —, und ſo konnte der Bürger hier mit eigenen Augen
ſchauen, was er ſonſt nur vom Hörenſagen kannte. Die
Vor=
nehmen aber, des feinen, ſteifen Hoftones manchmal ebenſo ſatt
wie der ernſten Tugendpredigten der Opernhelden, durften ſich
hier einmal an dem derben Volkshumor mit ſeinen
ungeſchmink=
ten, unzweideutigen Zoten ergötzen, durften ſich an der
ausge=
laſſenen Satire, dem natürlichen und lebhaften Spiel nach all der
Förmlichkeit und Regelmäßigkeit ſtreng ſtiliſierter
Hofaufführun=
gen beluſtigen, dabei aber auch den beſonderen Reiz verſpüren,
den das ſchmeichelhafte Bewußtſein der eigenen Ueberlegenheit in
Sachen des künſtleriſch feinen Geſchmacks den ſich zu dem
bürger=
lichen Pack Herablaſſenden verlieh. Auf Muſik mußte man frei=
Wirth und das Zentrum.
Der Parteivorſiand des Zentrums bedauert
und mißbilligt das Verhalten Dr. Wirths.
Berlin, 3. Juni.
Der Reichsparteivorſtand des Zentrums trat heute
nachmit=
tag um 5 Uhr zu einer Sitzung zuſammen, die ſich in die ſpäten
Abendſtunden hinzog. Es wird darüber folgende Mitteilung
ausgegeben: „In der Sitzung des Reichsparteivorſtandes der
Zentrumspartei am 3. Juni wurde der Bericht der Beauftragten
der Partei über die Verhandlungen mit der Bayeriſchen
Volks=
partei entgegengenommen. Die Beauftragten werden die
Be=
ſprechungen weiterführen. Anläßlich dieſer Sitzung kam auch
die Angelegenheit Wirth zur Sprache. Der inzwiſchen
veröffentlichte Brief des Herrn Parteivorſitzenden Dr. Marx an
Dr. Wirth und deſſen Erklärungen in der Zeitſchrift „Deutſche
Republik” wurden zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig lag die
Erklärung der badiſchen Zentrumsfraktion vor. Indem der
Par=
teivorſtand ſich einſtimmig dieſer letzteren Erklärung anſchließt,
ſpricht er ſein Bedauern und ſeine Mißbilligung zu dem
Verhal=
ten des Herrn Dr. Wirth insbeſondere demjenigen gegenüber dem
Herrn Parteivorſitzenden aus.
Beſichtigungsreiſe im beſetzten Gebiet.
Berlin, 3. Juli.
Das Miniſterium der beſetzten Gebiete hat eine unter der
Leitung des Staatsſekretärs Schmid ſtehende Kommiſſion
zuſam=
mengeſtellt, die, wie wir von zuſtändiger Seite erfahren, in den
nächſten Tagen diejenigen Teile des weſtdeutſchen Reichsgebietes
bereiſen wird, die unter den Auswirkungen des Verſailler
Ver=
trages in beſonderem Maße zu leiden haben. In erſter Linie
wird daher die Kommiſſion Gegenden an der deutſch=belgiſchen,
deutſch=luxemburgiſchen, deutſch=elſäſſiſchen und an der
Saar=
grenze bereiſen und dort Feſtſtellungen treffen, welche
Hilfsmaß=
nahmen jeweils notwendig ſind.
Ein Sabotageakt Litauens.
* Berlin, 3. Juni. (Priv.=Tel.)
Die litauiſche Regierung hat an den Völkerbund eine Note
gerichtet, worin ſie mitteilt, daß ſie ſich einer Diskuſſion der
Memelbeſchwerden auf der kommenden Ratstagung widerſetzen
werde, weil ſie angeblich nicht rechtzeitig in den Beſitz der
Be=
ſchwerdeſchrift gekommen ſei. Wie wir feſtſtellen konnten, hat aber
der litauiſche Geſandte in Berlin die Note ſchon vor längerer
Zeit erhalten, die gleichzeitig auch nach Kowno weitergegeben
wurde. Litauen hat alſo hinreichend Zeit zur Nachprüfung der
Beſchwerden gehabt, zumal ja die litauiſchen Organe an den
Ereigniſſen unmittelbar beteiligt waren. Das ganze Verhalten
der litauiſchen Regierung iſt alſo nichts als ein Sabotageakt und
ein Verſuch, die Litauen unbequeme Ausſprache auf unbeſtimmte
Zeit zu vertagen. Wir halten es für ſelbſtverſtändlich, daß der
Völkerbundsrat Mittel und Wege findet, um eine Beſprechung
ſo dringender Angelegenheiten ſofort zu ermöglichen.
Der engliſch=ägyptiſche Konflikt.
EP. London, 3. Juni.
Sidky Paſcha, ein Mitglied der Oppoſition im ägyptiſchen
Parlament, erklärte in Erwiderung auf die Aeußerung des
eng=
liſchen Außenminiſters Sir Auſten Chamberlain, daß ganz
Aegyp=
ten eine gut orgauiſierte Armee, frei von politiſchen Tendenzen,
wünſche. Die Fremden in Aegypten hätten keinerlei Gefahr zu
erwarten und ſeien ſelbſt über die Entſendung der Kriegsſchiffe
überraſcht. Der Premierminiſter Sarwat Paſcha ſtimmte der
Auffaſſung der Oppoſition zu. Die Entſendung der Kriegsſchiffe
ſtehe in keinem Verhältnis zu den tatſächlichen Ereigniſſen. In
ganz Aegypten herrſche vollkommene Ruhe. Er hoffe, daß eine
Löſung der Kriſe gefunden werden könne, die den Wünſchen der
Engländer und Aegypter entſpreche. Die Regierung wolle die
Verfaſſung und die Rechte Aegyptens ſchützen. — Der
Premier=
miniſter hatte eine Beſprechung mit Lord Lloyd, Zaghlul Paſcha
und mit ſeinem Kabinett. Eine Formel, ſo meldet die „Times”,
ſei noch nicht gefunden.
Nach ägyptiſchen Preſſemeldungen ſei das Kabinett bereit,
die engliſchen Forderungen hinſichtlich der Stellung des Sirdars
zu erfüllen, halte aber ſonſt an den Rechten Aegyptens,
insbeſon=
dere ſoweit die inneren Angelegenheiten der Armee in Frage
kämen, feſt. Die Schwierigkeiten, ſo berichtet der „Daily
Tele=
graph”, beſtünden darin, daß das ägyptiſche Kabinett eine Formel
finden müſſe, die ſowohl den engliſchen Oberkommiſſar wie auch
die öffentliche Meinung Aegyptens befriedige. In mehrfachen
Artikeln der ägyptiſchen Preſſe wird England der Verletzung
beſtehender Verträge angeklagt.
lich verzichten, aber als Erſatz bot der Bühnenleiter
Pauken=
wirbel und Trompetengeſchmetter, feſtlichen Lärm und
organi=
ſierten Radau bei jeder Gelegenheit. Aber, was die Hauptſache
war, Stranitzky erſchien in allen Stücken als Hanswurſt, in
einer Rolle, die er ſich ſelber geſchaffen, die in Spiel und Maske
gleich zwerchfellerſchütternd auf Hoch und Niedrig gewirkt hat, an
welcher ſich die Wiener niemals ſatt ſehen konnten.
Der Hanswurſt Stranitzkys war der vollendete Erbe
zahl=
reicher Ahnen. Der in Michelſtadt im Odenwald gebürtige Dichter
Carlot hat ſchon 1830 in ſeiner Züricher Doktordiſſertation den
Stammbaum dieſer luſtigen Figur nachgewieſen. Der dem
Markt=
ſchreier in mittelalterlichen Stücken beigeſellte Knecht Rubin läßt
bereits die Haupteigenſchaften des Hanswurſtes erkennen: er iſt
luſtig, frech, gefräßig und geil. Dann taucht als zweiter Ahne
der dumme, geprellte Teufel auf, und in dem groben, unflätigen,
ſtreitſüchtigen Bauern der Faſtnachtsſpiele ſcheinen ſich beide
Geſtalten zuſammengefunden zu haben. Von dieſem im Drama
wie in den Darſtellungen von bildenden Künſtlern (wie Dürer,
Hans Sebald Beham, Hans Holbein d. J. u. a.) oft verwendeten
Geſellen ſtammt in gerader Linie (mit Seitenſprüngen über den
Narren) der Hanswurſt ab. Seine erſte Erwähung in der Form
„Hans Worſt” kommt in einer niederdeutſchen Ueberſetzung von
Sebaſtian Brants „Narrenſchiff” (1519) vor. Auch Luther
ge=
braucht das Wort zweimal. Dann taucht Hanswurſt als Träger
der niederen Komik in Volksſtücken auf, als der Held der Poſſe
und der Spaßmacher in der Tragödie. Die engliſchen
Komö=
dianten verpflanzten ſpäter ihren Clown auf die deutſche Bühne,
den die Dramatiker von Jakob Ayrer (1540—1605) bis Chriſtian
Weiſe (1642—1708) ſich aneigneten. Pickelhering wurde da die
luſtige Perſon genannt, dann Harlekin nach dem Arlecchino der
improviſierten italieniſchen Volkskomödie, die im 17. Jahrhundert
internationale Geltung erlangte. Mit ihr hatte Stranitzky in
Wettbewerb zu treten. Als Nebenbuhler der italieniſchen Komiker
mußte er darauf aus ſein, ihre Poſſenreißereien zu
nationali=
ſieren, ihnen ein wieneriſch=öſterreichiſches Gepräge zu geben,
zu=
gleich aber der luſtigen Figur durch eine gewiſſe künſtleriſche
Ausbildung mehr Zugkraft zu verleihen. Er gab dem Harlekin
den alten deutſchen Namen Hanswurſt zurück. Er rückte ihn den
Wienern recht in heimatliche Nähe: iſt Arlecchino aus Bergamo,
ſo ſtammt ſein Hanswurſt aus Salzburg; ſpricht jener ſeine
lom=
bardiſche Landesmundart, ſo läßt ſich Hanswurſt auf gut
Weane=
riſch aus; trägt Arlecchino eine Tracht aus vielfarbigen
drei=
eckigen Läppchen, ſo erſcheint Hanswurſt im Gewand eines
ſalz=
burgiſchen Kraut= und Sauſchneiders, nämlich „mit einem grünen
hohen Spitzhut, is Haar über d’Scheitel inin grad empor
ſtehen=
den Zipfel zſammgebunden, mit breiten ſchwarzen Augenbrau’n
Nummer 154
Geite 3
Kolmuniſiendebatte
in der franzöſiſchen Kammer.
Die Rote Armee in Frankreich.
EP. Paris, 3. Juni.
In der Kammer wurde heute nachmittag die durch eine
Inter=
pellation des Kommuniſten Cachin zu der antikommuniſtiſchen
Rede des Innenminiſters hervorgerufene Debatte über den
Kom=
munismus fortgeſetzt. Der radikale Abgeordnete Hulin erklärte,
ſeine Partei widerſetze ſich der kommuniſtiſchen Doktrin, wünſche
aber Aufklärung darüber, was die Regierung mit der Verfolgung
kommuniſtiſcher Abgeordneter bezwecke. Die Aufhebung der
Abgeordneten=Immunität ſei eine wichtige Angelegenheit. Ferner
erhebe ſich die Frage, welcher Zuſammenhang zwiſchen den
inner=
franzöſiſchen Kämtfen gegen den Kommunismus und der Politik
anderer europäiſcher Mächte beſtehe. Die Verfolgung der
Kom=
muniſten berge ernſte Gefahren in ſich. Vor allem ſei es nicht
angebracht, die Kommuniſten zu Märtyrern zu ſtempeln. Wenn
man die äußerſte Linke verfolge, müſſe er die Frage ſtellen, wie
man ſich gegenüber dem Fascismus verhalten ſoll. —
Innen=
miniſter Sarraut warf ein: „Das iſt genau dieſelbe Sache.”
Hulin ſchloß ſeine Ausführungen mit dem Hinweis darauf, daß
ſeine Gruppe weder für die Revolution noch für die Reaktion ſei.
Das beſte Mittel zur Bekämpfung des
Kommu=
nismus aber ſei eine großzügige Sozialpolitik.
Der Abgeordnete Soulier von der Republikaniſch=
Demokra=
tiſchen Union durchſetzte ſeine Rede mit allerlei ſtatiſtiſchen
An=
gaben. So führte er aus, die ruſſiſche Revolution habe 25 000
Todesopfer gefordert. In Georgien und dem Kaukaſus herrſche
eine wahre Sklaverei. Die Bolſchewiſten gingen dort mit Feuer
und Schwert vor. In Frankreich hielten ſich zurzeit
200 000 kommuniſtiſche Agitatoren auf. Die Rote
Armee in Frankreich ſei vorzüglich organiſiert und ſehr
zu fürchten. Ihr Chef ſei der Abgeordnete Vaillant=Couturier.
Allein in Paris ſeien 12300 Mann vorhanden, die auf das erſte
Signal marſchieren würden. Jede Kompagnie beſtehe aus 120
Mann und ſechs Offizieren. Selbſt in der Armee ſeien zahlreiche
kommuniſtiſche Zellen vorhanden. So in der Infanterie 170, in
der Kavallerie 30, in der Artillerie 49, in den Pioniertruppen 23,
in der Flotte 52, in den Spezialtruppen, wie Flieger uſw. 57.
Sogar in der Offizierſchule von St. Cyr beſtehe eine
kommu=
niſtiſche Zelle. Soulier ſchloß ſeine Erklärungen mit der
Auf=
forderung an die Regierung, tatkräftig gegen den Kommunismus
vorzugehen, wobe: der Innenminiſter der Unterſtützung ſeiner
Freunde ſicher ſei.
Der Abgeordnete Moriaud erklärte, die Kommuniſten ſeien
eine Gefahr für den Frieden. Er verteidigte die Miſſion
Frank=
reichs in den Kolonien, die durch die Kommuniſten bedroht werde.
Die Propaganda im Rif ſei geradezu verbrecheriſch, denn ohne
ſie würde Frankreich ſicherlich nicht 7000 Tote in dem Abenteuer
Abd el Krims verloren haben.
Widerſtände gegen die franzöſiſchen Militär=Geſetze.
Paris, 4. Juni.
In der franzöſiſchen Kammer herrſcht ſeit einigen Tagen
parlamentariſcher Hochbetrieb. Die Hauptaufgabe der jetzigen
Seſſion iſt neben der Zollvorlage die große Militärreform die
in den letzten Tagen das Plenum bereits beſchäftigt hat. Zwei
Geſetzentwürfe ſtehen ſich einander gegenüber: Der
Regierungs=
entwurf, der bei einer einjährigen Militärdienſtpflicht insgeſamt
ein Heereskontingent von 544000 Mann vorſieht, alſo etwa
100 000 Mann weniger als bei einer 18monatigen Dienſtpflicht;
auf der anderen Seite der ſoziaſiſtiſche Geſetzentwurf, nach dem
die Heeresſtärke noch um 78 000 Mann geringer wäre, als in dem
Regierungsentwurf vorgeſehen iſt. Als ſeinerzeit der Vertreter
Frankreichs in der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz, der
ſozia=
liſtiſche Abgeordnete Paul Boncour, in der Kammer im Hinblick
auf die kommende Heeresreform die Notwendigkeit einer ſtärkeren
Rüſtung Frankreichs bejahte, ſchien es ſo, als ob die Regierung,
bei ihrer großen Militärreform ſogar der Unterſtützung der
Sozia=
liſten von vornherein ſicher wäre. Daß dies nicht der Fall iſt,
zeigt nicht allein der eigene Geſetzentwurf der Sozialiſten, ſondern
auch die rege Diskuſſion, die in der franzöſiſchen Preſſe hierüber
eingeſetzt hat.
Der Widerſtand der Sozialiſten hat ein Wutſchnauben in der
franzöſiſchen Rechtspreſſe hervorgerufen. „Die Sozialiſten,”
ſchreibt der „Gaulois”, „die während der Debatte über die
be=
waffnete Nation im Sinne Paul Boncours ſich dem
Regierungs=
drojekt wohlgeſinnt zeigten, bekämpfen dieſes heute in ſeinen
weſentlichen Beſtimmungen, und eine anſehnliche Anzahl von
pazifiſtiſch verſeuchten Radikalen leiſtet ihnen in ihren Irrtümern
ſei, den man ſich möglichſt erſparen ſollte. Dieſe unverbeſſerlichen
and großem kohlſchwarzen Bart von ein Ohr zum andern übers
Kinn herab, dann mitn großen Krös und n Kragen, einer kurzen
roten, mit grünen Bandlin eingefaßtem Hoſentrager und in der
Mitt’ ein großes Herz, und H. W. darunter draufgenäht und in
langen gelben Beinkleidern mitm Fauſt großen Knopf oben am
Latz.‟ Eine hölzeine Pritſche und ein wurſtförmiges Ränzel
vollendeten den Anzug, in dem Stranitzky ſeinen Hanswurſt die
verſchiedenſten Rollen ſpielen ließ: Hanswurſt war Diener, Bote,
Intrigant, Tauſendkünſtler, Spötter und Tröſter, immer aber
mußte er durch Stäße, Foppereien und Gebärden die luſtige
Stimmung erregen und wachhalten. Hanswurſts Wirkung
be=
ruhte ganz auf der Kunſt der Darſtellung und des —
Extempo=
rierens, und in beidem muß Stranitzky Meiſter geweſen ſein.
Eine Lady Montague, die ihn im September 1716 geſehen hatte,
berichtete darüber an den engliſchen Dichter Alexander Pope:
„Ich habe in meinem Leben niemals ſo viel gelacht . Aber es
fiel mir ſchwer, die Freiheit zu verzeihen, in der der Dichter ſich
erlaubte, ſein Stück zu ſpicken nicht nur mit unanſtändigen
Aus=
drücken, ſondern auch mit ſo ſchmutzigen Worten, wie ſie, glaub
ich, unſer Pöbel ſelbſt nicht von Marktſchreiern dulden würde.”
Indes die Wiener dachten anders: ſie waren an ſaftige
Derb=
heiten ſelbſt in der Kirche gewöhnt, wo der Hofprediger Abraham
a Santa Clara (Ulrich Megerle) ihnen Jahrzehnte lang in
unge=
ſchminkteſtem Deutſch die Leviten geleſen hatte. Der
Volkspre=
diger war eines der wirkſamſten Vorbilder des Volksſchauſpielers.
Stranitzky hat namentlich in ſeiner „Ollapotrida des
durchgetrie=
benen Fuchsmundi” einer Sammlung von derbkomiſch=ſatiriſchen
Skizzen, gewiſſermaßen Vorlagen zur weiteren Ausführung aus
dem Stegreif, ganze Sätze wörtlich aus den Predigten ſeines
älteren Zeitgenoſſen übernommen.
Die extemporierende Stegreifkomödie ſtarb mit Stranitzky
nicht aus; auch der Hanswurſt lebte weiter. Die Hanswurſtiaden
florierten in Wien noch, als ihnen Gottſched zugunſten des
ern=
ſten Dramas auf den anderen Bühnen längſt den Garaus gemacht
hatte. Nach Stranitzky entzückten Gottfried Prehauſer, Leinhaas,
Schröter und Nuth die Wiener in der Rolle des Hanswurſts,
ſchufen Joſef Felix Kurz und Philipp Hafner neue
Hanswur=
ſtiaden, andere Schauſpieler neue Typen der luſtigen Perſon unter
den Namen „Leopoldl”, „Jackerl”, „Lipperl” „Thaddädel” „
Sta=
berl” u. a. Noch 1763 glaubte die Leiterin des Kärtnertor=
Theaters, Leſſings „Miß Sara Sampſon” nur dadurch zum
Er=
folge führen zu können, wenn ſie Norten, den braven Diener des
Mellefonte, als Hanswurſt auftreten ließ. Und als nach langen
Kampfen im Jahre 1770 auch in Wien der Sieg des ſogenannten
kegelmäßigen Dramas über die Stegreifkomödie und den
Hans=
wurſt entſchieden war, lebte der alte Geiſt in hohen und niederen
Samstag, den 4 Juni 1927
Träumer haben noch nicht begriffen, daß die Aufgabe des
Geſetz=
gebers nicht die iſt, ſeine Träume oder Lebensideen in das Geſetz
umzuſetzen, ſondern die eigenen Gedanken in Uebereinſtimmung
zu bringen mit den oberſten Geſetzen, die die Menſchheit bewegen
und regieren."
Poincaré und die Oppoſition
* Paris, 3. Juni. (Priv.=Tel.)
Wer die Vorgänge in der franzöſiſchen inneren Politik in
drucks nicht erwehren, daß das Preſtige Poincarés ſeit dem
Wiederzuſammentritt der Kammer ſtarke Einbußen erlitten hat.
Während es dem Miniſterpräſidenten des franzöſiſchen
Konzen=
trationskabinetts in der letzten Kammerſeſſion ſtets mühelos
ge=
lungen war, durch Stellung der Vertrausenfrage „ſeine”
Kam=
mer zur Annahme aller von ihnen gewünſchten Geſetzenwürfe
zu veranlaſſen, haben ſich in den jüngſten Tagen im Parlament
ſo ſtarke Widerſtände gegen einzelne Geſetzentwürfe bemerkbar
gemacht, daß in den Wandelgängen bereits ſtarke Nervoſität
herrſcht.
Bei der Beratung über den neuen franzöſiſchen Zolltarif vor
etwa 14 Tagen hat Poincaré die erſte große Niederlage in der
Kammer erlitten. Nach dieſer erſten Niederlage des Kabinetts,
die nur deshalb keine weiteren Folgen hatte, weil Poincaré klug
genug war, im letzten Augenblick nachzugeben, ſind ſeit einigen
Tagen in Paris von neuem Kriſengerüchte verbreitet. Den
An=
laß hierzu bot die Kammerdebatte über die Frage der Anpaſſung
der Bezüge der Rentenempfänger und Penſionäre an die
Ge=
hälter der Staatsbeamten. Der radikale Abgeordnete Bouyſſou
forderte kategoriſch eine weitere Berückſichtigung der Forderungen
der Penſionäre, als ſie Poincaré in ſeinem Geſetzentwurf
zuge=
ſtanden hat, und hatte einen ſcharfen Angriff gegen Poincaré
angekündigt. Der Miniſterpräſident hat ſich bisher ſtrikte
gewei=
gert, die von Bouyſſou geforderte Angleichung anzuerkennen.
Zwar iſt es in der Kammerſitzung zu dem angekündigten
Gene=
ralangriff bis jetzt noch nicht gekommen, aber auch Poincaré hat
ſich im letzten Augenblick wieder zu einem Rückzug gezwungen
geſehen.
Während er bisher mit der Stellung der Vertrauensfrage
für den Fall der Aufrechterhaltung der Forderungen ſeitens
Bouyſſou drohte, hat er jetzt plötzlich erklärt, daß er die
Vor=
ſchläge des Abgeordneten anerkennen wolle, falls die Kammer
die Diskuſſion darüber bis zur Leſung des Budgets für 1928
zurückſtellen wolle. Dieſer Umſchwung in der Haltung
Poin=
carés iſt ſymptomatiſch für die gegenwärtige Lage und bedeutet
eine große Konzeſſion an die Kammerlinke, obwohl der radikale Reſt der Wupeifu=Armee handeln.
Abgeordnete infolge der veränderten Haltung der Sozialiſten gar
nicht in der Lage geweſen wäre, den angekündigten Vorſtoß
durchzuführen.
Die Schwierigkeiten Poincarés, die zwar durch dieſe beiden
Vorgänge trefflich illuſtriert werden, ſind damit aber noch nicht
Innenpolitik iſt gegenwärtig der Geſetzentwurf über die Ver= ſtaltete, an dem u. a. auch Poincaré und der frühere Miniſter=
Geſellſchaft. Die Entſcheidung wird vorausſichtlich durch ein
Dutzend Stimmen erfolgen und läßt ſich im Augenblick noch nicht wurden, ſtanden im Zeichen, der durch den jüngſten Beſuch
vorausſagen. Tatſächlich iſt die gegenwärtige Lage ſehr ernſt.
Der ſiegreiche General der Südchineſen.
General Tſchiang Kai=ſchek,
Gefolgſchaft und bildet ſich ein, daß eine ſtarke Armee ein Luxus, deſſen Truppen in der Provinz Honan einen entſcheidenden Sieg
über die Streitkräfte des Nordens errungen haben.
Werken von Wiener Dramatikern noch fort und fand im
Leopold=
ſtädter Theater ſeine Heimſtätte. Der Zug volkstümlicher Komik,
der von Stranitzky ausgegangen war, fand in Oeſterreichs größten
Volksdichtern Raimund und Anzengruber ſeine Erben, er fand
auch bei Neſtroy eine an den Begründer der Wiener Volksbühne
erinnernde Pflege. Für die Wiener waren die Verteidigungen
Hanswurſts durch Leſſing und Moſer nicht nötig. Als Kaſperl
iſt der Liebling des Volkes unſterblich. In der hohen Kunſt aber
lebt er weiter durch Goethe: nicht nur in kleineren Stücken
fröh=
licher Laune, wie in der ausgelaſſenen Poſſe „Hanswurſts
Hoch=
zeit” läßt Goethe dieſe komiſchſte aller Volksfiguren auftreten,
ſelbſt im „Fauſt” kommt Hanswurſt als „luſtige Perſon” zu
Worte.
* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Freitag, den 3. Juni.
Die Zauberflöte.
Oper von Schikaneder, Muſik von W. A. Mozart.
Die muſikaliſche Leitung Fritz Volkmanns aus Hagen,
der heute als erſter Kapellmeiſter auf Anſtellung gaſtierte, machte
einen guten Eindruck. Er beſitzt vorzügliche Kenntnis aller
Fein=
heiten und Einzelheiten der Partitur, große Sicherheit und
Mannigfaltigkeit der Ausdrucksmittel. Er charakteriſiert ſcharf,
plaſtiſch und überzeugend. Er hat künſtleriſch eine durchaus
per=
ſönliche Note und weiß ſich durchzuſetzen. Manche Arie,
beſon=
ders die Enſembles verſtand er eigenartig zu beleben. Ueber das
Orcheſter hinaus ſtrömte ſein beſtimmter Einfluß zur Bühne,
beiden ein intelligenter, temperamentvoller Führer. r. H.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Fritz v. Unruhs „Opfergang”, der bereits in
einer franzöſiſchen und tſchechiſchen Ausgabe — unter dem Titel
„Verdun” — vorliegt, iſt vor kurzem von dem bekannten New
Yorker Verlag Alfred A. Knopf für Amerika und das Empire
gleichzeitig mit dem Schauſpiel, Bonaparte” erworben worden.
Die engliſchen Ausgaben beider Werke ſollen womöglich noch im
Herbſt erſcheinen.
— Die Pfingſtnummer der „Eleganten Welt”
iſt ſoeben erſchienen. Sie bringt in abwechſlungsreicher Fülle
reichilluſtrierte Artikel über allerlei ſommerliche Themen auf
modiſchem und anderem Gebiet. So z. B. über „Sommer=
Die Kämpfe in China.
Weiterer Rückzug der Nordchineſen.
EP. London, 3. Junf.
Die Räumung des Eiſenbahnknotenpunktes Tſchangtſchau
durch die Nordtruppen wird beſtätigt. Das Hauptquartier der
Nordarmee befindet ſich in Sinſiang nördlich vom Gelben Fluß.
den letzten Wochen aufmerkſam verfolgt hat, kann ſich des Ein= Die Oſtkolonne des Generals Tſchiang Kai=ſchek hat weitere
Fort=
ſchritte am Großen Kanal gemacht, ſo daß die völlige Beſetzung
der Provinz Kiangſu zu erwarten iſt.
Ueberführung der engliſchen Pekinger
Geſandt=
ſchaft nach Tientſin?
Während noch vor etwa ſechs Wochen und noch vor einigen
Tagen der engliſche Botſchafter in Paris die Frage der
Ueber=
führung der Geſandtſchaften von Peking nach Tientſin auſwerfen
ließ, wird jetzt nach einer Meldung des „Daily Telegraph” der
engliſche Standpunkt in dieſer Angelegenheit dahin formuliert,
daß der gegenwärtige Augenblick für dieſe Abſicht noch nicht
gün=
ſtig erſcheine, obwohl die Verlegung zu einem ſpäteren Zeitpunkt
notwendig werden könnte. Man hoffe, ſo ſchreibt der
diploma=
tiſche Korreſpondent des genannten Blattes, daß die amerikaniſche
Regierung ihre Abſichten, wie ſie von dem amerikaniſchen
Ge=
ſandten in Peking jetzt bekanntgegeben wurden, nicht durchführe,
ſondern ſich der Auffaſſung der übrigen Vertragsmächte
an=
ſchließen werde, da ein iſoliertes Vorgehen Amerikas bei den
Chineſen als ein Zeichen der Uneinigkeit unter den Miniſtern
aufgefaßt werden könnte.
Fortſchritie der Hankautruppen.
TU. Hankau, 3. Juni.
Die Kämpfe zwiſchen der Armee Tſchang Tſo=lins und den
Hankautruppen dauern an. Den Hankautruppen gelang es, den
Knotenpunkt Tſchangtſchau in der Provinz Honan zu beſetzen.
Der Verſuch der Tſchang=Tſo=lin=Truppen, über den Hoangho
zu ſetzen, mißlang, und die Truppen mußten ſich in Richtung auf
Schantung zurückziehen. Gleichzeitig vermochten die Hankaue
truppen, die Yangtſe=Armee nach Weſten zurüchzuwerfen,
Mehrere Diviſionen der Wupeifu=Armee ſollen zu den
Hankau=
truppen übergegangen ſein. Es dürfte ſich hierbei um den letzten
Die engliſch=franzöſiſchen Beziehungen.
EP. Paris, 3. Junk.
Der engliſche Kolonienminiſter Amery war geſtern Gaſt der
erſchöpft. Die ſchwierigſte und akuteſte Frage der franzöſiſchen franzöſiſchen Kolonialunion, die zu ſeinen Ehren ein Feſt
veran=
pachtung des franzöſiſchen Zündholzmonopols an die Svenſka= präſident Franovis Marſal teilnahmen. Die Reden, die bei dieſer
Gelegenheit von den Staatsmännern der beiden Länder gehalten
Doumergues und Briands in London geſchaffenen politiſchen
Strömung ſowie des Kampfes gegen den Kommunismus.
Poincaré rühmte zunächſt die Tapferkeit der engliſchen Truppen
während des Krieges. Dadurch, daß die Franzoſen und die
Eng=
länder auf franzöſiſchem Boden gemeinſam ihr Blut vergoſſen
hätten, hätten ſie einen Pakt ewiger Freundſchaft abgeſchloſſen.
England und Frankreich ſeien dazu berufen, in gemeinſamen
Bemühungen die Ziviliſation und den Weltfrieden zu entwickeln
und zu befeſtigen.
Frangois Marſal ſprach vor allem von der kommuniſtiſchen
Gefahr. Frankreich und England hätten ſich dieſer heimtückiſchen
und brutalen Gewalt, die es auf die Zerſtörung der Ziviliſation
abgeſehen habe, ganz beſonders in den Kolonien zu erwehren.
Der Kampf gegen den Kommunismus werde darum um ſo
wirk=
famer ſein, je geeinigter die franzöſiſchen und die engliſchen
Kolo=
niſten ſeien. Die Entente corciale werde um ſo gefeſtigter ſein,
als ſie ſich auf alle Gebiete ausdehne, über denen der Union=Jack
und die franzöſiſche Trikolore wehten.
Deutſch=engliſche Induſtriellenkonferenz.
London, 2. Juni.
Oberſt Aſhley wird morgen nach Deutſchland abreiſen.
Unter den Teilnehmern an der britiſch=deutſchen
Induſtriellen=
konferenz am 4. Juni, die ſich vor allem mit dem Beitritt
Eng=
lands am Kontinentalen Rohſtahlkartell beſchäftigen wird, wird
ſich auch das britiſche Unterhausmitglied Hannon befinden.
Wie gemeldet wird, wollen die britiſchen Induſtriellen, den
Standpunkt vertreten, daß die engliſche Quote zehn Millionen
Tonnen betragen müſſe. Ein Angebot wurde bereits gemacht,
das eine Quote von 9,5 Millionen Tonnen vorſieht. Aber es iſt
nicht bekannt, ob es für Großbritannien annehmbar iſt.
complets” „Das ſommerliche Abendkleid”, „Die breitrandigem
Hüte‟, „Die bedeutſame Rolle des Mantels”, „Das Hotelzimmer”,
„Der Salon im Grünen” und für den Herrn einen inſtruktiven
Artikel über „Die Standardform des Herrenſchuhs”. Preis 1 M.
Ein neuer Band des Propyläen=Goethe. Der
36. Band der umfaſſenden chronologiſch angeordneten Goethe=
Ausgabe des Propyläenverlages iſt ſoeben erſchien. Er enthält
in der Hauptſache Schöpfungen und Lebenszeugniſſe des Jahres
1823, aber auch Gedichte und Briefe, die 1824 geſchrieben
wur=
den. Wenn dieſe Zeitſpanne auch an großen Werken arm war, ſo
entſtand damals doch eine Fülle kleinerer Arbeiten zur
Naturwiſ=
ſenſchaft, zur Literatur und bildenden Kunſt, es entſtanden
Maximen und Reflexionen, und vor allem jene Gedichte, in denen
das letzte Liebesabenteuer des Greiſen, ſeine Leidenſchaft für
die jugendliche Ulrike v. Levetzow, ſeine ergreifende und
blei=
bende Geſtaltung erfahren hat.
Boethke=Arlt Handbuch des Steuerrechts. Von Dr. Wilhelm Boethke und
Hans Arlt, Reichsfinanzräten in München. Verlag Dr. Otto Schmidt,
Köln, Hanſahaus. Preis Mk. 35.—.
Jeder, der ſich mit Steuern heute zu befaſſen hat, ſollte es
beſon=
ders begrüßen, ein Werk zu finden, das ihm ermöglicht, einen
Ueber=
blick über das geſamte Steuerſyſtem zu bekommen. Dieſer Anforderung
wird das vorliegende Buch in hervorragendem Maße gerecht. Jedes
Geſetz bedarf zur praktiſchen Anwendung einer umfangreichen Durch=
und Ausführungsbeſtimmung. Gerade hier liegt ein beſonderes
Ver=
dienſt der Verfaſſer und ihres Verlags, da ſie in ihrem vorliegenden
Buche alle heute beſtehende Reichsſteuergeſetze (mit Ausnahme der Zoll=
und Verbrauchsſteuergeſetze) in einem Bande vorlegen. Beſonders
ange=
nehm empfinden muß man, daß bei den einzelnen Steuergeſetztexten
gleichzeitig kurze Kommentare angeſchloſſen ſind. Hervorragende
Auto=
ritäten auf dem Gebiete der Steuergeſetzgebung haben an dieſem Werk
mit gearbeitet, ſodaß in jeder Weiſe die Gewähr für eine gute und
rich=
tige Unterrichtung geboten iſt. In dem Handbuch des Steuerrechts
be=
finden ſich die Reichsabgabenordnung, das Einkommenſteuergeſetz, das
Körperſchaftsſteuergeſetz, das Reichsbewertungsgeſetz, das
Vermögens=
ſteuergeſetz, die Rentenbankgrundſchuld, das Induſtriebelaſtungsgeſetz, das
Erbſchaftsſteuergeſetz, das Grunderwerbsſteuergeſetz, das
Kapitalverkehrs=
ſreuergeſetz, das Wcchſelſteuergeſetz, die Schuldverſchreibungsſteuer, das
Kraftfahrzeugſteuergeſetz, das Rennwett= und Lot eriegeſetz, das
Ver=
ſicherungsſteuergeſetz, das Umſatzſteuergeſetz, das Beſteuerungsgeſetz, das
Finanzausgleichsgeſe3, das Steuer berleitungsgeſetz, und ſchließlich
noch=
mals als beſonderer Anhang Beſtimmungen des Reichsrates über die
Vergnügungsſteuer. Jedenfalls iſt dieſes Handbuch des Steuerrechts
ein guter Führer durch das Labyrinth von Steuern und durch die
be=
ſonderen Hinweiſe der Kommentare zu den einzelnen Geſetzen iſt es
jedem leicht in die Hand gegeben, ſich über ſpeziell intereſſierte
Steuer=
fragen ſchnell und ſicher zu unterrichten. Wir können deshalb die
An=
ſchaffung eines ſolchen Liches gerade mit Rückſicht auf die heutzige
Steuergeſetzgebu, mur auf des Jeſte em fehlen.
Samstag, den 4. Juni 1927
Nummer 154
Seite 4
Heſſiſcher Landtag.
Präſident Dr. vom Helmolt eröffnet die Sitzung um 10½ Uhr.
Nach Beantwortung einer Kleinen Anfrage des Abg. Storck werden
die Beratungen bei Kap. 100 uſw. (Miniſterium der Juſtiz) fortgeſetzt.
Abg. Schül (Ztr.) unterſtreicht nochmals ſeine geſtrigen
Ausführun=
gen über die Anſtellung von Kriegsbeſchädigten im Juſtizdienſt. Er tritt
der Auffaſſung des Miniſterialdirektors Dr. Schwartz entgegen und ſetzt
ſich nochmals für die Anſtellung der kriegsbeſchädigten Aſſeſſoren ein.
Abg. Dingeldey empfiehlt die Annahme der Anträge zu
Kapitel 101 (Gerichte), die ſeinen Namen tragen. Ferner befürwortet
der Redner einen Antrag zur Fortbildung der Juriſten; die Ausgaben
dafür machten ſich bezahlt. Der Redner verlieſt eine Eingabe der
Kriminal=
kommiſſare bei den Staatsanwaltſchaften, die eine Gleichſtellung mit den
Polizeikommiſſaren in bezug auf die Gehaltsverhältniſſe wünſchen;
auch dieſer Antrag wird der Zuſtimmung empfohlen. Abgeordneter
Dingeldey wendet ſich dann in ſchärfſter Weiſe gegen die
Be=
richterſtattung des „Heſſiſchen Volksfreund” in Darmſtadt über die
Landtagsverhandlungen, der mitgeteilt hatte, die Anträge mit den
Mehr=
forderungen für die Polizeibeamten ſeien von den Regierungsparteien
gegen die Stimmen der Deutſchen Volkspartei und des Bauernbundes
angenommen worden. Das ſei eine bewußte Lüge, um bei den
Polizei=
beamten falſche Vorſtellungen über die Haltung der Parteien zu
er=
wecken. Er ſtellte ausdrücklich feſt, daß die Deutſche Volkspartei den
An=
trägen zugeſtimmt hat.
Abg. Böhm (Dntl.) befürwortet die Anſtellung der
Kriegsteil=
nehmer.
Abg. Leuſchner (Soz.) ſtimmt dem Antrag über die
Kriminal=
kommiſſare zu.
Es ſprechen noch zu dieſem Kapitel (101 die Abg. Glaſer (Bbd.),
Dingeldey (D.V. P.), Dr. Werner (Dntl.) und Kindt (Dntl.).
Nach weiterer Debatte werden die Kapitel 100 bis 107 angenommen;
dazu auch die Anträge Dingeldey, denen das Haus in der
Ausſchuß=
faſſung zuſtimmt.
Eine Reihe rückſtändiger Kapitel wird ohne Debatte augenommen.
Die Beratungen gehen dann zur IX. Hauptabteilung (Miniſterium der
Finanzen) über; die dazu gehörenden Kapitel 108 bis 112 werden ohne
weſentliche Debatte angenommen, ebenſo die reſtlichen Kapitel des
Staatsvoranſchlages (Vermögensteil uſw.). Auch dem Kap. 10 (
Landes=
ſteuern, indirekte Auflagen uſw.) ſtimmt das Haus zum Schluß noch
nach den Ausſchußanträgen zu.
Damit iſt die erſte Leſung des Staatshaushaltes beendet.
Schluß der Beratungen um 11 Uhr 30 Minuten. Der Präſident
beraumt die nächſte Sitzung auf Dienstag, den 21. Juni, vormittags
10 Uhr, an.
Der Reichspräſident zur Flaggenfrage
Hindenburg für die Einheitsflagge.
* Berlin, 3. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Reichspräſident hat in Kiel den Gauführer des
Reichs=
banners Schwarz=Rot=Gold empfangen. Die Aeußerungen, die er
bei dieſer Gelegenheit tat, werden von der Linkspreſſe in ewas
tendenziöſer Weiſe aufgemacht. Der Reichspräſident hat frei
ge=
ſprochen, der Wortlaut ſeiner Aeußerungen iſt nicht feſtgelegt. Er
hat ſich aber nach den Mitteilungen, die darüber amtlich
ausge=
geben werden, dahin geäußert, wir hätten im Weltkrieg treu und
tapfer unter der ſchwarz=weiß=roten Fahne gekämpft. Jetzt ſei die
verfaſſungsmäßige Farbe ſchwarz=rot=gold. Gerade aber aus der
ruhmvollen Vergangenheit ergebe ſich, daß man die alten Farben
nicht ſchmähen ſollte. In dieſem Punkte müſſe Deutſchland zu
einer Einigung kommen, denn nur durch die Einigkeit könnten
wir unſere alte frühere Macht wieder erlangen. Das iſt aus der
Auffaſſung des Reichspräſidenten heraus eine einfache
Selbſtver=
ſtändlichkeit. Es iſt ja bekannt, daß er den in dieſer Frage durch
das deutſche Volk gehenden Riß auf das tiefſte bedauert und ſich
ſchon lange mit dem Gedanken trägt, den Verſuch zu machen, ob
nicht die Möglichkeit beſteht, durch einen Vermittlungsvorſchlag
wenigſtens dieſen Gegenſatz aus der Welt zu ſchaffen.
Preußen und das Reich.
* Berlin, 3. Juni. (Priv.= Tel.)
Die Verhandlungen zwiſchen dem Reichsfinanzminiſter
Dr. Köhler und dem preußiſchen Finanzminiſter Hoepker=Aſchoff
zum Ausgleich der zwiſchen Preußen und dem Reich zutage
ge=
tretenen Mißhelligkeiten ſind in den letzten 14 Tagen
durchge=
führt worden und ſcheinen jetzt zu einer grundſätzlichen
Eini=
gung über den ganzen Fragenkomplex zu führen. Die
Streit=
punkte ſind unter Zuziehung der Dezernenten aus den einzelnen
Miniſterien Punkt für Punkt durchgeſprochen worden, und man
iſt jetzt ſchon dabei, die Ausgleichsvorſchläge ſchriftlich zu
formu=
lieren, ſo daß alle Ausſicht beſteht, daß noch vor Beginn der
parlamentariſchen Verhandlungen eine vollſtändige Einigung
erzielt wird.
* Die Beamtenbeſoldungsrefe M.
Ein Vorſchlag des Beamtenbundes.
Der Reichsfinanzminiſter hat ſeine Vorlage über die
Beamten=
beſoldungsreform beinahe fertiggeſtellt und wird ſie in den
nächſten Tagen dem Reichskabinett zuleiten. Er hat in den
letz=
ten Wochen wiederholt Beſprechungen mit dem Beamtenbund
und den Führern der Reichstagsfraktionen gehabt, ohne daß es
jedoch gelungen wäre, in allen Punkten eine Einigung zu
er=
zielen, zumal da innerhalb der Länder die Auffaſſungen über die
Beamtenbeſoldung noch ſtark auseinandergehen. Preußen und
Sachſen wünſchen im weſentlichen den Zuſtand wie 1914,
wäh=
rend aus den anderen Staaten heraus eine vollkommene
Umge=
ſtaltung vorgeſchlagen wird. Dazu kommt, daß die Länder ſich
grundſätzlich auf den Standpunkt ſtellen, ſie könnten eine
Er=
höhung der Gehälter aus eigenen Mitteln nicht tragen, ſondern
beantragen eine finanzielle Zuhilfe vom Reich aus. Der Deutſche
Beamtenbund ſetzt ſich dafür ein, daß, falls eine Verabſchiedung
der ganzen Reform vor den Sommerferien nicht mehr möglich
iſt, wenigſtens in den nächſten Monaten eine Vorſchußzahlung
auf die Gehaltserhöhung erfolgt. Darüber hat der Beamtenbund.
mit den Führern der einzelnen Parteien bereits Verbindung
aufgenommen.
Perſonalveränderungen in Preußen.
* Berlin, 3. Juni. (Priv.=Tel.)
Die preußiſche Regierung hat vornehmlich im
Innenmini=
ſterium einen umfangreichen Perſonalſchub vorgenommen, der ſich
durch die klare Tendenz auszeichnet, unter der Firma der
Beför=
derung republikaniſcher Beamter eine Reihe von Anhängern der
Regierungsparteien an der Futterkrippe unterzubringen. Mit
Stolz weiſen die Blätter der Weimarer Koalition auf die
Ver=
dienſte hin, die ſich die neuernannten Beamten um ihre Parteien
erworben haben. Daß wir dabei immer weiter in ein Syſtem
hineinrutſchen, daß man wie in Amerika ſchließlich auch die
unterſten Diener nach parteipolitiſchen Geſichtspunkten ausſucht,
wird von den Herten überſehen. Jedenfalls dürfen ſie es aber
Andersdenkenden, die an der unmodernen Auffaſſung feſthalten,
daß die perſönliche Qualifikation, eigentlich die erſte
Voraus=
ſetzung für die Berufung in ein Amt ſein ſollte, nicht übelnehmen,
wenn unter dieſen Umſtänden das Gerede von der preußiſchen
Mißwirtſchaft neuen Boden findet.
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[ ← ][ ][ → ] Nummer 134
Aus der Landeshauptſtadt.
Sametag, den 4. Juni 1923
*Zirkus Lorch in Darmſiadt.
Darmſiadt, 4. Juni.
— Verſetzungen in den Ruheſtand. In den Ruheſtand wurde
ver=
ſetzt au 30. Mai 1927 der Lehrer an der Voltsſchule zu Allendorf a. d.
Lahn, Kreis Gießen, Karl Himmler auf ſein Nachſuchen vom 1. Aug.
1997 gb. Am 1. Juni 1927 tritt in den dauernden Ruheſtand der Lehrer
im einſtweiligen Ruheſtand Wilhelm Michel zu Gießen.
— Heffſiſches Landestheater. Für Pfingſtmontag, den 6. Juni, wird
Leſſings „Nathan der Weiſe” in neuer Infzenierung vorbereitet.
Die Inſzenierung leitet Edgar Klitſch, die Bihnenbilder entwirft
Arthur Pohl. Die Titelrolle ſpielt Arthur Kraußneck vom Berliner
Staatstheater, von deſſen Nathan eine große Berliner Zeitung ſchrieb:
Das Geheimnis dieſes Künſtlers erklärt ſich aus dem ſelten
glück=
lichen Zuſammentreffen zwveier Hauptfaktoren echt künſtleriſcher Wirkung:
eines phänomenalen techniſchen Könnens und einer exzeptionellen
Perſön=
lichteit . . . die ſchlichte Natürlichkeit, die Kraußnecks ganze Auffaſſung
auszeichnet und ſich mit einem leiſe mitſchwingenden edlen Pathos gar
wohl verträgt, bewahrt ihn auch davor, ſeine Weisheitslehren in
dozie=
rendem Ton an den Mann zu bringen. Man freute ſich der herrlichen
Leiſtung des berühmten Künſtlers, und freute ſich nicht zuletzt auch,
Leſſings dramatiſches Evangelium reiner Menſchlichkeit in einer
wundervoll abgetönten, lebendigen Wiedergabe genießen zu können.‟ Die
Aufführung iſt der Miete I. zugeteilt. Beginn 7½ Uhr.
Edmund Weyns wurde von Generalmuſikdirektor Joſep)
Roſen=
ſtock für die nächſte Spielzeit als erſter Konzertmeiſter an das
Staats=
theater in Wiesbaden verpflichtet.
Ausſtellung „Neue Kunſt Mathildenhöhe‟. Die Eröffnung der
Aus=
ſtellung wird planmäßig am Samstag, den 4. Juni, 11½ Uhr
vor=
mittags in einem kleinen Kreis beſonders Geladener ſtattfinden. Vom
Pfingſtſonntag an werden die Räume täglich von 10—19 Uhr dem
Publikum zugänglich ſein. Der Ausſtellungsausſchuß hat beſchloſſen, daß
alle Künſtler, die ſich als Mitglieder des Reichswirtſchaftsverbandes
aus=
weiſen, für ihre Perſon jederzeit freien Eintritt genießen. v. H.
— Kunftverein. Die von dem Vorſtand auf Grund des Beſchluſſes
der Hauptverſammlung eingeleitete Propaganda zum Erwerb neuer
Mitglieder hat einen erfreulichen Erfolg inſofern zu verzeichnen,
als dem Verein bis jetzt bereits etwa 120 neue Mitglieder beigetreten
ſind. Da die Mitgliedskarten erſt demnächſt zugeſtellt werden
können, die neuen Mitglieder aber wohl ein Intereſſe daran
haben, die jetzige Schwarz=Weiß=Ausſtellung zu beſichtigen, iſt der
Haus=
meiſter der Kunſthalle angewieſen, neue Mitglieder, die ſich auf ihre
Anmeldung zum Verein berufen, die Ausſtellung ohne Löſung einer
Eintrittskarte beſuchen zu laſſen. Eine große Anzahl von
Anmeldungs=
karten iſt dem Verein ohne jeden Vermerk und ohne Unterſchrift
zu=
gegangen. Da deren Abſender hiernach nicht bekannt ſind und die
Zu=
ſtellung der Mitgliedskarten nicht erfolgen kann, werden diejenigen
Ab=
ſender ſolcher Karten, die tatſächlich ihren Beitritt erklären wollten,
ge=
beten, ihre Anweldung nochmals in der Kunſthalle am Rheintor zu
voll=
ziehen.
— Das Landesmuſeum iſt am 1. Pfingſtfeiertag geſchloſſen, dagegen
am 2. Feiertag von 10—1 Uhr, ferner am Pfingſtdienstag von 11—1
Uhr unentgeltlich geöffnet.
Zurückgekehrt von einer mehrjährigen Tournee ins Ausland,
zu=
letzt zwei Jahre in Südamerika, gaſtiert für einige Zeit der Zirkus
Lorch in Darmſtadt. Trotzdem man an Schnelligkeitsrekorde gewöhnt
iſt, ſetzt doch immer wieder das raſche Aufſtellen eines
Zweimaſten=
zirkuszeltes in Erſtaunen. Intenſive Arbeiten ermöglichten es, daß,
trotzdem der Zirtus erſt am Morgen in Darmſtadt eintraf, geſtern abend.
wie verkündet, die Gala=Eröfnungsvorſtellung vor ſich gehen konnte.
Junge und alte, ſtets begeiſterte Anhänger zirzenſiſcher Spiele boſuchten
die Vorſtellung, die kurz nach 8 Uhr mit einem impoſanten Aufmarſch
des geſamten Perſonals unter den Klängen eines ſchneidigen
Einzugs=
marſches begann. Die Erwartung der Zuſchauer war aufs höchſte
ge=
ſpannt und ſollte auch im Laufe des Abends nicht enttäuſcht werden.
Getreu den Traditionen eines alten klaſſiſchen Zirkuſſes wurde echte,
erſtklaſſige Zirkuskunſt in jeder Art geboten. Hervorragende
Pferde=
dreſſuren, halsbrecheriſche Akrobatik und humoriſtiſche
Originalinter=
mezzos zahlreicher Clowns und Auguſte wechſelten in bunter Folge in
faſt dreiſtündiger Vorführung ab. In jeder einzelnen
Programm=
nummer wurden Spitzenleiſtungen vorgeführt, die berechtigte
Anerken=
nung und Bewunderung, auch häufige begeiſterte Beifallsausrufe
her=
vorriefen.
Naturgemäß intereſſierten bei Zirkus Lorch beſonders die Leiſtungen
der Pferdedreſſur und das Pferdematerial ſelbſt. Da trat zunächſt Frl.
Amalie mit ihren beiden Siebenbürger Schecken und ihrem arabiſchen
Tigerhengſt vor das Publikum und erntete mit ihren Dreſſuren lebhaften
Beifall. Die Nichte des berühmten ehemaligen Zirkusdirektors E. Renz,
Thereſe Renz, bot mit ihren Vollblutſchulpferden, auf denen ſie die
klaſſiſche Hohe Schule im Damenſattel ritt, ein ſchönes Bild vornehmer,
ruhiger Reitkunſt. Die nach Originalideen des Meiſterdreſſeurs Guſtav
Borſchel gezeigten Pferdedreſſuren ſtanden ebenfalls auf einer
durch=
aus beachtenswerten Höhe. Nicht vergeſſen ſei im Reigen der
Pferde=
dreſſuren die vorzüigliche Tſcherkeſſen Voltige, die von der
jugendlich=
fenrigen Frl. Rennroff auf echtem kaukaſiſchem Raſſenpferd in
Nationalkoſtüm verwegen geritten wurde.
Unter der Akrobatik iſt beſonders der unerreichte Kraftjongleur mit
ſeinen ſtaunenerregenden Leiſtungen hervorzuheben, ein Weltchampion,
der mit ſchweren Eiſenkugeln, geſchoſſenen Torpedos wie mit leichten
Gummibällen hantiert und ſeine lebensgefährlichen Kunſtſtücke mit
ge=
radezu erſtaunlicher Leichtigkeit ausführt. Die weltbekannte Lorch=Familie
bringt ikariſche Spiele in höchſter Vollendung. Georg und Fredy
Lar=
gard, die Meiſterturner am dreifachen Reck, ſowie die Balancekünſtler
E. und M. John halten mit ihren geradezu bewundernswerten
Kunſt=
ſtücken das Publikum dauernd in Atem. In das Reich der Akrobatik
gehört auch Tſhin Arr Hoi, ein Tanzſeilkünſtler, der mit fabelhafter
Sicherheit auf ſeinem Tanzſeil Kunſtſtücke vorführt, die gewöhnliche
Sterbliche kaum auf ebener Erde ausführen können. Erwähnenswert iſt
noch unter all dem Gebotenen die von Frl. Amalie dreſſierte
Dalma=
tiner Hundemeute, deren lebhaftes Temperament ſicher die größte
Ge=
duld beim Einüben all der vorgeführten Kunſtſtücke erfordert. Zum
lob=
haften Ergötzen der Zuſchauer, insbeſondere aber der Kinder, treten die
vielen Clowns und Auguſte recht oft und draſtiſch in Aktion und
bewir=
ken durch ihre Späße, daß die Zeit mur ſo dahinfliegt. Infolge der
Höchſtleiſtungen, die im Zirkus Lorch i jeder Beziehung geboten
wer=
den, kann in jeder Hinſicht geſagt werden, daß der Beſuch der
Vor=
ſtellungen ſich unbedingt lohnt. Jedem Beſucher wird etwas Zuſagendes
geboten, ſei er Sportler, Turner, Athlet, oder ſei er nur auf der Suche
nach einigen genußreichen Unterhaltungsſtunden.
— Das Schloßmuſeum iſt am 1. Pfingſtfeiertag geſchloſſen, am 2.
Pfingſtfeiertag finden Führungen vorm. um 11 und 11½ Uhr, Werktags
vorm. 11 und 11½ Uhr, nachm. 3½ und 4 Uhr ſtatt. Samstags gechloſſen.
— Die Deutſchmeiſter im Orangeriegarten. Wer hat nicht ſchon im
„Dreimäderlhaus” dem Zauber jener herrlichen Wiener Weiſen
ge=
lauſcht! Bei den Klängen der Deutſchmeiſter an den Pfingſtfeiertagen
wird man träumen von alledem, was den Dichter und den Komponiſten
bei der Schaffung des vielgeprieſenen Wiener Liedes bewegte. Es iſt
außerordentlich zu begrüßen, daß die 30 Mann ſtarke Kapelle auf ihrer
Konzertreiſe auch unſere Stadt berückſichtigt und dem muſikliebenden
Darmſtädter Publikum einen beſonderen Pfingſtgenuß bieten will. Wer
es ermöglichen kann, ſollte ſich dieſen Genuß nicht verſagen. Da mit
einem ſehr ſtarken Zuſpruch gerechnet werden darf, hat ſich die Heag
bereit erklärt, an beiden Pfingſtfeiertagen während der Nachmittags=
und Abendkonzerte Sonderwagen nach dem Orangeriegarten fahren zu
laſſen. Die Kapelle der Deutſchmeiſter marſchiert Sonntag, vormittags
zwiſchen 11 und 12 Uhr, durch die Rheinſtraße, Marktplatz, Karlſtraße
nach dem Orangeriegarten.
— „Perkeo”. Hier gaſtiert zurzeit Paul Heiter mit ſeiner
erſtklaſ=
ſigen Künſtlerſchar. Er bringt ein noch nie dageweſenes Programm.
Jede Nummer iſt ein Schlager. Er ſelbſt eröffnet den Abend als
An=
ſager und verſetzt durch ſeinen Humor das Publikum ſofort in die
ge=
wünſchte Stimmung. Ihm folgt die wunderſchöne raſſige
Vortrags=
künſtlerin Erny Eſſer. In den Humoriſten Hans Späker findet man
einen vorzüglichen Künſtler, welcher für ſeine heiteren Vorträge ein
dankbares Publikum findet. Nicht zu vergeſſen iſt die liebliche reizende
Spitzentänzerin Hildegard, welche das Publikum ergötzt. Einen äußerſt
feinſinnigen rheiniſchen Sänger lernt man in Hubert Dietz kennen.
Sein brillantes Repertoir ſichert ihm einen vollen Erfolg. Eine
Stim=
mungskanone iſt die hier ſo bekannte und beliebte Elſe Daiſy. Dieſer
Name bürgt für echten Humor. Ferner tritt Paul Heiter auf, der
un=
verwüſtliche ſächſiſche Komiker, der ein Meiſter des trockenen Humors
iſt. Ein jeder Griesgram muß bei Paulchens Vortrag lachen, ob er
will oder nicht, und ſtürmiſcher Applaus wird ihm gezollt. Die
ur=
komiſchen Poſſen, geſpielt vom ganzen Perſonal, rufen ebenfalls wahre
Lachſalven hervor. „Paulchen” hat eine Künſtlerſchar, die in die beſten
Häuſer gehört. Zum Schluß ſei auch ein Lob dem Kapellmeiſter Emil
Kocks ausgeſprochen, welcher zur Geſtaltung des Programms
weſent=
lich beiträgt. Alles in allem, ein Beſuch des „Perkeos” iſt kein verlorener
Abend.
* Lokalkommiſſion. Geſtern ſtand Termin bezüglich der Enteianung
von Gelände der Frankfurter Straße (Oſtſeite) zwiſchen
Rhönring und Nordbahnhof an. Vertreten iſt die Stadt
Darmſtadt als Antragſtellerin und eine Reihe von Eigentüümern des in
Betracht kommenden Geländes; ein Teil der Intereſſenten iſt nicht
er=
ſchienen und unvertreten. Die Straßenbreite (Oſtſeite) reicht für den
Verkehr nicht mehr aus. Das Ortsgericht hat das Gelände zu 4—5 Mark
pro Quadratmeter geſchätzt. Die Stadtverordnetenverſammlung hat
be=
ſchloſſen, den Enteignungsantrag einzureichen. Die Stadt wäre vielleicht
bereit, bezüglich der Schätzung der Bäume Zugeſtändniſſe zu machen.
Die Intereſſenten bemängeln die Höhe des Angebotes, einer derſelben
befürchtet eine Schädigung ſeines Gew=ubebetriebes durch Anſchneiden
ſeiner Gartenwirtſchaft und bittet deshalb um Augenſcheinseinnahme;
die Exiſtenz erſcheine geradezu beeinträchtigt. Zum Teil ſei das Gelände
vor 30 Jahren erworben (vor Errichtung des Nordbahnhofes), der
Reichsfiskus habe damals zum Beiſpiel 18 Mk. pro Quadratmeter
ge=
währt, andere Intereſſenten haben damals 10 Mk. pro Quadratmeter
erhalten. Die Grundſtücke gerade am Bahnhof müßten höher bewertet
werden. Deshalb ſei ein Preis von 4—5 Mk. unzureichend. Die Stadt
hält die ortsgerichtliche Schätzung für angemeſſen und will kein
Zu=
geſtändnis machen, ſie zahle z. B in der Gutenbergſtraße 8 Mark pro
Quadratmeter, im Herdweg 12 Mark pro Quadratmeter. Die
Straßen=
fluchtlinie iſt genehmigt, aber der Ortsbauplan ſür die dortige Gegend
noch nicht. Es wird eine Augenſcheinseinnahme beſchloſſen, die am
17. Juni, nachmittags 3½ Uhr, an der Stadtgärtnerei ſtattfinden ſoll.
Als Sachverſtändige ſollen dabei der Beamte der Landwirtſchaftskammer
Behne und der Vorſitzende der Gaſtwirtevereinigung Schnauber
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*Steuerkalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Juni 1927.
1.—30. Juni: Friſt zur Abgabe einer Vermögenserklärung
für 1927. (Vergleiche die öffentliche Aufforderung der
Finanz=
ämter Darmſtadt=Stadt, Darmſtadt=Land und Langen vom
27. Mai 1927 in Nr. 147 des Tagblatts vom 28. Mai 1927.)
1. Junf: Der zweite Teilbetrag der Vorauszahlungen nach
dem Aufbringungsgeſetz iſt ſtatt am 1. Juni 1927 erſt
am 15. Juli 1927 an die Finanzämter zu entrichten. (
Verord=
nung des Reichsminiſters der Finanzen und des
Reichswirtſchafts=
miniſters vom 19. Mai 1927.)
5. (7.) Juni: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
16. bis 31. Mai erfolgten Lohnzahlungen. (Keine Schonfriſt.)
5. (7.) Juni: Abgabe der Beſcheinigung an die
Finanz=
kaſſe, daß die Summe der im Mai abgeführten
Steuerabzugs=
beträge mit der Summe der im Mai einbehaltenen Steuerbeträge
übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
10. Juni: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe im
Abrechnungsverfahren entrichtet wird. (Keine
Schon=
friſt.)
10. Juni: Bis ſpäteſtens 10. Juni ſind bei Meidung der Beitreibung
zu zahlen:
a) die am 10. April 1927 fällig geweſene Einkommenſteuer=
Vorauszahlung;
b) die am 15. Mai 1997 fällig geweſene 2. Rate
Vermögens=
ſteuer.
(Vergl. die öffentliche Mahnung des Finanzamts Darmſtadt=Stadt
vom 27. Mai 1927 in Nr. 148 des Tagblatts vom 29. Mai.)
Kirchenſteuer.
Das erſte Ziel war urſprünglich am 15. Mai 1927 fällig. Da aber
die Steuerbeſcheide in Darmſtadt erſt gegen Mitte Juni zugeſtellt
wer=
den können, wird auf den Beſcheiden für die 1. Rate ein neuer
Zahlungs=
termin, wahrſcheinlich der 1. Juli 1927 vermerkt werden.
Das erſte gemeindliche Ziel
der Grundſteuer Gewerbeſteuer und
Sondergebäude=
ſteuer für das Rechnungsjahr 1927 braucht auch weiterhin noch nicht
entrichtet zu werden, da der Ausſchlag für die Provinz noch nicht
feſt=
ſteht. Weitere Mitteilungen über die Zuſtellung des Beſcheides und den
H. W. Wohmann.
Zahlungstermin folgen an dieſer Stelle.
— Städtiſches Orcheſter. Auf der Ludwigshöhe konzertiert an beiden
Pfingſtfeiertagen das Städtiſche Orcheſter unter Leitung von
Kapell=
meiſter Naumann. Es ſei aus dem Programm des erſten Feiertages
hervorgehoben: Auber: Ouvertüre „Die Stumme von Portici,
Beet=
hoben: Fantaſie „Fidelio”, Strauß: „Frühlingsſtimmen” Walzer,
Radecke: „Aus der Jugendzeit”, Roſſini: Ouvertire „Tancred”,
Wald=
teufel: „Dolores Walzer”, Kalmann: Potpourri aus „Gräfin Mariza”
Schröder: „Deutſchlands Ruhm” Marſch. Des 2. Feiertags: Roſſini:
Ouvertüre „Barbier von Sevilla, Verdi: Fantaſie „Rigoletto”, Strauß:
„O, ſchöner Mai”, Walzer, Eilenberg: „Die Wachtparade kommt”,
Boiel=
dieu: Ouvertüre „Kalif von Bagdad”, Fall: Walzer aus „Fideler Bauer”
Mah: Potpourri: „Alt=Heidelberg”, Blon: „Mit Eichenlaub und
Schwertern”, Marſch.
Seite 3
Auf ins Neckartal!
Eine der volkstümlichſten Geſtalten des verklingenden
deut=
ſchen Mittelalters iſt der Ritter mit der eiſernen Hand Götz
von Berlichingen, den der junge Goethe als Kämpfer
für Recht und Freiheit dramatiſch geſtaltet hat. Mit dem vor
den Toren des Mainzer Kurſtaats lebenden Franz von
Sickin=
gen läßt der Dichter den Schwaben durch engſte Freundſchaft
verbunden ſein. Iſt Sickingens Wirkungsfeld das Nahe=, Glan=
und Rheintal, ſo kämpft der „getreuherzige Götz” im Main=,
Tauber= und Neckartal.
Hin zu Götzens Heimat, hin zum Neckartal, vorbei am trotzig
ragenden Hornberg bei Neckarelz, wo der müde Kämpe
ſei=
nen Lebensabend verbracht, ſeine ſo köſtliche Selbſtbiographie
geſchrieben hat, führt der nächſte Sonderzug der
Reichsbahn=
direktion Mainz am Sonntag, den 12. Juni. Vom Rhein über
Darmſtadt die Bergſtraße entlang gehts zur Neckarperle
Heidel=
berg. Neckaraufwärts über Neckargemünd, Neckarſteinach,
Hirſch=
horn, durch das gewundene, abwechſlungsreiche Tal über
Neckar=
elz nach Kochendorf, dem größten deutſchen Steinſalzlager
Ueber 500 Quadratkilometer umfaſſen die einzelnen Stockwerke
des Untertagbaues, der faſt 200 Meter in die Erdrunde
hinein=
ſteigt. Gegenwärtig iſt etwa ein Quadratkilometer in Betrieb,
der täglich zirka 15 000 Zentner abgibt bei einer Belegſchaft von
140 Mann pro Schicht. Die Bewohner des Mittelrheingebiets
haben wahrhaftig nicht notwendig, ins Salzkammergut nach
Berchtesgaden zu fahren, um mächtige Salzkuppelbaursn,
fren=
hafte Bergwerksbeleuchtung, glitzernde Bergwände, endloſe
Stollen und tiefe Schächte, wie ſie Ganghofer in ſeiner
Volks=
erzählung „Der Mann im Salz” ſchildert, ſelbſt zu ſehen;
Kochendorf bietet ein gleiches bequemer und billiger. Nach
der Mittagsſtärkung in Kochendorf oder Jagſtfeld fährt der
Sonderzug gegen 2½ Uhr nachmittags nach Wimpfen. Hier
werden die gotiſche Stadtkirche, die Dominikanerkirche, die
Ar=
kaden der Kaiſerpfalz, die Kreuzgänge, mit der Katharinenkirche
rivaliſierend im Tal, die feine Ritterſtiftskirche, reizende
Häuſer=
winkel und Plätze in ſtetem Wechſel und von der Höhe ein
un=
vergeßlicher Blick ins Neckartal, nach Heilbronn, nach dem
Hornberg die Beſucher feſſeln. Drei Städte Deutſchlands
wett=
eifern um den Ehrentitel der ſchönſten Lage: Heidelberg,
Wert=
heim am Main und Wimpfen am Neckar. Wem ſoll die Palme
werden? Die Sonderzugteilnehmer werden ſich darüber ihre
Gedanken machen, aber nicht vorſchnell urteilen.
Ueber alle Einzelheiten, auch über die Fahrpreiſe und
Fahrzeiten, geben die Plakate an Bahnhöfen, die
Mitteleuro=
päiſchen Reiſe= und Verkehrsbüros Auskunft. Die Rückfahrt
erfolgt derart, daß nach allen Richtungen die Anſchlußzüge
bequem erreicht werden können. (Siehe Anzeige.)
Geſchäftsſtellen der Internationalen Ausſtellung „Mufik im Leben
der Völker” Für die Internationale Ausſtellung „Muſik im Leben der
Völker”, die am 11. Juni zu Frankfurt a. M. eröffnet wird und bis
zum 28. Auguſt dauert und für den Frankfurter „Sommer der Muſik”,
deſſen muſikaliſche Veranſtaltungen in die gleiche Zeit fallen, ſind im
In= und Ausland über 300 Geſchäftsſtellen eröffnet worden. In allen
Fragen, die die Ausſtellung und die muſikaliſchen Veranſtaltungen
be=
treffen, über Reiſegelegenheiten, Sonderzüge, Sängerfahrten, über
Kar=
tenverkauf für die Ausſtellung, für Theater und Konzerte erteilt für
unſer Gebiet Auskünfte: Heinrich Arnold, Darmſtadt
Wilhelminen=
ſtraße 9.
Kunſtnotizen.
ücber Werit, Künſtier oder fünftlertſche Veranſtaltungen, deren Im Machſichmden Gredbwin
geſchleht, behält ſich die Nedatlien ihr drteill vox
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. „Die Höschen des
Fräulein Annette‟. Dieſer Film iſt eine Syntheſe von Luſtſpiel und
Senſationsſtück. Das Luſtſpiel zeigt gut getroffene, humorvolle und
pikante Situationen, das Senſationsdrama Spannung und Tempo. Der
Regiſſeur Irving Cummings weiß die Pikanterie des Luſtſpiels voll
auszunutzen, in wirklich ſcharmanten Bildern eine gute Modenſchau
vor=
zufführen und humorvolle Charaktere zu zeichnen, ſpannend und
aus=
gezeichnet gemacht. Madge Bellamy ſpielt die Annette liebreizend,
tem=
peramentvoll und graziös in dieſem Film, der einen Abend lang in
amüfanter Form unterhält.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Die Frauengaſſe von Algier” iſt der
Titel des neuen Groß=Films, der ab heute läuft. Der Inhalt iſt kurz
folgender: In einem ſüdfranzöſiſchem Kloſter lebt Adrienne Briſſon,
ein junges Mädchen, in Unkenntnis ihrer Familienverhältniſſe. Adrienne
weißt nicht, daß ihre Mutter in Algier ein Doppelleben führt,
daß ſie Beſitzerin einer Laſterhöhle iſt, die Gefährtin eines Verbrechers
namens Molescu, zugleich aber als vornehme Dame in den mondänen
internationalen Kreiſen von Algier eine hervorragende Rolle ſpielt.
Adrienne weiß nichts von ihrem Vater, der vor 17 Jahren in
beduini=
ſcher Gefangenſchaft verſchmachtete. Da kommt der Ruf der Mutter:
ſie ſoll das Kloſter verlaſſen. Unter Obhut einer Geſellſchafterin tritt
ſie die Reiſe nach Algier an und wird auf dem Schiff von jenem üblen
Molescu verfolgt. René gelingt es, Advienne vor den Beläſtigungen des
Mädchenhändlers zu ſchützen. Sie trifft in Algier mit ihrer Mutter
zu=
ſammen, und die vom Schickſal ſchwergeprüfte Frau findet endlich die
Energie, ſich von Molescu loszuſagen. Dieſer ſetzt aber ihrer Abſicht,
das Leben in der Frauengaſſe aufzugeben, energiſchen Widerſtand
ent=
gegen. Er läßt Adrienne überfallen und in ſein verrufenes Haus
bringen. Dort wird ſie jedoch von ihrer anweſenden Mutter erkannt.
Mit Mühe gelingt es, Frau Briſſon, die Tochter in Sicherheit zu bringen.
In einem Meſſerkampf mit Molescu wird ſie tödlich verwundet. Da
er=
eilt Molescu ſein Schickſal. Der Bruder eines verführten Mädchens
ſtößt ihn nieder. Eine Razzia, die René in der Frauengaſſe veranſtaltet,
befreit Frau Briſſon aus ihrer ſchrecklichen Lage, doch ſtirbt ſie kurz
darauf an den Verletzungen. Adrienne und René, die zueinander
Zu=
neigung gefaßt haben, finden ſich.
Lokele Veranſtaltungen.
Die dierunter erſcheinenden Notizen ſind ansſchlließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu beirachten.
in leinem Faſſie irgendwie als Beſprechung oder Kritit.
— Woogsplatz=Turnhalle. Es ſei hiermit nochmals auf
den vom Städtiſchen Orcheſter am Montag, abends 8 Uhr, veranſtalteten.
Pfingſtball in der Woogsplatz=Turnhalle hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Samstag, den 4. Juni 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung;
Kleines Haus: Geſchloſſen. — Orpheum: Geſchloſſen. —
Zirkus Lorch abends 8½ Uhr: Vorſtellung. — Konzerte:
Schloßkaffee, Hotel=Reſt. Schmitz, Café=Reſt. Waldesruhe,
Hauptbahn=
hof=Reſtaurant, Reichskrone, Mühlſtr. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele. — Wanderklub
Falke‟: Pfingſtwanderung, Samstag—Montag, in den nördlichen
Schwarzwald.
Wie immer zu baginn der Bade-Jalsonhaben
wie uns auf Gross-Bedrt eingest
Hie Haufen diesen Arlikel beiuks
aussgrodentlich billig
Seite 6
Das neue Straßenverkehrsrecht.
Von
Dr. Krebs, Darmſtadt.
In dieſen Tagen wird man leſen, daß die heſſiſchen Kreisämter eine
Verordnung über den allgemeinen Verkehr auf öffentlichen
Wegen (Straßenverkehrsordnung) erlaſſen. Dieſe
Straßenverkehrsord=
mung iſt eine Polizeiverordnung, die von jedem Kreisamt für ſich nach
dem gleichen Muſter und im weſentlichen mit gleichem Wortlaut
ver=
öffentlicht wird. Dem Laien wird das Verfahren auffallen. Es muß
deshalb zunächſt ein Wort zu der ſtaatsrechtlichen Grundlage dieſer
Ver=
kehrsordnung geſagt werden. Der Verkehr mit Kraftfahrzeugen
iſt durch das Geſetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai
1909 reichsrechtlich geregelt. Dieſes Geſetz iſt am 21. Juli 1923 in
ein=
zelnen Punkten geändert und ergänzt worden. Die näheren
Ausfüh=
rungsbeſtimmungen enthält die Verordnung über den
Kraftfahrzeugver=
kehr vom 5. Dezember 1925 in der Faſſung vom 2. Juli 1926. Hier
findet wan insbeſondere auch die Beſtimmung über die Ordnung des
Straßenverkehrs, über die beſonderen Pflichten des Kraftfahrzeugführers
und über die Verkehrsregelung durch die Polizei. Der Reichstag hatte
bereits bei der Beratung des erwähnten Geſetzes vom 21. Juli 1933 in
Artikel Al eine Vorſchrift angenommen, wonach die Reichsregierung mit
Zuſtimmung des Reichsrats auch Anordnungem über den
allgemei=
nen Fahrverkehr erlaſſen ſollte, „ſoweit dies in Rückſicht auf den
Kraft=
fahrzeugverkehr erforderlich” ſei. Dieſe Beſchränkung der Zuſtändigkeit
des Reichs auf die mit dem Kraftfahrzeugverkehr zuſammenhängenden
Beſtimmungen hätte zur Folge gehabt, daß auch in dieſer Verordnung
nur ein Teil der Vorſchriften für den übrigen Verkehr hätte geregelt
werden können. Daneben wären weitergehende Anordnungen der
Län=
der und der Lokalpolizeibehörden erforderlich geblieben, die ebenfalls von
den Verkehrsintereſſenten gekannt und beachtet werden mußten. Der
vom Standpunkt der Wirtſchaftlichkeit und Einfachheit einer
Staatsver=
waltung einzig vermünſtige Weg einer Erweiterung der
Reichskom=
petenz wurde nicht gegangen, da ein Teil der Länder darin einen
Ein=
griff in ſeine landespolizeilichen Hoheitsrechte, erblickt hätte. Um zu
einem einheitlichen und überſichtlichen Rechtszuſtand zu kommen, blieb
daher nach Lage der Verhältniſſe nur der Weg, zwiſchen den Ländern
eine gleichlautende Regelung des allgemeinen Fahrverkehrs zu
verein=
baren und den Inhalt dieſer Vereinbarung durch die in den Ländern
zuſtändigen Behörden als landespolizeiliche Vorſchrift „wit Strafſchutz
zu erlaſſen. So ergibt ſich nunmehr der eigenartige Zuſtand, daß ein
im ganzen Reichsgebiet einheitlich geltendes Recht (das
Straßenverkehrs=
recht) nicht im dem üblichen Wege der Geſetzgebung durch den Reichstag,
ſondern im Wege eines Abkommens unter den Länderminiſterien als
Polizeiverordnung in Geltung treten wird. In Heſſen liegen die
Ver=
hältniſſe inſofern noch beſonders kompliziert, als die heſſiſche Verfaſſung
im Gegenſatz zu derfenigem anderer Länder kein allgemeines
Landes=
polizeivevordungsrecht kennt, ſo daß hier der Weg des Erlaſſes
überein=
ſtimmender Kreis= oder Ortspolizeiverordnungen gewählt werden muß.
Die allgemeine Straßenverkehrsordnung regelt in 5 Abſchnitten den
Verkehr von Fuhywerken, Radfahrern, Reitern, Fußgängern, ſowie das
Treiben und Führen von Vieh. Vorausgeſtellt ſind allgemeine
Beſtim=
mungen, die die Geſetzesterminologie der Begriffe Fuhrwerk,
Kraſtfahr=
zeug, Wege, Dunkelheit uſw. feſtlegen. Die Verordnung bringt nicht
etwa durchweg neues Recht, ſie deckt ſich zum Teil inhaltlich mit älterem
landesrechtlichen Vorſchriften, ſo u. a. mit zahlreichen Beſtimmungen des
heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzbuches vom 30. Oktober 1855.
Im einzelnen gilt folgendes:
I. Fuhrwerksverkehr. Fuhrwerk und
Beſpan=
nung müſſen verkehrstauglich ſein. Die Ladung muß in angemeſſenem
Verhältnis zur Leiſtungsfähigkeit vom Fuhwwerk und Geſpann ſtehen
und ſicher verwahrt ſein. Laſtfuhrwerke, Wohnwagen, Handelswagen
u. dal. müſſen Namen und Wohnort des Fuhrwerksbeſitzers tragen.
Sämtliche Fuhrwerke müſſen bei Dunkelheit links vorne eine nach
vor=
wärts leuchtende Laterne führen, Langholzfuhrwerke und ähnliche
Fuh=
ven, ſowie Möbelwagem und Anhänger außerdem ein Nücklicht.
Sämt=
liche beſpannten Fuhrwerke müſſen einen Führer haben, der körperlich
und geiſtig geeignet, nüchtern und grundſätzlich über 14 Jahre alt ſein
muß. Wegen Verſtoßes gegen verkehrspolizeiliche Vorſchriften beſtraften gewicht auf 12 Kilometer ſeſtgelegt, Vorſicht!
Perſonen kann die ſelbſtändige Führung beſpannter Fuhrwerke dauernd
oder zeitweiſe unterſagt werden. Der Führer des Fuhpwerks haftet
neben deſſen Beſitzer für die Verkehrstüchtigkeit. Ankoppeln von mehr
als einem Fuhrwerk iſt nur mit polizeilicher Erlaubnis zuläſſig.
Von den bisher genannten Vorſchriften können unter gewiſſen
Vor=
ausſetzungen Ausnahmen für Wirtſchaftsfuhren zugelaſſen werden, das
ſind Fuhren, die innerhalb der Gemarkung des Vetriebsſitzes oder
be=
nachbarter Gemarkungen für Zwecke der Land= oder Foyſtwirtſchaft
aus=
geführt werden.
Der Führer muß ſein Geſpann ſtets in der Gewalt haben und
ſeinen Platz ſo wählen, daß er freie Ausſicht nach vorne und nach den
Seiten hat. Nicht eingeſpamte Tiere dürfen grundſätzlich nur an der
rechten Seite oder hinter dem Fuhrwerk mitgeführt werden und müſſen
kurz angebunden ſein. Die Fahrgeſchwindigkeit muß ſo eingerichtet ſein,
daß der Führer ſtets in der Lage bleibt, ſeinem Verpflichtungen Genüge
zu leiſten, insbeſondere muß er bei ſtarkem Verkehr oder behinderter
Sicht ſo langſam fahren, daß er auf kürzeſte Entfernung halten kann. tung: Pfeddersheim-Leiſelheim—Pfiffligheim.
Die Art, wie der Führer eines Fuhrwerks Warnungszeichen gibt, ob
durch Zuruf oder in ſonſt geeigneter Weiſe, iſt ihm überlaſſen, der „
Ge=
bvauch von Hupen jedoch verboten.
Die Fahrordnung entſpricht der im Verkehr bereits üblichen
und eingebürgerten, von dem Kraftfahrzeugverkehr übernommenen
Re=
gelung. Sämtliche Fuhrwerke ſind grundſätzlich verpflichtet, die rechte
Seite des Weges dauernd einzuhalten. Langſam fahrende Fuhrwerke
haben innerhalb geſchloſſener Ortsteile möglichſt die äußerſte rechte Seite
einzuhalten. Stets gilt dieſe Vorſchrift beim Durchfahren von ſcharfen
vder unüberſichtlichen Wegekrümmngen. Für die Aenderung der
Fahrt=
richtung gilt der allgemeine Grundſatz: Rechts kurze Wendung, links
weiter Bogen. Eine Ausnahme von dem Grundſatz Rechtsausweichen
gilt (an ſich eine Selbſtverſtändlichkeit) bei Begegnung mit
Schienenfahr=
zeugen, wenn der Abſtand zwiſchen der betreffenden Schiene und dem
rechten Wegevand ein Rechtsausweichen nicht zuläßt. Iſt ein Ausweichen
unmöglich (Hohlwege, Verkehrsſtauungen), ſo muß dasienige Fuhrwerk
umkehren oder rüchwärts fahren, dem dies mach den Umſtänden am
leichteſten fällt. Ueberholt wird links. Dagegen ſind Schienenfahrzeuge
grundſätzlich rechts zu überholen, ſofern die Schiene nicht ſo nahe am
rechten Wegrand liegt, daß ein Rechtsüberholen nicht möglich iſt.
Hal=
tende Straßenbahnwagen dürſen auf der Ein= und Ausſteigſeite nur in
Schrittgeſchwindigkeit überholt werden und nur, wenn ohne Gefährdung
der Fahrgäſte vorbeigefahren werden kann. An unüberſichtlichen und
verengten Stellen der Fahrbahn iſt Ueberholen verboten. Bei
Weg=
kreuzungen hat grundſätzlich das Fahrzeug auf dem Hauptverkehrsweg
die Vorfahrt gegenüber dem aus dem Seitenweg kommenden. Im
üb=
rigen hat das von rechts kommende Fuhrwerk die Vorfahrt. Wird der
Verkehr durch einen Polizeibeamten geregelt, ſo ſind deſſen Weiſungen
und Zeichen maßgebend. Es bedeuten:
Winken in der Fahrtrichtung (oder grünes Licht): Freie Fahrt;
Hochheben eines Armes (oder gelbes Licht): Achtung, halten; ſeitliches
Ausſtrecken eines oder beider Arme (oder rotes Licht); Halt
Auch die Führer von Fuhrwerken haben Zeichen zu geben, und zwar
die Abſicht des Stillhaltens durch ſenkrechtes Hochhalten des Armes oder
der Peitſche, die Abſicht des Umwendens oder Einbiegens durch
weg=
rechtes Halten des Armes in der Richtung des Fahrtwechſels.
Die Aufſtellung haltender Fuhrwerke muß ſo
er=
folgen, daß der Verkehr nicht behindert wird (Verbot der Aufſtellung an
engen Stellen, Wegekveuzungen, ſcharfen Kurven, Halteſtellen der
Straßenbahn uſw.). Zugtiere wüſſen auf der Deichſelſeite abgeſträngt
werden; leicht ſcheuende Zugtiere dürfen nicht ohne Aufſicht bleiben.
Beſondere Anordnungen ſind für das Aufſtellen unbeſpannter
Fuhr=
werke bei Nacht getroffen.
Samstag, den 4. Juni 1927
Ausnahmen gelten für die Fuhrwerke der Feuerwehr, der Wehr=*
macht und der Polizei. Sie ſind von den Vorſchriften über
Fahr=
geſchwindigkeit, Ausweichen, Halten, Ueberholen und Vorfahren befreit,
auch iſt ihnen ſtets freie Bahn zu ſchaffen. Einen Vorrang vor ſonſtigen
Fuhrwerken genießen auch Kranken= und Rettungswagen und in
Tätig=
keit befindliche Spreng= und Kehrmaſchinen. Truppenkörper, geſchloſſene
Verbände der Polizei, Leichenzüge und Prozeſſionen dürfen nur durch
die im Feuerwehrdienſt begriffenen Fahrzeuge unterbrochen werden.
II. Fahrradverkehr. Fahrräder wüſſen mit Bremſe, Glocke
und bei Dunkelheit und Nebel mit Laterne verſehen ſein, Rücklicht oder
Rückſpiegel ſind nicht zwingend vorgeſchrieben. Auf einem einſitzigen
Fahrrad dürfen nur Kinder uter 6 Jahren, und auch nur, wenn eine
beſondere Sitzgelegenheit für ſie vorhanden iſt, mitgenommen werden.
Alle Verkehrsvorſchriften für das Fuhrwerk gelten ſinngemäß auch für
den Radfahrer. Verboten ſind andere Warnungszeichen als Glochen und
zweckloſes Uebermaß von Läuten. Verboten iſt auch Anhängen an
Fahr=
zeuge. In lebhaftem Verkehr oder beim Bergabfahren dürfen nicht beide
Hände gleichzeitig von der Lenkſtange, die Füße nicht von den Pedalen
genommen werden. Außerhalb geſchloſſener Ortſchaften dürfen
nicht=
erhöhte Bankette benutzt werden; ſie ſind jedoch bei Annäherung von
Fußgängern rechtzeitig zu verlaſſen. Wettfahrten auf öffentlichen Wegen
bedürfen beſonderer polizeilicher Genehmigung.
III. Sinngemäße Beſtimmungen gelten auch für den
Reitver=
kehr, ſowie für das Treiben und Führen von Tieren, ausgenommen
Hunde.
IV. Eine beſondere Regelung hat der Verkehr des Fußgängers
erfahren. Er ſollen in der Regel die Fußſteige benutzen, bei Benutzung
und Ueberſchreitung des Fahrweges die erforderliche Rückſicht auf den
übrigen Verkehr nehmen, den Weiſungen und Zeichen der Polizeibeamten
folgen, auf Fahrzeuge nicht während der Fahrt auf= und abſpringen,
an Straßenbahnhalteſtellen auf dem Fußſteig warten und beſonderen
Reit= und Radfahrwegen fernbleiben. Vom Standpunkt einer
geord=
neten Verkehrsabwicklung iſt es gewiß zu begrüßen, wenn die Geſamtheit
der Fußgänger allmählich lernt, ſich in ihren Gewohnheiten den
all=
gemeinen Verkehrsbedürfniſſen anzupaſſen, wenn z. B. die Uebung
ver=
ſchwindet, verkehrsreiche Straßen in langgezogener Diagonale zu
über=
queren, um abzuſchneiden! oder wenn längere Ausſprachen von der
Straßenmitte an weniger verkehrsſtörende Plätze verlegt werden.
Allerdings dürfen die rechtlichen Auswirkungen, die mit dieſer nunmehr
für das ganze Reich geltenden Vorſchrift verbunden ſind, nicht
unter=
ſchätzt werden. Zuwiderhandlungen gegen die mit Strafandrohung
ver=
verbundenen Verbote ſtellen einen Verſtoß gegen ein Schutzgeſetz im
Sinne des 8 823 Abſatz 2 des BGB. dar, der ſomit auch privatrechtliche
Schadenserſatzpflicht zur Folge haben kann; mindeſtens aber wird bei
Verkehrsunfällen, bei denen gegen die Vorſchriften über den
Fußgängerver=
kehr verſtoßen worden iſt, von den Gerichten ein mitwirkendes Verſchulden
des Fußgängers in Betracht gezogen werden können. Es erſcheint nicht
ausgeſchloſſen, daß die geſamten wirtſchaftlichen Grundlagen, d. h. die
Riſiken der Haftpflicht= und Unfallverſicherung der Kraftfahrzeughalter,
Fuhrwerksbeſitzer und Radfahrer einerſeits und des Fußgängers
anderer=
ſeits eine nicht unweſentliche Verſchiebung zu Gunſten des
Fahrzeug=
halters erfahren. So wird möglicherweiſe auch der 8 9 des
Kraftfahr=
zeugverkehrsgeſetzes vom 21. Juli 1923, der von dem mitwirkenden
Ver=
ſchulden des Verletzten handelt, in der künftigen Rechtſprechung eine
über die bisherige Praxis hinausgehende Anwendung finden.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 5. bis 11. Juni.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Darmſtadt—Dieburg-Babenhauſen—
Aſchaffen=
burg, infolge des Bahnhofsumbaues an der Kreuzung mit
dem Bahnhof Babenhauſen vom 12. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat über die als Proviſorium neu
angelegte Umleitungsſtraße zu erfolgen. Auf ihr iſt für
Kraft=
wagen bis zu 5,5 Tonnen Geſamtgewicht die Geſchwindigkeit
auf 15 Kilometer und für Kraftwagen über 5,5 Tonnen Geſamt=
Darmſtadt—Weinheim—Heidelberg. Die
Berg=
ſtraße in Weinheim zwiſchen Km. 8,083 und 8,393 iſt bis auf
weiteres geſperrt.
Mainz—Bingen von Km. 9,37—11,16 vom 30. 5. bis
25. 6. geſperrt. Umleitung: Gonſenheim-Leniaberg—
Heides=
heim-Nieder=Ingelheim.
Pfeddersheim—Alzey (Alzeyer Straße in Nieder=
Flörsheim) vom 30. 5. bis 18. 6. geſperrt. Umleitung von der
Bahnhofſtraße durch alle Ortsſtraßen bis zur Mölsheimer Straße.
Bei naſſem Wetter kann der Weg über die Gundheimer Straße
Dalsheim, Ober=Flörsheim genommen werden.
Pfeddersheim—Wies=Oppenheim am
Bahnüber=
gang Nr. 7 vom 11. 6. 23 Uhr bis 12. 6. 6 Uhr geſperrt. Umlei=
Gießen-Lollar zw. Km. 2,0 bis 7,0 bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Wieſeck—Altenbuſeck—Daubringen.
Lollar-Landesgrenze (Sichertshauſen) bis zum
Ab=
zweig nach Station Friedelshauſen vom 7. 6. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Daubringen—Mainzlar—Allendorf a. Nidda
—Londorf-Nordeck.
Lich-Niederbeſſingen vom 4. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung über Langsdorf.
Bad=Nauheim—Friedberg vom 18. 5.
vorausſicht=
lich auf 2—3 Wochen geſperrt. Der Verkehr wird über die ſog.
neue Straße Bad=Nauheim-Burg Friedberg geleitet, welche für
die Dauer der Sperrzeit freigegeben wird.
Ortsdurchfahrt Ober=Rosbach vom 19. 5. bis
25. 6. geſperrt. Umleit, nach und von Bad=Homburg über
Fried=
berg—Ober=Wöllſtadt—Nieder=Wöllſtadt—Rodheim v. d. H.—
Köppern.
Nieder=Rosbach-Rodheim vom 23. 5. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Rodheim-Nied.=Wöllſtadt—Friedberg.
Nidda—Dauernheim vom 19. 4 bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Bad Salzhauſen—Geiß=Nidda.
Ruppertenrod —Ermenrod vom 30. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Ohmen-Zeilbach oder
Elmenrod—Hainbach.
Ortsdurchfahrt Heuchelheim b. Reichelsheim in
der Wetterau vom 7. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Bingenheim.
Wallernhauſen—Fauerbach b. Nidda vom 7. 6. auf
14 Tage geſperrt. Umleitung: Nidda—Michelnau—Fauerbach.
Fauerbach—Oſſenheim (Reparatur der Wetterbrücke
bei Oſſenheim) vom 31. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Bruchenbrücken.
Ofſenau-Wimpfen und Untereiſesheim—
Wimpfen a. Berg vom 21. 3. vorausſichtlich auf 3 Monate
geſperrt. Umleitung, Durchgangsverkehr: Heinsheim—
Gundels=
heim bzw. Biberach.
(Weitere Straßenſperren innerhalb des Reiches ſind durch
das Sekretariat des Heſſiſchen Automobil=Clubs, Darmſtadt,
Heinrichſtraße 2, Telephon 888, zu erfahren.)
Ays Heſſen.
Starkenburg.
Arheilgen, 2. Juni. In Ausführung der Verordnung 64 der
Rheinlandkommiſſion müſſen alle Beſitzer von Pferden, Kraftfahrzeugen
und Wagen alle bis jetzt im Kalenderjahre 1927 eingetnetenen
Aenderun=
gen alsbald bei der hieſigen Bürgermeiſterei melden. — Die Lieferung
von ungefähr 40 Bänken für die Kleinkinderſchule ſoll auf dem
Sub=
miſſionswege vergeben werden. Angebotsformulare ſind bei der
hieſi=
gen Bürgermeiſterei erhältlich und müſſen Angebote bis zum 7. Juni
d. M., vormittags 11 Uhr, daſelbſt eingelaufen ſein. — Ab Mittwoch,
8. d. M., abends halb 9 Uhr, beginnt der hieſige Stenographenverein
„Gabelsberger” mit einem Anfängerkurſus in Einheitskurzſchrift.
An=
meldungen ſind alsbald, ſpäteſtens am erſten Uebungsabend, zu machen.
Am 10. d. M. wird ſodann ein Redeſchriftkurſus beginnen.
* Griesheim, 3. Juni. Zwecks möglichſten Ausgleichs der
dienſt=
lichen Bedürfmiſſe des Beſatzungsheeres mit den Intereſſen der
Land=
wirtſchaft hat der kommandierende General des 30. franzöſiſchen
Armee=
korps die Schießzeiten auf dem Schießplatz Griesheim für die
Dauer vom 1. Juni bis 31. Auguſt auf die Stunden von 5—12 Uhr
vor=
mittags feſtgeſetzt. — Zu Laubach in Oberheſſem iſt der von hier
gebür=
tige Kreisſtraßenmeiſter und Bauinſpektor F. Sommerkorn im
Alter von 61 Jahren infolge eines Schlaganfalles verſchieden. Der
Verſtorbene erfreute ſich in ſeinem Bezirk und weit darüber hinaus
großer Beliebtheit. Aus dem ganzen Kreis Schotten waren zur
Be=
erdigung am Montag Leidtragende erſchienen, um ihm die letzte Ehre
zu erweiſen. Alle gemeinnützigen Beſtrebungen innerhalb ſeines
Be=
zirks fanden in ihm einen willigen und eifrigen Förderer. — Am
Sonn=
tag, 5. Juni (erſter Pfingſtfeiertag) wird Herr Obermuſikmeiſter a. D.
Rühlemann wiederum, wie am erſten Oſterfeiertag, im Feſtſaal „Zum
grünen Laub” ein großes Extrakonzert veranſtalten. Die Kapelle
iſt 25 Mann ſtark. Das Programm liegt im Druck vor und enthält
Muſikſtücke von R. Wagner, A. Lortzing, F. von Suppé, F. Lehär uſw.
und wird der Beſuch beſtens empfohlen.
H. Eberſtadt, 3. Juni. Gemeinderatsſitzung. Die
geſt=
rige Gemeinderatsſitzung wurde von dem Beigeordneten Flick geleitet.
Die Sitzung war faſt vollſtändig mit der Beratung der
Ausſchußbe=
ſchlüſſe, die zum größten Teile ohne Debatte zur Annahme gelangten,
ausgefüllt. Bezüglich des in der letzten Sitzung angenommenen
Ge=
meindevoranſchlags und des Voranſchlags des Gemeindewaſſerwerks für
das Ri. 1927 iſt die Tatſache bemerkenswert, daß gegen beide
Vormn=
ſchläge in letzter Stunde Einwendungen erhoben wurden. Die betreffende
Eingabe, welcher eine Begründung nicht beigeſügt iſt, iſt unterzeichnet
von Karl Göhringer, Georg Wilhelm Knieß und Heinrich Dieter, welche
den Einſpruch als für ſich und die Mitglieder des Hausbeſitzervereins,
des Landbundes und des Ortegewerbevereins abgegeben erklären. Da
der Gemeinderat infolge der fehlenden Begründung nicht in der Lage
war, zu dem Einſpruch Stellung zu nehmen, ſah er ſich veranlaßt, die
Beſchlußfaſſung über die Feſtſetzung der Steuerausſchläge zur
Auf=
bringung des Umlagebedarfs für das Ri. 1927 bis zum Eingang der
Begründung auszuſetzen. Ein Bericht des Kreisamts über die
Viſi=
tation der Kaſſe und Buchführung des Geweinderechners nimmt der
Gemeinderat zur Kenntnis. In dem Bericht iſt u. a. ausgeführt, daß
die Gemeindekaſſe mit Perſonal unzureichend beſetzt iſt. Es wird der
Gemeinde empfohlen, dem Rechner eine weitere Hilfskraft zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Die Angelegenheit wird dem Finanzausſchuß zur
Prüfung und Stellungnahme überwieſen. Dem genannten Ausſchuß
wird auch eine Eingabe des Bankdirektors Heyder, in der auf
Miß=
ſtände hinſichtlich des Verkehrs in der Ortsdurchfahrt und ungenügende
polizeiliche Aufſicht hingewieſen iſt, zur Vorberatung zugeteilt. Die
Baugeſuche Karl Dächert (Büſchlerſtraße), Georg Haller 8. (Ecke
Stroh=
weg und Frankenſteinerſtraße), Hans Arnold (Paliſadenſtraße), Johannes
Hach, Heinrich Haber, Dr. Karl Weide, Fräulein Toni Thefing und
Adam Peter (Ladenumbau) werden gemäß den vorgelegten Bauplänen
genehmigt. Die durch den Eingang einer Feldſchützenſtelle erforderlich
gewordene Neueinteilung der Feldſchutzbezirke findet entſprechend dem
Vorſchlag der Verwaltung mit der Maßgabe Zuſtimmung, daß die vier
Feldſchützen alljährlich in den einzelnen Bezirken ausgewechſelt werden
Der von dem Feld= und Waldausſchuß unter Anweſenheit des Forſtrats
Hoffmann vorberatene Wald=Wirtſchaftsplan für das Wirtſchaftsjahr
1928 wird einſtimmig gutgeheißen. Dabei iſt vorgeſehen, daß auf dem
Dautenberg=Gelände verſuchsweiſe dornloſe Akazien angebaut werden
und der Griesheimer Weg im Anſchluß an die Chauſſierung vom
Feſt=
platze bis an die Griesheimer Brücke beſchottert und damit fahrbar
her=
geſtellt wird. Das neu errichtete Brauſe= und Wannenbad in der
Eleo=
norenſchule ſoll, ſobald die Stelle eines Badewärters beſetzt iſt, eröffnet
werden. Das Bad dient in erſter Linie Schulzwecken und wird ſämtlichen
Klaſſen der Schule zur unentgeltlichen Benutzung an allen Wochen=
Vormittagen zur Verfügung ſtehen. An den Nachmittagen der Woche
und Sonntags vormittags wird das Bad der Bevölkerung zugänglich
ſein. Der Preis für ein Brauſebad iſt auf 20 Pfg. für Erwachſene und
10 Pfg. für Kinder unter 14 Jahren feſtgeſetzt worden. Die Feſtſetzung
der Badepreiſe für Wannenbäder erregt eine längere Ausſprache, die
mit der Annahme eines Antrags des Gemeinderats Heißt endet.
Ent=
ſprechend dieſem Antrage beträgt der Preis für ein Wannenbad für
Er=
wachſene 80, für Kinder unter 14 Jahren 40 Pf. Die
Herſtellungsar=
beiten der Frankenſteinerſtraße follen einem Unternehmer übertragen
werden, der die Verpflichtung zu übernehmen hat, nur ortsanſäſſige
Erwerbsloſe dabei zu beſchäftigen und dieſen die Tariflöhne eines
Bau=
hilfsarbeiters zu zahlen. Den Bauluſtigen Heinrich Dächert 3., Peter
Mathes 2., Adam Michel 2., Georg Reiß, Ludwig Pritſch, Wilhelm
Stein, Leonhard Löwer und Johannes Graf werden je ein Bauplatz
am Lämmchesberg zu den üblichen Bedingungen überlaſſen.
Verſchie=
dene Arbeiten und Lieferungen, die auf dem Submiſſionswege
ausge=
ſchrieben waren, wurden den einzelnen Submittenten gemäß ihrer
Offerte übertragen. Ein Poſten nicht verſteigertes Stammholz wird
dem Philipp Dächert 4. aus der Hand zum Preiſe von 1000 Mark
über=
laſſen. In geheimer Sitzung: Grundſtücksankäufe,
Wohlfahrtsangelegen=
heiten und Steuerſtundungsgeſuche.
* Eberſtadt, 2. Juni. Kegelſport. Der Kegelklub „Gut Holz”
Eberſtadt erzielte bei der Sportwoche des Darmſtädter Keglerverbands
im Riegenkegeln bei einer Beteiligung von 23 Riegen die erſte Prämie
in Geſtalt eines Pokals.
* Pfungſtadt, 3. Juni. Kaninchenausſtellung. Der
Kaninchenzuchtverein „Einigkeit” Pfungſtadt hält am erſten und zweiten
Pfingſtfeiertage eine große Kaninchenausſtellung ab. Die Ausſtellung
findet im Vereinslokal von Geißlinger ſtatt und iſt von morgens 9 Uhr
ab geöffnet. Mit der Ausſtellung iſt ein Preisſchießen und eine
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Seite 7
Rummer 154
*Pfungſtadt, 2. Juni. Obſtbaumpflege. Unter Hinweis au,
eine Polizeiverordnung fordert die Büürgermeiſterei Pfungſtadt alle
Baumbeſitzer auf, ihre Bäume von der auftretenden Blutlaus und den
Raupen zu reinigen. Bei Nichtbefolgung erfolgt Beſtrafung und
Reini=
gung auf Koſten der Säumigen.
* Pfungſtadt, 2. Juni. Schachſport. Als Klubmeiſter 1927 des
Schachtlubs Pfungſtadt 1924, der am Ende ſeines diesjährigen
Klub=
meiſterturniers ſteht, iſt Herr Adam Hammann mit +20 und —2
Punkten anzuſehen.
* Nieder=Ramſtadt, 3. Juni. In den geſtrigen Abendſtunden wurde
die hieſige Gemarkung von einem ſchweren Gewitter, verbunden mit
ſtarkem Hagelſchlag, heimgeſucht. Die Hagelkörner in Stärke eines
Taubeneis fielen in ſo reichlicher Menge, daß ſie ſtellenweiſe in einigen
zentimeterhohen Schichten lagerten. So begrüßenswert der mit dem
Gewitter niedergegangene Regen war, ſo entſtand doch auf der anderen
Seite wieder durch den Hagelſchlag auch ein ganz erheblicher Schaden
an den Feldfrüchten und Obſtbäumen. — In hieſiger Gemeinde hat ſich
eine Muſikvereinigung gebildet, die es ſich zur Aufgabe gemacht hat,
gute muſitaliſche Darbietungen zu bringen. Leiter dieſer Vereinigung
iſt Herr Lange aus Eberſtadt. Am erſten Pfingſtfeiertag wird die
Muſik=
vereinigung erſtmals mit einem Platzkonzert an die Oeffentlichkeit treten.
Dieſes findet ſtatt am alten Kriegerdenkmalplatz und beginnt nach
Be=
endigung des Vormittagsgottesdienſtes, um 10½ Uhr vormittags. Ab
12 Uhr findet das gleiche Konzert in Traiſa ſtatt.
* Roßdorf, 2. Juni. Bei der am 16. Mai ſtattgefundenen
Wohnungs=
zählung wurden in unſerem Orte 576 Wohnhäuſer und 884 Wohnungen
feſtgeſtellt.
* Roßdorf, 31 Mai. Sportverein 1922. Am 1.
Pfingſt=
feiertag unternimmt der Verein einen Ausflug nach Michelſtadt.
Ab=
fahrt 6,32 vorm. ab Ober=Ramſtadt bis König. Von da Wanderung
durch die herrlichen Odenwaldberge über Vielbrunn nach dem
Jagd=
ſchloß Eulbach zum Endziel Michelſtadt. Dortſelbſt Beſichtigung der
Sehenswürdigkeiten, Stadion, Rathausbeleuchtung uſw. Rückfahrt mit
dem Sonderzug nach der Beleuchtung. Gäſte ſind herzlich willkommen.
Treffpunkt 5.30 Uhr vorm. Erlesbrücke.
Dieburg, 3. Juni. Stand der Erwerbsloſigkeit im
Kreiſe Dieburg am 1. Juni 1927. Stellungſuchende: männlich
879, weiblich 192, zuſammen 1071; Unterſtützungsempfänger: männlich
596, weiblich 181, zuſammen 777: Kriſenunterſtützungsempfänger:
männ=
lich 151, weiblich 21. zuſammen 172; Zahl der Notſtandsarbeiter 130.
r. Babenhauſen, 3. Juni. Das Altarkunſtwerk unſerer
evan=
geliſchen Kirche, das ſchon viele Freunde von Holzſchmitzereien hierher
ge=
lockt hat — ſoll es doch von Riemenſchneider, vielleicht auch Backofen
ſtammen —, wurde in dieſer Woche von ſachkundigen Leuten hier
abge=
holt und nach Darmſtadt ins Muſeum verbracht. Es ſoll dort in der
Ausſtellung „Mittelalterliche Kunſtwerke vom Mittelrhein” zur
Auf=
ſtellung kommen. Dieſe Ausſtellung im Muſeum dauert von Anfang
Juli bis Ende September dieſes Jahres.
* Erbach, 3. Juni. Die Odenwald=
Kraftwagenver=
kehrs=A.=G., Erbach i. O., wird auch in dieſem Jahre an den beiden
Pfingſtfeiertagen bei genügender Beteiligung Rund= und Sonderfahrten
unternehmen. Es ſind folgende Fahrten vorgeſehen: Am 1.
Pfingſtfeier=
tag eine VormittagsRundfahrt ab Erbach-Michelſtadt, vorm. 6.30 Uhr,
über Eulbach—Amorbach—Ernſtthal—Waldleiningen-Kailbach-
Krähen=
berg zum Ausgangspunkt zurück. (Rückkehr gegen 12 Uhr mittags.) Eine
zweite Vormittags=Rundfahrt, ebenfalls Abfahrt 6.30 Uhr von Erbach—
Michelſtadt, führt über Eulbach—Amorbach-Miltenberg-Laudenbach—
Hainhaus nach Erbach-Michelſtadt zurück. Die dritte und vierte
Fahrten ſind die gleichen wie die beiden vorher beſchriebenen, nur mit
dem Unterſchiede, daß ſie 13.10 mittags abgehen und gegen 19 Uhr abends
hier wieder ankommen. Dieſe beiden letzteren Fahrten haben auch
An=
ſchluß an den Omnibus in der Richtung Heppenheim. Ebenfalls um
13.10 Uhr wird noch von hier aus eine Sonderfahrt nach Reichelsheim—
Lindenfels gefahren. Die Rückfahrt von Lindenfels erfolgt um 18 Uhr
über Krumbach-Weſchnitz—Wegſcheide. Außerdem werden noch
verſchie=
dene Sonderfahrten nach dem Jagdſchloß Eulbach von Erbach und
Michelſtadt aus unternommen. Am zweiten Pfingſtfeiertag werden
die=
ſelben Fahrten wie am 1. Feiertag unternommen, nur mit dem
Unter=
ſchiede, daß ſtatt der Rundfahrt, die um 13.10 Uhr an den Main von
hier aus abgeht, eine ſolche bereits ab 11.55 Uhr Michelſtadt—Erbach
nach Miltenberg—Klingenberg—Obernburg-Neuſtadt—Michelſtadt—
Er=
bach gefahren wird. An beiden Pfingſtfeiertagen verkehren auch die
Nachtomnibuſſe nach Wiebelsbach. Auf der Linie nach Heppenheim fährt
an den beiden Feiertagen zum erſten Male der Abend=Kurswagen, in
Er=
bach ab 19 Uhr. Nach Schluß der Rathausbeleuchtung in Michelſtadt
ſtehen an beiden Tagen Omnibuſſe nach allen Richtungen zur Verfügung.
Es empfiehlt ſich, Plätze für die Rund= und Sonderfahrten rechtzeitig
telephoniſch in der Geſchäftsſtelle der O.K.V.A. in Erbach zu beſtellen.
* Aus dem Sensbachtal, 3. Juni. Es wird uns geſchrieben: Der
Autoverkehr durch das Sensbachtal, der durch die Ausbeſſerung der
Straße Gaimühle—Friedrichsdorf eine Zeitlang eine beträchtliche
Stei=
gerung erfahren hatte, ebbt ſich wieder langſam ab. Zu bemerken iſt,
daſt manche Kraftwagen, die Orte in lebensgefährlichem Tempo
durch=
fuhren, wodurch — infolge Fehlens geſchloſſener Gehöfte — die Gefahr
für Kinder beſonders groß war. Andere wieder hielten
lobenswerter=
weiſe ihre Geſchwindigkeit in mäßigen Grenzen. Die Bürgermeiſtereien
des Sensbachtales haben jetzt für die Ortsausgänge
Geſchwindgikeits=
tafeln vorgeſehen. Die Gemeinde Ober=Sensbach hat, veranlaßt durch
einen Zwiſchenfall, die Verbindungsſtraße Ober=Sensbach-Krähberg für
den durchgehenden Kraftwagenverkehr geſperrt. Es dürfte alſo für die
von Eberbach kommenden, in Richtung Erbach fahrenden Automobiliſten
ratſam ſein, den Weg durch das Sensbachtal nicht zu benutzen, ſondern
über Friedrichsdorf-Kailbach—Schöllenbach zu fahren. In anderem
Falle ſetzen ſie ſich der Unannehmlichkeit aus, wieder umkehren zu müſſen.
* Erbach i. Odw., 2. Juni. Das Erbacher Schwimmbad „Das
Alexanderbad” iſt wieder eröffnet, und wird ſchon von groß und klein
eifrig beſucht. Die Waſſerwärme beträgt bereits 19 Grad. Die jüngſt
angebrachten Verbeſſerungen machen einen ganz vorzüglichen Eindruck
und tragen ſehr zur Vervollkommnung des Bades bei. Die ſchöne
Lage des Bades iſt einzigartig. — Anläßlich der 25jährigen
Gründungs=
feier des „Evangeliſchen Jünglingsvereins Erbach” hält der „
Heſſen=
bund” hier in Erbach am 11. und 12. Juni ſein Provinzial=
Jugend=
treffen für Starkenburg ab. Am Samstag, den 11. Juni, wird auf
dem Marktplatz hier eine öffentliche Kundgebung veranſtaltet. Am
Sonntag, den 12. Juni, iſt in der hieſigen Stadtkirche allgemeiner
Feſt=
gottesdienſt und am Nachmittag auf dem Feſtplatz „Unter den Linden”
fröhliches Jugendtreiben.
* Ulfa, 3. Juni. Mit dem Motorrad geſtürzt und ſchwer
verletzt iſt in der Nähe unſeres Ortes der Metzger Ningshauſen aus
Nidda. Der Verunglückte hat Verletzungen an Kopf und Armen
er=
litten und außerdem eine Gehirnerſchütterung davongetragen.
— Aus dem Odenwald, 3. Juni. In den letzten Tagen ſind einige
Hundert erholungsbekürftige Kinder, Knaben und Mädchen, aus
Frank=
furt a. M. in unſeren Odenwald eingezogen und von dem Verein für
Ferienkolonien zu Frankfurt a. M. in den Orten Nieder=Modau,
Rohr=
bach, Asbach, Ernſthofen, Lützelbach, Neunkirchen und Gadernheim bei
Gaſtwirten untergebracht worden, um in der reinen und würzigen
Ge=
birgs= und Waldluft Erholung und Kräftioung zu finden und die üblen
Folgen der Kriegs= und Nachtriegszeit, namentlich in bezug auf die
Er=
nährung, einigermaßen zu überwinden. Ihr fröhlicher Gefang und ihr
munteres Weſen bringen friſches Leben in unſere Walddörfer, und an
ihren jugendlichen Spielen ergötzt ſich jung und alt. Bei der durchveg
guten Verpflegung durch die Koloniewirte werden dieſe vielfach recht
ſchwachen und blaſſen Großſtadtkinder nach drei Wochen mit friſchen,
roten Backen und erhöhter Lebensluſt, im Geiſte bereichert durch
zahl=
reiche Eindrücke der verſchiedenſten Art, in ihre Heimatſtadt zurückkehren.
— Hirſchhorn, 3. Juni. Waſſerſtand des Neckaus am
2. Juni 0,97 Meter, am 3. Juni 0.95 Meter.
E. Auerbach, 3. Juni. Der bekannte Zauberkünſtler Bellachini
ſen. veranſtaltete vorgeſtern abend in dem großen Geſellſchaftsſaal des
Hotels und Ferienheims „Zur Krone” hierſelbſt einen Vortragsabend.
Die Vorführungen, die ſich auf dem Gebiete des Spiritismus, der
Bauch=
rednerkunſt, Kartenkunſtſtückchen, Verſchwindenlaſſen von Gegenſtänden
erſtreckten, fanden allſeitige Anerkennung. Ganz beſonders gut gefielen
auch die Schattenſpiele, die infolge ihrer humoriſtiſchen Art wahre
Lach=
ſalden auslöſten. Die zahlreiche Zuhörerſchaft ſpendete dem Künſtler
reichen Beifall. — Die am Eingang zum Fürſtenlager gelegene
Reſtauration „Zum Schloßbergkeller” ging durch Kauf in den Beſitz des
Herrn Adolf Gallmann aus Dortmund über. Herrn G., dem als
lang=
fährigem Leiter und Abteilungschef von Erfriſchungsräumen reichſte
Erfahrungen auf dem Gebiete des Reſtaurationsweſens zur Seite ſtehen
unterzog die geſamten Räumlichkeiten des Anweſens bereits einer
gründ=
lichen und neuzeitlichen Renovierung. Außer einer Anzahl hibſch und
rühig gelegener Fremdenzimmer, die ja bekanntlich hier am Platze ſo
dringend benötigt werden, richtete der neue Beſitzer auch eine eigene
Konditorei ein.
* Heppenheim, 3. Juni. Heſſiſche Frauentagung. Die
Vorbereitungen zu der am 17. und 18. Juni in Heppenheim
ſtattfinden=
den „Heſſiſchen Frauentagung” ſind nunmehr ſo weit gediehen, daß der
Ehrenausſchuß feſtſteht und die Einladungen mit Tagesprogramm in
den nächſten Tagen ergehen.
— Gernsheim, 3. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
3. Juni, vormittags 6 Uhr, 1,33 Meter
Samstag, den 4. Juntag27
Bauerntag im Odenwald.
In dem durch ſeine regelmäßigen Vieh= und Schweine=Märkte von
alters her bekannten Odenwaldſtädtchen Beerfelden rüſtet man ſich
wieder zur Abhaltung des allfährlich einmal ſtattfindenden, weit über
die Grenzen des Heſſenlandes hinaus bekannten „Großen Beerfelder
Pferde=, Fohlen= und Zuchtvieh=Marktes, verbunden mit
landwirtſchaft=
licher Maſchinen=Ausſtellung‟. Dieſe auch aus unſerem Leſerkreis
all=
jährlich ſtark beſuchte Veranſtaltung, findet in dieſem Jahre am 10., 11.
und 12. Juli zum 27. Male ſtatt. Die große Bedeutung dieſes
Prämien=
marktes wird heute in ganz Süd=Deutſchland allgemein anerkannt und
beweiſt dies auch die von Jahr zu Jahr ſich immer mehr ſteigernde
Fre=
quenz. Wie aus den inzwiſchen in faſt allen Gaſthäuſern uſw. zum
Aus=
hang gelangten Plakaten erſichtlich, iſt das rührige Markt=Komitee ſtets
beſtrebt, dem Markte einige, die Landwirtſchaft intereſſierende
Neuerun=
gen anzügliedern und dürfte auch die diesjährige Veranſtaltung
wieder=
um ein großes Treffen aller Landwirte des ganzen Odenwaldes, „ein
allgemeiner Odenwälder Bauerntag” werden.
Der Vertrieb der mit dem Markt alljährlich verbundenen „
Beer=
felder Pferdemarkt=Lotterie” liegt auch dieſes Jahr
wie=
der in den Händen des ſeitherigen General=Debiteurs, ſtaatlichen Lotterie=
Einnehmer Willenbücher in Beerfelden i.O. Die Ausgabe der
Loſe iſt bereits erfolgt und dürften dieſelben vorausſichtlich auch dieſes
Jahr wieder in kurzer Zeit infolge der allgemeinen Beliebtheit,
hervor=
gerufen durch einen erſtklaſſig ausgeſtatteten Gewinnplan, geräumt ſein,
zumal der Betrieb der Loſe in ganz Heſſen genehmigt iſt.
* Lampertheim, 3. Juni. Gemeinnützige
Baugenoſſen=
ſchaft. Dem der Generalverſammlung vorgelegten Geſchäftsbericht für
1926 iſt zu entnehmen: Durch die Fertigſtellung von ſechs im Jahre 1925
begonnenen Wohnhäuſern, und zwar zwei Doppelwohnhäuſer mit je zwei
Zimmern und Küche, und 1 Doppelwohnhaus mit je 3 Zimmern und
Küche wurde 12 Familien eine Wohnung verſchafft. In dieſem Jahre
ſollen auf zwei der Genoſſenſchaft gehörenden Bauplätzen in der Kleiſt=
und Blücherſtraße zwei doppelſtöckige Häuſer mit je 2X3 Zimmern und
Küche errichtet werden; außerdem trägt man ſich mit dem Gedanken,
weitere Bauplätze zu erwerben und noch zwei Wohnhäuſer in Angriff
zu nehmen. An Stelle des verſtorbenen Gemeindebaumeiſters Mottmann
tritt Architekt Heinrich Franz in den Aufſichtsrat der Genoſſenſchaft ein.
Der Mitgliederſtand beläuft ſich auf 300. Aus dem erzielten Reingewinn
konnten 208884 RM. dem Reſervefonds überwieſen werden.
* Viernheim, 1. Juni. Gemeinderatsbericht. 1.
Orts=
entwäſſerung. Eine heikle Frage, die den Gemeinderat ſchon oft
beſchäftigte und ſchon manches Kopfzevbrechen in techniſcher als auch vor
allem in finanzieller Hinſicht hervorrief, iſt die Frage der
Ortsentwäſſe=
rung. Die gegenwärtige Kanalanlage iſt ungeeignet und Stückwert, das
im Laufe von Jahren allmählich zuſammengebaut wurde. Bei ſtarken
Regengüſſen im Sommer ſtehen ganze Ortsteile unter Waſſer. Daher
die Namen „Seegarten” „Waſſerſtraße” uſw. In Anbetracht dieſer
Umſtände und vieler eingegangener Beſchwerden von geſchädigten
Orts=
einwohnern beſchloß der Gemeinderat, die vorliegenden Teilprojekte
vor=
erſt zurückzuſtellen und die Bürgermeiſterei zu beauftragen, ungeſäumt
ein Projekt über die geſamte Ortsenwwäſſerung durch das
Gemeinde=
baubüro vorzulegen. 2. Straßenunterhaltung. Die hier
durchziehenden Provinzialſtraßen ſind in einem ſchlechten Zuſtand. Man
iſt der Anſicht, daß die Straßen bei den heſſiſchen Grenzorten
vernach=
läſſigt wurden. So z. B. die unſeren Ort durchſchneidende Straße
Wein=
heim-Mannheim. Der Gemeinderat ſpricht ſeine Mißbilligung
hier=
über aus und beauftragt die Bürgermeiſterei, dringende Vorſtellungen
bei der Provinzialdirektion zu erheben. 3. Abgabe von
Bau=
plätzen. Gemeindeeigene Bauplätze werden im Tivoli zu 30 Pfg. pro
Quadratmeter abgegeben. Sofern jedoch ein Geſchäftshaus erſtellt wird,
erfolgt die Feſtſetzung durch die Finanzkommiſſion. Im vorliegenden
Falle ſollen 2 Wirtſchaften gebaut werden. Der Preis für den
Quadrat=
meter wird deshalb auf 2,50 Mark feſtgeſetzt. 4.
Waſſerverſor=
gung. Den Unternehmern der Waſſerleitungsarbeiten werden für
nicht vertraglich vorgeſehene teilweiſe Beſtückung von Straßen 6400 Mk.
vergütet. 5. Waſſerpreis. Die monatliche Grundgebühr
einſchließ=
lich Meſſermiete für jede Haushaltung beträgt 2,50 Mark. Hierin ſind
die erſten 4 Kubikmeter Waſſer enthalten. Jeder weitere Kubikmeter
koſtet 30 Pfg. 6. Feuerwehr. Mit der Einführung der
Waſſer=
leitung muß ſich auch die Feuerwehr teilweiſe umſtellen. Die
erforder=
lichen Mittel für die benötigten Gerätſchaften wurden bewilligt.
7. Juxplätze. Auf eine diesbezügliche Eingabe werden die Juxplätze
für die im November ſtattfindende Kirchweih ſchon jetzt vergeben bzw.
ausgeſchrieben. 8. Genehmigt wird die Ueberlaſſung des
Goethe=
ſchulhofes als Feſtplatz an den Radfahrerverein Eintracht und den
Roten Frontkämpferbund. 9. Des weiteren wurden die Mittel „
be=
willigt für einen Sargſenkapparat und 2 Schreibmaſchinen für die
Schulen.
uk. Groß=Gerau, 2. Juni. Auf Veranlaſſung des Herrn
Kreisdirek=
tors Merk findet am Freitag abend um 7. Uhr im Adlerſaal in Groß=
Gerau eine allgemeine Sitzung der Ortsväter von Groß=Gerau und
Umgegend ſtatt zwecks Beteiligung an einem Gruppenwaſſerwerk für
Groß=Gerau und Umgegend.
* Langen, 31. Mai. Heimatopfertag. Das finanzielle
Er=
gebnis des Heimatopfertages, der unter Mitwirkung aller Korporationen
vom Verſchönerungsverein Langen veranſtaltet worden war, iſt ſehr
zufriedenſtellend. Es gingen rund 3132 RM. ein, die zur Verſchönerung
der Stadt verwandt werden ſollen.
* Walldorf (Heſſen) bei Frankfurt a. M., 1. Juni. Am kommenden
Sonntag und Montag (Pfingſten) feiert der hieſige Geſangverein
„Sängerluſt” der mit weit über 100 Sängern zu den größten Vereinen
des Kreiſes Groß=Gerau und der Umgegend zählt und in dieſem Jahre
20 Jahro unter der Leitung ſeines Dirigenten, des ſtaatlichen
Muſikdirek=
tors Ferd. Biſchof, Frankfurt a. M., ſteht, ſeine 50jähriges
Ver=
eins= und das 20jährige Dirigentenfubiläum. Außer
den hieſigen Outsvereinen nehmen 24 Geſangvereine der näheren und
weiteren Umgebung an dieſem Jubelfeſte teil, welches durch ein großes
Jubiläumskonzert (Beethovenfeier) am Pfingſtſonntag nachmittag
ein=
geleitet wird und bei welchem außer dem aktiven Chor die
Muſikver=
einigung Frohſinn=Frankfurt a. M.=Eſchersheim. Dr. Willi Salomon,
Frankfurt a. M., am Klavier und der aus den Feſtjungfrauen gebildete
Damenchor mit 60 Perſonen mitwirkt. Am Abend findet dann auf dem
herrlich ſchönen Feſtplatze in den Treburer Eichen (Chauſſee Frankfurt
—Mörfelden) hinter dem Treburer Forſthaus, in dem ca. 3000
Per=
ſonen faſſenden Feſtzelte der Feſtkommers ſtatt, an dem ſich verſchiedene
Geſangvereine aus Frankfurt a. M.=Eſchersheim, Bieber, Rüſſelsheim
u. a. beteiligen, dem ſich dann am Pfingſtmontag vormittag das Krikik.
ſingen in zwei großen Sälen und am Nachmittage ein großer hiſtoriſcher
Feſtzug (u. a. Einzug der Waldenſer) durch die Ortsſtraßen nach dem
Feſtplatze anſchließt. Der Verein har keine Mühe geſcheut, um allen
Feſtteilnehmern und Beſuchern einige recht vergnügte und gemüitliche
Stunden zu bereiten, und ſo dürfte Walldorf das Ausflugsziel zu
Pfingſten für viele ſein. Die Eiſenbahndirektion iſt wegen Verſtärkung
der Züge nach hier in Kenntnis geſetzt.
Oſthofen, 3. Juni. Unwetterkataſtrophe in
Rhein=
geſſen. Geſtern abend um 20.15 Uhr wurde Oſthofen von einer
Windhoſe heimgeſucht, die 10 Minuten lang wütete und
er=
heblichen Schaden anrichtete. Ungeheure Waſſermengen kamen
hernie=
der, ſo daß man nicht einen Meter weit ſehen konnte. Ganze Dächer
wurden abgedeckt. Beſonders groß iſt der Schaden in den Weinbergen.
Letztere ſind in Kirchberg, Huſarenberg und Neuberg zerſchlagen. Die
Gewann Oberwieſen ſteht vollſtändig unter Waſſer. Mehrere hundert
Morgen Land ſind überſchwemmt. In der Kaſtanienanlage und auf den
Feldern wurden mehrere hundert Bäume zerſtört oder entwurzelt. In
der Altbachſtraße drang das Waſſer in die Wohnung der Witwe
Hoiz=
mann und vernichtete ſämtliche Vorräte. In Mühlheim bei Oſthofen
mußte die Städtiſche Feuerwehr von Worms zu Hilfe gerufen werden,
um die Möbelfabrik von Hildebrand und Bühner zu retten, die
voll=
ſtändig unter Waſſer ſtand. Der in der Fabrik an den Maſchinen
ange=
richtete Schaden wird auf über 20000 Mark geſchätzt. Das Unwetter
war ſo verheerend, daß die älteſten Leute ſich nicht an eine ähnliche
Kataſtrophe erinnern können. Wie den „Wormſer Nachrichten” aus
Bechtheim und Weſthofen gemeldet wird, ging auch dort viel Waſſer
nieder. In Bechtheim wurden 60= bis 70jährige Bäume entwurzeit.
Größere Schäden in dieſen Ortſchaften ſind jedoch nicht bekannt. Das
Unwetter ſcheint ſich alſo gerade über Oſthofen konzentriert zu haben.
I Hbg 8132
Oberheſſen.
Steinfurth, 3. Juni. Die Eheleute Landwirt Eberhard Laux
be=
gehen am 7. Juni das Feſt der goldenen Hochzeit.
WSN. Gießen, 2. Juni. Glänzende Anerkennung der
oberheſſiſchen Viehzucht. Die oberheſſiſche Viehzucht war
auf Anregung der oberheſſiſchen Landwirtſchaftskammer auf der
Wander=
ausſtellung der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft in Dorrmund mit 13
Stück Vieh von der Vogelsberger Raſſe und 15 Ziegen vertreten.
Sämtliche Sammlungen erhielten erſte Preiſe. Bei den großen
Samm=
lungen wurde Weſtfalen von Oberheſſen geſchlagen. Von den Ziegen
wurden 13, von den Vogelsberger Rindern 12 Süick mit höchſten Preiſen
ausgezeichnet.
* Gießen, 3. Juni. Die großangelegte Gewerbeausſtellung
wurde durch einen feierlichen Akt in der Volfshalle eröffnet. Welche
Bedeutung man in maßgebenden Kreiſen der Ausſtellung beimaß, geht
daraus hervor, daß außer den Vertretern der heſſiſchen Regierung, der
Handels= und Handwerkskammer, die Vertreter der Induſtrie und des
Gewerbes, die Vertreter der Behörden und die Bürgermeiſter der
um=
liegenden Orte und der oberheſſiſchen und benachbarten preußiſchen
Städtchen teilnahmen. Vormittags 11 Uhr fand die
Eröffnungs=
feier in der Volkshalle ſtatt. Der Leiter des Ausſtellungsausſchuſſes,
Beigeordneter Dr. Seib, wies in ſeiner Eröffnungsrede auf die hohe
Bedeutung der Ausſtellung hin. Der Direktor der Gewerbeſchule, Dr.
Bünnings, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Ausſtellung für Handel.
und Gewerbe von Nutzen ſein möge. Anſchließend folgte die
Beſichti=
gung der großangelegten, reich beſchickten Gewerbeausſtellung, die alle
Handwerkszweige mit Motor= und Handbetrieb umfaßt, und daneben
auch den Maſchinenbetrieb der Fabriken und des Handels zeigt. Da
die Anmeldungen ſehr zahlreich eingegangen waven, ſo mußten noch
zwei große Hallen aufgebaut werden. Während des Feſteſſens ſprachen
Oberbürgermeiſter Keller, Oberregierungsrat Penrich namens der
Staatsregierung, Abteilung ſtir Arbeit und Wirtſchaft
Oberbürgermei=
ſter Granzien im Namen des Heſſiſchen Städtetags, Prof. Dr.
Kraus=
müller als Vorſitzender des Gewerbevereins Gießen und Sattlermeiſter
L. Völzing=Groß=Felda als Vertreter der Ausſteller.
* Gedern, 3. Juni. Der diesjährige Prämiierungsmarkt
und Pferdemarkt ſtand unter ſehr günſtigem Zeichen: herrliches
Maiwetter und ſtarker Auftrieb. Auf dem Pferdemarkt herrſchte ein
reges Treiben und flotter Handel; gute Tiere erzielten hohe Preiſe.
Das=
ſelbe kann von dem Ziegenmarkt geſagt werden. Zur Prämiierung von
Rindern (Simmentaler Raſſe) waren etwa 150 Tiere aufgetrieben. Es
ſtanden zur Prämiierung etwa 1500 Mk. zur Verſüigung, die
hauptſäch=
lich von der Landwirtſchaftskammer geſtiftet waren. Bei der
Preis=
bewertung erhielten folgende Züchter höhere Auszeichnungen: 1. Klaſſe:
Bullen: 1. Preis Gemeinde Gedern, J. Herchenröder 3. aus Wenings,
Wilhelm Heil aus Wenings; 2. Preis Gemeinde Bermutshain, Friedrich
Heß 2.=Bleichenbach, K. W. Kehm=Bindſachſen; 3. Preis G. H. Deckmann=
Bleichenbach, Otto Stoll und Karl Kehm=Bindſachſen. — 2. Klaſſe:
Sim=
mentaler Rinder: Ehrenpreiſe: H. Rullmann 2.=Gedern, Joh. Kehm 4.=
Wenings; 1. Preiſe Joh. Schrimpf=Bindſachſen, Joh. Herchenröder=
Wenings; 2. Preiſe Ferd. Zimmermann=Bindſachſen, Georg Kehm 4.=
Wenings, Eugen Döll=Lanzenhain; 3. Preiſe Heinr. Oeſchler=Wenings,
R. Kraft=Bleichenbach, Wilh. Lein=Illenhauſen, Heinrich Eiffert 2.=
Wenings, Adam Töpp=Wenings, K. W. Kehm=Bindſachſen und Georg
Müller=Wenings. — 3. Klaſſe: Kühe mit 1—2 Kälbern: 1. Preiſe Joh.
Kehm 4. und Ferd Maul=Wenings; 2. Preiſe Wilhelm Spielmann=
Gedern, Wilhelm Neun 2.=Wenings; 3. Preiſe Karl Diehl 10.=Gedern
und Hch. Eiffert 2.=Wenings. — 4. Klaſſe: Kühe mit mehr als 2
Käl=
bern: Ehrenpreis Jakob Wenzel=Gedern, 1. Preiſe Karl Müller=
Ber=
mutshain, Hch. Eiffert 2. und Joh. Kehm 4.=Wenings; 2. Preiſe Ferd.
Maul und Joh. Kehm 4.=Wenings; 3. Preiſe Heinrich See 3., Heinr.
Eiffert 2., Heinr. Boos Witwe und Joh. Herchenröder 4.=Wenings.
— Bad=Salzhauſen, 31. Mai. Von unvergleichlichem Zauber
um=
woben, bietet ſich auch heuer wiederum das Kleinod unter Deutſchlands
Bädern, Bad=Salzhauſen, den Blicken des Beſuchers dar. Worte
ver=
mögen den Liebreiz dieſes Bildes nicht zu ſchildern. Die Saiſon hat
be=
gonnen. Die Fülle der Vorzüge des einzigartigen Badeidylls,
Natur=
herrlichkeit, Heilkraft ſeiner Quellen, köſtlichſte Luft, vortreffliche
Unter=
kunft und Verpflegung, wundervoller alter Park, Waldreichtum,
inter=
eſſante Umgebung, haben durch weſentliche Verbeſſerungen, Erweiterung
des Kurhauſes, Neugeſtaltung des Badehauſes, Erneuerung des
Kon=
zert= und Tanzſaals u. v. a. m. eine erhebliche Vermehrung erfahren.
Wer ſich von der Haſt und Unraſt, von dem nervenzerrütenden Lärm
der Großſtadt wirklich erholen, ſich Stunden wahrer Erquickung
ver=
ſchaffen will, komme nach Bad=Salzhauſen. Er wird’s nicht bereuen
Der Badeort iſt von Frankfurt a. M. in zwei Stunden, von Gießen und
Gelnhauſen in je einer Stunde mit der Bahn und nicht minder ath
guten Straßen mit Autos und ſonſtigen Verkehrsmitteln bequem zu
er=
reichen. Das verkehrsreiche Nidda iſt in 25 Minutem zu Fuß zu erreichen.
Nähere Auskunft und Proſpekte durch den Kur= und Verkehrsverein
Vnd=Salzhauſen-Nidda.
— Vom Vogelsberg, 3. Juni. Ein großer Waldbrand wütete
dieſer Tage in dem Walddiſtrikt Rodenbach, zwiſchen Bermutshain und
Obermoos. Bürgermeiſter Pfannſtiel aus Bermutshain hatte im letzten
Winter ſeinen großen Waldbeſitz abgetrieben. In großen Haufew lagerte
das Holz, um in Kürze an eine Celluloſefabrik abgefahren zu werden.
Rnſcheinend haben vorübergehende Wanderer den Brand verurſacht. In
den dürren Holzſtößen griff das Feuer mit rieſiger Geſchwindigkeit um
ſich, ſo daß dem Beſitzer großer Schaden verurſacht wurde. Zum Glück
eilten die Feuerwehren der Nachbarorte Bermutshain, Crainfeld,
Nieder=
moos, Obermoos und Grebenhain raſch zur Hilfe herbei. Das Waſſer
wurde aus dem nahen Rodebachteich herbeigeſchafft; ſelbſt Frauen und
Kinder beteiligten ſich am Waſſerpumpen. Erſt am Nachmittag gelang
es, die angrenzenden Fichtenwaldungen vor dem Feuer zu bewahren und
ſo eine weitere Ausdehnung des Waldbrandes zu verhindern.
* Aus Oberheſſen, 3 Juni. In Langgöns feierten die
Ehe=
leute Philipp Spies das Feſt der Goldenen Hochzeit. — Ein Autounfall
ereignete ſich bei Rudingshain. Der Kraftwagen fuhr beim
Aus=
weichen gegen ein Geländer, wodurch eine Inſaſſin herausflog und ſich
ſchwer verletzte. — Sein 25jähriges Jubiläum als Rechner für die Stadt=
Bad=Nauheim beging der Stadtrechner Phil. Stamm. —
Selbſt=
mord durch Erſchießen beging in Niederweiſel ein 18jährigev
junger Mann. Der Grünberger Bezirksſparkaſſe gehören 35
Gemeinden an, die Spareinlagen betrugen im Jahre 1926 rd. 400 000 M.
Die 13 Schulſparkaſſen haben 9700 Mk. erſpart; die Geſamtzahl der
Darlehen betrug 522 000 Mk. Der Reingewinn beläuft ſich auf 8300 Mk.
— An der Vogelsbergfahrt der Rheinheſſen beteiligten ſich etwa 500
Perſonen, die von Hartmannshain über Herchenhain-Hoherodskopf nach
Schotten wanderten, um von dort aus die Rückfahrt nach Mainz
an=
zutreten.
m. Aus dem Lande, 1. Juni. Die Handwerkskammernebenſtellen
halten in der erſten Hälfte des angefangenen Monats zahlreiche
Sprech=
tage ab. Die Nebenſtelle Darmſtadt für die Kreiſe Darmſtadt,
Bens=
heim, Heppenheim und Groß=Gerau hält Sprechtage ab an 6 Orten,
die Nebenſtelle Friedberg für die Kreiſe Friedberg, Büdingen und
Schot=
ten in Friedberg an allen Wochentagen, ausgenommen Mittwoch und
Samstag, ferner an 6 Orten; die Nebenſtelle Gießen für die Kreiſe
Gießen, Alsfeld und Lauterbach an 9 Orten; die Nebenſtelle Mainz für
Stadt und Kreis Mainz und Stadt und Kreis Bingen, in Mainz an
den Wochentagen, ohne Mittwoch und Samstag, in Bingen an jedem
Mittwoch; die Nebenſtelle Offenbach für die Kreiſe Offenbach, Dieburg
und Erbach i. O. an 8 Orten; die Handwerkskammernebenſtelle Worms
für die Kreiſe Worms und Oppenheim an 3 Orten und in Worms, außer
Mittwochs und Samstags, täglich von 8—12 Uhr und von 2—4 Uhr.
Die Nebenſtelle Worms hält auf vielfache Wünſche im Juni in Worms
einen weiteren Kurſus über autogene Metallbearbeitung mit praktiſchen
Uebungen ab. Der Kurſus iſt diesmal nicht ganz= ſondern halbtägig und
die Unterrichtstage verteilen ſich über drei Wochen.
* Wetzlar, 3. Juni. An den Pfingſttagen findet hier die
Jubiläums=
feier der Unteroffizierſchulen Biebrich und Wetzlar
ſtatt. Zahlreiche ehemalige Angehörige der Schulen, Offiziere und
Mannſchaften, haben ſich angemeldet, ſo daß mit einem rieſigen Verkehr
zu rechnen iſt.
Seite 8
Samstag, den 4. Juni 1927
Rummer 154
Stabtkapelle. Vormittags 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Parſifal'. Dr. Afned Heidenreich.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Lemn.
Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft.
— Geſtorbene. Am 19. Mai: Schnatz, Andreas. Privatier, 82 Jahre,
Lauteſchlägerſtraße 8: Görlitz Anna Maria, geb. Machunze,
wohnungs=
los, 61 Jahre; Imhof, Eliſabeth Katharine geb. Dillmann, Waſchfrau,
63 Jahre, Kiesſtr. 27 — Am 21. Mai: Mahler, Eva, geb. Dörr, 73 Jahre,
Hölgesſtraße 3. — Am 20. Mai: Badersbach, Michael, Kleinrentner in
Steinfels (Unterfranken), 70 Jahre, geſt. Gutenbergſtraße Nr. 3 —
Am 21. Mai: Lutz, Jakob, Fabrikant, 66 Jahre, Landwehrſtraße 42. —
Am 22. Mai: Milkau, Ferdinand, Geh. Ober=Poſtrat, 71 Jahre,
Eſcholl=
brückerſtraße 8. — Am 21. Mai: Weiler, Leo, Rentner, 81 Jahre, Ernſt=
Ludwigs=Platz 1. — Am 21. Mai: Göbel, Eliſabeth, geb. Daab,
Rein=
heim, 63 Jahre, geſtorben Erbacherſtraße 25; Brohm, Leonhard Adam,
Kaufmann, 21 Jahre, Eliſabethenſtr. 43. — Am 22. Mai: Hildenbeutel,
Joh., Kanzleirat i. R., 72 Jahre, Kiesſtraße 42. — Am 21. Mai: Linß,
Dr. Ober=Juſtizrat i. R., 75 Jahre, Soderſtr. 89. — Am 23. Mai: Sames,
Henriette, geb. Kuhl, 54 Jahre, Beckſtraße 55: Mohr, Karoline,
geb. Gerlach, 80 Jahre, Klappacherſtraße 30; Engel, Maria, geb.
Maringer 49 Jahre, Pallaswieſenſtraße 43; dAcoſta de Laurent,
Emilie, Privatin, 72 Jahre, Heidelbergerſtraße 25. — Am 24. Mai:
Gläſſing, Maria Margaretha, geb. Stork, 84 Jahre, Frankfurterſtraße 39.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
1. Pfingſtfeiertag (5. Juni 1927).
Evangeliſche Gemeinden.
In allen Kirchen Kollekte für die Heſſiſche Lutherſtiftung.
Stadtkirche. Samstag, den 4. Juni, abends 8½ Uhr: Andacht. —
Sonntag, den 5. Juni, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier
des heiligen Abendmahls. Pfarrer Kleberger. Vormittags 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß.
Stadtkapelle. Vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer
Wag=
ner. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Heß. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vormittags 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Schloß=
gemeinde. Pfarrer Zimmermann. Vormittags 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Zimmermann. Vormittags 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarrer Zimmermamn. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Dr. Wendel.
Martinskirche. Vormittags 7 Uhr: Pfingſtmette. Pfarrer D. Waitz.
Vormittags 10 Uhr: Feſtgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung von 9½ Uhr an in der
Sakriſtei. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk.
Pfarrer Beringer.
Altersheim. Vormittags 10 Uhr: Pfarraſſiſtent Saal.
Johanneskirche. Vormittags 7 Uhr: Pfingſtmette. Pfarrer Marx
Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls und Vorbereitung. Pfarrer Marx. Vormittags 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl und Vorbereitung.
Pfarraſſiſtent Georgi. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Beſſunger Kirche (Petruskirche). Vormittags 7 Uhr:
Pfingſt=
mette. Pfarraſſiſtent Lie, zur Nieden. Vormittags 8½ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrvikar Schäfer. Vormittags 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt (Mitwirkung des Kirchenchors). Pfarrvikar Schäfer.
Anſchlie=
ßend Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von ½10 Uhr an
in der Sakriſtei,
Pauluskirche Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Rückert. Feier des heiligen Abendmahls mit Vorbereitung.
Stiftskirche. Samstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr: Beichte. —
Sonntag, den 5. Jumi, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
hei=
ligem Abendmahl. Pfarrer Waldeck. Vormittags 1134 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. — Evangeliſcher Sonntagsverein: An den Feiertagen
keine Vereinsſtunden.
Schloßkapelle Kranichſtein. Vormittags 10 Uhr:
Predigtgottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Wißmüller.
2. Pfingſtfeiertag (6. Juni 1927).
In allen Kirchen Kollekte für die Diakonenſtationen.
Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lau=
tenſchläger. — Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu
ſtiller Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte:
Vormittags 7½ Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei;
vor=
mittags 8 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrer Lautenſchläger. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer
Rückert. — Donnerstag, den 9. Juni, vormittags 9 Uhr:
Feſtgottes=
dienſt zur Jubiläumstagung des Deutſchen Nationalvereins der
Freun=
dinnen junger Mädchen. Anſprache: Prälat D. Dr. Diehl. Liturgie:
Pfarrer Lautenſchläger.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Dienstag, 7. Juni, abends 8 Uhr:
Kirchenchor der=Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
(jüngere Abteilung). — Mittwoch, den 8. Juni, abends 8 Uhr:
Kir=
chenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der
Mar=
kusgemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde. —
Donnerstag, den 9. Juni, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasge=
meinde. — Freitag, den 10. Juni, abends 8 Uhr: Landesverein der
Guſtav=Adolf=Stiſtung. Vortrag von Prälat D. Dr. Diehl über „Der
Mitbegründer des Guſtav=Adolf=Vereins Prälat Dr. Karl Zimmermann”
unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins der Stadtkirche. —
Ju=
gendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). —
Jugend=
bund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation:
Forſtmeiſter=
ſtraße 9, Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinderſchule der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 10—19 Uhr. Fernſprecher B79.
Martinskirche. Vormittags 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Lein. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirh.
Pfarrer D. Waitz.
Johanneskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdicnſt.
Pfarr=
aſſiſtent Georgi. — Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr
zu ſtiller Andacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Vormit=
tags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vormittags 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lic, zur Nieden.
Pauluskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarraſſi=
ſtent Dr. Wendel.
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Hickel. — Die Betſtunde am Donerstag abend fällt aus.
Stadtmiſſion (ühlſtraße 24). 1. Feiertag, vovmittags 9 Uhr:
Gebetsſtunde. Nachmittags 3½ Uhr: Pfingſtfeier. — 2. Feiertag,
nachmittags 3 Uhr: Waldfeſt am Moltketempel. — Dienstag: Die
Frauenbibelſtunde fällt aus. — Donnerstag: abends 8½ Uhr:
Bihel=
ſtunde. — Freitag: abends 8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde und
Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80. — Samstag,
abends 8½ Uhr: Poſaunenchor.
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat Kriegerdankbund.
Jugendbund für E.C. (Mühlſtraße 24). 1. Feiertag, nachmittags
2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer; 434 Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für junge Mädchen. — 2. Feiertag: Frühwanderungen.
Nachmittagss 3 Uhr: Waldfeſt am Moltketempel. — Dienstag, abends
8½ Uhr: Gebetsſtunde für Mädchen. — Mittwoch, abends 8½4 Uhr:
Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für junge Männer. — Freitag: Der Mädchenkreis fällt
aus.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links). Pfingſtſamstag, abends 7,20 Uhr: Treffen
am Oſtbahnhof zur Pfingſt=Ferienfahrt in den Odenwald. —
Mitt=
woch, vormittags 8 Uhr: Treffen der Jungſchar am Oſtbahnhof zum
Ausmarſch der Jungſchar=F.=F. Wir kommen am Freitag abend
zu=
rück. — Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde im Jungmännerkreis:
„Du und die Welt”. Dr. Avemarie. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Heimabend. — Freitag, abends 8 Uhr: Turnen und Körperſchule in
der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag, nachmittags 4 Uhr:
Spiel=
nachmittag der Jungſchar im Heim.
Die Chriſtengemeinſchaft. 1 Pfingſtfeiertag, vormittags ½8 Uhr:
Menſchenweihe=Handlmg mit Predigt. — Freitag den 10. Juni,
abends 8½4 Uhr: Oeffentlicher Vortrag: „Das Blutsgeheimmis in
Die Veranſtaltungen ſind in der Städtiſchen Akademie für Tonkunn,
Eliſabethenſtraße.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten) Mauarſtraße 17.
Pfingſt=Sonntag, den 5. Juni, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt; vorm. 11
Uhr: Sonntagsſchule; abends 8½4 Uhr: Gottesdienſt. — Am Pfingſt=
Montag keine Veranſtaltung. — Donnerstag, den 9. Juni 1927, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Chriſtliche Gemeinde Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Somtag, den
5. Juni, vorm. ½10 Uhr: Andacht; „nachm. ½4 Uhr: Jugendbund;
abends 8½ Uhr: Evangeliſation. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Bibel=
ſtunde. Jedermann herzlich willkommen. — Am 2. Pfingſtfeiertag kein
Gottesdienſt.
Chriftliche Verſammlung, Waldſtraße 18. Sonntag, den 5. Jmi,
vorm. 11½ Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4½ Uhr: Verkündigung des
Wortes Gottes. — Mittwoch, den 8. Juni, abends 8½ Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Freitag, den 10. Juni, abends 8½ Uhr: Bihelſtunde. (
Be=
trachtung des Evg. Joh. Kap. 19).
Answärtige Kirchen.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Pfingſtſonntag, vorm ½10 Uhr:
Hauptgottesdienſt unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins und des
Poſaunenchors. Feier des hl. Abendmahls. Kollekte für die Heſſiſche
Lutherſtiftung; „nachm. ½2 Uhr: Dankgottesdienſt insbeſondere
Kin=
dergottesdienſt. Trauung. — Pfingſtmontag, vorm. ½10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Prediger Dr. Avemarie, Darmſtadt. — Donnerstag, den
9. Juni: Frauenverein.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. 1. Pfingſtfeiertag, vorm. ½10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Mitwirkung des Kirchenchors. Kollekte für
die Heſſ. Lutherſtiftung. Im Anſchluß an den Gottesdienſt. Feier des
hl. Abendmahls. Voranmeldung im Pfarrhaus oder beim
Kirchen=
diener. — 2. Pfingſtfeiertag, vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pre=
diger Pfarraſſiſtent Weißgerber. Mitwirkung des Poſaunenchors der
ev. Gemeinſchaft. Kollekte für die Anſtalt für Epileptiſche. —
Mitt=
woch: Jungmädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. 1. Pfingſttag, vorm ½10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Anſchließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls:
nachm. ½1 Uhr: Kindergottesdienſt d. Kl.; 132 Uhr: Kindergottesdienſt
d. Gr. (Chriſtenlehre fällt aus). — 2. Pfingſttag, vorm. ½10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Prediger: Herr Pfr. Weigel, Nieder=Ramſtadt.. Die
Abende der E. J. G. fallen in der Woche nach Pfingſten aus.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. 1. Pfingſtfeiertag, vorm. 9½ Uhr:
Gottesdienſt. Pfarraſſ Wolf. Kirchenchor. Kollekte für die
Luthen=
ſtiftung. 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
In der Provinzial Pflege=Anſtalt: Gottesdienſt 2 Uhr. Pfarraff.
Wolf.
2. Pfingſtfeiertag, vorm. 9½ Uhr: Gottesdienſt. Pfarraſſ. Wolf.
— Mittwoch, 8½ Uhr: Kirchengeſangverein. — Donnerstag, 8½ Uhr=
Wartburgverein.
Katholiſcher Gottesdienft.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). 1. Pfingſttag. An allen Sonn=
und Feiertagen: Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr
an Beichtgelegenheit. An Sonn= und Feiertagen; Vormittags von
6 Uhr an Gelegenheit zur heiligen Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe.
Aus=
anteilung der heiligen Kommunion. Generalkommunion der
Maria=
niſchen Männerkongvegation. 9½ Uhr: Hochamt und Predigt. Vorher
Austeilung der heiligen Kommunion. Nachmittags 2½ Uhr: Feierliche
Veſper. Darauf Beichtgelegenheit.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
heilige Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). 2. Pfingſttag. An allen Sonn=
und Feientagen: Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr
an Beichtgelegenheit. An Sonn= und Feiertagen: Vormittags von
6 Uhr an Gelegenheit ur heiligen Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe. Vor
und in der heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion.
9½ Uhr; Hochamt. Vorher Austeilung der heiligen Kommunion.
Werktagsmeſſe 6½4 Uhr.
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Die Verlobung ihrer Tochter
Ria mit Herrn Dipl.=Ing
Walter Gehroldt geben bekannt
Andreas Bender u. Frau
Eliſabeth, geb. Eckert
Darmſiadt
Jreneſtr. 2
Meine Verlobung mit Fräulein
Ria Bender
beehre ich mich anzuzeigen
Dipl:Ing. Walter Gehroldt
Mennighüffen 1. W.
Charlottenburg
Teglerweg 104
Pfingſien 4927.
Me
Unſere Tochter Leonie
iſt angekommen.
Leo Amendt und Frau
Kähe, geb. Knapp.
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Anna Blumöhr
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Verlobte
Pfingſien 1927.
Ar4 /
Eliſabeth Mager
Chriſtian Löwenſtein
Verlobte (14715
Darmſtadt, Pfingſten 1927
Heinheimerſtr. 42
Kaupſtr. 50
Lina Kaestner
Adolf Pfeifer
Verlobte (14947
Forstmeisterstr. 2 Karlstr. 29
Pfingsten 1927
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen:
Erna Bangert
Georg Heldmann
Lauteſchlägerſtr. 6 Blumenthalſtr. 56
Pfingſten 1927 (14875
Helene Schmidt
Heinrich Weicker
Verlobte
Pfingsten 1927. (15o00
Ihre am 1. Feiertag, nachm.
7/,3 Uhr in der Stadtkapelle
stattfindende Trauung
be-
ehren sich anzuzeigen
Karl Stähr
Olga Stähr, geb. Franz
(*14840)
Ihre am 2. Pfingſtfeiertag,
nach=
mittags 2 Uhr, in der St.
Lud=
wigskirche ſiattfindende Trauung
beehren ſich ergebenſt anzuzeigen
Georg Schell und Frau
Eleonore, geb. Roos
Darmſtadt, Markt 41½ E14888
Ihre Vermählung zeigen an
Heinrich Vollhardt
Gretel Vollhardt, geb. Reh
Darmſiadt Pfingſten 1927
Trauung: Pfingſiſonntag, nachmittags
½3 Uhr, in der Beſſunger Kirche.
nfaßs
Ihre am 1. Pfingſtfeiertag, nachm. 2 Uhr,
in der Stadtkapelle ſtattfindende Trauung
beehren ſich anzuzeigen
Matilde Späth
Georg Heid
Statt Kerten.
Liesl Heuum
Siegfried Dahlerbruch
Verlobte
Köln
Roonstr. 49
Eberstadt b. D.
(14736)
Ihre Verlobung beehren sich
anzu-
zeigen
Ella Wannemacher
Georg Berbert ats
Erzhausen
Pfingsten 1927
Gretel Berg
Emil Schnell
Verlobte
(14978
Darmſiadt, Pfingſien 1927
Im Wingert 3
Luiſenſtr. 38
Mathilde Crößmann
Otto Bunk
Verlobte
Darmstadt, Pfngsten 1927
Heinrichsstraße 106
Mauerstraße 3
A 3
Statt Karten.
Ihre Vermählung zeigen an
Daniel Spaar
Marichen Spaar
geb. Volk
4. Juni 1927 (*14876
Wenckstr. 2
Illigweg 21
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 5. Junl.
nach-
mitags 3½ Uhr, im Faul-Gerhardt-Haus
(Meldkolonie)
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und
Bekannten die traurige Nachricht,
daß mein lieber Mann, unſer
treu=
beſorgter Vater, Bruder, Schwager
und Onkel
MSMf
nach kurzem, ſchwerem, mit Geduld
ertragenem Leiden im Alter von
51 Jahren ſanft dem Herrn
ent=
ſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eva Hofmann,
geb. Groh, und Kinder.
darmſtadt, den 3. Juni 1927.
Beſſungerſtr. 29.
(B.9287
Die Beerdigung findet Montag,
6. Juni, vorm. ½12 Uhr, auf dem
Beſſunger Friedhof ſtatt.
duch bei Nosen=,
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Erbacherſtraße 13.
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die traurige Pflicht, ihre A H
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Ableben ihres lieben A. H.
Fabrikdireklor
Max Heierhof
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geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
In tiefer Trauer:
Die Landsmannſchaft i. d. 2. L. „Normannia”
J. A.
Karl Germann X)
Darmſiadt, den 3. Juni 1927.
* 15004
Todes=Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden
verſchied heute nachmittag meine
gute, treubeſorgte Frau, unſere
gute Schweſter, Schwägerin und
Tante
Frau
geb. Lehmann
im 50. Lebensjahr.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Max Karlsberg.
Reinheim, 3. Juni 1927.
Die Beerdigung findet Sonntag
mittag 12 Uhr vom Trauerhauſe
nach dem Friedhof Groß=
Bieberau ſtatt.
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Anlage 9. (9262
Geite 10
Nummer 154
Samstag, den 4. Juni 1927
Zur Eröffnung der Oresdener Papier=Ausſtellung.
Blick in das Ausſtellungsgelände.
Im Hintergrund der mit Rieſenlautſprecher ausgerüſtete „Sprechende Turm”.
Zwei Samoanerinnen bei der Verarbeitung von Rindenſtoff zu Papyrus.
Die ſoeben eröffnete Dresdener Papier=Ausſtellung bietet einen ausgezeichneten Ueberblick über
den heutigen Stand der deutſchen Papier=Induſtrie und =Kunſt. Rund 1500 Ausſteller haben ſich
an der großen, in 34 Hallen verteilten Schau beteiligt.
Furchtbarer Wirbelſturm an der deutſch=holländiſchen Grenze.
Die Stadt Lingen von der Windhoſe zerſtört.
Ueberſichtskarte.
Der ungeheure Wirbelſturm, der am Mittwoch die öſtlichen Teile der holländiſchen Provinz
Gelder=
land verwüſtet hat, traf in ſeinem Fortgang über die deutſche Grenze mit voller Wucht die um
Osnabrück liegenden Teile der Provinz Hannover. Am ſchwerſten litt das 9000 Einwohner
zählende Städtchen Lingen, das vollſtändig zerſtört wurde. In Holland hat das Unwetter beſonders
im Städtchen Neede große Verwüſtungen angerichtet. Durch eine Windhoſe wurden zwei= bis
dreiſtöckige Häuſer niedergeriſſen, wobei 18 Perſonen den Tod fanden. — Der Pfeil bedeutet die
ungefähre Richtung des Wirbelſturmes.
Reich und Ausland.
„Das Herz nur ein Hilfsorgan
im Blutkreislauf.”
Jor einer Umwälzung der Herz=Medizin?
Prof. Dr. Martin Mendelſohn,
(Originalzeichnung von Dolbin)
der hervorragende Berliner Herzſpezialiſt, iſt auf
Grund langjähriger Forſchungen zu der Ueberzeugung
gelangt, daß das Herz nicht eine Saug= und
Druck=
pumpe, der Motor der Herzbewegung; ſei, wofür es
ſeit Jahrhunderten gehalten wird. Er erblickt die
hauptſächlichſten Kräfte der Blutbewegung im Körper
in dem Flüſſigkeitswechſel der Körperzellen. Jede
einzelne Körperzelle ſaugt Flüſſigkeit in ſich hinein
und ſtößt ſie wieder aus ſich heraus, und dieſe
un=
zähligen kleinen Strömungen ſummieren ſich dann zu
dem gewaltigen Flüſſigkeitsumlauf im Körper; das
Herz aber iſt nur ein Hilfsorgan im Blutkreislauf.
Frankfurter Chronik.
Bankdirektor tho Rahde †. Es wird
uns gemeldet, daß der Direktor der
Frank=
furter Hypothekenbank, HerrRegierungsrat
a. D. tho Rahde, in Berlin, wo er ſich auf einer
geſchäftlichen Reiſe befand, plötzlich an einem
Herz=
ſchlag verſtorben iſt. Mit ihm iſt in rüſtigem
Man=
nesalter — der Verſtorbene ſtand im 52. Lebensjahr
— eine Perſönlichkeit von ausgeprägter Eigenart
da=
hingegangen, die auch in Mainz und in Rheinheſſen
noch in beſtem Andenken ſteht. Herr tho Rahde, ein
geborener Oldenburger, war nach dem Kriege in die
Direktion der Mainzer Filiale der Diskontogeſellſchaft
eingetreten und kam in dieſer Stellung in
Verbin=
dung mit den Wirtſchaftskreiſen des Rhein=Main=
Gebiets, die unter den Erſchwerungen, die die
Be=
ſetzung durch fremde Truppen mit ſich brachte, in
die größten Schwierigkeiten gerieten. Mit ſeinem
großen Wiſſen und dem praktiſchen Sinn, der ihn
auszeichnete, wurde Herr tho Rahde ihnen ein
wert=
voller Berater und — ſoweit es in ſeinen Kräften
lag — Helfer. Seine große Arbeitskraft und die
Ueberzeugung, daß eine Beſſerung der
Wirtſchafts=
lage Deutſchlands nur herbeigeführt werden könne,
wenn das deutſche Volk ſich zu geordneten
Verhält=
niſſen aufraffe, veranlaßten ihn, ſich in das politiſche
Leben zu ſtellen. Er verfügte über eine glänzende
Rednergabe. Die Nachricht von ſeinem frühen Tod
wird auch in Mainz, bei allen, die während der Zeit
ſeiner dortigen Tätigkeit mit ihm in Berührung
kamen, mit Bedauern aufgenommen werden. —
Mitt=
woch nachmittag, gegen 18 Uhr, wurde der mit
Ar=
beiten beſchäftigte Johann Schulmeyer aus Groß=
Gerau auf dem Gleis der Eiſenbahnbrücke
Forſthaus=
ſtraße—Sandhöferallee von der Lokomotive
eines Schnellzugs angefahren und zur Seite
geſchleudert. Er wurde in beſinnungsloſem Zuſtand
in das Städt. Krankenhaus geſchafft. — Vor dem
Großen Schöffengericht hatte ſich der wegen
Rückfalldiebſtahls und Betrugs mit 10½ Jahren
Zuchthaus vorbeſtrafte Schreiner Julius Schuſter
wiederum wegen neuer Betrügereien zu
verantwor=
ten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu
einer Geſamtzuchthausſtrafe von zwei Jahren und
fünf Jahren Ehrverluſt. Der Angeklagte ſei dem
gewerbsmäßigen Verbrechertum verfallen, für den
Milde nicht am Platze ſei.
Ein Mittäter des Wiesbadener Raubüberfalles
verhaftet?
Bad Homburg. Hier wurde der Kaufmann
M. unter dem Verdacht der Beteiligung an dem in
der vergangenen. Woche in Wiesbaden verübten
Raubüberfall verhaftet, nachdem er zuvor noch einen
mißglückten Fluchtverſuch unternommen hatte. Der
Verhaftete wurde dem hieſigen Amtsgericht zugeführt,
das ihn jedoch nach eingehendem Verhör wieder
frei=
ließ, da er ſein Alibi nachweiſen konnte. Es wurde
ihm indeſſen aufgegeben, ſich bis zuu genauen
Nach=
prüfung des Alibis täglich bei der Polizei zu
mel=
den. Nunmehr haben ſich jedoch verſchiedene
bedenk=
liche Lücken in dem Alibi ergeben, auch fiel es auf,
daß der ſonſt ziemlich mittelloſe Mann im Beſitz
einer größeren Geldſumme ſich befand, die man für
den Erlös des geraubten Gutes hält. Der Mann
wurde daher wieder in Haft genommen und der
Frankfurter Staatsanwaltſchaft zugeführt.
Eiſenbahnunfall im Marburger Bahnhof.
Marburg. Donnerstag abend gegen 18.30 Uhr
ereignete ſich auf dem hieſigen Bahnhof ein
Eiſen=
bahnunglück. Der Güterzug 7960, aus Richtung
Kaſſel, fuhr dem Güterzug 9021 in die Flanke.
Ein mit Bauſteinen beladener Wagen des Zuges
9021 wurde vollkommen zertrümmert. Durch den
An=
prall wurden ferner die letzten Wagen des Zuges 7960
aus dem Gleiſe geſchleudert und zum Teil ſchwer
beſchädigt. Menſchenleben ſind nicht zu beklagen. Das
Lokomotivperſonal rettete ſich rechtzeitig durch
Ab=
fpringen. Der Unfall hatte zur Folge, daß der
Durch=
gangsverkehr nur eingleiſig aufrecht erhalten
wer=
den konnte.
Die erſten Hitzſchläge.
Kafſel. In einem Badebetrieb in
Rotendit=
mold brach in der grellen Sonnenhitze ein älterer
Ar=
beiter plötzlich zuſammen. Auch auf einem Badeplatz
an der Fulda ſind zwei Fälle von Sonnenſtich bei
Kindern zu verzeichnen.
Einweihung des Paula=Becker=Moderſohn=
Hauſes.
Bremen. In Anweſenheit zahlreicher
Teil=
nehmer aus dem ganzen Reiche wurde die neue
Stif=
tung des Generalkonſuls Dr. Ludwig Roſelius,
das Paula=Becker=Moderſohn=Haus in der
Böttcher=
ſtraße in Bremen, eine Schöpfung Prof. Bernhard
Hötgers aus Worpswede, feierlich eingeweiht.
Roſe=
lius wies in ſeiner Rede auf die Bedeutung Paula=
Becker=Moderſohns hin, die die Farbenwelt
be=
reicherte wie kaum ein anderer, und deren
Zeich=
nungen und Skizzen ihren Ruhm als große
Künſt=
lerin begründen würden. Der Bruder der
verſtor=
benen Malerin, Dr. Becker=Glauch, ſprach den Dank
der Familie für die Errichtung des Hauſes aus. Der
Bürgermeiſter Bremens, Dr. Spitta, führte aus, das
Paula=Becker=Moderſohn=Haus in der durch
Künſtler=
hand neuerſtandenen Böttcherſtraße werde einen
weſentlichen Teil dieſer begnadeten Künſtlerin
um=
ſchließen, die aus der Wirklichkeit des innerſten und
tiefſten Geſchehens geſchaffen habe. Eine Führung
durch das Haus beſchloß die Feier.
Mühlenbrand in Liegnitz.
Liegnitz. In der Aſpirationsanlage der
Müh=
lenwerke von Karl Eisler entſtand Feuer, das durch
ſämtliche Stockwerke und den Dachſtuhl ſchlug. Der
Plan=Sichtboden iſt vollſtändig ausgebrannt. Der
Schaden iſt ſehr groß, da große Vorräte an Mehl
vernichtet ſind. Als Urſache kommt Entzündung,
wahr=
ſcheinlich infolge einer abgebrochenen Schraube, die in
das Getriebe geraten iſt, in Frage.
Das Unwetter in Mecklenburg.
Schwerin. Der orkanartige Gewitterſturm, der
mit ſtarkem Hagel am Mittwoch das ſüdöſtliche
Meck=
lenburg heimgeſucht hat, hat in der Telfau, zwiſchen
Boizenburg und Lübtheen, die Saaten zum Teil
vernichtet. Auf dem Gute Metlitzhof ſtürzte eine
Scheune ein. Zahlreiche Häuſer wurden abgedeckt.
Beſonders ſchweren Schaden richtete das Unwetter auf
dem Gute Greſſe bei Boizenburg an, wo das Schloß
des Barons von Ohlendorf teilweiſe abgedeckt und im
Park alte Bäume geknickt wurden. Große
Verhee=
rungen richtete der Sturm in der Schtdßgärtnerei an.
Eine Kirche und eine Feldſcheune wurden
umgeworfen. Ein in der Nähe arbeitender
Schnitter wurde durch einen herabſtürzenden Balken
verletzt. Das Poſtgebäude erlitt ſtarke Beſchädigungen.
Schweres Autounglück in Zeitz.
Zeitz. Am Eingang des ſteilen Windiſchen
Berges verſagte am Donnerstag abend, gegen 20 Uhr.
die Bremsvorrichtung des Kraftwagens des Dr. med.
Roeßner aus Streckau bei Zeitz. Das Auto
durch=
ſchlug die Fenſterſcheiben eines Zigarrengeſchäfts. Der
Wagen wurde vollſtändig zertrümmert. Die vier
Inſaſſen wurden ſchwer verletzt ins Krankenhaus ge=
Mutter und Kind ertrunken.
Schloppe. Die Frau des Poſtſchaffners Venz
von hier fand bei dem Verſuch, ihr Söhnchen, das in
den Deffelfließ gefallen war, zu retten, mit ihrem
Kinde gemeinſam den Tod im Waſſer.
Neues ſchweres Autounglück
bei Bad Homburg.
Zwei Tote, ein Schwerverletzter.
Bad Homburg. Freitag nacht zwiſchen 1 Uhr
und 1.20 Uhr ereignete ſich in der Nähe der
Karls=
brücke beiDornholzhauſen wiederum ein
ſchweresAuto=
unglück, bei dem zwei Menſchen getötet und einer
ſchwer verletzt wurde. Die Unglücksſtelle liegt etwa
200 bis 300 Meter von Dornholzhauſen entfernt, am
jenſeitigen Ausgang der dortigen großen Kurve. Man
fand tot auf der Straße liegend eine unbekannte
Frauensperſon und tödlich verletzt den Führer des
Wagens, den 42 Jahre alten Fahrlehrer Wilhelm
Jüngſt aus Burg bei Herborn, der bei der
Einlie=
ferung in das Homburger Krankenhaus verſtarb.
Schwer verletzt wurde ferner einer der beiden
Mit=
fahrer, ein Juſtizkanzleibeamter aus Burg, während
der andere Inſaſſe unverletzt war. Der Kraftwagen
ſtand ſehr ſchwer beſchädigt entgegengeſetzt zur
Fahrt=
richtung auf der Landſtraße. Das Unglück iſt
wahr=
ſcheinlich infolge ungeſchickten Fahrens erfolgt. —
Genaues iſt über den Hergang des Unglücks noch
nicht feſtzuſtellen, da die beiden Ueberlebenden
wäh=
rend des Unglücks geſchlafen haben. Der Hergang
dürfte vermütlich folgender ſein: Die Verunglückten
hatten nach Erledigung geſchäftlicher Angelegenheiten
in Frankfurt a. M. eine Taunusfahrt beabſichtigt und
zu dieſer Tour ein junges Mädchen mitgenommen.
Beim Nehmen der ſcharfen Kurve an der Karlsbrücke
dürfte das Auto infolge übermäßiger Geſchwindigkeit
aus der Kurve herausgeraten ſein. Der Führer wird
verſucht haben, den Wagen wieder in die Fahpbahn
zu lenken, geriet jedoch hierbei an eine ſchlechte Stelle
der Straße und bremſte dabei wahrſcheinlich ſehr
ſcharf. Das linke Hinterrad des Wagens zerbrach
da=
bei und der Wagen überſchlug ſich vollkommen, ſo daß
er quer auf die Straße zu ſtehen kam, und drehte
ſich gleichzeitig entgegengeſetzt zur Fahrtrichtung. Die
Inſaſſen wurden herausgeſchleudert, wobei die
töd=
lich Verunglückten, nach ihren Verletzungen zu
ſchließen, von dem ſtürzenden Wagen getroffen
wor=
den ſein müſſen. Die Perſonalien des verunglückten
Mädchens konnten bishey noch nicht feſtgeſtellt
wer=
den; es dürfte aber wahrſcheinlich aus Frankfurt
ſtammen oder dort gewohnt haben.
Schweres Grubenunglück.
Hindenburg. Auf dem Oſtfelde der Königin=
Louiſe=Grube in Hindenburg brach bei
Aufwälti=
gungsarbeiten auf einer 300 bis 360 Meter langen
Sohle der Schuckmann=Flöze infolge
Erderſchütte=
rungen eine Strecke in einer Länge von 15 Metern
ein. Von den beiden Füllern, die auf der Strecke
arbeiteten, wurde der eine bis an die Bruſt, der
an=
dere vollſtändig von den Geſteinsmaſſen begraben
Während der eine ſich retten konnte, wurde der
an=
dere erſt um 1 Uhr geborgen. Im Anſchluß an das
Unglück ereignete ſich ein zweiter Unglücksfall, wobei
ein Bergpraktikant ſchwer verunglückte.
Die Sturmkataſtrophe in Holland.
Amſterdam. Den eingehenden Meldungen,
die aus allen Teilen des heimgeſuchten Gebietes hier
eingetroffen ſind, iſt zu entnehmen, daß die
Geſamt=
zahl der Toten etwa 20 beträgt. Von den etwa
60 Schwerverletzten haben die meiſten beim
Einſturz von Häuſern und Gebäuden ſchwere
Kopf=
wunden, Bein= und Rippenbrüche davongetragen. Die
Zahl der Leichtverletzten wird auf etwa 200 geſchätzt.
Die Königin der Niederlande hat am Donnerstag
nachmittag das von der Wirbelſturmkataſtrophe
heim=
geſuchte Gebiet in der Provinz Geldern beſucht. Die
Königin ließ ſich über den Rettungsdienſt unterrichten
und verteilte perſönlich Gaben an die Geſchädigten,
die ihr vorgeſtellt wurden. In Neede iſt eine Weberei
zerſtört worden, die 400 Arbeiter beſchäftigte, die
nun arbeitslos geworden ſind. Man teilt noch
zahl=
reiche dramatiſche Einzelheiten mit. So wurde. z. B.
einer Mutter, die mit ihrem Kinde am Arm ſpazieren
ging, das Kind aus dem Arm geriſſen und hundert
Meter weiter weg auf den Boden geworfen, wo es als
unförmlich verſtümmelte Leiche aufgefunden wurde.
Schweres Eiſenbahnunglück
in Frankreich.
Eiſenbahnkataſtrophe infolge einer Güterzug=
Entgleiſung. — 9 Tote.
Paris. In der Nähe von Bellay, im
Departement Allier, iſt Freitag morgen ein nach
Paris fahrender Güterzugentgleiſt, und
zwar kurz bevor in entgegengeſetzter Richtung
auf dem Nebengleis der Schnellzug Nimes
—Paris heranſauſte. Die Lokomotive des
Schnellzugs und mehrere Wagen wurden
durch das Auffahren zertrümmert. Man
zählt bis jetzt 9 Tote und 7 Verletzte, 16
Per=
ſonen erlitten leichtere Schürfungen.
Ueber die Einzelheiten der Entgleiſung des
Schnellzuges Paris—Nimes berichtet die
Havasagen=
tur: Mehrere Wagen eines Güterzugs entgleiſten
Freitag früh zwei Uhr in der Nähe des Bahnhofs
Beſſay, ſüdlich von Moulins. Einige dieſer Wagen
waren auf das Nebengleis geſtürzt, auf dem in dieſem
Augenblick der Schnellzug Paris—Nimes, der um
22.30 Uhr Paris verlaſſen hatte, heranbrauſte. Da
es nicht mehr möglich war, ihn rechtzeitig zum Stehen
zu bringen, fuhr er auf die umgeſtürzten Wagen des
Güterzuges auf. Die Lokomotive, der vordere
Ge=
päckwagen ſowie die beiden erſten Wagen 3. Klaſſe
ſchoben ſich infolge des gewaltigen Anpralles
ineinan=
der. Eine ſofort ausgerückte Hilfsabteilung zog unter
den Trümmern 7 Tote heraus, von denen bereits
ſechs identifiziert ſind, außerdem acht Verletzte.
Mehrere Reiſende erlitten leichtere Quetſchungen.
Uuter den Verwundeten befindet ſich der Zugführer.
Der Lokomotivführer des Schnellzugs iſt nicht
aufzu=
finden. Man vermutet, daß er unter der Lokomotive
begraben liegt. Eine von dem Miniſterium für
öffent=
liche Arbeiten ausgegebene Mitteilung ſpricht von
neun Toten, ſieben Verwundeten und ſechzehn
Rei=
ſenden, die Quetſchungen erlitten hätten. Nach dieſem
Bericht iſt ein Wagen eines Güterzuges Freitag früh
2 Uhr entgleiſt und auf das Nebengleis
überge=
ſprungen. In dieſem Augenblick kam der Schnellzug
Paris—Nimes heran, der auf den noch in Fahrt
be=
findlichen übergeſprungenen Wagen auffuhr. Die
Lokomotive und der Tender des Schnellzuges ſtürzten
um, der vordere Gepäckwagen und zwei Wagen
dritter Klaſſe wurden ſchwer, die beiden folgenden
Wagen leicht beſchädigt.
Nummer 154
Samstag, den 4. Juni 1927
Seite 44
Sport, Spiel und Turnen.
Fußball.
Der Schwimmſport in Darmftadt im Jahre 1927.
Später als ſonſt beginnt in dieſem Jahre in Darmſtadt die
Sommer=
ſchwimmzeit, bedingt durch den Umbau des Großen Woogs. Zum Glück
ſind wir in Darmſtadt im Gegenſatz zu vielen anderen Städten
Deutſch=
lands in der Lage, ein herrliches Hallenbad zu beſitzen, ſo daß der
Schwimmbetrieb der einzelnen Vereine dadurch nicht geſtört wird. Leider
iſt aber ein Hallenbad viel weniger dazu angetan, der breiten Maſſe des
Volkes die große Bedeutung des Schwimmſports zu zeigen, wie eine
Freiwaſſerſchwimmanſtalt, wie z. B. der Große Woog. Dazu kommt
noch, daß das Baden im Hallenbad für viele Leute zu teuer kommt, und
ſie deshalb oft auf ein Bad verzichten müſſen. Durch den Ausbau des
Woogs zu einer erſtklaſſigen ſportlichen Stätte werden wir aber für
unſer langes Warten reichlich entſchädigt werden, und allzu lange wird
es auch nicht mehr dauern, bis der Wogn dem Schwimmerinnen und
Schwimmern Darmſtadts ſeine Tore öffnen wird.
Auch in dieſem Jahre wird Darmſtadt wieder der Schauplatz einer
Reiche von Schwimmfeſten und Waſſerballfpielen ſein. Denn daß
Darm=
ſtadt einen guten Namen im Schwimmſport inne hat, iſt hinreichend
be=
kannt. Das haben ſchon lange die gut beſuchten Schwimmfeſte und die
Erfolge Darmſtädter Schwimmer im In= und Auslande bewieſen. Jung=
Deutſchland plant, wie in den letzten Jahnen, wieder ein paar
Veran=
ſtaltungen abzuhalten. Im Juli werden ſich ſämtliche Gauvereine in
Darmſtadt verſammeln, um die Beſten des Gaues im Schwimmen und
Springen feſtzuſtellen. Darmſtadt gehört bekanntlich dem Gau I (
Frank=
furt) des Kreiſes V (Süddeutſchland) des Deutſchen Schwimmwerbandes
an. Ende Auguſt wird damn Jung=Deutſchland, noch das ſüddeutſche
Kreisfugendfeſt im Woog durchführen. Dieſes Kreisjugendfeſt, das vor
zwei Jahren eingeführt wurde, hat ſich als glänzende Einrichtung
er=
wieſen und überall in Süddeutſchland den größten Anklang gefunden.
Fern von dem Treiben einer großen Veranſtaltung ſoll hier der Jugend
Gelegenheit gegeben werden, im friedlichen Wettkampf ihre Kräfte zu
meſſen und ſich durch ein ſolches Zuſammentreffen näher kennen zu
Vorgängern, Bayern, Nürnberg und S.V. Göppingen, in keiner Weiſe
nachzuſtehen.
Einen glänzenden Auftakt wird dann die Winterſaiſon durch das
verbandsoffene Feſt des Jung=Deutſchland im Hallenbad Anfang Oktober
erhalten. Dieſes Feſt, das traditionsgemäß jedes Jahr Ende September
oder Anfang Oktober ſtattfindet, gehört zu den größten ſportlichen
Er=
eigniſſen der Herbſtſaiſon in Deutſchland. Schon manche Beſtleiſtung
erfuhr hier eine Verbeſſerung durch Leute mit internationalem Ruf, wie herrliches Bildhauerſtück, von hervorragendem künſtleriſchen Wert. Zum
Rademacher, Berges, Dingeldey, Heinrich, Frölich, Skamper u. a. Den
Abſchluß in der Reihe der Schwimmfeſte macht dann „Rot=Weiß” durch
eine kreisoffene Veranſtaltung, die ſchon einmal vor zwei Jahren
abge=
halten wurde und eine gute Beſetzung aus allen Teilen Süddeutſchlands
erhalten hatte.
Auch der Waſſerballſport wird in dieſem Jahre wieder auf ſeine
Rechnung kommen, denn Jung=Deutſchland hat im letzten Jahre auf
dieſem Gebiet des Schwimmſports in Süddeutſchland die Führung an
ſich geriſſen, und wird beſtrebt ſein, ſeine Vormachtſtellung weiterhin zu
feſtigen. Vielen Darmſtädtern werden die Spiele des vorigen Sommers
noch in guter Erinnerung ſein, und die wachſenden Zuſchauermengen
be=
wieſen uns am beſten das ſteigende Intexeſſe der Darmſtädter
Bebölke=
rung an dieſem ſchönen Zweige des Schwimmſports.
Daher möchte ich nicht verſäumen, an dieſer Stelle allen Darm= Viſier. 15 Schuß, je 5 Schuß liegend, knieend oder ſitzend und ſtehend.
ſtädtern, die bis jetzt noch der Schwimmbewegung fernſtehen, zuzuruſen:
„Kommt ſchwimmen, tretet ein in die Vereine des Deutſchen
Schwimm=
verbandes!”
Städiewettſpiel Stutigart — Darmſiadt.
Zu Pfingſten erwartet der Tennis= und Eisklub Darmſtadt den
Teunis= und Eislaufverein Stuttgart. Die Stuttgarter tretem an mit
einer Mannſchaft von 11 Herren und 5.Damen, ſo daß an beiden Tagen
reger Spielbetrieb auf den Plätzen am Böllenfälltor, herrſchen wird.
Die bekannte Spielſtärke der Stuttgarter Männſchaft läßt heiße Kämpfe
und güten Sport erwarten. Der Sonntngabend wird die Gäſte und
Mitglieder des Klubs im Sportkaffee am Böllenfalltor bei einem
gemüt=
lichen Beiſammenſein mit Tanz vereinigen.
Berliner Pfingſt=Tennis=Turnier.
Die traditionelle Veranſtaltung des Verliner Lawn=Tennis=Turnier=
Clubs Rot=Weiß beginnt diesmal, im Gegenſatz zu den früheren
Ge=
pflogenheiten, erſt am Pfingſtſamstag. Dieſer Termin iſt deshalb
ge=
wählt worden, um den an den franzöſiſchen Meiſterſchaften beteiligten
Spielern und Spielerinnen auch eine Teilnahme beim Not=Weiß=Turnier
zu ermöglichen. Zur Austragung gelangen die Meiſterſchaften von
Ber=
lin für Damen und Herren, die Frau Friedleben und Bela von
Kehr=
ling zu verteidigen haben, ferner Doppelſpiele für Damen, Herren und
gemiſchte Paare. Sämtliche Wettbewerbe ſind nur für Spieler der
erſten Klaſſe offen. Obgleich noch nicht Nennungsſchluß iſt, liegen
be=
reits Meldungen von faſt allen erſtklaſſigew deutſchen Spielern vor.
Vom Ausland meldeten u. a.: Jan Kozeluh, Rohrer, Aeſchlimann,
Fiſher, ferner iſt das Erſcheinen der indiſchen Davispokal=Mannſchaft
Praſada, Gebr. Fhzee, von vier franzöſiſchen Spielern und einigen
Eng=
ländern geſichert. Der Klubwettkampf des International Lawn=Tennis=
Club of Great Britain gegen Rot=Weiß Berlim ſieht auf der einen Seite
Kingscvte, Colonel Mayes, Jacob und Lyle, auf der andeven
Froitz=
heim, Dr. Landmann, Moldenhauer ſowie die Doppelpaare Froitzheim=
Kreuzer und Bergmann=Dr. H. Kleinſchroth im Wettbewerb.
25 Jahre Deutſcher Tennis=Bund.
Der Deutſche Tennis=Bund begeht in dieſen Tagen die Feier ſeines
Bjährigen Beſtehens. Die Anfänge des weißen Sports im Reich gehen
allerdings bis ins Jahr 1877 zurück. Damals fand in Homburg v. d. H.
das von Engländern organiſierte erſte Tennisturnier auf deutſchem
Boden ſtatt, ſo daß alſo die Vierteljahrhundertfeier des Bundes mit dem
50jährigen Jubiläum des deutſchen Tennisſports zuſammenfällt. Die
ſportlichen Erfolge unſerer deutſchen Klaſſe vor dem Kriege ſind
be=
kannt. Namen wie Froitzheim, Kreuzer, Koering und Gräfin
Schulen=
bung bei den Spielerinnen werden in der Tennisgeſchichte des
Kon=
tinents unvergeſſen bleiben. Die Pariſer Meiſterſchaftskämpfe haben
bewieſen, daß ſie zum Teil auch heute noch ihren alten Glanz bewahrt
haben, und die großen internationalen Begegnungen, die dem deutſchen
Tennis noch bevorſtehen, insbeſondere die nächſten Davisrunden und
die Weltmeiſterſchaft in Wimbledon werden emneut Gelegenheit bieten,
unſere Stellung im Europa=Tennis zu befeſtigen. Ein
vielverſprechen=
der Nachwuchs zeigt ſich der alten Garde würdig. Moldenhauer und
Landmann bei den Herren, Frl. Außem und die beiden deutſchen
Meiſte=
rinnen Frau Friedleben und Frau Neppach gehören trotz
verſchiedent=
licher Niederlagen heute unbeſtritten zur Welttennisklaſſe.
Die organiſierte Ausbreitung des deutſchen Tennis hat mit der
ſport=
lichen Entwicklung durchaus Schritt gehalten. Im Jahre 1902 zählte
der Bund nur 22 Vereine mit etwa 2000—3000 Mitgliedern. 1912 waren
es bereits 141, 1922 über 256 und heute ſind es 598 Vereine mit zirka
75 000 organiſierten Mitgliedern, die ſich alljährlich auf über 100
Tur=
nieren im Reich gegenübertreten.
An Stelle des auf dem Felde der Ehre gefallenen Bundesleiters der
Vorkriegszeit, Dr. Nirrnheim, iſt Dr. Schomburgh=Leipzig getreten.
Als Bundespräſident fungiert Dr. G. Weber in Hamburg, während das
Amt des Schatzmeiſters in den Händen des Grafen von Meden=Berlin
liegt. Die Bundesgeſchäftsſtelle wird von Herrn Ferdivond Grüber,
dem verdienten Generalſekretär des Bundes in Berlin, geleitet.
Die Feier ſeines erſten Vierteljahrhunderts begeht der Bund am
Samstag im Berliner Zoo, an das ſich die Vorführung des großen
Tenisfilms anſchließt, der anläßlich des Länderſpiels gegen Amerika
aufgenommen wurde. Der Städtekampf Berlin-London, das
Pfingſt=
turnier und die Davisrunde Deutſchland—Südafrika bilden den
wür=
digen ſportlichen Rahmen zu den großen geſellſchaftlichen Ereigniſſen,
die ſich anläßlich des Jubiläums abſpielen.
Sportliche Tagesſchau.
Kroll/Miethe gewannen auf der Berliner Rütt=Avena das
Dreiſtun=
den Mannſchaftsfahren mit 58 Punkten und 124,500 Km. vor Tonani/
Krollmamn.
Teddy Sandwina ſchlug in London den Irem OKelly, mit dem er
kürzlich nur ein Unentſchieden erzielte, klar nach Punkten.
33 Pferde ſind für den Großen Preis von Köln am 10. Auguſt
ge=
nannt worden.
FTS. Budapeſt, der diesjährige ungariſche Fußballmeiſter, trägt im
Juli und Auguſt in Amerika 12 Spiele aus.
Der Fifg=Kongreß in Helſingfors hat i Anweſenheit von 55
Dele=
gierten am Freitag begonnen. Das Städteſpiel Stockholm—Helſingfors
endete 3:0 für Stockholm.
Frau Friedleben und Frau Neppach nehmen an dem mternationalen
Pfingſt=Tennisturnier in Zürich teil.
Turnverein Bickenbach.
Für die Feiertage hat die Handballabteilung des Turnvereins
Bickenbach folgende Spiele abgeſchloſſen: Am 1. Feiertag tritt die
Darm=
ſtädter Turngeſellſchaft mit zwei Mannſchaften zu den fälligen
Rück=
ſpielen hier an. Spielbegimn der 2. Mannſchaften 1.30 Uhr, der 1.
Mann=
ſchaften 2.30 Uhr. — Am 2. Feiertag ſpielt die 1. Mannſchaft gegen die
1. Mannſchaft der Turngemeinde Jügesheim bei Offenbach. Spielbeginn
3 Uhr. Jügesheim, das der Meiſterklaſſe des Gaues Offenbach-Hanau
angehört, wird die Einheimiſchen vor eine ſchwere Aufgabe ſtellen.
Vor=
her empfängt die 2. Mannſchaft den 4=Klaſſe=Neulina Tv. Vorwärts
Nieder=Roden, 1. Mannſchaft.
Schießſport.
Meiſierſchaften von Darmſtadt 1922
im K. K. S. und Zimmerſchießſport.
Im Verbindung mit dem Amt für Leibesübungen hat der Ver. Heſſ.
Schützenbund, Sitz Darmſtadt, die Austragung der Meiſterſchaften
über=
nommen, die während der Pfingſtfeiertage ausgetragen werden. Der
Bund ſelbſt iſt Mitglied des Deutſchen Kartells für Jagd= und
Sport=
ſchießen Abt. K.K.S., des deutſchen Reichs= und heſſiſchen
Landes=
ausſchuſſes für Leibesübungen.
An Bedeutung gewimt der Wettſtreit, weil nahezu alle Darmſtädter
Vereine ihre Beteiligung zugeſagt haben. Von nicht geringem Intereſſe
lernen. Jung=Deutſchland wird ſich daher die größte Mühe geben, ſeinen Lürſte ſein, daß eine Wiederholung des Startes auf die Meiſterſchaften
nicht geſtattet iſt. Nur beim einmaligen Start zeigt ſich der Meiſter!
Auch an unſere Sportfreunde und Gäſte iſt im Programm gedacht. Es
findet nebenher ein Werbeſchießen ſtatt, das offen iſt für alle. Ein
hübſcher Gabentempel ſteht zur Verfügung, der den Ehrgeiz nicht wenig
anſpornen dürfte. Sogar Vereine aus Baden haben ihre Beteiligung
zugeſagt im offenen Schießen. Ein harter Kampf wird ſicher um den
Wanderpreis des Amtes für Leibesübungen geführt. Es iſt dies ein
erſtenmal erhalten die Sieger den Stern mit dem Stadtwappen. Vor
der Siegerehrung, die im Hanauer Hof ſtattfindet, geben wir den
Gaben=
tempel an einem noch zu beſtimmenden Ort zur Beſichtigung frei. Alle
Sportfreunde, deren Angehörigen, überhaupt jeder der gewüllt iſt, den
heſſiſchen Namen zu verteidigen, laden wir herzlichſt zu den
Darm=
ſtädter Meiſterſchaften ein.
I. Meiſterſchaften von Darmſtadt. 1927 im Kleinkaliberſport (50 Meter).
A. Eröffnungsſchießen. Eröffnet wird dieſe Veranſtaltung durch ein
Konkurrenzſchießen am 5. Juni, vorm. 8 Uhr, mit 10 Schuß Schnellfeuer
in 2 Serien zu je 5 Schuß in 50 Sekunden, auf die Kartell=
Schnellfeuer=
ſcheibe. Offenes Viſier. Dieſes Schießen iſt offen für alle Schüitzen.
Ehrungen.
Meiſterſchaft von Darmſtadt im Einzelwettbewerb. a) Offenes
1der Ringſcheibe. b) Beliebiges Viſier, 15 Schuß. (Diopter=Zielfernrohr=
Kimme und Korn). Sonſt wie unter a). a) und b) Meiſterehrung.
Meiſterſchaft von Darmſtadt im Mannſchaftswettbewerb. a) Offenes
Viſier. Mannſchaften von 4 Schützen, von denen jeder auf die
Klein=
kalibereinheitsſcheibe des Kartells, Abt. K.K.S., im langſam gezielten
Feuer 15 Schuß abgibt, je 5 Schuß liegend, knieend, ſitzend und ſtehend.
Ferner 2 Serien Schmnellfeuer, je 5 Schuß in 50 Sekunden, auf K.=
Schnell=
feuerſcheibe. b) Beliebiges Viſier, wie bei a), Viſierung wie b).
Meiſter=
ehrung.
B. Freies Schießen: 1. Standfeſtſcheibe Darmſtadt. Offenes Viſier,
5 Schuß liegend fveihändig. Gewehve ohne Stecher. Ehrenpreiſe.
2. Glücksſcheibe. Beliebige Biſierung, 3 Schuß ſtehend freihändig:
Ehrenpreife.
II. Meiſterſchaft von Darmſtabt 1927 im Zimmerſchießſport (15Meter).
A.-1. Meiſterſchaft von Darmſtadt im Einzelwettbewerb. 10 Schuß
auf züei 12er Ringſcheiben, Entfernung 15 Meter, Rundkugel 6
Milli=
meter. Viſierung beliebig. Zielfernrohr micht erlaubt. Stecher
zu=
gelaſſen. Meiſterehrung.
2. Mannſchaftswettbewerb. 4 Schützen, wovon jeder 5 Schuß auf
die 12er Ringſcheibe abgibt. Gewehre und Viſiere wie unter II1.
Meiſterehrung: Der Schütze darf nur für einen Verein in einer
Mann=
ſchaft antreten.
B. Freies Schießen: 1. Standfeſtſcheibe „Weidmannsheil”. 5 Schuß
ſtehend freihändig. Beliebiges Viſier. Zielfernrohr nicht erlaubt. Stecher
zugelaſſen Ehrenpreiſe.
2. Glücksfcheibe. 3 Schuß auf 12er Ringſcheibe ſtehend freihändig.
Offenes Viſier. Ehrenpreiſe.
Fechten.
Das 2. Deutſche Offiziers=Fechtturnier,
das in den letzten Maitagen unter der Schirmherrnſchaft des
Reichs=
präſidenten Generalfeldmarſchall v. Hindenburg, im Künſtlerhauſe in
Dresden ſtattfand, war ein fechtſportliches Ereignis erſten Manges. Die
Mehrzahl der beſten deutſchem Sportfechter fand ſich teils als
Wett=
kämpfer, teils als Schiedsrichter zuſammen, und die Leiſtungen aller,
auch der neuen Reichswehr und Marine, waren vorzüglich. Als erſter
Sieger in Florett und Degen ging Lichtenfels=Fechtklub Offenbach, der
deutſche Florettmeiſter von 1912, hervor. Im Säbel wurde der junge
Fähnrich Leonhardt=Dresdener Fechthlub in überzeugender Weiſe Erſter;
er gewann in den Vor= und Zwiſchenrunden alle Gefechte und erlitt nur
in der Schlußrunde eine Niederlage gegen Thalmann=Homburger
Fecht=
klub, der Dritter wurde. Den 2. Platz errangem in Florett: Moos=
Frankfurter Fechtklub, in Säbel: Sommer=Berliner F.C., in Degen:
Thalmann. Sommer (früher Darmſtädter F.C.) war in großer Form
und konnte auch in Degen den 3. Platz belegen. Ueberraſchend war das
frühzeitige Ausſcheiden des Sachſenmeiſters Poſtel und des akadem.
Meiſtes Prauſe, beide T.V. Chemnitz, die bei den kürzlichen deutſchen
Meiſterſchaften in München Plätze in der Siegerrunde belegen konnten.
Den Glanzpunkt und Abſchluß des Tuniers bildeten ein großes
Schau=
fechten unter Leitung des Generalſekretärs des Deutſchen Fechterbundes,
Generalmajor von Tenner, bei dem alle anweſenden Diplomfechtmeiſter,
der 20fache Deutſche Meiſter Cafmir=Frankfurt, ſowie die Sieger des
Turniers mitwirkten und die Verteilung der zahlreichen wertvollen
Ehrenpreiſe vor einer glänzenden Geſellſchaft im vollbefetzten
Künſtler=
hauſe.
Pferdeſport.
Starke Beteiligung an den Frankfurter Pfingſtrennen.
Die Anmeldungen der Ställe zu den Frankfurter Pfingſtrennen ſind
bis heute ſchon ſo zahlreich eingelaufen, daß der große Erfolg der
ſport=
lichen Seite außer Frage ſteht. Von Berlin gingen ab aus dem Stall
Opel 13 Pferde, aus dem Stall Oppenheimer 4 Pferde, die bisher hier
noch unbekannten, in dieſer Saiſon aber ſchon erfolgreichen Serapis und
Teutone, ferner Selecta und Noſtra, während Feſtina lente bekanntlich
in Frankfurt trainiert wird. Trainer J. W. Waugh ſchickt 3 Pferde,
während der Tvainer Roſak erſt für den dritten Tag 2 Pferde
ange=
meldet hat. Aus dem Weſten hört man von der Entſendung von
Frei=
mut, Neliegrio, Sonnenſchein III und Eylimi aus dem Stall Denicke,
und von 4 Pferden, darunter Blocksberg und Aupa aus dem Stall
Stier=
heim. Trainer Michael ſchickt Coutryſide. Sehr zahlreich wird die
Be=
teiligung aus Süddeutſchland werden. Bis jetzt ſtehen feſt Herr von
Schnenck=Notzing 3 (Thus bitte, Boros, Antenor), Trainer Görgenhuber 2,
Trainer P. Seiffert 7. Wagner 2, v. Maßner 5 und Gamerdinger 4.
Auch der engliſche Leutnant Graham, der in Wiesbaden trainieren läßt,
hat ſeine beiden Pferde Fettereſſo und Santa Paula angemeldet.
Auch der erſte Streichungstermin hat in der Fülle der Nennungen
nicht nennenswert aufgeräumt, da nur recht wenige und an ſich
aus=
ſichtsloſe Pferde geſtrichen wurden. Mit beſonderem Intereſſe darf man
dem Hauptrennen, dem Preis von Weſterberg, entgegenſehen, in dem
man als Hauptkonkurrenten Teutone. Tarzan, Scheinwerfer, Jſonzo,
Aupa und Exzellenz betrachten kam. Im Grüneburg=Jagdrennen werden
von beſſeren Hindernispferden jedenfalls Contrahent, Gallican, Gianutri,
Parades, Mon Petit, Limone, Reliegrio, Boros und Parnaß am Start
erſcheinen, wozu noch eine Reihe anderer treten kann. Für die
umrah=
menden Rennen, insbeſondere auch für das Zwejjährigenvennem iſt direkt
mit einer Rekordzahl von Startern zu vechnen.
R. Sp. V. „Germania” 03 Pfungſtadt.
Während die Ligamanſchaft an den Feiertagen pauſiert, betätigt
ſich die Reſervemannſchaft heute abend in einem Freundſchaftsſpiel gegen
die 1. Mannſchaft des F.Cl. Eintracht‟ Darmſtadt. Die 1. Jugendelf
der „Germania” ſpielt am 1. Feiertag in Langen und am 2. Feiertag in
Pfungſtadt gegen „Union” Wixhauſen. Vor dieſem Treffen ſtehen ſich
um 1.30 Uhr die Schülermannſchaften des Platzvereins und der „
Ger=
mania” Eberſtadt im Verbandsſpiel gegenüber.
Verein für Raſenſpiele Darmſtadt.
Nachdem am vergangenen Sonntag alle Mannſchaften, mit
Aus=
nahme der 3. Mannſchaft, pauſierten, herrſcht an Pfingſten wieder
Hoch=
betrieb bei den Raſenſpielern. Mit nicht wenäger als 6 Mannſchaften
tritt der V. f. R. auf den Plan, ein Zeichen, daß ein guter und gefunder
Geiſt die Reihen des Vereins dunchzieht. Es iſt faſt ſchon zur Tradition
geworden, daß die 1. Mannſchaft an Oſtern und Pſingſten größere Reiſen
unternimmt, und wenn diesmal, davon Abſtand genommen wurde, ſo
ließ man ſich von dem Gedanben leiten, auch dem Vereinen der näheren
Umgebung Darmſtadts Rechnung zu tragen. Aus dieſem Grunde begibt
ſich die 1. Mannſchaft des V. f. N. am 2. Feiertage in kompletter
Auf=
ſtellung nach Lengfeld zum dortigen Sportverein, um dem B=Meiſter in
einem Propagandaſpiel gegenüberzutreten. Möge der Wettergott
Ein=
ſicht haben und der Beſuch gut ſein, damit der Zweck dieſes Spiels voll
und ganz erfüllt wird. Die 2. Mannſchaft entledigt ſich einer alten
Rück=
ſpielverpflichtung in Eſchollbrücken. Die 3. Mannſchaft ſpielt ebenfalls
in Lengfeld vor dem Spiel der 1. Mannſchaft gegen Sportvereins 2.
Während ſich die Junioren am 1. Feiertag nach Michelſtadt begeben,
ſpie=
len dieeſlben am 2. Feiertag in Nieder=Olm. Die 1. Jugendmannſchaft
ſpielt am 1. Feiertag anläßlich einer Platzeinweibung in Weiterſtadt.
Die 2. Jugendmannſchaft ſteht der gleichen von Union Wixhauſen dort
gegenüber.
Turnen.
Jugendwetturnen.
Am 11. und 12. Juni ds. Js. findet in Bickenbach das
Jugendwett=
turnen des 3. Bezirks des Main=Rheingaues der D. T. ſtatt. In
Ver=
bmdung damit feiert der Turnverein 1897 ſein 30jähriges Stiftungsfeſt.
Die Vorarbeiten der einzelnen Feſtausſchüſſe ſind bereits ſoweit gediehen,
daß das Feſt einen glänzenden Verlauf zu nehmem verſpricht. Das Feſt
ſelbſt wird eingeleitet durch einen Begrüßungsabend im Vereinslokal,
an dem außer turneriſchen Aufführungen auch Geſangsvorträge dos
hie=
ſigen Männergeſangvereins geboten werden. Der Sonntag vormittag iſt
allein dem Wetturnen gewidmet. Nachmittags findet dann im Anſchluß
an einen Feſtzug durch die Ortsſtvaßen Fortſetzung der Wettkämpfe auf
dem Sportplatz ſtatt. Als Abſchluß der Vevanſtaltung auf dem Feſtplas
wird noch ein Handballſpiel zur Vorführung gebracht. Am Feſtabend
ſollen dann noch in zwei Sälen Feſtbälle abgehalten werden.
Briefkaſien.
Bund der Leibgardiſten. Verläßliche Auskunft wird hier wohl die
Stadtverwaltung und der Verkehrsverein erteilen können.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Auflage liegt ein Proſpekt über die
Iuternatio=
nale Ausſtellung „Muſik im Leben der Völker”, Frankfurt a. M., bei,
worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen. Tfſ9094
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 4. Juni. 12: vom Goetheplatz: Promenadenkonzert.
o 3.30: Stunde der Jugend. Liedervorträge Frankfurter Schulen:
Mädchenchor der Oſtend=Mittelſchule. o 4.30: Hausorch Georges
Biet. Duv. „Diamileh‟
Fant. „Carmen‟. — Lieder. —
„P’Arleſienne”, Mitw.: Annie Guſſe (Sopran). o 5.45: Leſeſtunde,
Das Wirtshaus im Speſſart”, von Hauff. 6.15: Briefkaſten.
D 6.45: Prof. Schultz: „Theodor Fontane‟, S. 7.15: Auerbach:!”
Theater, Theaterſchule, Film und Rundfunk”, o 7.45: C. Hub: „Der
Frankfurter Wäldchestag, in der heimiſchen Mundartdichtung”.
o 8.15: Heiterer Abend. Anſchl. bis 12.30: aus der Tanzklauſe.
Groß=Frankfurt: Tanzprogramm.
Stuttgart.
Samstag, 4. Juni. 15: 2s Gretle von Strümpfelbach erzählt.
o 16: Konzert „Aus Mozart=Opern”. Mitw.: Gerda Hanſi,
Eliſabeth Jentſch, K. Jentſch, H. Hanus, Funkorcheſter. O 18.15:
Uebertr. aus Freiburg. Dr. Katz: Muſik der Gegenwart. o 18.45:
Aus Stuttgart: Dr. Auguſte Hohbaum: Wohnung und Geſundheit.
19.15: Th. Brandt: Fahrendes Volk (Von Schmieren und
Wanderbühnen). O 20.15: Kammermuſik. Mitw.: A. Indig (Viol.),)
Frau B. Indig (Viol.), Fr. Kirchberger CCello), C. Heß (Bratſche).
Beethoven: Ueber ein Thema aus Judas Maccabäus. Ueber eint
Thema aus Die Zauberflöte. Streichqu. op. 59. Klavier: Herm.
Reutter. — Anſchl.: Funkbrettl. Benatzky: Mylady, One ſtep. —
Meyer=Helmund: Ballgeflüſter (Gerda Hanſi). — Wottitz: Mammy,
für mich biſt du die ſchönſte Frau. (H. Hanus). — Hirſch: Eine
Frau wie ich (Käte Mann). — Fall: Warum? Heiteres
Soldaten=
lied. (Struve). — Arnold: Du ſchöne alte Zeit, Wienerlied (Kitty
Rolfen). — Benatzky: Geh, Boſton.
Die ſchwarze Hand”.
Beinahe eine Detektivkomödie in einem Akt von C. Struve.
Perſ.: Euſebius Brummer: C. Karner: Eva, ſeine Tochter: Theal
Struve; Amalia, Tante: Käte Mann; Hans., Neffe: C. Struve;
der Bürgermeiſter: E. Stockinger; der Landſtreicher: F. Höger.
— Langer: Großmütterchen, Ländler. — Jvain: Nur ein leiſes Du
(Gerda Hanſi) — Lehar: Willſt du, aus Zarewitſch. (H. Hamus).
— Strauß: Das nüchterne Mädchen (Käte Mann). — Kempner:
Zwei kleine ſchmutzige Hände C. Struve). — Grünfeld: Auf zum
Südpol. (Kitty Rolfen). — Wottitz: Schackerl. Juxmarſch. — Anſchl.)
aus Frankfurt: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 4. Juni. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
Frühling. — Maſſenet: Fant. Manon. — Schreiner: Dur und
Moll, Potp. — Gillet: La lettre de Manon. — Cazaneuve: Scenes
Provencales. o 19.05: Kriminalkom. Dr. Bartſch: Die Rolle der
Frau im Leben des Verbrechers. o 19.30: Dr. Thalheim, Leipzig:
Das deutſche Auswanderungsproblem der Nachkriegszeit. o 19.55:
Dr. Luther: Schlaf Traum und Tod vom Standpunkt der
Pſychologie. O 20.36: Funkorch. Auber: Ouv. Fra Diavolo. —
Svendſen: Legende Zorahayda op. 11. — Rubinſtei: Bal coſtume.
— Lachner: Marſch a. d. Suite Nr. 1 op. 113. — Moſzkowski=
Serenata op. 15 Nr. 1. — Dvorak: Slav. Rhapſodie op. 45, Nr. 3,
O 22.30: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 4. Juni. 2.50: Lektor Cl.
Grander, G. v. Eyſeren: Franzöſiſch für Anfänger. o 3.15:
Die=
ſelben: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene. o 340: Wetter= und
Börſenbericht. O 4: Poſtrat Behrendt, Frl. Moelke: Eſperanto.
o 4.30: Aus dem Zentralinſtitut. 5: Polizeiſekretär Hildebrand:
Bildungsfragen der Polizeibeamtenſchaft. 5.30: Reg.=Rat Woldt:
Die Fabrik als Umwelt des Arbeiters, o 6: Min=Rat Horſtmann:
Techn. Lehrgang f. Facharbeiter: Mechanik. o 6.30: Prof. Dr.
Ritter: Zahnärztl. Hilfe bei Aufdeckung von Kriminalfällen. o 6.55:
Pfingſtfeier”, Einf. u. Rez.: Dr. Chriſtians. Geſang: Charlotte
Teichmann, Grete Hanſen, Klavier: E. Schröder. o 8.50: Uebertr.
aus Hamburg.
Mieche
Witterungsausſichten für Sonntag, den 5. Juni 1927.
(Nach der Wetterlage vom 3. Juni 1927.)
Teils heiter, teils wolkig, Temperaturen wenig verändert und
viel=
fach trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polik und Wirtſchaft: Rudelf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heiſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratenteil: Willy Kuhle; Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſlsivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Samsiag, den 4. Juni
Nummer 154
Man hat für die Tendenz der Börſe, die ja ſtändig variiert,
ver=
ſchiedene Bezeichnungen. Nennt man die Haltung flau, ſo müſſen
ſchon erhebliche Kursverluſte vorliegen. Wird von „ſchwarzen Tagen”
geſprochen, die in normalen Zeiten zu den Seltenheiten gehören, dann
handelt es ſich um Kriſen, die ſehr nachhaltige Wirkungen auf die Börſe
und indirekt auf die geſamte Wirtſchaft ausüben können. Die Berliner
Börſe hat nun bereits während der letzten Wochen den dritten ſchwarzen
Tag hinter ſich, der am Mittwoch vor Pfingſten in den Kreiſen der
Effektenbeſitzer eine neue Beſtürzung hervorrief. An dieſem Tage, dem
erſten Börſentag des laufenden Monats, wirkten einige börſentechniſche
Nomente zuſammen, um einen Kursſturz von außergewöhnlich ſtarken
Ausmaßen herbeizuführen. Zunächſt waren am Tage vorher, dem
Mo=
natsende, in den Maklerbüchern ſämtliche Orders automatiſch erloſchen,
alſo auch die Kaufaufträge, ſo daß die Kaufſeiten dieſer Bücher faſt leer
waren. Auf der anderen Seite war dieſer Tag die letzte Möglichkeit
zum Verkauf von Effekten vor Unterbrechung der Börſe zum
Pfingſt=
feſt und vor dem Differenzenzahltag. Die Verkaufsaufträge häuften ſich
bſo ſo ſtark an, daß die angebotene Ware vielfach überhaupt
unverkäuf=
lich bleiben mußte und in der Tat einzelne Werte, ſelbſt ein Papier
wie J. P. Bemberg, während der geſamten amtlichen Börſenzeit nicht
notiert werden konnten. Inzwiſchen haben ſich die Gemüter wieder
be=
ruhigt, da die ermäßigte Preisbaſis zu kleineren Anſchaffungen, auch
ſeitens des Auslandes, benutzt wurde. Die Stimmung der
Aktienſpe=
kulation iſt aber weiter ſehr gereizt und nervös, und die Auffaſſung
iber die nächſte Zukunft geteilt. Dieſe Unſicherheit lähmt wiederum das
Börſengeſchäft, da weder die Baiſſepartei, noch die Hauſſeſpekulation es
wagen, eine nennenswerte Aktivität zu entfalten. In dieſer Situation
beſchäftigt man ſich an der Börſe naturgemäß nach wie vor ſehr lebhaft
mit den Ereigniſſen, die dieſe ganze gegenwärtige Lage herbeigeführt
haben. Einen intereſſanten Einblick in die Struktur der Börſe gaben in
dieſem Zuſammenhang die Erörterungen vor dem Enquete=Ausſchuß,
der ſich am Donnerstag mit dem Thema der Strukturwandlungen des
Börſenkredits beſchäftigte. Eine zuverläſſige Angabe über die geſamte
Höhe der Börſenkredite in Deutſchland iſt bisher nicht zu erhalten
ge=
weſen. Die Zweimonatsbilanzen der Großbanken ſind deshalb als
Maß=
ſtab hierfür unbrauchbar, weil bei den gedeckten Debitoren nicht die
Deckung der Effekten erſichtlich iſt. Jetzt konnte man durch einen
Ver=
treter der Reichsbank hören, daß dieſe den Umfang der durch die Banken
gehenden Börſenkredite auf rund zwei Milliarden Reichsmark beziffert,
von denen ſich etwa die Hälfte unter den gedeckten Debitoren und
ſon=
ſtigen Bilanzpoſten befinden dürften. Eine endgültige Angabe ſtelli
dieſe Zahl zwar nicht dar, weil die Kredite der Privatbankiers nicht mit
enthalten ſind. Immerhin ſind damit Anhaltspunkte für die
Beantwor=
tung der Frage gegeben, ob die letzte nachhaltige Aktienhauſſe in
Deutſchland auf Grund von Ueberſpekulationen zuſtande kam oder
ſchließlich ſolche zeitigte. Das Statiſtiſche Reichsamt errechnete am
31. März d. J. den Kurswert ſämtlicher in Deutſchland gehandelten
Dividendenpapiere auf zirka 23 bis 24 Milliarden Reichsmark. Bei
einem Geſamtbolumen der Börſenkredite von rund 2 Milliarden RM.
wären alſo, wie ſich aus den Beratungen des Ausſchuſſes ergab, rein
zahlenmäßig mehr als 90 Prozent der Effekten bezahlt, bzw. aus eigenen
Mitteln des Publikums finanziert, und weniger als 10 Prozent durch
Bankkredite bewegt. Aus verſchiedenen, an dieſer Stelle nicht näher zu
behandelnden Gründen können dieſe Ziffern nur als Schätzungen dienen.
Sie zeigen aber doch, daß der innere Aufbau des Börſengeſchäfts in
Deutſchland, noch durchaus geſund iſt und rechtfertigen unſere ſchon
mehrfach ausgeſprochene Meinung, daß trotz der notwendig geweſenen
Kurskorrekturen doch andererſeits kein Grund zu Effektenverkäufen zu
jedem Preis vorliegt.
Als geſund wäre vom volkswirtſchaftlichen Standpunkt aus
anzu=
ſprechen, wenn ſich der Wertſtand der Aktien allmählich an die derzeitige
Rentabilitätsgrenze anpaßt und dann in ſeiner Fortentwicklung der
Konjunkturbewegung der übrigen Wirtſchaft folgt. Bleibt die
Bewe=
gung der Aktienkurſe ſo in ſachlich gerechtfertigten Bahnen, dann
wer=
den der deutſchen Wirtſchaft nicht wieder Erſchütterungen drohen, wie
wir ſie im Mai durchmachen mußten. Der Zahltag iſt auch am Ultimo=
Mai=Termin glatt verlaufen, wenigſtens nach außen hin.
Am Geldmarkt hat der Ultimo eine ſtark erhöhte Nachfrage gebracht,
die in erſter Linie von der Induſtrie und der übrigen Wirtſchaft, und
erſt in zweiter Hinſicht von der Börſe ausging. Die Privatdiskontnotiz
mußte auf 5 Prozent heraufgeſetzt werden und erreichte wieder die
Höhe des offiziellen Bankſatzes. Die Erörterungen über die Möglichkeit
einer Diskonterhöhung ſetzten mit dieſer Maßnahme erneut lebhaft ein.
Die Entſcheidung dürfte wohl erſt fallen, wenn dem
Reichsbankdirek=
torium der Ultimo=Ausweis vorliegt. Es ſprechen gewichtige Gründe
für und wider dieſen Schritt. Die Reichsbank wird es nicht leicht haben,
ihre Entſcheidung zu treffen, ſollte ſich, jedoch darüber im klaren ſein,
daß eine Diskonterhöhung nicht lediglich den Zuſtrom kurzfriſtigen
Aus=
landsgeldes, ſondern vor allem auch wieder die Hereinnahme
langfri=
ſtiger Valutakredite fördert, die von der deutſchen Wirtſchaft heute
noch nicht entbehrt werden können. Jedenfalls iſt die Lage am
Geld=
markt beinahe ebenſo undurchſichtig, wie am Effektenmarkt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die deutſchen Sparkaſſen im Monat April 1927. Im Monat April
1927 ſind nach den Berechnungen des Statiſtiſchen Reichsamtes die
Ein=
lagen bei den Sparkaſſen des Deutſchen Reiches gegenüber dem
Vor=
monat von 3720,9 Mill. auf 3854 Mill. RM. (Einzahlungen 411,8 Mill.
RM., Auszahlungen 278,7 Mill. RM.) angewachſen. Im Giro=, Scheck=
und Kontokorrentverkehr ſind Einzahlungen im Geſamtbetrage vun
2564,5 Mill. RM und Auszahlungen im Geſamtbetrage von 2603,6
Mill. RM. erfolgt. Der Beſtand am Monatsende belief ſich bei den
Guthaben auf 1203,1 (Ende März: 1212) Mill. RM., bei den Schulden
auf 1547,2 (1514,8) Mill. RM.
Zinserhöhung der Preußiſchen Staatsbank. Von der Seehandlung
iſt infolge der jetzigen Marktlage in nächſter Zeit eine Zinserhöhung,
auch für die preußiſchen Schatzwechſel und für die Sonderkonten, zu
erwarten.
Die Bilanz der Reichsbahngeſellſchaft. Der Verwaltungsrat der
Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft, der geſtern eine längere Tagung
ab=
geſchloſſen hat, hat die Bilanz der Reichsbahngeſellſchaft für das Jahr
1926 gebilligt. Die Bilanz ſchließt nach Beſtreitung ſämtlicher Laſten
einſchließlich der Reparationszahlungen mit einem Reingewinn aus
1926 von rund 55 Millionen RM., aus dem eine Dividende von 7 Proz.
auf die Vorzugsaktien in Höhe von 40,4 Millionen Mark zu zahlen iſt.
Das Geſamtergebnis des Geſchäftsjahres 1926 kann als zufriedenſtellend
bezeichnet werden. Nach dem bisherigen Verlauf des Jahres 1927 kann
eine normale Entwicklung der Verkehrseinnahmen erwartet werden.
Ueber das finanzielle Ergebnis kann erſt dann ein Urteil abgegeben
werden, wenn feſtſtehen wird, wieviel die Mehraufwendungen,
ins=
beſondere für das Perſonal, betragen werden.
Pfälziſche Hypothekenbank, Ludwigshafen. Der auf geſtern vor der
Kammer für Handelsſachen in Ludwigshafen anberaumte Termin, in
der die bekannte Anfechtungsklage der Oppoſition gegen die
General=
verſammlungsbeſchlüſſe vom 8. April zur Verhandlung geſtanden hatte,
wurde auf den 14. d. M. vertagt.
Schnellpreſſenfabrik Frankenthal Albert u. Co Frankenthal. Die
geſtern unter dem Vorſitz von Geh. Juſtizrat Karl Schweickert,
Franken=
thal, abgehaltene G.=V., in der 25 Aktionäre insgeſamt 71 295 Stimmen.
vertraten, wurde der Abſchluß für 1926 einſtimmig genehmigt. Vor=
Lit. B. 7 Prozent auf 50 000 RM. Vorzugsaktien Lit. 4 und 5 Prozent
Dividende auf 4 200 000 RM. Stammaktien zur Ausſchittung. 26 586,67
RM. werden auf neue Rechnung vorgetragen. Die Geſchäftsausſichten
im neuen Geſchäftsjahr werden als günſtig bezeichnet.
Frankfurter Broncefarben= und Blattmetall=Fabrik Julius
Schopf=
locher A.=G., Frankfurt a. M. Die G.=V. dieſer Familiengeſellſchaft
ge=
nehmigte in Anweſenheit von fünf Aktionären den wieder
dividenden=
loſen Abſchluß für 1926. Im laufenden Jahre ſei das Unternehmen voll
beſchäftigt, jedoch leide man am Konkurrenzkampf und an billigen
Preiſen.
Holzverkohlungsinduſtrie A.,G Konſtanz. Der A.=R. beſchlof
ſeiner Sitzung vom 31. Mai in Konſtanz den einſchließlich des
trages aus 1925/26 in Höhe von 524000 RM. ſich ergebenden Ge
für 1926/27 im Betrage von 1,26 Millionen RM. nach Ueberweiſ
eines nicht genannten Betrages an den Reſervefonds zu außerordentlie
o(bſchreibungen auf Anlagen und auf Effektenkonto zu verwenden.
Dividende wird alſo, wie von uns ſchon angekündigt, wiederum
verteilt. (G.=V. 2. Juli
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Mai hat ſich die
ge=
ſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und
Effekten um 599,3 Mill. auf 2585,9 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen
haben zugenommen die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 547,7 Mill.
auf 2421,3 Mill. RM. und die an Lombards um 51,6 Mill. auf 71,6
Mill. RM. Die Anlage in Effekten iſt mit 92,9 Mill. RM. unverändert
geblieben.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen insgeſamt ſind 578,4
Mill. neu in den Verkehr abgefloſſon, und zwar hat ſich der Umlauf an
Reichsbanknoten um 527,3 Mill. auf 3719,2 Mill. RM. erhöht und der
an Rentenbankſcheinen um 51,1 Mill. auf 1033,2 Mill. RM. Die
Be=
ſtände der Reichsbank an ſolchen Scheinen haben ſich dementſprechend
auf 39,7 Mill. RM. vermindert. Die fremden Gelder zeigen einen
Rück=
gang um 28,8 Mill. auf 699,8 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen zuſammen
haben um 14,6 Mill. auf 1894,1 Mill. RM. abgenommen, und zwar im
einzelnen die Beſtände an Gold um 0,9 Mill auf 1815,6 Mill. RM
und die an deckungsfähigen Deviſen um 13,7 Mill. auf 78,6 Mill. RM.
Die Deckung der Noten durch Gold allein betrug 48,8 Prozent gegen
56,9 Prozent in der Vorwoche, die durch Gold und deckungsfähige Deviſen
50,9 Prozent gegen 59,8 Prozent.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 3. Juni.
Trotz der mehrtägigen Unterbrechung des Börſengeſchäftes durch
die Pfingſtfeiertage entwickelte ſich heute ein recht lebhaftes Geſchäft bei
feſten Kurſen. Der jetzt allgemein bekannte Bericht über die G.=V. der
J.=G. Farbeninduſtrie A.=G. ſoll überwiegend günſtig beurteilt worden
ſein, und außerdem haben die Situationsberichte der Banken,
ins=
beſondere der der Diskontogeſellſchaft, angeregt. Eine gute Aufnahme
fand auch die vom Reichsfinanzminiſterium erneut beſchloſſene bedingte
Kapitalertragsſteuerfreiheit für Auslandsanleihen und die
Verhand=
lungen vor dem Enqueteausſchuß. Der wenig befriedigende
Reichsbank=
ausweis konnte dagegen keinen nachteiligen Einfluß ausüben, da man
all=
gemein darauf vorbereitet war. Namentlich Berliner Käufe beeinflußten
anfangs den Markt ſehr ſtark; aber auch erſte lokale Käufe und Käufe
für das Ausland wurden getätigt. Die Kursbeſſerungen ſind zum Teil
recht erheblich. Sie machen durchweg 4 bis 8 Prozent aus, für
Spezial=
werte überſteigen ſie aber dieſe Grenze noch erheblich und finden ihren
Gipfelpunkt in der 16prozentigen Steigerung für Ilſe Bergbau. Als
ſich im Verlaufe auch ergab, daß der Zahltag ohne Schwierigkeiten
ab=
gewickelt werden konnte, wurde die Stimmung noch zuverſichtlicher. Auch
der Rentenmarkt war etwas lebhafter. Neben den deutſchen Anleihen
traten beſonders noch die Anatolier hervor. Sehr feſt war auch die
Tendenz auf dem Kaſſamarkte der Induſtriepapiere, auf dem beſonders
je Schuh= und Lederaktien ſich beſonderer Nachfrage erfreuten. Im
weiteren Verlaufe blieben die erzielten Kursbeſſerungen bei fortgeſetzter
Umſatztätigkeit gut behauptet. J.=G. Farbeninduſtrie und Rheinſtahl
konnten ſogar noch etwas anziehen. Tägliches Geld 6 Prozent. Auf dem
Deviſenmarkt iſt die Tendenz ſehr ſtill und unverändert. Mark gegen
Pfunde 20,50, gegen Dollar 4,2212. London gegen Paris 124,01.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 3. Juni.
Die Pfingſtbörſe eröffnete in freundlicher Haltung, teilweiſe ſogar
ausgeſprochen feſt. Eine Anregung ging von den Ausführungen vor
dem Enqueteausſchuß über die Frage der Börſenkredite und den
Be=
ſchluß des Reichsfinanzminiſters aus, die für produktive Zwecke
be=
ſtimmte Auslandsanleihe wieder von der Kapitalertragsſteuer zu
be=
freien. Die Tagesſpekulation hatte daher das Beſtreben, vor der
Unter=
brechung des Verkehrs die Baiſſeengagements zu einem erheblichen Teile
glatt zu ſtellen. Verſchiedentlich ſprach man auch von ausländiſchen
Käufen, die hauptſächlich in Elektrowerten zu Ausführungen gelangten.
Außer dieſem Marktgebiet lag die J.=G. Farbeninduſtrie lebhaft und
beſonders feſt. Die bekannten Spezialwerte des Terminmarktes
notier=
ten bis 17 Prozent höher, ſo Ver. Glanzſtoff, Schubert und Salzer.
Später wurde das Geſchäft wieder ruhiger, als verlautete, daß der
Ultimoausweis der Reichsbank ein außerordentlich angeſpanntes Bild
zeigen werde. Die Spekulation neigte ſchon am Ende der erſten
Börſen=
ſtunde wieder zu Verkäufen, da ſie die Berechtigung ſtarker
Kurs=
anſteigerungen angeſichts des ungemſtigen Status der zentralen
Noten=
bank nicht einſehen zu können glaubte. Daraufhin wurde die Haltung
bei luſtloſen Umſätzen wieder ſchwächer. Am offenen Geldmarkt ſtellt ſich
der Satz für Tagesgeld auf 6,5—7 Prozent und für Monatsgeld auf 7,5
bis 8,5 Prozent. Der internationale Valutenverkehr liegt unverändert.
Im weiteren Verlauf der Börſe wurde bekannt, daß die
Differenzen=
zahlungen im allgemeinen glatt abgewickelt worden ſeien und ſich keine
größeren Schwierigkeiten ergeben hätten. Dieſe Tatſache führte zu einer
erneuten Befeſtigung der Tendenz, zumal auch die neueſte
Konjunktur=
prognoſe des Inſtitutes für Konjunkturforſchung infolge des
optimiſti=
ſchen Tones eine freundliche Aufnahme fand. Schantungsbahn konnten
ſich um etwa 10 Prozent beſſern.
Privatdiskont kurze Sicht 5 Prozent, lange Sicht 5 Prozent. An der
Nachbörſe unterlagen J.=G. Farben größeren Schwankungen, um
zu=
letzt noch eine Steigerung von mehreren Prozenten auf 286 zu erfahren.
In dieſem Zuſammenhang wandte ſich die Aufmerkſamkeit auch den
Rheinſtahl=Aktien zu, die um etwa 2 Prozent auf 195 anzogen. Sonſt
verlief die Nachbörſe bei behaudteten Kurſen ſehr ruhig. Man nannte
gegen 2,30 Uhr Vereinigte „Glanzſtoff mit 570, Mannesmann mit 176,
Gelſenkirchen 167, Phönix 126½, Harpener 193, Schultheiß 370, Oſtwerke
330, Siemens 249½, AEG. 172½, Hapag 138, Nordd. Lloyd 134, Hanſa
208¾, Hamburg=Süd 216½, Danatbank 228.
Aſchaffb. Zellſtoff..
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin ..
Berlin el. W..
Berlin. KarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan. ..
Bremer Wolle. ..
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel.. .
Deutſche Erdöl ...
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke . ..
Donnersmarckhütte .
Dynami tNobel..
Clektr. Lieferung. . . .
J. G. Farben ......"
R. Friſter. . ..
Gaggenau Vorz .."
Eelſenk. Gußſtahl .. .
G. f. elektr. Untern. .
Halle Maſchinen .. . .
Han. Maſch. Egeſt. . .
Hanſa=Dampfſchf.. . .
Hemoor=Zement.
Hirſch Kupfer ...
Höſch Eiſen ....
Hohenlohe Werke ..
Kahla Porzellan”.
Lindes Eismaſch. .
Lingel Schuh. . . . .
Linke u. Hofmann. . .
L. Loewe u. Co...
C. Lorenz... . . ..."
Niederlauſitzer Kohle
Nordd. Gummi. . .
Orenſtein. . . . . . . . . ."
Rathgeber Waggon".
Rombacher Hütten .."
Roſitzer Zucker... . ..
Rütgerswerle ... . . ."
Sachſenwerk .. . ."
Sächſ. Gußſtahl..
Ver. Lauſitzer Glas ..
Volkſtedter Porzell.. .
Weſtf. C. Langendreer
2. 6.
21. 25
113.—
164.5
20.75
110.—
151.—
82.25
69.75
238.—
111.—
179.—
119.5
95.—
84.—
98.—
114.—
168.—
142.25
54.75
59.—
226.—
3. 6.
231.
118.25
171.5
21.875
117.—
158.5
87.—
72.—
247.75
1111.
180, 5
125 5
101 —
90.—
104.—
119.—
171.—
148.—
54.75
61.—
240.—
Amſterdam=R
Buenos-Aires
Brüſſel=Antw.
Cslo ..
Kopenhagen..
Stodholm.,
Selſingfors ...
Italien ....
London. . . . ..
New=York. . ..
Paris ....
Schweiz .."
Spanien ...."
2. 6.
Eeld /Vrief
168.80 169.14
1.785 1.789
158.57 158.69
109.49 109.71
ur2.67112.8‟
Hri2.82113.041
o.st1/10 63
23.68 23.72
ac.476 20.51e
4-216 4.224
H16.50 16.54
81. 105 81.265
74.00/ 74.14
Deviſenmarkt.
3. 6.
Geld / Brie
68. 90 169.24
1.784/ 1.788
58.56 58.68
109.46 109.68
112 72112.94
12.84/1 13.06
io.61 10.63
23.51 23.55
20.472/20.512
1.216 14. 224
16.50 16.54
81.095/8:. 255
73.881 74.02
Wien D.=Oſt. abe
Prag..
Budapeſt, Pengl
Japan
Rio de Janeiro
Sofia".
Jugoſlavien.
Konſtantinopel
Liſſabon ..
Danzig.
Athen.
Kanada
Uruguay ..
2. 6.
59.32/ 52.44
2.489 12.509
73.a8 73.62
1.948 1.952
0 49750.4995
2.216 2.220
20 68 20.7
81.77/ 81.93
5. 544/ 5.556
4.217/ 1.225
4.236/ 4.24
3. 6.
Geld /Brie / / Geld /Brie
59.32 f59.44
12. 492/12.512
73.51/ 73.65
1.938/ 1.942
0.4973/0.4993
3.047/ 3.053 3.047 3.053
7.412/ 7.432/ 7.415/ 7.429
2.217 2.221
20.63/ 20.67
81. 72/ 81.88
5. 544 5.556
4.216/ 4.224
4.2361 4.244
Direkter polniſcher Baumwollimport nach Lodz. Wie die polniſche
Preſſe berichtet, ſoll in Lodz in allernächſter Zeit eine neue
Import=
geſellſchaft zum Zwecke direkter Einfuhr von amerikaniſcher Baumwolle
nach Polen gegründet werden. Bisher erfolgte die Einfuhr durch
Vei=
mittlung von engliſchen und deutſchen Firmen, was eine Verteuerung
der Ware um 10 Prozent ausgemacht haben ſoll. — Die Einfuhr
vor=
amerikaniſcher Baumwolle nach Lodz erreichte im Jahre 1926 einen Wert
von 30 Millionen Dollar.
* Rekordanſpannung der Reichsbank.
Der ſoeben veröffentlichte Ausweis der Reichsbank für ultimo Maf
zeigt eine weitere, ſehr erhebliche Anſpannung. Die geſamten
Kapital=
anlagen weiſen eine Erhöhung um faſt 600 Millionen auf. Hiervon
ent=
fallen auf Schecks und Wechſel allein 547 Millionen. Das Wechſelkonto
erreicht damit einen Höchſtſtand von 2,4 Milliarden. Dementſprechend
hat ſich der Umlauf an Zahlungsmitteln, hauptſächlich in Form von
Banknoten, vermehrt. Hand in Hand damit ſind die
Deckungsverhält=
niſſe weſentlich ungünſtiger geworden. Die Deckungsquote iſt um 8,1
Prozent auf 48,8 Prozent für Gold und um 8,9 Prozent auf 50,9
Pro=
zent für Gold und Deviſen zurückgegangen. Die Deckungsquote iſt
da=
mit hart an die untere Grenze herangerückt, und es macht faſt den
Ein=
druck, als ob die Verſuche, um eine Diskonterhöhung
herumzu=
kommen, jetzt endgültig erſchöpft ſind. Die Reichsbank hat ſich die
wei=
tere Entſcheidung noch vorbehalten. Sie will noch den 1. Juni=Ausweis
abwarten und ſehen, ob eine hinreichende Entlaſtung eintritt. Sollte
das nicht der Fall ſein, dann wird die Reichsbank trotz aller Bedenken
im Intereſſe unſerer Währung eine Heraufſetzung des Diskonts kaum
vermeiden können.
* Kommen die Engländer in das Siahlkartell?
Engliſchen Meldungen zufolge ſoll es den franzöſiſchen Bemühungen
gelungen ſein, die engliſche Eiſeninduſtrie zum Eintritt in das
Stahl=
kartell zu veranlaſſen. Die Engländer verlangen als Produktionsquote
10 Mill. To., während das Kartell 5,6 Mill. To. anbot. Die am 11. Juni
in Düſſeldorf ſtattfindende Verſammlung des Kartells wird auch die
Ge=
ſamtregelung der Quotenfrage behandeln, da Deutſchland mit ſeiner
Quote nicht auskommen kann und bisher ſchon über 20 Millionen Dollar
Strafgelder an die Kartellkaſſe zahlen mußte.
Produkienberichte.
Wormfer Produktenbericht vom 3. Juni. An der heutigen
Produkten=
börſe notierten bei geſchäftsloſer Tendenz: Weizenfuttermehl 17,50 bis
23,50, Roggenfuttermehl 18,50—25, Roggenkleie 16,50—17, Roggen= und
Weizenſchalen 13,50—13,75, reine Weizenkleie 13, getrocknete Biertreber
16,50—17, Malzkeime 16,25—16,75, Maisſchrot 21,50, Roggenſchnitzel
12—12,50, Stroh 2,50—3, Kartoffeln 13,50—14, Roggenſtroh (
Hand=
druſch) ohne Angebot.
Frankfurter Produktenbericht vom 3. Juni. Die wei henden
Aus=
landspreiſe haben die an und für ſich ſchon ruhige Tendenz weiter
be=
einflußt, ſo daß das Geſchäft heute außerordentlich klein war.
Trotz=
dem hielten ſich die Preiſe zunächſt unverändert, denn die ſeither
ſteigen=
den Auslandspreiſe kamen nur allmählich und nicht zur vollen
Aus=
wirkung; dementſprechend iſt auch die Abſchwächung hier noch nicht
fühl=
bar. Weizen 31,25—31,50 nom., Roggen 29,25—29,50 nom., Hafer inl.
26, ausl. 24,50—27, Mais 19,25, Weizenmehl 42,25—42,75, Roggenmehl
39,60—40,25, Weizenkleie 13—13,25, Roggenkleie 15,75—16.
Berliner Produktenbericht vom 3. Juni. Am Produktenmarkt machte
ſich heute eine ausgeprägte Geſchäftsunluſt geltend. Die ſcharfen
Rück=
gänge auf den Auslandsmärkten, die eine ziemlich ſtarke Ermäßigung
der Cif=Offerten, beſonders der zweiten Hand, zur Folge hatten,
lähm=
ten hier die Unternehmungsluſt und ließen das Preisniveau eine
Sen=
kung von 1—2 Mark erfahren. Am Mehlmarkt gab es eine
Herab=
ſetzung von 25 Pf. und eine Stagnation des Geſchäfts, und dies
ver=
fehlte ſeinen Eindruck auf den Brotgetreidemarkt jedenfalls nicht. Hinzu
kommt noch die durch die Feiertage bedingte mehrtägige
Verkehrsunter=
brechung. Im Verlaufe kommt kein Offertenmaterial in Brotgetreide
in nennensnertem Ausmaße auf den Markt. Auch Hafer und Gerſte
machen ſich weiter knapp, doch hat ſich hier, beſonders für Futttergerſte,
die feſte Tendenz erhalten können.
Im. Süddeutſche Edelmetallnotierungen vom 3. Juni.
Pforz=
heim: Edelmetalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Barrengol2
das Gramm 2,80 RM. (Geld), 2,814 RM. (Brief); Platin, handelsübliche
Ware, das Gramm 8 RM. (Geld), 9 RM. (Brief); Feinſilber das
Kilo=
gramm 78 RM. (Geld), 79,90 RM. (Brief). Tendenz ruhig.
Stutt=
gart: Edelmetalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Feingold
das Gramm 2.809 RM. (Geld), 2,819 RM. (Brief); Platin,
handels=
übliche Ware, das Gramm 7,50 RM. (Geld) 8,70 RM. (Brief); Fein=
Kornſilber das Kilogramm 78,90 RM. (Geld); 79.90 RM. (Brief)
Tendenz: ruhig..
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 3. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt zeigte ein ſehr ſchwaches Ausſehen auf
er=
mäßigte ausländiſche Kabel, ſchleppende Exportnachfrage und günſtige
Witterungsberichte. Die Termine gaben bis 3½ C. nach.
Mais: Umfangreiche Liquidationen, die Erwartung einer
baiſſegün=
ſtigen Wochenſtatiſtik und Meldungen von größeren argentiniſchen
Ver=
ſchiffungen nach den Staaten hatten ein ſchwachen Markt zur Folge. Die
Termine gaben bis zu 5 C. nach.
Hafer: Der Markt verlief ebenfalls in ſchwächerer Haltung bei
Kurs=
verluſten bis 4 C.
Baumwolle: Anfangs herrſchte eine feſte Tendenz vor auf ungünſtige
Witterungsberichte aus dem Südweſten und übermäßige Niederſchläge
im mittleren Weſten. Dann wurde die Haltung ſchwach auf das
Be=
kanntwerden des Entkörnungsberichtes.
Kaffee: Die Tendenz geſtaltete ſich ſchwach auf niedrigere
auslän=
diſche Notierungen, größere europäiſche Verkäufe und Kaufreſerve der
Röſtereien.
Zucker: Nach ſtetigem Beginn auf zurückhaltenderes kubaniſches
An=
gebot trat eine Abſchwächung ein auf ermäßigte ausländiſche Notierungem
und Abgaben ſchwacher Hände. Die Termine verloren bis 3 Pkt.
Kakao: Die Aufwärtsbewegung machte heute weitere Fortſchritte
auf höhere Kabelmeldungen, anhaltende Kaufluſt der Fabriken und
Käufe des Handels.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 3. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 144/e, Sept. 142½, Dez. —: Mais:
Juli 102½, Sept. 105‟/s, Dez. —: Hafer: Juli 50½, Sept. 49‟/,
Dez. —; Roggen: Juli 110½, Sept. 103½, Dez. —
Schmalz: Juli 12,76, Sept. 12,92.
Fleiſch. Rippen: Juli 13,65, Sept. 12,80; Speck: 12,62;
Schweine: ſchwer 8,80—9,35, leicht 9,15—9,65; Schweinezufuhr:
Chicago 28000, Weſten 112000, Talg Ohio 7ls.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 3. Juni:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 1577/e, hart 1642s; Mais Nr. 2:
113½; Hafer Nr. 3: 61½; Roggen exp.: 124½: Mehl: Spring
Patent 6.90; Getreidefracht: nach England 2 Schilling, nach dem
Kontinent 12 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 13,32.
Schweinefleiſch: Family 34.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten
Der Monat Mai hat im Wochendurchſchnitt eine Zunahme der An
zahl der gerichtlichen Ausgleichsverfahren und Konkurſe gegenüber de
April d. J., wie auch im Vergleich zum Mai 1926 und 1925 gebracht.
Wie die Liquidationskaſſe A.G. mitteilt, iſt der Zahltag glatt bel
laufen. Sämtliche Differenzen wurden in bar beglichen.
Im April betrug der ruſſiſche Export nach Polen 3596 Waggon
wovon über zwei Drittel aus Eiſenerzen beſtanden, während der haupi.
ſächlichſte Reſt Getreide war. Polen verfrachtete nach Rußland nur 3
Waggons, davon 240 mit Zink=, Eiſen= und Blechwaren.
Aus Moskau wird gemeldet, daß der Truſt Asneft die für Englat
beſtimmten Beſtellungen im Betrage von 2,5 Millionen Rubel na
Deutſchland, Amerika und der Tſchechoſlowakei übertragen habe. 2e
Truſt Elektrotok hat ſeine Beſtellungen in England annulliert.
Ein internationales Konſortium unter Beteiligung ſchweizeriſch
Induſtrieller der Parkettbodeninduſtrie hat ein Gebiet von rund 10
Hektar aus dem Fürſt Radzwillſchen Beſitz in Niedziedze (Wolhyniel
für den Preis von 8 Mill. Fr. angekauft.
Die bekannte amcrikaniſche Baumwellexpertin Miß Giles ſchätzt der
Stand der amerikaniſchen Baumwollfelder auf 72,1 Prozent. Sie el
mittelt gleichzeitig ein Minus an Flächenareal von 11,2 Prozent und e
Minus an Kunſtdüngerverwendung von 25 Prozent.
Nummer 154
Samstag, den 4. Juni 1927
t zur vollen 9u
ier noch nicht fült
nom., Hafer 7u.
ogge
Geite 13
Emppäiſche Staatspavierel 5. 5. 3.6.
) Deutſche
(Ohne Zinsberechnung
D. Reichsanl.=Ablöſ.=Schuld
einſchl. Ausloſ.=Scheinen
1. Teil/319
II. Teil/320.25
D. Reichsanl.=Ablöſ.=Schuld
ohne Ausloſ.=Scheine. . 23
(Mit Binsberechnung)
6½% Deutſche Reichspoſt=
Schatzanw. per 1. 10. 30/ 97.25
73 Baher. Schatzanw. per
1. 4. 29
98.25
61l,% Heſſ. Volksſt.=
Schatz=
anw. per 1. 4. 29....../ 97.75
6*/=%0 Preuß. Staats=
Schatzanw. per 1. 3. 29
8ſ.% Preuß. Staats=
Schatzanw. per 1. 10. 301
72 Sächſ. Freiſt.=
Schatz=
anw. per 1. 7. 29 ..../ 99.5
72 Sächſ. Freiſt.=
Schatz=
anw. per 1. 7. 30 ...../ 99.5
61=%0 Württemb. Freiſt.
Schatzanw. per 1. 8. 29.
bAusländiſche
6% BosnienL.-E.=B.v. 1914/
5% „ L.=Inveſt.=Anl. 1914/
4½%v. 1898 ........."
4½%-b. 1902 ........!
4% „....... .. . .. .. / 6‟
5% Bulgar. Tabak 1902
30
4½%0 Oſt. Staatsrente 1913
Kdb. ab 1918 ..
3.7
4½% Oſt. Schatzanweiſ.ſtfr.
v. 1914 ........
25.75
4½% Oſt. Silberrente ..
8
42 „ Goldrente ...
47 einh. Rente konv.)
820 Portugieſ. (Spez.)8.II
12.5
5% Rum. am. Rente v. 03. 10.5
4½% Goldr. v. 13 ....
4% „ am. Rente konp.:
.6
4% „ am. „ v. 05 8.4
425 Türk. (Admin.) v. 1903
48 (Bagdad) Ser.
49 „ (Bagdadf Ser, II/ 22.75 17
4½ „ unifiz. 1903 ...
4% „ v 1911, Zollänl.. 16/, 14.75
4½% Ung. Staatsr. v. 1913
309
310
4½% „ Staatrwb.14 / 251
Goldrente „/ 28.1
„ Staatsr. v. 10 241),
Kronenrente 2.6
3
„ (Eiſernes Torſch.
Außereuropäiſche
5%0 Mexik. amor. inn (abg.) 22
„ konſ. äuß. v. 99 „
„ Gold v. 04 ſtfr. „
z konſ. innere
g „ Frrigationsanl.
5% Tamaulipas. Serie 1, 22.25
Nach Sachwert verzinsliche
Schuldverſchreibungen
Mit Zinsberechnung
10%Berlin. Hp.=B. Glbpfbr. /111.5
62 BerlinerStadt=Goldanl. 96.5
8% Darmſt. Stadt=Goldanl.
8 % D. Hyp.=Bk. Meiningen
Goldpfandbriefe...
89.25
Frkft. Hyp.=Bk. Goldpfbr. 100.5
102
108
3 Pfbr.=Bk.
108
88.5
103
8%Heſſ. Landes=B. Gldp
102
108 Komm. Elektr. Mark
Hagen) Goldobl.
Komm. Landesbank,
armſtadt. Reihe 1/101.74
Reihe II
Main=Kraftwke. Höchſt! 95.75
Nannh. Stadt=Goldanl. 108
8Naſſ. Landesbk. Goldanl. 103
8½Nürnberg Stadt=Gdanl. 103.05
8% Pfälz. Hp.=Bk.=Goldpfbr. 100
8% Pforzh. Stadt. Goldanl. /100.5
8% Preuß. Central=Bod.=Cr.=
Bank Goldpfbr. . . .. . . 101.75 102
32 Preuß. Central=
Stadt=
ſchafts=Goldpfbr.
103
104
17.25
28
25:1,
20.25
23. 25
24.75
22.5
22.5
401*
26.5
12.25
341/,
103.25
103
95.5
101
101.5
101.5
vo0
102.25
101.5
1104.,5 102.25
vor
101
92.25
99.5
98.5
98
99
105
103
ſitgeſelſchaft auf Aktien. Darmſtadt. Srankfurter Aurskericht vom 2. Sum 1921.
8% Rhein. Hyp.=Bk. Gldpfbr.
% Rh. Stahlwerke v. 25
10% Rhein=Weſtf. Bob.=Cr.=.
Bk. Goldpfbr.. . . . . . . . . ..
8% Südd. Bd.=Cr.=B. Gdpbr...
d Ver. Stahlw. Düſſeldorf.
Hyp.=Goldobl. mit Option!:
2 Ver. Stahlw. Düſſeldorf
Hyp.=Gdobl. ohne Option
8% Voigt & Haeffner Golbobl. /1
8% Württ. Hyp.=Bk=Goldpfbr.
70
. „
Ohne Zinsberechnung
5% Badenw. Kohlenwrtanl. 2‟
6% Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v 23
680 Heſſ. Braunk.=Rogg. Anl. 23
5% Heſſ. Volksſt. Rogg.=Anl. 23
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe
5% Preuß. Roggenwert=Anl.
5%o Südd. Feſtwertbk. Goldo.
5. 5. 3. 6
102.5 99
146
112
98.85
102
100
13.35
2.25
94
97,
8.75
2.22
Borkriegé=Hypothekenbank
Pfandbriefe
Bah. Vereinsbank München.
Bay. Handelsbank München.
Bay. Hyp. u. Wechſelbank ...
Berliner Hyp.=Bank.
Frankfurter Hypothek.=Bk..
Frankfurter Pfandbrief=Bk.
Hamb. Hypothek.=Bank
Mecklenb. Hyp.= u. Wechſel=Bk.
Meininger Hyp.=Bank
Nordd. Grund=Credit=Bank. .
Pfälziſche Hyp.=Bant ...."
Preuß. Voden=Credit=Bank.
Preuß. Centr.=Bob. Cred.=Bk.
Preuß. Pfandbrief=Bk. ....
Rhein. Hypothk.=Bank ...
Rhein.=Weſtf. Bod. Cred.=Bk.,
Südd. Boden=Credit=Bank.
Württemberg. Hypoth.=Bank.
Staatl. oder provinzial
garantiert
Heſſ. Landes=Hyp.=Bank...."
Landeskreditkaſſe Caſſe....
Naſſauiſche Landesbank ..."
5. 5. 3. 6.
16.9 15.8
0.45 16.46
13.05 11.75
— 13.9
13.9 12.7
14.2
12.4
14
16.7
11.1 10.5
12.2
8.85 8.65
Pblig. v. Transportanſt.
4% Eliſabethbahn, ſtfr. i. G..
42 Gal. Carl Ludw.=Bahn. ..
abg
5% Oſt. Südb. (Lomb.) ſtfr.
2,6% Alte Oſt. Südb. (Lomb.)
2.,6 Neue Oſt. Südb. (Lomb.)
5% Oeſt.=Ung. Staatsb. 73/74
½ Oſt. Staatsb. v. 1883 ...
„ „ 1.b. 8. Em.
„ 9Em. ....
„ v. 1885 ..
Erg. Netz
0 Raab=Ledenbg. v. 83...
v. 91...
v. 97...
5 Rudolfb. j. Silber ſtfr. . .
Aäcch
3% Salonique Monaſtir. . .
5% Tehuantepee ........."
4½% Tehuantepee .......
11.5
31
14.5
14.5
28
23.5
22.5
22.5
Bank=Aktien.
Anfg. Deutſche Creditanſtalt
Badiſche Bank
Bank für Brauinduſtrie.
Barmer Bankverein...
Bah. Hyp.= u. Wechſelb.
Berl. Handelsgeſellſchaft
Kommerz= u. Privatbank
Darmſtädter u. Nationalbk.
Deutſche Bant
Deutſche Effekt=u. Wechſelbk.
Deutſche Hypot.=Bank Mein.
Deutſche Vereinsbank
Disconto=Geſellſchaft".
Dresdener Bank ....
Frankfurter Bank .......
Frankf. Hypothekenbank
Frankf. Pfandbrief=Bank
Gotha Grundkredit=Bank .
Lux. Intern. Bank.. ......
Metallbank
Mitteldeutſche Erebitbank.
Pfälz. Hypoth.=Bank ...
Preuß. Boden=Creditbank
Preuß. Hyp.=Aktien=Bank
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbank
Rhein. Hypothekenbank
Südd. Boden=Credikbank.
Südd. Disconto=Geſellſch.
Oſterreichiſche Ereditanſtalt . .
Wiener Bankverein ...
Bergwerks=Aktien.
Bochumer Bergbau ......
Buderus .. . . . .. . ........"
Dt. Luxemburger .........
Eſchweiler Bergwerks=Akt. . .
Gelſenkirchen Bergw.
Harpener Bergbau ..
Ilſe Bergbau Stamm....
Flſe Bergbau Genußſcheine .
Kaliwerke Aſchersleben
Kaliwerke Salzdetfurt
Kaliwerke Weſteregeln
Klöcknerw. (ab. Lthr.=Hütte),
Mannesmann Röhren
Mansfelder
Oberbedarf
Otavi Minen u. Eb.=Ant..
Phönix Bergbau
Rhein, Braunk. u. Brikett
Rhein. Stahlwerke
Riebec Montan .
Rombacher Hütte
Salzwerk Heilbronn.
Tellus Bergb.= u. Hütten=Akt.
Ber. Laurahütte
Ver. Stahlwerke.
Akt. induſtr. Unternehmung
Brauereien.
Eichbaum (Mannh.) ......"
Henninger Kempf=Stern.. .
Hereules, Heſſiſche
Löwenbräu München ...."
Mainzer Aktienbrauere‟
Schöfferhof (Binding)
Schwarz=Storchen
Tucher Nürnberg.
Werger
Geſch.
Jahr
1. 10.
1.9./ 600
1. 10.
1. 10.
1. 10.
1.7.
1. 10. 200
Akkumulat. Berlin ........"
Adler & Oppenheimer ...... 1.7
Adlerwerke iv. Kleyer)
6%0 A. E. G. Vorzug Lit. 4
5% A. E. G. Vorzug Lit. B .. /1. 10./ 75
A. E. G. Stamm .. . ...
Anglo=Continental=Guano
Bad. Ma chf. Durlach ...."
Bad Uhrenfabr. Furtwang.
Bamag=Meguin Berlin ..
Baſt Nürmberg
...::
Bahriſch Spiegel
Beck & Henkel CCaſſel) ....."
Bergmann El. Werke ....
Bing. Metallwerke.
Bremen=Beſig, Olfabr.
Bürſtenfabrik Erlangen. ...
Eementwerk Heidelberg ...
Cementwerk Karlſtadt .
CementwerkLothr. (Karlsruhe
Chem. Werke Abert . ..
Chem.Brockh.,Nd. Walluf....
Chem. Fabrik Milch
Daimler=Benz A.=G. .....
Deutſch. Eiſenhandel Berlin.
Deutſche Erdöl.
D. Gld. u. Silberſcheideanſt.
Dingler, Zweibrücken......
Dresdener Schnellpreſſen ...
Dürkopp (Stamm) ... . . . . 1. 10.
Dürrwerke Ratingen ......"
Dyckerhoff & Wittm. Stamm.
Eiſenwerk Kaiſerslautern. .
Elektr. Licht u. Kraft . . . . . . .
Elektr. Lieferungs=Geſ. .....
Elſäff. Bad.=Wolle .........
Email. & Stanzw. Ullrich. . ..
Enzinger Werke. ........
Eßlinger Maſchinen ......
Ettlinger Spinnerei .......
Faber Joh. Bleiſtift ....."
Faber & Schleicher ......"
Fahr, Gebr., Pirmaſens ..
F. G. Farbeninduſtrie. . ...
Felten & Guilleaume, Carls.
Feinmechanit Fetter)
Feiſt, Sektk., Frankf. a. M.
Frankfurter Gas .........
Frankfurter Hof ........"
Frkf. M., Pokorny & Witter
Geiling & Cie. ...........
Germania Linoleum .. ...
Gelſenkirchen, Gußſtahl ....
Goldſchmidt, Th. .......
Gotha Waggon ..trrchin
Gritzner, Maſchfbr. „ Durlach
Grün & Bilfinger ........"
Hafenmühle Frankf. (M.)
Hammer en (Osnabrück)”
Hanfwerke Füſſen ......
Hanſa=Lloyd Bremen. ......
Hartm. & Braun, Frankfurt.
Hehligenſtaedt, Gießen .
Hilpert, Armaturenfbr. „..
Hindrichs=Auffermann .. ..
Hirſch Kupfer u. Meſſ..
Hochtief Eſſen ..
Holzmann, Phil. ...."
Holzverk. Induſtr. ......
Hydrometer Breslau ......! 1. 11 80
Jahr Divid 5. 5. 1. 1 500 8‟ 190.75 250 1. 11. 40 157.5 1. 10. 70 93:). 85.5 11. 10. 100 219 1.9, 100 1.7 200 8% 146.25 1. 7. 400 30 1.7 100 59 1. 10. 60 10% 1. 1. 60 78.5 1. 4. 50 87.5 1. 1./ 260 8% 238 1. 1. 50 30.5 1. 1./ 340 83 1. 1. 40 1. 1./ 300 181.5 1. 1. 150 53 209.5 1. 1. 40 46.9 1. 1. 300 6% 191 1. 1. 100 109.2 ... /1.11. 120 90" 1. 1. 60 139 1. 1. 86 113.25 1.1. 400 1. 10. 140 83 e55 1. 4. 100 1. 6. 40 1 170.25 150 104 1. 1. 50 80.5 1. 1. 60 51.5 1. 4. 331/, 54.25 1. 7. 60 02 226 1. 1. 200 10% 1211 1. 1. 100 55 1. 7. 60 57.5 1. 1. 100 108 1. 1. 100 95 1. 1. 250 251 1. 1. 140 135.5 1. 1. 80 135.75 1. 1. 100 59 1. 1. 200 10%8 348 1. 1. 300 1 1. 1. 120 * 1119.5 1. 7. 80 1.1. 50 42 1. 1. 200 Geio 1132 1. 1. 100 98. 25 11 1.1. 33½= 90 1. 4= 100 15% 1. 8= 400 20 1. 1/ 200 162 1. 7. 60 1. 1. 300 10% 144 1. 1. 180 82a 227 1. 7. 60 8% 1. 1 200 8½/
2ſg 1. 1. 200 150 1. 1 20 1.1. 200 50o 170 1. 1. 50 29 1. 1: 80 112 1. 5: 120 68o 130 107.5 1. 1 150 129 1. 1. 20 g. 160.5 1. 1 66‟= 222 1 1. 4: 80 96 37.75
138
3. 6.
140
132
85.5
173.5
137.25
25.5
48.5
228
60
78
170
27
65
150.5
187
140
90
68
1125
4s
4a
195
172.5
80
109
50
285.25
134.5
100
55
178
415
173.5
uag
16.5
snag .....................
Junghans Stamm ......."
Kammgarnſp. Kaierslautern.
Karlsruher Maſchinen
Karſtadt R.
Klein, Schanzlin & Becker
Knorr, Heilbronn.
Konſervenfabrik Braun
Kraftwerk Alt=Württemb.
Krauß & Co, Loke
Lahmeyer & Co.
Lech, Augsburg
Lederw. Rothe
Lederwerke Spicharz
Lingel Schuhw., Erfurt
Löhnberger Mühle
Ludwigshaf. Walzmühle
Lüdenſcheid Metallw.
Luxſche Induſtrie
Mainkraftwerke Höchſt
Marswerke Nürnberg..
Metallge). Frankfurt
Miag Mühlenb. Frkf a. M. .
Moenus Stamm.
Motorenfabrik Deutz ......
Motorenfabrik Oberurſel ...
Münchener Lichtſpielkunſt ...
Reckarſulmer Fahrzeugw. ..
Neckarwerke Eßl. Stamm ...
Peters Union Frankf. a. M. .
Pfälz. Näh. Kahſer
Philipps A.=G.
Porzellan Weſſel
Reiniger, Gebbert & Schall”.
Rhein. Elektr. Stamm
Rhenania Kunheim.
Rütgerswerke.
Schneider & Hanau
Schnellpreſſen=Frankenthal
Schramm u. Megerle, Lackf.
Schriftg. Stempel Ffm.
Schuckert Elektr. (Nürnb.) ..
Schuhfabr. Berneis=Weſſel.
Schuhfabrik Herz ........"
Schultz, Grünlack Rosh. ...
Seilinduſtrie Wolff ......."
Siemens Glasinduſtrie ...
Siemens & Halske .......
Süddeutſche Immobilien
Süddeutſche Zucker=A.=G....
Thür elektr. Lief.=G. Gotha
93.5 uhrenfabrik Furtwängler
144 Unterfrank. Kreis=Elek.=Verſg.
205 Beithwerke in Sandbach ..."
Verein f. Chem. Ind. Frkft.
Verein d. Olfbr. Mannheim.
Verein Faßfabrik. Caſſel .."
Ver. Gummif. Bln.=Frkft.
Verein Pinſelf. Nürnberg..
Verein Ultramarin ........
Verein Zellſtoff Berlin ....
Vogtl. Maſchinen ........."
Voigt & Haeffner Stämme ,
Volthom. Seil ..........."
Bahß & Frehtag ........!
Wege
Rußfabrik ........"
Zellſtoff Aſchaffenburg ....."
Zellſtoff Waldhof Stamm ...
BZuckerfbr. Rheingau ......
129
60
24.75
78
117
184
B.
Transp.; n. Berſich.=Aktien.
DeutſcheReichsbahn=Vorzg..
Allg. Deutſche Eiſenbahn
Alg. Lokalbahn u. Kraftwagen
Deutſche Eiſenb=G. Fitm.
Schantung E. B. .........."
Südd. Eiſenbahn=Geſ. ....
Hapag (Paketfahrt) „.....
Nordb. Llotzd ..........
Frkft. Allg. Verſich.=Geſ.
Frankona Rück= u. Mitv.
Darmſtädter Werte
Bahnbedarf....... ...."
Dampfkeſſel Rodberg ....
Helvetia Konſervenfabr.
Gebr. Lutz............."
Motorenfabrik Darmſtadt,
Gebr. Roeder .
Venuleth & Elenberger
1. 7./ 140
1. 1./ 100
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Ehe=
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Nie=
der=Roden, hat beantragt, den
verſcholle=
nen Georg Nikolaus Röhrig, geb.
in Nieder=Roden am 22. Januar 1870,
zuletzt wohnhaft in Nieder=Roden, für
tot zu erklären.
Der bezeichnete Verſchollene wird
auf=
gefordert, ſich ſpäteſtens in dem auf
Mittwoch, den 21. Dezember 1927,
vormittags 9 Uhr, vor dem
unter=
zeichneten Gericht anberaumten
Aufge=
botstermine zu melden, widrigenfalls die
Todeserklärung erfolgen wird.
An Alle, welche Auskunft für Leben
oder Tod des Verſchollenen zu erteilen
vermögen, ergeht die Aufforderung,
ſpäte=
ſtens im Aufgebotstermine dem Gericht
Anzeige zu machen.
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Nummer 154
Samstag, den 4. Juni 1927
Seite 14
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Franz Krause
Nummer 154
Samstag, den 4. Juni 1927
Geite 1
tohnsse
Chriſtine Berthold.
Roman von Emma Nuß.
(Nachdruck verboten.)
„Aha! — Alſo das richtige Haustöchterchen mit den
verſchie=
denen kleinen Talentchen. Bin ja begierig, ſie zu ſehen. Doch
uvor erlauben Sie mir, Ihnen eine Erklärung ſür mein
ſonder=
bares Verhalten bezüglich meiner Nichte zu geben.” — Der große,
twa fünfzigjährige Mann holte tief Atem und begann:
„Sie wiſſen, daß mich damals nur die äußerſte Not dazu
zwang, das Kind meiner einzigen Schweſter dem Waiſenhaus
zu überlaſſen. Peters hatte das blinde Vertrauen, das ich ihm
entgegenbrachte, derart mißbraucht, daß er mein und meiner
Schweſter bedeutendes Vermögen bis auf den letzten Pfennig
ſeiner tollkühnen Spekulationswut zum Opfer brachte. Dann
erſchoß er ſich, und die alte Firma Stoewing exiſtierte von dem
Tage ab nicht mehr. — Zehn Tage nach dem Tode meines
Schwa=
gers erlag auch meine arme Schweſter den großen, ſeeliſchen
Er=
ſchütterungen. Sie war von jeher kein ſehr lebenskräftiger Menſch,
und die Geburt des Kindes mit der kurz darauffolgenden
Kata=
ftrophe waren eben zu viel für die zarte Frau geweſen. — Für
mich galt es nun, mit ſechsunddreißig Jahren nochmals von
vorne zu beginnen. Ich fuhr nach Kanada. Denn ein guter
Freund hatte mir dieſen Rat gegeben. Sechs Jahre kämpfte ich
tvie ein Verzweifelter da drüben — dann ging auch mein Stern
auf. Heute kennt jeder kleine Kommis in Vancouver meinen
Namen.”
Einen Augenblick ſchwieg er wie in Gedanken verſunken.
DDann fuhr er lebhaft fort: „Oft dachte ich an die kleine Nichte
hier in Deutſchland. Doch was konnte ich von dort mehr für ſie
tun, als ſie guten Händen anvertrauen? Ich wollte auch nicht,
Daß das Kind eher etwas von mir erführe, als bis ich es ihr
ſelbſt ſagen kann. Sie ſollte auch in dem Glauben erzogen wer=
Den, daß ſie ein armes Waiſenkind iſt, damit ſie den Reichtum
ſpäter nicht als etwas Selbſtverſtändliches anſieht, und der
otwaige Verluſt desſelben ſie fürs Leben nutauglich macht. Ich
hoffe, die Jahre im Waiſenhaus werden ſie fürs Leben gekräftigt
haben. — Und nun habe ich meine Geſchäfte drüben in die
treu=
bewührten Hände meines älteſten Prokuriſten gelegt. Ich habe
in Hamburg ein Haus gekauft und dort alles ſchon vorbereitet
für ein Zuſammenleben mit meiner Nichte. Sie wird dort alles
nachholen können, was ihrer äußeren Erziehung noch nottun
ſollte.”
Dann erhob ſich Stoewing, reichte Paſtor Heim nochmals mit
herzlichen Dankesworten die Hand und äußerte den Wunſch,
nun=
mehr die jetzt dreizehnjährige Suſi zu ſehen.
„Aber” — meinte er vergnügt — „ich will ſelbſt ſehen, ob ich
ſie unter den anderen herausfinde.”
Beide Herren gingen nun in den Garten, wo eben Suſi mit
all den gleichaltrigen Mädchen damit beſchäftigt war, getrocknete
Wäſche von der Leine zu nehmen und ſie ſachgemäß gefaltet in
die bereitſtehenden Körbe zu legen.
Sie waren luſtig, die jungen Dinger, denn die Sonne ſchien,
und im Zuſamemnarbeiten empfanden ſie keinerlei Trübſal.
Ernſt Stoewing ſtand, noch unbemerkt von den Mädchen,
neben dem Paſtor hinter einem Gebüſch und fragte eben leiſe:
„Iſt es die Netteſte von den Mädchen?”
Heim lachte und meinte: „Nun, das iſt Geſchmacksſache; aber
ich glaube wohl, daß ſie es iſt.”
Da deutete Stoewing mit einer kleinen Ervegung auf eines
der Mädchen: „Iſt es die?‟
„Nein, das iſt Chriſtine Berthold, ihre Freundin.”
Wie ein leiſes Bedauem ging es einen Augenblick über
Stoewings Züge. Dann faßte ihn der Schalk, und er rief
plötz=
lich durch die hohle Hand: „Suſi!”
Erſtaunt und haſtig drehte ſich dieſe um. Wer hatte ſie denn
da gerufen? Sie ſah ſuchend nach der Stelle, woher der Ruf
gekommen war. Dieſe Stimme war ihr doch ganz fremd —
Da klag ein fröhliches Lachen aus dem Gebüſch, und im
nächſten Augenblick ſtand vor der ſchlanken, anmutigen Suſi ein
fremder Herr und ſogte: Da hab’ ich ſie alſo doch gleich erkannt!“
— Sein Blick ſtreifte noch einmal Chriſtine Berthold. — „Liebe
Suſi, nun gib mir mal deine Parſchhand und ſieh in wir deinen
alten Onkel, der ſich ſehr freut, ſeine große Nichte nun endlich
kennen zu lernen."
Scheu reichte das Kind ihm die Hand. Ihr Onkel — hatte er
geſagt. Ja, ſo fein und vornehm ſah doch keiner der Väter ihrer
reichen Mitſchülerinnen in der Stadt aus. Was wollte er wohl
hier? Sie vielleicht — gar mitnehmen?”—
Das Herz ſchlug ihr bis zum Halſe himauf, und ſie folgte
wie im Traume dem fremden Onkel, der ſie vorſichtig, wie etwas
Zerbrechliches, an der Hand gefaßt hatte. Sie hörte ihn von
Hamburg ſprechen, und daß er zum Abſchied alle Mädchen zu
Schokolade und Kuchen einladen wolle.
Im Garten blieben ihre Kameradinnen in großer Aufregung
zurück.
Chriſtine ſah Suſi über den Kiesweg gehen — immer weiter
und weiter — und ihr wurde ſo weh zumute, als ſei ihr ein
großes Leid widerfahren. Dann hörte ſie jemand ſagen: „Na,
in Hamburg wird uns Suſi ja wohl bald vergeſſen haben!“ —
Nach Hamburg würde Suſi nun gehen?! Chriſtine ſchwindelte
faſt der Kopf, als ſie die Wahrheit erfaßte. Vor ihren Augen
ſtanden plötzlich Rieſenſchiffe — weit größer als das Waiſenhaus
— und ſie ſah ſich ſelbſt darauf in ferne Länder fahren, wo die
Welt und die Menſchen nur noch wie im Märchen waren. Und
ſie brachte reiche Schätze von dort wieder mit wach Hamburg, wo
Suſi Peters ſie erwarten würde.
Mit weltvergeſſenen Augen ſah ſie auf die Freundin, die ſo
nahe ſchon all dem Wunderbaren war. — Da fiel ihr ein, daß
Suſi nun für immer ſie verließe, und namenloſer Schpeck
über=
kam ſie.
„Iſt es wahr, Suſi, daß du nun für ganz von hier weggehſt?“
fragte ſie raſch und voller Angſt.
Strahlend nickte ihr dieſe zu. „Ja, denk dir, mein Onkel iſt
reich und hat ein großes Haus in Hamburg, und darin ſoll ich
auch mit ihm wohnen. Nachher fährt er mit mir in die Stadt,
daß ich hübſche Kleider bekomme, und was ich mir ſonſt noch
wunſche, hat er geſagt. Morgen fahren wir ſchon nach Hamburg.”
„Und kommſt dann nie mehr zurück, Suſt?”
Lachend ſchüttelte dieſe den blonden Zopf, daß die
Ringel=
glöckchen ihr in die hellen Augen fielen. „Aber es iſt doch ſoviel
ſchöner dort, und Onkel Ernſt iſt doch ſo gurt zu mir. — Weißt du
was, Chriſtel, du beſuchſt mich mal in Hamburg. Ich werde dir
einen Brief ſchreiben, wie alles dort iſt, ehe dut kommſt. Ja?‟
„Nach Hamburg ſoll ich mal kommen?” ſtammelte das vor
Glück ganz blaß gewordene Kind. — „Aber ich habe ja gar kein
Geld dazu!” kam es gleich traurig hinterher.
„Laß nur, das iſt dann meine Sache,” ſagte mit großartiger
Gebärde Suſi.
Am anderen Mittag kam Chriſtine atemlos in die Halle
ge=
laufen und fragte die dort anweſende Schſweſter Paula: „Wo
iſt Suſi, umd wann fährt ſie weg?"
„Surſis — die iſt doch ſchon vor einer Stunde mit ihrem
Onkel abgereiſt.”
„Suſi — iſt fort?” kam es über Chriſtinens erblaßte Lippen,
Wie erſtarrt ſtand ſie vor der Schweſter Paula, die nun doch ein
Gefühl des Mitleids ſpürte, als ſie den unſäglichen Schmerz des
Kindes ſah.
„Es war wohl keine Zeit mehr, Chriſtine,” entgegnete ſie
daher in mildem Tone.
Da ſtöhnte das junge Geſchöpf in faſſungsloſem Weh auf,
und ohne noch einen Blick auf die Schweſter zu werfen, verließ
ſie die Halle und lief tief in den Garten hinein. Der erſte, große
Schmerz ihres Lebens ſtürmte auf ſie ein, daß ſie wie ein vom
Winde gebrochener junger Baum under leiſem Wimmern
zu=
ſammenſtürzte.
5. Kapitel.
An einem ſtürmiſchen Aprilmorgen verließ Chriſtine Berthold
das Haus, in dem ſie ihr ganzes bisheriges Leben verbracht hatte,
um den erſten ſelbſtändigen Schritt in die Welt zu tun. Die
eben hinter drohenden Wolken hervorbrechende Sonne ſandte ihre
Strahlen in Chriſtinens ewas wundes, ängliches Herz, daß ihr
Mut und Selbſtvertrauen allmählich wiederkehrten. Sie atmete
freier, und ihre braunen Augen blickten erwartngsvoll der
Zu=
kunft entgegen, als ſie neben Schweſter Marianne tapfer
dahinſchritt.
Ihr Weg führte nach der nahen Stadt. Sie trug ein Bündeß
in der Hand, das einen Teil ihrer Ausrüſtung enthielt, womit
ſie ihren Dienſt im Hauſe des Kaufmanns Weißhaupt antreten
ſollte.
Die beiden wanderten ſtill nebeneinander, und Schweſtes
Marianne mußte daran denken, wie ſie vor vierzehn Jahren der
gleichen Weg in entgegengeſetzter Richtung mit Chriſtine auf dem
Arm gekommen war. Und wie die Jahre aus dem Kind einen
tüchtigen, zielbewußten Menſchen gemacht hatten, der ſeinen
Weg gewiß mit aller angeborenen Pflichttreue im Leben gehen
würde.
Dann dachte ſie an Schweſter Paulus häßliche Prophezeiung
damals, und ein Lächeln flog über ihr Geſicht, als ſie das junge
Mädchen daraufhin anſah.
„Chriſtine,” begann ſie mit weicher Stimme, „das Leben fängt
nun für dich erſt an, und man kann nie vorausſagen, ob es ein
gutes oder ſchlimmes für den Menſchen werden mag, wenn er
eben erſt an der Schwelle dazu ſteht, wie du jetzt. Wir haben
uns alle Mühe gegeben, euch für den Kampf ums tägliche Brot
zu rüſten. Du ſtehſt von heute an ganz auf eigenen Füßen. Und
nun zeige uns, liebe, kleine Chriſtel, zeige mir, ob du alle deine
großen, ſeltenen Fähigkeiten richtig und gut anzuwenden
ver=
ſtehen wirſt. — Ich kenne dich vom erſten Tage deines Lebens
an, und ich hielt meine Augen über dir zu jeder Zeit. Jetzt iſt
das zu Ende, und du mußt allein fliegen lernen. Aber wenn dir
Gefahren drohen, wenn du einen Rat brauchſt, dann komme
jeder=
zeit zu mir, Chriſtine, und denke, ich ſei .” ſie wollte ſagen:
„ich ſei deine Mutter”, doch ſie entſann ſich jener Frau nur mit
Grauen, und ſie ſagte: „ich ſei deine ältere Schweſter; beſäße ich
die Mittel, ſo wäre dein Weg heute wo anders hingegangen,
ſchloß ſie leiſe aufſeufzend.
Herz und Sinn Chriſtinens waren mächtig bewegt von
Ge=
fühlen der Dankbarkeit und Liebe gegen Schweſter Marianne,
gegen alle im Waiſenhaus, die ihre Kindheit ſo treu behütet
hatten. Doch ſie brachte keinen Laut über die zuckenden Lippen.
Und da ſtanden ſie auch ſchon vor dem Hauſe, das ſie aufnehmen
ſollte.
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aus Paris, 25. und 26. Junf 1927 die Wiener Philharmoniker, Zu späteren Zeitpunkten, die noch bekanntgegeben
werden, namhafte Orchester aus Budapest, Rom, Prag usw. Zahlreiche fihhrende in- und ausländische Chöre geben
Konzerte in Frankfurt, Vom 13. bis 19. Junf und am 26. Jun Richard Wagner-Woche mit „Ring” und „Meistersinger‟.
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des Salzburger Domchors, Lorenz6 Perosf mit einem Chör aufs Rom. 27 und 28 Junf Aufführungen des großen Ballets
der Pariser Oper. 29. Jun bis 5. Julf= Fünftes Musikfest der Internationalen Gesellschaft für neue Musik. (Zum ersten
Mal in Deutschland). Es folgen Wochen für evangelische Musik, für füdische Musik, für polnische Musik, für
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Der „Sommer der Musik” und die Ausstellung schließen mit großen
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während deren Richard Strauß seine Opern„Salome” und „Elektra‟, „Arjadne” und „Rosenkavalier”,
„Intermezzo” und „Frau ohne Schatten” selbst dirigieren wird. Die berihmte
BANDA MUNCIPAIE DI VENEZIA
wird vom II. bis 21. Junf täglich im Unterhaltungspark konzertieren. Weitere berihmte in- und
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ländische Kapellen werden ihr folgen. Ein eigenes Ausstellungsorchester mit über finfzig Musikern steht
zur Verfügung. So darf sich Frankfurt im Jahr 1927 mit Recht bezeichnen als das
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Auskiinfte durch die Ausstellungsleitung, Frankfurt am Main, Haus Offenbach, Platz der Republik.
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