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Nummer 140
Samstag, den 21. Mai 1927.
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Internationale Verſtändigung in Genf?
Der Kampf um die Kartell=Reſolution.
Der Charakier der Kartelle.
* Genf, 20. Mai. (Priv.=Tel.)
ſtändigungen, die man kürzer und treffender die Kartellreſolution niſche Delegierte Robinſon bereits mitgeteilt hatte.
nennt, deren Richtlinien wir bereits mitgeteilt haben, ſtellt feſt,
daß für die uationalen und internationalen Kartelle meiſt nur
ein beſchränktes Aktionsfeld offen ſteht, und zwar für diejenigen
die Kartelle nicht, als eine Organiſationsform anſehen
kann, die für ſich allein im Stande wäre, die Urſachen
des wirtſchaftlichen Unbehagens, an dem die Welt
und beſonders die europäiſche Wirtſchaft krankt, zu beſeiti= genen Taktik des weitgehenden Entgegenkommens gegenüber den
gen. Dann wird feſtgeſtellt, daß unter gewiſſen Umſtänden und
mit gewiſſen Vorbehalten die Kartelle immerhin zu einer
beſſe=
ren Ausnutzung der beſtehenden Einrichtungen und zu ihrer
rationelleren Enwicklung ſowie zur Ausſchaltung der
unwirt=
ſchaftlichen Konkurrenz führen könnte. Dann werden eine Reihe
von Vorteilen aufgezählt, die aus den Kartellen für Arbeiter
und Konſumenten erwachſen können. Es werden aber auch die
monopoliſtiſchen Tendenzen der Kartelle charakteriſiert, und
ſchließlich heißt es:
„Es iſt außerdem notwendig, zu betonen, daß die Kartelle
weder zum Zweck noch zum Ergebnis die Beſchränkung der
Ver=
ſorgung eines Landes mit Rohſtoffen oder Lebensmitteln haben
dürfen, noch die willkürliche Schaffung ungleicher Bedingungen
für die Veredelungsinduſtrien der Verbraucherländer und der
Produktionsländer ſowie anderer Länder in ähnlichen
Bedin=
gungen. Sie dürfen ebenſowenig den Zweck verfolgen, die
wirt=
ſchaftliche Rüſtung eines Landes, die als unentbehrlich gehalten
wird, einzuſchränken oder den gegenwärtigen Stand der
Pro=
duktion zu ſtabiliſieren, weder was die techniſchen Fortſchritte
anbelangt, noch was die Verteilung der Induſtrie auf die
ver=
ſchiedenen Länder je nach der Entwicklung des Wirtſchaftslebens
und der Bevölkerung angeht.”
Ueber die Kontrolle
ſpricht ſich die Reſolution ſehr ſkeptiſch aus, und eine inter= Colin mit, daß morgen, Samstag, nachmittags 3 Uhr, eine
Voll=
nationale Kontrolle wird aus verſchiedenen Gründen
barkeit als wünſchbar bezeichnet. Der Völkerbund ſoll die Ent= ſtellte unter allgemeiner Heiterkeit feſt, daß der Kommiſſion für
wicklung der induſtriellen Zuſammenarbeit weiter verfolgen und
von Zeit zu Zeit Mitteilungen von allgemeinem Intereſſe
ver=
öffentlichen. Durch dieſe Veröffentlichungen würde dem
allge=
meinen Intereſſe am beſten gedient und Mißbräuche am beſten „Angeſichts der Tatſache, daß in der Union der Sowjetrepubliken
verhindert werden. Dieſe Reſolution wurde in der heute
vor=
mittag 11 Uhr begonnenen Sitzung der Induſtriekommiſſion
vor=
gelegt und beraten.
Für und wider die Kartelle.
In der Induſtriekommiſſion erläuterte der norwegiſche
Dele=
gierte, Generaldirektor Weſſel, ſeine urſprüngliche Reſolution,
die ſich viel ſchärfer gegen die Kartelle ausſprach, als die
Reſolu=
tion des Redaktionskomitees, zog aber ſeine Reſolution ſchließlich Währungen der Welt als Grundlage für die Geſundung der
zurück und erklärte, für den Antrag des Komitees ſtimmen zu
wollen. — Der ſüdſlawiſche Generalſekretär des Induſtrie=
Verbandes, Tſchuttſchin, erklärte ſowohl die Befürchtungen wie reits in den Reſolutionen enthalten ſind.
die Hoffnungen, die ſich an die Kartelle knüpfen, für übertrieben
und ſtimmte der vorliegenden Reſolution zu, weil ſie ſehr richtig
den Charakter der Kartelle wiedergebe. — Nachdem der
Präſident Hodge darauf aufmerkſam gemacht hatte, daß keine
Generaldebatte mehr geführt werden könne, ergriff der fran= Widerſpruch des franzöſiſchen Delegierten Serruns, zur
Berück=
drücken. Es handele ſich hier nicht um die nationalen Kartelle,
ſondern um die ſogenannte internationale Verſtändigung. Selbſt macht hatte, daß die von ihr gewünſchte Möglichkeit nach dem
für die nationalen Kartelle gebe es eine beſſere Kontrolle nur in
gen bei den amerikaniſchen Kontrollorganen beweiſe aber die
Notwendigkeit einer Kontrelle. Man ſolle nicht das
Schreckgeſpenſt eines ueberſtaates an die Wand
malen. Es handle ſich um eine ſehr viel beſcheidenere
Ein=
richtung, die dem unvermeidlichen Wirtſchaftskonflikt zwiſchen wurden zurückgezogen und abgelehnt und der Bericht der
Han=
zität und Kontrolle der beſtehenden oder noch zu errichtenden
Kartelle oder kartellähnlichen Einrichtungen ſorgen ſoll.
Jou=
haux erklärte ſich nicht gegen die Reſolution, der ja die
fran=
zöſiſchen Delegierten freilich unter Verzicht auf die
Berichterſtat=
tung Peyrimhoffs zugeſtimmt haben, aber er ſpricht ſich ſcharf
gegen die unpräziſe und vage Form der Reſolution aus.
Annahme der Reſolution.
Am Ende einer längeren Debatte, die ſich bis gegen 2 Uhr f
komitees ſchließlich angenommen, aber ſo, daß ihre An= lineu ein Diner, an welchem faſt ſämtliche Miniſter teiſnahmen. g
nahme einer Niederlage des Redaktionskomitees gleichkommt.
Es ſtimmte nämlich nicht nur die ruſſiſche Delegation
dagegen, ſondern auch die Führer der Amſterdamer
Gewerkſchafts=Internationale, Jouhaux=Frankreich,
Rede dieſe Gegenkundgebung der Arbeiter=Internationale nicht
Die Reſolution über die ſogenannten internationalen Ver= der Abſtimmung, wie das ja in der Diskuſſion der amerika= des Bundes der kleinen Staaten als aufſehenerregendes Ereig=
Der franzöſiſche Gewerkſchaftsführer Jouhaux hat dem
Prä=
ſibenten der Induſtriekommiſſion mitgeteilt, daß es ſich bei der
heutigen Abſtimmung gegen die Kartellreſolution um ein Miß=
Produktionszweige, die bereits in gewiſſem Umfange zentraliſiert wir hören, wird die Gewerkſchafts=Internationale wahrſcheinlich
oder auf Serienfabrikation eingeſtellt ſind, und daß man alſo ſehr bald in einem beſonderen Beſchluß zu der Kartellfrage und Entente untereinander vorerſt durchzuführen, bevor die
wirt=
zu der heute angenommenen Reſolution der
Weltwirtſchafts=
konferenz Stellung nehmen. Es ſoll ſehr wenig wahrſcheinlich
ſein, daß der Vorſtand der Internationale ſich mit der in Genf
von dem holländiſchen Gewerkſchaftsführer Oudegeſt eingeſchla=
Wünſchen eines Teiles der Induſtriellen einverſtanden erklären
wird. Vielmehr ſind die Strömungen ſehr ſtark, die für eine
ſcharfe Verurteilung der Taktik Oudegeſts eintreten, der dem
Verzicht auf jede Kontrollinſtanz internationaler Art
zuge=
ſtimmt hat.
Der Konflikt zwiſchen der
Weltwirtſchafts=
konferenz und den Ruſſen,
ſcheint ſich in Wohlgefallen aufzulöſen. Die Hauptgegner
der ſowjetiſtiſchen Wünſche nach Aufnahme einer
pla=
toniſchen Anerkennungserklärung des Sowjetregimes in einer
der Reſolutionen der Wirtſchaftskonferenz waren auf
franzöſiſch=
polniſch=rumäniſcher Seite zu ſuchen, und in dieſen Kreiſen
er=
klärt man jetzt bereits, daß einer einfachen Feſtſtellung der
Tat=
ſache des Beſtehens des Sowjetregimes und dem Ausdruck des
Wunſches, dieſes Regime möchte friedlich mit Europa
zuſammen=
arbeiten, nichts im Wege ſtehe, nur einer Empfehlung auf
diplo=
matiſche Anerkennung der Sowjetregierung würde man ſich
ent=
ſchieden widerſetzen. Da eine ſolche Empfehlung aber für die
Weltwirtſchaftskonferenz gar nicht in Frage kommt, ſo gewinnt
man mehr und mehr den Eindruck, daß der ganze Konflikt
ge=
regelt werden wird, dem die ruſſiſche Delegation wohl nicht
unabſichtlich eine etwas übertriebene Bedeutung gegeben hatte,
weil ihr daran gelegen war, mit einem kleinen poſitiven Erfolg
vor ihre Moskauer oppoſitionelle Oeffentlichkeit zu treten.
Ruſſiſche Anträge und rufſiſcher Rückzug in Genf.
In der heutigen Nachmittagsſitzung der Handelskommiſſion
1. Kommiſſion der Weltwirtſchaftskonferenz) teilte Präſident
ſitzung der Konferenz im Reformation, ſaal ſtattfindet und heute
für unmöglich gehalten. Dagegen wird die Schiedsgerichts= abend 6 Uhr eine Sitzung des großen Koordinatskomites, an
der die Präſidenten und Delegierten teilnehmen müßten. Er
jeden der vorliegenden 25 Abänderungsanträge genau 6 Minuten
zur Verfügung ſtehen. Der intereſſanteſte von den
Abänderungs=
anträgen iſt der des ruſſiſchen Delegierten Kintſchuk, der folgende ſcheint.
Einſchaltung in den Bericht der Handelskommiſſion beantragt:
ein anderes Wirtſchaftsſyſtem beſteht, empfiehlt die Konferenz
ihre Zuſammenarbeit mit der Union auf der Grundlage des Recht geben, welches freimütig feſtſtellt, daß die Kleine Eutente
Großhandelsregimes, das dort in Kraft iſt.”
Als dieſer Antrag zur Verhandlung gelangen ſollte, erklärte
der ruſſiſche Delegierte, er ziehe den Antrag im Augenblick zurück, Staaten rechneten, ſo ſagt das Blatt, nicht mehr mit ihr, indem
weil es ihm beſſer erſcheine, daß darüber zunächſt in einer
Voll=
ſitzung der Konferenz diskutiert wird.
Ein Antrag des ſchwediſchen Delegierten Caſſel für freie
Ausfuhr der Kapitalien und vollſtändige Stabiliſierung aller
Weltwirtſchaft und Durchführung der Reſolutionen der Welt= obwohl dieſer Akt es ziemlich bedrohe. „Zwiſchen Jugoflawien
wirtſchaftskonferenz wurde abgelehnt, da ähnliche Grundſätze be= und der Tſchechoflowakei wird der ſchärfſte Zollkrieg geführt,
gebracht, von denen einer rein techniſche Bedeutung hat und dem treiben Englands wird die Militärkontrolle über Ungarn und
ſichtigung überwieſen wird. Ein weiterer Antrag, der ſich auf den Politikern Europas iſt es ganz gleichgültig, was jene
Staa=
zöſiſche Gewerkſchaftsführer Fouhaux das Wort, um an Hand, die Möglichkeit einer beſonderen Nomenklatur neben der allge= ten dazu ſagen.‟ Die Ohnmacht der Kleinen Entente, ſo fährt
der Reſolution ſeine Bedenken gegen den unbeſtimm= meinen für die Zollarife einzurichtenden gemeinſamen Nomen= der Verfaſſer des vielbegchteten Aufſatzes fort, ſei am meiſten
ten und unklaren Inhalt der Reſolution auszu= klatur bezog, wurde von der ruſſiſchen Delegation zurückgezogen,
nachdem der Präſident die Delegation darauf aufmerkſam
ge=
den Vereinigten Stagten und Deutſchland. Die Zahl der Kla= ſiſche Antrag, der bei der Reſolution über die Stabilität der Wörterbuch geſtrichen, und auch Frankreich liege nichts mehr an
Zolltarife feſtlegen wollte, daß die beſonderen Verhältniſſe in
Sowjetrußland und überhaupt in den öſtlichen Ländern
beſon=
ders berückſichtigt werden müßten, wurde zurückgezogen.
Die meiſten Abänderungsanträge der übrigen Delegierten
dem Produktions= und Konſumptionsſtaat vorbeugen ſoll. Um delskommiſſion im übrigen um 6½e Uhr abends geſchloſſen, worauf die Preſſe ergibt bei genauerer Betrachtung, wie richtig die
Be=
irgend ein internationales Organ, das für die notwendige Publi= die Sitzung des großen Koordinationskomitees beginnen konnte, hauptung geweſen iſt, die den Zuſammentritt der Außenminiſter
Der rumäniſche Außenminiſiter in Paris.
EP. Paris, 20. Mai.
Wenige Stunden nach Briand traf geſtern nachmittag der
rumäniſche Außenminiſter Mitilineu in Paris ein. Er wurde
nicht nur vom rumäniſchen, ſondern auch vom tſchecho=ſlowakiſchen p
die im September mit Briand in Genf begonnenen Beſprechungen
fortſetzen werde. Der franzöſiſche Außenminiſter Briand veran= anderes vor ſich gegangen iſt, als ein in die Länge gezogener
mittags hinzog, wurde die Reſolution des Redaktions= ſtaltete heute zu Ehren des rumäniſchen Außenminiſters Miti= Leichenſchmaus mit reichem Unterhaltungsprogramm und etwel=
* Der Joachimsthaler Leichenſchmaus.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, 19. Mai.
Die vielfach zum Ausdruck gebrachte Anſicht, es ſeien von
der Konferenz der Kleinen Entente in dem Erzgebirgsſtädtchen
Joachimsthal ſenſationelle Ergebniſſe zu erwarten, hat ſich, wie
Mertens=Belgien und Pugh=England, obwohl Jouhaux in ſeiner, dies ja vorauszuſehen war, als irrig erwieſen, es ſei denn, daß
angekündigt hatte. Die Amerikaner enthielten ſich die offenkundige Stärkung der rumäniſchen Poſition innerhalb
nis eingeſchätzt würße. Aus den mehr als kümmerlichen
Commu=
niqués über die Beratungen in Joachimsthal iſt vorerſt einmal
hervorgegangen, daß die Anſicht des rumäniſchen Außenminiſters
verſtändnis handele, und daß er ſich der Stimme enthalte. Wie durchgedrungen iſt, es ſei notwendig, die reſtloſe politiſche und
wirtſchaftliche Annäherung der einzelnen Staaten der Kleinen
ſchaftlichen Beziehungen einzelner Mitglieder des kleinen
Staatenbundes zu Ungarn aufgenommen werden dürften. Damit
erſcheint der Verſuch des Vertreters der Tſchechoſlowakei bei der
Konferenz, Dr. Beneſch, den zunehmenden Einfluß Italiens auf
Ungarn dadurch zu paralyſieren, daß er den ſchleunigen Abſchluß
eines Handelsvertrages mit dem magyariſchen Reich als die
her=
vorragendſte Aufgabe der nächſten Zeit anſtrebt, vorderhand
ge=
ſcheitert. Als ſelbſtverſtändlich darf angenommen werden, daß
Beneſch trotzdem keine Gelegenheit ungenutzt hingehen laſſen
wird, zwiſchen Prag und Budapeſt ſein hervorragendes
Ver=
mittlertalent ſpielen zu laſſen und alles daran zu ſetzen, damit
die Verbindung Ungarns mit Italien nicht allzu innig werde.
Der rumäniſche Außenminiſter wünſchte, die Ungarn mögen erſt
„Beweiſe ihres guten Willens” erbringen, ehe die Idee der
wirt=
ſchaftlichen Annäherung auf ſie angewendet werden könne, und
ſo war in dieſem Punkte eine völlige Uebereinſtimmung unter
den Konferenzteilnehmern nicht zu erzielen. Dagegen erbrachte
die Erörterung der Frage des Anſchluſſes Oſterreichs an
Deutſch=
land eine — übrigens nicht mehr überraſchende — Einigkeit,
ob=
zwar nicht überſehen werden darf, daß die Belgrader Politik ſich
nicht völlig ablehnend gegen die Idee des Anſchluſſes verhält,
in deſfen Zuſtandekommen ſie die Möglichkeit der Schaffung einer
Schutzwehr gegen Italien ſieht. Der von Beneſch vertretene Plan
eines Zuſammenſchluſſes der Länder Rumänien, Jugoſlawien,
Tſchechoſlowakei, Oeſterreich und Ungarn zu einem
Wirtſchafts=
block, der auch gemeinſame, politiſche Intereſſen zu verfolgen
hätte, wird kaum in Budapeſt oder in Wien begeiſtern können,
denn es gibt keinen Zweifel darüber, daß ein ſolcher
Wirtſchafts=
block ſchon nach kurzem völlig ins Fahrwaſſer Frankreichs geriete,
ſtatt, wie es der Vernunft entſprechen würde, mit Deutſchland
in engſte Verbindung zu gelangen; zudem darf nicht überſehen
werden, daß die Idee des Anſchluſſes in Oeſterreich ſo feſt Wurzel
gefaßt hat, daß die Lockungen des Dr. Beneſch in Wien kaum
jenes Echo finden werden, das er ſich offenſichtlich zu erwarten
Hält man ſich die ſonſtigen „Ergebniſſe” der Joachimsthaler
Konferenz vor Augen, dann muß man jenem tſchechiſchen Blatte
ſchon längſt zu exiſtieren aufgehört habe; alle ihr angehörigen
ſie eine Politik auf eigene Fauſt und ohne gegenſeitige
Fühlung=
nahme machten. Dies beweiſe ſchon die Ratifizierung des
beſſarabiſchen Protokolles durch Italien, wovon Rumänien
Jugo=
ſlawien gar nicht zu verſtändigen für notwendig erachtet habe,
Die ſowjetnuſſiſche Delegation hat noch weitere Anträge ein= woran die Kleine=Entente=Beziehungen nichts ändern. Auf Be=
Berichterſtatter Norman Davis auf ſeine eigene Empfehlung hin Bulgarien aufgehoben, und den Kleinen=Entente=Staaten wird
und die des engliſchen Delegierten Sir Herbert Smith, trotz dem davon nichts mitgeteilt. Niemand fragt ſie, und den
entſcheiden=
damit bewieſen, daß ſich dieſe in keinem Fall zu einem
ſelbſtän=
digen Schritt oder einem Standpunkte aufgeſchwungen habe.
Bericht der Kommiſſion durchaus gegeben ſei. — Der dritte ruſ= England habe die Kleine Entente ſchon lange aus dem politiſchen
ihr, da ſie infolge der verſchiedenen Orientierung ihrer einzelnen
Staaten jede Linie verloren habe.
Die Kommentierung der Beratungen in Jogchimsthal durch
der kleinen Staaten, als eine letzte ſchwache Lebensäußerung
dieſes in ſich zerfallenden Bundes bezeichnet hat. Die
prophe=
zeiten Feſtſtellungen, daß die Kleine Entente heute gefeſtigter
als vorher ſei und daß ſie, wie Dr. Beneſch ſagte, erſt geſchaffen
werden müßte, wenn ſie nicht ſchon beſtünde, ſind denn auch
prompt eingetroffen, aber ſie können die Welt nicht darüber hin=
Geſandten am Bahnhof erwartet. Mitlineu hat erlärt, daß er wegtäuſchen, daß in Foachimsthal, in dieſen Maitagen nichts
hen rechoriſchen 1iebungen.
Seite 2
Samstag, den 21. Mai 1927
Nummer 140
Die Arcos=Affäre.
Das Ergebnis der Razzia. — Neigung
Eng=
lands zum Bruch mit Rußland.
EP. London, 20. Mai.
Obwohl die Razzia auf das Arcosgebäude micht das geſuchte
Schriftſtück und auch keinerlei ſonſtige ähnliche Schriftſtücke
zu=
tage gefördert hat, ſo wird doch den übrigen Funden eine
wich=
tige Bedeutung beigemeſſen, da ſie eine politiſche Betätigung der
Arcosgeſellſchaft bewieſen haben ſollen, ſo ſehr dies auch
ruſſi=
ſcherſeits abgeleugnet wird. Die engliſch=muiſſiſchen Beziehungen
ſind nach wie vor in einem kritiſchen Stadium. Die
Antwort=
note wird zurzeit im Foreign Office vorbereitet, ſoll jedoch nicht
vor dem kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Die
Nei=
gung zum Bruche mit Rußland beſteht zweifellos in weiten
Kreiſen Englands, auch innerhalb des Kabinetts. So weit ſich
aber bis jetzt überſehen läßt, dürfte dieſe Frage zurzeit noch nicht
zur Behandlung reif ſein.
Das engliſche Kabimett wird am Montag zuſammentreten,
um einen endgültigen Beſchluß in der Angelegenheit der
Durch=
ſuchung des Sowjethauſes zu faſſen. Der gegenwärtig in
Lon=
don weilende Chef der engliſchen Miſſion in Rußland wurde
heute von Sir Auſten Chamberlain im Foreign Office
empfan=
gen, wo gegenwärtig die Andwort der engliſchen Regierung auf
die ſowjetruſſiſche Proteſtnote vorbereitet wird.
Abbruch der engliſch=ruſſiſchen Beziehungen?
In der heutigen Londoner Morgenpreſſe kommt faſt
all=
gemein die Auffaſſung zum Ausdruck, daß die Verſchiebung
der geſtern erwarteten Unterhausrede des Innenminiſters über
die Arcos=Angelegenheit darauf ſchließen laſſe, daß ein Bruch
mit Sowjetrußland nicht von der Hand zu weiſen ſei. Wie die
Daily Mail” ſchreibt, werde allgemein erwartet, daß der
Wort=
laut der britiſchen Antwortnote an Moskau am nächſten
Diens=
tag zuſammen mit der britiſchen Regierungserklärung im
Unter=
haus veröffentlicht werde. In dieſer Note werde zum Ausdruck
kommen, daß das Handelsabkommen beendet ſei. Es werde keine
Ueberraſchung bedeuten, ſo ſchreibt das Blatt weiter, wenn jetzt
zugleich die diplomatiſchen Beziehungen abgebrochen würden.
Nach der „Weſtminſter Gazette” halte man es in Kreiſen des
Foreign Office für wahrſcheinlich, daß Chamberlain ſich einem
Mehrheitsbeſchluß ſeiner Miniſterkollegen bezüglich eines
Ab=
bruchs der Beziehungen mit Sowjetrußland nicht widerſetzen
werde. Wie die Daily News” zu melden wiſſen, dürften die
in der Arcos beſchlagnahmten Dokumente die Fortſetzung der
diplomatiſchen Beziehungen unmöglich machen. Im Foreign
Office habe geſtern eine wichtige Konferenz ſtattgefunden, in der
das Kabinett die Andwort auf die ruſſiſche Note entworfen habe.
Ruſſiſche Beſorgniſſe wegen der
engliſch=
franzöſiſchen Beſprechungen.
Wie aus Mosbau gemeldet wird, werden dort in politiſchen
Kreiſen wit Beſorgnis die engliſch=franzöſiſchen Beſprechungen
verfolgt. Der Londoner Zwiſchenfall ſei der Beweis dafür, daß
zwiſchen Frankreich und England eine Einigung in der
ruſſi=
ſchen Frage erzielt worden ſei. England allein würde ſich aus
Gründen politiſcher Klugheit nicht dazu habe verleiten laſſen,
mit Rußland einen Bruch herbeizuführen. Die Sowjetregierung
müſſe damit rechnen, daß die ruſſiſch=franzöſiſchen
Verhandlun=
gen unter dem Drucke Englands ergebnislos verlaufen würden.
Rätſelraten der Pariſer Preſſe.
4Oberſt Lawrence, der Bub — der Held
Von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio.
Vom Tage.
EP. Paris, 20. Mai.
Die Morgenpreſſe iſt ſich nicht abſolut barüber einig, wie die
Londoner Beſprechungen zwiſchen Briand und Chamberlain
ausgelegt werden können. Man glaubt zwar allgemein, daß
England verſuchen wolle, Frankreich für ſeine
Kampffront gegen Sowjetrußland, zu
gewin=
nen. Der „Matin” veröffentlicht gerade heute
bezeichnender=
weiſe einen außerordentlich ſcharfen Artikel gegen den
Kommut=
nismus, der als nationale Gefahr gebrandmarkt wird. Die
Stunde der Verteidigung gegen den Kommunismus habe ge=
In Amerika ſoll es das einmal gegeben haben, daß einer mit
nichts als Hunger und Talent im Leibe Millionär wird. Der
Europäer, der die formal=gerechte Ordnung ſeiner demokratiſchen
Zeit durchbrechen will, um Wille und Geiſt nicht zu proſtituieren,
muß ſich ſchon an den Rand dieſer geſättigten Kultur ſetzen und
ſein Europäertum in den Schrank eine Kairo=Hotels hängen, um
in der Wüſte aus Stein Gold, aus Unterdrückten Könige zu
machen. Man muß einmal den Bettel von Ruhm und Größe
weggeworfen und gegen die Stumpfheit der ſatten Leute und
den Dünkel der fachgerechten Examenleute etwas zu Wege gebracht
haben, um aus innerſtem Herzen ſeine Freude an einem Kerl,
wvie es dieſer Oberſt Lawrence iſt, zu haben. Man muß einmal
die Albernheiten und Verdrehungen der Welt geſchluckt haben,
um die grandioſe Leiſtung dieſes Mannes mit
ſchickſal=
hafter Begeiſterung ganz zu genießen.
Ich bin kein Freunbder üblichen Kriegsbücher,
Ge=
ſchichten und Memoiren, die nur zur perſönlichen Glorifizierung
oder Rektifizierung anklage=belaſtet geſchrieben werden. Hierx)
aber triumphiert die Leiſtung über das Perſönlich=Kleine; hier
ge=
ſtaltet ſich das Schickſal eines Volkes, geiſtig geſchaut und geformt
durch die Tat eines Einzelnen, zum heldiſchen Lied und
kein Buch der letzten Jahre, vielleicht Jahrhunderte, iſt ſo
Helden=
buch wie dieſes Werk von Colonel Lawrence. Hier iſt alles echt,
Freund und Feind; hier iſt Kampf noch Tat; hier entſcheidet
noch die Leiſtung des Einzelnen als letzte Verlebendigung echter,
mitgeriſſener Volkheit.
Man weiß aus Büchern, wie günſtig und zuverſichtlich 1916
die Lage der türkiſchen Front gegen England beurteilt
werden konnte. Alles änderte ſich von dem Augenblick an, als
dieſer unterſetzte Mann, Lawrence, ſo ganz ohne ſoldatiſche
Nei=
gung, aus der generalſtäbleriſchen Zeichenſtube in der Kairo=
Ctappe, nach einer Miſſion zu König Huſſein, von der Glut der
arabiſchen geiſtigen Bewegung um Emir Feiſal angeſteckt,
eng=
liſch=arabiſche, ja Weltgeſchichte machte. Man wird die Größe
der Leiſtung nur dann ermeſſen können, wenn man ſich die Mühe
nimt, die hier angeführten Orte auf einer Karte nachzuſchlagen.
Solange die Türken die Strecke Damaskus=Medina
mili=
järiſch in Händen hatten, war jeder Angriff der Engländer von
Paläſtina in der Flanke und im Rücken bedroht. Dem Gehirn
dieſes einen Engländers entſprang der verwegene Plan,
Araba, den Schlüſſel zu den geſicherten Poſitionen der Türken
eutlaug der Eiſenbahn von der Landſeite zu nehmen.
Okabg, im Rücken verſtärkt durch Rumm und Maan, ſicherte das
2 Coldnellaäure
ondon, Cape, 1527. 30 sh.
Im preußiſchen Landtag wurde das
kommnniſti=
ſche Mißtrauensvotum gegen das Geſamtminiſterium mit 216
gegen 136 Stimmen der Kommuniſten, Deutſchnationalen, Völkiſchen und
Hannoveraner abgelehnt
Im preußiſchen Landtag wurde der Etat für 1927 in der
Schlußabſtimmung mit 211 Stimmen der Regierungsparteien gegen 155
Stimmen der Deutſchnationalen, Wirtſchaftlichen Vereinigung,
Völki=
ſchen, Kommuniſten und eines Teiles der Deutſchen Volkspartei
an=
genommen.
Am 20. Mai iſt in Berlin das Abkommen zwiſchen dem
Deutſchen Reich und dem Königreich Italien über den
Luft=
verkehr von dem Herrn Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann und
dem italieniſchen Botſchafter unterzeichnet worden.
Die „Welt am Abend”, bekanntlich die Abendausgabe der
„Roten Fahne” hat in ihrer geſtrigen Nummer einen Artikel gebracht,
in dem u. a. dem Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht der
Vorwurf gemacht wurde, daß er am ſogen, „ſchwarzen Freitag”
an der Börfe durch Fixen ſchwer derdient haben ſolle. Der
Reichs=
bankpräſident hat wegen dieſer Auslaſſung gegen das genannte
Blatt Strafantrag geſtellt.
Wie die „Rote Fahne” berichtet, ſteht die Gründung einer neuen
Kommuniſtiſchen Partei in Deutſchland vor der Tür. Unter Führung
der Ausgeſchloſſenen Maslow, Ruth Fiſcher und Urban wird zunächſt
eine rege Tätigkeit entwickelt. Eigene Gruppen ſeien überall im Reich
in Bildung.
Bei der zweiten Leſung der Gewerkſchaftsvorlage nahm
das engliſche Unterhaus mit 275 gegen 120 Stimmen die Beſtimmung
an, laut welcher Perſonen, die die Teilnahme an einem
ungeſetz=
lichen Streik ablehnen, geſchützt werden.
Die franzöſiſche Kammer hat den Geſetzentwurf betr.
Ratifizierung des Waſhingtoner Abkommens über
den Achtſtundtentag in der vom Senat vorgeſchlagenen Form.
wonach die Ratifizierung erſt in Kraft tritt, wenn Großbritannien und
Deutſchland die Ratifizierung vollzogen haben, angenommen.
Nach einer Meldung aus Schanghai ſtehen die Streitkräfte
Tchiang Kai ſcheks nur noch etwa 30 Kilometer
ſüd=
öſtlich von Hankau, während ſich die Nordtruppen der Stadt
vom Nordoſten her bis auf etwa 40 Kilometer genähert hätten.
Aus China wird gemeldet, daß der Beſuch des engliſchen
Geſandten in China, Lampſon in Schanghai lediglich
dazu dienen wird, eine Ausſprache mit den dortigen engliſchen Behörden
und insbeſondere mit den dortigen engliſchen Admiralen herbeizuführen.
ſchlagen. Wenn die Regierung das Land nicht vor dem
Bolſche=
wismus ſchützen wolle, ſolle ſie es ſogen. Das Land werde
dann dieſe Aufgabe ſelber beſorgen.
Der „Populaire” und die „Humawité” ſprechen von einem
Wiedererwachen der Reaktion gegen die internationale
Arbeiter=
bewegung und von einem bevorſtehenden Anſturm gegen
Sow=
jetrußland. Auch die „Ere Nouvelle” glgubt, daß der Kampf
gegen Rußland den Hquptgegenſtand der Londoner
Be=
ſprechung darſtellt. Die Zeitung begrüßt im übrigen die
Bil=
dung einer Einheitsfront gegen Moskau. Man
habe in Weſteuropa die Methoden der Kremlleute ſatt, dieſe
müßten begreifen, daß Rußland ſich Europa anpaſſen wüſſe und
nicht Europa an Rußland.
Weniger einig ſind ſich die Blätter darin, inwieweit die
äußere Bekräftigung der Entente covdiale gegen den
Locarno=
vertrag oder den Völkerbund gerichtet ſein könnte. Das „Echo
de Paris” ſpricht zwar ganz offen von einer Dekadenz des
Lo=
carnovertrages, der ſowohl England wie Frankreich enttäuſcht
habe. Die „Action Francaiſe” dagegen iſt ſkeptiſcher über das
Wiedererwachen der Entente. Dazu wären auf
bei=
den Seiten genqu umriſſene politiſche Probleme notwendig.
Man wiſſe aber offenbar nicht, inwieweit man
ſich in einen Kampf gegen Sowjetrußland
ein=
laſſen wolle, und Frankreich wiſſe nicht, bis zu
welchem Grade es den deutſchen Forderungen
für die Räumung des Rheinlandes ſtandhalten
wolle. Unter dieſen Umſtänden ſei zu befürchten, daß die
angebliche Wiederanknüpfung der Entente
cordiale lediglich ein frommer Wunſch bleiben
werde. Auch der „Avenir” drückt ſeine Zweifel aus und glaubt,
daß Briand ſich in ſeinen Annäherungsgedanken an Deutſchland
zu feſt eingelebt habe, um jetzt eine andere Politik führen zu
können. England liege im übrigen offenbar weitaus mehr an
der Verſtärkung der Entente als Frankreich, weil es davon
größere Gewinne erhoffe „Petit Journal” will dagegen
nicht zugeben, daß die Londoner Beſprechungen gegen Locarno
gerichtet ſein könnten. Der „Figaro” begrüßt die Bekräftigung
der Entente cordiale mit England und ſtellt die Frage, wann
eine ähnliche mit Italien abgeſchloſſen werde.
Das neue Strafgeſetzbuch.
Dem Reichstag iſt jetzt der Entwurf eines allgemeinen
Straf=
geſetzbuches zugegangen, der eine vollkommene Umbildung des
deutſchen Strafrechts bringen will inſofern, als das noch aus
dem Jahr 1871 ſtammende Strafgeſetzbuch der Rechtsentwicklung
und unſerem modernen Rechtsempfinden angepaßt werden ſoll.
Der Entwurf hat eine ſehr lange Vorgeſchichte. Schon im Jahre
1906 wurde im Reichsjuſtizminiſterium eine Kommiſſion
einge=
ſetzt, der im Jahre 1911 eine zweite folgte. Der Krieg und die
Revolution haben die Arbeiten vorübergehend zur Ruhe gebracht.
1919 wurde ein neuer Entwurf angefertigt. Der ſtarke Wechſel
der Miniſter aber brachte es mit ſich, daß die Dinge nur ſehr
langſam in Fl:ß kamen. Politiſch bedeutungsvoll iſt die
Vor=
lage darum, weil ſie Hand in Hand mit der öſterreichiſchen
Regie=
rung aufgeſtellt worden iſt, daß wir alſo künftig die Möglichkeit
gleicher Rechtſprechung in beiden Staaten haben. Der Entwurf
behält die Todesſtrafe bei, ſieht aber die Möglichkeit mildernder
Umſtände vor, was bisher nicht vorhanden war. An
Freiheits=
ſtrafen iſt Zuchthaus, Gefängnis und Einſchließung, die an die
Stelle von Feſtung tritt, ſowie Haft vorgeſehen. Das Syſtem
der Maßregeln zur Beſſerung und zur Sicherung iſt inſofern
erweitert, als die Sicherung und Verwahrung gefährlicher
Ge=
wohnheitsverbrecher vorgeſchlagen wird. In der Bemeſſung der
Strafe iſt den Richtern weitgehende Freiheit gelaſſen. Auf
Mindeſtſtrafen iſt ſoweit wie möglich verzichtet worden. In
be=
ſonders leichten Fällen kann bei Uebertretung und bei einigen
Vergehen auch von Strafe abgeſehen werden. Auf der anderen
Seite iſt die Möglichkeit gegeben, in beſonders ſchweren Fällen
ſtrenge Strafen zu verhängen, wenn es not tut. Beiſpielsweiſe
bei Gewohnheitsverbrechern kann der Richter wegen eines
Ver=
brechens, auch wenn es an ſich mit geringeren Strafen bedroht
iſt, Zuchthaus bis zu 15 Jahren und wegen eines jeden weiteren
vorſätzlichen Vergehens Zuchthaus bis zu 5 Jahren verhängen.
Vorausſetzung iſt dabei, daß der Täter bereits zweimal mit
erheblichen Strafen belaſtet iſt.
Im beſonderen Teil iſt der Kampf gegen den
Alkoholmiß=
brauch und den Mißbrauch anderer Rauſchgifte auch mit
ſtraf=
rechtlichen Waffen weitergeführt. Die Abtreibung bleibt
weiter=
hin ſtrafbar. Beim Zweikampf iſt ein Unterſchied zwiſchen Duell
und Menſur formuliert. Der Begriff des Zweikampfes mit
töd=
lichen Waffen iſt verſchwunden. An ſeine Stelle iſt der
Zwei=
kampf mit Waffen getreten, der beſtraft wird, wenn dadurch
ent=
weder ein Ehrenhandel ausgetragen werden ſoll oder wenn er
unter Bedingungen erfolgt, mit denen eine Lebensgefahr oder
die Gefahr eines erheblichen Schadens für die Geſundheit
regel=
mäßig verbunden iſt. Nach der Begründung würde alſo der
Zweikampf ſtraflos bleiben, wenn er ſportliche Ziele verfolgt oder
unter den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt
wird. Angefügt iſt dem Geſetz noch eine Anlage mit einem
Ueberblick über die Kriminalität in den deutſchen Staaten ſeit
1882. Sie gibt ein erſchütterndes Bild über das Anwachſen der
Kriminalität unmittelbar nach dem Krieg. Der Höhepunkt war
1923 erreicht, wo die Zahl der verurteilten Perſonen auf über
800 000 ſtieg. Seitdem iſt ein ſtarkes Abſinken auf 500 000 zu
verzeichnen, ſo daß wir jetzt den Vorkriegsſtand etwa wieder
erreicht haben.
Dem Entwurf eine parlamentariſche Prognoſe zu ſtellen, iſt
außerovdentlich ſchwierig. Das Geſetz iſt von Sachverſtändigen
bereits bei der Durcharbeitung in mehr als ſieben Kommiſſionen
hinreichend geprüft worden. Bedauerlicherweiſe fallen aber im
Reichstag die Entſcheidungen auch auf dieſem Gebiet oft genug
nach politiſchen Geſichtspunkten. Der Reichstag hat die Abſicht,
noch vor der Sommerpauſe die erſte Leſung vorzunehmen und
den Entwurf dann an die Kommiſſion weiterzugeben. Nach
früheren Erfahrungen iſt indes damit zu rechnen, daß Jahre
darüber vergehen können, bis die Beratungen nicht nur im
Aus=
ſchuß, ſondern auch in der zweiten und dritten Leſung des
Plenums abgeſchloſſen ſind.
Erklärungen Briands vor dem Miniſterrat.
EP. Paris, 20. Mai.
Der Miniſterrat, der heute vormittag unter dem Vorſitz von
Doumergue im Elyſee tagte, hörte vor allem ein langes Expoſé
Briands über das diplomatiſche Ergebnis der Londoner Reiſe
an. — Sodann teilte der Juſtizminiſter Barthou mit, daß er
heute vor der Kommiſſion für die gerichtliche Verfolgung der
Kommuniſten erſcheinen werde, um derſelben neue belaſtende
Dokumente, beſonders in bezug auf Doriot zu unterbreiten.
Hinterland gegen jeden Angriff vom Roten Meer her. Um aber
dieſen „Schützengraben im Bereich der engliſchen Schiffsgeſchütze‟
zu nehmen, blieb — nachdem die Araber von Jidda (weſtlich von
Mekka), dem Ausgangspunkt der ganzen Aktion, die Hafenſtadt
Jenbo erobert hatten und von da aus ungefähr 300 Kilometer
nördlich an der Küſte Weijh beſetzt hatten — nur der eine
Weg von 900 Kilometern quer durch die Wüſte
wobei die Eiſenbahnlinie einmal öſtlich und dann wieder weſtlich
gekreuzt werden mußte, und Medina unbeläſtigt den Türken
be=
laſſen wurde. Zwei Monate koſtete dieſer Ritt durch die Wüſte
(begonnen am 9. Mai 1917), der an Menſchen und Tiere das
Höchſtmaß von Anforderung ſtellte. Er glückte, weil ein Kerl von
Willen, ſicher und zäh im Planen und Geſtalten, grandios in
der Behandlung einer anderen Naſſe und nie erlahmend in
ſei=
ner Geduld für all ihre Schwächen und Stärken, dahinter ſtand:
weil er ſich in die Eigenart der Araber und ihrer Stämme ſeit
Jahren eingefühlt und eingelebt hatte, weil er ihre Dialekte
ſprach und ihre Sehnſüchte und Leiden unter der Türkenherrſchaft
kannte und weil er als Araber in Araberkleidung unter ihnen
lebte und litt und ſeinem Körper rieſenhafte Strapazen
ab=
trotzte!
Von den Kämpfen und unerhörten Strapazen bei dem Ritt
durch die Wüſte bekommt man vielleicht durch folgende Stelle
eine kleine Ahnung: „Unſere Gewehre waren von der
Sonnen=
glut und dem Schießen ſo heiß, daß ſie uns die Hände ſengten;
dabei mußten wir mit unſerer Munition ſparſam umgehen, jeden
Schuß ſcharf zielend und mit aller Anſpannung, auch ſicher zu
treffen. Die Felſen, gegen die wir uns niederwarfen, glühten
und verbrannten uns Arme und Bruſt, daß ſich nachher die Haut
in Fetzen wie Blätter Papier abſchälte. Der ſengende Schmerz
trieb uns den Durſt in die Kehle. Aber ſelbſt an Waſſer mangelte
es, und wir konnten keine Leute abgeben, Waſſer aus Batra
heranzuholen, und wo nicht alle trinken konnten, war es beſſer,
keiner trank.”
Nach dieſen Strapazen von 2 Monaten wird Akaba genommen;
aber es fehlt für die 500 Leute und die 700 Gefangenen an
Lebens=
mitteln und Geld. Ohne Zögern reitet Lawrence, obwohl erſchöpft,
durchdie Wüſte Sinaiin49 Stundennach Suez und
dort, in der Etappe, ſtößt er auf abgezirkelte Dienſtvorſchriften, auf
unglaublich klingendes „Nicht zuſtändig” der verſchiedenen
Dienſtſtellen, die ihm den Uebergang über den Kanal wehren,
weil ſie in ihrer Stierigkeit nicht verſtehen können, daß von ſeiner
Miſſion, von der Schnelligkeit ſeiner Verhandlungen mit dem
Oberbefehlshaber (Allanby) in Kairo das Schickſal von Völkern
abhängt. Und endlich, aber wiell ſetzt er ſich durch, hetzt andere
über Vorſchriften hinweg und triumphiert, er, von dem man in
der Etappe unter Bezugnahme auf ſeine Araberfürſten lächelnd
und achſelzuckend nie anders als von den „drei Mann und
dem Bub” ſprach.
UInd als dann Allanby dieſen kleinen Kerl in zerſchliſſenem
Araberkoſtüm und abgeriſſenen Hautfetzen vor ſich fah; als ihm
dieſer den verwegenen Plan entwickelte, er wollte mit einigen
100 000 Pfund Gold, mit energiſcher Unterſtützung durch
Lebens=
mittel und Waffen die Arabererhebung ſiegreich durchführen, da
entſchied ſich der klare Blick des engliſchen Generals — wenn
auch ſich vielleicht nicht ganz klar, wieviel an dieſem Menſchen
Windbeutelei, wieviel echt ſei —, aber doch von ſeiner Energie,
ſeinem Willen und ſeiner Ueberzeugung angeſteckt, zu einem
ver=
läßlichen, unerſchütterlichen Ja, das er bis zum Ende treulich
hielt.
Lawrence brachte es fertig, beide Seiten für einander
aktions=
fähig zu machen: die geiſtige Triebfeder der Erhebung, Feiſal,
und den guten Willen der Araberſtämme mit dem Geld,
den Kanonen und der Flotte Englands zu einer
Revolte ohnegleichen zuſammenzuſchweißen. Völkerſtämme, in
alter Blutrache gegeneinander feſtgefreſſen, trieb er zu ſieghafter
Erhebung quer durch die Wüſte und in zwei Jahren gemeinſamer
Aktion von Medina bis Damaskus; weckte ein Millionenvolk aus
ſeiner Lethargie auf und benutzte es als militäriſch=politiſchen
Faktor erſten Ranges, als Stein in Englands großem Krieg=
Uind als die Engländer mit den Arabern im Herbſt 1918 in
Da=
maskus einzogen, da wurden die bis dahin gegen die Türken in
Paläſtina und Syrien immer noch als „Hilfstruppen”
kämpfenden Araber als Kriegführende anerkannt!
3 Jahre ſpäter beſtieg Feiſal als König des Frak unter
un=
geheurer Begeiſterung den Königsthron, während ſein Vater,
König Huſſein, im Hedſchas und ſein Bruder Abdullah in Trans=
Jordanland herrſchten. Daß engliſches Geld und engliſche
Kano=
nen die Bewegung ſtützten, war Lawrences Tat! Daß und wie
eine geiſtige Bewegung Wirklichkeit wurde und nicht in Worten
erſoff, war ſeine noch größere Tat! Ueberhaupt was uns
in ungehinderter Spannung von den erſten Seiten des Buches
an gefangen nimmt, iſt die aus einem Bündel Willen, Energie
und Nerven geformte heldiſche Tat, weil in ihr eine Idee treibt,
weil in ihr der Geiſt begeiſternd und ausdauernd, über
Nummern triumphiert!
Zwei Jahre grandioſer fabelhafter Leiſtung hatten ihn zum
Helden Englands, ja der Weltgeſchichte gemacht. Vor
ſeinem Namen verblaßten die Ruhmestaten großer Helden des
Mittelalters und wie haben ſich Königsmacher, die
Welten eroberten und das Kartenbild von Erdteilen umformten,
ihre Taten bezahlen laſſen! Mit Tonnen Goldes lohnte Queen
Elizabeth Drake, den großen Seehelden! Er aber, dieſer
Colo=
nel Lawrence, warf Ruhm und Siegesbettel von ſich und
verkroch ſich vor ein paar Jahren in einen anderen Namen
und ging als Gemeiner Shaw zur Britiſh Air Force nach
Indien!!!
Noch ein paar Worte über das Buch ſelbſt. Bald nach
dem Krieg zirkulierte eine Handſchrift im engſten Kreis, die auf
irgend geheimnisvolle Art abhanden gekommen ſein ſoll? Dann
tauchte eine unerhört teure Liebhaberausgabe auf und jetzt
end=
lich eine Ausgabe zu dei gerade noch erſchſinglichen Preis von
Nummer 140
Samstag, den 21. Mai 1927
Seite 3
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etwa wieht
Der Londoner Meinungsaustauſch.
Das deutſch=franzöſiſche Problem. — Englands
Beziehungen zu Rußland.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 20. Mai.
Der Staatsbeſuch des Präſidenten Doumergue in London
hat, um das von der „Times” geprägte Schlagwort anzuwenden,
zu einer „Expanſion der Entente” geführt. In dieſer
Feſtſtellung miſchen ſich Tatſachen, Beſtrebungen und bloße
Wünſche. Will man ſich ihre Wirkungen vergegenwärtigen, ſo
tut man gut, zu bedenken, daß eine zweiſtündige Unterredung
zweier Außenminiſter, mögen ſie miteinander noch ſo vertraut
ſein, eine entſcheidende Wendung ihrer beiderſeitigen Politik nur
unter ganz beſonderen Umſtänden herbeiführen kann. Es gehört
dazu in erſter Linie eine meiſt monatelange Vorbereitung durch
die ſogenannten normalen diplomatiſchen Kanäle, an der es in
dieſem Falle notoriſch gefehlt hat. Das hervorragendſte
Kenn=
zeichen der Anregungen, die Chamberlain und Briand
mitein=
ander ausgetauſcht haben, beſteht alſo unvermeidlicherweiſe darin,
baß ihre Umſetzung in die Wirklichkeit ungewiß iſt und zum min=
Heſten noch ergänzender Beratung der beiden Kabinette von Lon=
Don und Paris bedarf. Das gilt insbeſondere für Briand.
„Expanſion der Entente” bedeutet vom engliſchen Standpunkt
Zweierlei. Einmal, daß Frankreich den von der franzöſiſchen
Mechten immer noch gepflegten Gedanken aufgibt, die Entente
mit England, die den Locarno=Verträgen voraufging, ſei auch
Dazu beſtimmt, die Politik von Locarno wieder abzulöſen und
zu zeiſtören. Dieſer Begriff der Entente hat für England
end=
gültig hiſtoriſche Bedeutung angenommen. Auf der anderen
Seite iſt aber England ſo tief wie niemals ſeit dem
Kriege in die weiteren Zuſammenhänge ſeiner
Weltpolitik verſtrickt. Es hat ſeit der Auflöſung ſeines
Bündniſſes mit Jaxan einen ſicheren Alliierten verloren und
einen höchſt unſicheren in Geſtalt Amerikas dafür eingetauſcht.
England entzieht ſich in Europa der Koalitionspolitik im alten
Sinne und wird, mehr oder minder planmäßig, zur treibenden
Kraft neuer Koalitionen im weiteren Bereich der engliſchen
Welt=
politik. Hieraus ergibt ſich die Nichtung jeder engliſch=
franzö=
ſiſchen Auseinanderſetzung — auch der geſtrigen — in den beiden
Hauptpunkten, die im Augenblick zur Debatte ſtehen: der Frage
der deutſch=fr anzöſiſchen Beziehungen (
Räu=
mung des Rheinlandes) und der Frage der
engliſch=
ruſſiſchen Beziehungen.
Es iſt anzunehmen, daß der Meinungsaustauſch
zwiſchen Briand und Chamberlain über die
Be=
ſatzungsfrage, der nach Lage der Dinge am beſten
vor=
bereitet war, auch dem Charakter einer wirklichen Diskuſſion am
nächſten gekommen iſt. Hierin liegt ohne Zweifel ein Fortſchritt
vom deutſchen Standpunkt aus. Denn England hatte aus
Grün=
den der franzöſiſchen Innenpolitik bekanntlich von den jüngſten
deutſchen Schritten in Paris abgeraten und ſich zunächſt
des=
intereſſiert. Wenn es jetzt dieſes Desintereſſement aufgegeben
hat, ſo iſt das im weſentlichen auf ein beſſeres Verſtändnis der
innerpolitiſchen Schwierigkeiten des deutſchen Außenminiſters
zurückzuführen. Briand aber dürfte ſeine Aufgabe in Paris
einigermaßen erleichtert finden, nachdem der Londoner
Staats=
beſuch Frankreich immerhin einen hübſchen Preſtigeerfolg
ver=
ſchafft hat. So wenigſtens denkt man ſich in Ermangelung von
Einzelheiten die Wirkung der engliſch=franzöſiſchen
Fühlung=
nahme, und die Ausſichten in der Beſatzungsfrage werden daher
verhältnismäßig günſtig beurteilt. Es iſt bekannt, daß
etwas anderes als eine mehr oder minder beſchränkte
Herab=
ſetzung der Truppenziffer gegenwärtig nicht zur Debatte ſteht.
Was die Beziehungen zu Rußland anlangt, ſo
kann man trotz des Optimismus der Londoner City nicht gut
daran zweifeln, daß ſie an einem denkbar kritiſchen Punkt
ange=
langt ſind und daß ihr ſtörender Einfluß von London intenſiv
auf das Feſtland ausſtrahlt. Der franzöſiſche Staatsbeſuch dürfte
in dieſer Beziehung die Dinge kompliziert, nicht verbeſſert haben.
In England hat man ſeit der Rede des franzöſiſchen
Kolonial=
miniſters in Conſtantine das Verhalten Frankreichs gegenüber
den Ruſſen und den franzöſiſchen Kommuniſten mit begreiflicher
Spannung verfolgt. Es ſcheint, daß in den letzten Tagen die
antibolſchewiſtiſche Richtung in Paris einen gewiſſen Rückſchlag
erlitten hat, und an und für ſich widerſprechen ſchlechte
Bezie=
hungen zu Moskau den franzöſiſchen Tendenzen überhaupt. Aber
England appelliert an Frankreichs Intereſſen als Kolonialmacht,
und ein vorübergehendes Einſchwenken in die engliſche Front
dürfte Frankreich richt allzu viel koſten. Die engliſche Regierung
ſelbſt hat ihre fälligen Unterhauserklärungen über die Razzia
bei der „Arcos” aufgeſchoben, was nicht notwendigerweiſe ein
ſchlechtes Zeichen iſt. Auch wenn Chamberlain ſeine perſönliche
Ueberzeugung, daß die europäiſche Politik den Bruch zwiſchen
London und Moskau nicht verträgt, nicht aufgegeben hat — was
in der Tat wahrſcheinlich iſt —, hat jedoch der Zwiſchenfall der
vergangenen Woche es für ihn ſchwerer als je gemacht, dieſe
Ueberzeugung im Kabinett und in der konſervativen Partei
durch=
zuſetzen. Die Chancen für die Aufrechterhaltung des
engliſch=
ruſſiſchen Handelsvertrages ſind im Augenblick nicht groß.
Ein politiſches Geſchäft auf deutſche Koſten.
Der Londoner Korreſpondent der „Chicago Tribune”
be=
richtet ſeinem Blatte über ein in engliſchen Kreiſen umlaufendes
Gerücht, wonach es ſich bei der Unterredung Chamberlains und
Briands um einen richtigen „diplomatiſchen Handel” zwiſchen der
franzöſiſchen und engliſchen Regierung gehandelt habe. Die
Grundlagen dieſes Handels ſeien folgende: Frankreich erklärt ſich
damit einverſtanden, der engliſchen Führung in der Politik
gegenüber Moskau zu folgen. Andererſeits müſſe ſich England
der Führung Frankreichs in der Rheinlandpolitik anſchließen.
Schließlich wird verlangt, daß Frankreich ſich den engliſchen
Standpunkt, betreffend die italieniſche Politik und in der
China=
politik zu eigen mache. Der Korreſpondent fügt hinzu, England
habe ſich demnach damit einverſtanden erklärt, Poincarés Theſe
bezüglich der Rheinlandräumung zu genehmigen gegen die
Un=
terſtützung Frankreichs in allen England angehenden Fragen.
Engliſche Ehrung des franzöſiſchen Präſidenten
Präſident Doumergue
in der traditionellen Tracht der Oxforder Univerſität in
Beglei=
tung des Vizekanzlers Cave. Die Ehrenpromotion des
fran=
zöſiſchen Staatspräſidenten in Oxford erfolgte im Rahmen der
Ehrungen, die Doumergue anläßlich ſeines Beſuches in London
zugedacht waren.
Deutſchland in London.
Berlin, 20. Mai. (Priv.=Tel.)
An demſelben Tage, an dem die Beſprechungen zwiſchen
Briand und Chamberlain ihren Abſchluß gefunden haben,
ver=
öffentlicht das Völkerbundsſekretariat die Tagesordnung der für
den 13. Juni nach Genf einberufenen Ratstagung. Daß ſie nicht
nach Berlin eingeladen würde, wie Dr. Streſemann eine
zeit=
lang beabſichtigte, haben wir ſchon vor einigen Wochen mitgeteilt.
Dieſe Einladung hätte in Verbindung geſtanden nur mit der
bisher noch nicht erfolgten Herabſetzung der Beſatzungstruppen.
Das hat den Vorteil, daß Deutſchland jetzt freie Hand hat und,
da inzwiſchen die Zerſtörung der Oſtwerke erfolgt iſt, wird man
wohl damit rechnen können, daß Dr. Streſemann auf der
Ta=
gung in Genf das Problem der Rheinlandräumung auf Grund
des Artikels 431 des Verſailler Vertrages durch einen Vorſtoß
in offiziellſter Form zur Debatte ſtellen wird. Dabei wird ſich
auch zeigen müſſen, ob die peſſimiſtiſchen Betrachtungen, die als
Ergebnis der Londoner Beſprechungen das Ende der
Locarno=
politik feſtſtellen wollen, die Zuſammenhänge richtig ſehen. Wir
glauben nicht an eine derart plötzliche Umſchaltung und
ſchließ=
lich ſind die Namen Briand und Chamberlain mit der
Locarno=
politik ſo eng verknüpft, als daß ſie einen völligen Kurswechſel
ohne eine Erſchütterung ihrer Stellung ertragen könnten. Wir
möchten deshalb auch annehmen, daß, ſoweit Deutſchland in
London eine Rolle geſpielt hat, es ſich mehr darum gehandelt
hat, nicht allein gegenüber dem Verlangen nach Herabſetzung
der Beſatzungstruppen, ſondern gegenüber der beſtimmt in
Aus=
ſicht ſtehenden diplomatiſchen Aktion in der Richtung einer
völ=
ligen Räumung des Rheinlandes eine gemeinſame Linie
Eng=
lands und Frankreichs feſtzulegen. Wie dieſe Linie ausgefallen
iſt, wird ſich vielleicht ſchon entnehmen laſſen aus der Antort,
die Briand wohl in der nächſten Woche uns zugehen laſſen muß.
Das dornige Rheinland=Problem.
Der diplomatiſche Berichterſtatter des „Daily Telegraph”
verweiſt auf die Tatſache, daß nach der jetzt vorliegenden
Tages=
ordnung des Völkerbundsrates für die Anfang nächſten Monats
beginnende Tagung die Rheinlandfrage wiederum nicht
einge=
ſchloſſen ſei. Nicht einmal die Frage der künftigen Ueberwachung
der entmilitariſierten Rheinlandzone ſoll beſprochen werden. Die
Möglichkeit beſtehe, daß aber die deutſche Regierung in letzter
Stunde darauf dringen werde, die Räumungsfrage aufzuwerfen.
Wenn dies nicht geſchehe, würde das „dornige
Rheinland=
problem”, von neuem vertagt werden. Chamberlain und Briand
ſeien ſich bei ihrer Londoner Unterredung darüber einig geweſen,
ſo bemerkt der Korreſpondent, daß die Räumungsfrage nicht fällig
ſei und auf jeden Fall nicht vor dem 15. Juni, dem Termin für
die Beendigung der Zerſtörung der Oſtbefeſtigungen, fällig
wer=
den könne.
Englands Hand im Oſten. — Ein
polniſch=
litauiſches Bündnis?
* Berlin, 20. Mai. (Priv.=Tel.)
Ein polniſches Blatt, das in letzter Zeit ſehr gute
Infor=
mationen aus engliſchen Kreiſen bezog, deutet an, daß die
eng=
liſche Regierung einen ſehr ſtarken Druck auf
Kowno ausgeübt hat, um Litauen zur
An=
knüpfung zunächſt einmal normaler
Beziehun=
gen zu Polen zu veranlaſſen. Das iſt ſchon früher
geſchehen. England ſcheint aber diesmal mit ſehr kräftigen
Mitteln zu arbeiten. Gegen Litauen kann man den nötigen
Zwang durch die Sperrung der wirtſchaftlichen Kredite, wie
überhaupt durch finanzielle Gewaltmaßnahmen ausüben, dem
das kapitalſchwache Litauen nachkommen muß. Die Meldung iſt
deswegen ſo bedeutſam, weil die deutſche Politik doch ſeit dem
Kriege mit dem litauiſch=polniſchen Gegenſatz, als mit einer
un=
abänderlichen Tatſache, rechnen konnte. Die Litauer wollten auf
Wilna nicht verzichten und waren ſchon aus geſchichtlicher Zeit
immer die Erzfeinde der Polen, ſie waren alſo für uns immer
eine Rückendeckung gegen einen polniſchen Angriff. Wenn es
den Engländern jetzt wirklich gelingt, dieſe
Meinungsverſchieden=
heiten aus der Welt zu ſchaffen und ein polniſch=
lätau=
iſches Bündnis auf die Beine zu ſtellen, würde das eine
völlige Verlagerung der Verhältniſſe im Oſten bedeuten, die von
England aus zunächſt vielleicht gegen Rußland gedacht iſt, die
aber auch unmittelbar Deutſchlands politiſche Lage verſchlechtern
muß, weil die Gefahr eines feindlichen Blocks an
unſerer Grenze dadurch vergrößert wird.
30.— RM., aber vornehm ausgeſtattet und geſchmückt mit
beſon=
ders guten Porträtzeichnungen der wichtigſten Köpfe dieſer
Erhebung.
Die Kunſt der Darſtellung erinnert in dem matter=of=fact=Ton
an den „Werwolf”. Lawrence: Hingabe an die Wunder der
Natur, der Landſchaft, der Nacht, in ſchwingenden Sätzen
ge=
ſtaltet, klingt bald wie Heimweh nach Unendlichkeit, bald wie
ein ſtill Gebet durch dieſes eigenartige Buch. Da heißt es
einmal: „Wir hielten an und ſpürten, wie in der ruhigen Nacht
Klänge lebendig wurden, während der Duft welkenden Graſes
mit dem ſterbenden Wind um uns auf und nieder wehte”, Löns
würde ſo ein ſtarkes Buch nach dem Krieg und durch den
Krieg geſchrieben haben, wenn nicht..."
Wir erleben Freund und Feind, ſowie ſie ſind.
Die Beſchreibnng der Araberfürſten (S. 32—33) iſt ein
Meiſter=
ſtück der Darſtellung, wie überhaupt ſeine
Charakteriſie=
rungeinzelner Perſonen mit ein paar Strichen
faſzi=
niert. So ſchildert er den jungen Harith Scheik Ali ibn el
Huſſein, der in überzeugender Kraft jeder Gefahr entgegenlachte:
„Seine Körperkraft war fabelhaft: weder groß noch kräftig, war
er ſo ſtark, daß er ſich niederkniete, die Unterarme auf den Boden
mit den Handflächen nach oben, und wieder aufrichtete, während
auf jeder Hand ein Mann ſtand. Dazu lief er ſo ſchnell, daß
er barfuß jedes Kamel im Trab überholte, mit ihm über eine
halbe Meile Tempo hielt und dann noch in den Sattel ſprang.
Er war unverſchämt, dickköpfig, eingebildet; rückſichtslos in Wort
und Tat. Begeiſternd bei öffentlichen Anläſſen (wenn er Laune
hatte) und recht wohl erzogen für jemand, deſſen nationaler
Ehr=
geiz darin beſtand, die Nomaden der Wüſte im Krieg und Sport
auszuſtechen”. Und wie ſchildert Lawrence erſt die Feſte der
Araber, wenn in Zelten partieweiſe von demſelben Braten
gegeſſen wurde, wenn aus denſelben drei Taſſen nach und nach
zwanzig Mann in drei, vier, fünf und mehr Runden tranken,
daß man mit Wolluſt ſpürte, wie ſich durch die Hinterlaſſenſchaft
des vorher Trinkenden das Aroma und der Schmelz des Kaffees
von Runde zu Runde hob.
Wie verzweifelte er manches Mal, wenn Araber plünderten
und ſich die Uniform der Feinde als Siegestrophäen anzogen,
und beladen mit Beute die beſtgeplante Operation zu
Schanden machten. Wenn bor Yenbo der linke Araberflügel
wie auf Kommando bewußt abzog und warum? „Nur um uns
eine Taſſe Kaffee zu kochen; den wir hatten vor Sonnenaufgang
bis zur Dunkelheit gekämpft und waren todmüde und durſtig!“
Ueber all das ragt das Ende des Scheiks Tallal bei
Tafas hinaus; das wird man nie vergeſſen können. Kurz
nachdem die Türken abgezogen waren, kommt er in ſein Dorf und
findet alles zerſtört. Seine Familie, ſeine Leute aufgeſpießt,
niedergemetzelt. Tallal hatte alles geſehen, und mit uns geſehen!
Wie ein verwundetes Tier ſchrie er auf; dann ritt er zum oberen
Talgrund und hielt eine Weile an, zitternd am ganzen Leibe und
unverwandt den Türken nachſtarrend. Ich wollte zu ihm hin,
aber Auda fiel mir in die Zügel und hielt mich zurück. Ganz
langſam zog ſich da Tallal ſein Kopftuch über das Geſicht und mit
einem Mal war es, als wenn er ſich mit aller Macht
zuſammen=
reiße; er jagte ſeinem Pferd die Sporen in die Flanken und
galoppierte jählings vor, tief vorgebeugt, im Sattel ſchwingend,
geradeswegs auf die Hauptmacht der Türken zu.
Es war ein langer Ritt einen flachen Hügel hinab und über
eine Mulde hin. Wir ſaßen wie erſtarrt, während er vorſtürmte,
das Trommeln der aufſchlagenden Hufe unnatürlich laut in
unſerem Ohr. Wir hatten aufgehört zu ſchießen, und auch die
Türken ſchoſſen nicht mehr. Beide Heere ſahen nur auf ihn, wie
er in dem ſtillen Abend vorjagte, bis auf wenige Längen an den
Feind heran. Dann reckte er ſich hoch im Sattel auf und rief
ſein Feldgeſchrei: Tallal, Tallal! zweimal in gellendem,
furcht=
baren Schrei. Augenblicks krachten Salven, Gewehrfeuer,
Ma=
ſchinengewehre, und Tallal und ſein Noß, durchbohrt von 1000
Kugeln, ſtürzten tot in die feindlichen Bajonette.”
Mit herausfordernder Offenheit ſchreibt er über die
eng=
liſche Armee. Da ſteht z. B. der Satz: „Die Leute waren
oft tapfere Soldaten, aber ihre Generäle verdarben in ihrer
Dummheit ebenſo oft, was ſie in ihrer Unkenntnis gewonnen
hatten‟. Es ſtehen Bemerkungen über engliſche Generale darin,
die wie eine Unverſchämtheit klangen, und drei Seiten weiter
handelt z. B. ſo ein General (Admiral Boyle), der es bei den
erſten Verhandlungen Lawrence gegenüber zu nicht mehr als
14 Worten täglich brachte, auf die Minute beſtimmt, entſcheidend
und wie ſelbſtverſtändlich!
Wie hat Lawrence ſeine Mühe, wie hat er ſeine Sorge und
Not mit den regulären engliſchen Truppen! Beſonders nach der
Einnahme von Deraa und der Vereinigung der engliſchen Armee
mit den Arabern, als der engliſche General mit
unglaub=
licher Vorſicht Sicherungsketten und Poſten in „Freundesland‟
ausſtellte und mit den Manieren des Siegers im
„eroberten Land” Ordnung und Ruhe ſichern wollte!
Lawrence zwingt ihn, ſich als „ſein und der Araber Gaſt” zu
betrachten und zu — benehmen. „Mein Hirn arbeitete in dieſen
Minuten mit letzter Anſpannung, um in unſerer beider Intereſſe
(Englands und der Araber) die erſten verkehrten Maßnahmen
zu verhindern, durch die die ganz phantaſieloſen Briten, trotz
ihrem beſten Willen von der Welt, gewöhnlich den nachgiebigen
Eingeborenen des Zwanges der Verantwortung entheben und
ſo eine Situation heraufbeſchwören, die nur jahrelange Agitation
und damit Reformen und Revolten nach ſich zieht.”
Und dann am Abend nach dem Einzug in Damaskus
wan=
delt er, in ſeinem arabiſchen Kleid unerkannt, wie irgend ein
Fremder zwiſchen den Truppen umher, den „richtigen Soldaten”,
und zieht Vergleiche zwiſchen den Menſchen, die mit ihm,
zum Teil als ſeine perſönliche Schutztruppe, ihr Leben täglich
unter tauſend Mühſalen und Gefahren riskierten und doch etwas
Perſönliches blieben; zwiſchen den Arabern, deren
Leben er zwei Jahre lebte, und zwiſchen den Soldaten, die
ſich dem Staat verkauften, dieſem unperſönlichen Ding,
„ſchlimmer als ein Verbrecher oder Sklave, weil ſie um ein
Trinkgeld ihr Leben und 24 ſtündige Arbeit verſchleudern” und
ſchließt mit einem ſo ungeheuerlichen Urteil über den engliſchen
Soldaten, daß er ſelbſt ein ſo radikal=liberales Blatt wie den
„New Statesman” (vgl. ſeine Nr. vom 1. 4.) zu einem
Proteſt gegen ſein Urteil zwingt. Die Worte ſelbſt lauten in
Engliſch: „That hot pissy aura of thronged men in woollen
elothes; a tart pungeney, breath-catching, ammoniacal; a
fer-
vent fermenting naphtha-smell.
Ein Kapitel für ſich ſind ſeine Worte über uns
Deutſche. Ueber den erſten Deutſchen, mit rötlichem Bart und
blauen Augen, den er bei der Einnahme von Akaba trifft, ſpricht
er wie jeder Engländer und macht ſich ein bißchen luſtig darüber,
daß der gute Mann ſo gar nichts von der arabiſchen Bewegung
ahnt, ſich aber lebhaft nach dem Preis von Zucker erkundigte.
Lawrence vertröſtete ihn aufs Gefangenenlager in Aegypten, wo
er billig und im Ueberfluß zu haben ſei.
Erſt bei der September=Offenſive, die mit Vereinigung der
engliſchen Armee und der Araber bei Deraa endete, lernt er die
deutſchen Truppenteile aus nächſten Kämpfen
kennen. So bei Tafas, das die Türken auf dem Rückzug
geplün=
dert und deſſen Einwohner ſie niedergemetzelt hatten. Die
tür=
kiſchen Truppen wurden auseinandergeſprengt, und von dem
Teil, der nur aus Deutſchen beſtand, heißt es: „Sie kämpften
bewunderungswürdig und ſchlugen uns immer und immer
wie=
der zurück, trotz unſerer Ausdauer. Die Araber aber kämpften
wie die Teufel, die Augen fleckig vor Schweiß und Staub, die
Kehle ſchier zerfreſſend. Ihre Leiber peitſchte Haß und Rache
und machte ihre Hände fiebern, daß ſie kaum noch ſchießen
konn=
ten, und auf meinen Befehl wurde zum erſten und einzigen Mal
in unſerem Krieg kein Gefangener gemacht.”
Und als auf dem weiteren Rückzug immer wieder deutſche
Truppenteile es waren, die ſich den Engländern entgegenſtellten,
findet er auf einer der letzten Seiten ſeines Buches Worte
voll höchſter Anerkennung, als wolle er den Gefallenen
eines ebenbürtigen Gegners einen Lorbeerkranz winden: „Eine
Ausnahme bildeten die deutſchen Truppenteile; und hier zum
erſten Mal erfüllte mich ſtolze Bewunderung für den Feind, der
meine Brüder getötet hatte. Sie waren 3000 Meilen von der
Heimat entfernt, ohne Hoffnung und ohne Führung, in einer
Situation, verrückt genug, um die ſtärkſten Nerven zu brechen.
Doch ihre Abteilungen hielten ſich in geſchloſſener Ordnung,
wegbahnend durch die Trümmerhaufen von Türken und Arabern
wie Panzerſchiffe, hochaufgerichtet und ſchweigend. Kam ein
An=
griff, machten ſie Halt, gingen in Stellung und ſchoſſen ſo ſicher,
als wären ſie auf dem Uebungsplatz. Da war kein Rennen, kein
(Heſchrei, kein Zaudern. Sie waren wundervoll!”
*) Den letzten Satz des Originals kann man in ſeiner ganzen
Be=
deutung nicht wiedergeben; ich gebe deshalb die engliſche Fauung:
they were glorious.
Oftet
Heſſiſcher Landtag.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 30 Minuten.
Das Haus tritt nach Beratung einer kleinen Anfrage des Abg. Roß
in die Beratung des Kapitels 33 (Polizei und Gendarmerie) des
Staats=
voranſchlags ein.
Miniſter v. Brentano verlieſt eine Erklärung der heſſiſchen
Re=
gierung. Die Frage der Veeinheitlichung der Polizei ſei Gegenſtand
eingehender Beratungen des Miniſteriums des Innern, des
Finanz=
miniſteriums und des Geſamtminiſteriums geweſen. Die Vorſchläge der
Regierung ſtellten das Aeußerſte dar, was die Regierung vertreten
könne, weitergehenden Vorſchlägen könnte ſie wegen der Finanzlage
des Landes und wegen der Folgen nicht zuſtimmen.
Abg. Leuſchner (Soz.) wiederholt zunächſt einen Teil ſeiner
geſtrigen Ausführungen und begründet die ſozialdemokratiſchen
An=
träge zum Polizeiweſen; er meint, die finanziellen Mehrforderungen
ſeien niht ſo groß. Der Finanzausſchuß habe dieſe Vorſchläge
ange=
nommen. Die Frage der Wachtmeiſterbeſoldung wäre in einer Reihe
von Ländern genau ſo geregelt, wie ſie in den Vorſchlägen ſeiner
Par=
tei gewünſcht werde. Der Redner beſpricht im Anſchluß hieran eine
Reihe von Einzelforderungen, die ſich auf Beſoldungsangelegenheiten,
Stellenbeſetzung, Ausbau der Kriminalpolizei, Einſtufungen in
Beſol=
dungsgruppen beſtimmter Beamtenkategorien, Polizeiſchule,
Prüfungs=
weſen, Bekleidung und Landeskriminalamt beziehen. Erſparungen
könn=
ten gemacht werden beim Pferdebeſtand, dem Wagenpark und der
Mu=
nition. Die Polizeikapellen dürften den Privatmuſikern keine
Kon=
kurrenz machen. Der Drill bei der Bereitſchaftspolizei ſei immer noch
viel zu militäriſch. Die oberen Beamten müßten lernen, daß die
Po=
lizeibeamten im erſter Linie Beamten und nicht Soldaten ſeien. Die
Aufgabe der Polizei ſei, eie Volkspolizei und Schützer der Re ublik
zu ſein.
Abg. Dr. Niepoth (D.V.P.) erklärt, die Polizei ſei ein
Macht=
faktor des Staates, deſſen der Staat nicht entbehren könne. Die
Vor=
ſchläge der D.V.P. vom Jahre 1925 zur wirtſchaftlichen Beſſerſtellung
der Polizei wären leider abgelehnt worden. Die Einheitspolizei habe
die Erſparungen nicht gebracht, die von dem Abg. Leuſchner behauptet
wurden. Die Entwickelung habe der Auffaſſung der D.B.P. Necht
ge=
geben, ſie finde ſich damit ab, aber ſie wolle die Schlagfertigkeit der
Po=
lizei; was jedoch der Vorredner wolle, ſei die Politiſierung der Polizei,
Dieſer habe auch gefordert, daß der Polizeibeamte Republikaner ſein
müſſe; wie wolle man das feſtſtellen, etwa durch das Parteibuch?! Dem
Abg. Leuſchner gefielen die Männer, die an der Spitze ſtehen, nicht,
ins=
beſondere nicht bei der Polieiſchule. Bedauerlich ſei es, wenn man die
Wachtmeiſter=Lehrgänge beſeitigen wolle. Falle dieſer Lehrgang weg,
ſo verfehle auch der Oberwachtmeiſter=Lehrgang ſeinen Zweck. Die von
dem Vorredner bemängelte Zahl der Lehrer an der Polizeiſchule ſei
im Verhältnis nicht größer als die in Preußen. Der Redner
erläu=
tert dann die Anträge der Deutſchen Volkspartei und empfiehlt deren
Annahme. Den Anträgen des Abg. Kindt werde die D.V. P. zuſtimmen.
Daß ſie den Anträgen des Abg. Leuſchner auf Abbau der ihm verhaßten
Polizeioffiziere nicht zuſtimme, ſei ſelbſtverſtändlich. Wenn die
Sozial=
demokraten ſo viel Beanſtandungen hätten, dann ſollten ſie doch einmal
auf den Tiſch ſchlagen, denn ſie wären ja die ſtärkſte Regierungspartei
Abg. Kindt (Dntl.) meint, man ſolle ſich einmal klar machen, was
Abg. Leuſchner vor einem Jahr über die Einheitspolizei geſagt habe;
dieſe bringe nicht die Erſparniſſe, die man vorher verſprochen habe. Im
Beamtenverhältnis müſſe es Vorgeſetzte und Untergebene geben; die
Sozialdemokratie ſolle dieſen Zwieſpalt nicht immer zu erweitern und
zu vertiefen ſuchen nach Art des Klaſſenkampfes. Abg. Leuſchner habe
keinen Fall vorbringen können, wonach ſich ein Beamter gegen die Re=
Geruthg den T. Mai 4927
puhlik kvergangen habe. Die Deutſchnationalen würden dem ſozialdemo= Anträgen, ſoweit ſie gut wären, zuſtimmen; ihre eigenen
An=
träge würden ſie aufrecht erhalten. Die Regierung möchte politiſche
Einwirkungen von der Polizei fernhalten.
Abg. Heinſtadt (Ztr.) fordert Einigkeit in der Polizeifrage. Von
den Polizeibeamten müſſe eine beſtimmte geiſtige Einſtellung zum
Volks=
ſtaat verlangt werden. Die Forderungen nach wirtſchaftlicher
Beſſer=
ſtellung der Polizei wären jetzt im weſentlichen erfüllt, eine Erſparnis
hätte man deshalb nicht durchführen können. In den Zielen, die der
Polizei geſteckt ſeien, wären wohl alle Parteien einig; es müſſe dafüir
geſorgt werden, daß die Polizei eine Volkspolizei ſei.
Abg. Frau Valſer (Dem.) begründet den Antrag der weiblichen
Abgeordneten auf Einſtellung weiblicher Polizeibeamten.
Abg. Reiber (Dem.) legt dar, daß mit der Annahme der Anträge
noch nicht alle Angelegenheiten der Polizei geordnet ſeien. Dieſe
Rege=
lung ſei nicht als eine Vorwegnahme der allgemeinen
Beſoldungs=
regelung zu betrachten, ſondern es handle ſich hier um eine
Gleichſtel=
lung der heſſiſchen Polizeibeamten mit denen anderer Länder. In
die=
ſem Sinne ſehe auch die übrige Beamtenſchaft die Sache an.
Abg. Frau Heräus (Dntl.) beklagt es, daß bei der Beratung
des Antrages auf Schaffung einer weiblichen Polizei keine der
weib=
lichen Abgeordneten zugezogen wurde.
Abg. Hauck (Nationalſozialiſt) beſpricht das Verhalten der
Po=
lizei bei den Ausſchreitungen in Offenbach.
Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) glaubt, daß die Anträge des
Finanzausſchuſſes angenommen werden. Was wird aber dann die
Re=
gierung tun, und wie denken Sie ſich die Deckung?
Abg. Dr. Müller (Bbd.) meint, die Regierung werde die
Ve=
ſchlüſſe des Hauſes nicht ausführen. Die Anträge der Linken wären
nur Wahlmache.
Abg. Leuſchner (Soz.) erklärt, daß ſeine Partei zu ihren
An=
trägen ſtehe.
Abg. Reiber (Dem.) gibt dieſelbe Erklärung für die
Demokra=
tiſche Partei ab.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) fragt an, was die Regierung bei
An=
nahme der Ausſchußanträge zu tun gedenke.
Abg. Müller (Bbd.) iſt der Meinung, daß eigentlich die
Re=
gierung zurücktreten müſſe, wenn die Anträge angenommen werden,
denn ſie bedeuteten gewiſſermaßen ein Mißtrauensvotum für die
Re=
gierung.
Vizepräfident Nuß ſchließt die Debatte über Kapitel 33; die
Ab=
ſtimmung findet in der nächſten Woche ſtatt.
Kapitel 34 (Arbeitshaus Dieburg) wird mit 44 025 Mk. Einnahmen
und 123 805 Mk. Ausgaben bewilligt, ebenſo Kapitel 38 (Kirchen) mit
747 721 Mk. Ausgaben und Kapitel 39 (Aerztlicher Dienſt) mit 57 050
Mk. Einnahmen und 267 046 Mk. Ausgaben.
Zu Kapitel 41 (Hebammenlehranſtalt Mainz) bringt Frau Abg.
Roth (Kom.) eine Reihe von Beſchwenden vor, denen
Miniſterial=
direktor Spamer entgegentritt und ſie richtig ſtellt.
Bei Kapitel 42 (Landes=Heil= und Pflegeanſtalten und Heilſtätte für
Nervenkranke bei Gießen) weiſt Abg. Lückel (Soz.) auf die
Ver=
ſchiedenheit der Zuſchüſſe hin, die die Anſtalten erhalten, und führt
Be=
ſchwerde über die Alzeyer Anſtalt.
Auch Frau Roth (Kom.) unterbreitet dem Hauſe eine Reihe von
Klagen füber verſchiedene Anſtalten.
Abg. Glaſer (Bbd.) wendet ſich gegen das Beſtreben der
Godde=
lauer Anſtalt, verpachtetes Gelände wieder an ſich zu bringen. Kleine
Leute würden dadurch geſchädigt; die ſtaatliche Anſtalt könne die
Lebens=
mittel, die ſie zu gewinnen hoffe, billiger im freien Verkehr kaufen.
Nammer 140
Abg. Leuſchner (Soz.) erörtert den Fall Walter, der einmal
genau unterſucht werden ſolle.
Abg. Fräulein Birnbaum (D. V. P.) erklärt, Abg. Lückel hätte
früher ſchon Vorwürfe gegen den Leiter der Anſtalt in Alzey erhoben;
der leitende Arzt hätte keine Gelegenheit, ſich öffentlich zu verteidigen;
er habe ſich an das Miniſterium gewandt, aber von dieſem ſei nichts
gegen die unbewieſenen Behauptungen des Abg. Lückel geſchehen. Die
Statiſtik laſſe eine weſentliche Abnahme der Sterbefälle ſeit der
Kriegs=
zeit erkennen; wenn wirklich die Koſt ſo ſchlecht wäre, ſo könnte doch
kaum eine Verminderung der Sterbefülle eingekreten ſein. Kranke und
Pflegeperſonal erhielten in Alzey ſogar noch Zulagen zur Verpflegung.
Abg. Kindt (Dmtl) iſt für die Rückgabe des Geländes an die
God=
delauer Anſtalt.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) fordert eine Neuordnung des
Irren=
rechtes; er werde den Fall des Oberamtsrichters Puſch in Ortenberg
beim Juſtizetat zur Sprache bringen.
Miniſterialdirektor Spamer erklärt, die Klagen über die Alzeher
Anſtalt gingen nur von Mißvergnügten aus. Der Direktor beſchwere
ſich mit Recht, daß angebliche Mißſtände Jahr für Jahr im Landtag
vorgebracht würden, ohne daß er vorher davon in Kenntnis geſetzt werde
und ſich rechtfertigen könne. Im Anſchluß hieran weiſt der Redner eine
ganze Reihe von Vorwürfen gegen den Anſtaltsdirektor nachdnücklich
zurück. Mißſtände, wie ſie hier vorgebracht werden, ſeien auf keinen
Fall feſtgeſtellt wonden. Bei dem Goddelauer Gelände handle es ſich
um Felder, die in nächſter Nähe der Anſtalt liegen. Das Irrenweſen
werde durch ein Reichsbewahrungsgeſetz geregelt werden. Zum Fall
Walter ſei feſtzuſtellen, daß Walter nach ärztlicher Unterſuchung als
gemeingefährlich bezeichnet werde. Der Redner nimmt auch zu den
weiteren Beſchwerden und Wünſchen der Vorredner Stellung.
Abg. Lückel (Soz.) hält ſeine Beſchwerden aufrecht.
Um 2½ Uhr werden die Beratungen abgebrochen; nächſte Sitzung
Dienstag 10 Uhr.
Verlängerung des Zolltarifs auf 2—3 Jahre.
* Berlin, 20. Mai. (Priv.=Tel.)
Die landwirtſchaftlichen Abgeordneten der bürgerlichen
Par=
teien haben ſich in einer interfraktionellen Beſprechumg mit den
in dieſer Sitzungsperiode des Reichstages unerledigt
gebliebe=
nen landwirtſchaftlichen Fragen beſchäftigt und ſich darauf
ge=
einigt, die Behandlung dieſer Gegenſtände beim
Wiederzuſam=
mentritt des Reichstages unmittelbar nach den Pfingſtferien
durchzuſetzen. Der wichtigſte Punkt iſt die künftige Regelung der
Zollſätze, da infolge der langſamen Arbeit des
Enqueteaus=
ſchuſſes der endgültige neue Zolltarif ſo ſchmell nicht vorliegt.
Zweifellos wird der jetzt geltende Zolltarif über den 31. Juli
hinaus verlängert werden. Wenn das Kabinett auch noch keinen
endgültigen Beſchluß darüber gefaßt hat, ſo wird doch noch
recht=
zeitig zu dem Wieberzuſammentritt des Reichstages ein
ent=
ſprechender Geſetzentwurf vorgelegt werden, der eine
Verlänge=
rung des Zolltariſes um windeſtens zwei Jahre, wahrſcheinlich
aber um drei Jahre vorſehen dürfte. Aenderungen in den
Zoll=
tariſpoſitionen ſind in nur geringem Ausmaße für gewiſſe
land=
wirtſchaftliche Zölle in Ausſicht genommen.
mn
e. G. m. b. H., Müncke
Maderbräuſtr. 3. (794
Familiennachrichten
EEin kräftiger Stammhalter
wurde uns beſchert.
Dipl. Ing. Gottfried Hohgraefe
und Frau Anny, geb. Beyer
z. Zt. Privatklinik Dr. Walther.
Freiburg (Breisgau), 16. Maſ 1927.
(*13770)
Statt Karten.
Ihre Vermählung zeigen an:
August Wassner
Maria Wassner, geb. Reis
21. Mai 1927
(*13659
Pallaswiesenstr. 21
Kasinostr. 17
Klrchl. Trauung: Sonntag, den 22. Mai, nachm. 3 Uhr,
in der St. Elisabethenkirche.
Statt beſonderer Anzeige.
Am Dienstag nachmittag 5 Uhr hat unſere liebe,
hochbetagte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Marie Becht
geb. Pückenbach
Witwe des Großh. Polizei=Inſpektors L. Becht
die müden Augen für immer geſchloſſen.
Für die Familie:
Willi Becht.
Darmſtadt, den 20. Mai 1927.
Die Beiſetzung fand heute früh im Kreiſe der Familie
ganz in der Stille ſtatt.
Beſuche dankend verbeten.
(*13694
Roederherd, links,
1,00X0,67, gut erh.,
zu verk.
Beſſunger=
ſtraße 88½ (*13673
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme an dem tiefen Schmerz, von dem
wir durch den Tod unſeres lieben Vaters
betroffen wurden, ſprechen wir Allen
hier=
durch unſeren tiefgefühlten Dank aus.
A. Knodt und Frau
H. Knodt und Frau.
Mai 1927.
(*13750
Die Wirkung Ihrer
u
Obermeyers Meds: Herba=Seife meine
Haut iſt ſehr wobitätig u. ſind nunmehr die läſtigen
vollſtändig verſchwunden. Ich kann daher Ihre
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Darmſiadt, den 21. Mai 1927. 13744
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Und schatet weiser
im häuslichen Kreise ...
Dazu gchört auch, daß man sich Blusen, Kleider, Strümpfe
und dergl. im Hause selbst färbt. Mit Meitmann’=
Farben geht das mühclos, ohne Kochen und er-
spart Geld
Achten auf Marke
„Fuchckopf im Stern”.
Dankſagung.
Für die uns in ſo reichem Maße erwieſene Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte, der uns betroffen hat, ſprechen
wir allen, die uns in dieſer ſchweren Zeit nahe ſtanden,
unſeren herzlichſten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Bill, geb. Mohr.
Klein=Umſtadt, den 19. Mai 1927.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren lieben
Onkel
Andreas Schnatz
verſehen mit den hl. Sterbeſakramenten, im Alter von 83 Jahren
nach längerer Krankheit zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Gernsheim, Klein=Rohrheim, Lorſch, Budenheim. (13714
Die Beerdigung findet am 22. Mai, nachmittags 3 Uhr, in
Gernsheim von der katholiſchen Kirche aus ſtatt.
Medezin Bäda
im (752f
Zömerba)
Darm ſtadt
Zimmerſtraße 2
(Alle Krankenkaſſen
zugelaſſen.)
Kredit=
Genoſſenſchef
nimmt noch neine
Mitglieder auf.
Nummer 140
Gamstag, den 21. Mai 4927
Seite 5
rba Seife?
jei
Goehl
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſiadt, 21. Mai.
Muttertag in Haus und Familie.
Wie bekannt, findet eine öffentliche Feier des
Mutter=
tages am Sonntag, 22. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Städtiſchen
Saalbau ſtatt. Aber ebenſo wichtig iſt die Feier in Hausund
Familie. Wie ſoll ſie geſtaltet werden? Im weſentlichen
wohl ungefähr ſo, wie der Geburtstag der Mutter: Blumen oder
ſonſt ein kleines Geſchenk, Vortrag eines Gedichtes oder Liedes,
Uebernahme aller Arbeiten durch die größeren Kinder, ſo daß
die Mutter wirklich einen freien Feſttag hat. Wer fern von der
Mutter weilt, ſchreibe ihr an dieſem Tage einen beſonders
ſchönen Brief; wer der verſtorbenen Mutter zu gedenken hat, tue
es in Verehrung und Dankbarkeit. — Möge ſo der Muttertag
nicht nur den Kindern, ſondern auch den Erwachſenen ein Tag
tiefer Verinnerlichung des Familienlebens und zugleich des
Nach=
denkens über das ſtille Heldentum werden, das die Mutter Tag
für Tag vollbringt.
— Ernannt wurde: am 9. Mai der Lehrer Karl Döhn zu Lollar,
Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksſchule zu Gießen.
— In den Ruheſtand tritt: der Hauswart Heinrich Reinhardt
zu Darmſtadt am 1. Juni 1927 auf Grund des 8 1 des Geſetzes über
die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember
1923 in Verbindung mit Art. 2 des Geſetzes über die Einſtellung des
Perſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung des Heſſ.
Perſonal=
abbougeſetzes vom 8. Oktobev 1925.
— Evangeliſch=kirchliche Nachricht. Durch die Kirchenregierung wurde
dem Pfarrverwalter Arthur Ackermann zu Nordheim die
evange=
liſche Pfarrſtelle zu Nordheim, Dekanat Zwingenberg, übertragen.
Einſtellung von Afſeſſoren bei der Reichsvermögensverwaltung. Die
Reichsvermögensverwaltung beabſichtigt, vorübergehend heſſiſche
Aſſeſ=
ſoren zur Erledigung von Verwaltungs= und Rechtsangelegenheiten
ein=
zuſtellen. Beſchäftigungsdauer zunächſt bis 1. Oktober 1927 gegen
Ver=
gütung der Gruppe X. Bewerbungen ſind an das Reichsvermögensamt
Mainz unmittelbar einzureichen.
Schwerbeſatzungsbeſchädigte. Nach Mitteilung des Heſſiſchen
Staats=
miniſteriums ſollen nach einer neuerlichen Regelung
Schwerbeſatzungs=
beſchädigte die gleichen Vergünſtigungen auf bevorzugte Abfertigung an
den öffentlichen Schaltern und bei Beförderung auf der Reichsbahn
er=
halten, wie die Schwerkriegsbeſchädigten. Anträge auf Ausſtellung von
Ausweiſen ſind an die Bezirksfürſorgeſtellen zu richten.
Heſſiſches Landestheater. Die Aufführung der IX. Sinfonie
von Beethoven gewinnt erhöhtes Intereſſe durch die Tatſache, daß ein
Chor von faſt 400 Perſonen mitwirken wird. Außer dem Chor des
Landestheaters und dem Chor des Muſikvereins ſind der Städtiſche
Chor in Worms, die Madrigalvereinigung Darmſtadt, ſowie Mitglieder
der Vereinigung Darmſtädter Soliſtinnen und des Mozarwereins
be=
teiligt. Beginn des Konzerts: 8 Uhr.
Die erſte Aufführung der „Ariadne anf Naxos” von Rich.
Strauß mit Molieres „Bürger als Edelmann” iſt am
Don=
nerstag, den 26. Mai, im Großen Haus. Das Werk gelangt damit
zum erſten Male in der Originalfaſſung zur Aufführung, in der es
an den deutſchne Bühnen bisher faſt kaum gegeben wurde. Die
Inſze=
nierung leitet Jakob Geis; muſikaliſche Leitung: Generalmuſikdirektor
Mofenſtock; Entwurf des Bühnenbildes: Lothar Schenck von Trapp.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Die junge Darmſtädter
Künſt=
lerin Maria Engmann, die am Osnabrücker Stadttheater einen
großen Erfolg hatte, errang ſich in der ſchweren Rolle der Königin der
Nacht erneut ſtarke Anerkennung. Die ausſichtsveiche Sängerin hat
da=
mit ihrer ausgezeichneten hieſigen Lehrerin Frau Anna Baumeiſter
Ehre gemacht.
R
— Sonderfahrt des Hefſiſchen Handwerks und Gewerbes zur
Mün=
chener Gewerbeausſtellung. Wir weiſen nochmals darauf hin, daß ſich
bei allen hieſigen Innungen und Vereinigungen
Anmeldungs=
liſten für die Sonderfahrt nach München befinden. Alles Nähere über
die Fahrt ſelbſt iſt bekanntlich bereits vor einiger Zeit durch die
Tages=
preſſe bekannt gegeben worden. In den Anmeldungsliſten iſt auch
ein=
zutragen, ob der betr. Teilnehmer ſich an einer Geſellſchafts=
Rück=
fahrt ab München (25 Prozent Preisermäßigung) beteiligen will und
an welchem Tage. Die Geſellſchafts=Rückfahrten wenden den
fahrplan=
mäßigen beſchleunigten Perſonenzug 6.30 Uhr vormittags ab Mümchen
benutzen. Weiterhin iſt ſchon hier zu vermerken, ob der betr.
Fahrt=
teilnehmer ſich auch noch an einem mehrtägigen Alpenausflug
beteiligen will, der am Samstag, den 18. Juni, von München aus ſeinen
Anfang nehmen ſoll. Selbſtverſtändlich wird auf Wunſch auch die
Quartierbeſorgung in München übernommen; die
dies=
bezüglichen Beſtellungen (dieſe ſind dann aber auch verpflichtend!) ſind
ebenfalls in die Anmeldungsliſte einzutragen. Die Teilnahme an der
Sonderfahrt ſteht bekanntlich allen Angehörigen, Familienmitgliedern
und Freunden des Handwerks und Gewerbes offen. Bei der
An=
meldungeines jeden Fahrtteilnehmers iſt zugleich der
Tahrpreis für die Hinfahrt mit Sonderzug nach
München zu entrichten. Füir Fahrtteilnehmer ab Darmſtodt
beträgt dieſer Fahrpreis 9,20 Mk. Außer durch die Innungen und
Handwerker=Vereinigungen werden Anmeldungen auch
unmittel=
bar entgegengenommen durch die Handwerkskammer=Neben,
ſtellen (in Darmſtadt Hügelſtraße 16), ſowie im Darmſtädter
Verkehrsbüro (am Schloß). Schließlich ſei noch auf folgendes
hin=
gewieſen: Die Ankuft in München ſoll am Mittwoch, den 15. Jui,
abends ſo rechtzeitig erfolgen, daß noch an dem gleichen Abend ein
ge=
meinſames Zuſammentreffen ſtattfinden kann. Am
folgen=
den Tage, Donnerstag, den 16. Juni (Frohnleichnamstag), können am
Nachmittage Einzelausflüge mit Sonntagskarte (etwa zum Starnberger
See) veranſtaltet werden. Der Freitag ſoll hauptſächlich der
Beſich=
tigung der Ausſtellung und evtl. auch des Deutſchen
Muſeums gewidmet ſein. Die weitere Einteilung, ab Samstag,
ſoll, abgeſehen von dem ſchon genannten mehrtägigen Alpenausflug,
jedem Fahrtteilnehmer freigeſtellt ſein.
— Flugtechniſcher Verein Darmſtadt. Am 10 Mak begamn der
Modellbaukurſus des F.V.D. mit einem einleitenden Vortrag
des Herrn Dipl=Ing. Schweinsberger über Einführung in den
Flugzeugmodellbau. Der Vortrag war gut beſucht und fand reges
In=
tereſſe der Anweſenden. Unter anderem wurde auch betont, daß der
Modellbau keine Spielerei ſei, „wie es von älteren Leuten gehalten
werde und dem energiſch entgegengetreten werden müßte. Gerade der
Modellbau iſt die grundlegende Materie für den Bau von Flugzeugen
und zeigt dem Schüler frühzeitig die Feinheiten und damit das
Ver=
ſtändnis, das er eben dem Flugzeugbau entgegenbringen muß.
Außer=
dem wurden die Hauptkonſtruktionen am Modell hervorgehoben und die
Kleinigkeiten, die nicht nötig ſind. Durch Aufzeichnen von Skizzen an
der Tafel wurden den Teilnehmern die Auftriebsflächen am Modell und
Flugzeug ſehr ausführlich erläutert. Dann ging es zu den Modellarten
über, wobei den Anweſenden verſchiedene Typen vor Augen geführt
und ſkizziert wurden. Es wurde dabei im beſonderen auch die Theorie
erfaßt, um den Anweſenden die Wichtigkeit derſelben vor Augen zu
füh=
ren. Allgemein herrſcht die Meinung vor, daß es auch ohne Theorie
ging, was grundſätzlich falſch iſt. Den Praxis und Theorie gehen Hand
in Hand, was von den Anweſenden nach dem Vortrag auch allgemein
anerkannt wurde. So fand am Mittwoch, 18. Mai, im Kaſino der erſte
praktiſche Unterricht ſtatt, wo nach Anfertigung der Zeichnung für die
auszuführenden Modelle Herr A. Burghardt den Teilnehmern die
praktiſche Anleitung behufs Bearbeitung des Materials gab. Dann
wurde mit der Ausführung des Baues von Modellen begonnen, und
findet bis auf weiteres jeden Mittwoch abend 8.15 Uhr im Kaſino ſtatt.
— Weiterhin wird jetzt ſchon darauf aufmerkſam gemacht, daß Herr
Ingenieur Arnet am Montag, den 13. Juni, abends 8.15 Uhr, im
Kaſino einen Vortrag über das Gleitflugweſen halten wird.
— Orangeriegarten. Es wird von Seiten der Darmſtädter
Be=
völkerung mit Freuden begrüßt werden, daß der Reſtaurationsbetrieb
im Orangeriegarten nunmehr wieder eröffnet ſt. Wer Gelegenheit
hatte, den Veranſtaltungen des vorigen Sommers beizuwohnen, wird ſich
noch heute gerne der ſchönen Stunden erinnern, die er im
Orangerie=
garten verlebte. Es gibt kaum eine idealere Stätte zum Abhalten von
Veranſtaltungen jeder Art als den Orangeriegarten, und die Beſſunger
dürfen in der Tat auf ihren „Herrngarten” ſtolz ſein. In dieſem
Jahre wird der Reſtaurationsbetrieb ganz beſondere Annehmlichkeiten
bieten, iſt doch ein Tagesreſtaurant geſchaffen worden, deſſen Einrichtung
an Gemütlichkeit nichts zu wünſchen übrig läßt. Ueber Küche und Keller
der Reſtauration viele Worte zu machen, erſcheint nicht nötig, da ſie aus
dem letzten Jahre her noch wohlbekannt ſind. Wer ſich in ſeinen
Feier=
ſtunden bei einem Täßchen Kaffee, einem Glaſe Bier oder Wein einige
Erholung gönnen will findet dieſe am beſten in dem herrlichen
Orangeriegarten. Für die nächſte Zeit ſind ſchon verſchiedene
Veranſtal=
tungen, u. a. auch Kinderfeſte in Ausſicht genommen, zu deren Beſuch
ſchon an dieſer Stelle freundlichſt eingeladen wird.
Wochenſpielplan des Hefſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, 22. Mai. I. 21, R 12 (Darmſtädter Volksbühne). An= 5 uhr, zu einem Parlamentariſchen Abend im Landtagsgebäude
ein=
fang 5 Uhr, Ende 10 Uhr: Die Meiſterſinger von
Nürnberg”. Oper von R. Wagner. Preiſe: 1.20 bis 12 M.
Montag, 23. Mai. Anfang 8 Uhr: Hauptprobe zum
Beet=
hoven=Konzert. Preiſe: 1 bis 5 M.
Dienstag, 24. Mai. Anfang 8 Uhr: Beethoven=Konzert.
(2. und 9. Sinfonie.) Preiſe: 1.50 bis 7 M.
Mittwoch, 25. Mai. B 21. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
„Spiel im Schloß”. Eine Anekdote von F. Molnar.
Preiſe: 1 bis 10 M.
Donnerstag, 26. Mai. E 23. Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10 Uhr:
Zum erſten Male: „Der Bürger als Edelmann”.
Komödie mit Tänzen von Moliére. Muſik von Rich. Strauß.
Hierauf: Ariadne auf Naxos”. Oper in einem
Auf=
zug von Rich. Strauß. Preiſe: 1 bis 10 M.
Freitag, 27. Mai. T 22. Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr: „Der
Zigeunerbaron”. Operette von J. Strauß. Preiſe:
1 bis 10 M.
Samstag, 28. Mai. K 16 (Bühnen=Volksbund). Anfang 8 Uhr,
Ende 10 Uhr: „Scherz, Satire, Fronie und
tie=
fere Bedeutung”. Luſtſpiel von Grabbe. Preiſe: 1 bis
10 Mark.
Sonntag, 29. Mci. A 21. Anfang 5 Uhr, Ende 10 Uhr: „
Sieg=
fried‟. Von Rich. Wagner. Preiſe: 1 bis 10 M.
Kleines Haus.
Sonntag, 22. Mai. Vorſtellung zu ermäßigten Preiſen. Anfang
7½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr: „Der Raub der
Sabi=
nerinnen” Preiſe: 60 Pf. bis 3 M.
Montag, 23., bis Freitag, 27. Mai. Geſchloſſen.
Samstag, 28. Mai. Anfang 8 Uhr: Luſtiger Abend Roda
Roda. Preiſe: 1, 2, 3, 4 M.
Sonntag, 29. Mai. Vorm. 11½ Uhr: Zehnte
Morgen=
feier. Heinrich Hölzlin; Lieder von Arnold
Mendels=
ſohn, Erich Riede und Dr. Bodo Wolf. Am Flügel: Erich
Riede. Preiſe: 50 und 80 Pf.
— Abends: Unbeſtimmt.
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Darmſiadt — Rhein.
Die erſt am 15. d. M. eröffnete Schnell=Linie Darmſtadt—Rhein
erfreut ſich, wie uns der Verein Darmſtadt—Rhein, e. V. mitteilt,
bereits vom erſten Tage ihres Beſtehens an zunehmender Beliebtheit.
Dies iſt durchaus begreiflich, da die Linie den kürzeſten Weg nach
dem mittleren Rheinheſſen nimmt und eine beſonders
bequeme und dabei preiswerte Beförderung von der Mitte Darmſtadts
(Luiſenplatz) nach dem Rheinufer bei Oppenheim-Mierſtein ohne jedes
Umſteigen ermöglicht. Abfahrten von Darmſtadt=Luiſenplatz 7.20 Uhr,
12.00 Uhr und 18.30 Uhr. Fahrzeit 50 Minuten. Fahrpreis; einfach
1.95 Mark, vier Tage gültige Rückfahrkarten 3.10 Mark. Durch die
Verbindung werden auch die Orte Wolfskehlen, Leeheim und Geinsheim
in unmittelbaren Verkehr mit der Landeshauptſtadt einerſeits und mit
dem Rheinufer andererſeits gebracht. Ganz beſonders aber hat die
Schnell=Linie Darmſtadt—Rhein Bedeutung für den durchgehenden
Ver=
kehr nach Rheinheſſen, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß
gerade die ſchönen Frühlingstage gar manchen Darmſtädter veranlaſſen
werden, einen bequemen Ausflug nach dem rebengeſegneten mittleren
Rheinheſſen zu unternehmen.
— „Wärmedichtes Bauen” Für die Angehörigen der
Vortrags=
gemeinſchaft techn.=wiſſenſchaftlicher Vereine und deren Gäſte ſprach auf
Veranlaſſung des Mittelrheiniſchen Architekten= und
Ingenieur=Vereins am Montag, 16. Mai, Herr
Regierungs=
baumeiſter Sautter in der Techniſchen Hochſchule über „
Wärme=
dichtes Bauen‟. Der klare Vortrag, der ſich auf Ergebniſſen
wiſſen=
ſchaftlicher Forſchungen aufbaute ließ erkennen, wie unwirtſchaftlich die
Baart unſerer reinen Steinhäuſer, wenigſtens in wärmetechniſcher
Hinſicht, im allgemeinen heute noch iſt. Der Vortragende empfahl als
wirtſchaftliches Bauprinzip: Beſchränkung der Mauerſtärken auf das
ſtatiſch erforderliche Maß und Uebernahme des Wärmeſchutzes durch
Iſo=
lierung der Mauern mit einem hochwertigen Iſoliermaterial, wie Kork
oder Torfoleum, wobei letzterem als rein inländiſchem Erzeugnis der
Vorzug zu geben iſt. An Hand ausgezeichneter Lichtbilder ſprach der
Vortragende über Wärmebedarf und hygieniſche Forderungen und zeigte
durch vergleichende Darſtellungen der Wärmeleitzahlen des
Brennſtoff=
verbrauchs und der Anheizzeit für nichtiſolierte und iſolierte Bauteile
den erheblichen Vorteil der letzteren. Daß die architektoniſche
Ausbil=
dung der Bauten durch Verwendung von Torfoleum keineswegs
beein=
flußt wind, war aus mehreren Lichtbilderm ausgeführter Bauten
er=
ſichtlich. — Am Schluſſe ſeiner Ausführungen ging der Voxtragende auf
die von den Torfoleumwerken in Poggenhagen (Hannover) hergeſtellten
Tekton=Leichtdielen ein, die im Gegenſatz zu den Torfoleumplatten nicht
nur dem Wärmeſchutz dienen, ſondern auch als tragender Bauſtoff für
die Verſchalug von Wänden und Decken Verwendung finden.
Inter=
eſſant waren die Ausführungen des Herrn Miniſterialrats Klump in
der anſchließenden Debatte. Danach ſind in den Gemeinden Weiſenau
und Bretzenheim bei Mainz eine größere Anzahl Wohnhäuſer mit
Tek=
ton=Leichtdielen auf Holzfachwerk hergeſtellt zur Zufriedenheit der
Bau=
herren und der Bewohner. — Bedauerlich war, daß nicht noch mehr
Studierende, für die der Vortrag großes Intereſſe gehabt hätte,
an=
weſen waren
— Ausbau der Linie 5. Wie wir hören, kann nunmehr die
Aus=
führung des Projekts der Straßenbahnlinie 5, vom Schloßgartenplatz
durch die Schuknecht—Liebfrauenſtraße bis Ecke Heinheimerſtraße, in die
Wege geleitet werden. Auf den Antrag der Heſſ. Eiſenbahn=A.G. vom
22. April d. J. iſt nunmehr die Genehmigung zur Ausführung dieſer
Bahnſtrecke erteilt worden. Die Hegg wird ſofort mit den
Ausbau=
arbeiten beginnen.
Orpheum — Zauberſchau Heute, Samstag ſowie Sonntag und
Montag drei Gaſtſpiele von Direktor Paolo Uferini mit ſeinem
beſtrenomierten Zauber= und Illuſionstheater. Die Vorſtellungen
fan=
den allerwärts größtes Intereſſe und bringen eine Fülle vevblüffender,
ans Wunderbare grenzender Darbietungen; eine Revue der Rätſel und
Wunder, wohl geeignet, einige Stunden angenehmer Unterhaltung zu
vermitteln. Die Preiſe ſind mäßig (von 80 Pfg. an) gehalten. — Am
Sonntag, nachmittags um ½4 Uhr, Volks= und Kindervorſtellung bei
ganz kleinen Preiſen mit dem vollen Programm. (Siehe Anzeige.)
— Das Heimſtättenamt der Deutſchen Beamtenſchaft in Heſſen iſt
von allen Beamtenverbänden gegründet worden. Es iſt Mitglied der
Wohnungsfürſorgegeſellſchaft in Heſſen, Heinrichſtraße, und wird ſchon
ſeit einigen Jahren nur durch Herrn Oberzollinſpektor Karl Lange in
Darmſtadt, Beſſungerſtraße 8, vertreten. Die organiſierten Beamten
habe den Vorgenannten gewählt, und niemand hat weiter das Recht,
ſich als Vertrauensmann des Heimſtättenamtes zu bezeichnen. Der
Weg=
weiſer zur Beamtenheimſtätte iſt jedem Fachverbandsvorſitzenden
über=
ſandt worden. In dicſem Heftchen finden die ſiedlungsluſtigen Beamten
das Abtretungs= und Sparverfahren genau beſchrieben. Außerdem
er=
teilen die Vorſitzenden der Fachverbände oder der Vertreter des
Heim=
ſtättenamtes weitere Auskunft.
— Im Schloßmufeum finden täglich Führungen vorm. 11 Uhr
und 11.30 Uhr, nachmittags 3.30 und 4 Uhr ſtatt. Samstag geſchloſſen.
Parlamentariſcher Abend.
Der Präſident des Heſſiſchen Landtages hatte geſtern, nachmittags
geladen. Annähernd 20 Perſonen waren der Einladung gefolgt.
U. a. ſah man neben dem Herrn Staatspräſidenten Ulrich, die Herren
Miniſter von Brentano Henrich, Raab, die
Miniſterial=
direktoren, Staatsräte und Miniſterialräte, die Landtagsabgeordneten,
ferner die Rektoren Magn, der Univerſität Gießen Zwick und der
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, Geheimrat Knipping, General=
Intendant Legal, Oberbürgermeiſter Dr. Gläfſing, die
Bürger=
meiſter der ſonſtigen heſſiſchen Städte, Polizeidirektor Dr. Uſinger,
ferner die Vertreter der Induſtrie= und Handelskammer, der
Hand=
werkskammer, der Gewerkſchaften, Reichsbankdirektor Müller, die
Provinzialdirektoren und Kreisdirektoren, Vertreter des Vereins für
das Deutſchtum im Ausland der Städte Darmſtadt, Worms, Mainz,
Gießen, endlich die Voſtände der Verleger= und Nedakteurverbäude
der heſſiſchen Preſſe.
Landtagspräſident Adelung
hieß die Erſchienenen herzlich willkommen und wies kurz darauf hin, daſſ
der Parlamentariſche Abend diesmal den Deutſchen gewidmet ſein ſoll,
die außerhalb der Grenzen Deutſchlands wohnen. Zwei berufene
Vor=
tragende haben es unternommen, uns von dem Leben und den Kämpfen
dieſer Deutſchen ein Bild zu zeichnen und vor allem zu berichten über
die Tätigkeit des Vereins für das Deutſchtum im Ausland.
Erſter Rodnor des Abends war Herr Studienrat Dr. König,
Gießen, der über
„Das deutſche Gefamtvolk im Rahmen Europas”
ſprach. Wir geben aus dem ernſten und temperamentvollen Vortrag
das Nachſtehende wieder:
Der Redner legte einleitend den Unterſchied dar, der zwiſchen dem
deutſchen Reichsvolk und dem deutſchen Geſamtvolk beſteht. Von 90 bis
100 Millionen Deutſchen leben nur 62,4 Mill. im Reich, 83,8 Mill. in
Europa, der Reſt in den anderen Erdteilen. Es ergibt ſich daher die
Notwendigkeit, Staatsbürgerſchaft und Volksbürgerſchaft von einander
zu ſcheiden. Volkstum iſt Weſensgemeinſchaft, die ihren Ausdruck
hauptſächlich m der Sprache findet, Staatstum iſt
Willensgemein=
ſchaft zur Dunhſetzung politiſch ſouveränen Gemeinſchaftslebens. Gut
iſt, wenn Volkstum und Staatstum ſich decken. Wo ſie ſich nichr decken,
iſt Kampf, iſt Unfrieden, iſt Gefahr politiſcher Exploſion. Sie decken
ſich am wenigſten bei uns Deutſchen. Daraus ergibt ſich ein doppelter
Pflichtenkreis; der engere dem Reiche, der weitere dem Geſamtvolk
gegenüber.
Das Thema beſchränkt den Redner auf Europa. Er erörtert die
Spannung, die im Weſten, Süden und Oſten zwiſchen deutſchom
Volks=
tum und deutſchem Staatstum beſteht.
Im Weſten ſei die Volksgrenze von eindrucksvoller Klarheit,
da es hier keine Gemengelage der Völker gebe. Die politiſche Grenze
aber überſchneide den Volksboden und trenne von ihm die weſtlichen
Vorlande ab. Holland, Schweiz, Luxemburg ſeien zu eigener
Staat=
lichkeit durchgedrungen. Flandern, Deutſchlothringen, Elſaß ſeien in
fremdartige Staatlichkeit hineinbezogen worden.
Auch im Süden fällt Volks= und Reichsgrenze nicht zuſammen.
Den Italienern gegemüber noch ziemlich geſchloſſene Volksgrenze, den
Südſlawen gegenüber nur noch breite Miſchzone, dahinter die
alemani=
ſche Schweiz, das bajuwariſche Oeſterreich. Die Schweiz zwar iſt politiſch
auf Grund bedeutſamer eigener Erlebnisgrundlage politiſch abgeſpalten,
im Volklichen und im Kulturellen iſt ſie zum Unterſchied von Holland
etwa ein Glied des deutſchen Geſamtbereichs geblieben; Deutſch=
Oeſter=
reich iſt erſt 1866 abgeſpalten, bis 1918 trug es die Verantwortung für
die Donaumomarchie und ihre Dynaſtie, heute iſt es ein Staat wider
Willen. Der Anſchluß führt größere Entſprechung von Volks= und
Staatsgvenze herbei beſeitigt einen Unruhehend und liegt daher im
europäiſchen Intereſſe. Oeſterreich hat ſeine eigenen Grenzprobleme:
das ſüdtiroler, das ſüdkärtneriſche, das ſüdſteiriſche, das burgenländiſche,
das öſterreichiſchetſchechiſche. Dieſe Probleme ſind, heute noch
ſtaats=
politiſch betrachtet, Probleme eines vom Reiche unabhängigen Staates,
volkspolitiſch betrachtet aber Probleme unſerer Volksheit.
Im Oſten wie im Südoſten iſt Volksgrenze nicht zu ziehen.
Jen=
ſeits des geſchloſſenen deutſchen Volksbodens (der auch hier erheblich
über den Reichsboden hinausreicht” der oſtmitteleuropäiſche Gürtel,
den Penck Zwiſcheneuropa nennt. Vom Finniſchen Meerbuſen bis zum
Schwarzen Meer rund 80 Mill. Menſchen, von denen rund 30 Mill.
Minderheitsmenſchen ſind darunter rund 8 Mill. Deutſche. Viererlei
Probleme ſtellen ſich im Oſten:
1. Das Problem der Herſtellung einer beſſeren Grenze, um Volks=
und Reichsboden zur größeren Deckung zu bringen.
2. Das Problem der Sicherung des deutſchen Bodens. Der
Volks=
kampf im Oſten iſt ein Ringen um den Boden. Die Bodenreformpolitik
der Nachfolgeſtaaten hat aus nationaliſtiſchen Antrieben den
Minder=
heiten, insbeſondere den Deutſchen, gewaltige Flächen genommen.
Dar=
über hinaus aber bei der Menſchenleere des ppeußiſchen Oſtens Gefahr
der Unterwanderung; daraus erwächſt die Aufgabe einer großzügigen
deutſchen Bauernſiedlung. Der Volkskampf im Weſten iſt ein Kampf
um die deutſchen Seelen, der im Oſten iſt ein Kampf um den Boden,
3. Das dritte Problem iſt die Minderheitenfrage. Nationalſtaat
weſtlicher Prägung ſei im Oſten unmöglich. Das Staatsproblem im
Oſten verlange eine andere Löſung; die Frage ſei, ob hier
Nationali=
tätenſtaaten entſtehen könnten, die das Eigenleben ihrer Minderheiten
achteten, ja ſie zu Mitträgern des Staatslebens machten. Eſtlands
Kulturautonomiegeſetzgebung ſei ein verheißungsvoller Anfang.
Viel=
leicht ſeien wir auf dem Wege zur Ausbildung eines europäiſchen
Volksrechtes. Es gelte in Europa zur Anerkennung des Rechtes eines
jeden Menſchen auf ſein Volkstum zu gelangen, ſo wie ſich das Recht
des Menſchen auf ſein religiöſes Eigenleben durchgeſetzt habe.
4. Das vierte Problem aber ſei das, das ſich heute unter dem
Schlagwort Paneuropa verberge. Europäiſche Konföderation aber
ſetze voraus, daß die Staaten auf den Eingriff in fremdes Volkstum
nach Möglichkeit verzichteten. Eine gedeihliche Entwicklung des
Minder=
heitenrechts ſei Vorausſetzung dazu. Ob ſich aber als eigentliches
Kern=
problem nicht das Problem Mitteleuropa herausſchälen werde, das ſei
die Frage, Weſteuropa, Oſteuropa ſeien geſtaltet, Mitteleuropa ſei
ge=
ſtaltlos. Das Großvolk Mitteleuropas aber ſei das deutſche. Hier liegt
vielleicht ſeine europäiſche Miſſion. Ohne es geht es ſicherlich nicht.
Wenn Europa in Ruhe und Frieden und in vernünftige Geſtalt
ge=
bracht werden ſolle, dann müßten wir nicht nur in Staaten denken,
dann müßten wir in Völkern denken lernen, und an die Möglichkeit
glauben, daß dieſe Völker ſich unter Anerkennung ihrer
Volksperſönlich=
keit irgendwie zuſammenfinden können.
Der Dienſt am deutſchen Geſamtvolk, wie ihn der „Verein für das
Deutſchtum im Ausland” leiſte, widerſpreche nicht nur nicht der Idee
der Vefriedung Europas, er ſei vielmehr die Vorausſetzung dazu.
Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Zweiter Redner war Herr Studienrat Weckerling, Friedberg,
der über
„Die praktiſche Kulturarbeit”
der heſſiſchen Landesgruppe des V. D. A. ſprach. Der Vortrag bot eine
praktiſche Nutzanwendung zu dieſen grundſätzlichen Erörterungen. Der
Redner zeigt an Hand von an Ort und Stelle aufgenommenen
Licht=
bildern und einer Fülle von Zahlenangaben, wie im Rahmen des
Heſſi=
ſchen V. D. A. dieſe neuen Kulturaufgaben des Schutzes deutſcher
Volks=
genoſſen ſchon in zwei kurzen Jahren in zielbewußter und ſelbſtloſey
Arbeit mit erſtaunlichem Erfolg angepackt wurden. Im Augenblick,
wo im Arbeitsgebiet des heſſiſchen Landesvereins die deutſche Kultur in
fremder, feindlicher Umwelt ſicherem Untergang verfallen ſchien, war
es dem Verein vergönnt, tatkräftig und erfolgreich ſo einzuſetzen, daß
deutſche Sprache und Sitte für die Zukunft in dieſem fernen, jeder
Kultur ziemlich entrückten Gebiet neu und ruhig erblühen können.
Der Redner ſtellte feſt daß der V. D. A. vor dem Kriege ein kleines
Pflänzlein war, der allerdings in Darmſtadt eine Hochburg hatte,
Heute, unter der Wucht der Verhältniſſe iſt der V. D. A. zu einer
un=
geahnten Bedeutung gelangt, deſſen Aufgaben heute das ganze deutſche
Volk durchdringen. Auch dieſer Vortrag, der durch die Lichtbilder gut,
inſtruktiv und überzeugend illuſtriert wurde, fand ſtarken Beifall.
Nach den Vortvägen folgten die Erſchienenen der Einladung des
Herrn Landtagspräſidenten zu einem „kleinen Imbiß”. Hierzu
war in den Sitzungs= ud Beratungszimmern des Landtags gedeckt.
Herr Präſident Adelung ſprach den Vortragenden den herzlichſtem
Dank aus. Es ſei durchaus begwißenswert, einen Einblick gewonnen zu
haben in eine Arbeit, die rein dem Volkstum gewidmet iſt, die ſicher
von allen Parteien gleich anerkannt wird, und der man von Herzen
auch in Zukunſt Erfolg wünſchen kann. Man nahm zwanglos Platz
und verlebte einige harmoniſche Stunden in regem verbindenden
Ge=
m Glas trefflichen Domänenwein. A. S
Seite 6
Samstag, den 21. Mai 1927
Numer 440
Werbewoche der Kirchſtraße.
Wie allſeits bekannt, endet heute die Werbewoche der
Kirch=
ſtraße. Es war etwas Neues in Darmſtadt, daß eine ganze Straße
ſich zu einer derartig großzügigen Reklame einigte, was jeden Abend
die Maſſe der Beſucher bewies. Jede Firma hatte ihr Möglichſtes
ge=
tan, um dem kaufkräftigen Publikum Gelegenheit zu geben, ſich
vorteil=
haft einzudecken. Bis in die ſpäten Abendſtunden lockte ein großer
Laut=
ſprecher durch Reklamerufe und Konzertſtücke die Paſſanten herbei.
All=
abendlich erſtrahlte die ganze Straße im Glanze von zirka 5000 Lampen,
die dem Geſamten ein feſtliches Bild prägte. Originelle Transparente,
wie beſonders die großen Werbeſchilder an den beiden Straßenenden
und die der Firma Bockshaut, Schlüter, Welter und Hublitz, wieſen auf
die einzelnen Branchen hin. Beſonders hübſch wirkte im Glanze von
zirka 600 Birnen das alte ſchmucke Fachwerkhäuschen der Brauerei Heß.
Die ganze Reklamebeleuchtung war von der Firma Geil=Ranzow
inner=
halb weniger Tage zur Zufriedenheit fertiggeſtellt. Die Geſchäftsleute
der Kirchſtraße, die größtenteils Inhaber von altanſäſſigen Geſchäften
ſind, haben wiederum bewieſen, daß die Darmſtädter Geſchäftswelt
anderen größeren Städten an Auswahl und Leiſtungsfähigkeit nichts
nachgibt.
— Abſolventen der hieſigen Städtiſchen Handelslehranſtalt gründeten
bor einigen Tagen in einer ſtark beſuchten Verſammlung den Verein
„Ehemaliger ſtädtiſcher Handelsſchüler‟. Der junge
Verein ſetzt ſich zum Ziel, die wiſſenſchaftliche Weiterbildung durch
Be=
ſichtigungen, Vorträge uſw. zu fördern, dann aber auch der geſelligen
Unterhaltung Rechnung zu tragen. Heute liegen ſchon faſt 100
Anmel=
dungen bei dem Vorſtand vor. Der nächſte Vereinsabend findet am
Montag, den 23. Mai, bei Sitte (Karlſtraße) im Alpenzimmer ſtatt. —
Adreſſen, Anfragen uſw. ſind an den erſten Schriftführer, Herrn
Hart=
mann, Neckarſtraße 28, zu richten.
— Lichtbildervortrag über Wimpfen. Am Sonntag, den 22. Mai,
abends 8½ Uhr, hält Herr Oberreallehrer Frank im Gemeindehaus der
Wetrusgemeinde, Eichwieſenſtraße 8, einen Lichtbildervortrag über
Wimpfen. Der Redner iſt ein ausgezeichneter Kenner der ſchönem
Meckarſtadt. Darum dürfte der Vortrag nicht nur die Mitglieder der
ev. Kirchengefangvereine, die am 29. Mai zum Heſſiſchen
Kirchengeſangs=
feſt nach Wimpfen fahren, ſondern auch weitere Kreiſe intereſſieren.
Zur Deckung der Unkoſten wird ein Eintrittsgeld von 20 Pf. erhoben.
Ein evtl. Reingewinn fließt in die Nordſee=Reiſekaſſe der
Jugendvereini=
gung der Petrusgemeinde
— Pfingſtausflug Mainz—St. Goar. Der Kavallerie=Verein
Darm=
ſtadt unternimmt am Sonntag, den 5. Juni, (1. Pfingſtfeiertag) mit
dem neuen Motorſchiff „Vater Rhein” eine Rheinfahrt von Mainz nach
St. Goar und zurück bis Aßmannshauſen. Von hier Wanderung nach
dem Niederwalddenkmal und Rüdesheim. Nach kurzem Aufenthalt in
Rüidesheim Schiffsfahrt nach Mainz. Zu dieſer Fahrt an den deutſchen
Rhein können ſich außer unſeren Mitgliedern noch Teilnehmer melden.
Anmeldungen werden von unſerem 2. Vorſitzenden, Kam. Hofferbert,
Saalbauſtraße 33 (Telephon 1864), entgegengenommen. Derſelbe erteilt
auch jede gewünſchte weitere Auskunft über Abfahrt, Kartenverkauf,
Eſſen uſw. Der Preis der Teilnahme iſt ſo geſtaltet, daß es jedem
mög=
lich iſt, Pfingſten eine Fahrt auf unſerem herrlichen Rheinſtrom mit all
den Sehenswürdigkeiten dieſer Strecke zu machen.
— Radio=Groß=Empfangsanlage! Man ſchreibt uns: Genau ſo, wie
man bisher Waſſer, Gas und Elektrizität von den in Frage kommenden,
meiſt ſtädtiſchen Geſellſchaften ins Haus geliefert erhält, werden in naher
Zukunft dieſe Leitungen, um einen Draht, der an einem Steckkontakt
endigt, vermehrt, Rundfunk jedem Hauſe, jeder Mietspartei, jedem
Stockwerk zuführend. Das iſt keine Phantaſie eines Fachſchriftſtellers,
ſondern abſolute Tatſache. Es ergibt ſich dies ſchon aus der Feſtſtellung,
daß vor kurzer Zeit die „Deutſche Zentral=Rundfunk=
Vermittlungs=Geſellſchaft”, Berlin, gegwmdet wurde,
deren Geſchäftsſtelle in Frankfurt a. M. iſt. Näheres über das
Unter=
nehmen ſelbſt bleibt einem ausführlichen Bericht vorbehalten. Eine
auf=
klärende Beſprechung über die intereſſante techniſche und wirtſchaftliche
Ausführung der Station Darmſtadt, wird demnächſt durch Patent=
Ingenieur, E. Jacobi=Siesmayer, Frankfurt a. M., erfolgen. Für heute
ſei nur ſoviel erwähnt, daß außer einem Doppel=Kopfhörer oder
Laut=
ſprecher, welche an vorbeſagten Steck=Kontakten direr angeſchloſſen
werden, jode private Apparatur des Rundfunk=Teilnehmers dieſer
Ge=
ſellſchaft ſich erübrigt, und demnach das Radiohören ganz
außerordent=
lich verbilligt wird. Man benötigt auch keine Einzel=Antennen mehr,
welche bekanntlich neben den vielen Gefahrenquellen ſich gegenſeitig
ſtörend beeinfluſſen. Das Geheimnis der großzügig aufgefaßten Löſung
eines techniſch=wirtſchaftlichen Problems, mit einfachſten Mitteln, beſteht
in der Errichtung von ſogenannten Groß=Empfangsanlagen, zunächſt in
den bedeutendſten Städten von Mirtel= und Süddeutſchland, beginnend
mit der heſſiſchen Hauptſtadt Darmſtadt.
— Hundeausſtellung. Der Verein der Hundefreunde von
Darmſtadt und Umgegend für Raſſezucht= Polizei=, Schutz= und
Gebrauchshundweſen (E. V.) veranſtaltet am 29. Mai I. Js. im
Oran=
geriegarten eine Ausſtellung von Hunden aller Naſſen,
deren Beſuch ſich für Jedermann lohnen wird. Vormittags ab 9 Uhr
Prämiierung der Hunde, nachmittags 3 Uhr Vergebung der
Zuchtgrup=
pen und großen Preiſe, 3½ Uhr Hundewettrennen, 4 Uhr Boxkampf
zwiſchen Menſch und Hund 4½ Uhr Vorführung von Polizei= und
Schutzhunden. Namhafte Richter richten. Meldungen nimmt die
Ge=
ſchäftsſtelle Ph. Schnell, Aliceſtr. 1 (Telephan 3577) bis zum 23. Mai
entgegen. Es wird darauf hingewieſen, daß auch Nichtmitglieder des
Vereins ausſtellen können. Vorausſichtlich iſt dies die letzte Ausſtellung
des Vereins bis 1930, ſodaß ſich niemand die Gelegenheit entgehen
laſſen ſollte, ſchöne und raſſereine Hunde in ſeltener Vollkommenheit
zu ſehen. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer wird hingewieſen.
— Gerüſte an Häuſern — erhöhte Einbruchsgefahr. Viele
Haus=
beſitzer laſſen jetzt das Aeußere der Häuſer wieder verbeſſern. Die
Baugerüſte bieten Einbrechern willkommene Erleichterung für ihre
Arbeit. Da der Hauseigentümer nach dem Mietvertrag die
Verpflich=
tung hat, die Wohnung möglichſt geſichert den Mietern zur Verfügung
zu ſtellen, hat jetzt das Kammergericht erklärt, daß der Hauseigentümer
während der baulichen Veränderungen die notwendigen Maßnahmen
gegen die erhöhte Diebſtahlsgefahr durch zweckmäßige Bewachung der
Gerüſte zu treffen habe. Wird dies unterlaſſen, ſo kann der Mieter auf
Koſten des Vermieters die erforderlichen Vorkehrungen treffen.
30 000 Turner in Darmſiadt!
Darmſtädter Bürger! Schon oft hat man euch gerufen, wenn es
galt, für das Gelingen eines großen Planes einzutreten. Und ihr habt
dieſen Rufen immer gern und opferwillig Folge geleiſtet.
Ihr wißt, daß Darmſtadt ſich rüſtet, in den Tagen vom 29. Juli
bis 1. Auguſt das große Kreisturnfeſt zu begehen. Dieſes Feſt,
welches ſeit 1893 nicht mehr in unſeren Mauern abgehalten wurde, wird
gewaltige Ausmaße annehmen. Wenn man bedenkt, daß ſich in
dieſen Tagen weit über 30 000 Turner bei uns aufhalten werden,
dann werdet ihr es begreifen, daß man bei der Unterbringung der
Maſſen, trotz des Entgegenkommens der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Be=
hörden, auf außergewöhnlich große Schwierigkeiten ſtößt. Es iſt faſt ein
Ding der Unmöglichkeit, alle unterzubringen.
Heute nun richten die maßgebenden Führer des Kreisturnfeſtes an
euch die Bitte, bei der Quartierbeſtellung tätig mitzuwirzen.
Nichts iſt einfacher als das, denn man hat nur notwendig, ſich in die
zurzeit umgehenden Quartierliſten einzutragen!
Eine große Unbequemlichkeit ſür den Quartiergeber iſt damit nicht
verbunden. Die einfachſte Unterkunft genügt ſchon. In dieſen Tagen
iſt der Turner nicht darauf aus, im Daunenbett zu ſchlafen. Er will
nur dabei ſein. Dabei, bei dem größten aller mittelrheiniſchen
Turner=
feſte, bei dem 33. Mittelrheiniſchen Kreisturnfeſt.
Und nun fſt es an euch, ihr Bürger Darmſtadts, an jedem einzelnen
von euch, daß das große Vorhaben in dieſer Beziehung gelingt. In
erſter Linie hat Darmſtadt und ſeine Vororte das Recht und die Pflicht,
mit allen Kräften für die Unterbringung ſeiner Gäſte Sorge zu tragen.
Beides aber iſt nur möglich, wenn uns alle verfügbaren Näume
ge=
meldet werden. Darmſtadt und jeder ſeiner Bürger ſind ſtolz auf dieſes
große Turnerfeſt. Mit dieſem Stolz allein können wir nichts anfangen,
zeigt uns wirkliche Tatbereitſchaft, die ihr ſchon öfters bei kleinen
An=
läſſen frei ſtrömen ließet. Zeichnet euch in die Quartierliſten ein
und ermöglicht es ſo, fremden Turnern, die zum großen Teil aus dem
beſetzten Gebiet kommen und gern einmal von jedem Zwang frei wären,
dabei zu ſein.
Sie werden es euch danken und ihr habt die Sicherheit für die
Turnſache, die in dieſen Tagen Sache eines jeden einzelnen iſt, den
wert=
vollſten Dienſt geleiſtet zu haben. (Siehe auch die heutige Anzeige.)
Die Fahrzeiten der Kraftpoſten nach Neukirchen und nach
Oppenheim ſind im Sommerfahrplan wie folgt feſtgeſetzt: Abfahrt ab
Darmſtadt=Luiſenplatz: nach Neunkirchen um 7.55 und 19.35, außerdem
Sonntags um 7.10; nach Oppenheim um 7.20, 12.0, 18.30; Rückfahrt: ab
Neunkirchen um 5.40, 17.25 Uhr, außerdem Sonntags um 19.40 Uhr; ab
Oppenheim um 7.55, 12.51 und 19.23. Die Kraftpoſt Darmſtadt=
Neun=
kirchen kann leider erſt vom 24. Mai ab bis Lindenfels durchgeführt
werden, weil die Straße zwiſchen Winterkaſten und der Schönen
Aus=
ſicht wegen Inſtandſetzungsarbeiten vorerſt für Kraftfahrzeuge noch
ge=
ſperrt iſt.
— Im Lloyd=Reiſebüro, Rheinſtraße 17, ſind Karten für den am
Sonntag, den 29. Mai, fahrenden Sonderzug nach Oberheſſen zum
Preiſe von 4,80 Mk. für Hin= und Rückfahrt erhältlich.
Verbilligte Rheinfahrt. Am Chriſti=Himmelfahrtstag iſt mit dem
ſchmucken Dampfer „Rheintreue‟ Gelegenheit geboten, für einen äußerſt
mäßigen Fahrpreis nach St. Goar hin und zurück zu fahren. Wir
empfehlen dieſe günſtige Gelegenheit unſeren werten Leſern auf das
wärmſte. (Siehe Anzeige.)
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (Deutſch=
Auſtral= und Kosmos=Linien, einſchließlich Hugo=Stinnes=Linien). Ohne
Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten. Nach New York: D.
Cleve=
land ab Hamburg am 25. 5., ab Cuxhaven am 26. 5., D. Fürſt Bülow
ab Hamburg am 27. 5., D. Hamburg ab Hamburg am 2. 6., ab
Cux=
haven am 3. 6., D. Reliance ab Hamburg am 6. 6., ab Cuxhaven am
7. 6., D.. Weſtphalia ab Hamburg am 8. 6., D. Albert Ballin ao
Ham=
burg am 16. 6., ab Cuxhaven am 17. 6., D. Thuringia ab Hamburg am
22. 6. Nach Philadelphia, Baltimore, Norfolk: D. Kiel am 27. 5., D.
Denderah am 10 6., D. Carl Legien am 24. 6. Naſt der Weſtküſte
Nord=
amerika: MS. Seekonk am 21. 5., MS. Indien am 4. 6., MS. Iſis am
18. 6. Nach Cuba: D. Artemiſia am 15 6., D. Nauplia am 15. 7., D.
Kiel am 15. 8. Nach Mexiko: MS. Rio Bravo am 31. 5., D. Schleswig=
Holſtein am 11. 6., D. Aragonia am 23. 6., MS. Rio Panuco am 5. 7.
Nach Pto. Rico, Jamaica, Santiago de Cuba, Haiti, Domingo: D.
Mexiko am B. 5., D. Cuba am 18. 6., D. Troja am 9. 7., D. Kreta am
30. 7. Nach Weſtindien: MS. Erfurt am 21. 5., D. Teutonia am 1. 6.,
D. Kyphiſſia am 11. 6., D. Albert Vögler am 22. 6., D. Galicia am
2. 7. Nach der Oſtküfſte Südamerika: D. Granada am 25. 5., D. Bayern
am 1. 6., D. Ludendorff am 8. 6., D. Niederwald am 8. 6., D. General
Belgrano am 15 6., D. Frankenwald am 22. 6., D. Uruguay am 22. 6.
Nach der Wrſthiüſte Südamerika: D. Nitokris am 4. 6., D. Schwarzwald
am 8. 6., D. Itauri am 29. 6., D. Planet am 2. 7. Nach Niederländiſch=
Indien: MS. Duisburg am 8. 6., D. Altona am 6. 7. Nach Auſtralien:
D. Freiburg am B. 5., D. Eſſen am 29. 6. Nach Oſtaſien (Hapag):
D. Kabinga am 21. 5., D. Wiegand am 25. 5., MS. Königsberg am
28. 5., D. Telemachus am 4. 6., D. Oldenburg am 11. 6. D. Germar
am 22. 6. Nach Oſtaſien (Hug Stinnes=Linien): MS. Münſterland am
31. 5., D. Adolf von Baeher am 30. 6. Nach Afrika: D. Tanganjka
am 24. 5. Hamburg=Rhein=Linie: wöchentlich ein Dampfer.
Aus den Parieien.
Die Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei
will, vielfachen Wünſchen entſprechend, eine Autofahrt nach
Oppenheim a. Rh. unternehmen. Feſtgeſetzt iſt Mittwoch den
1. Juni, nachmittags 2 Uhr (Rückfahrt vorausſichtlich zwiſchen 6 und
7 Uhr). Die Einzeichnungsliſte liegt im
Geſchäftszim=
mer der Partei von heute an auf, woſelbſt alles nähere über
Fahvpreis uſw. zu erfahren iſt. Die Nachfrage nach Autos iſt ſehr ſtark,
und muß die Beſtellung frühzeitig erfolgen. Wir bitten deshalb bis
ſpäteſtens Mittwoch, den 25. Mai, ſich zu melden. Unter bewährter
Führung Beſichtigung der Katharinenkirche, anſchließend kleiner
Spazier=
gang auf die Landskrone. Beteiligung unſerer Parteifreunde iſt ſehr
erwünſcht.
Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Wir
machen nochmals auf den muſikaliſchen Kreis bei Frau
Dingel=
dey aufmerkſam, der Dienstag, den 24. Mai, nachmittags 5 Uhr, im
Hauſe Heinrichsſtraße 33 ſtattfindet. Die Beteiligung iſt für jedes
Par=
teimitglied, auch für ſolche, die an dem erſten Kreis nicht teilgenommen
haben.
Schwurgericht.
Eine Sache, die ſchon zweimal das Schwurgericht beſchäftigt hatz,
wird erneut verhandelt; jedoch handelt es ſich heute nur noch um eins
Prüfung hinſichtlich des Strafausſpruchs, nachdem das Reichsgericht nur
inſoweit am 10. Febr. 1927 das letzte Schwurgerichtsurteil vom 3. Dez.
1926 aufgehoben hat. Die Aufhebung iſt erfolgt, weil gegen 8 157 8.1
StGB. verſtoßen iſt. Hat nämlich ein Zeuge ſich eines Meineides ſchuldig
gemacht, ſo iſt die an ſich verwirkte Strafe (alſo hier die ausgeſprochene
Mindeſtſtrafe von je 1 Jahr Zuchthaus) auf die Hälfte bis ein Viertel
zu ermäßigen, wenn die Angabe der Wahrheit gegen ihn ſelbſt eine
Ver=
folgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens nach ſich ziehen konnte.
Die Verhandlung, die ſich gegen den Landwirt Karl Konrad
Ritſcher und deſſen Schweſter Barbara Emich, beide in Ober=
Ramſtadt, richtet, beginnt mit der Verleſung des letzten aufgehobenen
Schwurgerichtsurteils und des obengenannten Reichsgerichtsurteils;
darauf folgt die Vernehmung der Angeklagten, der ſich die Verleſung
des Augenſcheinsprotokolls anſchließt. Ueber dem Tatbeſtand haben wir
früher eingehend berichtet.
Die Beweisaufnahme verläuft raſch.
Der Staatsanwalt beantragt, da die Angeklagten ſich im einem
Ge=
wiſſenskonflikt befanden, auch ihre weſentliche Unbeſtraftheit
heranzu=
ziehen iſt, eine Strafe von je ſechs Monaten Gefängnis. Der
Verteidi=
ger betont, daß die Angabe der Wahrheit auch eine Verfolgung wegen
Begünſtigung nach ſich ziehen, auch Betrug oder Beleidigung und
Be=
drohung in Betracht kommen konnte. Aus drei Gründen ſei § 157 Z.1
StGB. anzuwenden. Hier liege, was beſonders zu bevückſichtigen ſei,
ein ſogen. Grenzfall vor, der hart an der Grenze der prozeſſualen
Schuld liege. Eine milde Strafe ſei am Platze. Karl Ritſcher ſei
zur Zeit der Eidesleiſtung kaum ſtrafmündig geweſen. Der Verteidiger
bittet, die geſetzliche Mindeſtſtrafe von 4½ Monaten Gefängnis
auszu=
ſprechen und die Koſten nach § 505 RStPO. angemeſſen zu verteilen.
Das Urteil erkennt auf je 4½ Monate Gefängnis.
Die Koſten des Verfahvens betreffend, werden die Gebühren auf die
Hälfte ermäßigt, von den Auslagen werden ein Viertel der Staatskaſſe,
drei Viertel den Angeklagten auferlegt. Das Urteil iſt rechtskräftig.
Die Stadtbücherei hat einen neuen Katalog „
Lebeng=
bilder” zuſammengeſtellt. Der erſte Teil desſelben enthält
Biogra=
phien, Memoiren, Briefe aus den verſchiedenſten Zeiten, Lebenskreiſen
uſw. in ſachlicher Anordnung; der zweite Teil bringt ſie in alphabetiſcher
Folge. Der Katalog iſt nicht käuflich, kann aber in derſelben Weiſe wie
der Katalog „Aus der Natur” auf die Dauer von 8 Tagen koſtenlos an
unſere Leſer abgegeben werden.
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künfkier oder fünftloriſche Veranftaltungen, deren im Nachſſehmd
geſchleht, behält ſich die Nrdaktion ihr Urtell vor
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. „Kreuzzug des
Weibes‟. Ein Film der harten Tatſachen, mit bewußter Nüchternheit
erzählt und gerade darum umſo eindringlicher. Die Tatſächlichkeit und
Sachlichkeit des Werkes kennzeichnen den Charakter des Films der
wirklich einmal Charakter hat. Ohne parteiprogrammatiſche
Zwiſchen=
rufe, ohne billige Schablonenallegorie wird das grauſame Erlebnis
einer Lehrerin geſchildert, die von dem Idioten vergewaltigt wird. Die
tiefe ſoziale Frage von der Verhütung der Geburten, die für das
deut=
ſche Volk eine ſeiner Lebensfragen bedeutet, wurde von allen Beteiligten
mit Ernſt und Verantwortungsgefühl filmiſch behandelt. Der ernſte
In=
halt, der jedem Kinobeſucher zu denken gibt, ohne ihn mit dem Problem
zu ermüiden, wird allgemeine Anteilnahme erregen.
— Union=Theater. „Das edle Blut”, nach Ernſt von
Wilden=
bruch. Wie der Junge, dem die Muſik alles iſt, das innerlich und
äußerlich harte Kadettenleben erträgt und tapfer bis in dem Tod dem
Bruder die Treue hält, das iſt ſo lebenswahr wiedergegeben und reißt
uns ſo mit, daß ſicherlich einer der ſchönſten Filme daraus geworden iſt.
Nebenbei haben wir einen jugendlichen Star entdeckt, einen deutſchen
Jackie Coogan! Was Waldemar Pottier als Joachim von Lingen in
ein=
zelnen Szenen gab, wwar einfach Unerhörtes. Es war ein großer und
verdienter Erfolg.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Merunter erſchelnenden Notizen ſind andſchlledich als Hinweiſe auf Anzeligen zu beirachten
in keinem Falle iigendwie ale Beſprechung oder Kritik.
* Wir verfehlen nicht, nochmals auf die am Sonntag, den 22. Mai,
vormittags 11.15 Uhr, im Hauſe der Frau von Selzam, Neckarſtraße 19,
ſtattfindende Morgenfeier des R. Wagner=Verbandes
deutſcher Frauen hinzuweiſen.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentſſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltilon keineriel Ver
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem
Umfang=
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, Uönnen nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
Betr. Feſthalle und Einteilung des Feſtplatzes.
Wäre es nicht angebracht, daß bei der Einteilung des Platzes
Rück=
ſicht genommen wird auf die Weiterführung der Waldſtraße bis zum
Bahnhof?. Meines Erachtens führt dieſelbe in ihrer Verlängerung direkt
nach der Feſthalle, außerdem wäre für den ſüdweſtlichen Stadtteil auf
dieſe Weiſe eine weſentliche neue Verkehrsader geſchaffen und damit die
Rheinſtraße entlaſtet. Iſt doch eigentlich dieſe Durchführung mit ganz
gringen Unkoſten verknüpft, es kann ſich nur um Beſeitigung der
An=
lage in Straßenbreite handeln, da es ſich doch vorerſt nur um den
Fuß=
gängerverkehr handelt.
Tageskalender für Samstag, den 21. Mai 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, E 22, Anfang 7½ Uhr,
Ende nach 9½ Uhr: „Scherz, Satire, Fronie und tiefere Bedeutung.”
— Kleines Haus, 10. (letzte) Vorſtellung d. Samstags=Fremdenmiete,
nachm. 3 Uhr, Ende 5½ Uhr: „König für einen Tag.” — Abends
8 Uhr: Violinabend Gdmund Weyns. — Orpheum, abends 8 Uhr:
Zauberſchau Uferini. — Akademie f. Tonkunſt, 8 Uhr:
Vor=
tragsabend der Schüler von Müller=Söllner. — Heiliger
Kreuz=
berg, abends 8 Uhr: Liederzweig=Ehrenabend. — Konzerte;
Schloßkaffee, Café Rheingold. Perkeo, Hotel=Reſt. Schmitz, Café=Reſt.
Waldſchlößchen, Eintracht, Sodereck. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Thegter, Palaſt=Lichtſpiele.
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Parhen-Krauih
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Samstag, den 21. Mai 1927
Nummer 140
Aus Heſſen.
=Karl Wehprecht und die „Grüne Poſi”
Auf dem Grabſtein unſeres heſſiſchen Nordpdarforſchars Karl
Wehprecht in König i. O. ſteht zu leſen, daß er am 29. März 1881
ver=
ſtorben ſei. Das iſt das eine Faktum dieſer Geſchichte. Das andere
iſt, daß in Berlin eine neue Wochenſchrift erſcheint, die ſo vielerlei
brin=
gen will, daß ſie ſich auch des halbvergeſſenen Karl Wehprecht erinnert
und ihm in einem Aufſatz mit dem ſchaurigen Titel „Ein Grab in Nacht
und Eis” ein kleines Denkmal ſetzt. Das iſt gewiß ſehr nett, denn der
wackere Mann mit dem kindlichen Herzen und der großen Tatkraft
verdient es, daß ſein Gedächtnis nicht verloren geht. Aber wenn man
einen Artikel ſchreibt, wie den in der greinen Poſt, dann darf man
eigenklich doch verlangen, daß ſein Verfaſſer ſich klar über das iſt, was
er ſchreibt und daß nicht ein Durcheinander angerichtet wird, wie es
toller nicht gedacht werden kann. Als Beiſpiel ſeien nur fünf Zeilen des
Aufſatzes herausgegriffen. Der ſtaunende Leſer bekommt folgendes
vor=
geſetzt: auf der Inſel Jan Mayen ſeien heute noch die Ruinen von
Holz=
häuſern zu finden, „die letzten Ueberbleibſel der öſterreichiſch=ungariſchen
Weyprechtexpedition vom Jahre 1882‟. Und von dem daneben ſtehenden
großen hölzernen Kreuz weiß der Verfaſſer zu berichten, es ruhe unter
ihm „ein Matroſe namens Wilezek von Weyprechts Schiff Pola‟. Daran
iſt nun, wie geſagt, alles falſch. Erſtens fand die Weyprecht’ſche
Ex=
pedition in die Nordpolargebiete, die neben der großen wiſſenſchaftlichen
Ausbeute die Entdeckung des Kaiſer=Joſeph=Landes brachte in den
Jahren 1872 bis 1874 ſtatt. Zweitens hieß das Erpeditionsſchiff nicht
„Pola” ſondern „Tegetthoff”, nach dem öſterreichiſchen Admiral, unter
dem Weyprecht ſich ſeine erſten kriegeriſchen Sporen in der Schlacht bei
Liſſa verdiente. Und drittens war Wilezek kein Matroſe unker
Weh=
precht, ſondern ein hochgeborener und leibhaftiger Graf, ein Gönner
unſeres heſſiſchen Forſchers, der Weyprecht die Mittel zur Finanzierung
ſeiner Expedition gab. Dieſer Graf Wilczek hat dann im Jahre 1882
als Präſident der von Weyprecht angeregten Geſellſchaft für die
Er=
richtung ſtändiger meteorologiſchen Stationen um den Nordpol die
öſterr. Expedition nach Jan Mayen auf eigene Koſten ausgerüſtet und
ins ewige Eis entſandt. Wehprecht, der zum Leiter dieſer Station
auserſehen war, lag ſchon ein Jahr im Grabe. Was an Reſten von
Hütten heute noch auf Jan Mayen zu finden ſein mag, hat mit ihm
und ſeiner großen Expedition ins nördliche Eismeer nichts zu tun. Und
der Graf Wilezek iſt auch nicht 1882 auf Jan Mayen geſtorben, ſondern
lebte noch lange, lange Jahre meiſt in Wien.
Vielleicht wird ein Leſer durch dieſe Zeilen angeregt, das Leben
unſeres wackeren Landsmannes ſich mal wieder vor Augen zu führen.
Dann nehmen Sie aber bitte dazu nicht die „Grüne Poſt” ſondern
eine der Biographien, die Weyprecht nicht noch Nordlandreiſen machen
laſſen, als er ſchon — tot war.
A. B.
* Arheilgen, 20. Mai. Anſtellung. Dem ſeit Kriegsende hier
tätigen Schulverwalter Friedrich Obmann aus Ober=Ramſtadt wurde
eine hieſige Lehrerſtelle definitiv übertragen. — Zeiteinteilung.
Nachdem bei der Bahn= und Poſtbehörde die neue Zeiteinteilung
einge=
führt wurde, ſind auch die Fahrplantafeln an der hieſigen Station und
die Entleerungszeiten an den Briefkäſten entſprechned abgeändert
wor=
den. — Haupts Rieſenvarieté. Dieſes Unternehmen, das
einige Tage am hieſigen Platze gaſtierte, hatte ſtets einen guten Beſuch
aufzuweiſen. Es war ſicher das beſte Varieté, das je hierorts derartige
Darbietungen brachte. Beſonders waren es die fliegenden Menſchen,
die mit größter Spannung beobachtet wurden und eine größere Anzahl
Einheimiſcher zur Nachahmung heraus forderten.
* Pfungſtadt, 20. Mai. Handabgabe von Futterſtücken.
Wie die Bürgermeiſterei mitteilt, ſind mehrere Futterſtücke am
Hinter=
graben, an der Weidäckerbrücke und ein Futterſtück am Weidäckerdamm
als Handabgabe abzugeben.
* Eich bei Pfungſtadt, 20. Mai. Der Gemeindevoranſchlag
für 1927 iſt vom Gemeinderat durchberaten und genehmigt worden.
Gegenwärtig liegt er auf der Bürgermeiſterei zu allgemeinen
Einſicht=
nahme auf.
* Von der Bergſtraße, 20. Mai. Schlechte Kirſchenernte
in Ausſicht. Wie aus den Hauptkirſchenorten der Bergſtraße
(Doſſenheim, Schriesheim) verlautet, iſt die Frühkirſchenernte ſo gut wie
vernichtet und zwar infolge der naßkalten Witterung während der
Blütezeit, auch für andere Orte der Bergſtraße iſt dies der Fall. Für
Spätkirſchen ſind die Ausſichten etwas beſſer, und man kann auf eine
mittelmäßige Ernte rechnen. Eine gute Ernte erhofft man bei
Pflau=
men, Zwetſchen, Birnen und Aepfeln.
* Ober=Ramſtabt, 20. Mai. In letzter Zeit wurde hier mehrfach
be=
obachtet, daß an Bauſtellen, Straßenaufbruchſtellen uſw. Abſperrſchilder
entfernt oder nach Eintritt der Dunkelheit brennende Bauſtellen=
La=
ternen ausgclöſcht wurden. Beiſpielsweiſe wurde in vorletzter Nacht
ein Straßenabſperrſchild an einer ſehr ſcharfen Kurve in der
Roß=
dörferſtraße entfernt und die brennende Warnungslaterne ausgelöſcht.
Derartige Bubenſtreiche haben ſchon oft Anlaß zu Unfällen ſchwerſter
Art gegeben. Der Urheber ſolcher widerſinnigen „Taten” können nur
Lausbuben ſein, die ſich der Tragweite ihrer Handlungen nicht bewußt
und denen im Betretungsfalle am beſten ſofort ein Denkzettel in
Form einer gehörigen Tracht Prügel gehört. Jeder einzelne ſollte
aber die Sicherheitsorgane bei Ausführung ihres Dienſtes in dieſer
Hin=
ſicht im öffentlichen Intereſſe weitgehendſt unterſtüitzen.
* Ober=Ramſtadt, 19. Mai. Die Verſteigerung des Futtergraſes von
Wegen und Schneiſen des Gemeindewaldes findet nächſten Montag, den
23. Mai, vormittags 10 Uhr, auf dem Rathaus ſtatt. — Die Zahl der
Erwerbsloſen hat ſich gegen die Vorwoche um 20 erhöht und beträgt
jetzt 70.
* Roßdorf, 17. Mai. Die Arbeiter=Samariterkolonne unterhält ſeit
kurzer Zeit ein Depot in Krankenverleihgeräten, aus dem ſie auf
An=
fordern an jedermann völlig koſtenlos Krankengeräte ausleiht. Die
Ko=
lonne dient damit einem ſozialen Zwecke und bekräftigt die ernſte
Auf=
faſſung der ihr obliegenden Aufgaben im Dienſte der Allgemeinheit.
Das Depot umfaßt bisher felgende Gegenſtände: Badewanne,
Sitzbade=
wanne, Kinderbadewanne, Waſſerkiſſen, Luftkiſſen, Eisbeutel,
Bauch=
wärmeflaſchen, Inhalatoren, Irrigator, Stechbecken, Urinflaſchen uſw.
Benutzungsanträge werden jederzeit von unſeren Mitgliedern
entgegen=
genommen.
Dieburg, 19. Mai. Stand der Erwerbsloſigkeit im
Kreiſe Dieburg am 15. Mai 1927. Stellungſuchende: männlich
972, weiblich 203, zuſammen 1175; Erwerbsloſenunterſtützungsempfänger:
männlich 763, weiblich 191, zuſammen 954;
Kriſenunterſtützungsempfän=
ger: männlich 175, weiblich 26, zuſammen 201; Zahl der
Notſtands=
arbeiter 183.
* Dieburg, 20. Mai. Unfall. Die Frau eines Landwirts in
Eppertshauſen wurde beim Einſpannen einer Kuh von dieſer
ſo unglücklich getreten, daß ſie für lange Zeit bewußtlos zuſammenbrach.
Außerdem wurden der Frau mehrere Zähne eingeſchlagen. — Der
Aerzteverein für den Kreis Dieburg ernannte den in den
Ruhe=
ſtand getretenen Kreisarzt Medizinalrat Dr. Schwan zu ſeinem
Ehren=
mitglied
— Groß=Umſtadt, 19. Mai. Am 29. d. M. findet in Groß=Umſtal
eine Maſſenkundgebung der im Reichsbundfür Krieg
beſchädigte und Kriegshinterbliebene (Gau Heſſet
vereinigten Kriegsopfer ſtatt. Damit iſt gleichzeitig die Weihe eine
Banners für die dortige Ortsgruppe verbunden. Zu den Veranſtaltu
gen ſind Kameraden, Kameradinnen und Gönner des Bundes alle ber
lich eingeladen. Leider wird aber verſchiedentlich die Meinung
la=
daß der Reichsbund ein ſogenannter Zweckverband ſei, der eines Bar
ners abſolut nicht bedürfe. Dieſer Auffaſſung kann nicht beigepflich
werden. Das Banner ſtellt ein Symbol der inneren Ueberzeugung de
das da lautet: „Für Frieden und Heimat!” Es ſoll dem lebenden G
ſchlecht wie auch ſpäteren Generationen ein Wahrzeichen des Friede
ſein, denn Friede ernährt und Unfriede verzehrt.
Höchſt i. Odw., 20. Mai. Zur Beigeordnetenwa
ſchreibt man uns: Für die Wahl eines Beigeordneten in Höchſt, wel
am B. d8. Mts ſtattfinden ſollte, wurde nur ein Wahlvorſchlag ei
gereicht. Dadurch iſt die Wahl ſelbſt hinfällig geworden. Der Vorſchla
weicher von ſozialdemokratiſcher Seite gemacht wurde, präſentiert de
Steinhauer Ph. Bernhard. An der Spritze unſerer Gemeinde ſtehe
nun zwei Sozialdemokraten. Unſer ſeitheriger Beigeordneter, He=
Rehfor Weidmann, hat unter den derzeitigen Verhältniſſen auf ein
Wiederwahl verzichtet. Obwohl auch von bürgerlicher Seite Beſtr
bungen im Gange waren, dieſes Amt wieder für ſich zu gewinnen, lie
ſich doch mit Recht kein Bürger dazu bewegen, zu kandidieren. Man h
ſeine Schlüſſe aus der letzten Bürgermeiſterwahl gezogen, bei welak
ein beträchtlicher Teil der „Bürgerſchaft” für den ſozialdemokratiſche
Kandidaten ſtimmte, welcher ſchon am Wahltag=Abend aus ſeiner part;
politiſchen Anſchauung keinen Hehl machte. Die Folgen dieſer unſinnig
Handlungsweiſe zeigen ſich jetzt inſofern, als ſich überhaupt kein Ko
didat aus dem bürgerlichen Lager fand. Wie damals, ſo mußte a
jetzt damit gerechnet werden, daß die Wähler nicht wiſſen, wo ſie hi
gehören. Im Gemeindeparlament halten ſich nun die Bürgerlichen u
Eozialdemokraten die Wage.
Eröffnungsfeier der Gerauer Woche
Das Gerauer Land iſt eine Stätte älteſter deutſcher Kultur, über
die Jahrhunderte deutſcher Geſchichte, reich an bedeutſamen Ereigniſſen
hinweggezogen ſind. Zu der ſeit alter Vorzeit in hoher Blüte
ſtehen=
den Landwirtſchaft iſt mit der Ausdehnung der Schienenwege die
In=
duſtrie getreten und hat den Namen der Kreisſtadt Groß=Gerau mit
ihren Erzeugniſſen in die Welt hinausgetragen. Ein Zeichen der
Wie=
dererſtarkung nach Zeiten ſchwerſter Not und trotz Fortdauer der
wirt=
ſchaftlichen Schwierigkeiten bedeutet es, wenn der erſt kürzlich
gegrün=
dete „Verkehrsverein für Groß=Gerau und Umgegend” es unternommen
hat, eine Werbewoche in ſo großzügiger Weiſe, wie es geſchehen
iſt, zu veranſtalten.
Rein äußerlich waren alle Vorbedingungen für einen glücklichen
Beginn der Gerauer Woche gegeben. Ein ſtrahlender Frühjahrshimmel
lag über der freundlichen Kreisſtadt, die ſich im Schmucke ihrer ſchönen
Vauten, im Schmucke von Fahnen und Girlanden dem Beſucher auf
das vorteilhafteſte präfentierte. Zahlreiche Vertreter von Behörden,
Vereinigungen und Wirtſchaftsverbänden waren der Einladung zur
Cröffnungsfeier gefolgt, die am Freitag nachmittag im Adlerſaal in
Groß=Gerau unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung vor
gelade=
ven Gäſten vonſtatten ging. Muſikaliſche Darbietungen der
Muſik=
abteilung des Turnvereins 1846 Groß=Gerau umrahmten das
Feſtprogramm, zu deſſen Beginn der Vorſitzende des Verkehrsvereins,
Herr Fabrikant Heinrich Hirſch, die Gäſte herzlich begrüßte. Herr
Dr. Lüdecke, der neue rührige Bürgermeiſter von Groß=Gerau,
feierte die Harmonie zwiſchen der Stadtverwaltung und dem
Verkehrs=
verein und unterſtrich den Hauptzweck der Veranſtaltung, die Leiſtungen
der heimiſchen Landwirtſchaft, des Handels und der Induſtrie, des
Handwerks und des Gewerbes in ihrer ganzen Werbekraft in die breite
Oeffentlichkeit zu bringen. — Von den anweſenden Vertretern aus
den Kreiſen der Behörden und der Wirtſchaft wurde die Gerauer Woche
herzlich gefeiert. In zahlreichen Anſprachen klang das Erſtaunen
darüber durch, daß es möglich war, in ſo kurzer Zeit den Gedanken der
Gerauer Woche ſo durchzuführen. Anſprachen hielten u. a. ein
Ver=
treter der Eiſenbahndirektion Mainz und der
Oberpoſt=
direktion Darmſtadt, für die Handwerkskammer Syndikus Dr.
Kollbach, für den Heſſiſchen Verkehrsverband deſſen 1. Vorſitzender
Th. Stemmer, für die Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt
Syndikus Dr. Roeſener, für den Heſſiſchen Landgemeindetag
Bür=
germeiſter Alexander=Gonſenheim, für den Kreisverband für
Handwerk und Gewerbe Groß=Gerau Joſef Dasbach, für den
Lan=
desverband des heſſiſchen Einzelhandels Syndikus Dr. Moeßuer.
Ein Begrüßungsſchreiben des am Erſcheinen verhinderten Herrn
Staatspräſidenten wurde verlefen. Der Kreisdirektor von
Groß=Gerau, Herr Dr. Merck, erklärte hierauf als Ehrenvorſitzender
des Verkehrsvereins die Werbewoche und die Ausſtellung für eröffnet.
Ein Rundgang durch die Ausſtellung ſchloß ſich an. Es iſt auch für
den durch den Beſuch größerer Ausſtellungen verwöhnten Beſucher
wirklich ſtaunenswert, was hier geſchaffen wurde, beſonders wenn man
die kurze Zeit, die zur Vorbereitung zur Verfügung ſtand, würdigt. Der
große Saal des „Adler”, durch reiche, geſchmackvolle Dekoration feſtlich
umgeſtaltet, bot einen paſſenden, reizvollen Hintergrund für alles das,
was Geſchick und Fleiß an Ausſtellungsgegenſtänden in wirkungsvoller,
origineller Aufmachung zuſammengetragen hatten. Alles auch nur
denkbare, eine Meſſe im Kleinen, war in den einzelnen Ständen zu
finden, von landwirtſchaftlichen und Bureau=Maſchinen, von
Fahr=
rädern und Nähmaſchinen an bis zu Uhren, Möbeln und
Muſikinſtru=
menten. Weine und Konſerven waren lockend aufgebaut, dazu
Konfek=
tio und Textilwaren, Kleider und Kopfbedeckungen, Stoffe und Wäſche.
Sanitäre Einrichtungen und Geräte für die Hauswirtſchaft,
Beleuch=
tungsapparate und elektriſche Inſtallation, die im Verein mit einer
ge=
ſchickten Ausſtattung die Bühne in glänzender Weiſe verwandelt hatten.
Eine gut zuſammengeſtellte Möbel=Spezialausſtellung im Saal „Zum
weißen Noß” und eine Lehrmittelſchau des Verlages Th. L. Fink
er=
gänzten die Hauptausſtellung.
Ein gut ausgeſtatteter, reich illuſtrierter und in jeder Hinſicht
in=
ſtruktiver „Führer durch das Gerauer Land” iſt erſchienen,
der ſo manche, bisher im Verborgenen ruhende Schönheit unſerer
engeren Heimat in Wort und Bild wiedergibt. Die weiteren
Veran=
ſtaltungen der Woche, ein Schaufenſterwettbewerb, der
Verkehrsſonn=
tag, ein Hausfrquentag, Theater= und Sportveranſtaltungen werden
ſicherlich den erwarteten und verdienten Maſſenbeſuch nach Groß=Gerau
bringen.
Am Freitag nachmittag um 6.15 Uhr ſprach Bürgermeiſter Dr.
Lüdecke im Frankfurter Sender über die „Beſonderheiten des
Gerauer Landes und ſeiner Bewohner‟. Der Abend vereinte einen
größeren Kreis zu einem „Parlamentariſchen Abend”, an
dem Dr. Eicke=Frankfurt einen Lichtbildervortrag über Behörden=
und Wirtſchaftsorganiſationen hielt. So hat die Gerauer Woche
über=
aus verheißungsvoll eingeſetzt, ein kraftvolles Zeichen der lebendigen
Kräfte, die auch in kleineren Städten ſich regen und in harmoniſcher
Zuſammenarbeit ſich auswirken.
* Aus dem Weſchnitztal, 20. Mai. Mit der Grünfütterung
hat man nun allenthalben begonnen und mancher Landwirt iſt darüber
froh, da der Heuvorrat ziemlich zuſammengeſchmolzen iſt. Mit dem
Stand des Grünfutters, Klee und Heugras, iſt man wohl zufrieden,
trotz=
dem die letzten kalten Tage das Wachstum nicht ſonderlich förderten.
Unſer Getreide, ſowohl Sommer= wie Winterfrucht, hat ſich üppig
ent=
wickelt, beſonders gilt dies von gut gepflegten und gedüngten Aeckern.
Unſere Obſtausſichten ſind immer noch vielverſprechend und dürften wir
auf eine gute Obſternte rechnen. Leider haben die Eisheiligen den
Nußbäumen in den Seitentälern ſchwer zugeſetzt; bei vielen Bäumen
ſind Blätter und Blütenknoſpen ganz ſchwarz, ſo daß auf einen Ertrag
nicht zu hoffen iſt.
* Michelſtadt, 19. Mai. Gemeinderatsſitzung. Errichtung
eines Erweiterungsbaues zur Volksſchule. Gemeinderat Bert und
Bei=
geordn. Neff beantragten die Erſtellung von 6 Schulfälen, welcher
An=
trag gegen 2 Stimmen angenommen wurde. Dieſe 2 Stimmen wollten
nur 4 Schulſäle errichte haben. Der von Beigeordneter Neff
einge=
brachte Antrag, bezüglich der Errichtung eines Schulbades möge die
Verwaltung dem Gemeinderat demnächſt einen Vorſchlag zur
Beſchluß=
faſſung unterbreiten, wurde einſtimmig angenommen. Das Projekt
des Architekten Boſſert=Offenbach, den Erweiterungsbau der Volksſchule
betreffend, wurde vom Gemeinderat genehmigt und die erforderliche
Bauſumme in Höhe von 120000 Mark, welche durch Anleihe
aufge=
nommen werden ſoll, bewilligt. — Feſtſtellung der
Vergebungsbe=
dingungen für ſtädtiſche Arbeiten. Um das einheimiſche Handwerk bei
Vergebung von Arbeiten weitgehendſt zu berückſichtigen, wurde vom
Ge=
meinderat ein Beſchluß gefaßt, wonach ſich derſelbe entſprechend dem
Vorſchlage des Bauausſchuſſes, bei Submiſſionen die Vergebung der
Ar=
beit an die 3 billigſten vorbehält. Auf Antrag des Gemeinderats Guſt.
Neff ſoll eine Prüfung dahingehend vorgenommen werden, ob bei der
Ausführung ſtädtiſcher Arbeiten beſchäftigten Arbeiter durch die
Unter=
nehmer der feſtgeſetzte Tariflohn gezahlt wird, welchem Antrag der
Gemeinderat einſtimmig beitrat — Landwirt Schäfer und Gaſtwirt
Hermann wurden in der Ergänzungswahl zum Wieſenvorſtand
ein=
ſtimmig gewählt. — Die durch den Weggang des Herrn K. Fauſt
(Apfelweinkelterei) im Hauſe des Herm Bürgermeiſter Ritzel
frei=
werdende Wohnung wurde an Lehrer Lerch zum ſeitherigen Mietpreis
vermietet. Dem Kriegsbeſchädigten Heinrich Appel ſoll die von Herrn
Lerch ſeither innegehabte Wohnung unter den üblichen Bedingungen
verkauft werden. — Vereinsfubiläum. In dieſem Jahre kann
der Radfahrerverem 1902 den Tag ſeiner Gründung zum 25. Male
feiern, was der letzthin ſtatrgefundenen Generalverſammlung
Veran=
laſſung gab, dieſen immerhin nicht unbedeutenden Tag durch eine im
Rahmen der heutigen Verhältniſſe liegende Feier würdig zu begehen.
Am 12. Juni ſoll im Städt. Saalbau ein Saalſportfeſt veranſtaltet
werden, wozu bereits eine Anzahl Preiſe geſtiftet wurden, die den
Verein in die Lage ſetzen auch die Vereine des Landesverbandes zur
Beteiligung im Reigen= und Kunſtfahren, ſowie zu Radballſpielen
ein=
zuladen.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 22. bis 28. Mai 1927.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Darmſtadt—Dieburg-Babenhauſen—
Aſchaffen=
burg, infolge des Bahnhofsumbaues an der Kreuzung mit
dem Bahnhof Babenhauſen vom 12. 5. bis auf weiteres geſperrt,
Der Durchgangsverkehr hat über die als Proviſorium neu
an=
gelegte Umleitungsſtraße zu erfolgen. Auf derſelben iſt für
Kraftwagen bis zu 5,5 To. Geſamtgewicht die Geſchwindigkeit
auf 15 Km. und für Kraftwagen über 5,5 To. Geſamtgewicht
auf 12 Km. feſtgelegt. Vorſicht!
Darmſtadt—Weinheim-Heidelberg. Die
Berg=
ſtraße in Weinheim zwiſchen Km. 8,083 und 8,393 iſt bis auf
weiteres geſperrt.
Gießen—Lollar zw. Km. 2,0 bis 7,0 bis auf weiteres
gefperrt. Umleitung: Wieſeck—Altenbuſeck—Daubringen.
Lich-Niederbeſſingen vom 4. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung über Langsdorf.
Bad=Nauheim—Friedberg vom 18. 5.
vorausſicht=
lich auf 2—3 Wochen geſperrt. Der Verkehr wird über die ſog.
nteue Straße Bad=Nauheim-Burg Friedberg geleitet, welche für
die Dauer der Sperrzeit freigegeben wird.
Ortsdurchfahrt Ober=Rosbach vom 19. 5. bis
25. 6. geſperrt. Umleit, nach und von Bad=Homburg über
Fried=
berg—Ober=Wöllſtadt—Nieder=Wöllſtadt—Rodheim v. d. H.—
Köppern.
Grünberg (Abzweigung Lehnheim)-Mücke
vom 16. 5. auf 14 Tage geſperrt. Umleitung: Lehnheim—
Atzen=
heim—Merlau oder Weickartshain—Stockhauſen.
Wetzlar-Butzbach zwiſchen Klein=Rechtenbach und
Knorrhof vom 16. bis 26. 5. geſperrt. Umleitung über
Hochel=
heim-Dornholzhauſen.
Ortsdurchfahrt Langen von Kilometer 0,0 bis 0/4
(Dieburger Straße), im Zuge der Straße Groß=Gerau-
Die=
burg vom 7. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Dreieichen=
hain—Sprendlingen.
Ofſenau-Wimpfen und Untereiſesheim—
Wimpfen a. Berg vom 21. 3. vorausſichtlich auf 3 Monate
geſperrt. Umleitung, Durchgangsverkehr: Heinsheim—
Gundels=
heim bzw. Biberach.
Nieder=Modau-Rohrbach (Ortsdurchfahrt Nieder=
Modau) vom 12. 5. auf 3 Wochen geſperrt. Umleitung:
Orts=
ſtraßen in Nieder=Modau.
Nidda—Dauernheim vom 19. 4 bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Bad Salzhauſen—Geiß=Nidda.
Düdelsheim-Büches vom 3. bis 24. 5. geſperrt.
Um=
leitung: Orleshauſen.
Langenbach—Rabenſcheid, vom 17. bis 23. 5.
ge=
ſperrt. Umleitung: Breitſcheid.
Calbach—Eckartshauſen-Langen=Bergheimvom
16. 5. bis 7. 6. geſperrt. Umleitung von Eckartshauſen nach
Langen=Bergheim über Himbach, von Calbach nach
Eckartshau=
ſen über Orleshauſen—Düdelsheim-Hainchen.
Nieder=Rosbach-Rodheim vom 23. 5. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Rodheim-Nieder=Wöllſtadt—
Fried=
verg.
Langſtadt—Schaafheim. Benutzen der Straße durch
Kraftwagen mit mehr als 2 To. Geſamtgewicht verboten. (Pol.=
Ver. vom 4. 5. 27.)
Frankfurt—Homburg zw. Bonames und Homburg
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hauſen-Praunheim—
Niederurſel—Oberurſel—Homburg.
Uſingen-Friedberg von Klm. 1,0—2,2 vom 6. 5. bis
25. 5 geſperrt. Umleitung: Wernborn—Eſchbach.
Frankfurt-Limburg von Klm. 54,2—54,5 vom 23.5.
bis 11. 6. geſperrt. Umleitung: Limburg—Diez—Staffel.
* Erbach i. O., 18. Mai. Gemeinderatsſitzung. In der
geſtrigen Sitzung des Gemeinderats wurde die am 9. Mai d. J.
abge=
haltene Stamm= und Brenmholzverſteigerung genehmigt. — Dem
An=
kauf des von der Mairhofenſchen Verwaltung angebotenen Geländes
im Drachenfeld zum Preiſe von 5000 Mk. für 13 000 Quadratmeter
ſtimmte der Gemeinderat zu. — Der Beſchluß der
Elektrizitätswerks=
deputation, wonach ab 1. Juli ds. Js. ein neuer Kraftſtromtarif in
Kraft tritt, fand ebenſalls Genehmigung. Es werden hiernach erhoben
bei einem monatlichen Verbrauch bis 100 Kwh. 25 Pfg. pro Kwh., bis
200 Kwh. 24 Pfg., bis 300 Kwh. B Pfg., bis 400 Kwh. 22 Pfg., bis
500 Kwh. 21 Pfg., bis 1000 Kwh. 20 Pfg., bis 1500 Kwh. 18 Pfg., bis
2000 Kwh. 16 Pfg. und über 200 Kwh. 15 Pfg. pro Kwh. Weiterhin
war der Gemeinderat damit einverſtanden, daß im Intereſſe der
Er=
haltung des hieſigen Diamantſchleifereibetriebes der Firma Ginsberg
weitgehendes Entgegenkommen gezeigt wird. Die diesbezüglichen
Vor=
ſchläge der Verwaltung werden anerkannt. — Die auch ſchon in
frühe=
ren Jahren beabſichtigte Errichtung einer Stromverſorgungsanlage für
die Gemarkung Roßbach wird demnächſt auch der Verwirklichung
ent=
gegenſehen, vorausgeſetzt, daß die vom Gemeinderat vorgeſehenen
Be=
dingungen erfüllt werden. — Ein Antrag, auch in dieſem Jahre wieder
Verkaufsſtände auf dem Marktplatz zuzulaſſen, wird abgelehnt, hierfür
aber ein geeigneterer Platz am Rathaus für einen Verkaufsſtand zur
Verfügung geſtellt. — Der Antrag des Gemeinderats Haſtert, ſämtliche
Lieferungen und Arbeiten der Stadt, des Elektrizitätswerks und des
Kreiskrankenhauſes per Submiſſion an den Wenigſtnehmenden zu
ver=
geben, fand mit allen gegem 4 Stimmen Annahme. — Auch die
Farren=
haltung wird nach dieſem Beſchluß ab 1. Juli per Submiſſion
ver=
geben. — In nichtöffentlicher Sitzung ſtanden noch einige
Fürſorge=
angelegenheiten zur Beratung.
— Falken=Geſäß i. O., W. Mai. Kriegerfeſt. Sehr wichtig
für einen großen Teil der Kriegervereinigungem des Odenwaldes iſt das
am 21., 22. und 23. Mai d. J. hier ſtattfindende 50jährige
Stiftungs=
feſt des hieſigen Kriegerpereins, da mit demſelben zugleich auch das
Bezirksfeſt der Kriegerkameradſchaft „Haſſia” des Bezirks Erbach
ſtatt=
findet.
* Auerbach, 19. Mai. Ab nächſten Sonntag werden die ſo beliebten
Gartenkonzerte im Hotel „Zur Krone” hier wieder
auf=
genommen. Die Süddeutſche Tonkünſtlervereinigung,
die von Herrn Kapellmeiſter Kunz neu ins Leben gerufen worden iſt,
hat die geſamten Kronenkonzerte übernommen und eröffnet ihre
Sommerſpielzeit mit dem erſten volkshimlichen Konzert am Sonntag,
den 22. Mai.
S. Bensheim, 2. Mai. Die Ortsgruppe Bensheim des
Vereins für das Deutſchtum im Ausland hat auch hier
ſich mit Eifer in den Dienſt der guten Sache geſtellt und eine ſehr
er=
folgreiche Werbewoche durchgeführt, die am Samstag abend mit einem
impoſanten Fackelzug, an dem ſich über 400 Fackelträger u. Trägerinnen,
ſowie zahlreiche Lampionsträger beteiligten, ihren Anfang nahm. Am
Sonntag konzertierte die Kapelle Lulay in der Mittagsſtunde in der
ſtädtiſchen Anlage. Nachmittags zog die Jugend mit klingendem Spiel
zum Sportplatz des Turnvereins, woſelbſt Konzert, Volkstänze,
Baul=
ſpiele, Handball= und Völkerballſpiele, Stafettenläufe, Schlagballſpiele
und dgl. zur Unterhaltung der zahlreichen Beſucher beitrugen. Während
des ganzen Tages waren Sammlerinnen eifrig am Werk und erzielten
recht befriedigende Einnahmen für die gute Sache. Am Samstag hielt
vor dem Zuſammenwerfen der Fackeln am Marktplatz und dem Abſingen
des Deutſchlandliedes Herr Oberſtudiendirektor Dr. Ledroit eine zu Herzen
gehende Anſprache, in der er dazu aufforderte, das Deutſchtum im
Aus=
land zu unterſtüitzen und vor Bedrückung ſchützen zu helfen. Am
Sonn=
tag nachmittag hielt Herr Oberſtudiendirektor Krämer eine kurze
ker=
nige Anſprache zwiſchen den einzelnen Darbietungen. Die guten Erfolg
verſprechende Werbewoche fand am Mittwoch mit einem von Schülern der
Aufbauſchule in Szene geſetzten Theaterabend und Donnerstag abend mit
einem vom Muſikverein gegebenen Gartenkonzert im Deutſchen Haus
ihren Abſchluß. — In der Nacht zum Montag wurde hier in dem
Uhren= und Goldwarengeſchäft von Ph. Reimund in der Hauptſtraßze
ein ſchwerer Einbruch verübt. Entwendet wurden nur Uhren= und
Schmuckfachen von Wert, der etwa 10 000 Mark beträgt. Der Einbruch
geſchah von der Kloſtergaſſe aus. Die Polizei iſt eifrigſt auf der Suche
des oder der Täter.
* Lampertheim, 20. Mai. Den Verletzungen erlegen:
Vor etwa ſechs Wochen wurde der Wjährige Motorradfahrer
Ingenieur=
ſchüler H. Groß von hier beim „Scharhof” durch einen Zuſammenſtoß
mit einem Radfahrer ſo ſchwer verletzt — er erlitt einen Bruch der
Wirbelſäule — daß er geſtern im Krankenhaufe ſtarb. Der
ſchwerge=
prüften Familie bringt man allgemeine Teilnahme entgegen.
Nummer 140
Heppenheim a. b.
Mai. Stadtratsſitzung. Bei
der letzten Sitzung der Stadio rordneten wurde zunächſt die Belegung
mit Zementſteinen auf dem Fußſteige vor dem Elektrizitätswerk
ein=
ſtimmig beſchloſſen. Auch alle anderen Teile der Kaiſerſtraße, welche noch
keinen Plattenbe
ſit Randſteinen und Goſſenpflaſter verſehen. Der Weg durch die
Eck=
weg=Hohle, welcher im Frühjahr verbreitert wurde, muß gepflaſtert
werden, da bei eintretendem Unwetter der ganze Weg gefährdet wäre.
Es wird deshalb beſchloſſen, die notwendigen Steine ſofort anfahren zu
laſſen und auch gleich mit der Pflaſterung zu beginnen. Darauf wurde
über verſchiedene Waſſerleitungsabzweigungen verhandelt. Zunächſt
wurde beſchloſſen die Waſſerleitung auch nach der Weſtſeite der Main=
Neckar=Bahn zu legen. Die Verwaltung der neuen ſtaatlichen
Reb=
ſchule wünſcht ebenfalls Waſſer auf ihrem Grundſtück zu haben. Da der
Staat drei Viertel der Koſten übernimmt, wird beſchloſſen, die
Waſſer=
leitung auch dorthin zu legen. Auch der Tennis=Klub und der Deutſche
Turnerein wünſchen einen Waſſerleitungsſtrang nach ihren Spielplätzen.
Auch hier wurde die Legung beſchloſſen, wenn die genannten
Vereini=
gungen die Hälfte der Koſten tragen. Nach kurzer Beratung wurden
dann die Koſten zum Ausbau und Umbau einer Jugendherberge über
dem Spritzenhaus genehmigt. Darauf kam es nochmals zu einer
Be=
ſchlußfaſſung über Kanalanſchlüſſe. Da ſich der vor einiger Zeit
ge=
faßte Beſchluß als unpraktiſch erweiſt, wurde beſchloſſen, den betreffenden
Abſatz zu ändern.
* Viernheim, 2. Mai. Einen lobenswerten Beſchluß hat unſere
Gemeindeverwaltung gefaßt. Allem männlichen und weiblichen
Ein=
wohnern ſoll bis auf weiteres zum 85. Geburtstag eine einmalige
Ehrengabe von 25 Mark und zum 90. Geburtstage eine ſolche von
60 Mark ohne Prüfung der Bedürfmisfrage aus Gemeindemitteln
be=
willigt werden. — Eine rege Bautätigkeit hat zurzeit hier eingeſetzt.
Mit Hilfe von ſtaatlichen Baudarlehen werden in dieſem Jahre 52
Wohnhäuſer erſtellt. Ein beſonders anziehendes Bauquartier iſt das
Tivoli, wo die Gemeinde Bauplätze zu 30 Pfg. pro Quadratmeter bei
mehrjähriger Stundung zur Verfügung ſtellt.
— Hirſchhorn, 2. Mai. Waſſerſtand des Reckars am
49. Mat 1,10 Meter, am 20. Mai 1.10 Meter.
— Gernsheim, 20. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
90. Mai 154 Zentimeter.
n. Mörfelden, 18. Mai. In unſerer Gemeinde wird jetzt mit dem
Bau eines Schwimmbades begonnen. Die Arbeiten waren auf
dem Submiſſionswege ausgeſchrieben und ſchwankten die Preiſe
zwi=
ſchen 20 566 als niedrigſtem und 49 980,50 Mk. als Höchſtangebot. Die
Tiefbauarbeiten wurden der Firma Reinhardt, Wedel u. Hoffmann,
Biebesheim, übertragen.
* Walldorf bei Groß=Gerau, 2. Mai. Schwimmbad. Der
Gemeinderat beſchloß, das Kulturbauamt Darmſtadt mit der
Ausar=
beitung zweckentſprechender Vorarbeiten zur Erbauung eines
Schwimm=
bades zu beauftragen.
* Langen, W. Mai, Heimatopfertag. Amäßlich ſeines
60jährigen Beſtehens hält der Verſchönerungsverein Langen am
Frei=
tag, Samstag und Sonntag mit Unterſtützung ſämtlicher Ortsvereine
einen Heimatopfertag ab, deſſen Erträgniſſe zur Verſchönerung der
Stadt Verwendung finden ſollen. Am Samstag abend findet die
Er=
öffnungsveranſtaltung ſtatt. Am kommenden Sonntag ſind zwei
Platz=
konzerte vorgeſehen. Daran ſchließt ſich mittags ein Feſtzug an.
Samstag, den 21. Mai 4927
Seite 9
Solbad und Luftkurort Wimpfen.
Eine intereſſante Statiſtik ſtellte die Geſundheitsbehörde der Stadt
Wimpfen auf. Danach kommen auf 80 Einwohner des Solbads und
Luftkurorts Wimpfen 1 Pevſon, die über 80 Jahre alt iſt. Die Zahl
der Frauen überragt dabei die Zahl der Männer um 1/. Der hohe
Prozentſatz der alten Leute in Wimpfen iſt zweifellos auf die gute
Luft hier, hoch über dem Neckar, zurückzuführen.
Der letzte Sonntag brachte aus allen Teilen der Gegend über 4000
Menſchen nach Wimpfen, 4 Sonderzüge wurden für den Abtpansport
der Maſſen benötigt. Auch für den kommenden Sonntag ſind bereits
wieder größere Tagungen vorgeſehen, insbeſondere ſoll auch ein
Som=
derzug aus dem Odenwald den Fremdenverkehr in Wimpfen beleben.
* Offenbach, 19. Mai. Die hieſige Ortsgruppe des
Hypotheken=
gläubiger= und Sparerſchutzverbandes hielt geſtern ihre
Monatsver=
ſammlung ab, in der gegen die Abſicht der heſſiſchen Landtagsparteien,
für Parteien, die bei einer Landtagswahl neu auftreten, nach dem
Muſter von Mecklenburg und Sachſen eine erhöhte Anzahl von
Unter=
ſchriften, die den Wahlvorſchlag ſtützen, und die Hinterlegung eines
größeren Wahlkoſtenbeitrages zu fordern, nachdrücklicher Widerſpruch
er=
hoben wurde. Jedermann weiß, daß dieſe Aenderung des
Landtags=
wahlgeſetzes die neue Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung
niederhalten ſoll. Es wurde weiter darauf hingewieſen, daß der
„ſchwarze Tag” der Börſe am vergangenen Freitag nur eine
Auswir=
kung und eine Folge des verfehlten Aufwertungsgeſetzes ſei. Die
Gel=
der, die ſich in den Anleihen feder Art nicht ſicher fühlten, hätten in
den Induſtriewerten Anlage geſucht, dieſe aufgebläht und auf eine
un=
geſunde Höhe klettern laſſen, ſo daß von dieſer ſchwindelnden Höhe
ſchließlich der Abſturz folgen mußte. Die Demokraten einſchließlich der
Sozialdemokraten, wollten in der Nachkriegszeit das Kapital treffen und
bekämpfen, ſie zogen aber nur die Plutokratie — die Herrſchaft des
Reichtums — groß. An dieſer Entwicklung ſei die Rechtspflege
mit=
ſchuldig, die ſich der Reichsbank untergeordnet habe. Der Stand der
Hausbeſitzer, ſolle bedenken, daß er die Sonderſteuer und ſonſtige
Steuern nicht aus der Miete beſtreiten ſolle. Der demokratiſche
preu=
ßiſche Finanzminiſter habe es klar und deutlich ausgeſprochen, daß der
Hausbeſitz von dem Gewinn Steuern zahlen ſolle, den er durch
Ent=
rechtung der Hypothekengläubiger gemacht habe. Kapitalertragsſteuer
dürfe von den kleinen Zinsbeträgen, die die Gläubiger von den
umge=
ſtempelten Obligationen erbielten, das Reich ſo bald als möglich nicht
mehr erheben.
(I.Hbg. 8123
U. Binger a. Rh. 18 Mat. Fränkiſche 0. rfunde,
Im nahen Dietersheim hat man bei Ausſchachtun sarbeiten im
einer Tiefe von 110 Metern unter der Erdoberfläche Gräber entdeckt,
die der fränkiſchen Zeit (7. Jahrhundert n. Chr.) angehören und bei
denen es ſich offenbar um ein Reihengrab handelt. Gefunden wurden
bisher zwei Skeletzte, bei denen ſich folgende Beigaben befanden:
ein 21 Zentimeter hoher einhenkeliger Tonkrug mit Ausguß aus gelbem
Ton (noch gut erhalten), ein 15 Zentimeter hohes Gefäß aus blauem
Schieferton mit Ring= und Bandmuſterverzierungen (etwas beſchädigt),
ein Skramaſax (fränkiſches Kriegsbeil aus Eiſen, gut erhalten) und
Neſte einer bronzenen Fibel (Gewandnadel), die in drei Teile gebrochen
iſt. Bemerkt ſei noch, daß ſich die Fundſtätte in unmittelbarer Nähe der
Stätte befindet, wo die großen, heute im Mainzer Altertumsmnſeum
befindlichen Schätze zutage gefördert wurden.
* Gießen, 20. Mai. Das Großmütterchen und die neue
Bahnhofsuhr. Ratlos irrte ein altes Mütterchen auf unſerem
Bahnhof umher und ſuchte auf der Anſchlagswand ihren Zug, der ſie
wieder in ihr Dörfchen am Fuße des Vogelsbergs zurückbringen ſollte.
Er mußte doch bald gehen, aber da ſtand 19.28. Sie fragte einen
vor=
beigehenden Eiſenbahner, und richtig, er ſagte: „Ihr Zug geht 19.28.”
In höchſter Aufregung rief das Mütterchen: „Ach dou läiwer, gourer
Goatt, bis 1928 kann ich näit geworte, doas dauert foa noch e ganz
Johr, ſo lang kann aich näit ein Gäiſe gebleiwe. Aich hun blus noch
Geld fier die Hamfohrt bei mer. Da kam der Mann mit der rotem
Mütze und klärte das jammernde Mütterchen über die neue Bahnzeit
auf, worauf das Mütterchen beruhigt den ſchon bereitſtehenden Zug mit
den Worten beſtieg: „Das es awer e komiſch Welt.”
* Grünberg, 19. Mai. Das von dem Verein ehemaliger Grünberger
Unterſekundaner „Vegus” veranſtaltete Frühlingsfeſt war in allen
Tei=
len ſehr gut gelungen. Eröffnet wurde der Abend mit einem ſchneidigen
Marſch der Jazz=Kapelle, die auch im unterhaltenden Teil noch weitere
Märſche ſpielte und im zweiten Teil die Tanzmuſik beſtritt. Darauf
folgte ein von einer Anzahl Damen des Vereins aufgeführter
Früh=
lingsreigen, der bei wechſelnder Beleuchtung reichen Beifall erntete.
Nach der Begrüßung durch den Vorſitzenden fand die Aufführung eines
heiteren Volksſtückes: „Nur ein Bauer” ſtatt. Das Stück zeigt, wie
hochgekommene. Neureiche ſich ihrer Herkunft und ihrer einfach und
natürlich gebliebenen Verwandten ſchämen und dann durch ſie vor dem
Zuſammenbruch bewahrt werden. Das Stück ſoll beim Werbeabend
des V. D. A. am Sonntag vor einem größeren Kreis Zuſchauer
wieder=
holt werden. Der Tanz, dem eifrig zugeſprochen wurde, hielt die
Ver=
einsmitglieder und ihre Gäſte noch bis zum frühen Morgen zuſammen.
* Grünberg, 19. Mai. Gemeinderat. Den größten Teil der
Verhandlung nahm die nochmalige Durchberatung und Abänderung
ver=
ſchiedener Poſten des Voranſchlags in Anſpruch. So wurde z. B. die
Reparatur bzw. Neuverputz der beiden Pfarrhäuſer noch in den
Vor=
anſchlag eingeſtellt. Weiter wurde beſchloſſen, eine örtliche Kirchenſteuer
von Gewerbe, Einkommen und Grundbeſitz zu erheben. Die Reparatur
der Kirchturmuhr ſoll auf dem Submiſſionswege vergeben werden:
Ge=
rüigt wurde die mangelhafte Straßenbeleuchtung und ſofortige Abhilfe
gefordert. Die Kanaliſation der Londorfer Straße wurde ebenfalls in
den Voranſchlag eingeſtellt. Der in dieſem Jahre zu deckende Fehlbetrag
beläuft ſich auf RM. 63 200. — Zugeſtimmt wurde einem Vorſchlag der
Landwirtſchaftskammer in Grünberg, eine Bullenſtation für
Vogels=
berger zu errichten.
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Alo, Frau Nachbarin, darüber wollen wir uns klar sein,
von allen Kaffee-Ersatzmittein die ich in der letzten Zeit
ge-
braucht habe, ist der ℳornffaniR doch das allerbeste. Ee
schmeckt kein, ist kräftig und dabei ungemein billig. ich
lasse mir jedenfalls nichts anderes wieder aufreden.
Mur ein Eßlöffel auf 1 Liker w ½4 ℳornfungk und 28 Bohnenkaffea
(Zubereitung in jedem Falle wie Bohnenkaffee)
Villa
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Seite 10
Semstag den 21 Mai 1927
Nummer 140
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Ich verkaufe zu dieſen Preiſen nicht nur vorübergehend, fondern werde dieſe Hbteilung ſtändig vergrößern
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2 Küchenmesser(Soling.)0.25
1 Aluminium-Teller .0.25
1 Alum.Kind.-Becher 0.25
6 Alum.-Kaffee-Löffel 0.25
1 Kartoffelhobel, Weißbl. 0.25
1 Leuchter, lackiert . . . 0.25
1 Suppensleb, Weißbleich 0.25
1 Aluminium Tee-Ei .0.25
1 Spiritus-Kocher . . . 0.25
3 Rasier-Klingen . . . 0.25
1 Teeglas, geschliffen . .0.25
1 Zuckerschale, auf Euß
Glas . . . . . . . . . . 0.25
1 Glas-Handleuchter . 0.25
1 Butterdose, groß . . . 0.25
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1 Weinglas mit Knopf 0.25
1 Bierbecher, geschliffen 0.25
2 Bierbecher, glatt . . . 0.25
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1 Aufnehmer . . . . . 0.25
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mit Alnmininm . . . . . . 0.50
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oral .. . . . . . .*.. 0.50
1 EmallleKaffeekanne 0.50
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Papler . . . . . . . . 0.50
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. . 0.50
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1 Bierkrug, /, Liter . . 0.50
1 Porzell.-Milchkanne
..0.50
groß .
1 Porzellan-Milchkrug
2 Liter . . . . . . . . . 0.50
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3 Stück, Zwiebel-Muster . .0.50
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24cm . . . . . . . . . . 0.50
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dek. . . . . . . . . . . . 0.50
4 Porz.-Kompott-Telfer 0.50
4 große Obertassen, bunt 0.50
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1 Satz Schüsseln, 4 Stück 0.50
2 große Salat-Schüssel 0.50
1 Konfekt-SchaleanfFuß 0.50
1 Porzellan-Tasse
0.50
Blanband ....."
1 Glas-Ascher, groß . . . 0.50
1Kuchengabel
mit Scheide, Alpaccea .. . 0.50
1 Alpaccn-Esslöffel . . 0.50
1 Alpaccn-Eßgabel . . 0.50
2 versilberte Messer-
0.50
hänkchen. ..
1 großes Salatbesteck
0.5)
Knnsthorn.
1 Email.-Kehrschaufel 0.50
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1 Messing-Ascher m. Fig. 0.50
1 Korksteßer, Mess. vern. 0.50
1 Blusen-Nadel, echt Silb. 0.50
1 Damen-Perlkette . .0.50
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Damen-Ketten, moderne
bunte Steine . . . . . . . 0.50
1 Garnitur Schuhlöffel,
Schuhknöpfer, Galalitt 0.50
1 Leder-Portemonnate 0.50
1 Bild, Goldrahmen . . . 0.50
1Zig.-Kast. m. Mess.-Deck. 0.50
1 Tablett, oral, vernickelt 0.50
1 Ascher, echt Messing m.
Ableger. ...
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Glas ..
1 Zuckerstreuer m. Porz.-
0.50
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1 Konfekt-Schale, echt
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1 Römer, reich geschliften 0.50
1 Sturzflasche mit Glas .0.50
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1 Kompottschale, 22 cm 0.50
6 Kompott-Teller . . . 0.50
1 Geleedose, groß . . . . 0.50
1 Konfektkorb, groß, mit
Henkel . . . . . . . . . 0.50
1 Sektglas, gute Qualität . 0.50
1 Konfektplatte, L gro8 0.50
1 Rosenvase, innen lack. 0.50
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Leder-
riemen . . . . . . . . . 0.50
1 Stadtkoffer mit Schloß 0.50
1 Dam.-Besuchstasche 0.50
1 Mappe Briefpapler
rein Leinen, 25 Bogen, 25
Um-
schläge .. . . . . . . . 0.50
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25 Bogen, 25 Umschläge 0.50
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Porz.-Eins, Spiegel u. Pinsel 0.50
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1 Taschen-Manieure im
Leder-Etuis .. . . . . . 0,50
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1 Porz.-Kuchenteller
k1 Fehler".
.0.25
1 Porz.-Kannenunter-
0.25
gats
1 Porz.-Fleischplatte
rund, 27 cm, mit kl. Fehlern 0.25
1 Porz.-Tasse m.
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tasse, Goldrand u. Linie 0.25
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0.25
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1 Porz.-Menage, Salz und
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Pfeſfer
1 Porz.-Zuckerdose . .0.25
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1 Porz.-EFteller, 24 cm 0.25
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 140
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ehplatte
Fellem 0e
Unter-
1e 0N
Reich und Ausland.
Die polniſchen Millionendiebe.
Wie ſie ſich ſelbſt verraten haben.
WSN. Frankfurt a. M. Zu der Feſtnahme
des polniſchen Defraudantentrios wird weiter
gemel=
det: Einer der beiden Hehler, der Kaufmann
Gott=
fried Cieslick, war früher in Offenbach anſäſſig,
begab ſich dann nach dem Kriege wieder nach ſeiner
oberſchleſiſchen Heimat, wo er zuſammen mit dem
Poſtbeamten den Millionendiebſtahl arrangierte, der
glücklich gelang. Nachdem ſie die Grenze hinter ſich
hatten, trennte ſich Cieslick von Keßler und begab ſich
mit ſeiner Frau wieder nach Offenbach. Dabei machte
Cieslick, der es verſtanden hatte, ſich den Löwenanteil
an dem Raube zu ſichern, die unglaubliche
Dumm=
heit, daß er bei der Diskontogeſellſchaft in
Frank=
furt a. M. auf einmal eine halbe Million Bloty
(gleich etwa 235 000 Mark) einzuwechſeln verſuchte.
Durch die Höhe der Summe wurden die Beamten
ſtutzig und ſie benachrichtigten die Kriminalpolizei,
die feſtſtellte, daß Cieslick nach Offenbach fuhr, wo
er Mozartſtraße 10 mit ſeiner Frau wohnte. Am
Mittwoch morgen ſchritt nun die Kriminalpolizei
zur Verhaftung des Ehepaares. Im Beſitze des
Cieslick wurden noch eine halbe Million Bloty und
die Anzahl der Frankfurter Diskontogeſellſchaft
in Höhe von 1500 vorgefunden, während die
an=
deren 500 000 Zloty von der Bank der Polizei
aus=
geliefert wurden. Am ſelben Tage konnte auch der
Poſtbeamte Keßler in Schlierſee in Oberbayern
feſt=
genommen werden, der ſich gerade eine Villa kaufen
und dort anſäſſig machen wollte. In Keßlers Beſitz
wurden weitere 400 000 Bloty aufgefunden. Von den
unterſchlagenen 1½ Millionen Zloty fehlen alſo nur
noch 100 000 (etwa 47 000 Mark). Alle drei ſind voll
geſtändig. Intereſſant iſt die Art und Weiſe, wie das
Trio das Geld, das aus lauter 500=Blotyſcheinen
be=
ſtand, über die Grenze ſchmuggelte. Sie hatten ein
Spielzeug auseinandergetrennt und die Scheine darin
verborgen. Beim Grenzübertritt hatte ein Kind
die=
ſes Spielzeug auf dem Arm, was natürlich bei den
Zollbeamten keinen Argwohn erregte. Der
Frank=
furter und Offenbacher Kriminalpolizei iſt damit ein
ſehr guter Fang geglückt; von der ausgeſetzten
Be=
lohnung dürfte ein erheblicher Teil auf ſie entfallen.
Eine Trauung im Unterſuchungsgefängnis.
* Berlin. Eine Eheſchließung mit vielen
„Hinderniſſen wurde am Mittwoch im
Unterſuchungs=
gefängnis vollzogen. Ein Fräulein Eva Dolcki war
aus Rumänien nach Berlin gekommen und hatte
einen jungen Mann namens Hans Stahl kennen
ge=
lernt und ſich in ihn verliebt. Nachdem ſie in ihre
„Heimat zurückgekehrt war, und die Genehmigung der
NEltern zur Heirat erhalten hatte, kehrte ſie mit einer
Einreiſeerlaubnis des deutſchen Konſulats in
Ru=
rmänien zu dem ausgeſprochenen Zweck, hier zu
hei=
rraten, nach Berlin zurück. Es ſtellte ſich aber
her=
aus, daß zur Eheſchließung für ſie als Rumänin eine
BBeſcheinigung ihres rumäniſchen Pfarramtes nötig
twar. Dieſe konnte ſie aber nicht erhalten, weil ſie
ſin Rumänien aus der Kirche ausgetreten war. Zur
Umgehung dieſer Beſtimmung war ein Dispens des
Mammergerichts notwendig, der aber vom
Kammer=
mgericht nur gegeben wird, wenn eine polizeiliche
Aufenthaltserlaubnis bewilligt worden iſt. Als die
PPolizei von der beabſichtigten Heirat hörte,
vevwei=
werte ſie die Aufenthaltsgenehmigung. Erſt den
Be=
mnühungen des Rechtsanwalts Dr. S. Feblowiaz, als
Wertreter des Frl. Dolcki, gelang es, den Dispens
Hurch Rückſprache bei dem zuſtändigen Referenten
am Kammergericht, in dieſem Fall ohne polizeiliche
SSenehmigung, zu erhalten. Am 16. Mai war der
DDispens erteilt worden, und am 17. Mai waren beim
Standesamt alle Papiere zur Eheſchließung bereit.
Mun ſtellte ſich ein neues Hindernis ein. Inzwiſchen
rvar der Bräutigam Hans Stahl, der einer
linksradi=
balen Organiſation angehört, wegen Beteiligung an
ſeiner Gegendemonſtration gegen den Stahlhelmtag
mnd wegen unerlaubten Waffenbeſitzes verhaftet und
uns Unterſuchungsgefängnis Moabit überführt
wor=
ſgen. Eile tut aber not, denn Frl. Dolcki hatte von
ger Polizei bereits die Aufforderung erhalten, bis
zum 19. Mai, nachmittags 5 Uhr, aus Deutſchland
abzureiſen. Es mußte daher eine Trauung im
Ge=
ſängnis ſtattfinden. Dank dem Entgegenkommen der
Sefängnisverwaltung und des Ermittlungsrichters
vonnte am Donnerstag, um 2 Uhr nachmittags, die
Trauung im Unterſuchungsgefängnis ſtattfinden.
Trauzeugen waren dabei Rechtsanwalt Dr. F.
Feb=
wwiez und ein Strafanſtaltswachtmeiſter. Da die
lrunmehrige Frau Stahl durch die Trauung
Reichs=
eutſche geworden iſt, entfallen auch die polizeilichen
Ausweiſungsmaßnahmen gegen ſie.
Eine Krankenkaſſe für Haustiere.
* Berlin. Nachdem man ſich ſeit einiger Zeit
auch gegen Regen verſichern kann, hat ſich nunmehr
gin neuer Zweig des Verſicherungsgewerbes der
Berſicherung von Haustieren, wie Pferden, Eſeln,
Rindvieh, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hunden,
gegen Krankheiten zugewandt. Die Geſellſchaft,
„Tierag” genannt, erſetzt den Verſicherten die Koſten
ſtir Tierarzt und Medikamente im Krankheitsfalle
deer Haustiere. Die Geſellſchaft hat jetzt dem
Reichs=
tgerband der Fuhrbetriebe Deutſchlands ein
Empfeh=
lungsſchreiben unterbreitet, über deſſen Annahme der
Aepband anläßlich ſeiner Tagung in Breslau Ende
ieſes Monats beſchließen wird.
Ein Fall von Tollwut nach ſieben Jahren.
DD. Prag. Bei dem 17jährigen Landwirtsſohn
Julius Pittner in der Ortſchaft Biſtrice bei
Neu=
haus in Südböhmen, brach unter eigenartigen
Um=
ſiänden Tollwut aus. Der junge Mann erkrankte
Arötzlich. Der ſofort herbeigerufene Arzt ſtellte die
ſnzeichen von ausgebrochener Tollwut feſt. Pittner
urde bereits vor ſieben Jahren von einem
toll=
nütigen Hund gebiſſen, damals rechtzeitig ins Prager
aſteur=Inſtitut eingeliefert und von dort nach
ſangerer Behandlung als vollkommen ausgeheilt
wie=
der nach Hauſe entlaſſen. Das nochmalige
Aus=
brechen der Krankheit nach mehr als ſieben Jahren
iſi= nur damit zu erklären, daß die damals
verab=
r ichte Seruminjektion, jedenfalls als zu ſchwach, nur
inie vorübergehende, ſcheinbare Wirkung erzielt hat.
ſittner wurde abermals in das Prager
Paſteur=
dmſtitut eingeliefert.
Kataſtrophe in einer däniſchen Glasfabrik.
Kopenhagen. Mittwoch früh platzte in
ſer Odenſeer Glasfabrik einer der großen
z über mit ſiedendflüſſiger Glasmaſſe. 50 000
ilo Glasmaſſe ſtrömten über den Boden der
Frabriken und entzündeten alles Holzwerk. Die
Ar=
breingen. In dreiſtündiger Arbeit konnte die
Feuer=
usehr die Gefahr größerer Schäden abwenden.
Seite 11
Samstag, den 21. Mai 1927
80 Jahre Hamburg=Amerika=Linie.
Im Kreis links: Adolf Godefroy,
Die erſten Dampfſchiffe der Hamburg=Amerika=Linie:
der erſte Direktor. Rechts: Auguſt
„Hammonia” und „Boruſſia”.
Bolten, der Gründer der Hapag.
Der erſte Start im Rhein.
Die Waſſerfluglinie Köln—Duisburg—Rotterdam iſt am 16. Mai eröffnet worden. An der erſten
Fahrt in beiden Richtungen nahmen die offiziellen Vertreter der beteiligten Stadtverwaltungen
und der Induſtrie= und Handelskammer teil.
Baldige Eröffnung des Müggelſee=Tunnels.
Blick in den Tunnel.
Der Eingang zum Tunnel am Ufer in
Friedrichshagen.
Die Arbeiten an dem Müggelſ ee=Tunnel in Berlin nähern ſich ihrem Ende, ſo daß die
Ein=
beriter konnten ſich noch rechtzeitig in Sicherheit weihung bereits am Himmelfahrtstage ſtattfinden kann. Der Bau des Tunnels erfolgte in
außer=
ordentlich intereſſanter Weiſe: die Arbeiten ſind zum großen Teil oberhalb der Waſſerfläche
aus=
geführt und die fertiggeſtellten Teile ins Waſſer verſenkt worden.
Lindbergh nach Europa geſiartet.
TI. New York. Der Ozeanflieger
Lind=
bergh iſt am Freitag nachmittag 12.35 Uhr
(MEZ) zum Atlantikflug geſtartet.
Die Oynamit=Kataſtrophe in Michigan.
New York. Ueber das ſcheußliche
Dynamit=
verbrechen, das gegen das Schulhaus der Ortſchaft
Bath in Michigan verübt wurde, liegt jetzt eine
Auf=
klärung vor. Es handelt ſich um die verbrecheriſche
Tat eines offenbar wahnſinnigen Farmers
namens Kehoe, der kürzlich in
Meinungsverſchie=
denheiten mit dem Schulvorſtand geraten war. Der
Farmer geriet in eine ſolche Erregung, daß er in
einem Wahnſinnsanfall durch Dynamit ſeine
eigene Farm, in der ſich ſeine Frau befand, in
die Luft ſprengte. Am Donnerstag erfolgte
das Attentat auf die Schule. In der Nacht
unter=
minierte Kehoe das Schulhaus und brachte ein Netz
elektriſcher Drähte an. Am Morgen, als der
Schul=
unterricht bereits begonnen hatte, führte er in ſeinem
Automobil ein beträchtliches Quantum Dynamit
her=
bei. Als er im Begriffe ſtand, die Drähte mit der
Batterie ſeines Wagens zu verbinden, wurde er von
dem Schulvorſtand überraſcht, der ſofort
Verdacht ſchöpfte. Er ſtürzte ſich auf den Attentäter,
um ihn von ſeinem Vorhaben abzubringen. Es
ent=
ſpann ſich ein erbittertes Handgemenge.
Der Farmer behielt die Oberhand, griff zu ſeiner
Flinte und feuerte einen Schuß in einen
Haufen Dynamit, den er auf dem hinteren
Sitz ſeines Wagens untergebracht hatte. Es erfolgte
eine furchtbareExploſion. Kehoe ſelbſt und
der Schulvorſtand wurden in Stücke geriſſen. Die
Mauern des Schulhauſes ſtürzten gleich einem
Kar=
tenhaus zuſammen und begruben Dutzende von
Kin=
dern unter den Trümmern. Insgeſamt wurden
33 Kinder und 5 Erwachſene getötet.
Eine einzige Familie hat fünf Kinder verloren, und
kaum eine Familie des Ortes iſt verſchont geblieben.
Die ſofort herbeigeeilten Hilfsmannſchaften mußten
viclfach mit Gewalt die Eltern zurückdrängen, da ſie
das Rettungswerk erſchwerten.
EP. New York. Die Unterſuchung über das
Drama von Bath geſtattet nun, die einzelnen Phaſen
dieſes Maſſenmordes näher auseinanderzuhalten.
Kehoe tötete zunächſt ſeine Frau, der er mit einem
Hammer den Schädel einſchlug. Dann ſprengte er
nacheinander um 9.15 Uhr ſein Haus und ſeine
Scheune, wo er zuvor große Dynamit=Mengen
auf=
geſtapelt hatte, in die Luft, ſprang dann ins
Auto=
mobil und fuhr nach dem Schulhaus, wo er
eben=
falls an verſchiedenen Stellen und unangefochten von
den Bewohnern 225 Kilogramm Dynamit angehäuft
hatte. Um 9.40 Uhr brachte er dieſe Ladung auf
elektriſchem Wege zur Entzündung. Nur eine Ladung
von 100 Kilogramm im Südflügel des Gebäudes
ge=
langte aus unbekannter Urſache, wahrſcheinlich wegen
Kurzſchluß, nicht zur Exploſion. Die dort
befind=
lichen Kinder blieben denn auch unverſehrt.
Wäh=
rend die unverletzten oder leicht verletzt gebliebenen
Kinder unter furchtbarem Schreien aus den
rauchen=
den Trümmern flohen, ſah der wahnſinnige
Maſſen=
mörder dieſem Schauſpiel ohne die geringſte
Erſchüt=
terung zu, bis er den Schuldirektor Huick erblickte,
der auf ihn zuging. Als dieſer bei dem Automobil
anlangte, gab Kehoe einen Schuß auf ein
Dynamit=
fäßchen ab, das auf dem Hintergeſtell des
Automo=
bils lag. Durch die Exploſion wurden der Mörder,
der Schuldirektor und zwei Paſſanten in Stücke
ge=
riſſen. Es iſt noch ungeklärt, wie es Kehoe gelang,
ſich in den Beſitz ſolcher Mengen Dynamit zu ſetzen.
Er hat offenbar im Wahnſinn gehandelt, wenn auch
bisher in ſeinem Auftreten nichts Verdächtiges
be=
obachtet worden war. Als Kaſſier der Schule
konnte er das Dynamit ungeſtört legen und die
ver=
ſchiedenen Lager untereinander durch elektriſche
Drähte verbinden. Die meiſten Kinder ſind ſchwer
verletzt. Viele von ihnen dürften nicht am Leben
bleiben.
Die Dammbrüche am Miſſiſſippi.
EP. New York. Infolge der Dammbrüche bei
Bayou und Melville haben ſich im Staate Louiſiana
zwei große Seen gebildet. Man befürchtet,
daß dieſe ſich in den nächſten Tagen vereinigen
werden. Aus dieſem Grunde hat die in den
bedroh=
ten Gegenden wohnende Bevölkerung Befehl
erhalten, die Häuſer zu räumen. In
Loui=
ſiana ſind bis jetzt 150 000 Perſonen aus ihren
Woh=
nungen vertrieben worden. 21 Millionen Hettar
Land ſtehen unter Waſſer. Die Eiſenbahnbrücke über
dem Fluß Atchafalaya iſt zuſammengebrochen.
Rache eines betrogenen Ehemanns.
Reval. In Saarenhof, im Dorpater Kreis,
traf der Landwirt Roßberg bei ſeiner Frau einen
fremden Mann. Roßberg jagte die Frau, mit ihrem
Kinde aus dem Haus, ſchloß den Liebhaber
im Zimmer ein und ſteckte dann das Haus in
Brand. Der Hof mit allem Zubehör brannte
voll=
ſtändig nieder. Von dem Liebhaber wurde keine Spur
mehr gefunden.
Die Frau im öffentlichen Leben.
Deutſchlands erſter weiblicher Richter.
Albert Ballin, der 1918
verſtorbene langjährige
Leiter der Hapag.
Am 27. Mai ſind es
Geheimrat Dr. Cuno,
Generaldirektor der
Hapag.
80 Jahre her, daß die Hamburg=Amerika=Paketfahrt Aktien=Geſellſchaft
(Hapag) in Hamburg ins Leben gerufen wurde.
Das jetzige Geſchäftshaus der Hamburg=
Amerika=Linie am Alſterdamm in Hamburg.
Eröffnung der Waſſerfluglinie Köln=Rotterdam.
Ein Hochhaus auf der Ausſtellung,
erbaut von dem Deutſchen Kaliſyndikat, der Deutſchen Superphosphat=Induſtrie
und den Deutſchen Kaliwerken.
(Originalzeichnung von O—h:ſchlägel.)
Die diesjährige deutſche landwirtſchaftliche Ausſtellung findet in Dortmund ſtatt und wird am
23. Mai feierlich eröffnet werden.
Frl. Dr. Maria Hagemeyer.
Der preußiſche Juſtizminiſter hat Frl. Dr. jur. Maria
Hagemeher aus Köln, die zuletzt im Juſtizminiſterium
tätig war, zum erſten weiblichen Land= und
Amts=
richter ernannt.
Zur Landwirtſchaftlichen Wanderausſtellung in Dortmund.
[ ← ][ ][ → ]Geite 12
Samstag, den 21. Mai 1927
Rummer 140
Internationale
Automobil=Ausſtellung.
Von unſerem Sonderberichterſtatter
Köln, 20. Mai.
Was von der Kölner Meſſeleitung und vom Deutſchen
Auto=
mobilhändlerverband erſtrebt und erkämpft worden, iſt erreicht:
Die Erſte Internationale Laſtkraftwagen=Ausſtellung hat in Köln
ihren Schauplatz. Sie iſt eröffnet worden. Um 10 Uhr
vormit=
tags öffneten ſich die Tore der Kölner Ausſtellungshallen. Erſter
Eindruck: Vorzügliche Aufmachung. Erkennbare Anſtrengung der
deutſchen Laſtkraftwagen=Induſtrie durch das Gezeigte Qualität
zu beweiſen und dabei ſo preiswert zu ſein, daß auch das
Aus=
land bei einigermaßen gleicher Qualität nicht billiger liefern kann.
Aber auch das Ausland hat ſich bemüht, durch die Beſchickung der
Stände den Beweis hoher Leiſtungsfähigkeit auch im
Laſtkraft=
wagen=Bau zu erbringen.
Köln ſteht vollends im Zeichen der Auto=Ausſtellung, dieſer
Eiſten Internationalen Ausſtellung ſeit 15 Jahren. Die Hotels
ſind reſtlos beſetzt, und Hunderte von Privat=Quartieren mußten
in Anſpruch genommen werden. Verbunden mit der
Internatio=
nalen Laſtkraftwagen=Ausſtellung ſind zahlreiche Tagungen und
Kongreſſe von Intereſſenten, Verbänden und ſportliche
Veranſtal=
tungen. Der Verband der Leiter ſtädtiſcher Fuhrparks= und
Stra=
ßenreinigungs=Betriebe Deutſchlands, der Kraftverkehr
Deutſch=
land, G. m. b. H., die Studiengeſellſchaft für Automobil=
Straßen=
bau, der Internationale Möbel=Transportverband, der
Reichs=
verband der Garagenbeſitzer, die Deutſche Auto=Liga u. a. haben
während der Ausſtcllungstage ihre Hauptverſammlungen. Der
äußere Eindruck der großen Meſſehallen in Deutz iſt vorzüglich.
Die Ausſtellungsleitung hat es verſtanden, den
Ausſtellungs=
hallen äußerlich und innerlich Anſehen und Charakter zu geben.
Fraglos ſind die Kölner Hallen für Auto=Ausſtellungen nicht ſo
geeignet, ſo überſichtlich, wie die Berliner Hallen. Aber was in
verblüffend kurzer Zeit an Ausſtattung und Nutzbarmachung der
Kölner Hallen geſchehen iſt, iſt anerkennenswert. Wie groß der
Laſtkraftwagenverkehr und mithin die Anforderung von
Laſt=
kraftwagen in Weſtdeutſchland iſt, geht aus der Statiſtik vom
1. Juli 1926 klar hervor. Dieſe Statiſtik läßt ahnen, daß die
Kölner Ausſtellung trotz der hohen Unkoſten, die die Ausſtellung
verurſacht, ein geſchäftlicher Erfolg werden muß. Auf je 10 000
Einwohner entfallen: Im Deutſchen Reich 14,4 Laſtkraftwagen,
in Preußen 14,0, in Berlin 22,6, in der Rheinprovinz 25,9
Laſt=
kraftwagen.
Direktor Buſchmann vom Deutſchen
Automobilhändler=
verband ſchätzt den wirtſchaftlichen Bedarf an Nutzwagen für
Deutſchland innerhalb der nächſten Jahre auf rund 400 000 Stück.
Selbſt wenn dieſe Zahl zu hoch ſein ſollte, ſo iſt es fraglos, daß
die Laſtkraftwagen=Induſtrie äußerſt ausſichtsreiche Zukunfts=
Chancen hat. Es ſollen heute keine Standbeſprechungen und keine
Aufzählungen einzelner Sonderheiten gegeben werden, ſondern
es ſei verſucht, kurz und prägnant mitzuteilen, was der
erſte Ausſtellungsbeſuch an Haupteindrücken hinterließ.
Zu=
nächſt die ſehr große Verſchiedenartigkeit der
Verwendungs=
möglichkeiten des Motorfahrzeuges, Hier präſentieren ſich
die in ihrem Innern geradezu luxuriös eingerichteten
Rieſen=Omnibuſſe mit Klubſeſſelſitzen, Fußraſten mit allen
Schikanen; dort erregt die Uebergröße eines originellen
Müll=
abfuhrwagens das Aufſehen aller Beſucher; dort wiederum
be=
weiſen kleine Transportkarren, wie ſchnell und gründlich heute
in Fabrikbetrieben verladen, entladen und befördert werden kann,
beweiſen Straßenreinigungsmaſchinen, welch’ großen Fortſchritt
die Technik auch in ihren Spezialzweigen genommen hat. —
Ueber 300 führende Firmen des Automobilbaues und der
Zube=
hör=Induſtrie ſind vertreten. Es gibt auch nicht einen Stand und
nicht eine Firma, die ſich nicht bemühte, nicht nur Originelles,
ſondern auch Brauchbares, qualitativ Hochwertiges und doch
Preiswertes zu zeigen, wie es ſich für eine Ausſtellung, deren
Zweck im weſentlichen Wirtſchaftserfolg und erſt in zweiter Linie
Repräſentation iſt, angebracht iſt. Auch der Techniker wird in
der Kölner Ausſtellung voll und ganz auf ſeine Koſten kommen.
Es mögen in folgendem kurz einige Daten gegeben werden, die
eine Spiegelbild deſſen, was in Köln gezeigt wird, darſtellen:
Das Ausland iſt als Ausſteller mit 11 Prozent beteiligt. Im
deutſchen Laſtkraftwagenbau iſt der Wunſch nach weitmöglicher
Typiſierung bemerkbar. Im Verhältnis zur vorigjährigen
Aus=
ſtellung iſt die Typenzahl deutſcher Fahrgeſtelle um 12 Prozent
zurückgegangen. Der 6=Zylinder=Motor iſt auch im
Nutzwagen=
bnu Trumpf. Im Omnibusbau gibt es kaum noch Qualitäts=
Fahrzeuge, die nicht 6=Zylinder=Motore haben. Während der
6=Zylinder=Motor von 21 deutſchen Firmen in 17 Konſtruktionen
gezeigt wird (einzelne Laſtkraftwagen=Fabriken beziehen die
Mo=
toren von Spezial=Motorfabriken), überwiegt mit 20 Ausführungen
der 4Zylinder=Motor. Bei Fahrzeugen, von denen größete
Ge=
ſchwindigkeit und höhere Anzugsmomente verlangt werden (
vor=
nehmlich Omnibuſſe), iſt der 6=Zylinder vorherrſchend. 6=
Zylin=
der=Rohöl=Motoren werden von Daimler=Benz und MAN. gezeigt.
Die Batterie=Zündung für ſchwere Laſtkraftwagen iſt im
Aus=
ſterben, häufiger iſt ſie noch bei leichteren Lieferwagen. Die
Magnet=Zündung herrſcht vor. Der Teilblock=Kühler beginnt ſich
durchzuſetzen. Eine Scheiben=Kuppelung wird faſt nur noch bei
leichteren Fahrzeugen verwendet. Die Vierradbremſe iſt auch im
Laſtkraftwagenban ſo dominierend, daß wirkliche Qualitätswagen
ohne Vierradbremſen nicht mehr zu finden ſind. Mehr als die
Hälfte der ausgeſtellten Fahrzeuge hat Servobremſen mit
Oel=
druck oder Saugluft. Die Vereinheitlichung im Aggregatbau hat
dazu geführt, daß zahlreiche Fabriken Einheitsgetriebe der
Zahn=
radfabrik A.=G. Friedrichshafen verwenden, ein
Typiſierungs=
beſtreben, das ſich in den letzten 2 Jahren erfolgreich durchgeſetzt
hat. Die Luftbereifung iſt im Omnibusbau zur
Selbſtverſtänd=
lichkeit geworden. Je elaſtiſcher die Radbereifung, umſo günſtiger
geſtaltet ſich die wirtſchaftliche Ausnutzung des Kraftwagens.
Fahrzeuge, die infolge ihrer Maſſivreifen häufigen Reparaturen
ausgeſetzt waren, ſind durch Luftbereifung ſchneller, geſchmeidiger
und rentabler geworden; vor allem aber iſt ihre Lebensdauer
verlängert worden. Die Continental hat einen Rieſen=Ballon=
Reifen herausgebracht, der nur noch drei Atmoſphären erfordert;
er iſt für große Perſonen=Fahrzeuge und für ſolche Lieferwagen,
deren Fracht keinen ſtarken Erſchütterungen ausgeſetzt ſein ſoll.
Ueber die Preiſe der einzelnen Fabrikate kann nur wenig
geſagt werden, da ſich die Preiſe ja vorwiegend nach Art der
Karoſſerie und der Ausſtattung richten. Bemerkenswert iſt
jeden=
falls, daß auch kleine, ſehr billige Lieferwagen gezeigt werden
(z. B. Hanomag), die dem Führer und Beifahrer Platz bieten
und mit denen Laſten bis zu 750 Kilogramm befördert werden
können, und Opel=Wagen, die bei erſtaunlich niedrigem Preiſe
einen leiſtungsfähigen 6=Zylinder=Motor haben und bei denen
Viervadbremſen und gute Ausſtattung nicht fehlen.
Die Motorrad=Induſtrie iſt mit mehreren Lieferfahrzeugen
vertreten. Außerhalb der Ausſtellungshallen führt die J. G.
Far=
beninduſtrie in einem Pavillon die Leiſtungsfähigkeit des
Mota=
linbetriebsſtoffes vor, die durch Beiſpiele auf dem Prüfſtand
be=
ſonders eindrucksvoll dargeſtellt wird.
Es wäre ungerecht, nicht auch zu erwähnen, daß von
Aus=
ländern außer amerikaniſchen Ausſtellern auch franzöſiſche,
bel=
giſche und italieniſche Firmen zur Stelle ſind und daß von dieſen
Fahrzeugen gezeigt werden, die aller Beachtung wert ſind, weil
ſie ebenſo bequem wie praktiſch erſcheinen. Ueber die Traktoren,
Raupenſchlepper, Zugmaſchinen und landwirtſchaftlichen Geräte,
was alles mit in dieſe Laſtkraftwagen=Ausſtellung
hineingenom=
men worden iſt, läßt ſich heute noch nicht berichten, weil in den
Hallen ſelbſt faſt nur Laſtkraftwagen in ihren verſchiedenen
Auf=
machungen und Ausſtattungen untergebracht ſind und die
Nutz=
maſchinen auf dem Vorführungsfeld der Ausſtellung gezeigt
werden.
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Ausſiellung in Köln.
TU. Köln, 20. Mai. Die Internationale Automobilausſtellung
für Laſtwagen und Spezialkraftfahrzeuge iſt heute vormittag durch
einen Feſtakt in der großen Meſſehalle eröffnet worden.
Ober=
bürgermeiſter Dr. Adenauer begrüßte die zahlreichen Ehrengäſte,
darunter auch Reichsverkehrsminiſter Dr. Koch, mit einer Anſprache,
in der er auf die beſondere Bedeutung der Ausſtellung hinwies, die
zum erſten Male Nutzwagen, Laſtkraftwagen und Spezialwagen neben
den Perſonenwagen zeige. Hierauf ſprachen die Vertreter der die
Ausſtellung tragenden Verbände, Baurat Dr. Mallinger, Ing.
Ernſt Kleinrath und Generaldirektor Dr. Eſch, der einen kurzen
Ueberblick über den Aufbau und die Ziele der Ausſtellung gab. —
Darauf nahm Reichsberkehrsminiſter Dr. Koch das Wort. Nach
Be=
grüßungsworten wies er darauf hin, daß der friedliche Wettbewenb auf
der Ausſtellung zwiſchen den einzelnen Nationen nur fördernd und
an=
regend wirken könne. Den deutſchen Firmen wünſche er, daß die
Ausſtellung deutlich von den gewaltigen Leiſtungen und Fortſchritten
Zeugnis ablege, die die deutſche Automobilinduſtrie mit ihren
Zubehör=
induſtrien, unbekümmert um alle Schwierigkeiten, unter denen ſämtliche
Wirtſchaftskreiſe in Deutſchland zu leiden hatten, gemacht habe. Er
hoffe, daß die Ausſtellung zeigen werde, daß die deutſche
Automobil=
induſtrie ihr ganzes Können zum Wohle des beutſchen Vaterlandes
in den Dienſt der Verbeſſerung ihrer Fabrikate geſtellt habe. Dieſe
beſondere Bedeutung liege darin, daß ſich die Ausſtellung auf
Laſtkraft=
wagen und Omnibuſſe beſchränkt. Daß die Ausſtellung nach dem Weſten
verlegt worden ſei, ſei beſonders zu begrüßen, da er das Abſatzgebiet
für Kraftwagen aller Art ſei. Die Bedeutung der Kraftfahrzeuge wachſe
beſtändig und die Regierung werde dem Kraftfahrweſen jede ihr mögliche
Förderung angedeihen laſſen. Der Miniſter erklärte darauf die
Aus=
ſtellung für eröffnet.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
. Tag der 2. Klafſe. In der Vormittags=Ziehung vom
18. Mai fielen: 2 Gewinne zu 100 000 Mk. auf Nr. 243 890; 2
Ge=
winne zu 5000 Mk. auf Nr. 37 593; 2 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr.
154 649; 6 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. B1969, 280 622, 301 24
2 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 119 599; 10 Gewinne zu 800 Mk. auf
Nr. 23 318, 28322, 49 776, 96 868, 308 178; 34 Gewinne zu 500
Mk=
auf Nr. 50 658, 65 642, 89 448, 98 350, 110 512, 137 072, 148 618,
160 600, 166 383, 210 682, 215 037, B4 926, 240 767 296 157, 315 670
317 463, 337 129; ferner wurden gezogen 94 Gewinne zu 300 Mark
und 226 Gewinne zu 180 Mark. — In der Nachmittags=
Ziehung vom 18. Mai fielen: 2 Gewinne zu 3000 Mk. auf
Nr. 269 277; 4 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 43 474, 105 605: 6 Gewinne
zu 1000 Mk. auf Nr. 57 74, 24200, 212756; 10 Gewinne zu
800 Mk. auf Nr. 37 262, 69 538, 251 756, 292 181, 305 726; 26 Gewinne
zu 500 Mk. auf Nr. 31117, 51951, 55 063, 84836, 144541, 154 814
213 651, 246 762, 256 032, 265 775, 313 941, 329 040, 331 381; ferner
wurden gezogen: 100 Gewinne zu 300 Mark und 234 Gewinne zu
180 Mark.
2. Tag der 2. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung von;
19. Mai fielen: 2 Gewinne zu 50 000 Mk. auf Nr. 78 428; 2 Gewinna
zu 10000 Mk. auf Nr. 203 478; 2 Gewinne zu 3000 Mk. auf
Nr. 268 164; 6 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 38 174, 61222, 110 263=
6 Gewinne zu 800 Mk. auf Nr. 123 968, 157 075, 329 387 14
Gewinn=
zu 500 Mk. auf Nr. 21807, 57 213, 199 347, 248 888, 293 449, 301 397
948 377; ferner wurden gezogen 102 Gewinne zu 300 Mark und
244 Gewinne zu 180 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung
vom 19. Mai fielen: 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 39 387 2
Ge=
winne zu 3000 Mk. auf Nr. 291 969; 6 Gewinne zu 1000 Mk. au
Nr. 63 131, 79 928, 24 873; 14 Gewinne zu 800 Mk. auf Nr. 55 096
87 212 89 573, 96 933, 119 318, 347 280 349 746; 26 Gewinne zu
500 Mk. auf Nr. 42619, 79 627, 135 454, 142623, 159 891, 170 678
M 641, 2 921, B5 771, 254 912, 288 240, 317 749, 348 5291; fernen
wurden gezogen: 104 Gewinne zu 300 Mark und 296 Gewinne zu
180 Mark.
Die Ziehung der 3. Klaſſe findet am 15. und 16. Jun
1927 ſtatt.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 22. Mai 1927.
(Nach der Wetterlage vom 20. Maf 1927.)
Zeitweiſe wolkig, mäßig warm, vereinzelte Niederſchläge
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ſcheinlich.
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Nummer 140
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Privatier, Heidelbergerſtr. 24, 77 J. Ottſtadt, Eliſabeth, geb. Lehn, Im
Wingert 11, 57 J. Am 29. April: Theiß, Dorothea, Ww. des Maurers,
Beſſungerſtr. 25, 69 J. Schlapp, Alexander Auguſt, Kaufmann in St.
Louis (Amerika), geſtopben Eſchollbrückerſtr. 4½, 46 J. Am 30. April:
Perlis, Enie Kind des Studenten Boris Perlis, Nied.=Ramſtädterſtr. 89,
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ſtraße 13, 33 J., Ehefrau des Metallarbeiters Richard Fiſcher. Am
30. April: Pöhn, Wilhelmine, geb. Fritz, Wittmannſtr. 18, Ww. des
Apothekers, 91 J. Borſt, Walter Hugo, Korrektor, Steinſtr. 8, 65 J.
Am 1. Mai: Opfermann, Joſeph Emil., Schneidermeiſter, Inſelſtr. 43,
76 J. Am 30. April: Hallwachs, Otto, Geh. Juſtizrat, Kaſinoſtr. 2, 69 J.
Am 1. Mai: Lang, Marie Mathilde, geb. Wurm, Ww. des
Lackierer=
meiſters, 57 J. Markert, Marie, ohne Beruf, ledig, Arheilgerſtr. 5, 13 J.
Am 2. Mai: Eckert, Anna Barbara, geb. Ditte, Ehefr. des Formers,
Feldbergſtr. 103, 52 J. Am 30. April: Schlang. Margarete Thereſe,
geb, Kick, Lautenſchlägerſtr. 36, 79 J. Am 3. Mai: Vollmer Alfred,
Kaufmannslehrling, wohnhaft in Gernsheim a. Rh., geſtorben
Erbacher=
ſtraße 25, 17 J. Müller, Anna, Fabrikarbeiterin, wohnhaft in
Ar=
heilgen, geſtorben Grafenſtr. 9, 22 J. Am 25. April: Barth, Helene,
geb. Fertig, Ww. des Straßenbauaufſehers Johs. Barth, 73 J. Am
4 „Mai: Kloppinger, Katharina, ohne Beruf, Pfungſtadt, geſtorben
Grafenſtr. 9, 23 J. Am 6. Mai: von Rode, Georg Theodor,
General=
major a. D., Alicenſtr. 13, 69 J. Am 5. Mai: Hilbert, Michael, Metzger
in Sandbach i. O. 48 J., geſtorben Erbacherſtr. 25. Riedel, Dina,
Fa=
brikarbeiterin in Arheilgen, 20 J., geſtorben Erbacherſtr. 25. Am
6. Mai: Carnier, Barbara, geb. Hiemenz, Ww. des Gerichtsvollziehers
i. R., Klappacherſtr. 4, 65 J. Am 7. Mai: Schleffler, Hedwig, Kind des
Schleifers Herbert Schleffler in Weiterſtadt, 1 Monat, geſtorben
Grafen=
ſtraße 9. Arnold, Hrch., Bahnarbeiter in Klein=Umſtadt, 59 J.,
ge=
ſtorben Grafenſtr. 9. Am 22. April: Groh, Margarethe Eliſabeth, geb.
Schadt, Kiesbergſtr. 14, 63 J. Am 7. Mai: Riehl, Stadion,
Schloſſer=
meiſter, Magdalenenſtr. 9, 70 J. Bauer, Eba Chriſtine, geb. Schäfer,
Ehefrau des Polizeiwachtmeiſters, Holzhofallee 25, 29 J. Am 8. Mai:
Trautmann, Katharina, geb. Röder, Ehefrau des Metzgermeiſters Adam
Trautmann in Reichelsheim i. O., 32 J., geſtorben Dieburgerſtr. 21.
Am 9. Mai: Koch, Katharina geb. Schmitt, Ehefrau des
Strecken=
wärters Auguſt Koch, 44 J. Am 8. Mai: Oeſer, Emilie, geb. Horſt,
Ehefrau des Kaufmanns Hans Oeſer, Wienersſtr. 72, 36 T. Am 7. Mai:
Haag, Wilhelm, Kind des Landwirts Wilhelm Haag, Kaſtanienallee 71,
23 Tage, geſtorben Grafenſtr. 9. Am 9. Mai: Schmidt, Wilhelm,
Studienrat i. R. in Gernsheim, 46 J., geſtorben Grafenſtr. 9. Am
10. Mai= Vogel, Johann Adam, Werkmeiſter i. R., Parcusſtr. 2, 54 J.
Am 9. Mai: Englert, Johann Auguſt, Gaſtwirt, Ballonplatz 4, 51 7
Am 10. Mai: Bickelhaupt, Marie, ohne Beruf, aus Fränkiſch=Crumbach,
22 J., geſtorben Grafenſtr. 9. Knodt, Auguſt, Dekan in Groß=Zimmern,
68 J., geſtorben Grafenſtr. 9. Am 11. Mai: Seelbach, Georg Friedrich,
Tapezierermeiſter, Schießhausſtr. 63, 68 J. Am 10. Mai: Bellinger,
Anna, geb. Fröhlich, Ww. des Eiſenbahnſchaffners Heinrich Bellinger,
Moosbergſtr. 52, 73 J. Am 12. Mai: Neuroth, Georg, Schweinehändler
in Spachbrücken, 29 J., geſtorben Grafenſtr. 9. Mink, Peter, Maurer
in Ober=Ramſtadt, 75 J., geſtorben Grafenſtr. 9. Am 13. Mai: Rapp,
Marie Thereſe, geb. Landzettel, Witwe des Steinrichters Friedrich
Rapp in Gundernhauſen, 39. J. geſtorben Grafenſtr. 9. Rieber,
Ka=
tharina, geb. Weingärtner, Ehefrau des Fabrikarbeiters Adam Rieber
in Pfungſtadt, 53 J. Blitz, Eliſabeth, geb. Bader, Ehefrau des
Forſt=
ſchutzgehilfen, wohnhaft Bahnhof Kranichſtein, 64 J., geſtorben
Er=
bacherſtr. 25. Schaffnit, Luiſe, geb. Feiſtel, Ehefrau des Hauſierers Adam
Schaffnit, Kaupſtr. 7, 55. J. Am 14. Mai: Dr. Albert Lucius,
Miniſte=
rialrat a. DMathildenſtraße 41, 64 J. Am 13. Mai: Rieber
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rina, geb. Weingärtner in Pfungſtadt, 53 J.; Blitz, Eliſabeth, geb.
Badex, Bahnhof Kranichſtein, hier, Erbacher Str. 25, 64 J.; Schaffnit,
Luiſe, geb. Feißel, Kaupſtr. 7, 55 J. Am 14. Mai: Dr. Albert Lucius,
Miniſterialrat a. D., Mathildenſtr. 41, 64 J.; Küſter, Sophie
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rina, geb. Egly, Beſſunger Str. 29, 53 J. Am 15. Mai: Vogt, Jakobine
Katharina, geb. Schärf, Kittlerſtr. 7, 54 J.; Vogt, Margarethe,
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ſchlägerſtr. 17, 51 J.; Klaudi, Jakob, Fuhrmann, led., Kaſtanienallee 71,
72 J.; Schmitt, Sofie, geb. Bender, Neue Niederſtr. 15, 73 J. Am
16. Mai: Waßner, Marie, Privatin, led., Ohlyſtr. 33, 57 J.; Krämer,
Wilhelm, Werkmeiſter i. R., Liebigſtr. 35½, 70 J.; Dr. Immel,
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Mai: Becht, Marfe Jakobine, geb. Pickenbach, Nieder=Ramſtädterſtr. 30.
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Nieder=Namſtadt.
Stadtkirche. Samstag, 21. Mai, abends 8½ Uhr: Andacht. —
Sonn=
tag, 22. Mai, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Kleeberger.
— Vorm. 11¾ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wohentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß
— Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Samstag, den 21. Mai 1927
Schloßkiuche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Zimmermann.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls. Pfarrer Zimmermann. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt
Pfarrer Zimmermann. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer
Heß. — Konfirmandenſaal: Mittwoch, 25. Mai, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung); Poſqunenchor.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Vormittags 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 22 Mai, vorm. 9 Uhr:
Chriſtenlehre für die Markusgemeinde (Knaben=Abteilung). Pfarrer
Vogel; vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Reformationsgemeinde.
Pfarrer Lautenſchläger. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde (ältere Abteilung). — Montag, 23. Mai, abends 8 Uhr:
Gemeinde=Verein der Markusgemeinde: Vortrag „Sonntag oder
Sab=
bat”. Pfarrer Vogel. Gäſte willkommen. — Jugendbund der
Lukas=
gemeinde — Jugendbund der Markusgemeinde. — Dienstag, 24. Mai,
abends 8 Uhr; Kirchenchor der Stadtkinhe. — Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 25. Mai, abends
8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund
der Markusgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Reformationsge=
meinde. — Donnerstag, 26. Mai (Himmelfahrt): Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde (jüngere Arteilung), vorm. 7 Uhr: Abmarſch vom
Gemeindehaus zum Ausflug in die Bergſtraße. — Freitag, 27. Mai,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
Abtei=
lung). — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Beringer.
Krankenpflege durch Digkonen: 1. Hauptſtation; Forſtmeiſterſtr. 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprechſtun=
den vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vormittags 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für den Oſt=
(Aſſiſtenten)=Bezirk im Martinsſtift. Pfarraſſiſtent Saal; für den Weſt=
(Aſſiſtenten)=Bezirk im Gemeindehaus. Pfarraſſiſtent Lein. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz. — Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk. Pfarrer Beringer,
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarraſſiſtent Saal.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 23. Mai, abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt. — Dienstag, 24.
Mai, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: „Jugendvereinigung. Abends
8 Uhr im Martinsſtift: Kirchenchor. — Freitag, 27. Mai, abends 8 Uhr
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung). Abends
8 Uhr (Mauerſtraße 5): Poſaunenchor.
Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Chriſtenlehre des Nordbezirks im
Gemeindehaus. Pfarrer Marx. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre.
Befſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr:
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lehre für die 2. Abteilung der Neukonfirmierten. Pfar=vikar Schäfer.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit anſchließender Feier des heil.
Abendmahls. Pfarrvikar Schäfer. (Anmeldung eine Viertelſtunde vor
Beginn des Gottesdienſtes in der Sakriſtei.) — Vorm. 11,30 Uhr:
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dergottesdienſt. Pfarrvikar Schäfer. — Der Ausflug der Frauen des
Mütterabends wird mit Rückſicht auf den „Muttertag” auf Sonntag
Exaudi, 29. Mai, verſchoben. — Abends 8¼ Uhr im Gemeindehaus:
Lichtbildervortrag des Herrn Oberreallehrers Frank, über Wimpfen.
Eintritt 20 Pfg. — Montag, abends 8,15 Uhr: Vereinsabend der
Mäd=
chenvereinigung. — Dienstag, abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Freitag,
abends 8,15 Uhr: Kirchenchor.
Pauluskirche. Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für beide
Konfirman=
dengruppen. Pfarrer Rückert. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrafſiſtent Dr. Wendel. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Abends 8 Uhr: Vereinsabend der
Jugend=
vereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Vereinsabend des
Jugend=
bundes. — Dienstag, abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Freitag, abends
8,15 Uhr: Kirchenchor (Hauptprobe für Wimpfen).
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang. Sonntagsverein.
Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden (Geburtstagsfeier).
Chriſti Himmelfahrt (Donnerstag, 26. Mai 1925).
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil.
Abendmahls. Pfarrer Vogel.
Stadtkapelle. Verm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Pfarraſſiſtent Saal.
Johanniskirche. Vorm. 7 Uhr am Bismarckturm: Morgenfeier für
die evang. Jugend der Johannesgemeinde. Die Chriſtenlehrpflichtigen
werden gebeten, dorthin zu kommen, anſtatt am Mittwochabend. —
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. — Beſondere
Ver=
anſtaltungen: Himmelfahrt=Nachmittag: Frühlingsfeſt am Wilbrands=
Brünnchen, der Gemeinde dargeboten von den drei Jugendbünden.
Gemeniſamer Abmarſch um 2,30 Uhr am Metzdenkmal. Beginn um
4 Uhr, Ende gegen 7 Uhr.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8 (nicht 10) Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrvikar Schäfer. — Ausflug der
Männerver=
einigung. Treffpunkt: „Hirſchköpfe‟
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.
Stabtmiffion (ühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nochm. 3,30 Uhr:
Bibelſtunde. Leh
Spamer. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Frauen=
arbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Mitt=
Nummer 140
woch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen. —
Him=
welſahrtstag, nachm. 3 Uhr: Waldfeſt hinter den Hirſchköpfen. —
Freitag, abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde und Bibelſtunde in
der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80 (Prediger Semmel). — Samstag,
abends 8,30 Uhr: Poſaunenchor.
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat Kriegerdankbund.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer; 4,45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde
für Mädchen. — Montag, abends 8 Uhr: Turnen in der Turnhalle
Soderſtraße. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Gebetsſtunde für
Mäd=
chen. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer.
— Himmelfahrtstag: Frühwanderungen. Nachm. 3 Uhr: Waldfeſt
bei den Hirſchkösfen. — Freitag, abends 8 Uhr: Mädchenkreis.
Sonntag, den 29. Mai: Gautag in Roßdorf.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 23. Mai, abends 8½ Uhr
im Feierabend, Stiftſtraße 51: Bibelbeſprechſtunde.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infan=
teriekaſerne, Hof links.) Sonntag, nachm. 3 Uhr: Schießen und
Spie=
len im Jung=C.; 4 Uhr: Ein umgeſtürzter Heuwagen, der Anfang
einer weltweiten Bewegung. G. A. Gedat. Abends 8 Uhr:
Mütter=
abend. — Montag, abends 8,30 Uhr: Beſprechſtunde von Lebensfragen
moderner Jugend. G. A. Gedat. — Mittwoch, nachm. 4 Uhr:
Jung=
ſchar=Spielen und Sport in der Ludwigs=Oberrealſchule. Abends 8,30
Uhr: Bibelſtunde im Jungmännerkreis: „Du und die Welt”. Dr.
Ave=
marie — Himmelfahrtstag: Fahrt nach Auerbach und Teilnahme am
Gottesdienſt an der „Nor Gottes”. Teilnehmer zeichnen ſich in die Liſte
am ſchwarzen Brett ein. — Freitag, abends 8 Uhr: Turnen und
Körperſchule in der Ludwigs=Oberealſchule. — Samstag, nachm. 4 Uhr:
Treffen der Jungſchar am Böllenfalltor zu einer Bärenjagd.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 22. Mai, vorm. 10½ Uhr:
Menſchen=Weihe=Handlung mit Predigt. — Freitag, N. Mai, abends 8
Uhr: Oeffentl. Vortrag: „Von Feuer, Waſſer, Luft und Erde” (in der
Dichtung des Novalis), Martha Heimeran, Pfarrer i der
Chriſten=
gemeinſchaft. Vorſtehende Veranſtaltungen ſind im der Städtiſchen
Akademie für Tonhinſt, Eltſabethenſtraße.
Vortrags= und Beſprechungs=Abende, Heidelberger
Straße 9½ III. Montag, 23. Mai, abends 8½ Uhr: Der
Gegenwarts=
menſch und die chriſtlichen Sakramente”, Johannes Thielemann, Pfarrer
in der Chriſtengemeinſchaft.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten) Mauerſtraße 17.
Sonntag, 22. Mai, vorm. 10 Uhr: Der erſte Brief des Petrus; vorm.
11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8½ Uhr: Die Sünde wider den heil.
Geiſt. — Donnerstag, den 26. Mai (Himmeifahrtstag), abends
8½ Uhr: Warum iſt Jeſus gen Himmel gefahren?. Jedermann iſt
herz=
lich willkommen.
Prediger Conrad.
Kirche Jefu Chriſti d. heiligen b. letzten Tage, Nieder=Ramſtädter
Straße 13. Sonntag, den 22. Mai 1927, findet keine Verſammlungen
ſtatt. — Montag, den 24. Mai, abends 8 Uhr: Brüderſchule und
Frauen=
verein. — Mittwoch, den 25. Mai, abends 8 Uhr: Fortbildungsverein.
Methodiſtengemeinde, Eliſabethenſtraße 25½ Sonntag, 22. Mai,
3½ Uhr: Gottesdienſt. Jedermann herzlich willkommen.
Auswärtige Kirchen.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag Rogate, 22. Mai. Mutter=
Sonntag. Vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Kollekte für die
Epilep=
tiſchen=Anſtalt. Nieder=Ramſtadt. Anſchließend Konfirmationsfeier und
Feier des heil. Abendmahles. — Nachm. 1 Uhr: Dankfeier mit
Kinder=
gottesdienſt. — Dienstag abend Kirchengeſangverein. — Mittwoch abend
Jugendverein. — Sonntag, nachm. 3 Uhr: Provinzialverſammlung
des Evangeliſchen Bundes, Darmſtadt, Feierabend, Stiftſtraße 51.
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 22. Mai. Vorm.
8,45 Uhr: Chriſtenlehre der Mädchen. — Vorm. 9,30 Uhr:
Gottes=
dienſt. Pfarrer Paul. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. —
Mitt=
woch 8,30 Uhr: Kirchengeſangverein und Mädchenvereinigung. — In
der Provinzial=Pflege=Anſtalt Gottesdienſt. Pfarrer Paul.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 23. Mai, vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. ½11 Uhr: Chriſtenlehre; nachm. ½1
Uhr: Kindergottesdienſt d. Kl.; nachm. ½2 Uhr: Kindergottesdienſt
d. Gr. — Freitag: Elternkreis. Die Abende des E J. (
fallen aus. — Himmelfahrt. Vorm. 9 Uhr: Waldgottesdienſt im
Steinbruch. (Bei ſchlechtem Wetter um ½10 Uhr im Rathaus); vorm.
½11 Uhr: Sammlung der Jugendgemeinde am neuen Kriegerdenkmal
zum Abmarſch nach Jugenheim (Jugendtreffen).
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 23. Ma
(Rogate). Vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt; vormittags ½11.
Uhr; Chriſtenlehre. Der für nachmittags 2 Uhr angekündigte Vortrag
des Herrn Prof. Matthes muß aus äußeren Gründen verſchoben werden.
Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor. —
Mitt=
woch: Jungmädchenvereinigung. — Donnerstag, 26. Mai (
Himmel=
fahrt): Vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. ½12 Uhr:
Ausflug der männlichen und weiblichen Jugend zu dem Jugendtreffen
auf dem Heiligenberg. Treffpunkt: Kriegerdenkmal.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags von 5—7 und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
hl. Beichte; 7 Uhr Frühmeſſe. Vor= und in der hl. Meſſe Austeilung
ger hl. Kommunion. 9½ Uhr Hochamt und Predigt. Vorher
Aus=
teilung der hl. Kommunion. Nachmittags 6 Uhr Prozeſſion und
Mai=
andacht. Werktagsmeſſe 1½ Stunde vor Schulbeginn, d. i. 6½ Uhr.
Mittwoch, abends 5—7 Uhr Beichtgelegenheit. Donnerstag: Chriſtt
Himmelfahrt. Werktags, abends 8 Uhr: Maiandacht.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. — Während der Schulzeit
Dienstags und Freitags 1½ Stunde vor Schulbeginn hl. Meſſe mit
Austeilung der hl. Kommunion in der hl. Meſſe. Vorher
Beichtgelegen=
heit. — Donnerstag: Chriſti Himmelfahrt, 8 Uhr hl. Meſſe und Predigt.
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geſetzlich geſchütztes Verfahren zur Beſeitigung des Stotterns ſtat
(Kein Kurſus, Anſtaltsbeſuch, Hypnoſe oder Suggeſtton). Na
meinem Berfahren tönnen ſich Stotternde ſelbſt (bei Kinde
mit Hilfe der Eltern) von dem Uebel befreien. Mein Verfahr
gelangte 1925 ca. 2000 mal zur Anwendung mit guten Erfolgel
Erfolge in 4, 6 und 8 Wochen). Dankſagungen und an
beglaubigte Zeugniſſe ehemaliger Stotterer liegen zur ge
Einſicht aus. Intereſſenten, auchdiejenigen,welche ſchon anderwei
Kurſe mitgemacht haben, ladethhiermit freundlichſt ein. Verſäuf
es kein Stotterer oder Eltern ſtotternder Kinder, ſich in die
Vortrigsſtunden einzufinden, zumal die V rträge kostenl
ſtattfinden und niemand ſich zu etwas zu verpflichten braucht 18
Garantie für Erfolg wird weitgehendst übernommen
Internat. Sprach=Inſtit Dr. phil. Eoercki ckCo ,Hagenburg (Sch., Lip
Nummer 140
Samstag, den 21. Mai 1927
Geite 15
Darmſtädter Groß=Staffellauf.
Das Meldeergebnis zu dem am morgigen Sonntag in den
Straßen Darmſtadts vom Ausſchuß für Leibesübungen zur
Durch=
führung kommenden 1. Darmſtädter Groß=
Staffel=
lauf erwies ſich als ein über alles Erwarten glänzendes.
48 Mannſchaften mit insgeſamt 766 Staffelläufern beteiligen ſich
erſtmalig an einem Staffellauf, wie er in dieſem Ausmaß
inner=
halb der Stadt noch niemals zur Durchführung gekommen iſt.
Ein Beweis, daß eine derartige Veranſtaltung auch in unſerer
Stadt außerordentlich viele Anhänger findet und die beſten
Aus=
ſichten für eine Wiederholung hat. In zwei Klaſſen haben ſich
ſogar je über zehn Mannſchaften einſchreiben laſſen. An
Einzel=
läufern, die ohne Wechſel die ganze Staffelſtrecke durchlaufen,
haben die beteiligten Vereine zehn Meldungen abgegeben.
Auf die einzelnen Klaſſen verteilen ſich die Staffeln:
Klaſſe I (Hauptklaſſe), offen für alle Vereine: Sechs
Mann=
ſchaften mit zuſammen 96 Läufern.
Klaſſe II, offen für Vereine der Klaſſe B und C der D. S. B.:
Zwei Mannſchaften mit zuſammen 36 Läufern.
Klaſſe III, offen für Turnvereine: Zwei Mannſchaften mit
zuſammen 36 Läufern.
Klaſſe IV, offen für Fußball treibende Vereine: Sieben
Mann=
ſchaften mit zuſammen 126 Läufern.
Klaſſe V, offen für Radfahrer= Schwimm=, Athleten=, Fechter=,
Wander= uſw. =Vereine: Elf Mannſchaften mit zuſammen
132 Läufern.
Klaſſe VI, offen für Vereins=Jugendmannſchaften: Zwölf
Mannſchaften mit zuſammen 192 Läufern.
Klaſſe VII, offen für Vereins=Schülermannſchaften: Sechs
Mannſchaften mit zuſammen 108 Läufern.
Klaſſe VIII, offen für Vereins=Damenmannſchaften: Zwei
Mannſchaften mit zuſammen 30 Läuferinnen.
Klaſſe X, offen für Einzelläufer: Zehn Läufer.
Der Staffellauf erſtreckt ſich über folgende Straßen:
Rhön=
ring, Frankfurter Straße, Bismarckſtraße, Kaſinoſtraße,
Rhein=
ſtraße, Marktplatz, Schillerplatz, Landgraf=Georg=Straße,
Beck=
ſtraße, Heinrichſtraße, Heidelberger Straße, Neckarſtraße,
Rhein=
ſtraße, Schloß (Ziel).
Die einzelnen Staffeln der Klaſſen I bis IV und die
Einzel=
läufer durchlaufen zweimal die Rheinſtraße, alle übrigen
Staf=
feln nur einmal die Rheinſtraße nach dem Ziel am Schloß.
Rot=Weiß 22.
Zu dem Großſtaffellauf am kommenden Sonntag, der als eine
große Kundgebung des Darmſtädter Sportes zu betrachten iſt, hat
„Rot=Weiß” 22 ſechs Mannſchaften ſowie mehrere Einzelläufer
ge=
meldet. Hier hat ſein ſo zahlreiches aktives, Jugend= und Schüiler=
Material Gelegenheit, ſein Können unter Beweis zu ſtellen. Beſonders
die 1. aktive Mannſchaft, die eine gute Beſetzung gefunden hat und ihre
Meldung in der Klaſſe 2 für B= und C=Vereine abgab, dürfte ein ernſtes
Wort mitreden. Auch dies ſei von den Einzelläufern geſagt. Wir
wünſchen der Vevanſtaltung ein gutes Gelingen, den Mannſchaften und
Einzelläufern viel Glück und beiden gutes Wetter.
Verein für Raſenſpiele Darmſtadt, e. V.
Wie alljährlich, ſo beteiligen ſich auch dieſes Jahr wieder die
Raſen=
ſpieler an dem vom Ausſchuß für Leibesübungen veranſtalteten
Staf=
fellauf durch die Stadt Darmſtadt, der den Zweck hat, werbend auf
die Außenſeiter unſever verſchiedenen Sportarten einzuwirken und ſie
zu bewegen, mitzuhelfen an der Volksgeſundung unſeres Vaterlandes.
Am Samstag abend 6 Uhr ſteht die 1. Mannſchaft der
Ligamann=
ſchaft von Union=Darmſtadt auf der Rennbahn gegenüber, und darf
man auf den Ausgang dieſes Treffens geſpannt ſein. Am Sonntag
weilt die 1. Mannſchaft in Egelsbach, um dort gegen den Fußballklub 03
ein Freundſchaftsſpiel auszutragen. Egelsbach gehört der Spitzengruppe
der A=Klaſſe des Dreieichgaues an und könnte aus dieſem Grunde heute
ſchon ein Vergleich der beiderſeitigen Spielſtärke gezogen werden, falls
es zu dem neuen Heſſenkreis kommen ſollte. Die 2. Mannſchaft
emp=
fängt am Sonntag 4½ Uhr die ſpielſtarke 2. Mannſchaft von
Sport=
vereinigung Arheilgen, während ſich die 3. Mannſchaften beider Vereine
um ½3 Uhr auf dem Rot=Weiß=Platze gegenüberſtehen. Die Junioren
haben diesmal Frankfurt als Ziel gewählt und ſtehen der 3.
Mann=
ſchaf: der dortigen Sportgemeinde „Eintracht” gegemüber.
Schießſport.
Schießſportklub Windmühle.
Am Samstag und Sonntag, den 21. und 22. Mai, findet das
Schluß=
ſchießen des von dem Klub veranſtalteten Sport= und Werbeſchießens
ſtatt. Durch namhafte Stiftungen verſchiedener Firmen haben ſich die
für dieſes Schießen ausgeſetzten Ehrungen auf über zwangzig erhöht.
Die Gruppen= und Einzelkämpfe können von Samstag nachmittag 2½
Uhr und Sonntag vormittag 8½ Uhr durchgeführt werden. Alle
Freunde und Anhänger dieſes Sportes ſeien nochmals hierauf
auf=
merkſam gemacht.
Siebzigjähriges Jubiläum der Schützengeſellſchaft 1857 Dieburg
am 26., 28., 29. und 30. Mai 1927.
Von der Schützengeſellſchaft 1857 Dieburg erhalten wir folgende
Zuſchrift: Der 6. Juli 1857 iſt der Geburtstag unſerer heutigen
Schützengeſellſchaft. Nach dem vorliegenden Gründungsprotokoll fanden
ſich damals angeſehene Bürger Dieburgs zuſammen und gründeten den
noch heute beſtehenden Verein. Inwieweit das Schießweſen in den
früheren Jahrhunderten in Dieburg gepflegt wurde, läßt ſich im
Zufam=
menhange nicht genau ſagen, jedoch befindet ſich unter verſchiedenen
alten Urkunden über Schützenvereinigungen eine ſolche aus dem Jahre
1495. Die nun im Jahre 1857 wieder ins Leben gerufene
Schützen=
geſellſchaft erbaute ihren erſten Schießſtand auf dem Wall bei dem
Albiniſchen Schloß in Dieburg, der dann im Jahre 1908 in die Nähe
des Wolfgangshäuschens außerhalb Dieburgs verlegt wurde. Als nach
dem großen Weltkriege die Schützengeſellſchaft viele neue Mitglieder
aufnahm, erwies ſich die letztgenannte Schießſtätte zu klein. Im Jahre
1922 ſtellte die Dieburger Stadtverwaltung in liebenswürdiger Weiſe
im hieſigen Stadtwald einen Platz zur Verfügung, auf dem ein mit
allen Neuerungen verſehener Schießſtand erbaut wurde. Die
Ein=
weihung fand bei dem großen Eröffnungsſchießen Ende Juni 1924 ſtatt.
Um nun das 70jährige Vereinsjubiläum würdig zu begehen,
ver=
anſtaltet die Schützengeſellſchaft am 26., 28., 29. und 30. Mai d. J. ein
Großes Preisſchießen, mit dem zugleich das 7.
Verbands=
ſchießen der Odenwälder Schützenvereinigung
ver=
bunden iſt. Der Schießausſchuß hat für die Veranſtaltung ein
groß=
zügiges Schießprogramm ausgearbeitet, das jedem Schützen das Beſte
bietet. Die Scheibenaufſtellung iſt folgende: Feſtſcheibe Dieburg 175
Meter (offen, für alle Schützen), Feſtſcheibe Mittelrhein, 175 Meter
(offen für Schützen des Mittelrheins), Feſtſcheibe Odenwald, 175 Meter
(offen für Schützen der Odenw. Schützenvereinigung), Stand=
Punkt=
ſcheibe 175 Meter, Stand=Meiſterſcheibe, 175 Meter, Auflage=Scheibe,
175 Meter, Jagd=Scheibe, 60 Meter. Die Scheibenbilder entſprechen
denen für das Deutſche Bundesſchießen. Auf die Feſdſcheibe Dieburg,
die aus einem 12 Zentimeter roten Karton beſteht gelangen
wertvolle Ehrengaben zur Verteilung. Auf Mittelrhein und Odenwald
werden die geſtifteten Kunſtgegenſtände und ein Barpreis ausgegeben.
Die ſilbernen Jubiläumsfeſtmünzen erhalten Schützen bei Erreichung
von 30 Punkten auf der Standpunktſcheibe. Auf die übrigen
Scheiben=
gattungen kommen 66 Prozent der Einlagen in Baxpreiſen zur
Ver=
teilung. — Neben dem Feuerſchießen findet am Samstag, den
28. Mai, ein Wurftaubenpreisſchießen ſtatt. Die
Preis=
träger erhalten Ehrengaben.
Nur durch eine rege Beteiligung der Schützen wird das Jubiläum
einen guten Verlauf nehmen und ſich den Veranſtaltungen früherer
Jahre würdig an die Seite ſtellen. Darum, liebwerte Schützenbrüder,
unterſtützt unſer Jubiläumsſchießen. Erſcheint in großer Zahl. Tragt
dadurch bei zum Gelingen der Sache. Dieburg ruft euch mit ſeinen
Schützen zum 26., 28., 29, und 30. Mai d. J. „Herzlich willkommen” zu.
und Tarnen.
Darmſtädter Turnerſchaft.
Gelegentlich der Meiſterſchaftsſpiele in Fauſtball und
Trommelball im Main=Rhein=Gau der Deutſchen Turnerſchaft,
die am Sonntag, den 29. d. M., in Darmſtadt ausgetragen
wer=
den, findet ein Handballſpiel zwiſchen einer Auswahlmannſchaft
des Main=Rhein=Gaues und einer Darmſtädter Städtemannſchaft,
gebildet aus den Vereinen Turngemeinde 1846, Turngeſellſchaft
1875 und Turngemeinde Beſſungen, ſtatt.
Um dieſer Städtemannſchaft Gelegenheit zum Einſpielen zu
geben, wird dieſelbe heute abend 7 Uhr auf dem Platz
am Finanzamt gegen eine aus den gleichen Vereinen
ge=
bildete weitere Mannſchaft ein Handballſpiel austragen. Von
dem Verlauf dieſes Spieles wird es abhängen, ob die derzeitige
Zuſammenſetzung der Städtemannſchaft bleibt oder ob vielleicht
Neueinſtellungen aus der zweiten Mannſchaft für vorteilhafter
angeſehen werden. Mit Rückſicht hierauf darf wohl ein ſchönes
Spiel erwartet werden, deſſen Beſuch jedermann aufs wärmſte
empfohlen werden kann.
Sportverein Darmſtadt 98—V. f. L. Neckarau.
Nachdem die Vereinsleitung des V. f. L. Neckarau angekündigt hat,
daß der Rheinbezirksmeiſter in ſtärkſter Aufſtellung in Darmſtadt
an=
treten wird, iſt kurz vor Bcendigung der diesjährigen Spielfaiſon
Ge=
legenheit gegeben, nochmals einem inteveſſanten Treffen in Darmſtadt
beizuwohnen. Die vollſtändige erſte Elf von Neckarau iſt jederzeit in
der Lage, ein ſolch hochwertiges Spiel zu liefern wie bei der letzten
Begegnung in Darmſtadt, bei welcher dieſe im Kampf um die Führung
glatt mit 5:1 Sieger blieb. Wenn auch damals für Neckarau glückliche
Umſtände den an ſich verdienten Sieg etwas zu hoch ausfallen ließen,
ſo konnte man gerade in dieſem Spiel das durchaus auf Kampf
einge=
ſtellte Syſtem der Neckavauer bewundern. Der Darmſtädter Mannſchaft
wünſchen wir, daß ihr das Glück diesmal etwas holder iſt als bei dem
letzten Verbandsſpiel. Gleichzeitig erwarten wir von der einheimiſchen
Mannſchaft
Girmſcheind
Becker
Laumann
Beiling
Reik
Ruwppel
Bärenz
Geher
Takaſz Jakobi Wenner II,
daß ſie ſchärfſten Widerſtand leiſtet. Das Spiel beginnt nachmittags
4 Uhr. Vor dem Spiel treffen ſich, ebenfalls auf dem Hauptfeld, die
Liggerſatzmannſchaft der Sportgemeinde Höchſt a. M. und die Reſerven
des Platzvereins.
F. C. „Union” 1918—V. f. R. Darmſtadt.
Heute Samstag abend 6 Uhr trifft ſich die Ligamannſchaft der
Union mit der 1. Mannſchaft des V. f. R. Darmſtadt zu einem
Freund=
ſchaftsſpiel auf der Rennbahn. Beide Mannſchaften werden in der
zur=
zeit ſtärkſten Aufſtellung antreten. Der große Eifer, der dieſe
Mann=
ſchaften in ſolchen Treffen ſchon immer auszeichnet, gibt die
Voraus=
ſetzung eines intereſſanten Spieles. Die Union=Mannſchaft befindet ſich
zurzeit in anſteigender Form. Sie erhielt durch Zugang einiger neuer
Kräfte eine erfreuliche Auffriſchung des ganzen Mannſchaftsgebildes,
während die Spielſtärke der V. f. R.=Mannſchaft genügend bekannt ſein
dürfte. Ein Beſuch der Rennbahn iſt demnach zu empfehlen. Die Preiſe
werden entſprechend niedrig gehalten ſein.
R. Sp. V. „Germania” 03 Pfungſtadt —„Strakenburgia” Heppenheim.
Die Ligamannſchaft der „Germania” Pfungſtadt begibt ſich am
Sonntag, den 22. Mai, zum A=Meiſter des Riedgaues „Starkenburgia”
Heppenheim. Pfungſtadt wird auf der Hut ſein wüſſen, denn
Heppen=
heim hat anſcheinend ſeine Schwächeperiode überwunden, wie der am
vergangenen Sonntag errungene 5:3=Sieg über R. Sp.V. Darmſtadt
be=
weiſt. Vorher treffen ſich die 1. Jugendmannſchaften beider Vereine.
In Pfungſtadt empfängt die Reſervemannſchaft der „Germania” die
gleiche Elf des F. V. 09 Weinheim zum Rückſpiel, und hat hierbei
Ge=
legenheit, ſeine im Vorſpiel erlittene 1:2=Niederlage wettzumachen.
Turngemeinbe 1846.
Wie überall in der D. T. das Schwimen, ſowohl in der
Organi=
ſation als auch den Leiſtungen, eine gewaltige Zunahme zu verzeichnen
hat, ſo hat ſich auch die Schwimmabteilung der Tade. 1846 in ſtetiger
Weiſe auf s entwickelt. Mit aller Kraft wurde verſucht, den
Ge=
danken des Schwimmens in die Maſſe der Turnerfamilie
hineinzutra=
gen, alle Mitglieder und Freunde für die Sache der
Turnerſchwimm=
bewegung zu begeiſtern. Und in zunehmender Weiſe wurde der hohe
geſundheitliche Wert des Schwimmens erkannt, und es gelang gerade
im abgelaufenen Jahre, die bisher höchſte Beſucherzahl im
Vereins=
ſchwimmbetrieb innerhalb des großen Mittelrheinkreiſes der D. T. zu
erreichen, und ſich unter den Abteilungen der Tgde. 1846 als diefenige
mit dem beſtbeſuchten Uebungsbetrieb emporzuarbeiten.
Zum nun bevorſtehenden Beginn des Sommerſchwimmbetriebes,
der ſich diesmal für alle Darmſtädter durch den Ausbau des Großen
Woogs etwas verzögert, ſoll auch diesmal die Loſung an alle erklingen:
„Kommt ſchwimmen, lernt retten!” Hinein in die
Turnſchwimmabtei=
lungen. Für alle des Schwimmens Unkundige beſteht in der Abteilung
die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen. Geeignete Lehrkräfte
ſtehen zur Verfügung. Auch dem Frauenſchwimmen wird in der
Ab=
teilung beſondere Beachtung geſchenkt. Die Abteilung iſt beſtrebt, in
dieſer Richtung ihre Arbeit auszudehnen. Alle ſchwimmbegeiſterten
Damen ſeien hierauf aufmerkſam gemacht und zur Beteiligung bzw.
Mitarbeit herzlich eingeladen.
Im allgemeinen iſt man von ben Turnern gewöhnt, daß ſie in der
Oeffentlichkeit nicht viel von ſich hören laſſen. Dazu gehören auch die
Darmſtädter Turnerſchwimmer, was vielerſeits fälſchlich ausgelegt wird.
Aber viel nutzbringende Arbeit im Intereſſe des Allgemeinwohls und
im Sinne der D. T. wird im Stillen geleiſtet. Allgemein wird in der
Abteilung auf gleichmäßige Ausbildung aller Wert gelegt unter
Berück=
ſichtigung möglichſt volkstümlicher Betätiung, was auch durch guten
Be=
ſuch der Uebungsſtunden zum Ausdruck kommt.
Nachdem zum Beginn des Jahres nach längerer Pauſe erſtmalig
wieder Abteilungswettkämpfe durchgeführt wurden, fand zum Abſchluß
des Winterſchwimmbetriebes am letzten Sonntag ein Spaziergang nach
Traiſa und am vergangenen Donnerstag abend das Abſchwimmen im
Hallenbad ſtatt. Obwohl in der Oeffentlichkeit nicht bekannt gemacht,
erfveuten ſich doch alle dieſe Veranſtaltungen einer äußerſt zahlreichen
Beteiligung und laſſen auch weiterhin Gutes erwarten. Als wichtigſte
Veranſtaltung ſteht der Abteilung in dieſem Jahre das
Kreisſchwimm=
feſt im Woog anläßlich des großen mittelrheiniſchen Kreisturnfeſtes
be=
vor, worauf das Hauptaugenmerk gerichtet ſein wird.
Zum Beginn des Sommerſchwimmens begibt ſich eine Anzahl
Tur=
nerſchwimmer und =ſchwimmerinnen der Schwimmabteilung der Tgde.
1846 morgen „Sonntag, nach Reichenbach i. O. zur Eröffnung eines
neuen Bades. Dort ſoll den Odenwälder Turnern die Kunſt des
Schwimmens gezeigt und auf den beſonderen Wert desſelben
aufmerk=
ſam gemacht werden. Abfahrt dorthin ab Hauptbahnhof vorm. 8.02
Uhr nach Bensheim. Auch das neue Bad in Neu=Iſenburg wird heute
ſeiner Beſtimmung unter Beteiligung von Turnerſchwimmern
über=
geben. Der Beginn des Abteilungs=Schwimmbetriebes im Woog, der
jeweils Montags und Donnerstags ſtattfindet, ſowie das Anſchwimmen
wird noch bekannt gegeben. Bemerkt wird noch, daß auch während des
Sommers im Hallenbad eine Uebungsſtunde für alle Aelteren, und zwar
Mittwochs abends beibehalten wird. Kommt ſchwimmen!
Tennis.
Tennisabteilung der T. G.D. 46 gegen die Tennisabteilung der
Sport=
gemeinde „Eintracht” Frankfurt a. M.
Am Sonntag, den 22. Mai, findet das erſte diesjährige Turnier der
Tennisabteilung der TG.D. 46 gegen die Sportgemeinde „Eintracht”
Frankfurt a. M. auf den Plätzen hinter dem großen Woog ſtatt. Es
handelt ſich hier um einen Klubkampf, der alljährlich ausgetragen wird.
Es kommen Damen= und Herren=Einzel=, Herren=Doppel= und Gemiſchte
Spiele, ſämtlich ohne Vorgabe, zum Austrag. Die recht intereſſanten
Kämpfe beginnen vormittags um 10 Uhr und werden bis in die ſpäten
Abendſtunden andauern. Die Frankfurter Mannſchaft war im
Vor=
fahre den Darmſtädtern ſehr überlegen; man iſt deshalb über den
dies=
jährigen Ausgang recht geſpaunt.
4 Deutſche Europameiſter im Boxen.
Die Endkämpfe um die Europa=Meiſterſchaft der
Amateur=
boxer, die am Freitag abend im Berliner Sportpalaſt in
ſpannen=
den, harten Kämpfen ausgetragen wurden, ergaben folgende
Meiſter:
Fliegengewicht: Bohmann (Schweden),
Bantamgewicht: Dalchow (Deutſchland),
Federgewicht: Dübbers (Deutſchland),
Leichtgewicht: Domgörgen (Deutſchland),
Weltergewicht: Caneva (Italien),
Mittelgewicht: Chriſtenſen (Norwegen),
Halbſchwergewicht: Müller (Deutſchland),
Schwergewicht: Ramm (Schweden).
Kraftſportverein Darmſtadt 1910-Kraftſportverein Neu=Ifenburg.
Dieſer Kampf im Mannſchaftsringen um den Aufſtieg zur Liga
findet heute abend in der Ludwigshalle ſtatt und dürfte ein
ringſport=
liches Ereignis erſten Ranges werden. Beide Mannſchaften, welche als
Favoriten des Aufſtiegs gelten, werden mit ihren beſten, gegenwärtim
zur Verfügung ſtehenden Leuten auf der Matte erſcheinem. Neu=
Iſen=
burg, welches am letzten Sonntag im Kampf gegem Rimbach, zu wels
chem es mit Erſatz antrat, eine unverhoffte Niederlage einſtecken mußte,
hat nichts mehr an Punkten zu verſchenken, wen es für den Aufſtien
noch in Frage kommen will. Darmſtadt hingegen, welches die Spitze
inne hat, wird beſtrebt ſein, den Punktevorſprung zu vergrößern und
die nicht ganz einwandfreie Niederlage im Vorkampf gegen Neu=
Iſen=
burg wett zu machen. Für die 1910er hängt viel von der richtigen
Auf=
ſtellung der Mannſchaft ab, um den Sieg zu erringen, und es wird
deshalb darüber auch noch das größte Stillſchweigen bewahrt. Soviel
kann nur verraten werden, daß es wohl im Federgewicht, wo Siegriſt=
Darmſtadt gegen Guckelsberger=Neu=Iſenburg, und im Leichtgewicht,
wo Keitel=Darmſtadt gegen Hirſchmann=Neu=Iſenburg ſteht, zu dem
härteſten Kämpfen kommen wird. Aber auch alle übrigen Kämpfe
wer=
den das höchſte Intereſſe erwecken, und Sieger aus dieſem Kampfe wird
wohl diejenige Mannſchaft werden, welche die ſtärkſtem Nerven hat.
Darmſtädter Keglerverband. — Sport= und Werbewoche.
Die Beteiligung am 19. Mai (ſechſter Tag) war wiederum ſtark.
Wie früher, war auch an dieſem Tage wieder der Andrang in der
Abendſtunde ſtark, während in den Nachmittagsſtunden die Nachfrage
nach Startkarten geringer war. Es empfiehlt ſich daher, dieſe Zeit
zum Kegeln zu wählen, um längeres Warten zu vermeiden. Das
Rie=
genkegeln war beſonders ausgedehnt, da neun Riegen zum Start
an=
traten. An Höchſtleiſtungen wurden auf den Prämienbahnen erzielt:
1. Ehrenbahn (10 Kugeln): Reinhart (12er) 56 Holz; Peteu
Harres (Keglerluſt) 56 Holz; Phil. Harres (Keglerluſt) 55 Holz.
2. Prämienbahn I (5 Kugeln): Peter Harres (Geglerluſt)
36 Holz; Ringler (Sportkegler) 35 Holz.
3. Prämienbahn II (4 Kugeln): Peter Harres (Keglerluſt)
B Holz: Dörr (Kranz) 27 Holz.
Damenbahn (3 Kugeln): Frl. Bangert (Goldene Kugel) und
Frau Wilbert (Roll. Glück) je 20 Holz.
Auf den Riegenbahnen erzielten: Abteilung I:
Keg=
lerluſt 484; Zwölfer 479; Konkordia 427. — Abteilung II: Klub
Eber=
ſtadt 462; Schreibn uff 453; Klub der Gaſtwirte, Niege T 449, Riege II
403; Fidelitas Groß=Zimmern 414; Klub „Klu” 403.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 21. Mai. 3.30: Stunde der Jugend. Liedervorträge
Frankfurter Schulen. Maientag=Abendfriede. o 4.30: Hausorch:
Vorſpiel z. „Die Meiſterſinger von Nürnberg”.
zug der Götter in Walhall” — Waldweben”. — „Wotans
Ab=
ſchied und Feuerzauber”, Mitw.: Arthur Holl (Baß), o 5.45: Frau
Dr. Keil: „Alte, Moden in Frankfurter Muſeen” 6.15:
Brief=
kaſten. O 6.45: Südweſtdeutſcher Radio=Club. O 7.15: C. Broßwitz:
Entwicklungsſtufen des Wirtſchaftslebens”, (Fortſetzung). o 7.45:
Dr. Stern: Die Englandreiſe des Bundes für Volksbildung”
D 8.15: Heiterer Abend. Mitw. u. a.: Engelbert Milde. Anſchl. bis
12.30: Tanzmuſik.
Samstag, 21. Mai. 1.10 (13.10): Konzert. 3 (15): s Gretle
von Strümpfelbach erzählt. o 4 (16): Konzert. Mitw.: Gerda
Hanſi, Käte Mann, H. Engſtler, H. Hanus, Funkorch. Schick: Seid
einig, Marſch. — Waldteufel: Hoch lebe der Tanz. — Weber:
Ouv. Freiſchütz. — Strauß: Traum durch die Dämmerung. Du
meines Herzens Krönelein. Wie ſollten wir geheim ſie halten. —
Lüling: Indiſche Suite. — Hildach: In meiner Heimat. Lehn deine
Wang an meine Wang. — Schumann: Dichterliebe. — Schlögel:
Streifzug durch Strauß’ſche Operetten. — Wolf: Drei Lieder aus
dem italieniſchen Liederbuch. — Reimann: Lindenlaub. Minnelied.
— Schick: Marathon=Marſch. O 6.15 (18.15): Aus Freiburg: Dr.
von Graevenitz: Goethe, der Wanderer und Reiſende. D 6.45
(18.45): Dr. Demcker: Erinnerungen an Oſtaſien. o 7.15 (19.15):
Prof. Birk: Die Bedeutung der landwirtſchaftlichen Produkte für
unſere Volksernährung. O 8.15 (20.15): Kammermuſik. „Beethoven”
Mitw.: A. Indig (Violine), Frau Indig (Violine), K. Heß
(Bratſche) Fr. Kirchberger (Cello). Sonate Nr. 7. Streichquartett
op. 18 Nr. 6. — Anſchl.: Funkbrettl. Mitw.: Hilde Binder, Käte
Mann, Thea Struve, Th. Brandt, H. Hanus, E. Stockinger,
C. Struve, Funkorch. Roſey: The Scorcher, Marſch. — Fall: Liebe
Katharina, komm zu mir nach China. — Dalketer Bua, heiteres
Dialektlied. — Gilbert: Männer, was ſeid ihr komiſch. — Nelſon:
Leih mir mal dein Taſchentuch. — Valſe erotique. — „Sie hat
nichts anzuziehen”. Schwank in einem Akt von A. Laufs. Perſ.:
Bernhardt Cruſius: Th. Brandt; Alwine, ſeine Gattin: Käte Mann;
Elly, Tochter: Thea Struve; Paul Wegmann, Geſchäftsführer bei
Cruſius: K. Struve; Täſar Schmetting, Inh. eines
Kolonialwaren=
geſchäfts: E. Stockinger. — Wieniawsky: Legende (Violin=Solo).
— Doelle: Ein kleines Schäferſtündchen. — Lehar: Wolga=Lied
aus Zarewitſch. — L. Aſcher: Heut hab ich mit dem Glück ein;
Rendez=vous u. a. m. 6 10.30 (22.30): Letzte Nachrichten. —
Anſchl. aus Frankfurt: Tanzmuſik.
Berkin.
Sonnabend, 21. Mai. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
16 (4): Dr. Runze: Volkslied und Ballade. e 16.30 (4.30):
Kapelle Gerhard Hoffmann. o 18.30 (6.30); San.=Rat Frank:
Mediz.=hyg. Plauderei. 0 19.05 (7.05): Spaniſch. o 19.30 (7.30):
Dr. Laeuen: Die Ukraine in ihrer europäiſchen Bedeutung. O 19.55
(7.55): Dr. Luther: Schlaf, Traum und Tod vom Standpunkt der
Pſychologie (Der menſchliche Schlaf). o 20.30 (8.30): Luſtiges
Wochenende. Lincke: Rund iſt die Welt (Kapelle Steiner). —
Mario: Santa Lucia. — Straßmann: Wem die Erde gleich dem
Mars zwei Monde. — Gühmann: Rheinlied (Hans Schwarz, Tenor).
— Strauß: An der ſchönen blauen Donau. — Claire Waldoff ſingt:
Kollo: Nach meine Beene iſt ja ganz Berlin verrückt. — Roeſer:
In Tegel, Tegel gibt’s lockere Vögel. — Mendelsſohn: Warum
ſoll er nicht mit ihr, u. a. m. Am Flügel: Ben Geyſel. O 22.30
(10.30): Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 21. Mai. 2.50: G. v. Eyſeren,
C. M. Alfieri: Franzöſiſch f. Anfänger. 3.15: Poſtrat Behrendt,
Frl. Moelke: Eſperanto. O 3.40: Wetter= und Börſenberichte.
O. Dr. Müller: Die Behandlung mundartlicher Dichtungen im
Unterricht. S 4.30: Prof. Dr. Lampe: Rundfunkpädagogik. O 5:
Dr. Kaſſan: Vom Weſen des Führertums in der
Gewerkſchafts=
bewegung unter beſ. Berückſichtigung der Beamtenbewegung. O 5.30:
Architekt Schliebener: Die Wohnung des Arbeiters. 6: Stud.=Rat
Thiel: Techn. Lehrgang für Facharbeiter. Rechneriſche u.
mathemati=
ſche Grundlagen. O 6.0: Dr. Hartkopf: „Trigennus=Neuralgie
(wiſſenſchaftl. Vortrag für Zahnärzte). o 6.55: Prof. Dr. Sachs:
Kulturbilder aus der Geſchichte der Muſik. Muſik als zünftiges
Handwerk. Muſik als freie Kunſt.
Sgupiſchriftleltung: Rudolf Mauve
Derantwortlich für Politik ua1 Wiriſcheft: Rudolf Mauve; für Feuiſſeton, Reich und
Ausland und Seiſtiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Qnetſch; für den Schlußdieuſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratentell: Willy Kuhle; Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen-
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 140
Samstag, den 24. Mai
A
Die am „Schwarzen Freitag” über der Börſe aufgezogenen
Ge=
witterwolken haben ſich inzwiſchen wieder verflüchtigt. Zurückgeblieben
iſt nur noch ein ſanfter Nebel und bei vielen Spekulanten ein
Bar=
verluſt. Etwaige Schwierigkeiten wurden unter der Hand durch Toleranz
und Entgegenkommen der Geldgeber wenigſtens hinausgeſchoben, wenn
nicht bereits geregelt, die Inſolvenzgerüchte ſind mehr und mehr
ver=
ſtummt, die Abgaben der Bankenkundſchaft blieben in der Hauptſache
aus, von neuen ſchwarzen Tagen blieb der Markt nach dem
Zuſammen=
bruch am ominöſen „13.‟ Freitag verſchont. Man kann dieſe Tatſache ohne
weiteres als ein Zeichen dafür verbucen, daß die innere techniſche
Ver=
faſſung der Börſe doch nicht ſo ungeſund war, wie man nach den
Aeußerungen und Warnungen maßgebender Stellen annehmen mußte.
Unbeſchadet dieſer Feſtſtellung mag aber angeſichts der inzwiſchen wieder
eingetretenen Kursſteigerungen auf die Ausführungen des
Wirtſchafts=
berichtes der Deutſchen Bank verwieſen ſein, in denen feſtgeſtellt wird,
daß eine geſunde, feſte Grundlage erſt dann wieder gefunden ſein kann,
wenn ein erheblicher Teil der ſpekulativen Engagements in feſte
Anlage=
hand überführt iſt. Außerdem muß ſich das Kursniveau der
gegen=
wärtigen Verzinſung der Aktien anpaſſen und nach den von der
Wirt=
ſchaft erzielten, zur Verzinſung der Kapitalien verwandten Ueberſchüſſen
richten, nicht aber erneut infolge rein ſpekulativer Intereſſen übermäßig
aufgebläht werden. Die Gefahr, daß man die Korrektur der
Aktien=
kurſe, hauptſächlich der Terminkurſe, als willkommenen Anlaß zu einer
neuen aktiven Hauſſetätigkeit anſieht, iſt nach dem feſten Verlauf der
letzten Börſe anſcheinend wieder eingetreten. Die Verluſte vom 13. Mai
ſind jedenfalls teilweiſe bereits eingeholt. Man ſollte bedenken, daß
die Kürzung der Neportgelder erſt am Ultimo praktiſch in Kraft tritt,
am Mediotermin des Juni fortgeſetzt wird und damit vorausſichtlich
noch nicht zur Beendigung gelangt iſt Wenn die Aufwärtsbewegung
weiter geht, wie an den vergangenen Tagen, dann kann die Börſe von
der Kürzung der Reportkredite nochmals unangenehm betroffen werden.
Aus dieſer Ueberlegung erſcheint eine vorſichtige Einſtellung gegenüber
den ſchnellen Kurserholungen angebracht. An der Börſe ſchenkt man
dem Auftrieb gleichfalls nicht viel Glauben und ſieht ängſtlich darauf,
kleine Gewinne raſch zu realiſieren. Die feſte Haltung des Kaſſamarktes
unter Einſchluß der für die Terminaktien feſtgeſtellten Kaſſakurſe iſt,
was andererſeits als ein nicht ungünſtiges Zeichen anzuſehen iſt, die
Folge von zahlreichen Kleinaufträgen, die ſich aus der Provinz
an=
ſammeln. Außerdem ſoll das Ausland beträchtliche Kaufaufträge für
einige Spezialpapiere erteilt haben, was auf die Geſamttendenz einen
entſprechenden Einfluß ausübte.
Am Geldmarkt ſind die geforderten Sätze für Tagesgeld mit 5½
bis 7 Prozent und für Monatsgeld mit 7 bis 8½ Prozent
verhältnis=
mäßig hoch. Am Privatdiskontmarkt kam während der vergangenen
Tage wieder erhebliches Material heraus. Vorübergehend war hierdurch
die Möglichkeit eines Anziehens der Sätze auf 5 Prozent gegeben.
Einen wirklichen Maßſtab für die Geldmarktlage gibt aber die
Ent=
wicklung des Privatdiskonts im Augenblick nicht, da dieſer Markt
zur=
zeit abſolut von der Reichsbank beherrſcht wird und dieſe eine
Herauf=
ſetzung bzw. Ermäßigung der Privatdiskontſätze ganz in ihrer Hand
hat. Intereſſant iſt die Erſcheinung, daß Tagesgeld gegenwärtig trotz
des hohen Satzes im Ueberfluß vorhanden und nicht reſtlos
unter=
zubringen iſt. Vielleicht iſt das ein Zeichen dafür, daß die Nachſchüiſſe
ſeitens der Kundſchaft in recht befriedigender Weiſe eingingen. Der
Reichsbankausweis vom 14. Mai enttäuſcht in mancher Hinſicht,
ins=
beſondere durch die Verringerung der deckungsfähigen Deviſen um
20,8 Mill. RM. und die Abgabe von Goldbeſtänden in England und
New York zur Hereinnahme neuer Deviſen. Außer dieſem
Deviſen=
abgang ſollen auch noch dem Wechſelkonto Deviſenbeträge entnommen
ſein, die nicht in Erſcheinung treten, weil das Inſtitut ſeinen
Wechſel=
beſtand gleichzeitig wieder durch inländiſche Einreichungen vergrößerte.
Am Deviſenmarkt beſtehen demnach noch immer ſehr unklare
Verhält=
niſſe. Insbeſondere iſt beachtenswert, daß die Reichsbank zum erſten
Mal die Vorſichtsmaßnahme des Eintauſches von Gold gegen Deviſen
getroffen hat. Die Forderung nach Benutzung des Mittels der
Diskont=
politik zur Verhinderung eines weiteren Zuſammenſchrumpfens der
Deviſenvorräte und zur Wiederauffüillung des ſrüheren Beſtandes
ge=
winnt nach dieſen Vorgängen jedenfalls an Berechtigung. Man ſollte an
den verantwortlichen Stellen die Vor= und Nachteile (evtl.
Beeinträchti=
gung des Konjunkturaufſtieges) ſehr genau abwägen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. Mai.
Nach der geſtrigen ſtarken Abſchwächung eröffnete die Börſe heute
etwas beruhigter, doch bewegte ſich die Geſchäftstätigkeit in ſehr engen
Grenzen. Der geſtrige Nückſchlag hat erneut gezeigt, daß die Lage noch
ſehr unſicher iſt. Das Ausbleiben weiterer ungünſtiger Nachrichten, die
ma heute nach dem geſtrigen Kursſturz, über deſſen wahren Grund
wan noch völlig im Dunkel tappt, erwartet hatte, bewirkte jedoch
an=
fangs eine feſtere Grundſtimmung, die ſich auch gelegentlich in
mehr=
prozentigen Kursſteigerungen zum Ausdruck brachte. Beſonders einige
Elektrowerte wie A.E.G., Siemens u. Halske und Schuckert waren
2—3 Prozent feſter, wobei auch die Fuſionen im Schuckertkonzern eine
Rolle geſpielt haben. Ferner gewannen Deutſche Erdöl 4 Prozent,
Zellſtoff Waldhof 3 Prozent, Rheinſtahl 2 Prozent und Gelſenkirchen
3½ Prozent zurück. Schwächer um je 3 Prozent waren die
Schiffahrts=
aktien. J.G. Farben verkehrten in recht luſtloſer Haltung und die
Ban=
ken konnten ſich nur knapp behaupten. Auf den anderen Gebieten waren
die Kursveränderungen ganz minimal. Deutſche und ausländiſche
Ren=
ten blieben gut behauptet.
Später ſchlug die Tendenz wieder entſchieden um, ob auf neue
Blancoabgaben der Baiſſeſpekulation oder auf Glattſtellungen, die noch
im Zuſammenhang ſtehen mit den Abwicklungen anläßlich des Zahl=
tages, konnte einwandfrei nicht feſtgeſtellt werden. Die Anſichten ſind
darüber ſehr verſchieden. Die anfänglich erzielten Kursbeſſerungen
gingen wieder vollkommen verloren und darüber hinaus gab es neue
Kursverluſte. Beſonders J.G. Farben waren ſtark angeboten und
no=
tierten gegen 1 Uhr 296. Tägliches Geld 4½ Prozent.
Die Abendbörſe verkehrte in recht luſtloſer Haltung. Es
konnte ſich kaum eine Geſchäftstätigkeit entwickeln, weil die Börſe
wie=
der vollkommen auf ſich angewieſen war. Die Ereigniſſe der letzten
Tage haben jede Unternehmungsluſt erſtickt, und infolge der
Kreditein=
ſchränkungsmaßnahmen ſieht man vorläufig keine Möglichkeit für eine
neue Entwicklung der Umſatztätigkeit. Die Kurſe wurden durch die
kleinſten Zufallsorders ſtark beeinflußt. So wurden Zellſtoff Waldhof
anfangs durch kleine Orders von 309 bis 313 getrieben, um dann wieder
auf den alten Kurs zurückzufinken. Im allgemeinen waren die Kurſe
gegen die letzten Nachbörſennotierungen faſt unverändert, wann doch,
ſo aber durchweg nach unten. Nachbörslich verſtärkte ſich wieder die
Abgabeneigung.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 20. Mai.
Als Grund für die Erholung des Kursnieaus im heutigen
Vor=
mittagsverkehr hatte man die offizielle Erklärung der Liquidationskaſſe
angegeben, daß, entgegen anderen Gerüchten, alle Differenzen der
Bör=
ſenengagements per Medio Mai in bar gezahlt worden ſind. Die feſteren
Kurſe konnten, ſich aber nicht bis zum offiziellen Börſenbeginn
be=
haupten, auf angebliche Abgaben von Großbankſeite ſetzten die erſten
Notierungen teilweiſe noch unter den niedrigſten Kurſen von geſtern
abend ein, wobei Verluſte bis fünf Prozent per Durchſchnitt, darüber
yinaus bis zehn Prozent, keine Seltenheit ſind. Sehr ſchwach lagen
Bemberg, die 31½ Prozent ſchwächer einſetzten, im Verlaufe allerdings
einen Teil ihres Verluſtes zurückholen konnten. Sonſt ſind noch als
weſentlich ſchwächer Spritwerke, Rhein. Braunkohlen, Riebeck, Zellſtoff,
Steinberger Zink, Maximilianshütte, Schuckert und Adlerwerke zu
er=
wähnen. Im Verlaufe blieb die Tendenz ſchwankend, die
Kursentwick=
lung war uneinheitlich. Bis zu den Kaſſakurſen konnte ſich das
Anfangs=
nivegu einigermaßen behaupten, dann wurde es jedoch einheitlich
ſchwächer. Man verwies auf die ſtärkere Paſſivität der Handelsbilanz
und den der Börſe im Auszug bekannten Monatsbericht der Diskonto=
Geſellſchaft, die u. a. der Anſicht iſt, daß der Abbau der Engagements
erſt noch bevorſtehe. Anleihen gaben im Verlaufe eher nach, auch
aus=
ländiſche Renten tendierten gegen geſtern eher ſchwächer. Pfandbriefe
uneinheitlich, Landſchaftliche Gold ¼ bis ½ Prozent höher. Am
Devi=
ſenmarkt iſt nur die weiter ſchwache Haltung des Yen zu erwähnen,
die Nachfrage hat unbedeutend zugenommen. Der Geldmark: zeigt ein
wenig verändertes Bild. Tagesgeld eher leichter, 4½ bis 6½ Prozent;
Monatsgeld unverändert geſucht mit 7 bis 8½ Prozent. Gegen 1½ Uhr
liegen die Kurſe der führenden Werte etwa 5 Prozent unter Anfang.
An der Nachbörſe fanden einige Deckungskäufe ſtatt, die teilweiſe
kleine Befeſtigungen zur Folge hatten. Harpener konnten leicht auf 211
und Rheinſtahl auf 214 Prozent anziehen. Dagegen überwog eine
un=
ſichere und nervöſe Stimmung. Die meiſten Termimwerte gingen im
Spätverkehr zu den niedrigſten Tageskurſen um. Bemberg=Aktien gaben
an der Nachbövſe um 10 Prozent auf 510 und Ver. Glanzſtoff= um
5 Proz. auf 605 Prozent nach. Man hörte bei ſehr ruhigen Umſätzen
nachbörslich: J.=G. Farbeninduſtrie mit 298,5, Rhein. Braunkohlen mit
268, Schubert u. Salzer mit 345, Ludwig Löwe nach einem rund Wproz.
Tagesverluſt mit B1, Zellſtoff Waldhof 315, Schultheiß 431, Oſtwerke
410, Danatbank 235,5, Deutſche Bank 171,5, Gelſenkirchen 174,5, Siemens
B1,5, AGG 190, Nordd. Lloyd gehalten 142,5, Hapag 138,
Ablöſungs=
anleihe 18.70.
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin.
Berlin el. W..
Berlin. KarlsruheIn
Braunkohl.=Briketts
Bremer Vulkan. .
Bremer Wolle..
Deutſch.=Atlant. 2
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte
Dynamit Nobel..
Elektr. Lieferung.
F. G. Farben
R. Friſter.
Gaggenau Vorz
Eelſenk. Gußſtahl
G. f. elektr. Untern
Halle Maſchinen ..
Han. Maſch. Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf..
Amſterdam =R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Sslo ......"
Kopenhagen.
Stockholm.
Helſingfors.
Italien ...
London..
New=York. .
Paris
Schweiz.
Spanien.
230.—
54.5
90.125
131.875
206.—
220.—
127.5
113.—
13.—
80.—
152.—
191.5
312.25
111.—
74.5
249.75
205.— 1205.-
136. —
223.—
19 5. / 20. 5.
215.5
154.5 153.25
125.—
1200.75
155. — 153.— Lingel Schuh. . .
106.875
12.62*
172.5 164.75
79.—
156.5 152.—
147.— 132.—
145.—
183.—
298.—
109.—
74.—
23775
133.—
219.5
Hemoor=Zement ...."
Hirſch Kupfer ..
51.5 Höſch Eiſen ...
90.— Hohenlohe Werke
Kahla Porzellan",
Lindes Eismaſch.
217.— Linke u. Hofmann.
124.— (L. Loewe u. Co..
C. Lorenz.. . .
Niederlauſitzer Kohle
Nordd. Gummi..
Orenſtein. . . . . . . ..
Rathgeber Waggon".
Rombacher Hütten ..
Roſitzer Zucker. ... ..
Rütgerswerke .. . .
Sachſenwerk .. . . . . ."
Sächſ. Gußſtahl. . . . .
Siemens Glas...
Ver. Lauſitzer Glas..
Volkſtedter Porzell.. .
Weſtf. C. Langendreer
Wittener Gußſtahl. . .
Wanderer=Werke. . . .
19. 5.
256. —
124.5
202.75
26.87
123.25!
170.5
96.875
83.75
309.75
136.75
98.—
144.—
109.5
105.—
125.875
128.5
179.—
158.—
G8.—
55.5
65.—
294.5
20. 5.
152.—
116.—
195.—
24.625
128.—
168 —
96.—
79.5
296.—
132.—
194.—
135 5
106.5
100.—
120.75
126.75
—
179.—
155.—
65.—
58.—
66.—
af
Oeviſenmarkt.
19. 5. 20. 5. celb Brief Geld Brief 168.74 169.08 168.75 169.0c 1.783 1.787 1.780 1.784 58.55! 58.67 8.56! 58. 681 1o8.77 108.99 108.9c 109.2 i12.47 112.69 112 50 12.72 1r12.77 112.991 112.77 112.99 1o.81 10.633 0.611 10.63 122.94 22.98 23.07 23.1 20.467 20.507 20.47 51 4.216 4.224 4.216 4. 224 16.505 6.545 16 505 6.545 181.075 1.235 1.09 1.25 73.83 73.9 73.83 73.9 Wien D.=Oſt.abg
Prag. . .. . . .."
Budapeſt, Peng
Japan .. . ...."
Nio de Janeiro
Sofia ......
Jugoſlavien ..
Konſtantinopel
Lifſabon ..
Danzig ...
Athen ....
Kanada ...
Uruguah ..
Außenhandel im April.
Bild. — Faſi 300 Millionen
Der deutſche Außenhandel zeigt im Monat April 1927 im reinen
Warenverkehr einen Einfuhrüberſchuß von 299 Millionen Reichsmark,
gegen 244 Millionen Reichsmark im Vormonat. Die Einfuhr im
reinen Warenverkehr zeigt im April gegenüber dem Vormonat eine
uwweſentliche Zunahme, nämlich um 11 Millionen Reichsmark. Die
Ein=
fuhr an Lebensmitteln iſt um 25 Millionen Reichsmark, die Einfuhr an
Fertigwaren um 19 Millionen Reichsmark geſtiegen. Die Einfuhr an
Rohſtoffen und Halbfertigwaren weiſt dagegen eine Abnahme von
33 Millionen auf. Bei der Warenausfuhr iſt gegenüber dem
Vormonat eine Zunahme von 44 Millionen feſtzuſtellen, an der
ſämt=
liche Gruppen teilhaben. Beträchtlich iſt die Ausfuhr an
Rohmaterial=
ſtoffen und Halbfertigwaren zurückgegangen (um 38 Mill.), während
die Ausfuhr an Fertigwaren eine unbedeutende Abſchwächung — um
drei Millionen — aufweiſt.
* Die Außenhandelsbilanz Deutſchlands für den Monat Wpril gibt
wieder ein recht troſtloſes Bild. Wir ſtehen vor der Tatſache, daß der
Einfuhrüberſchuß ſich gegenüber dem März um 55 Millionen auf faſt
300 Millionen erhöht hat, ſo daß ſeit Januar die Einfuhr die Ausfuhr
bereits um über 1 Milliarde Mark überſchritt. Auf der einen Seite iſt
die Einfuhr von Lebensmitteln geſtiegen, auf der anderen Seite die
Ausfuhr von Rohſtoffen, alſo in erſter Linie Kohlen, und
Halbfertig=
fabrikaten erheblich zurückgegangen, während die Ausfuhr von
Fertig=
fabrikaten nur eine unweſentliche Abſchwächung zeigt. Das
Geſamt=
ergebnis iſt jedenfalls, daß wir uns von einem Ausgleich zwiſchen Ein=
und Ausfuhr immer weiter entfernen. Bei einer einfachen
Multipli=
kation dürften wir wieder auf einen Geſamteinfuhrüberſchuß von mehr
als drei Milliarden kommen. Selbſt wenn man berückſichtigt, daß die
erſten Monate ein beſonders ungünſtiges Bild abgeben, ſo iſt doch das
eine ſicher, daß wir in dieſem Jahre in unſerer Handelsbilanz
ein gewaltiges Defizit zu verzeichnen haben. Gewiß war auch
unſere Handelsbilanz im Frieden paſſiv. Damals aber hatten wir eine
unſichtbare Einnahme aus der Verzinſung der im Ausland liegenden
Kapitalien und aus dem Reedereigeſchäft. Die Kapitalien im Ausland
hat man uns faſt reſtlos genommen. Das Frachtengeſchäft macht ſich
zwar wieder bezahlt, aber doch nicht in dem Umfang, der zum Ausgleich
ger Beträge notwendig wäre. Wir bleiben alſo für abſehbare Zeit
darauf angewieſen, ſelbſt wenn wir in der Einfuhr alles Ueberflüſſige
vermeiden, uns durch ausländiſche Kredite zu finanzieren und unſere
eigene Erzeugung von Lebensmitteln tunlichſt zu vermehren. Die
Beſſe=
rung der Wirtſchaftslage ſpiegelt ſich jedenfalls in dieſen Zahlen nicht
wieder. Im Gegenteil, ſie illuſtrieren deutlich, wie weit wir von einen
Geſundung noch entfernt ſind und kündigen das Geſpenſt einer
Kriſe an, falls die Entente wirklich darauf beſtehen ſollte, aus dieſer
auf Einfuhr angewieſenen Wirtſchaft noch jährlich 2½ Milliarden her=
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Süddeutſche Eifenbahngeſellſchaft Darmſtadt. Wie bereits bekannt,
kommt bei der G=ſellſchaft auf das A.K. von 20,8 Mill. RM. eine
Divi=
dende von 10 (10½) Prozent zur Ausſchüttung. Nach 3,21 (3,25) Mill,
Reichsmark Nücklagen in die jetzt 8,01 (5,31) Mill. RM. betragende
Er=
neuerungsrücklage und nach 0,69 (0,48) Mill. RM. vertragsmäßigen
Abgaben beträgt bei einem Betriebsüberſchuß von 5,19 (5,34) Mill.
Reichsmark, Zinſen von 0,57 (0,55) Mill. RM. und
Beteiligungsein=
nahmen von 0,20 (C.19) Mill. RM. der Reingewinn 2,11 (2,38) Mill.
Reichsmark. Im Bericht wird ausgeführt, daß erſt im vierten Quartal
der Verkehrsrückgang nachgelaſſen habe und erſt dieſes eine Steigerung
gegenüber dem Vorjahre gebracht habe. Ferner ſeien in Eſſen zwei
Straßenbahnlinien von der Stadt an die Geſellſchaft verkauft worden.
In der Bilanz werden bei 37,26 (34,52) Mill. RM. Aktiven die Anlagen
auf 25,93 (23,44) und Immobilien auf 1,89 (0,80) höher ausgewieſen,
während Neubauten mit 0,13 (0,58) und Kraftwagen mit 0,36 (0,44) zu
Buch ſtehen. Ferner erſcheinen Wertpapiere und Beteiligungen mit
3,14 (4,22), Vorräte mit 1,30 (1,15), Debitoven mit 2,41 (2,71), Kaſſé
und Bank mit 2,10 (1,49). Andererſeits Kreditoren mit 4,13 (3,76),
G.V.: 25. Mai.
Schriftgießerei D. Stempel A. G., Frankfurt a. M. Die v. G.V.,
in der 13 Aktionäre 12 425 RM. Vorzugsaktien mit 13 125 Stimmen
und 1,988 Mill. RM. Stammaktien mit 16 564 Stimmen vertraten,
genehmigte den Jahresabſchluß mit 8 Prozent Dividende auf die
Stammaktien. Das turnusgemäß ausſcheidende Aufſichtsratsmitglied Dr.
Karl Klingſpor=Offenbach a. M. wurde wiedergewählt. Neu m den
Aufſichtsrat gewählt wurde Dr. Karl Deſſecker=Berlin.
Südweſtdeutſche Luftverkehrs=A. G., Frankfurt a. M. In der G.V.
wurde die Bilanz für das Geſchäftsjahr 1925 vorgelegt, die ohne
Ge=
winn und Verluſt abſchließt, da die Stadt Frankfurt a. M. die Deckung
des ſich ergebenden Verluſtes übernimmt. Neu in den Aufſichtsrat
ge=
wählt wurden Provinzialdirektor Graef=Gießen, Direktor Erhard Milch=
Berlin, Direktor R. Heinemann=Berlin, Miniſterialrat Kaelin=Stuttgart
und Landeshauptman Lutſch.
Wayß u. Freytag A.=G., Frankfurt a. M. Die G.=V. genehmigte
den Abſchluß zum 31. Januar 1927 mit wieder 10 Prozent Dividende
und wählte neu in den Aufſichtsrat Dr. Ing. Alfred Peterſen von der
Metallbank Frankfurt a. M. Auf Anfrage erklärt die Verwaltung, daß
ſie an der bekannten amerikaniſchen Finanzierungsbaugeſellſchaft im
Berlin durch Bauausführungen noch nicht beteiligt ſei. Auf eine
An=
frage über die Geſchäftslage wurde betont, daß beſonders jetzt die
Kon=
kurrenz ſehr ſcharf ſei, man müſſe immerhin mit 50—70, teilweiſe neuen
)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Tei
II. Teilſe
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
Coſungsſcheine .. .
6‟.% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30
7% Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟/.% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29 ..."
6‟/,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29 .
6‟,% Pr. St.=Sch.
v. 1. 10. 30 ...
70 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29
7% Süchſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 30
6½% Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 8. 29
315.5
3171.
18.75
99
97.25
)Ausländ iſche
50 Bos. E.B. 1914/ 43.5
5%. L.Inv. 1914/ 43.5
4½% „ 1898 ...
½½ „1902 ..
4%
6 % Bulg. Taba 1021 28
1.% Oſ. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½½ Oſt. Schatz. 14
4½½% Oſt. Silberr.
4½ „ Goldr.
4½ „einh. R. (kon)
3.4
25.5
Pi.
1.75
3% Port. (Spz.) IIII
42 Rum.am. R.03. 9.:
4½% Gold. 12 ../ 21
4% „ am.koi. ..
z am. 05...1 7.7
4BTürk. (Adm.103/
% „ (Bagd.) T 23‟1,
4% „ (Bagb.)II
4% Türk. unif. 1903/ 23.25
4½ „ 1911 Zoll./ 15.45
4½% Ung. St. 1913/ 23.75
4½% St. 1914
40 „ Goldr.. . 27.9
4% „ St. 10 ..
4½ Kronr. ..
3% „ Eiſ.Tor...
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. in. abg/ 22.5
5% „ äuß. 99 ..
42 Gold04ſtf.,/ 28.25
30 „ konſ. inn. . ./ 13
4½½ „ Irrigat.,/ 35.55
5% Tamaulipas I
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=B1. G.
„1104
W Berl. St.=Gold/ 96.25
Darmſt. St.=G./100
80 D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf. /1031/,
8% Frl.=Ghp.=B.,
Goldpfdbr. . . . . 1104
% Frkf. H.=B. Glb. /101.5
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. . . . . . 102
7%Pfbr. Bk.-Gld./102
5% Frki. Pfdbr.=Bk.
Goldpfdbr.
88
8% H. 2bs.-Bk. Gld. /102.25
101.5
10% R. Geftr. Mark
(Hagen) Goldobl. /103
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe 1 (101.5
„ Reihe II/101.5
M.=Krft. Höchſt —
22
7 Mannh. St.=G.)
80 Naſſ. Ldb. Gold
8% Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr.
18% Pforzh. St.=G./100.25
80 Pr. Fentr.=Bd.=
Cr.-Bk. Gldpfbr.
82 Pr. Gentr.=Goldpfbr. /105
7‟
8% Rh. Hhp.=Ban!
Gold=Pfdbr. . . .1100
RBRh. St.=W.25/164
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk., Goldpf.
8‟
8% Sübb. B. Cr.=B.
Goldpfdbr. . . . . . /102.75
70 V. Stahlw.
Däſ=
ſelborföyp.=Gld.=).
obl. mit Option/108.75
7 % V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. ohne Option
3½ Voigt &Häffner
Goldobl.. . . . . ..
8% Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr..
2
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23/
6% beſ.Brk.=Rg.23
5%Roggen .. 23
50 Pr. Kaliw. ..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B.6)
Borkrieg3=oyp.=3.
Bfandbriefe
Bahr. Bereinsb..
Bayr. Handelsb...!
99.5
02
103
98
12.8
8.9
2. 25
Bahr. Hhp.u. Wech
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. . ...
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp.=u Wb.
Meining. Hyp.Bk
Nordd. Gr.=Er Br.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr.=B
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B...
Rh. Wftf.=B.=Cr..=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk...
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. . . .
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=E
42
abg.
5% O. Sb. /Lb. )ſtfr.
2,60 Alte .
2.6% Neue „
50 Oſt.=Ung. 79/74
4¾Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. „ 1.b.8.E.
3½Oſt. .. 9. E. ..
3%Oſt. „ 1885 ..
3½Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
3%6
91
89
97
49 Rud. Silber ..
4 Rud. Salzkg.)
4½% Anat., S.I
4½% Anat. S. II
4½½ Anat. S. III
3% Salon. Monaſt
5% Tehuantepee. .
4X2 „.
16.35
16.7
12.9
13.9
14.25
13.15
15.1
16.4
11.1
9
14.5
14.5
21:/.
29.5
25.5
23.5
10.6
23.5
22
25.5
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. .
Bad. Bk. ....
Bk. f. Brauind. .
Barmer Bankv.
Bay. Hyp.=Wchſ...
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank ...
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk..
Frkf. Pfdbr.=Bk. .
Gotha. Grundkr. Bk
Lux. Intern. Banl
Metallbank. . . . . . .
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk....
Pr. Bd.=Creditban
Hhp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbk. ..
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.= Creditbk.
Südd. Disc.=Geſ..
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Gergwerks=Akt.
Bochum. Bergb. . .
Buderus. . . . . . . ..
Dt. Luremburg . ..
Eſchw. Bergw.. . .
Gelſenkirch. Bgw. 1175
Harp. Bergb.. . . . . 209.5
Ilſe Bergb. St. . . 1278
„ Genußſchein
Kali=Aſchersleb. 1192
Kali. Salzdetfurt. 1248
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke .. 181
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ... . . . 1138.5
153.5
155
231
155
191
190
239
172.n5
160
152.5
111
168
175
147
187.75
170
204
10.25
153.5
220
150
137
137
198
152
9.6
7.15
127.5
144
193
199
Oberbedarf ....../110.5
Otavi=Min.=Ant. . . / 37
Phönix=Bergb. . . . 1131.9
Rhein.Braunk. . . .
Rhein. Stahlw.. . . 1212
A. Riebeck Montan/165
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr... —
Tellus Bgb.. . . . . . 120.5
Ver. Laurahütte . . 83.5
Ver. Stahlwerke . . 144.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)/275
Henninger.
216
Hereules Heſſiſche. 166
Löwenbr.=München/360
Mainz. Aktienbr. 1260
Schöfferhof(Bind, )/370
Schwarz Storchen= 287.25
Tucher, Nürnberg
Werger .... . . . . . 191.5
Akrum. Berlin. . 1171.5
Adler & Oppenh.. . 1140
Adlerw. (v. Kleher)/141
6%A. E. G. Vzg. A. . / 90
5%A. E. G. Vzg.B.. 83
A. E. G. Stamm . . . 190.5
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw./ 23
52
Bamag=Meguin”.
Baſt Nürnberg .. . 243
70
Bahr. Spiegel
89.7
Beck & Henkel.
Bergmann El. . . . . 200
Bing. Metall. . .
Brem.=Beſigh=Ol. 72
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement=Heidelb. . . 173
Cement Karlſtad / 1200
Cement. Lothr. .
Chem. Albert. . . . . 167
Chem. Brockh. .. .! 98
Chem. Miſch .....! —
Daimler=Benz A. 6.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl".
D. 6 u. Silb. Scheid
Dingler. Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkopp ... . .."
Dürr. Rattingen ..
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl. . .
El. Licht= u. Kraft
Gl. Lieferung ..."
Elſ. Bad. Wolle.
Email. Ulrich ..
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch. ..
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift.."
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens.
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof .."
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling E Cie..
Germania Linol..
Gelſenk. Gußſt. . .
Goldſchmidt. Th.
Gotha Waggon".
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger
4 Ifenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen .."
Hanſa=Lloyd, Br..
Hartm. & Braun..
Heyligenſtaedt..
Hilpert Armatur.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tief Eſſen ..
Holzmann . ."
Holzverk. Ind.!
Hydrom. Breslau".
3nag .........
117
139
131.5
199.5
138
140
Junghans St..-,1119
Kammg. Kaiſersl. . 1210.25
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R..
179
Klein Sch. & Becker/136.5
Knorr, Heilbronn .1205
Konſerv. Braun
Krw. At= Württbg. /120
Krauß Lokom.
81.5
Lahmeyer ..
182
Lech. Augsburg . . . 133.5
Lederw. Rothe ...! 40
Spicharz.
Linge Schuhw..
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm. /
Lüdenſcheid Metall/113
Lux. Induſtrie
Mainkraft Höchſt /133
Mars=W. Nürnberg/142.5
Metallgeſ. Frkf. .1197
Miag. Mühlenb. . . /150
Moenus, Stamm ./ 84.5
Motorenf. Deutz".
Motorenf. Tberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrz.
Neckarw. Eßlingen 1151.9
Beters Union
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps. .. .
69
Porzellan Weſſel / 56
Rein. Gebb. & Schal/141
Rhein. Elektr.
176
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke .. . /119
Schneid. & Hanau. 7
Schnellpr. Frank. /115
Schramm Lackf. . /104
Schrift. Stemp.. 1148
Schuckert, Elektr .1195
Schuhf. Weſſel ...! 82.7
78
Schuhf Herz.
Schultz. Grünlack -/ 3‟
Seilind. Wolff l 87.5
Siemens Glas
Siemens & Halste l281
Südd. Immob. ..
Südd.Zucker=A.=G.
Thür. elektr. Lief. 11
Uhren Furtwäng:.
Unterfr. Kr.=El.=V./
Beithwerke
Ver. ſ. Chem.Ind.,
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßſ. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg ..!!
Ultramarin .. . . . .!.
ZellſtoffBerl. ..
Vogtl. Maſch. ...
Voigt & Haeffner .1154.75
Volthom. Eei ...! 80
Wayß, & Freytag".
Wegelin Rußfbr. 1146
Zellſt. Aſchaffenbg. /216
Zellſt. Waldhof 309.5
Zucker ſ. Rheingau.
Transport= und
Verſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg.
A. Dt. Eiſenbahn ..
A. Lokalb. u. Kraftw. 190
Dt. Eiſenb.=Geſ. .1143
Schantung E. B..
Südd. Eiſenb.=Geſ./161
Hapag ..........
Nordd. Llotzb. . . . . 142
188
89.5
92
138
Frrft. Allg. Verſ. 1183.75
Frankona Rückv.
Darmſt Werte
Bahnbedar. .. .
Dampff. Rodberg
Helvetia Konſ. . . .
Gebr. Lutz......!
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ....).
Benuleth & Ellenbu
Nummer 140
Samstag, den 21. Mai 1927
Seite 17
Konkurrenzfirmen rechnen, wodurch auskömmliche Preiſe nur ſchwer zu
arzielen ſeien. In einem erſt nach der G.=V. ausgegebenen Communique
wird dazu ergänzend geſagt, daß der Auftragseingang und die
Aus=
ſrchten im In= und Auslande, hier beſonders in Argentinien und
Bra=
ſlien, ſowie bei den übrigen Tochtergeſellſchaften bis jetzt befriedigend
ei. Der Auftragsbeſtand ſei höher als in der gleichen Zeit des Vor=
Fahres
Koſtheimer Celluloſe. Die zum Hartmann=Konzern gehörende
Seſellſchaft ſchließt das Jahr 1926, obwohl ſeit Mai 1926 voll
beſchäf=
tägt laut B.BC. wieder mit einem Verluſt ab (i. V. 156 000 RM.
Ver=
keiſt), zu deſſen Deckung vorausſichtlich eine Zuſammenlegung des A.K.
on 960 000 RM. im Verhältnis 2:1 vorgeſchlagen werden ſoll. Die
440000 RM. Vorzugsaktien ſollen von der Sanierung nicht betroffen
werden.
Produktenberichte.
eren Seite du
und Halbferti
hr bon Fertg=
Das Geſamte
c zwiſchen Eip
achen
Multipli=
rſchuß von mehr
ſchtigt, daß die
ſo iſt doch das
indelsbilanz
Gewiß war auch
hatten wir eine
sland liegenden
lien im Ausland
ſchäft macht ſich
r zum Ausgleich
abſehbare Zeit
8 Ueberflüſſige
eren und unſen
ren. Die Beſſe
en Zahlen nicht
wir von einer
penſt einer
ollte, aus dieſer
den heu
eine Dibi
(32) Mic.
gende Eu
agsmäßiget
5,34) Mil.
Wormſer Produktenbörſe vom 20. Maf. Bei feſter Tendenz, aber
Meinem Geſchäft war heute Weizen, Gerſte, Roggen ohne Angebot.
Man verlangte für Futtergerſte 23, Hafer 25—26. Weizenmehl Baſis0
*1,25—41,50, Roggenmehl 60proz. 40,5—41, Weizenfuttermehl 16—23,5.
Koggenfuttermehl und =nachmehl 18,5—25. Roggenkleie 16—16½ grobe
EVeizenſchalen 14, feine Weizenkleie 13—13,25, getrocknete Biertreber
6,5—17, Malzkeime 16,25—16.5, Maisſchrot 21,50, Trockenſchnitzel 12 bis
22,5, Heu 10—11 Stroh 2—3 Kartoffeln 12,5—13,5. Roggenſtroh
Hand=
ruſch 4,5—5.
Frankfurter Produktenbericht vom 20. Mai. Weizenmehl feſt, aber
haſt geſchäftslos. Roggenmehl ſehr feſt bei kleinem Geſchäft, da die
Räufer bei den hohen Preiſen zurückhalten. Hafer ſehr knapp und trotz
ſeer höheren Preiſe gefragt, Weizenkleie für ſpätere Lieferung bei
weſent=
ſiich niedrigeren Preiſen gefragt. Weizen 30,75 nominal, Roggen 28,75
inom., inländiſchr Hafer 25,50—26 Mais 18,75—19, Weizenmehl 41 bis
E-1,50, Roggenmehl 38,50—39,50, Weizenkleie 13,50 und Roggenkleie
25,75—16.
Berliner Produktenbericht vom 20. Mai. Leicht befeſtigte
über=
beeiſche Preisforderungen vermochten nicht die Berliner Getreidemärkte
arus ihrer Lethargie herauszubringen. Die Umſatztätigkeit iſt für
Brot=
gretreide und Futtergetreide gleich null. Während am Vormittag noch
atwas feſtere Preiſe geſprochen wurden, kehrte ſich an der Mittagsbörſe
ſtie Tendenz gerade in das Gegenteil. Weizen wurde im Terminhandel,
maiit Ausnahme des behaupteten September, eine Mark niedriger. Für
Fkkoggen hält hier und da die Nachfrage für September an, ſo daß ein
beichter Gewinn gebucht werden konnte. Mais ſchwächer, ſonſt behauptet.
Safer ſehr ſtill. Die verfügbaren Qualitäten befriedigen nicht.
Weizen=
miehl hat ſich wenig verändert.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 20. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die feſte Grundſtimmung übertrug ſich auch auf den
heuti=
gen Maukt. Die Nachrichten aus Kanada lauteten ungünſtig, ebenſo
aus dem Winterweizengürtel und Argentinien. Im Schlußverkehr
be=
wirkten ermäßigte rusländiſche Notierungen eine Abſchwächung. Die
Termine ſchließen noch ½ C. höher.
Mais: Ungünſtige Witterungsberichte, feſter Verlauf der
Kaſſa=
märkte und Käufe der Kommiſſionäre bewirkten eine feſte Haltung. Im
Schlußverkehr trat eine Abſchwächung ein auf ſchleppende Lokonachfrage.
Die Termine ſchließen 1 C. über geſtern.
Hafer: Dieſer Markt lag etwas ſchwächer mit geringen
Kurswick=
gängen.
Baumwolle: Meldungen von ungünſtigem Pflanzwetter und
u=
günſtige Niederſchläge im mittleren Weſten hatte eine preisſteigernde
Tendenz zur Folge. Ebenſo die beſſere Exportnachfrage. Dann trat
eine Abſchwächung ein auf Verkäufe der Kommiſſionsfirmen. Die
Ter=
mine mußten einige Pkt nachgeben.
Kaffee: Angeſichts der Kaufreſerve der Röſtereien und niedrigerer
braſilianiſcher Notierungen verlief der Markt abgefchwächt, wozu große
Santoszufuhren und ſchwächere Lokopreiſe noch beitrugen.
Zucker: Der heutige Markt verlief in ziemlich feſter Haltung auf
Käuf= des Handels und der Raffinerien, ſowie der Wallſtreet. Die
Ter=
mine konnten bis zu 5 Pkt. anziehen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 1423, Juli 1382, Sept. 136; Mais:
Mai 892/s, Juli 927/e, Sept. 94½4; Hafer: Mai 48½, Juli 492/e,
September 48’s; Roggen: Mai 1092/s, Juli 108½/e, September
998/s.
Schmalz: Mai 12,42, Juli 12,55.
Fleiſch. Rippen: Mai 13. Juli 13: Speck 13,25: Schweine:
ſchwer 9,35—9,85, leicht 9,75—10,10; Schweinezufuhr: Chicago
18 000, Weſten 75 000; Talg Ohio 72/e.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 20. Mai:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 154½4, hart 159½; Mais Nr. 2:
104½/; Hafer Nr. 3: 60ſ; Roggen exp.: 1222/8; Mehl: Spring
Patent 6,85; Getreidefracht: nach England 23 Schilling, nach dem
Kontinent 15 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 13,15.
Schweinefleiſch: Family 34.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Wie bereits angekündigt, wird die Porzellanfabrik Lorenz
Hutſchen=
reuther A.=G., Selb (Bayern), zum Zweck der Durchführung der Fuſion
mit der Porzellanfabrik Tirſchenreuth A.=G., Tirſchenreuth, und der
A.=G. Porzellanfabrik Weiden Gebr. Bauſcher, Weiden (Bayern), ihr
A.=K. von 4 876000 RM. auf 9076000 RM. erhöhen. Alle drei
be=
teiligten Geſellſchaften berufen nunmehr ihre Hauptverſammlungen auf
den 10. Juni 1927.
Entgegen anders lautenden Meldungen iſt zwiſchen Rheinmetall und
dem unter Frihrung der A.W.G. Allgemeine Werkzeugmaſchinen=
Ge=
ſellſchaft A.=G., Berlin (Richard Kahn=Konzern) ſtehenden Konſortium
ein gemeinſamer Verwertungsvertrag zuſtandegekommen.
Die R. u. G. Schmöle Metallwerke A.=G., Menden (Kr. Iſerlohn)
hat mit der „Berg=Heckmann=Selve=A.=G. in Einſal bei Altena i. W.”
einen Intereſſengemeinſchaftsvertrag abgeſchloſſen, der allerdings noch
der Beſtätigung der zum 14. Juni 1927 anberaumten ao. H.=V. bedarf.
Die Bilanz der öſterreichiſchen Poſtſparkaſſe wird in naher Zeit
ver=
öffentlicht. Die Verluſte werden die vom Präſidenten Rüſch ſeinerzeit
genannte Ziffer von 110 Mill. S. überſteigen. Zur teilweiſen Tilgung
iſt bekanntlich ein Teil der Refundierungsanleihe beſtimmt, die die
Staatsverwaltung zunickbehalten hat.
Die offiziellen deutſch=tſchechoſlowakiſchen
Handelsvertragsverhand=
lungen ſollen nach Pfingſten wieder aufgenommen werden. Inzwiſchen
werden die Beſprechungen zwiſchen den Fachgruppen der Induſtrie
beider Länder unter Hinzuziehung von Regierungsvertretern
ver=
ſchiedene Poſitionen klären
Wie aus Wien gemeldet wird, ſind zwiſchen dem Bankenverband
und der Finanzverwaltung Verhandlungen im Zuge, wonach die
Bilanzveröffentlichungen der Banken mindeſtens zweimal im Jahre
er=
folgen müſſe.
Jugoſlawien benötigt Schienen im Ausmaß von etwa 340 Kilometer
(40 000 To.) zur Auswechſlung alten Materials. Ein Teil wurde an
Polen gegen Tabaklieferungen vergeben, die größere Hälfte ſoll von
Deutſchland auf Reparationskonto geliefert werden.
Das türkiſche Tabakmonopol hat einen Beamten nach Europa
ent=
ſandt, um ſich über die Fabrikationsſyſteme bei den bedeutendſten
Zigarettenfabriken, vor allem in Deutſchland, zu unterrichten. Das
Monopol beabſichtigt, die Feſtſtellungen des Beamten nach ſeiner
Rück=
kehr zum Bau einer neuen modernen Zigarettenfabrik zu verwenden,
Der Reingewinn des Monopols im letzten Jahre betrug rund 33 Mill.
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Seite 18
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Turner aus dem Mittelrhein= und Saargebiet in unſerer Stadt erwartet.
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jeden Bürger unſ. Stadt, nach Möglichkeit einem oder mehreren Turnern
Nacht=
unterkunft zu gewähren. Die Turner ſtellen keine großen Anſprüche und werden mit
jedem einfachen, freundlich gebotenen Quartier zufrieden ſein.
Wenn jeder mithilft, dann wird auch bei dieſer Gelegenheit der Ruf von
Darm=
ſtadts Gaſtfreundlichkeit erneut bekräftigt und unſere mittelrheiniſchen Turner werden
ſich mit herzlicher Freude ihres Aufenthaltes in Darmſtadt erinnern.
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Geraume Zeit blieb alles ſtill.
Dann klang ihr leichter Schritt wieder in der Diele.
Hochaufatmend ſtand ſie in der Tür.
„Es iſt Achim!”
Unwillkürlich war Daiſy von ihrem Korbſeſſel aufgefahren,
ein heißes Rot flammte über ihre ſchmalen Wangen.
„Achim?” wiederholte ſie in ungläubig erſtaunter Frage.
„Er iſt ganz unerwartet aus dem Gefängnis entlaſſen worden.
Der wahre Mörder iſt entdeckt. In ſeinem eigenen Diener
Franz!”
Daiſy war an den Rand der Terraſſe getreten, und ſtützte ſich
ſchwer auf das Geländer.
Ihr ſchönes Profil ſtand in klaren Linien gegen den
durch=
ſichtigen Abendhirimel, wie eine Garbe von goldenen Aehren
leuchtete ihr Haar im letzten Sonnenſchein.
Erſt nach einer langen Pauſe wandte ſie wieder den Kopf.
„Ich habe Herrn b. Wehrſtädt nichts mehr zu ſagen. Zwiſchen
uns iſt das Tiſchtuch zerſchnitten!“
Eva hatte die ganz kalt gewordene Hand der Freundin
er=
griffen.
„Liebe Daiſy,” ſagte ſie eindringlich, „willſt du ihm denn
nicht wenigſtens ein letztes Wort zum Abſchied gönnen? Er
kommt ja nicht, um ſich zu verteidigen und alte Wunden
aufzu=
reißen. Er will nur deine Verzeihung erbitten und dann für
immer von dir gehen!“ —
Ein neues Schweigen folgte.
Daiſy war wieder auf ihren Seſſel zurückgefunken, und
barg das Geſicht in beiden Händen.
Sie wollte ſprechen, doch die Tränen erſtickten ihr immer
wieder die Stimme.
In heißem Kampfe rang ihre Liebe mit ihrem Frauenſtolz.
Und ihr Herz verſtrömte, und ſie wußte nicht wohin.
„Eva,” begann ſie endlich mit zuckenden Lippen, „ſage ihm,
daß ich ihm verziehen habe. Aber daß ich ihn nicht mehr ſehen
kann!“
Mit einer hilfloſen Bewegung erhob ſie abwehrend die Hand.
„Laß mich, quäle mich auch nicht weiter! — Er iſt für mich
geſtorben!” ſchloß ſie tonlos.
Unten auf der Parkterraſſe ſtand Achim, an einen Stuhl
gelehnt, aufrecht den Spruch ſeines Schickſals erwartend.
Ein Blick in Evas Geſicht enthüllte ihm das Letzte.
„Ich wußte es!” ſagte er, als ſie ihm Daiſys Botſchaft
aus=
gerichtet hatte." „Und ich habe es ja wohl auch nicht anders
ver=
dient!“
Dann verharrte er eine Weile ſtill und berſonnen und ſchaute
in die grüne Weite des Parks.
„Es iſt ſo wunderſchön hier!” nahm er endlich wieder mit
ſtockender Stimme das Wort. „Und ich bin ſo dankbar, daß ich
das alles noch einmal ſehen darf. Ich kann Ihnen ja nicht ſagen,
wie ich mich in der entſetzlichen grauen Oede meiner
Gefängnis=
zelle oft hierher geſehnt habe, wo ich einſt ſo glücklich geweſen
bin!“
Ein jähes Zittern lief über ſein Geſicht, ſeine Hände ſchloſſen
ſich krampfhaft um die Lehne des Stuhls, als ob er ſie zerbrechen
wollte, damit er nicht ſelbſt in dieſem Augenblick zerbräche.
„Ich weiß, was ich berſchuldet habe und leugne nichts. Ich
bin ein leichtſinniger, unbeſonnener Menſch geweſen, ich habe
mir ſelbſt mein Leben zerſtört. Aber ich glaube doch nicht ſo ganz
ſchlecht zu ſein, wie ich Ihnen vielleicht erſcheinen muß. Das alles
hätte ich Daiſy ſo gern noch einmal ſelbſt geſagt, aber ſie hat ja
vielleicht auch recht damit, daß ich es nicht mehr wert bin, daß ſie
noch ein letztes Mal mit mir ſpricht!“
Er hatte bei dieſen Worten Evas Rechte in ſeine beiden
Hände genommen und drückte ſie herzlich.
„Leben Sie wohl, gnädige Frau!” ſagte er. „Ich bleibe
Ihnen für alle Zeit verpflichtet für das, was Sie an mir getan
haben. Denn ohne Sie und meinen Freund Hardt ſäße ich jetzt
noch mit dem Makel der ſchimrflichen Anklage hoffnungslos im
Gefängnis! Und dann bringen Sie Daiſy von mir einen letzten
Gruß, und ſagen Sie ihr, daß ich ihr noch einmal von ganzem
Herzen für all: die Liebe danke, die ſie mir geſchenkt hat. Durch
ſie habe ich ja erſt erfahren, wie glücklich und wie elend ein Menſch
durch Liebe werden kann!“
Seine Stimme ſchwankte,
Wie ein Wetterleuchten zuckte es über ſein verfallenes
Ge=
ſicht.
Dann wandte er ſich haſtig die Terraſſentreppe hinab und
ſtieg in das harrende Automobil.
Vorbei!
Achim hatte ſich tief in die Lederpolſter des Wagens
zurück=
gelehnt und ſchloß erſchöpft die Augen.
Jetzt, da die Entſcheidung gefallen war, kam der Rückſchlag
der ungeheuren ſeeliſchen Ueberſpannung.
Wie ein Schlafwanderer war er in Berlin unhergeirrt, ſeit
ihn Herr Landgerichtsrat Korn in ſein Arbeitszimmer beſchieden
und ihm mit einem knappen Glückwunſche ſeine Haftentlaſſung
mitgeteilt hatte.
Er hatte kaum mehr auf die weiteren Ausführungen des
Unterſuchungsrichters gehört, daß zugleich mit einem langen
Tele=
gramm des Kriminalkommiſſars Schneider aus Rotterdam ein
Funkſpruch eingetroffen ſei, der ſeine Angaben über die
Vor=
gänge in der Spielnacht in allen Punkten beſtätigt hatte.
Vor ſeinem geiſtigen Auge hatte unverrückbar das Bild
des weißen Hauſes am See geſtanden, das jene blonde Frau in
ſeinen Mauern barg, die in ihren blauen Augen den ganzen
Himmel in ſich trug.
Bis zuletzt hatte er gehofft, daß bas Glück, das ihn in einer
kaum faßlichen Schickſalswende ſo unerwartet aus dem Kerker
befreit hatte, ihm auch auf dieſem letzten, ſchwerſten
Golgatha=
wege nach Groß=Rauſen zur Seite bleiben würde. Nun war
der Schleier des Selbſtbetruges wie ein Spinngewebe zerriſſen.
Und die Sehnſucht des Ausgeſtoßenen brannte martervoll in
ſeinem Blute.
In ſauſender Fahrt ging es durch den langſam dunkelnden
Wald.
Ein dröhnendes Zittern durchbebte zuweilen durch den
ſtäh=
lernen Leib des ſchlanken Wagens, der wie ein rollendes
Panzer=
ſchiff die blaue Mondnacht durchſchnitt.
Die weißen Kilometerſteine tanzten geſpenſtiſch in dem
flir=
renden Licht.
Ein ferner Höhenzug flog mit geiſterhafter Schnelligkeit
heran.
Dann öffnete ſich der Blick wieder über ſchlummernde Wieſen
und Felder.
Tief unten am Rande des Horizonts ſchob ſich die
Lichter=
ſchlange eines Zuges einen Bahndamm herauf, die Helle der
Wagenfenſter floß langſam zu einem weißen Strich zuſammen.
Dann wieder Dünkel und Schweigen.
Ganz ſtill und einſam war die Welt. —
In traumhafter Erſtarrung ſaß Achim in ſeiner Wagenecke
und trank wie ein Verdurſtender aus vollen Lungen die ganze
erregende Süße der linden Sommernacht.
Es war ihm plötzlich zumute, als käme er von einem
Masken=
ball heim, und die lockenden Bilder des Abends drängten ſich
noch einmal in flüchtigem Nachklang durch ſein überreiztes Hipft.
Blonde und braune Köpfe nickten ihm zu aus dem Nebel
berfloſſener Jahre, der Sekt perlte, Zigeunergeigen klagten und
jauchzten.
Und dann wieder war alles verſchwunden, verſunken, und
der ganze lachende Mummenſchanz löſte ſich auf in ein graues,
geſtaltloſes Nichts. —
Jetzt lenkte die Straße aus der Freiheit des offenen Landes
in den ſchwülen Dunſtkreis der erſten Außenwerke Berlins, wo
das Leben der Weltſtadt zurückebbt und die letzten Menſchen
wohnent.
An unwirtlichen Ziegelbauten ging die Fahrt entlang, an
Schuppen und Fabriken durch eine endlos ſich dehnende
Prole=
tariergegend, in der ein Geruch von Armut und Elend hing. —
Zuweilen griff ein Cafs, eine Nachttneipe mit grellockender
Lichtreklame in die Schattenmaſſe der Dunkelheit, elektriſche
Bahnen ſauſten mit ziſchenden Bügeln vorbei.
Dann wieder öffneten ſich weite ſchweigende Plätze, hinter
denen ſich immer neue Straßenzüge mit himmelhohen
Häuſer=
fronten auseinanderzweigten: Berlin und immer wieder Berlin
in dem gewaltigen Daſeinskampf der zuſammengeballten
Menſchheit.
In ſchwerwuchtenden Formen wuchs der Koloß des
Kaiſer=
ſchloſſes ſtarr, leblos aus den ölig blinkenden Fluten der Spree;
dahinter die Linden tot und grau mit geſchloſſenen Schauländen
und düſter drohenden Portalen.
Nur an der Friedrichſtraßenkreuzung ſtrömten die Menſchen
noch immer, wie am Tage, mit dolchſcharfen Lichtern ſtachen die
Bogenlampen in das brauſende Gewühl der Kranzlerecke.
Dann bog der Wagen in eine ſtillere Straßengegend ab, und
hielt vor einem kleinen Hotel der Dorotheenſtadt.
Langſam kam Achim die halbdunkle Hoteltreppe herauf und
trat in ſein Zimmer, in dem das Drama ſeines Lebens zu Ende
gehen ſollte.
Eine dumpfe Luft hing in dem ſchmalen, gangartigen Raum,
daß er ſofort beide Fenſterflügel weit aufriß.
Dann nahm er am Schreibtiſch Platz und ſchrieb ein paar
letzte, herzliche Zeilen an Dr. Hardt.
Ihm allein glaubte er ein Abſchiedswort ſchuldig zu ſein,
auch wollte er, daß ſeine irdiſchen Ueberreſte von befreundeter
Hand geborgen wurden und der Hotelleitung alle unnötigen
Wei=
terungen erſpart blieben.
Er hatte ſeinen Revolver, den er alter Gewohnheit gemäß auf
Reiſen ſtets bei ſich führte, aus dem Koffer genommen.
Der glatte Stahllauf blinckte und gleißte wie einladend in
dem kalten Licht der Schreibtiſchlampe.
Mit einer faſt liebkoſenden Bewegung ſtrich er über die kleine
Waffe und füllte ſie mit ſeinen letzten Patronen.
Es war totenſtill ringsum, eine bange ſchwebende Stille, und
doch ſchien ihm die Luft gleichſam erfüllt von einem Wirbel
un=
deutlicher Töne, die aus den ſtummen Wänden zu klingen
ſchienen und ſein Gehirn mit einem dumpfen Brodeln und
Summen erfüllten.
(Fortſetzung folgt.)
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in Form von Blumen, Telegrammen,
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wünschen zu Teil geworden, daß wir
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statten vermögen.
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2. Genehmigung der Bilanz, Entlaſiung des Vorſtandes,
Verteilung des Reingewinnes;
3. Wahlen zum Aufſichtsrat;
4. Wahlen zum Vorſtand;
5. Aenderung der Satzung 88 1, 30, 41, 31 und 31 Anhang;
6. Beſchluß gemäß § 3412 und 34S der Satzung;
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