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Eernterial
Ginzelnummer 10. Pfennige
Ehe Gault
19.
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abe 430
4.50
5.50
nenſtr. 9 m
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muse und Eiunt
terial), z.
Bens=
itlaſtung. (1144
betektiv= Inſtitn
ot. Rheinſtraft
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29
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 139
Freitag, den 20. Mai 1927.
190. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw erliſch
jiede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
faft ſeder
onkurs oder gerſchtiſcher Beitrelbung
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Die Frage
der Beſatzungsverminderung.
Veie Entſcheidung bei den Franzoſen. — Wenig
günſtige Ausſichten.
Welchen Umfang die Herabſetzung der Beſatzung
mi den Londoner Beſprechungen genommen hat, darüber iſt
man an Berliner amtlicher Stelle noch nicht unterrichtet. Die
Rymmentare der franzöſiſchen Preſſe widerſprechen ſich ſehr ſtark.
Es ſcheint aber, als wenn Herr Briand mit ſeinem Generalſtab
da rauf abkommen werde, eine Umgruppierung der
u anzöſiſchen Truppen in der Richtung vorzunehmen,
dß die Zahl der Diviſionen vermindert, die
Truppenſtärke der einzelnen Diviſionen aber
höht wird. Das könnte darauf hinauslaufen, daß
prak=
iſtſch alles beim Alten bleibt, die Stärke der
Beſatzungs=
rinppen an ſich die gleiche bleibt, nur die Zahl der Diviſionen
ſerabgeſetzt wird, womit uns gar nicht gedient iſt. Es könnte
rher auch ſein, daß Herr Briand damit nur eine Kuliſſe baut,
finter der er praktiſch ein mehr oder minder großes
Entgegen=
ummen den deutſchen Wünſchen gegenüber beabſichtigt. Das
wrd ſich zeigen, wenn Herr Briand aus London zurüchkgekehrt
fil und ſich mit ſeinem Generalſtab auseinandergeſetzt hat. Die
hatwort auf unſere Vorſtellung wird alſo kaum vor nächſter
Aoche zu erwarten ſein. Das Schwierige iſt, daß die
Ent=
ie eidung ausſchließlich bei den Franzoſen liegt. Die
Emgländer haben ſich auf den Standpunkt geſtellt, daß ihre
Be=
aßungsarmee zu klein iſt, um noch weiter verringert werden zu
hmnen, und die Belgier ziehen ſich darauf zurück, daß ſie
be=
eitts im Laufe der letzten Monate in aller Stille eine weſentliche
Varminderung vorgenommen hätten. Die ganze Laſt des
Wun=
ches liegt alſo auf den Franzoſen, und daß dort die Stimmung
titcht allzu günſtig iſt, haben wir in den letzten Wochen
wieder=
ſallt feſtſtellen müſſen.
Aeie Außenminiſier=Beſprechung in London.
EP. London, 19. Mai.
Zu den Beſprechungen zwiſchen Briand und Chamberlain
t ein offizielles Communiqué herausgegeben worden, wonach
inte vollſtändige Uebereinſtimmung über die
Aſcbſichten für die Zukunft beſteht. Die Miniſter hätten
iſtcht nur wiederum die Notwendigbeit der Entente
zu rdiale zwiſchen Frankreich und England
ſon=
en auch die Notwendigkeit einer weiteren
Stär=
ung anerkannt, welche die erſte Grundlage für den Frieden
Eutropas ſei. Der Beſuch des Präſidenten Doumergue bedeute
dill-l mehr als die Beſtätigung der Entente, ſo ſagt die „Times”.
2uas Ausmaß der politiſchen Fragen ſei weit größer als vorher.
Der Havas=Vertreter berichtet, Chamberlain und Briand
ſtten ſämtliche internationalen Probleme, die gegenwärtig die
Aurfmerkſamkeit der Welt auf ſich lenken, Revue paſſieren laſſen.
Okewohl man in den offiziellen Kreiſen nichts Präziſes habe
rnahren können, könnte man doch leicht annehmen, daß der
ilbaniſche Konflikt, die Beziehungen, zu den
Swwjets, die Vorgänge in China und vielleicht ſogar
di e Tangerverhandlungen behandelt worden ſeien.
Bä deutſam ſei übrigens, daß in allen dieſen Fragen die beiden
Ayaßenminiſter die Uebereinſtimmung ihrer Anſichten feſtſtellen
orninten. So trete noch einmal mehr zutage, daß Frankreich und
Eungland notwendigerweiſe in der Welt eine ſolidariſche
Ppolitik betreiben müßten, deren Betonung bereits die Löſung
änntlicher außenpolitiſchen Schwierigkeiten außerordentlich
er=
ſeidchtern würde. Die Havaserklärung hebt zum Schluß noch
her=
varr, daß in der Zukunft wie in der Vergangenheit die Entente
rdiale nur zum Ziel haben könne die Aufrechterhaltung des
ſriedens in Europa.
Nach dem „Matin” verſichert man in britiſchen Kreiſen, daß
Hamberlain und Briand ſich hauptſächlich (was der Vertreter
der Havasagentur nicht berichtet) über die Herabſetzung
deer Beſatzungstruppen im Rheinland als
Vor=
hütfe der vollkommenen Räumung beſchäftigt hätten.
furankreich wolle bekanntlich von dieſer Frage vor dem 15. Juni,
alſo vor Beendigung der Zerſtörung der Oſtfeſtungen, nichts
ſiſſen. Es ſcheine aber auch, daß Chamberlain die Anſicht
ver=
tint tt, daß keine Konzeſſionen hinſichtlich der Rheinlandbeſetzung
gemacht werden können, ſolange die Reichsregierung nicht alle
Yieedingungen, die ihr auferlegt worden ſind, erfüllt hat und
ſo=
lamge deren Ausführung nicht feſtgeſtellt ſei.
Die Front gegen Rußland.
Die „Weſtminſter Gazette” ſpricht noch klarer, wenn ſie
be=
merkt, daß die Frage der weiteren Beziehungen
zu den Sowjets mit dem franzöſiſchen Präſidentenbeſuch
in engem Zuſammenhang ſtehe. In dieſer Frage habe die
eng=
liöſche Regierung die Führung übernommen. Sie hoffe und
er=
warte, daß andere Länder ihrem Beiſpiel folgen mögen. Dies
weffe in erſter Linie für Frankreich zu. Im übrigen betrachte
muan den Abbruch der Beziehungen zu den Ruſſen
nöicht mehr länger als eine Gefahr, für den Frieden Europas.
ſnn dieſem Zuſammenhange weiſt das Blatt darauf hin, daß die
ſuazzia auf das Arcosgebäude ein Glied in einer lange
wohl=
überlegten Politik ſei. Nach dem Verſagen der ruſſiſchen Politik
un China habe ſich die Aufmerkſamkeit auf die Tätigkeit Ruß=
lands in Europa wiederum gelenkt. Der Zweckder Razzia
habe darin beſtanden, vor ganzz Europa die
Gefährlich=
keit der ruſſiſchen Propaganda und der
ruſſi=
ſchen Methoden zu zeigen.
Rückreiſfe Doumergues und Briands nach Paris.
London, 19. Mai.
Präſident Doumergue und Außenminiſter Briand ſind heute
vormittag kurz nach 11 Uhr vom Viktoriabahnhof nach Dover
ab=
gereiſt. Der König, der Prinz von Wales und andere Mitglieder
der königlichen Familie ſowie Außenminiſter Chamberlain gaben
den fyanzöſiſchen Gäſten das Geleit bis zum Bahnhof.
Briand über die Wiedergeburt der „enlente Fordiale.”
EP. Paris, 19. Mai.
Doumergue und Briand trafen heute abend am
Nordbahn=
hof ein. Poincaré mit dem geſamten Kabinett und die Spitzen
der Behörden hatten ſich zur Begrüßung eingefunden. Eine
rieſige Menſchenmenge brachte Hochrufe auf Doumergue und
Briand aus. Preſſevertretern gegenüber erklärte Briand ſich ſehr
befriedigt über die Londoner Reiſe. Man ſei in Frankreich der
Anſicht, ſagte er, daß die Reiſe als eine einfache
Spazier=
fahrt zu betrachten ſei. Sie ſei aber eine dringende
Not=
wendigkeit geweſen. In den Beſprechungen mit
Chamberlain habe er eine völlige
Uebereinſtim=
mung in allen erörterten Fragen feſtſtellen können.
Es ſei durchaus keine leere Redensart, wenn er ſage, daß die
entente cordiale durch dieſe Unterhaltungen gefeſtigt
worden ſei, und daß ſie jetzt ſtärker daſtehe, als je zuvor. Er
wolle lediglich hinzufügen, daß ſie gegen niemand gerichtet ſei,
und daß keine Nation davon bedroht werde. Kein Land könne
Anſtoß nehmen an dem, was in London vorgegangen ſei. Man
habe dort eine bedeutende und umfaſſende Arbeit geleiſtet, die
zur Sicherung des europäiſchen Friedens
bei=
tragen werde.
* Die Zerſtörung der Oſtbefeſtigungen.
Beendigung der Zerſiörungsarbeiten.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Wie wir von zuſtändiger Stelle hören, ſind jetzt die
Zerſtö=
rungsarbeiten, die Deutſchland nach dem Genfer Protokoll auf
ſich zu nehmen hatte, reftlos durchgeführt. Es handelt ſich dabei
im Ganzen um 5 Unterſtände bei Küſtrin, 7 bei Glogau und
22 ſüdlich von Königsberg, an der ſogenannten Friſching=Linie.
Die Frage iſt nun, in welcher Form das der Entente mitgeteilt
werden ſoll. England und Frankreich haben von ſich aus eine
nochmalige Beſichtigung durch ihre Militärattachés angeregt.
Dieſe Forderug iſt von Deutſchland abgelehnt worden, weil
ſchon in Genf Deutſchland eine nochmalige nachträgliche
Kon=
trolle nicht zugeben wollte. Gedacht war von deutſcher Seite,
daß General von Pawelß, nachdem er ſich perſönlich noch einmal
von der Durchführung der Zerſtörungsarbeiten überzeugt hatte,
in offizieller Form davon dem Kabinett Mitteilung machte und
dieſes die Mitteilung dann weitergab. Das genügte wieder den
Franzoſen nicht. Alle Vermittlungvorſchläge, die inzwiſchen
ge=
macht worden ſind, haben nicht zum Ziele geführt. Einmal
des=
halb nicht, weil Deutſchland die Verquickung dieſer Frage mit
der Herabminderung der Beſatzungstruppen im Rheinland zu
vermeiden wünſchte, dann aber auch, weil das Kabinett ſelbſt
endgültig zu dem ganzen Problem, jetzt ſchon aus
Preſtige=
gründen, Stellung nehmen wollte, nachdem ihm der Bericht über
die erfolgte Zerſtörung erſtattet worden iſt. Dieſe
Voraus=
ſetzung wird nun in den nächſten Tagen eintreten. Dann kann
über die weitere Behandlung beraten werden. Hierfür liegt
be=
reits ein vom Reichsaußenminiſter, vom Reichswehrminiſter und
dem Juſtizminiſter ausgearbeiteter Vorſchlag vor, der auch der
Entente bekannt iſt und der eine Grundlage bilden dürfte, um
auch die mehr formellen Differenzen, die immer noch beſtehen,
aus der Welt zu ſchaffen. Die ganze Geſchichte iſt ja doch
denk=
bar kleinlich, weil es ſich bei den zerſtörten Unterſtänden nur
um Unterkunftsräume für im ganzen etwa 250 Mann handelte.
Da aber die Antwort Briands über die Beſatzungsverminderung
ſich erneut verzögert hat, wird es praktiſch doch wohl
unvermeid=
lich ſein, daß wir beide Fragen im Zuſammenhang behandeln
werden, wogegen auch jetzt, nachdem ein vollendeter Tatbeſtand
vorliegt, von deutſcher Seite aus kein Bedenken mehr vorliegt.
Die Handelsvertrags=Verhandlungen mit Kanada.
* Berlin, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Es liegt eine gewiſſe Tragik darin, daß Deutſchland, nachdem
es ſeit zwei Jahren ſeine Handlungsfreiheit zum Abſchluß von
Handelsverträgen zurückgewonnen hat, praktiſch eigentlich mit
den Verträgen nicht viel weiterkommt. Wir haben nicht nur mit
Polen und Frankreich Schwierigkeiten, auch mit Kanada liegen
die Dinge ähnlich. Es iſt deshalb wichtig, weil es eines der
weſentlichſten Getreideexportländer iſt und infolgedeſſen ein
ſtar=
kes Intereſſe an möglichſt niedrigen Mehlzöllen hat. Wegen des
Meiſtbegünſtigungsrechts, das wir anderen Staaten gewährt
haben, können wir aber Kanada gegenüber unter eine gewiſſe
Grenze des Mehlzolles nicht heruntergehen. Die Kanadier
ver=
langen einen Mehlzoll, der weſentlich unter 10 Mark liegt, ein
Preis, der praktiſch wohl zur Stillegung unſerer geſamten
Müh=
len führen würde. So ſind auch dieſe Verhandlungen vorläufig
feſtgefahren und ein befriedigender Abſchluß iſt nicht ab uſehen.
Zentrum und Deutſchnationale.
Die Deutſchnationalen haben bei dem Kompromiß über das
Republikſchutzgeſetz keine ſehr glückliche Rolle geſpielt, nicht
ein=
mal ſo ſehr der Regierungsoppoſition, als der Oppoſition im
eigenen Lager gegenüber, die ihnen vermutlich auch in den
näch=
ſten Wochen noch mancherlei zu ſchaffen machen wird. Ob es
taktiſch nötig war, daß ſie dem Zentrum ſo weit entgegenkamen
und ſich lediglich mit der Beſeitigung des Staatsgerichtshofes
begnügten, darüber kann man zweifelhaft ſein; daß ſie an dieſer
Frage die Koalition nicht ſcheitern laſſen konnten und durften,
iſt ſelbſtverſtändlich. Aber wir glauben doch, daß das Zentrum
zu größerem Entgegenkoyimen bereit geweſen wäre, ſchon aus
dem Grunde, weil ohne die Zuſtimmung der Deutſchnationalen
das ganze Geſetz nicht durchgebracht worden wäre. Das Zentrum
hatte alſo an einem Scheitern der Koalition in dieſem
Augen=
blick kein Intereſſe, ganz abgeſehen von den Gründen, die ſonſt
dagegen ſprechen mußten. Wenn alſo die Deutſchnationalen ſich
etwas halsſtarriger gezeigt hätten, ſo wäre es vermutlich für ſie
noch möglich geweſen, größere Zugeſtändniſſe vom Zentrum
her=
auszuholen und dadurch die Angriffe, die nun in ihrem eigenen
Lager ihnen bevorſtehen, mindeſtens zu dämpfen. Ganz ſicher
iſt aber, daß die Deutſchnationalen bei irgend einer Gelegenheit
verſuchen werden, dem Zentrum dieſe Niederlage heimzuzahlen.
Vielleicht iſt es nicht ohne inneren Zuſammenhang, daß gerade
in dieſem Augenblick die deutſchnationale Reichstagsfraktion eine
Erklärung zum Konkordat veröffentlicht, worin ſie ausdrücklich
feſtſtellt, daß ſie dem Konkordat gegenüber vollkommen freie Hand
habe. Das war ein Wink, den das Zentrum gewiß nicht
miß=
verſtehen wird, der aber nun wieder auf der anderen Seite die
Freundſchaft für die Deutſchnationalen nicht gerade fördern hilft.
Inſoweit iſt es alſo unbedingt richtig, daß durch die Art,
wie die Verhandlungen über das Republikſchutzgeſetz geführt
wor=
den ſind, eine Spannung innerhalb der Koalition eingetreten iſt,
die niemals zu einer Kriſe führen konnte, die aber doch für die
Zukunft eben wegen ihrer Rüchwirkungen bedenklich ſtimmen
muß, zumal, wenn man ſich vergegenwärtigt, mit welcher
Un=
geniertheit Herr Dr. Wirth im Lande herumreift und dem
Kabi=
nett Marx ein Bein zu ſtellen ſucht. Die Deutſchnationalen
haben wohl auch das Gefühl, daß ſie nur auf einem Bein ſtehen.
Sie möchten die Verbindung mit dem Zentrum und der
Deut=
ſchen Volkspartei daher etwas feſter verankern, indem ſie die
gleiche Koalition auch auf Preußen ausdehnen. Bei der
Bil=
dung der Reichsregierung waren ſie klug genug, dieſes Thema
nicht anzuſchneiden, aber ſie haben jetzt die erſte Andeutung fallen
laſſen; ſicherlich nicht im richtigen pſychologiſchen Augenblick.
Denn das Zentrum denkt gar nicht daran, ſich aus der günſtigen
Lage herausmanövrieren zu laſſen, in der es ſich befindet, indem
es ſeine beiden Flügel durch den Hinweis auf die
Zuſammen=
arbeit mit den Sozialdemokraten in Preußen und mit den
Deutſchnationalen im Reich zufriedenſtellen kann. In Preußen
kommt zudem noch hinzu, daß das Zentrum mit den
Sozial=
demokraten ſehr viel bequemer regiert, weil deren
Perſonal=
wünſche weſentlich beſcheidener ſind, als die der
Deutſchnatio=
nalen ſein würden; daß außerdem aber eine Umgruppierung in
Preußen nur um den Preis einer Auflöſung zu haben iſt. Die
Sozialdemokraten haben ſchon zu erkennen gegeben, daß ſie ſich
aus dem Kabinett Braun nicht einfach ausſchiffen laſſen werden.
Nach der preußiſchen Verfaſſung haben über die Auflöſung des
Landtages der Miniſterpräſident, der Präſident des Landtages
und der Präſident des Staatsrates zu entſcheiden. Von dieſen
drei Stimmen ſind zwei im Beſitz der Sozialdemokraten, die,
bevor es zur Sprengung der Regierung kommt, die Auflöſung
des Landtages beſchließen werden, und einem Wahlkampf möchte
das Zentrum vorläufig wenigſtens ganz gern aus dem Wege
gehen, ſo daß ſchon aus dieſem Grunde in Preußen mindeſtens
über den Sommer hinaus alles beim alten bleiben wird. Die
Deutſchnationalen müſſen ſich alſo damit abfinden, daß ſie ihre
Poſition im Reich allein feſter zu geſtalten ſuchen. Die gegebene
Nückendeckung iſt für ſie die Deutſche Volkspartei. Sie haben
noch vor einem Vierteljahr geglaubt, daß das Zentrum mit ihnen
durch Dick und Dünn gehen würde, und meinten, deshalb auf
die Deutſche Volkspartei keine Rückſicht mehr nehmen zu müſſen.
Es ſcheint jetzt, als ob ſie ſich die Dinge anders überlegt haben
und eine Annäherung an die Deutſche Volkspartei ſuchen. Die
Deutſche Volkspartei kommt dabei wieder in die Rolle, die ihr
eigentlich von der Natur zugewieſen war: der Vermittlerin
zwiſchen Deutſchnationalen und Zentrum, aus der ſie nur
aus=
geſchaltet war, weil die Deutſchnationalen kurzſichtig genug
waren, zu glauben, daß ſie der Hilfe der Volkspartei entraten
könnten. Praktiſch wird dieſer Ausgleich wohl kaum bei den
Steuergeſetzen oder der Erwerbsloſenfürſorge einzuſetzen haben.
Hier ſind die ſachlichen Gegenſätze noch ſogroß, daß ſie ſich
irgend=
wie gefährlich zuſpitzen könnten. Dagegen iſt die Handelspolitik
ein ziemlich heißes Eiſen, das allerdings erſt in die Zange
ge=
nommen zu werden braucht, wen: ſich irgendwelche Ausſichten
zeigen, daß mit Polen oder Frankreich überhaupt eine
Verſtän=
digung möglich iſt. Hier lauern in der Tat Gefahren, die wohl
im Augenblick nicht ernſt genommen zu werden brauchen, die
ſich aber ſtark auswachſen können, wenn die Deutſchnationalen
auf dem Prinzip des ausſchließlichen Primats, des inneren
Marktes gegenüber dem Export beharren. Völlig unüberſichtlich
iſt zudem noch, wie ſich die äußere Politik entwickeln wird, wenn
einmal der Niederſchlag der Londoner Unterhaltung nicht nur
in den amtlichen Formulierungen, ſondern in ſeinen tatſächlichen
Ergebniſſen bekannt iſt, weil ſich dann hier Verſchiebungen als
notwendig herausſtellen könnten, die unſerer ganzen Außenpolitik
eine andere Richtung gäben. Um ſo notwendiger iſt es aber —
gerade wegen dieſer Möglichkeiten —, daß die Koalition
bei=
ſammen bleibt, um ſo wichtiger ift die Aufgabe der Deutſchen
Volkspartei, um zu verhindern, daß eine etwa nur aus
gering=
fügigen Urſachen geborene Verbitterung ſich weiterfrißt und duiich
perſönliche Reibereien das Kabinett Marx aushöhlt.
Seſte 2
Freitag, den 20. Mai 1927
Nummer 139
Reichstagsferien.
Die Verabſchiedung des Zündholzmonopols.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichstag iſt am Donverstag nachmittag in die
Pfingſt=
ferien gegangen. Auf Wunſch des Reichswirtſchaftsminiſters hat
er vorher noch das Zündholzmonopolgeſetz erledigt, das
bekannt=
lich ſchon vor den Oſterferien zur Verabſchiedung reif war,
da=
mals aber von der Oppoſition abgeſägt wurde, weil die
Sozial=
demokraten feſtgeſtellt zu haben glaubten, daß der Berichterſtatter
des Ausſchuſſes, der deutſchnationale Abg. Behrens, an dem
Monopol perſönlich und geſchäftlich beteiligt ſei. Durch einen
Feuerüberfall erreichten es damals die Sozialdemokraten, daß
die Vorlage wieder an den Ausſchuß zurückging, der aber
ledig=
lich die früheren Beſchlüſſe betätigte und infolge der
Abweſen=
heit des Herrn Behrens einen neuen Berichterſtatter beſtellt hat.
Die Oppoſition gab autch am Donnerstag den Kamf nicht ohne
weiteres auf, ſondern ſuchte durch eine mehrſtündige Debatte das
Haus zu erſchöpfen. Der Reichswirtſchaftsminiſter Curtius
konnte indes darauf hinweiſen, daß von einer Vergewaltigung
der Minderheit oder von einem Bruch der Geſchäftsordnung
nich=
die Rede ſein könne. Er ſetzte ſich auch gegen den Vorwurf zur
Wehr, als ob das Geſetz eine Schädigung der deutſchen Intereſſen
bedeute; gerade im Gegenteil liege es in der Richtumg der
Stär=
kung der deutſchen Zündholzinduſtrie. Eine Ablehnung würde
die völlige Autfſaugung der deutſchen Fabriken durch den
Schwe=
dentruſt bedeutem. Dieſe Beweisführung ſchlug auch durch, ſo
daß nach längerer Ausſprache die Vorlage gegen die Stimmen
der Kommuniſten, Sozialdemokraten und Demokraten Annahme
fand. Nach Anwahme einer Ausſchußentſchließung über neue
Verhandlungen mit den Ländern in der Frage der
reichsgeſetz=
lichen Regelung des Berufsſchulweſens vertagte ſich der
Reichs=
tag bis zum 14. Jumi.
Der Reichstag bis zum 14. Juni vertagi.
* Berlin, 19. Mai. (Eig. Bericht.)
*
Der Reichstag, der heute in die Pfingſtferien ging und deshalb
ſeine Beratungen um 12 Uhr eröffnete, nahm zunächſt ohne Debatte
das Abkommen zwiſchen Deutſchland, der Freien Stadt Danzig und
Polen über die Durchführung des Artikels 312 des Verſailler Vertrages
in allen drei Leſungen an und begann dann die zweite Beratung des
Geſetzentwurfes über die Erlaubnis für die Herſtellung von
Zünd=
hölzern.
Nach einer kurzen Erklärung wandte ſich Reichswirtſchaftsminiſter
Dr. Curtius gegen die Bedenken, die gegen das Zündholzmonopol
in der Oeffentlichkeit laut geworden ſind. Er wies vor allem den
Vor=
wurf zurück, daß die Regierungsparteien im Ausſchuß eine Vergewalte
gung der Minderheit und einen Bruch der Geſchäftsordnung vorge
nommen hätten. Der Entwurf ſei vielmehr im Ausſchuß ſorgfältig
be=
raten, und es ſei die Ueberzeugung aller Beteiligten geweſen, daß die
ganze Materie voll aufgeklärt ſei. Die Zurückverweiſung an den
Aus=
ſchuß ſei mr wegen des ſogenannten Falles Behrend erfolgt, der
eben=
falls voll aufgeklärt worden ſei. Was die Vorlage ſelbſt betreffe, ſo
könne von einer Schädigung deutſcher Intereſſen keine Rede ſein. Es
ei ſelbſtverſtändlich, wenn der Schedentruſt an der einmal erzielten
Verſtändigung ſoweit wie möglich feſthalte. Das überwiegende
Inter=
eſſe der deutſchen Werke beſtehe in dem Zuſtandekommen des
vorliegen=
den Geſetzes. Die Ablehnung des Geſetzentwurfes würde die Sprengung
des Syndikats und die vollkommene Aufſaugung der deutſchen
Fabri=
ken durch den ſchwediſchen Truſt bedeuten
Dagegen werde durch die
Annahme des Geſetzes eine Beſchränkung des Schwedentruſtes auf 65
Prozent der Zündholzinduſtrie und damit die Beſeitigung der Gefahr
weiterer Ueberfremdung erreicht werden. Schließlich ſehe das Geſetz
ja auch die 50prozentige Beteiligung der deutſchen Fabriken, ſowie
deutſchen Vorſitz und deutſche Majorität im Aufſichtsrat
*. Der
Geſetzentwurf bedeute die Beendigung des Konkurrenzkampfes mit
großem Abſatz und Ausfuhr. Das Geſetz verſtoße auch nicht gegen die
Reichsverfaſſung.
In der Debatte, die ſich im weſentlichen mit den Ausführungen
während der erſten Leſung des Geſetzes beſchäftigte, ſchloſſen ſich die
Vertreter der Regierungsparteien der Anſicht des Miniſters an.
Da=
gegen vertraten die Sprecher der Oppoſition — Sozialdemokraten,
Kom=
muniſten und Demokraten — übereinſtimmend den Standpunkt, daß
dieſes Geſetz dem Privatmonopol des Schwedentruſtes die Grundlac
zu ungeſtörter Exiſtenz bieten und zur Folge haben werde, daß die
deutſche Zündholzinduſtrie vom Weltmarkt ausgeſchaltet werde.
In der Abſtimmng wurden die Anträge der Oppoſition jedoch
ab=
gelehnt und der Geſetzentwurf gegen die Stimmen der Demokraten,
Sozialdemokraten und Kommuniſten in zweiter und dritter Leſung
an=
genommen.
Das Haus nahm dann noch einen Bericht über die Beratungen des
Bildungsausſchuſſes über Berufsſchulkurſe (Kurſe für Schulentlaſſene
entgegen und eine Entſchließung des Ausſchuſſes, in der die
Reichs=
regierung aufgefordert wird, auch für jugendpflegeriſche Arbeiten in
Erwerbsloſenſchulen Kredite bereit zu ſtellen.
Hierauf vertagte ſich das Haus auf den 14. Juni, nachmittags 3 Uhr.
Vom Tage.
Der Reichsrat hat ſich geſtern damit einverſtanden erklärt, daß der
Darmſtädter Oberlandesgerichtsrat Dr. Güngerich
mit einer der beiden freiwerdenden
Reichsgerichts=
ſtellen betrant wird.
Der Reichsrat ſtimmte dem vom Reichstag beſchloſſenen
Geſetz zur Verlängerung des Republikſchutzgeſetzes
zu, ohne Einſpruch zu erheben.
Aus Anlaß der vom 18. bis 20. Mai in Dresden ſtattfindenden
Tagung des Deutſchen Offiziersbundes fand geſtern ein
Begrüßungsabend im großen Saale des Ausſtellungspalaſtes in
Dres=
den ſtatt, zu dem zahlreiche Offiziere des alten Heeres, Abordnungen
von Militärvereinigungen und ſonſtige Ehrengäſte erſchienen waren,
Beſonders ſtürmiſch begwißt wurde der greiſe Feldmarſchall v.
Macken=
ſen, der in kurzen kernigen Worten zur Einigkeit und Pflichterfüllung
mahnte.
In Berlin wurde die Jahrestagung des Hanſa=
Bundes eröffnet.
Nach Mitteilungen an die Preſſe iſt es richtig, daß mit den in
Frage kommenden Regierungen Beſprechungen im Gange ſind, in denen
Deutſchland die Forderung erhebt, zur
Mandatskom=
miſſion des Völkerbundes zugelaſſen zu werden.
Die deutſchen Abgeordneten Oſtoberſchleſiens haben Marſchall
Pil=
ſudſkis telegraphiſch aufgefordert, Schritte zur Wiederherſtellung
geſetz=
mäßiger Zuſtände in der ſchleſiſchen Wojwodſchaft zu unternehmen.
Der italieniſch=ungariſche Freundſchaftsvertrag,
der dem ungariſchen Abgeordnetenhaus vorgelegt wurde, fand
all=
gemeine Zuſtimmung.
Die nächſte Völkerbundstagung iſt auf Montag, den
13. Juni, nach Genf einberufen worden. Die Tagung (es
iſt die 45.) wird unter dem Vorſitz Chamberlains ſtattfinden. Die
Tagesordnung umfaßt 29 Punkte.
Nach einer Schätzung der National Induſtrial Conference Board
beläuft ſich bas amerikaniſche Geſamteinkommen, für
1926 auf 78 694 Millionen gegen 77 313 Millionen Dollar 1925.
Die Truppen Wu Pei=fus ſind von der Armee Feng
Yuh=ſiangs geſchlagen worden.
Kammer und Regierung in Frankreich
Allerlei Spannungen.
Von unſerem B=Korreſpondenten.
Paris, 19. Mai.
Die innerpolitiſche Sitation wird immer geſpannter. Die
linksſtehende Oppoſition — die Sozialiſten, und der mit ihnen
ſympathiſierende Teil der Radikalen — führen einen erbitterten
Kampf gegen die Regierung. Jetzt iſt ihnen ein Vorſtoß geglückt:
die Diskuſſion über die Zollreform wurde auf Anfang Juni
ver=
legt. Offiziell geſchah dies wit Willen der Regierung, in
Wirk=
lichkeit bedeutet die Aufſchiebung der Debatte einen Rückzug.
Bokanowſkis Projekt wurde von Vincent Auriol und von Malvy
heftig bekämpft, und die Regierung war wit Rückſicht auf die
heikle Lage gezwungen, ihren Handelsminiſter, ſo ziemlich im
Stich zu laſſen. Poincaré war in ſeiner Bewegungsfreiheit durch
die Hinweiſe auf ein vertrauliches Schreiben, das er an der
Präſident der Finanzkommiſſion, Malvy, gerichtet hat, ſtark ge
hindert. Der Rückzug der Regierung in dieſer Frage zeigt die
Schwierigkeiten in der Kammer ſehr deutlich. Es verlautet, daß
die Regierung in der Zollfrage zu weitgehenden Kompromſſen
geneigt iſt. Offiziell war man ja jetzt vur auf eine ſachliche
De=
batte vorbereitet, da die Zollvorlage erſt in einigen Wochen
endgültig fertig und ausgearbeitet vorliegen ſoll
Die Oppoſition iſt ſehr ſtolz auf ihren Sieg. Man ſpricht
bereits von einer „Galvaniſierung” des Kartells. In
Wirklich=
keit war aber der Vorſtoß der Oppoſition durch zufällige
Um=
ſtände ſehr erleichtert. Und Bokanowſkis Projekte — was
durch=
aus kein Werturteil bedeuten ſoll — gehören ſtets zu den
ſchwa=
chen Punkten der Regierung.
Die Kammer ſoll ſich jetzt, wenigſtens nach Abſicht der
Re=
gierung, mit den Militärgeſetzen befaſſen. Aber es iſt ſehr ſchwer,
bei der jetzigen Situation ingendeine Vorausſoge zu wachen.
Bei vielen Fraktionen beſteht die mehr oder minder geheime
Ab=
ſicht, die Frage der Wahlveform gegen den Willen der Regierung
in den Vordevgrund zu ſchieben.
Die allgemeine Verſtimaug in der Kammer hat ſich auch
darin manifeſtiert, daß wan jedes Vorgehen gegen die
kommu=
niſtiſchen Abgeordneten unmöglich macht. Ein Vorſchlag des
rechtsſtehenden Abgeordneten Blaizot, daß man eine neue
Unter=
ſuchungskommiſſion gegen die kommmiſtiſchen Abgeordneten
zu=
ſammenſtellen ſoll, wurde zurüchkgewieſen. Desgleichen der
An=
trag, daß gegen weitere ſechs kommniſtiſchen Abgeordneten die
Unterſuchung eingeleitet werden ſoll, abgelehnt. Das alles zeigt
die allgemeine Verſtimng der Kammer gegen die Regierung.
Die innerpolitiſche Lage iſt geſpannt.
Die Weltwirtſchaftskonferenz.
Kampf der Ruſſen um Anerkennung ihrer
Wirtſchaftsform.
EP. Genf, 19. Mai. (Prwv.=Tek.)
Die Weltwirtſchaftskonferenz feiert auch heute vormittag.
wenigſtens offiziell, denn es finden wiederum nur einige
ge=
ſchloſſene Komiteeſitzungen ſtatt. Dafür iſt die Aufregung in den
Couloirs um ſo größer infolge der geſtern bereits von uns
ge=
meldeten Abreiſedrohung der ruſſiſchen Delegation. In der
Mit=
teilung, die dem Präſidenten der Welwwirtſchaftskonferenz,
Theunis, und dem Direktor der Wirtſchaftsabteilung des
Völker=
bundes, Sir Arthur Salter, über die ruſſiſche Forderung
ge=
macht wurde, iſt von einem Ultimatum keine Rede. Es wird dort
einfach der Einſpruch der ruſſiſchen Delegation gemacht, der
dahingeht, daß in einer der großen Reſolutionen ein Paſſus
eingefügt werden ſoll, in welchem auf die beſondere Eigenart
und die beſonderen Bedingungen des ſowjetruſſiſchen
Wirt=
ſchaftsſyſtems Rückſicht genommen wird. Die Meinungen in
Kon=
ſerenzkreiſen über dieſe Forderung ſind nach wie vor ſehr
ge=
teilt. Während einige, beſonders amerikaniſche und ſkandinaviſche
Kreiſe meinen, daß man dieſer Forderung ohne weiteres
ent=
ſprechen könne, da es ſich nur um die Anerkennung eines
tat=
ſächlich beftehenden Zuſtandes handele, ſind andere
Konferenz=
kreiſe der Anſicht, daß die Weltwirtſchaftskonferenz gerade in
dieſer Forderung nicht nachgeben dürfe. Sie machen geltend, daß
die Tatſache des Beſtehens einer von der kapitaliſtiſchen
grund=
ſätzlich verſchiedenen Wirtſchaftsform in Rußland durchaus nicht
erwieſen ſei, und daß durchaus nicht feſtſtehe, ob nicht in
Sowjet=
rußland unter anderem Namen und in weniger veränderter Form
die gleichen Wirtſchaftsformen herrſchen, wie im übrigen Europa.
Die Begründung, die von der ruſſiſchen Delegation ihrem Schritt
gegeben wird, iſt übrigens weit mehr politiſcher Art und ſteht mit
den Problemen der Wirtſchaftskonferenz nur in einem überaus
loſen Zuſammenhang. Dieſen Erfolg braucht die Moskauer
Delegation, weil ſonſt die Stimmung in Rußland, wie ſie ſagt,
die der Teilnahme an den Genfer Arbeiten ſowieſo nicht günſtig
war, gänzlich umſchlagen könnte. Die Moskauer Regierung, für
die — daraus wird gar kein Hehl gemacht — die Londoner
Poli=
zeiaktion ein ſchwerer Schlag war, weil dadurch die extremiſtiſchen
Elemente, die jede Zuſammenarbeit mit Europa ablehnen,
ge=
rechtfertigt werden, würde noch mehr geſchwächt werden, wenn
ſie jetzt nicht einmal eine Anerkennung des ſowjetruſſiſchen
Wirt=
ſchaftsſyſtems, als ein beſonderes Syſtem durchzuſetzen imſtande
wäre.
Die ruſſiſche Delegation hatte heute nachmittag Beſprechungen
mit den Mitgliedern der Koordinationskommiſſion und den
lei=
tenden Perſönlichkeiten der Konferenz. Eine Entſcheidung über
das Schickſal ihrer Wünſche iſt noch nicht gefallen und iſt wohl
auch vor der morgigen Sitzung der Koordinationskonferenz nicht
zu erwarten. Dieſe Sitzung beginnt um 9½ Uhr. Richtig iſt, daß
die ruſſiſche Delegation auf einer möglichſt ſchnellen Entſcheidung
ihres Antrages beſtanden hat.
Einigung in der Kartellfrage.
In der Kartellfrage iſt heute vormittag im Redaktionskomitee der
2. Kommiſſion der Reſolutionsentwurf einſtimmig angenommen worden
Aus der Tatſache, daß der franzöſiſche Berichterſtatter, der
Großindu=
ſtrielle Peyrimhoff, die Berichterſtattung über dieſe Frage aber
nieder=
gelegt hat und geſtern abend nach Paris abgereiſt iſt, um erſt morgen
abend oder übermorgen wieder zu kommen, wird hier der Schluß
ge=
zogen, daß die Einigung in der Kartellfrage auf Koſten des bisherigen
franzöſiſchen Standpumktes zuſtandegekommen iſt. Die Berichterſtattun
übernimmt der zweite Berichterſtatter, der Italiener Pirelli, der
wahr=
ſcheinlich morgen vormittag in der Sitzung der Induſtriekommiſſion ein
Darſtellung der Verhandlungen geben wird. Die urſprünglich im
Plane Loucheurs gelegene ſehr warme Empfehlung der Kartelle und
der internationalen Induſtrieverſtändigung als eines Heilmittels für die
Wirtſchaftskriſe dürfte infolge der deutſch=engliſcheitalieniſchen
Ueber=
einſtimmung in dieſer Frage nur in ſehr abgeſchwächter Form
aus=
geſprochen werden, und die Reſolution wird nach dem Muſter der Rede
des deutſchen Delegierten Lammers ebenſo die Schattenſeiten wie die
Vorzüge der Kartelle hervorheben. Vor allem aber wird ſie hinſichtlich
der Möglichkeiten einer Kontrolle ſehr ſkeptiſch und, was die
internatio=
nale Kontrolle angeht, gänzlich ablehnend ſein. Da die Reſolution aber
rein akademiſchen Charakter hat und ſich lediglich auf Feſtſtellungen
beſchränkt, konnten ihr die Franzoſen zuſtimmen.
FFortſchritte auf dem Gebiet
der Vitaminforſchung.
II.
Die Bedeutung der Zuſatznährſtoffe, der Vitamine, für die
Ernährung und die Geſunderhaltung des Körpers beſonders der
Jugendlichen iſt in ihrem vollen Umfange erſt während des
Welt=
krieges bekannt geworden. Die Unterſuchung der Vitamine und
das Studium der durch ihr Fehlen in der Nahrung
hervorge=
rufenen Mangelkrankheiten war aber außerordentlich erſchwert,
weil ſich dieſe eigenartigen Nährſtoffe nicht rein darſtellen ließen,
weder durch chemiſche noch durch phyſikaliſche Methoden
nachge=
wieſen werden konnten und im biologiſchen Verſuch erſt dann
Aenderungen bewirkten, wenn ſie fehlten. Eine Prüfung des
Vitamingehaltes eines Nahrungsmittels war nur an Tieren
möglich, die völlig vitaminfrei ernährt worden waren. Die
Amerikaner haben zuerſt ſolche Tierverſuche in größerem
Um=
fange vorgenommen. Es gelang ihnen, ein Futter herzuſtellen
das völlig frei von Zuſatznährſtoffen war. Fütterte man Ratten,
Mäuſe oder Meerſchweinchen mit ſolchem Futter, ſo entwickelten
ſich nach einiger Zeit beſtimmte Mangelkrankheiten, und die
Tiere ſtarben ſchließlich. Gab man den Tieren Futter, in dem
nur das A=Vitamin oder ein anderes Vitamin fehlte, ſo ent
wickelte ſich nur die für das Vitamin charakteriſtiſche
Mangel=
krankheit. Dabei verhielten ſich die Tierarten allerdings
ver=
ſchieden. So zeigte es ſich, daß eine Tierart, z. B.
Meerſchwein=
chen, auffallend widerſtandsfähig gegen Mangel an einem
be=
ſtimmten Vitamin waren, während wieder Mäuſe beim Fehlen
eben dieſer Vitaminart außerordentlich ſchnell in charakteriſtiſcher
Weiſe erkrankten. Junge Tiere waren empfindlicher gegen
Vita=
minmangel als ältere Tiere. Aenderung der äußeren
Lebens=
bedingungen, Aufenthalt im Dunklen oder Fehlen gewiſſer Salze
in der Nahrung, Unterernährung, Krankheiten und andere
Um=
ſtände bewirkten ein ſtärkeres Vitaminbedürfnis. War dann an
den vitaminfreiernährten Tieren die charakteriſtiſche
Mangel=
krankheit eingetreten, ſo ſetzte man dem vitaminfreien Futter
vitaminhaltige Nahrungsmittel zu und konnte dadurch die
experi=
mentell erzeugte Mangelkrankheit heilen. Dieſes Verfahren
diente nun dazu, den Gehalt der einzelnen Nahrungsmittel an
g=B= und C=Vitaminen feſtzuſtellen, und es zeigte ſich ſehr
vald, daß die Vitaminmenge, der Zuſatz an vitaminhaltiger Nah=
rung nur ganz gering zu ſein brauchte, um das Auftreten der
Mangelkrankheit zu verhüten. Der Vitamingehalt tieriſcher
Or=
gane, z. B. des Fettes der Schlachttiere, aber auch der Milch und
Autter, iſt nicht im Tier ſelbſt entſtanden, ſondern durch die
Pflanzennahrung aufgenommen worden. Es wird alſo Vitamin
im Tierkörper aufgeſpeichert. Erhält ein älteres Tier mit reichen
Vitaminvorräten vitaminfreie Nahrung, ſo dauert es längere
Zeit, bis der Vitaminvorrat aufgebraucht iſt und die
charakte=
riſtiſche Mangelkrankheit eintritt. Durch Huldſchinkſky u. a. konnte
nachgewieſen werden, daß der Gehalt gewiſſer öliger und fett
haltiger Nahrungsmittel, z. B. Milch, geſteigert wird, wenn das
Nahrungsmittel mit ultravioletten Strahlen beſtrahlt wird. Auch
das Sonnenlicht enthält viel ultraviolette Strahlen. Der
Vita=
mingehalt der grünen Pflanze entſteht vermutlich durch
Licht=
einwirkung. In den letzten Jahren iſt die Vitaminforſchung
durch deutſche Gelehrte beſonders gefördert worden. Profeſſor
Stepp, Jena, berichtete über den gegenwärtigen Stand der
Vitaminforſchung auf der letzten Naturforſcher= und
Aerzte=
verſammlung Herbſt 1926 in Düſſeldorf und teilte dabei mit, daß
die Forſchungen über das A=Vitamin oder fettlösliche Vitamin
bisher am weiteſten gediehen wären. Dieſes Vitamin iſt am
reichlichſten im Lebertran enthalten. Der Dorſch, von dem der
Lebertran gewonnen wird, ernährt ſich zwar hauptſächlich von
kleinen Seetieren, dieſe führen ihm aber die Vitamine indirekt
durch ausſchließliche Ernährung mit grünen Algen zu. In der
Leber wird Vitamin beſonders reichlich geſpeichert. Sie enthält
ungefähr vierzig mal ſo viel Vitamin als der Muskel. Ferner
wurde ein für das Nervenſyſtem wichtiges Vitamin entdeckt, das
aber auch für andere Körpergewebe von größter Bedeutung iſt.
Wichtig ſcheint ſchließlich auch noch ein anderes neuentdecktes
Vitamin zu ſein, das ſich vor allen Dingen in den Keimlingen
von Körnerfrüchten findet und bei deſſen Mangel eine
Beein=
trächtigung der Fortpflanzungsfähigkeit eintritt.
In der allerjüngſten Zeit hat der Göttinger Phyſiologe Prof
Windaus durch die Entdeckung eines faſt reinen Vitamins, ſowie
durch neue Unterſuchungsmethoden die Vitaminlehre ganz
außer=
ordentlich gefördert. Die Tatſache, daß zahlreiche pflanzliche
und tieriſche Nahrungsmittel durch Beſtrahlung mit
ultraviolet=
tem Licht die Fähigkeit erlangen, auf die künſtlich durch
Vitamin=
mangel erzeugte Rachitis (Knochenerweichung) der Ratten
hei=
lend einzuwirken, ergab, daß das Vitamin in den betreffenden
Nahrungsmitteln in einer Vorſtufe, dem Provitamin, enthalten
Dar, das erſt durch die Beſtrahlung zum Vitamin wurde.
Das Provitamin iſt chemiſch ein fettähnlicher Körper und
gehört in die Gruppe der Stearine, deren Unterſuchung durch
Prof. Windaus ſeit zwei Jahrzehnten mit beſonderem Erfolg
durchgeführt worden war. Auf Anregung engliſcher und
ameri=
kaniſcher Forſcher hat Prof. Windaus ſeine Forſchungen auf das
Vitaminproblem ausgedehnt. Mit allen bekannten Mitteln wurde
verſucht, das Provitamin rein darzuſtellen, doch blieben die
Ver=
ſuche trotz aller Bemühungen und größter Experimentierkunſt zu=
nächſt ergebnislos. Erſt nachdem es gelungen war, das
Chole=
ſtearin, eines der im Tier= und Pflanzenkörper verbreitetſten
Stearine, in ſeine chemiſchen Beſtandteile zu zeilegen und dann
den Ausgangsſtoff im Laboratoriumsverſuch wieder aufzubauen,
fand ſich eine auffallende und hochbedeutſame Verſchiedenheit.
Das künſtlich aufgebaute, regenerierte Choleſtearin zeigte alle
chemiſchen Eigenſchaften des natürlichen Choleſtearins, erwies
ſich jedoch beſtrahlt oder unbeſtrahlt als vollkommen
wirkungs=
los. Ihm fehlte demnach das im natürlichen Choleſtearin
vor=
handene Provitamin.
Die optiſche Unterſuchung des urſprünglichen und
regene=
rierten Choleſtearins, die gemeinſam mit dem Göttinger Phyſiker
Pohl durchgeführt wurde, ergab jedoch, daß ein bei allen
natür=
lichen Choleſtearinpräparaten im Spektrum beobachteter
Abſorp=
tionsſtreifen im ultravioletten beim regenerierten Choleſtearin
vollkommen verſchwunden war. Es zeigte ſich, daß jener
Abſorp=
tionsſtreifen dem Provitamin ſelbſt zuzuſchreiben iſt, das
dem=
nach als ein zwar hartnäckiger, aber durch chemiſche Methoden
entfernbarer Begleiter des Choleſtearins aufzufaſſen war. Aus
dieſen Experimenten ließ ſich eine Methode herausarbeiten, die
es ermöglichte, ohne Tierexperimente den Gehalt an Provitamin
zu erkennen. Indeſſen blieb die Natur des Provitamins noch
vollkommen im Dunkeln.
Die Forſcher gingen nun daran, verſchiedene Stearine au
ihren Gehalt an Provitaminen hinſichtlich ihres
ſpektralanaly=
tiſchen Verhaltens wie hinſichtlich des Tierexperiments zu unter
ſuchen und zu vergleichen. Aber erſt, nachdem 35 verſchiedene
Stearine vergeblich unterſucht worden waren, fand Profeſſor
Windaus im Ergoſtearin, das in niederen Pflanzen,
beſon=
ders in Pilzen, vorkommt, einen Stoff, der das geſuchte
Pro=
vitamin in ungeheurer Menge enthält. Das Ergoſtearin zeigt
den charakteriſtiſchen Streifen im Spektrum etwa 4000 mal ſtärker
als die Choleſtearinpräparate. Eine tägliche Gabe von einem
Tauſendſtel Milligramm des beſtrahlten Ergoſtearins genügt,
um eine rachitiſche Ratte innerhalb höchſtens drei Wochen zu
heilen. An antirachitiſcher Wirkſamkeit iſt ein Milligramm des
beſtrahlten Ergoſtcarins 20 Gramm Lebertran gleichwertig.
Da=
mit iſt alſo im Ergoſtcarin zum erſten Male ein faſt reines
Vita=
min gewonnen toorden. Ueber die praktiſche Bedeutung der Enk
deckung hat ſich Prof. Windaus nur mit großer Zurückhaltung
geäußert. Sie liegt zunächſt darin, daß es möglich ſein wird,
Präparate des antirachitiſchen Vitamins von genau bekannten
Wirkungswert darzuſtellen und damit ein gut doſierbares
Heil=
mittel zu gewinnen. Ob die angebahnten chemiſchen Erkenntniſſe
Einblicke in den Mechanismus der Vitaminwirkung ſelbſt
er=
lauben werden, läßt ſich heute noch nicht beurteilen.
Dr. med. Georg Kaufmann.
Numer 139
Freitag, den 20. Mai 1927
Geite 3
Der engliſch=rufſiſche KonMikt.
Ereegung in Moskau.
Lie Auswirkungen der Arcos=Affäre. —
Annäherungs=
verſuche zwiſchen Rußland und Amerika.
* Niga, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Londoner Arcos=Affäre hat Moskau in einen Taumel der
Er=
ſeigung verſetzt. Die erſte Reaktion der Oeffentlichkeit auf die Nachricht
her die Durchſuchung der Räume der Handelsgeſellſchaft in London
yrg dahin, daß England nunmehr zum Generalangriff gegen
Sowjet=
wißland ausholt. Auch in Mostauer politiſchen und diplomatiſchen
ſto eiſen hat die Nachricht wie ein Blitz vom heiteren Himmel gewirkt.
„Te Anzeichen deuten darauf hin, daß Moskau an einem
Wende=
ſankt ſeiner Außenpolitik ſteht.
Im Mittelpunkt all dieſer Konferenzen und Beſprechungen ſtehe
nattürlich zunächſt die Arcos=Affäre. Die Partei ſcheint bemühl
ſein, den Zwiſchenfall als eine Preſtigefrage aufzufaſſen. Ihre.
nominenten Mitglieder ſprechen ſich denn auch ziemlich peſſimiſtiſch
iſg er die Möglichkeit einer gütlichen Einigung mit England aus,
wäh=
cid ſie andererſeits gleichzeitig angeſichts des zuneymenden Einfluſſes
der Rechtskonſervativen in England dafür eintreten, daß Rußland einen
chääirferen Ton anſchlägt. Die Mitglieder der Regierung wünſchen
enoch keine Ueberſpannung des Bogens und würden eine annehmöare
25 ſung begrüßen, weun durch ſie die Sowjetregierung moraliſch nicht
zu, ſehr ins Hintertreffen geraten würde. Außerordentlich
bemerkens=
enert iſt der heutige Beſchluß des Rates der Volkslommiſſare, wonach
Hmndelsbeziehungen zwiſchen der Sowjetunion und
ausländi=
chen Staaten nur in dem Falle angebahnt und aufrecht erhalten
wer=
da ſollen, wenn auch diplomatiſche Beziehungen zwiſchen
der Sowjetregierung und dem jeweiligen Staat bereits beſtehen. Die=
Beſchluß wäre geeignet, die Lage zu verſchärfen, da er den
unmittel=
darren Hinweis an die Adreſſe Englands enthält. Daß die Sowjetunion
anger gewvillt iſt, auch hier eine Ausnahme zu machen, geht aus dem Nach=
* der Entſchließung hervor, in dem es heißt, daß der Arbeits= und
Verteidigungsrat berechtigt iſt, beſondere Staaten aus dieſer Regel
aus=
zmehmen. — Ueberhaupt iſt trotz der einer gütlichen Löſung
zunei=
gumden Tendenz der Sowjetregierung aber auch der Wille feſt=uſtellen,
ausf alle Möglichkeiten gefaßt zu ſein. In dieſer Nichtung
ſi=d die neuen Annäherungsverſuche zu verſtehen, die
zwi=
ſchen Rußland und Amerika bereits
eingeleitet wvorden ſind
ſurd über die ſich der Außenhandelskommiſſar Mikojan in einer Rede
gersführlich geäußert hat.
Trotzdem iſt man ſich in Moskau natürlich des Ernſtes der
Lag=
vllkommen bewußt, um ſo mehr, als gerade dieſe Angelegenheit der
Cppoſition neues Waſſer auf ihre Mühlen gibt. Der Londoner
Iviſchenfall wird jetzt von der Oppoſition in jeder Weiſe ausgenutzt.
Gwompliziert wird die Situation durch die neuerliche Unruhe, die in
A=oskauer Finanz= und Regierungskreiſen um den Tſcherwonez
ei tſtanden iſt. Der Mißerfolg der Handeſs= und S
huldenverhandlun=
gun mit Frankreich hat eine ſcharfe Rückwirkung auf den Stand der
De=
wöFe ausgeübt, und die wachſenden Wirtſchaftsſorgen tragen weiter dazu
b)i, die finanzielle und wirtſchaftliche Lage der Sowjetunion nach wie
vor als ſehr ernſt erſcheinen zu laſſen.
Eine ruſſiſche Note an London.
Die Sowjetregierung hat in Verfolg der Arcos=Affäre eine
Proteſtnote nach England geſandt, die in London beträchtliches
Aufſehen erregt hat. Es iſt nicht zu verkennen, daß die
Si=
tütation nicht unbedenklich iſt, und daß die engliſche
Regierung vor eine Entſcheidung geſtellt iſt, wie ſie ſchlwvieriger
jürum gedacht werden kann, da immerhin nicht abgeleugnet
wer=
den lann, daß ſich die engliſchen Polizeiorgane
ſthwere Uebergriffe und Verſtöße gegen das
Völker=
rechtzuſchulden haben kommen laſſen und von der engliſchen
Megierung feierlich gegebene Verſprechungen nicht innegehalten
haben. Da andererſeits bei dieſer Gelegenheit der engliſchen
Re=
g=erung einige Dokumente, in die Hände gefallen ſind, die
dae Sowjetregierung kompromittieren, wird es ihr
wicht ſchwer fallen, es wenigſtens nach außen hin glaubhaft zu
wrachen, daß ſie triftige Gründe für ihre Maßnahmen gehabt hat.
Sioweit die Frage ſachlich bisher zu überſehen iſt, iſt alſo nicht
zut erwarten, daß die Engländer, wie die Diehards es wünſchen,
eine unvernünftige Andwort geben werden, insbeſondere weil die
mrſſiſche Note das Hauptgewicht darauf legt, daß die britiſche
Regierung eine Erklärung darüber abzibt, ob ſie eine weitere
Gentwicklung der engliſch=ruſſiſchen Handelsbeziehungen wünſche
oſcder nicht, und erſt von der Antwort auf dieſe Frage es abhängig
maacht, ob die Sowjetregierung ſich entſchließen wird, eine
Ent=
ſoſhuldigung von England zu verlangen.
In der Note der Sowjetregierung heißt es: Die
Sowjet=
vegierung erklärt kategoriſch, daß die Fortſetzung der
Handels=
keziehungen nur unter der Bedingung genauer Erfüllung des
handelsübereinkommens, durch die großbritanniſche Regierung
mnd der Garantierung ruhiger ſachgemäßer Arbeit der
wirtſchaft=
ſdchen Organe der Sowjetunion möglich iſt. Mit gleicher Ent=
ſchiedenheit erklärt die Sowjetregierung, daß ſie ſich nicht damit
zufrieden geben kann, daß die Durchführung der
Handelsoperatio=
nen in Zuſammenhang mit zufälligen innerparteilichen
Kom=
binationen in England, Wahlmanövern oder phantaſtiſchen
Vor=
ausſetzungen dieſes oder jenes Miniſters gebracht wird. Die
Sowjetregierung hält ſich für berechtigt, von der
groß=
britanniſchen Regierung eine klare und unzweideutige
Antwort zu verlangen, aus der man entſppechende
Schlußfol=
gerungen ziehen kann. Sie hält ſich ferner, für berechtigt, die
Forderung zu ſtellen, daß die großbritanniſche Regierung wegen
der Verletzung vertraglicher Verpflichtungen, wegen der der
Sow=
jetregierung zugefügten Beleidigung und der durch polizeiliche
Handlungen zugefügten materiellen Schäden
Genug=
tuung gebe.
England leiſiet keinen Schadenerſatz.
EP. London, 19. Mai.
Im Parlament überraſchte der Innenminiſter die
Frage=
ſteller mit der Mitteilung, daß er noch immer nicht in der Lage
ſei, eine vollſtändige Erklärung über die Hausſuchungen im
Ge=
bäude der „Arcos” abzugeben. — Gerüchtweiſe verlautet, daß
dieſe Zurückhaltung in engem Zuſammenhang mit dem Beſuch
des franzöſiſchen Präſidenten ſtehe. Die Debatte über den
Fall „Arcos” und weitere Erklärungen des Innenminiſters ſind
um eine volle Woche verſchoben worden.
Mehrere Abgeordnete verſuchten, durch an die Regierung
ge=
richtete Fragen etwas über die Durchſuchung des Sowjet=Hauſes
zu erfahren. Der Innenminiſter erwiderte:
1. daß kein Ruſſe in der Spezialabteilung von Scotland
Yards angeſtellt ſei;
2. daß neun vereidigte Dolmetſcher zur Ueberſetzung der
be=
ſchlagnahmten Schriftſtücke herangezogen werden mußten;
3. daß die engliſche Regierung keine Entſchädigung für den
in den Räumen des „Arcos” angerichteten Schaden bezahlen
werde:
4. daß die engliſchen Gerichte das Recht beſäßen, in den
Räumen der in England niedergelaſſenen einheimiſchen oder
aus=
ländiſchen Firmen Hausſuchungen vorzunehmen.
Gerüchte um das geſuchte Dokument.
Es hat nicht ausbleiben können, daß die internationale
Oef=
fentlichkeit ſich mit dem Dokument beſchäftigt, das angeblich den
Anlaß zu der Unterſuchung der engliſchen Regierung bei der
Sowjethandelsdelegation in London geweſen ſein ſoll. In
Ber=
lin ſind ganz eigenartige Verſionen über dieſes Schriftſtück
ver=
breitet. Einmal ſoll es ſich um einen engliſch=
franzö=
ſiſchen Aufmarſchplan gegen Deutſchland, zum
anderen um einen Aufmarſchplan Englands gegen
Rußland, der Deutſchland als Aufmarſchland benutze,
han=
deln. Die engliſche Regierung dürfe ſich vermutlich hüten,
Auſ=
klärung über den wahren Inhalt des Schriftſtückes zu geben.
Wahrſcheinlich werden auch die Ruſſen nichts darüber verlauten
laſſen, wenn ſie es haben. Auf der anderen Seite aber haben
die Ruſſen ein ſehr großes Intereſſe daran, aus dieſem
Schrift=
ſtück inſoweit Kapital zu ſchlagen, als ſie es zu Verdächtigungen
der engliſchen Politik Deutſchland gegenüber benutzen. Um ſo
törichter wäre es, wenn die deutſche Oeffentlichkeit in dieſe Falle
hineingeht. Die deutſchen amtlichen Stellen erklären
offiziell, daß ihnen von dieſem Schriftſtück nichts bekannt iſt. Das
iſt ſelbſtverſtändlich. Aber, ſelbſt wenn die Gerüchte richtig wären,
die darüber im Umlauf ſind, würden ſie doch nur beweiſen, daß
die Engländer ſich auf alle Möglichkeiten
vor=
bereitet haben. Die militäriſche Ausarbeitung
ſolcher Pläne geſchieht natürlich ganz unabhängig von den
Richtlinien der allgemeinen Politik. Aus dem Beſtehen
eines derartigen Aufmarſchplanes würden alſo noch keineswegs
irgendwelche Folgerungen auf ein Einſchwenken der engliſchen
Politik gegen Deutſchland gezogen werden können.
W9
* Der Heſſiſche Landtag fur sacheungge
Näumung der beſetzten Gebiete.
Darmſtadt, 19. Mai.
Der Landtag nahm heute am Schluß ſeiner Sitzung folgende
Entſchließung einſtimmig an:
„Noch immer laftet auf Heſſen ſchwerer als auf jedem
an=
deren deutſchen Reichsgebiet, der ſtarke Druck der franzöſiſchen
Beſatzung. Es erſcheint daher trotz der zugeſagten Reichshilfe
unmöglich, die Finanzen unſeres Staates in Ordnung zu bringen
und darin zu erhalten, ſolange neben den anſchwellenden, zeitlich
unbegrenzten Dawesabgaben das Wirtſchaftsleben des beſetzten
Heſſen und ſeines Randgebietes, durch das Uebermaß an
Be=
ſatzungstruppen leidet, und ſolange aus demſelben Grunde, die
heſſiſche Staatskaſſe zu Millionen=Aufwendungen an die Beamten
des beſetzten Gebietes (Sonder= und Beſatzungszulagen)
ge=
zwungen iſt.
Mit Nachdruck ſtellt der Landtag feſt, daß ſich auch nach dem
Vertrag von Verſailles die Beſetzung deutſcher Gebietsteile heute
überhaupt nicht mehr rechtfertigen läßt.
Mit Entſchiedenheit fordert der Landtag die ſchleunige
Räu=
mung der beſetzten heſſiſchen und deutſchen Gebiete.
Mit unveränderter Zuneigung gedenkt er gleichzeitig der
durch die unverminderte Beſatzungsſtärke und Beſatzungsdauer
enttäuſchten und bedrückten Volksgenoſſen am Rhein und
ver=
ſichert ſie ſeiner ſteten Treue.
Von der heſſiſchen Regierung erwartet und fordert der
Land=
tag, daß ſie wie ſeither auch in Zukunft alles tun wird, um das
beſetzte Gebiet vom Drucke fremder Truppen befreien zu helfen.”
*
Präſident Adelung eröffnet um 10 Uhr 20 Minuten die Sitzung.
Nach Beantwortung zlveier kommuniſtiſcher kleiner Anfragen
wer=
den die Beratungen des Staatsvoranſchlags bei den zum Miniſterium
des Innern gehörenden Kapiteln aufgenommen (Kapitel 27—52).
Abg. Hofmann (Ztr.) betont, jede Politiſierung ſei abzulehnen
und die Vereinfachung dürfe nicht bloß die Schutzpolizei betreffen. Die
Provinzialdirektionen müßten beibehalten werden. Das Gemeinderecht
ſei auszugeſtalten; für die Magiſtratsverfaſſung ſei in Heſſen kein Boden.
Notwendig, ſei auch ein Beamtenrecht. Ein Aufſichtsrecht des Staates
über die Gemeinden ſei nicht zu umgehen. Bei der Gasfernverſorgung
handle es ſich um eine Landesangelegenheit. Regierung, Landtag und
Gemeinden ſollten hier zuſammenarbeiten.
Abg. Dr. Niepoth (D. V.P.) erklärt, die Verwaltungsreform ſei,
nach dem Zeugnis der Sozialdemokraten, auf dem Marſche und die
Ar=
beit ſei ſchon weit gediehen. Die „einheitliche Linie” der Koalition ſei
wieder feſtgeſtellt, denn Abg. Hofmann habe ſo ziemlich das Gegenteil
wie Abg. Schreiber geſagt. Als er (der Redner) früher behauptet habe,
daß Pläne beſtünden, die Kreisämter abzubauen, hätten die Demokraten
widerſprochen, jetzt habe Abg. Schreiber dies doch beſtätigt. Es ſei
ge=
rade ein Vorzug der Verwaltung, daß die Provinzialdirektoren nicht
bloß Staatsbeamte ſeien. Was aber Abg. Schreiber wolle, ſei die
Poli=
tiſierung dieſer Poſten. Die Deutſche Volkspartei werde ſich dem Abbau
lokaler Behörden widerſetzen. Es ſei nichts dagegen einzuwenden, wenn
die rheinheſſiſche Bevölkerung ſelbſt eine Aenderung der Kreisgrenzen
wünſcht. Der finanzielle Effekt einer ſolchen Reform, die Aufhebung
von Kreisämtern, ſtehe in keinem Verhältnis zu den Unzuträglichkeiten,
die ſie mit ſich bringe. Die Regelung des Beamtenrechtes ſei notwendig;
die Deutſche Volkspartei habe zwei Anträge dazu geſtellt, ſie verlange
die Sicherſtellung der Bezüge der Gemeindebeamten und Schutz gegen
willkürliche Entlaſſungen. Der Redner bittet den Miniſter, dafür zu
ſorgen, daß die Ortsſatzungen der Gemeinden nicht monatelang oder
gar jahrelang im Miniſterium liegen bleiben; es ſei zu empfehlen, wie
auch in der Verwaltungsreform vorgeſehen, daß nach einigen Wochen
die Satzungen als genehmigt gelten, wenn kein Einſpruch erhoben werde.
Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) fordert den Abbau an den
Zen=
tralſtellen. Für die Provinzialdirektionen ſei in Heſſen kein Raum, ſie
hätten eigentlich keine Funktionen innerhalb des Verwaltungsapparates.
Durch die Neuordnung der Bauverwaltung wären die
Provinzial=
verwaltungen unnötig geſtärkt worden. Die Neuordnung der
Bau=
verwaltung ſei ein Mißgriff geweſen; ſie werde in wenigen Jahren
aufgehoben werden müſſen. Die Kreisverwaltungen müßten erhalten
bleiben; man könne wohl im Einvernehmen mit der Bevölkerung eine
Neueinteilung der Kreiſe vornehmen. Die Anſtellung und Beſoldung
der Gemeindebeamten ſolle den Gemeinden, aus Gründen des
Selbſt=
verwaltungsrechtes, überlaſſen bleiben; eine Schematiſierung ſei auf
dieſem Gebiete zu vermeiden. Die Regierung wüiſſe das Aufſichtsrecht,
namentlich über die Finanzen, behalten, es aber auch ausüben. Die
öffentlich=rechtlichen Banken (Sparkaſſen uſw.) hätten ſich in einer Weiſe
entwickelt, die mit dem öffentlich=rechtlichen Charakter nicht mehr
ver=
einbar ſind; die Regierung müßte hier unbedingt einſchreiten. Die
erwaltung in Heſſen ſei im großen und ganzen in Ordnung, nur die
wilden Schößlinge und Sprößlinge der letzten Jahre müßten beſeitigt
werde. Eine Verwaltungsreform ſei gar nicht nötig. Die
Verein=
fachung der Polizei habe nicht, wie behauptet wurde. 60 000 Mark
Er=
ſparung gebracht, ſondern ſie erfordere einen Zuſchuß von 400 00 Mk.
3. Abonnement=Konzert des Städt. Orcheſters.
Der zukünftige erſte Dirigent des Städtiſchen Orcheſters muß
nielſeitig ſein. Er ſoll Volkskonzerte divigieren, Platzmuſiken,
hei Marſchmuſiken an der Spitze des Orcheſters durch die Straßen
zu ehen und ſoll dem Orcheſter muſikaliſcher Erzieher ſein. Dieſe
hitztere Aufgabe dünkt uns zurzeit die wichtigſte und notwendigſte.
ASon dieſem Standpunkt aus betrachtet, brachte das vorgeſtrige
Konzert im Saalbau eine Ueberraſchung. Der Dirigent des
Abends kommt von Alzey und heißt Naumann und entpuppte
ſoch im Verlaufe des Konzertes als außerordentlich
feinfühlen=
der Muſiker, der in wenigen Proben eine erſtaunliche
Erziehungs=
anbeit an den Muſikern des Städtiſchen Orcheſters vollbracht hat.
Was ſcheint ein Muſiker zu ſein von Kopf und Herz, und wir
haben das Gefühl, daß das Orcheſter ſelbſt und die Zuhörerſchaft
mnſere Meinung teilen. Das Programm umfaßte außer der
MMendelsſohn=Ouvertüre zu „Ruy Blas” die „Unvollendete” von
SSchubert, das „Siegfried=Idyll”, „1. Peer=Gynt=Suite” und einen
SStrauß’ſchen Walzer nach Motiven der „Fledermaus”. Ganz
eſinerlei, ob man mit allem in Auffaſſung und Wiedergabe ein=
Merſtanden war, Naumanns Perſönlichkeit intereſſierte von der
arrſten bis zur letzten Note. Er verſteht, ohne große Geſten ſeinen
Willen dem Orcheſter aufzuzwingen und hat alle Bedenken, die
man gegen die Wahl dieſer anſpruchsvollen Stücke im Hinblick
aruf die augenblickliche Leiſtungsfähigkeit des Städtiſchen
Orche=
ßters haben konnte, gründlich zerſtreut. Das Orcheſter war nicht
wiederzuerkennen, und wenn auch natürlich drei Proben nicht
ge=
rrügen, um Mängel, namentlich der Holzbläſer, abzuſtellen, ſo
wwar es geradezu erſtaunlich, mit welcher Abtönung insbeſondere
boei den Streichern muſiziert wurde. Eine gewiſſe Gefahr ſehen
zwir in der Vorliebe des Herrn Naumann für breite, allzu breite
„Tempi. Der zweite Satz der „Unvollendeten” (namentlich der
1Anfang) litt unter dieſer Neigung, mehr aber noch das „
Sieg=
frried=Idyll”, das keine Sekunde länger dauern darf, als höchſtens
n17 Minuten und vorgeſtern abend 22 Minuten für ſich in Anſpruch
mahm. Auch fehlte in der „Freiſchütz”=Arie, die ein Mitglied
wer Opernſchule der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt zum
Vor=
mrrag brachte, reſtloſe Ueberlegenheit bei Begleitung der
rezita=
uriviſchen Stellen. Das fällt aber alles nicht ins Gewicht
gegen=
üüber den, wie mir ſcheint, gar nicht alltäglichen Muſikerqualitäten
oes Dirigenten. Herr Naumann ſcheint Muſiker von Wiſſen und
Willen zu ſein, ſeine Dirigentenhand von außerordentlicher
Leich=
ntigkeit, ſeine Bewegungen plaſtiſch, verſtändlich und, wie geſagt,
uich glaube, er iſt ein Erzieher für das Städtiſche Orcheſter, wie
wir ihn nicht beſſer wünſchen können. Vom rein künſtleriſchen
tandpunkt aus iſt die Frage für mich alſo gelöſt. Herr Nau=
mann wird der richtige Mann am richtigen Poſten ſein.
Fräu=
lein Kießling erfreute und überraſchte mit der Agathen=Arie.
Ihre weiche, ſchöne, nach der lyriſchen Seite beſonders ergiebige
Sopranſtimme hat in der Schule Beines viel gelernt und iſt den
techniſchen und muſikaliſchen Schwierigkeiten der gar nicht
leich=
ten Agathen=Arie vollauf gewachſen und brachte auch das
Schluß=
allegro, das ins dramatiſche Gebiet hinauf reicht, ſo überzeugend,
daß man ſich freuen kann, daß die junge Dame ab Herbſt dem
Landestheater Darmſtadt verpflichtet wurde, wo ſie hoffentlich
Gelegenheit hat, ſich künſtleriſch zu vervollkommnen. Sie fand
reiche Anerkennung bei den Zuhörern, die ſie durch die Art
ihres Singens und Auftretens ebenſo zu gewinnen verſtand, wie
der Dirigent es verſtanden hat, das Publikum an ſich glauben
zu machen, das auch ihm gegenüber in beifallsfreudigſter
Stim=
mung war.
O.
Beethoven=Abend.
Die Ortsgruppe Darmſtadt des Bayreuther Bundes der
Deutſchen Jugend veranſtaltete geſtern abend im Feſtſaale des
Realgymnaſiums einen Beethoven=Abend, der eröffnet wurde mit
der heiter=ſonnigen Serenade für Flöte, Violine und Bratſche in
D=Dur op. 25 und zum Schluß eine Bearbeitung des Septettes
op. 20 von Beethovens eigener Hand für Klarinette, Cello und
Klavier brachte. Das Septett, das ſchon von jeher zu
Beet=
hovens populärſten Werken gehörte, iſt auch in dieſer Faſſung
voll ſo gewinnender Anmut und Klarheit, daß man ſeine ſpürbare
Länge gerne mit in Kauf nimmt, zumal wenn die Wiedergabe,
wie es geſtern der Fall war, nach der Seite des Zuſammenſpiels
und der Einzelleiſtungen vollauf befriedigen konnte. Die Herren
Haynau und Klammer (Klarinette und Cello) bewähren
ſich bei jeder Aufgabe von neuem, und Frau Elſe Hucke (
Kla=
vier), welche ausgeſprochen pianiſtiſche Begabung beſitzt, fehlt
nur Uebung und Routine, um ſie in den Stand zu ſetzen, am
Klavier nicht nur Spielerin, ſondern Führerin zu ſein. Der
oben genannten Serenade nahmen ſich die Herren Jung (Flöte),
Hucke (Violine) und Horn (Bratſche) in gediegenem
Zu=
ſammenſpiel an, wobei der Bratſche an Qualität des Tones der
Vorrang gebührte.
Im Mittelpunkte des Programms und des Intereſſes ſtand
Hans Höfflin, Tenor und Darmſtädter Liebling, der
Beet=
hovenſche Lyrik („An die ferne Geliebte‟ „Adelaide‟, „Wonne
der Wehmut”, „Mit einem gemalten Band‟ „Der Kuß”) zum
Vortrag brachte. Die Stimme des ſympathiſchen Künſtlers
fin=
den wir ſchwerer, voller, heldiſcher geworden, geblieben iſt aber
die Wärme und die Natürlichkeit des Vortrages, und ſo gelang
es ihm, in durchaus geſchmackvoller Weiſe übrigens, die
ſchmach=
tende Sehnſucht, die ſämtlichen Liedern eigen, erfolgreich zu
ge=
ſtalten. Daß der liebenswürdige Sänger, dem auch gelegentlich
bemerkbare Koketterie des Vortrags gar nicht übel anſteht,
leb=
haft gefeiert wurde, verſteht ſich von ſelbſt. Beſonders dankbar
waren die Damen für das letzte Lied, wo er erzählte, daß er die
Chloe geküßt hätte, die dann heftig geſchrien hätte — aber erſt
viel, viel ſpäter. Das ließ die Herzen der Bubiköpfe höher
ſchlagen und erzwang eine Zugabe des mit Recht beliebten und
hier immer gern geſehenen Künſtlers.
O.
*Anna=Bornemann=Ausſtellung.
In der Bücherſtube Bodenheimer hat die
Darm=
ſtädter Malerin Anna Bornemann eine Kollektion
inter=
eſſanter Aquarelle ausgeſtellt, die der Beachtung vor allem derer
eindringlich empfohlen ſei, die den modernen Ausdruck der
Farbenſprache der Kunſt lieben. Alle dieſe Blätter ſind ſehr feine
Farbenſtudien und nur als ſolche zu würdigen. Die Künſtlerin
lehnt es ab, in zeichneriſcher Kleinkunſt den Blumen — um
Blumenſtücke handelt es ſich meiſt — Form oder auch
ornamen=
tale Geſtalt zu geben. Für ſie iſt die Blume in der Natur und
auch ſelbſtändig ein lebendiger, duftiger Farbfleck, den gibt die
Künſtlerin, impreſſioniſtiſch geſehen, wirkſam wieder. Sehr flott,
ſehr breit und flächig iſt ihre Farbengebung, aber ſie iſt auch
ſehr fein, und einige Blätter erinnern lebhaft an gute und feine
japaniſche Kunſt.
* Soziologie als Lehrfach an deutſchen Hochſchulen. Von Dr. Hans
Lorenz Stoltenberg, Privatdozent für Sozialpſychologie und
allgemeine Soziologie in Gießen, mit einem Vor= und Nachwort von
Geh.=Rat Prof. Ferdinand Tönnies, Kiel, Präſident der deutſchen
Ge=
ſellſchaft für Soziologie. Verlag G. Braun, Karlsruhe. Preis 1 Mk.
In knapper und klarer Form gibt der Verfaſſer der Broſchüre eine
wiſſenſchaftliche Begründung der Berechtigung der Soziologie als
Lehr=
fach nicht nur an deutſchen Hochſchulen und Handelsſchulen, ſondern
mehr noch an jeder Univerſität überhaupt und dort vertreten durch eine
bſtändige Profeſſur möglichſt innerhalb der philoſophiſchen Fakultät.
enn keiner, der die menſchliche Kultur wiſſenſchaftlich zu begreifen ſucht,
kann ungeſtraft an der Soziologie, die nach Tönies die Wiſſenſchaft des
Staatsmannes von übermorgen ſein wird, vorübergehen. Aber auch,
nicht bloß Wiſſenſchaft treiben, ſondern den praktiſchen Beruf des
ens beherrſchen will, braucht ein möglichſt feines Wiſſen von ſeinen
Zuſammenhängen, wie der Arzt, der Lehrer, der Pfarrer, aber auch der
Werbefachmann der Agent und der Organiſator, der Verwaltungs
be
nte und Politiker. Wer tiefer in das Problem der Soziologie eile
dringen will, der findet in dieſem kurzen, aber inhaltreichen uo di
weiterer Forſchung anregenden Leitfaden ein reichhaltiges Quelten
material.
Nummer 139
Seite 4
744 Polizeibeamte habe man in ihrer Stellung gehoben, alle anderen
Beamte dagegen auf die Verwaltungsreform vertröſtet.
Um 11.30 Uhr tritt eine halbſtündige Pauſe ein. Nach
Wiederauf=
nahme der Verhandlungen teilt der Präſident mit, daß in der nächſten
Woche, am Dienstag und Mittwoch, vormittags und nachmittags
Sitzun=
gen ſtattfinden. Die übrigen Tage der kommenden Woche ſind
ſitzungs=
frei. Am Freitag ſoll der Finanzausſchuß tagen. Man hoffe, bis
Pfingſten die Budgetberatung zu Ende führen zu können.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) führt u. a. aus: Der Abg. Schreiber
habe, als er die Wählbarkeit der Provinzialdirektoren verlangte,
un=
bewußt einen Vorſtoß gegen das Berufsbeamtentum unternommen;
er habe auch gleich auf eine hohe Gehaltsgruppe gezielt. Seine, des
Redners Partei, wende ſich dagegen, die Demokratie zum Herrgott
für alles zu machen. Bei Wahlen für ein Amt würde niemals jemand,
der nicht über Beredſamkeit verfügt, in den Vordergrund treten. Das
Volk habe die Wählerei gwidlich ſatt. Wenn die Verwaltungsreform
ſo ausſehe, wie die Neuordnung der Bauverwaltung, die eine
Ver=
mehrung der Laſten gebracht habe, ſo müſſe man dafür danken. Die
Polizei verdiene eine Beſſerſtellung, weil ſie mit ihrem Leben für den
Schutz der Bürger eintreten müſſe. Für die Bekleidung der Polizei
winſcht Redner in erſter Linie die Heranziehung des heſſiſchen
Ge=
werbes. Er kritiſiert die Antwort der Regierung auf ſeine Beſchwerde
über die Störung der Sonntagsheiligung durch Viehtransporte zu den
Märkten und macht Vorſchläge zu einer befriedigenden Regelung. Zu
beklagen ſeien die Rohheitsakte an den Landſtraßen durch Abbrechen
junger Bäume. Die Gerichte ſollten dafür ſtrengere Strafen verhängen.
Wenn man gegen die Nationalſozialiſten einſchreite, ſolle man auch
gegen die Kommuniſten in Offenbach vorgehen. Die Demokratiſche
Partei, die ſich in der Rolle des Greiſes auf dem Dache befinde, der
ſich nicht zu helfen wiſſe, habe ausgerechnet die Deutſchnationalen
an=
gegriffen, namentlich den Reichsminiſter des Innern. Die Demokraten
ſollten einmal daran denken, wie ſie ihren Innenminiſter Külz behandelt
hätten. Insbeſondere wendet ſich der Redner gegen die Behauptung des
Abg. Schr iber, daß ſeit dem Eintritt der Deutſchnationalen ſich die
auswärtige Beziehungen Deutſchlands verſchlechtert hätten.
Gs ſprechen noch die Abg. Galm (Kom.), Reiber (Dem.), Kindt
(Ontl.), Ritzel (Soz.), Dr. Niepoth (D.V.P.) und Dr. Werner (Ontl.),
die ſich im weſentlichen parteipolitiſch auseinanderſetzen
Freitag, den 20. Mai 1927
Vizepräſident Nuß bittet alle Parteien auf ein möglichſt hohes,
geiſtiges Niveau der Debatten bedacht zu ſein.
Der Präſident teilt mit, daß heute über die Kapitel 27—33 nicht
ab=
geſtimmt wird.
Vor ſehr ſchwach beſetztem Hauſe begwindet Abg. Leuſchner (Soz.)
in längerer Rede die Anträge der Sozialdemokratie zum Polizeiweſen.
Er ſpricht im Sinne dieſer Anträge namentlich für eine
Vereinheit=
lichung der Polizei und für höhere Beſoldungen. Da der Redner
wünſcht, daß der Miniſter des Innern bei ſeinen weiteren Ausführungen
zugegen iſt, werden um 1.45 Uhr die Verhandlungen abgebrochen.
Nächſte Sitzung heute, vormittags 10 Uhr.
Preußen und das Reich.
* Berlin, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Der Kleinkrieg zwiſchen Preußen und dem Reich, der durch
die Schuld des preußiſchen Miniſterpräſidenten vor aller
Oeffent=
lichkeit ausgefochten wird, nimmt nachgerade unerträgliche
Formen an. Herr Braun hat dem Preußiſchen Landtag eine
Denkſchrift mit ſeinen Beſchwerdepunkten gegen das Reich
vor=
gelegt. Prompt wird daraufhin von der Reichsregierung
mit=
geteilt, daß die preußiſche Regierung es nicht einmal
für notwendig gehalten habe, dieſe Denkſchrift
auch auf die andere Seite der Wilhelmſtraße
hin=
überzugeben, ſondern es der Reichsregierung
über=
laſſen habe, auf dem Umweg über die
Zeitungs=
lektüre davon Kenntnis zu nehmen. Herr Braun hat
in dieſer Angelegenheit eine mehr als unglückliche Hand gehabt.
Er hat ſich, wenn wir recht unterrichtet ſind, bereits in aller
Form eine geharniſchte Abfuhr durch den Reichskanzler geholt,
und es wäre dringend erwünſcht, wenn dieſe ganze
unerquick=
liche Diskuſſion aus der Oeffentlichkeit verſchwände. Sachlich
ſind ja beide Teile gar nicht ſo weit auseinander.
Die kommende Genfer Ratstagung.
EP. Genf, 19. Mai.
Am 13. Juni beginnt in Genf die 45. Ratstagung unter
Vorſitz des engliſchen Außenminiſters Chamberlain. Die ſoeben
vom Völkerbundsrat veröffentlichte Tagesordnung umfaßt
29 Punkte, darunter mehrere Fragen von allgemeinem Intereſſe.
Der Ratstagung wird von dem deutſchen Ratsmitglied ein
Be=
richt über die Arbeiten der Weltwirtſchaftskonferenz erſtattet
werden. Ferner ſtehen auf der Tagesordnung: ein Bericht des
Generalſekretärs des Völkerbundes und die engliſche Anregung,
die Zahl der jährlichen Ratstagungen von vier auf drei
herab=
zuſetzen, ſowie Berichte über die Durchführung wirtſchaftlicher
Sanktionen ſeitens des Völkerbundes und über die Rechtslage.
die ſich aus der Durchführung wirtſchaftlicher Sanktionen,
be=
ſonders der wirtſchaftlichen Marineblockade ergibt. Zwei
Dan=
ziger Fragen, über die Danziger ſtädtiſche Anleihe und der
Be=
richt der ſtändigen Militärkommiſſion über die Lagerung und
den Transport von Kriegsmaterial im Gebiet der freien Stadt
Danzig, ſtehen ebenfalls auf der Tagesordnung, ferner die Frage,
ob die deutſche Regierung auf Grund des Abkommens von
22. Mai 1926 mit der Botſchafterkonferenz verpflichtet iſt, dem
Völkerbund eine Liſte ihrer zivilen Luftſchiffahrt einzureichen.
Außer einer Reihe von Verwaltungsfragen und Berichten ſteht
noch die Ernennung von zwei Vertretern in der Kommiſſion für
internationale geiſtige Zuſammenarbeit und in der beratenden
Kommiſſion für die Frage der geiſtigen Arbeiter auf der
Tages=
ordnung ſowie der Bericht der Sachverſtändigenkommiſſion für
die Kodifizierung des internationalen Rechtes.
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Ihre am Samstag, den 21. Mai 1927, nachmittags 3 Uhr,
in der Stadtkapelle stattfindende Trauung beehren sich
an-
zuzeigen
Darmstadt, Mai 1927.
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Gertrud Bach
Ernst Ludwig Oöbel
(13629
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Auzeige.)
Am 18. Mai 1927 entſchlief ſanft im Herrn nach langem,
mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unſer
guter Vater, Schwiegervater und Großvater
Wilhelm Leherer
nach kaum vollendetem 64 Lebensjahre.
In tiefſter Trauer:
Anna Lehzerer, geb. Barban
und Kinder.
Darmſtadt, Hanau, Heppenheim a. d. B.
(8372
Beſſungerſtr 1.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 21. Mai 1927, 11 Uhr
vormittags, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und
zahl=
reichen Blumenſpenden anläßlich des Hinſcheidens meiner
lieben, unvergeßlichen, treuſorgenden Gattin und Mutter
ſpreche ich auf dieſem Wege Allen meinen herzlichſten Dank
aus. Beſonders danken wir den Herren Aerzten, Schweſiern
und Helferinnen des Eliſabethenſtiftes und Herrn Dr. Volz
für ihre liebevolle Pfiege und Mühewaltung, Sie uns zu
erhalten, ferner den Herren Pfarrern Waldeck und
Wieß=
müller für ihren Troſt.
Georg Blitz und Kinder.
Kranichſtein, den 19. Mai 1927.
UNS WURDE EINE TOCHTER
HANNELORE WONNE
GEBOREN
MALER R. NESTORDIEHL
UND FRAU
DARMSTADT
Of
(*13591
Am 16. Mai 1927 wurde
unſer lieber Vater,
Groß=
vater und Schwiegervater
Herr
Eiſenbahn=Werkmeiſter i. R.
von ſchwerem Leiden durch
einen ſanften Tod erlöſi.
Die trauernd. Hinterbliebenen:
Anna Krämer
Familie Fritz Biedenkapp,
Ober,Stadtſekretär.
Die Beerdigung fand auf
Wunſch des Verſiorbenen in
der Stille ſtatt. cis6es
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter
Teilnahme und überaus reichen Kranz=
und Blumenſpenden bei dem
Heim=
gang unſerer teuren und
unvergeß=
ichen Entſchlafenen, ſagen wir auf
dieſem Wege Allen unſeren innigſten
Dank. Beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Weigel für ſeine troſtreichen
Worte am Grabe, ſowie ihren
Mit=
konftrmanden für die
Kranznieder=
legung.
(8417
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
L. Lamp.
Rieder Ramſtadt, den 19 Maf 1927.
Parkett-Reinigung
Mühiſtr. 26 Gebr. Lang Telef. 1433
7050a)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſie nnſerer lieben Tochter,
Schweſter und Schwägerin
Margarete
und für die zahlreichen Kranz= und
Blumen=
ſpenden, ſowie den Schulkameraden und dem
Herrn Pfarrer Uhl für ſeine troſtreichen Worte
am Grabe ſprechen wir hierdurch unſern beſten
Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Wagner.
Braunshardt, den 18. Mai 1927.
(13647
Dankſagung.
Zurückgekehrt vom Grabe unſerer lieben Mutter
drängt es uns, für alle unſere Herzen ſo wohltuend
be=
rührenden Beweiſe aufrichtiger und herzlicher Teilnahme
von Nah und Fern für die überaus troſtreichen Worte
des Herrn Pfarrer Schäfer und Allen, die ihr das letzte
Geleit gegeben, unſeren tiefempfundenen Dank
auszu=
ſprechen.
Im Namen der trauernden Hinterdliebenen:
Georg Schmitt.
Darmſtadt,
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Nummer 139
Freitag, den 20. Mai 1927
Seite 5
1
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Aermichent
Niche 41
nt Hlufe
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Fauf der 5o
Bentonmſin
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 20. Mai.
u.
Was ſoll die Feier des „Muttertages”?
Der Zuſammenbruch, der durch den Weltkrieg über uns gekommen
iſt, hat nicht nur unſer politiſches und wirtſchuftliches Leben auf das
chwerſte getroffen, ſondern auch die geiſtigen, ſittlichen Kräfte und
Ge=
rmüttswerte unſeres Volkslebens in traurigſte Mitleidenſchaft gezogen.
Wor allem iſt das Familienleben in weiten Kreiſen mſeres Volkes
ge=
lockert, erſchüttert und zerſetzt, und damit iſt das ganze Leben unſeres
Wolkes für die Zukunft gefährdet, denn die Familien, nicht die einzelnen
MMenſchen, ſind die Zellen, aus denen ſich der ganze Volkskörper und ſein
Seben aufbaut. Verfallen die Einzelzellen dem Verderben, dann muß
oer ganze Körper früher oder ſpäter zugrunde gehen. Für den
Wieder=
mufbau des Familienlebens murß deshalb mit allen Kräften hingearbeitet
averden, und zwar gleichzeitig von innen und von außen: In
wirtſchaft=
richer und ſozialer Hinſicht muß alles getan werden, um ein
Familien=
treben zu ermöglichen, wie es die herrlichen Dichterworte preiſen:
„Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder,
Und herrſchet weiſe im häuslichen Kreiſe,
und lehret die Mädchen und wehret den Knaben,
Und reget ohn Ende die fleißigen Hände.
Und mehrt den Gewinn mit ordnendem Sinn,
Und fület mit Schätzen die duftenden Laden,
Und dreht um die ſchnurrende Spindel den Faden,
Und ſammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die ſchimmernde Wolle, den ſchneeichten Lein.
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
und ruhef nimmer.”
DDie Gemütswerte müſſen wieder hervorgeholt werden, die von den
TTrümmern des Zuſammenbruchs zum großen Teil verſchittet ſind:
Wiebe und Treue Achtung und Dankbarkeit. Hier will der Muttertag
inſetzen, und zwar tut er das in dem Punkt, wo trotz allem noch
Emp=
ſindung und Anknüpfungsmöglichkeit vorhanden iſt. Der Muttertag
wvill die Saite anſchlagen, bei deren Schwingungen noch am meiſten ein
Mitklingen im Gmpfindungsleben der Menſchen zu erwarten iſt, er will
wie Menſchen packen an ihren Empfindungen für die eigene Mutter, um
ſo einen Anſatz zu ſchaffen, an dem ſich der Sinn für ein gemütvolles,
änniges, kinderfrohes Familienleben wieder aufs neue entwickeln und
Feſtigen kann.
So will der Muttertag Aufbauarbeit leiſten im idealſten Sinne
Wieſes Wortes, Aufbauarbeit für das Glück des Einzelnen, der Familie
md des ganzen Volkes. Darum laßt uns dieſen Sonntag als „
Murtter=
ſtag” feiern, an dem jeder, ob alt oder jung in beſonders ehrender Weiſe
einer Mutter gedenhen möge. — Eine öffentliche Feier findet
mm Sonntag, den 22. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Städtiſchen Saal=
Wbeu ſtatt. Eintritt frei,
Ai.
— Ernannt wurden: am 11. Mai: der Lehrer Peter Barth an der
WVolksſchule zu Brensbach, Kreis Dieburg, zum hauptamtlichen Fort=
Wildumgsſchullebver an der Fortbildungsſchule zu Brensbach und
Um=
ugegend. Kreis Dieburg; der Lehrer Georg Schallmayer zu Buden=
Geim. Kreis Mainz, zum Rektor an der Volksſchule daſelbſt; der
Schul=
namtsanwärter Georg Ahlheim aus Schwanheim zum Lehver an
er Volksſchule zu Balkhauſen, Kreis Bensheim; der
Schulamts=
ganwärter Friedrich Boller aus Mittel=Gründau, Kreis Büdingen,
um Lehrer an der Volksſchule zu Groß=Karben, Kreis Friedberg; der
SSchulamtsanwärter Richard Meller aus Ebersheim. Kreis Mainz,
um Lehrer an der Volksſchule zu Bodenheim, Kreis Oppenheim; der
SSchulamtsanwärter Adolf Friſter aus Lindenfels, Kreis Bensheim,
zum Lehrer an der Volksſchule zu KnodemSchannenbach, Kreis Bens=
Gheim: die Zeichenlehramtsanwärter: Hermann Grün aus Reiskirchen
zum Reallehrer an der Weidig=Oberrealſchule in Butzbach, Erich Türk
aus Hopfmannsfeld zum Reallehrer an der Oberrealſchule und dem
PProaymnaſium in Alzey, beide mit Wirkung vom 1. April 19R7 ab.
Vorbereitung für den Staatsbienſt im Juſtiz und
Verwaltungs=
fach. Die Verordnung vom 30. April 1879 iſt abgeändert: Von der
wpraktiſchen Vorbereitungszeit muß zunächſt ein Jahr bei einem
Amts=
gericht verwendet werden; von den übrigen zwei Jahren ſoll der
Refe=
rvendar zwei Monate bei einem Arbeitsgericht, vier Monate
bei einem Landgericht, zuvei Monate bei einer Staatsanwaltſchaft, zehn
MMonate bei einem Rechtsanwalt und ſechs Monate bei einem Kreisamt
Eeſchäftigt ſein.
— Heſſiſches Landestheauer. Heute beginnt an der Tageskaſſe des
Großen Hauſes der allgemeine Vorverkauf zu der Aufführung der
19. Sinkonie von Beethoven am Dienstag, den 24. Mai, abends
8 Uhr. Das Werk, vor dem die 2. Sinfonie geſpielt werden wird, ſteht
munter der muſikaliſchen Leitung von Generalmuſikdirektor Joſeph
Roſen=
ſtock. Außer dem hier bekannten Sängern, Anna Baumeiſter=Jacobs,
Sans Hoefflin und Heinrich Hölzlin, wird Nia Ginſter, Frankfurt a. M.,
ädie von der geſamten Preſſe außerordentlich anerkannte
Oratorien=
rund Konzertſängerin, mitwirken. Die öffentliche Hauptprobe zu dem
Konzert findet Montag, den B. Mai, ebenfalls abends 8 Uhr, ſtatt.
Die Preiſe ſir, die Probe betragen 1 bis 5 Mk., für das Konzert 1,50
bis 7 Mark.
Morgen wird im Kleien Haus, nachmittags 3 Uhr, als letzte
Vor=
ſtellung der Samstagsfremdenmiete Adams „König für einen
Tag” gegeben.
— Streſemann ſpricht im Rundfunk. Die uns vom Südweſtdeutſchen
Rundfunk=Nachrichtendienſt übermittelte MMeldung, daß
Reichsaußen=
miniſter Dr. Streſemann im Rundfunk ſpreche, bedarf inſofern der
Be=
richtigung, daß dieſe Rede erſt am Donnerstag, 26. Mai, gehalten wird.
Volkshochſchule. Am Mittwoch, den 23. Mai, abends 5 Uhr.
findet eine Führung durch die Heſſiſche Landesbibliother
ſtatt. Die Teilnehmer müſſen ſich bis Dienstag, abends 7 Uhr, in der
Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule einſchreiben laſſen. Am Sonntag,
den 29. Mai, vormittags findet eine Führung durch das
Schloß=
muſeum ſtatt (Dauer etwa 1 Stunde). Gebühr 30 Pf. Die
Teil=
nehmer müſſen ſich bis Freitag, den V. Mai, in der Geſchäftsſtelle der
Volkshochſchule einſchreiben laſſen.
Liederzweig Darmſtadt. Am kommenden Samstag, den 21. Mai,
abends, findet auf dem „Heiligen Kreuz” der Ehrenabend der Jubilare
ſowie Auszeichnung der Sänger des Liederzweig ſtatt. Wie in den
ver=
gangenen Jahren, ſo iſt es auch in dieſem Jahre wieder ein freudiges
Ereignis, mehreren Jubilaren für langjährige treue Mitgliedſchaft die
Ehrenurkunde ſowie zahlreichen Sängern die Auszeichnung für ſtändigen
Singſtundenbeſuch überreichen zu köunen. Ganz beſonders erfreulich iſt
es, daß unter den auszuzeichnenden Sängern mehrere ſind, die ſich ſchon
einige Jahre hintereinander die Auszeichnung erworben haben. Für
eine reichhaltige Vortragsfolge iſt beſtens geſorgt; auch die tanzfreudige
Jugend kommt auf ihre Rechmung. Gäſte ſind herzlichſt willkommen.
—Geſangsſchule Profeffor Carl Beines. Aus dem Schülerkreiſe
von Profeſſor Carl Beines wurden ab Herbſt 1927 verpflichtet: 1 Frl.
Gleißberg=Leipzig. 1. Koloraturſoubrette, ans Stadttheater Mainz,
2. Herr Hennecka=Mannheim, 1. Heldenbariton ans Stadttheater
Kottbus, 3. Herr Hänſe=Mannheim, 1. lhriſcher Bariton, ans
Stadt=
thegter Ulm, 4. Herr Gütlich=Frankfurt a. M. Baß, ans
Stadt=
theater Mainz; weiterhin, wie ſchon bekannt: Frl. E. Kiesling von
der Opernſchule der Städt. Akademie für Tonkunſt Darmſtadt, Sopran,
ans Landestheater Darmſtadt, Frl. Hedwig Kaufmann, von der
Opernſchule der Städt. Akademie für Tonkunſt Darmſtadt. Alt. an das
Stadtthegter Mainz, und Frl. E. Fiſcher von der Opernſchule der
Städt. Akademie für Tonkunſt Darmſtadt, Sonbrette, ans Sommer=
Operettenthegter Darmſtadt.
Sonderfahrt der Reichsbahndirektion nach
dem Vogelsberg.
—Unter den Sonderfahrten, die die Reichsbahndirektion Mainz
in gewiſſen Abſtänden unternimmt, um dem mit Glücksgütern
nicht gerade überſchwenglich reich geſegneten Teil der
einheimi=
ſchen Bevölkerung die Kenntnis der ſchönſten und
bemerkens=
werteſten Landſchaften der näheren und weiteren Umgebung zu
vermitteln, wird die für Sonntag, den 29. Mai,
vorge=
ſehene Tour einen ganz beſonderen Rang einnehmen.
Das Ziel dieſer Fahrt, die mit zwei in Frankfurt am Main
ſich vereinigenden Sonderzügen (von Wiesbaden—Mainz und
von Darmſtadt aus) unternommen wird, bildet der
Vogels=
berg, ein Waldgebiet, das zu den ſtimmungsreichſten und den
reizvollſten deutſchen Mittelgebirgslandſchaften gehört und das
ſeltſamerweiſe lange nicht in dem Maße bekannt iſt und
allge=
mein geachtet wird, wie es das ſeiner einzigartigen Natur wegen
verdiente. Prachtvolle Wälder mit uralten Baumbeſtänden, wie
man ſie in der Zeit intenſivſter Forſtwirtſchaft nur ſelten noch
antrifft, nehmen den Wanderer in ihren grünen Blätterdom auf
und laſſen ihn den unverſiegbaren Zauber des deutſchen
Hoch=
waldes, den viele nur noch vom Hörenſagen kennen, mit vollen
Zügen genießen. Von den Berggipfeln ſchweift das Auge
weit=
hin über Berge und Täler, über Wieſen und Auen und über
ſpärliches Ackerland, in dem ſich ein in harter Arbeit geſtähltes
Volk müht und plagt, um dem kargen Boden das
Lebensnot=
wendigſte abzuringen. Ernſt und herb wie das Land ſelbſt iſt
dieſes Volk. und doch hat es ſich in ſeinen Städten und
Städt=
chen ein Stück lebendiger Schönheit eingefangen, hat eine
Kul=
tur von höchſter Eigenart aufblühen laſſen, die aller Tünche
und Schminke entbehrt, die echt und bodenſtändig iſt. Sie kennen
zu lernen iſt gewiß eine lohnende Aufgabe.
Die Fahrt am letzten Maiſonntag verſpricht mit den ſich
anſchließenden Wanderungen, die in Schotten enden, für alle
Naturfreunde reichſte Abwechſlung und vielſache Anregungen.
Bei der Ausarbeitung der Wanderpläne wurde darauf Rückſicht
genommen, daß ſowohl die guten Fußgänger wie die weniger
Wanderrüſtigen ihre beſonderen Wünſche voll und ganz erfüllt
finden. Und ſo werden denn — ſo wollen wir hoffen — recht
Viele von der ſeltenen Gelegenheit Gebrauch machen, einmal
einen ganz ſchönen Spätfrühlingsſonntag in der Wälderſchönheit
des Vogelsbergs unterzutauchen und im lieben, altertümlichen
Schotten mit unſeren oberheſſiſchen Landsleuten freundliche
Grüße auszutauſchen. Näheres iſt aus der amtlichen
Bekannt=
machung und den Aushängen auf den Bahnhöfen zu erſehen.
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zu 18 Monaten auch ohne Ansahlung — Mütsen Sie die
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niedrigen Preisen vorhanden sind!
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— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Wanderabteilung. Die
dierte Wanderung der Turngeſellſchaft 1875 findet am Sonntag, den
22. Mai, ſtatt. Das Endziel iſt der Felsberg, der Sammelpunkt
von der Gauwanderung des Main=Rheingaues, die am gleichen Sonntag
ſtattfindet. Unſere Wanderung führt ab Nieder=Ramſtadt über den
Breitenſtein—Frankenhauſen—Staffeler Kreuz nach dem Felsberg, und
am Nachmittag weiter nach Zwingenberg an der Bergſtraße. Die
Turn=
vereine des vierten Bezirks des Main=Rheingaues werden ſich an unſerer
Wanderung beteiligen, um dann geſchloſſen um 11 Uhr auf dem
Fels=
berg einzutreffen. Wir laden unſere Mitglieder zu dieſer Wanderung
ein und rechnen auf eine zahlreiche Beteiligung, bilden doch die
alljähr=
lichen Zuſammenkünfte der Wanderabteilungen der Gaue den Höhepunkt
des Turnerwanderns. Auch bei der diesjährigen Frühjahrswanderung
des Main=Rheingaues iſt wieder für jung und alt Unterhaltung da.
Gauvertreter Turner Noth wird über die Bedeutung dieſes Tages —
Goetzwandertag — ſprechen: ferner werden die Jugendgruppen, mit
Volkstänzen aufwarten. Muſikvorträge der einzelnen Klampforcheſter
werden den Tag noch verſchönern. Die Abfahrt erfolgt um 6.12 Uhr
ab Oſtbahnhof nach Nieder=Namſtadt, und die Rückfahrt ab Zwingenberg.
— Verkehrs=Verein. Auf dem Verkehrsbureau liegen Karten für
den am Sonntag, den 29. Mai, abfahrenden Sonderzug nach
Oberhefſen zum Preiſe von 4,80 Mk. für Hin= und Rückfahrt auf.
Der Zug geht bis Hartmannshain, von da eine Wanderung über
Her=
chenhainer Höhe, Hoherodskopf nach Schotten, von wo aus die Rückfahrt
angetreten werden wird, und empfiehlt ſich baldige Beſtellung der
Kar=
ten, da dieſe intereſſante Fahrt viel benutzt wird. Auf dem
Verkehrs=
buregu iſt auch das von der Eiſenbahndirektion Mainz herausgegebene
iUluſtrierte Werbebüchlein „Der Mittelrhein” zu dem billigen Preis von
1 Mark zu haben. Dasſelbe gibt, 110 Seiten ſtark, mit 81 Bildern.
einer Ueberſichtskarte und einer Rhein=Reliefkarte ein hochintereſſantes
Bild über das Gebiet des Mittelrheins und iſt in ſeiner vorbildlichen
Ausführung berufen, in ganz vorzüglicher Weiſe dem Verkehr zu dienen.
Jeder, der ſich dieſe gute Werbeſchrift erwirbt, wird ſeine Frende daran
haben und der Reichsbahndirektion Mainz dankbar ſein.
— Das Heimſtättenamt der deutſchen Beamtenſchaft e. V., Berlin=
Eichkamp, eine gemeinnützige Gründung der großen
Beamtenſpitzenorga=
niſattonen, hat in dieſen Tagen eine Heimſtättenſparkaſſe für
die Beamten errichtet. Bei Erſüllung der Bedingungen iſt durch das
Unternehmen jodem Beamten die Möglichkeit gegeben, das letzte
Reſt=
baugeld bei Errichtung giner Heimſtätte oder das letzte Geld, das beim
Erwerb einer Heimſtötte fehlt, im Laufe der Sparzeit zu erhalten. Das
gemeinnützige Unternehmen wird auch beſtrebt ſein, nach der bald zu
erwartenden Verabſchiedung des Beamten=Heimſtättengeſetzes die
not=
wendigen Heimſtättengelder zur ſofortigen Auszahlung zu beſchaffen.
Die Ortskartelle der Beamtenſpitzenorganiſationen und das
Heimſtätten=
amt ſelbſt geben nähere Auskunſt. Auch der Vertrauensmann des
Heimſtättenamtes, Juſtizſekretär i. R. Wihelm Hillebrecht, Darmſtadt,
Heidelberger Straße 129, iſt zur Auskunft bereit.
— Orpheum. Ein Abend im Reiche der Illuſionen und Wunder.
Der Kartenverkauf zu dem Gaſtſpiel der Groß=Zauberſchau W. Uferini,
beginnt heute im Verkehrsbüro ſowie bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14.
Preiſe der Plätze: 80 Pf. bis 2,50 Mk. (Siehe heutige Anzeige.)
„Schattenbilder aus Stadtverwaltung und Stadtparlament.”
Ueber dieſes Thema ſpricht heute, Freitag, abends 8 Uhr, im
Perkeo=
ſaale Juſtizrat Adolf Lindt. Der Eintritt iſt für jedermann frei.
— Zimmerbrand. Im Hauſe Schuchardſtraße 14 war geſtern ein
kleiner Zimmerbrand ausgebrochen. Es iſt ein Kinderwagen ausgebrannt.
Wichtig für Kriegsbeſchädigte.
Die Kriegerkameradſchaft Hoſſia (Fürſorgeabteilung) Darmſkadt,
Ahaſtraße 5, teilt uns nachſtehende, ſehr weſentliche Milderug
geſetz=
licher Beſtimmungen im Verſorgungsweſen mit.
Der Reichstag hat in ſeiner Sitzung vom 5. April 1927 beſchloſſen,
die Reichsregierung zu erſuchen, Kriegsteilnehmer, die in zeitlichem
Zu=
ſammenhang mit dem Kriegsdienſt einer ſchwenen Geiſteskrankheit oder
einem ſonſtigen ſchweren, mit Erwerbsunfähigkeit verbudenen Leiden
verfallen ſind ſowie ihren Hinterbliebenen im Wege des Härteausgleiches
nach 8 113 des R. V. G. zu helfem, auch wenn der urſächliche
Zuſammen=
hang zwiſchen dem Leiden und dem Militärdienſt nicht ausreichend
en=
wieſen iſt.
In Ergänzung der diesbezüglichen Ausführungsbeſtimmung iſt
da=
her von dem Reichsarbeitsminiſterium folgendes beſtimmt worden:
1. Anträge von Kriegsteilnehmern und Hinterbliebenen, ſind dem
Reichsarbeitsminiſterium entſcheidungsreif mit Unterlagen und mit der
Stellungnahme des Hauptverſorgungsamtes zur Endſcheidung
vorzu=
legen; desgleichen können auch ſolche geeignete, früher abgelehnte
Ver=
ſorgungsfälle von Amtswege vorgelegt werden, die ohne weitere
Nach=
forſchung amtsbekannt ſind.
2. Als Krankheiten kommen in erſter Linie Geiſteskrankheiten, ferner
organiſche Nervenleiden, Gehirnleidem (Gpilepſie) und alle Arten von
bösartigen Neubildungen in Betracht. Fälle von Lungentuberkuloſe
kommen im allgemeinen nicht in Frage, da dieſe beim zeitlichen
Zu=
ſammenhang in der Regel als Dienſtbeſchädigungsfolge anerkannt ſein
wird. Dagegen können auch Fälle von Blindheit, Infektions= und
Blut=
krankheiten und Unfälle zur Vorlage geeignet ſein.
Bezüglich der Elternverſorgug hat der Reichstag beſchloſſen, die
Neichsregierung zu erſuchen, bei Geſuch um Gewährung der
Eltern=
vente die Beſtimmungen des 8 45 des R.V. G. in Hinſicht auf die Frage,
ob der Gefallene der Ernährer geweſen iſt oder geworden wäre, in
wohl=
wollenderer Weiſe als bisher auslegen zu wollen.
Dieſer Entſchließung kann um ſo mehr entſprochen werden, als das
Reichsverſorgungsgericht in Anlehnung an Ausführungsbeſtimmung I
zu 8 45 R. V. G. nach einer grundſätzlichem Entſcheidung einen Sohn dann
als Ernährer ſeiner Eltern anſieht, wenn er ſie dadurch zu ihrem
an=
gemeſſenen Lebensunterhalt regelmäßig und in erheblichem Maße
bei=
ſteuert, vor Not ſchützt.
In Ergänzung zu dieſen Ausführungsbeſtimmungen ſoll daher
künf=
tig nach dieſem Grundſatz verfahren werden und allgemein die
Ernährer=
ſchaft dann noch als gegeben anzuſehen ſein, wenn der an den
Dienſt=
beſchädigungsfolgen geſtorbene Sohn einen erheblichen
Unterhaltungs=
beitrag, der ſich von der Hälfte des geſamten Unterhaltungsbeitrages
nicht allzu weit entfernt, beigeſteuert hat oder beiſteuern würde.
Der für den Unterhalt erforderliche Geſamtbetvag iſt nicht gleich
der Einkommensgrenze des 5 45, ſondern muß unabhängig davon im
Einzelfalle nach Lage der geſamten Verhältniſſe beurteilt werden.
Schwebende Rekurſe ſind in geeigneten Fällem zurückzuziehen und ſollen
einer neuen Prüfung unterzogen werden.
Die Kriegerkameradſchaft Haſſia, Darmſtadt, Ahoſtraße 5. iſt gern
bereit, in vorſtehenden Fällen Kriegsbeſchädigten und deren
Hinterblie=
benen bezüglich Beratung und Bearbeitung umentgeltlich zur Seite zu
ſtehen.
— Städtiſche Akabemie für Tonkunſt. Von den beveits
angehündig=
ten Abenden der Ausbildungsklaſſe des Herrn Müller=Söllner findet der
erſte Abend mit ſeinen Privatſchüllern im Saale des Mozartvereins,
Schulſtraße 8, abends 8 Uhr, der zweite Abend mit der Akademie=
Aus=
bildungsklaſſe Samstag, den 2. Mai, abends 8 Uhr, im Saale der
Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36, ſtatt. Die
bereits gelöſten Karten haben Güfltigkeit.
— Für die Mitglieder der Vortragsgemeinſchaft
techniſchewiſſen=
ſchaftlicher Veweine findet heute, abends 8 Uhr, in der Hochſchule ein
Lichtbilder, und Filmvortrag des Herrn Dipl.=Ing. Schröder ſtatt. Herr
Schröder wird über „Die wirtſchaftliche Geſtaltung des Transportweſens
ſprechen. Gäſte ſind herzlich willkommen. Näheres ſiehe Anzeige.)
Violinabenb Gdmund Weyns. Wir verweiſen nochmals auf den
am Samstag, den 21. Mai, abends 8 Uhr. im Kleinen Haus des
Landesthenters ſtattfindenden Violinabend Edmund Wehns. Beſondere
Freude dürſte es den vielen Verehverm Generalmuſitdirektor
Roſen=
ſtocks beweiten, bieſen hervorragenden Pianiſten und mübertrefflichen
Begleiter vor ſeinem Scheiden von hier zu hören. Der Konzertflügel
Steinwah u. Sohn wird von der Firma Karl Arnold u. Sohn, Ecke
Erbacherſtraße, freundlichſt zur Verfügung geſtellt.
— Zu dem Bericht über den Familienabend der Vereinigung
ehe=
maliger Real= und Oberrealſchüler werden wir gebeten, zur Ergänzung
mitzuteilen, daß Herr Heinz Hardt den weſentlichſten Teil ſeiner
Aus=
bildung (nahezu 7 Jahre) bei dem Violim=Pädagogen Heprn Guſtatz
Spohr, hier, Bechſtraße, genoſſen hat.
Kunſtnotizen.
Ueber Werte, Künfier oder Künfktieriſchs Veranſtallungen, deren Im Nachtlichende Eimmimaun
geſchleht, behält n0 Me Redaltlon ihr Urtel vos
— union=Theater. „Das edle Blut”, nach Ernſt v.
Wilden=
bruch. Ein gelungener Film der das Publikum gewaltig packt, bei bem
Tränen fließen, der eine Rührung ſchafft, die über die übliche
Senti=
mentalität hinausgeht. Es iſt ein Menſchenſchickſrl, ein Schickſal von
kleinen Menſchen, das aber gerade darum noch ſtärker wirkt und
un=
widerſtehlich packt. Es ſtellt ſich genau wie ehedem beim Leſen des
Vor=
bildes, der Wildenbwuch ſchen Novelle ehrliche Ergriffenheit ein. Den
kleinen Joachim ſpielt Waldemar Pottier mit einem
Einfühlungs=
vermögen und einer Sicherheit, die man einem Kinde kaum zumuten
kann. Der Film war bis jetzt in jeder Stadt der größte Erfolg.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm. „Kreuzug des
Weibes‟. Es iſt gewiß ſchon eine Senſation, drei Künſtler vom Range
Conrad Veidts, Werner Krauß und Harry Liedtkes in einem Filme
zu=
ſammenwirken zu ſehen. Das Manuſkript arbeitet wirkſam mit
Kon=
traſten. Von ſtarkem Eindruck die Viſionen des Staatsanwaltes, im
denen der „Kreuzzug des Weibes” an ſeiner gemarterten Seele vorüber
zieht. Voll echter ernſter Künſtlerſchaft die Geſtalten, die Conrad Veidt
und Werner Krauß verkörpern, den Staatsanwalt und den Idiotem
Malyz Delſchaft, das gemarterte Weib, hat ſtarke dramatiſche Momente.
Hamy Liedtke gab dem gütigen, alles Menſchenleid und Elend
ver=
ſtehenden Arzt, echte ſchlichte Herzenstöne. Ein Film, der ſeines
packen=
den Stoffes und der ganz ausgezeichneten Darſtellung wegen überall
größtem Intereſſe begegnen wird.
— Palaſt=Lichtſpiele. „So iſt Paris‟. Der Ernſt
Lubitſch=Luſt piel=Schlager. Die Tagesppeſſe ſchreibt: . . . bricht ſieghaft
Lubitſchs überragende Regiekunſt durch . . . Entzückende Einfälle, die
unnachahmlich ſind .. . iſt dieſer Film ſehenswert. („Berliner 12Uhr
Mittags=Zeitung”.) . .. von allerhöchſtem, luſtigem Reiz, präzis, ſpielig
mit größter himſtleriſcher Intenſität geſtaltet, („B. 3. am Mittag,
Ein Vergnügen, den Film zu ſehen. („Berliner Börſen=Kurter‟.) Es
gab ehrlichen beluſtigten und berechtigten Beifall. (,Berlmer
Lokal=
anzeiger‟.) Die Fachpreſſe: . . eine Fülle von reizenden Einfällen,
die immer ein begeiſtertes Publikum finden werden. Man lacht
natzun=
lich, es gibt ſogar Szenen, von denen man begeiſtert iſt . . . („
Lichtbild=
bühne‟.) So wird auch dieſer Film wieder ſein großes Publikum überall
in Deutſchland finden. („Film=Kurier”.) Der Film wird ein Geſchäft
ſein. („Reichsfilmblatt”) Als zweiten Schlager: „Der
Leidens=
weg einer Mutter‟. Ein ergreifendes Lebensbild in 8 Akten. In
den Hauptrollen: Die entzückende Ruth Miller, Louiſe Dreſſer, Douglas
Fairbanks jr.
Tont
Tau
W
aat
wegen
Geſchäfts=
aufgabe
Noch viel billiger, wie bei der Verſteigerung verkaufen wir jetzt unſere weit und breit als gut, ſehr gut und hervorragend
erſtklaſſige Herren= und Knabenkleidung. Große Poſten Sommerkleidung. Elegante Knaben=Anzüge extra billig.
(*136 41
Moiver Sort diafemſttäse de T. Oage.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Schwurgericht.
Ein betrübendes Zeichen der Zeit ſind die vielen
Mein=
eide, die vor den hierfür zuſtändigen Schwurgerichten zur
Aburtei=
lung gelangen. Aber hier handelt es ſich immer nur um einem
Aus=
ſchnitt von Fällen, die zur Anklageevhebung führen. Wieviele
Meineidsanzeigen laufen bei den Amtsſtellen ein, die gar
nicht zur Anklage führen. Hierüber eine Statiſtik aus der
Nachkriegszeit einmal aufzunehmen, wäre ein dankenswertes Bemühen,
dem ſich die Staatsanwaltſchaften unterziehen ſollten. Hier
ſoll dazu nur eine Anvegung gegeben ſein. Aber auszugsweiſe
hier=
herſetzen möchten wir denn doch, was die Evangeliſche
Preſſekorreſpon=
denz unter der Ueberſchrift „Der Serien=Eid” ſchreibt: „Es ſteht
außer Frage, daß die Häufigkeit des Meineids nicht zuletzt abhängt
von dem Anſehen, das der Eid inder Oeffentlichkeit genießt.
Es bedeutet aber für dieſes Anſehen eine Gefahr, auf die immer wieder
hingewieſen werden muß, wenn ein Zeuge, auf den die Vereidigung
einen tiefen Eindruck gemacht hat, es erlebt, daß ſelbſt in
unbedeuten=
den Fällen Halbdutzende von anderen Zeugen eidlich vernommen
wer=
den, in ernſteren Füllen häufig noch viel mehr (im Falle Jüirgens z. B.
wurden ſogar weit über 100 vernommen, und alle mußten ſchwören.)
„Kein Zweifel”, ſagt der Berliner „Tag”, „es wird zu viel
ge=
ſchworen, und ſicher iſt dies ein Grund mit dafür, daß
es mit der Heiligkeit das Eides in vielen Fällen
nicht ernſt genommen wird.” „Unter dieſer Nor leiden die
Richter ebenſo wie die ernſt geſinnten Zeugen. Für die Zivilprozeſſe iſt
eine gewiſſe Abhilfe dadurch geſchaffen, daß die Vereidigung erſt nach
der Vernehmung ſtattfindet und daß die Parteien auf die Beeidigung
berzichten können. Es muß der ſachverſtändigen Unterſuchung
auf=
gegeben werden, feſtzuſtellen, ob ſich auf dieſem Wege nicht auch für die
Strafprozeſſe die Eidesnot milderm und ob überhaupt die Vereidigung
der Zeugen ſich nicht noch mehr als jetzt von der Bedeutung ihrer
Aus=
ſſagen und der Prozeßſache abhängig machen läßt.‟ Die erſte der zur
Verhandlung in der Maitagung kommenden acht Sachen betrifft eine
Meineidsanklage, die ſich gegen eine hier wohnende Buchhalterin
richtet. Der Meineid ſoll in einer Alimentationsſache geleiſtet ſein.
Die Dinge, die weiter zur Sprache kommen, verbieten es, auf Weiteres
hier einzugehen. Der in Anſpruch genommene Kindesvater hat die
Strafanzeige erſtattet. Der Staatsanwalt führt aus, auf Grund der
Beweisaufnahme könne der Meineid nur in einem der beiden Punkte
als erwieſen erachtet werden, doch komme der Angeklagten die
obliga=
toriſche Ermäßigung der Meineidsſtrafe zugute. Der Strafantrag geht
auf ein Jahr Gefängnis. Der Verteidiger greift die Glaubwüirdigkeit
des einen Belaſtungszeugen an und führt den zwiſchen den Verlobten
gepflogenen intimen Briefwechſel ins Feld. Auf die moraliſchen
Quali=
täten der Beteiligten komt er dabei ausführlich zu ſprechen. Der
An=
trag geht auf Freiſprechung. Das Urteil erkennt auf ſechs
Monate Gefängnis. Das Gericht hat weitgehende Milde walten
laſſen.
Unter der Anklage des Meineides ſteht im zweiten zur
Verhand=
lung ſtehenden Fall eine Frau aus einem Orte der Bergſtraße. Der
falſche Zeugeneid ſoll nach der Anklage am 29. Oktober 1926 vor dem
Amtsgericht in einer Privatklageſache geleiſtet ſein, die ſpäter durch
Vergleich ihre Erledigung fand. Bei der ganzen Sache handelt es ſich
um eine üble Nachrede, die in unverantwortlicher Weiſe und in
Wichtig=
tuerei weitergetragen wurde. Der Sachverſtändige bekundet bei der 50 Angeklagten erhöhten Blutdruck, was auf vorzeitige Senilität
ſchließen läßt, ſie ſteht hinſichtlich Intelligenz unter Durchſchnitt und
leidet auch in pſychiſcher Hinſicht an nervöſer Erregbarkeit und Tremor.
Der Staatsanwalt erachtet die Anklage nach § 157, Z. 1 StGB. für
voll erwieſen, verweiſt auch auf das früher abgelegte Geſtändnis und
beantragt angeſichts einer Reihe von Strafmilderungsgründen eine
Strafe von 6 Monaten Gefängnis. Der Verteidiger hält eine Lücke in
der Beweisführung für vorliegend, die zur Freiſprechung führen müſſe,
der Tatbeſtand des wiſſentlich falſch Schwörens liege nicht vor. Zu
prüfen bleibe, ob die Angeklagte nicht etwa nur fahrläſſig gehandelt
habe. Bei der Strafzumeſſung könne, wenn Meineid angenommen
werde, bis zu 3 Monaten Gefängnis heruntergegangen werden. Das
Urteil lautet auf 4½ Monate Gefängnis. Die Frage
eines fahrläſſigen Falſcheides hat das Gericht verneint. Ein
Gnaden=
geſuch wegen bedingten Straferlaſſes wird das Gericht befürworten.
Es reiht ſich ein Fall wegen Kindestötung an, wegen deren ein
Dienſtmädchen aus dem Odenwald angeklagt iſt. Die Tat wurde am
1. Januar 1927 in Pfungſtadt begangen. Die Angeklagte iſt geſtändig,
ſie iſt bisher unbeſtraft; ſie will dem Kinde in der Aufregung den Hals
Freitag, den 20. Mai 1927
zugednickt haben. Der Dienſtherrſchaft hat ſie die Schwangerſchaft
ver=
heimlicht. Die Sektion wurde gemacht, nachdem die Leiche, die in die
Modau geworfen worden war bei Gernsheim geländet war. Der
Sach=
verſtändige ſtellt eine gewiſſe Urteilsſchwäche feſt, der aber doch eine
ge=
wiſſe Willensſtärke gegenüberſteht.
Der Staatsanwalt hielt mildernde Umſtände für vorliegend und
beantragte die Mindeſtſtrafe von 2 Jahren. Der Verteidiger hebt
her=
vor, daß das Mädchen ſchnöde verlaſſen wurde; es habe in
Verzweif=
lung gehandelt. Die Tat möge auch unter dem Geſichtspunkte des § 213
StGB. (Totſchlag) geprüft werden. Das Urteil erkennt auf 2 Jahre
Gefängnis unter Abzug von 2 Monaten 10 Tagen Unterſuchungshaft.
Ein Gnadengeſuch wird das Gericht befürworten.
*Amtsgericht I.
1. Wegen Beleidigung eines Polizeiwachtmeiſters und
Gefangenen=
befreiung hat ſich mit einem Komplizen eine hieſige Frau zu
verant=
worten. Sie wurde zu einer Geſamtgefängnisſtrafe von 1 Monat
ver=
urteilt. Straferſchwerend kam in Betracht, daß ſie erheblich vorbeſtraft
iſt und ſich gern mit Beamten anbindet.
2. Ein in einer hieſigen Reparaturwerkſtätte beſchäftigter Schloſſer
hat eine Probefahrt mit einem Motorrad die Rheinſtraße herunter nach
Griesheim zu mit großem Geräuſche ausgeführt und hat deshalb einen
Strafbefehl erhalten. Darauf Einſpruch, zu deſſen Verhandlung ein
Sachverſtändiger von der Dampfkeſſelreviſionsbehörde zugezogen iſt.
Nicht richtige Einſtellung des Vergaſers, nicht richtige Bedienung der
Maſchine bewirken trotz Schalldämpfer ſtarkes Geräuſch. Die
beläſtigen=
den Geräuſche können bei vorſichtigem Fahren natürlich vermieden
wer=
den. Daher ergeht Urteil, das indeß den auf 12 Mk. lautenden
Straf=
befehl auf 7 Mk. ermäßigt. Strafmilderung erfolgte, weil Angeklagter
ein fremdes Rad fuhr.
Das Ueberholen der Straßenbahn mit dem Kraftwagen
gefähr=
det an den Halteſtellen das ein= und ausſteigende Publikum. Beſonders
gefährdet iſt dieſes Publikum, wenn es ſich um eine ſo lebhafte
Halte=
ſtelle wie die nahe der Ecke der Kaſino= und Rheinſtraße handelt. Der
dieſerhalb Angeklagte hupte zwar, fuhr aber doch weiter. Nach der
Beweisaufnahme hielt die Straßenbahn bereits oder war im Anhalten
und die Fahrgäſte waren im Begriff, ein= und auszuſteigen. Das Urteil.
erkennt auf 12 Mark Geldſtrafe.
4. Ein hieſiger Fuhrmann mit ſeinem Bruder iſt, als er mit der
ſchwer beladenen Rolle eines Spediteurs (ſeines Dienſtherrn) die
Lands=
kronſtraße abends Ende Oktober 1926 herauffuhr, mit der Schupo, die
in Zivil in einem Auto hinten nachfuhr, in Konflikt geraten, was beiden
eine Anzeige wegen tätlichen Widerſtandes eintrug. Das Urteil lautet
wegen tätlichen Widerſtandes und gefährlicher Körperverletzung auf
30 Mark Geldſtrafe und gegen den noch jugendlichen jüngeren Bruder
auf eine Verwarnung.
Tagesordnung zur öffentlichen Sitzung des Kreisausſchuffes des
Kreiſes Darmſtadt am Montag, den 23. Mai, nachmittags 3½ Uhr.
Die Vergüitungs= und Gehaltsverhältniſſe des Bürgermeiſters und der
Gemeindebeamten zu Wixhauſen. 2. Fürſorge für das uneheliche Kind
Wilhelm Wannemacher zu Nieder=Ramſtadt.
Tageskalender für Freitag, den 20. Mai 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, D 21, Anfang 7½ Uhr,
Ende nach 10 Uhr: „Robert und Bertram.” — Kleines Haus: Keine
Vorſtellung. — Mozartſaal, abends 8 Uhr: Vortragsabend der
Schüler von Müller=Söllner. —
ie Chriſtengemeinſchaft,
abends 8½ Uhr, in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethen=
ſtraße: Oeffentl. Vortrag von Martha Heimeran=Frankfurt a. M.
Konzerte: Herrngartenkaffee, nachm. 2½ Uhr; Schloßkaffee
Café Rheingold, Perkeo, Hotel=Reſt. Schmitz, Café=Reſt.
Wald=
ſchlößchen. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele.
Rummmer 439
Aus den Parieien.
* Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt.
Mittwoch abend hielt die Ortsgruppe Darmſtadt der Deutſchen
Volfg=
partei im gelben Saale des Reſtaurants Sitte eine
Mitglieder=
verſammlung ab, die ſehr ſtark beſucht war. Landtagsabgeordneter
Haury eröffnete an Stelle des verhinderten Vorſitzenden, des
Abgs=
ordneten Dingeldey, die Verſammlung und ſtellte ihr den neuen
General=
ſekretär der Partei, Heurn Welkow, vor, von dem man hoffen dürfe.
daß er die Sache der Partei tatkräftig fördern wende. Genealſekretär
Welkow werde über „Politiſche Zeit= und Streitfragen
mit beſonderer Berückſichtigung des Konkordats”
ſprechen. Das Thema „Konkordat” ſolle nur erörtert werden,
keines=
wegs endgültig dazu Stellung genommem werden. Abg. Haury be
grüßte dann beſonders die anweſenden Mitglieder der Fraktion der
Deut=
ſchen Volkspartei, die Abgeordneten Frl. Birnbaum, Dr. Keller, Dr.
Niepoth und Schott. Generalſekretär Welkow betonte in ſeiner Rede,
daß es notwendig iſt, die politiſchen Dinge nicht anders anzuſehen, wie
ſie ſind, wenn ſie uns auch nicht gefallen. Im letzten halben Jahr haben
wir ſchwere Enttäuſchungen erlebt, da in Frankreich Poincaré und die
Militärpartei zur Macht gelangt ſind; die Abmachungen von Thoirh,
Genf und Locarno haben dadurch viel von ihrer Wirkung eingebüßt,
Der Artikel 431 des Verſailler Vertrages, der uns das Recht einräumt,
die frühere Freigabe des beſetzten Gebietes zu verlangen, wenn alle
Be=
dingungen des Vertrages erfüllt ſind, iſt noch nicht durchgeführt worden,
Wir müſſen leider feſtſtellen, daß wir außenpolitiſch nicht viel weiter
gekommen ſind, aber eine gewiſſe Einigkeit, eine Einheisfront, die von
den Deutſchnationalen bis zu den Sozialdemokraten reicht, iſt doch
zu=
tage getreten; es iſt die Ueberzeugung, daß andere Wege in der
Außen=
politik zur Zeit nicht betreten werden können. Sogar in radikalen
Rechtskreiſen ſieht man immer mehr ein, daß mit dem Schlagen mit der
Fauſt auf den Tiſch keine Politik zu machen iſt; ſelbſt Erhardt hat jüngſt
erklärt, daß die Politik Dr. Streſemanns nicht allein die einzig mögliche.
ſondern auch die allein richtige iſt. Wir brauchen über die Außenpolitik
nicht kleinmütig zu werden, da nicht alle Hoffnungen erfüllt worden ſind.
Der Erfolg der Politik Dr. Streſemanns liegt vor allem, was mam nicht
überſehen ſollte, auf innerpolitiſchem Gebiete, in der Bildung der
Reichskoalition zur Stützung der Außenpolitik,
Zum Thema „Reichsſchulgeſetz und Konkordat” führte der
Redner u. a. aus: Der Artikel 146 der Reichsverfaſſung, der von dem
öffentlichen Schulweſen handelt, trägt Kompromißcharakter; er ſtellt eim
Entgegenkommen an das Zentrum dar. Jetzt beginnt erſt der Kampf
um die Schule, und es iſt bedauerlich, daß die Koalition ſchon in ihren
Anfängen mit dieſer Frage belaſtet wird; es iſt deshalb darauf zu
drin=
gen, daß dieſer Streitpunkt möglichſt bald wieder verſchwindet. Die
Schulfragen müſſen zunächſt erledigt werden, damit ſie etwaige
Ver=
handlungen über ein Konkordat nicht belaſten. Der Redner gab eine
Begriffsbeſtimmng des Ausdrucks Konkordat, namentlich auch nach
deſ=
ſen rechtlichem Charakter hin. Zur Erklärung wurden auch einige Artikel
des bayeriſchen Konkovdats herangezogen und deren Beſtimmungen
näher erläutert. Ueber die Frage, ob Länderkonkordate oder
Reichs=
konkordate zweckmäßig ſeien, wären die Meinungen geteilt. Die
Staats=
rechtslehrer Kahl und Anſchütz erklärten Länderkonkordate an ſich
recht=
lich für zuläſſig, wenn ſie auch nicht dafür ſind. Dr. Streſemann
for=
derr ein Reichskonkordat nur als Abwehr gegen die Länderkonkordate,
in denen er eine Gefahr erblickt. Zum Schluß ſeiner mit lebhaftem
Bei=
fall aufgenommenen Rede wies Generalſekretär Welkow auf die
Partei=
zerſplitterung hin, die ſich vorausſichtlich bei den nächſten Wahlen
gel=
tend mache; ihr müſſe entgegengewirkt werden. Der Abend ſchloß mit
einer längeven, ſehr regen Ausſprache, an der ſich auch die
Landtagsab=
geordneten beteiligten.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße):
Freitag; den 20. Mai. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min,
Samstag, den 21. Mai. Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min, —
Sabbatausgang 9 Uhr 00 Min,
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 00 Min; —
Abends 9 Uhr 10 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſrael. Religionsgeſellſchaft,
Samstag; den 21. Mai: Vorabend 7 Uhr 35 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 5 Uhr, — Sabbatausgang 9 Uhr 10 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. — Abends 7 Uhr 45 Min;
Maariw mit Nacht 9 Uhr 10 Min.
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direktion Karlsruhe vom 1. Juni 1924
in 2 Bauloſen, getrennt oder zuſammen
öffentlich vergeben werden. Die Arbeiten
umfaſſen bei Baulos 1 unter anderem
etwa 10000 cbm Erdbewegung, 4000
cbw Mauerwerk; bei Baulos 3 etwa
23 500 cbm Erdbewegung und Verlegung
der Steinach auf etwa 350 Ifdm.
Zeichnungen und Bedingungen ſind
auf dem Baubüro Neckarſteinach
einzu=
ſehen, wo auch Angebotsvordrucke gegen
Koſtenerſatz von 12 RM., bezw. 3 RM.
abgegeben werden. Angebote ſind
ver=
ſchloſſen, poſtfrei, unterſchrieben und mit
der Aufſchrift „Bahnbau Neckarſteinach—
Schönau” bis 8. Juni, vorm. 11 Uhr
(Eröffnungszeit) an das
Reichsbahnbau=
amt Eberbach einzureichen. Zuſchlags=
(8408
friſt 16 Tage.
Eberbach, den 19. Mai 1927.
Reichsbahnbauamt.
Faſelochs=Verkauf.
Freitag, den 27. Mai 1927,
vor=
mittags 11 Uhr, bringt die Gemeinde
Billings einen zum Sprung untauglich
gewordenen, ſehr gut gehaltenen
Faſelochſen
im Wege der öffenlichen Submiſſion
zum Verkauf.
Die Angebote haben auf das Pfund
Lebendgewicht zu erfolgen, und ſind bis
zu dem vorgenannten Termin bei der
unterzeichneten Stelle einzureichen,
wo=
ſelbſt auch die Verkaufbedingungen ein=
(8413
geſehen werden können.
Billings, den 18. Mai 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Billings.
Röder.
Geite 8
Arheilgen, 19. Mai. Voranſchlag. Der Voranſchlag der
hieſigen Gemeinde für das Rechnungsjahr 1927 liegt gemäß Art. 16:
der Landgemeindeovdnung auf die Dauer von einer Woche auf der
Bür=
ermeiſterei während der Dienſtſtunden zu jedermanns Einſicht offen.
Einwendungen gegen denſelben ſind innerhalb dieſer Friſt daſelbſt
vor=
ßübringen. Zu den beſchloſſenen Umlagen werden auch die Ausmärker
herangezogen. — Durnverein 1876. Bei dem am letzten Sonntag
in Rüſſelsheim abgehaltenen Gauſportfeſt des Main=Rhein=Gaues konnten
die Turner Götz, Wirthmüller, Petri des hieſigen Turnvereins von 1876
insgeſamt 6 erſte und 3 zweite Siege davongetragen. Ein dreifaches „Gut
Heil” den wackeren Siegern! — Geſangverein „Frohſinn
Dieſer Geſangverein veranſtaltet nächſten Sonntag einen Ausflug nach
dem herrlichen Bergſtraßeort Seeheim und wird daſelbſt im Saale des
„Hotels Hufnagel” ein Volkslieder=Konzert abhalten. Der Gang führt
über die Burg Frankenſtein nach Malchen und Seeheim und beginnt das
Konzert nachmittags 4 Uhr. — Radfahrerfeſt. Zu dem an
Pfing=
ſten hier ſtattfindenden 25jährigen Radfahrer=Jubiläumsfeſte haben nicht
oveniger als 35 Vereine ihr Kommen zugeſagt. Ueber 1000 Radfahrer
werden alſo an dem Feſte teilnehmen. Die Vorbereitungen für die
gleich=
zeitige Bannerweihe ſind in vollem Gange und verſpricht die Feier des
Radfahrervereins „Friſch auf” eine durchaus gelungene zu werden. —
Poſaunenchor. Dieſer Verein veranſtaltet wieder, ähnlich wie in
der Paſſionszeit, am 29. d. M., abends 8 Uhr, im hieſigen
Gemeinde=
hauſe ein Konzert unter Leitung ſeines bewährten Dirigenten Herrn
Breitrück. Ein Beſuch ſei allen Gönnern und Freunden der Vereinigung
beſtens empfohlen; denn Herr Breitrück wird bei dieſer Gelegenheit
ſelbſt als Soliſt auftreten.
* Griesheim, 19. Mai. Der von hier gebürtige und in Hildesheim
anſäſſige Gewerkſchaftsbeamte Jgkob Hofmann wurde nach einem
bei ſeinen hieſigen Verwandten eingetroffenen Telegramm am Montag
von einem Auto iberfahren und tödlich verletzt. Der Verunglückte er
freute ſich dort einer großen
Beliebtheit, und wird ſein tragiſches
Ab=
leben allgemein bedauert. —
luf dem benachbarten Weilerhof, iſt
die Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen. Der Weilerhof
wurde zum Sperrbezirk erklärt.
Griesheim, 18. Mai. Geſtern mittag kurz nach halb 12 Uhr wäre
ein etwa 10jähriges Mädchen von dem um dieſe Zit hier eintreffenden
Straßenbahnzug beinahe überfahren worden. Das Mädchen kam aus
der Schule und ſtellte ſich dicht an den Rand des Fußſteiges Obgleid
der Führer des Straßenbahnwagens ſchon von weitem durch
fortgeſetz=
tes Schellen Warnungsſignale gab, verſuchte das Mädchen noch im
letz=
ten Augenblick auf die andere Seite der Straße zu ſpringen, wurde aber
von dem Wagen erfaßt und einige Meter weit geſchleift. Nur der
Geiſtesgegenwart des Wagenführers, der den bereits in verlangſamter
Fahrt befindlichen Wagen ſofort zum Stehen brachte, iſt es zu
verdan=
ken, daß das Kind nicht überfahren wurde.
H. Eberſtadt, 18. Mai. Stenographiſches. Bei dem am
Sonntag anläßlich des 22. Bezirkstages des Bezirks Darmſtadt
Gabels=
bergerſcher Stenographen in Sprendlingen (Kr. Offenbach)
ſtattgefun=
denen Bezirkswettſchreiben, konnte der hieſige Stenographenveſein
Gabelsberger” 2 Ehren= und 7 erſte Preiſe erringen. Die Namen der
Preisträger und die Geſchwindigkeitsſtufen, in denen ſie geſchrieben
haben, ſolgen nachſtehend. Es erhielten in Abteilung 120 Silben:
Helene Bühr einen Ehrenpreis, Elſe Dern einen erſten Preis; in
Ab=
teilung 100 Silben: einen erſten Preis Georg Heim: in Abteilung
80 Silben: einen Ehrenpreis Anna Kaltwaſſer, einen erſten Preis
Georg Knieß; Abteilung 60 Silben: je einen erſten Preis: Eliſabeth
Hill, Hermann Meerſtädter, Ria Spieß und Greta Meidinger. —
Gemeinderatsſitzung. Am Donnerstag, 19. Mai, abends
Uhr beginnend, findet im Rathaus eine Gemeinderatsſitzung ſtatt. Auf
der Tagesordnung ſteht Beratung des Gemeindevoranſchlags und des
Voranſchlags des Gemeinde=Waſſerwerks für das Rechnungsjahr 1927.
— Zirkus. Der bekannte Zirkus Knie iſt zu einem kurzen Gaſtſpiel
hier eingetroffen und gibt ab Donnerstag Vorſtellungen auf dem
Marktplatz — Bergturnfeſt. Die Turngeſellſchaft Eberſtadt e. V.
(A. D. T.) blickt in dieſem Jahre auf ihr 20jähriges Beſtehen zurück.
Aus dieſem Anlaß findet nächſten Samstag abend im Saale „Zum
Berg=
ſträßer Hof” ein Feſtkommers, verbunden mit einer Ehrung der Gründer
und Jubilare, turneriſchen Veranſtaltungen und Tanz ſtatt. Am
Sonn=
tag, 22. Mai, wird dann zum 6. Male das Bergturnfeſt auf dem
Franken=
ſtein abgehalten, zu welchem zahlreiche auswärtige Turngäſte erwartet
werden. Nach vorausgegangenem Weckruf iſt um 6 Uhr morgens Ab
marſch zum Frankenſtein, woſelbſt um 7 Uhr die Wettkämpfe beginnen.
Nachmittags von 4 Uhr ab findet zur Unterhaltung der Gäſte im „
Berg=
ſträßer Hof” Tanz ſtatt, dem ſich am Abend ebendaſelbſt ein Feſtball
an=
ſchließt.
Ober=Ramſtadt, 19. Mai. Sperrung der Bahnhofſtraße
für Kraftwagen und Langholzfuhrwerke. Verſchieder
in letzter Zeit vorgekommene Verkehrsunfälle und =ſtörungen ließen e
angebracht erſcheinen, die Bahnhofſtraße für jeglichen Kraftwagen= un
Langholzfuhrwerksverkehr zu ſperren. Auf Antrag der Gemeindever
waltung und mit Genehmigung des Herrn Miniſters des Innern he
das Kreisamt Darmſtadt am 22. März ds. Js. eine diesbezügliche Pol
ſeiverordnung erlaſſen, die in Nr. 74 der „Darmſtädter Zeitung” von
29. März 1927 veröffentlicht wurde und mit dieſem Tage in Kraft ge
treten iſt. Nach dieſer Verordnung darf die Bahnhofſtraße von der Ni
der=Ramſtädter Straße bis zum Bahnhof von Kraftwagen aller Ar
und Langholzfuhrwerken nicht mehr befahren werden. Ausgenommer
ſind nur Kraftwagen der Reichspoſtverwaltung und Krankenautomobil
Der Kraftwagen= und Langholzfuhrwerkverkehr nach und von dem Bahn
hof darf daher nur noch von der Roßdörfer Straße aus geſchehen un
zwar bis zur Einfahrt zur Güterhalle. Die Einfahrt Ecke Roßdör
traße und Bahnhofſtraße wurde zweckentſprechend erweitert. Wa
nungstafeln bzw. Abſperrſchilder ſind nunmehr weithin lesbar ang
bracht, und die Bürgermeiſterei weiſt in einer Bekamntmachung darau
hin, daß die genaue Einhaltung der Verordnung im Intereſſe der Ver
kehrsſicherung ſtreng überwacht wird und Uebertretungen unnachſichtlie
zur Anzeige gebracht werden.
* Roßdorf, 18. Mai. Gemeinderatsbericht. 1. Eine Reik
Mieter in den Gemeindehäuſern in der Müllerſtraße haben beantrag
daß Fenſterläden und Hoftore angebracht werden ſollen. Der Gemeinde
rat beſchließt zunächſt nur die Anbringung von Hoftoren. 2. Der Faſe
eber ſoll alsbald abgeſchafft und ein anderer angeſchafft werden.
Der Antrag auf Herabſetzung der Wiegegebühren wird abgelehnt.
Dem Geſangverein „Liederkranz” wird zur Feier ſeines 25jährigen Jr
biläums am 16., 17. und 18. Juli der Sportplatz zu einem noch feſ
zuſetzenden Preiſe überlaſſen. 5. Die Erhebung einer örtlichen Bierſteue
ſoll nicht erfolgen. 6. Die Anſchaffung eines anderen Kaſſenſchranke
wird wie vom Bürgermeiſter vorgeſchlagen gutgeheißen; die Lieferun
erfolgt durch die Firmma Franz Garny in Frankfurt a. M. Zum Shluſ
wurden Rechnungen genehmigt und Bürgſchaften übernommen. Der
Bürgermeiſter legte noch den vom Gemeinderat gewünſchten Koſter
voranſchlag über den Umbau der Badeanſtalt vor. Architekt Herdt be
rechnet hiernach den Umbau auf 16 500 Mk. ein Betrag, der etwas hod
erſcheint. Der Gemeinderat beſchließt Zurückſtellung der Angelegenhei
bis Herbſt, da die Arbeiten infolge vorgerückter Jahreszeit jetzt nich
mehr gut auszuführen ſind.
* Roßdorf, 18. Mai. Der Frauenverein unternahm am letzte
Sonntag nachmittag einen Spaziergang nach der Epileptiſchen Anſtal
zu Nieder=Ramſtadt. Frau Pfarrer Weimar von der Anſtalt dankte
für den Beſuch und übernahm die Führung durch das Anſtaltsgebäude
Mancher Beſucher — es waren etwa 80 Perſonen — hat ſich das-Bil
üiber die kranken Inſaſſen doch nicht ſo traurig vorgeſtellt wie es tat
ſächlich iſt; jeder nahm den Eindruck mit, daß in der Anſtalt täglie
ungeheuerliche Liebeswerke vollbracht werden. Auf dem Rückweg wurd
im Kurhaus Trautheim Einkehr gehalten.
Groß=Umſtadt, 19. Mai. Die Generalverſammlung der hieſige
Spar= und Darlehnskaſſe e. G. m. b. H. fand am letzte
Samstag hier ſtatt. Herr Lehrer Böhm als Vorſitzender des Au
ſichtsrats eröffnete die Verſammlung, erſtattete Bericht über die Täti,
keit des Vorſtandes und Aufſichtsrates im verfloſſenen Geſchäftsjahr und
gedachte in Worten der Anerkennung der im Laufe des Jahres
ve=
ſtorbenen Mitglieder. Am 11., 12. und 14. Oktober 1926 fand ein=
Kaſſenreviſion durch den Verbandsreviſor ſtatt, die zu keinerlei Bean
ſtandung Veranlaſſung fand. Der von dem Geſchäftsführer Dörr
vor=
getragenen Bilanz entnehmen wir folgendes: Die Aktiva betruge
358 380 Mk. und die Paſſiva 354 070 Mk., mithin ergab ſich ein Reir
gewinn von 4310 Mk. Der Geſamtumſatz belief ſich auf 6 082 925 M
Von dem Reingewinn wurden dem Aufwertungsfonds 1100 Mk. über
wieſen. Die Geſchäftsguthaben werden mit 6 Prozent verzinſt, und de
Reſt des Reingewinns fließt zu gleichen Teilen dem Reſervefonds un
der Betriebsrücklage zu. Nach Mitteilung des Direktors Dr. Bieden
kopf können vom Jahre 1.
2 ab die Spareinlagen in Goldmark um
gerechnet, mit mindeſtens 10 Prozent aufgewertet werden. Adam Sei
wert I. von Semd wurde in den Vorſtand und Rechtsanwalt Wilheln
Ittmann und Georg Weber IIII. wiederholt in den Aufſichtsrat ge
wählt.
Freitag, den 20. Mai 1927
Am Himmelfahrtstage Flugtag in Babenhauſen.
Wie wir hören, beabſichtigt der bekannte Heſſenflieger=
Ver=
ein für Lufkfahrt aus Darmſtadt, am Himmelfahrtstage um
3.30 Uhr nachmittags, auf dem Exerzierplatz in Babenhauſen einen
Flugtag abzuhalten und verſpricht uns einige genußreiche Stunden, in
denen wir über den derzeitigen Stand der deutſchen Sportfliegerei
Kenntnis erhalten.
— Höchſt i. Odw., 18. Mai. Die Orcheſtervereinigung
Höchſt kann mit ihrem 2. Konzert einen vollen muſikaliſchen Erfolg
ver=
buchen. Im Vordergrund des Intereſſes ſtand Ludwig van Beethoven,
In Herrn Alfred Frölich aus Offenbach a. M. fand die Beethovenſche
Muſik einen markanten Interpreten. Außer dieſer C=Moll=Sonate
brachte der Abend noch im Originalſatz das Beethovenſche Trio für
Flöte, Violine und Cello mit ſeinen großen Anforderungen an die
Kunſt des Zuſammenſpiels und ſeinen mitunter recht ſchwierigen
Paſſa=
gen, die jedoch von ben Herren A. Frölich, A. Jöſt und L. Dorn,
Mit=
glieder der Orcheſtervereinigung, mit Sicherheit überwunden wurden.
Bei der Poſt im Walde mit Trompetenſolo von H. Schäfer und den
Eylophonſolis lernten wir in den Herren H. Kreim aus Ober=Nauſes,
Mitglied der Orcheſtervereinigung, und Georg Kreiſel aus Roßdorf
zwei Muſiker kennen, die ihre Inſtrumente zu meiſtern verſtehen, wie
auch Fräulein Emma Arheilger ſich wiederum am Klavier als dezente
Begleiterin erwies.
Erbach i. O., 19. Mai. Das Uebungsſchießen des hieſigen
Schüitzen=
vereins, das wöchentlich einmal (Samstag abends) im Vereinslokal
ſtatt=
ſindet, erfreut ſich eines regen Beſuchs. Wir geben nachſtehend eine
Ueberſicht über die beſten Reſultate dreier hintereinander folgender
Uebungsabende. Geſchoſſen wurde auf 12er Ringſcheibe, Durchmeſſer
9,5 Zentimeter, Entfernung 15 Meter, 15 Schuß (je 5 liegend, knieend
und ſtehend freihändig). Es erzielten am erſten Uebungsabend: Ludw.
Ehrhardt 170 Ringe; L. Stellwag ir. 165; L. Stellwag 2. 164: E.
Schmidt 162; F. Schneider 162; Paul Lutze 159; am zweiten
Uebungs=
abend Ludwig Ehrhardt 171 Ringe; Fr. Schneider 170; L. Stellwag jr.
169; Paul Lutze 167; W. Meiſinger 164; Albrecht Ealy 161; am dritten
175 Ringe; Paul Lutze 170; L. Stellwag
Uebungsabend: Fr.
Schneide=
junior 170; L. Ehrhardt 163: L. Egly 160; W. Müller 160. Dieſe
Reſultate, die, wenn man berüchſichtigt, daß 180 Ringe die höchſt erreich
baren ſind, als ſehr gute bezeichnet werden dürfen, berechtigen zu der
Hoffnung, daß unſer Verein auch bei den kommenden
Meiſterſchafts=
konkurrenzen des Südweſtdeutſchen Sportverbandes für K.K.S.
ehren=
voll beſtehen wird.
Fürth (Odw.), 19. Mai. Der hieſige Arbeiter=Athletenverein hält
am 21. und 22. Mai hier in der neuen Turnhalle ſein Bezirksfeſt ab
Eine reichhaltige Feſtfolge, wobei anſchließend Ball ſtattfindet, wird das
Feſt angenehm geſtalten. — Vorgeſtern wurde hier in der Hauptſtraße
ein Kind von einem Motorradfahrer überfahren. Glücklicherweiſe iſt
dem Kinde keine nachhaltige Verletzung geſchehen. Wen die Schuld an
dem Unfall trifft, iſt noch nicht geklärt.
— Hirſchhorn, 19. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
108 Meter, am 19. Mai 1.10 Meter.
18. M
eckarſteinach 18. Mai. Gedenktafel. Dieſer Tage wurde
am Müllerſchen Hauſe gegenüber dem Kaufhauſe Bödigheimer eine
Ge=
denktafel angebracht zur Erinnerung an die Mutter des erſten deutſchen
Reichspräſidenten, Friedrich Ebert aus Heidelberg. Dieſe iſt in
Neckar=
gerach geboren und wohnte einige Jahre in obigem Hauſe. Mit der
demnächſt erfolgenden Einweihung der Gedenktafel ſoll eine kleine Ebert=
Gedächtnisfeier verbunden werden.
* Bickenbach, 18. Mai. In Sprenndlingen (Kreis Offenbach) fand
der 22. Bezirkstag des Bezirks Darmſtadt Gabelsbergerſcher
Stenogra=
phen ſtatt. Zu der am Samstag abend ſtattgefundenen
Bezirksvertreter=
verſammlung hatte der hieſige Stenographenverein „Gabelsberger”
zwei Vertreter entſandt. An dem Bezirkswettſchreiben, das am
Sonn=
tag vormittag abgehalten wurde und von rund 270 Wettſchreibern
be=
ſchickt war, nahmen fünf jugendliche Mitglieder des hieſigen Vereins
teil, die ſämtlich preisgekrönt nach Hauſe kehren konnten. Die Namen
der Preisträger ſind: Abteilung 60 Silben in der Minute: 1. Preiſe:
Anna Hennemann, Ludwig Schmitt, Kätchen Bormuth; Abteilung 80
eilben in der Minute: 1. und Ehrenpreis: Sophie Jacoby; Abteilung
100 Silben in der Minute: 1. Preis: Gunda Schemel.
* Jugenheim, 19. Mai. An Himelfahrt, nachmittags findet auf
dem Heiligenberg bei Jugenheim ein evangeliſch=kirchliches
Jugend=
treffen ſtatt, das um ½3 Uhr mit emem Gottesdienſt beginnt. Der
Nachmittag ſoll mit fröhlichem Spiel und Singen zugebracht werden.
Die evangeliſche Jugend aus der ganzen Umgegend iſt hierzu herzlich
eingeladen.
* Auerbach, 18. Mai. Sonntagsverkehr. Auch hier wird
der große Auto= und Motorradverkehr an den Sonntagen durch hieſige
tzleute überwacht, und zwuar auf der Hauptſtraße an der „Krone” und
dem Eingang in die Bachgaſſe, wo bekanntlich die Straße eine ſtarke
Krümmung hat. Die Fahrzeugbeſitzer und Inſaſſen begwißen dieſe
Einrichſtung unſerer Gemeindeverwaltung in anerkennender Weiſe.
Heppenheim a. d. B., 19. Mai. Arbeitsvergebung. Die
Zimmer=, Dachdecker= Spengler= und Blitzableiterarbeiten für den
Neu=
bau einer Zentralwaſchanſtalt in der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt zu
Heppenheim ſollen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Bedingungen
und Angebotsunterlagen ſind auf dem Heſſiſchen Hochbauamt Benshei
Darmſtädter Straße 56, erhältlich. Die Angebote ſind verſchloſſen bis
zum Eröffnungstermin am 1. Juni einzureichen. —
Kohlenver=
gebung. Auf dem Submiſſionswege ſoll der für das ſtädtiſche
Eleftri=
zitätswerk, die Schulen und die ſonſtigen Anſtalten nötige Bedarf an
Heizungsmaterial vergeben werden. Es handelt ſich um etwa 8000 Ztr.
verſchiedenen Heizmaterials. Angebote ſind mit der Anſchrift „
Kohlen=
lieferungen” im Laufe dieſer Woche auf Zimmer 6 des Rathauſes
einzu=
reichen, woſelbſt auch die näheren Bedingungen zu erfahren ſind. Zechen
angabe iſt erforderlich. — Verſteigerung. Am kommenden
Sams=
tag, um 1,30 Uhr, werden die zum Nachlaſſe des Frl. Katharina Hofmann
gehörigen Mobilien im Hauſe Darmſtädter Straße 17 hier, gegen
ſofortige Barzahlung meiſtbietend verſteigert. Die Verſteigerung des
Anweſens fand in vergangener Woche ſtatt. Ein Bürger von
Lam=
pertheim ſteigerte die Wirtſchaft zum Preiſe von 22500 Mark. —
Grünlandwirtſchaft. Das Kreisamt Heppenheim gibt bekannt,
daß der Verein zur Förderung der Grünlandwirtſchaft in Heſſen in
Gemeinſchaft mit der Landwirtſchaftskammer eine Grünlandfahrt durch
den Odenwald unternimmt, und zwar am 31. Mai und 1. Juni, wozu
alle Landwirte des Kreiſes eingeladen ſind. Anmeldungen ſind bei den
Vorſtänden der Veranſtalter vorzunehmen. — Konzert. Im Hote
„Halber Mond” findet auch in dieſem Jahre an Chriſti Himmelfahrt das
übliche Konzert ſtatt. Gerade an dieſem Tage iſt Heppenheim immer
das Ziel vieler Fremden und das Konzert immer ſehr gut beſucht. Dem
Konzert ſchließt ſich wie immer abends ein Tanzvergnügen an. —
Deutſche Bau= und Siedlungsgenoſſenſchaft. Bei der
Vergebung von Baudarlehen am vergangenen Samstag entfielen auf
die Ortsgruppe Heppenheim wieder 4 zinsloſe Darlehen, ſodaß es jetzt
ſchon 25 ſind. —
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 18. Mai. Zur Verhütung
von Waldbränden macht das Kreisamt bekannt, daß jedes Rauchen
und Feueranzüinden außerhalb von Gebäuden in den Waldungen und
in deren Nähe bis zum Umkreis von 20 Moter verboten iſt. Die
Ueber=
tretung dieſer Anordnung wird nach dem Forſtſtrafgeſetz beſtraft.
Außer=
dem hat die Uebertretung eine zivilrechtliche Haftpflicht den
Geſchä=
digten gegenüber zur Folge
Von der Bergſtraße, 18 Mai. Der Weinheimer Senioren=
Convent hält ſeine diesjährige Pfingſttagung vom 30. Mai bis 2. Juni
auf der W. S. C.=Wachenburg ab.
— Gernsheim, 19. Mai. Wafſerſtand des Rheins am
19. Mai 154 Zentimeter
Lampertheim. 18. Mai. Turnhalleneinweihung. Nächſten
Sonntag findet die Einweihung der neuerbauten Turnhalle des hieſigen
Turnvereins ſtatt. Aus dieſem Anlaß hatte der Verein für vergangenen
Samstag abend zu einer außerordentlichen Generalverſammlung
ein=
geladen, in der über die Geſtehungskoſten, der hierfür bis jetzt
aufge=
brachten Mittel und die weitere Ausſchmückung der Halle, ſowie über
rnennung von Ehrenmitgliedern anläßlich des Feſtes und ber die
Geſtaltung desſelben, Beſchluß gefaßt wurde. Am Sonntag fand bereits
in der Turnhalle eine Bezirksturnwartetagung des II. Bezirks, 5. Gau
Rheinheſſen ſtatt. Zu dieſer waren 52 Vereinsturnwarte und Vorturner
erſchienen. Hierbei wurden ſämtliche Uebungen gezeigt, die für das
Gauturnfeſt und des Kreisturnfeſt in Darmſtadt vorgeſehen ſind.
An=
ſchlioßend fand eine Beſprechung ſtatt, an die ſich ein gemütliches
Bei=
ſammenſein unter Mitwirkung des Männergeſangvereins „Sängerroſe‟
anreihte. — Die ſtandesamtlichen Nachrichten für den Monat
April ds. J3. verzeichnen für hier 19 Geburten, 16 Eheſchließungen und
8 Sterbefälle.
Sparsam im Gebrauch.
Nummer 139
* Stockſtadt a. Rh., 18. Mai. Am Sonntag, den 21. Mai, begebern
der nahezu 40 Jahre an der hieſigen Station tätig geweſene und m
wohlverdienten Ruheſtand hier lebende Stationsverwalter K. Seim min
Ehefrau Maria, geb. Dietrich, das Feſt der goldenen Hochzeit,
a. Aus dem Kreiſe Groß=Gerau, 17. Mai. Glückwunſch;
ſchreiben. Aus Anlaß der Gerauer Woche hat Herr Staatspräſidem
Ulrich an den Verkehrsverein für Groß=Gerau und Umgegend ei
Glüchwunſchſchreiben gerichtet, das während der Gerauer Woche ven
öffentliht wird. — Die Autobuslinie Büttelborn-Darmſtado
iſt geſichert und ſteht ihre Genehmigung ſeitens des Miniſteriums bevor=
— Walldorf, 19. Mai. Ein in unſerer Gemeinde ſeit langem
allſeits gehegter Wunſch iſt in dieſen Tagen in Erfüllung gegar
Walldorf beſitzt heute eine eigene Waſſerleitung. Die Durchfüln
rung der umfaſſenden Arbeiten war der beſtens bekannten Spezialfirm=
Jakob Nohl in Darmſtadt übertragen worden. Dieſe Firnn
hat die ihr geſtellte Aufgabe in muſtergültiger Weiſe zur allgemeinen
Zufriedenheit und zwar in der außerordentlich kurzen Zeit von Enin
März ab gelöſt. Im ganzen wurden nicht weniger als 12000 Metit
Rohrleitung gelegt. Beſonders muß noch erwähnt werden, daß ſich ſämn
liche Bauarbeiten glatt abwickelten und keine Störungen für die An
gemeinheit eintraten. Heute hat hier faſt Jeder Anſchluß an die nern
Waſſerleitung, und es herrſcht allgemeine Genugtuung darüber, dor
endlich dieſe ſo ſegensreiche Einrichtung auch in Walldorf Wirklichfer
geworden iſt.
Nauheim b. Groß=Gerau, 16. Mai. Letzten Samstag hielt der Turrn
verein 1888/94 e. V. im Saalbau Ruhland eine Vorſtandsſitzung ag
Vorſitzender Berz berichtete zunächſt kurz über das Turnprogramm du
Gerauer Woche und gab die Beteiligung des Vereins bekannt. Der
Hauptpunkt der Tagesordnung bildete der Beſuch der Eſſener Turna
an Pfingſten. Nach einem Schreiben des Eſſener Oberturnwarts
ſte=
der Beſuch feſt. Der Verein trifft bereits Samstag gegen Abend ein
Nauheim empfängt ihn am Bahnhof mit Muſik. Am Abeyd finde
im Saalbau großer Begrüißungsabend ſtatt. Am 1. Pfingſtſonntag
die feierliche Einweihung des Turnplatzes mit Schauturnen, deſſer
Hauptteil die Eſſener Turnerinnen und Turner beſtreiten werden. B
Eſſen auch über eine vorzügliche Fauſtballmannſchaft verfügt, wird au
deſſen Wunſch mit Nauheim ein Wettſpiel ausgetragen. Die Nauheim=
Einwohnerſchaft ſoll gebeten werden, zu Ehren der Ruhrturner 7;
flaggen
* Aus dem Kreiſe Offenbach, 18. Mai. In der Zeit der Pilzernt
die nun allmählich herankommt, werden alljährlich zahlreiche Erkra
kungen und Todesfälle durch den Genuß giftiger Pilze verurſack
handelt es ſich in den meiſten Fällen um den Genuß ſelb
Pilze „Jedem Pilzſucher kann nicht dringend genug empfohlen
werde=
nur Pilzarten zu verwenden, die ihm zweifellos als eßbar beke
ſind. Einen Ueberblick über die wichtigſten eßbaren und ſchädlichen
Pilll=
gibt das im Reichsgeſundheitsamt bearbeitete Pilzmerkblatt, das
Pilzarten beſchreibt und eine Tafel mit 34 farbigen Abbildungen ern
hält. Das Kreisamt Offenbach macht amtlich bekannt, daß ſich drn
Pilzkenner, die den Sammlern mit Rat und Auskunft zur Seite
ſteh=
wollen, gefunden haben, und zwar die Herren Studienrat Grau ur
Lehrer W. Villinger in Offenbach und Lehrer Martin Götzky in Bieb=x
Der letztgenannte Herr iſt allerdings in vergangener Woche einn
Die Abſicht des Kreisamtes, die Pilzſuch=
Lungenentzündung erle
vor Schaden zu bewahren, verdient gewiß auch anderwärts Anerkennur,
und Nachahmung.
* Oppenheim a. Rh., 19. Mai. Der Werbetag für die der
ſchen Jugendherbergen am Samstag und Sonntag, den
und 22. d. M., ſcheint nach dem reichhaltigen Programm ſehr ſchön
werden. Bisher liegen von auswärtigen Jugendbündem bereits ren
m.;
zahlreiche Anmeldungen zum Fackelzug und zur Beleuchtung der
vor. Doch auch die übrige Bevölkerung des beſetzten und unbeſetzt.
Gebietes wird ſich dieſe Gelegenheit, die „Landskrone” im ſchaurig ſchön
Flammenmeer zu ſehen, gewiß nicht entgehen laſſen. Der Verband †
deutſche Jugendherhergen wird in Verbindung mit der Stadtverwaltun.
dem hieſigen Verkehrs= und Verſchönerungsverein ſowie allem and
Vereinen alles tun, um den Beſuchern genußreiche Stunden i.
ſchönen Städtchen zu bieten. Die Oppenheimer Einwohnerſe
außerdem für Uebernachtungs= und Verpflegungsgelegenheit beſorgt.
M. Oppenheim a. Rh., 17. Maf. Beleuchtung der
Gire
Landskrone. Anläßlich der am 21. und 22. Mai hier ſtattfi
Jugend=Herbergs=Tagung der Reichsvereinigung deutſcher Jugendherb.
gen wird am Samstag abend eine Beleuchtung der Ruine Landskrar
erfolgen
bg. Heidesheim, 17. Mai. Verſchiedene Landwirte haben beim &
meinderat beantragt, die Gemeinde möge eine Gemeindeſchlachthaus
richten, in dem die Viehhalter, die ſelbſt ſchlachten wollen, den Fleiſ
und Wurſtberkauf vornehmen können. Da es ſich hier um eine
neuartige Einrichtung handeln würde, konnte der Gemeinderat n
keinem Beſchluſſe kommen. Es ſoll vorerſt eine Rundfrage bei anden
Gemeinden ergehen, ob dort Erfahrungen in dieſer Sache ſchon
uß
ſammelt ſind. — Die Zerkleinerungsarbeiten der Forttrümmer
wegen der entſtehenden Flurſchäden eingeſtellt werden.
Rllt
meinde beabſichtigt, bei der Reichsbahndirektion Mainz dahin vor
zu werden, daß die Unterführung in der Honigſtraße zu einer Perſon.1 ausgebaut wird. Es würde dadurch der Mißſtand, E3
bei Rangierarbeiten der Verkehr unterbrochen werden muß, wenigſte
zu einem Teil abgeſtellt werden.
Oberheſſen.
Gießen, 18. Mai. Der Voranſchlag der Stadt Gieß
für das Jahr 1927 hat ſich im Vergleich zu dem Vorjahre
ſeinen Zahlen in Einnahme und Ausgabe mehr als verdoppelt: 1
betrug er 5 208 000 Mk., heute beträgt er 11347 501 Mk. Die
mögensrechnung zeigt die Zahl 6 321 440 Mk., die Betriebsrechnn!
5036 061 Mk. Die ausgedehnten Waldungen ſollen 97 318 Mk.
bringen, das Gaswerk 160 000 Mk., Elektrizitätswerk 135 000 Mk., Wein
werk 60 000 Mk. An Sonderſteuer von bebautem Grundbeſitz hofft r
1 133000 Mk., an Reichseinkommen= und Körperſchaftsſteuern 440
Mark, an Vergnügungsſteuern 45 000 Mk., an Wertzuwachsſteuern 9
Mark einzunehmen. Unter den großen Ausgaben ſeien hervorgehoh.
Volksſchule 157 803 Mk., höhere Schulen 233000 Mk., Stadtthea.
70000 Mk., Straßenunterhaltung 200 000 Mk., Straßenbeleuchtn
90 000 Mk., elektriſche Straßembahn 36 240 Mk., Polizei und Sicher
123 000 Mk., allgemeine Verwaltung 375 725 Mk., für die Univern”
11 710 Mk. Der Fehlbetrag von 750 000 Mark ſoll aus dem Ausgle!
ſtock und aus dem Vermögen entnommen werden.
* Grünberg, 18. Mai. Ungefähr 30 Wohnhäuſer ſind hier m A
letzten 2—3 Jahren gebaut worden. Dieſe immerhin ſtattliche 2
Bauten wüirden in einem zuſammenhängenden Terain ausgeführt,
das Stadtbild ſehr günſtig wirken. Aber leider iſt das nicht der 7‟
denn dieſe Bauten verteilen ſich auf 12 Straßen bzw. Ecken oder E
Winkel und kommen dadurch nicht zur Geltung. Hoffentlich waltet
den zukünftigen Bauten, von welchen noch eine größeve Anzahl in
Au=
ſicht ſteht, mehr Einheitlichkeit, denn ſicherlich würrde hiermit dem St=0
mehr gedient ſein.
* Laubach, 19. Mai. Das aus dem 16. Jahrhundert ſtamm
Laubacher Ausſchußfeſt wird in dieſem Jahre in althergebrachter 2
am 12., 13. und 14. Juni gefeiert. Gleichzeitig wird am 3. Tage
des Feſtes — Dienstag, den 14. Juni — mit Unterſtützung des La
wirtſchaftskammer=Ausſchuſſes Gießen ein Prämienmarkt für Rinde
der Simmentaler= und Vogelsberger Raſſe und weiße Saanen=Zie
abgehalten. Zur Prämiierung ſtehen ſchon über 1000 Goldmark zur 2
fügung und wertvolle Ehrenpreiſe ſind geſtiftet. Der zu erwart”
ſtarke Beſuch Laubachs während dieſer drei Tage wird mit dem
Gebotenen zufrieden ſein.
Aus Oberheſſen, 18. Mai. Im Vogelsberg beginnt
jetzt auch mit der Kleinpflaſterung der Kreisſtraßens
werden auf den Bahnhöfen Büdingen 1950 Tonnen Sand= und Re
pflaſterſteine,, Schlitz 4950 To., Alsfeld 8800 To., Lauterbach 3000
als Fuhrleiſtungen von der Provinzialdirektion Oberheſſen vergeben.
In dem Städtchen Kirtorf, ſtarb im Alter von 63 Jahren der 1e
jährige Bürgermeiſter Ludwig Hahn. — Ein ſeltenes Ereig?
ſteht in Ansbach bevor. Hier begehen in dieſem Jahre fünf O
paare Goldene Hochzeit. — Der Schützenverein Gedern O‟
in dieſem Jahre auf ſein 50jähriges Beſtehen zurück. — Ein Mol
radrennen „Rund um Schotten” findet am 29. Mai ſtan
Landwirt Guſtab Lind zu Geiß=Nidda wurde an Stelle des
ſtorbenen Kreistagsmitglieds Bürgermeiſter Fendt=Büdingen gewahll
In Hungen, feierte der älteſte Schäfer Oberheſſens Heinrich b.
mann ſeinen 88. Geburtstag. — Der Altveteran von 1870/71, B‟
beamter i. R. Jakob Werter zu Gießen, konnte bei guter Gefund.
ſein 85. Lebensjahr vollenden. — Ein Fuhrwerksbeſitzer aus der Gee
von Uſingen verlor in Bad=Nauheim 140 Mk. auf der
Es zeigte ſich, daß Bad=Nauheim den Namen einer ehrlichen St”
verdient, denn der Finder lieferte das Geld richtig auf der Bürger 7
ſterei ab, und der beglückte Fuhrmann gab ihm einen guten Finderl 4
Bei Waſſerleitungsarbeiten zu Ober=Rosbach fand man e
Eichenſarg mit gut erhaltenem Skelett. An der Stelle war vor E.
300 Jahren ein Friedhof. — Auf dem Wege zum Winterſt”
wurde ein Spaziergänger von einem Motorfahrer überfahren und ſſ.
verletzt. Generalmuſikdirektor Richard Strauß fand ihn und brachte
mit ſeinem Auto ins Krankenhaus zu Bad=Nauheim.
Nummer 139
Freitag, den 20. Mai 1927
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weich zu machen, viel Soda
schadet der Wäsche. Burnus
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in hartem wie in weichem
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als Soda, es „verdaut” den
Schmutz. Deshalb keine
Wäsche mehr ohne das
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 139
Freitag, den 20. Mai 1927
Geite 11
Pandertage im ſchönen Odenwald.
Die nächſte Heimat kann uns, denen nur die Sonntage ganz
gehören, lieb werden, wenn wir’s nur erſt einmal gewagt haben,
ie zu lieben und dem Himmel zu vertrauen, der uns dann ſeine
hönſten Stunden ſchenkt, wenn ſich die Aengftlichen ſchwankend
verkriechen. Nur muß man loswandern, gleich, ob’s windet oder
ſtchneit; unabhängig vom Wetterbericht. 61 Stunden im
ſtrömen=
en Regen klingt für den Stubenhocker ſchauerlich. Aber dem
Wanderer ſelbſt . . . iſt’s liebes Einsſein mit Regen und Welt,
eie in eins zuſammenfließen.
Durch den Heppenheimer Stadtwald geht’s bequem
m drei Stunden zum Knoden, wo bei Reinig geraſtet wird.
Der Ausſichtsturm iſt in der Inflationszeit als Alteiſen verkauft
worden. Mit Stolz zeigt der Wirt das Gäſtebuch und mit
be=
nonderer Freude die Einträge des großherzoglichen Taufpaten
mund ſeiner fürſtlichen Gäſte aus entſchwundenen Friedenstagen.
Vom Knoden ſteil hinunter nach Reichenbach und ſteil
wieder hoch zum ſtillen Felſenmeer, das ſo verlaſſen liegt
wie die Welt, die einſt an ihm ab in die Erde ſank.
Sprung=
ſHaft ſtößt ſich der Körper am glitſchig=lehmigen Hang entlang
nnit dem Stock ab und ſucht wieder Halt, daß er nicht abſauſt und
ſoen Hang hinunterſchlägt. Ueber naßglatte Wurzeln und Felſen,
uer durch junges Geſtrüpp ſetzt er über Waldwege, von
Holz=
ſfuhren ſchlammig und ausgefahren; in gewundenem Hohlweg
ſpringt er die ſteile Kieswand an, um den tollen Lauf zu
chemmen, luſtbrüllend in das graue Meer der Berge Wälder und
EVolken, und tierhaft=froh in dieſem Spiel ſeiner Kraft!
Im Regen dampft der Körper, deſſen Spannkraft wächſt; die
SSchritte jagen ſich und überfliegen Strecken. Man möchts den
Mehen gleichtun, die, braun und weiß gezeichnet, neben uns auf,
in eleganten leichten Sätzen über dröhnenden Waldboden jagten.
Wom Felſenmeer ſind in einer Stunde die erſten Häuſer von
Auerbach erreicht —
und dann, zu Hauſe unter kalter
Duſche, das ſchafft erſt Hochgefühl des eigenen Körpers!
Acht Tage ſpäter: Am Samstag nachmittag, mehr
ſpäzier=
mäßig mit liebem Beſuch, zum Auerbacher Schloß; im
Hochſtädter Tal gleich ab von der blau=weißen X=Markierung,
langſam hinauf. Oben beim Kaffee am nächſten Tiſch drei nette
Kinder, Bub und zwei Mädelchen in roten Mäntelchen 4 Ia
Poſtillon! Dann weiter den Herrenweg entlang am Hang
des Melibokus und in herrlich wärmender Sonne zurück.
Da — ganz nah am ſelten begangenen Weg, hoch im Geäſt
Kuckuck und Kuckuicksweibchen in eitel Liebelei; aber ſchon haben
ſie uns geäugt, im Flug zum zweiten, dritten Baum, und regen
ſich und muckſen ſich nicht mehr. .. Unten im Tal kieſt der Wirt
in Wiemers Waldmühle Weg und Garten, ſtellt blau und weiß
neugeſtrichene Stühle und Tiſche aus und hofft, daß der
Wetter=
gott mit ſeinen Auſtalten Einſehen haben mag!
Sonntag: 9 Uhr ab in Heppenheim, durch erſte
Baum=
blüte, vorbei an der Starkenburg, empor (blaues T.) zum
Lindenſtein. Die Nacht war friſch geweſen und am Morgen
der Himmel bedeckt. Oben kiſſelte es Schneekörnchen; doch der
Wind trieb ſich zwiſchen die ſchweren graugeballten Wolken und
jagte ſie ſtrichweiſe auseinander. Aber wird er ſie vertreiben
können; denn der Körper lechzt nach Sonne?
Eine Geſellſchaft kommt langſam in Trupps herauf,
die=
weilen ich, vor der Hütte auf der Mauer ſitzend, mein Brot kaue.
Kurgäſte; zuerſt Mutter mit Sohn und Tochter und Tauten.
Geographiſche Kenntniſſe werden zuſammengeflickt und mit
meiner Hilfe ergänzt. Irgendwo wird Lindenfels geſucht, bis
wir endlich den Kranz der Berge abgedeutet haben: Auerbacher
Schloß, Melibokzis, Felſenmeer, Knoden, Krehberg und die
nähe=
ren Berge, Eſelsberg, Heiligenberg nach Nordoſten und die
Juh=
höhe nach Süden.
Dann der Vater, Hüne von Geſtalt, rheiniſch=weſtfäliſcher
Induſtriebaron, mit Schwager und Schweſter. Er erzählt von
ſeinen geſchäftlichen Flügen nach Holland; wie man nachher vor
all dem Lärm kaum ſein eigen Wort mehr verſtand; wie ihm
beim Landen immer ſo geweſen ſei, als hebe ſich der Boden auf
und wolle das Flugzeug zudecken. Die Mutter ſtolz auf den
Jungen, der vorm Fliegerexamen ſteht, und doch ängſtlich; im
Auto mag ſie ſchon mit ihm fahren, aber bei der Fliegerei nicht
zuſehen! Die Tochter, freundlich=burſchikos, erhaben über
Mutters „Angſt”; ſtolz auf ihren ſelbſtgeſchneiderten Hut, den
der Bruder reſpektlos zu einem „5=Pfg.=Hut” degradiert. Und
fliegen, meint er, ſei gar keine Kunſt; nur’s Landen, daß man
nicht im 70=Kilometer=Tempo aufſauſt! Die Tante, mit ihren
Fragen nicht ganz auf der techniſchen Höhe, will wiſſen, warum
im Flugzeug nicht zwei Sitze nebeneinander eingebaut ſind, wie
lange er am längſten in der Luft war, und wird gütig belehrt.
Der Aelteſte aus Eſſen wird ebenfalls, natürlich in einem ſeiner
Autos, Benz oder Opel, erwartet. „Na, wenn er den Kleinen nimmt,
da fährt er man bis hier oben herauf!”, meint zuverſichtlich der
Vater . .. In allen iſt angenehmer, friſcher Zug von
Unterneh=
mungsgeiſt und Erdennähe, der anſteckt und als gutes Omen dient.
In großen Sätzen geht’s zwiſchen hochſtämmigen Buchen und
niederer Fichtenaupflanzung den Berg hinab (zur Markierung
gelber Strich zwiſchen weiß), weiter auf der Höhe nach dem
Scheuerberg. Da kreuzt, ganz unerwartet, ein Mädel den
Weg, nach Haltung und Kleidung aus der
Odenwald=
ſchule; freundlich wünſcht ſie guten Morgen und, in beiden
Händen Blumen, ſpringt ſie zwiſchen jungem Grün und
blühen=
den Anemonen den Hang hinunter den Häuſern der Schule zu.
Auf der alten Forſtſtraße aber wandert Einer luſtig weiter und
pfeift ſich frohe Lieder, mit Fink und Meiſe um die Wette! Am
Salzbrunnen die erſten Wandervögel bei der Raſt mit
Frühkonzert; Gitarren und Geigen raſen den guten alten
Hohen=
friedberger im — Galopptempo, daß den Specht am Baum der
Takt gereuen möcht!
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übern Weg und die ſtämmigen Fichten und Buchen entlang und
jagen ſich mit tanzenden Sonnenſtrahlen aus blauen
Himmels=
fetzen. Wird’s die Sonne ſchaffen? Hinterm Scheuerberg ab
von der Markierung und an den oberen Häuſern von
Schanne=
bach vorbei, um 12 Uhr oben am Krehberg und im Wald
über die chauſſierte Straße auf offenes Feld, mit Knoden im
Vordergrund und Blick in die dunſtige Rheinebene. Rechts ab
der Weg nach Lindenfels und brüben im Oſten klar, ſcharf
um=
riſſen Neunkircher Höhe mit Kaiſerturm. Nach kurzer Raſt
auf dem Knoden — es iſt 1 Uhr geworden — raſcher Entſchluß:
mit der roten —=Markierung auf zum Kaiſerturm!
Die Sonne hat geſiegt, und den Weg hinab bis zur
Ab=
zweigung der Chauſſee links nach Gadernheim (blaue
Markie=
rung) herrlicher Blick aufs liebe Lindenfels, in das ich
vor zwanzig Jahren zum erſten Male und ohne Eindruck einzog.
Als wir es dann vor Jahren wiederſahen, einmal an einem von
den warmen Auguſttagen, wo die Welt den Atem anhält, da
wurde dieſes liebliche Fleckchen Erde unſer und wir ganz ſein!
Kurz vor Kolmbach über die Straße Bensheim—Lindenfels,
auf der Auto um Auto heraufklettert, putzig wie Spielzeug
anzu=
ſchauen. Auf dem Weg zur Höhe trank das Auge immer neu
die Schönheit und Klarheit dieſes einen Tages, und das
über=
volle Herz jauchzte den jubilierenden Lerchen zu. Dem Andern,
der nicht den ganzen Wall von Bergen meilenweit ringsum in
ſo klarer Kontur und in dieſer blau=ſchwarzen, atmenden Fülle
ſah, mag’s wie Schwärmerei vorkommen! Aber wann hat man
das Glück eines ſo klar=blauen Tages im erſten Frühling — und
nach einem ſo zweideutigen Morgen? Melibokus, Felſenmeer,
Neunkircher Höhe und Lindenfels; dahinter Berge um Berge,
die Tromm, Krähberg, Katzenbuckel, bis hinüber zum
Königs=
ſtuhl, Heiligenberg, Oelberg, all die ſüdlichen Bergketten bis vor
zum Wachenberg und gegenüber Krehberg und Knoden, alles
lag da ausgebreitet, aufragend aus tiefem, lieblichem Tal. Wald
und Tal iſt auferſtanden in lauer, klarer Frühlingsluft, — in
dieſer ſchönſten Werdeſtunde ſtreck ich zum Himmel meine Hände
aus ..."
Am Kaiſerturm freundliches Bild; eine Dame im
Straßenkleid kocht zwei jungen Buben, Wandervögeln, — Nudeln
mit Backobſt; Leibgericht jedes Zugvogels!. Mir ſelbſt liebe
Er=
innerung an eine herrliche Schwarzwaldfahrt, und bei der ſo
ſelbſtverſtändlich tätigen Munterkeit dieſer Frau erlebe ich noch
einmal die mütterliche Beſorgtheit der „guten Tante Aenne‟!
Die beiden Töchter, wie Töchter heute eben ſind, ſchwatzen und
ſchwadronieren, wie ſie vorbei an Pfarrer und Jungfrauenverein
lieber allein auf große Fahrt gingen; natürlich Frankfurter
Kurgäſte, „ganz in der Nähe im erſten Haus untergebracht”.
„Da müßt Ihr nachher vorbei und da pfeift Ihr uns”, ſo rufen
ſie zum Abſchied zurück, vom Papa „zum Kaffee” getrieben. Den
Jungens aber ſchmeckts köſtlich, ſie rufen mirs zu, wie köſtlich,
und legen Grundſtock zur Weiterfahrt nach Erbach!
Ich aber ſchlag mich vorbei am Ludwig=Seibert=
Ge=
denkſtein, vom Odenwaldklub dem Bereiter der
Markierun=
gen gewidmet, auf Nebenwegen über die Höhe mit Richtung und
Ziel auf Brandau. Am dreifachen Echo Halt und ſchöner Blick
nach Norden zum Frankenſtein, Roßberg, Lichtenberg, Otzberg
und Breuberg! Weiter gehts und unfern der Modauquelle kommt
Freitag, den 20 Mai 1927
auf breitem Weg um die Waldbiegung ein Mann heran und ſagt
ſich, halb ſingend, laut und wie einer, der endlich wieder froh iſt,
die Verſe auf:
Wenn der Frühling auf die Berge ſteigt,
Wenn im Sonnenſtrahl der Schnee zerrinnt —
Unterbricht ſich, biegt einen jungen Buchenſtamm am Weg zu ſich
herunter und bricht einen erſten vollen Zweig, ſchwenkt ihn und
kommt ſingend auf mich zu:
Wenn das erſte Grün am Baum ſich zeigt,
Und das Luſtgetön der Welt erklingt,
Lüftchen lind und lau
Würzt die grüne Au,
und der Himmel lacht ſo rein und blau,
Schallt es von den Höhen bis zum Tale weit:
O, wie wunderſchön iſt die Frühlingszeit!
Ein Mann, dem man die Sechzig nicht anſieht, und
ſonntäg=
lich ſauber gekleidet, fragt mich nach woher — wohin, und bald
wandern wir zuſammen in lebhaftem Geſpräch. Er erzählt von
ſeiner Landwirtſchaft, der Krankheit ſeiner Frau, dem Krieg;
wie er dann die Schneiderei, die er nebenher 9 Jahre mit einem
Geſellen betrieb, verkleinerte und dann auch nach einem Winter
ſchlafloſer Nächte ſeine Biel (Bienen) abſchaffte. „Das hätt ich
nicht tun ſollen; ich hätts im Kleinen weiter betreiben ſollen,
wie mei Schneiderei. Jetzt habe ich wieder vier Völker, vorerſt
wieder. Ach, wie die jetzt den Staub ſammeln mit ihren
Grei=
ferchen und eintragen und dann, ſehen Sie mal den Zweig, ſo
weit iſt noch kein Baum ringsum: da kam mir das Lied ſo an
und nun ſollen ſie auch noch den zweiten Vers hören.”
Ich habe ihn vergeſſen, ſo war ich der Heiterkeit in dieſer
warmen Nachmittagsſtunde hingegeben und der Freude, die man
über ſo ein Geſchenk des Himmels hat, wenn man ſeine Tage
ge=
arbeitet hat und mit geſunden Knochen noch arbeiten kann! Er
hat ſich mit wenig heraufgearbeitet: die Inflation hat das
Er=
worbene gemindert. Mit ſeinem „Auszug” hat er ſein knappes
Auskommen, aber doch ſein Auskommen. Nur wenn er ſich was
Beſonderes gönnen will, wird wieder geſchneidert; doch die
Hände wollen nicht mehr ſo flink fort wie der heiter=geſunde
Geiſt!. Zufrieden und dankbar ſpricht er von ſeinen Töchtern;
die eine hat den Glöckner zu N. geheiratet; die andere iſt
Leh=
rerin in L. und die dritte iſt verheiratet zu Haus und der
Schwie=
gerſohn iſt ordentlich und fleißig, ſodaß kein Zank und Streit im
Hauſe herrſcht.
Mit einem Händedruck verabſchieden wir uns und wünſchen:
Auf Wiederſehen! Er geht nach Gadernheim, ich nach
Bran=
dau, das ich 3,30 Uhr erreichte. Deutlich hatte ich den Weg, der
hinterm Ort in der Richtung zum Felſenmeer führen muß,
beim Abſtieg vor mir geſehen; aber am Schulhaus marſchiere ich
—rechts weiter und lande, ganz zur Unzeitl am Friedhof hinter
Brandau Richtung Rohrbach!. Weit drüben nach Süden ahn”
ich den Weg. Nun aber gilts aufholen; alſo links ab, quer durch
Felder und Wieſen, zweimal über Gräben, über die Modau, die
Kreisſtraße nach Ober=Ramſtadt querend, wieder über Felder und
den ſchmalen Fußpfad (weiße —=Markierung nach dem
Franken=
ſtein), wird endlich die Straße nach Beedenkirchen erreicht. Da,
bald recht ab, auf altem Feldweg, zwiſchen Beedenkirchen und
Wurzelbach haltend, hinauf zu den Höhen des Felsbergs! Im
Nummer 139
Anſteigen ſchweiſt der Blick zurück und grüßt, immer neu bewegt,
das Panorama von Neunkirchen bis zum Felſenmeer. Und noch
einmal läuft das Auge die Bergketten vom Lindenſtein über
Hei=
ligenberg, Scheuerberg, Knoden, Krehberg und Kaiſerturm
ent=
lang und mags nicht faſſen, daß noch vor wenigen Stunden der
Fuß all dieſe Höhen trat! O wunderſchön iſt Gottes Erde und
wert, darauf vergnügt zu ſein!
Nach kurzer Raſt oben im Forſthaus bei Kaffee und
Kuchen — das Felſenmeer ſchenk ich mir heut; denn das wird
erſt mit Menſchen aus proppenvollen Zügen bevölkert geweſen
ſein! — gehts 5.15 Uhr am Ohlyturm vorbei, wo Jungs in
lauter Arsgelaſſenheit Aeſte von oben nach Mädels
herunter=
werfen. Gefährlich könnts werden; aber ſahen wir in unſerm
Uebermut in lang vergangenen Tagen Folgen und Gefahr? Drei
Mädels ſtreben an mir vorbei, ihrem Zelt am Turm zu, und da
hör ich die für einen Bubikopf von 15—16 Jahren immerhin
temperamentvollen Worte: „Na, dann kriegt er einen Tritt, daß
er bis nach Mannm in de Neckar fliegt!”
Weiter der Markierung nach (gelber Strich) mit Durchblicken
links nach Reichenbach und Knoden, rechts nach dem Melibokus.
Immer näher komme ich an eine Wandertruppe vor mir:
Vor=
trupp der Papa, dann Bub und zwei Mädels und dann Mamal
Auf einmal bei einem Holzſtoß — ja, wie ſag ichs —. Man hat
mich auf dem weichen Boden nicht herankommen hören —. Da,
im allerletzten Augenblick wendet ſie das entzückende Köpfchen
— ein Huch — und vorbei die ſüße weiße Wäſche! . . . In
Stur=
mesſchritten ſaus ich vorbei, Kopf geradeaus und dann mir nach
tolles befreiendes Lachen! Da iſt mir, als ſäße mir der
Teu=
fel im Nacken und lache ſich eins über mich. Mit einem Ruck
greif ich nach der Taſche, taſte den Mantel ab, den ich abwechſelnd
über die Schultern geworfen hatte, und vermiſſe meine teure
Monatskarte!! Zurücks. Noch einmal den ganzen Weg? Nein
—und wenn — der Tag war das Geld zehnmal wert.
Aler=
dings die Bilanz: Mittageſſen 120 Mark. Kaffee und Kuchen
60 Pfg.: Sonntagskarte geſpart? Monatskarte verloren!
Glück=
lich iſt, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern iſt ...
Vorüber am Emmerlingsborn, der wieder mal
be=
ſchädigt iſt, mit herrlichen Blicken auf Auerbacher Schloß und
Melibokus im Weſten und Neunkircher Höh, Knoden und
Linden=
ſtein nach Oſten und Süden. Am Hang Rapsfelder, noch grün,
aber ſo nah dem Blühen, daß das Gelb faſt ausbrechen möcht
Auf ſtillen Wegen, ab von der Markierung, hinunter ins
Für=
ſtenlager, in dems um 6,15 Uhr noch lebhaft iſt. Gruppen
ſtehen herum, heimwärtsſtrebend, während die Sonne auf die
dunkeln kaliforniſchen und auſtraliſchen Hölzer nahe beim
ein=
ſtigen Vogelhaus letzte goldne Flecke malt. Ich raſte unterm
Lindenbaum am alten Brunnen. Irgendwoher aus einem der
ehemaligen Herrſchaftshäuſer dringen abgeriſſene Klänge einer
Beethovenſchen Sinfonie, und in der elegiſchen Stimmung der
engliſchen Parkanlage wirkt ſelbſt das abgeſchwächte Spiel nach
einem Klavierauszug. Willig höre ich hin — es iſt das Andante
aus der Fünften — und bin ganz dem Tag und ſeinem
fried=
lichen Ausklang hingegeben.
Nachklang: Zwei Tage ſpäter rufts in meinem Büro an,
Der kleine W. aus D. hat ſtatt eines Oſterhaſen meine
Monats=
karte gefunden. Daß doch das Leben noch ſeine Zufälle ſpielen
läßt, auch bei Bilanzen!
Rccccscceeeeeseeeseceseeesceeeeeeeeeeseeeeeeeseseeeeeeeccscea oo2223222222223922222222222o922222222222222222222222
B=
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Mummer 139
Freitag, den 20. Mai 1922
Seite 13
Meich und Ausland.
chwerer Verkehrsunfall in Frankfurt.
WSN. Frankfurt a. M. Am Donnerstag
vy gen ereignete ſich in der Borſigallee (Riederwald=
Innie) ein ſchwerer Zuſammenſtoß zwiſchen
nam Zug der Hafenbahn und einem
elek=
ſchen Straßenbahnwagen, der
bedauer=
herweiſe zwei Tote und ſechs Verletzte
rwerte. Nähere Einzelheiten fehlen noch. — Zu dem
ſyoeren Verkehrsunfall, der ſich am Donnerstag
mnittag im Riederwald ereignete, erfahren wir noch
lpende Einzelheiten: Ein aus zwölf Wagen
be=
hender Zug der Städtiſchen Hafenbahn ſtieß beim
ſciagieren an dem Straßenbahnübergang Borſigallee
Mouſonſtraße mit einem aus Richtung Bergen
immenden, aus drei Wagen beſtehenden
Straßen=
ahmzug ſeitwärts ſo heftig zuſammen, daß der
mitt=
r Wagen mit furchtbarer Gewalt zur Seite
ge=
hleudert und umgeworfen wurde. Auch der
ritte Wagen wurde umgeworfen. Der Schaffner des
püiten Wagens, Grohganz, und der 70jährige
ſpiengler Heinrich Röder aus Bergen wurden
ſo=
uu: getötet, während ſechs andere Perſonen,
uen Namen noch nicht feſtſtehen, mit
lebensgefähr=
ien Verletzungen im Heiliggeiſthoſpital eingeliefert
ſetden mußten. Außerdem wurde eine ganze Reihe
nigerer Perſonen leicht verletzt. Die Schuldfrage iſt
vi6 nicht geklärt.
Auf der Spur eines Giftmörders?
WSN. Frankfurt a. M. Zwiſchen
Weih=
aibten und Neujahr wurde in der Nähe der
Ober=
a nbrücke die Leiche einer 22jährigen Lageriſtin aus
en Burgſtraße aus dem Main geländert. Im
Zuſam=
ſelrhang mit dem Verſchwinden des jungen
Mäd=
erls wurde damals deſſen Bräutigam
feſt=
enwommen. Da die Leichenſchau jedoch nichts
Auf=
hrges ergab, wurde der Bräutigam wieder aus der
at t entlaſſen und die Leiche zur Beſtattung auf dem
orenheimer Friedhof freigegeben. Wenige Tage
da=
ae ſtarb ein anderes, in der Heideſtraße
oignendes junges Mädchen, mit dem der
ſann ebenfalls ein Verhältnis hatte. Die
en=chtliche Unterſuchung ergab, daß möglicherweiſe
argiftung durch Arſen vorliege, doch
mnite auch in dieſem Falle kein poſitiver Beweis
hracht werden. Neuerdings ſind nun wieder
Ge=
ſüugte aufgetaucht, daß der junge Mann auch ſeiner
rſen Braut Arſen beigebracht und ſie dann
beſei=
g hat. Die Leiche des jungen Mädchens wurde
esſchalb auf dem Friedhof wieder ausgegraben und
aic dem Hauptffriedhof gebracht, wo eine gerichts=
Autliche Sektion ſtattfand. Ein Gerichtschemiker iſt
ti der Unterſuchung des Darminhalts beauftragt
A—den. Ueber das Ergebnis iſt noch nichts bekannt.
Feſtnahme eines Defraudanten=Trios.
1½ Millionen Bloty unterſchlagen.
WSN. Frankfurt a. M. Nach einer
Mittei=
ung des Polizeipräſidiums hat der polniſche
Poſt=
mte Karl Keßler in Königshütte die Summe
ur 1½ Millionen Zloty (gleich 700 000 Mark)
unter=
hpagen und unter Beihilfe eines gewiſſen Gottfried
ßlick und deſſen Ehefrau über die Grenze nach
itſchland gebracht. Der hieſigen Kriminalpolizei iſt
3 mun gelungen, den Helfershelfer Cißlick und deſſen
hi=frau in Offenbach feſtzunehmen, in deren
feil itz noch 350 000 Zloty vorgefunden wurden.
Außer=
enn konnte bei einer Frankfurter Bankfirma ein
ewonierter Betrag von 500 000 Zloty beſchlagnahmt
erden. Durch weitere Maßnahmen der hieſigen
m minalpolizei konnte nun Keßler in Schlierſee in
Gerbayern ermittelt und feſtgenommen werden. Es
urde noch ein Betrag von 400 000 Zloty in bar bei
m.vorgefunden.
Drei Perſonen durch Gas vergiftet.
Berlin. In einem Hauſe im 16. Bezirk
wur=
erl, der 42 Jahre alte Maſchinenmeiſter
Summes=
err ger, ſeine Ehefrau und deren Freundin infolge
mer Leuchtgasvergiftung tot aufgefunden. Es wurde
eſtggeſtellt, daß der Tod der drei Perſonen durch
mvorſichtiges Hantieren mit einem Gaskocher
ver=
h=ldet worden iſt.
katlandung des franzöſiſchen Fliegers Thoret.
Berlin. Ein von dem Piloten Thoret
ge=
en ertes franzöſiſches Sportflugzeug, das ſich auf
iem Flug Paris-Moskau befand, mußte in der
engangenen Nacht wegen Motorſtörung auf
enn Flugplatz in Tempelhof niedergehen.
Grubenunglück.
Charleroi. Hier hat ſich am Mittwoch
bemd gegen 6 Uhr, 980 Meter unter der Erde, in
er! Kohlengrube Mareinelle ein Unfall infolge einer
biSlagwetterexploſion ereignet. Ein
Berg=
rlzeiter öſterreichiſcher Nationalität wurde
ge=
öiket, zwei ſerbiſche Arbeiter wurden verletzt.
Das Schulunglück in Amerika.
42 Todesopfer bei einer Exploſionskataſtrophe
in einer amerikaniſchen Schule.
Bath (Michigan). Ein Flügel des vierſtöckigen
ulgebäudes iſt durch eine
Dynamitexplo=
on vollkommen zerſtört worden. Die
zußl der getöteten Kinder beträgt
min=
eifſtens 35; auch der Direktor der Schule, ein
ekirer und zwei gerade vorübergehende Perſonen
gunen ums Leben. Ueber 20 Leichen ſind bereits
usden Trümmern geborgen. Die polizeiliche
Unter=
gapung ergab, daß im Keller des Schulgebäudes
liektriſche Drähte angebracht waren, und daß
er Keller eine außerordentlich große Menge
dyinamit enthielt.
TU. New York. Wie aus Lanſind gemeldet
vih:d, iſt die Exploſion in dem Schulgebäude auf
gs Dynamitattentat eines Farmers
urückzuführen. Dieſer befand ſich in
Geldſchwierig=
ein en und konnte die Schulſteuer nicht aufbringen.
hyne Steuerermäßigung war ihm abgelehnt worden.
mrüber geriet er in ſolche Erregung, daß er in
imem Wahnſinnsanfall durch Dynamit ſeine eigene
furrm, in deren Gebäude ſich ſeine Frau be=
„d, in die Luft ſprengte. Am Donnerstag
oligte das Attentat auf die Schule. Der Täter
neüichte, ebenfalls durch Dynamit, ſein eigenes
linto zur Exploſion, wobei er ſelbſt in Stücke
en riſſen wurde. — Bisher ſind 42 Leichen aus
a: Trümmern des Schulhauſes geborgen worden.
Uaan vermutet, noch weitere 20 Leichen unter den
Frſäimmern. Bei den Rettungsmaßnahmen ſpielten
fh furchtbare Szenen ab. Da das Schulhaus zur
zeuät der Exploſion voll beſetzt war, waren viele
elz=ern herbeigeeilt, um ihre Kinder zu ſuchen. Ein
fls=ernpaar hat alle fünf Kinder verloren.
„Gute Fahrt, gute Gee!”
Luxustelegrammformulare auch auf der Hochſee.
Gemäß einer zwiſchen der Reichs=Telegraphen=Anſtalt und den großen deutſchen
Schiffahrtsgeſell=
ſchaften getroffenen Vereinbarung werden ab 1. Juli beſondere Luxusformulare für
Glückwunſch=
telegramme nach der Hochſee eingeführt. — Unſer Bild zeigt den Entwurf für das neue Luxus=
Telegrammformular, eine Arbeit des Berliner Graphikers Carl Prinz. Unter der Ueberſchrift
„Gute Fahrt, gute See” ſind eine Fregatte aus dem 17. Jahrhundert und in den Ecken die Wappen
von Hamburg und Bremen zu ſehen.
40 Jahre A. E. G.
Das heutige Zentral=Verwaltungsgebäude der A. E. G. in Berlin.
Im Oval rechts: Emil Rathenau, einer der Mitbegründer der A. E. G.
Die Allgemeine Elektrizitäts=Geſellſchaft in Berlin, eines der größten Unternehmen der elektriſchen
Induſtrie der Welt, kann am 23. Mai ein Jubiläum begehen. An dieſem Tage ſind 40 Jahre ſeit
der Umwandlung der damaligen „Deutſche Ediſon=Geſellſchaft für angewandte Elektrizität” in
die „Allgemeine Elektrizitäts=Geſellſchaft” verfloſſen.
Wiederherſtellung der erſten Begräbnisſtätte Schillers.
Schillers erſte Begräbnisſtätte in Weimar.
Bei der Wiederherſtellung vieler bemerkenswerter Grabſtätten auf dem Jakobsfriedhof in Weimar
ſoll auch das ſogenannte Kaſſengewölbe wieder in ſeine urſprüngliche Geſtalt verſetzt werden.
Nachdem man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den im Rokokoſtil gehaltenen
Sand=
ſtein=Aufbau abgebrochen hatte, war dieſe erſte Begräbnisſtätte Schillers, in der ſeine Gebeine
22 Jahre lang ruhten, nur noch durch eine Inſchrift an der Wand des anſchließenden Hauſes
bezeichnet.
Gehäufte Mutterfreuden.
Markt=Oberdorf. In einem Bauernhof
der Gemeinde Görisried ereignete ſich ein ſeltſames
Zuſammentreffen aller möglicher Geburten. Während
in der Stube die Bäuerin von Drillingen glücklich
entbunden wurde, herrſchte auch im Stall reges Leben.
Zwei Kühe erfreuten den Bauern gleichzeitig mit
5 Kälbern und eine pflichteifrige Schweinsmama warf
16 Ferkel. Infolgedeſſen konnte der Hennenſtall
natürlich auch nicht untätig bleiben, und eine gute
Mutterhenne konnte ſogar den Rekord in dieſem
großen Wettgebären, an ſich reißen, indem ſie in
kurzer Zeit 21 Kücken ausbrütete. 3 Kinder, 5
Käl=
ber, 16 Ferkel und 21 Kücken, zuſammen alſo 45 neue
Lebeweſen, das iſt beinahe etwas viel für einen
ein=
zigen Tag.
Zur Flaſchenpoſt Nungeſſers.
London. Zu der Auffindung einer Flaſchenpoſt
Nungeſſers teilt das Reuterbüro mit, daß von der in
der Flaſchenpoſt erwähnten Perſönlichkeit namens
H. Lauſern, weder bei der franzöſiſchen Botſchaft,
noch bei der Admiralität oder im
Luftfahrtmini=
ſterium etwas bekannt ſei.
Der Start des Ozeanfluges verſchoben.
Paris. Nach einer Meldung des „New York
Herald” aus New York wird das Flugzeug, mit dem
Berthaud und Chamberlain den Ozean
überfliegen wollten, vorläufig nicht ſtarten können,
da Berthaud wegen Meinungsverſchiedenheiten
ab=
geſagt hat. Als Erſatz für ihn käme vielleicht
Leut=
nant Hinton in Frage.
Die Kaſſeler Straßenbahn=
Kataſtrophe.
Der amtliche Bericht.
Kaſſel. Ueber die Kataſtrophe meldet der
Polizeibericht: Der um 7.25 Uhr abends von Ecke
Fürſtenberg= und Kohlenſtraße abfahrende
Straßen=
bahnwagen der Linie 5 ohne Anhänger ſetzte ſich aus
noch nicht feſtgeſtellter Urſache plötzlich in Bewegung,
während der Wagenführer und der Schaffner ſich an
der hinteren Plattform außerhalb des Wagens
auf=
hielten. Der Wagen durchfuhr führerlos, mit
zuneh=
mender Geſchwindigkeit das Gefälle der Fürſtenberg=
Straße bis Ecke Brabanterſtraße, ſprang dort in der
Kurve aus den Schienen heraus und fuhr noch einige
Adinuten auf ddem Fahrdamm gegen die
Bord=
ſchwelle, wo er ſich vollſtändig überſchlug und, mit
dem Dach nach unten, in den Straßengraben ſtürzte.
Der Anprall war ſo ungeheuer, daß der Wagen
voll=
ſtändig zertrümmert wurde. Dabei fanden neun
Per=
ſonen den Tod, während 20 Fahrgäſte mehr oder
weniger ſchwere Verletzungen erlitten. Von letzteren
wurden 15 ins Krankenhaus vom Roten Kreuz und
fünf in die Klinik von Sanitätsrat Dr. Greher
be=
fördert. Von ihnen konnten nach Anlegung von
Notverbänden vier ſofort entlaſſen werden. Soweit
man bis jetzt ſagen kann, ſcheint für die übrigen keine
unmittelbare Lebensgefahr vorzuliegen. Die Toten
wurden in die Leichenhalle des Friedhofs an der
Karolinenſtraße gebracht. Ihre Identifizierung iſt in
die Wege geleitet. Die Polizei und Aufſichtsbehörden
erſchienen alsbald an der Unfallſtelle und leiteten
die Ermittlungen ein. Auf Anordnung des
Polizei=
präſidenten wurde der Zuſtand des verunglückten
Wagens in ſeiner jetzigen Lage zunächſt unberührt
gelaſſen und unter Bewachung geſtellt, um bei
Tages=
licht die Unterſuchung fortzuſetzen. Von den
Ver=
letzten liegen noch 15 im Krankenhaus zum Roten
Kreuz und einer in der erwähnten Klinik. Die
Mehr=
zahl der Verletzten ſtammt aus Kaſſel. Die Verletzten
haben meiſt Kopfverletzungen davongetragen. Die
Toten ſind meiſt bis zur Unkenntlichkeit verſtümmelt.
Wie wir weiter erfahren, war der
Straßenbahn=
wagen der Linie 5 außerordentlich ſtark beſetzt, meiſt
von Ausflüglern, die nach Beendigung ihres
Aus=
fluges zurückkehren wollten. Außer den oben
ge=
nannten 10 Toten und 19 Schwerverletzten, die in
das Rote=Kreuz=Krankenhaus und in das
Diakoniſſen=
krankenhaus gebracht wurden, ſind noch eine Anzahl
Perſonen, deren Zahl noch nicht feſtſteht, leichter
verletzt. Die Feuerwehr und der Rettungsdienſt ſowie
eine große Anzahl Aerzte, die von Zivilperſonen
ſofort alarmiert worden waren, leiſteten die erſte
Hilfe. Die Feuerwehr richtete ſofort nach ihrer
An=
kunft unter Leitung des Branddirektors den
umge=
ſtürzten Wagen wieder auf und machte ſich an die
Bergung der Toten und Schwerverletzten. Die Toten,
zunächſt ſechs Frauen und drei Männer, meiſt ältere
Leute, wurden auf eine neben der Straße liegende
Wieſe gelegt. Auf dem Transport ins Krankenhaus
verſtarb ein weiterer Fahrgaſt. — Der
Regierungs=
präſident hat eine Bekanntmachung erlaſſen, wonach
ſich diejenigen Perſonen, die Angehörige vermiſſen,
beim Polizeipräſidium melden ſollen, um auf dieſe
Weiſe die Feſtſtellung der Toten und Schwerverletzten
zu ermöglichen.
Am Donnerstag vormittag iſt es gelungen,
ſämt=
liche Toten zu identifizieren. Die amtliche
Totenliſte lautet: Frau Alma Graff aus
Kaſſel, Frl. Julia Diener aus Limburg, die ſich
beſuchsweiſe in der Hermannſtraße in Kaſſel bei
Verwandten befand, Amtsgerichtsrat Bock und
deſ=
ſen Frau aus Kaſſel, Frau Maria Rühl aus Kaſſel,
Frl. Eliſabeth Hoffmann aus Kaſſel, die Witwe
Rebekka Hartung aus Kaſſel und Geheimer
Juſtiz=
rat Rinteln aus Kaſſel ſowie Soizalrentner
Prager aus Kaſſel.
Ueber die Schuldfrage läßt ſich noch nichts
ſagen, da erſt ſämtliche Zeugen gehört werden müſſen,
um ein klares Bild zu gewinnen. Donnerstag früh
hat an der Unglücksſtätte ein Augenſcheintermin
ſtattgefunden, worauf die Trümmer des Wagens
ab=
transportiert wurden.
Am kommenden Samstag vormittag findet in
der Kapelle am Friedhof Karolinenſtraße eine vom
Magiſtrat der Stadt Kaſſel veranſtaltete
öffent=
liche Trauerfeier für die Opfer des
Straßen=
bahnunglücks ſtatt.
Im Auftrage des Oberbürgermeiſters hat am
Donnerstagmorgen Stadtmedizinalrat Dr. Keding
die bei dem Straßenbahnunglück verletzten Perſonen
im Krankenhaus „Rotes Kreuz” aufgeſucht. Nach
Mitteilung des leitenden Arztes beſteht bei keinem
der Verletzten Lebensgefahr. Ein großer Teil
der=
elben wird vorausſichtlich in ein bis zwei Wochen
aus dem Krankenhaus entlaſſen werden können.
Der preußiſche Miniſter des Innern,
Grze=
ſinſki, hat der Stadt Kaſſel telegraphiert: Tief
bewegt von der Nachricht des furchtbaren
Straßen=
bahnunglücks ſpreche ich der Stadt Kaſſel mein
herz=
liches Beileid aus. Ich habe den
Regierungspräſi=
denten beauftragt, den betroffenen Familien meine
innigſte Teilnahme zum Ausdruck zu bringen.
Die Urſachen des
Kaſſeler Straßenbahnunglücks.
TU. Kaſſel. Nach einer halbamtlichen
Dar=
ſtellung ſpielte ſich das furchtbare Straßenbahnunglück
in Kaſſel folgendermaßen ab: Ein Wagen, der mit
35 bis 40 Perſonen beſetzt war, ſtand im Gleiſe. Die
beiden Schaffner hatten für einen Augenblick den
Wagen verlaſſen, als ein Paſſagier die
Bremskoppe=
lung des 200 Zentner ſchweren Wagens löſte. Der
Motorwagen raſte darauf mit einer
Stunden=
geſchwindigkeit von 100 Kilometern die ſehr ſteile
Straße herab. An einer Straßenkreuzung ſchlug der
Wagen um und raſte dann noch ſechs Meter weiter.
Plötzlich hörten die Straßenpaſſanten aus einer
dichten Staubwolke Schreie und Hilferufe. Der ſtark
demolierte Wagen ſtand Kopf. — Auf das Signal
„Großalarm” waren alle Sanitäts= und
Hilfsmann=
ſchaften Kaſſels an der Unfallſtelle. — Am
Donners=
tag wurden 50 Perſonen vernommen, ob die
Brems=
kuppelung in verbrecheriſcher Abſicht gelöſt worden
iſt. In Kaſſel herrſchte am Donnerstag Stadtraue5
Nummer 139
einzelte ſich vor den andringenden Fluten retten konnten. Auu
allen Städten des Miſſiſſippitales ſind von den Behörden Motw,
boote und Kähne requiriert worden, um die Rettung der
Flun=
opfer zu verſuchen; in vielen Fällen wird es ſich nur um dö.
Bergung der Leichen handeln können. Ungeheuer ſind die Eiges
tumswerte, die der Ueberſchwemmung zum Opfer gefallen ſim
Hunderttauſende haben außer den Fetzen, die ſie auf dem
Leiy=
tragen, nichts gerettet, werden kaum die Stelle wiederfinden, ut.
furchtbare Ausdehnung der Waſſereinöde vermittelte uns eine ihr Gehöft ſich erhob und müſſen ſich voller Bangigkeit fragon
in welchem Zuſtand, die große Flut, ihre Aecker und Wieffu
zurückläßt, wenn ſie ſich verlaufen haben wird.
Der Miſſourifluß, der Arkanſas, der Wabaſh und Ohio ge
weitern den Radius des Ueberſchwemmungsgebietes um
Hun=
in Arkanſas, das bis Little Falls hinauf überſchwemmt iſt. San
den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts haben die
Vo=
einigten Staaten eine Waſſersnot von dieſem Umfang nicht ge
lebt, und Städte, die ſich bei ihrer höheren Lage oder ihren höhk.
ren Dämmen vollſtändig geſchützt glaubten, ſind in den Strudd
der diesjährigen Sintflut hineingezogen worden. Noch heuu
vergeht kein Tag, an dem nicht das Waſſer über neue
Gebietn=
teile hereinbricht, Menſchenleben verſchlingt und Eigentumswerz
vernichtet. Um das unter dem Flußſpiegel gelegene New Orleany
herrſchte eine ſolche Beſorgnis, daß man ſich entſchloß, das ganm
Gebiet zwiſchen der Stadt und der Küſte zu räumen und ſodamn
die Dämme zu ſprengen, um dem Hochwaſſer ſchnelleren un
reichlicheren Abfluß zu verſchafſen. Natürlich barg die Maßuahm
eine Härte gegen die alteingeſeſſene Bevölkerung der Niederunm
die ſich heftig dagegen wehrte, aber ſchließlich der Rückſicht auu
die vierhunderttauſend Menſchenleben der Großſtadt weichen
mußte. Seit drei Tagen ſchießen die Waſſer des Miſſiſſippi nun
durch die ungeheuren Oeffnungen, die das Dynamit in da
Dämme geriſſen und die der Druck der Fluten erweitert hat, abc
ein Sinken des Waſſerſpiegels von New Orleans aufwärts konnm
bisher noch nicht feſtgeſtellt werden, vielmehr iſt nunmehr auu
das nordöſtliche Louiſiana in die Kette der Dammbrüche einbd
zogen worden, und Tauſende von Quadratmeilen fruchtbarſten
Plantagenlandes ſtehen dort unter Waſſer,
Die Leiden der von der Ueberſchwemmung betroffenen 99
völkerung ſind unbeſchreiblich, und die ſpontan und reichlich einu
ſetzende private Hilfstätigkeit hat mit der Bedürftigkeit bei wey
tem nicht Schritt halten können, weil die Größe wie die
Intem=
ſität der Gefahr von Tag zu Tag wuchs und die Zahl der Opfef
ſich mit jedem neuen Demmbruch vervielfacht. In Regierungs)
kreiſen herrſcht die größte Beſorgnis wegen der durch die V
unreinigung des Trinkwaſſers hervorgerufenen Seuchengefah(
Schon kommen Nachrichten über den Ausbruch von
Typh=
epidemien im Ueberſchwemmungsgebiet. Und erſt für Mitte M04
wird damit gerechnet, daß die Hochwaſſerwelle ihre Höhenkurct
überſchritten haben wird.
Die von der Ueberſchwemmungsnot betroffenen Staates
rufen dringend nach einer Sonderſitzung des Kongreſſes, zumal
die Rekonſtruktions= und Aufräumungsarbeiten ſowie die
En=
ſchädigung der brot= und heimatlos gewordenen Flutopfer Mit
erfordert, denen die trivate Hilfsbereitſchaft bei weitem nict
gewachſen iſt. Jedenfalls rächt ſich der Mißbrauch, der bisher z7
politiſchen Zwecken mit dem Hochwwaſſerproblem getrieben wurd
in dieſem Jahre auf das bitterſte. Jahr um Jahr iſt vom Ko
greß eine ſtattliche Summe für Stromregulierungsarbeiten hou
willigt worden, von der aber jeweils nur ein Bruchteil wirklienl
für ſolche Arbeiten Verwendung fand. Der Reſt verſchwand i!
dem ſogenannten „Pork=Barrel”, dem Schweinefaß — unter
wil=
chem Namen anrüchige politiſche Bewilligungen
zuſammengefah=
werden. Im Vergleich zu den ungeheuren Werten, die e mn
Miſſiſſixpitale zu beſchützen galt, verſchwanden die zehn Me
lionen Dollars, die den Bundesingenieuren alljährlich wirlich4
zur Verfügung ſtanden. Die Rechnung für jahrzehntelange
Ve=
nachläſſigung und Unterlaſſungsſünden, die der Miſſiſſippi im
dieſem Jahre präſentiert, wind Amerika auf Hunderte, von Milll
lionen zu ſtehen kommen, denn es iſt nicht daran zu zweifeln, dr
unter dem Eindruck der ungeheuren Kataſtrophe alle Mittel unt.
alle Kräfte der Nation auf die endgültige Zähmung des Pater?
der Ströme verwendet werden.
Freitag der 20 Ma: 1927
Seite 14
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Bilder aus demamerikaniſchen
Ueberſchwemmungsgebiet.
Von einem Augenzeugen.
Chicago, Anfang Mai.
A. T. Es ſollte eine Triumphfahrt werden, die Chicagos
neu= und damit zum dritten Male wiedergewählter
Bürger=
meiſter Thompſon den Miſſiſſippi abwärts nach New Orleans
unternahm, und ſtatt deſſen wurde es auf anderthalb Tauſend
Kilometer eine Fahrt durch Schrecken und Verwüſtung, durch
wilde, zügelloſe Elemente, durch unſagbaren Jammer und
herz=
zerreißendes Elend, durch Tod und Vernichtung. Seit Thompſon
1915 zum erſten Male das Chicagoer Rathaus bezog, hat er
un=
müdlich an der Verwirklichung des Schiffahrtsweges zwiſchen
Chicago und New Orleans
gearbeitet, auf dem die für
die Metropole am
Michigan=
ſee beſtimmten
Ueberſee=
frachten nach einmaliger
Um=
ladung in New Orleans in
Barken Chicago erreichen
ſollten. Der Krieg hat ſeine
Enſtrengungen während der
zwei erſten. Amtstermine
nicht ausreifen laſſen, aber
der Plan blieb ſein
Lieb=
lingsprojekt, und noch am
Hiechte
Abend des 5. April., als er
den Wahlſieg in Händen
hielt, mietete er zwei große
Miſſiſſippidampfer, die ihn
mit einer zahlreichen
Geſell=
ſchaft von „Booſtern” nach
New Orleans tragen ſollten,
wodem Thompſonſchen Plan
verſtändlicher Weiſe nach
Kräften in die Hände
gear=
beitet wird. Ihr
Korreſpon=
dent befand ſich auf einem
dieſer Dampfer, nachdem er Das Bild zeigt die zwei durch Sprengung mit Dynamit
im Wahlkampf das ſeinige geſchlagenen Breſchen des großen Miſſiſſippi=Dammes in
dazu beigetragen hatte, das der Nähe von New Orleans und im Vordergrund den
deutſche Element Chicagos Fluß. Durch dieſe Oeffnungen ſind die angeſchwollenen
die aufrechte Haltung Thomp= Fluten, die ſich über die Stadt zu ergießen drohten, auf die
ſons in den Kriegsjahren
Felder geleitet worden.
nicht vergeſſen zu laſſen!
Die Triumph= und Jubelſtimmung, mit der wir an Bord
der Dampfer gegangen waren, verflüchtigte ſich ſchnell, als wir
kaum St. Lonis im Rücken hatten. Schon bei Murphysboro auf
der Illinois= und Cape Girardeau auf der Miſſouriſeite ging
der Miſſiſſippi unförmlich in die Breite, und wir wurden Zeugen
der erſten Dammbrüche, die Hunderte von Quadratmeilen
frucht=
baren Farmlandes unter Waſſer geſetzt hatten. Wo die Dämme
hielten, war die Zivilbevölkerung unter Mithilfe von
Staats=
milizen und Bundestruppen angeſtrengt an der Verſtärkung und
Erhöhung der Erdwälle tätig. Meile um Meile zogen ſich die
Zelt= und Hüttenlager auf den Dämmen entlang. Wo das
Waſſer die dem Strombett gezogenen Schranken durchbrochen
hatte, wurden wir Zeugen erſchütternder Elendsbilder. In vielen
Fällen war der Durchbruch ganz unerwartet erfolgt, nachdem
die Arbeitsmannſchaften bereits geglaubt hatten, den Kampf
mit dem Element ſiegreich beſtanden zu haben und für einige
Feierminuten die Hände in den Schoß legen zu können. Häuſer,
Ställe, Vieh, Haus= und Farmgerät ſchwammen in der trüben
Flut umher. Die Dächer der Gebäude, die den Fluten
ſtandzu=
halten vermochten, waren von Flüchtlingen belagert, und hier
und da winkte von einem Baum, einem hervorſpringenden
Erd=
knollen, einem Silo ein Schiffbrüchiger mit einem weißen Tuch!
Aber unſer Dampfer konnte natürlich nicht die Bojenſtraße
ver=
laſſen, und wir mußten uns darauf beſchränken, die Aufmerkſam=
keit der nächſtgelegenen Ortſchaften auf die Hilfs= und
Rettungs=
bedürftigen zu lenken.
Wiederholt wurden unſere Dampfer, wenn wir bedeutendere
Ortſchaften paſſierten, von Depeſchenboten beſtiegen, die uns die
Anweiſung der Regierungsingenieure übermittelten, die Fahrt
aufs äußerſte zu verlangſamen. Die Fortſetzung der Reiſe
über=
zeugte uns mit jeder neuen Windung der Ufer, wie notwendig
dieſe Maßnahme war. Die Bilder wurden immer troſtloſer, die
Vorſtellung von der gewaltigen nationalen Kataſtrophe, die hier
im Miſſiſſippital die ganzen Vereinigten Staaten traf. Illinois
und Miſſouri blieben hinter uns zurück, Kentucky, Tenneſſee und
der Staat Miſſiſſippi rauſchten und gurgelten zu unſerer Linken,
Arkanſas und Louiſiana zu unſerer Rechten vorüber. Wenn bis, derte von Meilen. Furchtbar hauſen die Flutwaſſer namentli.
dahin die Miſſiſſippi=Ufer eine bunte Abwechſlung gezeigt und
bald von Flachland, bald von Bodenwellen geſäumt waren, ſo
daß die Ueberſchwemmung meiſtens nur eine Seite traf, ſo rollte
der Miſſiſſippi jetzt ſeine gewaltigen Waſſermaſſen durch die
Zu der Kataſirophe am Miſſiſſippi.
Die Durchbruchsſtellen.
Fliegeraufnahme von der
Hauptdurch=
bruchsſtelle der Miſſiſſippifluten in
Plum Bayen. Die beiden
Durch=
bruchsſtellen haben ſich in kurzer Zeit
zu einer Oeffnung vereinigt.
eigentliche Miſſiſſippi=Niederung, deren fruchtbarer Boden zum
Teil noch unter dem Flußſpiegel liegt. Selbſt da, wo die Dämme
hielten, ſchienen bereits die ſchlimmſten Ahnungen am Platz,
denn lediglich das durchſickernde und das aus dem Grunde
auf=
ſteigende Waſſer hatte Straßen und Ortſchaften fußhoch
über=
flutet. Aber die Gefahr wuchs mit jeder Stunde und mit jedem
neuen Flußlauf, der ſich von rechts oder links in den Miſfiſſippi
ergoß. Troſtlos war die Fahrt durch Arkanſas, und dabei war
in den Stunden, als wir an ſeinen Ufern vorbeiglitten, der
Höhepunkt der Gefahr noch bei weitem nicht erreicht. Als wir
von New Orleans aus mit der Eiſenbahn nach Chicago
zurück=
kehrten, überſtürzten ſich die Hiobsbotſchaften, daß an allen den
Punkten, an denen wir die Hilfsmannſchaften bei der Arbeit
beobachtet hatten, die Dämme nicht gehalten und dem Druck der
Waſſermaſſen nachgegeben hatten. Zehntauſende kampierten,
Wind und Wetter preisgegeben, auf winzigen Bodenkuppen, auf
den Dammkronen, auf Bahnböſchungen oder in Flüchtlingslagern
der beſſer geſchützten Städte, 48 Stunden ſpäter waren es
Hun=
derttauſende. Der Verluſt an Menſchenleben iſt zu
erſchrecken=
den Ziffern geſtiegen. Bald hier, bald dort wurde eine
Arbeits=
mannſchaft von den wütenden Waſſermaſſen, denen ſie jeden
Zoll=
breit Boden ſtreitig zu machen ſuchten, mit fortgeriſſen. Von
manchen Ortſchaften fehlt überhaupt jede Spur, und es muß
be=
fürchtet werden, daß, wenn überhaupt jemand, ſo nur ganz Ver=
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Nummer 139
Freitag, den 20. Mai 1927
Seite 15
S
99
Opott, Spiel und Tanen.
Motorſport.
Wl. O A. C.=Opelbahn=Rennen für Motorräder.
Der Allgemeine Deutſche Automobil=Club, Gau
IIIa, der größte Automobil=Klub des Kontinents, hat das traditionelle
OOpelbahn=Rennen übernommen und führt es unter Leitung bewährter
Sportsleute, geſtützt auf die reichen ſportlichen Erfahrungen ſeines
Werbandes am
Sonntag, den 29. Mai 1927, nachmittags 2 Uhr
Kurch. Ein Stab von Organiſatoren iſt in raſtloſer Arbeit tätig das
PA. D. A. C.=Opelbahn=Rennen 1927” auszubauen und ihm zu dem Erfolg
uu verhelfen, der ihm gebührt, entſpreechnd dem Ruf, der ihm
voran=
eht: „Ein Rennen von internationaler Bedeutung, mit unſeren
rominenteſten Fahrern am Start, — ein Sammelpunkt der deutſchen
Motorſportwelt!
Der A. D.A. C. hat ſich damit, getreu ſeinem Ziele,
e Sr. imnd Arskandes, derden an Staft bertrten ſein und Namfenite
wportliche Kämpfe werden den Zuſchauermaſſen, die infolge der
muſter=
frültigen Bauart der Opelbahn die Rennen in ihrer gauzen Ausdehnung
Dir Sen eich der Fäcle Feiie Dnengeifn ie
Slubs Motocheliſtes‟. Das Rennen iſt ein reines
Geſchwindigkeits=
vennen für Motorräder mit und ohne Seitenwagen. — Zur
Bewälti=
grung des zu erwartenden Maſſenverkehrs werden von der Reichsbahn
nurch Einlegung von Sonderzügen uſw. alle Vorkehrungen getroffen,
rußerdem ſind zwiſchen allen größeren umliegenden Städten und der
Opelbahn Omnibuslinien eingerichtet. Der internationalen Bedeutung
ves „A. D. A. C.=Opelbahnrennens” entſprechend veranſtaltet der Gau IIIa
ees Allgemeinen Deutſchen Automobil=Clubs gleichzeitig eine
NGeſchwaderfahrt zum A. D. A. C.=Opelbahn=Rennen
1927‟.
Teilnahmeberechtigt ſind alle in= und ausländiſche anerkannte
Mo=
vorſport=Clubs, die der F. J. C.M. oder der Aſſociation Internationale
es Automobile Clubs Reconnus angeſchloſſen ſind. Gewertet werden
ſoie Klubs, die ſpäteſtens mittags 1 Uhr geſchloen auf der Opelbahn
ein=
greffen, nach der Formel: „Fahrzeuge mal Inſaſſen (entſprechend den
vatſächlich vorhandenen Sitzen) mal zurückgelegte Kilometer (kürzeſter
Weg vom Domizil des Klubs bis zur Opelbahn).” Als Ausweis gilt
für den Fahrer die Mitgliedskarte des Klubs. Der Klub mit der
höch=
ſten Punktzahl iſt Gewinner des
Großen Opel=Geſchwader=Preiſes.
orderlich. Damit verbindet der A. D.A. C.=Gau IIIa zwei große
Veran=
taltungen und verkörpert nach außen hin die Geſchloſſenheit ſeiner
Be=
trebungen und das innige Verwachſenſein und die Pflege des
Renn=
uund Touvenſports in ſeinen Reihen. Eine bis in alle Einzelheiten
ſourchgearbeitete Organiſation, der eine große Anzahl erfahrener
Funk=
rionäre zur Verfügung ſteht, verbürgt einen einwandfreien Verkauf der
ARennen, ſowie reibungsloſe Abwicklung des großzügig angelegten
Motorſporttages, ſodaß der 29. Mai 1927 zu emem Ereignis in der
Heſchichte des deutſhen Motorſports werden wird. Möge der Geiſt,
wer im A.D. A.C. lebt, an dieſem Tage in den Maſſen ſeiner Anhänger
lebendig werden und reiche Früchte bringen zum Beſten des Deutſchen
EMotorſports und Deutſcher Arbeit!
Der Meldeſchluß zum A. D. A. C.=Opelbahn=
Ren=
men 1927 für Motorräder iſt vom 16. auf den 21. Mai ds.
J 3. verlegt worden.
Dieſer Entſchluß war bedingt, da an ſich urſprünglich die Zeit
wetwas kurz bemeſſen war, und da andererſeits eine große Anzahl
wprominenter Fahrer noch zum Rennen melden wollen.
Handball.
Main=Rodgau. — Allgemeiner Deutſcher Turnerbund.
Der letzte Sonntag ergab folgende Reſultate:
Aktive Klaſſe: Langen I.—1898 I. 2:8; Königſtädten—Rot=
Weiß I. 3:5; Polizei-Braunshardt 1:7; Raunheim—Eberſtadt 2:0;
SRot=Weiß II.—Langen II. 4:4 (abgebrochen).
Jugendklaſſe: 1898 I.—Rot=Weiß II. 2:0; 1898 III.—Trebur
B3:3.
1898 TV.—Königſtädten 1:4: Rot=Weiß I.—Braunshardt 3:0;
1898 II.—Weiterſtadt (W. nicht angetreten).
Unter Nichtberückſichtigung des Spieles Rot=Weiß II.—Langen II.
4:4, abgebrochen und des Spielausfalles in der Jugendklaſſe 1898 II.-
WWeiterſtadt ergibt, ſich folgender Tabellenſtand:
Ektive Klaſſe:
PSpp. 1898, 1. Mannſch.
ot=Weiß, 1. Mannſch.
Königſtädten
WLangen, 1. Mannſch.
FPolizei
BBvaunshardt
Maunheim
„Spv. 1898, 2. Mannſch.
NEberſtadt
RRot=Weiß, 2. Mannſch.
2Langen, 2. Mannſch.
Jugendklaſſe:
RRot=Weiß, 1. Jgd.
„Spv. 1898, 1. Jad.
Spp. 1898, 2. Jgd.
Rot=Weiß, 2. Jgd.
Trebur
„Königſtädten
Braunshardt
Weiterſtadt
Spv. 1898, 3. Jgd.
Spp. 1898, 4. Jgd.
Sp. gew. un. verl. Tore Punkte
11 —
79:
2.
10
66:22
3i3
18:3
9:"
18:4
5:65
gew. un. verl. Tore Punkte
10
52:10
2
10
R34
*
M
33
1.
17:41
Fußball.
Fußballverein Michelſtadt—Sportverin Leugfeld 2:3 (2:0).
Als der Schiedsrichter um ½4 Uhr den Ball frei gab, ſtanden beide
Mannſchaften mit einem Mann Erſatz. Nach dem Anſtoß enwwickelte ſich
ſofort ein flotter Kampf, bei dem Lengfeld etwa 15 Minuten ſtark
drückte. Außer einem Durchbruch in der 3. Minute, der von
Leng=
felds Torwart gemeiſtert wurde, konnte Michelſtadt nicht gefährlich
werden. Aber Pech bei Lengfeld, da die beſtgemeinten Schüſſe daneben
gingen, ließ kein Torerfolg zu, ſondern 5 Eckbälle waren nur die
Aus=
beute des Drängens. Lengfelds Verteidigung machte den Fehler und
ſtellte ſich auf die Mittellinie des Platzes, was Michelſtadt ausnutzte,
zum erſten Torerfolg zu kommen. Ein ſcharfer Schuß von dem
Halb=
rechten mußte der Torwart paſſieren laſſen. Jetzt wurde das Spiel
„im Kampf” offener und bald führte Michelſtadt mit 2:0. Nach
Seiten=
wechſel begann ein Spiel, wie es die Lengfelder Mannſchaft ſchon lange
nicht geſpielt hatte, und bald ſtand die Partie 2:2 und der Endſpurt
begann. Infolge beſſeren Zuſammenſpiels konnte der Halblinke von
Lengfeld unter toſendem Beifall den Sieg ſicherſtellen, indem er eine
Vorlage von rechts aus etwa 18 Meter Entfernung ſcharf einſchoß. Faſt
konnte Michelſtadt in der letzten Minute noch den Ausgleich erzielen,
wenn der Mittelſtürmer nicht ſo aufgeregt geweſen wäre. Bei
Leng=
feld war die Verteidigung und Torwart auf der Höhe. Der
Mittel=
läufer lief erſt in der zweiten Halbzeit zur gewohnten Form auf.
Rechtsaußen wurde von 2 bis 3 Michelſtädtern gut abgedeckt. Der
Bombenſchuß des Halbrechten, die gute Ballverteilung des
Mittelſtür=
mers und auch die ſehr gute Leiſtung des Halblinken fiel auf. Alle
an=
deren taten ihre Schuldigkeit. Bei Michelſtadt glänzte die Verteidigung
und Imentrio. Der Rechtsaußen fiel aus dem Rahmen, an ſeiner
Stelle Struve wäre bedeutend beſſer. Der 2. Gauvorſitzende, Herr
Lau=
mann leitete den ſchweren Kampf ausgezeichnet. Er war nicht kleinlich,
pfiff nur, was er ſah und gab angeſchoſſenes Hand nicht, alſo eine
glänzende Schiedsrichterleiſtung. Zu begrüßen iſt das neue Stadion
und daß endlich einmal der „ebene‟ Platz am Kiſſelberg verſchwindet. Zum
Troſt der Michelſtädter für die Niederlage ihrer erſten Garnitur nahm
die 2. Elf von Lengfeld eine 11:1=Niederlage hin. Allerdings ſpielte
Lengfeld mit 4 Mann Erſatz. Die 1. Jugend gewann auch ihr drittes
Verbandsſpiel mit 2:0 in Beerfelden.
Leichtathletik.
Darmſtädter Groß=Staffellauf.
In äußerſt anerkennenswerter Weiſe ſind dem Ausſchuß für
Leibes=
übungen für den am kommenden Sonntag zur Durchführung
kommen=
den 1. Darmſtädter Groß=Staffellauf eine Anzahl
wert=
voller Ehrengaben zur Verfügung geſtellt worden. An den Stiftungen
ſind beteiligt: der Volksſtaat Heſſen, die Stadt
Darm=
ſtadt, der Verlag des Darmſtädter Tagblatts, die
Opelwerke in Rüſſelsheim, die Firma E Merck in
Darm=
ſtadt, die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft
der Verkehrsverein Darmſtadt und von einem ungenan
Gönner der Alkoda=Wanderpreis. Die je geſtifteten
Wander=
preiſe gehen erſt nach dreimaligem hintereinanderfolgenden Siege oder
nach viermaligem Siege außer der Reihenfolge in ein= und derſelben
Klaſſe an den in den nächſten Jahren ſich wiederholenden Groß=
Staffel=
läufen in das Eigentum des betreffenden Vereins über. Für die weiteren
Klaſſenſieger (2. und evtl 3. Plätze) haben das Realgymnaſium,
der Sportverein Darmſtadt 1898, der
Polizeiſport=
verein, der Schwimmklub Jung=Deutſchland, der
Velo=
eipedklub Darmſtadt und der 1. Darmſtädter
Fecht=
klub gleichſalls Ehrengaben und Plaketten geſtiftet, die in den
ſofor=
tigen Beſitz der ſiegenden Mannſchaft übergehen.
Stabtſtaffel — Sportverein.
Alle Abteilungen nehmen in ihren Klaſſen teil. Die Handball= und
Leichtathletik=Abteilung ſtellt in der Hauptklaſſe, in der Jugend= und
Schülerklaſſe jeweils mehrere Mannſchaften mit über 200 Läufern.
Sam=
melpunkt Realgymnaſium 9.30 Uhr. Fußballabteilung in der Fußklaſſe
und Jugend= und Schülerklaſſe. Umkleidegelegenheit Krone.
Boxabtei=
lung läuft in ihrer Klaſſe. Desgleichen erſtmals die Damenmannſchaft.
Nach Schluß der Staffel Werbelauf der geſamten Mannſchaften nach
dem Muſeum.
Kegeln.
Darmſtädter Keglerverband. — Sport= und Werbewoche.
Auch am vierten Tage des Kegelns (18. Mai) wurde lebhaftes
In=
tereſſe dafür gezeigt. Namentlich in den Abendſtunden war ein ſtarker
Andrang zu verzeichnen.
Höchſtleiſtungen vom 18. Mai:
Ghrenbahn (10 Kugeln); Pohlmann (Haſſia 1919) 66 Holz,
Erbes (L.L.) 57 Holz.
2. Prämienbahn I (5 Kugeln): Erbes (L. L.) 34, Wenner (L.L.)
und Horn (Konkordia) je 31, Schüßler (Haſſia) 30.
3. Prämienbahn II (4 Kugeln): Erbes (L.9.), Dörr (Kranz)
je 27.
Damenbahn (3 Kugeln): Frl. Bangert (Gold. Kugel) 19,
Frau Bauer (Ba.V.) 18.
Riegenkegeln, Abt. I: Haſſia 1. Rg. 496, Haſſia 2. Rg. 453,
Molly 465, Johannes 444. — Abt. II: Klub „Schuſter” 403, Puddel
(Bg.V.) 1. Rg. 447, Puddel (Bg.V.) 2. Rg. 351. Alkoda (Eintracht) 312.
Er hott’ en 418.
Segelflug.
Preisverteilung beim Segelflugwettbewerb in Roſſitten.
In Roſſitten fand geſtern die Preisverteilung des viertem deutſchen
Küſtenſegelflugwettbewerbs 1997 ſtatt. Es wurden eine große Reihe
von Ehrenpreiſen verteilt. An Geldpreiſen ſind zu erwähnen beim
Segelflugwettbewerb: Seedingenpreis: Schulz 500 Mark, Nehring (
Füh=
rerpreis) 1000 Mark, Zweiſitzerpreis: Akademiſche Fliegergruppe
Darm=
ſtadt 600 Mark. Die Waſſerflugzeugpreiſe wurden nicht ausgeflogen.
Nehrungspreis: Schulz 2000 Mark, Nehring 500 Mark. Pendelpreis:
Schulz 1000 Mark. Höhenpreis: Schulz 1000 Mark. Beim
Jungflieger=
wettbewerb 1. Preis fün längſte Flugdauer: Fluwiak, Bad=Köſen („
Hen=
kelmann”) 450 Mark. Zielflugpreis: Weſtpreußiſcher Verein für
Luft=
fahrt 400 Mark, Oſtpreußiſcher Verein für Luftfahrt 100 Mark.
An den Reichspräſidenten wurde folgendes Telegramm geſandt: „Bei
dem Abſchluß des vierten deutſchen Küſtenſegelflugwettbewerbs 1927, bei
dem Höchſtleiſtungen in Touren=, Strecken= und Paſſagierflügen von
Segelfliegern aller deutſchen Gaue aufgeſtellt wurden, huldigen wir auf
Sturm und Braus der Nehrung dem Führer des Vaterlandes.
Oſt=
preußiſcher Verein für Luftfahrt. gez. Dr. Gördeler.”
Kraftſport.
Länderkampf Deutſchland-Dänemark im Ringen.
Das bedeutende Treffen dieſer beiden Nationen findet am 29. Mai
in Oberſtein a. d. N. ſtatt. Die Auserwählten dieſer beiden, im
euro=
päiſchen Ringſport führenden Staaten, werden ſich einen Kampf liefern,
wie man ihn kaum jemals geſehen hat. Der Ausgang iſt nicht
voraus=
zuſehen, vielmehr vollſtändig offen. Der im vergangenen Jahr in
Kopenhagen ausgetragene Kampf ſah die Dänen als knappe Sieger,
Doch die deutſche Mannſchaft iſt ſtärker geworden. Wenn die
Teil=
nehmer auch noch nicht alle feſtſtehen, ſo iſt doch von der Leitung des
Deutſchen Athletlk=Sporwerbandes von 1891 zu erwarten, daß ſie die
tatſächlich ſtärkſte Mannſchaft auf die Beine bringt. Die Dänen bringen
eine ſehr ſtarke Mannſchaft, von denen der im Mittelgewicht ſtartende
Ringerkönig Jakobſen beſonders hervorzuheben iſt. Doch die deutſchen
Ringergrößen, wie Gehring, Rupp. Bräun, Sperling, Steinig, Leucht
uſw., werden zu kämpfen, und hoffentlich auch zu ſiegen wiſſen.
Jugendmannſchaftsringen im Odenwaldgau.
Die Kämpfe, die dieſes Jahr zum erſtenmal ausgetragen wurden,
zeigten ein erfreuliches Ergebnis. Es wurden an beiden Kampftagen,
am 1. Mai in Rimbach und am 15. Mai in Nieder=Ramſtadt, guter
Sport gezeigt und hart um den Sieg gekämpft. Der Odenwaldgau
kann auf ſeinen Nachwuchs Stolz ſein. In punkto Diſziplin kann ſich
mancherer Aeltere an den Jungen ein Beiſpiel nehmen. Im Endkampf
konnte Rimbach über Fürth 1. ganz knapp ſiegen. Nieder=Ramſtadt
an dritter und Fürth, 2. Mannſchaft, an vierter Stelle, verfügen
eben=
falls über gutes Ringermaterial. Pfungſtadt war durch Uebergewicht
eines Kämpfers etwas im Nachteil.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 20. Mai. 10. von Köln: Eröffnungsfeierlichkeiten der
: Neue
Internationalen Automobilausſtellung Köln 1927.
Schallplatten. 4.30: Hausfrauen=Nachmittag. Stadtverordneter
Dobler: Der Hausgarten. 5.45: Leſeſtunde: Aus „Goethes
Brief=
wechſel mit einem Kinde‟, 6.15: „Die Beſonderheiten des Gerauer
Landes, von Bürgermeiſter Dr. Lüdecke anl. der „Gerauer Woche‟
6.45:
Film=
der Kreisſtadt Groß=Gerau (20.—26. Mai).
auf Naxos”, Oper von R. Strauß. Anſchl. bis 12.30; von Kaſſel
Tanzmuſik.
Stuttgart.
Freitag, 20. Maf 1.10 (13.10): Aus Stuttgart und Freiburg:
Konzert. 0 3.50 (15.50): Aus dem Reiche der Frau. o 4.15
(16.15): Konzert. O 6.15 (18.15): Aus Karlsruhe: Dramaturgiſche
Funkſtunde. O 6.45 (18.45): Dr. ing. Berger: Einiges über
Liebhaberphotographie.
o 7.15 (19.15): H. Rentſchler:
Mit=
teilungsbedürfnis und Verſtändigungsmittel im Bienenſtock. o
— Mozart: Sinf. G=moll. — Dann: Funkſtille für Fernempfang.
Berlin.
Freitag, 20. Maf. 15.30 (3.30): Lillie Oberwarth: Unſitten bei
der Säuglingspflege. S 16 (4): Garteninſp. Jelitto: Der moderne
Steingarten. O 16.30 (4.30): Berliner Frühling. Paul Bildt (Rezit.).
(5): Sonaten von Händel, Mozart und Haydn. o 18.25
6:
: Dr. Hochdorf: Der Schauſpieler und ſein Anſehen. o 18.50
(6,50): Poſtrat Breithaupt: Streifzüge durch das Poſtrecht. O 19.15
(7.15): Alfred Czieslik: Aus der Geburtsſtunde der deutſchen
Uue cer e ie Sit Seingſelte e Geſchei euſt
Konzertm. Maurits van den Berg WVioline), Dvorak: Violinkonzert.
— Liſzt: Eine Sinfonie zu Dantes Divina Commedia für gr.
Orch. und Frauenchor. 22.30 (10.30): Konzert. Jünger: Die
Velt iſt ſo ſchön.
— Auber: Ouv. Das eherne Pferd. —
Lehar:
lodien aus Die luſtige Witwe. — Komzak: Fideles Wien,
Valzer. — Eilenberg: Die Mühle im Schwarzwald.
Rhode:
Im Krug zum grünen Kramze Potp. — Strauß: Tik Tak, Galopp.
Königswuſterhauſen. Freitag, 20. Maf. 3: Prof. Dr. Amſel,
Oberſchull. Weſtermann: „Einheitskurzſchrift für Fortgeſchrittene.
3.90; Wetter= und Börſenberichte. 6 4: Prof. Dr. Keſtner:
Virkung des See= und Höhenklimas. 4.30: Graef: Die Kunſt
des Sprechens. o 5: Prof. Dr. Neuberg: Von den Leiſtungen
der Mikroorganismen im Dienſte d. Menſchen. 6: Dir. Milck
Zukunftsausſichten für den internationalen Großluftverkehr. 6.55:
Prof. Dr. Wagemann: Deutſch=ſüdamerikaniſche
Wirtſchaftsbeziehun=
gen. o 7.20: Wiſſenſchaftl. Vortrag für Aerzte.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 21. Mai 1927.
(Nach der Wetterlage vom 19. Mai 1927.)
Wechſelnd bewölkt mit Aufheiterung, weitere Erwärmung
und vorwiegend trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
für Feuiſſeten, Reich und
rtlich für Polltik und Wiriſchaſt: Rudol
S
Verantt
ort: Dr. Eugen Bublmann
und Heiſiſche Nachrichten: Max Stre
Ausle
ußdſenſt: Andreas Baueri
Dr. C. H. Quetſch; für de
den Hande
Inſeratentel: Wiliy Kuhle; Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtliſch in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
TFCennar eine Lauberkunftlerihs
und man darf ſie nicht wer,
wechſeln mit der Erfinderin. Spiele,an denen
ſie ſich gewiß auch erluftigte,
was aber nicht hierher gehört)
Olan weiß, daß ſie ſich
aus-
ihren Beluchern einen gan,
zen zoologiſchen Garten zu,
ſammengehert hatte, beion,
ders aus jenen roſigen Jieren,
die viel Speck lietern. Aber bei
Odrſſeus, dem verſchlagenen.)
liſtenceichen, kam ſie an den.-
RRechten, er bannte einfach ihre
Rünſte durch-e
Greiling.
Auisteſe-5z
Als er lich nämlich auf den Weg nach ſeinen enkgleiſten Gefährten machte,
gab ihm Hermes eine Handvoll Pachungen dieſer ausgezeichneten Marke mit.
Die Wundermiſchung wirkte ſogleich auf Circe, die hingeriſſen ſeine Freunde
entzauberte und ſanft und brau wurde. So kehrte in die Dilla der Circe durch.d
Greiling-Ausleie Jumanitat ein. Das herrliche Aroma dieſer Parke
verfehlte nicht, auf die Gotin die berauſchende, verzückende Wickung zu üben
wie auf alle ihre Schweltern m heutigen Zeiten, und Odyſſeus konnte ſchmunzeln.
V 4333
Generalvertreter für Mainz und Darmstadt:
Paul Hilte, Fabriklager: Frankfurt/Main, Niddastr. 64, Mittelbau, Tel, Hansa 6963.
Freitag, den 20. Mai
Erheblicher Rückgang der Kurzarbeit im April
Die Arbeitsloſenziffer befindet ſich bekanntlich in Deutſchland
zur=
zeit in einem langſamen Rückgang. In der Statiſtik des Allgemeinen
Deutſchen Gewerkſchaftsbundes für den Monat April kommt außer
dieſer Verringerung der Vollerwerbsloſen auch eine namhafte Abnahme
der Kurzarbeit hervor. Bei ſämtlichen berichtenden Arbeiterverbänden
betrug im April der Prozentſatz der verkürzt arbeitenden Mitglieder
(als Erhebungswoche gilt die letzte Arbeitswoche des Monats) 3,6 gegen
4,3 im Vormonat. Es arbeiteten verhürzt 123 206 Mitglieder gegen
144 650 im Vormonat bei einer Geſamtmitgliederzahl der berichtenden
Verbände von 3 404 236 (3370 448). Beſonders auffällig iſt an der
vor=
liegenden Statiſtik aber die Verminderung der erwerbsloſen (
unter=
ſtützten und nicht unterſtützten) Mitglieder. Der Prozentfatz der
Arbeits=
loſen ging bei den 30 Verbänden von 11,8 auf 9 Prozent, d. h. von
397 507 auf 307 776, zurück. Die größten Ziffern an beſchäftigungsloſen
Mitgliedern hatten im April der Dachdeckerverband mit 97,3 Prozent
die Verbände der Sattler und Tapezierer, der Fleiſcher, der
Holz=
arbeiter, der Tabakarbeiter, der Zimmerer, der Hutarbeiter, der
Bau=
arbeiter (15,2 Prozent) und der Metallabeiter. Bei den zuletzt
genann=
ten Verbänden ſchwankt die Arbeitsloſigkeit zwiſchen 11,1 und 17,4 Proz.
im Vergleich zur Geſamtzahl der Mitglieder. Von der Kurzarbeit waren
am härteſten betroffen die Tabakarbeiter, Schuhmacher, Buchbinder,
Berg=
arbeiter, Nahrungs= und Genußmittelarbeiter
Nachklänge zum „ſchwarzen Freitag.”
Die Ereigniſſe an der Börſe, die man mit dem Namen des „
ſchwar=
zen Freitag” verbindet, ziehen immer weitere Kreiſe. Die Tatſache,
daß an dieſem einen Tage Millionenwerte verloren gegangen ſind, läßt
ſich eben nicht aus der Welt ſchaffen, und die Frage, wer an dieſen
Vor=
gängen die Schuld hat, wird immer dringender erhoben. In orſter
Linie natürlich von den Kreiſen, die ihr Geld verloren haben. Der
preußiſche Handelsminiſter hat geſtern im Landtag erklärt, daß er
ebenſo wie der ihm unterſtellte Börſenkommiſſar von dem Ergebnis
überraſcht worden ſei wie die breite Maſſe. Die Intereſſengemeinſchaft
Verliner Privatbankfirmen an der Berliner Börſe, ebenſo wie die
Ver=
einigung für die Intereſſen der Fondsbörſe in Hamburg haben ſich
ge=
ſtern mit den Vorgängen der vergangenen Woche befaßt und teils in
ſehr ſcharfen Reſolutionen, die mehr oder weniger gegen den
Reichs=
bankpräſidenten Dr. Schacht Stellung nehmen, verlangt, daß bei derart
einſchneidenden Neuordnungen, wie ſie eine Reportgeldverkürzung um
25 Prozent dayſtellt, auch ſie gehört würden.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 19. Mai.
Tendenz: lebhaft und feſt. Der heutige Mediozahltag iſt, wie man
es ſchon geſtern erwartete, ohne jede weiteren Schwierigkeiten
vorüber=
gegangen. Soweit noch hier und da eine peſſimiſtiſche Auffaſſung
be=
ſtand, wurde dieſe durch die Ausführungen des preußiſchen
Handels=
miniſters beſeitigt. Vom Ausland und der privaten Kundſchaft lagen
bedeutende Kaufaufträge vor, deren Höhe direkt eine Ueberraſchung
für die Börſe bildete. Da auf der anderen Seite nicht viel Matevial
angeboten war, ſo ergaben ſich ziemlich beträchtliche Kursſteigerungen.
Nur für die Monkanwerte beſtand kein Intereſſe, weil hier die
Ab=
lehnung der Kohlenpreiserhöhung keine Ermutigung darſtellte.
Be=
ſonders weren die Zellſtoffaktien ſtark begehrt und gut erholt, nachdem
ſie bei dem ſtarken Kursſturz auch mit am ſtärkſten in Mitleidenſchaft
gezogen worden waren. Aſchaffenburger Zellſtoff gewannen 9 Prozent
und Zellſtoff Waldhof 15 Prozent zurück. Von den Elektrowerten
konnten namentlich Licht und Kraft ihre in den letzten Tagen beobachtete
Steigerung um 8 Prozent fortſetzen. Auch Siemens u. Halske und
Lahmeher waren weſentlich gebeſſert. J.=G. Farben gewannen 3½
Prozent. Erhebliche Steigerungen wieſen ferner noch Kali Aſchersleben
(7 Prozent) und Holzmann (6 Prozent) auf. Banken waren dagegen
ſehr ſtill.
Der Rentenmarkt blieb dagegen weiter ſtill, nur Reichsablöſungs
ſchuldenanleihe konnten ſich etwas befeſtigen.
Im weiteren Verlaufe ſchränkte ſich die Umſatztätigkeit zwar ſtark
ein, aber auch jetzt fanden weitere Käufe und Deckungen ſtatt, die neu
Kursſteigerungen zur Folge hatten, da ſie auf einen ziemlich leeren
Markt trafen. Beſonders die Zellſtoffaktien blieben weiter begehrt,
und Zellſtoff Waldhof gewannen abermals 7 Prozent. Die Börſe ſchloß
recht zuverſichtlich. Tägliches Geld 4½ Proz. Nachdem die Nachbörſe
plötzlich einem neuen empfindlichen Kursſturz ausgeſetzt war eröffnete
die Abendbörſe recht ſchwach und nervös. Die für die neue Abſchwächung
angegebenen Gründe, wie unter anderem auch die angeblich wiede
paſſive Handelsbilanz, hält man für wenig ſtichhaltig, auch glaubt man
nicht daran, daß bereits jetzt von den Banken Vorbereitungen für die
Ultimoabwicklung getroffen werden, nachdem der Medio gerade erſt
vorüber iſt. Man hält es vielmehr für ſehr wahrſcheinlich, daß di
überſtürzt ſchnell vor ſich gegangene Kurserholung die Baiſſiers, nament
lich in Berlin, zu einem neuerlichen Vorſtoß gegen das Kursniveau
gereizt hat. Es fanden wieder viele Angſtverkäufe ſtatt, die zuſammel
mit Blankoabgaben die Kurſe zum Teil recht erheblich zurückgeher
ließen. Es ergaben ſich durchweg Kursverluſte bis zu 5 Prozent geger
die letzten nachbörslichen Notierungen. Nur die Schiffahrtswerte und
die Banken konnten ſich beſſer halten.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 19. Mai.
Obwohl die Börſe ſelbſt ſich immer noch nicht von der durch den
„Schvarzen Freitag” hineingetragenen Unſicherheit freimachen kann,
geht die Erholung der letzten Tage weiter. Markttechniſche Momente
beſtimmen die Tendenz, während Nachrichten aus der Politik und der
Wirtſchaft, die ſonſt ausſchlaggebend geweſen wären, kaum Beachtung
finden. Die Spekulation ſtehr Gewehr bei Fuß und kann ſich nicht
ent=
ſchließen, der Kaufluſt des Publikums Folge zu leiſten. Während die
Oepoſitenkaſſenkundſchaft zumeiſt für den Kaſſamarkt Intereſſe zeigt,
hat die Provinz und für Spezialwerte auch das Ausland ſchon zu den
erſten Kurſen größere Kaufaufträge hergelegt. Verbunden mit weiteren
Deckungen der Börſe ſelbſt führten dieſe zu Gewinnen bis zu 5 Prozent,
Elektrowerte und ſonſt von den Favoriten Bau=, Sprit= und
Zellſtoff=
werte bis zu 10 Prozent und darüber erhöht. Die Nachricht von der
Nichtermäßigung des engliſchen Bankdiskontes veranlaßte die
Speku=
lation, ſich eher à la Baiſſe zu engagieren. Ob der heutige Zahltag
glatt überwunden iſt, läßt ſich noch nicht überſehen. Erſt zu den
Kaſſa=
kurſen wurde es dann vorübergehend wieder etwas feſter, um dann
noch ſtärker nachzugeben. Weiter ſchwach lagen Stettiner Vulkan, die
5 Prozent unter geſtern einſetzten. Am Anleihemarkt lagen heimiſche
und ausländiſche Renten feſt. Stadtanleihen und rumäniſche Werte
bevorzugt. Am Pfandbriefmarkt ſetzten Vorkriegspfandbriefe ihre
Steigerung bis zu 25 Pf. fort, aber auch die übrigen Pfandbriefarten
zeigten anziehende Kurſe. Am Deviſenmarkt konnte ſich das engliſche
Pfund etwas erholen, ſchwach lag der Yen. Die Nachfrage blieb normal.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5—7 Prozent eher angeboten,
Monatsgeld unverändert geſucht mit 7½—8 Prozent. Privatdiskont
kurze und lange Sicht 47/s Prozent.
Zum Schluß der Börſe nahmen die Verkäufe einen ſolchen Umfang
an, daß die Tendenz ausgeſprochen matt wurde. Die Spitzenpapiere
notierten ſchließlich W—25 Prozent unter ihren höchſten Kurſen. Als
Grund für die Abgaben führte man Gerüchte an, daß die Reichsbank
eine Herabſetzung der Beleihungsgrenze für Wertpapiere vorzunehmen
beabſichtige. An der Nachbörſe ging die Abwärtsbewegung weiter.
Vereinigte Glanzſtoff verloren im Spätverkehr erneut 13 Prozent,
Zell=
ſtoff Waldhof verloren an der Nachbörſe bei 312 noch 8 Prozent,
Oſt=
werke lagen mit 417 2 Prozent unter ihrem höchſten Kurs. Einen
gleichen Abſchlag hatten Schultheiß mit 440 aufzuweiſen. Lediglich
Schiffahrtsaktien und ein Teil der Elektrowerte konnten ſich
einiger=
maßen behaupten. Siemens verloren jedoch nachbörslich 3½ mit 286
und AEG. 4½ Prozent mit 191,5.: Sonſt hörte man gegen 2.30 Uhr
u. a. J.=G. Farbeninduſtrie 305, Harpener 213, Rheinſtahl 217,
Mannes=
mann 204, Deutſche Erdöl ſchwach 166, Maximilianshütte ſchwach 160,
Danatbank minus 3 Prozent, 240, Hapag 140, Nordd. Lloyd 144,75,
Stertiner Vulkan 43, Ablöſungsanleihe 19.
Aſchaffb. Zellſtoff. . .
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin .. .
Berlin el. W.
erlin. KarlsruheIn
Braunkohl.=Briketts
Bremer Vulkan. . . .
...
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t. Tel.
Deutſch.
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Deutſche Petroleum.
Kaliwerke . . . . . .
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Dynamit Nobel. . . ..
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Gelſenk. Gußſtahl ..
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Han. Maſch. Egeſt. . . .
Hanſa=Dampfſchf.. .
18. 5.
19. 5.
30. — 1Hemoor=Zement . . .
214
54.5
ſirſch Kupfer ....."
155.7
Höſch Eiſen ......."
4.5
51.—
90.—
0.125/Hohenlohe Werke ..
Kahla Porzellan ....
1.8
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Linke u. Hofmann. .
7.5 1L. Loewe u. Co....
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52.
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83
1.5
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2.
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109.—
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70.—
74.5 Siemens Glas.. .. .
Ver. Lauſitzer Glas.
9.75
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Wittener Gußſtahl. .
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198 138 — 144.— 108.5 109.5 105.— 4.— 25875 122.- 8 176.— g. 55.— 68.— 55. 55.5 74.— 5. 270.— 1294.5
Deviſenmarkt.
Amſterdam=
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Kopenhage
S
holm. . .
Helſingfors ..
Italien ....."
London. . . . .
New=York. . .
Paris .......
Schweiz .. .."
Spanien .....
9 3.4 73. 108.74 108.9 „77/108.99 Fapan .. . .." 1.993 1.9: 2 47 112.6c 12.47/112.69 Rio de Janeir 189 9.501 1 12.: 112.77/112.99 Sofia ........" 147 3.05: 045 .Si3 10.633 0.613/ 10.633/Jugoſlavien .. 7.42 7.410 3.00 22.94 22.98 Konſtantinopel. 2.217 0.467 20.467/20.507 Liſſabon ......" 1.50 21 48 4. 216/ 4.22. 216 4.224 nzig .. . ...." 81. gi.s7 gi. 16 495 16.5 16.505/16.545 lthen ........" 5. 544 5.558 j.614 31.06 31.07581-2: da .. . . .." 4.215 4.2: 216 73.7 73.91 73.83/ 73.9 Uruguay ... ... 4.216 4.224 4.216
5.
Brie f
59.43
1.4.
2.2
5.6
1.224
4.224
Der deutſche Poſtſcheckverkehr im April 1927. Nach amtlichen
An=
gaben iſt die Zahl der Poſtſcheckkonten bis Ende April auf 909 169 gegen
905 820 Ende März angewachſen. Auf den geſamten Konten ſind im
Berichtsmonat 34 876000 Gutſchriften über 5 518 528000 RM. und
19 794 000 Laſtſchriften über 5 473 308 000 RM. ausgeführt worden, ſo
daß ſich der Geſamtumſatz auf 10 991 831000 RM. ſtellt. Hiervon ſind
bargeldlos beglichen 8 792 778000 RM. Das durchſchnittliche Guthaben
auf der Geſamtheit der Poſtſcheckkonten betrug im April 661 906000
N. Im Ueberweiſungsverkehr mit dem Ausland wurden 5 33800
RM. umgeſetzt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Kaiſer=Friedrich=Quelle, Offenbach a. M. Dem gemeldeten Abſchluß
von 1926 mit 8 (4) Prozent Dividende auf die 0,75 Mill. RMM. St.A.
aus einem Reingewinn von 81000 (54 000) RM. iſt aus der Bilanz
nachzutragen der Stand der Kreditoren mit rund 172 000 (643000) RM.
infolge Ablöſung der Bankkredite durch eine langfriſtige
Auslands=
anleihe von rund 500 000 RM. gegenüber 331 000 (316 000) MM.
Debi=
toren und 358 000 (397 000) RM. Vorräte. Bekanntlich hat das
Unter=
nehmen die Aktienmajorität der Aachener Thermalwaſſer Kaiſerbrunnen
A. G. übernommen, was offenbar in den von 206 000 auf 291000 RMM.
erhöhten Beteiligungen ſich ausdrückt. Die Beteiligungen hätten
be=
friedigend gearbeitet. Im laufenden Jahre würden die Umſätze weiter
anziehen.
Fuſion Elektrizitäts=Aktiengeſellſchaft vorm. Schuckert u. Co.,
Nürn=
bera und Continentale Geſellſchaft für elektriſche Unternehmungen.
Nürnberg. In der Aufſichtsratsſitzung der Elektrizitätsgeſellſchaft vorm.
Schuckert u. Co., Mirnberg, wurde beſchloſſen, der Continentalen
Geſell=
ſchaft für elektriſche Unternehmungen in Nürnberg zum Zwecke der
Fuſion mit der Schuckert=Geſellſchaft das Angebot zu unterbreiten, ihr
Vermögen als Ganzes unter Ausſchluß der Liquidation auf die Schuckert=
Geſellſchaft gegen Aktiengewährung zu übertragen. In der auf den
13. Jum d. J. einzuberufenden H.=V. der beiden Geſellſchaften ſoll
über den zu ſchließenden Fuſionsvertrag Beſchluß gefaßt werden. In
der am gleichen Tage ſtattgefundenen Aufſichtsratsſitzung der
Continen=
talen Geſellſchaft für elektriſche Unternehmungen wurde die Annahme
des Angebotes der Firma Schuckert wegen einer Fuſion der
Continen=
talen Geſellſchaft für elektriſche Unternehmungen mit der
Elektrizitäts=
geſellſchaft vorm. Schuckert u. Co. gutgeheißen. Die Continentale
Ge=
ſellſchaft ſür elektriſche Unternehmungen wurde als
Finanzierungs=
geſellſchaft von der Elektrizitätsgeſellſchaft vorm. Schuckert u. Co. im
Jahre 1895 errichtet, alſo zu einer Zeit, als die Schuckert=Geſellſchaft
noch fabrikatoriſch tätig war. Inzwiſchen iſt dieſe ſelbſt reine Finanzie,
rungs= und Holding=Geſellſchaft geworden. Zudem hat die
Continen=
tale Geſellſchaft ihre zahlreichen Großunternehmungen im Auslande
durch die Liquidation infolge des verlorenen Krieges eingebüßt. So
liegt es nahe, zumal ſeit längerer Zeit eine weitgehende Perſonalunion
in den Verwaltungskörpern beſtanden hat, jetzt beide Geſellſchaften
zu=
ſammenzuſchließen, umſomehr als dadurch General= und
Verwaltungs=
unkoften geſpart werden.
Thyſſen Eiſen= und Stahl A.=G., Berlin. Wie der DHD. erfährt,
hat dieſe im Juli 1926 von der Vereinigte Stahlwerke=A.=G.,
Düiſſel=
dorf, der Heinr. Aug. Schulte A.=G., Dortmund, der Thyſſen u. Co.
G. m. b. H., der Krüger u. Staerk G. m. b. H. und der „Rheinſtahl”
Handelsgeſellſchaft m. b. H., mit einem A.=K. von nur 60 009 RM.
ge=
gründete Eiſen= und Stahlhandelsgeſellſchaft dieſer Tage eine
Kapitals=
erhöhung um 9940000 RM. auf 10000 000 RM. vorgenommen. Die
neuen Aktien ſind, teilweiſe gegen Einbringung von Sacheinlagen, mit
8 425 000 RM. von der Thyſſen u. Co. G. m. b. H., Mülheim=Ruhr, mit
455 000 RM. von der Krüger u. Staerk G. m. b. H., Berlin, mit
430 000
N. von der Heinr. Reiter G. m. b. H., Königsberg i. Pr.,
mit 300 000 RM. von der Eiſen= und Röhrenhandel G. m. b. H.,
Leipzig, mit 286 000 RM. von der Rheinſtahl=Handelsgeſellſchaft m.
in Liqu., Leipzig, mit 23 000 RM. von der Eiſen= und Röhrenhandel
G. m. b. H., Berlin, und mit 21 000 RM. von der Heinr. Aug. Schulte
G. m. b. H., Berlin, übernommen worden.
Konſolidierte Alkali=Werke Weſteregeln A.=G. Die G.=V. ſetzte die
Dividende für die Stammaktien auf 10 Prozent und für die
Vorzugs=
aktiem auf 6 Prozent feſt. Die Ausſichten für den Kaliabſatz im In= und
Auslande wurden als geinſtig bezeichnet, weniger günſtig war infolge
der ſchlechten Baumwollpreiſe der Abſatz nach den Vereinigten Staaten.
Es ſei aber zu hoffen, daß ſich auch der Auslandsabſatz heben werde.
40 Jahre AEG. Am 23. Mai 1927 ſind 40 Jahre verfloſſen, ſeitd
die damalige „Deutſche Ediſon=Geſellſchaft ſüür angewandte Elektrizität”
in die „Allgemeine Elektrizitäts=Geſellſchaft” umgewandelt worden iſt.
die im Jahre 1883 mit einem Aktienkapital von 5 Mill. Mk. gegründete
Geſellſchaft hat ſich in wenig mehr als 4 Jahrzehnten zu einem Unter
nehmen emtnichelt, deſſen Organiſation die ganze Welt umfaßt und
deſſen Aktienkapital heute über 156 Mill. RM. beträgt.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarktbericht vom 19. Maf. Aufgetrieben waren
8 Ochſen, 6 Kühe, 119 Kälber, 8 Schafe und 2 Ziegen. Marktverlauf:
Großvieh nicht notiert, Kälber und Schafe flott geräumt. Bezahlt
wurde ſür das Pfund Lebendgewicht: Kälber a) 80—86, b) 71—78, c) 60
bis 72. Schafe 45—50 Pf.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 19. Mai. Dem heutigen
Klein=
viehmarkt waren zugeführt und wurden die 50 Kilogramm
Lebend=
gewicht je nach Klaſſe gehandelt: 107 Kälber 60—82, 7 Schafe 35—45,
155 Schweine 59—63, 783 Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 10
bis 15, über 4 Wochen 17—23, Läufer 25—29 Mk. pro Stück.
Markt=
verlauf: Kälber lebhaft, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausverkauft;
Ferkel mittelmäßig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 19. Mai. Der Auftrieb des
heutigen Nebenmarktes beſtand aus 80 Rindern, 782 Kälbern, 109
Schafen und 1142 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des
Neben=
marktes der Vorwoche waren 280 Kälber weniger angetrieben. T
Auftrieb in Schafen blieb unverändert, während 280 Schweine mehr
zum Verkauf ſtanden. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht:
Kälber b) 80—85, c) 70—79, d) 60—65. Schafe a) 55—58, b) 47—52
c) 40—46. Schweine b) 59—61, c) 59—61, d) 60—62, e) 59—62. Im Ver=
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl
Ausloſ.-Sch. I. Teil/315.5
eil
9.Reichsanl. Al
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine
6/;% Reichsp. Sch.
1. 10. 30 ..
F½ Baher. Staats
Sch. p. 1. 4. 2
81l.% H. V. Sch.
1. 4. 29 .
81I.% Pr. St.=Sch.
1. 3. 29 .
8‟,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
% Sächſ. Freiſtaat
Sck
1. 7. 29
7% Sächſ. Freiſt
1. 7.
S½% Würt. Freiſt
Schatz. p. 1. 8. 29
)Ausländ iſche
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v. 1913, Kdb. 1918
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315.5
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29.75
5.
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1. 13.
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7.5
4%Türk. (Adm.1030
(Bagd.)
4% „ (Bagd.)I
6 Türk. unif. 1903)
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4½% Ung. St. 1913/ 23.75
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4% „ St. 10.
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Außereuro=
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Hamb. Hyp.=B
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Nordd. Gr.=Cr 9
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Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.-T
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
reuß. Pfdbr.=Bk.
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48
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% Oſt.=Ung. 73/7
Oſt. Stae
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4.75
60
70.75
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3
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tern. Bank/ 10.25
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159.5
77
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154.
10
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113
154.75
127
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10
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108.5
142
160.25
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163
48.76
9.0.
50
155
Freitag, den 20 Mai 1927
O
Residenz-Theater
Mur einige Tage der deutsche Großfilm
Maly Delschaft, Harry Liedtke, Conrad Veidt u. Werner Krauß in:
Kreuzzug des Weibes
Nach Ernst v. Wildenbruch. — Regie: Carl Boese — Ein lebendiges Bild aus dem
Kadettenleben. — Hanntdarsteller: Hanna Ralph, Eugen Burg, Robert
Scholz, Wolfgang Zilzer, Kurf von Wolowsky
Der Film der 1000 Ideen:
Tip, als Erfinder, Groteske in 2 Akten
Wochenschau
(*13652
Anfang 3½ Uhr.
Jugendliche haben Zutritk.
Anfang 3½ Uhr.
Anfang 3½ Uhr.
Lustspiel in 6 Aken.
Hf
Näummer 139
Seite 17
zu den Notierungen vom Montag waren Kälber 2 bis 3 Mk.
ra—. Dagegen gaben Schafe 1 bis 2 Mk. und Schweine 3 bis 4 Mk.
Die Fleiſchgroßhandelspreiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Ochſen=
Windfleiſch, 1. Qual. 100—105, 2. Qual. 95—100, Bullenfleiſch 95
3, Kuhfleiſch 1. Qual. 70—80, 2. Qual. 60—70, 2
Qual. 40—55.
töilleiſch 2. Qual. 100—110, Schweinefleiſch 75—82 Gefrierfleiſch,
tl leiſch, Vorderviertel 50 und Hinterviertel 58.
Marktverlauf=
bar und Schafe wurden bei lebhaftem, Schweine bei regem Geſchäft
erakauft.
Produktenberichte.
AKannheimer Produktenbericht vom 19. Mai. Bei Zurückhaltung
Kräufer verkehrte die Produktenbörſe in feſter Haltung. Man
ver=
kü: für die 100 Kg. ohne Sack waggonfrei Mannheim: Weizen ausl.
792, Roggen ausl. B,/75—2). Hafer ausl. 23,75—B. Braugerſte ausl.
5—33,3. Inländiſche Herkünfte dieſer Getreidearten waren nicht
ahwten. Futtergerſte 23,50—24,50, Mais mit Sack 19,25, ſüddeutſches
anmehl Spezial 0 41,50, ſüddeutſches Weizenbrotmehl 33,25,
ſüd=
ſ-es Noggenmehl 38—39,50, Kleie 13,75—14.
Frrankfurter Produktenbörſe vom 19. Mai. Die Getreidebörſe liegt
mweiterhin ruhig und ziemlich umſatzlos. Die Preiſe waren wieder
rüſäindert. Je 100 Kg. Frachtparität Frankfurt bei Waggonbezug.
zun 30,75, Roggen 28,75, Hafer 25,50—25 Mais 18,75—19,
Weizen=
u/ 41—41,50, Roggenmehl 38,50—39,50, Weizenkleie 13,75, Roggen=
* 2:5,75—16.
Aserliner Produktenbericht vom 19. Mai. Bei anhaltend geringem
ſack war die Tendenz etwas freundlicher, doch folgte der Markt nur
frund den beträchtlich geſtiegenen überſeeiſchen Preiſen. Im Zeit=
II waren die heute erfolgten Anziehungen für Weizen ſo gering,
MBeizen nur 2 Mk. höher wurde. Die Befeſtigungen der
Roggen=
lagen wiederum höher als die für Weizen. So ſtellte ſich der
hige Gewinn auf 1½ Mk., darüber hinaus Juli ſogar 2½ Mk. feſter.
fü= ſtill. Die Preisgeſtaltung für Hafer iſt noch unverändert ſtark.
ei ſtetig. Mehl unverändert ruhig im Verkehr.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 19. Mai. (Prw.=Tel.)
Weizen: Die Aufwärtsbewegung ſetzte ſich heute fort, da aus dem
Winterweizengürtel ungünſtige Berichte vorlagen, ebenſo aus Kanada.
Die Exportnachfrage geſtaltete ſich beſſer. Im Schlußverkehr trat eine
Abſchwächung ein. Die Termine zogen bis ½ C. an.
Mais: Der Markt zeigte eine überwiegend feſte Haltung auf
Mel=
dungen von übermäßigen Niederſchlägen, kleine Ankünfte und die
Feſtig=
keit der Kaſſamärkte. Später trat in Sympathie mit Weizen eine
Ab=
ſchwächung ein. Die Termine ſchließen 2 C. über geſtern.
Hafer: Der Markt verlief ſtetig bei Kursſteigerungen bis ½ C.
Kaffee: Käufe des Handels hatten eine Befeſtigung zur Folge. Im
Schluſverkehr trat eine Abſchwächung ein auf die Schwäche der
Loko=
preiſe.
Zucker: Der Markt zeigte faſt überwiegend ein ſchwaches Ausſehen,
da die Naffinerien weiterhin Kaufreſerve beobachteten und die
Wall=
ſtreetſpekulation Abgaben vornahm. Im Schlußverkehr war die
Hal=
tung etwas abgeſchwächter.
Kakao: Höhere Kabelmeldungen, größere Auslandskäufe bewirkten
zunächſt einen feſten Verlauf. Später wurde die Tendenz abgeſchwächt,
da jetzt Liquidationen erfolgten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 19. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 14234, Juli 138½, Sept. 1357/;
Mais: Mai 88ſe, Juli 917, September 93½; Hafer: Mai
497/s, Juli 50, Sept. 47e; Roggen: Mai 10934, Juli 108½,
September 99½.
Schmalz: Mai 12,45; Juli 12,55.
Fleiſch. Rippen: Mai 13, Juli 13,05: Speck 13: Schweine:
ſchwer 9.30—9.80, leicht 9.75—10.05: Schweinzufuhr: Chicago
22 000, Weſten 87000; Talg Ohio 77ls.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 19. Mai:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 154½, hart 159½; Mais Nr. 2:
1082e; Hafer Nr. 3: 61½; Roggen exp.: 123: Mehl: Spring
Patent 6,85; Getreidefracht: nach England 2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 15 Cents.
Schmalz: Mittel Weſten 13,15.
Schweinefleiſch: Family 34.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichien.
Der preußiſche Miniſter für Handel und Gewerbe und das
Rhei=
uiſch=Weſtfäliſche Elektrizitätzwerk haben ein Abkommen geſchloſſen,
durch das eine freundſchaftliche Zuſammenarbeit der beiden Partner im
Intereſſe der deutſchen Elektrizitätswirtſchaft auf weite Sicht
gewähr=
leiſtet wird.
Die Leiſtung der deutſchen Walzwerke im April 1927 iſt mik 1009 143
Tonnen um 91 585 To. niedriger als die des März. Die arbeitstägliche
Leiſtung des April (24 Arbeitstage) iſt aber mit 42 048 To. um 1280 To.
oder um 3,1 Prozent höher als die des März (27 Arbeitstage). Sie
ent=
ſpricht 82,5 Prozent der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Leiſtung des
Jahres 1913 im Deutſchen Neich damaligen Umfangs.
Die deutſche Rohſtahlgewinnung im April iſt mit 128 400 To. um
197294 To. geringer als die des März. Da der April aber, nur 24
Arbeitstage hatte, während im März an R Tagen gearbeitet wurde,
übertrifft die durchſchnittliche arbeitstägliche Gewinnung des April mit
53 683 To. die des März um 1250 To. oder um 2,4 Prozent. Sie
ent=
ſpricht 93.3 Prozent der durchſchnittlichen arbeitstäglichen Leiſtung des
Jahres 1913 im Deutſchen Reich damaligen Umfangs.
Der britiſche Handelsminiſter Sir C. Liſter teilte dem Unterhaus
mit, daß ſich der Wert der von Rußland nach Großbritannien
impor=
tierten Waren im April auf 1 399 000 Lſtrl. belaufen habe, während die
britiſchen Exporte nach Nußland 228 300 Lſtrl. und die britiſchen
Reexporte nach Rußland 1 172 000 Oſtrl. betragen.
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Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
1. Abteilung: Die Flucht
Robert, Arreſtant . . . . Robert Klupp
Bertram, Arreſtant.
Paul Maletzki
Strambach.
Gefängnis=
wärter, Invalide . . . Heinrich Kuhn
Michel, ſein Neffe.
Bauernburſche . . . . Eugen Vogt
Erſte Schildwache . . . . Karl Ebert
Bweite Schildwache . . . Otto Wenke
Ein Korporal . . . . . . Hans Debus
2. Abteilung: Die Hochzeit
Robert . . . . . . . . . Robert Klupp
Bertram .. . . . . .. Paul Maletzkt
Mehlmeher, Pächter . . . Hans Epskamp
Richard Jürgas
Lips, Wirt .
Röſel, Schenkmädchen . M. Vincent
.. . . . . . Engen Vogt
Brautvater . . . . . . . Frdr. Jachtmann
Erſter Landgendarm. . . Rudolf Wittgen
Zweiter Landgendarm . . HansBaumeiſter
Ein Kellner .. . . . . . Walter Bluhm
Ein Hausknecht . . . . Hans Ausfelder
Aufwärter, Bauern, Bäuerinnen,
Muſikanten, Brautzug
3. Abteilung: Soiree und Maskenball
Robert . . . . . . . . . Robert Klupp
Paul Maletzki
Bertram . .
Fpelmeher,ein reicherBankier. HugoKeßler
Iſidora, ſeine Tochter. . Beſſie Hoffart
Samuel Bandheim, ſein
Joachim Büttner
1. Kommis.
Kommerzienrätin Forchheimer,
Martha John
ſeine Kuſine..
Dr. Corduan, Hausfreund K. Weſtermann
Jack, Diener . . . . . . Hans Neyh
Masken, Gäſte, Diener, Ballett
Als Einlage: Spitzentanz, ausgeführt
von den Damen. Manda von Kreibig,
Irene Scheinpflug, Dorothea Böhm
4. Abteilung: Das Volksfeſt
Robert . . . . . . . . . Robert Klupp
. . Paul Maletzki
Bertram.
Frau Miller, Witwe. Marg. Carlſen
Röſel, ihre Pflegetochter M. Vincent
.. . . . . Eugen Vogt
Michel
Strambach . . . . . . . Heinrich Kuhn
Polizeidiener . . . . . . Ernſt Rottluff
Leierkaſtenmänner, Ausrufer, Bauern
und Bäuerinnen
Vorkommende Tänze, einſtudiert von der
Ballettmeiſterin Manda v. Kreibig, werden
ausgeführt von den Damen des Balletts.
Spielwart: Willi Krichbaum
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Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung derMietkarte zuläſſig
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Ende 10 Uhr
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Fronie und tiefere Bedeutung. Anfang
7½ Uhr. Pretſe 1—10 Mk.
Sonntag, 22 Mai. L 21. F 12 (Darmſtädter
Volksbühne). Die Meiſterſinger
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Kleines Haus
Freitag, 20. Mai. Keine Vorſtellung
Samstag, 21. Mai, nachm.3 Uhr. Samstags=
Fremdenmiete (10., letzte Vorſtellung).
König für einen Tag. Preiſe 1.50—6 Mk.
Abends8 Uhr: Violin=Abend Edmund
Veyns. Am Klavier: Foſeph Roſentock.
Preiſe 1—4 Mk.
Sonntag, 22. Mai Vorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. Der Raub der Sabinerinnen,
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 0.60—3 Mk.
Maximum.
Roman von Hans Schulze.
36)
(Nachdruck verbeten.)
Mit katzenartiger Gewandtheit ſchwang er ſich ungeſtüm in
die Dunkelheit hinaus, daß er faſt die Schulter des
wachehalten=
den Beamten ſtreifte, ſtürzte, ſprang wieder auf, und jagte in
langen Sätzen davon.
Ein dröhnendes Halt klang hinter ihm her.
Da wandte er ſich in vollem Lauf halb zurück, und feuerte
ein=, zweimal in der Richtung des hellen Fenſters, daß der
Mörtel der Hauswand dem Kommiſſar um die Ohren ſpritzte.
Doch ſchon hatte dieſer ſelbſt ſeine Waffe erhoben.
Eine Lichtgarbe des Leuchtfeuers riß die ſchwarze Geſtalt des
Fliehenden einen Herzſchlag lang aus der ſchützenden Umarmung
der nebeligen Finſternis.
Dann krachte ein Schuß.
Mit einem langanhaltenden Schrei brach der Getroffene jäh
vornüber in die Knie.
Eine Stunde ſpäter war alles vorbei.
Starr und kalt lag der Leichnam des Erſchoſſenen, in ein
Leinentuch gehüllt, auf der ſchmalen Bettſtatt.
Daneben in der Ofenecke bewachten Dr. Hardt und Paul die
leiſe wimmernde Hedwig.
Der Kommiſſar ſaß eifrig ſchreibend am Tiſch, das Licht
der Hängelampe lag auf dem gewaltigen Dach ſeines
kurzge=
ſchorenen Schädels, der ſich wie die Kuppel eines Domes über
dem roten fleiſchigen Genick herauswölbte.
Im Angeſicht des Todes hatte der durch einen Bauchſchuß
Schwerverwundete noch ein umfaſſendes Geſtändnis abgelegt.
Er war an dem verhängnisvollen Abend in der
Fontane=
ſtraße Achim heimlich bis zur Villa Brown nachgeſchlichen, und
hatte im Weinſpalier des Arbeitszimmers verſteckt die
Unter=
redung mit dem Millionär Wort für Wort belauſcht.
Als er Achim dann am Sportpalaſt abgeſetzt hatte, war er
mitten in der Nacht noch einmal zum Grunewald zurückgekehrt,
um den Scheck aus dem Schreibtiſch zu rauben.
Vom Hausherrn überraſcht, hatte er in der erſten Beſtürzung
den auf dem Tiſch liegenden Revolver ergriffen und blindlings
losgeſchoſſen.
Auf ſeine Veranlaſſung hatte die völlig hörige Hedwig den
Vertrag an Daiſy verkauft und den Treſor im Schlafzimmer
Marions ausgeraubt, ein Geldbetrag von mehreren 100 000 Mark
und die Schmuckſachen der Schauſpielerin, die in Hedwigs Koffer
vorgefunden worden waren, hatten den Inhalt ſeiner Ausſage in
vollem Umfange beſtätigt.
Da ſtand der Kommiſſar langſam auf, ſein Geſicht war
tiefernſt.
„Das Protokoll iſt fertig, meine Herren! Darf ich Sie wohl
bitten, es mit zu unrerzeichnen!“
„Ich ſchlage vor,” ſchloß er dann, „wir fahren morgen früh
mit dem Wagen des Erſchoſſenen alle zuſammen nach Berlin und
bringen dies Dokument hier dem Gericht und den Gefangenen
die Freiheit!“
19.
Eva van Derp ſaß mit Daiſy auf der Seeteraſſe des erſten
Stocks beim Tee.
Seit drei Tagen weilte ſie bereits wieder in Groß=Rauſen,
mit ihrer ſtets gleichmäßig=ruhigen, ſelbſtſicheren Art der
Freun=
din ein rechter Troſt und Halt.
Sie hatte ſofort nach ihrer Ankunft die Leitung des kleinen
Hausweſens in die Hand genommen und umgab Daiſy mit all
der zarten Geduld und Aufmerkſamkeit, die ein ſeeliſch Kranker
in der Zwieſpältigkeit und Zerriſſenheit ſeines Weſens doppelt
wohltätig empfindet.
Mulosslaor far doten!
Lapprrer
Guesuche!
Vie auf eine geheime Abrede hin war Achims Name via
überhaupt jede Berührung der Ereigniſſe der füngſten
Vergangen=
heit während ihres ganzen Beiſammenſeins bisher vermiedegn
worden.
Trotzdem fühlte Eva, wie die Freundin im innerſten
Herzo=
noch immer mit Achims tragiſchem Geſchick beſchäftigt war, da
ja auch für ſie den Einſturz all ihrer Lebenshoffnungen bedeutet=
Sie hörte oft kaum, was zu ihr geſprochen wurde, ſie am
wortete ruhig und freundlich, aber doch ſo völlig mechaniſch, don
ſie ſelbſt ganz erſtaunt auf den Klang ihrer eigenen Wor
lauſchte.
Und ſie fuhr zuweilen wie aus einem Traum erwachend gut
wenn Eva unvermutet eine Frage an ſie richtete.
Der blaue Sommertag ging langſam zur Rüſte, und die ert
Ahnung des nahenden Abends ſpann ihre feinen, ſchwermütigg
Netze.
Wie hellgrüne Seidenfahnen ſtanden die Lärchen fern drüho,
am See vor der dunklen Wand des hohen Forſtes.
Ringsum die ſilberne Stille des ſpäten Nachmittags, ſo jiü
und traumumhütet.
Die Parkwieſen dufteten leiſe herauf.
Es war wie eine ſelige Stunde des Vergeſſens, in das gun
Leid ſich in ein Nichts zu löſen ſchien und mit den zarten weißs
Lämmerwölkchen in die letzte Ferne des lichten Himmels zerflot
Da klang auf einmal ein Hupenſignal, ſcharf und gellend am
ein Ruf aus einer anderen Welt.
Daiſy hob den Kopf von ihrer Näharbeit.
„Es kommt Beſuch!”
Auch Eva war auferkſam geworden.
„Vielleicht Dr. Hardt! Mit einer Poſt aus Berlin!” ſage
ſie dann.
„Bleib hier oben, Daiſy! Ich werde ihm entgegengehe
Du ſollſt dich nicht unnötig erregen!“
Damit war ſie bereits zur Terraſſe hinaus.
(Fortſetzung folgt.)
in entzückenden Mustern und Hacharten.
Jugendliches
Voll- Volle-Kleid
„n aparten Blumenmnstern
Jugendliches
Borduren=Kleid
M4
ans hübsch bedr. Voll-Volle
Voll-Voile-Kleid
teils Bordürenmust. u. teils
eefaunderfel Blungnt. 2
Reizendes
Bastseiden
mit modl. bunt=
Kleid
13.
. Stickerei
D amen-Kleider
aus hübsch bedrucktem Wasch-Musseline
4.50, 3.75, 2.50.
Junaiff
zuntuuntentuntuntentutentuntuntilt
Voll-Voile-Kleider
in den modernsten Blumen-Mustern
10.75, 8.95, 7.90,
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aus bedruckter Kunst-Waschseide, in geschmack-
S vollen Musterungen . . . . . . 7.50, 6.95, 5.75,
Rohseidene Kleider
fesche Formen mit hübschen Garnierungen
17.50, 14.75.
Crepe de chine-Kleider
reizende Formen in wundervollen Farben
42.00, 36 00,
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ununtif
Crépe de chine,Kleider
in aparten bedruckten Dessins
36.00, 29.00.
Häntel and Iackehrkleiden
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19.75, 15.75,
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fesche Formen, 29.50, 26.00,
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Vormen ..
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Mummer 139
Freitag, den 20. Mai 1927
Geite 19
De Dagbrgat
von Dr. med. Otto Greither
iſi der ſeit 10 Jahren bewährte Weg zur Wiedererlangung und Erhaltung von
Heſundheit /Kraft /Schönheit
durch eine natürliche und wirkſame Selbſtreinigung des Geſamtorganismus
mit vollkommen unſchädlichen Mitteln.
ſind Tauſende von Gutachten, von Aerzten und Taien. Nachſiehend nur einige
Dewel E Urteile (notariell beglaubigt), wovon uns täglich neue unverlangt zugehen.
Ein Univerſitätsprofeſſor aus Berlin ſchreibt:
Von meiner Auslandsreiſe zurückgekehrt, erlaube ich mir
nochmals, meinen beſten Dank für Ihre intereſſante
Arbeiten auszuſprechen, die ich auf der Reiſe ſtudier
habe, und die ich auch noch meinen eigenen Erfahrungen
für recht wertvoll halte. Hoffentlich findet Ihre
Met=
hode recht viele Anhänger.
Ein Arzt aus Eſchweiler ſchreibt: Mittlerweile bin
ich in der Lage, Ihnen über mein Befinden im Verlaufe
der Salusölkur Mitteilung zu machen. Mein Zuſtand hat
ſichin derletzten Zeit ziemlich gebeſſert. Auch meine ?
macht ſetzt die Salusölkur und kommt ſchneller weiter
als ich; ſie bekommt ihr ausgezeichnet. . Krankhei.
breitet ſich nicht aus, haſt du Salusöl im Saus! Ich bin
auch ein Salusmann.
Ein Arzt aus Dresden ſchreibt: Alles in allem kann
ſch Ihre Entdechung nur als einen ganz bedeutenden
Fortſchritt der Krankheitsbehandlung verzeichnen. B
ſonders habe ich mich des Kaliums in Verbindung mit
der Schrothſchen Trockenkur bedient und damit, wie mir
die Praxis beſtätigt hat, ein für weite Krankheitsgebiete
paſſendes Verfahren gefunden, welches an Wirkſamkeit
wohl kaum übertroffen werden kann.
Ein Arzt aus Breslau ſchreibt: Ich teile Ihnen mit,
ſoweit ich die Salusölkur erproben konnte ich gute
Wirkungen feſtgeſtellt habe.
Ein Arzt aus München ſchreibt: Ich ſelbſt nehme Ihr
Ol fleißig und glaube ſchon auf dem beſten Wege zur
Geneſung von einer ſeit 14 Jahren beſtehenden ſauren
inteſtinalen Gärungsdyspepſie (Verdauungsſtörung)
und ewigen Kopfſchmerzen und anderen Intoxikations
Begleiterſcheinungen (Vergiftungserſcheinungen) zu ſein
Ein Arzt aus Bremen ſchreibt: Ich kann Ihnen ni
beſtätigen, daß ich ausnahmslos mit der „Salusölkur
die beſten Erfahrungen gemacht habe. Die Patienten,
die ſie anwandten, haben mir ſämtlich erklärt, daß ſie ſich
nie ſo wohl gefühlt hätten, obwohl ſie jahraus, jahrein
her Behandlung geweſen wären. De
athif
nicht berüchichtigt bezw. erkannt worden.
feder Mediziner, der den Mut beſitzt und ſich die Mühe
vorurteilsfrei zu denken, muß zu dem Ergebnis
en, daß der Darm mit ſeinen Schlacken, die dort
oft viel zu lange lagern, die Urſache für die meiſten
Krankheiten bildet, Um dies zu verſtehen, brau
eigentlich nicht Medizin ſtud
zu hal
. Wie
Aufmerkſamkeit von ſeiten der Arzte derinneren P.
eini=
gung des Körpers geſchenkt wird, iſt uns ja bekannt. Wer
die Wirkung der Saluskur nicht glaubt, mache einen
Verſuch damit; er wird bald bekehrt ſein.
Ein Arzt au8 Frankfurt ſchreibt: Salusöl verſchreibe
ich täglich in verſchiedenen Apotheken. .
Ein Arzt aus Nürnberg ſchreibt: Hermn Dr. Otto
Greither gebe ich gerne bekannt, daß ich in einem Falle
chroniſcher Dickdarmentzündung bei einer jungen Frau
glänzende Erfolge mit ſeiner Saluskur erzielt habe,
wo vieles andere, vorher Angewandte ergebnislos war.
Ein Arzt aus Duisburg ſchreibt: Nach den bisherigen
Erfahrungen, die ich mit Ihrer Behandlungsmethode
gemacht habe, muß ich ſagen, daß ich dabei ganz ſchöne
Erfolge, beſonders bei einem äußerſt hartnäckigen
Haut=
ausſchlag (Ekzem) habe.
Dr. H. Balzli aus La Croix ſchreibt in der Arzte=Zeit=
4rs medlei” (Nr. 11, 1925): „Das Verfahren
ſchriſt
Greithers beſteht in der Zufuhr gewiſſer Nährſalze
(beſonders Kalium), Diſziplinierung der Diät (u. a.
Fletſchern, Entlaſtung des Darmes und Regelung des
men von P
ganges durch Ein
geht,
Stuh
hirz geſagt, auf Be
ung der int
utoin=
torikation aus. Die berichteten Erfolge beruhen anf
Wahrheit,,
Dr. F. B. in Pf. ſchreibt in der Arzte=Zeitſchrift „Ars
mediei‟: Was iſt von der radioaktiven Salusölkur des
Dr. med. Otto Greither zu halten? In einem Falle von
chroniſchem Gelenkrheumatismus, der nach allen
Schi=
kanen bisher vergeblich behandelt wurde, brachte dieſe
Kur vollen Erfolg.,
Ein Arzt aus Dresden ſchreibt:. . . Ich bin ein großer
Anhänger und Freund Ihrer Kur — das iſt wirkli
Ké
gegenüber den in Fachzeit
einmal „etwas
täglich immer und immer wieder angebotenen unnütze
oder nur ſymptomatiſch wirkenden Medikamenten.
Ein Arzt aus Augsburg ſchreibt: Ich habe in den drei
Fällen, in denen ich das Salusölanwandte gute Erfolge
erzielt und intereſſiere mich deshalb für Ihr Heilve
ren. Beſonders gute Erfolge hatte ich bei dem der
B
handlung ſonſt ſchwer zugänglichen Uleus duodeni
(Darmgeſchwür.
Freier Eintritt!
Oeffentlicher Vortrag!
Freier Eintritt!
Dr. med. Otto Greither aus München hält am
Samstag, den 21. Mai 1922, abends Punkt 8 Uhr, in der Turnhalle, Woogsplatz 5
über die
Grundurſachen der chroniſchen Krankheiten u. ihre erfolgreiche Behandlung
mit natürlichen und unſchädlichen Mitteln nach den neueſten mediziniſchen Forſchungen durch die radioaktive
Salus=Kur
einen allgemeinverſtändlichen Vortrag.
(IV.8336
1. Die Urſache von 902 aller Krankheiten.
2. Wie kann die Urſache beſeitigt werden?
3. Die innere Selbſtreinigung (Asepsis
interna) des Körpers.
Es handelt ſich in der Hauptſache um grundlegende Erläuterungen zu einer durch ihre hervorragenden Erfolge, ſelbſt bei ſchwerſten und
ſchein=
bar hoffnungsloſen Fällen, natürlichen Heilmethoden, die dem Kranken durch gründliche Reinigung des Geſamtorganismus die vielleicht jahrelang
geſuchte Hilfe bei chroniſchen noch reaktionsfähigen Krankheiten bringt nach dem neuen Grundſatz „Heilen heißt Relnlgen‟. Dem
Geſunden aber gibt ſie in überraſchender Weiſe Vollkraft und Jugendkrische. Der Vortrag hat überall, wo er bisher gehalten wurde,
größtes Aufſehen erregt.
Saluswerk München 9, Schönſtraße 10
Freſer Eintrſt!
a) Die Darmreinigung
b) Die Blutreinigung
c) Das Bauchſchnellen
d) Richtige Ernährung.
Filiale Darmſitadt, Mühlſtraße 18
Freſer Eintiſti
Saluskurmittel auch in Apotheken und Drogerien erhältlich.
Aerztliche Beratung und Behandlung nach Syſtem Dr. Greither in München, Maximilianſtraße 43,1.
Sprechzeit: Montag bis Freitag 9—12 und 3—6, Samstag 9—12 (Freitag nachmittag für Unbemittelte).
Magen= und Darmleiden
Ein unwiderſtehliches Gefühl der Dankbarkeit drängt
mich zu folgenden Ausführungen: Seit vielen Jahren
litt ich an den heftigſten Magen= und Darmbeſchwerden;
Verdauungsorgane verſagten faſt vollſtändig.
magerte zuſehends ab, und nach den Diagnoſen pr.
nenter Arzte konnte mir nur mehr durch eine raſche
Magenoperation, für welche bereits der Termin fe
geſetzt war, geholfen werden. In letzter Minute lenkte
mich ein gütiges Geſchick auf Ihr Salusöl. Schon nac
vierwöchiger Kur war ich vollſtändig geheilt. Ich kar
wieder alle, auch die ſchweriſten Speiſen vertrage
kenne keine ſchlafloſen, ſchmerzenreichen Nächte mehr,
bin wieder lebensfroh und nahm bereits um 10 Pfun
an Körpergewicht zu. Ale Bekannten, ſtaunen üb
meine friſche Geſichtsfarbe und bezeichnen meine
Ge=
neſung direkt als Wunder. Das alles verdanke ich Ihnen
ſehr verehrter Herr Doktor, Laſſen Sie mich daher auf
dieſem Wege den herzlichſten Dank dafür ausſ
hen
München, Welfenſtr. 15 Margarethe Schleifer.
Rbeumatismus und Herzleiden
Ein alter Herr, der ſeit Jahren an Rheumatsmus litt,
ging auf einmal von Tag zu Tag beſſer daher, meine
eute wunderten ſich und erfuhren von ihm, daß er die
Saluskur mache und daß er ſich wie neugeboren fühlt.
eine Frau hatte ſchon lange ein Herzleiden, war ſel
ervbs, was trotz ärztlicher Behandlungimmerſchlimmer
e. Sofort holte ſie ſich das Salusöl nebſt Zutaten,
und nach acht Tagen ſchrieb Sie mir dann, daß ſie eine
Linderung fühle und daß ich nach meiner Rückunft ſpfort
je Kur wegen meinem langjährigen Magenleider
machen muß. Als ich heimkam, war ich erſtaunt, wie ſich
der Zuſtand meinerFrau gebeſſert hatte. Sofort begann
ich mit der Saluskur und nach vier Tagen wurde mein
alter Rheumatismus aufgerüttelt, er verſchwand un
daß jetzt da die Kur
zu=
dann fühlke ich im
*
rſprachlos, wie alles program
Arbeiten anfing. 5d
mäßig eintrat. Heute fühlen wir uns beide ausgezeichn
Guſtav Büſt.
Nürnberg, Peterſtr. 7/2
Iſchigs
Ich litt vor einem Jahre an ſchwerer Iſchias und konnte
kaum mehr gehen. Auf Anraten des. .. habe ich die Dr
Greitherſche Salusölkur gemacht. Ich wurde ohne
Be=
fsſtörung in vier Wochen vollſtändig wieder h.
ſtellt und bin bis auf den heutigen Tag ohne Beſchwerde,
geblieben. Das Shſtem des Herrm Dr. medl. Greither hat
l3 allen anderen Heilmethoden überlegen erwieſen,
we.
ich mich verpflichtet fühle allen leidenden
Nenſchen den Gebrauch der Saluskur zu empfehlen.
Offenbach a. M., Kurfürſtenſtr. 6‟
Bilhelm Pförtner.
Zwölffingerdarmgeſchwür
Ein hartnäckiges Darmleiden veranlaßte mich,
ver=
ſchiedentlich ärztliche Hilfe in Anſpruch zu nehmen
welche mir wohl zeitweiſe Linderung, aber keine Heilung
achte, ſo daß ſich mein Zuſtand von Tag zu Tag
ver=
chlimmerte. Durch einen Zufall wurdeich von der
Salus=
ur unterrichtet, und nach eingehender Unterſuchung, bei
welcher ein BZwölfingerdarmgeſchwür feſtgeſtellt n
irde
begann ich ſofort mit der Saluskur gemäß Ihrer Vor
ſchrift, welche mich dann innerhalb vier Wochen von
meinem Leiden befreite. Seit dieſer Zeit hat ſich dieſes
Leiden nicht wieder gezeigt, ſo daß wohl anzunehmen
daß ich davon befreit bin. Ich möchte nicht unerwähnt
laſſen, daß ich ohne jede Veranlaſſung von Zeit zu Zeit
das Ol einnehme, welches weſentlich dazu beiträgt, den
Stoffwechſel zu fördern. Bei dieſer Gelegenheit möcht
ich nicht unterlaſſen, Ihnen für Ihre Hilfe meinen
herz=
lichſten Dank zu übermitteln, und erlaube mir noch ein
Zeugnis aus meinem Bekanntenkreiſe beizufügen, aus
ſelchem Sie erſehen wollen, daß die Salusölkur auch
hier den gleichen Erfolg zu verzeichenen hat.
Adolf Müller, Fabrikbeſitzer.
Halle a. S.
Naſſe Flechte
n Jahr lang litt ich an einer naſſen Flechte an drei
N
B Se
n meines Körpers, was ſehr viel Beſchwerd
rer ärztlicher Behandlun
ich brachte. Nach läng
4i
ne Beſſerung ein, vielmehr entſtanden noch zu
äckigkeit nicht Szu
anke Stellen, die an Har
Rge
mdung Ihrer S
rig ließen. Durch di
die Flechte an allen Stellen volſtändig geheilt, ſo daf
die Kur als vollkommenſtes Heilverfahren beſte
len kann.
Magdeburg, Schöningerſtr. 262
Walter Cardinal.
Das mir von vielen Seiten empfohlene
Salu=
zöl und
die Greitherna=Tabletten haben bei mir außero
4
gut angeſchlagen. Meine Kotfiſtel iſt ſeit läng
ſchmerzfrei, und Strapazen, welche ich meinen durchge
tretenen Füßen früher nie zutrauen durfte, über
dabei habe ich die Kur nicht
ein=
ich jetzt mit
mal einen ganzen Monat angewandt.
Otto Gerber.
Erfurt, Goetheſtr. 78
Kolikanfälle
daß mich ſein prachtvolles Heilmittel, das Salusöl,
buchſtäblich vom Tod befreit hat. Ich litt ſeit vielen
Jahren an den furchtbarſten Kolikanf”
len, ſo daß ich o
jie gut
ſten Nächte durchzumachen hatteund
ich ſterben müſſe. Hinzugerufene Arzte wußt
en anderen Rat, als mit Morphiumſpritzen zu helf
eine Operation dringend ar
raten. Ein
Spezialiſt behandelte mich auf Gal
nleiden, obwoh.
rſache meiner
Kolik=
äter herausſtellte, daß d
leiden zurückzuführen
nfälle auf ein chroniſches Dar
var. Entſcheidend und damit langſam zur Geneſung
hin=
nd wirkte erſt Herrn Dr. Greithers ausgezeichnet
jalusöl, ſo daß ich, der ich von Beruf Kapellmeiſter bin
n Zuſtand
aus=
teinen Beruf in einem erträgli
en wi
in d
lage
Braunſchweig, Hut
Ludwig Bünger, Kapellmeiſter.
Hämorrhoiden
Ich litt ſeit 1918 an Hämorrhoiden. Nach Einnahme
chen Salusöl, Tabletten und Kalium iſt
on fünf F.
ein Hämorrhoide
verſchwunden. Ich ſage Ihnen
De
ſehr geehrter Hen
r, für das wundervolle
Heil=
mittel meinen herzlichſten Dank.
Bad Polzin
Baul Schwandt, Poſtſekretär.
Nervenkrankheit
Ich war in einer Heilanſtalt untergebracht. Mein
nervöſer Zuſtand war ein derartiger daß mich meine
An=
gehörigen nid
u Hauſe behalten konnten. Nach der
ärztlichen Be
ung von Herrn Dr. Greither hatten
ſich
meine geiſtigen Kräfte bald derart gehoben, daß ich.
digt war, lt. ärztlichem
Gut=
ich noch immer entmün
ndſchaſt entlaſſen werden
achten wieder aus der Vo
onnte. Ich fühlte mich nach dem Gebrauch der Kur auch
körperlich wie neu geboren.
P. Schw.
München.
Bronchitis
.Sie werden ſich wohl noch meiner erinnern, daß
ich als verloren galt. Sie wiſſen wohl, daß ich gena
ngabe das Bauchſchnellen, das richtig Fei
A
Trockenkoſt uſw. befolgte und ſo ſeit Jahren auch aut
daß ich mit 66
führte. Jeder muß heute auch zugebe
8b0
hrenbrillant und jünger ausſehe al.
als ichmöcht
ur behaupten,daß durch ihre Olkur ſich die Kopf= und
jarthaare gut erhielten, kahle Stellen nachwuchſen und
graue Haare dunkelten, Bronchitis und Huſten ſind total
hwunden
München.
H. M.
Bronchialafihma und Hautflechte
Teile Ihnen gern mit, daß ich ſeit meinem 7. Lebens=
Aſthma artete
jahre an Bronchialaſth
t. Dieſes
werſt.
unchmal bis zu den ſc
Erit
gsanfällen au
ne Menge Arzte hat mein Vater mit mir aufgeſuch
ſie konnten mir alle nicht helfen. Bi
u Ihrer Kur hatte
ſch noch kein Mittel, den äußerſt zäh
Schleim zum
Aus=
as ich erſt mit dem Kalium reſp, den
vurf zu bringer
reich
Aeterna=Tablei
Ich glaube, daß es mir
ge=
ichien vom Schleim zu
be=
ungen iſt, die feinſten B.
reien. Wenn man das Buch die „Saluskur” gründlich
gen von den
diert hat, dann fültes einem wie Schuppolſtändig.
lugen. Ich beherrſche meinen Körper je
Ihre Entdeckung iſt unſtreitig die größte, die je in der
zeilkunde, ſo alt wie ſie auch ſein mag, gemacht wurde.
Nehmen Sie den Ausdruck meiner größten Dankbarkeit
ind möchte nicht unerwähnt laſſen, daß ſich meine Frau
von einer dreijährigen Hautflechte durch Ihre Kur
be=
eit hat
F. D.
Darmſtadt
Verdauungsftörung — Stublverſtopfung
Seit drei Monaten gebrauche ich Ihre Olkur und iſt
dieſelbe ſeit Jahren das erſte Mittel, welches mir bei
meinen Verdauungsſtörungen hilft, ohne Durchfall zu
erzeugen. Ich möchte nicht mehr ohne das Ol ſein.
habe es vielen angeraten, und alle waren mir dankbar.
Frau Hofrat E.
Darmſtadt
Beſtellſchein ausſchneiden und einſenden!
Vom Saluswerk München, Filiale Darmſtadt,
Mühlſtr. 18 erbitte ich die koſtenloſe Broſchüre
„Heilen heißt
Reinigen=
ferner per Nachnahme das Buch
Das Dr. med. Greither=Syſtem
Mk. 1.50
(Nichtzutreffendes durchſtreichen)
Vor= u. Buname:
Ort u. Datum:—
Straße:
(Bitte recht deutlich!)
Oin Lisder Gstn
dann versuchen Sie einmal einen „Adler-
Emmen-
taler” ohne Rinde, der auch Sie sicher befriedigen
wird. Vollmundiger Käsegeschmack, feine
Konsi-
stenz, ausgiebig sättigend und dazu leicht verdaulich
— alles Eigenschaften, die an einen erstklassigen
Käse gestellt werden müssen und die der „Adler-
Emmentaler” voll in sich
ver-
einigt. Kaufen Sie sich morgen
R
gleich einen „Adler-
Emmentaler”, Sie
werden erstaunt sein,
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