Darmstädter Tagblatt 1927


06. Mai 1927

[  ][ ]

Einzeinummer 10 Pfennige

Bezugspreis:

Anzeigenpreis:

Wollen Sie

vorwärts kommen und wie
dieser Mann einen leitenden
Posten ausfüllen?

Oder

wollen Sie wie dieser mit
Haaren vor dem Nichts
und dieselbe gering bezah
beit verrichten wie zum A

Können Sie jemals hoffen,
auf einen leitenden Posten
berufen zu werden, da für
solche Posten heute durch-
weg
ein der Handelshochschul-Bildung entspre-
chendes
Wiesen verlangt wird, während Sie bis-
lang
nur Ihre allgemeine Schulbildung besitzen??

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Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg., 92 mm brelie Reilame
zelle 300 Reſchsmark. Alle Preiſe in Reſchemark
4 Dollar 420 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streik uſw. erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchliſcher Beitreibung fällt ſeder
Nabatt weg. Bankonto: Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Naiſonalbank.

1 treibt Rußland?
m der ruſſiſchen Beziehungen
zu Europa.
Von
n. J. Ramſay Mac Donald, M. P.,
er britiſcher Premierminiſter.
d der ungewiſſe Faktor in der euronciſchen
ſickſal Rußlands laſtet als dunkler Schatten
n Kontinent. Rußlands gegenwärtige poli=
irde
duich eine äußerſt blutige Revolution
Land hat den Geiſt der Revolution bis auf
iht vergeſſen. Seine wirtſchaftliche Struktur
egerſatz zu der Wirtſchaftsordnung, die wir
t heute finden. Die bolſchewiſtiſche Lehre
inatismus eines Glaubensbekenntniſſes und
nziehungskraft auf die Maſſen. Der Bolſche=
ir
eine Miſſion. Der Bolſchewismus ver=
enslehre
mit eigenen Propagandamitteln,
den Charakter einer Morallehre.
arüber klar ſein, daß die Organiſation des
ens nicht als Einheit auftritt. Es zerfällt
Abteilungen. Der eine Teil iſt die Dritte
zwar offiziell an der ruſſiſchen Regierung
aber ſozuſagen der Wächter der revolutio=
die
ja ſchließlich die Grundlagen ruſſiſcher
bilden. Die Dritte Internationale iſt die
Glutfunken der Lehre am Glimmen erhält
gandaredner in alle Welt ſendet von China
en kommuniſtiſchen Parteien aller Kultur=
gebreitetes
wichtiges Netz von Filialen unter=
lternationale
hat keinen Platz in der Regie=
in
nicht ſagen, daß ſie nicht einen Teil der
hat zweifellos in ſtarkem Maße den Erfolg
eder auf die Füße zu ſtellen. Der Glaube an
volutionären Gedankens gibt dem ruſſiſchen
Leiden aller Art auf ſich zu nehmen, damit
ſchließlich doch erzielt wird. Die Regierung
größten Anſtrengungen, um die Leiden des
ch Möglichkeit herabzumildern, und ſie weiſt
daß die augenblicklichen, reichlich unerfreu=
r
zeitweilig ſind und bald beſſeren Verhält=
werden
. Wie es aber oft in der Welt zu
ißte auch die ruſſiſche Regierung infolge der
Fraxis feſtſtellen, daß viel von dem revolu=
1s Strohfeuer iſt, daß ſich ſowohl die Wirt=
ßenpolitik
den nun einmal unabänderlichen
glichen Lebens anpaſſen müſſen und daß, wie
r Unterſchied in der theoretiſchen Auffaſſung
wirtſchaftliche Fragen ſein mag, die Art und
ſtaatspolitiſcher Probleme doch letzten Endes
inpaſſen muß, die bisher Geltung hatten und
Tegierungen verfolgt werden. Aus der Er=
achen
heraus hat die ruſſiſche Regierung ihre
olitik verſchiedentlich geändert, ſie hat ſich
orderungen der den überragenden Teil des
en Bauernſchaft nicht verſchließen können, und
nde hat ſie in letzter Zeit das Beſtreben ge=
ländiſchen
Kapital Beziehungen anzuknüpfen
emden Regierungen auf einen guten Fuß zu
rkſtein auf dieſem Wege bedeutet die Teil=
der
Weltwirtſchaftskonferenz in Genf. Durch
dem Beſtreben, mit der nichtrevolutionären
hlung zu kommen, entfernt ſich natürlich die
weiter von der Prieſterſchaft der Dritten
ing war unvermeidbar. Die Revolution als
gegen ſich ſelbſt ſchützen, und in der Keimzelle
Regierung macht ſich bereits der Zerſetzungs=
eine
Tatſache, die nicht nur für alle bürger=
der
Welt, ſondern auch für die ſozialiſtiſchen

Dd. denn das Handelshochschul-Wissen kann sich auch der wirtschaftlich Schwache aneignen.
OHNE BESONDERE VORKENNTNISSE

OHNE ERHEBLICHEN KOSTENAUFWAND
OHNE TAHRELANGEN ZEITVERLUST

Durch:

den Vorwurf, daß ſie nicht immer ſchnell genug den Mut ge=
funden
haben, die Lage zu erkennen und die nötigen Konſe=
quenzen
zu ziehen. Daraus ſei
der Schrei nach Staatshilfe
zu erklären. Die Hilfe bedeute aber nur Unter=
ſtützung
eines Wirtſchaftszweiges auf Koſten
der anderen. Die europäiſchen Völker ſeien auf dauernde
Geſchäftsbeziehungen angewieſen, und dieſe müßten ſo geſtaltet
werden, daß auf die Dauer für alle die günſtigſte Entwicklung
ermöglicht würde. Eines der ernſteſten Probleme ſei die
Arbeitsloſigkeit mit ihren demoraliſierenden
Wirkungen, die durch die plötzliche Verteuerung
der Arbeitskraft in Europa entſtanden ſei. Da=
mit
, erklärte von Siemens, iſt der Anſtoß zu der gewaltigen
Umſtellung, die als Rationaliſierung bezeichnet wird, ge=
geben
worden, die überhaſtet vorgenommen werden
mußte. In Deutſchland ſtanden ſich zwei Theorien
gegenüber, von denen die eine auf Verbilligung der

Der ſchweizeriſche Zeiegierre Auovis veſprac veſonvets die
Währungs= und Zolltariffragen. In dieſen ſtünden ſich zwei
Strömungen gegenüber: diejenige, die der nationalen Produktion
die Geſamtheit des nationalen Verbrauchs vorbehalten möchte
und die behaupte, daß jedes Land ſich ſelbſt genügen könne, und
die andere Strömung, die hauptſächlich von der Exportinduſtrie
und anderen Kreiſen vertreten wird, die möglichſt viele Erleich=
terungen
für Ein= und Ausfuhr fordert. Im allgemeinen iſt es
nach den Ausführungen des ſchweizeriſchen Delegierten von den
autoriſierteſten Fachmännern anerkannt, daß die Verringe=
rung
der Einfuhr die größten Gefahren mit ſich
bringt, und daß ſie eine der Haupturſachen der ge=
genwärtigen
Kriſe iſt, wie ſie auch eine der
Haupturſachen der künftigen Kriſen ſein wird.
Das ſei die Anſicht der ſchweizeriſchen Delegation, die deshalb
die Konferenz darauf aufmerkſam machen möchte, welche
ſchwere Rückwirkungen der Protektionismus
beſonders in den kleinen Staaten nach ſich zieht. Dieſe
(Fortſetzung auf Seite 2).

höchſter Bedeutung iſt.
t die ruſſiſche Revolution auf jeden Fall ge=
hat
bewieſen, daß wirklich tiefgreifende Revo=
.
dires als Leiden und Zerſtörung im Gefolge
n am ruſſiſchen Beiſpiel ſehen, daß die Revo=
Arbeiterkleſſe in die tiefſte Armut ſtürzt, daß
g dezimiert und daß ſie Fortſchritt und Ord=
zuropa
hat aus dieſem Grunde nicht nur das
h die Pflicht, ſich gegen die ruſſiſche Propa=
möglich
zu ſchützen. Es kann verſuchen, dies
Rußland als Verbrecher behandelt und ſich
ge Regierung anzuerkennen. Es wäre jedoch
he Stellung einzunehmen, und ſie würde auch
r Staatskunſt zeugen. Ein derartiges Vor=
chlich
dem Benehmen eines choleriſchen alten
der ſich in der Stille ſeines Studierzimmers
nver das Grſchre; und den Ausdruck des Lebensmutes eines
übermütigen Jungen ärgert. Durch die Kundgabe ſeines Aergers
würde der alte Herr keineswegs ſeine ſo ſehr gewünſchte Ruhe
zurückerhalten, und der übermütige Bengel würde ſein Geſchrei
deshalb nicht weniger laut ertönen laſſen.
Eine ſolche Haltung würde auch die innere Entwicklung der
ruſſiſchen Verhältniſſe nur auſhalten und, was das wichtigſte iſt,
den ſich anbahner den Kampf zwiſchen dem verwaltungstechniſchen
einerſeits und dem mit der Propaganda beſchäftigten Teil der
Regierung andererſeits nur verzögern. Wenn man der ruſſiſchen
Regierung die Anerkennung verſagt, die ſie notwendigerweiſe
zum Erfolge ihrer Politik braucht, und wenn man ihr die Gleich=
berechtigung
verweigert, verſetzt man ſie in die Zwangslage, die
Sendboten der revolutionären Propaganda weiterhin in alle
Welt zu ſchicken. Irgend ein Druck, ſei es die Verweigerung der
politiſchen Anerkennung oder ein Wirtſchaftsboykott, der von
außen her auf Rußland ausgeübt wird, verſtärkt in Rußland nur
das Beſtreben, den adminiſtrativen und den propagandiſtiiehen
Teil ſeiner Regierung in enger Gemeinſchaft zu erhalten. Die

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LEHRBUCH DER WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN
HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG BEKANNTER HOCHSCHULDOZENTEN VON
Dr. F. SCHMIDT
O. PROFESSOR AN DER UNIVERSITAT FRANKFURT A. M.
Nur das grosse Fachwissen führt zum beruflichen Erfolg
Viele streben im geschäftlichen Leben nach Macht und Erfolg, aber nur diejenigen werden das Ziel erreichen, die durch
Wissen und Können in ihrem Berufe über das Mass des Mittelmässigen herausragen, die neben Führereigenschaften sich
in zähem Fleiss während langer Jahre das unentbehrliche Führerwissen auf dem Cebiete der Wirtschaftswissenschaften erworben haben.
Nur die beste Fachbildung verbindet den Menschen geistig mit seinem Berufe.
Sie zeigt ihm Zusammenhänge und letzte Probleme, wo die reine Praxis ihm nur Einzelkenntnis vermittelt. Der Kaufmann
und Industrielle lernt seine Arbeit als den Teil eines grösseren Ganzen erkennen und vermag sich und sein Wirken erfolg-
reicher
in den Rahmen der Cesamtwirtschaft einzugliedern. In diesem Sinne ist eine gute wirtschaftliche Fachbildung
die Voraussetzung für den Erfolg! Sie nutzt nicht nur ihrem Träger, dessen Leistung besser entlohnt wird, sondern
auch der Gesamtheit. Gute Fachbildung erleichtert die Erringung von Führerstellungen, die nicht nur wirt-
schaftlichen
Erfolg, sondern auch einen reichen, befriedigenden Lebensinhalt bieten.
Das geistige Rüstzeug unserer heutigen Wirtschafts-
führer
ist das Wissensgebiet einer Handelshochschule
Sie vermittelt das Wissen, das nötig ist, um Wirtschaftsführer zu sein.
Aber nicht jeder junge Kaufmann ist in der Lage, eine Handelshochschule zu be-
suchen
. Er möchte sich das Wissen aneignen, das an der Handelshochschule gelehrt wird. Aber er kennt den Weg nicht.
Es mangelt ihm an Zeit und Geld, und resigniert schaut er auf seine Kameraden, die mit irdischen Gütern besser versehen
sind als er und sich ihr umfangreiches Wissen auf einer Handelshochschule erwerben können.
Diesen vielen Tausenden, die, vielleicht mehr als viele mit reichlichen Geldmitteln
versehenen Menschen, das Zeug dazu haben, Führer zu sein, ist das neue Selbstbildungswerk Die Handelshochschule‟,
das Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften, eine willkommene Gelegenheit, sich die auf leitenden Posten unentbehrliche
Kenntnis der Wirtschaftswissenschaften anzueignen, auf die es beim Ringen um den Erfolg vor allem ankommt.
Die Handelshochschule bietet in Form von 14tägig erscheinenden Lieferungen
von 64 Seiten Umftang eine grundlegende Einführung in alle Lehrgebiete, die sich nach den Unterrichtserfahrungen der Handels-
hochschulen
als besonders wichtig für die wirtschaftliche Ausbildung des zukünftigen Praktikers erwiesen haben.
Bei der Bearbeitung ist grosser Wert darauf gelegt worden, dass eine normale Schulbildung,
verbunden mit der praktischen Erfahrung des im Berufsleben Stehenden, ausreicht, um den gewaltigen Stoff aufzunehmen und zu ver-
arbeiten
. Leichtverständliche Sprache, übersichtlicher Aufbau und Gliederung sollen dem Lernenden die Arbeit erleichtern. Dabei
lässt das allmähliche Erscheinen des Werkes in ca. 23 Jahren jedem Lernenden auch reichlich Zeit zum eingehenden Durcharbeiten.
Durch dieses grundlegende Selbstbildungswerk ist der Weg zur besten
Fachbildung für jedermann frei.
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Wer ist bereit, Jahre zäher, Heissiger Arbeit aufzuwenden, um eine Höher-
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seiner Persönlichkeit und wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen!
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten

WIE IST DAS GROSSE SELBSTBILDUNGSWERK AUFGEBAUT?
Der Aufbau ist so gegliedert, wie er sich für den allmählichen Fortschritt vom Leichten zum Schweren, vom Allgemeinen zum
Besonderen an den Handelshochschulen bewährt hat. Der Leser wird vor allem in die drei Hauptgebiete der wirtschafts-
wissenschaftlichen
Bildung: in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht eingeführt. Daneben
werden ihm die Ergänzungsfächer geboten, die wirtschaftlich von besonderer Bedeutung sind. Jeder Einzelabschnitt ist
zur Bearbeitung einem Fachwissenschattler von anerkannter Bedeutung anvertraut worden, während die Cesamtausgabe
in den Fänden des bekannten Betriebswissenschaftlers Prof. Dr. Fritz Schmidt von der Universität Frankfurt a. M. liegt.
1. TEII.
2. TEII.
3. TEII.
4. TEII.

Betriebswirtschaftslehre / Volkswirtschaftslehre Recht

1. Einführung:
Dr. Schmidt, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
2. Kaufmännisches Rechnen:
Dr. Kalveram, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
3. Buchhaltung:
Dr. Kalveram, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
4. Bilanzen:
Dr. Alfred Isaac, Dozent a. d.
Handelshochschule Nürnberg.
5. Industriebetriebslehre:
Dr. Penndorf, Prof. an der
Handelshochschule Leipzig.
6. Organisationslehre:
Dr. le Coutre, Prof. a. d. Han-
delshochschule
Mannheim.
7. Kalkulaton und Preispolitik:
Dr. Schmidt, o. Prof. an der
Uniersität Frankfurt a. M.
8. Bankbetriebslehre:
Dr. Kalveram, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
9. Finanzrerung:
Dr. Kalveram, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
1O. Zahlungsverkehr:
Dr. Crossmann, Prof. an der
Handelshochschule Leipzig.
11. Börsenverkehr und Börsen-
geschäfte
:
Dr. Sommerfeld, Prof. an der
HandelshochschuleMannheim
12. Handelsverkehrslchre:
Dr. Hellauer, o. Prof. an der
Undersität Frankfurt a. M.
1 3. Nachrichten- u. Güterverkehr:
Dr. Hellauer, o. Prof. an der
Uniersität Frankfurt a. M.
14. Gewerbliche Betriebslehre:
Dr. Karl Rößle. Dozent an der
HandelshochschuleM annheim

T. Wirtschaftstheorie und Wirt-
schaftspraxis
:
Dr. Mombert, o. Prof. an der
Universität Ciessen.
2. Statistik:
Dr. Hero Moellef, o.Prof.
an der Uniersität Erlangen.
3. Fianzwissenschaft:
Dr. W. Röpke, a. o. Prof. an
der Unwersität Jena.
4. Kritische Geschichte der
volkswirtschaftlichen Ideen
und Theorien:
Dr. Budge, a. o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
5. Volkswirtschaftslehre:
Dr. Muss, o. Prof. an der
Uniersität Greifswald.
6. Wirtschaftspolitik:
Dr. Herbert Schack, o. Prof.
an der Handelshochschule
Königsberg.
7. Sozialpolitik:
Dr. Günther, a. o. Prof. an
der Universität Ciessen.

swissenschaft / Ergänzungsfächer

1.Einführung in die Rechts-
wissenschaft
:
Dr. Giese, o. Prof. an der
Uniersität Frankfurt a. M.
2. Bürgerliches Recht: Sachen-,
Familien- und Erbrecht.
Dr. de Boor, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
3. Bürgerliches Recht: Allge-
meines
u. Schuldverhältnisse.
Dr. Burchard, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
4. Handelsrecht:
Dr. Klausing, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
5. Handelsrecht:
Dr. Burchard, o. Prof. an der
Unwversität Frankfurt a. M.
6. Gesellschaftsrecht:
Dr. Klausing, o. Prof. an der
Unversität Frankfurt a. M.
7. Prozessrecht:
Dr. de Boor. o. Prof. an der
Unwersttät Frankfurt a. M.
8. Konkursrecht:
Dr. Pagenstccher, o. Prof. an
derUnwersität Frankfurt a. M.
9. Staatsrecht:
Dr. Siese, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
10. Verwaltungsrecht:
Dr. Giese, o. Prof. an der
Unwersität Frankfurt a. M.
11. Patent- und Urheberrecht:
Dr. de Boor, o. Prof. an der
Univerzität Frankfurt a. M.

1. Wirtschaftsgeographie:
Dr. Leiter, Prof. an derHoch-
schule
für Welthandel. Wien.
2. Wirtschaftsgeschichte:
Dr. B. Laum. Prof. an der
Staatl. Akademie Braunsberg.
3. Genossenschaftswesen:
Prof. Dr. Grünfeld, Pro-
fessor
an der Unwersität
Halle, und Dr. Hildebrand.
Generalrepisor. Dozent an der
Handelshochschule Berlin.
4. Steuerlehre.
5. Reklame.
6. Versicherungslehre.

AENDERUNG IN DER REIHENFOLGEODER IN DER BEARBEITUNG VORBEHALTEN

WELCHIE ZEIT ERFORDERT DIESE SELBSTAUSBILDUNG2
Alle vierzehn Tage erhalten Sie eine Lieferung im Umfang von ca. 64 Seiten. Der Stoff einer jeden Lieferung ist so behandelt,
dass die Durcharbeitung nur einige Abende erfordert. Einige Abende also sind das Opfer, das das Selbststudium während
einiger Zeit von Ihnen erwartet, um Ihnen dann als Kapital an Wissen zur Verfügung zu stehen, das reichhaltige Zinsen trägt. Das
gesamte Werk wird aus ca. 60 bis 80 Lieferungen bestehen, so dass mit einer Lernarbeit von ca. 2 bis 3 Jahren gerechnet werden muss.
WAS KOSTET DAS VOLLSTANDIGE SELBSTSTUDIUM2
Die vierzehntägigen Lieferungen belasten Sie nur in sehr bescheidenem Masse. Jede Lieferung kostetM. 1,50, nicht mehr alsandere
Ausgaben, die Sie an den dem Studium gewidmeten Abenden vielleicht haben würden, so dass die Anschaffung unter Umständen gar
keine Mehrausgabe bedeutet. Das ganze Werk besteht aus ca. 70 Lieferungen und verbleibt Ihnen als geschlossenes wertvolles Werk.
14tägig M. 1,50 ist nicht ganz 10 Pf. pro Tag. Bei vierteljährlicher Voreinsendung werden sogar noch M. 1,20 gespart. Der Betrag
von M. 1,50 pro Lieferung wird 14tägig portofrei durch Postnachnahme erhoben. Weitere Spesen entstehen nicht! Falls Sie
6 Hefte im voraus bezahlen wollen, entsteht eine Verbilligung von M. 1,20, da dann die wiederholten Nachnahmespesen gespart
werden. In diesem Falle erheben wir mit jedem 7. Heft M. 7,80 per Nachnahme. Die weiteren Hlefte gehen Ihnen dann portofrei zu.
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eſiattet.
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Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Rellamezelle (92 mm
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Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg., 92 mm brelie Reſlame
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Gewalt, wie Kriez. Aufruhr. Sirelt uſw. erliſcht
ſede Verpſlichtung auſ Erfüllung der Anzelgen=
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Konkurs oder gerichliſcher Beſtrelbung fälſt ſeder
Rabat weg. Bantkonto: Deuiſche Bank und Darm=
ſtädter
und Naionalbant.

den Vorwurf, daß ſie nicht immer ſchnell genug den Mut ge=
funden
haben, die Lage zu erkennen und die nötigen Konſe=
quenzen
zu ziehen. Daraus ſei
der Schrei nach Staatshilfe
zu erklären. Die Hilfe bedeute aber nur Unter=
ſtützung
eines Wirtſchaftszweiges auf Koſten
der anderen. Die europäiſchen Völker ſeien auf dauernde
Geſchäftsbeziehungen angewieſen, und dieſe müßten ſo geſtaltet
werden, daß auf die Dauer für alle die günſtigſte Entwicklung
ermöglicht würde. Eines der ernſteſten Probleme, ſei die
Arbeitsloſigkeit mit ihren demoraliſierenden
Wirkungen, die durch die plötzliche Verteuerung
der Arbeitskraft in Europa entſtanden ſei. Da=
mit
, erklärte von Siemens, iſt der Anſtoß zu der gewaltigen
Umſtellung, die als Rationaliſierung bezeichnet wird, ge=
geben
worden, die überhaſtet vorgenommen werden
mußte. In Deutſchland ſtanden ſich zwei Theorien
gegenüber, von denen die eine auf Verbilligung der

Der ſchweizeriſche Delegierte Zuvois beſprach veſonders die
Währungs= und Zolltariffragen. In dieſen ſtünden ſich zwei
Strömungen gegenüber: diejenige, die der nationalen Produktion
die Geſamtheit des nationalen Verbrauchs vorbehalten möchte
und die behaupte, daß jedes Land ſich ſelbſt genügen könne, und
die andere Strömung, die hauptſächlich von der Exportinduſtrie
und anderen Kreiſen vertreten wird, die möglichſt viele Erleich=
terungen
für Ein= und Ausfuhr fordert. Im allgemeinen iſt es
nach den Ausführungen des ſchweizeriſchen Delegierten von den
autoriſierteſten Fachmännern anerkannt, daß die Verringe=
rung
der Einfuhr die größten Gefahren mit ſich
bringt, und daß ſie eine der Haupturſachen der ge=
genwärtigen
Kriſe iſt wie ſie auch eine der
Haupturſachen der künftigen Kriſen ſein wird.
Das ſei die Anſicht der ſchweizeriſchen Delegation, die deshalb
die Konferenz darauf aufmerkſam machen möchte, welche
ſchwere Rückwirkungen der Protektionismus
bſonders in den kleinen Staaten nach ſich zieht. Dieſe
(Fortſetzung auf Seite 2)

blem der ruſſiſchen Beziehungen
zu Europa.
Von
t. Hon. J. Ramſay Mac Donald, M. P.,
rüherer britiſcher Premierminiſter.
ißland der ungewiſſe Faktor in der euronciſchen
s Schickſal Rußlands laſtet als dunkler Schatten
äiſchen Kontinent. Rußlands gegenwärtige poli=
ig
wurde durch eine äußerſt blutige Revolution
das Land hat den Geiſt der Revolution bis auf
ag nicht vergeſſen. Seine wirtſchaftliche Struktur
im Gegerſatz zu der Wirtſchaftsordnung, die wir
Welt heute finden. Die bolſchewiſtiſche Lehre
en Fanatismus eines Glaubensbekenntniſſes und
me Anziehungskraft auf die Maſſen. Der Bolſche=
ich
für eine Miſſion. Der Bolſchewismus ver=
klaubenslehre
mit eigenen Propagandamitteln,
gen den Charakter einer Morallehre.
ſich darüber klar ſein, daß die Organiſation des
tSweſens nicht als Einheit auftritt. Es zerfällt
dene Abteilungen. Der eine Teil iſt die Dritte
die zwar offiziell an der ruſſiſchen Regierung
die aber ſozuſagen der Wächter der revolutio=
ſt
, die ja ſchließlich die Grundlagen ruſſiſcher
hoden bilden. Die Dritte Internationale iſt die
e den Glutfunken der Lehre am Glimmen erhält
ropagandaredner in alle Welt ſendet von China
in den kommuniſtiſchen Parteien aller Kultur=
aussgebreitetes
wichtiges Netz von Filialen unter=
e
Internationale hat keinen Platz in der Regie=
i
man nicht ſagen, daß ſie nicht einen Teil der
nacht.
ung hat zweifellos in ſtarkem Maße den Erfolg
d wieder auf die Füße zu ſtellen. Der Glaube an
3 revolutionären Gedankens gibt dem ruſſiſchen
keit, Leiden aller Art auf ſich zu nehmen, damit
Sieg ſchließlich doch erzielt wird. Die Regierung
t die größten Anſtrengungen, um die Leiden des
s nach Möglichkeit herabzumildern, und ſie weiſt
hin, daß die augenblicklichen, reichlich unerfreu=
nur
zeitweilig ſind und bald beſſeren Verhält=
achen
werden. Wie es aber oft in der Welt zu
mußte auch die ruſſiſche Regierung infolge der
er Praxis feſtſtellen, daß viel von dem revolu=
ismus
Strohfeuer iſt, daß ſich ſowohl die Wirt=
e
Außenpolitik den nun einmal unabänderlichen
es täglichen Lebens anpaſſen müſſen und daß, wie
er der Unterſchied in der theoretiſchen Auffaſſung
und wirtſchaftliche Fragen ſein mag, die Art und
ing ſtaatspolitiſcher Probleme doch letzten Endes
den anpaſſen muß, die bisher Geltung hatten und
en Regierungen verfolgt werden. Aus der Er=
Tatſachen heraus hat die ruſſiſche Regierung ihre
aftspolitik verſchiedentlich geändert, ſie hat ſich
Anforderungen der den überragenden Teil des
ſenden Bauernſchaft nicht verſchließen können, und
Grunde hat ſie in letzter Zeit das Beſtreben ge=
ausländiſchen
Kapital Beziehungen anzuknüpfen
en fremden Regierungen auf einen guten Fuß zu
Markſtein auf dieſem Wege bedeutet die Teil=
ds
an der Weltwirtſchaftskonferenz in Genf. Durch
nd in dem Beſtreben, mit der nichtrevolutionären
Fühlung zu kommen, entfernt ſich natürlich die
mer weiter von der Prieſterſchaft der Dritten
vicklung war unvermeidbar. Die Revolution als
nicht gegen ſich ſelbſt ſchützen, und in der Keimzelle
ſchen Regierung macht ſich bereits der Zerſetzungs=
kbar
, eine Tatſache, die nicht nur für alle bürger=
igen
der Welt, ſondern auch für die ſozialiſtiſchen
von höchſter Bedeutung iſt.
* hat die ruſſiſche Revolution auf jeden Fall ge=
ſie
hat bewieſen, daß wirklich tiefgreifende Revo=
andires
als Leiden und Zerſtörung im Gefolge
innen am ruſſiſchen Beiſpiel ſehen, daß die Revo=
die
Arbeiterkliſſe in die tiefſte Armut ſtürzt, daß
rung dezimiert und daß ſie Fortſchritt und Ord=
Europa hat aus dieſem Grunde nicht nur das
auch die Pflicht, ſich gegen die ruſſiſche Propa=
wie
möglich zu ſchützen. Es kann verſuchen, dies
es Rußland als Verbrecher behandelt und ſich
ſſiſche Regierung anzuerkennen. Es wäre jedoch
ſolche Stellung einzunehmen, und ſie würde auch
licher Staatskunſt zeugen. Ein derartiges Vor=
atſächlich
dem Benehmen eines choleriſchen alten
gen, der ſich in der Stille ſeines Studierzimmers
über das Geſchrei und den Ausdruck des Lebensmutes eines
übermütigen Jungen ärgert. Durch die Kundgabe ſeines Aergers
würde der alte Herr keineswegs ſeine ſo ſehr gewünſchte Ruhe
zurückerhalten, und der übermütige Bengel würde ſein Geſchrei
deshalb nicht weniger laut ertönen laſſen.
Eine ſolche Haltung würde auch die innere Entwicklung der
ruſſiſchen Verhältniſſe nur aufhalten und, was das wichtigſte iſt,
den ſich anbahner den Kampf zwiſchen dem verwaltungstechniſchen
einerſeits und dem mit der Propaganda beſchäftigten Teil der
Regierung andererſeits nur verzögern. Wenn man der ruſſiſchen
Regierung die Anerkennung verſagt, die ſie notwendigerweiſe
zum Erfolge ihrer Politik braucht, und wenn man ihr die Gleich=
berechtigung
verweigert, verſetzt man ſie in die Zwangslage, die
Sendboten der revolutionären Propaganda weiterhin in alle
Welt zu ſchicken. Irgend ein Druck, ſei es die Verweigerung der
politiſchen Anerkennung oder ein Wirtſchaftsboykott, der von
außen her auf Rußland ausgeübt wird, verſtärkt in Rußland nur
das Beſtreben, den adminiſtrativen und den propagandiſtiſchen
Teil ſeiner Regierung in enger Gemeinſchaft zu erhalten. Die

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Geite 16

Donnerstag, den 5. Mai 1927

Nummer 124

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anzufangen, einen neuen Beruf zu ergreifen zu lernen. Und sogar
zum Studium haben sich viele in diesem Alter noch entschlossen,
mit bestem Erfolg. Das Alter spielt auch für das Selbststudium keine
entscheidende Rolle. Lernt der Aeltere weniger leicht, so erfasst
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Die Handelshochschule‟, Lchrbuch der Wirtschaftswissenschaften,
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 125
Freitag, den 6. Mai 1927.
190. Jahrgang

Anzeigenpreis

22 mm brelte Zelle im Kreiſe Darmſſadt 25 Reichepfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle 192 mm
breit 2 Reichsmarl. Anzeigen von auswärts 40 Reſchpfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg., 92 mm breite Rellame
zelle 3.00 Reſchsmark. Alle Preiſe in Reſchemark
4 Dollar 420 Mark). Im Falle höherer
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ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
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und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchliſcher Beitreibung fällt ſeder
Nabat weg. Banklonto: Deuiſche Bank und Darm=

Möglichſt hohe Geſamtproduktion. Abbau der Hemmungen. Freier Spielraum der
Kräfte. Von Arbeitsloſigkeit zu Rationaliſierung. Die Rolle des Individiums. Die
Entwicklung der Wirtſchaftsform.

(Ein Zwiſchenfalt in Genf.

Die Ruſſen beklagen ſich über die Bewachung.
* Genf, 5. Mai. (Priv.=Tel.)
Nach dem Eintreffen der ruſſiſchen Delegation iſt bereits ein
peinlicher Zwiſchenfall zu verzeichnen, der einſtweilen die Teil=
nahme
der Ruſſen an der heutigen Sitzung der Weltwirtſchafts=
konferenz
unmöglich macht. Die Delegation beklagt ſich, wie wir
von ruſſiſcher Seite hören, über eine zu intenſive Bewachung, die
faſt einer Kontrolle gleichkomme. Die Delegation habe ſich des=
mond
, gewandt, um ihn zu erſuchen, die Bewachung möchte auf
das bei allen anderen Delegationen der Weltwirtſchaftskonferenz
übliche Maß und die ſonſt übliche Form gebracht werden. Sir
Erie Drummond hat daraufhin bereits um 9,45 Uhr den Führer
der Delegation, Obolenſki=Oſſinſki, und den Sekretär der Dele=
gation
, Stein, empfangen. Er ſoll ihnen die möglichſte Erfüllung
aller ihrer Wünſche betr. die Ueberwachung zugeſagt haben.
Daraufhin hat die Delegation beſchloſſen, an den Sitzungen der
Wirtſchaftskonferenz teilzunehmen, und der bereits drohende
der Sitzung, wenige Minuten nach 10 Uhr, ſind denn auch die
ruſſiſchen Delegierten mit einigen Sachverſtändigen im Konfe=
renzſaal
erſchienen und haben ohne großes Aufſehen, aber ſelbſt=
genommen
. Die polizeiliche Ueberwachung im Hotel d’Angleterre
der Ueberwachungsbeſtimmungen zu erwarten. Vor dem Hotel
hatte ſich heute in Erwartung der ruſſiſchen Delegation eine große
Menſchenmenge verſammelt, die der Abfahrt der ruſſiſchen Dele=
gierten
indeſſen ruhig und ohne Kundgebung zuſah. Die Tri=
bünen
im Reformationsſaal ſind nur mäßig beſetzt, und auch die
Preſſetribüne weiſt heute bereits große Lücken auf. Als erſter
Nedner ſpricht der frühere Generalkommiſſar des Völkerbundes Art beſtimme.
in Wien, Dr. Zimmermann.
Der frühere Völkerbundskommiſſar Zimmermann
verweiſt auf die Bewunderung, die man in Europa allgemein
für die Entwicklung der Verhältniſſe in Amerika und ſeine glän=
zende
Proſperität hat, und erklärte, daß man dieſen Idealzuſtand
niemals in Europa werde erreichen können. Aber er müfſe ein
Regelung der Steuerfrage in Amerika kam der Redner auf die
Sozialgeſetzgebung zu ſprechen, die ſeiner Meinung nach viel zu
viel Ausgaben für die wenigen Leiſtungen erfordere. Am Schluß
ſeiner Rede ſprach er über die Ziele des Wirtſchaftskongreſſes
der mitteleuropäiſchen Staaten, der in einer Kundgebung kürzlich
für die wirtſchaftliche Annäherung der Staaten Mitteleuropas
eingetreten iſt. Nachher ſprach die öſterreichiſche Delegierte
Frau Freundlich, die Präſidentin des Oeſterreichiſchen
Konſum=Verbandes.
Der deutſche Oelegierte v. Siemens
führte ſodann aus, daß die wirtſchaftliche Notlage wohl in allen
reifen laſſen. Die Höhe des Lebensſtandards eines Volkes ſei
abhängig von der durchſchnittlichen Produktionshöhe ſeiner Be=
jedes
Volkes, eine möglichſt hohe Geſamt=
produktion
zu erzielen. Aber das wirtſchaftliche Leben
eines Staates ſpiele ſich nur zu einem kleinen Teil in der Heimat
ab, und es müſſe aus dieſen Gründen auch ein lebhafter
Austauſch zwiſchen den einzelnen Volkswirt=
ſchaften
vorhanden ſein. Der Zweck einer Konferenz
von Wirtſchaftlern beſteht darin, erklärte von Siemens, mehr als andere Länder unter der Arbeitsloſigkeit zu leiden
in gemeinſamer Ausſprache den Politikern die Grund=
fordera
igen der Wirtſchaft aufzuzeigen, damit
die beſtehenden Hemmungen abgebaut und der
natürlichen Entwicklung wieder freier Spiel=
raum
gewährt werden kann. Es wäre ein großer Er=
folg
der Konferenz, wenn einige den Weg ebnenden Empfehlun=
gen
ausgeſprochen würden, von denen die Welt die Ueberzeugung
hätte, daß ſie mit gutem Willen von den Politikern durchgeführt
werden könnten. Der Redner verwies auf die Umwälzungen
infolge der Kriegswirtſchaft und machte den Wirtſchaftsleitern
den Vorwurf, daß ſie nicht immer ſchnell genug den Mut ge=
funden
haben, die Lage zu erkennen und die nötigen Konſe=
quenzen
zu ziehen. Daraus ſei
der Schrei nach Staatshilfe
ſtützung eines Wirtſchaftszweiges auf Koſten
der anderen. Die europäiſchen Völker ſeien auf dauernde
Geſchäftsbeziehungen angewieſen, und dieſe müßten ſo geſtaltet
werden, daß auf die Dauer für alle die günſtigſte Entwicklung
ermöglicht würde. Eines der ernſteſten Probleme ſei die
Arbeitsloſigkeit mit ihren demoraliſierenden bringt, und daß ſie eine der Haupturſachen der ge=
Wirkungen, die durch die plötzliche Verteuerung
der Arbeitskraft in Europa entſtanden ſei. Da=
Umſtellung, die als Rationaliſierung bezeichnet wird, ge=
geben
worden, die überhaſtet vorgenommen werden
mußte. In Deutſchland ſtanden ſich zwei Theorien
gegenüber, von denen die eine auf Verbilligung der

Waren und Belebung der Produktion hinausgeht,
um dann dadurch wieder Menſchen Verdienſtmög=
lichkeiten
zuſchaffen, während die andere Theorie
glaubt, daß es richtiger wäre, durch Erhöhung der Löhne
die Kaufkraft zu heben. Die Verſtändigung zwiſchen
gleichartigen oder verſchiedenen Ländern ſei ein beachtenswerter
Gedanke, der aber nur durchführbar wäre, wenn zunächſt natio=
nale
Verſtändigungen herbeigeführt würden. Er müſſe aber da=
vor
warnen, daß man glaube, mit dem Schlagwort Organiſation
alle Schwierigkeiten löſen zu können.
Der Individualismus dürfe nicht ausgeſchaltet werden,
denn er ſei der Träger jedes Aufſtiegs.
halb an den Generalſekretär des Völkerbundes, Sir Erie Drum= Der Redner zitierte das Beiſpiel ſeines Vaters, der ſein ganzes,
in langen Jahren erworbeues Vermögen zur Löſung der wiſſen=
ſchaftlich
=techniſchen Aufgabe der erſten Kabellegung eingeſetzt
habe, obgleich ein großes Riſiko damit verbunden war. Ein
bloßer Verwalter fremden Kapitals würde dies unter den glei=
chen
Umſtänden heute kaum riskieren. Viele Verſtändigungsver=
ſuche
hätten nicht zum Ziele geführt, weil es der Wirtſchafts=
wiſſenſchaft
an ſicheren Unterlagen gefehlt habe. Wenn dieſe
Aufgabe vom Völkerbund aufgegriffen würde, könnte nicht nur
der Wirtſchaft, ſondern auch der Völkerverſtändigung ein erheb=
Konflikt kann als vorläufig beigelegt gelten. Kurz nach Beginn licher Dienſt erwieſen werden. Zum Schluſſe berührte v. Siemens
die Frage, ob die bisherige Wirtſchaftsform die einzig
richtige und mögliche wäre.
verſtändlich von allen Seiten neugierig betrachtet, ihre Plätze ein= Er glaube, daß auch hier der Stein der Weiſen noch nicht ge=
funden
ſei und daß an ihrer Weiterbildung ernſthaft gearbeitet
iſt noch immer außerordentlich rigoros, doch iſt eine Milderung, werden müſſe. Es müſſe aber hierbei in ſehr vorſichtiger Weiſe
vorgegangen und keine Experimente gemacht werden, die einen
gefährlichen Ausgang nehmen könnten, denn alle Wirtſchafts=
wiſſenſchaftler
müßten ſich ſtets ihrer oberſten Pflicht bewußt
bleiben, für das Wohl des geſamten Volkes zu ſorgen und ſich
vor Augen zu halten, daß das Reſultat ihrer Arbeit den Lebens=
ſtandard
ihres Volkes in materieller, ſozialer und kultureller
Der Japaner Ghidochi,
früherer Präſident der Induſtriebank von Japan, ſchilderte in
ſeiner Rede die wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſeines Landes. Er
gab der Hoffnung Ausdruck, daß eine möglichſt enge internatio=
nale
Zuſammenarbeit im Fernen Oſten in die Tat umgeſetzt
werden kann. In bezug auf die jüngſte Finanzkriſe Japans ſagte
er, daß ſie auf die Folgen mangelnder Vorausſicht und ſchlechter
Ideal für Europa ſein. Nach einigen Bemerkungen über die Verwaltung ſeitens der Behörden und fehlerhafter Unterneh=
mungen
einzelner Banken zurückzuführen ſei. Alle erſtklaſſigen
Banken ſeien jedoch trotz dieſer Kriſe vollſtändig liquide, was
für den aufblühenden Handel Japaus von größter Wichtig=
keit
ſei.
Der engliſche Vertreter für Siabiliſierung
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe.
In der heutigen Nachmittagsſitzung ſprach der chileniſche
Delegierte Prof. Urzua, der in ſeiner ſehr theoretiſchen Rede die
Tendenzen des Freihandelsvertrages und ein einheitliches inkon=
verſierbares
Handelsgeld forderte. Der engliſche Delegierie
Muſpratt, Vorſitzender des engliſchen Induſtriellenverbandes,
Ländern das Verſtändnis für die Bedeutung der Wirtſchaft habe ſchilderte beſonders die Lage in England, deſſen Wirtſchafts=
problemen
er freilich allgemeine Bedeutung zuſchrieb. Groß=
britannien
, ſei ein integrierender Beſtandteil der induſtriellen
völkerung. Deshalb ſei es Aufgabe der Regierung / Einheit Weſteuropas geblieben, und die Kriegsfolgen hätten das
Gleichgewicht ſeines wirtſchaftlichen Lebens genau ſo wie das
Gleichgewicht des Kontinents ernſtlich erſchüttert. Bei Vermeh=
rung
der Bevölkerung ſei die Geſamtkaufkraft geſunken und der
Welthandel vermindert worden, und England habe das leb=
hafteſte
Intereſſe, eine Stabiliſierung der wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſe herbeizuführen, ſchon weil es
habe. Man müſſe ſich den neuen Weltve hältniſſen, wenn ſie
auf wirklich grundlegenden Veränderungen beruhen, anpaſſen,
oder man müſſe, wenn ſie auf künſtlich herbeigeführten Zuſtän=
den
beruhten, eine Politik treiben, die wieder zu normalen Ver=
hältniſſen
zurückführe.
Der Schweizer Vertreter über die Gefahren
des Protektionismus.
Der ſchweizeriſche Delegierte Dubois beſprach beſonders die
Währungs= und Zolltariffragen. In dieſen ſtünden ſich zwei
Strömungen gegenüber: diejenige, die der nationalen Produktion
die Geſamtheit des nationalen Verbrauchs vorbehalten möchte
und die behaupte, daß jedes Land ſich ſelbſt genügen könne, und
zu erklären. Die Hilfe bedeute aber nur Unter= die andere Strömung, die hauptſächlich von der Exportinduſtrie
und anderen Kreiſen vertreten wird, die möglichſt viele Erleich=
terungen
für Ein= und Ausfuhr fordert. Im allgemeinen iſt es
nach den Ausführungen des ſchweizeriſchen Delegierten von den
autoriſierteſten Fachmännern anerkannt, daß die Verringe=
rung
der Einfuhr die größten Gefahren mit ſich
genwärtigen Kriſe iſt, wie ſie auch eine der
Haupturſachen der künftigen Kriſen ſein wird.
mit, erklärte von Siemens, iſt der Anſtoß zu der gewaltigen Das ſei die Anſicht der ſchweizeriſchen Delegation, die deshalb
die Konferenz darauf aufmerkſam machen möchte, welche
ſchwere Rückwirkungen der Protektionismus
beſonders in den kleinen Staaten nach ſich zieht. Dieſe
(Fortſetzung auf Seite 2).

Wohin treibt Rußland?
Das Problem der ruſſiſchen Beziehungen
zu Europa.
Von
The Rt. Hon. J. Ramſay Mac Donald, M. P.,
früherer britiſcher Premierminiſter.
Noch iſt Rußland der ungewiſſe Faktor in der euronciſchen
Politik, und das Schickſal Rußlands laſtet als dunkler Schatten
über dem europäiſchen Kontinent. Rußlands gegenwärtige poli=
tiſche
Verfaſſung wurde durch eine äußerſt blutige Revolution
geſchaffen, und das Land hat den Geiſt der Revolution bis auf
den heutigen Tag nicht vergeſſen. Seine wirtſchaftliche Struktur
ſteht in ſchärfſtem Gegerſatz zu der Wirtſchaftsordnung, die wir
in der übrigen Welt heute finden. Die bolſchewiſtiſche Lehre
beſitzt zudem den Fanatismus eines Glaubensbekenntniſſes und
zeitigt eine warme Anziehungskraft auf die Maſſen. Der Bolſche=
wismus
hält ſich für eine Miſſion. Der Bolſchewismus ver=
breitet
ſeine Glaubenslehre mit eigenen Propagandamitteln,
ſeine Ideen tragen den Charakter einer Morallehre.
Man muß ſich darüber klar ſein, daß die Organiſation des
ruſſiſchen Staatsweſens nicht als Einheit auftritt. Es zerfällt
in zwei verſchiedene Abteilungen. Der eine Teil iſt die Dritte
Internationale, die zwar offiziell an der ruſſiſchen Regierung
nicht teilnimmt, die aber ſozuſagen der Wächter der revolutio=
nären
Ideen iſt, die ja ſchließlich die Grundlagen ruſſiſcher
Regierungsmethoden bilden. Die Dritte Internationale iſt die
Körperſchaft, die den Glutfunken der Lehre am Glimmen erhält
und die ihre Propagandaredner in alle Welt ſendet von China
bis Peru, die in den kommuniſtiſchen Parteien aller Kultur=
länder
ein weit ausgebreitetes wichtiges Netz von Filialen unter=
hält
. Die Dritte Internationale hat keinen Platz in der Regie=
rung
, doch kann man nicht ſagen, daß ſie nicht einen Teil der
Regierung ausmacht.
Die Regierung hat zweifellos in ſtarkem Maße den Erfolg
gehabt, Rußland wieder auf die Füße zu ſtellen. Der Glaube an
die Miſſion des revolutionären Gedankens gibt dem ruſſiſchen
Volk die Fähigkeit, Leiden aller Art auf ſich zu nehmen, damit
der endgültige Sieg ſchließlich doch erzielt wird. Die Regierung
als ſolche macht die größten Anſtrengungen, um die Leiden des
ruſſiſchen Volkes nach Möglichkeit herabzumildern, und ſie weiſt
ſtändig darauf hin, daß die augenblicklichen, reichlich unerfreu=
lichen
Zuſtände nur zeitweilig ſind und bald beſſeren Verhält=
niſſen
Platz machen werden. Wie es aber oft in der Welt zu
geſchehen pflegt, mußte auch die ruſſiſche Regierung infolge der
Erforderniſſe der Praxis feſtſtellen, daß viel von dem revolu=
tionären
Fanatismus Strohfeuer iſt, daß ſich ſowohl die Wirt=
ſchafts
= wie die Außenpolitik den nun einmal unabänderlichen
Bedingungen des täglichen Lebens anpaſſen müſſen und daß, wie
groß auch immer der Unterſchied in der theoretiſchen Auffaſſung
über politiſche und wirtſchaftliche Fragen ſein mag, die Art und
Weiſe der Löſung ſtaatspolitiſcher Probleme doch letzten Endes
ſich den Methoden anpaſſen muß, die bisher Geltung hatten und
die von anderen Regierungen verfolgt werden. Aus der Er=
kenntnis
dieſer Tatſachen heraus hat die ruſſiſche Regierung ihre
innere Wirtſchaftspolitik verſchiedentlich geändert, ſie hat ſich
den politiſchen Anforderungen der den überragenden Teil des
Volkes ausmachenden Bauernſchaft nicht verſchließen können, und
aus demſelben Grunde hat ſie in letzter Zeit das Beſtreben ge=
zeigt
, mit dem ausländiſchen Kapital Beziehungen anzuknüpfen
und ſich mit den fremden Regierungen auf einen guten Fuß zu
ſtellen. Einen Markſtein auf dieſem Wege bedeutet die Teil=
nahme
Rußlands an der Weltwirtſchaftskonferenz in Genf. Durch
dieſe Politik und in dem Beſtreben, mit der nichtrevolutionären
Welt wieder in Fühlung zu kommen, entfernt ſich natürlich die
Regierung immer weiter von der Prieſterſchaft der Dritten
Internationale.
Dieſe Entwicklung war unvermeidbar. Die Revolution als
ſolche kann ſich nicht gegen ſich ſelbſt ſchützen, und in der Keimzelle
der bolſchewiſtiſchen Regierung macht ſich bereits der Zerſetzungs=
bazillus
bemerkbar, eine Tatſache, die nicht nur für alle bürger=
lichen
Regierungen der Welt, ſondern auch für die ſozialiſtiſchen
Organiſationen von höchſter Bedeutung iſt.
Eine Lehre hat die ruſſiſche Revolution auf jeden Fall ge=
bracht
, nämlich ſie hat bewieſen, daß wirklich tiefgreifende Revo=
lutionen
nichts andires als Leiden und Zerſtörung im Gefolge
haben. Wir können am ruſſiſchen Beiſpiel ſehen, daß die Revo=
lution
zunächſt die Arbeiterkleſſe in die tiefſte Armut ſtürzt, daß
ſie die Bevölkerung dezimiert und daß ſie Fortſchritt und Ord=
nung
vernichtet. Europa hat aus dieſem Grunde nicht nur das
Recht, ſondern auch die Pflicht, ſich gegen die ruſſiſche Propa=
ganda
ſo weit wie möglich zu ſchützen. Es kann verſuchen, dies
zu tun, indem es Rrßland als Verbrecher behandelt und ſich
weigert, die ruſſiſche Regierung anzuerkennen. Es wäre jedoch
gefährlich, eine ſolche Stellung einzunehmen, und ſie würde auch
nicht von wirklicher Staatskunſt zeugen. Ein derartiges Vor=
gehen
würde tatſächlich dem Benehmen eines choleriſchen alten
Herrn entſprechen, der ſich in der Stille ſeines Studierzimmers
über das Geſchrei und den Ausdruck des Lebensmutes eines
übermütigen Jungen ärgert. Durch die Kundgabe ſeines Aergers
würde der alte Herr keineswegs ſeine ſo ſehr gewünſchte Ruhe
zurückerhalten, und der übermütige Bengel würde ſein Geſchrei
deshalb nicht weniger laut ertönen laſſen.
Eine ſolche Haltung würde auch die innere Entwicklung der
ruſſiſchen Verhältniſſe nur auſhalten und, was das wichtigſte iſt,
den ſich anbahner den Kampf zwiſchen dem verwaltungstechniſchen
einerſeits und dem mit der Propaganda beſchäftigten Teil der
Regierung andererſeits nur verzögern. Wenn man der ruſſiſchen
Regierung die Anerkennung verſagt, die ſie notwendigerweiſe
zum Erfolge ihrer Politik braucht, und wenn man ihr die Gleich=
berechtigung
verweigert, verſetzt man ſie in die Zwangslage, die
Sendboten der revolutionären Propaganda weiterhin in alle
Welt zu ſchicken. Irgend ein Druck, ſei es die Verweigerung der
politiſchen Anerkeunung oder ein Wirtſchaftsboykott, der von
außen her auf Rußland ausgeübt wird, verſtärkt in Rußland nur
das Beſtreben, den adminiſtrativen und den propagandiſtiſcen
Teil ſeiner Regierung in enger Gemeinſchaft zu erhalten. Dlie

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Seite 2

Freitag, den 6. Mai 1927

Nummer 125

ruſſiſche Staatsleitung wird alsdann, mit allen Mitteln ver=
ſuchen
, durch die Tätigkeit der Propaganda=Abteilung revolu=
tionäre
Bewegungen an den verſchiedenen ſtrategiſchen Punkten
der ganzen Welt zu erregen, damit mit Hilfe dieſer Methode die
verſchiedenen, bisher feindlich eingeſtellten Regierungen dazu ge=
bracht
werden, eine freundlichere Haltung der ruſſiſchen Regie=
rung
gegenüber auzunehmen. Auf dieſe Weiſe würde Rußland,
das ein noch im revolutionären Stadium befindlicher Staat iſt,
und das, bildlich geſprochen, ein Gebiet darſtellt, das mit dem
revolutionären Bazillus vollkommen infiziert iſt, ſeine Krank=
heitsſtoffe
noch weit länger in ſich tragen und damit andere
anſtecken, als dies normalerweiſe der Fall ſein würde.
Die Wirtſchaftsbaſis, auf der Rußland aufgebaut iſt, bedeutet
weder eine Drohung für Europa, noch iſt ſie ein Beſtandteil der
europäiſchen Wirtſchaft überhaupt. Ob die Parlamente bolſche=
wiſiert
werden oder ob die Demokratie ſich in eine Diktatur ver=
wandelt
, ob der Außenhandel der verſchiedenen Nationen durch
die Außenhandelsſtellen nach ruſſiſcher Art oder durch Truſts und
Kartelle geleitet wird, ob man in den Fabriken die finanziellen
Ueberſchüſſe unter den Arbeitern verteilt, all das ſind letzten
Endes Angelegenheiten, die die einzelnen Völker mit ſich ab=
machen
müſſen, und ſind Fragen, die mit der Zeit und bei zu=
nehmender
Erfahrung gelöſt werden. Erfolg und Mißerfolg
werden von den zu ihrer Löſung aufgewandten geiſtigen Eigen=
ſchaften
oder der dabei bewieſenen Unfähigkeit in erheblichem
Maße abhängig ſein. Aber auch in Zukunft wird das Schickſal
der Nationen," durch den Einfluß der inneren und äußeren
Lebensverhältniſſe beſtimmt werden, und die Völker werden
infolge dieſer Umſtände entweder leben oder vergehen, wie dies
auch in früherer Zeit der Fall geweſen iſt. Rußlands Beiſpiel
bedeutet keineswegs eine Bedrohung Europas. Es iſt nur eine
Warnung oder ein Anſporn, je nachdem es ſeinem revolutionären
Verſuch beſchieden iſt, Fiasko zu erleiden oder Erfolg zu finden.
Es dürfte alſo in Europas eigenſtem Intereſſe liegen, ſich
nicht in die inneren Angelegenheiten Rußlands zu miſchen und
im Eegenteil alle Anſtrengungen zu machen, um Rußland zu ver=
antwortlicher
Mitatbeit bei der Löſung europäiſcher Probleme
zu bringen. Möge es der Wirtſchaftskonferenz gelingen, mit der
Wiedereinſchaltung Rußlands, in den Kreisumlauf der euro=
päiſchen
Wirtſchaft den Anfang zu machen. Bei der Befolgung
derartiger Methoden dürfte es nicht unmöglich ſein, zu erreichen,
daß eines Tages Rußland als revolutionäre Zentrale und als
Beeinfluſſer aller unzufriedenen geiſtigen Kräfte in der Welt zu
exiſtieren aufhört.

Länder müßten zuſehen, wie ihre Ausfuhr immer geringer wird,
und deshalb notwendigerweiſe auch ihre Einfuhr ſich verringert.
So würde man zu einer wahren Anämie im internationalen
Warenaustauſch kommen, die aller Welt ſchaden müſſe. Dubois
beſchwor die Konferenz, ſie möge ſich dazu aufraffen, eine liberale
Auffaſſung von den Handelsbeziehungen durchzuſetzen, damit eine
verhältnismäßige Stabiliſierung und eine gewiſſe Sicherheit wie=
der
eintritt.
Forderungen des franzöſiſchen Gewerkſchafts=
führers
Jouhaux.
Der franzöſiſche Gewerkſchaftsführer Jouhaux wollte in
ſeiner Rede nachweiſen, daß die Vertreter der Arbeiterklaſſe
ſchon im Jahre 1919 gefordert hätten, was heute vom Präſi=
denten
Theunis und anderen Rednern gefordert wird. Die Ein=
berufung
dieſer Konferenz ſei das beſte Zeichen für die Richtig=
keit
der von der Arbeiterklaſſe ſtets verfochtenen Anſchauung, daß
die Kriſe des heutigen Wirtſchaftslebens nur auf internationaler
Grundlage geheilt werden könne. Er bedauerte, daß ſo wenige
Arbeitervertreter in der Weltwirtſchaftskonferenz als Delegierte
ſäßen, und daß die Konferenz keine Befugniſſe zum Abſchluß von
Konventionen habe, beſonders zum Abſchluß einer dringend not=
wendigen
Konvention, die das gegenſeitige Einverſtändnis feſt=
ſtellen
ſpürde, endlich einmal ein Ende mit den fortdauernden
Steigerungen der Zolltarife zu machen. Jouhaux brachte eine
Reſolution ein, in der gefordert wird, daß:
1. eine beratende Wirtſchaftskonferenz, ähnlich der gegen=
wärtigen
vom Völkerbund, mindeſtens alle drei Jahre einberufen
werden ſoll;
2. wird in der Reſolution die Bildung eines internationalen
Wirtſchaftsrats aus 18 Mitgliedern gefordert, die vom Völker=
bund
ernannt werden ſollen und die verſchiedenen Wirtſchafts=
gruppen
und Volksgruppen vertreten ſollen; ſechs Mitglieder
ſollen aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichmäßig vom
Internationalen Arbeitsamt ernannt werden;
3. der Internationale Wirtſchaftsrat ſoll techniſche Komitees
konſtituieren und evtl. techniſche Konferenzen einberufen können;
4. es ſoll ihm ein ſtändiges Sekretariat zur Seite gegeben
werden, das mit dem Arbeitsamt und mit den in verſchiedenen
Ländern bereits beſtehenden Wirtſchaftsparlamenten Fühlung
halten ſoll.
Im Verlaufe der Nachmittags=Sitzung brachte Präſident
Theunis ein Telegramm des Präſidenten der Ständigen Pan=

Vom Tage.
Wie von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird, werden die Handels=
vertragsverhandlungen
mit Frankreich Ende Mai
wieder aufgenommen werden.
Am 3. Mai ſtarb in Stolp in Pommern nach kurzem Kranken=
lager
General der Infanterie a. D. Georg Freiherr
v. Gayl, Ritter des Pour le Mérite, im Alter von 78 Jahren.
Der Reichspräſident hat leitende Mitglieder des
Stahlhelms empfangen, welche dem Reichspräſidenten als
dem Ehrenmitglied des Bundes das Dreugelöbnis und die
Grüße der Frontſoldaten, die ſich am kommenden Samstag
und Sonntag in Berlin verſammeln werden, überbrachten.
In Poſen ſind Gerüchte verbreitet, daß der dortige
Woiewode Graf Bninſki, zurückzutreten beabſich
tige weil es ihm trotz ſeines an die Bevölkerung gerichteten Auf
rufs nicht gelungen, ſei, anläßlich des Nationalfeiertages einen einheit=
lichen
Feſtumzug zu organiſieren. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß
als Nachfolger Bninſkis, ebenſo wie es in Pommerellen ge=
ſchehen
iſt, ein Militär beſtellt wird
Amtlich wird mitgeteilt, daß der Termin der Konferenz
der Kleinen Entente in Joachimstal auf Anſuchen des
rumäniſchen Außenminiſters auf den 13. Mai verſchoben
wurde. Die Konferenz wird bis zum 16. Mai dauern.
Die Führer der politiſchen Parteien Griechenlands er=
klärten
in einer unter dem Vorſitz des Miniſterpräſidenten Zaimis
abgehaltenen Verſammlung, daß die Senatsbefugniſſe der Kammer auf=
hören
müßten und daß endlich der Senat ins Leben zu
rufen ſei. Es wurde der Beſchluß gefaßt, die Zahl der Senatoren
mit 120 feſtzuſetzen.
Die ruſſiſche Regierung hat nach einer Meldung aus
Peking dem chineſiſchen Geſchäftsträger eine ener=
giſche
Proteſtnote überreicht. In dieſer erklärt ſie, daß
Moskau weitere Schritte ergreifen würde für den Fall, daß Frau
Borodin und die drei verhafteten ruſſiſchen Kuriere in der gleichen
Weiſe wie die ſonſtigen Chineſen abgeurteilt würden.
Der italieniſche Botſchafter in Paris demen=
tiert
die Nachricht, daß ſich jüngſt in der Gegend von Radek ein
Grenzzwiſchenfall von Jugoſlawen und Italienern
ereignet habe.
Der Vorſtand der Roten=Kreuz=Liga hält gegen=
wärtig
den Jahreskongreß in Paris ab. Abgeſehen von
Oeſterreich und Albanien ſind ſämtliche dem Verband angehörenden
Länder vertreten.
Die vom Präſidenten Coolidge einberufene Seeabrüſtungs=
konferenz
der drei Länder wird, wie jetzt offiziell und end=
gültig
beſtätigt wird, am 20. Juni in Genf beginnen.
Tſchang Tſv=lin hat in einem Interview den Wunſch ausge=
ſprochen
, eine ſtabile Zentralregierung zu ſchaffen und
zu dieſem Zwecke eine britiſche Anleihe von 20 Millionen
Pfund Sterling zu erhalten.

amerikaniſchen Handelskonferenz in Waſhington zur Verleſung,
worin dieſe der Weltwirtſchaftskonferenz den beſten Erfolg und
beſonders eine Verbeſſerung der Lebensbedingungen in Europa
wünſcht. Der frühere holländiſche Finanzminiſter Collin bezeich=
nete
als
die Hauptprobleme der Konfexenz
die Frage des Abbaues der Zollmauern und die
Art, wie die Handelsverträge und die Zoll=
tarife
aufgeſtellt werden. In der Frage der Zoll=
tarife
und Handelsverträge müſſe man mindeſtens auf den Zu=
ſtand
zurückkommen, der am Anfang dieſes Jahrhunderts ge=
herrſcht
habe. Im übrigen vertrat Collin die Anſicht, daß Han=
delsverträge
möglichſt langfriſtig abgeſchloſſen wer=
den
ſollen, und daß man ſich international über eine einheit=
liche
Art der Aufſtellung der Zolltarife einigen
müſſe.
Am Ende der Sitzung brachte der belgiſche Delegierte Tib=
baut
, der Mitglied des Belgiſchen Landwirtſchaftsrates iſt, die
Anſicht zur Geltung, daß die Landwirtſchaft in inter=
nationalen
Wirtſchaftsfragen mehr gewür=
digt
werden müſſe. Der Präſident der Konferenz teilte
mit, daß die Rednerliſte bis zum Samstag nachmittag über=
reich
gefüllt ſei, und erſuchte die Redner, ihre Reden vorher ein=
zureichen
, damit keine mündlichen Ueberſetzungen nötig ſeien.
Fortſetzung der Beratung: Freitag vormittag 10 Uhr.
Fühlungnahme zwiſchen Deutſchen und Ruſſen in Genf.
Im Laufe des heutigen Vormittags hat die erſte Fühlung=
nahme
zwiſchen der deutſchen und Sowjetdelegation ſtattgefunden.
In den Vormittagsſtunden ſuchte der Leiter der Sowjetdelega=
tion
den Staatsſekretär Dr. Trendelenburg im Hotel Metropole
auf, mit dem er eine längere Ausſprache über die allgemeine
Lage und die auf der Weltwirtſchaftskonferenz zur Behandlung
gelangenden Probleme ſowie über die weiteren Arbeiten der
Konferenz hatte. Man erwartet, daß ſich an dieſe erſte Fühlung=
nahme
weitere Ausſprachen anknüpfen werden.

Die engliſch=amerikaniſche
Schuldenkontroverſe.
Neue Aufrollung des Schuldenproblems?Vergwickung
der Dawes=Zahlungen mit der Schuldenfrage.
* Berlin, 5. Mai. (Priv.=Tel.)
Die engliſche Schuldennote an Amerika, deren Veröffent=
lichung
ziemlich unerwartet gekommen iſt, beleuchtet erneut die
Schwierigkeiten, die die Behandlung des interalliierten Schul=
denproblems
im Zuſammenhang mit den deutſchen Reparations=
zahlungen
bietet. Obwohl die Note der Form nach lediglich
dazu beſtimmt iſt, eine nach engliſcherAuffaſſung irrige ameri=
kaniſche
Aeußerung über die finanziellen Vorausſetzungen, die in
England für die Schuldenabzahlungen an Amerika beſtehen,
richtigzuſtellen, ſchneidet ſie darüber hinaus durch die bis ins Ein=
zelne
gehende Wiedergabe des engliſch=amerikaniſchen Schuldenven=
hältniſſes
das geſamte Problem grundſätzlich an. Es iſt bemen=
kenswert
, daß die engliſchen Leiſtungen in der Note wiederholt
von dem regelmäßigen Eingang der deutſchen Reparationszah=
lungen
abhängig gemacht werden. Gerade dieſe Verquickung
zwiſchen Dawes=Zahlungen und Schuldenfrage iſt in Amerika
bisher ſtets abgelehnt worden.
Die engliſche Preſſe fordert Streichung
der engliſchen Kriegsſchulden.
In der Frage der engliſchen Schuldenzahlung an Amerika
ſtellt ſich ſowohl die konſervative, als auch die liberale Preſſe
Londons einmütig hinter die Regierung, deren Entſchluß zur
Ueberſendung einer Note allgemein gutgeheißen wird. Im all=
gemeinen
geht die Tendenz dahin, anzunehmen, daß die Note
einen guten Einfluß auf die Beziehungen zwiſchen England und
Amerika haben werde, daß ſie dazu beitragen würde, Mißver=
ſtändniſſe
in Amerika zu beſeitigen und darüber hinaus der Wir=
kung
der amerikaniſchen Auffaſſungen in Europa entgegenzu=
reten
. Morning Poſt macht einen ſehr ſcharfen Angriff auf
Amerika, wobei ſie darauf hinweiſt, daß die Vereinigten Staaten
den Verſailler Friedensvertrag zwar nicht ratifiziert hätten,
aber dennoch aus den Reparationsleiſtungen einen Vorteil zögen.
Die Times lenkt die Aufmerkſamkeit auf die alte engliſche
Forderung, die Kriegsſchulden zu ſtreichen. Dieſe Forderung
könne von Großbritannien am eheſten erhoben werden, da die
engliſchen Steuerzahler unter dem amerikaniſchen Schulden=
dienſt
nicht leiden werden, ſobald erſt einmal der Dawesplan
und die alliierten Schuldenzahlungen in vollem Gange ſeien.
Amerika wünſcht keine Auseinanderſetzung
über die Kriegsſchulden.
EP. Waſhington, 5. Mai.
In hieſigen politiſchen Kreiſen iſt man der Anſicht, daß die
engliſche Note die Kontroverſe über die inter=
nationalen
Schulden wieder eröffnet habe, und
daß man ſich daher nicht wundern könne, wenn in offiziellen
Kreiſen eine ziemliche Erregung über die engliſche Haltung ent=
ſtanden
ſei. Schatzamtsſekretär Mellon veröffentlicht heute eine
Note mit der Erklärung, er habe nicht ſagen wollen, daß Eng=
land
genug von Deutſchland erhalte, um ſeine Schuldem an die
Vereinigten Staaten bezahlen zu können. Die engliſche Regie=
rung
weiſe darauf hin, daß ſie, falls die engliſchen Verpflichtun=
gen
gegenüber Amerika ermäßigt würden, ihren Schuldnern einen
entſprechenden Nachlaß gewähren werde, ſo daß England weder
etwas gewinnen, noch etwas verlieren würde. Die amerikaniſche
Regierung ſei aber in einer anderen Lage als die engliſche
Denn während England gleichzeitig Schuldner und Gläubiger
ſei, ſeien die Vereinigten Staaten nur Gläubiger.
Staatsſekretär Kellogg veröffentlicht heute eine lange offi=
zielle
Erklärung auf die engliſche Note vom 2. Mai in der Schul=
enfrage
. Darin heißt es, das Schatzamt wünſche nicht in eine
Auseinanderſetzung mit der engliſchen Regierung über die
Kriegsſchulden einzutreten.
Enttäuſchung in England.
In der engliſchem Preſſe kommt bittere Enttäuſchung dar=
über
zum Ausdruck, daß die ameribaniſche Regierung den Mei=
nungsaustauſch
zwiſchen Mellon und Profeſſor Hibben über die
Kriegsſchuldenzahlung als eine rein innere Angelegenheit anſieht
und nicht wünſche, in irgendwelcher Form in einen diplomati=
ſchen
Notenaustauſch einzutreten. Churchill erklärte reſigniert im
Parlcment, daß die engliſche Regierung nicht mehr tun könne,
als ihre Auffaſſung feſtzuſtellen, und daß ſie der Welt das
weitere Urteil überlaſſen müſſe. Im Standard wird der
engliſchen Regierung vorgeworfen, daß ſie zu viel Zeit habe ver=
ſtreichen
laſſe, und daß die Note zu ſcharf geweſen ſei.

*Güdirland.
Teilnehmer an der Studienreiſe der Deutſchen
Miniſte rien und Verkehrsorganiſationen liefen,
wie wir einer Notiz des Darmſtädter Tagblatts vom Dienstag,
den 5. April, entnahmen, am 1. April den Hafen von Queen=
ſtown
in Irland an Bord der Stuttgart des Norddeutſchen
Lloyds an und befreundeten ſich mit Spitzen iriſcher Behörden.
Man verſicherte ſich gegenſeitiger Sympathien und brachte dem
jungen iriſchen Freiſtaat herzliche Wünſche Deutſchlands für ſeine
Zurunft dar. Im Hinblick auf dieſe deutſch=iriſchen An=
knüpfungen
möge es uns geſtattet ſein, einiges über Irland
vorzutragen auf Grund eines Anfenthaltes auf iriſchem Boden
in der zweiten Märzhälfte.
Seit kurzem beſteht eine verbilligte Reiſegelegenheit nach
Irland auf den Dampfern des Lloyd Stuttgart, München
ſolvie der ehemaligen Princeß Irene, jetzigen Bremen, einem
älteren Schiff, das vielleicht dem einen oder anderen Leſer noch
aus der Zeit bekannt iſt, da es in ſeinen Räumen viele heſſiſche
Motive aufwies. Man kann für rund 190 Mark im Salon, für
147 Mark in dritter Klaſſe ein Retourbillet erſtehen. Dazu kommt
ein Paßviſum für 15 Mark, alſo eine ziemlich erhebliche Aus=
gabe
allein für die Fahrt von ca, 54 Stunden in jeder Richtung,
die allerdings bei exzellenter Verpflegung, gutem Wetter und
einer Sonderkabine die bei nicht allzu ſtarker Beſetzung des
Schiffes gern gewährt wird eine ſehr genußreiche und reich
an intereſſauten Eindrücken iſt. Welcher Binnenländer beobachtete
nicht gern einmal das Leben und Treiben im Canal La Manche
bei Tage und gar erſt bei Nacht, wenn ungezählte Leuchtfeuer
ihr Licht auf die Wogen hinaus erſtrahlen laſſen!
Scharf nördlich wird der Kurs nach dem Paſſieren von
Lizard geſetzt. 810 Stunden ſpäter ankert man unter der
iriſchen Küſte, je nach den Witterungs= und Windverhältniſſen
außerhalb der Bay von Cork oder innerhalb der fjordartig
ſich tief ins Land erſtreckenden Bucht, an welcher Queen=
ſtown
, ſeit der Gründung des neuen Freiſtaats Irland
Cobh genannt, licgt In dieſe Bucht ergießt ſich der vielge=
wpundene
, Cork duichſtrömende Lee, nachdem er verſchiedene
flache Erweiterungen paſſierte, welche Szeuerien aufweiſen, die
an die oſtholſteiniſchen Seen erinnern. Cobh iſt ein 810 000
Fiuwobuer zählender, an eine Berglehne gelagerter Ort. Unten
au Straude Anlegeſtellen, Bootshäfen, zahlreiche Geſchätfshäuſer,
ungezählte Barrooms, in denen Gin, Stont, Porter und Ale
gern verabreicht wird, jetzt noch gegen Zchilling und Pence, bald
vielleicht nur gegen iriſches Geld, denn auf allen Gebieten drängt

der junge Freiſtaat danach, ſein politiſches Sondergepräge
herauszukehren. Straßenbenennungen iriſch und engliſch, viele
Verkaufsſtellen nur iriſcher Empfehlungen ſich bedienend, eine
Poſtoffice nicht zu finden, wohl aber nach längerem Bemühen
eine Oifiz an Poſthuis, eigene Poſtmarken, das ſind ſo kleine
Anzeichen, in denen ſich ankündigt, daß Irland ſouverän iſt.
Hohe Achtung hat dieſe neue Republik offenbar vor deutſchen
Leiſtungen. Das beweiſt die neuerliche Uebertragung der groß=
artigen
Stauanlagen am Shannonfluſſe an die deutſche Geſell=
ſchaft
Siemens u. Schuckert. Oberhalb Limmerick wird
das Gefälle des Stromes unter Benutzung dreier Seen (iriſch
lough für das engliſche Lake), welche eine Speicherfähigkeit von
828 Millionen Kubikmeter beſitzen, herangezogen, um den Strom=
bedarf
des ganzen Landes, für die nächſte Zukunft zu decken.
Deutſche Ingenieure, deutſche Monteure und Arbeiter ſind be=
reits
in großer Zahl am Werke. Ein Krafthaus mit 6 Turbinen,
welche 230000 Pferdeſtärken beſitzen, iſt erbaut worden für den
Antrieb der vielen beim Kanalbaz tätigen Maſchinen, Bahnen
uſwv. 8 Millionen Kubikmeter Erde und Fels ſind zu bewegen.
Deutſche Dampfer werden den größten Teil der Maſchinen und
Betriebsſtoffe nach Inland ſchaffen bzw. ſind ſchon dabei tätig.
Deutſche Arbeit findet dort lohnenden Verdienſt. Kurz, es wird
ein Kulturwerk allererſten Ranges geleiſtet, das
dem deutſchen Namen Ehre machen wird.
In Cobh werden ſomit in den nächſten Jahren zahlreiche
Deutſche landen, was allerdings die kleine Hafenſtadt kaum
heben wird, da jene eiligſt zur Arbeitsſtätte ſtreben werden.
Nun, in Cobh iſt auch nicht viel zu ſehen. Nur wer iriſche Armur
noch nicht ſah, der hat hier reichliche Gelegenheit dazu. Er
braucht nur durch die öſtlichen Straßenzüge an der Berglehne zu
pilgern. Die langen Reihen unmittelbar aneinander ſich anſchlie=
ßender
kleiner Backſteinhäuschen mit blinden, oft defekten Fen=
ſtern
, hinter denen ſich ſchmutzige Vorhänge zeigen, wirken depri=
mierend
wie auch die auf defektem Pflaſter ſpielende, der Seife
dringend bedürftige Jugend. Mitten im Orte begegnet man
Häuſerrninen, den Reſten niedergebrannter Behauſungen. Da=
hingegen
weiſen die gegen Weſten gelegenen Anhöhen beſſere
Bauten und gut gepflegte Gärten auf. Armut und Wohlſtand
trennt die prachtvolle, erſt 1919 geweihte katholiſche St. Col=
manskathedrale
, erbaut in gotiſchem Stil, die, von mächtigen
Granitgewölben getragen, aus einer Höhe von 50 Metern zum
Hafenſtrand hinabſchaut.
Wer von hier höher ſteigt, hat bald Gelegenheit, einen Blick
ins Land bziv. ins grüne, beweidete Innere von Greatisland
zu werfen. In der Ferne erblickt man dann einen hochgelegenen
idylliſchen Friedhof, zu dem zu pilgern allerdings wohl ſelten

einmal ein Fremder ſich veranlaßt ſieht. Uns verlangte danach,
hinauszuwandern und einen Augenblick an den Gräbern der bei
Queenſtown geländeten Opfer des Luſitaniaunterganges (17. Mai
1915) zu verweilen. Es war ſehr verſtändig gedacht, daß man
es unterließ, in einer Augenblickswallung hier ein markantes
Monument zu errichten. Eine Friedhofsecke weiſt eine Anzahl
nicht ſonderlich gerflegter Hügel auf. Dabei ein Pfoſten mit
Plakat Lusitaniagraves, planted and cared for by the Cunard
Co‟ Dabei einige beſſere durch Angehörige errichtete Grab=
mäler
. Keines trug eine Invektive gegen den Feind bis auf
eines, unter dem offenbar Geſchwiſter ruhen: Inex and Geors
Lev Vernon, beauti full, Foung and gifted. Victims of the
Lusitania erime‟ Manche Opfer anderer in der Nähe er=
folgter
Torpedierungen fanden hier ebenfalls ihre Ruheſtätte.
Bei allen hält gewiſſermaßen die Wacht bis zum Tage der Auf=
erſtehung
unter einfachem Denkſtein ein 80 Jahre alt in Queen=
ſtown
1925 verſtorbener Kapitän der Royal nary, genannt George
Ufsborn. Soviel von dieſer Stätte trauriger Erinnerung.
Doch genug von Cobh. Stoßen wir vor ins grüne Eiland
gen Cork, der an beiden Ufern des Lee gelegenen Hauptſtadt
der County. In 35 Minuten bringt uns die Bahn (auch die
dritte Klaſſe iſt in Großbritannien gepolſtert! Nachmittags und
Sonntags fährt man zum einfachen Fahrpreis hin und zurück,
nachahmenswert für unſere Reichsbahn!) zu dieſer drittgrößten
Stadt des jungen Freiſtaats, die etwa 140 Mille Einwohnek
zählt. An den Quais zahlreiche Handelsdampfer, großſtädtiſche
Straßenzüge mit prachtvollen Läden und Kaufhäuſern. Gute
Verkehrsgelegenheiten, vermittelt durch allerdings nicht ganz
moderne Trambahnen. Wer St. Patricksſtreet durchſtreifen will,
den Boulevard von Cork, den grüßt zuerſt von hohem Poſtament
Father Matthev Pater Matthäus (17901856), ur=
ſprünglich
Kapuziner, dann der Apoſtel der Temperenzbewegung,
dem es gelang, um 1840 ſeine Landsleute zu Hunderttaufenden
aus dem Sumpfe des Alkoholismus durch die Macht ſeines Wok=
tes
für die ſtrenge Enthaltſamkeit zu gewinnen. Dem Krimi=
naliſten
iſt es geläufig, daß dieſe Umſtellung eine ſtaunenswerte
Abnahme des Veibrechertums in Irland bewirkte, die leider
aber nicht von Dauer geweſen iſt. Daß nicht der Tce das Natio=
nalgetränk
geblieben iſt, beweiſen ſchlagend die zahlreichen Bars
an allen Ecken und Enden, die zum Drink einladen. Doch lebt
der Naufe des Paters im Gedächtnis fort wie der eines Schutz=
feiligen
der Stadt. Man hat ihm eine Memoriaſchapel errichtet,
in der ſhs gut ſitzt, wenn gerade eine Hagelböe über die Stadt
dahinſö
nuiſt
tadt arm an Denkmälern. Genannt ſei eines,
das 1206 erſt errichiet ward zur Erinnerung an die für Irland

[ ][  ][ ]

Seite 3

Nummer 125

Freitag, den 6. Mai 1922

Der Kampf um die Rheinland=Räumung

Dieſe Demarche iſt keine Oemarche.
Mit dem Schritt, den die deutſche Regierung wegen der
Ferabminderung der Beſatzungstruppen in Paris getan hat, iſt
e= merkwürdig gegangen. Es war ja bei uns in Deutſchland,
aser auch draußen bekannt geworden, daß die deutſche Regierung
d rartige Abſichten habe, und ein Teil der franzöſiſchen Preſſe
hrt ſich redlich Mühe gegeben, vorher eine Stimmung zu er=
zrugen
, die einen Mißerfolg garantieren ſollte. Nun iſt am
Mittwoch Herr Dr. Rieth bei Herrn Briand geweſen und hat ſich
änes Auftrages entledigt. Unmittelbar darauf wird aber von
rdeutſchen Botſchaft die Parole ausgegeben, daß eine Demarche
iwerhaupt nicht erfolgt ſei. Das iſt ein Streit um Worte; die
Cänzelheiten des diplomatiſchen Sprachgebrauches ſind flüſſig,
uid ob man eine amtliche Handlung mehr oder weniger offiziell
artfzieht, iſt ſchließlich eine Frage des Geſchmackes und der Taktik
hier zweifellos der Taktik. Herr Briand hat ſicherlich auch
=i dieſer Gelegenheit ſeinen guten Willen betont, hat aber zu
vrſtehen gegeben, daß er nicht imſtande ſei, etwas zu erreichen,
menn in der franzöſiſchen Oeffentlichkeit der Eindruck entſtände,
a S ob er unter einem ſtarken deutſchen Zwang handle, und um
2 eſer Empfindung entgegenzukommen, wird von Berlin aus den
reuen Verhandlungen ein möglichſt harmloſes Gewand um=
eehängt
.
Ob das etwas hilft? Erinnern wir uns daran, daß die
Kuſage der Botſchafterkonferenz bereits 1½ Jahre zurückliegt,
de innern wir uns daran, daß Dr. Streſemann in ſeinem Oſter=
artikel
noch einen Appell an die franzöſiſche Regierung richtete,
taß er aber damit keinerlei Erfolg gehabt hat. Schließlich iſt es
ſIch nicht unbeſcheiden, wenn Deutſchland die Erfüllung einer
uſage nach 18 Monaten verlangt oder ſagen wir vorſichtiger
arſtrebt. Von amtlicher deutſcher Seite iſt auch bei dieſer Ge=
haf
genheit wieder betont worden, daß die deutſche Regierung im
yüntereſſe des eurotäiſchen Friedens auch weiter an der Annähe=
nungspolitik
zu Frankreich feſthalte, daß ſie ſich damit auf die
Oauer aber nur durchſetzen könne, wenn ſie mit Erfolgen dieſer
2Solitik aufzuwarten imſtande ſei. In welcher Form das geſchieht,
lann gleichgültig ſein. Es iſt alſo auch nichts dagegen zu ſagen,
uoenn das Auswärtige Amt es für richtig hält, dem neuen Ver=
ſtich
zur Herabminderung der Beſatzungstruppen den offiziellen
harakter zu nehmen und ihn nur als Fortſetzung bereits lau=
jender
Beſprechungen darzuſtellen. Die Hauptſache iſt uns eine
ſihlbare Herabminderung der Beſatzung, nicht um ein= oder zwei=
muſend
Mann, ſondern um einige Regimenter. Wenn das indes
nicht geſchieht und Herr Briand auch jetzt wieder ſich gegen die
Widerſtände ſeiner Generale oder ſeines Miniſterpräſidenten
nicht durchzuſetzen vermag, dann wird damit von Frankreich be=
wieſen
, daß die Locarno=Politik auf unrichtigen Vorausſetzungen
aufgebaut war.
Die Beurteilung des deutſchen Schritts in Paris.
* Berlin, 5. Mai. (Priv.=Tel.)
Der Schritt, den Botſchaftsrat Rieth bei dem franzöſiſchen
belußenminiſter Briand unternommen hat, findet, wie Pariſer
Wreſſeſtimmen beweiſen, auch in Frankreich große Beachtung.
belllgemein tritt hierbei das Beſtreben hervor, möglichſt wenig
mus der bisher geübten Zurückhaltung herauszugehen, wenig zu
nagen und viel zu dementieren, um damit anſcheinend die Bedeu=
uung
der deutſchen Demarche herabzuſetzen und gleichzeitig Gele=
menheit
zur Einleitung von Gegenmanövern zu haben. Jeden=
halls
glaubt der offiziöſe Petit Pariſien mitteilen zu können,
ſoaß über die Rheinlandfrage nicht geſprochen worden iſt, und
nruch der Matin ſchreibt, daß dieſe Frage in keiner Weiſe be=
rührt
worden ſei. Anders urteilt das Journal, das im Gegen=
atz
zu dem offiziöſen Dementi behauptet, daß von deutſcher
Seite eine Herabſetzung der Beſatzungsſtärke verlangt worden ſei.
Trotz dieſer ſcheinbaren Widerſprüche darf man nicht annehmen,
ſoaß die franzöſiſche Preſſe im Dunkeln tappt; vielmehr dürften
ſoie Mitteilungen der offiziöſen Blätter auf beſtimmte Inſtruk=
uionen
zurückgehen. So iſt jedenfalls ein Havas=Telegramm aus
Vondon aufzufaſſen, wonach die engliſche Regierung nicht, wie
Sehauptet wurde, ihre Zuſtimmung zu einer Verminderung der
Truppenzahl gegeben habe.
Das Petit Journal glaubt beſtimmt zu wiſſen, daß in
kurzer Zeit eine neue Verminderung der Truppenſtärke am Rhein
ſzuſtande kommen werde. Die Zahlen, die das Oeuvre über
ſoie Truppenſtärke angibt, mit 60 000 Franzoſen im September
M925, d. h. im Augenblick von Locarno, und jetzt noch 40 000
EMann, entſprechen aber nicht den Tatſachen. Nur die militäriſche
(Führung werde nach Anſicht des Oeuvre entſcheiden können,
ob die Sicherheit der Truppen im Rheinlande eine neue Ver=

minderung ertragen könne, und auch 40 000 Mann ſeien noch zu
viel, wenn man Locarno weiter verfolgen wolle, zu wenig aber,
wenn man in einem feindlichen Lande, deſſen Eiſenbahnen man
nicht kontrollieren könne, als Sieger bleiben wolle. Auch das
Oeuvre meint zu dem geſtrigen Schritt des Geſchäftsträgers,
daß er ein Vorſpiel der deutſchen Forderung der früheren Räu=
mung
bedeute. Deutſchland habe nach dem Wortlaut des Ver=
ſailler
Vertrages unzweifelhaft das Recht, ſo ſchreibt das Blatt
wörtlich, noch vor dem Jahre 1935 das Problem der Rheinland=
räumung
aufzuwerfen. Wenn es dies amtlich tun wird, dann
werden wir es hören, und wir werden dann ſehen, welche Gegen=
leiſtungen
es uns im Austauſch für die Erleichterungen an=
bietet
, die für Deutſchland ſelbſt einen unleugbaren Wert beſitzen.
Alle möglichen Austauſchobjekte haben wir ſchon mehrmals er=
wähnt
, und das iſt die Wacht am Rhein, das heißt die inter=
nationale
Kontrolle im entmilitariſierten Rheinlandgebiete."
In einem Artikel über die Frage der Rheinlandräumung
meint der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph,
daß auch von den amtlichen Stellen die Auffaſſung unterſtützt
werde, daß zunächſt einmal die Frage der endgültigen Entwaff=
nung
Deutſchlands abgeſchloſſen werden müſſe. Wenn Deutſch=
land
vom rein rechtlichen Standpunkt aus in der Frage der Oſt=
befeſtigungen
auch korrekt vorgegangen ſei, ſo würde es dennoch
ein Entgegenkommen bedeuten, wenn Deutſchland den militä=
riſchen
Sachverſtändigen die Gelegenheit geben würde, die zer=
ſtörten
Befeſtigungen im Oſten zu beſichtigen.
Die deutſch=griechiſchen Beziehungen.
Wie aus Athen gemeldet wird, iſt der deutſche Geſandte in
Griechenland, Renner, ſeit einigen Tagen damit beſchäftigt,
mit dem griechiſchen Außenminiſterium den Text eines griechiſch=
deutſchen
Handelsvertrages auszuarbeiten, der die deutſch= griechi=
ſchen
Handelsbeziehungen für eine größere Zeitſpanne feſtlegen
ſoll. Die Verhandlungen ſollen angeblich gute Fortſchritte machen
und in allen weſentlichen Punkten ſoll eine Einigung bereits
erzielt ſein. Griechiſche Kreiſe verſichern, daß der Vertrag be=
reits
in den nächſten Tagen paraphiert werden wird und daß
keinerlei beſondere Schwierigkeiten für die endgültige Unter=
zeichnung
zu erwarten ſeien. In deutſchen Kreiſen betont man
demgegenüber, daß dieſe griechiſche Anſicht etwas übertriebenen
Optimismus zeige, daß im großen und ganzen die von griechi=
ſcher
Seite gegebene Darſtellung aber der Sachlage entſpreche.
Eine Dauerſitzung des Kabinettes.
* Berlin, 5. Mai. (Prib.=Tel.)
Das Reichskabinett war am Donnerstag zum erſten Male
nach den Ferien zu einer Sitzung zuſammengetreten, die vom
frühen Nachmittag bis zum ſpäten Abend dauerte. Man hat
aus dieſem Grunde darauf geſchloſſen, daß bei der Beratung
wichtige Punkte der Tagespolitik geſtreift wurden und die wie=
derholt
angekündigte Unterhaltung über die künſtigen Aufgaben
ſtattgefunden hat. Das iſt nicht richtig. Tatſächlich hat ſich im
Laufe der letzten Wochen ſoviel Material angeſammelt, das erſt
einmal aufgearbeitet werden mußte, daß für die aktuellen poli=
tiſchen
Fragen kaum Raum blieb. Damit will ſich das Kabinett
erſt am Freitag beſchäftigen.
Die politiſche Lage in Oeſterreich.
EP. Wien, 5. Mai.
Die Vorbereitungen für den Zuſammentritt des neuen Natio=
nalrats
ſind in vollem Gange. Bundeskanzler Dr. Seipel hat
geſtern das Präſidium des Sozialiſtiſchen Verbandes empfangen
und mit ihm die Einberufung und Konſtituie=
rung
desneuen Nationalrates beſprochen. Der Natio=
nalrat
iſt fürden 18. Mai zu ſeiner erſten Sitzung einberufen.
Die Bundesregierung wird am Tage des Zuſammen=
tretens
des neuen Parlaments demiſſionieren, um dieſem
Gelegenheit zu geben, die Regierung neu zu wählen. Die Demiſ=
ſion
wird unmittelbar nach der Konſtituierung des Hauſes
dem Nationalrat zur Kenutnis gebracht werden. Des ferneren
beſrrach Bundeskanzler Dr. Seipel mit dem Sozialiſtiſchen Ver=
band
die Gegenſtände, mit denen ſich der neue Nationalrat ſchon
in ſeinen erſten Sitzungen wird beſchäftigen müſſen. Die
Ausſichten für die Bildung einer arbeits=
fähigen
Mehrheit werden in politiſchen Kreiſen ungün=
ſtig
beurteilt, da der Landbund, auf deſſen Mitwirkung großer
Wert gelegt werden müßte, mit Rückſicht auf die geringfügige
numeriſche Ueberlegenheit der Majorität anſcheinend keine Luſt
hat, in die Mehrheit einzutreten.

swiſchen 1798 und 1867 Gefallenen died to recover Irlands
sovereign independance‟. Schnell genug iſt der hier zu leſende
Wunſch righteous men will make our land a nation once
again in Erfüllung gegangen! Die Nation iſt in den Sattel
geſetzt. Nun mag ſich’s zeigen, ob ſie reiten kann! Deutſchland,
ſas ſo manche Sympathie für den ihr angehörenden und für ſie
geſtorbenen Sir Roger Caſement beſaß, hat allen Grund, zu
Hoffen, daß ſie ſich im Sattel halten und bewähren wird. Einem
Denkmal aus der Nachkriegszeit ſtanden wir gegenüber, das uns
werſicherte, diejenigen, denen zu Ehren es errichtet wurde, ſeien
gefallen fighting for the freedom of small nations‟. Wüßten
ſie, wie es heute um die kleinen Nationen ſteht!
An Kirchen und Kapellen iſt Cork gerade nicht arm. St. Fin=
Sar, einer der Nationalheiligen, wird ſogar in einer proteſtan=
riſchen
und auch in einer katholiſchen Kathedrale geehrt. Spezi=
Eiſch Iriſches bieten dieſe Gotteshäuſer nicht, wohl aber begegnen
twir ſolchem in weiten, im Zentrum der Stadt gelegenen
MNarkthallen, die eine geradezu verblüffende Fülle von
Fleiſch, Gemüſen, Blumen und Viktualien aller Art boten zu
Preiſen, die erheblich hinter dem zurückbleiben, was bei uns der
andmann verlangt für ſeine Produkte. Wunderbares Weiß=
Grot und Kuchen aller Art zu ſehr mäßigem Preiſe boten die
Wäckerläden, in den Ständen der Fleiſcher prachtvolles Fleiſch,
Sei faſt völlig fehlenden Wurſtfabrikaten, auf die der Irländer
michts gibt. Wahrlich, hier müßte der Touriſt ſich billig ver=
wflegen
können. Aber dennoch werden deutſche Touriſten
wohl kaum ſo bald hierher ſtreben, bei teuren Gaſthauspreiſen
und den abſonderlichen Getränkeverhältniſſen werden ſie ſich
Faum wohl fühlen. Auch in ſich erſtklaſſig nennenden Hotels iſt
man nicht immer komfortabel untergebracht. Für das, was ver=
llangt
wird (15 Schilling für Unterkunft und Verpflegung am
Tag in einigermaßen renommierten Häuſern) kann man bei uns
in erſten Hotels ſich aufhalten. Alſo wird wohl nur derjenige,
Der über reichliche Mittel verfügt, imſtande ſein, Irland zu be=
reiſen
. Er darf dann allerdings gewiß ſein, viel Schönes zu
ſſehen! Weltberühmt ſind die Hochlandſeen auf der Südſpitze
Der grünen Inſel. Ihr ſchönſter iſt der von Killarney inmitten
eeines an ſagenreichen, epheuumſponnenen, pittoresken Ruinen
ſiberreichen Geländes. Mukroß Abbey, Roß Caſtle, die im

Din Wdeil Eelent i uich ie aundte W ergſe e
ſſie einmal geſchaut hat. Alſo: wer gut bei Kaſſe iſt und die ab
KCork oder gar Dublin noch recht weite Bahnfahrt (110 bzw. 280
=Kilometer) nicht ſcheut, der wird, wenn er vielleicht gar zur

Maienzeit ſich aufmacht, reichlich belohnt werden für alle Mühen,
und die grüne Inſel wird ihm ſtets in der Erinnerung bleiben.
Aber reichlich Geld gehört ſchon dazu, und wer davon nicht allzu
viel verdient oder herübergerettet hat aus beſſeren Tagen, der
wird ſich die Fahrt dahin verſagen müſſen, auch wenn er ſich
beſcheiden einrichten kann. Jedenfalls iſt es weſentlich billiger,
in Norwegen oder Schweden die Ferien zu verbringen, oder gar
in der Schweiz. Mit dieſen Ländern kann Irland an Groß=
artigkeit
der Landſchaft nicht konkurrieren.
Dr. Dannemann=Heppenheim.

* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Donnerstag, den 5. Mai.
Der Troubadour.
Oper von G. Verdi.
Das Angebot tüchtiger Kapellmeiſter iſt groß, und wir ſind
berechtigt, Anforderungen zu ſtellen. Der erſte Kapellmeiſter muß
eine ausgeſprochene Perſönlichkeit ſein, fähig, den Generalmuſik=
direktor
in Oper und Konzert zu vertreten. Carl Bamberger
aus Danzig dirigiert in einer einfühligen, vornehmen, ſehr an=
genehmen
und anregenden Art, voll ſtarkem, doch ſtets gezügeltem
Temperament, mit Feinheit im Detail und großem Zug im
Ganzen. Er iſt perſönlich, ohne die Treue zum Original zu ver=
letzen
. Er verſtand es, der alten Partitur manches Neue und
Intereſſante zu verleihen.
Das Gaſtſpiel, von Franz Fellner aus Prag, der als
Manrico auftrat, litt offenbar unter ſtarker Indispoſition, die,
verſtärkt durch Befangenheit, unbeholfenes Spiel und Mangel an
Temperament, ſeine Leiſtung beeinträchtigte. Das ſchöne Mate=
rial
, das manchmal gut gepflegt zum Vorſchein kam, klang meiſt
belegt, klein und verſchwand in den Enſembles faſt völlig. Erſt
in der Stretta glückte es dem Sänger, alle ſeine Kräfte zuſammen=
zuraffen
und einigen Erfolg zu erzielen. Die Stimme ſcheint
empfindlich und für große Rollen kaum geeignet zu ſein. v. H.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Deutſche Shakeſpearc=Woche Bochum. Thomas
Mann, hat an das Literariſch Bureau der Bochume Shakeſpeare=
Woche die folgenden Zeilen gerichtet: Die geplante Aufführung ſämt=
licher
Königsdramen mit Einſchluß von König Johann und Hein=
rich
III. iſt meines Wiſſens die überhaupt erte in D.utſchland und

Verwirrung der Gefühle?
Zur Abſtimmung über die Lockerung der Wohnungs=
zwangswirtſchaft
im Heffiſchen Landtag.
Unter dieſer Ueberſchrift erhalten wir von Herrn Erich
Welkow, dem Generalſekretär der Deutſchen Volkspartei in
Heſſen, die nachſtehende Zuſchrift:
In der am Mittwoch, den 4. Mai, ſtattgefundenen Sitzung
des Landtages waren die heſſiſchen Volksvertreter vor die Frage
geſtellt, ob der Unfug der Wohnungszwangswirtſchaft in Heſſen
noch weiter beibehalten oder ob ein ſyſtematiſcher Abbau endlich
einmal in Angriff genommen werden ſoll. Andere Länder
Württemberg, Bayern, Baden, Thüringen, Oldenburg, ferner die
Hanſaſtädte und vor einigen Wochen auch Preußen , haben,
teils auf dem Verordnungswege, teils durch die geſetzgebenden
Körperſchaften einen Abbau der Wohnungszwangswirtſchaft ein=
geleitet
, indem ſie die gewerblichen Räume und die ſogenannten
teueren Wohnungen freigaben. Die Erwägungen, die zu der
Forderung auf Aufhebung der Wohnungszwangswirtſchaft füh=
ren
, ſind ſo einfach, daß man über ſie nicht mehr zu diskutieren
braucht: auch die Wohnungszwangswirtſchaft war nur durch die
Kriegsnotwendigkeiten bedingt, ſie iſt, wie jede Zwangswirtſchaft,
der anormale Zuſtand, der in dem Augenblick, in dem die Wirt=
ſchaft
ſich wieder auf normale Verhältniſſe einſtellen kann, keine
Daſeinsberechtigung hat. Vernunft wird Unſinn, Wohltat
Plage, wenn ein unter außergewöhnlichen Umſtänden geſchaf=
fener
Zuſtand in normalen Zeitläuften verewigt werden ſoll.
Die Freunde der Zwangswirtſchaft wenden ein, daß wir
normale‟ Zuſtände noch nicht haben, ſo daß daher gerade die
Aufhebung der Wohnungszwangswirtſchaft noch verfrüht ſei. Sie
haben dieſe Einwände immer erhoben, ob es ſich nun um Auf=
hebung
der Fleiſchbewirtſchaftung, um Freigabe des Brotgetrei=
des
, des Zuckers oder ſonſt was handelte; ſie haben immer dabei
überſehen, daß der normale Zuſtand ja erſt durch die Freigabe
erreicht werden konnte, und es wird wohl heute keinen vernünf=
tigen
Menſchen geben, der etwa glaubt, daß z. B. unſere Lebens=
mittelverſorgung
durch ihre Freigabe gelitten hätte. Alle die
Unken, die in ungezählten Auslaſſungen gequakt hatten, daß bei
Aufhebung der Zwangswirtſchaft die armen Leute nichts zu
eſſen hätten, müſſen heute zugeben, daß ſie falſche Propheten
waren.
In dem Komplex der Zwangswirtſchaft iſt zweifelsohne die
Wohnungsfrage die ſchwierigſte und delikateſte, und es iſt daher
verſtändlich, daß man an ſie zuletzt herangeht. Immerhin dürfte
jetzt, nachdem bald zehn Jahre nach Beendigung des Krieges ver=
gangen
ſind, auch dieſe Frage brennend geworden ſein, und
zwar nicht nur für die Hausbeſitzer, ſondern für die Geſamtheit
der Nation. Nur wer blind oder böswillig iſt, kann die der=
zeitigen
Zuſtände auf dem Gebiet der Wohnungspolitik als be=
friedigend
anſehen, und man muß ſchon ſo reaktionär ſein wie
die Sozialdemokratie, wenn man die gegenwärtigen Verhältniſſe
verewigen will.
Die Erkenntnis, daß ein ſyſtematiſcher Abbau der Wohnungs=
zwangswirtſchaft
endlich auch in Heſſen eingeleitet werden muß,
hat bereits im Vorjahr dazu geführt, daß die Landtagsfraktionen
der Deutſchen Volkspartei, der Demokraten und des Zentrums
Anträge einbrachten, die eine Lockerung der Wohnungszwangs=
wirtſchaft
verlangten. Die Deutſche Volkspartei ging am 20. Ok=
tober
voran, ihr folgten die beiden anderen am 21.
Der Antrag der Deutſchen Volkspartei lautete wie folgt:
Wir beantragen:
Der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu erſuchen,
unverzüglich Maßnahmen zum ſyſtematiſchen Abbau der Woh=
nungszwangswirtſchaft
zu treffen, und zwar dahingehend, daß
1. in Gemeinden mit einer Einwohnerzahl nach der Volks=
zählung
vom 16. Juni 1925 von
a) über 20 000 Einwohnern alle Wohnungen mit einem
Jahresmietpreis von 1000 Mark ab,
b) über 20 000 Einwohnern alle Wohnungen mit einem
JahresmictPreis von 800 Mark ab,
c) in den übrigen Gemeinden alle Wohnungen mit einem
Jahresmietpreis von 600 Mark ab,
2. die nicht Wohnzwecken dienenden Räume allgemein von der
Zwangswirtſchaft befreit werden, insbeſondere zum Schutze
leiſtungsſchwacher Mieter und kinderreicher Familien,
3. entſprechende Uebergangsbeſtimmungen getroffen werden,
4. auf einen entſprechenden Abbau der Wohnungsämter und
Mieteinigungsämter hingewirkt wird.
Die mit Gewerberäumen zuſammen vermieteten Wohn=
räume
ſind wie unter Ziffer 1 beantragt zu behandeln.
Die Anträge der beiden anderen Parteien entſprachen dieſem
in ihrem Inhalt; auch ſie verlangten nur die Freigabe der ge=
werblichen
Räume und der teuren Wohnungen. In allen An=
trägen
waren und das iſt nicht unweſentlich Uebergangs=

zeugt von ſchönem kinſtleriſchen Mut, der ſich, da Saladin Schmitt (den
ich perſönlich und künſtleriſch ſehr hoch ſchätze) als Direktor und Regiſ=
ſeur
an der Spitze ſteht, gewiß nicht als Uebermut erweiſen wird. Die
Stadtz Bochum iſt zu beglückwünſchen, daß ſie Schauplatz einer ſo denk=
würdigen
Darbietung ſein wird, die ſeit Jahr und Tag mit ſo viel
Energie und Hingabe vorbereitet wird und die dem Bochumer Stadt=
theater
in Deutſchland und darüber hinaus zur Ehre gereichen wird.

inf. Wie Mark Twain vom raſenden Miſſiſſippi fortgeriſſen
wurde. Er begleitete ſeinen Vater auf dem Klavier. Mark
Twain hat mehrere Male die furchtbarſten Hochfluten des Miſſiſ=
ſippe
erlebt, wenn ſie auch nicht den Umfang der diesjährigen
Ueberſchwemmung erreichten. Nun war Mark Twain bekannt=
lich
, bevor er der berühmte Schriftſteller wurde, zuerſt Setzer und
dann Lotſe auf dem Miſſiſſippi. Als Maxk Twain 17 Jahre alt
war, nämlich im Jahre 1852, hatte er, wie er ſelbſt einmal be=
richtete
, Gelegenheit, ſeinen Vater in eigenartiger Weiſe auf dem
Klavier zu begleiten. Wenn wir von Klavierbegleitung ſprechen,
dann meinen wir im allgemeinen eine muſikaliſche Begleitung.,
Mark Twain aber begleitete ſeinen Vater in des Wortes reinſter
und urſprünglichſter Bedeutung auf dem Klavier. Und das kam
ſo: Der Vater von Mark Twain bewohnte mit ſeiner Familie
ein kleines Häuschen am Miſſiſſippi, damit der Sohn es leicht
habe, ſeine Lotſenſtelle zu erreichen. Im Jahre 1852 war nun
wieder einmal eine ungeheure Hochflut. Der Miſſiſſippi ſtieg
und überſchwemmte die angrenzenden Felder. Das war für Mart
Twain nichts Neues, ebenſowenig für ſeinen Vater, der tatſäch=
lich
Clemens hieß. Im Jahre 1852 aber wurde es doch etwas
ſehr bunt, und der Vater floh mit ſeinem Sohn zuerſt auf den
Dachboden und dann, als das Waſſer auch bis zum Dache empor=
geſtiegen
war, nahm er ein Bett, das er in der Nähe hatte, ſetzte
ſich rein und benutzte es als Kahn, auf dem er durch den raſen=
den
Miſſiſſippi fuhr. Mark Twain ſah ſeinen Vater abfahren,
ohne daß er ihn ſo ſchnell erreichen konnte, wie es nötig war, da=
mit
er auch in dem Bett Platz nehmen konnte. Kurz entſchloſſen
ſprang er auf ein Klavier, das das Hochwaſſer mit ſich geführt
hatte, benutzte zwei Bretter als Ruder und ſchwamm nun auf
dieſem Klavier hinter ſeinem Vater her, bis er ihn erreichte.
Auf dieſe Weiſe begleitete er ihn auf dem Klavier, bis ſie beide
die Möglichkert hatten, dem gefährlichen Strome zu entrinnen
und auf trockenes Land zu gelangen. Aber noch viele Jahre
ſpäter erinnerte ſich Mark Twain mit viel Vergnügen daran
in welch grotesk=komiſcher Weiſe er eines Tages während deg
Hochwaſſers ſeinen Vater auf
begleitet hatte:,

[ ][  ][ ]

Seite 4

beſtimmungen gefordert worden, woraus erhellt, daß die Antrag=
ſteller
nichts übers Knie brechen wollten. (Dieſe Uebergangs=
beſtimmungen
haben z. B. in Preußen ſo gut wie gefehlt, ſo daß
dort tatſächlich Härten vorkamen; dort war aber die Freigabe der
gewerblichen Räume auf dem Verordnungswege erfolgt,
ſo daß der mäßigende Einfluß der Parteien nicht zur Geltung
kam. Trotzdem konnte der Vater der Verordnung, der zentrüm=
liche
Wohlfahrtsminiſter Hirtſiefer, feſtſtellen, daß trotz des Feh=
lens
dieſer einſchränkenden und mildernden Beſtimmungen bei
Hunderttauſenden von Mietsverhältniſſen noch keine 700 Be=
ſchwerden
eingelaufen ſind!)
Die Lockerung der Wohnungszwangswirtſchaft wäre gewiß
alſo auch für Heſſen keine Kataſtrophe geworden und man hätte
annehmen müſſen, daß wenigſtens alle bürgerlichen Parteien
ihr zuſtimmen würden.
Aber auch in der Politik kommt es erſtens immer anders und
zweitens als man denkt. Wenn die Heſſiſche Hausbeſitzet=
Zeitung vor einigen Monaten ſchrieb, daß die Sozialdemo=
kratie
mit ihrem Anhang nach links die letzte noch beſtehende
Errungenſchaft der Revolution auf wirtſchaftlichem Gebiet nicht
ohne Kampf preisgeben würde, ſo hat ſie zweifelsohne recht
geſehen. Dieſes nach links beweiſt aber, daß auch ſie nicht im
entfernteſten an die Möglichkeit der Unterſtützung der Sozial=
demokratie
von rechts her dachte, die aber nun leider am 4. Mai
Tatſache geworden iſt.
An dieſem Tage haben die Deutſchnationalen
die Wohnungszwangswirtſchaft in Heſſen ge=
rettet
!
Sie haben mit den Sozialdemokraten und
Kommuniſten geſtimmt und den demokratiſchen
Antrag, der die meiſte Ausſicht auf Annahme
hatte und mit ihren Stimmen unbedingt ange=
nommen
worden wäre, abgelehnt!
Der normale Wähler iſt verblüfft! Ausgerechnet die Deutſchnatio=
nale
Partei, die Partei, die jahrelang einen erbitterten Kampf um
die freie Wirtſchaft geführt und dabei oft genug behauptet hatte,
daß ſie allein dieſen Kampf mit der nötigen Energie führe und
die Deutſche Volkstartei natürlich lvie immer ſchlapp ſei), aus=
gerechnet
dieſe Deutſchnationalen, die jedes Zuſammengehen mit
der Linken in den vergangenen Jahren als nationale Unzuver=

Freitag, den 6. Mai 1927
läſſigkeit anprangerten, ſie haben mit Sozialdemokraten und
Kommuniſten den Abbau einer ſinnlos gewordenen Wirtſchafts=
ſorm
verhindert. Sie haben allerdings noch etwas getan: ſie
haben nämlich in den letzten Tagen ſogar einen eigenen Antrag
eingebracht, in dem ſie die Regierung aufforderten, ihrerſeits
Vorſchläge zu unterbreiten. Dieſer Antrag iſt, da er von den
Deutſchnationalen kommt, beſonders hübſch, denn er zeugt von
einem Vertrauen zur heſſiſchen Regierung, über das ſich dieſe
geziemend freuen wird.
Herr Raab ſchmunzelt . .
Die Götter lachen über dieſe Verwirrung einer deutſchnatio=
ſtalen
Seele. Graf Weſtarp in Berlin ergreift den roten Blei=
ſtift
und ſchreibt ſeinen heſſiſchen Freunden eine 5 ins Zeugnis.
Sie iſt verdient.
Kriſenredereien.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Gs iſt wirklich kein Vergnügen, die Enten totzuſchlagen, die
von der Oppoſition losgelaſſen werden, aber zu vermeiden iſt das
nicht, weil ſonſt durch Stillſchweigen der Eindruck entſtehen
könnte, daß die Koglition ſchon ſehr brüchig ſei. Das B. T.
erzählt jetzt von einer Beſprechung der Zentrumsabgeordneten
beim Reichskanzler Dr. Marx, deren Ergebnis geweſen ſein ſoll,
daß innerhalb des Zentrums der Kreis derjenigen immer größer
werde, die bezweifeln, daß auf die Dauer eine Zuſammenarbeit
mit den Deutſchnationalen möglich ſein würde. Wenn man hier
Wahrheit und Dichtung trennt, dann bleibt michts übrig, als
daß die in Berlin anweſenden Mitglieder der Reichstagsfraktion
bes Zentrums eine Beſprechung abgehalten haben, wie das auch
andere Fraktionen bereits getan haben, und daß dabei, auch die
Frage aufgeworfen wurde, ob es zweckmäßig ſei, daß die Mit=
glieder
des Kabinetts im Lande redefreudig umherreiſen mit
Aeußerungen, die nicht immer ſich mit denen der anderen decken.
Das iſt aber auch alles. Wir haben ja ähnliche Bedenken bereits
geltend gemacht, und es wird Aufgabe der nächſten Kabinetts=
ſitzung
ſein, die Mißverſtändniſſe zu beſeitigen, die ſich hier auf=
getan
haben. Die Germania weiſt im übrigen darauf hin, daß
ſolche Meinungsverſchiedenheiten in jeder Koglition vorkommen.

Nummer 123

Sie ſchreibt ſogar den Satz, daß die preußiſche Koalition längft
auseinandergefallen ſein müßte, wenn jede Meinungsverſchſe=
denheit
tödlich für die Zuſammenarbeit wirken würde. Aber auc
das Zentrum überſieht die Schſwierigkeiten nicht, die in den
nächſten Monaten bei der geſetzgeberiſchen Arbeit für das ſta
binett Marx entſtehen können. Aber die Germania ſtellt aus=
drücklich
feſt, es ſcheine gar kein berechtigter Grund für die An=
nahme
vorzuliegen, daß ſich eine Kriſe vorbereitet. Das iſt auch
unſere Meinung. Es iſt vielleicht nicht überflüſſig, daß die Ger=
mania
bei dieſer Gelegenheit noch eine Giftblaſe aufſticht. Es
iſt den Deurſchnationalen nachgeſagt worden, daß ſie nachdrück=
lich
gegen den Reichsaußenminiſter arbeiten und mit ihren
Freunden vom Zentrum über einen Nachfolger bereits berat=
ſchlagt
hätten, vorläufig freilich mit dem Erfolg, daß das Zen=
trum
ablehnte. Davon, ſchreibt die Germania, iſt uns nſchts
bekannt. Wir haben Grund, die Richtigkeit dieſer Meldung zu
bezweiſeln. Auch wir haben uns nach den Hintergründen dieſer
Darſtellung umgetan und ſind zu denſelben Feſtſtellungen ge=
kommen
. Es iſt ja bekannt, daß der rechte Flügel der Deutſch=
nationalen
gegen Dr. Streſemann ein ſtarkes Mißtrauen hat,
aber doch wohl zu klug iſt, um auch nur einen verſteckten Vorſtoß
zu unternehmen. Er muß ſich ſagen, daß jeder Verſuch, den
Außenminiſter zu beſeitigen, eine Koalitionskriſe bedeutet. Wir
wiſſen zudem aus dem Munde bes Außenminiſters perſönlich,
daß er gar nicht daran denkt, ſich irgendeine Amtsmidigkeit ein=
reden
zu laſſen.
Verhandlungen zwiſchen Belgrad und Rom.
EP. Mailand, 5. Mai.
Nach dem Beſuche des italieniſchen Geſandten in Belgrad,
Bodrero, beim ſüdſlawiſchen Außenminiſter wird nun, nach
einem Belgrader Bericht bes Corriere della Sera, die baldige
Wiederaufnahme der direkten Verhanblungen zwiſchen Belgrad
und Rom erwartet. Die Belgrader Kreiſe ſeien nun mit dem
italieniſchen Standpunkt einverſtanden, daß von einer Diskuſſion
des Paktes von Tirang abzuſehen ſei, um direkte Verhand=
lungen
über andere noch unerledigte Fragen zwiſchen Italien
und Südſlawien zu beginnen. Der neue Verhandlungsvorſchlag
ſcheine indeſſen nicht von Italien ausgegangen zu ſein.

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Gross-Gerau
Darmstadt
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4. Mai 1927
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Dankſagung.
Für die uns beim Heimgang
unſerer lieben Entſchlafenen er=
wieſene
Teilnahme danken herz=
lichſt

Die trauernden Hinterbliebenen.
Familie Markert
Arheilgerſtr. 5. ( 12358

Oretel Müller
Josef Höfer
Verlobte
Krumbach i. O. Darmstadt

Gardistenstr. 20

8. Mai 1927.

(12325

Für die zahlreichen Glückwünſche,
Blumenſpenden und Geſchenke anläß=
lich
meines Geburtstages ſage ich
herzl. Dank.
Eliſe Mannheimer.
e12331)

Guterh weiß Kinder=
wagen
abzug. (12334
Moſerſtraße 15, II.

Ihre am Samstag, den 7. Mai
1927, 2½ Uhr nachmittags, in
der Stadtkapelle ſiattfindende
Trauung geben bekannt
Liſt Berntheiſel
Fritz Dieter Lelaugs
Darmſtadt, Dieburgerſtr. 52, II.

Dankſagung.
Herzlichen Dank Allen, die an
unſerem Schmerze Anteil nahmen,
beſonders Herrn Pfarrer Waitz für
die tröſtenden Worte am Grabe und
den Schweſtern der Martinsgemeinde
für die lie bevolle Pflege.
Geſchwiſter Lang.
Darmſiadt, den 5. Mai 1927.
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Freitag, den 6. Mai, 11 Uhr vormittags
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Für Männer

22

6

(TV69

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[ ][  ][ ]

Nummer 125

Freitag, den 6. Mai 1927

Seite 5

*Ziehung der Krüppelheimbaulotterie. Erfolgreiche Darmſtädter Gegelflieger.
Aus der Landeshauptſtadt.

Darmſtadt, 6. Mai.
Heſſiſches Landestheater. Die Oper bereitet neben einer Wieder=
aufnahme
von Verdis, ſeit zwei Jahren nicht mehr gegebenem Fal=
ſtaff
, für dem Reſt der Spielzeit die innerhalb des Ringzyklus noch feh.
lende Neuinſzenierung der Götterdämmerung vor. Vorher jedoch
kommt noch am 25. Mai zur Erſtaufführung: Ariadne auf
Naxos, Oper in einem Aufzuge von Hugo von Hofmannsthal, Mufik
von Richard Strauß, zu ſpielen nach dem Bürger als Edel=
mann
des Moliere. Es handelt ſich alſo um die erſte Faſſung des
Werkes, die in Verbindung mit der Moliereſchen Komödie, die ebenfalls
von Nichard Strauß mit den notwendigen muſikaliſchen Einlagen ver=
ſehen
wurde, erſt die wahre Bedeutumg der Ariadne=Muſik erkennen
läßt. Man kann ſagen, daß dieſe urſprüngliche Form des Werkes auf
Grund einer Reihe von äußerem Umſtänden zu Unrecht verſchwunden
iſt. Das Landestheater macht jetzt den von der Muſikwelt ſehr freudig
begrüßten Verſuch, ſie wviederherzuſtellen. Dr. Richard Strauß ſelbſt iſt
ſehr einverſtanden und wird auf Einladung des Landestheaters die
zweite Aufführung vom Pult aus leiten und damit ſeit langer Zeit
wieder zum erſten Male nach Darmſtadt kommen.
In der morgen, Samstag, im Großem Haus ſtattfindenden Erſtauf=
führung
von Franz Molnars Spiel im Schloß ſpielen die weſent=
lichen
Rollen: Ilſe Lahn, und die Herren: Klupp, Keßler, Mayenknecht,
Baumeiſter, Bluhm, Jürgas. Das Werk wird von Robert Klupp in
Szene geſetzt. Die Entvürfe des Bühnenbildes ſind von Lothar Schenck
von Trapp.
Es wird beſonders darauf hingewieſen, daß die morgen im Kleinen
Haus ſtattfindende Aufführung König für einen Tag aus=
nahmeweiſe
der Zuſatzmiete I zufällt, wwährend die erſte Auffüh=
rumg
des Mozartzyklus am Montag, den 9. Mai, die Entführung
der Zuſatzmiete IV zugeteilt wurde.
Der zweite Beethoven=Abend bes Bahreuther Bundes der deut=
ſchen
Jugend findet am Donuerstag, den 12. Mai, abends, im Feſtſaal
des Realgymaſiums ſtatt. Herr Spernſänger Haus Höfflin aus
Mainz wird eine Anzahl Beethoven=Lieder, darunter auch den Lieder=
kreis
An die ferne Geliebte, ſingen, wobei ihn Frau Elſe Hucke, die ſich
kürzlich bereits ſo gut bewährte, begleiten wird. Weiterhin ſollen zwei
ſelten gehörte Kammermuſihverke des Meiſters, die Serenade Opus 25
für Flöte, Violine und Bratſche, und das Trio Opus 38 zum Vortrage
gelangen. Das letztgenannte Trio iſt gine von Beethoven ſelbſt vor=
genommene
Bearbeitung des Septetts Opus 20 für Klarinette, Cello und
Klavier, die auch in der geſchloſſeneren Form, die die Mitwirkung des
Klaviers ihr gibt, ihven pigenartigen Klangreiz hat. Für den Vortrag
dieſer beiden Werke wurden außer Frau Hucke (Klavier) die Herren
Kammermuſiker Jung (Flöte), Heynau (Klarinette), Hucke (Violine),
Horn (Bratſche) und Klammer (Cello) gewongen. Der Eintritt iſt ſür
die Mitglieder des Bahreuther Bundes der deutſchen Jugend frei, Nicht=
mritglieder
haben 1 Mark zu zahlen. Der Kartenverkauf hat die Muſi=
kalienhandlung
Chriſtian Arnold (am Weißen Turm).
* Kapellmeiſter Erich Riede vom Landestheater wurde nach außer=
ordentlich
erfolgreichem Probeſpiel ſofort unter ausgezeichneten Be=
dingungen
ab Herbſt an das Wüirttembergiſche Landestheater in Stutt=
gart
verpflichtet.
Heſſiſche Flugbetriebs A.,G. Darmſtadt. Am Mittwoch abend iſt
hier Herr Generalmuſikdirektor Dr. Böhm mit Flugzeug aus München
auf unſerem Darmſtädter Flugplatz angekommen.
Martinsgemeinde. Es wird darauf hingewieſen, daß die evang,
Jugendvereinigung der Martinsgemeinde am Samstag, den 7. Mai,
abends 7½ Uhr, im Gemeindehaus, Liebfrauenſtraße 6, ihren Werbe=
und Elternabend veranſtaltet. Die Konfirmierten mit ihren Eltern
ſind herzlich eingeladen. Karten ſind am Eingang noch zu haben.
Petrusgemeinde. Nordſee=Lichtbilderabend, am
Sonntag, den 8. Mai 1927. Da Herr Pfarrvikar Schäfer früher
längeve Zeit auf der Inſel Föhr tätig war und daher als Kenner der
Nordſee anzuſprechen iſt, gibt er der Gemeinde am kommenden Sonntag
Gelegenheit, ſeine reichen Erfahrungen zu hören. Der Redner wird, ſo=
weit
es die Zeit des Abends erlaubt, das Thema ausführlich in Wort
und Bild behandeln. Durch Muſikvorträge ſoll der Abend noch ver=
ſchönert
werden. In anbetracht deſſen, daß der Eintrittspreis nur 0.30
Mk. pro Karte beträgt, iſt es ratſam, die Eintrittskarden möglichſt früh=
zeitig
zu löſen. Dieſelben ſind bei Herrn Kirchendiener Kropp ( Ge=
meindehaus
), Eichwieſenſtraße 8 und den Mitgliedern der Jugendver=
einigung
erhältlich.
* Die Franziskanerinnen in Darmſtadt. Am geſtrigen Tage ſind die
Franziskanerinnen vom Mutterhauſe Aachen mit 5 Schweſtern in ihre
neue beſcheidene Ordensniederlaſſung in unſere neue Pfarrei St. Fidelis
in der Feldbergſtraße eingezogen. Die ehrwürdige Generaloberin war
eigens aus Aachen nach Darmſtadt mitgereiſt. Gegen 9 Uhr früh traſen
zehn Schweſtern am hieſigen Hauptbahnhof ein, von wo aus ſie in zwei
Privat Automobilen zum neuen Kloſter gebracht wurden. Vor der Pfarr=
kirche
St. Fidelis hattem ſich außer der Geiſtlichkeit der Kirchenvorſtand
und eine Anzahl Katholiken, u. a. auch Frau Miniſter von Brentano,
deren Tochter auch als Franziskanerin dieſem Orden angehört, ein=
gefunden
. Ein Kind begrüßte die ehrwürdigen Schweſtern mit einem Ge=
dichte
und einem Blumenſtrauß. Dann hieß ein Kirchenvorſtandsmitglied
die Schweſtern herzlich willkommen. Schließlich richtete der Pfarrer Herr
Danz ſeine herzlichen Willkommengrüße an die Schweſtern. Num folgte
der Einzug in das neuerbaute Kloſter. Nach der heiligen Meſſe beſichtig=
ten
die Anweſenden die überaus einfachen aber ſehr würdigen Räume,
in denen die neuen Krankenpflegerinnen nunmehr ihren Wohnſitz auf=
geſchlagen
haben. Die katholiſche Pfarrgemeinde hat hier alles getan,
was in ihren Kräften ſteht, und ſo darf man wohl zuverſichtlich hoffen,
daß die junge für Darmſtadt neue Ordensniederlaſſung unſeren Mit=
menſchen
, ohne Underſchied der Konfeſſion, Gutes bringen wird. Die
Schweſtern vom Heil. Franziskus werden unſeren leidenden und be=
drängten
Mitmenſchen Hilfe und Troſt in ſchweren Tagen ſein.
Geflügelzuchtverein Darmſtadt. Der Verein hat in ſeinen letzten
Monatsverſammlungen durch verſchiedene aus der Praxis genommene
Vorträge für den Anfänger eine Einführung, für den alten Züchter
viel Intereſſantes und Lehrreiches geboten. Manche der vorgeſchlagenen
Zucht= pp. Methoden haben bei denjenigen, die Verſuche darüber an=
ſtellten
, durch den Erfolg bewieſen, daß man immer wieder etwas ver=
beſſern
und das Gehörte zu ſeinem Vorteil verwerten kann. Es ſollte
deshalb eigentlich niemand verſäumen, die allmonatlich einmal ſtatt=
findenden
Monatsverſammlungen zu beſuchen. Auch am kommenden
Montag werden durch zwei Vorträge ſowohl den Hühner= wie Tauben=
liebhabern
, Intereſſantes geboten werden. Der eine Vortrag wird
durch gute Lichtbilder, der andere durch Vorführung lebender Tiere
ergänzt werden. Eine genauere Anzeige erfolgt in der Sonntags=
nummer
dieſer Zeitung. Gleichzeitig werden die Mitglieder ſchon auf
die am kommenden Sonntag, nachm 2 Uhr, in Eberſtadt in der
Reſtauration Zur Traube, ſtattfindende Bezirksverſammlung des Be=
zirks
Darmſtadt des Starkenburger Verbandes aufmerkſam gemacht.
Promenadenkonzert. Das Städt. Orcheſter konzertiert am Frei=
tag
, den 6. Mai, nachmittags von 56 Uhr, auf dem Paradeplatz nach
folgendem Programm: 1. Marſch von Blankenburg, 2. Duvertüre Glöck=
chen
des Eremiten von Maillart, 3. Toraador et Andalouſe von Rubin=
ſtein
, 4. Arie aus Orpheus und Euridice von Gluck, 5. zwei Spaniſche
Tänze von Moskowsky, 6. Polonaiſe von Chopin, 7. Sourire d'avril,
Walzer von Depret, 8. Marſch von Blou.
Beſucht das beſetzte Gebiet! Bad Münſter am Stein, im Maf
19R7. Am Freitag, den 13. Mai, abends 6 Uhr 35 Minuten ſpricht
Dr. med. Ernſt Müller, Bad Münſter a. St., am Langen=
berger
Rundfunkſender (Köln) über das Thema: Die Thermal=
bäder
des beſetzten Gebietes, ihre Bedeutung und

ihre Not.

Der

Hauptgewinn (Villa) auf Nr. 249 961 gefallen.

Geſtern früh 9 Uhr beginnend, war im Städtiſchen Saalbau
in Darmſtadt die Ziehung der Heſſiſchen Krüppelheimbaulotterie
angeſagt. Schon lange vorher waren eine größere Anzahl Loſe=
beſitzer
im Saalbau erſchienen, deren Geduld zunächſt auf eine
etwas harte Probe geſtellt wurde, weil die behördliche Feſt=
ſtellung
der mit den ausgegebenen 400 000 Loſen übereinſtimmen=
den
Nummern zunächſt geraume Zeit in Anſpruch nahm. Das
Publikum ſelbſt wurde an der Kontrolle beteiligt. Loſeeigen=
tümer
riefen ihre Nummer auf und ſtellten feſt, daß dieſelben in
den Nummernblocks vorhanden waren, die ſchließlich dem großen
Rade, das einen Umfang von zwei Metern hat, anvertraut wur=
den
. Demgegenüber ſah das eigentliche Glücksrad, das die Ge=
winnummern
enthielt, recht beſcheiden aus, weil in dieſes die
Nummernfolgen der Gewinne verſtaut wurden. Das Ziehungs=
geſchäft
ſelbſt begann kurz nach 11 Uhr und wurde geleitet von
Herrn Pol.=Juſpektor Lehmann. Als Vertreter des veranſtalten=
den
Heſſiſchen Fürſorgevereins für Krüppel E. V. in Darmſtadt
waren die Herren Bürgermeiſter Mueller und Stadtinſpektor
Lang anweſend; als Vertreter der Beamtenbank Darmſtadt, e. G.
m. b. H., die den Generalloſevertrieb übernommen hatte, waren
die Herren Direktor Heyder und Kaufmann Joſef Leinberger
zugegen. Das Wohlfahrtsamt hatte mehrere Waiſenkinder für
das eigentliche Ziehungsgeſchäft beordert, und zwar waren zu=
nächſt
Walter Hamel und Eliſabeth Vogel, ſpäter Erwin Henſel,
Wolfgang Bauer, Gertrude Brückmann (Griesheim) und Magda=
lene
Fornoff (Arheilgen) beteiligt. Die Ziehung wurde durch
die Firma Scherrer in Frankfurt a. M. durchgeführt.
1. Gewinn Nr. 249 961: 2. Nr. 96 511; 3. Nr. 229 992; 4. Nr.
163 719; 5. Nr. 371837; 6. Nr. 189 730; 7. Nr. 124 241; 8. Nr.
323 6991 9. Nr. 195 040; 10. Nr. 98 060; 11. Nr. 100 623: 12. 279 179.
Der erſte Drei=Mark=Gewinn fiel auf die Nr. 188378, ſo daß
alle Loſe=Nummern mit den Endzahlen 28 und 78 einen Drei=
Mark=Gewinn erzielten.
uim 6.45 Uhr abends war das Ziehungsgeſchäft beendet und
wurde von dem amtlichen Leiter geſchloſſen. Bis zuletzt waren
Loſebeſitzer im Saal. Die bei dem Ziehungsgeſchäft tätigen
Waiſenkinder erhalten ein Geſchenk als bleibendes Andenken und
werden außerdem den Gewinnern der erſten Preiſe, denen ſie
Glück brachten, zur Berückſichtigung empfohlen.
Wir hoffen, daß die Lotterie dem veranſtaltenden Verein den
erhofften und verdienten Erfolg beſchert. Wie uns mitgeteilt
wird, wird die Ziehungsliſte bereits morgen erſcheinen. Sie
iſt überall zum Preiſe von 10 Pf. erhältlich. Gegen Einſendung
von 20 Pf. verſendet die Beamtenbank Darmſtadt die Liſte an
jeden Beſteller portofrei.

Den Brüdern im bedrohten Cand
mitfühlend Herz und offne Hand!
Spendet für die deutſchen Schulen im Auslondl

Werbewoche des Vereins für das Deutſchtum im Ausland. Die
Vorbereitungen zur Werbewoche ſind von den Ausſchüſſen beendet, der
Vorverkauf für den Wiener Abend der Frauenortgruppe hat bereits
bei Konzert=Arnold begonnen. An dieſem Abend wird Gertrud Cal=
lam
vom Stadttheater in Hamburg mit vollendeter Kunſt die ſchönſten
Walzer von Johann Strauß ſingen. Zur Aufführung kommt das rei=
zende
Alt=Wiener Singſpiel Brüderlein fein von Leo Fall, ſzeniſch
geleitet von H. Kuhn, dargeſtellt von Auguſt Vogt, Anna Kaiſer
und Hedwin Kaufmann. Mit 80 Damen und Kindern hat Aenne
Reis vom Landestheater Wiener Tänze einſtudiert, ſodaß Walzer,
Polka und Marſch des alten Wien in ihrem ganzen Zauber wieder zur
Geltung kommen. Beſondere Ueberraſchung bieten die ſzeniſche Aus=
geſtaltung
und die Koſtüme. Sie entſtammen den Entwürfen von Frau
Vally Sander. Der Saalbau wird ein Frühlingskleid anziehen und
die Wiener Weiſen, die der Inſtrumentalverein unter Leitung des Städt.
Muſikdirektors Schmitt erklingen läßt, werden frohe Stimmung
wecken. Was die Nebenräume nach der Aufführung bieten, ſoll heute
noch nicht verraten werden.
Zum Beſten des Vereins für das Deutſchtum im Ausland werden
jetzt ſchon bei Bergſträßer und Gieſelberg Poſtkarten verkauft. Das
hübſche Gedicht Deutſche Welt iſt von dem Primaner Hans Land=
mann
, der in dankenswerter Weiſe die Karte auf ſeine Koſten zur
Verfügung ſtellte.
Hausfrauenbund. Am nächſten Dienstag, 4 Uhr, wird mit dem
gewohnten monatlichen Zuſammenſein die Hauptverſammlung
verbunden, in der Jahresbericht und Rechnungsablage, ſowie ein Rück=
blick
über die Ausſtellung gegeben werden. Der in Ausſicht genommene
Fyühlingsnachmittag mit muſikaliſchen Darbietungen muß wegen Ver=
hinderung
der Sängerin leider noch verſchoben werden.
Die A.H.V. des Sportvereins Darmſtadt 1898 hält am kommen=
den
Freitag, den 6. Mai, abends 8½ Uhr ihre Monatszuſammenkunft im
Vereinslokal des Sportvereins Brauerei Zur Krone ab. Die Mit=
glieder
der Beveinigung werden gebeten, zu dieſer Verſammlung, mit
Rückſicht auf ihre Wichtigkeit, recht zahlreich zu erſcheinen.
Fünfzigjähriges Jubiläum des Deutſchen Nationalvereins der
Freundinnen junger Mädchen. Der Deutſche Nationalverein der Freun=
dinnen
junger Mäd hen, deſſen ſegensreiche Wirkſamkeit die ganze Erde
umſpannt begeht in den Tagen vom 8. bis 11. Juni ds. Js. ſein
fünfzigjähriges Jubiläum in Darmſtadt. Anläßlich dieſes Jubiläums
iſt eing mehrtägige Tagung der Mitglieder geplant. Zahlreiche Gäſte
aus allen Ländern werden erwartet und die Vorbereitungen ſind im
vollen Gange. Die Tagung des Vereins wird eingeleitet durch einen
öffentlichen Vortrag der Frau Warlich=Kaſſel über das Thema: Be=
wahren
iſt beſſer als retten. Der Vortrag fmdet am Mittwoch, den
8. Jui, um 5 Uhr im Städtiſchen Saalbau ſtatt. Näheres über das
Jubiläumsprogramm wird i den nächſten Tagen bekannt gegeben.
Der deutſche Teckelklub, Ortsgruppe Darmſtadt, hielt am 30 4.
im Oberwaldhaus ſein fünfjähriges Stiftungsfeſt ab. Der erſte Vor=
ſitzende
Herr Dr. Hohlwein, begrüßte die Anweſenden und gab
einen kurzen Rücblick auf die Entwicklung des Vereins. Rechtsanwalt
Rohde überbrachte im Namen des Vereins der Hundefreunde, die
beſten Glückwünſche. Von ſeiten des Teckelklubs wurden die anweſenden
Gründer mit einer kleinen Ehrengabe bedacht. Das Programm, das
faſt ausſchließlich von Klubmitgliedern beſtritten wurde, brachte gute,
teils ernſte, teils heitere Vorträge und u. a. einen Glückwunſch vom
ſchwarzroten Waldmann vom Woog im Namen der Darmſtädter
Teckel. Stimmung und Tanz hielt die Mitglieder noch bis zum erſten

Maienmorgen zuſammen.

Roſitten. Der heutige Tag brachte einen neuen inter=
nationalen
Rekord im Segelfliegen mit einem Segelflugzeug mit
Fluggaſt. Der Darmſtädter Nehring flog auf der Margarete‟
5 Stunden 50 Minuten mit Paſſagier und drückte damit den ſeit
dem 19. Januar 1923 in franzöſiſcher Hand befindlichen inter=
national
anerkannten Weltrekord um 4 Stunden 41 Minuten.
Die deutſche Höchſtleiſtung hält nach wie vor Ferdinand Schulz
mit ſeinem Fluggaſt=Segelflug vom Jahre 1926.

Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Am Mittwoch vergange=
ner
Woche fand für die Mitglieder des Klubs in der Aulg der Landes=
baugewerkſchule
eine geſchloſſene Vorſtellung der Darmſtädter Splelſchar
ſtatt. Gegeben wurde die Poſſe Die Gouvernante von Theodor Kör=
ner
und das Luſtſpiel Hanns Frei von Otto Ludwig. Auf einer ein=
fachen
, aber doch vornehm wirkenden Bühne und ohne die einem Theater
zur Verfügung ſtehenden techniſchen Hilfsmittel wurden Leiſtungen ge=
boten
, die die Beſucher ſofort in ihren Bann zogen, die Zeugnis ableg=
ten
von hohem ſchaufpieleriſchen Können und von durchaus beachtens=
werten
Talenten der Spieler. Es war ein außerordentlich reiner Ge=
nuß
, dem packenden Spiel der jungen Künſtlerſchar zu folgen. Staunen
und ehrliches Entzücken beherrſchte die Zuhörer, die erſt glaubten, ein
Dilettantenſplel, deren es ſo viele gibt, vorgeſetzt zu bekommen, die
dann aber zu ihrer Freude ſpielbegeiſterte Künſtler vor ſich ſahen. Die
Spielſchar iſt zu bekannt, um die Namen der Mitwirke, den hier nennen
zu müſſen. Wohldurchdachtes Erfaſſen jeder einzelnen Nolle, glänzendes
Zuſammenſpiel, verbunden mit augenfälligen Talenten gaben der Auf=
führung
den Erfolg. Ein Wunſch darf aber hier noch ausgeſprochen
werden: Möge der Spielſchar ihre natürliche Friſche und ihre Begeiſte=
rung
, die die Zuhörer mitreißen, erhalten bleiben, denn ſonſt bleibt
nichts zu wünſchen übrig.
Ehem. Fußartillerie=Regiment Generalfeldzeugmeiſter ( Branden=
burg
) Nr. 3. Am 14. und 15. Mai 1927 findet in Fulda im Bereich der
Traditionsbatteria des Regiments die im Oktober v. J. ausgefallene
Weihe einer Gedenkkafel für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden des
Regiments und ſeiner Feldformationen ſtatt. Es gilt, die Toten die
ihr Leben ſüir das Vaterland gelaſſen, zu ehren und ein Wiederſehen
der Lebenden zur Feſtlgung der im Frieden und Krieg erprobten Kame=
radſchaft
zu feiern; Kein alter Dreier, ſollte dabei fehlen! Anmoldungen
werden erbeien an Herrn Major d. N. a. D. Stichter, Frankfurk a. M.,
Laubeſtraße 16, der gern auch weitere Auskunft erteilt.
Lurngeneinbe Beſſunger 1865 e. V., Daruſtadt. Am kommenden
Sonntag, den 8. Mat, macht die Wanderabteilung den Verſuch,
eine Wanderung mittelſt Fahrrad nach dem Rhein, mit Endziel Nierſtein
zu unternehmen. Vielfaihen Wünſchen der jüngeren Turnerinnen und
Turner ſoll mit dieſem Verſuch entſprochen werden. Selbſtverſtändlich
können und ſollen ältere Turnſchweſtern und Turnbrüider mitfahren. Es
iſt geplant, am Sonntag, vorm, 7 Uhr, allerdings nur bei günſtigem
Wetter, die Fahrt anzutreten. Zuſammenkunft und Abfahrt pünktlich
7 Uhr vormittags Ecke Heidelberger= und Sandbergſtraße. Die Führung
haben die Turnerin Dina Mohr und Turner K. Hirſch übernommen,
Der Wen führt über Griesheim, Wolfskehlen, Leeheim, Geinsheim, Korn=

Nd eir Ean Gien Nu erien. Welchie Eelense
eine Ganztagestour unternehmen wollen. Dieſe können ſich ab Nierſtein
unter einem neuen Führer zuſammentun. Die übrigen Teilnehmer, die
mit einer Halbtagestour genug haben, melden dies Turner Hirſch, der
dann die Heimfahrt regelt und die Führung übernimmt. Hoffen wir,
daß trockenes ſchönes Wetter iſt, damit eine zahlreiche Beteiligung zu
erwarten ſteht.
Der Darmſtädter Fecht=Club 1890 beging in den Räumen des
Heilig Kreuz ſein 37. Stiftungsfeſt. Die Feier war wieder ſehr
gut beſucht und wurde auch zur Unterhaltung der Anweſenden ein reich=
haltiges
, abwechſlungsreiches Programm geboten. Nach kurzer Be=
grüßungsanſprache
des 1. Vorſitzenden eröffnete Fräulein Böhm mit
zwei Liedern von Brahms und Beethoven den Reigen der Darbietungen.
Fechtwart L. Anton führte mit den Kleinſten des Klubs, die eine be=
wunderungswürdige
Ausdauer zeigten, die Grundübungen der Fechtkunſt
vor, woran anſchließend unter Leitung von Fechtwart Fr. Mükller die
Damenfechterinnen Frl. Brückner, Jordan, Niebel und Wagner einen
ſchneidigen Säbelreigen zu wohlgelungener Aufführung brachten. Nach
einleitenden Worten des Herrn Fechtmeiſters Kaiſer über das Sport=
fechten
im allgemeinen und den Gebrauch der Waffen im beſonderen,
brachten einige kurze Aſſautgänge in Florett, Säbel und Degen unter
ſeiner Leitung, denen die Zuſchauer mit großem Intereſſe und Spannung
folgten, ein forſches Bild ernſter, eifriger Tätigkeit auf dem Fechtboden.
Der Conférencier des Abends entledigte ſich mit ſeiner Truppe ſeiner Auf=
gabe
aufs glänzendſte und brachte es fertig, im heiteren Teil des Abends
Gäſte und Mitglieder ſtets in Atem zu halten. Das Tänzerpaar Jacob
und Yvette zeigten moderne Tanzkunſt. Die kleine Müllers Liefl bot
einen feſchen Florett=Tanz im Fechterkoſtüm; auch als Niggerboy tanzte
ſie ihren exotiſchen Tanz mit größter Gelenkigkeit, Charme und fabel=
hafter
Rhythmik. Als indiſcher Fakir und Gedankenleſer ſtellte ſich Herr
Schnelle a. G. vor, der ſcheinbar Unlösbaues bot. Das Trio, Frau
Sack, Herr Sack jr. und Herr Hofmann fand in origineller Tracht mit
luſtigen Liedern zur Klampfe reichen Beifall. Das Wachsfigurenkabinett,
ſowie die Inſtruktionsſtunde löſten wahre Lachſalven aus. Der Höhe=
punkt
des Abends wurde erreicht durch die Ehrung der Mitglieder, die
dem Klub in dieſem Jahre 25 Jahre angehöven. Die Herren Hufnagel,
Michel, Röhler und Schmidt konnten, z. T. in Anweſenheit, durch Ueber=
reichung
der goldenen Klubnadel geehrt werden. Dem Vorſitzenden,
Herrn M. Steffan wurde vom Klub in einer ehrenden Anſprache des
Herrn Röhler zu ſeinem 50. Geburtstage und in Anerkennung ſeiner
langjährigen verdienſtvollen Tätigkeit um den Klub ein ſilberner Becher,
ſeiner Gemahlin die ſilberne Klubnadel überreicht. Froher Tanz und
echte deutſche Gewitlichkeit hielten Gäſte und Mitglieder in feſtlicher
Stimmung bis zur erlaubten Stunde zuſammen.
Turngemeinde Darmſtadt 1846. Der erſte Samstag jeden Monats
iſt bekanntlich der Monatsverſammlung vorbehalten. Daß dieſelben an=
regend
geſtaltet werden, davon ſollte ſich jedes Mitglied überzeugen.
Auch für morgen abend iſt uns wieder ein Vortrag mit Lichtbildern zu=
geſagt
. Turner Feilner, als guter Redner bekannt, wird es verſtehen,
ſeine Zuhörer zu feſſeln, um ſo mehr, als er mit herrlichen Aufnahmen
aufwarten kann. Wir machen unſere Mitglieder deshalb beſonders hier=
auf
aufmerkſam. Gäſte können eingeführt werden. (Siehe Anzeige.)
Der Marine=Verein Darmſtadt u. Umgegend hält am Sonntag,
den 8. Mai in Gernsheim a. Rh. die Taufe und Einweihung der Boote
hir die neugegründete Jugendabteilung ab. Außer dem Feſtzug iſt eine
ſchöne Feſtfolge zuſammengeſtellt, Die Feſtrede hat Sr. Exzellenz Herr
Admiral Jakobſen, die Taufe der Boote Ihre Exzelenz und Frau Kapi=
tän
Herzbruch in dankenswerter Weiſe gütigſt übernommen. Namhafte
Herren haben ihr Erſcheinen zugeſagt, ſo daß das Feſt, imn einem echt
vaterländiſchen deutſchen Rahmen erſcheint. Die Krieger und Negiments=
vereine
Ruder= und Sportvereine, alle die der deutſchen Jugendbewegung
nahe ſtehen, ſeien beſonders aufmerkſam gemacht. Die Abfahrt nach
Gernsheim a. Rh. um 1.22 Uhr ab Hauptbahnhof. Siehe Anzeige.
Wettſchreiben. Das diesjährige Frühlingswettſchreiden des
Stenographenvereins 1861 Gabelsberger iſt jetzt beendet. Es wurden
in dieſem Jahre ſehr ſchöne Erſolge erzielt. Das beſte Zeichen dafür,
daß die Deutſche Einheitskurzſchrift ſtets im Wachſen begriffen iſt und
bereit iſt, den Weg aufzunehmen, Gemeigut des ganzen deutſchen
Volkes zu wrden. Mit Ehrenpreiſen konnten in höheren Geſchwindig=
keiten
ausgezeichnet werden: Fräulein Hofferbert, M. Vetter, Chr.
Göriſch, L. Langlitz, die Herren A. Müller, Philipp Kropp, Alex Bern=
hardt
und Hans Hartmann. Möge dieſes Wettſchreiben wieder ein
Anſporn geweſen ſein für die, welche unſerer ſchönen Kunſt noch fern=
ſtehen
.

Zwiſchenrunde um die Deutſche Meiſterſchaft
Sportverein
Polizeisportverein

[ ][  ][ ]

Geite 6

Nummer 125

Freitag, den 6. Mai 1927

* Stadiverordnetenberſammlung.
Der Herr Oberbürgermeiſter eröffnet die Sitzung um
5 Uhr 10 Minuten.
Auf der Tagesordnung ſteht als einziger Gegenſtand: Der Voran=
fchlag
für 1327.
Vorweg werden noch zwei Punkte erledigt: Für die im Muſeum
ſtattfindende Ausſtellung werden noch 15 000 Mark (als Vorlage) be=
wüilligt
. Die Stadt hat Loſe für das Krüppelheim in Höhe von 300 Mark
übernommen, was beides gutgeheißen wird.
Stadtv. Reibold teilt mit, daß er der Sozialdemokratiſchen
Partei als Mitglied beigetreten iſt.
Bei Beginn der allein für heute vorgeſehenen Generaldebatte führt
der Oberbürgermeiſter etwa folgendes aus: (Siehe beſond. Artikel.)
Darauf ergreift Stadtv. Aßmuth als Berichterſtatter das Wort.
(Wir verweiſen auf die ſeinerzeit veröffentlichten Mitteilungen des ge=
nannten
Stadtvevordneten.) Er ſchlägt vor, heute nur die General=
debatte
ſtattfinden zu laſſem und entſcheidende Abſtimmungen wie die

Spezialdebatte für morgen (6. ds.) vorzubehalten.
Darauf ſpricht Stadtv. Leuſchner: Es ſei notwendig, die
Oeffentlichkeit über den Stand des Budgets aufzuklären. Der Etat für
1927 war beſonders ſchwierig zu bearbeiten. (Das gilt für alle Städte.)
Der Bedarf iſt groß und die Einnahmen knapp. Die vorzügliche Ver=
hinwegtäuſchen
. Trotzdem müſſen wir uns über das Defizit von 3 Mil=
lionen
Sorgen machen. Die Ausgaben ſind vielfach gedroſſelt worden,
die Einnahmen ſtark ausgeſchöpft. Eine Urſache des Defizits iſt die,
daß die ganze Wirtſchaftsnot ſich den Gemeinden aufdrängt. Wird dem
die Steuererhöhung entgegenzuwirken vermögen? Redner glaubt nicht,
in nächſter Zeit mit einem Mehr an Steuereinnahmen rechnen zu kön= platz und der alte Shlachthofplatz wird für Fuhrwerke, Autos und Rad=
men
. Die Belaſtungen der Spezialetats werden durch die Rationaliſie=
vungsbeſtrebungen
der Induſtrie größer werden. Kontraſte ſind auf=
zuzeigen
: ungeheurer Aufſtieg des Bankweſens (2 Mill. Mk. an die
Aufſichtsräte der J. G. Farbeninduſtrie erwähnt der Redner, indem er magnetopath, Herr Fr. Hornberger, einen Lichtbildervortrag über Heil=
die
Verdienſte dieſer Induſtrie beſpricht). Hier müſſe die Konſumkraft
Einkommen, der Löhne. Hand in Hand müſſe die Preisſenkung bezüg=
lich
der Induſtrieproduktion gehen. Die Zahl der Sozial= und Klein=
rentner
hier iſt größer als in anderen Städten. Darmſtadt iſt einge=
Verhältniſſe beſſern?. Die Stadt Darmſtadt ergreife hier leider keine und oft erſt langſam wirke. Der Heilmagnetismus ſei durch Mesmer
Initiative (Eingemeindung der Vororte!). Andere Städte tun klug
daran, hierin raſch vorzugehen. Dabei ſei die Pflege des geiſtigen und Amerika gebe es ſchon lange Krankenhäuſer, die ſich auf der heil=
Kulturgutes nicht zu vergeſſen. Erheben wir doch den Anſpruch, eine
Kunſtſtadt zu ſein! Hier möge die Stadtverwaltung Initiative zeigen.
Beſeitigung der Wohnungsnot und des Wohnungselendes iſt heute eine
der wichtigſten Aufgaben der Stadt. Der Wohnungsbau iſt eine ge=
meinnützige
Aufgabe. Die Sozialdemokratiſche Partei ſtimme dem
erweiterten Bauprogramm des Bürgermeiſters Buxbaum zu, nicht dem
Programm des Oberbürgermeiſters. Nachher ſei das Wohnungselend
in der Altſtadt zu beſeitigen. Die Sondergebäudeſteuer dürfe nicht für Heilmagnetismus. Gine Reihe von Aufnahmen zeigten die magnetiſchen
die Verwaltung mitverwandt werden.
Redner regt an, daß ein Verwaltungsgebäude für alle ſtädtiſchen
Stellen errichtet werde; hier könne jedenfalls geſpart werden. Nicht
ration des Hotels Traube in dem Ausmaße, wie ſie nun ausgeführt
wird, liegt weder im Intereſſe der Verwaltung noch in dem der Bür=
müſſe
nachbewilligt werden.
Die Sozialdemokratiſche Partei lehnt den Abbau der Materialver=
waltung
ab. Die Verbilligung von Gas, Elektrizität und Waſſer ſei
zu erſtreben. In den derzeitigen Preiſen liege eine indirekte Beſteue=
rung
der Bevölkerung.
Die Heag werfe für die Stadt Darmſtadt nicht genügend ab.
Zur Frage der Deckung des Defizits ſagt Redner: Die 3 Millionen
Defizit könnten nicht aus Vermögensmittel genommen werden, denn dies
würde die Kreditfähigkeit der Stadt einſchränken. Hier müſſe man auch
ſozialen Staffelung der Steuer kommen. Bezüglich der Müllabfuhrge=
müſſe
vom Hausbeſitzer, nicht vom Mieter, getragen werden. Gleiches
Partei ſei gegen eine Filialſteuer, weil dieſe eine Sonderſteuer ſei.
900 000 Mark möchten auf den außerondentlichen Etat genommen werden.
Die Sozialdemokratiſche Partei werde auf ihre Kontrollrechte gegen=
über
der Verwaltung nicht verzichten.
Stadtv. Dr. Noellner erklärt, er mache nun 25 Jahre die Etat=
beratung
mit, aber die Vorverhandlungen ſeien noch nie ſo ſchwierig
Verwaltung. Die Bürgerſchaft bewege die Zahl der Projekte der Ver=
waltung
. Der Nathausumbau ſei notwendig, der Ratskeller eine über=
flüſſige
Sache. Die Traube hätte behalten werden müſſen, da der
koſten. Die Uebernahme der drei Gärten ſei nowendig geweſen, doch Amerika=Linie in Darmſtadt, Luiſenplatz 1. in Verbindung zu
dürfe aus dem Oraugeriegarten kein Rummelplatz werden. Die Feſt= ſetzen, die koſtenlos jede gewünſchte Auskunft erteilt.
halle ſolle Verkehr nach Darmſtadt bringen.
von deren Induſtrieobligationen.
Die Eingemeindung von Arheilgen habe die Stadtverordnetenver=
ſammlung
, als Morneweg Stadtoberhaupt geweſen, abgelehnt. Induſtrie
müſſe hierher gezogen werden. Die ſtädtiſchen Betriebe entwickelten
ſich in erfreulicher Weiſe.
Solange die Wohnungsnot herrſche, werde die Sondergebäudeſteuer jede Auskunft erteilt wird.
nicht abſchaffbar ſein.
Die Straßen innerhalb der Stadt ſeien ſehr reparaturbedürftig,
außerhalb der Stadt ſeiem die Straßen in gutem Zuſtand.
Auch Mainz nehme zur Deckung des Defizits Mittel aus dem Ver=
mögen
, das könne auch Darmſtadt tun.
Die Deutſche Volkspartei ſei dafür, daß 1½ Millionen aus Ver=
mögensmitteln
zur Deckung des Deſizits genommen würden.
das Jahr 1927 für die Stadt Darmſtadt verlaufe. Mainz wolle die
Grundſteuer erhöhen. Wir müſſen uns auf die eigene Hilfe ſtellen.
Der Herr Oberbürgermeiſter appelliert an den Verantwortlichkeitsſinn
aller Stadtverordneten.
Stadtv. Schneider betont die ſteigenden Defizite von 1926/27.
Das Vermögen der Stadt habe ſich gehoben, weil die Stadt ein großer
Inflationsgewinnler ſei. Die Vermögenslage der Stadt ergebe keine
Berechtigung, Fehlbeträge aus dem Vermögen zu nehmen. Die viermal
größere Stadt Stuttgart habe nur ein Deſizit von 17 Millionen Mark.
Sparſamkeit müſſe im Großen wie im Kleinen geübt werden, keine Aus=
tigkeit
zurückgreifen. Das ſei auch die Anſicht des deutſchen Städtetags.
Fünf Büugermeiſter ſeien zu viel, ein Betriebsbürgermeiſter neben dem D. Negada am 7. 5., D. Aurich am 13. 5., D. Kellerwald am 18. 5., D.
Betriebsdirektor ſei nicht nötig. Eine Erhöhung der Realſteuern ſei
nicht zu verantworten. Seine Partei ſei gegen Müllabfuhrgebühren und
Gebühren für Straßenreinigung. Den Klein= und Sozialrentnern dürfe am 6. 7. Nach Auſtralien; D. Gera am 7. 5. Nach Oſtaſien
das Exiſtenzminimum nicht geuommen werden. Die Reſerven der Stadt
ſeien heranzuziehen zur Deckung des Defizits: Die Reſerven der Stadt=
kaſſe
und der ſtädtiſchen Betriebe. Warum würden die Anträge der
ein Jahr laug ſabotiert?
Der Wohnungsbau müſſe dem Privatgewerbe überlaſſen werden,
doch ſei der Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen.
Wenn Darmſtadt die Landeshauptſtadt genommen werde (durch
Wegnahme der Behörden), dann habe Darmſtadt gar keine Bedeutung
mehr. Möge das Jahr ein Jahr der Aufwärtsentwicklung und des
Segens für Darmſtadt werden.
Heute abend 8
r: Spezialde

Neuerf=Heinungen der Plattenliteratur.
ſind bei Electrola vor allen Dingen unſerem großen Meiſter L. v.
Beethoven gewidmet. Die Aufnahmen aus der dritten und fünften
Symphonie, ferner das von Profeſſor Kreisler gefpielte Violinkonzert
in D=Dur erſcheinen in einer Vollendung, denen bleibender Kulturwert
nicht abzuſprechen iſt. Die kompletten Sätze werden auf Wunſch in
einem Spezial=Album geliefert, mit ſehr intereſſanter Einführung ge=
ſchrieben
von Profeſſor Dr. Altmann bzw. Dr. Preußner, die beſonders
unſerer Jugend helfen wird, in den Geiſt dieſer monumentalen Werke
einzudringen.
Choraufnahmen dürfen in keinem Electrola Repertoire fehlen, denn
gerade den Aufnahmen dieſer Art verdankt Electrola die große
Popularität, die zu erhalten durch Ergänzung des Repertoire als ſelbſt=
verſtändliches
Gebot erſcheint. Die erſten deutſchen Fernaufnahmen
aus einem Konzert der Berliner Liedertafel Jubiläumsgeſang (EHh. 33)
und des Berliner Lehrergeſangvereins (EW. 1415) intereſſieren am
meiſten und fordern zu Vergleichen heraus, die keinesfalls zu Ungunſten
der deutſchen Aufnahmen ausfallen. Eine amerikaniſche Aufnahme des
des deutſchen Chorals Wir treten zum Beten (EH. 33) iſt ſenſationell,
denn 3000 Stimmen rereinen ſich und erzielen gewaltige Wirkung.

Regeluug des Straßenverkehrs während der Frühjahrsmefſe
1927. Auf Grund des 8 27 der Polizeiverordnung, die Abhaltung der
Frühjahrs= und Herbſtmeſſe betreffend, vom 6. Dezember 1924, wird
mögenslage der Stadt darf nicht über die Schwierigkeit der Situation während der Frühjahrsmeſſe für die Zeit vom 6. Mai bis 18. Mai 1927
einſchließlich angeordnet: 1. Der zwiſchen Mühl= und Stiftſtraße
liegende Teil der Lindenhofſtraße, der zwiſchen Soder= und Lindenhof=
ſtraße
liegende Teil der Teichhausſtraße, der zwiſchen Lindenhof= und
Landgraf Georgſtraße liegende Teil vor dem Hallenſchwimmbad, die
Landgraf Georgſtraße zwiſchen Mühlſtraße und dem alten Schlachthof=
fahrer
geſperrt. 2. Auf den das Meßgelände angrenzenden Straßen=
teilen
darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.
Heilmagnetismus. Geſtern abend hielt im Fürſtenſaal der Heil=
magnetismus‟
. Der Redner führte aus, daß die Heilung durch Magne=
der
Verbraucher geſteigert werden, dies geſchehe durch Erhöhung der tismus ſo alt wie das Menſchengeſchlecht ſei; ſchon in der Bibel würden
Heilungen durch Handauflegen erwähnt. Der Magnetismus ſei eine
geheimnisvolle Kraft, und zum Magnetopathen gehöre eine beſondere
heilmagnetiſche Veranlagung. Der Magnetopath könne ſofort helfen,
kreiſt von großen Städten. Wie können wir die wirtſchaftspolitiſchen während ein Arzeneimittel erſt an ſeine Stelle gebracht werden müßte
eine Zeit lang ſehr populär gemacht worden; in Frankreich, England
magnetiſchen Methode aufbauten, während in Deutſchland dieſe Heil=
behandlung
von der Schulmedizin nicht anerkannt werde. Nervenſchwäche
werde beſonders gut durch Heilmagnetismus behandelt. Ueber die Heil=
kraft
des Magnetismus zitierte der Redner eine Aeußerung des Profeſ=
ſors
Ennemoſer in München vom Jahre 1852. Dieſer glaubt, daß alle
Krankheiten durch Magnetismus zu heilen ſeien. Es folgten zahlreiche
Lichtbilder. Zunächſt erſchien ein Bild Mesmers des Begründers des
Ausſtrahlungen, namentlich an den Händen, und zwar die poſitiven und
die negativen. Weiter wurden die verſchiedenen Heilgriffe vorgeführt,
die je nach der Krankheit und deren Urſache verſchieden ſind. Eine An=
nötig
ſei geweſen, für ein Feſt eine Feſthalle zu bauen, eine Reſtau= zahl Lichtbilder beſchäftigte ſich mit Wundkrankheiten. Im Anſchluß
an dieſe Vorführungen zählte der Redner eine Reihe von Krankheitem
auf, die durch den Magnetismus geheilt werden könnten. Am Schluß
gerſchaft. Die Feſthalle werde auch höher zu ſtehen kommen, dann des Vortrags führte der Redner ſeine Heilmethode praktiſch an mehveren
Perſonen vor.
Rundfunk. Karl Wallauer, Präſident der Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnenangehöriger, ſpricht am Montag und Freitag nächſter Woche im
Nundfunk über Thegter und Schauſpieler und über Die Bedeutung
und die Ziele der Deutſchen Theater=Ausſtellung Magdeburg 1927 Die
Rede wird am Montag von der deutſchen Welle übertragen, am Freitag
von der Berliner Funkſtunde.
Der Mieterverein (Stiftſtr. 51) hält ſeine Jahreshauptverſamm=
lung
am Montag, den 9. Mai, abends 8½ Uhr, im Saalbau ab. Der
privatkapitaliſtiſch denken. Gegen die Einführung einer Bierſteuer ſei Vorſtand wird über die Tätigkeit des Vereins im abgelauſenen Ge=
ſeine
Partei, denn ſie belaſte die breiten Maſſen. Man könne der Bier= ſchäftsjahr Bericht erſtatten. Nach den geſchäftlichen Verhandlungen wird
ſteuer nur zuſtimmen, wenn auf der andeven Seite eine Entlaſtung der Herr Knaus=Offenbach einen Vortrag über das Thema Wohnungsbau
Maſſen ſtattfinde. Bezüglich der Gewerbeſteuer müſſe man zu einer und Wohnungswirtſchaft halten. In dieſem Vortrag werden auch die
Maßnahmen behandelt werden, die die Mieterſchaft ſelbſt im Intereſſe
bühren ſtimme die Sozialdemokratiſche Partei zu, aber die Gebühr der notwendigen Neuerſtellung von Wohnungen zu ergreifen hat. Die
Mitglieder des Vereins ſind zu dieſer Jahreshauptverſammlung drin=
gelte
von den Straßenreinigungsgebühren. Die Sozaldemokratiſche gend eingeladen. Das Mitgliedsbuch muß am Saaleingang vorgezeigt
werden. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Einwanderungs=Sichtvermerk für die Vereinigten Staaten. Wie
wir von zuverläſſiger Seite hören, werden die amerikaniſchen Konſulate
in Deutſchland von etwa Mitte Mai an wieder Anträge auf Erteilung
amerikaniſcher Einwanderungs=Sichtvermerke von in Deutſchland ge=
borenen
Perſonen entgegennehmen. Solche Perſonen, die die Abſicht
wie jetzt geſveſen. Das liege aber an der ſchwankenden Haltung der haben, nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika auszuwandern,
bisher aber einen Antrag auf Erteilung des Einwanderungs= Sicht=
vermerkes
noch nicht geſtellt haben bzw. infolge Sperrung der Entgegen=
nahme
von Anträgen einen ſolchen Antrag noch nicht einreichen konnten,
Kaufliebhaber ſich zurückzog. Der Umbau der Traube werde 1 Million tun daher gut, ſich ſofort mit der Vertretung der Hamburg=
Auswanderungsvifa. Wie uns heute die Auswanderungsagentur
Bei Erwähnung der Heag bedauert Redyer die geringe Aufwertung des Norddeutſchen Lloyd, Bremen, die Fa. Anton Fiſcher, Frankfurter
Straße 12/14, mitteilt, werden Anträge zwecks Einwanderung nach den
Vereinigten Staaten von Nordamerika vom 16. Mai d3. Js. an wieder
angenommen, da die am 15. Oktober v. J8. eingetretene Sperre auf=
gehoben
wird. Anmeldebogen ſtehen den Intereſſenten heute ſchon im
Büro der Fa. Anton Fiſcher zur Verfügung, wo auch bereitwilligſt

Nächſte Dampferfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
New York: D. Relianee ab Hamburg am 9. 5., ab Cuxhaben am
10. 5., D. Thuringia ab Hamburg am 11. 5., D. New York ab Hamburg
am 12. 5., ab Cughaven am 13. 5., D. Deutſchland ab Hamburg am
19. 5., ab Cuxhaven am 20. 5., D. Clebeland ab Hamburg am 25. 5.,
ab Cuxhaven am 26. 5., D. Hamburg ab Hamburg am 2. 6., ab Cuxhaven
Der Oberbürgermeiſter betont, miemand könne wiſſen, wie am 3. 6., D. Reliance ab Hamburg am 6. 6., ab Cuxhaben am 7. 6. Nach
Philadelphia Baltimore, Norfolk: D. Harburg zirka
24. 5. Nach der Weſtküſte Nordamerika: M. S. Ofiris am
7. 5. D. Seekonk am 21. 5. M. S. Iſis am 4. 6., M. S. Indien am
18. 6. Nach Cuba: D. Kiel am 14. 5., D. Artemiſia am 15. 6. D.
Amaſſia am 16. 7., D. Kiel am 15. 8. Nach Mexiko: D. Nord=
Schleswig am 7. 5., D. Weſterwald am 19. 5., M. S. Rio Bravo am
31. 5., D. Schleswig=Holſtein am 11.

4 1fhr 0 1. ä. Gca Mit. Rlüfecal
Kyphiſſia am 11. 6. D. Albert Voegler am 22. 6. Nach der Oſtküſte
gabe dürfe bewilligt werden, ohne dafür Deckung zu haben. Die Ver= Südamerika: D. Oliva am 11. 5., D. Steigerwald am 18. 5., D.
waltung müſſe vereinfacht vverden, man müſſe auf die ehrenamtliche = Granada am 25. 5., D. Bayern am 1. 6., D. Ludendorff am 8. 6.,
D. General Belgrano am 15. 6. Nach der Weſtküſte Südamerika:
Amaſis am 20. 5., D. Rapot am 28. 5. Nach Niederländiſch In=
dien
: D. Karnak am 11. 5., M. S. Duisburg am 8. 6., D. Altona
(Hapag): D. Helenus am 7. 5., M. S. Ruhr am 11. 5., M. S. Vogtland
am 14. 5., D. City of Batavia am 21. 5., D. Wiegand am B.
Fürſt Bülow am 8 6. Nach Oſtaſien (Hugo Stinnes Linien): M. S.
Deutſchnationalen Partei auf Herabſetzung des Gaspreiſes nun ſchon Münſterland am 28. 5., D. Adolf von Baeher am 25. 6., D. Gmil Kirdorf
am B. 7. Nach Afrika: D. Tanganika am 24. 5.

Taugtiage
g
Sulamlststtor fir Kiauhns
Gtaukes

*Amtsgericht I.
1. Gegen einen nicht mehr im Dienſte befindlichen Forſtbeam=
ten
, der zuletzt in einer Stadt in Oberheſſen ſtationiert war,
wird wegen 18 Betrugsfällen, begangen in der Zeit von Auguſt bis
November 1926, verhandelt. Während der erſten drei Fälle war der
Förſter noch im Dienſt. Angeklagter ging in Förſteruniform
herum und wußte ſo den Eindruck zu erwecken, daß er noch im Dienſt
tätig ſei. Bei einem hieſigen Büchſenhändler erſchien er Anfang Oktv=
ber
1926, legitimierte ſich durch ſeinen Jagdpaß, friſchte auch alte Be=
gegnungen
wieder auf und kaufte ein neues Gewehr, es würden dem=
nächſt
Saujagden abgehalten werden, wozu er eine neue Büchſe brauche,
er bezahle am nächſten Erſten. Bei einem Förſter i. R. lieh er ſich im
November 1926 11 Mark, wobei er vorgab, er ſei Hilfsförſter in Kra=
nichſtein
, er habe Urlaub und wolle eine neue Stelle in Jägersburg
einſehen. Der Angeklagte erklärt, gerade durch ſeine Verſetzung von
Winterſtein nach Seligenſtadt in Schulden geraten zu ſein; an letzterem
Platze habe er einen Hungergehalt gehabt, einen Stundenlohn von
18 Pfg. bei einem mit Lebensgefahr verbundenen Berufe. Von Seli=
genſtadt
wurde der Angetlagte ins Forſtamt Grünberg und von da ins
Forſtamt Eudorf verſetzt. In Seligenſtadt ſei die Lebenshaltung für
ihn zu teuer geweſen, deshalb habe er um Verſetzung gebeten, aber das
Miniſterium habe kein Verſtändnis für ſein Anliegen gezeigt. Auf
Anregung des Vaters iſt der Angeklagte auf ſeinen Geiſteszuſtand unter=
ſucht
worden. Anhaltspunkte für die Annahme pſychopathiſcher Ver=
anlagung
ſind nicht gegeben. Das dienſtliche Verhalten wird als gut
geſchildert, dagegen findet das außerdienſtliche Verhalten von amt=
licher
Seite vielfach abfällige Beurteilung, Angeklagter ſei intelligent
und gewandt (auch im Stil), unverkemnbar ſei eine gewiſſe Toleranz
gegen Alkohol. Der Amtsanwalt beantragt ſechs Monate Gefängnis
und ſtellt Anrechnung der Unterſunchungshaft anheim. Das Urteil en=
kennt
gegen den in Romrod geborenen Angeklagten auf ſechs Monate
Gefängnis und rechnet 5 Monate der Unterſuchungshaft an. Ange=
klagter
erklärt dazu, er laſſe die Strafe rechtskräftig werden.
2. Stark ins Zivilrecht hinein ſpielt eine Verhandlung gegen einen
in Villingen geborenen hieſigen Althändler, der in Groß=Bieberau einen
Handel mit Hoſen abſchloß. Es handelt ſich um Reithoſen und Lang=
hoſen
, auch von Zaumzeug und einer Schabrache war die Rede. Die
Hoſe vvollte der Althändler unentgeltlich kürzer machen, aber der Eigen=
tümer
hat ſie nicht mehr zu ſehen bekommen. Auch ein eingeſchriebener
Brief aus dem Odenwald blieb ohne den gewünſchten Erfolg. Später
wollte der Althändler noch 5 Mark auf die alte Hoſe haben, der Käufev
aus dem Odenwald ſagte zu ihm aber darauf: Bürſchchen, mit dir
werde ich noch einig. Wegen Unterſchlagung wird eine Geldſtrafe von
75 Mark beantragt. Der Verteidiger meint, bei ſolch rein zivilrecht=
lichen
Geſchäften könnten die Vertragsparteien aneinander vorbei=
geredet
haben. Der Sachverhalt erſcheint ihm nicht eindeutig geklärt.
Die begutragte Geldſtrafe erſcheine zu hoch. Das Urteil erkennt auf
30 Mark Geldſtrafe.
3. Wegen Unterſchlagung ſteht der Kellner eines hieſigen Cafés un=
ter
Anklage. Am 6. Februar 1927 war nach 5 Uhr früh noch Groß=
betrieb
. Ein Gaſt gab einen Papiergeldſchein hin, der Kellner konnte
nicht wechſeln. Später behauptete der Gaſt (Student), er bekomme
vom Kellner noch 97 oder 98 Mark heraus. Der Kellner betonte da=
gegen
, er habe ja nur einen 50 Mark=Schein von dem Gaſt erhalten und
den ſich extra in die Brieftaſche geſteckt, aber keinen 100 Markſchein, wie
der Gaſt behauptete. Der Gaſt war mit Bekannten von einem Balle
(Maskenball im Saalbau) ins Café gekommen; er erklärt, er habe einen
100 Markſchein in der Hand gehabt und dieſen dem Kellner hingegeben.
Er will den Kellner öfter an Herausgabe des zuviel erhaltenen Geldes
erinnert haben, da ihm die Sache zu ungemütlich wurde. Der Kellner
zeigte dem Gaſt ſeine Brieftaſche, die keinen 100 Markſchein enthielt.
Darauf wurde Anzeige wegen Unterſchlagung erſtattet. Der Gaſt be=
tont
als Zeuge, er habe genau gewußt, welches Paviergeld er damals
bei ſich gehabt habe. Auch eine weitere Zeugin (Kontoriſtin) bekundet
ſie habe geſehen, wie der Gaſt einen 100 Markſchein ſeiner Brieftaſche
entnommen und dem Kellner hingegeben habe. Am Büfett iſt kein
100 Markſchein zu der in Rede ſtehenden Zeit gewechſelt worden. Der
Amtsanwalt hält den Tatbeſtand für geklärt, der Strafantrag geht auf
100 Mark Geldſtrafe. Der Verteidiger betont das Milieu und die Zeit,
in der ſich der Vorfall ereignet hat. In der Faſchingszeit pflege doch
das Geld recht leicht durch die Finger zu gehen. Der Angeklagte werde
als durchaus zuverläſſig von einem langjährigen Angeſtellten des Cafés
bezeichnet. Das Urteil iſt freiſyrechend. Dem Angeklagten ſei
das Bewußtſein der Rechtswidrigkeit nicht nachgewieſen, wenn er auch
objektiv um das zuviel erhaltene Geld bereichert ſei.
4. Unlauterer Wettbewerb wird einem hieſigen Kaufmann zur Laſt
gelegt, der in der Zeitung in einer Annonce kurz vor Weihnachten 1926
einen Schulranzen zum Preiſe von 5 Mark aus prima Rindleder an=
bot
, während behauptet wird, die Ware ſei aus Spaltleder hergeſtellt.
Der Angeklagte behauptet, Spaltleder gehe unter der Bezeichnung
Rindleder. Angeklagter macht die Schutzbehauptung geltend, er habe
die Annonce nicht abgefaßt. Die Sache wird abgeſetzt, da hiernach auch
die Perſon in die Anklage einzubeziehen ſein wird, die die Annonce zur
Aufnahme aufgegeben hat.
* Kleine Strafkammer. Das Bild einer zerrütteten, inzwiſchen
geſchiedenen, Ehe bildet eine Verhandlung gegen einen Arbeiter aus
Offenbach. Die Anklage geht dahin, daß der Ehemann die vor ihm
auf dem Rade in der Herrenſtraße in Offenbach fahrende Ehefrau ge=
ſtoßen
habe, ſodaß ſie zu Boden fiel. Angeklagter gibt den objektiven
Tatbeſtand zu, will die vor ihm Fahrende nicht erkannt haben, er habe
ſich nur vor einem ihm drohenden Unfall ſchützen wollen. Die Ehe
wurde im November 1926 geſchieden, der Strafantrag iſt am 6. Okto=
ber
1926 geſtellt; nach dem ärztlichen Befund waren Verletzungen
nicht wahrnehmbar, die Ehefrau klagte über Schmerzen im Ober=
ſchenkel
. Der Angeklagte erklärt, es ſei auch möglich, daß ſich ſeine
Ehefrau habe fallen laſſen, jedenfalls habe er die vor ihm fahrende
Perſon nicht als ſeine Ehefrau erkannt gehabt. Als einzige Zeugin
wird unbeeidigt die Ehefrau vernommen. Das Amtsgericht
Offenbach hat durch Urteil vom 23. Februar 1927 eine Gefängnisſtrafe
von 1 Monat ausgeſprochen, wogegen Berufung vom Angeklagten
erhoben iſt. Die Ehefrau will plötzlich einen Stoß von der Seite ge=
ſpürt
haben, worauf ſie zu Boden fiel, der Ehemann dagegen behaup=
tet
, die Ehefrau habe plötzlich nach links ausbiegen wollen, wodunch
der Ehemann gefährdet geweſen ſei, weshalb er den Fuß weggeſtreckt
habe. Der Verteidiger weiſt deshalb darauf hin, daß von Vorſatz keine
Rede ſein könne es komme da nur eine fahrläſſige Handlung in
Frage, auch die Frage des Notſtands ſei zu prüfen. Auch der Staats=
anwalt
ſieht den Fall milder an und hält eine Geldſtrafe von 100 Mk.
für angemeſſen. Das Urteil ändert das erſte Erkennt=
nis
dahin ab, daß auf eine Geldſtrafe von 50 Mark er=
kannt
wird.
Schwurgericht. Für die am 17. Mai beginnende Tagung iſt die
Verhandlung von drei Meineidsanklagen vorgeſehen.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städt. Wohl=
fahrts
= und Jugendamt im Monat März 1927. Vorgeſprochen haben
36 Perſonen, davon waren 4 von hier. Es erhielten: 20 Perſonen Fahr=
karten
nach Arbeitsſtellen oder nach dem Wohnort, 1. Nerſon ärztliche
Behandlung, 5 Perſonen Kleidungsſtücke, 7 Perſonen Schuhe, 2 Per=
ſonen
Obdach mit Verpflegung und 1 Perſon ein Wagenrad zur Er=
möglichung
der Fortſetzung der Reiſe und des Handels. Wohlfahrts=
ſcheckhefte
ſind im Verkehrsbüro erhältlich.
Verwaltungsgerichtshof (Zeughausſtraße 2). Oeffentliche Sitzung
am Samstag, 7. Mai, vorm. 9 Uhr: Klage des Viechhändlers David
Sonnheim in Crumſtadt auf Entſchädigung ſür an Maul= und
Klauenſeuche gefallenes Vieh.
Spareinlagen bei den Hefſiſchen Sparkaſſen im Monat März.
Der Monat März hat den heſſiſchen Sparkaſſen wieder einen bemerkens=
werten
Zuwachs an Spareinlagen gebracht. Der Beſtand der Einlagen
ſtieg um rund 42 Millionen Mark auf rund 88,5 Millionen Mark. Die
ſonſtigen Guthaben auf Giro= Scheck= und Kontokorrentkonten betrugen
Ende März 1927 rund 179 Millionen Mark. Die Geſamtſumme der
bei den heſſiſchen Sparkaſſen eingezahlten Gelder belief ſich alſo Monats=
ende
auf rund 106,4 Millionen Mark.

Die Chlorodont-Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt
paßt sich der natürlichen Rundung des Gebisses gut an, dringt in
die engen Zahnzwischenräume und entfernt leicht alle Speisereste,
den häßlichen Zahnbelag und beginnenden Zahnsteinansatz. Auch
die hinteren Backen- und Weisheitszähne werden durch das halb-
runde
Borstenbüschel erfaßt und geputzt. Lockere Zähne werden
durch gleichzeitige Massage des Zahnfleisches befestigt. Die
Chlorodont-Zahnpaste schont den kostbaren Zahnschmelz,
verleiht den Zähnen elfenbeinartigen Hochglanz, bewirkt durch
Sauerstoffsalze eine natürliche Mundreinigung und beseitigt üblen
Mundgeruch bei herrlich erfrischendem Pfefferminzgeschmack,
G

[ ][  ][ ]

Nummer 12.5

* Zum Poranſchlag 1922 und zur
allgemeinen Lage der Städte.
Von Oberbürgermeiſter Dr. Gläfſing.
Bei der allgemeinen Ausſprache zu dem Haushaltsplan der
Stadt nahm ich Stellung zu einigen bedeutungsvollen Fragen
rnd ſtelle dieſe Ausführungen hiermit auf Wunſch gerne der
Oeffentlichkeit zur Verfügung, um einmal alle Schichten unſerer
Bevölkerung zu unterrichten und den Anlaß von Anregungen zu
reben. Auch eine kritiſche Stellungnahme iſt mir durchaus will=
gommen
.
Wie ſchon am 23. März in unſeren Zeitungen veröffentlicht
wurde, hatte die Stadt im Jahre 1926 eine Ausgabenſteigerung
on 1 Million (Polizeikoſten, Landestheater, Mehrauſwand für
ſeas Wohlfahrtsamt) und andererſeits eine Einnahmeentziehung
mi Höhe von rund 1 Million (Senkung des Tarifs für die Ein=
gommenſteuer
und Steuererläſſe im Gebiete der Sonderſteuer).
Es fand bei dieſer ernſten Finanzlage eine beſonders eingehende
Worberatung des ſtädtiſchen Voranſchlags ſtatt, für die ich dem
Finanzausſchuſſe und allen an der Vorberatung beteiligten Aus=
dchüſſen
und Deputationen den aufrichtigen Dank ausſpreche. Sie
ſührte dazu, daß jede nur mögliche Einſchränkung in den Aus=
raben
beſchloſſen wurde. Dieſe außergewöhnliche durch die Not
ſoer Zeit erzwungene Ausgabeneinſchränkung und die infolge nach=
rräglicher
Mitteilungen der Reichs= und Landesbehörden er=
rolgten
weiteren Feſtſtellungen führten zu einer Verbeſſerung des
Woranſchlags in Höhe von rund 2 Millionen, im Falle allen An=
rägen
der Verwaltung ſtattgegeben wird.
Sind naturgemäß in einzelnen bedeutfamen Fragen noch
große Meinungsverſchiedenheiten vorhanden, ſo fühlt ſich die
Stadtverwaltung doch in dem Beſtreben unterſtützt, der Not der
Beit gerecht zu werden und ein geſundes Verhältnis herbeizu=
ühren
zwiſchen den Ausgaben, welche aus Verwaltungsmitteln
mufzubringen ſind und den Ausgaben, die durch Vevmögens=
rnittel
gedeckt werden müſſen. Nur überga gsweiſe können wir
grotz der bis jetzt erzielten Verbeſſerung des Voranſchlags dem
Ziele uns nähern, den Voranſchlag ins Gleichgewicht zu bringen.
In der Frage der Fortſetzung der ſtadteigenen Bauten befinde
uich mich in einer Meinungsverſchiedenheit mit der vorausſicht=
ſlichen
Mehrheit der Stadtverordneten=Verſammlung, welche auch
irn dieſem Jahre ein ſehr großes Bauprogramm insbeſondere für
wie ſtadteigenen Bauten durchzuführen gedenkt. Sicherlich iſt der
SWohnungsbau für das hygieniſche und das ſittliche Wohlergehen
minſeres Volkes ohne jeden Zweifel eine dringende Lebensauf=
wabe
. Um dieſe Aufgabe jedoch auch für die Zukunft in der Weiſe
ſſicher zu ſtellen, daß eine Belaſtung der mir nachfolgenden Gene=
wation
in der nicht zu überblickenden Zukunft vermieden wird,
ſhabe ich den Vorſchlag gemacht, das Wohnungsbauprogramm
fffür 1927 in dieſem Jahre zu teilen und zunächſt die Entſcheidung
(des Reichstags über das Schickſal der Hauszinsſteuer abzu=
mvarten
. Zurzeit werden die Hauszinsſteuermittel darlehensweiſe
Gur Zinsverbilligung und zur Verzinſung und Tilgung der von
uder Stadt für die ſtadteigenen Wohnungsbauten aufzunehmenden
AAnlehensmittel verwandt. Es iſt jedoch keineswegs ſicher, ob die
Sauszinsſteuer in dem gegenwärtigen Umfange weiter genehmigt
ſwird. Ich bin nicht in der Lage, für das ganze ſeitens des Stadt=
bauamts
aufgeſtellte Wohnungsprogramm einzutreten, nachdem
der Herr Reichsfinanzminiſter Köhler am 2. Mai erklärt hat, daß
er die Hauszinsſteuer in die Reichsverwaltung zu übernehmen
gedenke, die bisherige Löſung, die den Ländern die Steuer über=
laſſe
, ſei gänzlich unbefriedigend. Die Schaffung eines neuen
Rechtes mit dem Ziel des Abbaus der Steuer ſchien
ihm ein Bedürfnis. Erfolgt die Herabſetzung der Hauszinsſteuer
rauch nur in der Art, daß die Höhe gemildert und ſie nur noch
auf etwa 20 Jahre zugelaſſen wird, oder in der Art, daß die
Hauszinsſteuer innerhalb dieſer 20 Jahre in abſteigenden fal=
enden
Raten genehmigt wird, ſo liegt ein neuer Tatbeſtand für
die Anleihe=Wohnungsbaupolitik der Stadt vor. Der Vorſtand
des Deutſchen Städtetags hat ausdrücklich betont, daß bei der
gegenwärtigen Sachlage die Hauszinsſteuer darlehensweiſe oder

Freitag, den 6. Mai 1927
zur Verbilligung der Zinſen verwandt werden könnte. Für
meinen Vorſchlag ſpricht die weitere Erwägung, daß wir das
Ergebnis der bevorſtehenden Reichswohnungszählung abwarten
und berückſichtigen können, wenn ſie einen geringeren örtlichen
Fehlbedarf ergibt. Ich mache ferner darauf aufmerkſam, daß
die Stadt Darmſtadt in außergewöhnlichem Umfange bereits im
Jahre 1926 das Wohnungsbauprogramm in Angriff genommen
hat. Nach der veröffentlichten Mitteilung waren am 1. April
1927 ſchon 578 ſtadteigene Neuwohnungen vorhanden. Leider iſt
der von mir vertretene Gedanke der Gründung einer großen
Wohnungsbaugeſellſchaft nicht verwirklicht worden. Die Bitte
um Mithilfe fand kein Gehör. Ich wollte erreichen, daß eine
Wohnungsbaugeſellſchaft organiſch den Wohnungsbau in die
Hand genommen hätte, indem ſie unter Abtrennung von der
Etatwirtſchaft der Stadt, alſo unter Kreditaufnahme auf die vor=
handenen
Bauten, im Wohnungsbau weiter fortgeſchritten wäre.
Ich vertrete für die Zukunft die Ueberzeugung, daß ſie ſich nicht
leicht geſtalten wird und unſere verarmte Generation unmöglich
untragbare Mietſätze zahien kann. Es iſt aber nur dann möglich
in dem Wohnungsbau in großem Umfange fortzuſchreiten, wenn
die beteiligte Kommunalverwaltung entweder das Steuerrecht
ſelbſt in der Hand hat, oder bezüglich der Fundamente ihrer An=
leihepolitik
eine Sicherung vorhanden iſt.
Die bereits erwähnten Einnahmeentziehungen und Ausgaben=
fteigerungen
machen es zur dringenden Pflicht, daß die bean=
tragten
Neueinnahmen geſchafſen werden. Zu dieſen Neuein=
nahmen
gehört die von mir beantragte Gebühr für Straßen=
reinigung
und Müllabfuhr. Gebühren dieſer Art werden erhoben
in den heſſiſchen Städten Gießen, Worms, Bensheim, Alzey,
ferner in den Städten Barmen, Aachen, Elberfeld, Bonn, Kob=
lenz
, Duisburg, Düſſeldorf, Kaſſel, Frankfurt a. M., wie eine
Umfrage bei den zunächſt liegenden Städten ergeben hat. Auch
in der Stadt Darmſtadt wurden früher dieſe Gebühren erhoben,
man hat jedoch in der Inflationszeit auf die Weitererhebung
dieſer Gebühren verzichtet. Die Stadt Darmſtadt, die ſo viel ver=
loren
hat, kann nicht rüchkwärts gehen. Wenn zurzeit von der
ſtädtiſchen Verwaltung eine außergewöhnliche Arbeit für das zu=
künftige
Wohlergehen der Stadt verrichtet wird, ſo darf ſie wohl
der übekwiegenden Mehrheit unſerer Bürgerſchaft ſicher ſein.
Zur allgemeinen Lage iſt noch das folgende zu bemerken:
Die Beſſerung der Wirtſchaft und die Kapitalneubildung ſteht
noch in den Anfängen. Wird aber dieſe Entwicklung vorwärts
ſchreiten und wird es zu einer Aufwärtsbewegung kommen, dann
liegt nach meiner Anſicht die Zukunft des deutſchen Volkes in
der Verbeſſerung des Realeinkommens aller Schichten der Be=
völkerung
und in der Stärkung der Konſumkraft. Gelingt es bei
Aufhebung der Zwangswirtſchaft und Hebung der Wirtſchafts=
lage
, die Bautätigkeit allgemein in den Gang zu bringen, ſo
müſſen die Städte für ihre ſtadteigenen Bauten das Ziel er=
reichen
, den nicht rentierlichen Bauauſwand im Wege der Ab=
ſchreibung
und Rücklagen zu beſeitigen. Sollte jedoch vorzeitig,
wie aus dem veröffentlichten Programm des Reichsfinanz=
miniſters
geſchloſſen werden konnte, ein ſtarker Abbau der Ein=
nahmen
im Gebiete aller Steuern, insbeſondere der Realſteuern
durch die beabſichtigte neue reichsgeſetzliche Regelung erfolgen, ſo
ſind beſtimmte Gefahren nicht von der Hand zu weiſen. Bei dem
durchaus zu begrüßenden und richtigen Ziele, die Wirtſchaft zu
entlaſten und wieder in Gang zu bringen, darf ſchließlich die
Rückſicht auf die jetzt bedrohten Kommunalverwaltungen nicht
außer Acht bleiben. Wollen wir das gewaltige Problem der
Erwerbsloſenfrage löſen, ſo muß zwar die Wirtſchaft unter allen
Umſtänden wieder in Gang gebracht werden, es kann aber die
Einnahmeſenkung nicht derartig ſein, daß die Kommunalverwal=
tungen
ſchließlich gezwungen werden, einen Abſterbeprozeß vor=
zunehmen
und die derzeitige gewaltige Zahl der Erwerbsloſen
noch weiter zu vermehren. Wenn unſerem friedfertigen und
arbeitſamen Volke für die Zukunft internationale Verwicklungen
erſpart bleiben, wenn ihm die Möglichkeit gegeben wird, mit
ſeiner Arbeitſamkeit den Geſundungsprozeß weiter zu führen,
wenn die Kapitalbildung weiterhin erfreuliche Fortſchritte macht,
ſo möchte ich mich der Hoffnung hingeben, daß es uns doch ge=
lingen
wird, im Wege weiterer fortgeſetzter Beſſerung der Ver=
hältniſſe
in der uns noch bevorſtehenden ſchweren Uebergangszeit

Geite 7
das Ziel der Geſundung zu erreichen. Dann werden auch die
durch die gegenwärtige Lage bedingten außergewöhnlichen Laſten
und Fehlbeträge in den Voranſchlägen der ſtädtiſchen Verwal=
tungen
nach und nach verſchwinden.

Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 7. Mai, vormittags 9 Uhr: 1. Klage
des Bezirksfürſorgeverbandes Frankfurt a. M. gegen den Landesfür=
ſorgeverband
Heſſen wegen Anerkennung der endgültigen Fürſorgepflicht
und Erſatzes von Pflegekoſten für Walter Troſt, Offenbach a. M. 2. An=
trag
des Kreisamtes Dieburg auf Entziehung der der Georg Pfeil
Ehefrau zu Altheim erteilten Erlaubnis zum Betriebe einer Schank=
wirtſchaft
mit Branntweinausſchank für das Haus Aſchaffenburgerſtr. 1.
3. Klage des Hans Schroth zu Dieburg gegen den Beiſcheid des
Kreisamts Dieburg vom 13. Januar 1927 wegen Nichterteilung eines
Wandergewerbeſcheins. 4. Geſuch des Georg Bourgeois zu Darm=
ſtadt
um Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft
mit Branntweinausſchank im Hauſe Eichwieſenſtraße 12. 5. Beſchwerde
des Althändlers Karl Schmidt zu Pfungſtadt gegen den Beſcheid des
Kreisamte Darmſtadt wegen Verſagung der Erlaubnis zum Handel mit
unedlen Metallen. 6. Beſchwerde des Bernhard Liebſter zu Reichen=
bach
i. Odw. gegen den Beſcheid des Kreisamts Bensheim wegen Ver=
ſagung
der Erlaubnis zum Handel mit unedlen Metallen.
Kunſinotizen.
deder Werſe, Künſſier oder Künſileriſche Veranſtaliungen, deren im Nachſtehenden drw Thnung
geſchieht, behält ſich die Redattion ihr Urtell vor
Union=Tbeater. Durchlaucht Nadieschen. Das iſt eine
tolle, abenteuerliche Geſchichte, in der ſich der heiße Atem des Balkans
mit Wiener Muſik, Wiener Freude und Ausgelaſſenheit in glücklichſter
Weiſe miſcht. Den Thron Mazzegollniens drückt zurzeit ein funger
König, deſſen fürſtliche Gemahlin einſt, vor Jahren, in Wien eine be=
kannte
, feſche Tänzerin war. Unter dem Spitznamen Radieschen hatte
ſie bei der goldenen Wiener Jugend einſtmals diele Freunde, Bewun=
derer
und Anbeter zu verzeichnen. Eines Tages muß der König zu
ſeinem grohen Schmerze die Entdeckung machen, daß eine der in Mazze=
gollnien
ſtändig auf der Tagesordnung ſtehenden Revolution ihn um
ſeine Herrſchaft gebracht habe. Es entſteht ein toller, faſt undurchdring=
licher
Wirrwarr, in deſſen Verlauf Mazzegollnien ſchließlich doch noch
der ſehnlichſt erwartete König geſchenkt wird. Durchlaucht Radieschen
aber, die an ihrem luſtigen Wiener Intermezzo ihre helle Freude ge=
habt
, fällt nunmehr der Entſchluß nicht mehr allzu ſchwer, ihr ferneres
Leben an der Seite ihres hohen Gemahls, fern von der gefährlichen
Politik im goldenen, frohen Wien zuzubringen und Mazzegollnien ſamt
ſeinen Königen zu vergeſſen.

Lokale Veranſtaltungen.

Tanz=Unterhaltung. Die Abteilung Geſelligkeit der
Kaufmänniſchen Stenographen=Geſellſchaft e. V. veranſtaltet am kom=
menden
Samstag, den 7. Mai, von abends 8 Uhr im Konkordia=Saal,
Waldſtraße, eine Tanz=Unterhaltung, wozu die Mitglieder, deren An=
gehörige
ſowie Freunde und Gönner frdl. cingeladen ſind.
Deutſchorden. Kommende Darmſtadt. Freitag, den
6. Mai, abends 8.15 Uhr, Kommendeabend bei Sitte, Karlſtraße 15,
gelber Saal. Vortrag des Bruder Großkomtur über Die vaterländiſche
Bewegung‟. Die Ordensbrüder haben vollzählig zu erſcheinen.

Tageskalender für Freitag, den 6. Mai 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, D 19, Anfang 7½ Uhr,
Ende nach 10 Uhr: Der Zigeunerbaron. Kleines Haus: Keine
Vorſtellung. Vortrag Dr. Alfr. Heidenreich abends
8½ Uhr, in der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße.
Konzerte: Schloßkaffee, Café Rheingold, Perkeo, Brauerei Schul,
Zur Krone. Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele.

Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedri hſtraße)
Freitag, den 6 Mai, Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 7. Mai, Norgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 8 Uhr 45 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 00 Min,
Abends 8 Uhr 45 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſrael. Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 7. Mai: Vorabend 7 Uhr 15 Min. Morgens
8 Uhr. Nachm. 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr 45 Min.
Wohengotteédienſt: Morgens 6 Uhr. Abends 7 Uh7 30 Min.
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[ ][  ][ ]

Seite 8

Freitag, den 6. Mai 1927

Nummer 125

Der Wiederaufbau des genoſſenſchaftlichen
Sparkapitals in der Landwirtfchtaft.
Ueber eine halbe Milliarde Einlagenbeſtand.
Der Reichsverband der deutſchen landwirtſchaft=
lichen
Genoſſenſchaften bei dem in 25 Zentralkaſſen rund
13 000 Spar= und Darlehnskaſſen zuſammengefaßt ſind,
hat eine Erhebung über deren Einlagenbeſtand mit dem Stichtag
vom 1. Januar 1927 veranſtaltet. Nach dem nunmehr zuſammengeſtell
ten Ergebnis beziffert ſich dieſer auf 584,5 Millionen RM., wo=
von
auf Spareinlagen 343 Millionen RM. und auf Einlagen in laufen=
der
Rechnung 241,5 Millionen RM. entfallen. Wenn man dieſe inzwi=
ſchen
ſchon wieder üüberholten Zahlen mit denen des letzten Friedens=
jahres
, die Ende 1913 insgeſamt 1575 Millionen RM. Einlagen, davon
als Spareinlagen 1371 Millionen RM. und Einlagen in laufender Rech=
nung
204 Millionen RM. auswieſen, in Vergleich ſetzt, ſo iſt feſtzuſtel=
len
, daß das durch die Iuflationszeit faſt völlig verlorene genoſſenſchaft=
liche
Sparkapital trotz der ſchwierigen Wirtſchaftslage der Landloirt=
ſchaft
ſchon auf 37 Prozent des Einlagenb=ſtandes von 1913 wieder an=
gewachſen
und daß ſchon jetzt der größere Teil der Einlagen längerfriſtig
angelegt iſt. Daß es ſich um eine gleichmäßig anſteigende
Entwicklung handelt, zeigt der Vergleich der Ziffern der letzten
drei Jahre: Ende 1924: 125,5 Millionen RM., Ende 1925: 322,9 Mill
RM., Ende 1926: 584,5 Mill. RM. Dieſe Zahlen laſſen eine hoffnungs=
volle
Wiederbelebung des Sparſinns in der Landbevölkerung erkennen und
beweiſen, daß dieſe trotz der Erfahrungen der Inflationszeit das Ver=
trauen
zu ihrer genoſſenſchaftlichen Kreditorganiſation nicht verloren hat.

* Arheilgen, 5. Mai. Verſchiedenes Herr Dentiſt Felis
Fiedler hier hat in hochherziger Weiſe der hieſigen Schule einen Radio=
Apparat geſtiftet. Die hier ausgeſchriebene Lehrerſtelle, auf welch=
ſich
41 Bewerber gemeldet hatten, wurde Herin Lehrer Wilhelm Lam=
pert
zu Brandau im Kreiſe Dieburg übertragen. Nächſten Frei=
tag
, abends 8½ Uhr, hält Herr Lehrer Grimm=Darmſtadt einen Licht
bildervortrag im Farbendruck über die Dresdener Obſt= und Gartenbau=
Ausſtellung. Der Vortrag ſindet im Gaſthaus Zum weißen Schwanen
ſtatt. In den nächſten Tagen trifft hier Haupts Rieſen=Zirkus=
Varieté. Dieſes Unternehmen, das ſchon in verſchiedenen Nachbar=
orten
Gaſtſpiele gab, gehört zu den größten dieſer Art und wird ſicher=
lich
auch am bieſigen Platze größten Zuſpruch finden. Das Weltſtadt=
programm
wird nur wenige Tage hier zu ſehen ſein. Metzger Karl
Dürr wurde durch das Kreisamt zum Aushauer für die hieſige Freibank
verpflichtet. Die hieſige Bürgermeiſterei weiſt darauf hin, daß nach
dem Denkmalſchutzgeſetze alle Funde von in der Erde verborgenen Ge=
genſtänden
, wie Tongefäße und dergleichen,, die bei Erdarbeiten gefun=
den
werden, ſofort bei ihr zu melden ſind. Beſonders ſei noch darauf
aufmerkſam gemacht, daß ſolche Entdeckungen bis zum Eintreffen eines
Sachverſtändigen in ihrer urſprünglichen Lage zu belaſſen ſind, damit
ſie vor Zerſtörungen geſichert bleiben. Eine Bekanntmachung des
Kreisamtes Groß=Gerau weiſt auf eine Polizeiverordnung über den
Betrieb und die Einrichtung der Metzgereien des Kreiſes, ſpeziell auf
die Beſtimmungen über die Hausſchlachtungen hin Die 1877 Ge=
borenen
rüſten ſich für eine gemeinſame Feier ihres 50 Geburtstages.
Eine Vorverſammlung, zu der alle Kameraden und Kameradinnen, auch
die auswärts geborenen, eingeladen ſind, findet nächſten Sonntag nach=
mittag
4 Uhr im Gaſthaus Zum Adler ſtatt.
* Griesheim, 5. Mai. Am nächſten Sonntag, den 8. Mai, nach=
mittags
3 Uhr, findet eine Uebung der Freiwilligen Feuerwehr ſtatt,
zu der die Pflichtfeuerwehr des Jahrganges 1906 gleichfalls zu erſcheinen
hat. Antreten an den Gerätehäuſern um 2½ Uhr. Armbinden ſind
anzulegen. Bei dieſer Uebung werden die Uebungspläne für 1927 ab=
gegeben
. Von der Heranziehung eines weiteren Jahrganges der Pflicht=
feuerwehr
wurde in Anbetracht der eingeführten Waſſerleitung Abſtand
genommen. Entſchuldigungen für die Uebung werden nur in dringen=
den
Fällen angenommen. Nichterſcheinende ohne Entſchuldigung wer=
den
auf Grund der Feuerlöſchordnung zur Beſtrafung angezeigt. Zwei
Seltenheiten beſcherte in den letzten Tagen die Natur unſerem Nach=
barorte
Wolfskehlen. Das Mutterſchwein eines Landwirtes brachte
dieſer Tage 20 lebende Ferkel zur Welt. Einem anderen Tandwirt war
es vergönnt, unter der Schar ſeiner Gänschen eines mit drei Beinen
zu ſehen. Das abnorme Tierchen lebt noch.
H. Eberſtadt, 4. Mai. Auf Grund des Art. 2 des Geſetzes vom
30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betreffend, und der S3
35, 7 u. 9 der zugehörigen Ausführungsverordnung vom 1. Februar
1882 iſt auf Beſchluß des Gemeinderats und nach Begutachtung durch
den Kreisausſchuß mit Genehmigung des Miniſters des Innern für
die Gemeinde Eberſtadt ein Nachtrag zum Ortsbauſtatut erlaſſen wor=
den
und durch ſeine Veröffentlichung in Kraft getreten. In dem Nach=
trag
iſt beſtimmt, daß in dem Wald=Villenviertel zwiſchen Darmſtädter
Gemarkungsgrenze und dem Waldende (früher Hotel Waldfriede) nur
Eizelhäuſer erſtellt werden können, die Villencharakter haben, zwei
Stock hoch ſind und eine Mindeſtfrontbreite von 10 Meter aufweiſen.
Die Nebengebäude müſſen gleichfalls als Einzelgebäude ausgebildet
werden. Der Gemeinderat hat in ſeiner letzten Sitzung eine
Vorlage der Verwaltung angenommen, die die Abgabe von Bau=
gelände
in der Villenkolonie neu regelt. Nach dem Be=
ſtimmungen
ſoll ein Bauplatz eine Straßenfrontbreite von nicht unter
20 und in der Regel von nicht über 30 Meter erhalten, während die
Tiefe eines Bauplatzes ſich nach der Tiefe des Baublocks richtet. Auf
dem Bauplatze muß innerhalb eines Jahres vom Tage der Auflaſſung
an ein villenartiges Wohnhaus, welches in ſeiner Bauart den Be=
ſtimmungen
des Ortsbauſtatuts zu entſprechen hat, errichtet werden.
Wird dieſe Bedingung nicht erfüllt, ſo iſt der Käufer unter Verzicht
auf die Einrebe der Vorausklage verpflichtet, das erworbene Gelände
zum Geſtehungspreis wieder an die Gemeinde abzutreten. Der auf dem
Bauplatz befindliche Holzbeſtand bleibt Eigentum der Gemeinde, welche
die Aberntung des Holzes ſelbſt vornimmt. Soweit einzelne Bäume
zur Erhaltung des Waldvillen=Charakters ſtehen bleiben, müſſen ſie
zu einem feſtzuſetzenden Taxpreis von dem Käufer erworben werden.
Die Veräußerung von unbebautem Gelände an dritte Perſonen iſt
ohne Zuſtimmung der Gemeinde nicht zuläſſig. Die Errichtung von
Geweubebetrieben innerhalb der Villenkolonie iſt unterſagt. Der Ver=
kaufspreis
für das Baugelände wird durch den Gemeinderat beſtimmt.
Gegenwärtig beträgt der Preis 4 Mk. pr. Quadratmeter. Die Be=
zahlung
des Kaufpreiſes muß am Tage der Auflaſſung bzw. Errich
tung des Kaufvertrages in bar erfolgen. Zweck der Regelung iſt, die
Bodenſpekulation in der Villenkolonie zu unterbinden.
* Eberſtadt, 5. Mai. Unfall. In der Pfungſtädter Straße ſcheute
plötzlich ein Pferd eines Fuhrwerkes, wobei die Deichſel des Wagens
abbrach. Da im gleichen Augenblick ein Auto vorbeifuhr, kam in dem
dadurch entſtandenen Durcheinander ein Mädchen, das ein Kind auf
dem Arme trug, zu Fall und kurz vor das Auto zu liegen. Glücklicher=
weiſe
konnte das Auto auf der Stelle halten, ſodaß das Kind mit leichten
Verletzungen davonkam. Das hieſige Gemeindeſchwimm=
bad
wird bei glinſtiger Witterung in den nächſten Tagen wieder er=
öffnet
werden.
* Eberſtadt, 5. Mai. Unfall. Ein hieſiger Eiſenbahner iſt in
Darmſtadt von einer Rangiermaſchine erfaßt und gequetſcht worden
* Pfungſtadt, 4. Mai. Die Theaterabende des Turnvereins
am Samstag und Sonntag erfreuten ſich eines guten Beſuches. Zur
Aufführung gelangte das Schauſpiel Der Erbförſter von Otto Lud=
wig
. Die einzelnen Rollen lagen in guten Händen.
* Ober=Ramſtadt, 4. Mai. Beim hieſigen Standesamt kamen
im Monat April 13 Geburten, 7 Eheſchließungen und 3 Sterbefälle zur
Beurkundung. Die Zahl der Erwerbsloſen hat ſich wiederum
geſenkt. In Unterſtitzung ſtehen nunmehr noch rund 80 Perſonen, dar=
unter
die Hälfte in Kriſenſürſorge. Um die gleich= Zeit des Vorjahres
wurden hier 220 Perſonen unterſtützt.

Verbandstag der kameradſchaftlichen
Vereinigungen ehemaliger 118er
und Wiederfehensfeier am Sonntag, den 8. Mai ds. Js
zu Auerbach a. d. B., Hotel Weigold. Die alten Gelben,
die 118er, mögen ſie nun vom aftiven, vom Reſerve= oder vom Land=
wehr
=Regiment 118 ſein oder von den von dieſem Regiment aufgeſtell=
ten
Formationen, ſie wollen ſich alle am kommenden Sonntag, den
8. Mai ds. Js., in der ſchönen Bergſtraße mit ſeinem herrlichen Bluten=
ſchmuck
treffen, um dort im Hotel Weigold einige Stunden ungetreib=
ten
Zuſammenſeins mit ihren alten Kameraden, mit denen ſie im Regi=
ment
gedient oder im Felde Schuſter an Schulter geſtanden haben, zu
verleben. Selbſtverſrändlich ſind auch die Angehörigen der alten 118er
herzlichſt dazu eingeladen. Um 9 Uhr morgens iſt die Sitzung des Ver=
bandstages
, um 12 Uhr Gedenkfeier am Kriegerdenkmal zu Auerbaci.
1 Uhr Mittageſſen im Hotel Weigold oder, wer es vorzielt, Rückſack=
verpflegung
. Von 3 bis 7 Uhr gemütliches Beifammenſein mit den
alten Kameraden mit Muſik. Alle alten 118er ſind herzlichſr eingeladen
mit ihren Angehörigen. Auf dem Verbandstag ſoll auch über die Er=
richtung
eines Ehrenmals für die Gefallenen der 18er Regimenter und
Formationen beraten werden. Darum kommt alle in Maſſen, die Ihr
einſt dem Reginent oder ſeinen Formationen angehört habt.

* Dieburg, 5. Mai Fahnenweihe. Der katholiſche Mänuer=
und Arbeiterverein Diebung weiht am kommenden Sonntag ſeine neue
Vereinsfahne ein. Das Kreisgeſundheitsamt des Kreiſes
2g Eefindet ſich vorläufig im Hauſe Pfarrgaſſe 4. Das Fort=
beſtehen
des Sanitätsvereins e. V. Dieburg kann als geſichert gelten.
r. Babenhauſen, 4. Mai. Zu einer öffentlichen Sitzung war vor=
geſtern
abend der Gemeinderat verſammelt. Die Firma Karl
Noſe jun. hat in einem Geſuck= um Genehmigung zur Errichtung
einer Betriebsſtoffpumpanlage (Benzol=Tankſtelle) neben dem Hofe des
Spitalſchuſhauſes gebeten. Nach Verleſung eines Berichts von Bau=
inſpektor
Volk lehut der Gemeinderat mit Rüickſicht auf die enge Straße
und die Gefahren beim Ein= und Ausgange der Schulkinder das Geſuck
ab. Falls der Antragſteller die Anlage inne halb ſeiner Hofreite errich=
ten
will, ſo wird ihm Genehmigung dafür erteilt. Dies ſoll aber nur
auf Widerruf geſchehen. Nach Verleſung eines Schreibens vom Kreis=
amt
Dieburg, betr. Beſetzung der Feldſchützenſtelle, wird beſchloſſen, die
Stelle zur Bewerbung an hieſige geeignete Leute auszuſchreiben. Die
Anſtellung ſoll erfolgen nach Gruppe 4 Stufe 1 mit 85 Prozent, Beſchäf=
tigung
. Ab 1. April ſollen die Wohnungsgeldzuſchüſſe der Gemeinde=
bamten
und Bedienſteten den ſtaatlichen Sätzen angepaßt werden. Für
die Freiwillige Feuerwehr ſollen mehrere Karbidhandlaternen, Feuer=
wehrhandbücher
, Helme uſw. beſchafft werden. Der Unternehmer Ink.
Aumann hier hat an die Gemeinde einen Antrag gerichtet um Ab=
gabe
von Kies. Er bittet um Genehmigung, den Gemeindeweg neben
ſeinem Grundſtück zwiſchen den Bahnen genau ſo tief zu legen wie die
Grunküiche auf beiden Seiten davon. Das Geſuch findet Genehmigung.
Die Baukommiſſion wird beauftragt, mit Aumann über Menge und
Preis des abzuhebenden Kieſes zu verhandeln. Für die am 16. Mai
ſtattfindende Wohnungszählung werden die G.=R. Krapp und Mül=
ler
als Zählungsausſchuß beſtimmt. Die Zähler ſollen entſpreckend
vergütet werden. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde noch beraten
über Kurkoſtemübernahme, die Polizeiverordnung über die Erſatzſtraße
weſtlich des Bahnhofs, Friſtgeſuche, Unterſtützungen uſw.
* Erbach (Odenwald), 4. Mai. Einer dringend notwendigen und
deswegen doppelt dankenswerten Aufgabe hat ſich die Orrsgrunde Er=
bach
des EvangeliſchenBundes unterzogen, die zur Aufklärung über die
Gefahren, die dem deutſchen Volke durch die geplante Errichtung eines
Reichskonkordats drohen, eine Verſammlung aller politiſch intereſſierten
Kreiſe in den großen Saal des Hotels Zum Schützenhof eingeladen
hatte. Als Referent des Abends trat Herr Pfarrer Berger=König auf.
der ſich als ein vorziglicher Kenner der Materie erwies und der in
zweiſtündigem trefflichen Vortrag dem aufmerkſam folgenden Publikum
die Gefahren für unſer geiſtiges und nationales Leben ſchilderte, die uns
die Einführung des Reichskonkordats, die, wie ja alle, die die politiſchen
Ereigniſſe der letzten Zeit verfolgen, wiſſen, von ſeiten der römiſch=
katholiſchen
Kirche und ihrer politiſchen Vertretung in den deutſchen
Parlamenten, der Zentrumspartei mit allen derſelben zur Verfügung
ſtehenden Mitteln betrieben wird. Herr Pfarrer Berger wies zunächſt
darauf hin, daß das ſog. Konkordat eine Einräumung einer Bormacht=
ſtellung
an den päpſtlichen Stuhl in Rom über den politiſchen Staat
auf der Baſis des internationalen Völkerrechts darſtelle, die ſich, da
der Staat viele Hoheiten an die römiſch=katholiſche Kirche für alle Zeiten
abtrete, für unſer ganzes Volk, einerlei welchen konfefſionellen Bekennt=
niſſes
der Einzelne ſei, auf kulturellem Gebiet als eine Rückführung in
mittelalterliche Zuſtände auswirken müſſe. Auch ſtehe ein Konkordat
in Widerſpruch mit der Weimarer Verfaſſung, die allen Deutſchen
ohne Unterſchied der Konfeſſion die Freiheit des religiöſen Bekenntniſſes
auf der Baſis der Gleichberechtigung gewährleiſtet. Redner wies ferner
darauf hin, daß daß man beiſpielsweiſe ſchon heute in Bayern, wo vor
nunmehr zwei Jahren das Konkordat zwiſchen den berufenen Vertretern
des, Freien Volksſtaates Bayern und dem päpſtlichen Nuntius Parcelli,
abgeſchloſſen wurde, die Schäden und die kulturhemmenden Einfliffe
des Konkordats erkenne. Wenn man die wichtigſte Beſtimmung dieſes
bayeriſchen Konkordates ſich eingehend betrachtet, und ſich ihre Auswir=
kungen
auf die Lebensintereſſen des bayeriſchen Volkes eingehend vor
Augen hält, ſo muß jeder Laie ohne weiteres erkennen, in wie unerhört
weitgehendem Ausmaße, der Staat Privilegien an die Kirche Roms
vergeben hat. Das bayeriſche Konkordat ſchreibt nämlich in Artikel
1 § 2: Der bayeriſche Staat anerkennt das Recht der Kirche, im Rahmen
ihrer Zuſtändigkeit Geſetze zu erlaſſen und Anordnungen zu treffen,
die ihre Mitglieder binden. Er wird die Ausüübung dieſes Rechtes
weder hindern noch erſchweren. In ſeinen folgenden Ausführungen wies
Herr Pfarrer Berger daraufhin, daß es zunächſt Aufgabe des evange=
liſchen
Bundes ſein müſſe, folgende Forderungen mit aülen zu Gebote
ſtehenden Machtmitteln zu vertreten, um die Einführung des Konkor=
dates
zu verhindern: 1. Die Schaffung eines Reichskonkordates gefähr=
der
die kulturellen und nationalen Belange des deutſchen Volkes in weit=
gehendſtem
Maße und muß deshalb unter allen Umſtänden unterbleiben.
Das ſchon ſeit Jahren ausſtehende Reichsſchulgeſetz muß in allernächſter
Zeit Wirklichkeit werden. Es darf unter keinen Umſtänden geduldet
werden, daß ein Ausländer, der der päpſtliche Nuntius nun einmal
iſt, in dieſe völlig deutſche Angelegenheit hineinzuarbeiten hat. 2. in den
Einzelſtaaten bzw. in den Ländern in der das Verhältnis der Kirche
zum Staat noch nicht geregelt iſt, ſoll dieſe Regelung auf gefetzlichem
Wege baldigſt erſtrebt werden. Mit praktiſchen Beiſpielen ſind in dieſer
Linie die Freiſtaaten Sachſen, Württemberg und Baden bereits voraus=
gegangen
. Schließlich appelliert Herr Pfarrer Berger an alle evange=
liſchen
Deutſchen, einerlei welcher politiſchen Partei ſie angehören, im
Evangeliſchen Bund mitzukämpfen gegen die Errichtung des Konkordats
und dafür einzutreten, daß dem deutſchen Volke nicht ſeine Staatshoheit
in kulturellen Fragen genommen werde und vergeben werde an eine
fremde Macht, die die römiſch katholiſche Kirche nun einmal iſt. H.
m. Beerfelden, 3. Mai. Verſchiedenes. Am Sonntag bot
der Turnverein der Allgemeinheit einen wohlgelungenen Theater=
abend
, dabei ging der dreiaktige Schwank Der ungläubige Thomas
üiber die Bühne. Die Darſtellenden wußten ihre Rollen ſehr gut wieder=
zugeben
und ernteten dafür lebhaften Beifall. Der geſtrige Vieh=
markt
zeigte guten Beſuch und Auftrieb. Trotz der hohen Zahl von
Läufern und Ferkeln (260 Stück) wurde doch faſt vollſtändig ausverkauft,
die Preiſe ſchwankten zwiſchen 2045 Mt. pro Paar. Der Handel im
Großvieh, von dem etwa 50 Stück aufgetrieben waren, war nicht be=
ſonders
. Der hieſige Verein für Raſenſport trug auf dem hieſigen
Sportplatz vorgeſtern nachmittag ſein Verbandsſpiel aus, das
unentſchieden endete 3:3 (1:1). Es war eine Luſt, dem wohlausgegliche=
nen
Spiel der beiden Mannſchaften zuzuſehen. Die zweiten Mann=
ſchaften
derſelben Vereine ſchloſſen dann ein weiteres Spiel an, das mit
demſelben Ergebnis endete 3:3.
* Waldmichelbach, 5. Mai. Neue Förſtereibezeichnungen.
Die Förſterei Weſt heißt jetzt Förſterei Zollſtock und die Förſterei
Oſt iſt in Förſterei Waldmichelbach umgetauft worden

Walbmichelbach, 5. Mai. Die Apfelbäume haben jetzt ihr
volles Blütenkleid angelegt. Im Schmucke der Hochblüte der Obſtbäume
hat der Odenwald jetzt ſein hochzeitliches Gewand angetan, ſodaß die
Touriſten von weither herbeieilen, um das Naturwunder der Baum=
blüte
anzuſtaunen. Dem Blütenanſatze nach zu urteilen, iſt mit guter
Kirſchen= und Apfelernte zu rechnen, zumal das ſonnige Wetter ein
gutes Verblühen der Obſtbäume verbürgt.
* Von der Bergſtraße, 4. Mai. Obſtausſichten. Das Ver=
blühen
der Obſtbäume nahm bis jetzt einen befriedigenden Verlauf.
Die Früchte der Aprikoſen ſind ſchon erbſengroß. Bei Pfirſichen und
Kirſchen ſind die Fruchtanſätze gut. Die Birnen ſtehen zur Zeit i
reicher Blüte, ebenſo kommen nun auch die Apfelblüten zur vollen Ent=
wicklung
. Wenn keins Nachtfröſte mehr in Erſcheinung treten ode
ſonſtige Störungen vorkommen, kann man auf eine gute Obſternte
rechnen.
* Auerbach, 5. Mai. Arztniederlaſſung? Wir hatten
vor mehreren Tagen berichtet, daß ſich dahier in der Perſon eines
Herrn Dr. med. Schweitzer ein vierter prakt. Arzt niedergelaſſen habe.
Obwohl dieſer ſeine Niederlaſſung öffentlich bekannt gab, iſt dies bis jetzt
nicht Tatſache geworden und es anſcheinend bei dieſer Ankündigung
geblieben. Ob Wohnungsmangel oder andere Gründe im Wege ſtehen,
iſt nicht bekannt geworden. Die Bergſtraße hat anſcheinend ein gutes
Obſtjahr zu erwarten.
* Heppenheim a. d. B., 5. Mai. Odenwaldklub. Die Ein=
ladungen
zu der Hauptverſammlung des Geſamtodenwaldklubs am 28.
und 29. Mai in Heppenheim ſind bereits an die einzelnen Ortsgruppen
des Vereins verſande. Die Einladungen enthalten zugleich das umfang=
reiche
Programm, welches die Ortsgrudpe Heppenheim zur Unterhaltung
ihrer Gäſte aufgeſtellt hat. Bei der Durchſicht ſeitens der Vorſitzenden
der Ortsgruppen werden dieſe ſich von der Reichhaltigkeit der Feſtord=
nung
überzeugen und ihre Mitglieder zum Beſuche der Hauptverſamm=
lung
in Heppenheim ermuntern. Die der Einladung beigefügten Frage=
bogen
mögen recht bald ausgefüllt zurückgeſandt werden, damit der
hieſige Vorſtand einen genaueren Ueberblick über die Zahl der Gäſte
bekommt, welche am 28. und 29. Mai in Heppenheim weilen. Man
recmet mit mehreren Tauſend Beſuchern an dieſen Tagen. Am
komutenden Sonntag unternimmt der Odenwaldklub Heppenheim ſeine
7. programmäßige Wanderung nach Lichtenberg. Um die Fahrt über
Darmſtadt nach Brensbach zu vermeiden, wird ein von der Poſtbehörde
zum gewöhnlichen Fahrpreis zum Wandern zur Verfügung geſtellter
Wagen, welcher den Zug 5,52 Uhr in Bensheim erwartet, zur Fahrt
nach Gadernheim benutzt. Von hier geht es weiter über Neunkirchen,
Nonrober Höhe nach dem Schloß Lichtenberg. Das Mittageſſen wird
gegen 2.30 Uhr in Lictenberg im Gaſthaus Zur ſchönen Ausſicht ein=
genommen
. Rückkehr erfolgt mit der Bahn. Ankunft um 8,20 Uhr in
Heppenheim. Ehrenmal für die Gefallenen. Zu Gun=
ſten
der Errichtung einer Gedenkſtelle für die Gefallenen der Stadt
Heppenheim führen die Kriegsbeſchädigten der Ortsgruppe Heppenheim
am kommenden Sonntag im Saalbau Kärcher das Volksſtück S
Millerſch Liſſel vunn Michlboch, verfaßt von Herrn Lehrer Schwalbach,
Heppenheim, auf. Der geſamte Reinertrag wird zu ſchon erwähntem
Zwecke benutzt. Kath. Arbeiterinnenverein. Am ver=
gangenen
Sonntag fand im kath. Vereinshaus eine Theatervorſtellung
des Arbeiterinnenvereins ſtatt, welche ſehr gut beſucht war. Zur Auf=
führung
gelangte Roſa von Tannenberg, nach der Erzählung von
Chriſtoph von Schmitt. Herr Kaplan Lenhardt begrüßte mit herz=
lichen
Worten die Beſucher. Herr Prälat Miſchler gab im Laufe des
Abends bekannt, daß Herr Kaplan Schneider nach Darmſtadt verſetzt
ſei, was nur ungern vernommen wird, da zwei Vereine in ihm einen
tüchtigen Leiter verlieren. Kreisobſtbauverein. Am
Sonntag, den 22. Mai, hält der Kreisobſtbauverein Heppenheim eine
außerordentliche Generalverſammlung in Wimpfen ab. Auf der Tages=
ordnung
ſtehen: 1. Bericht des Vorſitzenden über die Rechnung 1926 und
der Voranſchlag für 1927 2. Vortrag des Landesinſpektors für Obſt=
bau
. Herrn Pfeiffer aus Darmſtadt, über Das großzügige Umpfropfen.
3. Die Beſchaffung von Motorſpritzen. 4. Anträge und Mitteilungen.
5 Verſchiedenes. Mit dieſer Generalverſammlung ſoll gleichzeitig ein
Ausflug nach Wimpfen verbunden werden, zu weichem auch die Freunde
der Vereinsbeſtrebungen eingeladen ſind. Anmeldungen ſind bei den
Vereinsvorſtänden zu bewirken.
Gernsheim, 5. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
5. Mai 202 Zentimeter.
* Offenbach, 3. Mai. Als gegen Ende der Inflationszeit die Waren
immer knapper wurden, wurde hier ein Wirtſchaftsverein der Beamten
gegründet, der bis zum Ende der Geldentwertung großen Umſatz hatte.
Im Jahre 1925 traten zahlreiche Mitglieder aus, ſo daß der Umſatz
immer geringer wurde und der Verein ſchließlich mit Verluſt arbeitete.
Es beſtand die Gefahr, daß wenige Genoſſen den Verluſt zu tragen
hätten. Die Geuoſſenſchaft beſchloß deshalb vor Jahresfriſt, ſich auf=
zulüſen
. Dieſer Tage fand die S=klußverſammlung ſtatt. Es war bei
1247 Genoſſen ein Vermögen von 9819 Mark vorhanden. Von den ein=
gezahlten
Stammanteilen je 20 Mark mußten 10 Mark zur
Deckung der Schulden einbehalten werden. Ein Rechnungsreſt von
100 Mark wurde auf Beſchluß der Verſammlung dem Ortskartell des
Deutſchen Beamtenbundes überwieſen.
z. Oppenheim, 5. Mai. Im Anſchluß an die Mitgliederverfammlung
des Heſſ. Vogelſchutzvereins, die am Samstag hier ſtat=findet,
ſollen unter Führung des HerrnJuſtizinſpektors Koch die Vogelſchutzanlagen-
auf
der Landskrone beſichtigt werden. Den Schluß der Tagung bilder:
die Beſichtigung der Wein= und Obſtbauſchule. Auch) in Nierſtein.
verſucht man, zur Bekämpfung des Froſtes in den gefährdeten Wein=
bergslagen
geeignete Räucherſtellen einzurichten und die erforderlichen-
Räuchermitteln gemeinſam zu beziehen. Gelegentlich des am Sonntag;
in Vingen ſtattgefundenen Stenographie=Wettſchreibens erhielt Herr Hugo=
Decker=Nierſtein in der Abteilung 120 Silben den 2., Herr Heinrich=
Ratgeber=Dienheim in der Abteilung 80 Silben ebenfalls den 2
und Herr Simon Lemmert=Dienheim in der Abteilung 60 Silbem
den 1. Preis.
* Butzbach, 5. Mai. Ein Feuer brach inmitten der Stadt auß
dem Marktplatz aus und vernichtete das Anweſen des Landwirtes Hein=
rich
Steinhäuſer mit landwirtſchaftlichen Maſchinen, reichen Heu= und
Strohvorräten, auch das Anweſen des Kaufmannes W. Nern wurde be=
ſchädigt
. Der Feuerwehr gelang es nur mit größter Anſtrengung
und den trefflichen techniſchen Einrichtungen, ein großes Brandunglück
zu verhüten, da in der Altſtadt alle Häuſer dicht zuſammenhängen. Den
Knecht des Steinhäuſer und ſein Freund wurden wegen Verdachtes dex
Brandſtiftung verhaftet. Anſcheinend liegt ein Racheakt vor.
* Gießen, 5. Mai. Für den 1. Weſtdeutſchen Kavalle
riſtentag, der nächſten Samstag, Sonntag und Montag hier ſtatt
findet, rechnet man mit einem Rieſenbeſuch von mindeſtens 10 000 ehe=
maligen
Soldaten. Stand= und Maſſenquartiere ſind daher in großea
Zahl eingerichtet. Mehr als 100 Kriegervereine aus den verſchiedenſter!
Gegenden Oberheſſens, den Kreiſen Wetzlar, Biedenkopf und MarburS
haben ihr Erſcheinen angemeldet. Dazu kommen die zahlreichen
Kavallerie=Vereine aus Weſtdeutſchland und beſonders aus dem Saar
gebiet, z. B. aus Darmſtadt, Aſchaffenburg, Hanau, Koblenz, Siegem
Köln, Worms, Alzey, Burbach, Langenſalza, Hofgeismar, Traben=Tra
bach, Saarbrücken, Völklingen, Merzig, Sulzach, Ingelheim. De
Samstagabend iſt mit dem Regiments=Appell der Kurmärker=Dragone
in der Liebigshöhe ausgefüllt. Die Muſik=Kapelle der Fuldaer Artilleri
ird konzertieren. Die hieſigen Geſangvereine haben einen Maſſencho:
zuſammengeſtellt und die Turner und Turnerinnen werden ihre Vor=
führungen
darbieten. Der Sonntag ſieht einen Feldgottesdienſt vo
mit anſchließender Gedenkfeier an der Kriegerdenkmälern. Der hiſtd
riſche Feſtzug zeigt etwa 120 Nummern in vier großen Gruppen. 2
Leibdragoner Nr. 24 werden in voller Friedensausrüſtung reiten. Di.
Hauptfeier in der Volkshalle ſieht lebende Bilder, Feſtrede, Lanzew
reigen, Doppelkonzerte und dergleiü mehr vor.
* Dofſenheim a. d. B., 4. Mai. Von Steinen erdrückt
Im hieſigen ſtaatlichen Porphyrwerk verunglückte während der Nacht
ſchicht der verheiratete Arbeiter Jakob Reinhard dadurch, daß er atd
dem ſchlüpferigen Boden ausrutſchte und von den in Bewegung be
findlichen Steinmaſſen erdrückt wurde. Zwei weitere Arbeiter konnte)
noch rechtzeitig beiſeite ſpringen. Reinhard hinterläßt Frau un
zwei Kinder.

[ ][  ][ ]

Rummer 125

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Seite 10

Freitag, den 6. Mai 1922

Nummer 125

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[ ][  ][ ]

Nummer 125

Seite 11

Reich und Ausland.
General Friedrich v. Scholz geftorben.

General von Scholz.
Im Alter von 76 Jahren ſtarb in Ballenſtedt am
SHarz der verdienſtvolle General der Artillerie
FFriedrich von Scholz, der zu Beginn des Weltkrieges
Kommandierender General des XX. Armeekorps in
AAllenſtein war und ſich beſonders als Führer der
88. Armee bei den Kämpfen um Grodno bekannt
gemacht hat.
Liebesdrama in Bad Homburg.
WSN. Bad Homburg. Mittwoch abend,
gegen 8 Uhr, wurden im Gehölz bei der Karls=
brücke
, in der Nähe von Dornholzhauſen, zwei
PPerſonen mit ſchweren Schußwunden
daufgefunden. Die Polizei ſtellte feſt, daß die
eine, ein etwa 42 Jahre alter Mann, bereits tot
war, während die weibliche, etwa 27 Jahre alte
Perſon, ſchwer verletzt war. Die letztere hatte ver=
ſucht
, ſich die Pulsadern zu öffnen, da anſcheinend
der Schuß nicht tödlich gewirkt hatte. Sie befand ſich
in anderen Umſtänden. Bei dem Manne fand man
einen Zettel, aus dem hervorging, daß ſie gemein=
ſchaftlichen
Selbſtmord verüben wollten. Der Tote
wurde auf den Friedhof in Bad Homburg gebracht,
während das Mädchen dem Homburger Kranken=
haus
zugeführt wurde. Obwohl dort ſofort eine
Operation vorgenommen wurde, iſt ſie am Donners=
tag
an innerer Verblutung geſtorben.
Die Internierung des Molkereibeſitzers
v. Gunten.
Im Auftrag des Preußiſchen Miniſters für
Volkswohlfahrt hat Medizinalrat Dr. Beyer zur
Klärung der aufſehenerregenden Zwangsinternierung
des Molkereibeſitzers von Gunten in einer Irren=
anſtalt
eine Unterſuchung vorgenommen, als deren
Ergebnis laut Voſſ. Ztg. mitgeteilt werden kann:
Dr. Beermann, der während des Urlaubs des
Aſſiſtenzarztes der Kuranſtalt Berlin=Weſtend dieſen
vertrat, hat in einem Dringlichkeitsatteſt die Not=
wendigkeit
der ſofortigen Internierung von Guntens
beſcheinigt. Ob Dr. Beermann die Angaben, die das
Dringlichkeitsatteſt enthält, entſprechend ſeiner ſug=
geſtiven
Ueberzeugung oder nach objektivem Befund
oder etwa gegen beſſeres Wiſſen und Gewiſſen vorge=
nommen
hat, nachzuprüfen, muß Sache der ärztlichen
Ehrengerichte ſein, die ſich des Falles anzunehmen
haben. Der Brief, den Dr. Beermann an Gunten
geſchrieben hat und der die Aufforderung zu einer
perſönlichen Unterredung über Milchbelieferung der
Anſtalten enthielt, muß als ſchwerer Mißbrauch an=
geſehen
werden. Was den Anſtaltsleiter Dr. Schlomer
betrifft, ſo iſt er von jeder Schuld und Verantwor=
tung
freizuſprechen. Dr. Beermann, der die
Zwangsinternierung vorgenommen hat, iſt von der
Anſtaltsleitung ſofort entlaſſen worden.
Der Ausbrecher Spang meldet ſich.
Der Banderolendieb Spang, der auf uner=
klärliche
Weiſe aus dem Moabiter Unterſuchungs=
gefängnis
ausgebrochen war, hat an ſeinen Vertei=
diger
einen Brief geſchrieben, in dem er ihn be=
auftragt
, Berufung gegen ſeine Verurteilung einzu=
legen
und einen möglichſt nahen Termin der Beru=
fungsverhandlung
anberaumen zu laſſen, zu dem er
perſönlich erſcheinen werde.
Neuer Weltreford im Segelflug:

Ferdinand Schulz,
der durch ſeine erfolgreichen Segelflüge weithin
bekannt gewordene oſtpreußiſche Lehrer, der anläß=
lich
des 4. deutſchen Küſtenſegelflugwettbewerbes bei
Roſitten mit einem motorloſen Flug von 14 Stunden
8 Minuten Dauer einen neuen Weltrekord im Segel=
dauerflug
aufgeſtellt hat. Schulz war auf dem Segel=
flugzeug
Weſtpreußen des Weſtpreußiſchen Vereins
für Luftfahrt geſtartet.

Das Flugzeug mit Anhänger in der Luft.
Die vor kurzem begonnenen Verſuche, ein Segelflugzeug mittels Motorflugzeug in die Höhe zu
bringen bzw. zu ſchleppen, ſind jetzt auf dem Kaſſeler Flugplatz weiter fortgeführt worden.
Ueber den erfolgreichen Flug von Darmſtadt nach Kaſſel haben wir berichtet.
Die Hochwaſſerkataſtrophe in Arkanſas.

Eine Straße in Little Rock.
Die Ueberſchwemmung ausgedehnter Baumwoll= und Zuckerfelder in Arkanſas vollzieht ſich in
raſchem Tempo. In den letzten 24 Stunden wurden etwa 150 000 Morgen neu überflutet, darunter
eine Anzahl kleinerer Städte. Nach vorſichtiger Schätzung beträgt der von den Fluten des Miſſiſſippi
angerichtete Schaden mehrere Hundert Millionen Dollars.
Zu dem Gemälde=Diebſtahl in Moskau.

Freitag, den 6. Mai 1927

Erfolgreiche Verſuche mit dem Anhänger=Flugzeug.

Die berühmte Heilige Familie des Corregio. Das haben die Diebe aus dem herrlichen Chriſtus der ſchönſten Werke des Meiſters. Das Bild Bilde Rembrands übrig gelaſſen! Der Haupt=
iſt
mit vier anderen aus dem Moskauer Muſeum teil des Gemäldes iſt mit einem Meſſer heraus=
der
Schönen Künſte endwendet worden.
geſchnitten.
Der rätſelhafte Gemälde=Diebſtahl in Moskau, bei dem fünf unſchätzbare Meiſterwerke der Malerei
in die Hände von Einbrechern fielen, konnte bis jetzt noch nicht aufgeklärt werden. Die Aufdeckungs=
arbeit
der ruſſiſchen Polizei wird von dem Intereſſe der Kunſtfreunde der ganzen Welt begleitet.

Ein Kokainſchieber vor dem Reichsgericht.
Der Hamburger Kaufmann L. war wegen
ſchweren Diebſtahls, Unterſchlagung und Betrugs, in
Tateinheit mit Vergehen gegen das Opiumgeſetz zu
2½ Jahren Gefängnis verurteilt worden. Gemein=
ſchaftlich
mit einigen Komplizen hat er große Mengen
Kokain, das er zum Teil geſtohlen, zum Teil unter=
ſchlagen
hatte, in den Verkehr gebracht. Außerdem iſt
in einem Falle an Stelle des wirklichen Rauſchgifts
ein Falſifikat, und zwar Borſäure verkauft worden.
Das Reichsgericht hat die Reviſion des L. ver=
worfen
. (Nachdruck verboten!)
Aufruhr in einem polniſchen Gefängnis.
Warſchau. Am Mittwoch brach in dem War=
ſchauer
Gefängnis Mokotw eine Sträflings=
revolte
aus, an der ſich 120 Gefangene beteiligten.
Schon am Tage vorher traten die Gefangenen, da
ihre Forderungen nach beſſerer Verpflegung unbe=
rückſichtigt
blieben, in den Hungerſtreik. Als
Proteſt gegen das ihnen am Mittwoch zum Früh=
ſtück
gereichte Brot begannen ſie zu ſchreien, zu pfei=
fen
, die Zelleneinrichtungen zu demolieren und ſich zu
verbarrikadieren. Andere Meuterer ſtürzten ſich mit
Brettern und Stuhlbeinen bewaffnet auf die Wache,
ſo daß dieſe eine ſcharfe Salve in die Luft abgeben
mußte. Der Gefängniswache gelang es endlich, des
Aufruhrs Herr zu werden. Hierbei erlitten einige
Befangene leichte Verletzungen.

Das Urteil im Prozeß gegen den Hauslehrer
Bechel.
TU. Königsberg. Das Große Schöffen=
gericht
verurteilte den Hauslehrer Bechel, der ſei=
nerzeit
den Königsberger ruſſiſchen Konſul verletzte,
wegen ſchwerer Körperverletzung und öffentlicher
Beleidigung zu einer Geſamtſtrafe von drei Mo=
naten
und einer Woche Gefängnis und zur Tra=
gung
der Koſten. Dem Angeklagten wurde Strafaus=
ſetzung
mit Bewährungsfriſt bis 1. Juli 1930 bewil=
ligt
. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben.
Deutſche Operngaſtſpiele in London.
London. Die alljährliche deutſche Saiſon im
Convent Garden wurde am Montag mit der Auf=
führung
des Roſenkavaliers von Richard Strauß
eröffnet. Unter den zahlreichen hervorragenden
Gäſten, die der Vorſtellung beiwohnten, ſind zu
nennen: Prinzeſſin Mary, der ehemalige König
Manuel von Portugal mit ſeiner Gemahlin, der
deutſche, franzöſiſche und portugieſiſche Botſchafter.
Das bis auf den letzten Platz verkaufte Haus ſpen=
dete
dem Dirigenten Bruno Walter, den Inhabern
der Hauptrollen ſowie den übrigen Mitwirkenden
häufig uneingeſchränkten Beifall. Auch die Londoner
Morgenblätter äußerten ſich höchſt begeiſtert über die
Vorſtellung.

800=Jahrfeier
in der St. Matthigs=Abtei in Trier.

Blick auf die Weſtſeite der St. Matthias=Kirche
in Trier.
Die alte Biſchofsſtadt Trier, die vom Kaiſer Auguſtus
gegründet wurde, beſitzt als einzige katholiſche Ge=
meinde
diesſeits der Alpen ein Apoſtelgrab, und
zwar die Gebeine des heiligen Matthias. Die Auf=
findung
dieſer Reliquien, die im Jahre 1127 nach den
Wirren der Völkerwanderung bei einem Brand der
Baſilika unter dem Marienaltar entdeckt wurden,
jährt ſich ſomit in dieſem Jahre zum 800. Male.
Ein Faſſadenkletterer feſtgenommen.
Die Beuliner Kriminalpolizei hat einen der
berüchtigtſten Faſſadenkletterer, dem große Ein=
brüche
in Berlin, Frankfurt a. M., Wiesbaden und
Düſſeldorf geglückt ſind, den Bruder des Kaiſerhof=
Faſſadenkletterers Kaßner, den Mjährigen Paul
Kaßner verhaftet.
Ein neuer Finanzſkandal in Wien.
EP. Wien. Ein neuer Finanzſkandal beſchäftigt
ſeit Tagen die Oeffentlichkeit und die Preſſe. Die
Graz-Köflacher=Eiſenbahn= u. Bergbau=Geſellſchaft,
ein ſeit 70 Jahren beſtehendes Unternehmen, iſt in=
folge
verunglückter und zweifelhafter Spekulationen
ihres Präſidenten, Dr. Wilhelm Wutte, in Schwierig=
keiten
geraten. Dr. Wutte, der in den Inflations=
jahren
den Beinamen eines öſterreichiſchen Stinnes
führte, ſoll zuſammen mit ſeinen beiden Schwägern
die Geſellſchaft nach einer Verſion um 70, nach einer
anderen um 100 Millionen Schilling, d. h. 60 Mil=
lionen
Mark, geſchädigt haben. Die Alpine Montan=
Geſellſchaft und die Oeſterr. Bodenkredit=Anſtalt, die
zuſammen 10 Prozent des Geſamtkapitals der Geſell=
ſchaft
beſitzen, betreiben ſeit mehr als einer Woche
die Einberufung einer außerordentlichen Generalver=
ſammlung
. Dr. Wutte, der nominell immer noch
Beſitzer der Aktienmehrheit der Geſellſchaft iſt, die er
allerdings ſchon früher bei der Zentralbank deut=
ſcher
Sparkaſſen verpfänden mußte, widerſetzt ſich der
Einberufung der Generalverſammlung. Die
Wiener Allg. Zeitung verlangt heute das Ein=
greifen
der Regierung und des Staatsanwalts, um
die ſkandalöſen Vorkommniſſe zu klären, falls der
Präſident Wutte die Einberufung einer Generalver=
ſammlung
auch weiterhin verhindert.
Die Ueberſchwemmungen des Miſſiſſippi.
EP. New York. In der Nähe von Milliken iſt
ein neuer Damm in einer Länge von 150 Me=
tern
gebrochen. Sobald dieſer Dammbruch be=
kannt
wurde, haben die Behörden Flugzeuge mobil
gemacht, um den Bewohnern in den bedrohten Dör=
fern
durch Flugzettel Befehl zu geben, ſich ſofort nach
Vicksburg zu begeben, oder aber, falls die Zeit
fehlen ſollte, die Anhöhen zu erreichen. Durch den
neuen Dammbruch werden 48 Gemeinden inner=
halb
zweier Tage überſchwemmt werden. Das
unter Waſſer ſtehende Gebiet wird eine neue Aus=
dehnung
um 20 000 Hektar erlangen. Ueberall längs
des Miſſiſſippi und ſeiner Nebenflüſſe arbeiten gegen=
wärtig
Tauſende von Freiwilligen an der Befeſtigung
der Dämme. Zu dieſem Zweck ſind ſogar Sträflinge
aus den Gefängniſſen entlaſſen worden. Vielerorts
ſteht das Waſſer in den überſchwemmten Plantagen
2 bis 3 Meter hoch. In den Flüchtlingslagern iſt
die ſanitäre Lage zum Teil kritiſch geworden. An
verſchiedenen Orten iſt der Typhus ausge=
brochen
. Aus dem Lager von Arkanſas werden
bis jetzt 37 Fälle gemeldet, wovon zwei tödlich ver=
liefen
.
70 Tote des Grubenunglücks von Fairmont
geborgen.
EP. New York. Nach einer Meldung aus
Fairmont in Weſt=Virginia ſind bisher 70 Leichen
aus dem Bergwerk geborgen worden, in dem ſich
am Samstag letzter Woche eine Exploſion ereignet
hatte. Man vermutet, daß ſich noch 40 Opfer in
dem Bergwerk befinden. Die Angehö=
rigen
der Vermißten umlagern immer noch die Zeche,
in Erwartung von Nachrichten.
Die Silber= und Bleilager in Südweſtafrika.
AD. Ueber den gegenwärtigen Stand der Auf=
ſchließungsarbeiten
in den ſehr viel verſprechenden
Silber= und Bleilagern unſerer ehemaligen Kolonie
Südweſtafrika berichtet die Südafrikaniſche Minen=
und Ingenieur=Zeitſchrift in ihrer letzten Ausgabe.
Die ausgedehnten Lager wurden bereits unter deut=
ſcher
Verwaltung im Jahre 1912 entdeckt. Die neuer=
dings
aufgenommenen Arbeiten ergeben, daß das
erzführende Gebiet ſich auf eine Strecke von 140
Quadratmeilen ausdehnt und bis zu einer
Tiefe von 300 Fuß hinabreicht.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Geſchichten aus aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Geteilte Freude iſt doppelte Freude.
(m) Notterdam. Daß das Glück ein wetterwendiſches Ding
ſein kann, das einem ſo ſchnell aus den Blicken kommen kann wie ein
Negenbogen, dieſe Wahrheit lernte dieſer Tage ein biederer Bauarbeiter
in Notterdam kennen. Das Glück erſchien ihm in Geſtalt einer Mit=
teilung
ſeines Lotterie=Einnehmers, daß er auf ſein Zwanzigſtel=Los der
niederländiſchen Staatslotterie ganze 4000 Gulden gewonnen habe.
Viertauſend Gulden ſind eine unerhört große Menge Geld, zumal für
einen Bauarbeiter, und in ſeiner Familie war natürlich die Freude und
die Begeiſterung rieſengroß.
Kinder! ſprach der übers ganze Geſicht ſtrahlende Familienvater,
wir wollen nicht in den Fehler ſo vieler Glücksjäger und Empor=
kömmlinge
verfallen, die das, was das Glück ihnen in den Schoß wirft,
im Handumdrehen zu verjubeln und zu verſchleudern pflegen, bis ſie
aus dem Rauſche mit leerem Beutel wieder erwachen. Ich habe mir reif=
lich
überlegt, was ich mit dieſer Rieſenſumme beginnen werde. Wir
brauchen eine neue Wohnungseinrichtung, jeder von uns ſechs Köpfen
neue Garderobe, und ich ſelbſt benötige unbedingt ein Fahrrad, da
meine Arbeitsſtellen oft ſehr weit draußen liegen. Alles das werde ich
heute noch beſtellen, am nachſten Montag ins Haus bringen laſſen und
bei Lieferung bar bezahlen. Das Geld dafür, nach meinem Ueberſchlag
rund 3000 Gulden, werde ich zur Sicherheit bis zum Montag hier in
dieſem Wäſcheſchrank verbergen, mit dem Reſt aber, hier dieſen tauſend
Gulden, wollen wir uns alle ein paar vergnügte Tage machen, denn
der Menſch muß auch was von ſeinem bißchen Leben haben! Und dazu
werde ich einige meiner beſten Freunde einladen, denn es iſt ſchon ſo:
geteilte Freude iſt doppelte Freude!"
Nachdem er ſich dieſer, vernünftigen und mit ethiſchen Aphorismen
geſchmückten Gedankengänge erledigt hatte, ging es unter dem Jubel
ſämtlicher Teilnehmer los, d. h. natürlich mit dem Auto. Eine fröh=
liche
Rundfahrt, oft unterbrochen durch Beſuche in corpore bei früheren
Stammwirten, wo es Stubenlagen und Trinkgelder in Hülle und
Fülle regnete, endete ſchließlich in einem der mondänſten Lokale Notter=
dams
, wo die letzten von den tauſend ſchönen Gulden endgültig ihren
Beſitzer wechſelten. Nach Hauſe mußte man männiglich wieder auf
Schuſters Rappen wandern.
Daheim waltete nun beinahe 24 Stunden lang tiefſter Schlaf ſämt=
licher
Familienmitglieder und der mitgebrachten Freunde. Auf dieſen
Schlaf folgte ein von heftigem Unwohlſein begleitetes Erwachen, das
ſich in einigen Schrecken verwandelte, als man den Wäſcheſchrank ge=
plündert
und ſeines geſamten Inhaltes beraubt fand. Die herbeige=
rufene
Polizei zog unverrichteter Dinge wieder ab, und unſer armer
Mynherr Bauarbeiter ſitzt nun da im Kreiſe ſeiner jammernden Fami=
lienmitglieder
und béte humaine! heimlich ſchadenfrohen Freunde,
ohne Geld, ohne Fahrrad, in der veralteten Wohnungseinrichtung und
vor ſich die Schreiben verſchiedener Lieferanten, die auf dem Vollzug
der vor einigen Tagen in Ordnung ergangenen Beſtellungen beharren
wollen.
Aber vielleicht iſt Mynherr auch zu retten. Er braucht ſeine Ge=
ſchichte
nur dem Verleger amerikaniſcher Prohibitions=Traktätchen zu
verkaufen.
Liebe zur Kunſt.
) Paris. Auf dem linken Seine=Ufer in Paris gibt es ein
großes, elegantes Café=Reſtaurant deſſen Beſitzer in franzöſiſchen
Kunſtkreiſen ſehr bekannt und geſchätzt iſt, weil er wiederholt einige
ſeiner Räume unentgeltlich für Kmnſtausſtellungen zur Verfügung ge=
ſtellt
hat. Dieſer Tage erſt wieder war eine derartge Ausſtellung
einige Wochen lang zu Gaſt, und insbeſondere die jüngeren, mit
irdiſchen Glücksgütern kärglich geſegneten Künſtler ſollen in dieſer
Ausſtellung gut verkauft haben.
In einem kleineren Salon dieſes Reſtaurants pflegen während der
Seſſionszeit auch einige ältere franzöſiſche Senatoren täglich ihr Mit=
tags
= und Abendmahl zu ſich zu nehmen. Der jünſte dieſer Legis=
latoren
, es ſind gerade 14 Herren zählt bereits 62 Lenze, es iſt
alſo gewiſſermaßen eine Alters=Elite des franzöſiſchen Senats, Greiſe,
die, wie nicht anders zu erwarten iſt, mit von der Erfahrung eines
reichen Menſchenalters geklärtem Blick über all den Dingen dieſes
irdiſchen Lebens ſtehen.

Freitag, den 6. Mai 1927

Aus Zuvorkommenheit gegen ihren Wirt nahmen ſie vollzählig an
der Eröffnung dieſer letzten Ausſtellung teil und hielten mit ihrem Lob
der ausgeſtellten Bilder oder auch mit neſtorianiſch=milder Kritik zurück.
Schließlich wandte ſich einer der Weißbärte an den Beſitzer des Reſtau=
rants
mit der Frage, ob nicht bewerkſtelligt werden könne, einige dieſer
Bilder zur Augewweide in den kleinen Speiſeſaal der Senatoren zu
hängen. Der Wirt bejahte natürlich und bat höflich um Auskunft, welche
Art von Bildern die alten Herren des franzöſiſchen Senats für dieſen
Zweck bevorzugten. Die alten Herren zogen ſich einige Minuten zu
einer geflüſterten Beratung zurück, und ihr Sprecher teilte darauf dem
verſtändnisinnig lächelnden Hotelier mit, die Herren Senatoren ſähen
es am liebſten, wenn man ihren Speiſeſaal mit ſolchen Bildern aus=
ſchmücke
, auf denen die ewig=junge Eva in dem allgemein mit ihrem
Namen verquickten reizvollen Koſtüm dargeſtellt ſei.
Der jünſte dieſer vierzehn ſympathiſchen Geſetzgeber und Kunſt=
liebhaber
zählt, wie bereits geſagt, 62 Jahre

Augenzeugen.
(a), New York. Juriſten, Pſychologen, Aerzte wiſſen aus der
Praxis, daß Augenzeugen ſich eines nicht alltäglichen Vorgangs
dutzenderlei in ganz weſentlichen Punkten von einander abweichende
Verſionen des Hergangs geben, ſogar dann, wenn ſie unmittelbar nach=
her
berichten, was ſie geſehen zu haben glauben. Man ſollte abe: an=
nehmen
, daß Leute, deren Beruf die Berichterſtattung über Geſchautes,
Erlauſchtes, Erlebtes iſt und die in dieſem Beruf ausgebildet ſind und
mehr oder minder Uebung haben, alſo Zeitungsberichterſtatter, überein=
ſtimmende
Berichte abgeben würden.
Daß dem nicht ſo iſt, dafür lieferte eine Epiſode, die ſich an einem
der letzten Sonntagnachmittage im New Yorker Century Theater ab=
ſpielte
, den eklatanteſten Beweis. Alexander Kerensky war
eben auf der Bühne erſchienen, um eine Rede zu halten, als eine junge
Frauensperſon ſich ihm mit einem Blumenſtrauß in der Hand näherte.
Als Kerensky die Hand ausſtreckte und das Bukett mit einer leichten
Verbeugung entgegen nehwen wollte, zückte die junge Dame ein Paar
lange Lederhandſchuhe und hieb ſie dem Ruſſen mehrmals rechts und
links um die Ohren.
Ueber dieſen Teil des Attentats war tags darauf in den New
Yorker Tageszeitungen das folgende zu leſen:
World: Schlug ihm ihre Handſchuhe heftig auf die Wangen,
News: Schlug ihm das Bukett auf die linke Wange‟.
American: Ließ das Bukett fallen und ohrfeigte ihn mit ihren
Handſchuhen.
Dimes: Schlug ihm ihre Handſchuhe dreimal heftig ins Geſicht
Herald=Tribune: Verſetzte ihm ein halbdutzend Schläge
ins Geſicht und auf den Kopf.
Abend=World: Schlug ihm mehrmals ins Geſicht.
Mirror: Verſetzte ihm einen einzigen Schlag.
Poſt: Ohrfeigte ihn heftig und zielſicher.
Ueber das, was weiter geſchah, ſtand zu leſen:
American: Kerensky taumelte zurück.
Abend=World: Kerensky blieb bewegungslos ſtehen.
News: Trat einen Schritt zurück, eine gelaſſene Poſe beibehaltend.
World: Er ſtand ſtill, ſtreckte ſeine Arme rückwärts aus, um
ſeine Freunde abzuwehren.
Herald Tribune: Er ſtand ſtill, die Arme wickwärts aus=
geſtreckt
."
Journal: Er taumelte.
Poſt: Blieb regungslos ſtehen.
Mirror: Er taumelte unter dem Schlag. Eine Handvoll Roya=
liſten
hielt ſeine Anhänger auf. Fäuſte flogen; Blut ſtrömte aus Naſen;
Hemden und Kragen wurden zerriſſen.
In einer Zeitung las man, die Angreiferin habe einen Roſen=
ſtrauß
in der Hand gehabt, dem Bericht eines anderen Blattes zufolge
waren es Nelken.
Dieſe Berichte ſtammen von erfahrenen Reportern, denn Grüne‟
pflegt man nicht zu Rieſenverſammlungen zu ſchicken, bei denen alles
Mögliche paſſieren kann. Es wäre intereſſant, die Berichte der fünf=
tauſend
Augenzeugen dieſer Epiſode zu hören. Und wenn aus einem
Dutzend Zeitungsberichte über ein Vorkommnis kaum zwei oder drei
übereinſtimmen, trotzdem es ſich um einen ganz einfachen Hergang han=
delt
, dann kann man ſich ungefähr einen Begriff davon machen, was
dabei herauskommt, wenn ein Reporter in Schanghai ſich hinſetzt, um
ſeiner Zeitung darüber zu kabeln, was dreihundert Millionen Chineſen
über Bolſchewismus, Chriſtentum und Buddha denken.

Nummer 125

Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.

45: Leſeſtunde: Aus Goethes Briefwechſel mit einem Kinde‟4
6.15: Privatdozent Heinemann: Philoſophie der Gegenwart:
Rudolf Eucken. o 6.45: Dr. Schneider: Sinn und Aufgaben
der Junglandbewegung. o 7.15: Dr. Köbner: Die Gewerbe=
ſteuererklärung
1927 7.45: Ing. Randewig: Im Kampfe zwi=
ſchen
Menſch und Maſchine. Eigene Gaswerke oder Fernbezug
von Kokereigas. o 8.05: Film=Wochenſchau. O 8.15: Sinfonie=
Konzert. Corelli: groſſo in B=Dur. Arie. Mozart: Sinfonie
in Es=Dur. Arie. Krenek: Concerto groſſo. Mitw.: Elſe
Liebhold (Sopran). Anſchl. von Kaſſel: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Freitag, 6. Mai. 10.30: Uebertr. aus der Stadthalle, Stuttgart.
Eröffnungsfeier der Ausſtellung der freien Wohlfahrtspflege.
Muſikeinlagen: Kapelle des Inf.=Reg. Alt=Württemberg, Grenadier=
Bataillon. O 1.10: Konzert. 3.50: Aus dem Reiche der Frau.
S 4.15: Konzert. Rhode: Stadion=Marſch. Strauß: Juriſten=
ball
=Tänze. Ernſt: Elegie (Violin=Solo). Roſſini: Ouv.
zu Semiramis. Verdi: Fant. Troubadour. Siede: Ewigen
Frühling. Wenn die Aſtern blühn. Jiehrer: Alt Wien, Walzer.
Ketelbey: In einem chineſ. Tempelgarten. Einl.: Helen Hoß.
D. 6: Landwirtſchaftsnachrichten. O 6.15: Stunde der Technik.
D 6.45: Uebertr. aus Karlsruhe: Dramaturgiſche Funkſtunde. O 7.15:
Bekanntgabe der Beſetzung. o 7.30: Uebertr. aus der Städt.
Oper Charlottenburg: Der Freiſchütz, Oper in drei Akten. Muſik
von C. M. v. Weber. Perſ.: Graf Ottokar. Cuno, Oberförſter.
Agathe, ſeine Tochter. Aennchen, deren Freundin. Kaſpar, Max,
Jägerburſchen. Ein Eremit. Kilian, ein Bauer. Samiel. Handlung:
in der Erbförſterei. Zeit: 18. Jahrh. O 10.30: Funkſtille für
Fernempfang.
Berlin.
Freitag, 6. Mai. 3.30: Helene Braun: Das Herz für die Not.
O 4: Dr. Kaßner: Schulkinder als Erwerbshelfer. O 4.30: Schmidt
von Werneuchen, ſein Leben und ſeine Werke. o 5: Dr. Becce’s
Kammer=Orch. S 6.20: C. Koppehel: Der Stand der deutſchen
Fußballmeiſterſchaft. 6.45: Prof. Dr. Ebermayer: Das künftige
deutſche Strafgeſetzbuch. o 7.15: Inhaltsangabe zu der Uebertr.
aus der Städt. Oper. o 7.30: Uebertr. Freiſchütz, Oper von
Weber. Danach: Nachtmuſik. Lindemann: Mailieder=Marſch.
Suppe: Ouv. Flotte Burſche. Friml: Schatz, was ich von Dir

(Eva Fredrik, Sopran). Sommerfeld: Miabella. Berolina=Fox,
Krome: Heimatsklänge, Potp. Aſcher: Tanzlied aus Ich hab
dich lieb (Fredrik). Wiggert: Alle Vögel ſind ſchon da. Ziehrers
Nachtſchwärmer. Strauß: TicTac, Galopp.
Pädag. Rundfunk Königswuſterhauſen (Welle 1250).
Freitag, 6. Mai. 3: Prof. Dr. Amſel u. Oberſchull. Weſter=
mann
: Einheitskurzſchrift für Fortgeſchrittene. 3.40: Wetter= und
Börſenberichte. O 4: Prof. Dr. Roſin: Nutzen und Schaden des
Badens im Freien. 4.30: Graef: Die Kunſt des Sprechens,
5: Dr. Pater Schmidt: Das Theater im Mittelalter. o 6: Dir,
Milch, Deutſche Luft=Hanſa: Rieſen= und Großluftſchiffe im Welt=
verkehr
. 6.30: Stud.=Rat Friebel, Lektor Mann: Engliſch für
Fortgeſchrittene. O Dr. Lange: Die Zerreißung des Verkehrs auf
Grund des Verſailler Vertrages.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heiſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdieuſt: Andreas Bauer: für den
Inſeratenteil: Willy Kuhle; Druck und Verſag: L C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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[ ][  ][ ]

Geite 14

Frettag, den 6. Mai 1927

Nummer 125

Sport, Spiel und Zurnen.

Schwimmen.

Der 3. Kreislehrgang zur Ausbildung von Schwimmwarten
und Vorſchwimmern der Deutſchen Turnerſchaft
fand dieſes Jahres am 30. April und 1. Mai in der maleriſch gelegenen
Kurſtadt Wiesbaden ſtatt. Die Teilnehmerzahl betrug zirka 100. Von
dem Kreisſchwimmwart E. Bitſch, Frankfurt a. M., wurde am Sams=
tag
nachmittag um 3 Uhr in der Turnhalle des Turnerbundes Wies=
baden
der Lehrgang eröffnet. Nachdem der 1. Vorſitzende des Turner=
bundes
Wiesbaden, J. Ritzel, die Gäſte begrüßt hat, ergreift Bitſch
zu ſeinem Vortrag Weſen und Zweck von Lehrgängen das Wort.
Er führt ungefähr folgendes aus: Die Aufgabe der D. T. iſt nicht nur
körperliche, ſondern auch ſittliche Ertüchtigung, nicht nur Geſundheits=
pflege
, ſondern auch Volkstumspflege. Daraus ergibt ſich der Aufbau
eines Lehrganges. Die Technik kann ſich nur auf das allernotwendigſte
beſchränken, weil ein oder zwei Tage zu wenig ſind, um den ganzen
Stoff zu bewältigen. Es müſſen vor allem die neuen Hilfsgeräte und
Wettkampfmethoden verbreitet werden. In zweiter, aber nicht in letzter
Linie ſind die ideellen Geſichtspunkte zu berückſichtigen. Es muß das
Hochzeichen der D. T., volkstümlich zu bleiben, in die Maſſen getragen
werden. Das Weſen und der Zweck iſt alſo bei dem Mangel an wirk=
lichen
Führern, ſowohl zahlenmäßig, als auch mit ungenügender Lei=
ſtung
, einen Führererſatz zu ſchaffen, der aber ſtets zur Führerſchaft
bereit iſt, und die nötige Begabung beſitzt; alſo kein Einzelſchwimmer.
Dieſe Forderungen folgen auch aus dem kritiſchen Rüchblick auf Neuſtadt
und Friedberg. In erſter Linie ſind Gauſchwimmwarte und deren
Vertreter dazu berufen, das Gelernte den Vereinsſchwimmwarten und
dem Gau zu unterbreiten. Um aber dieſen Forderungen gerecht wer=
den
zu können, ſind ausgezeichnete Lehrkräfte und gute Arbeitspläne
erforderlich. Weil es aber ſelten natürliche Lehrkräfte gibt, müſſen dieſe
erſt entfaltet werden. Man muß ihnen geiſtige und organiſatoriſche
Richtlinien durch Prüfung der verſchiedenſten Art geben. Grundlegend
für den Arbeitsplan muß Ort, Unterbringung, Verpflegung, Zeit, Teil=
nehmerzahl
und Wirtſchaftliches berückſichtigt werden. Die Leitung des
Lehrkörpers und der Tagung ſoll möglichſt in einer Hand liegen und
die Lehrkräfte ſind nicht fortwährend zu ändern. Die Vorträge ſollen
techniſcher, geſundheitlicher und theoretiſcher Art ſein. Vor allem iſt
aber dafür zu ſorgen, daß rechter Turnergeiſt in den Lehrgang einziehe,
daß jeder für die idealen Ziele der D. T. begeiſtert iſt und es als eine
Ehre betrachtet, für die Zulunft unſeres lieben Vaterlandes zu arbeiten.
Dann wird der nachhaltige Erfolg nicht ausbleiben und wird über
techniſche und methodiſche Mängel hinweghelfen.
Darnach erhielt der Kreisſchwimmwart Fr. Stürmer, Traben= Trar=
bach
, das Wort zu ſeinem Vortrag Ueber die geſchichtliche Entwicklung
des Schwimmens von 1800 bis 1900. Nachdem er bei dem letzten Lehr=
gang
das des Altertums behandelt hatte, gab er diesmal eine Ueberſicht
über die Entwicklung des Schwimmens von Guthmuths Zeiten über
Peſtalozzis, Jahns, v. Pfühls, Mangs und Körners Zeiten bis in
unſere Zeit. Die ungemein fleißigen, mit viel Arbeit vertnüpften Aus=
führungen
werden demnächſt in der Kreiszeitung veröffentlicht, weil ſie
eine beachtenswerte Darſtellung auf dieſem Gebiet ſind. Sie wurden
durch reichen Beifall belohnt.
Nach dieſen theoretiſchen Ausführungen kamen allgemeine Uebungen
an Land in der Turnhalle des Turnerbundes. Dieſe gliederten ſich in
vorbereitende Uebungen, ſogen. Lockerungsübungen, das Schwimmen
ſelbſt (von Kieſchink=Frankfurt), Springen (Bitſch=Frankfurt), Rettungs=
und Befreiungsgriffe (Stürmer), Wiederbelebungsverſuche und Maſſage
durch Dr. Schöndube=Frankfurt. Während des gemeinſamen Eſſens im
Turnerbund macht Braun=Frankfurt Mitteilungen über das deutſche
Turnfeſt in Köln. Damit bei den Wettkämpfen im Schwimmen der
volkstümliche Gedanke des deutſchen Turnens voll und ganz zur Gel=
tung
kommt, wird ein Staffelſchwimmen von Baſel bis
Köln durchgeführt, und zwar unter Einbeziehung aller Nebenflüſſe des
Rheines. Am Feſtſamstag werden Tauſende von Turnern ein Auf=
ſchwimmen
zeigen und die große Uferbeleuchtung beleben. Er gab
außerdem Mitteilungen über die neuen Wettkampfbeſtimmungen, über
die Olympiade in Amſterdam, über die Mannheimer Tagung der
Deutſchen Lebensrettungsgeſellſchaft und über die rührige Arbeit der
Turnerſchwimmer. Ein kurzer Vortrag über neuzeitliche Schwimmlite=
ratur
, Werbemittel der D. T. beendete die Ausführungen des Schwimm=
wartes
der D. T. Darnach hielt Sauer=Gießen einen Vortrag über
den Bäderbau. Es iſt nicht notwendig, noch einmal auf das Erfordernis,
Bäder zu bauen, hinzuweiſen. Jedenfalls ſteht das feſt, daß die Ein=
richtung
eines Sommerbades weit billiger iſt, als der Bau einer Turn=
halle
oder eines Krankenhauſes; daher ſolle jeder Ort beſtrebt ſein,
ſich ein Freibad zu errichten, damit der Grundſatz verwirklicht werden
kann: Jeder Deutſche ein Turner, jeder Turner ein Schwimmer und
jeder Schwimmer ein Retter!
Bei dem Begrüßungsabend in der Turnhalle des Turnerbundes
Wiesbaden hielt Dr. med. Schöndube=Frankfurt den Vortrag: Der
Schwimmer als Arzt. Er führte äußerſt wirkſam die Vorteile der
richtigen und die Nachteile der unſinnigen Schwimmweife den An=
weſenden
vor Augen. Den Arzt wird das Schwimmen nie erſetzen, ihm
aber äußerſt günſtig unter die Arme greifen. Er kämpft vor allem
gegen die Mode des Pigmentprotzentums‟. Darnach gab er Verhal=
tungsmaßregeln
, die jeder, der badet, ſei es in der Luft oder im Waſſer,
beherzigen ſollte. Nach einigen Dankesworten des Kreisvertveters
Bitſch, führten die Turnerinnen und Turner des Wiesbadener Turner=
bundes
unter der Leitung Engels gutgelungene gymnaſtiſche Geräte=
übungen
vor.
Am zweiten Tag war den Teilnehmern zunächſt Gelegenheit ge=
boten
im Viktoriabad den Grundſchein der Deutſchen Lebensrettungs=
geſellſchaft
zu erwerben. Danach fanden Vorführungen und Vorträge
ſtatt, die die einzelnen Gebiete des Schwimmens umfaßten. Das Retten,
Vorübungen im Waſſer mit 6= bis 10jährigen und 11= bis 14jährigen
erklärte Stürmer mit einigen jungen Turnern. Das Schwimmen in den
einzelnen Lagen, Abſprung und die Wende zeigte Henkel mit einigen
Turnern in vorbildlicher Weiſe. Tauchen zeigte Sauer und Springen
Bitſch. Nach kurzer Pauſe wurde am Nachmittag ein allgemeines Rie=
genſchwimmen
unter Leitung von Bitſch abgehalten. Die Leitung der
einzelnen Riegen war folgende: für Bruſtſchwimmen Weber, für Sei=
tenſchwimmen
Becker, für Rückenſchwimmen Troſt, für Hand= über
Hand=Schwimmen Henkel, für Tauchen Rogaczewfkh, für Springen
Kieſchnik, Trockenübungen Kraft, Maſſage Stürmer. Danach kam noch
eine praktiſche Tätigkeit zur Heranbildung von Kampfrichtern durch
Bitſch. Im Anſchluß daran fand im Turnerbundlokal noch eine fried=
liche
Ausſprache ſtatt. Die Anregungen werden nach Möglichkeit auf
nächſten Lehrgängen berüchſichtigt werden. Endgültiges darüber läßt
ſich nicht feſtlegen, weil die Anregungen erſt noch im Kreisworſtand be=
ſprochen
werden müſſen. So endete der Lehrgang mit Harmovie, und
der eine oder andere nimmt ſicher ſoviel mit nach Hauſe, um in die
Gaue wieder friſches Trunerleben hineinzubringen. Man kann ſagen,
daß der Lehrgang im wahrſten Sinne des Wortes gelungen iſt.

Schießſport.

Schützenverein Groß=Umſtadt, gear. 1862.
Nachdem ſich unſer Schießſtand im Raibacher Tal ſchon längere Zeit
als unzureichend erwieſen hat und eine Vergrößerung der Anlage durch
die Unmöglichkeit weiteren Geländeerwerbs nicht durchzuführen war, hat
ſich der Verein entſchloſſen, die alte Anlage aufzugeben und eine voll=
ſtändig
neue, den modernſten Anforderungen entſprechende Schießanlage
im Wächtersbacher Tal zu errichten. Durch weitgehendſtes Entgegen=
kommen
der dortigen Geländebeſitzer und die außerordentliche Opfer=
willigkeit
unſerer Mitglieder, war es uns möglich, eine Anlage zu
ſchaffen, die umfaßt: 6 Stände 175 Meter, ein laufender Wildſtand, eine
ſtehende Rehbockſcheibe, 6 Kleinkaliberſtände, ein Piſtolenſtand und eine
Schießhalle mit Reſtaurationsräumen für 300 Perſonen. Der Neubau iſt
bereits ſo weit vorgeſchritten, daß die Einweihung am 12. Juni I. J.
vorgenommen werden kann. Bei dieſer Gelegenheit wird auch ein
größeres Preisſchießen abgehalten. Außer am 12. Juni wind noch am
18., 18. und 19. Juni geſthoſſen. Die Preisverteilung findet am 19. Juni
nach Abſchluß des Schießens ſtatt. Außer Geldpreiſen, winken den
Siegern wertvolle Ehrengaben. Zahlreiche Schützen von nah und fern
haben bereits ihr Euſcheinen zugeſagt, ſo daß mit einer ſtarken Be=
teiligung
am Preisſchießen zu rechmnen iſt. Unſer Feſtausſchuß wird auch
den Nichtſchützen angenehme Stunden zu bereiten ſuchen, und wird das
Programm in Kürze bekannt gegeben.

Leichtathletik.

Süllinger ſtößt in Graz 14,67 Meter Kugel.
Der Darmſtädter Söllinger leitete in den letzten Wochen in Graz
einen Leichntathletik=Kurſus, der mit einem internationalen Meeting ab=
ſchloß
. Hierbei ſtieß Söllinger die Kugel 14,67 Meter weit, übertraf
alſo den deutſchen Rekord von SchröderDortmund um 5 Zentimeter;
die Leiſtung Söllingers dürfte aber nicht als neuer deutſcher Rekord,
fondern nur als im Ausland erzielte beſſere Leiſtung anerkannt
werden.

Boxen.

Sportverein Darmſtadt 98 e. V.
Die Vopbereitungen zum 3. Kampfabend der Box=Abteilung des
Sportvereins Darmſtadt 98 e. V. am kommenden Samstag, den 7. Mai,
abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz ſind nunmehr ab=
geſchloſſen
. Der veranſtaltende Verein hat keine Mühen und Koſten
geſcheut, um anläßlich des einjährigen Beſtehens ſeiner jüngſten Ab=
teilung
und zugleich als Abſchluß der diesjährigen Kampfſaiſon ein
Programm aufgeſtellt, das alles bisher auf boxſportlichem Gebiet in
Darmſtadt gezeigte bei weitem übertreffen dürfe. Nicht weniger wie 12
Paare, darunter 4 ſüdweſtdeutſche, zwei Maibezirksmeiſter, ſowie ein
2. deutſcher Exmeiſter werden an dieſem Abend durch die Seile klettern
und in hartem männlichen Sport um den Siegespreis kämpfen. Für
die Hauptkämpfe des Abends ſind im Weltergewicht Krieger, V.f.L.
Mannheim, gegen Eckert I. Mainzer Box=Klub, ſowie im Halbſchwer=
gewicht
Rodemich, 1. Mainzer Box=Klub, gegen Gartmann I,
Offenbacher Box=Klub, verpflichtet. Krieger, der Meiſter des S.W. A.B. V.
iſt, verkörpert erſte deutſche Klaſſe. Auf der deutſchen Meiſterſchaft in
München verlor er gegen den deutſchen Meiſter nur ganz knapp nach
Punkten, nachdem er die beiden erſten Runden unentſchieden gekämpft
hatte. Trotz ſeiner Niederlage und trotzdem im Mittelgewichtskampf der
deutſche Meiſter nach Südweſtdeutſchland gekommen iſt, dürfte Krieger
doch der beſte Mann der Süddeutſchen Mannſchaft geweſen ſein.
(Meiſter im Mittelgewicht Maier, Singen.) Auch ſein Gegner Eckert,
vom 1. Mainzer Box=Klub, iſt erſte deutſche Klaſſe, der bereits über
100 Kämpfe hinter ſich hat. Er nahm im vorigen Jahre an dem
Olympiavorbereitungskurſus, unter Leitung von Samſon=Körner, in
Berlin im Deutſchen Stadion teil. Beide Kämpfer verfügen über eine
hochentwickelte Technik, die kaum zu überbieten ſein dürſte. Bei ihrem
letzten Zuſammentreffen, anläßlich der Südweſtdeutſchen Meiſterſchaft
in Frankfurt unterlag Eckert in einem beiderſeitig prächtig durchgeführ=
ten
Kampf nur knapp nach Punkten. Die abermalige Verpflichtung
beider Kämpfer iſt, ſomit als einen guten Griff zu bezeichnen und ver=
ſpricht
allen Anzeichen nach ein beſonders ſportliches Ereignis zu werden.
Nicht weniger geſpannt kann man auf den Kampf im Halbſchwergewicht
zwiſchen Rodemich, 1. M.B.C. Meiſter von Südweſtdeutſchland 1924
bis 26 und Gartmann, 1. O. B. C., Mainbezirksmeiſter 192527,
ſein, ſtehen ſich hier doch zwei Boxer mit hervorragenden Fähigkeiten
gegenüber. Rodemich kämpft den bekannten Mainzer Stil, der in aus=
geprägter
Linksarbeit, Kontern und leichtflüſſiger Beinarbeit beſteht,
während Gartmann eine ausgeſprochene Kämpfernatur, durch harte
Hakenſerien. Stehvermögen und Energie den Sieg zu erringen ſucht
und ſich mit ſeinem Kampfſtil auch ſchon oft gegen beſte Klaſſe durchgeſetzt
hat. Technik gegen Kampfkraft ſtehen hier gegenüber, eine Paarung,
die immer einen intereſſanten und ſpannenden Kampf gebracht hat. Die
1. Kampfmannſchaft des Sportvereins Darmſtadt 98 e. V. hat ſich für
dieſen Abend die beſten Kräfte der Box=Abteilungen des V.f.R. Mann=
heim
. Phönix Mannheim, Frankfurter Turnverein 1860, 1. Offenbacher
Box=Klub ſowie der Turn= und Sportgemeinde Höchſt verpflichtet, und
wird alles verſuchen, nicht hinter den Leiſtungen der Hauptkämpfe zurück=
zuſtehen
. So kämpft der ſich in aufſteigender Form befindliche Heß
gegen den 2. deutſchen Exmeiſter Nöder vom Frankfurter Turnverein
1860 und der ſüdweſtdeutſche Meiſter Trumpfheller gegen den aus=
gezeichneten
Schwergewichtler Kitzenberger vom Vf.R. Mannheim. Die
derzeitig gute Form der Sportvereinsmannſchaft das Ergebnis eines
zielbewußten Trainings und die ſeit dem letzten Start in Darmſtadt in
auswärtigen Ringen geſammelten Erfahrungen laſſen bei der Stärke der
Gäſte mit ſportlich hochwertigen Kämpfen rechnen. Ueber die endgültige
Zuſammenſtellung der einzelnen Paare wird an dieſer Stelle in der
Samstagsausgabe noch zu berichten ſein.
Segelflugſport.
Weitere Rekorde in Roſſitten.
Selten war dem Küſten=Segelflug=Wettbewerb in Roſſitten ſo gutes
Wetter beſchieden wie diesmal, ſo daß die neuen Rekordleiſtungen auch
nicht überraſchen. So konnte Nehring vom Ak. Flieger=Klub Darm=
ſtadt
mit einem Paſſagier eine Dauer von 5:50 Std. erreichen. Den
Weltrekord hält allerdings Schulz mit 9:21,33. Dieſer ſtellte dafür
einen neuen deutſchen Höhenrekord, ohne Paſſagiere, auf, indem
er 495 Meter erreichte, alſo 95 Meter über dem alten Rekord. Hier wird
die Weltbeſtleiſtung ſeit dem 31. Juli 1925 von dem Franzoſen Abral
mit 700 Meter gehalten.

Pferdeſport.
Rennen zu Hoppegarten am 5. Mai.
1. Preis v. Bollensdorf. 200 Mk. 1200 Meter. 1. Geſt. Grabigs
Lefels (B. Grahl), 2. Piſtole, 3. Habicht. F.: Tornado, Bellona,
Dorette II, Etzel, Gollub. Tot.: 13, Pl. 11, 13. 15:10 2ſ. Lg.
2. Preis v. Mönchsheim. F. Dreif.. 3900 Mk., 1800 Meter. 1. G.
Hackebeils Opar (E. Huquenin), 2. Milon, 3. Saladin. F. Narrenzeit,
Die Afrikanerin, Silberkatze, Iliade, Edelweiß. Tot.: 48, Pl. 14, 13,
11:10. 13 Lg.
3. Preis von Holländer. F. Dreif. 2800 Mk., 1200 Meter. 1. Allg.
Deutſcher Sportv.s Lucas (O. Müller), 2. Burgwart, 3, Schwälbchen,
F.: Jaganaht, Der Kohinoor, Waldrada, Hellespont. Tot,; N, Pl. 20,
43, 99:10. Kopf2½ Lg.
4. Preis von Neuenhagen. F. Dreij. 6500 Mk., 1600 Meter. 1. O.
Blumenfeld/R Samſons Torero (E. Haynes), 2. Tullus Hoſtilius,
3. Teutone. F.: Wanderer, Aeolus, Forno, Munin, Leibhüraſſier. Tot,
21, Pl. 13, 18, B:10. Kopf6 Lg.
5. Preis von Hönow. 3900 Mk., 2000 Meter. 1. M. Böhms Double
Hind (Blume), 2. Cardinal II, 3. Merkur II. F.; Cſampas, Lelkes,
Torrone. Tot.; 71. Pl. 12, 10, 12:10. ¼1 Lg.
6. Preis v. Niederheide. 3900 Mk., 1600 Meter. 1. Frhr. S. A. v.
Oppenheims Araber (L. Varga), 2. Favorit, 3. Fredigunde. F.: Früh=
lingsbote
, Süd=Cap, Fahnenwacht, Ritornell, Tot.: N7, Pl. 12, 12, 13:10.
Kopf4 Lg.
7. Preis v. Münchehofe 2800 Mk., 1400 Meter. 1. G. Crawers
Ekel (L. Varga), 2. Zia, 3. Finſteraarhorn, F.: Jojo, Schaumſchläger,
Orla, Florida, Los, Volksrache, Veleda, Halcea, Obotrit, Frage, Gun=
thrada
, Iberis. Tot.; 61, Pl. 21, 49, 76:10. 5ſ.1 Lg.
Geſchäftliches.
Zum Geburtstage und zu anderen Feſtlichkeiten iſt es der
Stolz der Hausfrau, mit ſchönen Kuchen und Torten und leckerem
Kleingebäck aufwarten zu können. Welche Sorge, ob alles gut gerät,
Nur die beſten Zutaten ſchützen vor Mißerfolg. Wählen Sie alſo als
Backfett eine Marke, die verbürgt friſch und rein iſt, die ſich bereits
tauſendfältig bewährt hat und überall eingeführt iſt. Volle Gewähr fün
ſtets gleiche Güte und ſauberſte Herſtellung gibt Ihnen die Feinkoſt=
margarine
Blauband friſch gekirnt. Millionen von Frauen verwen=
den
Blauband zum Kochen, Braten, Backen und beſonders als Brot=
aufſtrich
. Sie iſt an Geſchmack und Nährwert beſter Kuhbutter gleich
und koſtet doch nur 50 Pf. das halbe Pfund. Vergeſſen Sie nicht, die
Blauband=Woche gratis zu fordern. Sie machen Ihren Kindern eine
Freude und finden darin auch allerlei gute Kochreßepte. TBln./1774
Zur Förderung der Geſundheit iſt eine Brunnen=
Trinkkur zu Hauſe mit dem altberühmten, ärztlich empfohlenen Lauch=
ſtädter
Brunnen von der größten Bedeutung. Eine Extrabeilage in
dieſer Nummer, die wir der Beachtung unſerer Leſer empfehlen,
enthält beachtenswerte Hinweiſe auf den Wert einer ſolchen Trinktur,
Die vorzügliche Wirkung des Lauchſtädter Brunnens iſt während zweier
Jahrhunderte an vielen Taufenden aller Stände und Berufe erprobt,
Was ſich aber Jahrhunderte hindurch ſo außerordentlich bewährt hat,
das muß ſchon zuverläſſig und gut ſein. Wer an Rheumatismus,
Iſchias, Gicht ſchlechter und fehlerhafter Blutbeſchaffenheit, Blut=
armut
, Mattigkeit oder Nerpofität leidet, ſollte zu Hauſe eine Trinkkun
mit Lauchſtädter Brunnen machen. Bei Zucker= und Nierenleiden iſt
dieſer ausgezeichnete Brunnen als Kurgetränk ebenfalls ſehr zu
empfehlen. Eine Haustrinkkur mit Lauchſtädter Brunnen iſt vor allem
auch für die zahlloſen halbkranken, nervöſen und überanſtrengten Men=
ſchen
von beſonderem Nutzen. Auf einfache, billige und bequeme Art
und ohne Berufsſtörung kann jeder den Lauchſtädter Brunnen mit
ſeiner Familie zu Hauſe trinken, zur Förderung der Geſundheit, zun
Auffriſchung des Blutes, zur Stählung des Körpers und zur wirkſamen
Vorbeugung gegen mancherlei Krankheiten. Auch Geſunde tun gut,
zeitweiſe eine Trinkkur mit Lauchſtädter Brunnen zu gebrauchen, da
hierdurch das Blut verbeſſert und der Körper widerſtandsfähig gegen
gewiſſe Krankheiten wird. Aus dem heute der Stadtauflage beiliegen=
den
Proſpekt ſind diejenigen Geſchäfte in Darmſtadt erſichtlich, in denen
der Lauchſtädter Brunnen käuflich iſt.
TVi6428

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 7. Mai 1927.
(Nach der Wetterlage vom 5. Maf 1927.)
Teils heiter, teils wolkig, warm und meiſt trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

Dte
Cee
Seekeklertert
3 rer/eT

iſt ein Problem, das die
Menſchengchirne ſeit-
Jahrtauſenden nicht
losgelaſſen hat. Bekannt.
lich ſtarb der große-
Mathematiker Archi,
medes den Heldentod,
weil er ſeine im Sand
gezogenen Kreile von.- römiſchen Solda,
ten nicht ſtören laſſen
zoollte. Quadratur des
Kreiſes -das heißt- im
Reich der Zigarette die
Dereinigung von höch,
ſter Qualität mit billig,
ſter Preisanſetzung. Die,
ſes ſehr ſchuierige, in

der Böſung vielen unmöglich ſcheinende Problem iſt gelöſt durch die ausgeseich

Sigarette, für die nur edelſte, kleinaſiatiſche und mazedoni,
ſche Jabake in ſorgfältigſter Miſchung verivendet werden und die dank ihrem
ganz ungeiöhnlich hochgeſtiegenen Ablatz in der Preickalkulation dem Raucher
höchſte Gerechtigkeit und äußerites Entgegenkommen verburgt. Beim Rauchen.e
von Greiling-Ausleſe hatte Archimedes, der berihmte ſprakuſaniſche Ecfinder,
gleichfalls ſein weltgeſchichtliches Wort ausrufen bönnen: Heureka! Ich hab’s
gefunden! Es it Greiling-Ausleſe.

Generalvertreter für Mainz und Darmstadt:
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Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt/Main, Niddastr. 64, Mittelbau, Tel, Hansa 6963.

[ ][  ][ ]

Nummer 125

WALDFLORA‟
Die bekannten giltfreien Naturprodukte ſei Te)
ahd in folgenden Nummern hältlich:
Bei: Gicht, Reißen, Rheuma, luchias,
Adernverkalkung, Pickeln, Ge-
schwüren
, Hantausschlag, Flechten.
offenen Beinen, Kopfschmerzen,
Abspannung, Blutreinigung . . . . Nr. 0
Bei: Zuckerkrankheit .. . . . . . . . . . Nn. 1
Blasenleiden . . . . . . .
.... Nn. 3
Nierenleiden . . . . . . . . .. . . . . Nr. 4
Lungenleiden, Asthma .. . . . . . Nr. 5
Gallensteinen . . . . . . . . . . . . . Nr. 7
Magen- und Darmleiden . . . . . . Nr. 8
Nerven- und Herzstörungen .. . Nr. 9
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Otto Amend Hechtsanwalt

[ ][  ][ ]

Nummer 124

Freitag, den 6. Mai

Piehbeſtand im Deutſchen Reich.
Die Ergebniſſe der Viehzählung vom 1. Dezember 1926 geben nicht
nur eine intereſſante Ueberſicht über den Beſtand der einzelnen Tier=
gattungen
, ſondern die Zu= und Abnahme läßt weitere Schlüſſe auf die
wirtſchaftliche Entwicklung in Deutſchland zu.
Zunächſt iſt es intereſſant, feſtzuſtellen, daß die Zahl der Pferde heut
die Zahl (auf das jetzige Reichsgebiet umgerechnet) vor dem Kriege nicht
unerheblich übertrifft, obwohl in der Zahl von 1913 die Militarpferde
mit enthalten ſind.

Die Zahl der Rinder iſt etwas geringer als vor dem Kriege und hat
in den letzten Jahren noch langſam um ein weniges abgenommen. Die
Zahl der Schweine war bekanntlich in den letzten Jahren ſtark ver=
mindert
worden, ſie hat ſich indeſſen im Laufe des Jahres 1926 wieder
ſehr bedeutend gehoben, ſo daß der Beſtand bereits wieder 86 Prozent
des früheren Beſtandes ausmacht.
Von dem Kleinvieh ſind beſonders die Schafe in ſtarkem Rückgang,
da die Schafhaltung ſich im allgemeinen nicht als wirtſchaftlich erweiſt.
Ebenſo iſt die Zabl der Ziegen ſehr ſtart zurückgegangen, weil die all=
gemeinen
wirtſchaftlichen Verhältniſſe nicht mehr ſo ſtarken Anreiz zur
Kleintierzucht geben wie noch vor einigen Jahren.
Sehr bedeutend zugenommen hat die Haltung von Federvieh. Es
gibt Gänſe in der gleichen Zahl wie vor dem Kriege und rund 20 Proz.
mehr Enten. Die Zahl der Hühner, die in dem Schaubild nicht mit
dargeſtellt iſt, iſt von 64 Mill. vor dem Kriege auf faſt 68 Mill. geſtiegen.
Wirtſchaftliche Rundſckau.
Von den deutfchen Hypothekenbanken. Die Geſchäftsgruppe deut=
ſcher
Hypothekenbanken hat ſich mit der Induſtrie= und Privatbank ver
ſtändigt, daß dieſe ihren Beſitz an Aktien der Deutſche Hypothekenbank
Meiningen, der Norddeutſchen Grundkreditbank, der Preußiſchen Boden=
treditaktienbank
und der Schleſiſchen Bodenkreditaktienbank im Geſamt=
betvage
von rund 4,3 Mill. Rm. einem der Gemeinſchaftsgruppe nahe=
ſtehenden
, von der Mitteldeutſchen Kreditbank geführten Bankenkon=
ſortium
überläßt. Der Kaufpreis entſpricht für den größeren Teil des
Paketes dem Einſtandspreiſe der Induſtrie= und Pvivatbank, im übrigen
dem Durchſchnittskurſe, den die Aktiem in dieſem Jahre an der Berliner
Börſe hatten. Die Induſtrie= und Privatbank wird ihren Widerſpruch
gegen die Beſchlüſſe der letzten Generalverſammlungem und die erhobenen
Klagen zurücknehmen.
Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt a. M. Die zahlreichen Dar=
lehensanträge
konnten 1926 von dem Inſtitut reſtlos befriedigt werden,
dagegen die Nachfrage in Pfandbriefen Ende 1926 kaum. Die Gewinn=
und Verluſtrechnung zeigt 1,80 (0,53) Mill. RM. Eingänge aus Hypothe=
benzinſen
, 0,11 (0,03) Mill. RM. ſonſtige Zinseinnahmen, 0,38 (0,20) Mill.
Mk. Proviſionseingänge, 0,07 (0,03) Mill. Mk. Verwaltungskoſtenbeiträge,
0,30 (0) Mill. RM.Pfandbriefumſätze und endlich 0,57 (0,31) Mill. RM.
ſonſtige Einnahmen. Es ergibt ſich ſomit ein Bruttogewinn von 3,20
(1,22) Mill. RM. Hiervon ſind abzuſetzen: 1,6 (0,/41) Mill. RM. Zins=
verpflichtungen
und 0,76 (0,36) Mill. RM. Unkoſten und Steuern. Es
verbleibt ein Reingewinn von 0.85 (0,36) Mill., RM., aus dem, wie be=
veits
gemldet, eine erhöhte Dividende von 8 Prozent (4½ Proz.) vor=
geſchlagen
wird. In der Bilanz erſcheinen als Paſſiva: 6,42 (4,25) Mill.
RM. Kreditoren, 77,67 (7,76) Mill. RM. Pfandbriefe es konnte alſo
eine Vervierfachung des Pfandbriefabſatzes erreicht werden. , 0,29 (0)
Mill. RM. Rentenbankkredite, 0,55 (0,15) Mill. RM. ſonſtige Paſſiva.
Demgegenüber ſtehen als Aktiva: 31,8 (8,52) Mill. RM. Hypotheken,
9,51 (6,82) Mill. RM. Debitoren 0,21 (0,12) Mill. RM. Kaſſe und Bank=
guthaben
, ſowie 0,34 (0,20) Millionen RM. Wertpapiere. Der Pfand=
briefumlauf
ſetzt ſich nur aus 8prozentigen Pfandbricfen zuſammen. An
Zwangsverſteigerungen war das Inſtitut in ſechs Fällen, dabei in drei
Fällen auf eigenen Antrag, beteiligt. Die Zwangsverwaltung wurde in
drei Fällen auf eigenen Antrag eingeführt. Aus der Teilungsmaſſe
wurdem inzwiſchen 10 Prozent in 4½prozentigen Liquidationspfandbrie=
fen
ausgeſchüttet. Ein weiterer gleich hoher Betrag ſoll im Laufe dieſes
Jahres ausgegeben werden.
Weitere Ausdehnung der Hermann Wronker A. G., Frankfurt a. M.,
in Hanau a. M. Die Hermann Wronker A. G., Frankfurt a. M., hat
von der Stadt Hanau ein faſt ganz unbebautes Gelände im Zentrum
der Stadt in einer Ausdehnung von rund 800 Quadratmetern käuflich
erworben zu einem Preis von 90 RM. je Quadratmeter, um darauf ein
wierſtöckiges Warenhaus zu errichten. Im Frühjahr 1928 ſoll der Ge=
ſchäftsbetrieb
hier eröffnet werden.
Weſtbank A.=G., Frankfurt a. M. Die Ankündigung, daß das In=
ſtitut
für 1926 die Dividendenzahlung wieder mit 5 Prozent aufnehmen
wvill, mußte zunächſt etwas übervaſchen, da noch anläßlich der Wieder=
einführung
der Aktien zur Frankfurter Börſe im Mai 1926 geſagt
tuurde, daß bis zur Klärung des Orientriſikos etwaige Jahresgewinne
Kurückgeſtellt werdem müßten und vorausſichtlich auch für 1926 keine
Dividende zu erwarten ſei. Tatſächlich hat ſich, wie der Lpd. erfährt,
der Geſchäftsgang, ſo günſtig geſtaltet, daß die endgültige Feſtſtellung
des Orientriſikos nicht abgewartet zu werden braucht. Das gute Jahres=
erträgnis
iſt allerdings erſt in der zweiten Hälfte 1926 erzielt worden,
da vorher die Bank unter der Beherrſchung einer Schweizer Gruppe
(Guhercella) einen weſentlichen Teil ihrer Kunden verlor ud ſie erſt
bvieder nach dem Majoritätswechſel zurückgewann. Bezüglich der Orient=
Aiquidation glaubt die Verwaltung demnächſt einen Teilüberblick zu ge=
winnen
, über deſſen Ergebnis wohl Mitteilungen erfolgen werden.
Deutſche Holzverwertungs=A. G., Frankfurt a. M. Die H.V., zu
der die Oeffentlichkeit keinen Zutritt hatte, genehmigte den Verluſt=
hluß
für das letzte Geſchäftsjahr und beſchloß Auflöſung der Geſell=
Zum Liquidator wurde Max Lindemeher, Frankfurt, beſtellt.
Porphyrwerke Weinheim=Schriesheim A.=G. in Weinheim. Die Ge=
ſſellſchaft
ſchließt 1926 nach 128 498 (106 016) RM. Abſchreibungen mit
einem Reingewinn von 104876 (110 173), woraus auf das 0,648 Mil=
lionerr
RMk. Kapital 10 Prozent Dividende verteilt werden. Im abge=
laufenen
Jahre blieb der Abſatz ungefähr auf Vorjahrshöhe, dagegen
waren die Preiſe etwas ſchwächer. Im laufenden Jahre ſind die Aus=
ſichten
befriedigend.
Ausdehnung der Kruppſchen Intereſſen in Südſlawien. Wie die
Wremo meldet, hat Krupp die Aktienmehrheit der ſüdſlawiſchen Wag=
gonfabrik
in Brod an der Save erworben. Nach Informationen, die
das Blatt an maßgebender Stelle erhalten hat, ſtel

ſtagtlichen ſüdſlawiſchen Erzberowerke zu pachten und die Fabrik zur
(uzeugung von Lokomotiven, landwirtſchaftlichen Maſchinen Automo=
wilen
, Flugzeugen und Motoren auszubauen, die den ganzen Balkan und
Heu uahen Oſten verſorgen ſoll, ſei genehmigt und werde noch im Laufe
dieſes Jahres zur Durchführung gelangen. Krupp bringe Ingenieure
aus Deutſchland mit. Direktor der Broder Fabrik iſt Dr. Leonh. Mahler,

Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 5. Mai.
Die Effektenbörſe unterlag großen Schwankungen, wobei die Ge=
ſchäfte
der Spekulgtion von Zurückhaltung und großer Vorſicht getragen
waren. Publikumsaufträge waren noch vorhanden, doch meiſt zu nied=
rigen
Kurſen limitiert. Per Saldo war die Kursgeſtaltung gegenüber
der Abendbörſe um 34 Prozent, teilweiſe bis 7 Prozent ſchwächer.
Verſtimmend wirkte vor allem die Ankündigung von Neportgeldkürzun=
gen
der Kommerzbank um 25 Prozent, der ſich auch die Deutſche Bant
anſchließen ſoll. Auch hat der Reichsbankpräſident mit ſeiner Rede die
Kursabſchwächung begünſtigt. Die Farbenaktie hatte das Hauptgeſchäft
und ſetzte 7 Prozent ſchwächer ein. Nach vorübergehender Erholung war
der Kurs erneut gedrückt. Montanwerte, beſonders Harpener um 5,
Mannesmann um 4½, Riebeck um 5, Gelſenkirchen um 5. Stahltruſt
zunächſt um 5 Prozent gedrückt. Kaliaktien gaben 34½ Prozent nach.
D.=Banken durchweg 3 Prozent ſchwächer. Gedrückt lag die Metallbank=
gruppe
bis zu 4 Prozent. Scheideanſtalt um 7½ Prozent niedriger.
Am Elektromarkte verloren Bermann 5½, Schuchkert 4, Siemens u. Halske
4½; Lechwerke 4 Prozent. Von Bauaktien notierten Phil. Holzmann
exkl. 10,8 Prozent Dividende und waren 6½ Prozent, Wahß u. Freytag
dagegem ſowie Zement Heidelberg nur 1 Prozent abgeſchwächt. Zellſtoff=
aktien
relativ widerſtandsfähiger. Automobilwerte uneinheitlich, Ma=
ſchinenaktien
nur wenig verändert. Der Anleihemarkt blieb ſehr ruhig.
Der Börſenverlauf unterlag weiterhin mehrfachen Schwankungen das
Geſchäft wurde etwas nervöſer und konnte ſich erſt in der zweiten
Stunde erholen. Der Geldmarkt zeigte nach dem Zahltage eine größere
Entſpannung. Tagesgeld bereits 5 Prozent, Monatsgeld auch etwas
leichter 57/7½ Prozent, Privatdiskont 4¾4 Prozent. Am Deviſen=
markt
trat keine nennenswerte Aenderung ein, nur Schweiz etwas
leichter. London-Paris 124,01, gegen Mailand 92/s, gegen Holland
12,14½½s, gegen Zürich 22,26¾, gegen New York 4,85,9, Pfunde gegen
Mark 20,307/8, Dollar gegen Mark 4,21.95.
An der Abendbörſe waren Bankaktien lebhaft im Handel,
beſonders auf angebliche Käufe des Spritkonzerns, Dresdner Bank, die
3½, Mitteldeutſche Kreditbank, die 10 Prozent anzogen. Danarbank
pl. 2. Die Farbenaktie um 1½ Prozent befeſtigt, Montan= und Elektro=
werte
ſehr ruhig. Auch die übrigen Märkte waren kaum im Geſchäft.
Der Verlauf brachte etwas ſchwächere Kurſe auf die Ausführungen des
Geheimrats Duisberg im bayeriſchen Induſtriellenverbande, wo er ſich
gegew die augenblickliche Börſenhauſſe ſtärker wodte. Man nannte:
Dresdner Bank 203½, Mitteldeutſche 272, Metallbank 178½, Danat 290
Kommerz 270, Rheinſtahl 268. Phönix 148, Mannesmann 241½, Har=
pener
267½, Holzmann 228, A.E. G. 222½, Siemens u. Halske 336½
Kleyer 158, Zellſtoff Aſchaffenburg 237. Waldhof 352, Farben 351,
Scheideanſtalt 259, Holzverkohlung 96. Verein für chemiſche Induſtrie
1313, Ablöſungsrente 23,20.
Im Abenddeviſenverkehr nannte man bei faſt unver=
änderten
Kurſen London-Paris 124,01 gegen Mailand 92/8, gegen
Holland 12,14½/s, gegen Madrid 27,51, gegen Zürich 25,26¾, gegen
New York 4,85,90, Pfunde gegen Mark 20,50½, Dollarmark 4,21,95.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 5. Mai.
Die am offenen Geldmarkt weiter ſehr angeſpannte Lage und die
Ausführungen des Reichsbankpräſidenten vor dem Rechtsausſchuß des
Reichstages veranlaßten die Spekulation zu einer Verringerung ihrer
neuerdings ſtärker angeſchwollenen Engagements. Die Börſe eröffnete
infolge ſtärkerer Abgaben in ſchwacher Haltung. Der Hauptdruck laſtete
naturgemäß auf den bisherigen Favoritpapieren, von denen Schultheiß
bei der erſten Kursfeſtſetzung um 11 Prozent, Oſtwerke um 8½ und
andere Papiere bis 6 Prozent zurückgingen. Vereinigte Glanzſtoff ver=
loren
17 Prozent, die Farbenaktie gegen den Schlußkurs 8½ und gegen
die Abendkurſe vom Mittwoch über 10 Prozent, ſpäter war die Tendenz
unſicher und teilweife weiter abgeſchwächt, teilweiſe aber leicht erholt.
Die heutigen Differenzzahlungen ſollen ohne Zwiſchenfälle erledigt ſein.
Allerdings bewirkte die Nachfrage nach Tagesgeld aus dieſem Anlaß ein
Anziehen der Geldſätze, die vereinzelt ſich bis auf 9 Prozent und mehr
geſtellt haben ſollen. Monatsgeld nannte man dagegen mit 6½7¾
und Warenwechſel mit 47½/ Prozent. Am Privatdiskontmarkt kam ein
größeres Angebot heraus, doch iſt die weitere Aufwärtsbewegung des
inoffiziellen Diskontſatzes durch die gegenwärtige Höhe der Reichsbank=
rate
im Moment kaum zu erwarten. Im Deviſenverkehr gab das eng=
liſche
Pfund etwas nach und notierte gegen den Dollar 4,8585, in Ber=
lin
lag der Dollar wiederum verhältnismäßig feſt bei reger Nachfrage.
Die anderen Valuten hatten kaum Veränderungen aufzuweiſen.
Im weiteren Verlauf der Börſe ſetzte ſich erſt in der zweiten Hälfte
der letzten Börſenſtunde wieder eine freundlichere Grundſtimmung
durch, ſo daß gegen Ende der Börſe etwva die Hälfte der Anfangsverluſte
eingeholt wurden.
An der Nachbörſe konnten ſich die offiziellen Schlußkurſe gut be=
haupten
, die ſich gegenüber den niedrigſten Tageskurſen vielfach 56
Prozent höher bewegten. In Spezialwerten trat bei angeregtem Geſchäft
ſogar eine neue Steigerung ein. Beſonders lebhaft umgeſetzt wurden
nachbörslich Dresdener Bank mit 200 Prozent, alle übrigen Banken zu
höchſten Tageskurſen, Zellſtoff Waldhof mit 350, Chemiſche Heyden mit
151,5 Köln=Neueſſener mit 225,5, AEG. mit 222, Gelſenkirchen mit 203,75.
Am Schiffahrtsaktienmarkt ſtanden Hamburg=Sſid mit 248,5 bzw. 269,5
im Vordergrund. Im einzelnen nannte man gegen 2.30 Uhr bei freund=
licher
Grundſtimmung u. a.: Vereinigte Glanzſtoff 709, Vereinigte Stahl=
werke
158, Phönix 146,25, Mannesmann 240,25, Berlin=Karlsruher 141,
J.=G. Farbeninduſtrie 350, Deſſauer Gas 245, Siemens 335, Ludwig
Löwe 363, Schubert und Salzer 402, Nordd. Lloyd 160,5, Hapag 155,75,
Leonhart Tietz 202, Danatbank 297. Deutſche Bank, die angeblich von
holländiſcher Seite gekauft wurden, 194,25, Kommerzbank 218, Neubeſitz=
anleihe
hatte einen Höchſtkurs von 23,25, um danach wieder mit 22,75
genannt zu werden. Privatdiskont kurze und lange Sicht 47/8.

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96.
358.
153.75
A.
156.
113.25
107.75
144.
141.
202.
165.5
74.
58.
82.5
300.

Deviſenmarkt.

Amſterdam=R.
Buenes=Aires
Brüſſel=Antw.
Oslo
Kopenhagen.
Stockholm.
Helſingfors
Italien".
London...
New=York. . .
Paris ......."
Schweiz .. ...
Spanien ....

4. 5.
Geld. / Brie
168. 69/169.11
1.725 1.78
58.60/ 58.74
108.81/109.0
112 53/112.81
112.69/112.97
10.599/10.639
22.12/ 22.10
20.476 20.528
4.214 4.22

16.515
81.06
74.46

18.55!
81.26
74.64

5
Geld Brief
168.67 169.0
1.7841 1.788
58.60 58.7.
1os.s3/109.1
112.51/112.701
112.69/112.97
10.597/10.6371 Jugoſlavien
22.04 22.10
20.476 20.5281
.2145 4.2245)
16.515 16.555)
1.065 81-265
74.36/ 74.541

Wien D.=Oſt.abg./ 59.35/ 59.49
Prag..
Budapeſt, 7
Fapan
Kio de 2
Sofia
Konſtantinopel
Liſſabon.
Danzig.
Athen ..
Lanada
Uruguay

4. 5.
Geld /Brie
12.478/12.518
73. 481 73.66
2.008 2.012
0.496 0.498
3.043/ 3.053
7. 397/ 7.417
2.175/ 2.185)
let. 47521.525
81.80 82.1 81.75/ 8 1.95
5.741 5.76
4.216/ 4.226

5. 5.
Geld /Brief
59.35/ 59.49
73.77/ 73.65
2.008/ 2.012
1.4955/9.4975
3.043/ 3.053
7. 396 7.416
2.111 2.12
1 495121.545
5.74/ 5. 76
4.216/ 4.226
4.225/ 4.2351 4.225/ 4.235

Konferenz der deutſchen Börſenvorſtände in Frankfurt a. M. Am
Samstag dieſer Woche werden in Frankfurt a. M. die Börſenvorſtände
der führenden deutſchen Börſen zuſammentreffen. Die Beratungen
follen ſich auf eine Reihe von Einzelpunkten erſtreiken, beſonders auf
Lieferungs= und ſonſtige Effektenfragen, ſoweit die vertretenen Börſen
an einer gemeinſchaftlichen Regelung ein Intereffe haben.

Einzelhandelsausſchuß des Deutſchen
Induſtrie= und Handelstags.
Kürzlich tagte der Einzelhandelsausſchuß des Deutſchen Induſtrie=
uind
Handelstags im Wirtſchaftspolitiſchen Saal des Vorläufigen Reichs=
wirtſchaftsrats
in Berlin unter dem Vorſitz von Herrn von Norden=
Köln. Nach einem jetzt herausgegebenen Bericht umfaßte die Tages=
ordnung
Fragen, die für den deutſchen Einzelhandel von äußerſter Wich=
tigkeit
und Tragweite ſind. Zur Frage einer Aenderung des Geſetzes
gegen den unlauteren Wettbewerb wurden auf Grund der Arbeiten einer
Sonderkommiſſion und des Referats von Herrn Syndikus Dr. Weisbart
Berlin) Vorſchläge angenommen, die ſowohl das Ausverkaufsweſen als
auch das bisher im Geſetz nicht geregelte Gebiet der Sonderveranſtaltun=
gen
in einer ſür den Einzelhandel befriedigenden Weiſe zu löſen ſuchen.
Dieſe Vorſchläge ſollen der Regierung übergeben werden mit dem An=
trage
, die gewünſchten Aenderungen des Wettbewerbsgeſetzes mit mög=
lichſter
Beſchleunigung herbeizuführen. Ueber eine Späterlegung der
Saiſon= und Inventurverkäufe berichtete Herr Syndikus Jacubowsky=
Hamburg. Der Forderung, die genannten Veranſtaltungen nicht vor
dem 10. Januar bzw. 10. Juli beginnen zu laſſen, ſchloß ſich die Ver=
ſammlung
an. Die Mißſtände bei der Verſteigerung neuer Sachen be=
handelte
Herr Syndikus Dr. von Thenen=Köln. Die von ihm aufgeſtell=
ten
und von der Verſammlung gebilligten Grundſätze gingen im weſent=
lichen
dahin, daß eine Vereinheitlichung der Geſetzgebung der einzelnen
Länder erreicht werden müſſe, und daß eine Beſſerung nur dadurch kom=
men
könne, daß die Polizeiverwaltungen bei Genehmigung und Ueber=
wachtung
von Verſteigerungen auf das engſte mit den amtlichen Berufs=
vertretungen
zuſammenarbeiten. Als wichtige Forderung wurde ferner
die Einführung des Konzeſſionszwanges für das Auktionatorengewerbe
in Anlehnung an den § 34 RGO. aufgeſtellt. Aus dem Bericht des
Herrn Syndikus Dr. Sogemeier=Berlin üiber die Betätigung der öffent=
lichen
Hand im Erwerbsleben ging hervor, daß über dieſe Frage ſowohl.
im Preußiſchen Landtag wie im Reichstage Erörterungen zu erwarten
ſeien. Nach eine kurzen wirtſchaftspolitiſchen Betrachtung dieſer Vor=
gänge
empfahl der Berichterſtatter, in weiten Kreiſen aufklärend zu
wirken und bei den Etatsverhandlungen der Gemeinden den Einfluß der
amtlichen Berufsvertretungen geltend zu machen. Herr Syndikus Effer,
Düſſeldorf, wies in ſeinem Referat über den Warenhandel der Beamten
darauf hin, daß die ſchon häufig gerügten Mißſtände auf dieſem Gebiet
noch lange nicht beſeitigt ſeien. Das beſte Mittel zur Bekämpfung ſei,
die Beamten immer wieder darüber aufzuklären und ihnen durch Preis=
vergleiche
zu beweiſen, daß der reguläre Handel ihre Bedürfniſſe am
beſten und billigſten befriedigen könne.

Die deutſche Einfuhr von Tabak, Zigarren und Zigaretten im Rech=
nungsjahr
1926. Im Rechnungsjahr 1926 wurden in Deutſchland ins=
geſamt
756 779 Doppelzentner (235 davon zollfrei) umbearbeitete Tabak=
blätter
mit einem Werte von 171 940 000 RM. eingeführt. Die größte
Menge hiervon ſtammte aus Niederländiſch=Indien, deſſen Export ſich
auf 247 089 Dz. im Werte von 64 962000 Rm. ſtellte. Es folgen
Griechenland mit 130 072 Dz. zu 33 649 000 RM., Bulgarien mit 77 016
Dz. zu 16 220 000 RM., Vereinigte Staaten mit 74 676 Dz. zu 13 413000
RM., Braſilien mit 71 436 Dz. zu 13 389 000 RM., Türkei mit 61 459
Dz. zu 14 975 000 RM., Dominika mit 53 251 Dz. zu 7 297 000 RM.
uſw. Die deutſche Zigarreneinfuhr für das Rechnungsjahr 1926 machte
223 Dz. (157 davon zollfrei), mit einem Werte von 582000 RM. aus.
Die Herkunftsländer waren u. a. Danzig mit 73 Dz. zu 108000 RM.,
die Niederlande mit 66 Dz. zu 48000 RM. Cuba mit 53 Dz. zu 376000
RM., das Saargebiet mit 12 Dz. zu 18 000 RM. und die Schweiz mit
10 Dz. zu 19000 RM. Zigaretten wurden insgeſamt 106 Dz. (48 davon
zollfrei) zu 183 000 RM. eingeführt. Davon 56 Dz. zu 126 000 RM. aus
dem Saargebiet, 16 Dz. zu 18000 RM. aus den Niederlanden, 12 Dz.
zu 11000 RM. aus Littauen, 9 Dz. zu 15 000 RM. aus der Schweiz
und 9 Dz. zu 9000 RM. aus Aegypten.
Handelsauskunfteien und Induſtrie. Nach Preſſemeldungen hat
kürzlich der Verband Deutſcher Auskunftsunternehmungen, dem die bien
großen deutſchen Auskunfteien Schimmelpfeng, Deutſhe Auskunftei,
Kreditreform und Bürgel angeſchloſſen ſind, mit dem Zentralverband
des Deutſchen Großhandels ein Abkommen getroffen, nach dem eing
ſtändige Mitarbeit der deutſchen Großhandelsfirmen an der Beſchaffung
von Material und Unterlagen für die von den Auskunfteien zu geben=
den
Kreditauskünfte gegen eine entſprechende Ermäßigung der Gebühren
für die Ausfünfte gewährleiſtet iſt. In einer gemeinſamen mündlichen
Verhandlung von Vertretern der Auskunfteien und der Induſtrie er=
klärten
ſich die Vertreter der Induſtrie zu einer ähnlichen Mitabeit wie
der Großhandel bereit und ſtellten den Antrag, einen gemeinſamen Aus=
ſchuß
für eine Zuſammenarbeit einzurichten. Trotz aller Bemühungen.
des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie iſt es bisher nicht gelungen,
den Verband Deutſcher Auskunftsunternehmen zu einer Stellungnahme
zu dieſem Antrag deu Induſtrie, der Anfang September v. J. erfolgte,
zu veranlaſſen. Die Verſchleppung der Angelegenheit gab dem Reichs=
verband
der Deutſchen Induſtrie zu ſeinem Bedauern Veranlaſſung, die
Verhandlungen über eine gemeinſame Zuſammenarbeit zu unterbrechen.
6prozentige Goldanleihe der Naſſauiſchen Landesbank in Wies=
baden
. Die Zulaſſung zur Frankfurter Börſe wurde beantragt für die
10 Millionen GM. 6proz. Goldanleihe, Ausgabe IV rückzahlbar zu
100 Prozent, für die 10 Millionen GM. 6proz. Goldanleihe, Aus=
gabe
V rückzahlbar zu 100 Prozent, und für die 10 Millionen RM.
6proz. Goldkommunalanleihe, Serie III, rüickzahlbar zu 100 Prozent,
der Naſſauiſchen Landesbank in Wiesbaden.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 5. Mai. Erhöhte Auslandsfor=
derungen
ließen den Markt, namentlich für nahe Ware, in feſter Hal=
tung
verkehren. Mehlnachfrage leicht gebeſfert. Man verlangte für die
100 Kg. ohne Sack waggonfrei Mannheim: Weizen inl. ohne Angebot,
ausl. 30,7533, Roggen inl. 27,7528, ausl. 2828,25, Hafer inl. ohne
Angebot, ausl. 2324, Braugerſte inl. ohne Angebot, ausl. 29,7533,
Futtergerſte 2324, Mais mit Sack 19,5019,75, ſüddeutſches Weizen=
mehl
, Spezial 9, 40,7541, füddeutſches Weizenbrotmehl 32,7533,
ſüddeutſches Roggenmehl 3738,75, Kleie 14.
Berliner Produktenbericht vom 5. Mai. Nachdem der Liverpooler
Anfang ausgeſprochen feſte Weizenofferten nach hier legte, veranlaßte
dies im Berliner Zeitgeſchäft erneut große Deckungsfrage. Für Mai
und Dezember wieder 1 Mark höher, für Juli ſogar 3 Mark befeſtigt.
Demgegenüber eröffnete der Roggen bis 2 Mark ſchwächer. Die gute
Witterung trägt außerdem dazu bei, deß die Kaufluſt angeregt bleibt.
Gerſte ruhig, Hafer und Mais im Preiſe gehalten, Mehl feſt, doch
rühiger.
fm. Süddeutſche Edelmetallmärkte vom 5. Mai. Pforzheim.
Edelmetalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Barrengold das
Gramm 2,810 RM. (Geld), 2,814 RM. (Brief); Platin, handelsüßliche
Ware, das Gramm 11,10 RM. (Geld), 12,30 RM. (Brief); Feinſilber
das Kilogramm 77,10 RM. (Geld), 78,6080,10 RM. (Brief). Tendenz:
ruhig. Stuttgart. Edelmetalle notierten folgende Großhandels=
preiſe
: Feingold das Gramm 2,805 RM. (Geld), 2,814 RM. (Brief);
Platin, handelsübliche Ware, das Gramm 11,00 RM. (Geld), 12,00 RM.
(Brief); Fein=Kornſilber das Kilogramm 78,10 RM. (Geld), 78,60 RM.
(Brief). Tendenz: ruhig.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 5. Maj. Aufgetrieben waren 3 Ochſen,
126 Kälber, 13 Schafe, 1 Ziege. Preiſe für Ochſen waren nicht notiert,
für Kälber a) 7480, b) 6674, c) 6674 Pf. pro Pfund, für Schafe
4550 Pf. pro Pfund. Der Marktverlauf war lebhaft, geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 5. Mai. Zum heutigen Kleinvieh=
markt
waren zugeführt und wurden per 50 Kg. Lebendgewicht gehau=
delt
, je nach Klaſſe: 57 Kälber 6678, 54 Schweine 5256, 1045 Ferkel
und Läufer, Ferkel bis vier Wochen 1116, über vier Wochen 1824,
Läufer 2530 Mk. pro Stück. Marktverlauf: Kälber mittel, geräumt;
Schweine ruhig, langſam geräumt; Ferkel und Läufer ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 5. Mai. Aufgetrieben waren 2 Rinder,
826 Kälber, 180 Schafe, 243 Schweine. Der Auftrieb war ſehr gering.
Marktverlauf: In allen Viehgattungen war lebhaftes Geſchäft und aus=
verkauft
. Gegenüber dem letzten Montagsmarkt zogen Kälber um 12
Mark an, Schafe waren etwas billiger, während Schweine dieſesmal
um 45 Mark teurer wurden. Preiſe für ei
zeutner Lebendgewicht
für Kälber: a) , b) 7682, c) 6875. d
Sckafe: a1) 5459,
72) 4753. Schweine: a) über 300 Pfund
240300 Pfund
5759, von 200240 Pfund 5759. von 17

[ ][  ][ ]

Nummer 125

Freitag, den 6. Mai 1927

Seite 17

Liquidationskurſe der Berliner Börſe
per Ultimo April.
Kursſteigerungen von 50 bis 90 Prozent in zwei Wochen.
Die Kursbewegungen ſind an der Berliner Börſe in dem Zeit=
iam
vom Medio bis Ultimo April außergewöhnlich heftig geweſen.
Liquidationskurſe zeigen Kursſchwankungen bis zu 90 Prozent
ni Steigerungen in mehreren Papieren von 50 Prozent und mehr.
* zeigt ſich jetzt, wie nachhaltig die vorſchiedenen Spezialhauſſen auf
Kurſe gewirkt haben. Im Nachfolgenden ſeien nur die wichſtigſten
roöhungen aufgeführt. Gegenüber den Liquidationskurfen gegen
1te des Monats ſind Vereinigte Glanzſtoff=Aktien um 90 Prozent,
ultheiß um 72 Prozent, Oſwwerke um 68 Prozent, Zellſtoff Wald=
v
um 67 Prozent, Siemens um 32 Prozent, Schuckert um 44 Proz.,
E.G. um 51 Prozent, Bergmann um 42 Prozent, Rheiniſche Elek=
n
5 itätswerke um 35 Prozent, Leonhard Tietz um 37 Prozent, Oren=
e
um 30 Prozent, Charlottenburger Waſſerwerke um 40 Prozent,
ſauer Gas um 35 Prozent und eine größere Anzahl von Papieren
20 Prozent geſtiegen. Die Gründe für dieſe Aufwärtsbewegun=
ei
, ſind nur zum Teil bekannt und in der Berichtszeit ſchon mehrfach
egandelt worden. Bei einem Teil der genannten Werte dürften die
trncen der Tätigkeit eines weitverzweigten Hauſſekonſortiums zuzu=
hreiben
ſein, das ſich an der Berliner Börſe gebildet haben und
el erdings jeweils mit beſonderen Papieren befaſſen ſoll. Bemerkens=
e
t iſt bei dieſer Situation, daß wirklich ſchwach nur Kohlen=Aktien
b eſchloſſen, von denen Ilſe 25 Prozent, Rheiniſche Braunkohlen 10
Szent und Eſſener Steinkohlen 16 Prozent unter den Mediokurſen
e en. In Ludwig Löwe drückten die Realiſationen den Kursſtand
m. 20 Prozent. Bei dieſen Ziffern ſind die Dividenden= bzw. Be=
ssrechtsabſchläge
bereits berückſichtigt. Im einzelnen lauten die
in uidationskurſe per Ultimo April wie folgt: Deutſche Reichsbahn
1 Prozent (letzter Liquidationskurs 109 Prozent), Allgemeine
D itſche Eiſenbahn 108 Prozent (37 Proz.), Allgemeine Deutſche Credit
Prozent (179 Prozent), Barmer Bankverein 171 Prozent
4 Prozent), Berliner Handelsgeſellſchaft 284 Prozent (269 Prozent),
hamnmerz= und Privatbank 214 Prozent (223 Prozent), Darmſtädter und
=tionalbank 281 Prozent (277 Proz.), Deutſche Bank 190 Prozent
1:5 Proz.), Diskonto=Geſellſchaft 186 Prozent (186 Proz.), Dresdner
zmk 187 Prozent (191 Proz.), Mitteldeutſche Credit 268 Prozent
XI Prozent), Hamburg=Amerika 159 Prozent (151 Prozent), Ham=
u
*g=Süid 259 Prozent (236 Proz.), Hanſa Dampf 241 Prozent (234
Troz.), Nordd. Lloyd 163 Prozent (148 Proz.), Allgemeine Elektrizi=
äS
=Geſellſchaft 229 Prozent (178 Proz.), Bergmann 248 Prozent (206
Zwz.), Bl.M. Schwartzkopff 166 Prozent (141 Proz.), Buderus 147
Lyozent (127 Proz.), Charlottenburger Waſſer 183 Prozent (143 Proz.)
Comt. Caoutchouc 148 Prozent (123 Proz.), Daimler 144 Prozent (126
Eyozent), Deſſauer Gas 250 Prozent (224 Prozent), Deutſche Erdöl
9s Prozent (190 Proz.), Deutſche Maſchinen 126 Prozent (124 Proz.),
dn namit Nobel 161 Prozent (162 Proz.), Elektriſche Lieferungen 214
Baozent (202 Proz.), Elektriſches Licht 235 Prozent (212 Proz.), Eſſener
5einkohlen 219 Prozent (235 Proz.), Farbeninduſtrie 326 Prozent (333
Bvoz.), Felten u. Guilleaume 177 Prozent (165 Proz.), Gelſenkirchen
0= Prozent (203 Proz.), Geſ. f. elektr. Unt. 230 Prozent (266 Proz.),
GIldſchmidt 163 Prozent (153 Proz.), Hambg. Elektr. 190 Prozent
129 Proz.), Harpener 260 Prozent (266 Proz.), Hoeſch 230 Prozent
299 Proz.), Holzuann 228 Prozent (211 Proz.), Ilſe plus 300 Pro=
ſettt
(332 Proz.), Kali Aſchersl. 216 Prozent (215 Proz.), Klöckner
Prozent (192 Proz.), Köln=Neueſſen 228 Prozent (B39 Proz.),
Lunke Hofmann 97 Prozent (100 Proz.), Loewe 360 Proz. (380 Proz.),

Mannesmam 243 Prozent (227 Proz.), Mansfeld 172 Prozent (164
Proz.), Metallbank 175 Prozent (167 Proz.). Nationale Auto 147 Pro=
zent
(136 Proz.), Oberſchl. Eiſböf. 136 Prozent (128 Proz.), Oberſchl.
Koks 132 Prozent (124 Proz.), Orenſtein 164 Prozent (134 Proz.), Oſt=
werke
498 Prozent (430 Proz.), Phönix 153 Prozent (143 Proz.),
Rhein. Braunk. 324 Prozent (334 Proz.), Rhein. Elektr. 215 Prozent
(180 Proz.), Rhein. Stahl 260 Prozent (247 Proz.), Niebeck Montan
182 Prozent (186 Proz.), Rütgerswerke 144 Prozent (144 Proz.), Salz=
detfurth
276 Prozent (276 Proz.), Schleſ. Elektr. B. B1 Prozent (215
Proz.), Schuckert 237 Prozent (193 Proz.), Schultheiß 520 Prozent
(448 Proz.), Siem. u. Halske 340 Prozent (308 Proz.), Tietz 175 Pro=
zent
(138 Proz.), Transradio 161 Prozent (148 Proz.), Ver. Glanz=
ſtoff
720 Prozent (630 Proz.), Ver. Stahlwerke 164 Proz. (151 Proz.),
Weſteregeln 217 Prozent (218 Proz.), Zellſtoff Waldh. 345 Prozent
(278 Proz.), Otavi Shares 41 Prozent (42 Proz.).
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 5. Mai. (Priv=Tel.)
Weizen: Nach der anfänglichen Schwäche auf ungünſtige Witte=
rungsberichte
war eine feſte Tendenz zu verzeichen. Aus dem Aus=
lande
lagen erhöhte Notierungen vor und die Feſtigkeit von Winnipeg
ſetzte ſich auch am hieſigen Markt, beſonders für nahe Monate, durch.
Die Termine gewannen bis 2½ C.
Mais: Auch an dieſem Markt blieb die Haltung nach vorübergehen=
der
Schwäche durchaus feſt auf ungünſtige Wetterberichte aus den Mais=
gebieten
, Deckungskäufe und die feſte Haltung des Lokomarktes. Die
Termine zeigen Steigerungen bis zu 2½ C.
Baumwolle: Niedrigere Liverpooler Notierungen und günſtiger
lautende Berichte aus den überſchwemmten Gebieten hatten im erſten
Teil des Marktes Gewinnrealiſierungen zur Folge. Dann wurde der
Markt erneut feſt auf anhaltende Käufe der Wallſtreet. Die Termine
ſchließen jedoch noch mit Einbußen bis zu 12 Pkt.
Kaffee: Der Markt nahm einen ziemlich feſten Verlauf auf höhere
ausländiſche Kabel, Dechungskäufe und ſtärkeres Hervortreten des ame=
rikaniſchen
Konſums.
Zucker: Anfangs lag der Markt weiter feſt auf höhere Notierungen
des Auslandes und Käufe der Wallſtreet. Dann trat eine Abſchwä=
chung
ein auf billigeres kubaniſches Angebot und ſchleppende Nachfrage
für Raffinade.
Kakao: Nach der letzttägigen Auſwärtsbewegung zeigte ſich heute
eine Abſchwächung auf niedrigere Kabelmeldungen, Liquidationen und
Kaufreſerve der Fabriken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 1417½ Juli 135½, Sept. 1322/.;
Mais: Mai 792, Juli 84½, Sept. 88; Hafer: Mai 4734, Juli
48½z, Sept. 46; Roggen: Mai 111½, Juli 108¾, Sept. 897/.
Schmalz: Mai 12,37, Sept. 12,50.
Fleiſch. Rippen: Mai 13,20, Juli 13,10: Speck: 13,25:
Schweine: ſchwer 9,7510,25, leicht 10,0010,55: Schweine=
zufuhr
: Chicago 29 000, Weſten 94000; Talg: Ohio 7/s.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 5. Mai:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 1542/s, hart 1592; Mais Nr. 2:
93ls; Hafer Nr. 3: 59½; Roggen exp.: 123½; Mehl Spring
Patent: 6,75; Getreidefracht; nach England 2,6 Schilling, nach
dem Kontinent 17 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 13,12.
Schweinefleiſch: Family 36.

Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Reichsverband der deutſchen Kautſchuk=Induſtrie hat mit Wir=
kung
vom 3. Mai eine Erhöhung der bisherigen Verkaufspreiſe um
10 Prozent eintreten laſſen.
Vom weſtdeutſchen Verkaufsſyndikat für Dachpappen wurden ab
4. 5. die Preiſe um durchſchmittlich 12 Prozent erhöht.
Nach der am 1. Mai in Kraft getretenen neuen Preiskonvention im
der deutſchen Hanfinduſtrie ſtellen ſich Erhöhungen um 3 bis 7 Prozent
gegenüber den jetzigen Notierungen ein. Von einer ſtärkeren Erhöhung
hat man abgeſehen, da man dem günſtigen Geſchäftsgang und der Nach=
frage
nach Hanffabrikaten nicht entgegenwirken will.
Das Abkommen über die Zulaſſung von Waren ſaarländiſcher Er=
zeugung
zu den Reparationslieferungen iſt für die Zeit vom 1. 4. 27 bis
31. 3. 28 verlängert worden. Der Geſamtwert der in Frage kommenden
Sachleiſtungen beläuft ſich auf 5 Mill. Gm. Beteiligt ſind Frankreich mit
4,250 Mill. GM., Belgien mit 700 000 und Serbien mit 50 000 GM.
Der luxemburgiſche Staatsrat wurde beauftragt, ſich mit dem Projekt
der Schaffung eines eigenen Franken eingehend zu befaſſen.
Ein luxemburgiſcher Minenfachmann erfand, wie gemeldet wird,
ein neues Syſtem zur Aufbereitung minderwertiger Eiſenerze und hat
dieſes Verfahren bereits patentieren laſſen. Man iſt geſpannt, ob es
ſich induſtriell bewähren wird.
Die dritte diesjährige Verſteigerungsſerie der Londoner Kolonial=
wollauktionen
begann am 3. Mai bei relativ mittelmäßiger Konkurrenz.
Nur deutſcherſeits beſtand für beſte Qualitäten ſtarkes Intereſſe. Die
Preislage blieb für beſte und mittlere Sorten unverändert gegemüiber
dem Abſchluß der letzten Auktionen.
Der Londoner Goldpreis beträgt gemäß § 2 der Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes üüber wertbeſtändige Hypotheken ab 4. Mai
1927 für eine Unze Feingold 84 sh 10¾ d, für ein Gramm Feingold
demnach 32,7375 pence.
Der polniſche Finanzminiſter wird gemeinſam mit dem Juſtizminiſtev
dieſer Tage ein Dekret erlaſſen, durch das der Zinsfuß bei Kreditgeſchäf=
ten
in Zukunft geſetzlich begrenzt wird. Es dürfen nicht mehr als 13
Prozent Zinſen pro Jahr erhoben werden, und die Ueberſchreitung dieſer
Quote wird als Wucher geahndet.
Auf dem lettländiſchen Holzmarkt macht ſich eine weſentliche Be=
lebung
bemerkbar. Im Zuſammenhang mit der verſtärkten Nachfrage
ſeitens des Auslandes, beſonders Englands, haben die Preiſe in der
allerletzten Zeit durchweg um etwa 10 Prozent angezogen. Trotz der
erhöhten Frachtraten hofft man daher auf eine günſtige Entwicklung des
Holzexportes.
Das Komitee der U. S. A. zur Orgamiſierung internationaler Aus=
ſtellungen
iſt an die Qningrader Handelskammer mit dem Erſuchen
herangetreten, eine reguläre Beteiligung der Sowjetunion an allen in
den USA. veranſtalteten Ausſtellungen zu ermöglichen. Zunächſt kommt
eine Beteiligung an der im Herbſt ſtattfindenden Internationalen Aus=
ſtellung
in New Orleans in Frage.
Aus Moskau wird gemeldet, daß das Naphthaſyndikat beabſichtige,
eine Annäherung mit engliſchen, amerikaniſchen und franzöſiſchen In=
tereſſenten
herbeizuführen. So ſeien Verhandlungen mit der Standard
Oil Co. im Gange über die Beteiligung am Ausbau der ruſſiſchen Erd=
ölanlagen
im Kaukaſus.
Nach einer Meldung aus Rom iſt der Geſamtnotenumlauf von
19 438 Mill. Lire auf 19 298 Mill. Lire zurückgegangen. Die Gold=
veſerve
hat ſich von 2613 Mill. Lire auf 2644 Mill. Lire erhöht.

Grantfarter Harbderiche voin d. Mur Lost.

ſtwrsopäiſche Staatspapiere
a) Deutſche
(lohne Zinsberechnung
L.MReichsanl.-=Ablöſ.=Schulb
gänſchl. Ausloſ.=Scheinen 5. 4. 5. 5. 1. Tei 3191, 319 II. Te
LiRkeichsanl.=Ablöſ.-Schuld 1320 320.25 chne Ausloſ.=Scheine. ..
ſit Zinsberechnung)
O Deutſche Reichspoſt= 24.55 23 Schatzanw. per 1. 10. 30
Bayer. Schatzanw, per 97.25 1. 4. 29 ...."
% Heſſ. Volksſt.=Schatz= 98.25 mw. per 1. 4. 29...
Preuß. Staats= 97.75 SSchatzanw. per 1. 3. 29

Preuß. Staats=
SSchatzanw. per 1. 10. 30,
Sächſ. Freiſt.= Schatz=
amiw
. per 1. 7. 29 .....
Sächſ. Freiſt.= Schatz=
amw
. per 1. 7. 30 ..."
O Württemb. Freiſt.-
SSchatzanw. per 1. 3. 29
b)Ausländiſche
BosnienL.-E.=B.v. 1914
L.=Inveſt.=Anl. 1914
%v. 1898 .........
20 v. 1902 .........
.
N Bulgar. Tabak 1902 .
M Oſt. Staatsrente 1913
2db. ab 1918 ..
7a Oſt. Schatzanweiſ.ſtfr.
1914 ............
0 Oſt. Silberrente ..
Goldrente ..
einh. Rente (konv.)
Portugieſ. (Spez. /S.III
Rum. am. Rente v. 03.
7% Goldr. v. 13 ...
am. Rente konp.
v. 05.

Türk. (Admin.) v. 1903
(Bagdad) Ser.
(Bagdad) Ser, I.
unifiz. 1903
v. 1911, Zollanl..
D Ung. Staatsr. v. 191
Staatr.v. 14
Goldrente ..
Staatsr. v. 10
Kronenrente
(Eiſemes Tor)G.
Außereuropäiſche
Mexik. amor. inn (abg.)
konſ. äuß. v. 99
Gold v. 04 ſtfr.
konſ. innere
Do Irrigationsanl.
Tamaulipas. Serie 1,
kacrh Sachwert verzinsliche
S chuldverſchreibungen
Mit Zinsberechnung
Berlin. Hp.=B. Gldpfbr.
BerlinerStadt=Goldan!
Darmſt. Stadt=Goldanl.
D. Hyp.=Bk. Meiningen
Soldpfandbriefe.
Frkft. Hhp.=Bk. Goldpfbr.

45

32

4.5

8.75
29.5

22.2
15
25
277.8
27.8
23.75

Pfbr.=Bk.

Weſſ. Landes=B. Gldpfbr.

108
103
96
101.5
104
101
101
103
G2.n
102
88.5

30

3.7

Rré
8

102.5
104.5=

( Komm. Elektr. Mark
Sagen) Goldobl.
Komm. Landesbank,
Reihe 1/101,75
2oarmſtadt,
Reihe T7/101.6
Main=Kraftwke. Höchſt
Mannh. Stadt=Goldanl.
MNaſſ. Landesbk. Goldanl.
2Nürnberg Stadt=Gdanl.
Pfälz. Hp.=Bt.=Goldpfbr. 100.65
Pforzh. Stadt. Goldanl.
Preuß. Central=Bod.=Cr.=
1Bank Goldpfbr. . . .
103
Preuß. Central=Stadt
ſthafts=Goldpfbr. . ..
403

27.75
22.75

16I.

5!
28.1
24
2.6

22

22.25

111.5
104
96.5

89.25
100.5
102
102
102
88.5
103
102
104.5
101.74
95 75
106
103
103.05
100
100.5
101.75

105
103

8% Rhein. Hyp.=Bk. Gldpfbr.
7½% Rh. Stahlwerke v. 25
10% Rhein=Weſtf. Bod.=Cr.=.
Bk. Goldpfbr.. . . . .
% Südd. Bd.=Cr.=B. Gdpbr...
70 Ver. Stahlw. Düſſeldorf
Hyp.=Goldobl. mit Option
% Ver. Stahlw. Düſſeldorf
Hyp.=Gdobl. ohne Option
3% Voigt & Haeffner Goldobl.
8% Württ. Hyp.=Bk=Goldpfbr.
Ohne Zinsberechnung
5% Badenw. Kohlenwrtanl. 2
5% Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v 23 ....
6% Heſſ. Braunk.=Rogg. Anl. 23
5% Heſſ. Volksſt. Rogg.=Anl. 23
Preuß. Kaliwert=Anleihe
5% Preuß. Roggenwert=Anl.
5% Südd. Feſtwertbk. Goldo

177.5

99.5
103
Ra

13.4

112
98
102
100

A

13.35

2.2.

Vorkriegs=Hypothekenbank
Pfandbriefe
Bay. Vereinsbank München..
Bay. Handelsbank München
Bay. Hhp. u. Wechſelbank ...
Berliner Hhp.=Bank.. . . .
Frankfurter Hypothek.=Bk.
Frankfurter Pfandbrief=Bk.
Hamb. Hypothek.=Ban1
Mecklenb. Hyp.= u. Wechſel=Bk.
Meininger Hyp.=Bank .. .."
Nordd. Grund=Credit=Bank. .
Pfälziſche Hyp.=Bant . . . ..
Preuß. Voden=Credit=Bank.
Preuß. Centr.=Bod.=Creb.=Bk.
Preuß. Pfandbrief=Bk. .. . ..
Rhein. Hypothk.=Bank.
Rhein.=Weſtf. Bod.=Cred.=Bk..
Südd. Boden=Credit=Bank. .
Württemberg. Hypoth.=Bank.
Staatl. oder provinzial
garantiert
Heſſ. Landes=Hyp.=Bant ..
Landeskreditkaſſe Caſſe ...
Naſſauiſche Landesbank ..

5. 4.

22.5
16.5
16.8
17.4
3.55

5. 5.

Au

16.7

11. 8
12.05
9.1

Oblig. v. Transportanſt.
4½ Eliſabethbahn, ſtfr. (. G..
4½ Gal. Carl Ludw.=Bahn.. ."
An
% Oſt. Sübb. (Lomb.) ſtfr.
2,6% Alte Oſt. Südb. (Lomb.)
2.6 Neue Oſt. Südb. (Lomb.)
50 Oeſt.=Ung. Staatsb. 73/74
4½ Oſt. Staatsb. v. 1883 ...
1. b. 8. Em.
9 Em. . . .
v. 1885 ..
Erg. Netz
Raab=Ledenbg. v. 83..
v. 91..
v. 97..
4% Rudolfb. i. Silber ſtfr. ..
Rudolfb. (Salzkammerg.).
½% Anatolier Serie l.....
Anatolier Serie II..."
% Anatolier Serie III..
3% Salonique Monaſtir. . . . .
5% Tehuantepee .. . . . . . ..
*½% Tehuantepec ...

5. 4.

14.5
14.5

121.

34.5
32.5

14.5
14.5
11.5

31

Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt.
Badiſche Bank .......
Bank für Brauinduſtrie ..
Barmer Bankverein".
Bah. Hyp.=u. Wechſelb.
Berl. Handelsgeſellſchaft
Kommerz= u. Privatbank
Darmſtädter u. Nationalbk.
Deutſche Bant
Deutſche Effekt=u. Wechſelbk.
Deutſche Hypot.=Bank Mein
Deutſche Vereinsbank
Disconto=Geſellſchaft .
Dresdener Bank
Frankfurtex Bank . . . ..
Frankf. Hypothekenbank
Frankf. Pfandbrief=Bank
Gotha Grundkredit=Bank
Lux. Intern. Bank..
Metallbank
Mitteldeutſche Creditbank
Pfälz. Hypoth.=Bank
Preuß. Boden=Creditbank
Preuß. Hyp.=Aktien=Bank.
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbank ..
Rhein. Hypothekenbank
Südd. Boden=Credikbank ...
Südd. Disconto=Geſellſch.
Oſterreichiſche Creditanſtalt".
Wiener Bankverein ..."
Bergwerks=Aktien.
Bochumer Bergbau ..
Buderus ..."
Dt. Luxemburger
Eſchweiler Bergwerks=Akt.
Gelſenkirchen Bergw.
Harpener Bergbau.
Ilſe Bergbau Stamm.
Ilſe Bergbau Genußſcheine
Kaliwerke Aſchersleben
Kaliwerke Salzdetfurt
Kaliwerke Weſteregeln
Klöcknerw. (ab. Lthr.=Hütte).
Mannesmann Röhren ..
Mansfelder
Oberbedarf .. . .."
Otavi Minen u. Eb.=Afkt..
Phönix Bergbau ....."
Rhein, Braunk. u. Brikett
Rhein. Stahlwerke .
Riebeck Montan ..
Rombacher Hütte
Salzwerk Heilbronn ...
Te lus Bergb.=u. Hütten=Akt.
Ver. Laurahütte .
Ver. Stahlwerke. . . . . . . .
Akt. induſtr. Anternehmung
Brauereien.
Eichbaum (Mannh.) ..... .."
Henninger Kempf=Stern . . . .
Hercules, Heſſiſche .. . . . . . .
Löwenbräu München .. . ..
Mainzer Aktienbrauere ..
Schöfferhof (Binding) ... ."
Schwarz=Storchen .. . . . . .
Tucher Nürnberg ..........
Werger ....llllihrr....

Geſch.
Fahr Divib. 5. 4. 5. 5. Geſch.
Jahr Divid 5. 4. 1. 1. 40 10%
1c 17971.
167 169
162
RR Akkumulat. Berlin ..." 1. 1. 500
250 8% 178 1. 1. 3331 Adler & Oppenheimer .. 1.7.
1.11. 1.4./ 20 246. 2! 1. 1. 16 1 182 170.5 6 A. E. G. Vorzug Lit. A ..11. 10. 9.35 1. 1. 40 100 208 5% A. E. G. Vorzug Lit. B.. 1. 10. 83.25 1. 1. 200
60 122
119 287
216.5 A. E. G. Stamm
.. 1. 10.
1. 1. 100
100 172.5 1. 1. 217.75 Anglo=Continental=Guano 1. 1. 100 122 284 285 Bad. Ma chf. Durlach ... 1. 7. 200 8% 1145 1. 1. 100 10% 193 194 Bad Uhrenfabr. Furtwang. 1. 7. 400 1. 1. 50 164.75 170.5 Bamag=Meguin Berlin",
Baſt Nürnberg .. . .. ... .. 1. 7. 100 * 1. 1. 100 *3 181.5 1. 10. 60 10% 250 1. 1. 4 123 122 Bayriſch Spiegel ......" 1. 1. 60 1. 1. 150 10 180 186.25 Beck & Henkel (Caſſel) .. 1. 4. 50 95 1. 1. 80 10% 196 194 Bergmann El. Werke 1. 1 200 8% 198 1. 1. 20 6% 159.5 162 Bing. Metallwerke .. 1. 1. 50 1. 1. 120 4.l.) 220 219 Bremen=Beſig, Olfabr. 1. 1. 3a0 * 1. 1. 100 194 185.5 Bürſtenfabrik Erlangen . 1. 1. 40 1. 1 831I. 9% Cementwerk Heidelberg". 1. 1. 300 Ua3 1.1. 10.5 Cementwerk Karlſtadt . . . ." 1. 1. 150 194.5 1. 10. 160 164.5 15 CementwerkLot hr. (Karlsruhe 1. 1. 40 43 1. 1. 20 248 262 Chem. Werke Albert ... ." 1. 1. 300 170 1. 1. 100 Chem. Brockh., Nd. Walluf. 1. 1. 100 105 1. 1 100 178 166 Chem. Fabrik Milch 1. 11. 120 80.5 1. 1. 66 8% 180 157 Daimler=Benz A.=G. ... .." 1. 1. 60 124 1. 1. 500 100 177.75 Deutſch. Eiſenhandel Berlin 1. 1. 80 1. 1. 40 155 147 Deutſche Erdöl. . . . . . . . 1. 1. 400 193.5 1.1. 100 227.5 D. Gld.= u. Silberſcheideanſt. 1. 10. 120 8% 232.5 1. 1. 66= Dingler, Zweibrücken .. .. 1. 4. 100 1. 1 100 889 168 156 Dresdener Schnellpreſſen .. 1. 6. 40 10% 162.5 1. 1. 80 Gr. 9.25 10.1 Dürkopp (Stamm) ... ." 1. 10. 150 1. 1. 60 Gr. 7.4 Dürrwerke Ratingen ....." 1. 1. 50 59.5 Dyckerhoff & Wittm. Stamm. 1. 1. 60 48.5 6% Eiſenwerk Kaiſerslautern. . . . 1. 4. 331 51.5 1. 10. n00 200 Elektr. Licht= u. Kraft. . 1. 7. 60 10 209.25 1. 1. 200 128.5 142.75 Elektr Lieferungs=Geſ. ... 1. 1. 200 10% 206.5 1. 10. 700 198.5 Elſäſſ Bad.=Wolle ....." 1. 1 100 51 1.7 600 8.47 175 Email. & Stanzw. Ullrich. . . 1. 7. 60 54 1. 10.
1. 1. 700
1000 199
255 200
263 Enzinger Werke. 1.1. 100
100 6% 97
95.5 Eßlinger Maſchinen . 1. 1. 1. 1. 200 338 301 Ettlinger Spinnerei 1. 1. 250 220 1.1 200 170 154 Faber Joh. Bleiſtift 1. 1. 140 130 1. 1 140 212 215.5 Faber & Schleicher .. 1. 1. 80 65 128.5 1.1 160 12 273 Fahr, Gebr., Pirmaſens
J. G. Farbeninduſtrie. .. 1. 1. 100 38 1.1 150 108 217.5 217.75 1. 1. 200 10% 324 1. 7 600 190. 25 205.5 Felten & Guilleaume, Carls. 1. 1. 300 164.5 1. 7. 600 218. 25 237.25 Feinmechani1 (Jetter) 1. 1. 120 6% 115.5 1. 1. 50 8% 163.25 163.5 Feiſt, Sektk., Frankf. a. M. 1.7. 80 67 1. 10. 100 125.25 . 1. 1./ 50 5: 178 ...
1. 1./ 200 6 1. 4. furter He 1. 7. 500 3% 1a0 147.5 Frrf. M., Pokorny & Wittek 1. 1. 100 108.5 1.4 300 10% 325 Geiling & Cie. ......." 1. 1. 331/= 82.75 1. 7. 500 241.5 263 Germania Linoleum . . 1. 1. 100 157%0 9e 1. 4 400 6% 180.5 194 Gelſenkirchen, Gußſtahl 1. 8= 400 18 1. 7. 300 Goldſchmidt, Th. 1. 1. 200 154 1. 1. 200 176
128 Gotha Waggon .." 1. 7. 60
300 1. 1. Rea 50 125 Gritzner, Maſchfbr., Durlach 1. 1. 10% 123 1. 7 83.33 94 94 Grün & Bilfinger ...." 1. 1- 180 8 196.5 1. 10. 37 KKZ 159 Hafenmühle Frankſ. (M.) 1. 7: 60 8% 147 Hammer en (Osnabrück) 1.1 200 8½ 153 Hanfwerke Füſſen ........" 1. 1 200 2% 137 Hanſa=Lloyd Bremen. . . . . 1. 1. 20 1. 10. 400 10 245 270 Hartm. & Braun, Frankfurt. 1. 1: 200 5% 1. 9. 600 10 236 Hehligenſtaedt, Gießen 1. 1: 50 23 1. 10. 100 174.5 Hilpert, Armaturenfbr. .... 1. 1: 80 104 1. 10. 333, 400 Hindrichs=Auffermann . . . . . 1.7. 120 6% 1. 10. Ka *
250 263 Hirſch Kupfer u. Meſſ. ..... 1. 1: 150 115.75 1. 10./ 250 20% 381 423.5 Hochtief Eſſen ............ 1. 1: 20 8% 145 1. 10. 300 10% 175 200 Holzmann, Phil. ...... .." 1. 1: 66. 199.75 1. 7. 200 107 Holzverk. Induſtr. .... ... 1. 4 80 80 1. 10 200 10% 184 203 Hydrometer Breslau ...." 1. 1. 80

5. 5.

190.75
157.5
931).
85.5
219
146.25
30
59
78.5
97.5
238
30.5
83
78
191.5
209.5
46.9
191
109.2
90
139
13.25
255
170.25
104
80.5
51.5
54.25
226
211
55
57.5
108
95
251
135.5
135.75
59
348
119.5

132
98. 25
90
20
162
144
*7

150
170
29
112
30
129
160.5
222
96
37.75

Fnag ...................
Junghans Stamm . . . ..
Kammgarnſp. Kaiſerslautern.
Karlsruher Maſchinen
Karſtadt R.
Klein, Schanzlin & Becker
Knorr. Heilbronn
Konſervenfabrik Braun
Kraftwerk Alt=Württember
Krauß & Co , Lokom.
Lahmeher & Co
Lech, Augsburg
Lederw. Rothe
Lederwerke Spicharz
Lingel Schuhw., Erfur
Löhnberger Mühle
Ludwigshaf. Walzmühl
Lüdenſcheid Metallw.
Luxſche Induſtrie
Mainkraftwerke Höe
Marswerke Nürnb=
Metallgeſ. Frankf:
Miag Mühlenb. Fr
Moenus Stamm
Motorenfabrik Der
Motorenfabrik Oberurſel
Münchener Lichtſpielkunſt . . .
Neckarſulmer Fahrzeugw.
Neckarwerke Eßl. Stamm
Peters Union Frankf. a. M.
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Porzellan Weſſel
Reiniger, Gebbert & Schall
Rhein. Elektr. Stamm
Rhenania Kunheim.
Rütgerswerke
Schneider & Hanau
Schnellpreiſen=Frankenthal
Schramm u. Megerle, Lackf. .
Schriftg. Stempel Ffm.
Schuckert Elektr. (Nürnb.)
Schuhfabr. Berneis=Weſſel".
Schuhfabrik Herz .. . . . ...."
Schultz, Grünlack, Rdsh. ...
Seilinduſtrie Wolff . . . . ..."
Siemens Glasinduſtrie .
Siemens & Halske .....
Süddeutſche Immobilien
Süddeutſche Zucker=A.=G..
Thür elektr. Lief.=G. Gotha
Uhrenfabrik Furtwängler
Unterfrank. Kreis=Elek.=Verſg.
Veithwerke in Sandbach
Verein f. Chem. Ind. Frkft.
Verein d. Olfbr. Mannheim.
Verein Faßfabrik. Caſſel .."
Ver. Gummif. Bln.=Frkft.
Verein Pinſelf. Nürnberg ..
Verein Ultramarin . ."
Verein Zellſtoff Berlin ..
Vogtl. Maſchinen .. . . . . ..
Voigt & Haeffner Stämme .
Volthom. Seil .
Wayß & Freytag
Wegelin Rußfabrik
Zellſtoff Aſchaffenburg ..
Zellſtoff Waldhof Stamm ..
Zuckerfbr. Rheingau .
Eransp.; u. Verſich.=Aktien.
DeutſcheReichsbahn=Vorzg..
Allg. Deutſche Eiſenbahn
Allg . Lokalbahn u. Kraftwagen
Deutſche Eiſenb=G. Fftm.
Schantung E. B.
Südd. Eiſenbahn=Geſ.
Hapag (Paketfahrt)
Nordd. Lloyd

Frkft. Allg. Verſich.=Gef.
Frankona Rück= u. Mitv.

Darmſtädter Werte
Bahnbedarf
......."
Dampfkeſſel Rodberg ....
Helvetia Konſervenfabr.
Gebr. Lutz
Motorenfabrik Darmſtadt
Gebr. Roeder
Benuleth & Ellenberger

Geſch.
Jahr

1. 1

1. 7

15. 2.

Divid. 6. 4. 5. 5. . 20 82 96 140 124.25 129.9 120 3:/.%0 220 /50 46 49.75 / 40 10% 177 6% 135 140.1 50 7% 202 218 . 15 75 81 150 72 129 /50 80 150 1203 250 8% 141.5 142.5 500 43 50 23 20 166½ 64.25 500 150 138.5 60 48 124 100 50 140 8 1139.9 138 60 109 143 160.75 120 10% 194 219.75 20 10% 164.25 30 76.75 94 250 250 66.25 7 20 120 100 133.5 142.5 100 152.5 30 88 128 137 50 63 7.5 100 67.25 72 100 60 30 134 148 100 85 181.5 200 60 67.5 76 160 143.25 145 100 69.75 79.75 100 110.25 114 60 113 113.5 / 120 130.5 153.25 00 186 230 40 73.5 80 60 7.5 85 20 60.5 50 120 91 104 200 300 R 326 83.33 117 130 168 160 136 134 40 36 25 28 70 118.75 128I. 60 71 82 100 120 131.5 400 92 84 60 8 97 95 40 200 5 117 123 200 180 166 50 8% 154.75 185 45 109 102.5 25 8% 154 163.5 50 77.5 86 40 10% 199 201 40 140.5 152 300 180 232.5 100 10% 278 244 40 3 110 1000 600 12% 209 600 124.5 144 11.4 soo 10½ 177 300 151 156 40 8 150 16: 80 168 175.5 60 168 20 54.5 R 60 11.25 40 300 140 1. 1. 120 188.75 300 [ ][  ][ ]

UKCHLAUcT
RADIETHEM

Palast-Lichtspiele

Das interessante, sehenswerte große Doppelprogramm

7 ganz lustige Akte
MIit Colelte Breitel, Evi Eua, Manja
Tzatschewa, Ellen Plessow, Manna
Brinkmann, Hans Junkermann, Jalius
Falkenstein, Paul Westermeier, Henry
Bender, Slegfried Arno, Gerh.
Ritterband, Carl Auen, Samson-Körner,
Herm. Picha, Cari Harbacher u. a

Ein Leitfaden für die Ehe in 6 Akten
In den Hauptrollen:
Ossi Oswalda, Lydia Potechina, Rosa
Valetti, Siegtried Arno, Hans Albers,
Henry Bender, Paul Morgan, Herm.
Picha, Carl Harbacher u. a. m. (7656

Seite 18

Freitag, den 6. Mai 1927

Nummer 125

UnionsTheater
Nur kurze Zeſt!
Barchädeh Raufeschen

Regie Richard Eichberg
Hauptdarst Kexlnia Desni, Werner Fuetterer
Gigolo, der Tänzer für Geld
Sittenroman in 6 Akten
Angenehmer kühler Aufenthalt
(*12384
Anfang 3½ Uhr

Residenz-Theater
Das große Doppelprogramm:
FRIESEABLUT
Ein Lebensbild in 6 Akten. Hauptdarst.: Greke Reinwald u. H. A. Schletiew
Frau von Corlands Vergangenheit
Sittenroman in 6 Akten. Hanptdarsteller: Mae Murray und Elmo Lincolm
( 12385
Anfang 3½ Uhr

UAPHLUM

Morgen Samstag, sowie
Sonntag
D Der große
Operelten-Erfolg!
Die
gusenbache Prau
Musik von Leo Fall

Karten Verkehrsbüro und de
(7668
Waal, Rheinstr. 14.
Telephon 365

Theatersaal Perkeo
Alexanderſtraße 14 (*7265
Monat Mai 1927, dezentes
Familien-Programm der
O. Salden-Burlesken
wozu ergebenſt einladet
Jakob Schnauber

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. Luisenstraße,
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Montag, den 9. Mai 1927, abends 8 ½/=
im
Städtiſchen Saalbau

Uhr,

Heringarten-Café
Freitag, den 6. Mai, nachm. ab 2½, Uhr
AONZLRT
662)

Samstag, den 7. Mai, ab 8 Uhr
abends, Konkordiaſaal, Waldſtr. 12382
Tanz=Anterhaltung

U
Wienerſtr. 65. (*12218dfs

Hotel Krone

Jeden Sonn= und Feiertag
nachmittags von 37 Uhr
Garten=Konzerts?
se Eintritt 35 Pfennig os

Hotel und Kaffee=Reſtaurant
Waldſchlößchen
Neue Darmſtädterſtraße 257
Halteſtelle der Straßenbahn
Freitag, 6. Mai, Samstag, 7. Mai
ab 8 Uhr u. Sonntag, 8. Mai, ab 4 Uhr
KONZERT
vom Künſtler=Trio Wetzſtein
Abendls Tanz (7627

Marine=Verein
Sonniag, den 8. Mai,
nachmittags 3 Uhr, findet
in Gernsbeiin am Rhein
Taufe und Einweihung
der Boote für die ge=
ſtatt
.
Feſizug durch dieStraßen nach dem Feſiplatzam
Rhein / Filmaufnahme des Feſizuges / Feſtakt
und Geſangs=Vorträgen.
Feſtrede:
Sr. Exzeſſenz Herrn Admiral Jacobſen. Triſtan und Jſolde. Anfang 5½ Uhr.
Indienſt=Siellung der Boote und Ruder=
Negatta im Hafen und auf dem Rhein.
Abends 8 Uhr Turneriſche Borführung
mit anſchl. Ball im Haasſchen Saalbau.
Krieger= und Regiments=Vereine ſind
herzlichſt eingeladen und wollen ſich gegebenen!
Falls mit Fahne beteiligen. Ruder=Klubs,
Freunde und Gönner des Vereins ladet
freundlichſi ein
Der Vorſiand.
NB Abfahrt nach Gernsheim 1.22 Uhr, Haupt=
bahnhof
, mit Muſik, Sonntagsfahrkarte
leiter Kam. Rühl, Kſesſtr. 41, Tel. 2509
und den Kam. Ihrig, Karſtr. 50, (a7651

Heſſiſches Landestheater
D 19 Großes Haus D 19
Freitag, den 6. Mai 1927
abends 7½ Uhr
Der Zigeunerbaron
Operette in 3 Akten nach einer Erzählung
des Maurus Jökai von J. Schnitzer.
Muſik von Joh. Strauß
Muſikaliſcher Leiter: Berthold Sander
Spielleiter: Heinrich Kuhn
Perſonen:
Graf Peter Homonay, Obergeſpan des
Temeſer Comitates . . Leo Barczinski
Conte Carnero, kgl Kommiſſar . Hans Ney
Sandor Bärinkay, ein
junger Emigrant . . . . Guſtav Deharde
Kälman Zſupan, ein reicher Schweine=
züchter
im Banate . Heinrich Kuhn
Arſena, ſeine Tochter. Sitta Müller=Wiſchin
Mirabella, Erzieherin im
Hauſe Zſupan’s . . . . Käthe Gothe
Ottokar, ihr Sohn . . . . Eugen Vogt
Czipra, Zigeunerin
Anna Jacobs
Saffi, Zigeunermädchen . Paula Kapper
Pali
Otto Wieſt
J6szi
Zigeuner . .. Hans Debus
Ferkö
Ludwig Wenzel
Mihaly
Arthur Vetter
Ein Herold . . . . . . . Adolf Klotz
Seppl, ein Laternenbub. Hch. Krichbaum
Mikſa, ein Schiffsknecht . Wilh Wegerich
Arſena’s Freundin . . . . Annelies Roerig
Junge Cſiko’s, Schiffsknechte, Zigeuner,
Zigeunerinnen und Zigeunerkinder,
Trabanten, Grenadiere, Tambours,
Huſären, Marketenderinnen, Pagen,
S Darmſtadt u. Umgegend Hofherren, Hofdamen, Ratsherren, Volk uſw.
Tänze einſtudiert von Manda von Kreibig.
Ort der Handlung: 1. Akt: Im Temeſer
Banate. 2. Akt: In einem Zigeunerdorfe
ebendaſelbſt, 3. Akt: In Wien. Zeit der
Handlung: Gegen Mitte des 18. Jahrh.
Preiſe der Plätze 1 bis 10 Mr.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraun
grundete Zugendabtell. nur gegen Vorzeigung derMietkarte zuläſſie
Nach dem 1. und 2. Akt
Pauſen von je 15 Minuten.
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10¼ Uhr

Zayres Panpt gerfanmtau
Tagesordnung:
1. Jahresbericht für 1926.
2. Rechnungsablage für 1926.
3. Wahl des Vorſtandes.
4. Bericht über die Landesverbandstagung in Worms.
5. Vortrag des Herrn Knaus=Offenbach a. M. über das Thema
Wohnungsbau und Wohnungswirtſchaft.
6. Gründung einer Bau=Genoſſenſchaft.
Zutritt zu dieſer Verſammlung haben nur Mitglieder. Das Mitgliedsbuch iſt
am Saaleingang vorzuzeigen.
Zu zahlreichem Erſcheinen ladet freundlichſt ein
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Der Vorſtand. Laufer

Von Samstag, 30. April bis 10. Mai
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Spiel im Schloß, Anfang 7½ Uhr. Preiſe
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Freitag, 6. Mai, Keine Vorſtellung.
Samstag, 7. Mai. Zuſatzmiete 1, 12. König
für einen Tag. Anfang 7½ Uhr. Preiſe
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Sonntag, 8. Mai, vorm. 11½ Uhr. 9. Morgen=
feier
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Barczinski. Am Flügel: Erich Riede.
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1.20 Mk. Näheres durch den Jugend= weiße Mietkarte), DerViberpelz. Preiſe
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7

[ ][  ][ ]

Nummer 125

Freitag, den 6. Mai 1927

Seite 19

Maximum.

F4)

Roman von Hans Schulze.
(Nachdruck verboten.)

Er hatte ſich Daiſy in einem langen Beileidstelegramm ſo=
Tort ganz zur Verfügung geſtellt, und war noch am ſelben Abend
riach Berlin gereiſt, während der Leichentransport durch ſeinen
DDiener zur Beiſetzung nach ſeinem mecklenburgiſchen Gut weiter
Segleitet wurde.
Ich habe Achim gleich nach meiner Rückkehr aus München
m Unterſuchungsgefängnis aufgeſucht! nahm Dr. Hardt jetzt
was Wort. Und ihn ſo völlig gebrochen gefunden, daß er kaum
FFür die Beſtellung eines Verteidigers Intereſſe zeigte. Wir haben
arge miteinander geſprochen, aber ich habe nicht den rechten
eeliſchen Anſchluß an ihn gefunden. Ich ſtehe, offen geſagt, dem
ganzen Tatbeſtand innerlich auch noch ziemlich faſſungslos
gegenüber.
Das geht mir genau ebenſo! verſetzte Daiſy. Manchmal,
venn ich morgens erwache, muß ich mich erſt langſam in die
WWirklichkeit und ihre ganze Furchtbarkeit zurücktaſten. Ich hätte
mtnſerem armen Freund ſchon ſo gern einmal ein paar freund=
iche
Zeilen, ein Zeichen der Teilnahme geſandt. Aber wie kann
ſich mit ihm in Verbindung treten, der vor der Welt für den
MMörder meines Gatten gilt!
Achim hat mich gebeten, Ihnen ſeine Grüße zu übermitteln
rund Ihnen zu ſagen, daß er unſchuldig iſt. Anſcheinend iſt es
dauch etwas ganz anderes, was ihn bedrückt, als dieſe ſinnloſe
OAnklage. Er ſagte mir beim Abſchied, daß er eine ſchwere Ge=
nviſſensſchuld
auf ſich geladen habe, für die ihn jetzt nur die ge=
rrechte
Vergeltung träfe!
Sie haben doch auch mit dem Unterſuchungsrichter geſpro=
ochen
? fragte jetzt Eva, die inzwiſchen den Samowar bedient
hatte und von neuem Tee einſchenkte!
Gewiß, gnädige Frau! Herr Landgerichtsrat Korn iſt ja
zufällig ein guter Bekanter von mir aus dem Felde. Ich ſtand
mit Achim bei derſelben Diviſion, der Herrn Korn als Auditeur
angehörte. Er empfing mich ſofort ſehr liebenswürdig und wir
haben den ganzen Fall ausführlich miteinander durchgeſprochen.
Von ſeinem Standpunkt als Unterſuchungsrichter iſt er natür=
lich
von Achims Schuld überzeugt, zumal er zu der Klaſſe von
Juriſten gehört, die jeden ihrer Mitmenſchen für einen Verbre=
cher
anſehen, ſo lange er nicht den ſtrikten Beweis des Gegenteils
erbracht hat. Die Unterſuchung iſt übrigens augenblicklich mit
dem Moment der Scheckaffäre ganz auf einen toten Punkt ange=
langt
, und alle anders lautenden Zeitungsmeldungen ſind
lediglich Kombinationen!

Die Scheckaffäre iſt auch für mich das große Fragezeichen!
ſagte Daiſy gedankenvoll. Ich wußte gar nicht, daß Achim
meinen Mann kannte und mit ihm Geſchäfte gemacht hat. Und
mich quält immer wieder der Gedanke, daß gerade darin der
Schlüſſel dieſes ganzen Geheimniſſes liegt!
Mit einem tränenumflorten Blick ſah ſie zu den Blumen=
rabatten
des Springbrunnens hinüber, über dem der Sommer=
wind
den hohen Waſſerſprudel zu tauſendfachen Perlenſchnüren
auseinanderwehte.
Lieber Herr Dr. Hardt! ſagte ſie dann in einer leiden=
ſchaftlichen
Aufwallung, ſeine Hand ergreifend. Sie haben mir
geſchrieben, daß Sie Achim nicht im Stiche laſſen wollen. Tun
Sie, was in Ihrer Macht liegt. Sie ſind ja der Einzige, der
helfen kann!
Dr. Hardt wehrte lächelnd ab.
Das iſt Freundespflicht für mich, gnädige Frau! Und ich
freue mich, daß mir meine Unabhängigkeit die Möglichkeit gibt,
meine ganze Zeit und Kraft in den Dienſt dieſer Sache zu ſtellen.
Ich glaube an Achims Unſchuld und werde nicht eher ruhen, als
bis er wieder makellos vor aller Welt daſteht!
Eine Viertelſtunde ſpäter ſaß Dr. Hardt wieder im Auto und
fuhr zur Stadt zurück.
Eine Einladung zum Abendeſſen hatte er abgelehnt und
ſeinen erſten Beſuch bei Daiſy mit Rückſicht auf ihre offenbar
ſchwere ſeeliſche Erſchütterung überhaupt nach Möglichkeit abge=
kürzt
.
Daheim in ſeiner Wohnung in der Barbaroſſaſtraße ließ er
ſich ſofort an ſeinem Schreibtiſch nieder und ſuchte ſich aus den
letzten Zeitungsberichten und den Bruchſtücken ſeiner Erinnerung
an die Unterredung mit Landgerichtsrat Korn ein kurzes Expoſé
über den gegenwärtigen Stand der gegen Achim geführten Unter=
ſuchung
zuſammenzuſtellen.
Bald aber legte er die Feder wieder nieder und wanderte in
nervöſer Unruhe durch die Weite ſeines mächtigen Arbeitszim=
mers
, das mit ſeinen deckenhohen Bücherborden und den großen
Muſeumsſchränken voll koſtbarer Naturdenkmäler aus aller Her=
ren
Länder für ſeine rege Sammler= und Forſchertätigkeit Zeug=
nis
ablegte.

Adle. dats

HAFERELOCKEN
Für Ihre Familie.

Schon hatte er ſich in der Diele wieder zum Ausgang gerüſtet,
um auf einem langen Spaziergang in ſeine zerflatterten Ge=
danken
Sammlung und Ordnung zu bringen, als der Fern=
ſerecher
anläutete und ihm die helle, mädchenhafte Stimme Eva
van Derps aus dem Adparat entgegenſchallte.
Daiſy hat ſich heute ſchon früher als ſonſt zurückgezogen!
ſagte ſie. Da bin ich bald nach Ihnen zur Stadt gekommen,
um einmal hier in meiner Penſion nach dem Rechten zu ſehen.
Sind Sie heute abend frei, lieber Doktor? Dann würde ich mich
ſehr freuen, wenn Sie mir noch ein Stündchen Ihrer koſtbaren
Zeit opfern wollten!
Aber ſelbſtverſtändlich gern, gnädige Frau! war die freudig
überraſchte Antwort. Ich war ſoeben ſelbſt im Begriff, meine
etwas zerriſſene Stimmung noch einmal an die friſche Luft zu
führen. Befehlen Sie, wo ich Sie erwarten darf!
Ich weiß ganz in unſerer Nähe eine hübſche Weinſtube am
Bayeriſchen Platz. An der Ecke der Grunewaldſtraße. Still und
beſchaulich, mit erträglicher Muſik! Eine Rettungsinſel für ob=
dachloſe
Liebespaare. Da können wir beiden verſtändigen, alten
Leute auch ruhig ein Glas Wein miteinander trinken. Ich bin
in zehn Minuten zur Stelle!
Dann ſaßen ſie in dem Vorgarten des kleinen Reſtaurants,
durch dichte Efeuwände den Blicken der Vorübergehenden ent=
zogen
.
Es war, wie Eva verſprochen hatte, friedlich und ſtim=
mungsvoll
.
Rote Lampen leuchteten über weißen Korbſeſſeln.
Ein würdiger Kellner bediente mit bedächtiger Langſamkeit.
Drinnen im Lokal ſpielten drei grauhaarige, alte Herren
auf einer ſchmalen Eſtrade, ein guter Flügel nahm die Klänge
der Streichinſtrumente in ſeine warme Umarmung.
Durch die hohen Bäume am Bayeriſchen Platz zog zuweilen
das ſchwere Rauſchen der Sommernacht und erſtarb mit einem
dunklen Orgelton in der leiſen Muſik der tauſendfach verwobenen
Großſtadtlaute.
Gott ſei Dank, Herr Doktor, daß Sie wieder im Lande
ſind, ſagte Eva, als jetzt ein uralter Steinberger Kabinett wie
bernſteinfarbenes Oel in, die hellwandigen Nömer floß. Sie
haben heute wirklich ein wenig friſche Luft in unſer Witwen=
heim
im Grunewald gebracht. Ein Mann bleibt doch ein Mann,
ſchloß ſie in aufrichtiger Anerkennung, an dem wir ſchwachen
Frauen uns immer wieder emporranken können!
Ich danke Ihnen im Namen des ganzen männlichen Ge=
ſchlechts
. Und trinke auf das Wohl der allerſchönſten Frau!
Auch Eva hatte ihr Glas erhoben.
Sie ſah entzückend aus.
(Fortſetzung folgt.)

S
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ausſagen
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Seite 20

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