Darmstädter Tagblatt 1927


29. April 1927

[  ][ ]

Ginzelnummer 10 Pfennige

Bezugspreis:

Bei wöchentlich 2maligem Erſcheinen vom 1. Aprll
blx 30. April 2,18 Reichsmart und 22 Pfennig
AStragegebühr abgeholt 2,25 Reichsmarl, durch die
Zngenturen 2,40 Reichsmart frei Haus. Poſibezugspreis
i April, ohne Beſſellgeld monatl. 2.75 Reichsmart.
Tserantwortlichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
-ſtimmten Tagen wird nicht übernommen. Nichte
et cheinen einzelner Nummern inſolge höherer Gewalt
brrrehtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bsezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkelt für uns. Poſiſcheckionio
Franffurt a. M. 1301.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 118
Freitag, den 29. April 1927.
190. Jahrgang

Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Rellamezeile (92 mm
breic 2 Reichsmark. Anzcigen von auswärts 40 Reichpfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg., 92 mm breite Reilame
zeile 3.00 Reichsmarf. Alle Preiſe in Reichsmark
f1 Doſſar 420 Marll. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krſeg. Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpſſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Belitrelbung fält ſeder
Nabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbank.

Die unnolalang dee mtern
Die Genfer Weltwirtſchafts=
konferenz
.
Am kommenden Montag wird in Genf die erſte Weltwirt=
ſwhaftskonferenz
ihren Anfang nehmen, an der ſich insgeſamt
35 Staaten beteiligen werden. Offen iſt bekanntlich noch die
/Srage, ob Rußland offiziell an der Konferenz teilnehmen oder
diieſe nur durch Beobachter beſchicken wird. Die urſprüngliche
Anregung zu dieſem unzweifelhaft bedeutſamen Unternehmen
geeht aus von dem ehemaligen franzöſiſchen Miniſter und Groß=
ſtriduſtriellen
Loucheur, der in ſeinem kürzlichen Vortrag vor der
98erliner Induſtrie= und Handelskammer von dem Geſichtspunkt
uusgegangen iſt, daß die meiſten Kriege auf wirtſchaftliche Ur=
ſtchen
zurückzuführen ſind. Immer mehr hat ſich die Ueber=
nrugung
Bahn gebrochen, daß die wirtſchaftlichen Fragen auch
diie große Politik in einem diel größeren Ausmaß beherrſchen, als
yian dies noch vor dem letzten großen Kriege angenommen hat.
dön der heutigen Weltwirtſchaftskriſe, die ebenſo die Volkswirt=
ſthaft
der Sieger wie die der Beſiegten bedroht, ſieht daher ins=
beſondere
auch Loucheur den Keim zukünftiger Verwicklungen
und neuer Kriege. Deshalb ſteht die kommende Weltwirtſchafts=
honferenz
naturgemäß unter dem Zeichen der Erforſchung der
härſachen der Weltwirtſchaftskriſe und der Mittel zu ihrer Beſeiti=
Aung. In beſonderen Ausſchüſſen ſoll nebenher die Frage der
v8ollſchranken, die Organiſation der europäiſchen und der Welt=
hwirtſchaft
wie die Frage der Landwirtſchaft und der landwirt=
ſthaftlichen
Zuſammenarbeit der verſchiedenen Länder behandelt
werden. Die Tagesordnung iſt durch einen vorbereitenden Aus=
ſthuß
aufgeſtellt worden, der in zwei eigenen Tagungen die ge=
ſuamte
Materie bearbeitet und bedeutſames Material für die
KLonferenz zuſammengetragen hat. Es liegt daher auch zu Be=
ginn
der Konferenz eine Fülle von Denkſchriften über allgemeine
hwirtſchaftliche Fragen ſowohl wie über die Entwicklung und
Aage einzelner Induſtriegruppen in den verſchiedenſten Ländern
un Druck für die Konferenzteilnehmer vor.
Da vom Sekretariat des Völkerbundes ſelbſt gewünſcht
wurde, daß beſonders unterrichtete Vertreter der einzelnen Län=
Mer hinſichtlich der einſchlägigen Fragen von dieſen nach Genf ab=
geordnet
würden, ſo finden wir unter den bisher benannten
/Oelegierten hauptſächlich die Führer der großen wirtſchaftlichen
Werbände, unter denen auch die Landwirtſchaft vertreten iſt,
weiter als Vertreter der Arbeitnehmer Gewerkſchaftsführer als
Wertreter der Staaten. Neben den Vertretern der Regierungen
u den vier großen internationalen wirtſchaftlichen Körperſchaf=
nen
, nämlich der Internationalen Handelskammer, dem Inter=
urationalen
Arbeitsamt in Genf, dem Internationalen Landwirt=
ſtrhaftsinſtitut
in Rom und dem Internationalen Genoſſenſchafts=
meerband
, iſt das Recht der Entſendung beſonderer Delegierter
wingeräumt worden. In der Regel ſind die Delegationen der
afinzelnen Staaten ſo zuſamengeſtellt, daß man neben einem
hohen Regierungsbeamten die Führer der wirtſchaftlichen Ver=
brände
und je einen Vertreter der Arbeitnehmer findet. Seitens
der deutſchen Regierung ſind, da ja die deutſchen Abgeordneten
die Regierung als ſolche nichtamtlich vertreten, beſondere offi=
zfielle
Vorbereitungen für die Konferenz zwar nicht getroffen
worden, doch hat ſich das Reichskabinett ſelbſtverſtändlich bereits
mor den Oſterferien mit den Mitgliedern der deutſchen Abord=
urung
über deren Tätigkeit in Genf unterhalten. Vor der ſoeben
Abgehaltenen Tagung des Vereins Deutſcher Maſchinenbau=
anſtalten
hat ja auch der Reichsaußenminiſter die einſchlägigen
7Fragen, die auf der Weltwirtſchaftskonferenz zur Beſprechung
wommen, in kurzen Umriſſen angedeutet. In dieſer Hinſicht iſt
beeſonders bezeichnend der markante Satz Dr. Streſemanns, mit
mem er ſeine Ausführungen, die als amtliche Anſicht des Reichs=
habinetts
zu gelten haben, ſchloß: Wir müſſen uns darüber klar
ein, daß wir angeſichts unſerer weltwirtſchaftlichen Lage nicht
mrgendeine wirtſchiftliche Autarkie treiben können, ſondern daß
wir gerade angeſichts der Arbeitsloſigkeit in der deutſchen In=
heuſtrie
darauf angewieſen ſind, die deutſchen Ausfuhrintereſſen
vu fördern. Wir müſſen ſelbſtverſtändlich bereit ſein, anderen
Mationen in der Handelspolitik dann entgegenzukommen, wenn
ſäe ihrerſeits bereit ſind, unſere wirtſchaftlichen Lebensnotwendig=
heiten
zu berückſichtigen.
Dr. Streſemann über die internationale
Wirtſchaftsverflechtung.
Berlin, 28. April.
Bei der Eröffnung der diesjährigen Tagung des Vereins
Deutſcher Maſchinenbauanſtalten hielt Reichsminiſter Dr.
Streſemann eine Rede, in der er ſich mit modernen Pro=
ſolemen
der Wirtſchaft beſchäftigte. Nachdem er die Grüße des
Meichswirtſchaftsminiſters übermittelt hatte, wies der Miniſter
ſauf die Bedeutung hin, die die Zuſammenarbeit der
avirtſchaftlichen Faktoren mit den Behörden an=
ggeſichts
der jetzigen Lage habe, in der wir vor ſchweren Entſchei=
ſoungen
ſtehen. Dr. Streſemann betonte dann die Notwen=,
ſigkeit der Erkenntnis, daß nur in der gegen=
ſeitigen
Verpflichtung des Staatenverkehrs
nind des Güteraustauſches der Nutzen und Ge=
uvinn
aller Volkswirtſchaften gefunden werden
kann. Wir müſſen uns, ſo fuhr er fort, freimachen von dem
EBedanken, als gäben Verluſte und ſchlechte Abſatzverhältniſſe im
EExporthandel den Induſtrien der Länder ein ausdrückliches Recht
muf den heimiſchen Markt. Wollten wir die inne=
iren
Märkte durch Einfuhrverbote und Zoll=
ſſchranken
vollkommen abſchließen, ſo würden
Tich die europäiſchen Länder bald in den tiefſten
ſind engherzigſten Protektionismus verſtricken.
DDie Weltwirtſchaft iſt ein einheitliches Ganzes,
ind es iſt eine Auswirkung dieſer von wirtſchaftlichen Geſetzen
Weherrſchten Zwangsgemeinſchaft aller Glieder der heutigen Welt=

wirtſchaft, daß ein jedes an dem wirtſchaftlichen Gedeihen des
anderen ein Intereſſe und Anteil hat. Dr. Streſemann ſkizzierte
dann einen Abſchnitt aus der Denkſchrift, die der Verein für die
Weltwirtſchaftskonferenz vorbereitet hat und worin geſagt wird,
daß der gegenſeitige Austauſch der maſchinenerzeugenden Län=
der
untereinander weſentlich wichtiger iſt als die Ausfuhr nach
den ſich induſtriealiſierenden Ländern. Leider hat ſich, fuhr der
Miniſter fort, dieſer Gedanke der internationalen
Verflechtung und Arbeitsteilung noch nicht
überall bei den Induſtrieſtaaten Europas durch=
geſetzt
. Im Gegenteil ſcheine eine große Anzahl, insbeſondere
junge Staaten durch hohe Zolltarife ihren Markt abſchließen zu
tvollen, um neue Induſtrien großzuziehen, zu denen ihnen die
Grundlagen fehlen. Der bekannte franzöſiſche Wirtſchaftler und
Staatsmann Loucheur habe unlängſt einmal geſagt, daß die
politiſche Befriedung der Welt erſt durch die
wirtſchaftliche Befriedung ihre wahre Feſti=
gung
erhält. Dr. Streſemann hofft, daß man dieſem Ziel
durch die Weltwirtſchaftskonferenz ein gut Teil näher kommen
werde. Die deutſche Sachverſtändigengruppe iſt keine Vertretung
der deutſchen Regierung, vielmehr gehen ihre Mitglieder als
Exponenten der deutſchen Wirtſchaft nach Genf. In dieſem Ge=
danken
des internationalen Meinungsaustauſches zwiſchen den
hervorragendſten Vertretern von Handel, Induſtrie und Land=
wirtſchaft
aller Länder liegt ein großer Fortſchritt. Wenn die
Konferenz gewiß auch nur ein Anfang iſt, ſo kann ſie doch helfen,
die Schwierigkeiten, die heute beſtehen, durch ein beſſeres Ver=
ſtändnis
für die gegenſeitigen Nöte und Wünſche zu beſeitigen,
In ſeiner Rede vor dem Verein Deutſcher Maſchinenbau=
anſtalten
beſchäftigte ſich Reichsminiſter Dr. Streſemann auch
noch mit unſerer wirtſchaftlichen Lage. Er führte dazu aus:
Das Kernproblem iſt die Beſchaffung der Arbeitsmöglichkeit
ſelbſt. Dies iſt außerordentlich ſchwer, da wir uns, verglichen
mit der Vorkriegszeit, unzweifelhaft auch heute noch in einer
Periode wirtſchaftlichen Niedergangs und ſtarker wirtſchaftlicher
Depreſſion befinden. Es iſt mir unbegreiflich, wie man bei
irgendeinem Vergleich unſerer einſtigen Lage mit der gegenwär=
tigen
mit dem Schlagwort von einer deutſchen Proſperität oder
einem wirtſchaftlichen Wiederaufſtieg kommen kann. Sinnbild
unſerer wirtſchaftlichen Lage iſt die mangelnde Fundierung an
Rohſtoffen, iſt die mangelnde finanzielle Fundierung unſerer
ganzen Wirtſchaft, ſind die ſchweren ſozialen und ſteuerlichen
Laſten, die auf ihr ruhen. Es werde der allergrößten Anſtrengun=
gen
bedürfen, um diejenige Ausbalancierung unſerer Volkswirt=
ſchaft
wieder zu erreichen, die uns einſt auch im Verhältnis von
Einfuhr zur Ausfuhr die Stellung gab, die Deutſchland vor dem
Kriege auf dem Weltmarkt eingenommen hat. Es iſt bekannt, daß
dieſe wirtſchaftliche Weltmachtſtellung aufgebaut war, auf der
deutſchen verarbeitenden Induſtrie, und geſtatten Sie mir, dies
als meine perſönliche Auffaſſung hinzuzufügen, daß ſie aufgebaut
ſpar auf der geſunden Situation der Einzelgeſchäfte und Einzel=
perſönlichkeiten
, die das Beſte dazu beigetragen haben, um uns
dieſe Stellung zu ſchaffen. Ich möchte wünſchen, daß der durch
die Not der Nachkriegszeit vor ſich gegangene Prozeß der Ver=
ſtärkung
des Verbändeweſens in der deutſchen Induſtrie uns
noch Platz läßt für dieſe Form deutſcher Unternehmungen.

* Der Reichsaußenminiſter hat auf der Berliner Tagung des
Vereins deutſcher Maſchinenbauanſtalten eine Anſprache über
Deutſchlands internationale Weltwirtſchafts=
politik
gehalten. Das wird von links her dazu benutzt, um
einen ſtarken Gegenſatz zwiſchen dem Außenminiſter und dem
Ernährungsminiſter Schiele herauszuarbeiten. Das iſt etwas
konſtruiert. In der Anſprache Dr. Streſemanns war zweifellos
nicht das Negative, ſondern das Poſitive das Entſcheidende. Er
wollte auf die ſtarke Verflechtung hinweiſen, die zwiſchen der
deutſchen Wirtſchaft und der Weltwirtſchaft beſteht. Unverkenn=
bar
iſt dabei, daß er in einzelnen Punkten in einen Widerſpruch
zu Herrn Schiele geraten iſt, der freilich wohl nicht ſo ſehr ſach=
licher
wie taktiſcher Natur iſt. Für Herrn Schiele iſt die Handels=
politik
in erſter Linie Ausbau des inneren Marktes. Dr. Streſe=
mann
glaubt nicht an eine deutſche Wirtſchaftsautokratie, ſon=
dern
an den Zwang, daß wir durch handelspolitiſche Abmachun=
gen
Abfluß für unſere Induſtrie ſuchen und finden, d. h. praktiſch
geſehen, Schiele will Zollmauern, für die Land=
wirtſchaft
im beſonderen, möglichſt hoch halten, wäh=
rend
Dr. Streſemann bei aller Anerkennung der Schutz=
bedürftigkeit
des inneren Marktes doch nicht Zollſätze zu
vertreten können glaubt, die von der Gegen=
ſeite
mit Prohibitivzöllen gegen deutſche Pro=
dukte
beantwortet werden. Eine Verſtändigung zwi=
ſchen
dieſen beiden Anſchauungen im einzelnen mag nicht ganz
leicht ſein, wird von Fall zu Fall aber erfolgen können und
müſſen.

Die Zuſammenſetzung der franzöſiſchen
Delegation für die Genfer Konferenz.
EP. Genf, 28. April.
Das Völkerbunds=Sekretariat gibt heute die Zuſammen=
ſetzung
der franzöſiſchen Delegation für die internationale Wirt=
ſchaftskonferenz
bekannt, die eine der ſtärkſten Delegationen ſein
dürfte. Sie umfaßt insgeſamt 52 Mitglieder, von denen 12 auf
das Sekretariat entfallen, während 28 Sachverſtändige für Han=
delsfragen
, drei für landwirtſchaftliche Fragen, zwei für Kolonial=
fragen
und eines für Finanzfragen der Delegation beigegeben
ſind. Im ganzen dürften an der am Mittwoch beginnenden
internationalen Wirtſchaftskonferenz rund 400 Delegierte und
Sachverſtändige teilnehmen, die 44 Staaten angehören. Von den
Hauptmitgliedern des Völkerbundes fehlt nur Spanien, das die
Beteiligung abgelehnt hat. Von den Nichtmitgliedſtaaten ſind
bisher die Vereinigten Staaten von Amerika und die Türkei

angemeldet.

Prager Einkreiſungsmanöver.
Die deutſche Induſtrie in der Tſchechoflowakei ſoll in tſchechiſche
Abhängigkeit gebracht werden.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, Ende April.
Vor einiger Zeit äußerte ſich ein tſchechiſches Blatt in einer
Betrachtung über die wirtſchaftliche Stärke der Völker des tſche=
chiſchen
Staates über die Bedeutung der deutſchen Induſtrie in
der Republik, wobei es den Deutſchen eine das ziffernmäßige
Verhältnis weit überſchreitende Bedeutung zugeſtand. Obwohl
politiſch beſiegt, ſo führte der Aufſatz u. a. aus, haben ſie (die
Deutſchen) ihre wirtſchaftliche Stellung überall da gewahrt, wo
es ſich um mittlere und kleinere Unternehmungen handelt. Alle
unſere Nationaliſierungsbeſtrebungen (ſprich: Tſchechiſierungs=
manöver
! D. V.) mußten vor dieſen Halt machen. Nur die=
ſen
Poſitionen haben es die Deutſchen zu verdanken, daß
ſie noch immer ein ſo wichtiger Faktor im wirtſchaftlichen Leben
des Staates ſind. Das Blatt verwies darauf, daß es nicht die
großen Unternehmungen und Aktiengeſellſchaften ſind, die den
Deutſchen eine erhebliche Bedeutung für die Geſtaltung des Wirt=
ſchaftslebens
gäben, ſondern die mittleren und kleineren Unter=
nehmungen
, die den Nationaliſierungsbeſtrebungen ſchwerer
zugänglich ſeien als die großen Betriebe, in die einzudringen
wir Tſchechen nach dem Kriege gründlich bewieſen haben‟. Dem
Blatte entſchlüpfte ſchließlich das intereſſante Bekenntnis, daß es
notwendig ſei, in Zukunft den mittleren und kleineren Betrieben,
die ſich in deutſchen Händen befinden, ein erhöhtes Nationali=
ſierungs
intereſſe zuzuwenden und es nicht daran genügen zu
laſſen, daß heute in den großen deutſchen Induſtrieunternehmun=
gen
im Staate bereits gewiſſe tſchechiſche Einflußmöglichkeiten
gegeben ſeien, denn es gäbe noch geduldige und ernſte Arbeit zu
leiſten, bevor das bodenſtändige Wirtſchaftsleben jenes Bild auf=
weiſe
, das der Struktur der Völker im Staate entſpräche
Längſt iſt das Beſtreben der Tſchechen, in der zum Großteil
in deutſchem Beſitz befindlichen tſchechoſlowakiſchen Induſtrie
ein gewichtiges Wort zu ſprechen, offenbar geworden, und des=
wegen
hat es kein geringes Aufſehen erregt, als in dieſen Tagen
die nicht mehr zu verſchleiernde Tatſache eines Fuſions=
projektes
zwiſchen dem deutſchen Hauptverband
der Induſtrie und dem tſchechiſchen Zentralver=
band
der Induſtriellen bekannt geworden iſt, deren Ver=
wirklichung
nichts anderes bedeuten würde, als daß auch die
deutſche Induſtrie in der Tſchechoſlowakei in
die Einflußſphäre der tſchechiſchen Geldanſtal=
ten
einbezogen und die Auflöſung der deut=
ſchen
induſtriellen Organiſationen zugunſten
des tſchechiſchen Zentralverbandes erfolgen
würde. In deutſchen wirtſchaftlichen Kreiſen erhielten ſich
zwar ſchon ſeit einiger Zeit Gerüchte über Verhandlungen zwi=
ſchen
den Präſidenten des deutſchen und des tſchechiſchen Indu=
ſtrieverbandes
wegen Zuſammenlegung der beiden Organiſatio=
nen
, aber der deutſche Hauptverband ſelbſt klärte die Oeffentlich=
keit
über die hinter den Kuliſſen geführten Beratungen nicht auf.
Erſt durch Mitteilungen in der Generalverſammlung des tſchechi=
ſchen
Zentralverbandes (Svaz) erfuhr die Bevölkerung davon,
daß Vorbereitungen zur engen Zuſammenfaſſung in einer ein=
heitlichen
Organiſation auch jener Faktoren begonnen haben, die
bisher im Rahmen des Hauptverbandes der deutſchen Induſtrie
der Einflußſphäre des tſchechiſchen Verbandes entzogen geblieben
ſind, mit anderen Worten, daß die erfolgreiche Beendigung der
Verhandlungen dem deutſchen Hauptverbande ſeine
bisherige Selbſtändigkeit nehmen und die von
ihm ins Leben gerufenen deutſchen induſtriel=
len
Organiſationen dem tſchechiſchen Zentral=
verband
ausliefern würde.
Welche Bedeutung der deutſchen Induſtrie im tſchechiſchen
Staate zukommt, geht aus einer Statiſtik des Bodenamtes über
die Eigentümer der induſtriellen und finanziellen Unternehmun=
gen
hervor, nach welcher in der Tſchechoſlowakei 1127 ſolcher
Induſtriebetriebe beſtehen, die mehr als 100 Leute beſchäftigen;
von dieſen Unternehmungen ſind rein tſchechiſch 192, utraquiſtiſch
189 und deutſch 746, das ſind 17 Prozent tſchechiſch, 66 Pro=
zent
deutſch und 17 Prozent gemiſcht utraquiſtiſch. Von der
Textilinduſtrie entfallen auf die Tſchechen 13 Prozent, von der
Glasinduſtrie bloß 7 Prozent, von der Papierinduſtrie ſogar nur
3 Prozent, von der chemiſchen Induſtrie 33 Prozent, von der
Holzinduſtrie, den Nahrungsmittelinduſtrien, den graphiſchen
Induſtrien, den Berg= und Hüttenwerken 25 Prozent. Wenn
man auf die tſchechiſch=deutſchen ſog. utraquiſtiſchen Unterneh=
mungen
Rückſicht nimmt, beſſert ſich das Verhältnis zu den deut=
ſchen
Unternehmungen nur unbedeutend. Auch bei den großen
Geldinſtituten zeigt ſich eine leichte Ueberlegenheit der
deutſchen Unternehmungen, während bei Mittel= und Klein=
banken
die tſchechiſchen Anſtalten das Uebergewicht haben. Aus
dieſen Ziffern geht hervor, daß Induſtrie, Handel und
Finanzkapital ſich zum größten Teil in deut=
ſchen
Händen befinden. Trotz dieſer Ziffern iſt der deut=
ſche
Hauptverband der Induſtrie, die hervorragendſte wirtſchaft=
liche
Korporation des Deutſchtums in der Tſchechoſlowakei, drauf
und dran, den Lockungen aus dem tſchechiſchen Lager zu erliegen
und ſich ſeiner Selbſtändigkeit ohne Garantie für die Zuerken=
nung
gleicher Rechte zu begeben.
Für die Notwendigkeit dieſer jetzt in die Wege geleiteten
Fuſion werden die Vorteile eines wirtſchaftlichen Zuſammen=
wirkens
national verſchiedener Gruppen ins Treffen geführt, ein
Argument, das gewiß etwas für ſich hätte, wenn die geplante
tſchechiſch=deutſche Zuſammenarbeit nicht die Gefahr in ſich ber=
gen
würde, daß die auch in nationaler Beziehung für das
Deutſchtum des tſchechiſchen Staates wichtigen induſtriellen
Wirtſchaftskräfte in den deutſchen Teilen Böhmens, Mährens
und Schleſiens nach und nach im Kielwaſſer des tſchechiſchen
Zentralverbandes dahin gebracht würden, wo ſie die Väter des
Fuſionsprojektes auf tſchechiſcher Seite ſchon lange haben wollen:
in die Gewalt tſchechiſcher Geldinſtitute. Wer die
bisherige politiſche Entwicklung in der Tſchechoſlowakei kennt
und wer über die Beharrlichkeit der Tſchechen informiert iſt, 1ig

[ ][  ][ ]

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

Seite 2
Vormachtſtellungen auch dort zu erobern, wo ſie auf Grund des
nationalen Bevölkerungsſchlüſſels ohne Einflußnahme bleiben
müßten, der kann über die eigentlichen Beweggründe zur Ein=
beziehung
des Hauptverbandes der deutſchen Induſtrie in die
mächtige tſchechiſche Zentralorganifation nicht im Zweifel ſein.
Es iſt vom nationalen Standpunkt aus tief bedauerlich, daß der
deutſchen Oeffentlichkeit bisher keine Gelegenheit gegeben worden
iſt, Stellung zu dieſen ſeltſamen Verhandlungen zu nehmen, die
nicht ohne Abſicht in einer ſo geheimnisvollen Art geführt wor=
den
ſind, und es ſteht zu befürchten, daß ſich die Fuſionsberatun=
gen
trotz aller Beſchwichtigungsverſuche ſchon weiter entwickelt
haben, als aus dem Bericht über die Generalverſammlung des
tſchechiſchen Zeutralverbandes herauszuleſen iſt, um ſo mehr, als
der deutſche Hauptverband eine eindeutige Aufklärung über die
Beweggründe zu dieſem ernſten und folgenſchweren Schritt noch
nicht gegeben hat. Mit Sicherheit kann jedenfalls feſtgeſtellt wer=
den
, daß ſich gegen den geplanten Zuſammen=
ſchluß
faſt ſämtliche deutſchen Induſtriebezirke des deut=
ſchen
Randgebietes von Eger bis Braunau wenden werden
ebenſo die nordmähriſche und die ſchleſiſche Induſtrie, wäh=
rend
die im Innern des Landes ſiedelnden deutſchen Wirtſchafts=
gruppen
dem Projekte offenbar geneigt gegenüberſtehen, obwohl
ſie wiſſen müſſen, daß bei allen bisher zuſtande gekommenen
tſchechiſch=deutſchen Aktionen die Deutſchen ſo bedeutend benach=
teiligt
worden ſind, daß ſich aus dieſer oftmals betätigten Bereit=
willigkeit
, bis zur Selbſtverleugnung zu gehen, das erſchreckende
Minus gebildet hat, mit dem das Deutſchtum der Tſchechoſlowakei
nach geſchehnisreichen Kämpfen um ſeine primitivſten Rechte acht
Jahre hindurch ſeine politiſche Bilanz abzuſchließen gezwun=
gen
war.

Um die Nachfolge.

Von unſerer Berliner Redaktion.
Das Gerücht von dem unmittelbar bevor=
ſtehenden
Rücktritt des Reichswehrminiſters
Dr. Geßler taucht wieder einmal auf. Diesmal auf dem Um=
weg
über ein ſüddeutſches Zentrumsblatt. Ueber das Thema
unterhält man ſich ja nicht zum erſtenmal. Herr Geßler iſt wieder=
holt
rücktrittsreif geweſen, auch ſchon vor der letzten Kabinetts=
bildung
, hat ſich aber immer wieder beſtimmen laſſen, mit Rück=
ſicht
auf die auf ihm ruhende Verantwortung noch weiter im
Amte zu bleiben. Nach dem Verluſt ſeines zweiten Sohnes war
er aber entſchloſſen, ſich zurückzuziehen und nur noch eine be=
ſtimmte
Uebergangszeit zu bleiben. Ob dieſe Abſicht noch bei
ihm beſteht, wiſſen wir nicht, da er zurzeit auf Urlaub weilt. Man=
cherlei
Einzelheiten ſprechen aber dafür, daß er ſich neuerdings
wieder hat beſtimmen laſſen, ſeinen Rücktritt nochmals hinaus
zu ſchieben.
Bei der letzten Regierungsbildung iſt der Deutſchen Volfs=
partei
zugeſagt worden, daß ſie das Reichswehrminiſterium er=
halten
ſollte, falls Herr Geßler gehen würde. Dieſe Abmachung
beſteht auch noch zu recht. Als ihr Kandidat iſt in erſter Linie der
Abg. Brünninghaus genannt worden. Gegen ihn ſind aber von
lints her erhebliche Bedenken geltend gemacht worden mit der Be=
gründung
, daß er zum äußerſten rechten Flügel der Volkspartei
gehöre und deshalb ungeeignet ſei, die Reichswehr in republika=
niſchem
Geiſte zu erziehen. Derartige Bedenken ſind nicht ſtich=
haltig
. Dagegen iſt pſychologiſch ihr Einwand von nicht zu
unterſchätzender Bedeutung, der dahingeht, daß es nicht gut
wäre, der Reichswehr einen ehemaligen Admiral
an die Spitze zu ſtellen. Dieſer Hinweis iſt ſchon vor
Monaten geltend gemacht worden und hat zur Folge gehabt, daß
die Kandidatur Brünninghaus tatſächlich ſehr in den Hintergrund
getreten iſt. Falls Herr Geßler tatſächlich zurücktreten ſollte,
würde von der Deutſchen Volkspartei wahrſcheinlich eine andere
Perſönlichkeit in Vorſchlag gebracht werden, die bereits wieder=
holt
als Miniſteranwärter genannt worden iſt.
Loncheur über die Weliwirtſchaftskonferenz.
Paris, 28. April.
Der franzöſiſche Abgeordnete und Induſtrielle Loucheur, der
vor einigen Tagen im Temps ſeine Eindrücke von ſeiner letz=
ten
Studienreiſe ſchilderte, hielt geſtern in Lille eine Rede, die
ſich mit der bevorſtehenden Weltwirtſchaftskonferenz beſchäftigte.
Die erſte Urſache für die Entſtehung von Konflikten ſei die Ver=
minderung
der Kaufkraft des Goldes, die zweite, das nur lang=
ſam
vor ſich gehende Wiedererſtarken der Produktionskraft in
Europa. Während in Nordamerika die Produktionskraft etwa

Vom Tage.

Auf der Tagung des Vereins deutſcher Maſchinenbauanſtalten
ſprach Dr. Streſemann über die Weltwirtſchafts=
politik
.
Anläßlich des 25jährigen Parlamentarier=Jubiläums Briands fand
ein Velegrammwechſel Streſemann=Briand ſtatt.
In Mailand wurde ein Deutſcher, der im Auftrage
des deutſch=öſterreichiſchen Alpewereins die Alpen und Norditalien
bereiſte, unter angeblichem Spionageverdacht ver=
haftet
.
Auf den Schritt der Regierung in Trier bei den
Beſatzungsbehörden ſind die Schießübungen der Be=
ſatzungstruppen
eingeſtellt worden.
In Wien wurde ein Beauftragter der Moskauer
Tſcheka verhaftet.

Der Rat der Volkskommiffare beſchloß, daß Rußland an der
Weltwirtſchaftskonferenz nicht teilnehmen werde
falls bis Samstag dieſer Woche eine neue Einladung in Moskau nicht
eingetroffen ſei.
Nach einer Meldung der Litauiſchen Rundſchau verurteilte
das litauiſche Kriagsgericht den ehemaligen Seim=
abgeordneten
Joſef Pajaujis, Oberleutnant Tounau und
Sergeant Schemaitis wegen Vorbereitung eines militäriſchen Aufſtan=
des
zum Tode durch Erſchießen. Pajaufis, Tornau und Sche=
maitis
haben an den Staatspräſidenten ein Gnadengeſuch gerichtet.
In Warſchau fand eine Konferenz der polniſchen Geſandten in den
Balkanſtaaten ſtatt, in der Richtlinien für eine Neuorientierung
der polniſchen Balkanpolitik beraten wurden.

In der Schweiz wird erklärt, daß die Beilegung des Wo=
rowskikonfliktes
mit Rußland keinesfalls die An=
rkennung
der Sowjetunion durch die Schweiz
bedeute.

Das franzöfiſche Finanzminiſterium veröffentlicht ein De=
menti
, das die Meldung des Echo de Paris beſtätigt, wonach die
franzöſiſche Regierung keine weitere Aufwertung
des Frankenkurſes beabſichtige.
Das Verteidigungskomitee der angliſchen Arbei=
terpartei
hat für den 1. Mai einen Aufruf erlaſſen, der ſich ſcharf
gegen die Gewerkſchaftsvorlage ausſpricht.
Nach einer Meldung aus Schanghai ſind die Verhandlun=
en
zwiſchen der Nanking=Regierung und Sun
Tſchuan=fang fehlgeſchlagen, ſodaß mit der Wiederauf=
nahme
der Feindſeligkeiten zu rechnen iſt.

125 Prozent gegenüber der Vorkriegszeit betrage, könne ſie in
Europa auf 88 Prozent berechnet werden. Die letzte Urſache für
die europäiſche Wirtſchaftskrantheit ſei die Veränderung der Lan=
desgrenzen
und das Aufblühen der ſogenannten Kriegspilze‟,
d. h. der nicht lebensfähigen Betriebe. Um die Wirtſchaftsord=
nung
wieder herzuſtellen, dürſe man nicht, wie Amerika es for=
dere
, die Zollgrenzen vollſtändig verlegen, ſondern man müſſe
eine leicht zu handhabende Zollmethode finden, ſowie eine Ratio=
naliſierung
der Induſtrie durchführen. Dieſe Methode habe in
Deutſchland und in Amerika ausgezeichnete Ergebniſſe gezeitgt.
Regierungswechſel in Aegypten.

der neue ägyptiſche Miniſterpräſident, der ſein Kabinett aus den
Mitgliedern der zurückgetretenen Regierung zuſammengeſtellt
hat, ſo daß die Zaghlul=Partei weiter die Oberhand behält

* Oer franzöſiſche Zolltarif.
Die Verhandlungen über den endgültigen
Handelsvertrag mit Frankreich
ſind jetzt in ihr entſcheidendes Stadium getreten durch den Be=
ſuch
den in Vertretung des erkrankten Botſchafters Legalionsrat
Dr. Nies am Mittwoch dem franzöſiſchen Handelsminiſter Bokg=
nowski
gemacht hat, der eine entſcheidende Klärung wenigſtens
einleitete. Die Verhandlungen ſind bisher ja nicht recht vom
Fleck gekommen, weil die franzöſiſche Politik uns gegenüber zwie=
ſpältig
war. In den Beſprechungen der Delegationen wurden
uns weitgehende Zuſagen gemacht, die nachher in der Kammer
nicht gehalten wurden. So haben wir auch nach dem Abſchluß
des letzten Proviſoriums die Erfahrung gemacht, daß die franzö=
ſiſche
Regierung nicht, wie ſie uns in ſichere Ausſicht geſtellt hatte.
in dem von ihr der Kammer vorgelegten Zolltarif bei den uns
beſonders intereſſierenden Punkten weſentliche Herabſetzungen
durchſetzen werde. Statt deſſen brachten die Ausſchußverhandlun=
gen
beträchtliche Erhöhungen. Unter dieſen Umſtänden mußte
Deutſchland darauf verzichten, die Verhandlungen von Delega=
tion
zu Delegation weiter zu führen. Wir haben aber den Weg
der reinen diplomatiſchen Verhandlungen eingeſchlagen. Die
Ausſprache zwiſchen Dr. Ries und dem franzöſiſchen Handels=
miniſter
ſcheint nach bisher vorliegenden Berichten nicht ungün=
ſtig
verlaufen zu ſein. Soweit wir wiſſen, hat Bokanowsti die
früher gemachten Zuſicherungen erneut beſtätigt. Die Frage iſt
nur, ob er zu ſeinem Worte ſteht und ob der von uns erbetene
und von ihm in Ausſicht geſtellte fixierte Wortlaut ſeiner Zu=
ſagen
ſich mit den mündlichen Beſprechungen deckt. Iſt das der
Fall, dann werden die Vorausſetzungen für die ſachlichen Be=
ſprechungen
des Zolltarifes gegeben ſein, wozu die deutſche Dele=
gation
ja ſchon ſeit längerer Zeit zur Verfügung ſteht. Im an=
deren
Fall wind kaum ein weiteres Mittel übrig bleiben, als die
Verhandlungen über den Tarif ſolange zu ſuspendieren und zu
ſehen, ob auf der in Genf beginnenden Weltwirtſchaftskonferenz
die Möglichkeit beſteht, mittelbar oder unmittelbar von Frank=
reich
die Zuſagen zu erreichen. Frankreich iſt ſich natürlich nicht
im Unklaren darüber, daß ſein Zolltarif in ſeiner Schärfe ſich
nicht nur gegen uns kehrt, ſondern gegen alle mit ihm in regem
Warenaustauſch ſtehende Staaten und daß unter Umſtänden in
Genf eine ſchwüle Stimmung gegen Frankreich herrſchen könnte,
wenn es ſich herausſtellen ſollte, daß dasſelbe Frankreich, das den
Gedanken der Weltwirtſchaftskonferenz propagiert, durch die Aus=
geſtaltung
ſeines Zolltarifes tatſächlich den ganzen Weltverkehr
innerhalb ſeiner Grenzen ſperren möchte.
Die deutſch=tſchechoſlowakiſchen Handels=
vertragsverhandlungen
.
Berlin, 28. April.
Bei den im März und April geführten deutſch= tſchechoſlowa=
kiſchen
Handelsvertragsverhandlungen wurde das für dieſe Ver=
handlungsperiode
vorgeſehene Programm erſchöpft, und ein wei=
terer
erheblicher Teil des umfangreichen Verhandlungsſtoffes er=
ledigt
. Die tſchechoſlowakiſche Delegation kehrte heute nach Prag
zurück, und es ſollen nunmehr die erforderlichen weiteren internen
Verhandlungen erfolgen. Ueberdies ſind für die nächſten Wochen
eine Reihe von induſtriellen Beſprechungen ſowie Verhandlungen
in Unterkommiſſionen über beſondere Fragen in Ausſicht geuom=
men
. Nach Erledigung dieſer Arbeiten werden die beiderſeitigen
Delegationen Anfang des Monats Juni in Verhandlungen ein=
treten
.
Räumungsvorbereitungen im Saargebiet.
Saarbrücken, 27. April.
Die Räumungsarbeiten im Saargebiet ſind in vollem Gange.
Einzelne Formationen von unbedeutender Stärke ſind bereits zu=
rückgezogen
. Die in Saarbrücken und Saarlouis liegenden Trup=
pen
werden in der Nähe des Saargebietes gehalten, und zwar
längs der Grenze des Saargebietes hauptſächlich in St. Apold,
Forbach, und Saargemünd ſtationiert. Wie verlautet, will
Frankreich die mit den Verhältniſſen im Saargebiet vertrauten
Truppen für alle Fälle in der Nähe des Saargebietes bereit
halten.
Keudells Antrittsbeſuche.
* Berlin, 28. April (Priv.=Tel.)
Der Reichsminiſter des Innern wird ſeine Antritts=
befuche
bei den Länderregierungen in der nächſten
Zeit fortſetzen. Er fährt am 1. Mai abends nach Württemberg
und will am 3. Mai in Karlsruhe eintreffen, um aber nach
kurzem Aufenthalt ſchon wieder nach Berlin zu reiſen. Ueber
den Zeitpunkt ſeines Beſuches in Darmſtadt ſind feſte Abmachun=
gen
noch nicht getroffen.

*Der Rembrandtdeutſche.
Zu Julius Langbehns 20. Todestage.
Von Profeſſor Dr. phil. h. . Karl Berger.
Vor zwanzig Jahren, am 30. April 1907, ging zu Roſen=
heim
in Oberbayern das Leben eines Mannes zu Ende, der,
ein eifernder Prophet, in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, ohne
Herd und Heimat über die Erde gewandert war, bis der von
1inraſt Umhergetriebene unter der tauſendjährigen Linde beim
freundlichen Kirchlein zu Puch ſeine letzte oder eigentlich erſte
Ruheſtätte fand. Wie um das Leben, ſo wußte auch außer
einem einzigen Freunde niemand um das Sterben des zum
ewigen Frieden Eingegangenen. Erſt nach Jahr und Tag er=
fuhr
der Pfarrer, der dem unbekannten Toten die letzte Ehre
erwieſen, dieſer könne der einſt vielgenannte Rembrandt=
deutſche
ſein, und wieder einige Jahre ſpäter wurde die Ver=
mutung
zur Gewißheit erhoben: der auf dem Dorffriedhof be=
grabene
Fremde war in der Tat kein anderer als Juliu3
Langbehn, der Verfaſſer des Buches Rembrandt als Er=
zieher
. Von einem Deutſchen. Wer erinnert ſich noch an das
erſte, aufſehenerregende Erſcheinen dieſes merkwürdigen Buches
mit dem von Geheimnis umwitterten Titel und der Ueberfülle
von anregenden und aufwühlenden Gedanken? Es war im
Frühjahr 1890, juſt um die Zeit, als Bismarck, der Hort des
deutſchen Staates, unter empörenden Umſtänden aus ſeinem
Amte gedrängt wurde. In dieſe Tage voll gewitterſchwüler
Spannungen fiel das Erſcheinen des Buches wie eine erlöſende,
reinigende Macht. In fünf Monaten erlebte das aufſehenerre=
gende
Werk 10 ſtarke Auflagen, im Jahre 1891 ſchon die be=
trächtlich
vermehrte 37. Auflage, der weitere (bis zur 66. im
Jahre 1925) folgten. Das Werk des ungenanten und unbe=
bekannten
Verfaſſers war in aller Munde, die Tagespreſſe
ſchrieb lärmend für und wider das ſeltſame Buch, ſein Ruf
drang ins Ausland, wo es von Skandinaviern, Niederländern.
Amerikanern, Franzoſen u. a. gewürdigt ward. Man ſtritt ſich
uim die Perſon dieſes ſonderbaren Rembrandtdeutſchen. Wer
war dieſer heimliche Kaiſer, der mit ſo wuchtigen Sätzen alle
Grundlagen der herrſchenden Bildung erſchütterte und zugleich
mit Poſaunenton zu Deutſchlinds Erneuerung auf allen Ge=
hieten
des Schaffens und Schauens, des Fühlens und Denkens.
des Wollens und Handelns aufrief? Die einen rieten auf
Sogarde, die andeen auf den Bismarckverehrer Max Bewer
manche gar auf Hintzpeter, den Erzieher des Kaiſers. Die

Beſten und Berufenſten aber, unbekümmert um Namen und
Herkunft des Verfaſſers, ſchätzten das Buch ab nach der Fülle
ſeiner Ideen, nach ſeinem Wert und ſeiner Wirkung. Ferdinand
Avenarius, der Herausgeber des Kunſtwarts erkannte die
Hauptbedeutung des Werkes darin, daß der Verfaſſer das ſo
ütberaus Mannigfaltige, das er vorbringe, in ſeiner Seele zu
einer einheitlich typiſch deutſchen Weltanſchauung zuſammen=
gefaßt
habe: in dieſem Sinne ſei das Rembrandtbuch recht
eigentlich ein erlöſendes Wort. Der Geſchichtſchreiber Lamprecht
empfand die Schlagkraft di ſes St. Georgsritters gegenüber
dem überhandnehmenden Materialismus und Amerikanismus.
Der Dichter Friedrich Lienhard las das Buch mit leidenſchaft=
lichem
Eifer und fühlte ſich dadurch angeregt, mit ganzer
Kraft, im Gegenſatz zum internationalen Naturalismus, ein
deutſches Ideal im Dichten und Denken herauszugeſtalten.
Maler, wie der Worpsweder Mackenſen, wurden durch den
Rembrandtdeutſchen in ihrem Künſtlerbewußtſein geſtärkt. Dich=
tung
und Kunſt, ſoweit ſie ſich auf Bodenſtändigkeit und Volks=
tum
, Geſchichte und Heimat gründeten, bekamen dadurch Halt
und Richtung. Selbſt Maximilian Harden und Georg Brandes
machten auf den vornehmen Sonderling aufmerkſam, jener
mit den Worten: Nach ſo vielen Uniformen ein Menſch; nach
ſo vielen Schablonenwerken eine literariſche Individualität;
nach ſo vielen Alexandrinern ein Prophet. Und zum Schluſſe:
Fortinbras=Bismarck iſt gegangen; will Hamlet wieder aufer=
ſtehen
? Die Krone iſt ſein, und dieſen heimlichen Kaiſer
heißen wir gern huldigend willkommen. Richard M. Meyer,
der Literarhiſtoriker, nannte das Buch eine Tat bedeutende
Männer wie der Pädagoge Friedr. Paulſen, Admiral Werner,
Staatsſekretär Stephan, Wilhelm Bode, der Muſeumsdirektor
Paul de Lagarde äußerten ſich zuſtimmend, wenn ſie auch da
und dort Vorbehalte machten. Die Wirkung des Buches zeigte
ſich auch darin, daß es eine Maſſe von Spottſchriften, Parodien
und Nachahmungen hervorrief und unzählige Bücher im Gefolge
hatte, die nun alle möglichen Perſönlichkeiten als Erzieher
prieſen.
Nach ein paar Jahren ſtellte ſich endlich heraus, daß ein Mann
ohne Rang und Würde, ein ſonſt ganz unbekannter Dr. Lang=
behn
das Werk abgefaßt habe. Es ward ſtill um ihn, um ſo
ſtiller, als ein ſpäter erſchienener Versband enttäuſchte und der
kaum namhaft Gewordene ſein weiteres Daſein abſichtlich vor
den Augen der Welt verbarg. Erſt kürzlich iſt dieſes Dunkel
gelichtet worden: ein neunzehn Jahre jüngerer nord=
ſchleswigiſcher
Landsmann und Freund Langbehns, der einſtige

Maler Momme Niſſen, der von 1893 bis 1907 das Panden=
leben
des Ruheloſen geteilt hat, um 1900 mit ihm zum Katho=
lizismus
übertrat und heute unter dem Namen Benedikt Domini=
kanerpater
im weſtfäliſchen Kloſter Meckinghoven iſt, hat dieſes
ganze wunderliche Leben in ſeinem 1926 bei Herder in Freiburg
i. B. erſchienenen Buche Der Rembrandtdeutſche ausführlich
dargeſtellt. Der jetzt ſelber dem Greiſenalter ſich nähernde Or=
densmann
hängt heute noch ſo gläubig und treu an dem Lenker
und Freund ſeiner Seele, wie einſt, als er ihn anderthalb
Jahrzehnte hingebungsvoll, in völliger geiſtiger und wirtſchaft=
licher
Unterordnung durch die Welt begleitete: von Nordfries=
land
nach Niederöſterreich, von Wien nach Südfrankreich, von
da nach Teneriffa und nordwärts ins baskiſche Land, von
größeren und kleineren Städten Niederdeutſchlands nach Däne=
mark
und nach Holland, dann von Würzburg, Bamberg und
anderen fränkiſchen Orten nach dem Schwabeulande, nach Mün=
chen
und Rom, dann wieder nach Bavern, nach Roſenheim.
Dabei hatte Niſſen für alle äußeren Bedürfniſſe ihres gemein=
ſamen
Lebeus zu ſorgen: er tat es bald mit der Feder, bald
mit Palette und Pinſel, er tat es bis zum letzten Atemzuge des
unbedingten Gehorſam heifchenden Freundes. Mit allen Men=
ſchen
, zu denen das Leben den Rembrandtdeutſchen geführt hat,
und darunter waren vertraute Freunde, wie Hans Thoma, der
Maler, Woldemar von Seidlitz, der langjährige Direktor der
ſtaatlichen Sammlungen in Dresden, Paul Wilhelm von Kebp=
ler
, der Biſchof von Rottenburg, u. a., mit allen dieſen Menſchen
iſt Langbehn, der Herriſche, irgendwie zuſammengeſtoßen, von
allen hat er ſich geſchieden, um ſo, wie er meinte, ſeiner Lebens=
aufgabe
, der Reform Deutſchlands, beſſer dienen zu können.
nur dieſer Einzige hat unentwegt an ihm feſtgehalten und an
ihn geglaubt. Wir erfahren von ihm, was Langbehn noch alles
gedacht und geplaut hat, worauf ſein Entwerfen und Bauen
noch zielte, aber auch, daß er nicht dazu gelangt iſt, ſeinen Geiſtes=
bau
fertig durchzugliedern und zu vollenden. Unbeirrt durch au
die Nöte, fagt Niſſen, Störungen, körperlichen Beſchwerden der
letzten Lebenszeit blieb ſein Geiſt konzentriert auf den Gedanken:
die Welt mit den Mitteln der Genialität und der Einfalt auf
die Urſprünglichkeit und Unverſehrtheit des chriſtlichen Glaubens
zurükzuführen. Bis an ſeinen Tod hat er gearbeitet für
öffentliche Betätigung in dieſer Richtung. Gewiß, ein genial
veraulagter Menſch, dieſer Rembrandtdeutſche und das Buch
über ihn ein Dokument höchſten Menſchentums! Aber ſchließlich
zeraun dieſem bedeutenden Geiſte doch ſein Wollen und Schaffel=
da
er, eine prohlematiſche Natur, keiner Lage mehr voll gewachſen
war und ihm keine mehr genugtat.

[ ][  ][ ]

Nummer 118

nglands Sanktionspolitik in China.
Büedereroberung der Konzeſſionen. / Tſchang
Kai=ſcheks Hilferuf.
Eigener Drahtbericht des D. T.
* London, 28. April.
Die Blätterberichte über den geſtrigen Kabinettsrat über
una laſſen erkennen, daß die engliſche Außenpolitik mehr und
iar entſchloſſen iſt, Südchina gegenüber eine Sanktionspolitik
Treiben. Von dieſem Willen ſcheint man ſich auch nicht durch
Tatſache abbringen laſſen zu wollen, daß eine eigentliche
zugsgewalt, gegen die ſich derartige Sanktionen richten könn=
in
Südchina nach dem Bruch Tſchang Kai=ſcheks mit den
ſti toneſen gar nicht mehr exiſtiert. Es iſt vorauszuſehen, daß
Antwortnote Tſchens England nicht befriedigt, und für den
ſo ſchreibt der Daily Telegraph, hat das Kabinett be=
lloſſen
, gegen die verantwortlichen chineſiſchen Behörden zu=
zuanen
mit den dazu gewillten Mächten zur Auflegung von
unktionen überzugehen. Für den Fall, daß ſich die Vereinigten
tyaten ausſchließen, würden höchſtwahrſcheinlich die vier an=
ren
Staaten bereit ſein, Tſchen eine ernſte Ermahnung und
deutliche Androhung von Sanktionen im Falle der Nicht=
füllung
ihrer Forderungen zu ſenden. Worin dieſe Sanktionen
ſiehen ſollen, wird ohne weiteres klar, nachdem die eng=
ſtche
Handelskammer in Schanghai an die Regie=
ug
ein Te legramm geſandt hat, in dem darauf hin=
neieſen
wird, daß die Stellung der Ausländer in
hiina außerordentlich geſchwächt ſei und es end=
ig
an der Zeit ſei, daß die engliſche Regierung
huarfe Maßnahmen gegen die Hankauer Regie=
um
g ergreife, zumal da ſich herausgeſtellt habe, daß das
byommen von Hankau völlig wertlos ſei. Die Handelskammer
ußeert daher von der Regierung die Wiederbeſetzung der eng=
ſagen
Konzeſſion in Hankau.
Nachdem ſchon ſeit Wochen die offiziellen engliſchen Re=
eu
ungsſtellen und die maßgebenden Perſönlichkeiten der City
zit Klagebriefen engliſcher Staatsangehöriger in Chna und mit
virrtriebenen Darſtellungen über den Terror der Kantoneſen
virrſchwemmt worden ſind, kann man ſich ſchwer vorſtellen, daß
isſes Telegramm der engliſchen Handelskam=
ur
nicht beſtellte Arbeit iſt. Sachlich ſcheint ſich die eng=
ſave
Regierung keine Kopfzerbrechen darüber zu machen, wen
den beiden Südregierungen forniell die Sanktionspolitik
eiffen ſoll. Hankau iſt zwar die Zentrale der, wenn man ſagen
il,, kommuniſtiſchen Südregierung, von der Tſchang Kai=ſchek
nſie die Mehrzahl der Südtruppen abgerückt iſt und mit der er
ahseit im Kriegszuſtand lebt. Die letzten Berichte beſagen, daß
Die Truppen Tſchangs im Vormarſch auf Hankag
u. 20 Mailen von Kiukiang entfernt ſind. An ſeinem endgültigen
ing innerhalb der Kuo Min=tang=Bewegung iſt kaum noch zu
wieifeln. Die chineſiſchen Großkaufleute und Bankiers in Schang=
zu
unterſtützen ihn ebenfalls mit Geldmitteln. Die Tatſache aber,
u. der Vorſchlag zur Rückeroberung der Konzeſſionen in Han=
! gerade von der Handelskammer Englands in Schanghai aus=
ehrt
, beweiſt, daß ſich das geplante engliſche Vorgehen vor allem
einen Tſchang Kai=ſchek richtet, in dem ſich heute mehr denn je
ei nationaliſtiſche Bewegung verkörpert. Ein deutliches An=
eſcchen
für die Wiedererichtung des chineſiſchen
tionalismus unter der Führung Tſchang Kai=ſcheks iſt
uc die Erklärung des Generalſekretärs der europäiſchen Exe=
ay
ve des Kuo Min=tang in Paris, der in aller Schärfe vom
oſlſchewismus abrückte, den internationalen Grundſätzen von
kyrx und Lenin die demokratiſchen und nationalen Grundſätze
um Yat=ſens gegenüberſtellte und Tſchang Kai ſchek das Ver=
auten
der europäiſchen Exekutive ausſprach. Dieſe Kundgebung
tmimſo bedeutungsvoller, als die europäiſchen Zellen des Kuo
Eni=tang ſehr danach ausfahen, Zentralpunkte eines verkappten
olſchewismus zu ſein, ſehr zum Schaden der nationaliſtiſchen
evegung in China.
Tſchang Kai=ſchek hat zu gleicher Zeit als das engliſche
aSinett über Sanktionsmaßnahmen gegen Hankau beriet, einen
ſ. fruf veröffentlicht, in dem er darauf hinweiſt, daß der
mitiſche Geſandte in Peking Pläne für die
iſlitäriſche Beſetzung großer chineſiſcher Ge=
iietsteile
in Schanghai und Nanking, dem Sitz
Regierung Tſchang Kai=ſcheks, trage für den Fall der
hehnung der Forderungen wegen des Nankinger Zwiſchen=
ilhdes
. Er fordert die Chineſen auf, nicht nur die Militariſten,
züldern auch die ausländiſchen Imperialiſten zu bekämpfen, von
em en die Briten die ſchlimmſten ſeien.
Nach einer drahtloſen Meldung aus Kiukiang ſind Tſchang
ai=ſcheks Truppen nur 20 Meilen von der Stadt entfernt. Die
änpfe dauern an. Die Stadt wird von zurückgehenden Hankau=
Imappen überſchwemmt. Die Wohnungen amerikaniſcher Miſ=
oinare
in der Eingeborenenſtadt werden geplündert.

Karl Friedrich Gauß.
(Zu ſeinem 150. Geburtstage am 30. April.)
Karl Friedrich Gauß, der große Mathematiker, Aſtronom und
hwſiker, wurde am 30. April 1777 in Braunſchweig als Sohn
ines Tagelöhners geboren. Er war ein Wunderkind, dem man
tin langes Leben vorausſagte; er hat es aber trotzdem auf 78
ehrensjahre gebracht. Das Leſen lernte er ſehr früh von ſelbſt
m= duich Nachfragen bei der Mutter und dem älteren Bruder,
einen konnte er, wie er ſelbſt erzählt hat, eher, als ſprechen.
durrch ſein phäncmenales Rechentalent erregte er in der Schule
luffſehen, und die Lehrer ſtaunten ihn wie ein Wunder an; mit
Jahren war er ſchon bei dem binomiſchen Lehrſatz und der
igre von den unendlichen Zahlenreihen angekommen. Sein
utter war ſeinen wiſſenſchaftlichen Beſtrebungen, die ihn von
äunslichen Arbeiten abhielten, abgeneigt, und ſo ſtudierte der
unge Gauß heimlich in der Nacht auf ſeinem Dachſtübchen bei
ingem künſtlich hergeſtellten jämmerlichen Licht. Sein Lehrer,
ei, ſein großes Talent erkannt hatte und den Vater überzeugte,
ais ſein Sohn zu etwas Höherem beſtimmt ſei, erwirkte ihm
eir koſtenloſen Beſuch des Gynmaſiums, in deſſen Sekunda Gauß
nir elf Jahren eintrat. In der Prima erklärte ihm ſein Mathe=
inttiklehrer
, daß er bei ihm nichts mehr lernen könne. Auf Für=
pnache
des Profeſſors der Mathematik und Phyſik, Zimmer=
nann
, ließ ihn der Herzog Karl, der ſich bei einer ihm erteilten
lußdienz an ſeinen Rechenkünſten ergötzte, ausbilden; er beſuchte
a:8 Collegium Carolinum bis zum Jahre 1795 und ging dann
die Univerſität Göttingen. Für ſein Studium hatte der
arzog ihm ein Jahresgehalt von 150 Talern bewilligt. Nach
ini Jahren kehrte er nach Braunſchweig zurück und hielt ſich
ſann einige Zeit zum Zwecke wiſſenſchaftlicher Studien in der
Unfiverſitätsſtadt Helmſtedt auf, wo er promovierte. Nach der
Eroomotion ermöglichte es ihm der Herzog, ſein nach damaliger
Eitte in lateiniſcher Sprache geſchriebenes erſtes Hauptwerk
Dispositiones aritlmmeticae, das er ſchon im Jahre 1797 be=
ſou
inen hatte und das er aus Dankbarkeit dem Herzog widmete,
ſulvollenden; durch dieſes hat er die Wiſſenſchaft der ſog. Zahlen=
ha
orie begründet. Großes Aufſehen erregte in der wiſſenſchaft=
ſägen
Welt die Berechrung der Bahn des Planeten Ceres, den
dr Aſtronom Piazzi in Palermo im Jahre 1801 entdeckt hatte,
r aber ſeitdem als verſchwunden galt. Zur Wiederauffindung
deis unſichtbar gewordenen kleinen Himmelskörpers mußte die
mntmaßliche Planetenbahn berechnet werden, welche unglaublich
chavierige Aufgabe Gauß löſte. Durch ſeine Berechnung gelang
dann, den Planeten wieder aufzufinden. Der berühmte Aſtro=

Freitag, den 29 April 1927

Hinrichtung von 21 Kommuniſtenführern.
EP. London, 28. April.
Marſchall Tſchang Tſo=lin hat nach einer Meldung der Cen=
tral
News 21 Kommuniſtenführer, welche er bei der
letzten Razzia auf die Sowjetbotſchaft hatte verhaften laſſen,
öffentlich langſam zu Tode ſtrangulieren laſſen,
um hierdurch abſchreckend auf die Kommuniſten zu wirken.
Nach einem eingegangenen Bericht hat Tſchang Kai=ſchek,
deſſen Erfolge und weitere Entwicklung in Londoner Kreiſen
mit großer Aufmerkſamkeit verfolgt werden, Erfolge in der Rich=
tung
auf Kinkiang und Nanſchang gehabt. Die Streitkräfte Han=
kaus
ſollen ſich zurückziehen und bei ihrem Rückzuge dieſe Städte
plündern.
Es kam wiederum zu Schießereien zwiſchen einem engliſchen
Kanonenboot und den Chineſen in der Nähe von Nanking. Der
ſowjetruſſiſche Konſul in Schangſcha hat ſich infolge der bolſche=
wiſtenfeindlichen
Entwicklung nach Hankau begeben.
Engliſche Bemühungen um die Türkei.
EP. Smyrna, 27. April.
Von engliſcher Seite wird augenblicklich ein ſtarker Druck auf
die Türkei ausgeübt, um ſie von einer Annäherung an Rußland
abzubringen und ſie in eine Koalition der Mächte des mittleren
Oſtens gegen den Bolſchewismus hineinzuziehen. Der engliſche
Botſchafter iſt in Angora mit neuen diesbezüglichen engliſchen
Vorſchlägen eingetroffen, die der Türkei für den Fall eines Ein=
ſchwenkens
eine engliſche Garantie für die Integrität ihres terri=
torialen
Beſitzſtandes anbieten. Die Nachrichten über eine für
dieſen Fall beabſichtigte Teilung Arabiens zwiſchen Italien und
der Türkei entſprechen in dieſer Form nicht den Tatſachen, da
England nicht gewillt iſt, auf ſeinen arabiſchen Anteil zu ver=
zichten
. Die Regierung von Angora iſt lediglich darauf hinge=
wieſen
worden, daß bei der Befriedigung der kolonialen Wünſche
Italiens in Arabien eine Garantie für den Schutz der Türkei
vor einem italieniſchen Angriff geſchaffen werden würde.
England und der Adriakonflikt.
London, 28. April.
Zu der heute durch die Times veröffentlichten Antwort
Muſſolinis auf die engliſchen Mitteilungen über den Adriakonflikt
bemerkt der amtliche engliſche Funkdienſt: In unterrichteten Krei=
ſen
iſt beſtändig betont worden, daß das Beſtreben der britiſchen
Regierung in dieſer Frage allein darauf gerichiet geweſen iſt, in
freundſchaftlicher und zwanglofer Weiſe die Schritte Roms und
Belgrads zur Beilegung der derſchiedenen zwiſchen den beiden
Ländern beſtehenden Differenzen zu fördern. Eine britiſche In=
tervention
, eine Verwicklung oder die Ausübung eines Druckes
iſt nie in Frage gekommen.
Amerikaniſche Vermittlung in Nicaragua.
EP. Wafhington, 28. April.
Die amerikaniſche Regierung hat ein Projekt für die Rege=
lung
des Streites in Nicaragua vorbereitet. Es ſieht
die Entwaffnung der beiden Parteien vor, ſowie die Einſetzung
einer nicaraguaniſchen Polizei, die don einem Amerikaner kom=
mandiert
würde. Diaz, der Führer der Konſervativen, würde
bis zu den Wahlen im Jahre 1928 an der Regierung bleiben,
wäre aber gezwungen, liberale Miniſter in ſein Kabinett aufzu=
nehmen
. Die amerikaniſche Regierung hat den Führer der Libe=
ralen
, Sacaſa, erſucht, mit dem Vertreter der amerikaniſchen
Regierung eine Begegnung zu haben, um über die Lage zu ver=
handeln
. Es iſt ihm freies Eeleit zugeſichert worden, ein Tor=
pedobot
ſoll zu ſeiner Verfügung geſtellt werden. Sacaſa ſoll
dieſen Vorſchlag angenommen haben, worauf die amerikaniſche
Regierung ihrem Vertreter Befehl erteilt habe, an Bord des
Kreuzers Preſton nach Managua zu fahren.
Telegrammwechſel Streſemann=Briand.
Briand hat anläßlich ſeines 25jährigen Parlamentsjubiläums
zahlreiche Glückwunſchtelegramme aus Frankreich und dem Aus=
land
erhalten, u. a. auch ein ſolches von der Stadtverwaltung
Locarno. Streſemann ſchickte folgendes Telegramm: An dieſem
Tage, an dem es Ihnen vergönnt iſt, auf 25 Jahre eines ehren=
reichen
politiſchen Lebens zurückzublicken, entbiete ich Ihnen
meine aufrichtigſten Glückwünſche und drücke die Hoffnung aus,
daß Sie noch viele glückliche Jahre fruchtbarer Tätigkeit ge=
nießen
können. Streſemann. Briands Antwort lautet: Ich
bin für Ihre Glückwünſche ſehr empfänglich und danke Ihnen
dafür ſehr aufrichtig. Indem ich den während 25 Jahren poli=
tiſchen
Lebens zurückgelegten Weg ermeſſe, zähle ich unter die
fruchtbarſten die beiden letzten Jahre, wo es uns vergönnt war,
im Intereſſe unſerer beiden Länder und des Weltfriedens in
voller Uebereinſtimmung das gleiche Ziel zu verfolgen. Briand.

nom Laplace nannte Gauß damals einen überirdiſchen Geiſt im
menſchlichen Körper‟. Durch ſeine Arbeiten berühmt geworden,
erhielt er Angebote von verſchiedenen Lehranſtalten zur Ueber=
jahme
einer Lehrſtelle, darunter ein glänzendes Angebot aus
Petersburg zur Uebernahme der Stelle als Direktor der Stern=
warte
. Er lehnte aber ab, um ſeinem Lande, dem er ſo viel ver=
dankte
, nicht untreu zu werden. Der Herzog ſetzte ihm ein Ge=
halt
von 400 Talern aus, das er im Jahre 1803 auf 600 Taler
nebſt freier Wohnung erhöhte.

Karl Friedrich Gauß.

Nach dem Tode des Herzogs übernahm Gauß im Jahre 1807
die Stelle eines Profeſſors der Mathematik und Direktors der
Sternwarte in Göttingen. Im Jahre 1809 erſchien ſein bedeu=
tendſtes
Werk Theoria motus corporum eoelestium, Theorie
der Bewegung der Himmelskörper, die noch heute als maßgebend
für die berechnende Aſtronomie gilt. Vor dem Erſcheinen dieſes
Werkes hatte er die Bahnen der Plaueten Pallas, Juno und
Veſta berechnet. Glänzende Angebote der Berliner Univerſität
ſchlug er aus nicht genügend bekannt gewordenen Gründen aus.
Dieſen Werken folgte eine große Zahl mathematiſcher, phyſika=

Seite 3

Neue Lage im Balkankonflikt.
Jugoſlawien zu Verhandlungen mit Italien bereit.
* Berlin, 28. April. (Priv.=Tel.)
Die Demarche des engliſchen und des franzöſiſchen Botſchaf=
ters
in Belgrad, von der wir kürzlich berichteten, beginnt, wenn
nicht alle Anzeichen trügen, ihre Wirkung auszuüben. Der jugo=
ſlawiſche
Außenminiſter hat einem franzöſiſchen Preſſe=
vertreter
gegenüber erklärt, daß Südſlawien zu direk=
ten
Verhandlungen mit Italien über die Bei=
legung
des Albanienkonflikts bereit ſei, und daß
in der gegenwärtigen Lage dieſer Weg als der gangbarſte be=
zeichnet
werden müſſe, um zu einer Einigung über die ſchweben=
den
Streitfragen zu gelangen. Der Miniſter erklärte bemerkens=
werter
Weiſe weiter, daß Italien und Südſlawien, genau ge=
nomimen
, noch immer Freunde und Verbündete ſeien und daß
es bei beiderſeitigem guten Willen nicht ſchwer ſein dürfte, den
immer noch formellen Bund in eine wirkliche Freundſchaft zu ver=
wandeln
.
Dieſe Erklärung des jugoflawiſchen Außenminiſters iſt im
gegenwärtigen Stadium der Stagnation, in das der Balkaukon=
flikt
geraten iſt, von nicht zu unterſchätzender Bedeutung. Sie
enthält die direkte Bereitſchaft der jugoſlawiſchen Regierung zur
Aufnahme von Verhandlungen und die Mahnung an die
Adreſſe Roms, anſtelle des bisher ſtets hervorgetretenen
Gegenſatzes zwiſchen Belgrad und Rom in allen Balkanfragen
eine freundſchaftliche Zuſammenarbeit treten zu laſſen und vor
allem offen und lohal alle ſtrittigen Fragen zu prüfen. Dabei
hob der Miniſter hervor, daß berühmte Beiſpiele bewieſen hätten,
wie man zwiſchen zwei Völkern mit ehrlichem Willen zu einer
Einigung gelangen könne, womit er natürlich Locarno gemeint hat.
Es bleibt nun abzuwarten, wie die italieniſche Regierung auf
dieſe Aufforderung Belgrads reagieren wird. Gerade Rom iſt
es bisher geweſen, das durch ſeine Verſteifung auf den Stand=
punkt
, daß der Albanienvertrag außerhalb jeder Diskuſſion ſtehen
müſſe, den toten Punkt in der geſamten Entwicklung verſchuldet
hat. Wenn Belgrad jetzt die Initiative ergreift und ſich öffentlich
und offiziell zu direkten Verhandlungen mit Rom bereit erklärt,
ſo iſt dies zweifellos auf engliſche und franzöſiſche Einflüſſe zu=
rückzuführen
. Es iſt bezeichnend, daß der jugoſlawiſche Außen=
miniſter
das Intereſſe Italiens an Albanien auf reine Preſtige=
gründe
zurückgeführt und gleichzeitig, wenn auch etwas verhüllt,
das jugoſlawiſche Desintereſſement an Albanien ausgeſprochen
hat. Daraus ſcheint ſich zunächſt zu ergeben, daß Jugoſlawien
bei den kommenden Verhandlungen zu Entgegenkommen bereit
ſein würde, um endlich eine Beilegung des Konflikts zu erzielen.
Auch der Verzicht auf die Anrufung des Völkerbundes dürfte in
dieſer Richtung zu bewerten ſein.
Muſſolinis Antwort auf den engliſchen Vermittelungs=
vorſchlag
. Der Tiranapakt undiskutabel.
EP. London, 28. April.
Anſcheinend als eine Folge der Beſprechungen zwiſchen
Chamberlain und dem neuen italieniſchen Borſchafter in Lon=
don
iſt nunmehr die Antwort Muſſolinis auf den
engliſchen Vermittlungsvorſchlag in der ita=
lieniſch
=jugoſlawiſchen Frage betannt geworden. Sie
wird durch die Times veröffentlicht. Es ſei von Anfang an die
Anſicht Londons geweſen, daß dieſe Frage am beſten durch direkte
Verhandlungen zwiſchen Italien und Jugoſlawien geregelt
werde, wobei letzteres in der Frage der Nettunoverträge ent=
gegenkommen
ſolle, während es auch ratſam ſei, die Frage des
Vertrages von Tirana nochmals zu erwägen. Die italieniſche An=
ſicht
ſei die folgende: Die Tatſachen hätten die Notwendigkeit für
die urſprüngliche Warnung Roms hinreichend bewieſen, worin
auf die Gefahr eines Angriffs von außen her auf die Regierung
Achmed Zogus aufmerkſam gemacht worden ſei. Es gäbe zur=
zeit
keinen Zwiſchenfall zu beſprechen. Die Beziehungen zwiſchen
Rom und Belgrad hätten keine Unterbrechung erlitten, und
wenn der jugoflawiſche Geſandte in Nom irgendwelche Bemer=
kungen
zu machen wünſche, ſo würde er mit freundnachbarlichen
Gefühlen empfangen werden. Der Vertrag von Tirana
indeſſen ſei zwiſchen Italien und Albanien abge=
ſchloſſen
worden, angeſichts der beſtehenden
ſouderänen Rechte. Er ſei in keiner Weiſe gegen
irgend einen Staat gerichtet. Infolgedeſſen
ſei die Wiedererwähnung dieſes Vertrages
nicht notwendig. Zu dieſer Angelegenheit bemerkt der
diplomatiſche Berichterſtatter des Daily Telegraph, daß wäh=
rend
der Beſprechungen der engliſche Standpunkt dahin feſtgeſetzt
worden ſei, daß Großbritannien weder allzu ſtark intereſſiert noch
willens ſei, zu intervenieren, ſei es als Schiedsrichter oder Ver=
mittler
oder in ſonſt einer Eigenſchaft.

liſcher und aſtronrmiſcher Arbeiten, darunter die berühmte Me=
thode
der kleinſten Quadrate Unterſuchungen über die Wahr=
ſcheinlichkeitsrechnung
und die Bedeutung dieſer wiſſenſchaft=
lichen
Arbeiten kurz zu definieren und dem Laien verſtändlich zu
machen, iſt ungemein ſchwierig und geht über den Rahmen und
die Aufgabe dieſer Zeilen hinaus. Auf dem Gebiete der prak=
tiſchen
Geometrie hat er ein neues Inſtrument, das Heliotrop,
eingeführt zur Eizeugung von Lichtſtrahlen auf weite Entfer=
nungen
, beſtehend aus einem Fernrohr, vor dem zwei aufeinan=
der
ſenkrechte Spiegel ſtehen und das auf eine Entfernung von
70 Kilometer ge aucſte Winkelberechnungen ermöglicht. Gauß
hatte an dem Blitzen der Fenſterſcheiben eines Hamburger Tur=
mes
, das er auf dem Michaelisturm in Lüneburg wahrnahm, die
Ausführbarkeit ſeines Gedankens erkannt. So wurde aus dem
bekannten Kinderſpiel, ungeſehen und aus ſicherer Ferne andere
mittelſt eines Spiegelſtückchens zu blenden, die Grundlage eines
Apparates, ohne den keine größere Vermeſſung mehr ſtattfindet.
In Gemeinſchaft mit ſeinem Mitarbeiter Wilhelm Weber ſetzte
er die großartigen Arbeiten über den Erdmagnetismus ins Werk
und konſtruierte mit ihm den erſten elektromagnetiſchen Tele=
graphen
zwiſchen der Sternwarte und dem phyſikaliſchen Kabi=
nett
in Göttingen. In den Jahren 1821 bis 1825 fand die hanno=
verſche
Landesvermeſſung ſtatt, die Gauß Gelegenheit gab, Unter=
ſuchungen
vielfe tigſter Art anzuſtellen, die ihn zum erſten Geo=
däten
der Welt machten.
Gauß führte das Leben eines deutſchen Gelehrten, die Lehr=
tätigkeit
ſagte ihm weniger zu als die ſtille Beſchäftigung mit
den Wiſſenſchaften. Das Glick ſeines Familienlebens wurde
durch den frühen Tod ſeiner erſten Gattin, um die er ein Jahr
lang geworben hatte und die ſchon nach vierjähriger Ehe ſtarb.
getrübt. Der Sohn aus dieſer Ehe ſtarb 1873 als Oberbaurgt
in Hannover. Die Tochter war mit dem bekannten Orientaliſten
Ewald, einem der Göttinger Sieben verheiratet. In zweiter
Ehe war er mit einer Freundin ſeiner erſten Frau vermählt, die
nach 21jähriger Ehe im Jahre 1831 ſtarb. Seine Mutter, die
97 Jahre alt wurde, überlebte beide. Gauß ſtarb am 25. Februar
1855.
An Ehren und Auszeichnungen aller Art hat es dem großen
Manne nicht gefehlt, aber er blieb trotz ſeines Weltruhms der
beſcheidene Gelehrte. Anläßlich des 100jährigen Jubiläums der
Göttinger Univerſität im Jahre 1837 waren er und ſein Freund
Weber die gefeiertſten Perſönlichkeiten. Gelegentlich ſeines 50 Doktorjubiläums wurden ihm Beweiſe allgemeiner Ver=
ehrung
und Hochachtung zuteil. Göttingen und Braunſchweig
haben ihm Denkmäler errichtet, und die Stadt Braunſchweig hat
Dr. W.
einen Platz nach ihm benannt.

[ ][  ][ ]

Geite 4

Geſundungsrevolution in Chile.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
K. H., Santiago, Anfang April.
Vielen, recht vielen höchſt reſpektablen Ehrenmännern ſamt
ihren dunkeläugigen, luxusverwöhnten Senoras und nicht min=
der
all den Jovenes diſtinguidos und deren, ach ſo verführe=
riſchen
, mit des Lebens Ernſt aber ebenfalls nur ganz entfernt
vertrauten Schweſtern, ſind die diesjährigen langen Sommer=
ferien
, die gewöhnlich von Anfang Januar bis Mitte März
dauern, arg verdorben worden. Denn ſeltſam überraſchende und
höchſt peinliche Nachrichten platzten ſeit etwa Anfang Februar in
all die munteren Vergnügungsſtätten am Strand oder in den
Bergen herein. Dieſer Teufelskerl, der Oberſt Ibanez
ſcheint wahrhaftig Ernſt machen zu wollen.
Ueberall in der Welt dürften nach den erſten Telegrammen
von vor bald fünf Wochen jetzt auch allerhand ausführliche Schil=
derungen
der neueſten Staatsrevolution in Chile eingelaufen ſein.
Und da dieſes Wort Revolution heute durchaus nicht an=
genehm
in den Ohren klingt, ſo iſt ſicherlich hier und da manch
falſches, unbegründetes Vorurteil über die hieſigen Vorgänge
entſtanden.
In Wirklichkeit war Chile niemals ruhiger als
heute. Der bisherige Kriegsminiſter, Oberſt Carlos
Ibanez, der ſchon in den letzten zwei Jahren durchaus das
perſönliche Uebergewicht im Kabinett beſaß, hat ſich vor ewa
einem Monat durch einige wenige Erlaſſe zum faktiſchen Dik=
tator
der Republik Chile gemacht. Er konnte ſich unbedingt
auf die Elite des chileniſchen Offizierskorps und damit das Heer
ſtützen. Auch die Flotte war diesmal, wenigſtens zum maß=
gebenden
Teile, mit im Bilde. Ibanez handelte im Auftrage und
als Exponent eines maßgebenden Teiles des Offiziers=
korps
, unter deſſen ſtändiger Kontrolle er ſozuſagen auch
weiter ſteht.
Nun wird wahrſcheinlich ſofort der Ruf: Aha! Ausge=
ſprochener
Militarismus! erklingen aber trotz äußeren Anſcheins
iſt gerade dieſe Auffaſſung durchaus falſch. Wer als Deutſcher
nach Chile kommt, wer beſonders an dem Nationalfeiertage des
18. September die große Parade im Parque Couſino mit anſieht,
iſt wohl betroffen über dieſe verblüffend deutſchen
Uniformen und vor allem über die ſtramme, imponierende
Haltung des chileniſchen Heeres, aber von dem, was man als
Militarismus bezeichnet, und von irgend einer Vorzugsſtellung
des Militärs iſt hier ganz und gar nichts zu merken. Wohl aber
hat ſich durch eine gewiſſe Zufallsgeſtaltung, nämlich die Be=
rufung
einer größeren Anzahl deutſcher Offiziere vor etwa einem
halben Jahrhundert und die glänzend durchgeführte Organi=
ſationsarbeit
des deutſchen Generals Körner, unterſtützt durch
die zahlreichen Kommandierungen chileniſcher Offiziere zu dem
deutſchen Heere im Laufe der Zeit eine nicht nur berufliche, ſon=
dern
menſchliche Elite herausgebildet, die immer mehr die
Rückſtändigkeit und leider auch vielfache Korruption in der ſtaat=
lichen
Verwaltung wie in dem geſamten nationalen Leben ihres
Vaterlandes empfand. Chile wurde beunruhigt durch den links=
radikalen
Umſturzmann Aleſſandri und durch die tödliche
Kriſe der Salpeterinduſtrie, die zu einer ſchweren Finanz= und
Wirtſchaftskriſe führte. In dieſer Gefahr mußte der alte
Schlendrian aufhören, wenn Chile nicht in die unwür=
dige
Finanzkontrolle etwa der Yankees fallen wollte.
Tatſächlich iſt das Vorgehen der neuen Regierung Ibanez
denn guich ohne Beiſpiel im Lande. Nicht etwa wegen der Raſch=
heit
und Rückſichtsloſigkeit, mit der von Abend bis Morgen eine
Anzahl der hervorragendſten politiſchen Gegner vom Fleck weg
verhaftet, oder per Muß nach Valparaiſo auf den Dampfer ge=

Freitag, den 29 April 1927

bracht und nach dem Ausland abgeſchoben wurden. Solche
politiſchen Kampfmethoden waren hier wie im übrigen Süd=
amerika
ja durchaus nicht neu, und daß dabei ein früherer Mi=
niſter
ſich weigerte, ſein Haus zu verlaſſen und von den Poliziſten
auf den Armen in das Auto und an Bord getragen werden
mußte, iſt doch auch nicht weiter tragiſch, ſondern verleiht dem
Ganzen ſogar eine humoriſtiſche Note. Viel ſchlimmer für die
oberen Schichten der chileniſchen Bevölkerung und ihre geheiligten
Rechte und Gefühle waren und ſind die von dem neuen Regime
aufgeſtellten und mit eherner Energie durchgeführten Grund=
ſätze
: Du ſollſt, ſo du ein öffentliches Amt bekleideſt und dafür
bezahlt wirſt, auch wirklich arbeiten, und du ſollſt vor allem
nicht ſtehlen!
Unter dieſem Leitſatz wurde vom erſten Tage die Geſchäfts=
führung
ſämtlicher Miniſterien und der anderen ſtaatlichen Be=
hörden
nachgeprüft und wurde die beſonders in den letzten
Jahren lawinenattig angeſchwollene Beamten= und Angeſtellten=
ſchar
nach ihren Leiſtungen, vor allem aber nach der Notwendig=
keit
der einzelnen Poſten ſtreng geſiebt. Es waren auch die bis=
herigen
Zuſtände, die beſonders nach den letzten Revolutionen
und der ihnen folgenden ſkrupelloſen politiſchen Parteien=
herrſchaft
eingeriſſen waren, nach deutſchen Begriffen einfach
unerhört.
Welchen Umfang dieſe Unterſchleife und Durchſtechereien auf
faſt allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung angenommen hat=
ten
, iſt dem übrigen Publikum hier erſt im Laufe der amtlichen
Unterſuchungen nach der Revolution ganz klar geworden. Die
erſte Senſation war der Piſtolenſchuß, mit dem der Präſi=
dent
der Impueſtos Internos, der allgemeinen Steuerverwal=
tung
, ſich dem unvermeidlichen, ungeheuren Skandal entzog.
Die Höhe der in dieſem Falle feſtgeſtellten und feſtſtellbaren
Unterſchlagungen und Fehlſummen beläuft, ſich auf viele Mil=
lionen
, dürfte in Wirklichkeit aber noch viel höher ſein.
Der zweite eklatante Fall betrifft den Direktor der
Staatsdruckerei für Wertpapiere, der gleichfalls in
ſtrenge Haft genommen und einer eingehenden Unterſuchung
unterzogen wurde, wobei ſich der Mangel faſt jeder Buchführung
in ſeinem Betriebe und direkte Unterſchlagung von ebenfalls vie=
len
Millionen zum Schaden des Staates herausſtellte. Im Zu=
ſammenhang
hiermit ſteht auch ein fingierter Maſchinenkauf in
England, bei dem es ſich um 15 Millionen Pfund Sterling
handelte.
Dies ſind, wie geſagt, nur die ſenſationellſten Spitzenfälle,
die beſonders auch durch die geſellſchaftliche Stellung der Ange=
klagten
Aufſehen erregten. Hinter dieſen Meiſterdieben ſteht aber
eine ungezählte Reihe kleinerer Spitzbuben, ſteht vor allem ein
ſechier unentwirrbares Netz von ſtraſbaren Verbindungen zwiſchen
Beamtenſtellen und der einflußreichen privaten Geſchäftswelt.
Seit Wochen ſitzt ſo z. B. ein italieniſcher Großkauf=
mann
in Unterſuchungshaft, der Jahre hindurch in Verbindung
mit der Staatsdruckerei betrügeriſche Millionengewinne erzielt
hat. Bei ſeiner erſten Vernehmung vor dem Unterſuchungsrichter
ſoll er zuniſch erklärt haben: Gut, ich werde euch antworten, ich
werde aber ſo antworten, daß ihr mir fünfzig andere der ange=
ſehenſten
Leute zur Geſellſchaft geben müßt!
Die Reinigungsarbeit der Regierung ſtellt ſich ſo von Tag
zu Tag als umfangreicher und ſchiweriger dar. In welcher Weiſe
ſie durchzudringen glaubt, zeigt folgender, von der Regierung ſo=
eben
der Kammer vorgelegter Geſetzentwurf, deſſen drakoniſche
Streuge hier wohl in keinem anderen Lande erreicht wurde. Er
beſtimmt nämlich, daß künftig Unterſchlagungen von
Staatsbeamten mit einem Einkommen von mehr als 30000 Peſos,
wenn ſie 100 000 Peſos überſteigen, mit dem Tode oder mit
lebenslänglichem Zuchthaus beſtraft werden. Man
ſieht, es ſoll jetzt wirklich mit eiſernem Beſen gekehrt werden.

Rummer 118

Der parteiloſe Sozialiſt
Roſenbergs Austrittsbegründung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der aus der Kommuniſtiſchen Partei ausgetretene Dr. Roſen= läßt jetzt den Brief veröffentlichen, worin er ſeinen Ent=
ſchluß
begründet. Die Kommuniſten können ſich dieſe Epiſtel
nicht einfach hinter den Spiegel ſtecken. Er ſpricht von den un=
aufhörlichen
Niederlagen der Dritten Internationale, die nur aus;
einem Fehler des Syſtems erklärt werden können. Er weiſt auff
die ſtändigen taktiſchen Schwankungen, die Fehler und Nieder=
lagen
hin, um dann zu dem Ergebnis zu kommen, daß die weitene=
Exiſtenz der Komintern, ſowohl Rußland als auch die Arbeiter:
der anderen Länder ſchwer ſchädigt. Da eine ernſthaftere Form;
der Komintern unmöglich iſt, weil ſie die Grundlagen ihrer Eri=
ſtenz
ſelbſt beſeitigen müßte, könnte er die Linie der Komintern
nur bei einer bewußten Täuſchung der deutſchen Arbeiterſchaft t
vertreten und weil er das nicht wolle, trete er aus. Mit einem:
kleinen Seitenhieb motiviert er die Beibehaltung des Mandatz",
da es bei dem bunten Wechſel der Führergruppen innerhalb der:
Kommuniſten und bei der wachſenden Zerſetzung in der Parteii
ein reines Haſardſpiel ſei, in welche Hände ſein Mandat käm.
Deshalb will er ſein Mandat als parteiloſer Sozialiſt vorläufg:
weiter ausüben. Das Berliner kommuniſtiſche Parteiblatt, die
Rote Fahne die bisher den ganzen Fall totgeſchwiegen hat.
ſieht ſich jetzt zu einem ausgiebigen, aber um ſo inhaltsloſerem!
Kommentar veranlaßt, worin ſie ſich aus der Verlegenheit hilft,,
indem ſie den Abgang Dr. Roſenbergs eine feige Deſertion nennt.,
die für die Parteimitgliedſcheft aber nicht überraſchend ge=
weſen
ſei.
Erklärungen des bulgariſchen Außenminiſters.
EP. Bukareft, 28. April.
Die Blätter veröffentlichen eine Erklärung des bulgariſchen
Außenminiſters Burow, die dieſer rumäniſchen Preſſevertretern!
gegeben hat. Burow erklärte, Bulgarien miſche ſich nicht in die
Angelegenheiten ſeiner Nachbarn. Er habe daher auch keine Ver=
anlaſſung
, zum italieniſch=jugoſlawiſchen Konflikt Stellung zu
nehmen. Bulgarien wünſche den Frieden, und von dieſem Ge=
ſichtspunkt
aus intereſſiere es ſich auch begreiflicherweiſe für die
albaniſche Frage. Der ungariſch=italieniſche Vertrag iſt nach
Anſicht des Miniſters ein neues Inſtrument des Friedens und
eine Garantie für Ruhe und Ordnung.
Griechiſche Sicherungsmaßnahmen.
EP. Athen, 28. April.
Auf Grund von Erklärungen mehrerer Regierungsmitglieder
hat das Kabinett Zaimis Telegramme von Garniſonskomman=
danten
aus allen Teilen Griechenlands erhalten, in denen ver=
ſichert
wird, daß ſich die Offiziere dieſer Garniſonen jedweder Par=
teipolitik
enthalten und lediglich militäriſchen Aufgaben nachgehen;
politiſche Einmiſchungen einer kleinen Anzahl von Kameraden
werden als verwerflich bezeichnet. Gleichzeitig wurde die Regie=
rung
davon in Kenntnis geſetzt, daß jedoch in den Verbänden der
Gendarmerie in Mazedonien ſich eine ſtarke politiſche Agitation
bemerkbar mache. Bezüglich der Ueberführung des Exdiktators
Pangalos iſt ſich der Miniſterrat einig geworden, Pangalos in
ein beſonders geſichertes Gefängnis in Ithaka von ſeinem jetzigen
Aufenthaltsorte, dem Zuchthaus in Jzzedin, zu überführen. Das
in Ausſicht genommene ithakaſche Gefängnis iſt ſeit dem Jahne
1912 als Strafanſtalt für Schwververbrecher in Vervendung.

R

Bmun AindBox
Ferren Naſbschuh
echt Good. gedopp.

der moderne
braune fterren.
Sinsatzschuh.
Originat
Goochear-Wekt!,

Braun
A.Box-Herfen
Schnürschult.
lanßer u.80/8
acht G0001. ge0

Spezial-R.
Chepreauk
Lack=Garnitur
Orig. Goodyear gede,
Sine besondere Leiſtunge

Lddwiasplatz 2

Durchgehend geöffnet.

[ ][  ][ ]

Nummer 118

Aus der Landeshauptſitadt.
Darmſiadt, 29. April.
Verſetzungen in den Ruheſtanb. Am 1. Mai 1927 tritt Forſtrat
Wilhelm Schaaf zu Offenbach a. M. auf ſein Nachſuchen in den Nuhe=
trand
. Am gleichen Tage tritt der Förſter Konrad Hedderich zu
Schwabenrod auf Grund des 8 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 in Verbindung
rit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des Perſonal=
bbaues
in Heſſen und zur Aenderung des heſſiſchen Perſonalabbau=
preſetzes
vom 8. Oktober 1925 in den Ruheſtand.
Heſſiſches Landestheater. In der morgen abend im Großen Haus
IIs geſchloſſene Vorſtellung für das Gewerkſchaftstartell ſtattfindenden
Feuinſzenierung der Operette Der Zigeunerbaron ſingen die
weſentlichen Partien die Damen Kapper, Müller=Wiſchin Jacobs Gothe,
Foerig und die Herren Deharde, Kuhn, Vogt, Dr. Barczynski, Ney.
Bnſzenierung: Heinrich Kuhn, muſikaliſche Leitung: Berthold Sander.
Weginn der Aufſührung 7 Uhr. Am Montag, den 2. Mai, wird im
Broßen Haus Hölderlins Tod des Empedokles in der Be=
(arbeitung Wilhelm Michels als 18. Vorſtellung der Miete I. und zu=
(rleich als 11. Vorſtellung der Miete P (Darmſtädter Volksbühne) ge=
reben
.
Hiſtoriſcher Verein. Der letzte Vortrag dieſes Winters findet
Montag, den 2. Mai, abends 6 Uhr, im Realgymnaſium ſtatt. Mu=
eumsdirektor
i. R. Geh. Nat Dr. Vack wird über den Kupferſtecher
Wille, einen heſſiſchen Landsmann, der in der erſten Hälfte des 19.
Pahrhunderts der führende Künſtler in Europa war, ſprechen unter
Worzeigung von Lichtbildern. Anſchließend an den Vortrag wird die
EMitgliederverſammlung gehalten gemäß dem Beſchluß der letzten Veu=
Kammlung im Dezember. Die Mitglieder werden dazu herzlich einge=
laden
. Gleichzeitig wird ſchon jetzt darauf aufmerkſam gemacht, daß
Der erſte Ausflug nach Otzberg und Breuberg nicht am 15. Juli,
ſiondern am 15. Mai ſein ſoll.
Muſikantengilde. Der Lichtbildervortrag im Gewerbe=
mnuſeum
findet am Freitag, den 29. April, um 8 Uhr ſtatt. Es
wverden Bilder aus den Hanſeſtädten gezeigt. Der Eintritt iſt frei.
Die Vereinigung ehemaliger Real= und Oherrealſchüler bittet ihre
EMitglieder und Freunde, ſich zahlreich an der Beerdigung ihres erſten
EEhrenvorſitzenden, Herrn Geheimen Schulrats Dr. Otto Derſch, zu be=
Eeiligen. Treffpunkt Freitag, 3½ Uhr, am Eingang des alten Darm=
ſütädter
Friedhofs.
Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtabt. Wir
ſBerweiſen nochmals auf den heute abend 8 Uhr im Städtiſchen Saalbau
ſitattfindenden Propaganda=Abend, mit Lichtbildervortrag: Die
Fahrt zum Sieg‟. Es wird wiederholt auf die heutige Anzeige auf=
mmerkſam
gemacht.
Die Ortsgruppe der Kriegsbeſchädigten unb Kriegshinterbliebe=
men
vom Haſſiabund Darmſtadt hielt mit der Ortsgruppe Saar=Verein
SDarmſtadt im Bürgerhof einen Lichtbildervortrag Die deutſche Saar
hab. Als Neferent war Herr Rett, Obmann der Kriegsbeſchädigten und
Kriegshinterbliebenen vom Haſſiabund, der auch 1. Vorſitzender der
(Ortsgruppe Saar=Verein Darmſtadt iſt, ge onnen. Er zeigte in Wor=
ſten
und Bildern, wie wichtig das uralte deutſche Saargebiet für
DDeutſchland war und iſt. Das Saargebiet iſt der ſüdweſtliche Ziupfel
ſinſeres deutſchen Vaterlandes. Das Saargebiet zählt 800 000 Ein=
wvohner
, darunter etwa 72 000 Bergleute. Man hat im Saargebiet 80
mroße Förderſchächte, die jährlich (vor Kriegszeiten) zirka 20 Millionen
Sonnen Kohlen zutage förderten. Die deutſche Vergverwaltung hatte
nauch 92 Werkſchulen eingerichtet, auf denen Bergmannsſöhne zu guten
Wergbeamten herangebildet werden konnten. Die deutſche Bergver=
wwaltung
richtete 38 große Schlafhäuſer ein, ferner 18 Handarbeits=
ſſchulen
und B Kleinkinderverwahranſtalten. Aus den Kohlen wurden
ngroße Mengen chemiſche Produkte hergeſtellt. Ueber 2 Millionen Ton=
men
Koks wurden gewonnen. Die Kohlenwerte, die heute noch im
WSaargebiet vorhanden ſind, belaufen ſich auf 32 Milliarden 928 Millio=
men
Tonnen Kohlen. Der Reinertrag aus dieſen Berowerken für das
Geutſche Vaterland betrug jährlich 4 Milliarden Mark. Ungeheure
WWerte gehen für 15 Jahre für Deutſchland verloren, beſonders wenn
mman noch die zahlreichen Eiſen=, Stahl, Glas=, Steingutfabriken uſw.
Gazurechnet. Der Vortragende zeigte die Schönheiten des Saargebiets
än Worten und Bildern, u. a. auch eine Bergwverksſicherheitslampe.
Als ein Bild gezeigt wurde, wie der Bergmann in die Tigfe von 700
WMetern fährt, ſpielte die Muſik das Bergmannslied Glück auf. Glück
aauf, der Steiger kommt uſw. Am Schluſſe ſeiner ſchönen Ausfüh=
rrungen
ermahnte Herr Rett jeden, das ſchöne Saargebiet nicht zu ver=
weſſen
. Er ſchloß mit dem Rufe: Deutſch die Saar immerdar!
* Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage ſind es 25 Jahre, daß Frau
Eliſabeth Füßgus als Putz= und Wartefrau in das Städtiſche
FAltersheim (ehemal. Pfründnerhaus) eingetreten iſt. Die Jubilarin
Fſteht im 62. Lebensjahre und hat während dieſer Bjährigen Arbeits=
ttätigkeit
ſich die größte Achtung der Inſaſſen und ein großes Vertrauen
fihrer Verwaltung erworben. Möge ihr vergönnt ſein, noch viele Jahre
im Städtiſchen Altersheim ihres Dienſtes zu walten.
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche Sitzung
am Samstag, den 30. April 1927, vormittags 9 Uhr: Vorentſcheidung
gegen den Fleiſchbeſchauer Romig II. in Gundernhauſen; vormittags
10½ Uhr: Vorentſcheidung gegen den Kriminalkommiſſar Eberhardt
in Darmſtadt.
* Ablöſung öffentlicher Anleihen nach 8 43 Abſ. 4 des Reichsgefetzes
vom 16. Juli 1925. In der Heſſiſchen Verordnung vom 8. Juli 1926 iſt
beſtimmt, daß über Anträge der Anleiheſchuldner oder der
Treuhänder nach 8 43 Abſ. 2 des Reichsgeſetzes vom 16. Juli 1925
der Miniſter des Innern entſcheidet. Gegen deſſen Entſcheidung findet
innerhalb 1 Monats nach Zuſtellung die Beſchwerde an die Spruch=
behörde
fürAnleiheablöſung ſtatt. Auch dieſe iſt bekannt=
lich
an den Verwaltungsgerichtshof angegliedert und entſcheidet in der
Beſetzung von ſieben Mitgliedern, beſtehend aus dem Präſidenten des
Verwaltungsgerichtshof oder einem von ihm beſtellten Mitgliede des=
ſelben
, zwei Mitgliedern des genannten Gerichts, zwei Beamten der
Staatsverwaltung und je einem Vertreter der Anleihegläubiger und
Anleiheſchuldner. Die Spruchbehörde, die jeweils auf Einberufung durch
den Vorſitzenden zuſammentritt, iſt nur bei Anweſenheit ſämtlicher
Mitglieder beſchlußfähig. Zu den Verhandlungen iſt der geſetzliche Ver=
treter
des Anleiheſchuldners und der Treuhänder zu laden. Bei deren
Ausbleiben kann nach Lage der Akten entſchieden werden. Die Ver=
hanölung
iſt nicht öffentlich, die Beſchlußfaſſung erfolgt in
geheimer Beratung durch einfache Stimmenmehrheit der Abſtimmenden.
Die Entſcheidung iſt mit Gründen den Beteiligten zuzuſtellen. Ge=
bühren
werden nicht erhoben.
* Guoße Strafkammer. Auf Berufung der Staatsanwaltſchaft hatte
ſich das Gericht mit einem Münzverbrechen (Herſtellung von falſchen
20=Mark=Scheinen) in Verbindung mit Betrug zu befaſſen. Wir haben
ſeinerzeit über die Verhandlung vor dem Bezirksſchöffengericht berichtet.
Die ſtrafbaren Handlungen wurden in E. im Odenwald begangen. Das
Gericht kam zu einer Aufhebung des angefochtenen Urteils und erkannte
wegen Betrugs und Betrugsverſuchs auf eine Geldſtrafe von 50 Mark
und wegen eines verſuchten Verbrechens der Münzfälſchung (8 146
St. G.B.) auf 10 Tage Gefängnis. Das Urteil iſt rechtskräftig.

Freitag, den 29. April 1927

Stadiverordnetenverſammlung.
Die Sitzung wird um 5 Uhr 15 Minuten vom Herr Oberbürger=
meiſter
eröffnet.
1. Verwaltungsbericht für 1924.
Es wird auf den den Stadtverordneten zugegangenen Bericht Bezug
genommen. Den Vorſitz übernimmt der Vorſitzende des Finanzausſchuſ=
ſes
Stadtv. Leuſchner.
Stadtv. Dr. Nöllner referiert. Einen weſentlichen Ueberſchuß
hat das Krankenhaus erzielt. Auch Meſſen und Märkte zeigen wirt=
ſchaftlichen
Aufſtieg im Beginn. Die Koſten des Wohlfahrtsamtes haben
ſich verdoppelt. Sehr günſtig war die Entwicklung der Steuern. Im
ganzen erſcheint der Verwaltungsbericht günſtig.
Den Verwaltungsorganen wird der Dank ausgeſprochen
2. Beſchaffung eines nenen 5=To.=Kraftwagens für die ſtädt. Betriebe,
Der im Mai 1925 von der Schupo für 4700 Mk. gekaufte alte Heeres=
Laſtkraftwagen (Benz) iſt derart abgefahren, daß er in kürzeſter Zeit
durchgehender Hauptreparatur unterzogen werden müßte, wenn er noch
im Betrieb gehalten werden ſoll. Dieſe Koſten ſowie die Koſten fort=
laufender
Neparatur laſſen bei ihrer Höhe die Weiterverwendung des
Wagens in den ſtädtiſchen Betrieben nicht mehr wirtſchaftlich erſcheinen.
Ein neuer Wagen ſoll von der Maſchinenfabrik Augsburg=Nürnberg für
18 000 Mk. beſchafft werden. Die Mittel hierzu ſind in den
Nücklagen des Waſſerwerks vorgeſehen. Die Poſition
wird bewilligt.
3. Erweiterung der Brunnenanlagen auf dem Hauptpumpwerk des
Waſſerwerks.
Die Brunnenanlagen auf dem Gelände im Eichwäldchen beſtehen
aus drei Abteilungen (a, b, a), von denen die zuerſt erſtellte (a) in den
Jahren 1935126 nächſt dem Pumpwerk durch ſieben neue Nohrbrunnen
von 400 Millimeter Saugerdurchmeſſer ergänzt wurde; ſechs Brunnen
der älteſten Abteilung (a) wurden infolge Verſandung außer Betrieb
geſetzt. Letzten Sommer am Tage des Höchſtverbrauchs konnten die Ab=
teilungen
b und e mit ihren 110 alten Brunnen nur rund 6000 Kubik=
meter
Waſſer in 24 Stunden leiſten. Der darüber hinausgehende Höchſt=
tagesbedarf
von rund 14 000 Kubikmetern mußte deshalb aus den 1925=
1996 niedergebrachten ſieben neuen Brunnen gefördert werden. Dieſe
verhältnismäßig hohe Inanſpruchnahme der neuen Brunnen, wenn auch
nur an Tagen des Höchſtbedarfs eintretend, ſtellt doch eine Ueberlaſtung
dar, die auf die Dauer die Leiſtungsfähigkeit der ſehr ergiebigen neuen
Brunnen vermindern wird. Die Leiſtung der Abteilungen b und a iſt
ſehr gering. Die Minderleiſtung iſt auf die Verkruſtung der Filter bei
den 100 Brunnen der Abteilung d zurückzuführen. Es wird deshalb
dringend nötig, in der Abteilung b fünf neue Brunnen in Abſtänden
von 100 Meter und ferner zu den 1925/26 hergeſtellten ſieben neuen
Brunnen in Abteilung a noch einen weiteren Brunnen niederzubringen.
An Ort und Stelle hat ſich der B=triebsausſchuß von der Notwen=
digkeit
der Neuanlagen überzeugt. Die auf rund 90000 Mk. veran=
ſchlagten
Koſten gehen zu Laſten des Anlagevermögens. Auch diefer
Punkt findet ohne Debatte Annahme.
4. Waſſerverſorgung der Gemeinden Gräfenhauſen und Erzhaufen.
Vorbehaltlich des endgültigen Vertragsabſchluſſes iſt vereinbart:
1. Die beiden Gemeinden verpflichten ſich gemeinſchaftlich zu einer jähr=
lichen
Waſſermindeſtabnahme von 126 000 Kubikmetern;
2. ſie zahlen an die Stadt einen Koſtenzuſchuß zu den Baukoſten im
Betrage von 55 000 Mark;
3. der Waſſerpreis beträgt frei Ortseingang 13 Pfg. je Kubikmeter.
An Mitteln zu Laſten des Anlagekapitals find 66 000 Mk. erforderlich,
die bewilligt werden.
5. Entwäſſerung des Sportplatzes bes Sportvereins an der Nieder=
Namſtädter Straße. Die Eutwäſſerung und die Verlängerung des
Schmutzwaſſerkanals vom Hochſchulſportplatz bis zum Golfklubhaus ſoll
im Geſamttoſtenbetrage von 11 700 Mark ausgeführt werden. Dies
wird genehmigt.
6. Schaffung von weiteren Unterrichtsräumen in der Liebigs= Ober=
reglſchule
. Dieſelbe macht die Verlegung der in den verſchiedenen Stock=
werken
befindlichen Aborträume in das Sockelgeſchoß nötig. Der er=
forderliche
Kredit von 30 00b Mk. ſoll aus Anlehensmittelm bereitgeſtellt
werden. Dies wird genehmigt.
7. Erweiterung des Schulhofes der Beſſunger Knabenſchule. Der
Hof ſoll darch Hinzunahme von Gelände des brangeriegar=
tens
angemeſſen vergrößert werden. Der erforderliche Kredit von
13 525 Mk. wird aus Anlehensmitteln genommen, was beſchloſſen wird.
8. Abſchluß der Rechnungen der Viktoria= und der Eleonorenſchule
für 1925. Die beiden Rechnungen ſchließen mit einem ſtädtiſchen Zu=
ſchuß
von R863 Mk. für die erſtere und von 57 94 Mk. für die letztere
Schule. Es iſt nichts dabei zu erinnern.
9. Voranſchlag über die Einnahmen und Ausgaben der Viktorig=
ſchule
für 1927. Derſelbe ſchließt mit einem Fehlbetrag von 93 006 Mk.
ab. der als Beitrag der Stadt in den Entwurf des Voranſchlags ein=
geſtellt
wurde. Dies wird genehmigt.
10. Desgleichen der Eleonprenſchule. Der Voranſchlag ſchließt mit
einem Fehlbetrag von 72603 Mk. und unter vorſorglicher Bereitſtellung
eines Krebits von 5500 Mk. für die Beſchaffung von Küchengeräten für
die der Schule angegliederte Frauenſchule mit dem Geſamtfehlbetrag
von 78 103 Mk. ab, der als Veitrag der Stadt eingeſtellt iſt. Auch
hier wird Genehmigung ohne Debatte beſchloſſen.
10 2. Ergänzung von Deputationen. Das Stadtſchulamt hat den
Wunſch, im Kuratorium des Ohlyſtiftes durch einen der Stadtſchulräte
vertreten zu ſein. Der Wahlvorſchlagsausſchuß hat den vorgetragenen
Wunſch abgelehnt, da Oberſtudiendirektor Kiſſinger ſchon im Kuratorium
Sitz hat. Als Erſatz für den aus der Jugendwvohlfahrtsdeputation
ausgeſchiedenen Rektor Jockel ſchlägt der evangeliſche Wohlfahrtsdienſt
den Lehrer Franz Diehl vor. Beide Vorſchläge werden angenommen.
Mitteilungen.
Der Bund der Leibgardiſten dankt für die gemachte Gabe für das
Denkmal.
Der Herr Oberbürgermeiſter teilt mit, daß eine Eingabe des Rent=
nerbundes
eingelangt iſt, die bei Beratung des Voranſchlags beraten
und da verleſen werden ſoll.
Stadtv. Tempel gibt bekannt, daß eine Zigeunerſchlacht nahe der
Windmühle ſtattgefunden hat, bei der es blutige Köpfe gab. Die Polizei
foll erklärt haben, ſie ſei hier nicht zuſtändig.
Bürgermeiſter Buxbaum erklärt, es ſei Vorſorge getroffen, daß
ſich Zigeuner nicht mehr in der Nähe der Stadt lagern.
Stadtv Wieſenecker betont, daß die Notſtandsarbeiter durch
die Oſterfeiertage eine Einbuße von zwei Tagen erlitten haben. Hier
möge ein Ausgleich für den Verdienſtausfall geſchaffen werden
Frau Stadtv. Dr Brückner fragt wegen der Schnile in der
Waldkolonie. Von ſeiten der Verwaltung wird erklärt, daß mit dem
Bau jetzt begonnen werden foll.
Ueber die Speiſeeis=Verordnung entſteht eine längere
Debatte, die damit abſchließt, daß Stadtv. Altendorf betont, die Stadt=
verordnetenverſammlung
werde hier nur angehört. Die Verſammlung
ſteht auf dem Standpunkt, daß ſie die Verantwortung für die von dem

SchuIbdcher
bei Buchhändler Ludwig Saeng, Kirchstraße 20. (66452

Seite 5

Miniſterium beliebte Aenderung ablehnt. In dieſem Sinne wird be=
ſchloſſen
.
Hinſichtlich der Feſthalle erklärt der Herr Oberbürgermeiſter,
daß die Zubehörräume, weil dazu gehörig, gebaut werden, zumal ein
Beitrag von 30 000 Mk. zugeſagt iſt. Vürgermeiſter Buxbaum gibt
hierzu noch Erläuterungen.
Zur Frage der Kioske bemerkt Bürgermeiſter Buxbaum, daß
die Kioske für den Zeitungsverkauf auch nach 7 Uhr abends, bis etwua
9 Uhr, offen bleiben ſollen. Stadtv, Dr. Nöllner erachtet, die
Kioskinhaber hätten diesbezüglich ein Abkommen mit der Polizei zu
treffen. Herr Oberbürgermeiſter erachtet auch dieſen We=
für
durchaus gangbar. Stadtv. Sſüß betont, daß über die Kioske die
Handelsaufſicht zu wachen hat. Bürgermeiſter Mueller eracktet,
daß man auch nach 7 Uhr in einer Stadt wie Darmſtadt noch eine Zei=
tung
müſſe kaufen können.
Schluß der öffentlichen Sitzung 6 Uhr.
* Geſetz über Leiſiungen und Beiträge in der
Invalidenberſicherung vom 8. April 1927.
Der von den Lohnklaſſen handelnde § 1245 Abſ. 1 der Reichsver=
ſicherungsordnung
(R.V.O.) iſt als Art. 1 Nr. 1 mit Wirkung vom
27. Juni 1927 dahin abgeändert: Nach der Höhe des wöchentlichen
Arbeitsverdienſtes werden für die Verſicherten folgende Lohnklaſſen ge=
bildet
: Klaſſe 1 bis zu 6 Mk., Klaſſe 2 von mehr als 6 bis zu 12 Mk.,
Klaſſe 3 von mehr als 12 bis zu 18 Mk., Klaſſe 4 von mehr als 18 bis
zu 24 Mk., Klaſſe 5 von mehr als 24 bis zu 20 Mk. Klaſſe 6 von mehr
als 30 bis zu 36 Mk., Klaſſe 7 von mehr als 36 Mk. (Die Lohnklaſſe 7
und der dazu gehörende Wochenbeitrag gelten erſt vom 1. Januar 1928
an. Bis dahin wird für Verſicherte mit einem wöchentlichen Arbeits=
verdienſt
von mehr als 36 Mk. der Wochenbeitrag nach der Lohnklaſſe 6
erhoben).
Bezüge der Hinterbliebenen. 8 1258 Abf. 1 R.V.D.
erhält ab 1. April 1927 nachſtehende Faſſung: Witwenrente erhält nach
dem Tode des verſicherten Mannes die Witwe, die das Alter von 65 Jah=
ren
vollendet hat oder infolge von Krankheit oder anderen Gebrechen
dauernd invalide iſt. Die Rechtskraft früherer Entſcheidungen ſteht nicht
entgegen.
Steigerungsfatz der Invalidenrente. 8 199 R. V.H.
lautet in Abf. 2 ab 1. April 1927: Ferner wird für jede ordnungsmäßig
verwendete Beitragsmarke der bis 30. September 1921 gültigen Lohn=
klaſſen
ein Steigerungsbetrag gewährt: er beträgt für jede Beitrags=
marke
in Lohnklaſſe 1 zwei Pfennige, Klaſſe 2 vier Pfennige, Klaſſe 3
acht Pfennige, Klaſſe 4 vierzehn Pfennige, Klaſſe 5 zwanzig Pfenuige.
Höhe der Beiträge. Ab 27. Juni 1927 werben als Wochen=
beitrag
erhoben: in Klaſſe 1 30 Pfg., Klaſſe 2 60 Pfg., Klaſſe 3 90 Pfg.,
Klaſſe 4 120 Pfe. Klaſſe 5 150 Pfg., Kl. 6 180 Pfg., Klaſſe 7 200 Pfg.
Artikel 71 Einf.Geſ. zur R. V.O. erhält den neuen Abſatz 4: Be=
ſtand
der Anſpruch auf die Invalidenrente bis zum 1. Januar 1924, ſo
wird vom 1. April 1927 an der Kinderzuſchuß und die Hinterbliebenen=
fürſorge
nach den allgemeinen Vorſchriften gewährt. Die Abſätze 2
und 3 finden inſoweit keine Anwendung. Die Rechtskraft früherer Ent=
ſcheidungen
ſteht nicht entgegen.
Uebergangs= und Schlußbeſtimmungen. Bei den
vor 1. April 1927 feſtgeſtellten und am 1. Juli 1927 noch laufenden
Renten, die einen Steigerungsbetrag für Beitragszeiten vor 1. Oktober
1921 enthalten, wird dieſer Steigerungsbetrag vom 1. Juli 1937 an
verdoppelt.
Die vor 1. April 1927 feſtgeſtellten und am 1. Juli 1827 noch laufen=
den
Hinterbliebenenrenten erhalten vom 1. Juli 1927 an den obengenann=
ten
Steigerungsbetrag (2, 4, 8, 14. 20 Pfg., je nach der Lohnklaſſe)
und ſolchen nach 8 1232 R.P.O, ſofern er monatlich mindeſtens 50 Pfg.,
bei Waiſen mindeſtens 25 Pfg. beträgt,
Invalidenverſicherungsbeiträge für die Zeit vor
2. Juni 1927 ſind vom 1. Auguſt 1977 an nach den neuen Vorſchriften zu
entrichten.
Anſprüche auf Leiſtungen, über die das Feſtſtellungsverfahren am
1. April 1997 ſchwebt, unterliegen von dieſem Zeitpunkt ab den Vor=
ſchriften
dieſes Geſetzes. Ihre Nichtanwendung gilt auch dann als Revi=
ſionsgrund
, wenn das Oberverſicherungsamt ſie noch nicht anwenden
konnte.
Die Höhe der neuen Rente iſt dem Berechtigten mitzuteilen; ein
Rechtsmittel findet nicht ſtatt. Die Steigerungsbeträge ſind ſo zeitig
zu berechnen, daß die neue Nente zum 1. Juli 1927 angewieſen werden
kann. Das Reichsverſicherungsamt wacht über die raſche Durchführung
des Geſetzes.

* Dgs rechtzeitige Schneiden der Zierman del.
Zu den ſchönſten Zierſträuchern unſerer Gärten gehören die Zier=
mandeln
, die mit einer Fülle von roſagefärbten gefüllten kleinen Blüten
einen reizenden Anblick gewähren. Es ſind hauptſächlich zwei Arten:
Prunus nang und Pr. triloba; die erſtere hat ſchmale Blätter, bei der
zweiten iſt das Blatt nach vorn verbreitert und hat ſeitwärts zwei Spitz=
chen
, ſodaß es dreiſpitzig (triloba) erſcheint. Man zieht die Pflanzen
baumartig; auf einem 60120 Zentimeter hohen Stamm ſitzt die Krone,
gebildet aus vielen rutenartigen Zweigen. Das Bäumchen gleicht ſo
einer verkleinerten Kugelakazie. Will man reichliche Blütenbildung, ſo
tut man gut, die Krone jedes Jahr zurückzuſchneiden. An den Schnitt=
ſtellen
bildet ſich aus Beiknoſpen ein Bündel von Ruten, die den Som=
mer
über verholzen und im Herbſt die Blütenknoſpen ausbilden. So
wird in langen Monaten das vorbereitet, was im nächſten Frühjahr das
Auge erfreuen ſoll. Es iſt nötig den Schnitt ſehr früh auszuführen,
damit der jetzt noch mächtige Saftſtrom benutzt wird. Tut man dies
nicht, ſo erhält man zwar eine größere, verzweigte Krone, aber nur
eine kümmerliche Blütenentwicklung, und das Hauptziel der Anpflan=
zung
wird nicht erreicht. Leider ſieht man in den Darmſtädter Gärten
viele ſchlecht behandelte Ziermandeln, ſelbſt in den ſtädtiſchen Anlagen,
z. B. bei der katholiſchen Kirche, wo die Stämmchen gut gewachſen, die
Zweige aber ſchlecht geſchnitten ſind, ſo daß ſie auch in dieſem Frühjahr
nur wenig Blüten hatten. In den lothringiſchen Gärten bei Metz, wvo
die Ziermandeln ſehr beliebte ſind und in jedem Frühjahr in Tauſenden
von Blüten prangen, wird mit großer Strenge darauf geſehen, daß ſo=
gleich
nach dem Abblühen der Schnitt erfolgt.
Wenn dieſe Zeilen im Druck erſcheinen, iſt es alſo höchſte Zeit zum
Schneiden, und ſie haben nur den Zweck, die Beſitzer der Ziermandeln
darauf aufmerkſam zu machen.
.
Möbel aav Krentt!
Wir liefern auf Grund eines günstigen Abkommens mit
einer Großbanle un sichere Käufer gegen Ratensahlung bis
zu 18 Monaten auch ohne Anzahlung Nützen Sie die
günstige Kaufgelegenheit s0lange noch Vorräte zu alten,
Miedrigen Preisen vorhanden sind! (64600
Alexander-
KoSd ( EascRen, straße 10

P U *
D T
D *
D t
D

Unter Androhung ſchärfſter Maßnahmen wurde uns eine Räumungsfriſi rundweg verweigert.
Wir müſſen am 1. Mai das Lokal unbedingt räumen und laſſen energiſch
M * U Me
die Verſieigerung unſeres enormen Tagers in Herren= und Knabenkleidung betreiben bis Samstag abend 7 Uhr
Süddeutschlands größtes, hellstes Verkaufslokal der Branche

[ ][  ][ ]

Seite 6

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

Schule der Weisheit.
8. Tagung der Geſellſchaft für freie Philofophie in Darmſiadt.

Am Vormittag des vierten Tages ſprach Profeſſor Dr. Max
Scheler=Köln über
Die Sonderſtellung des Menſchen.
Der Vortragende führte etwa aus: Wenn man heute einen
Europäer fragt, welche Vorſtellungen er ſich etwa vom Menſchen
gnacht, wird man im weſentlichen drei Traditionen hören. Ein=
mal
die religiöſe, daß der Menſch von Adam und Eva ab=
ſtammt
, irgendwie gefallen iſt, erlöſt wurde uſw. Die andere
Tradition iſt ein griechiſcher Gedanke, dahingehend, daß den
Menſchen vom Tier nur unterſcheidet, daß er Vernunft hat, Seele,
die dem Tier verſagt iſt. Die dritte Tradition iſt, daß der Menſch
vom Tier abſtammt, durch Fortentwicklung das geworden iſt,
was er iſt. Damit erſchöpfen ſich im weſentlichen die Lehren vom
Menſchen.
Zwiſchen dieſen drei Lehren iſt aber kein Zuſammenhang.
Eine ſchließt die andere aus. Wir müſſen an die Stelle dieſer
drei Lehren eine ſetzen, wenn wir zum Reſultat kommen wollen.
Dazu iſt notwendig, ſich zunächſt klar darüber zu ſein, was iſt
Menſch? Wir brauchen einen Begriff Menſch, den wir dem
Tiere entgegenſetzen müſſen. Dieſer Begriff, bzw. die Frage, ob
dieſer Begriff Menſch überhaupt zu Recht beſteht, ſoll uns hier
beſchäftigen.
Wir müſſen dazu die Sonderſtellung des Menſchen nach drei
Richtungen hin betrachten. Zunächſt müſſen wir wiſſen, wie das
ganze pſychiſche Univerſum in ſich gegliedert iſt, nur dann können
wir den Menſchen beſtimmend einordnen. Wir müſſen die
pſychiſche Seite zunächſt betonen, obwohl die pſychiſche und
phyſiologiſche Seite einem und demſelben Lebensprozeß dienen.
So betrachtet, rein phyſiſch, iſt die erſte Stufe der ekſtatiſche Ge=
fühlsdrang
(ohne Empfindung), die zweite iſt der Inſtinkt, die
dritte iſt aſſoziatives Gedächtnis, bedingter Reflex, die vierte
Stufe iſt praktiſche Intelligenz und die fünfte der Geiſt.
Die einzigen Qualitäten des Gefühlsdranges ſind Luſt und
Leid. Andere Gefühle ſind noch nicht vorhanden. Einen ſolchen
Gefühlsdrang hat auch die Pflanze, aber ſie hat kein Macht=
ſyſtem
, keine Empfindung, keine bewußte Fortpflanzung. Ihr
Gefühlsdrang iſt rein nach außen gerichtet. Das Tier hat
Empfindung. Jede ſeiner Bewegungen wird zurückgemeldet an
ein Zentrum, und dieſe Rückmeldung kann jede weitere Bewe=
gung
beeinfluſſen. Die Pflanze hat das nicht. Beim Menſchen
iſt jede Empfindung nicht nur eine Funktion des Reizes, ſondern
dazu kommt ſtets eine Einſtellung von Gefühlsdrang. Die Reize
ſind nach einem Triebſyſtem geordnet. Ein Tier empfindet nur
die Reize, die es ſeinem Triebſyſtem nach notwendig hat (die
Eidechſe reagiert auf ein Raſcheln, nicht aber auf den Reiz des
Piſtolen= oder Kanonenſchuſſes). Der Trieb nach Fortpflan=
zung
iſt bereits in der Pflanze vorhanden, aber er kann nicht be=
wußt
geleitet, ausgeübt werden, er iſt von Zufälligkeiten abhän=
gig
. Die Pflanze hat keine fpezifiſche Reaktion gegen ihre Um=
welt
, wohl aber das Tier.
In aller Entwicklung wird auch etwas verloren. So ver=
liert
das Tier auch etwas, das die Pflanze hat. Es iſt in unſerem
Univerſum nicht ſo, daß das höchſt entwickelte Geſchöpf auch die
größte Macht hat. Es iſt im Gegenteil umgekehrt. Die größte
Kraft liegt im Niedrigſten. Die Idee iſt nur richtunggebend,
ſie iſt machtarm und wird je ärmer, je reiner, höher ſie entwickelt
iſt. Ammachtloſeſten iſt der Geiſt, und zwar auch hier
je höher, je reiner er wird, der machtloſeſte iſt der göttliche Geiſt.
Es gibt keinen allmächtigen Ceiſt. Die Pflanze braucht das
Tier nicht, wohl aber umgekehrt, und der Menſch braucht beide.
Wir kommen dann zum Inſtinkt. Inſtinkt iſt ein Verhalten,
das gerichtet iſt. Er kann auch abirren. Er braucht nicht
immer ein vernünftig gerichtetes Verhalten zu ſein. Der Inſtinkt
iſt ſicher nicht rein mechaniſch, er iſt vielmehr ſchon ein Pſychi=
ſches
. Er iſt ein Verhalten, das fabelhaft ſinnvoll iſt, aber nur
individuell. Der Hamſter z. B. ſammelt auch ohne eigene Erfah=
rung
für den Winter, es ſcheint ſogar, als ob er wüßte, daß der
Winter länger oder ſtrenger wird, denn er ſammelt dementſpre=
chend
mehr oder weniger. Aehnlich iſt es bei der Ameiſe. Der
Inſtinkt iſt alfo angeboren, iſt feſtſtehend und iſt eins mit der
Formenbildung. Die Inſtinkte ſind zwar ſpezialiſierbar, aber
ſie ſind nicht abänderungsfähig. Das Tier empfindet alles
nur im Rahmen ſeines Empfindens.
In der Entwicklung zerfällt der Inſtinkt langſam in der
Lebewelt. Und zwar zerfällt er zugleich in zwei Richtungen: im
aſſoziativen Gedächtnis und in der Intelligenz. Es iſt unbe=
dingt
nachgewieſen, daß ein Schimpanſe Intelligenz hat. Das
aſſoziative Gedächtnis, das ein mechaniſches Prinzip iſt, iſt
gegenüber dem Inſtinkt ſinnlos. Die Natur aber ſchafft nichts
Sinnloſes, ohne dafür zum mindeſten ein anderes zu ſetzen. Das
Bedeutſamſte alſo iſt dies: Inſtinkt tritt nur in den
Dienſt der Art, während Intelligenz und aſſo=
ziatives
Gedächtnis in den Dienſt des Indivi=
duums
treten.
Die Inſtinkte gehen in der höheren Tierwelt und viel mehr
noch im Menſchen zurück. Einzuſchalten iſt hier, daß die
Arbeit der Hirne nicht Aſſoziation, ſondern ſchöpferiſche Diſſo=
ziation
iſt. Selbſtredend iſt das aſſoziale Gedächtnis und auch die
Intelligenz anders beim Kinde wie im Alter. Der Trieb verblaßt,
und das mechaniſche Prinzip ſetzt ſich im Alter immer mehr
durch. Der Menſch glaubt urſprünglich, alles zu können, erſt
im Alter lernt er, daß das nicht iſt, daß er Wunſch vom Willen
zu ſcheiden hat. Jede Entwicklung iſt Ernüchterung, das Alter
iſt ein nüchterner Traum. Dieſen Weg iſt auch die Menſchheit
gegangen. Das Altertum wußte nichts vom Tod. Lebende und
tote Dinge waren ihm gleich. Erſt das 16. Jahrhundert hat den
Tod entdeckt‟. Dieſe ernüchternde Entwicklung geht weiter.
Es iſt falſch, zu behaupten, daß Diere keine Intelligenz
haben. Ich halte es für unbedingt erwieſen, daß dem Tiere be=
reits
Intelligenz zukommt. Wenn aber Tiere intelligent ſind,
wie iſt dann das Verhältnis zum Menſchen? Selbſtverſtändlich
hat der Menſch größere Intelligenz. Was den Menſchen aber
zum Menſchen macht, hat mit dieſer Intelligenz nicht
das mindeſte zu tun. Das iſt der Geiſt. Hier geſetzt
ſtatt Vernunft‟ Das Tier hat nicht Reue, Ehrfurcht, Tra=
dition
. Erinnerung hat nur der Menſch. Was aber iſt Geiſt?
Ein Weſen, das Geiſt hat, iſt ein ſolches, das ſich vom Leben,
von allem, was Lebensdruck iſt, zu befreien ſtrebt. Iſt ein Weſen,
das weltoffen, nicht mehr umweltgebunden iſt. Weltoffen=

Sind Hämorrhoiden
heilbar?

Ja und nein! Wenn ein Hämorrhoidenkranker dieſe=
lich
ernſte Leiden vernachläſſigt, wird es ihm immer g
Sual bereiten. Die anfangs unbedeutenden Knoten am
wachſen; ſie wandern in den Darm hinein und platzen
lich auf. Dann beſteht die Gefahr, daß Blutgerinſel in die
bahnen kommen und dort zu ſehr gefährlichen Verſtohi
führen. Es kommt hinzu, daß die Schmerzen, das Brenn
da8 Jucken der erkrankten Teile immer unerträglicher

heit geht von der Sache zur Sache. Ein weltoffenes Weſen
kann nie ruhen, es muß die Welt zu erkennen ſuchen. Das Tier
geht vom Verhalten zum Gegenſtand zum Verhalten zum
Gegenſtand zurück, iſt alſo umweltgebunden. Es hat nur
Widerſtände, der Menſch hat Gegenſtände. Er iſt
ſelbſtbewußt‟. Das Tier kann nicht identifizieren. Das Zweite
im Geiſt iſt die Fähigkeit, Weſen und Daſein zu ſchei=
den
. Der Menſch vermag Ideen zu faſſen, die mit der Wirk=
lichkeit
nichts zu tun haben. Der Menſch verfügt im Gegenſatz
zum Tier über einen ungeheuren Trieb=Ueberſchuß und damit
Phantaſie=Ueberſchuß. Das Tier ſagt zu ſeinen Trieben immer
ja, der Menſch immer nein. Der Menſch ſchaltet nach Alsberg
ſeine Organe aus, er ſchafft ſich Werkzeuge. Er ſchaltet ſeine
Sinne aus durch die Sprache. Dieſe negative Theorie halte ich
für falſch. Wir müſſen uns fragen, warum dieſe Ausſchaltung
erfolgt. Wir können daraus nicht die Entſtehung des Geiſtes
herleiten. Trotzdem hat die negative Theorie eine ungeheuere
Bedeutung im Gegenſatz zu der klaſſiſchen Theorie, nach der dem
Geiſt auch Macht zukommt. Spinoza lehrte, daß Vernunft nichts
über die Leidenſchaften vermag, es ſei denn, daß ſie ſelbſt zur
Leidenſchaft wird. Der Geiſt hat keinerlei Eigenenergie. Geiſt
und Leben iſt ein ontologiſcher, ein metaphyſiſcher Unterſchied.
Das Göttliche wohnt im Menſchen. Der Menſch iſt das Weſen,
in dem die Gottheit ſich ſelbſt verwirklicht, er iſt der Ort der
Selbſtverwirklichung Gottes, in dem das Leben
ſich vergeiſtigt und in dem der machtloſe Geiſt
Leben und Kraft gewinnt.
Nachmittags ſprach Graf Hermann Keyſerling. Sein
Thema war überſchrieben
Der erdbeherrſchende Geiſt.
Ausgehend von dem heutigen Vormittagsvortrage, dem der Red=
ner
eine Spannweite zuſprach, wie man ſie überhaupt noch nicht
erlebt habe, die eine ganz phantaſtiſche Leiſtung darſtellt, behan=
delte
Graf Keyſerling ſein Thema mit der Zugrundelegung der
Feſtſtellung, daß man alle Dinge nur von einer Seite aus be=
trachten
könne. Er führte dann etwa aus:
In unſerer Vorſtellung leben die Dinge von einer Fülle von
Mythen. Mythen aber, die immer wiederkehren, werden irgend=
wie
zu Tatſachen, oder doch ſie gründen auf Tatſachen. So kann
man die Sonderſtellung des Menſchen natürlich auch von einer
anderen Seite aus betrachten. Ich ſelbſt will, meiner Einſtellung
entſprechend, das vom Mythologiſchen aus tun. Irgend etwas in
der tiefſten Seele entſpricht immer einem Mythos. So lebt in
uns untötbar der Mythos vom Sündenfall. Die urſprüngliche
Einheit des Lebensprozeſſes wird irgendwie einmal aufgelöſt,
der Menſch auf ſich geſtellt, aus ſeiner Umwelt herausgeriſſen.
Der Sündenfall des alten Teſtaments bedeutet letztlich nichts
anderes. Es iſt der Eintritt in die Weltoffenheit. Sünde iſt ein
Fall inſoweit, als er Ausdruck der Trägheit iſt. Sünde, die Auf=
ſtieg
ſein kann, kann auch das Gegenteil. Sie iſt auf jeden Fall
die Sprengung des Gleichgewichts. Immer und in alle Ewig=
keit
ſtehen wir zwiſchen einem Ja und einem Netn. Vom
Standpunkt des Ja iſt das Nein immer Sünde. Das Heraus=
treten
aus dieſem Zuſammenhang iſt Freiheit. Damit kommt
man dazu, daß die Sonderſtellung des Menſchen die Möglichkeit
der Initiatide iſt.
Was iſt es nun mit dieſem Element der Initiative, das den
Menſchen herabziehen und erheben kann? Wie zur Betrachtung
eines expreſſioniſtiſchen Bildes eine gewiſſe Zeit und beſtimmte
Entfernung nötig iſt, wenn anders es ſich nicht in Farbflecken
auflöſen ſoll, iſt es nötig, alles, was in dieſen Vorträgen geſagt
iſt, von einer beſtimmten Perſpektive aus zu hören und zu be=
trachten
. So iſt die Perſpektive dieſer Tagung Menſch und
Erde‟. Das Element der Initiative iſt alſo unter keinen Um=
ſtänden
ein Element des Gegebenen, es kann nicht irdiſch verſtan=
den
werden, es iſt nur geiſtig. Wir müſſen dabei von Koordi=
naten
ausgehen, die nicht jüngſter Erkenntnis ſind, die zurück=
liegen
in eine Zeit, da der Zuſammenhang zwiſchen Menſch und
Erde, mit dem Kosmos noch ſtärker, noch nicht zerriſſen war.
Etwa von den Griechen aus. Der Tatbeſtand wird verändert
von einem, der jenſeits liegt (Lotos). Die zweite Koordinate
iſt das Prinzip des Ethos. Das iſt dynamiſch und ſtatiſch zu ver=
ſtehen
. Lotos und Ethos ſo verſtanden, ſind die erſten Attribute
aus denen Freiheit entſteht. Es iſt durchaus richtig, was heute
vormittag geſagt wurde, daß Geiſt an ſich und für ſich machtlos iſt,
erſt in Verbindung mit Irdiſchem wird er mächtig.
In meiner Sprache geſagt, iſt Leben Sinn. Sinnvoll kann
rational und irrational, kann ſelbſtredend auch das Schlechte ſein.
Das Geiſtige wird erſt wirkſam durch das Leben. Ein Geiſt, der
nicht irgendwie lebendig wird, iſt natürlich machtlos. Wenn wir
auf dieſe Weiſe die Urwirklichkeit des Geiſtes beſtimmen wollen,
gelangen wir zum Prinzip des Schöpferiſchen, des Zeugenden
und Empfangenden, wie es im Chineſiſchen lebt. Der Natur=
begriff
des Schöpferiſchen iſt identiſch mit dem Urbegriff der
Natur, die keinesfalls das iſt, was die moderne Naturwiſſenſchaft
daraus gemacht hat. Selbſtverſtändlich iſt nicht alles Natürliche
lebendig. Die Tatſachen des Lebendigen und des Nichtlebendigen
ſtehen feſt. Wenn wir aber von Natur ſprechen, müſſen wir von
Lebendigem und Totem ſprechen. So iſt die Geſchichte der Erde
tatſächlich ein kontinuierlicher Schöpfungsvorgang. Ein Ausdruck
von etwas Sinnvollem, das ich als einen Grad höher verſtanden
wiſſen möchte als Vernunft.
Der Mythos der ganzen Menſchheit geht von Zauberern
aus. Das iſt das Natürliche. Es bedarf zu den wichtigſten Vor=
gängen
auch im Schöpferiſchen oft nur eines ſehr geringen An=
ſtoßes
. Wenn wir nun auch heute weniger zaubern können als
früher (in dieſer geoßen Verſammlung können, es außer Graf
Hardenberg höchſtens noch drei Perſonen), ſo iſt darin doch kein
Fall bedingt. Wir können dafür eine Menge andere Dinge, die
die Zauberer nicht können.
Der einzige primäre Ausdruck des Geiſtigen als Unterſchied
vom Natürlichen iſt die Sprache. Die Wortſchöpfer ſind zu
allen Zeiten die eigentlich Schöpferiſchen geweſen. Sie waren es,
die alles gemacht haben. Das iſt natürlich. Man kann das
größte Erlebnis haben, wenn man es nicht durch die Sprache
mitteilen kann, bleibt es unerlebt. Die Scheidung zwiſchen Natur
und Geiſt iſt durch die Sprache bedingt. Das Religionsproblem
brachte naturnotwendig die völlige Scheidung von der Natur.

und den Kranken körperlich und ſeeliſch zugrunde richten.
Schließlich bleibt dem verzweifelten Patienten nur noch übrig,
ſich auf dem Wege der Operation unſichere Heilung zu verſchaffen.
Muß das ſein? In den meiſten Fällen: Nein! Denn
Hämorrhoiden, reihtzeitig als ſolche erkannt und ſachgemäß be=
handelt
, können mit großer Ausſicht auf Erfolg auch ohne Ope=
ration
beſeitigt werden. Neben peinlicher Sauberkeit muß eine
geeignete Salbe zur Anwendung kommen, die die Knoten zur
Schrumpfung bringt, die Schmerzen lindert, die Entzündungen
beſeitigt. Die bewährte Humidon=Salbe verbindet alle dieſe
Eigenſchaften in hervorragendem Maße. Schon nach ganz kurzer
Anwendung läßt das Jucken und Brennen nach. Damit iſt ſchon
viel gewonnen, denn fällt der Juckreiz fort, ſo verringert ſich auch
die Gefahr weitergetragener Infektionen. Nun erſt kann der
Heilungsprozeß beginnen. Die Humidon=Salbe wird ſeit Jahren

Dabei führt das Eihiſche immer zum Böſen, nicht zum Guten.
Daher die Feindſchaft aller großen Geiſter (Chriſtus) gegen die
Gerechten. Das geiſtige Leben behauptet ſich vor allem durch An=
gepaßtheit
und Anpaſſungsmöglichkeit. Der Geiſt kann das
Fatum zwar nicht ausſchalten, beſeitigen, aber er kann es um=
leiten
,, kann aus einem Fatum ein anderes geſtalten (Medizin!).
Immerhin liegt hierin eine Beherrſchung. Und ſo kommt der
Geiſt zu ſeiner Erdbeherrſchung nicht von ſich aus, nicht allein
durch ſein Vorhandenſein, aber über das Leben, wenn er durch
das natürliche Leben zur Macht gelangt iſt, die er allein nicht
hat, die er durch die magiſche Kraft des geſprochenen Wortes
M. St.
erlangt.

Der Vogelfchutzverein für Heſſen=Darmſtadt ruft ſeine Mitglieder
zur diesjährigen Hauptverſammlung für Samstag, 7. Mai,
nachmittags 2 Uhr, nach der Landskrone zu Oppenheim am Rhein. Von
der Erkenntnis getragen, daß praktiſcher Vogelſchutz nicht nur aus Lieb=
haberei
, ſondern aus rein wirtſchaftlichen Erwägungen eine unbedingte
Notwendigkeit für unſere Land= und Forſtwirtſchaft, ſowie für unſeren
Obſt= und Weinbau iſt, haben es Freunde der Vogelwelt verſtanden, die
Mitgliederzahl des Vereins wieder weit über den Friedensſtand zu brin=
gen
, ſodaß heute der praktiſche Vogelſchutz im Heſſenland von weit mehr
denn 300 Mitgliedern gefördert wird. Auch für die diesjährige Haupt=
verſammlung
hat der Vorſtand des Vereins keine Mühe geſcheut, einen
prominenten Vertreter für einen öffentlichen Vortrag über
praktiſchen Vogelſchutz zu gewinnen. Nachmittags 3 Uhr wird in dem
Verſammlungslokal der von der baheriſchen Staatsregierung als Sach=
verſtändiger
füir Vogelſchutz in ganz Bayern beſtellte Forſtmeiſter Haenel.
von Bamberg über das Thema Praktiſcher Vogelſchutz in Weinbau=
gebieten
ſprechen. Im Intereſſe des Vogelſchutzes, der Allgemeingut
unſeres Volkes werden muß, wird keinerlei Eintrittsgeld erhoben. Da
Rheinheſſen zu den beſten Weinbaugebieten Deutſchlands gehört, ſteht
zu erwarten, daß dem Vortrag ſowohl von ſeiten der weinbautreibenden
Bevölkerung wie von den Obſtzüchtern beſonderes Intereſſe entgegen=
gebracht
wird. Möge der Verſammlung, zu der Beſucher aus allem Tei=
len
des Heſſenlandes zu erwarten ſtehen, ein voller Erfolg beſchieden
ſein.
Heißes Waſſer überall iſt eine Forderung ſowohl der neuzeit=
lichen
Wohnungspflege wie auch der Körperkultur. In jeder Wohnung,
in jedem Haushalt, iſt vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend
dauernd Bedarf an heißem Waſſer, das ſeither und in früheren Zeiten
nur durch umſtändliche und lange Vorbereitungen gewonnen werden
konnte. Damit jedoch hat das Gas, das ſich ja überhaupt in den letzten
Jahren zu einem unentbehrlichen Freund und Helfer in jeder Wohnung
und in jedem Haushalt entwickelt hat, gründlich aufgeräumt und gibt
uns heute die Möglichkeit, zu jeder Tages= und Nachtzeit an jeder belie=
bigen
Stelle der Wohnung heißes Waſſer zu entnehmen und zu den ver=
ſchiedenartigſten
Zwecken, wie zur Reinigung, zur Bereitung heißer
Getränke, zum Waſchen, zum Baden uſw., zu entnehmen. Dieſe ſtete
Betriebsbereitſchaft, die ſelbſtverſtändlich außerordentliche Annehmlich=
keiten
mit ſich bringt, koſtet an und füir ſich keinen Pfennig, denn nur,
ſo lange heißes Waſſer entnommen wird, findet ein Gasverbrauch in
den Apparaten ſtatt. Ueber dieſe Einrichtungen und Apparate, insbe=
ſondere
auch über neuzeitliche gasbeheizte Badeöfen findet am Montag
und Dienstag nächſter Woche, abends 8 Uhr, im großen Saal des Reſtau=
rants
Bürgerhof (Eliſabethenſtraße 2) ein Vortrag mit Licht=
bildern
bei freiem Eintritt ſtatt. Alle Einwohner werden auf dieſen
Vortrag hierwit beſonders hingewieſen und zum Beſuch eingeladen. In
dem Vortrag werden eingehende Erläuterungen über die neuzeitlichen
Heißwaſſerapparate und Badeöfen gegeben; auch werden die Apparate in
Betrieb vorgeführt. Angeſichts der Bedeutung dieſer Heißwaſſerappa=
rate
für die moderne Wohnungskultur und die Geſundheitspflege und
Körperkultur iſt dieſen Vorträgen ſtärkſter Beſuch zu wünſchen.
Wohnungszählung. Wir machen nochmals darauf aufmerkſam,
daß die Stadtverwaltung Darmſtadt zwecks raſcher und zielſicherer
Durchführung der am 16. Mai Ifd. Js. ſtattfindenden Wohnungszählung
einer großen Anzahl von Zählern (über 300) bedarf. Aufgabe dieſer
Zähler iſt es, die Zählungsformulare an einem beſtimmten Tage in die
Häuſer zu verteilen und ſie dann ſpäter unter Kontrolle der ordnungs=
mäßigen
Ausfüllung wieder einzuſammeln. Nötigenfalls hätten die
Zähler auch Unkundige bei der Ausfüllung der Formulare zu unter=
ſtüitzen
. Es würde der Abwicklung des Zählgeſchäfts ſehr förderlich
ſein und mit Dank angenommen, wenn ſich hieſige ſtadt=
kundige
und ſchreibgewandte Einwohner freiwil=
lig
als Zähler zur unentgeltlichen Vornahme des Zähl=
geſchäfts
zur Verfügung ſtellen würden. Diesbezügliche Meldungen ſind
ſchriftlich oder mündlich, unter genauer Angabe der Anſchrift der Hilfs=
bereiten
, an das Statiſtiſche Bureau im Stadthaus
(Zimmer Nr. 69) zu richten.
CAusflugſonderzug nach Miltenberg und Amorbach. Wer den
erſten Tag des Wonnemonats, den nächſten Sonntag, ſchön und ange=
nehm
verleben will, der benutze den Sonderzug der Reichsbahndirektion
Mainz, der ihn nach den landſchaftlich reizvoll gleegenen Städtchen
Miltenberg und Amorbach bringen wird. Der Naturfveund kann ſchon
in Klein=Heubach ausſteigen, in einer ſehr bequemen halben Stunde
den Schloßpark durchwandern, um nach Miltenberg zu kommen. Oder,
wer einen weiten Marſch zu machen geneigt iſt, geht hinunter zur
Mainfähre, ſetzt nach Groß=Heubach üüber und ſteigt auf faſt 300 Stufen
hinauf zum Kloſter Engelberg, wo der Bruder Pförtner gern bereit
ſein wird, in der Gaſtſtube einen friſchen Trunk aus der Kloſterbrauerei
zu kredenzen. Ein ſchöner Waldweg führt zurück über die Mainbrücke
nach Miltenberg. Nachmittags 2.45 Uhr erfolgt die gemeinſame Weiter=
fahrt
nach dem an landſchaftlichen Schönheiten ſo reichen Amorbach.
Eine Farbenwoche veranſtalten vom 25. April bis 14. Mai die
im Deutſchen Drogiſtenverband zuſammengeſchloſſenen Fachdrogiſten als
berufene Farbenhändler. Wird das Selbſtſtreichen von Fußböden, von
Küchenmöbeln, Blumenkäſten, Garten= und Verandamöbeln auch ſchon
von vielen geübt, ſo glauben doch manche, daß das zu ſchwer ſei und viel
koſte. Beides iſt aber nicht der Fall; für ein paar Mark und nach fach=
männiſcher
Beratung kann man gerade den am meiſten mitgenommenen
Sachen wieder leicht ein neues Anſehen geben. Das iſt aber auch nötig,
um die Gegenſtände nicht vorzeitig verfallen zu laſſen, denn die Farbe
konſerviert. Ferner aber erleichtert ein neuer Anſtrich auch das Reini=
gen
und iſt ſchon aus Gründen der Sauberkeit und Hygiene ab und zu
erforderlich. Deshalb ſehe jeder zu, ob die Farbenwoche nicht auch für
ihn etwas bietet, um ſein Heim zu verſchönern und die Frühlingsſonne
über neu geſtrichene glänzende Flächen gleiten zu laſſen.

Landestheater Großes Haus, K 13 (Bühnenvolksbund
Anfang 71 Uhr, Ende gegen 10 Uhr: Cardillac, Kleine
Haus: Keine Vorſtellung. Orpheum abends 8 Uhr: 2
Garten Eden Konzerte: Schloß=Café; Café Rheingold
Perkeo; Taunusburg. Ortsgewerbeverein und Hand
werkervereinigung, im Städt. Saalbau, nachmittags 5 Uhr
Ueberreichung der Geſellenbriefe. Kinovorſtellungen
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.

Gottesdienſt der iſraelitiſ hei Feligior;genein3e.
Hauptſynagoge ( Friedri htrage).
Freitag, den 29 April. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 30. April, Korgengottesdient 8 Uhr 45 Min,
Sabbatausgang 8 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt an den Johentagen: Norgens 7 Uhr 00 Min,
Abends 8 Uhr 35 Min.

Gebetszeiten in der Synagoge der iſrgel. Keligionszeſellſhaft.
Sanstag, den 30. April: Vorabend 7 Uhr 05 Min. Morgens
Uhr. Nachm. 5 Uihr. Sabbatausgang 8 Uhr 35 Min.
Wo hengottesdienſt: Norgen3 6 Uhr. Abends 7 Uhr 30 Min.
Maariw mit Nacht
Montag und Dienstag, den 2. und 3. Mai: Rauſch Chaudeſch
Jjor.

auch in verzweifelten Fällen gebraucht, und unzählige Kranke
bezeugen, daß ſie faſt Wunderdienſte geleiſtet hat.
Aber die Humidon=Kur iſt keine Wunderkur, ſondern das
Reſultat einer wiſſenſchaftlich wohldurchdachten Arbeit. In die=
ſer
Salbe ſind alle Stoffe vereint, die dieſe tückiſche Krankheit
erfolgreich zu bekämpfen geeignet ſind. Die Humidon= Geſell=
ſchaft
will überzeugen und nicht überreden. Sie ſchickt deshalb
jedem umſonſt eine ausreichende Probe Humidon nebſt ärzt=
licher
Aufklärungsſchrift über Hämorrhoidenleiden. Dieſen
koſtenloſen Verſuch iſt jeder ſeiner Geſundheit ſchuldig, und die
Humidon=Geſellſchaft iſt überzeugt davon, daß jeder Verſuch ein
voller Erfolg wird. Alſo ſchreiben Sie ſofor, ehe Sie es
vergeſfen, nach Prohe und Broſchure an die Humidon=Geſell=
(TN 6963
ſchaft m. b. H., Berlin W. 6. Blcck 233.
Verfand erfolgt durch Apothefe Zum weißen Kreuz.

[ ][  ][ ]

Nummer 118

Freitag, den 29 April 1927

Billiger

Seite

Mite.
Mechtiete

3 Kochlöffel
Aborn, verschiedene Größen
0.25
5 Kochlöffel
Aborn, verschiedene Größen .
058
2 Schneidbretter, 1 Ouirl/
zus
0.50
2 Kochlöffel . . . . . . .
1 Servierbrett
mit Wachstuch-Einlage .
0.95
6 Stück Kleider-Bügel
zusammen . .
9.40
1 Wellholz, 1 Kartoffel-
stößer
, 1 Fleischklopfer zus.
0.95
alles Ahorn . . . .

Kommen / Se 1 Waschkorb
oral, 55 cm . 1.45 1 Leinen-Wickler
mit 60 Klammern 0.98 1 Wäscheleine
geklöppelt . . 0.65 1 Plätteisen 1a5, 1.20 1 Waschbrett
mit Zinkeinlage . . . . . 135, 0.90 1 Einkaufs-Netz
mit Etui .." ar5 0.50 1 Einkaufs-Beutel
Ledertuch . 145, 0.95 1 Paar EFbestecke
Holzgriffe . .. a8, 0.50

Holz-Kaffeemühle
Ia Werk.

1 Wand-Kaffeemühle
Steingutbehälter
1 Reibmaschine
solides Fabrikat .
1 Küchen-Wage
mit Regnlier-Schraube
1 Fleisch-Hackmaschine

Alexanderwerk . . .

2.25
2.95
1.95
2.75
4.50

1 IsollerHasche
mit Garantie .
125, 0.95
1 Brotkasten
viereckig, ff. lackiert
1 Hafee- oder Zucker-Doge
9.48
Jackiert

2.95

Blumen-GieVkanne
grün lackiert . . . . .
Gießkanne
10 Liter Inhalt.
Löffelblech
lackiert.
Sprinzform
Weißblech .
Beh-Rückenform
26 cm

0.75,

Untvergal-Sieb
mit 3 Böden..

9.45
0 65

1 Wäschetrockner
1 Kinder-Stuhl
mit Lehne . . .

Unser Messe-Verkauf bielet jedem Vorteile!
Lesen Sie unsere Angebote aufmerksam durch

3 Haar-Netze, doppelt ..
3 Stck. Lilienmilch-Seife
2 Stck. Lnvend.-Seife, groß
1 Cell.-Stelkspiegel, groß .
1 Fl. Eau de Cologne ..
1 Fl. Lavendelwagser . .
1 Fl. Birkenhaarwasser.
1 Rasier-Garnitur . . . .

[ ][  ][ ]

Seite 8

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

Starkenburg.
* Wixhauſen, 28. April. Turnhallenbau. Der hieſige Turn=
berein
hat mit dem Bau einer eigenen Turnhalle auf ſeinem in nächſter
Nähe des Bahnhofes gelegenen Turnplatzgelände begonnen.
* Pfungſtadt, 28. April. Ortsviehkaſſe. Die diesjährige
Generalverſammlung der Ortsviehkaſſe Pfungſtadt findet am Sonntag,
den 8. Mai, im Rheiniſchen Hof ſtatt. Unter anderem ſteht Ergän=
zungswahl
des Vorſtandes auf der Tagesordnung.
* Pfungſtadt, 28. April. Der erſte Schulgang. Am Beginn
des neuen Schuljahres wurden hier 77 Mädchen und 72 Knaben in die
Volfsſchule aufgenommen. Geſperrter Bahnübergang.
Der Bahnübergang am Malcherweg iſt nach einer Mitkeilung der Bahn=
meiſterei
72 am Freitag dieſer Woche ſiir jeglichen Fuhrwerksverkehr
geſperrt.
* Hahn bei Pfungſtadt, 28. April. Snalweihe. Der neuher=
geſtellte
Saal des Gaſthauſes Zum Schützenhof (Raab) wird am Sonn=
tag
eingeweiht werden.
* Hahn bei Pfungſtadt, 28. April. Arbeitsmarkt. Die Zahl
der Arbeitsloſen iſt auf 32 heruntergegangen. Ein Antrag, den
Sportplatz, eine frühere Wieſe, wieder ſeiner früheren Beſtimmung
zuzuführen, iſt vom Gemeinderat abſchlägig beſchieden worden.
g. Groß=Bieberau, 27. April. Der Gemeinderat läßt nach einem
ſchon früher gefaßten Beſchluß ein größeres Wohnhaus errichten, das
für vier Familien ausreichen ſoll. Mit dem Bau wird ſchon begonnen.
Der letzte Ferkelmarkt hatte ſehr unfer der ungünſrigen Witterung
zu leiden. Auch waren die Preiſe für die Ferkel etwas hoch, ſo daß
manche Käufer ihren Bedarf nicht decken konnten. Nüchſter Markt iſt
ſchon wieder nächſten Montag, 2. Mai.
Groß=Umſtadt, 28. April. Verein für das Deutſchtum
im Auslande (V.D.A.) Gelegentlich der Werbewoche des V. D.A.
plant die hieſige Ortsgruppee. am 21. Mai einen Verkaufsabend mit
Darbietungen der Schulgruppe und am Sonntag, den 22. Mai, nach=
mittags
, ein Volksfeſt auf dem Haiurich, deſſen Höhepunkt ein Ballon=
weitfliegen
bilden ſoll. Daneben finden Darbietungen ſtatt zur Unter=
haltung
und Beluſtigung für Jung und Alt.
* Sandbach, 27. April. Antrag auf Errichtung einer
weiteren Schulklaſſe: Da mit dem Beginn des neuen Schul=
jahres
eine Ueberfüllung der 2. Schulklaſſe eingetreten iſt, beantragte
der Schulvorſtand die ſofortige Errichtung einer 3. Schulklaſſe. Zur=
zeit
zählt die 2. Schulklaſſe 66 Schüler, während einem Lehrer höch=
ſtens
60 Schüler unter beſonderen Umſtänden zugewieſen werden
können. Für die folgenden Jahre würde die 2. Klaſſe der Reihe nach
81, 89, 20, 81, 73 Schüler zählen. Die 1. Klaſſe zählt gegenwärtig 38
Schüiler, in den folgenden Jahren 37, 38 (Kriegsjahrgänge!, 48, 66,
81 Schüler. Die notwendigen Vorausfetzungen zur Errichtung einer
3. Sculklaſſe ſind erfüllt, da ein Saal ſowie ſämtliches notwendige
Inventar vorhanden ſind.
* König, 27. April. Der heutige Tag war ein Feiertag für unſere
Gemeinde. Auf feſtlich bekränztem Wagen wurde unſere neue Glocke
heimgeholt. Gerade vor zehn Jahren war die Vorgängerin ein Opfer
des Krieges geworden. Unter Vorantritt des Poſaunenchors, in Beglei=
tung
bes Kirchenvorſtandes, des Gemeinderates, des Schulvorſtandes, und
des Gemeinderates von Fürſtengrund, ſowie der Schulkinder mit der ge=
famten
Lehrerſchaft, den kirchlichen Vereinen und vielen Gemeinde=
gliedern
bewegte ſich der Zug durch den Ort nach dem Hof der Kirche,
Die beiden alten Glocken begrüßten, jede zuerſt einzeln, dann zuſammen,
die neue Schweſter. Pfarrer Berger hielt eine Begrüßungsanſprache.
Lebendig erſtand vor den Zuhörern der Trauertag, als die alte Glocke
in den Krieg zog. Deſto freudiger bewillkommt die Gemeinde die neue
Glocke als Sinnbild des neuen Aufbaues. Auch als Denkmal des Ge=
meinſinns
aller will die neue Glocke verſtanden werden. Alle haben ſie
ſchaffen helfen, allen ſoll ſie dienen. Geſchlechter wird auch ſie kommen
gund gehen ſehen. Ueber allem Vergänglichen ſoll ſie verkünden die Ehre
des Gwigen. Das ſei ihr Dienſt: Ehre ſei Gott in der Höhe und Frie=
den
auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen, Bürgermeiſter Hof=
ferbert
ſprach dann im Namen der Gemeinde. Mehr wie eine neue
Straße, mehr wie ein neues Haus, iſt eine neue Glocke von Bedeutung
für eine Gemeinde. Unſer aller Leben von der Wiege bis zur Bahre iſt
mit ihr verbunden. Möge ſie durch Jahrhunderte hindurch ſchauen auf
ein glückliches, frommes Geſchlecht und ihnen den Frieden künden. Ge=
meinſamer
Geſang, Kinder= und Poſaunenchor umrahmten die ergrei=
fende
Feier. Am kommenden Sonntag wird die feierliche Weihe der
Glocke ſtattfinden. Die Glocke ſtammt aus der Gießerei Rincker in Sinn
und trägt die Inſchrift: Gottes Wort bleibet in Ewvigkeit. Aus An=
laß
der Glockenweihe ladet unſer Kirchengeſangverein noch zu einer be=
ſonderen
Feierſtunde ein. Am Vorabend der Weihe, Samstag, den
30. April, wird er das Chorwerk mit Orcheſter, die Glocke von Rom=
berg
, eine Vertonung von Schillers Lied von der Glocke in unſerer
Kirche zur Auffährung bringen. Der eifrige Dirigent, Herr Lehrer Hehl,
hat keine Mühe geſcheut, ein vollendetes Werk zu ſchaffen. Ein gut be=
ſetztes
Orcheſter von 19 Inſtrumenten wird die Begleitung übernehmen.
Außerdem wirken bekannte Soliſten mit. Es iſt zu hoffen, daß dieſe
ſeltene Darbietung die gebührende Beachtung in der Gemeinde und der
Umgebung findet. Eintrittskarten zu einer Mark ſind beim Pfarramt
zu haben.
* Gaimühle, 28 April. Die elektriſche Beleuch tung
des Bahnhofs iſt fertiggeſtellt und in Betrieb genommen. Wer mit
den Abendzügen ankomut oder abfährt, iſt angenehm überraſcht über die
praktiſche Verteilung der Brennſtellen. Die Arbeit wurde von der
Firma M. Remmler in Buchen ausgeſührt. Das neue Fremden=
heim
am Waldkatzenbacher Weg iſt im Rohbau fertig und ſoll zu
Pfingſten dem Betrieb übergeben werden.
Hirſchhorn, 28. April. Waſſerſtand des Neckars. Am
27. April: 1,66 Meter; am 28. April:: 1,58 Meter.
* Birkenau, 27. April. Verbot. Heute wurde durch die Orts=
ſchelle
bekannt gemacht, daß das Holzleſen im Gemeindewald in der
Zeit vom 1. Mai bis Ende Juni verboten iſt. Verbeſſerung
der Gleisanlage. Die Verbeſſerung der Gleisanlage umd Ver=
längerung
der Bahnſteige auf dem hieſigen Bahnhof ſoll nächſtens vor=
genommen
werden. Plan und Beſchreibung liegen auf der hieſigen
Bürgermeiſterei zur Einſicht offen und ſind Einwendungen gegen das
Vorhaben bei dem Kreisamt Heppenheim zu erheben.
* Von der Bergſtraße, 27. April. Schwerer Unfall. Auf
der Landſtraße von Weinheim gegen Mannheim fuhr geſtern eine 15
Jahre alte Radfahrerin in ein von Weinheim kommendes Auto. Das
Auto ging über das Nad weg und verletzte das Mädchen ſchwer. Der
Chauffeur erlitt einen Knöchelbruch. Beide wurden in das Kranken=
haus
nach Mannheim übergeführt. Das Auto ſelbſt wurde gegen einen
Baum geſchleudert und ſo ſchwer beſchädigt, daß es abgeſchleppt wer=
den
mußte. Die gerichtliche Unterſuchung iſt eingeleitet, um die Schuld=
frage
des Unfalls feſtzuſtellen.
* Bensheim, 28. April. Winzerverſammlung. Sonntag,
1. Mai, nachm. 3 Uhr, findet im Bahnhofhotel eine Verſammlung der
Mitglieder der Winzervereinigung Bergſtraße ſtatt. Vorträge halten
Landwirtſchaftsrat Rodrian=Oppenheim über neues Verfahren bei Neu=
anlage
von Weinbergen, und Weinbauinſpektor Scheu über Weinbau
und die Schädlingsbekämpfung. Man erwartet zahlreichen Beſuch.
Sterbefall. Der bekannte Zigarrenfabrikant Ernſt Carſtanjen iſt
in ſeiner hieſigen Villa im Alter von 71 Jahren geſtorben. Die Ein=
äſcherung
findet in Darmſtadt ſtatt.
* Heppenheim a. d. B., 28. April. Volksſchule. Bei der Auf
nahme der Schulneulinge am vergangenen Montag wurden in der
Volksſchule 76 Knaben und 66 Mädchen aufgenommen, was im Vergleich
zum vergangenen Jahre einen kleinen Rückgang zeigt. Ver ſchö=
nerungsverein
Heppenheim. Am kommenden Mittwoch
findet abends 8,30 Uhr im Hotel Halber Mond die diesjährige Haupt=
verſammlung
des Verkehrs= und Verſchönerungsvereins Hebpenheim
ſtatt. Auf der TageSordnung ſtehen Jahresbericht, Kaſſenbericht, Vor=
ſtandswahl
und verſchiedenes andere. Ruheſtand. Mitte April
1977 wurde die ſeitherige Lehrerin an der Volksſchule zu Heppenheim,
Fräulein Eliſabeth Gieß, auf ihr Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt.
Rege Bautätigkeit. Hier herrſcht ſchon ſeit dem vergangenen
Jahre eine anßergewöhnlich große Bautätigkeit, welche ſich ſeit dem
Frühjahr 1927 von Tag zu Tag ſteigert und wohl von keiner gleich
großen Stadt übertroffen wird. Ganz neue Stadtviertel ſind in dieſer

kurzen Zeit entſtanden, ſowie verſchiedene neue Straßen, andere ſind
jetzt noch im Werden begriffen. Eine Anzahl von Bauunternehmern ſind
ſo mit Arbeit überhäuft, daß ſie in dieſem Jahre keine Arbeit mehr
annehmen können. Wenn die rege Bautätigkeit noch ein Jahr ſo an=
hält
, wird in unſerer Stadt keine Wohnungsnot mehr herrſchen. Sehr
gefördert wird die Bautätigkeit durch die Deutſche Bau= und Siedlungs=
genoſſenſchaft
, welche hier ſchon eine große Anzahl von Baudarlehen
vergeben hat. Auch unſere Stadtverwaltung greift kräftig zu, geht mit
gutem Beiſpiel voran und ſchreckt vor der Löſung großer Projekte nicht
zurück, was gewiß nicht zum Schaden der Stadt geſchieht.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 27. April. Wahl der Kreis=
tagsmitglieder
. Da zwei Kreistagsmitglieder verſtorben bzw.
derzogen ſind, haben an deren Stelle die Herren Joh. Oehlſchläger in
Waldmichelbach und Landwirt Michael Jochim in Reiſen zu treten.
* Viernheim, 27. April. Schweres Autounglück. Der
Kaufmann Max Kleinſchmitt aus Schwetzingen wollte aus dem benach=
barten
Walldorf mit dem Auto nach Hauſe fahren. Da platzte plötz=
lich
der Reifen des Vorderrads; durch den Ruck kam der Wagen ins
Schleudern, ſchlug gegen einen Prellſtein und ſtürzte die Böſchung
hinab. Das Auto wurde total zertrümmert. Bei dem Sturz brah
Kleinſchmitt beide Arme, mehrere Rippen und erlit: noch andere Ver=
letzungen
. Sein Zuſtand iſt recht bedenklich. Er ſoll mit einer Ge=
ſchwindigkeit
von 70 Kilometern gefahren ſein.
Gernsheim, 28. April. Waſſerſtand des Rheins. Am
28. April, vorm. 6 Uhr: 1,87 Meter.
r. Gernsheim, 27. April. Ein Schwerverbrecher feſt=
genommen
. Der hieſigen Gendaumerie gelang es, bei einer

Reinhardt genannt Rubi, der an dem kürzlich verübten Pferde=
diebſtahl
in Mannheim beteiligt geweſen ſein ſoll; außerdem wer=
den
ihm ſchwere Diebſtähle und Betrügereien zur Laſt gelegt. Auch ſoll
er bei einem Angriff auf Polizeibeamte, wobei ein Beamter erſchoſſen
wurde, beteiligt geweſen ſein. Zum Teil hat er ein Geſtändnis
abgelegt.
z. Groß=Gerau, 27. April. Mit beginnender Bauperiode wird
feitens der Behörde darauf hingewieſen, daß bei den Erdarbeiten den
Denkmälern und Reſten aus früheren Zeiten die nötige Beachtung ge=
ſchenkt
und vorkommendenfalls von derartigen Funden der Bürger=
meiſterei
Mitteilung gemacht wird.
r. Aſtheim, 27. April. Unfug. Ein hieſiger Sattlermeiſter hatte
in dem Schwarzbach drei Fiſchreuſen aufgeſtellt. Als er nun eines
Tages nachſah, waren die Reuſen vollſtändig zerſchnitten. Für die Er=
greifung
der Täter iſt eine Belohnung von 50 Mark ausgeſetzf.
r. Rüſſelsheim, N. April. Kinderarbeit. Am Maindamm
machten kleine Kinder ein Floß zuſammen und irieben mit dieſem
hinaus in den Main. Nur mit größter Mühe gelang es Letten, die
auf das Hilferufen aufmerkſam wurden, die in / Lebensgefahr ſchwebende
Geſellſchaft zu retten.
nk. Büttelborn, V7. April. Aus der Gemeinderatsſitzung läßt ſich
folgendes berichten: 1. Von dem Schreiben des Kreisamts vom 22. März
1927 betr. Bekämpfung der Schnakenplage wird Kenntnis genommen. Die
Vertilgung der Schnaken ſoll einmalig mir Saprol erfolgen und wird
jedem Hauseigentümer zur Pflicht gemacht. 2. Auf das Baugeſuch des
Heinrich Rein über Errichtung eines Nebengebäudes und einer Einfrie=
digung
iſt nichts einzuwenden. 3. Von dem Schreiben des Kreisſchul=
amts
vom 9. Februar 1927, betr. Neufeſtſetzung der Miete wird Kennt=
nis
genommen. Das Mietverzeichnis wird der Finanzkommiſſion zur
Prüfung überwieſen. 4. Der Forderung der Gemeinde Groß=Gerau be=
züglich
der ſachlichen Koſten zur Fortbildungsſchule für ortsfremde
Schüler in Höhe von 7 Mk. wird zugeſtimmt. Der Geſamtbetrag in
Höhe don 343 RM. iſt der Gemeinde Groß=Gerau zu erſtatten. 5. An=
ſtelle
des verſtorbenen Gemeinderats Friehl tritt Wulf in die Faſel=
kommiſſion
und Jockel in die Finanzkommiſſion ein. 6. Für die, dem
Lehrer Hebermehl zum Ankauf eines Haufes entliehenen 5000 Mark,
welche dem Betrieb entnommen waren, ſoll ein Schuldſchein aufgenom=
men
werden. 7. Ebenſo iſt für die Geſchäftsanteile bei der Baugenoſſen=
ſchaft
in Höhe von 4500 Mk. ein Schuldſchein aufzunehmen. 8. Die
Fuhrwenkswage ſoll nunmehr geſetzt werden, die Ausführung wird der
Baukommiſſion überwieſen. 9. Der Peter Senßſelder 6. Ww, wird auf
ihr Geſuch ein Darlehn in Höhe von 6000 Mark zur Erbauung eines
Wohnhauſes zu den feſtgeſetzten Bedingungen erteilt. 10. Auf das Ge=
ſuch
des Peter Raiß 10. betr. Anerkennungsgebühr für ſeine Hofeinfahrt
wird beſchloſſen, das in Frage kommende Gelände von der Gemeinde zu
erwerben. 11. Von dem Geſuch des Landbundes Ortsgruppe Büittel=
born
, wird Kenutnis genommen und bis zur nächſten Sitzung vertagt.
12. Die Pacht für das abgehobene Grundſtück auf der Hausſtätt ( Pacht=
inhaber
Adam Neumann) wird auf 10 Mark feſtgeſetzt. 13. Zur Be=
ſchaffung
einer Wellblechbaracke zur Unterbringung von 2 Autos ſollen
Offerten eingeholt werden.
* Walldorf, 28. April. Die Waſſerleitung geht ihrer Vol=
lendung
entgegen. Die Arbeiten am Pumpwerk und Waſſerturm ſind
noch im Gange. Die Waſſerbelieferung ſoll Anfang Mai beginnen.
* Langen, 28. April. Zuſammenſtoß. In der Dieburger
Straße ſtießen zwei Autos zuſammen. Eins von ihnen wurde ſtark
beſchädigt. Perſonen kamen nicht zu Schaden.
* Offenbach, 28. April. In der geſtrigen Monatsverſammlung des
hieſigen Schutzverbandes der Hypothekengläubiger und Sparer machte
der Vorſitzende, Bürgermeiſter Porth, auf zwei recht bemerkenswerte
Tatſachen aufmerkſam. Einmal verzeichnet der Haushaltplan des Reiches
aus Bank= und Münzweſen eine Einnahme von rund 190 Millionen
Reichsmark. Sie iſt zweifellos in der Hauptſache der ſogenannte Münz=
gewinn
, der dadurch entſteht, daß das Reich Silberbarren zu Silber=
münzen
prägen läßt und dadurch den Wert des gemünzten Silbers ver=
vierfacht
, da die heutige Silbermark nur einen Silberwert von 25 Reichs=
pfennig
hat. An Vorzugsdividenden aus Vorzugsaktien der Reichsbahn
erzielt das Reich außerdem einen Gewinn von 51 Millionen Mark. Die
Reichsbahn iſt aber nicht aus dem Vermögen des Reichs, ſondern aus
Mitteln erbaut, die von den Sparern und Gläubigern den Ländern als
Anleihen zur Verfügung geſtellt wurden. Aus beiden Einnahmen, zu=
ſammen
241 Millionen Mark, die die Zinſen der Sparvermögen dar=
ſtellen
, ließe ſich ein guver Teil der Anſprüche befriedigen, die die Sparer
und Gläubiger bezüglich einer höheren Aufwertung an das Reich geltend
machen. Kritiſch beſprochen wurde auch, daß die Gemeinden und Länder
den Verſuch unternehmen, unter Führung des deutſchen und des heſſiſchen
Städtetages den Mindeſtſatz für die Ablöſung der Vorkriegsanleihen
(12,5 v. H.) zum Höchſtſatz zu machen, was gegen die Abſicht des Geſetz=
gebers
und den Sinn des Anleiheablöſungsgeſetzes verſtößt. Man will
dadurch jeden Anreiz zu einer gerechteren Aufwertung durch eine Ge=
meinde
unterbinden, während die Sparkaſſen den einzigen richten Weg
gehen, die Einlagen nach der vorhandenen Maſſe aufzuwerten. So
wertet die Darmſtädter Sparkaſſe mit 2 v. H., die Offenbacher Spar=
kaſſe
vorausſichtlich mit 18 v. H. auf, und die Darmſtädter Volksbank,
die geſetzlich nicht zur Aufwertung verpflichtet iſt, immerhin mit 12,5
v. H. Es war der Verſammlung auch unerklärlich, daß die Provinz
Starkenburg mit 1060 000 Reichsmark Vermögen und 1008000 Vor=
kriegsſchulden
nicht in der Lage ſein ſoll, ihren Gläubigern eine Ab=
findung
von 25 v. H. anzubieten.

Rheinheſſen.

bg. Ober=Ingelheim, 28. April. Die Zahl der Schüler und
Schülerinnen in der hieſigen Realſchule i. E. betrug im Jahre 1926/27
e ganzen 101. Hierunter waren 66 Knaben und 35 Mädchen. 38
Schüler ſtammten aus Ober= und Nieder=Ongelheim, der Reſt aus
anderen Gemeinden der Umgebung. Mit dem Zeugmis der Reife für
Ober=Sekunda wurden 9 Knaben und 5 Mädchen entlaſſen. Neu ein=
getreten
in die Schule ſind 9 Knaben und 8 Mädchen.
bg. Frei=Weinheim, 28. April. In dem Anweſen des Peter Kling
brach um die Mittagszeit Feuer aus, dem die Scheuer mit ſämtlichen
Vorräten zum Opfer fiel.. Die Feuerwehr mußte bei dem ſtarken Wind
und in Anbetracht der ſchlechten Waſſerverhältniſſe ſich darauf be=
ſchränken
, das Vieh zu retten und das Uebergreifen des Feuers auf das
Wohnhaus zu hindern. Dies gelang denn auch.
M. Bingen a. Rh., 27. April. Stenographentagung. Die
23. Bezirtstagung des Bezirkes Mainz im Deutſchen Stenographen=
Bund wird am Samstag und Sonntag (30. April und 1. Mai) in den
Mauern der Stadt Bingen abgehalten, in Verbindung mit der Feier
des 50fährigen Beſtehens des Stenographenvereins Gabelsberger
Bingen.

M. Bingen a. Rh., N. April. Weinverſteigerung. Die
Weingüter Carl Erne Wwe. und Ferd. Allmann, beide zu
Bingen a. Rh., hielten Dienstag eine Verſteigerung von 19B5er und
1921er Weißweinen ab. Das Geſamtausgebot umfaßte 56 Nummern
Weine nur eigenen Wachstums der Verſteigerer. Zurückgezogen wur=
den
6 Halbſtück 1925er und 200 Flaſchen 1921er Weine. Das Weingu
Carl Erne Wwe. erlöſte für 20 Halbſtück 1925er Ockenheimer 770 und
780 M., Binger 770, 780, 830, 860, 890, 930, 940, 970, 980, 1120 M
Kempter 1000, 1050, 1260 M., für 4 Viertelſtück Büdesheimer ( Scharlach=
berg
) 750, 830, 890, 950 M., zuſammen 21 490 M., durchſchnittlich das
Halbſtück 977 M., für die Flaſche 1921er (natur) Binger 2,90 M.
Büdesheimer (Scharlachberg) 5,80 M., zuſ. 400 Fl. 1160 M., durchſchnitt=
lich
4,35 M.; das Weingut Ferdinand Allmann erzielte für 20 Halb=
ſtüick
1325er Binger 810, 880, 90, 80, 1000, 1010, 1070, 1120, 1140 M.
Büdesheimer 950 M., Kempter Berg 1100, 1220 M. für 2 Viertelſtück
Binger 600 M., Büdesheimer (Scharlachberg) 910 M., zuf. 21 140 M.,
durchſchnittlich das Halbſtück 1096 M., die Fl. 1921er (Natur) Büdes=
heimer
(Scharlachberg) 4,30 M., zuſ. 400 Fl. 1720 M. Geſamterlös
der beiden Verſteigerungen rund 46 500 Mark ohne Fäſſer und mit
Flaſchen.
Oberheſſen.
* Bad=Nauheim, 27. April. Unter Leitung von Geheimrat Prof.
Dr. Sommer=Gießen wurde heute der 2. Allgemeine Kongreß
für Pſychotherapie eröffnet. Wie der vorjährige Kongreß in
Baden=Baden, ſo iſt auch die heutige Tagung ſehr ſtark beſucht. Etwa
500 Aerzte ſind aus allen Teilen Deutſchlands, aus Oeſterreich, der
Schweiz, Holland, Norwegen uſw. eingetroffen. In dem Kurhausſaale
fand heute im Beiſein des Staatspräſidenten Ulrich, der Kur= und
Badedirektion und der Vertreter der Stadt Bad=Nauheim eine Be=
grüßungsfeier
ſtatt. Anſchließend war ein Opernabend. Für Freita,
und Samstag ſind e wa 50 Vorträge angemeldet. Im Vordergrund
der Verhandluagen ſteht der Einfluß des Pſychiſchen auf den Körper
und die daraus entſpringenden ärztlichen Behandlungsmethoden.
* Gießen, 27. April. Eine große Vogelsberger Tierſchau
für den Kreis Gießen fand heute ſtatt. Es waren 200 Bullen,
Kühe und Rinder aufgetrieben. Der Beſuch war bei ſchönem Früh=
lingswetter
ein ſehr ſtarter. Als Vertreter der Negierung war Re=
gierungsrat
Dr. Braun=Gießen erſchienen, ſeitens der Landwirtſchafts=
kammer
nahmen teil Präſident Henſel, Generaldirektor Dr. Hamann,
Oekonomierat Breibenbach=Dorheim, Abg. Fenchel=Ober=Hörgern und
Profeſſor Dr. Seſſo s vom Landw. Inſtitut Gießen. Präſident Henſel
hob in ſeiner Anſprache die Vorzüge der Vogelsberger Rinderraſſe als
Milch=, Zug= und Fleiſchvieh hervor. Die Odenwälder Züchſter ſeien
beſtrebt, zwecks Hebung des Odenwälder Rotviehes Vogelsberger Zucht=
tiere
einzuführen. Durch intenſibe Viehzucht hoffe man, die Landwirt=
ſchaft
wieder in die Höhe bringen zu können.
* Gießen, 27. April. Der Kriegervereinsbezirk Gießen tagte uuter
dem Vorſitze von Prof. Du Krämer. Es wurde beſchloſſen, im Juni
an dem Haſſiatag in Schlitz, am 10. Juli an der Rheinfahrt und am
8. und 9. Mai am Weſtdeutſchen Kavalleriſtentag teilzunehmen. Das
nächſtjährige Bezirksfeſt ſoll in Großenlinden ſtattfinden. Der Verein
Staufenberg feiert am 15. Mai ſein 50jähriges Jubiläum. Der Verein
Lollar konnte ſeiner Jugendgruppe, der erſten im Kreiſe, den Haſſia=
wimpel
überreichen. Dem Bezirk gehören in 23 Vereinen über 200
Mitglieder an, rund 2000 Mark wurden 1926 für Unterſtützungszwecke
ausgegeben. Als neuer Kriegerverein wurde Altenbuſeck mit 50 Mit=
gliedern
aufgenommen.
* Langsdorf, 27. April. In furchtbare Aufregung ge,
rieten die Reiſenden des Eiſenbahnzuges, in welchem
vorgeſtern eine geiſteskranke Frau aus Trais=Horloff in die Nervenklinik
nach Gießen gebracht werden ſollte. Sie riß ſich von ihren Begleitem
los, ſchloß ſich in den Aboxt ein und verſuchte ſich aus dem Fenſter zu
ſtürzen. Die Begleiter zogen im letzten Augenblick die Notbremſe. Nur
mit Mühe gelang es dem Bahnperſonal und den Begleitern, die Frau
in das Abteil zurückzubringen.
* Laubach, 27. April. Auf friſcher Tat ertappt wurde
ein älterer Handwerker. In einem Schuhgeſchäft bemerkte der In=
haber
, daß ihm wiederholt Geld fehlte; er zeichnete deshalb die Papier=
ſcheine
. Da kam wieder der Nachbar und machte ſich im Laden zu
ſchaffen. Als er draußen war, fehlte ein Fünfmarkſchein, den der her=
beigerufene
Wachtmeiſter in der Taſche des Handwerkers fand. Auch
bei dem benachbarten Wirt wurden derartige Diebſtähle ausgeführt.

Frankſurt.
Freitag, 29. April. 1: Neue Schallplatten. o 4.30: Hau=
frauen
=Nachmittag. Anleitung zur häuslichen Buchführung. 1. Teil
von Frau Fini Pfannes. O 5.45: Leſeſtunde. Goethes Briefwechſel
mit einem Kinde‟ 6.15: Budapeſt und Kopenhagen zwei
Städte des Lebens, von Herm. Linden. 6.45: Italieniſch.
O 7.15: Stadtrat Gilbert: Zur Vorbereitung der Meiſterprüfung.
S 7.45: von Königswuſterhauſen: Rundfunk=Fernwettſchreiben des
Deutſchen Stenographenbundes. O 8: Film=Wochenſchau. o 8.10:
Achtung! Rückkoppler! o 8.20: Heiterer Abend. Anſchl. von Kaſſel:
Tanzmuſik.

Stutigart.

Freitag, 29. April. 3.50: Aus dem Reiche der Frau. (Frau
Sauter=Kindler). a 4.15: Konzert. Rathke: Regimentskameraden.
Strauß: Roſen aus dem Süden. Bruni: Duett für Violine
und Viola. Schumann: Ouv. Manfred. Ein Roſentau auf
Schumanns Grab, Fant. Dvorak: Zwei ſlaviſche Tänze.
Neruda: Berceuſe ſlave (Violin=Solo). Oſcheit: Slav. Marſch.
In den Pauſen: Rudolf Epple. O 6.15: Prof. Weitz lieſt aus
dem Roman Der tönende Turm. 7.15: Anna Blos: Dorothea
Schlözer. o 7.45: Rundfunk=Fernwettſchreiben des Deutſchen Steno=
graphenbundes
. O 8: Sinfonie=Konzert des Philh. Orch. Mendels=
ſohn
=Abend. Hebriden=Ouv. 4. Sinf. (italieniſche). Anſchl.:
Wunſchabend. Die Mitw. werden nach Eingang der Wünſche
bekanntgegeben. Anſchl.: Funkſtille für Fernempfang.
Berlin.
Freitag, 29. April. 3.30: Hildegard Margis: Hauswirtſchaft=
liche
Studienreiſe nach London, Paris, Brüſſel o 4: Ludwig
Spitzer: Zimmerſtraße 90 (Momentbilder eines Journaliſten vom
Berliner Kaufmannsgericht). O 4.30: Funk=Kapelle. O 6.20: Garten=

(Einzelheiten des Entwurfs). 7.45: Rundfunk=Fernwertſchreiben
des Deutſchen Stenographenbundes. o 8.10: Li=Tai=Pe‟ Oper
drei Teilen. Muſik von Clemens von Franckenſtein. Dirigent: Der
Kaiſer Hüan Tſung: C. Bronsgeeſt. Der Dichter Li=Tai=Pe: Wirl.
Doktor Ho=Tſchi: R. Watzke. Yang=Kwei=Tſchung, erſter Miniſter:
B. Köhler. Kao=Li=Tſe, Kommandant der Garden: M. Kuttner.
Fei=Yen, koreaniſche Prinzeſſin: Romana Hambrigk. Yang=Guſ=Fe,
Mädchen aus dem Volke: Emmy Bettendorf. Zeit: 8. Jahrhundert.
O 10.30: Tanz=Muſik.
Stettin. 8.30: Der junge Schubert Quartett für 2 Vio=
linen
, Viola u. Violoncell, B=Dur. (K. Bautz, 1. Violine; H. Weiße,
2. Violine: A. Leßle, Viola; W. Pichner, Violoncell. Fünf ernſte
Lieder. (Magda Madſen.) Quartett für Flöte, Gitarre, Viola und
Violoncell. (Willi Kramm, Flöte; Theo Timann (Gitarre; Adolf
Leßle Viola; Albert Stübgen, Violoncell.
Königswuſterhauſen. Freitag, 29. April. 12: Lektor Grander,
v. Eyſeren: Franzöſiſch für Schüler. O 3: Geh. Reg.=Rat Dr. Breger:

Die Kunſt des Sprechens. O 5: Dr. Ing. Zucker: Einf. in das
Verſtändnis der Architektur. 6: Dr. Ing. Harm: Die neuzeitl.
ehrlingsausbildung in Werkſtatt und Schule. o 6.30: Stud.=Rak
Friebel, Lektor Mann: Engliſch für Fortgeſchrittene. o 6.50:
Dr. v. Siemens: Die Weltwirtſchaftskonferenz. o 7.20: Wiſſen=
chaftl
. Vortrag für Aerzte. O 7.45: Prof. Dr. Amſel: Einheits=
kurzſchriftwettſchreiben
.

[ ][  ][ ]

Mummer 118

Freitag, den 29 April 1927

Statt Karten

Dunge andekommen
Oberstltn. a. D. Ebel und Frau
Villenkolonie Eberstadt, 27. April 1927.

Todes=Anzeige.
Hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß mein un
vergeßlicher, innigſtgeliebter Gatte, unſer treuſorgen
der Vater

Salkoannüge
Sporlanzuge
in der modernen 2 Hosen, lange
Form, breiter Re- Hose, Breeches
vers, ein- u. zwei- oder Knicker-
reihige
Form bocker, moderne
neueste Stoffe und strapazier-
tähige
Stoffe
110., 95. 85. 125., 110.
68

Jakob Phil. Schreiber

Stadtkaſſendiener i. R.
nach kurzem Krankſein im Alter von 71 Jahren ſanft
entſchlafen iſt.
In tiefem Schmerz:
Frau Julie Schkreiber Wwe.
Darmſtadt, den 26. April 1927
(11567
Parensſtraße 19.
Die Beerdigung findet Freitag, den 29. April 1927,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des alten Friedhofes
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.

TInorml

BHILIP

Entfettungs=
Tabletten
Coronova‟
mit (7132e
Marienbader Salz
in allen Apotheken.

Am 26. April verſchied nach 40jährigem
Ruheſiand
Herr Geheimer Schulrat

Zeichentiſch
doppelt verſtellbar u
für jedes 2 rett paiſt.,
billia zu verk. (*11574
Waldſtraße 35, part

am Schillerplatz

Der Verſiorbene leitete unſere Anſialt
von 18991917 mit vorbildlicher Pflicht=
treue
und ſchönſiem Erfolg. Was er,
ein echi deutſcher Mann und lauteren
Charakter, als Direktor, Lehrer und Er=
zieher
beſonders in der Kriegszeit wäh=
rend
, der letzten Jahre ſeines amilichen
Wirkens geian, bleibt unvergeſſen. Sein
Name wird in der Geſchichte der Anſialt
einen Ehrenplatz einnehmen.
J. N. der Ludwigs=Oberrealſchule:
Dr. Sturmfels
Oberſiudiendirektor.
Darmſitadt, den 28. April 1927. (143

Dankſagung.
Von der
Germania=Berſicherungs=A.:G.
Generalagentur M. Glauben
Darmſtadt, Kaſinoſtr. 24
wurde mir anläßlich des Hinſchei=
dens
meines lieben, unverg ßlichen
Mannes die volle Verſicherungs=
ſumme
ausbezahlt. An Beitrag
zu dieſer Sterbekaſſe waren nur
6 Monate bezahlt. Für prompte
Regulierung ſpreche ich der Ge=
ſellſchaft
meinen Dank aus und
werde Sie in meinen Bekannten=
kreiſen
beſtens empfehlen. (7162

Männer!

Für die vſelen Beweiſe herzlicher
Teilnahme und die zahlreichen Blumen-
und Kranzſpenden bei dem Tode unſerer
lieben Mutter

Gehelmnis
Das
gelöst!
große
*
Neue Kraft, Jugendirisc. er öhte Leistungsfäbigkeit
schatft Neurotest, das überaus wirksameSexualkräftigungs-
nittel
: bei vorzeitiger Schwäche Schwinden der besten Kräfte,
körperlichen und nervösen Schwichezuständen. In den
Apotheken zu haben Orisinalpackung 75 Tabletten 5 Mk

geb. Schadt
jagen wir auf dieſem Wege unſeren
innigſien Dank. Ganz beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Wendel für die Troſi=
worte
in der Kapelle ſowie am Grabe
und allen Verwandten und Bekannten,
welche die Entſchlafene auf dem letzten
Wege zur ewigen Ruhe begleitet haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Gebrüder Groh.
Darmſitadt, den 28. April 1927.
Kiesbergſtr. 14.
(*11583

Ueberzeugen Ste sich selbst, jeder der mißtrauisch ist.
erhält auf schrittliche Anfrage sofort ohne jede Verpflichtung
kostenlos Probe und aufklärende Broschüre mit zahlreichen
begeisterten Anerkennungen aus allen Kreisen über die ver-
blüffende
Wirkung völlig diskret durch General-Pepotz
Elefanten Apotheke Berlin 14, Leipzigerstr. 74 (IV 259

Jahr-
Bei
zehnte
bewährt,
rasch
Fravanille
wirkend!
InApotheken
(IV 3088
Vorzügliches Vorbeugungsmittel gegen Grippe.

Die Wirkung Idrer
auf
obermeyers Mediz: Herba=Seife meine
Haut iſt ſehr wobltätig u. ſind nunmehr die läſtigen

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme und Kranzſpenden beim
Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten,
treubeſorgten Frau

Nachruf.
Im 79. Lebensjahr iſt unſer Ehren=Vorſitzender
Herr

vollſtändig verſchwunden. Ich kann daher Ihre
Seife aufs wärmſte empfeblen. S. Sangenfeld,
Weinböhla. Si. M. ,63. 300g verſtärkt M. 1.-
Zur Nachbehandlung iſt Herba=Creme beſond.
z empf. Zu hab. in allen Apotb., Drog. u. Parfüm.
1V5
ACanthil, beſtes Wanzenverilgungsmittel, nur
bei Anton Fiſcher, Franßfurterſtr. 12/14, (71732

geb. Neumann
ſage ich auf dieſem Wege tiefgefühlten
Dank. Insbeſondere danke ich Herrn
Pfarrer Beringer für ſeine troſtreichen
Worte, wie auch den Schweſtern der
Martinsgemeinde für ihre liebeoplle
Pflege der Entſchlafenen.
Der tieftrauernde Gatte:
Otto Fahrion.
Darmſtadt, den 28. April 1927
Müllerſtraße 32.
(*11535

AINIADF
A
MACII8

nach einem ſchweren Leiden ſanft verſchieden.
Mit dieſen Zeilen möchten wir einen Kranz winden
von Liebe und Dankbarkeit, die wir dem Heimgegangenen
ſchulden.
Sein bewährter Rat ſtand unſerer Vereinigung immer
und beſonders bei den Vorbereitungen zur Hundertjahr=
feier
der Realanſtalten treu zur Geite.
Seine Verdienſte um die Schule fanden allgemeine
Anerkennung; ſeinen Schülern war er ſiets ein tüchtiger
Lehrer und hilfsbereiter Menſch.
Ein ehrendes Andenken wird in unſeren Heizen
fortleben.
Im Auftrage der Vereinigung
ehemaliger Real= und Oberrealſchüler:
Studienaſſeſſor Hanns Kraft
1. Vorſitzender.
(7158

Versuche ergaben, daß Wichsmädel beinahe 3mal solange reicht, al=
eine
der sog. billigeren‟ Bohnermassen des Handels. Wer mit dem
Wirtschaftsgelde rechnen muß, legt also lieber etwas mehr an und ver-
langt
ausdrücklich eine Dose Wichsmädel. Preis U Dose 85 Pfg.,
½ Dose RM 1.50, 1½. Dose RM 2.80; auch flüssig in Flaschen.
Erhältlich in allen /rozerien, bes bei: Bessunger Drogerie Wilh.
Jartlaub Drogerie Gearg Hühner, Central-Dragerie Anton Logel,
Engel-Drogerie H. Schaub, Merkur-Drogerie Ad. Zachmann,
Joh. Stenger, Viktoria-Drogerie, im Großhandel durch: Fr. Schaefer.
(1 Dr 222
und G. Liebig & Co. Nachf.

Dankſagung.
Für erwieſene Teilnahme und
Kranzſpenden bei dem Ableben
unſerer lieben Mutter
Frau

Victoria=
Motorräder
ertreter
Philipp Hucl
6 Alexanderſtraße 6
Beſichtigung u. Vor=
führung
jederzeit
Günſtige Zahlunge=
bedingungen
(67 5a

Klapier und Violine
E Sier beſtens eingeführt ſelt 1901
21150fg
durch
O.Bartke, Kammermuſiker
Inſtitut- Hoffmannſtr. 5½
Anme dungen von 47uhr

gaub das Eine Bessere
wie die gibts keine

herzlichſten Dank.
Namens der Hinterbliebenen:
Wilh. Barth.
Darmſtadt, 27. April 1927. (*11506

Dankſagung.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden
bei dem Heimgange unſerer lieben Entſchlafenen

Eiegante

in allen Preislagen.
Anfertigung nach jed.
Kopfweite u Friſur

Parkett-Reinigung
Mühiſtr. 26 Gebr. Lang Telef. 1433
7050a)

geb. Spalt
ſprechen wir allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
, beſonders Herrn Pfarrer Saal für die troſt=
reichen
Worte am Grabe auf dieſem Wege unſeren
innigſten, herzlichſten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Gretel Raab.
Darmſtadt, Groß=Gerau, den 27. April 1927. (7142

13 Schuchardſtr. 13
Beachten Sie bitte
meine 2 Schaufenſter

in großer Auswahl und in
allen Preislagen
empfiehlt
Fr. E. Böckner-Hermann
Lauteschlägerstraße 17, H., I.
Tellzahlung gestattet.

W. K. Kleinhenns
Schreibwaren=
Großhandlung
Darmſt., Wal ſtr. 30
(7199a)

[ ][  ][ ]

Seite 10

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

Lücken in den Wäschebeständen bereiten jetzt keine Sorgen, wo unsere Aussteuer-Tage beginnen. Für Jedermann,
Hausfrauen, Bradtleute, Hotels und Wirtschaftsbetriebe

bei schönen und besten Qualitäten in allen unseren Spezial-Abteilungen machen unsere Aussteuer-Tage

Unsere Schaufenster in der Marktpassage
zeigen Ihnen, was wir auf Grund günstigster Einkäufe zu bringen imstande sind.

Ein Posten
SErstlings-Hemdchen
aus solidem Kretonne,
10=

Ein Posten
SKinder-Häubchen?
* in verschiedenen Farben, Trikot
10

Ein Posten
Kinder-Lätzchen
schöne Ausführung

153

Mcte
sErstlings-Jäckchen
weiß, gestrickt
289
MiMute
SErstlings-Höschen
weiß, gestrickt
38A
Hin Posten
*Kinder-Schlupfhosen
in verschiedenen Farben
289

Hin Posten
Wickelbänder
weiß, gestrickt

48 3

Mſce
* Strick-Röckchen
für Kinder, weis

es.

Mſch
sKinder-Hemdhosen
weiß, gewebt

959

Mſutch
gewebte Unterjacken
559
ei=
Hausschürzen
aus solidem Druckzeng
789

Jadte

Tischwäsche

Gläsertücher
rot-meiß kariert, gelten
preiswert . . 0.22, 0.19,
Gläsertücher
Halbleinen, 50 X 50 cm,
rot-weiß kariert.
Gläsertücher
Reinleinen, 54X54 cm,
rot-weißs kariert.
Handtücher
grau mit rotem Rand,
36 X 90 cm .
. . 0.25
Handt ücher
gran, gestreift mit karbiger
Kante, 40 X100 cm
Handtücher
weißer Drell, 40X90 cm 1.40
Handtücher
Gerstenkorn, m.rot. Kante,
Halbleinen, 40X90 cm
Handtücher
Halblein,, häbsche Must.
Größe 45X100 cm ..
Handtücher
Reinleinen,gran gestreitt,
46X100 cm .
Handtücher
Reinleinen, 46 X100 cm,
anderst preienert. . .. 1.00

Servietten
farbig
solide Oualität.
Servietten
Gebranchsgnalitzt .
50 X50 cm
Servlett en
aus hübschem Damast,
48X48 cm .
Servletten
aus hübsch gemustertem
Damast, 55 X55 cm
Servietten
schöne Halbleinen-Ware,
60 X60 cm
Servietten
Reinleinen, schöne Blu-
menmnster
, 58X58 cm
TIschtücher
solide Gebrauchsware,
Gr. 110X150 cm . . .
Tischtücher
aus solidem Halbleinen,
Gr. 130 X 165 em 4.75,
Teegedecke
Größe 125 X 160 cw, mit
6 Serrietten . . . 5.95,
Kaffeedecken
in verschiedenen Karos,
Größe 110X150 cm ..

0.40
0.10
1.9
2.
4.40

Jump.-Untertaillen
aus soliden Wäschestoffen,
enorme Ansnahl . . 068,
Damen-Hem den
Trägerform, aus soliden
Wäschestoffen, m. hübsch.
Garnierungen . .. 098,
Damen-Hemden
Achselschluß, in hübschen
Ausführungen . . . 1.95,
Dam.-Beinkleider
aus soliden Wäschestoffen.
verschied. Garnier., 1.35,
Dam.-Hemdhogen
Windelform, m. verschied.
Verzierung, gans besond.
vorteilhatt . . . . 1.65,
Dam.-Hemdhosen
moderne Windeltorm. mit
Stiekerei ... . . 260,
Damen-Hemden
Trägerform Kretonne, mit
Stiekerei garniert . 1.65,
Damen-Hemden
aus tein, Wäschestoff, Trä-
gerform
, mit feinenSpitzen
D.-Nachthemden
sol. Ausführ, m. verschied.
hübsch. Garnierung., 2.60,
D.-Reformröcke
Trägerform, mit hübschen
Garniernngen .. . 195,

1.35
1.95
1.45

I.90
1.00

Weidwaren
Handtuchstoffe
Beitwäsche

Handtuchstoff
Gerstenk. m. bunt. Kante
0,68, 0.60, 048, 0.35, 028, 0.40
Handtuchstoff
weis Gebild .0.75, 0 50, 0.40

Handtuchstorf
Drell, mit roter Kante
Handtuchstoff
Gerstenkorn, weiß, mit
Kante . . . . 0.80, 0.70, 0.00
Handtuchstorf
Halbleinen-Gebild
1.15, 078, 0.00
Handtuchstoft
Gerstenk, m. bunt. Kante
Halbleinen . 1.03,0.80, 0.00
Handtuchstort
grau, 058, 0.45, 0.39,
Handtuchstort
neiß=rot kariert.
080, 0.60, 0.48, 1.00
Handtuchstort

470, 0.00
024, 0.40
blan gran kariert.
085, 0.75, 0.45, 0.00
Handtuchstorf
Halbleinen, häbschellus-
terungen
1.30, 1.10, 0.95, 0.10

Kissen bezüge 4
mit hübsch. Durchbruch
garniert . . . . .
Kissenbezüge
Kretonne, mit Einsatz . 1.00
Hissenbezüge
aus sol. Kretonne, ans-
1.65, 1.60
gebogt.
Kissenbezüge 1
mit Durchbruch und be-
1.35
stickt ..... ..
Kissenbezüge
aus gutem Kretonne, mit
hübschem Binsatz . . . 1.00
Paradekissen
mit Einsatz und Spitze,
garniert . . . . . 2,75, B.
Paradekissen
mit Stickerei-Einsatz und
Spitze .
. . 9.40
Koltertücher
aus solidem Kretonne,
zuggebost . . . . . . . 9.90
Koltertücher
aus kräftigem Kretonne
ausgebogt . . . . . . . 4.00
Koltertücher
aus gutem Kretonne, mit
schönem Darehbruch . . 0.00

Kretonne
80 cm breit, starkfädige
Ware, 0.75, 0.68, 0.55, 0.48,
Ren koreé
80 cm br., feintädige Gug-
lität
. . 1.20, 1.05, 0.85,
Macco, 80 cm br.
für feine Leibwäsche.
1.30, 1.20, 0.95, 0.85, 0.78,
H au;tuch
krättige Ware, 140 cm
breit . . . . . . . . .
HAu stnch
150 cm br., sehr sol. Onal.
1.95, 1.75, 1.45,
Halbleinen
150 cm br., für Bett-
tücher
2.80, 2.50, 1.85,
Damast
130 cm br., schöne Band-
streiten
, 1.75, 1.58, 1.35,
Damast
130 em breit, hübsche
Blumenmnster, 2,50, 1.95,
Damagt
160 cm br., häbsche Band-
streiſen
. 2.75, 250, 1.95,
Damazt
160 cm br., neue Blumen-
muster
. 3.50, 2.80, 2.25,

9.44
0.78
0.68
1.00
1.40
1.48
1.10
1.00
1.55
1.00

Ein Posten
reinlein. Handtücher
mit Durchbruch

98½

Ein Posten
Serwietten
in hübschen Farben
6 Stück zusammen
889

Hin Posten
Tee-Gedecke"
mit 6 Serviett., Größe 125/130 cm

3.25

Hin Racten
s ausgeb. Kissen-Bezüge
aus solidem Kretonne
88½
Hin Fosten
Parade-Kissen
mit Einsatz und Spitze
2.60
Ein Posten
Badet ücher
aus solidem Frottierstoff
1.95
Ein Posten
Dam.-Schlunfhosen
Knnstseiden-Trikot
in verschiedenen Parhen
98½
Ein Posten
Damen-Hemdhosen
Windelform, weiß, gewebt
1.30

Ein Posten
Unterkleider
aus Kunstseiden-Trikot, in vielen
Parben.

1.85

D
Hemdhosen
Kunstseiden-Trikot, mit häbscher
Spitze garniert
1.95

Ein Posten
Eachsgarn-Halbleinen
besonders benährte Oualität
80 cm breit, 10 m Coupon
14.50

7134

[ ][  ][ ]

ſurmmer 118

Freitag den 29 April 1927

Geite 11

Beich und Ausland.
Aus dem Kirchenleben.

Burg Lankenheim als Jugendburg.

9Generalſuperintendent Dr. Burghart
hden Vorſitz des evangeliſchen Konſiſtoriums der
Arl. Brandenburg für die nächſten zwei Jahre
übernommen.
Fehlſchüſſe bei einer Schießübung
der Beſatzungstruppen.
Loblenz. Am 21. April hat die Artillerie der
brziiſiſchen Beſatzungstruppen auf dem Schießplatz
Wellingen bei Trier, der aus ehemals bebautem
Kände beſteht, Schießübungen abgehalten. Um
EuGr vormittags flogen kurz nacheinander zwei
änaaten über den Weinort Oberemmel hinweg,
ſot pan dem der Domkirche von Trier gehörenden
ſchrmten Weingutshof vorbei und ſchlugen in einer
ef mnung von 100 Meter von dem Gebäude in eine
Brrrube, wo ſie krepierten. 30 Meter von dieſer
ell= entfernt befand ſich eine Anzahl Arbeiterinnen
fdar Arbeit. Da die Exploſion auf einer ſumpfigen
Aſ ſtattfand, war ihre Wirkung nicht ſehr groß
won den Mädchen wurde daher niemand verletzt.
2 boeutſchen Behörden haben wegen des Vorfalles
Fflellungen bei der Beſatzung erhoben.
Was ein Menſch auszuhalten vermag.
ſSN. Trier. Ein über 60 Jahre alter Herr
ze in der Nacht auf Montag von dem dicht neben
Moſel führenden Leinpfad die ſteile Böſchung
El und blieb mit einem Fuß an einem Weiden=
mif
hängen. Sein Kopf hing ſo dicht über dem
sſſeer, daß dieſes ſeine Haare beſpülte. Da der
lyhickliche frei in der Luft ſchwebte und ſich nicht
brea en konnte, wurde er erſt morgens gegen ½7 Uhr
aſſſo nach 5¾ Stunden von einem die Eiſen=
Imftrecke begehenden Bahnbeamten bemerkt und
a einer qualvollen Lage befreit. Er war zu Tode
ehy pft, und die Augen waren ihm aus dem Kopf
gulellen.
Der lahme Fahrgaſt als Räuber.
DDD. Berlin. Eine unangenehme Ueberraſchung
ehre ein Droſchkenkraftfahrer, der am Potsdamer
4, einen jungen ſchmächtigen Mann als Fahrgaſt
zber Weiſung, ihn in den Grunewald zu fahren,
Bmimen hatte. Der Fahrgaſt lahmte erheblich und
Ite anſcheinend ein ſteifes Bein. Welche Bewandt=
1 &s damit hatte, zeigte ſich, als man am Kleinen
enn angelangt war. Der Burſche hatte nämlich
ta: ſeiner Hoſe einen ſtarken Knüppel, den er
hwend der Fahrt hervorzog. Plötzlich bekam der
ttillenker von hinten einen wuchtigen Schlag über
Mopf. Zum Glück hemmte die Lederkappe die
ſrhnng des Schlages, der nach den mediziniſchen
ntächten ſonſt den Schädel zertrümmert hätte.
ſiſteesgegenwärtig kurbelte der Ueberfallene ſeinen
agen auf das Höchſttempo an und verhinderte da=
räe
, daß der Räuber entfliehen konnte. Dieſer
urd e alsdann feſtgenommen und entpuppte ſich als
S2jährige frühere Fürſorgezögling Fritz Brill.
u:Dienstag hatte ſich Brill vor dem Schöffen=
rinst
Charlottenburg wegen verſuchten Raubes zu
ramtworten. Er war geſtändig, es auf die Geld=
iche
des Kraftfahrers abgeſehen zu haben. Nach
m Gutachten des Gerichtsarztes iſt Brill ein min=
Engertiger, erblich belaſteter Menſch. Deshalb kam
gtich nicht in das Zuchthaus, ſondern erhielt für
un Werbrechen vier Jahre Gefängnis.
Die Banderolenfälſcher.
V erlin. Die polizeilichen Ermittlungen in der
4noerolenfälſcher=Affäre, die allmählich immer grö=
Fe Kreiſe zieht, führten nach einer Meldung der
oNſ. Ztg. in Dresden zu neuen Verhaftungen.
Handelt ſich um drei Perſonen, Teilhaber der
zllnan=Tabak=Handelsgeſellſchaft, einer Agentur der
olEändiſch=Türkiſchen Tabakgeſellſchaft in Rotter=
im
. Einer der Verhafteten hat bereits ein um=
ſſeuides
Geſtändnis abgelegt. Die Behörden fahn=
augenblicklich
nach der Druckerei, in der die Be=
üger
die falſchen Banderolen angefertigt haben.
Fmhrkartenſchiebungen auf dem Münchener
Hauptbahnhof.
9serlin. Auf dem Münchener Hauptbahnhof
uSe ein 27jähriger Monteur verhaftet, der in
ßer Anzahl von ihm bei Aufſtellung von
ihrkarten hergeſtellte Probedrucke nicht ver=
ſigetet
, ſondern mit nach Hauſe genom=
hatte
. In ſeinem Beſitze fand man einige
üüſſend Fahrkarten. Die von ihm hergeſtellten Fahr=
rnen
haben einen Wert von 30000 bis 40 000 Mark.
ring dann an die verſchiedenen Schalter und ver=
chne
, für eine Fahrkarte, die er nicht benutzen
nn e, den Betrag ausgezahlt zu bekommen. Bei
nnn Bahnangeſtellten fand man gleichfalls 491 un=
reEkhtigt
hergeſtellte Fahrkarten und 645 Mark Bar=
19- über deſſen Erwerb er keinen Nachweis führen
mite. Er iſt ebenfalls verhaftet worden.
* Das Eiſenbahnunglück von Bellinzona.
Rachdem die Unterſuchung des im Frühjahr 1924
nggehabten Unglücks, bei dem bekanntlich Helf=
rich
den Tod fand, die Unſchuld der Angeklagten
vreſen hät, iſt das Verfahren eingeſtellt
urcden.

Unſer Bild zeigt die Burgruine Lankenheim in der Eifel, die vom preußiſchen Staatsminiſterium
vor kurzem dem Kreiſe Rheinland der Deutſchen Turnerſchaft zum Ausbau für Jugendheim=
zwecke
überlaſſen wurde. Die Grundſteinlegung der geplanten Bauten fand am 1. Oſtertage ſtatt.
Der neue Zwillingswagen der Berliner Straßenbahn.

Die Berliner Straßenbahngeſellſchaft ſtellt in Kürze 10 neue Wagen, die ſogenannten Zwillings=
wagen
, in den Verkehr, deren Bauart von dem bisherigen Typ weſentlich abweicht. Der wich=
tigſte
Unterſchied iſt der, daß Ein= und Ausgang ſich in der Mitte des Wagens befinden.
Der Prinz von Wales in Spanien.

Der Prinz von Wales und ſein Bruder Prinz Georg von England mit der Königin von Spanien
beim Verlaſſen des Prado=Muſeums in Madrid.
Die Bevölkerung von Madrid hat dem zu Beſuch dort weilenden Prinzen von Wales und ſeinem
Bruder, dem Prinzen Georg, einen begeiſterten Empfang bereitet. In Spanien würde man die
Verlobung der Prinzeſſin Beatrice, einer Tochter des ſpaniſchen Königspaares, mit dem Prinzen
von Wales, von der immer die Rede iſt, mit großer Freude begrüßen.
Wenn der Weltſtadtverkehr weiter wächſt.
Das Straßenbild der Zukunft.

Die maßgebenden Verkehrsfachleute ſind ſich darin einig, daß die vorhandenen bereits vor vie=
len
Jahren gebauten Straßenanlagen der großen Metropole der Welt in ein bis zwei Jahr=
zehnten
nicht mehr ausreichen werden, um den rieſenhaften Verkehr zu bewältigen. An der Rich=
tigkeit
dieſer Feſtſtellung dürften auch die mannigfächen, mit mehr oder weniger Glück durch=
geführten
Verkehrsordnungen wenig ändern. Nach übereinſtimmender Anſicht der Verkehrsſpezia=
liſten
wird nur eine großzügige Umgeſtaltung des Straßenſyſtems mit Ueberbrückung bzw. Unter=
tunnelung
der Straßenkreuzuſigen idie ſie auf unſerem Bilde dargeſtellt iſt eine weſentliche
Hilfe bringen können.

Ein ſchweres Eiſenbahnunglück
in Thüringen.
TU. Gera. Am Mittwoch abend kurz nach
10 Uhr ereignete ſich auf der Strecke Gera Mehl=
teuer
ein ſchweres Eiſenbahnunglück. Infolge
Schienenbruches entgleiſten die Maſchine, vier Per=
ſonen
= und drei Eilzugswagen des letzten aus Plauen
im Vogtland kommenden Zuges. Dabei wurden elf
Perſonen mehr oder weniger ſchwer verletzt.
Die Frau des Amtsgerichtsrates Biſchelt aus Weida
wurde getötet. Der Materialſchaden iſt beträcht=
lich
, läßt ſich jedoch noch nicht überſehen. Zwei Aerzte
aus Triebes und ein Arzt aus Weida leiſteten die
erſte Hilfe. Zwei Hilfszüge aus Gera waren gegen
12 Uhr nachts zur Stelle. Der durchgehende Ver=
kehr
iſt zunächſt geſperrt. Der Perſonenverkehr wird
durch Umſteigen an der Unfallſtelle aufrecht erhalten.
Das Hochwaſſer der Elbe.
Boizenburg. Die Feldmark Bandekow, zu
deren Schutz in der Montagnacht ein Kommando
Schutzpolizei aus Schwerin eingetroffen iſt, iſt ſeit
geſtern nachmittag vom Waſſer überflutet, nachdem
der orkanartige Sturm das Waſſer in gewaltigen
Wellen über den Deich gepeitſcht hatte. Die Feld=
mark
Bandekow mit ihrem üppig grünenden Feldern
gleicht einem großen See. Tauſend Morgen Land
mit vorgeſchrittenem Saatenſtand ſind vollſtändig ver=
nichtet
. In der Feldmark Gülze ſtehen etwa 500 Mor=
gen
unter Waſſer und in der Feldmark Horſt etwa
800 Morgen. Die Stecknitz, ein Nebenfluß der Elbe,
hat gleichfalls weite Strecken Wieſenlandes über=
flutet
.
Das Oderhochwaſſer bei Gartz und Schwedt.
TU. Angermünde. Die weiten Ueberſchwem=
mungen
bei Schwedt ſind darauf zurückzuführen, daß
das dortige Bauamt die Schleuſen des Polders A
und B öffnen laſſen mußte, um die durch den ge=
waltigen
Waſſerdruck in höchſte Gefahr gebrachten
Deiche vor dem Brechen zu bewahren. Die Acker=
ernte
kann ſchon jetzt als verloren gelten, während
mit einer Grasernte nur zu rechnen iſt, wenn das
Waſſer ſehr ſchnell abläuft. Um größtes Unglück
bei etwaigen Dammbrüchen zu verhindern, haben
die Techniſche Nothilfe und die Waſſerbauverwaltung
Mannſchaften und Material zur Verfügung geſtellt.
Glücklicherweiſe beginnt die Oder wieder langſam
zu ſinken. Die ſchwere Notlage, die gerade die klei=
neren
Landwirte in dieſer Gegend betroffen hat, iſt
auch in der Sitzung des Kreistages beſprochen wor=
den
. Die Notlage dieſer Landwirte, die drei ſchwere
Jahre der Mißerfolge hinter ſich haben, hat ihren
Höhepunkt erreicht. Die Beſitzer ſind oft nicht in der
Lage, mit den vorhandenene geringen Futtermitteln
ihr Vieh bis zur Ernte durchzubringen.
Das Hochwaſſer in Pommern.
Berlin. Auch in Hinterpommern iſt eine An=
zahl
von Flüſſen über die Ufer getreten und hat weite
Wieſen= und Ackerſtrecken überflutet. Der Nordweſt=
wind
hat das Waſſer in der Oſtſee bis an die
Dünenkette längs der ganzen Küſte getrieben. Er
verhindert auch ein Abfließen der Waſſermaſſen der
Flüſſe in die Oſtſee. Im Odergebiet iſt die Lage
noch unverändert ernſt. Bei dem Sturm mußten
viele Schiffe Schutzhäfen anlaufen. In Saßnitz
mußten zwei Torpedoboote Schutz ſuchen.
Der Friedensſtifter als Mörder.
TU. Paris. In einer Pariſer Vorſtadt hat
ſich ein Mord unter bisher wohl noch nie dage=
weſenen
Umſtänden ereignet. Ein penſionierter
72jähriger Profeſſor der Botanik, der neben einem
in unglücklicher Ehe lebenden Hausmeiſterehepaar
wohnte, bemühte ſich wiederholt, zwiſchen den bei=
den
Frieden zu ſtiften. Schließlich ſchien dem Pro=
feſſor
die Geduld ausgegangen zu ſein und nach
einem letzten Verſuch der Friedensſtiftung tötete er
mit einem Säbel aus einer alten Waffenſammlung
den Hausmeiſter, als dieſer ſeine Frau erneut ge=
ſchlagen
hatte.
Mittelalterliche Lynchjuſtiz in einem
franzöſiſchen Dorfe.
TU. Paris. Ein Fall von Lynchjuſtiz, der an
mittelalterliche Zeiten erinnert, ereignete ſich am
Mittwoch in einem Dorfe bei Grenoble, in dem vor
einigen Tagen neun Häuſer niederbrannten. Als
in dem Haus eines 60jährigen Bauern in der Nacht
zum Mittwoch Feuer ausbrach, beſchuldigten die
Dorfbewohner den Bauern, die neun abgebrannten
Häuſer angeſteckt zu haben. Obwohl der Bauer ſeine
Unſchuld beteuerte, bearbeitete ihn die erregte
Menge ſolange mit Hacken und Eiſenſtücken, bis er
kein Lebenszeichen mehr von ſich gab."
Ein Dorf im Kampf mit Zigeunern.
TU. Paris. In einem Dorfe bei Bordeaux
kam es zu einem regelrechten Feuergefecht zwiſchen
einer Zigeunerbande und den Dorfbewohnern, wobei
es zahlreiche Verletzte gab. Die Zigeuner belagerten
das Dorf, da eine Beſvohnerin eine Zigeunerfrau
beleidigt hatte. Gendarmerie mußte die beiden Par=
teien
trennen.
Die Ueberſchwemmungskataſtrophe am
Miſſiſſippi.
EP. Paris. Wie der New York Herald aus
Memphis meldet, wurde von dem Hochwaſſer des
Red. River bei Spirit Lake eine Eiſenbahnbrücke
fortgeriſſen, über die wenige Minuten vorher ein
Perſonenzug gefahren war. 25 Perſonen, die aus
einem brennenden Hauſe in den hochgehenden Miſ=
ſiſſippi
ſprangen, ſind ertrunken. Nach einer Mel=
dung
aus Waſhington hat der Gouverneur des
Staates Louiſiana angeſichts der New Orleans durch
das Hochwaſſer des Miſſiſſippi drohenden Gefahr um
die Genehmigung erſucht, die Uferdämme zehn Mei=
len
unterhalb der Stadt ſprengen zu laſſen, um ſo
dem Waſſer Abzug zu verſchaffen.
Die mexikaniſchen Eiſenbahnräuber;
ein neuer Ueberfall.
EP. Mexiko. Die mexikaniſchen Bundestruppen
haben den Banditen, die kürzlich bei Guadalajara
einen Eiſenbahnzug überfallen und 150 Reiſende
niedergemacht haben, ein fünfſtündiges Gefecht ge=
liefert
, in deſſen Verlauf 60 Banditen getötet wur=
den
. Bei Las Salas im Staate Gugnajuato wurde
ein neuer Anſchlag gegen einen Zug verübt. Dabei
wurden zehn Banditen, ein Bundesſoldat und ein
Heizer getötet. Schließlich werden noch mehrere Ge=
fechte
gemeldet, ſo bei Los Lobos im Staate Jalisco,
wo 15 Rebellen und ein Bundesſoldat den Tod fan=
den
, und bei Lucas Nuevas, wo die Rebellen 17
Tote, Lebensmittel und Munition zurückließen.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

100 Jahre Bremerhaven.
(Zum 30. April 1927.)
inf. Am 30. Adril 1927 kann Bremerhaven ſeinen 100. Ge=
burtstag
feiern. Es war für die Weltgeltung der alten Hanfa=
ſtadt
Bremen eine ſchwere Zeit, als in den zwanziger Jahren
des vorigen Jahrhunderts der Name der Stadt Bremen aus den
Schiffahrtspapieren des internationalen Handels verſchwinden
ſollte. Durch das Verdienſt des Bürgermeiſters Johann Smidt
iſt es gelungen, durch die Gründung von Bremerhaven die Schä=
digung
Bremens abzuwenden. Auf Anregung des Bürgermei=
ſters
wurde von dem damaligen Königreich Hannover an die
Stadt Bremen ein 122 Hektar großes Gebiet abgetreten, damit
hier eine Hafenſtadt erbaut werden konnte. Am 30. April 1827
wurde das alte Hafenhaus on der Geeſte von den Hannoveranern
geräumt und die bremiſche Flagge gehißt. Damit war der erſte
Schritt zur Gründung von Bremerhaven getan. Es wurde kurze
Zeit darauf der Bau des Hafens in Angriff genommen, der im
Jahre 1830 mit einem Koſtenaufwand von mehr als 600 000
Talern fertiggeſtellt wurde. Er hatte urſprünglich eine Länge
von 640 Metern und eine Breite von 64 Metern. Schon im Jahre
1861 mußte die Breite auf 130 Meter erweitert werden. Im An=
ſchluß
an dieſen Hafen ſiedelte ſich hier eine kleine Kolonie an,
die zuerſt aus 20 Perſonen beſtand. Schon im Jahre 1850
war ſie auf 3500 Einwohner angewachſen und es ergab ſich
die Notwendigkeit, der kleinen Kolonie ſtädtiſche Rechte zu
verleihen. Bereits im Jahre 1875 wurde der Bau eines
dritten Baſſins in Angriff genommen, deſſen, älterer Teil im
Jahre 1876 dem Verkehr übergeben wurde, während die gewal=
tige
Erweiterung mit einer 215 Meter langen, 28 Meter breiten
und 10,56 Meter tiefen Kammerſchleuſe im Jahre 1897 dem Ver=
kehr
übergeben wurde. Damals betrug die Größenfläche der gan=
zen
Häfen Bremerhavens ungefähr 40 Hektar, während die Länge
der Ufermauern auf 6500 Meter angewachſen war. Zugleich mit
den Hafenanlagen entſtanden hier gewaltige Magazine, Maſchi=
nenanlagen
, Trockendocks, eine Schiffsmodell= Schleppverſuchs=
ſtation
und andere wichtige Gebäude, die zuerſt vom Norddeut=
ſchen
Lloyd veranlaßt wurden. Mehrere große Deiche ſchützten
die Hafenaulagen gegen Sturmfluten. Im Jahre 1884 wurde
der große Leuchtturm erbaut. Auch wurde Bremerhaven zum
Schutz gegen feindliche Angriffe durch mehrere Forts ſtark be=
ſeſtigt
, Je mehr ſich der Verkehr enwickelte, deſto bedeutſamer
wuchs die Stadt an. Eine Schiffswerſt wurde hier gegründet,
eine Maſchiniſtenſchule, ein Gymnaſium, ein Theater, denn der
blühende Verkehr brachte viel Geld in den Ort. Im Jahre 1900
hatte Bremerhaven bereits eine Einwohnerſchaft von 20 000
Menſchen, die jetzt auf rund 25 000 angewachſen iſt. Der Aus=
bruch
des Krieges war für Bremerhaven wie für alle anderen
deutſchen Häfen ein ſchwerer Schlag. Aber heute hat dieſe junge
Stadt wieder durch die Energie ihrer Bewohner die meiſten
Kriegsſchäden überwunden und ſich von neuem die große Gel=
tung
errungen, die dieſem wichtigen Hafen trotz ſeiner jungen
Geſchichte zukommt. Bremerhaven ſteht auf einem Gebiet, das
ſeit dem Eingreifen Karls des Großen in die Geſchichte dieſes
Landes heftig umſtritten war. Von Schweden und ſogar von
Napoleon wurden bereits Pläne gefaßt, hier einen Hafen zu er=
richten
, da die Lage für die Entwicklung des Handels äußerſt
günſtig iſt. Erfreulicherweiſe konnten damals die Pläne der
ſremden Machthaber nicht zur Ausführung gelangen. Auch ein
ähnlicher Plan des Königreichs Hannover wurde nicht in die
Tat umgeſetzt, und erſt der altberühmten Hanſaſtadt Bremen blieb
e8 vorbehalten, dieſen für die deutſche Volkswirtſchaft bedeut=
ſamen
Hafen ins Leben zu rufen und zur Blüte zu bringen.

Kulturprobleme in Spanien.
Hundert Prozent Säuglingsſierblichkeit.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
E. W. Madrid, Ende April 1927.
Peſtalozzifeiern im ganzen Lande, ſchöne Reden auf die kul=
turellen
und ſozialen Fortſchritte, Lobſprüche auf die hygieniſchen
und pädagogiſchen Verbeſſerungen allenthalben, großzügige Pro=
jekte
für die künftige Entwicklung aller ſozialen Fragen alles
iſt eitel Sonnenſchein.
Da lenkt unerwartet der ärztliche Direktor des Madrider
Findelhauſes das Augenmerk der Oeffentlichkeit auf Zuſtände,
die zum Himmel ſchreien. Hundert Prozent der im Madrider
Kinderaſyl mit Kuhmilch aufgezogenen Kinder ſterben; und
insgeſamt ſind in ganz Spanien ſeit dem Jahre 1924 von 6841
in derartigen Engelmachereien untergebrachten Kindern ſage und
ſchreibe 2991 geſtorben. Das ſind Zahlen, für die keine Kritik zu
hart iſt und die die ſozialen Zuſtände in einem Lande, das für
Prachtbauten und Luxus jeder Art Millionen und Abermillionen
übrig hat, in ein trauriges Licht ſtellen. Die ſpaniſchen Findel=
häuſer
, Ineluſas genannt, dienen nicht nur zur Auf=
nahme
von Waiſenkindern, ſondern jede Mutter, die ſich aus
ingendwelchen Gründen ihres Kindes auf gute Art und Weiſe
entledigen will, liefert es in dem nächſten Findelhaus ab, ohue
irgendwelche Augaben oder Erklärungen machen zu müſſen.
Früher beſtand ſogar ſeitlich von dem Portal zu dieſem Himmel
auf Erden eine Klappe, in die das unglückliche Geſchöpf
nur hereingelegt zu werden brauchte. Neuerdings wird das Kind
im Geſchäftszimmer abgegeben, will man es, ſofern es noch lebt,
etwa in ſpäteren Zeiten wieder abholen, ſo genügt ein Erken=
nungszeichen
. Nach den Segnungen des Code Napoleon,
als der Grundlage zum ſpaniſchen Geſetz, gibt es für den Vater
keinerlei Verantwortlichkeit, keine Alimentationspflicht. Von
den Gerichten ſchwer beſtraft, von der allmächtigen Kirche ver=
dammt
, findet ein Eingriff in die Schwangerſchaft hier ſeltener
ſtatt. Das neugeborene Kind wird nach der Ineluſa gebracht,
dort erledigt ſich alles!
Dabei ſind die meiſten eingelieferten Kinder gut entwickelt
und geſund, von 747 im vergangenen Jahr in der Madrider
Incluſa aufgenommenen Neugeborenen hatten 726 ein Gewicht
von 3 Kilogramm und mehr und nur 11 wogen 1500 Gramm.
Für die Ernährung dieſer Säuglinge wurde eine Anzahl
Schweizer Milchkühe beſchafft, die unter dauernder tierärztlicher
Kontrolle ſtehen. Wie müſſen alſo die Pflege und die hygieniſchen
Verhältniſſe in der Incluſa ausſehen, wen alle dieſe Kin=
der
ſterben! Bei den durch Muttermilch innerhalb der In=
eluſa
ernährten Kindern iſt die Sterblichkeit etwas geringer,
immerhin erreich: die Zahl der das Pubertätsalter nicht er=
langenden
Kinder noch 50 Prozent. Beſonders troſtlos ſieht es
aber bei den auf das Land in Pflege gegebenen Kindern aus,
von denen man gerade annehmen ſollte, daß ihnen die Lebens=
bedingungen
und die Entwicklungsmöglichkeiten viel günſtiger
ſind als in den geſchloſſenen Aſylen der Großſtadt. Nach Stati=
ſtiken
des leitenden Arztes der Madrider Incluſa bleiben von
2000 an ſelbſt ſtillende Pflegemütter übergebenen Kindern nur
100 am Leben, im vergangenen Jahr allein ſtarben von 983 nicht
weniger als 221.
Natürlich haben die amtlichen Stellen, beſonders die Be=
hörde
, der die Aufſicht über die ſtaatlichen Fürſorgeanſtalten ob=
liegt
, die Wahrheit obiger Augaben beſtritten und mit Hilfe von
Statiſtiken verſucht, die Zuſtände als weniger kataſtrophal hinzu=
ſtellen
. Danach ſoll die allgemeine Sterblichkeit unter den der
öffentlichen Fürſorge überantworteten Kindern nur 35 Pro=
zent
betragen, wahrlich ein ſchwacher Troſt, wenn man bedenkt,

daß in anderen Läudern dieſelbe Ziffer ungefähr 7 Prozent he.
trägt. Die Regierung hat auch nicht die von den zuſtändigen
Aerzten aufgeſtellten Behauptungen widerlegen können, zumal
verſchiedene mediziniſche Autoritäten Spaniens ſich der Kritik an=
ſchloſſen
. Die Haurtſchuld ſoll einerſeits die Minderwertigkeit
der zur Verfügung ſtehenden Ammen, andererſeits die ſchlechte
Qualität des ungebildeten und an Zahl unzureichenden Pflege=
perſonals
tragen
Zur Abhilfe werden von den Aerzten Radikalmittel vorge=
ſchlagen
. Die beſtehenden Findelhäuſer ſollen als Seuchenherde
dem Erdboden gleich gemacht und neue Inſtitute ge=
baut
werden, in denen die Mütter ſelbſt aufgenommen werden
für die erſte Zeit eine Staatsunterſtützung erhalten und ſo das
Stillen ihrer Säuglinge leichter ausführen können. Dieſer Plon
kommt natürlich nur für einen Teil der ihre Kinder ausſetzenden
Mütter in Betracht. Um ihre Zahl nach Möglichkeit zu erhöhen,
ſoll ein Geſetz geſchaffen werden, wonach jede Mutter ge=
zwungen
wird, ihr Kind zwei Monate lang ſelbſt zu ſtillen.
Der im ſpaniſchen Miniſterium des Innern beſtehende Rat
zum Schutze der Jugend hat ſich bereits mit dem Projelte
der ſogenannten Mutterheime beſchäftigt. Es beſtehen auch ſeit
etwa 15 Jahren geſetzliche Beſtimmungen zum Schutze hilfs=
bedürftiger
ſchwangerer Frauen durch Unterſtützungskaſſen,
Pflege durch beſondere Inſtitutionen aber leider nur auf dem
Papier. Jetzt ſollen dieſe Geſetze erweitert werden durch Zwangs=
abgaben
in Fabriken und Heranziehung von Krediten der Spar=
kaſſen
.
Das traurige Problem der Kinderſterblichkeit beſteht in allen
ſozialen Schichten des Landes. Spanien verliert jährlich nach
Statiſtiken des bekannten Profeſſors Severino Aznar
38 Prozent der Neugeborenen, in der Provinz Valencia ſtarben
im Jahre 1920 ſogar 45 Prozent und in Valladolid 40 Prozen;
Spanien leidet bisher an keiner Uebervölkerung, und falls eine
ſolche einmal einträte, ſo bieten die Länder ſpaniſcher Zunge in
Amerika noch auf lange Zeit hinaus genügend Platz, wenn die
Kulturſtufe der ſpaniſchen Landbevölkerung nicht mehr ſo niedrig
iſt wie jetzt.
Man kann nämlich nicht von ſpaniſcher Kultur ſprechen, ohne
daran zu denken, daß noch ungefähr 45 Prozent der Ge=
ſamtbevölkerung
Analphabeten ſind. Wenn mm
als Mitteleuropäer Gelegenheit hat, zumal in den Provinzſtädten
und auf dem Lande mit der Bevölkerung in Berührung zu kom=
men
, iſt man oft überraſcht, daß Leute, die äußerlich einen beſſe=
ren
Eindruck machen, nicht einmal ihren eigenen Namen ſchrei=
ben
können. Das geht ſo weit, daß in ganzen Dörfern außer dem
Kura, dem Geiſtlichen und zwei bis drei Gebildeten niemand
leſen und ſchreiben kann. Dieſe ungeheuere Zahl der Analpho=
beten
wird erklärlich, wenn man bedenkt, daß es hier ſo etwas
wie obligatoriſchen Schulunterricht nur in der
Theorie gibt; und ſelbſt, wenn er ſtrikt und energiſch durchgefühn
werden ſollte, fehlt es vorläufig noch überall an Schulen und
Lehrkräften. Von Fachleuten wird verſichert, daß in Spanien
50 000 neue Schulen und ebenſo viele Lehrer nötig ſeien. In
Madrid ſelbſt ſoll es im letzten Jahre vorgekommen ſein, daß
Väter ihre ſchulpflichtigen Kinder mangels freier Plätze
in keiner Schule unterbringen konnten.
Die Diktatur hat wie auf vielen ſozialen Gebieten ſo auch
hier mit ernſtem Bemühen verſucht, Abhilfe zu ſchaffen.
Im Staatshaushalt für 1927 ſind beträchtliche Summen für
Volksbildung vorgeſehen, und bereits für die allernächſte Zeit iſt
die Errichtung von 1500 Volksſchulen zu erwarten. Aber, wie
die vorhin angeführten Zahlen beweiſen, ſind die in Ausſicht
ſtehenden Reformen noch lange nicht ausreichend, und noch viel
Arbeit iſt zu leiſten, bis Spanien an mitteleuropäiſche Kultu
heranreicht.

KVe
lackiert mit Aingleum,
150.K, laſierteKüchen
von 170,6 an, Ferner
Echlafzimmerlacktert
und eichen, äußerſt
billig. (e10046omt
Hexander Haas
nur
Kl. Dchſengaſſe 5
Eche Landgraf=Veorgſtr,
Eisſchrank Ei1533
1 Fleiſchhacklotz.
1 Vertiko
2 Blumentöpfe mit
Ständer
1 Serviertiſch
2 Tennisſchläger
1 Kublampe. 1 Gi=
tarre
, 1 Puppen=
tiſch
m. 2 Stühlen
zuverk Näh. Geſchſt
Gute Geige preisw.
zu verk. Näh G., (11443a1
Gebr. Möbel
An= u. Berkaufoſtelle
Jul. Lich
3 Alexanderſtr. 3.
Zurzeit aus Herr=
ſchaftshäuſern
preis=
wert
abzugeben:
Kompl. Speiſe=
zimmer
,
Eiche, Ia, 2 eichene
Büfetts, Dipl.= und
Damen=Schreibtiſche,
mehrere eine u. zweit
Schränke, Diwan,
Chaiſelonque, Waſch=
kom
. m u. o. Marmor
u. Spiegel, gr. u. kl.
Trumeauſpiegel, Ver=
tiko
, Nähmaſchine,
kreisrund Tiſch, Kom=
mode
, Seſſel, Flur=
garderobe
. Küchen=
ſchr
., Klavier=Stuhl
(nußb.) gute Betten.
einz, Spiral= u. Auf=
legematr
Kinderbett,
Tiſche, Stühle, Spie=
gel
, Bilder, Bier= u.
Nähtiſche, Regulator=
Uhren 2Nöhr.=Radio=
App., Schülergeige
m. K. u Bog., Bücher=
regale
, Schreinſeſſel,
Waſch= u. Nachtſchr.,
ſow viellngenanntes.
Alle Gegenſtünde in
allerbeſtem Buſtand
3 Allexanderſtr. 3.
(eu1 84)
Kind-App rat
(Pathél, in gut be=
triebsfähig
. Zuſtand,
zu verla fen. 7174
Näh. Getchäftsſtelle

Die neuesten Schopfungen
der Nee
sind jetzt aus
eigener Fabrikation in hundertfacher Auswahl am
Lager. Die Preise sind enorm billig gestellt und dürfte es
sich empfehlen, die Einkäufe nicht noch länger aufzu-
schieben
, da durch die Webereien bereits bedeutende
Aufschläge für die Rohmateriallen angekündigt sind.
1- und
erren=Sakto=Anzüge
2reihig
aus Kammgarn, Streichgarn und Chepiot=Qualitäten,
die neueſien Farbtöne in ſireng moderner Verarbeitung
Mk. 110., 98., 88., 78., 68., 38., 48., 38., TOU4

1 tadell. w. zweitlt
Kleiderſchranr.
Wäſcheabteil, f.
derzimmer paſſeh
runder, nußb. 9i
dermeier=Tiſch, 19
Durchm., 1 Schüle
pult preisw. zu berl.
Herdweg: 5, Cartenl
( 15881

Wollmatratzen
dreiteil. m. Keil, nur
30 Mk. (1r57f
Für eine gute weicht
Füllung wird garant,
Chaiſelongue
verſtellb., Ripsbezugt
nur 40 Mk.

mit langer Hoſe, Knickerbocker oder Breecheshoſe, in den
neueſten engliich gemuſierten Stoffen, wie auch in Cord
und Mancheſter
Mk. 98., 88., 78., 68

beſie Qualität, feinſie Ausſtattung
Mk. 88., 18., 68., 58., 48.,

beſie Qualitäten
Mk. 58., 48., 38.
28.

Marktplatz

Darmstadt

Marktstraße

Diwan Mk.
vihel Berutet
Rob, deerw igen
Dr. bchſengaffe 10.

(D. K. W.)4 Ps., Aick=
ſtarter
, Sozus und
ALSicht, farbereit, it
nur gut Zuſtand, au
Privathand, zu verk
Näh Geſchſt. el139
Faſt neues Touren=
rad
(Miefa) zu verk.
Pr. 55 . Mechaniſche
Werk ät.e E. Lohmanne
tüt r. 70, Jeusg
Motorrad, 3 P.5., me
Getriebe, u. H. u. D=
Fahrrad bll. z veri.
Boogspl E,lk (e11z23d1
Adler
6 Ps., Zweiſitzer,
mit elektr. Licht,
Rm. 1200. Selten
ünſtiger Gelegen=
heitskauf
. (7055mis
Rüller & ober
Rheinſtr. 39.
4 Kugellorbeerbäune
billig zu (*11302mt
verkufen
Terdweg 31, 1. Std.
N. e. II. P041
fau neu zu 450,ℳK zu
verkauf. Gräfenhaufen,
Urnold. (e1 1t70
Foſt n ue Sportiagt
Tennis preisw zu vh.
Friedrichsſraße 18, II.
(2113051
Baby=
Stubenwagen
bunt ausgeſtatt, mit
Federbett 25.4 eleltr.
Lampe 25,0 zu verk.
Franz, Kahlertſtr. 22/
1, Stock, (uusz

[ ][  ][ ]

Nrummer 118

Freitag, den 29. April 1927

Seite 13

Gute Oualitäten

au Billigen Preisen.

WeißwareR

Hemden- Tuche
in unseren guten Stamm- Guali-
täten
. .
.. . 0.85, 0,65,
Bett-Linon
in Ia Ausmusterung, 130 cm breit
175, 1.50, 0.95, 80 cm br. 0.85,
Edel-Tuche
unsere Spezialmark. f. Wäsche 1.20,
Streiten-Damaste
130 cm, solide Oual., 1.75, 1.45,
Blumen-Damaste
130 cm breit, darunter herrliche
Macco-Qualität . 3.50, 2.75, 1.95,

Kleiderstoffe
Kunstseid. Faconné’s
schöne moderne Farben . . . . G.uu
Moderne Karos
halbwollene Stoffe, für Kinder-
Kleider .... . .
1.4u
Papillon-Karos
reine Wolle, in schönen Farb-
stellungen
. . . . 275, 2,25, 1.40
Composé-Karos
reine Wolle, mod. Grundtöne, mit
Veberkaro u. pass. Unistoff 3.20, L.10
Kleider-Ripse
130 cm breit, reine Wolle, mod.
Farbtöne . . . . .
5.80, Urde

Wäsche

Ein Posten
Woll-Mousseline
prachtvolle Muster
3.50, 2.50,

Ein Posten
Hemden- u. Hleiderzephir
enorme Musteraus-
wahl
. . 0.65, 0.48, 0.0

Ein Posten
Trachtenstoffe
echtfarb. 1.10, 0.95,

Ein Posten
Sportfanelle
hell u. dunkel gestr.
1.25, 0.95, 0.75,

Ein Posten Zephir".
* Ia waschecht. Onal.
kariert u. gestr. 1.65, 1.00

Waschstoffe
Kleider-Mousseline
in hübschen neuartigen Dessins
095, 0.75, 0.u0
Kleider-Krepp
in feschen Mustern. . 1.10, 0.95, 0.10
Garten-Kleiderstofte
Ca. 80 cm breit, indanthren, in
aparten Zeichnungen . 1.45, 1.25, 1a10

Woll-Krepp
100 cm breit, effektvolle Kleider-
muster
. ..

Fresco-Composé
graumelierte Muster, uni. dazu
passend, 100 cm breit
2.75
StrAmpfe
Kinder-Söckchen Größ.2
mit Wollrand, jede weit Gr. F109 0.40

Ein Posten
Wäschebatiste
farbig, gar wasch-
s
echt . . 1.95, 1.45, 0.

Ein Posten
Schlupfhosen
viel. Farb. 1.25, 0.95,

Ein Posten
Einsatz-Hemien
mit modernen Ein-
sätzen
2.75, 1.75, 1.00

Schul-Strümpfe
tarbig, gestrickt, gute Qual., Gr. 1 G.u0
Kinder-Kniestrümpfe
mit farbigem Umschlag . . Gr. 3
140
Damen-Strümpfe
künstl. Waschseide ..
44. 1.95.
Damen-Strümpte
Ia Waschseide.
ags. 2.75
Wollwar en

Büstenhalter
aus Kretonne od. Trikot 1.10, 0.75, d.4
Damen-Trägerhemden
mit Stickerei . . . . 1.50, 0.95,

Damen-Hemdhosen
mit Hohlsaum od. Stick. 2.95, 1.95, 1e‟
Damen-Reformröcke
mit Hohlsaum oder Stickerei-
Garnierung . . . . . 3.50, 2.25, Ie
Damen-Nachthemden
mit breiter Stickerei . 4.95, 3.50, Eii

Ein Posten
S idenſtor-Strümple
schön.,gleichmäßig.
Ware . 1.95, 1.65,

Ein Posten
Herren-Socken
schöne Karo- u. Jac-
quardmust
. 0.95,0.65

Ein Posten
Tischdecken
waschecht, schöne
Muster, 120X144

Kinder-Westen
in schönem Farbsortiment, beson-
ders
haltbar .
Damen-Pullover
Kunstseide, in schöner Ausmust.
Damen-Pullover
Kunsts., mit Kragen, viele Farben
Damen-Pullover
Wolle, in schöner Farbstellung
Damen-Pullover
Wolle mit Kunstseide .

Beachten Sie bitte unsere Schaufenster

Das Haus der guten Aualitäten

7168

Spargelsaisog
Hotel Hufnagel, Seeheim
Spezialität: Spargel sc. mousseline
und alle Sparge gerichte
Jeden Diensiag Gesellschafisahend mit Tauz
Pension-Prospekt. Telephon 4 Dauerverbindung
Neuer Fest- und Theatersaal für Vereine
Aufo-Ausflug (7165t1) Auso-Ausflug

90 00000000000500 00D 0000V DO 0P OO00900S

Wittmannſtr. 25, II.
3 möbl. Zim m =
chenben
z v. (*1152efs

Eckgardtſtr. 2/, I.,
Zim. m elektr Licht u.
voll. Penſ (705Ca

Shlyſtr. 36, 1., Süd=
zint
zu v rm (*11557

Pankratiusſtr. 30, I
verche, 1 möbl. Zim.
ſof. zu vm. (*11554fs

Taunusſtr. 51, I., r.,
gut möbl Zim anruh.
Herrn ſof zu bmn, /2200

Taſinoſtr. 7, II., frdl
inöbl. Balkonz. m el.
L, ſev. Eing., ſofort
zu verm. (e1 15691s

Tarlſtr. 28, I., Krei=
ner
, freundl. möbl.
Zimimer mit elektr
Licht an ſolid. Herrn
zu verm. (*11570

R
möol. Zimm., ſep.
Eing., z vm. (*11578

Lauteſchligerſtr. 12,
part., 1 möbl. Zim
zu verm. 11577

Wilhelmſtr. 10, I.,
ſchön möbl. Zim. z. v.
(e11588)

Wilhelmſtr. 42, pt.,
b. Bohn, möbl. Zim.
bis 15. Mai, eventl.
ſchon bis 1. Mai zu
vermieten. (e1158

Wittmannſtr. 33, I..
kl. Wohnz. mit frdl
Schlafzimmer an 1
oder 2 ſolide Mieter
zu vermieten. /*11563

Alsbach
a. d. Bergſtraße.
Ju herrlich gelegener
Villa mit allen Be=
quemlichkeiten
, Bad,
Zentralhzg., Teleph",
Obſtgarten u. eigener
Wald, möbl. Ziminer
zu vermiet. (Klavier),
init oder ohne Ver=
pflegung
. Angeb. u
O 1 an d. Geſchäft:
ſtelle ds. Bl. (7081dts

Bohnungstauſch.
5 Zimer=Wohnung
im Zentrum gegen 5
dis 6 Zimmer i. Herd
wegviertel zu tauſch
geſucht. Angeb unt
2 35 Geſchſt. 152
Tiermarkt!
GLUCKE
mit 11 Kücken z. verk
Eberſtadt,
Hochſtraße 16. (*11510

Werbexahlt
Ihre Begräbniskoſten?
Die Germania-Verzicherung
wenn Sie monatlich nur

Reichsmark
aufwenden zum Aöſchluß einer
Stervegeldverſicherung
Keine Wartefriſt. Keine ärztl. Unter=
ſuchung
. Keine Nachſchußpflicht
Gewinnb teiligung
Wir ſuchen Vertreter an allen Plätzen
im Haupt= und Nebenberuf. Herren,
welche hauptberuflich tätig ſein wollen,
werden nach kurzer Einarbeitung mit
feſten Monatsbezügen angeſtellt.
M. Glauben
Generalagentur der Germania= Ver=
ſicherung
Darmſladt, Caſinoſtraße 24

ALLE
FAMILIEN-
DRUCKSACHEN
GEBURTS-
VERLOBUNcs-
VERMAHLUNGS-
unp

TODES-ANZEIGEN
ALIEFERT INI
KURZESTER ZEIT
L. C. WITTICHISCHE
HOFBUCHDRUCKEREI
DARMSTADT / RHEINSTR. 23

Wohnungstauſch

Geboten:
Sehr ſch. 43=W. Kranich=
ſteinerſtr
. Fidm 500 Mk

In Oppenheim ganz Haus
für 600 Mk. Friedensm.

43=W. im N.=Oſtv., ſ bill
Frdm, W in ſehrg Zuſtd

3=W., Balkon u Bad
Heidelbergerſtraße.
3.=Wohn in ſehr gutem
Zuſtand, Martinſtraße

Geſucht:
3 Zimmer=Wohnung
Rahe Zentrum
In Darmſtadt 4-5 3-W,
bis 1300 Mk. Miete
5 3=W. im Oſtviertel, bis
1000 Mk. Fr edensmiete.
23=W.,gleich welcheLage,
billige Miete.
34 3=W. NäheRledeſel=
ſtraße
od. Wilhelmſtraße,

Eberhardt’s Tauſch=Abteilg.

Karlſtr. 3, I. (*1

Trlebhon 685

Auf Zeilzahlung

bei kleinſter Anzahlung und leichter
Abzahlung verkaufe ſeit 22 Jahren
in nur guten Qualitäten
Möbel
Anzüge
Schlafzimmer in eiche u.
für Herren und Burſchen
lackiert, Küchen, natur=
in
modernen Macharten
laſſiert ſowie

Mibl. Zimmer

Muerrſtr. 12, II., gut
Rl.:3, el L. z vm.
714354mdk.
Bimmer
ertAbeziehb Kügel=
5. Laden, 168452
Unſ. 75, gut möbl

Zimmer
auch Wohn=
Schlafzim.) zu verm
v Schenk, Saalbau=
an
nehm möbl. ſtraße (3, 1. (70112
Heinrichſtr. 58,I.,
großes, ſchön möbl
Zimmer mit elektr.
Rmer. (7135a)/ Licht zu verm. (7148

Anngſtr. 37, pt., Balditr. 24,I. Bim.
2 gut möbl. Zimmerſſof zu verm (*11508
(Wohn=u Schlafzim. Rh nring 950 üller
Veranda ab 1 Mai
zu vern 11154it
Hügelſtr. 77, II.I mbl bei Nobertine, 12
Wohn= u= Schlafz , e ſehr gut möbl ſonn.

möb
mit el Licht, großer möbl. Zim zu vm
(11544)
Martinſtr. 66½, II.,
ſof. zu vm. /70974/ Zimmer m. el. Licht
Unks auch Wohn=u Schlaf=
WaldSkr.33, A.möb imm, für 1 oder 2
3, ſof. z v. (*11511fs/Herren z. vm. (*11534

ſtraße 16½
gegenüb d Herrngt.
Mai zu verm. (*7133
möbl. Wohn= und
Schlafzim. (2 Betten
mit Küchenbenutzung
zu vermieten. (*11512

Lagerhaus ir. 16, I. vorn
Frankfurter: möbl Z. eb. m. 2Bett
u. henb. zu verm
(*11501)
1 Stock, möbl. Zilkk / / Luiſenſtr. 6, II. Möbl.
Z. elek L. an berufst
m. el. L, per 1. 0d. 15. Herrnſof z. vermieten
*11503
Stiftſtraße 93 Landgr.=Beorgſt 64,
zum 1. Mai an ge=
diegene
Perſönlichkeit
zu verm. (11528

Steinackerſtr. 1, II",
groß möbl. Zimmer
mit elektr. Licht zu
vermieten (*11529
Wendelſtadtſtr. 15,p.,
gut möbl. Wohn= u
Schlafzim. mit el. L.
an berufstät. Herrn
zu verm (*1152
II, frdl. möbl. Zim /Bleichſtr. 19, I. 1ts
l. Zim., el. Licht,
ſep. Eing., p. 1 Mai
zu verm. (*11596)

Paletots
Covercoat auf Satinella
gearbeitet
Gummi=
Mäntel
für Herren und Damen

aller Art
Beitſiellen, Rahmen
Matratzen, Kleiderſchränke,
Tiſche, Stühle, Diwans,
Chaiſelonques, Büfetts,
Schreibtiſche, Flurgarde=
roben
uſw. uſw.
Federbeiten, Strohmatratz.

Die gute alte Firma

5079a

Hulius Wagner
Darmſtadt Karlſtraße 30 (Caden)

[ ][  ][ ]

Seite 14

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

Palast-Lichtspiele

Nur noch heute und morgen!
Das wunderbare Doppelprogramm!
Lee Parry und Albert Bassermann
in dem erschütternden Drama
Wenn das Herz der
Tugend spricht ...
Ein erschütterndes Drama in 6 gewaltigen Akten
Mady chrictians
als vornehme, elegante Herzogin und als entzückende,
übermütige Tänzerin, in
Bie Königin von
Moalin Reuge
Ein indiskretes Abenteuer, ein köstliches, amüsantes,
prickelndes Lustspiel in 6 4kten. (7197

Hotel und Kaffee=Reſtaurant
Waldſchlöſchen
Neue Darmſtädterſtraße 257
Halteſtelle der Stratzenbahn
Freitag, 29., Samstag 30. April,
ab 8 Uhr
KONZERT
Sonntag, 1. Mai, ab 4 Uhr
KONZERT
vom Künſiler=Trio Wetzſiein
Abends Tanz (11556

1 Badewanne
mit Ofen, 1 Grude=
Herd, eine Mäh=
maſchine
z pk. (11521
Soderſtraße 87, part

Täg. 100 Ltr. prima
Gutsmilch
abzugeben. Anz mit
Preis unt. D 2 an d.
Geſchäftsſt 7o85als

Noch heute Freitag
Der Film des großen Erfolges!
Kalwäns berühmte Operette im Film:
Die
Gsardasfürskin

Lchtung, der Hachterpreb, 2 Akte
Vorführungsdauer 2½ Stunde
Di
(Sardasfürstin
Anfang 3½ Uhr. (7204

e picket

Tetzte 4bendrorstelung 8 Uhr

Ortsgewerbeberein und
Handwerkerbereinigung
Darmſiadt
Freitag, den 29. April 1927, abds.
8 Ur, im Städtſchen Saalbaus!
Propaganda-Abend
für die Fahrt nach München zur
Beſichtigung der Bageriſchen Gewerbe=
ſchau
.
1. Bericht des Vorſitzenden der Veran=
ſtaltungskommiſſion
. Herrn Maler=
meiſtſer
Georg Kraus, über die Vor=
bereitungen
(mit Lichtbildern).
2. Vorführung des Films Die Fahrt
zum Sieg, welcher uns im Auto
durch die ſchönſten Tele derbagerſch.
Berge führt. Zu dieſer Veranſtal=
tung
werden unſere Mitglieder und ihre
Familienangehörigen, Angeſtelten und
Gehilfen ſowie alle Freunde u. Gönner
freundl. eingeladen. Der Eintritt iſt für
ſedermann frei. Der Vortragsausſchuß.
Mit.

Residenz-Theater
Wollen Sie sich einige Stunden gut unterhalten, so
besnchen Sie das große Doppelprogramm:

JACK
COOG

Mi


morgen Samstag
2 letzte Aafährungen 2
Der
GartenEden
4Kapitel aus dem Leben eines
unanständigen Mädchens
Volksvorstell.-Preise: 0.60 - 2.00

Budſiaten
kaufen
Ia Kern=Heifen
Seifenpulver.
alle Waſchmtttel zu
den billigſten Tages=
preien
nur bei.
Seifen=Lehner
Waldſtraße 11
Viederverk, höchſte
Rabatte 3192a
Fahrrad=Decken
u. Luftſchläuche z
ertra prima, kanfen
Sie billig bei

B. Orio
Kartſtraße 14. Lugs=
Hornſpäne
beſter Tünger für
Blumen u. Pflanzeu
wied, eingetr. 211553
Kariſtr, 53½, Laden.
n.g

Sountag, 1. Mai, abds. 8 Uhr
Einmaliges Gastspiel des
Frankfurter Theaters:
Die

Jackie Coogans anerkannt bester Film, 7 Akte,
Wer niemals einen Kuß gekußt
Wild-West-Roman in 6 Akten.
Jugendliche haben Zutritt!
Anfang 3½ Uhr.
(7203

gaungargagngan gugngungn

Kunſt=Auktion / geschiedene Frau

Rhein
str. 2

Schloß-Oafé

Rhein-
str
. 2

der Nachläſſe von FCarl Beher,
Hoftheatermaler, und Frau kAnng
Beher, Malerin in Darmſtiadt,
findet ſtatt am 2., 3. und 4. Mai,
bon 9½.12 und 36 Uhr.
Ausſtellung
über die 200 hohen künſtl. Nachlaßwerke,
der Oel=Aqugrellgemälde
und Handzeichnungen.
Freie Beſichtigung
Freitag 29., Samstag, 30. April,
Sonntag. 1. Mai (7150tg
von 10 bis 3 Uhr
im weißen Saal des Kaſſer= und
Fürſtenſaal, Grafenſiraße 20
Eugen Wagner
Auktionator und Taxator
Telephon 2943
Telephon 2943

Nähmaschlnen
Kayser-Fahrräder
gant leichte Teilzahlung K137ksg
Reparaturen, Erſatzteile bei
Otto Urschel,Mechaniker
Darmſtadt, Schulſtraße 11.

MOr Schd

Ue
Karhaus Norschach
ob Brunnen am Vierwaldstättersee, 650 m
0 M., 100 Betten, sonnige, Staublreie, ruhise
Lage, Sohattiger Restaurationsgarten, Mod.
sanit Einrichtung. Pension V. Pr. 8 50 an
Hochsaison v. Fr. 900 gn. Eig. Garage
1V. 7038
Prdsp verlangen.
F Greter, Eigentümer.

Schloß-Café-Ensemble‟‟
Leitung: Kapellmeister Curt Fischer
9. April, abends 8½, Uhr
Grodes 9
der Iomzert
(Wünsche erbeten)
9
Eigene Konditorei
Täglich Konzerte-
Großer Spiel- und Billardsaal (1. Stock)

Baunnnnaanrannanzngnnnnnnnnnnnnnnnar

Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Freitag, den 29. Aprii 1927
abends 7½ Uhr
K 13 (Bühnen=Volksbund)
Cardillae‟
Oper in 3 Akten (* Bildern von Ferdinand
Lion. Muſik von Pauk Hindemith. 9.
ſtkaliſcher Leiter: Foſeph Roſenſtock
In Szene geſetzt von Ernſt Legal.
Bühnenbtld: Lot ar Schenck von Trapy
Perſonen:
Der Goldſhmied Cardillae, Johann. Biſcholl
Die Tochter .
. . . Marzarete Abrecht
Dder Offiuer. . ... Gothelf Viſtor.
Der Goldhändler . . . Heinrich Hölzlin
Der Kavalier
. Joſef Poerner.
Die Dame
Paula Kapper
Der Führer der Prévdlé Leo Barezinski
Der König. Kavaliere und Dimen dei
Hofes. Die Prevdté. Volt
Die Handlung ſpielt im 17. Jahrhundert
in Paris.
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur geg. Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſe nach dem 2. Akt.
Anfang 7½ Uhr Ende nach 9½ Uhr

Empfehle
für Samstag
Ia

Samstag, 30. April. Eeſchloſſene Vorſtel=
lung
für das Gewerkſcha tskartell, Ler
Zigeunerbaron. Anfang 7 Uhr. Kein
Kartenverkauf.
Sonntag, 1 Mai. Sonntags=Fremdenmiete
13. Vorſt. weiße Mietkartel. Siegfried,
Anfang 5 Uhr. Preiſe 1.2012 Mk.
Moniag, 2. Mai. 1. 18. P 11 (Darmſtädter
Volksbühne). Der Tod des Empedokiet,
Anfang 73 Uhr. Preſe 110 Mk.

Fohlenſleiſch
Zervelatwurſt
und andere
Wurſtſorten
Pferdemetzgerei
Tang
Ecke Oberzu Schloß=
gaſſe
. Gufs
Telephon 3052,

Kleines Haus
Freitag, 29. April. Keine Vorſtellung,
Samstag, 30. April. Dritter Beethoo=
Trio=Abend der Trio=Bereiniom
Noſenſtock=Drumm=Audrege. Anf. 8 10
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Sonntag, 1. Mai. Zuſatzmiete TV, 11. frau
Warrens Gewerbe. Anfang 7½ Uhr.
Preiſe 1.506 Mk.
Montag, 2. Mai Keine Vorſtellung.

nDrog. Seker Nachk.
Möbelpolituren Ludwigshöhſtr. 1 (B 3784

U

Raucheg
macht die Augen adf!
Zigarren von S 9 an aufw. Zigareiten von 1 9 an aufw.
Tabak von 50 9 pro 300 Gramm an.
Ganz beſonders empfehle ich meine 8 und 10 9 Zigarren
in größter Auswahl und Qualität einer 12er bezw. 1Ser.
Zu 15 d und höher Sonder=Angebote
Beſichtigen Sie meine Schaufenſter (4683a
Schlamp’s Tabakwarenvertrieb
Fabriklager in Zigarren
Darmſtadt
Große Ochſengaſſe 20.

PIANOS

Klavier=Arnold
Eliſabethenſtraße 28

ieher die Perwendung u

Mnarian

findet am Montag, 2. und am Diens=
tag
, 3. Mai, abends 8 Uhr, im großen
Saal des Reſtaurant Bürgerhol,
Eliſabethenſtr. 2, Vorträge mit pratz.
Vorführungen und Lichtbildern ſtat,
zu denen hiermit freundl. eingeladen wird.
Eintritt freil (G 30

Bad Langenschnalbach
Ftahk undd Moothad.
Blutarmut Frauenleiden Herzkrankheiten

zu Gunſten der Krüppel=Fürſorge mit
Genehmigung des Deutſchen Luftrates
Da
K
K
Aht
am 1. Mai, 3 Uhr 30 Min. nachm., auf dem Flugplatz Darmſtadt
Kunſt=, Schau= und Segel=Flüge, Ballon=Rammen, Luſt=Spiele
Paſſagier=Flüge, Ballon=Wettfahrt der Kinder=Ballons!
Sensatien der RageAkrebatik!
Die Entkleidungs=Szene im Zahnhang am freiſchwebenden Trapez unter dem Flugzeug bei höchſter Geſchwindige
keit, mit nachfolgenden turneriſchen Vorführungen!
Verloſung von Freiffügen für die während der Veranſialtung auf dem Flugplatz gekauften Looſe der Krüppelheim=Baulotterie.

Preiſe der Plätze: Erwachſene R=M. 1., Kinder und Erwerbsloſe (gegen Ausweis) 50 Pfg.

7205fg

[ ][  ][ ]

Numizer 148

Freitag, den 29. Ap=il 1927

Geite 13.

Sport, Spiel und Turnen.

Seutſche Handball=Meiſterſchaft 1927
Zwiſchenrundenſpiel in Darmſiadt.
Die Entſcheidung über die Austragung der Zwiſchenrunde
dar Deutſchen Handballmeiſterſchaft iſt nunmehr gefallen, nach=
1yrm, wie gemeldet, nach den Vorrundenſpielen des vergangenen
Swnntags noch der Polizeiſportverein Berlin, Polizeiſportverein
Falle, Polizeiſportverein Hannover und der Sportverein 98
Taarmſtadt als Anwärter auf die Deutſche Handballmeiſterſchaft
üerig geblieben war.
Am Sonntag, den 8. Mai
nnchmittags 4 Uhr, wird der
Sportverein 98 Darmſtadt,
uniſer Süddeutſcher Handballmeiſter, gegen den mehrjährigen
Idi utſchen Meiſter, den
Polizeiſportverein Berlin
in. Darmſtadt auf dem
Stadion am Böllenfalltor
ſnielen. Es iſt zum erſten Male, daß der ſüddeutſche Meiſter
gegen den deutſchen Meiſter, den Polizeiſportverein Berlin, an=
tpeten
wird, und es iſt für uns beſonders erfreulich, daß dieſe
bledeutſame Begegnung im Kampf um die diesjährige deutſche
Areiſterſchaft nach Darmſtadt, der ſüddeutſchen Handballhochburg,
werlegt worden iſt. Schiedsrichter wird Herr Holzhauſen=
MZerſeburg ſein.
Main=Rodgau (Allgemeiner Deutſcher Turnerbund).
Der Feiertage halber mußte der Spielbetrieb teilweiſe ausfallen.
Am Reſultaten vom letzten Sonntag ſind nachzutragen:
9 ktive Klaſſe:
PolizeiBraunshardt 5:3.
Rot=Weiß 1.Langen 2. 14:0.
Rot=Weiß 2.Spv. 1898 1. 0:5.
KönigſtädtenRaunheim 2:0.
EberſtadtLangen 1. 0:5.
ugend Klaſfe:
Rot=Weiß 1.Trebur 6:0.
Spv. 1898 2.Königſtädten 2:0.
BraunshardtSpp. 1898 3. 3:2.
WeiterſtadtBiebesheim 5:0.
Spp. 1898 4Spp. 1898 1. 0:8.
Eberſtadt iſt in der Jugendklaſſe zurückgetreten. Die
3 abellen zeigen jetzt folgenden Stand:

1. Aktive Klaſſe:

Sportv. 1898, 1. Sp. gew. un. verl. Tore Punkte 61:9 16 Königſtädten 36:12 14 Rot=Weiß, 1. 48:16 14 Langen, 1..
Polizei Darmſtadt 30:17 10 39:34 10 Braunshardt 18:25 Eberſtadt 19:22 Sportv. 1898, 2. 18:26 Rot=Weiß, 2. 18:41 Raunheim 9:29 Langen, 2. 1
2. Jugendklaſſe: 4:59 2 Rot=Weiß, 1. Sp. gew. un, verl. Tore Punkte 9 49:9 18 Sportv. 1898, 1. 35:10 13 Sportv. 1898, 2. 25:13 13 Not=Weiß, 2. 21:14 10 Trebur 16:20 Braunshardt 15:20 Königſtädten 14:24 Sportv. 1898, 3. 15:26 Sportv. 1898, 4. 16:30 Weiterſtadt 9:21 Biebesheim 9:37 3

Fußball.

Fußball=Club Eintracht.
Für Samstag und Sonntag ſind folgende Spielabſchlüſſe getätigt:
Ssamstag 5 Uhr Eintracht II.V. f. R. Junioren. Sonntag ½210 Uhr
Rroßdorf I.Eintracht II. Sonntag 11 Uhr Fußballverein 1924 Frank=
frt
a. M. III.Eintracht III. Alle Spiele finden auf dem Platz am
i inanzamt ſtatt.
Sportverein 1922 Roßdorf.
Am kommenden Sonntag, nachm. 3 Uhr, empfängt die erſte Mann=
ſchaft
des Sportvereins Roßdorf die zweite Mannſchaft des FC. Ein=
ueacht
Darmſtadt zum Freundſchaftsſpiel.
Schwimmen.
Schwimmlehrkurſus des V. f. L. Rot=Weiß am Freitag.
Der Sportlehrer Paul Andreas von der Hochſchule für Leibesübun=
gen
in Berlin bereiſt zur Zeit im Auftrag des Deutſchen Schwvimmver=
hrandes
Süddeutſchland, um den Vereinen des Kreiſes V die Erfahrun=
aen
und Lehrſyſteme der modernen Sporthochſchule zuteil werden zu
lnſſen. Der V. f. L. Rot=Weiß hat ſich ebenfalls Andreas zu einem
unternen Vortragsabend verpflichtet, der am Freitag, abends von ½8
lis ½10 Uhr in der kleinen Halle des Städt. Schwimmbades ſtattfindet,
die ſich gerade zu ſolchen Vorführungen ſowohl für die Ausübenden
X8 auch für den Zuſchauer vortrefflich eignet. Der Lehrkurſus iſt in
ſter Linie für die Sportſchwimmer gedacht, die bereits eine gewiſſe
sorbildung erreicht haben; er wird ſich auf alle Stilarten, ſowie über
däe verſchiedenen Trainingsſyſteme erſtrecken. Der Wettkampfmannſchaft
dres V. f. L. iſt deshalb die Teilnahme zur Pflicht gemacht. Die übrigen
Vsereinsangehörigen, ſowie alle Mitglieder des Deutſchen Schwimm=
twerbandes
ſind als Zuſchauer herzlichſt willkommen. Wer die intereſſan=
ten
Vorträge von Paul Kellner und Jul. Stern, die dieſelben voriges
JJahr in Darmſtadt hielten, miterlebte, wird ſicherlich nicht verſäumen,
deen heute abend ſtattfindenden Lehrkurſus zu beſuchen, zumal Paul
Andreas, der bereits bei verſchiedenen größeren Vereinen Süddeutſch=
lands
tätig war, ein glänzender Nuf als Sportlehrer vorausgeht.
Beſtätigte deutſche Schwimmrekorde.
Die von Herbert, Heinrich im Freiſtilſchwimmen über 300 und 400
Meter mit 3:47 bzw. 5:09 Minuten aufgeſtellten Höchſtleiſtungen wurden
nom Deutſchen Schwimmverband als deutſche Rekorde anerkannt. Hein=
mich
beabſichtigt, an den engliſchen 220 Yards=Meiſterſchaften, die am
Mittwoch, den 13. Juli, in Birmingham ſtattfinden, teilzunehmen.
Motorſport.
Das Internationale 24=Stunden=Rennen auf der Opelbahn.
Ein ſehr gutes Meldeergebnis.
Das am Samstag, den 30. April, nachmittags 5 Uhr, auf der Opel=
hahn
in Riſſelsheim beginnende Internationale 24=Stunden=Rennen für
ANotorräder hat ein überraſchend gutes Meldeergebnis gefunden. Bis
zum erſten Meldeſchluß ſchrieben ſich 48 Fahrer mit 24 Maſhinen ein.
Die zugelaſſene Zahl von 60 Fahrern mit 30 Maſchinen dürfte beim
Xweiten Meldeſchluß ſogar überſchritten werden. Unter den Gemeldeten
beefinden ſich bekannte Namen wie Müller, Sprung, Friedrich (alle
SKW.), Islinger, Glöckler (NSU.), Boivin=Paris, Henn=Düſſeldorf
Sew Imperial), Hieronimus=Nürnberg (Sunbeam), Lismonde= Frank=
zreich
(Dunelt), Lohfe, Ihle (Scküttof), Arndt=Berlin (Mabeco), Pryzi=
beilfki
=Berlin, Jungmann=Berlin (D.=Rad), Hanni Köhler=Berlin (Stock),
Mettenheimer, Klein, Frau Folville (BMW.) Bei der Deutſchen
Motorſport=Gemeinſchaft in Berlin wurden für das Rennen die An=
meldungen
für vier neue Weltrekorde abgegeben. Die
ſorei Stock=Maſchinen, die allein das Rennen der 125 Kubikzentimeter=
Mlaſſe beſtreiten, wollen über 1500 Kilometer eine neue Beſtleiſtung auf=
ſſtellen
, Arndt und Laupenmühlen=Berlin auf Mabeco wollen über 6, 12
und 24 Stunden neue Welthöchſtleiſtungen ſchaffen.

Der Sport des Sonntags.
Das Sportprogramm des Sonntags iſt gerade in dieſen. Uebergangs=
wochen
außerordentlich vielſeitig und reichhaltig. Während auf der einen
Seite jene Sportarten, die man in der Hauptſache während der kühleren
Jahreszeiten im Freien und in der Halle pflegt, nämlich Fußball, Hockey,
Rugby, Handball, Bbxſport, Kunſtturnen uſw., noch in ſtarkem Maße
ihre Anhänger beſchäftigen, machen ſich auf der anderen Seite auch die
Sommer=Sports, wie Leichtathletik, Tennis, Pferdeſport, Bahn= und
Straßen=Radrennen, Motorſport in ſteigendem Maße bemerkbar. Auch
der erſte Maiſonntag bringt wieder auf allen Gebieten einen ſehr regen
Sportbetrieb. Im
Fußball
ſollen zunächſt die letzten noch fehlenden Vertreter für die acht Tage
ſpäter ſtattfindende Vorrunde um die Deutſche Meiſterſchaft ermittelt
werden. In Weſtdeutſchland kämpfen Fortung Düſſeldorf und Turu
Düſſeldorf um die dritte Vertreterſtelle des Weſtens, in Norddeutſchland
wird zwiſchen Hamburger SV. und FC. 93 Altona die Frage nach dem
zweiten norddeutſchen Vertreter entſchieden und in Breslau ſoll es ſich
zwiſchen Breslauer SC. 08 und FC. 06 Breslau entſcheiden, wer Süd=
oſtdeutſchland
neben den Breslauer Sportfreunden bei der Deutſchen
vertreten kann. Der Sieger aus dem Breslauer Spiel iſt gleichzeitig
auch ſüdoſtdeutſcher Meiſter. Mitteldeutſchland hat zwar in V.f.B. Leip=
zig
und Chemnitzer BC. ſeine beiden Vertreter ſchon nominiert, aber
zwiſchen den beiden Mannſchaften kommt am Sonntag noch der Titel
eines Mitteldeutſchen Meiſters zur Entſcheidung. In Süddeutſch=
land
ſind die Meiſterſchaftsſpiele endgültig beendet. Dafür regt aber
jetzt ein anderes Ereignis das Intereſſe der Maſſen an:
Die erſte Haupt=Pokalrunde im SFV.
21 Mannſchaften haben ſich für dieſe erſte Runde qualifiziert und
ſuurden wie folgt gepaart:
Saar 05 Saarbrücken1. FC. Idar,
FSV. Mainz 05FV. Saarbrücken,
Freiburger FC.V.f.R. Mannheim.
Kavlsruher FV.V.f.L. Neckarau.
FC. PirmaſensEintracht Frankfurt,
Sportv. 98 DarmſtadtFSV. Frankfurt,
Not=Weiß FrankfurtBayern München.
München 1860Stuttgarter SC.,
V.f.B. StuttgartASV. Nürnberg.
1. FC. 93 Hanau1. FC. Nürnberg.
Spielfrei blieb die Sp.Vg. Fürth. Alle Spiele finden auf den
Plätzen der erſtgenannten Mannſchaſten ſtatt.
Die Frage nach den bovausſichtlichen Siegern iſt bekanntlich bei
Meiſterſchaftsſpielen ſchon ſchwer zu beantworten, noch ſchwerer aber bei
Pokaltreffen. Hier tauchen Mannſchaften mit einer Pokaleignung
auf, die bei Privat= und Punktekämpfen längſt nicht die Kampfkraft auf=
brachten
, die ſie nun beweiſen. Gerade bei den Pokalſpielen ſind Ueber=
raſchungen
an der Tagesordnung. Abgeſehen von den Spielen Darm=
ſtadt
98 gegen FSV. Frankfurt, Hanau 93 gegen 1. FC. Nürnberg und
Not=Weiß Frankfurt gegen Bahern München, in denen die Gäſte
(Frankfurt, Nürnberg, München) doch wohl die beſſeren Chancen haben,
iſt der Ausgang aller anderen Spiele durchaus offen. Wo die Paarun=
gen
vielleicht doch etwas ungleichwertig ſind, hat der Platzbeſitzer durch
den Vorteil ſeines eigenen Platzes ein Plus, das das Manko in der
Spielſtärke ausgleichen kam. Auf jeden Fall ſtehen uns aber in allen
Fällen intereſſante Kämpfe bevor.
Aufſtiegsſpiele
finden wieder in allen fünf Bezirken ſtatt. Es ſpielen: Im Bezirk
Bayern: FV. Würzburg-Bahern Hof. DSV. München-Jahn
Negensburg, FSV. NürnbergSchwaben Ulm; Bezirk Württem=
berg
=Baden: V.f.R. GaisburgFC. Birkenfeld, FC. Zuffenhauſen
Sp.Vg. Freiburg, V.f.B. KarlsruheFV. Offenburg; Nheinbe=
zirk
: Pfalz LudwigshafenV.f.R. Pirmaſens, Germania Friedrichs=
feld
FC. 08 Mannheim; Mainbezirk: Sport 1860 Hanau
Höchſt 01; Bezirk Rheinheſſen=Saar: Trier 05Germania
Wiesbaden, Kreuznach 02Sportfreunde Saarbrücken.
Die Privatſpiele
ſind diesmal in Süddeutſchland nicht ſo zahlreich, da ja ein Großteil der
Bezirksligavereine bei den Pokalkämpfen beteiligt iſt. Zu nennen ſind:
Inion NiederradAlemannia Worms, SV. WiesbadenV.f.L. Neu=
Iſenburg, Voruſſia Neunkirchen-Phönix Karlsruhe (Samstag), Ein=
tracht
TrierPhönix Karlsruhe und Wacker MünchenNeuhauſen. Die
Sp.Vg. Fürth reiſt nach Mitteldeutſchland, wo ſie am Samstag Gaſt des
Plauener Sport= und Ballſpielklubs iſt und am Sonntag gegen Guts
Muths Dresden ſpielt.
Im Reich
finden die bereits oben erwähnten Endſpiele ſtatt. In Dortmund ſteigt
ein Freundſchaftsſpiel Weſt gegen Mitteldeutſchland.
Das Ausland
weiſt in ſeinem Fußballprogramm u. a. ein Länderſpiel Holland gegen
Belgien in Amſterdam auf.

Turnen.
Der Frankfurter Tv. 1860 veranſtaltet am Samstag und Sonntag
reichsoffene leichtathletiſche Wettkämpfe, bei denen eine Reihe von D.T.=
Meiſterinnen und Meiſter aus allen Teilen des Reiches am Start ſind.
In den einzelnen Kreiſen der D.T. werden außerdem die Fecht=
meiſterſchaften
ausgetragen.
Pferdeſpori.
Rennen zu Düſſeldorf.
1. Grupella=Rennen. 2100 Mk. 1400 Meter. 1. M. Pfeifers Sepp
(G. Nagy); 2. Agrippa: 3. Barſita. Ferner: Standrecht, Schutzherr,
Parteigetriebe, Dadili. Tot.: 33: Pl. 14, 13 15:10. 23 Lg.
2. Cornelius=Mennen. 2100 Mk. 1400 Meter. 1. C. Pils Rari
(H. Starnecker); 2. Tingl Tangl; 3. Sit Tight. Ferner: Pipkin, Tür=
mer
, Lueifer 2., Impatiens, Eſens. Tot.: 22: Pl. 11, 12. 15:10. 23 L.
3. Schadom=Rennen. 2100 Mk. 3000 Meter. 1. Geſt. Ludenbergs
Barcarole (R. Hatmannſhen); 2. Myrte; 3. Wingolf. Ferner: Moving,
Minerva, La Danoiſe, Mouſſine, Eyfura. Tot.: 74: Pl. 18, 37, 50:10.
25 Längen.
4. Achenbach=Rennen. 2100 Mk. 2000 Meter. 1. H. Zimmermanns
Iſelberg (B. Saria); 2. Pilius; 3. Tönnisheide. Ferner: Sapajus, Ar=
kadig
. Jobbe, Falke, Mags, Jriſh Bridge. Tot.: 43: Pl. 15, 12. 16:10.
10½ Lg.
5. Oberbürgermeiſter Marx=Erinnerungs=Rennen. Ehrenpreis und
5000 Mk. 3600 Meter. 1. W. Studiers Tartarie (A. Stolpe): 2. Le
Challenge; 3. Darling 2. Ferner: Capitas, Goldat, Artus, Coeur
dAlmee, Mozart, Jwan, Limone, Anitra, Relieario, Ciſterne. Tot.: 62,
Pl. 18, 48, 17:10. 31½ Lg.
6. Graf Goltſtein=Rennen. 3000 Mk. 1600 Meter 1. A. Simons
Kabalia (H Schmidt); 2. Lancia; 3. Desdemona. Ferner: Marino,
Tot.: 16: Pl. 10, 11:10. 23 Lg.
7. Heinrich Heine=Rennen. 2100 Mk. 2800 Meter 1. M. Perſcheids
Prinz CCh. Schuldt); 2. Domherr; 3. Idealiſt. Ferner: Trumſcheit,
Hans Günther. Tot.: 18. Pl. 15, 18:10. 625 Lg.
Nennen zu Le Tremblay.
1. Rennen: 1. H. Counts Beniamin (G. Vatard); 2. Hermione 2:
3. Thelma. Ferner: Prevohant, Chedid, Marion, Delorme. Rhetuer,
Phanette, Bortytis, Cascarinette. Tot,: 58, Pl. 18, 16, 28:10. Hals
bis Kopf.
2. Rennen: 1. Bon. M. de Rotſchilds Caravelle (C. Bouillon);
2. Kirganelle; 3. Vivette. Ferner: Miche, Lais 6., Capeline, Vallee,
Heureuſe, Comteſſe Lemberg, Renreſaille, Harbour, Light, Mirella. Pal=
las
, Belle Fleur. Balglaika, Marmite Norvegienne. Tot.: 131: Pl. 42,
15, 41:10. 3½.
3. Rennen. 1. Cte. de Gramedos L'Jsly (M. de Nexon); 2. Gimone;
3. Smoke Cloud. Ferner: Iſelin, Dorian 2. Tot.: 47: Pl. 19, 13:10.
1½Hals.
4. Rennen: 1. Mme. Edm. Blanes Eden (H. Semblat); 2. Sapaiou;
3. L’Incertain. Ferner: Dark Minſtrel, Fortunio. Tot.: 16: Pl. 15,
30:10. ½1½ Lg.
5. Rennen: 1. J. Henneſſys Loubier (J. Jennings); 2. Suzerain;
3. Legitimee. Ferner: Le Lude Rolet Jaune, Ingurtha, Brutus, Luf=
ſault
, Fortunio 2., Battage, Fakir, Opiniatre, Franki, Rex Ronald,
Beaumarchais, Durglaß, Lys Rohal, Verdurette 2. Tot.: 104; Pl. 37,
74, 37:10. kurz. KopfKopf.
G. Rennen: 1. L. Paillets Saint Cricg (R. Brethes); 2. Billy Wil=
liams
; 3. Quezal. Ferner: Eſplandian, In Partibus, Cornelius, Nel=
eius
, Bombita, Erivanne, Mais Juſtement. La Hotta, Solamire. Tot.;
51; Pl. 23, 59, 23:10. 1½34,

Geſchäftliches.
Wer an Hämprrhoiden leidet, tur gut, ſich an die Humidongeſell=
ſchaft
, Berlin W 8. Block 233, zu wenden. Dieſe Geſellſchaft verſendet
gratis und franko, jedem eine Probe ihrer ausgezeichneten und be=
währten
Humidon=Salbe nebſt mediziniſcher Aufklärungsſchrift über
Hämorrhoidenleiden.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 30. April 1927,
(nach der Wetterlage vom 28. April 1927).
Obwohl durch den Druckanſtieg in Mitteleuropa ſich der Witterungs=
charakter
zurzeit etwas ruhiger geſtaltet, iſt trotzdem noch nicht mit
einer ſtabilen Wetterlage zu rechnen. Immer noch beeinfluſſen uns
nordweſtliche Störungen, ſo daß mit wechſelnd bewölktem Wetter und
zeitweiſen Niederſchlägen zu rechnen iſt.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

Hauptſchriftleitung: Rudol/ Mauve
Verantwortlich ſür Polltik und Wirtſchaft: Rudelf Mauve; für Feuilleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den
Inſeratenteil: Willy Kuhle: Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rücktendung n ich übernommen.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

der Slektrichen
bedürfen imer der höchſten)
Beachtung. Zu den ſchlechte,
ſten aber gehört, mit dem-e
ſcheußlichen Dampf eines
Finterwäldler-Rauchkrauts
ſeinen Mitfahrern läſtig zu.
werden und mit ſolchen üblen
Schwaden die Perrons zu ver,
peſten. Gerade in der ſohäu,
fig engen Zuſammengedrängt,
heit der Paſſagiere i/t äußer?
ſte Nückſichtnahme auf dene
Mitmenſchen notwendig.
Die Zigarette, die dafür bürgt,
daß man auf der Clektriſchen
und überall im dichteſten.
Menſchengewihl ſeinen Näch.,
ten nur die angenehmſter)
greiling-Auslele zuS4

HBckins-!
Eindrücke vermittelt, iſ4
Es iſt eine Marke, die in ihrer Bekömmlichkeit und ihrem Geſchmack dem Paucher2
höchſte Befriedigung gewährt, die aber auch mit ihren feinen, blauen Pauchkringeln und
ihrem erquiſiten Aroma-eine Folge der Naturreinheit der für ihre Miſchung Hernendeten
Jabake -bei der Umgebung die dußerſte Srmpathie austöſt. er Greilina-Auslele
ducht, ſorat für ſein Anſehen, (eine Beliebtheit und ſeinen guten Puf*
U
ſ70
Generaluertreter für Mainz und Darmstadt:
V 4333
Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt/Main, Niddastr. 04, Mittelbau, Tel. Hansa 6963.

[ ][  ][ ]

Aufſichtsratsſitzung der J.=G. Farbeninduſirie.
10 Prozent Dividende.
Der Aufſichtsrat beſchloß, der Generalverſammlung, die in Frauk=
furt
a. M. am 2. Juni ſtattfindet, aus einem nach 75,24 (i. V. 55,77)
Mill. RM. Abſchreibungen verbleibenden Reingewinn von faſt unver=
ändert
68,72 Miül. RM. wiederum 10 Prozent Dividende, wie es bereits
vor einigen Tagen angekündigt wurde, zu verteilen. Die Abſchreibungen
enthalten einmalige größere Abbuchungsbeträge, die ſich durch die Zu=
ſammenfaſſung
der Betriebe ergeben haben. Der Bilanzſtatus des Far=
bentruſtes
iſt außerordentlich günſtig. Der Geſchäftsbericht erwähnt zu=
nächſt
die bekannte Fuſion, mit der Köln=Rottweil A.G. und die mit
Dynamit A.G. vorm. Alfred Nobel u. Co. in Hamburg und der Rhei=
niſch
=Weſtfäliſchen Sprengſtoff A.G. in Köln abgeſchloſſenen Verträge
und die damit im Zuſammenhang ſtehenden Kapitaltransaktionen. 1926
war der Geſchäftsverlauf im allgemeinen befriedigend. Auf dem Farb=
ſtoffmaukt
konnte trotz verſchärften Konkurrenzkampfes der Abſatz be=
hauptet
und in manchen Ländern weiter ausgedehnt werden. Auf dem
wichtigen Gebiet der anorganiſchen Erzeugniſſe, der organiſchen Zwi=
ſchenprodukte
und Löſungsmittel hob ſich beſonders in der zweiten Jah=
reshälfte
der Inlandsumſatz, ebenſo ſteigerte ſich der Verkauf nach dem
Ausland. Das Inlandsgeſchäft auf pharmazeutiſchem Gebiet ließ zu
wünſchen übrig, während ſich der Auslandsabſatz günſtig entwickelte.
Einige neu herausgebrachten Erzeugniſſe verſprachen eine günſtige Ent=
wicklung
. Auf dem Gebiete der photographiſchen Abteilung konnte der
Umſatz im In= und Ausland erfreulich geſteigert werden; der Erlös litt
jedoch unter der Konkurrenz. Das Kunſtſeidegebiet wurde ausgedehnt
und die Erzeugung glatt abgeſetzt; die Preiſe waren jedoch nicht be=
friedigend
. Der Abſatz von Stickſtoff war befriedigend. Im laufenden
Jahre ſind infolge des erhöhten Verbrauchs die geſamten Lagerbeſtände
geräumt und man erwartet eine Abſatzzunahme von mindeſtens 20 Pro=
zent
. Die Nachfrage nach dem neuen Volldünger Nitrophoska J. G.
konnte nicht durch die heutige Erzeugung gedeckt werden. Im Stichſtoff=
Exportgeſchäft erwartet man eine ebenfalls Wprozentige Steigerung.
Durch die am 1. April planmäßig auf den Merſeburger Werken auf=
genommenen
Betriebe für die Kohlehydrierung wird bald eine weſent=
liche
Beteiligung der J.G. an der deutſchen Benzinverſorgung erwartet.
Zur Gewinnverteilung iſt zu bemerken, daß die 136 696 600 RMM.
neuen Stammaktien erſt ab 1. Januar 1927 dividendenberechtigt ſind und
ebenſo die im Vorjahre neu begebenen 160 Mill. 6proz. Vorzugsaktien
Serie 4 und die damals neu geſchaffenen 35,6 Mill. Mk. 3½prozentigen
V.A. Serie B. In der Bilanz erſcheinen Liegenſchaften, Gebäude,
Apparate und Utenſilien (alles in Mill. RM.) 346,89, Beteiligungen
und Wertpapiere 261,13, Vorräte 226/03, Forderungen 384,93, Kaſſe und
Wechſelbeſtände 14,63, Bankguthaben 20,73, Reſteinzahlungen auf die
136 626 600 RM. St.A., fällig am 15. 7. 1927, mit 69,73, noch nicht wei=
ter
begebene St.A. 103,37, noch nicht weiter begebene V.A. Serie A 160,
nicht einbezahltes Kapital auf V.A. Serie B 26,6. Gegenüber ſteht das
A.K. mit 900 Mill. RM., V.A. A 160, V.A. B 40, Reſerve 173,15, Pen=
ſions
= und Unterſtützungsfonds 43,4, Jubiläumsfonds 3, Stiftungen 2,4,
Obligationen 7,72 und Verbindlichreiten 393,66, darunter Bankſchulden
83,41. Von dem Roherträgnis in 1926 von 186,074 Mill. RM. erforder=
ten
Generalunkoſten 42,19 und die erwähnten Abſchreibungen 75,24 Mill.
RM. Die Bilanz iſt außerordentlich flüſſig. Im laufenden Geſchäfts=
jahr
iſt die Entwicklung weiter günſtig, die finanzielle Lage zur Zeit ſehr
befriedigend. Die umfangreichen Neubauten konnten aus Mitteln der
Aktienemiſſion beſtritten werden.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., B. April.
Trotz des bevorſtehenden Ultimos war die Haltung an der heutigen
Börſe feſt. Im Gegenſatz zum geſtrigen Börſenverkehr konnte ſich
ſogar recht lebhaftes Geſchäft entwickeln. Die feſte Stimmung ging vom
MMontanmarkte aus. Gelſenkirchen ſtanden im Vordergrund des In=
tereſſes
mit plus 4 Prozent, ferner gewannen Rheinſtahl 3 Prozent,
Mannesmann 2½ Prozent und Harpener 1½ Prozent. Auch Phönig
waren ſtärker begehrt, gegenüber den höheren Kurſen der geſtrigen
Abendbörſe konnten Autowerte und Zellſtoffaktien noch etwas anziehen.
Lebhaftes Geſchäft entwickelte ſich in den Aktien der J. G. Farben=
induſtrie
, die ebenfalls etwas gewinnen konnten. Man hatte ſich be=
reits
an der Börſe mit nur einer 10prozentigen Dividende abgefunden,
ſo daß die Beſtätigung in der heutigen Aufſichtsratsſitzung keinen Ein=
druck
mehr machte. Feſt waren auch Schiffahrtswerte, beſonders Lloyd
mit plus 2½ Prozent. Banken lagen eine Kleinigkeit ſchwächer. Am
Elektromarkt überwogen ebenfalls die Abgaben. Reſten blieben wieder
völlig umfatzlos.
Im weiteren Verlauf traten für J. G. Farbeninduſtrie ſtarke
Schwankungen ein. Zunächſt ſteigerte ſich der Kurs bis auf 337, um dann
wieder bis auf 334 zurückzugehen. Am Montanmarkt blieb das Intereſſe
für Phönix und Gelſenkirchen erhalten. Im übrigen ging die Umſatz=
tätigkeit
ſtark zurück. Tägliches Geld 5½ Prozent.
Die Abendbörſe lag ruhig und nur für einige Spezialitäten
feſt. Die Farbenaktie, zwar auf die enttäuſchende 10 Prozent Dividende
ruhig, doch auf den außerordentlich flüſſigen Status und die hohen
ſtillen Reſerven in der Bilanz lebhaft und um 3 Prozent höher. Da=
neben
waren Gelſenkirchen, A.E.G. und Schuckert ſtärker beachtet. Schiff=
fahrstwerte
zogen weiter an, die übrigen Markrgebiete ſtill. Man nannte
Phönix 144,75, Mannesmann B7,25, Gelſenkirchen 206,5, A.E.G. 215,
Schuckert 236, Metallbank 177,5, Mitteldeutſche 275, Lloyö 159,5, Zell=
ſroff
Waldhof 300, Farbeninduſtrie 332335, Peters Union 141, Metall=
geſellſchaft
218, Holzverkohlung 94, Unif. Türken 24,5, Ablöſungsrente
21,25. Abenddeviſen kaum verändert. London-Paris 124,
gegen Mailand 91, gegen Madrid 27,52, gegen New York 4,8577½,
Pfunde gegen Mark 20,49½, Dollar gegen Mark 4,2180.

Berliner Effektenbörſe.
Berlin, den 28. April.
Die Hauſſebegeiſterung der Spekulation wurde durch das Heran=
rücken
der Ultimoliquidation heute etwas eingeſchränkt. In Elektro=
werten
, den bisherigen Hauptfavoriten, fanden größere Glattſtellungen
ſtatt, wodurch deren Kurſe beeinträchtigt wurden. Allerdings ſetzte das
Geſchäft dafür auf anderen Gebieten lebhaft ein. So erzielten Textil=
werte
unter Führung der Kunſtſeidenpapiere ſcharfe Kursbeſſerungen.
Auch der Schifahrtsaktienmarkt war belebt und feſt. Montanaktien
notierten zu den erſren Kurſen auffälligerweiſe trotz der ungünſtigen
Lageberichte aus dem Bergbau überwiegend höher. Einiges Jutereſſe
beſtand außerdem noch für verſchiedene Einzelpapiere, während im übri=
gen
die Haltung bei ruhigem Geſchäft gut behauptet war. Am Geld=
markt
machte ſich die Ultimovorbereitung heute erſtmalig bemerkbar.
Tagesgeld war ſtärker gefragt. Es zog infolgedeſſen auf 5 bis 6½ Pro=
zent
an. Zugleich hörte man für Gelder auf einige Tage feſt über den
Ultimo Forderungen von 6 bis 7½ Prozent. Monatsgeld
notierte unterändert 6½ bis 7½ Prozent. Warenwechſel zirka 47/8.
Im Deviſenverkehr ſchwächte ſich der rumäniſche Leu empfindlich ab
und notierte gegen Zürich 3,28 Brief. Mehrfachen Schwankungen unter=
lag
die Lira, die ſich ſchließlich in London auf etwa 91,20 ſtellte. Die
Steigerung der Montanaktien war im einzelnen ſehr umfangreich. Gel=
ſenkirchen
gewannen zum erſten Kurs 9½, Mansfeld 41/=, Mannesmann
3, Köln=Neueſſen 5½, Klöckner 5½, Harpener 5¾, Ilſe Bergbau pl. 10.
Sehr feſt lagen Schubert u. Salzer mit 12 Prozent Gewinn. Ver=
einigte
Glanzſtoff mit 6 Prozent Gewinn. Bemberg mit einer 23proz.
Steigerung; ferner Schultheis und Oſtwerke, einige Werte des Ma=
ſchinen
= und Metallmarktes (Hackethal auf die beſſere Geſchäftsentwick=
lung
plus 4½) und verſchiedene Bankaktien, Mitteldeutſche Kredit pl. 9,
Bank und Brauinduſtrie pl. 8, dagegen büißte die Bank elektr. Werte
4 Prozent ein. Unter Schiffahrtsaktien hatten Hamburg Süd und Hanſa
bei angeregtem Verkehr die Führung. Siemens büßten etwa 4 Proz.,
A. E. G. 2 Prozent ein. Von Autowerten notierten Adler 7½ Prozent
höher. Deutſche Staatsrenten luſtlos und ſchwächer. Neubeſitzanleihe 21.
Im weiteren Verlauf der Börſe hatte die Geſamttendenz einen bemer=
kenswert
feſten Grundton. Eine größere Anzahl von Einzelpapieren
konnte um mehrere Prozent anziehen. U a. Klöckner, Schubert und
Salzer (plus 19), Deutſcher Eiſenhandel, Thüringer Gas, Gebr. Jung=
hans
, Feldmühle Papier. Die J.G. Farbenaktie ging von 328 auf 336,
da höhere Diwidendentagen umliefen, fenkte ſich aber nach Bekanntwer=
den
des Vorſchlages von 10 Prozent brutto wieder auf 331332. In
dieſem Zuſammenhang geſtaltete ſich auch ſonſt der Schluß der Börſe
uneinheitlich. Der Satz für Reporkgeld, in den ſpäten Mittagsſtunden
auf 7½7¾ feſtgeſetzt, bewegt ſich damit alſo auf ſeiner bisherigen
Höhe. Ludwig Loewe minus 8, Elektrowerte nach wie vor gedrückt.
Schluß= und Nachbörſe. Privatdiskont kurze Sicht und lange
Sicht je 4¾ Prozent. An der Nachbörſe entwickelte ſich eine Hauſſe=
bewegung
in Schultheiß= und Oſtwerke=Aktien, indem Schultheiß bei
ſtarker Beteiligung der Spekulation den Stand von 500 Prozent er=
reichten
(Schlußkurs 495), Oſtwerke folgten bis 478 nach. Sonſt war die
Nachbörſe wenig lebhaft bei uneinheitlicher Verfaſfung. J.G. Farben=
induſtrie
331 nach 329,5. Bemerkenswert war noch ein kräftiger Tages=
gewinn
, der Hotelbetriebsgeſellſchaftaktien, deren Kaſſakurs mit 260
notiert wurde und die in der Kuliſſe danach mit 267 umgingen. Im
einzelnen hörte man gegen 2.30 Uhr n. a.: A. E. G. 215,5, Siemens 328,
Mannesmann 237,25, Harpener 263,5, Gelſenkirchen 205,5, Rheinſtahl
266, Vereinigte Glanzſtoff 675, Hapag 155,25, Hamburg=Süd 248,25,
Nordd. Lloyd 159, Mitteldeutſche Kreditbank feſt 272.

Aſchaſfb. Zellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin ...
Bank el W...
Berlin. KarlsruheInd
Fraunkohl.-Briketts
Bremer Vulkan
Aremer Wolle.
Teutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel.
Teutſche Erdöl .....
Teutſche Petroleum.
Tt. Kaliwerke.
Donnersmarckhüte
Tynamit Nobel.
Elektr. Lieferung.
J. B. Farben.
M. Friſter.
Eaggenau Vorz
Geſſenk Eußſtahl.
G. f. elerv. Untern.
Halſe Maſchinen.
San. Maſch. Egeſt.
Hanſa Tampfſchf.. ..

27. 4. 28 4. 195. 200.25 58.25
223
125.
155.
224.75
129.6251134.5 162.25
59.
229.25 13. 125 200. 20r.75 86. 155.25 1.57. 142. 143.25 158.25 212. 212.375/Rütgerswerke .. 328.25 333. 117.25 119.75 67.5 69.25 17. 18. 284. 283.25 215.75 218.75 140. 148. 236.5 237.5

Hemvor Zement. .
Hirſch Kupfer ..
Höſch Eiſen.."
Hohenlohe Werke
126.5 Kahla Vorzellan
210. 1225. Lindes Eismaſch.
159. ILingel Schuh. . ..
225. Linke u. Hofmann".
125.25 123. 1L. Loewe u. Co...

Nordd. Gummi. . . .
Orenſtein. . . . . . . . ."
Rathgeber Waggon".
Rombacher Hütten..
162. Roſitzer Zucker. . ..
Sachſenwerk ...
Sächſ. Gußſtahl.
Siemens Glas...
Ver. Lauſitzer Glas
Volkſtedter Porzell..
Weſtf. E. Langendreer
Wittener Gußſtahl.
Wanderer=Berke .

27. 4.
283.
125.
228.5
29.12:
137

96.5
37.
151.
198.
140.

143.
141.75
196.
162.125
70. 25
55.25
6

28. 4.
284.5
126.5
2.30.
29.25
140.
183.
104.75
98.5
156.

143.5
113.75
110.
44.25
143.375
200.25
96.
184.25
68.5
56.25
n5
291.

Oeviſenmarkt.

Bmſterdam=R.
Buenos=Aires.
Brüfſel=Antw.
Eslo
Kopenhagen
Stodholm
Kelſingſors.
Italien ..
London ..
Ner=York.
Paris.
Sckneiz
Spanien

27. 4. 28. 4. 27. Geld Brief Eeld /Brief Geld Brie 168. 59 169.0: 168.60 169.02 Wien D.=Oſt.abg. 59.28 59.4 1.78 1.785 1.782 1.78 Prag. ... . . .." 12. 473 12.51 58.575 58.715 58.575 58.715 Budapeſt( Pengö 73.43 73.6 V08.81 109.09 108.81/109.09 Fapan. . . . . . . . 112 42 12.70 112.42/112-70 Mio de Janeiro. 1.496 0.498 112.7 1 12.99 112.69112.9 Sofia ......" 3.043 3.05 10.589 10.629 10.592 10.632 Jugoflavien .. 7.40 7.42 122.28 22.34 22.43 22.49 Konſtantinopel 2.15. 2. 165 120.462 0.514 20.461 20.513 Liſſabon. 21. 475 21.52: 11-213 4. 223 4. 213 4.223 Danzig .. 81. 71 16.50 6.54 16.50 16.54 Athen. 5.69 5.71 1st.01 8:.21 91.07 81-22 Ranada. . 4.216 4.22é 73.21/ 74.0 74.36 74.54 rnguag. 4.275 4. 235

28. 4.
Geld /Brief
59.31/ 59.45
2.474/12.514
73.41 73.59

0.496/ 0.498
3.043/ 3.053
7.40 7.42
2.1551 2.165
21. 475/2 :.525
81.911 81.751 81.95
5.64 5. 66
4.216 4.226
4.255/ 1.265

Die Tagung des Deutſchen Maſchinenbaues.
Die geſtern abgehaltene ordentliche Mitgliederverſammlung des Ver=
eins
Deutſcher Maſchinenbauanſtalten wurde von Generaldirektor
Dr. h. a. Reuter mit allgemeinen Ausführungen über die Lage in der
deutſchen Induſtrie und die Frage des internationalen Eiſenpaktes ein=
geleitet
. Er begrüßte fernerhin die Fortſchritte auf dem Gebiete der
Handelsverträge und erklärte, daß eine weitere Beſſerung der allge=
meinen
Wirtſchaftslage davon abhänge, daß nicht neue Belaſtungen
durch Lohnerhöhungen und Preisſteigerungen geſchaffen würden. Nach
Reichsaußenminiſter Strefemann ſprach ſodann Profeſſor Guſtav Caſſel.
Er führte u. a. aus, daß, abgeſehen von den Störungen auf dem Ge=
biete
des Geldweſens, die zum größten Teile behoben ſeien, die Stö=
rungen
des internationalen Handels für die jetzige Notlage der Welt=
wirtſchaft
verantwortlich ſeien. Durch hohe Zölle, Ein= und Ausfuhr=
verbote
ſei jetzt ein freier Wettbewerb und eine natürliche Arbeitsteilung
weit ſtärker als vor dem Krieg behindert. Er verbreitete ſich ſodann
über die Gründe, die in einer Reihe von Irrtümern über den Einfluß
der geringen Kaufkraft auf die Abſatzſchwierigkeiten in dem Verſuch,
einen höheren ſozialen Standard durch Schutzzölle zu verteidigen und
der Annahme, daß es vorteilhaft ſei, Produktion und Handel anderer
Länder zu unterdrücken, zu ſuchen ſeien. Durch ſolche Irrtümer würde
die Geſundung der Weltwirtſchaft verzögert, da die Produktion dadurch
vermindert würde. Der Monopolismus ſei der hemmende Faktor der
Weltwirtſchaft. Monopoliſtiſche Politik würde heute ſowohl von den
Kartellen und Syndikaten wie von den Gewerkſchaften getrieben, die
künſtliche Haltung der Arbeitslöhne ſei eine Urſache der anhaltenden
Arbeitsloſigkeit in Europa, die außerdem durch die ſtaatliche Arbeits=
loſenunterſtützung
gefördert werde. Zu hohe Preisforderungen und mo=
nopoliſtiſche
Abſchließung gewiſſer Berufe habe auch charakteriſtiſche Ver=
änderungen
in der Preisbildung ausgelöſt. Die Produktionskoſten ſeien
um ſo mehr geſtiegen, je höher die Produktionsſtufen ſeien. Zum
Schluß kam Profeſſor Caſſel auf die Kolomalgebiete zu ſprechen, deren
Kapitalverſorgung durch die genannten Gründe ebenfalls verſchlechtert
worden ſei.
Der Geſchäftsführer des Vereins, Direktor Karl Lange, ging ſo=
dann
in längeren Ausführungen auf allgemeine Wirtſchaftsfragen und
auf die Lage der deutſchen Maſchineninduſtrie im beſonderen ein. Er
beleuchtete den Einfluß der Lohnpolitik auf die Geſundung der Wirt=
ſchaft
und kam zu dem Schluß, daß die deutſche Wirtſchaftspolitik einer
großen einheitlichen Zielſetzung bedürfe.
Als nächſter Redner ſprach Profeſſor Schmalenbach über die ge=
ſchäftliche
und finanzielle Seite der Rationaliſierung für den einzelnen
Betrieb, deren Gründe und Folgen er ausführlich erläuterte.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Tagung der Ruhrkohlenbergbau=Verbände. In der ordentlichen
Hauptverſammlung des Bergbauvereins und des Zechenverbandes wies
der erſte Vorſitzende, Generaldirektor Bergrat Winkhaus, nach Be=
grüßung
der Anweſenden mit Bezug auf die ſozialpolitiſchen Beſtre=
bungen
darauf hin, daß die wirtſchaftlichen Verhältniſſe zurzeit beſtimmt
nicht dazu angetan ſeien, eine Politik weiterer ſtarker Belaſtung ein=
zuleiten
, die die Gefahr in greifbare Nähe ricke, unſere Induſtrie erneut
in eine ſchwere Kriſis hineinzuführen. Den Geſchäftsbericht erſtattete
Bergaſſeſſor von Löwenſtein. Zum Schluß berichtete das Mitglied der
Geſchäftsführung des Vereins, Dr. Jüngſt, auf Grund ſeiner im ver=
gangenen
Jahre unternommenen längeren Studienreiſe in den Ver=
einigten
Staaten über die wirtſchaftlichen und ſozialen Verhältniſſe des
amerikaniſchen Steinkohlenbergbaues. Der Bericht des Rechnungsaus=
ſchuſſes
wurde ebenſo wie der Haushaltsplan genehmigt. Ein neuer
Rechnungsausſchuß wurde gemäß der Tagesordnung gewählt. Dem
Geſchäftsbericht wurde ebenfalls Zuſtimmung erteilt. Zum geſchäft=
lichen
Teil der Hauptverſammlung iſt zu bemerken, daß der Haushal=
tungsplan
ähnliche Differn wie im Vorfahre aufweiſt. Die turnusmäßig
ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder wurden wiedergewählt. Anſtelle der
verſtorbenen Vorſtandsmitglieder wurden Aſſeſſor Jüngſt, Dr. Lentz und
Direktor Klepper gewählt. Anſtelle des freiwillig ausgeſchiedenen Dr.
Edmund Stinnes tritt Hugo Stinnes in den Vorſtand des Vereins ein.
Hackethal, Draht= und Kabelwerke A. G., Hannover. Die o. H.V.
genehmigte die Regularien. Nach Vornahme der Abſchreibungen in
Höhe von 383 669 RM. und nach Deckung ſämtlicher Unkoſten verbleibt
ein Ueberſchuß von 32106 RM., der vorgetragen wird. Man hofft, daß
ſich der Geſchäftsgang im Jahre 1927 mehr als im verfloſſenen Jahre
beleben werde. Der Umſatz habe ſich bereits erhöht.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Darmſtadt: Schuhwarenhandlung Juſtus Wiederhold. KVerf.
aufgehoben. Friedberg, Heſſen: Kfm. Karl Rudolf Seyfried von
Heldenbergen. KVerf. mangels Maſſe eingeſtellt. Mainz: Fa. G.
Völker, Lebensmittel=Importgeſchäft. GAufſ. angeordnet. Georg Zim=
mermann
, Photohdl. Af. 1. 5. GlV. und Prft. 10. 5. Bad Nau=
heim
: Schneidermeiſter Moritz Wechſelmann. KVerf. aufgehoben.
Mainz; Georg Zimmermann, Photohdl. GAufſ. aufgehoben,
Groß=Umſtadt: Union Handelsgeſellſchaft m. b. H. Af. 1. 6,
GlV. und Prft. 9.6. Friedberg, Heſſen: Frima Werke A. G.
KVerf. mangels Maſſe eingeſtellt. Seligenſtadt Heſſen: Adolf
Triefenbach. KVerf. mangels Maſſe eingeſtellt. Darmſtadt: Fa.
Hubert Bringer Nachf. Inh. Marie Steinbach. VerglT. 9. 5.
Alsfeld, Heſſen: Fa. J. Rotſchild. GAufſ. angeordnet.
Portland Cement=Werke Heidelberg=Mannheim=Stuttgart A. G.
In der Aufſichtsratsſitzung der Portland Cement=Werke Heidelberg=
Mannheim=Stuttgart A. G. iſt beſchloſſen worden, einer auf Mittwoch,
den 25. Mai, nach Heidelberg einzuberufenden ordentlichen Generalver=
ſammlung
aus einem Reingewinn einſchließlich Vortrag aus dem Vor=
jahre
in Höhe von 2 251 709,98 die Ausſchüttung einer Dividende von
8 Prozent vorzuſchlagen, und zwar nach Abſchreibungen in Höhe von
1446 022,28, ſo daß alsdann ein Vortrag auf neue Rechnung verbleibt
von 77 022,80.

Grantfärter Karsberice Boi Wo. ayrn Lest.

Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöf=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teil
II. Teil/322.5
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
Toſungsſcheine ...
6‟/.% Reichsp. Sch.
1. 1. 10. 30
7½ Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
H. V. Sch.
b. 1. 4. 29
81,% Pr. St.=Sch
p. 1. 3. 29 ..
6.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30 ..
70 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 30
6½% Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 3. 2

319.25

21.2

97.7
98
98
99.75
99.75
98.25

)Ausländiſche
5% Bos. E.B. 1914/ 45.25
5% . 2.Inv. 1914
4½% 1898 ...
4½½ 1902 .../ 4.25

52 Bulg. Taba!0
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4 ½%Oſt. Schatz. 14
4½% Oſt. Silberr.
Goldr..
42 einh. R. (kon))
8% Port. (Spz.) III
52 Rum.am. R.03
4½% Gold. 13.
49. am. konv..
4% am 05...

30.5

3. 80
26.25
8.5
30.50

10.5
22.5
8.25

4%Türk. (dm.103/
(Bagd.) I 25.25
4% (Bagd.)II
42 Türk. unif. 19031 23.75
4% 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 1913/ 2411.
4½% St. 19141 251
4½ Goldr.. . 27.8
4% St. 10 ./ 24.1
2 Kronr. . . 2.60
3% Eiſ. Tor...
Außereuro-
päiſche

5% Mex.am. in. abg)
5% äuß. 99
4% Goldo4ſtf.,
3% konſ. inn. .
4½% Irrigat.,
5% Tamaulipas I.
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech=
nung

10%Berl. 6.=Bk. 6./111.5
104
80 Berl. St.=Goldl 96.5
8 Darmſt. St.=G.
80 D. Hhp.=Bank
Meining., Goldpf./ 80.25
8% Frk.=Hhp.=B.,
Goldpfdbr. . . . . 100.70
%Frkf. H.-B. Glb. 102
8% Frkf. Bfbr.=B1
Goldpfdbr. . . . . 1102.25
7½ Pfbr. Bk..Glb./102
5% Frkf. Pfdbr.=B
Goldpfdbr.
89
8% b. 2bs.-Bk. Glb. /102.5
102
10% R. Gieltr. Mark)
(Hagen) Goldobl. /104.25
8½ K. Landesbank
Darmſt. Reihe 1 (101.75
Neihe II 101.6
172M.=Krſt. Höchſt / 95.75

30 Mannh. St.=G./1002
Naſſ. Ldb. Gold/104.5
8% Nbg. St.=Gldal. /102
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr. . ./100.5
8% Pforzh. St.=G./100
8% Pr. Centr.=Bb.=
Cr.-Bk. Gldpfbr. 102.5
8% Pr. Centr.=St.
ſchaft=Goldpfbr. /105
103

% Rh. Hht
Gold=Pfdbr. . ..

100.5

Ohne Zins=
berechnung

5½ Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% beſ. Brk.=Rg. 23
. Roggen .. 23
Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bayr, Handelsb...

7½%Rh. St.=W. 25 /196
0% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk., Goldpf.
8% Südb. B. Cr.=B.
Goldpfdbr. . . 103
70 V. Stahlw. Däſ=
ſeldorfHyp
.=Gld.. mit Option/111.5
7 % V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld.. ohne Option/ 99.7
8% Voigt &Häffner!.
Goldobl. . . . . . . . 102.5
8% Württba. Hyp.=)
Bank Goldpfbr. /100

8.95

8.8
2. 28

Bahr. Hyp.u. Wechſ
Berliner Hyp.=Bk.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp=Bk.
Mecklb. Hyp.=u Wb.
Meining Hyp.Bk
Nordd. Gr.=Cr. Bk
Pfälz. Hhp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B...
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk...
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. . . .
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
5% L. Sb. /Lb. )ſtfr.
2,6% Alte
2,6 Neue..
5% Oſt.=Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 83
8%Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. 9. E. ..
3%Oſt. 1885 ..
3%Oſt. Erg. Netz
3½ Raab Oedbg. 83
91
97
42 Rud. Silber ..
4 Rud. Salzkg.)
4½% Angt., S.I
4½% Anat. S. II
4½0 Anat. S. III
39 Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec..
4½8

16.2
16.95

13.1
16.45
Auc
13.9
14.8
13.35
15.8

10.35
12.1
8.9

14.5
14.5
11. 25

31.5
27.75
11:/.
30

25.

Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . .
Bad. Bk.
Bk. ſ. Brauind.
255
Barmer Banko
169
Bay. Hyp.=Wchſ. . /206
Berl. Handelsgef. 1276
Comm. u. Privatb. /214,75
Darmſt. u. Nat.=Bk. /278
Deutſche Bank
192
D. Eff. u. Wchſ.=Bk. 166.5
D. Hyp.=Bk. Mein./170
D. Vereins=Bk. .. 220.5
Disk.=Geſellſch.
186
Dresdener Bk. . . 187
Frankf. Bk. . .
158.75
Frkf. Hyp.=Bk.. . . . /215.25
Frkf. Pfdbr.=Bk. . . 185
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bankl 12.25
Metallbank.
175.5
Mittelv. Creditb
260
Pfälz. Hyp.=Bl. 1230
Pr. Bd.=Creditbank/163
Hyv.=Akt.=Bank)
Reichsbank=Ant. . 176.75
Rhein. Creditbl. . 147
Rhein=Hyp.=Bk. . 1216.25
Südd. B.-Creditbk.
Südd. Disc.=Geſ..1158
Oſterr. Creditanſt. . 10.2
Wiener Bankverein

Gergwerks=Rkt.
Bochum. Bergb..
Buderus. .. . . .
Dt. Luxemburg . .
Eſchw. Bergiv.
Gelſenkirch. Bgw
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St.
Genußſcheit
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke ..
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ....."

127.7
170
207.5.
268.5
323
164
211
270
214
195
238.5
173.25

Oberbedarf...
Otavi=Min.=Ant..
Phönix=Bergb. . . . 145
Rhein. Braunk. . . . 324.75
Rhein. Stahlw.. . . 1266
A. Riebeck Montan/ 188.5
Rombach. Hütte.
Salzwerk Heilbr..
Tellus Bgb.. . . . . . 125
Ver. Laurahütte 94.5
Ver. Stahlwerke . . 153.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.) 255
Henninger .. . . . . . 200
Hereules Heſſiſche
Löwenbr.=München 349
Mainz. Aktienbr. 1251
Schöfferhof(Bind, )/375
Schwarz Storchen- 181.5
Tucher, Nürnberg
Verger ..... .. 185

Akkum. Berlin. 187
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher
6%A. E. G. Vzg. A.
5%A. E. G. Vz9.B.
A. E. G. Stamm ..
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin".
Baſt Nürnbera
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El.
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfbr Erlang./ 77.5
Cement=Heidelb. ..
Tement. Karlſtad:
Cement, Lothr.
Chem. Albert. .
Chem. Brocky ...
Chem. Milch ...."

455
92
85.25
213.5
147
30.5
2.
95. 25
187
205
133
80

Daimler=Benz A. 6.
Dt. Eiſenhandel. 1112
Deutſche Erdöl.
D. G u. Silb. Scheib. /247
Dingler. Zweibrück.
Dresd. Schnellpr. 163
Dürcopp
Dürr Rattingen
Dhckerhoff & W. ./ 52.
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht- u. Kraft
El. Lieferung
Eli. Bad. Wolle
Email. Ulrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn. . 1225
Faber Bleiſtift...
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas..
Frankfurter Hof ..
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling E Cie.
Germania Linol. (320
Gelſenk. Gußſt. ..
Goldſchmidt. Th. . . 153
Gotha Waggon.
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft. /143
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ... /148.75
Hanſa=Lloyd. Br.
Hartm. & Braun
Heyligenſtaedt..
Hilpert. Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch. Kupſer ...
Hoch=Tief Eifen ..
Holzmann
Holzverf. Znd.
Hydrom. Bre3lau
Jngg ........"

Ha.
201.5
90
53
225.
..1214.
49
60
A
97.5
127
123.
52.
330.5
113
205
123
89
17
142
221
92
68
29
94.:
123
156
223
92
38.5
84.;

Funghans St.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn.
Konſerv. Braun .
Krw. Alt=Württbg.
Krauß Lokom.
Lahmeyer
Lech. Augsburg.
Lederw Rothe.
Spichſarz.
Linge Schuhw.
Löhnberg Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie
MRainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frkf
Miag. Mühlenb. . .
Moenus, Stamm
Motorenf. Deutz
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Reckar). Fahrz. ...
Neckarw. Eßlingen
Beters Union
Pfälz. Näh. Kayſe
Philipps..
Porzellan Weſſel
Nein. Gebb. & Schal
Rhein. Elektr.
Rhenania,Kunheim
Rütgerswerke ..."
Schneid. & Hanau
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackf. ..
Schrift Stemp.
Schuckert. Eleltr.
Schuhf. Weſſel
Schuhf. Herz
Schultz. Grünlack
Seilind Wolff
Siemens Glas...
Siemens & Halsie

J
220
43.5

204.75
82

197.7
144.75
37.5
20
66
145
44.5
136.5
157.5
219.75
161
89.5
73
145
162
142.5
69
65
145
205.5
76
144
69.5
111
109.7
233
99
92
S2
95
195
327.5

Südd. Immob.
Südb. Zucker=A.-G.
Thür. elektr Lief.
Uhren Furtwäng
Unterfr. Kr.=El.=V.
Veithwerke
Ver. I. Chem. Ind.
Ver. d. Olfbr. Mann.
Ver Faßſ. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf
Pin ſel=Nürnberg.
Ultramarin . . . . . .
ZellſtoffBerl. ....
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner
Volthom. Eei
Bayß, & Frehtag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Aſchaffenbg.
Zellſt. Waldhof
Zuckerf. Rheingau
Trans port= und
Zerſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg.
A. Dt. Eiſenbahn
A. Lokalb. u. Kraftw.
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E. B..
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag ........"
Nordd. Aloyd.. . . .

Frkft. Allg. Ver).
Frankona Rückv.
Darmſt Ber te
Bahnbedar. .
Dampfl. Rodberg
Helvetia Konſ. .. . .
ebr. Lutz .....
Motorf. Darmſt.
Gebr. Noeder ....!
Fenuleth E Ellenb.

135
166.5
134.9
134.5
85.75
132
18
166
165
114
173
70
196
159
199.75
298

108
295.
32
10.5
170
156.5
159

165
95.5

53
9f.

44.5
146. 7

[ ][  ][ ]

Die schönsten

BallAtIe

für Damen in allen modernen Farben
für Herren
Halbschuhe, Stiefel, Tourenstiefel
für Kinder
Stiefel, Halbschuhe, Spangenschahe
in vielen Farben.

allerbilligsten

Marktplatz 5, Parterre und I. Stock

Nummer 118

Freitag, den 29. April 1927

7

Elektrizitätswerk Rheinheſſen A.=G. Worms. Die Generalverſamm=
mng
genehmigte den Abſchluß per 31. Dezember 1926, der mit einem
Feingewinn von 3351,96 RM. (einſchließlich 50 145 RM.) Vortrag
doließt. Hieraus werden auf das Aktienkapital von 80 Mill. RM.
Prozent Dividende verteilt. Das ſatzungsgemäß ausſcheidende Auf=
inhtsratsmitglied
Geheimer Juſtizrat Dr. Karl Stephan=Worms wurde
wiedergewählt, und anſtelle des wegen Wegzugs ausgeſchiedenen Kom=
werzienrats
Hermann Lotz, Bankdirektor in Mannheim, wurde Herr
jur. Max Heſſe (Südd. Disk.)=Mannheim neugewählt. In der
Filanz erſcheinen bei 1,19 Mill. RM. Hypotheken und Verbandsdar=
ſchen
0,318 Mill. RM. Darlehen von Sparkaſſen und Privaten, 0,90
MTill. RM. Schnilden, 0,22 Mill. RM. Akzepte, denen an Aktiven u. a.
genüberſtehen 0,486 Mill. RM. Vorräte, 0,809 Mill. RM. Außen=
tuinde
, Elektrizitätsanlagen werden mit 13,89 Mill. RM., das Gaswerk
mit 0,58 Mill. RM. und Immobilien mit 0,525 Mill. RM. gebucht.
Eigene und fremde Effekten werden mit 11 360 RM. ausgewieſen und
zußerdem beſteht noch ein Aufwertungsausgleich von 277 312 Mill. RM.
Awn dem Betriebsüberſchuß von 1 399 114 MM. erforderten Pacht=
qyogaben
0,3 Mill. RM., Zinſen 115 257 RM., Abſchreibungen 498 806
Reichsmark.
Weingroßhandlung in Konkurs. Ueber das Vermögen der Wein=
guroßhandlung
Auguſt Schwarz in Bingerbrück wird das Konkursver=
führen
eröffnet.
Das Schickſal der Mologa A. G. Zu der geſtrigen Generalverſamm=
lnang
der Mologa A.G. in Berlin wurde die Preſſe nicht zugelaſſen.
Zoieſe Maßnahme wurde in einer vor der Generalverſammlung abge=
gebenen
Preſſebeſprechung durch Staatsſekretär Hemmer damit begrün=
diet
, daß die Geſellſchaft ſich gegenüber der ruſſiſchen Regierung ver=
türlichtet
hat, vor Abſchluß der zur Zeit laufenden Verhandlungen keine
mnformationen an die Oeffentlichkeit zu bringen. Die Verhandlungen
woerden vorausſichtlich in ſech,s bis acht Wochen zu Ende geführt werden.
oie Angelegenheit ſtehe halbwegs befriedigend. Das Aktienkapital der
ARologa A. G. ſei wahrſcheinlich verloren. Vom Darlehenskapital hoffe
wran, einiges wieder zurückzubekommen. Die deutſche Mologa gehe aus
Exr Mologa=Konzeſſion heraus. Die Mologa werde nach einiger Zeit
EIlS A. G. verſchwinden.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 28. April. Bei lebhafter Ten=
drenz
waren an der heutigen Produktenbörſe nahe Brotgetreide und
Zu uttermittel geſucht. Man verlangte für die 100 Kg. in MM. waggon=
ei
Mannheim ohne Sack: Weizen inl. ohne Angebot, ausl. 3033,
Mroggen inl. ,5037,75, ausl. 27,5028, Braugerſte inl. ohne An=
ebot
, ausl. 29,5032, Futtergerſte 22,5023,50, Hafer inl. B23,75,
daisl. 22,5023,25, Mais mit Sack 19,2519,50, Weizenmehl Spezial 0
10,7540, Weizenbrotmehl 31,7533, Roggenmehl, ſüddeutſches, 36 bis
18.25, Kleie 1414,50.
Berliner Produktenbericht vom 28. April. Die Cifofferten waren
weute ſowohl für Weizen als auch für Roggen weiter erhöht, das Ge=
häft
in ausländiſcher Ware blieb aber trotzdem lebhaft. Das kleine
Inlandsangebot und die anhaltende ſtarke Nachfrage Polens nach Weizen
watte hier eine Erhöhung des Preisniveaus in Effektiv= und im Liefe=
mungsmarkte
um etwa drei Mark zur Folge. Septemberweizen notierte
½ Mark höher, Roggen iſt vom Inlande ſo gut wie überhaupt nicht
iſfferiert und erhöhte ſich bei reger Kaufluſt ſeitens der Provinzmühlen
mm mehr als zwei Mark im Preiſe. Mehl hatte in den geſtrigen Nach=
mmittagsſtunden
noch ſehr lebhaftes Geſchäft gehabt. Heute iſt die
mſatztätigkeit angeſichts der jetzt weſentlich erhöhten Forderungen zwar
zricht mehr ſo bedeutend, aber immerhin finden noch recht anſehnliche
elbſchlüſſe ſtatt. Hafer konnte ſich bei ſehr kleinem Angebot und ſtarkem
Begehr weiter befeſtigen, während Gerſte ſtilles Geſchäft behielt,
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 28. April. Aufgetrieben waren:
: Ochſen, 2 Kühe, 114 Kälber, 9 Schafe. Preiſe für Großvieh waren
unicht notiert, für Kälber wurden für a) 7686, für b) 6575, für
) 5065 pro Pfund, für Schafe 4550 Pfg. pro Pfund bezahlt.
MMarktverlauf für Großvieh: Ueberſtand, für Kälber und Schafe:
bchleppend, geräumt.

Mannheimer Viehmarkt vom 98. April. Zum heutigen Kleinvieh=
markt
waren zugeführt und wurden die 50 Kg. Lebendgewicht je nach
Klaſſe gehandelt: 74 Kälber 5670, 5 Schafe 3545, 113 Schweine
5662, 911 Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 1218, über 4
Wochen 1926, Läufer 2733 Mk. pro Stück. Marktverlauf: Kälber
ruhig, langſam geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft; Ferkel und
Läufer mittelmäßig.
Frankfurter Viehmarkt vom 28. April 1927. Der Auftrieb des heu=
tigen
Nebenmarktes beſtand aus 22 Rindern, 690 Kälbern, 68 Schafen
und 400 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb des Nebenmarktes der
vergangenen Woche waren 120 Kälber, 130 Schafe und 50 Schweine
weniger am heutigen Markte. Bezahlt wurde per Zentner Lebend=
gewicht
: Kälber b) 768, c) 6875, d) 6067, Schafe infolge des ge=
ringen
Auftriebes nicht notiert. Schweine b) 5658, c) 5658, d) 56
bis 58, e) 5657. Kälber zogen im Preiſe um 56 Mark an, da die
Nachfrage gegenüber dem Auftrieb ziemlich rege war. Die Schweine=
preiſe
bewegten ſich ungefähr auf der Baſis der montäglichen; nur beſte
Qualitäten zogen zirka 1 Mark im Preiſe an. Marktverlauf: In
Kälbern lebhaftes, in Schweinen ruhiges Geſchäft, es wird ausverkauft.
Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1. 100105, 2. 90100, Bullen=
fleiſch
9098, Kuhfleiſch 7585, 2. 6075 3. 4555, Kalbfleiſch 2. 100
bis 110, Schweinefleiſch 1. 6878, Gefrierfleiſch, Vorderviertel 50,
Hinterviertel 58.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 28. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Markt begann in abgeſchwächter Haltung auf
günſtige Berichte aus dem Sommerweizengürtel. Dann konnte eine Er=
holung
eintreten auf den feſten Verlauf des Winnipeger Marktes. Die
Termine zeigen Rnickgänge bis zu 0,75 C.
Mais: Nach ſchwächerem Beginn auf ermäßigte ausländiſche Notie=
rungen
konnte ſich ſpäter eine Erholung durchſetzen, ausgehend von der
Feſtigkeit der Kaſſamärkte. Die Termine ſchließen auf geſtrigem Niveau.
Hafer: Der Markt zeigte wieder ein ſtetiges Ausſehen auf große
europäiſche Käufe.
Baumwolle: Der Markt nahm einen ziemlich feſten Verlauf auf
Käufe der Lokofirmen, ernſtere Berichte aus dem Ueberſchwemmungs=
gebiet
und erhöhte Liverpooler Kabel. Im Schlußverkehr trat eine Ab=
ſchwächung
ein.
Kaffee: Niedrigere ausländiſche Kabel, liberales Angebot und Zu=
rückhaltung
der Röſtereien hatten einen ſchwachen Marktverlauf zur
Folge.
Zucker: Niedrigere ausländiſche Notierungen und günſtige Wetter=
berichte
aus Kuba veranlaßten einen ſchwachen Marktbeginn. Dann trat
eine leichte Erholung ein auf zurückhaltendes kubaniſches Angebot, Käufe
der Raffinerien und ungünſtige Witterungsberichte aus Europa.
Kakao: Die geſtrige Abſchwächung machte heute weitere Fortſchritte
auf Liquidationen und ſpekulative Abgaben, ebenſo Verkäufe des lokalen
Handels.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 28. April:
Getreide: Weizen, Mai 135, Weizen, Juli 1297/e, Weizen,
September 129, Mais, Mai 71½/s, Mais, Juli 77, Mais, Sep=
tember
817/s, Hafer, Mai 4434, Hafer, Juli 45½, Hafer, Sep=
tember
45½/, Roggen, Mai 104½, Roggen, Juli 103½, Roggen,
September 97.
Schmalz: Schmalz, Mai 12,32, Schmalz, Juli 12,55.
Fleiſch: Rippen, Mai 14, Rippen, Juli 13,75, Speck 14,12,
Schweine, ſchwer 9,8510,35, Schweine, leicht 10,2510,75,
Schweinezufuhr Chicago 24 000, Schweinezufuhr Weſten 88000,
Talg Ohio 7½
Es notierten nach Meldungen aus New York am 28. April:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 147, Weizen Nr. 2 hart 152½,
Mais Nr. 2 80/s, Hafer Nr. 3 56½, Roggen exp. 117½, Mehl
Spring Patent 6,65, Getreidefr, n. Engl. ½= sh, Getreidefr. n.
Kont. 16 d.
Schmalz: Schmalz Mittel, Weſten 13,07.
Schweinefleiſch: Schweinefleiſch Family 37

Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Entwicklung des Rohkupfermarktes entſprechend hat die Ver=
kaufsſtelle
des Kupferblechſyndikats Kaſſel den Grundpreis für Kupfer=
blechfabrikate
mit Wirkung vom 28. April 1977 auf 173 Mk. feſtgeſetzt.
Im Monat März 1927 hat ſich der Spareinlagenzuwachs im Gebiet
der preußiſchen Sparkaſſen verlangſamt. Während die Spareinlagen im
Februar einen Zuwachs von 120,9 Mill. RM. zeigten, hat der Monat
März nur einen Zuwachs von 90,2 Mill. auf 2411,5 Mill. RM. ( Ein=
zahlungen
283,4 Mill. RM., Rückzahlungen 193,2 Mill. RM.) ergeben.
Der Elektrobund wird am 23. Mai ſeine ordentliche Mitgliederver=
ſammlung
in Berlin abhalten Auf der Tagesordnung ſteht u. a. ein
Vortrag des Vorſitzenden Generaldirektor Oberbqurat Heck: Was müſ=
ſen
die Elektrizitätsverſorgungs=Unternehmungen von der Gasfernver=
ſorgung
wiſſen?
Wie wir erfahren, ſchweben zur Zeit im Regierungsbezirk Wies=
baden
Verhandlungen über die evtl. Schaffung einer Induſtri ſchaft, der
die Sorge für die Erzielung ausreichender Kredite der Mittel= und
Kleininduſtrie obliegen wird.
Die Firma P. R. Raſpe Söhne in Solingen, die Maſchinenteile und
Geräte für die Landwirtſchaft herſtellt und in dieſem Fabrikationszweig
als eine der größten der Welt angeſprochen werden kann, feierte ihr
100jähriges Beſtehen.
Wie wir erfahren, wird ſich in der nächſten Zeit unter Führung der
Alpine Montangeſellſchaft ein Zuſammenſchluß der öſterreichiſchen Eiſen=
handelsfirmen
zu einer Eiſenverkaufs=A. G. vollziehen. Die bedeutend=
ſten
Firmen dieſer Branche waren bisher ſchon in einem Syndikat ver=
einigt
, das von der Alpinen Monkangeſellſchaft gewiſſe Bonifikationen
genoß.
Die belgiſche Truſt=Metallurgique Belgo=francais iſt zur Gründung
einer polniſch=belgiſchen Geſellſchaft mit einem Kapital von 26 Mill.
Franken zwecks Uebernahme der polniſchen Elektrizitätsgeſellſchaft Sila
i Swiatlo (Kraft und Licht) geſchritten.
Die vor nicht allzu langer Zeit in Paris gegründete Walzwerks=
Konvention iſt bekanntlich jetzt wieder aufgelöſt worden. Der Grund
hierfür liegt in den abſinkenden Preiſen für Walzprodukte, ſodaß die
Mitglieder die Preiskonvention des Verbandes nicht mehr innehielten,
Der Londoner Goldpreis beträgt gemäß § 2 der Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken vom 7. 4.
1927 ab für eine Unze Feingold 84 Schilling 10,25 Pence, für ein Gr.
Feingold demnach 32,7375 Pence.
Der ſowjetruſſiſchen Preſſe zufolge ſind die Moskauer Behörden
gezwungen, wegen Mangels an Geldmitteln den Plan des Baues einer
Untergrundbahn in Moskau auf unbeſtimmte Zeit zu vertagen.
Wie verlautet, ſollen die Verhandlungen, die der Gouverneur der
rumäniſchen Staatsbank Burileano in London über die Freigabe der
während des Krieges von Rumänien deponierten 95 Mill. Goldlei ge=
führt
hat, ein poſitives Ergebnis haben. Burileano erklärte, daß als
Termin ſür die Freigabe des Golddepots der Monat Juni in Betracht
gezogen wurde.
Verhandlungen mit Schweizer Finanzkreiſen, die ſich an den beiden
großen polniſchen Baumwollſpinnereien in Zyrardow und Zawierce be=
teiligen
wollen, ſtehen vor dem Abſchluß. In der erſtgenannten Fabrit
wird die Schweizer Finanzwelt mit 15 Millionen Zloty engagiert ſein.
Die Leitung der Navigazione Generale Ikaliana in New York er=
klärte
, daß die Geſellſchaft den Bau zweier Ueberſeedampfer von je
48 000 To. mit einer Geſchwindigkeit von 28 Meilen zu bauen beabſich=
tige
. Die Koſten werden auf 28 Millionen Doll. geſchätzt.
Eine Veröffentlichung der Ohio Induſtrial Landers Aſſociation
nimmt an, daß volle 75 Prozent der in den Vereinigten Staaten regi=
ſtrierten
23 Millionen Motorfahrzeuge auf Abzahlung gekauft ſeien. Von
anderer gutinformierter Seite werden zur Zeit 22 330000 in den Ver=
einigten
Staaten regiſtrierten Motorfahrzeuge ſowie 64 Prozent Er=
werbungen
im Abzahlungswege während des Jahres 1926 gemeldet.

(nakt.
Cäalität-
Aatanaz.
Kat
59-64-19-90-100 M usw.
Wochenraten von 4 Mark an / Katalog auf Wunsch gratis

Mifa-Fabrik-Verkautsstelle:

Darmstadt, Grafenstraße 4. Leiter: Georg Moll.

Billige
Fahrräder
Matador=Herrenrad78./
Matador=Damenrad 83./
Diskus=Herreurad 90.4
Diskus * Damenrad 96./
bei (71381s
Otko Urschel
Mechaniker
Schulſtr. 11, Darmſt.

Nachſtehende Möbelſtücke, aus
werrſchaftlichen Wohnungseinrichtungen
Atammend, ſtehen
5 Nieder=Ramſtädterſtr. 5
rium Verkauf:
1 Speiſezimmer: 1 Büfett, 1 Kre=
oenz
, 1 Ausziehtiſch, 1 Seſſel, 4 Stühle,
11 Standuhr;
2 Büfetts, 1 Vitrine, 1 Spiegelſchr.,
I dreiteil weißlack. Schrank, 1 zweiteil.
nveißlack. Schrank, 1 einteil. pol. Schrank,
18 nußb. lack. Schränke, 2 Flurgarderob.;
4 Damenſchreibtiſche, darunt, einer
un Rokokoform. 1 Blumentiſch ( Rokoko=
orm
), 1 großer Bauerntiſch, 3 runde
Kiſche, 3 rechteckige Tiſche, 2 Ovaltiſche,
18 Ziertiſche, 2 Spieltiſche;
1 Biedermeierſofa, 1 Paneelſofa,
I Diwan, 1 Klubſeſſel, 1 weißlack. Seſſel,
4 Gondeln, 2 Waſchkommoden m. Mar=
mnorplatten
, 3 Kommoden (antik), eine
Schreibkommode, 2 Nachtſchränkchen, 2
oreiteil. Roßhaarmatratzen mit Keil;
6 Bücherſchränke (Soenneken, je 5
nund 6 Abteile), 2. kleine Kaſſenſchränke,
18 kleinere Eisſchränke, 1 Damen= und 1
Derrenrad (Adler);
1 Flügel (Irmler=Leipzig), 2 Klaviere,
1 Phonola mit 60 Rollen, 3 Notenſtän=
ſoer
, 1 Radio (3 Röhrenapparat mit 5
Mopfhörern), 1 Grammophon;
1 Perſerbrücke, antike u. moderne
elbilder, Glas, Porzellan und Aufſtell=
bſachen
;
2 Kücheneinrichtungen (je 5teilig)
Darmſtadt, den 29. April 1927.
Baab
Amtsgerichtstaxator.

Darlehen
X. u. II. Hypotheken dch.
0. Ebert, Darmſtadt
ügelſtr. 75. Tel.1117.
SBeſte Refer, (4917g

200 R.=Mk. von Be=
amten
geg. hohe Zinſ
2 gute Sicherh. auf
kurze Zeit geſ. Ang. u
D 41 Geſchſt. (*11543

Beteiligung
Suche m m. 23000,4
an kleinem, rentablen
Geſchäft tätig zu be=
teiligen
. Ang. u. D30
a. d. Geſchſt. (11507

Hamstag, den 30. April 1927,
nachm. 2 Uhr, werden in Reichels=
heim
im Verſteigerungslokal Gaſthaus
zur Eiſenbahn:
(7147
2 Oelgemälde mit Goldrahmen,
1 Paſtellgemälde mit Goldrahmen
zwangsweiſe meiſtbietend gegen Barzah=
lung
verſteigert.
Kranz
Gerichtsvollzieher=Stellv. in Reichelsheim.
NB. Im Anſchluß hieran findet auf
freiwilligen Antrag noch der Verkauf
von 2 Betten und ſonſtigen Möbeln
daſelbſt ſtatt.

das Qualitäts-Moiorrad
499 cm (4703a, 5,5 P5.
Zahlungs-Erleichterung
auf Wunsch. Vertrieb tür
Darmstadt undUmgebung
Saloda
Pankraliusstr. 2½/. Tel. 613.
Heparatuxen aller Art.

Kd

Etagenhaus
als Kapitalanlage ge=
ſucht
, verfügbar ca,
20 000 Rmk. als An=
zahlung
. Angeb. u.
D 37 Geſchſt. (7159

Pflanzenkübel
in maſchineller Maſ=
ſenherſtellung
liefert
z konkurrenzl. Preiſen
Gg. Heim, Mechan.
Faßwerkſtätte, Arheil=
gerſtr
. 53. Tel. 2062
(11418ds)

Beamter
ſucht. 150 Mk.
vom Selbſtgeber zu
leihen geg. Sicher heit
u. Zinſen. Angeb. u.
D 39 Geſhſt. (71551

Limburgerkäſe i. ganz. Stang. 0.56
ausgewogen . . . . . . Pfd. 0.58
Schweizerkäſe i. ganzen, Pfd. 1.50
ausgewogen . . . . !/.Pfd. 0.40

Feine
Matzjesheringe
Neue
Maltakartoffeln

. . 3 Stck. 0.40
.. 3 Pfd 0.52

Wir empfehlen ſerner:
Plockwurſt, holſteiner . . Pfd. 1.80 Vollheringe neue Norw. 3Stck. 0.25
Cervelatwurſt, holſieiner Pfd. 1.90 Oelſardinen, Ooſe 0.55,0.50,0.30
Zur Balatzeit
Zur Herſiellung eines guten Salates gehört ein feines Ol. Sie finden bei uns nur erprobte
Qualitäten von einwandfreiem, reinem G ſchmack zu billigſien Preiſen

Salatöl, prima
Tafelöl, fein ..
Tafelöl, extra

Liter 0.98
1.24
1.60

Salatöl. feines, i. Flaſch.,1/.Fl. 1.25
Tafelöl, feinſies,
1.95

Tafelöl,

0.95

Speiſe=Eſſig .. . . . . Liter 0.20 Eſſig=Eſſenz .. . . Flaſche 0.62

SCR-KAREEE
die Qualitätsmarke
Pfund 4.60 4.20 3.80 3.20 3.00

Preiswerte Futterartiäet

Gerſte".
Pfd. 0.15
Weizen
Pfd 0.18
Mais ..
Pfd. 0.13

... . Pfd. 0.28
Hirſe.
Futterreis
.. Pfd. 0.19
Futterflocken.
... Pfd. 0.20

Filialen in allen Stadtteilen

[ ][  ][ ]

Seite 18

Maximum.

Roman von Hans

18)

ſchulze.
(Nachdruck verbeten.)

10.

Der Mond ging hoch und fern über den ſtarren Kiefernkronen
in dem weichen Nachtblau, als Achim mit ſeinem Auto von der
Fontaneſtraße auf die lange Zeile der Königsallee einbog.
Er hatte ſich eine Zigarette angezündet, und ſchaute in tiefen
Gedanken zu dem dämmernden Fanal empor, mit dem ſich die
verborgene Gigantin Berlin in den öſtlichen Himmel hineinſchrieb.
In tiefgehenden Wellen ſchwang die Erinnerung an die nächt=
liche
Ausſprache in der Villa Brown noch durch ſein ganzes
Nervenſyftem.
In unbeirrbar=lühler Selbſtkritik gab er ſich keinen Augen=
blick
lang einer Täuſchung darüber hin, daß ſein Vorſtoß zur
Erlangung des Vertrages auf der ganzen Linie abgeſchlagen wor=
den
war, und er in dem eiskalten, verſtandesſcharfen Amerikaner
einen Gegner gefunden hatte, der ſich auch nicht nur einen Fuß=
breit
aus ſeiner überlegenen Stellung verdrängen ließ.
Ein hilfloſer, ohnmächtiger Zorn fiel ihn immer wieder au,
wenn er der verſteckten Drohung jenes Mannes gedachte, den
Bruch des Vertrages gegebenenfalls mit ſeinem Verrat an Daiſy
zu beauttoorten.
Er dünkte ſich wie ein Wild, das in eine verborgene Falle ge=
raten
war und ſich mit ſeinen Befreiungsverſuchen nur immer
tiefer in dem Netz ihrer ſtählernen Fangarme verſtrickte.
Es gab für ihn keine andere Rettung, keinen anderen Aus=
weg
, als daß er das wahnwitzige, unerſchwingliche Löſegeld be=
ſchaffte
, um das er ſich ſchon einmal den Schein der Freiheit er=
kauft
hatte, ehe vielleicht ein ſinnloſer Zufall den allgemeinen Ein=
ſturz
ſeines Lebens vollendete.
Jetzt begannen ſich die grüngebetteten weißen Landhäuſer der
Königsallee allmählich enger zufammenzuſchieben.
Lange Häuſerreihen wuchſen rechts und links aus dem Walde
auf, zwiſchen denen ſich die Perlenketten der elektriſchen Licht=
kugeln
weit, weit entlang zogen. Wie ein gellender Fanfarenſtoß
ſchrie die grellbunte Fafſade des Lungparks in die Sommernacht.
Die funkelnde Lichtteraſſe eines Kurfürſtendamm=Cafés flog
vorbei, dann ging es über den ſtillen Olivgerplatz durch immer
neu ſich auseinander zweigende Straßenzüge.
Und nirgends nahm das menſchenwimmelnde Berlin ein
Ende und nirgends erlahmte ſein raſtloſer Pulsſchlag.
Achim zog die Uhr. Dreiviertel vor zehn!
Wohin ſollte er noch?
Er fühlte ſich todmüde und zerſchlagen, trotzdem graute ihm
vor der einſamen Oede ſeines kleinen Hotelzimmers.
In dieſem Augenblick bog der Wagen über einen halbdunklen
Platz auf die Potsdamer Straße ein.

Freitag, den 29. April 1927
Franz Placzek, der bis dahin unbeweglich wie ein Steinbild
am Steuer geſeſſen hatte, wandte ſich halb zurück.
Wir kommen hier nicht weiter, Herr Baron! Die ganze
Straße iſt geſperrt. Im Sportpalaſt ſind Sportkämpfe!
Achim richtete ſich ſchwerfällig aus der tiefen Höhlung ſeines
Rückſitzes empor und ſtieg aus.
Ich danke Ihnen, Franz! Fahren Sie den Wagen zur Ga=
rage
, gute Nacht!
Dann tauchte er in dem dumklen Strom der Straße unter und
ließ ſich widerſtands= und gedankenlos ein paar Häuſerbreiten
forttreiben.
Ein ſeltſam=taubes Gefühl war in ſeinen Beinen; er giug
und fühlte doch nicht, daß er ging; nur ſeinen Herzſchlag fühlte
er, der wie das Stampfen einer unterirdiſchen Maſchine unabläſ=
ſig
bis zu ſeinem Kopf empordröhnte.
In der Vorhalle des Sportpalaſtes ftauten ſich trotz der
ſpäten Abendſtunde an den Kartenſchaltern für die billigeren
Plätze noch immer lange Menſchenzüge.
Ein ſtarkes Schutzmannsaufgebot hielt ſämtliche Eingänge
beſetzt und ſuchte vergebens die wachſende Uingedlud der warten=
den
Menge zu beſchwichtigen.
Halb ohne zu wiſſen, was er eigentlich tat, erſtand Achim
einen Logenplatz und fühlte ſich im nächſten Augenblick von dem
raſenden Schieben, Drängen und Schreien der überfüllten Gänge
wie von einer Sturzſee erfaßt, ſo daß ſelbſt ſeine abgehärteten
Großſtadtnerben ihm ſekundenlang den Dienſt zu verſagen
drohten.
Mit Mühe gelang es ihm endlich, eines der grün uniformier=
ten
Kontrollbeamten habhaft zu werden.
Da jeder ſprachliche Verſtändigungsverſuch in dem wahnſin=
nigen
Lärm ausſichtslos ſchien, packte er ihn einfach am Aermel
und hielt ihm ſeine Karte und einen Fünfmarkſchein vor das
Geſicht.
Dann ging er durch das Labyrinth von Treppen und Korri=
doren
bis der grüne Mann auf einmal eine Tür weit aufriß.
Das dumpfe Brauſen des Treppenhauſes ſchwoll zum Orkan.
Achim ſtand in ſeiner Loge.
Jetzt erſt, da ſich ſeine Sinne wieder langſam zu ſammeln
begannen, kam ihm voll zum Bewußtſein, wo er ſich eigentlich
befand.
lieber ihm, in der Höhe eines vielftöckigen Hauſes, wölbte ſich
der gigantifche Tonnenleib einer ungeheuren Halle, von einem
gleißenden Kranz elektriſcher Lampen gekrönt.

taher Sats

HAFERELOCKEM4
Für Ihr Baby.

fene Stellen

Männlich
Gut n u. dauernder
Verdienſt ſichern ſich
Vertreterlingen)
durch den Verkauf
von täglich freſch ge=
röſtetem
Kaffee ſowie
Tee an Private und
Großabnehmer. Zu=
ſchriften
erbeten unt
D 38 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (*11538

Jüngerer
Dipl.=Ing.
vd. Hochbautechn. mit
läng. Prax auf größ
Büroſof. geſ. Ang u.
C 250 Geſchſt. (7076d1
KEF

Jüngerer
Eihzne der gehilfe
für ſofort geſucht
Näheres in der Ge
ſchäftsſtell-. (*1156:

geſurt Nauber,
rlſtraße 34 (*11515
Wet
1 Konditor
für einige Nachmit=
tage
per ſofort geſ
Näh. Geſchſt. (*11590

Lehrling
für kaufm. Büro zum
ſofort. Eintritt geſ
Frd. Ganß, Land=
wehrſtr
21. (*11364mt

Süddeutſche
Aktien=Geſellſchaft
ſucht für ihre Produkte
Eierhartgrießteigwaren, Hart=
grießteigwaren
, Malz= und Korn=
kaffee
, Badiſche Edelbranntweine
wie Schwarzwälder Kirſch= und
Zwetſchenwaſſer
in Darmſtadt und Umgebung bei
der einſchläg. Kundſchaft (Groſſiſten
und evtl. Detailliſten) Heſten: ein=
(7176
führten
Hertreßen
Es kommen nur durhaus ſeriöſe
Herren in Betracht, die perſönliche
Beziehungen haben. Wir geben an=
gemeſſene
Prov/ io svergütung,
ebtl kommt auch Konſignationslager
in Betracht. Ang. u. D 52 Geſchſt.

I. Zamenfriſeur
u. Bubikop’ſchneider
oder I. Friſeuſe per
15. Mai geſucht. Nur
allererſte Kräfte woll.
ſich unt. Ang ihr. Ge=
haltsanſpr
. meld. bei
Karl Hillenbrand
Friſeur, Bensheim
(*11568

Chinosol

Jüngerer jüchtiger
Friſeurgehilfe
geſ. Ka lſtr. 27 (711513

Zum 1. Mai kräftig",
intelllg. Hausdiener
geſucht. Gelernter
Schloſſer o. Schreiner
bevorz. Ang. m. Zeugn
Eſ ollbrückerſtr. 4½.
(*11582)

Saub. Hausburſche
ſofort geſuht (*11564
Schloß-Café.

Weiblich

Glligefahtter Kehfender
zum Beſuch von Wirten, Spezialge=
ſchäften
, Kolonialwarenhandlungen u.
Friſeuren von
Tabakwarengroßhandlung
geſucht. Angebote u D 36 Geſchäftsſt.

Tüchtige

geſucht.
Angeb. mit Gebalts=
anſprüch
. unt D 50
an d. Geſhſt (7170f
Tübt Friſenſe oder
Herren= und Damen=
friſeur
geſ. bei Bernh.
Bollrath, Langgaſſe 18
1211542)
Gute
7175
Existenz
finden arbeitsfreud.
Damen u. Herr durch
Verkauf mein Stahl=
waren
a. Private uſw.
auch im Nebenberuf
Verblüffende Preiſe.
Bei zufriedenſtellend.
Leiſtung Feſtanſtellg
Firma Cuno Kratz
in Wald b. Solingen
Bnverläſſ, ehrl. Mäd= Spülen geſ. Vorzuſt
chen, mg. Zeugn., bis vormitt. bis 12 Uhr
nach d. Srülen geſ Weberweg 9 (411566
Näh. Geſchſt (11560
Finges, zuverläſſiges
Mädchen für na hm.
zu 2 Kindern geſucht.
Nüh. Geſhit (*11575 geſucht. Näh. Geſchſt.

Reichs-
Ghinosolwoche!

Um die Vorzüge des ungiftigen, von Arzten und
Tierärzten allgemein anerkannten Chinosols auch Denen
bekanntzumachen, die bisher zwar die Absicht hatten,
es zu erproben, es aber immer wieder aufgeschoben
haben, wird
vom 30, April bis 7. Mai
eine Reichs-Chinosolwoche veranstaltet. In allen Apo-
theken
und Drogerien, die durch das Plakat Reichs-
Chinosolwoche‟ als Teilnehmer kenntlich gemacht sind,
erhalten Sie während dieser Zeit ausführliche Literatur
über Chinosol, selbstverständlich kostenlos.
Ferner werden Probepackungen in Aluminiumdosen
zu 60 Pf. abgegeben.
Was ist Chinosol?
Ein ungiftiges Desinkektionsmittel das sagt dem
Denkenden alles! Während alle anderen Desinfektions-
mittel
zugleich Gifte sind, wird Chinosol in den Tropen
allgemein innerlich angewandt, z. B. bei Typhus, Cholera
usw. In Deutschland ist das aber nur auf ärztliche
Verordnung zulässig, die jeder Arzt gerne ausstellt.
Ein wahrer Segen für jeden Tropenreisenden nennt
es ein bekannter Afrikaforscher.
Während andere Desinfektionsmittel, auf Schnitt-
oder
Brandwunden, Ausschläge usw. gebracht, zwar die
Bakterien töten, gleichzeitig aber die Wundfäche an-
ätzen
und so die Heilung unterbrechen, reizt Chinosol
die Wundfäche nicht im geringsten, sondern trocknet
sie aus und heilt sie überraschend schnell.
Andere Desinfektionsmittel kann man zur Mund-
spülung
und zum Gurgeln nicht benutzen, des Ge-
schmackes
wegen und weil sie giftig sind. Chinosol
dagegen ist ein bewährtes Mittel zur Mundpfege und
infolge seiner Ausgiebigkeit sehr billig. Versuchen Sie
es! Sie werden es nie wieder im Hause missen wollen.

(IHbg. 4325)

Rummer 118
Ganz oben, unmittelbar unter dem Dach, an dem ſich die
ſchwindelnde Leere brach, klebte auf einer Empore die Muſik=
kapelle
, und kämpfte mit dem Heulen ihrer Blechinſtrumente einen
verzweifelten Kampf gegen das Toſen der zehntauſendköpfigen
Menge, das wie ein ſchweres raſſelndes Atmen in der überhitzten
Luft ſtand, und zuweilen von dem Gewehrſalven gleichen Ge=
knatter
ineinandergeſchlagener Handflächen übertönt wurde.
Das fahle Licht der Queckfilberlampen eines halben Dutzend
kinomatographiſcher Aufnahmeapparate lag auf dem ſeilumzoge=
nen
Ring und tauchte die weißen Hemdbrüſte der den Kampfplatz
umdrängenden befrackten Herren und die leuchtenden Abendtoilet=
ten
der Damen in eine grünlich=geſpenſtiſche Atmoſphäre.
In fieberhafter Erregung harrte man dem Schlußmatch ent=
gegen
, der einen der voltstümlichſten Berliner Schwergewichts=
meiſter
zum erften Male mit einem bekannten amerikaniſchen
Negerchampion zuſammenführen ſollte.
Jetzt klang ein Gong wie der dumpfe durchdringende Schlag
einer Schiffsglocke.
Der Berliner Meiſter war in den Ring getreten und warf
mit einer nachläſſigen Bewegung ſeinen ſchwarzen Mantel ab.
Ein Ausbruch jubelnder Begeiſterung begrüßte die Enthül=
lung
des rieſenhaften Männerkörpers, auf dem die Muskeln wie
mächtige, harte Knorpel heraustraten.
Faſt gleichzeitig war auch ſein Gegner in den Ring geklettert:
ſein Gefolge ſchwarzer Landsleute lagerte ſich mit Becken, Keſſeln
und Flaſchen wie ein dunkle Maſſe maleriſch in einer Ecke der
Eſtrade.
Der glattraſierte Kopf des Negers mit der plattgequetſchten
Naſe war auffallend klein; dafür ſchienen ſeine Schultern, als
ihm der Trainer das grellbunte Peignoir abnahm, plötzlich in die
doppelte Breite zu wachſen, und die bronzefarbenen Athleten=
arme
waren von beängſtigender Länge.
Achim, deſſen Loge dem Boxring gerade gegenüber lag, konnte
jeden einzelnen Abſchnitt der Kämpfe genau verfolgen, trotzdem
achtete er jedoch kaum auf die erſten Runden, in denen die Geg=
ner
nur vorſichtig vorfühlten und ihre Kräfte aneinander ab=
ſchätzten
.
Ein ſeltſames Gefühl von Lähmung lag auf einmal wieder
über ſeinem ganzen Denken, daß er alles, was um ihn her vor=
ging
, in einer ſchemenhaften Unwirklichkeit, wie in einem Wach=
traum
fah.
Ein eleganter, junger Herr mit den typiſchen Berufsbewegun=
gen
des früheren Offiziers war inzwiſchen in feine Loge getreten
und hatte ihn als alten Feldzugskameraden begrüßt.
Achim entfann ſich dunkel, dem hübſchen, ſympathiſchen Ge=
ſicht
irgendwo in einer Feuerſtellung an der Düna begegnet zu
ſein, doch aller Anſtrengung ungeachtet, vermochte er ſich nicht ſei=
nen
Namen ins Gedächtnis zurückzurufen.
(Fortſetzung folgt.)

KRtk
Mu/ Sidia.

müssen Sie sagen, wenn Sie Adler=Emmentaler
ohne Rinde nehmen und diesen kritisch geprüft haben.
Sie werden dann zugeben müssen, daß für den bezahl-
ten
Preis wirklich etwas ganz Vorzügliches geschaffen
wurde, denn dieser Käse vereinigt in sich höchsten
Nährwert, leichte Verdaulichkeit mit hochfeinem Ge-
2, schmsck eignet sich da-
her
besonders gut für
den anspruchs-
vollen
Käse-
liebhaber
.

Hohne
Autt Einlrnrütel Kinde
hochfern rm Geſchmuck.
Zu haben in allen Feinkosthandlungen
Vertreter:
M. Kaufmann, Darmstadt

Tücht. Mädel od. un=
abhäng
, Frau m. gut
Empfehl. bis nich d
Zur Mithilfe im
Haushalt tagsüb, ein
Mädchen
(*11580)

Flotte
Arbeiterinnen
anaparte, feine Aus=
führungen
gewöht
bei guter Bezahl ge
Mode=Atelier
Pieplow,
Georgenſtr. 11. (aum

Führende Waggon=Fabrik
II.Hbg.7164
vergibt
Vertretung

morgens von 81
Uhr geſucht 1151
Alexandraweg 8.
Ehrl., fleiß. Mädchen
per ſof. geſ. (*11573
Roßdörferſtr. 71, pt.

Alteres, ehrliches im
Haush. ſ. erf. Mädchen
Stellea Haushälterin
Angeb unter D31 an
die Geſchſt. 11514
Aelt Mädchen ſucht
Laufſtelle. Kiesſtr. 16,
1. St., I., letzt. Stb.
(*11546)
Laufdienſt geſucht
tägl ab 9 Uhr vorm
Angeb. unt. D 44 an richt in Sex a an.
die Geſchſt 11549

Stellengeſuche Weiblich

Perfönlichkeit
bei Verkehrsunternehmungen und Großbetrieben gut
eingeführt. Zuſchriften unter U. D. 734 an Alä,
Haasenstein & Vogler, Berlin W 35.

Stellen ſuchen: bür=
gerl
. Köchin., 1 Haus=
mädchen
, die prfekt
nähen können, Allein=
mädchen
, die kochen
u nicht kochen könn
Haushälter., Stützen
Kinderfrl. für ſo ort
u ſpät. Minna Dingel=
dein
, gewerbsm. Siellen=
büro
, Elif bethenſtr 5.
Telep . 3365 *11585
Fa Mädch. b. Lande
16 J., ſucht Stellg. in
gut. Hauſe z. Eri. d.
Haush. Angeb unt
D51 Geſchſt. (*11581

auf ſofort
Suche stelig als
Hausdame od Pfle=
gerin
bei ält. Herrn
in nur gutem Hauie
Angeb unt D 45 an
die Geſchſt. (*11552
Berkänfeg
Speiſeanfzug. Gas=
herd
zu verk. (711548
Eichber ſtr 20, 1 St
Spel)
Damenrad b.. verk.
dächeit, Karl ſtraße 65
11502
Guterhalt Herren=
Fahrrad für 25 4 zu
verkauf Zu beſ
tig. nach 6 Uhr 111:
Hügelſtraße 53,

grüfte
A
Lehrer
nimmt noch 1-2 Kin
der für den Unter=
Gefl. Anfragen an
L. Cauer, Herd
7714
weg 82.

Stenographie
Haschinenschreibes
Das neue Schuljahr
beginnt 2 Mai. An=
eldung
ab 25 April
erbet. an (*11349 mfg
M. Haumann
jetzt Waldſtraße 4

Alicestraße 20

ISt 674

Ttndent erteilt Pri=
v
t= und Nachhilfe=
ſtunden
in Mathematik
zu mäßigem Preiſe.
Intereiſenten wollen
ihre Anſchrift unter
D 49 in der Geſchſt.
(*11571
ab eben.

Eintadung.
Nächſie Woche findet in meinem Verkaufs=
lokal
Hölgesſiraße 1 die Vorjührung der neuen
Dürkopp-Lick-Lack -Maschine
ſtiatt. Gleichzeitig iſt meinen w. Kunden, ſowie
allen Intereſſenten Gelegenheit ge oten, des
Sticken und Stopfen auf der Dürkopp=
Nähmaſchine unentgeltlich zu eriernen.
Anmeldungen erbitte umgehend. (7196fg
L. Waidschmitt
Alleinvertret. der Dürkopp=Nähmaſchinen
für Darmſiadt.

Kodofke duraflen and Bores

dlrekt aus eigener Fabril

Bedeutende Vorteile
genießen Sie infolge eigener Fabrikation,
daher meine große Leistungstähigkeit.
Ich bringe nur solide Dualitäten
zu tabelhatt billigen Preisen.
Bella Katzmann
Fabrik hand earbeiteter Stores, Gardiuen
Verkauf u. Ausstellungsraum nur in der Fabrik
6 Harstallstraße 6

[ ][  ][ ]

Nummer 118

Franz Maseweis
hates entdeckt, weshalb der
Kuchen so gut schmeckt!
Das liegt am Mondamin
Darum 2 goldene Backregeln:
1. Man nehme zum Kuchenbacken
statt 1 Pfd. Mehl ein für allemal
nur 2/4 Pfd. Mehl und U/ Pfd.
Mondamin. Dannwird derKuchen
zarter, lockerer und leckerer,
dabel aber billiger, weil man
weniger Eier und Butter braucht!
2. Vor dem Anrühren ist das Mehl,
nachdem man es mit dem Mon-
damin
vermischt hat, mehrmals
durchzusieben!
Das Paket Mondamin (niemals lose)
kostet 35 Pfg.
Hausfraucn, denkt daran:
Mondamin verfeinert Dchl!

Freitag, den 29 April 1927

Geite 19

O

1

buger 2

157. Jahrgang

Stun

Ceneralanzeiger für das westliche
Unterfranken und Crenzgebicte

A

Staatliches und städtisches Amtsblatt
die bedeutendste und beliebteste
Tageszeitung
im westlichen Unterfranken und den Orenz-
gebieten
von Baden, Hessen und Preußen.
Sie verfügt anerkanntermaßen über einen
großen, durchaus kaufkräftigen Leser-
kreis
, der sich über alle Schichten der
Bevölkerung gleichmäßig erstreckt. Sie ist
daher für Handel, Industrie und Landwirt-
schaft
ein hervorragendes Anzeigen-
blatt
, das jedermann benützen wird, der im
hochentwickelten Aschaffenburger
Industriebezirk erfolgreich inserieren will.

Das Blatt de

kleinen Anzeigen

Begründet 1770 als Privilegierte Kurmainzische Landeszeitung

Katog

1779

kaufen Sie bei uns
garantiert rein Uebersee
R

zum Preise von

und

J. Chep. ſ. einf mbl.
Zim. m. Kochgelegen=
heit
. Ang unt D 56
an d. Geſchſt. 1600

Of Sahnimm-Massersport
UA. Ausrüstung, Bekleidung
Sporthaus Hdelmann, Darms adt

Zuum Sehulbeginn!
empfehle alle Handarbeitsmaterialien in beſten Qualitäten
Mur Markenwaren Farben licht- und waschecht

(Schürer Häkelgarn 20 gr. 25 Pf.
(Glanzgarn LWG . . 10 25
Manon Leinengarn, 10 30
4Orig. Biedermeier, 50 110
(Seidentwiſi, Knäul LWG 20

Nähgarn, Verbandsware,
200 Meter 12 Pf., 500 Meter
30 Pf an, 1000 Meter 58 Pf an
Prima Deutſche 6 fache Nähgarne,
den engl. ebenbürt. in allen Nr

Häkelnadeln von 10 Pf. an, Nähnadeln von 6 Pf. an
HädelMaren äller Akl Ma chinennadeln, 2tz. 80 Pf., Etick= und Stopfnadeln
Filetnadeln / Jackennadeln / Rundſtricknadeln / Häkelgabeln
Filetrahmen in Holz und Metall, in allen Grössen
(7139 f0
Häkeldosen
Nadeldosen
Attickgarne / Perlgarne / Stickſeide / Okkimaterial / Nähſeide / Knopflochſeide
Wolle / Baumwolle / Wollblumenmaterial in ganz enormer Auswahl
Metermaße / Kopierrädchen / Locher / Fingerhüte / Fingerſ honer
in ABC=Käſtchen, Wäſche= und Ausſteuerſchablonen,
Schablonen.
Bogen / Ecken / Tuſche / Pinſel
Wäschenamen Monogramme
Wäsche-Bördchen / Festons / Spitzen / Bänder / Schliessen ete.
Gummibänder
Rüschenbänder Gummilitzen
Scheren, Stickscheren von 40 Pf. an
Drima vernick. Solinger Garantie Stahlſcheren f. alle Zwecke, Stickſchere
:.80 Pf. an, Hausſchere v. 95 Pf an, vergold. Damenſcherev. 100, 150,
1:80 Pf. an, Knopflochſchere v. 170 Pf. an, gr. Zuſchneideſcherev. 350 Pf. an
Beyers Handarbeitsbücher
Vorzugspreise für Schulen, Institute und Fachlehr-Anstalten
E Wiederverkäufer Großpreise

Rheinstr. 12½
gegenüber der Hauptpost
V9. Schupkege

Suche für leitd. Angeſtellten meines Hauſes
2 Zimmer
möbliert oder leer
mit Küche od. Benutzung derſelben. Eilang.

Wilhelm Ehrhardt
Spezialhaus für Innendekoration
am weißen Turm (7201
Junges Ehepaar ſucht eine beſchlagn.
23Zimmerwohnung
Diehl, Kaupſtraße 49
*11524

Cigarren-Vertriebs. G. m.b. H.
Verkaufsstelle:
Darmstadt, Ludwigstrassse 1

Hausfrauen, verlangt

Magrselfen
Der Name büfgt für die Ouali ät
(370a

Harsteller- Bernhar- May Fähne Graff-Zimmer

Dieleneinrichtung
ge en Barzahlung zu
kaufen geſucht. Ange
bote unter D 55 an
die eſchſt. (11597/s

Autodroſchhe
mit Nr., klein oder
groß, zu kaufen geſ.
Angebote m. Preis
unt D32 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (*11517

Stationäre
Bandſäge
einwandfret erhalten,
zu kaufen geſ. Feſte
Preisang. u. P 48
an die Gſhſt. r157

Guterh ..Fahrrad
und Tennisſchläger
billig z kauf. geſucht.
Ang. m Vr u. D 40
an die Gſchſt /e11547

He
12 Zimmer, leer,
evil m. Küche, oder
1 Zimm., 2 Betten,
möbl., per Anfang
Mai. Darmſt. oder
Umgeb. Off u. P. T
5017 an Ala Haaſen=
ſtein
& Vogler, Frank=
furt
a Main. I1 7153

Beſchlagnahmefreie
7 9 Zimmer=
Wohnung
für ſofort od. 1. Okt
geſ. Angeb. m. Preis=
ungabe
unt. D 34 an
die Geſcht. 11523
Möbl. Zimmer
mbyl, mit Klavier ab
ſofort von Herrn zu
mieten geſucht. Ang
unt. D29 an die Ge
chäft ſtelle (7181

Suche 1 leeres Zim
z Einſt.v Möbeln. Ang
D47Gſhſt (er1561

Holst. Plockwurst, fein, ſchnittfeſt
Feinste Gothaer Mettwurst
Prima Limburger Stangenkäse, gar. 200/ Feitgehalt
große Oberhess. Handkäse

Pfund 1.80
2.00
O.60
Stück 0.14

Täglich friſche Röſiungen in Bohnenkaffee, gelb 4 Pfund 0.80 rot . 1.00 grün. 1.15 Spez. Derlmiſch Cellophanpack.
99 1.10

ff. Rangoon-Reis Nr. 3
Pfund 0.25
ff. Mulmain-Reis, blütenweiß
0.36
0.42
f5. Blue rose, Reis glaſ.
0.48
ff. Kronen-Patna-Reis, glaſ
0.22
Bruchrels, großkörnig

Kinderloſ. Ehepaar
ſ ſof beſchlagnahme=
freie
23 3.-Wohn.
nur in gutem Hauſe,
evtl. auch Umg. Darm=
ſtadt
. Ang. unt. D 43
an d Ceſchſt. (11550
Sauh ſonnig, einf.
möbl. Zimmer
od. Manſ. zum 1 5.
v. Stud. geſ. Ang m
Preis erb. urt. D 42
an d. Geſchſt. (IV. 7151
Von ruh A iet. wird
2 Zimmerwohn.
mit Küche ſofort geſ.
Angeb. mit Preisan=
abe
unter D 54 an
die eſchſt (11593
Sängerin ſucht für
ſofort 1 möbl. Zim.
mit Bett u Klavier
für 10 Tage. Ang. m
Preisang. unt D 33
an die Geſchſt. /*1151
AVerloren
Perloren
ſilb. Damenuhr an
Lederarmband am
MontagHeidelberger=
ſtr
., Nähe Riedeſelſtr
Abzugeb. auf d Fund=
büro
. Wiederbringer
Belohnung zugeſich.
(*115271
Granatbroſche
Familienandenken)
zwiſchen Clemens= u
Wühelmſtr verloren.
Gegen Belohnung ab=
zugeb
n (*11525
Clemensſtraße 9.

Räufe

Haare
usgekämmte u ab=
geſchnittene
, kauftla
fend zu den höchſten
Preiſen G. Kanzler,
Friſeur, Schulſtraſe1
6691a)

Here

behilft sich im Gegensalz zur Dame noch
Immer mit unzureichendem Schuhwerk

der Hen
sollte einen eleganten zur Kleidung pas=
senden
Schuh nicht als Luxus betrachten

ich leisn
Wir bringen heute schon in den billigsten
Preislagen eine breiie Auswahl hochele-
ganter
Halbschuhe und Stiefel in Lack,
schwarz, breun und verschiedenartigen
Mode-Kombinationen. Um Sie zu
Aberzeugen, veranstalten wir eine

Bezirks=Konſum=Verein
Darmſtadt
G.
m. b.

An-
und
Verkauf
von (7013a
Brillanten
Golg
Silberwaren
Kurta Mult
Juwelier
Pädagogstraße

Nur
ein paar Beispiele
aus etwe hundert versch. Artikeln
Herren-Halbsohuh
50
braun,in sehr getälliger
1A
Aufmachung-
Herren-Halbschuh
braun, Rindbox, mit
44
Flägelkappe . .
Herren-Halbschuh
braun, Nubuk, mit
braun. Boxkalf-Garnit. 40
Herrensttefel
braun, Rindbox, mod.

Schnitt . .
Herrenstiefel
raun. mit Doppelsohl.,
Orig, Goodyear-Welt 10

Verkanfsstelle
ernsp!
Conrad Tack & Cie G.mhz Darmsladl, Ludwigstk. 1 2tsr ern

[ ][  ]

Seite 20

Freitag, den 29. April 1927

Nummer 118

Schweineſleiſd

Bauchlappenper Pfd. 90 Pfg.
BratenſtückeperPfd. Mk 1.04
Koteletts, Tendchen, Schnitzel,
Kaſſeler Rippenſpeer
Grobgeh. hausm Bratwurſt
per Pfund Mk. 1.40
Friſche Leber= und Blutwurſt
per Pfund 70 Pfg.
Vorzügl Hausmacher Wurſt
per Pfund 90 Pfg.
Friſche und geräucherte
Fleiſch=u Wurſtwaren aller Art
Erſtl. Maſtkalbſleiſch
Geislämmer im Ausſchnitt
Reh= und Haſenbraten
Wild= und Geflügel=Ragout
per Pfund 60,90 u 120 Pfg.
Zarte Frikaſſee=Sühner,
ſehr vorteilhaft
Junge Taubenvon80 Pfg. an
per Stück (7166
Hahnen, Poularden, diesjähr.
Gänſe und Enten uſw.
Heinrich Grimm
Schulſir. 16 Teleph 115

in Taſchen und Beuteln
Reiſekoffer
ganz beſonders billig.

Offenbacher
Lederwaren

Haben

Eliſabethenſtraße 37 und Grafenſtr. 21, I.
Reparaturen billigſt. (2701a

Rechne mit (5048 a
THALES

kleider gut und billig
Dacandtnn
hinterm Schloß

Wir machen es Ihnen leicht
elegant gekleidet zu gehen. Welchen
Vetrag oſie auch anlegen wollen, bei
uns finden oie das Cassende. Rüsten
ohie sich für den Frühling, es ist jeist
die höchste Zeit!

der konkurrenzlosen
Uviversal-Rechenmaschine
Preis nur RM. 230.
Carl Winkel
Malnz Darmstadt Mannheim
Gr. Bleiche 23 Rheinstraße 28 N. 3. 776
Tel. 5554 Tel. 1435 Tel 22435

Herren-Anzüge
in ein- und zweireihigen Formen,
neue Farb., beste Stoffe, 110., 98.
82., 75., 65., 55., 45., 35. u.

Klavierſtimmen
durch erſiklaſſigen Stimmer ſofort
Piano Mk. 4.50
Flügel Mk. 5.50
bei
HeinrichArnold
nur Wilhelminenſtr. 9 (6029a

Weinbrand=Verſchnitt
Kornfruchtbranntwein

Liter 2.70
Liter 2.50

3 Weinorande
Flaſche RMk. 2.70 3.00 3.50
s Flaſche RMk. 1.40 1.60 1.80
Belnbrand=Verſchnltt 2.30
1.40
Kümmel und Pfefferminz 2. 20
1.30
Magenbitter
2.40
1.30
Zwetſchenwaſſer
3.50
1.90
Kirſchwaſſer
4.50
2.40
Rum= u. Arrak=Verſchnitt 51
1.80
Alle Liköre
3.50
1.80
Rheinhefſ. Weißwein 1.20 bis 2.00
Ober=Ingelhelmer Rotw. 1.25
Ober=Ingeih. Burgunder 1.40
Malaga. Muskat., Samos. 1.55
0.35
Tarragona
1.30
0.75
Malaga, Muskat., Samos loſe. Li
1.70
Tarragona loſe
ter 1.50
Mi a Hnaanaa
Kein Laden
E. Lehmann
Hoffmannſtraße 12, pt.
(Ecke Kies= und Hoffma nſtraße

Alles in reicher Wahl, billig und gut!
Besuchen Sie uns!
Kleidertabrik

Serld

Schloßgraben 13a
7136
Direkt hinterm Schloß!

hübsche kleidsame Formen

Sport-Anzüge
mit langer und kurzer Hose, fotte
Formen.
3., 75.
62., 52., 42., 38., 32. und

K

Jünglings- und Knaben-
Anzüge

Frühjahrs-Mäntel
in imprägnierten Gabardine-,
Covercoat- und Cheviotstoffen
110., 82., 75., 68., 58., 48. u.

Kauft friſchen Kaffee!
anerkannt vorzügliche Qualitäten
täglich friſch geröſtet
Pfund 2.40 2.80 3.20 3.60 4.00 4.40
Auf Wunſch gern gemahlen
Quieta=Erzeugniſſe / Leſſing=Kakao/ Suleika=Tee
Kaffee Hag (11500
Kaffeeröſterei Bruno Krebs
Fernſprecher 3443
Holzſtraße 13

Damen=Haarſchneiden Dauer=u. Waſſer=Wellen Damen=Kopfwaſchen Ondulieren u. Friſieren Bedienung erſter Kräfle G. Kanzler Schulſtr. 12. Friſeur Teleph. 2215
2.5

Bildor Ind Eabrannangen
wie bekannt gut und billig
Franz Langheinz
Karlsstr. 25, Ecke Hölgesstr. Telephon 1747
Grösstes Spezial-Geschäft am Platze. (5068a

Auto-
Gelegenheitskäufe!
26/20 PS. Brennabor
Vierſitzer in erſtklaſ=
ſigem
Zuſtand,
9/32 PS. Brennabor=
Sechsſitzer, guter
Läufer,
5/15 PS. Wanderer=
Zweiſitzer,
7/17 PS Adler=
Chaſſis
äußerſt preiswert ab=
zugeben
.
hr. Enſinger
Michelſtadt.
Fernſpr. 464. (7149

Mulikapparate
I. Schalbplatten
in bekannter
Qualität und
Auswahl
Christian
Arnold
Ernſt=Ludwigſtr.
Nr. 5.
am w. Turm.
(5703a)

deplelne
die Flasche 45 Pfennig
Marfin dahn
Palaswiesenstr: 30,/
A
(652:2)

Kaffee Mitze
Schützenſtraße 10,
Bürgerl. Tageskaffee
Billige Preiſe (1083a

güertiA
Schreibmaschinen
L.HeCKmann
Bürobedarf
Papierhandlung
Mühlstr. 72
Erleichterte
Zahlungsbedingung
(419,)

Kaffee
aus eigener Bren=
nerei
, heute fr. gebr
u. Kaffee Hag P. 2./
1. Schellhaas
Karlſtraße 50 3459a

Bäckerei=
Artikel:
Spring=, Kranz=
ehrücken
=, Banille=
Königskuchen=,
Streußelkuchen=
formen
. Garnier=
ſpritzen
, onfekt=
ſpritzen
, Tüllen,
Spritzſäcke, Bäcker=
meſſer
, Torten=
erteiler
Echnee=
reſſei
, Kaffeeſäcke,
Kaffeefilt ier,
eiſch=, Reib= und
Mandelmühlen
mpf. in gr. Ausw
Frnſt Crämer

Parkettböden
Abziehen, Abreiben, Bohnen und Wachſen
erledigt fachmänniſ.h, prompt und billigſt
bel & Lotz
Eliſabethenſtr. 31. (5555a) Teleph, 461

(5866a)
Verkaufstelle Wurstfabrik
A. Scherkamp
Schuſtergaſſe 19, Telefon 278
Schweinefkeisch billiger
Magere Bauchläppchen geſ u. fr. Pfo. 0.86
Schweinebraten, n Wunſch geſchn Pfd. 1.00
Fr. und geſ. Schweine=Koteletts Pfd. 1.20
Wurſtwaren (*11509
in allerbeſter Qualität, entſprech. im Preiſe

In allen
Preislagen!
von den einfachſten
bis zu den elegan=
teſten
Ausführungen
Fahrräder 6724
Rähmaſt inen
Rinderwagen
Angenehme
Zahlungsweiſe!
Fr. Gütting
10Schuchardſtraße 10

Käse
billiger
9 Pid. roie Kugeln M. 3.90
P.d. geib. Broden M. 3.95
9 P d. echt Edamer M. 7.35
9 Pid. däo. Sc hweir. M. 8.95
Pd. Tilsiler . f. M. 7.30
200 St. Harzer H. 3.90
ab hier Nachnahme.
Normannia, Vortork
i. Holstein 80 V :869

Fadrzeug-
Gummi
Fahrradecken v
Mr 2.60, Luft
ſchläuche von
Mr. 1 30 an
Caloda
Paniratiusſtr. 21
Darm adt
Tel 1613 4622a

Paßbilder
n einer Stunde 1.00e
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. . Tel. 1912.

VerVielfältiguag en
Aufl., ichnell, bil=
ig
. jauber, Bäumer,
Darmſt., Rheinſtr. 8.
Teleph. 1223, (3232a